AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

Talanx AG

Annual Report May 14, 2013

427_rns_2013-05-14_9eca7ae8-3e58-45c5-8dfb-48357468011b.html

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

Talanx Aktiengesellschaft

Hannover

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

Geschäftsbericht 2012

Talanx AG auf einen Blick

scroll

2012 2011 2010
TEUR
--- --- --- ---
Beteiligungsergebnis 365.546 247.005 360.231
Zinsergebnis -145.864 -144.476 -109.414
Sonstige betriebliche Erträge 20.709 102.661 87.069
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Abschreibungen 100.980 103.172 358.484
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 139.411 102.018 -20.599
Außerordentliches Ergebnis -14.009 -14.009 -14.161
Steueraufwand -5.515 12.101 -44.524
Jahresüberschuss 130.917 75.907 9.764
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 376.599 300.691 290.927
Bilanzgewinn 507.516 376.599 300.691
Finanzanlagen 7.414.203 6.331.574 6.003.032
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 315.782 260.000 260.000
Kapitalrücklage 1.390.397 629.529 629.529
Gewinnrücklage 2.902.758 2.902.758 2.902.758
Bilanzgewinn 507.516 376.599 300.691
Eigenkapital gesamt 5.116.453 4.168.886 4.092.978
Fremdmittel über 1 Jahr Laufzeit1) 871.106 1.274.637 1.876.285

Aus rechnerischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen von ± einer Einheit auftreten

1) Die Angabe der Fremdmittel über ein Jahr bezieht sich ausschließlich auf die in der Bilanz unter Position C ausgewiesenen Verbindlichkeiten

Die Definitionen der hier aufgeführten Kennzahlen stehen am Schluss dieses Berichts im Kapitel "Glossar und Kennzahlendefinitionen".

Bericht des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2012 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben jederzeit wahrgenommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, der Risikosituation und der strategischen Entwicklung der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften. Wir berieten den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens, überwachten die Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit des Aufsichtsrats bildete im Berichtsjahr die Begleitung der Gesellschaft an die Börse sowie die in diesem Zusammenhang erforderlichen Erörterungen auf der Grundlage der Berichterstattung des Vorstands und die im Vorfeld des Börsengangs notwendigen Beschlussfassungen auf Ebene des Aufsichtsrats.

Im Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, die am 20. März, am 15. Mai, am 13. August und am 13. November 2012 stattfanden. Wie schon im Jahr zuvor hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre gesetzlichen Befugnisse wahrgenommen und zu einer Sitzung zwei Vertreter entsandt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu vier ordentlichen und - im Hinblick auf den Börsengang - zu fünf außerordentlichen Sitzungen, der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten zu drei Sitzungen zusammen. Sitzungen des Nominierungsausschusses und des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahre 2012 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsabschlüsse schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx-Konzerns aus. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt.

Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch nichtsdestoweniger entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Alle Sitzungen des Aufsichtsrats wurden unter Teilnahme sämtlicher Mitglieder abgehalten mit Ausnahme der Sitzung im März, an der ein Anteilseignervertreter entschuldigt nicht teilnehmen konnte. Interessenkonflikte, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten.

Schwerpunkte der Beratungen im Plenum

Die Behandlung des Börsengangs der Gesellschaft, soweit sie nicht durch Beschluss des Gesamtaufsichtsrats an den Finanz- und Prüfungsausschuss übertragen worden war, die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Konzernsegmente, die Umsetzung der Neustrukturierung des Geschäftsfeldes Privat- und Firmenversicherung Deutschland, die Bündelung der IT in einer konzerninternen Servicegesellschaft, die Integration und Konsolidierung von neu akquirierten Gesellschaften im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2013 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden uns Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden.

Einen weiteren Schwerpunkt der Beratung bildete erneut das Risikomanagement im Konzern. Die Risikoberichterstattung des Vorstands war Gegenstand jeder Sitzung des Aufsichtsrats. Wir behandelten ferner eine Reihe von Refinanzierungsmaßnahmen und gaben im Vorfeld des Börsengangs unsere Zustimmung zur Schaffung der Grundlagen für künftige Kapitalmaßnahmen (bedingtes und genehmigtes Kapital). Zudem wurde über die strategische Neuausrichtung der türkischen Sachversicherungsgesellschaft des Konzerns im Aufsichtsrat beraten.

Mit Blick auf § 87 Absatz 1 AktG in der Fassung des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung befasste sich das Aufsichtsratsplenum mit der Festlegung der Tantiemen der Mitglieder des Vorstands und zog dabei auch externe Stellungnahmen für die Beurteilung der Vergütungsaspekte heran. Ferner wurde der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13. November 2012 gemäß § 3 Absatz 5 der Versicherungs-Vergütungsverordnung über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme im Konzern unterrichtet. Darüber hinaus fand eine turnusmäßige Überprüfung der Festbezüge von fünf Vorstandsmitgliedern zum 1. Januar 2013 statt. Die Frage der Angemessenheit des Vergütungssystems für Geschäftsleiter im Konzern wurde in den Aufsichtsratssitzungen am 20. März 2012 und am 15. Mai 2012 behandelt.

Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. Die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands an den Aufsichtsrat wurden in einer Informationsordnung zusammengefasst und am 15. Mai 2012 verabschiedet.

Arbeit der Ausschüsse

Nach entsprechender Delegation durch den Gesamtaufsichtsrat behandelte der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend vom Plenum vorgegebener Rahmenbedingungen die Themen, die im Vorfeld des Börsengangs zur Erörterung und Entscheidung anstanden, und fasste die jeweils anstehenden Zustimmungsbeschlüsse. Er behandelte ferner - neben der Vorbereitung der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum - in vertiefter Form die Quartalsabschlüsse der Gesellschaft. Des Weiteren haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer aktuarischen Prüfung der Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx-Konzern sowie die Rentabilitätsentwicklung der einzelnen Konzerngesellschafften per 31. Dezember 2011 erörtert und uns mit dem internen Kontrollsystem, den Risikoberichten, der Arbeit des Risikomanagements und der internen Revision sowie dem Jahresbericht des Chief Compliance Officers befasst.

Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat - neben der Vorbereitung der Erörterung und Beschlussfassung im Plenum - die Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2013 festgelegt. Außerdem wurden im Zuge der Festlegung der Vorstandstantiemen sowie der Überprüfung der Festbezüge von Vorstandsmitgliedern Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen.

Der Nominierungsausschuss ist am 15. Januar 2013 zu einer Sitzung zusammengetreten und hat mit dem Ziel einer ausgewogenen, an dem Grundsatz der Vielfalt ausgerichteten Zusammensetzung des Aufsichtsrats Empfehlungen für einen Vorschlag zur Neuwahl der Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung am 6. Mai 2013 ausgesprochen.

Corporate Governance

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat erneut dem Thema Corporate Governance. Die wesentlichen Corporate-Governance-Grundsätze von Talanx wurden in einem Papier zusammengefasst und am 13. August 2012 vom Aufsichtsrat verabschiedet. In seiner Sitzung am 20. März 2013 befasste sich der Aufsichtsrat mit diversen Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 15. Mai 2012 und setzte die angemessene Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 DCGK fest. Dies führte auch zu einer Anpassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung zumisst, hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 des DCGK zum Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen und in Ziffer 5.2 Absatz 2 zum Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht zu entsprechen. Die Begründung hierfür findet sich in der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Website der Talanx AG zugänglich.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx-Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards "IFRS") aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkte beim Jahresabschluss die Prüfung des Prognoseberichts und der Umsetzung der durch den Börsengang entstehenden neuen Anforderungen im Jahresabschluss 2012 sowie beim Konzernabschluss die Prüfung von IFRS 3 wegen der Erstkonsolidierung von drei ausländischen Gesellschaften und die Prüfung von IAS 33 (Ergebnis pro Aktie), des Prognoseberichts und der Umsetzung neuer IFRS Improvements. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer.

Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung und der Jahres- bzw. der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der KPMG wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 19. März 2013 und in der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2013 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt.

Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an.

Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der KPMG Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben richtig sind,

2. bei den im Bericht ausgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung.

Dank an Vorstand und Mitarbeiter

Vorstand und Mitarbeiter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere im Hinblick auf den Börsengang der Gesellschaft mit großem persönlichen Einsatz gearbeitet und gehandelt. Hierfür gilt ihnen der besondere Dank des Aufsichtsrats.

Hannover, 20. März 2013

Für den Aufsichtsrat

Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender

Verwaltungsorgane der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Wolf-Dieter Baumgartl

Vorsitzender

Berg

ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

HDI V. a. G.
Mitglied des Aufsichtsrats

Hannover Rückversicherung AG
Mitglied des Beirats

E+S Rückversicherung AG
Mitglied des Verwaltungsrats

HDI Assicurazioni S. p. A.

Ralf Rieger*

stv. Vorsitzender

Raesfeld

Angestellter

HDI Vertriebs AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

HDI Vertriebs AG

Prof. Dr. Eckhard Rohkamm

stv. Vorsitzender

Hamburg

ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

HDI V. a. G.
Vorsitzender des Beirats

J. J. Sietas KG

Schiffswerft GmbH u. Co.**

Antonia Aschendorf

Hamburg

Rechtsanwältin

Mitglied des Vorstands der APRAXA eG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

Hamburger Friedhöfe AöR**
HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH**

Karsten Faber*

Hannover

Zentralbereichsleiter

Hannover Rückversicherung AG,

E+S Rückversicherung AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Aegidius Rückversicherung AG**
AGILA Haustierversicherung AG**
European Warranty Partners SE, Hannover**
Wertgarantie AG**

Jutta Hammer*

Bergisch Gladbach

Angestellte

HDI Kundenservice AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

HDI Kundenservice AG

Gerald Herrmann*

Norderstedt

Gewerkschaftssekretär

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

Finanz Informatik GmbH & Co. KG**
Landesbank Berlin AG**
Landesbank Berlin Holding AG**

Dr. Thomas Lindner

Albstadt

Vorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

HDI V. a. G.
Vorsitzender des Regionalbeirats Stuttgart

der Deutsche Bank AG**
Mitglied des Regionalbeirats Südwest

der Commerzbank AG**

Jutta Mück*

Oberhausen

Angestellte

HDI-Gerling Industrie Versicherung AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

HDI-Gerling Industrie Versicherung AG
Talanx Service AG

* Arbeitnehmervertreter

** Mitgliedschaften in konzerneexternen Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen

Otto Müller*

Hannover

Angestellter

Hannover Rückversicherung AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

Hannover Rückversicherung AG

Dr. Hans-Dieter Petram

Inning

ehem. Mitglied des Vorstands der Deutsche Post AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Board of Directors

DHL Global Mail, Florida**

Dr. Michael Rogowski

Heidenheim

Vorsitzender des Stiftungsrats der Hanns-Voith-Stiftung

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

Carl Zeiss AG**
HDI V. a. G.
Klöckner & Co. SE**
Vattenfall GmbH**

Katja Sachtleben-Reimann*

Hannover

Angestellte

Talanx Service AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

Talanx Service AG
Talanx Systeme AG

Dr. Erhard Schipporeit

Hannover

ehem. Mitglied des Vorstands der E.ON AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Mitglied des Aufsichtsrats

BDO AG**
Deutsche Börse AG**
Fuchs Petrolub AG**
Hannover Rückversicherung AG
HDI V. a. G.
SAP AG**

Mitglied des Board of Directors

Fidelity Funds SICAV, Luxembourg**
TUI Travel plc., London**

Prof. Dr. Ulrike Wendeling-Schröder*

Hannover

Professorin an der Leibniz Universität

Werner Wenning

Leverkusen

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer AG

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

E.ON AG**

Mitglied des Aufsichtsrats

Deutsche Bank AG**
HDI V. a. G.

* Arbeitnehmervertreter

** Mitgliedschaften in konzernexternen Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen

Aufsichtsratsausschüsse

Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen.

Finanz- und Prüfungsausschuss

Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender
Dr. Thomas Lindner
Ralf Rieger
Prof. Dr. Eckhard Rohkamm
Dr. Erhard Schipporeit

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender
Dr. Michael Rogowski
Prof. Dr. Eckhard Rohkamm
Prof. Dr. Ulrike Wendeling-Schröder

Vermittlungsausschuss

Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender
Ralf Rieger
Prof. Dr. Eckhard Rohkamm
Katja Sachtleben-Reimann

Nominierungsausschuss

Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender
Dr. Thomas Lindner
Dr. Michael Rogowski

Aufgaben der Ausschüsse

Finanz- und Prüfungsausschuss

Vorbereitung der Finanzentscheidungen des Gesamtaufsichtsrats
Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Finanzangelegenheiten, wie Gründung von Gesellschaften, Erwerb von Beteiligungen und Kapitalerhöhung bei Tochtergesellschaften innerhalb eines jeweils definierten Werterahmens

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Vorbereitung der Personalangelegenheiten des Gesamtaufsichtsrats
Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Personalangelegenheiten, für die der Gesamtaufsichtsrat nicht zwingend ausschließlich zuständig ist

Vermittlungsausschuss

Vorschlag für die Bestellung eines Vorstandsmitglieds, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht wird (§ 31 Absatz 3 MitbestG)

Nominierungsausschuss

Empfehlung von geeigneten Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung

Vorstand

Herbert K. Haas

Vorsitzender

Burgwedel

Vorsitzender des Vorstands

HDI Haftpflichtverband

der Deutschen Industrie V. a. G.,

Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Konzernentwicklung
Konzern-Projektmanagement
Investor Relations
Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Recht
Revision
Vorstandsbüro/Compliance

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

E+S Rückversicherung AG
Hannover Rückversicherung AG
HDI-Gerling Industrie Versicherung AG
HDI Kundenservice AG
HDI Lebensversicherung AG
HDI Versicherung AG
Talanx Deutschland AG
Talanx International AG
Talanx Systeme AG
Mitglied des Beirats NORD/LB*

Dr. Christian Hinsch

stv. Vorsitzender

Burgwedel

stv. Vorsitzender des Vorstands

HDI Haftpflichtverband

der Deutschen Industrie V. a. G.,

Vorsitzender des Vorstands

HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Geschäftsbereich Industrieversicherung
Facility-Management
Personal
Einkauf
Rückversicherungseinkauf

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Talanx Reinsurance Broker AG
Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd.
Talanx Service AG

stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Extremus Versicherung AG*
Talanx Systeme AG

Mitglied des Aufsichtsrats

RAG AG*
RAG Deutsche Steinkohle AG*

Torsten Leue

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

Talanx International AG, Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

CIV Hayat Sigorta Anonim Sirketi
HDI-Gerling Życie Towarzystwo Ubezpieczeń S. A.
HDI Seguros S. A.
HDI Sigorta A. S.
Magyar Posta Életbiztosító Részvénytársaság
Towarzystwo Ubezpiecen Reasekuracji WARTA Spolka Akcyjna
Towarzystwo Ubezpiecen Europa Spolka Akcyjna
Towarzystwo Ubezpiecen na Życie WARTA Spolka Akcyjna
Mitglied des Aufsichtsrats

Talanx Service AG
stv. Vorsitzender des Verwaltungsrats

HDI Assicurazioni S. p. A.

Dr. Thomas Noth

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

Talanx Systeme AG, Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Informationstechnologie

Dr. Immo Querner

Celle

Mitglied des Vorstands

HDI Haftpflichtverband

der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Finanzen/Beteiligungen/Immobilien
Kapitalanlagen
Controlling
Inkasso
Risikomanagement
Rechnungswesen/Steuern

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Talanx Asset Management GmbH

stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

AmpegaGerling Investment GmbH
Talanx Deutschland AG
Talanx Immobilien Management GmbH
Talanx Reinsurance Broker AG
Talanx Service AG

Mitglied des Aufsichtsrats

E+S Rückversicherung AG
Hannover Rückversicherung AG
HDI Lebensversicherung AG
HDI Versicherung AG
Talanx International AG
Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd.
Talanx Systeme AG
TERTIA Handelsbeteiligungsgesellschaft mbH*
Mitglied des Verwaltungsrats

Talanx Finanz (Luxemburg) S. A.

Dr. Heinz-Peter Roß

Gräfelfing

Vorsitzender des Vorstands

Talanx Deutschland AG, Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland
Betriebsorganisation

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

HDI Vertriebs AG
neue leben Holding Aktiengesellschaft
neue leben Lebensversicherung AG
PB Lebensversicherung AG
PB Versicherung AG
Talanx Deutschland Bancassurance Kundenservice GmbH
TARGO Lebensversicherung AG
TARGO Versicherung AG

Mitglied des Aufsichtsrats

Talanx Service AG
Talanx Systeme AG

Mitglied des Beirats

Roland Rechtsschutz Versicherung AG*

Ulrich Wallin

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

Hannover Rückversicherung AG, Hannover

Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:

Geschäftsbereich Rückversicherung

Aktuelle weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Hannover Life Reassurance Company of America
Hannover Re (Bermuda) Ltd.
Hannover Re (Ireland) Public Limited Company
Mitglied des Aufsichtsrats Hannover Life Re of Australasia Ltd.

* Mitgliedschaften in konzernexternen Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen

Lagebericht.

Unternehmenssteuerung

Im Talanx-Konzern sehen wir es als unsere nachhaltig zu erfüllenden Kernaufgaben an, unsere Kunden verlässlich zu begleiten, in allen Marktphasen über ausreichend unabhängige Kapazität zu verfügen, neue Märkte zu erschließen und die Werthaltigkeit des Konzerns für Anteilseigner langfristig zu sichern und zu erhöhen. Gleichzeitig vergrößert sich das Anforderungsspektrum an die Versicherungskonzerne aus dem regulatorischen Umfeld sowie von Seiten der Kapitalmärkte und Ratingagenturen. Die von diesen internen und externen Einflussfaktoren bestimmte Ausgangssituation resultiert für uns in folgenden Zielen:

Profitabilität steigern und Wert schaffen
Kapital optimal einsetzen
Kapitalkosten optimieren
dort investieren, wo wir langfristig die höchste risikoadjustierte Rendite erwirtschaften
strategische Chancen ergreifen und gleichzeitig die immanenten Risiken beachten und steuern

Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf die vier elementaren Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Holding Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: Kapital-, Performance- und Risikomanagement sowie Mergers & Acquisitions.

Performance-Management

Das Kernstück unseres Steuerungsinstrumentariums ist das Performance-Management. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Da Fehlsteuerungen sehr häufig in einer unzureichenden Umsetzung der Strategie begründet sind, legen wir besonderes Augenmerk auf die Prozessschritte für eine konsequente Ausrichtung des unternehmerischen Handelns an den strategischen Zielen.

Der eng mit der Konzernstrategie verknüpfte Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus:

Performance-Management-Zyklus

Wesentliche Schritte der Strategieumsetzung im Talanx-Konzern sind die Aufstellung einer strategischen Programmplanung, d. h. das Herunterbrechen der strategischen Ziele in Teilziele und das nachfolgende Herunterbrechen dieser Teilziele in operative Ziele, die durch konkrete Maßnahmen unterlegt sind.

Performance-Management und Geschäftsbereichssteuerung basieren auf folgenden Grundprinzipien:

Der Vorstand der Talanx AG (Holding) gibt als Rahmen für die Planung und Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten strategische Indikationen vor. Der Fokus liegt auf den Kernsteuerungsgrößen des Konzerns und auf konzernweiten strategischen Initiativen. Damit definieren die Zielindikationen den Anspruch des Konzerns an ökonomische Wertsteigerung, Rentabilität, Sicherheitsniveau und Wachstumsinitiativen
Holding und Geschäftsbereiche des Konzerns nutzen zur Steuerung der Geschäfte eine konsistente Performance-Metrik, die neben den finanziellen Kernsteuerungsgrößen weitere relevante operative Steuerungsgrößen aus vier unterschiedlichen Perspektiven umfasst: der Finanzperspektive, der Markt- und Kundenperspektive, der Prozessperspektive und der Mitarbeiterperspektive
Anhand dieser Performance-Metrik diskutieren und beurteilen die Vorstände der Holding und der Geschäftsbereiche in regelmäßigen Zeitintervallen die Performance

Indem wir unsere Strategie in strukturierten Übersichten messbar darstellen und ihre Umsetzung überwachen, verknüpfen wir mittels der Performance-Metrik unsere strategische Planung mit der operativen Planung.

Unsere fünf Kernsteuerungsgrößen

IVC - Intrinsic Value Creation

Wertschaffung des Geschäftsbereichs gemäß wertorientierter Steuerung (als absoluter Betrag)
xRoCC - Excess Return on Company's Capital

Wertschaffung des Geschäftsbereichs gemäß wertorientierter Steuerung (im Verhältnis zum Company's Capital)
Dividende/Ergebnisabführung des Geschäftsbereichs
Risikobudget

Festlegung des zur Verfügung stehenden Risikokapitals pro Geschäftsbereich
Kapitaladäquanz (CAR)

Mindestsolvabilität des Geschäftsbereichs (Verhältnis des vorhandenen Kapitals zum Risk-Based Capital)

Konzernholding und Konzerngeschäftsbereiche nutzen eine konsistente Performance-Metrik zur Steuerung der Geschäfte.

Steuerungsindikatoren

Im Rahmen unseres Performance-Managements messen wir die ökonomische Wertsteigerung von der strategischen Planung bis hin zur operativen Steuerung mit unserem zentralen Steuerungsindikator Intrinsic Value Creation (IVC).

Mithilfe des IVC werden die Wertbeiträge des Konzerns auf unterschiedlichen Hierarchieebenen - Konzern, Geschäftsbereiche, operative Gesellschaften - erfasst und konsistent zugeordnet. Der IVC und seine methodische Ableitung bilden die Grundlage, auf der sich die Wertbeiträge der Geschäftsbereiche sowie der einzelnen operativen Einheiten unter Berücksichtigung ihrer individuellen Charakteristika vergleichbar messen lassen, um wertschöpfende Bereiche zuverlässig aufzudecken. Die Kernsteuerungsgrößen, die operativen Steuerungsgrößen und ihre jeweilige Zielerreichung verschaffen die erforderliche Transparenz, um den Kapital- und Ressourceneinsatz zu optimieren, Chancen und Risiken zu identifizieren und weiterführende Maßnahmen einzuleiten.

Die methodische Ableitung des IVC - und damit der ökonomischen Wertschaffung - erfolgt unverändert nach dem einheitlichen Grundschema für unsere Leben- und Nicht-Leben-Gesellschaften. Die Wertschaffung stellt danach den ökonomischen Periodenerfolg nach Abzug der Kapitalkosten dar.

Der IVC wird auf Basis der spezifisch unterschiedlichen Kenngrößen für Leben und Nicht-Leben unterschiedlich berechnet:

IVC-Berechnung Nicht-Leben

Im Bereich Nicht-Leben (d. h. Schaden/Unfallversicherung sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung) bemisst der IVC die Differenz zwischen dem Net Operating Profit after Adjustments and Tax (NOPAT) und den Kapitalkosten für Risk-Based Capital und Excess Capital.

Der NOPAT ist eine ökonomisch aussagefähige, periodengerechte Ergebnis- und Steuerungsgröße, die aus dem IFRS-Jahresüberschuss nach Steuern abgeleitet wird. Dabei werden Marktwertadjustierungen berücksichtigt, die sich aus der Veränderung der Unterschiedsbeträge zwischen Barwerten und Bilanzansatz sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite der Bilanz ergeben, z. B. im Bereich der Kapitalanlagen und der Schadenreserven (Schadenreservediskont, Schaden-Überreserven).

Die Kapitalkosten reflektieren den Verzinsungsanspruch der Kapitalgeber/Investoren und sind vom NOPAT abzuziehen, um den IVC und damit die echte Wertschöpfung im Rahmen der wertorientierten Steuerung zu erhalten. Sie bestehen aus den Kosten für das zugewiesene Risk-Based Capital sowie Kosten des Excess Capital. Das Risk-Based Capital gibt den risikoadäquaten Kapitalbedarf einer Gesellschaft bzw. Einheit in Abhängigkeit eines vorgegebenen Sicherheitsniveaus an. Es spiegelt damit die Höhe des notwendigen Kapitals zum Schutz vor einer ökonomischen Insolvenz wider.

Während das Risk-Based Capital mit einem 99,97-prozentigen Value-at-Risk-Ansatz risikoadäquat auf die ergebnisverantwortlichen Einheiten verteilt wird, ergibt sich das Excess Capital als Unterschiedsbetrag des Company's Capital zum Risk-Based Capital. Die Kosten für das Risk-Based Capital errechnen sich aus einem risikofreien Basiszins, einer marktadäquaten Risikomarge und friktionalen Kosten. Für das Excess Capital werden dagegen nur der risikofreie Zins sowie die friktionalen Kosten angesetzt, da es sich hierbei um nicht im Risiko stehendes Kapital handelt.

Unsere Kapitalkostensätze im Überblick

Der risikofreie Basiszins ist ein Zinssatz, der sich aus dem dreijährigen Durchschnitt zehnjähriger Swap-Rates errechnet. Für die Durchschnittsbildung wird die Swap-Rate vom Anfang des Geschäftsjahres sowie der beiden Vorjahre herangezogen
Die Risikomarge stellt das Kompensat eines Investors für seine Investition in eine risikobehaftete Anlageform (z. B. ein Unternehmen) dar. Da die Risikomarge nicht für jeden Investor individuell festgelegt werden kann, wird sie aus der Überrendite eines Aktienindex gegenüber dem risikofreien Zins abgeleitet
Friktionale Kosten stellen Opportunitätskosten dar, die dem Anteilseigner dadurch entstehen, dass er sein Kapital nicht direkt in den Kapitalmarkt investiert, sondern diese Investition auf dem Umweg über ein Unternehmen vornimmt und das Kapital im Unternehmen gebunden und nicht mehr frei fungibel ist. Subsumierte Sachverhalte sind z. B. Doppelbesteuerung, Insolvenzgefahr und Agenturkosten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die unserer wertorientierten Steuerung für das Nicht-Leben-Geschäft zugrunde liegenden Kapitalkostensätze auf dem Sicherheitsniveau mit einer 1-Jahres-Ruinwahrscheinlichkeit von 0,5 %, das dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht, wobei -im Einklang mit unserer "AA"-Ziel-Kapitalausstattung gemäß Standard & Poor's - der Konzern-Eigenanspruch an die Ruinwahrscheinlichkeit unter den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen, nämlich bei 0,03 % liegt.

Eigenkapitalkosten des Nicht-Leben-Geschäfts

scroll

Kapitalkostensätze

in %
Risikofreier Zins1) 3,1
Risikomarge 4,0
Friktionale Kosten 2,0

1) Basis: dreijähriger Durchschnitt zehnjähriger Swap-Rates für den Euroraum zum Stichtag 31. Dezember 2009, 2010, 2011

Auf dieser Basis ergeben sich für das Risk-Based Capital Kapitalkosten, die dem Investor eine um 600 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegende Verzinsung bieten. Oberhalb dieses Zinssatzes wird Wert geschaffen. Die in unserer Strategie formulierte Zielsetzung einer Eigenkapitalrendite für den Konzern von mindestens 750 Basispunkten über "risikofrei" beinhaltet damit bereits einen Wertschöpfungsanspruch.

Im Bereich Leben (d. h. der Personenversicherung sowohl in der Erst- als auch Rückversicherung) bewerten wir die Wertschaffung anhand der Veränderung des Market Consistent Embedded Value (MCEV), die sich in der Größe MCEV-Earnings widerspiegelt. Dabei ist der MCEV definiert als Unternehmenswert, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem diskontierten Ertragsstrom bis zur vollständigen Abwicklung des Bestandsportfolios sowie dem Zeitwert der Eigenmittel unter Berücksichtigung von Kapitalbindungskosten. Anders ausgedrückt: Der MCEV besteht aus der Summe des Ertragswertes des Versicherungsbestandes und des Netto- bzw. Aktionärsreinvermögens.

Den MCEV haben wir als Basis für die wertorientierte Steuerung des Lebensversicherungsgeschäfts gewählt, weil er den im bereits kontrahierten Versicherungsbestand liegenden Wert des Unternehmens aus Sicht des Aktionärs darstellt und sich dadurch optimal für die Bestimmung der Wertschaffung von Lebensversicherungsunternehmen mit ihren überwiegend langfristig ausgelegten Produkten eignet.

IVC-Berechnung Leben

Der IVC Leben ergibt sich somit als Differenz zwischen den MCEV-Earnings, die dem NOPAT entsprechen, und dem Roll Forward, bei dem es sich um die erwarteten Kapitalkosten unter Berücksichtigung der Risikoexponierung im Bereich der Kapitalmarktrisiken handelt.

Um die vergleichbare Rendite unterschiedlich großer Geschäftseinheiten oder Geschäftsbereiche zu messen, wird der IVC ins Verhältnis zum jeweils vorhandenen Kapital gesetzt. Auf diese Weise erhalten wir die Kennzahl Excess Return on Company's Capital (xRoCC), die die über den Kapitalkostensatz hinausgehende Rendite für den Aktionär aufzeigt.

Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Talanx AG übt die Funktion der Finanz- und Managementholding des Talanx-Konzerns aus, der weltweit mit eigenen Gesellschaften, Niederlassungen und Kooperationen aktiv ist. Die Gesellschaften des Talanx-Konzerns sind überwiegend in der Erst- und Rückversicherung, aber auch - vor allem im Inland - in der Finanzdienstleistung tätig.

Die Talanx AG wurde am 2. Oktober 2012 erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mit 19,05 EUR startete die Talanx-Aktie im Prime Standard erfolgreich in den Handel. Damit lag der erste Kurs um rund 4 % über dem Platzierungspreis von 18,30 EUR je Aktie. Seit dem 12. Dezember 2012 ist die Aktie im MDAX gelistet.

Die primäre Aufgabe der Talanx AG ist es, den Konzern zu leiten und zu steuern. Der Vorstand der Talanx AG bestimmt die Konzernstrategie und entscheidet über die geschäftspolitischen Ziele des Konzerns. Die Zielerreichung wird seitens der Talanx AG überwacht und durch Kapitalallokation, Zielvorgaben, Performance-Messung und geeignete Anreizsysteme gesteuert. Gleichzeitig verantwortet die Talanx AG die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung und -optimierung für den Konzern.

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Das beherrschende und die weltweite konjunkturelle Entwicklung prägende Thema im Berichtsjahr war ein weiteres Mal die Staatsschuldenkrise in Europa. Aber auch auf globaler Ebene hat sich das Konjunkturumfeld 2012 überwiegend als fragil erwiesen, wobei sich die Aussichten zum Jahresende etwas verbessert haben, wenn auch regional begrenzt. So hat die Erholung in den USA in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewonnen, wovon insbesondere die Schwellenländer profitieren konnten, allen voran China. Hingegen blieb die konjunkturelle Lage in der Eurozone schwierig. Ausdruck dieser diffizilen Lage im Euroraum sind gleichfalls die im Jahresverlauf zahlreich getroffenen, mitunter einschneidenden Maßnahmen: Im Frühjahr 2012 platzierte die EZB ihren zweiten Drei-Jahres-Tender, und die privaten Gläubiger Griechenlands verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Beim EU-Gipfel Ende Juni 2012 wurde als Reaktion auf die Krise des spanischen Bankensektors beschlossen, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) zukünftig Banken direkt unterstützen soll. Im September gab die EZB Details zu ihrem neuen Anleihekaufprogramm bekannt. Damit kann sie im Bedarfsfall unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern kaufen. Im November einigten sich die Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) auf ein weiteres Rettungspaket für Griechenland und die EU-Finanzminister verständigten sich auf die EZB als künftigen obersten Aufseher der Banken im Euroraum.

De facto glitt die Wirtschaft der Eurozone 2012 in die Rezession ab: Sie verzeichnete nach einem gegenüber dem Vorquartal stagnierenden ersten Quartal im weiteren Verlauf leichte Rückgänge. Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2012 noch überraschend stark um 0,5 % zum Vorquartal, konnte in den Folgequartalen aber nur noch moderat zulegen. Nach zuletzt sechs Rückgängen des ifo-Index (im Oktober 2012 mit dem niedrigsten Niveau seit Februar 2010) konnte dieser vielbeachtete Konjunkturindikator im Dezember wieder mit einem Stand von 102,4 positiv überraschen. Die Arbeitslosenquote im Euroraum erreichte im November ein neues Rekordhoch von 11,8 %, dabei hat allein Spanien mit einer Arbeitslosenquote von über 25 % zu kämpfen.

Haupttriebfeder der globalen Wirtschaft waren einmal mehr die Vereinigten Staaten. Während sich das US-Wachstum zunächst von annualisierten 2,0 % im ersten Quartal auf 1,3 % im zweiten Quartal abschwächte, konnte die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit 3,1 % bereits wieder zulegen. Die Arbeitslosenquote fiel auf ein Vierjahrestief von 7,8 %, und die Daten für den Häusermarkt zeigten im Jahresverlauf eine stetige Erholung. Für das Vereinigte Königreich zeichnete sich ein ähnlich rezessives Bild wie in der Eurozone ab. So schrumpfte hier die Wirtschaft im ersten Quartal 2012 um 0,2 % zum Vorquartal und im zweiten Quartal 2012 sogar noch stärker. Im dritten Quartal kam der Sondereffekt der Olympischen Sommerspiele in London zum Tragen, der zu einem Zuwachs von 0,9 % führte. Auf Jahressicht dürfte die Wirtschaft in Großbritannien dennoch leicht schrumpfen.

Die Geldpolitik der großen Zentralbanken blieb im Jahresverlauf unverändert äußerst expansiv. Im Euroraum reduzierte die EZB im Juli den Leitzins von 1,0 % auf 0,75 %. Die EZB kündigte an, den Euro in jedem Fall zu stützen. In den USA weitete die Fed ihr Programm der "quantitativen Lockerung" aus und überraschte mit ihrem Vorhaben, an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten, bis die Arbeitslosenquote wieder bei 6,5 % liegt. In Großbritannien erhöhte die Bank of England ihr Programm zum Kauf von Wertpapieren im dritten Quartal auf nunmehr 375 Mrd. GBP.

Die Inflationsraten in der Eurozone lagen im Jahresverlauf durchweg über dem Zielband der EZB, fielen im November aber wieder auf 2,2 %. Während in den USA die Inflationsraten im ersten Quartal 2012 noch bei knapp 3 % lagen, beliefen sie sich im vierten Quartal 2012 auf nur noch 1,8 %. Auch im Vereinigten Königreich schwächte sich die Inflation im Jahresverlauf von rund 3,5 % auf zuletzt 2,7 % ab.

Während der Euro gegenüber dem US-Dollar im ersten Halbjahr 2012 im Zuge der anhaltenden Euroschuldenkrise von rund 1,35 USD je EUR auf 1,21 USD je EUR deutlich abwertete, konnte er im weiteren Verlauf speziell dank des Euro-Stützungsversprechens der EZB wieder zulegen. Er notierte im Schlussquartal auf einem Niveau von 1,32 USD je EUR. Gegenüber dem britischen Pfund zeigte der Euro eine ähnliche Entwicklung: Auf eine Abwertung in der Spitze auf 0,78 GBP je EUR folgte eine Erholung auf bis zu 0,82 GBP je EUR. Die Absichtserklärung der Schweizer Notenbank, einen Wechselkurs unterhalb von 1,20 CHF je EUR nicht mehr tolerieren zu wollen, zeigte Wirkung. Allerdings löste sich der Euro im September wieder von seinen Notierungen um 1,20 CHF je EUR und stieg zum Jahreswechsel auf rund 1,21 CHF je EUR. Zum polnischen Zloty wertete der Euro im Jahresverlauf knapp 9 % ab, zum brasilianischen Real konnte er knapp 12 % gewinnen.

Kapitalmärkte

Auch an den Rentenmärkten beherrschten im Berichtsjahr die Euroschuldenkrise und die Liquiditäts- bzw. Refinanzierungssituation im Bankensektor die Marktentwicklung. Das Jahr startete mit einer risikofreudigen Einstellung der Marktteilnehmer, obwohl nachhaltige Fortschritte bei der Lösung der Krise nicht in Sicht waren. Die Diskussion um den Schuldenschnitt in Griechenland war bis zu seiner Umsetzung Anfang März ein ständiger Belastungsfaktor. Trotzdem sorgten die beiden Drei-Jahres-Tender der EZB zumindest unter Liquiditätsgesichtspunkten für eine Marktberuhigung.

Zu Jahresbeginn setzte eine sehr aktive Neuemissionstätigkeit über verschiedene Assetklassen ein. Aufgrund der alternativen Funding-Möglichkeiten über die EZB war es nicht verwunderlich, dass der Anteil an Finanzanleihen deutlich geringer war als in den letzten Jahren. Den insgesamt größten Anteil hatten Staatsanleihen, wobei Spanien und Italien im ersten Quartal (insbesondere im Januar) die Treiber waren.

Im zweiten Quartal fokussierten sich die Investoren auf die ungelösten Probleme der Eurozone und das schwache makroökonomische Umfeld und positionierten sich wieder deutlich risikoaverser. Der Neuemissionsmarkt zeigte über weite Strecken nur noch eine sehr geringe Aktivität, und die Rentenmärkte waren wieder deutlich volatiler. Risikoaufschläge weiteten sich in der Breite aus und Renditen für Bundesanleihen gaben stark nach. Zehnjährige Bundesanleihen markierten Ende Mai mit ca. 1,13 % neue historische Tiefstände.

Trotz der Sorge um eine erneute Krisenverschärfung kristallisierte sich im dritten Quartal insgesamt eine spreadfreundliche Nachrichtenlage heraus. Im Juli noch zögerlich und volatil, setzte im August ein relativ stabiler Trend in der Spread-Einengung an den Kreditmärkten ein. Insbesondere die klare Positionierung der EZB mit der Ankündigung weiterer Anleihekäufe war der Ausgangspunkt für eine positive Entwicklung. In diesem Umfeld herrschte bei den Corporate-Financial- und Covered-Bond-Emittenten ein reges Refinanzierungsinteresse, das bei Investoren auf ein hohes Anlageinteresse stieß. Auf einen emissionsseitig überdurchschnittlich aktiven August folgte ein nochmals deutlich aktiverer September. Insbesondere in Spanien und Italien war das Funding-Interesse hoch. Das Ratingumfeld blieb insgesamt unter Druck: Im dritten Quartal gab es in der Eurozone bei diversen Banken und Staaten (Spanien, Italien, Slowenien, Zypern) eine Reihe von Downgrades.

Im vierten Quartal setzte sich die positive Entwicklung fort. Trotz vieler ungelöster Probleme - wie die Bankenrettung in Spanien, der Anleiherückkauf Griechenlands, schleppende Reformen in Frankreich, Diskussionen zur Fiskalklippe in den USA -, anstehender politischer Entscheidungen wie die Wahl in Italien im Februar 2013 sowie weiterer negativer Nachrichten (Downgrade Frankreichs auf AA+ und des EFSF auf Aa1) zeigten die Rentenmärkte insgesamt eine sehr stabile Entwicklung. Zum Ende des Jahres notierten deutsche Staatsanleihen bis zu einer Restlaufzeit von drei Jahren mit leicht negativen Renditen. Zweijährige Bundesanleihen notierten Ende Dezember bei -0,02 %, fünfjährige bei 0,29 % und zehnjährige Bundesanleihen zeigten eine Rendite von 1,29 %.

