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va-Q-tec AG Management Reports 2022

Jun 28, 2023

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va-Q-tec AG

2 Zusammengefasster Lagebericht

Zusammengefasster Lagebericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2022

Als börsennotiertes Unternehmen hat die va-Q-tec Aktiengesellschaft (va-Q-tec AG) ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europaischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Lagebericht der va-Q-tec AG und der Konzernlagebericht wurden gemäß den §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die folgenden Angaben gleichermaßen auf die va-Q-tec AG und auf den va-Q-tec-Konzern. Die Besonderheiten der va-Q-tec AG sind im Kapitel „Erläuterungen zum Jahresabschluss der va-Q-tec Aktiengesellschaft (HGB)“ enthalten.

2.1 Grundlagen des va-Q-tec Konzerns

2.1.1 Geschäftsmodell, Markt und strategische Ausrichtung

2.1.1.1 Geschäftsmodell und Markt

va-Q-tec (die va-Q-tec AG zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften als „va-Q-tec“ oder „der Konzern“ bezeichnet) ist ein weltweit technologisch führender Anbieter hocheffizienter Produkte und Gesamtlösungen im Bereich der Vakuumisolation und TempChain-Logistik. Kunden unterschiedlichster Branchen bietet va-Q-tec Isolationslösungen, durch die sie ihre Energieeffizienz signifikant steigern können. Mit dem TempChain- Portfolio hilft va-Q-tec im aktuell umsatzseitig größten Anwendungsgebiet durch sehr leistungsfähige Thermotransport-Lösungen Kunden, Temperaturstabilität in Transport, Produktion und Lagerung von temperaturempfindlichen Life-Science-Produkten wie z.B. biopharmazeutisch hergestellten Virus-Medikamenten, zu erreichen. Die Angebote des Konzerns in den Geschäftsbereichen Produkte, Systeme und Dienstleistungen finden daneben Anwendung in der Thermologistik für Lebensmittel, der Kühlschrank- und Lebensmittelin- dustrie, in technischen Anwendungen wie Warmwasserspeichern oder Rohrleitungen, der Bauindustrie und im Mobilitätsbereich.

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Im Geschäftsbereich „Produkte“ entwickelt, produziert und vertreibt va-Q-tec energieeffiziente, dünne Vakuumisolationspaneele („VIPs“) zur Dämmung sowie thermische Energiespeicherkomponenten (Phase Change Materials – „PCMs“) zur zuverlässigen und energieeffizienten Speicherung thermischer Energie. VIPs sind Hochleistungsdämmplatten, die für eine platzsparende und energieeffiziente thermische Dämmung geeignet sind. Sie arbeiten nach dem Prinzip des Vakuums als thermischem Isolator. PCMs sind Wärme- und Kältespeichermaterialien, die thermische Energie aufnehmen und freigeben können. Durch den Einsatz unterschiedlicher Speichermaterialien wie Paraffine oder Salzlösungen und daraus hergestellter Gele können verschiedenste Temperaturbereiche zwischen -70°C und +70°C erreicht werden.

Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt im Geschäftsbereich „Systeme“ durch die Kombination von VIPs und PCMs passive thermische Verpackungen, Container und Boxen, die ohne Zufuhr von externer Energie für bis zu 200 Stunden konstant einen definierten Temperaturkorridor halten können.

Zur Durchführung von temperatursensiblen Logistikketten unterhält der Konzern im Geschäftsbereich „Dienstleistungen“ (Serviced Rental) eine Flotte von Mietcontainern und -boxen, mit denen TempChains global sicher unterhalten werden können. So betreibt die Tochtergesellschaft in Großbritannien seit 2011 eine Flotte von eigenproduzierten Mietcontainern, mit denen temperatursensible Transporte im Vergleich zu aktiv gekühlten Containern kosteneffizienter und sicher durchgeführt werden können. Hierzu hat va-Q-tec ein umfassendes globales Partnernetzwerk aufgebaut, bestehend aus Fluggesellschaften, Spediteuren und Servicepartnern, wie z.B. Lufthansa, Turkish Cargo oder SWISS. Seit 2015 betreibt va-Q-tec zusätzlich ein Mietgeschäft für eigenproduzierte Thermo-Transportboxen. Darüber hinaus übernimmt va-Q-tec für namhafte Kunden wie Kühne & Nagel oder Die Schweizerische Post begleitende Dienstleistungen im Bereich der Vorkonditionierung, der Aufbereitung und der Versandvorbereitung thermischer Verpackungssysteme. Solche integrierten und mietbasierten Transportlösungen („TempChain as a Service“) aus einer Hand werden von der Healthcare-Industrie verstärkt nachgefragt.

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Im Jahr 2022 machte der Zielmarkt „Healthcare und Logistik“ mit 78 % erneut mit weitem Abstand den größten Umsatzanteil aus. Der Umsatz in diesem Zielmarkt wird in den beiden Geschäftsbereichen „Systeme“ und „Dienstleistungen“ erwirtschaftet (zusammen unter der Klammer „Temperature Controlled Supply Chain“, kurz „TempChain“). Die TempChain-Transportlösungen von va-Q-tec werden primär als leistungsfähige Lösungen für eine sichere, zuverlässige und ununterbrochene Temperaturkette für die globale Healthcare-Industrie eingesetzt. Die TempChain-Lösungen von va-Q-tec erlauben den Transport und die Lagerung von Medikamenten, Impfstoffen, Prüfpräparaten und klinischen Proben und weiteren pharmazeutischen und biotechnologischen Produkten aller Art. Lebensmittel sowie elektronische und optische Geräte können ebenfalls transportiert werden. So werden TempChain-Lösungen von va-Q-tec beispielsweise für den Transport von Hepatits-Medikamenten oder Urin- und Blutproben für Dopingtests bei großen internationalen Sportanlässen genutzt. Seit Beginn der Corona-Pandemie kommen die Transportlösungen in erheblichem Umfang bei der nationalen und internationalen Verteilung der Corona-Impfstoffe zum Einsatz. Außerhalb des Healthcare-Bereiches können die Systeme von va-Q-tec beispielsweise beim Transport von empfindlichen optoelektronischen Geräten, sensiblen Kunstgegenständen oder archäologischen Fundstücken genutzt werden. Beispielsweise nutzt ASML, der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie, als einer der größten Kunden von va-Q-tec Thermocontainer und -boxen für internationale Transporte. Die wichtigsten Komponenten dieser Anlagen sind extrem präzise gefertigt und daher besonders temperaturempfindlich. Die überaus komplexen Maschinen von ASML spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung moderner, leistungsfähiger Chips.

Im Geschäftsbereich Produkte werden unter dem Aspekt einer bestmöglichen thermischen Energieeffizienz (unter der Klammer «Thermal Energy Efficiency») Kunden aus folgenden Zielmärkten angesprochen:
* Kühlgeräte und Lebensmittel, z.B. Isolierung von Kühl-/Gefriergeräten und Ultratiefkühlschränken
* Technik und Industrie, z.B. Isolierung von Warmwasserspeichern, Rohrleitungen und Laborgeräten
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* Bau, z.B. Gebäudedämmung (Fassade, Dach, Boden)
* Mobilität, z.B. Isolierung in Kühl-LKWs, Elektro-Automobilen, Schienenfahrzeugen und Flugzeugen

Die größten Umsatz-Anteile innerhalb des Geschäftsbereichs „Produkte“ entfallen dabei auf die Märkte Kühlgeräte und Lebensmittel sowie Technik und Industrie. Alle Produkte von va-Q-tec unterliegen in ihren Anwendungsgebieten hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der thermischen Isolierung bei meist sehr beschränktem Bauraum. Ergänzend bietet va-Q-tec Beratungsdienstleistungen rund um die thermische Isolation an, beispielsweise um technische Geräte durch eine effizientere Isolation höheren Energieeffizienzklassen zuordnen zu können. Insgesamt glaubt va-Q-tec in strukturell wachsenden Märkten vertreten zu sein, deren Wachstum langfristig durch die thermische Energieeffizienz getrieben wird. Auch der europäische „Green-Deal“ bzw. die im Zuge der Klimaschutzprogramme vereinbarte Bepreisung von CO2-Emissionen wird nach Erwartung des Vorstands zu einer steigenden Nachfrage nach guter thermischer Isolierung in verschiedenen Bereichen führen. Dies eröffnet für va-Q-tec weitere Anwendungsmöglichkeiten, z.B. im Hochtemperaturbereich. Weitere aktuelle Beispiele sind: Laborgeräte, Rohrsysteme oder Warmwasserspeicher.

2.1.1.2 Strategische Ausrichtung

Strategische Maßnahmen zur langfristigen Sicherung und Ausschöpfung der Wachstumsmöglichkeiten der va-Q-tec AG

Die va-Q-tec AG hat nach einem Auswahlprozess im Frühjahr 2022 Mitte des Jahres Finanzberater mit der Aufgabe engagiert die besten Alternativen zu identifizieren, um die Wachstumsstrategie von va-Q-tec langfristig erfolgreich finanzieren und umsetzen zu können. Im
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Ergebnis kam der Vorstand zu der Überzeugung, dass die Kapitalmarktnotierung der va-Q- tec in der aktuellen Gesamtkonstellation keinen effektiven Finanzierungskanal darstellt. Auch führt die kurzfristige Quartalsorientierung des Kapitalmarkts dazu, dass bestimmte Investitionen, die sich mittel- bis langfristig auszahlen, insbesondere im Bereich der Energieeffizienz, nur schwer durchgeführt werden können. Stattdessen ergaben die Analysen der Finanzberater, dass die Option einer strategische Beteiligung eines langfristig orientierten Großinvestors und eines anschließenden „Going Private“ die wesentlichen Kriterien der finanziellen Stabilität bei gleichzeitig bestmöglicher Ausnutzung des Wachstumspotentials am besten erfüllt. Die Finanzberater wurden deshalb in einem zweiten Schritt mit der Suche und Auswahl eines geeigneten Investors beauftragt. Diese führte nach Abschluss des sorgfältigen Auswahlprozesses unter Abwägung aller Vor- und Nachteile im Dezember 2022 zu einer Zusammenschlussvereinbarung (Business Combination Agreement) in Bezug auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von EQT Private Equity und die Voraussetzungen und Bedingungen einer strategischen Partnerschaft mit der Fahrenheit AcquiCo GmbH („Bieterin“) und ihrer Alleingesellschafterin, die jeweils vom EQT X Fonds kontrolliert werden (nachfolgend gemeinsam mit der Bieterin „EQT Private Equity“).# EQT Private Equity hat in der Folge bekanntgegeben, dass beabsichtigt ist, mit Unterstützung der Co-Investoren Mubadala Investment Company („Mubadala“) und dem Sixth Cinven Funds („Cinven“) ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an die Aktionäre der va-Q-tec zum Erwerb aller nennwertlosen Namensaktien der va-Q-tec AG gegen Zahlung einer Barleistung in Höhe von 26,00 EUR je va-Q-tec-Aktie abzugeben. Im Rahmen der Zusammenschlussvereinbarung haben sich va-Q-tec und EQT Private Equity des Weiteren auf wesentliche Eckpfeiler der Transaktion und ihr gemeinsames Verständnis hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der va-Q-tec für den Fall eines erfolgreichen Vollzugs des Übernahmeangebots verständigt. Einer der wesentlichen Eckpfeiler aus Sicht der va-Q-tec AG ist insbesondere unter dem Aspekt der finanziellen Sicherheit die Verpflichtung der EQT Private Equity zur Zeichnung einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital um 10% des Grundkapitals ohne Bezugsrecht zum Angebotspreis von 26,00 EUR unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss des Übernahmeangebots, wodurch der va-Q-tec zusätzliches Eigenkapital in Höhe von knapp 35 Mio. EUR zufließen würden.

37 Außerdem sieht die Zusammenschlussvereinbarung im Falle einer erfolgreichen Durchführung des Übernahmeangebots unter anderem den Zusammenschluss von auf die Pharmabranche fokussierten Teilen des Service- und System-Geschäfts von va-Q-tec mit der Envirotainer AB („Envirotainer“) vor, an der EQT Private Equity bereits eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung hält. Envirotainer ist ein Anbieter von Containern mit aktiver Temperaturkontrolle und weltweit führend bei Lufttransportlösungen für temperaturempfindliche Pharmazeutika, während va-Q-tec Pionier und führend im komplementären Marktsegment für passive Temperaturketten ist. Mit dem Zusammenschluss sollen die Stärken der beiden Unternehmen kombiniert und ein vielfältigeres, ausgewogeneres Portfolio geschaffen werden. Gleichzeitig soll mit strategischer und finanzieller Unterstützung durch EQT Private Equity das Geschäft der va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz und Thermoboxen in einer eigenständigen, neuen Gesellschaft („va-Q-tec 2.0“) langfristig weiterentwickelt und um neue Anwendungsmöglichkeiten für die Vakuumisolationstechnologie erweitert werden. Das Investment durch EQT Private Equity sowie der angedachte Zusammenschluss zwischen va-Q-tec und Envirotainer folgen dabei der Vision, zwei eigenständige Unternehmensgruppen zu bilden, von denen jede in ihrem Geschäftsbereich eine international führende Rolle einnehmen wird. EQT Private Equity hat sich gegenüber va-Q-tec darüber hinaus zu einer Standortsicherung für den Hauptsitz Würzburg und den Standort Kölleda sowie dem Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen für einen Zeitraum bis Ende 2024 verpflichtet. Der Vorstand der va-Q-tec wird die Geschäfte unverändert fortführen und die Gründerfamilien bleiben an beiden Gesellschaften weiterhin substanziell beteiligt, um die operative und strategische Weiterentwicklung im Sinne der va-Q-tec-Gründer gemeinsam mit der Bieterin sicherzustellen. Da alle hier und nachfolgend beschriebenen Absichten jedoch vom erfolgreichen Verlauf des Übernahmeangebots abhängen, der zum aktuellen Zeitpunkt noch unter den in der Angebotsunterlage beschriebenen kartellrechtlichen bzw. regulatorischen Vorbehalten steht, wurden diese bisher nicht im Detail besprochen und geplant. Demzufolge werden die Finanzinformationen in diesem Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2022 für das gesamte Jahr entsprechend unserer bestehenden Unternehmensstruktur berichtet.

38 Wesentliche Eckpunkte des Übernahmeangebots

Die Bieterin hat allen Aktionären der va-Q-tec entsprechend ihrer Ankündigung am 16. Januar 2023 ein Angebot zum Erwerb ihrer va-Q-tec-Aktien in Höhe von 26,00 Euro je Aktie unterbreitet. Dies entspricht einer Prämie von 97,9% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der va-Q-tec-Aktie der drei Monate bis zum 9. Dezember 2022, dem Tag, an dem die Ad-hoc Mitteilung zum voraussichtlich kurzfristigen Abschluss der Zusammenschlussvereinbarung veröffentlicht wurde. Eine von der Investment Bank ParkView Partners erstellte Fairness Opinion kam zu dem Ergebnis, dass der Angebotspreis aus finanzieller Sicht als angemessen zu bewerten ist. Die Gründerfamilien der va-Q-tec AG haben sich dazu verpflichtet, den überwiegenden Teil der von ihnen gehaltenen va-Q-tec-Aktien (insgesamt 3.464.635; dies entspricht 25,8% aller va-Q-tec-Aktien) in die Bieterin einzubringen und damit gemeinsam mit EQT Private Equity in va-Q-tec investiert zu bleiben. Das Übernahmeangebot sieht marktübliche Vollzugsbedingungen vor und insbesondere eine Mindestannahmequote in Höhe von 62,5% aller derzeit ausgegebenen va-Q-tec-Aktien, in welche auch die von den Gründerfamilien gehaltenen Aktien eingerechnet werden, und unter den erforderlichen regulatorischen Freigaben stehen. In ihrer begründeten Stellungnahme vom 25.01.2023 haben Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG nach sorgfältiger Prüfung die Annahme des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots von EQT Private Equity empfohlen. Bis zum Ablauf der erweiterten Annahmefrist am 07.03.2023 haben die Aktionäre (einschließlich der Aktien der Gründerfamilien) mit einer Annahmequote von 85,75 % den Weg für die strategische Partnerschaft mit EQT Private Equity geebnet und das Übernahmeangebot unterstützt. Nach Vollzug des Übernahmeangebots, welches derzeit noch unter den in der Angebotsunterlage beschriebenen kartellrechtlichen bzw. regulatorischen Vorbehalten steht, beabsichtigt die Bieterin unter anderem ein Delisting von va-Q-tec anzustreben. Am 13.03.2023 erhielt va-Q-tec die Mitteilung des Bundeskartellamts, wonach die Beschlussabteilung das Hauptprüfverfahren im Zusammenhang mit dem am 16.01.2023 veröffentlichten öffentlichen Übernahmeangebot der Fahrenheit AcquiCo GmbH eingeleitet hat.

39 Kurzfristige Auswirkungen der strategischen Maßnahmen auf den Konzernabschluss und Jahresabschluss der va-Q-tec AG

Für das bessere Verständnis der in den nächsten Kapiteln des zusammengefassten Lageberichts sowie im Konzernabschluss und Konzernanhang folgenden Informationen sei an dieser Stelle auf die nachfolgenden kurzfristigen Auswirkungen der strategischen Maßnahmen hingewiesen:

  • Obwohl das Übernahmeangebot erst im Januar 2023 veröffentlicht wurde und alle im Angebot genannten Bedingungen erst im Laufe des Geschäftsjahres 2023 erfüllt werden konnten bzw. auch zum aktuellen Zeitpunkt noch unter den in der Angebotsunterlage beschriebenen kartellrechtlichen bzw. regulatorischen Vorbehalten stehen, müssen neben den bis Ende 2022 aufgelaufenen, leistungsabhängigen Kosten auch von bestimmten Ereignissen in 2023 und dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion abhängige Kosten (die also überwiegend rechtlich noch nicht entstanden sind) gemäß IFRS bereits im Geschäftsjahr 2022 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bilanziert werden, wodurch das ausgewiesene Ergebnis für das Geschäftsjahr 2022 sowie das ausgewiesene Eigenkapital zum 31.12.2022 um 6.657 TEUR signifikant reduziert werden.
  • Auch können diese Kosten zum weitaus größten Teil nicht als Eigenkapitalbeschaffungskosten abgegrenzt und mit der im Rahmen der Übernahme beschlossenen Kapitalerhöhung verrechnet werden, obwohl diese für va-Q-tec ein wesentlicher Eckpfeiler der gesamten Transaktion ist und bei erfolgreichem Abschluss der Übernahme die Eigenkapitalquote der va-Q-tec AG auf deutlich über 40 % erhöhen würde.
  • Sollte das Übernahmeangebot und die Kapitalerhöhung in letzter Konsequenz an von der Bieterin zu vertretenden Bedingungen scheitern, würde sich das Ergebnis der va-Q-tec AG in 2023 durch Auflösung der noch nicht fälligen, erfolgsabhängigen Rückstellungen und Ansprüchen aus der Zusammenschlussvereinbarung um ca. 7.600 TEUR besser ausfallen, wodurch sich gemäß der Erwartungen der Gesellschaft die Eigenkapitalquote ebenfalls wieder auf über 30 % erhöhen würde.
  • Insbesondere aufgrund der oben genannten, einmaligen und außergewöhnlichen Kosten (die aus Sicht des Unternehmens im Wesentlichen im Zusammenhang mit

40 der Verbesserung der finanziellen Sicherheit und der Verbesserung der Eigenkapitalquote angefallen sind), kommt es zum Stichtag 31.12.2022 zu einer Unterschreitung der Eigenkapitalquote von 30 %, zu deren Einhaltung sich die va-Q-tec AG im Rahmen der in der Schweiz begebenen Anleihe und einigen Kreditverträgen mit Banken verpflichtet hat. Hierdurch hatten der Lead Manager der Anleihe und die übrigen Banken das Recht, aber nicht die Pflicht, die Anleihe bzw. die Darlehen vorzeitig fällig zu stellen. Infolgedessen hat die va-Q-tec AG alle betroffenen Finanzpartner um eine Bestätigung gebeten, dass sie auf dieses Recht verzichten. Daraufhin haben sowohl der Lead Manager der Anleihe bestätigt, dass sie auf eine Fälligstellung der Anleihe und Einladung einer Gläubigerversammlung unter der Bedingung, dass die Kapitalerhöhung unmittelbar nach dem Closing der Übernahmetransaktion erfolgt (was durch die Zusammenschlussvereinbarung vertraglich gesichert ist) und keine neuen Umstände eine Neubeurteilung des Sachverhalts erfordern, verzichtet, als auch die übrigen Banken ihren Verzicht auf die Einhaltung der Eigenkapitalquote zum 31.12.2022 erklärt.
* Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken zum Verzicht auf Fälligstellung der Anleihe und der kurzfristigen Darlehen verfügt die va-Q-tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 28 Mio. EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Unter Berücksichtigung des laufenden Übernahmeangebots, des Alternativ-Szenarios und einer insgesamt moderaten Verschuldung sehen Vorstand und Aufsichtsrat keine konkreten Gründe, die gegen eine Going Concern-Annahme sprechen.# Unabhängig von den vorstehenden strategischen Maßnahmen bewegt sich der Konzern in einem nach Einschätzung des Vorstands dynamischen, innovationsgetriebenen und globalen Marktumfeld. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Trends in den Zielmärkten hat va-Q-tec drei strategische Fokusthemen definiert, um kurzfristig Potenziale zu nutzen und den Wachstumspfad mittel- und langfristig fortzusetzen. Damit soll die Position des Unternehmens als einer der weltweit führenden Anbieter hocheffizienter Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Isolation und TempChain-Logistik gefestigt und ausgebaut und die temperaturgeführte Logistik nachhaltig mitgestaltet werden. Die drei strategischen Fokusthemen sind: Technologieführerschaft, Wachstum und Profitabilität.

I. Technologieführerschaft

va-Q-tec konzentriert sich darauf, eine führende Stellung im Bereich Innovation und Technologie bei der thermischen Isolation und TempChain-Logistik zu festigen und weiter auszubauen. va-Q-tec arbeitet kontinuierlich an innovativen Technologien, Prozessinnovationen und neuen Geschäftsmodellen, die nicht nur die Temperaturketten-Logistik, sondern auch die thermische Isolierung in vielen Industrien, wie z.B. im Bereich Mobilität und Technik, verändern bzw. verbessern können. va-Q-tec zielt darauf ab, die eigene Innovationskraft stetig zu steigern. Fortschrittliche VIP-Typen, die z.B. für höhere Temperaturen über 400 °C geeignet sind, sowie neue thermische Verpackungen und neuartige Materialien stehen im Mittelpunkt dieses Ansatzes. Entsprechend dieser Zielsetzung investiert der Konzern in Personal, die Produktentwicklung und die Grundlagenforschung. Teil der Strategie sind auch ausgewählte Beteiligungen, wie z.B. Investments in das Material-Start-up SUMTEQ GmbH oder die ING3D GmbH, welche eine neuartige Technologie zur Herstellung rein mineralischer Leichtmaterialien, darunter 3D-gedruckter Dämmstoffe, entwickelt. Darüber hinaus verfolgt va-Q-tec auch die Zusammenarbeit mit Technologiepartnern in extern geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten und im Besonderen mit der Universität Würzburg. Mittelfristig bleibt es das Ziel, die Stellung als ein führender Technologieanbieter weiter auszubauen.

II. Umsatzwachstum

Die Endmärkte von va-Q-tec bieten Umsatz-Chancen durch die vielfältigen Anwendungs-möglichkeiten der va-Q-tec-Thermodämmtechnologie. Entsprechend sind bei va-Q-tec Prozesse, Aufbauorganisation und Geschäftsmodell auf Skalierbarkeit und die konsequente Nutzung von Wachstumschancen ausgelegt. Mit ihrer internationalen Präsenz, dem Erhalt einer soliden Finanzierungsbasis sowie dem Fokus auf Geschäftsbeziehungen mit Großkunden befindet sich der Konzern auf einem klar definierten Wachstumskurs. va-Q-tec bedient wachstumsstarke Märkte, die dem Unternehmen attraktive Zielmargen bieten, jedoch auch Wachstumsinvestitionen erfordern. Die Pharma- und Biotech-Kunden sind für va-Q-tec von großer Bedeutung. Die globale Healthcare-Industrie setzt im Bereich der temperaturgeführten Logistik zunehmend auf die qualitativ hochwertigen passiven Lösungen von va-Q-tec. Häufig nutzen die potenziellen Healthcare-Kunden gegenwärtig noch Verpackungslösungen, die auf konventionellen Dämmstoffen und einfachen Wasser-Eis-Gemischen zur Speicherung der Temperaturen beruhen. Mit wachsenden Qualitätsanforderungen an die Temperaturkette (in der Pharmabranche seitens der Aufsichtsbehörden unter dem Stichwort „Good Distribution Practices“ zusammengefasst) ersetzen Kunden diese einfachen Lösungen durch Hochleistungs-Thermotransport-Lösungen. Gleichzeitig zielt va-Q-tec mit den Vermietungsmodellen („Serviced Rental“) auf Kunden ab, für die ein Kauf solcher Verpackungslösungen wirtschaftlich nicht rentabel ist. Auch ihnen bietet va-Q-tec mit passgenauen Mietlösungen für Hochleistungs-Thermo-Verpackungen Produkt an, welches wiederverwendbar ist und so Ressourcen sparen hilft. Auch in den übrigen Zielmärkten Kühlgeräte, Technik & Industrie, Lebensmittellogistik sowie Bau strebt das Unternehmen an, von den Wachstumschancen zu profitieren, die sich etwa aus dem Trend zur Energieeffizienz ergeben. Die über die vergangenen Jahre etablierte Technologieplattform soll in den definierten Zielmärkten etabliert werden.

  • Im Bereich Kühlgeräte erwartet va-Q-tec mittelfristig weiteres Wachstum, da mit höheren regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienzklassen der Kühlschränke vermehrt VIPs zum Einsatz kommen müssen. Die VIPs von va-Q-tec mit ihrer im Herstellungsprozess des Original Equipment Manufacturers (OEM) überprüfbaren Dämmleistung werden nach Einschätzung des Vorstands besonders von dieser Entwicklung profitieren.
  • Zusätzliches Wachstum im Produktverkauf von VIPs ist auch im Zielmarkt Technik und Industrie zu erwarten, z.B. durch die bereits erfolgte Einführung von Energieeffizienzklassen bei Warmwasserspeichern oder Rohrleitungsisolierungen.

va-Q-tec erwartet in diesem Fokusthema mittelfristig bis zum Jahr 2026 ein Umsatzwachstum auf ca. 200 Mio. EUR pro Jahr.

III. Profitabilität

Zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolges und der Wettbewerbsfähigkeit ist Profitabilität unabdingbar. Operative EBITDA-Profitabilität bildet den dritten Pfeiler der Unternehmensstrategie und eine wesentliche Größe der Unternehmenssteuerung. Angesichts sehr hoher Entwicklungs-, Aufbau- und sonstiger Vorlaufkosten ist dieses Ziel von besonderer Bedeutung. Um profitables Wachstum zu ermöglichen, werden fortlaufend verschiedene Maßnahmen im Bereich Operational Excellence bzw. Produktionsoptimierung vorangetrieben. Die Initiativen des Vorstands auf der Kostenseite betreffen in erster Linie Maßnahmen, um die Qualität, die vertrieblichen Abläufe, die Organisation, die Ressourcenverbräuche und -beschaffung sowie die IT-Systeme konzernweit fortlaufend zu optimieren und zu harmonisieren. Skaleneffekte gehen mit der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten des Konzerns und entsprechendem Umsatzwachstum einher: Die Einkaufskonditionen, zu denen der Konzern Vorprodukte und Leistungen Dritter beziehen kann, verbessern sich mit zunehmendem Geschäftsumfang und damit steigendem Einkaufsvolumen deutlich. Die Kosten für unterstützende Konzernfunktionen wie Personalwesen, Marketing, Rechnungswesen und Controlling wachsen relativ zum Umsatz unterproportional. Zur Verbesserung der Profitabilität entwickelt das Unternehmen seine Wertschöpfungskette weiter – in Richtung nachgelagerter Stufen. Zu diesen nachgelagerten Stufen gehören die Herstellung und der Vertrieb von Thermoboxen und -Containern und Geschäftsmodelle wie die Vermietung von Thermoboxen und Containern („Serviced Rental“). Durch die beschriebenen operativen und strategischen Maßnahmen strebt va-Q-tec bis 2026 eine weitere Ausweitung der EBITDA-Marge an und rechnet mit einer Verbesserung auf eine Bandbreite zwischen 20 % und 25 %.

Konzernstruktur, Mitarbeiter, Beteiligungen und Steuerung

Im Berichtszeitraum 2022 wurden drei neue Tochtergesellschaften in China, in Frankreich und in Österreich gegründet. Damit gehörten dem va-Q-tec Konzern zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt 13 Unternehmen an, bestehend aus der deutschen Muttergesellschaft und zwölf ausländischen Tochtergesellschaften. Aus diesen 13 Unternehmen leiten sich die drei Berichtssegmente des Konzerns ab – das deutsche Berichtssegment (va-Q-tec AG), das UK-Berichtssegment (va-Q-tec Ltd., Vereinigtes Königreich) und das Berichtssegment Sonstige, bestehend aus va-Q-tec Ltd. (Südkorea), va-Q-tec Inc. (USA), va-Q-tec Switzerland AG (Schweiz), va-Q-tec Japan G.K. (Japan), va-Q-tec Uruguay S.A. (Uruguay), va-Q-tec SG Pte. Ltd. (Singapur), VA-Q-TEC INDIA PRIVATE LIMITED (Indien), VA-Q-TEC DO BRASIL PARTICIPAÇÕES LTDA. (Brasilien), va-Q-tec Shanghai Ltd. (China), va-Q-tec Austria GmbH (Österreich) sowie va-Q-tec France S.a.r.l. (Frankreich).

Die Muttergesellschaft va-Q-tec AG hielt zum 31.12.2022 an allen zwölf ausländischen Tochtergesellschaften jeweils 100 % der Anteile.

Im deutschen Berichtssegment (va-Q-tec AG) werden alle drei Geschäftsbereiche (Produkte, Systeme und Dienstleistungen) abgedeckt. Über den Geschäftsbereich „Dienstleistungen“ wird seit 2016 das Geschäft mit Mietboxen im deutschen Berichtssegment abgebildet. Das UK-Berichtssegment mit der va-Q-tec Ltd. (UK) umfasst in erster Linie den Geschäftsbereich „Dienstleistungen“ mit Fokus auf das Vermietungsgeschäft von Containern und Boxen. Das Berichtssegment „Sonstige“ umfasst hauptsächlich die den Geschäftsbereichen Systeme und Dienstleistungen zuzuordnenden Geschäftsaktivitäten der übrigen ausländischen Tochtergesellschaften.

Die südkoreanische Tochtergesellschaft ist sowohl für die Beschaffung von Roh- und Einsatzstoffen für den Konzern als auch für den Vertrieb der va-Q-tec-Produkte im eigenen Land zuständig. Die Tochtergesellschaft in den USA betreibt neben vertrieblichen Aktivitäten vor allem das Business Development in Nordamerika. In der US-Tochtergesellschaft wurde erneut deutlich in Personalaufbau und in die Geschäftsentwicklung investiert. Die va-Q-tec Switzerland AG erbringt Dienstleistungen (Temperieren und Reinigen von Mietboxen, „fulfillment services“) für die Schweizerische Post und weitere Kunden im Bereich Kühlketten-Logistik. Die Schweizerische Post greift für ihre Flotte an Thermoboxen auf die Technologie- und Prozesserfahrung der va-Q-tec AG in Deutschland zurück. Die Tochtergesellschaft in Japan verfolgt als Vertriebsgesellschaft das Ziel, die Wahrnehmung der va-Q-tec als lokal verwurzelter Anbieter in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu erhöhen und die Produkte und Dienstleistungen der va-Q-tec dort zu vertreiben. Mit den Tochtergesellschaften in Uruguay, Singapur, Brasilien und Indien wird das Ziel verfolgt, die vertriebliche Präsenz in Lateinamerika, Singapur bzw. Südostasien und auf dem indischen Subkontinent weiter zu intensivieren.# Konzernsteuerung

Die Gesellschaften in Indien und Brasilien nehmen ihren operativen Betrieb im Geschäftsjahr 2023 auf.

Zur Steuerung der drei Berichtssegmente werden diese vom Management individuell und aus übergreifender Konzernsicht anhand detaillierter und regelmäßiger Berichte überwacht. Auf Basis dieser Informationen steuert das Management die Ressourcenverteilung und ergreift bei nicht zielkonformer Entwicklung Gegenmaßnahmen. Aufgrund der schlanken Konzernstruktur ist eine effektive Kontrolle und Abstimmung des Konzern-Managements bei wesentlichen Geschäftsentscheidungen der Tochtergesellschaften gewährleistet. Zentrale Kennzahlen, die das Management für die Unternehmenssteuerung des Konzerns nutzt, sind Umsatz, Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) sowie die Eigenkapitalquote. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Steuerungssystem der va-Q-tec AG nicht geändert. Die konzernspezifischen Steuerungsgrößen sind wie folgt näher spezifiziert.

Grundlegender Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität der Produkte, Systeme und Dienstleistungen des Konzerns, ist das Umsatzwachstum. Auf Ebene der Berichtssegmente und der geographischen Verteilung betrachtet, dient der Umsatz auch als Indikator für den Erfolg der Geschäftsaktivitäten des Konzerns. Als Ergebniskennzahl dient das EBITDA. Ergänzend wird nachgeordnet die EBITDA-Marge gemessen an den Gesamterträgen als Maßstab für die operative Leistung und Profitabilität des Konzerns herangezogen. Als stark wachsendes Technologieunternehmen investiert va-Q-tec große Teile der Finanzmittel in Maschinen, Anlagen und die Flotte von Containern und Boxen für Mietdienstleistungen. Hohe Abschreibungen in der Phase des Aufbaus von Infrastruktur und Flotten verzerren das tatsächliche Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das EBITDA als Ergebniskennzahl vor Abschreibungen ist daher eine aussagekräftige Größe für die Profitabilität des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote informiert über die Bilanzstärke, die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen, die Kreditwürdigkeit und das Gläubigerrisiko des va-Q-tec Konzerns. Mittelfristig betrachtet der Vorstand für die Eigenkapitalquote des Konzerns einen Zielwert in einem Korridor zwischen 35 % und 40 % als ausgewogene Bandbreite zwischen Fremd- und Eigenkapital und somit zwischen dem Risiko der Eigenkapitalgeber und der Gläubiger. Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren dient die Mitarbeiteranzahl als Indikator und zentrale Steuerungsgröße für das Wachstum der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung in den relevanten Steuerungsgrößen.

