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Talanx AG

Annual Report Aug 4, 2012

427_10-q_2012-08-04_f1e5cc4a-2e4e-4949-9bd4-64f23f7d46c4.pdf

Annual Report

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Konzern-Zwischenbericht zum 30. Juni 2012

Konzernkennzahlen 1.1.–30.6.2012 1.1.–30.6.2011 +/– %
Talanx-Konzern gesamt
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 13.582 12.422 +9
Deutschland In % 38 41 –3 Pkt.
Großbritannien In % 9 10 –1 Pkt.
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) In % 4 4
Rest von Europa In % 16 16
USA In % 13 11 +2 Pkt.
Rest von Nordamerika In % 2 2
Lateinamerika In % 7 7
Asien und Australien
Afrika
In %
In %
9
2
7
2
+2 Pkt.
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 10.294 9.3905) +10
Versicherungstechnisches Ergebnis
Kapitalanlageergebnis
In Mio. EUR
In Mio. EUR
–693
1.748
–1.147
1.639
+40
+7
Kapitalanlagerendite1) In % 4,1 4,1
Operatives Ergebnis (EBIT) In Mio. EUR 855 431 +98
Periodenergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) In Mio. EUR 579 360 +61
davon Aktionäre der Talanx AG In Mio. EUR 354 215 +65
Eigenkapitalrendite2) In % 12,3 8,5 +3,8 Pkt.
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes Ergebnis je Aktie In EUR 1,70 1,03 +65
Verwässertes Ergebnis je Aktie In EUR 1,70 1,03 +65
Darstellung nach Segmenten3)
Industrieversicherung
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 2.246 2.006 +12
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 782 728 +7
Versicherungstechnisches Ergebnis In Mio. EUR 58 –69 +184
Kapitalanlageergebnis In Mio. EUR 113 123 –8
Operatives Ergebnis (EBIT) In Mio. EUR 161 60 +168
Privat- und Firmenversicherung Deutschland
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 3.516 3.525
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 2.610 2.588 +1
Versicherungstechnisches Ergebnis In Mio. EUR –711 –597 –19
Kapitalanlageergebnis
Operatives Ergebnis (EBIT)
In Mio. EUR
In Mio. EUR
812
75
764
113
+6
–34
Privat- und Firmenversicherung International
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 1.334 1.194 +12
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 1.078 918 +17
Versicherungstechnisches Ergebnis In Mio. EUR –19 –30 +38
Kapitalanlageergebnis In Mio. EUR 118 86 +37
Operatives Ergebnis (EBIT) In Mio. EUR 54 25 +116
Schaden-Rückversicherung
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 4.080 3.544 +15
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 3.304 2.848 +16
Versicherungstechnisches Ergebnis
Kapitalanlageergebnis
In Mio. EUR
In Mio. EUR
100
429
–295
427
+134
+1
Operatives Ergebnis (EBIT) In Mio. EUR 456 169 +170
Personen-Rückversicherung
Gebuchte Bruttoprämien In Mio. EUR 2.809 2.500 +12
Verdiente Nettoprämien In Mio. EUR 2.521 2.298 +10
Versicherungstechnisches Ergebnis In Mio. EUR –121 –156 +22
Kapitalanlageergebnis In Mio. EUR 286 251 +14
Operatives Ergebnis (EBIT) In Mio. EUR 140 86 +63
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung4) In % 98,0 107,4 –9,4 Pkt.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-/Unfall-Erstversicherer In % 99,7 103,7 –4,0 Pkt.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Rückversicherung In % 96,8 110,1 –13,3 Pkt.
30.6.2012 31.12.2011 +/– %
Haftendes Kapital In Mio. EUR 12.833 11.321 +13
Eigenkapital der Aktionäre der Talanx AG In Mio. EUR 6.083 5.421 +12
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter In Mio. EUR 3.636 3.285 +11
Hybridkapital In Mio. EUR 3.114 2.615 +19
Selbst verwaltete Kapitalanlagen In Mio. EUR 80.053 75.750 +6
Kapitalanlagen gesamt In Mio. EUR 93.540 87.467 +7
Bilanzsumme In Mio. EUR 124.590 115.268 +8
Mitarbeiter Kapazitäten 17.883 17.061 +5

1) Annualisiertes Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen zu durchschnittlichem selbst verwalteten Kapitalanlagenbestand (30.6. und 31.12.) 2) Annualisiertes Periodenergebnis ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