Nach den starken, im Wesentlichen liquiditätsgetriebenen Kursgewinnen an den Aktienmärkten im ersten Quartal kamen die Aktienmärkte im zweiten Quartal stark unter Druck. Politische Maßnahmen wie sinkende Leitzinsen im Euroraum und in China, die Pläne der EZB, erneut Staatsanleihen zu kaufen, und weitere quantitative Lockerungen durch die Fed sorgten im dritten Quartal jedoch wieder für steigende Kurse. Robuste US-Konjunkturdaten und eine Erholung der Frühindikatoren in Deutschland und China verhalfen im vierten Quartal den europäischen Märkten zu weiteren Kursgewinnen. Die drohende Fiskalklippe in den USA, die automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen vorsieht, dämpfte die Entwicklung am US-Aktienmarkt im Schlussquartal. Auf Jahressicht konnte der DAX einen fulminanten Zuwachs von +29 % verbuchen, auch die Entwicklung des EURO STOXX 50 war mit +14 % beachtlich. Der Dow Jones konnte im Vergleich zum Jahresbeginn gut 7 % zulegen.

Versicherungswirtschaft

Die deutsche Versicherungswirtschaft hat 2012 in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld agiert. Es war von der im fünften Jahr andauernden Finanz- und Staatsschuldenkrise geprägt, die das wirtschaftliche Umfeld in Europa schwächt. Darüber hinaus stellte die anhaltende Niedrigzinsphase eine Belastungsprobe für die Branche dar - insbesondere für die Lebensversicherer. Dank langfristig orientierter Kapitalanlagestrategie, breit diversifiziertem Anlagespektrum mit geringem Engagement in den Krisenstaaten und ausgeklügeltem Risikomanagement konnten negative Auswirkungen auf das eigene Geschäft und für die Kunden vermindert werden. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die Geschäftsentwicklung in der deutschen Versicherungswirtschaft im Berichtsjahr insgesamt stabil gezeigt. Spartenübergreifend war eine leichte Zunahme der Beitragseinnahmen zu verzeichnen, die auf ihr bisher höchstes Niveau seit 1990 gestiegen sind. In der Schaden- und Unfallversicherung fiel das Wachstum so kräftig aus wie zuletzt 1994, und in der Lebensversicherung gab es im Geschäft gegen laufenden Beitrag seit Ausbruch der Krise zum zweiten Mal infolge ein moderates Wachstum.

Für die Schaden- und Unfallversicherung war 2012 ein umsatzstarkes Geschäftsjahr mit dem höchsten Beitragswachstum seit der Deregulierung der Assekuranz 1994. Von dieser Entwicklung haben sämtliche Zweige des Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts profitiert. Besonders deutlich gestiegen sind die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung, getragen von Beitragsanhebungen sowohl im Bestand als auch im Neugeschäft. Damit setzt sich die bereits im Vorjahr festgestellte Tendenz zu einem sich verhärtenden Markt fort, bleibt aber auf die Kraftfahrtversicherung beschränkt. Die zweitstärkste Wachstumsrate und gleichzeitig die höchste Zunahme seit zehn Jahren gab es in der Sachversicherung. Hier ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf einen Anstieg der versicherten Immobilienwerte zurückzuführen. Hohe Wachstumsraten waren auch in den nach Beitragsvolumen kleineren Zweigen Transport- und Luftfahrtversicherung sowie Kreditversicherung zu verzeichnen. Geringer fielen die Zuwachsraten in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung, der Privaten Unfallversicherung und der Rechtsschutzversicherung aus.

Ähnlich hoch wie auf der Beitragsseite war 2012 aber auch das Wachstum bei den Versicherungsleistungen. In keinem vorangegangenen Jahr hatten die Schaden- und Unfallversicherer eine höhere Schadenbelastung zu verkraften. Ausgabensteigerungen gab es in fast allen Versicherungszweigen, wobei die höchsten Zuwachsraten auf die Sachversicherung und die Kreditversicherung entfielen. In der Sachversicherung machten sich die starke Frostperiode zu Jahresbeginn und die gestiegene Anzahl von Wohnungseinbrüchen sowie in der industriellen Sachversicherung der mit 335 Mio. EUR größte Feuer-Einzelschaden in Deutschland bemerkbar. Der Leistungssprung in der Kreditversicherung geht vor allem auf einige Insolvenzen zurück. Lediglich einen geringen Anstieg der Schadenaufwendungen gab es hingegen in der Kraftfahrtversicherung. Über alle Zweige der Schaden- und Unfallversicherung hinweg rechnet der GDV mit einer gegenüber dem Vorjahr gleich bleibenden kombinierten Schaden-/Kostenquote und einer leichten Steigerung des versicherungstechnischen Gewinns.

Die Beitragsentwicklung in der Lebensversicherung war 2012 durch eine weitere Normalisierung im Einmalbeitragsgeschäft und ein moderates Wachstum im Geschäft gegen laufenden Beitrag gekennzeichnet. In der Gesamtbetrachtung waren die Beitragseinnahmen leicht rückläufig. Ein Rückgang bei den Einmalbeiträgen war in der Branche erwartet worden; er fiel im Vergleich zum Vorjahr aber geringer aus als angenommen, sodass die Einmalbeiträge auch 2012 auf einem hohen Niveau blieben. In der Struktur des Neugeschäfts setzte sich die seit Beginn der Finanzkrise zu beobachtende Verschiebung zugunsten klassischer Lebensversicherungen mit garantierten Leistungen und zulasten fondsgebundener Policen fort. Lag der Anteil klassischer Policen an den kapitalbildenden Verträgen 2008 noch knapp unter 60 % des Neugeschäfts, stieg er bis 2012 auf gut drei Viertel. Die Neugeschäftszahlen spiegeln die nach wie vor große Bedeutung der Rentenversicherung wider, die nach Anzahl knapp die Hälfte und nach Beiträgen gut zwei Drittel der gesamten Neuzugänge ausmacht. Der Versicherungsbestand von Lebensversicherungen, Pensionskassen und -fonds lag im Berichtsjahr geringfügig unter dem Niveau von 2011. Die Stornoquote blieb auf dem vergleichsweise niedrigen Niveau der Vorjahre.

Eine große Herausforderung für die Lebensversicherung besteht in der seit Längerem anhaltenden Niedrigzinsphase, für die kurzfristig kein Ende absehbar ist. In diesem Umfeld ist es den deutschen Lebensversicherern auch im Berichtsjahr gelungen, eine über dem Garantiezins liegende Nettoverzinsung zu erwirtschaften.

Geschäftsverlauf der Talanx AG

Trotz dieses schwierigen Marktumfelds fiel das Ergebnis der Talanx AG im Berichtsjahr höher aus als im Vorjahr. Die Ergebnisabführung über die Erstversicherer in Summe lag deutlich über dem Vorjahr, die Dividendenzahlung der Rückversicherungstochter Hannover Rückversicherung AG liegt unter Vorjahr. Die Umstrukturierung des Konzerns wurde und wird im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland fortgesetzt. Ziel ist es, die Geschäftsprozesse und die Organisation an den Wünschen der Kunden und Vertriebspartner auszurichten, um einen besonders effizienten und stark auf den Kunden ausgerichteten Versicherer in Deutschland entstehen zu lassen. Das Berichtsjahr war durch Restrukturierungskosten aus der Umstrukturierung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland und den Zukäufen in Polen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International belastet.

Mit unserem strategischen Partner Meiji Yasuda streben wir an, Marktchancen zu nutzen, um weiterhin gemeinsam im Ausland zu wachsen. Im Zentrum stehen dabei insbesondere Investitionen in Mittel- und Osteuropa sowie der Türkei und Lateinamerika. Die in Polen getätigten Akquisitionen der Europa-Gruppe und der WARTA, deren Closing zum 1. Juni bzw. 1. Juli 2012 stattfand, haben wir gemeinsam mit Meiji Yasuda durchgeführt.

Die Talanx AG hat ihren Börsengang im Oktober 2012 mit der Erstnotierung der Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgreich abgeschlossen. Nach Durchführung der mit dem Greenshoe verbundenen Kapitalerhöhung befinden sich rund 11,2 % der Aktien der Talanx AG im Streubesitz, 6,5 % der Anteile werden von Meiji Yasuda gehalten. Die übrigen 82,3 % liegen beim bisherigen Alleinaktionär HDI V. a. G. Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich damit auf rund 817 Mio. EUR, einschließlich der von Meiji Yasuda Life Insurance zum IPO-Preis in Aktien gewandelten Nachranganleihe mit einem Volumen von 300 Mio. EUR.

Die Talanx AG ist im dritten Quartal mit ihrer Einladung zum Rückkauf ausgewählter Anleihen auf sehr große Resonanz gestoßen. Insgesamt haben Investoren dem Unternehmen Schuldverschreibungen in Höhe von nominal rund 204 Mio. EUR zum Rückkauf angeboten, die Talanx vollumfänglich am 11. Juli 2012 zurückgenommen hat.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Das Bilanzbild der Talanx AG wird - wie in den Vorjahren -weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme stieg um 13 % auf 8,0 (7,1) Mrd. EUR. Neben der Erhöhung des Buchwerts der Anteile an verbundenen Unternehmen um 15 % auf 7,1 (6,1) Mrd. EUR stiegen die Finanzanlagen in Form der Ausleihungen an verbundene Unternehmen (+154 Mio. EUR) überproportional an. Die Anteile an verbundenen Unternehmen an der Bilanzsumme blieben mit 89 (87) % auf einem konstant hohen Niveau.

Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände sanken die Guthaben bei Kreditinstituten um 198 Mio. EUR auf 207 Mio. EUR.

Die Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen gegen Tochtergesellschaften lagen mit 170 Mio. EUR unter dem Vorjahr (189 Mio. EUR). Demgegenüber stiegen die sonstigen Forderungen aus Beteiligungserträgen auf 62 (2) Mio. EUR an.

Die Talanx AG hat mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende disponible syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Zum Bilanzstichtag wurden eine Tranche über 300 Mio. EUR und eine über 200 Mio. EUR in Anspruch genommen. Die Nominalwerte der Kreditlinien betrugen zum Stichtag 500 Mio. EUR bzw. 700 Mio. EUR, sodass insgesamt 700 Mio. EUR ungenutzt waren. Es wurde eine Laufzeit von fünf Jahren vereinbart, sodass beide Kreditlinien im Jahr 2016 fällig werden. Der variable Zins ist am Euribor, zuzüglich eines Aufschlags, orientiert.

Die Talanx AG nutzt außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente und geht verschiedene Verpflichtungen ein: Von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Vermögenslage sind hierbei Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements (69 Mio. EUR); darüber hinaus beliefen sich die sonstigen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2012 auf 25 Mio. EUR.

Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5,1 Mrd. EUR (64 % der Passiva), die Verbindlichkeiten betragen 2,1 Mrd. EUR (26 % der Passiva). Die Verbindlichkeiten setzen sich zu 75 % aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und zu 25 % aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zusammen. Die sonstigen Passiva belaufen sich auf 790 Mio. EUR (10 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 308 Mio. EUR auf 1.563 Mio. EUR an. Wesentliche Ursache hierfür war die Weitergabe der neu emittierten Anleihe von Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. in Höhe von 500 Mio. EUR an die Talanx AG. Gegenläufig reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Ergebnisausgleichsansprüchen von Tochtergesellschaften, die Verbindlichkeiten aus der teilweisen Rückführung der ersten Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. sowie aus dem Wegfall des Darlehens von Hannover Re (Bermuda) Ltd.

Die Anleihen sanken um 300 Mio. EUR, da die von der Talanx AG begebene nachrangige Schuldverschreibung im Zuge des Börsengangs im Rahmen der vertraglichen Verpflichtung in Aktien der Talanx AG zum Emissionskurs gewandelt wurde.

Die im Vergleich zum Vorjahr mit 789 Mio. EUR etwas angestiegenen sonstigen Passiva setzen sich im Wesentlichen mit 595 (576) Mio. EUR aus Pensionsrückstellungen und mit 128 (125) Mio. EUR aus Körperschaft- und Gewerbesteuerrückstellungen zusammen.

Die Eigenkapitalquote ist insbesondere im Zuge des Börsengangs auf 64,1 (59,0) % gestiegen.

Aktiva

Passiva

Finanzlage

Die Liquidität, die zur Bedienung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung gewährleistet. Diese Planung wird durch das Rechnungswesen vorgenommen, mindestens einmal monatlich. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass die Talanx AG jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten.

Finanzmittel fließen der Talanx AG vor allem durch Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, durch Beteiligungserträge und Zinserträge aus Ausleihungen zu. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden regelmäßig mit dem Konzerncontrolling die erwarteten Liquiditätsströme aus Ergebnisabführungen im Rahmen der laufend aktualisierten Planungsrechnungen abgestimmt. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten aufbringen. Aufgrund ihrer Holdingeigenschaft können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen.

Bei der Auswahl der Kreditgeber hat die Gesellschaft bereits in der Vergangenheit stets auf deren langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke geachtet. Auch die gegenwärtige Schuldenkrise mehrerer Mitgliedsstaaten der Eurozone belastet einige Bankhäuser. Daher kommt der laufenden Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber, die zentral von der Talanx Asset Management GmbH wahrgenommen wird, eine zunehmende Relevanz zu.

Ertragslage

Die Ertragslage unserer Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Jahresüberschuss von 131 (76) Mio. EUR verbessert. Wir erläutern die Entwicklung des Geschäftsergebnisses in einer zusammenfassenden Darstellung, die der Holdingfunktion unserer Gesellschaft gerecht wird (vgl. Umschlagsinnenseite "Talanx AG auf einen Blick"). Die Talanx AG stellt ihren Jahresabschluss in Euro auf. Da in den vereinnahmten Ergebnissen der Tochtergesellschaften auch Beteiligungserträge in ausländischen Währungen enthalten sind, ist ihr Ergebnis mittelbar von Währungsschwankungen beeinflusst: Ein schwächerer Euro führt tendenziell zu einem höheren Beteiligungsergebnis. Auch eine Zinsänderung kann das Ergebnis der Talanx AG beeinflussen: Aufgrund der vorwiegend variabel verzinslichen Kreditlinien führt ein steigendes Zinsniveau tendenziell zu höheren Zinsaufwendungen.

Das Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, betrug im Geschäftsjahr 366 (247) Mio. EUR. Ein wesentlicher Grund für die Erhöhung war die Vereinnahmung von Gewinnen der Talanx Deutschland AG und der Talanx International AG nach den Verlustübernahmen beider Gesellschaften im Vorjahr. Die Talanx Deutschland AG kann ihr Beteiligungsergebnis erhöhen, das sich im Jahr 2012 aus einer Ergebnisabführung und einer Ausschüttung zusammensetzt.

Im Berichtsjahr trägt ein verbessertes Beteiligungsergebnis von den Tochtergesellschaften der Talanx Deutschland AG, unter anderem durch geringere Restrukturierungskosten im Rahmen der Umstrukturierung, zur Erhöhung bei. Darüber hinaus verbessert sich bei der Talanx Deutschland AG der Saldo aus Verschmelzungserträgen und Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte im Vergleich zum Vorjahr. Die Talanx International AG war im Vorjahr durch Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte geprägt, während im Berichtsjahr die Zuschreibungen und der Einbringungsertrag der HDI Asekuracja Towarzystwo Ubezpieczeń S. A. in die Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A. die Abschreibungen überkompensieren. Gegenläufig reduzierte sich die Vereinnahmung der Dividende der Hannover Rückversicherung AG auf 127 (139) Mio. EUR; dies entspricht 2,10 (2,30) EUR je Anteilsschein. Auch die Vereinnahmung von Gewinnen der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG reduzierte sich, im Wesentlichen durch eine höhere Zuführung zur Schwankungsrückstellung.

Die Ausschüttungen von sonstigen Gesellschaften, mit denen kein Ergebnisabführungsvertrag besteht, stiegen gegenüber dem Vorjahr: Dies betrifft insbesondere die Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG mit 8 (1) Mio. EUR aus dem Verkauf von Aktien sowie Dividendenerträgen. Zudem konnte erstmals eine Ausschüttung von der Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd. in Höhe von 5 Mio. EUR vereinnahmt werden.

Das Zinsergebnis verblieb mit -146 (-144) Mio. EUR etwa auf Vorjahresniveau. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen erhöhten sich um 11 Mio. EUR auf 13 Mio. EUR, zum einen aus den Zinserträgen aus dem Rückkauf ausgewählter Anleihen, zum anderen aus einem intern vergebenen Darlehen sowie Erträgen aus Aktien. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge sinken um 12 Mio. EUR auf 9 Mio. EUR. Die Gründe hierfür lagen vor allem in dem während des Berichtsjahrs gesunkenen Zinsniveau für Fest- und Tagesgelder, dem ebenfalls geringeren variablen Zinsertrag aus einem Swap-Geschäft sowie der nur im Vorjahr vorgenommenen Weiterbelastung der Aufzinsung einer Pensionsrückstellung für die über den Schuldbeitritt vermittelten Pensionsbestände.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen verbleiben mit 168 (168) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Zum einen fließen hier erhöhend die Zinsaufwendungen für ein Darlehen ein, das im Rahmen einer neu emittierten Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. gezogen wurde. Zum anderen reduzieren sich die Zinsaufwendungen aus einem Swap-Geschäft und für gezogene Kreditlinien. Die Einmalgebühren für die Kreditlinien entfallen gegenüber dem Vorjahr. Die Zinsaufwendungen auf Steuerverbindlichkeiten reduzieren sich. Darüber hinaus sinken die Zinsaufwendungen für das Hybriddarlehen von Meiji Yasuda, da hier im Rahmen des Börsengangs die Wandlung in Aktien vorgenommen wurde.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im Berichtsjahr um 82 Mio. EUR auf 21 Mio. EUR, wobei das Vorjahr von Sondereffekten geprägt war. Im Jahr 2011 entstanden Erträge aus der Entnahme eines Wertpapierpakets aus der Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG mit entsprechender Reduktion des Beteiligungsbuchwertes von 42 Mio. EUR sowie ein Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen von 29 Mio. EUR. Im Berichtsjahr sind hingegen Erträge aus dem Verkauf der nachrangigen Schuldverschreibung der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. enthalten.

Alle übrigen Aufwendungen (Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen, Abschreibungen, Kosten für den Börsengang) betrugen im Geschäftsjahr 101 (103) Mio. EUR.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg damit auf 139 (102) Mio. EUR.

Im außerordentlichen Ergebnis sind 14 Mio. EUR außerordentlicher Aufwand aus dem Zuführungsbetrag zu Pensionsrückstellungen gemäß BilMoG berücksichtigt.

Es fielen im Berichtsjahr, wie im Vorjahr, nahezu keine Ertragsteuern aus dem laufenden Jahr an. Der Steuerertrag resultierte im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der endgültigen Steuererklärung 2009, dem entgegengesetzt wurden die Rückstellungen für Steuerrisiken erhöht. Im Vorjahr entfiel der Steueraufwand nahezu ausschließlich auf Zuführungen zur Rückstellung für Steuerrisiken.

Der Jahresüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um 55 Mio. EUR auf 131 (76) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 377 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 508 (377) Mio. EUR.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Jahres 2012 vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als gut. Der Jahresüberschuss stieg wie erwartet. Das Beteiligungsergebnis des Vorjahres wurde verbessert, die Zinserträge verblieben in etwa auf Vorjahresniveau und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich weiter. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft unverändert gut.

Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

In dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor.

Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2012 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Talanx AG in Höhe von 507.515.627,04 EUR wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 1,05 EUR auf jede gewinnberechtigte Stückaktie: 265.256.966,00 EUR
Gewinnvortrag: 242.258.660,04 EUR

Entwicklung der wichtigsten Beteiligungsgesellschaften

In diesem Kapitel beschreiben wir die Entwicklung und den Geschäftsverlauf der wichtigsten unter der Talanx AG zusammengefassten Gesellschaften. Diese Darstellungsform wurde gewählt, weil das Ergebnis der Talanx AG als Holdinggesellschaft maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt ist. Die Kennzahlen der Gesellschaften sind nach HGB ermittelt. Die Talanx International AG stellt ihr Geschäftsergebnis, das durch ihre ausländischen Tochtergesellschaften geprägt wird, nach der internationalen Rechnungslegung IFRS dar, um die Vergleichbarkeit untereinander zu ermöglichen. Die meisten inländischen Gesellschaften sind über Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge mit der Talanx AG verbunden. Eine Auflistung findet sich im Anhang unter "Sonstige Angaben/Wichtige Verträge".

Die Darstellung in diesem Einzelabschluss orientiert sich an den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International und Rückversicherung sowie den Konzernfunktionen.

Geschäftsbereich Industrieversicherung

Der Geschäftsbereich Industrieversicherung wird durch die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG geführt. Als international tätiger Industrieversicherer begleitet HDI-Gerling Industrie seine Kunden im In- und Ausland mit passgenauen Lösungen, die optimal auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind. Dabei reicht die Leistungspalette von der Haftpflicht- über die Kraftfahrzeug-, Unfall- sowie Feuer- und Sachversicherung bis zu Transport und Luftfahrt, Special Lines und Technischen Versicherungen.

HDI-Gerling Industrie Versicherung AG

Die gebuchten Bruttobeiträge der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG stiegen im Berichtszeitraum insgesamt deutlich um 11,1 % auf 3,0 (2,7) Mrd. EUR an. Die allgemein positive Entwicklung setzte sich spartenübergreifend durch. Vor allem in den Sparten Haftpflicht-, Kraftfahrt sowie Transport- und Luftfahrtversicherung konnten trotz eines sehr intensiven Marktumfeldes erfreuliche Beitragssteigerungen erzielt werden.

Die verdienten Nettobeiträge folgten der Bruttoentwicklung und erhöhten sich um 25 % auf 1,3 (1,1) Mrd. EUR.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % auf 2,2 (2,2) Mrd. EUR. Insgesamt bewegte sich der Schadenaufwand im Rahmen der Erwartung. Während der Geschäftsjahresschadenaufwand im selbst abgeschlossenen Geschäft, vor allem in den Sparten Feuerversicherung, All-Risk-Versicherungen und Transportversicherung, stark von mehreren Großschäden geprägt war, konnte in dem in Rückdeckung übernommenen Geschäft ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen werden. Die Bruttoschadenquote verringerte sich aufgrund der positiven Beitragsentwicklung um 10,7 Prozentpunkte auf 71,5 (82,2) %. Die Nettoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich um 2 % auf 1,1 (1,0) Mrd. EUR.

Insgesamt sank die Nettoschadenquote auf 79,3 (97,2) %. Ein wesentlicher Faktor für die Verringerung der Nettoschadenquote war ein im Vergleich zum Vorjahr deutlicher Rückgang der Rückversicherungsbeiträge, der in der im Vorjahr vorgenommenen Umgliederung der Rückstellung für Wiederauffüllungsprämie in Höhe von 179 Mio. EUR aus den sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen in die Rückversicherungsbeiträge begründet war. Ohne diesen Effekt hätte sich im Vorjahr eine Nettoschadenquote von 83,2 % ergeben.

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb erhöhten sich um 13 % auf 569 (503) Mio. EUR. Bezogen auf die deutlich gestiegenen Bruttobeiträge nahm die Bruttokostenquote mit 18,8 (18,9) % leicht ab, während sich die Nettokostenquote mit 4,0 Prozentpunkten auf 21,5 (25,5) % etwas deutlicher reduzierte. Die kombinierten Schaden-/Kostenquoten spiegelten die vorgenannten Entwicklungen wider und beliefen sich auf brutto 90,3 (101,1) % und netto 100,8 (122,7) %.

Insgesamt konnte die Gesellschaft ein gegenüber dem Vergleichszeitraum um 86 Mio. EUR verbessertes versicherungstechnisches Nettoergebnis vor Schwankungsrückstellung in Höhe von -15 (-101) Mio. EUR ausweisen. Nach Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 81 (Entnahme von 159) Mio. EUR ergab sich ein versicherungstechnisches Nettoergebnis von -96 (58) Mio. EUR. Im Vorjahr war die hohe Entnahme im Wesentlichen durch den Effekt der Umgliederung des Gesamtbetrags der Wiederauffüllungsprämien aus dem sonstigen versicherungstechnischen Aufwand in die Rückversicherungsprämien beeinflusst.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit betrug 121 Mio. EUR, das abgeführte Ergebnis an die Talanx AG betrug 82 Mio. EUR.

Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt vor Abzug des technischen Zinses auf 268 (202) Mio. EUR. Insgesamt wurde für das Berichtsjahr eine Nettoverzinsung von 4,3 (3,3) % erreicht.

Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Aktivitäten der Gesellschaften des deutschen Privat- und Firmenkundengeschäfts in der Sachversicherung und Lebensversicherung inklusive der Bancassurance-Gesellschaften, die ihre Produkte über Bank- und Postkooperationen vertreiben. Der Geschäftsbereich wird von der Talanx Deutschland AG geführt und enthält als wesentliche Beteiligungen: HDI Lebensversicherung AG, HDI Versicherung AG, neue leben, TARGO Versicherungen und PB Versicherungen.

Talanx Deutschland AG

Die Talanx Deutschland AG (TD) hält Beteiligungen an inländischen Versicherungsgesellschaften und sonstigen Unternehmen. Die Kernfunktion der Gesellschaft ist die Koordination und Weiterentwicklung der Marken des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland unter einheitlicher Leitung im Inland.

Im Berichtsjahr hat die TD ihren Kommanditanteil an der HNG Hannover National Grundstücksverwaltung GmbH & Co KG mit einem Anteil von 94,9 % an die HDI Lebensversicherung AG übertragen.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 16. Dezember 2011 wurde die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG auf die HDI Versicherung AG (vormalige HDI Direkt Versicherung AG) mit Wirkung ab dem 1. Januar 2012 verschmolzen. Die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG ist durch die Verschmelzung als juristische Person untergegangen. Hierdurch wurde der Anteilswert auf den Anteil an der HDI Versicherung AG übertragen.

Die TD nahm im Berichtsjahr Aufgaben der Werbung und des Marketings sowie Teilbereiche von Recht und Kommunikation im Geschäftsfeld Privat- und Firmenversicherung Deutschland aufgrund eines Dienstleistungsvertrages mit Tochter- und Enkelgesellschaften wahr. Die im Rahmen dieser Dienstleistungen erzielten Umsatzerlöse beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 59 (52) Mio. EUR. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und aus vereinnahmten Dividenden betrugen im Berichtsjahr 110 (102) Mio. EUR. Weiterhin ergab sich aus einer Verschmelzung zweier Gesellschaften ein Verschmelzungsgewinn, auf drei Gesellschaften waren Abschreibungen vorzunehmen, sodass sich aus diesen Vorgängen per saldo eine Ergebnisbelastung von 67 Mio. EUR ergab.

Ergebnisbelastend wirkten insbesondere die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von 23 (76) Mio. EUR, vorrangig von der HDI Versicherung AG. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr 49 (41) Mio. EUR.

Es ergibt sich hieraus ein Ergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 16 Mio. EUR (im Vorjahr Ergebnis vor Verlustübernahme von 53 Mio. EUR) das aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrages in voller Höhe an die Talanx AG abgeführt wird. Zusätzlich werden aus dem Gewinnvortrag 53 Mio. EUR an die Talanx AG ausgeschüttet, sodass die TD einen Ergebnisbeitrag von 68 Mio. EUR leistete.

HDI Lebensversicherung AG

Die HDI Lebensversicherung AG steht für umfassende Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie bietet ein breites Leistungsspektrum, das von der Basisrente über Riester und die betriebliche Altersversorgung bis hin zur klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung reicht und auch die nötige Risikovorsorge und Absicherung der Berufsunfähigkeit enthält.

Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft reduzierten sich von 401 Mio. EUR im Vorjahr auf 374 Mio. EUR. In einem schwierigen Marktumfeld resultierte der Rückgang zum überwiegenden Teil aus den laufenden Neugeschäftsbeiträgen, die um 15 % auf 158 Mio. EUR nachgaben. Die Einmalbeiträge konnten hingegen mit einem Rückgang um 1 % auf 215 Mio. EUR weitgehend auf Vorjahresniveau gehalten werden. Nachdem im Vorjahr konventionelle Vorsorgeprodukte und fondsgebundene Kapital- und Rentenversicherungen noch gleichermaßen zum Neugeschäft beitragen konnten, kam es im Berichtsjahr zu einem deutlichen Rückgang bei den fondsgebundenen Versicherungen um 14 % auf 173 Mio. EUR. Die Neugeschäftsbeiträge der konventionellen Vorsorgeprodukte verzeichneten hingegen einen Anstieg um 1 % auf 201 Mio. EUR. Deutliche Zuwächse konnten erneut bei den Risikoprodukten - Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen - erzielt werden, bei denen die Neugeschäftsbeiträge um 10 % auf 26 Mio. EUR anstiegen. Ausschlaggebend war dabei wie im Vorjahr die Entwicklung der vielfach ausgezeichneten Berufsunfähigkeitsversicherungen mit einem Anstieg um 19 % auf 18 Mio. EUR.

Die gebuchten Bruttobeiträge sanken gegenüber dem Vorjahr um 2 % auf 2,3 Mrd. EUR. Der Rückgang konnte durch eine Erhöhung des Selbstbehalts weitgehend kompensiert werden, sodass die verdienten Beiträge für eigene Rechnung mit 2,0 (2,0) Mrd. EUR unverändert blieben.

Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt auf 880 (884) Mio. EUR. Für das Berichtsjahr wurde damit eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Nettoverzinsung von 4,5 % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss von 12 (8) Mio. EUR erzielt werden.

HDI Versicherung AG

Im Folgenden sind angepasste Vorjahreswerte dargestellt, da zu Vergleichszwecken die Werte von HDI-Gerling Firmen und Privat AG und HDI Direkt Versicherung AG addiert wurden.

Die gebuchten Bruttobeiträge der Gesellschaft stiegen um 4 % und beliefen sich somit im Geschäftsjahr auf 1,4 (1,3) Mrd. EUR. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus Beteiligungsgeschäft in den Sparten Kraftfahrt und Multi Risk sowie Wachstum in Haftpflicht. Zum anderen waren die Beitragsanpassungen im Bestand bei gleichzeitiger Anhebung des Neugeschäftstarifs in Kraftfahrt hierfür verantwortlich. Allerdings führte dieses zu einem rückläufigen Neugeschäftsvolumen in der Sparte. Zusätzlich stieg das Bruttobeitragsvolumen um 11 Mio. EUR, bedingt durch die Zeichnung von übernommenem Geschäft. Dieses wurde jedoch vollständig retrozediert, sodass es keinen Einfluss auf das Nettobeitragsvolumen gab.

Die verdienten Nettobeiträge stiegen stärker als die Bruttobeiträge, da die Rückversicherungsquote im Bereich Kraftfahrt um 1,5 Prozentpunkte gesenkt wurde. Die verdienten Nettobeiträge erhöhten sich auf 1,3 (1,2) Mrd. EUR.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle wiesen im Geschäftsjahr eine leichte Verbesserung auf, die Schadenquote sank von 71,8 % auf 69,2 %. Dies lag sowohl an den Bruttobeiträgen aus dem im Geschäftsjahr neu übernommenen Geschäft als auch an den profitableren Beiträgen in Kraftfahrt. Absolut gesehen blieben die Aufwendungen brutto mit 963 (964) Mio. EUR nahezu unverändert.

Die Nettoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich auf 907 (885) Mio. EUR, die Nettoschadenquote sank aufgrund des gestiegenen Beitrags von 72,8 % auf 71,4 %. Die erzielten Schadenquoten sind erfreulich und spiegeln die Erwartungen an die breit aufgestellten Profitabilisierungsprogramme wider.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen brutto auf 447 (422) Mio. EUR und netto auf 425 (399) Mio. EUR. Die Kostenquoten erhöhten sich brutto auf 32,1 (31,4) % und netto von 32,8 % auf 33,4 %.

Die kombinierten Schaden-/Kostenquoten entwickelten sich brutto von 103,2 % auf 101,3 % und netto von 105,6 % auf 104,8 %. Insgesamt wurde ein versicherungstechnisches Nettoergebnis in Höhe von -82 (-37) Mio. EUR nach Schwankungsrückstellung ausgewiesen. Der Schwankungsrückstellung mussten 15 (Vorjahr: Entnahme 30) Mio. EUR zugeführt werden.

Das Kapitalanlageergebnis belief sich auf 112 (99) Mio. EUR. Insgesamt wurde für das Berichtsjahr eine Nettoverzinsung von 3,7 % erreicht.

Bancassurance-Gesellschaften

Die Bancassurance umfasst in Deutschland drei Kooperationen mit Banken und Sparkassen: die neue leben-Gruppe, die PB Versicherungen und die TARGO Versicherungen. Diese Versicherungsgesellschaften sind insbesondere in den Bereichen Lebens-, Renten- und Unfallversicherungen tätig und haben ihre Standorte in Hamburg, Hameln und Hilden.

neue leben Lebensversicherung AG

Die neue leben Versicherungen positionieren sich als Vorsorgespezialisten und kompetente Partner der Sparkassen mit hoher Expertise in den Geschäftsfeldern private und betriebliche Vorsorge. Mit einem System aus leistungsstarken Produkten, flexiblen Vorsorgelösungen und maßgeschneiderten Zielgruppenkonzepten haben sie sich bei ihren Vertriebspartnern und Kunden als Innovatoren und Qualitätsanbieter im Vorsorgebereich etabliert.

Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft stiegen im Berichtsjahr um 2 % auf 474 Mio. EUR. Die laufenden Neugeschäftsbeiträge sanken dabei um 19 % auf 45 Mio. EUR. Gegenläufig stiegen die Einmalbeiträge um 5 % auf 429 Mio. EUR. Hieraus errechnet sich ein Annual Premium Equivalent (laufende Neugeschäftsbeiträge zuzüglich 10 % der Einmalbeiträge) in Höhe von 88 (96) Mio. EUR. Das Gewicht zwischen den Segmenten verlagerte sich von den konventionellen Vorsorgeprodukten weiter auf die fondsgebundenen Kapital- und Rentenversicherungen. Die Neugeschäftsbeiträge dieses Produktsegments stiegen um 22 % auf 119 Mio. EUR, wobei der Zuwachs sowohl aus den laufenden Beiträgen als auch aus den Einmalbeiträgen resultiert. Mit 118 Mio. EUR waren insbesondere die fondsgebundenen Rentenversicherungen - darunter vor allem die Hybridprodukte - der Wachstumsträger. Die Neugeschäftsbeiträge der konventionellen Vorsorgeprodukte sanken hingegen um 3 % auf 328 Mio. EUR. Die Neugeschäftsbeiträge der Risikoprodukte - Risikolebens-, Restschuld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen - konnten um 3 % auf 27 Mio. EUR gesteigert werden.

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2 % von 1,0 Mrd. EUR auf 1,1 Mrd. EUR. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung entwickelten sich mit 1,1 (1,0) Mrd. EUR entsprechend.

Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt auf 372 (351) Mio. EUR. Im Berichtsjahr wurde damit eine Nettoverzinsung von 4,6 (4,5) % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss vor Gewinnabführung von 16 (18) Mio. EUR verzeichnet werden. Das nach der Einstellung in die gesetzliche Rücklage verbleibende Ergebnis von 15 Mio. EUR wird an die neue leben Holding AG abgeführt.

Die neue leben Holding AG ist die 100-prozentige Muttergesellschaft der neue leben Lebensversicherung AG und der neue leben Unfallversicherung AG. An der neue leben Pensionsverwaltung AG ist die neue leben Holding AG zu 49 % beteiligt, die wiederum zu 100 % an der neue leben Pensionskasse AG beteiligt ist. Die nl-PS Betriebliche Vorsorge GmbH in Erlangen wird unverändert mit einer Beteiligung von 50 % der Anteile gehalten. Hauptaktionärin der neue leben Holding AG ist mit 67,5 % minus einer Aktie die Talanx Deutschland AG. Weitere Anteilseigner sind mit Beginn des Jahres 2012 mittelbar und unmittelbar drei Sparkassen.

Im Geschäftsjahr 2012 ist der Jahresüberschuss der neue leben Holding AG geringfügig um 0,8 Mio. EUR auf 21 (22) Mio. EUR zurückgegangen. Der maßgebliche Anteil resultiert aus der Gewinnabführung der neue leben Lebensversicherung AG. Die neue leben Lebensversicherung AG hat einen Bilanzgewinn von 15 (17) Mio. EUR erzielt, der in voller Höhe an die neue leben Holding AG abgeführt wird. Ebenso wurden bei der neue leben Holding AG Erträge aus Ergebnisabführung der neue leben Unfallversicherung AG in Höhe von 6 (4) Mio. EUR vereinnahmt. Die neue leben Pensionsverwaltung AG beendete das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 0,1 Mio. EUR, dieser wird nach Verrechnung eines Gewinnvortrages aus dem Vorjahr (0,5 Mio. EUR) auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn der neue leben Holding AG beträgt im Geschäftsjahr nach Zuführung zu den Gewinnrücklagen 20 (21) Mio. EUR.

TARGO Lebensversicherung AG

Die TARGO Lebensversicherung AG ist exklusiver Versicherungspartner der TARGOBANK. Mit der langfristigen Ausrichtung der Kooperation bis 2025 zeigen beide Partner ihre Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit und schaffen die Grundlage für den weiteren kontinuierlichen Ausbau, dessen Schwerpunkt im Bereich Schutz und Vorsorge liegt. Alle Produkte werden exklusiv für die Vertriebswege des Bankpartners entwickelt.

Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft stiegen im Berichtsjahr auf 559 (491) Mio. EUR. Mit diesem Zuwachs von 14 % konnte ein im Vergleich zum Markt überproportionales Wachstum erzielt werden. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung war der Anstieg der Einmalbeiträge um 18 % auf 456 Mio. EUR. Die laufenden Neugeschäftsbeiträge sanken geringfügig auf 103 (106) Mio. EUR. Insgesamt wurde ein Annual Premium Equivalent (laufende Neugeschäftsbeiträge zuzüglich 10 % der Einmalbeiträge) von 148,9 Mio. EUR erzielt -ein Zuwachs von 3,0 % gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblichen Anteil an diesem Wachstum hatten die konventionellen Vorsorgeprodukte, die einen Anstieg um 6 % auf 93 Mio. EUR verzeichneten. Bei den Kreditlebensversicherungen stieg das Annual Premium Equivalent um 9 % auf 38 Mio. EUR.

Im Berichtsjahr beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 944 (862) Mio. EUR. Diese Entwicklung resultiert vorwiegend aus dem Anstieg der Einmalbeiträge in Einzelleben auf 154 (98) Mio. EUR. Die Beiträge in der Kreditlebensversicherung konnten um 5 % gesteigert werden. Bei den laufenden Bruttobeiträgen im selbst abgeschlossenen Geschäft war ein Anstieg um 2 % auf 436 Mio. EUR zu verzeichnen.

Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt auf 110 (105) Mio. EUR. Für das Berichtsjahr wurde damit wie im Vorjahr eine Nettoverzinsung von 4,1 % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss von 44 (42) Mio. EUR erzielt werden.

PB Lebensversicherung AG

Gemeinsam mit ihrem Partner Deutsche Postbank AG bietet die PB Lebensversicherung AG Versicherungsprodukte an, die optimal auf die Bedürfnisse der Postbankkunden ausgerichtet sind. Die Kooperation verbindet die Vertriebskraft der Deutsche Postbank AG mit dem Versicherungs-Know-how der Talanx.

Die Neugeschäftsbeiträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 8 % auf 340 (315) Mio. EUR. Maßgeblich für diese positive Entwicklung war der Zuwachs der Einmalbeiträge, die ebenfalls um 8 % auf 290 (268) Mio. EUR gesteigert werden konnten. Bei den laufenden Neugeschäftsbeiträgen wurde ein Zuwachs um 6 % auf 50 (47) Mio. EUR erzielt. Insgesamt wurde ein Annual Premium Equivalent (laufende Neugeschäftsbeiträge zuzüglich 10 % der Einmalbeiträge) von 79 Mio. EUR und damit ein Anstieg von 7 % erreicht.

Im Berichtsjahr beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge der PB Lebensversicherung AG auf 783 (759) Mio. EUR. Die verdienten Nettobeiträge betrugen 747 Mio. EUR, nach 716 Mio. EUR im Vorjahr.

Das Kapitalanlageergebnis konnte von 165 Mio. EUR auf 225 Mio. EUR nochmals deutlich gesteigert werden. Für das Berichtsjahr wurde eine Nettoverzinsung von 5,6 (4,6) % erreicht. Der Jahresüberschuss verblieb mit 26 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Nach der Dotierung der gesetzlichen Rücklage verblieb ein Bilanzgewinn von 25 Mio. EUR.

Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International bündelt die Aktivitäten der Privat- und Firmenkunden-Gesellschaften der Bereiche Schaden/Unfallversicherung, Lebensversicherung sowie der Bancassurance im Ausland und ist zurzeit in 14 Ländern mit 27 Gesellschaften präsent. Geführt wird er durch die Talanx International AG.

Talanx International AG

Die Talanx International AG ist im Talanx-Konzern zuständig für die Steuerung der im Ausland angesiedelten, rechtlich selbstständigen Versicherungsgesellschaften, die das Privat- und Firmenkundengeschäft unter anderem unter der Marke HDI betreiben. Die Talanx International AG nimmt eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, neue Märkte zu evaluieren, strategische Optionen auf internationaler Ebene umzusetzen und damit profitables organisches und anorganisches Wachstum für den Talanx-Konzern zu generieren. Der Fokus der Talanx International AG liegt dabei auf den strategischen Zielregionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa, wo der Geschäftsbereich jeweils in den zwei größten sowie wachstumsstarken Kernmärkten präsent ist: In Lateinamerika sind dies Brasilien und Mexiko, in Zentral- und Osteuropa Polen und die Türkei.

Das Geschäftsjahr 2012 war von der Akquisition und der Integration der in den Zielmärkten Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika übernommenen Gesellschaften geprägt. Anfang des Jahres war bereits der Erwerb des Sach- und Lebensversicherers Metropolitana Compañía de Seguros S. A. de CV in Mexiko abgeschlossen worden. Zum 1. Juni wurde die Akquisition von 50 % und einer Aktie der TU Europa-Gruppe, die ebenfalls sowohl Lebens- als auch Sachversicherungsprodukte anbietet, zum Abschluss gebracht. Die Übernahme der TUiR WARTA-Gruppe von der belgischen KBC Group wurde zum 1. Juli beendet. Per 28. Dezember 2012 wurde die polnische Sachversicherungsgesellschaft HDI Asekuracja TU S. A. auf die TUiR WARTA S. A. verschmolzen. Der Talanx-Konzern wurde damit zum zweitgrößten Teilnehmer auf dem polnischen Versicherungsmarkt. Unser strategischer Partner Meiji Yasuda hält rund 25 % der WARTA-Anteile sowie eine wesentliche Minderheitsbeteiligung an der TU Europa-Gruppe. Im Oktober 2012 erfolgte die Veräußerung des Lebensversicherers ASPECTA Assurance International AG Liechtenstein im Zuge der strategischen Neuausrichtung des Geschäftsbereichs.

Die gebuchten Bruttoprämien der Tochtergesellschaften stiegen insgesamt um 31 % gegenüber der Vergleichsperiode auf 3,3 (2,5) Mrd. EUR. Ursächlich hierfür war vor allem die erstmalige Zurechnung der Neuakquisitionen in Polen und Mexiko. Außerdem konnte der überwiegende Teil der internationalen Gesellschaften sein Prämienvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Die Talanx International AG erzielte Erträge aus Dividendenzahlungen ihrer Beteiligungsgesellschaften in Höhe von insgesamt 32 (14) Mio. EUR. Dem stehen der Saldo aus Zu- und Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte in Höhe von 3 Mio. EUR und Holdingaufwendungen in Höhe von insgesamt 22 (21) Mio. EUR gegenüber. Aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags erfolgte eine Gewinnabführung in Höhe von 17 Mio. EUR an die Talanx AG; im Vorjahr betrug der Verlustausgleich durch die Talanx AG 36 Mio. EUR.

Auch für das Geschäftsjahr 2013 verfolgt das ausländische Privat- und Firmenkundengeschäft eine klare Expansionsstrategie und zielt dabei auf Wachstum bei angemessener Profitabilität ab.

Geschäftsbereich Rückversicherung

Der Geschäftsbereich Rückversicherung des Talanx-Konzerns, in dem die Schaden- und Personen-Rückversicherung zusammengefasst ist, besteht hauptsächlich aus der Hannover RückGruppe, einer der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Die Talanx AG hält 50,2 % der Anteile an der Hannover Rückversicherung AG (Hannover Rück), die übrigen Aktien der börsennotierten Gesellschaft sind im Besitz institutioneller und privater Investoren.

Die Hannover Rückversicherung AG zeichnet mit wenigen Ausnahmen die aktive Rückversicherung des Konzerns nur im Ausland. Ihre Tochtergesellschaft, die E+S Rückversicherung AG, ist hingegen für das Deutschlandgeschäft zuständig. Ein regionaler Risikoausgleich zwischen Hannover Rück und E+S Rück wird durch gegenseitige Retrozession sichergestellt.

Hannover Rückversicherung AG

Mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2012 ist die Hannover Rück sehr zufrieden. Für einen finanzstarken Rückversicherer waren die Marktchancen für profitables Wachstum gut, sowohl in der Schaden- als auch der Personen-Rückversicherung. Trotz eines schwierigen Kapitalmarktumfelds konnte ein sehr gutes Kapitalanlageergebnis erzielt werden. Darüber hinaus profitierte das Jahresergebnis davon, dass die Belastungen aus Großschäden - anders als im Vorjahr - recht moderat ausfielen. Insgesamt waren die Märkte für die Hannover Rück sehr attraktiv, um im Berichtsjahr profitabel zu wachsen und den Marktanteil ausweiten zu können. Die Nachfrage nach Rückversicherungsdeckungen war im Berichtsjahr nach wie vor gut. Hierzu trugen die höhere Bedeutung von risikobasierten Modellen und die Anforderungen an die Kapitalausstattungen der Erstversicherer bei.

Die Bruttoprämie für das Gesamtgeschäft erhöhte sich erfreulich um 14,5 % auf 10,5 Mrd. EUR (9,1 Mrd. EUR). Der Selbstbehalt verringerte sich leicht von 77,5 % auf 76,0 %. Die verdiente Nettoprämie stieg um 12,1 % auf 7,8 (7,0) Mrd. EUR.

Anders als im Vorjahr verlief die Großschadensituation im Berichtsjahr vergleichsweise moderat. Der größte Schaden für die internationale Versicherungswirtschaft war mit über 20 Mrd. USD Hurrikan "Sandy", der an der Ostküste der USA für große Verwüstungen und Todesopfer sorgte. Die Nettobelastung für die Hannover Rück AG betrug 168,8 Mio. EUR. Aus der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" hatte die Hannover Rück für das Transportgeschäft eine Belastung von 42,5 Mio. EUR zu verzeichnen. Ein ebenfalls großer Schaden entstand für das Geschäft der landwirtschaftlichen Versicherungen. Aus der schwersten Dürreperiode in den USA seit Jahrzehnten ergab sich für die Hannover Rück eine Nettobelastung in Höhe von 34,6 Mio. EUR. Diese und weitere kleinere Großschäden summierten sich auf eine Nettobelastung für das Berichtsjahr von 318,3 Mio. EUR; im Vorjahr betrug diese 552,0 Mio. EUR.

Im abgelaufenen Berichtsjahr hat sich das Geschäft der Personen-Rückversicherung trotz der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten und der anhaltenden Niedrigzinsphase, die gerade der Lebensversicherungsindustrie vermehrt zusetzt, im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Der Geschäftszuwachs in Asien wurde durch die Implementierung eines regional verantwortlichen Business Centers "Asia" unterstützt.

Dies ermöglicht der Hannover Rück auch für die Zukunft eine ganzheitliche Markterschließung sowie von dem vorhandenen vielversprechenden Geschäftspotenzial in diesen wirtschaftlich stark wachsenden Ländern zu profitieren. Der steigenden Bedeutung von Altersvorsorge-, Renten- und Pensionsversicherungsprodukten, besonders in den Industrienationen, hat die Hannover Rück durch die Implementierung eines eigenständigen Business Centers "Longevity" Rechnung getragen.

Das versicherungstechnische Ergebnis (vor Veränderung der Schwankungsrückstellungen) für das Gesamtgeschäft erhöhte sich nach einem Verlust im Vorjahr von -151,9 Mio. EUR auf 93,2 Mio. EUR. Den Schwankungs- u. ä. Rückstellungen waren 340,7 (292,6) Mio. EUR zuzuführen.

Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit stieg im Berichtsjahr deutlich auf 546,0 (273,5) Mio. EUR. Das Berichtsjahr schloss mit einem Jahresüberschuss von 410,3 (270,2) Mio. EUR.

Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg im Berichtsjahr auf 19,5 (17,5) Mrd. EUR. Das entspricht einem Anstieg von 11,7 % und ist vor allem auf versicherungstechnische Mittelzuflüsse zurückzuführen. Die saldierten unrealisierten Kursgewinne der festverzinslichen Wertpapiere und Rentenfonds beliefen sich zum Jahresultimo auf 798,3 (395,6) Mio. EUR. Hier wirkten sich insbesondere die Renditerückgänge im Bereich der US-amerikanischen und europäischen Staatsanleihen aus.

Die ordentlichen Kapitalanlageerträge einschließlich Depotzinsen lagen mit 1,2 Mrd. EUR (912,4 Mio. EUR) deutlich über Vorjahresniveau. Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen realisierten wir in saldierter Höhe von 68,9 (64,0) Mio. EUR. Abschreibungen auf Kapitalanlagen waren in Höhe von 25,4 (33,1) Mio. EUR vorzunehmen. Zudem konnten Zuschreibungen in Höhe von 29,6 (88,1) Mio. EUR vorgenommen werden. Insgesamt erhöhte sich das Netto-Kapitalanlageergebnis somit deutlich auf 1,2 Mrd. EUR (953,9 Mio. EUR).

E+S Rückversicherung AG

Das Wachstum des internationalen Geschäfts führte insgesamt zu einer Steigerung der gebuchten Bruttoprämie der E+S Rück um 187,3 Mio. EUR auf 2,7 Mrd. EUR (2,5 Mrd. EUR). Gemäß dem Zyklusmanagement-Ansatz hat die E+S Rück in Märkten mit verbesserten Raten mehr Geschäft gezeichnet.

In den Sparten Leben und Kranken wurden Prämienrückgänge im deutschen Geschäft verzeichnet, welche durch das stärkere Wachstum des internationalen Geschäfts überkompensiert wurden.

Die gebuchte Bruttoprämie der Schaden-Rückversicherung erhöhte sich 2012 um 7,3 % auf 1,7 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR). Ihr Anteil am gesamten Prämienvolumen der E+S Rück blieb unverändert bei 63 %. Die gebuchte Bruttoprämie der Personen-Rückversicherung in den Sparten Leben und Kranken stieg um 7,7 % auf 1.008,0 Mio. EUR an (935,9 Mio. EUR).

Die verdiente Nettoprämie der E+S Rück stieg nur unwesentlich stärker als die Bruttoprämie, nämlich um 7,5 % auf 2,1 Mrd. EUR (2,0 Mrd. EUR). Stärker als die Prämien stiegen die Nettoschadenaufwendungen für Versicherungsfälle um 14,5 % auf 1,8 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR). Während die E+S Rück im Vorjahr von Großschäden aus Naturkatastrophen unterproportional betroffen war, waren in diesem Jahr höhere Frequenzschäden zu verzeichnen. Zudem wurde das Geschäft durch die folgenden Großschäden belastet: Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", Erdbeben in Italien sowie Hurrikan "Sandy". Diese und weitere Großschäden resultierten in einer Netto-Großschadenbelastung für das Berichtsjahr von 77,5 Mio. EUR (107,2 Mio. EUR).

Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung war trotz des erhöhten Schadenaufwands für das Geschäftsjahr 2012 im Gegensatz zum Vorjahr positiv und lag bei 6,8 (-48,7) Mio. EUR. Die deutliche Verbesserung des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit von 156,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 221,9 Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf einem starken Anstieg des Kapitalanlageergebnisses um 13,8 % sowie aus einer sehr positiven Entwicklung bezüglich der Veränderung der Schwankungsrückstellung. Der Jahresüberschuss im Berichtsjahr lag mit 142,0 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres (133,0 Mio. EUR).

Die ordentlichen Kapitalanlageerträge lagen trotz des insgesamt gesunkenen Zinsniveaus mit 317,5 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (316,7 Mio. EUR). Aufgrund der Erhöhung des Realisationsergebnisses lag das Kapitalanlageergebnis im Berichtsjahr mit 343,7 Mio. EUR deutlich über dem des Vorjahres (302,0 Mio. EUR). Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg im Berichtsjahr um 278,9 Mio. EUR auf 5,6 (5,4) Mrd. EUR. Die saldierten unrealisierten Kursgewinne der festverzinslichen Wertpapiere beliefen sich zum Jahresende auf 451,3 (218,9) Mio. EUR.

Konzernfunktionen

Das Segment Konzernfunktionen umfasst die Talanx AG und die internen Dienstleistungsgesellschaften Talanx Service AG und Talanx Systeme AG, die Vermögensverwaltung, die Talanx Reinsurance Broker AG und die Talanx Reinsurance (Ireland) Limited in Dublin.

Die Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft AmpegaGerling Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Wertpapierportfolios der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Im Berichtsjahr betrug der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung der Talanx Asset Management GmbH 40 (33) Mio. EUR, wobei hier bereits die Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften AmpegaGerling Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH enthalten sind. Die Geschäftstätigkeit der Talanx Immobilien Management GmbH umfasst neben dem Asset-Management für die Versicherungsträger im Talanx-Konzern auch Leistungen in den Bereichen Investments und Entwicklung inklusive der dazugehörigen Abteilungen Vermietung und Projektmanagement. Im Jahr 2012 betrug der Jahresüberschuss der Talanx Immobilien Management GmbH 1 (-1) Mio. EUR.

Die AmpegaGerling Investment GmbH ist eine Kapitalanlagegesellschaft nach deutschem Recht gemäß § 2 Absatz 6 des Investmentgesetzes (InvG). Eigentümer der AmpegaGerling Investment GmbH sind zu 94,9 % die Talanx Asset Management GmbH sowie zu 5,1 % die Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG. Die AmpegaGerling Investment GmbH verwaltet richtlinienkonforme Sondervermögen, Immobiliensondervermögen, gemischte Sondervermögen und Altersvorsorge-Sondervermögen und betreibt außerdem die Finanzportfolio-Verwaltung für institutionelle Kunden. Die AmpegaGerling Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolio-Verwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfolio-Management und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Das Gesamtvolumen des von ihr verwalteten Vermögens stieg um 10 % auf 14,0 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (12,7 Mrd. EUR). Davon wurde mehr als die Hälfte, nämlich 7,9 (7,1) Mrd. EUR, im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 2,8 (2,5) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 3,3 (3,1) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Im Berichtsjahr betrug der Jahresüberschuss der AmpegaGerling Investment GmbH 10 (8) Mio. EUR.

Die Talanx Reinsurance Broker AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Talanx AG und übernimmt für Konzernzedenten die komplette Bandbreite des Geschäftsprozesses Rückversicherung. Die notwendigen Rückversicherungskapazitäten für alle von der Talanx Reinsurance Broker AG betreuten Konzernzedenten konnten auch für 2013 am Weltmarkt erfolgreich eingedeckt werden. Der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung der Gesellschaft stieg im Jahr auf 16 (13) Mio. EUR.

Nachtragsbericht

Ereignisse, die einen Einfluss auf unsere Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage haben konnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Anhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 104 beschrieben.

Risikobericht

Risikostrategie

Die aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Risikostrategie formuliert die Ziele und Strukturen des Risikomanagements. Voraussetzungen für die Übernahme von Risiken sind Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zum Risikobudget des Konzerns. Die Risikostrategie bildet als eigenständiges Regelwerk das Fundament für das konzernweite Risikomanagement. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist die Risikostrategie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider.

Als Obergesellschaft eines international operierenden Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit verbunden sind. Sowohl die Unternehmens- als auch die Risikostrategie unterliegen einem etablierten Überprüfungsprozess. Durch diese Überprüfung unserer Annahmen und eine gegebenenfalls daraus abgeleitete Adjustierung wollen wir die Adäquanz unserer strategischen Leitlinien und damit ein Handeln auf einer angemessenen Informationsbasis sicherstellen.

Funktionen innerhalb des Risikomanagementsystems

Wesentlich für ein effizientes und effektives Risikomanagementsystem ist das Zusammenwirken der einzelnen Funktionen und Gremien innerhalb des Gesamtsystems. Die Talanx hat die Rollen wie folgt definiert:

scroll

Steuerungselement Wesentliche Aufgabe im Risikomanagement
Aufsichtsrat • Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die Risikostrategie und das Risikomanagement
Vorstand • Gesamtverantwortung für das Risikomanagement • Festlegung der Risikostrategie • Verantwortlich für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements
Risikokomitee • Risikoüberwachungs- und Koordinationsgremium, insbesondere mit folgenden Aufgaben:
• kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter besonderer Beachtung des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie • Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf die existenzgefährdenden Risiken des Konzerns
Chief Risk Officer • Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation und Bewertung, Kontrolle/ Überwachung und Berichterstattung von Risiken) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken • Vorsitz des Risikokomitees • Recht zur Teilnahme an Vorstandssitzungen
Zentrales Risikomanagement • Konzernübergreifende unabhängige Risikoüberwachungsfunktion • Methodenkompetenz, u. a. für die
• Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikobewertung, -steuerung und -analyse • Risikolimitierung und -berichterstattung • übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals
Dezentrales Risikomanagement • Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen • Beachtung der zentral definierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellenwerte, die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Überwachung und Berichterstattung dienen
Interne Revision • Prozessunabhängige Überprüfung der Funktionsbereiche des Konzerns

Neben diesen (Risiko-)Funktionen und Gremien sind für gesonderte Themen auch organisatorische Strukturen, wie z. B. Krisenstäbe für die Bewältigung von Notfallereignissen und Krisenfällen, implementiert.

Risikomanagementprozess

Als Holding eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen trägt die Talanx AG nicht nur eigene unternehmerische Risiken, sondern ist auch an den Risiken ihrer Tochtergesellschaften beteiligt. Die Talanx AG und ihre Tochtergesellschaften arbeiten mit vielfältigen Verfahren und Instrumenten zur Risikobeobachtung und -steuerung. Die Talanx verfolgt einen zentral-dezentralen Ansatz. Im Rahmen des internen Modells (für Solvency II) obliegt die Verantwortung und in wesentlichen Teilen auch der Betrieb von Modellen für konzernweit relevante Risikokategorien dem Konzern. In den Geschäftsbereichen erfolgt dagegen der Betrieb der Modelle, die die speziellen Risiken der Risikoträger abbilden. Deren Fortentwicklung erfolgt gemeinsam, wobei die Modellhoheit bei der Konzernholding liegt. Durch Auditierungen prüft die Konzernrevision gemeinsam mit dem Konzernrisikomanagement die Adäquanz der implementierten Modelle sowie die Einhaltung von Konzernrichtlinien.

Der Risikomanagementprozess umfasst die Identifikation, Messung, Analyse, Bewertung, Limitierung, Überwachung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung.

Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Mit der Einführung eines einheitlichen Softwaretools zur Risikoerfassung im Berichtsjahr erfolgt konzernweit eine systematische Erfassung der qualitativen Risiken. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Um sicherzustellen, dass alle Risiken identifiziert werden, existiert eine umfassende Talanx-spezifische Risikokategorisierung. Diese Kategorisierung dient als Grundlage für die Risikoidentifikation und stellt eine einheitliche Systematisierung der Risiken im Konzern sicher. Die maßgeblichen Methoden und Verfahren sind dokumentiert und Gegenstand der internen Angemessenheitsüberprüfungen sowie der Prüfungen seitens der Internen Revision.

Neben der softwarebasierten Risikoerfassung führt das Konzernrisikomanagement quartalsweise Gespräche mit dem dezentralen Risikomanagement der Geschäftsbereiche sowie den konzerninternen Dienstleistungsgesellschaften. Diese Risikogespräche unterstützen die Analyse und Bewertung der Risiken auf Ebene der Talanx AG sowie auf Ebene der Geschäftsbereiche. Für wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist ein Eskalationsverfahren auch in Richtung Konzernrisikomanagement vereinbart, sodass ein Ad-hoc-Risikomanagement auf Ebene der Talanx AG gewährleistet ist.

Zur Messung, Analyse und Bewertung von Risiken leitet das Konzernrisikomanagement aus den identifizierten zentralen und dezentralen Risiken mithilfe eines internen Risikokapitalmodells die Risikosituation des Talanx-Konzerns ab. Mit diesem internen Risikokapitalmodell wird eine Bewertung der Risiken vorgenommen. Seit dem Jahr 2012 basiert die Risikomessung auch auf dem internen Modell TERM (Talanx Enterprise Risk Model), wobei die Messung im Jahr 2013 in einem Parallelbetrieb von dem alten Risikokapitalmodell -einem verfeinerten GDV-Standardmodell - und TERM erfolgen soll. Seit 2008 befindet sich die Talanx-Gruppe in der Vorantragsphase für die Genehmigung des internen Modells gemäß Solvency II. Im Zuge dieser Vorantragsphase führte und führt die BaFin umfangreiche Prüfungen in der Talanx AG sowie diversen Geschäftsbereichen durch. Risiken, die aus Sicht des Konzerns nicht materiell sind, werden in TERM zum Teil vereinfacht unter Anlehnung an die Standardmethoden gemäß Solvency II modelliert. Der betrachtete Zeithorizont des Modells beträgt ein Kalenderjahr. Im Risikomodell werden Korrelationseffekte zwischen Konzerngesellschaften und Risikokategorien berücksichtigt.

Im Rahmen der Risikolimitierung innerhalb unseres zentralen (zurzeit noch nicht TERM-basierten) Limit- und Schwellenwertsystems verfolgt die Vorgabe von Spitzenkennzahlen den Zweck, Risiken, die den Konzern in seiner Existenz gefährden können, zu steuern und zu überwachen. Limite und Schwellenwerte für quantitativ messbare Risiken sollen dabei die Risikosteuerung und -überwachung operationalisieren. Nicht oder schwer quantifizierbare wesentliche Risiken (z. B. operationale Risiken) überwachen und steuern wir primär durch Prozesse und Verfahren. Im Jahr 2013 soll die Umstellung auf ein TERM-basiertes Limit- und Schwellenwertsystem erfolgen.

Bei der Risikoüberwachung unterscheiden wir insbesondere zwischen der prozessintegrierten unabhängigen Überwachung und der prozessunabhängigen Überwachung. Die prozessintegrierte unabhängige Überwachung liegt vor allem bei dem Risikokomitee, dem Chief Risk Officer und den ihn unterstützenden Organisationseinheiten. Die prozessunabhängige Überwachung erfolgt insbesondere durch die Interne Revision und den Aufsichtsrat.

Unsere Risikoberichterstattung verfolgt das Ziel, systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren sowie eine ausreichende unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Die regelmäßige Berichterstattung zum Risikomanagement verfolgt dabei das Ziel zu gewährleisten, dass der Vorstand der Talanx AG über Risiken laufend informiert ist und gegebenenfalls steuernd eingreifen kann; auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage informiert. Über wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist der Vorstand der Talanx AG sofort zu informieren.

Mögliche Folgen von Risiken sind nicht nur zu dokumentieren, sondern haben auch in die Jahresplanungen der Konzernunternehmen einzufließen, sodass die Risiken der künftigen Entwicklung und entsprechende Gegenmaßnahmen zeitnah berücksichtigt werden. Die Planungen aller Konzernsegmente und des gesamten Konzerns werden im Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG diskutiert und verabschiedet. Die Talanx AG erstellt auf dieser Basis ihren eigenen Ergebnisplan. Ziel dieses Planungsprozesses ist, die zukünftige Entwicklung ebenso zu berücksichtigen wie die Interdependenzen zwischen den Plänen der Tochtergesellschaft und der Talanx AG. Im Rahmen des Performance-Management-Zyklus werden bei der Planung sowohl operative als auch strategische Aspekte berücksichtigt.

Unsere Entscheidungs- und Überwachungsprozesse dienen nicht nur dem Zweck, die umfassenden Anforderungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes an das Berichts- und Meldewesen zu erfüllen, sie beziehen sich vielmehr auch auf die Erstellung und Überprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, das interne Kontrollsystem und den Einsatz von Planungs- und Controllinginstrumenten.

Im Berichtsjahr wurde unser Risikomanagement im Bereich der Erstversicherung von Standard & Poor's von der Bewertung "adequate with positive trend" auf "strong" hochgestuft. Das Risikomanagement der Hannover Rück wurde von S&P unverändert ebenfalls mit "strong" beurteilt.

Bei der Talanx Asset Management sowie der AmpegaGerling Investment GmbH ist im Jahr 2009 und 2010 die Zertifizierung des US-amerikanischen Prüfungsstandards SAS No. 70 ("Statement on Auditing Standards No. 70") erfolgt. Die Zertifizierung dient als Nachweis einer angemessenen Ausgestaltung des Kontrollsystems sowie einer wirksamen Umsetzung der Kontrollen. Im Jahr 2011 wurde die Prüfung nach dem Standard SAS No. 70 durch die Prüfung nach dem internationalen Standard ISAE 3402 ersetzt. Diese fand auch im Jahr 2012 wieder statt.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement im Talanx-Konzern und somit auch in der Talanx AG ist geprägt durch seine dezentrale Organisationsstruktur. Die Zuständigkeiten sind aufgeteilt in ein jeweils dezentrales Risikomanagement auf Ebene der Geschäftsbereiche und ein zentrales Risikomanagement auf Konzernebene.

Die Talanx AG bedient sich zur Erfüllung ihrer Rechnungslegungspflichten der Talanx Service AG als zentralen konzerninternen Dienstleister. Dieser Dienstleister ist vertraglich verpflichtet, alle der Talanx AG obliegenden Verpflichtungen gewissenhaft und vollständig umzusetzen. Die Talanx AG stellt dies durch entsprechende Richtlinien (u. a. HGB-Bilanzierungsinformationen sowie allgemeine und spezielle Arbeitsanweisungen) und regelmäßige Überprüfungen sicher. Diese Maßnahmen sind in einem Internen Kontrollsystem (IKS) kodifiziert.

Ziel des IKS ist es, Arbeitsprozesse und Prozesse zur Erzeugung von Daten verlässlich und qualitätsgesichert ablaufen zu lassen. Es besteht aus systematisch gestalteten organisatorischen und technischen Maßnahmen und Kontrollen im Unternehmen. Hierzu zählt auch, dass die Zugriffsregelungen in den Rechnungslegungssystemen klar geregelt und durch Berechtigungskonzepte sichergestellt sind. Diese dienen unter anderem dazu, die Einhaltung von Richtlinien sicherzustellen und Risiken zu reduzieren. Zu den Elementen des IKS im Rechnungswesen zählen beispielsweise:

Dokumentation der Kontrollen innerhalb der Prozesse, insbesondere in der Buchhaltung, einschließlich der Nachverfolgung, Analyse und Beseitigung aufgetretener Fehler. Es bestehen differenzierte Wesentlichkeitsgrenzen, um angemessene interne Kontrollen durchzuführen.
Vier-Augen-Prinzip für Buchungs- und Zahlungsvorgänge
Funktionstrennung
technische Plausibilitätskontrollen und gezielte Zugriffsberechtigungen im einheitlichen Buchhaltungssystem SAP-FI
standardisierte Schnittstellen

Im Bereich der Rechnungslegung stellen Prozesse mit eindeutigen und klaren Kontrollen unter Fast-Close-Bedingungen sicher, dass der Abschluss vollständig und richtig aufgestellt wird. Diese Prozesse zur Organisation und Durchführung der Jahresabschlussarbeiten und zur Erstellung des Abschlusses sind dokumentiert.

Risiken der künftigen Entwicklung

Die Risiken, denen die Talanx AG ausgesetzt ist, haben wir in Risikogruppen zusammengefasst und auf Basis der bestehenden Standards analysiert und bewertet. Zu den Risikogruppen zählen:

globale Risiken
Risiken aus Kapitalanlagen
funktionale Risiken

Die globalen Risiken umfassen Risiken aus der Veränderung von sowohl politischen als auch wirtschafts- und steuerrechtlichen Bestimmungen. Diese werden vom Vorstand der Talanx AG und den entsprechenden Gremien für den gesamten Konzern erörtert und insbesondere durch Verbandstätigkeit, Informationsdatenbanken sowie den ständigen Austausch mit dem lokalen Management überwacht.

Das Ergebnis der Talanx AG als Holdinggesellschaft ist maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Hieraus resultieren für die Talanx AG Beteiligungsrisiken, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der einzelnen Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Negative Ergebnisentwicklungen in den Tochtergesellschaften können zudem Abschreibungsbedarf auf die Beteiligungsbuchwerte bei der Talanx AG auslösen.

Risiken aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen begegnen wir mit geeigneten Instrumenten im Controlling, in der Internen Revision und dem Risikomanagement. Durch das standardisierte Berichtswesen erhalten die Entscheidungsträger regelmäßig aktuelle Informationen über den Konzern und über die Geschäftsentwicklung in allen wichtigen Tochtergesellschaften. Sie können so kontinuierlich risikosteuernd eingreifen. Risiken mangelnder Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und mangelnder Ausgeglichenheit des Geschäfts reduzieren wir für die verschiedenen Risikoquellen vor allem durch segmentale und regionale Diversifizierung, geeignete Risikominderungs- und Risikoüberwälzungsstrategien sowie durch gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnisverstetigende Produkt- und Portfolio-Bereiche.

Die Risiken der Tochtergesellschaften, die zu einer Realisation der Beteiligungsrisiken der Talanx AG führen können, werden in den Risikomanagementsystemen der Tochtergesellschaften identifiziert, überwacht und gesteuert. Sie sind in den nachstehenden Abschnitten beschrieben.

Im Rahmen von Solvency II können sich regulatorische Risiken insbesondere in Bezug auf Tochtergesellschaften ergeben, an denen die Talanx oder der für die Gruppenbeaufsichtigung maßgebliche HDI V. a. G. zu weniger als 100 % beteiligt ist. Gemäß den Entwürfen der Anforderungen sollen zukünftig die Risiken aus solchen Beteiligungen zu 100 % bei der Ermittlung des erforderlichen Gruppensolvenzkapitals berücksichtigt werden, während die Eigenmittel jedoch Transferierbarkeitsbeschränkungen unterliegen und auf Gruppenebene beschränkt anrechenbar sind (sogenannte Haircuts). Durch weitere Auslandsakquisitionen unter Einbindung unseres Partners Meiji Yasuda als Minderheitsaktionär könnte sich dieses Risiko gegebenenfalls erhöhen. Die Diskussionen hierüber sind mit Blick auf die Finalisierung von Solvency II nicht abgeschlossen; der Ausgang der Diskussion ist ungewiss.

In den gemeinschaftlichen Aktivitäten mit Meiji Yasuda können naturgemäß Meinungsverschiedenheiten entstehen. Wegen gesetzlicher und vertraglicher Schutzrechte des Minderheitsaktionärs können diese zu Joint-Venture-typischen Deadlock-Situationen führen. In Extremfällen dann zur Überwindung vorgenommene Anteilsübertragungen auf die Talanx-Gruppe würden naturgemäß Liquiditätsbelastungen nach sich ziehen.

Ziel bei der Gruppe der funktionalen Risiken ist es, das Risiko des Substanzverlusts von Zukäufen und deren ungenügender Rentabilität durch eingehende Due-Diligence-Prüfungen unter Mitwirkung des Risikomanagements und unabhängiger professioneller Berater und Wirtschaftsprüfer sowie eine intensive Überwachung der Geschäftsentwicklung so gering wie sinnvollerweise möglich zu halten. Der Verlauf des Mergers & Acquisitions(M&A)-Prozesses sowie Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sind in einer M&A-Richtlinie geregelt. Des Weiteren achtet die Talanx auf Risiken aus der Finanzierung von Akquisitionen und dem Kapitalbedarf von Tochtergesellschaften sowie auf deren erwartete Rentabilität und Ausschüttungsfähigkeit. Der Überwachung des Finanzierungsrisikos dienen dabei regelmäßig aktualisierte Liquiditätsrechnungen und -prognosen sowie eine Festlegung der Rangfolge für die Mittelverwendung. Auch beim Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko ist die Talanx AG unmittelbar über die Ergebnisabführungsverträge und die Dividendenzahlungen an den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Der Verschuldungsgrad der Talanx AG ist daher regelmäßig zu überwachen. Im Jahr 2012 betrug das Verhältnis von Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Bilanzsumme 40,9 (40,9) %. Ein hoher Anteil der Rückstellungen betrifft die Pensionsrückstellungen, da die Talanx AG Pensionsverpflichtungen übernommen hat. Diesbezüglich kann sich für die Talanx AG ein Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Talanx veranlasst eine regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf ihre Angemessenheit, um dem Risiko möglicher ungenügender Dotierung der Pensionsrückstellungen (z. B. durch Sterblichkeitsänderungen, Inflation und Zinsentwicklung) entgegenzusteuern. Möglichen Liquiditätsrisiken der Talanx AG aufgrund geringer Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften begegnen wir mit regelmäßigen Liquiditätsplanungen sowie mit angemessenen Kreditlinien. (Zur möglichen Verknappung der Darlehensvergabe der Banken siehe auch nachstehenden Abschnitt zu Auswirkungen der Wirtschafts- und partiellen Staatsschuldenkrise.)

Die beschriebenen Instrumente und Verfahrensweisen zur Überwachung und Steuerung der Risiken beinhalten auch eine Planungskomponente, um auch die Risiken der künftigen Entwicklung im Fokus der Betrachtung behalten zu können.

Da die Risikosituation der Talanx AG maßgeblich durch die Risiken der Tochtergesellschaften beeinflusst wird, werden im Folgenden deren Risiken und die Risikomanagementmaßnahmen näher beschrieben. Die Risikolage der Tochtergesellschaften ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien:

versicherungstechnische Risiken
Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft
Risiken aus Kapitalanlagen
operationale Risiken
sonstige Risiken

Vorangestellt wird eine Darstellung der Auswirkungen der Wirtschafts- und partiellen Staatsschuldenkrise.

Auswirkungen der Wirtschafts- und partiellen Staatsschuldenkrise

Die partielle Staatsschuldenkrise im Euro-Währungsgebiet, die Befürchtungen um eine weltweite Verminderung des wirtschaftlichen Wachstums, die Stabilität des Bankensektors und die mit all diesen Sorgen ursächlich verbundene Niedrigzinspolitik prägen weiterhin das Marktumfeld.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich trotz hoher Staatsverschuldung bzw. schwieriger Ent- und Umschuldungsbemühungen im Euroraum zum Jahresende 2012 in einer recht stabilen Situation. Dennoch ist auch in Deutschland durch das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und Zweifel an der nachhaltigen Finanzierung einiger Staaten eine Konjunkturabkühlung spürbar.

Die Probleme aus der Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone sind weitgehend ungelöst. Insbesondere in Griechenland wird die dringend notwendige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte durch die tiefe und lang anhaltende Rezession in Verbindung mit weiter steigenden Staatsausgaben erschwert. Der Marktwert des Kapitalanlagebestands des Talanx-Konzerns in griechischen Staatsanleihen belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2012 auf 4 Mio. EUR. Mit dem vom griechischen Parlament im Februar 2012 verabschiedeten Gesetz zum Schuldenschnitt realisierte sich für den Talanx-Konzern das Risiko weiterer Abschreibungen auf dieses Emittentenexposure. Aufgrund unseres sehr niedrig ausfallenden Bestandes hatte der Abschreibungsbedarf im Jahr 2012 jedoch nur sehr geringen Einfluss auf das Kapitalanlageergebnis des Konzerns.

Der Talanx-Konzern besitzt gegenüber den sogenannten GIIPS-Staaten Staatsanleihen zum 31. Dezember 2012 zu Marktwerten in Höhe von 1,0 Mrd. EUR (davon Griechenland 4 Mio. EUR, Italien 647 Mio. EUR, Spanien 88 Mio. EUR, Irland 235 Mio. EUR und Portugal 26 Mio. EUR ohne Berücksichtigung der fondsgebundenen Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen), sodass hieraus bonitätsbedingte Ausfälle resultieren können. Durch Sicherungsmaßnahmen auf europäischer Ebene (sogenannter Europäischer Rettungsschirm) droht bei den Anleihen der GIIPS-Staaten, abgesehen von Griechenland, derzeit noch kein erhöhtes Ausfallrisiko.

Die Talanx unterwirft sich mit ihrem Limit- und Schwellenwertsystem sowie der Kapitalanlagerichtlinie genau definierten Limiten, um existenzgefährdende Risiken in Abhängigkeit von einzelnen Schuldnern zu vermeiden. Im Zuge der Banken- und Wirtschaftskrise an den Kapitalmärkten wurden in der Talanx-Gruppe die zuvor geltenden Risikolimite in wesentlichen Punkten verschärft.

