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WashTec AG Annual Report (ESEF) 2022

Apr 24, 2023

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WashTec AG 2022-12-31

2022 im Überblick

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren nach Quartalen

Überblick über Gruppe und Regionen

Q1 2022 Q2 2022 Q3 2022 Q4 2022
WashTec Gruppe*
Umsatz Mio. € 101,0 Mio. € 119,0 Mio. € 118,6 Mio. € 143,7
EBIT Mio. € 4,6 Mio. € 8,3 Mio. € 9,7 Mio. € 15,4 (Vorjahr: Mio.€ 34,5)
EBIT-Marge 4,6% (währungsbereinigt um 9,1%) 7,0% 8,2% 10,7 %
Free Cashflow* Mio. € –3,6 Mio. € 1,1 Mio. € 10,1 Mio. € 8,6
Europa
Umsatz mit Mio.€ 482,2 um 12,0% über dem Vorjahr Mio.€ 371,6 um 6,6% über dem Vorjahr
EBIT bei Mio.€ 38,0 (Vorjahr: Mio.€ 45,7) Mio.€ 36,4 (Vorjahr Mio. € 40,2)
Free Cashflow** Mio.€ 16,2 (Vorjahr: Mio.€ 42,3)
Nordamerika
Umsatz mit Umsatz mit Mio.€ 107,7 um 39,0%, in Mio. USD 112,0 um 22,8%, p über dem Vorjahr
EBIT bei EBIT bei Mio.€ 1,4 (Vorjahr: Mio.€ 4,6)
Asien/Pazifik
Umsatz mit Umsatz mit Mio.€ 17,6 um 2,8% unter dem Vorjahr
EBIT bei EBIT bei Mio.€ 0,4 (Vorjahr: Mio.€ 1,2)
  • Regionenangaben ohne segmentübergreifende Konsolidierung
    ** Der Free Cashflow einschließlich der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten beträgt Mio.€ 7,4 (Vorjahr: Mio.€ 34,5).

* Der Free Cashflow einschließlich der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten beträgt für Q1 2022 Mio.€ –5,8, für Q2 2022 Mio.€ –1,0, für Q3 2022 Mio.€ 7,6 und für Q4 2022 Mio.€ 6,6.

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

WashTec ist der führende Anbieter von inno- vativen Lösungen rund um die Fahrzeugwäsche Maschinen und Service weltweit. Das Produktprogramm umfasst alle Maschinen Arten von Fahrzeugwaschanlagen sowie dazu- Portalwaschanlagen gehörige Peripheriegeräte, Waschchemie und SB-Waschanlagen Wasserrückgewinnungssysteme. Als Spezialist Nutzfahrzeugwaschanlagen arbeitet die Gruppe kontinuierlich an Innovatio- Waschstraßen nen für eine möglichst umweltschonende Fahr- Wasseraufbereitungssysteme zeugwäsche. Darüber hinaus bietet WashTec Ersatzteile umfassende Servicepakete und digitale Smart Service Service Lösungen über die gesamte Lebensdauer Vollwartungsverträge der Produkte an. Hierzu gehören neben digitalen On-Call-Service- Systemen zur remoten Steuerung von Anlagen- Chemie Wartungsverträge parametern durch die Betreiber, der Wartung Serviceprojekte und Produktsortiment AUWA der Anlagen, der Chemieversorgung und der -umrüstungen Green Car Care Anlagenrücknahme auch Dienstleistungen für Digitale Lösungen Nachhaltige Reinigungs-, die Vermittlung von Finanzierungen oder das Sonstiges my.carwash Pflege- und Spezialprodukte Betreibermanagement von Anlagen. Haupt- my.service Premium Green Car Care WashTec Carwash Management umsatzträger ist der Produktbereich my.CarWashShop Produktlinie TecsLine WashTec Financial Services Maschinen und Service. my.EasyCarWash Sortiment für Skandinavien mit (Finanzierungs- und Leasing- my.SmartSite Nordic Swan Ecolabel lösungen)

Mio.€ 420,0 (Vorjahr: Mio.€ 373,2) Mio.€ 56,9 (Vorjahr: Mio.€ 51,0) Mio.€ 5,3 (Vorjahr: Mio.€ 6,3)
Maschinen und Service Mio.€ 420,0 (Vorjahr: Mio.€ 373,2)
Finanzierungs- und Leasing- lösungen Mio.€ 56,9 (Vorjahr: Mio.€ 51,0)
Sonstiges Mio.€ 5,3 (Vorjahr: Mio.€ 6,3)

Konzernstruktur

WashTec AG
Augsburg, Deutschland

Im Konzernabschluss der WashTec AG sind neben der Muttergesellschaft folgende WashTec Carwash Management GmbH¹
Augsburg, Deutschland
AUWA-Chemie GmbH¹
Augsburg, Deutschland
Konzerngesellschaften konsolidiert. Die
WashTec AG ist direkt und indirekt zu 100% an diesen Unternehmen beteiligt.

WashTec Holding GmbH²
Augsburg, Deutschland

WashTec Financial Services GmbH¹
WashTec Cleaning Technology GmbH¹
Augsburg, Deutschland
Augsburg, Deutschland

WashTec A/S³
Dänemark
WashTec S.r.l.
Italien

WashTec Cleaning Technology GmbH
Österreich
WashTec France S.A.S.
Frankreich

WashTec Spain S.A.U.
Spanien
WashTec UK Ltd.
Großbritannien

WashTec Benelux B.V.
Niederlande
WashTec Nordics AB
Schweden

WashTec Cleaning Technology s.r.o.⁴
Tschechien
WashTec Car Cleaning Equipment (Shanghai) Co., Ltd., China

Mark VII Equipment Inc.⁵
USA
WashTec Australia Pty Ltd.
Australien

WashTec Polska Sp. z o.o.⁴
Polen

¹ Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag
² Gewinnabführungsvertrag
³ Inkl. Tochtergesellschaft WashTec Bilvask AS, Norwegen
⁴ WashTec Cleaning Technology GmbH 90%, WashTec Holding GmbH 10%
⁵ Inkl. Tochtergesellschaft WTMVII Cleaning Technologies Canada, Inc., Kanada

WashTec AG

Die WashTec AG übernimmt als Konzernobergesellschaft Aufgaben der strategischen Unternehmensführung und Unternehmenssteuerung für alle nachgegliederten Tochter- unternehmen. Da die Gesellschaft selbst nicht operativ tätig ist, resultiert ihre Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage aus der wirtschaftlichen Entwicklung der Tochtergesellschaften. Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher im Wesentlichen auf den Konzern. Auf die WashTec AG wird im Abschnitt 2.6 gesondert eingegangen.

Direkte Tochtergesellschaften der WashTec AG sind die AUWA-Chemie GmbH, die WashTec Holding GmbH und die WashTec Carwash Management GmbH. Die WashTec AG hat mit der AUWA-Chemie GmbH und der WashTec Carwash Management GmbH bestehende Beherrschungs- und Ergebnisabführungsver- träge. Daneben wurde zwischen der WashTec AG und der WashTec Holding GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2022 ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen.

AUWA-Chemie GmbH

Die AUWA-Chemie GmbH produziert Chemieprodukte für Fahrzeugwaschanlagen. Der Vertrieb erfolgt über WashTec Tochtergesellschaften und unabhängige Vertriebspartner in Deutschland und Europa.

WashTec Holding GmbH

Die operativen Beteiligungen der WashTec Gruppe sind, mit Ausnahme der AUWA-Chemie GmbH und der WashTec Carwash Management GmbH, unter der WashTec Holding GmbH mit Sitz in Augsburg zusammengefasst.

WashTec Financial Services GmbH

Die WashTec Financial Services GmbH vermittelt den Kunden individuelle Instrumente zur Finanzierung von WashTec Produkten. Sie erhält für die Vermittlung der Finanzierungen eine Provision von den jeweiligen Kreditgebern, bei denen es sich in der Regel um Leasing- gesellschaften handelt.

WashTec AG Ausländische Tochtergesellschaften

Die WashTec Gruppe ist in allen wesentlichen Märkten Europas, Nordamerikas und in Asien/Pazifik mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Tochtergesellschaften in den Niederlanden, in Frankreich, Dänemark, Norwegen, Italien, Spanien, Großbritannien, Österreich und Polen sowie den USA, Kanada, Australien und China übernehmen den Vertrieb und Service für die WashTec Produkte. Ein Überblick über die Produktions- standorte befindet sich im Abschnitt »Produktion, Beschaffung und Logistik«.# WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

Abschluss

Weitere Informationen

Die WashTec Holding GmbH hat mit der WashTec WashTec Carwash Management GmbH Financial Services GmbH und der WashTec Cleaning Technology GmbH bestehende Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Die WashTec Carwash Management GmbH übernimmt für Kunden in deren Namen und auf deren Rechnung umfassende Dienstleistungen, bis hin zum Betrieb von Waschanlagen.

In der WashTec Cleaning Technology GmbH mit Sitz in Augsburg wird der größte Teil des operativen Geschäfts abgewickelt. Hier erfolgen Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Service der wesentlichen Produkte der WashTec Gruppe. Daneben beliefert und betreut die Gesellschaft die Tochtergesellschaften und die selbstständigen Vertriebspartner im Ausland. Zusätzlich bietet die Gesellschaft zahlreiche andere Dienstleistungen, wie z.B. Profitabilitäts- und Standortanalysen an.

54

WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

Abschluss

Weitere Informationen

Vertrieb

WashTec Vertriebspartner Produktionsstätten
Nyrany Recklinghausen
Grebenau Augsburg
Denver Shanghai

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WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

Abschluss

Weitere Informationen

Standorte

Die globale Präsenz der WashTec Gruppe ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Weltweit beschäftigt WashTec rund 1.800 Mitarbeiter und hat eigene Tochtergesellschaften in allen wesentlichen Märkten in Europa, Nordamerika und Asien/Pazifik. Darüber hinaus verfügt WashTec über ein breites Netz von selbstständigen Vertriebspartnern und ist inzwischen in über 80 Ländern der Welt vertreten.

Produktion, Beschaffung und Logistik

WashTec verfügt über ein globales Beschaffungs- und Produktionsnetzwerk mit Produktionsstätten in Deutschland, Tschechien, den USA und China. Der Großteil der Anlagen für den weltweiten Vertrieb mit Ausnahme der Portalwaschanlagen für Nordamerika und China und als Resultat die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Diesem Anspruch wird im Leitwerk Augsburg (Deutschland) montiert. Die Portalwaschanlagen für den nordamerikanischen Markt werden in Denver (USA), die Portalwaschanlagen für die Märkte in Asien je nach Produkt in Augsburg (Deutschland) oder Shanghai (China) produziert.

In Nyrany (Tschechien) erfolgt ein Großteil der Blechfertigung. Ferner werden dort Komponenten vormontiert und die Basis-Portalanlage montiert. An zwei weiteren Standorten in Deutschland werden für die gesamte Gruppe die Steuerungen (Recklinghausen) und die Waschchemie (Grebenau) produziert.

Leitung und Kontrolle

Als Aktiengesellschaft besitzt die WashTec AG eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt die strategische Ausrichtung fest und verfolgt das Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Der gemäß Satzung aus sechs Mitgliedern bestehende Aufsichtsrat bestellt, berät und überwacht den Vorstand.

Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die WashTec AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation und die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfeldes, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Übergeordnetes Ziel von WashTec ist der maximale Kundennutzen und als Resultat die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Diesem Anspruch folgt die unternehmensinterne Steuerung der Gesellschaft über ein wertorientiertes Managementsystem. Es umfasst ein integriertes Planungs- und Controllingkonzept, Zielkennzahlen zur Unternehmenssteuerung sowie Maßnahmen zur Sicherung eines nachhaltigen und profitablen Wachstums, Effizienzsteigerung und effizientem Kapitalmanagement.

Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens definieren die Unternehmensstrategie und die daraus resultierenden Zielvorgaben, die in allen Verantwortungsebenen des Konzerns und in allen Geschäftseinheiten umgesetzt werden.

Die Überwachung erfolgt durch regelmäßige Gremiensitzungen aller Berichtseinheiten. Hierzu zählen Vorstandssitzungen im Zwei-Wochen-Turnus, bei denen die Bereichsverantwortlichen berichten, monatliche Sitzungen mit den wesentlichen Bereichsverantwortlichen, regelmäßige internationale Management-Meetings mit Verantwortungsträgern der operativen Gesellschaften, Strategie- und Jahresplanung inkl. Investitions-, Produktions- und Kapazitätsplanung, regelmäßiges Reporting und Prognoserechnungen, laufende Marktanalyse sowie regelmäßige Umsatz-, Absatz-, Auftrags- und Marktanteilsanalysen. In diesem Zusammenhang werden auch sämtliche Investitionsprojekte laufend geprüft und verfolgt.

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WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

Abschluss

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Segmente

Die globale Geschäftstätigkeit der WashTec Gruppe wird in drei geographische Regionen untergliedert. In der Region »Europa« wird das Geschäft in Europa sowie die Exportaktivitäten in weiteren Ländern zusammengefasst. Die Region »Nordamerika« beinhaltet die Aktivitäten in den USA und Kanada. Die Region »Asien/Pazifik« umfasst hauptsächlich das Geschäft der Tochtergesellschaften in Australien und China.

Externe Einflussfaktoren für das Geschäft

WashTec trägt durch das verbindliche Ziel, den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, zu den globalen Anstrengungen zur Begrenzung der globalen Erderwärmung bei (hierzu wird auf die Erläuterungen in Abschnitt 1.2 »Unternehmensziel und Strategie« verwiesen).

Einhergehend mit der notwendigen Dekarbonisierung und den globalen Mobilitätstrends ergeben sich Veränderungen in den Fahrzeugflotten. Autonomes Fahren und »Shared Mobility« führen einerseits zwar zu einer Verringerung des Fahrzeugbestands, aber andererseits auch zu einer Steigerung der Personenkilometer bei kürzeren Fahrzeuglebenszyklen. Neben dem Fahrzeugbestand werden demnach in Zukunft auch die Art und die Intensität der Nutzung der Fahrzeuge maßgebend für den Bedarf an Autowäschen sein. Der Bedarf, Fahrzeuge zu waschen, entsteht unabhängig von der Antriebsform oder dem Eigentum an Fahrzeugen. Fahrzeuge, die Teil eines »Shared Mobility«-Konzepts sind, werden tendenziell häufger gewaschen.

Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit

Der Beitrag von Unternehmen zur Nachhaltigkeit ist für alle Stakeholder von zentraler Bedeutung und führt zu einem steigenden Bedürfnis nach Informationen und Transparenz. Dies betrifft neben der Umweltwirkung der Produkte auch die CO2-Emissionen im betrieblichen Handeln von Unternehmen.

Bei der maschinellen Fahrzeugwäsche wird durch den Einsatz von Wasseraufbereitungsanlagen, durch die das Wasser im Kreislauf geführt wird, der Verbrauch von Frischwasser im Vergleich zur Handwäsche aber auch im Vergleich zur Wäsche ohne Wasseraufbereitungsanlage deutlich reduziert. Im Bereich der Waschchemie kommt die Produktserie Green Car Care durch biogene Tenside ohne den Einsatz fossiler Rohstoffe aus. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen und so für eine bessere Benetzung von Gegenständen sorgen.

Mobilitätswende

Eine weitere Einflussgröße für die Verbreitung der automatischen Fahrzeugwäsche ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen eines Landes. Eine Verteuerung des Faktors Arbeit und eine Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens eröffnen weltweit ein nachhaltiges Marktpotenzial. Dies gilt insbesondere für Regionen, die von der Handwäsche zu verschie- denen Formen automatisierter Wäsche übergehen.

Ökonomie

Die Kundenerwartungen umfassen nach wie vor ein optimales Waschergebnis bei gleich- zeitiger Ressourcenschonung sowie der komfortablen Bedienung der Anlagen. Die automatische Fahrzeugwäsche, insbesondere bei Anlagen mit Wasseraufbereitungssystemen, ist im Vergleich zur Handwäsche aufgrund des geringeren Wasser- und Chemieverbrauchs deutlich schonender für die Umwelt. Moderne digitale Systeme ermöglichen den Betreibern jederzeit und von jedem Ort den komfortablen Zugriff und die Remotesteuerung von Anlagenparametern. Für die Endkunden bleiben die Aspekte Waschgeschwindigkeit, Komfort, Qualität und Wascherlebnis von zentraler Bedeutung.

Die Gesellschaft verfolgt die Entwicklung der externen Einflussfaktoren auf das Geschäft aufmerksam, um frühzeitig mit entsprechenden strategischen Entscheidungen auf Verände- rungen reagieren zu können.

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WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

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1.2 Unternehmensziel und Strategie

In unserem Leitbild ist der »maximale Kundennutzen« als oberstes Unternehmensziel definiert. Maximaler Kundennutzen beinhaltet für uns, weltweit der beste Partner für Waschanlagenbetreiber zu sein. Nutzen zu generieren bedingt eine Spezialisierung, verbunden mit tiefem Verständnis in der Anwendung und den damit zusammenhängenden Prozessen und Technologien. Diese Spezialisierung ist also Voraussetzung für echte kundennutzenorientierte Innovationen.

WashTec richtet sich hierbei sowohl an den Endkunden als auch an den Betreiber mit dem Ansatz, die Attraktivität der Autowäsche zu erhöhen und die Profitabilität für die Betreiber zu steigern. Die kontinuierliche Entwicklung der Führungskräfte und Mitarbeiter orientiert sich an dieser grundsätzlichen Ausrichtung. Jeder Mitarbeiter von WashTec trägt als »Unternehmer bei WashTec« zur Unternehmensentwicklung bei. Mit der klaren Orientierung am Nutzen unserer Kunden kann die Gesellschaft die Wettbewerbsvorteile nachhaltig weiter ausbauen und generiert so Wert für unsere Kunden, das Unternehmen und unsere Aktionäre.

1.3 Steuerungssystem

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Zur Planung und Steuerung verwendet das Unternehmen die folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren:

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren

  • Umsatz
  • EBIT
  • Free Cashflow
  • ROCE

Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird der Leistungsindikator »Free Cashflow« als Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus Investitionstätigkeit definiert. Diese Kennzahl wird zukünftig für den bisher verwendeten »Free Cashflow einschließlich der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten« verwendet. Dadurch wird in der# WashTec Lagebericht // Grundlagen des Konzerns

Abschluss

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1.4 Forschung und Entwicklung

Wesentlicher nichtfinanzieller Leistungsindikator

Im Bereich Forschung und Entwicklung lagen die Schwerpunkte im vergangenen Geschäftsjahr auf einer stetigen Verbesserung der Wasch- und Trocknungsprozesse in Bezug auf Qualität, Geschwindigkeit und Ressourcenverbrauch. Letzterer spielt in Bezug auf die Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Ziel ist ein möglichst geringer Energieverbrauch während des Anlagenbetriebs, der Einsatz möglichst umweltfreundlicher Fertigungsverfahren, die Konzeption ökologisch verträglicher Waschchemie sowie die Planung von Kreislaufsystemen für den Wassereinsatz. Die Produkte werden über den gesamten Lebenszyklus betreut. Die Digitalisierung und die Online-Anbindung unserer Anlagen vereinfachen nicht nur die Produktbetreuung, sondern tragen auch zu deutlich schnelleren Reaktionszeiten gegenüber den Kunden bei. Dies ist auch unter Nachhaltigkeitsaspekten vorteilhaft, wenn hierdurch beispielsweise Serviceanfahrten vermieden werden können.

Insgesamt arbeiten bei WashTec am Hauptsitz in Augsburg rund 70 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung an möglichst modularen Lösungen mit hohem Wiederverwendungsgrad. Internationale Patente sichern den künftigen Lösungsraum für WashTec ab.

Die gesamten operativen Aufwendungen der WashTec Gruppe im Bereich Forschung und Entwicklung betrugen 2022 rund Mio.€ 14,2 (Vorjahr: Mio.€ 13,0). Die im Geschäftsjahr 2022 aktivierten Entwicklungskosten der Gruppe betrugen Mio.€ 2,0 (Vorjahr: Mio.€ 0,1) und entfielen im Wesentlichen auf die Entwicklung einer Software für die Digitalisierungs- und Serviceplattform.


Unfallhäufigkeitsrate: Arbeitsunfälle/Mio. Arbeitsstunden p

Im »gesonderten nichtfinanziellen Bericht« erfolgt eine ausführliche Beschreibung des für WashTec wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikators Unfallhäufigkeitsrate (siehe hierzu Abschnitt »Gesonderter nichtfinanzieller Bericht« ab Seite 33).

Gesonderter nichtfinanzieller Bericht nach §§ 289b Abs. 3 und 315b Abs. 3 HGB

Der »gesonderte nichtfinanzielle Bericht« gemäß §§ 289b Abs. 3 und 315b Abs. 3 HGB ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://ir.washtec.de/finanzberichte/ als ein eigenständiges Kapitel des Geschäftsberichts 2022 ab Seite 33 veröffentlicht.

Chancen- und Risikomanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Unternehmensführung. Dem Vorstand stehen umfassende konzernweite und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken, ggf. ergriffene Maßnahmen und deren Entwicklung.

Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risikobericht als Teil des Lageberichts dargestellt. Hierin ist der gemäß §§ 289 und 315a HGB geforderte Bericht zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten.


Gruppe die einheitliche Verwendung der Kennzahlen weiter präzisiert und die externe Ökologische Nachhaltigkeit hat für WashTec eine hohe Priorität und umfasst das betrieb- Vergleichbarkeit verbessert. Die bisher verwendete Kennzahl »Free Cashflow einschließlich liche Handeln sowie die Umweltwirkung unserer Produkte. WashTec hat sich zum Ziel der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten« wird nicht mehr verwendet. gesetzt, die CO2-Emissionen für die Produktionsstandorte in Deutschland, Tschechien,

Return on Capital Employed (»ROCE«) wird definiert als Verhältnis zwischen EBIT und USA und China einschließlich deren Vertriebs- und Serviceaktivitäten bis zum Jahr 2025 um »Capital Employed«. Zum Capital Employed gehören nach unserer Definition das Anlage- 30% im Vergleich zum Basisjahr 2019 zu senken. Auf Produktseite leistet WashTec insbe- vermögen (Anlagevermögen inkl. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Nutzungsrechte) zu- sondere durch eine Reduzierung des Wassereinsatzes der Waschanlagen im Kundenbetrieb glich des Net Operating Working Capital (»NOWC«) ermittelt als Durchschnitt über die sowie den effizienten Einsatz und die Zusammensetzung der Waschchemie einen aktiven Stichtagswerte der letzten fünf Quartale. Das NOWC wird definiert als Summe aus Vorräten Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Digitalisierung und die Online-Anbindung unserer Anlagen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus vereinfachen nicht nur die Produktbetreuung, sondern tragen auch zu deutlich schnelleren Lieferungen und Leistungen und erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen. Reaktionszeiten gegenüber den Kunden bei. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist dies ebenfalls vorteilhaft, wenn hierdurch beispielsweise Serviceanfahrten vermieden werden können.

WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht

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2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Weltweite Wirtschaftsentwicklung

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts*

Prognose 2022 Ist 2022 Prognose 2023
Deutschland 3,8% 1,9% 0,1%
Eurozone 3,9% 3,5% 0,7%
USA 4,0% 2,0% 1,4%
China 4,8% 3,0% 5,2%
Schwellenländer 4,8% 3,9% 4,0%
Welt 4,4% 3,4% 2,9%

*World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds (»IWF«) vom 30. Januar 2023

Zu Beginn des Jahres 2022 konnte sich die Weltwirtschaft zunächst trotz der anhaltenden Material- und Kapazitätsengpässe etwas von den pandemiebedingten Auswirkungen des Vorjahres erholen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs und den weiteren Lockdowns in China aufgrund der Null-Covid-Politik belasteten insbesondere die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, die angespannten Lieferketten und die daraus resultierende schwierige Verfügbarkeit sowie die hohe Inflation und die gestiegenen geopolitischen Risiken die wirtschaftliche Entwicklung. Die zwischenzeitlich erfolgten Erhöhungen der Leitzinsen führten bislang nur zu einem geringen bis moderaten Rückgang der Inflation, bremsen jedoch weiterhin Konsum und Investitionen. Daneben führte die drohende Gasmangellage sowohl in Deutschland zu einer weiteren Verunsicherung der Unternehmen. Aufgrund des milden Winters und des dadurch abnehmenden Risikos einer Gasmangellage sowie der Abkehr von der Null-Covid-Politik in China hellte sich die Stimmung in der Wirtschaft gegen Ende des Jahres wieder etwas auf.

Der Internationale Währungsfonds (»IWF«) geht in seiner Prognose für das Jahr 2023 davon aus, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht hat und bei einem geringen Wirtschaftswachstum zurückgehen wird. Demnach rechnet der IWF für das Jahr 2023 mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum als im Jahr 2022. Als wesentliche Belastungen werden die bereits erfolgten und zukünftigen Erhöhungen der Leitzinsen zur Inflationsbekämpfung und der Krieg in der Ukraine gesehen. Das Ende der Null-Covid-Politik in China könnte sich stabilisierend auf die daneben bestehenden Unsicherheiten auswirken.

Branchenentwicklung (Maschinenbau & Chemie)

Für die Maschinen- und Anlagenbauer verlief das vergangene Jahr aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage und der internationalen Lieferkettenprobleme insgesamt durchwachsen. Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (»VDMA«) konnten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 noch Zuwächse bei den Aufträgen erzielt werden, im vierten Quartal ließ die Nachfrage nach Investitionsgütern jedoch spürbar nach. So kehrten sich die anfänglichen zweistelligen Zuwächse bei den Bestellungen im Jahresverlauf in ein Minus von preisbereinigt insgesamt 4% im Vergleich zum Vorjahr um. Der Rückgang belief sich bei den Inlandsbestellungen auf 5%, bei den Auslandsbestellungen auf 4%. Nach Einschätzung des VDMA werden im Jahr 2023 die Materialengpässe und Schwierigkeiten in den Lieferketten, die hohe Inflation sowie der Ukraine-Krieg andauern und die wirtschaftliche Entwicklung der Branche weiterhin belasten.

In der chemisch-pharmazeutischen Industrie führten im Jahr 2022 die hohen Energie- und Rohstoffkosten in Europa und eine abnehmende Nachfrage zu einer Drosselung der Chemieproduktion und einem konjunkturellen Abschwung. Für das kommende Jahr erwartet der Verband der Chemischen Industrie e.V. (»VCI«) eine verhaltene Branchenentwicklung sowohl in Deutschland im In- als auch im Ausland. Als Hauptursache sieht der VCI die anhaltende Energiekrise, die in Europa mit hohen Energie- und Rohstoffkosten die Produktion bremst sowie die insgesamt gestiegenen geopolitischen Risiken. Daneben belasten die hohe Inflation, steigende Zinsen und eine insgesamt unsichere Lage weltweit den Konsum und die Investitionen.


2.2 Geschäftsverlauf der Gruppe

Im Folgenden wird der Geschäftsverlauf der WashTec Gruppe erläutert. Auf die WashTec AG wird im Abschnitt 2.6 gesondert eingegangen.

Die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich zu Beginn des Geschäftsjahres aufgrund des Abflauens der COVID-19-Pandemie zunächst aufgehellt. Durch den Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 und die weiteren Lockdowns in China aufgrund der Null-Covid-Politik verschlechterte sich das wirtschaftliche Umfeld im weiteren Verlauf.

Markt für Fahrzeugwaschanlagen

Kundengruppen

Die Kunden von WashTec sind zum überwiegenden Teil Betreiber von Tankstellen, die Fahrzeugwäsche an ihren Standorten anbieten und damit einen wesentlichen Teil ihres Ergebnisses erzielen. Zu diesen Kunden zählen weltweit agierende Mineralölgesellschaften oder Retailer (Convenience Stores), Einzelbetreiber und Betreiberketten von Tankstellen. Weitere wichtige Kundengruppen sind Waschanlagenbetreiber, Autowerkstätten, Supermarktketten, Speditionen und Verkehrsbetriebe.# WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss Weitere Informationen

2.3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Gruppe

Insgesamt belasteten im abgelaufenen Geschäftsjahr die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die insbesondere dadurch bedingten Kostensteigerungen die Geschäftsentwicklung der WashTec Gruppe wesentlich. Bereits während des Geschäftsjahres reagierte die Gesellschaft zeitnah auf das sich verändernde Umfeld und ergriff die erforderlichen Maßnahmen. Im starken vierten Quartal wirkten sich diese zunehmend aus und die Gesellschaft konnte vor dem Hintergrund der beschriebenen Herausforderungen das Geschäftsjahr mit einem ordentlichen Ergebnis abschließen und sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt.

2.3.1 Ertragslage

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung der WashTec Gruppe:

2022 2021 Veränderung in Mio.€
absolut
Umsatzerlöse 482,2 430,5 51,7
Auftragsbestand
Kosten der umgesetzten Leistung –352,8 –303,8 –49,0
Bruttoergebnis vom Umsatz 129,4 126,7 2,7
Bruttoergebnismarge in % 26,8 29,4 –2,6
Forschungs- und Entwicklungsaufwand –14,2 –13,0 –1,2
Vertriebsaufwand –62,1 –55,2 –6,9
Verwaltungsaufwand –17,1 –16,8 –0,3
Sonstige Erträge & Aufwendungen 2,0 3,9 –1,9
Betriebsergebnis (EBIT) 38,0 45,7 –7,7
EBIT-Marge in % 7,9 10,6 –2,7
Bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) 38,0 43,0 –5,0
Bereinigte EBIT-Marge in % 7,9 10,0 –2,1
Finanzergebnis –0,7 –0,9 0,2
Ergebnis vor Steuern (EBT) 37,3 44,8 –7,5
Ertragsteuern –10,9 –13,7 –4,7
Konzernergebnis 26,4 31,1
Ergebnis je Aktie (in €) 1,97 2,32 –0,35

Umsatz der Gruppe

Die WashTec Gruppe hat zum 31. Dezember 2022 einen Umsatz von Mio.€ 482,2 erzielt. Dieser liegt damit um Mio.€ 51,7 bzw. 12,0% deutlich über dem Vorjahreswert von Mio.€ 430,5.

Umsatz nach Produkten

2022 in Mio.€ 2021 in Mio.€ Veränderung
absolut
Maschinen und Service 420,0 373,2 46,8
Chemie 56,9 51,0 5,9
Sonstiges 5,3 6,3 –1,0
Gesamt 482,2 430,5 51,7

Die Umsätze im Bereich Maschinen und Service lagen mit Mio.€ 420,0 über dem Vorjahr von Mio.€ 373,2. Hierbei überwog der Anstieg im Bereich der Großkunden. Auch das Direktgeschäft und der Bereich Chemie entwickelten sich positiv. Der Umsatzanstieg ist auch durch Preiserhöhungen und positive Währungseffekte bedingt. Die sonstigen Umsätze entsprechen ca. 1,1% des Gesamtumsatzes der WashTec Gruppe.

Umsatz im Mehrjahresvergleich in Mio. €

2018 2019 2020 2021 2022
482,2 436,5 435,4 430,5 378,7

Bereinigt um Fremdwährungseffekte lag der Umsatz des Geschäftsjahres mit Mio.€ 469,8 (Vorjahr jeweils einen positiven Einfluss in Höhe von Mio.€ 11,6 bzw. Mio.€ 0,7 auf die Umsatzentwicklung.) Eine detaillierte Darstellung der Entwicklung der einzelnen Regionen findet sich im Abschnitt 2.3.2 »Berichterstattung nach Regionen«.

Weitere Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Bruttoergebnis vom Umsatz

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg von Mio.126,7 im Vorjahr um Mio.€ 2,7 bzw. 2,1% auf Mio.€ 129,4. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Kunden weitergegebenen Preisanpassungen konnten die Belastungen aus den Materialkostensteigerungen nur teilweise ausgleichen. Darüber hinaus konnten auch die Produktion und Installation der Anlagen durch die mangelnde Verfügbarkeit der Materialien und Monteure nicht mit der gewohnten Effizienz durchgeführt werden, was zu höheren Kosten geführt hat.

Übersicht der Prognose und Ist-Werte des Geschäftsjahres 2022

2021 Prognose 2022 Prognose* Angepasste 2022 Prognose* Veränd. zum Vorjahr
Umsatz Mio.€ 430,5 450–470 476–484 482,2
EBIT Mio.€ 45,7 45–48 38–43 38,0
Bereinigtes EBIT Mio.€ 43,0 45–48 38–43 38,0
Free Cashflow Mio.€ 42,3 n/a n/a 16,2
Free Cashflow einschließlich der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten 34,5 28–32 10–20 7,4
ROCE % 25,8 25–27 20,2
Unfallhäufigkeitsrate (Arbeitsunfälle/Mio. Arbeitsstd.) 4,9 <4 4,2 –0,7
  • Am 21. Juli 2022 wurde eine angepasste Prognose abgegeben.

Der Verlauf des Geschäftsjahres jedoch deutlich. Aufgrund dieser unvorhergesehenen Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds und der dadurch bedingten Kostensteigerungen war Wettbewerb die WashTec Gruppe gezwungen, die zu Beginn des Jahres abgegebene Prognose im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres anzupassen.

WashTec ist weltweit Marktführer mit einer installierten Basis von 40.000 Anlagen. In Europa – einem entwickelten Markt mit hoher Wettbewerbsintensität – ist WashTec nach eigenen Erhebungen in Bezug auf Marktabdeckung und Marktanteil mit großem Abstand der Marktführer. Im nordamerikanischen Markt mit einem großen Anteil von Waschstraßen ist die Kunden- und Anbieterseite fragmentierter als in Europa. Der Markt in China ist aufgrund der dort nach wie vor verbreiteten Handwäsche noch unterentwickelt. In Australien treffen europäische und amerikanische Wettbewerber in einem entwickelten Markt aufeinander.

Absatzmärkte

Deutschland bzw. Europa sind unverändert die größten Absatzmärkte. Gemäß der Strategie der Gruppe soll mittel- und langfristig vor allem Nordamerika einen höheren Anteil an den Gesamtumsatzerlösen der Gruppe haben.

Die WashTec Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 mit einem Umsatz von Mio.€ 482,2 einen neuen Rekordwert erzielt und liegt damit deutlich um Mio.€ 51,7 bzw. 12,0% über dem Vorjahr (Mio.€ 430,5). Bereinigt um Währungseffekte lag der Umsatzanstieg bei 9,1%. Damit wurde das im Geschäftsbericht 2021 kommunizierte Ziel einer Umsatzentwicklung zwischen Mio.€ 450,0 und Mio.€ 470,0 übertroffen und lag im Rahmen der im Juli 2022 abgegebenen angepassten Prognose (Umsatz zwischen Mio.€ 476,0 und Mio.€ 484,0). Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr in allen Produktbereichen und resultieren auch aus den im Verlauf des Geschäftsjahres vorgenommenen Preiserhöhungen sowie positiven Währungseffekten. Der Anstieg im Bereich Maschinen und Service resultiert sowohl aus dem Großkunden- als auch aus dem Direktgeschäft. Im Verlauf des Jahres wurde die Gesellschaft mit besonderen Herausforderungen in Bezug auf die Kapazitätsengpässe bei der baulichen Herrichtung der Waschhallen auf Kundenseite konfrontiert. Diese führten teilweise zu Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung.

Trotz des Umsatzanstiegs sank das EBIT um 16,8% auf Mio.€ 38,0 (Vorjahr: Mio.€ 45,7). Die EBIT-Marge lag bei 7,9% (Vorjahr: 10,6%). Gegenüber dem bereinigten EBIT* des Vorjahres sank das EBIT um Mio.€ 5,0 bzw. 11,6%. In der ursprünglichen Prognose ging die Gesellschaft von einem EBIT zwischen Mio.€ 45 und Mio.€ 48 aus. In der angepassten Prognose für das Geschäftsjahr 2022 wurde ein EBIT zwischen Mio.€ 38,0 und Mio.€ 43,0 prognostiziert. Diese angepasste Prognose wurde erreicht.

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie die Corona-Lockdowns in China bis zum Ende der Null-Covid-Politik führten zu einer Verknappung auf den Beschaffungsmärkten sowie der dadurch bedingten Kostensteigerungen. Die WashTec Gruppe begegnete den Herausforderungen bei der Materialbeschaffung mit einer erhöhten Flexibilität in der Produktion und einer erhöhten Bevorratung. Dadurch blieb die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr jederzeit lieferfähig. Daneben reagierte die Gesellschaft auf diese Entwicklungen mit Preiserhöhungen bei den eigenen Produkten. Bislang konnten jedoch aufgrund von Auftragsdurchlaufzeiten zwischen vier und sechs Monaten die Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten noch nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Insbesondere durch eine hohe Ausbringungsmenge zum Jahresende konnte im letzten Quartal des Jahres ein Umsatz von Mio.€ 143,7 (Vorjahr: Mio.€ 124,2) erzielt werden. Damit erreichte WashTec einen neuen Quartalshöchstwert. In Folge des hohen Umsatzniveaus lag das EBIT im vierten Quartal mit Mio.€ 15,4 (Vorjahr: Mio.€ 12,7) deutlich über dem Vorjahr. Damit konnte für diesen Zeitraum auch eine zweistellige EBIT-Marge in Höhe von 10,7% (Vorjahr: 10,2%) erzielt werden.

Der Free Cashflow einschließlich der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten sank aufgrund eines deutlich geringeren Ergebnisses vor Steuern und eines wesentlich höheren Net Operating Working Capital auf Mio.€ 7,4 (Vorjahr: Mio.€ 34,5). Damit wurde sowohl die ursprüngliche Prognose (Mio.€ 28,0 – Mio.€ 32,0) als auch die im Juli 2022 abgegebene angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2022 (Mio.€ 10,0 – Mio.€ 20,0) nicht erreicht. Der Free Cashflow, also der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit abzüglich des Mittelabflusses aus Investitionstätigkeit, belief sich auf Mio.€ 16,2 (Vorjahr: Mio.€ 42,3). Der ROCE lag bei 20,2% (Vorjahr: 25,8%). Damit wurde das angestrebte Ziel eines ROCE zwischen 25% und 27% aufgrund des deutlich gestiegenen Net Operating Working Capital und des deutlich geringeren EBIT nicht erreicht. Das zugrunde liegende Capital Employed mit der Folge deutlich steigender Material- und Materialbezugskosten sowie Energiekosten. stieg gegenüber dem Vorjahr um Mio.€ 17,5 bzw. um 9,7%.

