Management Reports • Apr 28, 2020
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Talanx Aktiengesellschaft Hannover Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019 Zusammengefasster Lagebericht I Grundlagen des Konzerns Unser Unternehmen operiert aus einer breiten Geschäftsaufstellung heraus und richtet seine Strategie an den Märkten bzw. Kunden aus. Der Talanx Konzern Geschäftsmodell Der Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2019 weltweit rund 23.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 79,0 % der HDI V. a. G., ein seit über 110 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich unverändert zum Vorjahr 21,0 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten (vgl. Abbildung). IM KONZERN BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGE scroll TALANX KONZERN LEBEN UNFALL HAFTPFLICHT KRAFTFAHRT LUFTFAHRT 1 RECHTSSCHUTZ FEUER EINBRUCHDIEBSTAHL (ED) UND RAUB LEITUNGSWASSER (LW) GLAS STURM VERBUNDENE HAUSRAT VERBUNDENE WOHNGEBÄUDE HAGEL TIER TECHNIK EINHEIT TRANSPORT KREDIT UND KAUTION 2 ZUSÄTZLICHE GEFAHREN 3 BETRIEBSUNTERBRECHUNG BEISTANDSLEISTUNG LUFT- UND RAUMFAHRZEUGHAFTPFLICHT SONSTIGE SACH SONSTIGE SCHADEN 1 Einschl. Raumfahrt 2 Nur Rückversicherung 3 Zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage-[EC-]Versicherung) Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 150 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente. Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen Versicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung), Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2019 fort. Vor dem Hintergrund der in Deutschland am 23. Februar 2018 umgesetzten Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) wurden im Konzern frühzeitig Projekte aufgesetzt, um die umfangreichen Vorgaben termingerecht zu erfüllen. Die IDD zielt auf den Schutz der Verbraucherinteressen bei der Produktentwicklung und beim Vertrieb von Versicherungsprodukten und formuliert Vorgaben für die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten. Am 25. Januar 2017 veröffentlichte die BaFin das Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo). Darin werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Am 26. Juni 2017 trat das Gesetz zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie (GwG) in Kraft. Die betroffenen Konzerngesellschaften der Talanx AG haben Regelungen getroffen und organisatorische Maßnahmen eingeleitet, um die sich hieraus ergebenden gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Mit Inkrafttreten der 5. Geldwäscherichtlinie vom 30. Mai 2018 sollte diese bis zum 10. Januar 2020 in nationales Recht umgesetzt werden. Dies erfolgte in Deutschland zum 1. Januar 2020 mit dem Inkrafttreten des novellierten Geldwäschegesetzes. Die entsprechende Umsetzung bei den Gesellschaften der Talanx Gruppe ist erstmals Prüfgegenstand für die Abschlüsse zum 31. Dezember 2020. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen des Talanx Konzerns eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 zu den versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Im Talanx Konzern verarbeiten wir bei der Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagementsystem auf die Beratung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht - unter anderem in Deutschland, Polen und Luxemburg. Konzernstruktur Der Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Seit Januar 2019 bietet der Spezial-Versicherer HDI Global Specialty SE als gemeinsame Beteiligung der HDI Global SE und der Hannover Rück SE maßgeschneiderte Versicherungslösungen für Industrieunternehmen, Konzerne und kleine und mittlere Unternehmen. Die HDI Reinsurance (Ireland) SE wurde aufgrund des konzerninternen Verkaufs von der Talanx AG an die HDI Global SE im Berichtsjahr beim Geschäftsbereich Industrieversicherung angesiedelt, zuvor wurde sie im Segment Konzernfunktionen ausgewiesen. Das konzernintern gezeichnete Geschäft der HDI Reinsurance (Ireland) SE wird im Rahmen der Segmentverteilung teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei). Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt. Seit Januar 2019 besitzt sie eine Rückversicherungslizenz und betreibt auch operatives Geschäft. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH. Die Ampega Asset Management GmbH, die Ampega Investment GmbH und die Ampega Real Estate GmbH betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. KONZERNSTRUKTUR scroll TALANX AG GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL INDUSTRIAL LINES DIVISION RETAIL GERMANY DIVISION RETAIL INTERNATIONAL DIVISION SCHADEN/ UNFALLVERSICHERUNG PROPERTY/ CASUALTY INSURANCE LEBENSVERSICHERUNG LIFE INSURANCE HDI Global SE HDI Deutschland AG HDI International AG HDI Global Specialty SE HDI Versicherung AG HDI Seguros S. A. (Argentina) HDI Versicherung AG (Austria) Lifestyle Protection AG HDI Seguros S. A. (Brazil) HDI Global Seguros S. A. (Brazil) neue leben Unfallversicherung AG HDI Seguros S. A. (Chile) HDI Global Seguros S. A. (Mexico) PB Versicherung AG HDI Seguros S. A. (Colombia) HDI Global Insurance Limited Liability Company (Russia) TARGO Versicherung AG HDI Seguros de Vida S. A. (Colombia) HDI Global SA Ltd. (South Africa) HDI Lebensversicherung AG HDI Seguros S. A. de C. V. (Mexico) HDI Global Insurance Company (USA) HDI Pensionskasse AG HDI Seguros S. A. (Uruguay) HDI Global Network AG Lifestyle Protection Lebensversicherung AG TUiR WARTAS. A. (Poland) HDI Reinsurance (Ireland) SE neue leben Lebensversicherung AG TU na Zycie WARTA S. A. (Poland) PB Lebensversicherung AG TU na Zycie Europa S. A. (Poland) PB Pensionsfonds AG TU Europa S. A. (Poland) HDI Pensionsmanagement AG OOO Strakhovaya Kompaniya "CiV Life" (Russia) TARGO Lebensversicherung AG HDI Assicurazioni S. p. A. (Italy) Magyar Posta Biztositó Zrt. (Hungary) Magyar Posta Életbiz-tositó Zrt. (Hungary) HDI Sigorta A. S. (Turkey) scroll TALANX AG GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG KONZERNFUNKTIONEN INDUSTRIAL LINES DIVISION REINSURANCE DIVISION CORPORATE OPERATIONS SCHADENRÜCKVERSICHERUNG PROPERTY/ CASUALTY REINSURANCE PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG LIFE/HEALTH REINSURANCE HDI Global SE Hannover Rück SE Ampega Asset Management GmbH HDI Global Specialty SE E+S Rückversicherung AG Ampega Investment GmbH HDI Versicherung AG (Austria) Hannover ReTakaful B.S.C. (c) (Bahrain) Ampega Real Estate GmbH HDI Global Seguros S. A. (Brazil) Hannover Re (Bermuda) Ltd. HDI Service AG HDI Global Seguros S. A. (Mexico) Hannover Reinsurance Africa Limited HDI Systeme AG HDI Global Insurance Limited Liability Company (Russia) Hannover Life Re of Australasia Ltd. Talanx Reinsurance Broker GmbH HDI Global SA Ltd. (South Africa) Hannover Life Reassurance Bermuda Ltd. HDI Global Insurance Company (USA) Hannover Re (Ireland) DAC HDI Global Network AG Hannover Life Reassurance Africa Limited HDI Reinsurance (Ireland) SE Hannover Life Reassurance Company of America Strategie Der Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit zwischen uns und unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertsteigerung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Die Strategie des Konzerns ist darauf ausgerichtet, durch den gezielten Ausbau von Stärken ("Strengthen") und das fokussierte Angehen von Entwicklungsbereichen ("Develop") unsere ambitionierten und klar definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 800 Basispunkten über dem risikofreien Zins an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Den Gewinn pro Aktie (Earnings per Share, EPS) wollen wir bis 2022 pro Jahr um durchschnittlich mindestens 5 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien und einer Reihe strategischer Wachstumsinitiativen. Aus dem Konzerngewinn nach IFRS wollen wir zudem weiterhin mindestens 35 bis 45 % an unsere Aktionäre ausschütten, wobei die Dividende in ihrer absoluten Höhe dabei zukünftig jeweils mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (< 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150 - 200 %) zum Ziel gesetzt. Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unserer Prämien stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix. Den Anteil des im Ausland generierten Geschäfts wollen wir dabei mittelfristig noch weiter ausbauen auf bis zu zwei Drittel der gesamten Erstversicherungsprämie. Bereits heute machen diese Stärken unseren Konzern "traditionally different"! Zu den Bereichen, die wir konsequent weiterentwickeln, gehört die Optimierung des Kapitalmanagements, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine erstklassige Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristig die Dividendenstabilität sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind, und Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wenn immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus werden wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene bündeln, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen. Ein weiteres strategisches Entwicklungsthema ist die digitale Transformation, eine der Kernaufgaben für die kommenden Jahre, die im Konzern explizit von den einzelnen Geschäftsbereichen getrieben wird. Damit folgen wir dem Ansatz des "traditionally different" und tragen gleichzeitig unterschiedlichen lokalen Regulierungen und digitalen Kundenverhaltensmustern Rechnung. Einen Schwerpunkt bei der digitalen Transformation bildet die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie bzw. Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme/Partnerschaften ("get bundled"). Aufgrund ihrer gruppenweiten Relevanz werden diese Fokusthemen aus der Holding heraus gezielt unterstützt. Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden nochmals geschärft und fokussiert. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Sanierung des Geschäfts mit Feuerversicherung, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich der Spezialversicherung. Die Schaden-/Kostenquote in der Feuerversicherung, die ca. 20 % des Gesamtportfolios der HDI Global SE ausmacht, soll bis 2020 um mindestens 20 Prozentpunkte sinken (Programm "20/20/20"). Wachstumspotenzial in Auslandsmärkten sehen wir für das Industriegeschäft hingegen insbesondere in Nordamerika, Europa sowie ausgewählten Schwellenländern. Die HDI Global Specialty SE ist 2019 als gemeinsame Beteiligung der HDI Global SE und der Hannover Rück SE gestartet. Aus der Kombination der Underwriting-Expertise der Inter Hannover mit dem weltweiten Vertriebs- und Schadenregulierungs-Netzwerk der HDI Global erwarten wir erhebliche Wachstumssynergien. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland führt sein strategisches Programm "KuRS" konsequent fort und strebt darüber hinaus weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Unsere Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 58 ff., beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht", Seite 102 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. DACHSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS Unternehmenssteuerung Die Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind: ― starke Finanzkraft ― nachhaltiges Wachstum ― langfristige Wertschaffung ― optimale Kapitaleffizienz Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: ― Kapitalmanagement ― Performance-Management ― Risikomanagement ― Mergers & Acquisitions Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den operativen Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt. Die starke Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-II-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell. Zur Steuerung der langfristigen Wert- und Profitabilitätssteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir die Kennzahl Intrinsic Value Creation (IVC). Diese Kennzahl macht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Konzerngesellschaften miteinander vergleichbar. Damit unsere Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren, betrachten wir den IVC im Fünfjahresdurchschnitt. Rechnerisch misst der IVC den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten. Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss die Veränderung aktivischer und passivischer stiller Reserven/Lasten sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik (Berechnung siehe Abb. unten). Bei den Kapitalkosten werden die Kosten für das aufsichtsrechtlich notwendige Risikokapital (Solvency Capital Required) sowie die Kosten für das darüber hinausschießende Excess Capital (Überschusskapital) berücksichtigt. Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen sowie einem friktionalen Kostensatz von 2 % und, bezogen auf das Solvency Capital Required, einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze legen einen Value at Risk von 99,5 % zugrunde, was dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC 1 Ökonomische Anpassungen, z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts 2 NOPAT: Net Operating Profit after Adjustment and Tax (ökonomischer Gewinn) Performance-Management Das Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das PerformanceManagement. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Unternehmensebene mit unseren strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften PerformanceManagement-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUS Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE), Wertschaffung (IVC) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindest-Kapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor. Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und anschließend im Talanx Vorstand als Basis für die operative Planung festgelegt. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Segmentebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICK scroll GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL SCHADEN/ UNFALLVERSICHERUNG LEBENSVERSICHERUNG Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) Bruttoprämienwachstum Bruttoprämienwachstum Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) - - - Neugeschäftswert (Leben) Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) - Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, nur Schaden/Unfallversicherungen) EBIT-Marge EBIT-Marge EBIT-Marge EBIT-Marge Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite scroll GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG KONZERN SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) - - Neugeschäftswert Konzernergebnis Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) - Kapitalanlagerendite EBIT-Marge EBIT-Marge EBIT-Wachstum Ausschüttungsquote Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite Ausschüttungsquote Ausschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.) EBIT-Marge Operatives Ergebnis (EBIT), dividiert durch die verdienten Nettoprämien EBIT-Wachstum Veränderung des operativen Ergebnisses (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr in Prozent Eigenkapitalrendite Jahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter. Kapitalanlagerendite Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung) Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) Konzernergebnis Konsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben) Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-II-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen Forschung und Entwicklung Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der Talanx AG Anfang 2019 eine Rückversicherungslizenz erteilt. Seitdem ist die Gesellschaft keine reine Holdinggesellschaft mehr, sondern agiert auch operativ als konzerninterner Rückversicherer für die Erstversicherungen. Eigene produktbezogene Forschung und Entwicklung betreibt die Gesellschaft nicht. In der Gesellschaft arbeiten wir aber laufend an der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen zur optimalen Erfüllung des Geschäftszwecks. Dies betrifft u. a. das Group Accounting, Compliance und Recht. In unseren Geschäftsbereichen analysieren wir nachhaltige Veränderungen (z. B. zu Demografie oder Klima) sowie technische Neuerungen (z. B. zur Digitalisierung) und entwickeln auf unsere Kunden und Märkte abgestimmte Produkte und Kapitalanlagen. Wirtschaftsbericht Im vergangenen Geschäftsjahr setzte der Talanx Konzern seine positive Geschäftsentwicklung fort. Wesentliche Ziele wurden erreicht bzw. übererfüllt. Märkte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Volkswirtschaftliche Entwicklung Das Wachstum der Weltwirtschaft wurde 2019 durch die hohe handelspolitische Unsicherheit im Zuge der protektionistischen US-Handelspolitik, anhaltende Sorgen vor einem ungeordneten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU und geopolitische Konflikte signifikant belastet. Die deutsche Wirtschaft entging im dritten Quartal 2019 nur knapp einer Rezession. Für das Gesamtjahr betrug das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 0,6 %, nach noch 1,5 % im Vorjahr. Neben einer negativen Exportdynamik waren vor allem sektorale Sondereffekte für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Die Wirtschaft im Euroraum war besonders deutlich von der Abkühlung des Exportwachstums beeinträchtigt. Darüber hinaus belasteten die anhaltend hohe Unsicherheit rund um die Brexit-Verhandlungen sowie innenpolitische Turbulenzen in Italien das Geschäfts- und Konsumklima. Ein resistenter Arbeitsmarkt sowie eine spürbare Lockerung von Fiskal- und Geldpolitik stützten das Wachstum allerdings; es sank von 1,9 % im Jahr 2018 auf voraussichtlich 1,2 % im Berichtsjahr. In den USA sorgten neben der allgemeinen weltweiten Wachstumsschwäche u. a. der nachlassende fiskalpolitische Stimulus, die Belastung aus der erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit China sowie die Straffung der Geldpolitik im Jahr 2018 durch die US-Notenbank für eine spürbare Verlangsamung der Wachstumsdynamik. Das Wachstum wurde vor allem durch den überraschend widerstandsfähigen Konsum und einen geldpolitischen Kurswechsel gestützt. Nach 2,9 % im Jahr 2018 sank das US-Wachstum auf 2,3 % im Berichtsjahr. Ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld, niedrigere Öl- und Industriemetallpreise sowie ein geringeres Investoreninteresse setzten die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungsländern unter Druck. Das Wirtschaftswachstum in China war 2019 vor allem durch die erneute Eskalation des Handelskonflikts mit den USA belastet und fiel mit 6,1 % auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren. REALES BRUTTOINLANDSPRODUKT scroll In % gegenüber Vorjahr 20191 2018 Deutschland +0,6 +1,5 Euroraum +1,2 +1,9 USA +2,3 +2,9 China +6,1 +6,7 1 Bloomberg-Konsensprognosen, Stand 18. Februar 2020 (vorläufige Werte) Die globale Wachstumsschwäche sowie insgesamt niedrigere Rohstoffpreise sorgten für sinkende Inflationsraten. Selbst in Volkswirtschaften mit hoher Arbeitsmarktauslastung entwickelte sich kein signifikanter Preisdruck. In den USA und der Eurozone fielen die Inflationsraten auf 1,8 % bzw. 1,2 % nach jeweils 1,9 % und 1,5 % im Vorjahr. Diese Faktoren sorgten dementsprechend für eine synchronisierte Lockerung der Geldpolitik: Die US-Notenbank senkte ihren Leitzins um 75 Basispunkte und die Europäische Zentralbank implementierte ein umfangreiches Lockerungspaket im zweiten Halbjahr. Auch andere große Zentralbanken lockerten ihre Geldpolitik. Kapitalmärkte Die schwache Wachstums- und Inflationsentwicklung und die daraus folgende Lockerung der Geldpolitik sorgten für einen deutlichen Rückgang des Zinsniveaus und damit für eine Fortsetzung des im Herbst 2018 begonnen Trends hin zu sinkenden Renditen. Zehnjährige US-Treasury- und Bundesrenditen erreichten im Sommer ihre Tiefststände von unter 1,5 % bzw. -0,7 %. Anschließend setzte im weiteren Jahresverlauf eine moderate Erholung der Renditeniveaus ein - mit rund 1,9 % in den USA und -0,2 % in Deutschland zum Jahresende. In einem für Unternehmensanleihen weiterhin stabilen Umfeld sanken die Risikoaufschläge im Jahresverlauf kontinuierlich und sorgten für eine Outperformance von Kreditprodukten gegenüber dem AAA-Staatsanleihen- und Pfandbriefsegment. Der Euro setzte seine Vorjahresentwicklung gegenüber dem US-Dollar fort und fiel von ca. 1,14 USD/EUR zum Jahresanfang auf knapp unter 1,11 USD/ EUR zum Jahresende. Die weltweiten Aktienmärkte verzeichneten 2019 eine beachtliche Jahresperformance. Die hohen Kursgewinne gleich zu Jahresbeginn sind auch als Erholung nach der Kapitalmarktkorrektur Ende 2018 zu sehen. Die anschließend volatile Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte war durch das Spannungsfeld hoher politischer Unsicherheit auf der einen und umfangreichen Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken auf der anderen Seite geprägt. Zum Jahresende verzeichneten die Aktienmärkte im vierten Quartal eine positive Tendenz, wodurch sie das Jahr 2019 insgesamt trotz eines schwachen Gewinnwachstums mit einer sehr guten Jahresperformance beenden konnten: Der S&P 500 stieg im Gesamtjahr um 28,9 %, der DAX um 25,5 %, der EURO STOXX 50 um 24,8 % und der Nikkei um 18,2 %. Deutsche Versicherungswirtschaft Schaden/Unfallversicherung In der Schaden/Unfallversicherung konnte die deutsche Versicherungswirtschaft 2019 ein Prämienwachstum auf dem Niveau des Vorjahres verzeichnen. Dabei wirkten einer starken Entwicklung insbesondere in der Sachversicherung die abgekühlte Konjunktur und ein hoher Preiswettbewerb entgegen. Die Naturgefahren-Bilanz der deutschen Sachversicherer war 2019 durch einige Extremwetterereignisse gekennzeichnet, lag insgesamt aber auf Vorjahresniveau und im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Schadenzahlungen für Sturm- und Hagelschäden an Kraftfahrzeugen haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, verursacht zu einem großen Teil allein durch eine Unwetterserie an Pfingsten. Weitere schadenträchtige Ereignisse waren die Stürme "Dragi" und "Eberhard" im März. Lebensversicherung Die Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung konnten 2019 eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Ursächlich dafür waren das Geschäft zu laufenden Beiträgen, insbesondere aber eine dynamische Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts. Trotz der noch einmal rückläufigen Zinsen gelang es der deutschen Versicherungswirtschaft auch 2019, eine Gesamtverzinsung über dem Garantiezins zu erwirtschaften. Internationale Versicherungsmärkte Der Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit, u. a. auch in Asien, weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/Unfallversicherung Die internationale Schaden/Unfallversicherung wies für 2019 insgesamt ein leichtes Prämienwachstum aus, welches in den Schwellenländern deutlich höher ausfiel als in den entwickelten Versicherungsmärkten. Durch Naturkatastrophen verursachte Schäden lagen im Berichtsjahr auf dem Niveau des langfristigen Durchschnitts der vergangenen 30 Jahre. Der Anteil versicherter Schäden war geringer als im Vorjahr, u. a. aufgrund eines höheren Anteils an Flutschäden, die auch in Industrieländern seltener versichert sind als Sturmschäden. Schadenträchtigste Ereignisse des Jahres waren zwei schwere Wirbelstürme in Japan, von denen einer extreme Niederschläge auch abseits des Sturmzentrums mit sich brachte, gefolgt von Hurrikan "Dorian" in den USA und den Bahamas. In Europa war eine Kombination aus Hitzewellen, schweren Unwettern und Hagelstürmen der größte Schadentreiber. Die Profitabilität in der internationalen Schaden- und Unfallversicherung hat sich im Berichtsjahr verbessert, was allerdings zum Teil auf realisierte Investitionsgewinne zurückgeht. Unter den entwickelten Versicherungsmärkten kam das stärkste Wachstum aus Nordamerika und der Region Asien-Pazifik. Gestützt wurde es durch steigende Prämien in der industriellen Sachversicherung. In Mittel- und Osteuropa blieb die Entwicklung der Versicherungsprämien in der Schaden/Unfallversicherung unterhalb des langfristigen Trends. In Lateinamerika stagnierte das Prämienwachstum im Zuge des geringer als erwartet ausgefallenen gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Wachstumsstützend wirkten sich insbesondere steigende Preise in der Sachversicherung und der industriellen Haftpflichtversicherung aus (Financial and Professional Liability). Das stärkste Prämienwachstum in den Schwellenländern wurde erneut in Asien generiert, mit den höchsten Zunahmen in China und Indien. Wachstumstreiber waren in beiden Ländern landwirtschaftliche Versicherungen, in Indien darüber hinaus auch Kfz-Versicherungen. In der internationalen Schaden-Rückversicherung war das Marktumfeld weiterhin herausfordernd, u. a. durch den Preisdruck aufgrund vorhandener Überkapazitäten zur Deckung von Versicherungsrisiken. In Teilmärkten kam es im Zuge der Vertragserneuerungsrunden zu Preissteigerungen, vor allem in schadenbelasteten Programmen und Regionen wie Nordamerika. Nach einem sehr moderaten Großschadenverlauf im ersten Halbjahr 2019 kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einem deutlichen Anstieg der Schadenbelastung durch Naturkatastrophen insbesondere in Japan und den USA. Lebensversicherung Trotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch anhaltend niedrige bis hin zu negativen Zinsen gekennzeichnet ist, sind die Prämieneinnahmen auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegen. Während die Prämienentwicklung in den entwickelten Versicherungsmärkten stagnierte, zeigten die Schwellenländer nach dem Wachstumseinbruch im Vorjahr wieder eine starke Zunahme. In Lateinamerika wirkte sich die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt dämpfend auf die Prämienentwicklung aus. Länderbezogen gab es hingegen deutliche Unterschiede. Asien war der Wachstumsmotor unter den Schwellenländern. Insbesondere die Entwicklungen in China sorgten für spürbare positive Effekte und trieben das Wachstum in der Gruppe der Schwellenländer an. Die Märkte der internationalen Personen-Rückversicherung waren von intensivem Wettbewerb und dem weiterhin andauernden Niedrigzinsumfeld geprägt. Wachstumsimpulse gab es durch eine rege Nachfrage nach Produkten zur Absicherung von Langlebigkeitsrisiken (Altersvorsorge) insbesondere in Europa und Nordamerika. In Asien und den USA nahm die Nachfrage nach strukturierten Rückversicherungslösungen zur Verbesserung der Solvenz-, Liquiditäts- und Kapitalsituation zu. Geschäftsentwicklung Der Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Sanierung des Geschäfts mit Feuerversicherung, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich Spezialversicherung (Specialty). Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland führt sein strategisches Programm "KuRS" konsequent fort und strebt darüber hinaus weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Das gute Kapitalanlageergebnis sowie das übrige Ergebnis wirkten sich positiv auf das operative Ergebnis aus. Insgesamt erzielte der Konzern ein sehr gutes Ergebnis von 923 Mio. EUR. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN In Mrd. EUR OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) In Mrd. EUR Talanx setzt auf Robotik und künstliche Intelligenz Talanx und der Anbieter intelligenter Automatisierungssoftware WorkFusion gehen eine strategische Partnerschaft zur Beschleunigung der End-to-End-Digitalisierung von Kerngeschäftsprozessen ein. Die Software von WorkFusion wird im ersten Schritt zur automatisierten Prüfung und sogenannten "Dunkelverarbeitung" von Eingangsdokumenten im Schaden-Bereich im Geschäft mit deutschen Privat- und Firmenkunden bei der Talanx Tochter HDI eingesetzt. Talanx unterzeichnet die UN PRI und wird deutschlandweit klimaneutral Die Talanx Gruppe hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt: Der Konzern hat die von den Vereinten Nationen unterstützten Principles for Responsible Investment (PRI) unterzeichnet und sich damit einem Rahmenwerk zur nachhaltigen Kapitalanlage angeschlossen. Gleichzeitig hat die Talanx Gruppe entschieden, vom Jahr 2019 an in Deutschland klimaneutral zu wirtschaften. Beide Initiativen sind Teil der neu geschärften Nachhaltigkeitsstrategie. Diese zielt ganzheitlich auf den Betrieb, die Kapitalanlage sowie die Versicherungstechnik ab und bezieht gesellschaftliche Aspekte ein. Talanx baut nachhaltige Investmentstrategie aus Die Talanx Gruppe baut ihre nachhaltige Investmentstrategie kontinuierlich weiter aus, indem sie als größter Investor die Finanzierung von Solarparks im Süden Spaniens mittels einer kreditfinanzierten Projektanleihe sicherstellt. Die Vergütung des erzeugten Stroms erfolgt für die nächsten knapp 20 Jahre nach dem regulierten spanischen Vergütungssystem. Die amortisierende Projektanleihe weist eine durchschnittliche Laufzeit von unter zehn Jahren bei einem AA-Rating ("stable") von S&P auf und offeriert eine attraktive Rendite. Die Talanx Gruppe finanziert seit Anfang des laufenden Jahres Deutschlands größten Offshore-Windpark. Im Rahmen einer Projektanleihe wurden zwei in der Nordsee liegende Windparks zu einem Projekt zusammengefasst: Hohe See (497 MW) und Albatros (112 MW). Die Parks sind in Betrieb und an das Netz angeschlossen. Insgesamt können rund 710.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Nach Gode Wind 1 (2015) und Borkum Riffgrund 2 (2017) handelt es sich um das dritte großvolumige Offshore-Windpark-Projekt, das von Talanx finanziert und begleitet wird. Talanx definiert Zeichnungspolitik für Kohlerisiken Die Talanx Gruppe zieht sich langfristig beim Versicherungsschutz aus kohlebasierten Risiken zurück. Damit bekennt sich das Unternehmen zum Transformationsprozess hin zu einer emissionsärmeren Wirtschaft und kommt damit den Zielen des Pariser Klimaabkommens nach, die es bereits seit Jahren unterstützt. 17 von 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben den Kohleausstieg bereits beschlossen oder diskutieren darüber. Die Talanx Gruppe als Versicherungspartner der Industrie sucht im Dialog mit den Kunden konstruktive Lösungen, um den Klimaschutz zu stärken. Geschäftsverlauf Konzern ― Gebuchte Bruttoprämien steigen um 13,2 % ― Rekordergebnis von 923 Mio. EUR erreicht ― Eigenkapitalrendite verbessert sich auf 9,8 % WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 39.494 34.885 +13,2% Verdiente Nettoprämien 33.054 29.574 +11,8% Versicherungstechnisches Ergebnis -1.833 -1.647 -11,3 % Kapitalanlageergebnis 4.323 3.767 +14,8 % Operatives Ergebnis (EBIT) 2.430 2.032 +19,6 % Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto, nur Schaden/ Unfallversicherungen) in % 98,3 98,2 +0,1 Pkt. STEUERUNGSGRÖSSEN scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 11,9 8,7 +3,2 Pkt. Konzernergebnis in Mio. EUR 923 703 +31,3 % Kapitalanlagerendite 3,5 3,3 +0,3 Pkt. Ausschüttungsquote 1 41,1 52,2 -11,1 Pkt. Eigenkapitalrendite 9,8 8,0 +1,8 Pkt. 1 Bezogen auf den Gewinnverwendungsvorschlag, siehe Anhangkapitel "Sonstige Angaben", Seite 231. Prämienvolumen Dank der guten Geschäftsentwicklung u. a. in der strukturierten Rückversicherung im Segment Schaden-Rückversicherung, eines starken organischen Wachstums im Geschäftsbereich Industrieversicherung und höherer Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International stiegen die gebuchten Bruttoprämien des Konzerns um 13,2 % (währungsbereinigt um 11,9 %) auf 39,5 (34,9) Mrd. EUR. Die verdienten Nettoprämien stiegen um 11,8 % auf 33,1 (29,6) Mrd. EUR; der Selbstbehalt sank leicht auf 88,4 (88,6) %. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis fiel um 11,3 % und lag konzernweit bei -1,8 (-1,6) Mrd. EUR; dies ist u. a. zurückzuführen auf hohe Großschadenaufwendungen vor allem im Segment Schaden-Rückversicherung, aber auch auf höhere Rückstellungen für Beitragsüberträge im Segment Leben im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht auf 98,3 (98,2) %. Insgesamt lag die Belastung durch Großschäden bei 1.319 Mio. EUR und damit über dem Jahresbudget von 1.190 Mio. EUR. Kapitalanlageergebnis Das Kapitalanlageergebnis stieg deutlich um 14,8 % auf 4,3 (3,8) Mrd. EUR. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis stieg im Berichtsjahr u. a. dank eines Einmaleffekts im Segment Personen-Rückversicherung sowie durch eine höhere Realisierung stiller Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve im Segment Leben im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis blieb stabil, die Kapitalanlagerendite liegt bei 3,5 (3,3) %. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr um fast 20 % auf 2,4 (2,0) Mrd. EUR, ein Großteil davon stammt neben der Rückversicherung aus dem Geschäftsbereich Industrieversicherung. Auch der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland trug signifikant zum EBIT bei. Der Konzern erreichte im Berichtsjahr ein Rekordergebnis von 923 (703) Mio. EUR und eine Eigenkapitalrendite von 9,8 (8,0) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERN scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum 1 (währungsbereinigt) 11,9 ~ 4 Konzernergebnis 2 in Mio. EUR 923 rund 900 Kapitalanlagerendite 3 3,5 ~ 2,7 Ausschüttungsquote 4 41,1 35 - 45 Eigenkapitalrendite 5 9,8 ~ 9,5 1 Die Prognose für 2019 bezieht sich auf den abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht 2018. Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">4 %". 2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">900 Mio. EUR". 3 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">2,7 %". 4 Bezogen auf den Gewinnverwendungsvorschlag, siehe Anhangkapitel "Sonstige Angaben", Seite 231. 5 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">9,5 %". Das im Berichtsjahr erzielte Bruttoprämienwachstum lag währungsbereinigt bei 11,9 %; es übertraf damit deutlich den unterjährig für 2019 angehobenen Rahmen von mehr als 4 %. Das Konzernergebnis von 923 Mio. EUR traf genau die 2019 unterjährig angehobene Prognose von mehr als 900 Mio. EUR. Mit einer Kapitalanlagerendite von 3,5 % und einer Eigenkapitalrendite von 9,8 % übertreffen wir die ebenfalls unterjährig angehobenen Prognosen von mehr 2,7 % bzw. mehr als 9,5 %. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,50 EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 41,1 %; sie liegt damit innerhalb des Zielkorridors von 35 % bis 45 %. Entwicklung der Geschäftsbereiche im Konzern Die Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung - Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIEN In % 2019/2018 Industrieversicherung ― Programm "20/20/20" in der Industrieversicherung übertrifft Erwartungen ― Beitragsentwicklung wesentlich durch die Übernahme der Anteile an der HDI Global Specialty geprägt ― Kapitalanlageergebnis trotz schwierigen Marktumfelds und Niedrigzinsphase auf hohem Niveau WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 6.214 4.686 +32,6% Verdiente Nettoprämien 2.968 2.635 +12,7 % Versicherungstechnisches Ergebnis -40 -240 +83,5 % Kapitalanlageergebnis 285 242 +18,1 % Operatives Ergebnis (EBIT) 159 11 +1.400,9 % STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 30,8 7,1 +23,6 Pkt. Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) 101,4 109,1 -7,7 Pkt. EBIT-Marge 5,4 0,4 +5,0 Pkt. Eigenkapitalrendite 4,4 -0,7 +5,0 Pkt. Marktentwicklung Das Industrieversicherungsgeschäft war im Geschäftsjahr 2019 durch eine Marktverhärtung in nahezu allen Sparten gekennzeichnet. Diese Marktentwicklung unterstützte die Profitabilisierung des Geschäftsbereichs Industrieversicherung. Das Jahr 2019 war weiterhin gekennzeichnet durch ein anhaltendes niedriges Zinsniveau und ein herausforderndes Umfeld am Kapitalmarkt. Das Programm "20/20/20" zielt darauf ab, in der Feuerversicherung, die etwa 20 % unseres Portfolios ausmacht, eine risikofreie Mehrprämie von mindestens 20 % zu erzielen und somit im Jahr 2020 wieder versicherungstechnisch Gewinne zu erzielen. Im Geschäftsjahr wurde das Programm "HDI Global 4.0" mit einem fokussierten zweistufigen Ansatz bestehend aus einer Perform- und einer Transformphase initiiert. Die Performphase wurde bereits im Vorjahr mit der Sanierungsinitiative "20/20/20" im Bereich Feuer sehr erfolgreich gestartet. Darüber hinaus stehen selektives Wachstum, Digitalisierung und Kulturwandel des Geschäftsbereichs Industrieversicherung im Fokus und es wird durch "HDI Global 4.0" insgesamt eine Profitabilitätsverbesserung und Volatilitätsreduzierung erwartet. Prämienvolumen Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Industrieversicherung beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf 6,2 (4,7) Mrd. EUR und lagen damit über unserem Erwartungswert. Sie stiegen um 1,5 Mrd. EUR respektive 32,6 % (währungsbereinigt 30,8 %). Beitragssteigerungen konnten im Wesentlichen aufgrund der Übernahme der Anteile an der HDI Global Specialty erreicht werden. Das organische Wachstum betrug 581 Mio. EUR. Die 2018 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen in der Feuerversicherung zeigen deutliche Erfolge. Der damit verbundene und erwartete Beitragsabrieb durch Trennung von nicht adäquat gepreisten Risiken konnte zu einem nennenswerten Anteil durch risikofreie Mehrprämien kompensiert werden. Die verdienten Nettoprämien stiegen weniger stark als die gebuchten Bruttoprämien durch den im Vergleich zum klassischen Industrieversicherungsgeschäft niedrigeren Selbstbehalt im Specialty-Geschäft. Versicherungstechnisches Ergebnis Das im Vorjahr deutlich belastete versicherungstechnische Nettoergebnis verbesserte sich trotz Überschreitung des Großschadenbudgets auf -40 (-240) Mio. EUR, insbesondere getrieben durch die Effekte des Programms "20/20/20". Dadurch verbesserte sich sowohl die Großschaden- als auch die Frequenzschadenquote in der Sparte Feuer. Die Nettoschadenquote im Geschäftsbereich lag bei 79,9 %, nach 87,3 % im Vorjahr. Die Nettokostenquote liegt mit 21,4 (21,8) % auf dem Niveau des Vorjahres. Hierzu hat neben dem Wachstum vor allem eine hohe Kostendisziplin in nahezu allen Bereichen beigetragen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs Industrieversicherung belief sich insgesamt auf 101,4 (109,1) %, was fast dem Ziel von rund 100 % entspricht. Das Programm "HDI Global 4.0" ist das Fundament für die Erreichung einer nachhaltigen Profitabilität des Geschäftsbereichs. Dadurch wird bereits im laufenden Geschäftsjahr eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 % erwartet. Kapitalanlageergebnis und übriges Ergebnis Das Kapitalanlageergebnis konnte 2019 trotz der Herausforderungen an den Kapitalmärkten um 18,1 % auf 285 Mio. EUR gesteigert werden. Haupttreiber hierfür waren vor allem höhere laufende Erträge aus alternativen Investments sowie Erträge im festverzinslichen Bereich, die auf dem Niveau des Vorjahres erzielt werden konnten. Das übrige Ergebnis liegt mit -86 (9) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr, spiegelt jedoch die Erwartungen für das Berichtsjahr und auch Folgeperioden wider. Die Vergleichsperiode wurde durch einen Sondereffekt aus der Veräußerung eines Immobilienkomplexes entlastet. Des Weiteren sind 2019 erstmals Aufwendungen der HDI Global Specialty enthalten. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Das EBIT liegt infolge der vorgenannten Effekte im Berichtsjahr mit 159 (11) Mio. EUR im Rahmen unserer Erwartungen. Das Ergebnis im Geschäftsbereich Industrieversicherung beläuft sich auf 103 (-16) Mio. EUR und konnte damit positiv zum Talanx Konzernergebnis beitragen. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 30,8 > 20 Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) 1 101,4 ~ 100 EBIT-Marge 5,4 ~ 5 Eigenkapitalrendite 4,4 ~ 4 1 Die Prognose für 2019 bezieht sich auf den abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht 2018. Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "~ 101 %". Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 32,6 % (währungsbereinigt 30,8 %) wesentlich über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trugen die Übernahme der Anteile an der HDI Global Specialty sowie die 2018 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen in der Feuerversicherung bei. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote im Geschäftsbereich Industrieversicherung entspricht mit 101,4 % noch nicht den Zielvorstellungen für 2019 von einer kombinierten Schaden-/Kostenquote von rund 100,0 %. Mithilfe von "HDI Global 4.0" wird die Erreichung dieses Niveaus im laufenden Geschäftsjahr erwartet. Infolge der vorgenannten Entwicklungen und des verbesserten Kapitalanlageergebnisses blieben sowohl die EBIT-Marge von 5,4 % als auch die Eigenkapitalrendite von 4,4 % somit im Rahmen unserer Erwartungen von rund 5 % bzw. rund 4 %. Privat- und Firmenversicherung Deutschland Schaden/Unfallversicherung ― Deutliches Wachstum im Firmengeschäft und der Arbeitslosigkeitsversicherung ― Anstieg des Kapitalanlageergebnisses ― Rückgang der kombinierten Schaden-/Kostenquote WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 1.588 1.564 +1,6 % Verdiente Nettoprämien 1.486 1.453 +2,4 % Versicherungstechnisches Ergebnis 15 11 +54,0 % Kapitalanlageergebnis 119 89 +32,2 % Operatives Ergebnis (EBIT) 98 69 +43,5 % STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum 1,6 2,6 -1,0 Pkt. Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) 99,0 99,3 -0,3 Pkt. EBIT-Marge 6,6 4,7 +1,9 Pkt. Prämienvolumen Bei unseren Schaden/Unfallversicherern stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen um 1,6 % auf 1.588 (1.564) Mio. EUR. Die Zuwächse in der Sparte Firmen/Freie Berufe und der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance konnten den Rückgang aus der Kraftfahrtversicherung übertreffen. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis unseres Schaden/Unfallversicherungsgeschäfts verbesserte sich von 11 Mio. EUR auf 15 Mio. EUR. Dies resultierte im Wesentlichen aus profitablem Wachstum und einem höheren Abwicklungsergebnis; beides zusammen konnte höhere Großschadenbelastungen sowie die investiven Aufwendungen insbesondere in der IT mehr als kompensieren. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) reduzierte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 99,0 %. Kapitalanlageergebnis Das Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs erhöhte sich um 32,2 % auf 119 (89) Mio. EUR. Der Anstieg resultierte vor allem aus einem höheren Abgangsergebnis von 12 Mio. EUR, höheren ordentlichen Kapitalanlageerträge von 9 Mio. EUR und nicht realisierten Gewinnen und Verlusten von 4 Mio. EUR. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis des Sachversicherungsgeschäfts wurde im Wesentlichen bestimmt durch ein besseres Kapitalanlageergebnis. Das EBIT stieg auf 98 (69) Mio. EUR. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 6,6 (4,7) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum 1 1,6 > 3 Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) 99,0 ~ 99 EBIT-Marge 6,6 > 5 1 Die Prognose für 2019 bezieht sich auf den abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht 2018. Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "1 - 3 %". Die Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall lagen trotz Zuwächsen in der Sparte Firmen/Freie Berufe und der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem Restkreditgeschäft aufgrund rückläufiger Einnahmen aus dem Kraftfahrzeuggeschäft unter der Prognose für 2019. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote erzielte mit 99,0 % den von uns erwarteten Wert. Die EBIT-Marge lag mit 6,6 % aufgrund eines verbesserten Kapitalanlageergebnisses über dem prognostizierten Wert. Lebensversicherung ― Beitragsanstiege im Einmalbeitragsgeschäft und im Biometriegeschäft der Bancassurance ― Anstieg des Kapitalanlageergebnisses durch höhere Realisierungen zur Finanzierung der Zinszusatzreserve WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 4.612 4.516 +2,1 % Verdiente Nettoprämien 3.493 3.379 +3,3 % Versicherungstechnisches Ergebnis -1.602 -1.421 -12,8 % Kapitalanlageergebnis 1.786 1.587 +12,7 % Operatives Ergebnis (EBIT) 131 111 +18,5 % Neuzugang, gemessen in Annual Premium Equivalent 409 389 +5,1% Einmalbeiträge 1.442 1.264 +14,1% Laufende Beiträge 265 263 +0,8 % Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent 409 389 +5,1% davon kapitaleffiziente Produkte 174 143 +21,6 % davon Biometrieprodukte 141 137 +3,4% STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum 2,1 -1,3 +3,5 Pkt. EBIT-Marge 3,8 3,3 +0,5 Pkt. Prämienvolumen und Neugeschäft Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland lagen im Segment Lebensversicherung - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - mit 4,6 (4,5) Mrd. EUR um 2,1 % über dem Vorjahr. Hierbei war ein Anstieg der Einmalbeiträge ohne Bancassurance-Biometriegeschäft um 123 Mio. EUR zu verzeichnen, der den erwartungsgemäßen Rückgang der laufenden Beiträge um 67 Mio. EUR aufgrund hoher Abläufe mehr als kompensieren konnte. Darüber hinaus wuchsen die Beitragseinnahmen aus dem biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance um 41 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge fielen die verdienten Nettoprämien mit 3,5 (3,4) Mio. EUR um 3,3 % höher aus. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - stieg durch ein höheres Neugeschäft sowohl gegen Einmalbeitrag als auch gegen laufenden Beitrag um 5,1 % auf 409 (389) Mio. EUR. Der Anteil der kapitaleffizienten Produkte, gemessen nach der Beitragssumme im Neugeschäft, erhöhte sich von 71 % im Vorjahr auf 76 % im Geschäftsjahr. Versicherungstechnisches Ergebnis Im laufenden Geschäftsjahr war ein Rückgang des versicherungstechnischen Ergebnisses auf -1,6 (-1,4) Mrd. EUR zu verzeichnen. Es wird u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Diesen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind. Kapitalanlageergebnis Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um 12,7 % auf 1,8 (1,6) Mrd. EUR. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einem höheren Abgangsergebnis zur Finanzierung der Zuführung zur Zinszusatzreserve, die wegen der deutlichen Absenkung des Zinsniveaus erforderlich war. Gleichzeitig führte das niedrige Zinsniveau zu einem Rückgang der ordentlichen Kapitalanlageerträge um 4,9 % auf 1,4 (1,5) Mrd. EUR. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erhöhte sich auf 131 (111) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum 2,1 stabil EBIT-Marge 3,8 2 - 3 Im Segment Lebensversicherung lagen die Bruttoprämieneinnahmen im Jahr 2019 aufgrund eines Zuwachses im Einmalbeitragsgeschäft über unseren Erwartungen. Der Anstieg des EBIT führte zu einer EBIT-Marge, die leicht oberhalb der Prognose lag. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT scroll In % 2019 2018 +/- Eigenkapitalrendite 5,5 4,2 +1,3 Pkt. Der Geschäftsbereich konnte sein Konzernergebnis mit 133 (102) Mio. EUR merklich steigern. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich damit auf 5,5 (4,2) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Eigenkapitalrendite 5,5 ~ 5 Das Konzernergebnis lag mit 133 (102) Mio. EUR deutlich über dem des Vorjahres, sodass die prognostizierte Eigenkapitalrendite von rund 5 % mit 5,5 % übertroffen wurde. Privat- und Firmenversicherung International ― Wachstum der gebuchten Bruttoprämien steigt währungsbereinigt um 11,8 % ― Kombinierte Schaden-/Kostenquote liegt bei 95,5 % ― Eigenkapitalrendite steigt auf 8,2 % WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 6.111 5.552 +10,1 % Verdiente Nettoprämien 5.343 4.816 +10,9 % Versicherungstechnisches Ergebnis 33 91 -63,4 % Kapitalanlageergebnis 381 321 +18,7 % Operatives Ergebnis (EBIT) 283 268 +5,6 % STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 11,8 7,4 +4,4 Pkt. Neugeschäftswert (Leben) in Mio. EUR 1 41 41 +0,9 % Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto, nur Schaden/ Unfallversicherungen) 95,5 94,3 +1,2 Pkt. EBIT-Marge 5,3 5,6 -0,3 Pkt. Eigenkapitalrendite 8,2 8,1 +0,1 Pkt. 1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. In der Region Europa akquirierte die türkische HDI Sigorta A. 5. am 29. August 2019 die türkische Ergo Sigorta A. 5., um ihre Marktpräsenz weiter auszubauen. Die Fusion der Gesellschaften erfolgte am 2. Dezember 2019. Bereits im ersten Quartal straffte der Geschäftsbereich sein Portfolio in Lateinamerika durch den Verkauf des 100-prozentigen Anteils an der HDI Seguros S. A., San Isidro, Peru. Marktentwicklung Nach wirtschaftlicher und politischer Volatilität stabilisierten sich 2019 die Versicherungsmärkte in der Region Europa. Auf dem polnischen Versicherungsmarkt hat mit dem Jahr 2018 im Kraftfahrt-Privatkundengeschäft der Eintritt in eine weiche Marktphase begonnen, die 2019 zu einem Rückgang der Durchschnittsprämie und somit auch der Wachstumsdynamik führte. Nach mehreren Quartalen des wirtschaftlichen Abschwungs verzeichnete die türkische Wirtschaft im dritten Quartal 2019 ein Wachstum von 0,9 %. Nach einem Höchststand von 25 % im September 2018 konnte die Inflation 2019 auf einem Niveau von 12 % eingedämmt werden. Auch der Wechselkurs stabilisierte sich im Vergleich zum Vorjahr und der türkische Leitzins wurde entsprechend auf 12 % gesenkt. Die Sachversicherer verzeichneten 2019 ein Wachstum von 21 % im Wesentlichen im Kraftfahrtversicherungsmarkt. Die Region Lateinamerika wies 2019 eine stabile wirtschaftliche Entwicklung auf. In Brasilien wird für das Jahr 2019 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 % erwartet. Eine mit 1,2 % Wachstum ähnliche Entwicklung kann auch der brasilianische Sachversicherungsmarkt per Ende November aufzeigen. 2019 hat der brasilianische Kongress eine Rentenreform verabschiedet, die als Schlüssel für zukünftiges nachhaltiges Wachstum gilt. Die Wirtschaft in Mexiko erwartet für 2019 ein Wachstum nahe null Prozent. Demgegenüber erwarten die Sachversicherer ein Prämienwachstum von rund 10,6 %. In Chile hatten gewaltsame Demonstrationen über mehrere Wochen des vierten Quartals 2019 erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation, die für das Gesamtjahr ein Wachstum von 1,0 % aufzeigte. Bis zum Ende des dritten Quartals wuchs der chilenische Sachversicherungsmarkt um 6,5 %. Prämienvolumen Die gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,1 % auf 6,1 (5,6) Mrd. EUR. Währungsbereinigt erhöhten sich die Bruttoprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 11,8 %. Das Prämienvolumen entwickelte sich in der Berichtsperiode in beiden Regionen positiv. In der Region Europa war ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 13,4 % auf 4,4 Mrd. EUR zu verzeichnen, vor allem getrieben durch das Prämienwachstum bei der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. um 16,3 % auf 1.638 Mio. EUR. Positive Effekte auf die gebuchten Bruttoprämien der Region hatten auch die Gesellschaften in Polen und der Türkei. Bei der polnischen TUiR WARTA S. A. erhöhte sich das Prämienvolumen um 7,5 %, getrieben von einer gestiegenen Anzahl versicherter Fahrzeuge in der Kraftfahrtversicherung. Das Prämienvolumen der türkischen HDI Sigorta A. 5. stieg währungsbereinigt um 57,1 %, vor allem getrieben von der Kraftfahrt- wie auch von der Wohngebäudeversicherung. Die neu akquirierte Ergo Sigorta A. 5. war für vier Monate sowie die im vierten Quartal 2018 erworbene Liberty Sigorta A. 5. für zwölf Monate enthalten. Währungsbereinigt betrug das Wachstum des Prämienvolumens in Europa 14,8 %. In der Region Lateinamerika stiegen die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 % auf 1.752 Mio. EUR. Währungsbereinigt betrug der Anstieg 5,9 %, was u. a. auf die positiven Entwicklungen in Mexiko und Brasilien zurückzuführen ist. Das Prämienwachstum der mexikanischen HDI Seguros S. A. betrug 10,1 % und konnte insbesondere in der Wohngebäudeversicherung durch regionale Diversifikation gesteigert werden. 46,5 % des in der Region erzielten Prämienvolumens entfielen auf die brasilianische HDI Seguros S. A. Währungskursbereinigt stiegen die gebuchten Bruttoprämien der Gesellschaft um 3,8 % auf 837 Mio. EUR wozu auch das Wachstum in der Wohngebäudeversicherung beitrug. Das Bruttoprämienwachstum in der Region Lateinamerika wurde ebenfalls positiv beeinflusst durch die erstmals ganzjährige Berücksichtigung der kolumbianischen Gesellschaften HDI Seguros S. A. und HDI Seguros de Vida S. A. Versicherungstechnisches Ergebnis Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften stieg gegenüber der Vergleichsperiode um 1,2 Prozentpunkte auf 95,5 %. Dies resultierte im Wesentlichen aus vereinheitlichten Ausweisanpassungen bei der Kostenverteilung. Die Kostenquote des Geschäftsbereichs lag mit 29,6 % um 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau (28,5 %), was neben der neuen Kostenallokation aus veränderten Portfoliostrukturen mit höherem Sachversicherungsanteil resultierte. Die Schadenquote verblieb stabil auf Vorjahresniveau. Korrespondierend mit dem gestiegenen Kapitalanlageergebnis in der Sparte Leben sank das versicherungstechnische Ergebnis in Leben um 32 Mio. EUR. Kapitalanlageergebnis Im Geschäftsjahr 2019 stieg das Kapitalanlageergebnis gegenüber der Vorjahresperiode um 18,7 % auf 381 Mio. EUR. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs stieg gegenüber der Vergleichsperiode um 11,6 %, im Wesentlichen getrieben durch ein höheres Kapitalanlagevolumen in Italien und der Türkei als auch bei der polnischen TUiR WARTA S. A. Ein höheres Zinsniveau und Kapitalanlagevolumen in Mexiko trugen ebenfalls zum Anstieg bei. Entsprechend stieg die durchschnittliche Rendite der selbst verwalteten Kapitalanlagen um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 %. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2019 mit 283 Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die Region Europa trug mit einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,0 % gestiegenen EBIT von 281 (234) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments bei, was im Wesentlichen auf die polnische TUiR WARTA S. A. zurückzuführen war. Demgegenüber wurden 50 (56) Mio. EUR des EBITs in der Region Lateinamerika generiert. Der Rückgang des EBITs in dieser Region resultierte im Wesentlichen aus der chilenischen HDI Seguros S. A., deren Ergebnis durch negative Einmaleffekte, insbesondere gewaltsame Demonstrationen im vierten Quartal und mehrere Naturkatastrophenschäden, belastet wurde. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 2,5 % auf 164 (161) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 11,8 5 - 10 Neugeschäftswert (Leben) 1 41 30 - 40 Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, nur Schaden/Unfallversicherungen) 95,5 ~ 95 EBIT-Marge 5,3 5 - 6 Eigenkapitalrendite 8,2 8 - 9 1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2019 ein währungsbereinigtes Bruttoprämienwachstum von 11,8 %, was die letztjährige Prognose übertraf. Auch der Neugeschäftswert (Leben) lag mit 41 Mio. EUR über den Erwartungen. Getrieben war die Steigerung im Wesentlichen durch die polnische Towarzystwo Ubezpieczen na Zycie "WARTA" S. A. aufgrund eines höheren Prämienvolumens in der Risikolebensversicherung. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen in Höhe von 95,5 % erreichte das prognostizierte Niveau. Auch die EBIT-Marge mit 5,3 % und die Eigenkapitalrendite mit 8,2 % erfüllten die Erwartungen für 2019. Weitere Kennzahlen GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTEN scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 6.111 5.552 +10,1 % Schaden/Unfall 4.092 3.803 +7,6 % Leben 2.018 1.749 +15,4 % Verdiente Prämien für eigene Rechnung 5.343 4.816 +10,9 % Schaden/Unfall 3.471 3.258 +6,6 % Leben 1.871 1.558 +20,1 % Versicherungstechnisches Ergebnis 33 91 -63,4 % Schaden/Unfall 160 186 -13,7 % Leben -127 -95 -33,5% Sonstige - - - Kapitalanlageergebnis 381 321 +18,7 % Schaden/Unfall 200 174 +14,9 % Leben 188 152 +24,0 % Sonstige -7 -5 -52,3 % Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) 248 215 +15,2 % Einmalbeiträge 1.728 1.465 +18,0 % Laufende Beiträge 75 68 +9,3 % Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) 248 215 +15,2 % davon kapitaleffiziente Produkte 138 117 +17,6 % davon Biometrieprodukte 68 63 +7,4 % GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONEN scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 6.111 5.552 +10,1 % davon Europa 4.359 3.843 +13,4 % davon Lateinamerika 1.752 1.695 +3,3 % Verdiente Prämien für eigene Rechnung 5.343 4.816 +10,9 % davon Europa 3.827 3.414 +12,1 % davon Lateinamerika 1.516 1.400 +8,3 % Versicherungstechnisches Ergebnis 33 91 -63,4 % davon Europa 35 38 -8,5 % davon Lateinamerika 26 57 -54,2 % Kapitalanlageergebnis 381 321 +18,7 % davon Europa 317 261 +21,5 % davon Lateinamerika 71 65 +8,9 % Operatives Ergebnis (EBIT) 283 268 +5,6 % davon Europa 281 234 +20,0 % davon Lateinamerika 50 56 -10,0 % Rückversicherung Schaden-Rückversicherung ― Bruttoprämien steigen währungsbereinigt um 20,4 % ― Nordamerika, Asien, Deutschland und strukturierte Rückversicherung mit besonders starkem Wachstum ― Leichte Verbesserungen bei Preisen und Konditionen, teils auch in schadenfreien Sparten ― Großschäden mit 956 Mio. EUR oberhalb des Budgets WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 14.781 11.976 +23,4% Verdiente Nettoprämien 12.798 10.805 +18,5 % Versicherungstechnisches Ergebnis 186 333 -44,1% Kapitalanlageergebnis 1.093 1.065 +2,6 % Operatives Ergebnis (EBIT) 1.256 1.364 -8,0 % STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 20,4 16,2 +4,2 Pkt. Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) 98,2 96,6 +1,6 Pkt. EBIT-Marge 9,8 12,6 -2,8 Pkt. Geschäftsentwicklung Das Umfeld für die weltweite Schaden-Rückversicherung war auch im Geschäftsjahr 2019 unverändert herausfordernd. Das zur Deckung von Risiken zur Verfügung stehende Kapital übersteigt seit Jahren die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. Hierfür ursächlich sind zum einen die hohen Zuflüsse von zusätzlichem alternativen Kapital aus dem Markt für die Verbriefung von Versicherungsrisiken (Insurance-Linked Securities, ILS) über die vergangenen Jahre. Als Folge davon sind die Preise für Rückversicherungsschutz seit Jahren unter Druck. Darüber hinaus limitieren die im Jahr 2019 erneut gesunkenen Zinsen die Ergebnisse aus den Kapitalanlagen und erfordern eine strikte Disziplin beim technischen Underwriting. Zugleich waren die zurückliegenden drei Jahre von hohen Belastungen aus Großschäden geprägt. In der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2019 konnten wir sowohl von bestehenden als auch von neuen Kunden eine erhöhte Nachfrage verzeichnen und dank unserer guten Position im Markt ein erfreuliches Wachstum zu auskömmlichen Konditionen erzielen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir rund 66 % unseres Portefeuilles in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) neu verhandelt. Während sich die Preiserhöhungen im Januar noch überwiegend auf schadenbetroffene Programme beschränkten, konnten wir in den unterjährigen Erneuerungsrunden des Geschäftsjahres erstmals seit Jahren eine breiter angelegte, leichte Verbesserung bei Preisen und Konditionen für Rückversicherungsschutz feststellen. In der Erstversicherung waren im Jahresverlauf ebenfalls in vielen Märkten leichte Preissteigerungen zu erkennen, die sich in Teilen auch im Rückversicherungsgeschäft niederschlugen. Absolut betrachtet sind die Erholungseffekte allerdings noch verhalten, weshalb unseres Erachtens weiterer Anpassungsbedarf besteht. Als einer der weltweit führenden Rückversicherer profitierte die Hannover Rück in den Erneuerungsverhandlungen weiterhin von ihren langjährigen stabilen Kundenbeziehungen, ihrer sehr guten Finanzstärke und dem anhaltenden Trend der Erstversicherer zur Konsolidierung ihrer Rückversicherungspartner. Angesichts der erwähnten Ratenerhöhungen und eines deutlichen Wachstums, insbesondere in den Regionen Nordamerika, Asien, Deutschland sowie in der strukturierten Rückversicherung, konnten wir im Segment Schaden-Rückversicherung unsere Position im Markt weiter verbessern. Prämienentwicklung Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung erhöhten sich um 23,4 % auf 14,8 (12,0) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 20,4 % betragen. Der Selbstbehalt fiel auf 90,3 (90,7) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 18,5 % auf 12,8 (10,8) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 15,8 % betragen. Ergebnisentwicklung Das Geschäftsjahr 2019 war, wie bereits die beiden Vorjahre, von Großschäden oberhalb unserer Erwartungen geprägt. Dabei war das erste Halbjahr erneut durch einen sehr moderaten Großschadenverlauf gekennzeichnet. Im zweiten Halbjahr lag das Schadenaufkommen dagegen deutlich über den Erwartungen. Teuerster Großschaden des Berichtsjahres war Hurrikan "Dorian", für den wir eine Nettoleistung an unsere Kunden in Höhe von 195 Mio. EUR bezahlt bzw. reserviert haben. Für Taifun "Hagibis" in Japan rechnen wir mit einer Nettobelastung von 184 Mio. EUR, während Taifun "Faxai" in Japan mit 84 Mio. EUR zu Buche schlagen sollte. Im Zusammenhang mit der Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook rechnen wir mit einem Nettoschaden von rund 86 Mio. EUR. Insgesamt lag unsere Netto-Großschadenbelastung damit bei 956 (850) Mio. EUR und überschritt das von uns vorgesehene Großschadenbudget von 875 Mio. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel auf 186 (333) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verschlechterte sich auf 98,2 (96,6) % und lag damit über unserem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 97 %. Ein Grund hierfür war neben den hohen Schäden des Geschäftsjahres und Nachmeldungen für Vorjahresschäden auch unser weiterhin konservativer Reservierungsansatz. Operatives Ergebnis und Kaptalanlageergebnis Das Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung entwickelte sich erfreulich. Es verbesserte sich um 2,6 % auf 1.093 (1.065) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 8,0 % auf 1.256 (1.364) Mio. EUR. Die EBIT-Marge sank auf 9,8 (12,6) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 20,4 signifikantes Wachstum Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) 98,2 < 97 EBIT-Marge 9,8 > 10 Das Ziel eines signifikanten währungskursbereinigten Wachstums der gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung wurde erreicht. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 20,4 % betragen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verschlechterte sich auf 98,2 (96,6) % und lag damit über dem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 97 %. Grund hierfür war neben den hohen Schäden des Geschäftsjahres und Nachmeldungen für Vorjahresschäden auch ein weiterhin konservativer Reservierungsansatz. Die EBIT-Marge sank auf 9,8 (12,6) %, womit der Zielwert einer EBIT-Marge von mindestens 10 % nahezu erreicht wurde. Personen-Rückversicherung ― Bruttoprämienvolumen steigt währungsbereinigt um 6,7 % ― Ergebnisverbesserung im US-Mortalitätsbestandsgeschäft nach Maßnahmen des Vorjahres ― Außerordentlicher Ertrag in der Kapitalanlage durch Neubewertung einer Beteiligung WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In Mio. EUR 2019 2018 +/- Gebuchte Bruttoprämien 7.816 7.200 +8,6 % Verdiente Nettoprämien 6.932 6.484 +6,9 % Versicherungstechnisches Ergebnis -411 -416 +1,3 % Kapitalanlageergebnis 682 491 +39,0 % Operatives Ergebnis (EBIT) 562 262 +114,5 % STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 +/- Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 6,7 4,6 +2,1 Pkt. Neugeschäftswert 1 in Mio. EUR 333 146 +128,6 % EBIT-Wachstum 2 114,5 14,4 +100,1 Pkt. 1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. 2 Durchschnittliches jährliches Wachstum 2017 -2019 gemäß strategischer Zieldefinition: +19,3 % Geschäftsentwicklung Die globalen Personen-Rückversicherungsmärkte sind unverändert von einem intensiven Wettbewerb und einem im Berichtsjahr in vielen Regionen erneut verschärften Niedrigzinsumfeld geprägt. Insbesondere in Europa und Nordamerika sind die Zinsen im Verlauf des Berichtsjahres erneut unter Druck geraten. Dies wirkte sich - wenngleich auch nur moderat - auf die Kapitalanlageergebnisse der Erst- und Rückversicherer aus. Zudem belastete die Zinsentwicklung teilweise die Profitabilität unterliegender Lebensversicherungsprodukte. Gleichzeitig ergaben sich daraus aber mitunter zusätzliche Geschäftschancen für kapitalstarke Rückversicherer wie die Hannover Rück, etwa im Bereich Financial Solutions, wo wir unseren Kunden individuelle Rückversicherungslösungen zur Verbesserung ihrer Solvenz-, Liquiditäts- und Kapitalsituation anbieten. Überaus erfreulich verlief für uns u. a. das Geschäft mit der Absicherung von Langlebigkeitsrisiken. Global betrachtet war hier die Nachfrage nach entsprechenden Rückversicherungslösungen unverändert hoch. Ein Treiber waren die hohen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft bei Erstversicherern und Pensionsfonds. Im Rahmen unserer Strategie kooperieren wir mit InsurTechs und anderen Start-ups, um gemeinsam mit unseren Erstversicherungskunden neue Ansätze und Lösungen zu entwickeln. Um ihnen den Zugang zu innovativen Lösungen zu erleichtern, haben wir im Februar die Innovationsplattform "hr | equarium" gestartet. Diese ermöglicht einerseits unseren Zedenten den Zugang zu einer Vielzahl von versicherungsspezifischen Produkten und Lösungen. Andererseits erhalten InsurTechs und andere Start-ups Zugang zu unserem globalen Kundennetzwerk. Prämienentwicklung Die gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen um 8,6 % auf 7,8 (7,2) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 6,7 % betragen und lag damit leicht über unseren Erwartungen eines Wachstums von 3 % bis 5 %. Der Selbstbehalt lag bei 89,5 (90,7) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 6,9 % auf 6,9 (6,5) Mrd. EUR); währungskursbereinigt hätte das Wachstum 5,1 % betragen. Operatives Ergebnis und Kapitalanlageergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich leicht auf -411 (-416) Mio. EUR. Sehr erfreulich entwickelte sich das Kapitalanlageergebnis. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch einen Einmalertrag in Höhe von 99,5 Mio. EUR aus der erfolgswirksamen Auflösung stiller Reserven, die durch eine Umstrukturierung einer Beteiligung notwendig geworden war. Der Anteil der Hannover Rück blieb dabei unverändert. Insgesamt stieg das Kapitalanlageergebnis des Segments um 39,0 % auf 682 (491) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) verdoppelte sich auf 562 (262) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) 6,7 moderates Wachstum Neugeschäftswert 1 in Mio. EUR 333 > 110 EBIT-Wachstum 2 114,5 > 5 1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. 2 Durchschnittliches jährliches Wachstum 2017 -2019 gemäß strategischer Zieldefinition: +19,3 % Die gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen währungskursbereinigt um 6,7 %; sie lagen damit leicht über der Erwartung eines moderaten Wachstums. Der Neugeschäftswert lag mit 333 Mio. EUR deutlich über der Prognose von mehr als 110 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) verdoppelte sich auf 562 (262) Mio. EUR und übertraf damit den langfristigen Zielwert eines mehr als fünfprozentigen Anstiegs deutlich. Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt STEURUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT scroll In % 2019 2018 +/- Eigenkapitalrendite 13,3 13,0 +0,4 Pkt. Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung stieg um 14,4 % auf 619 (540) Mio. EUR; auch die Eigenkapitalrendite stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 13,3 %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen Prognose STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENTE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INGESAMT scroll In % Ist 2019 Prognose für 2019 aus dem Geschäftsbericht 2018 Eigenkapitalrendite 13,3 ~ 14 Der Geschäftsbereich Rückversicherung steigerte sein Konzernergebnis im Berichtsjahr auf 619 (540) Mio. EUR, was einem Zuwachs von 14,4 % entspricht. Die Eigenkapitalrendite für den Geschäftsbereich Rückversicherung lag bei 13,3 % und blieb damit unterhalb der Prognose. Konzernfunktionen ― Talanx AG zeichnet seit 2019 erstmals versicherungstechnische Risiken ― Gebuchte Bruttoprämien erhöhen sich um 20 % Die Talanx AG hat eine Rückversicherungslizenz durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten und zeichnet seit 2019 erstmals versicherungstechnische Risiken. Dadurch können wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung auf Holdingebene bündeln, um gruppenweit Diversifizierungseffekte zu nutzen, zusätzliche Ergebnispotenziale zu heben und konzernübergreifende Schutzdeckungen besser implementieren zu können. Die Bündelung der konzerninternen Rückversicherung hat bereits dazu geführt, dass u. a. Standard & Poor's das Emittentenrating der Talanx AG von A- auf A+ erhöht hat. Rückversicherungsspezialisten im Konzern Im Segment Konzernfunktionen weisen wir versicherungstechnisches Geschäft aus, das insbesondere über die HDI Reinsurance (Ireland) SE (vormals: Talanx Reinsurance (Ireland) SE) gezeichnet und seit 2019 über einen Quotenrückversicherungsvertrag teilweise an die Talanx AG zediert wird. Im Jahr 2019 betrugen die gebuchten Bruttoprämien aus diesem Geschäft 64 (53) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen betrug 2019 -15 (-5) Mio. EUR und war geprägt durch eine zusätzliche Reservebildung im Zusammenhang mit der Aufnahme des Versicherungsgeschäftes durch die Talanx AG. Kapitalanlagespezialisten im Konzern Die Ampega Asset Management GmbH (vormals: Talanx Asset Management GmbH) betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns stiegen auf 123 (112) Mrd. EUR. Der Beitrag der beiden Gesellschaften und der Ampega Real Estate GmbH (vormals: Talanx Immobilien Management GmbH) in Summe zum operativen Ergebnis im Segment betrug 2019 insgesamt 51 (55) Mio. EUR. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Das vierte Quartal 2019 verlief gemäß BVI-Verbandsstatistik generell für die Investmentbranche gut: Dies zeigt sich in steigenden Aktienkursen, einem stabilen - wenngleich niedrigen - Zinsniveau und Mittelzuflüssen sowohl im Privatkunden- als auch institutionellen Geschäft. Damit vollzog sich gegenüber den Vorquartalen eine positive Wende, die sich in deutlich gestiegenen Assets under Management gegenüber 2018 niederschlug. Der Gesamtnettomittelzufluss im Jahr 2019 liegt trotz des guten Schlussquartals allerdings am Gesamtmarkt unter den sehr guten Vorjahren. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens stieg um 16,1 % auf 27,8 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (23,9 Mrd. EUR). Die Hälfte des Gesamtvolumens, nämlich 12,7 (11,5) Mrd. EUR, wird im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 7,3 (6,0) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 7,7 (6,4) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung betrieben als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen reduzierte sich 2019 auf -8 (0) Mio. EUR, im Wesentlichen aufgrund einer zusätzlichen Reservebildung im Zusammenhang mit der Aufnahme des Versicherungsgeschäftes durch die Talanx AG sowie durch die im Vorjahreszeitraum enthaltene Erfolgsprämie für die Platzierung einer Anleihe mit einem Volumen von 832 Mio. EUR zur Finanzierung des Offshore-Windparks "Borkum Riffgrund 2". Das 2019 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Finanzierungszinsen -97 (-80) Mio. EUR. Vermögens- und Finanzlage Vermögenslage ― Bilanzsumme um 15,4 Mrd. EUR auf 177,6 Mrd. EUR gestiegen ― Kapitalanlagen machen 76 % der Bilanzsumme aus VERMÖGENSSTRUKTUR scroll In Mio. EUR 2019 20181 Immaterielle Vermögenswerte 1.998 1 % 1.953 1 % Kapitalanlagen 134.104 76 % 122.831 76 % Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 11.824 7 % 9.990 6 % Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 8.483 5 % 8.506 5 % Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 8.525 5 % 7.251 4 % Abgegrenzte Abschlusskosten 5.940 3 % 5.358 3 % Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 3.518 2 % 3.362 2 % Aktive Steuerabgrenzung 326 0 % 465 0 % Sonstige Vermögenswerte 2.819 2 % 2.457 2 % Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 57 0 % 15 0 % Summe der Aktiva 177.594 100 % 162.188 100 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. Wesentliche Entwicklungen der Vermögensstruktur Die Erhöhung unserer Bilanzsumme ist vor allem auf den Zuwachs der Kapitalanlagen (+13,1 Mrd. EUR) zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte von 2,0 (2,0) Mrd. EUR enthalten sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP) in Höhe von 893 (895) Mio. EUR und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.105 (1.058) Mio. EUR. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEIL scroll In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018 Sonstige immaterielle Vermögenswerte vor Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. inklusive latenter Steuern 893 895 davon ab: Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 108 104 davon ab: Versicherungsnehmeranteil 253 284 davon ab: latente Steuern 62 63 Sonstige immaterielle Vermögenswerte nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. nach latenten Steuern 470 444 Korrespondierend zum Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 1,8 (Rückgang im Vorjahr um 1,1) Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag die Vermögenswerte der HDI Seguros de Vida S. A., Santiago, Chile, in Höhe von 15 Mio. EUR und Immobilienbestände in Höhe von 42 (6) Mio. EUR aus. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Vermögenswerte der HDI Seguros S. A., San Isidro, Peru, in Höhe von insgesamt 9 Mio. EUR ausgewiesen. (Siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen".) Kapitalanlagemanagement und -ziele 2019 war weiterhin geprägt durch ein Niedrigzinsumfeld. Der Leitzins im Euroraum lag zum Berichtsstichtag unverändert bei 0,0 %. Die Geldpolitik divergierte in den Wirtschaftsräumen. Das Wachstum der Weltwirtschaft wurde 2019 durch die hohe handelspolitische Unsicherheit im Zuge der protektionistischen US-Handelspolitik, anhaltende Sorgen vor einem ungeordneten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU und geopolitische Konflikte signifikant belastet und dürfte auf das tiefste Niveau seit der globalen Finanzmarktkrise 2009 gefallen sein. Zum Jahresende lagen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen bei ca. -0,19 % und damit ca. 43 Basispunkte unter dem Jahresbeginn. Die zweijährigen erholten sich zum Jahresende minimal auf ca. -0,63 (-0,66) % und die fünfjährigen lagen bei -0,49 (-0,30) % und damit liegen alle vorgenannten Zinssätze im negativen Bereich. Neben den Zinseffekten wirkte sich die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Kurs lag am 31. Dezember 2018 bei 1,15 USD je EUR. Im Geschäftsjahresverlauf gewann der USD ca. 2,2 % gegenüber dem EUR und lag zum Jahresende bei 1,12 USD je EUR. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 23,2 (21,3) Mrd. EUR und entsprach unverändert 19 (19) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und wohlfunktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer ständigen Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Diverse bestehende Instrumente zur Risikomessung und -steuerung wurden an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. 75 (78) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb weiterhin die wichtigste Anlageklasse. Kapitalanlageentwicklung ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN In Mio. EUR Der gesamte Kapitalanlagebestand stieg zum Ende des Geschäftsjahres 2019 auf 134,1 (122,8) Mrd. EUR. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg um 9,6 % auf 122,6 Mrd. EUR. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist vorrangig durch den Anstieg der Bewertungsreserven in der Position "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" (+4,0 Mrd. EUR) sowie die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Zudem wirkte die Begebung einer Anleihe der Hannover Rück SE im vierten Quartal positiv. Der Bestand an Investmentverträgen weist mit 1,2 Mrd. EUR im Vergleich zum Jahresbeginn (1,0 Mrd. EUR) einen leichten Bestandsanstieg auf. Die Depotforderungen stiegen im Berichtsjahr um 0,4 Mrd. EUR auf 10,3 Mrd. EUR. Vorrangig ist dieser Anstieg auf das Segment Schaden-Rückversicherung zurückzuführen. Auch 2019 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 3,4 (3,0) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN 2019/2018 ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSEN scroll In Mio. EUR 2019 2018 Fremd genutzter Grundbesitz 3.193 3 % 2.985 3 % Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 398 0 % 206 0 % Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 337 0 % 265 0 % Darlehen und Forderungen Darlehen inkl. Hypothekendarlehen 413 0 % 460 0 % Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche Schuldner sowie festverzinsliche Wertpapiere 27.228 22 % 28.684 26 % Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 336 0 % 409 0 % Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente Festverzinsliche Wertpapiere 81.483 66 % 70.165 63 % Nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.067 2 % 1.799 2 % Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente Festverzinsliche Wertpapiere 1.128 1 % 1.344 1 % Nicht festverzinsliche Wertpapiere 147 0 % 126 0 % Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente Festverzinsliche Wertpapiere - 0 % - 0 % Nicht festverzinsliche Wertpapiere 122 0 % 131 0 % Derivate 1 321 0 % 239 0 % Übrige Kapitalanlagen 5.465 4 % 5.055 5 % Selbst verwaltete Kapitalanlagen 122.638 100 % 111.868 100 % 1 Derivate nur mit positiven Marktwerten Festverzinsliche Wertpapiere Der Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) stieg im Geschäftsjahr 2019 um 9,6 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 110,2 (100,6) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit weiterhin 82 (82) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, nach wie vor den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" machen 74 (70) % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere aus und sind um 11,3 Mrd. EUR auf 81,5 (70,2) Mrd. EUR deutlich angestiegen. Dabei wurde hauptsächlich in Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Pfandbriefe investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven -sind, insbesondere aufgrund des erneut rückläufigen Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen und teils deutlich gesunkener Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen, seit dem Jahresende 2018 beträchtlich von 1,7 Mrd. EUR auf 5,6 Mrd. EUR gestiegen. Die Volatilität der "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" schlägt sich im Eigenkapital nieder. In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Den wesentlichen Bestand stellen weiterhin Pfandbriefe dar. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 27,6 (29,1) Mrd. EUR und stellt damit 25 (29) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) stiegen deutlich auf 5,1 (3,8) Mrd. EUR. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2019 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 44,7 (43,1) Mrd. EUR. RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE 2019/2018 Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 75 (78) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 5,1 (4,1) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,1 (3,7) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Der Bestandsaufbau beruht auch auf dem Wachstum unserer Geschäftstätigkeit im außereuropäischen Segment. Siehe hierzu unsere Darstellung im "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des Konzernlageberichts. Aktien und Aktienfonds Im Laufe des Geschäftsjahres lag der Aktienbestand mit rund 1,2 (1,1) Mrd. EUR auf dem Niveau des Vorjahresstichtag. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 0,9 (0,9) %. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") stiegen um 92 Mio. EUR und betragen nunmehr 166 (74) Mio. EUR. Immobilien inklusive Anteile an Immobilienfonds Auch das Jahr 2019 zeigte mit einem Transaktionsvolumen von deutlich mehr als 90 Mrd. EUR erneut Rekordzahlen. Befeuert durch das niedrige Zinsumfeld und nach wie vor positive gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen zeigte der deutsche Investmentmarkt eine sehr gute Performance. Diese wurde unterstützt durch ein historisch niedriges Leerstandsniveau bei Büroflächen, was wiederum entsprechende Auswirkungen auf das Mietpreisniveau hatte. Die Anlagenklasse "Büro" blieb mit einem Anteil von ca. 40 % am gesamten Marktvolumen sehr beliebt, gefolgt von Wohnimmobilien, die knapp ein Viertel des Gesamtvolumens an sich ziehen konnten. Gemischt genutzte innerstädtische Geschäftshäuser sowie klassische Fachmarktzentren waren im Handelssegment gefragt. Durch die ausgesprochen geringe Nachfrage nach Shoppingcentern war das Gesamtsegment "Einzelhandelsimmobilien" im vergangenen Jahr aber unter Druck; nur noch ein 12-%-Anteil am Gesamtmarkt wurde verzeichnet. Korrespondierend zu diesem Marktumfeld sind die Spitzenrenditen insbesondere im Bürosektor abermals zurückgegangen und betragen zum Jahresende 2019 nur noch rund 2,9 %. Auch die Renditen für Logistikimmobilien verzeichnen historische Niedrigstwerte (ca. 3,75 %). Der Vermietungsumsatz von Büroflächen an den Top-7-Standorten hat mit knapp mehr als 4 Mio. m 2 erneut Rekordwerte erreicht. Insbesondere München und Berlin waren stark repräsentiert. Die Leerstandsquote an den Top-7-Standorten notierte Ende 2019 bei exakt 3 %. Im Jahr 2019 wurden ca. 1,1 Mio. m 2 Bürofläche fertiggestellt, was das höchste Fertigstellungsvolumen seit dem Jahre 2010 markiert. Für das Jahr 2020 werden knapp 2 Mio. m 2 Bürofertigstellungen erwartet und für den Zeitraum 2021 sogar ca. 2,6 Mio. m 2 . Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremd genutzten Immobilien 3,2 (3,0) Mrd. EUR. Hinzu kommen 1.170 (985) Mio. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremd genutzten Immobilienbestand in Höhe von 61 (57) Mio. EUR vorgenommen. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 9 (4) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 7 (15) Mio. EUR. Diesen Abschreibungen standen Zuschreibungen von 1 (6) Mio. EUR, im Wesentlichen für fremd genutzte Immobilien, gegenüber. Die Immobilienquote einschließlich der Investments in Immobilienfonds beträgt unverändert 3 %. Infrastrukturinvestments Ein wesentlicher Bestanteil des Asset Managements entfällt auf Investitionen in Infrastrukturprojekte. Deren Nachfrage ist weitgehend unabhängig von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen und für institutionelle Investoren daher sehr gut planbar. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unserem Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitätsund Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Windparks, Solarparks, Stromnetzen, Parkhäusern und Public-Private-Partnership (PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. 2019 hat die Talanx ihr Infrastruktur-Portfolio unter anderem durch Projekte im Schienenverkehr sowie im Bereich Photovoltaik weiter ausbauen und diversifizieren können. Zum Jahresende 2019 sind durch den Talanx Konzern insgesamt rund 2,5 (2,1) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekte investiert worden. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 30 bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 50 bis 200 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Kapitalanlageergebnis ENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSES scroll In Mio. EUR 2019 2018 Ordentliche Kapitalanlageerträge 3.503 3.445 davon laufende Erträge aus Zinsen 2.713 2.711 davon Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen 35 7 Realisiertes Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen 938 584 Zu-/Abschreibungen auf Kapitalanlagen -169 -180 Unrealisiertes Ergebnis aus Kapitalanlagen 131 -12 Sonstige Kapitalanlageaufwendungen 272 261 Ergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 4.130 3.576 Depotzinsergebnis 190 192 Ergebnis aus Investmentverträgen 3 -1 Gesamt 4.323 3.767 Vor allem wegen dem im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegenen Ergebnis aus Realisierungen und dem verbesserten unrealisierten Ergebnis lag das Kapitalanlageergebnis mit 4.323 (3.767) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau. Dadurch ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite von 3,5 (3,3) %. Der Anstieg der ordentlichen Kapitalanlageerträge um 58 Mio. EUR auf 3.503 (3.445) Mio. EUR ist im Wesentlichen auf erhöhte Erträge aus Immobilien zurückzuführen. Trotz der weiterhin niedrigen Zinsen sind die ordentlichen Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren, u. a. durch den Bestandsaufbau, stabil (2,7 [2,7] Mrd. EUR). Sie bilden weiterhin den wesentlichen Bestandteil des Ergebnisses. Auch der zunächst deutliche Rückgang des Zinsniveaus und eine moderate Erholung des Renditeniveaus im weiteren Jahresverlauf führten zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 2,7 %, dieser liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 3,0 %. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr stark über dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 938 (584) Mio. EUR. Die deutliche Verbesserung von 353 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf regelmäßige Portfolioumschichtungen in allen Segmenten und zusätzlich aus der Anforderung zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (HGB) der Lebensversicherungen und Pensionskassen zurückzuführen. Darüber hinaus ist ein Einmalertrag in Höhe von 100 Mio. EUR aus der erfolgswirksamen Auflösung stiller Reserven durch Neubewertung der Beteiligung an der Viridium enthalten. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Berichtszeitraum per saldo geringere Abschreibungen erforderlich. Diese betragen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen (2 [6] Mio. EUR) insgesamt 169 (180) Mio. EUR. Davon entfielen 95 (89) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien und Infrastrukturinvestments. Außerplanmäßige Abschreibung entfielen mit 11 (24) Mio. EUR auf Aktien, mit 9 (4) Mio. EUR auf Immobilien, mit 2 (12) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere und mit 55 (56) Mio. EUR auf sonstige Kapitalanlagen. Letztere betreffen vornehmlich Wertminderungen auf alternative Kapitalanlagen. Das unrealisierte Ergebnis erhöhte sich stark von -12 Mio. EUR auf 131 Mio. EUR. Der Anstieg ist auf Marktwertveränderungen unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände zurückzuführen. Darin enthalten ist unter anderem das unrealisierte Ergebnis aus ModCo-Derivaten im Segment Personen-Rückversicherung in Höhe von 8 (-12) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung", Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". KAPITALANLAGEERGEBNIS NACH KONZERNSEGMENTEN 1 1 Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Währungseinflüsse Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 19 (19) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe 7 (7) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil der Kapitalanlagen in Fremdwährungen innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen beträgt zum Stichtag 34 (32) %. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: KAPITALANLAGEN 2019/2018 Finanzlage Analyse der Kapitalstruktur ― Eigenkapital mit 16,6 Mrd. EUR um 2,3 Mrd. EUR über dem Niveau des Vorjahres (14,3 Mrd. EUR) ― Versicherungstechnische Rückstellungen um 8,6 Mrd. EUR auf 125,6 Mrd. EUR gestiegen KAPITALSTRUKTUR scroll In Mio. EUR 2019 20181 Eigenkapital 16.610 9 % 14.261 9 % Nachrangige Verbindlichkeiten 3.479 2 % 2.738 2 % Versicherungstechnische Rückstellungen 125.614 71 % 117.042 72 % Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird 11.824 7 % 9.990 6 % Andere Rückstellungen 3.816 2 % 3.681 2 % Verbindlichkeiten 14.081 8 % 12.781 8 % Passive Steuerabgrenzung 2.160 1 % 1.689 1 % Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 9 0 % 6 0 % Summe der Passiva 177.594 100 % 162.188 100 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. Wesentliche Entwicklungen der Kapitalstruktur Insgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 7,9 % bzw. 8,6 Mrd. EUR auf 117,4 (108,8) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel mit 3,7 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, mit 2,8 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen und mit 1,2 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge. Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung. Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 88,3 (89,4) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 15,5 (13,0) Mrd. EUR. Außerbilanzielle Geschäfte Die bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" erläutert. Asset-Liability-Management Die Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 102. Die sogenannte Effective Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 8,3 (7,9). Dies entspricht einer sogenannten Macaulay Duration von 8,2 (8,1). Im Unterschied zur Macaulay-Duration und zur Modified Duration ist die Effective Duration für nahezu alle Wertpapiertypen des Fremdkapitals definiert, insbesondere auch für kündbare, indizierte und strukturierte Wertpapiere, sodass Hilfsdefinitionen weitgehend entfallen. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 10,83 (10,8) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,54 (4,85) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. KAPITALMANAGEMENTPROZESS Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe: ― Basic Own Funds oder Basiseigenmittel ― Solvency Capital Required Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut). Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency II) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock). Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-II-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindest-Kapitaladäquanz von 200 % an. Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die starke Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. Liquidität, wenn immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Unternehmensebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. Eigenkapital Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTE scroll In Mio. EUR 2019 20181 Summe Eigenkapital 16.610 14.261 davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 6.461 5.548 Bilanzsumme 177.594 162.188 Eigenkapitalquote 9,4 % 8,8 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITE scroll In Mio. EUR 2019 2018 Konzernergebnis 1 923 703 Eigenkapitalrendite 2 9,8 % 8,0 % 1 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 2 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Entwicklung des Eigenkapitals In der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 2.349 Mio. EUR - dies entspricht einem Anstieg von 16,5 % - auf 16.610 (14.261) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 10.149 (8.713) Mio. EUR. Die deutliche Erhöhung der nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 922 Mio. EUR auf 665 Mio. EUR sowie das Periodenergebnis, das in Höhe von 923 (703) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde, haben kumuliert mit dem eigenkapitalreduzierenden Effekt der Dividendenzahlung in Höhe von 367 (354) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums zu einem Anstieg des Konzernanteils um 1.436 Mio. EUR (16,5 %) geführt. Der Anstieg der übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung der stillen Reserven aus Kapitalanlagen (+2.825 Mio. EUR bzw. +156,0 %) und dem Anstieg des kumulierten Ergebnisses aus der Währungsumrechnung (+112 Mio. EUR bzw. +54,9 %). Diesem Anstieg wirkte die Entwicklung der Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (-1.911 Mio. EUR bzw. -90,2 %) sowie der geringe Rückgang des Bewertungsergebnisses aus Cashflow-Hedges (-3 Mio. EUR bzw. -1,2 %) entgegen. Der Anstieg der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen von 1.811 Mio. EUR auf 4.636 Mio. EUR korrespondiert mit den im Laufe des Berichtszeitraums beobachteten Rückgänge, sowohl der Spreads als auch des risikofreien Zinssatzes. Die Währungskursentwicklung -insbesondere die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro -führt zu einem Anstieg des kumulierten Ergebnisses aus der Währungsumrechnung auf -93 (-204) Mio. EUR. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 913 Mio. EUR - dies entspricht 16,5 % - auf 6,5 Mrd. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenüberschuss beläuft sich auf 748 (656) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 402 (380) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE 1 EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER scroll In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018 Segment Industrieversicherung 2.378 2.364 davon Minderheiten 62 - Privat- und Firmenversicherung Deutschland 2.572 2.443 davon Minderheiten 76 61 Privat- und Firmenversicherung International 2.335 2.149 davon Minderheiten 251 231 Rückversicherung 11.166 9.491 davon Minderheiten 6.654 5.773 Konzernfunktionen -1.889 -2.228 davon Minderheiten - - Konsolidierung 47 42 davon Minderheiten -582 -517 Gesamtes Eigenkapital 16.610 14.261 Konzerneigenkapital 10.149 8.713 Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 6.461 5.548 1 Das Eigenkapital der Geschäftsbereiche ist definiert als Residualgröße aus Geschäftsbereichsaktiva und -passiva. Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.186 (1.141) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR, eine Nachranganleihe in Höhe von 750 (750) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 45 (41) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. Entwicklung der nicht bilanzierten Bewertungsreserven In der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 5,1 (3,8) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremd genutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten". EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVEN scroll In Mrd. EUR 2019 2018 Konzerneigenkapital 16,6 14,3 Nicht bilanzierte Bewertungsreserven vor Steuern inklusive der den Versicherungsnehmern und den nicht beherrschenden Gesellschaftern am Eigenkapital zustehenden Anteile 5,6 4,4 Liquidität und Finanzierung Die liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht. Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2019 zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien mit einem Volumen von jeweils 250 Mio. EUR. Die Kreditlinien besitzen eine Laufzeit bis 2021 bzw. max. 2023. Zum Bilanzstichtag sind diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Siehe auch Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26. Zudem besteht mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung, wonach der Konzern die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel: "Sonstige Angaben", Anmerkung "Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen". Die Hannover Rück SE hat im Oktober 2019 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt mit einer Laufzeit von 20 Jahren platziert. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 9. Juli 2029 möglich. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 18. Im Vorjahr emittierte der Hannover Rück-Teilkonzern eine Anleihe in Höhe von 750 Mio. EUR und einer Laufzeit von zehn Jahren. Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiko" Analyse Fremdkapital Mit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALS scroll In Mio. EUR 2019 2018 Nachrangige Anleihen der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 999 997 Nachrangige Anleihen der Talanx AG 750 750 Nachrangige Anleihen der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. 500 500 Nachrangige Anleihe der Hannover Rück SE 1.186 446 Nachrangiges Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. 27 27 Nachrangige Anleihe der HDI Assicurazioni S. p. A. 14 14 Begebene Anleihen der Talanx AG 1.065 1.065 Begebene Anleihen Hannover Rück SE 743 743 Hypothekendarlehen der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG 145 169 Darlehen aus Infrastrukturinvestments 93 102 Hypothekendarlehen der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. 129 97 Hypothekendarlehen der Real Estate Asia Select Fund Limited 121 57 Sonstiges 15 16 Gesamt 5.787 4.983 Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 und 26. Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung Für den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSES scroll In Mio. EUR 2019 2018 Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 6.972 3.823 Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit -6.654 -3.538 Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit -203 -92 Veränderung des Finanzmittelfonds 116 193 Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen geprägt. Die Erhöhung resultiert vordergründig auch aus der Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von Versicherungsnehmern getragen wird. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich bestimmt durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten und berücksichtigt die Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen. Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr sowie die Aufnahme nachrangiger Verbindlichkeiten beeinflusst. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Darstellung zur Überleitung der Schulden aus Finanzierungstätigkeit im Konzernanhang (KonzernKapitalflussrechnung) bzw. die Erläuterungen in den Anmerkungen 18 und 26. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 156 Mio. EUR auf 3,5 Mrd. EUR erhöht. Ratings der Gruppe Der Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und A. M. Best im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann, letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft. Unmittelbar zu Beginn des Berichtsjahres sind für einige Talanx Gesellschaften Ratingentscheidungen getroffen worden, die die modifizierte Strategie der Talanx reflektieren. S&P und A. M. Best hatten der Talanx AG erstmals ein Finanzstärkerating verliehen. Bei S&P liegt dieses bei A+ ("Strong") mit stabilem Ausblick, bei A. M. Best bei A ("Excellent"), ebenfalls mit einem stabilen Ausblick. Mit dem Erhalt der Rückversicherungslizenz durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Dezember 2018 ist die Talanx AG von den Ratingagenturen als operativ tätige Holdinggesellschaft klassifiziert worden. Mit dem Wechsel des konzerninternen Mehrheitsaktionärs hatte sich zu Beginn des Berichtsjahres zudem das Rating der HDI Global Specialty SE geändert, die jetzt als Kerngesellschaft der Talanx Erstversicherungsgruppe klassifiziert wird. Entsprechend hat die HDI Global Specialty SE nunmehr ein Finanzstärkerating von A+ (Outlook Stable) bei S&P und bei A. M. Best eines von A, ebenfalls mit einem stabilen Ausblick. Finanzstärkeratings (Financial Strength Ratings) Emittentenratings (Issuer Credit Ratings) FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNE scroll Standard & Poor's A. M. Best Rating Ausblick Rating Ausblick Talanx Konzern 1 - - A Stable Talanx Erstversicherungsgruppe 2 A+ Stable - - Hannover RückTeilkonzern 3 AA- Stable A+ Stable 1 Bezeichnung bei A. M. Best: "HDI V. a. G. and a number of its insurance subsidiaries" 2 Teilkonzern Erstversicherungen unter Einbezug des HDI V. a. G. (Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International) und seine wesentlichen Kerngesellschaften 3 Hannover Rück SE und wesentliche Kerngesellschaften; entspricht dem Geschäftsbereich Rückversicherung des Talanx Konzerns Die S&P-Ratings der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück blieben - ebenso wie jeweils der stabile Ausblick - im Berichtsjahr unverändert. Das Finanzstärkerating der Talanx Erstversicherungsgruppe wurde im August 2019 mit A+, Outlook Stable, bestätigt. Dabei bescheinigte S&P ihr eine gut fundierte regionale Diversifikation und eine extrem starke Kapitalisierung. Außerdem bestätigte S&P im Juli 2019 das Finanzstärkerating der Hannover Rück-Gruppe, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Insbesondere das Geschäftsrisikoprofil und die sehr gute Diversifizierung wurden von S&P als Stärken genannt. Eine Hochstufung bei S&P haben zudem die beiden südafrikanischen Tochtergesellschaften der Hannover Rück, Hannover Reinsurance Africa Ltd. und Hannover Life Reassurance Africa Ltd., im Berichtsjahr erfahren. Basierend auf der von der Hannover Rück SE gegebenen Garantie werden diese nunmehr auch mit AA- und einem stabilen Ausblick eingestuft. Die S&P-Finanzstärkeratings der weiteren Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Bei A. M. Best sind die gerateten Erstversicherungsgesellschaften im Talanx Konzern mit einem Finanzstärkerating von A ("Excellent") mit stabilem Ausblick ausgestattet. Der Teilkonzern Hannover Rück wird mit A+ ("Superior") bei einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete die unverändert sehr gute Ratingvergabe für die beiden Teilkonzerne mit der ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation. Zudem wurde im Berichtsjahr die Gesellschaft PVI Reinsurance Corporation von A. M. Best hochgestuft. Dieser Gesellschaft wurde nunmehr ein Finanzstärkerating von B++ ("Good"), Outlook Stable, zugewiesen. EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS) scroll Standard & Poor's A. M. Best Rating Ausblick Rating Ausblick Talanx AG A+ Stable a+ Stable Hannover Rück SE AA- Stable aa Stable Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen als gut bewertet. S&P hat im August 2019 das Emittentenrating der Talanx AG mit A+ bei stabilem Ausblick bestätigt. Damit liegt dieses Rating auf demselben Niveau wie die Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften in der Talanx Erstversicherungsgruppe. A. M. Best hat im September 2019 ebenfalls das Emittentenrating der Talanx AG mit a+, Outlook Stable, bestätigt. Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen emittierten Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" bzw. Anmerkung 26 "Begebene Anleihen" im Konzernanhang aufgeführt. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG, detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). Talanx AG (Kurzfassung nach HGB) Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird. Ertragslage GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB) scroll In Mio. EUR 2019 2018 Versicherungstechnische Rechnung Ergebnis vor Schwankungsrückstellung -6 - Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen -2 - Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -7 - Nichtversicherungstechnische Rechnung Erträge aus Kapitalanlagen 836 586 Aufwendungen für Kapitalanlagen 5 122 Sonstige Erträge 30 4 Sonstige Aufwendungen 256 242 Ergebnis des allgemeinen Geschäfts 606 226 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 599 226 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 17 14 Jahresüberschuss 582 212 Die Talanx AG hat am 21. Dezember 2018 die Rückversicherungslizenz durch die BaFin erhalten und kann seit Januar 2019 als Rückversicherer Risiken aus dem Bereich Nicht-Leben zeichnen. Die Talanx AG wird Risiken von Konzerngesellschaften der Erstversicherungsgruppe decken. Daraus ergibt sich ein erstmaliger Ausweis der versicherungstechnischen Rechnung. Im Geschäftsjahr lag das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung bei -7 (-) Mio. EUR, wobei hier neben den versicherungstechnischen Anlaufverlusten vor allem ein Initialverlust aus dem Transfer eines Schadenportfolios für Altjahre enthalten war. Spartenentwicklung VERSICHERUNGSGESCHÄFT INSGESAMT scroll 2019 2018 In Mio EUR Brutto Netto Brutto Netto Beiträge 39 39 - - Verdiente Beiträge 38 38 - - Aufwendungen für Versicherungsfälle 29 29 - - Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb 15 15 - - Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -7 -7 - - In % Schadenquote 76,2 76,2 - - Kostenquote 38,9 38,9 - - Kombinierte Schaden-/ Kostenquote 115,1 115,1 - - Die Bruttoprämieneinnahmen belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 39 Mio. EUR. Die Kraftfahrzeugversicherung hat mit 52,6 % der Bruttoprämien den größten Anteil. BRUTTOBEITRÄGE NACH SPARTEN scroll 2019 In Mio. EUR In % Kraftfahrzeugversicherung 21 52,6 All-Risk-Versicherungen 5 13,4 Sonstige Versicherungen 5 12,3 Haftpflichtversicherung 4 9,5 Feuerversicherung 2 6,1 Technische Versicherungen 2 4,6 Transport- und Luftfahrtversicherung - 1,3 Unfallversicherung - 0,2 Gesamt 39 100,0 Kraftfahrtversicherung Die Bruttoprämieneinnahmen für die Kraftfahrtversicherungssparte betragen 21 Mio. EUR, das macht 52,6 % der Gesamtprämien aus. Die Nettoschadenquote beträgt 76,0 %. Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 1 Mio. EUR verblieb für das Geschäftsjahr ein versicherungstechnisches Ergebnis in Höhe von -4 Mio. EUR. All-Risk-Versicherungen Der Anteil der All-Risk-Versicherungen an den Bruttoprämien beträgt 5 Mio. EUR, was 13,4 % entspricht. Die Nettoschadenquote liegt bei 80,0 %, das versicherungstechnische Ergebnis ist ausgeglichen. Sonstige Versicherungen Die sonstigen Versicherungen haben mit 5 Mio. EUR einen Anteil von 12,3 % an den Bruttoprämien, die Schadenquote liegt bei 44,4 %. Das Ergebnis vor Schwankungsrückstellung ist ausgeglichen, nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung liegt es bei -1 Mio. EUR. Haftpflichtversicherung Der Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien beträgt 4 Mio. EUR, dies entspricht 9,5 %. Das versicherungstechnische Ergebnis beträgt -2 Mio. EUR, eine Schwankungsrückstellung wurde nicht gebildet. Die Schadenquote liegt bei 121,2 %. Übrige Sparten Die restlichen 12,2 % der Bruttoprämieneinnahmen teilen sich auf die Sparten Technische Versicherungen (2 Mio. EUR), Feuerversicherung (2 Mio. EUR) sowie Transport- und Luftfahrtversicherung und Unfallversicherung auf. Das versicherungstechnische Ergebnis für die übrigen Sparten nach Schwankungsrückstellung ist ausgeglichen. Allgemeines Geschäft Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich auf 831 (464) Mio. EUR. Ein wesentlicher Treiber ist das Beteiligungsergebnis, das sich auf 674 (438) Mio. EUR erhöhte. Im Jahr 2019 konnte von der HDI Global SE ein Gewinn in Höhe von 51 (nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 118) Mio. EUR vereinnahmt werden. Die Verbesserung resultierte vornehmlich aus der Sparte Feuer aufgrund von geringeren Großschäden sowie Sanierungserfolgen. Darüber hinaus erhöhte sich das Beteiligungsergebnis der HDI Deutschland AG auf insgesamt 140 (86) Mio. EUR. Dies resultiert u. a. aus dem positiven Ergebniseffekt des Restrukturierungsprogrammes "KuRS". Ein weiterer Treiber des Kapitalanlageergebnisses war der erwartete Abgangsgewinn aus der konzerninternen Veräußerung von HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, im Jahr 2019 von 138 Mio. EUR. Das sonstige Ergebnis verbesserte sich leicht auf -225 (-238) Mio. EUR, vor allem durch Erträge aus einer Anpassung der Zinsen auf allgemeine Steuerrückstellungen. Im Berichtsjahr fiel ein Steueraufwand in Höhe von 17 (14) Mio. EUR an. Der Jahresüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr auf 582 (212) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 119 (273) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 700 (485) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Dividende je Aktie und Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden. Vermögenslage BILANZSTRUKTUR - AKTIVA (HGB) scroll In Mio. EUR 2019 2018 Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 7.398 7.545 Sonstige Kapitalanlagen 619 646 Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 68 - Übrige Aktiva 1.063 706 Summe der Aktiva 9.149 8.897 Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,8 % auf 9.149 (8.897) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen verringerten sich auf 7.398 (7.545) Mio. EUR, insbesondere durch den konzerninternen Verkauf der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin. Die sonstigen Kapitalanlagen verringerten sich auf 619 (646) Mio. EUR, da die Tages- und Festgeldanlagen zugunsten laufender Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand in den sonstigen Vermögensgegenständen reduziert wurden. Durch die Aufnahme des Rückversicherungsgeschäfts 2019 wurden erstmals Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft von 68 (-) Mio. EUR bilanziert. Die übrigen Aktiva erhöhten sich auf 1.063 (706) Mio. EUR, insbesondere getrieben durch höhere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie an verbundene Unternehmen aus dem Verkauf der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin. Der Kaufpreis wird final im Jahr 2020 ermittelt und gezahlt. BILANZSTRUKTUR - PASSIVA (HGB) scroll In Mio. EUR 2019 2018 Eigenkapital 5.312 5.097 Nachrangige Verbindlichkeiten 1.250 1.250 Versicherungstechnische Rückstellungen 71 - Andere Rückstellungen 1.051 983 Übrige Passiva 1.464 1.566 Summe der Passiva 9.149 8.897 Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am Euribor zuzüglich eines Aufschlags. Die Nominalwerte der Kreditlinien betrugen zum Stichtag jeweils 250 Mio. EUR, sodass wie im Vorjahr insgesamt 500 Mio. EUR ungenutzt waren. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2016 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Im Jahr 2019 wurde von diesem Andienungsrecht kein Gebrauch gemacht. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, nun erweitert um das neu aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.312 (5.097) Mio. EUR. Die Erhöhung um 215 Mio. EUR resultiert vollständig aus dem Bilanzgewinn. Erstmals im Rahmen der Aufnahme des Rückversicherungsgeschäfts wurden versicherungstechnische Rückstellungen von 71 (-) Mio. EUR gebildet. Die anderen Rückstellungen erhöhten sich auf 1.051 (983) Mio. EUR, insbesondere durch die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Der Rückgang der übrigen Passiva auf 1.464 (1.566) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus dem Entfall einer nur im Vorjahr bestehenden Verbindlichkeit aus Ergebnisabführungsverträgen gegenüber Tochtergesellschaften. Finanzlage Das Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt. Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH. Zielgrößen gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG Hinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. Vergütungsbericht Das Vergütungssystem der Talanx AG entspricht dem Vergütungssystem für den Talanx Konzern. Die im Vergütungsbericht dargestellten Beträge geben die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr aus der Tätigkeit für den Talanx Konzern wieder. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. Risikobericht Als Holding eines Konzerns, der Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen anbietet, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Mit der Aufnahme des operativen Rückversicherungsgeschäfts durch die Talanx AG zu Beginn des Jahres 2019 geht keine wesentliche Veränderung des Risikoprofils einher. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. Die Talanx AG hat in ihrem ersten Geschäftsjahr als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 76,2 % ausgewiesen, dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 69,5 %. Die Abwicklung ist wesentlich durch einen Schadenportfolioeintritt geprägt und wird ohne zu berücksichtigende Nachverrechnungsprämien mit -3 Mio. EUR ausgewiesen. Eine Abwicklungsquote ist aufgrund der Geschäftsaufnahme zum 1. Januar dieses Jahres noch nicht aussagekräftig. Zum 31. Dezember 2019 weist die Talanx gegenüber ihrer Hauptzedentin HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, eine Depotforderung in Höhe von 68 Mio. EUR aus. Anzeichen für eine notwendige Wertberichtigung lagen zum Bilanzstichtag nicht vor. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2019 keine wesentlichen fälligen Forderungen gegenüber Zedenten. Die Fälligkeit von Forderungen gegenüber den Zedenten richtet sich nach den jeweiligen Rückversicherungsverträgen und entsteht nach vertragsgemäßer Vorlage der Rückversicherungsabrechnungen. Die Untersuchung von Szenarien fand erstmals für 2019 statt, sodass keine Vorjahreswerte vorliegen. Aktienbestände sind zum 31. Dezember 2019 nicht vorhanden, daher waren die entsprechenden Stresstests nicht durchzuführen. SZENARIEN DER ZEITWERTENTWICKLUNG VON WERTPAPIEREN scroll In Mio. EUR 2019 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis Portfolio Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Aktienkurse -20 % - Festverzinsliche Wertpapiere und übrige Ausleihungen Renditeanstieg +100 Basispunkte -0,1 Renditerückgang -100 Basispunkte +0,1 Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit AAA-Rating, lediglich ein äußerst geringer Anteil wird schlechter als A bewertet. ZUSAMMENSETZUNG VON WERTPAPIEREN NACH RATINGKLASSEN 2019/2018 Prognose- und Chancenbericht Da die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2020 erwarten wir für die Talanx AG eine Reduktion des Jahresüberschusses, was im Wesentlichen aus dem einmaligen Veräußerungsgewinn der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, im Jahr 2019 resultiert. Darüber hinaus hat die Talanx AG zum 1. Januar 2019 den Geschäftsbetrieb als konzerninterner Rückversicherer aufgenommen und die dazu notwendige Rückversicherungslizenz seitens der BaFin erhalten. Wir bündeln den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung auf Holdingebene, um gruppenweit Diversifizierungseffekte zu nutzen. Sowohl Standard & Poor's als auch A. M. Best stuften in der Folge das Emittentenrating der Talanx AG um zwei Stufen hoch. Zukünftige Effekte fokussieren insbesondere auf einen effizienteren Kapitaleinsatz innerhalb der Gruppe. Es ergibt sich aus Konzernsicht keine wesentliche Veränderung des Risikoprofils. Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen In dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Die Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als sehr erfreulich. Bruttoprämien und EBIT lagen jeweils deutlich über den Werten des Vorjahres; das Konzernergebnis erreichte die unterjährig angehobene Prognose und wies einen Rekord aus. Dabei gelangen Gewinnanstiege in allen vier Geschäftsbereichen: Besonders stark haben sich - trotz einer erneut hohen Großschadenbelastung - die Industrieversicherung und die Rückversicherung verbessert. Das Programm "20/20/20", das eine Profitabilisierung der Feuerversicherung zum Ziel hat, kommt schneller voran als geplant. Alle Geschäftsbereiche verbuchten einen Zuwachs der Bruttoprämien. Das operative Ergebnis im Konzern stieg um einen zweistelligen Prozentbereich. Dies ist insbesondere auf ein höheres EBIT im Geschäftsbereich Industrieversicherung und im Segment PersonenRückversicherung zurückzuführen. Die Konzerneigenkapitalrendite lag leicht oberhalb unserer Prognose. In den Geschäftsbereichen war dieses Bild uneinheitlich: Die Rückversicherung erreichte ihren prognostizierten Wert nicht, während die übrigen Geschäftsbereiche die Prognose einhielten bzw. darüber lagen. Die Finanzkraft ist hoch, die Solvabilitätsquote liegt trotz des Zinsrückgangs weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Ein zentralbankpolitisch motiviertes, weiter andauerndes Niedrigzinsumfeld bleibt, ebenso wie das regulatorische Umfeld, eine Herausforderung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten. Im Berichtsjahr war trotz der im Jahr 2018 eingeführten und begrüßenswerten sogenannten Korridormethode daher wieder eine wesentliche Stärkung der Zinszusatzreserve erforderlich. Der zum 31. Januar 2020 vollzogene Brexit dagegen wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx Konzerns nach unserer Einschätzung nicht wesentlich beeinflussen. Weitere Berichte und Erklärungen Neben den finanziellen Indikatoren widmet sich der Konzern auch den nichtfinanziellen Indikatoren mit großer Aufmerksamkeit. Nichtfinanzielle Konzernerklärung Einleitung Der Talanx Konzern integriert ökologische, gesellschaftliche und Governance-Aspekte in seine Geschäftstätigkeit. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor haben wir uns einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Unsere Kunden gehen mit uns überwiegend langfristige Beziehungen ein. Wir handeln deshalb vorausschauend, um unser Leistungsversprechen, das wir unseren Kunden gegeben haben, auch in Zukunft erfüllen zu können. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde gemäß HGB nach den in §§ 315b und 315c in Verbindung mit 289c bis 289e HGB geforderten Angaben erstellt. Zudem wurde sie in Anlehnung an die GRI-Standards der Global Reporting Initiative verfasst. Der Talanx Konzern hat ausschließlich finanzielle Steuerungsgrößen bzw. finanziell bedeutsamste Leistungsindikatoren festgelegt. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 5 HGB, die für die Geschäftstätigkeit des Konzerns von Bedeutung sind, werden nicht erfasst. Umfangreiche Informationen zu den Kapitalanlagen finden sich im Wirtschaftsbericht, Abschnitt Vermögens- und Finanzlage. Auf den Konzernabschluss verweisen wir lediglich im Abschnitt "ESG in Versicherungslösungen" auf Seite 70. Sonst besteht kein Zusammenhang zwischen den im Konzernabschluss des Talanx Konzerns ausgewiesenen Beträgen gemäß § 289c Absatz 3 Nr 6 HGB und den nichtfinanziellen Belangen. Gemäß § 315b Absatz 1 Satz 3 HGB wird zu einzelnen Aspekten auch auf an anderer Stelle im zusammengefassten Lagebericht enthaltene nichtfinanzielle Angaben verwiesen. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemäß dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit geprüft (siehe hierzu den Prüfvermerk auf Seite 245 f.). Verweise auf Informationen außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind nicht Teil der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Die HDI Global SE ist nach § 315b Absatz 1 und § 289b Absatz 2 HGB von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts um eine nichtfinanzielle Erklärung befreit, da sie in die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung einbezogen ist. Dies betrifft ebenfalls die Towarzystwo Ubezpieczen i Reasekuracji WARTA S. A. Diese befreit sich infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung durch den Verweis auf die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung von der Pflicht, eine eigene Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem zusammengefassten Lagebericht. Beschreibung des Geschäftsmodells Der Talanx Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Eine detaillierte Beschreibung des Geschäftsmodells finden Sie im Abschnitt "Geschäftsmodell" auf Seite 18 des zusammengefassten Lageberichts. Nachhaltigkeitsstrategie und -Governance Unsere Nachhaltigkeitsstrategie haben wir aus der Dachstrategie des Konzerns abgeleitet und mit seinem Leitbild und seinen Werten verknüpft. Sie besteht aus konkreten Handlungsfeldern sowie Zielen und Maßnahmen und dient dazu, unsere Geschäftstätigkeit - in Anlehnung an die zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie unter Berücksichtigung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) -mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Einklang zu bringen. Im Geschäftsjahr 2019 haben wir die Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam mit der Abteilung Corporate Development weiterentwickelt. Im Rahmen einer Vorstandsklausur im Herbst haben wir die Inhalte und strategischen Eckpunkte ausführlich diskutiert und verabschiedet. NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS Neben dem gesellschaftlichen Rahmen, in den der Talanx Konzern eingebettet ist, adressiert die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie insbesondere unser Kerngeschäft: die Kapitalanlage, die Versicherungstechnik sowie den Betrieb. Wir können in unserem Unternehmen insbesondere über die Kapitalanlagen und die Versicherungsprodukte zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und streben daher an, Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt in die Kapitalanlage (gemäß den im Talanx Konzern verabschiedeten ESG-Kriterien), in Versicherungsprodukte und Dienstleistungen sowie in unsere Betriebsabläufe zu integrieren. Unter Berücksichtigung der bisherigen unternehmensinternen Auseinandersetzung mit den SDGs, u. a. einem Priorisierungsworkshop mit verschiedenen Fachabteilungen, nimmt die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie schwerpunktmäßig folgende SDGs in den Blick: SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 5 (Geschlechtergleichheit), SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Darüber hinaus bauen die Nachhaltigkeitsstrategie und unser Nachhaltigkeitsmanagement auf den Anforderungen und Interessen unserer Stakeholder auf. Von besonderer Bedeutung sind unsere Kunden, unsere Investoren und unsere Mitarbeiter. Neben den übergeordneten Bereichen "Nachhaltigkeitsstrategie und -Governance" sowie "Dialog und Berichterstattung" gliedert sich die Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns in vier Handlungsfelder, die in der nachfolgenden Grafik dargestellt sind: HANDLUNGSFELDER DER NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS Unsere Stakeholder-Befragung aus dem Jahr 2014 haben wir im Geschäftsjahr 2018 aktualisiert und erweitert. Die Identifikation der relevanten Themen für die nichtfinanzielle Konzernerklärung haben wir mithilfe einer unternehmensinternen Befragung interner und einer onlinebasierten Befragung externer Stakeholder sowie telefonischen Experteninterviews in enger Zusammenarbeit mit einem externen Partner durchgeführt. Die internen Stakeholder haben wir hinsichtlich der Kategorien "Relevanz aus eigener Sicht", "Auswirkungen der Geschäftstätigkeit" und "Geschäftsrelevanz" befragt. Die externen Stakeholder bewerteten die Relevanz der Themen aus ihrer individuellen Sicht. In diesen Befragungen haben wir verschiedene potenziell wesentliche Sachverhalte abgefragt und mithilfe einer Skala (1 = nicht wichtig bis 7 = sehr wichtig) ihrer Bedeutung nach bewertet. Als "wesentlich" haben wir jene Sachverhalte bewertet, die in der Auswertung mindestens einen Durchschnittswert von 5,0 erzielten. Zudem haben wir durch einen internen Workshop die Auswirkungen der Tätigkeiten des Talanx Konzerns auf die nichtfinanziellen Belange priorisiert und in der Bewertung berücksichtigt. Im Zuge der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2019 hat der Vorstand der Talanx AG den Aspekt "Klimawandel" als weiteren wesentlichen Aspekt definiert und die wesentlichen Themen aus dem Vorjahr bestätigt. Zuvor haben wir klimawandelbezogene Aussagen unter den Aspekten "ESG im Asset-Management" und "ESG in Versicherungslösungen" aufgeführt. Insgesamt haben wir damit nunmehr neun wesentliche Sachverhalte i. S. d. HGB identifiziert, über drei weitere berichten wir wie nachfolgend beschrieben auf freiwilliger Basis. Die Zuordnung der Sachverhalte wurde gegenüber dem Vorjahr i. S. d. HGB angepasst. ÜBERSICHT ÜBER WESENTLICHE SACHVERHALTE UND INHALTE DER NICHTFINANZIELLEN KONZERNERKLÄRUNG scroll Wesentliches Thema Nichtfinanzieller Aspekt Abschnitt in der nichtfinanziellen Konzernerklärung Compliance Bekämpfung von Korruption und Bestechung 63 f. Verantwortung gegenüber Kunden Sozialbelange 64 ff. Datenschutz und Cybersecurity Sozialbelange 66 ff. Digitalisierung 1 Sozialbelange 68 ESG 2 im Asset-Management Sozialbelange 69 f. ESG in Versicherungslösungen Sozialbelange 70 Mitarbeitergewinnung und -entwicklung Arbeitnehmerbelange 71 f. Talanx als Arbeitgeber Arbeitnehmerbelange 72 ff. Menschenrechte bei Talanx Achtung der Menschenrechte 74 Lieferantenmanagement 1 Achtung der Menschenrechte 75 Klimawandel Umweltbelange 75 Betrieblicher Umweltschutz 1 Umweltbelange 75 ff. 1 Relevanter Sachverhalt, der nicht als wesentlich gemäß HGB identifiziert wurde, jedoch freiwillig berichtet wird 2 ESG = Environmental, Social, Governance Die Vorgehensweise zur Identifikation der wesentlichen Sachverhalte ermöglicht die Gegenüberstellung der internen und externen Perspektive und repräsentiert eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung, die in der nachfolgenden Matrix dargestellt wird: WESENTLICHKEITSMATRIX DES TALANX KONZERNS Neben den wesentlichen Themen gemäß HGB haben wir drei weitere relevante Sachverhalte, die jedoch nicht wesentlich nach HGB sind, auf freiwilliger Basis in die nichtfinanzielle Konzernerklärung aufgenommen. Diese sind: ― Digitalisierung ― Lieferantenmanagement ― betrieblicher Umweltschutz Wir betreiben unser Nachhaltigkeitsmanagement konzernweit. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt beim Gesamtvorstand der Talanx AG. Wie auch die weiteren Ziele, Werte und Strategien des Konzerns beschließt und überprüft der Vorstand die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeitsziele und die Umsetzung von Maßnahmen. Der Vorstand unterstreicht die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Konzern durch ein Nachhaltigkeits-Commitment, das als freiwillige Zusatzinformation auf unserer Internetseite veröffentlicht ist (https://www.talanx. com/~/media/Files/T/Talanx/pdfcontent/nachhaltigkeit/talanx_ commitment_de.pdf). Organisatorisch ist das Thema Nachhaltigkeit dem Bereich Group Communications zugeordnet, in dem das Nachhaltigkeitsmanagement für den Talanx Konzern ausgestaltet und koordiniert wird. Dies umfasst u. a. die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen sowie die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts. Der Leiter des Bereichs Group Communications berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur des Konzerns erfolgt die Umsetzung der meisten Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den Bereichen und Konzernfunktionen. Die Abstimmung von Zielen und Maßnahmen und die Erhebung der Daten für die Berichterstattung erfolgen unter Einbindung eines Kompetenzteams, in dem Vertreter aller Geschäftsbereiche, der relevanten Gesellschaften und Konzernfunktionen sowie der Abteilungen der Talanx AG zusammenkommen. Die Hannover Rück SE hat eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie etabliert. Sie veröffentlicht einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht sowie eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung. Der Konzern und die Hannover Rück SE stehen zum Thema Nachhaltigkeit in einem Austausch. Risikobetrachtung von nichtfinanziellen Aspekten Das HGB sieht vor, dass Unternehmen neben der Berichterstattung über die nichtfinanziellen Belange gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 3 und 4 HGB ebenfalls entsprechende Risiken offenlegen. Der Talanx Konzern verfügt über ein angemessenes und wirksames Risikomanagement-System. Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken haben wir mithilfe eines konzernweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch erfasst. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, berücksichtigen wir durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten. Um sicherzustellen, dass wir alle Risiken identifiziert haben, erfolgt eine Abstimmung mit einer umfassenden konzernspezifischen Risikokategorisierung, die als Grundlage für die Risikoidentifikation dient. Im Talanx Konzern beurteilen wir die Risiken nach Berücksichtigung risikomindernder Maßnahmen. Im Zusammenhang mit nichtfinanziellen Aspekten haben wir weder von der für das Nachhaltigkeitsmanagement geschaffenen Organisation noch innerhalb der Prozesse des Risikomanagements wesentliche und sehr wahrscheinliche Risiken identifiziert, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit oder mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens verknüpft sind und die schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Belange haben bzw. haben werden. Gleiches gilt für die Hannover Rück SE, die eine eigenständige zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung veröffentlicht. Risiken wie den Klimawandel, deren Risikogehalt noch nicht verlässlich beurteilt werden kann (Emerging Risks), beobachten wir im Rahmen des konzernweiten Risikomanagement-Prozesses. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wird auch auf extern verfügbare Expertise und Material zurück. Für einen grundsätzlichen Einblick in unser Risikomanagement-System verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des zusammengefassten Lageberichts. Bekämpfung von Korruption und Bestechung Compliance Für unseren Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts unabdingbare Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Dementsprechend ist die Compliance ein integraler Bestandteil aller Konzernaktivitäten. Neben den Bereichen, die wir in unserem Compliance-Programm als Kern- sowie Koordinationsthemen definiert haben, streben wir auch die besondere Beachtung von Gesetzen und Vorschriften mit Bezug zu Umwelt und Gesellschaft an. Unser konzernweit geltender und in neun Sprachen verfügbarer Verhaltenskodex 1 ist ein wirksames Instrument, mit dem wir unser Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts transparent machen. Er formuliert grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen und Pflichten, denen unsere Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit zu entsprechen haben. Er hebt das Verbot der Geldwäsche und unzulässiger Finanzierungen hervor und weist explizit darauf hin, dass bei allen Verdachtsfällen der Geldwäschebeauftragte und der Compliance Officer zu informieren sind. Weiterhin legt er spezifische Verhaltensregeln dar - z. B. zur Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten, zur Gewährung und Annahme von Vorteilen, Geschenken und Einladungen, zur Ausgestaltung von Spenden und Sponsoring sowie zu Nebentätigkeiten und Beteiligungen an anderen Gesellschaften und Geschäften. Der Verhaltenskodex wird durch die Compliance-Richtlinie sowie weitere Hinweisen und Erläuterungen konkretisiert, die in unserem Intranet zur Verfügung stehen. In der Compliance-Richtlinie finden sich ausführliche inhaltliche Vorgaben zu den im Verhaltenskodex aufgestellten Grundsätzen, die zwischenzeitlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands behandelt und für verbindlich erklärt wurden. Das Compliance-Regelwerk wird darüber hinaus durch geschäfts- und gesellschaftsspezifische Regelungsdokumente präzisiert. Gesetzes- und Regelverstöße können über ein auf unserer Website erreichbares Hinweisgebersystem jederzeit und anonym gemeldet werden. Die Onlineplattform steht derzeit auf Deutsch und in sechs weiteren Sprachen zur Verfügung. Alternativ können Hinweise auch dem jeweiligen Vorgesetzten oder direkt dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer im Talanx Konzern bzw. des jeweiligen Geschäftsbereichs weitergegeben werden. Auf Basis eines zielgruppenorientierten Schulungskonzepts geben wir Mitarbeitern regelmäßig Gelegenheit, ihr Wissen zu ausgewählten Compliance-Themen aufzufrischen, zu erweitern und zu vertiefen. Neue Mitarbeiter weisen wir im Rahmen von Einführungsveranstaltungen ein. Ein wichtiges Trainingsinstrument sind inzwischen auch webbasierte Trainings (WBT). Neben Schulungen zum Thema Anti-Korruption, die dazu dienen, den korrekten Umgang mit Zuwendungen sicherzustellen, bieten wir auch zielgruppenorientiert spezielle Schulungen zu den Themen Finanzsanktionen und Embargo, Integrität, Kapitalmarkt sowie Kartellrecht an. 1 Die Hannover Rück verfügt über ihre eigenen Geschäftsgrundsätze, die der Vorstand am 29. Mai 2017 in einer überarbeiteten Fassung verabschiedet hat. Sie gelten ergänzend zu dem Verhaltenskodex der Talanx AG, der Ausdruck des Wertekanons im Talanx Konzern ist. Die Compliance-Organisation des Talanx Konzerns ist eine selbstständige Abteilung. Sie besteht aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist und direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Talanx AG berichtet. An den Chief Compliance Officer des Konzerns berichten Compliance Officer, die für die einzelnen Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig sind. Die Compliance-Abteilung ist für die Etablierung und Weiterentwicklung von Konzernrichtlinien und Strukturen zur Sicherstellung der Compliance, für die Nachverfolgung von Beschwerden und Compliance-Verstößen sowie für interne Schulungen im Konzern zuständig. Daneben erfolgt anlassbezogen eine vertiefende Beratung in den relevanten Compliance-Themenfeldern. Ein weltweites Netzwerk von Compliance-Verantwortlichen an den ausländischen Standorten unterstützt den Chief Compliance Officer bei seinen Aufgaben und berichtet an ihn. So können lokale Compliance-Verstöße auch außerhalb der lokalen Hierarchie direkt berichtet werden. In einem jährlichen Bericht informiert der Chief Compliance Officer den Vorstand zu wesentlichen Compliance-Themen und -Entwicklungen. Zur Förderung der Compliance-Kultur im Konzern führt der Chief Compliance Officer mehrmals im Jahr Präsenzschulungen für Führungskräfte durch. Der regelmäßige Dialog unterstützt die Compliance im Konzern dabei, frühzeitig Beratungsbedarf zu identifizieren und darauf passende Schulungsangebote zu entwickeln. Neben einem internationalen Treffen der Compliance-Verantwortlichen haben wir ein regelmäßiges, virtuelles Compliance-Meeting namens "ComplianceXchange" etabliert, in dem sich Group Compliance und die dezentralen Compliance-Verantwortlichen (weltweit) regelmäßig über Best-Practice-Lösungsansätze und lokale Entwicklungen in den einzelnen Ländern austauschen. Gestützt wird dies durch ein auf die Bedürfnisse der einzelnen Interessengruppen abgestimmtes Informationsmaterial zu bestimmten Compliance-Fragestellungen, die im Talanx Intranet jederzeit abrufbar sind. Innerhalb des Talanx Konzerns ist das Thema Compliance für alle relevant: von Geschäftsbereichen über Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Außerhalb des Konzerns können insbesondere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten von dem Thema berührt sein. Der Umgang mit diesen wichtigen Interessengruppen wird auf Basis eines Verhaltenskodex für Geschäftspartner, der im Geschäftsjahr 2019 finalisiert und vom Vorstand verabschiedet wurde, grundlegend geregelt (siehe hierzu Abschnitt "Lieferantenmanagement" auf Seite 75 der nichtfinanziellen Konzernerklärung). ZIELE UND MASSNAHMEN: "COMPLIANCE" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Überprüfung und ggf. Ergänzung von Compliance-Richtlinien auf/um Nachhaltigkeitsaspekte Ergänzung des Compliance-Management-Systems um ein konzernweites Integritätsmanagement Talanx Konzern 2020 Aktiv Optimierung des Compliance-Managements Überarbeitung des Compliance-Handbuchs Hannover Rück 2020 Erreicht Optimierung der Einstufung von Compliance-Risiken Hannover Rück 2020 Erreicht Einführung des gruppenweite Compliance-Plans, der erstmals 2020 zum Einsatz kommt Hannover Rück 2020 Aktiv Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Compliance Officern der internationalen Standorte Hannover Rück 2020 Aktiv Regelmäßige Überprüfung von Korruptionsrisiken infolge von Compliance-Risikoanalysen im Rahmen des Compliance-Plans Talanx Konzern Laufend Erreicht Das Compliance-Management-System des Konzerns besteht aus den Elementen Compliance-Kultur und -Regeln, Training und Kommunikation, Organisation, Compliance-Risiken, Compliance-Kern- und -Koordinationsthemen sowie Compliance-Überwachung und -Verbesserung. Es baut auf dem Compliance-Regelwerk auf, das aus dem Talanx Verhaltenskodex, der Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen besteht. Die Einhaltung der Compliance-Vorschriften wird durch Group Compliance sowie im Rahmen der Revisionsprüfungen überprüft. Die Inhalte der maßgeblichen Compliance-Regelwerke werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der bestehenden Vorgaben informiert. Für Details hierzu verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des zusammengefassten Lageberichts verwiesen. Sozialbelange Verantwortung gegenüber Kunden Im Themenfeld "Verantwortung gegenüber Kunden" sind die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für uns wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit unserer Kunden. Die Zufriedenstellung der Kundenbedürfnisse besitzt für uns höchste Priorität und spiegelt sich im Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx Werten wider. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente. Die Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Diese erfüllen wir vollumfänglich. Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch auf diesen Kodex verpflichten wir uns umfassend und auf freiwilliger Basis. ZIELE UND MASSNAHMEN: "VERANTWORTUNG GEGENÜBER KUNDEN" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen Die relevanten Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland sind dem Verhaltenskodex des GDV beigetreten. Auch nach Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive, IDD) bekennen sich die Gesellschaften zu dem an die IDD-Gesetzgebung angepassten Kodex Deutschland sowie HDI Global SE 2018 Fortlaufend Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem Die Vorgaben der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie wurden in den Tochtergesellschaften der HDI Deutschland AG und der HDI Global SE fristgerecht umgesetzt Deutschland sowie HDI Global SE 2018 Erreicht Auch die allgemeinen Versicherungsbedingungen, die jährliche Mitteilung über den Stand der Lebensversicherung und die Modellrechnung Leben richten sich nach den GDV-Empfehlungen. Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) gelten für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. HDI verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank- und Kooperationspartner darauf, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zu Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird. Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex haben wir für HDI Versicherung AG, HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. 2018 erfolgte eine Rezertifizierung für die HDI Versicherung AG und die HDI Lebensversicherung AG durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Im Bereich der Restkreditversicherung hat die Branche bereits Anfang 2018 in Verbindung mit der Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen zusätzliche Transparenzstandards und Verbraucherrechte eingeführt: So werden die Verbraucher heute aktiv darüber informiert, dass die Restkreditversicherung freiwillig ist und keine Voraussetzung dafür, den Kredit zu erhalten. Die Verbraucher haben jederzeit innerhalb der gesamten Vertragslaufzeit das Recht und die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen. Darüber hinaus entwickeln der GDV und die Bankenverbände Selbstverpflichtungen, mit denen die Transparenz noch weiter erhöht wird. Bereits jetzt arbeiten die Bankpartner der Bancassurance-Gesellschaften (z. B. Hamburger Sparkasse AG, Postbank - eine Niederlassung der DB Privat- und Firmenkundenbank AG, TARGOBANK AG) daran, den Kunden neben der Kreditrate zum Vergleich auch die Kreditrate, die ohne den Abschluss der Restkreditversicherung zu zahlen wäre, auszuweisen. So können die Kunden neben dem explizit im Vertrag ausgewiesenen Beitrag auch die monatliche Belastung durch den Abschluss der Restkreditversicherung erkennen. Wir streben im Konzern eine kontinuierliche Verbesserung unserer Beratungsleistung im Hinblick auf Fairness und Transparenz an. Unser konzernweit gültiger Verhaltenskodex sowie unsere Compliance formulieren dazu Maßstäbe für alle Ebenen des Konzerns. Der GDV-Verhaltenskodex betont für den Vertrieb den hohen Stellenwert der Vermittlerqualifikation und nimmt die stetige Weiterbildung der Versicherungsvermittler in den Fokus. Bezüglich der Vergütung verweist der GDV-Verhaltenskodex darauf, dass Zusatzvergütungen, die über die vertragsgemäße Courtagevereinbarung hinausgehen, weder die Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers noch das Kundeninteresse beeinträchtigen dürfen. Die Vorgaben durch die Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU inklusive der zugehörigen delegierten Rechtsakte und Umsetzungen in nationales Recht haben wir 2018 fristgerecht umgesetzt. Der HDI Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der dem GDV-Verhaltenskodex beigetretenen Gesellschaften als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben. Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die Talanx Gesellschaften für die Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, haben wir neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst. Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen unsere nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente - von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externen Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholder-Dialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements. Für den Themenkomplex "Verantwortung gegenüber Kunden" haben wir im Berichtsjahr darüber hinausgehend keine spezifischen Ziele verabschiedet. Datenschutz und Cybersecurity Informationen bilden eine wesentliche Grundlage unserer täglichen Arbeit. Kundendaten, Unternehmens- und Kapitalmarktinformationen sind die Basis für alle wichtigen Entscheidungs- und Geschäftsprozesse: Versicherungen und ihre konzerninternen Dienstleister erheben, verarbeiten und speichern in großem Umfang personenbezogene Daten. Die Daten werden in der Antragstellung, bei der Beratung von Kunden, im Underwriting, im Kunden- und Vertragsservice sowie im Schaden- und Leistungsmanagement benötigt. Des Weiteren erheben, verarbeiten und speichern wir personenbezogene Daten u. a. im Zusammenhang mit dem Personalmanagement, den Aktionären und dem Fondsgeschäft. Es gilt der Grundsatz, dass personenbezogene Daten nur von Konzernmitarbeitern erhoben, verarbeitet und gespeichert werden dürfen, soweit dies für einen genau definierten Zweck zur rechtmäßigen Aufgabenerfüllung erforderlich ist bzw. eine Rechtsgrundlage vorliegt. Zur Verbesserung einer effizienten Leistungserbringung übermitteln wir personenbezogene Daten an externe Empfänger (im Wesentlichen Dienstleister). Gleichzeitig sind externe Empfänger als Teil der Verarbeitungsprozesse zu sehen, wie es bei Maklern, Gutachtern, Rückversicherern usw. der Fall ist. Die externen Empfänger sind vertraglich und/oder gesetzlich zur Einhaltung der Datenschutzanforderungen verpflichtet. Der Konzern-Verhaltenskodex verpflichtet alle Mitarbeiter dazu, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sowie die Konzern-Datenschutzrichtlinie einzuhalten und aktiv dazu beizutragen, dass personenbezogene Daten zuverlässig gegen unberechtigte Zugriffe geschützt werden. Der Talanx Konzern hat betriebliche Datenschutzbeauftragte nach gesetzlichen Vorgaben bestellt. Die Datenschutzanforderungen sind in einem Datenschutzmanagementsystem integriert. Mittels Konzernrichtlinien sind die wesentlichen Datenschutzanforderungen verbindlich geregelt. Auf diese Konzernvorgaben richten wir Awareness-Maßnahmen und Schulungen aus und nehmen anlasslose Überprüfungen vor. Für die Betroffenenrechte (z. B. Auskunft über gespeicherte personenbezogene Daten) sind zentrale Methoden vorgegeben, damit die Prozesse korrekt ausgeführt werden. Gegenüber der Geschäftsleitung ist ein Berichtswesen etabliert. Um den Anforderungen zum Datenschutzrecht gerecht zu werden, erfolgt eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit wichtigen Schnittstellen wie Group Legal, Group Compliance, Group Security und Group Auditing. Die Datenschutzrisiken werden an Group Risk Management gemeldet. Veränderungen von Auslegungen (z. B. durch Gerichtsurteile und Verlautbarungen der Datenschutzbehörden) zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) und zu weiteren datenschutzrechtlichen Vorschriften werden durch die betrieblichen Datenschutzbeauftragten bewertet und kommuniziert. Zu einzelnen Anforderungen stehen noch Auslegungen oder behördliche Konkretisierungen an, die beobachtet werden und entsprechend einer Kurzbewertung umzusetzen sind. Komplexe Anpassungsthemen befinden sich vereinzelt noch in der Umsetzung. Für die Niederlassungen und Tochtergesellschaften mit Sitz in der EU bzw. im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben wir einen einheitlichen Datenschutzrahmen etabliert. Dabei sind nationale rechtliche Datenvorschriften von der jeweiligen Niederlassung oder Tochtergesellschaft zu beachten. 2019 haben wir eine strukturierte Abfrage der Umsetzungsstände zu den Konzernvorgaben begonnen, deren Ergebnisse Anfang 2020 der Geschäftsleitung berichtet werden. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DATENSCHUTZ UND CYBERSECURITY" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Ergänzung der Datenschutzlösungen auf Basis erster Erfahrungen seit Mai 2018 (u. a. Datenschutzrichtlinien, Mustertexte, Checklisten) Überprüfung eingesetzter Vorgaben und Lösungen auf Basis bisheriger Erfahrungen und Auslegungen Deutschland 2019 Abgeschlossen Schulung der leitenden Angestellten mit Refresh-Schulungen alle zwei Jahre zu mindestens 95 % Roll-out E-Learning Datenschutzschulung: Im Jahr 2019 soll das Refresh-Schulungskonzept fertiggestellt werden (das erste Roll-out ist im Mai 2018 erfolgt) Deutschland 2019 Abgeschlossen Ausbau des Schulungsprogramms zum Datenschutz Überarbeitung der Inhalte der Schulungen (E-Learning) sowie Ausbau der im Jahr 2018 erreichten Schulungsquoten für Mitarbeiter (einschließlich neuer Mitarbeiter) Deutschland 2019 Abgeschlossen Optimierung der Elemente des Datenschutzmanagementsystems Weiterentwicklung der Verfahren und Methoden zu den Anforderungen Verarbeitungsübersichten, Datenschutzfolgenabschätzung und Betroffenenrechte Deutschland 2019 Abgeschlossen Weitergehende Etablierung der Supportleistungen für das Auslandsdatenschutzmanagement im Erstversicherungskonzern Aufbau des Zusammenarbeitsmodells im Kontext der EU-Auslandsstandorte zur Sicherstellung der Datenschutzmindeststandards EU-Standorte des Talanx Konzerns 2020 Aktiv Ausbau Konzept anlasslose Überwachungshandlungen nach Art. 37 EU-DSGVO Übersicht anlasslose Kontrollen bei den Fachbereichen, Projekten und Auftragsverarbeiter zur Bewertung der Datenschutz-Konformität der Prozesse und Anwendungen Deutschland 2020 Aktiv Ausbau Konzept Datenschutz-Koordinatoren (Fachbereichsansprechpartner) u. a. für Durchführung fachbereichsspezfischer Datenschutzkontrollen Weitergehende Benennungen und Schulungen von Datenschutz-Koordinatoren sowie Roll-out angepasstes Kontrollkonzept zum Datenschutz durch die benannten Datenschutz-Koordinatoren Deutschland 2020 Aktiv Schulung der leitenden Angestellten mit Refresh-Schulungen alle zwei Jahre zu mindestens 95 % Roll-out E-Learning Datenschutzschulung als Refresh-Schulung zur Schulung im Mai 2018 Deutschland 2020 Aktiv Durchführung Mitarbeiterschulungen zum Datenschutz Roll-out E-Learning Datenschutzschulung als Refresh-Schulung zur Schulung im Mai 2018 Deutschland 2020 Aktiv Bewertung notwendige Kontrollen der EU-Standorte Festlegung notwendige Kontrollmaßnahmen des Bereichs Group Data Protection bei den EU-Standorten auf Basis einer strukturierten Abfragen (Start November 2019) EU-Standorte des Talanx Konzerns 2020 Aktiv Aufrechterhaltung der ISO-27001-Zertifizierung Durchführung jährlicher Überwachungsaudits und Rezertifizierung des Information-Security-Management-Systems nach drei Jahren Talanx Konzern Laufend Aktiv Im Konzern (Erstversicherungs- und Rückversicherungskonzern) haben wir ein Datenschutzmanagementsystem etabliert. Das etablierte System basiert primär auf den Anforderungen der EU-DSGVO. Es besitzt jedoch unterschiedliche und an die jeweiligen Zielgruppen angepasste Schwerpunkte. Das Datenschutzmanagementsystem des Erstversicherungskonzerns ist bei der Talanx AG verankert, während der Hannover Rück SE das Datenschutzmanagementsystem des Rückversicherungskonzerns obliegt. Innerhalb des Erstversicherungskonzerns sind zwei Varianten der Verantwortungszuweisung zu unterscheiden, die im Folgenden beschrieben werden: Für die Konzerngesellschaften der HDI Deutschland AG übernimmt Group Data Protection die Ausgestaltung des Datenschutzmanagementsystems, indem Datenschutzvorgaben erlassen werden, Awareness-Maßnahmen (u. a. Schulungen) erfolgen, Kontrollen der Einhaltung sowie Mitwirkung bei der operativen Ausgestaltung (Beratung) durchgeführt werden sowie gegenüber der Geschäftsleitung berichtet wird. Bei der HDI Global SE wird die Steuerung der Datenschutzthemen direkt vorgenommen und die Aufgaben und Verantwortlichkeiten zentral und dezentral verteilt. Die Einhaltung der Datenschutzanforderungen ist lokalen Ansprechpartnern zugewiesen. Teilweise verfügen die Auslandsstandorte über spezifische Fachbereiche wie Legal oder Compliance, die ein aktives Datenschutzmanagement betreiben. Bei sehr kleinen Auslandsstandorten, die ausschließlich operative Aufgaben erfüllen, werden aktuell die Datenschutz-Supports aus der Zentrale etabliert. Die Tochtergesellschaften der HDI International AG haben die Datenschutzmanagementaktivitäten auf lokaler Ebene implementiert und überprüfen die Angemessenheit und Wirksamkeit über die etablierten Steuerungsinstrumente. Hierbei muss jede Tochtergesellschaft den Nachweis erbringen, dass sie die Datenschutzanforderungen bei den Prozessen, IT-Systemen und Schnittstellen erfüllt und alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen umgesetzt hat. Für die EU-Standorte der HDI Global SE und HDI International AG haben wir 2019 eine strukturierte Befragung mittels Fragebogen begonnen, der die Umsetzungsstände zu den Konzernvorgaben erheben soll. Anhand der Ergebnisse wollen wir Weiterentwicklungsbedarfe sowie denkbare Detailüberprüfungen und Beratungsbedarfe durch den Talanx Konzern identifizieren. Bedingt durch das Geschäftsmodell ergeben sich bei der Hannover Rück abweichende Risiken, die im Datenschutzmanagementsystem berücksichtigt werden müssen. Die in der Konzerndatenschutzrichtlinie dokumentierten Grundsätze sind für alle Gesellschaften und Bereiche der Hannover Rück verbindlich. Zur Umsetzung dieser datenschutzrechtlichen Mindeststandards werden die Strukturen der Compliance-Organisation genutzt. Die Verantwortlichkeiten sind konzernweit geregelt und dokumentiert. Schnittstellen zum Datenschutzmanagement sind umgesetzt. Die EU-DSGVO betrifft nicht im gleichen Maße alle Gesellschaften der Hannover Rück, u. a. wenn der Sitz außerhalb der EU bzw. des EWR liegt. Darüber hinaus müssen lokale Datenschutzgesetze berücksichtigt werden. Unabhängig vom Anwendungsbereich der EU-DSGVO sind die benannten Compliance Officer bzw. die lokalen Datenschutzbeauftragten verantwortlich für die lokalen Anforderungen des Datenschutzes. Sie entwickeln im Bedarfsfall weitere lokale Richtlinien zum Datenschutz und übernehmen die Schnittstelle zum Datenschutzbeauftragten der Hannover Rück in Deutschland. Der Datenschutzbeauftragte der Hannover Rück koordiniert übergreifende Aspekte des eingerichteten Datenschutzmanagementsystems innerhalb der Hannover Rück-Gruppe. Er berät bei der Lösung von datenschutzrechtlichen Fragestellungen und überwacht die Einhaltung der EU-DSGVO und anderer Datenschutzvorschriften. Die Überwachung der datenschutzrechtlichen Vorgaben erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bereich Group Auditing, auf Basis einer dokumentierten Schnittstelle. Die Ergebnisse der gesonderten Datenschutz-Berichterstattung fließen unter anderem in den Compliance-Bericht ein. Im Berichtsjahr sind im Talanx Konzern keine Benachrichtigungen zu melderelevanten Datenschutzverstößen oder -vorkommnissen an Group Data Protection erfolgt. Kunden, Mitarbeiter und Partner vertrauen den Gesellschaften der Talanx Gruppe täglich sensible Daten an, an denen auch außerhalb unseres Unternehmens starkes Interesse besteht. Zur Sicherung der Daten pflegen wir ein Information-Security-Management-System. Dieses ist seit 2013 erfolgreich und umfassend nach ISO 27001 zertifiziert und wird seitdem jährlich extern überprüft. Ergänzt wird diese Zertifizierung um Maßnahmen der ISAE 3402 (International Standard on Assurance Engagements) und die Anwendung der Grundschutzkataloge des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Da die HDI Deutschland AG und HDI Global SE die Kriterien der kritischen Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland erfüllen, erfolgte im Jahr 2018 der Anschluss an die zentrale Meldestelle des Branchenverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Informationssicherheit spielt bei der Auswahl und der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern eine wichtige Rolle. So haben wir Service-Provider auf die gleichen Standards verpflichtet und geprüft wie interne IT-Services. Die bei Talanx etablierten Sicherheitsstandards werden durch eine auf Wachstum ausgerichtete interne Organisation mit direktem Berichtsweg zum Konzern-CIO kontinuierlich und hoheitlich verbessert und fortwährend kontrolliert. Außerdem findet ein regelmäßiger Austausch mit anderen Experten statt, beispielsweise in der "Allianz für Cyber-Sicherheit" (ACS) des BSI. Neben dem bewussten Management von IT-Risiken wird insbesondere auch das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter durch kontinuierliche Awareness-Kampagnen gestärkt. Digitalisierung Die digitale Transformation ist ein strategisches Schwerpunktthema für die Talanx Gruppe. Unserer dezentralen Konzernaufstellung folgend wird diese Strategie über die Geschäftsbereiche vorangetrieben. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie/Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme/Partnerschaften ("get bundled"). Die Themen werden gezielt aus der Holding heraus unterstützt, u. a. durch internationalen Austausch im Group Digital Lab, AI & BE Lab, Skalierung von innovativen Best Practices über die sogenannten Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Startups und etablierten Unternehmen. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DIGITALISIERUNG" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Effizienzsteigerung Je Geschäftsbereich definierte Initiativen und KPIs GB Industrieversicherung 2022 Aktiv Umsatzsteigerung Erhöhung der Kooperations-/Schnittstellenfähigkeit GB Privat- und Firmenversicherung International 2022 Aktiv GB Privat- und Firmenversicherung Deutschland 2022 Aktiv GB Rückversicherung 2020 Aktiv ESG im Asset-Management Die gesamten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns betragen rund 134,1 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2019 weiterhin bei 82 %, die wertpapierförmige Aktienquote bei knapp 1 %. Rund 3 % der Anlagen waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfallen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf Cash-Positionen, Depotforderungen und Investmentverträge. Investoren, Analysten und Kunden interessieren sich zunehmend dafür, wie der Talanx Konzern gesellschaftliche und ökologische Aspekte in der Kapitalanlage berücksichtigt. Wir vermeiden darum zunehmend Investments in nicht-nachhaltige Kapitalanlagen. Dazu haben wir im Konzern ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening implementiert. Gleichzeitig möchten wir mit unserer Kapitalanlage positive Auswirkungen fördern. Eine Messung bzw. Quantifizierung dieser Effekte nehmen wir zurzeit nicht vor. Im Geschäftsjahr 2019 hat die Talanx AG die Principles for Responsible Investment (PRI) unterzeichnet, eine Finanzinitiative der Vereinten Nationen. und sich damit einem Rahmenwerk zur nachhaltigen Kapitalanlage angeschlossen. Die Talanx schärft damit ihre Nachhaltigkeitsstrategie und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren. Seit 2017 legt ein Responsible Investment Committee (RIC) Filterkriterien für Wertpapieranlagen fest. Gleichzeitig trifft es Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten und die Veräußerung von Beständen. Den Vorsitz hat der Finanzvorstand der Talanx AG. Ebenfalls seit 2017 analysieren wir konzernweit Wertpapieranlagen auf die Einhaltung von ESG-Kriterien. Das Screening erfolgt auf Grundlage der zehn Prinzipien des UN Global Compact. Neben diesen zehn universellen Prinzipien, die sich auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention beziehen, haben wir in den Filterkatalog auch den Ausschluss von kontroversen Waffen, wie Anti-Personen-Minen, aufgenommen. 2018 haben wir den Filterkatalog um das Kohlekriterium erweitert. Wir investieren grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Kohle basiert. Im Gleichklang mit der vom Konzern verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie, in der wir uns zum Ziel gesetzt haben, dass die Talanx Gruppe in Deutschland bis 2038 vollständig aus Kohle ausgestiegen sein wird, limitieren wir auf Kapitalanlagenseite zusätzlich die Laufzeit der Investments auf dieses Ausstiegsjahr. Darüber hinaus haben wir 2019 den Filterkatalog um Ölsande erweitert. Von diesem Ausschluss sind Unternehmen mit einem Umsatzanteil von mehr als 25 % aus Ölsanden betroffen. Vor neuen Wertpapierkäufen prüfen wir zudem, ob der Emittent den ESG-Kriterien entspricht. Für Assetklassen wie Infrastruktur und Immobilien, die aktuell nicht vom Screening erfasst werden können, wenden wir separate Anlagerichtlinien an. So schließen wir u. a. Investitionen in Anlagen mit hoher potenzieller Umweltbelastung (z. B. Kernkraftprojekte) aus. Alle sechs Monate lassen wir durch einen externen Dienstleister ein ESG-Screening durchführen. Er bewertet alle handelbaren festverzinslichen Wertpapiere und Aktien der selbstverwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns. Ein weiterer Bestandteil des Asset-Managements entfällt auf die Investition in zentrale Infrastrukturgüter. Deren Nachfrage ist von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen weitgehend unabhängig und für institutionelle Investoren daher sehr gut planbar. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zielsetzung bleibt jederzeit eine solide Geldanlage im Interesse der Versicherten. Eines der zentralen Selektionskriterien für die Investitionen ist ein reguliertes Umfeld, etwa über gesetzlich geregelte Einspeisevergütungen, Anreizregulierung und Publicprivate-Partnerships. Infrastrukturinvestitionen erfolgen vorrangig im Euroraum, wobei der Fokus auf Projekten aus den Sektoren Transport und Energie und dem Bereich der sozialen Infrastruktur liegt. Über Fonds ist der Talanx Konzern bereits länger indirekt in Infrastrukturprojekte involviert und beteiligt sich seit Anfang des Jahres 2014 auch direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten. Zum diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Windparks, Solarparks, Stromnetzen und Publicprivate-Partnership (PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. ZIELE UND MASSNAHMEN: "ESG IM ASSET-MANAGEMENT" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Prüfung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Kapitalanlagen Kontinuierliche Überprüfung und ggf. Feinjustierung des Nachhaltigkeitsansatzes im Asset-Management durch RIC Talanx Konzern Laufend Aktiv Erhöhung der Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energien auf bis zu 5 Mrd. EUR Weitere sektorale Diversifizierung des Infrastruktur-Portfolios Talanx Konzern Laufend (längerfristiges Ziel) Aktiv Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsansatzes im Asset-Management Anwendung von Ausschlusskriterien, Durchführung von halbjährlichen Negativscreening und Anwendung eines Best-in-Class-Ansatzes Hannover Rück 2020 Aktiv Geplant sind zudem infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 30 bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 50 bis 250 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Zum Jahresende 2019 war der Talanx Konzern insgesamt mit einem Volumen von rund 2,5 (Vj. 2,1) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten engagiert. Rund 1,5 Mrd. EUR davon entfallen auf erneuerbare Energien. Für das Jahr 2020 erwartet das Team Infrastruktur-Investments Neuinvestitionen in Höhe von rd. 300 - 400 Mio. EUR in Form von Eigen- und Fremdkapital. ESG in Versicherungslösungen Die Berücksichtigung von gesellschaftlichen Belangen und die Unterstützung umweltverträglicher Produkte und Projekte stehen im Einklang mit der wachsenden Bedeutung des Themas für unsere Kunden. Die Zufriedenheit der Kunden kann auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigern. Darüber hinaus sind Versicherungsprodukte heute zunehmend auf ihre ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie ihre Relevanz für eine nachhaltige Entwicklung hin zu bewerten. Aus den Versicherungsdienstleistungen unseres Konzerns resultieren keine direkten relevanten Umweltauswirkungen. Vielmehr tragen die Leistungen dazu bei, dass Umweltrisiken adäquat versichert und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Über Rückstellungen für asbestbedingte Schäden informieren wir in unserem Risikobericht ab Seite 102 ff. Zu den positiven gesellschaftlichen Auswirkungen zählt der Kern des Versicherungsgeschäfts, d. h. der Transfer von Risiken, durch den Verluste aus dem Eintritt von Schadenereignissen aufgefangen und Unternehmen wie Privatpersonen finanziell abgesichert werden. Gleichwohl sind die möglichen indirekten ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Versicherungsgeschäfts auf eine nachhaltige Entwicklung zu beachten, z. B. etwaige Folgen aus den versicherten Projekten. Mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte bei Versicherungsnehmern der Industrie greifen verschiedene Richtlinien des Konzerns, so etwa der Verhaltenskodex des Talanx Konzerns sowie der Verhaltenskodex für Geschäftspartner. Langfristig verfolgt der Talanx Konzern das Ziel, Nachhaltigkeitsaspekte in Versicherungsprodukten und Dienstleistungen verstärkt zu berücksichtigen. Im Frühjahr 2019 hat der Talanx Konzern vor diesem Hintergrund eine Zeichnungspolitik für Kohlerisiken definiert und zieht sich beim Versicherungsschutz langfristig aus kohlebasierten Risiken zurück: In der Versicherungstechnik zeichnet der Talanx Konzern grundsätzlich keine Risiken bei neu geplanten Kohlekraftwerken und -minen mehr. In Staaten, in denen der Anteil von Kohle im Energiemix besonders hoch ist und in denen kein ausreichender Zugang zu alternativen Energien besteht, wird Talanx in Einzelfällen und nach Prüfung der technischen Standards eine limitierte Zahl von Ausnahmen beim Versicherungsschutz zulassen. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Kohlekraftwerke und -minen mehr im Bestand befinden. Mit dem Ziel der Steigerung der internen Transparenz über ESG-Aspekte im Underwriting hat der Talanx Vorstand im Geschäftsjahr 2019 entschieden, in der ersten Vorstandssitzung eines jeden Jahres einen festen Tagesordnungspunkt "Responsible Underwriting Committee" (RUC) vorzusehen. In diesem Gremium sollen ab Januar 2020 verstärkt auch ESG-Aspekte in der Versicherungstechnik betrachtet werden. ZIELE UND MASSNAHMEN: "ESG IN VERSICHERUNGSLÖSUNGEN" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Unterstützung, Entwicklung und Ausbau nachhaltiger Versicherungslösungen Reduzierung des Engagements in fossilen Brennstoffen Hannover Rück 2020 Aktiv Ausbau des Engagements in erneuerbaren Energien Hannover Rück 2020 Aktiv Unterstützung verschiedener nachhaltiger Initiativen, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern Hannover Rück 2020 Aktiv Ausbau nachhaltiger Versicherungslösungen im Bereich Life & Health Hannover Rück 2020 Aktiv Zahlreiche Produkte der Versicherungsgesellschaften des Talanx Konzerns unterstützen umweltverträglichere Technologien und Verhaltensweisen oder berücksichtigen gesellschaftliche Interessen. So tragen Leistungen etwa dazu bei, dass Umweltrisiken auf geeignete Weise versichert sind und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Durch Technische Versicherungen werden vielseitige Versicherungslösungen zur Förderung erneuerbarer Energien verwirklicht, die sich von Windenergie im Bereich On- und Offshore über Photovoltaik bis zur Geothermie erstrecken. Auch Prototypenentwicklungen wie Gezeitenkraftwerke wären bei der Industrieversicherung gedeckt. Der Versicherungsschutz würde bei der Errichtung beginnen und den Kunden noch viele Jahre im Betrieb begleiten. Dadurch unterstützen die Gesellschaften des Talanx Konzerns die Energiewende. Auch die Hannover Rück fördert die Ausweitung von klimarelevanten Produkten, z. B. Wetter- und Energieeinsparversicherungen. Durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Mikroversicherungen und Agrarversicherungen leistet sie zudem einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. So können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie Krankheiten, Berufsunfähigkeit, Folgen von Naturkatastrophen oder Ernteausfälle absichern. Darüber hinaus beteiligt sich die Hannover Rück aktiv an der Entwicklung von indexbasierten Disaster-Finance-Konzepten, die Staaten Südamerikas und Asiens bei Naturkatastrophen schnelle finanzielle Hilfe garantieren. Zu dem Geldwert von Produkten und Dienstleistungen, die im Talanx Konzern für einen spezifischen ökologischen oder sozialen bzw. gesellschaftlichen Nutzen entwickelt wurden, liegen derzeit keine Angaben vor. Arbeitnehmerbelange Ziel unserer Personalarbeit ist es, unsere Mitarbeiter in ihrer Berufstätigkeit im Sinne unserer Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen, sie an unseren Konzern zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Wesentliche Bestandteile der Personalarbeit - wie die Personalbetreuung und Personalentwicklung - sind gut aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt. Jeder dieser Bereiche leistet einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Personalarbeit; von der Gestaltung einer förderlichen und agilen Kultur über zeitgemäße Verfahren des Recruitings und Themen der Qualifizierung und beruflichen Entwicklung bis hin zu Themen der Gestaltung von Anreizsystemen und modernen Arbeitsbedingungen. Mitarbeitergewinnung und -entwicklung Unsere Mitarbeiter setzen ihre Talente in vielfältiger Weise für unseren geschäftlichen Erfolg und zur Zufriedenheit unserer Kunden ein. Mithilfe professioneller Programme fördern wir unsere Beschäftigten und entwickeln ihre Kompetenzen kontinuierlich weiter. In unserer Personalarbeit berücksichtigen wir auch den demografischen Wandel, die sinkende Zahl von Experten für bestimmte Tätigkeitsbereiche und die sich wandelnde Arbeitswelt. Im Rahmen der strategischen Nachwuchssicherung verfolgen wir verschiedene Konzepte. Hierzu gehören duale Ausbildungs- und Studiengänge, Trainee-Programme für spezielle Funktionsbereiche sowie Einarbeitungsprogramme für Young Professionals. Mitarbeitergewinnung und -entwicklung unterliegten auch unserem Diversitätsmanagement. Diversitätsmanagement bedeutet in diesem Zusammenhang für uns, die Vielfalt unter den Beschäftigten bewusst zu fördern, Chancengleichheit zu beachten, damit alle Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Talente bestmöglich einsetzen können. Die Planung, Steuerung und Kontrolle der personalwirtschaftlichen Aktivitäten und Prozesse im Talanx Konzern erfolgen im Rahmen des Personalcontrollings. Wichtige Elemente sind dabei regelmäßige Analysen zur Personalbestandsentwicklung und das Personalberichtswesen (intern und extern). Unser Competence Center Operational Auditing führt im Bereich Personal regelmäßig risiko- und prozessorientierte Prüfungen nach den Grundsätzen des Berufsstandes Institute of Internal Auditors (IIA) durch. Im Außenauftritt unterstützen Maßnahmen des Personalmarketings die Darstellung des Talanx Konzerns als attraktiver Arbeitgeber. So nutzen wir verstärkt Social-Media-Kanäle, um die Kommunikation mit potenziellen Bewerbern zu fördern. Im Jahr 2019 beteiligte sich der Konzern zudem an diversen Hochschul- und Karrieremessen, um die Gesellschaften des Talanx Konzerns als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. ZIELE UND MASSNAHMEN: "MITARBEITERGEWINNUNG UND -ENTWICKLUNG" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Überprüfung und ggf. Ergänzung von Personalrichtlinien auf/um Nachhaltigkeitsaspekte Bestandsaufnahme/Prüfung bestehender Richtlinien auf Nachhaltigkeitskriterien Erstversicherung Deutschland Laufend Aktiv Nachwuchssicherung Förderung der beruflichen Erstausbildung und des dualen Studiums Erstversicherung Deutschland Laufend Aktiv Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten bzw. wiederherstellen ■ Ausrollen von Gesundheitstagen bzw. -management auf die Standorte Erstversicherung Deutschland Laufend Aktiv ■ Qualifizierungsangebote für Mitarbeiter Hannover Rück 2020 Aktiv ■ Sportangebote für Mitarbeiter ■ Weiterführung von bestehenden Gesundheitsprogrammen/Vorsorgeuntersuchungen Ausbau von Weiterbildungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte Entwicklungs- und Einarbeitungsprogramme für Fachkräfte/Experte, Führungskräfte und Projektleiter Weiterbildungstage pro Mitarbeiter 2019: 2,7 Tage Erstversicherung Deutschland Laufend Aktiv Förderung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen durch alle Mitarbeiter sowie Überprüfung und Weiterentwicklung des Weiterbildungsprogramms für alle Mitarbeiter Hannover Rück 2020 Aktiv Für die Nachwuchssicherung ist in Deutschland insbesondere die berufliche Erstausbildung ein wichtiger Baustein. Dies zeigt sich in unserer konstant hohen Übernahmequote, die seit Jahren bei 80 bis 90 % liegt. Verschiedene Gesellschaften des Talanx Konzerns bieten ein vielfältiges Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten - von der klassischen Berufsausbildung bis hin zum Bachelorstudium. Ein breit gefächertes Angebot an internen Weiterbildungsmaßnahmen sichert die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Tätigkeiten. Hier werden zunehmend neue Lernformate eingesetzt, die neben dem digitalen Lernen auch das Lernen voneinander durch eine gezielte Vernetzung innerhalb des Konzerns fördern. Durch die finanzielle Förderung berufsbegleitender Ausbildungs- und Studiengänge wird darüber hinaus die generelle Beschäftigungsfähigkeit unterstützt. Die Identifikation und gezielte Förderung von Leistungs- und Potenzialträgern bildet einen Schwerpunkt unserer Personalentwicklung. Im Rahmen einzelner Entwicklungsprogramme werden Potenzialträger auf weiterführende Aufgaben vorbereitet und für diese qualifiziert. Seit 2018 haben wir ein Entwicklungsprogramm für Berufseinsteiger, welches das Ziel verfolgt, die besten Auszubildenden und dualen Studenten an den Konzern zu binden. Zudem bieten wir fortlaufend Qualifizierungsmaßnahmen für den Aufbau von Fachwissen und Methodenkenntnissen sowie zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen an. Um die Transformation hin zu einer agilen Organisation zu fördern, haben wir 2018 den Agility Campus eingerichtet. Dieser richtet sich an Führungskräfte und Mitarbeiter, besteht aus verschiedenen Modulen, vermittelt Kenntnisse zu agilen Methoden und fördert ein agiles Mindset. Darüber hinaus geben wir über Mitarbeitergespräche, Feedbackinstrumente und Standortbestimmungsverfahren einen Feedbackrahmen, über den die Mitarbeiter das eigene Verhalten reflektieren und an die veränderten Anforderungen anpassen können. Die Talanx Corporate Academy ist als zentrales Instrument zur Strategieimplementierung und Kulturentwicklung innerhalb des Konzerns erfolgreich etabliert. Das Programm vermittelt konzernweit strategisch relevante Themen für die oberste Managementebene aller Geschäftsbereiche. Im Jahr 2019 lag der Fokus auf dem Thema Digitalisierung. Mit der strategischen Ausrichtung des Hochschulmarketings konzentriert sich der Talanx Konzern auf ausgewählte Fokusuniversitäten mit dem Ziel, geeigneten akademischen Nachwuchs für den Konzern zu gewinnen. Weiterhin haben wir zur Förderung des Versicherungsstandorts Hannover von den Versicherungsunternehmen vor Ort und der Leibniz Universität Hannover das "House of Insurance" als gemeinsames Kompetenzzentrum für Forschung und Lehre in den Bereichen Versicherungsökonomik, -mathematik und -recht ins Leben gerufen. Darüber hinaus bietet der Talanx Konzern eine leistungsorientierte Vergütung, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit des mobilen Arbeitens sowie attraktive Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate und einer langen Konzernzugehörigkeit unserer Mitarbeiter wider. Innerhalb des Konzernverbunds hat auch die Hannover Rück ihre Maßnahmen im Bereich der Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterentwicklung und -förderung weiter ausgebaut. Im Berichtsjahr stand erneut die Unterstützung der Mitarbeiter und Führungskräfte in Bezug auf den Umgang mit den Auswirkungen der sich spürbar verändernden Arbeitswelten, u. a. durch Effekte aus agilen Arbeitsformen oder automatisierten bzw. digitalisierten Arbeitsabläufen, im Fokus. Führungskräfte nutzten in unterschiedlichen Formaten die Möglichkeit, sich mit Change Management und Agilität auseinanderzusetzen um dort, wo es als sinnvoll erachtet wird, Aspekte in den Arbeitsalltag zu übertragen. Das Grundlagenwissen wurde in einem gut nachgefragten zweitägigen Seminar vermittelt, die Umsetzungsmöglichkeiten mit all ihren Facetten konnten - neben anderen Themen - bedarfsgerecht im Rahmen der "Praxistage" vertieft oder in abteilungsspezifischen Workshops konkret beleuchtet werden. Die Hannover Rück setzte außerdem ihre Angebote von Präventionsseminaren zur Stärkung der Resilienz fort. Talanx als Arbeitgeber Über unser Diversitätsmanagement fördern wir eine von Offenheit, Respekt und Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur, in der Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten gerne zusammenarbeiten. Wir stärken aktiv die Vielfalt, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen. Im Talanx Konzern arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten nationalen, ethnischen, religiösen und persönlichen Hintergründen. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen die Entwicklungen, die das Arbeiten im Konzernverbund verändern: eine steigende Anzahl weiblicher und älterer Erwerbstätiger, der Berufseinstieg der Generationen Y und Z, höhere Ansprüche an Mobilität und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die zunehmende Globalisierung und, damit einhergehend, ein zunehmender Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Das aktive Diversitätsmanagement ist in die Planung, Steuerung und Kontrolle der personalwirtschaftlichen Aktivitäten und Prozesse im Talanx Konzern einbezogen und Bestandteil des Personalcontrollings (siehe auch Abschnitt "Mitarbeitergewinnung und -entwicklung" auf Seite 71 f.). ZIELE UND MASSNAHMEN: "TALANX ALS ARBEITGEBER" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Diversität/Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen (Steigerungsrate abhängig von Ausgangssituation der jeweiligen Gesellschaft Besetzung von mindestens 25 % der vakanten Führungspositionen in allen Hierarchieebenen in Deutschland mit weiblichen Mitarbeitern Deutschland (Erstversicherung) Laufend Aktiv Besetzung von mindestens 35 % der Führungspositionen mit weiblichen Mitarbeitern WARTA-Gruppe Laufend Aktiv Mentoringprogramm für Frauen Deutschland (Erst- und Rückversicherung) Laufend Aktiv Netzwerk Frauen@Talanx Deutschland (Erst- und Rückversicherung) Laufend Aktiv Seminarangebot für Frauen Deutschland (Erstversicherung) Laufend Aktiv Frauenanteil in der zweiten und dritten Führungsebene von 18 % am Standort Hannover Durchführung einer weiteren Runde des Mentoring programms für Frauen in den Jahren 2019 und 2020 Hannover Rück Laufend Aktiv Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Work-Life-Balance ■ Flexible Arbeitszeitmodelle (Gleitzeit und Teilzeit; soweit aufgabentechnisch möglich) Deutschland (Erstversicherung) Laufend Aktiv ■ Einführung mobiles Arbeiten ■ Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit ■ Gewährung eines Kinderbetreuungszuschusses ■ Eltern-Kind-Büro ■ Talingo EAP (externe Mitarbeiterberatung) ■ Gesundheitstage ■ Flexible Arbeitszeitmodelle (Gleitzeit-, Teilzeit- und Telearbeitsmodelle sowie mobiles Arbeiten) Hannover Rück 2020 Aktiv ■ Betriebseigene Kinderkrippe in Hannover Internationalität ■ Internationales Management-Development-Program (MDP) Talanx Konzern Laufend Aktiv ■ Hospitationen ausländischer Mitarbeiter ■ Auslandsentsendungen Mitarbeiterbefragung Umfrage "Organizational Health Check" Talanx Konzern Jährlich Aktiv Vergütung und Leistung ■ Eingruppierung der Tätigkeit nach Versicherungstarif Talanx Konzern (ohne Hannover Rück) Laufend Aktiv ■ Stellenbewertung nach HAY-Methode für leitende Funktionen mit dazugehöriger Vergütungssystematik Der Konzern ergreift zahlreiche Maßnahmen, um Vielfalt zu fördern, Diskriminierung zu verhindern und die Entwicklung seiner Mitarbeiter unabhängig von ihrer Herkunft zu unterstützen. Der Konzernvorstand hat sich im "Diversity Commitment" zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur bekannt und bereits 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet, die eine verbindliche Grundlage unseres Handelns ist. Auch bei der Besetzung von Führungspositionen achtet der Vorstand den Corporate-Governance-Grundsätzen entsprechend auf Vielfalt. Das Frauennetzwerk "Frauen@Talanx" gibt Mitarbeiterinnen im Talanx Konzern eine Plattform für eine gezielte Vernetzung. Die Gremienmitglieder sind Ansprechpartner für die Kolleginnen aus dem jeweiligen Geschäftsbereich und fungieren als Multiplikatoren. Sponsor des Frauennetzwerks ist Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. Der Talanx Konzern legt Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese durch flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und der Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten - und so zum Beispiel Familie und Berufsleben besser miteinander in Einklang zu bringen. Seit 2014 unterstützt der Konzern Eltern im ersten Jahr nach der Elternzeit mit einem steuerfreien Zuschuss von bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder. An verschiedenen Standorten sorgt ein Eltern-Kind-Büro bei der Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen für Abhilfe. Zur Stärkung ihrer persönlichen Ressourcen greifen unsere Mitarbeiter im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurück. Im Berichtsjahr fanden an allen Standorten in Deutschland Gesundheitstage statt. Außerdem können die Mitarbeiter bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen kostenfrei und anonym eine externe Beratung sowie einen Familienservice nutzen. Um die Sichtweise seiner Mitarbeiter auf die eigene Kultur und Organisation zu erfahren, hat der Talanx Vorstand erstmals konzernübergreifend alle rund 23.300 Mitarbeiter Ende 2019 weltweit zu einer Umfrage "Organizational Health Check" (OHC) eingeladen. Der Talanx OHC besteht aus rund 30 Fragen und wird jährlich wiederholt. Die Vergütungssystematik des Konzerns setzt sich zusammen aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie attraktiven Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Bei der Talanx bestimmt sich das individuelle Entgelt über die Tätigkeit sowie die persönliche fachliche Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit gemäß dem Versicherungstarif bestimmt sich das Gehalt für leitende Funktionen über eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung, die nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen wird. Achtung der Menschenrechte Menschenrechte bei Talanx Gemäß § 54 Absatz 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien beschreiben wir nachfolgend, welche Maßnahmen die Gruppe im am 31. Dezember 2019 endenden Geschäftsjahr gegen Erscheinungsformen von moderner Sklaverei und Menschenhandel ergriffen hat: ZIELE UND MASSNAHMEN: "MENSCHENRECHTE" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Überarbeitung des Talanx Verhaltenskodex Stärkere Berücksichtigung des Aspekts Menschenrechte Talanx Konzern 2022 Aktiv Darüber hinaus haben wir keine weiteren Ergebnisse im Themenfeld "Menschenrechte bei Talanx" erzielt und keine weiterführenden Vorhaben implementiert; ein umfassendes Konzept haben wir bis dato nicht verabschiedet. Als internationaler Konzern mit rund 23.300 Mitarbeitern weltweit sind wir uns der aus unserer Größe und Marktstellung resultierenden Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern und Geschäftspartnern bewusst. So bekennen wir uns im Einklang mit den anwendbaren Gesetzen, Konventionen und Bestimmungen dazu, weltweit die Menschenrechte respektieren und Arbeitnehmerrechte aktiv unterstützen zu wollen. Um dies zu unterstreichen und die Bedeutung von Compliance für Mitarbeiter sowie Geschäftspartner sichtbar zu machen, hat die Talanx eine Reihe von internen Regelungen verabschiedet, die auf die Einhaltung und Überprüfung von Menschenrechten abzielen. Ferner bestehen verschiedene Betriebsvereinbarungen zu personellen Themen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Abschnitte zum Talanx Verhaltenskodex sowie zum Hinweisgebersystem (siehe hierzu jeweils Abschnitt "Compliance" auf Seite 63 f. der nichtfinanziellen Konzernerklärung) und zum Verhaltenskodex für Geschäftspartner (siehe nachfolgenden Abschnitt "Lieferantenmanagement"), den wir im Geschäftsjahr 2019 verabschiedet haben, relevant. Über die beschriebenen Maßnahmen hinausgehend haben wir im Berichtsjahr zudem eine Überarbeitung des Talanx Verhaltenskodex angestoßen. Lieferantenmanagement Auch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen und signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt in unserer Lieferkette als gering eingeschätzt wird, achten wir bei der Auswahl unserer Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen in Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Talanx Werte eingehalten werden. Um unser Commitment zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, haben wir im Berichtsjahr einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner erarbeitet, der vom Talanx Vorstand verabschiedet wurde. Das Dokument umfasst sowohl den IT-Einkauf als auch den Einkauf Non-IT und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Die Implementierung des neuen Verhaltenskodex in den einzelnen Geschäftsbereichen haben wir im Berichtsjahr bereits angestoßen. ZIELE UND MASSNAHMEN: "LIEFERANTENMANAGEMENT" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Einkauf Entwicklung und schrittweise Implementierung eines konzerneinheitlichen Lieferanten-Verhaltenskodex in relevanten Sprachen Talanx Konzern 2018 Aktiv Kontinuierliche Bewertung von rund 90 % der Lieferanten (gemessen am Einkaufsvolumen) nach Umwelt- und Sozialstandards Laufende Auswahl und Bewertung von Lieferanten nach Umwelt- und Sozialstandards Hannover Rück 2020 Aktiv Auch die Hannover Rück hat einen solchen Kodex in Anwendung und entsprechende Verfahren entwickelt. Grundsätzlich verpflichtet die Hannover Rück ihre Hauptlieferanten und Subunternehmer auf die Entsprechung der in dem Verhaltenskodex für Lieferanten der Hannover Rück festgelegten Minimalstandards. Das Lieferantenmanagement am Standort Hannover sieht daher in anlassbezogenen Abständen eine Bewertung der Lieferanten vor. Auf der Basis von Selbstauskünften und mithilfe eines anwendungsgestützten Verfahrens werden die Lieferanten bewertet und im Falle einer kritischen Einschätzung in einer Umwelt-, Sozial- und Governance-Risikokategorie (ESG-Risikokategorie) einer Negativliste zugeordnet, was zur Folge hat, dass keine weitere Beauftragung mehr erfolgt. Umweltbelange Klimawandel Für uns als weltweit agierenden Versicherungskonzern stellt der Klimawandel einen wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekt dar, der sich umfassend auf die gesamte Geschäftstätigkeit auswirkt. Daher ist wirksamer Klimaschutz für unsere Nachhaltigkeitsagenda grundlegend. Wir bekennen uns zum Transformationsprozess mit dem Ziel einer emissionsärmeren Wirtschaft und streben an, unseren Beitrag dazu über die drei Elemente Kapitalanlage, Risikozeichnung sowie Umweltmanagement zu leisten und stetig auszubauen. Aufgrund der Vielschichtigkeit der aus dem Klimawandel resultierenden Herausforderungen findet im Talanx Konzern zwischen den verschiedenen Abteilungen regelmäßig und auch anlassbezogen ein Austausch statt (siehe hierzu Abschnitt "Nachhaltigkeitsstrategie und -Governance" auf Seite 59 ff. der nichtfinanziellen Konzernerklärung). Hervorzuheben sind dabei insbesondere die beiden Gremien "Responsible Investment Committee" (RIC) und "Responsible Underwriting Committee" (RUC), die die Operationalisierung der Talanx Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen. Die Herausforderungen des Klimawandels betreffen übergreifend den gesamten Talanx Konzern. Klimaaspekte können potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation des Unternehmens haben. Da der Klimawandel auf verschiedene nichtfinanzielle Aspekte einwirkt, wird für die Darstellung von Zielen und Maßnahmen auf die entsprechenden Abschnitte der nichtfinanziellen Konzernerklärung verwiesen. Im Berichtsjahr hat der Talanx Vorstand übergeordnet das strategische Ziel formuliert, ab dem Geschäftsjahr 2019 an den deutschen Unternehmensstandorten CO2-neutral zu wirtschaften. Nach der erstmaligen Ermittlung des Corporate Carbon Footprints in Deutschland und der bereits erfolgten Kompensation von rund 31.000 Tonnen unvermeidbarer CO2-Emissionen mittels zweier hochwertiger Kompensationsprojekte in Uganda (Aufforstung; VCS & CCBS-Projekt) und Brasilien (nachhaltige Forstwirtschaft; VCS & CCBS-Projekt) haben wir dieses Nachhaltigkeitsziel erreicht. Talanx folgt dem Prinzip, Treibhausgase in erster Linie zu vermeiden, dann zu reduzieren und erst im dritten Schritt zu kompensieren. Betrieblicher Umweltschutz Der Talanx Konzern verursacht als Dienstleister vergleichsweise geringe umweltbezogene Auswirkungen. Sie entstehen in erster Linie durch unsere Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen und sich täglich auf den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause begeben. Gleichwohl ist der Konzern bestrebt, die negativen ökologischen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten. Um unser Tagesgeschäft und den Einkauf nachhaltigkeitsorientiert sowie kosteneffizient zu gestalten, setzt der Talanx Konzern auf einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Dies gilt insbesondere beim Verbrauch von Energie und Wasser sowie von Materialien. Talanx verfolgt das Ziel den Emissionsausstoß und den Energieverbrauch zu reduzieren, dieses Ziel wird fortlaufend überprüft. Darüber hinaus führen wir Energieaudits nach DIN EN 16247 in Übereinstimmung mit dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) durch. Unsere Beteiligung am Kooperationsprojekt ÖKOPROFIT im Jahr 2018 nutzen wir gezielt für eine Bestandsaufnahme, Schwachstellenanalyse und für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen im Bereich des innerbetrieblichen Umweltmanagements. In unsere Bewertung und Überprüfungen fließen zudem auch die Ergebnisse von ESG-Ratings ein. ZIELE UND MASSNAHMEN: "BETRIEBLICHER UMWELTSCHUTZ" scroll Ziel Maßnahme Geltungsbereich Termin Status Reduktion des CO2-Ausstoßes sowie des Energie- und Ressourcenverbrauchs Schrittweise Nutzung von erneuerbaren Energien Deutschland Ab 2018 Aktiv Optimierung des Energieverbrauchs durch die Anpassung von Zeitschaltprogrammen, den Einsatz effizienter LED-Leuchtmittel in allen Gebäuden, deren Eigentümer der Talanx Konzern ist, und den verstärkten Einsatz von Präsenzmeldern in Büros (Umsetzung von Maßnahmen aus dem Energieaudit) Deutschland Ca.2026 Aktiv Verstärkung der internen Kommunikation zur Senkung des Energie- und Papierverbrauchs am Arbeitsplatz (kontinuierliche Sensibilisierung der Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit) Deutschland Laufend Aktiv Ausbau und Förderung nachhaltiger Mobilitätskonzepte Ausstattung aller Dienstwagen mit einer klimaneutralen Tankkarte (Climate Card), es erfolgt eine 100 %-ige CO2-Kompensation. Deutschland 2020 Aktiv Mobilitätsrichtlinie/Nachhaltigkeitsstrategie: Deutschland 2020 Aktiv a) Als neue Dienstwagen (Statusfahrzeuge) sind nur Fahrzeugmodelle der Energieeffizienzklassen A bis B zugelassen b) Als neue Dienstwagen sind förderfähige (nach EmoG) Plug-in-Hybridfahrzeuge zugelassen c) Dienstwagen müssen nicht als bevorzugtes Verkehrsmittel genutzt werden, sondern klimafreundliche Alternativen wie die Bahn sind ebenfalls nutzbar d) Verkürzung der Haltedauer der Fahrzeuge auf 48 Monate. Dadurch ist ein schnellerer Umstieg auf neue Technologien möglich Elektromobilität Deutschland 2020 Aktiv a) Ausbaukonzept Ladestationen an den Standorten in Umsetzung b) Ladevorgänge für Dienstfahrzeuge (Hybrid) am Standort möglich. Private Ladevorgänge werden monatlich vom Arbeitgeber bezuschusst c) In Planung: Pilotierungsphase "reine" E-Fahrzeuge im Dienstwagenbereich d) In Planung: Vorgabenänderung für SUV, ab 2021 nur als Plug-in-Hybrid zulässig In Hannover, Köln, Hamburg und Dortmund kommen E-Smarts für Fahrten im Stadtgebiet zum Einsatz, um den Schadstoffausstoß zu verringern Deutschland Ab 2017 Aktiv Am Zentralstandort Hannover wird als Pilot den Mitarbeitern mit einem E-Fahrzeug oder E-Bike die Möglichkeit geboten, ihr Fahrzeug/Fahrrad an Ladesäulen/Ladeschränken zu laden. Es wird mit dem Ausbau weiterer Standorte begonnen Deutschland, Hannover Ab 2017 Aktiv Umsetzung der Maßnahmen aus dem Projekt ÖKOPROFIT Deutschland, Hannover 2019 Aktiv Ausbau und Förderung des betrieblichen Umweltschutzes Mitarbeit bei der Initiative "Hannover ohne Plastik" (HOP). Maßnahmen wie Reduzierung von Plastikflaschen durch Einsatz von Wasserspendern, Reduktion Plastikverpackungen in Kantinen und Cafeterien. Abschaffung Papierkörbe und Plastikeinsätze in den Büroräumen in Hannover und Köln Hannover, Köln Ab 2019 In Umsetzung Kappung der Stromspitzen Deutschland Ab 2019 In Umsetzung Lastmanagement ■ Reduktion des Stromverbrauchs um 10 % pro Mitarbeiter Hannover Rück 2020 Aktiv ■ Senkung des Bedarfs an klimaneutraler Heizenergie um 5 % ■ Reduzierung des Papierverbrauchs um 15 % ■ Konstanthalten des Wasserverbrauchs und des CO2-Ausstoßes Kontinuierliche Weiterentwicklung des Umweltmanagements ■ Forcierung klimaneutraler Standorte (international) Hannover Rück 2020 Aktiv ■ (Re-)Zertifizierung des Umweltmanagementsystems Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 bezieht der Talanx Konzern für seine Standorte in Deutschland Grünstrom. Die Herkunft des Stroms entspricht den Anforderungen des Ökostromlabels RenewablePLUS. Das für die Talanx ausgestellte Zertifikat ist gültig für Lieferungen im Umfang von 24.408 MWh im Jahr 2019. Unser Konzern unterstützt seine Mitarbeiter bei der umweltschonenden Anreise zum Arbeitsplatz, indem er an verschiedenen Standorten in Deutschland Vergünstigungen für den öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. Die Anzahl von konzerninternen Dienstreisen wollen wir reduzieren, indem wir verstärkt auf den Einsatz von Videokonferenzen setzen. Der Aspekt des Materialverbrauchs betrifft den Talanx Konzern als Unternehmen, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, vor allem mit Blick auf die Verwendung von Papier. Weitere Materialien benötigen wir für den Produktionsprozess von Versicherungsschutz und weiteren Dienstleistungen nicht im wesentlichen Umfang. Bei der Papierbeschaffung achten wir auf verschiedene Nachhaltigkeitssiegel. Auch der Energieverbrauch unserer nationalen und internationalen Standorte wird kontinuierlich optimiert. Es wird vermehrt mit Zeitschaltprogrammen und Präsenzmeldern in Büros gearbeitet und die Installation von LED-Beleuchtung in den Gebäuden ausgeweitet. Bereits im Jahr 2012 hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück mit der Einführung eines nach DIN EN ISO 14001 zertifizierten Umweltmanagementsystems am Standort Hannover Standardprozesse für den Umweltschutz etabliert und in ihrem Umweltprogramm konkrete Maßnahmen definiert. Seitdem wird das Umweltmanagementsystem jährlich zertifiziert; seit 2016 gemäß der revidierten Norm DIN EN ISO 14001:2015. Darüber hinaus veröffentlicht die Hannover Rück seit 2016 jährlich eine validierte EMAS-III-Umwelterklärung. Corporate Governance Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht 1 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB Entsprechenserklärung nach § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben: Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden (sogenannte Entsprechenserklärung). Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG seit der zuletzt abgegebenen Entsprechenserklärung vom 9. November 2018 bei der Umsetzung des DCGK in seiner aktuell gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 in den nachfolgenden Punkten von den Kodexempfehlungen abgewichen ist und abweicht; im Übrigen wurde und wird den Empfehlungen des DCGK in seiner aktuell gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen. 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen) Die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird zum Teil in Form von Talanx Share Awards gewährt. Die maximale Anzahl der gewährten Share Awards bei der Zuteilung hängt von der Gesamthöhe der variablen Vergütung ab, die der Höhe nach begrenzt ist (sogenannter Cap), d. h., die Zuteilung von Share Awards unterliegt der Höchstgrenze. Die Share Awards unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist. Dadurch nehmen die Vorstandsmitglieder während dieses Zeitraums an positiven wie auch negativen Entwicklungen der Gesellschaft, wie sie sich im Aktienkurs widerspiegeln, teil. Nach Ablauf der Sperrfrist wird der Gegenwert der Share Awards an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich nach dem zum Auszahlungszeitpunkt gültigen Aktienkurs der Talanx Aktie zuzüglich eines Betrages in Höhe der insgesamt während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividende je Aktie. Damit folgen die Share Awards der wirtschaftlichen Entwicklung der Talanx Aktie. Der sich aus der Gewährung der Share Awards ergebende Betrag der variablen Vergütung ist somit im Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards begrenzt, nicht jedoch noch einmal im Zeitpunkt der Auszahlung. Eine weitere Begrenzung des aus der Gewährung der Share Awards resultierenden Betrags der variablen Vergütung im Auszahlungszeitpunkt hält die Gesellschaft vor dem Hintergrund des mit den Share Awards angestrebten Gleichlaufs der Interessen zwischen Aktionären und Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG nicht für sinnvoll. Aus Sicht der Gesellschaft handelt es sich bei dem Auszahlungsweg über die Talanx Share Awards wirtschaftlich betrachtet um ein Zwangsinvestment in Talanx Aktien mit vierjähriger Haltefrist. 1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um einen vom Gesetzgeber von der Abschlussprüfung/Prüfung des Lageberichts ausdrücklich ausgenommenen Berichtsabschnitt (§ 317 Absatz 2 Satz 6 bzw. Satz 4 HGB; ungeprüfte Informationen) Die Talanx AG erklärt daher formal und höchst vorsorglich ein Abweichen von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen) Eine vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden wäre zudem bei einem vereinbarten Abfindungs-Cap eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK abzuweichen. 3. Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 2, 3 DCGK (Vorsitz im Prüfungsausschuss) Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Bis zu seiner Bestellung zum Aufsichtsratsmitglied war er Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft. Seine außerordentlichen Kenntnisse in der Erst- und Rückversicherung sowie seine langjährige Erfahrung in der Führung des Unternehmens und des Konzerns sollen der Talanx AG erhalten bleiben und der Arbeit des Aufsichtsrats in dieser Schlüsselrolle zugutekommen. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Finanzvorstand verfügt er zudem über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren in der Erst- und Rückversicherung. Vor diesem Hintergrund ist er für die Funktion des Ausschussvorsitzenden besonders geeignet. In seinen Funktionen als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von den Empfehlungen in Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 2, 3 DCGK abzuweichen. Abgesehen von den vorgenannten Abweichungen wird die Gesellschaft auch künftig allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprechen. Hannover, den 8. November 2019 Für den, Vorstand Für den Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https://www.talanx.com/corporate-governance/entsprecherklae-rung/2019.aspx. Sie finden dort ebenfalls den aufgrund der Zweitnotierung der Talanx AG an der Warschauer Wertpapierbörse erforderlichen Bericht zum "Code of Best Practice for Warsaw Stock Exchange Listed Companies". Zielgrößen gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG; gesetzliche Quote für den Aufsichtsrat gemäß § 96 Absatz 2 AktG Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %. Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass in dem Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2022 die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands angestrebt wird. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands gilt eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 %. Corporate-Governance-Bericht Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst (https://www.talanx.com/corporate-governance.aspx). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen; denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. Unternehmensverfassung Gute Corporate Governance ist für die Talanx AG und die Talanx Gruppe unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter identifizieren sich mit den beschlossenen Corporate-Governance-Grundsätzen, die sich am DCGK orientieren. Dem steht auch nicht entgegen, dass im Berichtsjahr erneut Empfehlungen des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den börsennotierten deutschen Unternehmen ein. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Vorstand Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 6 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx AG" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats: ― die Verabschiedung der strategischen Grundsätze und Zielsetzungen für die Gesellschaft und den Konzern ― die Verabschiedung der Jahresplanung der Gesellschaft und des Konzerns ― die Aufgabe des Betriebs des Industrieversicherungsgeschäfts ― der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Unternehmensverträgen ― der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensteilen ab einer bestimmten Größenordnung Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 7 des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet: ― Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten ― Finanz- und Prüfungsausschuss ― Nominierungsausschuss ― Vermittlungsausschuss Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für die Bestellung von Abschlussprüfern vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer. Er befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und nimmt im Übrigen seine Rechte und Pflichten im Rahmen des durch die EU-Audit-Reform erweiterten Aufgabenspektrums wahr. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens fünf von der Gesellschaft und vom Vorstand unabhängigen Mitgliedern sowie mindestens zwei vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen; die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind dabei nicht berücksichtigt. Diversitätskonzept - Ziele für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Stand der Umsetzung Die Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils eine davon ist Mitglied des Nominierungsausschusses, des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Auf Ebene des Vorstands wird angestrebt, bis zum Juni 2022 mindestens eine Frau zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft zu bestellen. Der Aufsichtsrat soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Dabei soll insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten. Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Eine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 84 ff. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors' Dealings) Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die zu diesen in enger Beziehung stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder damit verbundenen Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach Artikel 19 Absatz 2 und 3 Marktmissbrauchsverordnung erforderlichen Mitteilungen und Veröffentlichungen sicher, sondern veröffentlicht Directors' Dealings auch auf ihrer Internetseite. Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2019 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Compliance Compliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird. Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Diesem Umstand wird Rechnung getragen, indem der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung, die maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit im kommenden Jahr ist. Ein weiterer Sockel eines Compliance-Management-Systems ist das Compliance-Regelwerk. An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns. Gleichzeitig enthält er die hohen ethischen und rechtlichen Standards, nach denen der Konzern sein Handeln weltweit ausrichtet. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite abrufbar. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit diesem Kodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen im Einklang steht. Die Compliance-Richtlinie konkretisiert die im Kodex enthaltenen Inhalte und setzt Mindestvorgaben für die Compliance-Kernthemen. Sie wird in themen- und geschäftsbereichsspezifischen Anweisungen konkretisiert. Im Ergebnis steht somit allen Mitarbeitern ein auf die konkreten Bedürfnisse ihres Arbeitsalltags zugeschnittenes Leitlinienset zur Verfügung, um sie in ihrem rechtmäßigen und integren Verhalten zu unterstützen. Daneben wurde das Compliance-Regelwerk im Berichtsjahr durch einen Verhaltenskodex für Geschäftspartner ergänzt, wodurch die Prozesse der Geschäftspartnerprüfung geschärft und ein weiteres Bekenntnis der Talanx zu verantwortungsbewusstem Handeln gesetzt wurde. Die Mitarbeiter wurden im Berichtsjahr für die im Compliance-Regelwerk enthaltenen Leitplanken und Vorgaben durch verschiedene Kommunikationsmaßnahmen und Schulungen sensibilisiert, die auf ein zielgruppenfokussiertes Kommunikations- und Schulungskonzept aufbaut. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer und weiteren Compliance Officern, die für die einzelnen Geschäftsbereiche des Talanx Konzerns (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück sowie der HDI Global Specialty SE, die jeweils über eine eigene Compliance-Organisation verfügen, die in einem engen Austausch mit dem Compliance-Bereich der Talanx stehen) zuständig sind. In den dezentralen Konzerneinheiten des In- und Auslands sind Compliance-Beauftragte ernannt, die für die lokalen Mitarbeiter erster Ansprechpartner in Compliance-Fragen sind. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über die Talanx Internetseite weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Hinweisen auf Rechtsverstößen und Fehlverhalten wird konsequent zur Wahrung der Compliance-Kultur und im Interesse aller Stakeholder nachgegangen. Daneben bekennt sich die Talanx durch ihre Mitgliedschaft in Compliance-Vereinigungen, die sich für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg durch eine robuste Compliance-Organisation einsetzen, zur Bedeutung von Compliance für die Gruppe. Hier sind insbesondere auf nationaler Ebene das Deutsche Institut für Compliance e. V. (DICO) und auf internationaler Ebene das versicherungsspezifische Chief-Compliance-Officer-Forum (CCO-Forum) zu nennen. Neben der Identifizierung gemeinsamer Standpunkte und Impulse zur Entwicklung von Best-Practice-Lösungen entsteht durch diese Mitgliedschaften auch die Möglichkeit, Entwicklungen im regulatorischen Umfeld von Compliance frühzeitig zu erkennen und zu würdigen. Der Vorstand legt dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt werden. Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17, erläutert. Hierunter finden sich auch die Ausführungen zu dem Erwerb eigener Anteile. Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien. Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am Kapital Es sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Absatz 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Mai 2017 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 10. Mai 2022, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 126.398.821,25 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 31.599.700 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.998.521,25 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR -nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-Klauseln Nach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Vertriebsvereinbarungen mit der DB Firmen und Privatkundenbank AG (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Postbank AG) sowie mit ihren Postbank-Vertriebstöchtern auf Grundlage der Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. Vergütungsbericht Im Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2019 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der für das Geschäftsjahr 2019 gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 und beinhaltet Angaben, die nach den Erfordernissen des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" Bestandteil des Anhangs zum Konzernjahresabschluss 2019 sind. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 314 HGB) bzw. des Lageberichts (§ 315 HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie die Regelungen des Artikels 275 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Ein unabhängiges Gutachten bestätigt, dass das Vergütungssystem den Anforderungen des Artikels 275 Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 an eine geschäfts- und strategiekonforme sowie risikoadjustierte Vergütungspolitik entspricht. Vergütung des Vorstands Die Festlegung der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich. VORSTANDSVERGÜTUNGSMODELL AB 1. JANUAR 2011 1 Vorstandsvorsitzender/Finanzvorstand: 70 % Konzernergebnis, 30 % individuelle Performance (persönliche Ziele), Geschäftsbereichsverantwortliche: 40 % Konzernergebnis, 40 % Geschäftsbereichsergebnis, 20 % individuelle Performance (persönliche Ziele) 2 Split durch gesetzliche Mindestanforderung vorgegeben Struktur der Vorstandsvergütung Das Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen, langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 55 % bis 75 %. Festvergütung Die Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung gilt für den gesamten Bestellungszeitraum. Sachbezüge/Nebenleistungen Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Variable Vergütung Die Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich - einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. Konzernbonus Als Konzernbonus wird ein individuell bestimmter und im Dienstvertrag festgelegter Betrag je 0,1 Prozentpunkte vergütet, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkte Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der zugrunde gelegte risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. Es erfolgt eine jährliche Anpassung des zugrunde gelegten risikofreien Zinssatzes (für 2019: 0,28 %). Der Höchstbetrag des Konzernbonus beläuft sich auf das Doppelte des bei Erreichen der Kalkulationsgrundlage gewährten Betrags und der maximale Malusbetrag auf -100 %. Geschäftsbereichsbonus Für die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus für die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International werden folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: Bruttoprämienwachstum, kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende an die Talanx AG. Die Festsetzung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat auf Basis des jeweiligen Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien nach pflichtgemäßem Ermessen. Es wird die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine Zielerfüllung von 100 % individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht. Individualbonus Ferner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Der Betrag für eine Zielerfüllung von 100 % wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Es kann ein an der persönlichen Gesamtleistung des Vorstandsmitglieds orientierter allgemeiner Leistungsbonus im Rahmen des Individualbonus nach pflichtgemäßem Ermessen vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. Gesamthöhe der variablen Vergütung Die Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Erhält man als Folge der Addition der Einzelbeträge einen Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. BEMESSUNGSGRUNDLAGEN/VORAUSSETZUNGEN FÜR ZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNG scroll Vergütungsbestandteil Bemessungsgrundlage/Parameter Voraussetzung für Zahlung Konzernbonus Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand: 70 % Geschäftsbereichsverantwortliches Vorstandsmitglied: 40 % bzw. 70 % ■ Konzern-RoE; individueller Grundbetrag (gestaffelt nach Verantwortungsbereich und Berufserfahrung) je 0,1 Prozentpunkte, um den die Durchschnitts-Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt ■ Durchschnittlicher Dreijahres-RoE > risikofreier Zins ■ Berechnungsgrundlage (= 100 %): 10 % RoE (ab 2019: 8 % RoE) zzgl. risikofreier Zinssatz; für 2019: 8,28 % ■ Rechnerische Ermittlung ■ Cap max.: 200 % ■ Cap min.: -100 % (Malus) ■ Berechnung risikofreier Zins als durchschnittlicher Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen ■ Berechnung RoE: Konzernjahresüberschuss IFRS (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter)/ arithmetischer Mittelwert des Konzerneigenkapitals gemäß IFRS (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) zu Beginn und Ende des Geschäftsjahres Geschäftsbereichsbonus Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand: 0 % Geschäftsbereichsverantwortliches Vorstandsmitglied: 0 % bzw. 40 % ■ Bruttoprämienwachstum, kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung Neugeschäftswert in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite, Ergebnisabführung/Dividende als Kriterien; jeweils im Vergleich zum Zielwert (Dreijahresdurchschnitt) ■ Erreichen der Dreijahresziele ■ 100 % = Zielwerte vollständig erreicht ■ Bestimmung durch den Aufsichtsrat auf Basis des Grads der Zielerreichung nach pflichtgemäßem Ermessen ■ Cap max.: 200 % ■ Cap min.: -100 % (Malus) Individualbonus Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand: 30 % Geschäftsbereichsverantwortliches Vorstandsmitglied: 20 % bzw. 30 % ■ Persönliche qualitative, quantitative Ziele; individueller Beitrag zum Gesamtergebnis, Führungskompetenz, Innovationskompetenz, unternehmerische Kompetenz, Ressortspezifika ■ Erreichen der Dreijahresziele ■ 100 % = Ziele vollständig erreicht ■ Bestimmung durch den Aufsichtsrat auf Basis des Grads der Zielerreichung nach pflichtgemäßem Ermessen ■ Cap max.: 200 % ■ Cap min.: 0 EUR AUSZAHLUNGSMODALITÄTEN DER VARIABLEN GESAMTVERGÜTUNG scroll Kurzfristig Mittelfristig Langfristig ■ 60 % der variablen Vergütung mit der nächsten monatlichen Gehaltszahlung nach Aufsichtsratsbeschluss ■ 20 % der variablen Vergütung in Bonusbank ■ Automatische Zuteilung von virtuellen Talanx Share Awards im Gegenwert von 20 % der variablen Vergütung ■ Zur Auszahlung steht jeweils derjenige positive Betrag an, der drei Jahre vor dem Auszahlungszeitpunkt eingestellt wurde, soweit er den Saldo der Bonusbank unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr nicht übersteigt ■ Nach Sperrfrist von vier Jahren Auszahlung des auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelten Wertes ■ Anstehende, nicht durch einen positiven Saldo der Bonusbank gedeckte Auszahlung verfällt ■ Wert der Aktie bei Zuteilung/Auszahlung: ungewichteter arithmetischer Mittelwert der XET-RA-Schlusskurse fünf Handelstage vor bis fünf Handelstage nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung ■ Verlust der Ansprüche aus der Bonusbank in Sonderfällen: Niederlegung des Amtes ohne wichtigen Grund; Vertragsverlängerung zu gleichen Bedingungen wird abgelehnt ■ Zusätzliche Auszahlung der Summe aller während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividenden je Aktie ■ Keine Verzinsung von Guthaben ■ Wertveränderungen der Share Awards durch Strukturmaßnahmen von kumulativ 10 % oder mehr löst Anpassung aus Negative variable Gesamttantieme = Auszahlung von 0 EUR variable Vergütung Ein etwaiger Minuswert der variablen Gesamttantieme eines Geschäftsjahres wird vollständig in die Bonusbank übernommen (siehe Spalte "mittelfristig"). Auszahlung der variablen Vergütung Von dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausgezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausgezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. Bonusbank In die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausgezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr -gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. Share Awards Der weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie (Cap). Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Bei einem aktiven Vorstandsmitglied werden zusätzlich virtuelle Share Awards gewährt, deren Gesamtzahl sich nach dem Wert je Aktie der Hannover Rück im Zeitpunkt der Zuteilung bestimmt. Der Wert je Aktie der Hannover Rück richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück SE für das abgelaufene Geschäftsjahr (Cap). In diesem Fall wird für je einen Share Award nach Ablauf der Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Hannover Rück-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Verwässerungsschutz Für den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Programms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken, und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen. Fortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit Bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. Vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit Bei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. der Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. der bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalls oder Todesfalls hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Die in den Dienstverträgen enthaltenen Regelungen zur vorzeitigen Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Dienstvertrags sehen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung eines sogenannten Übergangsgeldes vor, das sich nach dem für das Ruhegehalt erreichten Prozentsatz der Festbezüge errechnet. Es besteht in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren. Anderweitige Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit werden bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres in Höhe von 50 % auf das Übergangsgeld angerechnet. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex 2017 in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich sowie hinsichtlich der in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung und ihrer variablen Vergütungsteile auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung", Seite 78 ff. in diesem Konzerngeschäftsbericht. Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder Die Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet. Höhe der Vorstandsvergütung Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG und die mit ihr verbundenen Unternehmen betrugen 12.329 (9.820) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß DRS 17 dargestellten Komponenten. GESAMTBEZÜGE DES AKTIVEN VORSTANDS GEMÄSS DRS 17 (GEÄNDERT 2010) scroll In TEUR Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsabhängige Vergütung1, 8 Kurzfristig Mittelfristig I II III IV V Name Festvergütung Sachbezüge/Nebenleistungen9 Auszuzahlende variable Vergütung Davon Vergütung aus Konzernmandaten2 Gewährung Bonusbank3 Torsten Leue 2019 850 12 1.008 123 336 2018 760 12 633 7 211 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 - - - - - 2018 317 10 311 292 104 Dr. Christian Hinsch 10 (bis 9. Mai 2019) 2019 212 6 308 8 5 2018 576 14 424 8 141 Sven Fokkema (seit 9. Mai 2018) 2019 450 13 433 - 144 2018 290 8 247 - 82 Jean-Jacques Henchoz (seit 9. Mai 2019) 2019 693 1.077 836 - 279 2018 - - - - - Dr. Edgar Puls (seit 9. Mai 2019) 2019 232 6 210 3 70 2018 - - - - - Dr. Immo Querner 2019 638 19 582 113 194 2018 638 19 461 128 154 Ulrich Wallin (bis 9. Mai 2019) 2019 245 2 408 - 136 2018 630 14 893 - 298 Dr. Jan Wicke 2019 677 - 650 13 217 2018 630 - 573 13 191 Gesamt 2019 3.997 1.135 4.435 260 1.381 2018 3.841 77 3.542 448 1.181 scroll In TEUR Erfolgsabhängige Vergütung1,8 Langfristig VI VII Name Gewährung Talanx Share Awards4 Gewährung Hannover Rück Share Awards4 Gesamtbezüge5 Anzahl Talanx Share Awards6 Anzahl Hannover Rück Share Awards7 Torsten Leue 2019 336 - 2.542 7.609 - 2018 211 - 1.827 7.079 - Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 - - - - - 2018 104 - 846 3.485 - Dr. Christian Hinsch 10 (bis 9. Mai 2019) 2019 5 - 536 112 - 2018 141 - 1.296 4.741 - Sven Fokkema (seit 9. Mai 2018) 2019 144 - 1.184 3.266 - 2018 82 - 709 2.761 - Jean-Jacques Henchoz (seit 9. Mai 2019) 2019 50 229 3.164 1.121 1.330 2018 - - - - - Dr. Edgar Puls (seit 9. Mai 2019) 2019 70 - 588 1.582 - 2018 - - - - - Dr. Immo Querner 2019 194 - 1.627 4.390 - 2018 154 - 1.426 5.161 - Ulrich Wallin (bis 9. Mai 2019) 2019 28 108 927 632 562 2018 67 229 2.131 2.254 1.982 Dr. Jan Wicke 2019 217 - 1.761 4.906 - 2018 191 - 1.585 6.408 - Gesamt 2019 1.044 337 12.329 23.618 1.892 2018 950 229 9.820 31.889 1.982 1 Zum Bilanzstichtag 2019 lag noch kein Organbeschluss über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2019 vor. Der Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend festgelegten Rückstellungen. 2 Auf die für 2019 auszuzahlende variable Vergütung angerechnete Vergütungen aus Aufsichtsratsmandaten in verbundenen Unternehmen 3 Angegeben ist der Nominalwert; volle oder teilweise Auszahlung erfolgt ab dem Jahr 2023, abhängig von dem sich bis dahin entwickelnden Saldo der Bonusbank 4 Angegeben ist der Nominalwert der für die Tätigkeit im Berichtsjahr zu gewährenden Share Awards; die Auszahlung des Gegenwerts der Share Awards erfolgt ab dem Jahr 2024 zu ihrem dann maßgeblichen Wert. 5 Summe aus I, II, III, V, VI, VII 6 Schätzung der Anzahl der zu gewährenden Talanx Share Awards; es wurde der XETRA-Schlusskurs der Talanx Aktie zum Bilanzstichtag (44,18 EUR je Aktie) zugrunde gelegt. Die tatsächliche Anzahl der Talanx Share Awards wird sich aus dem arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG im März 2020 ergeben. 7 Schätzung der Anzahl der zu gewährenden Hannover Rück Share Awards; es wurde der XETRA-Schlusskurs der Hannover Rück-Aktie zum Bilanzstichtag (172,30 EUR je Aktie) zugrunde gelegt. Die tatsächliche Anzahl der Hannover Rück Share Awards wird sich aus dem arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück SE im März 2020 ergeben. 8 Für die erfolgsabhängige Vergütung 2018 wurden insgesamt 330 (199) TEUR mehr gewährt als zurückgestellt. Die ausgewiesenen Beträge für die erfolgsabhängige Vergütung 2019 und die Anzahl der Share Awards für 2019 wurden entsprechend erhöht. 9 Die Sachbezüge/Nebenleistungen enthalten 1 Mio. EUR Sonderzahlung für Herrn Henchoz. 10 Angegeben sind hier die Bezüge für die aktive Vorstandstätigkeit von Herrn Dr. Hinsch. Seine darüber hinaus gehenden Bezüge für das Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 923 TEUR sind in den Gesamtbezügen ehemaliger Vorstande enthalten. In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des aktiven Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 zu sehen. GESAMTAUFWAND FÜR DIE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES AKTIVEN VORSTANDS scroll In TEUR Name Aufwand für Neugewährung Talanx Share Awards1 Aufwand für Neugewährung Hannover Rück Share Awards1 Zuführung Rückstellung für Talanx Share Awards2 aus Vorjahren Zuführung Rückstellung Hannover Rück Share Awards3 aus Vorjahren Zuführung Rückstellung für bestehende ABR Torsten Leue 2019 71 - 459 - 2018 38 - 142 - - Herbert K. Haas(bis 8. Mai 2018) 2019 - - 452 - 2018 89 - 98 - - Dr. Christian Hinsch (bis 9. Mai 2019) 2019 - - 469 - 2018 51 - 138 - - Sven Fokkema (seit 9. Mai 2018) 2019 60 - 46 - 2018 24 - - - - Jean-Jacques Henchoz (seit 9. Mai 2019) 2019 15 70 - - 2018 - - - - - Dr. Edgar Puls (seit 9. Mai 2019) 2019 21 - - - 2018 - - - - - Dr. Immo Querner 2019 77 - 427 - 2018 43 - 129 - - Ulrich Wallin (bis 9. Mai 2019) 2019 25 97 168 1.012 2018 43 173 82 899 - 2019 41 - 376 Dr. Jan Wicke 2018 33 - - - - 2019 310 167 1.945 1.012 - Gesamt 2018 321 173 589 899 - scroll In TEUR Name Ausgeübte ABR Gesamt Torsten Leue 2019 530 2018 - 180 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 452 2018 - 187 Dr. Christian Hinsch (bis 9. Mai 2019) 2019 469 2018 - 189 Sven Fokkema (seit 9. Mai 2018) 2019 106 2018 - 24 Jean-Jacques Henchoz (seit 9. Mai 2019) 2019 85 2018 - - Dr. Edgar Puls (seit 9. Mai 2019) 2019 21 2018 - - Dr. Immo Querner 2019 504 2018 - 172 Ulrich Wallin (bis 9. Mai 2019) 2019 1.302 2018 - 1.197 Dr. Jan Wicke 2019 417 2018 - 33 Gesamt 2019 - 3.434 2018 - 1.982 1 Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit von der individuellen Restlaufzeit des Dienstvertrags erfasst 2 Die Zuführung zur Rückstellung für Talanx Share Awards aus Vorjahren ergibt sich aus dem gestiegenen Börsenkurs der Talanx Aktie, der beschlossenen Dividende der Talanx AG für das Jahr 2018 sowie der Verteilung des Aufwands für die Share Awards auf die individuelle Restlaufzeit der Dienstverträge. 3 Die Zuführung zur Rückstellung für Hannover Rück Share Awards aus Vorjahren ergibt sich aus dem gestiegenen Börsenkurs der Hannover Rück-Aktie, der beschlossenen Dividende der Hannover Rück SE für das Jahr 2018 sowie der Verteilung des Aufwands für die Share Awards auf die individuelle Restlaufzeit der Dienstverträge. Betriebliche Altersversorgung Die Dienstverträge von zwei aktiven Vorstandsmitgliedern beinhalten Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet (leistungsorientiertes System). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt 50 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. Für vier aktive Vorstandsmitglieder besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System beruht. Danach wird eine lebenslange Altersrente gewährt, wenn das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet hat und aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. Die Höhe der monatlichen Altersrente berechnet sich nach dem Stichtagsalter (Jahr des Stichtags abzüglich Geburtsjahr) und dem Finanzierungsbeitrag am Stichtag. Der jährliche Finanzierungsbeitrag für diese Verträge wird in Höhe von 20 % bzw. 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (jährliche Festvergütung) von der Gesellschaft geleistet. In beiden Vertragsvarianten werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). Hinterbliebenenversorgung Stirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. Anpassungen Für Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. Laufende Altersrenten auf Basis der Zusagen nach dem beitragsorientierten System werden jährlich um 1 % ihres letzten (Brutto-)Betrags erhöht. Höhe der Altersversorgung Die Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.479 (1.784) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.555 (1.655) TEUR. Diese Angaben sind in der nachfolgenden Tabelle individualisiert dargestellt und erläutert. PENSIONSANWARTSCHAFTEN DES AKTIVEN VORSTANDS scroll In TEUR Name Pensionszusage1 Barwert DBO2 Aufwendungen für die Altersvorsorge3 Torsten Leue 2019 350 5.936 578 2018 350 4.661 546 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 - - - 2018 478 13.183 317 Dr. Christian Hinsch (bis 9. Mai 2019) 2019 325 8.711 228 2018 325 7.658 217 Sven Fokkema 4 (seit 9. Mai 2018) 2019 60 499 90 2018 41 339 48 Jean-Jacques Henchoz 4 (seit 9. Mai 2019) 2019 52 149 188 2018 - - - Dr. Edgar Puls 4 (seit 9. Mai 2019) 2019 94 938 90 2018 - - - Dr. Immo Querner 2019 217 5.244 206 2018 217 4.429 196 Ulrich Wallin (bis 9. Mai 2019) 2019 258 - - 2018 258 6.874 173 Dr. Jan Wicke 4 2019 123 1.031 175 2018 115 776 158 Gesamt 2019 1.479 22.508 1.555 2018 1.784 37.920 1.655 1 Wert des vereinbarten jährlichen Ruhegehalts (erreichbare Jahresrente) bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres 2 DBO = Defined Benefit Obligation (Pensionsverpflichtung) 3 Angegeben ist der im Berichtsjahr für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen erfasste Personalaufwand (Service Cost) bzw. bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) der jährliche Finanzierungsbeitrag. 4 Es besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage (Defined Contribution). Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 8 (8) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 2.222 (1.098) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 33.881 (31.517) TEUR. In den folgenden beiden Tabellen werden die den aktiven Mitgliedern des Vorstands gewährten und zugeflossenen Zuwendungen gemäß Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt. WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (1. SPIEGELSTRICH) DCGK 2017 scroll In TEUR Gewährte Zuwendungen I II III IV V Name Festvergütung Nebenleistungen Gesamt(I + II) Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung (Summe VI +VII + VIII) Torsten Leue,Vorsitzender des Vorstands(seit 8. Mai 2018)Geschäftsbereichsvorstand (bis 8. Mai 2018) 2019 1 850 12 862 797 532 (Min.) 2 850 12 862 - -580 (Max.) 3 850 12 862 1.593 1.062 2018 1 760 12 772 670 446 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 1 - - - - - (Min.) 2 - - - - -621 (Max.) 3 - - - - - 2018 1 317 10 327 797 531 Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender des Vorstands(bis 9. Mai 2019) 2019 1 212 6 218 264 - (Min.) 2 212 6 218 - -264 (Max.) 3 212 6 218 528 - 2018 1 576 14 590 559 373 Sven Fokkema, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2018) 2019 1 450 13 463 390 260 (Min.) 2 450 13 463 - -85 (Max.) 3 450 13 463 780 520 2018 1 290 8 298 253 169 Jean-Jacques Henchoz, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 1 693 1.077 1.770 630 420 (Min.) 2 693 1.077 1.770 - - (Max.) 3 693 1.077 1.770 1.260 840 2018 1 - - - - - Dr. Edgar Puls, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 1 232 6 238 203 136 (Min.) 2 232 6 238 - - (Max.) 3 232 6 238 405 270 2018 1 - - - - - Dr. Immo Querner, Finanzvorstand 2019 1 638 19 657 491 328 (Min.) 2 638 19 657 - -509 (Max. 3 638 19 657 981 654 2018 1 638 19 657 491 327 Ulrich Wallin, Geschäftsbereichsvorstand (bis 9. Mai 2019) 2019 1 245 2 247 274 183 (Min.) 2 245 2 247 - -319 (Max. 3 245 2 247 547 364 2018 1 630 14 644 743 496 Dr. Jan Wicke, Geschäftsbereichsvorstand 2019 1 677 - 677 550 366 (Min.) 2 677 - 677 - -538 (Max.) 3 677 - 677 1.100 734 2018 1 630 - 630 510 340 scroll In TEUR Gewährte Zuwendungen VI VII VIII IX X Name Bonusbank (3 Jahre) Talanx Share Awards (4 Jahre) Hannover Rück Share Awards (4 Jahre) Gesamt (III + IV+V) Versorgungsaufwand Gesamtvergütung Torsten Leue,Vorsitzender des Vorstands (seit 8. Mai 2018) Geschäftsbereichsvorstand (bis 8. Mai 2018) 266 266 - 2.191 578 2.769 -580 - - 282 578 860 531 531 - 3.517 578 4.095 223 223 - 1.888 546 2.434 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) - - - - - - -621 - - -621 - -621 - - - - - - 266 266 - 1.655 - 1.655 Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender des Vorstands(bis 9. Mai 2019) - - - 482 228 710 -264 - - -46 228 182 - - - 746 228 974 186 186 - 1.522 217 1.739 Sven Fokkema, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2018) 130 130 - 1.113 90 1.203 -85 - - 378 90 468 260 260 - 1.763 90 1.853 84 84 - 720 48 768 Jean-Jacques Henchoz, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 210 45 165 2.820 188 3.008 - - - 1.770 188 1.958 420 90 330 3.870 188 4.058 - - - - - - Dr. Edgar Puls, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 68 68 - 577 90 667 - - - 238 90 328 135 135 - 913 90 1.003 - - - - - - Dr. Immo Querner, Finanzvorstand 164 164 - 1.476 206 1.682 -509 - - 148 206 354 327 327 - 2.292 206 2.498 164 164 - 1.475 196 1.671 Ulrich Wallin, Geschäftsbereichsvorstand (bis 9. Mai 2019) 91 22 70 704 - 704 -319 - - -72 - -72 182 43 139 1.158 - 1.158 248 60 188 1.883 173 2.056 Dr. Jan Wicke, Geschäftsbereichsvorstand 183 183 - 1.593 175 1.768 -538 - - 139 175 314 367 367 - 2.511 175 2.686 170 170 - 1.480 158 1.638 1 Zielwert (Wert bei einer Zielerreichung von 100 %) 2 Erreichbarer Minimalwert des jeweiligen Vergütungsbestandteils im Zeitpunkt der Gewährung 3 Erreichbarer Maximalwert des jeweiligen Vergütungsbestandteils im Zeitpunkt der Gewährung; der Auszahlungsbetrag der Share Awards ist abhängig vom Aktienkurs im Auszahlungsjahr und von der bis dahin gezahlten Dividende. ZUFLUSS IM BZW. FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (2. SPIEGELSTRICH) DCGK 2017 scroll In TEUR Zufluss Mehrjährige variable Vergütung2 Name Festvergütung Nebenleistungen Gesamt Einjährige variable Vergütung1 Bonusbank (3 Jahre) Torsten Leue, Vorsitzender des Vorstands (seit 8. Mai .2018) Geschäftsbereichsvorstand (bis 8. Mai 2018) 2019 850 12 862 791 197 2018 760 12 772 584 186 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 - - - 28 250 2018 317 10 327 773 232 Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender des Vorstands (bis 9. Mai 2019) 2019 212 6 218 434 173 2018 576 14 590 492 157 Sven Fokkema, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2018) 2019 450 13 463 256 - 2018 290 8 298 - - Jean-Jacques Henchoz, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 693 1.077 1.770 - - 2018 - - - - - Dr. Edgar Puls, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 232 6 238 - - 2018 - - - - - Dr. Immo Querner, Finanzvorstand 2019 638 19 657 474 167 2018 638 19 657 504 159 Ulrich Wallin, Geschäftsbereichsvorstand (bis 9. Mai 2019) 2019 245 2 247 922 304 2018 630 14 644 859 278 Dr. Jan Wicke, Geschäftsbereichsvorstand 2019 677 - 677 550 159 2018 630 - 630 540 106 scroll In TEUR Zufluss Mehrjährige variable Vergütung2 Name Talanx Share Awards (4 Jahre) Hannover Rück Share Awards (3 bzw. 4 Jahre) Aktienwert-Beteiligungsrechte Hannover Rück (10 Jahre) Sonstiges3 Gesamt Torsten Leue, Vorsitzender des Vorstands (seit 8. Mai .2018) Geschäftsbereichsvorstand (bis 8. Mai 2018) 2019 245 2.095 2018 291 - - - 1.833 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 306 584 2018 411 - - - 1.743 Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender des Vorstands (bis 9. Mai 2019) 2019 206 1.031 2018 264 - - - 1.503 Sven Fokkema, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2018) 2019 - 719 2018 - - - - 298 Jean-Jacques Henchoz, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 - - 1.770 2018 - - - - - Dr. Edgar Puls, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 - 238 2018 - - - - - Dr. Immo Querner, Finanzvorstand 2019 209 1.507 2018 253 - - - 1.573 Ulrich Wallin, Geschäftsbereichsvorstand (bis 9. Mai 2019) 2019 80 361 1.914 2018 90 427 - - 2.298 Dr. Jan Wicke, Geschäftsbereichsvorstand 2019 139 1.525 2018 - - - - 1.276 scroll In TEUR Zufluss Name Versorgungsaufwand Gesamtvergütung Torsten Leue, Vorsitzender des Vorstands (seit 8. Mai .2018) Geschäftsbereichsvorstand (bis 8. Mai 2018) 2019 578 2.673 2018 546 2.379 Herbert K. Haas (bis 8. Mai 2018) 2019 - 584 2018 317 2.060 Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender des Vorstands (bis 9. Mai 2019) 2019 228 1.259 2018 217 1.720 Sven Fokkema, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2018) 2019 90 809 2018 48 346 Jean-Jacques Henchoz, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 188 1.958 2018 - - Dr. Edgar Puls, Geschäftsbereichsvorstand (seit 9. Mai 2019) 2019 90 328 2018 - - Dr. Immo Querner, Finanzvorstand 2019 206 1.713 2018 196 1.769 Ulrich Wallin, Geschäftsbereichsvorstand (bis 9. Mai 2019) 2019 - 1.914 2018 173 2.471 Dr. Jan Wicke, Geschäftsbereichsvorstand 2019 175 1.700 2019 158 1.434 1 Zufluss (Auszahlungsbetrag) im Berichtsjahr 2 Zufluss gemäß deutschem Steuerrecht 3 Zum Beispiel Vergütungsrückforderungen (Claw-backs) Vergütung des Aufsichtsrats Die Vergütung des Aufsichtsrats für die Tätigkeit bei der Talanx AG richtet sich nach § 12 der Satzung der Gesellschaft. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Million Euro, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, der seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrags. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.514 (2.634) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 1 scroll In TEUR Name Funktion Art der Vergütung 20192 20182 Herbert K. Haas 3 (seit 8. Mai 2018) ■ Vorsitzender des Basisvergütung 182 181 ■ Aufsichtsrats Variable Vergütung 171 167 ■ Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit 141 133 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder 21 23 ■ Vermittlungsausschusses 515 504 Wolf-Dieter Baumgartl 3 (bis 8. Mai 2018) ■ Vorsitzender des Basisvergütung - 69 ■ Aufsichtsrats Variable Vergütung - 53 ■ Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit - 43 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder - 9 ■ Nominierungsausschusses - 174 ■ Vermittlungsausschusses Dr. Thomas Lindner ■ Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 8. Mai 2018) Basisvergütung 75 66 ■ Mitglied des Variable Vergütung 70 56 ■ Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten (seit 8. Mai 2018) Vergütung Ausschusstätigkeit 50 41 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder 10 11 ■ Vermittlungsausschusses 205 174 Ralf Rieger 3 ■ Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Basisvergütung 81 81 ■ Mitglied des Variable Vergütung 70 65 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25 Sitzungsgelder 8 8 ■ Vermittlungsausschusses 184 179 Prof. Dr. Eckhard Rohkamm(bis 8. Mai 2018) ■ Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Basisvergütung - 27 ■ Mitglied des Variable Vergütung - 37 ■ Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit - 18 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder - 5 ■ Vermittlungsausschusses - 87 Franz Adamczyk (vom 1. Januar bis 9. Mai 2019) Basisvergütung 18 Variable Vergütung 15 Sitzungsgelder 1 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 34 - Antonia Aschendorf 3 Basisvergütung 80 80 Variable Vergütung 47 43 Sitzungsgelder 5 7 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 132 130 Benita Bierstedt (seit 9. Mai 2019) Basisvergütung 32 Variable Vergütung 27 Sitzungsgelder 4 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 63 - Rainer-Karl Bock-Wehr (seit 9. Mai 2019) Basisvergütung 42 Variable Vergütung 27 Sitzungsgelder 4 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 73 - Sebastian L. Gascard(seit 9. Mai 2019) Basisvergütung 42 Variable Vergütung 27 Sitzungsgelder 6 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 75 - Karsten Faber (bis 31. Dezember 2018) Basisvergütung - 50 Variable Vergütung - 43 Sitzungsgelder - 7 ■ Mitglied des Aufsichtsrats - 100 Jutta Hammer 3 Basisvergütung 60 58 Variable Vergütung 47 43 ■ Mitglied des Vergütung Ausschusstätigkeit 25 16 ■ Aufsichtsrats Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder 8 9 (seit 8. Mai 2018) 140 126 INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 1 scroll In TEUR Name Funktion Art der Vergütung 20192 20182 Dr. Hermann Jung Basisvergütung 50 50 Variable Vergütung 47 43 ■ Mitglied des Vergütung Ausschusstätigkeit 25 16 ■ Aufsichtsrats Sitzungsgelder 8 9 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses (seit 8. Mai 2018) 130 118 Dirk Lohmann Basisvergütung 50 50 ■ Mitglied des Variable Vergütung 47 43 ■ Aufsichtsrats Sitzungsgelder 5 6 ■ Nominierungsausschusses 102 99 Christoph Meister Basisvergütung 50 50 Variable Vergütung 47 43 Sitzungsgelder 5 7 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 102 100 Jutta Mück 3 Basisvergütung 60 60 ■ Mitglied des Variable Vergütung 47 43 ■ Aufsichtsrats Vergütung Ausschusstätigkeit 16 - ■ Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Sitzungsgelder 9 9 (seit 9. Mai 2019) 132 112 Katja Sachtleben-Reimann (bis 9. Mai 2019) Basisvergütung 18 50 ■ Mitglied des Variable Vergütung 20 43 ■ Aufsichtsrats Vergütung Ausschusstätigkeit 9 25 ■ Ausschusses für Sitzungsgelder 2 10 Vorstandsangelegenheiten 49 128 Dr. Erhard Schipporeit 3 Basisvergütung 80 80 Variable Vergütung 77 73 ■ Mitglied des Vergütung Ausschusstätigkeit 33 35 ■ Aufsichtsrats Sitzungsgelder 16 18 ■ Finanz- und Prüfungsausschusses 206 206 Prof. Dr. Jens Schubert Basisvergütung 50 50 ■ Mitglied des Variable Vergütung 47 43 ■ Aufsichtsrats Sitzungsgelder 5 7 ■ Vermittlungsausschusses 102 100 Norbert Steiner Basisvergütung 50 50 ■ Mitglied des Variable Vergütung 47 43 ■ Aufsichtsrats Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25 ■ Ausschusses für Sitzungsgelder 7 10 Vorstandsangelegenheiten 129 128 Angela Titzrath (seit 8. Mai 2018) Basisvergütung 50 32 ■ Mitglied des Variable Vergütung 47 27 ■ Aufsichtsrats Sitzungsgelder 5 2 ■ Nominierungsausschusses 102 61 Jörn von Stein 3 (bis 9. Mai 2019) Basisvergütung 18 58 Variable Vergütung 20 43 Sitzungsgelder 1 7 ■ Mitglied des Aufsichtsrats 39 108 Gesamt 4 2.514 2.634 1 Beträge ohne erstattete USt. 2 Die Vergütung für das Geschäftsjahr wird jeweils mit Ablauf der Hauptversammlung fällig, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr beschließt. Für die variable Vergütung sind die auf Basis von Schätzungen gebildeten Rückstellungen angegeben. 3 Einschließlich Aufsichtsratsvergütungen und Beiratsvergütungen von mit der Gesellschaft konsolidierten Unternehmen 4 Die Gesamtwerte geben die Vergütung aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats während des genannten Zeitraums wieder. An Vergütungen 2018 wurden insgesamt 91 (38) TEUR mehr ausgezahlt als zurückgestellt. Die ausgewiesenen Beträge für die variable Vergütung 2019 wurden entsprechend erhöht. Darlehen an Organmitglieder und Haftungsverhältnisse Zur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Nach IAS 24 angabepflichtige Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen gab es im Berichtsjahr nicht. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24 scroll In TEUR 2019 2018 Gehälter und sonstige kurzfristig fällige Vergütungen 12.081 10.094 Andere langfristig fällige Leistungen 1 1.381 1.181 Gewährung von Aktien und anderen eigenkapitalbasierten Vergütungen 2 1.381 1.181 Aufwendungen für die Altersvorsorge 3 1.555 1.338 Gesamt 16.398 13.794 1 Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr in die Bonusbank einzustellenden Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung der Mitglieder des Vorstands. 