In zunehmendem Maße zeigt sich in internationalen Märkten infolge der Krisensituation sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalanforderungen seitens der Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte auch einzelne ausländische Tochtergesellschaften des Konzerns treffen und Kapitalmaßnahmen erfordern. Zudem müssen insbesondere Unternehmen, deren Zusammenbruch unabsehbare Folgen für die gesamte Finanz- und Versicherungswirtschaft hätte und die in diesem Sinne systemrelevant sind, zukünftig mit erheblich höheren aufsichtsrechtlichen Anforderungen rechnen, insbesondere im Hinblick auf ihre Kapitalausstattung. Dies entspricht einem Beschluss, den die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) am 4. November 2011 in Cannes im Hinblick auf 29 namentlich benannte Banken gefasst hat. Für die Versicherungswirtschaft ist die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) beauftragt worden zu prüfen, ob auch (reine) Versicherungsunternehmen als global systemrelevant einzustufen sind, insoweit Prüfkriterien zu entwickeln und gegebenenfalls global systemrelevante Versicherungsunternehmen zu identifizieren. Die Prüfergebnisse werden im zweiten Quartal 2013 erwartet. Möglich ist laut Presseberichten auch, dass Vorschriften erlassen werden, die verhindern, dass ein Versicherer systemrelevant wird. Über genaue Maßnahmen ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Überträgt man die Stoßrichtung der Bankenpläne auf die Assekuranz, könnten auf große Versicherer - und somit gegebenenfalls auch grundsätzlich auf den Talanx-Konzern - zusätzliche Kapitalanforderungen zukommen. Unter Umständen könnte auch das Wachstum des Konzerns aufsichtsrechtlich eingeschränkt werden. Presseberichten zufolge geht die IAIS jedoch derzeit nicht davon aus, dass das klassische Versicherungsgeschäft vergleichbare Systemgefahren begründet wie das Bankengeschäft.

Sollte das derzeit niedrige Zinsniveau anhalten oder gar weiter absinken, ergäbe sich hieraus ein (in den MCEV-Berechnungen konstruktionsbedingt abgebildetes) Wiederanlagerisiko für die Lebensversicherungsgesellschaften mit klassischen Garantieprodukten, da es zunehmend schwerer würde, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, auch wenn der Konzern dieses Zinsgarantierisiko vor allem durch Zinssicherungsinstrumente (siehe hierzu "Wesentliche versicherungstechnische Risiken") reduziert. Zudem könnte es insbesondere im Zuge weiter sinkender Zinsen und höherer Volatilitäten Rückgänge beim Market Consistent Embedded Value (MCEV)* der Leben-Erstversicherer geben. Der MCEV für 2012 wird im Laufe des ersten Halbjahres 2013 berechnet.

Im Zuge der Finanzkrise waren im Markt eine Verknappung der Darlehensvergabe der Banken und damit einhergehende mögliche Probleme bei der Beschaffung von liquiden Mitteln zu beobachten. Zusätzliche Besorgnis im Bankenbereich entstand nicht nur aus den möglichen Verlusten auf Anleihen und Kredite an die europäischen Peripherieländer (GIIPS), sondern auch aus den regulatorisch stark angehobenen Anforderungen an das Risikokapital, die zu einem erheblichen Bedarf an neuem Eigenkapital bei den Banken bzw. zur Verkürzung der Bilanzen führen. Eine Kreditverknappung seitens der Banken könnte auch die Talanx AG treffen und ein Liquiditätsrisiko darstellen. Das Liquiditätsrisiko hat für den Talanx-Konzern im Vergleich zur Kreditwirtschaft geschäftsmodellbedingt eine geringere Bedeutung, da er durch die laufenden Prämienzahlungen und Zinserträge aus Kapitalanlagen sowie eine liquiditätsbewusste Anlagepolitik grundsätzlich über ausreichend flüssige Mittel verfügt. Zudem stehen dem Konzern umfangreiche ungenutzte Kreditlinien zur Verfügung. Liquiditätsrisiken könnten sich jedoch insbesondere durch illiquide Kapitalmärkte ergeben sowie im Lebensversicherungsbereich durch eine erhöhte Stornoquote der Versicherungsnehmer, wenn zusätzliche Kapitalanlagen kurzfristig in großem Umfang liquidiert werden müssen.

* Spezielle Methode zur Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen, mit deren Hilfe die Langfristigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts und der damit verbundenen Risiken abgebildet werden kann

Wesentliche versicherungstechnische Risiken

Die versicherungstechnischen Risiken in der Schaden- und Unfallversicherung werden getrennt von denen in der Lebensversicherung betrachtet, da sie sich deutlich voneinander unterscheiden.

In der Schaden- und Unfallversicherung (Erst- und Rückversicherung) ergeben sich die versicherungstechnischen Risiken in erster Linie aus dem Prämien-/Schadenrisiko und dem Reserverisiko. Das Prämien-/Schadenrisiko ergibt sich daraus, dass aus im Voraus festgesetzten Versicherungsprämien später Entschädigungen zu leisten sind, deren Höhe jedoch zunächst unbekannt ist. So kann der tatsächliche vom erwarteten Schadenverlauf abweichen. Dies kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: das Zufallsrisiko und das Irrtumsrisiko.

Beim Zufallsrisiko handelt es sich um die Tatsache, dass sowohl die Anzahl als auch die Höhe von Schäden zufallsbedingt sind und somit den Schadenerwartungswert übersteigen können. Dieses Risiko lässt sich auch bei bekannter Schadenverteilung nicht ausschließen. Das Irrtumsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die tatsächliche Schadenverteilung von der angenommenen abweicht. Hier wird zwischen Diagnose- und Prognoserisiko unterschieden. Beim Diagnoserisiko besteht die Möglichkeit, dass der Ist-Zustand aufgrund des Datenmaterials falsch interpretiert wird. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn nur unvollständige Informationen über die Schadendaten vergangener Versicherungsperioden vorliegen. Das Prognoserisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Gesamtschadens nach dem Zeitpunkt der Schätzung unerwartet verändert hat, zum Beispiel durch eine höhere Inflationsrate.

Das Prämien-/Schadenrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Talanx-Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden die Auswirkungen möglicher Stressszenarien für die Talanx Primary Group regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Zur teilweisen Absicherung von Inflationsrisiken hat die Hannover Rück Inflation-Swaps (USD- und EUR-Zero-Coupon-Swaps) abgeschlossen. Mittels dieser derivativen Finanzinstrumente werden Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken abgesichert.

Das zweite versicherungstechnische Risiko in der Schaden- und Unfallversicherung, das Reserverisiko, bezeichnet die Gefahr, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um noch nicht abgewickelte und noch nicht bekannte Schäden vollständig zu regulieren. Dies könnte zu einem Nachreservierungsbedarf führen. Zur Risikobeherrschung nehmen die Unternehmen des Talanx-Konzerns eine vorsichtige Rückstellungsbemessung vor. Dabei berücksichtigen die Unternehmen neben den von den Kunden genannten Angaben zu den Schäden auch die Erkenntnisse aus eigenen Schadenprüfungen und -erfahrungen. Außerdem wird eine sogenannte Spätschadenreserve für Schäden gebildet, die voraussichtlich eingetreten, aber noch nicht oder in unzureichender Höhe gemeldet worden sind. Um das Reserverisiko zu reduzieren, wird zusätzlich die Höhe der Rückstellungen regelmäßig auch von externen Aktuaren überprüft; hierzu werden externe Reservegutachten angefertigt.

Um Naturgefahrenkumule insbesondere für eigene Rechnung frühzeitig zu identifizieren, werden vor allem für den Hannover Rück-Konzern umfangreiche Szenarioanalysen angestellt. Dabei werden z. B. die Auswirkungen von Naturkatastrophen durch Klimaveränderungen mithilfe von Simulationsmodellen weltweit analysiert. Basierend auf diesen Auswertungen werden das maximale Engagement, das die Hannover Rück für derartige Risiken übernehmen wird, und der entsprechende Retrozessionsbedarf bestimmt. Die Retrozession - also die Weitergabe von Risiken an andere sorgfältig ausgewählte Rückversicherer von langfristig bewährter Bonität - ist ein weiteres wichtiges Instrument, die versicherungstechnischen Risiken zu begrenzen.

Typische Risiken der Leben-Erstversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter (Zinsniveau, biometrische Annahmen) ändern. Dies gilt auch und vermehrt für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen unter "Wesentliche operationale Risiken" diskutiert werden.

Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zur Berechnung von Prämien und Rückstellungen bereits zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich jedoch im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und dadurch zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellungen erforderlich machen. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten Risiken darstellen. Bei Rentenversicherungen resultiert das Risiko vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen, die die Langlebigkeit erhöhen, sodass die Versicherten länger Leistungen beziehen als kalkuliert.

Der dauernden Erfüllbarkeit dieser Verträge dienen Rückstellungen, deren Berechnung auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit beruht. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare stellen sicher, dass die Berechnungsgrundlagen auch Änderungsrisiken über Sicherheitszuschläge hinreichend berücksichtigen.

Außerdem bergen Lebensversicherungsverträge Stornorisiken. Beispielsweise könnten bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen für Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte eine ungeplante Realisierung von Verlusten bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zur Folge haben. Daher legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurzlaufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Zusätzlich vergleichen und steuern sie regelmäßig die Duration der Aktiv- und der Passivseite. Des Weiteren können bei Storno Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsvermittlern entstehen, wenn die Forderungen gegenüber Vermittlern uneinbringlich sind. Daher werden die Vermittler sorgfältig ausgewählt. Bei Storno kann zudem ein Kostenrisiko entstehen, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. Das Kostencontrolling und ein Fokus auf variable Vertriebskosten durch Vertriebswege wie Makler begrenzen dieses Risiko.

Bei Lebensversicherungsverträgen mit garantierten Zinsleistungen besteht ein Zinsgarantierisiko. Dieses Risiko entsteht, wenn bei Vertragsbeginn einer Lebensversicherung eine Garantieverzinsung auf den in der Prämie enthaltenen Sparanteil vereinbart ist. Das Zinsgarantierisiko hat sich mit der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes dahin gehend verschärft, dass den Versicherungsnehmern bei Vertragsbeendigung eine Beteiligung an den Bewertungsreserven der Kapitalanlagen zusteht. Um die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, müssen die Versicherungsprämien zu entsprechenden Konditionen am Kapitalmarkt angelegt werden. Der Kapitalmarkt verändert sich jedoch im Zeitablauf; zukünftige Kapitalanlagen unterliegen damit dem Risiko schlechterer Konditionen. Ferner ist die Laufzeit der Kapitalanlagen in der Regel meist kürzer als die Laufzeit der Versicherungsverträge, sodass außerdem ein Wiederanlagerisiko besteht. Ein Zinsänderungsrisiko besteht darüber hinaus im Zusammenhang mit garantierten Rückkaufswerten. So kann ein schnell steigendes Zinsniveau zur Bildung von stillen Lasten führen. Bei vorzeitigen Vertragsbeendigungen stünden den Versicherungsnehmern die garantierten Rückkaufswerte zu, und die Versicherungsnehmer wären nicht an den gegebenenfalls entstandenen stillen Lasten zu beteiligen. Bei Verkauf der entsprechenden Kapitalanlagen wären die stillen Lasten von den Lebensversicherungsgesellschaften zu tragen, und theoretisch wäre es denkbar, dass der Zeitwert der Kapitalanlagen nicht ausreicht, die garantierten Rückkaufswerte zu erreichen. Zudem führt die durch die VVG-Reform geänderte Verteilung der Abschlusskosten in der Anfangsphase zu höheren Rückkaufswerten.

Das Zinsgarantierisiko reduziert der Konzern vor allem durch regelmäßige Asset-Liability-Betrachtungen, ständige Beobachtung der Kapitalanlagen und -märkte sowie Ergreifen entsprechender Steuerungsmaßnahmen. Zum Teil kommen Zinssicherungsinstrumente, sogenannte Receiver Swaptions und Book-Yield Notes sowie Vorkäufe, zum Einsatz. Für einen großen Teil unseres Lebensversicherungsportfolios ist das Zinsgarantierisiko durch vertragliche Bestimmungen reduziert. Die zusätzlich zum Garantiezins gezahlten Überschussbeteiligungen können der Kapitalmarktlage angepasst werden. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen liegen Anlagerisiken und -chancen grundsätzlich bei den Kunden. Allerdings könnten die Anlagerisiken infolge adverser rechtlicher Entwicklungen auf die Lebensversicherungsunternehmen rückverlagert werden.

Ein dauerhaft niedriges Zinsniveau birgt für die Lebensversicherer im Konzern bezüglich der HGB-Bilanz das Risiko, dass eine Zinsnachreservierung erforderlich wird. Eine solche Änderung der handels- und aufsichtsrechtlichen Regelungen zur Reserveauffüllung der Deckungsrückstellung wurde mit der Änderung der Deckungsrückstellungsverordnung durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgenommen. Die Verordnung trat im März 2011 in Kraft. Die Reserveauffüllung beginnt danach für einen Bestand von Versicherungen mit dem Rechnungszins 4 % bereits, wenn die Marktzinsen im langjährigen Durchschnitt unter 4 % gesunken sind. Entsprechend den Planungsannahmen und weiteren Zinsanalysen zeigt sich die Notwendigkeit der Nachreservierung im Geschäftsjahr 2012 sowie in den Folgejahren. Um die Sicherheitsmargen im aufsichtsrechtlichen Altbestand zu erhöhen, wurden teilweise Nachreservierungen auch schon im Geschäftsjahr 2011 vorgenommen.

Für die Personen-Rückversicherung sind die beschriebenen biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung, insbesondere Katastrophenrisiken z. B. im Hinblick auf Pandemien. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung bemessen sich hauptsächlich nach den Meldungen unserer Zedenten und werden zusätzlich auf Basis von abgesicherten biometrischen Berechnungsgrundlagen festgelegt. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleistet der Konzern, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen (z. B. Verwendung von Sterbe- und Invaliditätstafeln, Annahmen zur Stornowahrscheinlichkeit) genügen. Das Neugeschäft zeichnet der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung der weltweit gültigen Zeichnungsrichtlinien, die detaillierte Regeln über Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken formulieren und jährlich überarbeitet werden. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden in speziellen Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem der Konzern die Einhaltung der entsprechenden Zeichnungsrichtlinien überwacht, reduziert er das potenzielle Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und bei der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen (z. B. von Stornorisiken) vorgenommen. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko nur von geringer Risikorelevanz in der Personen-Rückversicherung.

Ein wesentliches Instrument des Risikomanagements im Bereich der Leben-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung ist die konsequente Beobachtung des MCEV Sensitivitätsanalysen zeigen auf, in welchen Bereichen der Konzern exponiert ist, und geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfallrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Wertberichtigungen oder Abschreibungen der Forderungen wären die Folge.

Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern, indem er sie durch fachmännisch besetzte Kreditkomitees sorgfältig auswählt, fortlaufend auf ihre Bonität achtet und gegebenenfalls Maßnahmen zur Besicherung der Forderungen ergreift. Zur Begrenzung des Rückversicherungsausfallrisikos werden im Rahmen des Talanx Limit- und Schwellenwertsystems Limite und Schwellenwerte für Ratingkategorien aller Rückversicherer vorgegeben. Um Konzentrationen zu beschränken, ist zudem eine Obergrenze für den Anteil an den gesamten Schadenrückstellungen pro Rückversicherungskonzern festgelegt. Abhängig von der Art und der erwarteten Abwicklungsdauer des rückversicherten Geschäfts sowie einer geforderten Mindestkapitalausstattung werden bei der Auswahl der Rückversicherer und Retrozessionäre in Ergänzung zu eigenen Bonitätseinschätzungen Mindestratings der Ratingagenturen Standard & Poor's und A. M. Best zugrunde gelegt. Für die Einbeziehung der Ratingdaten wurde ein Ratinginformationssystem implementiert.

Dem Ausfallrisiko für Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern wird vor allem mit einem effektiven Mahnwesen und einer Verminderung der Außenstände begegnet. Bei Vermittlern werden Bonitätsprüfungen durchgeführt. Zudem wird dem Forderungsausfallrisiko durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Wesentliche Risiken aus Kapitalanlagen

Die Kapitalanlagerisiken sind vor dem Hintergrund der Kapitalanlagepolitik zu betrachten. Diese ist im Talanx-Konzern auf Basis von Kapitalanlagerichtlinien sowie durch den für die einzelnen Gesellschaften jeweils gültigen aufsichtsrechtlichen Rahmen geregelt. Insbesondere im Interesse der Versicherungsnehmer und um auch die zukünftigen Anforderungen des Kapitalmarktes zu berücksichtigen, ist die Kapitalanlagepolitik grundsätzlich an folgenden Zielen ausgerichtet:

Optimierung der Rendite aus den Kapitalanlagen bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau
permanente Erfüllung der Liquiditätsanforderungen (Zahlungsfähigkeit)
Risikodiversifizierung (Mischung und Streuung)

Ein wesentlicher Baustein des Risikomanagements ist das Prinzip der Funktionstrennung zwischen Portfolio-Management, Wertpapierabwicklung und Risikocontrolling. Dem vom Portfolio-Management auch organisatorisch getrennten Risikocontrolling obliegen insbesondere die Überwachung sämtlicher Risikolimite und die Bewertung der Finanzprodukte.

Die Steuerungs- und Kontrollmechanismen orientieren sich insbesondere an den von der BaFin bzw. von den jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörden erlassenen Vorschriften.

Für die einzelnen Gesellschaften bestehen detaillierte Kapitalanlagerichtlinien, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Diese Anlagerichtlinien dienen der Festlegung des Rahmens der Anlagestrategie und orientieren sich so an den Prinzipien des § 54 VAG, dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht wird. Das Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH und der Finanzvorstand der jeweiligen Gesellschaft überwachen die in diesen Richtlinien aufgeführten Quoten und Limite. Jegliche wesentliche Änderung der Kapitalanlagerichtlinien und/oder der Kapitalanlagepolitik muss der Vorstand der jeweiligen Gesellschaft genehmigen und seinem Aufsichtsrat zur Kenntnis bringen.

Die Risiken im Kapitalanlagebereich umfassen insbesondere Marktpreis-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken.

Marktpreisrisiken

Die Marktpreisrisiken entstehen aus dem potenziellen Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen und können auf Veränderungen des herrschenden Zinsniveaus und von Aktien- und Wechselkursen zurückgeführt werden. Diese können zu Wertberichtigungsbedarf oder zu Verlusten bei der Veräußerung von Finanzinstrumenten führen.

Der Bestand der festverzinslichen Wertpapiere ist allgemein dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Ergänzend ist das Credit-Spread-Risiko zu nennen. Als Credit Spread wird die Zinsdifferenz zwischen einer risikobehafteten und einer risikolosen Anleihe bei gleichbleibender Bonität bezeichnet. Änderungen dieser am Markt beobachtbaren Risikoaufschläge führen analog der Änderungen der reinen Marktrenditen zu Marktwertänderungen der korrespondierenden Wertpapiere. Auch kann ein Absinken des Zinsniveaus geringere Kapitalanlageerträge bewirken. Das daraus resultierende Zinsgarantierisiko in der Lebensversicherung reduziert der Konzern vor allem durch Zinssicherungsinstrumente (siehe hierzu "Wesentliche versicherungstechnische Risiken").

(Ungesicherte) Aktienkursrisiken resultieren aus ungünstigen Wertveränderungen von im Bestand gehaltenen Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivaten.

Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen -insbesondere dann, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Bei der Steuerung des Währungsrisikos wird überwacht, ob jederzeit eine kongruente Währungsbedeckung gegeben ist. Das Risiko wird begrenzt, indem Kapital möglichst in den Währungen angelegt wird, in denen die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu erfüllen sind.

Die Investitionen in alternative Assetklassen wie Private-Equity- und Hedge-Fonds werden durch ein konservatives Regelsystem limitiert und regelmäßig überwacht. Die Hedge-Fonds sind für die einzelnen Gesellschaften vollständig transparent und werden täglich im Hinblick auf Liquidität, Leverage und Exposure überwacht.

Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen von direkt oder über Fondsanteile gehaltenen Immobilien ergeben. Diese können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall (z. B. eine Immobilienkrise) hervorgerufen werden. Bei direkten Investitionen in Immobilien werden auf Objekt- und Portfolio-Ebene regelmäßig die Rendite und weitere wesentliche Performance-Kennzahlen (z. B. Leerstände/Rückstände) gemessen. Bei indirekten Immobilieninvestitionen wird das Risiko wie bei den Private-Equity-Fonds durch regelmäßiges Beobachten der Fondsentwicklung und -performance kontrolliert.

Durch eine Vielzahl risikosteuernder Maßnahmen reduzieren wir die potenziellen Marktpreisrisiken. Eine wichtige Maßnahme zur Überwachung und Steuerung der Marktpreisrisiken ist die ständige Analyse des Value at Risk (VaR), die sich zunehmend von einem aktivischen Messansatz hin zu einem Aktiv/Passiv-Konzept fortentwickelt. Die Berechnung des VaR erfolgt auf Basis historischer Daten, z. B. der Volatilität der Marktwerte und der Korrelation der Risiken. Im Rahmen dieser Berechnungen wird der Rückgang des Marktwerts unseres Portfolios mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums simuliert. Weitere wesentliche Risikosteuerungsmaßnahmen sind Stresstests. So simulieren die Experten der Talanx Asset Management GmbH mögliche Marktveränderungen mit der Folge erheblicher Kurs- und Zinsverluste für den Großteil der Wertpapiere. Zudem werden Marktpreisrisiken anhand von unternehmensspezifischen und aufsichtsrechtlich gebotenen Stresstests mit entsprechend fest vorgegebenen Stresstestparametern ermittelt.

Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten

Derivatgeschäfte schließt der Talanx-Konzern ab, um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, um den späteren Erwerb von Wertpapieren vorzubereiten oder um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. In geringem Umfang werden im Talanx-Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die zu einem Kontrahentenrisiko führen. Zudem wurden bei der Hannover Rück zur Absicherung eines Teils der Inflationsrisiken der versicherungstechnischen Schadenreserven Inflations-Swaps genutzt.

Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente entscheiden die Gesamtvorstände der Konzerngesellschaften.

Durch die Auswahl bonitätsmäßig hochwertiger Kontrahenten wird ein signifikantes Bonitätsrisiko vermieden. Interne Richtlinien regeln zudem den Einsatz derivativer Produkte, um einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zu gewährleisten und um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden laufend überwacht. Derivatpositionen und -transaktionen werden im Reporting detailliert aufgeführt. Durch die Anwendung von Netting und Sicherheitsvereinbarungen wird das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten reduziert.

Bonitätsrisiken

Adressenausfallrisiken bzw. Bonitätsrisiken bestehen in der potenziellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Schuldnern und der daraus resultierenden Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder bonitätsbedingter Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Im Bereich der partiarischen Darlehen besteht insbesondere das Risiko, dass Zinszahlungen ausfallen.

Wesentlicher Anhaltspunkt für die Investitionsentscheidung durch das Portfolio-Management sind die durch Ratingagenturen wie S&P oder Moody's vergebenen Ratings. Ist ein Rating auf diese Weise nicht zu ermitteln, wird ein internes Rating erstellt. Dieses geschieht durch Auf- und Abschläge gegenüber dem Emittentenrating bzw. anderen Papieren des gleichen Emittenten.

Das Adressenausfallrisiko im Talanx-Konzern wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Hauptrisikokomponenten charakterisiert:

der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD, Probability of Default). Sie basiert auf dem internen Rating und beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schuldner innerhalb eines definierten Zeitraums ausfällt
der Verlustquote bei Ausfall (LGD, Loss Given Default). Sie zeigt den voraussichtlichen Verlust bei Ausfall des Investments und wird emissionsspezifisch durch die Art und den Grad der Besicherung und die Seniorität der Forderungen beeinflusst
des Exposure (EAD, Exposure at Default). Es zeigt die erwartete Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls
der Laufzeit des Engagements

Darüber hinaus werden auf Portfolio-Ebene Korrelations- und Konzentrationseffekte (Klumpenrisiken) berücksichtigt. Für das Exposure wird unter Berücksichtigung der erwarteten Verlustquote ein absoluter Wert für den Loss Given Default berechnet. Hieraus ergibt sich unter Einbeziehung des Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit der Position für diese ein erwarteter Verlust (Expected Loss). Auf Portfolio-Ebene werden zusätzlich ein unerwarteter Verlust (also eine mögliche Abweichung vom erwarteten Verlust) und ein Credit Value at Risk (Credit VaR) berechnet. Der Credit VaR berücksichtigt zu den spezifischen Merkmalen für die Einzelkreditrisikobeurteilung auch Portfolio-Konzentrationen (Branchen, Länder, Schuldnergruppen) und Korrelationen der einzelnen Ebenen untereinander. Der Credit VaR zeigt den Verlust, der mit einer definierten Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Das so definierte Verfahren der Risikoberechnung stellt sicher, dass risikoreichere Positionen einen entsprechend höheren Anteil am gesamten Credit VaR ausmachen. Die ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und sind Grundlage für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken.

Die Adressenausfallrisiken werden durch unterschiedliche Limitierungen auf Portfolio-, Ratingklassen-, Emittenten- und Emissionsebenen begrenzt. Auch Risikokonzentrationen werden auf diesem Wege beschränkt. Limitbrüche führen zu definierten Eskalationsmaßnahmen.

Liquiditätsrisiken

Unter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in flüssige Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. So können wegen Illiquidität der Märkte Bestände nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Generell generiert der Konzern laufend signifikante Liquiditätspositionen dadurch, dass die Prämieneinnahmen in der Regel zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Den Liquiditätsrisiken begegnen wir durch regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie durch kontinuierliche Abstimmung der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass der Konzern jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, die die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen.

Zur Überwachung der Liquiditätsrisiken ist jede Wertpapiergattung mit einem Liquiditätskennzeichen versehen, das den Grad der Liquidierbarkeit des Titels zu marktgerechten Preisen angibt. Diese Kennzeichen werden vom Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH regelmäßig überprüft, unter Berücksichtigung von Marktdaten sowie der Einschätzung des Portfolio-Managements plausibilisiert und gegebenenfalls modifiziert. Die Daten fließen anschließend in das standardisierte Bestandsreporting an die Finanzvorstände der dezentralen Einheiten ein. Für die einzelnen Gesellschaften im Konzern existieren individuelle Mindestlimits für den Bestand an Papieren mit hoher Liquidität sowie Höchstlimits für den Bestand an Papieren mit geringer Liquidität. Insbesondere die Mindestlimits leiten sich aus dem zeitlichen Charakter der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen ab. So weisen Schaden/Unfallversicherer im Konzern aufgrund der kürzeren Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen in der Regel höhere Mindestlimits für den Bestand von Papieren mit hoher Liquidität aus als Lebensversicherer, die in der Regel eine höhere Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen vorweisen. Überschreitungen von Risikolimits werden den Finanzvorständen und dem Portfolio-Management unverzüglich zur Kenntnis gebracht.

Die Verfügbarkeit von liquiden Mitteln optimiert der Konzern auch mithilfe von Cash Pools innerhalb der jeweiligen Konzernunternehmen, in denen Liquiditätszu- und -abflüsse der Konzernunternehmen gesteuert werden.

Wesentliche operationale Risiken

Hierunter verstehen wir die Gefahr von Verlusten aufgrund unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse sowie mitarbeiter- und systembedingter oder aber externer Vorfälle. Das operationale Risiko umfasst auch Datenschutz-, Kartellrechts- und sonstige Rechtsrisiken.

Ein vielfältiges und ursachenbezogenes Risikomanagement und ein effizientes internes Kontrollsystem vermindern solche Risiken, die mit jeder Art von Geschäftstätigkeit, den Mitarbeitern oder mit technischen Systemen verbunden sind. Für die Überwachung der Einhaltung von Gesetzen sowie externen und internen Richtlinien ist neben der Internen Revision auch die Funktion Compliance zuständig.

Rechtliche Risiken liegen in Verträgen und allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen wie insbesondere geschäftsspezifischen Unwägbarkeiten des Wirtschafts- und Steuerrechts eines international tätigen Personen- wie Nicht-Leben-(Rück-)Versicherers. Erst- und Rückversicherer sind auch von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den jeweiligen Märkten abhängig. Diese externen Risiken werden vom Talanx-Vorstand im ständigen Austausch mit dem lokalen Management kontinuierlich beobachtet.

In verschiedenen Ländern ist eine Finanzsteuer (Finanztransaktionssteuer und Finanzaktivitätssteuer) zur zumindest teilweisen Finanzierung der Kosten der Bankenkrise geplant oder bereits umgesetzt. Es besteht das Risiko, dass eine solche Abgabe gegebenenfalls auch den Konzern trifft.

Zudem haben Gerichtsurteile von obersten Instanzen weitreichende Folgen für das Kerngeschäft der Talanx-Tochtergesellschaften. Nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 1. März 2011 ist es Versicherungsunternehmen mit Wirkung ab 21. Dezember 2012 nicht mehr gestattet, das Geschlecht als einen von mehreren Risikofaktoren für die Berechnung von Prämien und Leistungen zuzulassen. Seit dem 21. Dezember 2012 werden somit von den Talanx-Tochtergesellschaften im Neugeschäft nur noch Tarife angeboten, die diese Änderung berücksichtigen. Die Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung werden derzeit noch diskutiert. Zur Vermeidung von Haftungsrisiken werden jedoch auch im Neugeschäft der betrieblichen Altersversorgung seit dem 21. Dezember 2012 nur noch entsprechende Tarife angeboten. Durch die Gewährung eines Optionsrechts auf Wechsel in die neue Tarifgeneration 2013 für die gesamte Tarifgeneration 2012 besteht bei einigen Talanx-Tochtergesellschaften das Risiko eines möglichen Nachreservierungsbedarfs. Dieser könnte auch für die Neugeschäftstranche 2013 entstehen, falls der tatsächliche Frauenanteil höher ist als der einkalkulierte. Abzuwarten ist, ob diese Rechtsprechung zukünftig auch auf andere in der Versicherungswirtschaft im Rahmen der Prämienkalkulation etablierte Unterscheidungsmerkmale erstreckt wird.

Darüber hinaus gibt es gerichtlich anhängige Verfahren, die nach rechtskräftigem Abschluss Auswirkungen auf die gesamte deutsche Versicherungswirtschaft und somit auch auf den Talanx-Konzern haben könnten. Dies gilt insbesondere auch für den Lebensversicherungsbereich. Zu derartigen vor Gerichten ausgetragenen Themen gehört beispielsweise die Frage der Behandlung der unterjährigen Zahlungsweise in Versicherungsverträgen. Bei der Behandlung der Ratenzahlungszuschläge existieren völlig unterschiedliche obergerichtliche Entscheidungen. Für ein Einzelklageverfahren liegt inzwischen ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 6. Februar 2013 zugunsten des verklagten Versicherers vor. Andere Verfahren sind noch beim Bundesgerichtshof anhängig. Bei dem Neugeschäft wurden die bisher gerichtlich angefochtenen Aspekte aus Vorsicht und auch aus verbraucherfreundlichen Erwägungen angepasst. Für den Bestand ist das praktisch nicht möglich. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Jahr 2012 entschieden, dass die Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Tarifgeneration 2001 bis 2007 in Hinblick auf die Berechnung der Rückkaufswerte und der beitragsfreien Leistungen unwirksam sind, sofern das darin vorgesehene Verfahren zur Abschlusskostenverrechnung (Zillmerung) zu unverhältnismäßig geringen Werten führt. Darüber hinaus hat der BGH neue Vorgaben für die wirksame Vereinbarung von Stornoabschlägen aufgestellt. Diese neue Rechtsprechung macht für die bereits zurückgekauften und beitragsfrei gestellten Verträge dieser Tarifgeneration eine Nachregulierung regelmäßig notwendig. Daher ist das Urteil bereits durch Stellung einer Reserve im Abschluss zum 30. September 2012 (IFRS) berücksichtigt worden. Es wird noch ein geringes Restrisiko gesehen, dass die gebildeten Reserven nicht ausreichen. Deshalb bleibt das Risiko unter Beobachtung.

Laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sind die Versicherungsnehmer im Sinne des § 153 III 3 VVG neben den laufenden/jährlichen Überschüssen und den Schlussüberschüssen an den Bewertungsreserven (BWR) zu beteiligen, soweit kein Ausschluss besteht. Der Großteil der Lebensversicherer gewährt eine sogenannte "Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven", die unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Bewertungsreserven bei Beendigung des Vertrages fällig wird. Bei relativ hohen Bewertungsreserven wird der Kunde bei Vertragsbeendigung über die Mindestbeteiligung hinaus eine Beteiligung an den Bewertungsreserven erhalten. Bei niedrigen Bewertungsreserven ist es möglich, dass lediglich die Mindestbeteiligung fällig wird. Diese Praxis wird von Verbraucherschützern und Kunden verstärkt kritisiert. Zudem gibt es bereits ein laufendes Verfahren gegen ein Versicherungsunternehmen, dessen Ausgang weitreichende Folgen haben kann. Bei entsprechend negativem Ausgang des Prozesses können durch (Nach-)Regulierung zugunsten des Versicherungsnehmers "Schäden" entstehen. Im Falle des Eintritts müssten Bewertungsreserven trotz einer rechnerisch vorhandenen Mindestbeteiligung gezahlt werden (möglicherweise unter Ansatz einer Bewertungsreserven-Höhe des Folgemonats).

Auch die ausländische Gesetzgebung führt zu Risiken. Im März 2010 wurde in den USA der "Foreign Account Tax Compliance Act" (FATCA) verabschiedet, der zum 1. Januar 2013 in Kraft trat. Die neuen FATCA-Regelungen verschärfen das US-Steuer-Reporting von ausländischen Finanzinstitutionen (auch Versicherungsunternehmen) und haben das Ziel, Steuerhinterziehungen von US-Steuerpflichtigen über Kapitalanlagen im Ausland zu bekämpfen. Zurzeit ist noch nicht eindeutig geklärt, welche Versicherungsprodukte von den vorgesehenen Meldepflichten erfasst werden. Nach derzeitigem Stand sollen Risikolebensversicherungen, Sach- und Rückversicherungen von den Regelungen ausgenommen sein, wohingegen alle sogenannten Cash-Value-Produkte und Versicherungen mit Investmentkomponente einbezogen werden. Das Thema bleibt weiterhin unter Beobachtung. Hierzu bedient sich die Talanx auch externer Beratung, insbesondere mit Blick auf die Frage, ob ausländische Jurisdiktionen rechtzeitig die nationalen Voraussetzungen schaffen, die eine Information über die nach FATCA zu liefernden Daten überhaupt legal ermöglichen. Zurzeit kollidieren die FATCA-Anforderungen in bestimmten Ländern noch mit nationalen ordnungsrechtlichen Vorgaben (etwa dem Datenschutzrecht).

Weitere mögliche Entwicklungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung oder gesetzliche Änderungen, die die Konzerngesellschaften betreffen können, werden eng überwacht. Unabhängig von der Frage der rechtlichen Bindungswirkung können aus einzelnen Gerichtsurteilen Reputationsrisiken entstehen. Die gesamte Versicherungswirtschaft und auch der Talanx-Konzern sehen sich vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden und teilweise bereits eingetretenen aufsichtsrechtlichen Neuerungen weitreichenden Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Rahmen von IFRS und Solvency II. Die bilanz- und aufsichtsrechtlichen Änderungen verfolgen wir eng und haben die damit verbundenen erhöhten Anforderungen identifiziert sowie Maßnahmen eingeleitet, um damit unser Risikomanagement entsprechend weiterzuentwickeln. Damit können wir den zukünftig komplexeren und umfangreicheren Vorgaben gerecht werden.

Neben den rechtlichen Risiken zählen zu den weiteren operationalen Risiken der Ausfall von Datenverarbeitungssystemen und die Datensicherheit, denn die Verfügbarkeit der Anwendungen, die Sicherung der Vertraulichkeit und die Integrität der verwendeten Daten sind von entscheidender Bedeutung für den Talanx-Konzern. Da der weltweite Austausch von Informationen zunehmend per elektronischer Datenübermittlung stattfindet, ist er auch durch Computerviren angreifbar. Gezielte Investitionen in die Sicherheit und Verfügbarkeit der Informationstechnologie erhalten und steigern das bestehende hohe Sicherheitsniveau.

Betriebliche Risiken können auch im Personalbereich entstehen, z. B. durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, die für das zunehmend komplexer werdende Geschäft mit starker Kundenorientierung sowie die Umsetzung wichtiger Projekte notwendig sind. Daher legt Talanx großen Wert auf Aus- und Fortbildung. So können sich Mitarbeiter durch individuelle Entwicklungsplanungen und angemessene Qualifizierungsangebote auf die aktuellen Marktanforderungen einstellen. Zudem fördern moderne Führungsinstrumente - wo tarifvertraglich möglich - wie adäquate monetäre ebenso wie nicht monetäre Anreizsysteme einen hohen Einsatz der Mitarbeiter. Dem Risiko, dass Mitarbeiter Vermögensdelikte zulasten des Unternehmens begehen, begegnet Talanx mit internen Kompetenz- und Bearbeitungsrichtlinien sowie mit regelmäßigen Fachkontrollen und Revisionen.

Risiken aus Störungen der Gebäude-Infrastruktur, die zu Betriebsunterbrechungen führen können, reduzieren wir u. a. durch die Einhaltung von Sicherheits-/Wartungsvorschriften und Brandschutzmaßnahmen. Zudem ermöglichen im Falle einer Störung vorhandene Notfallplanungen eine schnellstmögliche Rückkehr in den Normalbetrieb. Zur Steuerung und Koordination der Maßnahmen zur Wiederherstellung des Normalbetriebs wurden sowohl auf Ebene der Talanx als auch in den Konzerngesellschaften Krisenstäbe gebildet.

Risiken aus ausgegliederten Funktionen oder Dienstleistungen sind grundsätzlich in den Risikomanagementprozess eingebunden und werden identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und fließen in die Risikoberichterstattung ein. Zudem werden vor Ausgliederung von Tätigkeiten/Bereichen initiale Risikoanalysen durchgeführt.

Der Talanx-Konzern arbeitet im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Vermittlern, Maklern und Kooperationspartnern zusammen. Dabei besteht insbesondere bei Fremdvertrieben naturgemäß das immanente Risiko, dass Vertriebsvereinbarungen durch externe Einflüsse geprägt werden können - mit entsprechendem Verlustpotenzial im Neugeschäft und Bestandsabrieb.

Sonstige wesentliche Risiken

Im Bereich der sonstigen Risiken sind für uns hauptsächlich mögliche zukünftige Risiken ("Emerging Risks"), die strategischen Risiken und die Reputationsrisiken wesentlich.

"Emerging Risks" (z. B. in der Nanotechnologie oder im Zuge des Klimawandels) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren Vertragsbestand, noch nicht verlässlich beurteilt werden kann. Die Risiken entwickeln sich allmählich von schwachen Signalen zu eindeutigen Tendenzen. Daher sind Risikofrüherkennung und anschließende Relevanzbestimmung von entscheidender Bedeutung. Zur Früherkennung haben wir einen effizienten geschäftsbereichsübergreifenden Prozess entwickelt und die Anbindung an das Risikomanagement sichergestellt, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können (z. B. laufende Überwachung und Bewertung, vertragliche Ausschlüsse oder die Entwicklung neuer [Rück-]Versicherungsprodukte).

Strategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen oder eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an.

Das Reputationsrisiko ist das Risiko, das sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufes des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergibt. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze.

Zusammenfassende Einschätzung der Risikolage

Insbesondere hinsichtlich der Wirtschafts- bzw. partiellen Staatsschuldenkrise besteht ein hoher Grad an Unsicherheit, ob sich die diesbezüglichen Risiken nicht zukünftig weiter konkretisieren und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns nachhaltig beeinträchtigen. Die weitere Entwicklung der Krise kann vor allem auch nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherungsnehmer haben. Gleiches, d. h. große Unsicherheit, gilt für die weitere Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen unserer unternehmerischen Tätigkeit.