Die Unfallhäufigkeitsrate lag zum Jahresende mit einem Wert von 4,2 unter dem Vorjahr (4,9) sowie deutlich unter dem Branchendurchschnitt der Berufsgenossenschaften der vergangenen Jahre. Das für 2022 gesetzte Ziel einer Unfallhäufigkeitsrate von kleiner als 4 konnte damit nicht erreicht werden. WashTec strebt auch zukünftig eine Senkung der Zahl der Arbeitsunfälle an.

  • Im bereinigten EBIT war im Vorjahr ein positiver Sondereffekt durch die erfolgswirksame Vereinnahmung des im Geschäftsjahr 2020 gewährten Darlehens aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in den USA im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in Höhe von Mio.€ 2,7 enthalten.# Wirtschaftsbericht

Abschluss

Weitere Informationen

Forschungs- und Entwicklungsaufwand

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand lag mit Mio.€ 14,2 über dem Vorjahr (Mio.€ 13,0). Der Schwerpunkt lag hierbei insbesondere auf der Optimierung des Ressourcenverbrauchs sowie der Digitalisierung und der Online-Anbindung der Anlagen. Beim Vergleich mit dem Vorjahr ist zu beachten, dass in den Vorjahreszahlen die Auflösung einer Rückstellung in Höhe von Mio.€ 1,3 enthalten war. Bereinigt um diesen Effekt blieb der Forschungs- und Entwicklungsaufwand auf dem Niveau des Vorjahres.

Vertriebsaufwand

Der Vertriebsaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,5% von Mio.€ 55,2 auf Mio.€ 62,1 gestiegen. Dies ist unter anderem auf höhere Frachtkosten zurückzuführen, die um Mio.€ 2,7 bzw. 22,5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Daneben ist ein Anstieg der Messe- und Reisekosten in Höhe von Mio.€ 2,9 zu verzeichnen. Hier war der Vorjahreswert pandemiebedingt deutlich reduziert.

Verwaltungsaufwand

Der Verwaltungsaufwand lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Mio.€ 17,1 auf dem Niveau des Vorjahres (Mio.€ 16,8) und entfällt überwiegend auf den Personalaufwand sowie sonstige Kosten für Personalbeschaffung, Weiterbildung, Kommunikation und Prüfungskosten.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen lagen mit Mio.€ 2,0 unter dem Vorjahr (Mio.€ 3,9). Die in diesen Positionen erfassten Effekte aus der Stichtagsbewertung der in Fremdwährung gehaltenen bilanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten belasteten die Ertragslage mit ca. Mio.€ 0,5 (Vorjahr: positiver Effekt Mio.€ 0,2). Daneben war in dieser Position im Vorjahr ein positiver Sondereffekt durch die erfolgswirksame Vereinnahmung des im Geschäftsjahr 2020 gewährten Darlehens aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in den USA im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in Höhe von Mio.€ 2,7 enthalten.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis lag bei Mio.€ –0,7 (Vorjahr: Mio.€ –0,9). In den sonstigen Zinserträgen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Zinsen in Höhe von Mio.€ 0,4 enthalten, die auf Erstattungen aus abgeschlossenen Betriebsprüfungen und die Abzinsung von Verbindlichkeiten entfallen. In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Zinsen in Höhe von Mio.€ 0,3 für die Abzinsung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

Aufschlüsselung des Finanzergebnisses

in Mio.€ 2022 2021
Sonstige Zinserträge 0,5 0,1
Finanzerträge 0,5 0,1
Aufwendungen aus verzinslichen Darlehen 0,7 0,5
Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Leasingverbindlichkeiten 0,2 0,4
Sonstige Zinsaufwendungen 0,4 0,1
Finanzaufwendungen 1,3 1,0
Finanzergebnis -0,7 -0,9

EBT

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank auf Mio.€ 37,3 (Vorjahr: Mio.€ 44,8).

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern in Höhe von Mio.€ 10,9 (Vorjahr: Mio.€ 13,7) setzen sich aus tatsächlichen Steuern und latenten Steuern, im Wesentlichen aufgrund temporärer Differenzen, zusammen. Die Steuerquote (in Bezug auf das EBT) lag bei 29,3% und fiel damit geringer aus als im Vorjahr (30,6%).

EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 16,8% auf Mio.€ 38,0 (Vorjahr: Mio.€ 45,7). Gegenüber dem bereinigten EBIT* des Vorjahres sank das EBIT um Mio.€ 5,0 bzw. 11,6%.

EBIT im Mehrjahresvergleich in Mio. €

2018 2019 2020 2021 2022
EBIT 51,5 45,7 38,0 36,3 20,1
  • Ein Ausweis des EBIT nach Regionen findet sich im Abschnitt 2.3.2 »Berichterstattung nach Regionen«.

EBIT-Marge

Die EBIT-Marge sank auf 7,9% (Vorjahr: 10,6%). Die bereinigte EBIT-Marge* des Vorjahres lag bei 10,0%.

  • Im bereinigten EBIT war im Vorjahr ein positiver Sondereffekt durch die erfolgswirksame Vereinnahmung des im Geschäftsjahr 2020 gewährten Darlehens aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in den USA im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in Höhe von Mio.€ 2,7 enthalten.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis sank um Mio.€ 4,7 auf Mio.€ 26,4 (Vorjahr: Mio.€ 31,1). Das Ergebnis je Aktie (verwässert = unverwässert) sank bei einer durchschnittlichen unveränderten Aktienzahl von 13.382.324 um 15,1% auf € 1,97 (Vorjahr: € 2,32).

Konzernergebnis im Mehrjahresvergleich in Mio. €

2018 2019 2020 2021 2022
Konzernergebnis 34,0 31,1 26,4 22,3 13,3

Mittelverwendung/Dividendenvorschlag

WashTec wird auch zukünftig eine attraktive Ausschüttungspolitik verfolgen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der für den 15. Mai 2023 geplanten Hauptversammlung vorschlagen, den im Jahresabschluss der WashTec AG für das Geschäftsjahr 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von € 29.804.169,57 wie folgt zu verwenden: Ausschüttung in Höhe von € 2,20 je dividendenberechtigter Stückaktie, insgesamt € 29.441.112,80, und Vortrag des verbleibenden Bilanzgewinns in Höhe von € 363.056,77 auf neue Rechnung.

2.3.2 Berichterstattung nach Regionen

Europa

Kennzahlen Region Europa

2022 2021 Veränd. (in %)
Umsatz Mio.€ 371,6 348,7 +6,6 %
EBIT Mio.€ 36,4 40,2 –9,5 %
EBIT-Marge % 9,8 11,5

Umsatz nach Regionen in Mio. €*

2022 2021 Veränd. (in %)
Europa 371,6 348,7 +6,6 %
Nordamerika 107,7 77,5 +39,0%
Asien/Pazifik 17,6 18,1 –2,8%
  • Segmentübergreifende Konsolidierungseffekte sind nicht berücksichtigt.

EBIT nach Regionen in Mio. €*

2022 2021 Veränd. (in %)
Europa 36,4 40,2 – 9,5 %
Nordamerika 1,4 4,6 – 69,6 %
Asien/Pazifik 0,4 1,2 – 66,7 %
  • Segmentübergreifende Konsolidierungseffekte sind nicht berücksichtigt.

Marktumfeld

Der Waschanlagenmarkt in Europa ist neben Nordamerika einer der weltweit am weitesten entwickelten Märkte für Fahrzeugwäschen. Er zeichnet sich durch die höchste Anzahl installierter Fahrzeugwaschanlagen und weit ausgebauter Service- und Vertriebsstrukturen der Anbieter aus. Die Kunden von WashTec in Europa sind zum überwiegenden Teil Betreiber von Tankstellen, die Fahrzeugwäschen an ihren Standorten anbieten und damit einen wesentlichen Teil ihres Ergebnisses erzielen. Zu diesen Kunden zählen weltweit agierende Mineralölgesellschaften oder Retailer (Convenience Stores), Einzelbetreiber und Betreiberketten von Tankstellen. Weitere wichtige Kundengruppen sind Waschanlagenbetreiber, Supermarktketten, Autohäuser und Werkstätten sowie Speditionen und Verkehrsbetriebe.

Der Wettbewerb in Europa ist intensiv und beschränkt sich auf wenige Hersteller. Erhebliche Bedeutung haben eine flächendeckende Servicestruktur und die installierte Basis. Entsprechend hoch ist die Eintrittsbarriere für neue Wettbewerber. WashTec ist nach eigenen Erhebungen in Bezug auf Marktabdeckung und Marktanteil klarer Marktführer und verfügt über das mit Abstand am besten ausgebaute Vertriebs- und Servicenetzwerk und die bei weitem größte installierte Basis von Portalanlagen in den Kernmärkten Europas.

Geschäftsverlauf Europa

2022 Prognose 2022* Angepasste Prognose 2022* Veränd. zum Vorjahr (in %)
Umsatz Mio.€ 371,6 366–370 363–366 +6,6
EBIT Mio.€ 36,4 34–38 40–42 –9,5
EBIT-Marge % 9,8
  • Am 21. Juli 2022 wurde eine angepasste Prognose abgegeben.

Die Umsatzentwicklung in Europa verlief mit Mio.€ 371,6 im Vergleich zum Vorjahr (Mio.€ 348,7) positiv. Damit wurde sowohl die ursprüngliche Prognose, die eine Umsatzsteigerung zwischen 4% und 5% vorsah, als auch die angepasste Prognose mit einem Umsatzwachstum von 5%–6% leicht übertroffen. Das Umsatzwachstum betraf im Wesentlichen den Bereich der Großkunden. Dabei entwickelte sich auch die Chemie positiv.

Ergebnis

Das EBIT in Europa sank von Mio.€ 40,2 im Vorjahr auf Mio.€ 36,4 und lag damit in der Bandbreite der im Juli 2022 angepassten Prognose, die ein EBIT zwischen Mio.€ 34 und Mio.€ 38 vorsah. Die zu Beginn des Geschäftsjahres abgegebene Prognose mit einem EBIT zwischen Mio.€ 40 und Mio.€ 42 wurde dagegen nicht erreicht. Die EBIT-Marge lag bei 9,8% (Vorjahr: 11,5%). Die für die gesamte Gruppe im Abschnitt »Geschäftsverlauf der Gruppe« beschriebenen Effekte für die Ergebnisentwicklung gelten insbesondere auch für die größte Region.

Im Segmentergebnis sind keine Effekte aus Unterstützungsmaßnahmen der Länder in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie enthalten.

Nordamerika

Kennzahlen Region Nordamerika

2022 2021 Veränd. (in %)
Umsatz Mio.€ 107,7 77,5 +39,0%
EBIT Mio.€ 1,4 4,6 –69,6%
Mitarbeiter (zum 31.12.) 282 269 13

Geschäftsverlauf Nordamerika

2022 Prognose 2022* Angepasste Prognose 2022* Veränd. zum Vorjahr (in %)
Umsatz Mio.€ 107,7 >85,3 >85,3 +39,0
EBIT Mio.€ 1,4 1,9–4,6 1,9–4,6 –69,6
EBIT-Marge % 1,3
  • Am 21. Juli 2022 wurde eine angepasste Prognose abgegeben.

Marktumfeld

Die Fahrzeugneuzulassungen für Personenfahrzeuge und sog. »Light Trucks« sind in Nordamerika in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Für die Zukunft werden auch weiterhin ein leichtes Bevölkerungswachstum und ein Wachstum des Fahrzeugbestands erwartet.

In Nordamerika sind neben einigen Großkunden die wesentlichen Kunden unabhängige kleine oder mittelständische Waschanlagenketten und Retailer (Convenience Stores). Der Anteil von Waschstraßen gegenüber Portalanlagen sowie das Wachstum dieses Produktsegments liegen über dem weltweiten Durchschnitt. Der Marktausblick ist anhaltend positiv.# WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss

Weitere Informationen

Umsatz Asien/Pazifik

Der Umsatz in Nordamerika stieg deutlich von Mio.€ 77,5 im Vorjahr auf Mio.€ 107,7. Kennzahlen Region Asien/Pazifik Die Umsätze in US-Dollar beliefen sich auf Mio.USD 112,0 (Vorjahr: Mio.USD 91,2). Damit 2022 2021 Veränd. wurde in dieser Region erstmals ein Umsatz von mehr als Mio. USD 100 erzielt. Mit dieser (in %) positiven Entwicklung wurde die ursprüngliche und die angepasste Prognose übertroffen, Umsatz Mio.€ 17,6 18,1 –2,8 die eine Umsatzentwicklung im zweistelligen bzw. deutlich zweistelligen Bereich vorsahen. EBIT Mio.€ 0,4 1,2 –66,7 Hierzu trug die gute Entwicklung in allen Produktbereichen bei. Hervorzuheben ist insbe- EBIT-Marge % 2,3 6,6 – sondere der Bereich Maschinen und Service mit einem starken Großkunden- und Direkt- Mitarbeiter (zum 31.12.) 56 56 0 geschäft. Ergebnis Marktumfeld

Das Ergebnis in Nordamerika sank deutlich um Mio.€ 3,2 auf Mio.€ 1,4 (Vorjahr: Im chinesischen Markt für Fahrzeugwäschen hat die Handwäsche nach wie vor einen Mio.€ 4,6). Auch im Vergleich zum bereinigten EBIT* des Vorjahres sank das EBIT um hohen Anteil. Dementsprechend entwickelt sich der Markt für Waschanlagen sehr langsam. Mio.€ 0,5. Für das Geschäftsjahr 2022 strebte die Gesellschaft sowohl in der zu Jahres- Das stetig wachsende Lohnniveau, die stark wachsende Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge beginn abgegebenen Prognose als auch in der im Verlauf des Geschäftsjahres angepassten in Verbindung mit Verschärfungen der Umweltauflagen sowie der Möglichkeit, Wäschen Prognose eine EBIT-Steigerung gegenüber dem bereinigten EBIT des Vorjahres an. Dies über Smartphones einfach und schnell zu kaufen, erhöhen den Anteil automatischer Fahr- wurde nicht erreicht. zeugwäschen kontinuierlich. Aus dieser steigenden Nachfrage resultiert der Eintritt weite- rer Wettbewerber, insbesondere im Niedrigpreissegment. Aufgrund der zunehmenden Auch in dieser Region wurde das Ergebnis durch Kostensteigerungen aufgrund des verän- Zahl der Luxus- und Premiumfahrzeuge im chinesischen Automarkt bestehen jedoch derten makroökonomischen Umfelds und der zeitverzögerten Wirkung der Preisanpassun- auch Chancen im Mittel- und Premiumpreissegment von Waschanlagen. Weiterhin bieten gen belastet. Dennoch konnte das Ergebnis im Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich viele Tankstellen kostenlose Wäschen für ihre Kunden an. Dies hemmt vor allem im Direkt- verbessert werden. Nach einem ausgeglichenen Ergebnis im dritten Quartal, konnte im geschäft die Bereitschaft zu Investitionen, da die Rentabilitätserwartungen durch dieses geschäftsverlauf vierten Quartal ein positives Ergebnis in Höhe von Mio.€ 2,6 mit einer EBIT-Marge in Höhe Marktumfeld beeinträchtigt werden und eher das Niedrigpreissegment gestärkt wird. von 7,2% erzielt werden. Insgesamt bleibt der Markt in China herausfordernd. Im Segmentergebnis sind keine Effekte aus Unterstützungsmaßnahmen der Länder in Ver- Außerhalb Chinas ist das Geschäft in dieser Region sehr profitabel. Insbesondere in Austra- bindung mit der COVID-19-Pandemie enthalten. Im Vorjahr wurden in diesem Zusammen- lien hat WashTec eine gute Marktposition. Dort stehen die wesentlichen amerikanischen hang Mio.€ 2,9 erfasst. und europäischen Hersteller im direkten Wettbewerb.

  • Im bereinigten EBIT war im Vorjahr ein positiver Sondereffekt durch die erfolgswirksame Vereinnahmung des im Geschäftsjahr 2020 gewährten Darlehens aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in den USA im Zusammenhang mit der COVID-19- Pandemie in Höhe von Mio.€ 2,7 enthalten.

Im Segmentergebnis sind keine Effekte aus Unterstützungsmaßnahmen der Länder in Ver-
bindung mit der COVID-19-Pandemie enthalten. Im Vorjahr wurden in diesem Zusammen-
hang Mio.€ 0,1 erfasst.

2.3.3 Vermögenslage

Vermögens- und Kapitalstruktur

31.12.2022 31.12.2021 Veränd. zum Vorjahr (in %)
Umsatz 17,6 18,1 –2,8
EBIT 0,4 1,2 –66,7
EBIT-Marge 2,3 6,6
Mitarbeiter (zum 31.12.) 56 56 0

Der Umsatz in Asien/Pazifik lag mit Mio.€ 17,6 leicht unter dem Vorjahr (Mio.€ 18,1). Währungsbereinigt lagen die Umsatzerlöse in dieser Region bei Mio.€ 16,9. Damit konnte weder die ursprüngliche Prognose einer zweistelligen Umsatzsteigerung noch die angepasste Prognose mit einer Umsatzsteigerung von 5%–6% erreicht werden. In China konnten im Großkundengeschäft im Vergleich zum Vorjahr Fortschritte erzielt werden. Die positiven Geschäftserwartungen für diese Region wurden jedoch durch die Null- Covid-Politik und die damit verbundenen Lockdowns in China belastet. Die positive Umsatz- entwicklung in Australien wirkte dem entgegen.

Ergebnis

Das EBIT sank deutlich auf Mio.€ 0,4 (Vorjahr: Mio.€ 1,2) und lag damit unter den Erwartungen. In der zu Beginn des Geschäftsjahres abgegebenen Prognose wurde von einer EBIT-Entwicklung auf Vorjahresniveau ausgegangen, in der im Juli 2022 angepassten Prognose von einer Bandbreite zwischen Mio.€ 1,0 und Mio.€ 1,1. Durch die negative Geschäftsentwicklung im chinesischen Markt konnten diese Ziele nicht erreicht werden. Daneben wurde das Ergebnis durch einen negativen Effekt aus der Bewertung von in Fremdwährung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden in Höhe von Mio.€ 0,2 (Vorjahr: positiver Effekt in Höhe von Mio.€ 0,6) beeinflusst. Bereinigt um diesen Effekt blieb das EBIT in der Region stabil, insbesondere aufgrund der positiven Entwicklung im australischen Markt.

Verkürzte Konzernbilanz, Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
in Mio.€
Anlagevermögen (inkl. Nutzungsrechte) 91,9 92,8
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 102,8 94,3
Vorräte 71,6 57,1
Aktive latente Steuern 3,9 4,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14,2 18,1
Bilanzsumme 284,5 267,0

Die Bilanzsumme der WashTec Gruppe stieg von Mio.€ 267,0 auf Mio.€ 284,5.

Aktiva

Im Anlagevermögen der WashTec Gruppe sind wie in den Vorjahren Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von Mio.€ 42,3 enthalten. Das Sachanlagevermögen setzt sich im Wesentlichen aus den Positionen »Grundstücke und Gebäude« in Höhe von Mio.€ 12,5 (Vorjahr: Mio.€ 12,9) und »Technische Anlagen und Maschinen« in Höhe von Mio.€ 8,4 im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: Mio.€ 7,7) zusammen. Die »Immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte)« betragen Mio.€ 7,0 (Vorjahr: Mio.€ 6,2). Zudem sind Nutzungsrechte in Höhe von Mio.€ 17,3 (Vorjahr: Mio.€ 19,3) enthalten. Dieser Rückgang ist hauptsächlich aufgrund der Position Grundstücke und Gebäude zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stiegen von Mio.€ 94,3 im Vorjahr auf Mio.€ 102,8. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um Mio.€ 10,8 aufgrund eines Rekord- umsatzes im vierten Quartal.

Die Vorräte lagen zum Jahresende mit Mio.€ 71,6 deutlich über dem Vorjahr (Mio.€ 57,1). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die bewusst erhöhte Bevorratung aufgrund der Un- sicherheiten auf den Beschaffungsmärkten sowie einem erhöhten Bestand an Fertigerzeug- nissen, bedingt durch den höheren Auftragsbestand zum Jahresende, zurückzuführen.

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von insgesamt Mio.€ 3,9 (Vorjahr: Mio.€ 4,8) resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und IFRS-Bilanzansätzen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken von Mio.€ 18,1 im Vorjahr auf Mio.€ 14,2.

Verkürzte Konzernbilanz, Passiva

31.12.2022 31.12.2021
in Mio.€
Eigenkapital 88,1 98,4
Verzinsliche Darlehen 41,4 13,5
Verbindlichkeiten und Rückstellungen 117,0 118,2
davon Rückstellungen (inkl. Ertragsteuerverbindlichkeiten) 28,3 30,8
davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22,7 16,1
Vertragsverbindlichkeiten 36,4 35,5
Passive latente Steuern 1,6 1,3
Bilanzsumme 284,5 267,0

Passiva

Das Eigenkapital sank von Mio.€ 98,4 auf Mio.€ 88,1. Details zu den gemäß IFRS direkt erfassten Erträgen und Aufwendungen können der Eigenkapitalverände- rungsrechnung (Seite 111) entnommen werden. Die Eigenkapitalquote sank aufgrund der höheren Bilanzsumme, des geringeren Ergebnisses sowie der höheren Dividendenausschüttung auf 31,0% (Vorjahr: 36,9%).

Die verzinslichen Darlehen stiegen gegenüber dem 31. Dezember 2021 unter anderem deutlich von Mio.€ 13,5 auf Mio.€ 41,4. Der Anstieg des Net Operating Working Capital (NOWC) resultierte in einer Erhöhung der verzinslichen Darlehen.

Die Leasingverbindlichkeiten betrugen zum Stichtag Mio.€ 18,1 (Vorjahr: Mio.€ 20,2).

Die Nettofinanzverschuldung (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Finanzverbindlichkeiten) lag zum 31. Dezember 2022 bei Mio.€ 45,2 (Vorjahr: Mio.€ 15,7). Der deutliche Anstieg um Mio.€ 29,5 ist im Wesentlichen auf die oben beschriebenen Veränderungen der verzinslichen Darlehen zurückzuführen.

Die Rückstellungen (inkl. Ertragsteuerverbindlichkeiten) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Personal, Altersteilzeit, Gewährleistungen und Rückkaufverpflichtungen zusammen. Sie lagen zum Stichtag bei Mio.€ 28,3 (Vorjahr: Mio.€ 30,8).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem gestiegenen Vorratsvermögen von Mio.€ 16,1 auf Mio.€ 22,7.

Die Vertragsverbindlichkeiten betrugen Mio.€ 36,4 (Vorjahr: Mio.€ 35,5) und liegen damit auf dem Niveau des Vorjahres. In dieser Position sind erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen von Kunden sowie Umsatzabgrenzungen für Vollwartung, verlängerte Garantiezusagen und im Voraus bezahlte Serviceverträge enthalten.# Wirtschaftsbericht

Abschluss

71 WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss Weitere Informationen

Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte und außerbilanzielle Investitionen und Abschreibungen

Mit Mio.€ 7,5 fielen die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr planmäßig höher aus Zu den selbstgeschaffenen, immateriellen Werten, die das Geschäft von WashTec positiv als im Vorjahr (Mio.€ 4,3). Der Schwerpunkt der Investitionen lag mit Mio.€ 7,2 (Vorjahr: beeinflussen, zählen vor allem das umfassende Fachwissen und die Erfahrung der Mitarbei- Mio.€ 4,1) in Europa. Hierbei handelte es sich um Investitionen in energieeffiziente Produk- ter. Insbesondere das Wissen über den Waschprozess und die Fähigkeit, dieses Wissen bei tionsanlagen, wie beispielsweise zwei neue Laserschweißanlagen, sowie um Investitionen der Forschung und Entwicklung einzusetzen, bilden einen wesentlichen Wettbewerbsvor- in die zukünftigen digitalen Produkte und Lösungen. teil. Ein weiterer bedeutender Erfolgsfaktor der WashTec Gruppe ist das eigene, langjährig Darüber hinaus wurden Investitionen in Nordamerika in Höhe von Mio.€ 0,1 (Vorjahr: gewachsene Vertriebs- und Servicenetzwerk. Mio.€ 0,1) sowie in Asien/Pazifik in Höhe von Mio.€ 0,2 (Vorjahr: Mio.€ 0,1) getätigt. Außerbilanzielle Finanzinstrumente bestehen nicht.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens erfolgen 2.3.4 Finanzlage auf Basis der gesetzlichen Vorgaben und der von WashTec festgelegten Bilanzierungsricht- linien. Die Vermögenswerte werden dabei in der Regel linear über die wirtschaftliche Kapitalstruktur Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Rahmen des zentralen Finanzmanagements erfolgt die Finanzierung der Unternehmen Der Geschäfts- und Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich der WashTec Gruppe über die WashTec Cleaning Technology GmbH. Die Verbindlichkeiten einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Basis hierfür ist die interne Planung 2023 bis 2028 der Gesellschaft bestehen in Euro. Der Basiszinssatz der Darlehen ist variabel und orientiert auf Konzernebene. sich an EURIBOR, €STR und LPR. Die Gruppe verfügte am 31. Dezember 2022 über eine Kreditlinie von insgesamt Mio.€ 92,8 (Vorjahr: Mio.€ 122,6). Die im Geschäftsjahr 2020 zur Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit wurden die bilanzierten immateriellen Liquiditätssicherung im Zusammenhang mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie Vermögenswerte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Die Ergebnisse führten zu keinem erfolgte Erhöhung der Kreditlinien wurde im Geschäftsjahr 2022 auf das Vorkrisenniveau Anpassungsbedarf bei den angesetzten Werten. zurückgeführt. Die nicht in Anspruch genommene Kreditlinie, die für die künftige betriebliche Tätigkeit und zur Erfüllung von Verpflichtungen eingesetzt werden könnte, belief sich zum Stichtag auf Mio.€ 46,1 (Vorjahr: Mio.€ 102,4).

72 WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss Weitere Informationen

Liquidität

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (saldiert) betrug im Geschäftsjahr 2022 Mio.€ –6,5 (Vorjahr: Mio.€ –3,4). Die darin enthaltenen Auszahlungen für Investitionen in Mio.€ 2022 2021 Veränderung lagen planmäßig über dem Vorjahresniveau von Mio.€ 7,5 (Vorjahr: Mio.€ 4,3). | absolut | in %
| :----------------------- | :---: | :---: | :---: | :---: |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 37,3 | 44,8 | –7,5 | –16,7 |
| Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 22,7 | 45,7 | –23,0 | –50,3 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | –6,5 | –3,4 | –3,1 | –91,2 |
| Free Cashflow | 16,2 | 42,3 | –26,1 | –61,7 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | –48,5 | –39,4 | –9,1 | –23,1 |
| Nettoveränderung des Finanzmittelfonds | –32,2 | 2,9 | –35,1 | –1.210,3 |
| Finanzmittelfonds zum 31.12. | –27,1 | 4,5 | –31,6 | –702,2 |

Der Free Cashflow (Mittelabfluss aus operativer Geschäftstätigkeit – Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit) sank deutlich auf Mio.€ 16,2 (Vorjahr: Mio.€ 42,3).

Free Cashflow im Mehrjahresvergleich in Mio. €

45,6
42,3
32,2
16,2
15,0
2018

Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit sank deutlich um Mio.€ 23,0 auf Mio.€ 22,7 (Vorjahr: Mio.€ 45,7). Dies ist im Wesentlichen auf das geringere Ergebnis vor Steuern und die Erhöhung des Net Operating Working Capital um Mio.€ 18,3 im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen (Mio.€ 4,3). Das Net Operating Working Capital stieg insbe- sondere aufgrund der Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Ver- bindung mit dem Rekordumsatz im vierten Quartal sowie einer erhöhten Bevorratung auf- grund der Unsicherheiten auf den Beschaffungsmärkten. Im Vorjahr konnte der Anstieg des Net Operating Working Capital durch höhere Anzahlungen von Kunden teilweise kompen- siert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten diese zwar auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten, aufgrund von geringeren Anzahlungen von Großkunden jedoch nicht weiter gesteigert werden.

Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus der Dividendenzahlung in Höhe von Das Net Operating Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Vor- Mio.€ 38,8 (Vorjahr: Mio.€ 30,8). In der Dividende für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von räte – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – erhaltene Anzahlungen auf Be- € 2,90 je dividendenberechtigter Stückaktie war eine Sonderdividende in Höhe von € 0,80 stellungen) stieg von Mio.€ 86,9 im Vorjahr um Mio.€ 18,3 auf Mio.€ 105,1. Dies resultiert enthalten. im Wesentlichen aus dem deutlichen Anstieg der Vorräte sowie Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen.

Der Finanzmittelfonds (saldiert) sank insbesondere aufgrund des geringeren Free Cash- flows zum 31. Dezember 2022 auf Mio.€ –27,1 (Vorjahr: Mio.€ 4,5). Die Gesellschaft war zu jeder Zeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

73 WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss Weitere Informationen

2.4 Nichtfinanzieller Leistungsindikator

Die WashTec Gruppe in Deutschland ist an die Tarifverträge der IG Metall gebunden. Für die Unfallhäufigkeitsrate AUWA-Chemie GmbH gelten als Orientierung die Tarifverträge der IG Bergbau, Chemie und 2021 Prognose 2022 Veränd. Energie. 2022 absolut Arbeitsunfälle/ Mio. Arbeitsstunden 4,9 <4 4,2 –0,7

Die Mitarbeiter von WashTec bilden eine wesentliche Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der WashTec Gruppe. Die Ausgaben für Weiterbildung und Qualifizierung der Mit- arbeiter stiegen in diesem Jahr um 28,6%. Die Zahl der Arbeitsunfälle bezogen auf Mio. Arbeitsstunden ist für WashTec ein nicht- finanzieller Leistungsindikator. Für das Jahr 2022 lag der Wert bei 4,2 und damit unter dem Vorjahr sowie unter dem Branchendurchschnitt der Berufsgenossenschaften der vergan- genen Jahre. Das für das Jahr 2022 gesetzte Ziel einer Unfallhäufigkeitsrate von kleiner als 4 wurde damit nicht erreicht. WashTec strebt auch zukünftig die Senkung der Zahl der Arbeitsunfälle an.

2.5 Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum 31. Dezember 2022 um 42 auf 1.824 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.782). Im Jahresdurchschnitt waren 1.806 Mitarbeiter bei WashTec beschäftigt (Vorjahr: 1.767).

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt im Mehrjahresvergleich

1.880 1.852 1.806 1.798 1.767
2018 2019 2020 2021 2022

74 WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss Weitere Informationen

2.6 WashTec AG

Die WashTec AG mit Sitz in Augsburg ist die Konzernobergesellschaft der WashTec Gruppe und ist als solche für die strategische Unternehmensführung und Unternehmenssteuerung der nachgegliederten Tochterunternehmen zuständig. Da die Gesellschaft selbst nicht opera- tiv tätig ist, resultiert ihre Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ausschließlich aus der wirt- schaftlichen Entwicklung der Tochtergesellschaften.

Der Geschäftsverlauf der WashTec AG entspricht weitgehend dem der WashTec Gruppe, wie im Abschnitt »Geschäftsverlauf« ausführlich beschrieben ist. Wie auch für die gesamte Gruppe wurde das Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2022 für die WashTec AG nicht erreicht.

Gewinn- und Verlustrechnung Washtec AG (verkürzt)

| in Mio.€ | 2022 | 2021 | Veränderung |
| :--- | :---: | :---: | :---: | :---: |
| | | | absolut | in % |
| Umsatzerlöse | 2,7 | 2,9 | –0,2 | –6,9 |
| Personalaufwand | 2,1 | 4,2 | –2,1 | –50,0 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2,8 | 2,1 | 0,7 | 33,3 |
| Beteiligungsergebnis | 40,4 | 43,0 | –2,6 | –6,0 |
| Jahresüberschuss | 28,3 | 39,9 | –11,6 | –29,1 |
| Gewinnvortrag | 1,5 | 0,4 | 1,1 | 275,0 |
| Bilanzgewinn | 29,8 | 40,3 | –10,5 | –26,1 |

Ertragslage

Die Umsatzerlöse (nach HGB) der WashTec AG sanken auf Mio.€ 2,7 (Vorjahr: Mio.€ 2,9) und resultieren aus der Weiterbelastung von Aufwendungen für Managementumlagen an die Tochtergesellschaften.

Der Personalaufwand (nach HGB) der WashTec AG von Mio.€ 2,1 (Vorjahr: Mio.€ 4,2) beinhaltet die Vergütung des Vorstandes sowie den Personalaufwand für die Bereiche Recht, Interne Revision und Investor Relations. Im Vorjahr enthielt diese Position den Auf- wand für die Mitarbeiterprämie in Höhe von Mio.€ 1,5, die an alle Mitarbeiter der WashTec Gruppe als Anerkennung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2021 ausbezahlt wurde.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (nach HGB) lagen mit Mio.€ 2,8 über dem Vorjahr (Vorjahr: Mio.€ 2,1).

Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen (nach HGB) setzt sich im Wesentlichen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von Mio.€ 128,1 (Vorjahr: Mio.€ 128,1) zusammen. Die Geschäfts- leitung unterzieht die Anteile an verbundenen Unternehmen jährlich einem Werthaltigkeits- test. Ein Abwertungsbedarf besteht nicht.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (nach HGB) in Höhe von Mio.€ 40,9 (Vorjahr: Mio.€ 54,2) resultieren im Wesentlichen aus dem allgemeinen Verrechnungsverkehr mit verbundenen Unternehmen aus Beherrschungs- und Ergebnis- abführungsverträgen sowie einem Gewinnabführungsvertrag.

Das Eigenkapital (nach HGB) lag bei Mio.€ 158,9 (Vorjahr: Mio.€ 169,4). Daraus ergibt sich# WashTec Lagebericht // Wirtschaftsbericht Abschluss

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Bilanz

WashTec AG (verkürzt)

Veränderung in Mio.€ 31.12.2022 31.12.2021 absolut in %
Anlagevermögen 128,2 128,2 0,0 0,0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 40,9 54,2 –13,3 –24,5
Eigenkapital 158,9 169,4 –10,5 –6,2
Rückstellungen 7,9 3,6 4,3 119,4
Verbindlichkeiten 2,3 9,3 –7,0 –75,3
Bilanzsumme 169,1 182,4 –13,3 –7,3

Chancen- und Risikobericht

Die wesentlichen Chancen und Risiken der WashTec AG als Konzernobergesellschaft leiten sich von den Chancen und Risiken ihrer operativen Tochtergesellschaften ab. Die WashTec AG ist in das konzernweite Risikomanagementsystem eingebunden. Weitere Informationen finden sich im Chancen- und Risikobericht. In diesem erfolgt auch die nach § 289f Abs.1 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems.

Die Hauptrisiken der WashTec AG bestehen in Bezug auf die Werthaltigkeit der Beteiligungen. Daneben resultieren Risiken aus der Höhe der aus den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen sowie dem Gewinnabführungsvertrag mit den Tochtergesellschaften vereinnahmten Gewinne und Verluste.

Sonstiges

Die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand und den Aufsichtsrat sind im Konzernanhang (Anhangangabe 37) erläutert. Daneben sind ausführliche Beschreibungen zum Vergütungssystem sowie zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat im Vergütungsbericht enthalten, der auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich »Vergütung Vorstand und Aufsichtsrat« veröffentlicht ist. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist im Kapitel 8 wiedergegeben und auf der Internetseite https://ir.washtec.de/ veröffentlicht.

Prognose

Die im Prognosebericht (Kapitel 4.1) für die WashTec Gruppe beschriebenen Erwartungen im Abschnitt »WashTec Unternehmensentwicklung« gelten auch für die Geschäfts entwicklung der WashTec AG als Konzernobergesellschaft.

Finanzieller Leistungsindikator für die Geschäftsentwicklung der WashTec AG ist der Jahresüberschuss.

WashTec Lagebericht // Nachtragsbericht Abschluss

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3 Nachtragsbericht

Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 2. Januar 2023 hat die amerikanische Tochtergesellschaft Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA nach Beendigung des bisherigen Mietvertrages, die zum Produktionsstandort gehörenden Grundflächen und Gebäude erworben. Der Kaufpreis betrug Mio.USD 10,3. Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgt durch die Aufnahme von Bankverbindlichkeiten in US-Dollar in entsprechender Höhe mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Die verhandelten Finanzierungsverträge beinhalten sowohl fixe als auch variable Bestandteile. Ein Anteil von 79% der Darlehenssumme ist mit Sicherungsgeschäften gegen Zinsrisiken abgesichert.

Herr Stephan Weber, Vorstand für Vertrieb, Service und Marketing der WashTec AG, schied zum 28. Februar 2023 einvernehmlich aus dem Unternehmen aus. Zu seinem Nachfolger wurde ab dem 1. März 2023 Herr Sebastian Kutz, der bisherige Executive Vice President, Head of Sales & Service DACH, berufen.

WashTec Lagebericht // Prognose-, Chancen- und Risikobericht Abschluss

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4 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

4.1 Prognosebericht

Dieser Prognosebericht berücksichtigt die relevanten Fakten und Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Aufstellung bekannt waren und die voraussichtliche Entwicklung und den voraussichtlichen Geschäftsverlauf der WashTec Gruppe beeinflussen können.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 ist mit Unsicherheiten behaftet, die einen Einfluss auf die geplante Entwicklung wesentlicher Leistungsindikatoren haben können. Bei der Festlegung der Planungsprämissen wurden insbesondere die bestehenden Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine, eine nach wie vor hohe Inflation sowie Belastungen von Konsum und Investitionen durch die bereits erfolgten und zukünftigen Erhöhungen der Leitzinsen berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund geht die WashTec Gruppe für das kommende Jahr von einem stagnierenden Wirtschaftswachstum aus. Die Prognose berücksichtigt keine neuen wesentlichen Störungen in den Lieferketten sowie keine weitere Erhöhung der Inflation.