2 Angegeben ist der Wert der für das Berichtsjahr zu gewährenden Share Awards der Mitglieder des Vorstands. 3 Angegeben ist der im Berichtsjahr für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen erfasste Personalaufwand (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag). Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands Die Vergütungsstrategie des Talanx Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Durchschnittlich lag der Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2018, die im April 2019 zur Auszahlung gekommen ist, bei 26,5 %. Im Bereich der Erstversicherung und der zugehörigen Konzernfunktionen gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig, und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auch für die leitenden Angestellten der zweiten Berichtsebene umgesetzt. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 20 % oder 30 % des Zielgehalts aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung mit 10 %, 30 % und 60 % gewichtet. In den Konzernfunktionen werden die individuellen Ziele mit 70 % und das Konzernergebnis zu 30 % berücksichtigt. Führungskräfte der ersten Berichtsebene im Vertrieb haben einen durchschnittlichen variablen Gehaltsbestandteil in Höhe von 30 % des Zielgehalts, der sich zu je 10 % auf das Konzernergebnis und das Geschäftsbereichsergebnis bezieht und zu 80 % auf individuelle Ziele. In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung. Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands (Managementebenen 2 und 3) und für die dem Führungskreis grundsätzlich angehörenden inländischen Schlüsselfunktionsträger besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung. Diese setzt sich aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Award-Programm, zusammen. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert in den Marktbereichen zu 20 % auf dem Konzernergebnis, zu 40 % auf der Zielerreichung im jeweiligen Segment Schaden-Rückversicherung bzw. Personen-Rückversicherung und zu weiteren 40 % auf der individuellen Zielerreichung. Für Führungskräfte mit Verantwortung im Servicebereich richtet sich die variable Vergütung nach dem Konzernergebnis und den individuellen Zielen mit einer entsprechenden Gewichtung von 40 % und 60 %. Der Zielerreichungsgrad für das Konzernergebnis wie auch für die Segmente wird festgelegt. Individuelle Ziele sowie deren Zielerreichung werden zwischen Führungskraft und Vorgesetztem vereinbart. Nachtragsbericht Ereignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 233, beschrieben. Risikobericht Risikostrategie Die Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verknüpft. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt: ― Der Konzern erwirtschaftet mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % ein positives Jahresergebnis nach IFRS ― Die wirtschaftliche Kapitalbasis entspricht mindestens einem aggregierten theoretischen 3.ooo-Jahres-Schock (Ruinwahrscheinlichkeit). Die Kapitaladäquanzquote erreicht im Kapitalmodell von Standard & Poor's (S&P) die Kategorie AA ― Die Bewertung der Kapitalanlagerisiken der Gruppe entspricht höchstens 50 % des Gesamtrisikokapitalbedarfs Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. Das vom Konzern gewählte Sicherheitsniveau für die ökonomische Kapitalbasis stellt sicher, dass auch neu hinzukommende Risiken durch den Konzern getragen werden können. Mit 99,97 % liegt es deutlich über dem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Niveau von 99,5 %. So wie die Konzernstrategie wird auch die Risikostrategie jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert. Talanx Enterprise Risk Model (TERM) TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns konzipiert, d. h. für das Management des Talanx Konzerns. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung umfasst auf Gruppenebene alle Komponenten, inklusive des operationellen Risikos, es handelt sich um ein vollständiges internes Modell. Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit einer Ausnahme mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein. Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt. Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2019 liegen zum Aufstellungszeitpunkt des Abschlusses noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote - vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen - hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2020 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2019. Geschäftsorganisation Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert: ― Unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagement-Funktion) ― Compliance-Funktion ― Revisionsfunktion und ― Versicherungsmathematische Funktion Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den - nicht fachlichen -Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand. Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönlicher Merkmale. Risikomanagement-System Struktur des Risikomanagement-Systems Das Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erkennung, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Risk-Management-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich stark an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an. Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein. Das Risikobudget wird konsistent zu dem Limit- und Schwellenwertsystem sowohl für die Gruppe als auch für die Geschäftsbereiche bestimmt. Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche. Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagement-Funktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein. Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess: RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM scroll Verantwortliche und Organisationseinheiten Wesentliche Rollen im Risikomanagement-System Aufsichtsrat ■ Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die Risikostrategie und das Risikomanagement Vorstand ■ Gesamtverantwortung für das Risikomanagement ■ Festlegung der Risikostrategie inkl. Limit- und Schwellenwerten ■ Verantwortlich für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements ■ Freigabe von Modelländerungen ■ Freigabe wesentlicher Konzernrichtlinien Executive Risk Committee (ERC) ■ Steuerung, Koordination und Priorisierung konzernweiter risikorelevanter Themen ■ Limitanpassungen innerhalb fester Wesentlichkeitsgrenzen ■ Genehmigung von Richtlinien und anderen Rahmenbedingungen in Übereinstimmung mit den Konzern-Rahmenbedingungen für die Governance des internen Modells des Konzerns, soweit sie eine Genehmigung des Vorstands in seiner Gesamtheit nicht erfordern ■ Segmentübergreifende Vorbefassung mit Themen, die gesamtvorstandspflichtig sind Risikokomitee ■ Risikoüberwachungs- und Koordinationsgremium insbesondere mit folgenden Aufgaben: i Kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter besonderer Beachtung des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie ■ Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf existenzgefährdende Risiken Chief Risk Officer (CRO) ■ Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation und Bewertung, Kontrolle/Überwachung und Berichterstattung) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken ■ Einbeziehung des CRO in wesentliche Entscheidungen des Vorstandes Zentrales Risikomanagement der Gruppe ■ Konzernübergreifende Risikoüberwachungsfunktion ■ Methodenkompetenz, u. a. für die ■ Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikoidentifikation, Risikobewertung, -steuerung und -analyse ■ Risikolimitierung und -berichterstattung ■ Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals ■ Validierung des Gruppenmodells Dezentrales Risikomanagement ■ Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen ■ Beachtung der zentral definierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellenwerte, die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Überwachung und Berichterstattung dienen Der Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) erfüllt die aufsichtlichen Anforderungen an diese Schlüsselfunktion (unabhängige Risikocontrollingfunktion). Zur weiteren Stärkung des Enterprise Risk Managements ist der CRO der Gruppe seit September auch Mitglied des Vorstands der HDI Service AG. Die Aufbaustruktur sowie die Eskalationsprozesse des Risikomanagement-Systems sind Solvency-II-konform. Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Dem Prinzip "zentrale strategische Rahmensetzung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert. Risikomanagement-Prozess und Kommunikation Wir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses. Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten. Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von Modellen ein. Im Unterschied zu unserem internen Modell TERM sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserer ISO-Normbasierten Risikomanagement-Philosophie bestimmen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten. Risikoberichterstattung Ziel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen. Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation wie auch der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagement-System Die zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden: ― Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Verantwortungsbereiche sind klar voneinander getrennt (Funktionstrennung) ― Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch Maßnahmen im IT-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Soweit möglich, kommt für die relevanten Systeme Standardschutzsoftware zum Einsatz ― Die Prozesse, Kontrollen und Arbeitsanweisungen und Richtlinien des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt und werden anlassbezogen und mindestens einmal jährlich auf Angemessenheit und Anpassungserfordernisse hin überprüft Die Finanzberichterstattung muss neben den lokalen Rechnungslegungsstandards den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch gewährleistet konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards und regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher. Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-System mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorangeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird zum Bilanzstichtag vom Abschlussprüfer geprüft; der Halbjahresabschluss des Konzerns unterliegt einer prüferischen Durchsicht. Risikoprofil Maßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken: ― Versicherungstechnische Risiken ― Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft ― Risiken aus Kapitalanlagen ― Operationelle Risiken ― Andere wesentliche Risiken Versicherungstechnische Risiken Das versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein. Versicherungstechnische Risiken der Schaden/Unfallversicherung Reserverisiken Das Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag. Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 30,1 (30,0) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 125 (177) Mio. EUR. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva", Anmerkung 21). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zusätzlich prüfen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE insbesondere Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Anleihen schützen diese Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 710 (622) Mio. EUR mindern. Prämienrisiken Das Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 im Konzernanhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" angegeben. Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Diese zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. Bezüglich der Tätigkeit der Talanx AG als konzerninterner Rückversicherer verweisen wir auf die Kurzfassung des Lageberichts (Seite 54 ff.) SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN scroll In % 2019 2018 2017 2016 2015 2014 Industrieversicherung 50,2 58,6 55,2 53,4 51,8 50,9 Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall 95,0 94,5 94,6 95,4 95,6 95,6 Privat- und Firmenversicherung International 88,7 89,3 89,0 87,9 87,3 88,9 Schaden-Rückversicherung 90,3 90,7 89,7 88,5 89,3 90,6 Gesamt Schaden/Unfallversicherung 81,0 83,9 82,4 80,7 80,7 81,0 scroll In % 2013 2012 2011 2010 Industrieversicherung 44,5 45,6 44,1 46,1 Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall 94,9 94,6 92,9 91,6 Privat- und Firmenversicherung International 88,5 88,5 88,7 92,4 Schaden-Rückversicherung 89,9 90,2 91,3 88,9 Gesamt Schaden/Unfallversicherung 79,3 79,8 79,8 78,9 SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTEN scroll In % 2019 2018 2017 2016 2015 2014 Industrieversicherung 79,9 87,3 85,7 74,9 76,5 81,2 Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall 61,0 63,4 64,6 66,7 64,2 74,1 Privat- und Firmenversicherung International 65,8 65,8 66,2 65,4 64,9 65,3 Schaden-Rückversicherung 69,0 67,0 71,2 66,7 69,3 68,9 Gesamt Schaden/Unfallversicherung 69,5 69,5 71,9 67,8 69,1 70,8 scroll In % 2013 2012 2011 2010 Industrieversicherung 81,8 75,2 66,8 82,0 Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall 67,0 65,2 67,5 69,4 Privat- und Firmenversicherung International 66,3 68,9 70,4 75,6 Schaden-Rückversicherung 70,3 70,7 78,8 72,0 Gesamt Schaden/Unfallversicherung 70,8 70,3 74,4 73,6 Der Rückgang der Schadenquote im Segment Industrieversicherung um 7,4 Prozentpunkte auf 79,9 % resultiert im Wesentlichen - trotz Überschreitung des Erwartungswertes für Großschäden - aus den Effekten des Programms "20/20/20". Dadurch verbesserte sich die Großschaden- als auch die Frequenzschadenquote in der Sparte Feuer. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall ist im Wesentlichen infolge eines profitablen Wachstums und höheren Abwicklungsergebnisses um 2,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Schadenquote des Segments Privat- und Firmenversicherung International liegt mit 65,8 % auf dem Vorjahresniveau. Im Segment Schaden-Rückversicherung hat sich die Schadenquote um 2,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Gründe hierfür waren, wie bereits im Vorjahr, Großschäden oberhalb der Erwartungen und Nachmeldungen für Vorjahresschäden sowie der weiterhin konservative Reservierungsansatz. Insgesamt ist die Schadenquote auf einem stabilen Niveau und beträgt unverändert zum Vorjahr 69,5 %. Die moderate Höhe der Schadenquote in den vergangenen Jahren ist zudem Ausdruck unserer vorsichtigen Zeichnungspolitik und des Erfolgs im aktiven Schadenmanagement. Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden-/Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns. GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO) 1 scroll In Mio. EUR 2019 2018 Großschadenbudget 1.190 1.125 Großschäden (netto) 1.319 1.244 davon Naturkatastrophen 773 722 davon sonstige Großschäden 546 522 In % Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung 98,3 98,2 davon Großschäden (netto) 6,4 6,8 1 Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto, für den Anteil des Konzerns Konzentrationsrisiken In der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Das Naturkatastrophenrisiko behandelt als Teil des Prämienrisikos zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) wurde ein einheitliches Global Event Set etabliert. Auf Grundlage der zuletzt ermittelten Werte ergeben sich für die Gruppe in Bezug auf die Netto-Schadenbelastung (Jahres-Gesamtschaden) nachfolgende Kumulszenarien von Naturgefahren: KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, VOR STEUERN 1 scroll In Mio. EUR 2019 2018 200-Jahres-Schaden Atlantik-Hurrikan 2.605 2.294 200-Jahres-Schaden USA-, Kanada-Erdbeben 2.350 1.926 200-Jahres-Schaden Asien-Pazifik-Erdbeben 1.692 1.446 200-Jahres-Schaden Europa-Sturm 2 1.151 846 200-Jahres-Schaden Zentral- und Südamerika-Erdbeben 1.600 1.505 200-Jahres-Schaden Europa-Erdbeben 1.226 1.134 200-Jahres-Schaden Europa-Überschwemmung 811 776 1 Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren können von den Modellannahmen abweichen. 2 Seit 2019 inklusive Europa Hagel/Sommersturm und Großbritannien Sturmflut Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab. Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen. Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Für 2019 ergeben sich leichte Überschreitungen des Budgets auf Konzernebene sowie in den Geschäftsbereichen. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr (1.319 [1.244] Mio. EUR) beinhaltet u. a. Schäden aus dem Hurrikan "Dorian" in den USA mit einem Net-to-Schaden in Höhe von 213 Mio. EUR und dem Taifun "Hagibis" in Japan mit einem Netto-Schaden in Höhe von 197 Mio. EUR. Die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) wie folgt: RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE 1 scroll In Mio. EUR Brutto Rück Netto2 31.12.2019 Deutschland 9.635 4.149 5.485 Großbritannien 4.104 342 3.762 Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 2.641 265 2.376 Übriges Europa 8.824 -376 9.199 USA 10.746 174 10.572 Übriges Nordamerika 1.529 1.169 360 Lateinamerika 1.917 235 1.682 Asien und Australien 4.265 121 4.144 Afrika 302 8 295 Gesamt 43.962 6.086 37.875 31.12.2018 Deutschland 9.403 1.057 8.346 Großbritannien 3.829 654 3.175 Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 2.152 168 1.984 Übriges Europa 8.421 1.783 6.638 USA 10.146 519 9.627 Übriges Nordamerika 1.231 1.533 -302 Lateinamerika 1.830 166 1.664 Asien und Australien 3.366 161 3.205 Afrika 266 12 254 Gesamt 40.644 6.053 34.591 1 Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle 2 Nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen Die Prämien in der Schaden-/Unfall-Erstversicherung verteilen sich nach Versicherungsarten wie folgt: PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN 1 scroll In Mio. EUR Gebuchte Bruttoprämien Gebuchte Nettoprämien 31.12.2019 Schaden/Unfall-Erstversicherung Kraftfahrtversicherung 4.249 3.941 Sachversicherung 3.567 1.655 Haftpflichtversicherung 2.384 1.562 Unfallversicherung 359 306 Transport 727 443 Sonstige Schaden/Unfallversicherung 672 394 Schaden-Rückversicherung 14.781 13.347 Gesamt 26.739 21.647 31.12.2018 Schaden/Unfall-Erstversicherung Kraftfahrtversicherung 4.014 3.818 Sachversicherung 2.973 1.497 Haftpflichtversicherung 1.822 1.374 Unfallversicherung 349 286 Transport 530 378 Sonstige Schaden/Unfallversicherung 418 303 Schaden-Rückversicherung 11.976 10.868 Gesamt 22.082 18.524 1 Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Versicherungstechnische Risiken der Lebensversicherung Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden. Der Grad des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Sie zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt: SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN scroll In % 2019 2018 2017 2016 2015 2014 Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben 93,9 93,6 95,2 95,4 95,8 95,2 Privat- und Firmenversicherung International 98,9 98,8 98,5 98,5 97,2 98,0 Personen-Rückversicherung 89,5 90,7 91,7 90,4 84,2 83,9 Gesamt Personenversicherung 92,1 92,6 93,6 92,9 89,1 89,6 scroll In % 2013 2012 2011 2010 Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben 93,9 94,4 93,6 92,9 Privat- und Firmenversicherung International 95,8 89,7 82,8 84,1 Personen-Rückversicherung 87,7 89,3 91,0 91,7 Gesamt Personenversicherung 90,9 91,3 91,8 91,8 Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-Erstversicherung Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein. Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden. Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen. Ihre Berechnung beruht u. a. auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen. Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite. Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen. Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands. Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist: BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 Sterblichkeit/Morbidität +5 % (ohne Rentengeschäft) -3 bis 0 -3 bis -1 Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) -4 bis 0 -4 bis -1 Stornoquote +10 % -2 bis 0 -2 bis 0 Kosten +10 % -5 bis 0 -5 bis -1 Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. So hat eine gegenüber der Erwartung geringere Sterblichkeit einen positiven Einfluss auf Produkte mit überwiegendem Todesfall- bzw. Invaliditätsrisiko und einen negativen Einfluss auf Produkte mit Langlebigkeitsrisiko mit Auswirkungen auf die Basiseigenmittel. Die Sensitivitäten enthalten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen. Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus Kapitalanlagen Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir zwischen fondsgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fondsgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,9 (0,9) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2019 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,78 (1,95) %. Das Zinsgarantierisiko stellt auch das dominierende Konzentrationsrisiko dar. Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge vollständig fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig etwas kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Für den Gesamtkonzern beträgt die Duration (Macaulay-Duration) für die festverzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivate) per 31. Dezember 2019 8,2 (8,1) Jahre und die durchschnittliche Restlaufzeit der Brutto-Schadenreserven inklusive der Brutto-Deckungsrückstellungen 9,3 (9,5) Jahre. Bezieht man zusätzlich die erwartete zukünftige Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien ein, erhöht sich die Duration (Macaulay-Duration) der Verbindlichkeiten auf 12,2 (12,0) Jahre. 1 Durch das in beiden Fällen ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-II-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen und die Basiseigenmittel überschätzen. Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen" dargestellt. Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumen angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Zur Ungültigkeit der Ausschlussfristen des Widerspruchs- bzw. Rücktrittsrechts bei zwischen 1994 bis 2007 im Policen- bzw. Antragsmodell abgeschlossenen Verträgen mit nicht ordnungsgemäßen Belehrungen verbleiben weiterhin offene Fragen zu konkreten Rechtsfolgen. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering. 1 Die hiermit ausgewiesene Kenngröße basiert auf den mit den Bewertungsmodellen berechneten Cashflows der Verbindlichkeiten, bezogen auf den sogenannten Certain-ty-Equivalent-Pfad, was der aktuellsten Vorgabe der EIOPA im Rahmen des Stresstests von Versicherern bzw. den Lieferungen im sogenannten Financial Stability Reporting entspricht. Versicherungstechnische Risiken in der Personen-Rückversicherung Für die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Über Qualitätssicherungsmaßnahmen stellen wir sicher, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen genügen. Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Rahmen-Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich daraufhin überprüft, dass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Rahmen-Zeichnungsrichtlinien strukturiert und regelmäßig überwachen, reduzieren wir das Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäft und der Übernahme von internationalen Beständen erfolgen die Überprüfungen in der Regel besonders umfassend. Wir vertrauen auf das Know-how unserer Underwriter und räumen ihnen abgestufte Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Dort wird das Risikoprofil von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert, da in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes Personen-Rückversicherungsportefeuille aus den USA übernommen. Die tatsächliche Sterblichkeitserfahrung für das fragliche Portefeuille zeigte sich 2019 besser als zuletzt erwartet. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit beobachten wir fortlaufend. Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Ebenso kann es in wenigen verbleibenden Einzelfällen zu einmaligen Belastungen des IFRS-Ergebnisses kommen, sofern die von Ratenanpassungen betroffenen Zedenten von ihrem Rückzugsrecht Gebrauch machen. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG scroll In % 2019 2018 Sterblichkeit +5 % (ohne Rentengeschäft) -10 bis -7 -9 bis -7 Morbidität +5 % -4 bis -2 -3 bis -1 Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) -4 bis -2 -3 bis -2 Stornoquote +10 % -2 bis 0 -3 bis -1 Kosten +10 % -1 bis 0 -1 bis 0 Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sind Versicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten: ― Mindestverzinsung/Garantiezins ― Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags ― Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung ― Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind (Vgl. auch "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" unter der Anmerkung 13 im Konzernanhang.). Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Die Folge bei Eintritt wären Wertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen. Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir unter anderem Informationen externer Ratingagenturen heran. Angaben zu ausstehenden Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre finden sich im Konzernanhang unter Anmerkung 14. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 8,5 (8,5) Mrd. EUR. Diesem Wert stehen neben Bürgschaften auch - als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene - Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 2,9 (3,1) Mrd. EUR gegenüber. Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 5,6 (5,4) Mrd. EUR. Es ergibt sich folgende Ratingstruktur: ANTEILE DER RÜCKVERSICHERER AN DEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGEN NACH RATINGKLASSEN 2019/2018 Innerhalb des unbesicherten Bestands sind 81 (84) % unserer Rückversicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen - stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Sicherheiten (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Sicherheiten verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich die versicherungstechnischen Rückstellungen in gleichem Maß. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -888 (13) Mio. EUR. Risiken aus Kapitalanlagen Das Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können. Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet: ― Optimierung der Rendite aus den Kapitalanlagen bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau ― permanente Erfüllung der Liquiditätsanforderungen (Zahlungsfähigkeit) ― Risikodiversifizierung (Mischung und Streuung) Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus. Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden. Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio des Talanx Konzerns nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss: PORTFOLIO DES TALANX KONZERNS NACH WÄHRUNGEN, ANLAGEKLASSEN UND RATINGS Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 75 (79) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar. Auf Staatsanleihen entfallen 46 (46) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM - im Gegensatz zur Solvency-II-Standardformel - als ausfallrisikobehaftet. Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken einzustufen. Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst. Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2019 betrug 1.786 (1.531) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,4 (1,3) %der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die ALM-VaR-Quote nahezu unverändert. Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenario-Analysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die nachstehende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen (brutto) zum Bilanzstichtag. Bei den gezeigten Effekten nicht berücksichtigt werden die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Einschluss dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAG scroll In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018 Portfolio Szenario In der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen1 Im sonstigen Ergebnis zu erfassen1 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis2 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis2 Aktien 3 Aktienkurse +20 % 12 185 197 178 Aktienkurse +10 % 5 93 97 89 Aktienkurse -10 % -1 -93 -94 -88 Aktienkurse -20 % 2 -186 -184 -176 Festverzinsliche Wertpapiere Renditeanstieg +200 BP -58 -10.529 -16.652 -14.075 Renditeanstieg +100 BP -36 -5.766 -9.165 -7.669 Renditerückgang -100 BP 49 6.488 10.167 8.386 Renditerückgang -200 BP 111 13.784 21.711 17.869 Währungssensitive Kapitalanlagen Aufwertung EUR 4 +10 % -3.803 -309 -4.113 -3.620 gegenüber USD -2.056 -252 -2.308 -2.121 gegenüber GBP -409 -5 -414 -355 gegenüber PLN -254 -2 -256 -233 gegenüber Sonstigen -1.085 -49 -1.134 -912 Abwertung EUR 4 -10 % 3.803 309 4.113 3.620 gegenüber USD 2.056 252 2.308 2.121 gegenüber GBP 409 5 414 355 gegenüber PLN 254 2 256 233 gegenüber Sonstigen 1.085 49 1.134 912 1 Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung) 2 Inkl. Finanzinstrumente der Kategorien "Darlehen und Forderungen" und "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente" 3 Inkl. Derivatebestände 4 Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro um +/-10 %, auf Basis der Bilanzwerte Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab, ― um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, ― um den späteren Erwerb von Wertpapieren vorzubereiten oder ― um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. In geringem Umfang werden im Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die ein Kontrahentenrisiko mit sich bringen. Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Der Einsatz derivativer Produkte wird durch interne Richtlinien geregelt. Die Richtlinien sollen einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten gewährleisten und sicherstellen, dass die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend; Derivatpositionen und -transaktionen führen wir im Reporting detailliert auf. Durch Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 13 im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" des Konzernanhangs entnehmen. Kreditrisiken Kreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in: ― Emittentenrisiko (Ausfallrisiko, Migrationsrisiko) ― Kontrahentenrisiko (Wiedereindeckungs- und Erfüllungsrisiko) ― Konzentrationsrisiko Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten. Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/ Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im Portfolio sicherstellen. Das Überschreiten von Limits löst festgelegte Eskalationsprozesse aus. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen wie Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder anderer Ratingagenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen und produktübergreifende Rahmenverträge vereinbart, die sowohl Netting- als auch Kollateralleistungen umfassen (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert: ― Ausfallwahrscheinlichkeit, abgeleitet aus dem Kompositrating (zweitbestes Rating der verfügbaren Agenturratings von Standard & Poor's, Moody's, Fitch und Scope): Sie beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schuldner innerhalb eines definierten Zeitraums ausfällt ― Verlustquote bei Ausfall, abgeleitet aus dem Grad der Besicherung bzw. der Seniorität einer Emission ― Exposure at Default: Es entspricht der erwarteten Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Durch diesen Ansatz werden insbesondere Konzentrationseffekte und Abhängigkeiten zwischen den Portfoliobeständen in der Messung des Kreditrisikos erfasst. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2019 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.804 (4.865) Mio. EUR bzw. 4,7 (4,3) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency II hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden. Der Anstieg des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der weiteren internationalen Diversifizierung der Kapitalanlagen mit selektiver Risikonahme. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns. Darüber hinaus wurden die Investments in Infrastruktur weiter ausgebaut, die aufgrund ihrer relativ langen Laufzeiten mit leicht überdurchschnittlichen Risikoanrechnungsfaktoren im Credit VaR Berücksichtigung finden. CREDIT-VAR-STRESSTEST scroll In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018 6.990 5.903 Ratingherabstufung um eine Stufe (+20 %) (+21 %) 8.412 7.160 Ratingherabstufung um zwei Stufen (+45 %) (+47 %) 6.493 5.526 Anstieg LGD um zehn Prozentpunkte (+12 %) (+14 %) Die Tabelle zeigt die Sensitivität des CVaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 5,1 (4,1) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,1 (3,7) %. EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A- scroll In Mio. EUR Rating1 Schuldtitel von Staaten Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen Schuldtitel von Finanzinstituten Schuldtitel von Unternehmen Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 31.12.2019 Italien BBB 2.722 - 742 564 478 Brasilien BB- 332 - 68 368 - Mexiko BBB+ 157 1 164 337 - Ungarn BBB 585 - 18 13 29 Russland BBB- 316 24 39 211 - Südafrika BB+ 133 - 4 91 - Portugal BBB 36 - 27 42 1 Türkei BB- 134 - 26 31 4 Sonstige BBB+ 145 - 96 115 - Sonstige BBB 213 50 115 127 - Sonstige <BBB 304 52 112 163 - 31.12.2018 Italien BBB 2.319 - 547 501 454 Brasilien BB 270 - 42 354 - Mexiko BBB+ 120 3 59 267 - Ungarn BBB- 541 - 2 11 26 Russland BB+ 239 15 25 146 - Südafrika BB+ 147 - 5 52 - Portugal BBB- 38 - 11 53 20 Türkei BB+ 18 - 26 32 3 Sonstige BBB+ 73 - 52 70 - Sonstige BBB 161 6 124 114 - Sonstige
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