2021 2022 22/21
Umsatz 111.833 104.063 +7 %
EBITDA (IFRS) 7.736 17.794 -57 %
EBITDA-Marge (IFRS) 6 % 15 % -9 %-Pkt.
Eigenkapitalquote 27 % 34 % -7 %-Pkt.
Mitarbeiteranzahl im Jahresdurchschnitt 616 591 +25 %

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs. Die Anzahl der Mitarbeiter einschließlich Vorständen, Geschäftsführern, Auszubildenden und Praktikanten beträgt 649 (Vj: 625).

Bereinigt um die im Zusammenhang mit dem derzeitigen Übernahmeangebot bis zum 31.12.2022 gebuchten Transaktionskosten in Höhe von 6.657 TEUR sowie Steuernachzahlungen in Höhe von 1.299 TEUR (Vj: Zoll- und Steuernachzahlungen in Höhe von 2.395 TEUR) ergibt sich dagegen folgende Entwicklung der relevanten Steuerungsgrößen:

2021* 2022 22/21
Umsatz 111.833 104.063 +7 %
EBITDA (IFRS) 15.692 20.189 -22 %
EBITDA-Marge (IFRS) 13 % 15 % -2 %-Pkt.
Eigenkapitalquote 34 % 36 % -2 %-Pkt.
Mitarbeiteranzahl im Jahresdurchschnitt 616 591 +25 %

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs.

Eine ausführliche Analyse der Kennzahlen findet sich im Abschnitt „Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage“.

Forschung und Entwicklung

Der Fokus des Geschäftsmodells von va-Q-tec liegt auf der Entwicklung und Vermarktung eines weltweit führenden Technologie-Portfolios im Bereich energieeffizienter und platzsparender VIPs, Hochleistungs-PCMs sowie Thermoverpackungssystemen. Um die Technologieführerschaft im Bereich der thermischen Isolierung zu festigen und weiter auszubauen, ist der Bereich Forschung und Entwicklung von strategischer Bedeutung. Die va-Q-tec Konzernforschung ist unternehmensübergreifend tätig und entwickelt Technologien für zukunftsfähige Produkte und Lösungen der Konzerngesellschaften.

va-Q-tec betreibt interne und externe Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) mit Partnerunternehmen und -instituten. Diese Projekte dienen zum einen der Grundlagenforschung an VIPs und richten sich zum anderen an den Anforderungen der fünf von va-Q-tec definierten Zielmärkte aus, die hervorragende thermische Wärmedämmung und die effiziente Speicherung thermischer Energie benötigen. Ausgehend von ihrer Gründung aus dem universitätsnahen Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern (ZAE Bayern) unterhält va-Q-tec Kooperationen mit internationalen Verbänden, Forschungsinstituten, Universitäten und Hochschulen wie beispielsweise der Universität Würzburg. Intern wurde eine eigene FuE-Organisation mit umfassenden Kapazitäten zur Grundlagen- und insbesondere zur anwendungsorientierten Forschung aufgesetzt.

2022 betrieb va-Q-tec kontinuierlich anwendungsorientierte Grundlagenforschung, beispielsweise bei der Anwendung von VIPs in gänzlich neuen Temperaturbereichen. Während konventionelle VIPs typischerweise im Temperaturbereich von -70 °C bis +70 °C zum Einsatz kommen, arbeitet va-Q-tec daran, diesen Temperaturbereich durch die optimale Kombination verschiedener Hüllmaterialien und Kernstoffe zu erweitern, damit z.B. Temperaturklassen von 80 °C bis 180 °C oder auch mehr als 400 °C mit VIPs gedämmt werden können.

Von strategischer Bedeutung im Bereich der Grundlagenforschung für VIP-Kernmaterialien ist die Zusammenarbeit mit dem Kölner Start-up SUMTEQ, an dem va-Q-tec eine Beteiligung hält. Gemeinsames Ziel von va-Q-tec und SUMTEQ ist die Pilotierung und Markteinführung der submikroporösen Schäume von SUMTEQ als weiterer Hochleistungsdämmstoff. Die strategische Partnerschaft bietet beiden Unternehmen die Möglichkeit, ihre jeweilige Fachkompetenz in Forschung und Entwicklung einzubringen und somit zusätzlichen Wert für die Kunden zu schaffen.

Ebenfalls bedeutend im Bereich der anwendungsorientierten Forschung ist für va-Q-tec die Beteiligung an der ING3D GmbH. Mit der von ING3D entwickelten 3D-Drucktechnik ist es möglich, sehr leichte, nicht brennbare und nahezu beliebig geformte Leichtmaterialien herzustellen. Das von ING3D zum Patent angemeldete Verfahren „Mineral Direct Laser Sintering“ (MDLS) ist das erste rein mineralisch/keramische 3D-Druckverfahren weltweit und eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Materialerzeugung: Der verwendete keramische Rohstoff kann zu ökologisch verträglichen und gleichzeitig kostengünstigen Formteilen verarbeitet werden. Dies geschieht ohne den bisher notwendigen Kunststoffanteil im Ausgangsmaterial. Damit entstehen sortenreine und ökologisch unbedenkliche, leichte Objekte. Die Endprodukte können multifunktional eingesetzt werden und bieten dadurch vor allem auf kleinem Raum Vorteile hinsichtlich akustischer und thermischer Dämmung sowie Brandschutz. Diese Eigenschaften und die Kombination mit der va-Q-tec-VIP-Dämmstofftechnologie ermöglichen damit auch neue Ansätze in der Bau- und Fahrzeugbranche.

Aus den erfolgreichen FuE-Aktivitäten der vergangenen Jahre resultiert ein Patentportfolio, das sich in unserer führenden Technologieplattform widerspiegelt. Durch das patentierte, weltweit einzigartige Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check® kann die Isolierung vor der Nutzung der VIPs oder der Freigabe von Boxen und Containern durch Messung des Gasinnendrucks kontrolliert werden. va-Q-tec VIPs sind dadurch die weltweit einzige Wärmedämmung, deren Leistung und Wirkung am Anwendungsort gemessen, dokumentiert und kontrolliert werden kann. Dies schafft Vertrauen in die VIP-Technologie und ermöglicht es va-Q-tec, die hohen Qualitätsanforderungen unseres anspruchsvollen Kundenkreises zu erfüllen. So können beispielsweise die geforderten Temperaturanforderungen für TempChain-Transporte sicher und nachweislich eingehalten werden.

Das patentierte va-Q-pro ist ein weitgehend frei formbares, pulvergefülltes Vakuumisolationspanel, das produktionsseitig mit Ausschnitten und Löchern versehen und in dreidimensionaler Geometrie gefertigt werden kann. Durch diese Eigenschaften und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten kann va-Q-pro in verschiedensten Anwendungsbereichen eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Dämmung von Batterien in E-Fahrzeugen oder bei der Dämmung von Flugzeugbereichen, z.B. der Bordküche.

Im Berichtsjahr arbeitete va-Q-tec vor allem daran, das bestehende Produktportfolio auszubauen und zu verbessern: Das VIP „va-Q-steel“ wurde 2022 vom Branchenmagazin „Technische Isolierung“ mit dem Preis „Produkt des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Der Award wird durch eine unabhängige Fachjury sowie eine Online-Abstimmung verliehen und zeichnet besonders innovative Produkte in der Isolierbranche aus. Bei va-Q-steel handelt es sich um einen hocheffizienten Dämmstoff, der bei extrem hohen oder extrem tiefen Temperaturen (-196 °C bis + 400 °C) eine bis zu 10-mal bessere Dämmleistung erbringt als konventionelle Materialien. So kann die Energieeffizienz von z.B. Industrieöfen, Energiespeichern, energieintensiven Industrieprozessen, Heizungsbrennern, Laborgeräten und Bauanwendungen entscheidend erhöht werden.Mit va-Q-steel öffnet va-Q-tec einen neuen Anwendungsbereich für die Nutzung von VIPs, die bisher aus technischen Gründen nicht zum Einsatz kommen konnten. Mit dem bereits in 2021 in Serie gegangenen und 2022 kontinuierlich weiterentwickelten Dämmsystem „va-Q-shell pipe“ können Rohrleitungen kosteneffizient, sicher und umweltschonend thermisch isoliert werden. Dies erhöht die Energieeffizienz beispielsweise in industriellen Anlagen, Gebäudeinstallationen sowie in Nah- und Fernwärmenetzen. va-Q-shell pipe ist für die Isolierung von werkseitig ungedämmten Rohren sowie zur Nachrüstung geeignet. Durch seine Materialeigenschaften verbessert es so die Energieeffizienz trotz Reduzierung der Dämmstärke um bis zu 50 % um bis zu 60 %. Mit va-Q-shell pipe hat va-Q-tec sein Produktportfolio zur Steigerung der Energieeffizienz von industriellen Anlagen, Gebäudeinstallationen sowie Nah- und Fernwärmenetzen erfolgreich weiter ausgebaut. In Ergänzung zur bereits etablierten VIP-Halbschalendämmung „va-Q-shell“ wurde im Berichtszeitraum das Warmwasserspeicher-Dämmsstem va-Q-patch weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um ein laminiertes VIP, das vollständig von einem robusten, ca. 2 mm dicken Polyethylenschaum (PE) umhüllt ist. Dieser dient als Schutzschicht gegen mechanische Beanspruchung sowie unerwünschte Feuchtigkeit. Bei Bedarf enthalten die PE-Schichten selbstklebende Folien zur einfachen Montage. Die optionale Rillenprägung des VIPs bietet dabei ein Maximum an Flexibilität, so dass va-Q-patch einfach und schnell zur bereits vorhandenen Dämmung von Warmwasserspeichern sowie Industrietanks und -anlagen installiert werden kann. So kann selbst bei älteren Anlagen die Energie-Effizienz kosteneffizient, schnell und unkompliziert stark verbessert werden. Bei neuen Speichern kann durch va-Q-patch das Energieeffizienzlabel in den höchsten Klasse A oder A+ erreicht werden. va-Q-tec hat 2022 die neuentwickelte und aus natürlichen und biobasierten Komponenten produzierte „va-Q-lite“-Thermobox vorgestellt. Die lokale Beschaffung der Komponenten ist abhängig von den verfügbaren natürlichen Ressourcen, was zu einem geringen CO2-Fußabdruck des Produkts führt. Die Verwendung von geliertem Phasenwechselmaterial ermöglicht spezifische und konsistente Temperaturbereiche und damit eine hohe Produktsicherheit. „va-Q-lite“ hat eine qualifizierte Leistung gemäß ISTA 7E Sommer- und Winterprofil von 48 Stunden und mehr. Mit der neuen Transportbox „va-Q-one 300P“ stellte va-Q-tec in 2022 eine temperaturkontrollierte Transportlösung in Europaletten-Größe vor. Die Lösung bietet viel Nutzvolumen bei gleichzeitig geringem Gewicht und hält die Temperatur über 100 Stunden konstant. Die Box eignet sich besonders für interkontinentale Sendungen in Regionen ohne Rücktransportmöglichkeit. Mit dem va-Q-one 300P erweitert va-Q-tec sein va-Q-one Portfolio an Thermotransportlösungen. Mit nun sechs zur Auswahl stehenden Größenvarianten können viele Kundenanforderungen erfüllt werden. Die leistungsstarke Isolation beim va-Q-one 300P ermöglicht ein maximales Innenvolumen auf dem limitierten Maß der Europalette bei gleichzeitig optimaler Temperaturhaltedauer. In den drei angebotenen Temperaturbereichen von 15 bis 25 °C, 2 bis 8 °C und -15 bis -25 °C kann die Temperatur mindestens 100 Stunden stabil gehalten werden, bei moderaten Außenbedingungen auch bis zu 200 Stunden. Aufgrund dieser stabilen Leistung auch unter extremen Bedingungen ist die Lösung vor allem für den internationalen Versand optimiert. Auch für den inländischen Transport in großen Ländern mit wenig entwickelter Infrastruktur eignet sich der va-Q-one 300P. Mit zwei Produktinnovationen im Niedrigtemperaturbereich bietet va-Q-tec nun ein noch umfangreicheres Portfolio temperaturkontrollierter Transportlösungen für Pharma- und Biotechunternehmen. va-Q-tec erweitert sein Angebot im Niedrigtemperaturbereich beziehungsweise im Bereich kryogener Transportlösungen mit den neuen Transportboxen va-Q-proof für -70 °C Transporte und va-Q-genic für -150 °C Transporte. Damit bietet das Unternehmen als einer der wenigen Anbieter auf dem Markt Transportlösungen für ein umfassendes Temperaturportfolio von -196 °C bis + 25 °C. Bei va-Q-proof für -70 °C Transporte konnte die benötigte Menge an Trockeneis im Vergleich zu den Lösungen, die derzeit am Markt vorwiegend eingesetzt werden, durch den Einsatz von Vakuumisolationspaneelen reduziert werden. Mit dem stapelbaren „va-Q-tray“, einem thermischen Verpackungssystem, lassen sich Lebensmittel so transportieren, dass sie bis zu mehreren Tagen warm, kalt oder gefroren bleiben. Die Temperaturhaltedauer kann optional durch PCMs verlängert werden. Durch seine glatte Oberfläche ist das va-Q-tray auch leicht zu reinigen, was hygienische Vorteile mit sich bringt. In der Bäckereibranche wird das va-Q-tray vor allem zur effizienten Belieferung von Bäckereifilialen eingesetzt und dient somit als Alternative zu energie- und kostenintensiven Kühlfahrzeugen. Dadurch ist eine emissionsarme und kostengünstige Filialbelieferung möglich. va-Q-tec konnte mit dem va-Q-tray den „Südback Trend Award 2022“ in der Kategorie “Technik” gewinnen und setzte sich in der Kategorie Technik gegen rund 60 andere Produkte durch. Zur Steuerung der logistischen Prozessabläufe entwickelt va-Q-tec unter dem Stichwort „TempChain 4.0“ auch modernste Software- und Simulationslösungen. Hierfür wurden 2022 die Ressourcen im IT-Bereich weiter gestärkt. Damit macht va-Q-tec den TempChain „smart“, weil sich diese in Kombination mit den va-Q-tec Thermoverpackungen optimal steuern lässt. So unterstützt beispielsweise neu entwickelte Servicelösung va-Q-nection die Kunden bei der sicheren und regulatorisch konformen Überwachung der TempChain während des Transports. Diese Innovation ermöglicht die Nachvollziehbarkeit der Temperatur im Innenraum der Thermoboxen auf unkomplizierte und sichere Weise. Die va-Q-nection App und die TempChain Service Software ermöglichen es dem Empfänger, den Temperaturbericht ortsunabhängig mit einem Mobilgerät auszulesen, ohne, dass er dabei auf die Sendung zugreifen und die TempChain durch Öffnen der Transportverpackung unterbrechen muss.

Die Technologieplattform ist durch über 200 Schutzrechte und Schutzrechtsanmeldungen gesichert. Sie betreffen vorwiegend effiziente Fertigungsmethoden für pulvergefüllte VIPs sowie das Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check®, eine Sensortechnologie zur Vakuummessung in VIPs. Im Berichtszeitraum wurden 17 Schutzrechte insgesamt angemeldet, davon 14 Patentanmeldungen und 3 Gebrauchsmusteranmeldungen. Im Berichtsjahr investierte das Unternehmen erneut in den Bereich Forschung und Entwicklung. Der Aufwand für diesen Bereich belief sich auf 4.528 TEUR und lag somit über dem Wert des Vorjahrs (3.653 TEUR). Insgesamt wurden im Berichtszeitraum Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 398 TEUR (Vorjahr: 358 TEUR) aktiviert.

2.2 Wirtschaftsbericht

2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezifische Rahmenbedingungen

Im Rahmen seiner aktualisierten Wachstumsprognose vom Januar 2023 geht der Internationale Währungsfonds (IWF)¹ für das Jahr 2022 von einem Wachstum des globalen BIP von 3,4% aus. Wesentliche hemmende Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 waren der Russland-Ukraine-Krieg mit den daraus entstandenen Unsicherheiten und Risiken hinsichtlich der Energieversorgung, vor allem in Deutschland und Europa sowie zu Jahresbeginn wiederkehrende Unterbrechungen in den globalen Lieferketten als Folge der strikten No-Covid-Politik in China, die ebenfalls zu erheblichen Preissteigerungen bei Rohstoffen und vielen Produkten beitrugen. Diese Entwicklungen führten wiederum weltweit zu sehr plötzlich und schnell steigenden Inflationsraten und als Reaktion hierauf einer strikteren Zinspolitik vieler Notenbanken. Demgegenüber stand eine allgemeine wirtschaftliche Erholung nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen in den meisten Ländern weltweit. Für die va-Q-tec AG waren die Auswirkungen vor allem in den von den Zulieferern nahezu durchgängig mit hohen Energiekosten begründeten Steigerungen in den Materialkosten für¹ https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023

Komponenten der Boxen und Container und allen anderen negativen Aspekten einer hohen Inflation, wie z.B. höheren Zinsen auf variabel verzinste Darlehen, Personalkosten etc. zu spüren. Für das Jahr 2023 rechnet der IWF mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 2,9%. Wesentliche Risiken stellen dabei weiterhin anhaltende geopolitische Unsicherheiten und der hohe inflationäre Druck dar. Wesentliche Umsatztreiber für den va-Q-tec Konzern sind die beiden Zielmärkte Healthcare und Logistik sowie Kühlgeräte und Lebensmittel, die zusammen einen Umsatzanteil von 88 % am Konzernumsatz ausmachen. Dabei wird vor allem der Markt für temperaturkontrollierte Verpackungssysteme im Pharmabereich weltweit von nachhaltigen Trends geprägt. Viele Produkte im Bereich Life Sciences, erfordern eine temperaturkontrollierte Lagerung und Verteilung. Innerhalb der Pharmazeutika sind die größten Kategorien Impfstoffe, Insulin und Biotech-Medikamente, die aus lebenden Organismen hergestellt werden, darunter verschiedene Krebsmedikamente. Der Markt für temperaturempfindliche Arzneimittel ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und beträgt nach Einschätzung des Branchenverbandes „Pharmaceutical Commerce“ in 2022 etwa 416 Mrd. USD. Von den 100 umsatzstärksten Medikamenten weltweit sind ca. 70 temperaturempfindlich. Die Regulierung der Transportketten nimmt zu und Medikamente werden global relativ dezentral entwickelt und produziert.# Die Marktforschungsagentur Market Research Future zeigt sich hinsichtlich des Wachstums dieses Marktes für die kommenden Jahre insofern optimistisch: Im Zeit- raum von 2020 bis 2027 erwartet Market Research Future eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9,5 %, wobei va-Q-tec davon ausgeht, dass das für va-Q-tec relevante Subsegment des Marktes (High Performance-Verpackungssysteme) stärker wachsen wird.

Strengere regulatorische Anforderungen an die TempChain-Logistik (unter dem Stichwort „Good Distribution Practices“) erfordern für die Kunden in der Pharmaindustrie schließlich immer leistungsfähigere und sicherere Verpackungssysteme. Gleichzeitig wachsen auch an die Pharmahersteller die Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Müllvermeidung, was im Bereich Thermoboxen und-container Mehrweg-Mietlösungen, z.B. von va-Q-tec, in eine besonders günstige Position bringt.

55 Wachstumspotenziale im Zielmarkt Healthcare und Logistik ergeben sich durch die zuneh- mende Globalisierung der klinischen Forschung und Pharmaproduktion. Die öffentliche Wahrnehmung dieses Zukunftsmarktes hat sich spätestens seit dem Ausbruch des Corona- virus gewandelt: Neuartige mRNA-Impfstoffe versprechen einen Ausweg aus dem globalen Pandemiegeschehen und zukünftig auch vielversprechende Ansätze für Krebsimmunthera- pien oder andere Krankheiten wie z.B. Multiple Sklerose. Der Bedarf an geeigneten, leis- tungsstarken Transportlösungen sowohl für großvolumige, internationale Transporte als auch für die Verteilung kleinerer Mengen auf der letzten Meile wird nach Erwartung der Gesellschaft anhalten bzw. weiter wachsen. Die Technologie von va-Q-tec hat nicht zuletzt bei der Impfkampagne im Zuge der Corona-Pandemie unterstrichen, dass sie von hoher Bedeutung für sichere TempChains weltweit sein kann. Auch die Lebensmittel-Logistik stellt aufgrund wachsender regulatorischer und qualitativer Anforderungen ein interessan- tes Wachstumsfeld dar. va-Q-tec ist davon überzeugt, mit den Angeboten im TempChain-Bereich, d.h. den Sys- temlösungen im Verkauf sowie den Mietlösungen („Serviced Rental“ von thermischen Ver- packungssystemen) im Vergleich zum Markt überproportional wachsen zu können. Insbe- sondere mit zukunftsweisenden Mietlösungen beabsichtigt va-Q-tec in Märkte einzutre- ten, die bislang nur mit konventionellen thermischen Verpackungssystemen bedient wur- den. Gleichzeitig können über die Mehrweglösung Ressourcen eingespart und Verpa- ckungsmüll vermieden werden.

Zweitwichtigste Abnehmer nach Healthcare sind mit einem Umsatzanteil von 9% die Kun- den im Bereich Technik und Industrie. Nach einer Einschätzung von ResearchAndMarkets wächst der Markt für Vakuumisolationspaneele im Zeitraum von 2021 bis 2026 durch- schnittlich um jährlich 5,5 %. Insgesamt wendet sich va-Q-tec mit seinem Produktgeschäft und seinen VIPs strukturell wachsenden Märkten zu. In Deutschland wird der „Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen“ zufolge ca. 60 % der Primärenergie für thermische Zwecke, also Kühlen oder Erwärmen,

56 verwendet. Seit der Gründung von va-Q-tec vor über 20 Jahren ist es ein wichtiges Ziel, den weltweiten Verbrauch von Energie für thermische Zwecke durch Produkte des Unterneh- mens so effizient wie möglich zu gestalten und durch ihren Einsatz die Emission von Treib- hausgase zu reduzieren. Daraus ergeben sich sehr interessante Geschäftschancen für die die Produkte von va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz.

2.2.2 Geschäftsverlauf

Um die Potenziale weltweit nutzen zu können, hat va-Q-tec in 2022 die internationale Ex- pansion weiter vorangetrieben und mit drei neuen Tochtergesellschaften die Geschäftstä- tigkeit in China, Indien und Brasilien aufgenommen. Über die in 2022 neu gegründete Toch- tergesellschaft in China werden die Vermietung und der Verkauf der Thermoboxen und -container sowie der Services von Shanghai aus angeboten. Der Ausbau der bereits in 2021 gegründeten Tochtergesellschaft in Indien ist die konsequente Antwort auf das starke Wachstum der dort ansässigen Pharmaindustrie. Mit den Tochtergesellschaft an den neuen Standorten im brasilianischen São Paulo und in Paris optimiert va-Q-tec die Verfügbarkeit der TempChain-Lösungen in Lateinamerika und Europa und verfügt nun über ein Netzwerk aus zwölf Tochtergesellschaften weltweit.

Mit einem Großauftrag aus der Lebensmittelindustrie gelang va-Q-tec in 2022 im Temp- Chain-Bereich die Ausweitung der Zielmärkte für Boxen und Container: Seit Januar 2022 setzt die Großbäckerei „Hofpfisterei München“ mehrere tausend Einheiten der passiven Thermoboxen va-Q-tray ein. Mit dem va-Q-tray lassen sich temperaturempfindliche Le- bensmittel ohne die Zufuhr von externer Energie mehrere Stunden sicher und temperatur- konstant transportieren und lagern. Auch trägt das va-Q-tray zur Steigerung der Nachhal- tigkeit der Hofpfisterei bei: durch den Einsatz der passiven Lösung kann das Unternehmen auf den sehr energie- und wartungsintensiven Betrieb von Tiefkühlmöbeln in den Filialen verzichten. So können circa 320 kWh pro Tag eingespart werden. Neben diesen Energieein- sparungen können zudem die anfallenden Mengen an Verpackungsmüll drastisch reduziert werden: Laut Hofpfisterei werden durch den Umstieg auf die Mehrweglösung va-Q-tray

57 rund 50 Tonnen Verpackungsmüll pro Jahr, vorwiegend Polyethylenfolie und Kartonagen, eingespart.

Vorteile bieten die Vakuumisolationspaneele von va-Q-tec insbesondere überall dort, wo sichere und hocheffiziente Isolationslösungen auf engstem Raum gefragt sind. Entspre- chend wird va-Q-tec nicht nur im Bereich Healthcare & Logistik als zuverlässiger Partner geschätzt, sondern auch in zahlreichen anderen Bereichen, z.B. Technik und Industrie (u.a. Isolierung von Pipelines), in der Baubranche (Gebäudedämmung) und auch im Bereich der Mobilität (u.a. HighTech-Dämmung von Elektrofahrzeugen). So wurde das innovative VIP va-Q-steel im Q1 2022 etwa vom führenden Branchenmagazin „Technische Isolierung“ mit dem Preis „Produkt des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Der Award wird durch eine unabhän- gige Fachjury sowie eine Online-Abstimmung verliehen und zeichnet besonders innovative Produkte in der Isolierbranche aus. Bei va-Q-steel handelt es sich um einen hocheffizienten Dämmstoff, der bei extrem hohen oder extrem tiefen Temperaturen (-196 °C bis + 400 °C) eine bis zu 10-mal bessere Dämmleistung erbringt als konventionelle Materialien. So kann die Energieeffizienz von z.B. Industrieöfen, Energiespeichern, energieintensiven Indust- rieprozessen, Heizungsbrennern, Laborgeräten und Bauanwendungen entscheidend er- höht werden. Mit va-Q-steel öffnet va-Q-tec einen vollkommen neuen Anwendungsbereich für die Nutzung von VIPs, die bisher aus technischen Gründen nicht zum Einsatz kommen konnten. Die Auszeichnung unterstreicht die Kompetenz der Gesellschaft im Bereich High- Tech-Dämmung und verdeutlicht die Bedeutung von Hochleistungsdämmung auch und ge- rade in industriellen Anwendungen.

Insgesamt war die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2022 mit einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld und einem sehr stark durch die Impfstofftransporte gepräg- ten Vorjahresvergleich durchwachsen. Mit einem Umsatzplus von 7 % wuchs die Gesell- schaft im hohen einstelligen Prozentbereich, blieb aber andererseits hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Der Umsatzanteil des Corona-Geschäfts beträgt in 2022 16 % nach 23 % in 2021.

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Geschäftsbereich Produkte (Verkauf von Vakuumisolationspaneelen und Phase Change Materials)

Im Produktgeschäft (Verkauf von Vakuumisolationspaneelen und Phase Change Materials) stieg der Umsatz minimal auf 22.297 TEUR gegenüber der starken Vorjahresbasis zu (Vj.: 22.032 TEUR). So entwickelte sich Geschäft beispielsweise im Bereich Technik und Indust- rie, erfreulich. Beispielhaft ist das Geschäft mit der innovativen Dämmlösung „va-Q-shell pipe“, das gemeinsam mit dem finnischen Partner Uponor entwickelt wurde, hervorzuhe- ben. va-Q-shell pipe erhöht die Energieeffizienz von Rohrleitungen wie z.B. in industriellen Anlagen, Gebäudeinstallationen sowie Nah- und Fernwärme deutlich. va-Q-shell pipe ist für die thermische Isolation von werkseitig ungedämmten Rohren und auch zum Nachrüs- ten geeignet. Durch die Materialeigenschaften verbessert die Dämmlösung die Energieef- fizienz um bis zu 60 % bei gleichzeitiger Reduzierung der Dämmstärke um bis zu 50 %. Damit passt das Produkt aus Sicht von va-Q-tec besonders gut in eine Zeit mit stark steigenden Energiepreisen und immer drängender werdenden Einsparbemühungen. Insgesamt bewegte sich der Umsatz in diesem Bereich ganz leicht über dem Vorjahresni- veau und im Rahmen der Erwartungen des Vorstandes.

Geschäftsbereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungssystemen)

Im Geschäftsbereich Systeme (Thermische Verpackungen) sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr mit seiner sehr starken Vergleichsbasis von 36.379 um 4 % auf 35.046 TEUR. Der Vorjahreswert war in diesem Geschäftsbereich sehr stark durch das Geschäft mit dem va-Q-pal für Corona-Impfstoffe geprägt. Diese Sonder-Konjunktur konnte mit regulärem Geschäft nicht in vollem Umfang kompensiert werden.

Geschäftsbereich Dienstleistungen („Serviced Rental“ von thermischen Verpackungssys- temen)

Das Servicegeschäft von va-Q-tec, welches das Container- und Boxen-Vermietungsgeschäft für den Transport temperatursensibler Güter, mehrheitlich aus dem Pharma- und Biotech- Bereich, umfasst, verzeichnete in 2022 mit 8.000 TEUR einen Zuwachs von 18% gegenüber

59 dem Vorjahreszeitraum (Vj: 44.090 TEUR). Insgesamt profitierte va-Q-tec von einer Ver- breiterung der Kundenbasis besonders im Bereich der Luftfracht-Thermocontainer sowie einer stark gewachsenen Anzahl an Vermietungen kleiner Thermoboxen für Transporte „auf der letzten Meile“. Diese „last-mile-Transporte“ hatten aufgrund der reduzierten An- zahl klinischer Studien im Zuge der Corona-Krise in den Vorquartalen deutliche Umsatz- rückgänge verzeichnet.# 2.2.3 Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns

Ertragslage

### 2021 in TEUR 2022 Δ 22/21 angepasst*
Umsatzerlöse 111.833 104.063 +7 %
Gesamterträge 122.803 122.531 0 %
Materialaufwand -46.701 -50.482 -7 %
Rohergebnis 76.102 72.049 +6 %
Personalaufwand -37.587 -33.191 +13 %
Sonstiger betrieblicher Aufwand** -30.779 -21.064 +46 %
EBITDA 7.736 17.794 -57 %
EBITDA-Marge an den Gesamterträgen 6 % 15 %
EBITDA-Marge am Umsatz 7 % 17 %
Abschreibungen -15.000 -13.655 +10 %
EBIT -7.264 4.139 -276 %
Ergebnis aus Fair value Bewertung von Beteiligungen 530 -
Finanzergebnis -2.602 -2.246 -16 %
EBT -9.336 1.893 -593 %

) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs.
*) Bestimmte Kostenpositionen im sonstigen betrieblichen Aufwand 2022 sind nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnen. Hierbei handelt es sich um einmalige Kosten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity in Höhe von 6.657 TEUR sowie in 2022 in Höhe von 1.299 TEUR zurückgestellte Steuernachzahlungen in verschiedenen Ländern (Vj.: 2.069 TEUR Steuernachzahlungen in den SBA und 326 TEUR Zollnachzahlungen im Materialaufwand) (s.a. „Bereinigte Ertragslage“ weiter unten).

Die Vorjahreszahlen in den nachfolgenden Erläuterungen zur Ertragslage enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs.

Die Auftragseingänge lagen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt über dem Vorjahresniveau. Vor diesem Hintergrund konnte va-Q-tec die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 um 7 % auf 111.833 TEUR steigern. Das Umsatzwachstum wurde dabei vor allem aus dem Geschäftsbereich „Dienstleistungen“ gespeist, während der Bereich „Systeme“ das sehr hohe Vorjahresniveau, das zum Teil aus der Corona-Sonderkonjunktur resultierte, nicht halten konnte.

Im Januar 2023 hatte der Vorstand bekannt gegeben, dass die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich nicht eingehalten werden kann. Die Umsätze mit Corona-Impfstoff-Transportlösungen sind insbesondere im letzten Quartal 2022 klar hinter den Erwartungen des Vorstands zurückgeblieben. Das Nicht-Corona-Geschäft wuchs demgegenüber weiter dynamisch, konnte aber den Rückgang im Corona-Geschäft insgesamt kurzfristig nicht kompensieren.

Das deutsche Berichtssegment (va-Q-tec AG) erzielte unkonsolidierte Umsätze in Höhe von 72.278 TEUR (Vj.: 75.269 TEUR), das UK-Berichtssegment (va-Q-tec UK) in Höhe von 45.107 TEUR (Vj.: 37.597 TEUR) und das sonstige Berichtssegment in Höhe von 22.493 TEUR (Vj.: 20.973 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2022 nahm der Umsatz mit Produkten (Verkauf von Vakuumisolationspaneelen) um 265 TEUR von 22.032 TEUR auf 22.297 TEUR zu (+1 %) zu. Im Bereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungen) sank der Umsatz im Jahresvergleich von 36.379 TEUR um 1.333 TEUR auf 35.046 TEUR (-4 %). Mit Dienstleistungen („Serviced Rental“ von thermischen Verpackungen) erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 52.090 TEUR gegenüber 44.090 TEUR im vorangegangenen Geschäftsjahr (+8.000 TEUR; +18 %).

Die Gesamterträge stiegen im Berichtszeitraum nur minimal um 272 TEUR auf 122.803 TEUR (Vj.: 122.531 TEUR). Neben dem in 2022 aufgrund der Reduzierung der Fertigerzeugnisse im Gegensatz zum Vorjahr negativen Wert aus Bestandsveränderungen lag dies vor allem an den deutlich reduzierten Aktivierten Eigenleistungen i.H.v. 5.725 TEUR (Vj.: 11.328 TEUR). Im Berichtszeitraum war die Expansion der eigenproduzierten Container- und Boxenflotten aufgrund des in den beiden Vorjahren erfolgten sehr dynamischen Aufbaus planmäßig reduziert worden.