Die im Geschäftsjahr 2022 vorgenommenen Preiserhöhungen, die sich im Jahr 2023 vollständig auswirken werden, sowie den soliden Auftragsbestand zum Jahresende 2022, erachtet die Gesellschaft als gute Basis für das neue Geschäftsjahr. Im Bereich der Materialpreise geht die WashTec Gruppe von dem derzeit hohen Niveau aus, jedoch ohne weitere wesentliche Steigerungen im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Hierbei wird vor allem mit einer Entspannung bei der Materialverfügbarkeit durch die Stabilisierung der Lieferketten gerechnet. Durch die insgesamt sinkende Nachfrage und die gleichzeitig hohe Inflation geht die Gesellschaft auf der Einkaufsseite von einer stabilen Entwicklung der Preise auf dem derzeit hohen Niveau aus.

Einem daraus resultierenden geringen bis stagnierenden Wirtschaftswachstums aufgestellt. Daneben können sich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung aus den wachsenden Spannungen zwischen den USA und China, der Ausweitung des aktuellen Krieges in der Ukraine auf weitere Länder – oder eine deutliche Eskalation des Krieges – sowie ein Wiederauflammen der COVID-19-Pandemie durch neue Virusmutationen ergeben.

WashTec Unternehmensentwicklung

Geschäftspolitik und Strategie

Die WashTec Gruppe hält auch für das Geschäftsjahr 2023 und für die Folgejahre an der Strategie des profitablen organischen Wachstums durch einen maximalen Kundennutzen fest und möchte damit die Markt- und Technologieführerschaft im Bereich der Fahrzeugwäsche weiter ausbauen.

Absatzmärkte und Produkte

Die Gruppe beabsichtigt, ihre Präsenz und Marktanteile in allen wesentlichen Vertriebs regionen sowie Produkt- und Dienstleistungsbereichen weltweit weiterhin zu steigern. Dies gilt für alle Märkte, in denen WashTec mit maximalem Kundennutzen eine führende Position in jedem Kunden- sowie Produkt- bzw. Dienstleistungssegment einnehmen will. WashTec generiert einen wesentlichen Teil seiner Umsätze in Europa und strebt dort einen weiteren Ausbau der Marktposition an. Daneben soll mittel- und langfristig vor allem Nordamerika zu einem höheren Anteil an den Umsatzerlösen der Gruppe beitragen.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Eine detaillierte Beschreibung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist im Abschnitt 2.1 des Lageberichts zu finden. Insgesamt hat die WashTec Gruppe die Prognose vor dem Hintergrund eines anhaltenden unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds und

Ziel des Vorstandes ist es, gemeinsam mit allen Mitarbeitern die Strategie des Unternehmens aktiv weiterzuentwickeln und die operative Performance stetig zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt für das Jahr 2023 auf der weiteren Optimierung der bestehenden Prozesse sowie Investitionen im Bereich der Entwicklung von digitalen Lösungen und Produkten.

Zusammenfassend erwartet der Vorstand im Rahmen seiner Prognose, dass sich die Kennzahlen für die Gruppe wie folgt entwickeln:

  • Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres
  • Deutliche Steigerung des EBIT ≥ 10%
  • Deutlicher Anstieg des Free Cashflow ≥ 10 %
  • Deutliche Verbesserung des ROCE ≥ 1 Prozentpunkt
  • Unfallhäufigkeitsrate < 4,2

WashTec geht für die Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 von einem Umsatz in der Größen ordnung des Vorjahres (2022: Mio.€ 482,2) bei einer deutlichen Steigerung des EBIT (2022: Mio.€ 38,0) aus. Hierzu werden insbesondere die bereits in der Produktion implementierten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, in Verbindung mit optimierten, resilienten Lieferketten sowie ein stringentes Kostenmanagement in allen Bereichen beitragen.

Die Umsatz- und EBIT-Entwicklung in Europa folgt der angestrebten Entwicklung der Gruppe. Für die Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik werden ein währungsbereinigter Anstieg des Umsatzes sowie eine Verbesserung des EBIT gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 erwartet. Insgesamt bleibt der Markt in China herausfordernd und die Gesellschaft prüft dort die Art der Marktbearbeitung.

Die Unfallhäufigkeitsrate (Arbeitsunfalle/Mio. Arbeitsstunden) möchte die Gesellschaft im kommenden Jahr weiter senken (2022: 4,2).

Der Ergebnis im Einzelabschluss der WashTec AG hängt wesentlich von den Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften ab. Der Jahresüberschuss ist der wesentliche finanzielle Leistungsindikator. Daher gilt die für die WashTec Gruppe beschriebene Prognose auch für die Ergebnisentwicklung der WashTec AG als Konzernobergesellschaft.# WashTec Lagebericht // Prognose-, Chancen- und Risikobericht Abschluss Weitere Informationen

4.2 Chancen- und Risikobericht

Sämtliche identifizierten Risiken werden halbjährlich von den Bereichsverantwortlichen innerhalb des Risikomanagementsystems gemeldet und abgefragt. Beurteilt werden dabei Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unter- die Schadenshöhe in Bezug auf das EBIT (Betriebsergebnis), entweder mittels absolutem nehmen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Ursächlich ist das Risiko maximalem Schadenswert oder mittels einer Drei-Punkt-Verteilung – bestehend aus dem mit einem Wagnis verbunden. besten, dem wahrscheinlichstem und dem höchsten anzunehmenden Schadenswert sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen. Die Be-

Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unter- wertung eines Risikos erfolgt nach einheitlichen Maßstäben. Die Auswirkungen auf das EBIT werden nehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Auch eine mögliche posi- in einer Brutto-Netto-Rechnung dargestellt. Der Brutto-Betrag stellt den Wert tive Auswirkung eines Risikos wird als Chance bezeichnet. vor den getroffenen Maßnahmen dar. Risikomindernde Maßnahmen können z. B. aus be-

Die internationale Geschäftstätigkeit der WashTec Gruppe bringt Chancen und Risiken reits gebildeten Rückstellungen bzw. aus abgeschlossenen Versicherungen bestehen oder mit sich, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Um diesen aber die geplanten Projekte bzw. Aktivitäten zur vorbeugenden Risikominimierung sein. Chancen und Risiken frühzeitig und kontrolliert begegnen zu können, unterliegen wesentli- Diese werden durch die Bereichsverantwortlichen festgelegt, durchgeführt und auf ihre che Geschäftsprozesse einem internen Überwachungs- und Steuerungssystem. So können Wirksamkeit überprüft. Des Weiteren erfolgt durch die interne Revision eine jährliche erforderliche Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Prüfung des Risikomanagementsystems.

4.2.1 Chancen- und Risikomanagement

Im Rahmen der Risiko-Analyse werden mithilfe der Monte-Carlo-Simulation alle Netto- Einzelrisiken simuliert. Diese werden sowohl auf Konzernebene als auch auf Ebene der Risikomanagement Risikokategorien simuliert bzw. aggregiert. Mögliche Korrelationen werden berücksichtigt. Zur Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung, Dokumentation und Kommunikation Aus der Simulation werden dabei sowohl der Netto-Erwartungswert (Expected Loss Net) als von Risiken sowie zur Überwachung dieser Aktivitäten dient ein mehrstufiges und gruppen- auch der Value-at-Risk mit einem Konfidenzniveau von 95% ermittelt. Der Value-at-Risk weit einheitliches Risikomanagementsystem. Dessen Aufgabe ist es, auf Basis einer kurz- stellt hierbei das Gesamt-Risikopotenzial der WashTec Gruppe dar und wird zur Ermittlung und und mittelfristigen Prognose (Betrachtungszeitraum 36 Monate) die Gefährdung durch der Risikotragfähigkeit herangezogen. Die Bewertung der Risikotragfähigkeit erfolgt in zukünftige Ereignisse zu erkennen und notwendige Schritte zu einer angemessenen Bewäl- Bezug auf die Liquidität, das Eigenkapital und das Betriebsergebnis (EBIT) der Gruppe. tigung einzuleiten. Nach Ansicht des Vorstands können mit diesem Risikofrüherkennungs- Dafür wird das ermittelte Gesamt-Risikopotenzial (Value-at-Risk) der entsprechenden system sämtliche wesentliche und bestandsgefährdende Risiken angemessen identifiziert Risikodeckungsmasse gegenübergestellt. werden.

Das durch die Gruppe verwendete Risikomanagementsystem ermöglicht eine systemgestützte Erfassung, Dokumentation, Bewertung und Aggregation der Risiken nach Im Rahmen der Einzelrisiko-Analyse werden individuelle Risiken und Chancen, die einen anerkannten statistischen Methoden. ähnlichen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang haben, bei der Risikoanalyse aggregiert.

Risikomatrix
Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung 1–15% 15–40% 40–60% 60 –85%
Finanzielle Auswirkungen auf das EBIT des Konzerns in T€: Existenz bedrohend R W W B
1 Unbedeutend < 499 Gravierend R R W W
2 Gering 500–4.999 Wesentlich R R W W
3 Wesentlich 5.000–9.999 Gering V R R R
4 Gravierend 10.000–19.999 Unbedeutend V V R R
5 Existenz bedrohend > 20.000

p Die Eintrittswahrscheinlichkeiten sind wie folgt vorgegeben:
1 Sehr unwahrscheinlich 1–15%
2 Unwahrscheinlich 15–40%
3 Eventuell 40–60%
4 Wahrscheinlich 60–85%
5 Sehr wahrscheinlich 85–99%

Bei der Risikoklassifizierung ergaben sich keine Änderungen gegenüber dem Vorjahr. Aus der Kombination dieser beiden Faktoren erfolgt eine Klassifizierung aller Risiken,
aggregiert nach Risikokategorien, in Bezug auf deren Gefährdungspotenzial für das
Unternehmen in die Kategorien Vernachlässigbar (V), Relevant (R), Wesentlich (W) und
Bestandsgefährdend (B). Darauf basierend leitet sich die weitere Steuerung der Risiken ab.

Chancenmanagement

Ziel des Chancenmanagements ist das frühzeitige Erkennen, Beurteilen und Managen zukünftiger Erfolgspotenziale und die Ergreifung passender Maßnahmen zur Umsetzung neuer Strategien und Innovationen. Die Identifikation und Nutzung von Chancen (Chancenmanagement) ist eine fortwährende Aufgabe unternehmerischer Tätigkeit, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens sowie sich kurzfristig ergebende Vorteile zu erreichen.

Chancen werden für alle Unternehmensbereiche im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Budgetplanungen und -aktualisierungen sowie der Managementmeetings erhoben, beurteilt und soweit möglich materialisiert.

4.2.2 Chancen und Risiken

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 hat sich im Berichtsjahr die Einschätzung der Chancen und Risiken vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Weltwirtschaft verändert. Die Ungewissheit in Bezug auf den weiteren Kriegsverlauf in der Ukraine und die daraus resultierenden wirtschaftlichen sowie politischen Folgen führt zu Unsicherheiten hinsichtlich der Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung im Geschäftsjahr 2023.

Weitere Liefereinschränkungen in Bezug auf Öl und Gas sowie die damit verbundenen möglichen negativen Effekte auf die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise könnten zu weiter steigenden Inflationsraten mit negativen Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft der Kunden führen.

Ebenso könnten steigende Zinsen einen weiteren negativen Effekt auf die Investitionsbereitschaft der Kunden und die Finanzierungskosten der Gruppe haben und damit die Entwicklung des Geschäfts beeinflußen.

Die Material- und Ressourcenknappheit auf den Baustellen unserer Kunden führte zu Verzögerungen bei der Fertigstellung der für die Installation der Anlagen notwendigen Arbeiten an den Waschhallen und damit zu Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung sowie steigenden Kosten durch die Beeinträchtigung der Effizienz in diesen Prozessen. Ein Rückgang des allgemeinen Nachfrageverhaltens für bauseitige Leistungen könnte zur Entspannung dieser Situation beitragen.

Die allgemeine Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit verbundene Rückgang der Nachfrage, könnte auch zu sinkenden Einkaufspreisen für die Gruppe führen.

Klima- und Umwelteinflüsse

Klimaveränderungen, regionale Trockenheit und Wasserverknappung, eine zunehmende Überlastung der Verkehrswege, gestiegene Kosten für Treibstoffe, zunehmende Fahrverbotszonen in Innenstädten, Mautgebühren sowie ein gestiegenes gesellschaftliches Bewusstsein für Umweltfragen beeinflussen das Verhalten von Endkunden, was einen negativen Einfluss auf die allgemeine Nachfrage und Investitionsentscheidungen der Kunden haben könnte.

Die COVID-19-Pandemie hatte im abgelaufenen Jahr keinen wesentlichen Einfluß auf das Waschgeschäft. Eine Veränderung der Situation durch neue Mutationen oder eine neue Pandemie könnte zu erneuten Einschränkungen und damit Beeinträchtigung unseres Geschäfts führen.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 bestehen die im Folgenden beschriebenen Chancen und Risiken, die einen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der WashTec Gruppe haben könnten.

Unsicherheiten der Finanzmärkte und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Die Unsicherheiten und kaum prognostizierbaren Veränderungen der Weltwirtschaft, der Finanzmärkte und der politischen Landschaft können sich negativ auf das Investitionsverhalten von einzelnen Kundengruppen auswirken. Ebenso können sich der Zugang zu Märkten und die Bedingungen, zu denen geliefert werden kann, kurzfristig ändern.

Geschäftsentwicklung der WashTec Gruppe, beeinflußte jedoch deutlich die Geschäfts entwicklung durch die negativen Auswirkungen auf die Materialpreise und -verfügbarkeit sowie die Unsicherheiten in der Energieversorgung. Ein anhaltender Krieg könnte dazu führen, dass diese Problematik weiter besteht bzw.

Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit p Auswirkung
Steigende Zinsen und Lebenshaltungskosten 4 Wahrscheinlich Wesentlich
Die COVID-19-Pandemie 1 Sehr unwahrscheinlich Unbedeutend
Die allgemeine Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung 4 Wahrscheinlich Wesentlich
Klima- und Umwelteinflüsse 4 Wahrscheinlich Wesentlich
Unsicherheiten der Finanzmärkte und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 4 Wahrscheinlich Gravierend
Der Ukraine-Krieg 5 Sehr wahrscheinlich Gravierend

Chancen

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 bestehen die im Folgenden beschriebenen Chancen und Risiken, die einen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der WashTec Gruppe haben könnten.

  • Material- und Ressourcenknappheit auf den Baustellen unserer Kunden: Führt zu Verzögerungen bei der Fertigstellung der für die Installation der Anlagen notwendigen Arbeiten an den Waschhallen und damit zu Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung sowie steigenden Kosten durch die Beeinträchtigung der Effizienz in diesen Prozessen. Ein Rückgang des allgemeinen Nachfrageverhaltens für bauseitige Leistungen könnte zur Entspannung dieser Situation beitragen.
  • Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung und Rückgang der Nachfrage: Könnte zu sinkenden Einkaufspreisen für die Gruppe führen.
  • Entspannung bei der Materialverfügbarkeit: Ermöglicht eine geringere Bevorratung und unterstützt die Steigerung des Free Cashflows.

Risiken

  • Unsicherheiten der Finanzmärkte und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Können sich negativ auf das Investitionsverhalten von einzelnen Kundengruppen auswirken. Ebenso können sich der Zugang zu Märkten und die Bedingungen, zu denen geliefert werden kann, kurzfristig ändern.
  • Klima- und Umwelteinflüsse: Klimaveränderungen, regionale Trockenheit und Wasserverknappung, eine zunehmende Überlastung der Verkehrswege, gestiegene Kosten für Treibstoffe, zunehmende Fahrverbotszonen in Innenstädten, Mautgebühren sowie ein gestiegenes gesellschaftliches Bewusstsein für Umweltfragen beeinflussen das Verhalten von Endkunden, was einen negativen Einfluss auf die allgemeine Nachfrage und Investitionsentscheidungen der Kunden haben könnte.
  • Die COVID-19-Pandemie: Hatte im abgelaufenen Jahr keinen wesentlichen Einfluß auf das Waschgeschäft. Eine Veränderung der Situation durch neue Mutationen oder eine neue Pandemie könnte zu erneuten Einschränkungen und damit Beeinträchtigung unseres Geschäfts führen.
  • Der Ukraine-Krieg: Hatte keinen wesentlichen direkten finanziellen Einfluß auf die Risiken Geschäftsentwicklung der WashTec Gruppe, beeinflußte jedoch deutlich die Geschäfts entwicklung durch die negativen Auswirkungen auf die Materialpreise und -verfügbarkeit sowie die Unsicherheiten in der Energieversorgung. Ein anhaltender Krieg könnte dazu führen, dass diese Problematik weiter besteht bzw.

Der Free Cashflow (2022: Mio. € 16,2) wird voraussichtlich deutlich ansteigen, insbesondere durch eine geringere Lagerhaltung aufgrund der verbesserten Materialverfügbarkeit. WashTec strebt an, das verfügbare Kapital profitabel und effizient einzusetzen. Zur Messung der Kapitaleffizienz wird als zentrale Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed) verwendet. Mittelfristig verfolgt die WashTec Gruppe weiterhin das Ziel eines ROCE von über 25 %. Für das kommende Jahr wird eine deutliche Verbesserung des ROCE gegenüber dem Vorjahr (2022: 20,2 %) erwartet.# WashTec Lagebericht // Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Abschluss

Weitere Informationen

Umweltbewusstsein

Umweltbewusstsein können dazu führen, dass Fahrzeuge weniger bewegt werden, um die Umwelt zu schonen oder gesetzliche Bestimmungen zu befolgen. Dies könnte zu weniger Wäschen und somit zu weniger Investitionen in Fahrzeugwaschanlagen führen.

Die globalen Konjunkturaussichten haben sich im Geschäftsjahr 2022 aufgrund des Ukra- ine-Krieges und der hierdurch gestiegenen Inflation, insbesondere in Europa und den USA, gegenüber dem Vorjahr eingetrübt. Die Unklarheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Situation im kommenden Jahr schürt Rezessionsängste und hemmt die Investitionsbereit- schaft.

Waschverbote aufgrund von Dürreperioden, wie sie bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr in Südeuropa zu beobachten waren, können einen negativen Effekt auf das Service- und Chemie-Geschäft der Gruppe haben. Die Auswirkungen des Klimawandels könnten auch dazu führen, dass solche Waschverbote in naher Zukunft in der Gesetzgebung verankert werden. WashTec leistet als Vorreiter bei der Entwicklung von umweltschonender Waschchemie einen wichtigen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit der Umwelt.

Verschiebungen von Verbraucherpräferenzen hin zu emissionsarmen oder emissionsfreien Produkten erachtet die WashTec Gruppe im Hinblick auf das Geschäftsmodel der Autowä- sche derzeit als nicht wesentlich, da ein sensibilisiertes Verhalten der Verbraucher lediglich Auswirkungen auf die Antriebsart der Fahrzeuge hat, jedoch für die Anzahl der Fahrzeug- wäschen eher von nachrangiger Bedeutung ist.

Mögliche Änderungen in der Art und Weise wie Fahrzeuge zukünftig genutzt werden, z.B. die Zunahme von Car-Sharing-Modellen, wird aus unserer Sicht das Geschäftsmodell von WashTec kurzfristig nicht wesentlich beeinflussen. Mittelfristig könnte diese Entwick- lung zu einer Verlagerung von individueller Wäsche in einer Portalwaschanlage hin zu autonomer Wäsche in Waschstraßen führen.

Neue Mobilitätskonzepte könnten zukünftig zu einer gestiegenen Nutzung der vorhandenen Fahrzeuge führen. Neben dem Fahrzeugbestand werden demnach auch die Art und die Intensität der Nutzung der Fahrzeuge maßgebend für den Bedarf an Autowäschen sein. Im Zusammenhang mit der hohen Wettbewerbsintensität der Branche können sich Risiken aus einem preisaggressiven Wettbewerb ergeben, der zu einem steigenden Preisdruck in einzelnen Märkten oder Marktsegmenten führen kann.

Die Verknappung und zunehmende Kosten der Ressource Frischwasser können zu einer Zunahme der automatischen Fahrzeugwäschen führen. Diese ist im Vergleich zur Hand- wäsche, insbesondere bei Anlagen mit Wasseraufbereitungssystemen, deutlich schonender für die Umwelt. Derartige Anlagen, bei denen das Wasser im Kreislauf geführt wird, können den Frischwasserverbrauch je nach Anlage, Waschprogramm und -aufkommen sowie Fahr- zeugtyp um bis zu 90% reduzieren.

Kunden, Wettbewerb und Markt

Risiken

Ein Investitionsstopp einzelner Mineralölgesellschaften oder die Listung anderer Lieferan- ten infolge der Neuausschreibung von Rahmenlieferverträgen mit Mineralölgesellschaften können in nahezu allen Regionen zu Umsatzrückgängen bzw. zu Marktanteilsverlusten führen. Die Risiken daraus können die Umsatzentwicklung im kommenden Geschäftsjahr beeinflussen.

Auch die Unsicherheiten in der aktuellen politischen Lage und der damit zusammenhän- genden weltweit angespannten wirtschaftlichen Entwicklung und ein steigendes Zinsniveau können zu einer Zurückhaltung bei den Investitionen unserer Kunden führen.

Der Bedarf, Fahrzeuge zu waschen, entsteht unabhängig von der Antriebsform oder dem Eigentum an Fahrzeugen. Fahrzeuge, die Teil eines »Shared Mobility«-Konzepts sind, werden tendenziell häufiger gewaschen.

WashTec hat eine systematische und intensive Marktbeobachtung implementiert. Umsatz- risiken aus rückläufiger Nachfrage werden beobachtet und bei Bedarf geeignete Maß- nahmen hinsichtlich der Produktanpassung, Optimierung des Angebotsprogramms sowie Kapazitätsanpassungen eingeleitet.

Die Verknappung und die Verteuerung fossiler Brennstoffe führen zu einer zunehmenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Infolgedessen könnte die Nutzung von Tankstellen in den ihrer heutigen Form abnehmen. Derzeit ist allerdings noch nicht absehbar, welches Ver- sorgungskonzept sich für Elektrofahrzeuge durchsetzen wird. Nach Auffassung unserer Großkunden wird diese mögliche Entwicklung aufgrund der derzeit vorhandenen Fahrzeug- flotten in den nächsten fünf bis zehn Jahren keinen wesentlichen Einfluss auf die Anzahl und Nutzung der Tankstellen haben.

Ein weiteres Risiko kann sich ergeben, wenn Großkunden Teile oder gesamte (Tankstellen-) Netze veräußern. Werden diese Stationen oder Netze von mehr als einem Käufer übernom- men, kann dies den Vertriebsaufwand erhöhen und bestehende langfristige Kontakte zu Entscheidungsträgern obsolet machen.

Chancen

Sollten weitere Länder strengere gesetzliche Vorschriften einführen, könnte dies auf lange Sicht zu einer zunehmenden Nachfrage nach Fahrzeugwaschanlagen mit Wasserrückgewin- nungssystemen führen. Daneben können gesetzliche Vorgaben, wie z. B. das Verbot der Handwäsche, positive Auswirkungen auf die Nachfrage nach Fahrzeugwaschanlagen haben.

Der Trend zur qualitativ anspruchsvollen, automatisierten Fahrzeugwäsche wird sich auch in Regionen außerhalb der entwickelten Märkte fortsetzen. Die solide Struktur des Unter- nehmens ermöglicht es, auch in neue Produkte und Märkte zu investieren. Die Präsenz mit eigenen Produktionswerken in den Regionen Nordamerika und Asien kann mittelfristig zu einer positiven Entwicklung oberhalb der internen Planungen führen. Mittels der zuneh- mend globalen Einkaufsaktivitäten können auch zukünftig weitere Effizienzpotenziale bei der Beschaffung und Produktion einzelner Komponenten realisiert werden.

Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit unseren selbstständigen Vertriebspartnern in den Ländern, in denen WashTec nicht mit eigenen Tochtergesellschaften präsent ist, könnten die Absatzahlen in Wachstumsregionen steigen.

Smarte Anlagentechnik

Smarte Anlagentechnik optimiert beispielsweise den Betrieb des Waschgeschäfts und erlaubt dem Betreiber die optimale Ausgestaltung seines Angebotes an den Endkunden. Mithilfe von Remote Services lässt sich zudem die Maschinenverfügbarkeit erhöhen und die Profitabilität des Wasch- geschäfts steigern.

Investitionen

Risiken

Es besteht das Risiko, dass die getroffenen Annahmen oder Einschätzungen zu zukünftigen Marktentwicklungen nicht wie angenommen eintreten und es dadurch zu Fehlinvestitionen kommt. Fehlinvestitionen könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WashTec Gruppe durch Zinsaufwendungen für gebundenes Kapital bzw. außerordentliche Abschrei- bungen belasten. Auch eine deutliche Verlängerung von Projektlaufzeiten bei Investitions- vorhaben kann durch Ressourcenbindung bzw. Kostenüberschreitung zu einem negativen Effekt auf das Ergebnis der Gesellschaft führen. Um diesen Risiken angemessen zu begeg- nen, besteht im Unternehmen eine ausführliche Richtlinie für die Genehmigung von Investi- tionen und damit zusammenhängenden Ausgaben.

Chancen

Investitionen bieten zahlreiche Chancen. Hierzu gehört – abhängig von der Art der Investi- tion – die Chance, die Markt- und Wettbewerbsposition von WashTec zu stärken und die Ertragslage zu verbessern. Insbesondere Investitionen im Bereich der Digitalisierung können neue Chancen in Bezug auf die angebotenen Produkte und Lösungen für unsere Kunden bieten und somit einen Wettbewerbsvorteil generieren.

Insbesondere große Mineralölgesellschaften profitieren vom stark gestiegenen Ölpreis. Dies könnte zu höheren Investitionen seitens dieser Großkunden führen.

Innovationen und Patente

Risiken

Auch wenn Patente kraft Gesetzes eine Vermutung für ihre Wirksamkeit entfalten, bedeutet die Erteilung eines Patents nicht zwangsläufig, dass das Patent wirksam ist oder etwaige Patentansprüche durchsetzbar sind. Ein unzureichender Schutz oder die tatsächliche Ver- letzung des geistigen Eigentums kann die Fähigkeit der WashTec Gruppe einschränken, die erzielten Technologievorsprünge gewinnbringend zu nutzen oder zu einer Minderung zu- künftiger Erträge führen. Ferner kann nicht ausgeschlossen werden, dass WashTec Patente Dritter verletzt, da Wettbewerber (ebenso wie WashTec) Erfindungen als Patent anmelden und Patentschutz erhalten.

Innovationen im Produktbereich bergen auch das Risiko, dass diese vom Markt nicht wie erwartet angenommen werden.

Chancen

Die laufende technologische Verbesserung der Produkte kann Einfluss auf zukünftige Serviceumfänge und somit auf Umsätze in diesem Bereich haben.

WashTec verfügt über eine große Anzahl von Patenten und Lizenzen, die für das Geschäft der Gruppe von erheblicher Bedeutung sind. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der WashTec Gruppe sind darauf aus- gerichtet, das bestehende Produktangebot zu erweitern, neue Waschsysteme zu entwickeln und die individuellen Anforderungen der Kunden zeitnah und effizient umzusetzen. Innovatio- nen von WashTec wurden in der Vergangenheit mehrfach auf Fachmessen ausgezeichnet und konnten anschließend erfolgreich auf dem Markt platziert werden.

Das aktuelle Geschäftsmodell der Autowaschindustrie kann sich durch technische Verbesse- rungen ändern und zu Marktanteilsgewinnen beim Maschinenabsatz führen. Innovative Produkte können die Kundenerwartungen übererfüllen, neuen Bedarf erzeugen und neue Kundengruppen erschließen oder zu Marktanteilsverschiebungen in bestehenden Kundensegmenten führen.# WashTec Lagebericht // Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Abschluss

Weitere Informationen

Dies könnte dazu führen, dass die Entwicklung dieser Innovationen und deren Wirtschaftlichkeit nicht die angenommene Entwicklung nimmt und die Innovationen die Markterwartungen verfehlen. Um das zu vermeiden, begleitet WashTec Risiken die Einführung neuer Produkte eng am Markt und testet diese bereits in einer früheren Phase auf ihre Wirksamkeit.

In Zusammenhang mit der Einführung neuer Produkte auf dem Markt, der Verbesserung interner Prozesse und der Einführung neuer IT-Systeme können IT-Sicherheits-, Qualitäts- und Prozessrisiken auftreten. Die operativen Prozesse des Unternehmens beruhen entscheidend auch auf der kontinuierlichen Verfügbarkeit aller technischen Systeme. Sollten diese gefährdet sein, hätte dies insgesamt negative Auswirkungen auf WashTec.

Cyber-Risiken sind alle Risiken, denen Computer- und Informationsnetzwerke sowie alle IT-gestützten Geschäfts- und Produktionsprozesse ausgesetzt sind. Mit dem IT-Einsatz gehen zwangsläufig Risiken für die Stabilität der Geschäftsprozesse sowie für die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen und Daten einher, die letztlich nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Cyber-Angriffe und Ransomware-Attacken nehmen in ihrer Quantität und Professionalität weltweit kontinuierlich zu. Das Risiko wird im Zusammenhang mit Cyber-Kriminalität insgesamt als relevant eingestuft.

WashTec hat entsprechende Maßnahmen (z.B. Schulungen) getroffen, um diese Risiken so weit wie möglich zu reduzieren. Die Stabilität der IT-Systeme in den vergangenen Jahren deutet aus Sicht des Unternehmens darauf hin, dass diese solide aufgestellt sind und die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt dieser Risiken entsprechend als eventuell einzustufen ist. Dennoch werden auch im kommenden Jahr deutliche Anstrengungen und Investitionen unternommen, um diese Risiken möglichst zu reduzieren.

Chancen

Durch den Wettbewerb der Zulieferer und deren Innovationspotenzial sind sowohl technische als auch preisliche Verbesserungen für den Bezug von Produkten oder Leistungen denkbar.

Mittels der zunehmenden globalen Einkaufsaktivitäten können auch zukünftig weitere Effizienzpotenziale bei der Beschaffung und Produktion einzelner Komponenten realisiert werden.

Durch die laufende Optimierung der Unternehmensprozesse und den Einsatz neuer Technologien kann die Kundenzufriedenheit positiv beeinflusst werden. Außerdem könnte auch eine Steigerung der Prozesseffizienz erzielt werden, welche nicht in der normalen Planung berücksichtigt war.

Risiken

IT-Sicherheit, Qualität und Prozesse

Die Einführung neuer Produkte auf dem Markt ist für alle Unternehmen mit zusätzlichem Aufwand und Risiken verbunden. Neben den zusätzlichen Aufwendungen für die Produktplatzierung und den bereits angesprochenen Risiken der Annahme dieser Produkte durch die Kunden, bilden die Risiken aus der Auslaufsteuerung bestehender Produkte sowie mögliche, erst nach Markteinführung auftretende, qualitätsbezogene Probleme weiteres Risikopotenzial.

Innovationen der Wettbewerber, Entwicklungen der Fahrzeugindustrie und die Entwicklung neuer substituierender Innovationen von Branchen außerhalb des Fahrzeugwaschgeschäfts können die Nachfrage nach WashTec Produkten deutlich und nachhaltig beeinflussen.

Qualitätsprobleme bei der Entwicklung bzw. Produktion der Waschanlagen können zu nachträglichen Kosten für die Gruppe führen. Etwaige Fehler oder Probleme werden durch die Qualitätssicherung fortlaufend erfasst, überwacht und behoben.

Kapazitätsrisiken

Nachfrageschwankungen und eine unterschiedliche Produktionsauslastung im Jahresverlauf erfordern entsprechende Kapazitätsanpassungen. Insbesondere die Konzentration des Absatzes auf die letzten Monate des Jahres führt zu besonderen Herausforderungen bei der Produktionsplanung.

Durch krankheitsbedingte Ausfälle bei Mitarbeitern in der Produktion könnte die Produktionskapazität kurzfristig für mehrere Tage sinken.

Darüber hinaus könnten durch den Ausfall kritischer Infrastruktur Teile der Produktion kurzfristig ausfallen.

Auf Basis der internen Absatzplanungen werden Kapazitätsrisiken an den Produktionsstandorten so weit wie möglich im Voraus identifiziert und durch den Einsatz von Leiharbeitern und flexible Jahresarbeitszeitsystemen bzw. bei extremen Schwankungen auch durch Kurzarbeit ausgeglichen. Einer Steigerung der Nachfrage wird durch eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse in der Produktion sowie rechtzeitiger Erweiterung der Kapazitäten durch Neuinvestitionen begegnet.

Lieferanten

Beim Einkauf von Rohmaterialien, Komponenten oder Dienstleistungen existieren Risiken hinsichtlich verspäteter Lieferungen, mangelnder Produktverfügbarkeit, mangelhafter Qualität und schwankender Einkaufspreise.

Die Risiken in Bezug auf Lieferanten haben infolge der stark gestiegenen Materialpreise und der schwierigeren Materialverfügbarkeit aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine und der Lockdowns in China im Verlauf des Geschäftsjahres zugenommen. Den Engpässen bei der Materialverfügbarkeit konnte durch entsprechende operative Maßnahmen erfolgreich entgegengewirkt werden, sodass die WashTec Gruppe ihren Lieferverpflichtungen vollumfänglich nachkommen konnte.

Die unklare Lage bezüglich der möglichen weiteren Auswirkungen der geopolitischen Verwerfungen im kommenden Jahr erhöht das Risiko von Lieferschwierigkeiten sowie weiterer Preissteigerungen bei der Beschaffung von Materialien. Ein konsequentes Lieferanten- und Einkaufsmanagement verringerten insbesondere bei strategischen Lieferanten diese Risiken.

Währungsveränderungen

Durch zunehmende Transaktionen mit den Tochtergesellschaften können Änderungen der Wechselkurse Einfluss auf die operative Entwicklung haben. Darüber hinaus können Schwankungen im Wechselkurs zu Effekten in der Gewinn- und Verlustrechnung der Bewertung von offenen Fremdwährungsposten führen. Zur Vermeidung von hohen Risiken bedient sich WashTec bei Bedarf entsprechender Derivate, um diese Effekte abzumildern.

Operative Risiken, die sich aus einzelnen Transaktionen in Fremdwährung ergeben, sind aufgrund ihres geringen Umfangs für die Gruppe unwesentlich.

Chancen

Aus den Umsätzen in den Regionen Nordamerika oder Asien/Pazifik könnten sich bei einer Abschwächung des Euros positive Währungseffekte ergeben.

Finanzielle und rechtliche Risiken

Liquiditätsrisiken

Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Tochtergesellschaften ist für WashTec unabdingbar. Mittels der implementierten Cash-Managementsysteme werden mögliche Engpässe rechtzeitig identifiziert und die erforderlichen Handlungen umgesetzt. Nicht ausgenutzte Kreditlinien stellen die Liquiditätsversorgung sicher.

Ein Liquiditätsrisiko kann darin liegen, dass die flüssigen Mittel möglicherweise nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen, z.B. durch nicht in der Cash-Planung berücksichtigte Auszahlungen.

Sollte sich aufgrund der Geschäftsentwicklung ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf ergeben, können bestehende Kreditlinien erweitert werden.

In Bezug auf die Liquiditätsrisiken sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt. Mit den der- zeit zur Verfügung stehenden Kreditlinien hat das Unternehmen ausreichend liquide Mittel und Finanzierungslinien, um flexibel reagieren und auch Investitionen in die zukünftige Entwicklung tätigen zu können.

Zinsänderungsrisiken

Der Basiszinssatz bestehender Finanzierungen ist variabel. Weitere Zinserhöhungen können zu negativen Auswirkungen auf die Ertragslage der WashTec Gruppe führen. Bei einer erhöhten Inanspruchnahme der Kreditlinien in Zusammenhang mit den bereits erfolgten und möglichen zukünftigen Leitzinserhöhungen der EZB besteht das Risiko steigender Finanzierungskosten.

Rechtliche Risiken

WashTec ist außerdem mit Risiken konfrontiert, die aus unterschiedlichen produkt- und länderbezogenen Regelungen, Richtlinien und Gesetzen resultieren und die die Geschäftsaktivitäten und Prozesse beeinflussen. Rechtliche Auseinandersetzungen, das Aufkommen neuer und die Einigung bei bestehenden Rechtsstreitigkeiten mit externen Vertragspartnern sind möglich. Diesen Risiken begegnet die Gruppe mit der rechtzeitigen Einbindung der Rechtsabteilung in kritische Rechtsgeschäfte, dem bedarfsgerechten Hinzuziehen externer Experten und bei Bedarf mit der Bildung entsprechender Rückstellungen.

Außerdem könnten sich weitere Risiken aufgrund von laufenden Betriebsprüfungen bei Unternehmen der Gruppe ergeben. Die Unternehmensleitung betrachtet diese als gering, da alle Steuerberechnungen in Zusammenarbeit mit lokalen Steuerberatern erstellt werden. Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit der WashTec Gruppe können steuerliche Risiken bis zum Abschluss einer Betriebsprüfung jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Übernahmerisiken bzw. Veränderungen in der Aktionärsstruktur

Spiegelt die Bewertung des Unternehmens an der Börse über einen längeren Zeitraum den Wert des Unternehmens nicht angemessen wider oder ist die Performance der WashTec Gruppe aus der Gruppe interessant für neue Investoren, kann es zu wesentlichen Veränderungen in der Aktionärsstruktur oder einer Übernahme kommen.

In diesem Fall können sich Änderungen in der bestehenden Strategie, der personellen Besetzung der Organe und der bisher kommunizierten Erwartungen der WashTec Gruppe ergeben. Einzelne Verträge der WashTec Gruppe, wie z. B. Kreditverträge, sehen zudem außerordentliche Kündigungsmöglichkeiten im Falle einer Übernahme (Change of Control) vor.# Mitarbeiterrisiken

WashTec ist in hohem Maße von qualifizierten Mitarbeitern und Spezialisten, insbesondere in den Bereichen Entwicklung, Kundenbetreuung, Programmierung und Steuerung der Waschanlagen abhängig. Der unerwartete Verlust von Mitarbeitern oder Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern, könnte sich nachteilig auf die Entwicklung von WashTec auswirken.

