Annual Report • Apr 2, 2024
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Download Source File5299006ZIILJ6VJVSJ32-2023-12-31-de Zusammengefasster Lagebericht Grundlagen des Konzerns Der Talanx Konzern Geschäftsmodell Der Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2023 weltweit 27.863 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 76,74 % der HDI V. a. G., ein seit mehr als 120 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich 23,26 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen geografischen Schwerpunkten (vgl. Abbildung). Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 175 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente. Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen Versicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung) und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2023 fort. Der Vertrieb von Versicherungsprodukten ist umfangreichen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Bei der Zusammenarbeit mit Vermittlern haben die Erstversicherer neben den gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen des BaFin-Rundschreibens 11/2018 zur Zusammenarbeit mit Versicherungsvermittlern sowie zum Risikomanagement im Vertrieb zu beachten. Die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten werden u. a. durch die Delegierte Verordnung (EU) 2017/2358 der Europäischen Kommission bestimmt. Für den Bereich der Restschuldversicherung wurde mit dem Schwarmfinanzierung-Begleitgesetz ein Provisionsdeckel gesetzlich verankert, der am 1. Juli 2022 in Kraft getreten ist. Darüber hinaus wird mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz eine siebentägige Wartefrist für den Abschluss von Restkreditversicherungen zu allgemeinen Verbraucherkreditverträgen eingeführt werden, die ab dem 1. Januar 2025 in Kraft treten soll. In dem BaFin-Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie „Proportionalität“ oder „Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan“ erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der HDI Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Aufgrund des Geldwäschegesetzes (GwG) muss der HDI V. a. G. als „Mutterunternehmen der Gruppe“ dafür Sorge tragen, dass alle zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen definierte Mindeststandards umsetzen. Die Gruppen-Geldwäschefunktion rollt anlassbezogen bzw. mindestens jährlich im vierten Quartal eines Jahres eine gruppenweite Risikoanalyse nach den Vorgaben des GwG in allen Geschäftsbereichen aus und dokumentiert die risikobasierten Maßnahmen der zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen. Zusätzlich wird durch ein gruppenweites Reporting auf Quartalsbasis der Informationsaustausch innerhalb der Gruppe sichergestellt. Das Risiko der Gruppe, zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, wird insgesamt als gering eingestuft. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen des Talanx Konzerns eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 zu den Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Gleiches gilt hinsichtlich des Rundschreibens 11/2019 zu den Kapitalverwaltungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (KAIT). Diese Rundschreiben werden laufend angepasst und erweitert. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Weiterhin gab es im Jahr 2023 auf Ebene der EU und in Deutschland regulatorische Initiativen für Entwicklung, Einsatz und Nutzung von künstlicher Intelligenz, die auch die Versicherungswirtschaft betreffen und deren Entwicklung und konkrete Auswirkung auf den Talanx Konzern beobachtet wird. Durch den Digital Operational Resilience Act (DORA) der EU gibt es in diesem Zusammenhang neue Anforderungen, die u. a. Versicherungsunternehmen ab Januar 2025 erfüllen müssen. Hierdurch soll der europäische Finanzmarkt gegenüber Cyberrisiken und Vorfällen in der Informations- und Kommunikationstechnologie gestärkt werden. Die weitere Entwicklung und die konkrete Auswirkung auf den Talanx Konzern werden beobachtet. Wenn möglich, nimmt der Talanx Konzern über seine Interessenverbände Stellung zu den geplanten Vorhaben und bereitet die Umsetzung der jeweils aktuellen regulatorischen Anforderungen vor. Im Talanx Konzern verarbeiten wir u. a. für die Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagement-System auf die Beachtung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht – u. a. in Deutschland und Luxemburg. Konzernstruktur Der Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in „Versicherung“ – mit sechs berichtspflichtigen Segmenten – und in „Konzernfunktionen“ als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland – mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung – sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei). Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Europa, der Nahe Osten und Afrika, Amerika sowie Asia-Pazifik; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und als konzerninterner Rückversicherer fungiert. Zum Segment gehören außerdem die HDI AG, die seit dem 1. März 2022 als mitarbeiterführende Gesellschaft für die deutsche Erstversicherungsgruppe fungiert, sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH, die Ampega Asset Management GmbH und die Ampega Investment GmbH; die Ampega-Gesellschaften betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. Strategie Der Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung aktiv. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt – mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit mit unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertgenerierung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Mit der Konzernstrategie 2025 setzen wir unseren Wachstumspfad konsequent fort und erhöhen das Ambitionsniveau unserer definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 10 % an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Das Konzernergebnis wollen wir bis 2025 um mehr als 25 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien sowie strategischen Wachstumsinitiativen. Die Dividende je Aktie wollen wir bis 2025 stetig auf 2,50 EUR (+25 % gegenüber 2022) steigern. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (≤ 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150 – 200 %) zum Ziel gesetzt. Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unseres Versicherungsumsatzes stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix. Die fortlaufende Optimierung des Kapitalmanagements ist ebenfalls integraler Bestandteil der Strategie 2025. Zentraler Fokus ist hierbei die Steigerung der Ergebnisabführung aus der Erstversicherung, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine solide Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristige Dividendenfähigkeit sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind. Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus bündeln wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen. People Management ist ein weiteres Fokusthema unserer Strategie 2025. Mit unserer People-Strategie denken wir Recruiting zielgruppenorientiert und ganzheitlich („Hire“). Unsere Mitarbeiter fördern wir gezielt durch attraktive Entwicklungspfade („Develop“). Wir inspirieren unsere Mitarbeiter aktiv unsere Kultur weiterzuentwickeln und fördern Unternehmertum („Inspire“). Dafür schaffen wir (Frei-)Räume und machen unsere Kultur erlebbar („Xperience“). Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das Thema Diversität, um Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Stärke für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns zu nutzen. Weitere Details zu unserer People-Management-Strategie werden im Abschnitt „Nichtfinanzielle Konzernerklärung“, Seite 82 ff., vertieft. Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden weiter geschärft und fokussiert. Mit der Strategie „HDI Global 4.0“ positionieren wir uns im Geschäftsbereich Industrieversicherung als führender Partner für internationale Versicherungsprogramme und Dienstleister für Captives. Die auf profitables Geschäft ausgerichtete Zeichnungspolitik wird mit einer effizienten Kostenstruktur kombiniert. Der Bereich Spezialversicherung ist weiterhin ein zentrales Wachstumsfeld. Für das Industriegeschäft sehen wir insbesondere in Nordamerika, Europa, Australien sowie ausgewählten Schwellenländern Wachstumspotenzial. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie „Go25“ fokussiert fort. Neben starkem Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) werden hierbei insbesondere zusätzliche Kooperationen sowie organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften angestrebt. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir mit der Strategie „HINexT 2025“ das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter im Bereich Schaden/Unfallversicherung zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentrierte sich mit der „Strategy 2021 – 2023“ darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE unterstützen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Die Nachhaltigkeitsstrategie stellt daher einen integralen Bestandteil der Konzernstrategie dar. Sie basiert auf der gezielten Umsetzung von ESG-spezifischen Aspekten (Environment, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik, in den eigenen Betriebsstätten sowie im Rahmen des sozialen Engagements. Für die Kapitalanlage und das Versicherungsgeschäft haben wir uns das Ziel „Net Zero 2050“ gesetzt. 1 In unseren Betriebsstätten verfolgen wir weltweit konsequent unser Netto-Null-Ziel 2030 (inklusive Kompensation). Unseren sozialen Fokus legen wir insbesondere auf die Bereiche „Diversity, Equity and Inclusion“ sowie (Mitarbeiter-)Bildung. Weitere Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie finden sich im Abschnitt „Nichtfinanzielle Konzernerklärung“, Seite 82 ff. Die Risikostrategie wird im Abschnitt „Risikobericht“, Seite 118, erläutert und daher hier nicht weiter beschrieben. Unternehmenssteuerung Die Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind: starke Finanzkraft nachhaltiges Wachstum langfristige Wertschaffung optimale Kapitaleffizienz Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: Kapitalmanagement Performance-Management Risikomanagement Mergers & Acquisitions Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt. Die Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-2-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell. Zur Steuerung der langfristigen Wertsteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir unser Economic-Performance-Measurement(EPM)-Konzept mit der Kennzahl Economic Profit. Diese Kennzahl macht unterschiedliche Geschäftsmodelle miteinander vergleichbar. Rechnerisch misst der Economic Profit den ökonomischen Erfolg (Adjusted Comprehensive Income) nach Abzug der Kapitalkosten. Das Adjusted Comprehensive Income berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss weitere Komponenten der IFRS-Bilanz sowie Off-Balance-Positionen (Berechnung siehe Abbildung unten). Die Kapitalkosten werden aus dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) abgeleitet und mithilfe des internen Modells konsistent auf Segmente heruntergebrochen. Performance-Management Das Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene mit unseren strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindest-Kapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor. Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und im Rahmen des operativen Planungsprozesses durch den Talanx Vorstand festgelegt. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Der Konzern wird derzeit nur durch finanzielle Leistungsindikatoren gesteuert – nicht finanzielle Steuerungsgrößen sind nicht steuerungsrelevant. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene beschränken sich daher auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. Definition der Steuerungsgrößen Eigenkapitalrendite Jahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Konzernergebnis Konsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Lebensversicherung) Brutto: Vertragliche Servicemarge (CSM) des Neugeschäftes (brutto) abzüglich Verlustkomponente des Neugeschäftes (brutto) Netto: Vertragliche Servicemarge (CSM) des Neugeschäftes (netto) abzüglich Verlustkomponente des Neugeschäftes (netto) Operatives Ergebnis (EBIT) Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis einschließlich der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). Schaden-/Kostenquote (Schaden/Unfallversicherung) Netto/brutto: 1 – [versicherungstechnisches Ergebnis (netto), dividiert durch Versicherungsumsatz (brutto)] Netto/netto: 1 – [versicherungstechnisches Ergebnis (netto), dividiert durch Versicherungsumsatz (netto)] 1 Versicherungstechnisches Ergebnis Versicherungsumsatz abzüglich versicherungstechnischer Aufwendungen und Ergebnis aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) Das Wachstum des Versicherungsumsatzes ist das nominale Wachstum, korrigiert um Währungskurseffekte: Versicherungsumsatz des laufenden Jahres zum Währungskurs des Vorjahres (Vj.) abzüglich Versicherungsumsatz (Vj.), dividiert durch Versicherungsumsatz (Vj.) 1 Versicherungsumsatz (brutto) abzüglich der Rückversicherungsaufwendungen. Diese setzen sich zusammen aus den Positionen „Allokation der gezahlten Rückversicherungsprämie“ und „Veränderungen des Nichterfüllungsrisikos der Rückversicherer“ in der Darstellung nach zukünftigem Versicherungsschutz und eingetretenen Schäden 1 Der Talanx Konzern trifft Entscheidungen immer aufgrund der aktuellen Datenlage und vorliegenden Regulatorik. Sollten sich Voraussetzungen ändern, behält sich der Talanx Konzern ein Update der entsprechenden Entscheidungen vor Märkte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Volkswirtschaftliche Entwicklung Die rückläufige, aber immer noch erhöhte Inflation, anhaltende geopolitische Spannungen und die Folgen der restriktiveren Geldpolitik der meisten Notenbanken haben die globale Konjunkturdynamik im Jahr 2023 gebremst, ohne jedoch die Weltwirtschaft in eine Rezession zu stürzen. War schon das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2022 (+3,5 %) durch den Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine und die im Zuge dessen explodierenden Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe belastet, ist die Weltwirtschaft im Jahr 2023 nur noch um 3,1 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. In Deutschland ging die Schwäche insbesondere von der (energieintensiven) Industrie aus. Hier signalisiert der Einkaufsmanagerindex bereits seit 18 Monaten eine anhaltende Kontraktion, sodass die Industrieproduktion inzwischen gut 10 % unter ihrem Prä-Covid-Niveau liegt. Die privaten Haushalte verringerten ihren Konsum angesichts eines begrenzten Reallohnwachstums im Vorjahresvergleich deutlich. Hingegen überraschten die Ausrüstungsinvestitionen trotz eines unsicheren geopolitischen Umfelds und gestiegener Zinsen positiv, während der Zinsanstieg die Bauinvestitionen erneut bremste. Das schwächere globale Konjunkturumfeld sorgte zudem für sinkende Exporte, sodass das deutsche BIP 2023 im Jahresvergleich um 0,3 % sank. Damit blieb das Wachstum nicht nur deutlich hinter dem Vorjahr, sondern auch hinter demjenigen der Eurozone insgesamt (voraussichtlich +0,5 %) zurück. Die US-Wirtschaft überraschte 2023 mit hoher Resilienz: Trotz eines nahezu beispiellosen Zinserhöhungszyklus der Fed (elf Leitzinserhöhungen seit März 2022) und der daraus resultierenden Verwerfungen im Bankensektor im Frühjahr zeigte sich die US-Wirtschaft robust und wuchs im Jahresvergleich um voraussichtlich 2,5 %. Basis dieser Entwicklung waren neben dem anhaltend robusten Arbeitsmarkt (mit einer Arbeitslosenquote in Höhe von 3,6 %) der steigende private und staatliche Konsum sowie die rückläufige Inflation, die von ihrem Hoch bei 9,1 % im Juni 2022 auf zuletzt 3,4 % im Dezember 2023 gesunken ist. Das Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer blieb 2023 hinter dem Durchschnitt der letzten Jahre zurück, wobei sich hier ein differenziertes Bild zeigt. Auch wenn das Wachstum in Osteuropa durch den anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg weiterhin belastet war, legte dieses doch im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Wachstum in Lateinamerika hingegen verlangsamte sich. Chinas wirtschaftlicher Erholung fehlte im ersten Jahr nach dem Ende der Covid-Beschränkungen weiterhin das Momentum. Während das chinesische BIP zum Jahresauftakt kräftig um 2,1 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen war, flachte das Wachstum in den folgenden Quartalen deutlich ab. Verantwortlich hierfür waren sowohl die weiterhin ungelösten Verwerfungen im Immobiliensektor, die für eine deutliche Stimmungseintrübung sorgten und den privaten Konsum belasteten, als auch das Abflauen der Weltkonjunktur. Im Jahresvergleich wuchs das chinesische BIP um voraussichtlich 5,2 % und lag damit knapp über dem Wachstumsziel der Regierung von 5 %. Reales Bruttoinlandsprodukt In % gegenüber Vorjahr 2023 1 2022 Deutschland –0,3 +1,8 Euroraum +0,5 +3,4 USA +2,5 +1,9 China +5,2 +3,0 1 Quelle: Bloomberg; vorläufige Werte, Stand 15. Februar 2024 Der Inflationsdruck ließ 2023 weltweit nach. Lag die Inflationsrate in der Eurozone 2022 noch bei 8,4 %, verringerte diese sich im Jahresdurchschnitt 2023 auf 5,5 %. Die Inflationsdynamik nahm dabei über das Jahr ab. So lag die jährliche Inflationsrate im ersten Quartal noch bei 8,0 %, im vierten Quartal bei nur noch 2,7 %. In den USA zeigte sich ein ähnliches Bild, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Die Inflationsrate fiel im Jahresschnitt von 8,0 % im Jahr 2022 auf 4,1 % im Jahr 2023. Zu Jahresbeginn strafften sowohl die Fed als auch die EZB ihre Geldpolitik und erhöhten ihre Leitzinsen bis zum dritten Quartal in vier Schritten von 4,5 % auf 5,5 % im Falle der Fed (obere Grenze) bzw. in sechs Schritten von 2 % auf 4 % im Falle der EZB (Einlagensatz). Einhergehend mit dem abnehmenden Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte erfolgten keine weiteren Zinsschritte. Kapitalmärkte Die internationalen Kapitalmärkte konnten sich in dem schwierigen Umfeld immer noch erhöhter Inflation, Sorgen vor einer bevorstehenden Rezession und aggressiver Zinserhöhungszyklen vieler Zentralbanken im Jahresverlauf 2023 gut behaupten. Beflügelt durch eine Jahresendrallye schlossen Aktien aus den USA (S&P 500: +24,2 %) vor den Industrieländern insgesamt (MSCI World: +21,8 %) sowie vor Europa (EURO STOXX 50: +19,2 %). Die asiatischen Aktienmärkte blieben mit leichten Kursgewinnen deutlich hinter dieser Entwicklung zurück (MSCI ASIA EX JAPAN: 3,6 %), wobei chinesische Aktien kräftige Abschläge hinnehmen mussten (MSCI CHINA: –13,2 %). Nachdem die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen im vergangenen Jahr mit kräftigen Steigerungen auf das schnell restriktiver werdende geldpolitische Umfeld reagiert hatten, bewegten sie sich in der ersten Jahreshälfte weitestgehend seitwärts, bevor sie bis ins vierte Quartal hinein angesichts neuer Sorgen vor einem restriktiveren Kurs der Notenbanken kräftig anstiegen. Im Zuge abnehmender Inflationsdynamik und damit verbundener Hoffnungen auf Zinssenkungen im Jahr 2024 fielen die Renditen der Staatsanleihen zum Jahresende wieder. Ende 2023 lag die Rendite zehnjähriger US-Treasuries bei 3,88 % (+0,01 Prozentpunkte), die zehnjähriger Bunds bei 2,02 % (–0,55 Prozentpunkte). Auch der Ölpreis (Brent) stieg in der Spitze deutlich von 86 USD auf 97 USD je Barrel, lag jedoch zum Jahresende mit 77 USD je Barrel unter dem Jahreseinstiegskurs. Der Euro kletterte auf Jahressicht um 3,1 % auf 1,10 USD. Deutsche Versicherungswirtschaft Schaden/Unfallversicherung Die Entwicklung der Schaden/Unfallversicherung in der deutschen Versicherungswirtschaft war 2023 durch inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen geprägt. In der Kraftfahrtversicherung waren eine schwache Entwicklung der Durchschnittsbeiträge sowie ein niedriger Bestandszuwachs aufgrund der nach wie vor geringen Anzahl von Neuzulassungen und Besitzumschreibungen zu verzeichnen. Der Schadenaufwand lag inflationsbedingt deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Schäden durch Naturgefahren sind 2023 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und lagen relativ stabil auf dem Niveau des sukzessive steigenden langjährigen Durchschnitts. Die schwersten Elementarschäden wurden durch die Sommerstürme „Kay“ und „Lambert“ im Juni des Berichtsjahres verursacht. Lebensversicherung Die Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung waren 2023 weiterhin rückläufig und lagen unterhalb des Vorjahresniveaus. Ursächlich hierfür war insbesondere die schwache Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts. Das Geschäft zu laufenden Beiträgen verzeichnete nur einen leichten Rückgang. Das makroökonomische Umfeld belastete aufgrund sinkender Reallöhne sowie des anhaltenden Zinsanstiegs das Geschäft der Lebensversicherung auch 2023 erheblich. Internationale Versicherungsmärkte Der Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Regionen Europa und Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/Unfallversicherung Die internationale Schaden/Unfallversicherung verzeichnete trotz eines abnehmenden Wirtschaftswachstums sowie anhaltender Inflation auch im Jahr 2023 ein reales Prämienwachstum. Dabei konnte das Industriegeschäft von einem harten Markt profitieren. Das Wachstum der entwickelten Versicherungsmärkte lag unter dem der Schwellenländer und war geprägt durch ein Zusammenspiel von hoher Preisdynamik und einer schwachen konjunkturellen Entwicklung. Dabei wies Asien-Pazifik das stärkste reale Prämienwachstum auf, gefolgt von Europa und Nordamerika. Das positive reale Prämienwachstum in den Schwellenländern war insbesondere durch das starke Wachstum in China getrieben. Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden lagen im Berichtsjahr erneut unterhalb des Vorjahresniveaus, jedoch deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt. Ein Großteil der Schäden entfällt dabei auf eine Vielzahl von Ereignissen mit geringem bis mittlerem Ausmaß, insbesondere schwere Gewitter. Die größten versicherten Naturkatastrophenschäden 2023 wurden jedoch durch das Erdbeben in der Türkei und Syrien verursacht. Auch in Europa haben die Schäden aus schweren Gewittern im Jahr 2023 zugenommen. Dabei war Italien besonders belastet. Hier haben die Schäden durch Naturkatastrophen einen neuen Rekordwert erreicht. Die internationale Schaden-Rückversicherung konnte im Berichtsjahr ebenfalls ein positives Prämienwachstum verzeichnen. Aufgrund der anhaltenden geopolitischen und makroökonomischen Unsicherheiten, des sich fortsetzenden Trends zu hohen Naturkatastrophenbelastungen sowie der Inflationsentwicklung kam es erneut zu Preissteigerungen im Zuge der unterjährigen Vertragserneuerungsrunden. Lebensversicherung Die Beitragseinnahmen der internationalen Lebensversicherungsmärkte lagen 2023 leicht über dem langjährigen Trend. Der Anstieg der Gesamtprämien ging dabei primär auf die Schwellenländer, insbesondere China, zurück und wurde durch eine Reihe von Faktoren wie regulatorische Änderungen und eine erhöhte Nachfrage nach inflationsgebundenen Produkten begünstigt. Die entwickelten Versicherungsmärkte, insbesondere in Europa, verzeichneten dagegen verminderte Prämieneinnahmen. Lediglich Asien-Pazifik konnte ein geringfügig positives Wachstum oberhalb der Inflation verzeichnen. Die Entwicklung der internationalen Personen-Rückversicherung war auch im Jahr 2023 durch die makroökonomischen Herausforderungen beeinträchtigt. Dennoch konnte ein geringfügig positives Beitragswachstum verzeichnet werden. Geschäftsentwicklung Der Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Profitabilisierung seines Geschäfts, kombiniert mit einer effizienten Kostenstruktur, auf Wachstum im Ausland und im Bereich der Spezialversicherung. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie fokussiert fort. Er strebt weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt und die Diversifizierung vorangetrieben werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in der Schaden/Unfallversicherung in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken durch die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen weiter auszubauen und gesamtheitliche, innovative Rückversicherungsangebote auszubauen, insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität. Der Talanx Konzern berichtet seine Geschäftsergebnisse seit dem 1. Januar 2023 nach den neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 17 und IFRS 9. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Geschäftszahlen sicherzustellen, sind die Vorjahreszahlen ebenfalls den neuen Standards entsprechend berechnet. Trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen lagen der Versicherungsumsatz (43,2 Mrd. EUR) und das operative Ergebnis (3.068 Mio. EUR) jeweils um 9,1 % bzw. um 9,0 % höher als im Vorjahr. Das Konzernergebnis (1.581 Mio. EUR) stieg um mehr als das Doppelte. Talanx schließt Zukäufe in Brasilien erfolgreich ab Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International der Talanx Gruppe hat den Erwerb des Geschäfts mit Privatkunden und kleinen sowie mittleren Unternehmen von Liberty Seguros in Brasilien erfolgreich zum 22. November 2023 abgeschlossen. HDI stärkt damit ihre Marktposition in Brasilien im Schaden/Unfallversicherungsgeschäft. Durch den Erwerb des Privatkundengeschäfts der Sompo Seguros S. A. wächst HDI in der Kraftfahrtversicherung und diversifiziert das Portfolio um Sachversicherungsgeschäft aus dem nicht-Kfz-Bereich sowie um Biometrie-Produkte. Talanx Gruppe investiert in schwedische Wasserkraft Die Talanx Gruppe investiert über Ampega Asset Management in die Grünstromproduktion eines Portfolios aus 15 Wasserkraftwerken an drei schwedischen Fluss-Systemen. Das sogenannte Power Purchase Agreement (PPA) ist auf 15 Jahre angelegt. Partner ist neben Augusta Investment Management das deutsche Energieunternehmen Uniper, das Eigentümer und Betreiber der bereits seit einigen Jahrzehnten in das schwedische Stromnetz einspeisenden Anlagen ist. Mit diesem Investment und der innovativen Struktur baut die Talanx Gruppe ihre Rolle als Unterstützer der Energiewende und einer der führenden Investoren in erneuerbare Energien aus. Talanx stärkt Geschäft im Kernmarkt Polen Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International der Talanx Gruppe stärkt seine Präsenz im Kernmarkt Polen. Die Europa-Gruppe, eine Tochtergesellschaft der HDI International AG, und Bank Millennium schließen eine zehnjährige exklusive Bancassurance-Vereinbarung. Im Rahmen der Transaktion erwirbt die Europa-Gruppe 80 % der Anteile eines Unternehmens der Bank für den Vertrieb von Biometrie- und Nicht-Kfz-Produkten. Mit der Kooperation baut Talanx ihre Position im Kernmarkt Polen weiter aus. Geschäftsverlauf Konzern Versicherungsumsatz steigt währungskursbereinigt um 11,9 % Großschäden liegen innerhalb des anteiligen Großschadenbudgets Schaden-/Kostenquote leicht gesunken Wesentliche Konzernkennzahlen In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 43.237 39.645 +9,1 % Versicherungstechnisches Ergebnis 3.234 2.454 +31,8 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 1.130 824 +37,1 % davon Kapitalanlageergebnis 4.649 776 +499,4 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –3.519 49 –7.345,6 % Operatives Ergebnis (EBIT) 3.068 2.815 +9,0 % Schaden-/Kostenquote (nur Schaden/Unfallversicherung) in % 94,3 95,2 –0,9 Pkt. Steuerungsgrössen im Konzern In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 43.237 39.645 +9,1 % Konzernergebnis 1.581 706 +123,8 % Eigenkapitalrendite in % 16,6 8,2 +8,4 Pkt. Versicherungsumsatz Der Talanx Konzern steigerte seinen Versicherungsumsatz im Berichtsjahr um 9,1 % auf 43,2 (39,6) Mrd. EUR (währungskursbereinigt um 11,9 %), insbesondere dank des Wachstums in den Segmenten Industrieversicherung (+10,3 %) und Privat- und Firmenversicherung International (+33,0 %); im Segment Privat- und Firmenversicherung International trugen auch Akquisitionen im Kernmarkt Lateinamerika zum hohen Wachstum bei. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 31,8 % auf 3.234 (2.454) Mio. EUR. Die Großschäden lagen im Berichtsjahr mit 2.168 Mio. EUR innerhalb unseres budgetierten Erwartungswerts von 2.200 Mio. EUR für das Geschäftsjahr. Im versicherungstechnischen Ergebnis des Vorjahres war zudem die Bildung von Rückstellungen für Belastungen aus dem Angriffskrieg auf die Ukraine enthalten. Weiterhin wirkte der Anstieg des Zinsniveaus positiv. Der Konzern hat das Berichtsjahr auch genutzt, um seine Widerstandsfähigkeit weiter auszubauen und die Resilienz seiner Bilanz weiter zu stärken. Das Segment Personen-Rückversicherung trug durch Tarifverbesserungen nach erheblichen Belastungen aus der Pandemie in den Vorjahren sowie durch gute Schadenverläufe im Mortalitätsgeschäft zum Ergebnis bei. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf 94,3 (95,2) %. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Im Berichtsjahr lag das Kapitalanlageergebnis bei 4.649 (776) Mio. EUR; es entfällt in Höhe von 1.414 (–1.566) Mio. EUR auf das den Versicherungsnehmern zustehende Ergebnis aus fondsgebundenen Versicherungen. Das Kapitalanlageergebnis für eigenes Risiko verbesserte sich von 2.342 Mio. EUR auf 3.235 Mio. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge stiegen vor allem dank höherer Zinserträge. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich auch das Ergebnis aus Zeitwertänderungen der erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände merklich. Das um Währungseffekte bereinigte Finanzergebnis, das zum einen die Aufzinsung diskontierter versicherungstechnischer Rückstellungen und zum anderen die Beteiligung der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis inklusive des Ergebnisses aus fondsgebundener Versicherung beinhaltet, lag bei –3.519 (49) Mio. EUR. In Summe stieg das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) um 37,1 % auf 1.130 (824) Mio. EUR. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 9,0 % auf 3.068 (2.815) Mio. EUR. Der Rückgang im übrigen Ergebnis aufgrund des Wegfalls eines positiven Einmaleffekts aus dem Vorjahr konnte durch die Verbesserungen des versicherungstechnischen Ergebnisses sowie des versicherungstechnischen Finanz- und Kapitalanlageergebnisses (vor Währungseffekten) deutlich überkompensiert werden. Zum Anstieg trug vor allem das EBIT-Wachstum in den Segmenten Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Lebensversicherung (+207,2 %), Privat- und Firmenversicherung International (+264,9 %) und Personen-Rückversicherung (+34,4 %) bei. Der Steueraufwand hat sich infolge unterschiedlicher regionaler Ergebnisbeiträge sowie infolge eines Einmaleffektes im Zusammenhang mit der von der OECD beschlossenen Einführung einer globalen Mindestbesteuerung reduziert. Das Konzernergebnis (1.581 Mio. EUR) lag um 123,8 % über dem Wert der Vorjahresperiode von 706 Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite lag im Berichtsjahr bei 16,6 (8,2) %. Der Bestand der vertraglichen Netto-Servicemarge (CSM) stieg um 11,8 % auf 10,7 (9,6) Mrd. EUR. Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch das gezeichnete profitable Neugeschäft im Konzern. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Konzern In Mrd. EUR Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Versicherungsumsatz 1 43,2 ~ 42 Konzernergebnis 2 1,6 ~ 1,4 Eigenkapitalrendite in % 16,6 > 10 1 Währungskursbereinigt 44,5 Mrd. EUR. Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „>42 Mrd. EUR“ 2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „>1,4 Mrd. EUR“ Der Versicherungsumsatz lag im Berichtsjahr bei 43,2 Mrd. EUR und damit oberhalb der unterjährig angepassten Prognose von mehr als 42 Mrd. EUR für 2023. Das Konzernergebnis übertraf mit 1,6 Mrd. EUR ebenfalls die unterjährig angepasste Prognose für das Berichtsjahr, die bei mehr als 1,4 Mrd. EUR erwartet wurde. Auch die Eigenkapitalrendite (16,6 %) übertraf die Prognose von mehr als 10 % deutlich. Entwicklung der Geschäftsbereiche im Konzern Die Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Schaden/Unfall- und Lebensversicherung –, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel „Segmentberichterstattung“. Industrieversicherung Zweistelliges Wachstum im Versicherungsumsatz getrieben durch Sach- und Haftpflicht-Geschäft Versicherungstechnisches Ergebnis verbessert durch positive Entwicklung bei Frequenz- und Großschäden Kapitalanlageergebnis durch Abbau stiller Lasten unter der Vorjahresperiode Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Industrieversicherung In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 9.065 8.218 +10,3 % Versicherungstechnisches Ergebnis 770 574 +34,1 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 11 169 –93,5 % davon Kapitalanlageergebnis 196 223 –11,8 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –185 –53 –248,4 % Operatives Ergebnis (EBIT) 446 430 +3,9 % Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Industrieversicherung In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 12,3 n. a. 1 – Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) 91,5 93,0 –1,5 Pkt. Eigenkapitalrendite 14,3 14,1 +0,2 Pkt. 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Der Geschäftsbereich bündelt innerhalb des Talanx Konzerns die weltweiten Aktivitäten im Bereich der Industrieversicherung und ist mit seinen Gesellschaften und Niederlassungen sowie über Netzwerkpartner in mehr als 175 Ländern aktiv. Versicherungsumsatz Der Versicherungsumsatz des Geschäftsbereichs belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 9,1 (8,2) Mrd. EUR und stieg damit deutlich um 10,3 % (währungskursbereinigt um 12,3 %). Das Wachstum resultiert vor allem aus dem Sach- und Haftpflicht-Geschäft. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Nettoergebnis im Geschäftsbereich lag mit 770 (574) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr. Die Schadenquote verbesserte sich durch niedrige Frequenz- und geringere Großschäden sowie den Anstieg des Zinsniveaus auf 74,5 (76,1) %. Die Kostenquote lag mit 17,0 (16,9) % auf Vorjahresniveau. Aus den vorgenannten Entwicklungen resultierte eine Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) im Geschäftsbereich Industrieversicherung von 91,5 (93,0) %. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das Kapitalanlageergebnis lag mit 196 (223) Mio. EUR trotz gestiegener laufender Zinserträge bedingt durch die Realisation stiller Lasten unter dem Vorjahresniveau. Der erwartungsgemäß auf –186 (–53) Mio. EUR gestiegene Aufwand im versicherungstechnischen Finanzergebnis (netto) resultierte aus dem höheren Zinsniveau und dem Bestandswachstum. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Das übrige Ergebnis sank auf –358 (–267) Mio. EUR, im Wesentlichen infolge eines wachstumsbedingten Kostenanstiegs. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs lag infolge der deutlich verbesserten operativen Performance mit 446 (430) Mio. EUR über dem Vorjahr. Der Anteil am Konzernergebnis belief sich auf 351 (311) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Industrieversicherung In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 12,3 im oberen einstelligen Prozentbereich Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) 91,5 < 96 Eigenkapitalrendite 14,3 > 9 Das Wachstum des Versicherungsumsatzes liegt mit einer Steigerung von 10,3 (währungskursbereinigt 12,3) % über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trägt ein überdurchschnittliches Wachstum insbesondere im Sach- und Haftpflicht-Geschäft bei. Die Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) im Geschäftsbereich Industrieversicherung von 91,5 % übertraf die Erwartung für das Geschäftsjahr, was wesentlich aus erfolgreichen Ratenanpassungen und einem erhöhten Zinsniveau resultierte. Aus den vorgenannten Entwicklungen resultierte eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 14,3 %, die damit deutlich über der Erwartung von mehr als 9 % lag. Privat- und Firmenversicherung Deutschland Schaden/Unfallversicherung Anstieg der Versicherungsumsätze in allen Sparten Versicherungstechnisches Ergebnis stark belastet durch inflationsbedingt gestiegene Durchschnittsschäden in Kraftfahrt Kapitalanlageergebnis verbessert durch höheres außerordentliches Ergebnis Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Segment Schaden/Unfallversicherung In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 1.764 1.641 +7,6 % Versicherungstechnisches Ergebnis 43 81 –46,2 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 77 55 +40,4 % davon Kapitalanlageergebnis 100 53 +89,6 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –23 2 –1.177,6 % Operatives Ergebnis (EBIT) 49 61 –19,9 % Steuerungsgrössen im Segment Schaden/Unfallversicherung In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes 7,6 n. a. 1 – Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) 97,5 95,1 +2,5 Pkt. 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Versicherungsumsatz Im Segment Schaden/Unfallversicherung war ein Anstieg des Versicherungsumsatzes um 7,6 % auf 1,8 (1,6) Mrd. EUR zu verzeichnen. Zuwächse wurden sowohl im Firmen/Freie-Berufe-, Kraftfahrt- und Privatgeschäft als auch im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance erzielt. Versicherungstechnisches Ergebnis Im Berichtsjahr ging das versicherungstechnische Ergebnis auf 43 (81) Mio. EUR gegenüber der Vorjahresperiode zurück. Dies ist auf eine höhere Schadenfrequenz vor allem in Kraftfahrt und einen inflationsbedingten Anstieg der Durchschnittsschäden zurückzuführen. Die verbesserten Ergebnisentwicklungen im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance und in der Sparte Firmen/Freie Berufe konnten diese Belastungen nur teilweise kompensieren. Die Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) stieg um 2,5 Prozentpunkte von 95,1 % auf 97,5 %. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis konnte insgesamt auf 77 (55) Mio. EUR gesteigert werden. Dies ist vor allem auf ein verbessertes außerordentliches Ergebnis von 27 Mio. EUR und höhere laufende Erträge von 21 Mio. EUR zurückzuführen. Das versicherungstechnische Finanzergebnis vor Währungseffekten verzeichnete hingegen einen Rückgang aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus auf –23 (2) Mio. EUR. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis sank im Wesentlichen aufgrund einer erhöhten Schadenbelastung in Kraftfahrt auf 49 (61) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Segment Schaden/Unfallversicherung In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes 7,6 mittlerer einstelliger Prozent- bereich Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) 97,5 ~ 97 Das Wachstum des Versicherungsumsatzes im Segment Schaden/Unfall hat unsere Erwartungen sowohl im Firmen/Freie-Berufe- als auch im Privatkundengeschäft vollständig erfüllt. Die spartenspezifische Steuerungsgröße Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) lag aufgrund höherer Frequenzschadenbelastungen sowie Naturkatastrophen- und Großschäden über dem prognostizierten Wert. Lebensversicherung Positives Neugeschäft im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance Anstieg des Kapitalanlageergebnisses durch verbessertes außerordentliches Ergebnis EBIT-Anstieg im Wesentlichen durch Wegfall der Belastung aus Verlustkomponente (Loss Component) Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Segment Lebensversicherung In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 1.793 1.771 +1,2 % Versicherungstechnisches Ergebnis 317 175 +80,7 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 43 28 +54,5 % davon Kapitalanlageergebnis 2.178 –794 +374,3 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –2.135 822 –359,8 % Operatives Ergebnis (EBIT) 211 69 +207,2 % Steuerungsgrössen im Segment Lebensversicherung In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes 1,2 n. a. 1 – Neugeschäftswert in Mio. EUR (brutto) 368 250 +47,3 % 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Versicherungsumsatz Im Segment Lebensversicherung war ein Anstieg des Versicherungsumsatzes um 1,2 % auf 1.793 (1.771) Mio. EUR zu verzeichnen. Ursächlich hierfür zeigt sich vor allem das positive Neugeschäft im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance. Der Neugeschäftswert (brutto) konnte um 47,3 % auf 368 (250) Mio. EUR gesteigert werden und ist ausschließlich auf die Verbesserung im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance zurückzuführen. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich im Wesentlichen aus dem Entfall einer zinsbedingten Vorjahresbelastung. Für bestehende Versicherungsbestände mit Garantiezins wurde eine Verlustkomponente (Loss Component) im Vorjahr gebildet. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungskurseffekten) konnte insgesamt auf 43 (28) Mio. EUR gesteigert werden. Dies war vor allem auf ein verbessertes Kapitalanlageergebnis für eigene Rechnung von 809 (718) Mio. EUR sowie ein höheres Ergebnis aus fondsgebundenen Versicherungen von 1,4 (–1,5) Mrd. EUR zurückzuführen. An diesen Ergebnissen wurden die Versicherungsnehmer entsprechend beteiligt, sodass das versicherungstechnische Finanzergebnis vor Währungseffekten inklusive Ergebnis aus fondsgebundenen Lebensversicherungen bei –766 (–690) Mio. EUR lag. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung konnte aufgrund des Wegfalls der zinsbedingten Bildung einer Verlustkomponente (Loss Component) und einer verbesserten Profitabilität des biometrischen Kerngeschäfts der Bancassurance auf 211 (68) Mio. EUR gesteigert werden. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Segment Lebensversicherung In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes 1 1,2 im oberen einstelligen Prozent- bereich Neugeschäftswert in Mio. EUR (brutto) 368 > 300 1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ Das Wachstum des Versicherumgsumsatzes im Segment Lebensversicherung lag trotz eines vertriebsstarken Vorjahrs leicht unterhalb unserer Prognose für 2023. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt Steuerungsgrösse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt In % 2023 2022 +/– Eigenkapitalrendite 11,0 4,9 +6,2 Pkt. Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen erhöhte sich das Konzernergebnis auf 161 (72) Mio. EUR, sodass die Eigenkapitalrendite um 6,2 Prozentpunkte auf 11,0 % anstieg. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrösse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Eigenkapitalrendite 11,0 > 9 Aufgrund des Anstiegs des Konzernergebnisses auf 161 (72) Mio. EUR übertraf die Eigenkapitalrendite den prognostizierten Wert. Privat- und Firmenversicherung International Versicherungsumsatz der Schaden/Unfallversicherung währungskursbereinigt +39,7 %, insbesondere in der Kfz-Versicherung aufgrund inflationsbedingt höherer Durchschnittsprämien Schaden-/Kostenquote auf 95,0 % zurückgegangen insbesondere durch positive Entwicklungen bei HDI Brasilien Vertragsunterzeichnung zum Erwerb von Unternehmen der Liberty Mutual in Brasilien, Chile, Kolumbien und Ecuador im Mai 2023; Abschluss der Transaktion in Brasilien bereits im November erfolgt, in Chile, Kolumbien und Ecuador am 1. März 2024 Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 7.099 5.337 +33,0 % Versicherungstechnisches Ergebnis 426 109 +288,8 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 368 232 +58,6 % davon Kapitalanlageergebnis 628 366 +71,6 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –261 –134 –94,0 % Operatives Ergebnis (EBIT) 507 139 +264,9 % Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Schaden/Unfallversicherung) 39,7 n. a. 1 – Schaden-/Kostenquote (Schaden/Unfallversicherung, netto/brutto) 95,0 98,8 –3,9 Pkt. Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Lebensversicherung) 55,3 n. a. 1 – Eigenkapitalrendite 11,2 2,5 +8,7 Pkt. 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. Am 27. Mai 2023 unterzeichnete der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International einen Kaufvertrag zum Erwerb des Geschäfts mit Privatkunden und kleinen sowie mittleren Unternehmen von Liberty Seguros in Brasilien, Chile, Kolumbien und Ecuador. In Brasilien wurde die Transaktion durch HDI Seguros (Brazil) erfolgreich zum 22. November 2023 abgeschlossen. HDI stärkt damit seine Marktposition in Brasilien und rückt auf Rang 2 im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft vor. Der Abschluss des Kaufs der weiteren Unternehmen der Liberty Mutual in Chile, Kolumbien und Ecuador unterliegt der Erfüllung der üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich des Erhalts der behördlichen Genehmigungen und ist am 1. März erfolgt. Das Closing zum Kauf des brasilianischen Privatkundengeschäfts der Sompo Seguros S. A. durch die HDI Seguros S. A. (Brasilien) erfolgte am 24. August 2023. In der Region Europa fusionierten am 5. Mai 2023 die italienischen Gesellschaften HDI Italia S. p. A. und die HDI Assicurazioni S. p. A., während bereits mit wirtschaftlicher Wirksamkeit zum 5. April 2023 der Verkauf der ungarischen Magyar Posta Eletbiztosito Zrt. und Magyar Posta Biztosito Zrt. an die staatliche ungarische Holdinggesellschaft Corvinus Nemzetközi Befektetési Zrt. (Corvinus) abgeschlossen wurde. Im ersten Quartal erfolgte am 16. Januar 2023 das Closing zum Erwerb von 60 % der mittlerweile unter dem Namen HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş. firmierenden Gesellschaft durch die HDI Sigorta A. Ş. in der Türkei. Darüber hinaus wird auch das Geschäft im Kernmarkt Polen weiter ausgebaut: Die Europa-Gruppe und Bank Millennium haben eine zehnjährige exklusive Bancassurance-Vereinbarung geschlossen. Dies soll entsprechend der strategischen Ziele des Geschäftsbereichs zu profitablem Wachstum mit Biometrie-Produkten und im sonstigen Sachversicherungsgeschäft führen. Der Abschluss der Akquisition erfolgte am 13. Februar 2023. Versicherungsumsatz Der Versicherungsumsatz des Geschäftsbereichs erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 33,0 % auf 7,1 (5,3) Mrd. EUR. Währungskursbereinigt stieg der Versicherungsumsatz gegenüber der Vergleichsperiode um 40,8 %. In der Region Europa stieg der Versicherungsumsatz um 26,7 % auf 4,4 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch ein währungskursbereinigtes Prämienwachstum um 177,5 % bei der türkischen HDI Sigorta A. Ş aufgrund inflationsbedingt gestiegener Durchschnittsprämien. Auch die türkische HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş. trug bei erstmaliger Berücksichtigung mit währungskursbereinigten 155 Mio. EUR Versicherungsumsatz zum Wachstum der Region bei. Die polnische Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji Warta S. A. steigerte ihren Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um 13,7 % sowohl in der Kfz-Versicherung als auch durch Wachstum in der Gebäudeversicherung. In der Region Lateinamerika verzeichnete der Versicherungsumsatz einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 44,5 % auf 2,7 (1,9) Mrd. EUR, wozu alle Kernmärkte in der Region mit zweistelligen Wachstumsraten beitrugen, insbesondere auch die neu erworbenen Gesellschaften Sompo Seguros S. A. und Liberty Seguros in Brasilien. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis der Sachversicherung erhöhte sich um 270 Mio. EUR auf 328 Mio. EUR. Die Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) der Sachversicherungsgesellschaften sank gegenüber der Vergleichsperiode um 3,9 Prozentpunkte auf 95,0 %, wozu insbesondere der Rückgang der Schadenquote in Brasilien beitrug. Die implementierten Maßnahmen zur Verbesserung der technischen Exzellenz, insbesondere in der Preisgestaltung, wirkten sich positiv aus. Das versicherungstechnische Ergebnis der Lebensversicherung verbesserte sich um insgesamt 47 Mio. EUR. Während sich bei der polnischen Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie Warta S. A. positive Post-Covid-Effekte in Form von niedrigeren Schadenaufwendungen bemerkbar machten, wies die italienische HDI Assicurazioni S. p. A. positive Effekte aus der Folgebewertung der Verlustkomponente aus. Darüber hinaus trug die neu erworbene HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş. mit einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis zu der Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bei. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis stieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 auf 368 (232) Mio. EUR. Gestiegene Volumina sowie höhere Zinsniveaus vor allem in der Türkei und in Polen führten zum Anstieg des ordentlichen Kapitalanlageergebnisses. Auch das Ergebnis aus fondsgebundenen Versicherungen erhöhte das Kapitalanlageergebnis um 99 Mio. EUR. Dieser Effekt wurde jedoch im versicherungstechnischen Finanzergebnis über die Versicherungsnehmerbeteiligung ausgeglichen. Im versicherungstechnischen Finanzergebnis der Sachversicherungsgesellschaften erhöhte sich der Aufwand aus der Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen um 62 Mio. EUR. Operatives Ergebnis und Konzernergebnis Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2023 mit 507 (139) Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 264,9 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die operative Verbesserung resultierte sowohl aus den Verbesserungen der lateinamerikanischen Gesellschaften und hier insbesondere aus Brasilien als auch aus Polen, Italien und der Türkei. Das Vorjahr war auch durch Sondereffekte aus einem Entkonsolidierungsaufwand von 23 Mio. EUR aus dem Verkauf der russischen Lebensversicherungseinheit OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life belastet. Das operative Ergebnis (EBIT) der Region Lateinamerika stieg um 113 Mio. EUR auf 142 Mio. EUR an, während sich das operative Ergebnis (EBIT) der Region Europa auf 408 (113) Mio. EUR erhöhte. Das Konzernergebnis nach Minderheiten stieg entsprechend auf 277 (56) Mio. EUR bei einer Eigenkapitalrendite von 11,2 (2,5) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Schaden/Unfallversicherung) 39,7 niedriges zweistelliges Wachstum Schaden-/Kostenquote (Schaden/Unfallversicherung, netto/brutto) 95,0 < 95 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Lebensversicherung) 1 55,3 mittlerer einstelliger Prozentbereich Eigenkapitalrendite 11,2 ~ 8,5 1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „niedriges zweistelliges Wachstum“ Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 einen währungskursbereinigten Anstieg des Versicherungsumsatzes in der Schaden/Unfallversicherung von 39,7 % und in der Lebensversicherung von 55,3 %, was deutlich über den zuletzt veröffentlichten jeweiligen Prognosen lag (niedriges zweistelliges Wachstum bzw. mittlerer einstelliger Prozentbereich). Die Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) der internationalen Schaden/Unfallversicherung war mit 95,0 % an der unteren Grenze der Prognose. Die Eigenkapitalrendite überstieg mit 11,2 % die für 2023 kommunizierten Erwartungen von rund 8,5 % deutlich. Weitere Kennzahlen Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International im Überblick nach Sparten In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 7.099 5.337 33,0 % Schaden/Unfall 6.516 4.936 32,0 % Leben 583 402 45,2 % Versicherungstechnisches Ergebnis 426 109 288,8 % Schaden/Unfall 328 58 464,5 % Leben 98 51 90,1 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 368 232 58,6 % Schaden/Unfall 350 221 58,1 % Leben 21 16 32,1 % Sonstige –3 –5 47,3 % Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International im Überblick nach Regionen In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 7.099 5.337 33,0 % davon Europa 4.353 3.437 26,7 % davon Lateinamerika 2.746 1.901 44,5 % Versicherungstechnisches Ergebnis 426 109 288,8 % davon Europa 263 103 154,5 % davon Lateinamerika 163 6 2.496,2 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 368 232 58,6 % davon Europa 270 150 80,4 % davon Lateinamerika 102 88 16,7 % Operatives Ergebnis (EBIT) 507 139 264,9 % davon Europa 408 113 261,8 % davon Lateinamerika 142 29 391,5 % Rückversicherung Schaden-Rückversicherung Wachstum des Versicherungsumsatzes (brutto) beläuft sich währungskursbereinigt auf 6,5% Trend zu Ratensteigerungen in den Vertragserneuerungen setzt sich 2023 verstärkt fort Großschadenaufwand innerhalb der budgetierten Erwartung trotz hoher Schadenfrequenz Schaden-/Kostenquote von 94,0 %; operatives Ergebnis sinkt um 26,6 % Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Rückversicherung – Segment Schaden-Rückversicherung In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 16.824 16.265 +3,4 % Versicherungstechnisches Ergebnis 848 801 +5,9 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 483 163 +196,0 % davon Kapitalanlageergebnis 1.205 639 +88,8 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –722 –475 +51,9 % Operatives Ergebnis (EBIT) 1.127 1.534 –26,6 % Steuerungsgrössen im Segment Schaden-Rückversicherung In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 6,5 n. a. 1 – . Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. EUR 1.127 1.534 –26,6 % 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Geschäftsentwicklung Die globalen Märkte für Schaden-Rückversicherung waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von zahlreichen Herausforderungen geprägt. So führten eine Vielzahl an Naturkatastrophen sowie die anhaltend hohe Inflation zu Belastungen für die gesamte Branche. Als Reaktion hat sich der Trend zu einer deutlichen Verbesserung der risikoadjustierten Preise und Konditionen sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung verstärkt fortgesetzt. So markierten die Erneuerungsrunden im Jahr 2023 einen Wendepunkt für die Branche hin zu adäquateren Preisen und besseren Konditionen. Gleichzeitig nahm die Nachfrage nach hochwertigem Rückversicherungsschutz zu. Zusammenfassend verliefen die Erneuerungen für uns positiv. Preisveränderungen berichten wir traditionell auf risikoadjustierter Basis. Das heißt, höhere Inflationsraten und Modellanpassungen sind in den von uns berichteten Preisentwicklungen bereits bereinigt. Im Naturkatastrophengeschäft haben wir unsere gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt. Unser Risikoappetit für die Deckung von Naturkatastrophen ist im Verhältnis zum Prämienwachstum im Segment Schaden-Rückversicherung in Originalwährung unterproportional gestiegen. Versicherungsumsatz Durch den auf Qualität fokussierten Zeichnungsansatz konnte die vertragliche Netto-Servicemarge (CSM) aus dem Neugeschäft deutlich um 29,7 % auf 2.368 (1.825) Mio. EUR gesteigert werden. Die Netto-Verlustkomponente aus dem Neugeschäft reduzierte sich auf 40 (236) Mio. EUR. Der Versicherungsumsatz (brutto) im Segment Schaden-Rückversicherung stieg um 3,4 % auf 16,8 ( 16,3) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte das Wachstum 6,5 % betragen. Versicherungstechnisches Ergebnis Das Geschäftsjahr 2023 war durch eine hohe Frequenz an mittelgroßen Katastrophenschäden geprägt. Die Nettobelastungen aus Großschäden summierten sich im Geschäftsjahr auf 1.621 (1.706) Mio. EUR. Sie lagen somit innerhalb des für 2023 budgetierten Erwartungswertes von 1.725 Mio. EUR. Als Großschäden bezeichnen wir Ereignisse, für die wir mehr als 10 Mio. EUR an Brutto-Schadenzahlungen erwarten. Größte Einzelschäden waren u. a. die schweren Unwetter im Juli in Italien mit einer Nettobelastung von 313 Mio. EUR. Hinzu kamen das verheerende Erdbeben in der Türkei und Syrien zu Beginn des Jahres mit 270 Mio. EUR, Hurrikan „Otis“ in Mexiko mit 142 Mio. EUR und die Waldbrände auf Hawaii mit 97 Mio. EUR. Zudem ergaben sich Belastungen aus dem schweren Erdbeben in Marokko von 74 Mio. EUR. Der tropische Zyklon „Gabrielle“ in Neuseeland, die Überschwemmungen in Neuseeland zu Jahresbeginn sowie Schäden durch die schweren Stürme mit Überflutungen in Australien zum Jahresende schlugen mit 67 Mio. EUR, 47 Mio. EUR und 44 Mio. EUR zu Buche. Weitere Aufwendungen ergaben sich im Zusammenhang mit den Unruhen in Frankreich in Höhe von 48 Mio. EUR. Zudem ergaben sich in der Region Asien-Pazifik weitere, aber erwartungsgemäße und im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere pandemiebezogene Belastungen im Bereich Unfall- und Krankenversicherung. Das versicherungstechnische Ergebnis (netto) stieg um 5,9 % auf 848 (801) Mio. EUR. Im Ergebnis des Vorjahres waren Rückstellungen für Leistungen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg enthalten. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich trotz eines im Jahr 2023 deutlich gestärkten Konfidenzniveaus in den Schadenrückstellungen auf 94,0 (94,5) %. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung stieg um 88,8 % auf 1.205 (639) Mio. EUR. Das Realisierungsergebnis fiel im Vorjahr in der Darstellung gemäß IFRS 9 außergewöhnlich niedrig aus, da die Realisierung hoher Gewinne aus unserem Private-Equity-Portfolio nach IFRS 9 keinen Niederschlag in der Gewinn- und Verlustrechnung fand. Das währungskursbereinigte versicherungstechnische Finanzergebnis belief sich auf –722 (–475) Mio. EUR. Operatives Ergebnis und Kapitalanlageergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 26,6 % auf 1.127 (1.534) Mio. EUR und lag damit unterhalb unseres EBIT-Ziels für das Segment Schaden-Rückversicherung von 1,6 Mrd. EUR. Wesentlichen Einfluss auf das EBIT hatte insbesondere im vierten Quartal die vorgenannte Erhöhung der Rückstellungen in der Schaden-Rückversicherung, die zu einem deutlich stärker als ursprünglich geplanten Anstieg des Konfidenzniveaus der Reserven geführt hat. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Segment Schaden-Rückversicherung In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungs- umsatzes (währungskursbereinigt) 6,5 moderates Wachstum Operatives Ergebnis (EBIT) 1 in Mrd. EUR 1,1 1,6 1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „≥1,6 Mrd. EUR“ Im Segment Schaden-Rückversicherung stieg der Versicherungsumsatz (brutto) währungskursbereinigt um 6,5 %. Dabei blieben die Belastungen aus Großschäden mit 1.621 Mio. EUR innerhalb des budgetierten Erwartungswerts für das Geschäftsjahr von 1.725 Mio. EUR. Das operative Ergebnis erreichte mit 1,1 Mrd. EUR nicht die prognostizierten 1,6 Mrd. EUR. Personen-Rückversicherung Versicherungsumsatz (brutto) steigt währungsbereinigt um 1,6 % auf 7,6 Mrd. EUR Vertragliche Netto-Servicemarge (CSM) aus dem Neugeschäft beläuft sich auf 359 Mio. EUR Langlebigkeitsdeckungen und Financial Solutions weiterhin bei Kunden besonders gefragt Operatives Ergebnis steigt auf 864 Mio. EUR Wesentliche Kennzahlen im Geschäftsbereich Rückversicherung – Segment Personen-Rückversicherung In Mio. EUR 2023 2022 +/– Versicherungsumsatz 7.633 7.752 –1,5 % Versicherungstechnisches Ergebnis 810 535 +51,3 % Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) 258 250 +3,3 % davon Kapitalanlageergebnis 416 358 +16,4 % davon versicherungstechnisches Finanzergebnis (vor Währungseffekten) –158 –108 –46,6 % Operatives Ergebnis (EBIT) 864 642 +34,4 % Steuerungsgrössen im Segment Personen-Rückversicherung In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungs- umsatzes (währungskursbereinigt) 1,6 n. a. 1 – Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. EUR 864 642 +34,4 % 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Geschäftsentwicklung In allen Bereichen der Personen-Rückversicherung verzeichneten wir 2023 eine anhaltend hohe Nachfrage unserer Kunden. Der Trend eines intensiven Wettbewerbs in den globalen Personen-Rückversicherungsmärkten prägte auch im Berichtsjahr unser Geschäft. Im Bereich Financial Solutions zeichneten wir vor allem in den USA und China signifikantes Neugeschäft. Ähnliche Tendenzen gab es bei den Langlebigkeitsdeckungen: Gewachsen sind wir in diesem Bereich mit Blick auf das Volumen sowohl in Großbritannien als auch in Kanada und Australien. Unverändert sind die hohen lokalen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft die Treiber bei Erstversicherern und Pensionsfonds für entsprechende Rückversicherungsdeckungen. Eine positive Geschäftsentwicklung im traditionellen Rückversicherungsgeschäft der Sterblichkeits- und Morbiditätsrisiken zeigte sich u. a. in Lateinamerika und Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien. Die Covid-19-Pandemie hat unser Geschäft im Jahr 2023 nicht mehr materiell belastet. Dies wirkte sich im Vergleich zum Vorjahr insbesondere positiv auf das Ergebnis im Bereich Mortalität aus. Versicherungsumsatz Die gute Nachfrage nach unseren Deckungen führte dazu, dass sich die vertragliche Netto-Servicemarge (CSM) aus dem Neugeschäft um 34,1 % auf 359 (545) Mio. EUR reduzierte. Die Netto-Verlustkomponente aus dem Neugeschäft lag bei 14 (4) Mio. EUR. Zusätzlich haben Vertragsverlängerungen bzw. -veränderungen im Bestandgeschäfts die vertragliche Netto-Servicemarge (CSM) um 9,0 % auf 5.950 Mio. EUR erhöht. Der Versicherungsumsatz des Segments Personen-Rückversicherung erreichte 7,6 (7,8) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 1,6 % betragen. Versicherungstechnisches Ergebnis Das versicherungstechnische Ergebnis (netto) verbesserte sich auf 810 (535) Mio. EUR. Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) Das Kapitalanlageergebnis des Segments Personen-Rückversicherung stieg um 16,4 % auf 415 (358) Mio. EUR. Darin enthalten ist ein Ertrag von 13,5 (87) Mio. EUR aus der Extremsterblichkeitsdeckung. Das versicherungstechnische Finanzergebnis, das die Auflösung der in den vergangenen Jahren gebildeten Diskontierung widerspiegelt, sank von –108 Mio. EUR auf –158 Mio. EUR. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 34,4 % auf 864 (642) Mio. EUR und übertraf damit unser EBIT-Ziel für das Segment Personen-Rückversicherung von 750 Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Segment Personen-Rückversicherung In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 1,6 moderates Wachstum Operatives Ergebnis (EBIT) 1 in Mio. EUR 864 750 1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf „≥ 750 Mio. EUR“ Das Wachstum des Versicherungsumsatzes von 1,6 Mrd. EUR lag im Berichtsjahr im prognostizierten Rahmen. Das operative Ergebnis von 864 Mio. EUR übertraf dagegen die – unterjährig angepasste – Prognose deutlich. Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt In % 2023 2022 +/– Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 4,9 n. a. 1 – Eigenkapitalrendite 19,4 8,4 +11,1 Pkt. 1 Berechnung nicht möglich, da die retrospektive Anwendung von IFRS 9 und 17 erst ab Geschäftsjahr 2022 erfolgte Das Wachstum des Versicherungsumsatzes lag währungskursbereinigt bei 4,9 %. Die Eigenkapitalrendite stieg um 11,1 Prozentpunkte auf 19,4 (8,4) %. Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung betrug 917 (392) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2023 abgegebenen Prognose Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt In % Ist 2023 Prognose für 2023 aus dem Geschäfts- bericht 2022 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) 4,9 ≥ 5 % für Schaden- und Personen- Rückversicherung insgesamt Eigenkapitalrendite 1 19,4 über dem Mindestziel 1 Aufschlag von 1.000 Basispunkten auf den fünfjährigen Durchschnitt der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen Das Wachstum des Versicherungsumsatzes in den Segmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung lag mit 4,9 % unterhalb der Prognose für 2023. Die Eigenkapitalposition des Geschäftsbereichs Rückversicherung blieb, gemessen an der weiterhin deutlich über den Schwellenwerten liegenden Kapitalbedeckungsquote, sehr solide. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 19,4 %, deutlich oberhalb der Prognose. Konzernfunktionen Versicherungsumsatz aus konzerninternen Übernahmen steigt auf 965 (849) Mio. EUR Versicherungstechnisches Ergebnis mit 27 (24) Mio. EUR stabil Kapitalanlagen für eigenes Risiko im Konzern um 6 % auf 135 Mrd. EUR gestiegen Rückversicherungsspezialisten im Konzern Im Jahr 2023 belief sich der Versicherungsumsatz im Segment Konzernfunktionen aus konzerninternen Übernahmen auf 965 (849) Mio. EUR und resultierte aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen war im Jahr 2023 mit 27 (24) Mio. EUR stabil. Hohe Schadenaufwendungen, u. a. für den Hagelsturm in Italien in Höhe von rund 25 Mio. EUR sowie das Erdbeben in der Türkei in Höhe von rund 19 Mio. EUR, führten zu einer Überschreitung des Großschadenbudgets. Dies konnte jedoch durch bestehende Rückstellungen sowie ein gestiegenes Zinsniveau kompensiert werden. Kapitalanlagespezialisten im Konzern Die Ampega Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die Kapitalanlagen für eigenes Risiko erhöhten sich im Konzern gegenüber dem Jahresende 2023 auf 135 (127) Mrd. EUR, die Entwicklung war in allen Geschäftsbereichen positiv. Die Ampega-Gesellschaften in Summe trugen im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 57 (45) Mio. EUR zum operativen Ergebnis im Segment bei. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens der Ampega Investment GmbH stieg um 13 % auf 47,1 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (41,7 Mrd. EUR). Etwas weniger als ein Drittel des Gesamtvolumens, nämlich 13,1 (12,7) Mrd. EUR, werden im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 24,0 (20,2) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 10,0 (8,8) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung betrieben als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im Jahr 2023 auf 26 (17) Mio. EUR. Ein stabiles versicherungstechnisches Ergebnis sowie positive Währungseffekte trugen zu dieser Entwicklung bei. Das im Jahr 2023 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Steuern und Finanzierungszinsen –87 (–107) Mio. EUR und enthält einen außerordentlichen steuerlichen Aufwand für Vorjahre in Höhe von 12 Mio. EUR. Im Jahresabschluss 2022 war hingegen eine Wertberichtigung gewerbesteuerlicher Verlustvorträge in Höhe von 35 Mio. EUR berücksichtigt. Vermögens- und Finanzlage Vermögenslage Bilanzsumme um 10,9 Mrd. EUR auf 169,3 Mrd. EUR gestiegen Kapitalanlagen machen 87 % der Bilanzsumme aus Vermögensstruktur In Mio. EUR 2023 2022 1 Immaterielle Vermögenswerte 2.393 1 % 1.472 1 % Vermögenswerte aus ausgestellten Versicherungsverträgen 1.049 1 % 1.444 1 % Vermögenswerte aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen 7.074 4 % 7.492 5 % Kapitalanlagen für eigenes Risiko 135.390 80 % 127.345 80 % Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 12.478 7 % 11.266 7 % Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 5.102 3 % 3.592 2 % Aktive Steuerabgrenzung 1.358 1 % 1.224 1 % Sonstige Vermögenswerte 4.483 3 % 4.110 3 % Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 20 0 % 534 0 % Summe der Aktiva 169.347 100 % 158.479 100 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang Wesentliche Entwicklungen der Vermögensstruktur Der Anstieg unserer Bilanzsumme um 10,9 Mrd. EUR auf 169,3 Mrd. EUR ist hauptsächlich auf die Erhöhung der Kapitalanlagen für eigenes Risiko (+8,0 Mrd. EUR) zurückzuführen. Gegenläufig entwickelten sich die langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden (–0,5 Mrd. EUR). Die immateriellen Vermögenswerte von 2.393 (1.472) Mio. EUR enthalten aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.611 (1.020) Mio. EUR und sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 782 (452) Mio. EUR. Der Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwertes resultiert aus den im Berichtsjahr getätigten Unternehmenserwerben der Gesellschaften Liberty International Brasil Ltda, São Paulo, Brasilien (Liberty), (+445 Mio. EUR), Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş., Istanbul, Türkei (im Januar 2023 umbenannt in HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş., Istanbul, Türkei (Fiba)), (+28 Mio. EUR) und HDI Seguros do Brasil S. A. (vormals Sompo Consumer Seguradora S. A.), São Paulo, Brasilien (HDI Seguros do Brasil), (+106 Mio. EUR). Der Anstieg der sonstigen immateriellen Vermögenswerte um 331 Mio. EUR. resultiert mit +214 Mio. EUR im Wesentlichen aus den genannten Unternehmenserwerben und entfällt hierbei hauptsächlich auf erworbene Kundenbeziehungen und Vertriebsnetze (siehe auch im Konzernanhang unter „Wesentliche Zu- und Abgänge der vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige gesellschaftsrechtliche Änderungen“). Korrespondierend zum Anstieg der Position „Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen“, die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stiegen die „Verbindlichkeiten aus ausgestellten Versicherungsverträgen“. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position „Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden“, weisen wir zum Stichtag 20 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen auf eine geplante Veräußerung eines Versicherungsportfolios im Segment Industrie entfallen. Im Vorjahr wurden in dieser Position im Wesentlichen die Vermögenswerte der Magyar Posta Biztositó Zrt. und der Magyar Posta Életbiztositó Zrt., Budapest, Ungarn, in Höhe von 459 Mio. EUR ausgewiesen (siehe auch im Konzernanhang unter „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“). Kapitalanlagemanagement und -ziele Die Folgen der restriktiven Geldpolitik, die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die mittlerweile rückläufige, aber immer noch erhöhte Inflation haben die globale Konjunkturdynamik 2023 gebremst, ohne jedoch die Weltwirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Die internationalen Kapitalmärkte konnten sich in diesem schwierigen Umfeld im Jahresverlauf 2023 gut behaupten. An den amerikanischen und europäischen Aktienmärkten gab es zum Jahresende eine Aktienrallye. Im Zuge abnehmender Inflationsdynamik und damit verbundener Hoffnungen auf Zinssenkungen im Jahr 2024 fielen die Renditen der Staatsanleihen zum Jahresende wieder. Ende 2023 lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,04 % (–0,52 Prozentpunkte). Der Euro kletterte auf Jahressicht um 2,8 % von 1,07 USD auf 1,10 USD. Kapitalanlageentwicklung Der Bestand der Kapitalanlagen für eigenes Risiko stieg zum Jahresende 2023 deutlich um rund 6,3 % auf 135,4 (127,3) Mrd. EUR. Hier wirkten sich vor allem Zuflüsse aus dem operativen Geschäft, Zinsrückgänge mit mittleren und längeren Laufzeiten des Euro-Bereichs und niedrigere Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen positiv aus. Darüber hinaus führten u. a. die Unternehmenserwerbe zu einem Anstieg der Kapitalanlagen (+998 Mio. EUR). Die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen stiegen auf 12,5 (11,3) Mrd. EUR. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr bildeten die Schuldinstrumente die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur zumeist in dieser Anlageklasse. Der ordentliche Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 3,5 (3,1) Mrd. EUR und wurde im Berichtszeitraum weitestgehend reinvestiert. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsspielraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert und im Rahmen von gesellschaftsindividuellen Strategien kontinuierlich verbessert. Die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote börsennotierter Titel) lag zum Jahresende bei 1,2 (1,1) %. Zusammensetzung der Kapitalanlagen auf eigenes Risiko nach Anlageklassen In Mio. EUR 2023 2022 Fremdgenutzter Grundbesitz 6.230 5 % 5.971 5 % Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 1.105 1 % 949 1 % Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 2.249 2 % 2.263 2 % Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente 954 1 % 857 1 % Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Schuldinstrumente 107.687 80 % 101.561 80 % Eigenkapitalinstrumente 1.522 1 % 1.265 1 % Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Schuldinstrumente 1.429 1 % 1.268 1 % Eigenkapitalinstrumente 322 0 % 311 0 % Derivate (Aktiva) 415 0 % 593 0 % Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifizierte Fonds 8.906 7 % 8.223 6 % Kurzfristige Kapitalanlagen 2.233 2 % 1.897 1 % Kapitalanlagen aus Investmentverträgen 1.971 1 % 1.792 1 % Infrastrukturinvestitionen ( ü brige Kapitalanlagen) 366 0 % 394 0 % Kapitalanlagen für eigenes Risiko 135.390 100 % 127.345 100 % Derivate (Verbindlichkeiten) –276 12 % –430 19 % Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen –1.980 88 % –1.805 81 % Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen –2.256 100 % –2.235 100 % Schuldinstrumente Der Bestand der Schuldinstrumente stieg im Jahr 2023 um 6,4 Mrd. EUR und betrug zum Berichtsstichtag 110,1 (103,7) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 81 (81) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen für eigenes Risiko, den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die Schuldinstrumente teilen sich in die Kapitalanlagekategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente“, „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“ und „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“ auf. Entsprechend dem Geschäftsmodell hält der Konzern nur einen geringen Bestand an Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente“ machen 98 (98) % des Gesamtbestands des Portfolios der Schuldinstrumente aus und sind um 6,1 Mrd. EUR auf 107,7 (101,6) Mrd. EUR gestiegen. Dabei wurde hauptsächlich in Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und ähnlich sichere Titel investiert. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Bewertungsreserven – also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven – betrugen –10,9 (–15,5) Mrd. EUR. Nach den starken Zinsanstiegen des Vorjahres waren zum Ende des Berichtszeitraums im Euro- und im US-Dollar-Bereich vor allem in mittleren und längeren Laufzeiten Zinsrückgänge zu verzeichnen. Dieses führte im Wesentlichen zu einem Rückgang der stillen Lasten bei Schuldtiteln. In der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente“ wurden überwiegend Unternehmensanleihen gehalten. Der Gesamtbestand der Schuldinstrumente innerhalb dieser Kategorie betrug zum Jahresende 1,4 (1,3) Mrd. EUR und stellt damit 1 (1) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der Schuldinstrumente dar. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden zum Stichtag weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in Schuldinstrumenten. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Schuldinstrumenten 34,5 (44,3) Mrd. EUR. Der Rückgang der AAA-Bestände, mit gegenläufigem Anstieg der AA-gerateten Schuldinstrumenten, beruht wesentlich auf dem Downgrade der Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Konzerns halten wir ein entsprechendes Exposure in US-Staatsanleihen. Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 76 (76) % der Schuldinstrumente mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A– investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 5,7 (5,5) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,2 (4,3) % der Kapitalanlagen für eigenes Risiko. Aktien und Aktienfonds Im Rahmen der Diversifizierung ist der Talanx Konzern auch in Aktien investiert. Zum Ende des Berichtszeitraums erhöhte sich der Aktienbestand leicht auf rund 1,6 (1,4) Mrd. EUR. Der Anteil der „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Aktien“ mit einem Bestand von 1.519 (1.262) Mrd. EUR zeigt mit 188 (42) Mio. EUR um 146 Mio. EUR höhere saldierte Bewertungsreserven. Der Anstieg beruht auch auf der deutlichen Erholung der Aktienmärkte zum Jahresende. Diese Bewertungsreserven werden ohne die Möglichkeit eines späteren Recyclings der Gewinn- und Verlustrechnung im Eigenkapital abgebildet. Immobilien inklusive Anteile an Immobilienfonds Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutztem Grundbesitz 6,2 (6,0) Mrd. EUR. Hinzu kommen 1,8 (1,9) Mrd. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie „Erfolgswirksam zum Zeitwert klassifizierte Fonds“ bilanziert sind. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 62 (54) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 79 (19) Mio. EUR an, da es im Berichtszeitraum in dem für den Konzern wichtigen Bereich der Gewerbeimmobilien global zu Druck auf die Marktwerte kam. Dem hat der Konzern durch bilanzielle Erfassung der Wertminderungen einiger direkt gehaltener Objekte Rechnung getragen. Von den Verwerfungen im Zuge der Insolvenz der vor allem im deutschsprachigen Raum tätigen Signa-Gruppe sind wir nicht betroffen. Das deutschlandweite Transaktionsvolumen für direkte Immobilieninvestitionen betrug 2023 lediglich rund 31,7 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich somit ein Rückgang von rund 52 %. Der Büro-Investmentmarkt, der im Jahr 2022 mit einem Anteil von 17 % am deutschen Gesamtvolumen den größten Anteil ausmachte, verzeichnete 2023 ein Transaktionsvolumen von rund 5,2 Mrd. EUR. Spitzenreiter der Anlageklassen ist das Living-Segment mit einem Transaktionsvolumen von rund 9,2 Mrd. EUR (Anteil von 29 % am Gesamtvolumen), gefolgt von Logistik (23 % am Gesamtvolumen). Die aggregierten Nettoanfangsrenditen in den Big 7 stiegen seit Ende 2022 weiter deutlich an: Office +98 Basispunkte, aktuell bei 4,29 %, Living +73 Basispunkte, aktuell bei 3,71 %, und Logistik +48 Basispunkte, aktuell bei 4,41 %. Kleinere Transaktionen bis maximal 70 Mio. EUR, bei denen überwiegend mit Eigenkapital investiert wird, sind das aktivste Marktsegment. Der weitere Anstieg des Leitzinses führte zu einem deutlichen Rückgang an Fremdkapitalinvestoren. Der Fokus der Investoren liegt weiterhin auf ESG-konformen Immobilien in Top-Lagen der Big-7 Standorte. Die Auswirkungen der steigenden Zinsen sind auch im Jahr 2023 noch deutlich auf den internationalen Immobilienmärkten zu spüren. Die durch die Zinswende ausgelösten gestiegenen Anleihezinsen führen zu im Vergleich zu den letzten zehn bis 15 Jahren kleinen Rendite-Spreads zwischen Immobilien- und Anleiherenditen. Dies führte im Jahr 2023 wiederum zu erhöhten Renditeanforderungen an Immobilien, was Immobilienwerte unter Druck setzt. Gleichzeitig führt diese Entwicklung dazu, dass Transaktionsmärkte derzeit sehr trocken sind, da Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern sich derzeit noch nicht auf einem Niveau befinden. So ist das globale Immobilientransaktionsvolumen zum Stichtag um ca. 23 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Gleichzeitig sind die Entwicklungen auf den Mietmärkten von wirtschaftlichen Schwächen bzw. Rezessionssorgen geprägt. Insbesondere Büromärkte in den USA sind hohem Druck ausgesetzt, hier wirken sich über die ökonomischen Faktoren hinaus noch die Folgen der Corona-Pandemie (Home-Office) aus. Die fundamentalen Entwicklungen wie Flächenabsatz und Mietentwicklung auf den globalen Logistikmärkten sind nach wie vor positiv, wenn auch auf einem niedrigeren Stand als im vergangenen Jahr. Trotz dieser insgesamt bestehenden Schwäche auf den internationalen Immobilienmärkten hat sich das von der Ampega verwaltete indirekte Immobilienportfolio relativ robust gezeigt. Das Portfolio war zwar insgesamt mit Wertrückgängen im unteren einstelligen Prozentbereich konfrontiert, konnte einen Teil hiervon jedoch durch Ausschüttungen kompensieren. Hier konnte das Portfolio von der starken Diversifikation wie auch von einer Vielzahl von inflationsgeschützten Mietverträgen profitieren. Darüber hinaus konnten vor allem Fonds mit einem aktiven Managementansatz nach wie vor, trotz veränderten Zinsumfelds, Werte schaffen. Das Infrastrukturportfolio zeigt sich noch robuster, hier konnte das Gesamtportfolio 2023 leicht steigende Werte verzeichnen. Da Abwertungen auf Real-Asset-Märkten häufig mit einem deutlichen Zeitversatz gegenüber liquiden Assets erfolgen, sind weitere Wertkorrekturen auch im Jahr 2024 nicht auszuschließen und maßgeblich vom makroökonomischen Umfeld abhängig. Nichtsdestotrotz ist das Portfolio aufgrund der breiten Diversifikation unter sektoralen, geografischen und strategischen Gesichtspunkten robust für die Zukunft aufgestellt. Infrastrukturinvestments Insgesamt sind Investitionen in Infrastrukturprojekte ein wesentlicher Bestandteil unserer Kapitalanlagen. Derzeit ist der Talanx Konzern mit rund 1,6 (1,3) Mrd. EUR in direkte wie auch indirekte Infrastrukturprojekte investiert. Die Assetklasse Infrastrukturinvestments hat sich gegenüber den durch Energiepreisverwerfungen und Inflation verursachten Marktbewegungen in hohem Maße resilient gezeigt und konnte diese Entwicklung auch 2023 fortsetzen. Die insgesamt hohe Wertstabilität begründet sich im Wesentlichen dadurch, dass die betreffenden Assets die Basisbedürfnisse einer Bevölkerung adressieren und damit eine wenig elastische Nachfrage aufweisen. Zudem erzielen viele Projekte regulatorisch gesicherte Erträge (beispielsweise die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien). Dies bildet ein weiteres stabilisierendes Element und wirkt für die Investoren risikoreduzierend. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Wind- und Solarparks, Stromnetzen, Versorgern, Transportprojekten, Datenzentrum- und Glasfaseranbietern und Public-private-Partnership(PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. 2023 hat die Talanx ihr Infrastrukturportfolio u. a. durch Projekte im Bereich Schienenverkehr, Glasfaserausbau, Datenzentren, Wasserkraft und Recycling mit mehr als 225 Mio. EUR an neuen Commitments ausbauen und diversifizieren können. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 20 bis 100 Mio. EUR mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Indirekte Infrastrukturanlagen haben sich ebenfalls positiv entwickelt. Weitere alternative Investments Der Konzern verfügt über ein langfristig ausgerichtetes Private-Equity-Portfolio mit breiter Diversifikation: Das Portfolio ist weltweit über viele Sektoren und Finanzierungsphasen gestreut und wurde seit Jahrzehnten im Talanx Konzern aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Fondsportfolio zeichnet sich durch exklusive Marktzugänge aus und generiert fortlaufend hohe Erträge. Nach den Bewertungssteigerungen und überdurchschnittlich hohen Gewinnausschüttungen der Vorjahre zeigte das Private-Equity-Portfolio zuletzt eine leicht konsolidierte, aber dennoch stabile Wertentwicklung mit weiterhin signifikanten, wenn auch geringeren Ausschüttungen. Vor allem gesunde Qualitätsunternehmen lassen sich im aktuellen Marktumfeld weiterhin gut veräußern. Für andere Portfoliounternehmen gestaltet sich ein Exit derzeit jedoch schwieriger, und viele Private-Equity-Manager entscheiden sich dazu, diese Unternehmen länger im Portfolio zu halten. Eine Veräußerung soll dann unter günstigeren Rahmenbedingungen erfolgen. Dies führt tendenziell zu geringeren Internal Rates of Return der Investments (bei gleichen Multiplen). Weiterhin ist das Marktumfeld durch eine erhöhte Inflation, ein gestiegenes Zinsniveau und eine hohe Liquidität gekennzeichnet. Durch die hohen Finanzierungskosten werden zunehmend höhere Eigenkapitalanteile der tendenziell kleineren Transaktionen sichtbar. Während Realisationen derzeit an Dynamik verlieren, nutzen Private-Equity-Manager die rückläufigen Bewertungen für vielversprechende Neuinvestitionen. Wir sehen daher mittel- und langfristig weiteres Wertsteigerungspotenzial und erwarten auch für die Exitseite eine Entlastung, sollten im Jahresverlauf erste Schritte für eine Zinssenkung erfolgen. Kapitalanlageergebnis Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses In Mio. EUR 2023 2022 Ordentliche Kapitalanlageerträge 4.788 4.339 davon laufende Erträge aus Zinsen 3.531 3.072 davon laufende Erträge aus Investmentfonds 328 468 davon Erträge aus Grundstücken 429 432 davon Erträge aus Investmentverträgen 240 182 Realisiertes Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen –573 –680 Ergebnis aus Zeitwertänderungen –166 –563 Aufwendungen aus Investmentverträgen –244 –178 Zu-/Abschreibungen auf Kapitalanlagen –192 –215 Sonstige Kapitalanlageaufwendungen –378 –361 Kapitalanlageergebnis für eigenes Risiko 3.235 2.342 Ergebnis aus Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebens versicherungspolicen 1.414 –1.566 Kapitalanlageergebnis 4.649 776 Das Kapitalanlageergebnis für eigenes Risiko des abgelaufenen Geschäftsjahres betrug 3.235 (2.342) Mio. EUR und liegt somit über dem Ergebnis des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Die annualisierte Kapitalanlagerendite der Kapitalanlagen für eigenes Risiko erhöhte sich auf 2,5 (1,7) %. Die laufenden Erträge aus Zinsen sind gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 459 Mio. EUR auf 3.531 (3.072) Mio. EUR stark gestiegen. Hintergrund sind neben dem realen Bestandsaufbau unserer Schuldinstrumente auch die gestiegenen Erträge unserer kurzfristigen Kapitalanlagen. Dieser Anstieg beruht auf einem Liquiditätszufluss und darauf, dass wir bereits heute in unseren Beständen von dem gestiegenen Zinsniveau profitieren. Das rückläufige Amortisationsergebnis der inflationsgebundenen Anleihen, das im Berichtszeitraum bei 245 (552) Mio. EUR lag, wurde durch die höheren Zinserträge überkompensiert. Dabei spiegeln sich die im Vorjahresvergleich reduzierten Inflationserwartungen wider. Auch die Erträge aus Investmentfonds fielen niedriger aus als im Vorjahr. Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag über dem Vorjahresniveau und betrug per saldo –573 (–680) Mio. EUR. Ursächlich hierfür sind aktive Portfolioumschichtungen in allen Segmenten, um künftig vom hohen Zinsniveau zu profitieren. Bei den höheren Realisierungsverlusten des Vorjahres machte sich auch der Verkauf von Schuldinstrumenten im Zuge von Umschichtungen in Kreditportefeuilles zur mittelfristigen Stärkung der Zinserträge und der Liquiditätsposition im Geschäftsbereich Rückversicherung bemerkbar. Gegenläufige Gewinne des Vorjahres aus dem Private-Equity-Portefeuille in diesem Geschäftsbereich waren gemäß den Vorschriften des IFRS 9 nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, sondern direkt im Eigenkapital zu erfassen. Das Ergebnis aus Zeitwertveränderungen war zum Jahresende negativ mit –166 (–563) Mio. EUR, verbesserte sich jedoch um 397 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Hier zeigten sich insbesondere im Vergleich zum Vorjahr positive Marktwertänderungen in unseren direkt und über Fonds gehaltenen Schuldinstrumenten. Gegenläufig wirkten sich die Marktwertänderungen alternativer Investmentfonds aus, vor allem aus dem Immobilienbereich sowie im Direktbestand unseres Immobilienportfolios. Im Berichtszeitraum ergaben sich per saldo Abschreibungen von 192 (215) Mio. EUR. Davon entfielen 94 (87) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien in Höhe von 62 (54) Mio. EUR und Infrastrukturinvestments in Höhe von 32 (34) Mio. EUR. Neben diesen planmäßigen Abschreibungen gab es noch 79 (19) Mio. EUR Wertberichtigungen auf Immobilien (s. o.). Die Zuführung zur gemäß IFRS 9 zu bildenden Rückstellung für erwartete Kreditausfälle (ECL) reduzierte sich ergebniswirksam um 108 auf –24 (–132) Mio. EUR. Hier schlug sich vor allem der Zahlungsausfall von Schuldinstrumenten eines Emittenten aus dem chinesischen Immobilienbereich nieder. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen , was ausschließlich den Versicherungsnehmern zusteht, verbesserte sich aufgrund positiver Kapitalmarktentwicklungen deutlich um 2.980 Mio. EUR auf 1.414 (–1.566) Mio. EUR. Die Gegenposition findet sich mit gegenläufigem Vorzeichen im versicherungstechnischen Finanzergebnis. Versicherungstechnisches Finanzergebnis und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten Neben dem um 893 Mio. EUR auf 3.235 (2.342) Mio. EUR erhöhten Kapitalanlageergebnis aus Kapitalanlagen für eigenes Risiko verbesserte sich das den Versicherungsnehmern zustehende Ergebnis aus fondsgebundenen Versicherungen um 2.980 Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis insgesamt stieg damit auf 4.649 (+776) Mio. EUR. Gegenläufig reduzierte sich das versicherungstechnische Finanzergebnis vor Währungseffekten um 3.568 Mio. EUR auf –3.519 (+49) Mio. EUR. Ursächlich für diesen Rückgang sind der wegen des gestiegenen Zinsniveaus um 573 Mio. EUR höhere Aufwand aus der Aufzinsung der Versicherungsverpflichtungen (–1.289 Mio. EUR; 31. Dezember 2022: –716 Mio. EUR) sowie die um 2.995 Mio. EUR höhere Beteiligung der Versicherungsnehmer am positiven Kapitalanlageergebnis inkl. des Ergebnisses aus fondsgebundener Lebensversicherung (–2.230 Mio. EUR; 31. Dezember 2022: +765 Mio. EUR). Insgesamt erhöhte sich somit das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten um +306 Mio. EUR auf 1.130 (824) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang „Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung“, Anmerkung 28 „Kapitalanlageergebnis“ und Anmerkung 27 „Versicherungstechnisches Finanzergebnis“. Währungseinflüsse Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Währungsumrechnung“ dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern nahezu unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 20 (21) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe 9 (8) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil innerhalb der Kapitalanlagen für eigenes Risiko in Fremdwährungen beträgt zum Stichtag 40 (38) %. Unsere Kapitalanlagen für eigenes Risiko setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: Finanzlage Analyse der Kapitalstruktur Das Eigenkapital liegt mit 16,8 Mrd. EUR (+2,5 Mrd. EUR) über Vorjahresniveau Verbindlichkeiten aus ausgestellten Versicherungsverträgen sind um 7,7 Mrd. EUR auf 130,3 Mrd. EUR angestiegen Kapitalstruktur In Mio. EUR 2023 2022 1 Eigenkapital 16.793 10 % 14.332 9 % Nachrangige Verbindlichkeiten 5.262 3 % 5.009 3 % Verbindlichkeiten aus ausgestellten Versicherungsverträgen 130.264 77 % 122.606 77 % Verbindlichkeiten aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen 737 0 % 564 0 % Andere Rückstellungen 3.573 2 % 3.092 2 % Verbindlichkeiten 10.423 6 % 10.130 6 % Passive Steuerabgrenzung 2.271 1 % 2.296 1 % Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 25 0 % 450 0 % Summe der Passiva 169.347 100 % 158.479 100 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang Wesentliche Entwicklungen der Kapitalstruktur Insgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen, also der Saldo aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus Versicherungs- bzw. Rückversicherungsverträgen, in Relation zur Vergleichsperiode um 7,6 % bzw. 8,6 Mrd. EUR auf 122,9 (114,2) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel auf die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (+5,6 Mrd. EUR) und die Deckungsrückstellung (+3,1 Mrd. EUR). Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung sowie der Anstieg der Deckungsrückstellung im Wesentlichen aus den Segmenten Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Leben und Schaden-Rückversicherung. Die Unternehmenserwerbe Fiba (+13 Mio. EUR), HDI Seguros do Brasil (+157 Mio. EUR) und Liberty (+419 Mio. EUR) erhöhten die Deckungsrückstellung um insgesamt 589 Mio. EUR. Die dargestellten versicherungstechnischen Rückstellungen werden durch unsere Kapitalanlagen deutlich überdeckt. Die vertragliche Netto-Servicemarge im Konzern erhöhte sich um 1,1 Mrd. EUR auf 10,7 (9,6) Mrd. EUR und die gesamte Netto-Risikoanpassung um 0,2 Mrd. EUR auf 5,1 (4,9) Mrd. EUR. Die vertragliche Netto-Servicemarge resultiert im Wesentlichen mit 7,7 (6,6) Mrd. EUR aus dem Geschäftsbereich Rückversicherung und mit 2,6 (2,6) Mrd. EUR aus dem Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. In der Position „Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden“ weisen wir zum Stichtag 25 Mio. EUR aus, die auf Schulden eines Versicherungsportfolios im Segment Industrieversicherung entfallen. Im Vorjahr wurden in dieser Position im Wesentlichen die Verbindlichkeiten der Magyar Posta Biztositó Zrt. und der Magyar Posta Életbiztositó Zrt., Budapest, Ungarn, in Höhe von 406 Mio. EUR ausgewiesen (siehe auch im Konzernanhang unter „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“). Außerbilanzielle Geschäfte Die bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter „Sonstige Angaben – Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten“ erläutert. Asset-Liability-Management Die Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 118. Die sogenannte Effective Duration des Bestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern beträgt zum Ende des Berichtsjahrs für den Talanx Konzern 6,9 (7,1). Die Effective Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, das enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht – wie oben geschildert – auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 11,3 (11,5) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,0 (4,2) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang „Erläuterungen zur Konzernbilanz“, Anmerkung 14. Kapitalmanagementprozess Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums zur Optimierung des Kapitaleinsatzes im Konzern. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe: Basic Own Funds oder Basiseigenmittel Solvency Capital Required Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns insbesondere durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut). Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency 2) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock). Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-2-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindestkapitaladäquanz von 200 % an. Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor’s für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. nicht benötigte Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Darüber hinaus wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. Eigenkapital Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der Eigenkapitalquote In Mio. EUR 2023 2022 1 Summe Eigenkapital 16.793 14.332 davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 6.347 5.692 Bilanzsumme 169.347 158.479 Eigenkapitalquote 9,9 % 9,0 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang Entwicklung der Eigenkapitalrendite In Mio. EUR 2023 2022 1 Konzernergebnis 2 1.581 706 Eigenkapitalrendite 3 16,6 % 8,2 % 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang 2 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 3 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Entwicklung des Eigenkapitals In der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 2.461 Mio. EUR – dies entspricht einem Zuwachs von 17 % – auf 16.793 (14.332) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 um 1.806 Mio. EUR auf 10.447 (8.640) Mio. EUR erhöht. Der Anstieg resultiert u. a. aus dem Jahresergebnis, das in Höhe von 1.581 (706) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Dem wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von 507 (405) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraumes entgegen. Des Weiteren haben sich die nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2022 um +459 Mio. EUR auf –610 Mio. EUR verändert. Die Entwicklung der übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen (+2.686 Mio. EUR) und dem gegenläufigen Effekt aus der Veränderung des versicherungstechnischen Finanzertrags oder -aufwands aus ausgestellten Versicherungsverträgen (–2.100 Mio. EUR). Die Umkehr der nicht realisierten Kursverluste in nicht realisierte Kursgewinne aus Kapitalanlagen ist im Wesentlichen auf den Zinsrückgang im Berichtsjahr zurückzuführen. Hier zeigt sich durch die erstmalige Anwendung der Rechnungslegungsstandards IFRS 17 und IFRS 9 bilanziell eine höhere Resilienz gegenüber Marktwertschwankungen, da nun auch bilanziell erfasst wird, dass die Marktwerte zinssensitiver Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenläufig auf Marktzinsänderungen reagieren. Die hohen Zinsvolatilitäten haben somit nur begrenzt Einfluss auf unser Eigenkapital. Eine weitere Erhöhung des Eigenkapitals von 297 Mio. EUR ergibt sich durch die im Berichtsjahr durchgeführte Kapitalerhöhung. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 655 Mio. EUR – dies entspricht 11,5 % – auf 6.347 Mio. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss beläuft sich auf 964 (1.196) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 432 (402) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. Darstellung des Eigenkapitals der Geschäftsbereiche einschliesslich darauf entfallender Anteile nicht beherrschender Gesellschafter In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 1 Geschäftsbereich Industrieversicherung 2.664 2.242 davon Minderheiten — — Privat- und Firmenversicherung Deutschland 1.527 1.511 davon Minderheiten 65 56 Privat- und Firmenversicherung International 3.211 2.491 davon Minderheiten 422 323 Rückversicherung 10.981 9.919 davon Minderheiten 5.982 5.469 Konzernfunktionen –1.419 –1.689 davon Minderheiten — — Konsolidierung –169 –140 davon Minderheiten –122 –156 Gesamtes Eigenkapital 16.793 14.332 Konzerneigenkapital 10.447 8.640 Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 6.347 5.692 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in den Konzernfunktionen wahr. Durch die Erlangung der Rückversicherungslizenz im Jahr 2019 wird neben der reinen Holdingfunktion auch das versicherungstechnische Geschäft ausgebaut, das jedoch derzeit nicht das Volumen besitzt, die Finanzierungseffekte zu kompensieren. Es handelt sich im Wesentlichen um drei Nachranganleihen von insgesamt 1.996 (1.246) Mio. EUR, Pensionsrückstellungen in Höhe von 876 (859) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.746 (2.311) Mio. EUR, Verbindlichkeiten aus ausgestellten Versicherungsverträgen in Höhe von 1.135 (821) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 78 (72) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen Vermögenswerte aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen und Steuererstattungsansprüchen gegenüber,, vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. Entwicklung der nicht bilanzierten Bewertungsreserven In der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 0,6 (0,7) Mrd. EUR im Wesentlichen auf fremdgenutzten Grundbesitz, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang „Erläuterungen zur Konzernbilanz“ zu den Positionen „Fremdgenutzter Grundbesitz“, „Zu Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente“, „Zeitwerthierarchie für Finanzinstrumente“, „Sonstige Vermögenswerte“, „Nachrangige Verbindlichkeiten“ und „Begebene Anleihen und Darlehen“. Eigenkapital und nicht bilanzierte Bewertungsreserven In Mrd. EUR 2023 2022 1 Konzerneigenkapital 16,8 14,3 Nicht bilanzierte Bewertungsreserven vor Steuern und den nicht beherrschenden Gesellschaftern am Eigenkapital zustehenden Anteile 0,9 1,6 1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Konzernanhang Liquidität und Finanzierung Die liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht. Die am 13. Februar 2023 fällig gewordene Anleihe der Talanx AG mit einer Verzinsung von 3,125 % wurde vollständig in Höhe von 750 Mio. EUR zurückgezahlt. Konzerngesellschaften hatten Anteile mit einem Nominalwert von 185 Mio. EUR gehalten. Die syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie in Höhe von 250 Mio. EUR ist im Berichtsjahr ausgelaufen. Die Verlängerungsoption wurde nicht genutzt. Die im Jahr 2012 von der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. emittierte nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 500 Mio. EUR wurde zum erstmöglichen Kündigungstermin, dem 30. Juni 2023, gekündigt und zurückgezahlt. Die Talanx AG hat am 19. September 2023 eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage durch teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals durchgeführt. Das Konzerneigenkapital erhöhte sich demzufolge um 297 Mio. EUR. Die Talanx AG hat am 18. September 2023 aus der mit dem HDI V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die in Form einer nachrangigen Schuldverschreibung gestaltete Kreditlinie in Höhe von 750 Mio. EUR in Anspruch genommen. Diese Kreditlinie ist monatlich kündbar und im Jahr 2026 endfällig. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme der Kreditlinie weiterhin 750 Mio. EUR. Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen und der Fremdkapitalaufnahme stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt „Liquiditätsrisiko“. Analyse Fremdkapital Mit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Die im Folgenden abgebildete Tabelle gibt einen Überblick über die fortgeführten Anschaffungskosten unserer Fremdkapitalaufnahmen. Entwicklung des Fremdkapitals In Mio. EUR 2023 2 022 Nachrangige Anleihen der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. — 500 Nachrangige Anleihen der Talanx AG 1.996 1.246 Nachrangige Anleihe der Hannover Rück SE 3.180 3.176 Nachrangiges Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. 73 74 Nachrangige Darlehen HDI Global SE 13 13 Begebene Anleihen der Talanx AG 1.746 2.311 Begebene Anleihen Hannover Rück SE 747 746 Hypothekendarlehen der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG 206 227 Hypothekendarlehen der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. 206 228 Darlehen aus Infrastrukturinvestments 54 67 Hypothekendarlehen der Real Estate Asia Select Fund Limited 217 231 Hypothekendarlehen der KOP4 GmbH & Co. KG 44 — Darlehen der Hannover Rück SE 138 198 Darlehen der E+S Rückversicherung AG 31 43 Sonstiges 6 8 Gesamt 8.657 9.067 Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang „Erläuterungen zur Konzernbilanz“, Anmerkungen 17 und 22. Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. Zusammenfassung des Zahlungsmittelzuflusses In Mio. EUR 2023 2022 Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 8.095 5.876 Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit –5.029 –6.862 Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit –1.485 521 Veränderung des Finanzmittelfonds 1.582 –465 Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen, wie z. B. erhaltene Zinsen und Dividenden, geprägt. Der Anstieg resultiert aus der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten – entsprechend der vom Unternehmen verfolgten Kapitalanlagepolitik unter besonderer Berücksichtigung einer währungs- und laufzeitkongruenten Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten – bestimmt. Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr, die gezahlten Zinsen für die Fremdfinanzierung sowie durch den Saldo aus der Aufnahme und Rückzahlung langfristiger Verbindlichkeiten, insbesondere Anleihen, und die Kapitalerhöhung im Berichtsjahr beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst und der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 1,5 Mrd. EUR auf 5,1 (3,6)Mrd. EUR erhöht. Ratings der Gruppe Der Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und AM Best im Berichtsjahr weiterhin sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Emittentenrating (Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating) zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann. Letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft. Finanzstärkeratings (Insurer Financial Strength Ratings) Zum Ende des Berichtsjahres hat AM Best das Finanzstärkerating der Erstversicherungsgruppe, welches im Vorjahr um eine Stufe angehoben worden ist, mit A+ („superior“) bestätigt. Als wesentlicher Treiber wird dabei der systematische Fortschritt angeführt, den der Konzern hinsichtlich seiner Ertragskraft und Risikomanagementkultur in den letzten Jahren erzielt hat. Der Ausblick wird weiterhin mit „stable“ bewertet. Der Teilkonzern Hannover Rück wird bei AM Best weiterhin mit A+ („superior“) und einem stabilen Ausblick bewertet. Die Ratingagentur begründete das unverändert sehr gute Rating mit einer ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation. Bei S&P blieb im Vergleich zum Vorjahr das Rating der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück – ebenso wie auch der stabile Ausblick – unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich und seine Kerngesellschaften wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P der Talanx Erstversicherungsgruppe ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P die Ratings der Hannover Rück, die mit AA– eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Auch die S&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Die Finanzstärkeratings des Konzerns stellen sich nun wie folgt dar: Finanzstärkeratings Konzern und Teilkonzerne Standard & Poor’s AM Best Rating Ausblick Rating Ausblick Talanx Konzern 1 — — A+ Stable Talanx Erstversicherungsgruppe 2 A+ Stable — — Hannover Rück- Teilkonzern 3 AA– Stable A+ Stable 1 Bezeichnung bei AM Best: „HDI V. a. G. and its rated insurance subsidiaries“ 2 Teilkonzern Erstversicherungen unter Einbezug des HDI V. a. G.; Bezeichnung: „Talanx Primary Insurance Group“. Entspricht den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International, inklusive der Talanx AG 3 Hannover Rück SE und wesentliche Kerngesellschaften; entspricht dem Geschäftsbereich Rückversicherung des Talanx Konzerns Emittentenratings (Issuer Credit Ratings) Ebenfalls zum Ende des Berichtsjahres hat AM Best das Emittentenrating der Talanx AG bestätigt. Das sogenannte Issuer Credit Rating der Talanx AG wird somit weiterhin mit aa– und Ausblick „stable“ bewertet. Bei S&P ist das Emittentenrating der Talanx AG gleichermaßen unverändert bei A+, Outlook „stable“. Damit wird die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG bei den Ratingagenturen weiterhin als gut (S&P) bzw. als ausgezeichnet (AM Best) beurteilt. Emittentenratings (Issuer Credit Ratings) Standard & Poor’s AM Best Rating Ausblick Rating Ausblick Talanx AG A+ Stable aa– Stable Hannover Rück SE AA– Stable aa Stable Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen begebenen Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 17 „Nachrangige Verbindlichkeiten“ bzw. Anmerkung 22 „Begebene Anleihen und Darlehen“ im Konzernanhang aufgeführt. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG; detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). Talanx AG (Kurzfassung nach HGB) Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz – VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Die Talanx AG ist als börsennotierte Finanz- und Management-Holding verantwortlich für die Führung der Tochtergesellschaften des Konzerns. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx wird daher auch durch die Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit ihren verbundenen Unternehmen und Beteiligungen geprägt. Daneben zeichnet die Talanx AG als Rückversicherer im Wesentlichen Risiken aus dem Bereich Schaden/Unfallversicherung von Konzerngesellschaften. Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird. Ertragslage Gewinn- und Verlustrechnung In Mio. EUR 2023 2022 Versicherungstechnische Rechnung Ergebnis vor Schwankungsrückstellung –33 10 Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen –30 –29 Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung –63 –19 Nichtversicherungstechnische Rechnung Erträge aus Kapitalanlagen 1.029 815 Aufwendungen für Kapitalanlagen 45 8 Sonstige Erträge 45 31 Sonstige Aufwendungen 213 241 Ergebnis des allgemeinen Geschäfts 817 597 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 754 578 Steuern 11 –0 Jahresüberschuss 743 579 Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung betrug im Berichtsjahr –33 (10) Mio. EUR. Nach einem schadenarmen Jahr 2022 verzeichnete die Talanx AG im Berichtsjahr deutlich über dem geplanten Budget liegende Großschäden, vor allem das Erdbeben in der Türkei sowie ein Hagelsturm in Italien trugen dazu bei. Spartenentwicklung Versicherungsgeschäft insgesamt In Mio. EUR 2023 2022 Brutto Netto Brutto Netto Gebuchte Beiträge 1.618 457 1.151 257 Verdiente Beiträge 1.578 424 1.132 255 Aufwendungen für Versicherungsfälle 1.069 346 863 167 Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb 357 108 267 75 Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 112 –63 –36 –19 In % Schadenquote 67,7 81,5 76,2 65,7 Kostenquote 22,6 25,4 23,6 29,3 Schaden-/Kostenquote 90,4 106,9 99,8 95,0 Bruttobeiträge nach Sparten 2023 2022 in Mio. EUR in % in Mio. EUR in % All-Risk- Versicherungen 618 38,2 430 37,4 Technische Versicherungen 291 18,0 189 16,4 Sonstige Versicherungen 207 12,8 156 13,5 Haftpflicht- versicherung 161 9,9 113 9,8 Feuerversicherung 149 9,2 117 10,2 Kraftfahrzeug- versicherung 104 6,4 95 8,3 Unfallversicherung 56 3,4 30 2,6 Transport- und Luftfahrt- versicherung 32 2,0 21 1,8 Gesamt 1.618 100,0 1.151 100,0 All-Risk-Versicherungen Die Bruttoprämieneinnahmen für die All-Risk-Versicherungen beliefen sich auf 618 (430) Mio. EUR, das entsprach 38,2 (37,4) % der Gesamtprämien. Neben einer höheren Beteiligung an Verträgen ergab sich die Steigerung zum Vorjahr aus den deutlichen Preissteigerungen in den Rückversicherungsverträgen in einem harten Rückversicherungsmarkt. Die Bruttoschadenquote war aufgrund eines reduzierten Schadenverlaufs sowie eines positiven Abwicklungsergebnisses auf 40,8 (66,0) % gesunken. Das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei 226 (47) Mio. EUR. Das positive versicherungstechnische Bruttoergebnis dieser Sparte wurde durch das Ausbleiben relevanter Großschäden geprägt. Technische Versicherungen 18,0 (16,4) % bzw. 291 (189) Mio. EUR der Bruttoprämien entfielen auf Technische Versicherungen. Die Prämiensteigerungen konnten durch Sanierungsmaßnahmen im Originalgeschäft erzielt werden. Die Sparte Technische Versicherungen konnte den vorjährig günstigen Schadenverlauf nicht fortsetzen, was zu einer spürbaren Verringerung des versicherungstechnischen Ergebnisses von –68 (6) Mio. EUR brutto geführt hat. Die Bruttoschadenquote betrug 99,1 (60,9) %. Sonstige Versicherungen Unter den Sonstigen Versicherungen werden im Wesentlichen die Sparten Sonstige Schadenversicherung und Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Darin enthalten sind u. a. die Zweige Verbundene Hausrat, Sturm und Rechtsschutz. Mit 207 (156) Mio. EUR entfielen 12,8 (13,5) % der Bruttoprämien auf Sonstige Versicherungen. Die Bruttoschadenquote verbesserte sich auf 75,9 (107,6) % und das versicherungstechnische Ergebnis brutto belief sich auf –9 (–65) Mio. EUR. Haftpflichtversicherung Der Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien lag stabil bei 9,9 (9,8) %. Die Bruttoprämieneinnahmen konnten aufgrund von Prämienanspassungen um 42,5 % von 113 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 161 Mio. EUR im Berichtsjahr gesteigert werden. Eine Schadenquote von brutto 73,9 (71,9) % führte zu einem versicherungstechnischen Ergebnis brutto von 30 (23) Mio. EUR. Auch das Jahr 2023 ist, ähnlich wie 2022, ohne nennenswerte Großschäden verlaufen. Feuerversicherung Die Bruttoprämien der Feuerversicherung betrugen 149 (117) Mio. EUR, was einem Anteil von 9,2 (10,2) % entsprach. Die Steigerung der Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung von Beteiligungen am Bruttogeschäft zurückzuführen. Die Bruttoschadenquote lag bei 106,1 (128,6) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto belief sich auf –38 (–54) Mio. EUR. Kraftfahrzeugversicherung Die Bruttoprämien der Kraftfahrtversicherung betrugen 104 (95) Mio. EUR, was einem Anteil von 6,4 (8,3) % entsprach. Die Bruttoschadenquote ist leicht auf 81,9 (78,0) % gestiegen, das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei –10 (–5) Mio. EUR. Allgemeines Geschäft Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen von Kapitalanlagen erhöhte sich auf 984 (807) Mio. EUR. Das darin enthaltene Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 945 (788) Mio. EUR. HDI Deutschland AG zeigte eine Ergebnisabführung von 214 (140) Mio. EUR, HDI International AG von 165 (126) Mio. EUR sowie HDI Global SE von 128 (118) Mio. EUR. Weiterhin konnten höhere Erträge aus anderen Kapitalanlagen erzielt werden, vor allem Zinserträge auf kurzfristige Anlagen und festverzinsliche Wertpapiere. Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug –167 (–210) Mio. EUR, vor allem durch geringere Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes von 77 (107) Mio. EUR aufgrund geringerer Pensionsaufwendungen. Der Jahresüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 743 (579) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 658 (586) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 1.401 (1.164) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang zu finden. Vermögenslage Bilanzstruktur – Aktiva In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 9.831 8.632 Sonstige Kapitalanlagen 840 2.076 Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 45 33 Forderungen 1.461 933 Übrige Aktiva 553 132 Summe der Aktiva 12.730 11.806 Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin maßgeblich durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Das Rückversicherungsgeschäft schlägt sich außerdem in einzelnen Bilanzposten nieder. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,8 % auf 12.730 (11.806) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erhöhten sich auf 9.831 (8.632) Mio. EUR, insbesondere durch gestiegene Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Die Mittel stammen überwiegend aus einer Reduzierung der festverzinslichen Wertpapiere und Inhaberschuldverschreibungen als auch aus reduzierten kurzfristigen Tages- und Festgeldanlagen bei Kreditinstituten. Die sonstigen Kapitalanlagen verringerten sich daher auf 840 (2.076) Mio. EUR. Die Forderungen erhöhten sich insbesondere durch höhere Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft auf 1.461 (933) Mio. EUR. Die übrigen Aktiva enthalten im Berichtsjahr höhere laufende Guthaben bei Kreditinstituten. Bilanzstruktur – Passiva In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 Eigenkapital 6.334 5.798 Nachrangige Verbindlichkeiten 2.000 1.250 Versicherungstechnische Rückstellungen 852 572 Andere Rückstellungen 1.140 1.162 Übrige Passiva 2.404 3.024 Summe der Passiva 12.730 11.806 Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, erweitert um das 2019 aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 6.334 (5.798) Mio. EUR. Die Erhöhung um 537 Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Kapitalrücklage sowie aus dem Bilanzgewinn. Hintergrund ist die im Geschäftsjahr vorgenommene Barkapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös in Höhe von ca. 300 Mio. EUR, durch die auch der Streubesitz sowie die Handelbarkeit der Aktie erhöht werden konnte sowie die Position der Talanx AG in Aktienindizes weiter gefestigt wurde. Die nachrangigen Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 2.000 (1.250) Mio. EUR durch die Ziehung einer Kreditlinie vom HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. Die versicherungstechnischen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr, insbesondere durch eine Erhöhung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, auf 852 (572) Mio. EUR. Die anderen Rückstellungen blieben mit 1.140 (1.162) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Reduktion der übrigen Passiva auf 2.404 (3.024) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus zwei im Februar 2023 fällig gewordenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 858 Mio. EUR. Finanzlage Das Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt. Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge, versicherungstechnische Prämieneinnahmen und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten, für Dividendenzahlungen sowie für versicherungstechnische Auszahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Die Talanx AG hat auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und mit einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR gegenüber diesem nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Von dem Andienungsrecht wurde erstmalig im September 2023 Gebrauch gemacht. Es wurden die vollen 750 Mio. EUR mit einer Laufzeit von einem Monat genutzt, um den Zukauf von Unternehmen der Liberty Mutual Insurance Inc. umsetzen zu können. Weiterhin hatte sich die Talanx AG bereits im Vorjahr ein Finanzierungspaket mit einem Volumen von 1.250 Mio. EUR gesichert. Die Anleihen mit identischen Bedingungen bestehen zum einen aus einer erstrangigen, unbesicherten Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR, die von der Rating-Agentur Standard & Poor’s mit A+ bewertet wird. Sie wurde breit bei institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland platziert. Zum anderen zeichnete der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. parallel eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die beiden auf Euro lautenden Anleihen sind am 25. Oktober 2029 fällig. Der Mittelzufluss wurde vorrangig zur Ablösung der bis im ersten Quartal 2023 bestehenden Finanzierungen in Höhe von 858 Mio. EUR eingesetzt. Die im Laufe des Jahres noch bestandene und ungenutzte Kreditlinie mit einem Bankenkonsortium und einem Nominalwert von 250 Mio. EUR ist im Dezember ausgelaufen. Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH. Zielgrößen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG Hinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der „Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB“ im Abschnitt „Corporate Governance“ in diesem Bericht. Vergütungsbericht Die Grundsätze und die Struktur der Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG sind im Vergütungsbericht beschrieben. Der Vergütungsbericht gibt auf individualisierter Basis Auskunft über die Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG aus ihrer Tätigkeit für den Talanx Konzern im Geschäftsjahr 2023. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. Risikobericht Als Holding eines Konzerns, der in den Bereichen Erst- und Rückversicherung sowie Finanzdienstleistungen tätig ist, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst sind insbesondere von adversen makrofinanziellen Entwicklungen, dem steigenden Zinsniveau und der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Inflation beeinflusst. Die Inflation erweist sich als persistent. Wenngleich derzeit ein leichtes Absinken der Inflationsraten zu beobachten ist, können diese aufgrund neuer adverser Schocks (z. B. Extremwetter und Ernteausfälle, Eskalationen aktueller oder neuer geopolitischer Konflikte oder Entwicklung von Lohn-Preis-Spiralen auf angespannten Arbeitsmärkten) auch wieder deutlich ansteigen. Zum derzeitigen Absinken der Inflation tragen die umfassenden Erhöhungen der Leitzinsen durch die meisten großen Zentralbanken und der Rückgang von Rohstoff- und Energiepreisen bei. Dagegen bleibt die Kerninflation weitestgehend unverändert, sodass der Internationale Währungsfonds (IWF) nur einen leichten Rückgang erwartet. Darüber hinaus ist mit steigenden Realzinsen zu rechnen. Dies zeigt sich zunehmend auch in zurückgehenden Unternehmensinvestitionen und schwächelnden Immobilienmärkten. Stark schwankende Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise, verschärfte Finanzierungsbedingungen und anhaltende Lieferkettenstörungen bremsen das globale Wachstum. Geopolitisch nehmen Spannungen zu: Neben dem Krieg in der Ukraine droht eine Eskalation des Konfliktes im Südkaukasus, im Nahen Osten und im Südchinesischen Meer, um nur einige zu nennen. Auch die noch nicht restlos ausgestandene Pandemie führt zu anhaltend hoher Unsicherheit. Ferner nehmen Risiken für die Finanzstabilität angesichts des konjunkturellen Abschwungs und strukturellen Wandels zu. Grundsätzliche Risikopotenziale ergeben sich im Bereich möglicher Sanktionsverstöße im Rahmen der sehr dynamischen Entwicklungen. Entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung, beispielsweise die fortlaufende Prüfung von Sanktionslisten und Weitergabe relevanter Informationen an operative Bereiche, wurden ergriffen. Als konzerninterner Rückversicherer arbeiten wir eng mit den Erstversicherern des Talanx Konzerns zusammen. Damit gewährleisten wir, die gesamte Risikosituation eng zu begleiten und eine optimale Kollektivierung gegenüber Retrozessionären sicherzustellen. Im Hinblick auf die Auswahl der Retrozessionäre erfolgt ein stringentes Monitoring des Counterparty-Risikos. Auch bestehende Geschäftsbeziehungen mit Rückversicherern werden fortlaufend gemäß einer konzernweit geltenden Richtlinie hinsichtlich des Counterparty-Risikos bewertet. Darüber hinaus stehen wir in direktem und permanentem Austausch mit unseren Rückversicherungspartnern und am Markt tätigen Rückversicherungsmaklern, um die Gesamtmarktlage zu bewerten und frühzeitig reagieren zu können, wenn sich entsprechende Notwendigkeiten ergeben sollten. Die Talanx AG hat im Geschäftsjahr 2023 als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 81,5 (65,7) % ausgewiesen; dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 51,7 (59,8) %. Es wird ein Abwicklungsergebnis für eigene Rechnung in Höhe von –126 (–15) Mio. EUR ausgewiesen. Die Abwicklungsquote beträgt –27,4 (–3,2) %. Zum 31. Dezember 2023 weist die Talanx AG eine Depotforderung in Höhe von 45 (33) Mio. EUR aus. Es handelt sich hierbei um ein Saldendepot, das sich im Wesentlichen aus zwei Rückversicherungsverträgen (im Vorjahr: ein Rückversicherungsvertrag) zusammensetzt. Darüber hinaus weist die Talanx AG per 31. Dezember 2023 fällige Forderungen gegenüber Zedenten in Höhe von 46 (22) Mio. EUR aus. Grundsätzlich bestehen diese Forderungen aus einer Summe von Einzelforderungen gegenüber diversen Marktteilnehmern und sind zum größten Teil seit weniger als 90 Tagen fällig. Gründe für eine Überfälligkeit sind vielfältig. Aktuell gehen wir von keiner Abschreibung von Einzelforderungen aus. Szenarien der Zeitwertentwicklung von Wertpapieren In Mio. EUR 2023 2022 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Aktienkurse –20 % –1 –1 Festverzinsliche Wertpapiere und übrige Ausleihungen Renditeanstieg +100 Basispunkte –16 –23 Renditerückgang –100 Basispunkte +17 +26 Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit A-Rating oder besser, lediglich ein vergleichsweise geringer Anteil ist einer niedrigeren Ratingklasse als A zuzuordnen. Prognose- und Chancenbericht Da die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2024 erwarten wir für die Talanx AG eine signifikante Erhöhung des Jahresüberschusses, u. a. aus Beteiligungserträgen. Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen In dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Die Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs als hervorragend, insbesondere mit Blick auf das weltweite gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Umfeld und trotz vielfacher globaler Herausforderungen. Unser Ergebnis beruht u. a. auf der konsequenten Umsetzung unserer ambitionierten Konzernstrategie und der darin enthaltenen Geschäftsbereichsstrategien, einer auf Vertrauen basierenden leistungsorientierten Kultur sowie auf der weiter ausgebauten weltweiten Diversifizierung. Das Konzernergebnis belief sich auf über anderthalb Milliarden Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, das Wachstum des Versicherungsumsatzes lag im hohen einstelligen Bereich. Die Konzerneigenkapitalrendite übertraf unsere Prognose für das Berichtsjahr deutlich, ebenso wie die Eigenkapitalrenditen aller Geschäftsbereiche des Konzerns. Die Finanzkraft ist weiterhin hoch, die Solvabilitätsquote liegt weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Der Konzern hat die Auswirkungen der Inflation im Berichtsjahr beherrscht; der Krieg in der Ukraine hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere Ziele für das Gesamtjahr 2024 sind nach unserer Einschätzung erreichbar. Weitere Berichte und Erklärungen Nichtfinanzielle Konzernerklärung 1 Einleitung Der unternehmerische Erfolg des Talanx Konzerns wird erheblich von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst. Diese werden daher für den Talanx Konzern und die Talanx AG mit der vorliegenden „nichtfinanziellen Konzernerklärung“ (im Folgenden „nichtfinanzielle Erklärung“) berichtet, nach den Vorgaben des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes, des Handelsgesetzbuches sowie von Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden EU-Taxonomie-Verordnung). Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung deckt den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 ab. Sie enthält Angaben zu konzernweiten Managementansätzen für eine Auswahl nichtfinanzieller Themen und beschreibt die wichtigsten Aktivitäten und Fortschritte im Geschäftsjahr 2023 sowie die relevanten Governance-Strukturen. Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung wird in Übereinstimmung mit den §§ 315b bis 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB sowie der EU-Taxonomie-Verordnung aufgestellt und orientiert sich für die Erstellung der Wesentlichkeitsanalyse und die Managementansätze an den Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) 2021 sowie für klimabezogene Offenlegungen an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Alle – bis auf eine – infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung verpflichteten Konzerngesellschaften befreien sich durch den Verweis auf diese nichtfinanzielle Erklärung von der Pflicht, eine eigene nichtfinanzielle Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem Lagebericht. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde einer freiwilligen Prüfung nach ISAE 3000 (revised) mit begrenzter Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen (siehe Vermerk auf Seite 336 f.). Verweise auf Angaben außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil der nichtfinanziellen Erklärung. Geschäftsmodell und Strategie Der Talanx Konzern, der u. a. mit den Marken HDI, Hannover Rück, Warta sowie neue leben und Targo Versicherung am Markt auftritt, ist ein weltweit operierender Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Das Geschäftsmodell sowie die Konzernstrategie der Talanx sind ausführlich auf Seite 42 ff. im zusammengefassten Lagebericht beschrieben. Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor bekennt sich der Talanx Konzern zu einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung. Die Nachhaltigkeitsstrategie stellt einen integralen Bestandteil der Konzernstrategie dar. Sie basiert auf der gezielten Umsetzung von ESG-spezifischen Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik, in den eigenen Betriebsstätten sowie im Rahmen des sozialen Engagements. Seine strategische Nachhaltigkeitsausrichtung unterstreicht der Konzern dabei durch die Anwendung international anerkannter Rahmenwerke bzw. Initiativen sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsstrategie unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung und wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, um neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und geänderte Stakeholderanforderungen zu reflektieren. Neben dem Netto-Null-Ziel für den weltweiten Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3, inklusive Kompensation verbleibender Emissionen) verpflichtet sich der Konzern im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens, auch in der Versicherungstechnik sowie der Kapitalanlage bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. 2 Seit 2023 enthält die Nachhaltigkeitsstrategie eine geschärfte Positionierung zu fossilen Energieträgern in der Versicherungstechnik. Konzepte Governance Zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung sowie einer effektiven Umsetzung der dafür notwendigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Corporate-Governance-Konzept von zentraler Bedeutung. Das Corporate-Governance-Konzept des Talanx Konzerns sowie die expliziten Governance-Strukturen für Nachhaltigkeit sind daher ausführlich im Abschnitt „Governance“ dieser nichtfinanziellen Erklärung erläutert. Zusätzlich sind spezifische Governance-Informationen darüber, wie nichtfinanzielle Berichtsthemen gehandhabt werden, in den entsprechenden Kapiteln dieses Berichts enthalten. Risikomanagement Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, integriert der Talanx Konzern neben finanziellen Risiken auch nichtfinanzielle Risiken in den Risikomanagementprozess. Darunter sind u. a. auch Risiken aus den Bereichen „Environmental, Social, Governance“ (Nachhaltigkeitsrisiken) zu verstehen. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene oder neue Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen bestehenden Risikokategorien manifestieren. Dies gilt für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage und operationelle Risiken, ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die fortlaufende Integration von Nachhaltigkeitsaspekten entlang des gesamten Risikomanagementprozesses. Die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt explizit im Rahmen der Risikoinventur sowie anderer schwerpunktbezogener Risikoerhebungen wie etwa innerhalb des ESG Risk Assessments und des Emerging-Risk-Prozesses (s. Risikobericht). Das ESG Risk Assessment entspricht einer qualitativen Nachhaltigkeitsrisikoerhebung und -bewertung unter Einbindung aller Geschäftssegmente. Dabei werden sowohl identifizierte Risiken sowie deren kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen als auch Maßnahmen zur Risikominderung abgefragt. Ziel des Assessments ist es, ein ganzheitliches Monitoring von Nachhaltigkeitsrisiken und -maßnahmen durchzuführen. Im Emerging-Risk-Prozess werden unter Anwendung von Szenariotechniken neu auftretende Risiken und mögliche Auswirkungen von Megatrends auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns untersucht. Dabei erfolgt die Bewertung unter Berücksichtigung verschiedener Quellen, Methoden und Feedbackschleifen sowie durch Analyse der Risikotreiber und Wirkungsmechanismen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Sinne eines adäquaten Risikomanagements werden nach der Risikoidentifikation und -bewertung Maßnahmen zur angemessenen Risikosteuerung definiert. Um ein ganzheitliches Bild sämtlicher Risiken auf Einzel- und konsolidierter Ebene zu erhalten, werden dabei alle maßgeblichen Funktionen einbezogen und die Ergebnisse an die Entscheidungsorgane berichtet. Außerdem beobachtet der Talanx Konzern zur Prävention von Schäden aus Nachhaltigkeitsrisiken laufend aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Regulatorik. Gleichzeitig erlaubt die vorausschauende Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten, auf Veränderungen zu reagieren und sich ergebende Geschäftsopportunitäten wahrzunehmen, wie etwa eine erhöhte Nachfrage nach (Rück-)Versicherungsprodukten oder steigender Beratungsbedarf zu Schadenverhütungsmaßnahmen. Der Talanx Konzern erweitert sukzessive seine Methoden zur Messung und Modellierung von Nachhaltigkeitsrisiken sowohl in Bezug auf qualitative als auch auf quantitative Ansätze. Ein Schlüsselinstrument ist das von der Aufsicht genehmigte interne Risikokapitalmodell zur Berechnung der Kapitalanforderung gemäß Solvency 2, welches u. a. das Risiko von Naturkatastrophenereignissen für das bevorstehende Jahr für den gesamten Konzern bewertet. Für einige Komponenten des Modells ist die Anpassung der Parametrisierung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitsrisikofaktoren möglich. Aufgrund der hohen Unsicherheit der sich nur langfristig materialisierenden Nachhaltigkeitsrisiken und einer nur eingeschränkten Datenverfügbarkeit setzt sich der Talanx Konzern außerdem mit Modell- und Änderungsrisiken auseinander. Der besonderen Relevanz des Klimawandels trägt der Talanx Konzern mit Szenarioanalysen bzw. Stresstests Rechnung. Diese umfassen Analysen zur Exponierung und Resilienz des Geschäftsmodells gegenüber möglichen Risikoarten im Zusammenhang mit dem Klimawandel, d. h. physischen und transitorischen Risiken sowie Haftungsrisiken, unter Berücksichtigung potenzieller kurz- sowie mittel- bis langfristiger Auswirkungen. Die Unsicherheit in Bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der zukünftigen Entwicklungen wird durch die Betrachtung zweier in sich konsistenter Szenarien berücksichtigt. Zum einen wird ein Transitionsszenario mit verzögert ergriffenen politischen Maßnahmen betrachtet, in dem die globale Erwärmung bis zum Ende des Szenariohorizonts (2050) knapp unter 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau beträgt. Zum anderen wird ein Business-as-usual-Szenario analysiert, in dem bis 2050 die globale Erwärmung 3 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau übersteigt. Zur Identifikation der Risikofaktoren und Analyse der Wesentlichkeit nutzt der Konzern einen qualitativen Ansatz, mithilfe dessen kausale Wirkungsmechanismen und sich gegenseitig bedingende Faktoren dargestellt werden. Der Talanx Konzern orientiert sich dabei an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und (Szenario-)Daten renommierter Forschungsinstitute und Initiativen, z. B. dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und dem Network for Greening the Financial System (NGFS). Aus den Erkenntnissen der Klimawandel-Szenarioanalyse werden geeignete Minderungsmaßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung strukturiert verfolgt und an den Vorstand berichtet wird und die, sofern erforderlich, adjustiert werden. Dieses Vorgehen wird fortgeführt und sukzessive um neue Betrachtungsaspekte ergänzt. Zusätzlich zur anlassbezogenen Risikoberichterstattung an die Entscheidungsorgane erfolgen das Reporting und die Einordnung von Nachhaltigkeitsrisiken insbesondere im Rahmen der jährlichen unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA), die vom Vorstand genehmigt und der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern an den Empfehlungen zur Berichterstattung klimabezogener Risiken und Chancen des Rahmenwerks der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Im Berichtsjahr 2023 wurden keine wesentlichen nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die schwerwiegende, negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns haben könnten. Für ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere Klimawandelrisiken, sowie einen grundsätzlichen Einblick in das Risikomanagementsystem einschließlich des Risikoprofils des Talanx Konzerns wird auf den Risikobericht ab Seite 118 des zusammengefassten Lageberichts verwiesen. Ziele und Maßnahmen: Risikomanagement Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2023 Status 2022 Status 2021 Risikomanagement Weiterentwicklung der Klimawandel-Szenarioanalyse Anwendung und Weiterentwicklung der Szenarioanalysen zur Bewertung der physischen und transitorischen Risiken Konzernweit Laufend Laufend Laufend Aktive Positionierung zu zukünftigen Regulierungs- und Marktveränderungen Gremienarbeit und Teilnahme an Konsultationen Konzernweit Laufend Laufend Laufend Sukzessive Integration weiterer Nachhaltigkeitsaspekte in das Risikoberichtswesen Neben der Erweiterung von Umweltaspekten verstärkter Fokus auf Soziales und Aspekte der Unternehmensführung Konzernweit Laufend Laufend Laufend Umsetzung der TCFD-Empfehlungen Berichterstattung über klimabezogene Risiken und Chancen orientiert sich am TCFD-Rahmenwerk Konzernweit Laufend Laufend Laufend Wesentlichkeitsanalyse Über den jährlichen Wesentlichkeitsprozess werden die für den Talanx Konzern wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert, bewertet und überprüft. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit werden die Erwartungen und Einschätzungen externer wie interner Interessengruppen ebenso wie die Geschäftsrelevanz der nichtfinanziellen Themen für den Konzern berücksichtigt. Der kontinuierliche Austausch mit den Stakeholdern leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns. Basis für die Bestimmung der wesentlichen Aspekte für den Talanx Konzern bildet entsprechend eine eng mit dem Strategieprozess verzahnte Wesentlichkeitsanalyse inklusive einer breit angelegten Stakeholderbefragung. Zykluskonform wurde im Geschäftsjahr 2022 eine neue vollumfängliche Wesentlichkeitsanalyse, unter Beteiligung eines externen Beratungsunternehmens, durchgeführt. Neben der rechtlichen Basis für die Wesentlichkeitsanalyse nach § 289c HGB wurden zusätzlich die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) aus dem Jahr 2021 einbezogen. Zur Bestimmung der wesentlichen Themen wurde ein dreistufiger Prozess angewandt: 1. Analyse der relevanten Stakeholdergruppen: Unter Berücksichtigung der Unterteilung in die Hauptgruppen „betroffene Stakeholder“ und „Nutzer“ wurden sowohl segmentspezifische als auch segmentübergreifende Stakeholder für den Talanx Konzern identifiziert und hinsichtlich ihres Einflusses und Interesses je Segment bewertet. Für den Talanx Konzern sind dies Kunden (Privat- und Firmen- sowie Industriekunden), Makler, Vorstand, Mitarbeiter, Aufsichtsrat, Investoren, Ratingagenturen, Aufsichtsbehörden, Lieferanten, Rückversicherer, Politik, NGOs, Verbände, Medien und Forschung. 2. Erhebung nichtfinanzieller Themen: Unter Einbeziehung geläufiger Standards, ESG-Ratings, Peer-Reports, bestehender und aufkommender Regulatorik, Megatrends sowie Entwicklungen der Branche wurde eine Liste an relevanten, zukunftsträchtigen Themen erstellt. Die Themen wurden anhand der strategischen Relevanz für den Talanx Konzern im Rahmen der Stakeholderbefragung priorisiert. 3. Durchführung: Die definierten Themen wurden anhand eines Leitfadens in Interview- oder Fragebogenform (bzw. Desk Research) gemäß ihrer Geschäftsrelevanz für den Konzern (Financial Materiality) bzw. der Auswirkungen des Konzerns auf das jeweilige Thema (Impact Materiality) durch die teilnehmenden Stakeholder erfasst und mittels eines Punkteschema bewertet. Als wesentliche Themen sind die Schnittmengen der „Financial Materiality“ sowie die der „Impact Materiality“ definiert. Ergebnis der Stakeholderbefragung sind sieben wesentliche Themen mit hoher Relevanz für den Talanx Konzern. Die Themen sind hinsichtlich ihrer Geschäftsrelevanz (horizontal, „Financial Materiality“) bzw. der Auswirkungen des Konzerns auf das jeweilige Thema (vertikal, „Impact Materiality“) in der Wesentlichkeitsmatrix des Talanx Konzerns eingeordnet. Die Clusterung in „E, S, G“ erfolgt mit Farben, während die Symbole für die Bereiche „Betrieb“, „Kapitalanlage“ und „Versicherungstechnik“ stehen. 2023 wurde die Wesentlichkeitsanalyse turnusgemäß einer jährlichen Überprüfung unterzogen. Hierzu wurden verschiedene Prozesse verwendet, um sowohl die interne als auch die externe Perspektive einzubeziehen. Dazu zählt u. a. der Dialog im Nachhaltigkeitsnetzwerk des Konzerns (siehe ESG-Governance, Seite 104 f.), welches durch die Besetzung mit Experten die internen Perspektiven in den Bereichen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Betrieb sowie Soziales und Governance abdeckt. Die externe Perspektive wird durch nachhaltigkeitsbezogene Markt- und Wettbewerbsanalysen berücksichtigt. Zusätzliche Impulse werden durch regulatorische Anforderungen sowie den regelmäßigen Austausch mit ESG-Ratingagenturen gesetzt. In der Überprüfung der Wesentlichkeitsanalyse konnte festgestellt werden, dass die definierten wesentlichen nichtfinanziellen Themen weiterhin von hoher Relevanz für den Talanx Konzern sind. Leichte Verschiebungen der Themen in der Matrix ergeben sich durch weiterentwickelte Regulatorik, Marktentwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen. Diese Verschiebungen ändern jedoch nichts an den als wesentlich definierten Themen. Zuordnung der Berichtsstruktur zu den wesentlichen Themen gemäß § 289 c HGB 1 Berichtsstruktur Wesentliches Thema E (Environmental) 2 Klima- und Umweltbelange Abmilderung der Folgen des Klimawandels in der Versicherungstechnik Förderung des Klimaschutzes in der Kapitalanlage Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb S (Social) 3 Sozialbelange Verantwortung gegenüber Kunden Arbeitnehmerbelange Menschenrechte und Lieferkette 5 G (Governance) 4 Governance Governance in der Kapitalanlage Datenschutz und Cybersecurity 1 Der Talanx Konzern berichtet außerdem freiwillig über seine Fortschritte in den Bereichen „Sozialbelange in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik“, „Soziales Engagement als Unternehmen“ „Digitalisierung“, „Compliance“ und „Lieferantenmanagement“ 2 E umfasst Umweltbelange (nach § 289c HGB) 3 S umfasst Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange und Achtung der Menschenrechte (nach § 289c HGB) 4 G umfasst Bekämpfung von Korruption und Bestechung (nach § 289c HGB) 5 Der Talanx Konzern berichtet weiterhin über die Fortschritte bei diesem Thema; jedoch kein wesentliches Thema gemäß Wesentlichkeitsanalyse E – Klima- und Umweltbelange Klima- und Umweltbelange in der Kapitalanlage Die Kapitalanlagen für eigenes Risiko des Talanx Konzerns beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf rund 135 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2023 bei 81 %, die Aktienquote bei rund 1,2 %. Rund 4,6 % des Anlagevolumens waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfielen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auf kurzfristige Kapitalanlagen und sonstige Investments. Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie im Kapitalanlagebereich ist es, unter besonderer Beachtung von ESG-Kriterien ein langfristiges Kapitalwachstum auf der Grundlage eines breit diversifizierten und aktiv geführten Wertpapierportfolios zu erwirtschaften. Der Talanx Konzern möchte negative Auswirkungen aus Investitionen in nicht nachhaltige Emittenten vermeiden und zugleich positive Effekte auf Gesellschaft und Umwelt fördern. Grundgedanke hierbei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Hierfür wurde ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening erarbeitet und implementiert. Im Responsible Investment Committee (RIC) unter Vorsitz des Chief Financial Officers der Talanx werden die Screening-Filterkriterien festgelegt, regelmäßig überprüft und Einzelfallentscheidungen im Hinblick auf den Ausbau, das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen getroffen. Die Anwendung der Filterkriterien und die Engagement-Aktivitäten erstrecken sich dabei auf die liquiden Anlageklassen Aktien und Unternehmensanleihen. Als Filterkriterium für Kapitalanlageentscheidungen wurden zunächst die Prinzipien des UN Global Compact festgelegt. Über die dort verankerten Umweltkriterien hinaus hat der Talanx Konzern den Filterkatalog um einen Thermalkohleausschluss erweitert. Entsprechend investiert der Talanx Konzern im Rahmen seiner eigenen Kapitalanlagen grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, für die Informationen vorliegen, dass ihr Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert. Im Rahmen des geplanten Ausstiegs des Talanx Konzerns aus Thermalkohle werden entsprechende Investments im Bestand bis zum Jahr 2038 abgebaut. Darüber hinaus wurde in den Filterkatalog auch der analoge Ausschluss von Unternehmen aufgenommen, deren Umsatz zu mehr als 25 % mit klima- und umweltschädlichen Öl- und Teersanden erwirtschaftet wird. Zudem sollen keine Investitionen in Unternehmen erfolgen, die an neuen Öl- und Gasbohrprojekten in der Arktis („Greenfield Arctic Drilling“) beteiligt sind. Hierzu werden im Rahmen des Screenings Emittenten von den Anlagetätigkeiten ausgeschlossen, die 10 % oder mehr ihres Umsatzes mit der Offshore-Förderung von Öl und Gas oberhalb des nördlichen Polarkreises (66° 34' N) erzielen. Daneben ist der Talanx Konzern seit 2019 Unterzeichner der Principles for Responsible Investment (PRI), bekennt sich damit zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren und integriert diese in seine Kapitalanlageprozesse. Der Talanx Konzern nimmt seine Verantwortung als Investor zudem durch den aktiven und systematischen Dialog mit einzelnen Emittenten wahr. In einem strukturierten Prozess werden dabei zunächst über objektive Kriterien diejenigen Emittenten identifiziert, bei denen der höchste Bedarf für ein Engagement besteht. Hierzu zählen neben sämtlichen bereits erwähnten Ausschlusskriterien auch besonders hohe CO2-Intensitäten oder kritische ESG-Ratings bei führenden externen Ratingagenturen. Für die identifizierten Emittenten wird auf Basis der Größe und der Art der Investitionen, jedoch auch unter Berücksichtigung regionaler und kultureller Aspekte, die voraussichtliche Effektivität eines Engagements bewertet. Bei hinreichender Materialität des Talanx Investments erfolgt seitens der Ampega als Vermögensverwalter des Talanx Konzerns ein Dialog mit den identifizierten Emittenten. Parallel zum klassischen Screening- bzw. Ausschlussansatz strebt der Talanx Konzern eine kontinuierliche Verbesserung seines Nachhaltigkeitskonzepts an. Entsprechend der im Jahr 2021 entwickelten Klimastrategie wurde die CO2-Intensität der liquiden Kapitalanlagen für eigenes Risiko aus den Bereichen Aktien und Fixed Income (Unternehmensanleihen und Covered Bonds) verringert. Das mittelfristige Ziel des Talanx Konzerns ist es, die CO2-Intensität des Portfolios liquider Kapitalanlagen für eigenes Risiko bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2019 um 30 % zu reduzieren. Dies entspricht einer jährlichen Reduktion der CO2-Intensität um rund 7 % und ist ein wichtiger Teil des langfristigen Pfades in Richtung des angestrebten Netto-Null-Emissionsziels bis 2050. Mit der Reduktion der CO2-Intensität um 34 % gegenüber dem Basisjahr 2019 hat der Talanx Konzern das angestrebte Ziel im Berichtsjahr bereits erreicht. Neben der Reduktion der CO2-Intensität des Anlageportfolios investiert der Talanx Konzern auch verstärkt in Kapitalanlagen, die dem Klimawandel entgegenwirken. Hierzu zählen insbesondere Investitionen in nachhaltige Infrastrukturprojekte. Seit rund zehn Jahren beteiligt sich der Talanx Konzern mittels einer hierfür gegründeten spezialisierten Konzerneinheit direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten. Zum Infrastrukturportfolio gehören u. a. Investitionen in Windparks, Solarparks, Stromnetze, Wasserkraftwerke, digitale Infrastruktur, soziale Infrastruktur und Transportinfrastruktur in Deutschland sowie dem europäischen Ausland. Der Talanx Konzern hat für 23 Windparks – darunter vier auf See – Finanzierungslösungen zur Verfügung gestellt bzw. ist Eigenkapitalinvestor. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 umfasste das Portfolio des Konzerns Investitionen in Infrastrukturtransaktionen in Höhe von insgesamt rund 2,8 Mrd. EUR, von denen rund 1,2 Mrd. EUR auf die Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energien entfielen. Die Europäische Kommission hat mit dem „Green Deal“ den Themen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit ebenfalls einen hohen Stellenwert verliehen und umfassende Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 verabschiedet. Unter dem Begriff „Sustainable Finance“ werden Regularien geschaffen, die das Finanzierungsgeschehen zunächst auf klima- und umweltpolitische Ziele ausrichten; zukünftig sollen weitere Nachhaltigkeitsziele folgen. Kern der Regulierung ist die sogenannte EU-Taxonomie-Verordnung, ein Bewertungsschema, in dem die EU-Kommission technisch detailliert und verbindlich festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten. Die EU-Taxonomie-Verordnung schafft somit Transparenz darüber, ob eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit aus dem Blickwinkel der EU-Kommission einen positiven Beitrag zu definierten EU-Nachhaltigkeitszielen leistet. Entsprechend stellt die EU-Taxonomie-Verordnung auch ein relevantes Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen des Talanx Konzerns dar. Die wesentlichen Leistungsindikatoren (KPI) bezüglich der EU-Taxonomie werden gemäß den Vorgaben der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 bestimmt. Diese fließen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht in strategische Geschäftsentscheidungen ein, da noch große Auslegungsunsicherheiten und Interpretationsspielräume bestehen. Die ökologische Nachhaltigkeit der Kapitalanlage wird durch andere Ansätze gesteuert. Durch die Taxonomieberichterstattung sollen die Anteile der ökologisch nachhaltigen (taxonomiekonformen) Kapitalanlagen sowie potenziell ökologisch nachhaltigen (taxonomiefähigen) Kapitalanlagen (Zähler) an den insgesamt zu betrachtenden Kapitalanlagen des Talanx Konzerns (Nenner) dargestellt werden. Als taxonomiekonform gelten demnach Wirtschaftstätigkeiten, wenn die technischen Bewertungskriterien, die einen positiven Beitrag zu einem oder mehreren der sechs Umweltziele sicherstellen, erfüllt werden, kein Umweltziel beeinträchtigt wird und die Mindeststandards eingehalten werden. Der Nenner ergibt sich aus den in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen ohne Depotforderungen des Talanx Konzerns. Der delegierte Rechtsakt ([EU] 2021/2178) definiert darüber hinaus unter Artikel 7 den Ausschluss aller Risikopositionen gegenüber Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten aus dem Nenner. In den Betrachtungshorizont des Zählers fallen insbesondere Investitionen in Wertpapiere mit Emittenten, welche unter die europäische Berichtspflicht gemäß NFRD fallen, Sachanlagen sowie Kredite mit spezifischem Verwendungszweck. Zu den Risikopositionen gegenüber Unternehmen, für die nach Art. 7 Abs. 3 DDA ein Ausschluss aus dem Zähler erfolgt, zählt der Konzern Fonds, Investitionen in Beteiligungen und Special Purpose Vehicles sowie liquide Kapitalanlagen, deren Emittenten ihren Sitz außerhalb der EU haben. Bei Emittenten mit Sitz innerhalb der EU erfolgt eine Prüfung der Pflicht zur Veröffentlichung von nichtfinanziellen Informationen. In Bezug auf Fonds handelt es sich hierbei um eine Methodenänderung gegenüber dem Vorjahr, sodass in diesem Jahr ca. 1.753 Mio. EUR an Investitionen in Immobilienfonds nicht mehr als taxonomiefähig im Zähler ausgewiesen werden. Für die Prüfung hinsichtlich Taxonomiefähigkeit und -konformität liquider Wertpapiere von Emittenten mit Sitz innerhalb der EU, welche also potenziell der Non-Financial Reporting Directive (NFRD)-Pflicht unterliegen, werden zur weiteren Einordnung Daten eines externen Dienstleisters sowie die Ergebnisse eines internen Screenings für einen wesentlichen Teil der liquiden Kapitalanlagen herangezogen. Für berichtspflichtige Emittenten werden die im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung veröffentlichten Taxonomiequoten auf die Kapitalanlagen des Talanx Konzerns angewendet. Die berichteten Quoten werden ebenfalls von einem externen Dienstleister bezogen und dort manuell nacherfasst, wo diese in den zugelieferten Daten nicht vorliegen. Als generell taxonomiefähig werden alle Investitionen in Sachanlagen erachtet, die im Zusammenhang mit dem Kauf und dem Besitz von Immobilien stehen. Dazu zählt fremdgenutzter Grund- und Gebäudebesitz. Eine gehaltene Immobilie wird zudem als taxonomiekonform betrachtet, sofern die technischen Bewertungskriterien („Do no significant harm“-Kriterien) und die Einhaltung des Mindestschutzes nachgewiesen werden konnten. Für 94,7 % des Immobilienvermögens konnte bisher kein Nachweis der Taxonomiekonformität erbracht werden. Sachanlagen, die der Talanx Konzern im Rahmen von Infrastrukturinvestments erwirbt, sowie Kredite, bei denen die finanzierte Wirtschaftstätigkeit bekannt ist, werden einer internen Prüfung hinsichtlich Taxonomiefähigkeit und -konformität unterzogen. Für 3,4 % des Kapitalanlagevermögens liegen dem Konzern keine entsprechenden Daten vor, sodass diese zunächst als nicht taxonomiefähig bzw. nicht taxonomiekonform ausgewiesen werden. Für rund 96,6 % der insgesamt für den Zähler betrachteten Kapitalanlagen konnten mit angemessenem Aufwand Informationen hinsichtlich der korrekten Einwertung beschafft werden. Die fehlenden 3,4 % werden im Berichtsjahr zunächst konservativ als nicht taxonomiefähig ausgewiesen. Der Talanx Konzern ist bestrebt, die Datenqualität und -abdeckung sukzessive zu erhöhen und geht davon aus, dass eine weitere Verbesserung der Informationsbasis auch durch fortschreitende Standardisierung der Berichterstattung sowie die Ausweitung der regulatorischen Berichtspflichten unterstützt wird. Die wesentlichen Leistungsindikatoren zu den taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Kapitalanlagen sowie die weiteren geforderten Angaben finden sich im Kapitel „Kennzahlen und Ziele“. Derzeit gibt es keine Sachanlagen oder zweckgebundenen Finanzierungen im Zusammenhang mit der Energieerzeugung aus Kernkraft oder Gas im Sinne des Rechtsaktes (EU) 2022/1214. Es besteht eine geringfügige indirekte Exposition gegenüber Emittenten aus der Versorgungsbranche. Diese weist der Konzern aufgrund der geringen Materialität nicht einzeln im Anhang aus. Der Ende Dezember 2023 veröffentlichte Frequently Asked Questions (FAQ)-Entwurf konnte aufgrund der Kurzfristigkeit und verbliebener regulatorischer Unsicherheiten nicht mehr vollumfänglich berücksichtigt werden. Noch nicht erfüllte Anforderungen werden über das laufende Jahr hinweg erarbeitet. Die taxonomiekonformen Kapitalanlagen des Talanx Konzerns ergeben sich in erster Linie aus liquiden Investitionen in Unternehmen, welche der Berichtspflicht gemäß NFRD unterliegen und welche taxonomiekonforme Umsätze sowie CapEx-Quoten veröffentlichen. Zusätzlich werden drei gehaltene Immobilien den taxonomiekonformen Investitionen hinzugezählt. Da die Berichtspflicht zur Taxonomiekonformität für Finanzunternehmen erstmals für das Geschäftsjahr 2023 greift, liegen für Risikopositionen gegenüber Finanzunternehmen bislang nur Informationen zur Taxonomiefähigkeit vor. Die Taxonomiekonformität dieser Emittenten wird ab dem nächsten Jahr im Zähler der wesentlichen Leistungsindikatoren berücksichtigt. Der international ausgerichtete Kapitalanlagehorizont des Talanx Konzerns bedingt naturgemäß einen hohen Anteil an nicht berichtspflichtigen Emittenten. Dadurch begründet sich gleichzeitig ein geringer Anteil taxonomiefähiger bzw. taxonomiekonformer Investitionen. Für die Aufschlüsselung des Zählers je Umweltziel wird als Nenner mangels einheitlicher Auslegung der Wert der taxonomiekonformen Investitionen herangezogen. Eine vollständige Aufteilung der taxonomiekonformen Investitionen auf die Umweltziele 1 – 2 3 ist aufgrund der bisher uneinheitlich veröffentlichen Taxonomie-Quoten der Gegenparteien nicht möglich. Für die Umweltziele 3 – 6 4 werden in diesem Jahr erstmalig Quoten der Gegenparteien berichtet, so dass liquide Investitionen erst ab der kommenden Berichtsperiode berücksichtigt werden können. Die Aktivität „Kauf und Besitz von Gebäuden“ ist ebenfalls nur für die Umweltziele 1 – 2 definiert, so dass für taxonomiekonforme Sachanlagen kein Ausweis für die Umweltziele 3 – 6 vorgenommen werden kann. Auch private Hypothekendarlehen unterliegen der Taxonomiefähigkeits- und -konformitätsprüfung der EU-Taxonomie-Verordnung. Eine Bewertung der Taxonomiekonformität von Hypothekendarlehen für Privathaushalte konnten wir in diesem Jahr noch nicht vornehmen, da uns die notwendigen Daten, insbesondere Energieausweise der finanzierten Immobilien im Bestandsgeschäft, nicht vorliegen. Dies betrifft ein Volumen von 909 Mio. EUR. Für Neugeschäft erfolgt eine entsprechende Erhebung in der Zukunft. Standardmeldebogen für die in Artikel 8 der Taxonomie Verordnung (EU) 2020/852 vorgeschriebene Offenlegung 1 Zeile Tätigkeiten im Bereich Kernenergie Ja/Nein 1. Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein 2. Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein 3. Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas 4. Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein 5. Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein 6. Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein 1 Tätigkeiten in den Bereichen Kernenergie und fossiles Gas, die vom Unternehmen als taxonomiekonform ausgewiesen wurden Klima- und Umweltbelange in der Versicherungstechnik Die Versicherungsdienstleistungen des Talanx Konzerns können indirekte ökologische und ökonomische Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung haben. Dessen ist sich das Unternehmen bewusst und baut deshalb auch in der Versicherungstechnik seinen ESG-Ansatz kontinuierlich aus. Der Talanx Konzern ist seit Mai 2020 Unterzeichner der UN-Initiative für nachhaltige Versicherungen (Principles for Sustainable Insurance, PSI) und verpflichtet sich damit, das Versicherungsgeschäft entlang der vier PSI-Prinzipien fortlaufend nachhaltiger zu gestalten, d. h., zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen, Risiken zu managen und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Dabei begleitet der Talanx Konzern seine Kunden partnerschaftlich bei der Transformation, um den nachhaltigen Strukturwandel der Wirtschaft voranzubringen. Vor diesem Hintergrund wurden analog zur Kapitalanlage u. a. Zeichnungsbeschränkungen für Thermalkohlerisiken konzernweit eingeführt. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Risiken der Thermalkohle-Infrastruktur mehr im Versicherungsbestand befinden. Im Jahr 2022 hat der Talanx Konzern seinen Thermalkohle-Ausstieg bis 2038 durch Entwicklung eines mehrstufigen Ausstiegsplans weiter konkretisiert. So soll der Bestand an Risiken der Thermalkohle-Infrastruktur im Konzern anhand von Schwellenwerten stufenweise abgebaut werden. Der Konzern setzt bei der Umsetzung des Ausstiegsplans auf einen partnerschaftlichen und fokussierten Austausch mit den betroffenen Unternehmen. Ziel ist es, gemeinsam und transparent eine mögliche Transformation des Unternehmens zu eruieren, um somit aktiv zur nachhaltigen Entwicklung des Kunden beizutragen. Neben der restriktiven Zeichnungspolitik für Thermalkohle-Infrastruktur fokussiert sich der Talanx Konzern zunehmend auf Restriktionen in Bezug auf die Versicherung von Öl- und Gasprojekten. In diesem Bereich wurde der Fokus zunächst auf den Ausschluss von besonders umweltschädlichen Öl- und Teersanden gelegt und das Ziel gesetzt, die bestehenden Risiken bis 2038 abzubauen. Im Berichtsjahr hat der Konzern seine Positionierung zur Versicherung von Öl- und Gasprojekten geschärft. So sind seit 1. Juli 2023 folgende weitere konzernweite Ausschlüsse auf Einzelrisikobasis in Kraft: Der Talanx Konzern wird keine Versicherungen für neue Greenfield-Öl- und -Gasprojekte abschließen. Damit wird der bestehende Beschluss, welcher sich lediglich auf die Arktis bezog, auf alle Regionen ausgeweitet. Des Weiteren wird kein Versicherungsschutz für neue Tanklager- und Pipelineprojekte angeboten, die dem Transport von Öl dienen, sofern sie im direkten Zusammenhang mit Greenfield-Ölförderung stehen. Zudem schließt der Konzern die Versicherung aller alleinstehenden Ölkraftwerke aus, die sich bis zum 1. Juli 2023 weder in Betrieb noch im Bau befanden. Der Talanx Konzern ist der Ansicht, dass sensitive Regionen in Bezug auf Natur- und Umweltschutz besonders zu behandeln sind. Daher wird der Konzern keine neuen Projektversicherungen für bestehende Öl- und Gasbohrungen („Arctic Region Drilling Project Policies“) in der arktischen Region annehmen. Die arktische Region wird definiert als die Zone oberhalb des Polarkreises, der sich auf dem Breitengrad 66° 34' nördlich des Äquators erstreckt. Dazu gehört auch das Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) in den Vereinigten Staaten. In Staaten, in denen der Anteil von Thermalkohle am Energiemix besonders hoch ist und in denen weiterhin kein ausreichender Zugang zu alternativen Energiequellen besteht, liegt das Hauptaugenmerk auf der Beschleunigung des Ausstiegs aus der Thermalkohle und der Unterstützung des Übergangs zu erneuerbaren Energien. Daher wird der Talanx Konzern in Einzelfällen eine begrenzte Anzahl von Ausnahmen für den Versicherungsschutz von neuen Greenfield-Gasprojekten zulassen, nachdem die technischen Standards überprüft wurden und wenn das jeweilige Projekt den Ausstieg aus der Thermalkohle unterstützt. Als Versicherer und wichtiger Partner der Industrie beobachtet der Talanx Konzern jegliche fossile Energiesektoren im Dialog mit seinen Kunden und adjustiert seine Zeichnungsrichtlinien weiterhin stets risikobasiert. Neben dem restriktiven Umgang mit fossilen Energieträgern betrachtet der Talanx Konzern zunehmend Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt von Lebensräumen und Ökosystemen. Dem Konzern sind seine Rolle und sein Einfluss über den Ausschluss besonders umweltschädlicher Projekte bewusst. So verursacht die Gewinnung von Mineralien durch Tiefseebergbau („Deep Sea Mining“) neben der direkten Beeinträchtigung von Ökosystemen möglicherweise auch den Verlust einzigartiger biologischer Vielfalt. Daher wird seit dem 1. Juli 2023 die Zeichnung von Projektrisiken im Tiefseebergbau ausgeschlossen. Die in diesem Kapitel genannten Ausschlüsse gelten für alle Risikoträger bzw. Gesellschaften des Konzerns, auf die Talanx einen beherrschenden Einfluss hat. Die Hannover Rück-Gruppe wendet die Beschränkungen für den fakultativen Zentralbereich an. Die Festlegung der Screening-Kriterien und die regelmäßige Überprüfung der Zeichnungspolitik erfolgen im Responsible Underwriting Committee (RUC). Im RUC sind die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG vertreten. Die Integration der Beschlüsse in die Zeichnungsrichtlinien erfolgt dezentral in den geschäftsverantwortlichen Geschäftssegmenten bzw. Risikoträgern. Der Talanx Konzern bekennt sich zum Pariser Klimaschutzabkommen und hat entsprechend für das Versicherungsportfolio ein Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 eingeführt. Hiermit bringt der Konzern seine Verpflichtung zum Ausdruck, zum Klimaschutz beizutragen. Um zeitnah eine hinreichende Methodik zur Steuerung des Versicherungsportfolios nach CO2-Emissionen zu implementieren, werden der von der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) veröffentlichte Standard, die Methoden sowie die regulatorischen Entwicklungen intensiv beobachtet und analysiert. Der Steuerungsansatz in der Versicherungstechnik wird sich zunächst weiterhin primär auf einen Ausschlussansatz bzw. Zeichnungsbeschränkungen für bestimmte Risiken fokussieren. Als eine der führenden Industrie- und Rückversicherungsgruppen will der Talanx Konzern die Wirtschaft partnerschaftlich und im konstruktiv-kritischen Dialog bei der nachhaltigen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft begleiten. Zum einen nutzt er die Einflussmöglichkeiten in den Risikodialogen mit den Unternehmen, die der Konzern versichert. Zum anderen beschäftigt sich der Talanx Konzern z. B. in der technischen Versicherung fortlaufend mit neu entwickelten umweltfreundlichen Technologien und deren Versicherbarkeit, wodurch wesentlicher Risikoschutz für die notwendige Energiewende überhaupt erst bereitgestellt wird. Schon heute ist der Talanx Konzern einer der wichtigsten (Rück-)Versicherer für erneuerbare Energien wie Windkraft (on- und offshore), Photovoltaik, Geothermie und Wasserkraft sowie auch für spezifische Transitionsrisiken z. B. bei der Umstellung der Schwerindustrie auf grünen Wasserstoff. Er ist somit entsprechend aufgestellt, den Strukturwandel der Wirtschaft mit den jeweils passenden Produkten für den Risikotransfer und begleitenden Risikoanalysen erfolgreich zu begleiten. Auch im deutschen sowie internationalen Privat- und Gewerbekundengeschäft baut der Konzern die Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten im gesamten Produktangebot weiter aus. Die Produkte werden dazu hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitswirkung überprüft und optimiert. So werden auch im Lebensversicherungsbereich stetig weitere Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. In neu aufgelegten nachhaltigen Produktangeboten der HDI Deutschland hat der Kunde die Möglichkeit, aus unterschiedlichen nachhaltigen Fondsprodukten auszuwählen. Neben der Erfassung der Nachhaltigkeitspräferenzen des Kunden werden im Beratungsprozess umfangreiche und aussagekräftige Informationen zu den verfolgten Nachhaltigkeitszielen des spezifischen Fonds bereitgestellt. Bei der Vorauswahl der angebotenen Fonds werden sowohl die Kundenpräferenzen als auch strenge Nachhaltigkeitskriterien einbezogen. Die EU-Taxonomie-Verordnung stellt ebenfalls ein relevantes Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit des Versicherungsportfolios des Talanx Konzerns dar. Die EU-Taxonomie-Verordnung berücksichtigt in der Versicherungsaktivität jedoch lediglich die Schaden-/Unfallversicherung in der Erst- und Rückversicherung und bezieht sich nur auf das Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“. Somit werden ausschließlich die Versicherungssparten berücksichtigt, welche entsprechende Risiken aus dem Klimawandel explizit absichern. Erst- und Rückversicherungslösungen, die klimabedingte Naturgefahren wie z. B. Flut- oder Sturmschäden absichern, können der Anpassung an den Klimawandel dienen. Das Angebot entsprechender Erst- und Rückversicherungskapazitäten erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen, indem Betroffene abgesichert und im Schadenfall entschädigt werden. Zudem sichern Erst- und Rückversicherungsangebote die Fortführung von Großprojekten und die Entwicklung neuer Technologien ab und fördern so nachhaltig das Wirtschaftswachstum. Langjährige Erfahrung in Risikobewertung und Risikomanagement hilft, neue und zukünftige Risiken frühzeitig zu erkennen und passende Risikotransferlösungen dafür zu entwickeln. Die Taxonomiefähigkeit der Erst- und Rückversicherungstätigkeit legt fest, welcher Anteil der Wirtschaftsaktivitäten in der Taxonomie beschrieben ist und für welche Wirtschaftsaktivitäten technische Bewertungskriterien entwickelt wurden. Diese Kriterien bestimmen den wesentlichen Beitrag zu den gesetzten Umweltzielen, verhindern Beeinträchtigungen der Umweltziele und sollen die Einhaltung der Mindeststandards sicherstellen. Die durch Anwendung der Bewertungskriterien ermittelten Anteile der Wirtschaftsaktivitäten sind taxonomiekonform und müssen erstmalig für das Geschäftsjahr 2023 berichtet werden. In Anbetracht der erstmaligen vollumfänglichen Berichterstattung im Berichtsjahr wird die Aussagekraft der Kennzahlen als noch zu gering erachtet, um sie bereits steuerungswirksam in Geschäftsentscheidungen und Produktentwicklungsprozesse mit einzubeziehen. Die EU-Taxonomie-Verordnung sowie die darauf aufbauenden delegierten Rechtsakte enthalten Vorgaben und Passagen, die eine eindeutige und einheitliche Auslegung und Umsetzung erschweren. Bei der erstmaligen Anwendung der vollständigen Kriterien, die für Erst- und Rückversicherungsunternehmen entwickelt wurden, hat der Talanx Konzern alle bis zur Entwicklung der Berichterstattung erschienenen offiziellen Dokumente, FAQs und Statements der EU-Kommission berücksichtigt – vorbehaltlich des zum Ende des Jahres 2023 veröffentlichen FAQ-Entwurfs, dessen Inhalte nicht mehr vollumfänglich umgesetzt werden konnten. Ein gewichteter Durchschnitt der wesentlichen Leistungsindikatoren aus der Versicherungstechnik wird beispielsweise noch nicht ausgewiesen. Eine eingehende Beschäftigung mit den neuen Anforderungen wird über das laufende Berichtsjahr erfolgen. In Anbetracht dessen und der weiterhin verbleibenden Auslegungsunsicherheiten ist davon auszugehen, dass die Beurteilung der Angaben nach Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung – insbesondere die Beurteilung der Taxonomiefähigkeit und -konformität – im Laufe der Zeit schrittweise Anpassungen erfahren wird und eine Vergleichbarkeit innerhalb von Branchen erst nach und nach entstehen kann. Als Erst- und Rückversicherer ist der Talanx Konzern zur adäquaten Auswertung seiner Taxonomiekonformität zudem auf eine Vielzahl von externen Datenlieferungen der Kunden und Geschäftspartner angewiesen, wovon ein Großteil keiner europäischen Berichtspflicht unterliegt. Hierbei muss in den ersten Berichtsjahren mit zum Teil erheblichen Datenlücken im Zusammenhang mit Informationen zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen („Do no significant harm“ [DNSH]) gerechnet werden. In der entsprechenden Beschreibung finden sich weitere Informationen zum konservativen Umgang mit diesen Datenlücken. Im Erst- und Rückversicherungsgeschäft erachtet der Talanx Konzern alle Umsätze eines der im delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 beschriebenen Geschäftsbereiches nach Solvency 2 als taxonomiefähig, wenn direkte Deckungen von klimabedingten Naturgefahren nachgewiesen werden können. Der Nachweis erfolgt einerseits aus der internen Risikokontrolle und andererseits über den konkreten Nachweis eines entsprechenden Vertrags aus jedem identifizierten Geschäftsbereich. Alle anderen Geschäftsbereiche, die keine direkten klimarelevanten Deckungen beinhalten oder nicht im delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 beschrieben werden, stuft der Talanx Konzern vorbehaltlich weiterer Konkretisierungen seitens des Gesetzgebers als nicht taxonomiefähig ein. Dies umfasst folgende Produkte: (a) Krankheitskostenversicherung; (b) Berufsunfähigkeitsversicherung; (c) Arbeitsunfallversicherung; (d) Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung; (e) sonstige Kraftfahrzeugversicherung; (f) See-, Luftfahrt- und Transportversicherung; (g) Feuer- und andere Sachversicherungen; (h) Beistand. Der Nachweis der Taxonomiekonformität erfordert den Nachweis der Erfüllung der technischen Bewertungskriterien, welche den wesentlichen Beitrag der Rückversicherungstätigkeiten (Wirtschaftstätigkeit 10.2; NACE-Code K65.2.0) und Erstversicherungstätigkeiten (Wirtschaftstätigkeit 10.1; NACE-Code K65.1.2) zum Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ sicherstellen sollen. Anschließend muss nachgewiesen werden, dass diese Tätigkeiten keinen negativen Einfluss auf das Umweltziel „Klimaschutz“ nehmen, sowie, dass die Kriterien des Mindestschutzes eingehalten werden. Der delegierte Rechtsakt (EU) 2021/2139 umfasst für Rückversicherungsunternehmen fünf dedizierte technische Bewertungskriterien. Diese spiegeln Geschäftspraktiken und Prozesse wider, welche vom Gesetzgeber als Voraussetzung gesehen werden, um nachhaltige Umsätze i. S. d. EU-Taxonomie deklarieren zu dürfen. Der Talanx Konzern berücksichtigt in seiner Rückversicherungstätigkeit modernste Modellierungstechniken im Hinblick auf klimabedingte Naturgefahren. Für weitere Informationen zu dem Umgang mit diesen Risiken verweist die Talanx auf den Chancen- und Risikobericht des Konzerns. Der Talanx Konzern hat Prozesse implementiert, um sicherzustellen, dass wesentliche Bedürfnisse der Kunden im Hinblick auf klimabedingte Naturgefahren in Rückversicherungsprodukten berücksichtigt werden. Die Bepreisung dieser Produkte erfolgt risikobasiert, so dass präventive Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken (z. B. die Einhaltung von gewissen Baustandards) im Pricing berücksichtigt werden können. Für das obligatorische Geschäft wird nur der Anteil der Prämien eines Portefeuilles als taxonomiekonform ausgewiesen, der die technischen Bewertungskriterien erfüllt. Der Talanx Konzern unterstützt die Entwicklung innovativer Rückversicherungslösungen im Hinblick auf klimabedingte Naturgefahren, um den wachsenden Bedürfnissen der Kunden und der Gesellschaft gerecht zu werden. Die Bepreisung dieser Produkte erfolgt risikobasiert, sodass präventive Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken (z. B. die Einhaltung von gewissen Baustandards) im Pricing berücksichtigt werden können. Die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien für das Rückversicherungsgeschäft kann über standardisierte Prozesse, Arbeitsanweisungen und Guidelines sichergestellt werden. Diese gelten für alle Rückversicherungsprodukte (sowohl im obligatorischen als auch im fakultativen Bereich), welche grundsätzlich als taxonomiefähig erachtet werden und bei denen eine Gesellschaft des Talanx Konzern als Risikoträger fungiert. Zur Identifizierung der im Zusammenhang mit taxonomiekonformen Produkten stehenden Prämien greift der Talanx Konzern auf seine internen Risiko- und Klassifizierungsprozesse in der Versicherungstechnik zurück und berücksichtigt nur explizite Anteile von Rückversicherungsprodukten, welche der Deckung von im Anhang A des delegierten Klimarechtsakts (EU) 2021/2139 genannten klimawandelrelevanten Gefahren stehen. Hierunter fallen unter anderem windbezogene Naturgefahren wie Stürme, wasserbezogene Naturgefahren wie Flut und Starkregen und temperaturbezogene Naturgefahren wie Hitzewellen und Buschfeuer. Die hierdurch als taxonomiekonform ausgewiesenen Umsätze leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur Anpassung an Gefahren des Klimawandels. Für die Erstversicherungsunternehmen legt der delegierte Klima-Rechtsakt die folgenden fünf dedizierten technischen Bewertungskriterien fest: Führungsrolle bei der Modellierung und Bepreisung von Klimarisiken: Der Talanx Konzern berücksichtigt in seiner Erstversicherungstätigkeit modernste Modellierungstechniken in Hinblick auf klimabedingte Naturgefahren. Für weitere Informationen zu dem Umgang mit diesen Risiken wird auf den Chancen- und Risikobericht des Talanx Konzerns verwiesen. Produktgestaltung: Der Talanx Konzern bietet bei seinen taxonomiekonformen Produkten für spezifische Präventivmaßnahmen entweder Prämienreduzierungen oder ein Ausweiten des Versicherungsschutzes an. Dieses soll dem Kunden eine bessere Einschätzung und Reduzierung von klimabedingten Risiken ermöglichen und erfolgt mindestens jährlich im direkten Austausch zwischen Underwriter und Kunde. Innovative Versicherungslösungen: Im Talanx Konzern sind taxonomiekonforme Produkte auf einen ganzheitlichen Schutz des Versicherungsnehmers ausgelegt. Nach Eintritt eines klimabedingten Schadenereignisses werden die Folgekosten getragen. Weitergabe von Daten: Der Talanx Konzern ist in regelmäßigem Austausch mit staatlichen Behörden und teilt auf Anfrage Daten zu Analysezwecken, um den Wissensaufbau über Veränderungen durch den Klimawandel zu fördern. Hierdurch werden die Anforderungen gemäß des technischen Bewertungskriteriums 4.1 vollumfänglich erfüllt. Hohes Leistungsniveau nach einer Katastrophe: Im Falle von Großschadenereignissen im Zusammenhang mit klimabedingten Naturgefahren hat der Talanx Konzern hohe Abwicklungsstandards implementiert und handelt fair und zeitnah gegenüber seinen Kunden. Innerhalb des strategisch heterogen aufgestellten Erstversicherungsbereichs wurden alle wesentlichen relevanten Nichtlebensversicherungsprodukte, die Klimagefahren absichern, einem Fragebogen-Prozess unterzogen, um ein Produkt und die damit verbundenen Einnahmen als taxonomiekonform zu klassifizieren. Durch diese Analyse ergab sich nur ein kleiner Anteil an Produkten, welche als taxonomiekonform eingeordnet werden können. Um Wirtschaftstätigkeiten als nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie ausweisen zu können, muss sichergestellt werden, dass sie keine erheblichen Beeinträchtigungen weiterer Umweltziele fördern („Do no significant harm“). Für Erst- und Rückversicherungstätigkeiten muss dieser Nachweis für das Umweltziel 1 „Klimaschutz“ erbracht werden. Dies bedeutet, dass die als nachhaltig ausgewiesenen Tätigkeiten weder die Übertragung der Versicherung der Gewinnung, der Lagerung, des Transports oder der Herstellung fossiler Brennstoffe noch die Übertragung der Versicherung von Fahrzeugen, Sachanlagen oder anderen Anlagen, die diesen Zwecken dienen, umfassen. Der Talanx Konzern hat Prozesse implementiert, um sicherzustellen, dass die als taxonomiekonform ausgewiesenen Umsätze keine Deckungen im oben genannten Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen enthalten. Zur Identifizierung dieser Deckungen in den obligatorischen Rückversicherungstätigkeiten (die Deckung großer Portefeuilles) ist der Talanx Konzern auf Datenzulieferungen seiner Kunden und Broker angewiesen, welche aktiv anfragt werden. Im Berichtsjahr zeigen sich hierbei teils größere Datenlücken. Portefeuilles, zu denen keinerlei Informationen vorliegen, werden konservativ als nicht taxonomiekonform betrachtet. Es ist anzunehmen, dass die steigende Datenabdeckung über die kommenden Jahre die Quote der taxonomiekonformen Umsätze beeinflussen wird. Bei der Identifizierung im Rahmen der Erstversicherungstätigkeit kann der Talanx Konzern seine internen Branchenklassifizierungssysteme für die Geschäftskunden verwenden, um die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen beim Ausweis von taxonomiekonformen Umsätzen sicherzustellen. Um taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten ausweisen zu können, müssen diese im Einklang mit den Kriterien des Mindestschutzes (Minimum Safeguards) ausgeführt werden. In Ermangelung weiterer Konkretisierungen der EU-Kommission zu dieser Thematik stützt sich der Talanx Konzern bei der Bewertung auf die Empfehlungendes „Finalen Berichts zum Mindestschutz“ der Platform on Sustainable Finance (PSF) vom Oktober 2022. Hier werden folgende vier Kernthemen hervorgehoben, welche von Unternehmen berücksichtigt werden sollten: Einhaltung der Menschenrechte Verhinderung von Korruption und Bestechung faire Besteuerung fairer Wettbewerb Zu allen vier Kernthemen hat der Talanx Konzern Prozesse implementiert, um die Einhaltung bei seiner Geschäftstätigkeit zu gewährleisten. Für das Berichtsjahr sind keine Vorfälle oder anhängigen Verfahren bekannt, die einen Verstoß gegen die Mindestschutzvorgaben erwarten ließen. Die Taxonomiekennzahlen der Rückversicherung für das Geschäftsjahr 2023 enthalten Angaben zu den taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsätzen aus der Wirtschaftstätigkeit 10.2 Rückversicherung (NACE-Code K65.2.0). Die Taxonomiekennzahlen der Erstversicherung für das Geschäftsjahr 2023 enthalten Angaben zu den taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsätzen aus der Wirtschaftstätigkeit 10.1 Nichtlebensversicherung (NACE-Code K65.1.2). Für die Darstellung wurde das verpflichtende Template des Anhangs X für (Rück-)Versicherungsunternehmen des delegierten Rechtsakts (EU) 2021/2178 verwendet. Da Angaben zur Taxonomiekonformität erstmalig ermittelt wurden, weist der Talanx Konzern keine Vorjahreswerte dazu aus. Auch für die Taxonomiefähigkeit werden keine Vorjahreswerte ausgewiesen, da im Berichtsjahr erstmalig die Bilanzierung der Umsätze gemäß den Vorgaben von IFRS 17 zu erfolgen hat. Gemäß dem am 21. Dezember 2023 veröffentlichten FAQ-Entwurf der EU-Kommission weist der Talanx Konzern für die Rückversicherung nur die Prämien als taxonomiekonform aus, welche nachweislich der konkreten Deckung von klimabedingten Naturgefahren dient (Prämiensplit). Auch für die Erstversicherung war es kurzfristig möglich, über die Nutzung von Informationen aus dem Naturgefahren-Pricing oder mithilfe von Schadendaten denjenigen Teil der Prämie auszuweisen, welcher nachweislich und konkret der Deckung von Naturgefahren zugeordnet werden kann (Prämiensplit). Der Talanx Konzern weist nach Prämiensplit die Produkte „Named Perils“ und „All Risk“ des Risikoträgers HDI Global SE als taxonomiekonform aus. Der Ausweis der taxonomiekonformen zedierten Werte erfolgt über den Anteil am Gesamtversicherungsumsatz. Diese Ermittlung wird im kommenden Geschäftsjahr weiter verfeinert und auf andere Risikoträger erweitert. Von diesen Umsätzen werden für Erst- und Rückversicherung die identifizierten Umsätze, die im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen stehen, abgezogen. Die Taxonomie-Quote ergibt sich aus dem Verhältnis der taxonomiekonformen Umsätze (Zähler) zu den Gesamtumsätzen des Nichtlebensversicherungsgeschäfts (Nenner). Die Aussagekraft der mit dieser regulatorisch geforderten Methode ermittelten Kennzahlen zur Taxonomiekonformität der Produkte des Talanx Konzerns als Versicherungsunternehmen ist, insbesondere im Vergleich zu anderen Branchen, sehr begrenzt und spiegelt in keiner Weise die Nachhaltigkeitsambitionen des Talanx Konzerns wider. Der Talanx Konzern beobachtet die Entwicklungen rund um das Taxonomie-Reporting und wird diese bei der Weiterentwicklung der Berichterstattung berücksichtigen. Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb Integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns ist es, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu steuern und so weit wie möglich zu reduzieren. Als Unternehmen ohne physische Produktion, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, hat der Talanx Konzern im Betrieb grundsätzlich geringere Auswirkungen auf die Umwelt bzw. das Klima als beispielsweise produzierende oder rohstoffintensive Unternehmen. Gleichwohl beschäftigt der Konzern an seinen Standorten weltweit rund 28.000 Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen oder mobil arbeiten. Zudem kauft der Konzern Produkte bzw. Betriebsmittel ein, welche die Mitarbeiter benötigen, um ihrer Arbeit nachzugehen, seien es Büroausstattung, IT-Produkte oder Nahrungsmittel für die Kantinen. Auch im Betrieb arbeitet der Talanx Konzern daher konsequent an seinen zwei wichtigsten Umweltzielen: der Aufrechterhaltung der CO2-Neutralität (inkl. Kompensation verbleibender Emissionen) in Deutschland, wo rund 38 % der Mitarbeiter beschäftigt sind, sowie der konzernweiten Erreichung von Netto-Null-Emissionen im Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3, inkl. Kompensation verbleibender Emissionen) Der Konzern verringert dazu kontinuierlich seinen CO2-Ausstoß, nutzt Energie und sonstige Ressourcen möglichst effizient, bezieht Strom aus erneuerbaren Quellen und kompensiert die verbleibenden Emissionen in Deutschland durch Emissionsminderungszertifikate. Darüber hinaus bemüht sich der Talanx Konzern um eine verantwortungsbewusste Nutzung von Wasser und Papier sowie eine Reduktion des Abfallaufkommens. Der Talanx Konzern orientiert sich an dem internationalen Treibhausgas-(THG-)Standard ISO 14064. Auf dieser Grundlage wurde im Berichtsjahr 2023 das interne Rahmenwerk konsequent weiterentwickelt, das die Datenerhebung, das Berichtswesen und die Quantifizierung von THG-Emissionen konzernweit einheitlich abdeckt. Die THG-Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 sowie die Kategorien Geschäftsreisen, Energievorkette, Papier und Wasserverbrauch aus Scope 3 werden dabei entsprechend den Berichtsgrenzen, die im operativen Steuerungsansatz des THG-Protokolls definiert sind, gemessen und berichtet. Analog wurden im Jahr 2022 die Kategorien Data Center und Remote Working für Scope 3 in Deutschland aufgenommen und im Berichtsjahr 2023 auf internationale Einheiten ausgeweitet. Die Emissionszahlen für 2023 beinhalten darüber hinaus Emissionsdaten für das im Berichtsjahr übernommene Geschäft in Brasilien und der Türkei. Die Berichtskategorien sind dabei folgendermaßen definiert: Scope 1: direkte Emissionen aus der Verbrennung vor Ort (flüssige und gasförmige fossile Brennstoffe, eigene und geleaste Fahrzeuge sowie austretende Kältemittel aus Kühlanlagen) Scope 2: indirekte Emissionen aus bezogener Energie (Strom, Fernwärme, Dampf und Kühlwasser) Scope 3: indirekte Emissionen durch geschäftsbezogene Aktivitäten und Lieferketten (z. B. Geschäftsreisen oder eingekaufte Güter und Dienstleistungen) Im Jahr 2023 beliefen sich die Gesamtemissionen des Konzerns ohne die Hannover Rück-Gruppe auf 31.187 metrische Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e), was einer Reduktion von 34 % im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht. Im Detail lassen sich davon 8.821 Tonnen auf die Scope-1- und 9.739 Tonnen auf die Scope-2-Emissionen zurückführen. Die Emissionen in Verbindung mit Scope 3 belaufen sich auf 12.627 Tonnen. Aufgrund von verbesserter Datenqualität sowie angepasster Emissionsfaktoren für Flugreisen (DEFRA) wurde die Basis für die Berichtsjahre 2019 (auf 47.196 tCO2e), 2021 (auf 30.737 tCO2e) und 2022 (auf 30.714 tCO2e) angepasst. Die weitgehende Beibehaltung der erzielten Emissionsreduktion gegenüber 2019 weist auf nachhaltige Effekte durch die grundsätzlich veränderte Arbeitsweise, größtenteils jedoch durch das Ergebnis der fortgesetzten Bemühungen hin, den ökologischen Fußabdruck des Talanx Konzerns zu reduzieren. Kennzahlen und Ziele In den nachfolgenden Tabellen sind zum einen die wesentlichen Ziele sowie Maßnahmen und zum anderen die Taxonomiekennzahlen zu den Themen Klima- und Umweltbelange in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik zusammenfassend dargestellt. Neben den hier dargestellten ESG-Kennzahlen arbeitet der Talanx Konzern derzeit an der Entwicklung von konzerneinheitlichen Metriken bzw. Messgrößen und entsprechenden Prozessen, die konkrete Steuerungsansätze für klimaneutrale Investitions- und Versicherungsportfolios im Einklang mit den Pariser Klimazielen ermöglichen. Wesentliche Änderungen der Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr resultieren in erster Linie aus der erstmals möglichen Einordnung zu Taxonomiekonformität aufgrund berichteter Taxonomieinformationen von Emittenten in der Kapitalanlage. Der Talanx Konzern geht davon aus, dass sich die Kennzahlen mit steigender Datenverfügbarkeit auch in den kommenden Berichtsperioden ändern werden. Die Aussagekraft der mit dieser regulatorisch geforderten Methode ermittelten Kennzahlen zur Taxonomiekonformität der Produkte des Talanx Konzerns als Versicherungsunternehmen ist, insbesondere im Vergleich zu anderen Branchen, sehr begrenzt und spiegelt in keiner Weise die Nachhaltigkeitsambitionen des Talanx Konzerns wider. Der Talanx Konzern beobachtet die Entwicklungen rund um das Taxonomie-Reporting und wird bei steigender Bedeutung entsprechend handeln. Aufgrund der regulatorischen Vorgaben, wie die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2023 zu berichten sind, beziehen sich die Angaben zur Taxonomiekonformität und Taxonomiefähigkeit auf den Anteil der Umsätze und Investitionsausgaben (Capital Expenses [CapEx]), welche mit taxonomiekonformen, taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen Aktivitäten der Emittenten erwirtschaftet wurden. In der Investmentstrategie werden die Taxonomiekennzahlen der Emittenten bei der Analyse berücksichtigt. Im Produktgestaltungsprozess hat die EU-Taxonomie-Verordnung bisher keine strategische Auswirkung. Ziele und Maßnahmen: Klima- und Umweltbelange Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2023 Status 2022 Status 2021 Klima- und Umweltbelange in der Kapitalanlage Netto-Null-Emissionen bis 2050 Reduktion der CO2-Intensität (Scope 1 und 2) um 30 % gegenüber Basisjahr 2019 Konzernweit –34 % –20 % –15 % Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 Konzernweit 11,3 Mrd. EUR 1 7,9 Mrd. EUR 7,2 Mrd. EUR ESG-Screening des Anlageportfolios Konzernweit Laufend Laufend Laufend Rückzug aus Thermalkohle bis 2038: Ausschluss von Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert, sowie Abbau bestehender Investments in solche Unternehmen bis zum Jahr 2038 Konzernweit Laufend Laufend Laufend Rückzug aus Öl- und Gasbohrprojekten in der Arktis (Greenfield Arctic Drilling): keine Investitionen in Unternehmen, die 10 % oder mehr ihres Umsatzes mit der Offshore-Förderung von Öl und Gas oberhalb des nördlichen Polarkreises (66° 34' N) erzielen. Konzernweit Eingeführt – – Klima- und Umweltbelange in der Versicherungstechnik Netto-Null-Emissionen bis 2050 Reduktion der CO2-Intensität Konzernweit Laufend Laufend Laufend Rückzug aus Thermalkohle und Ölsanden bis 2038: Reduktion der Risiken im Bereich Thermalkohle-Infrastruktur ggü. Basisjahr 2019 Konzernweit Laufend Laufend Laufend ESG-Screening des Versicherungsportfolios Konzernweit Laufend Laufend Laufend Steigerung des Prämienvolumens im Bereich erneuerbare Energien und grüne Technologien Konzernweit Laufend Laufend Laufend Einschränkung der Projektversicherung im Zusammenhang mit Öl- und Gasförderung Konzernweit Eingeführt – – Ausschluss von Versicherungslösungen für „Deep Sea Mining“-Projekte Konzernweit Eingeführt – – Ausbau nachhaltiger Versicherungslösungen Ausweitung nachhaltiger Versicherungslösungen zur Minderung der Folgen von Naturkatastrophen Konzernweit Laufend Laufend Laufend Unterstützung der globalen Energiewende durch Versicherung erneuerbarer Energien und Technologien Konzernweit Laufend Laufend Laufend Betrieb Netto-Null-Emissionen bis 2030 (inkl. Kompensation verbleibender Emissionen) Reduzierung THG-Emissionen gegenüber 2019 Konzernweit 2 –34 % –35 % –35 % Optimierung der Energieverbräuche Konzernweit Laufend Laufend Laufend Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien Konzernweit Laufend Laufend Laufend 1 Der Betrag kann sich aufgrund von Änderungen der Zinssätze und Laufzeiten ändern, das Ziel wurde erstmals Mitte Dezember 2022 erreicht. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wurde das Ziel mit einem Volumen nachhaltiger Investitionen i. H. v. 11,3 Mrd. EUR überschritten; ohne eine vorgenommene Methodenänderung würde das Volumen mit 9,5 Mrd. EUR ebenfalls über dem Zielwert liegen 2 Ohne Hannover Rück-Gruppe Standardmeldebogen für die in Artikel 8 der Taxonomie Verordnung (EU) 2020/852 vorgeschriebene Offenlegung 1 in % in EUR Der gewichtete Durchschnittswert aller Kapitalanlagen von Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen, die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind, im Verhältnis zum Wert der Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden, mit folgenden Gewichtungen von Beteiligungen an Unternehmen wie unten aufgeführt: Der gewichtete Durchschnittswert aller Kapitalanlagen von Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen, die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind, mit folgenden Gewichtungen von Beteiligungen an Unternehmen wie unten aufgeführt: umsatzbasiert: 0,86 umsatzbasiert: 845.973.740 CapEx-basiert: 1,45 CapEx-basiert: 1.432.766.960 Der Prozentsatz der für den KPI erfassten Vermögenswerte im Verhältnis zu den Gesamtkapitalanlagen von Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen (Gesamt-AuM). Ohne Kapitalanlagen in staatliche Einrichtungen. Der Geldwert der für den KPI erfassten Vermögenswerte. Ohne Kapitalanlagen in staatliche Einrichtungen. Erfassungsquote: 100,00 Erfassungsbereich: 98.880.731.895 Zusätzliche, ergänzende Offenlegungen: Aufschlüsselung des Nenners des KPIs Der Prozentsatz der Derivate im Verhältnis zu den Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden. 0,42 Der Wert der Derivate als Geldbetrag. 414.772.894 Der Anteil der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU nicht unterliegen, an den für den KPI erfassten Gesamtaktiva: Der Wert der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU nicht unterliegen: Für Nicht-Finanzunternehmen: 32,79 Für Nicht-Finanzunternehmen: 32.420.173.323 Für Finanzunternehmen: 36,07 Für Finanzunternehmen: 35.670.400.823 Der Anteil der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht- Finanzunternehmen aus Nicht-EU-Ländern, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU nicht unterliegen an den für den KPI erfassten Gesamtaktiva: Der Wert der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen aus Nicht-EU- Ländern, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU nicht unterliegen: Für Nicht-Finanzunternehmen: 28,77 Für Nicht-Finanzunternehmen: 28.448.072.266 Für Finanzunternehmen: 20,72 Für Finanzunternehmen: 20.487.028.026 Der Anteil der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht- Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU unterliegen, an den für den KPI erfassten Gesamtaktiva: Der Wert der Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU unterliegen: Für Nicht-Finanzunternehmen: 5,62 Für Nicht-Finanzunternehmen: 5.555.644.537 Für Finanzunternehmen: 15,48 Für Finanzunternehmen: 15.310.269.468 Der Anteil der Risikopositionen gegenüber anderen Gegenparteien und Aktiva an den Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden: 9,62 Der Wert der Risikopositionen gegenüber anderen Gegenparteien und Aktiva: 9.509.470.850 Der Anteil der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens – mit Ausnahme der Kapitalanlagen für Lebensversicherungsverträge, bei denen das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird: 87,38 Der Wert der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens – mit Ausnahme der Kapitalanlagen für Lebensversicherungsverträge, bei denen das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird: 86.402.684.924 Der Wert aller Kapitalanlagen, durch die nicht taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten finanziert werden, im Verhältnis zum Wert der Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden: Der Wert aller Kapitalanlagen, durch die nicht taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten finanziert werden: umsatzbasiert: 17,13 umsatzbasiert: 16.933.778.785 CapEx-basiert: 19,39 CapEx-basiert: 19.168.683.270 Der Wert aller Kapitalanlagen durch die taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten finanziert werden, im Verhältnis zum Wert der Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden: Der Wert aller Kapitalanlagen, durch die taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten finanziert werden: umsatzbasiert: 12,74 umsatzbasiert: 12.595.632.331 CapEx-basiert: 9,88 CapEx-basiert: 9.773.934.625 1 Der Anteil der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens, die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind, im Verhältnis zu den gesamten Kapitalanlagen Zusätzliche, ergänzende Offenlegungen: Aufschlüsselung des Zählers des KPI Der Anteil der taxonomiekonformen Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU unterliegen, an den für den KPI erfassten Gesamtaktiva: Der Wert der taxonomiekonformen Risikopositionen gegenüber Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen, die den Artikeln 19a und 29a der Richtlinie 2013/34/EU unterliegen: Für Nicht-Finanzunternehmen: Für Nicht-Finanzunternehmen: umsatzbasiert: 0,52 umsatzbasiert: 518.128.587 CapEx-basiert: 1,12 CapEx-basiert: 1.104.921.807 Für Finanzunternehmen: Für Finanzunternehmen: umsatzbasiert: 0,00 umsatzbasiert: 0 CapEx-basiert: 0,00 CapEx-basiert: 0 Der Anteil der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens – mit Ausnahme der Kapitalanlagen für Lebensversicherungsverträge, bei denen das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird – die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind: Der Wert der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens – mit Ausnahme der Kapitalanlagen für Lebensversicherungsverträge, bei denen das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird – die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind: umsatzbasiert: 0,86 umsatzbasiert: 845.973.740 CapEx-basiert: 1,45 CapEx-basiert: 1.432.766.960 Der Anteil der taxonomiekonformen Risikopositionen gegenüber anderen Gegenparteien und Aktiva an den Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden: Der Wert der taxonomiekonformen Risikopositionen gegenüber anderen Gegenparteien und Aktiva an den Gesamtaktiva, die für den KPI erfasst werden: umsatzbasiert: 0,33 umsatzbasiert: 327.845.153 CapEx-basiert: 0,33 CapEx-basiert: 327.845.153 Taxonomiekonforme Aktivitäten – sofern „keine erhebliche Beeinträchtigung“ (DNSH) und soziale Sicherung positiv bewertet werden: in % Umsatz in % CapEx in % (1) Klimaschutz Umsatz: 94,80 Übergangstätigkeiten: 3,78 0,63 CapEx: 66,36 Ermöglichende Tätigkeiten: 24,00 12,05 (2) Anpassung an den Klimawandel Umsatz: 0,16 Ermöglichende Tätigkeiten: 0,06 4,62 CapEx: 27,56 (3) Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen Umsatz: Ermöglichende Tätigkeiten: CapEx: (4) Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft Umsatz: Ermöglichende Tätigkeiten: CapEx: (5 Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung Umsatz: Ermöglichende Tätigkeiten: CapEx: (6) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme Umsatz: Ermöglichende Tätigkeiten: CapEx: 1 Der Anteil der Kapitalanlagen des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens, die auf die Finanzierung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ausgerichtet oder hiermit verbunden sind, im Verhältnis zu den gesamten Kapitalanlagen Standardmeldebogen für die in Artikel 8 der Taxonomie Verordnung (EU) 2020/852 vorgeschriebene Offenlegung 1 Wesentlicher Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel Keine erhebliche Beeinträchtigung (DNSH) Wirtschaftstätigkeiten Absolute Prämien Anteil der Prämien Klimaschutz Wasser- und Meeres- ressourcen Kreislauf- wirtschaft Umweltver- schmutzung Biologische Vielfalt und Ökosysteme Mindestschutz in TEUR % Ja/Nein Ja/Nein Ja/Nein Ja/Nein Ja/Nein Ja/Nein A.1 Taxonomiekonformes Nichtlebensversicherungs- und Rückversicherungsgeschäft (ökologisch nachhaltig) 1.179.053,90 3,53 Ja Ja Ja Ja Ja Ja A.1.1 Davon rückversichert 476.004,61 1,42 Ja Ja Ja Ja Ja Ja A.1.2 Davon aus der Rückver- sicherungstätigkeit stammend 1.020.691,76 3,05 Ja Ja Ja Ja Ja Ja A.1.2.1 Davon rückversichert (Retrozession) 440.825,77 1,32 Ja Ja Ja Ja Ja Ja A.2 Taxonomiefähiges, aber nicht ökologisch nachhaltiges Nichtlebensversicherungs- und Rückversicherungsgeschäft (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) 19.700.009,75 58,95 B. Nicht taxonomiefähiges Nichtlebensversicherungs- und Rückver- sicherungsgeschäft 12.537.237,22 37,52 Insgesamt (A.1 + A.2 + B) 33.416.300,86 100,00 1 Der versicherungstechnische KPI für Nichtlebens- und Rückversicherungsunternehmen S – Sozialbelange Sozialbelange in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik Als börsennotiertes Unternehmen, das in über 175 Ländern für Kunden aktiv ist und rund 28.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist sich der Talanx Konzern seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Deshalb werden bei Kapitalanlage- und Versicherungsentscheidungen auch soziale Aspekte berücksichtigt. So ist für das regelmäßige ESG-Screening in der Kapitalanlage konzernweit die Wahrung von sozialen Standards und Prinzipien als wesentliches Filterkriterium festgelegt. Neben der Einhaltung der im UN Global Compact verankerten sozialen Kriterien hat der Talanx Konzern den Filterkatalog konsequent um internationale Sozialstandards wie die International Labour Organization’s (ILO) Conventions, die OECD Guidelines for Multinational Enterprises und die UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) erweitert. Zudem werden Investitionen in Unternehmen, welche in kontroverse Waffen (bspw. Anti-Personen-Minen) involviert sind, ausgeschlossen. Die sozialen Screening- bzw. Ausschlusskriterien werden im Responsible Investment Committee (RIC) festgelegt, regelmäßig überprüft sowie Empfehlungen an die Konzerngesellschaften im Hinblick auf das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen unter Wahrung des wirtschaftlichen Interesses der Versichertengemeinschaft gegeben. Das ESG-Screening wird für die liquiden Anlageklassen Aktien und Unternehmensanleihen durchgeführt. Mit nachhaltigen Investitionen in der Höhe von 11,3 Mrd. EUR engagiert sich der Talanx Konzern in der Finanzierung von öffentlichen Infrastrukturprojekten (u. a. Krankenhäuser und Bildungsstätten). Darüber hinaus investiert der Konzern in Social Bonds gemäß des Standards der International Capital Market Association (ICMA). Damit bringt der Talanx Konzern auch seinen sozialen Anspruch in der Kapitalanlagepolitik zum Ausdruck. Im Zuge der Überarbeitung des Sozialfokus der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Handlungsfeld „Sicherstellung des Zugangs zu Infrastruktur“ als soziales Schwerpunktthema aufgenommen. Der Zugang zu Infrastruktur wird aufgrund seiner positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft als soziales Kriterium angesehen. Das Handlungsfeld umfasst die Bereiche Verkehr, Energie, Telekommunikation, Abfallentsorgung und Recycling sowie Krankenhäuser, Universitäten und Gerichtsgebäude. Auch in der Versicherungstechnik sind soziale Aspekte für den Talanx Konzern von besonderer Bedeutung. Durch das Angebot von Versicherungsleistungen sichert der Konzern Menschen und Unternehmen weltweit verlässlich und langfristig gegen unterschiedliche Lebensrisiken finanziell ab. Das Leistungsspektrum in der Erstversicherung deckt existenzgefährdende Risiken für Privat- und Gewerbekunden ab. Außerdem ermöglicht das Rückversicherungsgeschäft, dass weltweit andere Versicherungsgesellschaften ebenso derartige Produkte anbieten können. Neben dieser zentralen Rolle als Risikoträger ist die Einhaltung internationaler sozialer Standards und Prinzipien ebenfalls ein wesentliches Entscheidungs- und Ausschlusskriterium bei der Zeichnung von Versicherungsrisiken. Soziale Aspekte fließen zunehmend auch in konkrete Produktlösungen ein. Der Konzern setzt sich beispielsweise in der Personenrückversicherung mit dem Trend der steigenden Lebenserwartung auseinander und unterstützt die Entwicklung innovativer und auf die Bedürfnisse des Endkunden zugeschnittener Rentenprodukte. In Deutschland wurden im Bereich der biometrischen Risiken neue Grundfähigkeitsversicherungen eingeführt. Neben der Risikolebensversicherung ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Produktportfolio. Darüber hinaus leistet der Konzern durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Agrarversicherungen oder Mikroversicherungen einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. Dadurch können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie die Folgen von Ernteausfällen sowie Krankheit absichern. Soziale Verantwortung nimmt der Talanx Konzern zudem u. a. in der Beratung wahr, indem er Kunden vor finanziellen Risiken schützt und eine Ergänzung sowie teilweise Alternativen zu staatlichen Sozialsystemen bietet. Insbesondere die Konzernprodukte im Bereich der Lebensversicherung tragen dadurch zu einer Entlastung der Sozialsysteme bei. Soziales Engagement als Unternehmen Gesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bereich, in dem der Talanx Konzern durch Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligeneinsätze und Spenden einen direkten gesellschaftlichen Beitrag leistet und zugleich das Mitarbeiterengagement fördern kann. Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde das Thema gesellschaftliches bzw. soziales Engagement zwar nicht als wesentlich identifiziert, dennoch stellt es ein wichtiges Thema für den Talanx Konzern dar, das im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie systematisch adressiert und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Review der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2022 wurde u. a. ein einheitlicher Rahmen für das soziale und gesellschaftliche Engagement geschaffen und in der Konzernstrategie verankert. Hieraus folgt, dass Projekte in den Bereichen „Diversity, Equity & Inclusion“, „Employee’s Journey“ und „Sicherung des Zugangs zu Bildung“ beim sozialen Engagement des Konzerns besondere Berücksichtigung finden. Aufgrund der dezentralen Ausrichtung des Konzerns und der tiefen Verankerung der lokalen Tochtergesellschaften an ihren jeweiligen Standorten wählt jede Tochtergesellschaft bzw. Niederlassung ihre eigenen Projekte aus und weist ihnen eigene Ressourcen zu. Das Engagement ist vielfältig und immer auf die lokalen Bedürfnisse in den jeweiligen Ländern abgestimmt. Dadurch erzielt der Talanx Konzern für die Gesellschaft positive soziale Effekte über seine eigene Geschäftstätigkeit hinaus. Arbeitnehmerbelange Als drittgrößter Versicherungskonzern Deutschlands mit Geschäftsbeziehungen in mehr als 175 Ländern ist der Talanx Konzern ein bedeutender Arbeitgeber sowie Aus- und Weiterbilder und hat als solcher Auswirkungen auf die Gesellschaft. Aufgrund der dezentralen Aufstellung des Konzerns und der damit einhergehenden lokalen Unterschiede wird nachfolgend ein Fokus auf Deutschland gelegt, wo rund 38 % der Mitarbeiter beschäftigt sind. Seit dem 1. Juli 2022 ist Caroline Schlienkamp im Konzernvorstand als Arbeitsdirektorin für den Bereich Group People & Culture verantwortlich. Die im Rahmen der Konzernstrategie 2025 erarbeitete Personalstrategie „HDI.X“ wurde Anfang 2023 kommuniziert und vom Bereich Group People & Culture durch diverse Maßnahmen untermauert und umgesetzt. Diese Maßnahmen sind in den vier strategischen Säulen „Hire“, „Develop“, „Inspire“ und „Xperience“ verankert. Im Sinne des Purpose des Talanx Konzerns „Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship“ ist es Ziel der Personalarbeit, die Mitarbeiter mit Blick auf die Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen und wertzuschätzen. Talanx als Arbeitgeber Der Talanx Konzern als Arbeitgeber legt Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese u. a. durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit sowie zur Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten. Darüber hinaus hat der Talanx Konzern in Deutschland bereits vor vielen Jahren u. a. Angebote zur flexiblen und verlässlichen Kinderbetreuung geschaffen, bspw. durch die betriebseigene Kindertagesstätte in Hannover oder die Unterstützung bei der Vermittlung von Kitaplätzen, durch Eltern-Kind-Büros oder durch einen steuerfreien Zuschuss bei kostenpflichtiger Unterbringung. Zusätzlich wird Mitarbeitern über einen Partner Hilfe beim Homeschooling oder Möglichkeiten zur Ferien- und Freizeitgestaltung (virtuell und vor Ort) angeboten. Nach dem im Jahr 2022 eingeführten Pilotprojekt zur Ferienbetreuung von Kindern der Mitarbeiter am Standort Hannover wurde das Angebot 2023 ausgebaut. Mit einem weiteren Partner unterstützt der Talanx Konzern Mitarbeiter, die die Pflege von Angehörigen und ihren Beruf koordinieren müssen oder selbst in eine Pflegesituation geraten. Zur Stärkung von persönlichen Ressourcen können Mitarbeiter in Deutschland im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurückgreifen – von geförderten Vorsorgemaßnahmen über Beratungsaktivitäten zur mentalen Gesundheit bis hin zur Suchtprävention. Zusätzliche Angebote exisitieren im Rahmen bewährter Projekte wie des „HDI Gesundheitsjahres“ oder einzelner Gesundheitstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Bei belastenden privaten, beruflichen und gesundheitlichen Situationen können Mitarbeiter kostenfrei und anonym eine professionelle persönliche Beratung durch einen externen Dienstleister sowie einen Familienservice nutzen. Die Vergütungssystematik des Konzerns besteht aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Zahlungen sowie aus Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Im Talanx Konzern wird das individuelle Entgelt durch die übernommene Funktion sowie die persönliche fachliche Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters bestimmt. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit nach dem Versicherungstarif wird eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung für den gesamten leitenden Bereich konzernweit einheitlich nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen. Der Konzern zielt darauf ab, eine leistungs- und verantwortungsbezogene sowie marktgerechte Vergütungsstruktur sicherzustellen. 2023 hatten die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des Talanx Konzerns (ohne Hannover Rück-Gruppe) zum sechsten Mal die Möglichkeit, am Belegschaftsaktienprogramm der Talanx AG teilzunehmen. Dieses Angebot haben 39 % der Mitarbeiter wahrgenommen und haben damit die guten Teilnahmequoten der letzten Jahre wieder erreicht. Die Mitarbeiter konnten flexibel unter drei Programmoptionen auswählen und dabei eine steuerfreie Subvention bis zum Höchstbetrag von 1.440 EUR erhalten. Damit wurden in den sechs Programmjahren des Belegschaftsaktienprogramms in Deutschland insgesamt 1.119.757 Aktien gezeichnet. Im Jahr 2023 hatten zudem die Mitarbeiter der HDI Global außerhalb Deutschlands weltweit erstmals die Möglichkeit, an einem internationalen Belegschaftsaktienprogramm teilzunehmen. Das Angebot haben 22 % der Mitarbeiter wahrgenommen. Insgesamt wurden 16.206 Aktien an die Mitarbeiter ausgegeben. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter und ihre Identifikation mit dem Unternehmen tragen zur moderaten Fluktuationsrate von 7,6 % und einer langen Konzernzugehörigkeit von durchschnittlich 14,8 Jahren der Mitarbeiter in Deutschland (ohne Hannover Rück-Gruppe) bei. Mitarbeitergewinnung und -entwicklung Seit 2021 tritt der Konzern als Arbeitgeber mit der einheitlichen Arbeitgebermarke HDI Group 5 in Deutschland auf. Die Umsetzung der Personalbeschaffung liegt in der Verantwortung der lokalen Personaleinheiten. In Deutschland (ohne Hannover Rück-Gruppe) wurde zur Optimierung und Weiterentwicklung der Recruiting-Maßnahmen im Jahr 2022 ein Recruiting-Center eingerichtet, in dem alle Recruiting-Maßnahmen inkl. Employer Branding & Sourcing in einer Hand zusammenlaufen. Auf diese Weise können Einstellungsprozesse beschleunigt und eine zielgruppenorientierte Kandidatenansprache sichergestellt werden. Der Recruiting-Prozess wurde im Geschäftsjahr 2023 hinsichtlich der Prozesssteuerung gezielt weiterentwickelt. Die grenzüberschreitende Rekrutierung von Talenten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die weltweiten Auslandseinheiten des Talanx Konzerns rekrutieren ihrerseits eigenständig neue Talente für den jeweiligen Heimatmarkt. Gleichzeitig hat der Talanx Konzern die Diversifizierung der Recruitingbasis in allen Ländern sowie die Förderung des internationalen interkulturellen Austauschs in seine Strategie aufgenommen. Der Fokus hinsichtlich der Mitarbeitergewinnung in Deutschland liegt auf der zielgruppengerechten Ansprache wie der Ausweitung der Social-Media-Aktivitäten und einem ansprechenden Arbeitgebermarketing. Im Jahr 2023 wurden Social-Media-Kampagnen im Rahmen der Recruitingstrategie entwickelt, um speziell jüngere Zielgruppen auf die Einstiegsmöglichkeiten im Talanx Konzern aufmerksam zu machen. Für Studenten stehen als Informationsquellen neben Berufsmessen und Unternehmensbesuchen auch Podcasts ehemaliger Studenten der HDI Group in Deutschland zur Verfügung. Potenzielle Mitarbeiter sollen ferner durch optimierte Teilzeitstellen-Ausschreibungen oder durch die Erweiterung der dualen Ausbildungs- und Studiengänge bzw. Traineeprogramme bedarfsgerecht angesprochen werden. Im Rahmen der strategischen Nachwuchsgewinnung fördert die HDI Group zudem auch Studenten über unterschiedliche Stipendienprogramme wie die HDI Stiftung oder das Deutschlandstipendium. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein zusätzliches internes Förderprogramm für Werkstudenten und Praktikanten eingeführt, um bereits eingestellte Talente zielgerichtet zu unterstützen. Im Rahmen von Personalentwicklungskonferenzen werden deutschlandweit systematisch die Potenzialträger des Konzerns unter den Mitarbeitern und Führungskräften identifiziert und gezielt gefördert. Zukünftig soll damit die Besetzung von vakanten Positionen mit eigenen Nachwuchskräften sichergestellt werden. Eine jährlich durchgeführte Nachfolgeplanung für Vorstands-, Führungs- und Schlüsselpositionen ermöglicht, dass Vakanzen schnell nachbesetzt werden können. Die Identifikation geeigneter Kandidaten für eine Nachfolge erfolgt auch unter Berücksichtigung internationaler Einheiten. Bei den Personalentwicklungskonferenzen wird zudem ein explizites Augenmerk auf Potenzialträgerinnen gelegt. Bei der Besetzung vakanter Führungspositionen im mittleren Management wird ein objektives Auswahlverfahren eingesetzt, das aus einer Eignungsdiagnostik und verschiedenen situativen Übungen mit mehreren Beobachtern besteht. Auch im europäischen Ausland wird dieses Verfahren genutzt. Vor der Besetzung von Positionen im oberen Management erfolgt ein extern durchgeführtes Management Assessment. Auf diese Weise wird bei der Stellenbesetzung auf allen Führungsebenen Objektivität sichergestellt. Die kontinuierliche Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter ist dem Talanx Konzern sehr wichtig. Die Anforderungen an das Know-how und die Kompetenzen ändern sich in einer volatilen Welt permanent. Um sich dieser Situation anzupassen, ermöglicht der Konzern seinen Mitarbeitern neben klassischen Lernformaten ein selbst gesteuertes, bedarfs- und interessengerechtes Lernen, z. B. über den Zugang zu digitalen Plattformen. Neben zahlreichen Angeboten zur Erweiterung von Fach-, Sprach- und Methodenkenntnissen wird auch ein Schwerpunkt auf die Entwicklung persönlicher Skills und und die Förderung einer wertschätzenden Unternehmenskultur gelegt. Veränderungen im Arbeitskontext wird durch speziell zugeschnittene Angebote, z. B. im Rahmen der agilen Transformation, Rechnung getragen. Einzelne Zielgruppen werden mithilfe verschiedener bedarfsgerechter, zum Teil internationaler Programme gefördert. Zu ihnen gehören beispielsweise Berufseinsteiger, ausgewählte Potenzialträger, Experten sowie Führungskräfte des mittleren und oberen Managements. Frauen werden mithilfe des Female Empowerment Programmes gezielt gefördert. Im Jahr 2023 endete die mehrjährige „Together Leadership Journey“, eine konzernweite Leadership-Initiative mit dem Fokus der systemischen Verankerung der Führungsprinzipien „Transparenz“, „Engagement“ und „Kollaboration“. Die Vorbereitungen für das Nachfolgeformat „Talanx Executive Campus“ haben begonnen. Der Talanx Konzern setzt sich dafür ein, dass alle Mitarbeiter offen ihre Meinung äußern und ein ehrliches Feedback geben können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. So bietet der Konzern unterschiedliche Formate wie das jährliche Mitarbeitergespräch „Let’s talk“ oder das partizipative Entwicklungsmodell „LET’S GROW“, das es Teilnehmern ermöglicht, systematisches Feedback von Kollegen einzuholen, als Instrumente etabliert. Die Bedeutung der Feedback-Kultur wird auch durch den zum fünften Mal in Folge durchgeführten „Organizational Health Check“ (OHC) deutlich. Hierbei werden Mitarbeiter des Konzerns u. a. zu ihrer Sicht auf Unternehmenskultur und -organisation befragt. Der OHC wird im Geschäftsjahr 2024 durch den im Jahr 2023 pilotierten „Engagement Survey“ abgelöst. Diversity, Equity & Inclusion Für den Talanx Konzern sind Diversity, Equity & Inclusion (DE&I) nicht nur wesentliche Bestandteile der Unternehmenskultur, sie werden auch als Chancen gesehen, um Potenzial zu entfalten und neue Perspektiven einzubringen. Für den Konzern sollen die am besten geeigneten Mitarbeiter gewonnen und langfristig gebunden werden, unabhängig von Alter, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Geschlecht und geschlechtlicher Orientierung, ethnischer Herkunft und Nationalität, sozialer Herkunft, Religion oder Weltanschauung oder sexueller Orientierung. Der Konzern setzt sich mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt durch den Vorstand bereits seit einem Jahrzehnt für DE&I ein. Ab 2023 wird die Verantwortung für Diversity, Equity & Inclusion durch die Arbeitsdirektorin wahrgenommen. Die Ansiedlung der Verantwortung bei einem Vorstandsmitglied spiegelt die Bedeutung des Themas im Konzern wider. Das Management von Diversity, Equity & Inclusion wird in den Personal- und Unternehmensprozessen systematisch verankert. Diese strategische Verankerung unterstreicht auch der Leitsatz des Konzerns (ohne Hannover Rück-Gruppe) „BeYou. Together we are traditionally different“. Das Bekenntnis zu DE&I sowie die verabschiedete Strategie finden Ausdruck in einer Reihe von Aktivitäten und Maßnahmen, die im Konzern bereits initiiert und zunehmend etabliert werden. Im Jahr 2023 wurden die Aktivitäten zur Aufklärung und Bewusstseinsschaffung weiter fortgeführt, u. a. mit einer digitalen Weiterbildungsreihe zu Menschen mit Behinderung, Workshops im Recruiting zu DE&I und einer Workshop- und Vortragsreihe zu den verschiedenen Generationen. Weiterhin ist es das Ziel des Talanx Konzerns, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Neben erweiterten Qualifizierungsangeboten, Mentoringprogrammen sowie dem Netzwerk Women@Talanx hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, die Hälfte aller vakanten Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Im Talanx Konzern gibt es verschiedene Netzwerke mit einem Bezug zu „Diversity, Equity & Inclusion“: das Frauennetzwerk Women@Talanx, das internationale LGBTIQ*-Netzwerk „pride@HDI“ sowie eine internationale DE&I Community, das HDI Starters-Netzwerk für Auszubildende und Studierende, der Safe(r) Space für und von Schwarzen Menschen und People of Color („BIPoC@HDI“) 6 , „Parents@HDI“ sowie „Internationals@HDI“. Verantwortung gegenüber Kunden Im Themenfeld „Verantwortung gegenüber Kunden“ sind insbesondere die verständliche Aufklärung über Versicherungslösungen, faire Beratung im Vertrieb sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für den Talanx Konzern wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit der Kunden. Das Zufriedenstellen der Kundenbedürfnisse besitzt höchste Priorität. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente. Die deutsche Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Seit dem 10. März 2021 gelten in der Europäischen Union verbindliche Rahmenbedingungen für nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor gemäß der Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates. Es bestehen unternehmensbezogene, produktbezogene und vermittlerbezogene Verpflichtungen: Unternehmen müssen über Nachhaltigkeit informieren Nachhaltigkeitsinformationen müssen in den Beschreibungen bestimmter Produkte (Versicherungsanlageprodukte – Insurance-Based Investment Products (IBIP), betriebliche Altersvorsorge (bAV), Riester- und Basisrentenprodukte) enthalten sein Versicherungsvermittler müssen allgemein und bei der Beratung bestimmter Produkte über Nachhaltigkeit informieren Darüber hinaus ist seit 1. Januar 2023 Level 2 der delegierten Verordnung zur EU-Offenlegungsverordnung ((EU) 2022/1288) vom 6. April 2022 anzuwenden. Mit ihr geht eine Konkretisierung der Offenlegungspflichten einher. Neu sind zu verwendende Mustervorlagen für vorvertragliche Informationen und Standmitteilungen, die Veröffentlichung von Statements zu nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAI) sowie die Konkretisierung von Offenlegungspflichten auf Produktebene. Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch zu diesem Kodex verpflichten sich Gesellschaften des Geschäftssegments Privat- und Firmenversicherung Deutschland auf freiwilliger Basis. Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) nach Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates gelten seit 23. Februar 2018 für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Zusätzlich wurden erhöhte Anforderungen an Qualifikation und Beratung festgelegt. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftssegments Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie die Tochtergesellschaften der Privat- und Firmenversicherung International und der Industrieversicherung in der EU erfüllt. Im Zuge der Ergänzung zweier delegierter Verordnungen wurden zum 2. August 2022 die bestehenden Vorgaben der IDD um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Nachhaltigkeitsfaktoren müssen im Rahmen des Produktentwicklungs- und Produktüberwachungsprozesses sowie in Bezug auf den Zielmarkt beachtet werden. Beim Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten sind Nachhaltigkeitsziele der Kunden im Rahmen der Ermittlung von Interessenkonflikten zu berücksichtigen. Zudem ist die Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung um die Erläuterung, die Abfrage und nach Möglichkeit die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen zu ergänzen. Alle Vorgaben werden durch die Gesellschaften des Geschäftssegments Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. Im Hinblick auf die IDD und deren Umsetzung in die Vertriebspraxis der Partner des Talanx Konzerns werden den Vertrieben der Bancassurance-Partner Coaches, Schulungen und Qualifizierungen der eigenen Vertriebskapazitäten oder die rechtskonforme Integration via Software zur Verfügung gestellt. Die Privat- und Firmenversicherung Deutschland verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank- und Kooperationspartner dazu, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Für die Vermittler im Exklusivvertrieb gilt vertraglich der HDI Basis-Kodex für Versicherungsvermittler, für Makler/MFA wird vertraglich auf die Grundgedanken des GDV-Verhaltenskodex bzw. eines geprüften Alternativkodex des Vermittlers verwiesen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zur Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird. Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex hat der Talanx Konzern für die HDI Versicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. Es erfolgt eine laufende Rezertifizierung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer nach dem Prüfungsstandard IDW PS980. Der HDI Deutschland Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der Gesellschaften, die dem GDV-Verhaltenskodex beigetreten sind, als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftssegments Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben. Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die betreffenden Talanx Gesellschaften in der Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft „Gut beraten – Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland“. Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen die nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente – von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externe Bewertungstools bis hin zu Marktstudien, Fachtagungen und Stakeholder-Dialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements. Menschenrechte und Lieferkette Der Talanx Konzern ist sich seiner Verantwortung gegenüber Kunden, Investoren, Mitarbeitern und Geschäftspartnern bei der Einhaltung der anwendbaren Gesetze, Konventionen und Bestimmungen zur Wahrung der Menschenrechte und aktiven Unterstützung von Arbeitnehmerrechten bewusst und nimmt sie in seiner Geschäftstätigkeit ernst. Die nachfolgenden Ausführungen dienen u. a. der Herstellung von Transparenz gemäß § 54 Abs. 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien, soweit anwendbar. Bereits im Jahr 2021 hat der Talanx Konzern seinen um Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten ergänzten Verhaltenskodex weltweit für alle Beschäftigten des Konzerns ausgerollt. Die Regeln des Verhaltenskodex stellen klar, dass niemand im Unternehmen durch Gewalt oder Einschüchterung in irgendeiner Form zum Arbeiten gezwungen werden darf. Jede Form von unfreiwilliger Beschäftigung, Kinderarbeit und Menschenhandel sowie andere Formen des Missbrauchs von Mitarbeitern sind ausdrücklich verboten. Auch ein fairer und respektvoller Umgang miteinander sowie die Achtung der Würde und der Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen sind als Grundlage gegenseitigen Umgangs wichtige Prinzipien im Verhaltenskodex des Unternehmens. Diese Regeln sind im Rahmen eines eigenen Kapitels zum Thema Nachhaltigkeit in der Compliance-Richtlinie des Konzerns verankert. Die Compliance-Richtlinie richtet sich an alle Beschäftigten des Talanx Konzerns weltweit (ohne Hannover Rück-Gruppe) und enthält Compliance-Mindeststandards. Das Kapitel beinhaltet insbesondere Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten, welche sich an den Pflichten des seit dem 1. Januar 2023 geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) orientieren. Der Talanx Konzern ist nach dem LkSG dazu verpflichtet, ein angemessenes und wirksames Risikomanagement zur Einhaltung bestimmter Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten einzurichten. Die Sorgfaltspflichten beinhalten die Pflicht zur Durchführung einer Risikoanalyse, um menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken im eigenen Geschäftsbereich sowie bei unmittelbaren Zulieferern zu ermitteln. Der Talanx Konzern hat die Risikoanalyse 2023 erstmals durchgeführt. Neben internen Regelungen, wie dem Verhaltenskodex, hat der Talanx Konzern mit dem Verhaltenskodex für Geschäftspartner auch ein Instrument geschaffen, um externe Partner zur Einhaltung von Menschenrechten anzuhalten. Das Dokument wurde im Jahr 2022 mit Blick auf die ab dem 1. Januar 2023 geltenden Bestimmungen des LkSG überarbeitet und neu veröffentlicht. Darüber hinaus veröffentlichte der Talanx Konzern auf seiner Unternehmenswebsite im Jahr 2022 eine Grundsatzerklärung zum Thema Menschenrechte, mit welcher sich der Konzern ausdrücklich zur Achtung von Menschenrechten und zur Anwendung von unternehmerischer Sorgfalt in Bezug auf diese Rechte bekennt. Der Talanx Konzern verfügt zudem über ein sowohl intern als auch extern zugängliches Hinweisgebersystem, welches die Meldung von Menschenrechtsverletzungen (auch anonym) ermöglicht. Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact verpflichtet sich der Talanx Konzern zur Einhaltung der internationalen Menschenrechte. Die ersten sechs Prinzipien der Initiative beinhalten die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen (ILO-Kernarbeitsnormen). Mit dem Beitritt unterstützt der Konzern, neben den internationalen Menschenrechten, ebenfalls die Vereinigungsfreiheit, fördert die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit und tritt für die Beseitigung von Diskriminierung von Mitarbeitern ein. Des Weiteren bekennt sich der Talanx Konzern zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen, von denen er aufgrund seiner Tätigkeitsschwerpunkte einige besonders fokussiert, darunter Themen wie Geschlechtergleichheit oder menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Maßnahmen zur Achtung von Menschenrechten in der Lieferkette werden insbesondere im Kapitel „Lieferantenmanagement“ ausgeführt. Überdies finden Menschenrechtsaspekte im Talanx Konzern auch bei der Kapitalanlage und im Bereich Versicherungstechnik Berücksichtigung (s. Kapitel „Sozialbelange in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik“). Seine Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte nimmt der Konzern auch durch eine systematische Förderung von Diversity, Equity & Inclusion im Rahmen der Personalstrategie wahr (siehe Kapitel „Diversity, Equity & Inclusion“). Kennzahlen und Ziele In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten sozialen Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt. Ziele und Maßnahmen: Sozialbelange Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2023 Status 2022 Status 2021 Soziale Belange in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik Stärkung sozialer Verantwortung in der Kapitalanlage ESG-Screening des Anlageportfolios Konzernweit Laufend Laufend Laufend Ausschluss von Emittenten, die gegen soziale Kriterien verstoßen Konzernweit Laufend Laufend Laufend Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 Konzernweit 11,3 Mrd. EUR 1 7,9 Mrd. EUR 7,2 Mrd. EUR Stärkung sozialer Verantwortung in der Versicherungstechnik Berücksichtigung sozialer Kriterien bei der Zeichnung von Risiken Konzernweit Laufend Laufend Laufend Ausweitung des Versicherungsschutzes für bislang nicht ausreichend versicherte Bevölkerungsgruppen Hannover Rück-Gruppe Laufend Laufend Laufend Soziales Engagement als Unternehmen Stärkung sozialer Verantwortung Unterstützung gemeinnütziger Projekte und sozialer Initiativen Konzernweit Laufend Laufend Laufend Förderungsprojekte durch HDI Stiftung HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Talanx als Arbeitgeber Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Flexible Arbeitszeitmodelle HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Ausbau der Unterstützung für Kinderbetreuung HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Ausbau der Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen HDI Group Deutschland Laufend Laufend Eingeführt Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter HDI Gesundheitsjahr mit themenspezifischen Angeboten HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend (Ärztliche) Mitarbeiterberatung und Suchtprävention HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Internationalität Internationale Programme, Hospitationen und Auslandsentsendungen Konzernweit Laufend Laufend Laufend Leistungsorientierte Vergütung Eingruppierungen der Tätigkeiten nach Versicherungstarif Konzernweit Laufend Laufend Laufend Stellenbewertungen für leitende Funktionen nach Hay-Methode Konzernweit Laufend Laufend Laufend Kulturelle Transformation Durchführung weltweiter Mitarbeiterbefragung Organizational Health Check (OHC) Konzernweit Abgeschlossen 2 Laufend Laufend Mitarbeitergewinnung und -entwicklung Talentgewinnung/optimale Besetzung von Vakanzen Weiterentwicklung eines Recruiting Centers HDI Group Deutschland Laufend Laufend – Beteiligung an Karrieremessen HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Durchführung von Assessment-Centern im mittleren Management HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Stärkung der Arbeitgebermarke HR-Podcast, gezielte Kampagnen HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Optimierung der Weiterbildungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte Together Leadership Journey zur Weiterentwicklung von Leadership Skills Konzernweit Abgeschlossen 3 Laufend Laufend Einführung neuer Entwicklungsprogramme (bspw. Female Empowerment Programme/„Induction Program for new managers“) HDI Deutschland/ HDI Global Laufend Laufend Laufend Förderung einer neuen Lernkultur HDI Group Deutschland Laufend Laufend Eingeführt Stärkung der Feedback-Kultur Konzernweit Laufend Laufend – Diversity, Equity & Inclusion Erhöhung der Diversität auf allen Führungsebenen, insbesondere in Bezug auf Frauen Frauen in Führungspositionen Konzernweit 33,9 % 32,3 % 31,7 % Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit Förderung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes durch beispielsweise Unconscious-Bias-Trainings bzw. Trainings gegen Rassismus und Diskriminierung HDI Group Deutschland Laufend Laufend Laufend Verantwortung gegenüber Kunden Stärkung des Kundendialogs Verständliche Aufklärung über Versicherungslösungen HDI Deutschland Laufend Laufend Laufend Menschenrechte und Lieferkette Umsetzung und Überwachung der LkSG-Due-Diligence-Pflichten Durchführung der LkSG-Risikoanalyse Konzernweit Eingeführt – – Überwachung des nach dem LkSG einzurichtenden Risikomanagements durch die Funktion Group Compliance Konzernweit Eingeführt – – 1 Der Betrag kann sich aufgrund von Änderungen der Zinssätze und Laufzeiten ändern, das Ziel wurde erstmals Mitte Dezember 2022 erreicht. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wurde das Ziel mit einem Volumen nachhaltiger Investitionen i. H. v. 11,3 Mrd. EUR überschritten; ohne eine vorgenommene Methodenänderung würde das Volumen mit 9,5 Mrd. EUR ebenfalls über dem Zielwert liegen 2 Wird 2024 durch das Engagement Survey ersetzt 3 Wird 2024 durch den Talanx Executive Campus ersetzt G – Governance Corporate Governance Für eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung ist eine konzernweite und effektive Corporate Governance von zentraler Bedeutung. Die Talanx AG unterliegt als börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hannover dem deutschen Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie dem Mitbestimmungsgesetz. Entsprechend bilden die drei Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung die oberste Führungs- bzw. Governance-Struktur des Konzerns. Die Aufgaben und Befugnisse der Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Talanx AG und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Talanx AG unterliegt dem zweistufigen System von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ernennt, überwacht und berät den Vorstand. Er ist in die Entscheidungsfindung bei grundlegenden Belangen eingebunden und arbeitet kooperativ mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Aufsichtsrat nimmt jedoch keine geschäftsführende Funktion ein, ganz im Sinne des dualistischen Systems der Unternehmensführung, in der Überwachung und Leitung bewusst getrennt sind. Der Aufsichtsrat der Talanx AG besteht nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz aus 16 Mitgliedern, die sich zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Der Aufsichtsrat hat vier ständige Ausschüsse eingerichtet, in denen Themen von wesentlicher Bedeutung vertiefend behandelt werden. Dazu zählt der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA), der sich u. a. mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems sowie Maßnahmen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-bezogene Aspekte befasst. Weitere Informationen zur allgemeinen Corporate Governance können den Corporate-Governance-Grundsätzen und der Satzung der Talanx AG sowie dem Abschnitt „Corporate Governance“ im Talanx Konzerngeschäftsbericht entnommen werden. ESG-Governance Im Berichtsjahr wurde die Nachhaltigkeits-Governance des Talanx Konzerns in diversen Anwendungsbereichen weiter ausgebaut und gestärkt. Der Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit im Konzern wurde durch die Benennung einer weiteren Expertin im Aufsichtsrat unterstrichen. Nunmehr vertreten drei Experten das Thema Nachhaltigkeit in diesem Gremium. Gleichzeitig wurde der Austausch mit dem Aufsichtsrat über das Thema Nachhaltigkeit u. a. durch ein Schulungsangebot intensiviert. Der Talanx Konzern ist ab dem Geschäftsjahr 2024 berichtspflichtig nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Im Berichtsjahr hat sich der Talanx Konzern intensiv mithilfe eines konzernweiten Implementierungsprogramms auf die resultierende Anpassung und Ausweitung des Berichtswesens im nichtfinanziellen Bereich vorbereitet. Des Weiteren hat die Nachhaltigkeitseinheit Group Strategy & Sustainability der Talanx AG weitere Unterstützung für das Thema durch den kontinuierlichen Ausbau der Nachhaltigkeitsfunktionen in den Geschäftssegmenten sowie einigen Zentralbereichen erhalten. Die Konzernfunktion Group Strategy & Sustainability ist Dreh- und Angelpunkt für die bestehenden Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns. Sie ist zuständig für Koordinierung und Weiterentwicklung sowie für den Anstoß neuer Aktivitäten auf Konzernebene und berichtet regelmäßig an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Über das konzernweite und funktionsübergreifende Nachhaltigkeitsnetzwerk unterstützt die Konzernfunktion zudem die operativen Einheiten des Konzerns dabei, den strategischen Nachhaltigkeitsansatz und die Richtlinien des Konzerns in seine Geschäftsprozesse zu integrieren. Ziel ist es u. a., neben einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie eine umfassende Governance zu etablieren und damit die interne Vernetzung sowie das Teilen von Best Practices zum Thema Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Über definierte Kernprozesse wird daher der Austausch mit Zentralfunktionen, Geschäftssegmenten sowie lokalen Konzerngesellschaften im Nachhaltigkeitsnetzwerk strukturiert. Sie dienen dazu, Transparenz über externe Anforderungen zu schaffen und diese möglichst effizient und effektiv in unternehmerisches Handeln zu übersetzen. Über das Expertennetzwerk hinaus erfolgt ein regelmäßiger Austausch innerhalb des Konzerns über verschiedene ESG-themenspezifische Arbeitsgruppen. Der Talanx Konzern setzt situativ und bedarfsabhängig auf externe Unterstützung. Auf Geschäftssegmentebene übernimmt jeweils die zuständige Nachhaltigkeitsfunktion in den Strategieabteilungen die übergreifende Koordination von Nachhaltigkeitsthemen. Sie verantwortet die segmentspezifische Umsetzung sowie die entsprechende Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Geschäftssegments. Analog zur Konzernfunktion für Nachhaltigkeit sind auch die Nachhaltigkeitsfunktionen der Geschäftssegmente dem jeweils verantwortlichen Mitglied des Talanx Vorstands organisatorisch direkt zugeordnet und berichten regelmäßig an dieses. Die organisatorische Verankerung unterstreicht nochmals die Wichtigkeit und strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Talanx Konzern. Mit dem Responsible Investment Committee (RIC) und dem Responsible Underwriting Committee (RUC), die jeweils von Mitgliedern des Konzernvorstands geleitet werden, wurden zudem zwei zentrale Nachhaltigkeitsgremien etabliert, die die strategiekonforme Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in alle Kernprozesse der Kapitalanlage und Versicherungstechnik regelmäßig kontrollieren und vorantreiben. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit trägt der Gesamtvorstand der Talanx AG. Entsprechend befasst sich der Vorstand regelmäßig mit dem aktuellen Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie sowie den strategischen Handlungsfeldern und der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Neben ESG-bezogenen Chancen und Risiken werden dabei auch die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns diskutiert. Seinen Nachhaltigkeits- und Transparenzanspruch unterstreicht der Talanx Konzern darüber hinaus durch seine freiwillige Selbstverpflichtung zu international anerkannten Richtlinien, Rahmenwerken bzw. Initiativen sowie ESG-spezifischen Berichtsstandards und durch das Nachhaltigkeitscommitment des Vorstands. Im Kerngeschäft hat sich der Talanx Konzern mit dem Beitritt zu den beiden UN-Initiativen Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainable Insurance (PSI) den in diesen Bereichen jeweils weltweit bedeutendsten Standards und Richtlinien für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet. Zudem ist der Talanx Konzern dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In einem stetigen Prozess treibt der Talanx Konzern die Implementierung der zehn Global-Compact-Prinzipien und Richtlinien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention voran. Seit dem Geschäftsjahr 2021 hat der Talanx Konzern Nachhaltigkeitsaspekte auch in das Vorstandsvergütungssystem integriert und einen Teil der variablen Vergütung des Vorstands an die Erreichung konkreter individueller Nachhaltigkeitsziele gebunden, die eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft unterstützen (siehe Vergütungsbericht, Seite 18 ff.). Um auch bei der ESG-bezogenen Berichterstattung hohe Transparenz und Datenqualität sicherzustellen, orientiert sich der Talanx Konzern an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), die sich weltweit als einer der wichtigsten Standards für ESG-Berichterstattung etabliert hat. Zudem ermöglicht die Orientierung an einem global etablierten Standard die Transparenz der Nachhaltigkeitsleistungen sowohl innerhalb von Branchen als auch über diese hinweg. Digitalisierung, Datenschutz und Cybersicherheit Digitalisierung Die Digitalisierung und das damit verbundene Innovations-, aber auch Disruptionspotenzial verändern die Erwartungen von Kunden sowie Geschäftspartnern hinsichtlich Leistungen und Services deutlich und treiben so den Wandel im Versicherungssektor kontinuierlich voran. Der Talanx Konzern greift das Thema Digitalisierung in der gesamten Wertschöpfungskette auf. Neben der Digitalisierung der internen Prozesse, stehen dabei digitale Prozesse und Produkte für die Kunden im Fokus. Digitale Innovationen werden dabei gezielt konzernübergreifend über Best Practice Labs unterstützt, beispielsweise durch den internationalen Austausch im Group Digital Lab, durch die Skalierung von innovativen Best Practices über sogenannte Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Start-ups und etablierten Technologieunternehmen. Daneben werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, um innovative Ansätze aus der Insurtech-Szene den operativen Einheiten des Talanx Konzerns vorzustellen und Pilotimplementierungen anzustoßen. Die Transparenz über digital verfügbare Talanx Assets ermöglicht einen schnellen Austausch und die Wiederverwendung der Best Practices. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung und insbesondere der strukturellen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung kommt den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit bzw. Cybersicherheit eine zentrale Bedeutung zu. Datenschutz und Cybersicherheit In einer zunehmend vernetzten globalen Welt sind Informationen und Daten zahlreichen Risiken, Bedrohungen und anderen unberechenbaren Herausforderungen ausgesetzt. Informations- und Cybersicherheit implizieren gleichzeitig auch immer die Gewährleistung des technischen Datenschutzes und bilden dabei einen wesentlichen Teil der durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geforderten angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen. Datenschutz sowie Informationssicherheit versteht der Konzern als wertschöpfende Elemente, da neue Technologien, Prozesse und Verarbeitungsmethoden nur dann Bestand haben, wenn sie von Anfang an datenschutz- und sicherheitskonform ausgestaltet werden. Datenschutz sowie Informations- und Cybersicherheit sind Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems (IKS) in der „zweiten Verteidigungslinie“ im aufsichtsrechtlichen Konzept des „Three Lines“-Modells. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten bestehen hierbei in der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken auf Gesamtunternehmensebene. Die Konzernbereiche „Information Security Office“ und „Data Protection“ bilden eigenständige Einheiten, die eng zusammenarbeiten. Gemeinsame Werte liegen sowohl in den Aspekten der technischen Sicherheit als auch im sensiblen Umgang mit Daten und Informationen. Diese Werte spiegeln sich insbesondere im sparsamen und zweckgebundenen Umgang mit Daten und Informationen wider – auch wenn Daten die Basis des Geschäfts des Talanx Konzerns sind und in Zeiten der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens in hoher Anzahl und Qualität erforderlich sind. Um Kundendaten sowie Vermögenswerte zu schützen und Angreifer aus dem Cyberraum abzuwehren, setzt der Talanx Konzern auf individuelle Erkennungsstrategien sowie Reaktions- und Notfallpläne. So können eventuelle Schäden reduziert und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um eine schnelle und vollständige Wiederherstellung der Systeme zu gewährleisten. Die Lenkung und Kontrolle des vom Vorstand eingerichteten Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) erfolgt durch die „Information Security“-Funktion und den Chief Informationen Security Officer (CISO) des Talanx Konzerns. Das zentrale HDI ISMS ist nach ISO/IEC 27001 zertifiziert. Der Konzernvorstand bzw. die Vorstände der Risikoträger erhalten einen vierteljährlichen Security-Report und werden in kritischen Fällen ad hoc informiert. Der CISO berichtet in direkter Linie an den Finanzvorstand des Konzerns. Grundlage für die Datenschutzstrategie des Konzerns ist die Einhaltung der Datenschutzgesetze. Die Geschäftsprozesse richten sich entsprechend an den datenschutzrechtlichen Vorgaben aus. Die Abteilung „Data Protection“ hat ein Berichtswesen implementiert, das mindestens jährliche Datenschutzberichte vorsieht und an die Geschäftsleitung gerichtet ist. Anlassbezogen besteht auch unterjährig eine direkte Berichtslinie an den Konzernvorstand. Das Datenschutzmanagementsystem ist zentral für den Anwendungsbereich der DSGVO, des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer datenschutzrechtlicher Vorschriften. Hierbei werden die typischen Verarbeitungsvorgänge insbesondere im Versicherungsgeschäft (Vertragsverwaltung, Schadenbearbeitung, Kommunikation mit Vertriebspartnern und Rückversicherern) ganzheitlich berücksichtigt. Die Konzern-Datenschutzrichtlinie regelt den Umgang mit Daten und Informationen in allen inländischen Konzerngesellschaften (ohne Hannover Rück-Gruppe) und schafft somit einen einheitlichen, verbindlichen Rahmen. Wesentliche Themen wie Dokumentationspflichten, Verantwortlichkeiten, Datenschutzbeauftragte und dedizierte Datenschutzkoordinatoren, Datenschutzkontrolle sowie transparente Datenverarbeitung sind dort geregelt. Alle proaktiven und präventiven Maßnahmen wie Schulungen oder anlasslose Kontrollen sind auf diese Konzernvorgaben ausgerichtet. Auch Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche bei Verletzungen der Datenschutzvorschriften sind in der Konzern-Datenschutzrichtlinie adressiert. Proaktive und reaktive Maßnahmen sorgen für Transparenz und ein hohes Schutzniveau bei allen Informations- und Datenverarbeitungsprozessen. Compliance Für den Talanx Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts eine unabdingbare Voraussetzung für den anhaltenden weltweiten Geschäftserfolg. Von den Geschäftssegmenten über die Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern – Compliance spielt für alle im Talanx Konzern eine wichtige Rolle. Group Compliance ist eine auf Konzernebene im Bereich Group Legal angesiedelte Abteilung. Sie wird vom Chief Compliance Officer geleitet, der direkt an das für Compliance zuständige Mitglied im Vorstand der Talanx AG berichtet. Ein weltweites Netzwerk von dezentralen Compliance-Verantwortlichen an den ausländischen Standorten unterstützt den Chief Compliance Officer bei seinen Aufgaben. So können lokale Compliance-Verstöße auch außerhalb der lokalen Hierarchie direkt an die Compliance-Abteilung berichtet werden. In dem etablierten Format „ComplianceXchange“ tauschen sich Group Compliance und die dezentralen Compliance-Verantwortlichen aus und entwickeln mögliche Best-Practice-Lösungsansätze. Ein wichtiges Element ist das Compliance-Management-System (CMS) des Konzerns. Das CMS besteht aus verschiedenen Komponenten, die systematisch ineinandergreifen: „Kultur und Regeln“, „Training und Kommunikation“, „Organisation“, „Risiken“, „Kern- und Koordinationsthemen“ sowie „Überwachung und Verbesserung“. Es baut auf dem Compliance-Regelwerk auf, das aus dem Talanx Verhaltenskodex, der Talanx Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen besteht. Der konzernweite Verhaltenskodex „Together for Integrity“ ist ein wirksames Instrument, um das Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts und freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen transparent zu machen. Der Kodex dient dazu, den Mitarbeitern grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen darzulegen und ihre damit zusammenhängenden Pflichten näher zu beschreiben. Er enthält u. a. ein klares Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte und verbietet jede Form von unfreiwilliger Beschäftigung, Kinderarbeit und Menschenhandel. Der Verhaltenskodex wird durch die laufend überarbeitete Talanx Compliance-Richtlinie konkretisiert. Die Grundsätze dieser Richtlinie gelten verbindlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands (ohne Hannover Rück-Gruppe). Das Talanx Hinweisgebersystem gibt Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie weiteren Geschäftspartnern die Möglichkeit, einen möglichen Verstoß gegen Gesetze oder Regeln des Verhaltenskodex auch anonym zu melden. Das System ist über die Talanx Website weltweit in insgesamt neun Sprachen erreichbar. Darüber hinaus können Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien dem jeweiligen Vorgesetzten oder direkt dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer übermittelt werden. Seit März 2023 können zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten auch Verletzungen von Menschenrechten sowie Umweltverschmutzung gemeldet werden. Compliance hat ein externes Tool für das Monitoring rechtlicher Änderungen implementiert. Die Ergebnisse aus dem Rechtsmonitoring von Gesetzesvorhaben, die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse der deutschen Erstversicherungsgruppe und der Konzernfunktionen haben können, werden den Führungskräften und Mitarbeitern vierteljährlich bzw. seit dem zweiten Quartal 2023 alle zwei Monate durch Compliance zur Verfügung gestellt, sodass die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben gewährleistet wird. Ein wesentlicher Bestandteil des Compliance-Verständnisses ist die regelmäßige Kommunikation von Compliance-Themen. Ziel ist es, die vereinbarten Regeln und Grundsätze in das Bewusstsein der Mitarbeiter zu transportieren und so die Compliance-Kultur im Unternehmen zu stärken. Die Schulungen sind daher eine wichtige Maßnahme zur Prävention von Regelbrüchen und eine grundlegende Säule des CMS. Korruptionsprävention ist ein wesentliches Kernthema von Compliance und damit ein essenzieller Bestandteil des Compliance-Managements im Talanx Konzern. Im Verhaltenskodex ist explizit geregelt, dass der Konzern gegen alle Arten von Korruption und Bestechung eintritt. In der Compliance-Richtlinie werden die Grundsätze weiter konkretisiert. Die Regeln für den Umgang mit Zuwendungen von und an Geschäftspartner sind in einer entsprechenden Arbeitsanweisung festgelegt. Der Talanx Konzern bietet zur Korruptionsprävention ein vielfältiges Informations- und Schulungsangebot, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren und die notwendigen Fähigkeiten zur Korruptionsbekämpfung zu fördern. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der Compliance-Vorgaben informiert. Dieser beinhaltet auch das Thema Korruptionsprävention. Dem Talanx Konzern sind für das Geschäftsjahr 2023 keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen aufgrund der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften bekannt. Lieferantenmanagement Neben den intern ausgerollten Verhaltenskodizes für Mitarbeiter, z. B. zur Einhaltung von Menschenrechten (siehe „Menschenrechte und Lieferkette“, Seite 102), erwartet der Talanx Konzern eine entsprechende Compliance ebenfalls von seinen Geschäftspartnern. Bei der Auswahl der Lieferanten achtet der Konzern darauf, dass nationale Gesetzgebungen im Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Werte der Talanx eingehalten werden. Um sein Commitment zu operationalisieren und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, verwendet der Talanx Konzern einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner. Das Dokument wird sowohl von Group Procurement als auch dem IT-Einkauf, z. B. bei Vertragsabschlüssen mit Lieferanten, genutzt und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Im Jahr 2022 erfolgte die Aktualisierung des Kodex vor dem Hintergrund des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). Mit der Einführung des LkSG zum 1. Januar 2023 wurden neue Prozesse geschaffen, um weltweit eine adäquate Transparenz über Lieferantenrisiken sowie eine gesetzeskonforme Analyse und Mitigation der identifizierten Risiken zu gewährleisten und den Anforderungen des LkSG somit in vollem Umfang gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang wurde u. a. eine externe IT-Plattform ausgewählt, welche die systematische jährliche Risikoanalyse gemäß LkSG unterstützt. Ein entsprechender Anwendungs-Rollout erfolgte 2023 im Rahmen der durchgeführten Risikoanalyse. Ein professionelles Lieferantenmanagement (IT-Einkauf und Group Procurement) wurde im Berichtsjahr eingeführt. Kennzahlen und Ziele In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten Governance-Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt. Ziele und Maßnahmen: Governance Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2023 Status 2022 Status 2021 Corporate Governance „Good Governance“ der Organisation sicherstellen Neues Vorstandsvergütungssystem gemäß ARUG II Konzernweit Laufend Laufend Eingeführt ESG-Integration in neue Vorstandsvergütung Konzernweit Laufend Laufend Eingeführt Berücksichtigung u. a. des Themenfeldes Nachhaltigkeit bei der Erklärung zur fachlichen Eignung und persönlichen Zuverlässigkeit der Aufsichtsratsmitglieder Konzernweit Laufend Eingeführt – Stärkung der Nachhaltigkeitsexpertise im Aufsichtsrat und turnusmäßige Befassung des Aufsichtsrats der Talanx AG mit dem Themengebiet Nachhaltigkeit Aufsichtsrat Talanx AG Laufend Eingeführt – ESG-Governance „Good Governance“ der Organisation sicherstellen Integration des Nachhaltigkeitsbereichs in den Bereich Konzernstrategie unter Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden Konzernweit Laufend Laufend Eingeführt Gründung eines konzernweiten Expertennetzwerks für Nachhaltigkeit Konzernweit Laufend Laufend Eingeführt Digitalisierung, Datenschutz und Cybersecurity Aufrechterhaltung des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) ISO-27001-Zertifizierungsschutz des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) durch jährliche Audits bzw. Rezertifizierung nach drei Jahren Konzernweit (exkl. Hannover Rück und einzelne (Auslands-)gesellschaften) Audit abgeschlossen Rezertifizierung erfolgt Laufend Stärkung Mitarbeitersensibilisierung Verpflichtende Mitarbeitertrainings zur Sensibilisierung für aktuelle Cyberangriffsmethoden Konzernweit Laufend Laufend Laufend Weiterentwicklung Steuerungsansätze Ausbau und Prozessoptimierung des internationalen Reportings Konzernweit (exkl. Hannover Rück und einzelne (Auslands-)gesellschaften) Laufend Laufend – Prozessoptimierung Einführung technisch workflowgestütztes Verfahrensverzeichnis gemäß DSGVO Konzernweit (exkl. Hannover Rück und einzelne (Auslands-)gesellschaften) Laufend Laufend Laufend Compliance Optimierung des Compliance-Managements Jährliche Überprüfung von Korruptionsrisiken im Rahmen der Compliance-Risikoanalyse sowie regelmäßiges Monitoring der entsprechenden Maßnahmen im Compliance-Plan Konzernweit Laufend Laufend Laufend Lieferantenmanagement Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Einkauf (IT-Einkauf und Group Procurement) Aufbau eines strategischen Lieferantenmanagements HDI Group Deutschland Eingeführt 2024 1 2024 1 1 Ursprünglich geplanter Einführungszeitpunkt 1 Bei der nichtfinanziellen Konzernerklärung handelt es sich um einen vom Gesetzgeber von der Abschlussprüfung ausdrücklich ausgenommenen Berichtsabschnitt (§ 317 Abs. 2 Satz 6 HGB). Die hier vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde jedoch von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers gemäß dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit geprüft 2 Der Talanx Konzern trifft Entscheidungen immer aufgrund der aktuellen Datenlage und vorliegenden Regulatorik. Sollten sich Voraussetzungen ändern, behält sich der Talanx Konzern ein Update der entsprechenden Entscheidungen vor 3 Umweltziel 1: Klimaschutz; Umweltziel 2: Anpassung an den Klimawandel 4 Umweltziel 3: Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen; Umweltziel 4: Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft; Umweltziel 5: Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung; Umweltziel 6: Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme 5 Die HDI Group umfasst im Employer Branding die Erstversicherungsgruppe in Deutschland 6 Black, Indigenous and People of Colour (BIPoC) Corporate Governance Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d Handelsgesetzbuch (HGB) 1 Hiermit gibt die Talanx AG Einblick in ihre Unternehmensführungspraktiken im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB sowie für die Talanx Gruppe gemäß § 315d HGB i. V. m. § 289f HGB. Unternehmensführung Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst, die sich am Deutschen Corporate Governance Kodex („DCGK“) orientieren ( www.talanx.com/media/Files/talanx-gruppe/pdf/corp_gov_de.pdf ). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. Der DCGK formuliert die aktuellen Best Practices der Unternehmensführung und hat zum Ziel, das deutsche Corporate-Governance-System transparent und nachvollziehbar zu machen sowie das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften zu fördern. Die Talanx AG hat im Berichtsjahr allen Empfehlungen des DCGK entsprochen. Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 wie folgt abgegeben: Entsprechenserklärung der Talanx AG nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (DCGK) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022) entspricht. Die Gesellschaft wird auch künftig den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 28. April 2022 entsprechen. Hannover, den 10. November 2023 Der Vorstand Der Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https://www.talanx.com/de/talanx_gruppe/corporate_governance/entsprechenserklaerung . Vergütung Vergütung des Vorstands Das aktuelle Vergütungssystem des Vorstands gilt seit dem 1. Januar 2021. Es wurde von der Hauptversammlung der Talanx AG am 6. Mai 2021 mit einer Mehrheit von 96,5 % gebilligt. Das Vergütungssystem wurde vom Aufsichtsrat mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters erarbeitet und entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes (AktG) sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner aktuellen Fassung vom 28. April 2022. Die Regelungen zur Vergütung und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Billigung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder. Das Vergütungssystem für den Vorstand sowie Einzelheiten zur aktuellen Vergütung des Vorstands der Talanx AG sind im Vergütungsbericht 2023 detailliert beschrieben, der auf Seite 18 ff. dieses Geschäftsberichts zu finden ist. Vergütung des Aufsichtsrats Auch das System zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Es ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Die Regelungen zur Vergütung des Aufsichtsrats und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Zuletzt war dies in der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 der Fall, in der die Hauptversammlung das derzeit geltende System der Aufsichtsratsvergütung beschlossen hat. Auf Seite 37 f. des Geschäftsberichts ist im Vergütungsbericht 2023 die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023 aufgeschlüsselt. Weitergehende Unternehmensführungspraktiken der Talanx AG Verhaltenskodex An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex „Together for Integrity“. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns, er zeigt mögliche Risiko- und Konfliktbereiche sowie deren Bedeutung für unser Unternehmen auf und erläutert sie. Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig, in verschiedenen Sprachen verfügbar und auf der Talanx Website für Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen öffentlich abrufbar: https://www.talanx.com/media/Files/talanx-gruppe/pdf/Verhalten_2023_DE.pdf . Nachhaltigkeit Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Das Thema Nachhaltigkeit stellt dabei einen der zentralen Eckpfeiler der Konzernstrategie dar. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen wie Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainabile Insurance (PSI) oder dem UN Global Compact (UNGC) sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und veränderte gesellschaftliche Wahrnehmungen reflektiert werden müssen. Weitere Ausführungen über den Umgang mit Nachhaltigkeit in der Talanx Gruppe können der nichtfinanziellen Konzernerklärung auf Seite 82 ff. entnommen werden, die einer separaten Abschlussprüfung nach ISAE 3000 mit begrenzter Sicherheit unterliegt. Compliance Compliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird. Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung. Darüber hinaus beobachtet die Compliance-Funktion fortlaufend die Entwicklungen des regulatorischen und gesetzlichen Umfelds. Die durch Risikoanalyse und Rechtsmonitoring gewonnenen Erkenntnisse fließen in den Compliance-Plan ein, der maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit ist. Das Ergebnis der Compliance-Arbeit wird im jährlichen Compliance-Bericht dokumentiert. In dem Bericht werden die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt. Der Vorstand legt den Compliance-Bericht dem Finanz- und Prüfungsausschuss jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens sowie der gesamten Gruppe vertrauensvoll zusammen. Hierbei werden sowohl die Chancen und Risiken für das Unternehmen als auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit angemessen berücksichtigt. Vorstand Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt unter Einbeziehung des Aufsichtsrates Ziele und Strategie fest. Nach § 8 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Im Einklang mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wird bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern auf Diversität geachtet. Außerdem werden nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellt, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Bestellungszeitraum soll dabei jeweils so bestimmt werden, dass er spätestens mit dem Ende des Monats ausläuft, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 4 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Zum verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken aus der Geschäftstätigkeit wurde ein angemessenes internes Kontrollsystem und Risikomanagement-System errichtet. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in der Informationsordnung für den Aufsichtsrat der Talanx AG näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats: die Verabschiedung der strategischen Grundsätze und Zielsetzungen für die Gesellschaft und den Konzern die Verabschiedung der Jahresplanung der Gesellschaft und des Konzerns die Aufgabe des Betriebs des Industrieversicherungsgeschäfts in inländischen Konzerngesellschaften der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Unternehmensverträgen der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensteilen ab einer bestimmten Größenordnung Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in regelmäßigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 f. des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse ihre Arbeit erfüllen. Die letzte, im Drei-Jahres-Turnus stattfindende, Selbstbeurteilung ist im Jahr 2022 durchgeführt worden und hat eine effiziente und wirksame Arbeitsweise bestätigt. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet: Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten Finanz- und Prüfungsausschuss Nominierungsausschuss Vermittlungsausschuss Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag zur Beschlussfassung über die Bestellung von Abschlussprüfern durch die Hauptversammlung vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie ihre Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Abs. 