3) Vor Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

4) Bereinigte kombinierte Schaden-/Kostenquote unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses vor Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

5) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel ,,Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs

Inhalt

  • 2 Verwaltungsorgane der Talanx AG
  • 2 Aufsichtsrat
  • 3 Vorstand
  • 4 Konzernlagebericht
  • 4 Märkte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • 6 Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns
  • 7 Geschäftsentwicklung der Segmente
  • 7 Industrieversicherung
  • 9 Privat- und Firmenversicherung Deutschland
  • 11 Privat- und Firmenversicherung International
  • 13 Schaden-Rückversicherung
  • 14 Personen-Rückversicherung
  • 15 Konzernfunktionen
  • 16 Vermögens- und Finanzlage
  • 16 Vermögenslage
  • 22 Finanzlage
  • 26 Risikobericht
  • 30 Prognosebericht
  • 35 Konzernabschluss
  • 36 Konzernbilanz
  • 38 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 39 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 40 Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals
  • 41 Konzern-Kapitalflussrechnung
  • 42 Erläuterung zur Konzern-Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang und Erläuterungen
  • 43 I. Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS
  • 47 II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • 50 III. Segmentberichterstattung
  • 63 IV. Konsolidierung
  • 67 V. Unternehmenszusammenschlüsse
  • 70 VI. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
  • 72 VII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz
  • 78 VIII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 85 IX. Sonstige Angaben
  • 91 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • 92 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

Aufsichtsrat

Wolf-Dieter Baumgartl

Vorsitzender ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG, Berg

Ralf Rieger

stv. Vorsitzender Angestellter, HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Raesfeld

Prof. Dr. Eckhard Rohkamm

stv. Vorsitzender ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG, Hamburg

Antonia Aschendorf

Rechtsanwältin, Hamburg

Karsten Faber

Zentralbereichsleiter, Hannover Rückversicherung AG, E+S Rückversicherung AG, Hannover

Jutta Hammer

Angestellte, HDI Kundenservice AG, Bergisch Gladbach

Gerald Herrmann

Gewerkschaftssekretär, Norderstedt

Dr. Thomas Lindner

Vorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG, Albstadt

Jutta Mück

Angestellte, HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Oberhausen

Otto Müller

Angestellter, Hannover Rückversicherung AG, Hannover

Dr. Hans-Dieter Petram

ehem. Mitglied des Vorstands der Deutsche Post AG, Inning

Dr. Michael Rogowski

Vorsitzender des Stiftungsrats der Hanns-Voith-Stiftung, Heidenheim

Katja Sachtleben-Reimann

Angestellte, Talanx Service AG, Hannover

Dr. Erhard Schipporeit

ehem. Mitglied des Vorstands der E.ON AG, Hannover

Prof. Dr. Ulrike Wendeling-Schröder

Professorin an der Leibniz Universität, Hannover

Werner Wenning

ehem. Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, Leverkusen

Vorstand

Herbert K. Haas

Vorsitzender Burgwedel

Dr. Christian Hinsch

stv. Vorsitzender Burgwedel

Torsten Leue Hannover

Dr. Thomas Noth Hannover

Dr. Immo Querner Celle

Dr. Heinz-Peter Roß Gräfelfing

Ulrich Wallin Hannover

Konzernlagebericht

Märkte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Die erste Jahreshälfte 2012 stand unverändert im Bann der Staatsschuldenkrise in Europa: Die Konjunkturdaten im Euroraum waren enttäuschend, und das Wachstum in den USA und in China schwächte sich ab. Während zu Jahresbeginn mitunter einschneidende Maßnahmen wie der Pakt der EU-Länder für mehr Haushaltsdisziplin, der zweite 3-Jahres-Tender der EZB, ein "freiwilliger" Forderungsverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands und die Ausweitung des Rettungsschirms kurzfristig zu einer Entspannung der Schuldenkrise führten, entfachten der drohende Austritt Griechenlands aus dem Euroraum und insbesondere die Krise des spanischen Bankensektors neue Sorgen um die Stabilität des Währungsraums. Als Reaktion wurde beim EU-Gipfel Ende Juni beschlossen, dass der ESM zukünftig Banken direkt unterstützen soll, nachdem eine einheitliche Bankenaufsicht unter der Federführung der EZB für den Euroraum geschaffen wurde.

Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2012 überraschend stark um 0,5% im Vergleich zum Vorquartal. Allerdings trübten sich die Konjunkturindikatoren in Deutschland wie auch im gesamten Euroraum im zweiten Quartal deutlich ein – so fiel beispielsweise der vielbeachtete Ifo-Index auf ein Zweijahrestief. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone erreichte im Mai ein Rekordniveau von 11,1%.

In den USA sorgten zuletzt schwächere Konjunkturdaten und eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt für Diskussionen über eine erneute Wachstumsdelle. Für das Vereinigte Königreich zeichnete sich ein ähnlich schwaches Bild wie in der Eurozone ab.

Die Geldpolitik der großen Zentralbanken blieb in der ersten Jahreshälfte unverändert sehr expansiv. Die EZB übernahm zentrale Funktionen zum Erhalt der Eurozone, indem sie Geschäftsbanken quasi "unbegrenzt" Liquidität zur Verfügung stellte und sie indirekt beim Erwerb von Staatsanleihen unterstützte. Die Fed überraschte mit ihrer Ankündigung, den Zeitraum einer faktischen Nullzinspolitik bis Ende 2014 und damit länger als ursprünglich erwartet auszudehnen.

Die Inflationsraten in der Eurozone schwächten sich im Jahresverlauf von 2,7% auf 2,4% ab. In den USA kam es im ersten Halbjahr zu einem deutlichen Rückgang der Inflationsraten von rund 3% auf 1,7%. Auch im Vereinigten Königreich schwächte sich die Inflation im Jahresverlauf von rund 4% auf 2,8% deutlich ab.

Im zweiten Quartal 2012 büßte der Euro deutlich an Wert ein und notierte im Juni bei 1,26 EUR je USD. Gegenüber dem britischen Pfund verlor der Euro mit Zuspitzung der Krise im zweiten Quartal 2012 an Boden und lag zum Halbjahresende bei rund 0,80 EUR je GBP; gegenüber dem Schweizer Franken pendelte er sich bei äußerst geringer Volatilität knapp oberhalb der von der Schweizer Notenbank verteidigten Zielmarke von 1,20 EUR je CHF ein.

Kapitalmärkte

An den Rentenmärkten beherrschten im ersten Halbjahr 2012 die Euroschuldenkrise sowie die Liquiditäts- bzw. Refinanzierungssituation im Bankensektor die Marktentwicklung. Der Neuemissionsmarkt zeigte im zweiten Quartal über weite Strecken eine sehr geringe Aktivität. Diverse EU-Gipfel, die Ergebnisse der Beteiligung privater Investoren an der Schuldenrestrukturierung Griechenlands, das Wahldebakel in Griechenland mit kurzfristig erforderlichen Neuwahlen, die sich verschlimmernde Situation der spanischen Banken sowie die sich allgemein weiter zuspitzende ökonomische Lage der großen GIIPS-Staaten sorgten für sehr volatile Rentenmärkte. Zehnjährige Bundesanleihen markierten Anfang Juni mit 1,17% neue historische Tiefstände. Der EU-Gipfel Ende Juni verhalf dem Markt dann zumindest kurzfristig wieder zu einer positiven Entwicklung.

Insgesamt gingen die Renditen im Quartalsverlauf deutlich zurück. Im unterjährigen Bereich verharrten die Renditen für diverse AAA-Staatsanleihen nahe Null, fielen zeitweise sogar in den negativen Bereich. Ende Juni notierten zweijährige Bundesanleihen bei 0,12%, fünfjährige bei 0,61%, und zehnjährige Bundesanleihen zeigten wieder eine Rendite von 1,59%.

Nach den starken, im Wesentlichen liquiditätsgetriebenen Kursgewinnen an den Aktienmärkten im ersten Quartal kamen die Aktienmärkte im Zuge neuer Sorgen um die europäische Staatsschuldenkrise sowie um die Bankenkrise in Spanien im zweiten Quartal stark unter Druck. Im Vergleich

zum Jahresbeginn konnte sich der DAX allerdings mit einem Anstieg von 8,8% weiterhin sehr gut behaupten. Der EURO STOXX 50 hingegen verlor im ersten Halbjahr 2012 rund 2,2% und büßte allein im zweiten Quartal 8,6% ein. Der Dow Jones verbuchte auf Halbjahressicht insgesamt noch einen beachtlichen Zuwachs von 5,4%. Positiv dürfte sich hier eine weitere Stabilisierung des US-Häusermarktes ausgewirkt haben.