Sonstige betriebliche Erträge i.H.v. 5.666 TEUR (Vj.: 4.294 TEUR) resultierten zum größten Teil aus Währungsgewinnen sowie der Auflösung des Sonderpostens aus Container-Sale-and-Lease-back Transaktionen. Dieser passivische Sonderposten entstand bis Ende 2018 beim Verkauf der selbst hergestellten Container durch die Muttergesellschaft va-Q-tec AG oder die va-Q-tec Ltd. (UK) an Leasinggesellschaften und anschließendem Finance-lease-back durch die britische Tochtergesellschaft und wird über einen Zeitraum von fünf Jahren aufgelöst (für weitere Erläuterungen verweisen wir auf das Kapitel „Sale-and-finance-leaseback Transaktionen“ im Konzernanhang).

Der Aufwand für Material und bezogene Dienstleistungen sank von 50.482 TEUR im Vorjahr um 7 % auf 46.701 TEUR. Der Rückgang ist vor allem auf die geringeren Umsätze im Systemgeschäft sowie den Bestandsabbau und die geringeren Aktivierten Eigenleistungen zurückzuführen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind demgegenüber aufgrund des Wachstums im „Serviced Rental“ gestiegen. Insgesamt reduzierte sich die Quote für Materialaufwand und bezogene Leistungen bezogen auf die Gesamterträge von 41 % in 2021 um drei Prozentpunkte auf 38 % im Berichtszeitraum. Parallel dazu verbesserte sich die Rohertragsquote in 2022 auf 62 % (Vj.: 59 %).

Die Personalaufwendungen stiegen in 2022 gegenüber dem Vorjahr von 33.191 TEUR um 4.396 TEUR auf 37.587 TEUR (+13 %). Gemessen an den Gesamterträgen entspricht dies einer Quote von 31 % (Vj.: 27 %). Die absolute Zunahme ist neben üblichen Lohn- und Gehaltssteigerungen im Wesentlichen auf die im Durchschnitt zum vorangegangenen Geschäftsjahr insbesondere infolge der internationalen Expansion mit neuen Tochtergesellschaften um 25 Personen gestiegene Mitarbeiteranzahl zurückzuführen.

Der sonstige betriebliche Aufwand (SBA) stieg von 21.064 TEUR im Vorjahreszeitraum um 9.715 TEUR auf 30.779 TEUR in 2022 (+46 %). Neben den einmaligen Transaktionskosten wirkten sich vor allem die weiterhin erhöhten Frachtkosten sowie im Vergleich zum Vorjahr wieder stärkere Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie im vierten Quartal Fremdwährungsgewinne negativ aus. Gemessen an den Gesamterträgen resultiert daraus eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene SBA-Quote von 25 % (Vj.: 17 %).

Insgesamt sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 17.794 TEUR im Vorjahr um 10.058 TEUR auf 7.736 TEUR (-57 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 6 % in 2022 gegenüber 15 % in 2021, gemessen an den Gesamterträgen. Bezogen auf die Umsätze entspricht dies einer Verschlechterung von 17 % in 2021 auf 7 % in 2022. Aufgrund der einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity in Höhe von 6.657 TEUR sowie außergewöhnliche Steuernachzahlungen in Höhe von 1.299 TEUR (s.a. „Bereinigte Ertragslage“ weiter unten) wurde die Prognose bezüglich der EBITDA-Marge deutlich verfehlt.

Die Abschreibungen erhöhten sich angesichts der im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzierten Investitionstätigkeit moderat um 10 % von 13.655 TEUR auf 15.000 TEUR.

Das operative Ergebnis (EBIT) betrug in 2022 -7.264 TEUR. Gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr bedeutet dies aufgrund der oben sowie unter „Bereinigte Ertragslage“ weiter unten erläuterten Gründe eine deutliche EBIT-Verschlechterung um -11.403 TEUR (Vj.: 4.139 TEUR).

Aus der Fair Value-Bewertung von Beteiligungen ergibt sich ein Ertrag in Höhe von 530 TEUR (Vj.: 0 EUR).

Das Finanzergebnis belief sich auf -2.602 TEUR nach -2.246 TEUR im Vorjahr und reflektiert die leicht erhöhte Inanspruchnahme von Fremdkapital sowie das in 2022 gestiegene Zinsniveau.

Für das Geschäftsjahr 2022 verringerte sich das Vorsteuerergebnis (EBT) mit -9.336 TEUR gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr (Vj.: 1.893 TEUR) aus den oben genannten Gründen stark und drehte ebenso wie das Nachsteuerergebnis mit -11.664 TEUR ggü. 1.408 TEUR im Vorjahr deutlich in den negativen Bereich.

Bereinigte Ertragslage in TEUR

2022 2021 angepasst* Δ 22/21
Umsatzerlöse 111.833 104.063 + 7 %
Gesamterträge 122.803 122.531 + 0 %
Materialaufwand -46.701 -50.156 -7 %
Rohergebnis 76.102 72.375 +5 %
Personalaufwand -37.587 -33.191 +13 %
Sonstiger betrieblicher Aufwand -22.823 -18.995 +20 %
EBITDA 15.692 20.189 -22 %
EBITDA-Marge an den Gesamterträgen 13 % 16 %
EBITDA-Marge am Umsatz 14 % 19 %
Abschreibungen -15.000 -13.655 +10 %
EBIT 692 6.534 -89 %
Ergebnis aus Fair value Bewertung von Beteiligungen 530 -
Finanzergebnis -2.602 -2.246 +16 %
EBT -1.380 4.288 -132 %

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs.

Signifikante Kostenpositionen im sonstigen betrieblichen Aufwand sind nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnen. Hierbei handelt es sich zum Einen in 2022 um einmalige Kosten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity in Höhe von 6.657 TEUR, verbunden mit der unmittelbar nach Closing verbindlich durchzuführenden Kapitalerhöhung in Höhe von ca. 34,9 Mio. zur Stärkung der Finanzkraft und Kapitalstruktur sowie zur Sicherung des Wachstumspotential der va-Q-tec AG.Zum Anderen handelt es sich um die in 2022 in Höhe von 1.299 TEUR (Vj.: 2.395 TEUR) zurückgestellten Steuer- und Zollnachzahlungen in verschiedenen Ländern. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs. Nach sorgfältiger Analyse und Abwägung haben wir beschlossen die Ertragslage in der obigen Tabelle sowie den nachfolgenden Erläuterungen zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Kosten mit dem Vorjahr um diese Kostenpositionen zu bereinigen. Bereinigt um den oben genannten Betrag wären die SBA von 18.995 TEUR im Vorjahr um 3.828 TEUR auf 22.823 TEUR gewachsen (+20%). Gemessen an den Gesamterträgen resultiert daraus eine im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gestiegene SBA-Quote von 19 % (Vj.: 16 %). Negativ wirkten sich vor allem die weiterhin erhöhten Frachtkosten 65 sowie im Vergleich zum Vorjahr wieder stärkere Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie im vierten Quartal Fremdwährungsverluste aus. Bereinigt um die einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Kosten wäre das EBITDA von 20.189 TEUR im Vorjahr um 4.497 TEUR auf 15.692 TEUR gesunken (-22 %). Dies entspräche einer bereinigten EBITDA-Marge von 13 % in 2022 (2021: 16 %), gemessen an den Gesamterträgen. Bezogen auf die Umsätze entspräche dies einer Quote von 14 % in 2022 (2021: 19 %). Bereinigt um die einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Kosten hätte sich das EBIT von 6.534 TEUR im Vorjahr um -5.842 TEUR auf +692 TEUR verändert. Bereinigt um die einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Kosten liegt das EBT bei -1.380 TEUR gegenüber 4,288 TEUR im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Deutsches Berichtssegment (va-Q-tec AG)

in TEUR falls nicht anders angegeben 2022 (IFRS) 2021 (IFRS) Δ22/21
Umsatzerlöse 72.278 75.269 -4 %
EBITDA -10.364 6.705 -255 %
Eigenkapitalquote 30 % 45 % -15 %-Pkt.
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 534 528 +6

Im deutschen Berichtssegment (va-Q-tec AG) nahm der Umsatz von 75.269 TEUR im Vorjahr auf 72.278 TEUR in 2022 ab (-4 %). Das EBITDA sank in 2022 auf -10.364 TEUR (Vj.: +6.705 TEUR). Die Umsatzentwicklung war vor allem auf rückläufige Verkäufe von eigenproduzierten Containern an die Tochtergesellschaft in Großbritannien sowie das reduzierte Geschäft mit Systemen (Verkauf von Thermoverpackungen) im Zuge der Corona-Impfstofflogistik zurückzuführen, das mit regulärem Geschäft nur teilweise kompensiert werden konnte. Das Ergebnis wurde zudem sehr stark durch die einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Transaktionskosten im SbA geprägt. 66 Bereinigt um die einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Kosten in den SBA wäre das EBITDA von 6.705 TEUR im Vorjahr auf -3.707 TEUR und die Eigenkapitalquote von 45 % auf 35 % gesunken. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl einschließlich Vorständen, Auszubildenden und Praktikanten stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 auf 534 (Vj.: 528).

Britisches Berichtssegment (va-Q-tec UK Ltd.)

TEUR falls nicht anders angegeben 2021 (IFRS) 2022 (IFRS) Δ 22/21
Umsatzerlöse 37.597 45.107 +20 %
EBITDA 14.531 15.521 +7 %
Eigenkapitalquote 26 % 35 % +8 %-Pkt.
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 58 54 -4

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8 (s. hierzu Abschnitt 6.3 des Anhangs)

Das britische Berichtssegment (va-Q-tec UK Ltd.) umfasst im Wesentlichen die Vermietung von temperaturgeführten Containern für die globale Pharma-Industrie. Die Umsatzerlöse in diesem Segment stiegen von 37.597 TEUR im Vorjahr deutlich um 7.510 TEUR (+20 %) auf 45.107 TEUR in 2022. Das britische Berichtssegment profitierte von einem dynamischen Anlauf von Neuprojekten. Daneben enthält das Ergebnis auch Kompensationszahlungen eines großen Kunden, der sich im Rahmen seiner geplanten Corona-Impfstofflogistik zur Abnahme von Mietcontainern verpflichtet, diese aber nicht im geplanten Umfang realisiert hatte. Das EBITDA stieg in diesem Segment leicht unterproportional zum Umsatzwachstum im Jahresvergleich um 7 % von 14.531 TEUR in 2021 auf 15.521 TEUR in 2022 an. Das Eigenkapital stieg von 27 % im Vorjahr um acht Prozentpunkte deutlich an. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl sank um 4 auf 54 (Vj.: 58). Bereinigt um die dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Zoll- und Steuernachzahlungen wäre das EBITDA von 15.925 TEUR im Vorjahr auf 16.820 TEUR ebenfalls gestiegen. 67

Sonstiges Berichtssegment

in TEUR falls nicht anders angegeben 2021 (IFRS) 2022 (IFRS) Δ 22/21
Umsatzerlöse 20.973 22.493 +7 %
EBITDA 1.087 51 -95 %
Eigenkapitalquote -6 % -11% -5 %-Pkt.
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 39 61 +22

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8 (s. hierzu Abschnitt 6.3 des Anhangs)

Die Tochtergesellschaften in der Schweiz, China, Indien, Brasilien, Singapur, Korea, Japan, Uruguay und den USA, welche zusammen 2022 das Sonstige Berichtssegment bildeten, trugen ebenfalls zur Umsatzsteigerung im Konzern bei. Durch die Steigerung der Umsätze um 7 % blieb der unkonsolidierte Umsatzanteil des Segments in 2022 wie im Vorjahr konstant bei 16 %. Alle Tochtergesellschaften im „Sonstigen Berichtssegment“ sind außerordentlich wichtig für die lokale Präsenz, den Ausbau der regionalen Geschäftstätigkeit und die Wahrnehmung von va-Q-tec als verlässlicher globaler und regionaler Partner. Der Umsatz stieg um 1.520 TEUR von 20.973 TEUR TEUR im Vorjahr auf 22.493 TEUR in 2022 (+7 %). Das EBITDA lag bei 51 TEUR (Vj.: 1.087 TEUR, -95 %). Die Ergebnis-Entwicklung in diesem Segment ist noch stark von Vorlauf-Investitionen bzw. Wachstumskosten für neue Landesgesellschaften beeinflusst. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg zum 31.12.2022 in diesem Segment um 22 Mitarbeiter auf 61 (Vj.: 39) an.

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierungsstrategie der va-Q-tec ist auf die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel für starkes Wachstum ausgerichtet. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsinstrumente wie z.B. Darlehen, Leasing, Factoring, Kontokorrentlinien und staatliche Förderungen in Anspruch genommen. Bestehende Finanzierungsinstrumente werden fortlaufend bezüglich ihrer Struktur und Verzinsung optimiert. Insgesamt verfügt va-Q-tec zum 31.12.2022 mit Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien von ca. 28 Mio. EUR über eine für die Bedürfnisse eines schnell wachsenden Unternehmens angemessene und gute Ausstattung mit Finanzmitteln. 68 Der Multibank-Rahmenkreditvertrag in Höhe von 11,0 Mio. EUR wurde Mitte des Jahres aufgehoben und durch mehrere bilaterale Verträge mit Banken mit einem Gesamtvolumen von 24,5 Mio. EUR ersetzt. Im Rahmen dieser bilateralen Verträge und im Rahmen der in der Schweiz begebenen Anleihe hat va-Q-tec sich zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote von 30 % verpflichtet. Insbesondere aufgrund der oben genannten, einmaligen und außergewöhnlichen Kosten (die aus Sicht des Unternehmens im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Verbesserung der finanziellen Sicherheit und der Verbesserung der Eigenkapitalquote angefallen sind) in Höhe von 6.657 TEUR kommt es zum Stichtag 31.12.2022 zu einer Unterschreitung der vereinbarten Mindesteigenkapitalquote. Hierdurch hatten der Lead Manager der Anleihe und die Banken das Recht, aber nicht die Pflicht, die Anleihe bzw. die Darlehen vorzeitig fällig zu stellen. Infolgedessen hat die va-Q- tec AG alle betroffenen Finanzpartner um eine Bestätigung gebeten, dass sie auf dieses Recht verzichten. Daraufhin haben sowohl der Lead Manager der Anleihe bestätigt, dass sie auf eine Fälligstellung der Anleihe und Einladung einer Gläubigerversammlung unter der Bedingung, dass die Kapitalerhöhung unmittelbar nach dem Closing der Übernahmetransaktion erfolgt (was durch die Zusammenschlussvereinbarung vertraglich gesichert ist) und keine neuen Umstände eine Neubeurteilung des Sachverhalts erfordern, verzichtet, als auch die übrigen Banken ihren Verzicht auf die Einhaltung der Eigenkapitalquote zum 31.12.2022 erklärt. Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken zum Verzicht auf Fälligstellung der Anleihe und der kurzfristigen Darlehen verfügt die va-Q- tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 28 Mio. EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Dennoch wird die Anleihe aus den oben genannten Gründen in der Bilanz aus den langfristigen in die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen umgegliedert. Unter Berücksichtigung des laufenden Übernahmeangebots, des Alternativ-Szenarios und einer insgesamt moderaten Verschuldung sehen Vorstand und Aufsichtsrat keine konkreten Gründe, die gegen eine Going Concern-Annahme sprechen. Neben der Mindesteigenkapitalquote hat sich die Gesellschaft gegenüber den Anleihegläubigern verpflichtet, für die Laufzeit der Anleihe eine Liquidität von 5,0 Mio. EUR nicht zu unterschreiten. Diese Bedingung wurde über die gesamte bisherige Laufzeit eingehalten. 69

Liquidität

in TEUR 2022 2021
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 9.681 3.280
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -8.664 -24.222
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.557 13.571
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -429 -7.324
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31.12.2022 9.381 9.810

Vor Änderungen im Working Capital erzielte va-Q-tec in 2022 aufgrund der Verschlechterung des EBITDAs einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 7.350 TEUR gegenüber 13.333 TEUR in 2021 (-45 %). Der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit einschließlich der Änderungen im Working Capital belief sich in 2022 auf 9.681 TEUR und lag damit um 6.401 TEUR über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von 3.280 TEUR.Grund hierfür ist das im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Working Capital, was bei relativ konstantem Vorratsvermögen insbesondere auf niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag zurückzuführen ist, wohingegen sich die ebenfalls rückläufigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen negativ auf den operativen Cashflow auswirkten. Bereinigt um die Cashflows im Zusammenhang mit den einmaligen, dem operativen Geschäft nicht zuzuordnenden Kosten des Übernahmeangebots und der damit verbundenen Kapitalerhöhung sowie der Steuernachzahlungen wäre der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit einschließlich der Änderungen im Working Capital im Geschäftsjahr 2022 mit 10.035 TEUR um 354 TEUR höher ausgefallen und die Differenz zum Vorjahr hätte sich auf 6.755 TEUR erhöht. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit reduzierte sich von -24.222 TEUR im Vorjahreszeitraum auf -8.664 TEUR in 2022 und lag damit sehr deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Aus dem Erwerb von Sachanlagen resultiert ein Cashflow von -8.272 TEUR gegenüber -22.080 TEUR im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der zu erwartenden Mehrnachfrage im Zuge der Corona-Pandemie war 2021 ein erhöhter und vorgezogener Investitionsbedarf erkannt und umgesetzt worden. Das Unternehmen musste in Erwartung des sehr starken Umsatzanstiegs in 2021 kurzfristig mehr in die Container-Flotte und die Erweiterung der Produktionskapazitäten investieren – auch für zukünftiges Umsatzwachstum – bevor die Investitionen in 2022 deutlich zurückgefahren werden konnten. Die Erweiterungen der Produktionskapazitäten in Kölleda wurden darüber hinaus im Rahmen eines Förderprogramms bis Februar 2022 staatlich bezuschusst und mussten bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen werden. Aus der Gesamtbetrachtung des Netto-Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und des Netto-Cashflows aus Investitionstätigkeit ergibt sich, dass va-Q-tec im Geschäftsjahr 2022 einen positiven Free Cashflow in Höhe von 1.017 TEUR erzielt hat. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -1.557 TEUR (Vj.: 13.571 TEUR) resultiert ganz wesentlich aus Tilgungen der Leasing- und Darlehensverpflichtungen, die durch neue Finanzierungen (für Investitionen in Gebäude und Anlagen im Rahmen des Fördermittelprogramms in Kölleda), Investitionszulagen und weitere Finanzierungen der Containerflotte jedoch weitgehend kompensiert wurden. Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken zum Verzicht auf Fälligstellung der Anleihe und der kurzfristigen Darlehen (s. ausführliche Erläuterungen unter „Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements“) verfügt die va-Q-tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 28 Mio. EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Darüber hinaus ist der Vorstand kontinuierlich in Gesprächen mit Banken und Finanzinstitutionen in Bezug auf kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierungsinstrumente. Unter Berücksichtigung des laufenden Übernahmeangebots und der damit verbundenen Kapitalerhöhung, die im Wesentlichen zur Stärkung der finanziellen Sicherheit initiiert wurden, sowie einer insgesamt moderaten Verschuldung sehen Vorstand und Aufsichtsrat im Rahmen der erwarteten Geschäftsentwicklung keine Hinweise darauf, dass die va-Q-tec ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnte.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Aktiva

31.12.2021 in TEUR 31.12.2022 angepasst*
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 6.036 4.273
Sachanlagen 80.645 82.649
Als Finanzanlagen gehaltene Immobilien 1.020 1.020
Aktivierte Vertragskosten 48 38
Finanzielle Vermögenswerte 7.752 4.972
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.307 1.298
Latente Steueransprüche 875 2.381
Summe langfristige Vermögenswerte 97.683 96.631
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 18.838 18.469
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.733 12.432
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.734 2.380
Steueransprüche - 22
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 2.145 5.168
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.381 9.810
Zur Veräußerung gehaltene Langfristige Vermögenswerte - 594
Summe kurzfristige Vermögenswerte 44.831 48.875
Bilanzsumme 142.514 145.506

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8 (s. hierzu Abschnitt 6.3 des Anhangs)

Die Vorjahreszahlen in den nachfolgenden Erläuterungen zur Vermögenslage und Kapitalstruktur enthalten Anpassungen nach IAS 8. Hinsichtlich dieser Anpassungen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen im Abschnitt 6.3 des Anhangs. Das Sachanlagevermögen ist zum 31.12.2022 gegenüber dem 31.12.2021 insgesamt von 82.649 TEUR um 2.004 TEUR auf 80.645 TEUR gesunken. Die Summe der langfristigen Vermögenswerte stieg zum 31.12.2022 von 96.631 TEUR um 1.052 TEUR auf 97.683 TEUR. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und einen deutlichen Anstieg der Sonstigen finanziellen Vermögenswerte zurückzuführen, wohingegen die Sachanlagen und die Aktiven latenten Steuern zum 31.12.2022 rückläufig waren. Das Vorratsvermögen nahm im Zuge des Umsatzwachstums um 369 TEUR auf 18.838 TEUR (Vj. 18.469 TEUR) leicht zu, was auch auf erhöhte Sicherheitsbestände aufgrund der teilweise noch immer gestörten Lieferketten und lange Lieferzeiten sowie die Ausstattung der (neuen) Auslandsgesellschaften zurückzuführen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken aufgrund des im Zuge der Impfstoffdistribution sehr hohen Vorjahreswertes sehr deutlich um 4.699 TEUR auf 7.733 TEUR zum 31.12.2022 (Vj.: 12.432 TEUR). Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte nahmen stichtagsbezogen aufgrund einer aus technischen Gründen über die va-Q-tec AG erfolgten Berechnung einer Leistung im Namen einer Tochtergesellschaft von 2.380 TEUR um 4.354 TEUR auf 6.734 TEUR zum 31.12.2022 zu. Gleichzeitig sanken die kurzfristigen nicht-finanziellen Vermögensgegenstände aufgrund des Zahlungseingangs der im Vorjahr stichtagsbedingt sehr hohen Forderungen aus Umsatzsteuer sehr deutlich um 3.023 TEUR auf 2.145 TEUR (Vj.: 5.168 TEUR). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich von 9.810 TEUR um -429 TEUR auf 9.381 TEUR. Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte reduzierte sich aus den oben genannten Gründen deutlich von 48.875 TEUR zum 31.12.2021 auf 44.831 TEUR zum 31.12.2022. Die gesamte Bilanzsumme nahm von 145.506 TEUR zum 31.12.2021 auf 142.514 TEUR zum 31.12.2022 aus den oben genannten Gründen leicht ab.

Investitionen

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in 2022 lag in den fortgeführten Investitionen in Produktionskapazitäten in Würzburg und Kölleda, dem Ausbau der Containerflotte für das globale Container-Vermietgeschäft und im Flottenaufbau der Thermo-Boxen. Die Investitionstätigkeit ging wie geplant vom hohen Niveau der beiden Vorjahre sehr deutlich zurück. Investitionen in Höhe von 3.457 TEUR entfielen auf Immaterielle Vermögenswerte (Vj.: 2.702 TEUR). Insgesamt wurden in Sachanlagen brutto 12.374 TEUR (Vj.: 26.117 TEUR) investiert, davon entfielen 2.998 TEUR auf die Containerflotte (Vj.: 7.061 TEUR). Außerdem sind in diesen Investitionen bereits Zugänge von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 in Höhe von 3.567 TEUR (Vj.: 4.291 TEUR) enthalten. Das Sachanlagevermögen ist netto nach Abschreibungen und anderen Bewegungen von 82.649 TEUR um 2 % auf 80.645 TEUR gesunken. Nachdem bereits in den Jahren 2017 und 2018 ein Großteil an Basis-Investitionen getätigt worden waren, waren im Zuge der erwarteten stark erhöhten Nachfrage in 2021 und darüber hinaus (Corona-Impfstofftransporte) zusätzliche Investitionen in neue Kapazitäten unumgänglich. Gleichzeitig konnten auch staatliche Förderprogramme zur Erweiterung des Standorts in Kölleda ausgenutzt werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen konnte die Investitionstätigkeit in 2022 deutlich zurückgefahren werden.

Passiva

31.12.2021 in TEUR 31.12.2022 angepasst*
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 13.415 13.415
Eigene Anteile -54 -54
Kapitalrücklage 54.020 54.020
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 378 -
Gewinnrücklage -29.060 -17.396
Summe Eigenkapital 38.699 49.985
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 208 189
Verbindlichkeiten aus begebenen Anleihen - 23.362
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25.319 23.451
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5.307 4.695
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.753 6.790
Summe langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 35.587 58.487
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 3.188 247
Verbindlichkeiten aus begebenen Anleihen 24.821 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.180 13.741
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 11.732 8.290
Vertragsverbindlichkeiten 65 189
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.130 8.628
Steuerverbindlichkeiten 973 63
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 8.139 5.876
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 68.228 37.034
Bilanzsumme 142.514 145.506

*) Die Vorjahreszahlen in der Tabelle enthalten Anpassungen nach IAS 8 (s. hierzu Abschnitt 6.3 des Anhangs)

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich infolge des von einmaligen Kosten maßgeblich geprägten Konzernjahresergebnisses um -11.286 TEUR auf 38.699 TEUR verringert. Trotz der parallel nur leicht gesunkenen Bilanzsumme verringerte sich die unbereinigte Eigenkapitalquote auf 27 % zum 31.12.2022 (31.12.2021: 34 %). Im Konzernjahresergebnis sind signifikante Kosten in Höhe von 6.657 TEUR enthalten, die nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind, sondern im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity und der unmittelbar nach Closing verbindlich durchzuführenden Kapitalerhöhung in Höhe von ca. 34,9 Mio. zur Stärkung der Finanzkraft und Kapitalstruktur sowie zur Sicherung des Wachstumspotential der va-Q-tec AG stehen.# 2.2.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Kapitalerhöhung würde die Eigenkapitalquote nach Erwartung des Vorstands wieder deutlich über 40 % der in dem Fall ebenfalls deutlich höheren Bilanzsumme steigen. Die bislang als langfristig ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus begebenen Anleihen werden aufgrund der oben erläuterten Unterschreitung der vereinbarten Mindesteigenkapitalquote von 30 % zum 31.12.2022 trotz des Verzichts auf Fälligstellung als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen (s. ausführliche Erläuterungen unter „Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements“). Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen vorwiegend aus Immobiliendarlehen, die mit 15- bis 20-jährigen Laufzeiten und fixen Zinskonditionen zu einem niedrigen Niveau abgeschlossen wurden.

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich leicht von 23.451 TEUR insgesamt auf 25.319 TEUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahmen gleichzeitig von 13.741 TEUR um -1.561 TEUR auf 12.180 TEUR ab.

Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten nahmen von 4.695 TEUR auf 5.307 TEUR leicht zu. Innerhalb dieser Position erhöhten sich vor allem die Leasingverbindlichkeiten von 4.341 TEUR auf 4.982 TEUR.

Die langfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten nahmen vor allem aufgrund der Umbuchung von Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern aus den langfristigen in kurzfristige Verbindlichkeiten von 6.790 TEUR um 2.037 TEUR auf 4.753 TEUR ab.

Von Förderbanken wurden im Berichtszeitraum hauptsächlich für den Ausbau des Standorts Kölleda Zuschüsse für Investitionen an die va-Q-tec in Höhe von 1.294 TEUR gezahlt (Vj.: 695 TEUR), wodurch sich der langfristige Anteil des Sonderpostens für Zuwendungen um 365 TEUR erhöht hat.

Die kurzfristigen Rückstellungen stiegen aufgrund einer Rückstellung für ein erfolgsabhängiges Honorar im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot und der damit verbundenen Kapitalerhöhung von 247 TEUR zum 31.12.2021 auf 3.188 TEUR zum 31.12.2022.

Die 76 sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um 3.442 TEUR insgesamt von 8.290 TEUR auf 11.732 TEUR, hauptsächlich wegen einer deutlichen Erhöhung der abgegrenzten Schulden für ausstehende Rechnungen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken von 8.628 TEUR im Vorjahr auf 7.130 TEUR zum 31.12.2022.

Die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich per Saldo um 2.263 TEUR auf 8.139 TEUR (31.12.2021: 5.876 TEUR). Innerhalb dieser Position erhöhten sich vor allem die Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern durch Umbuchung aus den langfristigen in kurzfristige Verbindlichkeiten um 2.293 TEUR sowie der Sonderposten für Zuwendungen um 326 TEUR. Gleichzeitig reduzierte sich vor allem der Sonderposten für abgegrenzte Containergewinne planmäßig um 766 TEUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zuzüglich Anlagen-Leasing machten mit 38.181 TEUR somit 27 % der Bilanzsumme aus (31.12.2021: 39.207 TEUR, 27 %). Das Volumen des Finance-Leasings reduzierte sich weiter von 2.016 TEUR im Geschäftsjahr 2021 um -1.333 TEUR auf 683 TEUR im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen stiegen aufgrund des kurzfristigen Ausweises der begebenen Anleihe sowie der signifikanten Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen für einmalige und zum Teil erfolgsabhängige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot und der damit verbundenen Kapitalerhöhung (s. ausführliche Erläuterungen unter „Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements“) im Geschäftsjahr auf 68.228 TEUR, entsprechend 48 % der Bilanzsumme (31.12.2021: 37.034 TEUR, 25 %). Analog sanken die langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen des Konzerns zum 31.12.2022 auf 35.587 TEUR bzw. 25 % der Bilanzsumme (31.12.2021: 58.487 TEUR, 40 %). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich auf 7.130 TEUR gegenüber 8.628 TEUR im Vorjahr.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2022 stellte sich aus Sicht des Vorstands in vielerlei Hinsicht als besonders herausfordernd heraus. Das Wachstumstempo beim Umsatz reduzierte sich vor dem Hintergrund einer sehr hohen Vorjahres-Vergleichsbasis deutlich und die ursprünglich prognostizierte Umsatzbandbreite von 115 Mio. EUR bis 122 Mio. EUR konnte mit einem Umsatz von 112 Mio. EUR nicht ganz erreicht werden. Die Nachfrage nach qualifizierten Thermo-Transportlösungen für Corona-Impfstoffe reduzierte sich deutlich stärker als von den Geschäftspartnern angekündigt und dementsprechend vom Vorstand erwartet. Das Geschäftsjahr war geprägt von erheblichen Fluktuationen mit dem Covid 19-Geschäft und gerade zum Jahresende trafen viele Prognosen hinsichtlich des Bedarfs an Transporten für die Impfstoffe kurzfristig nicht ein, sodass deren Anteil am Gesamtumsatz in 2022 letztlich nur 16 % beträgt (Vj.: 23%). Das Geschäft außerhalb der Corona-Impfstofflogistik entwickelte sich weiterhin positiv, konnte aber die nachlassende Dynamik im Geschäft mit Impfstofftransporten kurzfristig nicht kompensieren.

Das Ergebnis trübte sich neben der schwächer als erwarteten Wachstumsdynamik auch vor dem Hintergrund steigender Input-Kosten aufgrund des Ukraine-Kriegs und seinen Folgen, aber vor allem auch aufgrund der nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnenden, einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity in Höhe von 6.657 TEUR sowie Zoll- und Steuernachzahlungen in Höhe von 1.299 TEUR (s.a. „Bereinigte Ertragslage“) deutlich ein.

Das EBITDA sinkt unbereinigt um 57 % auf 7.736 TEUR. Die EBITDA-Marge im Verhältnis zu den Umsätzen reduzierte sich um neun Prozentpunkte auf 6 %, verglichen mit der ursprünglichen Prognose einer gleichbleibenden bis leicht steigenden EBITDA-Marge gegenüber 2021. Das unbereinigte EBIT fiel mit -7.264 TEUR deutlich negativ aus. Das EBT lag unbereinigt mit -9.336 TEUR ebenfalls deutlich im negativen Bereich.

Bereinigt man diese Kennzahlen um die oben genannten, nicht der operativen Geschäftstätigkeit zuzuordnenden, einmaligen Kosten in Höhe von insgesamt 7.956 TEUR, erzielt die va-Q-tec in 2022 ein EBITDA von 15.692 TEUR, was einer Marge von 13 % auf den Umsatz entspricht. Das bereinigte EBITDA beträgt 692 TEUR und das EBT fällt bereinigt mit -1.380 TEUR ebenfalls deutlich besser aus als ohne die Bereinigung der Zahlen.

Aus den beschriebenen Gründen zur unbereinigten Ergebnisentwicklung reduzierte sich die Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2022 gegenüber der ursprünglich kommunizierten Erwartung einer stabilen Eigenkapitalquote.

Positiv ist zu erwähnen, dass es dem Konzern trotz der oben genannten, vielfältigen Herausforderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen ist einen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen operativen Cashflow und darüber hinaus auch einen positiven Free Cashflow zu erzielen.

2.2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter der va-Q-tec

Als Technologieunternehmen misst va-Q-tec den Mitarbeitenden und ihrer Qualifikation besonders große Bedeutung bei. Das Wissen, die Fähigkeiten, die Weiterentwicklung und das Engagement der Mitarbeitenden sind essentiell für den weiteren Erfolg der va-Q-tec. Die Mitarbeitenden wurden im Berichtsjahr durch inner- und außerbetriebliche Bildungsmaßnahmen geschult. Schwerpunktthema war neben den entsprechenden funktionalen Schulungen der Mitarbeitenden das übergreifende Thema Projektmanagement. va-Q-tec beschäftigt eine hohe Anzahl an Studierenden, besonders in Forschung und Entwicklung. Im Berichtsjahr waren im Durchschnitt 18 Werkstudenten bei der va-Q-tec beschäftigt (Vj.: 21).

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter stieg im Geschäftsjahr 2022 von 591 im Vorjahr um 25 auf 616. Unter Einbeziehung der Vorstände, Geschäftsführer, Auszubildenden und Praktikanten im Konzern stieg die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 625 im Geschäftsjahr 2021 auf 649 in 2022. Die Veränderung der Mitarbeiteranzahl lag somit im Rahmen der kommunizierten Erwartung einer leichten Steigerung im Geschäftsjahr 2022.