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Abs. 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Die Nachfolgeplanung erfolgt systematisch unter Berücksichtigung potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten für Führungs- und Vorstandspositionen im Konzern. Sie erfolgt im Einklang mit den Diversitätszielen und bildet regelmäßig einen Berichts- und Beratungspunkt in den Sitzungen des Ausschusses. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. In dem Zusammenhang hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. sichergestellt werden soll, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. – für die Arbeitnehmervertreter – im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens zwei sowohl von der Gesellschaft und deren Vorstand als auch vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen. Eine Überprüfung des bestehenden Aufsichtsrats hat ergeben, dass derzeit alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat als insoweit unabhängig anzusehen sind. Angaben zu Zielgrößen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG; gesetzliche Quote für den Vorstand gemäß § 76 Abs. 3a AktG und für den Aufsichtsrat gemäß § 96 Abs. 2 AktG Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %. Der Aufsichtsrat hat die Zielgröße für den Anteil von Frauen im Vorstand für den Zeitraum 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2027 auf mindestens 14 % (mindestens eins von sieben Mitgliedern) festgelegt. Derzeit ist eine Frau im Vorstand der Talanx AG vertreten. Damit wird auch der geschlechterspezifischen Mindestbeteiligungsquote für den Vorstand gemäß § 76 Abs. 3a AktG entsprochen. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands gilt eine Zielgröße von 0 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 25 %. Die Zielgröße von 0 % in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands wird ausschließlich damit begründet, dass diese für die Talanx AG aufgrund der Überführung des weit überwiegenden Teils der inländischen Mitarbeiter in die HDI AG aus nur einer Person besteht. Diversitätskonzept – Ziele für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Stand der Umsetzung Die Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils zwei davon sind Mitglied des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten, während eine der im Aufsichtsrat vertretenen Frauen Mitglied im Vermittlungsausschuss ist. Im Vorstand ist eine Frau vertreten. Bei der Besetzung des Aufsichtsrats wird darauf geachtet, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Fachkompetenzen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Rechnungslegung wurden im Berichtsjahr die Themen Abschlussprüfung, Internationalität, Personal, Risikomanagement, IT/Digitalisierung, Compliance und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Daneben werden die mit Inkrafttreten des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes (FISG) zum 1. Juli 2021 erweiterten Sachkundeanforderungen für Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt. Geachtet wird insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx wird darauf geachtet, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten. Auf Basis der Ziele für seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat der Talanx AG folgende Übersicht über seine Qualifikationen erstellt: Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter „Erläuterungen zur Konzernbilanz“, Anmerkung 16, erläutert. Hierunter finden sich auch Ausführungen zu der Ausgabe junger Aktien im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms und der Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts. Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien. Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält 76,7 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am Kapital Es sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Abs. 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren erstbestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Abs. 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Abs. 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Abs. 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Abs. 3 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Abs. 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 179 Abs. 2 AktG). Gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG i. V. m. § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Mai 2022 den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 4. Mai 2027, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 750 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 93.750.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 62.500.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Abs. 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Abs. 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 4. Mai 2027 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.874.068,25 EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 2.186.486,25 EUR – nach Zustimmung des Aufsichtsrats – verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-Klauseln Die Vertriebsvereinbarung mit der Deutschen Bank AG, der norisbank GmbH und den Postbank-Vertriebstöchtern vom 26. November 2020 enthält eine Klausel, die den Bankpartnern ein Kündigungsrecht einräumt, sofern eine der HDI Parteien einem Change of Control unterliegt und die Vertragsverpflichtungen als Versicherer nicht auf eine andere HDI Gesellschaft übertragen wurden. Gleichzeitig räumt der Vertrag HDI ein Kündigungsrecht ein im Falle eines Change of Control aufseiten des Bankpartners. Dabei wird als Change of Control der direkte oder indirekte Kontrollerwerb an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes, Unternehmen definiert. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. Nachtragsbericht Ereignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt „Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres“, Seite 322, beschrieben. 1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um einen vom Gesetzgeber von der Abschlussprüfung/Prüfung des Lageberichts ausdrücklich ausgenommenen Berichtsabschnitt (§ 317 Abs. 2 Satz 6 HGB; ungeprüfte Informationen) Risikobericht Risikostrategie Die Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verwoben. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt: Die Bewertung der Kapitalanlagerisiken der Gruppe entspricht höchstens 50 % des Gesamtrisikokapitalbedarfs. Die ökonomische Kapitaladäquanzquote beträgt mindestens 200 %. Der Zielkorridor der Solvency-2-Quote liegt bei 150 % bis 200 %. Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. Sie wird jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert. Talanx Enterprise Risk Model (TERM) TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns, d. h. des Talanx Konzerns, konzipiert. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung deckt auf Gruppenebene alle Risikokategorien ab. Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein, mit einer Ausnahme: Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt. Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2023 liegen noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote – vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen – hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2024 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2023. Wir gehen davon aus, die selbst gesetzten Grenzen einzuhalten. Geschäftsorganisation Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert: Unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagementfunktion) Compliance-Funktion Revisionsfunktion Versicherungsmathematische Funktion Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den – nicht fachlichen – Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand. Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönliche Merkmale. Risikomanagement-System Struktur des Risikomanagement-Systems Das Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Identifikation, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Risk-Management-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an. Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Risikobudget sowie ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein. Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche. Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagement-Funktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein. Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess: Risikomanagement-System Verantwortliche und Organisationseinheiten Wesentliche Rollen im Risikomanagement-System Aufsichtsrat Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die Risikostrategie und das Risikomanagement Vorstand Gesamtverantwortung für die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements Definition, Genehmigung und jährliche Durchsicht der Konzern- und Risikostrategie Festlegung wesentlicher Limit- und Schwellenwerte Etablierung des Frühwarnsystems Überwachung der Risikotragfähigkeit Festlegung zentraler risikostrategischer Parameter Spezifizierung konsistenter Gruppenstandards im Risikomanagement Laufende Überwachung des Risikoprofils Executive Risk Committee (ERC) Vorbefassung mit wesentlichen Risikomanagement-Sachverhalten, die eines Vorstandsbeschlusses bedürfen Steuerung, Koordination und Priorisierung der Aktivitäten der Service Center mit Dienstleistungen im Bereich Risikomanagement Behandlung von Limitbrüchen unterhalb der Wesentlichkeitsgrenze Genehmigung von Richtlinien und anderen Rahmenbedingungen in Übereinstimmung mit den Konzern-Rahmenbedingungen für die Governance des internen Modells des Konzerns, soweit sie eine Genehmigung des Vorstands in seiner Gesamtheit nicht erfordern Vorschlag und Überwachung der wesentlichen Limit- und Schwellenwerte sowie Empfehlungen zur Risikolimitierung Chief Risk Officer (CRO) Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung ( Identifikation, Bewertung und Analyse, Überwachung, Steuerung und Berichterstattung) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken der Aktiv- und Passivseite Verantwortung für das interne Modell der Gruppe Zentrales Risikomanagement der Gruppe Unabhängige Risikocontrollingfunktion auf Gruppenebene, d. h. geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Überwachung aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken der Aktiv- und Passivseite Entwicklung von Methoden, Standards und Prozessen zur Identifikation, Bewertung und Analyse sowie Überwachung und Steuerung von Risiken Berichterstattung zu identifizierten und analysierten Risiken Dezentrales Risikomanagement Unabhängige Risikocontrollingfunktion auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften d. h. ganzheitliche Überwachung (Identifikation, Bewertung und Analyse, Überwachung, Steuerung und Berichterstattung) aller aus lokaler Sicht wesentlichen Risiken der Aktiv- und Passivseite Entwicklung von Methoden, Standards und Prozessen für die Beurteilung und Überwachung von Risiken, insbesondere für die Solomodelle Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Durch jährliche Überprüfungen der Leitlinien gewährleisten wir die Aktualität unseres Risikomanagement-Systems. Dem Prinzip „zentrale strategische Steuerung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung“ folgend, wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert. Risikomanagement-Prozess und Kommunikation Wir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses. Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten. Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von weiteren Modellen ein. Hier sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserem Risikomanagementansatz berücksichtigen wir die bei der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten inklusive Unsicherheiten aus partieller oder fehlender Information zu Ereignissen, deren Konsequenzen oder deren Eintrittswahrscheinlichkeiten. Risikoberichterstattung Ziel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen. Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind u. a. über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation und der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft. Wesentliche externe Einflüsse auf das Risikomanagement Im Jahr 2023 waren insbesondere die nachfolgend beschriebenen externen Faktoren von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement. Geopolitisch wurden insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten sowie wachsende Spannungen in der Meerenge von Taiwan beobachtet. Diese Konflikte können unsere Kunden, unsere Tochtergesellschaften und den Talanx Konzern auf verschiedene Weise betreffen. Weitere Sanktionen gegen Russland oder gegen mit Russland kooperierende Staaten können sich auf den Welthandel und die Finanzmärkte auswirken. Eine Eskalation des Konfliktes im Nahen Osten kann sich je nach genauer Ausgestaltung ebenso auf den Welthandel und die Ölpreise auswirken und damit die makroökonomische Inflation wieder anheizen. Ebenso kann ein möglicher Konflikt zwischen China und Taiwan gravierende ökonomische Folgen verursachen und globale Lieferketten empfindlich stören. Die Aktienmärkte wiesen 2023 insgesamt eine deutliche Erholung auf. Insbesondere im ersten Halbjahr und in den letzten zwei Monaten des Jahres gab es deutliche Kurssteigerungen an den Börsen weltweit. War die makroökonomische Inflation zu Jahresbeginn noch spürbar angestiegen, schwächte sich der Effekt im Laufe des Jahres wieder ab. Viele Zentralbanken weltweit stoppten im Laufe des Jahres den Zinserhöhungszyklus und nährten gegen Jahresende die Hoffnung auf sinkende Zinsen. Dies war ein Grund für die steigenden Preise an den Aktienmärkten. Global gesehen gab es keine größeren Einschränkungen mehr durch Covid-Maßnahmen, gleichwohl blieb ein größerer ökonomischer Effekt durch die Lockerung der Maßnahmen insbesondere in China aus. Die direkte Exponierung des Konzerns in Russland und der Ukraine ist sowohl versicherungstechnisch als auch kapitalanlageseitig eher moderat. Einzelne Gesellschaften des Talanx Konzerns sind in verschiedenen Sparten auf unterschiedliche Weise betroffen. Während die meisten allgemeinen Versicherungspolicen eine Kriegsausschlussklausel enthalten, werden in bestimmten Sparten explizite Kriegspolicen angeboten. Vor allem in der Sparte Luftfahrt herrscht Unsicherheit über die endgültige Schadenexponierung. Die bisher erzielten Vereinbarungen eröffnen die Aussicht auf eine erhebliche Verringerung der ursprünglich angenommenen Schadenssumme. In der Sparte Schifffahrt liegt eine begrenzte Kriegsexponierung vor. Auch in der Region rund um Israel sind bisher keine größeren Schäden im Zusammenhang mit dem aktuellen Konflikt bekannt geworden. Risiken können sich insbesondere aus unabsehbaren Folgewirkungen oder weiteren Eskalationen ergeben. Es kann beispielsweise zu Prämienrückgängen und zu Schäden aus Cyberangriffen oder Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang mit Supply-Chain-Risiken kommen. Unser konzernweites Risikomanagement beruht auf vorausschauender Analyse; im Rahmen dessen werden regelmäßig diverse Szenarien untersucht, darunter auch Verschärfungen geopolitischer Konflikte und unsere möglichen Reaktionen auf derartige Entwicklungen. Dies schließt auch Analysen zu resultierenden Änderungen der Cyber-Bedrohungslage ein. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gab es verstärkte Cyberaktivitäten gegen Konfliktparteien sowie deren Verbündete und entsprechende kritische Infrastruktur. Mögliche Auswirkungen auf die von uns betriebene IT wurden überwacht. Als Folge der Covid-19-Pandemie, des Kriegs in der Ukraine und der damit bestehenden Herausforderungen der Energie- und Rohstoffversorgung ergab sich insbesondere in den letzten beiden Jahren eine deutlich erhöhte makroökonomische Inflation. In Bezug auf die Reservierung der Schäden und die unterliegenden Annahmen erhöhen sich damit die Unsicherheiten aus der schwer prognostizierbaren weiteren Entwicklung der Inflation. Weitere Unsicherheiten in der Prognose der Inflation können sich für das Jahr 2024 aus wahlpolitischen oder geopolitischen Entscheidungen ergeben. Dabei ist der Anstieg der makroökonomischen Inflation (z. B. gemessen an Konsumentenpreisen) von der für die Reservierung relevanten Schaden- und Kosteninflation zu differenzieren. Das erschwert die Feststellung der Folgewirkungen. Interne Sensitivitätsanalysen auf Basis makroökonomischer Szenarien zeigen, dass die gebuchten Reserven derzeit ausreichen, die Inflationsentwicklung zu kompensieren. Inflationstreiber werden von uns im gesamten Geschäftsblauf überwacht und u. a. durch Berücksichtigung in der Prämienkalkulation, durch Indexklauseln und Staffelprovisionen reduziert. Zudem sichern wir Inflationsrisiken teilweise über inflationsindizierte Wertpapiere ab. Im Berichtszeitraum entwickelten sich unsere Kapitalanlagen trotz zahlreicher geopolitischer Herausforderungen weiterhin sehr zufriedenstellend. Insbesondere die umfangreichen Fixed-Income-Bestände profitierten von dem deutlichen Zinsrückgang im letzten Quartal 2023. Auch bei den risikoreicheren Assetklassen waren nach einer Jahresend-Rallye im vierten Quartal deutliche Gewinne zu verzeichnen. Trotz deutlicher Turbulenzen bei regionalen US-Banken sowie der Rettung der Credit Suisse waren die Risikoaufschläge von Bankanleihen rückläufig, sodass sie analog zu Unternehmensanleihen im Wert stiegen. Aufgrund veränderter Lebensweisen infolge der Corona-Pandemie sind Büro- und Einzelhandelsimmobilien von rückläufiger Nachfrage betroffen, sodass die Bewertungen gewerblicher Immobilien insbesondere in den USA unter Druck stehen. Die restriktive Geldpolitik der Notenbanken EZB und Fed und damit einhergehend das Abkühlen wirtschaftlicher Aktivitäten in der Eurozone und in den USA führten zu einem Rückgang der beobachteten Inflation im Laufe des Jahres 2023 und der zukünftigen Inflationserwartung. In Erwartung bevorstehender Zinssenkungen durch die Zentralbanken nahmen die Zinsmärkte diese Entwicklung bereits im vierten Quartal 2023 vorweg. Der Zinsrückgang wirkte sich positiv auf die Bewertungsreserven der Kapitalanlage aus. Dieser Effekt ist für den Talanx Konzern jedoch aus einer Asset-Liability-Perspektive zu betrachten. Positiv wirkten sich die in weiten Teilen des Jahres 2023 höheren Zinsen auf die Neu- und Wiederanlage aus, die über dem Niveau der Vorjahre lag. Anleihen von Entwicklungsländern und Emittenten mit geringeren Bonitäten konnten ebenfalls von der verbesserten Stimmung im letzten Quartal des Jahres 2023 profitieren. Im Verlauf des Jahres reduzierten sich ihre Risikoaufschläge teilweise deutlich und trugen zusätzlich zu guten Ergebnissen im Bereich Fixed Income bei. Gegenüber dem US-Dollar und weiteren Währungen konnte sich der Euro 2023 gut behaupten, sodass die umfangreichen US-Dollar-Fremdwährungsbestände keine positiven Währungseffekte erzielen konnten. Naturkatastrophenereignisse im Jahr 2023 in verschiedenen Regionen der Welt hatten Auswirkungen auf die Gruppe. Im Berichtsjahr sind insbesondere das Sturm- und Hagel-Ereignis im Juli in Italien, das Erdbeben im Februar in der Türkei und der Hurricane „Otis“ im Oktober in den USA und Mexiko zu nennen. Naturkatastrophen sind untrennbar im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen. Die damit verbundenen Auswirkungen stellen eine große Herausforderung für das Risikomanagement dar. Zum Modellieren von Katastrophenauswirkungen nutzen wir sowohl externe als auch interne Risikomodelle. Die Überwachung der Risiken, die aus Naturgefahren resultieren, wird durch Stresstests, Szenario- und Sensitivitätsanalysen vervollständigt. Weitere Einzelheiten sind in der „nichtfinanziellen Erklärung“ (NfE) zu finden. Nach annähernd vierjähriger operationeller und finanzieller Erfahrung mit Covid-19 erachten wir die Risiken im Zusammenhang mit Covid-19 als beherrschbar. Der hybride Geschäftsbetrieb an unseren Standorten im Wechsel mit Arbeit der Belegschaft von zu Hause funktioniert reibungslos. Die Belastungen aus der Covid-19-Pandemie haben sich für das US-amerikanische Mortalitätsgeschäft im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich reduziert. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit im Nachgang zu Covid-19 beobachten wir fortlaufend. Auch die Auswirkungen auf unser Morbiditätsgeschäft in der Personen-Rückversicherung waren begrenzt. Wir verfolgen die möglichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unser weltweites Personen-Rückversicherungsgeschäft fortlaufend, erwarten jedoch zukünftig nur noch geringe Belastungen. Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung durch notleidende Kredite aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden. Auswirkungen aufsichtsrechtlicher Bestimmungen Die Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sind äußerst dynamisch. Aus Sicht des Konzerns wird in diesem Zusammenhang vor allem die Überprüfung der Solvency-2-Richtlinie durch die Trilogparteien Kommission, Rat und Parlament beobachtet. Bei dieser Überprüfung ist die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA involviert. Im September 2021 veröffentlichte die Europäische Kommission Legislativvorschläge für Änderungen an der Solvency-2-Richtlinie. Diese sehen u. a. neue makroprudenzielle Aufsichtsbefugnisse sowie Änderungen der Zinskurven und Anpassungen bei der Berechnung der Risikomarge vor. Zusätzlich hat die EIOPA umfangreiche Änderungen für die Berichterstattung der Versicherungsunternehmen vorgeschlagen. Im Dezember 2023 wurde eine Einigung zwischen Europäischem Rat und Europäischem Parlament erzielt. Es wird erwartet, dass die endgültige Umsetzung in nationales Recht im Jahr 2025 vollzogen wird und final 2026 in Kraft tritt. Auch die Entwicklungen rund um die Insurance Recovery and Resolution Directive (IRRD, voraussichtlich anzuwenden ab 2026) sowie den Digital Operational Resilience Act (DORA, anzuwenden ab 17. Januar 2025) werden verfolgt und deren Umsetzung im Konzern vorbereitet. Für den Konzern gilt darüber hinaus eine Reihe weiterer aufsichtlicher Vorgaben. So muss für die eingegangenen Risiken Kapital vorgehalten werden, das mittels unseres aufsichtlich genehmigten internen Risikomodells berechnet wird. Die konsolidierte Mindestkapitalanforderung ist die untere Schranke der Gruppensolvenzkapitalanforderung in der regulatorischen Sichtweise. Die Mindestkapitalanforderung der HDI Gruppe wird aus der Summe der gesellschaftsspezifischen Mindestkapitalanforderungen (MCR) gebildet, wobei diese für Gesellschaften mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) maximal 45 % und mindestens 25 % der Solvenzkapitalanforderung beträgt. Für Gesellschaften, die eine Genehmigung des (partiellen) internen Modells auf Soloebene besitzen, greift eine Kappung auf Basis des (partiellen) internen Modells. Für die übrigen EWR-Gesellschaften wird die Kappung auf Basis der Standardformel durchgeführt. Für Gesellschaften mit Sitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums wird die lokale Mindestkapitalanforderung angesetzt. Internes Kontrollsystem Das interne Kontrollsystem (IKS) betrachten wir als integralen Bestandteil der Unternehmensführung. Es stellt eine Zusammenfassung aller prozessintegrierten und prozessunabhängigen Überwachungsmaßnahmen (interne Kontrollen und organisierte Sicherungsmaßnahmen) dar, die sicherstellen, dass die Organisation und die Prozesse einwandfrei funktionieren. Es wird auf allen Ebenen der Gruppe ausgeübt und fokussiert auf Prozessrisiken und die zu deren Überwachung eingerichteten Kontrollen. Basis für ein gruppenweites konsistentes IKS ist dabei eine Konzernrahmenrichtlinie. Um die nachhaltige Einhaltung aller relevanten gesetzlichen, regulatorischen und selbst gesetzten Regeln sicherzustellen, führt die Compliance-Funktion entsprechende Überwachungs-, Frühwarn-, Risikokontroll- und Beratungsmaßnahmen durch, die im Compliance-Plan festgehalten sind. Durch die definierten Schnittstellen der Compliance-Funktion zu Group Auditing, Fachabteilungen mit Verantwortung für erweiterte Compliance-Themen, ausländischen Compliance-Verantwortlichen sowie den anderen drei Schlüsselfunktionen ist der relevante Informationsaustausch gewährleistet. Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS 1 Die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS und des Risikomanagements werden laufend sichergestellt, beispielsweise über eine Vielzahl von Qualitätssicherungsmaßnahmen oder die Revisionsfunktion. Das gesamte Governance- und Risikomanagement-System ist funktionsfähig, angemessen und wird auf hohem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagement-System Die zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden: Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Verantwortungsbereiche sind klar voneinander getrennt (Funktionstrennung). Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch Maßnahmen im IT-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Soweit möglich, kommt für die relevanten Systeme Standardschutzsoftware zum Einsatz. Die Prozesse, Kontrollen, Arbeitsanweisungen und Richtlinien des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt und werden anlassbezogen und mindestens einmal jährlich auf Angemessenheit und Anpassungserfordernisse hin überprüft. Die Finanzberichterstattung muss den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch, das konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards gewährleistet, wird regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher. Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-Tool mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorgeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird. Risikoprofil Maßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken: Versicherungstechnische Risiken Risiken aus Forderungsausfällen Risiken aus Kapitalanlagen Operationelle Risiken Andere wesentliche Risiken Das Risikomanagement beschäftigt sich auch gezielt mit Nachhaltigkeitsrisiken. Diese Risiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Gesellschaft haben kann. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene Risikokategorie dar und können sich grundsätzlich auf alle von uns analysierten Risikokategorien auswirken. Sie können sämtliche Bereiche unserer unternehmerischen Tätigkeit in Form von physischen Risiken sowie Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Umstellungsprozessen berühren. Versicherungstechnische Risiken Das versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein. Versicherungstechnische Risiken der Schaden/Unfallversicherung Reserverisiken Das Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag. Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der Survival Ratio abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 25,1 (24,3) Jahren. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu „Erläuterungen zur Konzernbilanz – Passiva“, Anmerkung 18). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Beratungsgesellschaften zusätzlich prüfen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat beispielsweise unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Finanzinstrumente tragen zu einem teilweisen Schutz dieser Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken bei. Weitere Angaben können dem Kapitel „Erläuterungen zur Konzernbilanz – Aktiva“, Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting“ entnommen werden. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, wird zudem die Auswirkung der zukünftig erwarteten Inflation auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Zusätzlich wurden die gesamten Reserven der Schaden/Unfallversicherung einem Stress unterzogen und die Auswirkungen auf die Basiseigenmittel unter Solvency 2 betrachtet. Es wird ein Anstieg der Rückstellungen um 5 % angenommen, beispielsweise aufgrund höherer Inflationserwartungen. Bei konservativer Berechnungsweise ergibt sich eine Veränderung der Basiseigenmittel von –1.854 (–1.777) Mio. EUR. Prämienrisiken Das Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken verweisen wir auf Anmerkung 18 im Konzernanhang. Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns: Geschäftsjahres-Grossschäden (netto) 1 In Mio. EUR 2023 2022 Großschadenbudget 2.200 1.810 Großschäden (netto) 2.168 2.176 davon Krieg Russland/Ukraine — 367 davon Naturkatastrophen 1.611 1.529 davon sonstige Großschäden 557 280 In % Schaden-/Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung 94,3 95,2 davon Großschäden (netto) 6,2 6,8 1 Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto, Nominalwerte (undiskontiert), für den Anteil des Konzerns Die Schadenquote (versicherungstechnische Aufwendungen [netto], dividiert durch Versicherungsumsatz [brutto]) beträgt für die gesamte Schaden/Unfallversicherung 81,0 (82,6) %. Im Segment Industrieversicherung beträgt die Schadenquote 74,5 (76,1) %, im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Schaden/Unfall 65,5 (63,1) %, im Segment Privat- und Firmenversicherung International 67,8 (72,2) %, im Segment Schaden-Rückversicherung 90,4 (90,3) % sowie im Segment Konzernfunktionen 97,1 (96,8) %. Zusätzlich wird die Sensitivität der Solvency-2-Basiseigenmittel bezogen auf das Prämienrisiko (ohne NatCat) bestimmt. Dabei wird ein 50-Jahres-Ereignis für Groß- und Basisschäden betrachtet. In diesem Stress ergäbe sich eine Veränderung der Basiseigenmittel von –2.012 (–1.982) Mio. EUR vor bzw. –1.375 (–1.442) Mio. EUR nach Risikominderungsmaßnahmen. Konzentrationsrisiken In der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Das Naturkatastrophenrisiko behandelt analog zum Prämienrisiko zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Das Naturkatastrophenrisiko wird auf Basis gruppenweit spezifizierter Szenarien hauptsächlich mit lizenzierten Anbietermodellen hergeleitet. Die Einheiten modellieren Schäden für Ereignisse in verschiedenen Gefahrenregionen, die Ergebnisse der Einheiten werden anschließend auf Gruppenebene aggregiert und pro Kumulszenario ausgewertet. Die Ergebnisse des Kumulszenarios Chile-Erdbeben beinhalten für das Jahr 2023 eine Modelladjustierung und den Abschluss des Kaufs der Liberty Mutual. Kumulszenarien inklusive Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, Auswirkung auf die Eigenmittel 1 In Mio. EUR Brutto Netto 2023 250-Jahres-Schaden USA-Hurrikan –4.871 –2.449 250-Jahres-Schaden Europa-Überschwemmung –4.588 –2.069 250-Jahres-Schaden USA Westküste-Erdbeben –3.766 –1.707 250-Jahres-Schaden Europa-Wintersturm –3.544 –1.588 250-Jahres-Schaden Chile-Erdbeben –6.219 –1.547 250-Jahres-Schaden Europa-Erdbeben –3.048 –1.407 250-Jahres-Schaden Japan-Erdbeben –2.415 –1.133 2022 250-Jahres-Schaden USA-Hurrikan –4.874 –2.354 250-Jahres-Schaden Europa-Überschwemmung –3.956 –1.464 250-Jahres-Schaden USA Westküste-Erdbeben –3.813 –1.599 250-Jahres-Schaden Europa-Wintersturm –3.019 –1.149 250-Jahres-Schaden Chile-Erdbeben –2.738 –1.362 250-Jahres-Schaden Europa-Erdbeben –2.879 –1.340 250-Jahres-Schaden Japan-Erdbeben –2.781 –1.115 1 Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren können von den Modellannahmen abweichen. Es handelt sich um vom Abschlussprüfer ungeprüfte Informationen Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab. Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen. Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr in Höhe von 2.168 (2.176) Mio. EUR beinhaltet insbesondere die Schäden durch ein Sturm- und Hagelereignis in Italien mit einem Nettoschaden in Höhe von 354 Mio. EUR, durch ein Erdbeben im Südosten der Türkei mit einem Nettoschaden in Höhe von 315 Mio. EUR sowie durch Hurrikan „Otis“ in Mexiko und den USA mit einem Nettoschaden in Höhe von 171 Mio. EUR. Die Verteilung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich wie folgt: Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 1 In Mio. EUR Brutto Rück Netto 2 31.12.2023 Deutschland 19.685 6.436 13.249 Vereinigtes Königreich 4.266 864 3.403 Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 3.471 322 3.149 Übriges Europa 7.099 1.585 5.515 USA 15.237 1.357 13.880 Übriges Nordamerika 2.028 1.795 233 Lateinamerika 2.391 386 2.005 Asien und Australien 6.260 549 5.711 Afrika 393 65 328 Gesamt 60.831 13.358 47.473 31.12.2022 Deutschland 18.041 5.698 12.343 Vereinigtes Königreich 4.510 838 3.673 Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 2.862 297 2.565 Übriges Europa 6.104 1.852 4.252 USA 13.030 1.326 11.704 Übriges Nordamerika 1.833 2.129 –296 Lateinamerika 2.217 378 1.839 Asien und Australien 6.247 511 5.735 Afrika 302 71 230 Gesamt 55.144 13.099 42.045 1 Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle 2 Nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen Der Versicherungsumsatz in der Schaden/Unfall-Erstversicherung verteilt sich nach Versicherungsarten wie folgt: Versicherungsumsatz nach Versicherungsarten und -zweigen 1 Brutto-Versicherungsumsatz Brutto-Versicherungsumsatz In Mio. EUR 2 023 2 022 Schaden/Unfall-Erstversicherung 17.346 14.794 Kraftfahrtversicherung 5.631 4.517 Sachversicherung 3.751 3.311 Haftpflichtversicherung 3.514 3.333 Unfallversicherung 410 350 Transport 1.140 915 Sonstige Schaden/Unfallversicherung 2.900 2.367 Schaden-Rückversicherung 16.824 16.265 Konzernfunktionen 965 849 Gesamt 35.134 31.908 1 Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Versicherungstechnische Risiken der Lebensversicherung Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien beinhalten. Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt „Operationelle Risiken“ diskutiert werden. Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-Erstversicherung Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Abweichungen von den Rechnungsgrundlagen können auch durch globale Trends beeinflusst werden. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. In Deutschland gehen wir gegenwärtig nicht davon aus, dass sich die Sterblichkeit mittelfristig coronabedingt erhöhen wird. Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein. Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden. Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen auf Basis einer prognostizierten Entwicklung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen. Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Bei unerwartet hohem Storno müssten auch Kapitalanlagebestände verkauft werden, die nach den Grundsätzen für das Anlagevermögen bilanziert werden und stille Lasten beinhalten. Dem gegenüber steht eine frei werdende Zinszusatzreserve. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite. Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen. Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten – anders als die variablen – nicht kurzfristig reduziert werden können. Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands. Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. Bandbreite der Sensitivitäten der versicherungs- technischen Risiken, Leben-Erstversicherung Veränderung der Basiseigenmittel in % 2023 2022 Sterblichkeit/Morbidität +5 % (ohne Rentengeschäft) –3 bis 0 –3 bis 0 Sterblichkeit –5 % (nur Rentengeschäft) –3 bis 0 –4 bis 0 Stornoquote +10 % –2 bis +2 –1 bis +2 Kosten +10 % –4 bis 0 –4 bis 0 Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. Dabei enthalten die Sensitivitäten keinen Ausgleich zwischen Renten- und Todesfallversicherungen. Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus Kapitalanlagen Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir grundsätzlich zwischen fonds- und indexgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fonds- und indexgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,3 (0,3) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2023 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,4 (1,4) %. Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Per 31. Dezember 2023 beträgt die Duration für den Gesamtkonzern für die verzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivaten) 6,9 (7,1) Jahre und die Macaulay-Duration der Verbindlichkeiten inklusive der erwarteten zukünftigen Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien 9,8 (11,5) Jahre. 2 Durch das ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-2-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität leicht unterschätzen und die Basiseigenmittel leicht überschätzen. Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt „Risiken aus Kapitalanlagen“ dargestellt. Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumina angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering. Versicherungstechnische Risiken in der Personen-Rückversicherung Für die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Die verwendeten biometrischen Rechnungsgrundlagen sowie Stornoannahmen werden fortlaufend hinsichtlich ihrer Angemessenheit überprüft und wo nötig angepasst. Dies erfolgt unter Verwendung unternehmenseigener Erfahrungsdaten sowie marktspezifischer Erkenntnisse. Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich überarbeitet, sodass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien überwachen, reduzieren wir das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen vorgenommen. Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen größtmögliche Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Das Risikoprofil in der Personen-Rückversicherung wird von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert. Dies liegt daran, dass in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Daneben spielen Morbiditätsrisiken eine zunehmend wichtige Rolle. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes US-amerikanisches Personen-Rückversicherungsportefeuille übernommen. Im Rahmen unseres Bestandsmanagements hatten wir im Jahr 2018 Ratenanpassungen eingeleitet. Dieser Vorgang wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Die Belastungen aus der Covid-19-Pandemie haben sich für dieses Portefeuille im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich reduziert. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit beobachten wir fortlaufend. Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: Sensitivitäten der versicherungstechnischen Risiken, Geschäftsbereich Rückversicherung Veränderung der Basiseigenmittel in % 2023 2022 Sterblichkeit +5 % (ohne Rentengeschäft) –6 bis –4 –6 bis –4 Morbidität +5 % –4 bis –2 –4 bis –2 Sterblichkeit –5 % (nur Rentengeschäft) –3 bis –1 –3 bis –1 Stornoquote +10 % –2 bis 0 –2 bis 0 Kosten +10 % –1 bis 0 –1 bis 0 Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sind Versicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten: Mindestverzinsung/Garantiezins Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. Risiken aus Forderungsausfällen Das Forderungsausfallrisiko besteht primär in der Gefahr der vollständigen oder partiellen Zahlungsunwilligkeit oder -fähigkeit von Gegenparteien und des damit verbundenen Zahlungsausfalls. Forderungsausfallrisiken bestehen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern sowie im Rahmen kurzfristiger Einlagen bei Kreditinstituten. Kreditrisiken aus festverzinslichen Kapitalanlagen adressieren wir im nachfolgenden Abschnitt unter Risiken aus Kapitalanlagen. Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt. Ausfallrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir u. a. Informationen externer Ratingagenturen heran. Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Die Vermögenswerte aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen – ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen – stellen das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Risiken aus Kapitalanlagen Das Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können. Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet: Optimierung der Rendite aus den Kapitalanlagen bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau permanente Erfüllung der Liquiditätsanforderungen (Zahlungsfähigkeit) Risikodiversifizierung (Mischung und Streuung) Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus. Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden. Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio der Kapitalanlagen für eigenes Risiko des Talanx Konzerns inklusive Hypothekendarlehen nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss: Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 76 (77) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar. Auf Staatsanleihen entfallen 51 (51) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM – im Gegensatz zur Standardformel – unabhängig von Emittenten und Emissionswährung immer unter Einbezug der Credit-Spread-Risiken. Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Credit-Spread-Risiken zu nennen. Zusätzlich sind einige der mit TERM bewerteten Gesellschaften gegenüber Zinsrisiken wesentlich exponiert. Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst. Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2023 betrug 2.247 (2.047) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,70 (1,64) % der betrachteten Kapitalanlagen. Das im Vergleich zum Vorjahr marginal gestiegene Marktrisiko ist u. a. auf den Rückgang des EUR-Zinsniveaus – insbesondere für mittlere und lange Laufzeiten – zurückzuführen. Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Bezüglich der unter IFRS 17 relevanten Kapitalmarktstresse verweisen wir auf das Ende des Abschnittes zu Kreditrisiken. Derivategeschäfte schließt der Konzern u. a. ab, um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, um den späteren Kauf oder Verkauf von Wertpapieren vorzubereiten oder um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente oder strukturierte Produkte, deren Einsatz sehr enge Grenzen gesetzt sind und die durch die Kapitalanlagerichtlinien geregelt werden, entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 14 im Kapitel „Erläuterungen zur Konzernbilanz – Aktiva“ des Konzernanhangs entnehmen. Kreditrisiken Kreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in: Emittentenrisiko (Ausfallrisiko, Migrationsrisiko) Kontrahentenrisiko (Wiedereindeckungs- und Erfüllungsrisiko) Konzentrationsrisiko Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten. Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und Schwellenwertsystem bzw. die segment- und gesellschaftsspezifischen Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im jeweiligen Portfolio sicherstellen. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen. Durch Clearing, Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 14 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert: Ausfallwahrscheinlichkeit, abgeleitet aus dem Kompositrating (zweitbestes Rating der verfügbaren Agenturratings von Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch und Scope) Verlustquote bei Ausfall/Loss Given Default (LGD), abgeleitet aus dem Grad der Besicherung bzw. der Seniorität einer Emission Exposure at Default: entspricht der erwarteten Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (C VaR) berechnet. Der C VaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des C VaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2023 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 6.131 (5.951) Mio. EUR bzw. 4,6 (4,7) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency 2 hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden. Der Rückgang des relativen Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus einem selektiven Risikoabbau innerhalb des Corporate-Bond-Portfolios. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns. Für die Steuerung der Kreditrisiken ist es von großer Bedeutung, einen Überblick über die Implikationen bestimmter Einflüsse auf Ebene des Konzernportfolios sowie auf Ebene einzelner Emittenten zu haben. Nachfolgend werden drei Kreditszenarien dargestellt: Credit-VaR-Stresstest 31.12.2023 31.12.2022 in Mio. EUR in % in Mio. EUR in % Ratingherabstufung um eine Stufe 7.115 +16 6.910 +16 Ratingherab stufung um zwei Stufen 8.342 +36 8.099 +36 Anstieg LGD um zehn Prozent- punkte 6.640 +8 6.467 +9 Die Tabelle zeigt die Sensitivität des C redit VaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A– beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 5,7 (5,5) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,2 (4,3) %. Exponierung in Anleihen mit Rating schlechter als A– In Mio. EUR Rating 1 Schuldtitel von Staaten Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen Schuldtitel von Finanz- instituten Schuldtitel von Industrieunternehmen Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldver- schreibungen Sonstige Gesamt 31.12.2023 Italien BBB 3.080 — 644 447 216 3 4.391 Brasilien BB 1.122 — 81 295 — 37 1.535 Mexiko BBB 390 2 149 297 — — 837 Südafrika BB 112 — 3 139 — 2 256 Ungarn BBB 97 — 15 23 — — 134 Türkei B 73 — 13 9 — — 96 Russland SD 2 20 — 1 9 — — 30 Sonstige BBB+ 70 — 29 49 — — 149 Sonstige BBB 316 336 75 267 — — 993 Sonstige <> 447 206 127 175 — — 956 31.12.2022 Italien BBB 3.478 — 632 456 174 1 4.742 Brasilien BB – 239 — 45 223 — 36 543 Mexiko BBB 363 — 143 270 — — 777 Südafrika BB – 103 — 4 133 — 2 242 Ungarn BBB 393 — 12 15 5 — 425 Türkei B 110 — 9 11 — — 130 Russland SD 2 25 — 1 9 — — 35 Portugal BBB 90 — 7 49 — — 147 Sonstige BBB+ 83 — 8 45 — — 136 Sonstige BBB 257 152 96 226 — — 731 Sonstige <> 353 128 80 178 — — 739 1 Maßgeblich sind externe Emissionsratings (Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch oder eine andere durch die Talanx nominierte Ratingagentur [ECAI]). Sind externe Emissionsratings von mehr als einer Agentur verfügbar, so gilt das zweitbeste 2 Selective Default gemäß Ampega-internem Rating Die maximale Ausfallrisikoexposition unserer Kapitalanlagen am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Im Konzern dienen insgesamt 1.854 (2.056) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Darin enthalten sind u. a. die von der Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktüblichen gestellten Sicherheiten, deren Höhe zum Bilanzstichtag 1.210 (1.334) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen können dem Kapitel „Konsolidierung“, Abschnitt „Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen“ des Konzernanhangs entnommen werden. Seitens der Gruppe wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 3,4 (3,1) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 542 (143) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können. Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen, nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 28 und 29. Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel „Erläuterungen zur Konzernbilanz – Aktiva“. Es wurden Kapitalmarktstresse anhand der Veränderung der Basiseigenmittel unter Solvency 2 durchgeführt. Dabei wurde die Zinskurve für alle Laufzeiten um 50 Basispunkte parallel verschoben, jeweils nach oben und unten in separaten Stressen. Für den Credit-Spread-Stress wurde die Spreadkurve für alle Ratings um 50 Basispunkte nach oben verschoben und die Volatilitätsanpassung (VA) dem neuen ökonomischen Umfeld – anhand der DVA-Berechnungslogik – angepasst. Der Stress der Zins- und Spreadkurve wird auf alle Investments angewandt, die zins- oder spreadsensitiv sind. Für den Aktienstress wurde der Marktwert aller börsennotierten Aktien im Bestand um –30 % gestresst und die Wirkung auf die Basiseigenmittel bestimmt. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Methode derart angepasst, dass eigenmittelverändernde Effekte aus Änderungen der Pensionsrückstellungen nicht mehr betrachtet werden. Dies hat Auswirkung auf die Zins- und Credit-Spread-Stresse. Die Änderung steht im Einklang mit den neuen Erfordernissen aus IFRS 17. Kapitalmarktstresstest 31.12.2023 31.12.2022 Veränderung der Basiseigenmittel in Mio. EUR in Mio. EUR Zinsen –50 Basispunkte –9 –65 Zinsen +50 Basispunkte –87 –31 Credit Spread +50 Basispunkte –864 –560 Aktien –30 % –261 –262 Liquiditätsrisiko Unter dem Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Das Liquiditätsrisiko resultiert aus dem unterschiedlichen zeitlichen Anfall von Zu- und Abflüssen von Zahlungen und entsteht insbesondere aus den Zuflüssen aus Kapitalanlagen und Prämien sowie der Unsicherheit der Auszahlungen für Versicherungsverpflichtungen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos liegt in der Verantwortung der operativen Einheiten. Hierzu verwenden sie angemessene Systeme, die die Besonderheiten der unterschiedlichen Geschäftsmodelle in der Gruppe entsprechend reflektieren. Auf diese Weise erzielen wir die größtmögliche Flexibilität bei der gesamten Liquiditätshaltung. Wesentliches Element der Steuerung des Liquiditätsrisikos ist das Asset-Liability-Management, um Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten angemessen aufeinander abzustimmen. Daneben bestehen zur Steuerung des Liquiditätsrisikos Limite und Schwellenwerte. Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen, weil die regelmäßigen Prämieneinnahmen zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Mithilfe der nachfolgenden Tabelle werden Höhe und Zeitpunkt der aus ausgestellten Versicherungsverträgen in Verbindlichkeitspositionen zu erwartenden Kapitalflüsse dargestellt. Netto-Verbindlichkeit aus ausgestellten Versicherungsverträgen Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Schaden/Unfall Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Leben Privat- und Firmenversicherung International Schaden- Rückversicherung Personen- Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022 Bis zu einem Jahr 6.212 6.198 1.228 1.147 2.307 2.120 4.342 3.277 7.516 5.018 1.703 1.875 1.072 1.145 –1.387 –1.179 22.992 19.601 Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre 3.067 3.257 446 418 2.120 1.990 1.451 1.343 8.722 8.529 1.100 1.098 630 459 –1.143 –1.170 16.393 15.924 Mehr als 2 Jahre und bis zu 3 Jahre 2.067 2.081 302 290 2.128 2.072 998 997 5.618 5.775 845 695 590 310 –676 –802 11.872 11.417 Mehr als 3 Jahre und bis zu 4 Jahre 1.492 1.386 236 228 2.382 2.198 833 863 4.274 4.213 368 361 133 124 –460 –521 9.259 8.852 Mehr als 4 Jahre und bis zu 5 Jahre 1.101 1.017 196 190 2.493 2.886 619 757 3.180 3.121 346 326 90 78 –332 –373 7.693 8.001 Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 2.588 2.423 630 617 12.935 13.650 2.138 2.270 7.353 7.294 1.178 1.115 291 253 –750 –859 26.362 26.763 Mehr als 10 Jahre 2.093 1.890 690 674 67.982 67.593 4.343 7.276 4.828 4.682 7.975 8.509 224 181 –577 –630 87.558 90.176 Kumulierter Zinseffekt –1.143 –2.380 –462 –516 –36.625 –39.112 –3.289 –5.859 –6.379 –6.541 –5.408 –5.751 –270 –262 680 859 –52.896 –59.560 Gesamt 17.476 15.873 3.266 3.048 55.721 53.396 11.436 10.923 35.112 32.090 8.108 8.231 2.759 2.288 –4.646 –4.675 129.231 121.174 Die Netto-Verbindlichkeit aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen hat eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die auf Anforderung zu zahlenden Beträge und der Buchwert der zugehörigen Portfolios von Verträgen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Auf Anforderung zu zahlende Beträge Auf Anforderung zu zahlende Beträge Buchwert Auf Anforderung zu zahlende Beträge Buchwert In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 Industrie- versicherung — — — — Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Schaden/Unfall 173 381 169 359 Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Leben 47.725 55.727 41.646 53.400 Privat- und Firmenversicherung International 4.029 6.145 5.656 6.430 Schaden- Rückversicherung — 35.112 — 32.090 Personen- Rückversicherung — 8.108 — 8.230 Konzernfunktionen — 2.759 — 2.288 Konsolidierung –33 –4.592 –34 –4.609 Gesamt 51.894 103.640 47.437 98.189 Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva bestehen für die Gruppe Vereinbarungen mit Kreditinstituten über Letter-of-Credit (LoC)-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 5,0 (4,6) Mrd. EUR. Sofern Laufzeiten vereinbart wurden, bestehen diese maximal bis zum Jahr 2028. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher nachteiliger Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. Auf Gruppenebene führen wir für die Talanx AG und den HDI V. a. G. zur Minderung des Liquiditätsrisikos regelmäßige Liquiditätsplanungen auf ein- und mehrjähriger Basis sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch unsere vorausschauenden Rechnungen können wir Risiken ex ante antizipieren und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten. Neben dieser Basisszenario-Planung identifizieren wir auf Gruppenebene im Rahmen eines Liquiditätsstresstests etwaigen Liquiditätsbedarf bei einer Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds und anderen adversen Szenarien. Unter anderem zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor, die insbesondere in Geldmarktanlagen bei ausgewählten Kreditinstituten mit guter Bonität platziert wird. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel „Vermögens- und Finanzlage – Unterkapitel Liquidität und Finanzierung“ des Konzernlageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und gegebenenfalls auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Für die Liquiditätssteuerung der Talanx AG werden Kapitalanlagen des Anlage- und Umlaufvermögens im Sinne von § 341b HGB berücksichtigt. Potenzielle Abschreibungen von Kapitalanlagen könnten sowohl einen direkten Einfluss auf das HGB-Ergebnis der Talanx AG als auch einen indirekten Einfluss über die Ergebnisabführungen/Beteiligungserträge von Tochtergesellschaften haben. In Bezug auf das Liquiditätsrisiko gehen wir unverändert davon aus, auch größeren, unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen zu können. Operationelle Risiken Operationelle Risiken umfassen das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts zwangsläufig verbunden. Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken haben wir die Prozesse im Konzern erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Schlüsselkontrollen versehen. Die quantitative Bewertung von operationellen Risiken erfolgt mithilfe von Szenariobetrachtungen, basierend auf Expertenbefragungen/-schätzungen zu Häufigkeit und Schwere von möglichen Verlustereignissen. Interne und externe operationelle Verlustdaten werden sowohl zur Unterstützung der Einschätzung als auch zur Validierung herangezogen. Im Folgenden werden die für uns bedeutendsten Subkategorien operationeller Risiken und entsprechende mitigierende Maßnahmen dargestellt: Ein operationelles Risiko besteht im Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieses Risikos ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere operationelle Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Über die Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen bei diesbezüglichen Fragen. Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen des behördlichen Umgangs mit rechtlichen Grundsatzthemen, so im Steuerrecht auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Das BMF hat 2017 eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die in unserer Gruppe zu Steuernachforderungen führen könnte. Diese Wertpapiertransaktionen waren zuvor nicht nur üblich, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der Kapitalanlage getätigt. Mit einer weiteren Verlautbarung im Jahr 2021 wurden die Regelungen zwar grundsätzlich nochmals verschärft, für die konkret getätigten Wertpapiertransaktionen ist jedoch auch eine Entschärfung möglich. Gestützt auf extern eingeholte Gutachten wird weiterhin von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen, die Steuernachforderung letztlich abwehren zu können. Zur Begrenzung eines Zinsrisikos bis zur endgültigen Entscheidung wurden im Jahr 2020 höchst vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht freiwillig Teilzahlungen auf die in den Steuerbescheiden festgesetzten Beträge an das Finanzamt geleistet. Der bilanzielle Ausweis der geleisteten Zahlungen erfolgte im Rahmen der Jahresabschlüsse 2020 im Kapitalanlageergebnis. Dieser Ausweis befindet sich im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Regeln und Befugnisse derzeit in rechtlicher Klärung. Neben dem Rechtsänderungsrisiko ist der Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in gerichtliche und außergerichtliche Verfahren involviert. Der Ausgang solcher Verfahren ist zumeist unsicher. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden – abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts – keine Rechtsstreitigkeiten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen. Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken, etwa im Zusammenhang mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister ist nach ISO 27001 – Informationssicherheit – zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Cyberangriffe bzw. der Verlust sensibler Informationen können mit erheblichen finanziellen Verlusten und auch Reputationsrisiken einhergehen. Um das Risiko erfolgreicher Angriffe zu reduzieren und potenzielle Auswirkungen zu begrenzen, treffen die Konzerngesellschaften im Rahmen zentraler Vorgaben Maßnahmen zum Schutz vor, zum Erkennen von und zur angemessenen Reaktion auf derartige Vorfälle. Andere wesentliche Risiken Als weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysiert werden können, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment – ORSA)berücksichtigt. Unter Emerging Risks verstehen wir neue zukünftige Risiken, deren Risikogehalt noch nicht zuverlässig bekannt ist und deren Auswirkungen nur schwer beurteilt werden können. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der (geo-)politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken – darunter auch Risiken verbunden mit künstlicher Intelligenz und Big Data – über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und externes Material zurück. Strategische Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital, Chancen und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. Reputationsrisiken sind Risiken, die zu einer Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partiell oder vollständig fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen stringenten Modelländerungsprozess implementiert. In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken können insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten bestehen. Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) stellen keine eigene Risikokategorie dar; vielmehr können sie sich in allen Risikokategorien manifestieren. Dies gilt insbesondere für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage und operationelle Risiken ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Beispielsweise können Vermögenswerte durch den Klimawandel an Wert verlieren oder die Verletzung sozialer Standards zu Reputationsschäden führen. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten entlang des gesamten Risikomanagement-Prozesses. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel beobachtet der Talanx Konzern Chancen und Risiken entlang verschiedener Dimensionen seiner Unternehmenstätigkeit. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die damit einhergehenden Maßnahmen, wie z. B. eine Erhöhung des CO2-Preises und/oder Reduzierung der Emissionsrechte sowie die Regulierung der Energieeffizienz, könnte den Marktwert von Investments in kohlenstoffintensive Sektoren sowie Staatsanleihen von Ländern, die wirtschaftlich stark von fossiler Energiewirtschaft und kohlenstoffintensiver Industrie abhängig sind, verringern. Darüber hinaus könnte eine abrupte Dekarbonisierung makroökonomische Verwerfungen bzw. Unsicherheiten zur Folge haben, welche eine höhere Risikoaversion und Volatilität an den Finanzmärkten bewirken könnte. Eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extremwettereignissen kann zu steigenden Risikoprämien und Bonitätsverlusten bei Staats- oder Kommunalanleihen stark exponierter Länder oder Regionen sowie anderer Vermögenswerte (z. B. Immobilien, Infrastruktur) führen. Der Talanx Konzern nutzt daher etwa ESG-Scoring-Modelle in der Kapitalanlage, um Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Diese können von der Reduzierung des Exposures bis hin zur kompletten Desinvestition betroffener Investments reichen. In der Versicherungstechnik können die Auswirkungen des Klimawandels zu einer Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Naturgefahren führen. Hierauf können wir durch kontinuierliche Anpassung von Modellen und Pricing aufgrund beobachteter und angenommener Entwicklungen reagieren. Gleichzeitig kann es auch an anderen Stellen zu neuen Schadentypen und -mustern kommen. Der Talanx Konzern begleitet Kunden bei der Anpassung ihrer Risikomanagement- und Präventionsmaßnahmen und sieht in diesem Beratungsfeld unternehmerische Chancen. Aus geänderter Rechtsprechung im Zusammenhang mit dem Klimawandel können sich für Kunden neue Haftungsrisiken ergeben. Auch hierfür steht der Talanx Konzern beratend zur Seite, prüft überdies die Auswirkungen auf das Portfolio und nimmt, wo notwendig, Anpassungen in der Risikodeckung (z. B. Ausschlüsse) vor. Ähnlich der ESG-Risiken gehen geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, wie aktuell in der Ukraine oder im Nahen Osten, mit einer Vielzahl diverser Risiken einher. So können – wie im Fall des Krieges in der Ukraine – etwa große Risiken für politische Machtverhältnisse weltweit entstehen. Es sind erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Währungsmärkte möglich. Grundsätzliche Risikopotenziale ergeben sich auch im Bereich möglicher Sanktionsverstöße im Rahmen der sehr dynamischen Entwicklungen. Entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung, beispielsweise die fortlaufende Prüfung von Sanktionslisten und Weitergabe relevanter Informationen an operative Bereiche, wie Underwriting, Schaden und Vertrieb, wurden ergriffen. Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Es lassen sich aus unserer Sicht – unter Berücksichtigung von Modellunsicherheiten etwa aufgrund fehlender Informationen zu Ereignissen, deren Konsequenzen oder deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie etwaigen Unzulänglichkeiten in Folgerungsprozessen – keine Risiken erkennen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen. Die Kapitalausstattung wird fortwährend vor dem Hintergrund von möglichen Änderungen im Risikoprofil überprüft. Unser Risikomanagement-System überwacht fortlaufend die Aufnahme und Änderung von Risiken und ist in der Lage, flexibel auf sich ändernde interne und externe Faktoren zu reagieren. Die folgenden – in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach aufgeführten – Risiken bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden/Unfallversicherung, das Naturkatastrophenrisiko, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung, das operationelle Risiko sowie das Forderungsausfallrisiko. Für das Management des Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken als gut aufgestellt. 1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um ungeprüfte Informationen 2 Die hiermit ausgewiesene Kenngröße basiert auf den mit den Bewertungsmodellen berechneten Cashflows der Verbindlichkeiten, bezogen auf den sogenannten Certainty-Equivalent-Pfad, was der aktuellsten Vorgabe der EIOPA im Rahmen des Stresstests von Versicherern bzw. den Lieferungen im sogenannten Financial Stability Reporting entspricht Prognose- und Chancenbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft hat sich 2023 in einem Umfeld immer noch erhöhter Inflationsraten, einer deutlich restriktiveren Geldpolitik rund um den Globus sowie bestehender (Ukraine) und neuer (Israel) geopolitischer Konflikte weiter abgekühlt. Obwohl die meisten Notenbanken angesichts zuletzt rückläufiger Inflationsraten ihren Zinsgipfel voraussichtlich bereits erreicht haben, dürften die Nachwehen der geldpolitischen Straffung die Konjunktur noch weit bis ins Jahr 2024 belasten. Die Industrieländer sollten dabei die Talsohle im ersten Halbjahr 2024 durchschreiten, während die Schwellen- und Entwicklungsländer bereits ab dem Frühjahr wieder kräftiger wachsen könnten. In Deutschland und der Eurozone dürfte sich die weitgehende Stagnation des Vorjahres bis in den Sommer hinein fortsetzen. Die sinkende Inflation sollte dann in Verbindung mit einem kräftigen Lohnwachstum angesichts enger Arbeitsmärkte zu realen Einkommenssteigerungen führen und dem privaten Konsum Auftrieb geben. Auch sollten es diese Entwicklungen der EZB erlauben, ab dem zweiten Quartal einen behutsamen Zinssenkungszyklus zu beginnen. Im zweiten Halbjahr dürfte darüber hinaus eine Belebung der Weltwirtschaft Exporten und Investitionen Auftrieb geben. Waren wir schon zuvor davon ausgegangen, dass die Energiekosten in Europa nicht mehr auf ihr Niveau vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs zurückfallen und damit eine dauerhafte Belastung für Unternehmen und private Haushalte darstellen werden, ist mit dem Konflikt zwischen der Hamas und Israel und der einhergehenden Störung der Lieferwege durch das Rote Meer ein weiterer Risikofaktor hinzugekommen. Anders als in Europa ist die US-Wirtschaft bis ins vierte Quartal 2023 hinein kräftig gewachsen. Hier dürfte nun der Hochpunkt erreicht sein: Wir rechnen im ersten Halbjahr 2024 mit einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung. Das erhöhte Zinsniveau bremst nicht nur Kreditvergabe und Investitionen, sondern belastet zunehmend auch den Arbeitsmarkt, sodass die kräftigen Lohnsteigerungen des Vorjahres keine Fortsetzung finden dürften. Gegenwind für den privaten Konsum gibt es auch durch die Wiederaufnahme der zeitweise ausgesetzten Rückzahlungen für Studiendarlehen. Jedoch dürften die Unternehmen nach ihren Covid-Erfahrungen eine breit angelegte Freisetzung von Arbeitskräften scheuen, wodurch ein kräftiger Nachfrageeinbruch vermieden werden sollte. Erste Zinssenkungen der Fed ab dem Frühjahr sowie eine Belebung der Weltwirtschaft versprechen zudem Rückenwind für das zweite Halbjahr. Ein wesentliches Abwärtsrisiko für unseren Ausblick sehen wir insbesondere darin, dass die Notenbanken in Sorge vor einer Rückkehr der Inflation die geldpolitische Straffung zu weit treiben könnten und damit für eine schwerere Rezession sorgen. In einem Jahr, in dem nicht nur in den USA, sondern für gut die Hälfte der Weltbevölkerung Wahlen anstehen, sehen wir eine erhöhte Gefahr des Aufflammens (geo-)politischer Konflikte (insbesondere China/Taiwan/USA). Hinzu kommen strukturelle Risiken wie der Klimawandel, die Stabilität der chinesischen Wirtschaft angesichts der andauernden Krise im Immobiliensektor oder die hohe öffentliche und private Verschuldung vieler Volkswirtschaften nach dem Ende des Niedrigzinsumfelds. Kapitalmärkte Der Rückgang der Inflationsraten in den USA und der Eurozone in Richtung der Notenbankziele sollte es Fed und EZB erlauben, ihren Fokus von der Inflationsbekämpfung auf die Konjunkturunterstützung zu richten und ab dem Frühjahr mit Zinssenkungen zu beginnen. Der US-Leitzins sollte bis zum Jahresende von 5,50 % auf 4,00 % sinken, der EZB-Einlagensatz von 4,00 % auf 3,25 %, wobei beide Notenbanken den Abbau ihrer Anleihebestände fortsetzen sollten. Die parallele Rallye an den Renten- und Aktienmärkten zum Jahresende 2023 dürfte die bevorstehenden Zinssenkungen von EZB und Fed bereits zu einem guten Teil vorweggenommen haben, sodass sich die Renditen von Bundesanleihen und US-Treasuries Ende 2024 im Bereich ihrer aktuellen Niveaus bewegen sollten. Risiken sehen wir insbesondere in einer erhöhten Emissionstätigkeit bei zugleich sinkender Aufnahme von Staatspapieren durch die Notenbanken. Für Aktien sehen wir 2024 allenfalls begrenztes Kurspotenzial, da angesichts der konjunkturellen Schwäche nicht mit größeren Gewinnsteigerungen zu rechnen ist. Da wir keine schwerere Rezession erwarten, sollten Aktien- und Unternehmensanleihekurse jedoch von größeren Rückschlägen verschont bleiben, sofern sich geopolitische Risiken nicht materialisieren. Künftige Branchensituation Das makroökonomische Umfeld ist weiterhin durch erhebliche Risikofaktoren geprägt. Sowohl für den nationalen als auch den internationalen Versicherungsmarkt wird insbesondere die weitere Inflationsentwicklung maßgebend sein. Unsere Prognosen sind daher mit mehr als der üblichen Unsicherheit behaftet. Deutsche Versicherungswirtschaft Für 2024 erwarten wir eine deutliche Verbesserung der Gesamtlage. Für den deutschen Versicherungsmarkt rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung des Beitragswachstums im Vergleich zum Jahr 2023. In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für 2024 in Deutschland erneut mit einem durch inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen getriebenen, über dem Trend liegenden positiven Wachstum der Prämieneinnahmen. Für die deutsche Lebensversicherung erwarten wir auch für 2024 aus dem makroökonomischen Umfeld keine bedeutenden positiven Impulse für die Entwicklung und gehen daher nur von einer im Vorjahresvergleich geringfügigen Steigerung der Beitragseinnahmen aus. Internationale Versicherungsmärkte In der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2024 ein positives, leicht über dem Niveau des Jahres 2023 liegendes reales Prämienwachstum. Dabei gehen wir sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenmärkten von einer positiven Entwicklung aus. Für die entwickelten Versicherungsmärkte gehen wir für 2024 von einem gegenüber dem Berichtsjahr steigenden Prämienaufkommen aus, das jedoch insbesondere in Nordamerika unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegen sollte. Auch in den Schwellenmärkten erwarten wir ein Beitragswachstum unterhalb des langjährigen Mittels, das weiterhin insbesondere durch die positive Beitragsentwicklung in China getrieben wird. Die Profitabilität der internationalen Schaden/Unfallversicherung dürfte sich 2024 weiter erholen und deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt liegen. Wir gehen davon aus, dass sich sowohl die Kapitalerträge, angesichts des steigenden Zinsniveaus, als auch die Erträge aus der Versicherungstechnik aufgrund angemessenerer Prämiensätze bei Unternehmens- und Privatversicherungen weiter verbessern werden. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir sowohl für die entwickelten Versicherungsmärkte als auch für die Schwellenländer von einer leichten Steigerung des realen Prämienwachstums oberhalb des langjährigen Durchschnitts aus. Der im Vergleich stärkste Impuls dürfte dabei aus China kommen. Diese Entwicklung wird insbesondere durch eine wachsende Mittelschicht und ein steigendes Risikobewusstsein der Bevölkerung gestützt. Ausrichtung des Talanx Konzerns im Geschäftsjahr 2024 Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick steht unter dem Vorbehalt erhöhter geopolitischer Risiken, gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und des weiterhin bestehenden Ukraine-Kriegs. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung werden wir unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik fortsetzen. Weiterhin sollen neben dem Neugeschäft auch Prämienerhöhungen im Specialty- und Commercial-Geschäft zum Wachstum beitragen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir das Programm „Go25“ weiterhin fort. Es legt u. a. den Fokus auf profitables Wachstum insbesondere im Firmen/Freie-Berufe-Geschäft. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir weiterhin profitables Wachstum an. Dies wird sowohl aus unseren Kernmärkten als auch aus der Integration der Liberty-Gesellschaften in Lateinamerika generiert. Im Geschäftsbereich Rückversicherung erwarten wir aufgrund des anhaltenden positiven Marktumfeldes ein weiteres währungskursbereinigtes Wachstum. Voraussichtliche finanzielle Entwicklung des Konzerns Wir gehen von folgenden Annahmen aus: moderates weltwirtschaftliches Wachstum weiterhin erhöhte Inflationsraten Ende des Zinserhöhungszyklus keine plötzlichen Schocks an den Kapitalmärkten keine Währungskursschocks keine wesentlichen finanzpolitischen und aufsichtsrechtlichen Änderungen keine außergewöhnliche Großschadenbelastung keine Eskalation geopolitischer Spannungen Talanx Konzern Steuerungsgrößen In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) oberer einstelliger Prozent- bereich Konzernergebnis in Mrd. EUR > 1,7 Eigenkapitalrendite ~ 15 Für den Talanx Konzern gehen wir für 2024 von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Wir streben ein Konzernergebnis von mehr als 1,7 Mrd. EUR an. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalrendite von rund 15 %, sofern Schwankungen des Eigenkapitals aus anderen Gründen (z. B. Credit-Spread-Veränderungen) ausbleiben. Diese liegt deutlich über unserem strategischen Ziel von mehr als 10 %. Diese Erwartung steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden das Großschadenbudget nicht überschreiten, keine Turbulenzen auf den Kapitalmärkten und keine wesentlichen Währungsschwankungen auftreten. Ferner kann das erwartete Konzernergebnis im Hinblick auf die Anwendung des neuen Bewertungsstandards IFRS 9 für die Bewertung von Kapitalanlagen besonderen Schwankungen unterliegen. Industrieversicherung Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Industrieversicherung In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) oberer einstelliger Prozent- bereich Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) < 93 Eigenkapitalrendite ~ 13 Für das Geschäftsjahr 2024 gehen wir von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Zum Wachstum tragen sowohl Neugeschäft als auch Prämienerhöhungen im Specialty- und Commercial-Geschäft bei. Unsere Strategie hat eine globale Underwriting-Organisation zum Ziel, die über die Marktzyklen hinweg profitable Wachstumschancen im internationalen Industrieversicherungsmarkt nutzt. Wir prognostizieren für die Industrieversicherung im Jahr 2024 eine Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) unter 93 %. Die Eigenkapitalrendite soll bei rund 13 % liegen. Privat- und Firmenversicherung Deutschland Schaden/Unfallversicherung Steuerungsgrössen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Segment Schaden/Unfallversicherung In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes stabil Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) < 98 Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2024 von einem stabilen Versicherungsumsatz aus. Unterstützt wird dies weiterhin durch unser Programm „Go25“ mit dem Fokus auf Profitabilisierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Dies erreichen wir u. a. als bester Maklerversicherer, bester digitaler Bankenversicherer und wettbewerbsfähiger Privatversicherer. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) sollte unter 98 % liegen. Lebensversicherung Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland – Segment Lebensversicherung In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes stabil Neugeschäftswert (netto) in Mio. EUR > 300 Im Segment Lebensversicherung gehen wir von einer stabilen Entwicklung des Versicherungsumsatzes aus. Der Neugeschäftswert (netto) soll über 300 Mio. EUR liegen. Die Vertriebskooperation mit der TARGOBANK hat eine Laufzeit bis Ende 2025. Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt Steuerungsgröße im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt In % 2024 Eigenkapitalrendite > 10 Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft. Wir erwarten für 2024 eine Eigenkapitalrendite von über 10 %. Privat- und Firmenversicherung International Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Schaden/Unfallversicherung) niedriges zweistelliges Wachstum Schaden-/Kostenquote (netto/brutto, Schaden/Unfallversicherung) < 95 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Lebensversicherung) mittleres einstelliges Wachstum Eigenkapitalrendite > 8,5 Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2024 ein niedriges zweistelliges Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im Bereich der Schaden/Unfallversicherung an. Im Lebensversicherungsgeschäft soll das Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Dies wird sowohl aus dem Wachstum in unseren Kernmärkten generiert werden als auch aus der Integration der erworbenen Liberty-Gesellschaften in Lateinamerika. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto/brutto) der Schaden/Unfallversicherung dürfte nach unseren Erwartungen 2024 unter 95 % liegen. Für den Geschäftsbereich erwarten wir eine Eigenkapitalrendite von über 8,5 %. Rückversicherung Schaden-Rückversicherung Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Rückversicherung – Segment Schaden-Rückversicherung In % 2024 Schaden-/Kostenquote (netto/netto) < 89 Im Segment Schaden-Rückversicherung erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr aufgrund des verbesserten Marktumfeldes eine Schaden-/Kostenquote (netto/netto) von unter 89 %. Personen-Rückversicherung Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Rückversicherung – Segment Personen-Rückversicherung In Mio. EUR 2024 Versicherungstechnisches Ergebnis > 850 Im Segment Personen-Rückversicherung erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr ein versicherungstechnisches Ergebnis von mehr als 850 Mio. EUR. Rückversicherung insgesamt Steuerungsgrößen im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt In % 2024 Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) > 5 Eigenkapitalrendite ~ 19 Auf Basis konstanter Währungskurse sollte das Wachstum des Versicherungsumsatzes mehr als 5 % betragen, wobei der Umsatz in der Schaden-Rückversicherung stärker wachsen soll als in der Personen-Rückversicherung. Aufgrund des anhaltend positiven Marktumfeldes für Rückversicherer erwarteten wir für den Geschäftsbereich Rückversicherung für das Geschäftsjahr 2024 ein Wachstum des Nettokonzerngewinns auf mindestens 1,05 Mrd. EUR nach Talanx Minderheiten. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalrendite von rund 19 %, sofern Schwankungen des Eigenkapitals aus anderen Gründen (z. B. Credit-Spread-Veränderungen) ausbleiben. Diese liegt deutlich über dem strategischen Ziel von mehr als 14 %. Gesamtaussage des Vorstands Der Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet, um diesen einen bestmöglichen Service bieten zu können. Die Hauptstoßrichtung ist, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika und Europa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter HDI International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. Chancenmanagement Die Identifikation und Erschließung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses. Chancen konsequent zu nutzen, sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Aufgabe an, die entscheidend dazu beiträgt, dass wir unsere Unternehmensziele erreichen. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet das integrierte Management-Dashboard mit wesentlichen Kennzahlen. Es stellt das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden die strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Sie wurden zuvor im jährlich stattfindenden Performance-Prozess auf Basis der Dachstrategie ermittelt. Auf dieser Grundlage validieren die Geschäftsbereiche die Zielgrößen und erarbeiten spezifische strategische Aktionsprogramme. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich vorwärts gerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. Einschätzung künftiger Chancen und Herausforderungen Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen Klimawandel: Mit dem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterlagen zu, was das Schadenvolumen aus Naturkatastrophen signifikant erhöht und uns als Versicherer von einem steigenden Bedarf an Versicherungslösungen zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausgehen lässt. Dies betrifft sowohl den Erstversicherungsbereich als auch die Rückversicherung. Wir verfügen sowohl über weit entwickelte Risikomodelle zur Abschätzung von Risiken aus Naturkatastrophen als auch über umfangreiches Know-how im Bereich Risikomanagement. Das versetzt uns in die Lage, unseren Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zur Absicherung existenzieller Risiken anzubieten. Des Weiteren entsteht durch den Klimawandel eine erhöhte Notwendigkeit, steigenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies ermöglicht uns als institutionellem Anleger, verstärkt in Kapitalanlagen in Form von alternativen Investments zu investieren, wie z. B. Windparks. Des Weiteren haben wir ein Green Bond Framework veröffentlicht, welches uns ermöglicht, Green Bonds zu emittieren. Den ersten Green Bond haben wir bereits im Dezember 2021 am Markt emittiert. Green-Bond-Emissionen sind ein wichtiger Baustein, um unsere selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wie z. B. CO2-Neutralität und ESG-Konformität. Nebenbei erwarten wir bei Green Bonds Zinsabschläge gegenüber herkömmlichen Anleihen, die schlussendlich den Gewinn unseres Unternehmens steigern. Sollten diesbezüglich die Versicherungsnachfrage sowie die Nachfrage nach Green Bonds schneller steigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Senioren sind nicht mehr mit dem „klassischen Rentner“ der Vergangenheit gleichzusetzen. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit neuen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll forciert werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktsituation: Nach einer langen Phase sehr geringer Inflation in der Eurozone ist diese im Jahr 2022 rapide gestiegen und verharrte auch im Jahr 2023 deutlich über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Damit verfestigten sich die Zinsen auf einem deutlich erhöhten Niveau, jedoch mit hoher Volatilität. Diese Situation ist für uns als Versicherer herausfordernd, bietet aber auch Chancen. Insbesondere profitieren wir aufgrund des steigenden Zinsniveaus von höheren Zinserträgen. Der erhöhten Volatilität der Inflation hingegen begegnen wir durch die vermehrte Nutzung von inflationsgebundenen Finanzinstrumenten. Im deutschen Lebensversicherungsgeschäft führt dies mittlerweile zu einem Abbau der Zinszusatzreserve, die in den vergangenen Jahren als Risikovorsorge aufgrund des niedrigen bzw. negativen Zinsniveaus gebildet wurde. Sollten sich unsere Zinserträge weiterhin kontinuierlich verbessern, könnte sich dies positiv auf die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Vertriebliche Chancen Bancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte – Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen und Italien etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum unterstützen. Der Erfolg des Talanx Bancassurance-Modells beruht im Wesentlichen auf drei Faktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei hoher Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten besser ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Cyberrisiken: Durch die zunehmende Digitalisierung führen Cyberangriffe vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Cyberrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Im Unternehmen begründete Chancen Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung: Geschäftsprozesse und -modelle werden mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. Hierzu zählt auch Mehrwert schaffen durch künstliche Intelligenz (KI). Seit Jahren schon nutzen die Experten von HDI Global KI-Modelle, die eindeutige Ergebnisse aus strukturierten Daten generieren. Mit der hauseigenen generativen KI-Lösung HDI GPT hat das Unternehmen nun jedoch erstmals die Möglichkeit geschaffen, in Echtzeit Erkenntnisse aus unstrukturierten Daten in Text- oder Bildform zu gewinnen, um den HDI Global-Mitarbeitern unterstützend zur Seite zu stehen. Schon jetzt zeichnen sich deutliche Vorteile für Kunden und Mitarbeiter ab, allen voran Zeitersparnis durch optimierte Prozesse unter Beachtung geltender Datenschutz- und Compliance-Vorgaben. Die fortlaufende Untersuchung potenzieller weiterer Use Cases ist fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Wissensmanagement: Wissens- und Innovationsmanagement gewinnen auch in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Um den gezielten Austausch von Wissen und Innovation zu fördern, haben wir ein Best Practice Lab in unserem Konzern eingerichtet: Experten auf internationaler Ebene tauschen sich in Excellence-Teams zu Fachthemen aus und entwickeln gemeinsam neue Lösungen, u. a. zu den Themen Pricing, Vertrieb, Marketing, Schaden, Betrugsmanagement, Kundenservice-Center und Digitalisierung. Die Ergebnisse und Lösungen des Best Practice Lab stellen wir unseren Gesellschaften zur Verfügung, damit diese ihre Prozesse und Methoden permanent verbessern können. Sollten wir mit unserem Best Practice Lab schneller neue Lösungen und Ideen generieren und umsetzen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Agilität: Veränderungen in der globalisierten Welt im Informationszeitalter vollziehen sich in immer höherem Tempo. Die Welt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (englisch VUCA – Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Um als Versicherungsunternehmen mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten zu können, ist der Wandel hin zu einer agilen Organisation notwendig. Eine agile Organisation zu sein, bedeutet für uns, eine lernende Organisation zu sein, die den Nutzen der Kunden in den Mittelpunkt stellt, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Aus diesem Grund setzen wir auf interdisziplinäre und kreative Teams, offene und direkte Kommunikation, flache Hierarchien sowie eine gelebte Fehlerkultur. Durch zahlreiche Initiativen unterstützen wir den Wandel unseres Unternehmens hin zu einer agilen Organisation. Wir gestalten unsere Arbeitsplätze so, dass Kommunikationswege verkürzt werden und der bereichsübergreifende Austausch gefördert wird. Mithilfe unseres Agility Campus lernen unsere Mitarbeiter agile Methoden kennen und werden befähigt, eigenständig neue Lösungen zu entwickeln. In unseren Teams werden Daily-Stand-up-Meetings abgehalten, um die Selbststeuerung der Teams zu verbessern. Des Weiteren setzen wir auf hybrides Arbeiten und bieten unseren Mitarbeitern an, bis zu 60 % der Arbeit mobil, d. h. außerhalb des Büros, zu erledigen. Dies ermöglicht unseren Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, während gleichzeitig der gemeinsame direkte Austausch unter Kollegen erhalten bleibt. Agilität bietet Chancen für Kunden, Mitarbeiter und Investoren. Kunden können von neuen Versicherungslösungen profitieren, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mitarbeiter haben durch agiles Arbeiten mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können an neuen Herausforderungen wachsen. Zu guter Letzt profitieren Investoren von einem steigenden Unternehmensgewinn, wenn die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Sollte der Wandel hin zu einer agilen Organisation schneller umgesetzt werden als erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Gesamtbild der Chancenlage Der Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend die Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf zu reagieren. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen.
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