Corporate Governance

Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben:

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden ("comply or explain").

Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG, die seit dem 2. Oktober 2012 eine börsennotierte Gesellschaft ist, bei der Umsetzung des DCGK in der Fassung vom 15. Mai 2012 in zwei Punkten von den Kodexempfehlungen abweicht:

Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK

(Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)

Eine vorzeitige Beendigung des Anstellungsvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Zwar werden in der juristischen Literatur Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert, die eine rechtssichere Umsetzung der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK erlauben. Es ist allerdings zweifelhaft, ob qualifizierte Kandidaten für einen Posten im Vorstand der Gesellschaft entsprechende Klauseln akzeptieren würden. Darüber hinaus wird der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grundes für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK abzuweichen.

Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK

(Vorsitz im Prüfungsausschuss [AuditCommittee])

Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Wenngleich auch andere Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen, so ist allein der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses die ganze Zeit seines Berufslebens in der Versicherungsbranche tätig gewesen. Er blickt zurück auf 29 Jahre in Vorständen von Versicherungs- und Versicherungsholdinggesellschaften, davon 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender in direkter Mitverantwortung für die bilanzielle Ergebnissituation und -darstellung der jeweiligen Gesellschaft. In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Eine Machtkonzentration in seiner Person ist damit weder im Finanz- und Prüfungsausschuss noch im Gesamtaufsichtsrat verbunden: In beiden Gremien verfügt er jeweils wie die übrigen Mitglieder über eine Stimme. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK abzuweichen.

Allen anderen Empfehlungen wird entsprochen.

Hannover, den 20. März 2013

Für den Vorstand

Für den Aufsichtsrat

Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-governance.

Corporate-Governance-Bericht gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)

Unser Verständnis von Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen der Anleger, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst, die Vorstand und Aufsichtsrat im August 2012 beschlossen haben

(http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-governance).

Unternehmensverfassung

Gute Corporate Governance ist für die Talanx AG unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Sie orientiert sich daher an den Grundsätzen des DCGK und hat in diesem Jahr erstmals nach ihrer Börsen-Erstnotierung (2. Oktober 2012) eine Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz (AktG) abgegeben, die Teil der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 44 ist.

Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Vorstand

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Derzeit besteht der Vorstand aus sieben Mitgliedern. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bestellungszeiträume sollen so bestimmt werden, dass diese spätestens in dem Monat enden, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet.

Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 8 f. des Geschäftsberichts dargestellt.

Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten.

Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist.

Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats unverzüglich zugeleitet.

Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:

die Verabschiedung der strategischen Grundsätze und Zielsetzungen für die Gesellschaft und den Konzern
die Verabschiedung der Jahresplanung der Gesellschaft und des Konzerns
der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Unternehmensverträgen
der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensteilen ab einer bestimmten Größenordnung

Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsratsvorsitzenden wahrnehmen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält.

Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 ff. des Geschäftsberichts erläutert.

Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens zwei Mal pro Kalenderhalbjahr, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Die Ausschüsse halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab.

Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen.

Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Finanz- und Prüfungsausschuss
Nominierungsausschuss
Vermittlungsausschuss

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance und der Berichterstattung an den Aufsichtsrat. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage und bestehende Alternativen erläutern. Er befasst sich mit Fragestellungen der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern auch direkt durch den Leiter der internen Revision, durch den Chief Risk Officer und den Chief Compliance Officer berichten.

Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung.

Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.

Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, eines Konzernunternehmens oder des Talanx-Konzerns ausüben.

Weitere Einzelheiten über die Aktivitäten der Aufsichtsratsausschüsse sind den Darstellungen im Bericht des Aufsichtsrats ab Seite 2 des Geschäftsberichts zu entnehmen.

Bei der Auswahl der Kandidaten, die der Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, wird darauf geachtet, dass es sich um Personen handelt, die über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Des Weiteren wird bei der Auswahl dem Grundsatz der Vielfalt Rechnung getragen. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat fünf Frauen an, womit sich die Gesellschaft im Rahmen der nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats angestrebten Anzahl von mindestens vier Frauen bewegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben. Im Hinblick auf die aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass ihm zwei unabhängige Mitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.1 DCGK angehören sollen. Derzeit erfüllt der Aufsichtsrat diese Zielsetzung. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind hierbei nicht berücksichtigt.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Eine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften sowie zu der Auszahlung eines Teils der variablen Vergütung als Talanx Share Awards findet sich im Vergütungsbericht auf Seite 50 ff.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors' Dealings)

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die diesen nahe stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000,00 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach § 15a Absatz 4 Wertpapierhandelsgesetz erforderlichen Veröffentlichungen und Mitteilungen sicher, sondern veröffentlicht die Directors' Dealings ebenfalls auf ihrer Internetseite.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2012 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Compliance

Compliance zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist bei der Talanx eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Bereits seit Beginn des Jahres 2011 gibt es eine eigene Compliance-Abteilung, die im Rahmen eines derzeit laufenden Compliance-Projekts die bestehende Compliance-Organisation konzernweit auf- und ausbaut. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer und weiteren Compliance Officers, die für die einzelnen Geschäftsbereiche (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück, der eine eigene Compliance-Organisation hat) zuständig sind. Mit dem genannten Compliance-Projekt einher geht eine personelle Verstärkung der Compliance-Funktion, um auch den künftigen Anforderungen von Solvency II zu entsprechen.

Die Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln stellt der Verhaltenskodex dar, in dem sich die Talanx-Gruppe zu hohen ethischen und rechtlichen Anforderungen verpflichtet. Der Kodex wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr aktualisiert, um so den zwischenzeitlich eingetretenen Entwicklungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung Rechnung zu tragen. Er ist auf der Internetseite abrufbar. Mit dem Verhaltenskodex setzen wir Maßstäbe für ein integeres Verhalten auf allen Ebenen des Konzerns. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit dem Verhaltenskodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen in Einklang steht.

Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Auf dieser Basis kann Compliance tätig werden, den Schaden eindämmen und weitere Schäden vermeiden.

Der Vorstand hat dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht für das Kalenderjahr 2012 vor Feststellung des Jahresabschlusses vorgelegt, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten der Talanx in diesem Zusammenhang dargestellt werden.

Risikoüberwachung und -steuerung

Das konzernweit gültige Risikomanagementsystem der Talanx AG basiert auf der Risikostrategie, die ihrerseits aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist. Wesentliches Element ist die systematische und vollständige Erfassung aller aus heutiger Sicht denkbaren ergebnis- und bestandsgefährdenden Risiken. Weitere Einzelheiten hierzu sind dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Risikobericht ab Seite 29 zu entnehmen.

Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Anhang in den "Erläuterungen zur Bilanz - Passiva" angegeben.

Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen

Die Gesellschaft hat sich im Zusammenhang mit dem Börsengang gegenüber den Konsortialbanken verpflichtet, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach dem Datum der Börsenzulassung der Aktien der Gesellschaft nicht ohne vorherige Zustimmung der Joint Global Coordinators unmittelbar oder mittelbar irgendwelche Anteile an ihrem Grundkapital oder Wertpapiere, die in Anteile an ihrem Grundkapital gewandelt oder umgetauscht werden können oder zu deren Bezug berechtigen, anzubieten, zu verpfänden, zuzuteilen, auszugeben, zu verkaufen, sich zu verpflichten zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen Kaufvertrag zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen auf Verkauf gerichteten Vertrag zu kaufen, ein(e) Kaufoption, -recht oder -versprechen einzuräumen oder sie anderweitig zu übertragen oder zu veräußern oder einen Swap oder eine andere Vereinbarung abzuschließen, die das mit dem Eigentum eines Anteils am Grundkapital verbundene wirtschaftliche Risiko ganz oder teilweise auf einen anderen überträgt.

Der HDI V. a. G. hat sich im Übernahmevertrag gegenüber den Konsortialbanken verpflichtet, innerhalb von 24 Monaten nach dem Datum der Börsenzulassung der Aktien der Gesellschaft nicht ohne vorherige Zustimmung der Joint Global Coordinators

(a) unmittelbar oder mittelbar irgendwelche Anteile an ihrem Grundkapital oder Wertpapiere, die in Anteile an ihrem Grundkapital gewandelt oder umgetauscht werden können oder zu deren Bezug berechtigen, anzubieten, zu verpfänden, zuzuteilen, auszugeben, zu verkaufen, sich zu verpflichten zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen Kaufvertrag zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen auf Verkauf gerichteten Vertrag zu kaufen, ein(e) Kaufoption, -recht oder -versprechen einzuräumen oder sie anderweitig zu übertragen oder zu veräußern,

(b) einen Swap oder eine andere Vereinbarung abzuschließen, die das mit dem Eigentum eines Anteils am Grundkapital verbundene wirtschaftliche Risiko ganz oder teilweise auf einen anderen überträgt, gleichgültig, ob eine der in (a) oder (b) beschriebenen Transaktionen durch Lieferung von Aktien der Gesellschaft oder derartige andere Wertpapiere, bar oder anderweitig zu erfüllen ist,

(c) die Registrierung von Aktien der Gesellschaft oder von Wertpapieren, die in Aktien der Gesellschaft gewandelt oder umgetauscht werden können oder zu deren Bezug berechtigen, gemäß den Wertpapiergesetzen der Vereinigten Staaten zu verlangen oder ein hierauf bezogenes Recht auszuüben.

Die vorstehenden Veräußerungsbeschränkungen (Lock-up) gelten nicht für Übertragungen von Aktien zwischen dem HDI V. a. G. und einer seiner Tochtergesellschaften, sofern die betreffende Tochtergesellschaft gegenüber den Joint Global Coordinators die Verpflichtungen für den verbleibenden Teil des Lock-up-Zeitraums übernimmt, sowie für Handlungen und Beteiligungen des HDI V. a. G. in Bezug auf oder im Zusammenhang mit der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, Optionsanleihen, Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechten gemäß den von der Hauptversammlung der Gesellschaft eingeräumten Ermächtigungen sowie deren Wandlung in neu auszugebende Aktien der Gesellschaft nach dem entsprechenden bedingten Kapital II oder III, soweit diese Handlung oder Beteiligung nach Ablauf von sechs Monaten ab dem Datum der Börsenzulassung der neuen Aktien erfolgt.

Meiji Yasuda Life hat sich in einer Vereinbarung mit den Joint Global Coordinators gegenüber den Joint Global Coordinators verpflichtet, innerhalb von 24 Monaten nach dem Datum der Börsenzulassung der Aktien der Gesellschaft nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Joint Global Coordinators (die nicht unbillig verweigert oder verzögert werden soll)

(a) unmittelbar oder mittelbar irgendwelche Anteile an ihrem Grundkapital oder Wertpapiere, die in Anteile an ihrem Grundkapital gewandelt oder umgetauscht werden können oder zu deren Bezug berechtigen, anzubieten, zu verpfänden, zuzuteilen, auszugeben, zu verkaufen, sich zu verpflichten zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen Kaufvertrag zu verkaufen, eine entsprechende Kaufoption oder einen auf Verkauf gerichteten Vertrag zu kaufen, ein(e) Kaufoption, -recht oder -versprechen einzuräumen oder sie anderweitig zu übertragen oder zu veräußern,

(b) einen Swap oder eine andere Vereinbarung abzuschließen, die das mit dem Eigentum eines Anteils am Grundkapital verbundene wirtschaftliche Risiko ganz oder teilweise auf einen anderen überträgt, gleichgültig, ob eine der in (a) oder (b) beschriebenen Transaktionen durch Lieferung von Aktien der Gesellschaft oder derartige andere Wertpapiere, bar oder anderweitig zu erfüllen ist,

(c) die Registrierung von Aktien der Gesellschaft oder von Wertpapieren, die in Aktien der Gesellschaft gewandelt oder umgetauscht werden können oder zu deren Bezug berechtigen, gemäß den Wertpapiergesetzen der Vereinigten Staaten zu verlangen oder ein hierauf bezogenes Recht auszuüben.

Die vorstehenden Veräußerungsbeschränkungen (Lock-up) gelten nicht für Übertragungen von Aktien zwischen Meiji Yasuda Life und einem mit Meiji Yasuda Life verbundenen Unternehmen, sofern der betreffende Erwerber gegenüber den Joint Global Coordinators die Verpflichtungen für den verbleibenden Teil des Lock-up-Zeitraums übernimmt, für Veräußerungen von Aktien im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots oder wenn und soweit der Altaktionär von seinen Lock-up-Verpflichtungen durch die Joint Global Coordinators befreit wird.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, werden im Anhang in den "Erläuterungen Passiva" angegeben.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am Kapital

Es sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 289 Absatz 4 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Gemäß § 8 der Satzung der Talanx AG besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen; im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen im Aufsichtsrat erforderlich. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen (§ 7 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats).

Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungs-Holdinggesellschaft geeignet sind (§ 13e VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungs-Holdinggesellschaften oder Versicherungs-Zweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 7a VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 13e VAG).

Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2012 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 28. September 2017, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien zu erwerben.

Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-Klauseln

Nach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt.

Die Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt.

Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossenen Kooperationsvereinbarungen für die Länder Türkei und Russland enthalten jeweils eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht.

Vergütungsbericht

Im Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2012 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen ex Hannover Rück-Konzern. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt.

Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 285 [9] und [10] HGB) bzw. des Lageberichts (§ 289 [5] HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden.

Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt.

Vergütung des Vorstands

Die Festlegung der Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen.

Der Aufsichtsrat hat das Vergütungssystem für den Vorstand auf Grundlage der aktuellen gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben für die Vorstandsvergütung mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011 grundlegend neu ausgerichtet.

Struktur der Vorstandsvergütung

Das Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt.

Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 35 % bis 60 %.

Festvergütung

Die Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausbezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung wird durch den Aufsichtsrat regelmäßig, mindestens aber in Zeitabständen von zwei Jahren überprüft.

Sachbezüge/Nebenleistungen

Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet.

Reisekosten und sonstige Aufwendungen im Interesse der Gesellschaft werden dem Vorstandsmitglied in angemessenem Rahmen ersetzt.

Bemessung der variablen Vergütung

Die Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich - einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt.

Vorstandsvergütungsmodell ab 1. Januar 2011

1) Vorstandsvorsitzender/Finanzvorstand: 70 % Konzernergebnis, 30 % individuelle Performance (persönliche Ziele)

Stv. Vorstandsvorsitzender: 50 % Konzernergebnis, 30 % Geschäftsbereichsergebnis, 20 % individuelle Performance

Geschäftsbereichsverantwortliche: 40 % Konzernergebnis, 40 % Geschäftsbereichsergebnis, 20 % individuelle Performance

Chief Information Officer: 40 % Konzernergebnis, 60 % individuelle Performance

2) Split durch gesetzliche Mindestanforderungen vorgegeben

Bemessungsgrundlagen/Voraussetzungen für Zahlung der variablen Vergütung

scroll

Vergütungsbestandteil Bemessungsgrundlage/Parameter Voraussetzung für Zahlung
Konzernbonus
Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand: 70 % Stv. Vorstandsvorsitzender: 50 % Chief Information Officer: 40 % Geschäftsbereichsverantwortliche: 40 % • Konzern-Return-on-Equity (RoE); individueller Grundbetrag (gestaffelt nach Verantwortungsbereich und Berufserfahrung) je 0,1 Prozentpunkte, um den die Durchschnitts-Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre (GJ) den risikofreien Zinssatz übersteigt (erstmals für 2013; für 2011 lediglich RoE für GJ 2011 als Betrachtungszeitraum, für 2012 Durchschnitts-RoE für GJ 2011 und 2012) • Kalkulationsgrundlage: 12,8 % RoE (= 100 %) • Cap max.: 200 % • Cap min.: -100 % (Malus) • Veränderung des risikofreien Zinssatzes um 1 Prozentpunkt oder mehr führt zur Anpassung der Bonuskalkulation • Berechnung RoE: Konzernjahresüberschuss IFRS (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) ./. arithmetischer Mittelwert des Konzerneigenkapitals gemäß IFRS (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) zu Beginn und Ende des Geschäftsjahres • Durchschnitts-RoE> risikofreier Zins
Geschäftsbereichsbonus
Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender, Finanzvorstand und Chief Information Officer: 0 % Stv. Vorstandsvorsitzender: 30 % Geschäftsbereichsverantwortliche: 40 % • Bewertung der Intrinsic Value Creation (IVC) der Geschäftsfelder im jeweiligen Verantwortungsbereich • Kriterien: relative Veränderung IVC zum Vorjahr, absolute Höhe IVC, Vergleich IVC zum Zielwert, Ausschüttungs- bzw. Ergebnisabführungsquote, allgemeines Marktumfeld • ab 2013: Kriterien: gebuchte Bruttoprämie, kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Neugeschäftswert in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite, Ergebnisabführung/ Dividende; jeweils im Vergleich zum Zielwert (für 2013 lediglich GJ 2013 als Betrachtungszeitraum, für 2014 Durchschnitt für GJ 2013 und 2014, ab 2015 Dreijahresdurchschnitt) • 100 % = Ziele voll erreicht • Cap max.: 200 % • Cap min.: 0 EUR; ab 2013: Cap min.: -100 % (Malus) • Erreichen der Jahres- bzw. Dreijahresziele • der Aufsichtsrat bestimmt den Grad der Zielerreichung nach pflichtgemäßem Ermessen
Individualbonus
Anteil an variabler Vergütung Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand: 30 % Chief Information Officer: 60 % Stv. Vorstandsvorsitzender und Geschäftsbereichsverantwortliche: 20 % • persönliche qualitative, quantitative Ziele; individueller Beitrag zum Gesamtergebnis, Führungskompetenz, Innovationskompetenz, unternehmerische Kompetenz, Ressortspezifika • 100 % = Ziele voll erreicht • Cap max.: 200 % • Cap min.: 0 EUR • Erreichen der Jahresziele • der Aufsichtsrat bestimmt den Grad der Zielerreichung nach pflichtgemäßem Ermessen
Auszahlungsmodalitäten der variablen Gesamtvergütung
Kurzfristig Mittelfristig Langfristig
• 60 % der variablen Vergütung mit der nächsten monatlichen Gehaltszahlung nach Aufsichtsratsbeschluss • 20 % der variablen Vergütung in Bonusbank • zur Auszahlung steht jeweils derjenige positive Betrag an, der drei Jahre vor dem Auszahlungszeitpunkt eingestellt wurde, soweit er den Saldo der Bonusbank unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr nicht übersteigt • anstehende, nicht durch einen positiven Saldo der Bonusbank gedeckte Auszahlung verfällt • Verlust der Ansprüche aus der Bonusbank in Sonderfällen: Niederlegung des Amtes ohne wichtigen Grund; Vertragsverlängerung zu gleichen Bedingungen wird abgelehnt • keine Verzinsung von Guthaben • Automatische Zuteilung von virtuellen Talanx Share Awards im Gegenwert von 20 % der variablen Vergütung • nach Sperrfrist von vier Jahren Auszahlung des auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelten Wertes • Wert der Aktie bei Zuteilung/Auszahlung: ungewichteter arithmetischer Mittelwert der Xetra-Schlusskurse fünf Handelstage vor bis fünf Handelstage nach der Konzernbilanz-Aufsichtsratssitzung • zusätzliche Auszahlung der Summe aller während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividenden je Aktie • Wertveränderungen der Share Awards durch Strukturmaßnahmen von kumulativ 10 % oder mehr löst Anpassung aus
Negative variable Gesamttantieme = Auszahlung von 0 EUR variable Vergütung. Ein etwaiger Minuswert der variablen Gesamttantieme eines Geschäftsjahres wird vollständig in die Bonusbank (siehe Spalte "mittelfristig") übernommen.

Konzernbonus

Als Konzernbonus wird ein individuell bestimmter Betrag je 0,1 Prozentpunkte, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt, vergütet. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkte Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der Höchstbetrag des Konzernbonus wie auch der maximale Malusbetrag sind individuell vereinbart. Die Regelung über den Konzernbonus kann angepasst werden, sofern sich der risikofreie Zinssatz in einem Umfang verändert, dass sich eine Abweichung (absolut) von mindestens einem Prozentpunkt ergibt. Der risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird.

Geschäftsbereichsbonus

Der Geschäftsbereichsbonus soll sich an der im jeweils abgelaufenen Drei-Jahres-Zeitraum erreichten durchschnittlichen Intrinsic Value Creation (IVC) für den von dem jeweiligen Vorstandsmitglied verantworteten Geschäftsbereich orientieren. Ein allgemein gültiges Konzept zur Messung des IVC wird derzeit noch weiter verfeinert. Die neue Regelung zur Berechnung der Geschäftsbereichsperformance soll erstmals für das Geschäftsjahr 2013 Anwendung finden.

Regelung bis zum 31. Dezember 2012

Für das Geschäftsjahr 2012 wird der Geschäftsbereichsbonus vom Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen festgesetzt. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat folgende Kriterien: relative Veränderung des IVC im Vergütungsjahr, absolute Höhe des IVC im Vergütungsjahr, IVC im Vergütungsjahr im Vergleich zum Zielwert, Ausschüttungs- bzw. Ergebnisabführungsquote des Geschäftsbereichs im Vergleich zum Zielwert, allgemeines Marktumfeld. Bei vollständiger Erfüllung der Kriterien wird der für eine 100 %-Kriterienerfüllung individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der Kriterien führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der geringste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Erfüllung der Kriterien.

Regelung ab dem 1. Januar 2013

Ab dem Geschäftsjahr 2013 werden für die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: gebuchte Bruttoprämie, Entwicklung der kombinierten Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts im Lebensversicherungsgeschäft, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende. Die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen anhand des Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien. Für 2013 wird als Betrachtungszeitraum für die Zielerreichung lediglich das Geschäftsjahr 2013, für 2014 die durchschnittliche Zielerreichung in den Jahren 2013 und 2014 und ab 2015 die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine 100 %-Zielerfüllung individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht.

Individualbonus

Ferner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Betrag für eine 100 %-Zielerfüllung wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung.

Gesamthöhe der variablen Vergütung

Die Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Ergibt sich als Folge der Addition der Einzelbeträge ein Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung 0 EUR (das heißt, es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung").

Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung. Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind.

Auszahlung der variablen Vergütung

Von dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausbezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausbezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen.

Bonusbank

In die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausbezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr - gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt.

Share Awards

Der weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG zum Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der Xetra-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Vor der Börsennotierung der Talanx-Aktie galt als Wert je Aktie der Talanx AG der Buchwert des Eigenkapitals je Aktie, wie er sich aus dem nach internationalen Rechnungslegungsstandards im Sinne von § 315a HGB aufgestellten Konzernabschluss für das jeweilige abgelaufene Geschäftsjahr ergibt. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht.

Verwässerungsschutz

Für den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Programms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen.

Im Berichtsjahr ist durch den bei der Talanx AG durchgeführten Aktiensplit und die im Zusammenhang mit dem Börsengang der Gesellschaft erfolgte Kapitalerhöhung ein solcher Fall eingetreten. Um die daraus resultierende Wertveränderung der Talanx Share Awards der Vorstandsmitglieder auszugleichen, wurde die Anzahl der bestehenden Talanx Share Awards unterjährig entsprechend angepasst.

Fortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

Bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags.

Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen.

Vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit

Bei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. den Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. den bereits zugeteilten Share Awards.

Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfalles hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung.

Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels oder aus anderen Gründen sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen.

Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung" in diesem Bericht.

Nebentätigkeit der Vorstandsmitglieder

Die Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet.

Sondervergütung Börsengang

Den Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG wurde für ihren Einsatz im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung des Börsengangs der Gesellschaft eine zusätzliche besondere Vergütung gewährt. Der Gesamtbetrag der Sondervergütung in Höhe von insgesamt 2,2 ‰ des Platzierungserlöses (nach Abzug der Platzierungskosten) wurde in Abhängigkeit von der jeweiligen Involvierung in die Vorbereitung und Durchführung des Börsengangs auf die Vorstandsmitglieder aufgeteilt. Die Sondervergütung von insgesamt 1.720 TEUR ist in Höhe von 30 % im Berichtsjahr als Barvergütung an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt worden. Für die verbleibenden 70 % wurde eine aktienbasierte Vergütung in Form von Talanx Share Awards gewährt.

Höhe der Vorstandsvergütung

Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus ihrer Tätigkeit für die Talanx betrugen 10.850 (7.883) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß DRS 17 dargestellten Komponenten.

Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 (geändert 2010)

scroll

Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsabhängige Vergütung1) Erfolgsabhängige Vergütung1)
Kurzfristig Mittelfristig Langfristig
--- --- --- --- --- --- --- ---
Name

TEUR
I Festvergütung II Sachbezüge/

Nebenleistungen
III Auszuzahlende

variable

Vergütung
IV Davon

Vergütung

aus Konzern-

mandaten2)
V Gewährung

Bonusbank3)
VI Gewährung

Talanx Share Awards4)
--- --- --- --- --- --- --- ---
Herbert K. Haas 2012 714 21 694 273 231 231
2011 714 21 708 468 236 236
Dr. Christian Hinsch 2012 504 15 505 4 168 168
2011 504 14 430 45 143 143
Torsten Leue9) 2012 560 113 474 - 158 158
2011 560 113 415 11 138 138
Dr. Thomas Noth 2012 535 17 243 - 81 81
2011 500 17 196 - 65 65
Dr. Immo Querner 2012 544 18 428 119 143 143
2011 544 9 436 204 145 145
Dr. Heinz-Peter Roß9) 2012 560 165 474 29 158 158
2011 560 165 415 83 138 138
Ulrich Wallin10) 2012 - - 162 - 54 54
2011 - - 126 - 42 42
Gesamt11) 2012 3.417 349 3.084 425 1.034 1.034
2011 3.382 339 2.348 811 907 907

scroll

Sondervergütung IPO
Kurzfristig Langfristig
--- --- --- --- --- ---
Name

TEUR
VIII Barauszahlung IX Gewährung Talanx Share Awards5) Gesamtbezüge6) Anzahl Talanx Share Awards7),8) Anzahl Talanx Share Awards Sondervergütung IPO
--- --- --- --- --- ---
Herbert K. Haas 117 321 2.329 10.773 14.955
- - 1.915 13.242 -
Dr. Christian Hinsch 70 193 1.623 7.844 8.973
- - 1.234 8.776 -
Torsten Leue9) 59 161 1.683 7.349 7.478
- - 1.364 7.726 -
Dr. Thomas Noth 59 161 1.177 3.769 7.478
- - 843 3.778 -
Dr. Immo Querner 94 257 1.627 6.637 11.964
- - 1.279 7.916 -
Dr. Heinz-Peter Roß9) 59 161 1.735 7.349 7.478
- - 1.416 7.819 -
Ulrich Wallin10) 59 161 490 2.508 7.478
- - 210 2.576 -
Gesamt11) 517 1.415 10.850 46.229 65.804
- - 7.883 51.833 -

1) Zum Bilanzstichtag 2012 lag noch kein Organbeschluss über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2012 vor. Der Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend gebildeten Rückstellungen

2) Auf die für 2012 auszuzahlende variable Vergütung angerechnete Vergütungen aus Aufsichtsratsmandaten in verbundenen Unternehmen

3) Angegeben ist der Nominalwert; volle oder teilweise Auszahlung erfolgt im Jahr 2016, abhängig von dem sich bis dahin entwickelnden Saldo der Bonusbank

4) Angegeben ist der Nominalwert der für die Tätigkeit im Berichtsjahr zu gewährenden Share Awards; die Auszahlung des Gegenwerts der Share Awards erfolgt im Jahr 2017 zu ihrem dann maßgeblichen Wert

5) Bewertet mit dem Xetra-Schlusskurs der Talanx-Aktie zum Bilanzstichtag (21,48 EUR je Aktie); bei Gewährung der Talanx Share Awards wurde der Emissionskurs der Talanx-Aktie am 2. Oktober 2012 (18,30 EUR je Aktie) zugrunde gelegt

6) Summe aus I, II, III, V, VI, VII, VIII, IX

7) Für 2012 Schätzung der Anzahl der zu gewährenden Talanx Share Awards; es wurde der Xetra-Schlusskurs der Talanx-Aktie zum Bilanzstichtag (21,48 EUR je Aktie) zugrunde gelegt. Die tatsächliche Anzahl der Talanx Share Awards wird sich aus dem arithmetischen Mittelwert der Xetra-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzernbilanz-Aufsichtsratssitzung der Talanx AG im März 2013 ergeben

8) Für 2011 Ist-Werte. Im Geschäftsjahr 2011 waren die Aktien der Talanx AG noch nicht börsennotiert. In der Darstellung im Geschäftsbericht 2011 wurde der Buchwert des Eigenkapitals je Aktie, wie er sich aus dem nach internationalen Rechnungslegungsstandards im Sinne von § 315a HGB aufgestellten Konzernabschluss für das Jahr 2011 ergibt, herangezogen. Durch den im Berichtsjahr erfolgten Aktiensplit und die im Zusammenhang mit dem Börsengang der Talanx AG erfolgte Kapitalerhöhung ist die Anzahl der bestehenden Talanx Share Awards auf Basis des Emissionskurses der Talanx-Aktie (18,30 EUR je Aktie) angepasst worden (Verwässerungsschutz). Die für das Jahr 2011 ausgewiesenen Werte weichen daher von den im Geschäftsbericht 2011 genannten Werten ab

9) Die Sachbezüge und Nebenleistungen der Herren Leue und Dr. Roß beinhalten die mit den Festbezügen des Monats Dezember gewährten erfolgsunabhängigen Zusatzzahlungen

10) Ohne die Vergütung, die Herrn Wallin für seine Tätigkeit bei der Hannover Rückversicherung AG bzw. E+S Rückversicherung AG von diesen Gesellschaften gewährt wird

11) Für die erfolgsabhängige Vergütung 2011 wurden insgesamt 202 (-336) TEUR mehr gewährt als zurückgestellt. Der Gesamtbetrag für die erfolgsabhängige Vergütung 2012 wurde entsprechend erhöht (Auszuzahlende variable Vergütung: +104 TEUR, Gewährung Bonusbank und Gewährung Talanx Share Awards: jeweils +41 TEUR)

Dem aktiven Vorstand im Berichtsjahr tatsächlich zugeflossene Barvergütungen

scroll

Name

TEUR
Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsabhängige Vergütung1) Barauszahlung Sondervergütung IPO Gesamt
Herbert K. Haas 2012 714 603 117 1.434
2011 714 1.263 - 1.977
Dr. Christian Hinsch 2012 504 450 70 1.024
2011 504 647 - 1.151
Torsten Leue 2012 660 413 59 1.132
2011 660 178 - 838
Dr. Thomas Noth 2012 535 207 59 801
2011 500 275 - 775
Dr. Immo Querner 2012 544 380 94 1.018
2011 544 623 - 1.167
Dr. Heinz-Peter Roß 2012 725 375 59 1.159
2011 725 564 - 1.289
Ulrich Wallin 2012 - 141 59 200
2011 - 55 - 55
Gesamt 2012 3.682 2.569 517 6.768
2011 3.647 3.605 - 7.252

1) Im Berichtsjahr für das Vorjahr ausgezahlte erfolgsabhängige Vergütung

In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 zu sehen.

Gesamtaufwand für die aktienbasierte Vergütung des Vorstands

scroll

Name

TEUR
Aufwand für Neugewährung Talanx Share Awards1) Aufwand für Talanx Share Awards Sondervergütung IPO1) Zuführung Rückstellung für Talanx Share Awards2) aus Vorjahr Gesamt
Herbert K. Haas 2012 197 286 52 535
2011 201 - - 201
Dr. Christian Hinsch 2012 143 171 46 360
2011 122 - - 122
Torsten Leue 2012 134 143 30 307
2011 118 - - 118
Dr. Thomas Noth 2012 69 143 17 229
2011 56 - - 56
Dr. Immo Querner 2012 121 229 27 377
2011 124 - - 124
Dr. Heinz-Peter Roß 2012 134 143 32 309
2011 118 - - 118
Ulrich Wallin 2012 46 143 14 203
2011 36 - - 36
Gesamt 2012 844 1.258 218 2.320
2011 775 - - 775

1) Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit von der individuellen Restlaufzeit des Dienstvertrags erfasst

2) Die Zuführung zur Rückstellung für Talanx Share Awards aus dem Vorjahr ergibt sich aus dem im Berichtsjahr erfolgten Aktiensplit und der Kapitalerhöhung der Talanx AG im Zusammenhang mit dem Börsengang der Gesellschaft (Verwässerungsschutz) sowie der Verteilung des Aufwands für die Share Awards auf die individuelle Restlaufzeit der Dienstverträge

Betriebliche Altersversorgung

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder mit der Talanx AG beinhalten - mit einer Ausnahme, bei der ein jährlicher Finanzierungsbeitrag in Relation zur Festvergütung gewährt wird -Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet ("Defined Benefit"). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt je nach Vertrag zwischen 35 % und 65 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt.

In einem Fall besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System ("Defined Contribution") beruht. In diesem Fall wird ein jährlicher Finanzierungsbeitrag in Höhe von 20 % des versorgungsfähigen Einkommens (feste jährliche Bezüge zum Stichtag 1. Juli eines jeden Jahres) von der Gesellschaft geleistet.

In beiden Vertragsvarianten ("Defined Benefit" und "Defined Contribution") werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr).

Hinterbliebenenversorgung

Stirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt.

Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen.

Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet.

Anpassungen

Für Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen.

Höhe der Altersversorgung

Die Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.230 (1.289) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Änderung des Wertansatzes der Pensionsverpflichtungen gemäß BilMoG) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 929 (816) TEUR.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 12 (11) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 335 (362) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 20.974 (20.818) TEUR.

Pensionsanwartschaften des aktiven Vorstands

scroll

Name

TEUR
Pensionszusage1) Barwert (BilMoG)2) per 31.12.2011 Aufwendungen für die Altersvorsorge3)
Herbert K. Haas 2012 390 5.584 373
2011 390 5.211 348
Dr. Christian Hinsch 2012 275 3.806 267
2011 275 3.539 218
Torsten Leue 2012 225 441 187
2011 225 254 180
Dr. Thomas Noth4) 2012 - - 112
2011 - - 100
Dr. Immo Querner 2012 191 1.499 -133
2011 250 1.632 -140
Dr. Heinz-Peter Roß 2012 149 384 123
2011 149 261 110
Ulrich Wallin5) 2012 - - -
2011 - - -
Gesamt 2012 1.230 11.714 929
2011 1.289 10.897 816

1) Wert des vereinbarten jährlichen Maximal-Ruhegehalts bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres

2) Angegeben ist der Wertansatz der Pensionsverpflichtungen gemäß BilMoG. Der nicht in der Bilanz ausgewiesene, über 15 Jahre verteilte Zuführungsbetrag zu den Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (BilMoG-Übergang) zum Abschlussstichtag beträgt insgesamt 3.165 TEUR

3) Angegeben ist die Änderung des Wertansatzes der Pensionsverpflichtungen gemäß BilMoG im Vergleich zum Vorjahr

4) Bei Herrn Dr. Noth besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage mit einem jährlichen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 20 % der jährlichen Festvergütung. Angegeben ist hier der Finanzierungsbeitrag in Höhe von 112 (100) TEUR

5) Die Pensionszusage von Herrn Wallin ist durch die Hannover Rückversicherung AG und die E+S Rückversicherung AG erteilt. Bei diesen Gesellschaften wird auch die entsprechende Pensionsrückstellung gebildet

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach § 13 der Satzung der Talanx AG. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen.

Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats seit dem Geschäftsjahr 2010 jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Mio. EUR, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, die seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet.

Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrages.

Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt.

Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet.

Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 1.802 (1.821) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle.

Individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

scroll

Name

TEUR
Funktion Art der Vergütung 20121),2) 20111),2)
Wolf-Dieter Baumgartl • Vorsitzender des Basisvergütung 125 125
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 61 51
• Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit 100 100
• Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder 14 14
• Nominierungsausschusses
• Vermittlungsausschusses 300 290
Ralf Rieger • Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Basisvergütung 75 75
• Mitglied des Variable Vergütung 36 31
• Finanz- und Prüfungsausschusses Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25
• Vermittlungsausschusses Sitzungsgelder 12 9
148 140
Prof. Dr. Eckhard Rohkamm • Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Basisvergütung 75 75
• Mitglied des Variable Vergütung 36 31
• Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit 50 50
• Finanz- und Prüfungsausschusses Sitzungsgelder 12 13
• Vermittlungsausschusses 173 169
Antonia Aschendorf • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 17
Variable Vergütung 24 7
Sitzungsgelder 4 2
78 26
Karsten Faber • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 5
78 75
Jutta Hammer • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 46
Variable Vergütung 24 19
Sitzungsgelder 4 5
78 70
Hans-Ulrich Hanke • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung - 4
(bis 31. Januar 2011) Variable Vergütung - 2
Sitzungsgelder - -
- 6
Gerald Herrmann • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 5
78 75
Dr. Thomas Lindner • Mitglied des Basisvergütung 50 50
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 24 20
• Finanz- und Prüfungsausschusses Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25
• Nominierungsausschusses Sitzungsgelder 12 10
111 105
Jutta Mück • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 5
78 75
Otto Müller • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 5
78 75
Dr. Hans-Dieter Petram • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 4
78 74

Individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

scroll

Name

TEUR
Funktion Art der Vergütung 20121),2) 20111),2)
Dr. Michael Rogowski • Mitglied des Basisvergütung 50 50
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 24 20
• Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25
• Nominierungsausschusses Sitzungsgelder 6 10
105 105
Katja Sachtleben-Reimann • Mitglied des Basisvergütung 50 50
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 24 20
• Vermittlungsausschusses Sitzungsgelder 4 5
78 75
Dr. Erhard Schipporeit • Mitglied des Basisvergütung 50 50
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 24 20
• Finanz- und Prüfungsausschusses Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25
Sitzungsgelder 12 9
111 104
Bodo Uebber • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung - 33
(bis 31. August 2011) Variable Vergütung - 14
Sitzungsgelder - 1
- 48
Prof. Dr. Ulrike Wendeling-Schröder • Mitglied des Basisvergütung 50 50
• Aufsichtsrats Variable Vergütung 24 20
• Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten Vergütung Ausschusstätigkeit 25 25
Sitzungsgelder 6 9
105 104
Werner Wenning • Mitglied des Aufsichtsrats Basisvergütung 50 50
Variable Vergütung 24 20
Sitzungsgelder 4 5
78 75
Gesamt3) 1.802 1.820

1) Die Vergütung für das Geschäftsjahr wird jeweils mit Ablauf der Hauptversammlung fällig, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr beschließt. Für die variable Vergütung sind die auf Basis von Schätzungen gebildeten Rückstellungen angegeben

2) Zuzüglich der auf die Vergütungen und Sitzungsgelder zu zahlenden, von der Gesellschaft erstatteten Umsatzsteuer

3) Die Gesamtwerte geben die Vergütung aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats während des genannten Zeitraums wieder. Für die Vergütungen 2011 wurden insgesamt 44 (126) TEUR (zuzüglich USt.) mehr ausgezahlt als zurückgestellt. Der Gesamtbetrag für die Vergütungen 2012 wurde entsprechend erhöht

Darlehen an Organmitglieder und Haftungsverhältnisse

Zur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihrer Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats.