Die Versicherungsmärkte

Die Ausführungen zu den Versicherungsmärkten stützen sich im Wesentlichen auf Veröffentlichungen des ifo Instituts und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Das Geschäftsklima in der deutschen Versicherungswirtschaft hat sich im zweiten Quartal wieder leicht eingetrübt, blieb in der längerfristigen Betrachtung aber noch freundlich. Ausschlaggebend für das verschlechterte Stimmungsbild war eine ungünstigere Bewertung der aktuellen Geschäftssituation, während die Aussichten für die kommenden sechs Monate zuversichtlicher eingeschätzt wurden. Im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft fielen die Einschätzungen für die Versicherungswirtschaft optimistischer aus. Hinsichtlich der Entwicklung der Beitragseinnahmen überwogen positive Einschätzungen, die in der Schaden- und Unfallversicherung ausgeprägter waren als in der Lebensversicherung.

In der deutschen Schaden- und Unfallversicherung hat sich das Branchenklima im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert. Abkühlungstendenzen zeichneten sich in allen Segmenten mit Ausnahme der Rechtsschutzversicherung ab. Nach einem guten Start zu Jahresbeginn hat sich das Wachstum der Beitragseinnahmen zuletzt verlangsamt, bewegte sich in der Summe aber weiterhin im positiven Bereich. Das heißt, dass die Branche überwiegend noch von wachsenden Beitragseinnahmen ausgeht. Eine positive Beitragsentwicklung war im ersten Halbjahr vor allem in der Kraftfahrtversicherung festzustellen. Mit Blick auf das Gesamtjahr wird aber auch in der Mehrzahl der übrigen Sparten ein Beitragswachstum erwartet.

Die Schadenentwicklung hat sich im bisherigen Jahresverlauf gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Auch die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr fielen weniger optimistisch aus als im Vorquartal. Lediglich in den industriellen und gewerblichen Zweigen und in der Haftpflichtversicherung wird noch von einer Entspannung der Schadenentwicklung ausgegangen.

In der deutschen Lebensversicherung hat sich das Geschäftsklima geringfügig verbessert. Im Gegensatz zum ersten Quartal wurde die aktuelle Lage ungünstiger bewertet als die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Dies dürfte nicht zuletzt eine Auswirkung der jüngsten Probleme in der Eurozone sein – der unklaren politischen Perspektiven Griechenlands und der Bankenkrise in Spanien –, die mit einer skeptischeren Konjunkturwahrnehmung verbunden waren. Andererseits wirkte das für Deutschland grundsätzlich weiterhin relativ günstige konjunkturelle Umfeld stabilisierend. Die Einschätzungen für die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung sowie die Kapitallebensversicherung blieben schlechter als im Durchschnitt der gesamten Lebensversicherung. Klassische Lebensversicherungsprodukte leiden unter den anhaltenden Niedrigzinsen und der Unsicherheit im Zusammenhang mit zukünftig strikteren Kapitalanforderungen.

Die Einschätzungen zum Neugeschäft mit laufendem Beitrag bewegten sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorquartal. Auch für das Gesamtjahr wird – für alle Zweige mit Ausnahme der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung sowie der Kapitallebensversicherung – von einer expandierenden Entwicklung ausgegangen. Im Neugeschäft gegen Einmalbeitrag hat sich der in den Vorquartalen registrierte rückläufige Trend im Berichtszeitraum abgeschwächt.

Die Schäden in der internationalen Schaden-Rückversicherung blieben in den ersten sechs Monaten 2012 unterhalb der Halbjahres-Durchschnittswerte der vergangenen Jahre. Zwar lag die absolute Zahl schadenrelevanter Naturereignisse über der sonst in diesem Zeitraum zu verzeichnenden Zahl, darunter waren aber keine Großkatastrophen wie im Jahr 2011. Dominiert wurde die Schadenstatistik zur Jahresmitte durch Wetterextreme in den USA, wo Tornados in diesem Jahr früher als üblich auftraten.