2.3 Nachtragsbericht

Für berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und Angaben zu Vorgängen von besonderer Bedeutung wird auf Abschnitt 8.5. des Konzernanhangs verwiesen.

2.4 Prognosebericht

2.4.1 Ausblick

Die va-Q-tec AG steht vor umfassenden Veränderungen, wenn das von der Fahrenheit AcquiCo GmbH („Bieterin“) und ihrer Alleingesellschafterin, die jeweils vom EQT X Fonds kontrolliert werden, an die Aktionäre unterbreitete Angebot nach Erfüllung aller Bedingungen erfolgreich abgeschlossen werden sollte. Die bereits beschriebene Zusammenschlussvereinbarung mit der Bieterin sieht im Falle einer erfolgreichen Durchführung und Abschluss des Übernahmeangebots den Zusammenschluss von auf die Pharmabranche fokussierten Teilen des Service- und System-Geschäfts von va-Q-tec für die Pharmabranche mit der Envirotainer AB („Envirotainer“) vor, an der EQT Private Equity bereits eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung hält. Das Geschäft der va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz („Produkt-Geschäft“) und mit Thermoboxen für Nicht-Pharma-Anwendungen soll in einer eigenständigen, neuen Gesellschaft („va-Q-tec 2.0“) langfristig abgespalten und um neue Anwendungsmöglichkeiten für die Vakuumisolationstechnologie erweitert werden.

In diesem Prognosebericht werden Prognosen bezüglich der Konzernsteuerungsgrößen für das Geschäftsjahr 2023 für das gesamte Jahr entsprechend unserer bestehenden Unternehmensstruktur getroffen, da zunächst das Übernahmeangebot erfolgreich abgeschlossen werden muss und die Voraussetzungen für den beabsichtigten Zusammenschluss eines Teils der va-Q-tec AG und gleichzeitiger Abspaltung eines anderen Teils der va-Q-tec AG geschaffen werden müssen, u.a.# durch den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags, die Festlegung der Zugehörigkeit der Vermögensgegenstände zu den einzelnen Bereichen, die durch ein Integrationskommitee im Anschluss einer erfolgreichen Mehrheitsbeteiligung innerhalb von 12 bis 18 Monaten erarbeitet werden soll etc. Dem- entsprechend geht die va-Q-tec davon aus, dass das Geschäft zunächst unverändert fort- geführt wird, bis der dargestellte Entscheidungsprozess begonnen und abgeschlossen sein wird. 80 Derzeit gibt es noch keine konkreten Pläne für die nach Abschluss der oben genannten Schritte erklärten Absichten. Zu gegebener Zeit wird das Unternehmen die relevanten Ver- mögensgegenstände in die nicht fortgeführten Aktivitäten umgliedern. Für unsere Prog- nose unterstellen wir, dass die im Geschäftsjahr 2023 in Zusammenhang mit der Abspal- tung entstehenden Ausgliederungskosten und Steueraufwendungen unwesentlich sein werden und in den Folgeperioden durch mögliche positive Effekte aus der möglichen Ab- spaltung ausgeglichen werden. Von diesem Ausblick sind Belastungen aus rechtlichen und regulatorischen Themen ausgenommen. Die nachfolgenden Prognosen für die Entwicklung der Steuerungsgrößen wurden unter An- nahme der beschriebenen makroökonomischen Rahmenbedingungen im Jahr 2023 getrof- fen. Daneben stützen sie sich auf die erwarteten positiven Wachstumsraten im Markt für VIPs und Isolationsmaterialien insgesamt. Im Markt für thermische Verpackungen und Dienstleistungen wird für 2023 wieder eine hohe Wachstumsdynamik erwartet, besonders im Geschäftsbereich thermischer Hochleis- tungs-Verpackungen. Diese Annahmen werden durch die Einschätzungen der erwähnten Marktforschungsinstitute untermauert, die bereits ein Wachstum im (unteren) zweistelli- gen Prozentbereich erwarten (siehe 2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezi- fische Rahmenbedingungen). Materielle Unsicherheiten hinsichtlich der Prognose resultie- ren aus anhaltenden oder sich verstärkenden makroökonomischen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs z.B. auf Energiepreise, die Supply Chain oder allgemein die Infla- tion etc. va-Q-tec erwartet, von den Megatrends Energieeffizienz, Regulierung der Kühlket- ten (Produktsicherheit) und Globalisierung der Wertschöpfungsketten überproportional zu profitieren. Auch unter Berücksichtigung der unter 2.5.2. beschriebenen Chancen und Risi- ken der Geschäftstätigkeit sieht die Gesellschaft Wachstumshebel in der Erschließung neuer Märkte und Anwendungsfelder (z.B. last mile to the pharmacy, Nutzung der Miet- container für temperaturempfindliche Güter außerhalb der Pharmaindustrie, TempChain 4.0 Anwendungen, Bedürfnisse personalisierter Medikamente) und in geographischer Hin- sicht (neue und weiterentwickelte Ländermärkte wie z.B. Lateinamerika , Indien, China). 81 Gesamtaussage Für das Geschäftsjahr 2023 geht va-Q-tec auch in Anbetracht der hinsichtlich Inflation, Uk- raine-Krieg und noch nicht überwundener Energiekrise sehr schwer einzuschätzenden Ge- samtentwicklung von einem weiteren Umsatzwachstum auf eine Umsatz-Bandbreite von 120 Mio. EUR bis 135 Mio. EUR aus. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwartet das Unterneh- men für das Geschäftsjahr 2023 grundsätzlich ein gegenüber dem Vorjahr mittelstarkes und relativ zum Umsatz überproportionales Wachstum. Trotz möglicher Zusatzkosten und Unwägbarkeiten durch die aktuellen geopolitischen Verwerfungen erwartet das Unterneh- men aufgrund operativer Skaleneffekte und eines veränderten Produktmixes mit einem wachsenden Anteil höhermargiger Produkte und Dienstleistungen eine deutlich steigende EBITDA-Marge gegenüber 2022. Die Prognose für das EBITDA berücksichtigt gegebenen- falls in 2023 noch zusätzlich anfallende Transaktionskosten nicht. Die Eigenkapitalquote wird im Geschäftsjahr 2023 nach Erwartung des Unternehmens im Zuge der durch die Bieterin für den Fall eines erfolgreichen Übernahmeangebots zugesag- ten Kapitalerhöhung trotz des damit auch verbundenen deutlichen Anstiegs der Bilanz- summe deutlich über 40 % ansteigen. Die Mitarbeiteranzahl wird in 2023 im Zuge der internationalen Geschäftsausweitung nach Ansicht des Unternehmens leicht ansteigen. Der Vorstand der va-Q-tec AG erwartet somit insgesamt einen im Vergleich zum Vorjahr und zu den Zielmärkten überproportional wachsenden Umsatz bei einer gegenüber 2022 deutlich verbesserten EBITDA-Profitabilität. 2.4.2 Zukunftsgerichtete Aussagen Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen An- nahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der va-Q-tec AG beruhen. Solche Aussa- gen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Die tatsächliche Entwicklung von va-Q- tec und seinen Segmenten kann aufgrund der unten beschriebenen Chancen und Risiken 82 oder für den Fall, dass unsere Erwartungen und Annahmen nicht eintreten, sowohl positiv als auch negativ von unseren Prognosen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an künftige Ereig- nisse oder Entwicklungen anzupassen. Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen ist die deutsche Fassung maßgeblich und geht der englischen Übersetzung des Dokuments vor. Aus technischen Gründen kann es zu Abweichungen in der Formatierung zwischen den in diesem Dokument enthaltenen und den aufgrund gesetzlicher Vorgaben veröffentlichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Geschäftsbericht überwiegend die männliche Form verwendet. Die Information bezieht sich dennoch auf Personen jeglichen Geschlechts. 2.5 Chancen und Risikobericht 2.5.1 Risikomanagement- und internes Kontrollsystem Das Risikomanagement bei va-Q-tec basiert auf drei wesentlichen Punkten: • Risikobewusste Unternehmenskultur • Formalisiertes Risikomanagement-System • Internes Kontrollsystem Verankerung des Risikobewusstseins in der Unternehmenskultur Jedes erfolgreiche unternehmerische Handeln ist mit dem bewussten Eingehen von Risiken verbunden. Entscheidend für die Unternehmensführung der va-Q-tec ist es, mit bestehen- den und neu hinzukommenden Risiken so umzugehen, dass sie aktiv gesteuert werden und möglichst keine Schäden verursachen. Chancen in unternehmerischer Hinsicht sollen zu- gleich im Sinn der Steigerung des Unternehmenswertes für alle Stakeholder genutzt wer- den. va-Q-tec verfügt über ein hohes „Risikobewusstsein“, das offen und transparent kom- 83 muniziert wird. Aus Sicht des Vorstandes ist ein gelebtes Risikobewusstsein eines der effi- zientesten Instrumente für den Umgang mit Risiken. Nehmen die Mitarbeiter Risiken be- wusst wahr und gehen mit ihnen unternehmerisch um, so verringert sich die Gefahr von Schäden aufgrund tatsächlich eintretender Risiken. In einem solchen Umfeld werden Risi- ken proaktiv und transparent offengelegt und gesteuert. Zusätzlich dienen die Festlegung und unternehmensweite Kommunikation von Compliance Richtlinien dem stärkeren Be- wusstsein zu regelkonformem Verhalten. Es existiert ein Compliance Management-System, das wesentliche Verhaltensregeln im internen und externen geschäftlichen Handeln defi- niert. Der in diesem Zusammenhang nominierte Compliance-Beauftragte erfasst, bearbei- tet und berichtet dem Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungsausschuss über alle relevanten Compliance-Vorfälle. Risikomanagementsystem Risikomanagement bei va-Q-tec bedeutet die systematische Auseinandersetzung mit Risi- ken, verstanden als negative Ereignisse, deren Eintritt Schäden und/oder unvorhergese- hene Kosten im Unternehmen erzeugen kann. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, werden mit dem Risikomanagementsystem interne und externe Risiken für alle Segmente und Tochtergesellschaften systematisch ermittelt, bewertet, gelenkt, gesteuert und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Zu diesem Zweck hat das Konzern-Management der va-Q-tec in Ergänzung zum bestehen- den internen und externen Kontrollwesen ein sich stetig weiterentwickelndes und formali- siertes Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. In das RMS fließen die Erfahrungen der vergangenen Jahre bei der Identifizierung der Risiken ein, z.B. die bei der Erstellung der Risikoinventuren gewonnenen Erkenntnisse zum Risikoinventar. Im Rahmen der Sitzungen des Vorstandes, des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrates sind die Entwicklungen beziehungsweise Veränderungen bestehender Risiken sowie das Auftreten neuer Risiken regelmäßig Thema der Konsultationen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Risikosituation wie im Vorjahr durch zwei Risikoinventuren stichtagsbezogen evaluiert. Auch dazwischen fand zwischen den Risikoverantwortlichen, den Risikomanagement-Verantwortlichen, Vor- stand und Aufsichtsrat ein regelmäßiger Austausch über die Risikosituation statt. 84 Ziele des Risikomanagementsystems der va-Q-tec sind grundlegend die Vermeidung, die Verminderung und der Transfer von Risiken, z.B. durch entsprechenden Versicherungs- schutz. Neben der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben stellt ein systematisches Risiko- management die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sicher. Das Risikofrüherekennungssys- tems als Teil des RMS soll potenziell bestandsgefährdende soll potenziell bestandsgefähr- dende Risiken frühzeitig identifizieren und auch Risiken, die den Bestand des Unterneh- mens kumulativ bzw. in der Addition ihrer Einzelereignisse gefährden könnten, berücksich- tigen. Das Risikomanagement bei va-Q-tec ist nicht nur ein Sicherheits-, sondern auch ein Steuerungsinstrument. Erkannte Risiken bieten auch neue Geschäftschancen und Wettbe- werbsvorteile. Dem RMS liegen ein Meldeprozess, zwei unterjährige Risikoinventuren sowie unterjährige Risikobewertungen zugrunde. Im Rahmen der Risikoinventur werden alle wesentlichen Ri- siken durch die relevanten Entscheidungs- und Wissensträger in den Fachbereichen bewer- tet.

2.4.2 Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen An- nahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der va-Q-tec AG beruhen. Solche Aussa- gen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Die tatsächliche Entwicklung von va-Q- tec und seinen Segmenten kann aufgrund der unten beschriebenen Chancen und Risiken 82 oder für den Fall, dass unsere Erwartungen und Annahmen nicht eintreten, sowohl positiv als auch negativ von unseren Prognosen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an künftige Ereig- nisse oder Entwicklungen anzupassen.

Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen ist die deutsche Fassung maßgeblich und geht der englischen Übersetzung des Dokuments vor. Aus technischen Gründen kann es zu Abweichungen in der Formatierung zwischen den in diesem Dokument enthaltenen und den aufgrund gesetzlicher Vorgaben veröffentlichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Geschäftsbericht überwiegend die männliche Form verwendet. Die Information bezieht sich dennoch auf Personen jeglichen Geschlechts.

2.5 Chancen und Risikobericht

2.5.1 Risikomanagement- und internes Kontrollsystem

Das Risikomanagement bei va-Q-tec basiert auf drei wesentlichen Punkten:

  • Risikobewusste Unternehmenskultur
  • Formalisiertes Risikomanagement-System
  • Internes Kontrollsystem

Verankerung des Risikobewusstseins in der Unternehmenskultur

Jedes erfolgreiche unternehmerische Handeln ist mit dem bewussten Eingehen von Risiken verbunden. Entscheidend für die Unternehmensführung der va-Q-tec ist es, mit bestehen- den und neu hinzukommenden Risiken so umzugehen, dass sie aktiv gesteuert werden und möglichst keine Schäden verursachen. Chancen in unternehmerischer Hinsicht sollen zu- gleich im Sinn der Steigerung des Unternehmenswertes für alle Stakeholder genutzt wer- den. va-Q-tec verfügt über ein hohes „Risikobewusstsein“, das offen und transparent kom- 83 muniziert wird. Aus Sicht des Vorstandes ist ein gelebtes Risikobewusstsein eines der effi- zientesten Instrumente für den Umgang mit Risiken. Nehmen die Mitarbeiter Risiken be- wusst wahr und gehen mit ihnen unternehmerisch um, so verringert sich die Gefahr von Schäden aufgrund tatsächlich eintretender Risiken. In einem solchen Umfeld werden Risi- ken proaktiv und transparent offengelegt und gesteuert. Zusätzlich dienen die Festlegung und unternehmensweite Kommunikation von Compliance Richtlinien dem stärkeren Be- wusstsein zu regelkonformem Verhalten. Es existiert ein Compliance Management-System, das wesentliche Verhaltensregeln im internen und externen geschäftlichen Handeln defi- niert. Der in diesem Zusammenhang nominierte Compliance-Beauftragte erfasst, bearbei- tet und berichtet dem Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungsausschuss über alle relevanten Compliance-Vorfälle.

Risikomanagementsystem

Risikomanagement bei va-Q-tec bedeutet die systematische Auseinandersetzung mit Risi- ken, verstanden als negative Ereignisse, deren Eintritt Schäden und/oder unvorhergese- hene Kosten im Unternehmen erzeugen kann. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, werden mit dem Risikomanagementsystem interne und externe Risiken für alle Segmente und Tochtergesellschaften systematisch ermittelt, bewertet, gelenkt, gesteuert und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Zu diesem Zweck hat das Konzern-Management der va-Q-tec in Ergänzung zum bestehen- den internen und externen Kontrollwesen ein sich stetig weiterentwickelndes und formali- siertes Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. In das RMS fließen die Erfahrungen der vergangenen Jahre bei der Identifizierung der Risiken ein, z.B. die bei der Erstellung der Risikoinventuren gewonnenen Erkenntnisse zum Risikoinventar. Im Rahmen der Sitzungen des Vorstandes, des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrates sind die Entwicklungen beziehungsweise Veränderungen bestehender Risiken sowie das Auftreten neuer Risiken regelmäßig Thema der Konsultationen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Risikosituation wie im Vorjahr durch zwei Risikoinventuren stichtagsbezogen evaluiert. Auch dazwischen fand zwischen den Risikoverantwortlichen, den Risikomanagement-Verantwortlichen, Vor- stand und Aufsichtsrat ein regelmäßiger Austausch über die Risikosituation statt. 84

Ziele des Risikomanagementsystems der va-Q-tec sind grundlegend die Vermeidung, die Verminderung und der Transfer von Risiken, z.B. durch entsprechenden Versicherungs- schutz. Neben der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben stellt ein systematisches Risiko- management die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sicher. Das Risikofrüherekennungssys- tems als Teil des RMS soll potenziell bestandsgefährdende soll potenziell bestandsgefähr- dende Risiken frühzeitig identifizieren und auch Risiken, die den Bestand des Unterneh- mens kumulativ bzw. in der Addition ihrer Einzelereignisse gefährden könnten, berücksich- tigen. Das Risikomanagement bei va-Q-tec ist nicht nur ein Sicherheits-, sondern auch ein Steuerungsinstrument. Erkannte Risiken bieten auch neue Geschäftschancen und Wettbe- werbsvorteile. Dem RMS liegen ein Meldeprozess, zwei unterjährige Risikoinventuren sowie unterjährige Risikobewertungen zugrunde. Im Rahmen der Risikoinventur werden alle wesentlichen Ri- siken durch die relevanten Entscheidungs- und Wissensträger in den Fachbereichen bewer- tet.# Erkannte Risiken werden im va-Q-tec Konzern nach ihrem potenziellen Schaden unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten quantitativ bewertet.

Die im Rahmen der Risikoanalyse identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung in Risikoklassen eingestuft, indem ihre jeweilige Auswirkung mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert wird. Die Bandbreite der Eintrittswahr- scheinlichkeiten und Auswirkungen beginnt mit „sehr niedrig“ und endet mit „sehr hoch“. Danach können die Risiken anhand des sich daraus ergebenden Risikoerwartungswertes unterschieden und priorisiert werden. Im Rahmen der unterjährigen Risikobewertung sind die Fachbereiche verpflichtet, neue Risiken zu identifizieren und zu melden. Die so zusammengetragenen Informationen werden in Risikosteckbriefen, die an den Vorstand des va-Q-tec Konzerns adressiert sind, zusammengefasst und gemeldet. Alle Risiken – neu hinzukommende als auch bestehende – sind auch kontinuierlich zu beobachten und zu melden. Da vor allem aufgrund der globalen Corona-Pandemie und in jüngster Zeit der Ukraine- Krise ein fortwährend hoher Fokus auf dem Bereich Risikomanagement liegt, haben wir im Berichtsjahr die Methodik zur Bewertung von Risiken bei va-Q-tec weiterentwickelt. Dies führte in erster Linie zu noch stärkeren Beobachtung von kumulativen Risiken. Das Risiko- Inventar wird demzufolge auch kumuliert bzw. im Verbund betrachtet, d.h. der zeitlich bzw. örtlich verbundene Eintritt mehrerer Risiken, die bei Einzelbetrachtung immateriell erscheinen, wird analysiert und die Wesentlichkeits-Grenze entsprechend fortentwickelt. Erforderliche Gegenmaßnahmen werden zeitnah ergriffen und kontrolliert. Neue Risiken und wesentlich veränderte Risiken sind ferner feste Bestandteile in den regelmäßigen Sitzungen des Leitungskreises, in jeder Vorstandssitzung und in jeder Sitzung des Aufsichtsrates. Sie werden im Rahmen von Ergebnisdurchsprachen zwischen dem Vorstand des va-Q-tec Konzerns und den Fachbereichsverantwortlichen besprochen. Es wird außerdem überprüft, ob die bereits getroffenen Maßnahmen zur Risikominimierung ausreichend sind oder ob weitere Schritte (beispielsweise hinsichtlich Ad-hoc Kapitalmarktmitteilungen) einzuleiten sind. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ermöglicht der Unternehmensleitung, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten und deren Umsetzung zu überwachen. Der Abschlussprüfer prüft ferner das Risikofrüherkennungssystem auf seine Eignung, um Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll (IKS) - und Risikomanagementsystems (RMS) – als Teil des übergreifenden IKS und RMS – lautet, die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Zusammengefassten Lageberichts des Konzerns sowie des Jahresabschlusses der va-Q-tec AG, als Mutterunternehmen, mit allen einschlägigen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS und RMS ist an die Größe des Konzern angepasst. Die von der va-Q-tec AG und deren Tochterunternehmen berichteten Abschlussinformationen bilden die Datengrundlage für die Erstellung unserer Abschlüsse. In bestimmten Fällen, wie der Bewertung von Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, bedienen wir uns der Unterstützung externer Dienstleister. Auf Basis der berichteten Abschlussinformationen wird der Abschluss im Konsolidierungssystem erstellt. Die zur Erstellung des Abschlusses durchzuführenden Schritte werden manuellen, wie auch systemtechnischen Kontrollen unterzogen. Die Qualifikation der in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter wird durch geeignete Auswahlprozesse und Schulungen sichergestellt. Grundsätzlich, unter Berücksichtigung von Wesentlichkeitserwägungen, gilt das „Vier-Augen-Prinzip“; zudem müssen Abschlussinformationen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderungen der einzelnen Posten, sowohl der von Konzerneinheiten berichteten Abschlussinformationen als auch des Konzernabschlusses. Zum Schutz vor nicht autorisiertem Zugriff sind in Übereinstimmung mit unseren Bestimmungen zur Informationssicherheit in den rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen Zugriffsberechtigungen definiert. Die oben genannten manuellen und systemseitigen Kontrollmaßnahmen gelten grundsätzlich auch für die Überleitung der International Financial-Reporting-Standards- (IFRS-)Abschlussinformationen auf den Jahresabschluss der va-Q-tec AG. Der Prüfungsausschuss ist in unser rechnungslegungsbezogenes IKS eingebunden. Er überwacht insbesondere die Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess sowie die Angemessenheit und Wirksamkeit des zugehörigen IKS und des RMS.

va-Q-tec verfügt über eine klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur. Zur ganzheitlichen Analyse und Steuerung ertragsrelevanter Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken existieren unternehmensweit abgestimmte Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsysteme und -prozesse. Die Funktionen in sämtlichen Bereichen des (Konzern-) Rechnungslegungsprozesses (z.B. Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung und Controlling) sind eindeutig zugeordnet. Aufgrund ihrer eher geringen Größe und Komplexität verzichtete die va-Q-tec AG bisher auf eine separate Revisionsabteilung. Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird überwiegend auf Standardsoftware (BC365) zurückgegriffen. Zur Erstellung der Einzel- und Konzernabschlüsse wird Standard-Konsolidierungssoftware genutzt. Die bestehenden Strukturen müssen dabei ständig an das Wachstum und sich wandelnde Rahmenbedingungen, z.B. Kapitalmarktanforderungen, angepasst werden. Der IFRS-Konzernabschluss wird auf Grundlage eines einheitlichen Berichtsformats, das von sämtlichen Konzerngesellschaften erstellt wird, in der Hauptverwaltung in Würzburg erstellt. Die dort vorhandenen Validierungsprozesse und zusätzlichen Plausibilitätsprüfungen sichern die Richtigkeit und Vollständigkeit der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften und der va-Q-tec AG. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess stellt sicher, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt und so in die externe Rechnungslegung übernommen werden. Der Zahlungsverkehr erfolgt elektronisch mit hinterlegten Kontrollmechanismen (Vier-Augen-Prinzip eines ausgewählten Personenkreises). Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden von externen Dienstleistern durchgeführt. Die Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur bestimmen den Rahmen des IKS. Klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorgaben und Leitlinien sorgen für einen einheitlichen und ordnungsgemäßen Rechnungslegungsprozess. Überprüfungsmechanismen innerhalb der an der Rechnungslegung selbst beteiligten Bereiche, die Überprüfung durch das interne Controlling, die Begleitung durch die Wirtschaftsprüfer und eine frühzeitige Risikoerkennung durch das Risikomanagement sollen eine fehlerfreie (Konzern-) Rechnungslegung gewährleisten.

2.5.2 Risiken der Geschäftstätigkeit

va-Q-tec bewertet Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Unternehmens. Die Bewertung von Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken führt zu nachfolgenden beispielhaft dargestellten Risikokennziffern.

Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe in EUR Risikokennziffer
sehr gering 0 - 50.000 1
Gering 50.000 - 500.000 4
Mittel 500.000 - 1.000.000 9
Hoch 1.000.000 - 5.000.000 16
sehr hoch > 5.000.000 25

Der Vorstand bewertet die Ausprägung eines Risikos anhand seiner Risikokennziffer nach dem folgenden Schema:

Risikokennziffern Ausprägung des Risikos
0 – 5 Gering
5 – 15 Mittel
> 15 Hoch

Insgesamt werden im Folgenden die Risiken nach dem Ergreifen von Gegenmaßnahmen dargestellt.

Risiken aus der möglichen Mehrheitsbeteiligung durch die Fahrenheit AquiCo GmbH („EQT Private Equity“ oder „Bieterin“) und daraus folgende Veränderungen von Unternehmensstrukturen

Risiken begründen sich aus wesentlichen Veränderungen von Strukturen, Richtlinien oder des Managements des Unternehmens, um beispielsweise Schnelligkeit, Agilität oder Unternehmenskultur zu verbessern oder die Integration und Abspaltung definierter Unternehmensbereiche herbeizuführen. Dies umfasst auch erhöhte Kosten, verfehlte Finanz- oder Leistungsziele, insbesondere den Verlust von qualifiziertem Personal, den Verlust von (Kosten-)Synergien und Vertrauensverlust seitens der Kunden und Investoren. Dies gilt für den Konzern insgesamt, also für das Service- und System-Geschäfts von va-Q-tec, aber auch für das Geschäft der va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz („Produkt-Geschäft“). Der Vorstand beobachtet die Auswirkungen des Übernahmeangebots auf das Unternehmen und die Mitarbeiter genau. Dazu gehören zum Beispiel die aktive Überwachung der Mitarbeiterfluktuationsraten und die Durchführung angemessener Gegenmaßnahmen sowie ein verstärkter aktiver Dialog mit den Mitarbeitern, z.B. über mehrere Townhall-Meetings mit der unmittelbaren Gelegenheit für Rückfragen, direkte Mitarbeiter-Mailings des Vorstands etc.. Grundsätzlich geht der Vorstand davon aus, dass die Chancen aus der möglichen Übernahme, u.a. durch die beabsichtigte Kapitalerhöhung und die Finanzstärke der Bieterin, mögliche Risiken bei weitem übersteigen.# Für die va-Q-tec AG insgesamt liegt durch die erhebliche strategische Transformation dennoch derzeit ein mittleres Risiko vor.

Risiken in der Wertschöpfungskette

Als Unternehmen im produzierenden Gewerbe ist va-Q-tec auf Lieferanten für Vorprodukte angewiesen. va-Q-tec bezieht die wesentlichen Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte von einer begrenzten Anzahl von Schlüssellieferanten weltweit. Global Trade und Supply Chains anfällig für Störungen. Insofern könnte va-Q-tec dem Risiko von Verzögerungen und Unterbrechungen in der Lieferkette infolge globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Dynamiken (einschließlich Inflation), extremer Ereignisse (einschließlich Pandemien und Kriege wie aktuell in der Ukraine), von Cyber-Vorfällen oder finanzieller Schwierigkeiten von Lieferanten ausgesetzt sein, insbesondere wenn es nicht gelingt, rechtzeitig oder überhaupt alternative Bezugsquellen oder Transportmöglichkeiten zu etablieren. Darüber hinaus ist der Konzern auf die Versorgung mit bestimmten Rohstoffen angewiesen. Die weltweite Nachfrage, Verfügbarkeit und Preisgestaltung dieser Rohstoffe war in letzter Zeit gerade vor dem Hintergrund der Situation in der Ukraine volatil, und wir gehen davon aus, dass sie auch in Zukunft, auch im Zuge stärkerer CO2-Bepreisung, schwanken werden.

In der Einkaufsstrategie von va-Q-tec ist es daher das Ziel, die Abhängigkeit von einzelnen oder wenigen Lieferanten durch Qualifikation und Auswahl neuer Lieferanten zu reduzieren („dual“ bzw. „multiple sourcing“). Wie in den Vorjahren wurden auch in 2022 wieder Zweit- und Drittlieferanten für Vorprodukte und Materialien neu qualifiziert und ausgewählt. Bei der Auswahl werden bewusst auch internationale Lieferanten eingebunden, um eine regionale Abhängigkeit zu vermeiden.

Der Konzern verfügt über keine Produktionsstätten in der Ukraine oder Russland und fertigt nahezu alle Produkte in Deutschland. Vorprodukte bzw. Rohstoffe werden nicht aus der Ukraine oder Russland bezogen; die Kundenbasis in der Ukraine und Russland ist sehr klein. Wir erwarten insgesamt auch weiterhin aus der Situation in der Ukraine keine direkten materiellen Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb, weder auf der Umsatzseite noch was Störungen in der Wertschöpfungskette anbelangt.

Für die va-Q-tec AG insgesamt liegt durch die begrenzte Anzahl an Lieferanten und spürbare Kosteninflation bei Vorprodukten und -dienstleistungen ein mittleres Risiko vor.

Ein weiteres Risiko können Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen darstellen. Solche Risiken können insbesondere auch aus extremen Wetterereignissen bzw. Naturkatastrophen infolge des Klimawandels und Pandemien herrühren. Der Konzern ist auf den kontinuierlichen Betrieb der Produktionsanlagen angewiesen, um Liefertreue insbesondere gegenüber den industriellen Großkunden sicherzustellen, deren Wertschöpfungsketten eng mit der von va-Q-tec verwoben sind.

va-Q-tec produziert an zwei räumlich voneinander getrennten Standorten in Würzburg und Kölleda. Ein Ausfall an einem Standort hat keine signifikanten Auswirkungen auf den anderen Standort, an dem weiter produziert werden kann. Zusätzlich sind die einzelnen Produktionsanlagen, soweit wie möglich und ökonomisch sinnvoll, durch technische Maßnahmen voneinander entkoppelt, sodass der Ausfall einer einzelnen Anlage den Betrieb anderer Anlagen nicht einschränkt.

Neben dem Ausfall von bestehenden Anlagen kann ein Risiko in der nicht ausreichenden Gesamtkapazität der Produktionsanlagen entstehen. Das starke Wachstum des Unternehmens bedingt neben Produktivitäts- und Effizienzverbesserungen mit den bestehenden Anlagen auch eine frühzeitige und vorausschauende Investition in Kapazitätserweiterungen, da die benötigten Anlagen teilweise lange Lieferzeiten haben. Dennoch kann das Unternehmen von plötzlichen Marktentwicklungen überrascht werden und unter Umständen nicht alle Kundenaufträge zum Wunschtermin der Kunden erfüllen.

Durch regelmäßige Ad-hoc-Berichterstattung über die Auftragsentwicklung zwischen den Vertriebsbereichen und dem Vorstand versucht das Unternehmen solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Diese können temporär zum Beispiel in erhöhten Sicherheitsbeständen, zusätzlichen Arbeitsschichten oder der Nutzung von weniger geeigneten Anlagen für die Produktion liegen, um die Zeit bis zur Inbetriebnahme zusätzlicher Kapazitäten zu überbrücken. Der Vorstand schätzt das Risiko eines andauernden Produktionsausfalls aus den oben genannten Gründen als gering, das Risiko einer nicht ausreichenden Kapazität nach den materiellen Wachstumsinvestitionen ebenfalls als gering ein.

Die Vermiet-Dienstleistungen („Serviced Rental“) sind in besonders hohem Maße von externen Logistikanbietern abhängig, die zum einen für die operativen Abläufe in den Netzwerkstationen verantwortlich sind, d.h. für die Reinigungs-, Lagerungs- und Kühlungsprozesse, zum anderen die vorkonditionierten Container und Boxen zu den Endkunden transportieren. Dies kann in betrieblichen Störungen, Schadensersatzforderungen und Reputationsschäden münden. Auditierung und engmaschige Kontrolle durch eigene Logistikspezialisten dienen dazu, die Qualität des „Serviced Rental“ für die Pharmaindustrie global sicherzustellen. Dieses Risiko schätzt der Vorstand daher als mittel ein.

Personal-Risiken

Die Geschäftstätigkeit und der Erfolg sind von qualifizierten Führungs- und Schlüsselmitarbeitern abhängig. Das gut ausgebildete Personal hat in teilweise langjähriger Unternehmenszugehörigkeit spezifisches Wissen, Fähigkeiten und kommerzielle Kontakte entwickelt. Dem Risiko des Verlustes solcher Mitarbeiter insbesondere in Zeiten strategischer Umwälzungen wirkt die va-Q-tec einerseits durch Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, andererseits durch die Diversifizierung der Wissensbasis über den Mitarbeiterstamm entgegen: Die Entwicklung von Mitarbeitern, die Diversifizierung der Wissensbasis im Unternehmen, sowie die marktgerechte Entlohnung vermeiden bei va-Q-tec die Abwanderung von Schlüsselmitarbeitern. Zusätzlich steigern leistungsabhängige Entlohnungskomponenten, regelmäßige Weiterbildungen und die gute Unternehmenskultur mit der Möglichkeit an disruptiven Geschäftsmodellen mitwirken zu dürfen, die Motivation der Mitarbeiter und erhöhen die Zufriedenheit. Die Risiken, denen va-Q-tec sich aufgrund des Wechsels von Schlüsselmitarbeitern ausgesetzt sieht, werden mit mittlerem Risiko eingeschätzt.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Konzern fokussiert sich in seiner Geschäftstätigkeit stark auf große industrielle Kunden. Dies führt anfänglich zu einer erhöhten Kundenkonzentration. Das daraus entstehende Risiko wird durch die steigende Kundenanzahl und Diversifizierung ständig verringert. Ein weiterer Schutz besteht durch hohe Kundenbindungen, speziell in der Healthcare-Industrie. Grundsätzlich ist der Konzern bestrebt, zu allen Partnern, Mitarbeitern und auch Kunden ein enges, vertrauensvolles und nachhaltiges Verhältnis aufzubauen und zu erhalten und schätzt dieses Risiko daher als mittel und weiter reduzierbar ein.

va-Q-tec als stark wachsendes Unternehmen könnte möglicherweise nicht in der Lage sein, das Wachstum effektiv voranzutreiben und zu gestalten. Der Konzern hat eine Phase starker Investitionen in Personal, Vertriebsaktivitäten, Vermietflotten, Infrastruktur und Forschung und Entwicklung nahezu abgeschlossen und passt sich darüber hinaus agil an die kurzfristigen Chancen an. Insofern besteht bei einem geringeren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das betriebliche Ergebnis. Grundsätzlich werden diese Zukunftsinvestitionen durch den Vorstand mit Augenmaß und immer auf der Basis konkreter Erwartungen über die Marktentwicklung und unter Berücksichtigung ihrer Finanzierbarkeit entschieden. So werden wenig fundierte und/oder verfrühte Investitionen vermieden.