Zum Bilanzstichtag bestand ein Hypothekendarlehen eines Mitglieds des Aufsichtsrats bei der HDI Lebensversicherung AG (vormals: HDI-Gerling Lebensversicherung AG) in Höhe von 49 (64) TEUR. Im Berichtsjahr wurden 15 (15) TEUR getilgt, die Restlaufzeit des Darlehens beträgt drei Jahre und drei Monate, der vereinbarte Zinssatz beläuft sich auf nominal 4,2 (effektiv 4,3) %. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises.

Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands

Die Vergütungsstrategie des Talanx-Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen.

Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Im Durchschnitt lag die variable Vergütung im Jahr 2012 bei 30 %. Im Detail galten jedoch unterschiedliche Vergütungssysteme in den einzelnen Geschäftsbereichen der Erstversicherung. Ihre Vereinheitlichung bildete im Jahr 2012 einen wesentlichen Schwerpunkt der Personalarbeit im Konzern. Als Ergebnis gilt nun mit Wirkung zum 1. Januar 2013 in der Erstversicherung für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung.

Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von im Durchschnitt 30 % bis 35 % des Zielgehalts aus.

Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung und in Konzernfunktionen unterschiedlich gewichtet.

In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung.

Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung, die sich ebenfalls aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Awards-Programm, zusammensetzt. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert auch hier auf den Elementen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsziele und individuelle Ziele. Die Gewichtung der Elemente richtet sich danach, ob Verantwortung entweder im Marktbereich oder im Servicebereich getragen wird. Die Geschäftsbereichs- und individuellen Ziele sowie deren Zielerreichungsgrad werden im Rahmen des Zielvereinbarungsverfahrens festgelegt.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Insgesamt waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 212 (187) Mitarbeiter beschäftigt. Zum Jahresende betrug die Zahl der Mitarbeiter 223 (200), dies entspricht 201,2 (182,2) Vollzeitstellen (MAK).

Damit ist die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Im Zuge des im Jahr 2011 erfolgten Umbaus der Talanx AG zur Finanz- und Managementholding konnten weitere Positionen besetzt und insbesondere die Aufgabenbereiche nach Solvency II, Compliance, Risikomanagement und Revision gestärkt werden.

Um den sich in immer kürzeren Abständen vollziehenden wirtschaftlichen, technologischen, kulturellen und sozialen Veränderungen im Konzernumfeld Rechnung zu tragen und die notwendige Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten, wird seit 2011 der operative Teil der Personalarbeit des Talanx-Konzerns in Deutschland mit Ausnahme der Hannover Rück durch die Talanx Service AG erbracht.

Der zentrale Personalbereich der Talanx AG, deren wesentliche Aufgabe die Leitung und Steuerung des Konzerns ist, koordiniert ausschließlich die relevanten konzernübergreifenden Themen. Dies sind insbesondere die betriebliche Mitbestimmung auf Konzernebene und die betriebliche Altersversorgung für die Mitarbeiter des Konzerns.

Die wesentlichen personalpolitischen Schwerpunkte lagen in den Vorbereitungen der für das nächste Jahr vorgesehenen Maßnahmen zur Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie der Konsolidierung der im Jahr 2011 vollzogenen Bündelung von Querschnittsfunktionen im Rahmen eines Multistandortkonzepts.

Die Talanx-Stiftung, die im Jahr 2009 mit dem Ziel gegründet wurde, leistungsstarke Studierende versicherungsnaher Fachbereiche und Institute an ausgewählten Hochschulen finanziell zu unterstützen, vergibt seit dem Wintersemester 2012/13 bis zu 15 Studienstipendien (vorher zehn) je Semester. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 22 neue Studierende von der Talanx-Stiftung gefördert. Die Stipendien werden zunächst für ein Jahr gewährt und können bis zu zwei Mal um jeweils ein weiteres Jahr bis zum Ende der Regelstudienzeit verlängert werden. Darüber hinaus fördert die Talanx AG wieder zehn Studierende der Leibniz Universität Hannover im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Neben der finanziellen Unterstützung werden den Stipendiatinnen und Stipendiaten auch regelmäßig Veranstaltungen und Workshops im Unternehmen angeboten. Die Bandbreite der Themen reicht dabei von Fachvorträgen bis hin zu Trainings in sogenannten Schlüsselkompetenzen. Mit diesem Engagement will die Talanx AG ihre Verantwortung für gesellschaftliche Belange mit dem von ihr gesetzten Schwerpunkt "Bildung und Ausbildung" wahrnehmen.

Das Jahr 2012 war vor allem geprägt durch den Börsengang der Talanx. Zu dessen Erfolg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Bereiche der Talanx AG maßgeblich beigetragen. Der Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Talanx AG für ihr Engagement und für ihre außerordentliche Leistung im vergangenen Geschäftsjahr.

Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Die Marke Talanx richtet sich vorrangig an die Financial Community - Analysten, Banken, Fondsmanager und seit dem Börsengang auch an die eigenen Aktionäre. Als Holdinggesellschaft bietet die Talanx AG keine Versicherungsprodukte unter eigenem Namen an; klassische Werbung betreibt sie daher kaum und verfügt über kein eigenes Marketing. Auch die den Namensbestandteil Talanx tragenden Tochtergesellschaffen sind entweder intern tätig wie Talanx Asset Management GmbH, Talanx Service AG und Talanx Systeme AG oder treten als Geschäftsbereichsgesellschaften nicht nach außen in Erscheinung, wie Talanx Deutschland AG und Talanx International AG. Etwas anders verhält es sich mit der Talanx Reinsurance Broker AG und der Talanx Reinsurance Ireland, die unter dieser Marke im internationalen Rückversicherungsmarkt auftreten. Die operativen Konzerngesellschaften und an Verbrauchern orientierten Marken der Talanx-Gruppe führen in verschiedenen Medien Kampagnen durch, die auf ihre jeweiligen Kunden zugeschnitten sind.

Prognose- und Chancenbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunktur in der Eurozone wird weiterhin von der Staatsschuldenkrise bestimmt werden. Die bislang nur verbal angekündigte Intervention der EZB zeigte an den Kapitalmärkten eine positive Wirkung und sorgte nicht zuletzt auch in der öffentlichen Wahrnehmung für eine Entspannung. Entscheidend für den weiteren Verlauf der Krise wird sein, inwiefern erste strukturelle Erfolgsmeldungen aus den kriselnden Euroländern die zuletzt aufhellende Wahrnehmung untermauern können. Wir sehen in Europa allenfalls vorsichtige Stabilisierungstendenzen, die sich im aktuellen Jahr verfestigen könnten.

Die zuletzt verbesserten US-Daten sind sicherlich gute Nachrichten für die globale Konjunktur. Allerdings wird auch in den USA eine Haushaltskonsolidierung immer dringlicher, was sich in den zähen Verhandlungen über die Fiskalklippe zum Jahreswechsel zeigte. Weil sich in den USA Aufwärtstendenzen abzeichnen, könnten die Vereinigten Staaten 2013 einmal mehr zur Haupttriebfeder der globalen Wirtschaft werden. Das globale Konjunkturumfeld könnte durch die Entwicklung in den Schwellenländern gestützt werden, wo die wirtschaftliche Entwicklung, allen voran in China, weiter an Momentum gewinnen dürfte.

Die anhaltend sehr expansive Geldpolitik wird unserer Einschätzung nach nicht zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsraten im aktuellen Jahr führen, da die durch die Zentralbanken induzierte Liquidität bislang noch nicht in die Realwirtschaft dringt. Inflationsgefahren werden nur dann drängend, wenn auch die Konjunktur deutlich an Fahrt gewinnt.

Kapitalmärkte

Auch wenn sich die Marktstimmung zum Jahresende mit einer Art "positiver Skepsis" beschreiben lässt, ist eine nachhaltige Stabilisierung der allgemeinen Risikosituation weiter unsicher. Die abgeschwächten Liquiditätsrichtlinien nach Basel 3 entlasten zwar die Banken vom Handlungsdruck; außerdem trifft ein nachlassender Refinanzierungsbedarf der Banken und Unternehmen auf einen weiter hohen Anlage- und Renditebedarf der Investoren. Allerdings bleiben die strukturellen Probleme der Euroschuldenkrise bestehen. Störfeuer sind von diversen Seiten denkbar, zum Beispiel durch unerwartete Entscheidungen von Ratingagenturen oder der Politik. Wir erwarten daher, dass Renditen und Risikoaufschläge volatil bleiben und die Zinsen sich vorerst weiter auf niedrigem Niveau bewegen. Die EZB positioniert sich mit Blick auf anstehende Zinsentscheidungen vorerst abwartend. Wir erwarten eine Leitzinssenkung auf 0,5 %, voraussichtlich jedoch erst im zweiten Quartal 2013. Die USA haben sich gewissermaßen darauf festgelegt, die Leitzinsen in den nächsten zwei Jahren auf dem derzeit niedrigen Niveau zu belassen. Die Diskussion über eine vorzeitige Reduzierung der Maßnahmen der Fed wurde zuletzt intensiviert, und weitere Maßnahmen werden verstärkt an die Entwicklung des Arbeitsmarktes geknüpft.

Wir erwarten, dass die europäische Schuldenkrise für die Aktienmärkte weiter ein Belastungsfaktor bleibt. Allerdings wird sich unserer aktuellen Einschätzung nach die liquiditätsgetriebene Entwicklung im Berichtsjahr auch 2013 fortsetzen, solange EZB-Kredite unbegrenzt erhältlich sind und auch die Fed äußerst expansiv agiert. Das wird unseres Erachtens noch einige Zeit der Fall sein. Unterstützend sind zudem eine nach wie vor historisch nicht überteuerte fundamentale Bewertung der Märkte, insbesondere für den europäischen Markt, und die relativ zu den Bondmärkten unverändert attraktive Dividendenrendite. Auch lassen sich nach deutlichen Abwärtsrevisionen in den vergangenen Monaten erste Tendenzen zur Stabilisierung der Gewinnerwartungen speziell in der Eurozone erkennen. Wir gehen zurzeit davon aus, dass sich diese Tendenzen in den kommenden Monaten weiter verfestigen und dem Gewinnwachstum damit die Trendumkehr gelingt. Insgesamt überwiegen nach unserer Einschätzung vor allem für den europäischen Aktienmarkt zunehmend die positiven Signale. Gleichwohl bleiben abrupte Rückgänge nach kurzfristigen Liquiditätshaussen bestehen, solange Kursgewinne nicht durch ein sich wieder stabilisierendes globales makroökonomisches Bild untermauert werden.

Künftige Branchensituation

Die Ausführungen zur künftigen Branchensituation stützen sich insbesondere auf Veröffentlichungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), des ifo Instituts und der Swiss Re.

Angesichts der bereits seit Längerem bestehenden und auch 2013 andauernden konjunkturellen Risikofaktoren sind Prognosen generell mit einem Vorbehalt behaftet. Allerdings hat sich die deutsche Versicherungswirtschaft unter den herrschenden Umfeldbedingungen bisher stabil gezeigt, und dies sollte sich mit Blick auf die kommenden zwei Jahre nicht grundlegend ändern. Unter der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern, sollte die Versicherungswirtschaft 2013 ein Beitragswachstum etwa in der Größenordnung wie im Berichtsjahr erreichen. Die Nachfragebasis für die Angebote der Versicherungswirtschaft ist laut Aussagen des GDV grundsätzlich stabil, auch wenn es einige Faktoren gibt, die nachfragedämpfend wirken. Grundlegende Herausforderungen für die Versicherungsbranche insgesamt ergeben sich aus der Intensivierung des Wettbewerbs, der Veränderung regulatorischer Rahmenbedingungen, zunehmend differenzierteren Kundengruppen und dem demografischen Wandel. Dass die Branche diesen Herausforderungen begegnet, dürfte sich auch zukünftig in der Verschiebung von Marktpositionen einzelner Anbieter, Veränderungen auf Produktebene sowie in einer zunehmenden Vielfalt bei Vertriebsstrukturen zeigen.

Für die Schaden- und Unfallversicherung gehen wir für das kommende Jahr von einer weiterhin stabilen Geschäftsentwicklung aus, deren Dynamik im Vergleich zum Berichtsjahr allerdings an Schwung verlieren könnte. Grenzen für weiteres Wachstum existieren durch den bereits erreichten hohen Grad der Marktdurchdringung in vielen Zweigen der Schaden- und Unfallversicherung. Positiv fortsetzen - wenngleich in abgeschwächter Form - dürfte sich die bereits in den beiden Vorjahren eingesetzte Entwicklung in der Kraftfahrtversicherung, wo Preiserhöhungen durchgesetzt werden konnten. Darüber hinaus beeinflusst das allgemeine Wirtschaftswachstum die Geschäftsentwicklung. Diesbezüglich dürfte gemäß der aktuellen Experteneinschätzungen für 2013 von einem stabilisierenden Umfeld auszugehen sein.

In der Lebensversicherung ist davon auszugehen, dass die Geschäftsentwicklung auch zukünftig von schwierigen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Es ist zwar derzeit anzunehmen, dass sich die wirtschaftliche Situation der privaten Haushalte 2013, ausgehend von der Lage am Arbeitsmarkt und der Entwicklung der verfügbaren Einkommen, verhalten positiv weiterentwickeln wird. Andererseits wirken im kommenden Jahr aber nachfragedämpfende Einflussfaktoren. Hier ist die bereits seit Längerem zu beobachtende Unsicherheit und Zurückhaltung der Bevölkerung gegenüber längerfristigen Geldanlagen zu nennen. Diese Vorsichtshaltung wurde durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Eurokrise noch verstärkt und steht einer stärkeren Ausweitung der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge entgegen. Eine ernste Herausforderung für Lebensversicherer bleibt darüber hinaus das fortdauernde Niedrigzinsumfeld, das sich negativ auf die Gesamtverzinsung auswirkt und dessen Ende weiterhin nicht in Sicht ist. Die deutsche Lebensversicherungsbranche verfügt über eine solide Kapitalisierung und entsprechende Reserven und hat zudem die Restlaufzeit ihrer Kapitalanlagen frühzeitig ausgeweitet auf inzwischen über zehn Jahre. Aufgrund dieser Gegebenheiten sollte sie in der Lage sein, das niedrige Zinsniveau gegebenenfalls noch für einige Jahre zu verkraften.

Ausrichtung der Gesellschaft in den folgenden zwei Geschäftsjahren

Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben durch die weiterhin schwelende Staatsschulden- und Finanzmarktkrise auch für 2013 und 2014 belastet. Wir streben dennoch auch für diese beiden Geschäftsjahre eine weitere Verbesserung des Konzernergebnisses an. Hierzu soll insbesondere der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International beitragen, der die Integration von akquirierten Gesellschaften weiter vorantreibt. Der Talanx-Konzern plant seine Finanzierungsstruktur durch geeignete Maßnahmen, z. B. die Emission von Unternehmensanleihen, zu optimieren.

Ein wichtiger Schwerpunkt wird in den nächsten zwei Jahren auf der Beseitigung von Kostennachteilen insbesondere im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft liegen. Um diesen Bereich zukunftsfähig aufzustellen, ist es notwendig, die Prozesse effizienter zu gestalten und gesellschaftsübergreifende, gemeinsame Lösungen umzusetzen. Insgesamt soll der Umbau des Geschäftsbereichs 2015 abgeschlossen und ab 2016 das Einsparpotenzial in vollem Umfang realisiert werden. Im ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft streben wir ein profitables Wachstum in den strategischen Zielmärkten Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa an.

Ausrichtung am Markt:

gesamtheitlicher Blick auf den Kunden
Stärkung des Privat- und Firmenkundengeschäftes Inland/Ausland

Effizienzsteigerung der Organisation:

Komplexität der Konzernstruktur reduzieren
Synergiepotenziale nutzen

Vergleich von Prognose und tatsächlichem Ergebnis 2012

Im Geschäftsbericht 2011 hatten wir für den Talanx-Konzern eine weitere Verbesserung des Ergebnisses für das Jahr 2012 angestrebt, die wir auch wie erwartet realisieren konnten.

Erwartete Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft

Ergebnisentwicklung

Das Ergebnis der Talanx AG ist wesentlich durch die Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen ihrer Tochtergesellschaften geprägt. Für das Geschäftsjahr 2013 erwarten wir ein Beteiligungsergebnis von über 400 Mio. EUR, für 2014 ist eine weitere Steigerung geplant. Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses ist durch die Entwicklungen im Talanx-Konzern geprägt. Für den Talanx-Konzern streben wir - trotz der weiterhin schwelenden Staatsschulden- und Finanzmarktkrise und des niedrigen Zinsniveaus - eine weitere Verbesserung des Ergebnisses in den kommenden zwei Geschäftsjahren an. Hierzu soll insbesondere der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International beitragen, der die Integration von akquirierten Gesellschaften weiter vorantreibt.

Finanzlage

Die Barmittel und die Liquiditätssituation der Talanx AG sind auf die absehbaren Zahlungsströme ausgerichtet. Ab 2013 wird auch ein regelmäßiger Abfluss liquider Mittel durch eine Dividendenzahlung an die Aktionäre erwartet.

Die Finanzlage der Talanx AG wird durch diverse zur Verfügung stehende Kreditlinien gestützt. Darüber hinaus ist eine weitere Optimierung der Kapitalausstattung und somit der Finanzlage durch geeignete Maßnahmen geplant, wie z. B. auch durch die Emission von Unternehmensanleihen. So wurde zur Ablösung bestehender Finanzierungen am 6. Februar 2013 eine erstrangige unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR, einem fixen Kupon von 3,125 % und einer Laufzeit von zehn Jahren erfolgreich platziert. Hierdurch hat sich die Talanx AG langfristige Finanzierungsmittel unter Nutzung des aktuellen Niedrigzinsumfeldes gesichert.

Annahmen/Prämissen

Bei der voraussichtlichen Entwicklung des Talanx-Konzerns sind wir von den folgenden Annahmen ausgegangen:

moderates weltwirtschaftliches Wachstum
konstante Inflationsraten
weiterhin niedriges Zinsumfeld
keine plötzlichen Schocks auf den Kapitalmärkten
keine wesentlichen finanzpolitischen und aufsichtsrechtlichen Änderungen
eine Großschadenbelastung im Rahmen unserer Erwartung

Chancen-Management

Die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses und seit Jahren fest in der Unternehmenskultur und dem ganzheitlichen Steuerungsansatz des Talanx-Konzerns verankert. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Herausforderung an, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt. Das Kernelement unseres Chancen-Management-Prozesses bildet die integrierte, nach dem Schema einer Balanced Scorecard aufgebaute Performance-Metrik. Dies gilt über sämtliche Hierarchieebenen hinweg - von der Konzernspitze bis in einzelne Funktionsbereiche der Konzerngesellschaften. Sie stellt auch das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancen-Management dar.

Im strategischen Chancen-Management werden zu Beginn des jährlich neu stattfindenden Performance-Management-Prozesses die auf Basis der Dachstrategie identifizierten strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Geschäftsbereiche anschließend im Rahmen einer strategischen Programmplanung spezifische Ziele und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancen-Managements bildet.

Im operativen Chancen-Management werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen die integrierte Performance-Metrik zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich wiederum vorwärtsgerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancen-Management-Zyklus.

Zwei wesentliche Aspekte des Chancen-Managements im Talanx-Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen.

Einschätzung künftiger Chancen und Herausforderungen

Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen

Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel, ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen, ausgegangen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung überdurchschnittlich im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren.

Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft schwerpunktmäßig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Mit dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg bis 2022 sind die Weichen für dieses Ziel gestellt. Die Energiewende ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Es gilt, die erneuerbaren Energien flächendeckend zugänglich zu machen; gleichzeitig müssen neue Wege gefunden werden, Energie zu sparen bzw. effizienter zu nutzen. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch das neue Energiesystem, das zum wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz erneuerbarer Energien. Neben der Förderung von Windparks, Photovoltaikanlagen, Bio- und Wasserkraftwerken kommt dem Netzausbau eine zentrale Bedeutung zu. Unsere Investmenttätigkeit im Zusammenhang mit der Energiewende haben wir weiter fortgesetzt. Im Sommer 2012 hat sich der Konzern gemeinsam mit anderen institutionellen Investoren mittelbar an dem Luxemburger Strom- und Gasnetzbetreiber Enovos beteiligt, nachdem wir bereits seit 2011 als Teil eines Versicherungskonsortiums in dem ehemaligen RWE-Netzbetreiber Amprion investiert sind. Wir sehen diese Beteiligungen als nachhaltige Engagements und wollen zukünftig derartige Investments weiter ausbauen.

Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt worden. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Aktienmärkten ein hoher Grad an Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien hatten sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Die klassische deutsche Lebensversicherung, bei der Garantien für die gesamte Laufzeit gegeben werden, steht auf dem Prüfstand. Aufgrund hoher Eigenmittelanforderungen für diese Geschäfte ist es grundsätzlich vorstellbar, die Garantien zukünftig auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen.

Aufsichts- und bilanzrechtliche Änderungen: Die gesamte Versicherungswirtschaft sieht sich vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden und teilweise bereits eingetretenen aufsichtsrechtlichen Neuerungen weitreichenden Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Rahmen von IFRS, Solvency II und einer Flut diesbezüglicher europäischer und deutscher Umsetzungsvorschriften. Die bilanz- und aufsichtsrechtlichen Änderungen verfolgen wir eng und haben die damit verbundenen erhöhten Anforderungen identifiziert und Maßnahmen eingeleitet. Dies bietet uns gleichzeitig die Chance, unser Risikomanagement entsprechend weiterzuentwickeln und damit den zukünftig komplexeren und umfangreicheren Vorgaben gerecht zu werden. Zur Bewertung von Risikokategorien sowie der gesamten Risikoposition des Konzerns wird derzeit ein internes, Solvency-II-gerechtes stochastisches Risikokapitalmodell implementiert und weiterentwickelt, das die Talanx-weite Verwendung von internen Modellen ermöglicht und sich in der Vorantragsphase bei der BaFin befindet.

In Europa besteht für Rückversicherungskonzerne die Chance, dass die Nachfrage der Zedenten nach Rückversicherungslösungen aufgrund der Kapitalanforderungen unter Solvency II zunimmt, da der Risikotransfer an die Rückversicherer mit guten Ratings eine wirtschaftlich attraktive Alternative bietet.

Im Unternehmen begründete Chancen

Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. So wurde für einige Produkte eine neue, modulare Produktstruktur eingeführt, für weitere Produkte ist der Rollout geplant. Mit dieser modularen Produktstruktur können die Kunden ihren Versicherungsschutz individuell zusammenstellen - durch fest definierte Bausteine reduziert sich dabei auch unser Verwaltungsaufwand. Darüber hinaus verbessern wir unsere interne Zusammenarbeit. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen. Was dies betrifft, arbeiten wir daran, vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend zu nutzen. Effizient arbeiten wir, wenn die eingesetzten Mittel in einem vernünftigen Verhältnis zu den Ergebnissen stehen. Hier haben wir angesichts komplexer Prozesse sowie bestehender Kostennachteile bereits einige Initiativen gestartet. Im Ressort Betrieb und Schaden sind wir deshalb dabei, ein neues SAP-Bestandsführungssystem sowie die digitale Sachbearbeitung einzuführen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur wollen wir aktiv fördern. So wurde ein konzernweites variables Vergütungssystem für Führungskräfte der ersten Ebene erarbeitet, das im Jahr 2013 etabliert werden soll. Auch jährliche Feedbackgespräche mit allen Mitarbeitern sollen helfen, über gegenseitige Erwartungen strukturiert zu sprechen.

Vielversprechende Vertriebswege

Bancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx-Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx-Konzern ist der Vertriebsweg Bancassurance nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Ungarn, in der Türkei und in Russland etabliert. Durch den Zukauf der TU Europa- und der WARTA-Gruppe konnten weitere Bancassurance-Vertriebswege in Polen hinzugewonnen werden. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx-Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge - mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren -geschlossen. Dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoachs der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere im Berichtsjahr akquirierten Gesellschaften in Polen vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners.

Internet: Die zunehmende Digitalisierung und der damit verbundene problemlose Zugang zu Informationen haben dazu geführt, dass sich die überwiegende Zahl der Verbraucher vor Abschluss eines Versicherungsvertrages vorab im Internet informiert. Das Internet bietet die Chance, insbesondere jüngere Zielgruppen anzusprechen, und ist zu einem wichtigen Medium für Kunden und Versicherungsunternehmen geworden. Die HDI Versicherung AG hat aus diesen Gründen gemeinsam mit anderen Versicherern das Verbraucherportal Transparo ins Leben gerufen. Hier können Interessierte Versicherungs-, Finanz- und Energiedienstleistungen vergleichen. Kernelemente von Transparo sind mehrere webbasierte Vergleichsrechner, die Preise und Leistungen aller verfügbaren Tarife gegenüberstellen. Wir streben an, zukünftig weiteres Wachstum über diesen Vertriebsweg generieren zu können.

Makler: Trotz der zunehmenden Bedeutung des Internetvertriebs bleibt der persönliche Kontakt zum Kunden auch in Zukunft ein wichtiger Erfolgsfaktor. Insbesondere dem Vertrieb über Makler messen wir künftig ein hohes Wachstumspotenzial zu. Die Talanx AG ist mit der Swiss Life eine enge Partnerschaft eingegangen. Als Teil dieser Kooperation soll Talanx ein wichtiger Produktpartner des Finanzdienstleisters AWD werden, der künftig unter Swiss Life Select firmieren wird. Des Weiteren ist der Talanx-Konzern am Finanzdienstleister MLP beteiligt. Sowohl MLP als auch die zur Swiss Life gehörende AWD-Gruppe sind bedeutende Partner im Maklervertrieb. Diese Beteiligungen sind eine Chance, die bereits bestehenden Geschäftsverbindungen zu den betreffenden Maklern zu stärken und weiter auszubauen.

Jahresabschluss.

Bilanz zum 31.12.2012

Aktiva

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.295 4.225
2. Geleistete Anzahlungen 851 143
6.146 4.368
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 675 742
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 6
675 748
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.074.442 6.143.323
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 252.924 99.081
3. Beteiligungen 24.545 26.878
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 62.292 62.292
7.414.203 6.331.574
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 247.063 204.944
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 2.246 TEUR (i.V. 2.151 TEUR)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 102.801 110.878
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 18.255 TEUR (i.V. 21.023 TEUR)
349.864 315.822
II. Guthaben bei Kreditinstituten 206.816 405.293
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.080 2.808
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 34 38
Summe der Aktiva 7.982.818 7.060.651
Passiva
TEUR 31.12.2012 31.12.2011
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 315.782 260.000
II. Kapitalrücklage 1.390.397 629.529
III. Gewinnrücklagen 2.902.758 2.902.758
IV. Bilanzgewinn 507.516 376.599
5.116.453 4.168.886
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 594.678 576.187
2. Steuerrückstellungen 128.254 125.160
3. Sonstige Rückstellungen 65.476 54.706
788.408 756.053
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 9.000 309.000
- davon konvertibel: 0 TEUR (i.V. 300.000 TEUR)/davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: 9.000 TEUR (i.V. 0 TEUR)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 500.556 550.428
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: 500.556 TEUR (i. V. 550.428 TEUR)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 137 188
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: 137 TEUR (i.V. 188 TEUR)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.563.159 1.255.132
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: 847.053 TEUR (i. V. 289.496 TEUR)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.646 19.587
- davon aus Steuern: 263 TEUR (i. V. 257 TEUR)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 2.278 TEUR (i.V. 1.805 TEUR)
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: 3.887 TEUR (i. V. 18.258 TEUR)
2.077.498 2.134.335
D. Rechnungsabgrenzungsposten 459 1.377
Summe der Passiva 7.982.818 7.060.651

Gewinn- und Verlustrechnung 1.1.-31.12.2012

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
1. Erträge aus Beteiligungen
- davon aus verbundenen Unternehmen: 195.189 TEUR (i.V. 146.325 TEUR) 196.010 147.047
2. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 170.294 189.218
3. Sonstige betriebliche Erträge
- davon aus der Währungsumrechnung: 180 TEUR (i. V. 1.188 TEUR) 20.709 102.661
4. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter 21.946 19.190
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -4.219 14.493
- davon für Altersversorgung: -6.472 TEUR (i. V. 12.600 TEUR)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.538 1.753
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
- davon aus der Währungsumrechnung: 425 TEUR (i. V. 252 TEUR) 80.559 67.735
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 13.289 2.053
- davon aus verbundenen Unternehmen: 10.282 TEUR (i. V. 1.945 TEUR)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.190 21.010
- davon aus verbundenen Unternehmen: 1.923 TEUR (i. V. 6.761 TEUR)
- davon aus Abzinsung: 242 TEUR (i. V. 422 TEUR)
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 1.156 -
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 168.343 167.539
- davon an verbundene Unternehmen: 82.833 TEUR (i. V. 54.444 TEUR)
- davon aus Aufzinsung: 38.022 TEUR (i.V. 38.607 TEUR)
11. Aufwendungen aus Verlustübernahmen 758 89.260
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 139.411 102.018
13. Außerordentliche Aufwendungen 14.009 14.009
14. Außerordentliches Ergebnis -14.009 -14.009
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -5.519 12.101
16. Sonstige Steuern 4 -
17. Jahresüberschuss 130.917 75.907
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 376.599 300.691
19. Bilanzgewinn 507.516 376.599

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2012 wurde nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt.

Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Bewertung Aktiva

Immaterielle Vermögensgegenstände und die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer bewertet. Anzahlungen werden mit den Anschaffungskosten in der Bilanz angesetzt. Die Abschreibungen erfolgten nach der linearen Methode; die Nutzungsdauer beträgt drei bis 20 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 150 EUR werden sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 410 EUR werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Für frühere Jahre (2008 und 2009) wurde für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellkosten über 150 EUR bis 1.000 EUR ein Sammelposten gebildet, der über fünf Jahre abgeschrieben wird.

Anteile an verbundenen Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert.

Der Zeitwert der Holdinggesellschaften wurde im Rahmen einer sogenannten "Sum-of-parts"-Bewertung bestimmt, innerhalb derer die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit den jeweiligen Zeitwerten angesetzt wurden. Die Ermittlung der Zeitwerte für die Beteiligungen an operativen Gesellschaften erfolgt bei Kompositversicherungsgesellschaften und Finanzdienstleistern mittels des Ertragswertverfahrens. Bei Lebensversicherungsgesellschaften wird der Marktwert überwiegend anhand fortgeschriebener Embedded Values ermittelt. Für verschiedene Private-Equity- und Grundstücksgesellschaften wurde der Zeitwert anhand des Net Asset Value ermittelt. In begründeten Einzelfällen wurden Gesellschaften mit ihrem Buchwert, insbesondere im Falle von anschaffungsnahen Vorgängen, angesetzt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Wertpapiere des Anlagevermögens wurden mit den Anschaffungskosten bzw. dem Nominalwert aktiviert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den zum Bilanzstichtag niedrigeren dauerhaft beizulegenden Wert. Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden gemäß § 253 Absatz 3 HGB nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Der Zeitwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen wird mithilfe von produkt- und ratingspezifischen Renditekurven ermittelt. Bei den verwendeten Spread-Aufschlägen werden spezielle Ausgestaltungen wie zum Beispiel Einlagensicherung, Gewährträgerhaftung oder Nachrangigkeit berücksichtigt.

Beteiligungen wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um Kapitalrückzahlungen und Abschreibungen auf den dauerhaft beizulegenden Wert, bilanziert. Bei der Ermittlung der Zeitwerte wird grundsätzlich ein Ertragswertverfahren zugrunde gelegt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Einlagen sowie laufende Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt.

Aufgrund des vor dem Bilanzstichtag erfolgenden Kostenschlusses werden Kostenbuchungen, die nach dem Abgrenzungsstichtag anfielen, unter den Sonstigen Vermögensgegenständen als Sonstige Forderungen erfasst. Der Abgrenzungsposition stehen Kostenschätzungen für den Zeitraum zwischen Kostenschluss und Bilanzstichtag gegenüber, die in den Sonstigen Rückstellungen als Übrige Rückstellungen gezeigt werden.

Die in die aktive Rechnungsabgrenzung einzubeziehenden Positionen wurden zum Nennwert angesetzt, soweit nicht gegebenenfalls der niedrigere beizulegende Wert anzusetzen wäre.

Der Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" stellt den übersteigenden Betrag dar, der nach Verrechnung der Altersversorgungsverpflichtungen mit den diese bedeckenden Vermögensgegenständen (im Wesentlichen Rückdeckungslebensversicherungen) verbleibt.

Bewertung Passiva

Bei den Altersversorgungsverpflichtungen wird das Wahlrecht des Art. 67 Absatz 1 Satz 1 EGHGB in Anspruch genommen, den erforderlichen Zuführungsbetrag zu den Pensionsrückstellungen auf maximal 15 Jahre zu verteilen und jeweils als außerordentlichen Aufwand zu erfassen.

Verpflichtungen aus Pensionen wurden gemäß § 253 Absatz 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und entsprechend § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB mit dem von der Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Pensionsrückstellungen für arbeitgeberfinanzierte Zusagen und für nicht wertpapiergebundene arbeitnehmerfinanzierte Zusagen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der Rechnungsgrundlagen der Richttafeln "2005G" von Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Leistungsanpassung aufgrund einer Überschussbeteiligung aus Rückdeckungsversicherungen bei Entgeltumwandlungen, die an die Überschussbeteiligung von Rückdeckungsversicherungen gekoppelt sind, wird in Höhe von 1,00 % p. a. berücksichtigt.

Im Übrigen wurden nachstehende Annahmen der Berechnung zugrunde gelegt:

scroll

Gehaltsdynamik: 2,75 %
Rentendynamik: 2,06 %
Zinssatz: 5,07 % zum 31. Dezember 2012

Der zum 31. Dezember 2012 angesetzte Zinssatz wurde zum Inventurstichtag 30. September 2012 gemäß Bundesbankveröffentlichung festgelegt.

Die berücksichtigte Fluktuation entspricht den nach Alter und Geschlecht diversifizierten unternehmensindividuellen Wahrscheinlichkeiten.

Bei den wertpapiergebundenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen handelt es sich ausschließlich um leistungskongruent rückgedeckte Versorgungszusagen, deren Bewertung entsprechend IDW RS HFA 30 Rz. 74 nach § 253 Absatz 1 Satz 3 HGB zu erfolgen hat. Für diese Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag mithin dem Zeitwert des Deckungskapitals des Lebensversicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung.

Die Jubiläumsrückstellungen sind nach der Betriebszugehörigkeit und den bestehenden Anspruchsvoraussetzungen unter Berücksichtigung des Anwachsens der entsprechenden Anwartschaften gebildet worden. Dabei kommen die gleichen Annahmen für die Berücksichtigung von Gehaltstrends und Fluktuationswahrscheinlichkeiten zum Ansatz. Der für die Diskontierung verwendete Zinssatz beträgt 5,5 %.

Bei der Berechnung der Rückstellung für Altersteilzeit wurden alle Mitarbeiter der Gesellschaft berücksichtigt, die die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben bzw. die voraussichtlich die Altersteilzeitregelung in Anspruch nehmen werden. Die möglichen Inanspruchnahmen wurden mit Annahmequoten gewichtet, die auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit gewählt wurden. Die Berechnungen wurden mithilfe der Richttafeln "2005G" von Dr. Klaus Heubeck durchgeführt. Es wurde die Ausscheideordnung der Aktiven zugrunde gelegt. Dabei wurde unter der Annahme einer mittleren Restlaufzeit von drei Jahren ein Rechnungszins von 4,00 % angesetzt. Als Gehaltstrend wurden 2,75 % angenommen. Die Rückstellung ist gemäß § 253 HGB mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie setzt sich zusammen aus der Rückstellung für rückständiges Arbeitsentgelt, der Rückstellung für Aufstockungsbeträge, der Rückstellung für den zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und der Rückstellung für Abfindung.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank in Übereinstimmung mit der RückAbzinsVO ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Die nachrangigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Nominalbetrag bilanziert. Die anderen Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Währungsumrechnung

Soweit die Bilanzposten oder Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Beträge in ausländischer Währung enthalten, werden sie zu den amtlich fixierten Mittelkursen vom 31. Dezember 2012 bzw. zu Transaktionskursen umgerechnet. Eine Ausnahme bilden die Anteile an verbundenen Unternehmen, die zu fortgeführten historischen Kursen angesetzt werden.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gliederung einzelner Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wurde abweichend vom gesetzlichen Gliederungsschema dargestellt, um mit den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Posten den Besonderheiten einer Holding Rechnung zu tragen. Dazu wurden die Posten "Erträge aus Beteiligungen" und "Erträge aus Gewinnabführungsverträgen" wegen ihrer großen Bedeutung an den Anfang gestellt.