Das Umfeld in der internationalen Personen-Rückversicherung bietet unverändert günstige Rahmenbedingungen. Die demografische Entwicklung in den Industrieländern hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung geht einher mit

einem zunehmenden Vorsorgebewusstsein. Hiervon profitiert die Nachfrage nach Renten- und Pflegeversicherungsprodukten genau so wie von dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und steigenden Entwicklungsstand in wichtigen Schwellenmärkten, wie China, Indien und Brasilien. Weitere Geschäftspotenziale bieten darüber hinaus finanzierungsorientierte Rückversicherungslösungen zur Solvenz- und Eigenkapitalentlastung von Lebenserstversicherern.

Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 13.582 12.422
Verdiente Nettoprämien 10.294 9.390
Versicherungstechnisches Ergebnis –693 –1.147
Kapitalanlageergebnis 1.748 1.639
Operatives Ergebnis (EBIT) 855 431
Kombinierte Schaden-/Kostenquote
(netto, nur Sachversicherungen)
98,0% 107,4%

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler des Konzernanhangs"

Der Talanx-Konzern hat im zweiten Quartal 2012 seine internationale Präsenz in der Privat- und Firmenversicherung wie auch in der Industrieversicherung weiter erfolgreich ausgebaut. Die HDI-Gerling Industrieversicherung AG konnte ihr Engagement im Zielmarkt Asien durch die Gründung von Niederlassungen in Singapur und in Bahrain (letztere zu Beginn des dritten Quartals) stärken; zudem gründete sie im Juni ein Joint Venture mit der indischen Gesellschaft NBFC Magma Fincorp, das im Herbst die ersten Policen ausstellen soll.

Für die Talanx International AG entwickelte sich das zweite Quartal mit den Übernahmen der polnischen Gesellschaften TU Europa-Gruppe und TUiR WARTA S.A. ebenfalls positiv. WARTA wurde nach der Anfang Juli abgeschlossenen Übernahme außerdem mit einem verbesserten Counterparty Credit Rating und Insurer Financial Strength Rating belohnt, Standard & Poor's stufte beide Ratings von BBB+ auf A mit stabilem Ausblick hoch.

In Deutschland bereiten wir die Bündelung der Marken der Privat- und Firmenversicherung HDI und HDI-Gerling unter der neuen alten Marke HDI vor. In der zweiten Jahreshälfte 2012 werden die Lebensversicherungsgesellschaften inklusive Pensionsfonds und Pensionskasse von HDI-Gerling zu HDI umbenannt. Die zwei Risikoträger der Sachversicherungen HDI Direkt Versicherung AG und HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG werden verschmolzen, der Risikoträger soll künftig HDI Versicherung AG heißen. Dadurch steigt auch die Effizienz im Geschäftsbereich und das in der Sachversicherung teils doppelte Produktangebot wird für Kunden einfacher und transparenter. Die Umstellung auf HDI soll 2013 abgeschlossen sein. Die Marke HDI-Gerling wird dann der Industrieversicherung vorbehalten sein.

Weitere Maßnahmen zur Neuausrichtung dieses Konzernsegments wie die Bündelung der Betriebsfunktionen – etwa Vertragsverarbeitung, Policierung, Beschwerdemanagement oder Telefonie – mit entsprechenden Kosteneinsparungen können auf den Weg gebracht werden, da mittlerweile eine Grundlagenvereinbarung mit dem Konzernbetriebsrat getroffen wurde.

Prämienvolumen

Im Vergleich zur Vorjahresperiode stiegen die gebuchten Bruttoprämien im Konzern um gut 9% auf 13,6 (12,4) Mrd. EUR, währungsbereinigt wären es 7% gewesen. Die verdienten Nettoprämien stiegen sogar um knapp 10% auf 10,3 (9,4) Mrd. EUR; vor allem das organische Wachstum in der Rückversicherung und der Industrieversicherung sowie die internationalen Akquisitionen im ersten Halbjahr trugen dazu bei. Alle Versicherungssegmente – mit Ausnahme der Privat- und Firmenversicherung Deutschland – erreichten ein zweistelliges prozentuales Wachstum vor Währungseffekten, wobei die Schaden-Rückversicherung mit 15% den höchsten Anstieg verzeichnete.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Die Großschadenlast blieb im ersten Halbjahr 2012 nicht nur weit hinter dem Vorjahreszeitraum zurück, sondern bislang auch unter dem Erwartungswert. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel daher insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung – hier betrug die Großschadenquote nur 4 (22)% – deutlich besser aus; es lag für den Konzern bei −693 (−1.147) Mio. EUR. Auf Konzernebene ist das versicherungstechnische Ergebnis regelmäßig negativ, weil hier die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Kapitalanlageerträgen unserer Lebensversicherer ausgewiesen wird.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich im Vergleich zur schadenintensiven Vorjahresperiode um 9,4 Prozentpunkte auf 98,0 (107,4)%; insbesondere die stark gesunkenen Schadenquoten in den Segmenten Industrieversicherung und Schaden-Rückversicherung trugen hierzu bei.