Gleichzeitig entsteht bei einem deutlich höheren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das Kundenverhältnis durch Nichteinhaltung von Lieferterminen, Lieferengpässen etc. und damit ebenfalls auf das betriebliche Ergebnis. Auch hier ist das Augenmaß und das frühzeitige Erkennen von Marktentwicklungen durch die regelmäßige Abstimmung mit den Vertriebsbereichen ein wichtiges Instrument zur Reduzierung des Risikos, damit die Notwendigkeit für Kapazitätserweiterungen rechtzeitig erkannt wird und in den Vorstands- und Aufsichtsratsgremien frühzeitig über die erforderlichen Investitionen in die Produktionsanlagen und -gebäude entschieden wird. Das verbleibende Risiko schätzt der Vorstand als mittel ein.

Ein wesentliches Risiko stellt auch die Verschärfung des Wettbewerbsumfeldes dar. Dadurch kann ein erhöhter Druck auf Preise und Margen entstehen oder ein Verlust von Marktanteilen erfolgen. Die bestehenden Wettbewerber, bekannte potenzielle Wettbewerber sowie die Markteintrittsbarrieren werden laufend beobachtet und die Strategien und Maßnahmen entsprechend adaptiert. Die Gesellschaft schützt sich vor diesem Risiko durch zwei strategische Hebel, nämlich durch Kostenoptimierungsmaßnahmen und durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Zur Kostenoptimierung gehören etwa die zunehmend automatisierte Produktion und der besonders effiziente Einkauf von Vorprodukten mit selektiver Rückwärtsintegration auf vorgelagerte Wertschöpfungsstufen. Zum Thema Innovation gehören die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die seit Gründung der Gesellschaft stets zu kommerziell erfolgreichen, qualitativ hochwertigen und besonders differenzierten Produkten geführt haben.# Das Produkt- und Leistungsspektrum der Gesellschaft unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem seiner Wettbewerber: Die Möglichkeit, die Qualität der Dämmung „in situ“, also am Einbauort, zu testen oder die Produktion von VIPs mit Ausschnitten und in dreidimensionaler Form seien hier beispielhaft genannt. Insgesamt schätzt der Konzern das Risiko aufgrund neu hinzukommender Wettbewerber bzw. einer aggressiveren Wettbewerbssituation als mittel ein.

93 Corona

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2020 ist va-Q-tec von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Die sehr dynamische Situation und ihre Konsequenzen sowie die unterschiedlichen Regelungen weltweit könnten va-Q-tec dem Risiko verschiedener negativer Effekte aussetzen. Zu den wichtigsten potenziellen Auswirkungen zählen unter anderem die Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter sowie die Schließung von Büros und Produktionsstätten aufgrund von Corona-Fällen bzw. dem Ausfall von Mitarbeitern. Die Supply Chain von va-Q-tec ist im Gegensatz zu anderen Branchen weniger auf Just-in-Time-Prozesse ausgelegt. Kurzfristige Störungen der Lieferkette können so teilweise ausgeglichen werden. Nach Einschätzung der Konsequenzen betrachtet der Vorstand dieses Risiko differenziert und bewertet es unter Berücksichtigung der bisher identifizierten Risiken und Umsatz-Chancen, der Erfahrungen mit der Pandemie und der insgesamt sehr deutlich abschwächenden Dynamik der Pandemie derzeit insgesamt als geringes Risiko.

Konjunkturabhängige Zielmärkte

Insbesondere die Zielmärkte Kühlgeräte und Lebensmittel, Technik und Industrie und Bau sind von der konjunkturellen Lage abhängig. Dieses Risiko schätzt der Vorstand als mittel ein, da die zugrunde liegenden Treiber des Geschäfts der va-Q-tec (zunehmende Regulierung und Energieeffizienz) einerseits weniger konjunkturell sensibel sind. Andererseits können makroökonomische Verwerfungen (Inflation, steigende Zinsen) zu einem schlechteren Investitions-Klima führen, was die Nachfrage nach relativ hochpreisigen Dämmlösungen einschränken könnte.

Cybersicherheit

Wir beobachten eine weltweite kontinuierliche Zunahme von Bedrohungen der Cybersicherheit und ein höheres Maß an Professionalität in der Cyberkriminalität, insbesondere während der Corona-Pandemie. Mit dem Geschäft im TempChain-Bereich sind die Produkte, Lösungen und Dienstleistungen von va-Q-tec einem besonderen Cyber-Risiko ausgesetzt. Die Anzahl und Kritikalität der Angriffe auf va-Q-tec haben sich jedoch nicht wesentlich verändert. va-Q-tec legt großen Wert auf die Cybersicherheit, um die Kunden und den Konzern selbst vor Cyberangriffen zu schützen. Deshalb wurde zentral in der va-Q-tec

94 AG ein Maßnahmenpaket unter Einbeziehung eines externen Dienstleisters entwickelt, das alle relevanten Bereiche des Unternehmens einbezieht und Cybersecurity-Ressourcen, Fachwissen und Kompetenz in einem zentralen Team integriert. Zusätzlich zu den etablierten technischen und organisatorischen Kontrollen stärkt va-Q-tec kontinuierlich das Bewusstsein der Mitarbeiter, damit sie Angriffe frühzeitig erkennen und verbessert darauf reagieren können. Dies ist während der Corona-Pandemie besonders wichtig, da eine große Anzahl von Mitarbeitern zumindest temporär aus dem Home Office arbeitet. Da Cybersicherheit eine gemeinsame Verantwortung aller beteiligten Parteien und verschiedener Interessengruppen ist, entwickelt va-Q-tec auch ständig die Fähigkeit weiter, sich vor Cyberangriffen zu schützen, wenn solche auftreten. Insgesamt schätzt der Vorstand das Risiko aus Cyber-Angriffen als mittel ein.

Einhaltung von Gesetzen und Compliance sowie rechtliche Risiken

Im Zusammenhang mit den weltweiten Geschäftsaktivitäten muss va-Q-tec die Einhaltung von Patent-, Kartell- und Wettbewerbsrecht, Antikorruptionsgesetzen, Datenschutzvorschriften und sonstigen Gesetzen wie z.B. steuer- und zollrechtlichen Vorschriften sicherstellen. Zur Einhaltung der Vorgaben hat der Konzern Compliance-, Beteiligungs- und Risikomanagementsysteme eingerichtet. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass wir mit diesen Systemen sämtliche Risiken in jeder Jurisdiktion vermeiden können. Risiken bestehen dabei beispielsweise in Form von zoll- und steuerrechtlichen Vorschriften in Verbindung mit neuen Tochtergesellschaften oder den globalen Mietdienstleistungen, aber auch hinsichtlich Produkthaftung und ähnlicher Sachverhalte. Auch ist va-Q-tec gelegentlich in Patentstreitigkeiten sowohl als Kläger als auch als Beklagter verwickelt. In Deutschland ist seit dem vorletzten Geschäftsjahr eine Patentrechtsstreitigkeit über die angebliche Verletzung eines Patents durch die va-Q-tec AG anhängig und der Klage wurde in der ersten Instanz stattgegeben. Auch wenn die va-Q-tec AG gegen das erstinstanzliche Urteil umgehend Berufung eingelegt hat und eine Nichtigkeitsklage gegen das betroffene Patent eingereicht hat, ist nicht vollkommen auszuschließen, dass die Gerichte letztendlich zugunsten des Klägers urteilen werden.

95 All diese Risiken könnten materielle Konsequenzen zur Folge und negative Auswirkungen auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Zudem könnten sie zu straf- oder verwaltungsrechtlichen Bußgeldern, Schadensersatzansprüchen sowie Reputationsschäden führen. Folglich begegnen wir diesen Risiken fortwährend mit zielgerichteten Maßnahmen wie z.B. der Schulung unserer Mitarbeiter und einer regelmäßigen Berichterstattung in allen Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen. Insgesamt schätzt der Vorstand das Risiko aus Compliance-Vorfällen und rechtlichen Risiken als mittel ein.

Finanzielle Risiken

Das Liquiditätsrisiko der va-Q-tec wird zentral von der Finanzabteilung mittels revolvierender Liquiditätsplanungen überwacht. Die Zahlungsfähigkeit der Gruppe war und ist jederzeit gegeben. Die Zinsrisiken, die sich aus bestehenden langfristigen Krediten ergeben, sind über langfristige Zinsbindungen bzw. Zins-Sicherungsgeschäfte („Swaps“) teilweise gesichert. Bei den kurzfristigen Kontokorrent-Linien ist der Konzern dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. va-Q-tec ist ein international aktives Unternehmen, dessen Aktiva, Verbindlichkeiten, Erträge, Kosten und Gewinne in unterschiedlichen Währungen anfallen, wobei der US Dollar (USD), das Britische Pfund (GBP), der Schweizer Franken (CHF) und der Südkoreanische Won (KRW) aktuell die wichtigsten Fremdwährungen darstellen. Die Währungsrisiken sind aufgrund der überwiegenden Rechnungsstellung in Euro (funktionale Währung der Gesellschaft) auch im Zuge der Internationalisierung begrenzt. Signifikante Veränderungen der Wechselkurse könnten sich dennoch materiell auf die in Euro erfasste Finanz- Vermögens und Ertragslage der va-Q-tec auswirken. Die durch die Begebung der CHF-Anleihe in 2020 entstandenen Währungsrisiken wurden durch derivate Sicherungsgeschäfte (Cross-Currency-Swaps/CCS) für den Teil von 24 Mio. Schweizer Franken über die Laufzeit der Anleihe abgesichert. Die CCS eliminieren somit das aus den Zins- und Tilgungszahlungen resultierende EUR-CHF-Währungsrisiko für die gesamte Laufzeit der Anleihe für den besicherten Teil.

96 Insgesamt schätzt der Konzern die Risiken im finanziellen Bereich als mittel ein. Die Liquidität war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit gesichert und für die Bedürfnisse eines schnell wachsenden Unternehmens angemessen. Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken zum Verzicht auf Fälligstellung der Anleihe und der kurzfristigen Darlehen aufgrund der Unterschreitung der vereinbarten Mindesteigenkapitalquote (vgl. 2.2.3 Finanzlage) verfügt die va-Q-tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 28 Mio. EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Im Zuge des Übernahmeangebotes hat die Bieterin sich zur Zeichnung einer 10 %-Kapitalerhöhung verpflichtet. Sollten die fusionskontrollrechtlichen Genehmigungen nicht erteilt und die geplante Übernahme nicht vollzogen werden können, geht das Unternehmen davon aus die Mindesteigenkapitalquote von 30 % aufgrund der Auflösung von Rückstellungen für erfolgsabhängige Transaktionskosten und der für diesen Fall vereinbarten Break-Fee einzuhalten und alternative Optionen zur Sicherstellung der finanziellen Stabilität und jederzeitigen Zahlungsfähigkeit kurzfristig umzusetzen. Insgesamt schätzt der Vorstand das aktuelle Liquiditätsrisiko dennoch derzeit als mittleres Risiko ein.

In der Gesamtbetrachtung der Risiken ist va-Q-tec überwiegend generellen (leistungs-)wirtschaftlichen Risiken sowie finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Es sind für den Vorstand aus den in den vorherigen Kapiteln erläuterten Gründen aktuell keine einzelnen oder kumulierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Strategisch und auch finanziell ist das Unternehmen so aufgestellt, dass die sich bietenden Geschäftschancen insbesondere bei erfolgreichem Abschluss der aus diesem Grund initiierten Beteiligung durch EQT Private Equity genutzt werden können.

2.5.3 Chancen der künftigen Entwicklung

va-Q-tec besitzt ein umfassendes Wissen zur Erfüllung der Vorschriften und Regularien in den relevanten Ländern und Regionen. Die aufwendigen Qualifizierungsmaßnahmen bei den Kunden aus der Healthcare-Industrie, mit entsprechenden Qualitätssicherungs- und

97 Prozessdokumentationen, liefern das notwendige Know-how für die erfolgreiche Implementierung der Verpackungslösungen beim Kunden. Die nötigen Eigenschaften thermischer Verpackungen erfolgreich in einem komplexen, zuverlässigen und gleichzeitig benutzerfreundlichen Angebot zu vereinen, ist derzeit nur wenigen Unternehmen möglich. va-Q-tec kann als eines der wenigen Unternehmen weltweit mit seiner Technologieplattform den hohen Anforderungen gerecht werden. Die zunehmende Komplexität der Regulierung macht es notwendig, sich als Unternehmen stetig weiterzuentwickeln und neue Technologien zu erforschen.# Inhaltsverzeichnis

1. ÜBER UNS
1.1. Geschäftsmodell
1.2. Geschichte
1.3. Vision und Strategie
1.4. Management
1.5. Unser Technologie-Portfolio
1.5.1. Vakuum-Isolations-Paneele (VIPs)
1.5.2. Thermoboxen und Container
1.5.3. Thermische Verpackungsmaschinen
1.5.4. Serviced Rental und Logistiklösungen
1.6. Unsere Märkte
1.6.1. Healthcare
1.6.2. Life Sciences
1.6.3. Technik und Industrie
1.6.4. Kühlkettenlogistik
1.6.5. Weitere Wachstumsmärkte
1.7. Nachhaltigkeit
1.7.1. Umwelt
1.7.2. Soziales
1.7.3. Governance
1.8. Forschung und Entwicklung
1.9. Impressum

2. JAHRESBERICHT
2.1. Bericht des Vorstands
2.1.1. Gesamtlagebericht
2.1.1.1. Geschäftsentwicklung 2022
2.1.1.2. Auftragseingang und Umsatzentwicklung
2.1.1.3. Ergebnisentwicklung
2.1.1.4. Vermögenslage
2.1.1.5. Finanzlage
2.1.1.6. Strategische Zielsetzungen
2.1.1.7. Ausblick 2023
2.1.2. Chancen und Risiken
2.1.2.1. Chancenanalyse
2.1.2.1.1. Marktumfeld und Wachstumsmärkte
In diesem Umfeld sind die hohen Markteintrittsbarrieren im Markt für thermische Verpackungen vorteilhaft für va-Q-tec. Auch in den übrigen Zielmärkten nimmt die Nachfrage nach VIPs durch Regulierungen zu: Die Kunden im Zielmarkt „Technik und Industrie“ sehen sich aktuell einem Wandel des regulatorischen Umfeldes in wichtigen Kernmärkten gegenüber: Warmwasserspeicher für Heizungen unterliegen mittlerweile – wie viele Haushaltsgeräte – der „Ökodesign-Richtlinie“, d.h. ihre Energie-Effizienz wird dem Endverbraucher über ein Labeling-System in Energie-Effizienz-Klassen transparent gemacht. Zusätzlich werden Geräte mit hohem Energieverbrauch und niedriger Energie-Effizienz-Klasse vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen. Kunden von va-Q-tec nutzen VIPs aktuell vor allem, um Premium-Warmwasserspeicher in die höchsten Effizienzklassen zu positionieren. In Zukunft und mit schärferer Regulierung dürften VIP-isolierte Warmwasserspeicher aus dem Premium-Bereich auch im Massenmarkt Nachfrage finden.
2.1.2.1.2. Neue Märkte
Seit Gründung arbeitet va-Q-tec an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die der Vakuumisolation zusätzliche Märkte und Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Neben Grundlagenforschung und Produkt-Vorentwicklung wie etwa VIPs für gänzlich neue Temperaturbereiche, sei hier exemplarisch auf die Lebensmittellogistik und den Bereich Mobilität verwiesen. Mit va-Q-med-Thermoboxen kann va-Q-tec eine sichere Logistik ohne Temperaturabweichungen direkt bis zu den Apotheken gewährleisten. Alleine in Deutschland gibt es knapp 98 20.000 Apotheken, die mit Transport- und Temperaturlogistik unter dem Stichwort „Good Distribution Practices“ versorgt werden müssen. Mit der va-Q-med-Box hat va-Q-tec die Möglichkeit, die Zukunft der Apotheken- beziehungsweise Last-Mile-Logistik maßgeblich mitzugestalten. Hier bieten sich auch Chancen im Bereich der Logistik für Online-Apotheken. In der personalisierten Medizin soll jeder Patient unter weitgehender Einbeziehung individueller Gegebenheiten, über die funktionale Krankheitsdiagnose hinaus, behandelt werden. Das schließt auch das fortlaufende Anpassen der Therapie an den Gesundungsfortschritt und genbasierte Medikamente ein. Solche Therapieformen werden zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig sind sie häufig sehr temperaturempfindlich. Für solche Medikamente sind die besonders temperaturstabilen und leistungsfähigen Thermoboxen- und -container von va-Q-tec besonders geeignet. Bis dato kommen die bestehenden und in Entwicklung befindlichen thermischen Verpackungen sowie das „Serviced Rental“ von va-Q-tec fast ausschließlich in der Healthcare-Industrie zum Einsatz. Aktuell lässt sich aber in vielen Industrien ein Trend zu immer temperaturempfindlicheren Gütern und Herstellungsprozessen erkennen. Infolge ergeben sich Wachstumschancen aus der Erschließung neuer Anwendungsfelder mit va-Q-tec Technologien, wie beispielsweise Lebensmitteltransporte und in der opto-elektronischen Industrie. Im Bereich Bau ergibt sich die Chance, von immer strengeren Energieeffizienz-Standards für Neubauten und Renovierungen zu profitieren. Hier könnten VIPs von va-Q-tec zur Steigerung der Energieeffizienz zum Einsatz kommen, wie z.B. durch das in 2022 fortgeführte RECOST-Projekt unterstrichen. Neben den oben erwähnten Marktchancen hinsichtlich Produkten und Dienstleistungen sieht der Vorstand auch in der geographischen Expansion beträchtliche Chancen für die künftige Entwicklung. Die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit und der Eintritt in neue globale Märkte eröffnen große Absatzchancen für den Konzern. Gleichermaßen kann 99 die internationale Präsenz zur Erschließung neuer Quellen für Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte und zum effizienten Einkauf genutzt werden.
2.1.2.1.3. Neuartige Leistungen und Angebote
Im Bereich der Produkte (Vakuumisolationspaneele) wurde an der Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios sowie der Neuentwicklung einer Paneelklasse für mittelhohe und hohe Temperaturen gearbeitet. Neuartige Hochtemperatur-Paneele wie z.B. das in 2021 in den Markt eingeführte va-Q-steel können überall dort zum Einsatz kommen, wo einerseits Temperaturen bis ca. 400 °C vorherrschen und andererseits sehr gut gedämmt werden muss, z.B. bei Öfen für Industrie und Lebensmittel. Mit solchen VIPs kann va-Q-tec den Markt für Hochtemperatur-Dämmung revolutionieren. Mit dem stapelbaren „va-Q-tray“, einem thermischen Verpackungssystem, lassen sich Lebensmittel so transportieren, dass sie stunden- oder teilweise tagelang warm, kalt oder gefroren bleiben. Die Temperaturhaltedauer kann optional durch PCMs verlängert werden. Mit dem va-Q-tray lassen sich beispielsweise Bäckereifilialen effizient mit frischer Ware beliefern: Im Gegensatz zu existierenden Systemen aus Styropor genügt va-Q-tray höchsten Hygiene- und Temperaturketten-Anforderungen, ist universell einsetzbar z.B. auch als portabler Kühlschrank, und lässt sich als kombinierbares System mit nicht isolierten Standard- Behältern nutzen. Neben den hygienischen Vorteilen ergibt sich daraus auch eine Kostenersparnis, weil auf zusätzliche gekühlte Fahrzeuge verzichtet werden kann. Zukünftig wird die innovative Kombination aus Hardware und IT-Lösungen – Stichwort TempChain 4.0 – immer wichtiger werden. Solche neuen Leistungen und Angebote, bestehend aus intelligenten Boxen, Flottendaten-Management, Live Tracking von Temperaturdaten und Predictive Analysis im Bereich temperaturkontrollierter Transporte, können gegenüber Kunden mit einem Premium angeboten werden.
2.1.2.1.4. Zusammenschlüsse, Akquisitionen, Beteiligungen, Partnerschaften, Desinvestitionen sowie Bereinigungen unseres Portfolios; Nutzung des Marktpotenzials
va-Q-tec beobachtet kontinuierlich die gegenwärtigen und potenziellen Märkte im Hinblick auf Chancen für strategische Zusammenschlüsse, Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften, mit denen das organische Wachstum ergänzt werden kann. Derartige Aktivitäten können uns dabei unterstützen, unsere Position in unseren derzeitigen Märkten zu stärken, neue oder unterversorgte Märkte zu erschließen oder unser Technologieportfolio in strategischen Bereichen zu ergänzen. Chancen können sich auch ergeben, wenn durch Maßnahmen zur Portfoliooptimierung Gewinne erzielt werden, die es uns ermöglichen, unsere Strategien für Wachstum und Profitabilität weiter zu verfolgen. In diesem Zusammenhang ist auch das Business Combination Agreement mit EQT Private Equity und die Zustimmung des Vorstands und Aufsichtsrats zum freiwilligen Übernahmeangebot und zu verstehen. Hierdurch erwartet das Unternehmen die Möglichkeit zur Beschleunigung des Wachstums in allen Geschäftsbereichen durch einen finanzstarken Partner, mit dem das Potential noch stärker entwickelt und realisiert werden kann. Ein wesentlicher Punkt ist für va-Q-tec in diesem Zusammenhang auch die unmittelbar nach einer erfolgreichen Übernahme stattfindende Kapitalerhöhung, durch die die finanziellen Risiken des Unternehmens deutlich reduziert und die Wachstumschancen gleichzeitig signifikant verbessert werden.
2.1.2.1.5. Klimawandel und CO2
In Übereinstimmung mit dem globalen Klimaabkommen von Glasgow (COP 26) arbeitet va-Q-tec mit seiner VIP-Technologie darauf hin, die Reduzierung von CO2-Emissionen zu unterstützen. Dies gilt insbesondere für die Geschäftsaktivitäten der Kunden von va-Q-tec bzw. der Endverbraucher, deren CO2-Emissionen durch bessere thermische Energieeffizienz und Isolierung materiell reduziert werden kann. Der Übergang zu einer dekarbonisierten Wirtschaft ist daher eine Chance für va-Q-tec. Zusammenfassend überwiegen aus Sicht des Vorstands die Chancen der Geschäftsentwicklung im Vergleich zu den beschriebenen Risiken.
2.1.2.2. Risikoberichterstattung
2.1.2.2.1. Risikoberichterstattung hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten
Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement des Konzerns zielt darauf ab, die potenziell negativen Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren. Bei va-Q-tec werden Finanzinstrumente nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Im deutschen Berichtssegment wurden 76 % der Verkäufe und ca. 97 % der Einkäufe in Euro abgewickelt. Verkäufe in Fremdwährung betreffen vor allem Geschäfte im Intercompany-Bereich. Im britischen Berichtssegment wurde ein Teil der Umsätze in USD erzielt. Die diesen Umsätzen zuzuordnenden Kosten fallen zu einem großen Teil ebenfalls in USD an. Infolgedessen besteht bezüglich des USD ein risikominderndes „natural hedging“. Bei stärkeren Wechselkursschwankungen könnten dennoch signifikante Fremdwährungsverluste entstehen. Das verbleibende Währungsrisiko bezüglich des USD schätzt der Vorstand daher als mittel ein. Zur Absicherung von Kreditzinsen für langfristige Darlehen auf ein marktübliches Zinsniveau bestehen Zinsabsicherungsinstrumente fort. Der zur Absicherung der aus der CHF-Anleihe resultierenden Währungsrisiken der abgeschlossene Cross-Currency-Swap wird als Hedge-Accounting nach IFRS abgebildet. Die in 2018 aufgenommenen Immobilien-Darlehen wurden größtenteils mit über die Laufzeit fixen Zinssätzen auf Basis des aktuellen, niedrigen Zinsniveaus langfristig finanziert. Für die bestehenden variabel verzinsten Kontokorrentlinien wurde keine Zinssicherung vereinbart. Zur Absicherung von Forderungsausfällen werden keine gesonderten Finanzinstrumente gehalten. Aufgrund der hohen Bonität des Kundenstamms sind die Risiken von Forderungsausfällen relativ gering. Zur weiteren Verbesserung der Liquidität wurde das in 2019 in der va-Q-tec AG und in 2021 zusätzlich bei der britischen Tochtergesellschaft va-Q-tec Ltd. implementierte Factoring auch in 2022 fortgeführt. Reverse Factoring wird derzeit bei nur wenigen Kunden mit marktüblich langen Forderungslaufzeiten (z.B. in Italien) betrieben.

    **2.1.3. Corporate Governance Bericht**
    **2.1.4. Corporate Governance Erklärung**
    **2.1.5. Vergütungsbericht**
**2.2. Konzernabschluss (IFRS)**
    **2.2.1. Gewinn- und Verlustrechnung**
    **2.2.2. Bilanz**
    **2.2.3. Kapitalflussrechnung**
    **2.2.4. Eigenkapitalveränderungsrechnung**
    **2.2.5. Anhang**
        **2.2.5.1. Allgemeine Hinweise zum Konzernabschluss**
        **2.2.5.2. Erläuterungen zu den Rechnungslegungsmethoden**
        **2.2.5.3. Angaben zu den einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung**
        **2.2.5.4. Weitere finanzielle Angaben**
        **2.2.5.5. Sonstige Angaben**
**2.3. Bestätigungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers**

3. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK# 102 Über die hier beschriebenen Finanzinstrumente hinaus hält der Konzern keine weiteren Finanzinstrumente, die für die Beurteilung der Lage oder der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns wesentlich sind. Bezüglich weiterer Details verweisen wir auf die Abschnitte „Finanzinstrumente“ und „Risikomanagement“ in den Kapiteln 7.4 und 7.6 des Konzernan- hangs.

2.6 Nichtfinanzielle Erklärung

Gesetzliche Grundlagen für die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung

Bei der vorliegenden nichtfinanziellen Erklärung gemäß § 315b HGB i.V.m. § 289b HGB han- delt es sich um die nichtfinanzielle Erklärung der va-Q-tec AG und um die nichtfinanzielle Konzernerklärung und ist daher als zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung Bestand- teil des zusammengefassten Lageberichts. Sie erfüllt die Themenvorgaben der oben ge- nannten Bestimmungen und umfasst zudem die Berichterstattung gemäß der EU-Taxono- mie-Verordnung. va-Q-tec wird im Juni 2023 zudem einen separaten Nachhaltigkeitsbe- richt veröffentlichen. Die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung wurde nicht im Rah- men der Abschlussprüfung geprüft.

Ziel der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung ist es, den Stakeholdern der va-Q- tec ein zusammenhängendes Gesamtbild des Unternehmens zu vermitteln. Sie deckt fol- gende Themen ab:

Handlungsfeld Themen
Geschäftsmodell (NFE) Ergänzung des im Abschnitt (2.1.1.1) dargestellten Geschäftsmodells um nichtfinanzielle Aspekte; F&E als zentraler Treiber der Innovation effizienter Pro- dukte und Services
Governance (NFE) Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Ach- tung der Menschenrechte, Freier Wettbewerb, Zu- sammenarbeit mit Zulieferern
Umweltbelange (NFE) Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Nut- zung von erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energien, Energieverbrauch, Abfall
Sozialbelange (NFE) Arbeitnehmerbelange, Unternehmenskultur, Ar- beitsorganisation, Gesundheitsschutz, Achtung der Rechte der Arbeitnehmer, Sicherheit am Arbeits- platz
Gesellschaft Stärkung einer attraktiven Region
EU-Taxonomie Bestimmung taxonomiekonformer Wirtschaftstätig- keiten; Anteil an Umsatzerlösen, Investitions- und Betriebsausgaben

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Die in diesem Dokument aufgeführten Daten umfassen soweit möglich einen Zweijahres- zeitraum. Beim Lesen und Interpretieren der hier aufgeführten Daten ist zu beachten, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie eine Rolle spielen können. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung der va-Q-tec AG wurde von den Wirtschaftsprüfern Rödl & Partner keiner Prüfung unterzogen.

Angaben zum Geschäftsmodell

Informationen zum Geschäftsmodell und der Geschäftsstrategie der va-Q-tec sind im Zu- sammengefassten Lagebericht im Abschnitt 2.1.1.1 bzw. 2.1.1.2 zu finden.

Nichtfinanzielle Aspekte, Chancen und Risiken des Geschäftsmodells

Das Geschäftsmodell von va-Q-tec nutzt die Chancen, die sich aus dem nachhaltigen Wan- del der Gesellschaft ergeben. Durch den Einsatz innovativer und umweltfreundlicher VIPs (Vakuumisolationspaneele) ermöglicht va-Q-tec eine effiziente Wärmeisolierung in ver- schiedenen Anwendungsbereichen, wie Kühl- und Gefriergeräte, Medikamententransport, Automobile und Fluggeräte, Gebäude sowie Technik und Industrie. Im Bereich der thermischen Energieeffizienz können durch das Angebot der va-Q-tec bei- spielsweise Warmwassernetze um bis zu 60 % weniger Wärmeverlust verzeichnen oder die Reichweite von Elektrofahrzeugen durch eine Dämmung mit VIPs um bis zu 12% gesteigert

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werden. Auch die Produkte im Bereich TempChain (temperaturkontrollierte Lieferkette) tragen durch den Einsatz der rein passiven Hightech-Verpackungssysteme zu Energie- und CO2-Einsparungen bei, da in vielen Fällen auf den Einsatz von CO2-intensivem Trockeneis verzichtet werden kann. Darüber hinaus benötigen die passiven Lösungen keine regelmä- ßige Stromversorgung. Außerdem minimieren die effizienten Boxen und Container Tempe- raturabweichungen, was bedeutet, dass Medikamente oder Lebensmittel nicht mehr un- brauchbar werden. va-Q-tec wurde für seine nachhaltigen Lösungen mehrfach ausgezeich- net, unter anderem mit dem Deutschen Umweltpreis im Jahr 2018 und dem Deutschen Gründerpreis im Jahr 2019.

Neben Chancen ergeben sich aus dem nachhaltigen Wandel jedoch auch Risiken für va-Q- tec. Um die Resilienz von va-Q-tec zu stärken, steuern wir auch nichtfinanzielle Risiken, die sich aus Klimawandel, Ressourcenknappheit, Globalisierung und demographischem Wan- del ergeben und die in den folgenden Abschnitten ausführlicher dargelegt werden. Für die Resilienz von va-Q-tec ist dabei der Bereich Forschung und Entwicklung von zentra- ler Bedeutung. Im Jahr 2022 investierte va-Q-tec 4.528 TEUR (Vorjahr: 3.653 TEUR) in For- schung und Entwicklung, um seine Innovationskraft stetig zu vergrößern. Dies entspricht einer Quote von 4,0% (Vorjahr: 3,6%) des Konzernumsatzes. Das technische Wissen sichert va-Q-tec mit insgesamt mehr als 220 Patenten und Schutz- rechten. Im Jahr 2022 wurden 17 Schutzrechte angemeldet (Vorjahr: 24), davon 14 Patent- und 3 Gebrauchsmusteranmeldungen (Vorjahr: 22 bzw. 2). Auch die Services und Dienst- leistungen sind Teil der Forschung und Entwicklung von va-Q-tec. Weiterführende Informa- tionen zum Themenfeld Forschung und Entwicklung sind im Geschäftsbericht im Abschnitt 2.1.2 zu finden.

Unternehmenssteuerung, Governance

Durch eine gute Governance wird sichergestellt, dass va-Q-tec entsprechend seiner Unter- nehmenswerte agiert, alle Gesetze einhält und Schäden vorbeugt, die durch Reputations- risiken und Compliance-Risiken entstehen können.

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Grundlage der Governance von va-Q-tec sind daher die gesetzlichen Bestimmungen und die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns. Wie diese Gesetze und Prinzipien im Unterneh- mensalltag von Mitarbeitenden und Führungspersonal auszugestalten sind, wird durch den Code of Conduct und ein Compliance-Handbuch festgelegt, die jeweils in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt werden. Die Kontrolle der Einhaltung von Gesetzen und Unternehmensrichtlinien obliegt dem Chief Compliance Officer (CCO), der in Deutschland direkten Zugang zu allen Prozessen und Vor- gängen hat. Bei ausländischen Tochtergesellschaften obliegt die Kontrolle den jeweils Ge- schäftsführenden. Für die Anzeige von Verdachtsfällen oder Verstößen gegen die Compli- ance-Auflagen gibt es im Unternehmen klare Meldewege. Das Engagement von va-Q-tec für eine effektive Governance und Compliance erstreckt sich nicht nur auf das eigene Unternehmen, sondern auch auf Geschäftspartner und Zulieferer. Das Unternehmen hat Mechanismen für die Meldung von Verdachtsfällen oder Verstößen etabliert und erwartet von Geschäftspartnern und Zulieferern ein gesetzeskonformes und integres Verhalten. va-Q-tec legt bei seinen Geschäftspartnern und Zulieferern auch Wert auf die Einhaltung von Menschenrechten und angemessenen Arbeitsbedingungen und ver- langt von ausländischen Zulieferern die Einhaltung des internationalen Lieferantenkodexes der Responsible Business Alliance. va-Q-tec fordert entsprechende Verpflichtungserklärun- gen ein oder führt in einem Zwei-Jahres-Turnus Audits bei wichtigen Lieferanten durch, die auf Basis des Einkaufsvolumens definiert werden. Die Compliance-Situation wird regelmäßig bewertet und im Aufsichtsrat diskutiert, um si- cherzustellen, dass alle Aktivitäten des Unternehmens in Einklang mit den geltenden Ge- setzen und Regeln stehen.