Angaben zur Bilanz - Aktiva

Entwicklung der Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen

scroll

TEUR Anschaffungskosten

31.12.2011
Zugänge Abgänge Umbuchungen Zuschreibungen Abschreibungen,

kumuliert
A. I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.943 2.365 - - - 5.013
2. Geleistete Anzahlungen 143 708 - - - -
3. Summe A.I. 8.086 3.073 - - - 5.013
A. II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.621 213 163 6 - 1.002
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6 - - -6 - -
3. Summe A.II. 1.627 213 163 - - 1.002

scroll

TEUR Buchwert

31.12.2012
Buchwert

31.12.2011
Abschreibungen

2012
A. I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.295 4.225 1.295
2. Geleistete Anzahlungen 851 143 -
3. Summe A.I. 6.146 4.368 1.295
A. II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 675 742 243
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 6 -
3. Summe A.II. 675 748 243

Entwicklung der Finanzanlagen

scroll

TEUR Bestand

Bilanzwerte

31.12.2011
Währungsdifferenz

Neubewertung

1.1.2012
Bestand neu

bewertet

1.1.2012
Zugänge Abgänge
A. III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 6.143.323 - 6.143.323 957.709 26.590
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 99.081 - 99.081 203.955 48.956
3. Beteiligungen 26.878 - 26.878 - 2.333
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 62.292 - 63.301 - -
5. Summe A.III. 6.331.574 - 6.332.583 1.161.664 77.879

scroll

TEUR Umbuchungen Zuschreibungen Abschreibungen Währungsdifferenz

31.12.2012
A. III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - - -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - 1.156 -
3. Beteiligungen - - - -
4. Wertpapiere des Anlagevermögens - - - -
5. Summe A.III. - - 1.156 -

scroll

TEUR Bilanzwerte

31.12.2012
Bilanzwerte

31.12.2011
Zeitwerte

31.12.2012
Bewertungsreserven

31.12.2012
A. III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.074.442 6.143.323 12.087.527 5.013.085
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 252.924 99.081 262.084 9.160
3. Beteiligungen 24.545 26.878 24.545 -
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 62.292 62.292 80.826 18.534
5. Summe A.III. 7.414.203 6.331.574 12.454.982 5.040.779

Angaben zur Bilanz - Passiva

Sonstige Rückstellungen

scroll

TEUR Stand

1.1.2012
Inanspruchnahme Auflösung Zuführung
B. 3. Sonstige Rückstellungen
Vorstandsbezüge 2.153 1.229 - 3.145
Aufsichtsratsvergütungen 1.874 1.874 - 1.963
Variable Bezüge/Gratifikationen 1.886 1.886 - 2.078
Urlaubsverpflichtungen 352 352 - 312
Jubiläumsverpflichtungen 328 34 - 33
Gleitzeitguthaben 78 78 133
Altersteilzeit 385 295 - 337
Erfüllungsübernahmen 18.131 - - 548
Beratungskosten 2.907 2.609 298 7.625
Berufsgenossenschaft 41 41 - 58
Schwerbehindertenabgabe 21 21 - 28
Restrukturierung 63 - 63 -
Jahresabschlusskosten 939 930 8 918
Zinsanteil aus Steuerrückstellungen 23.402 - - 4.004
Übrige 2.146 1.779 272 1.290
Summe B.3. 54.706 11.128 641 22.472

scroll

TEUR Aufzinsung/

Zinssatzänderung
Saldierung

(fortgeführt)
Buchwert

31.12.2012
B. 3. Sonstige Rückstellungen
Vorstandsbezüge 41 - 4.110
Aufsichtsratsvergütungen - - 1.963
Variable Bezüge/Gratifikationen - - 2.078
Urlaubsverpflichtungen - - 312
Jubiläumsverpflichtungen 17 - 344
Gleitzeitguthaben - - 133
Altersteilzeit 23 -14 436
Erfüllungsübernahmen - - 18.679
Beratungskosten - - 7.625
Berufsgenossenschaft - - 58
Schwerbehindertenabgabe - - 28
Restrukturierung - - -
Jahresabschlusskosten - - 919
Zinsanteil aus Steuerrückstellungen - - 27.406
Übrige - - 1.385
Summe B.3. 81 -14 65.476

Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellung betrug 609 TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung gehaltenen Fonds betrug 173 TEUR zum 31. Dezember 2012. Die fortgeführten Anschaffungskosten betrugen 149 TEUR.

In der GuV wurden im Berichtsjahr Erträge aus Deckungsvermögen für Rückstellungen für Altersteilzeit von 15 TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Altersteilzeit von 23 TEUR saldiert.

Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

A.I.1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

Erworbene Software wurde in Höhe von 5.295 TEUR bilanziert.

A.III.1. Anteile an verbundenen Unternehmen

Der Zugang ergibt sich aus den freiwilligen Zuzahlungen in die Kapitalrücklage bei der Talanx International AG in Höhe von 897.709 TEUR und bei der Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd. in Höhe von 60.000 TEUR. Abgänge ergaben sich durch buchwertreduzierende Entnahmen bei der Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG in Höhe von 26.279 TEUR und bei der Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG in Höhe von 311 TEUR.

1. Anteile an verbundenen Unternehmen im Inland

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in TEUR
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in TEUR
Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG, Hamburg12) 100,00 4.490 579
Alstertor Zweite Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG, Hamburg12) 100,00 28.462 -34
AmpegaGerling Investment GmbH, Köln3),12) 100,00 7.936 8.273
Bureau für Versicherungswesen Robert Gerling & Co. GmbH, Köln3),12) 100,00 26 -2
CIV Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Hilden8),12) 100,00 24.878 -229
CIV Immobilien GmbH, Hilden12) 100,00 29 1
Credit Life International Lebensversicherung AG, Hilden3),17) 100,00 7.496 -1.646
Credit Life International Versicherung AG, Hilden3),17) 100,00 4.944 -2.431
E+S Rückversicherung AG, Hannover17) 63,69 733.413 142.000
Funis GmbH & Co. KG, Hannover15) 100,00 24.353 -10.687
GERLING Pensionsenthaftungs- und Rentenmanagement GmbH, Köln12) 100,00 4.631 -827
GERLING Sustainable Development Project-GmbH, Köln12) 100,00 55 -3
Hannover America Private Equity Partners II GmbH & Co. KG, Köln15) 100,00 205.314 20.299
Hannover Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover12) 100,00 5.703 910
Hannover Euro Private Equity Partners II GmbH & Co. KG, Köln15) 100,00 8.709 8.422
Hannover Euro Private Equity Partners III GmbH & Co. KG, Köln15) 100,00 43.175 6.394
Hannover Euro Private Equity Partners IV GmbH & Co. KG, Köln15) 100,00 86.192 3.542
Hannover Insurance-Linked Securities GmbH & Co. KG, Hannover15) 100,00 55.855 5.036
Hannover Life Re AG, Hannover3),17) 100,00 1.582.596 109.139
Hannover Re Euro PE Holdings GmbH & Co. KG, Hannover15) 100,00 83.826 1.219
Hannover Re Euro RE Holdings GmbH, Hannover12) 100,00 181.975 1.163
Hannover Rück Beteiligung Verwaltungs-GmbH, Hannover3),17) 100,00 2.071.855 253.867
Hannover Rückversicherung AG, Hannover17) 50,22 1.832.716 410.254
Hannoversch-Kölnische Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover12) 50,00 26 1
HAPEP II Holding GmbH, Hannover15) 100,00 30.305 8.638
HAPEP II Komplementär GmbH, Hannover15) 100,00 27 -
HDI Direkt Service GmbH, Hannover3),12) 100,00 51 700
HDI Kundenservice AG (vormals: HDI-Gerling Leben Betriebsservice GmbH), Köln7),17) 100,00 149 5
HDI Lebensversicherung AG (vormals: HDI-Gerling Lebensversicherung AG), Köln17) 100,00 395.547 12.000
HDI Pensionsfonds AG (vormals: HDI-Gerling Pensionsfonds AG), Köln17) 100,00 5.526 141
HDI Pensionskasse AG (vormals: HDI-Gerling Pensionskasse AG), Köln17) 100,00 29.448 1.200
HDI Versicherung AG (vormals: HDI Direkt Versicherung AG), Hannover3),12) 100,00 162.088 -11.277
HDI Vertriebs AG (vormals: HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG), Hannover7),12) 100,00 4.083 -9.279

1. Anteile an verbundenen Unternehmen im Inland

scroll

Anteil am

Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in TEUR
Ergebnis vor

Gewinnabführung2)

in TEUR
HDI-Gerling Friedrich Wilhelm Rückversicherung AG, Köln3),17) 100,00 826.551 -396
HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover3),12) 100,00 406.536 133.102
HDI-Gerling Schadenregulierung GmbH, Hannover3),12) 100,00 25 -2
HDI-Gerling Sicherheitstechnik GmbH, Hannover12) 100,00 3.393 1.518
HDI-Gerling Welt Service AG, Hannover3),12) 100,00 91.304 3.826
HEPEP II Holding GmbH, Köln15) 100,00 4.539 4.508
HEPEP II Komplementär GmbH, Köln15) 100,00 26 -1
HEPEP III Holding GmbH, Köln15) 100,00 9.546 393
HEPEP III Komplementär GmbH, Köln15) 100,00 19 -1
HEPEP IV Komplementär GmbH, Köln15) 100,00 21 -
HG Sach AltInvest GmbH & Co. KG, Köln16) 100,00 30.495 699
HG-I Alternative Investments Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Köln12) 100,00 24.542 -31
HILSP Komplementär GmbH, Hannover15) 100,00 25 -1
HNG Hannover National Grundstücksverwaltung GmbH & Co KG, Hannover8),12) 100,00 46.850 2.217
HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG, München10) 90,91 - -
International Hannover Holding AG, Hannover21) 100,00 44 -3
IVEC Institutional Venture and Equity Capital AG, Köln12) 100,00 145.867 7.739
Nassau Assekuranzkontor GmbH, Köln3),12) 100,00 25 -
neue leben Holding AG, Hamburg17) 67,50 55.622 20.401
neue leben Lebensversicherung AG, Hamburg3),17) 100,00 50.237 14.791
neue leben Unfallversicherung AG, Hamburg3),17) 100,00 3.596 5.794
Oval Office Grundstücks GmbH, Hannover17) 100,00 59.657 1.804
PB Lebensversicherung AG, Hilden17) 100,00 81.210 26.105
PB Pensionsfonds AG, Hilden3),17) 100,00 5.038 471
PB Pensionskasse AG, Hilden17) 100,00 12.894 6.514
PB Versicherung AG, Hilden17) 100,00 10.895 4.425
Riethorst Grundstücksgesellschaft AG & Co. KG, Hannover8) ,12) 100,00 173.400 540
Shamrock Marine-Insurance Agency GmbH, Hamburg3),12) 100,00 25 -2
SSV Schadenschutzverband GmbH, Hannover3),12) 100,00 200 740
Talanx Asset Management GmbH, Köln7),12) 100,00 83.600 33.357
Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Hannover8),12) 100,00 110.601 -3.282
Talanx Deutschland AG, Hannover7),17) 100,00 2.386.981 15.690
Talanx Deutschland Bancassurance Communication Center GmbH, Hilden7),17) 100,00 630 750
Talanx Deutschland Bancassurance GmbH, Hilden7),12) 100,00 1.089.419 82.670
Talanx Deutschland Bancassurance Kundenservice GmbH, Hilden7),17) 100,00 75 -286
Talanx Immobilien Management GmbH, Köln7),12) 100,00 2.837 -1.223
Talanx International AG, Hannover7),17) 100,00 1.638.846 16.581
Talanx Pensionsmanagement AG (vormals: HDI-Gerling Pensionsmanagement AG), Köln7),12) 100,00 6.414 -913
Talanx Reinsurance Broker AG, Hannover7),12) 100,00 388 13.101
Talanx Service AG, Hannover7),12) 100,00 1.746 9.681
Talanx Systeme AG, Hannover7),12) 100,00 140 127
TAM AI Komplementär GmbH, Köln10) 100,00 - -
TARGO Lebensversicherung AG, Hilden17) 100,00 77.248 43.593
TARGO Versicherung AG, Hilden3),17) 100,00 9.492 16.504
TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln10) 100,00 - -
TD-BA Private Equity GmbH & Co. KG, Köln10) 100,00 - -
TD-BA Private Equity Sub GmbH, Köln10) 100,00 - -
TD-Sach Private Equity GmbH & Co. KG, Köln10) 100,00 - -
VES Gesellschaft für Mathematik, Verwaltung und EDV mbH, Gevelsberg3),12) 100,00 195 -925

2. Anteile an verbundenen Unternehmen im Ausland

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in Tausend
11 Stanwix LLC, Wilmington, USA6),16) 100,00 USD 30.139 USD 546
1225 West Washington LLC, Washington, USA6) ,16) 100,00 USD 22.162 USD 31
300 South Orange Avenue LLC, Wilmington, USA6),16) 100,00 USD 55.104 USD 1.209
402 Santa Monica Blvd. LLC, Wilmington, USA6),16) 100,00 USD 31.358 USD 706
465 Broadway LLC, Wilmington, USA6),16),20) 100,00 USD -1.085 USD 13.757
5115 Sedge Boulevard LP, Chicago, USA6),16),19) 84,00 USD -1.574 USD -1.622
5115 Sedge Corporation, Chicago, USA6),16) 100,00 USD 564 USD -1.075
975 Carroll Square LLC, Washington, USA6),16) 100,00 USD 60.519 USD 431
ASPECTA Assurance International Luxembourg S. A., Luxemburg, Luxemburg12) 100,00 EUR 7.525 EUR -1.680
Atlantic Capital Corporation, Wilmington, USA4),16),19) 100,00 USD -111.867 USD -
Cargo Transit Insurance (Pty) Ltd., Helderkruin, Südafrika5) 80,00 ZAR -4.499 ZAR -1.977
CiV Hayat Sigorta A. Ş., Istanbul, Türkei12) 100,00 TRY 12.650 TRY 21
Clarendon Insurance Group, Inc., Wilmington, USA4) 100,00 USD 221.640 USD -
Compass Insurance Company Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 100,00 ZAR 109.595 ZAR 229
Construction Guarantee (Pty) Ltd., Parktown, Südafrika5),20) 60,00 ZAR - ZAR 6.969
Desarollo de Consultores Profesionales en Seguros S. A. de CV, León, Mexiko12) 100,00 MXN 50 MXN -
Envirosure Underwriting Managers (Pty) Ltd., Durban, Südafrika5) 60,00 ZAR -415 ZAR 1.275
Film & Entertainment Underwriters SA (Pty) Ltd., Northcliff, Südafrika5) 51,00 ZAR -1.444 ZAR 35
Garagesure Consultants and Acceptances (Pty) Ltd, Johannesburg, Südafrika5) 80,00 ZAR 955 ZAR 1.614
Gem & Jewel Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 60,00 ZAR 974 ZAR 3.116
Gente Compañia de Soluciones Profesionales de México, S. A. de C.V., León, Mexiko12) 100,00 MXN 17.609 MXN 4.769
Gerling Insurance Agency, Inc., Chicago, USA12),21) 100,00 USD - USD -
Gerling Norge A/S, Oslo, Norwegen12) 100,00 NOK 248 NOK 10
Glencar Underwriting Managers, Inc., Itasca, USA12) 95,90 USD 1.789 USD -713
GLL HRE Core Properties LP, Wilmington, USA6),16) 99,90 USD 198.698 USD 38.168
GLL Terry Francois Blvd. LLC, Wilmington, USA6),16),20) 50,95 USD 4.823 USD 51.980
H. J. Roelofs Assuradeuren B. V., Rotterdam, Niederlande12) 100,00 EUR 159 EUR 87
Hannover Finance (Luxembourg) S. A., Luxemburg, Luxemburg17) 100,00 EUR 30.475 EUR -1.304
Hannover Finance (UK) Limited, Virginia Water, Großbritannien17) 100,00 GBP 131.102 GBP 19
Hannover Finance Inc., Wilmington, USA9),16) 100,00 USD 509.913 USD 9.087
Hannover Life Re Consultants, Inc., Orlando, USA12) 100,00 USD 201 USD 2
Hannover Life Re of Australasia Ltd., Sydney, Australien17) 100,00 AUD 336.480 AUD 38.073
Hannover Life Reassurance (UK) Ltd., Virginia Water, Großbritannien17) 100,00 GBP 38.751 GBP 2.834
Hannover Life Reassurance Africa Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 100,00 ZAR 416.212 ZAR -7.678
Hannover Life Reassurance Bermuda Ltd., Hamilton, Bermuda 100,00 EUR 202.559 EUR 29.928
Hannover Life Reassurance Company of America, Orlando, USA17) 100,00 USD 180.976 USD 9.378
Hannover Re (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda17) 100,00 EUR 1.056.837 EUR 169.716
Hannover Re (Guernsey) PCC Ltd., St. Peter Port, Großbritannien17) 100,00 EUR 254 EUR 2
Hannover Re (Ireland) Public Limited Company, Dublin, Irland17) 100,00 EUR 1.318.616 EUR 106.336
Hannover Re Consulting Services India Private Limited, Mumbai, Indien13) 100,00 INR 58.620 INR 7.973
Hannover Re Real Estate Holdings, Inc., Orlando, USA9),16) 100,00 USD 377.855 USD 32.023
Hannover Re Services Italy S. r. L., Mailand, Italien 100,00 EUR 485 EUR 103
Hannover Re Services Japan K. K., Tokio, Japan17) 100,00 JPY 94.533 JPY 1.683
Hannover Re Services USA, Inc., Itasca, USA 100,00 USD 872 USD 27
Hannover Reinsurance Africa Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 100,00 ZAR 781.523 ZAR 145.608
Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika9) 100,00 ZAR 210.017 ZAR 154.417
Hannover Reinsurance Mauritius Ltd., Port Louis, Mauritius5) 100,00 MUR 50.178 MUR 3.785
Hannover ReTakaful B. S. C. (c), Manama, Bahrain17) 100,00 BHD 41.070 BHD 6.768
Hannover Risk Consultants B.V., Rotterdam, Niederlande12) 100,00 EUR -741 EUR -34
Hannover Rückversicherung AG Escritorio de Representação no Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien12) 100,00 BRL 320 BRL -58
Hannover Services (México) S. A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko12) 100,00 MXN 10.777 MXN 225
Hannover Services (UK) Ltd., Virginia Water, Großbritannien 100,00 GBP 666 GBP 4
HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien12) 100,00 EUR 139.441 EUR -1.506

2. Anteile an verbundenen Unternehmen im Ausland

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in Tausend
HDI Gerling Insurance of South Africa Ltd., Johannesburg, Südafrika12) 100,00 ZAR 41.747 ZAR 947
HDI HANNOVER International España, Cía de Seguros y Reaseguros S. A., Madrid, Spanien16) 100,00 EUR 57.111 EUR 10.364
HDI Immobiliare S. r. L., Rom, Italien12) 100,00 EUR 65.821 EUR 677
HDI Seguros S. A., Santiago, Chile12) 100,00 CLP 7.211.127 CLP 920.997
HDI Seguros S. A., São Paulo, Brasilien12) 100,00 BRL 641.533 BRL 66.096
HDI Seguros S. A. (vormals: L'UNION de Paris Compañía Argentina de Seguros S. A.), Buenos Aires, Argentinien12) 100,00 ARS 99.088 ARS 3.955
HDI Seguros S. A. de C. V., León, Mexiko12) 99,47 MXN 482.848 MXN 42.667
HDI Seguros S. A., Montevideo, Uruguay12) 100,00 UYU 104.134 UYU 10.332
HDI Sigorta A. Ş., Istanbul, Türke12) 100,00 TRY 64.288 TRY -17.259
HDI STRAKHUVANNYA (Ukraine), Kiew, Ukraine12) 99,28 UAH 45.865 UAH -18.001
HDI Versicherung AG, Wien, Österreich12) 100,00 EUR 44.979 EUR 6.380
HDI Zastrahovane AD, Sofia, Bulgarien12) 94,00 BGL 8.384 BGL 278
HDI-Gerling America Insurance Company, Chicago, USA12) 100,00 USD 131.337 USD 11.144
HDI-Gerling Assurances S. A., Brüssel, Belgien12) 100,00 EUR 40.404 EUR 5.249
HDI-Gerling Assurances SA Luxembourg, Luxemburg, Luxemburg12) 100,00 EUR 5.883 EUR 250
HDI-Gerling de México Seguros S. A., Mexiko-Stadt, Mexiko12) 100,00 MXN 186.020 MXN 4.741
HDI-GERLING Financial Services GmbH, Wien, Österreich12) 100,00 EUR 837 EUR 56
HDI-Gerling Services S. A., Brüssel, Belgien12) 100,00 EUR 170 EUR 24
HDI-Gerling Verzekeringen N. V., Rotterdam, Niederlande12) 100,00 EUR 197.756 EUR 25.843
HDI-Gerling Welt Service AG Escritório de Representação no Brasil Ltda. (vormals: Gerling-Konzern Panamericana Ltda.), São Paulo, Brasilien12) 100,00 EUR 610 EUR -105
HDI-Gerling Zycie Towarzystwo Ubezpieczeń S. A., Warschau, Polen12) 100,00 PLN 44.991 PLN -9.926
Hospitality Industrial and Commercial Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 90,00 ZAR 2.375 ZAR 2.472
HR Hannover Re Correduria de Reaseguros S. A., Madrid, Spanien17) 100,00 EUR 266 EUR 35
InChiaro Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien12) 51,00 EUR 5.719 EUR -4.776
InLinea S. p. A., Rom, Italien12) 70,00 EUR 784 EUR 71
Integra Insurance Solutions Limited, Bradford, Großbritannien13) 74,99 GBP 509 GBP 636
Inter Hannover (No. 1) Ltd., London, Großbritannien17) 100,00 GBP -4.265 GBP 1
International Insurance Company of Hannover Ltd., Bracknell, Großbritannien17) 100,00 GBP 121.759 GBP 6.259
International Mining Industry Underwriters Ltd., London, Großbritannien17) 100,00 GBP 480 GBP 70
Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile12) 100,00 CLP 12.433.385 CLP 299.143
Joint-stock Company Towarzystwo Ubezpieczeń EUROPA.UA Życie, Lviv, Ukraine12) 92,00 UAH 16.312 UAH -10
Joint-stock Company Towarzystwo Ubezpieczeń EUROPA.UA, Lviv, Ukraine12) 90,00 UAH 10.857 UAH -24
Kaith Re Ltd., Hamilton, Bermuda17) 88,00 USD 95 USD -291
L&E Holdings Limited, London, Großbritannien17) 100,00 GBP 9 GBP 82
Landmark Underwriting Agency (Pty) Ltd., Bloemfontein, Südafrika5) 75,50 ZAR 2.586 ZAR -361
Leine Investment General Partner S. à r. l., Luxemburg, Luxemburg10) 100,00 EUR - EUR -
Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg, Luxemburg10) 100,00 USD - USD -
Lireas Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 51,00 ZAR 189.537 ZAR 21.353
London & European Title Insurance Services Limited, London, Großbritannien17) 100,00 GBP 80 GBP -283
LRA Superannuation Plan Pty Ltd., Sydney, Australien12),21) 100,00 AUD - AUD -
Magyar Posta Biztosító Részvénytársaság, Budapest, Ungarn12) 66,93 HUF 1.762.106 HUF 195.540
Magyar Posta Életbiztosító Részvénytársaság, Budapest, Ungarn 66,93 HUF 3.287.451 HUF 216.433
Mediterranean Reinsurance Services Ltd., Hongkong, China18),20) 100,00 USD 125 USD -
Metropolitana Compañia de Seguros S. A., México, Mexiko12) 100,00 MXN 515.636 MXN 12.812
Micawber 185 (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 100,00 ZAR 17.976 ZAR 2.121
MUA Insurance Acceptances (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika5) 80,00 ZAR 2.207 ZAR -2.168
MUA Insurance Company Ltd., Kapstadt, Südafrika5) 100,00 ZAR 10.332 ZAR 547
Nashville (Tennessee) West LLC, Wilmington, USA6),16) 100,00 USD 30.611 USD -217
One Winthrop Square LLC, Wilmington, USA6),16) 100,00 USD 22.196 USD 630
OOO Strakhovaya Kompaniya "HDI Strakhovanie", Moskau, Russland12) 100,00 RUR 167.584 RUR -2.414
OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland12) 100,00 RUB 291.521 RUB 50.451

2. Anteile an verbundenen Unternehmen im Ausland

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in Tausend
Open Finance Absolute Return Fundusz Inwestycyjny Zamkniçty, Warschau, Polen10) 99,99 PLN - PLN -
Open Life Towarzystwo Ubezpieczeń Zycie S. A., Warschau, Polen12) 51,00 PLN 29.686 PLN 10.972
Peachtree (Pty) Ltd., Parktown, Südafrika5),20) 100,00 ZAR - ZAR -
Protecciones Esenciales S. A., Buenos Aires, Argentinien16) 100,00 ARS 110.508 ARS 11.848
Saint Honoré Iberia S. L., Madrid, Spanien12) 100,00 EUR 185 EUR 1.665
Scandinavian Marine Agency A/S, Oslo, Norwegen12) 52,00 NOK 6.179 NOK 1.792
Secquaero ILS Fund Ltd., Georgetown, Cayman Islands16) 74,09 USD 73.651 USD 2.884
Secquaero Re Vinyard IC Limited, St. Peter Ports, Guernsey10) 100,00 USD - USD -
SUM Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 72,20 ZAR 19.068 ZAR 3.418
Svedea AB, Stockholm, Schweden17) 53,00 SEK 4.630 SEK -44.890
Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., Luxemburg, Luxemburg16) 100,00 EUR 9.223 EUR 2.392
Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd. (vormals: HDI Reinsurance (Ireland) Ltd.), Dublin, Irland12) 100,00 EUR 60.495 EUR 9.386
Thatch Risk Acceptances (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika5) 90,00 ZAR 1.466 ZAR 2.219
Towarzystwo Ubezpieczeń Europa S. A., Breslau, Polen12) 50,00 PLN 598.699 PLN 91.575
Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A., Warschau, Polen12) 75,00 PLN 1.241.162 PLN 119.886
Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie Europa S. A., Breslau, Polen12) 100,00 PLN 565.413 PLN 81.909
Towarzystwo Ubezpieczeń na Zycie WARTA S. A., Warschau, Polen12) 100,00 PLN 230.979 PLN 18.846
Transit Underwriting Managers (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika5) 100,00 ZAR 991 ZAR 185
Warta 24 plus Sp. z o.o. w likwidacji, Warschau, Polen12) 100,00 PLN 11.035 PLN 2.701
Warta Nieruchomości Sp. z o.o. w likwidacji, Warschau, Polen12) 100,00 PLN 16.818 PLN 685
Woodworking Risk Acceptances (Pty) Ltd., Pietermaritzburg, Südafrika5) 60,00 ZAR 540 ZAR -970

3. Anteile an Spezial- und Publikumsfonds (Inland) gemäß § 285 Nr. 26 HGB

scroll

Anteil am Fondsvermögen1)

in %
Fonds vermögen

in TEUR
Veränderung Fondsvermögen einschl. Mittelzu- und -abflüsse2)

in TEUR
Ampega Real Estate Value 1, Köln10) 100,00 - -
Ampega Real Estate Value 2, Köln10) 100,00 - -
Ampega Real Estate Value 3, Köln10) 100,00 - -
Ampega-nl-Euro-DIM-Fonds, Köln11) 100,00 439.098 -70
Ampega-nl-Global-Fonds, Köln11) 100,00 40.940 -2.205
Ampega-nl-Rent-Fonds, Köln11) 100,00 516.516 7.599
GERLING EURO-RENT 3, Köln11) 100,00 675.010 5.061
Gerling Immo Spezial 1, Köln11) 100,00 262.891 -2.144
GKL SPEZIAL RENTEN, Köln11) 100,00 600.932 -7.755
HDI Gerling-Sach Industrials, Köln11) 100,00 235.407 4.917
HG-I Aktien VC Strategie, Köln10) 100,00 - -
HG-I Commodity Strategie, Köln10) 100,00 - -
HG-I Real Estate EURO, Köln10) 100,00 - -
HG-I Real Estate USD, Köln10) 100,00 - -
HGLV-Financial, Köln11) 100,00 1.066.089 -14.774
PBVL-Corporate, Köln11) 100,00 112.756 927
Talanx Deutschland Real Estate Value, Köln10) 100,00 - -
TAL-Corp Rentenspezial, Köln10) 100,00 - -
terrAssisi Aktien I AMI, Köln11) 59,73 7.112 -296

4. Anteile an Spezial- und Publikumsfonds (Ausland) gemäß § 285 Nr. 26 HGB

scroll

Anteil am

Fondsvermögen1)

in %
Fondsvermögen2)

in Tausend
Veränderung Fondsvermögen einschl. Mittelzu- und -abflüsse2)

in Tausend
Ampega-Vienna-Bonds-Fonds, Wien, Österreich11) 100,00 EUR 270.575 EUR 6.278
BNP-HDI Credit FI Renda Fixa Credito Privado, São Paulo, Brasilien11) 100,00 BRL 82.956 BRL 16.488
Credit Suisse HDI RF Crédito, São Paulo, Brasilien11) 100,00 BRL 57.959 BRL -3.172
FRACOM FCP, Paris, Frankreich11) 100,00 EUR 877.017 EUR 25.935
Fundo Invest Cotas Fundos Invest Multimercado Cred Priv HDI Estrategia, São Paulo, Brasilien10) 100,00 BRL - BRL -
Fundo Invest Renda Fixa Credito Privado JPM HDI BRASIL, São Paulo, Brasilien10) 100,00 BRL - BRL -
HSBC FI Renda Fixa Hannover, São Paulo, Brasilien11) 100,00 BRL 129.721 BRL 33.758
HSBC Performance HDI RF Crédito, São Paulo, Brasilien11) 100,00 BRL 78.678 BRL 8.557
KBC ALFA Specjalistyczny Fundusz Inwestycyjny Otwarty, Warschau, Polen11) 70,00 PLN 1.425 PLN -37
UBS Pactual HDI RF Crédito, São Paulo, Brasilien11) 100,00 BRL 81.972 BRL 16.580

5. Beteiligungen

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in Tausend
Ampega C-QUADRAT Fondsmarketing GmbH, Frankfurt, Deutschland10) 50,00 EUR - EUR -
ASPECTA Assurance International AG, Vaduz, Liechtenstein12) 30,00 CHF 15.964 CHF 6.297
Camargue Underwriting Managers (Pty) Ltd., Parktown, Südafrika5) 26,00 ZAR 7.274 ZAR 3.168
Capital System GmbH, Hannover, Deutschland12) 49,00 EUR 211 EUR -64
Clarendon Transport Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5),17) 32,66 ZAR 21.400 ZAR 44.794
Commercial & Industrial Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 40,00 ZAR 14.460 ZAR 23.236
C-QUADRAT Investment AG, Wien, Österreich15) 25,10 EUR 25.146 EUR 560
Credit Life International Services GmbH, Neuss, Deutschland12) 50,00 EUR -76 EUR -140
DFA Capital Management, Inc., Wilmington, USA12) 25,37 USD 477 USD -1.073
Energi, Inc., Peabody, USA12) 28,50 USD 6.758 USD -884
Firedart & Construction Guarantee Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika5) 49,90 ZAR 11.321 ZAR 6.473
Hannover Care AB, Stockholm, Schweden12) 30,00 SEK 446 SEK -1.363
HANNOVER Finanz GmbH, Hannover, Deutschland12) 25,00 EUR 70.674 EUR 7.194
Hannoversch-Kölnische Handels-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, Deutschland12) 50,00 EUR 28.313 EUR 2.059
Iconica Business Services Limited, Bradford, Großbritannien10) 25,01 GBP - GBP -
IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG, München, Deutschland12) 37,50 EUR -12.134 EUR 7.790
ITAS Vita S. p. A., Trient, Italien12) 34,88 EUR 76.354 EUR 55
Magma HDI General Insurance Company Limited, Kalkutta, Indien17) 25,50 INR 2.064.781 INR -15.529
neue leben Pensionsverwaltung AG, Hamburg, Deutschland17) 49,00 EUR 15.986 EUR -73
nl-PS Betriebliche Vorsorge GmbH, Erlangen, Deutschland12) 50,00 EUR -31 EUR -56
Petro Vietnam Insurance Holdings, Hanoi, Vietnam12) 31,82 VND 5.690.097.872 VND 347.627.235
PlaNet Guarantee (SAS), Saint-Ouen, Frankreich12) 23,58 EUR 651 EUR -797
Sciemus Power MGA Limited, London, Großbritannien12) 25,00 GBP 1 GBP -
transparo AG (vormals: aspect online AG), Augsburg, Deutschland14) 22,50 EUR 6.062 EUR -18.549
VOV Verwaltungsorganisation für Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherungen für Mitglieder von Organen juristischer Personen GmbH, Köln, Deutschland12) 35,25 EUR 1.329 EUR 214
WeHaCo Unternehmensbeteiligungs-GmbH, Hannover, Deutschland12) 40,00 EUR 87.625 EUR 5.314
XS Direct Holding Ltd., Dublin, Irland12) 25,00 EUR 1.741 EUR -3.129

6. Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, bei denen die Beteiligung 5 % der Stimmrechte überschreitet (große Kapitalgesellschaft im Sinne § 341a HGB)

scroll

Anteil am Kapital1)

in %
Eigenkapital2)

in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung2)

in Tausend
Acte Vie S. A. Compagnie d'Assurances sur la Vie et de Capitalisation, Straßburg, Frankreich12) 9,38 EUR 8.404 EUR 140
Extremus Versicherungs-AG, Köln, Deutschland12) 13,00 EUR 66.540 EUR 2.400
MLP AG, Wiesloch, Deutschland12) 9,89 EUR 416.051 EUR 28.755
Swiss Life Holding AG, Zürich, Schweiz12) 9,26 CHF 4.750.000 CHF 237.857

1) Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16 Absatz 2 und 4 AktG

2) Die Werte entsprechen den Jahresabschlüssen der Gesellschaften nach jeweiligem lokalem Recht bzw. nach internationaler Rechnungslegung; abweichende Währungen sind angegeben

3) Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag

4) Teilkonzernabschluss; in den Angaben zu Hannover Finance Inc. enthalten

5) Teilkonzernabschluss; in den Angaben zu Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd. enthalten

6) Teilkonzernabschluss; in den Angaben zu Hannover Re Real Estate Holdings Inc. enthalten

7) Die Erleichterungen gemäß § 264 Absatz 3 HGB wurden in Anspruch genommen

8) Die Befreiungsvorschrift gemäß § 264b HGB wurde in Anspruch genommen

9) Die Gesellschaft erstellt einen eigenen Teilkonzernabschluss

10) Die Gesellschaft wurde im Berichtsjahr neu gegründet - es liegt noch kein Geschäftsbericht/Jahresabschluss vor

11) Zahlen zum Geschäftsjahresende 2011

12) Zahlen zum 31. Dezember 2011

13) Zahlen zum 31. März 2012

14) Zahlen zum 30. Juni 2012

15) Zahlen zum 30. September 2012

16) Zahlenangaben nach IFRS

17) Vorläufige/untestierte Zahlen

18) Letzter Jahresabschluss erstellt per 31. Dezember 1999

19) Bestimmte Eigenkapitalpositionen werden unter IFRS nicht angerechnet, weshalb die Höhe des Eigenkapitals hier negativ sein kann. Nach den für die Aufsicht relevanten lokalen Rechnungslegungen ist die Gesellschaft ausreichend kapitalisiert

20) Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation

21) Die Gesellschaft ist inaktiv und erstellt keinen Geschäftsbericht

A.III.2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Es handelt sich um nachrangige Schuldverschreibungen in Höhe von 90.333 TEUR gegenüber der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. und in Höhe von 111.591 TEUR gegenüber der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG. Außerdem wurde im Rahmen der Übernahme von Pensionsverpflichtungen von der HDI Lebensversicherung AG ein nachrangiges Darlehen in Höhe von 51.000 TEUR gewährt.

A.III.3. Beteiligungen

Dieser Betrag enthält die an der IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG gehaltene Beteiligung unter Berücksichtigung planmäßiger Kapitalrückzahlungen in Höhe von 24.545 TEUR.

B.I.1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
247.063 204.944

Diese Position enthält im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen und Beteiligungserträgen sowie Forderungen aus dem laufenden Geschäftsverkehr.

B.I.2. Sonstige Vermögensgegenstände

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
Sonstige Forderungen 102.801 110.878

Der größte Posten besteht aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt.

C. Rechnungsabgrenzungsposten

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
5.080 2.808

Hier wird neben abgegrenzten Verwaltungskosten ein Disagio in Höhe von 1.377 TEUR ausgewiesen, das durch Darlehensaufnahmen bei der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG und der HDI Lebensversicherung AG entstanden ist. Das Disagio wird zeitanteilig aufgelöst.

D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
34 38

Die Rückstellungen für Altersteilzeit und die dafür ausgesonderten Wertpapiere werden gemäß § 246 Absatz 2 HGB saldiert.

Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

A.I. Gezeichnetes Kapital

scroll

TEUR 2012 2011
Stand am Anfang des Geschäftsjahres 260.000 260.000
Kapitalerhöhung 55.782 -
Stand am Ende des Geschäftsjahres 315.782 260.000

Mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Mai 2012 wurde der auf der ordentlichen Hauptversammlung der Talanx AG vom 30. März 2012 beschlossene Aktiensplit (Satzungsänderung) wirksam. Das Grundkapital betrug hiernach unverändert 260.000 TEUR und ist eingeteilt in 208.000.000 (vormals 260.000) auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt.

Im Rahmen der für den Börsengang am 2. Oktober 2012 erforderlichen Erhöhung des gezeichneten Kapitals sowie im Rahmen der Ausnutzung des genehmigten Kapitals (siehe unsere Darstellung nachfolgend unter "Kapitalerhöhung") beträgt das gezeichnete Kapital nunmehr 315.782 TEUR und ist eingeteilt in 252.625.682 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt.

Bedingtes Kapital

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 15. November 2010 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 26.000 TEUR durch Ausgabe von bis zu 20.800.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 6. April 2011 bzw. 2. Mai 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. Im Zuge des Börsengangs sowie der damit einhergehenden Wandlung der nachrangigen Wandelanleihe der Talanx AG wurde das bedingte Kapital bestimmungsgemäß verwandt.

Ferner wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 beschlossen, das Grundkapital um bis zu 78.000 TEUR durch Ausgabe von bis zu 62.400.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 14. Mai 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 4. Juni 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam.

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 28. August 2012 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 26.000 TEUR durch Ausgabe von bis zu 20.800.000 neuen Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1,25 EUR bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Wandel- und Optionsanleihen, Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten sowie von Genussrechten mit Wandel- oder Optionsrechten, die aufgrund der in derselben Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigung bis zum 27. August 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Des Weiteren wurde der bisherige § 8 der Satzung (Übertragung der Aktien) ersatzlos gestrichen, sodass die Vinkulierung der Aktien aufgehoben wurde. Mit Wirkung zum 5. September 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand war durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 21. November 2011 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 18. November 2016 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 130.000 TEUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Es bestand die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, insofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien konnten davon 1.000 TEUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. November 2011 aufzuheben und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. September 2017 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 146.000 TEUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen.

Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, insofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 1 .000 TEUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 1. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Im Zuge der Ausübung der Greenshoe-Option vom 8. Oktober 2012 reduzierte es sich satzungsgemäß auf 143.000 TEUR.

Kapitalerhöhungen im Zuge des Börsengangs

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das gezeichnete Kapital der Talanx AG um 25,5 Millionen Stückaktien zu je 1,25 EUR - das entspricht 31.875 TEUR - auf 291.875 TEUR, eingeteilt in 233.500.000 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien, zu erhöhen. Die Einlage wurde umgehend in voller Höhe geleistet. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam.

Am 2. Oktober 2012 erfolgte die Erstnotierung der Talanx AG an der Börse (ISIN: DE000TLX1005). Im Zuge dieser Erstnotierung war neben den Beschlüssen der Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung und zur Ausgabe der Aktien zur Bedienung des Wandlungsrechts der nachrangigen Anleihe der Talanx AG (ISIN: DE000A1E83Z3) ebenfalls ein Beschluss zur weiteren Kapitalerhöhung unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals zur Bedienung der Greenshoe-Option der mit der Börsennotierung betrauten Banken notwendig.