In Ländern, in denen WashTec mit eigenen Tochtergesellschaften aktiv ist, existieren unterschiedliche Tarifmodelle. Vereinbarungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern (wie z.B. Tariferhöhungen, die über den Erwartungen der Gruppe liegen, bzw. allgemein zu hohe Tarifabschlüsse) könnten die Wettbewerbssituation der WashTec Gruppe im internationalen Vergleich verschlechtern.

Darüber hinaus können Arbeitsniederlegungen in Produktion oder Service die Umsatzrealisierung verzögern. WashTec versucht durch aktive Kommunikation mit den Arbeitnehmervertretern dieses Risiko zu minimieren.

Werden die Bedingungen für die Beschäftigung von Zeitarbeitern oder für vom Unternehmen zu tragenden Sozialleistungen geändert, kann dies zu Kostensteigerungen für die Gruppe führen.

Kredit- und Ausfallrisiken

Die WashTec Gruppe schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Um das Delkredererisiko möglichst gering zu halten, wird mit Beschränkungen des Bestellrahmens gearbeitet, sofern die Bonität der Kunden nicht erstklassig ist. Bei regionalen Neukunden fordert die Gesellschaft einen Bonitäts- oder Finanzierungsnachweis. Es wird davon ausgegangen, dass durch die erfassten Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das tatsächliche Ausfallrisiko abgedeckt ist. In der Gruppe besteht keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken. Für ausgewählte Kunden wird bei Überschreitung bestimmter Forderungshöhen eine Insolvenzabsicherung mit namhaften Kreditversicherern abgeschlossen.

Das Waschgeschäft erwies sich bisher als robust, sodass die Gruppe während der letzten Krisenjahre keinen Anstieg der Forderungsausfälle zu verzeichnen hatte. Insgesamt kam es zu keinen nennenswerten Ausfällen und zu keiner weiteren Erhöhung des Ausfallrisikos.

Steuerrisiken

Die WashTec Gruppe bilanziert latente Steuern im Wesentlichen aus temporären Differenzen. Änderungen der Steuergesetze hinsichtlich der Höhe der Steuersätze können zu Aufwendungen aus der Bewertung der aktivierten latenten Steuern und damit zu negativen Auswirkungen auf das Konzern-Eigenkapital bzw. das Ergebnis je Aktie führen.

4.2.3 Übersicht Unternehmensrisiken

In der nachfolgenden Tabelle werden die Risiken, aggregiert nach Risikokategorien, dargestellt:

Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung
eventuell gering relevant
eventuell gering relevant
unwahrscheinlich wesentlich
unwahrscheinlich gering
unwahrscheinlich gering
eventuell gering relevant
eventuell gering relevant
unwahrscheinlich gering
unbedeutend vernachlässigbar
eventuell gering relevant
eventuell unbedeutend relevant
sehr unwahrscheinlich sehr gering
sehr unwahrscheinlich gering
wahrscheinlich gering
unwahrscheinlich gering

4.2.4 Gesamtrisikoeinschätzung

Das eingerichtete Risikomanagementsystem ist aus Sicht des Vorstands angemessen und wird stetig weiterentwickelt. Des Weiteren begrenzt das solide Geschäftsmodell Geschäftsrisiken und eröffnet weitere Chancen. Eine Aggregation der wichtigsten Einzelrisiken aller Unternehmensbereiche und -funktionen liefert eine Indikation über die Gesamtrisikoeinschätzung der Gruppe, auch wenn ein gleichzeitiges Eintreten der Einzelrisiken als unwahrscheinlich erachtet wird. Der kumulierte Netto-Erwartungswert (Expected Loss Net) aller Einzelrisiken beträgt zum Jahresende 2022 Mio.€ 25,9 (Vorjahr: Mio.€ 23,1) und liegt damit etwas über dem Niveau des Vorjahres.

Abgeleitet aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken ergibt sich folgende Gesamteinschätzung:

Die Gesamtanzahl der Risiken, die die WashTec Gruppe wesentlich beeinflussen, sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Berichtsjahr haben sich die Risiken in Bezug auf gesamtwirtschaftliche Entwicklung insbesondere in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden Effekten auf Inflation und Nachfrage- und Investitionsverhalten der Kunden erhöht. Da weiterhin vermehrte Ransomware-Attacken bzw. Cyberangriffe sehr zu beobachten sind, sind auch Risiken in Bezug auf IT-Sicherheit weiterhin für WashTec unwahrscheinlich relevant.

Der Vorstand sieht aus heutiger Sicht auf Basis der Ergebnisse des Risikomanagementprozesses keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Gemäß § 317 Abs. 4 HGB erfolgt im Rahmen der Jahresabschlussprüfung eine Prüfung des nach § 91 Abs. 2 AktG einzurichtenden Risikofrüherkennungssystems durch den Abschlussprüfer. Diese Prüfung hat ergeben, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems in geeigneter Form getroffen hat. Das Überwachungssystem ist in allen wesentlichen Belangen geeignet, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, mit hinreichender Sicherheit frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich erfolgt eine Risikoberichterstattung an den Aufsichtsrat.

5 Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem (RMS) von WashTec ist im Rahmen des Risikoberichts unter 4.2 »Chancen- und Risikobericht« beschrieben.

Das interne Kontrollsystem (IKS) versteht sich als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten. Das IKS überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen.

Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in den Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern. Alle WashTec Gesellschaften sind Bestandteil des IKS. Der Umfang der von jeder Gesellschaft auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von der Wesentlichkeit der Gesellschaft für den Konzernabschluss und den spezifischen Risiken ab, die mit der Einheit verbunden sind. Die Gesamtverantwortung für das IKS obliegt dem Vorstand. Das IKS von WashTec soll die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für WashTec maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und Regelungen, im Sinne eines Compliance Management Systems, gewährleisten. Deshalb betrachtet das interne Kontrollsystem bei WashTec alle wesentlichen Geschäftsprozesse und geht über Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen beispielsweise dazu bei, dass die Jahresabschlüsse und der Konzernabschluss regelungskonform erstellt werden. Für die Konsolidierung nutzt WashTec ein gruppeneinheitliches System und gewährleistet dadurch ein einheitliches Vorgehen. Zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung systematisch minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-

Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen steht. Durch konzernweite Vorgaben zur Bilanzierung und Bewertung wird die Einheitlichkeit der Rechnungslegung in der WashTec Gruppe sichergestellt. Neue Vorschriften und Änderungen bestehender Vorschriften zur Rechnungslegung werden zeitnah auf ihre Auswirkungen in der WashTec Gruppe untersucht und angewendet.

Bei relevanten IT-Systemen führt WashTec regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

WashTec entwickelt die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und passt die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an. Die interne Revision ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Rahmen des risikobasiert abgeleiteten jährlichen Prüfungsplans.

Hinweis: Der nachfolgende Absatz unterlag keiner Prüfung durch den Abschlussprüfer.

Der Vorstand von WashTec evaluiert im Rahmen von Vorstandssitzungen die Ergebnisse des RMS sowie des IKS und beurteilt zudem jährlich deren Angemessenheit und Wirksamkeit. Dem Vorstand liegt kein Hinweis vor, dass das RMS und IKS zum 31. Dezember 2022 in der Gesamtheit in wesentlichen Aspekten nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären. Im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses erkennt der Vorstand jedoch an, dass auch in Zukunft Optimierungen in Bezug auf Effektivität und Effizienz weiter vorangetrieben werden müssen. Ungeachtet dessen bestehen inhärente Beschränkungen in der Wirksamkeit eines jeden RMS bzw. IKS. Kein als angemessen und wirksam beurteiltes System kann garantieren, alle Risiken zu identifizieren oder Prozess- bzw. Kontrollverstöße unter allen Umständen auszuschließen. Der Prüfungsausschuss ist in das RMS und IKS von WashTec systematisch eingebunden.# WashTec Lagebericht // Risikoberichterstattung Abschluss Weitere Informationen

6 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Cashflow-, Liquiditäts-, Währungs-, Kredit- und Ausfallrisiken. Unternehmens- politik ist es, diese Risiken soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Der Um- gang mit Währungs-, Liquiditäts-, Kredit- und Ausfallrisiken wurde bereits im Risikobericht behandelt. Darüber hinaus prüft das Unternehmen bei Bedarf die Verwendung derivativer Finanzinstrumente, deren Zweck in der Absicherung gegen Zins- und Marktpreisrisiken besteht. Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehungen als auch die Risikomanagementzielsetzungen des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Eine ausführliche Beschreibung dazu ist im Anhang zum Konzernabschluss zu finden. Entsprechend der Konzernrichtlinie wird kein Handel mit Derivaten betrieben.

WashTec Lagebericht // Übernahmerelevante Angaben Abschluss Weitere Informationen

7 Übernahmerelevante Angaben

Angaben gem. §§ 289a, 315a HGB – Erläuternder Bericht des Vorstands

Aktionärsstruktur Stand 31. Dezember 2022

Der folgende Text enthält die Angaben nach §§ 289a bzw. 315a HGB.

Aktionär Anteil (Stand 31. Dez. 2022)
EQMC ICAV ¹ 10,06%
Kempen Oranje Participaties N.V. 9,60 %
Dr. Kurt Schwarz ² 6,82 %
Union Investment Privatfond GmbH 5,53 %
Investment AG für langfristige Investoren TGV 5,43 %
Axxion S.A. 4,99 %
Paradigm Capital Value Fund SICAV 4,58 %
Eigene Aktien 4,25 %
Diversity Industrie Holding AG 4,00 %
Sonstige 44,74 %

¹ Alantra EQMC Asset Management, SGIIC, S.A. as investment management function
² Leifina GmbH & Co. KG et al.

Quelle: Meldungen gemäß WpHG

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital i.H.v. € 40.000.000 ist eingeteilt in 13.976.970 nennwertlose Stück- aktien, die auf den Inhaber lauten und die die jeweils die gleichen Rechte und Pflichten gewäh- ren – insbesondere gleiche Stimmrechte. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht.

Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die die Stimmrechte oder die Übertra- gung von Aktien betreffen. Aktien mit Kontrollbefugnis verleihenden Sonderrechten beste- hen nicht.

Gemäß § 71b AktG stehen der Gesellschaft bezüglich erworbener eigener Aktien keine Rechte zu. Im Übrigen besitzt jede Aktie eine Stimme; nach Kenntnis des Vorstandes existie- ren darüber hinaus weder Beschränkungen der Stimmrechte noch Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen.

Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital

Die Aktien der Gesellschaft befinden sich nach Kenntnis des Vorstandes zu 44,74% (Stand 31. Dezember 2022) im Besitz von Aktionären unterhalb der Meldeschwelle. Eine direkte Be- teiligung am Kapital oberhalb von 10% der Stimmrechte hält – gemäß den Meldungen nach WpHG – EQMC ICAV (vormals EQMC Europe Development Capital Fund plc.), Irland (zum Stand 31. Dezember 2022: 10,06%, zum Stand 7. Februar 2023: 15,14%). Eine indirekte Be- teiligung am Kapital oberhalb von 10% der Stimmrechte hält – gemäß den Meldungen nach WpHG –Alantra EQMC Asset Management, SGIIC, S.A, Spanien (15,12%), als Investment Management Funktion der EQMC ICAV. Eine direkte Beteiligung am Kapital knapp unterhalb von 10% der Stimmrechte hält – ge- mäß den Meldungen nach WpHG – Kempen Oranje Participaties N.V., Niederlande (9,60%).

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Es sind nach Kenntnis der Gesellschaft keine Arbeitnehmer am Kapital beteiligt, die ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen

Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG sowie § 7 der Satzung der Gesellschaft. Gemäß § 7.1 der Satzung besteht der Vor- stand aus einer oder mehreren Personen. Die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat.

Der Vorstand der Gesellschaft besteht derzeit gemäß der Satzung der Gesellschaft in Ver- bindung mit der gültigen Geschäftsordnung des Vorstands aus drei Mitgliedern. Für die Bestellung und Abberufung einzelner oder sämtlicher Mitglieder des Vorstandes sieht die Satzung keine Sonderregelungen vor. Die Bestellung und Abberufung liegt in der Zustän- digkeit des Aufsichtsrates. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit ist zulässig.

Satzungsänderungen erfolgen nach den §§ 179, 133 AktG sowie § 9.12 und § 9.13 der Sat- zung. Die Gesellschaft hat nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, weitere Erforder- nisse für Satzungsänderungen aufzustellen.

§ 9.12 der Satzung senkt im Rahmen des gesetzlich Zulässigen die gesetzlichen Mehr- heitserfordernisse ab. Der Aufsichtsrat ist zu lediglich formalen Änderungen der Satzung ermächtigt.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Genehmigtes Kapital (§ 5.1 der Satzung der WashTec AG)

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 29. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 30. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 8.000.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 30. Juni 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 8.000.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Dabei stand den Aktionären ein Bezugsrecht zu, soweit nichts anderes bestimmt ist. Die neuen Aktien können von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kredit- instituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug an- zubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in gewissen, in § 5.1 der Satzung der WashTec AG festgelegten Fällen, auszuschließen. Der Vorstand hat von diesen Ermächti- gungen bislang keinen Gebrauch gemacht. Das genehmigte Kapital soll der Gesellschaft ermöglichen, sich bei Bedarf zügig und flexibel Eigenkapital zu günstigen Konditionen zu beschaffen.

Aktienrückkauf

Zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bedarf die Gesellschaft, soweit nicht gesetzlich ausdrücklich zugelassen, einer entsprechenden Ermächtigung durch die Haupt- versammlung. Da die von der Hauptversammlung am 29. April 2019 beschlossene Ermächti- gung zum Erwerb eigener Aktien am 30. Juni 2022 ausgelaufen wäre, wurde in der Haupt- versammlung vom 16. Mai 2022 beschlossen, die bestehende Ermächtigung aufzuheben und der Gesellschaft erneut eine Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien zu erteilen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2022 wurde die Ge- sellschaft ermächtigt, bis zum 30. Juni 2025 eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals von €40.000.000 oder falls dieser Wert geringer ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu anderen Zwecken als dem Handel in eigenen Aktien zu er- werben. Der Erwerb darf nach Wahl des Vorstandes über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerich- teten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten erfolgen. Die genauen Konditionen für den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien können dem Tagesord- nungspunkt 8 der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung der WashTec AG im Jahr 2022 entnommen werden. Seit Abschluss des Rückkaufangebots im September 2015 hält die WashTec AG unter Berücksichtigung der zuvor gehaltenen Aktien insgesamt 594.646 eigene Aktien, was einem Anteil am Grundkapital von ca. 4,25% entspricht.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Einzelne Verträge der WashTec Gruppe – wie z.B. die Kreditverträge – sehen außerordent- liche Kündigungsmöglichkeiten im Falle einer Übernahme (Change of Control) vor. In die- sem Fall kann es außerdem zu einem Wechsel im Management kommen.

WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen

8 Erklärung zur Unternehmensführung

Nach § 289f und § 315d HGB

Die Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der WashTec AG. Der Vorstand berichtet in die- ser Erklärung gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung der WashTec AG und des Konzerns. Die Erklärung zur Unternehmensführung umfasst auch die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (»Kodex«) gemäß § 161 AktG.

WashTec AG, Augsburg

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG vom 15. Dezember 2022

Vorstand und Aufsichtsrat haben die letzte Entsprechenserklärung am 16. Dezember 2021 abgegeben. Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass die WashTec AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 16.


  • 8.1 Entsprechenserklärung# Erklärung zur Unternehmensführung

Vorstand und Aufsichtsrat der WashTec AG identifizieren sich mit den Zielen des Kodex, die eine verantwortungsvolle, transparente und auf nachhaltige Steigerung des Unternehmens- wertes gerichtete Unternehmensführung und -kontrolle fördern.

Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig mit der Erfüllung der Vorgaben (Grundsätze, Empfehlungen und Anregungen) des Kodex. Den Empfehlungen des Kodex wird im Wesentlichen entsprochen.

Nachfolgend ist der Wortlaut der gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat am 15. Dezem- ber 2022 gemäß § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung wiedergegeben. Alle abgegebenen Erklärungen sind im Internet unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

Insofern erklären Vorstand und Aufsichtsrat höchst vor- sorglich eine Abweichung von der Empfehlung G.10 Satz 1 DCGK.

Der DCGK empfiehlt in G.10 Satz 1 DCGK eine überwiegend aktienbasierte variable Vergütung für den Vorstand. Die langfristige variable Vergütung im Nachfolgend ist der Wortlaut der gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat am 15. Dezem- Rahmen des Long Term Incentive Program (»LTIP«) enthält relevante aktien- ber 2022 gemäß § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung wiedergegeben. Alle kursbasierte Bestandteile. Dies umfasst das im Rahmen des LTIP mit 30% abgegebenen Erklärungen sind im Internet unter www.washtec.de im Bereich Investor gewichtete »Total Shareholder Return – Ziel«, mit dem auch die Entwicklung Relations veröffentlicht. der Aktienkursentwicklung über die Laufzeit der 3-jährigen Incentivierungs- phase bewertet wird. Insofern erklären Vorstand und Aufsichtsrat höchst vor-

vorsorglich eine Abweichung von der Empfehlung G.10 Satz 1 DCGK. Dabei ist zu beachten, dass das LTIP die Möglichkeit eröffnet, durch entsprechendes Eigeninvestment in Aktien der WashTec AG die Vergütung aus dem LTIP bei 95 WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen Einhaltung von festgelegten Voraussetzungen maximal zu verdoppeln. Mit die- ser Option wird eine deutliche Anreizwirkung gegenüber den Vorstandsmitglie-

dern geschaffen, an den Chancen und Risiken der Aktienkursentwicklung zu partizipieren.

Der DCGK empfiehlt weiterhin in G.10 Satz 2 DCGK, dass das Vorstandsmit- glied über die langfristig variablen Gewährungsbeträge erst nach vier Jahren verfügen kann. Die Incentivierungsphase des LTIP beträgt drei Jahre und orientiert sich an der regulär vorgesehenen Laufzeit der Vorstandsverträge, die ebenfalls auf drei Jahre ausgerichtet ist. Vor dem Hintergrund dieses Dreijahreszyklus sehen Vorstand und Aufsichtsrat eine Laufzeit von drei Jahren im Rahmen des LTIP als angemessen an. Vor diesem Hintergrund erklären Vorstand und Aufsichtsrat eine Abweichung von der Empfehlung G.10 Satz 2 DCGK. Dem DCGK wird insoweit Rechnung getragen, als ein Sechstel der abschließenden Bonuszahlung aus der LTIP Komponente mit Eigeninvestment einer Aktienerwerbspflicht mit dreijähriger Haltefrist unterliegt.

Das vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 24. März 2021 beschlossene und von der ordentlichen Hauptversammlung der WashTec AG am 18. Mai 2021 grundsätzlich gebilligte System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder der WashTec AG gilt für sämtliche nach der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Mai 2021 Augsburg, den 15. Dezember 2022 neu abzuschließenden oder zu verlängernden Vorstandsdienstverträge. Das gel- tende LTIP für den Vorstand, welches eine Malus-/ Clawback-Regelung vorsieht,

(Einbehalt und Rückforderung variabler Vergütung) und G.13 Satz 2 DCGK (Anrechnung der Abfindungszahlung auf die Karenzentschädigung im Fall eines nachträglichen Wettbewerbsverbots) sind in diesen Vorstandsverträgen nicht umgesetzt. Dies beruht auf dem Umstand, dass die zum Zeitpunkt der ordentli- chen Hauptversammlung 2021 laufenden Vorstandsverträge auf der Grundlage des bisherigen, vom Aufsichtsrat am 19. Dezember 2019 beschlossenen Vergü- tungssystems geschlossen wurden.

Die Empfehlung G.18 Satz 2 DCGK sieht vor, dass eine erfolgsorientierte Ver- gütung für den Aufsichtsrat auf eine langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet sein soll. Für den Aufsichtsrat der WashTec AG ist eine jährliche erfolgsabhängige Vergütung gemäß der Satzung sowie eine langfristige erfolgs- abhängige Vergütung gemäß Beschluss der Hauptversammlung 2021 (»LTIP AR«) vorgesehen. Das aktuelle LTIP AR gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024. Vorstand und Aufsichtsrat gehen von einer Einhaltung der Empfehlung aus und erklären vorsorglich, dass die maximal er- reichbare Bonuszahlung aus dem LTIP AR, jeweils anteilig heruntergebrochen auf ein Jahr, die maximal erreichbare jährliche erfolgsabhängige Vergütung von

Überschreitet.

wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2021 beschlossen und gilt für alle Vorstands- mitglieder. Mit Blick auf die zum Zeitpunkt der ordentlichen Hauptversammlung

Weitere Informationen zur Corporate Governance finden Sie im Internet unter www.washtec.de. Hier sind auch nicht mehr aktuelle Erklärungen zur Unternehmensführung, Corporate Governance Berichte 2021 sowie Entsprechenserklärungen zum Kodex für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren auf der Internet- seite zugänglich.

96 WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen

8.2 Vergütungsbericht/Vergütungssystem

Die vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand regelt die Arbeit des Vorstands. Die Geschäftsordnung enthält insbesondere die Ressortzuständigkeiten der Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die zustimmungspflichtigen Geschäfte und die erforderliche Beschlussmehrheit bei Vorstands- beschlüssen.

Dem Vorstand gehörten im Berichtszeitraum Herr Dr. Ralf Koeppe, Herr Andreas Pabst, Frau Dr. Kerstin Reden und Herr Stephan Weber an.

Name Zeitraum Ressorts
Dr. Ralf Koeppe 1. Januar bis 31. Dezember 2022 Unternehmenskultur, -kommunikation & Leitbild, Personal, R&D, Supply Chain, Produktion, Qualität, Service-Support, Nachhaltigkeit
Kommissarische Übernahme des Finanzen/Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Risk-Management/Compliance/Revision, Versicherungen
1. September bis 30. September 2022
Dr. Kerstin Reden 1. Januar bis 31. August 2022 Finanzen/Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Risk-Management/Compliance/Revision, Versicherungen
Andreas Pabst 1. Oktober bis 31. Dezember 2022 Finanzen/Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Risk-Management/Compliance/Revision, Versicherungen
Stephan Weber 1. Januar bis 31. Dezember 2022 Vertrieb und Service weltweit, KAM/CWM, Marketing und Product Units/Produktmanagement

Das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG, das von der Hauptversammlung am 18. Mai 2021 gebilligt wurde, sowie der von der Hauptversammlung am 18. Mai 2021 gefasste Beschluss gemäß §113 Abs. 3 AktG über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats sind im Internet unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations öffentlich zugänglich. Unter derselben Internetadresse werden der Vergütungsbericht und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß §162 AktG öffentlich zugänglich gemacht.

8.3 Vorstand

Arbeitsweise und Zusammensetzung

Der Vorstand der WashTec AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist als Leitungsorgan an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei an der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Er legt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat die Grundsätze der Unternehmenspolitik fest. Zudem ist der Vorstand für die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Planung und Festlegung des Unter- nehmensbudgets, die Ressourcenallokation sowie die Kontrolle der Geschäftsführung der Bereiche verantwortlich. Der Vorstand hat ferner für die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch alle Konzernunternehmen hin. Er informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie und Strategieumsetzung, der Planung, der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage, der Compliance, der Risikolage und des Risikomanagements.

97 WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen

8.4 Aufsichtsrat

Nachfolgeplanung und Diversitätskonzept

Gemeinsam mit dem Vorstand sorgt der Aufsichtsrat für eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung führen die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat regelmäßige Gespräche zu diesem Thema. Auch der Auf- sichtsrat behandelt das Thema regelmäßig in seinen Sitzungen. Grundlagen der langfristi- gen Nachfolgeplanung bilden dabei insbesondere Gespräche des Aufsichtsrats mit den Vorstandsmitgliedern sowie Kontakte mit Führungskräften des Unternehmens. Neben Ver- tragslaufzeiten und Verlängerungsmöglichkeiten bei aktuellen Vorstandsmitgliedern wird auch über potenzielle Nachfolger beraten.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der WashTec AG berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens einschließlich der Konzerngeschäftsführung. Wesentliche Vorstandsent- scheidungen – z.B. Akquisitionen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen – sind an seine Zustimmung gebunden. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäfts- entwicklung und -planung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Er behandelt die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresbericht und billigt den Jahresabschluss der WashTec AG und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der WashTec AG ist mit der

WashTec verfolgt das Ziel, den Vorstand grundsätzlich nach Qualifikation zu besetzen.# WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung

Abschluss

Weitere Informationen

Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig im Rahmen einer Selbstbeurteilung die Effizienz seiner Tätigkeit. Die Selbstbeurteilung erfolgt anhand eines Fragenkatalogs, der entsprechend den Anforderungen des Kodex regelmäßig aktualisiert und angepasst wird. Zum Abschluss des Berichtsjahres wurde im ersten Quartal 2023 eine erneute Selbstbeurteilung durchgeführt. Die Ergebnisse der Beurteilung wurden ebenfalls im ersten Quartal 2023 vorgestellt und ausführlich erörtert. Die Ergebnisse der Beurteilung bestätigen eine professionelle, konstruktive und von einem hohen Maß an Vertrauen und Offenheit geprägte Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand. Einzelne Anregungen werden auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt. Nennenswerte Defizite konnten nicht festgestellt werden. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind, traten nicht auf. Die unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands durch den Aufsichtsrat war und ist jederzeit gewährleistet.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats und der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat der WashTec AG hat unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen des DCGK konkrete Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils sowie eines Diversitätskonzepts für den Aufsichtsrat beschlossen.

Im März 2022 hat der Aufsichtsrat ferner entschieden, einen Unternehmensstrategie- und Nachhaltigkeitsausschuss einzurichten.

Die Ausschüsse haben insbesondere die Aufgabe, Aufsichtsratssitzungen und Beschlüsse des Gesamtaufsichtsrats vorzubereiten. Auf Basis seiner jeweiligen Expertise nimmt jedes Mitglied im Rahmen der Gesamtverantwortung des Aufsichtsrats Aufgaben innerhalb der Ausschüsse wahr. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit der Ausschüsse.

Prüfungs- ausschuss Personal- ausschuss Nominie- rungs- und Strategie- ausschuss Vertriebs- ausschuss Innovations- und Produktions- ausschuss Nachhaltig- keits- ausschuss
Dr. Günter Blaschke V M V M V M
Ulrich Bellgardt M M M V
Dr. Hans Liebler M M
Heinrich von Portatius M
Dr. Alexander Selent V M M
Peter Wiedemann M V
  • V = Vorsitzender eines Ausschusses
  • M = Mitglied eines Ausschusses

Die aktuellen Mitglieder des Aufsichtsrats, die Sitzungsteilnahmen sowie die Einzelheiten der Arbeit des Gremiums im Berichtsjahr, wie auch die Einzelheiten der Arbeit der Ausschüsse sind im Bericht des Aufsichtsrats ab Seite 10 dargestellt.

Der Aufsichtsrat besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben und unter Beachtung der Vorgaben des Kodex hat der Aufsichtsrat einen Prüfungs-, einen Personal-, einen Nominierungs-, einen Vertriebsstrategie- und einen Innovations- und Produktionsausschuss gebildet.

Diversitätskonzept

Vielfalt trägt innerhalb des Aufsichtsrats zu einem breiten Erfahrungsschatz und einer großen Bandbreite in Bezug auf Perspektiven, Kenntnisse und Fähigkeiten bei. Der Aufsichtsrat strebt daher eine hinreichende Vielfalt im Hinblick auf Persönlichkeit, Geschlecht, Internationalität, Bildungs- oder Berufshintergrund, Fachkenntnisse und Erfahrungen sowie Altersverteilung an und berücksichtigt für seine Zusammensetzung insbesondere folgende Kriterien:

  • Der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit soll eine ausgewogene Altersstruktur aufweisen und damit sowohl jüngere, im Berufsleben stehende Persönlichkeiten als auch ältere, berufs- und lebenserfahrenere Persönlichkeiten im Aufsichtsrat vorsehen.
  • Bei Aufsichtsratswahlen wird angestrebt, dass neben deren Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz weibliche, wie auch männliche Persönlichkeiten im Aufsichtsrat vertreten sind. Dabei hat sich die Zusammensetzung an den jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben auszurichten bzw. anhand der definierten Zielgrößen auf Basis des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen.
  • Der Aufsichtsrat setzt sich aus Persönlichkeiten zusammen, die neben ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenz möglichst auch verschiedene Bildungs- und Berufshintergründe – zum Beispiel technische, kaufmännische, juristische oder andere geisteswissenschaftliche Ausbildungen und Berufe – aufweisen.

Die zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kandidaten sollen aufgrund ihrer Persönlichkeit, Kenntnisse und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds der WashTec AG als einem international tätigen börsennotierten Unternehmen im Bereich des Maschinenbaus sachgerecht wahrzunehmen. Jedes Aufsichtsratsmitglied soll sich durch Integrität und die Fähigkeit unabhängiger Entscheidungsfindung auszeichnen, um den Überwachungs- und Prüfungsaufgaben gerecht zu werden. Zur Beratung und Überwachung des Vorstands sollte jedes Aufsichtsratsmitglied auch über angemessene Erfahrungen aus Führungsfunktionen verfügen oder die erforderlichen Fähigkeiten auf andere Art und Weise erworben haben.

Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt eigenverantwortlich sicher, dass es genügend Zeit zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seines Mandats hat. Zu berücksichtigen ist, dass jährlich mindestens vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen abgehalten werden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, ausreichend Zeit für die Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen vorzusehen ist und bei Mitgliedschaft in einem oder mehreren Aufsichtsratsausschüssen weiterer zeitlicher Aufwand entsteht.

Aufsichtsratsmitglieder sollen der vom DCGK empfohlenen Begrenzung von Aufsichtsratsmandaten nachkommen.

Die in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat niedergelegte Altersgrenze für die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat beträgt in der Regel 75 Jahre.

Kompetenzprofil

Leitender Grundsatz für die Besetzung des Aufsichtsrats ist es, eine qualifizierte Überwachung und Beratung des Vorstands der WashTec AG sicherzustellen. Seine Mitglieder sollen insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und fachlichen Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats der WashTec AG als einem international tätigen börsennotierten Unternehmen im Bereich des Maschinenbaus erforderlich sind.

Der Aufsichtsrat soll insgesamt über sämtliche Kompetenzen verfügen, die angesichts der Aktivitäten von WashTec als wesentlich erachtet werden.

Darüber hinaus muss in Ansehung der Anforderungen des § 100 Abs. 5 AktG mindestens einer dieser Anteilseignervertreter auch unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sowie der Vorsitzende des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll zudem auch unabhängig von einem etwaigen kontrollierenden Aktionär sein.

Unabhängigkeit

Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder im Sinne des DCGK angehören. Hierfür soll mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Für den Fall, dass die Gesellschaft einen kontrollierenden Aktionär hat, soll mindestens einer dieser Anteilseignervertreter auch unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein.

Billigung durch den Aufsichtsrat festgestellt, da ein Hauptversammlungsbeschluss gemäß

Der Aufsichtsrat achtet im Rahmen des Auswahlprozesses von neuen Vorstandsmitgliedern §172 AktG nicht erfolgt. Der Aufsichtsrat überwacht die Einhaltung der Rechtsvorschriften, insbesondere auf Diversität. Im Zuge der Besetzung offener Vorstandspositionen erarbeitet der behördlichen Regelungen und der unternehmensinternen Richtlinien durch das Unternehmen (Compliance). In seinen Aufgabenbereich fällt weiterhin die Bestellung der Mitglieder des Vorstands sowie die Festlegung ihrer Ressorts. Darüber hinaus beschließt der Aufsichtsrat auch das Vergütungssystem für den Vorstand (vgl. § 87a AktG), auf dessen Basis die konkrete Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder festgelegt wird. Der Aufsichtsrat hat der ordentlichen Hauptversammlung der WashTec AG 2021 ein aktualisiertes System für die Vergütung der Vorstandsmitglieder zur Billigung vorgelegt, welches die Hauptversammlung gebilligt hat.

Eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt können alle Altersklassen im Vorstand vertreten sein. Die Arbeit des Aufsichtsrats ist in einer Geschäftsordnung geregelt, insbesondere in Bezug Entsprechend der Empfehlung B.5 des Kodex hat der Aufsichtsrat für Vorstandsmitglieder auf Einberufung und Durchführung der Sitzungen, die Beschlussfassung sowie den Umgang mit Interessenkonflikten. Die Geschäftsordnung ist auf der Website der Gesellschaft unter folgendem Link abrufbar: Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat – WashTec AG.

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Der Aufsichtsrat erarbeitet ein Anforderungsprofil und führt Gespräche mit geeigneten Kandidaten. Bei der Besetzung des Vorstands wird angestrebt, dass Kandidaten über Erfahrungen in der gleichen oder einer ähnlichen Branche verfügen. Über die Besetzung offener Vorstandspositionen entscheidet der Aufsichtsrat auf Grundlage des Anforderungsprofils und unter Berücksichtigung der konkreten Qualifikationsanforderungen. Bei Bedarf wird der Aufsichtsrat bzw. dessen Personalausschuss bei der Entwicklung von Anforderungsprofilen und der Kandidatenauswahl durch externe Berater unterstützt.

99

100# H1: Erklärung zur Unternehmensführung

H2: 8.5 Aktionäre und Hauptversammlung

Die WashTec AG berichtet ihren Aktionären im Rahmen der Finanzberichterstattung, in Investorengesprächen und Investorenkonferenzen regelmäßig ausführlich über die Geschäftsentwicklung und über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

In der Hauptversammlung üben die Aktionäre ihre Rechte aus. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung der WashTec AG findet üblicherweise im zweiten Quartal des Jahres statt. Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und die Ermächtigung zu kapitalverändernden Maßnahmen werden ausschließlich von der Hauptversammlung beschlossen und vom Vorstand umgesetzt. Abwesende Aktionäre können ihr Stimmrecht durch Bevollmächtigte oder Stimmrechtsvertreter ausüben lassen.

H2: 8.6 Zielgrößen für den Frauenanteil

Der Aufsichtsrat ist verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat der Gesellschaft sowie Fristen zur Erreichung der Zielgrößen festzulegen. Im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat neue Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat festgelegt, die bis zum 30. Juni 2023 erreicht werden sollen. Für den Frauenanteil im Vorstand hat der Aufsichtsrat am 26. Juli 2018 eine Zielgröße von mindestens 25% beschlossen. Mit der Bestellung von Frau Dr. Kerstin Reden zum 1. August 2020 wurde die festgelegte Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand im Berichtsjahr bis zum 31. August 2022 erfüllt. Nach dem Ausscheiden von Frau Dr. Reden aus dem Vorstand war ab dem 1. September 2022 keine Frau als Vorstand der Gesellschaft bestellt.

Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat am 26. Juli 2018 eine Zielgröße von 0% beschlossen. Dadurch soll eine größtmögliche Flexibilität im Sinne einer Besetzung nach Qualifikation ermöglicht werden. Im Berichtsjahr 2022 war keine Frau Mitglied im Aufsichtsrat.

Bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen achtet der Vorstand auf Diversität. Für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands innerhalb der WashTec Gruppe hat der Vorstand am 20. Dezember 2018 jeweils eine Zielgröße von mindestens 10% bis zum 30. Juni 2022 festgesetzt. Unter Berücksichtigung der spezifischen Verhältnisse bei WashTec, insbesondere des Unternehmensgegenstandes, der Größe des Unternehmens und der Zusammensetzung der Belegschaft als auch der internationalen Sprache zur Verfügung gestellt. Damit bietet der Internetauftritt der WashTec AG auch in Bezug auf die Hauptversammlung eine umfassende Informationsplattform für nationale und internationale Investoren. Im Rahmen des Auswahlprozesses und der Nominierung von Kandidaten für den Aufsichtsrat berücksichtigen der Aufsichtsrat und der Nominierungsausschuss neben den Vorgaben des Gesetzes und des DCGK die vorgenannten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und streben die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium an. Hierbei soll im Auswahlprozess auch der Gesichtspunkt der Vielfalt (Diversität) frühzeitig angemessen berücksichtigt werden. Maßgeblich für die Entscheidung des Aufsichtsrats über den Wahlvorschlag an die Hauptversammlung ist stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls.

H2: Umsetzung/Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der WashTec AG ist entsprechend seiner Zielsetzung und der genannten Anforderungen zusammengesetzt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben, mit unterschiedlichem Berufs- und Ausbildungshintergrund, internationale Erfahrung und weisen eine langjährige Tätigkeit in Führungspositionen auf. Sie sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist, und besitzen die für WashTec wesentlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen. Aufgrund der im Aufsichtsrat bzw. im Unternehmensstrategie- und Nachhaltigkeitsausschuss vorhandenen Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen, ist der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungsaufgabe in der Lage zu überwachen, wie die ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Rahmen der Unternehmensstrategie und der Unternehmensplanung berücksichtigt wird.

Dem Aufsichtsrat und dessen Prüfungsausschuss gehören jeweils mit Herrn Dr. Liebler mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mit Herrn Dr. Selent mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung an. Herr Dr. Selent als Vorsitzender des Prüfungsausschusses verfügt insbesondere aufgrund seiner Ausbildung als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, sowie der jahrelangen Erfahrung als Finanzvorstand der Fuchs Petrolub AG über Sachverstand, besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung. Herr Dr. Liebler verfügt insbesondere aufgrund seines Studiums und seiner langjährigen Erfahrung als Geschäftsführer verschiedener international tätiger Unternehmen über Sachverstand, besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Rechnungslegung.

Damit qualifizieren sich Herr Dr. Selent und Herr Dr. Liebler als Finanzexperten im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG und D.3 des Kodex.

Ferner gehört dem Aufsichtsrat eine nach seiner Einschätzung angemessene Zahl unabhän- niger Mitglieder an. Nach seiner Einschätzung sind gegenwärtig sechs Mitglieder des Auf-sichtsrats unabhängig im Sinne des DCGK, namentlich die Herren Dr. Blaschke, Bellgardt, Dr. Liebler, von Portatius, Dr. Selent und Wiedemann.