Im Rahmen der Governance-Verpflichtungen werden entlang der Wertschöpfungskette die folgenden Themen gesteuert:

  • Anti-Korruption
  • Anti-Geldwäsche
  • Menschenrechte
  • Lieferkette
  • Fairer Wettbewerb

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Um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden und Geschäftspartner von va-Q-tec die hohen Compliance-Standards des Unternehmens in Bezug auf all diese Themen einhalten, werden neue Mitarbeitende zu Beginn ihrer Tätigkeit zu den Compliance-Richtlinien geschult.

Governance-Daten

va-Q-tec ist bestrebt, jeden Verstoß gegen die relevanten Gesetze oder Vorschriften unver- züglich zu untersuchen und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass ein solches Verhalten nicht wiederholt wird. Darüber hinaus strebt va-Q-tec eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden an, um sicherzustellen, dass die geltenden Ge- setze und Vorschriften vollständig und korrekt umgesetzt werden.

  • Zahl der gemeldeten Verstöße gegen den Verhaltenskodex: 2
  • Sanktionen aufgrund von Verstößen gegen den Verhaltenskodex (Kündigung): 2

Umweltbelange

Als produzierendes Unternehmen sind folgende Umweltthemen für va-Q-tec von besonde- rer Bedeutung:

  • Umwelt- und Energiemanagement
  • Klimaschutz
  • Ressourceneffizienz
  • Wassermanagement
  • Abfallmanagement
  • Prozess-, Anlagen- und Transportsicherheit

Um Leistungen in diesem Bereich steuern zu können, setzt va-Q-tec auf Zertifizierungen, Standards und Rahmenwerke:

  • Deutsches Institut für Nachhaltigkeit & Ökologie: In den Jahren 2020, 2021 und 2022 ist va-Q-tec vom Deutschen Institut für Nachhaltigkeit und Ökologie in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Sozialkompetenz zertifiziert (Verfahrensord- nung D-20/400851). Dadurch ist die außerordentliche Produkt-, Service- und Bera- tungsqualität, die wirtschaftliche Zukunftsausrichtung, das Unternehmensmanage- ment sowie die Wahrnehmung der ökologischen und sozialen Verantwortung offi- ziell bestätigt.

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  • Klimaneutrales Unternehmen: va-Q-tec erreicht sowohl als erster Anbieter tempe- raturgeführter Verpackungslösungen als auch als Produzent von Hightech-Dämm- stoffen die Klimaneutralität seiner Produktionsstandorte für das Jahr 2020. Seit 2021 agiert der gesamte Konzern klimaneutral. Die Bilanzierung der anfallenden Emissionen erfolgt in Zusammenarbeit mit natureOffice und anhand des internati- onal anerkannten Greenhouse Gas (GHG) Protocol. Die Kompensation der verbleib- enden Emissionen wird durch die Förderung von Umweltschutzprojekten in Uru- guay, welche nach dem Verified Carbon Standard zertifiziert sind, erreicht.# ISO-Zertifizierungen

Seit 2014 verfügt va-Q-tec über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem (ISO-Zertifizierung ISO 14001:2015). Diese internationale Norm bestätigt das Umweltmanagementsystem, mit dem va-Q-tec seine Leistungen zum Wohle der Umwelt verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllt und Umweltziele erreicht. Weiterhin ist va-Q-tec seit 2013 nach ISO 50001:2018 für das Energiemanagementsystem zertifiziert. Ziel ist es, die Effizienz des Energiemanagements, die Energieeffizienz und die Energieeinsparung systematisch zu verbessern.

Greenhouse Gas Protocol

Die Erfassung aller Treibhausgasemissionen erfolgte in Zusammenarbeit mit einem externen Partner und auf Basis des international anerkannten Standards des GHG (Greenhouse Gas) Protocols. Die Emissionsbilanz des Unternehmens wird in sogenannten CO2e ausgegeben und umfasst damit alle klimarelevanten Treibhausgase, nicht nur den CO2-Ausstoß selbst. Entsprechend dieser Leitplanken organisiert va-Q-tec die entsprechenden Prozesse im Unternehmen. Jährlich finden bei va-Q-tec zwei Umwelt-Audits statt. An der ständigen Verbesserung der Strukturen und Prozesse arbeitet va-Q-tec mit Nachdruck, nicht zuletzt, um das stetige Wachstum erfolgreich zu managen und die hohen Ansprüche an Produkte und Kundenbetreuung jederzeit und ohne Abstriche erfüllen zu können. Selbstverständliche Anforderungen an alle Prozesse sind die Produktionssicherheit für die Mitarbeitenden und die Umwelt sowie die Sicherstellung hoher Energieeffizienz und geringer Emissionsintensität.

Umweltschonende Entsorgung und Recycling nach Gebrauch

Das Kernmaterial der VIPs kann gesammelt und recycelt werden. Das Material der Kernplatte, das mikroporöse Kieselsäurepulver, ist ein wertvoller Rohstoff, der nach Wiederaufbereitung erneut verarbeitet werden kann, z.B. zu einer neuen Vakuumdämmplatte. Die Pulverplatte kann bei Bedarf auch in einer geeigneten Deponie abgelagert werden. Die hochwertige Umhüllung wird, wie jede andere Verpackungsfolie, entsorgt, z.B. als Brennstoff.

Energieverbrauch und alternative Energiequellen

Die für die Herstellung und den Bürobetrieb erforderliche Energie gewinnt va-Q-tec teilweise durch den Einsatz einer Photovoltaikanlage (am Standort Kölleda) und ein Blockheizkraftwerk (BHKW) am Standort Würzburg. Zugekaufte Strommengen werden extern zu 100% als „Grünstrom“ bezogen, stammen also aus erneuerbaren Quellen. Die jeweiligen Abstimmungen werden von den Energiebeauftragten in Zusammenarbeit mit den Umweltbeauftragten koordiniert.

Klimaschutz

Zur umfassenden Klimaschutzstrategie gehören neben Recycling und alternativen Energiequellen auch Monitoring- und Kompensationsmaßnahmen. va-Q-tec investiert in internationale, durch den Verified Carbon Standard zertifizierte Klimaschutzprojekte, um die durch die eigene Tätigkeit verursachten Emissionen auszugleichen. Dabei werden ausschließlich Projekte unterstützt, die höchsten Standards entsprechen und einen nachhaltigen Nutzen für die Umwelt und die betroffenen Gemeinden schaffen.

Unsere Umwelt-Daten

Verbrauchte Energiemengen in kWh

2022 2021
Treibstoff (Benzin und Diesel für Fuhrpark) 553.188 545.983
Heizöl 0 0
Erdgas 7.384.641 7.446.786
Strom 4.384.641 4.452.233
davon aus regenerativen Energien („Ökostrom“) 4.235.594 4.452.233
Summe verbrauchte Energiemengen 12.048.175 12.445.002

Emission von Treibhausgasen in Tonnen/Tonnen CO2e-Äquivalent

2022 2021
(CO2e, market based)
Scope 1 (direkte Emissionen) 2.668,28 2.396,90
Scope 2 (indirekte Emissionen) 794,40 504,93
Scope 3 (indirekte Emissionen, vor- und nachgelagert) 98.718,33 106.816,61
Summe Treibhausgasemissionen (CO2e) 102.181,01 109.718,44

CO2-Kompensation in Tonnen CO2 e

2022 2021
mit zertifizierten/anrechenbaren Projekten kompensierte CO2-Menge 5.554 5.122

Stromerzeugung in kWh

2022 2021
durch BHKW erzeugter Strom 1.934.525 1.932.635
von va-Q-tec erzeugter Solarstrom 81.022 72.312

Wassernutzung in Kubikmetern

2022 2021
Volumen der gesamten genutzten Wassermenge 6.702 7.362
davon: Menge an in Produkten gebundenem Wasser 50% 50%

Abfallmenge in Tonnen

2022 2021
Abfallmenge insgesamt 364,23 687,71
davon: Menge, die gesondert entsorgt werden muss 3,95 10,90
davon: Menge, die sich wiederverwerten lässt 40,44 61,20

Sozialbelange

Aufgrund des demographischen Wandels ist auch va-Q-tec vom Fachkräftemangel betroffen. Um diesem Risiko zu begegnen, setzt das Unternehmen deshalb auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sowie auf die Bindung von Talenten durch ein Arbeitsumfeld, das alle Kolleginnen und Kollegen unter einer Vision eint: Verantwortung übernehmen für Mensch und Umwelt! Hier sind folgende Themen für das Wirtschaften der va-Q-tec von großer Bedeutung:

  • Gesundheit und Arbeitsschutz
  • Achtung der Arbeitnehmerrechte
  • Arbeitgeberattraktivität
  • Aus- und Weiterbildung
  • Gleichstellung
  • Diversität

Gesundheit und Arbeitsschutz

Als produzierendes Unternehmen legt va-Q-tec großen Wert auf die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeitenden. Eine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung sowie die Implementierung von Maßnahmen zum Arbeitsschutz sind daher unerlässlich und werden konsequent umgesetzt. Hierzu gehört auch die Bestellung eines Arbeitsschutzbeauftragten, der die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben koordiniert und überwacht. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitenden regelmäßige Untersuchungen durch einen Betriebsarzt an und hat im Rahmen der Coronapandemie eine Impfkampagne organisiert. Im Dezember 2022 fand zudem zum ersten Mal ein Gesundheitstag statt, an dem sich Mitarbeitende an den Standorten Würzburg und Kölleda mit den Themen Ernährung und Sport auseinandersetzen konnten. Dieser Tag bildete den Auftakt für das betriebliche Gesundheitsmanagementsystem "va-Q-care".

Achtung der Arbeitnehmerrechte

Die Achtung der Arbeitnehmerrechte hat höchste Priorität für die Personalabteilung und den Vorstand von va-Q-tec. Ein sogenanntes Social Performance Team, das alle drei Jahre von allen Mitarbeitenden gewählt wird, kümmert sich um die Belange der Mitarbeitenden. Das Team steht bei Fragen jeder Art, auch anonym, zur Verfügung und agiert als Vermittler zwischen Belegschaft und Vorstand. Regelmäßige Berichte an den Vorstand über aktuelle Themen aus der Mitarbeiterschaft fördern eine konstruktive Zusammenarbeit.

Arbeitgeberattraktivität

Ein Indiz für die erfolgreiche Zusammenarbeit und das angenehme Betriebsklima bei va-Q-tec ist die niedrige Fluktuationsquote von 2,7 % im Jahr 2022 (Vorjahr: 3,0 %), die weit unter dem Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland von 18 Prozent lag. Diese errechnet sich nach der Berechnungsmethode des Bundesverbandes Deutscher Arbeitgeber (BDA). Genauso wie viele andere Unternehmen ist aber auch va-Q-tec vom Arbeits- und Fachkräftemangel betroffen. Daher investiert va-Q-tec systematisch in die Bindung von bestehenden Mitarbeitenden an das Unternehmen und den Auf- und Ausbau seiner Arbeitgeberattraktivität, die von Kununu im Jahr 2022 mit dem "Top Company" Award ausgezeichnet wurde. Zur Erreichung dieses Ziels hat va-Q-tec bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, wie beispielsweise:

  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Vielzahl an betrieblichen Schulungen
  • Flexible Arbeitszeiten und Teilzeitprogramme
  • Studienbegleitende Arbeit im Unternehmen
  • Kantine mit kostenlosem Obst und Getränken
  • Leasingangebote für Fahrräder
  • Mitarbeiterevents

Darüber hinaus spielen die gute Vernetzung von va-Q-tec in der Region sowie intensive Kontakte zur Julius-Maximilians-Universität, z.B. im Rahmen von Forschungsprojekten, in Würzburg eine erhebliche Rolle. Aktuell fördert va-Q-tec auch acht Mitarbeitende im Rahmen von Berufsabschlüssen wie Master, Meister oder Laborleiter.

Diversität und Gleichstellung

va-Q-tec möchte ein Arbeitgeber sein, bei dem die Mitarbeitenden ihre Fähigkeiten unabhängig der Rasse oder der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität weiterentwickeln können. Daher sind auch die Themen Diversität und Gleichstellung für va-Q-tec sehr wichtig. Entsprechend dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ruft va-Q-tec in seinen Stellenanzeigen alle Geschlechter auf, sich für offene Positionen zu bewerben. In Zusammenarbeit mit einer regionalen Organisation integriert va-Q-tec auch Menschen mit Behinderung in den Betrieb. Die Integration dieser Mitarbeitenden wird durch die Mainfränkischen Werkstätten begleitet. Im Jahr 2022 haben zunächst 6 bzw. ab März 2022 7 Menschen mit Behinderung bei va-Q-tec gearbeitet (Vorjahr: 8). Über alle Mitarbeitenden hinweg beschäftigt va-Q-tec Menschen aus 22 verschiedenen Nationen (Vorjahr: 31). Der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft lag 2022 bei 28 % (Vorjahr: 30 %), der Frauenanteil bei allen Führungskräften unterhalb des Vorstands lag 2022 bei 20 % (Vorjahr 19 %). Aufgrund der geringen Anzahl der Vorstände hat der Aufsichtsrat den Anteil von Frauen im Vorstand auf 0 % festgelegt. Für die erste Ebene unterhalb des Vorstands wurde ein Frauenanteil von 10,0 % festgelegt. Zum 31.12.2022 betrug der Frauenanteil auf der ersten Managementebene unterhalb des Vorstands 10,5 %. Für sich selbst hat der Aufsichtsrat die Frauenquote auf 16,7 % festgelegt, dies entspricht einem von sechs Mitgliedern. Mit der aktuellen Besetzung des Aufsichtsrats ist diese Quote erfüllt.# Mitarbeiterdaten

Mitarbeiterzahl des va-Q-tec-Konzerns nach Regionen

2022 2021
Beschäftigte insgesamt 649 634
Deutschland 81,6% 83,9%
Rest der Europäischen Union 0,0% 0,0%
Rest Europas 8,9% 9,8%
Rest der Welt 9,5% 6,3%

Zahl unterschiedlicher Nationalitäten

2022 2021
Zahl unterschiedlicher Nationalitäten 31 31

Mitarbeiterzahl des va-Q-tec-Konzerns nach Geschlecht

2022 2021
Beschäftigte insgesamt 649 634
Frauen 28,0% 30,1%
Männer 72,0% 69,9%
Summe 100,0% 100,0%

Mitarbeiterzahl des va-Q-tec-Konzerns nach Funktionen

2022 2021
Beschäftigte insgesamt 649 634
Führungskräfte (erste zwei Führungsebenen) 3,1% 3,3%
Produktion 50,7% 58,8%
Vertrieb 17,6% 15,5%
Verwaltung 24,8% 19,1%
Auszubildende 3,8% 3,3%
Summe 100% 100%

Arbeitssicherheit und Gesundheit

2022 2021
Zahl der Betriebsunfälle 15 10
Anzahl der krankgemeldeten Mitarbeiter in Prozent aller Mitarbeiter 7,1% 4,5%

Betriebsinterne Weiterbildung

2022 2021
Anzahl der Schulungen 182 234
Zahl der geschulten Mitarbeiter 1.681 1.862
Zahl der Mitarbeiter in geförderten Berufsabschlüssen wie Master, Meister und Laborleiter 8 9

Corporate Social Responsibility (CSR)

va-Q-tec profitiert von der Attraktivität und der guten Infrastruktur in den Regionen in denen das Unternehmen tätig ist. Um diesen positiven Beitrag für den Unternehmenswert zurückzugeben, leistet va-Q-tec seinerseits einen wesentlichen Beitrag, um die Attraktivität der Regionen langfristig zu erhöhen. In diesem Sinne ist va-Q-tec nicht nur ein attraktiver Arbeitgeber, sondern auch ein aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Ein Schwerpunkt liegt hier auf der engen Zusammenarbeit mit der Julius-Maximilians-Universität, aus der heraus sich va-Q-tec im Jahr 2001 gegründet hat. Im Rahmen von Forschungsprojekten arbeitet va-Q-tec intensiv mit Studierenden zusammen und bietet diesen auch die Möglichkeit, studienbegleitend im Betrieb mitzuarbeiten. So will va-Q-tec den wissenschaftlichen Nachwuchs und potenzielle Mitarbeiter fördern. Im Geschäftsjahr 2022 beschäftigte va-Q-tec insgesamt 18 Studierende (Vorjahr: 21).

Ein weiteres Feld des gesellschaftlichen Engagements von va-Q-tec ist die Förderung der MINT-Bildung, also die Vermittlung von Wissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hierzu ist va-Q-tec wie bereits in den Vorjahren zuvor auch 2022 Sponsor der Initiative "Jugend forscht" und war auch bereits Ausrichtungsort für den jährlich stattfindenden Wettbewerb, der Schülerinnen und Schüler auszeichnet, die sich im Rahmen von Experimenten mit wissenschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Auch Sport, Kultur und Kunst fördert va-Q-tec aktiv in der Region: das Unternehmen ist finanzieller Unterstützer des Mozartfests, des Mainfrankentheaters Würzburg, des lokalen Basketballvereins "Würzburg Baskets", des Tennisclubs "TC Weiß-Blau", der Zweiten Damen-Basketball-Bundesligamannschaft "QOOL Sharks" und auch der Zweiten Handballbundesliga-Mannschaft "Rimparer Wölfe". Darüber hinaus fördert va-Q-tec Individualsportler wie Freiwasserschwimmerin Leonie Beck oder Profi-Handballer Benedikt Brielmeier, der auch auf das Training abgestimmt im Unternehmen arbeitet.

EU-Taxonomie

Definition und Zweck

Die EU-Taxonomie zielt darauf ab, Investitionsströme aus dem Finanzsektor an Unternehmen zu fördern, die sich mit ökologisch nachhaltigen Aktivitäten beschäftigen. Dadurch soll das übergeordnete Ziel des European Green Deal, die Netto-Emissionen in der Europäischen Union bis 2050 auf null zu reduzieren, erreicht werden. Die EU-Taxonomie schafft in diesem Sinne ein gemeinsames Verständnis, welche Aktivitäten ökologisch nachhaltig sind. Dies ist dann gegeben, wenn eine Aktivität einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der sechs Umweltziele leistet, die die EU-Taxonomie-Verordnung definiert hat:

  • (1) Klimaschutz
  • (2) Anpassung an den Klimawandel
  • (3) nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
  • (4) Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  • (5) Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung
  • (6) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme

Zudem darf die Aktivität nicht die Erreichung eines der anderen Umweltziele beeinträchtigen (DNSH-Prinzip = „Do no significant harm“). Darüber hinaus müssen bei der Aktivität soziale Mindeststandards eingehalten werden.

Anwendungsbereich

Unternehmen müssen gemäß der Taxonomie-Verordnung über ihre taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten berichten. Als taxonomiefähig gelten Aktivitäten, wenn sie mit der Tätigkeitsbeschreibung gemäß den Anhängen I und II zu dem delegierten Rechtsakt vom 4. Juni 2021 übereinstimmen. Taxonomiekonform sind die taxonomiefähigen Aktivitäten, die auch die für die jeweilige Geschäftstätigkeit definierten technischen Bewertungskriterien erfüllen. Bewertungskriterien liegen bislang nur für die ersten beiden Umweltziele vor, über die im Folgenden berichtet wird.

Bestimmung der relevanten Wirtschaftsaktivitäten

Nach Auffassung von va-Q-tec tragen unsere Produkte und Dienstleistungen grundsätzlich zu einer Reduzierung von CO2-Emissionen bei, indem die ihnen zugrundeliegende Vakuumisolationstechnologie im Bereich der TempChain-Logisitk in einem geschlossenen System für bis zu 200 Stunden Temperaturstabilität gewährleistet, ohne dass externe Energie hinzugefügt werden muss. Im Bereich Produkte/TEnEff sorgt die Vakuumisolationstechnologie mit ihrer gegenüber konventionellen Isoliermaterialien ca. zehnmal höheren Isolierwirkung für eine deutlich höhere Energieeffizienz bei gleichzeitig signifikant geringerem Platzbedarf.

Wirtschaftsaktivitäten gemäß der definierten Tätigkeit „Herstellung anderer CO2-armer Technologien“

In diesem Sinne stimmen unsere Wirtschaftsaktivitäten in den Geschäftsbereichen “Systeme” und “Dienstleistungen”, mit denen wir vorrangig den Zielmarkt “Healthcare und Logistik” bedienen, mit der in der EU-Taxonomie definierten Tätigkeit „3.6 Herstellung anderer CO2-armer Technologien“ überein. Die technischen Bewertungskriterien für diese Tätigkeit - die Herstellung von Technologien, “die auf erhebliche Einsparungen an Lebenszyklus-THG-Emissionen abzielen und diese im Vergleich zu der am Markt verfügbaren leistungsfähigsten alternativen Technologie oder Lösung […] nachweisbar erreichen” - erfordern eine Erklärung, inwieweit die Produkte von va-Q-tec diese erheblichen Einsparungen im Vergleich zu den am Markt verfügbaren leistungsfähigsten alternativen Technologien erreichen.

Die leistungsfähigste Alternative zu unseren passiven Lösungen für die temperaturgeführte Logistik am Markt sind die bislang noch vorherrschenden aktiven TempChain-Lösungen. Aktiv heißt, dass durch die Zufuhr von Energie (durch stromgespeiste Kühlaggregate) die Temperaturstabilität während des Transports gewährleistet wird. Da rund 80% der weltweiten Energie aus fossilen Energieträgern gewonnen wird2, fallen auch für den Betrieb jener Kühlaggregate in der Regel wesentliche CO2-Emissionen an. Dies ist bei der Nutzung unserer passiven TempChain-Lösungen nicht der Fall. Insofern erfüllen die Wirtschaftsaktivitäten in den Geschäftsbereich “Systeme” und “Dienstleistungen” nach Einschätzung von va-Q-tec das Kriterium der Taxonomiekonformität.

2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167998/umfrage/weltweiter-energiemix-nach-energietraeger/

Wirtschaftsaktivitäten gemäß der definierten Tätigkeit „Herstellung von energieeffizienten Gebäudeausrüstungen“

Unsere Aktivitäten im Geschäftsbereich “Produkte”, mit denen wir unter anderem Kunden aus den Zielmärkten „Kühlgeräte und Lebensmittel“, „Technik und Industrie“ und „Bau“ ansprechen, entsprechen der in der EU-Taxonomie definierten Tätigkeit „3.5 Herstellung von energieeffizienten Gebäudeausrüstungen“. So stellen wir mit dem va-Q-vip F ein Isolationsprodukt her, das den Lambdawert von 0,06 W/mK deutlich unterschreitet (Lambda-wert 0,008 W/mK). Dadurch erfüllen wir die technischen Bewertungskriterien für die Tätigkeit “3.5 Herstellung von energieeffizienten Gebäudeausrüstungen” und leisten somit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel (1) Klimaschutz.

In Kühlschränken sorgen unsere Vakuumisolationspaneele ebenfalls für signifikante Energieeinsparungen und somit CO2-Reduktionen. Ein weiteres technisches Bewertungskriterium für die Tätigkeit „3.5 Herstellung von energieeffizienten Gebäudeausrüstungen“ - die Herstellung von Produkten oder Komponenten für Haushaltsgeräte der höchsten Energieeffizienzklassen gemäß der Verordnung (EU) 2017/1369 - wird somit ebenfalls erfüllt. Zudem erfüllen wir für die oben genannte Tätigkeit bezogen auf den Einsatz unserer Vakuumisolationspaneelen in Warmwasserspeichern das technische Bewertungskriterium “Herstellung von Produkten oder Komponenten für Systeme für Raumheizung und Warmwasserbereitung”. Dadurch sind unsere Wirtschaftsaktivitäten in diesem Anwendungsfeld ebenfalls taxonomiekonform. Somit erfüllen unsere wesentlichen Aktivitäten im Geschäftsbereich „Produkte“ das Kiriterium der Taxonomiekonformität. Den taxonomiekonformen Anteil unserer Wirtschaftsaktivitäten an den KPIs Umsatzerlöse, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben weisen wir in den untenstehenden Meldebögen aus.

Keine wesentliche Beeinträchtigung anderer Umweltziele

Damit die oben beschriebenen Wirtschaftsaktivitäten taxonomiekonform sind, muss neben dem nachgewiesenen Beitrag zu mindestens einem der beiden Umweltziele - (1) Klimaschutz und (2) Anpassung an den Klimawandel - gewährleistet sein, dass keines der weiteren Umweltziele im Sinne des Artikel 17 der Taxonomie-Verordnung signifikant beeinträchtigt wird.

Hinsichtlich des Umweltziels (2) Anpassung an den Klimawandel liegen nach Überprüfung von va-Q-tec keine Anhaltspunkte vor, dass die oben genannten Aktivitäten die nachteiligen Auswirkungen des derzeitigen und des erwarteten zukünftigen Klimas auf das Unternehmen selbst oder auf Menschen, die Natur oder Vermögenswerte verstärken.# Die Erfüllung der DNSH-Kriterien für das Umweltziel (3) Wasserqualität bezieht sich im Wesentlichen auf gesetzliche und behördliche Vorgaben, zu deren Einhaltung va-Q-tec verpflichtet ist. Es wurden im Berichtszeitraum keine Verstöße gegen diese Vorgaben festgestellt. Beim Umweltziel (4) Übergang zur Kreislaufwirtschaft bestehen generelle Vorgaben wie zum Beispiel lange Nutzbarkeit, einfache Wartung oder Demontage. Die Produkte von va-Q-tec wie zum Beispiel der va-Q-pal SI sind mehrfach wiederverwendbar und können aufgrund ihrer umweltfreundlichen Materialien durch den Endempfänger recycelt werden. Eine Beeinträchtigung des Umweltziels können wir demnach nicht feststellen. Die Erfüllung der DNSH-Kriterien für das Umweltziel (5) Verminderung bzw. Vermeidung der Umweltverschmutzung bezieht sich im Wesentlichen auf gesetzliche und behördliche Vorgaben. Gegen diese Vorgaben konnte va-Q-tec keine Verstöße feststellen. Darüber hinaus verfügt va-Q-tec seit 2017 über ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem, wodurch wir schädlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten auf die Umwelt vorbeugen. Beeinträchtigungen des Umweltziels (6) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme durch die Geschäftstätigkeiten von va-Q-tec wurden nicht festgestellt. Durch die Förderung eines nach dem Verified Carbon Standard (VCS) zertifizierten Naturschutzprojekts in Uruguay trägt va-Q-tec vielmehr zur Wiederherstellung eines Ökosystems unter Wahrung der Biodiversität in dieser Region bei.

Einhaltung der sozialen Mindeststandards

Als weitere Bedingungen für die Erfüllung der Taxonomiekonformität einer Wirtschaftaktivität müssen laut Artikel 18 Taxonomie-Verordnung soziale Mindeststandards eingehalten werden. Dies wird dadurch gewährleistet, dass die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, die Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation (ILO) sowie der Internationalen Charta der Menschenrechte befolgt werden.

va-Q-tec beachtet alle geltenden Gesetze in allen Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist. Insbesondere führt va-Q-tec bei seinen Zulieferern regelmäßig Audits nach dem SA80000 Standard durch, der auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den ILO-Normen basiert. Hierdurch stellt va-Q-tec sicher, dass Menschenrechte, einschließlich Arbeitnehmerrechten, gewahrt werden. Darüber hinaus bekennt sich va-Q-tec zu den Grundsätzen der guten Unternehmensführung und entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Mit seinem effektiven Compliance-Managementsystem beugt va-Q-tec Bestechung und Korruption vor. Zudem achtet das Unternehmen die Grundsätze des fairen Wettbewerbs und kommt seinen steuerlichen Verpflichtungen nach. Auf Basis seiner etablierten Prozesse und Systeme konnte va-Q-tec im Berichtsjahr 2022 keine Verstöße gegen soziale Mindeststandards identifizieren.

Taxonomiekonformer Anteil an Umsatzerlösen, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben

Umsatzerlöse

Zur Berechnung des Anteils der taxonomiekonformen Umsatzerlöse am Gesamtumsatz wurde die Summe der Umsatzerlöse mit Produkten und Dienstleistungen, die als taxonomiekonform identifiziert wurden, durch die im Konzernabschluss ausgewiesenen konsolidierten Umsatzerlöse dividiert. Diese sind im Konzernanhang ausgewiesen und belaufen sich auf 111,8 Mio. EUR. Davon sind 111,8 Mio. EUR taxonomiekonforme Umsatzerlöse, was einem Anteil von 100 % entspricht.

Investitionsausgaben

Die Investitionsausgaben gemäß der EU-Taxonomie belaufen sich auf 11,8 Mio. EUR. Für die bereits im Rahmen der „Umsatzerlöse“ identifizierten taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten zuordenbaren Investitionsausgaben wurde eine Aufteilung wie folgt vorgenommen: 63 % der Investitionsausgaben konnten eindeutig dem taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Tätigkeitsfeld 3.6 zugeordnet werden. Bei den Investitionsausgaben handelt es sich um 7,4 Mio. EUR. Investitionsausgaben, die nicht eindeutig einem taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Tätigkeitsfeld zugeordnet werden konnten, wurden anhand eines Verteilungsschlüssels berücksichtigt. Der Verteilungsschlüssel basiert dabei auf dem Anteil taxonomiekonformer Umsatzerlöse und wurde auf die Investitionen angewendet. Über diesen Verteilungsschlüssel wurden die verbleibenden 37 % der Investitionsausgaben verteilt.

Betriebsausgaben

Die Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie berücksichtigen 29,5 Mio. EUR der taxonomie- fähigen bzw. taxonomiekonformen Betriebsausgaben. Die Betriebsausgaben sind direkt zur Darstellung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung überleitbar. Die Betriebsausgaben wurden anhand eines Verteilungsschlüssels auf die taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Tätigkeitsfelder aufgeteilt. Über diesen Schlüssel wurden 100% der Betriebsausgaben verteilt. Der Verteilungsschlüssel basiert auf dem Anteil taxonomiekonformer Umsatzerlöse.

2.7 Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen gemäß §§289a und 315a HGB

2.7.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt 13.415.000 EUR eingeteilt in 13.415.000 EUR auf den Namen lautende Stammaktien. Das Grundkapital ist voll erbracht. Die Aktien sind mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien (treasury shares), aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung erwachsen. Die va-Q-tec AG hielt zum Bilanzstichtag 13.566 eigene Aktien (Vj.: 13.566). Für die Entwicklung der eigenen Anteile wird auch auf den Konzernanhang des vorliegenden Geschäftsberichts verwiesen.

2.7.2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Die im Aktienpool zusammengeschlossenen Aktionäre haben sich dazu verpflichtet, ihre Stimmrechte einheitlich auszuüben und eine Übertragung der im Aktienpool gebündelten Aktien nur in Übereinstimmung mit bestimmten Voraussetzungen vorzunehmen. Dem Aktienpool soll nach den der Gesellschaft vorliegenden Informationen nach Vollzug des Übernahmeangebots der Fahrenheit AcquiCo GmbH für die ausstehenden Aktien der Gesellschaft zukünftig auch die Fahrenheit AcquiCo GmbH angehören, die den Aktienpool und die darin gebündelten Aktien und Stimmrechte kontrollieren wird. Die Fahrenheit AcquiCo GmbH hat am 13.12.2022 öffentlich angekündigt, dass sie im Fall der erfolgreichen Übernahme der Mehrheit der Aktien den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der va-Q-tec AG als abhängigem Unternehmen beabsichtigt. Weitere aktuell gültige oder zeitnah bevorstehende Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

2.7.3 Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise die Stimmrechtsschwellen gemäß § 33 WpHG erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der betreffenden Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitzuteilen. Demzufolge sind dem Vorstand der va-Q-tec AG die nachstehenden Personen bekannt, deren Beteiligungen 10 % der Stimmrechte überschreiten:

Name Anzahl der Aktien Anteil am Grundkapital Land
Familien Dr. Joachim Kuhn und Dr. Roland Caps 3.464.635 25,83 % DE
TOTAL 3.464.635 25,83 %
Aktienpool
Familien Dr. Joachim Kuhn und Dr. Roland Caps
TOTAL

2.7.4 Regeln zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Nach § 84 AktG und nach der Satzung der va-Q-tec AG werden die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt. Satzungsgemäß besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat. Besteht der Vorstand aus mehreren Mitgliedern, werden Beschlüsse des Vorstands mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Hat der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden des Vorstands ernannt und besteht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern, ist bei Stimmengleichheit dessen Stimme ausschlaggebend.

2.7.5 Regeln zu Änderungen der Satzung

Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit, sofern nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt.

2.7.6 Vorstandsbefugnisse bezüglich Ausgabe und Rückkauf von Aktien

Die va-Q-tec AG verfügt über ein genehmigtes und ein bedingtes Kapital wie folgt:

2.7.7 Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis einschließlich zum 1. Juni 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu insgesamt EUR 6.707.500,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/1), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann. Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 13. Dezember 2022 beschlossen, bei Vollzug des Übernahmeangebots der Fahrenheit AcquiCo GmbH für die ausstehenden Aktien der Gesellschaft, das seinerseits von der Fahrenheit AcquiCo GmbH von verschiedenen Vollzugsbedingungen abhängig gemacht wurde (u.a. Mindestannahmeschwelle und fusionskontrollrechtliche Freigabe), das Grundkapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 1.341.500,00, was 1.341.500 Aktien entspricht, zu erhöhen.Im Anschluss an eine solche Kapitalerhöhung wird der Aufsichtsrat die Satzung der va-Q-tec AG entsprechend anpassen. Nach Durchführung der Kapitalerhöhung und entsprechender Anpassung der Satzung wird der Vorstand demnach ermächtigt sein, das Grundkapital der Gesellschaft bis einschließlich zum 1.# 2.7 Genehmigtes und Bedingtes Kapital

2.7.8 Bedingtes Kapital

Gemäß § 6.5 der Satzung ist das Grundkapital um 6.500.000 EUR durch die Ausgabe von bis zu 6.500.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/1). Das bedingte Kapital 2020/1 dient ausschließlich der Gewährung von Aktien zur Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten oder bei Erfüllung von Wandlungspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger der aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 14. August 2020 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. b) ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und/oder Gewinn- schuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldver- schreibungen").