Auf der Grundlage der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 15. November 2010 hat die Gesellschaft am 18. November 2010 eine nachrangige Schuldverschreibung mit einer vertraglichen Pflicht zur Wandlung ohne Laufzeitbegrenzung in Höhe von 300.000 TEUR an die Meiji Yasuda Life Insurance Company ausgegeben. Mit der Erstnotierung am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse am 2. Oktober 2012 wurden sämtliche Bedingungen für die Pflichtwandlung dieser Anleihe erfüllt. Nach Section 3 (2) des maßgeblichen Subscription and Conversion Agreement und § 11(1)(b) der Terms and Conditions der Anleihe ist der Tag nach dem Tag, an dem die Wandlungsbedingungen erfüllt worden sind, das "Conversion Closing Date". Die Anzahl der zu liefernden Aktien ergibt sich durch Division des Nennbetrags der Anleihe durch den Platzierungspreis, wobei Spitzen in bar auszugleichen sind. Die Gesellschaft hat ein Wahlrecht, die Verpflichtung aus der Wandlung mithilfe des am 15. November 2010 beschlossenen bedingten Kapitals (§ 6 Absatz 1 der Satzung) oder stattdessen mit bereits existierenden Aktien zu bedienen. Die gelieferten Aktien müssen dieselbe Ausstattung aufweisen und dieselben Rechte gewähren wie die im Rahmen des Börsengangs angebotenen Aktien. Mit Eintritt der Wandlungsbedingung am 2. Oktober 2012 wurden die Anleihe der Talanx (ISIN: DE000A1E83Z3) in 16.393.442 neue Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,25 EUR je Stückaktie unter Nutzung des bedingten Kapitals nach § 6 Absatz 1 der Satzung gewandelt und die Aktien ausgegeben. Hierdurch wurde das Grundkapital um 20.492 TEUR erhöht. Das bedingte Kapital nach § 6 Absatz 1 der Satzung entfällt mit der Wandlung ersatzlos.

Am 8. Oktober 2012 wurde die Greenshoe-Option aus dem Börsengang der Talanx AG in einem Umfang von 2.732.240 neuen Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,25 EUR je Stückaktie - dies entspricht einem Betrag von 3,415 Mio. EUR - durch die Deutsche Bank AG und die Joh. Berenberg Gossler & Co. KG je zur Hälfte ausgeübt. Diese Kapitalerhöhung erfolgte aus dem nach § 7 Absatz 1 der Satzung genehmigten Kapital in Höhe von 146.000 TEUR. Die hierzu erforderlichen Beschlüsse ergingen am 29. September 2012. Die Eintragung dieser Kapitalerhöhung erfolgte am 22. Oktober 2012; sie wurde somit wirksam. Der gesamte Gegenwert der Greenshoe-Option beträgt unter Berücksichtigung des Platzierungspreises 50.000 TEUR.

Im Zuge des Börsengangs hat sich das Eigenkapital der Talanx AG insgesamt vor Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Eigenkapitalkosten um 816.650 TEUR erhöht. Von diesem Betrag sind der Gesellschaft 516.650 TEUR liquide zugeflossen. Unter Berücksichtigung der liquide abgeflossenen direkt zurechenbaren Eigenkapitalkosten beläuft sich der Zufluss auf 485.809 TEUR. Nach Abschluss der Kapitalmaßnahmen halten der HDI V. a. G. 82,3 % und Meiji Yasuda 6,5 % des Aktienkapitals an der Talanx AG; 11,2 % der Aktien sind im Streubesitz.

A.II. Kapitalrücklage

scroll

TEUR 2012 2011
Stand am Anfang des Geschäftsjahres 629.529 629.529
Kapitalerhöhung 760.868 -
Stand am Ende des Geschäftsjahres 1.390.397 629.529

Erläuterungen zur Kapitalerhöhung siehe Darstellung zu A.I. Gezeichnetes Kapital.

A.III. Gewinnrücklagen

scroll

TEUR 2012 2011
Stand am Anfang des Geschäftsjahres 2.902.758 2.902.758
Einstellung in andere Gewinnrücklagen - -
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen - -
Stand am Ende des Geschäftsjahres 2.902.758 2.902.758

Bei dem ausgewiesenen Betrag handelt es sich in voller Höhe um andere Gewinnrücklagen.

A.IV. Bilanzgewinn

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
507.516 376.599

Dieser Posten setzt sich zusammen aus 376.599 TEUR des Bilanzgewinns 2011, der aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 30. März 2012 auf neue Rechnung vorgetragen wurde, und aus 130.917 TEUR als Gewinn des laufenden Jahres.

Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge beläuft sich auf 24 TEUR, dieser resultiert aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Wert. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen diesen Betrag.

B.1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
594.678 576.187

Dieser Posten enthält den Teil der Pensionsrückstellung, der nicht mit saldierungsfähigen Aktivwerten verrechnet wurde. Der Posten ermittelte sich zum 31. Dezember 2012 wie folgt:

scroll

TEUR 31.12.2012
Arbeitgeberfinanzierte Pensionsrückstellungen per 31. Dezember 2011 576.180
Veränderung -19.257
Aufzinsung/Zinssatzänderung 37.954
Aktivwerte saldierungsfähiger Rückdeckungsversicherungen -208
Summe 594.669

Beim saldierungsfähigen Deckungsvermögen handelt es sich um Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen, für die die fortgeführten Anschaffungskosten und damit der Zeitwert im Sinne des § 255 Absatz 4 Satz 4 HGB dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung entsprechen. Der Erfüllungsbetrag der arbeitgeberfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 605.330 TEUR. Der Zeitwert betrug 10.662 TEUR zum 31. Dezember 2012.

scroll

TEUR 31.12.2012
Arbeitnehmerfinanzierte Pensionsrückstellungen per 31. Dezember 2011 7
Veränderung 53
Aufzinsung/Zinssatzänderung 20
Aktivwerte saldierungsfähiger Rückdeckungsversicherungen -71
Summe 9

Der Erfüllungsbetrag der arbeitnehmerfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 458 TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 449 TEUR zum 31. Dezember 2012.

Der in der Bilanz nicht ausgewiesene Betrag der Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aus der Anwendung des Wahlrechtes gemäß Art. 67 Absatz 1 Satz 1 EGHGB beträgt 168.114 TEUR.

Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Versorgungsverpflichtungen im Sinne von Art. 28 Absatz 2 EGHGB beläuft sich auf 23 TEUR.

Im Berichtsjahr wurden Erträge aus Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen von 18 TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für arbeitgeberfinanzierte Pensionsverpflichtungen von 37.954 TEUR saldiert.

C.1. Anleihen

Der Ausweis betrifft einen Anteil an der im Jahr 2003 begebenen Inhaberschuldverschreibung, der von einer nicht mehr zum Konzernkreis gehörenden Gesellschaft gehalten wird.

C.2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
500.556 550.428

Die Talanx AG hat mit diversen Finanzinstituten als Darlehensgeber Verträge über zwei syndizierte Kreditfazilitäten abgeschlossen; eine unter Führung von Barclays über 500.000 TEUR und eine unter Führung der Royal Bank of Scotland über 700.000 TEUR. Davon wurden zum Bilanzstichtag 500.000 TEUR in Anspruch genommen. Außerdem werden abgegrenzte Zinsen ausgewiesen.

C.4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
1.563.159 1.255.132

Die Talanx AG hat marktgerecht verzinste Inhaberschuldverschreibungen begeben, die von verschiedenen Konzerngesellschaften gezeichnet worden sind. Zum Bilanzstichtag werden sie mit 696,0 Mio. EUR ausgewiesen.

Die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. hat am 10. Februar 2005 nachrangige Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 20 Jahren begeben, deren Rückzahlung durch die Talanx AG garantiert wird. Der Erlös aus der Begebung wurde der Talanx AG darlehensweise überlassen. Die Restschuld des Darlehens betrug zum Bilanzstichtag 216,1 Mio. EUR.

Die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. hat am 4. April 2012 nachrangige Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 30 Jahren begeben, deren Rückzahlung durch die Talanx AG garantiert wird. Der Erlös aus der Begebung wurde der Talanx AG darlehensweise überlassen. Die Schuld aus dem Darlehen betrug zum Bilanzstichtag 500,0 Mio. EUR.

Ferner werden weitere Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen, kurzfristig zur Verfügung gestellte Festgelder sowie Verbindlichkeiten aus dem laufenden Geschäftsverkehr mit Tochtergesellschaften ausgewiesen.

In dem Gesamtbetrag sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 716,1 Mio. EUR enthalten.

C.5. Sonstige Verbindlichkeiten

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
4.646 19.587

Unter dieser Position werden überwiegend Zinsabgrenzungen aus Darlehen und Swap-Geschäften gezeigt. Ein weiterer Anteil entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber dem Pensionssicherungsverein.

D. Rechnungsabgrenzungsposten

scroll

TEUR 31.12.2012 31.12.2011
459 1.377

Es handelt sich um das Agio aus der im Jahr 2005 erfolgten Aufstockung der 2003 begebenen Inhaberschuldverschreibung.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Erträge aus Beteiligungen

scroll

TEUR 2012 2011
Ausschüttungen von verbundenen Unternehmen:
Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG, Hamburg 579 1.814
Hannover Rückversicherung AG, Hannover 127.184 139.297
IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG, München 821 722
Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Hannover 7.616 1.429
Talanx Deutschland AG, Hannover 52.587 -
Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., Luxemburg - 1.648
Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd., Dublin 5.000 -
TARGO Lebensversicherung AG, Hilden 2.223 2.137
196.010 147.047

2. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

scroll

TEUR 2012 2011
170.294 189.218

Diese Erträge stammen von den unter "Wichtige Verträge" genannten Gesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen wurden.

3. Sonstige betriebliche Erträge

scroll

TEUR 2012 2011
Dienstleistungserträge 15.717 9.876
Abgangsertrag aus Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 4.229 -
Ertrag aus Tausch KG-Anteile gegen Aktien - 41.753
Erträge im Zusammenhang mit Pensionsübertragungen - 18.770
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 641 29.502
Sonstige Erträge 122 2.760
20.709 102.661

Der Anstieg der Dienstleistungserträge resultiert im Wesentlichen aus einer höheren Weiterbelastung an Tochtergesellschaften aus Pensionsübernahmevereinbarungen. Durch den Verkauf von nachrangigen Schuldverschreibungen der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. wurde der oben genannte Abgangsertrag erzielt.

4. Personalaufwand

scroll

TEUR 2012 2011
17.727 33.683

Dieser Posten enthält Vorstandsvergütungen und Gehälter, soziale Abgaben sowie Pensionszahlungen. Saldiert wurde die Veränderung der Pensionsrückstellung inklusive Freihalteansprüche. Der starke Rückgang ist im Wesentlichen auf Erstattungen von Pensionsaufwendungen von Tochtergesellschaften zurückzuführen.

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

scroll

TEUR 2012 2011
Aufsichtsratvergütungen und Sitzungsgelder 2.168 2.114
Aufwendungen aus interner Leistungsverrechnung 14.815 15.229
Reisekosten 787 929
Prüfungs- und Beratungskosten 19.974 28.840
Aufwendungen für Werbung 513 1.533
Externe Dienstleistungen inklusive Ratinggebühren 30.543 4.901
Vertriebsförderungsbeiträge - 1.307
Sonstige Aufwendungen 11.759 12.882
80.559 67.735

Der größte Teil der Beratungsleistungen und externen Dienstleistungen steht im Zusammenhang mit dem Börsengang.

7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

scroll

TEUR 2012 2011
13.289 2.053

Der Ausweis betrifft überwiegend Zinserträge aus an verbundene Unternehmen gewährten Darlehen.

8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

scroll

TEUR 2012 2011
9.190 21.010

Hier werden im Wesentlichen die Zinserträge aus Tages- und Festgeldern, aus den Ergebnisabführungsverträgen, aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten sowie aus Swap-Geschäften ausgewiesen.

9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

scroll

TEUR 2012 2011
1.156 -

Der Ausweis betrifft die zeitanteilige Auflösung eines Agios auf die Mitte des Jahres am Sekundärmarkt erworbenen nachrangigen Schuldverschreibungen der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG. Damit handelt es sich um eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß § 253 Absatz 3 HGB.

10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Der Ansatz betrifft Darlehenszinsen sowie Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den in den Geschäftsjahren 2003 und 2006 ausgegebenen Anleihen an verschiedene Konzerngesellschaften, Zinsaufwendungen aus den Darlehen gegenüber der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., Zinsen aus Swaps, Zinsen aus der Pflichtwandelanleihe Meiji Yasuda, Zinsen aus Darlehen von verbundenen Unternehmen, Zinsen, die aus der teilweisen Ziehung der Kreditlinie resultieren, Zinsen aus der Aufzinsung von Pensionen sowie Bereitstellungszinsen.

11. Aufwendungen aus Verlustübernahmen

scroll

TEUR 2012 2011
758 89.260

Diese Aufwendungen stammen von den unter "Wichtige Verträge" genannten Gesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen wurden.

14. Außerordentliches Ergebnis

scroll

TEUR 2012 2011
-14.009 -14.009

Das außerordentliche Ergebnis beinhaltet ausschließlich die Anpassungsbuchungen der Pensionsrückstellungen aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).

Aus dem außerordentlichen Ergebnis resultieren keine Steuereffekte.

15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

scroll

TEUR 2012 2011
Steuern Geschäftsjahr 46 133
Steuern Vorjahre -5.565 11.968
-5.519 12.101

Für das Geschäftsjahr wird trotz des Jahresüberschusses kaum Steueraufwand ausgewiesen, weil wesentliche Erträge (z. B. Ausschüttungen der Hannover Rückversicherung AG) nahezu steuerfrei vereinnahmt werden können. Der Steuerertrag (im Vorjahr: Steueraufwand) entfällt ausschließlich auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Bei der Talanx AG inklusive ihrer Organgesellschaften werden latente Steuern mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,83 % und einem Gewerbesteuersatz von 15,96 % bewertet. Passive latente Steuern, die insbesondere in den Bilanzposten Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (wegen abweichender Bilanzansätze von Anteilen an Personengesellschaften) bestehen, wurden mit aktiven latenten Steuern insbesondere aus dem Bilanzposten Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle verrechnet. Über diese Saldierung hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Absatz 1 Satz HGB nicht angesetzt. Ein Überhang passiver latenter Steuern ergab sich nicht.

Sonstige Angaben

Wichtige Verträge

Es bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge zwischen der Talanx und

Talanx Deutschland AG vom 14. Juni 2001
Talanx Reinsurance Broker AG vom 27. Juni 2003, geändert am 2. Dezember 2008
Talanx Service AG vom 27. November 2003 (mit Wirkung ab 1. Januar 2004)
Talanx Asset Management GmbH vom 26. Februar 2004
Bureau für Versicherungswesen Robert Gerling & Co. GmbH vom 2. Dezember 2008
Talanx International AG vom 21. März 2007. Der Vertrag wurde im Jahr 2010 von der Talanx Service AG auf die Talanx AG abgespalten.
HDI-Gerling Industrie Versicherung AG vom 21. März 2007. Dieser Vertrag wurde ebenfalls im Jahr 2010 von der Talanx Service AG auf die Talanx AG abgespalten.
Talanx Systeme AG vom 6. Dezember 2010

Mit Vollzug des gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Meiji Yasuda Life Insurance Company (Meiji Yasuda) an der Warschauer Börse abgegebenen Übernahmeangebotes ist die Talanx International AG (TINT) am 1. Juni 2012 Eigentümerin von 50 % plus einer Aktie der Anteile an der polnischen Towarzystwo Ubezpieczeń Europa S. A. (TU Europa) geworden. Zu dem Übernahmeangebot hatten sich TINT und Meiji Yasuda in einer Vereinbarung mit der damaligen Hauptaktionärin Getin Holding S. A. vom 19. Dezember 2011 verpflichtet; Getin Holding S. A. hatte sich im Gegenzug verpflichtet, mit 50 % plus einer Aktie der Anteile auf das Übernahmeangebot einzugehen. Die für die Zahlung des Kaufpreises erforderlichen Mittel wurden der TINT von der Talanx AG durch Einlage in die Kapitalrücklage zur Verfügung gestellt. Im Nachgang an das Übernahmeangebot haben TINT, Meiji Yasuda sowie Getin Holding S. A. einen Squeeze-out durchgeführt und die Aktien der TU Europa nach Ausscheiden der Minderheitsaktionäre mit Wirkung zum 23. Oktober 2012 vom Handel an der Warschauer Börse abgemeldet. Anteilseigner sind neben der TINT mit 50 % plus einer Aktie nunmehr Meiji Yasuda mit 33,46 % sowie Getin Holding S. A. mit 16,54 % der Anteile.

Mit Vollzug des Kaufvertrages zwischen der TINT und der in Belgien ansässigen Gesellschaft KBC Verzekeringen NV (KBC) vom 19. Januar 2012 (inklusive Nachtragsvereinbarung vom 28. Juni 2012) ist die TINT mit Wirkung vom 1. Juli 2012 Eigentümerin von 100 % der Anteile an der polnischen Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A. (WARTA) geworden. Mit Wirkung zum 3. Juli 2012 hat die TINT 30 % der Anteile an WARTA entsprechend einer dem Kaufvertrag mit KBC weitestgehend entsprechenden Vereinbarung der beiden Kooperationspartner ebenfalls vom 19. Januar 2012 (Back-to-Back SPA) an Meiji Yasuda übertragen. Der KBC zu zahlende Kaufpreis wurde in Höhe des im Back-to-Back SPA vereinbarten Kaufpreises für 30 % der Anteile von Meiji Yasuda direkt an KBC gezahlt und der TINT im Übrigen von der Talanx AG durch Einlage in die Kapitalrücklage zur Verfügung gestellt.

Bestehende Kreditlinien

Die bestehende Kreditlinie für die Talanx AG in Höhe von nominal 1,5 Mrd. EUR bei einer gesamten Inanspruchnahme von 700 Mio. EUR wurde mit Wirkung zum 31. Juli 2012 vollständig abgelöst. Nach Maßgabe der durch die Talanx AG geschlossenen Verträge bestehen zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien in Höhe von nominal 1.200 Mio. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren, die der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensfinanzierung dienen sollen. Zum 31. Dezember 2012 besteht eine gesamte Inanspruchnahme in Höhe von 500 Mio. EUR. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, das heißt, wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt.

Mitarbeiter

Anzahl Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

scroll

31.12.2012 31.12.2011
Vollzeitkräfte 190 164
Teilzeitkräfte 22 23
Gesamt 212 187

Organe der Gesellschaft

Die Namen der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands finden sich im Lagebericht unter "Verwaltungsorgane der Gesellschaft"

Bezüge der Organe

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 10.850 TEUR. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 1.802 TEUR. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstände und ihrer Hinterbliebenen betrugen 335 TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 20.974 TEUR zurückgestellt.

Beziehungen zu nahe stehenden Personen

Im Berichtsjahr bestanden keine für die Beurteilung der Vermögens- oder Ertragslage wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.

Gesamthonorare des Abschlussprüfers

Die Vergütung der Abschlussprüfer ist - unterteilt nach Aufwendungen für Prüfungsleistungen, andere Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstige Leistungen - in den Konzernabschlüssen des HDI V. a. G. und der Talanx AG anteilig enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Bewertungseinheiten

Die Talanx AG macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zu bilden. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Bilanzposten entsprechend den Vorschriften des § 254 HGB eingesetzt. Für verschiedene Eigenkapitalinstrumente gebildete Mikro-Bewertungseinheiten zum Bilanzstichtag sichern das allgemeine Kursrisiko ab. Kursinduzierte Wertänderungen der Wertpapiere werden durch die Wertentwicklung der zugehörigen swapförmigen Sicherungsgeschäfte nahezu vollständig ausgeglichen. Zudem wurde zur Absicherung von Währungsrisiken eine Fremdwährungsverbindlichkeit gegenüber einem verbundenen Unternehmen in die Bewertungseinheit einbezogen. Zur Absicherung des Währungsrisikos aus Währungsderivaten mit verbundenen Unternehmen (Devisenoptionen, Devisentermingeschäfte) hat die Gesellschaft gegenläufige Währungsderivate mit konzernfremden Kontrahenten abgeschlossen. Die resultierenden gegenläufigen Wertänderungen, die sich - abgesehen von zu vernachlässigenden Kontrahentenrisiken - vollständig kompensieren, werden ebenfalls als Mikro-Bewertungseinheiten bilanziert. Die Effektivität der Bewertungseinheiten zur Absicherung des Kursrisikos wird mit der Dollar-Offset-Methode prospektiv und retrospektiv nachgewiesen. Bei der Währungsabsicherung mittels Verbindlichkeit und in Bezug auf die mit externen Banken abgeschlossenen Währungsderivate wird die Effektivitätsmessung durch eine vollständige Übereinstimmung der wertbestimmenden Faktoren (Critical-Terms-Match) durchgeführt. Alle Bewertungseinheiten werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziert. Dabei werden die sich ausgleichenden Wertänderungen der zu einer Bewertungseinheit zusammengefassten Einzelgeschäfte nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bewertungseinheiten in Bezug auf die Kurssicherung und die Fremdwährungsverbindlichkeit laufen bis Januar 2017. Die Laufzeit der Währungsderivate endet im Januar 2013. Der Buchwert des Grundgeschäfts zur Kurssicherung beträgt zum Abschlussstichtag 62,3 Mio. EUR (Vorjahr: 62,3 Mio. EUR); das Handelsvolumen des Kurssicherungsgeschäfts umfasst 62,3 Mio. EUR (Vorjahr: 62,3 Mio. EUR) und der Buchwert der Verbindlichkeit beträgt umgerechnet 57,8 Mio. EUR. Das Nominalvolumen der Währungsderivate beträgt 82,2 Mio. EUR (Vorjahr: 81,9 Mio. EUR); die Buchwerte des zugehörigen Grundgeschäfts umfassen 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR).

Sämtliche Sicherungsinstrumente werden in Bewertungseinheiten bilanziert.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Zuge des Börsengangs hat die Talanx AG aufgrund vertraglicher Regelungen (Underwriting Agreement) vom 19. September 2012 sämtliche mit der Börseneinführung befassten Banken hinsichtlich einer möglichen sich aus dem Börsengang ergebenden Haftung freigestellt. Hierzu hat die Talanx AG marktübliche Garantien und Zusicherungen übernommen. Die Talanx AG geht nach derzeitigem Sach- und Kenntnisstand davon aus, dass sich keinerlei Inanspruchnahmen aus diesem Vertrag ergeben.

Die Talanx AG hat gegenüber den Inhabern der im Februar 2005 von ihrer Tochtergesellschaft Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. begebenen nachrangigen Schuldverschreibung über ursprünglich 350 Mio. EUR eine nachrangige Garantie über die Zahlung der aus der Anleihe zu zahlenden Beträge wie Zinsen und Rückzahlungen abgegeben. Die Anleihe ist 2025 fällig. Die durch die Begebung der Anleihe aufgenommenen Mittel in Höhe von 350 Mio. EUR wurden der Talanx AG von der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. darlehensweise zur Verfügung gestellt. Bis Dezember 2012 hat die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. einen Teil der begebenen Anleihe im Nennwert von rund 141 Mio. EUR zurückerworben und entwertet, sodass die Schuldverschreibung zum Abschluss des Berichtsjahres noch in Höhe von rund 209 Mio. EUR Nennwert bestand. Die Talanx AG hat das ihr von der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. gewährte Darlehen teilweise zurückgeführt. Der Restbetrag des Darlehens in Höhe von rund 216 Mio. EUR ist in der Bilanz unter "Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen" ausgewiesen. Die Talanx AG hält zum Ende des Berichtszeitraums weitere Teile der Anleihe mit einem Buchwert in Höhe von rund 90 Mio. EUR. Diese sind in der Bilanz unter Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen.

Die Talanx AG hat ferner Bürgschaften für die nicht eingezahlten Teile von Kapitalerhöhungen bei den Tochtergesellschaften TARGO Lebensversicherung AG (59,0 Mio. EUR) und TARGO Versicherung AG (8,9 Mio. EUR) übernommen.

Darüber hinaus bestehen latente Einzahlungsverbindlichkeiten aus nicht voll eingezahlten Aktien der Talanx Reinsurance Broker AG (0,7 Mio. EUR).

Resultierend aus der im Berichtsjahr vollzogenen Abspaltung verschiedener Beteiligungen von der Talanx Service AG (vormals HDI-Gerling Sach Serviceholding AG) auf unsere Gesellschaft haftet die Talanx AG als übernehmender Rechtsträger gemäß § 133 UmwG für die vor dem Wirksamwerden der Abspaltung am 4. August 2010 begründeten Verbindlichkeiten der Talanx Service AG mit dieser als Gesamtschuldner über einen Zeitraum von fünf bzw. für Versorgungsverpflichtungen aufgrund des Betriebsrentengesetzes von zehn Jahren. Der Gesamtbetrag dieser Verpflichtungen beträgt 15 Mio. EUR. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen 0 Mio. EUR.

Als Trägerunternehmen der Gerling Versorgungskasse in Bezug auf Mitarbeiter der ehemaligen Gerling-Gesellschaften, die im Zuge der Gerling-Integration bei unserer Gesellschaft angestellt worden sind, haftet unser Unternehmen anteilig für eventuelle Fehlbeträge.

Der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 83,6 Mio. EUR.

Mitteilungen nach § 21 Absatz 1, 1a WpHG

Mitteilung des HDI V. a. G. vom 1. Oktober 2012

Talanx Aktiengesellschaft

4. Oktober 2012

Veröffentlichung von Stimmrechtsmitteilungen nach § 26 Absatz 1, § 21 Absatz 1a WpHG (Mitteilung zur Erstzulassung)

Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Riethorst 2, 30659 Hannover, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Absatz 1a WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, Riethorst 2, 30659 Hannover, Deutschland, am 1. Oktober 2012, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien der Talanx Aktiengesellschaft zum Handel an den Wertpapierbörsen in Frankfurt am Main und Hannover, 89,08 % (208.000.000 Stimmrechte) beträgt.

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Talanx Aktiengesellschaft

Riethorst 2

30659 Hannover

Deutschland

Internet: www.talanx.de

Mitteilung der Meiji Yasuda Life Insurance Company vom 5. Oktober 2012

Talanx Aktiengesellschaft

9. Oktober 2012

Die Meiji Yasuda Life Insurance Company, Tokio, Japan, hat uns am 5. Oktober 2012 gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, Riethorst 2, 30659 Hannover, Deutschland, am 4. Oktober 2012 aufgrund des Erwerbs von Aktien mit Stimmrechten die Meldeschwellen von 3 % und 5 % überschritten hat und 6,56 % (16.393.442 Stimmrechte) betrug.

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Talanx Aktiengesellschaft

Riethorst 2

30659 Hannover

Deutschland

Internet: www.talanx.de

Mitteilung der Deutsche Bank Aktiengesellschaft vom 5. Oktober 2012

Talanx Aktiengesellschaft

9. Oktober 2012

Der Talanx Aktiengesellschaft, Riethorst 2, 30659 Hannover, Deutschland, sind am 5. Oktober 2012 die folgenden Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Absatz 1 und Absatz 1a WpHG zugegangen:

1. Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Absatz 1a WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft am 1. Oktober 2012, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien der Talanx Aktiengesellschaft zum Handel, 5,46 % (12.750.000 Stimmrechte) betrug.

2. In derselben Mitteilung hat die Deutsche Bank Aktiengesellschaft uns gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft am 4. Oktober 2012 die Schwellen von 5 % und 3 % unterschritten hat und 0,00 % (null Stimmrechte) betrug.

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Talanx Aktiengesellschaft

Riethorst 2

30659 Hannover

Deutschland

Internet: www.talanx.de

Mitteilung der Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG vom 5. Oktober 2012

Talanx Aktiengesellschaft

9. Oktober 2012

Der Talanx Aktiengesellschaft, Riethorst 2, 30659 Hannover, Deutschland, sind am 5. Oktober 2012 die folgenden Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Absatz 1 und Absatz 1a WpHG zugegangen:

1. Die Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Absatz 1a WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft am 1. Oktober 2012, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien der Talanx Aktiengesellschaft zum Handel, 5,46 % (12.750.000 Stimmrechte) betrug.

2. In derselben Mitteilung hat die Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG uns gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft am 4. Oktober 2012 die Schwellen von 5 % und 3 % unterschritten hat und 0,00 % (null Stimmrechte) betrug.

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Talanx Aktiengesellschaft

Riethorst 2

30659 Hannover

Deutschland

Internet: www.talanx.de

Konzernabschluss

Die Gesellschaft ist Konzerngesellschaft des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover. Der HDI (Mutterunternehmen) stellt nach § 341i HGB einen Konzernabschluss auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Für die Talanx AG als Mutterunternehmen des Talanx-Konzerns ergibt sich daneben die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses aus § 290 HGB, der auf der Grundlage von § 315a Absatz 1 HGB gemäß Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt wird. Die Konzernabschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gegeben.

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht.

Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres

Die Talanx AG hat am 13. Februar 2013 eine erstrangige unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR platziert. Die auf Euro lautende Anleihe ist mit einem fixen Kupon von 3,125 % ausgestattet und am 13. Februar 2023 fällig. Der Ausgabekurs beträgt 99,958 %. Der Mittelzufluss soll vorrangig zur Ablösung bestehender Finanzierungen eingesetzt werden. Die Anleihe, die von der Ratingagentur Standard & Poor's mit "A-" bewertet wird, wird an der Börse Luxemburg notiert. Im Zuge der Begebung der Anleihe hat die Talanx AG aufgrund vertraglicher Regelungen (Subscription Agreement) vom 11. Februar 2013 gegenüber sämtlichen mit der Emission befassten Banken marktübliche Garantien und Zusicherungen übernommen. Die Talanx AG geht nach derzeitigem Sach- und Kenntnisstand davon aus, dass sich keinerlei Inanspruchnahmen aus diesem Vertrag ergeben.

Hannover, den 26. Februar 2013

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Christian Hinsch stv. Vorsitzender

Torsten Leue

Dr. Thomas Noth

Dr. Immo Querner

Dr. Heinz-Peter Roß

Ulrich Wallin

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Hannover, den 26. Februar 2013

Talanx Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender

Torsten Leue

Dr. Thomas Noth

Dr. Immo Querner

Dr. Heinz-Peter Roß

Ulrich Wallin

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Talanx Aktiengesellschaft, Hannover:

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hannover, den 20. März 2013

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Dr. Ellenbürger, Wirtschaftsprüfer

Husch, Wirtschaftsprüfer

Glossar und Kennzahlendefinitionen.

A-C

Abschlusskosten, aktivierte (auch: Abschlussaufwendungen)

Kosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Aktivierung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit.

Assetklasse, Anlageklasse

Der Kapitalmarkt wird in verschiedene Klassen von Finanzinstrumenten unterteilt, die ähnlichen Risikoeinflussfaktoren unterliegen. Dazu zählen z. B. Aktien, Renten, Immobilien, Energie oder Rohstoffe.

Asset-Management

Kapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten.

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

Summe aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben.

außerordentliches Ergebnis

Saldo aus Aufwendungen und Erträgen, die nicht zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehören, wie z. B. Anpassungen von Pensionsrückstellungen nach BilMoG.

Back-to-back SPA

SPA = Sales and Purchase Agreement. Anteilskaufvertrag zwischen der Talanx International AG als Verkäuferin und der Meiji Yasuda Life Insurance Company als Käuferin über 30 % der Anteile an der TUiR WARTA S. A. vom 19. Januar 2012.

Bancassurance

Bank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien.

Beitrag

> Prämie

Beteiligungsergebnis

Erträge aus Beteiligungen und Gewinnabführungsverträgen abzüglich der Aufwendungen aus Verlustübernahmen von Tochtergesellschaften.

Bilanzgewinn

Jahresüberschuss abzüglich Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen zuzüglich Gewinnvortrag aus dem Vorjahr.

Bonität

Kreditwürdigkeit. Fähigkeit eines Schuldners, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

brutto

Bei Versicherungen: vor Abzug der> passiven Rückversicherung.

Compliance

Gesetzliche und unternehmensspezifische Regelungen zum verantwortungsbewussten und gesetzmäßigen Handeln des Unternehmens und der Mitarbeiter.

Corporate Governance

System zur Realisierung einer verantwortlichen Führung und Überwachung von Unternehmen, das darauf abzielt, das Vertrauen von Anlegern, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in Unternehmen zu fördern.

D-G

Deckungsrückstellung

Nach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung.

Derivat, derivatives Finanzinstrument

Aus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B.> Swap.

Dividendenrendite

Prozentzahl für die Verzinsung des in einer Aktie gebundenen Kapitals. Diese Renditekennzahl berechnet sich durch die Division der Dividende durch den aktuellen Börsenkurs, multipliziert mit 100.

Due-Diligence-Prüfung

Prüfung einer Unternehmensbeteiligung im Vorfeld einer Akquisition oder Fusion: systematische Stärken-Schwächen-Analyse des Kaufobjekts, Analyse der mit dem Kauf verbundenen Risiken sowie fundierte Bewertung des Objekts.

Duration

Finanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Bindungsdauer des Barwerts eines Finanzinstruments darstellt; ein Maß für das mit einem Finanzinstrument verbundene Zinsänderungsrisiko.

Eigenkapital

Mittel, die von den Eigentümern einer Unternehmung zu deren Innenfinanzierung aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn (realisiert/nicht realisiert) im Unternehmen belassen werden. Den Kapitalgebern steht für die Überlassung des Eigenkapitals eine Gewinnbeteiligung zu, z. B. in Form einer Dividende. Das Eigenkapital haftet bei der Kapitalgesellschaft für die Verbindlichkeiten.

Emittent

Privates Unternehmen oder öffentlich-rechtliche Körperschaft, das oder die Wertpapiere ausgibt, z. B. bei Aktien die Aktiengesellschaft und bei Bundesanleihen der Bund.

Ergebnis (auch: Gewinn) je Aktie, verwässert

Kennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Periodengewinn vor außerordentlichem Ergebnis und vor Steuern.

Erstversicherer

Gesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht.

Exponierung, Exposure

Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands.

Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Lebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt.

für eigene Rechnung

Bei Versicherungen: nach Abzug der> passiven Rückversicherung.

GIIPS-Staaten

Abkürzung für die fünf Euro-Staaten Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien.

Großschaden

Schaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Bis zum Jahr 2011 wurde er definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 5 Mio. EUR brutto (Rückversicherung, Industrie-Haftpflichtversicherung, Industrie-Feuerversicherung), über 2,5 Mio. EUR brutto (Industrie-Transportversicherung, Industrie-Technische Versicherung) bzw. über 1 Mio. EUR brutto (alle übrigen Sparten) für den Anteil des Talanx-Konzerns. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx-Konzerns.

I-O

International Financial Reporting Standards - IFRS

Internationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet, bei Talanx angewendet seit 2004.

Jahresüberschuss

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzüglich des außerordentlichen Ergebnisses abzüglich Steuern.

Kapitalanlageergebnis, außerordentliches

Ergebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/ Abschreibungen (Impairments).

Kapitalanlagen, selbst verwaltete

Kapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft verwaltet oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft.

kombinierte Schaden-/Kostenquote

Summe aus Schadenquote und Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der bereinigten kombinierten Schaden-/Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen um das Depotzinsergebnis bereinigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden-Erst- und -Rückversicherern.

kongruente Währungsbedeckung

Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden.

Kostenquote

Verhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung.

Lebensversicherung

Zusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung.

Market Consistent Embedded Value - MCEV

Spezielle Methode zur Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen bzw. von Personenversicherungsbeständen, mit deren Hilfe die Langfristigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts und der damit verbundenen Risiken abgebildet werden kann. Insbesondere soll durch die marktkonsistente Berechnungsmethodik eine bessere Vergleichbarkeit erreicht werden. Die marktkonsistente Bewertung wird durch risikoneutrale Annahmen in Bezug auf erwartete Kapitalerträge und die Diskontierungsmethodik erreicht. Außerdem wird die Swap-Kurve als risikoneutrale Zinsstruktur eingeführt.

netto

Bei Versicherungen: nach Abzug der> passiven Rückversicherung.

Nettoverzinsung

Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen.

operatives Ergebnis

Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis vor Zinsen für sonstiges, zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern).

O-S

OTC

Over the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern.

passive Rückversicherung

Bestehende Rückversicherungsprogramme der> Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken.

Portfolio, Portefeuille

a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken

b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen.

Prämie

Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken.> Beitrag

Private Equity

Von Privatanlegern beschafftes Beteiligungskapital.

Retail

AmpegaGerling: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen.

Retrozession

Abgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer.

Risikomanagement-System

Gesamtheit der Regelungen und Maßnahmen, die dazu dienen, Risiken zu überwachen und abzuwehren.

Rückstellung

Passivposten am Bilanzstichtag zur Erfüllung von Verbindlichkeiten, die dem Grunde nach bestehen, deren Höhe und/oder Zeitpunkt der Fälligkeit jedoch noch nicht bekannt sind. Versicherungstechnisch z. B. für bereits eingetretene, jedoch noch nicht oder nur teilweise regulierte Versicherungsfälle (= Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, kurz: Schadenrückstellung).

Rückversicherer

Gesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuillesegmente von einem> Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt.

Schadenquote

Bilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung.

Schaden- und Unfallversicherung

Gesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebensversicherung und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird.

Schwankungsrückstellung

Rückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den IFRS Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals.

Selbstbehalt

Der Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also> netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung).

Solvency II

Projekt der Europäischen Kommission zur Reformierung und Harmonisierung der europäischen Vorschriften zur Versicherungsaufsicht, vor allem der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen und Abschreibungen

Aufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. Personal- und Sachaufwendungen, Abschreibungen, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen, Währungskursverluste, Dienstleistungsaufwendungen.

S-Z

Sonstige betriebliche Erträge

Erträge der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen, Währungskursgewinne oder Dienstleistungserträge.

Spätschadenreserve

Rückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden.

Stornoquote Lebensversicherungsprodukte

Summe aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach GDV).

Stresstest

Form der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von> Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können.

Streubesitz

Auf mehrere, meist kleinere Anleger verteilter Besitz von Aktien.

Swap

Englisch: Tausch. Vereinbarung zwischen zwei Schuldnern, Zahlungen zu vertraglich festgeschriebenen Konditionen und Zeitpunkten auszutauschen. Es können Zahlungsströme fast beliebiger Natur getauscht werden. Dadurch können gezielt finanzielle Risiken eines Portfolios abgesichert werden oder neue Risiken zur Renditeoptimierung in ein Portfolio aufgenommen werden.

Überschussbeteiligung

Gesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen.

Underwriting

Prüfung und Einschätzung von (Rück-) Versicherungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-)Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-) Versicherer profitabel ist.

Value at Risk

Risikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden.

Verdiente Prämien

Anteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Saldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus> verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP, jedoch ohne Konsolidierungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung (Technik).

Volatilität

Schwankungsmaß der Variabilität von Wertpapier- und Devisenkursen sowie Zinssätzen, aber auch von Versicherungssparten, die einen stark variierenden Schadenverlauf haben können.

Zedent

Erst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert).

Zeitwert

Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Zinsergebnis

Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen.

Kontakt

Talanx AG

Riethorst 2

30659 Hannover

Telefon +49 511 3747-0

Telefax +49 511 3747-2525

[email protected] www.talanx.com

Ansprechpartner für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dietlinde Bamberger

Telefon +49 511 3747-2021

Telefax +49 511 3747-2025

[email protected]

Ansprechpartner für Investor Relations

Dr. Wolfram Schmitt

Telefon +49 511 3747-2185

Telefax +49 511 3747-2286

[email protected]

Veröffentlicht am: 21. März 2013

Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch.

klimaneutral natureOffice.com | DE-300-775639 gedruckt

Konzernstruktur Group Structure

Talanx AG

Riethorst 2

30659 Hannover

Telefon +49 511 3747-0

Telefax +49 511 3747-2525

[email protected]

www.talanx.com

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.