H3: Dr. Günter Blaschke

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 4. Juni 2014
  • Geburtsjahr 1949
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

H3: Ulrich Bellgardt

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 4. Juni 2014
  • Geburtsjahr 1957
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch / Schweiz
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

H3: Dr. Hans Liebler

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 10. Mai 2012
  • Geburtsjahr 1969
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

H3: Heinrich von Portatius

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 16. Mai 2022
  • Geburtsjahr 1978
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

H3: Dr. Alexander Selent

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 3. Mai 2017
  • Geburtsjahr 1952
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

H3: Peter Wiedemann

  • Mitglied des Aufsichtsrats seit 16. Mai 2022
  • Geburtsjahr 1959
  • Geschlecht männlich
  • Staatsangehörigkeit Deutsch
  • Unabhängigkeit* ✔
  • Kompetenzfelder:
    • Führungserfahrung/Management ✔
    • Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) ✔
    • Produktion, Vertrieb und Marketing ✔
    • Finanzen ✔
    • Risikomanagement & Compliance ✔
    • Personal ✔
    • Nachhaltigkeit (ESG) ✔
    • Internationalität ✔
    • Kapitalmarkt und Investor Relations ✔

* im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex 2022

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✔ basierend auf einer Selbsteinschätzung durch den Aufsichtsrat (ein Haken bedeutet zumindest gute und fundierte Kenntnisse jenseits der gesetzlichen Mindestanforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats, auf Basis bereits vorhandener Qualifikation, erworben im Rahmen der Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied, zum Beispiel einer langjährigen Tätigkeit im Prüfungsausschuss oder im Rahmen von regelmäßig wahrgenommenen Fortbildungsmaßnahmen).


Hierzu gehören insbesondere ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Kenntnisse und Erfahrungen in den nachfolgenden Kompetenzfeldern: mindestens ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Entsprechend dem DCGK soll der Sachverstand auf dem Gebiet Kompetenzfeld Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Kompetenzbeschreibung Führungserfahrung/Management Führungs-/Managementerfahrung aufgrund der Wahrnehmung Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme be- stehen und der Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen oder vergleichbaren Gremiums in einem (börsennotierten) und Erfahrungen in der Abschlussprüfung. Zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung Unternehmen gehören auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Der Vorsitzende des Technologie und Innovationen Sachverstand auf dem Gebiet Prüfungsausschusses soll zumindest auf einem der beiden Gebiete entsprechend sachver- (einschließlich Engineering und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung) Digitalisierung) ständig sein. Die Mitglieder müssen in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor vertraut sein, in Produktion, Vertrieb und Marketing Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Produktion, dem die Gesellschaft tätig ist. Vertrieb und Marketing Umsetzung/Zusammensetzung des Aufsichtsrats Finanzen Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungs- legungsgrundsätzen und in der Bilanzierung sowie in der Der Aufsichtsrat der WashTec AG ist entsprechend seiner Zielsetzung und der genannten Anwendung von internen Kontrollverfahren Anforderungen zusammengesetzt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben, mit unterschied- Risikomanagement & Compliance Kenntnisse und Erfahrungen im Risikomanagement sowie im lichem Berufs- und Ausbildungshintergrund, internationale Erfahrung und weisen eine Bereich der allg. Unternehmens-Compliance langjährige Tätigkeit in Führungspositionen auf. Sie sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sek- Personal Kenntnisse und Erfahrungen in Personalführung, Personal- tor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist, und besitzen die für WashTec wesentlichen management und Personalentwicklung Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen. Aufgrund der im Aufsichtsrat bzw. im Unterneh- Nachhaltigkeit (ESG) Erfahrungen und Kenntnisse der ESG-Faktoren und deren mensstrategie- und Nachhaltigkeitsausschuss vorhandenen Expertise zu den für das Unter- Bedeutung sowie in den für die WashTec-Gruppe bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen, Kenntnisse der Corporate Governance nehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen, ist der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Über- eines börsennotierten Unternehmens (DCGK, wachungs- und Beratungsaufgabe in der Lage zu überwachen, wie die ökologische und Marktmissbrauchsverordnung etc.) soziale Nachhaltigkeit im Rahmen der Unternehmensstrategie und der Unternehmens- Internationalität Erfahrungen und Kenntnisse (dazu gehören auch Sprachkenntnis- planung berücksichtigt wird. se außerhalb der Muttersprache) im Bereich internationaler Geschäftstätigkeiten Dem Aufsichtsrat und dessen Prüfungsausschuss gehören jeweils mit Herrn Dr. Liebler Kapitalmarkt und Investor Relations Kenntnisse des Kapitalmarkts und im Bereich Investor Relations, mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mit Herrn Erfahrungen mit Investoren Dr. Selent mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet Abschluss- prüfung an. Herr Dr. Selent als Vorsitzender des Prüfungsausschusses verfügt insbesondere

101 WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen

Auf Basis der Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder ergibt sich die folgende Qualifikationsmatrix zu bestehenden Kompetenzen und dem Stand der Umsetzung hinsichtlich des Kompetenzprofils sowie des Diversitätskonzepts:

Kompetenzfeld Dr. Günter Blaschke Ulrich Bellgardt Dr. Hans Liebler Heinrich von Portatius Dr. Alexander Selent Peter Wiedemann
Führungserfahrung/Management
Technologie und Innovationen (einschließlich Engineering und Digitalisierung)
Produktion, Vertrieb und Marketing
Finanzen
Risikomanagement & Compliance
Personal
Nachhaltigkeit (ESG)
Internationalität
Kapitalmarkt und Investor Relations

102 WashTec Lagebericht // Erklärung zur Unternehmensführung Abschluss Weitere Informationen# 8.7 Unternehmensführungspraktiken bei WashTec

Transparenz und Kommunikation

Die umfassende und zeitnahe Information der Aktionäre und Stakeholder hat für WashTec einen hohen Stellenwert. Die Berichterstattung über die Geschäftslage und die Ergebnisse von WashTec erfolgt im Rahmen der Finanzberichterstattung, auf der Bilanzpressekonferenz und in Form von Telefonkonferenzen. Einmal jährlich veröffentlicht WashTec einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht, der im Internet unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations abrufbar ist. Des Weiteren werden Informationen über Pressemitteilungen bzw. Ad-hoc-Meldungen veröffentlicht. Alle Meldungen und Mitteilungen, die Satzung der WashTec AG, sämtliche Entsprechenserklärungen, sowie weitere Unterlagen zur Corporate Governance (z.B. der WashTec Ethikkodex) sind im Internet unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations abrufbar.

Alle Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen sind nach Artikel 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014 verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der WashTec AG oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente offenzulegen, soweit das Gesamtvolumen der getätigten Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte die Summe von € 20.000 innerhalb eines Kalenderjahrs erreicht oder übersteigt. Die der WashTec AG im Berichtszeitraum gemeldeten Meldepfllichtige Wertpapiergeschäfte (»Managers’ Transactions«) wurden ordnungsgemäß veröffentlicht und sind auf der Internetseite des Unternehmens unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations – Nachrichten – Managers Transactions verfügbar.

Compliance

WashTec hat eine konzernweite Compliance Organisation eingerichtet, die sicherstellen soll, dass alle relevanten Vorschriften eingehalten werden. Die Compliance Organisation wird dabei kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Vorstand und Aufsichtsrat sehen die Compliance Organisation als wesentliches Element der Führungs- und Kontrollstruktur bei WashTec an. Die ausführliche Berichterstattung über die konzerninterne Compliance ist daher regelmäßig Bestandteil der Aufsichtsrats- und Prüfungsausschusssitzungen. Darüber hinaus wird jährlich ein ausführlicher Compliance Bericht erstellt.

Die strategischen Leitlinien und der Ethikkodex der WashTec AG bilden die Basis des Compliance Programms. Der Ethikkodex enthält verbindliche Regeln für gesetzestreues Verhalten sowie präzise Vorgaben etwa zur Beachtung des Wettbewerbsrechts, zur Vermeidung von Korruption, zur Handhabung von Spenden, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zur Beachtung des Insiderhandelsverbots und zum Schutz des Unternehmensvermögens. Der Ethikkodex ist weltweit für alle Mitarbeiter der WashTec Gruppe und die Mitglieder des Vorstands verbindlich. Dieser wird aufgrund gesellschaftlicher und gesetzlicher Änderungen regelmäßig auf Aktualität überprüft und entsprechend aktualisiert.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats beachten diese Regeln, soweit sie sich auf Aufsichtsratsmitglieder übertragen lassen. Alle Führungskräfte sowie Mitarbeiter sensibler Bereiche wie z.B. Vertrieb, Einkauf, Personalwesen und Finanzen der WashTec Gruppe erhalten regelmäßig onlinebasierte Schulungen zum Ethikkodex, die nach einem Test mit Zertifikat abgeschlossen werden. Ferner werden regelmäßig umfangreiche Onlineschulungen zur Datenschutzgrundverordnung, insbesondere für neue Mitarbeiter, mit abschließendem Test durchgeführt. Teil des Compliance Systems ist das seit 2016 implementierte Hinweisgebersystem, welches Mitarbeitern und Dritten ermöglicht, Anliegen – sofern gewünscht anonym – anzusprechen und auf Umstände hinzuweisen, die auf eine Verletzung von Gesetzen oder unternehmensinternen Richtlinien hindeuten. Hinweise auf mögliche Verstöße werden untersucht und bei vorliegenden Verdachtsmomenten oder Bestätigung von Verstößen entsprechend verfolgt. Die gemäß Artikel 18 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014 aufzustellende Insiderliste wird entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aktualisiert. Die in der Insiderliste geführten Personen werden über die ihnen daraus entstehenden Pflichten informiert.

Zum 30. Juni 2022 wurden beide Zielgrößen erfüllt. So betrug der Anteil von Frauen in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 13% und in der zweiten Führungsebene 16%. Eine Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungsebenen innerhalb der WashTec AG entfällt, da in der WashTec AG als Konzernobergesellschaft angesichts der sehr geringen Mitarbeiterzahl keine Führungsebenen bestehen. Auch für die Zukunft hat sich der Vorstand der WashTec AG das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen innerhalb der WashTec Gruppe weiter zu fördern und beschlossen, eine freiwillige Festlegung der Frauenquote über die gesamte Unternehmensgruppe für eine Führungsebene festzulegen. Die Zielgröße beträgt 18% (entsprechend 32 Personen) mit einer Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2027.

Im Berichtsjahr 2022 hat die WashTec AG von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Hauptversammlung als virtuelle Hauptversammlung durchzuführen. Alle für die Hauptversammlung relevanten Unterlagen wurden im Internet in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt, da er eine Flexibilität im Sinne einer Besetzung nach Qualifikation (Diversität) ermöglicht.

Chancen- und Risikomanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Chancen und Risiken ist Teil einer guten Corporate Governance. Der Vorstand hat ein im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und die Risikolage des Unternehmens angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem eingerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat beraten regelmäßig über bestehende Chancen und Risiken, deren Entwicklung sowie zu ergreifende Maßnahmen. Das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagement- und das Interne Revisionssystem unterliegen der kontinuierlich Weiterentwicklung und werden stets an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. Einzelheiten und Details sind im Chancen- und Risikobericht ab Seite 79 dargestellt.

Augsburg, den 24. März 2023

Dr. Ralf Koeppe
Vorstandsvorsitzender

Sebastian Kutz
Vorstand

Andreas Pabst
Vorstand


Jahres- und Konzernabschluss der WashTec AG

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 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Weitere Ausführungen in T€ zur Konzern-Bilanz sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Passiva 31.12.2022 31.12.2021
Gezeichnetes Kapital 22 40.000 40.000
Kapitalrücklage 23 36.463 36.463
Eigene Anteile 24 –13.177 –13.177
Sonstige Rücklagen und Währungskurseffekte 25 –2.942 –5.074
Ergebnisvortrag 1.426 9.158
Konzernergebnis 26.355 31.077
Eigenkapital 88.125 98.448
Langfristige Leasingsverbindlichkeiten 29 10.166 12.803
Rückstellungen für Pensionen 26 8.528 10.196
Sonstige langfristige Rückstellungen 27 3.199 4.297
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 30 168 203
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 30 1.522 1.073
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 31 1.738 1.901
Passive latente Steuern 16 1.600 1.299
Langfristige Verbindlichkeiten 26.920 31.773
Verzinsliche Darlehen 28 41.362 13.547
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 29 7.936 7.444
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30 22.711 16.123
Ertragsteuerverbindlichkeiten 7.514 5.436
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 30 20.597 20.574
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 30 25.606 29.169
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 27 9.087 10.902
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 31 34.625 33.589
Kurzfristige Verbindlichkeiten 169.437 136.783
Passiva 284.483 267.004

Aktiva

Weitere Ausführungen in T€ zur Konzern-Bilanz sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Immaterielle Vermögenswerte 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte 14 7.032 6.212
Nutzungsrechte 15 17.337 19.275
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19 3.430 4.211
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 20 277 199
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 20 538 520
Aktive latente Steuern 16 3.856 4.753
Langfristiges Vermögen 100.051 102.449
Vorräte 17 71.647 57.083
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19 78.801 67.236
Steuerforderungen 18 16.028 18.699
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 20 1.486 1.617
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 20 2.255 1.836
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21 14.215 18.085
Kurzfristiges Vermögen 184.432 164.555
Aktiva 284.483 267.004

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Weitere Ausführungen zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Anzahl Aktien (in Stück) Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Sonstige Rücklagen und Währungskurseffekte Ergebnisvortrag Gesamt
Stand 1. Januar 2021 13.382.324 40.000 36.463 –13.177 –6.977 39.937 96.247
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 1.987 1.987
Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Transaktionen –179 –179
Anteilsbasierte Vergütung 96 96
Dividende –30.779 –30.779
Konzernergebnis 31.077 31.077
Stand 31. Dezember 2021 13.382.324 40.000 36.463 –13.177 –5.074 40.235 98.448
Stand 1. Januar 2022 13.382.324 40.000 36.463 –13.177 –5.074 40.235 98.448
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 2.647 2.647
Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Transaktionen –554 –554
Anteilsbasierte Vergütung 39 39
Dividende –38.809 –38.809
Konzernergebnis 26.355 26.355
Stand 31. Dezember 2022 13.382.324 40.000 36.463 –13.177 –2.942 27.781 88.125

Konzern-Kapitalflussrechnung

Weitere Ausführungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

in T€ 01.01. bis 31.12.2022 01.01. bis 31.12.2021
Ergebnis vor Steuern (EBT) 37.263 44.793
Abschreibungen 14.690 14.507
Gewinn/Verlust aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens –621 –268
Sonstige Gewinne und Verluste 39 1.832
Finanzerträge –529 –73
Finanzaufwendungen 1.275 971
Veränderung der Rückstellungen –3.122 –634
Gezahlte Ertragsteuern –5.534 –11.663
Brutto-Cash-Flow 43.460 49.465
Zu-/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –10.694 –6.439
Zu-/Abnahme der Vorräte –13.987 –17.496
Zu-/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.577 5.345
Zu-/Abnahme der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 327 14.261
Zu-/Abnahme Net Operating Working Capital –17.777 –4.329
Veränderung übriges Nettoumlaufvermögen –2.939 526
Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 22.744 45.662
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen (ohne Leasing) –7.528 –4.264
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 1.011 864
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit –6.516 –3.400
Free Cash-Flow 16.228 42.262
Gezahlte Dividende –38.809 –30.779
Erhaltene Zinsen 132 73
Gezahlte Zinsen –937 –888
–8.861 –7.795
Tilgung der Leasingverbindlichkeiten –48.476 –39.389
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit –32.248 2.873
Nettoveränderung des Finanzmittelfonds 563 900
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds –27.147 4.538
Finanzmittelfonds zum 1. Januar 4.538 765
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 21 4.538

Konzernanhang der WashTec AG (IFRS) 2022

1. Allgemeine Angaben zum Konzern

Der Konzernabschluss der WashTec Gruppe für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 wurde am 24. März 2023 aufgestellt und dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Er wurde in der Aufsichtsratssitzung am 27. März 2023 gebilligt und anschließend durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht sind über den Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich sowie auf unserer Website https://ir.washtec.de/finanzberichte/ abrufbar.

Das oberste Mutterunternehmen der WashTec Gruppe ist die WashTec AG und ist im Handelsregister des Amtsgerichts der Stadt Augsburg, Deutschland unter HRB 81 eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist in der Argonstraße 7, in 86153 Augsburg, Deutschland. Die Anteile der Gesellschaft befinden sich im Streubesitz und sind im Open Market im Börsensegment Prime Standard gelistet.

Der Unternehmensgegenstand der WashTec Gruppe umfasst die Entwicklung, Herstellung, den Vertrieb und Service von Produkten zur Fahrzeugwäsche und Waschchemie sowie die Vermietung und alle damit verbundenen Serviceleistungen und Finanzierungslösungen zum Betrieb von Fahrzeugwaschanlagen.

2. Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der WashTec AG wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standard Board (IASB) unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS IC (IFRIC) aufgestellt. Er steht im Einklang mit den für das Geschäftsjahr 2022 in der Europäischen Union anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und wurde in Verbindung mit § 315e HGB um bestimmte Angaben sowie den Konzernlagebericht ergänzt. Die Voraussetzungen des § 315e HGB für eine Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Handelsrecht sind erfüllt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die anteilsbasierte Vergütung sowie derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (T€) auf- oder abgerundet; hieraus können Rundungsdifferenzen entstehen. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage der WashTec Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2022 durch das signifikant geänderte makroökonomische Umfeld wesentlich beeinflusst. Daraus resultieren die nachfolgend beschriebenen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WashTec Gruppe:

  • Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die zahlreichen Corona-Lockdowns in China bis zum Ende der Null-Covid-Politik führten zu einer Verknappung auf den Beschaffungsmärkten mit in der Folge deutlich steigenden Material- und Materialbezugskosten sowie Energiekosten. Die WashTec Gruppe begegnet den Herausforderungen bei der Materialbeschaffung einerseits mit einer erhöhten Flexibilität in der Produktion und einer erhöhten Bevorratung. Dadurch blieb die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr jederzeit lieferfähig. Andererseits reagiert die Gesellschaft darauf mit Preisanpassungen. Bislang konnten insgesamt bei Auftragsdurchlaufzeiten zwischen vier und sechs Monaten die Preissteigerungen auf den Beschaf- fungsmärkten noch nicht vollständig weitergegeben werden. Daneben zeichnete sich ab, dass die vorgenommenen Preisanpassungen die Steigerung der Materialkosten nicht vollständig kompensieren konnten. Insgesamt belasteten diese Entwicklungen die Ertragslage. Zusammen mit dem höheren Net Operating Working Capital (NOWC) ergab sich ein deutlich gesunkener Free Cashflow der Gesellschaft.
  • Der deutliche Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus führte zu höheren Zinsaufwendungen für die gezogenen Kreditlinien. Daneben wurde das im Vergleich zum Vorjahr höhere Zinsniveau bei der Bemessung der Diskontierungszinssätze für langfristige Bilanzposten sowie der Bestimmung der Bewertungsparameter im Rahmen des Werthaltigkeitstests für die Geschäfts- und Firmenwerte entsprechend berücksichtigt. Aus dem Werthaltigkeitstest ergab sich im Berichtszeitraum kein Anpassungsbedarf.

Der Ukraine-Krieg hat aufgrund des geringen Geschäftsvolumens in Russland und der Ukraine keine wesentlichen direkten finanziellen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der WashTec Gruppe. Es befinden sich dort keine Produktionsstandorte oder anderweitige Vermögenswerte. Die indirekten Auswirkungen des Krieges, insbesondere auf die Materialpreise und -verfügbarkeit sowie Energiekosten und Inflation, sind für die Gesellschaft deutlich spürbar.

Klimabezogene Sachverhalte verändern die Rahmenbedingungen des Geschäftsmodells der WashTec Gruppe.# Daneben leistet WashTec nach wie vor einen aktiven Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Dies erfolgt insbesondere mit dem Energie- und Umweltkonzept 2025 und dem daraus abgeleiteten Ziel, die CO2-Emissionen für alle globalen Produktionsstandorte bis zum Jahr 2025 um 30% im Vergleich zum Basisjahr 2019 zu senken. Der große wirtschaftliche und gesellschaftliche Trend hin zur Individualisierung ist ein wichtiger Treiber des weiterwachsenden Mobilitätsbedarfs. Das daraus resultierende Verkehrsaufkommen basiert nach wie vor zu einem erheblichen Teil auf individueller Fortbewegung. Einhergehend mit der notwendigen Dekarbonisierung und den globalen Mobilitätstrends ergeben sich daraus Veränderungen in den Fahrzeugflotten. Autonomes Fahren und »Shared Mobility« führen einerseits zwar zu einer Verringerung des Fahrzeugbestands, andererseits aber auch zu einer Steigerung der Personenkilometer bei kürzeren Fahrzeuglebenszyklen. Neben dem Fahrzeugbestand werden demnach in Zukunft auch die Art und die Intensität der Nutzung der Fahrzeuge maßgebend für den Bedarf an Autowäschen allgemein sein. Fahrzeuge, die Teil eines »Shared Mobility«-Konzepts sind, werden tendenziell häufiger gewaschen. Eine weitere Einflussgröße für die Verbreitung der automatischen Fahrzeugwäsche ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen eines Landes. Eine Verteuerung des Faktors Arbeit und eine Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens eröffnen weltweit nachhaltiges Marktpotenzial. Dies gilt insbesondere für Regionen, die von der Handwäsche zu verschiedenen Formen der automatisierten Wäsche übergehen. Auf dieser Basis geht die WashTec Gruppe weiterhin davon aus, dass die Sauberkeit von Fahrzeugen als ein wesentliches Qualitätskriterium und damit als Treiber des Geschäftsmodells bestehen bleibt. Die WashTec Gruppe rechnet jedoch mit Änderungen in den Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die zukünftige Bedeutung und konzeptionelle Gestaltung der existierenden Betreiberstandorte. Daneben werden in dieser Entwicklung jedoch auch weitere Chancen gesehen, vor allem durch das Angebot von digitalen und umweltfreundlichen Lösungen für die Autowäsche.

Aus klimabezogenen Gründen ergeben sich die nachfolgend beschriebenen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WashTec Gruppe:

  • Die Maßnahmen zur Erreichung der Reduzierung der CO2-Emissionen umfassen in Deutschland schwerpunktmäßig Investitionen in die elektrische Ladeinfrastruktur und energetische Optimierung der Heizungssysteme sowie den Bezug von Ökostrom an den Produktionsstandorten. Darüber hinaus hat sich die Gesellschaft zum Ziel gesetzt, den Fuhrpark in Deutschland bis zum Jahr 2030 zu 100% CO2-neutral zu betreiben.
  • Die Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerte, die für Ersatzinvestitionen infrage kommen, sind zum Geschäftsjahr 2022 vollständig abgeschrieben. Daher ergeben sich gegenwärtig keine Hinweise auf Auswirkungen in Bezug auf Nutzungsdauern oder Restwerte.
  • In Bezug auf die Werthaltigkeit der Vorräte ermöglicht die auftragsbezogene Fertigung und Beschaffung die Minimierung der über die im normalen Geschäftsgang hinausgehenden Wertminderungsrisiken.
  • Daneben ist es derzeit nicht erforderlich, Rückstellungen für Umweltauflagen oder Rückbauverpflichtungen sowie Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen aufgrund von klimabezogenen Verpflichtungen zu bilden.
  • Im Rahmen des Werthaltigkeitstests für die Geschäfts- und Firmenwerte wurden sämtliche klimabezogenen Aspekte geprüft, die Einfluss auf die Ermittlung des Nutzungswerts haben können. Diese Prüfung umfasste mögliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und die Absatzmärkte der WashTec Gruppe, Veränderungen des regulatorischen Umfelds oder Veränderungen in der Nutzungsabsicht von Vermögenswerten aufgrund klimainduzierter Verpflichtungen. Daraus ergab sich im Berichtszeitraum kein Anpassungsbedarf.
  • Insgesamt ergeben sich auf Basis von Schätzungen, Annahmen oder Ermessensentscheidungen keine materiellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WashTec Gruppe. Aus diesem Grund geht das Management bezüglich des veränderten makroökonomischen Umfelds, der weiteren Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie in Bezug auf klimabezogene Sachverhalte von keinen wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Fähigkeit zur Unternehmensfortführung aus. Im Rahmen dieser Beurteilung waren keine signifikanten Ermessensentscheidungen erforderlich.

3. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der WashTec AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden zum gleichen Bilanzstichtag wie der Abschluss des Mutterunternehmens aufgestellt. Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Beherrschung liegt ab dem Zeitpunkt vor, ab dem die WashTec AG schwankenden Renditen aus dem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen werden in voller Höhe eliminiert.

In den Konzernabschluss der WashTec AG sind zum 31. Dezember 2022 neben der Muttergesellschaft folgende Konzernunternehmen konsolidiert. Die Werte basieren bei den Gesellschaften im Inland auf den handelsrechtlichen Jahresabschlüssen, bei den Gesellschaften im Ausland grundsätzlich auf den IFRS-Abschlüssen vor Konsolidierung.

116 Anteilsbesitz nach § 315e i.V.m. § 313 Abs. 2 HGB

Konsolidierte Unternehmen Anteil am Mutter- Unternehmen in % Geschäfts- tätigkeit Eigenkapital 31.12.22 in T€ Gewinn/Verlust für 2022 in T€
Inländische Beteiligungsgesellschaften
WashTec Cleaning Technology GmbH, Augsburg¹⁾ ³⁾ 100 A I 29.846
WashTec Holding GmbH, Augsburg²⁾ ³⁾ 100 B II 42.622
WashTec Carwash Management GmbH, Augsburg²⁾ ³⁾ 100 B III 51
WashTec Financial Services GmbH, Augsburg ¹⁾ ³⁾ 100 A IV 62
AUWA-Chemie GmbH, Augsburg²⁾ ³⁾ 100 B V 537
Ausländische Beteiligungsgesellschaften
WashTec France S.A.S., Boigny sur Bionne, Frankreich 100 C VI 12.511
Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA 100 C I 25.750
WashTec S.r.l., Casale, Italien 100 C VI 1.868
WashTec UK Ltd., Great Dunmow, Großbritannien 100 C VI 4.575
WashTec A/S, Hedehusene, Dänemark 100 C VI 2.862
WashTec Bilvask AS, Billingstad, Norwegen⁴⁾ 100 F VI 3.660
WashTec Cleaning Technology GmbH, Wien, Österreich 100 C VI 2.203
WashTec Spain S.A.U., Madrid, Spanien 100 C VI 3.123
WashTec Car Cleaning Equipment (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China 100 C VII –4.209
WashTec Cleaning Technology s.r.o., Nyrany, Tschechische Republik 100 D VII 5.744
WTMVII Cleaning Technologies Canada Inc., Grimsby, Ontario, Kanada⁵⁾ 100 E VI –5.930
WashTec Australia Pty Ltd., Sydney, Australien 100 C VI 2.934
WashTec Benelux B.V., Zoertermeer, Niederlande 100 C VI 2.488
WashTec Nordics AB, Bollebygd, Schweden 100 C VI 785
WashTec Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 100 D VI 475

¹⁾ Ergebnisübernahme durch die WashTec Holding GmbH
²⁾ Ergebnisübernahme durch die WashTec AG
³⁾ Gesellschaften haben von der Möglichkeit der Befreiung zur Offenlegung des Jahresabschlusses nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.
⁴⁾ indirekte Beteiligung über WashTec A/S, Hedehusene, Dänemark sowie zu 10% durch die WashTec Holding GmbH gehalten.
⁵⁾ indirekte Beteiligung über Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA

A) WashTec Holding GmbH
B) WashTec AG
C) WashTec Cleaning Technology GmbH
D) Die Beteiligung wird zu 90% durch die WashTec Cleaning Technology GmbH gehalten.
E) Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA
F) WashTec A/S, Hedehusene, Dänemark
I) Produktions-, Vertriebs- und Servicegesellschaft
II) Holdinggesellschaft
III) Vermietung von Waschanlagen
IV) Vermittlung von Finanzierungen für Waschanlagen
V) Entwicklung, Produktion und Vertrieb chemischer Produkte
VI) Vertriebs- und Servicegesellschaft
VII) Produktionsgesellschaft

4. Auswirkungen neuer Rechnungslegungsstandards

In der aktuellen Berichtsperiode traten neue oder geänderte Rechnungslegungsstandards in Kraft. Die WashTec Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 die nachfolgend aufgeführten neuen und überarbeiteten International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen angewandt.

Angewandte Standards bzw. Änderungen bestehender Standards

Standard/ Interpretation Titel Anwen- dungspflicht durch EU Über- nahme 01.01.2022 Wesentliche Auswirkungen auf den Konzern
IFRS Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018–2020) 02.07.2021 keine
IFRS 3 Änderungen an IFRS 3 – Verweis auf das Rahmenkonzept 02.07.2021 keine
IAS 16 Änderungen an IAS 16 – Erträge vor der beabsichtigten Nutzung 02.07.2021 keine
IAS 37 Änderungen an IAS 37 – Belastende Verträge: Kosten für die Erfüllung eines Vertrags 02.07.2021 keine

Ferner haben das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Comitee weitere nachfolgend aufgelistete Standards, Interpretationen und Änderungen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. von der Europäischen Union noch nicht übernommen sind. Zum 31. Dezember 2022 erfolgte keine frühzeitige Anwendung dieser Standards durch die WashTec Gruppe. Die Erstanwendung der Standards ist für den Zeitpunkt geplant, an dem sie durch die Europäische Union anerkannt und übernommen sind.

Noch nicht angewandte Standards bzw.# Änderungen bestehender Standards

Standard/ Titel Anwen- dungspflicht durch EU Über- nahme Wesentliche Auswirkungen auf den Konzern
IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. Änderungen an IFRS 17 01.01.2023 23.11.2021 keine
IFRS 17 – Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen 01.01.2023 09.09.2022 keine
IAS 1 Änderungen an IAS 1 – Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 01.01.2023 03.03.2022 keine
IAS 8 Änderungen an IAS 8 – Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler 01.01.2023 03.03.2022 keine
IAS 12 Änderungen an IAS 12 – Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden für die WashTec Gruppe beziehen, die aus einer einzigen Transaktion bestehen 01.01.2023 12.08.2022 Hieraus ergeben sich keine Auswirkungen, da diese Vorgehensweise bereits mit der Implementierung von IFRS 16 umgesetzt wurde.
IAS 1 Änderungen an IAS 1 – Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig festzulegen 01.01.2024 noch keine
IAS 1 Änderungen an IAS 1 – Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants festzulegen 01.01.2024 noch keine
IFRS 16 Änderungen an IFRS 16 – Leasingverbindlichkeiten bei Sale-and-Leaseback festzulegen 01.01.2024 noch keine

5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen (soweit im Folgenden nichts anderes angegeben) grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Für die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wird auf den Konzernanhang des Vorjahres verwiesen.

Fremdwährungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt – der funktionalen Währung und der Berichtswährung des Konzerns. Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die funktionale Währung der ausländischen Gesellschaften ist in der Regel die jeweilige Landeswährung. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb und Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Nichtmonetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nichtmonetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehenden Geschäfts- oder Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichteten Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die daraus resultieren, werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Tochterunternehmen, die nicht in Euro berichten, zum Stichtagskurs umgerechnet, während Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet werden. Umrechnungsdifferenzen hieraus werden als separater Bestandteil im Eigenkapital erfasst. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital erfasste kumulative Betrag erfolgswirksam aufgelöst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Kosten für den Ersatz eines Teils einer Sachanlage werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls in den Buchwert dieser Sachanlage einbezogen, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten und Abschreibungen. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode auf die voraussichtliche Nutzungsdauer pro rata temporis vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen für Sachanlagen werden im Wesentlichen nach folgenden Nutzungsdauern bemessen:

Anlagen Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 14 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 8 Jahre

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Daraus resultierende Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und zu diesem Zeitpunkt erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf angepasst.

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- und Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten bemessen sich nach dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung, d. h. der Summe aus hingegebenen Vermögenswerten, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumenten und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt. Anschaffungsnebenkosten werden grundsätzlich als Aufwand erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Sie bemessen sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den vom Erwerber angesetzten Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Sie werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Darüber hinaus wird zusätzlich ein Werthaltigkeitstest während des Jahres durchgeführt, wenn aufgrund eingetretener Ereignisse der Verdacht besteht, dass der Wert nachhaltig gesunken sein könnte. Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns (Segmente) zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren.

Immaterielle Vermögenswerte

Unter den immateriellen Vermögenswerten werden hauptsächlich erworbene Patente, Technologien, aktivierte Entwicklungskosten, Lizenzen und Software ausgewiesen. Die planmäßigen Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte werden im Wesentlichen nach folgenden Nutzungsdauern bemessen:

Immaterielle Vermögenswerte Nutzungsdauer
Erworbene Patente und Technologien 8 Jahre
Lizenzen und Software 3 bis 8 Jahre
Aktivierte Entwicklungskosten 6 bis 8 Jahre

Erworbene immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammen-schlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und in den Folgeperioden abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer unterschieden. In der Berichtsperiode verfügte der Konzern ausschließlich über Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei geänderten Erwartungen entsprechend angepasst. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Änderungen.

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte (Forschungs- und Entwicklungskosten)

Forschungskosten werden in der Periode ihres Entstehens als Aufwand berücksichtigt. Die Entwicklungskosten eines Projektes umfassen alle direkt zurechenbaren Einzelkosten (im Wesentlichen Personalaufwand) sowie anteilige Gemeinkosten. Diese werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn die Vermögenswerte identifizierbar sind, voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erwarten lassen und die Herstellungskosten während der Entwicklung verlässlich ermittelt werden können. Darüber hinaus werden Entwicklungskosten nur aktiviert, wenn der Abschluss der Entwicklung und die anschließende Nutzung oder der Verkauf sowohl von technischer als auch finanzieller Seite sichergestellt und beabsichtigt sind. Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells bilanziert, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt über den Zeitraum, über den voraussichtlich künftiger wirtschaftlicher Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase, in der die Nutzungsdauer unbestimmt ist, wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.# Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Für Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer wird an jedem Bilanzstichtag beurteilt, ob Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Bei entsprechenden Hinweisen nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Zur Bestimmung des Nutzungswertes wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dazu werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswertes widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen. Falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der er zugeordnet ist. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Ein in früheren Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann erfolgswirksam aufgeholt, wenn sich eine Änderung der Beurteilung ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurde. Die Obergrenze für die Wertaufholung bildet hierbei der Buchwert abzüglich planmäßiger Abschreibungen, der sich ohne die Wertminderung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer und Geschäfts- oder Firmenwerte sind jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen. Eine Überprüfung erfolgt auch, wenn Ereignisse oder Umstände eintreten, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Eine mögliche Wertminderung wird regelmäßig für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen im Konzern den gemäß IFRS 8 ermittelten operativen Segmenten. Sie teilen sich in die Regionen »Europa«, »Nordamerika« und »Asien/Pazifik« auf. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf Werthaltigkeit nach Abschluss des Planungsprozesses vor.

Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Der erstmalige Ansatz erfolgt, wenn das Unternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d.h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe schreiben die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Markt­­­hirN₠z₠n₠n₠z₠k₠e₠i₠t₠s₠c₠h₠a₠f₠t₠s₠t₠r₠o₠m₠e₠s₠₠d₠e₠s₠₠f₠i₠n₠a₠n₠z₠i₠e₠l₠l₠e₠n₠₠V₠e₠r₠m₂₠ö₠g₠e₠n₠s₠w₠e₠r₠t₠s₠₠k₂₠a₠t₂₠e₠g₠o₠r₠i₠s₠i₠e₠r₠t₠₠u₠n₠d₠₠z₂₠u₠m₂₠₠b₂₠e₂₠i₂₠z₂₠u₂₠g₂₠e₂₠n₂₠₠Z₂₠e₂₠i₂₠t₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠₠b₂₠e₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠e₂₠t₂₠._₂₠B₂₠e₂₠i₂₠_₂f₂₠i₂₠n₂₠a₂₠n₂₠z₂₠i₂₠e₂₠l₂₠l₂₠e₂₠n₂₠_₂V₂₠e₂₠r₂₠m₂₠ö₂₠g₂₠e₂₠n₂₠s₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠e₂₠n₂₠,_₂₠d₂₠i₂₠e₂₠_₂i₂₠m₂₠_₂R₂₠a₂₠h₂₠m₂₠e₂₠n₂₠_₂d₂₠e₂₠r₂₠_₂F₂₠o₂₠l₂₠g₂₠e₂₠b₂₠e₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠u₂₠n₂₠g₂₠_₂n₂₠i₂₠c₂₠h₂₠t₂₠_₂e₂₠r₂₠f₂₠o₂₠l₂₠g₂₠s₂₠w₂₠i₂₠r₂₠k₂₠s₂₠a₂₠m₂₠_₂z₂₠u₂₠m₂₠_₂b₂₠e₂₠i₂₠z₂₠u₂₠l₂₠e₂₠g₂₠e₂₠n₂₠_₂Z₂₠e₂₠i₂₠t₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠_₂b₂₠e₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠_₂w₂₠e₂₠r₂₠d₂₠e₂₠n₂₠,_₂₠e₂₠r₂₠f₂₠o₂₠l₂₠g₂₠t₂₠_₂d₂₠i₂₠e₂₠_₂E₂₠r₂₠s₂₠t₂₠b₂₠e₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠u₂₠n₂₠g₂₠_₂u₂₠n₂₠t₂₠e₂₠r₂₠_₂E₂₠i₂₠n₂₠s₂₠c₂₠h₂₠l₂₠u₂₠s₂₠s₂₠_₂v₂₠o₂₠n₂₠_₂T₂₠r₂₠a₂₠n₂₠s₂₠a₂₠k₂₠t₂₠i₂₠o₂₠n₂₠s₂₠k₂₠o₂₠s₂₠t₂₠e₂₠n₂₠,_₂₠d₂₠i₂₠e₂₠_₂d₂₠i₂₠r₂₠e₂₠k₂₠t₂₠_₂d₂₠e₂₠m₂₠_₂E₂₠r₂₠w₂₠e₂₠r₂₠b₂₠_₂d₂₠e₂₠s₂₠_₂V₂₠e₂₠r₂₠m₂₠ö₂₠g₂₠e₂₠n₂₠s₂₠w₂₠e₂₠r₂₠t₂₠s₂₠_₂z₂₠u₂₠_₂z₂₠u₂₠_₂r₂₠e₂₠c₂₠h₂₠n₂₠e₂₠n₂₠_₂s₂₠i₂₠n₂₠d₂₠.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC):

Diese Kategorie beinhaltet finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme ist und die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Nach der erstmaligen Erfassung werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Forderungen mit signifikanter Finanzierungskomponente werden mit marktüblichen Zinssätzen abgezinst, wenn die Auswirkung wesentlich ist. Diese werden im Rahmen der Folgebewertung unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung oder Wertminderung der finanziellen Vermögenswerte werden im Periodenergebnis erfasst.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand und Bankguthaben mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten gerechnet vom Erwerbszeitpunkt. Sie werden zum Nennwert angesetzt. Der Finanzmittelfonds in der Konzern-Kapitalflussrechnung wird entsprechend der obigen Definition abgegrenzt und umfasst auch die in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVthP/L):

Finanzielle Vermögenswerte, die nicht »zu fortgeführten Anschaffungskosten« (AC) oder »erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert« (FVthOCI) bewertet werden sowie Derivate, die nicht als Sicherungsinstrument im Hedge Accounting designiert sind, werden »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« (FVthP/L) bewertet. Darüber hinaus können finanzielle Vermögenswerte unter bestimmten Bedingungen freiwillig als »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« (FVthP/L) bewertet werden. Diese Option wird vom Konzern derzeit nicht genutzt. Sämtliche Marktwertänderungen werden ergebniswirksam erfasst.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten:

Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Die Risikovorsorge ist grundsätzlich auf Basis des allgemeinen Ansatzes anhand eines Drei-Stufen-Modells zu ermitteln und stellt auf die Entwicklung des Ausfallrisikos eines finanziellen Vermögenswerts ab. Grundsätzlich werden bei Erstansatz alle finanziellen Vermögenswerte der Stufe 1 zugeordnet und die innerhalb von zwölf Monaten nach Zugangszeitpunkt zu erwartenden Kreditverluste bestimmt. Hat sich das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit dem vorangegangenen Stichtag signifikant erhöht, ist dieser Stufe 2 zuzuordnen. Liegt zudem ein objektiver Indikator für eine Wertminderung vor, ist der finanzielle Vermögenswert Stufe 3 zuzuordnen. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung sind das Einleiten rechtlicher Schritte und Überfälligkeiten von mehr als einem Jahr. In Stufe 2 und 3 wird die Höhe der Risikovorsorge auf Basis der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bestimmt.

Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente ist das vereinfachte Wertminderungsmodell anzuwenden. Daneben besteht ein Wahlrecht für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente ebenfalls das vereinfachte Wertminderungsmodell anzuwenden. Demnach wird die Risikovorsorge in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Der Konzern nimmt dieses Wahlrecht für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente in Anspruch und ermittelt die Wertminderungen auf Basis einer Wertminderungstabelle. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben gleichartige Kreditrisikomerkmale. Zur Bemessung der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis gemeinsamer Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die Wertminderungsquoten basieren auf den Ausfallquoten der vergangenen drei Jahre und werden um zukunftsorientierte makroökonomische Faktoren angepasst, die Einfluss auf die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit der Kunden haben. Die Risikovorsorge für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird auf Basis des allgemeinen Ansatzes ermittelt. Die erwarteten Kreditverluste aus dem Ausfall von sonstigen finanziellen Vermögenswerten sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind unwesentlich und werden nicht erfasst.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte:

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn das vertragliche Anrecht auf Zahlungsströme aus einem finanziellen Vermögenswert ausläuft oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird und die Übertragung die Ausbuchungsbedingungen des IFRS 9 erfüllt. Im Fall von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung wird die Forderung als uneinbringlich eingestuft und es erfolgt eine Ausbuchung der Forderung.# Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Derivate mit negativem Marktwert sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als »zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet« (FLAC) oder »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet« (FVthP/L) klassifiziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert sowie im Rahmen der Folgebewertung unter Anwendung der Effektivzinsmethode als zu fortgeführten Anschaffungskosten« (FLAC) bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, Derivate mit negativem Marktwert und finanzielle Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden, werden in den Folgeperioden als »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« (FVthP/L) bewertet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt die Erstbewertung nach Abzug der Transaktionskosten.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten: Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden bei ihrer erstmaligen Erfassung und im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt und je nach Marktwert als finanzieller Vermögenswert oder finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Für die Erfassung der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden ist. Besteht eine wirksame Sicherungsbeziehung, wird im Fall eines Cashflow Hedges der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital bilanziert. Der ineffektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Fehlt es an einer wirksamen Sicherungsbeziehung, werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Konzern wendet derzeit kein Hedge Accounting an. Eine Überprüfung findet an jedem Bilanzstichtag statt.

Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb

Ein monetärer Posten in Form einer ausstehenden Forderung gegenüber einem ausländischen Geschäftsbetrieb, dessen Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist, stellt einen Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb dar. Bei diesen monetären Posten handelt es sich um langfristige Forderungen gegenüber ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns. Umrechnungsdifferenzen aus einem monetären Posten, der Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb ist, werden im Einzelabschluss der Tochtergesellschaft im Gewinn oder Verlust erfasst. Im Konzernabschluss werden diese Umrechnungsdifferenzen im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Veräußerung der Tochtergesellschaft vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse enthalten die direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung. Fremdkapitalkosten werden nicht berücksichtigt.

Eigene Anteile

Beim Erwerb eigener Anteile durch die WashTec AG werden diese in Höhe der Anschaffungskosten in einem Betrag direkt vom Eigenkapital abgesetzt. Der Kauf, Verkauf oder die Einziehung von eigenen Anteilen werden nicht erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehenden rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gebildet, deren Fälligkeit oder Höhe ungewiss ist. Die Bewertung erfolgt zum Barwert auf Basis der bestmöglichen Schätzung der Aufwendungen zur Erfüllung der Verpflichtungen. Erwartet der Konzern für eine Rückstellung zumindest teilweise eine Erstattung (wie z.B. bei einem Versicherungsvertrag), wird diese als gesonderter Vermögenswert aktiviert, wenn deren Erhalt so gut wie sicher ist. Langfristige Rückstellungen werden mit Marktzinssätzen vor Steuern abgezinst, wenn die Auswirkung wesentlich ist. Der Zinseffekt wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Auflösungen der Rückstellungen werden grundsätzlich in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie gebildet wurden.

Rückstellungen für Pensionen

Rückstellungen für Pensionen werden nach der »Projected Unit Credit-Methode« berechnet (IAS 19 revised). Nach dieser Methode werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unmittelbar unter Berücksichtigung von latenten Steuern und in voller Höhe im Eigenkapital erfasst. Der Dienstzeitaufwand und die Zinsen werden im operativen Ergebnis ausgewiesen. Weitere Einzelheiten sind in der Anhangangabe 26 dargestellt.

Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen

Altersteilzeitvereinbarungen basieren überwiegend auf dem sog. »Blockmodell«. In diesem Zusammenhang entstehen zwei Arten von Verpflichtungen, die jeweils in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Grundsätzen mit ihrem Barwert bewertet und getrennt voneinander bilanziert werden: Die erste Verpflichtungsart bezieht sich auf den kumulierten ausstehenden Erfüllungsbetrag, der anteilig über die Laufzeit der Aktiv-/Arbeitsphase erfasst wird. Der kumulierte ausstehende Erfüllungsbetrag basiert auf der Differenz zwischen der Vergütung des Arbeitnehmers vor Beginn der Altersteilzeitvereinbarung (einschließlich des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen) und der Vergütung für die Teilzeitbeschäftigung (einschließlich des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen, jedoch ohne Berücksichtigung der Aufstockungsbeträge). Die zweite Verpflichtungsart bezieht sich auf die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Leistung von Aufstockungsbeträgen zuzüglich eines weiteren Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diese wird gem. IAS 19 (revised) während der Arbeitsphase ratierlich zurückgestellt.

Anteilsbasierte Vergütung

Nach IFRS 2 wird zwischen anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich unterschieden. Vorstand und Aufsichtsrat der WashTec AG erhalten für ihre Tätigkeit eine anteilsbasierte Vergütung, die beide Komponenten enthält. Für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich wird im Zeitraum der Leistungserbringung durch den Anspruchsberechtigten die daraus resultierende Verbindlichkeit zu ihrem beizulegenden Zeitwert aufwandswirksam erfasst. Diese wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt. Die an den Aktienpreis der WashTec AG gekoppelten Konditionen werden bei der Bewertung berücksichtigt (»Marktbedingungen«). Daneben werden leistungsbezogene Ausübungsbedingungen miteinbezogen. Der auf die anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente entfallende Teil wird direkt im Eigenkapital erfasst. Die Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich werden auf Basis des ermittelten beizulegenden Zeitwerts unter Berücksichtigung der noch verbleibenden Programmlaufzeit als sonstige Verbindlichkeit passiviert. Für weitere Einzelheiten wird auf Anhangangabe 37 verwiesen.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der dazu berechtigt die Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt zu kontrollieren. Der Konzern erfasst grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz ein Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen. Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit zu Barwerten bilanziert. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto feste Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind und deren erstmalige Bewertung anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes oder (Zins-)Satzes vorgenommen wird, erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Leasingnehmers, den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde sowie Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird. Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers abgezinst. Der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers wird auf Basis eines risikolosen Zinssatzes über verschiedene Laufzeiten zzgl. einer Marge und einem länderspezifischen Risikoaufschlag ermittelt. Jede Leasingrate wird in einen Tilgungs- und Zinsanteil aufgeteilt.## Zinsaufwendungen

Zinsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, sodass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und setzen sich aus dem Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit, sämtlicher bei oder vor der Bereitstellung geleisteter Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie den geschätzten Kosten für Rückbauverpflichtungen zusammen. Leasingverträge werden i.d.R. für feste Zeiträume von 1–3 Jahren abgeschlossen. Mietverträge für Büro- und Lagergebäude umfassen teilweise auch längere Laufzeiten. Zudem können die Verträge Vereinbarungen zur stillschweigenden Verlängerung bzw. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen beinhalten. Derartige Vertragskonditionen werden herangezogen, um die maximale betriebliche Flexibilität des Konzerns sicherzustellen. Die bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen können jeweils beidseitig ausgeübt werden. Die in den Kündigungsoptionen vereinbarten Fristen sind ausreichend, um (soweit erforderlich) rechtzeitig Alternativen zu finden.

Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen über Gebäude berücksichtigt das Management sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Die wesentlichen Faktoren hierbei sind die Konditionen, die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit des Leasinggebers sowie logistische Überlegungen im Zusammenhang mit der zukünftigen Strategie des Konzerns. Ist der Konzern mit der Zusammenarbeit zufrieden und wird davon ausgegangen, dass diese Faktoren auch zukünftig mit der Unternehmensstrategie vereinbar sind, gilt es in der Regel als hinreichend sicher, dass die Verträge verlängert bzw. nicht gekündigt werden.

Sich aus der Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nicht-Ausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist. Diese Beurteilung wird überprüft, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt, das bzw. die die bisherige Beurteilung beeinflussen kann – sofern dies in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt. Die Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen.

Im Rahmen der Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt eine Erhöhung des Buchwerts um den Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit sowie eine Verringerung des Buchwerts um die geleisteten Leasingzahlungen. Für potenzielle künftige Steigerungen variabler Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erfolgt zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens eine Anpassung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts. Die Folgebewertung der Nutzungsrechte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption aus Sicht des Konzerns hinreichend sicher ist, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes. Bei Verträgen, die eine Verlängerungs- oder Kündigungsoption enthalten, wird eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit und Anpassung des Nutzungsrechts vorgenommen, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb der Kontrolle des Konzerns liegt und im Rahmen der Erstbewertung anders eingeschätzt wurde.

Der Konzern nimmt die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse von Vermögenswerten von geringem Wert, die keine kurzfristigen Leasingverhältnisse sind, in Anspruch und erfasst diese Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zudem werden die Vorschriften von IFRS 16 nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewandt.

Um den Kunden, insbesondere großen Betreibergruppen oder Mineralölgesellschaften, im Rahmen des Carwash-Management-Geschäfts Maschinen gegen eine waschzahl- abhängige Vergütung zur Verfügung stellen zu können, werden von WashTec gefertigte Maschinen an Leasinggesellschaften veräußert und im Rahmen von Sale-and-Lease-back-Transaktionen bzw. Mietkaufverträgen zurückgekauft. Im Rahmen dieser Transaktionen werden für die Maschinen ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit bilanziert. Es erfolgt keine Umsatzrealisierung aus dem Verkauf der Maschinen. Im Rahmen der Verträge mit den Kunden werden Umsatzerlöse auf Basis der Waschzahlen realisiert und das Nutzungsrecht abgeschrieben. Für die Angaben zu den Nutzungsrechten, Leasingverbindlichkeiten, Abschreibungen und Zinsaufwendungen wird auf die Anhangangaben 10, 15 und 29 verwiesen.

Vertragsverbindlichkeiten

Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden, werden als Vertragsverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen (siehe auch Abschnitt »Erlösrealisierung«). Im Konzern werden erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie die Umsatzabgrenzung, im Wesentlichen für Vollwartung, verlängerte Garantiezusagen und im Voraus bezahlte Serviceverträge, in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Ertragsteuern

Im Konzernabschluss werden tatsächliche Steuern unter Anwendung der am Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze und Steuervorschriften der Länder ermittelt, in denen die Tochtergesellschaften tätig sind und ein zu versteuerndes Ergebnis erwirtschaften. Für bilanzierte Ertragsteuerverbindlichkeiten wird als beste Schätzung die voraussichtlich erwartete Steuerzahlung herangezogen. Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuervorschriften verwendet, die zum Abschlussstichtag gültig bzw. angekündigt sind. Tatsächliche und latente Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst, es sei denn die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle wurden im Eigenkapital erfasst.

Die Bildung latenter Steuern erfolgt für temporäre Differenzen der konsolidierten Gesellschaften zwischen den Buchwerten eines Vermögenswerts oder einer Schuld nach IFRS und deren steuerlicher Basis sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen. Latente Steueransprüche für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und noch nicht genutzte Steuergutschriften werden in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und die noch nicht genutzten Steuergutschriften verwendet werden können.

Es werden keine latenten Steuerverbindlichkeiten auf temporäre Differenzen angesetzt, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts resultieren. Darüber hinaus erfolgt kein Ansatz latenter Steuern auf temporäre Differenzen, wenn die temporäre Differenz aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall resultiert, der sich zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder auf das IFRS-Ergebnis (vor Ertragsteuern) noch auf das steuerliche Ergebnis auswirkt und es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt. Führt eine Transaktion gleichzeitig zu betragsgleichen abzugsfähigen und zu versteuernden temporären Differenzen erfolgt ein Ansatz latenter Steuern.

Latente Steuerverbindlichkeiten werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen bilanziert, es sei denn, das die Beteiligung haltende Unternehmen ist in der Lage den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern und es ist wahrscheinlich, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird (»outside basis differences«). Eine Saldierung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerverbindlichkeiten wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind und ein einklagbarer Rechtsanspruch auf die Aufrechnung besteht.

Erlösrealisierung

Erlöse werden erfasst, wenn durch Übertragung eines zugesagten Guts oder einer zugesagten Dienstleistung (d. h. eines Vermögenswerts) auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Ein Vermögenswert gilt als übertragen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über diesen Vermögenswert erlangt.

Leistungsverpflichtungen aus dem Verkauf von Maschinen, Zubehör, Waren und Dienstleistungen werden zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt, wenn die Übertragung des zugesagten Vermögenswerts erfolgt ist bzw. der Kunde die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert erlangt hat. Dies ist in der Regel bei Abnahme bzw. Versand oder Abholung von Fertigerzeugnissen oder Waren sowie bei der Installation von Maschinen der Fall. Das üblicherweise gewährte Zahlungsziel beträgt in der Regel 30 Tage. Eine Ausnahme bildet ein einmaliges Finanzierungsprogramm mit einem Großkunden, das eine signifikante Finanzierungskomponente beinhaltet. In diesem Fall wurde bei der Bestimmung des Transaktionspreises die zugesagte Gegenleistung um den Zeitwert des Geldes angepasst und ein Teil des Transaktionspreises im Zinsaufwand ausgewiesen.

Der Konzern nimmt für Finanzierungskomponenten den praktischen Behelf in Anspruch, die Auswirkungen einer Finanzierungskomponente nicht zu berücksichtigen, falls die Dauer zwischen Übertragung von Gütern bzw. Dienstleistungen und Bezahlung dieser durch den Kunden bei maximal einem Jahr liegt oder die Finanzierungskomponente absolut als auch relativ unwesentlich ist.# Leistungsverpflichtungen

Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen aus Verträgen über Vollwartung, verlängerte Garantiezusagen sowie im Voraus bezahlte Serviceverträge werden über einen bestimmten Zeitraum erfüllt und in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Dem Kunden fließt hierbei der Nutzen aus der Leistung zu und er nutzt gleichzeitig die Leistung, während diese erbracht wird. Die WashTec Gruppe wendet zur Bestimmung des Leistungsfortschritts die outputbasierte Methode basierend auf der abgelaufenen Zeit an. Die Erfüllung dieser Leistungsverpflichtungen ist abhängig von den vertraglichen Regelungen und erfolgt in der Regel monatlich. Dadurch ist die zutreffende Ermittlung des Outputs sichergestellt. Diese Erlöse werden erfasst und in Rechnung gestellt, wenn die Leistung erbracht ist. Es erfolgt eine korrespondierende Auflösung der Vertragsverbindlichkeiten. Das üblicherweise gewährte Zahlungsziel beträgt in der Regel 30 Tage, Serviceverträge werden jedoch teilweise auch im Voraus bezahlt.

Umsätze aus dem Carwash-Management-Geschäft werden erst mit der Ausführung der jeweiligen Autowäsche realisiert. Dies gilt auch, wenn die Waschanlage zuerst an eine externe Leasinggesellschaft veräußert wird. WashTec verkauft Maschinen auch an Leasinggesellschaften, die diese im Rahmen von Mietverträgen an die Kunden weitervermieten. Diese Umsätze werden zum Zeitpunkt des Verkaufs realisiert. Bei diesen Geschäften gibt es in seltenen Fällen auch Verträge, die Rückkaufvereinbarungen enthalten und WashTec die Maschinen auf Anfrage des Kunden zurückerwerben muss. In diesen Fällen erfolgt die Umsatzrealisierung aus dem Maschinenverkauf in Höhe der erbrachten Leistung, d. h. es erfolgt eine Reduzierung der Umsatzerlöse in Höhe des Rückgaberechts. Zudem erfolgt eine korrespondierende Anpassung der Kosten für die erbrachte Leistung, die als sonstiger kurzfristiger finanzieller Vermögenswert in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis angesetzt wird.

Die Höhe der Erlöse entspricht dem Transaktionspreis und umfasst die Gegenleistung, die die WashTec Gruppe im Austausch für die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden voraussichtlich erhalten wird. Hiervon ausgenommen sind Umsatzsteuern. Erlösschmälerungen wie Rabatte, Skonti oder Volumendisc-ounts werden als variable Gegenleistungen bei der Ermittlung des Transaktionspreises berücksichtigt, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es zu keiner Stornierung des Umsatzes kommt. Diese Schätzung wird auf Basis der Erwartungswertmethode vorgenommen. Die Volumendisc-ounts werden als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten bilanziert.

Der Transaktionspreis wird auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Ein Preisnachlass wird grundsätzlich anteilig auf alle Leistungsverpflichtungen innerhalb eines Vertrags aufgeteilt, es sei denn es liegen Anhaltspunkte vor, dass sich der Preisnachlass vollständig oder teilweise auf eine oder mehrere, aber nicht alle Leistungsverpflichtungen innerhalb des Vertrags bezieht. Da keine direkt beobachtbaren Preise zur Verfügung stehen, zu denen die WashTec Gruppe das betreffende Gut oder die betreffende Dienstleistung separat unter ähnlichen Umständen an ähnliche Kunden verkaufen würde, wird zu Vertragsbeginn eine Schätzung der Höhe der Einzelveräußerungspreise anhand des Expected-Cost-Plus-Margin-Approach vorgenommen.

Die WashTec Gruppe nimmt das Wahlrecht in Anspruch, diejenigen Vertragserlangungs- und Erfüllungskosten direkt im Aufwand zu erfassen, die bei Aktivierung über eine Dauer von maximal einem Jahr abgeschrieben würden. Dies betrifft bei WashTec sämtliche dieser Kosten.

Zinserträge werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

Kosten der umgesetzten Leistung

Die Kosten der umgesetzten Leistung umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse und Dienstleistungen. Sie enthalten neben den direkt zurechenbaren Material-, Personal- und Energiekosten auch Fertigungseinzelkosten sowie die den Produktions- und Dienstleistungsbereichen zuzuordnenden Gemeinkosten. Die Gemeinkosten schließen Abschreibungen auf Gebäude und Anlagen sowie Abwertungen auf Vorräte ein.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn hinreichende Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung erlangt wird und der Konzern alle damit verbundenen Bedingungen einhält. Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen und zwar im Verlauf der Perioden, in denen das Unternehmen die entsprechenden Aufwendungen ansetzt, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen. Staatliche Zuschüsse im Rahmen von Stützungsmaßnahmen werden, sofern diese erfolgswirksam vereinnahmt wurden, mit den entsprechenden Aufwendungen saldiert bzw. in den sonstigen Erträgen erfasst. Es bestehen keine unerfüllten Bedingungen oder andere Erfolgsunsicherheiten im Zusammenhang mit den Zuschüssen. Der Konzern ist von anderen Formen von Beihilfen der öffentlichen Hand nicht unmittelbar begünstigt.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des Konzernergebnisses nach Steuern durch die gewichtete Anzahl der durchschnittlich ausstehenden Aktien. Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien geteilt, die sich während des Jahres im Umlauf befinden. Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die gewichtete durchschnittliche Anzahl von im Umlauf befindlichen Stammaktien um die Anzahl aller potenziell verwässernden Aktien berichtigt.

Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von operativen Segmenten auf dem »Management Approach«. Demzufolge erfolgt die externe Segmentberichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an den Vorstand (»Chief Operating Decision Maker«). Soweit die Zusammenfassungskriterien erfüllt sind, werden operative Segmente zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Ein geographisches Segment ist eine unterscheidbare Teilaktivität eines Unternehmens, die Produkte oder Dienstleistungen innerhalb eines specifischen, wirtschaftlichen Umfeldes anbietet oder erbringt, und die Risiken ausgesetzt ist und Erträge einbringt, die sich von Teilaktivitäten unterscheidet, die in anderen wirtschaftlichen Umfeldern stattfinden.

6. Wesentliche Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind in gewissem Umfang Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen zu treffen, die die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen können. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern, Bemessung der Rückstellungen, die Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern sowie die Annahmen zu zukünftigen Zahlungsströmen und Abzinsungssätzen. Sämtliche Ermessensentscheidungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren jeweils auf historischen Erfahrungen und auf dem aktuellen Kenntnisstand hinsichtlich künftiger Ereignisse. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und können in zukünftigen Perioden zu wesentlichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten führen.

Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

In Zusammenhang mit den Werthaltigkeitstests für Geschäfts- und Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte sind zur Bestimmung des jeweiligen Nutzungswerts Schätzungen der künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit notwendig. Außerdem muss ein angemessener Abzinsungssatz zur Ermittlung des Barwerts dieser Cashflows ermittelt werden. Zur Schätzung der künftigen Cashflows sind langfristige Ertragsprognosen vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branche zu treffen. Für weitere Einzelheiten wird auf die Anhangangabe 5 verwiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten erfordern Einschätzungen und Annahmen bei der Festlegung konzern-einheitlicher wirtschaftlicher Nutzungsdauern und bei der Abschreibungsmethode der Vermögenswerte.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Im Rahmen der Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ermittelt. Hierzu werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis gemeinsamer Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die Wertminderungsquoten basieren auf den Ausfallquoten der vergangenen drei Jahre und werden um zukunftsorientierte makroökonomische Faktoren angepasst, die Einfluss auf die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit der Kunden haben.

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern werden in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Die Schätzungen des Managements beziehen sich auf die Höhe des zu versteuernden Ergebnisses sowie den erwarteten Eintrittszeitpunkt. Weitere Einzelheiten sind unter der Anhangangabe 16 zu finden.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Altersteilzeitleistungen

Der Aufwand aus Pensions- sowie Altersteilzeitverpflichtungen wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt.# Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen und die Lebenserwartung. Ent- sprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Weitere Details hierzu werden in den Anhangangaben 26 und 27 dargestellt.

Anteilsbasierte Vergütungen

Die anteilsbasierte Vergütung durch Barausgleich wird mit dem beizulegenden Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag erfasst. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts anteils- basierter Vergütungen muss das am besten geeignete Bewertungsverfahren bestimmt werden, welches von den Bedingungen der Gewährung abhängig ist. Darüber hinaus ist die Bestimmung geeigneter, in dieses Bewertungsverfahren einfließender Inputparame- ter erforderlich, insbesondere die Volatilität der Aktie und der risikoneutrale Zinssatz für die Restlaufzeit. Die Annahmen und die angewandten Verfahren sind in der Anhang- angabe 37 ausgewiesen.

Rückstellungen

Insbesondere Abfindungs- und Garantierückstellungen werden auf Grundlage von Erwartungen, Einschätzungen von Eintrittswahrscheinlichkeiten und von geplanten Maßnahmen gebildet. Die Beurteilung der Höhe von möglichen Zahlungsverpflich- tungen beruht auf der Einschätzung der jeweiligen Situation.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend der in Anhangangabe 5 dargestellten Bilan- zierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung dieser Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Dies ist i.d.R. dann der Fall, wenn ein Produktent- wicklungsprojekt einen bestimmten Meilenstein in einem bestehenden Projektmanage- mentmodell erreicht hat.

Verträge mit Rückkaufvereinbarungen

WashTec verkauft Maschinen auch an Leasinggesellschaften, die diese im Rahmen von Mietverträgen an die Kunden weitervermieten. Bei diesen Geschäften gibt es in seltenen Fällen auch Verträge, die Rückkaufvereinbarungen enthalten. Darin verpflichtet sich WashTec die Maschinen am Ende der Vertragslaufzeit auf Anfrage des Kunden zurück- zuerwerben. Die Rückstellung für Verträge mit Rückkaufvereinbarungen umfasst die erwarteten Aufwendungen aus den vertraglichen Verpflichtungen zum Rückkauf der ver- äußerten Maschinen und wird rollierend ermittelt. Zur Berechnung wird eine Schätzung vorgenommen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Maschinen am Ende der Vertrags- laufzeit zurückerworben werden müssen. Für das Rückgaberecht wird ein sonstiger kurzfristiger finanzieller Vermögenswert in Höhe der Nettoinvestition in das Leasing- verhältnis angesetzt. Diese basiert auf einer Schätzung, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Maschinen am Ende der Vertragslaufzeit zurückerworben werden müssen und wird rollierend ermittelt.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

7. Segmentberichterstattung

Die Segmentierung nach dem »Management Approach« erfolgt im Konzern nach Ver- triebsgebieten. Als Vertriebsgebiete sind aufgrund der spezifischen Marktgegebenheiten die Regionen »Europa«, »Nordamerika« und »Asien/Pazifik« definiert und orientieren sich am jeweiligen Sitz der Konzernunternehmen. Zentrale Größen für die Steuerung der einzelnen Segmente sind die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis (EBIT). Die Segmentergebnisse ergeben sich aus den direkt zuordenbaren Erträgen und Aufwen- dungen sowie aus Umlagen bereichsübergreifender Funktionen. Die Spalte »Konsoli- dierung« enthält die Eliminierung von ergebniswirksamen Transaktionen, die zwischen den operativen Segmenten getätigt wurden. Dies betrifft im Wesentlichen die Zwischen- ergebniseliminierung aus dem Verkauf von Waren. Die Summe der berichtspflichtigen Segmente entspricht nach Konsolidierungen dem Konzernergebnis. Die Verrechnungs- preise mit den einzelnen Konzernunternehmen werden nach dem »arm’s length princi- ple« vorgenommen und halten dem Drittvergleich stand. Sie tragen gleichzeitig den marktspezifischen und wirtschaftlichen Anforderungen in den einzelnen Segmenten Rechnung. Die Bewertungsgrundsätze für die Segmentberichterstattung basieren auf den im Konzernabschluss verwendeten IFRS-Grundsätzen. Bei den Segmenten des Konzerns handelt es sich um Geschäftseinheiten, die ihre Umsätze im Wesentlichen mit dem Verkauf von Maschinen, Ersatzteilen, Service und chemischen Produkten erwirtschaften.

Nach Segmenten 2022

Europa Nordamerika Asien/Pazifik Konsolidierung Konzern
in T€
Umsatzerlöse 371.625 107.662 17.624 –14.672 482.239
davon mit Dritten 357.423 107.191 17.624 0 482.239
davon mit anderen Segmenten 14.201 471 0 –14.672 0
Betriebsergebnis (EBIT) 36.415 1.448 422 –276 38.009
EBIT-Marge (in %) 9,8 1,3 2,4 7,9
Finanzerträge 529
Finanzaufwendungen –1.275
Ergebnis vor Steuern (EBT) 37.263
Ertragsteuern –10.909
Konzernergebnis 26.355
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und Nutzungsrechte 13.251 1.021 436 0 14.708
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und Nutzungsrechte 12.418 1.583 689 0 14.690

Nach Segmenten 2021

Europa Nordamerika Asien/Pazifik Konsolidierung Konzern
in T€
Umsatzerlöse 348.683 77.451 18.076 –13.677 430.532
davon mit Dritten 335.164 77.320 18.048 0 430.532
davon mit anderen Segmenten 13.519 131 28 –13.677 0
Betriebsergebnis (EBIT) 40.207 4.583 1.206 –304 45.691
EBIT-Marge (in %) 11,5 5,9 6,7 10,6
Finanzerträge 73
Finanzaufwendungen –971
Ergebnis vor Steuern (EBT) 44.793
Ertragsteuern –13.716
Konzernergebnis 31.077
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und Nutzungsrechte 10.302 1.190 333 0 11.825
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und Nutzungsrechte 12.457 1.412 638 0 14.507

Aufgliederung der Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach Erfüllung der Leistungs- verpflichtung und Erfassung der Umsatzerlöse:

2022 in T€

Europa Nord- amerika Asien/ Pazifik Konsolidie- rung Konzern
Erfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt 370.414 106.534 17.624 –14.672 479.899
Erfassung über einen bestimmten Zeitraum 1.211 1.128 0 0 2.339

2021 in T€

Europa Nord- amerika Asien/ Pazifik Konsolidie- rung Konzern
Erfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt 346.091 76.022 18.076 –13.677 426.511
Erfassung über einen bestimmten Zeitraum 2.592 1.429 0 0 4.021

Die Konzern-Umsatzerlöse gliedern sich in folgende Produkte:

in T€ 2022 2021
Maschinen und Service 419.957 373.250
Chemie 56.917 51.006
Sonstiges 5.365 6.277
Gesamt 482.239 430.532

Der Konzern generiert ca. 77,4% (Vorjahr: ca. 77,9%) der Außenumsätze in euro- päischen Ländern. Hier nehmen Deutschland und Frankreich den größten Anteil am Gesamtumsatz ein. Auf Deutschland entfallen nach Konsolidierung 26,6% (Vorjahr: 28,7%) des Konzernumsatzes, die auf die Produkte Maschinen und Service, Chemie sowie Sonstiges entfallen. Auf Frankreich entfallen dabei 13,8% (Vorjahr: 14,2%) des Konzernumsatzes. Die Außenumsätze außerhalb Europas werden vor allem in Nord- amerika getätigt und entfallen im Wesentlichen auf die USA. In den Segmenten Europa und Nordamerika wurden wie im Vorjahr Umsätze mit einem Großkunden getätigt, die geringfügig über 10% der Gesamterlöse lagen. Die Zuordnung der Vermögenswerte des Konzerns richtet sich nach deren geographi- schem Standort. Verkäufe an externe Kunden, die in den geographischen Segmenten angegeben werden, werden entsprechend dem geographischen Standort der Kunden den einzelnen Segmenten zugewiesen. In den übrigen Ländern verfügt der Konzern über kein Vermögen, da keine eigenen Vertriebsgesellschaften bestehen. Die Umsätze mit den übrigen Ländern werden durch Exporte an unabhängige Händler generiert.

Die Konzern-Vermögenswerte werden folgenden geographischen Standorten zugeordnet:

2022 in T€

Deutschland Europa Nord- amerika Asien/ Pazifik Konzern
Sachanlagen 20.343 4.213 306 407 25.268
Investitionen Sachanlagen 2.085 2.314 126 215 4.741
Immaterielle Vermögenswerte inkl. Goodwill 45.264 4.066 0 14 49.344
Investitionen immaterielle Vermögenswerte 2.787 0 0 0 2.787
Nutzungsrechte 5.521 8.975 1.991 850 17.337
Investitionen Nutzungsrechte 2.666 3.399 895 221 7.180

2021 in T€

Deutschland Europa Nord- amerika Asien/ Pazifik Konzern
Sachanlagen 20.698 3.418 421 429 24.966
Investitionen Sachanlagen 2.124 1.256 105 92 3.577
Immaterielle Vermögenswerte inkl. Goodwill 44.427 4.080 0 17 48.524
Investitionen immaterielle Vermögenswerte 668 17 0 2 687
Nutzungsrechte 6.202 9.204 2.789 1.080 19.275
Investitionen Nutzungsrechte 1.891 4.347 1.084 239 7.561

8. Kosten der umgesetzten Leistung, Forschungs- und Entwicklungs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwand

Nachfolgend ist die Aufteilung der Kosten der umgesetzten Leistung sowie des Forschungs- und Entwicklungs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwandes dargestellt:

in T€ Kosten der umgesetzten Leistung Forschungs- und Entwicklungsaufwand Vertriebsaufwand Verwaltungsaufwand Konzern
2022 2021 2022 2021 2022
Materialaufwand 221.063 182.507 370 329 14.675
Personalaufwand 91.470 85.768 9.227 7.756 34.547
Abschreibungen 10.752 10.426 681 709 2.314
Sonstige Kosten 29.541 25.101 3.872 4.170 10.600
Gesamt 352.826 303.802 14.150 12.964 62.136

Die sonstigen Kosten setzen sich im Wesentlichen aus Kraftfahrzeugkosten, Kosten für Zeitarbeitskräfte und Fremdleistungen, Instandhaltungen und Energie sowie aus Reise- kosten zusammen. Darüber hinaus sind Kosten für Personalbeschaffung, Weiterbildung, Büromaterial, Kommunikationsaufwendungen, lokale Steuern sowie Patent- und Lager- kosten enthalten. Im Vorjahr war im Forschungs- und Entwicklungaufwand innerhalb der Personalkosten die Auflösung einer Rückstellung für Restrukturierung i.H.v. Mio.€ 1,3 enthalten. Der Personalaufwand ist den Funktionsbereichen direkt zugeordnet.# Anhangangaben

Für eine detaillierte Darstellung des Personalaufwands und der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter nach Funktionen wird auf Anhangangabe 13 verwiesen.

9. Sonstige Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen Erträge und sonstigen Aufwendungen umfassen alle Erträge und Aufwendungen, die nicht unmittelbar den Funktionsbereichen zurechenbar sind.

Sonstige Erträge in T€

2022 2021
Erträge aus ausgebuchten Forderungen 2 16
Erträge aus Schrottverkäufen 997 995
Erträge aus Versicherungserstattungen 70 298
Erträge aus Währungskursdifferenzen 3.023 1.977
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 682 311
Sonstige Erträge 2.396 3.518
Gesamt 7.169 7.115

In den sonstigen Erträgen sind im Vorjahr Erträge aus der erfolgswirksamen Erfassung der Zuschüsse aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in den USA i.H.v. T€ 2.746 enthalten.

Sonstige Aufwendungen in T€

2022 2021
Aufwendungen aus Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –61 –91
Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen 3.542 1.805
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 61 111
Aufwendungen für Versicherungen 1.147 1.053
Aufwendungen aus Schadensfällen 427 267
Sonstige Aufwendungen 47 41
Gesamt 5.164 3.186

10. Finanzergebnis in T€

2022 2021
Sonstige Zinserträge 529 73
Finanzerträge 529 73
Aufwendungen aus verzinslichen Darlehen 653 456
Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Leasingverbindlichkeiten 234 413
Sonstige Zinsaufwendungen 388 102
Finanzaufwendungen 1.275 971
Finanzergebnis –746 –898

In den sonstigen Zinserträgen sind im Berichtsjahr Zinsen in Höhe T€ 405 enthalten, die auf Erstattungen aus abgeschlossenen Betriebsprüfungen und die Abzinsung von Verbindlichkeiten entfallen. In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Zinsen in Höhe von T€ 333 für die Abzinsung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, wohingegen im Vorjahr Zinsen in Höhe von T€ 81 enthalten waren, die auf eine Rückstellung für eine laufende Betriebsprüfung entfielen.