2.7.9 Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots sowie Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.

2.8 Erklärung zur Unternehmensführung

Der Corporate-Governance-Abschnitt als Teil des Geschäftsberichts umfasst neben relevanten Angaben zu Unternehmensführungspraktiken sowie einer Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes. Der Corporate-Governance-Abschnitt nebst Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes steht auch im Internet unter www.va-Q-tec.com im Bereich Investor Relations zur Verfügung.

2.9 Erläuterungen zum Jahresabschluss der va-Q-tec Aktiengesellschaft (HGB)

Die va-Q-tec AG ist das Mutterunternehmen des va-Q-tec-Konzerns und hat ihren Sitz in Würzburg. Die Geschäftstätigkeit der va-Q-tec AG umfasst im Wesentlichen die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen sowie die Steuerung des va-Q-tec-Konzerns. Am Standort in Würzburg befinden sich die Verwaltung sowie die Produktion kleinerer Produktions-Serien. Würzburg ist auch der Standort eines der TempChain-Servicecenter, über die Thermocontainer und -boxen vermietet werden. Darüber hinaus hat die va-Q-tec AG einen Produktionsstandort in Kölleda, Thüringen, an dem der größte Teil der Produkte des Konzerns hergestellt werden.

Die va-Q-tec AG stellt ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) auf. Sie ist der mit Abstand wesentlichste Bestandteil des va-Q-tec-Konzerns. Daher treffen die Ausführungen zu den Grundlagen des va-Q-tec-Konzerns und zu den Rahmenbedingungen des Wirtschaftsberichts überwiegend auch auf die va-Q-tec AG zu.

Die va-Q-tec AG ist in das Steuerungssystem des va-Q-tec-Konzerns integriert. Dabei werden in der va-Q-tec AG alle drei Geschäftsbereiche Verkauf von VIPs, Vertrieb von Thermoboxen und -containern sowie die Vermietung von Thermoboxen abgedeckt. Die bedeutendsten Leistungsindikatoren der va-Q-tec AG entsprechen denen des Konzerns. Die Organisation, die Unternehmensstruktur, die Führungsverantwortung, die Strategie und die Finanzierungsstrategie entsprechen dem Konzern. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine wesentlichen Veränderungen in der Organisation, der Unternehmensstruktur bzw. der Führungsstruktur. Hinsichtlich der Finanzierungsstrategie verweisen wir auf die Ausführungen zur strategischen Ausrichtung im Abschnitt 2.1.1.2.

Geschäftsverlauf der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Der spezifische Geschäftsverlauf der va-Q-tec AG entspricht im Wesentlichen dem Verlauf des „Deutschen Berichtssegments“ des va-Q-tec-Konzerns, der im Kapitel „Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns“ dargestellt ist.

Ertragslage der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Die Ertragslage der va-Q-tec AG wurde im Geschäftsjahr 2022 wesentlich durch die deutlich rückläufigen Geschäfte mit COVID-Impfstofftransporten, signifikante Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot und der damit verbundenen Kapitalerhöhung sowie im Rahmen von Werthaltigkeitsanalysen vorgenommenen Wertberichtigungen auf Forderungen und Beteiligungswerte gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt, was die Aussagekraft der nachfolgenden Vergleichszahlen mit dem Vorjahr stark beeinträchtigt und dazu geführt hat, dass die im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen von mindestens 10 % Umsatzwachstum und einer leichten Verbesserung des EBITDA gegenüber dem Vorjahr deutlich verfehlt wurde. Auch bei Bereinigung des Ergebnisses um die im Abschnitt 2.2.3 unter „Bereinigte Ertragslage“ des Konzerns erläuterten einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot durch EQT Private Equity in Höhe von 6.657 TEUR sowie der im Einzelabschluss im Rahmen von Werthaltigkeitsanalysen vorgenommenen Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von insgesamt 4.149 TEUR, insgesamt also 10.806 TEUR, wäre dieses Ziel aufgrund der zu Beginn des Geschäftsjahres einsetzenden Unsicherheit aufgrund des Ukraine-Kriegs und seinen Folgen (Inflation, Energiekrise, Supply-Chain-Unterbrechungen) sowie der schwächer als erwarteten Wachstumsdynamik im Konzern, die das Geschäftsjahr 2022 für die va-Q-tec in vielerlei Hinsicht sehr herausfordernd gemacht haben, vermutlich nicht erreicht worden.

Der Umsatz der va-Q-tec AG lag mit 74.631 TEUR um 4% unter dem Vorjahresniveau (Vj. 77.616 TEUR) und die Betriebsleistung nahm um 13 % bzw. 11.224 TEUR auf 76.698 TEUR gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 87.923 TEUR) ab. Haupttreiber war neben dem geringeren Umsatz die signifikante Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen um -3.978 TEUR (Vj.: +3.577 TEUR) und die im Vergleich zum Vorjahr planmäßig geringeren aktivierten Eigenleistungen. In den Umsatzerlösen sind Umsätze mit Verbundunternehmen i. H. v 23.516 TEUR (Vj.: 26.812 TEUR) enthalten. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge von 2.238 TEUR im Vorjahr um 935 TEUR auf 3.173 TEUR in 2022 ist vor allem auf höhere Erträge aus Fremdwährungsdifferenzen mit 1.002 TEUR (Vj.: 587 TEUR) zurückzuführen. Wesentliche Positionen in den sonstigen betrieblichen Erträgen waren außerdem die Auflösung des Sonderpostens für Zuwendungen mit 560 TEUR (Vj.: 352 TEUR) sowie Intercompany-Erlöse in Höhe von 832 (Vj.: 921 TEUR).

Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen fiel mit 31.449 TEUR im Vergleich zum Vorjahr (38.331 TEUR) deutlich niedriger aus und spiegelt geringeren Kosten durch den Bestandsabbau und wider. Die Materialaufwandsquote hat sich gegenüber dem Vorjahresniveau auf 41 % der Betriebsleistung deutlich reduziert (Vj.: 44 %). Da das Unternehmen kontinuierlich in neue Wachstumsbereiche investiert, haben sich auch in 2022 die Personalaufwendungen leicht erhöht, von 27.545 TEUR auf 29.568 TEUR (+2.024 TEUR). In allen Bereichen des Unternehmens wurden sowohl bestehende Mitarbeiter weiterentwickelt als auch erfahrene Mitarbeiter von außen rekrutiert. Damit stiegen die Personalkosten mit insgesamt 7 % gegenüber dem Vorjahr allerdings stärker als die Betriebsleistung, so dass die Personalkostenquote im Verhältnis zur Betriebsleistung von 31% im Vorjahr auf 38 % im Geschäftsjahr anstieg.

Der sonstige betriebliche Aufwand ist um 11.300 TEUR bzw. 71 % höher ausgefallen als im Vorjahr und betrug 27.180 TEUR (Vj.: 15.880 TEUR). Der Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen an der Betriebsleistung ist dadurch mit 35 % im Geschäftsjahr 2022 gegenüber 18 % im Vorjahr sehr stark angestiegen. Bereinigt um die zu Beginn dieses Abschnitts erläuterten einmaligen Kosten im sonstigen betrieblichen Aufwand in Höhe von 10.317 TEUR ist der sonstige betriebliche Aufwand insgesamt nur um 6 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, was einer Quote von 21 % im Verhältnis zur Betriebsleistung entspricht.

Insgesamt hat sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von +6.167 TEUR im Vorjahr auf -11.499 verschlechtert. Dies entspricht einer negativen EBITDA-Marge von 15 % in 2022 gegenüber +7 % in 2021, gemessen an der Betriebsleistung. Bereinigt um die oben genannten einmaligen Kosten verschlechtert sich das Ergebnis von 6.167 TEUR im Vorjahr auf -1.182 TEUR in 2022. Die bereinigte EBITDA-Marge beträgt -2 %.

Die Abschreibungen sind aufgrund der erhöhten Investitionstätigkeit gegen Ende 2021, beispielsweise in neue Gebäude und Anlagen, weiter gewachsen und erhöhten sich von 5.831 TEUR im Vorjahr um 1.327 TEUR auf 7.158 TEUR. Dies entspricht einer Quote von 9 % der Betriebsleistung (Vj.: 7 %). Insgesamt betrug das operative Ergebnis bzw. Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -18.657 TEUR nach 336 TEUR im Vorjahr. Dies entspricht einer negativen EBIT-Marge von 24 % in 2022 gegenüber 0,4 % in 2021, gemessen an der Betriebsleistung. Bereinigt um die oben genannten einmaligen Kosten verschlechtert sich das EBIT von 336 TEUR im Vorjahr auf -8.340 TEUR in 2022. Die bereinigte EBIT-Marge beträgt -11 %.

Das Finanzergebnis in Höhe von -2.055 TEUR ist deutlich höher ausgefallen als der Vorjahreswert (Vj.: -1.304 TEUR). Neben dem moderaten Anstieg der Zinsaufwendungen sind in diesem Posten in 2022 auch Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 489 TEUR enthalten, die den oben genannten einmaligen Kosten zuzuordnen sind. Hierbei handelt es sich um die oben genannten, im Rahmen von Werthaltigkeitsanalysen vorgenommenen auf und Abschreibungen auf Beteiligungen von verbundenen Unternehmen. Bereinigt um diese Kosten liegt das Finanzergebnis bei -1.566 TEUR und damit 20 % über dem Vorjahreswert.# Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete die va-Q-tec AG mit -20.712 TEUR eine sehr deutliche Verschlechterung des EBT im Vergleich zum Vorjahr (Vj.: -967 TEUR), was im Wesentlichen auf die oben beschriebenen Effekte in der Betriebsleistung zurückzuführen ist. Bereinigt um die oben genannten einmaligen Kosten beträgt das EBT -9.906 TEUR. Dies entspricht -13 % der Gesamtleistung. Durch die Bildung von latenten Steuern ergibt sich trotz des erheblichen Vorsteuerverlusts im Geschäftsjahr 2022 ein Ertragsteueraufwand in Höhe von 311 TEUR. Alle steuerlichen Verlustvorträge stehen in den Folgejahren zur Verrechnung zur Verfügung.

Vermögenslage der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Die Vermögenslage der va-Q-tec AG entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 und unter Einbeziehung der zu Beginn des Abschnitts „Ertragslage der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG“ erläuterten einmaligen Kosten wie nachfolgend dargestellt:

Die Bilanzsumme verringerte sich zum Bilanzstichtag 31.12.2022 leicht von 132.567 TEUR um 3.986 TEUR auf 128.581 TEUR.

Das Anlagevermögen sank um 5.367 TEUR auf 90.630 TEUR (2021: 95.996 TEUR). Diese Reduzierung resultierte hauptsächlich aus dem infolge der geringeren Investitionstätigkeit rückläufigen Sachanlagevermögen sowie den gesunkenen Ausleihungen an verbundene Unternehmen, hauptsächlich durch Tilgungen der va-Q-tec Ltd., UK.

Die Vorräte sanken deutlich um 4.097 TEUR auf 12.489 TEUR (2021: 16.587 TEUR), hauptsächlich begründet durch die im Laufe des Jahres durchgeführten Transfer des im Ausland gelagerten Vorratsvermögens auf die lokalen Tochtergesellschaften.

Im Gegenzug stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 6.178 TEUR auf 22.902 TEUR (2021: 16.724 TEUR), hauptsächlich durch höhere Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den sehr starken stichtagsbezogenen Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände, der auf technischen Gründen erfolgte Berechnung einer Leistung im Namen einer Tochtergesellschaft zurückzuführen ist.

Finanzlage der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Das Eigenkapital der va-Q-tec AG reduzierte sich aufgrund des negativen Jahresergebnisses um 21.132 TEUR auf 39.316 TEUR (2021: 60.448 TEUR). Die Eigenkapitalquote beträgt damit 31 % (Vj.: 46 %). Bereinigt um die zu Beginn des Abschnitts „Ertragslage der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG“ erläuterten einmaligen Kosten hätte sich das Eigenkapital um 10.326 TEUR auf 50.122 TEUR reduziert.

Im Geschäftsjahr 2022 investierte die va-Q-tec AG 8.468 TEUR in das Anlagevermögen (2021: 22.788 TEUR). Davon entfielen 2.057 TEUR auf immaterielle Vermögensgegenstände (2021: 2.598 TEUR), hauptsächlich Software, und 5.169 TEUR auf Sachanlagen (2021: 14.397 TEUR), im Wesentlichen Maschinen und Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Außerdem erhöhte die va-Q-tec AG ihre Beteiligung an der ING3D im Geschäftsjahr um 300 TEUR und die Beteiligungen an verbundenen Unternehmen um 672 TEUR, wohingegen die Ausleihungen an verbundene Unternehmen um 4.330 TEUR auf 7.733 TEUR deutlich abnahmen. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte der Verkauf eines Teils der unbebauten Grundstücke in Heuchelhof (Würzburg). Für weitere Details hierzu wird auf die diesbezüglichen Ausführungen für den Konzern verwiesen.

Die Finanzierungsstrategie der va-Q-tec AG ist auf die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel für das starke eigene Wachstum und das Wachstum des Konzerns insgesamt ausgerichtet, für das die va-Q-tec AG den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf weltweit managt und sicherstellt. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsinstrumente wie z.B. Darlehen, Leasing, Factoring, Kontokorrentlinien und staatliche Förderungen in Anspruch genommen. Bestehende Finanzierungsinstrumente werden fortlaufend bezüglich ihrer Struktur und Verzinsung optimiert. Für weitere Details wird auf die diesbezüglichen Ausführungen für den Konzern verwiesen.

Kapitalstruktur

Wesentliche Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben

Langfristige Investitionen werden über Eigenkapital und langfristige Darlehen finanziert. Der seit September 2016 mit den Hausbanken der va-Q-tec AG bestehende Multibankenvertrag in Höhe von 11.000 TEUR wurde im Juni 2022 aufgehoben und durch deutlich ausgeweitete bilaterale Linien mit den Banken in Höhe von insgesamt 24.500 TEUR ersetzt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zuzüglich Anlagen-Leasing machen mit 33.073 TEUR, 25 % (Vj.: 33.851 TEUR, 26%) der Bilanzsumme aus. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen 9.133 TEUR (Vj.: 5.702 TEUR) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr auf. Im Übrigen verweisen wir auf die detaillierten Ausführungen zu den Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben für den Konzern, die im Wesentlichen von der AG als führender Gesellschaft bei diesen Maßnahmen verantwortet werden.

Die erhaltenen Investitionszuschüsse und -zulagen sind im Sonderposten für Zuwendungen abgegrenzt (4.867 TEUR; Vj.: 4.133 TEUR). Die Gesellschaft erhielt zwischen 2017 und 2020 von der Regierung von Unterfranken Investitionszuschüsse für die Investitionen am neuen Standort in Würzburg. Die Investitionszuschüsse dienten den baulichen Investitionen, Maschinen und Einrichtungen sowie der Gesamtinvestition für das Gebäude in Würzburg. Weiterhin hat die Gesellschaft von der Thüringischen Aufbaubank zwischen 2008 und 2022 verschiedene Investitionszuschüsse für die verschiedenen Bauabschnitte, Maschinen und Einrichtungen am Standort Kölleda erhalten. Sofern die Förderbedingungen, wie für die laufenden Projekte erwartet und für die ausgelaufenen Projekte geprüft und bestätigt, eingehalten werden, müssen die erhaltenen Zuschüsse nicht zurückgezahlt werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.117 TEUR auf 4.777 TEUR reduziert (Vj.: 5.894 TEUR). Das entspricht wie im Vorjahr 4 % der Bilanzsumme. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Das Wachstum der Auslandsaktivitäten der Töchter wurde auch in 2022 durch die AG mitfinanziert. Hierfür stellt die va-Q-tec AG den Tochtergesellschaften bei Bedarf finanzielle Mittel in Form von Eigenkapital oder Darlehen zur Verfügung. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind im Geschäftsjahr 2022 um 4.330 TEUR auf 7.733 TEUR gesunken (Vj.: 12.063 TEUR). Gleichzeitig stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 11.864 TEUR auf 19.758 TEUR an. Es wird erwartet, dass in Zukunft anlassbezogen noch weitere Investitionen in die Tochtergesellschaften getätigt werden müssen, um das wirtschaftliche Potenzial der internationalen Expansion der Gruppe auszuschöpfen.

Die SUMTEQ GmbH, Köln, hat sich ebenfalls planmäßig auf ihrem Weg zur Pilotierung und Markteinführung submicroporöser Schäume weiterentwickelt. Die va-Q-tec verspricht sich hieraus die Nutzung der neuen Materialien als weiteren Hochleistungsdämmstoff. Die Beteiligung beträgt 15,0 %. Aufgrund der 2022 signifikant gestiegenen Zinsen hat die Gesellschaft trotz der generell positiven Aussichten für 2023 und die Folgejahre Wertberichtigungen in Höhe von 3.660 TEUR auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gebildet, weil auf Basis von DCF-Kalkulationen die vollständige Rückzahlung dieser Forderungen nicht als gesichert angesehen werden kann. Zukünftige Ausleihungen sollten in dem Maße sinken, wie die Gesellschaften beginnen, Gewinne zu erwirtschaften. Die Finanzierung der Tochtergesellschaften ist aus Liquiditätssicht für die va-Q-tec AG tragbar.

Der weitere Ausbau der UK Containerflotte wurde auch in 2022 weitgehend über Leasinggesellschaften finanziert. In 2022 wurden gegenüber Leasinggebern Garantieerklärungen auf Zahlungen in Höhe von 2.664 TEUR für die englische Tochter aus- gegeben (Vj.: 2.116 TEUR). Zum Bilanzstichtag unterliegen kumulierte Zahlungsverpflichtungen der Tochtergesellschaft in Höhe von 5.098 TEUR (Vj.: 5.396 TEUR) Garantieerklärungen durch die va-Q-tec AG.

Liquidität

Die Kapitalflussrechnung stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2022 2021
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.157 -641*
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -55 -22.789
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2.015 8.353
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -4.868 -3.955*

*) Dieser Wert wurde aufgrund einer nicht vollständig berücksichtigten Inanspruchnahme der Betriebsmittellinien im Vorjahr um 1.241 TEUR zu niedrig ausgewiesen und hier angepasst.

Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit war mit 1.157 TEUR im Jahr 2022 positiv und lag damit um 1.798 TEUR über dem Vorjahresniveau (2021: -641 TEUR). Das im Vergleich zum Vorjahr deutlich negativere Periodenergebnis wird hierbei vor allem durch die Erhöhung der Rückstellungen sowie die Erhöhung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgeglichen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 betrug insgesamt -55 TEUR und fällt damit um 22.733 TEUR geringer aus als im Vorjahr (Vj.: Mittelabfluss -22.789). Die Zahl reflektiert einerseits den planmäßig sehr deutlichen Rückgang der Investitionen in 2022 nach der hohen Investitionstätigkeit 2021 insbesondere in Kölleda, wo die Produktionskapazitäten erheblich ausgeweitet worden waren, andererseits verzeichnete die va-Q-tec AG im Gegensatz zum Vorjahr signifikante Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens und des Finanzanlagevermögens, vor allem durch die Reduzierung der Ausleihungen im Intercompany-Bereich durch die britische Tochtergesellschaft.

Aus der Finanzierungstätigkeit resultierte in 2022 vor allem durch leicht höhere Auszahlungen aus der Tilgung als Einzahlungen aus der Neuaufnahme von Finanzmitteln und Investitionszuwendungen insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von -2.015 TEUR. Im Vorjahr war der Wert (+8.353 TEUR) maßgeblich von der Einzahlung aus der Kapitalerhöhung in Höhe von 8.054 TEUR geprägt.# Der Bestand an liquiden Mitteln hat sich gegenüber dem Vorjahr um 352 TEUR auf 1.438 TEUR leicht reduziert (Vj.: 1.790 TEUR).

Die Cash-Bestände, verfügbare Kontokorrentlinien und weitere Finanzierungsoptionen ergeben für 2023 ein solides und für die va-Q-tec AG angemessenes Liquiditätspolster. Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken zum Verzicht auf Fälligstellung der Anleihe und der kurzfristigen Darlehen (s. ausführliche Erläuterungen für den Konzern unter „Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements“) verfügt die va-Q-tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 20 Mio. EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Darüber hinaus ist der Vorstand kontinuierlich in Gesprächen mit Banken und Finanzinstitutionen in Bezug auf kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierungsinstrumente. Unter Berücksichtigung des laufenden Übernahmeangebots und der damit verbundenen Kapitalerhöhung, die im Wesentlichen zur Stärkung der finanziellen Sicherheit initiiert wurden, sowie einer insgesamt moderaten 134 Verschuldung sehen Vorstand und Aufsichtsrat im Rahmen der erwarteten Geschäftsentwicklung keine Hinweise darauf, dass die va-Q-tec ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnte.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der va-Q-tec AG entsprechen denen des va-Q-tec-Konzerns, die im Kapitel „Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ dargestellt sind. Am 31.12.2022 waren bei der va-Q-tec AG insgesamt 538 Mitarbeiter (2021: 532 Mitarbeiter) beschäftigt. Die durchschnittliche Zahl ohne Vorstand, Azubis und Praktikanten lag im Geschäftsjahr 2022 bei 508 Mitarbeitern (2021: 503 Mitarbeiter).

Chancen und Risiken der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Die va-Q-tec AG AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie der va-Q-tec AG-Konzern. Die va-Q-tec AG als Mutterunternehmen des va-Q-tec AG-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Erläuterungen dazu sowie quantitative Aussagen sind im Chancen und Risikobericht dargestellt.

Prognosebericht der Einzelgesellschaft va-Q-tec AG

Die voraussichtliche Geschäftsentwicklung der va-Q-tec AG AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Einflüssen wie die des Konzerns. Erläuterungen dazu sowie quantitative Aussagen sind im Kapitel „Prognosebericht des Konzerns“ enthalten. Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir für die va-Q-tec AG mit einem Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich. Ohne Berücksichtigung der in 2023 gegebenenfalls nochAdditionally anfallenden Transaktionskosten rechnen wir durch Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Ergebnisverbesserung mit einem deutlich positiven EBITDA in einem unteren bis mittleren einstelligen Millionen EUR-Bereich im Vergleich zum unbereinigten Ergebnis 2022 von - 11.499 TEUR. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wird nach unserer Erwartung in 2023 trotz einer sehr deutlichen Verbesserung gegenüber dem Vorjahr noch negativ ausfallen. Hinsichtlich der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen wird von einer konstanten bis geringfügig steigenden Anzahl ausgegangen.

Bilanz zum 31. Dezember 2022

va-Q-tec AG, Würzburg

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVSEITE 31.12.2022 EUR Vorjahr EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.782.583,89 1.761.100,25
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.123.387,59 1.831.850,44
3. geleistete Anzahlungen 1.015.951,06 979.267,77
4.921.922,54 4.572.218,46
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 37.207.437,29 38.565.826,23
2. technische Anlagen und Maschinen 18.225.096,07 13.455.494,01
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.423.381,49 6.863.029,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.717.318,27 6.628.290,80
63.573.233,12 65.512.640,19
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.828.792,46 12.645.999,24
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.732.900,63 12.062.669,41
3. Beteiligungen 1.502.847,32 1.202.847,32
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 69.851,00 0,00
22.134.391,41 25.911.515,97
Gesamt Anlagevermögen 90.629.547,07 95.996.374,62
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.459.293,12 6.196.801,24
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 1.371.306,92 218.933,01
3. fertige Erzeugnisse und Waren 4.650.761,92 10.162.677,17
4. geleistete Anzahlungen 7.986,80 8.187,91
12.489.348,76 16.586.599,33
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 864.900,75 1.941.926,15
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.094.776,21 11.863.978,40
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
3. sonstige Vermögensgegenstände 5.942.609,60 2.918.214,29
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
22.902.286,56 16.724.118,84
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.438.239,20 1.789.767,54
Gesamt Umlaufvermögen 36.829.874,52 35.100.485,71
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.121.488,38 1.469.640,64
Bilanzsumme 128.580.909,97 132.566.500,97
PASSIVSEITE 31.12.2022 EUR Vorjahr EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Ausgegebenes Kapital
- Bedingtes Kapital: EUR 1.000.000,00 (Vj.: EUR 1.000.000,00)
1. Gezeichnetes Kapital 13.415.000,00 13.415.000,00
2. Nennbetrag eigener Aktien (13.566,00) (13.566,00)
13.401.434,00 13.401.434,00
II. Kapitalrücklage
1. Agio bei Ausgabe von Anteilen 58.278.598,01 58.278.598,01
2. Agio bei Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte und Optionsrechte zum Erwerb von Anteilen 168.796,00 168.796,00
58.447.394,01 58.447.394,01
III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 154.083,00 154.083,00
IV. Bilanzverlust (32.686.659,89) (11.554.450,99)
39.316.251,12 60.448.460,02
B. SONDERPOSTEN FÜR ZUWENDUNGEN 4.866.877,37 4.132.912,10
C. RÜCKSTELLUNGEN 9.289.085,64 2.996.554,56
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Anleihen 23.149.135,38 23.101.556,97
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 23.149.135,38 (Vj.: EUR 23.101.556,97)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.721.704,60 29.264.847,07
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 9.132.541,75 (Vj.: EUR 5.701.812,80)
- davon mit einer Restlaufzeit von von mehr als einem Jahr: EUR 20.589.162,85 (Vj.: EUR 23.563.034,27)
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 41.288,72 189.425,69
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 41.288,72 (Vj.: EUR 189.425,69)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahren: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.776.721,27 5.893.562,89
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 4.776.721,27 (Vj.: EUR 5.893.562,89)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.127.198,66 94.445,94
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 8.127.198,66 (Vj.: EUR 94.445,94)
6. sonstige Verbindlichkeiten 8.490.829,92 5.956.145,08
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 6.409.186,50 (Vj.: EUR 2.604.532,74)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 2.081.643,42 (Vj.: EUR 3.351.612,34)
- davon aus Steuern: EUR 365.602,35 (Vj.: EUR 457.776,63)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 74.559,41 (Vj.: EUR 55.647,15)
74.306.878,55 64.499.983,64
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 36.646,29 34.225,65
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 765.171,00 454.365,00
Bilanzsumme 128.580.909,97 132.566.500,97

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

va-Q-tec AG, Würzburg

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 EUR Vorjahr EUR
1. Umsatzerlöse 74.631.613,28 77.615.703,02
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (3.977.887,08) 3.576.942,00
3. andere aktivierte Eigenleistungen 2.871.543,66 4.492.405,56
4. Gesamtleistung 73.525.269,86 85.685.050,58
5. sonstige betriebliche Erträge 3.173.158,63 2.237.858,12
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 294.393,36 (Vj.: EUR 380.916,14)
6. Betriebsleistung 76.698.428,49 87.922.908,70
7. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren (27.657.966,38) (34.042.189,08)
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen (3.791.262,19) (4.288.488,84)
(31.449.228,57) (38.330.677,92)
8. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter (24.301.631,35) (22.927.201,99)
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (5.266.766,17) (4.617.412,93)
- davon für Altersversorgung: EUR 242.594,13 (Vj.: EUR 142.687,05)
(29.568.397,52) (27.544.614,92)
9. Abschreibungen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (7.157.886,28) (5.830.896,34)
10. sonstige betriebliche Aufwendungen (27.180.285,57) (15.880.479,93)
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 0,00 (Vj.: EUR 251.876,02)
11. Betriebsaufwand (95.355.797,94) (87.586.669,11)
12. Betriebsergebnis (18.657.369,45) 336.239,59
13. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 404.195,05 386.035,96
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 404.166,94 (Vj.: EUR 386.035,96)
- davon aus Abzinsung: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
14. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (489.191,48) 0,00
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (1.970.083,35) (1.689.761,02)

va-Q-tec AG, Würzburg
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31.2. Dezember 2022 - davon an verbundene Unternehmen: EUR 5.534,64 (Vj.: EUR 0,00) - davon aus Aufzinsung: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)

  1. Finanzergebnis (2.055.079,78) (1.303.725,06)
  2. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (20.712.449,23) (967.485,47)
  3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (310.809,63) (67.738,33)
    • davon aus latenten Steuern: EUR 310.806,00 (Vj.: EUR 63.956,00)
  4. Ergebnis nach Steuern (21.023.258,86) (1.035.223,80)
  5. sonstige Steuern (108.950,04) (113.338,37)
  6. Jahresfehlbetrag (21.132.208,90) (1.148.562,17)
  7. Verlustvortrag aus dem Vorjahr (11.554.450,99) (10.405.888,82)
  8. Bilanzverlust (32.686.659,89) (11.554.450,99)

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

va-Q-tec AG, Würzburg

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

A. Allgemeine Angaben

Die va-Q-tec AG hat ihren Sitz in Würzburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Würzburg unter HRB 7368 eingetragen.

1. Grundsätzliche Feststellungen

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften, den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Aktiengesellschaften sowie den Regelungen der Satzung aufgestellt.

Der Abschluss ist vom Vorstand unter der Annahme der Unternehmensfortführung nach §252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt worden. Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 wurden mit Kreditinstituten vereinbarte Mindesteigenkapitalquoten unterschritten, die Finanzierungspartner verzichten jedoch auf Ihr Recht zur Fälligstellung der Finanzschulden, insoweit ist die Finanzierung und der Fortbestand der Gesellschaft nicht gefährdet. Es wird auf die Angaben unter „11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ verwiesen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2022 die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB i.V.m. § 264d HGB auf.

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Ansatzvorschriften der §§ 246 – 251 HGB sowie unter Berücksichtigung der ergänzenden Ansatz- und Ausweisvorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 264 – 277 HGB und unter Beachtung der Bewertungsvorschriften der §§ 252 – 256a HGB aufgestellt. Notwendige Wertangaben erfolgen im Anhang in der Regel in TEUR.

2. Darstellungsstetigkeit

Die angewandten Ansatz- bzw. Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

B. ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Bilanzierungsmethoden

Folgende Ansatzwahlrechte wurden ausgeübt:

Es werden Entwicklungskosten als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert (§ 248 Abs. 2 HGB). Damit wird der zunehmenden Bedeutung der Entwicklungstätigkeit Rechnung getragen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um selbst erstellte Software für vertriebliche Zwecke und Produktionsprozessoptimierungen. Der Gesamtbetrag unterliegt der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB.

Die Investitionszuschüsse werden in Sonderposten eingestellt und über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände aufgelöst unter Beachtung der Stellungnahme 1/1984 i. d. F. von 1990 des Hauptfachauschusses des Institutes der Wirtschaftsprüfer e. V. (IDW). Die Investitionszulagen aus früheren Jahren wurden gleichlautend angesetzt. Noch nicht investierte Zuschüsse werden in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

2. Bewertungsmethoden

Nach § 254 HGB wurde das Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten in Anspruch genommen. Im Einzelnen erfolgte die Bewertung wie folgt:

ANLAGEVERMÖGEN

Immaterielle Vermögensgegenstände

selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit ihren Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Gemäß § 255 Abs. 2a HGB wurden nur die Herstellungskosten der Entwicklung angesetzt, welche verlässlich ermittelt und von den Kosten der Forschung unterschieden werden konnten. Gleicher Ansatz gilt für die aktivierten Eigenleistungen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten linear unter Zugrundelegung der folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern:

  • Software: 3 – 5 Jahre
  • Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte: 3 - 6 Jahre
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

Die entgeltlich erworbenen Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten wurden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen und planmäßige Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

geleistete Anzahlungen

Geleistete Anzahlungen wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen oder mit Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Gleicher Ansatz gilt für die aktivierten Eigenleistungen.

Sachanlagen

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

Die Grundstücke, grundstücksgleichen Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen und planmäßige Abschreibungen oder mit den Herstellungskosten bewertet. In den Anschaffungsnebenkosten sind aktivierte Eigenleistungen, welche direkt zuordenbar sind, enthalten. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten linear unter Zugrundelegung der folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern:

  • Gebäude, Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen
    • Gebäude: 33 – 40 Jahre
    • Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen: 5 – 20 Jahre
technische Anlagen und Maschinen

Die technischen Anlagen und Maschinen wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen und planmäßige Abschreibungen oder mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Gleicher Ansatz gilt für die aktivierten Eigenleistungen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Vermögensgegenstände wurden linear abgeschrieben:

  • Technische Anlagen und Maschinen
    • Produktionsanlagen: 8 – 21 Jahre
    • Sonstige technische Anlagen und Maschinen: 3 – 25 Jahre
  • Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 – 15 Jahre
  • Boxenflotte: 2 – 5 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen und planmäßige Abschreibungen oder mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Vermögensgegenstände wurden linear abgeschrieben.

geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen oder mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Gleicher Ansatz gilt für die aktivierten Eigenleistungen.

Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen wurden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

UMLAUFVERMÖGEN

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergaben, wurden Wertberichtigungen vorgenommen.# Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die nachfolgende Darstellung erläutert die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

## Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen

Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips entsprechend ihres Fertigungsgrades mit anteiligen Herstellungskosten angesetzt. Zur verlustfreien Bewertung wurden die niedrigeren beizulegenden Werte angesetzt, sofern diese niedriger als die Herstellungskosten waren. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten, des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war, sowie anteilige Verwaltungskosten. Die niedrigeren beizulegenden Werte wurden retrograd aus den zu erwartenden Verkaufserlösen abzüglich noch anfallender Kosten ermittelt. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergaben, wurden Wertberichtigungen vorgenommen.