Von den Zinserträgen und Zinsaufwendungen sind insgesamt T€ –512 (Vorjahr: T€ –485) den Bewertungskategorien »zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte« (AC) und »zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten« (FLAC) zuzuordnen. Diese Zinserträge und Zinsaufwendungen teilen sich wie folgt auf die Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 auf:

in T€

Bewertungskategorien nach IFRS 9 2022 2021
Zinserträge AC 332 16
FLAC 197 57
Zinsaufwendungen AC 333 0
FLAC 708 558

11. Ertragsteuern

Der Posten betrifft sowohl tatsächliche als auch latente Steuern. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung von den erwarteten zu den tatsächlichen Ertragsteuern. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Steuern mit dem Konzernsteuersatz von 31,9% (Vorjahr: 31,9%) multipliziert. Dieser orientiert sich am Steuersatz des Mutterunternehmens. Der effektive Steuersatz der WashTec Gruppe beträgt 29,3% (Vorjahr: 30,6%).

in T€

2022 2021
Erwartete Ertragsteuern 11.898 14.303
Unterschiede aus ausländischen Steuersätzen –677 –808
Nicht abziehbare Aufwendungen 1.232 661
Nicht aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge 605 –548
Nutzung von Verlustvorträgen für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden –583 –815
Aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge 225 –928
Anpassungen für Steuern aus Vorjahren –1.706 1.772
Sonstige –86 79
Gesamt 10.909 13.716

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

in T€

2022 2021
Tatsächlicher Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 10.296 13.741
Latenter Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 613 –25
Gesamt 10.909 13.716

12. Ergebnis je Aktie

Ermittlung des Ergebnisses je Aktie für die Jahre 2022 und 2021:

2022 2021
Konzernjahresergebnis in T€ 26.355 31.077
Durchschnittliche gewichtete ausstehende Anzahl der Aktien Stück 13.382.324 13.382.324
Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert) in € 1,97 2,32

Vorstand und Aufsichtsrat werden der für den 15. Mai 2023 geplanten Hauptversammlung vorschlagen, den im Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn i.H.v. € 29.804.169,57 wie folgt zu verwenden: Ausschüttung i.H.v. € 2,20 je dividendenberechtigter Stückaktie, insgesamt € 29.441.112,80 , und Vortrag des verbleibenden Bilanzgewinns i.H.v. € 363.056,77 auf neue Rechnung.

13. Personalaufwand

Der erfasste Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:

in T€

2022 2021
Löhne und Gehälter 121.184 114.331
Sozialversicherungsbeiträge 11.756 10.662
Arbeitgeberanteil für gesetzliche und freiwillige Rentenversicherung (beitragsorientiert) 9.479 9.224
Altersversorgung und Altersteilzeit 2.583 2.053
Gesamt 145.002 136.271

Im Vorjahr waren im Personalaufwand Effekte aus den unterstützenden Maßnahmen der Länder zur Kompensation der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie enthalten. Die erfolgswirksam vereinnahmten Zuwendungen der öffentlichen Hand, die im Geschäftsjahr 2021 mit dem Personalaufwand saldiert wurden, betrugen T€ 365.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Funktionen stellt sich wie folgt dar:

2022 2021
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
Vertrieb, Marketing und Service 1.067 1.054
Produktion, Technik und Entwicklung 573 548
Finanzen und Verwaltung 166 165
Gesamt 1.806 1.767

Erläuterungen zur Konzernbilanz

14. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in T€

Ansaffungs- bzw. Herstellungskosten Abschreibungen Nettobuchwert
01.01.2022 Zugänge Abgänge
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 47.450 316 200
Technische Anlagen und Maschinen 34.368 2.222 3.402
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.432 1.138 3.119
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.016 1.064 287
Sachanlagen 101.265 4.741 7.008
Entwicklungskosten selbsterstellt 21.564 1.973 0
Lizenzen und Software erworben 17.744 352 493
Patente, Technologien und sonstige immaterielle Vermögenswerte 3.716 0 19
Geschäfts- und Firmenwert 83.642 0 0
Geleistete Anzahlungen und Entwicklungsprojekte in Arbeit 552 462 0
Immaterielle Vermögenswerte 127.219 2.787 513
Anlagevermögen gesamt 228.484 7.528 7.521

*** Die Gegenposition ergibt sich aus Umbuchungen im Zusammenhang mit Nutzungsrechten

Ansaffungs- bzw. Herstellungskosten Abschreibungen Nettobuchwert
01.01.2021 Zugänge Abgänge
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 47.054 213 37
Technische Anlagen und Maschinen 33.953 1.001 1.019
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.412 868 2.313
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 445 1.494 11
Sachanlagen 100.863 3.577 3.380
Entwicklungskosten selbsterstellt 21.470 112 0
Lizenzen und Software erworben 17.292 574 183
Patente, Technologien und sonstige immaterielle Vermögenswerte 4.157 2 421
Geschäfts- und Firmenwert 82.253 0 0
Geleistete Anzahlungen und Entwicklungsprojekte in Arbeit 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 125.172 687 604
Anlagevermögen gesamt 226.035 4.264 3.984

Immaterielle Vermögenswerte

In den Zugängen bei den Entwicklungskosten ist im Wesentlichen ein selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert für die Entwicklung einer Software für die Digitalisierungs- und Serviceplattform in Höhe von T€ 1.822 enthalten. Dieser Wert entspricht dem Buchwert am 31. Dezember 2022. WashTec geht von einer Nutzungsdauer der Software von 7 Jahren aus.

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit wurden die bilanzierten immateriellen Vermögenswerte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Die Ergebnisse führten zu keinem Anpassungsbedarf bei den angesetzten Werten. Es sind T€ 2.389 (Vorjahr: T€ 1.471) Forschungs- und Entwicklungskosten angefallen, die nicht aktiviert wurden, da die Kriterien zur Aktivierung gem. IAS 38 nicht erfüllt waren.

Wesentliche vertragliche Verpflichtungen, wie z.B. aus dem Erwerb von Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerten, bestehen zum Stichtag nicht.

Geschäfts- und Firmenwert

Die gesamten Geschäfts- und Firmenwerte mit einem Buchwert von T€ 42.312 (Vorjahr: T€ 42.312) werden dem gemäß IFRS 8 ermittelten operativen Segment »Europa« zugeordnet.

Die Werthaltigkeitsprüfung für Geschäfts- und Firmenwerte wird regelmäßig für die operativen Segmente auf Grundlage der Berechnung des Nutzungswerts durchgeführt.# 15. Nutzungsrechte

Bei den bilanzierten Leasingverhältnissen handelt es sich im Wesentlichen um angemietete Gebäude und Leasing von Servicefahrzeugen. Diese sind in den Nutzungsrechten für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthalten. Die Nutzungsrechte für Maschinen beinhalten die von WashTec gefertigten Maschinen, die an Leasinggesellschaften veräußert und im Rahmen von Sale-and-Leaseback-Transaktionen bzw. Mietkaufverträgen zurückgekauft werden.

Die folgende Tabelle zeigt die im Rahmen von Leasingverhältnissen bilanzierten Nutzungsrechte an Vermögenswerten:

31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Nutzungsrechte – Grundstücke und Gebäude 9.595 12.568
Nutzungsrechte – Andere Anlagen, Betriebs- & Geschäftsausstattung 7.031 5.996
Nutzungsrechte – Maschinen 712 712
Gesamt 17.337 19.275

Die Zugänge zu den Nutzungsrechten betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 7.180 (Vorjahr: T€ 7.561), die Abgänge bzw. Umbuchungen T€ –218 (Vorjahr: T€ 26). Auf Währungskurseffekte entfallen T€ 119 (Vorjahr: T€ 400).

Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte setzen sich wie folgt zusammen:

2022 (in T€) 2021 (in T€)
Nutzungsrechte – Grundstücke und Gebäude 4.500 4.301
Nutzungsrechte – Andere Anlagen, Betriebs- & Geschäftsausstattung 4.190 3.617
Nutzungsrechte – Maschinen 328 326
Gesamt 9.018 8.244

Für Angaben zu den Leasingverbindlichkeiten wird auf Anhangangabe 29 verwiesen.

16. Latente Steuern

Es bestehen aktive latente Steuern i.H.v. T€ 3.856 (Vorjahr: T€ 4.753) sowie passive latente Steuern i.H.v. T€ 1.600 (Vorjahr: T€ 1.299), die aus temporären Differenzen resultieren.

Latente Steuerverbindlichkeiten für sogenannte »outside basis differences« werden nicht bilanziert, da das die Beteiligung haltende Unternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit auflösen werden.

Die Steuerbasis der nicht angesetzten passiven latenten Steuern beläuft sich auf T€ 1.028 (Vorjahr: T€ 2.271).

Verlustvorträge und temporäre Differenzen wurden zur Bildung aktiver latenter Steuern herangezogen soweit die Nutzung der Verlustvorträge bzw. der temporären Differenzen auf Basis der internen Planung 2023 bis 2028 mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Sofern es nicht wahrscheinlich ist, dass Verlustvorträge mit einem zukünftigen zu versteuernden Ergebnis verrechnet werden können, werden diese nicht zur Bildung von aktiven latenten Steuern herangezogen. Deshalb wurden im Berichtsjahr für Verlustvorträge i.H.v. T€ 10.621 (Vorjahr: T€ 11.275) sowie für temporäre Differenzen i.H.v. T€ 9.716 (Vorjahr: T€ 8.790) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Dies entspricht nicht aktivierten aktiven latenten Steuern für Verlustvorträge i.H.v. T€ 2.650 (Vorjahr: T€ 3.312) sowie nicht aktivierten aktiven latenten Steuern für temporäre Differenzen i.H.v. T€ 2.470 (Vorjahr: T€ 2.245).

Ein Teil der Verlustvorträge unterliegt hinsichtlich der Nutzung keiner zeitlichen Begrenzung. Verlustvorträge in Höhe von T€ 5.082 sind zeitlich begrenzt nutzbar. Davon verfallen T€ 2.937 in den Jahren 2023 bis 2028 und T€ 2.145 in den Jahren 2032 bis 2034 sofern sie nicht genutzt werden können.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen vor Saldierung auf folgende wesentliche Bilanzposten:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Steuerliche Verlustvorträge 702 928
Sachanlagen 336 288
Immaterielle Vermögenswerte 0 0
Nutzungsrechte 0 0
Vorräte 1.365 1.963
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 175 95
Sonstige Vermögenswerte 1 1
Leasingverbindlichkeiten 3.814 4.055
Rückstellungen 1.829 2.649
Sonstige Verbindlichkeiten 1.680 1.533
Vertragsverbindlichkeiten 303 179
Gesamt 10.205 11.691
davon langfristig 5.406 5.995
davon kurzfristig 4.799 5.696

Es wurden latente Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten i.H.v. T€ 6.349 (Vorjahr: T€ 6.938) gemäß den Saldierungsvorschriften des IAS 12 aufgerechnet.

Im Berichtsjahr wurden T€ –555 (Vorjahr: T€ –178) latente Steuern im Eigenkapital gebucht. Der Saldo der im Eigenkapital erfassten latenten Steuern beläuft sich damit auf T€ 1.294 (Vorjahr: T€ 1.849).

In der folgenden Tabelle sind die Veränderungen der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen sowie die darauf entfallenden Veränderungen der latenten Steuern dargestellt:

Veränderung vor Steuern (in T€) Veränderung der latenten Steuern (in T€) Veränderung nach Steuern (in T€) Veränderung vor Steuern (in T€) Veränderung der latenten Steuern (in T€) Veränderung nach Steuern (in T€)
31.12.2022 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen 1.112 0 1.112 1.457 0 1.457
Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in Tochterunternehmen 164 –172 –8 483 –158 325
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste 1.373 –383 990 46 –20 26
Veränderung aktienbasierte Vergütung 38 0 38 96 0 96
Im Eigenkapital direkt erfasste Wertänderungen 2.687 –555 2.132 2.082 –178 1.904

17. Vorräte

31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe inkl. Waren 33.079 26.198
Unfertige Erzeugnisse 25.966 20.602
Fertige Erzeugnisse 12.227 9.584
Geleistete Anzahlungen 374 698
Gesamt 71.647 57.083

Im Berichtsjahr belief sich die Zuführung der Wertminderungen auf das Vorratsvermögen auf T€ 1.551 (Vorjahr: T€ 128).

18. Steuerforderungen

31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Kurzfristige Steuerforderungen 16.028 18.699
Gesamt 16.028 18.699

Die Steuerforderungen betrafen im Wesentlichen Forderungen gegenüber den Steuerbehörden aus anrechenbaren Kapitalertragsteuern und Solidaritätszuschlag sowie Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer.

19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.430 4.211
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 78.801 67.236
Gesamt 82.231 71.448

Das üblicherweise gewährte Zahlungsziel für kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt in der Regel 30 Tage. Die langfristigen Forderungen resultieren aus Zahlungsplänen mit Kunden.

Die Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen insgesamt T€ 86.713 (Vorjahr: T€ 77.215). Darin sind Bruttobuchwerte für am Abschlussstichtag bonitätsbeeinträchtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. T€ 615 (Vorjahr: T€ 729) enthalten.

Die ebenfalls im Gesamtbetrag enthaltenen Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die die Wertminderungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen werden, stellen sich wie folgt dar:

Jahr Nicht überfällig Mehr als 30 Tage überfällig Mehr als 60 Tage überfällig Mehr als 120 Tage überfällig Gesamt (in T€)
31.12.2022 71.033 3.230 2.251 9.584 86.097
31.12.2021 60.459 2.922 2.143 10.963 76.486

Die Wertminderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar:

2022 (in T€) 2021 (in T€)
Stand 1. Januar 5.768 6.443
Erfolgswirksam erfasste Veränderung der Wertminderung für Kreditverluste 413 142
Im Geschäftsjahr als uneinbringlich abgeschriebene Beträge –1.147 –354
Nicht in Anspruch genommene, aufgelöste Beträge –552 –463
Stand 31. Dezember 4.481 5.768

20. Sonstige Vermögenswerte

31.12.2022 (in T€) 31.12.2021 (in T€)
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 277 199
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 538 520
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1.486 1.617
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 2.255 1.836
Gesamt 4.556 4.171
davon nicht-finanzielle Abgrenzungsposten 1.750 1.399

Der Abgrenzungsposten ergibt sich aus der Abgrenzung von vorausbezahlten Wartungspauschalen sowie aus Vorauszahlungen von Versicherungsprämien.

21. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten mit erstklassiger Bonität mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten gerechnet vom Erwerbszeitpunkt. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst.# Finanzbericht

Für alle Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergaben sich im Berichtsjahr keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung. Der Buchwert der Zahlungsmittel beträgt T€ 14.215 (Vorjahr: T€ 18.085) und stellt gleichzeitig den beizulegenden Zeitwert dar. Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds der WashTec Gruppe im Berichtsjahr verändert hat. Dabei wurden die Zahlungsströme entsprechend IAS 7 nach den operativen Tätigkeiten im Mittelfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Finanzmittelfonds zum Ende des Jahres wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.215 18.085
Kontokorrentkredite/kurzfristigverzinsliche Darlehen –41.362 –13.547
Finanzmittelfonds –27.147 4.538

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt:

in T€
2022
Stand 1. Januar 20.248
Tilgung der Leasingverbindlichkeiten –8.861
Aufnahme von Leasingverbindlichkeiten 7.180
Abgang von Leasingverbindlichkeiten –571
Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung 107
Sonstige Veränderungen
Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Leasingverbindlichkeiten (Darstellung als operativer Cashflow) 234
Gezahlte Zinsen –234
Stand 31. Dezember 18.102

Die zahlungswirksame Veränderung der Leasingverbindlichkeiten beträgt T€ 9.095 (Vorjahr: T€ 8.208), die zahlungsunwirksame Veränderung beträgt T€ 6.950 (Vorjahr: T€ 8.285). In Bezug auf die Erläuterungen zu den verzinslichen Darlehen wird auf die Anhangan­gabe 28 verwiesen. Für die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Leasingverbind­lichkeiten wird auf Anhangangabe 10 verwiesen.

Eigenkapital

22. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der WashTec AG beträgt T€ 40.000. Es ist in 13.976.970 (Vorjahr: 13.976.970) auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt und ist voll eingezahlt. Jede Aktie besitzt ein Stimmrecht und ist entsprechend ihrem Anteil am Grundkapital dividenden­bezugsberechtigt.

31.12.2022 31.12.2021
Stammaktien in tausend Stück 13.977 13.977
Anteile am Grundkapital je Aktie in € 2,86 2,86

Die durchschnittlich gewichtete Anzahl der im Umlauf be­findlichen Anteile zum 31. Dezember 2022 beträgt 13.382.324 Aktien (Vorjahr: 13.382.324 Aktien).

Die ordentliche Hauptversammlung vom 16. Mai 2022 hat beschlossen, den im Jahres­abschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von € 40.306.406,55 zur Zahlung einer Dividende von € 2,90 je dividenden­berechtigter Stückaktie, insgesamt € 38.808.739,60, zu verwenden und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von € 1.497.666,95 auf neue Rechnung vorzutragen. In dem Be­schluss über die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre ist neben der Dividende für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von € 2,10 eine Sonderdividende in Höhe von € 0,80 enthalten.

Genehmigtes Kapital

Das derzeit nach Ziffer 5.1 der Satzung der Gesellschaft bestehende Genehmigte Kapi­tal, von dem bislang kein Gebrauch gemacht wurde, wäre am 30. Juni 2022 ausgelaufen. Um der Gesellschaft zu ermöglichen, sich bei Bedarf auch künftig zügig und flexibel Eigenkapital zu günstigen Konditionen zu be­schaf­fen, soll das bestehende Genehmigte Kapital aufgehoben und der Vorstand erneut ermächtigt werden, das Grundkapital durch die Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2022, der auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations zugänglich ist, wurde das von der Hauptversammlung am 29. April 2019 zu Tagesordnungspunkt 7 beschlossene Genehmigte Kapital gemäß Ziffer 5.1 der Satzung aufgehoben. Daneben wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 30. Juni 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 8.000.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugs­recht einzuräumen.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugs­recht der Aktionäre auszuschließen:

  • für Spitzenbeträge;
  • wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage im Rahmen des Erwerbs von Unterneh­men, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen ausgegeben werden;
  • bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter­schreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10% nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung;
  • soweit dies erforderlich ist, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochter­gesellschaften ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Aus­übung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung von Wandlungs- oder Options­pflichten zustehen würde.

Der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die gemäß den vor­stehenden Regelungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben werden, darf insgesamt 10% des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Hierauf sind – vorbehaltlich einer von einer nachfolgenden Haupt­versammlung etwa zu beschließenden erneuten Ermächtigung zum Bezugsrechtsaus­schluss – die Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder auf die sich Options- oder Wandelschuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Options­pflicht beziehen, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzel­heiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Akti­enrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, die Fassung der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital anzupassen.

23. Kapitalrücklage

Im Wesentlichen resultiert die Kapitalrücklage aus der Einbringung der California Kleindienst Holding GmbH in die WashTec AG zum 1. Januar 2000 i.H.v. T€ 26.828 und i.H.v. T€ 18.019 – abzüglich T€ 1.774 Kapitalerhöhungskosten – aus dem Agio der Kapitalerhöhung im August 2005. Im Jahr 2009 wurde die Kapitalrücklage durch den Einzug von eigenen Aktien i.H.v. T€ 9.464 gemindert.

24. Eigene Anteile

Wie im Vorjahr hält die WashTec AG zum 31. Dezember 2022 eigene Aktien i.H.v. T€ 13.176.788. Dies entspricht 594.646 Stück bzw. einem Anteil von 4,25%. Die eigenen Anteile wurden in den Geschäftsjahren 2012, 2013 und 2015 erworben.

Erwerb und Verwendung eigener Aktien

Zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bedarf die Gesellschaft, soweit nicht gesetzlich ausdrücklich zugelassen, einer entsprechenden Ermächtigung durch die Hauptversammlung. Da die von der Hauptversammlung am 29. April 2019 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG am 30. Juni 2022 ausgelaufen wäre, wurde von der Hauptversammlung am 16. Mai 2022 beschlossen, die alte Ermächtigung aufzuheben und der Gesellschaft er­neut eine Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien zu erteilen. Der Beschluss der Hauptversammlung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.washtec.de im Bereich Investor Relations zugänglich.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien

Die Gesellschaft wurde gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 30. Juni 2025 eigene Aktien i.H.v. bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu anderen Zwecken als dem Handel in eige­nen Aktien zu erwerben. Der Erwerb darf nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots, oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft in der XETRA-Schlussauktion (oder einem vergleichbaren Nach­folgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsentage vor dem Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Erfolgt der Erwerb über ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot oder eine an alle Aktionäre gerichtete öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsoffer­ten, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der Gesell­schaft in der XETRA-Schlussauktion (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsentage vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Angebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Sollte das öffentliche Angebot überzeichnet sein bzw.# im Fall einer Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten von mehreren gleichwertigen Angeboten nicht sämtliche angenommen werden, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Ein bevorrechtigter Erwerb bzw. eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionär kann vorgesehen werden. Das öffentliche Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe einer Verkaufsofferte kann weitere Bedingungen vorsehen.

Verwendung der eigenen Aktien; Bezugsrechtsausschluss

Der Vorstand wurde ermächtigt, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 16. Mai 2022 erteilten Ermächtigung oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch in anderer Weise als durch einen Verkauf über die Börse oder ein Angebot an alle Aktionäre wie folgt zu verwenden:

  • Sie können p als Gegenleistung an Dritte im Rahmen des unmittelbaren oder mittelbaren Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder im Rahmen des Zusammenschlusses mit Unternehmen angeboten und übertragen werden;
  • p zur Bedienung von Optionsrechten an Mitglieder der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Rahmen eines Aktienopti- onsprogramms ausgegeben werden, verwendet werden; oder
  • p auf andere Weise verwendet werden, sofern die Verwendung der eigenen Aktien der Gesellschaft gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschrei- tet.

Diese Ermächtigung ist zudem beschränkt auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zur Bedienung von Optionsrechten, die an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms ausgegeben werden, zu verwenden.

Die vorgenannten Ermächtigungen zur Verwendung in anderer Weise als durch einen Verkauf über die Börse oder ein Angebot an alle Aktionäre können ganz oder in Teilen, einmalig oder mehrmalig ausgenutzt werden. Die Verwendung darf zu einem oder zu mehreren der vorgenannten Zwecke erfolgen.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie die Aktien gemäß den vorstehenden Ermächti- gungen in anderer Weise als durch einen Verkauf über die Börse oder ein Angebot an alle Aktionäre verwendet werden.

Sofern Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zur Bedienung von Optionsrechten verwendet werden, die an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundenen Unter- nehmen im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms ausgegeben wurden, darf nur bis zu einer Höhe von insgesamt maximal 5% des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von der Ermächtigung Gebrauch gemacht werden. Auf diese 5%-Grenze ist das anteilige Grundkapital anzurechnen, das auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit der Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Mitglieder des Vor- stands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder mit der Gesell- schaft verbundenen Unternehmen gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben oder veräußert werden.

Einziehung der eigenen Aktien

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Aktien, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung er- worben werden, ganz oder in Teilen einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung der Gesellschaft anzupassen.

Ausnutzung in Teilbeträgen

Sämtliche vorbezeichneten Ermächtigungen können ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft aus- geübt werden. Die Ermächtigungen – mit Ausnahme der Ermächtigung zur Einziehung der eigenen Aktien – können auch durch Tochterunternehmen der Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder von Tochterunternehmen der Gesell- schaft ausgeübt werden. Die Ermächtigungen zur Verwendung der eigenen Aktien bzw. zum Bezugsrechtsausschluss sowie zur Einziehung der eigenen Aktien erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die aufgrund von § 71d Satz 5 AktG er- worben wurden.

25. Sonstige Rücklagen und Währungskurseffekte

in T€ 01.01.2022 Veränderung direkt im Eigenkapital Veränderung der latenten Steuern Veränderung anteilsbasierte Vergütung Veränderung Erträge und Aufwendungen 31.12.2022
Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in Tochterunternehmen –1.686 164 –172 0 0 –1.694
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste –3.820 1.373 –383 0 0 –2.830
Sonstige Eigenkapital- transaktionen 96 0 0 38 0 134
Sonstige Rücklagen 5.410 1.537 –555 38 0 –4.390
Währungskurseffekte 336 1.112 0 0 0 1.448
Gesamt –5.074 2.649 –555 38 0 –2.942
in T€ 01.01.2021 Veränderung direkt im Eigenkapital Veränderung der latenten Steuern Veränderung anteilsbasierte Vergütung Veränderung Erträge und Aufwendungen 31.12.2021
Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in Tochterunternehmen –2.010 483 –159 0 0 –1.686
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste –3.845 46 –20 0 0 –3.820
Sonstige Eigenkapital- transaktionen 0 0 0 96 0 96
Sonstige Rücklagen –5.856 529 –179 96 0 –5.410
Währungskurseffekte –1.121 1.457 0 0 0 336
Gesamt –6.977 1.986 –179 96 0 –5.074

26. Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen betreffen vor allem die WashTec Cleaning Technology GmbH und WashTec Holding GmbH, Augsburg und werden für Pensionsverpflichtungen aus An- wartschaften und laufenden Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter und deren Hinterbliebene gebildet. Entsprechend der Versorgungsordnung werden eine Alters- rente (ab 63 Jahre), vorzeitige Altersrente oder Invalidenrente gewährt. Voraussetzung für die Leistung ist eine Dienstzeit von 10 Jahren, wobei Dienstjahre frühestens ab dem 30. Lebensjahr berücksichtigt werden. Die monatliche Altersrente ergibt sich aus einem Fixbetrag multipliziert mit der Anzahl der anrechnungsfähigen Dienstjahre. Darüber hinaus kommen einzelvertragliche Regelungen zur Anwendung.

Die Höhe der Rückstellung wurde nach versicherungsmathematischen Methoden be- rechnet. Dabei wurde ein Abzinsungsfaktor von 3,1% (Vorjahr: 0,8%) angenommen. Die jährlichen Gehalts- und Lebenskostensteigerungsraten wurden mit 2,0% (Vorjahr: 1,6%) bewertet. Die erwartete Rendite aus den Erstattungsansprüchen aufgrund der bestehenden Rückdeckungsversicherungen beträgt 3,1% (Vorjahr: 0,8%). Als biometri- sche Rechnungsgrundlage wurden die »Richttafeln 2018 G« von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde alters- und geschlechtsspezifisch geschätzt und aus Standardtafeln abgeleitet.

Die Anzahl der Leistungsempfänger zum 31. Dezember 2022 betrug 223 Mitarbeiter (Vorjahr: 223 Mitarbeiter), die Gesamtzahl aller Personen, denen gegenüber eine Pen- sionsverpflichtung besteht, beträgt 312 Mitarbeiter (Vorjahr: 328 Mitarbeiter).

In den Neubewertungen sind Effekte für erfahrungsbedingte Anpassungen i.H.v. T€ –303 (Vorjahr: T€ –88) enthalten. Sämtliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste wurden mit dem Eigen-kapital verrechnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die versicherungsmathema- tischen Gewinne und Verluste vor latenten Steuern T€ 1.373 (Vorjahr: T€ 46). Insgesamt sind bis zum 31. Dezember 2022 T€ –4.185 (Vorjahr: T€ –5.558) versicherungsmathe- matische Gewinne und Verluste (vor latenten Steuern) direkt im Eigenkapital erfasst worden.

In den Geschäftsjahren 2021 und 2022 hat sich der Barwert der Pensionsverpflichtung wie folgt entwickelt:

in T€ 2022 2021
Stand 1. Januar 10.196 10.787
Erwartete Rendite 14 15
Gezahlte Renten –483 –436
Dienstzeitaufwand der Berichtsperiode 98 –167
Zinsaufwendungen 76 43
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste –1.373 –46
Stand 31. Dezember 8.528 10.197

Details der Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste:

in T€ Pensionsrück- stellungen Erstattungs- ansprüche Gesamt
Barwert Beizulegender Zeitwert
Erwartete Rendite 0 14 14
Gewinne und Verluste aus der Veränderung der fi- nanziellen Annahmen 1.294 0 1.294
Gewinne und Verluste aus der Bestandsveränderung 65 0 65
Gesamt 1.359 14 1.373

Die Ansprüche gegenüber der Unterstützungskasse und die auf das Leben der begüns- tigten Mitarbeiter abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen haben Erstattungs- charakter. Zur Absicherung von Verpflichtungen aus Pensionen werden ausschließlich Rück- deckungsversicherungen abgeschlossen. Es erfolgt keine Anlage in Immobilien, Aktien oder Ähnliches.

Die Entwicklung der sogenannten Erstattungsansprüche zeigt die nach- folgende Tabelle:

in T€ 2022 2021
Zeitwert Erstattungsansprüche 1. Januar 520 502
Erwartete Rendite 18 18
Zeitwert Erstattungsansprüche 31. Dezember 538 520

Sensitivitäten gem. IAS 19 für Pensionsverpflichtungen

Risiken aus den Pensionsverpflichtungen ergeben sich im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Lebenserwartung der Pensionsberechtigten und der Entwicklung des Zinssatzes, welche zu einer Erhöhung der Pensionsrückstellung führt.Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivitäten (die Berechnungen beruhen auf der »Projected Unit Credit-Methode«) aufgrund der aktuellen Annahmen der möglichen Änderung der Abzinsungssätze (Discount Rate), der Lebenskostensteigerung und der Lebenserwartung. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Die Annahmen und Methoden, die im Rahmen der Sensitivitätsanalyse angewandt wurden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

Auswirkung auf die Pensionsverpflichtung (DBO)
| Annahmen | Veränderungen | 2022 | 2021 |
|--------------------------------|---------------------|------|------|
| Lebenserwartung Anstieg um ein Jahr | | 5,2% | 5,5% |
| Lebenskostensteigerung Anstieg um 0,25% | | 3,1% | 1,9% |
| Zinssatz Anstieg um 0,25% | | –1,9%| –2,3%|
| Zinssatz Rückgang um 0,25% | | 2,0% | 2,4% |

Die durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt ca. 8,5 Jahre (Vorjahr: ca. 10 Jahre).

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Zahlungen für Pensionsleistungen:

in T€
bis 1 Jahr 1–5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
Pensionsleistungen 609 2.454 7.241 10.304

27. Sonstige Rückstellungen

in T€

01.01.2022 Zuführung Inanspruch- nahme Auflösung Zinseffekte Währungs- effekte 31.12.2022 davon kurzfristig davon langfristig davon kurzfristig davon langfristig 31.12.2021
Altersteilzeit 2.414 526 –550 0 4 0 2.395 687 1.707 640 1.775 1.775
Gewährleistung 7.790 4.572 –5.663 –650 0 –17 6.033 5.962 71 7.764 26 7.764
Verträge mit Rückgaberechten 2.525 0 –579 –218 0 0 1.728 718 1.010 579 1.946 1.946
Rechts- und Beratungskosten 580 314 –77 –101 0 0 717 717 0 580 0 580
Abfindungen 1.044 641 –342 –428 0 –2 914 914 0 1.044 0 1.044
Übrige 847 152 –5 –493 0 0 501 90 411 295 551 551
31.12.2022 15.200 6.205 –7.215 –1.889 4 –18 12.286 9.087 3.199 15.200
Gesamt 31.12.2021 15.216 8.818 –6.723 –2.184 0 73 15.200 10.902 4.297 15.200

Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde entsprechend IAS 19 (revised) berechnet. Dabei wurden ein Zinssatz von 2,7% (Vorjahr: –0,2%) und ein jährlicher Gehaltstrend von 2,25% (Vorjahr: 1,5%) berücksichtigt.

Die Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen wird anhand der Erfahrungen aus vergangenen Jahren gebildet. Die den Berechnungen der Gewährleistungsrückstellung zugrunde liegenden Annahmen basieren auf dem aktuellen Absatzniveau und den aktuell verfügbaren Informationen über Reparaturen und Reklamationen für die verkauften Produkte innerhalb des Gewährleistungszeitraums. Es ist zu erwarten, dass diese Kosten innerhalb des entsprechenden Gewährleistungszeitraums nach dem Bilanzstichtag anfallen werden.

Die Rückstellung für Verträge mit Rückgaberechten umfasst die erwarteten Aufwendungen aus vertraglichen Verpflichtungen zur Rücknahme von vormals an Leasinggesellschaften verkauften Maschinen und wird rollierend ermittelt. Diese Verpflichtungen sind in der Regel durch Avale gesichert.

Die Rückstellung für Abfindungen i.H.v. T€ 914 (Vorjahr: T€ 1.044) beinhaltet Maßnahmen zur Personalfreistellung. In den übrigen Rückstellungen von T€ 501 (Vorjahr: T€ 847) sind im Wesentlichen Rückstellungen für mögliche Schadensfälle i.H.v. T€ 401 (Vorjahr: T€ 672) enthalten.

28. Verzinsliche Darlehen

Die Finanzierung der WashTec Gruppe basiert auf bilateralen Verträgen mit verschiedenen Banken. Die wesentliche Darlehensnehmerin ist die WashTec Cleaning Technology GmbH und verfügt insgesamt über Kreditlinien in einer Gesamthöhe von T€ 91.500 (Vorjahr: T€ 121.500), bestehend aus b.a.w.-Linien i.H.v. insgesamt T€ 60.000 (Vorjahr: T€ 90.000) sowie Kreditzusagen mit einer Restlaufzeit von bis zu 21 Monaten i.H.v. T€ 31.500 (Vorjahr: T€ 31.500). Diese können sowohl als Kredit- als auch als Avallinie genutzt werden. Darüber hinaus besteht ein Kreditrahmen zugunsten der chinesischen Tochtergesellschaft. Insgesamt verfügt die WashTec Gruppe über eine Kreditlinie i.H.v. T€ 92.750 (Vorjahr: T€ 122.612).

Zum 31. Dezember 2022 bestanden kurzfristige Darlehen i.H.v. T€ 41.362 (Vorjahr: T€ 13.547), die sich vollständig aus Kontokorrentverbindlichkeiten zusammensetzen. Daneben wurde die Avallinie i.H.v. T€ 5.251 (Vorjahr: T€ 6.690) genutzt. Die nicht in Anspruch genommene Kreditlinie, die für die künftige betriebliche Tätigkeit und zur Erfüllung von Verpflichtungen eingesetzt werden könnte, beläuft sich zum Stichtag auf T€ 46.137 (Vorjahr: T€ 102.375).

Die Kreditzusagen der Banken sind an keine Financial Covenants gebunden. Der Zinssatz der Kreditlinien ist variabel und an die Entwicklung von EURIBOR, €STR und LPR zzgl. einer vertraglich vereinbarten Marge gebunden. Die Verzinsung der Kreditlinien wird bei Inanspruchnahme durch die geltenden Konditionen der entsprechenden Kreditinstitute bestimmt. Die Zinssätze betrugen im Berichtsjahr zwischen 0,204% und 2,63% (Vorjahr: 0,45% und 0,66%).

29. Leasingverhältnisse

in T€

31.12.2022 31.12.2021
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.936 7.444
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 10.166 12.803
Gesamt 18.102 20.248

In Leasingverträgen über eigene Standorte sind zum Teil variable Leasingzahlungen in Form von Staffelmieten beim Erreichen bestimmter Waschzahlen bzw. Umsatzerlöse vereinbart, um eine geringe Fixkostenbasis sicherzustellen. Diese werden in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der die Bedingung eintritt, die die Zahlungen auslöst. Zukünftige Zahlungsmittelabflüsse, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 unberücksichtigt geblieben sind, bestehen wie im Vorjahr nicht.

Eine Reihe von Immobilien-Leasingverträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Optionszeiträume liegen in der Zukunft, sodass hierauf keine Leasingzahlungen entfielen. Mögliche zukünftige Zahlungsmittelabflüsse i.H.v. T€ 3.100 (Vorjahr: T€ 2.975) wurden nicht in die Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert werden.

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 9.095 (Vorjahr: T€ 8.208). Aus Leasingverhältnissen, die die WashTec Gruppe im Geschäftsjahr 2022 eingegangen ist, die jedoch noch nicht begonnen haben, ergeben sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse i.H.v. T€ 50 (Vorjahr: T€ 77). Es resultieren Gewinne aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 20). Es sind Aufwendungen für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert, die keine kurzfristigen Leasingverhältnisse sind, i.H.v. T€ 310 (Vorjahr: T€ 266) enthalten. Vermögenswerte von geringem Wert beinhalten im Wesentlichen IT-Ausstattung. Daneben wurden Aufwendungen für variable Leasingzahlungen i.H.v. T€ 0 (Vorjahr: T€ 0) erfasst, die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden.

Für die im Rahmen von Leasingverhältnissen bilanzierten Nutzungsrechte an Vermögenswerten sowie die zugehörigen Abschreibungen wird auf Anhangangabe 15 verwiesen. Für die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Leasingverbindlichkeiten wird auf Anhangangabe 10 verwiesen.

30. Sonstige Verbindlichkeiten

langfristig (>1 Jahr) kurzfristig (<1 Jahr)
31.12.2022 31.12.2021
Abgegrenzte Verbindlichkeiten 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern 0 0
Kreditorische Debitoren 0 0
Übrige 168 203
Gesamt sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 168 203
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Organmitgliedern 1.495 996
Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben 0 0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0
Übrige 26 76
Gesamt sonstige nicht- finanzielle Verbindlichkeiten 1.522 1.073
Gesamt 1.690 1.276

Die abgegrenzten Verbindlichkeiten i.H.v. T€ 14.243 (Vorjahr: T€ 13.516) setzen sich im Wesentlichen aus ausstehenden Rechnungen für bereits erbrachte Leistungen sowie noch zu erstellende Gutschriften im Bereich Service zusammen. Die Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben betreffen im Wesentlichen die abzuführende Umsatzsteuer.

31. Vertragsverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten in Bezug auf Verträge mit Kunden:

in T€

31.12.2022 31.12.2021
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 25.939 25.555
Umsatzabgrenzung für Vollwartung, verlängerte Garantiezusagen und im Voraus bezahlte Serviceverträge 10.424 9.935
Gesamt 36.362 35.490

Das Management erwartet, dass 95,2% (Vorjahr: 94,6%) dieser ausstehenden (oder teilweise ausstehenden) Leistungsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2023 als Umsatz erfasst werden. Die restlichen 4,8% (Vorjahr: 5,4%) werden erwartungsgemäß im Geschäftsjahr 2024 als Umsatz erfasst. Der genannte Betrag umfasst keine variablen Vergütungsbestandteile, die begrenzt sind.

Umsatzrealisierung in Bezug auf Vertragsverbindlichkeiten:

in T€

2022 2021
Im Geschäftsjahr erfasste Erlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 25.555 10.929
Umsatzabgrenzung für Vollwartung, verlängerte Garantiezusagen und im Voraus bezahlte Serviceverträge 8.033 6.396

Die Angabe umfasst keine Verträge, bei denen der Anspruch auf Gegenleistung vom Kunden mit dem Wert der bereits erbrachten Leistungsverpflichtung durch die WashTec Gruppe im Einklang steht und/oder deren erwartete ursprüngliche Laufzeit maximal ein Jahr beträgt.

32. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie Marktpreisrisiken in Form von Zins- und Währungsrisiken. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Alle Sicherungsmaßnahmen werden im Wesentlichen zentral koordiniert bzw. durchgeführt. Beispielsweise ermittelt der Konzern regelmäßig die Positionen, die dem Zins- und Fremdwährungsrisiko unterliegen, bewertet die Eintrittswahrscheinlichkeit von negativen Entwicklungen und trifft gegebenenfalls Entscheidungen zur Vermeidung oder Verminderung der Schwankungen der entsprechenden Zins- und/oder Währungspositionen.# Entsprechend einer konzerninternen Richtlinie wird grundsätzlich kein Handel mit Derivaten betrieben. Im Folgenden werden alle Risikoarten, denen der Konzern ausgesetzt ist, einzeln beschrieben und die Strategien und Verfahren zur Steuerung dieser Risiken dargestellt.

Kreditrisiken

Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Um das Delkredere-risiko möglichst gering zu halten, wird mit Beschränkungen des Bestellrahmens gearbeitet, sofern die Bonität der Kunden nicht erstklassig ist. Bei regionalen Neukunden fordert die Gesellschaft einen Bonitäts- oder Finanzierungsnachweis. Es wird davon ausgegangen, dass durch die gebildeten Wertminderungen für Forderungsausfälle das tatsächliche Risiko abgedeckt ist. Hierzu wird auf Anhangangabe 19 verwiesen. Für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verlangt die WashTec Gruppe teilweise Sicherheiten in Form von Bürgschaften, Garantien oder Akkreditiven, auf die bei Zahlungsverzug des Kontrahenten im Rahmen der Vertragsmodalitäten zurückgegriffen werden kann. Eine Konzentration des Kreditrisikos wird angenommen, wenn ein einzelner Kunde bzw. eine Mineralölgesellschaft mehr als 10% der Umsatzerlöse ausmacht. Im Geschäftsjahr 2022 und 2021 wurden Umsatzerlöse mit einem Großkunden getätigt, die geringfügig über 10% des Konzernumsatzes lagen. Diese sind durch eine Kreditausfallsicherung abgesichert. Darüber hinaus wird für ausgewählte Kunden bei Überschreitung einer gewissen Forderungshöhe eine Insolvenzabsicherung mit namhaften Kreditversicherern abgeschlossen. Ein erhöhtes Kreditrisiko besteht aus diesem Grund nicht. Das Waschgeschäft erwies sich bisher als robust, sodass die Gruppe während der letzten Krisenjahre keinen Anstieg der Forderungsausfälle zu verzeichnen hatte. Es traten lediglich vereinzelte Verzögerungen im Zahlungsverhalten der Kunden auf. Insgesamt kam es zu keinen nennenswerten Ausfällen und zu keiner weiteren Erhöhung des Ausfallrisikos. Bei den weiteren finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstige finanzielle Vermögenswerte, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. Mit einem Ausfall dieser Instrumente wird nicht gerechnet.

Liquiditätsrisiken

Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften des Konzerns ist ein wichtiges Unternehmensziel. Mittels der implementierten Cash-Management-Systeme werden mögliche Engpässe rechtzeitig transparent gemacht und angemessene Maßnahmen ergriffen. Die aktuelle und zukünftige Liquiditätssituation wird auf Basis einer monatlich rollierenden Konzernliquiditätsplanung auf Jahresbasis zeitnah gesteuert. Nicht ausgenutzte Kreditlinien stellen die Liquiditätsversorgung sicher. Die Kreditlinien wurden auf Basis bilateraler Verträge der WashTec Cleaning Technology GmbH mit verschiedenen Banken unter gesamtschuldnerischer Haftung der WashTec AG eingeräumt. Nähere Erläuterungen sind in Anhangangabe 28 aufgeführt. Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2022 vertraglich fixierten und undiskontierten Zahlungen für Tilgungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten für die nächsten Geschäftsjahre. Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten, vor allem aus den Darlehen, wurden unter Zugrundelegung der erwarteten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

in T€ Buchwert 31.12.2022 Cashflows 2023 Cashflows 2024–2027 Cashflows 2028 ff.
Verzinsliche Darlehen 41.362 6.483 47.748 0
Leasingverbindlichkeiten 18.102 8.197 9.604 751
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.711 22.711 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 20.765 20.597 168 0
in T€ Buchwert 31.12.2021 Cashflows 2022 Cashflows 2023–2026 Cashflows 2027 ff.
Verzinsliche Darlehen 13.547 13.587 0 0
Leasingverbindlichkeiten 20.248 7.705 11.980 1.112
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.123 16.123 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 20.777 20.574 203 0

Marktpreisrisiken

Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und anderen Währungen sowie Zinsschwankungen an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten stellen die wesentlichen Marktpreisrisiken für den Konzern dar.

Währungsrisiken

Schwankungen des USD/EUR, CAD/USD sowie CNY/EUR können das Konzernergebnis wesentlich beeinflussen, da Teile des operativen Geschäfts im Segment Nordamerika bzw. Asien/Pazifik generiert werden. Bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA besteht eine langfristige CAD-Darlehensforderung gegenüber deren kanadischer Tochtergesellschaft, die in Höhe von TCAD 7.800 (Vorjahr: TCAD 7.800) als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb desig-niert ist. Der Umrechnungseffekt der Darlehensforderung, die auf die Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb entfällt, wird im Eigenkapital erfasst. Bei einer deutschen Tochtergesellschaft bestand im Vorjahr eine langfristige Darlehensforderung gegenüber der Tochtergesellschaft Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA, die in Höhe von TUSD 7.300 als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert war. Dieses Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2022 vollständig zurückgeführt. Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt, wie sich Ergebnis vor Steuern und Eigenkapital verändern, wenn die Währungen, die als Preisrisikovariablen identifiziert wurden, aus Sicht des Bilanzstichtags anders ausgefallen wären. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

2022

Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (in T€) Auswirkungen auf das Eigenkapital (in T€)
Währung – USD +5% 90 0
Währung – USD –5% –90 0
Währung – CAD +5% 163 –306
Währung – CAD –5% –163 306
Währung – CNY +5% 290 0
Währung – CNY –5% –290 0

2021

Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (in T€) Auswirkungen auf das Eigenkapital (in T€)
Währung – USD +5% 30 –322
Währung – USD –5% –30 322
Währung – CAD +5% 414 –346
Währung – CAD –5% –414 346
Währung – CNY +5% 257 0
Währung – CNY –5% –257 0

Operative Risiken, die sich aus weiteren einzelnen Transaktionen in Fremdwährung ergeben, sind aufgrund ihres geringen Umfangs für die Gruppe unwesentlich.

Zinsrisiken

Zinsrisiken entstehen im Konzern im Wesentlichen in Zusammenhang mit den in Anspruch genommenen verzinslichen Darlehen, da sich der variable Basiszinssatz für die Kreditlinien am EURIBOR, €STR und LPR orientiert. Im Geschäftsjahr und im Vorjahr lagen keine Zinsswaps vor. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern aufgrund einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung des Zinssatzes der variabel verzinslichen Darlehen. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Wesentliche Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital bestehen nicht.

2022

Erhöhung/Verringerung in Basispunkten Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern (in T€)
50 –258
100 –515
150 –773
–50 258
–100 515
–150 773

2021

Erhöhung/Verringerung in Basispunkten Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern (in T€)
50 –194
100 –387
150 –581
–50 194
–100 387
–150 581

Kapitalsteuerung

Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass er zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote aufrechterhält. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Der Konzern überwacht sein Kapital mit Hilfe geeigneter Finanzkennzahlen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten umfassen verzinsliche Darlehen sowie Leasingverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Jahresende 2022 T€ 45.249 (Vorjahr: T€ 15.710). Die Kreditzusagen der Banken sind an keine Financial Covenants gebunden.

33. Finanzinstrumente

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien ausgehend von den relevanten Bilanzposten.

in T€ Aktiva Passiva
Bewertungs-kategorien IFRS 9 Buchwert 31.12.2022 Wertansatz nach IFRS 9 Fortgeführte Erfolgswirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 13 Zeitwert Beizulegender Zeitwert Stufe nach IFRS 13 Bewertungs-kategorien IFRS 9 Buchwert 31.12.2022 Wertansatz nach IFRS 9 Fortgeführte Erfolgswirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 13 Zeitwert Beizulegender Zeitwert Stufe nach IFRS 13
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC* 3.767 3.767 3.430
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte AC* 277 277
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC* 78.801 78.801
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC* 1.486 1.486
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC* 14.215 14.215
Langfristige Leasingverbindlichkeiten n/a 10.166
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC* 168 168
Verzinsliche Darlehen FLAC* 41.362 41.362
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten n/a 7.936
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC* 22.711 22.711
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC* 20.597 20.597

Aggregierter Ausweis nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte AC* 98.547 98.547
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC* 84.838 84.838
  • AC: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte; FLAC: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
    ** Bei den kurzfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird unterstellt, dass der Buchwert zum Stichtag den beizulegenden Zeitwert approximiert.in T€ Bewertungs- Buchwert Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Wertansatz Beizulegender IFRS 13 kategorien 31.12.2021 Fortgeführte Erfolgswirksam Bilanz nach Zeitwert Stufe nach IFRS 9 Anschaffungs- zum beizulegenden IFRS 16 31.12.2021 kosten Zeitwert Aktiva Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 4.211 4.211 – – – – Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte AC 199 199 – – – – Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 67.236 67.236 – – – – Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC 1.617 1.617 – – – – Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 18.085 18.085 – – – – Passiva Langfristige Leasingverbindlichkeiten n/a 12.803 – – 12.803 – – Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 203 203 – – – – Verzinsliche Darlehen FLAC 13.547 13.547 – – – – Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten n/a 7.444 – – 7.444 – – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 16.123 16.123 – – – – Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 20.574 20.574 – – – – Aggregierter Ausweis nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte AC 91.348 91.348 – – – – Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC* 50.447 50.447 – – – –

  • AC: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte; FLAC: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
    ** Bei den kurzfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird unterstellt, dass der Buchwert zum Stichtag den beizulegenden Zeitwert approximiert. Der Effekt bei den langfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten ist nicht wesentlich.

Als beizulegender Zeitwert gilt der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Besteht kein aktiver Markt, wird der beizulegende Zeitwert unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Im Rahmen der Bemessungshierarchie (»Fair-Value-Hierarchie«) des IFRS 13 werden Finanzinstrumente auf Basis der verwendeten Inputfaktoren in eine von insgesamt drei Stufen eingeordnet. Hierbei wird den Inputfaktoren der Stufe 1 die höchste Priorität eingeräumt, während nicht beobachtbare Inputfaktoren die niedrigste Priorität erhalten. Die drei Stufen werden nachfolgend erläutert.

Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die in aktiven Märkten gehandelt werden (wie etwa börsennotierte Derivate und Eigenkapitalinstrumente) beruht auf den notierten Marktpreisen am Ende der Berichtsperiode. Der notierte Marktpreis der von der Gruppe gehaltenen finanziellen Vermögenswerte entspricht dem aktuellen Geldkurs. Diese Instrumente werden in Stufe 1 eingeordnet.

Stufe 2: Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden (wie etwa OTC-Derivate) wird anhand von Bewertungstechniken ermittelt, die den Einsatz beobachtbarer Marktdaten maximieren und möglichst wenig auf unternehmensspezifische Schätzungen zurückgreifen. Wenn alle signifikanten Inputfaktoren zur Bewertung eines Instruments zum beizulegenden Zeitwert beobachtbar sind, wird das Instrument in Stufe 2 eingruppiert.

Stufe 3: Sind einer oder mehrere der signifikanten Inputfaktoren nicht beobachtbar, wird das Instrument in Stufe 3 eingeordnet. Dies gilt für nicht notierte Eigenkapitalinstrumente. Während des Geschäftsjahres erfolgten keine Umgruppierungen von wiederkehrenden Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert zwischen den einzelnen Stufen. Umgruppierungen in Stufen der Zeitwerthierarchie und aus Stufen heraus erfolgen am Ende der Berichtsperiode.

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Laufzeiten im Wesentlichen dem jeweiligen Buchwert. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Leasingverbindlichkeiten wurde durch Abzinsung der erwarteten künftigen Cash-flows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Im Geschäftsjahr und im Vorjahr bestanden keine Devisentermingeschäfte.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle werden die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten entsprechend den Bewertungskategorien des IFRS 9 dargestellt:

in T€ 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (AC) –19 –151
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC) –1.210 –635

Das Nettoergebnis in der Kategorie »zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC)« resultiert im Wesentlichen aus Fremdwährungsbewertung, in der Kategorie »zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC)« im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen und Fremdwährungsbewertung.

34. Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die WashTec AG hat für 2022 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären unter https://ir.washtec.de/corporate-governance/ im Bereich Entsprechenserklärung zugänglich gemacht.

Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 24. März 2023 verabschiedet und umgehend dem Aufsichtsrat zur Prüfung übergeben. Die Feststellung des Jahresabschlusses und Billigung des Konzernabschlusses der WashTec AG erfolgt in der Aufsichtsratssitzung am 27. März 2023.

35. Honorar des Abschlussprüfers

Im Berichtsjahr entstand folgender Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers (PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München):

in T€ 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 624 593
Steuerberatungsleistungen 0 14
Sonstige Leistungen 16 3
Gesamt 640 610

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen bezog sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses der WashTec Gruppe, die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der Einzelabschlüsse der WashTec AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die sonstigen Leistungen betreffen die Angaben zu Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung. Die Steuerberatungsleistungen betrafen im Vorjahr die Erstellung von Benchmark-Studien.

36. Angaben zu den Organen der Gesellschaft

Vorstand

Dr. Ralf Koeppe
Beruf, Wohnort: Vorstandsvorsitzender, Technikvorstand, Augsburg
Vorstandsbereiche: Unternemenskultur, -kommunikation & Leitbild, Personal, R&D, Produktion, Qualität, Service-Support, Nachhaltigkeit
Finanzen / Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Recht, Risk-Management / Compliance / Revision, Versicherungen (1. September 2022 bis 30. September 2022)

Andreas Pabst (seit 1. Oktober 2022)
Beruf, Wohnort: Finanzvorstand, Bobingen
Vorstandsbereiche: Finanzen/Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Recht, Risk-Management/Compliance/Revision, Versicherungen

Dr. Kerstin Reden (bis 31. August 2022)
Beruf, Wohnort: Finanzvorstand, Augsburg/Stuttgart
Vorstandsbereiche: Finanzen/Controlling, IT, Einkauf, Investor Relations, WTFS, Recht, Risk-Management/Compliance/Revision, Versicherungen

Stephan Weber (bis 28. Februar 2023)
Beruf, Wohnort: Marketing- und Vertriebsvorstand, Werther
Vorstandsbereiche: KAM/CWM, Vertrieb & Service weltweit, Marketing, Product Units/Produktmanagement

Aufsichtsrat

Dr. Günter Blaschke
Beruf, Wohnort: Aufsichtsratsvorsitzender, Buchloe
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: Leifheit AG, Nassau (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Mitgliedschaften in vergleichbaren keine in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Ulrich Bellgardt
Beruf, Wohnort: Diplom-Ingenieur, Hubersdorf, Schweiz
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: KROMI Logistik AG, Hamburg (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Mitgliedschaften in vergleichbaren keine in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Jens Große-Allermann (bis 16. Mai 2022)
Beruf, Wohnort: Vorstand der Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV sowie Vorstand der Fiducia Treuhand AG, Bonn
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: GESCO AG, Wuppertal (Mitglied des Aufsichtsrats)
KROMI Logistik AG, Hamburg (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Mitgliedschaften in vergleichbaren keine in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Dr. Sören Hein (bis 16. Mai 2022)
Beruf, Wohnort: Partner, MIG Capital AG (vormals MIG Verwaltungs AG), München
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: APK AG, Merseburg (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Mitgliedschaften in vergleichbaren: Konux, Inc.,Delaware, USA (Mitglied des Board of Directors)
in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen: Liva Healthcare Holding ApS, Kopenhagen, Dänemark (Mitglied des Aufsichtsrats)
Liva Healthcare A/S, Kopenhagen, Dänemark (Tochterunternehmen der Liva Healthcare Holding ApS) (Mitglied des Aufsichtsrats)
Efficient Energy GmbH, Feldkirchen (Mitglied und stellv. Vorsitzender, Beirat)
Innatera Nanosystems BV, Delft, Niederlande (Mitglied des Aufsichtsrats)
Zadient Technologies SAS, Sainte-Hélène-du-Lac, Frankreich (Mitglied des Aufsichtsrats)

Dr. Hans-Friedrich Liebler
Beruf, Wohnort: Geschäftsführer der Credit Solutions Partner GmbH, München
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten: keine
Mitgliedschaften in vergleichbaren: autowerkstattgroup N.V., Amsterdam, Niederlande (Mitglied des Aufsichtsrats)
in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Heinrich von Portatius (seit 16.# Mai 2022)

Beruf, Wohnort

Vorstand der Paradigm Capital AG, Grünewald

Mitgliedschaften in anderen gesetzlich keine zu bildenden Aufsichtsräten

Mitgliedschaften in vergleichbaren

Schaltag AG, Effretikon, Schweiz (Mitglied im Verwaltungsrat)

in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Paradigm Capital North America ICAV, Dublin, Irland (Mitglied im Board of Directors – Verwaltungsrat)

Paradigm Capital North America Feeder ICAV, Dublin, Irland (Mitglied im Board of Directors – Verwaltungsrat)

Dr. Alexander Selent

Beruf, Wohnort

Aufsichtsrat, Limburgerhof

Mitgliedschaften in anderen gesetzlich keine zu bildenden Aufsichtsräten

Mitgliedschaften in vergleichbaren

keine in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Peter Wiedemann (seit 16. Mai 2022)

Beruf, Wohnort

Vorstand der Rational AG, Germaringen

Mitgliedschaften in anderen gesetzlich keine zu bildenden Aufsichtsräten

Mitgliedschaften in vergleichbaren

keine in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

  1. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Vergütung des Vorstands (HGB)

Das Vergütungssystem des Vorstands ist darauf angelegt, einen Beitrag zur Förderung der Geschäftsstrategie und zur langfristigen Entwicklung der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen zu leisten. Das geschieht unter anderem durch eine einfache und klare Anreizstruktur der Vorstandsvergütung. Durch das Vergütungssystem sowie durch die einheitliche Vergütungsstruktur für alle Vorstandsfunktionen, sollen externe und interne Fehlanreize vermieden werden. Es soll insbesondere vermieden werden, dass der Vorstand aus Gründen der kurzfristigen Optimierung seiner Bezüge Entscheidungen trifft, die keinen nachhaltigen Geschäftserfolg versprechen.

In seiner Sitzung am 24. März 2021 hat der Aufsichtsrat nach entsprechender Beratung das System zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands der WashTec AG entsprechend den Anforderungen des Aktiengesetzes infolge der Umsetzung der 2. Aktionärsrechte- richtlinie (ARUG II) und unter Berücksichtigung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 (»DCGK 2020«) beschlossen. Die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 (»DCGK 2022«) hat darauf keine Auswirkungen. Bezüglich den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wird auf die Entsprechenserklärung, die im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 8.1 veröffentlicht ist, verwiesen.

Dieses Vergütungssystem wurde von der ordentlichen Hauptversammlung 2021 gemäß § 120a Abs. 1 AktG gebilligt und gilt für sämtliche nach der ordentlichen Haupt- versammlung am 18. Mai 2021 neu abzuschließende oder zu verlängernde Vorstands- dienstverträge. Dies betrifft gegenwärtig die Vorstandsdienstverträge des wiederbestell- ten Vorstandsvorsitzenden Dr. Ralf Koeppe sowie des neu bestellten Finanzvorstands Andreas Pabst. Für alle zum Zeitpunkt der ordentlichen Hauptversammlung 2021 lau- fenden Vorstandsdienstverträge gilt entsprechend DCGK 2022 sowie § 26j EGAktG weiterhin das bisherige Vergütungssystem (vgl. dazu auch die Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG vom 15. Dezember 2022).

Die gel- tende langfristige variable Vergütung in Form des Long Term Incentive Programm (LTIP) 2021–2023 für den Vorstand wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2021 beschlossen und gilt für alle Mitglieder des Vorstands. Mit Blick auf die zum Zeitpunkt der ordent- lichen Hauptversammlung 2021 laufenden Vorstandsverträge gilt, dass diese unter den jeweils dort vorgesehenen Bedingungen fortgeführt wurden bzw. werden.

Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsab- hängigen Vergütungsbestandteilen zusammen und ist insgesamt auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die erfolgsunabhängigen Vergütungsbestand- teile umfassen die Festvergütung sowie Nebenleistungen, die insbesondere in der Über- lassung von Dienstwagen und der Gewährung von Versicherungsschutz bestehen. Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile enthalten sowohl eine kurzfristige als auch eine langfristige Komponente.

Die kurzfristige variable Vergütung setzt sich aus Unternehmenszielen und individuellen Leistungszielen zusammen. Die Unternehmensziele orientieren sich an den wesent- lichen finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns. Diese sind Umsatz, EBIT, Free Cashflow und Return on Capital Employed (»ROCE«). Der Aufsichtsrat legt dabei für jedes Geschäftsjahr die jeweils vergütungsrelevanten Unternehmensziele fest. Die indi- viduellen Leistungsziele umfassen operative oder strategische Ziele einschließlich nicht- finanzieller Ziele, insbesondere aus den Bereichen Produktinnovation, Nachhaltigkeit, Prozessoptimierung, Digitalisierung sowie Kundennutzen.

Die langfristige variable Vergütung ist als anteilsbasierte Vergütung mit einmaliger Bonuszahlung ausgestaltet (Long Term Incentive Programm (LTIP) und hat eine Laufzeit vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2023. Im Rahmen des LTIP wird die Lang- fristigkeit und Nachhaltigkeit im Rahmen der Unternehmensstrategie durch die beiden Erfolgsziele Return on Capital Employed (ROCE) und Total Shareholder Return (TSR) gewährleistet. Eine detaillierte Beschreibung der Regelungen des LTIP sind im Ab- schnitt »Anteilsbasierte Vergütung (IFRS 2)« zu finden.

Die für das Geschäftsjahr 2022 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands (DRS 17) belaufen sich auf T€ 1.164 (Vorjahr: T€ 5.010). Davon entfallen T€ 936 (Vorjahr: T€ 934) auf erfolgsunabhängige Komponenten, T€ 228 (Vorjahr: T€ 656) auf erfolgs- bezogene Komponenten sowie T€ 0 (Vorjahr: T€ 3.420) auf Komponenten mit lang- fristiger Anreizwirkung.

Für die in den jeweiligen Geschäftsjahren aktiven Mitglieder des Vorstands wurden folgende Gesamtbezüge (HGB) gewährt:

in T€ 2022 2021
Festvergütung 890 890
Nebenleistungen 46 44
Summe (fix) 936 934
Einjährige variable Vergütung 228 614
Beizulegender Zeitwert der mehrjährigen variablen Vergütung zum Zeitpunkt der Gewährung 0 3.420
Sonderprämie 0 42
Summe (variabel) 228 4.076
Gesamt 1.164 5.010

Die Aktienanteile des Vorstands entwickelten sich wie folgt:

in Stück 31.12.2022 31.12.2021
Dr. Ralf Koeppe 3.600 3.000
Andreas Pabst (seit 1. Oktober 2022) 102
Dr. Kerstin Reden (bis 31. August 2022) 417
Stephan Weber (bis 28. Februar 2023) 4.330 4.330

Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands

Es bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber einem ehemaligen Vorstandsmitglied sowie gegenüber Hinterbliebenen eines ehemaligen Vorstandsmitglieds i.H.v. T€ 240 (Vorjahr: T€ 284), die durch eine Unterstützungskasse gedeckt sind. Auf ein ehemaliges Mitglied des Vorstands entfällt eine Abfindung i.H.v. T€ 138 (Vorjahr: T€ 0).

Vergütung des Aufsichtsrats (HGB)

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 8.16 der Satzung der WashTec AG festgelegt und besteht aus festen und variablen Vergütungsbestandteilen. Die feste Vergütung für ein ordentliches Mitglied des Aufsichtsrats beträgt € 35.000 pro vollem Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat. Der stellvertretende Vorsitzende erhält eine feste Vergütung von € 70.000 pro vollem Geschäftsjahr, der Vorsitzende € 100.000 pro vollem Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat. Jedes Mitglied eines Ausschusses mit Ausnahme des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von € 2.500. Der Vorsitzende eines Ausschusses mit Ausnahme des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von € 5.000. Jedes Mitglied des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von € 5.000, der Vorsitzende eine Vergütung von € 10.000. Zudem erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld i.H.v. € 1.500 für jede Teilnahme an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte des Sitzungsgelds.

Zusätzlich erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine erfolgsabhängige Vergütung von € 500 für jeden Cent, um den das nach IFRS-Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelte Konzernergebnis pro Aktie den vergleichbaren Betrag des vorangegangenen Geschäfts- jahres überschreitet. Die feste und variable Vergütung sowie das Sitzungsgeld sind für ein einfaches Auf- sichtsratmitglied insgesamt auf maximal € 75.000 begrenzt, die Vergütung für den Vor- sitzenden des Prüfungsausschusses auf maximal € 100.000, für den stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats auf maximal € 150.000 und die Vergütung für den Vor- sitzenden des Aufsichtsrats insgesamt auf maximal € 200.000. Die langfristige variable Vergütung tritt zur Vergütung laut Satzung hinzu. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichts- rat angehört haben, erhalten eine im Verhältnis geringere feste und variable Vergütung, deren Begrenzung ebenfalls im Verhältnis zu kürzen ist. Die Hauptversammlung kann durch Beschluss eine oder mehrere langfristige variable Vergütungskomponenten für den Aufsichtsrat beschließen, die zur Vergütung laut Sat- zung hinzutreten.

Das Unternehmen hat an die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 keine Vergütung oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- oder Vermittlungsleistungen, gewährt bzw. gezahlt.

Die Hauptversammlung 2021 hat eine langfristige variable Vergütung in Form eines Long Term Incentive Program (LTIP) für den Aufsichtsrat mit einer Incentivierungsphase vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024 beschlossen. Als Erfolgsziele wurden ein EPS-Ziel, ein ROCE-Ziel und ein Free Cashflow-Ziel festgelegt. Die Aufsichtsräte Herr Dr. Blaschke, Herr Bellgardt, Herr Dr. Liebler, Herr Dr. Selent und Herr Wiedemann nehmen am LTIP teil. Eine detaillierte Beschreibung der Regelungen des LTIP sind im Abschnitt »Anteilsbasierte Vergütung (IFRS 2)« zu finden.

Die für das Geschäftsjahr 2022 gewährten Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen T€ 621 (Vorjahr: T€ 675).# Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat (IAS 24)

Der Konzern wird im Geschäftsjahr 2022 von den Angabepflichten zu IAS 24 ausschließ- lich in Bezug auf Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrates sowie mit ehemaligen Mitgliedern des Vorstands berührt. Die Bedingungen der Trans- aktionen entsprechen denen unter fremden Dritten.

Die gesamten Aufwendungen für die Vergütung des Vorstands nach IFRS betrugen T€ 1.885 (Vorjahr: T€ 2.585). Davon entfallen T€ 936 (Vorjahr: T€ 934) auf die festen Bezüge, T€ 0 (Vorjahr: T€ 42) auf kurzfristig fällige Leistungen sowie T€ 228 (Vorjahr: T€ 614) auf die einjährige variable Vergütung. Als Aufwendungen für die langfristige anteilsbasierte Vergütung der Geschäftsjahre 2021–2023 wurden T€ 584 (Vorjahr: T€ 967) erfasst. Für die zukünftige Auszahlung der langfristigen anteilsbasierten Ver- gütung für die zum 31. Dezember 2022 aktiven Vorstandsmitglieder wurden insgesamt T€ 1.421 (Vorjahr: T€ 886) in den sonstigen Verbindlichkeiten sowie T€ 129 (Vorjahr: T€ 81) direkt im Eigenkapital erfasst. Zudem sind in den gesamten Aufwendungen Leis- tungen i. H. v. insgesamt T€ 138 (Vorjahr: T€ 28) anlässlich der vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags enthalten. Der Betrag im Vorjahr entfällt vollständig auf eine Karenzentschädigung für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot anlässlich der vor- zeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags im Geschäftsjahr 2019.

Die gesamten Aufwendungen für die Vergütung des Aufsichtsrats nach IFRS betrugen T€ 652 (Vorjahr: T€ 767). Die Aufwendungen für die festen Bezüge betrug T€ 376 (Vorjahr: T€ 368) sowie für die einjährige variable Vergütung T€ 0 (Vorjahr: T€ 135). Sonstige Bezüge, überwiegend Sitzungsgelder, fielen i.H.v. T€ 245 (Vorjahr: T€ 173) an. Für die langfristige anteilsbasierte Vergütung für die Geschäftsjahre 2022 – 2024, die die Hauptversammlung 2021 beschlossen hat, wurden T€ 32 (Vorjahr: T€ 92) in den Aufwendungen erfasst. Zudem wurden für deren zukünftige Auszahlung T€ 26 (Vorjahr: T€ 76) in den sonstigen Verbindlichkeiten sowie T€ 5 (Vorjahr: T€ 15) direkt im Eigen- kapital erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung (IFRS 2)

Für die Mitglieder des Vorstands bestehen Verträge, die als anteilsbasierte Vergütung ein Longterm Incentive Programm (LTIP) vorsehen. Für den Aufsichtsrat hat die Haupt- versammlung 2021 als anteilsbasierte Vergütung ein Longterm Incentive Programm (LTIP) beschlossen, an dem jeweils die Aufsichtsräte Herr Dr. Blaschke, Herr Bellgardt, Herr Dr. Liebler, Herr Dr. Selent und Herr Wiedemann teilnehmen. Diese soll Vorstand und Aufsichtsrat zusätzliche Anreize geben, den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft mittel- und langfristig sicherzustellen und im Aktionärsinteresse auf eine Steigerung des Unternehmenswerts hinzuwirken.

Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2021 hat für den Aufsichtsrat eine anteilsbasierte Vergütung mit einer Incentivierungsphase vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024 beschlossen, um ihn an der langfristigen Entwicklung der WashTec AG partizipieren zu lassen. Um an der neuen anteilsbasierten Vergütung teilzunehmen, muss ein Mitglied des Aufsichtsrats bereits im Besitz von Aktien der Gesellschaft sein oder ein Eigenin- vestment in Aktien der Gesellschaft bis zum 31. Juli 2022 getätigt haben (Vorsitzender max. 4.000 Aktien, übrige Aufsichtsräte max. 2.000 Aktien). Ein Mitglied des Aufsichts- rats kann auch mit Aktien am LTIP teilnehmen, die es bereits vor der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 erworben hat. In diesem Fall können Eigeninvestmentaktien auch Aktien sein, mit denen das Aufsichtsratsmitglied am LTIP 2018 und 2015 teilgenommen hat.

Der Auszahlungsbetrag ist vom Erfüllungs- grad bestimmter Erfolgsziele über die Laufzeit sowie dem Eigeninvestment in Aktien der Gesellschaft abhängig. Als Erfolgsziele wurden ein EPS-Ziel, ein ROCE-Ziel und ein Free Cashflow-Ziel festgelegt. Bezugsgröße für die Zielsetzung sind die Kennzahlen des Geschäftsjahres 2021. Je nach Erfüllung eines, mehrerer oder aller Ziele ergibt sich ein unterschiedlicher Multiplikator für die Bonuszahlung. Diese wird durch Multiplikation des Multiplikators mit der Zahl der Eigeninvestmentaktien multipliziert mit dem Referenzkurs ermittelt. Der Anspruch besteht nur, wenn der Aufsichtsrat zu diesem Zeit- punkt noch Aufsichtsrat ist und weiterhin Aktien der Gesellschaft hält. Ein Aufsichts- rats- mitglied, das erst nach Beginn der Incentivierungsphase in den Aufsichtsrat gewählt wird, kann am LTIP teilnehmen. Hierzu muss es ein Eigeninvestment in Aktien der Gesellschaft, wobei die Eigeninvestmentaktien bis spätestens drei Monate nach Wirk- samwerden der Wahl in den Aufsichtsrat zu erwerben sind.

Die Auszahlung erfolgt am Tag der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025. Der Anspruch auf die Zahlung steht unter der auflösenden Bedingung, dass das berechtigte Aufsichtsratsmitglied für ein Sechstel der Bonuszahlung, die es unter dem LTIP erhalten hat, innerhalb von drei Monaten nach der ordentlichen Hauptversammlung im Ge- schäftsjahr 2025 Aktien der Gesellschaft erwirbt und dass es diese Aktien nach dem Erwerb für mindestens drei Jahre hält. Das Erfordernis, die Aktien zu halten, endet, wenn das berechtigte Aufsichtsratsmitglied während der dreijährigen Haltefrist aus dem Aufsichtsrat ausscheidet.

Die aktuelle anteilsbasierte Vergütung des Vorstands hat eine Incentivierungsphase vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2023 und besteht aus zwei Komponenten, einer Komponente ohne Eigeninvestment sowie einer optionalen Komponente mit Eigen- investment. Die Komponente ohne Eigeninvestment entspricht bei vollständiger Ziel- erreichung der Höhe der einjährigen variablen Vergütung pro Jahr der Laufzeit. Mit der zweiten Komponente kann die Bonuszahlung aus der Komponente ohne Eigeninvest- ment verdoppelt werden. Dafür ist ein Eigeninvestment in Höhe des vollständigen vari- ablen Zieljahreseinkommens 2021 zu tätigen bzw. muss in der Vergangenheit getätigt worden sein und entspricht dem maximalen Eigeninvestment. Umfasst das Eigeninvest- ment nicht das vollständige variable Zieleinkommen 2021, reduziert sich die zweite Komponente proportional zum Volumen des maximalen Eigeninvestment. Als Eigen- investment im Sinne dieses Programms sind investierte Beträge (EUR) in Aktien der Gesellschaft maßgeblich, die sich am 30. Juni 2023 (Stichtag) im persönlichen Besitz des Vorstandsmitglieds befinden.

Die Auszahlung der langfristigen anteilsbasierten Ver- gütung erfolgt am Ende der Incentivierungsphase. Der Auszahlungsbetrag ist von der Erfüllung der vereinbarten Erfolgsziele, Return on Capital Employed (ROCE) und Total Shareholder Return (TSR), abhängig. Die beiden Erfolgsziele müssen jeweils die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestschwelle von 81% erreichen, um gewertet zu werden. Im Fall der Teilnahme an der Komponente mit Eigeninvestment steht die Auszahlung unter der auflösenden Bedingung, dass das Vorstandsmitglied für ein Sechstel der Brut- tobonuszahlung, die es unter dem LTIP mit Eigeninvestment erhalten hat, innerhalb von drei Monaten nach Fälligkeit der Bonuszahlung Aktien der Gesellschaft erwirbt (»Rein- vest«) und dass es mit dieser Aktienzahl nach dem Erwerb für mindestens drei Jahre in- vestiert ist. Ausnahmen von der Bedingung des Reinvest bzw. der Haltefrist bestehen im Fall des Ausscheidens aus dem Vorstand.

Für diese Verpflichtungen wurde eine nach IFRS 2 für anteilsbasierte Vergütungen vor- geschriebene Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durchgeführt. Die wesentlichen Annahmen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der langfristigen anteilsbasier- ten Vergütung des Vorstands basieren auf einer erwarteten Volatilität der Aktie von 33,5% und einem risikoneutralen Zinssatz i.H.v. 2,5% bei einer Restlaufzeit von einem Jahr.

Für die anteilsbasierte Vergütung des Aufsichtsrats mit einer Incentivierungsphase vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024 stellt der Tag der Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2021 den Tag der Gewährung dar. Beide Programme stellen jeweils in Höhe des erforderlichen Reinvest von einem Sechstel der Bonuszahlung eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigen- kapitalinstrumente dar, der übrige Teil eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich. Der auf die anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ent- fallende Teil wird direkt im Eigenkapital erfasst. Der auf die anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich entfallende Teil wird als sonstige Verbindlichkeit passiviert. Die Ver- pflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung werden auf Basis des ermittelten beizu- legenden Zeitwerts unter Berücksichtigung der noch verbleibenden Programmlaufzeit als langfristige sonstige Verbindlichkeit passiviert.

31.12.2022 31.12.2021
Dr.Günter Blaschke 52.060 52.060
Ulrich Bellgardt 31.000 31.000
Jens Große-Allermann* (bis 16. Mai 2022) 0
Dr.Sören Hein (bis 16. Mai 2022) 5.450
Dr.Hans-FriedrichLiebler 5.500 5.500
Heinrich von Portatius (seit 16. Mai 2022) 0
Dr. Alexander Selent 2.000 1.500
Peter Wiedemann (seit 16. Mai 2022) 2.000

*Herr Große-Allermann ist Vorstand der Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, die gemäß Mitteilung am 31. Juli 2009 einen Anteil von 758.358 Stimmrechten (5,43%) an der WashTec AG hielt.# 38. Angaben nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 2. Januar 2023 hat die amerikanische Tochtergesellschaft Mark VII Equipment Inc., Arvada, USA nach Beendigung des bisherigen Mietvertrages, die zum Produktionsstandort gehörenden Grundflächen und Gebäude erworben. Der Kaufpreis betrug Mio. USD 10,3. Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgt durch die Aufnahme von Bankverbindlichkeiten in US-Dollar in entsprechender Höhe mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Die verhandelten Finanzierungsverträge beinhalten sowohl fixe als auch variable Bestandteile. Ein Anteil von 79% der Darlehenssumme sind mit Sicherungs- geschäften gegen Zinsrisiken abgesichert. Herr Stephan Weber, Vorstand für Vertrieb, Service und Marketing der WashTec AG, schied zum 28. Februar 2023 einvernehmlich aus dem Unternehmen aus. Zu seinem Nachfolger wurde ab dem 1. März 2023 Herr Sebastian Kutz, der bisherige Executive Vice President, Head of Sales & Service DACH, berufen.

Augsburg, den 24. März 2023

Dr. Ralf Koeppe Sebastian Kutz Andreas Pabst
Vorstandsvorsitzender Vorstand Vorstand