## Fertige Erzeugnisse

Die fertigen Erzeugnisse wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Herstellungskosten, teilweise zur verlustfreien Bewertung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten, des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst war, sowie anteilige Verwaltungskosten. Die niedrigeren beizulegenden Werte wurden retrograd aus den zu erwartenden Verkaufserlösen abzüglich noch anfallender Kosten ermittelt. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergaben, wurden Gängigkeitsabschläge vorgenommen.

## Geleistete Anzahlungen

Die geleisteten Anzahlungen wurden mit den Anschaffungskosten bilanziert.

## Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

### Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden mit ihren Nennwerten angesetzt. Erkennbare und latente Risiken wurden mit Einzelwertberichtigungen erfasst. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1,0% auf die Netto-Forderungen Rechnung getragen.

### Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen wurden mit ihren Nennwerten angesetzt. Erkennbare und latente Risiken wurden mit Einzelwertberichtigungen erfasst.

### Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit ihren Nennwerten angesetzt.

## Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zu Nominalwerten bewertet.

# Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und enthält im Wesentlichen Abgrenzungen für bezahlte Aufwendungen, die im Jahr 2023 und Folgejahren ergebniswirksam werden.

# Latente Steuern

Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden sich daraus – nach Saldierung – insgesamt ergebende Steuerbelastungen passiviert und Steuerentlastungen aktiviert.

# Eigenkapital

Das Eigenkapital wurde zu Nennwerten angesetzt.

# Sonderposten für Zuwendungen

Der Sonderposten für Zuwendungen (Investitionszuschüsse und Investitionszulagen) wurde in entsprechender Auslegung der Stellungnahme des Hauptfachausschusses 1/1984 i. d. F. von 1990 des Institutes der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. eingestellt und anteilig entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Anlagegegenstände ertragswirksam aufgelöst.

# Rückstellungen

## Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags dotiert und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Alle Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

# Verbindlichkeiten

Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten wurden mit Erfüllungsbeträgen angesetzt.

# Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Auf der Passivseite wurden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag als Rechnungsabgrenzungsposten gebildet, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen.

# 3. Grundlagen der Währungsumrechnung

Kurzfristige Fremdwährungsposten wurden zum Devisenkassamittelkurs des Abschlussstichtages umgerechnet. Zur laufenden Umrechnung werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung zum jeweiligen Tageskurs eingebucht.

# C. Erläuterungen zur Bilanz

## 1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der Bilanzposten immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen im Geschäftsjahr wurde im Anlagenspiegel (siehe Anlage 1 zum Anhang) dargestellt.

### Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten TEUR 4.130 (Vj.: TEUR 3.295). Hierbei handelt es sich vor allem um Personalkosten, Patentgebühren und Abschreibungen auf Prototypen bzw. Entwicklungsprojekte. Davon entfallen auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens TEUR 2.740 (Vj.: TEUR 1.263).

## 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

### 2.1 Mitzugehörigkeit zu anderen Posten

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 16.095 (Vj.: TEUR 11.864) bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

### 2.2 Restlaufzeiten

Die Restlaufzeiten ergeben sich aus der Bilanz.

## 3. Eigenkapital

### 3.1 Grundkapital

Gezeichnetes Kapital: Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital des Mutterunternehmens va-Q-tec AG ausgewiesen. Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt TEUR 13.415, eingeteilt in 13.415.000 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Namensaktien. Das Grundkapital ist voll eingezahlt. Die Aktien notieren im Börsensegment „Prime Standard“ der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien sind alle mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien, aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung erwachsen. Die Anzahl der eigenen Anteile liegt zum 31.12.2022 unverändert bei 13.566 Aktien. Das Grundkapital besteht zum 31. Dezember 2022 aus 13.415.000 Aktien, davon:

Aktiengattung Gattung Stück am Grundkapital in EUR Gesamtbetrag in TEUR
Stückaktien (Namensaktien) 13.415.000 1,00 13.415

Genehmigtes Kapital: Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 02.06.2022 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 01.06.2027 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt nach teilweiser Ausschöpfung bis zu 6.707.500 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.

Angabe nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Aktionär Land Anteile in % Anzahl Aktien
Aktienpool Familien Dr. Joachim Kuhn und Dr. Roland Caps DEU 25,81% 3.461.800
davon EQT AB, via Fahrenheit AcquiCo GmbH* SWE 22,84% 3.064.634
CCFJ Vermögensverwaltung GmbH DEU 9,99% 1.340.463
SICAV ECHIQUIER FRA 5,33% 714.858
Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung DEU 3,40% 456.070
LLB Swiss Investment AG CHE 3,24% 435.032
WA Holdings, Inc. USA 3,04% 408.215
Summe 50,81% 6.816.438

### 3.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage zum Stichtag gliedert sich wie folgt:

TEUR
Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB 58.279
Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 169

### 3.3 Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2022 unverändert.

### 3.4 Gesetzliche Rücklage

Eine gesetzliche Rücklage gemäß § 150 AktG wurde nicht gebildet.

## 4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten 4.920
Ausstehende Rechnungen 7.351
Personalkosten 1.218
Interne und externe Prüfungskosten 421
Sonstige 282
Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 17
Summe 9.289

## 5. Verbindlichkeiten

### 5.1 Anleihe

Im November 2020 hat die Gesellschaft als erste Transaktion am Debt Capital Market (DCM) eine CHF-Anleihe platziert. Der Kupon der 5-jährigen Anleihe wurde auf 3¾ % p.a. und der Emissionsbetrag auf CHF 25 Mio. festgelegt. Die Transaktions- und Nebenkosten wurden in der aktiven Rechnungsabgrenzung ausgewiesen und werden über die Laufzeit der Anleihe aufwandswirksam aufgelöst. Die CHF-Anleihe wurde fast vollständig durch Cross-Currency-Swaps/CCS besichert.

### 5.2 Mitzugehörigkeit zu anderen Posten

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 8.127 (Vj.: TEUR 94) sind neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe TEUR 97 (Vj.: TEUR 94) auch sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 8.030 (Vj.: TEUR 0) enthalten. Dabei handelt es sich um ein Cash Clearing Agreement.

### 5.3 Restlaufzeiten und Angaben zur Besicherung

Die Restlaufzeiten und Angaben zur Besicherung der Verbindlichkeiten wurden im Verbindlichkeitenspiegel (siehe Anlage 2 zum Anhang) dargestellt.

## 6. Passive latente Steuern

Im Geschäftsjahr wurden latente Steuern passiviert. Durch die Saldierung der aktiven latenten Steuern i.H.v. TEUR 167 mit den passiven latenten Steuern i.H.v. TEUR 932 verbleibt ein passiver Überhang i.H.v. TEUR 765 (Veränderung: TEUR 311).8

Die aktiven latenten Steuern entstanden aus Bewertungsunterschieden bei Beteiligungen (TEUR 7, Veränderung: TEUR 1), Einzelwertberichtigung IC-Forderungen (TEUR 55, Veränderung: TEUR 55), Passivierung der Inves- titionszulage (TEUR 99, Veränderung: TEUR -10), Bewertungsunterschieden bei Rückstellungen (TEUR 5, Ver- änderung: TEUR -2) und steuerlichen Verlustvorträgen (TEUR 0, Veränderung: TEUR -286). Die passiven laten- ten Steuern entstanden aus der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände (TEUR 830, Veränderung: TEUR 48) und der Abschreibungsunterschiede bei Gebäuden (TEUR 102, Veränderung: TEUR 22). Die Bewertung beruht auf einem Steuersatz von 30,3 %.

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

  1. Umsatzerlöse

Gemäß § 285 Nr. 4 HGB wurden die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 nach den Kategorien Tätigkeitsbe- reiche und geografisch bestimmte Märkte aufgeteilt. Eine Aufteilung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen ergibt nachfolgende Aufteilung (in TEUR):

2022 Vorjahr
Produkte 23.312 23.617
Systeme 38.776 44.546
Dienstleistungen 6.512 4.671
Andere 6.032 4.782

Eine Aufteilung der Umsatzerlöse nach Geografie ergibt nachfolgende Aufteilung (in TEUR):

2022 Vorjahr
Inland 28.329 34.974
EU 13.350 14.845
Drittland 32.952 27.797
  1. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 175 (Vj.: TEUR 16), Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 125 (Vj.: TEUR 3) und sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 5 (Vj.: TEUR 125). Diese setzen sich hauptsächlich zusammen aus der Bereinigung von Debitorenaltfällen.

  1. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten in Höhe von TEUR 28 (Vj.: TEUR 119) sonstige periodenfremde Aufwendungen. Diese setzen sich hauptsächlich zusammen aus Bankgebühren, aus Per- sonalfremdkosten sowie Frachtgebühren für 2021.

  1. Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen aus Factoring in Höhe von TEUR 70 (Vj.: TEUR 45). Die Fac- toringkosten entstehen aus dem Verkauf von Forderungen der va-Q-tec AG.

9

  1. Ertragsteuern

Auf die gewöhnliche Geschäftstätigkeit entfallen Ertragsteuern (Aufwand) in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 4). Der Aufwand der latenten Steuern beträgt TEUR 311 (Vj.: TEUR 72).

E. SONSTIGE ANGABEN

  1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen am 31. Dezember 2022 sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 HGB in Höhe von TEUR 11.016 (Vj. TEUR 14.835) aus folgenden Positionen:

2023 2024 2025 2026 2027 2028 Gesamt
Bestellobligo 7.666 1.190 0 0 0 0 8.856
Leasing 698 477 230 135 75 41 1.655
Beratung 199 0 0 0 0 0 199
Sponsorings 139 20 0 0 0 0 159
Miete 92 19 17 17 1 0 147
Summe 8.794 1.706 247 152 76 41 11.016

Das im Dezember 2017 begonnene Aktienkaufprogramm für va-Q-tec-Mitarbeiter, das die Erstattung eines Teils des gezahlten Preises für nachweislich erworbene va-Q-tec-Aktien vorsieht, führte 2022 zu Auszahlungen in Höhe von TEUR 13 (Vj. TEUR 16). Das bis zum 31.12.2022 befristete Programm wurde nicht verlängert.

  1. Haftungsverhältnisse

Es bestehen folgende Haftungsverhältnisse:

Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten
Es besteht eine Avallinie in Höhe von TEUR 24 mit der Commerzbank AG, für welche die va-Q-tec AG aus der Kreditvergabe gegenüber fremden Dritten haftet.

Garantien für Unternehmen, an denen eine Beteiligung besteht
Die abgegebenen Sicherheiten der va-Q-tec zugunsten von Verbundunternehmen belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf einen nominalen Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 16.279 (Vj. TEUR 18.255) und sind gegeben an die Deutsche Leasing Limited (Großbritannien). Die Garantieerklärungen haben per 31. Dezember 2022 eine offene Restverbindlichkeit in Höhe von TEUR 5.098. Die va-Q-tec AG hat im Rahmen der Beteiligung an der SUMTEQ GmbH eine selbstschuldnerische Bürgschaft i.H.v. TEUR 82 zugunsten der Deutschen Bank AG abgegeben. Aufgrund der Geschäftsentwicklung ist derzeit nicht zu erwarten, dass in nächster Zeit mit einer Inanspruchnahme für Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten und aus Garantien für Unternehmen, an denen eine Beteiligung besteht, zu rechnen ist, da eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Prognosezeitraum erwartet wird.

10

  1. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer nach Grup- pen
2022 Vorjahr
Arbeiter 280 292
Angestellte 228 211
Gesamt 508 503
  1. Gesellschaftsorgane

4.1 Vorstand
Zu Vorstandsmitgliedern der va-Q-tec AG sind zum 31.12.2022 bestellt:
* Herr Dr. Joachim Kuhn Vorstandsvorsitzender, Würzburg; seit 01.04.2001
* Herr Stefan Döhmen, Finanzvorstand, Weimar seit 01.07.2017

4.2 Aufsichtsrat
Zu Aufsichtsratsmitgliedern der va-Q-tec AG waren im Geschäftsjahr bestellt:
* Herr Dr. Gerald Hommel (Vorsitzender), Geschäftsführer, Mainz;
* Herr Uwe Krämer, Finanzvorstand, Aarau (Schweiz);
* Herr Winfried Klar, Kaufmann, Oldenburg;
* Herr Dr.-Ing. Eberhard Kroth, Geschäftsführer, Obernburg;
* Herr Dr. Burkhard Wichert, Geschäftsführer, Bielefeld;
* Frau Dr. Barbara Ooms-Gnauck, Rechtsanwältin, Herleshausen.

4.3 Gesamtbezüge der aktiven und früheren Organmitglieder

Vergütung des Vorstandes
Dem Vorstand wurde in 2022 eine Gesamtvergütung i.H.v. TEUR 645 gezahlt (Vj.: TEUR 669). Diese Vergütung bestand aus fester Vergütung i.H.v. TEUR 567 (Vj.: TEUR 523), erfolgsabhängiger einjähriger variabler Vergü- tung i.H.v. TEUR 61 (Vj.: TEUR 130) und mehrjähriger variabler Vergütung i.H.v. TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) sowie Zuschüssen zur betrieblichen Altersvorsorge. Seit 2014 bestehen für die Vorstände beitragsorientierte Leistungs- zusagen. Hierfür wurden im Berichtsjahr TEUR 17 (Vj.: TEUR 17) in eine externe rückgedeckte Unterstützungs- kasse eingezahlt. Für weitere Informationen zur Vorstandsvergütung verweisen wir auf den Vergütungsbericht auf der Investor- Relations-Website im Bereich Corporate Governance. Zum Stichtag 31.12.2022 bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Vorstands.

Vergütung des Aufsichtsrats
Für das Geschäftsjahr 2022 wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine Vergütung i.H.v. TEUR 287 (Vj.: TEUR 220) gewährt. Die Vergütung beinhaltet sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr nur einen kurzfristigen

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Bestandteil und besteht aus der Vergütung der gewöhnlichen Aufsichtsratstätigkeit und Spesen. Außerdem wurden Beratungsleistungen i.H.v. TEUR 56 (Vj.: TEUR 35) vergütet, die insbesondere im Rahmen des Power 20+-Pro- gramms bzw. im Zusammenhang mit der Finanzierungsstrategie der va-Q-tec AG erbracht wurden. Zum 31. Dezember 2022 bestanden aus dieser Vergütung des Aufsichtsrats Zahlungsverpflichtungen der Gesell- schaft i.H.v. TEUR 123 (Vj.: TEUR 156). Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats.

4.4 Mitgliedschaft in anderen Aufsichtsräten und Kontrollgremien

Zum 31. Dezember 2022 bestanden gem. § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG nachfolgende Nebentätigkeiten der Vor- stände bzw. Aufsichtsräte der va-Q-tec:

Vorstand:
Herr Dr. Joachim Kuhn:
* Beirat der SUMTEQ GmbH (Deutschland)
* Kuratoriumsvorsitzender des Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE) Bayern

Aufsichtsrat:
* Kein Mitglied des Aufsichtsrats der va-Q-tec ist Mitglied in anderen Aufsichtsräten oder Kontrollgre- mien.

  1. Angabe Name und Sitz anderer Unternehmen, an denen die Gesellschaft Anteile besitzt sowie An- gabe der Höhe des Kapitalanteils, Eigenkapitals und Ergebnisses des letzten Geschäftsjahres, für das ein Jahresabschluss vorliegt:

Am 4. Januar 2011 wurde in Großbritannien die va-Q-tec LIMITED gegründet, die sich vorwiegend mit der Ver- mietung von Thermotransportcontainern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In Südkorea wurde am 12. Juli 2011 die va-Q-tec Korea, Limited gegründet, die sich vorwiegend mit dem Einkauf in Asien und den regionalen Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpaneelen beschäftigt. Die Gesell- schaft hält daran 100 %. In den USA wurde am 31. Juli 2013 die va-Q-tec USA, Inc. gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie die Vermietung von Thermoboxen beschäftigt. Die Gesell- schaft hält daran 100 %. In der Schweiz wurde am 06.02.2017 die va-Q-tec Switzerland AG gegründet, die sich vorwiegend mit dem Ver- trieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100%. In Japan wurde am 05.04.2017 die va-Q-tec Japan G.K. gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen beschäftigt. Die Ge- sellschaft hält daran 100 %. In Uruguay wurde am 28.12.2018 die va-Q-tec Uruguay S.A. gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und –containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %.

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In Singapur wurde am 18.09.2019 die va-Q-tec SG PTE Ltd. gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und –containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In Indien wurde am 28.09.2021 die Va-Q-Tec India Private Limited gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und – containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In Brasilien wurde am 29.09.2021 die VA-Q-TEC DO BRASIL PARTI-CIPACOES LTDA. gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukt und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und –containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In China wurde am 28.01.2022 die va-Q-tec Thermal Solutions (Shanghai) Co., Ltd.# 13. Tochtergesellschaften

gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und –containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In Österreich wurde am 03.03.2022 die va-Q-tec Austria GmbH gegründet, die als eine Vorratsgesellschaft angelegt wurde. Die Gesellschaft hält daran 100 %. In Frankreich wurde am 22.12.2022 die va-Q-tec France SARL gegründet, die sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Verpackungsprodukten und Vakuumpanelen sowie mit der Vermietung von Thermoboxen und –containern beschäftigt. Die Gesellschaft hält daran 100 %. Neben den Anteilen an oben genannten vollkonsolidierten Tochtergesellschaften hält die va-Q-tec AG zum Stichtag einen in 2015, 2016 und 2018 erworbenen Anteil in Höhe von 15,2 % an der SUMTEQ GmbH, Köln. Durch die Kapitalerhöhung der SUMTEQ GmbH in 2020, an der die va-Q-tec AG nur unterproportional teilgenommen hat, hat sich der Wert von 15,2 % auf 15,0 % reduziert. Darüber hinaus hat sich die va-Q-tec AG in 2020 mit 15,0 % an der Gesellschaft ING3D, Zirndorf beteiligt.

Name und Sitz Anteil % Eigenkapital TEUR Jahresergebnis TEUR
va-Q-tec LIMITED, Rochester/UK 100,0 15.421 3.293
va-Q-tec Korea, Limited, Incheon/Südkorea 100,0 845 381
va-Q-tec USA, Inc., East Rutherford/USA 100,0 (2.156) (674)
va-Q-tec Switzerland AG, Zürich/Schweiz 100,0 593 (86)
va-Q-tec Japan G.K., Tokyo/Japan 100,0 478 230
va-Q-tec Uruguay S.A., Uruguay 100,0 (1.316) (426)
va-Q-tec SG PTE Ltd., Singapur 100,0 (1.107) (662)
Va-Q-Tec India Private Limited, Dehli/Indien 100,0 (189) (314)
VA-Q-TEC DO BRASIL PARTICIPACOES LTDA, Brasilien 100,0 (39) (266)
va-Q-tec Thermal Solutions (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai 100,0 200 (173)
va-Q-tec Austria GmbH, Salzburg 100,0 35 (5)
va-Q-tec France SARL 100,0 100 N/A*
SUMTEQ GmbH, Köln** 15,0 2.505 (1.850)
ING3D GmbH, Zirndorf 15,0 849 (88)

Unternehmen befindet sich in der Aufbauphase. Ein Abschluss besteht noch nicht zum Zeitpunkt der Anhangserstellung.
*Der Abschluss zum 31.12.2022 besteht nur vorläufig zum Zeitpunkt der Anhangserstellung.

Die Wertansätze der Finanzanlagen der neun ausländischen Tochtergesellschaften, der SUMTEQ GmbH und der ING3D GmbH berücksichtigen die seit ihrer Gründung angefallenen Anschaffungskosten. Nach Einschätzung der gesetzlichen Vertreter wird mit einer positiven Entwicklung der neun Tochtergesellschaften, der SUMTEQ GmbH, Köln, sowie der ING3D GmbH, Zirndorf gerechnet. Insbesondere zeitliche Verzögerungen begründeten in der Vergangenheit Planabweichungen, gefährden aber nicht den zukünftigen Unternehmenserfolg. Daher wurden die Buchwerte beibehalten.

6. Bewertungseinheit nach § 254 HGB i.V.m. § 285 Nr. 23 HGB

Zur Absicherung von Währungsrisiken aufgrund von Fremdwährungsschwankungen wurde für die von der Gesellschaft im Jahr 2021 ausgegebene Anleihe ein Cross-Currency-Swap/CCS mit der abgesicherten Währung Schweizer Franken mit einem ursprünglichen Nominalvolumen in Höhe von TEUR 22.134 abgeschlossen.

Ursprüngliches Nominalvolumen Abgesicherte Nominalvolumen 31.12.2022 Marktwerte Swap 31.12.2022 Fälligkeit Währung
TEUR TEUR TEUR
9720592UK 11.060 1.556 30.11.2025 CHF
22,935,439 11.074 1.508 28.11.2025 CHF
Gesamt 22.134 3.064

7. Ergebnisverwendung

Die gesetzlichen Vertreter werden der Hauptversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzverlust in Höhe von TEUR 30.687 auf neue Rechnung vorzutragen. In dem Bilanzverlust ist ein Verlustvortrag in Höhe von TEUR 11.554 enthalten.

8. Ausschüttungssperre

Die im Geschäftsjahr 2022 zur Ausschüttung gesperrten Beträge belaufen sich auf einen Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 1.910 (Vj.: TEUR 1.801). Dieser ist vollumfänglich aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.740 (Vj.: TEUR 2.583) zurückzuführen.

9. Prüferhonorare

Da die Gesellschaft in einen Konzernabschluss einbezogen wird und die entsprechenden Angaben im Konzernanhang enthalten sind, wurde auf die Angabe des Gesamthonorars sowie die Aufschlüsselung gem. § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

10. Außergewöhnliche Aufwandsposten

Die im Geschäftsjahr im Rahmen der Investorensuche und -auswahl sowie des Übernahmeangebots der Fahrenheit AcquiCo GmbH und der damit verbundenen Kapitalerhöhung entstandenen Aufwendungen belaufen sich auf eine Summe von 6.657 TEUR inkl. Rückstellungen. In Zusammenhang mit Werthaltigkeitsberechnungen wurden Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Abwertungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen in einem Gesamtwert von TEUR 4.152 vorgenommen.

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand der va-Q-tec AG hat im Dezember 2022 mit der Fahrenheit AcquiCo GmbH („Bieterin“) und ihrer Alleingesellschafterin, die jeweils vom EQT X Fonds kontrolliert werden (nachfolgend gemeinsam mit der Bieterin „EQT Private Equity“), eine Zusammenschlussvereinbarung (Business Combination Agreement) in Bezug auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von EQT Private Equity und die Voraussetzungen und Bedingungen einer strategischen Partnerschaft abgeschlossen. EQT Private Equity hat in der Folge bekanntgegeben, dass beabsichtigt ist, mit Unterstützung der Co-Investoren Mubadala Investment Company („Mubadala“) und dem Sixth Cinven Funds („Cinven“) ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an die Aktionäre der va-Q-tec zum Erwerb aller nennwertlosen Namensaktien der va-Q-tec AG gegen Zahlung einer Barleistung in Höhe von EUR 26,00 je va-Q-tec-Aktie abzugeben. Im Rahmen der Zusammenschlussvereinbarung haben sich va-Q-tec und EQT Private Equity des Weiteren auf wesentliche Eckpfeiler der Transaktion und ihr gemeinsames Verständnis hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der va-Q-tec für den Fall eines erfolgreichen Vollzugs des Übernahmeangebots verständigt. Hierzu zählt insbesondere auch die Zeichnung einer 10%-Kapitalerhöhung der va-Q-tec AG ebenfalls zum Preis von EUR 26,00 je Aktie, die der Gesellschaft unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss des Übernahmeprozesses zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 34.879 TEUR einbringen würde. Die Bieterin hat außerdem erklärt, dass sie nach erfolgreichem Abschluss des Übernahmeangebots beabsichtigt, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit va-Q-tec abzuschließen und ein mögliches Delisting der va-Q-tec AG anstrebt.. Die Zusammenschlussvereinbarung sieht im Falle einer erfolgreichen Durchführung des Übernahmeangebots den Zusammenschluss von auf die Pharmabranche fokussierten Teilen des Service- und System-Geschäfts von va-Q-tec mit der Envirotainer AB („Envirotainer“) vor, an der EQT Private Equity bereits eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung hält. Envirotainer ist ein Anbieter von Containern mit aktiver Temperaturkontrolle und weltweit führend bei Lufttransportlösungen für temperaturempfindliche Pharmazeutika, während va-Q-tec Pionier und führend im komplementären Marktsegment für passive Temperaturketten ist. Mit dem Zusammenschluss sollen die Stärken der beiden Unternehmen kombiniert und ein vielfältigeres, ausgewogeneres Portfolio geschaffen werden. Gleichzeitig soll mit strategischer und finanzieller Unterstützung durch EQT Private Equity das Geschäft der va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz („Produkt-Geschäft“) und Thermoboxen für Nicht-Pharma-Anwendungen in einer eigenständigen, neuen Gesellschaft („va-Q-tec 2.0“) langfristig weiterentwickelt und um neue Anwendungsmöglichkeiten für die Vakuumisolationstechnologie erweitert werden. Derzeit gibt es allerdings noch keine konkreten Pläne für die nach Abschluss der oben genannten Schritte erklärten Absichten. Am 16.01.2023 wurde das Angebot der Bieterin wie angekündigt veröffentlicht. Dieses stand laut Angebotsunterlage unter dem Vorbehalt des Erreichens einer Mindestannahmeschwelle von 62,5 %, fusionskontrollrechtlicher Freigaben sowie weiterer marktüblicher Bedingungen.

Nach Ablauf der Annahmefrist am 16.02.2023 teilte die Bieterin am 17.02.2023 mit, dass die Bedingung des Erreichens der Mindestannahmeschwelle erfüllt wurde. Weiterhin informierte die Bieterin am 10.03.2023, dass sie nach Ablauf der weiteren Annahmefrist am 07.03.2023 einschließlich der Aktien der beteiligten Aktionäre der Gründerfamilien insgesamt über 85,75 % der va-Q-tec Aktien bzw. der bestehenden Stimmrechte der va-Q-tec AG verfügt und mehrere Angebotsbedingungen eingetreten sind, dass aber die Bedingung der fusionskontrollrechtlichen Freigaben noch nicht eingetreten sei. Am 14.03.2023 teilte das Bundeskartellamt dem Unternehmen mit, dass die Beschlussabteilung das Hauptprüfverfahren im Zusammenhang mit dem am 16. Januar 2023 veröffentlichten öffentlichen Übernahmeangebot der Fahrenheit AcquiCo GmbH eingeleitet hat. Demnach wird der Vollzug des Übernahmeangebots für das zweite oder dritte Quartal 2023 erwartet. Insbesondere aufgrund der einmaligen und außergewöhnlichen Kosten in Höhe von 6.657 TEUR (die aus Sicht des Unternehmens im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Verbesserung der finanziellen Sicherheit und der Verbesserung der Eigenkapitalquote angefallen sind) kam es zum Stichtag 31.12.2022 zu einer Unterschreitung der im Rahmen der begebenen Anleihe und einiger Darlehensverträge mit Banken vereinbarten Konzern-Mindesteigenkapitalquote. Hierdurch hatten der Lead Manager der Anleihe und die Banken das Recht, aber nicht die Pflicht, die Anleihe bzw. die Darlehen vorzeitig fällig zu stellen. Daraufhin haben auf Antrag der va-Q-tec AG sowohl der Lead Manager der Anleihe bestätigt, dass er auf eine Fälligstellung der Anleihe und Einladung einer Gläubigerversammlung verzichtet als auch die übrigen Banken ihren Verzicht auf die Einhaltung der Eigenkapitalquote zum 31.12.2022 erklärt. Aufgrund der erhaltenen Bestätigungen der Banken verfügt die va-Q-tec AG zum 31.12.2022 über Bankguthaben zuzüglich offener Kreditlinien in Höhe von ca. 20 Mio.EUR und damit eine komfortable Finanzlage. Am 26.01.2023 hat die Gesellschafterversammlung der ING3D eine Kapitalerhöhung beschlossen, die mit einer Investition von jeweils 420 TEUR zu 50 % von der va-Q-tec AG und zu 50 % von einem weiteren Finanzinves- tor gezeichnet wurde. Hierdurch erhöht sich die Beteiligung der va-Q-tec AG an der ING3D von 15,0 % auf 20,0 %. Am 23.03.2023 hat die Gesellschafterversammlung der SUMTEQ GmbH, an der die va-Q-tec AG eine Beteili- gung in Höhe von 15 % gehalten hat, eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1.500 TEUR beschlossen. Die va-Q-tec AG hat sich an dieser Kapitalerhöhung nicht beteiligt, so dass sich die Beteiligung an der Gesellschaft leicht auf 14 % reduziert. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse mit einer wesentlichen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eingetreten.

12. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance-Kodex gemäß § 161 AktG / § 285 Nr. 16 HGB

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung ist dauerhaft auf der Internetseite www.va-q- tec.com im Bereich Investor Relations abrufbar unter: https://ir.va-q-tec.com/websites/vaqtec/German/530/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.html

16 va-Q-tec AG, Würzburg

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1.1.2022 EUR Zugänge EUR Abgänge EUR Umbuchungen EUR Stand am 31.12.2022 EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.156.379,39 540.649,66 231.390,00 394.938,80 4.860.577,85
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.973.826,93 870.669,37 1.354,38 43.382,06 3.886.523,98
3. geleistete Anzahlungen 979.267,77 645.662,54 97.726,24 (511.253,01) 1.015.951,06
8.109.474,09 2.056.981,57 330.470,62 (72.932,15) 9.763.052,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.779.681,75 135.152,90 593.969,20 199.378,99 42.520.244,44
2. technische Anlagen und Maschinen 26.358.017,75 1.556.701,11 6.471,75 5.586.346,71 33.494.593,82
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.044.283,94 2.481.474,14 2.205.468,43 124.993,19 13.445.282,84
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.628.290,80 996.121,32 69.307,11 (5.837.786,74) 1.717.318,27
88.810.274,24 5.169.449,47 2.875.216,49 72.932,15 91.177.439,37
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.645.999,24 671.984,70 0,00 0,00 13.317.983,94
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 12.062.669,41 200.000,00 4.529.768,78 0,00 7.732.900,63
3. Beteiligungen 1.202.847,32 300.000,00 0,00 0,00 1.502.847,32
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 69.851,00 0,00 0,00 69.851,00
25.911.515,97 1.241.835,70 4.529.768,78 0,00 22.623.582,89
Gesamt 122.831.264,30 8.468.266,74 7.735.455,89 0,00 123.564.075,15
Abschreibungen Stand am 1.1.2022 EUR Zugänge EUR Abgänge EUR Umbuchungen EUR Stand am 31.12.2022 EUR Buchwerte Stand am 31.12.2022 EUR Buchwerte Stand am 31.12.2021 EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.761.100,25 914.103,82 231.389,00 0,00 2.443.815,07 2.416.762,78 2.395.279,14
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.831.850,44 621.159,90 0,00 0,00 2.453.010,34 1.433.513,64 1.141.976,49
3. geleistete Anzahlungen 979.267,77 0,00 0,00 0,00 979.267,77 36.683,29 0,00
4.572.218,46 1.535.263,72 231.389,00 0,00 5.876.093,18 3.886.559,71 3.537.255,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.455.494,01 1.098.951,63 0,00 0,00 14.554.445,64 27.965.798,80 29.324.187,74
2. technische Anlagen und Maschinen 6.181.254,79 2.150.226,17 1.309.579,61 0,00 6.921.901,35 26.572.692,47 20.176.762,96
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.863.029,15 0,00 0,00 0,00 6.863.029,15 6.582.253,69 6.181.254,79
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.717.318,27 6.628.290,80
26.500.000,00 3.249.177,80 1.309.579,61 0,00 28.339.376,14 62.838.069,23 62.310.500,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 13.317.983,94 12.645.999,24
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.732.900,63 12.062.669,41
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.502.847,32 1.202.847,32
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 489.191,48 0,00 0,00 489.191,48 20.000,00 0,00
0,00 489.191,48 0,00 0,00 489.191,48 22.573.731,89 25.911.515,97
Gesamt 4.572.218,46 5.273.633,00 1.540.968,61 0,00 9.245.280,80 92.798.360,83 91.809.271,60

va-Q-tec AG, Würzburg

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022

VERBINDLICHKEITEN Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren EUR Restlaufzeit über fünf Jahren EUR Gesamt EUR Sicherung durch Pfand- und ähnliche Rechte Art
1. Anleihen 0,00 23.149.135,38 0,00 23.149.135,38
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.132.541,75 8.968.961,38 11.620.201,47 29.721.704,60 Buchgrundschuld, Sicherungsübereignung Maschinen
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 41.288,72 0,00 0,00 41.288,72
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.776.721,27 0,00 0,00 4.776.721,27
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.127.198,66 0,00 0,00 8.127.198,66
6. sonstige Verbindlichkeiten 6.409.186,50 2.081.643,42 0,00 8.490.829,92 Sicherungsübereignung Maschinen
Gesamt 28.486.936,90 34.199.740,18 11.620.201,47 74.306.878,55

va-Q-tec AG, Würzburg

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022

VERBINDLICHKEITEN VORJAHR Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren EUR Restlaufzeit über fünf Jahren EUR Gesamt EUR Sicherung durch Pfand- und ähnliche Rechte Art
1. Anleihen 0,00 23.101.556,97 0,00 23.101.556,97
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.701.812,80 11.495.869,28 12.067.164,99 29.264.847,07 Buchgrundschuld, Sicherungsübereignung Maschinen
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 189.425,69 0,00 0,00 189.425,69
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.893.562,89 0,00 0,00 5.893.562,89
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 94.445,94 0,00 0,00 94.445,94
6. sonstige Verbindlichkeiten 2.604.532,74 3.351.612,34 0,00 5.956.145,08 Sicherungsübereignung Maschinen
Gesamt 14.483.780,06 37.949.038,59 12.067.164,99 64.499.983,64