Kapitalanlageergebnis

Die Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses war positiv: Im Segment Privat- und Firmenversicherung International (+37%) stieg es aufgrund eines verbesserten außerordentlichen Ergebnisses unserer italienischen Gesellschaft, im Segment Personen-Rückversicherung (+14%) trug ein verbessertes unrealisiertes Ergebnis aus sogenannten ModCo-Derivaten zum Anstieg bei. Insgesamt erreichte der Konzern ein um 7% auf 1,7 (1,6) Mrd. EUR gestiegenes Kapitalanlageergebnis.

Staatsanleihen aus den Euro-Peripheriestaaten, den sogenannten GIIPS-Staaten, haben wir von einem bereits geringen Bestand weiter reduziert.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) im Konzern verdoppelte sich nahezu auf 855 (431) Mio. EUR; begünstigt wurde dies durch die Erhöhung des Kapitalanlageergebnisses sowie den moderaten Großschadenanfall und die damit einhergehende Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses.

Der Ertragsteueraufwand lag bei 186 Mio. EUR; im Vorjahreszeitraum gab es maßgeblich aufgrund eines Steuereffektes in der Schaden-Rückversicherung einen Ertrag von 11 Mio. EUR. Trotz des Wegfalls dieses positiven Effekts stieg das Periodenergebnis um 61% auf 579 Mio. EUR. Das Konzernergebnis verbesserte sich in ähnlichem Umfang: Es lag für das erste Halbjahr 2012 bei 354 (215) Mio. EUR und somit um 65% höher. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,70 (1,03) EUR.

Die (annualisierte) Eigenkapitalrendite lag bei 12,3 (8,5)%.

Geschäftsentwicklung der Segmente Industrieversicherung

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
2011
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 2.246 2.006
Verdiente Nettoprämien 782 728
Versicherungstechnisches Ergebnis 58 −69
Kapitalanlageergebnis 113 123
Operatives Ergebnis (EBIT) 161 60
Kombinierte Schaden-/
Kostenquote (netto)
92,6% 109,3%

Der Geschäftsbereich Industrieversicherung wird durch die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (HDI-Gerling Industrie) geführt, gleichzeitig die mit Abstand größte Gesellschaft dieses Konzernsegments. Als international tätiger Industrieversicherer begleitet HDI-Gerling Industrie seine Kunden im In- und Ausland mit passgenauen Lösungen, die optimal auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind. Mit individuell zugeschnittenen Deckungskonzepten werden umfassende Versicherungslösungen realisiert; damit bieten wir die komplette Produktpalette zur Absicherung von unternehmerischen Risiken. Ebenso wichtig: Aufgrund langjähriger Erfahrung verfügt HDI-Gerling über ein professionelles Schadenmanagement, das im Schadenfall weltweit schnellste Hilfe leisten kann.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Segments beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 2,2 (2,0) Mrd. EUR und stiegen somit um rund 12%. Der anhaltende Aufwärtstrend der Prämienentwicklung wurde von den Sparten Feuer und Kraftfahrt getragen, aber auch die Sparten Transport, Unfallversicherung und Luftfahrt wiesen eine gute Entwicklung auf. Insbesondere im deutschen Kraftfahrtmarkt wirkte sich ein härterer Markt positiv auf das Beitragsvolumen aus. Die Sparte Unfall profitierte in erster Linie durch den Neuzugang von zwei größeren Verbindungen; in der Sparte Haftpflicht trug insbesondere HDI-Gerling Industrie zur positiven Entwicklung bei. Sie machte über 80% der Bruttoprämien des Segments aus; im ersten Halbjahr waren es 1,9 (1,7) Mrd. EUR. Über alle Sparten konnte sie in wettbewerbsintensiven Märkten profitable Verbindungen halten und neue Kunden gewinnen; insbesondere in den Sparten Feuer und Haftpflicht entwickelten sich außerdem die Auslandsmärkte positiv.

Unter den Auslandsgesellschaften waren vor allem die niederländische und die spanische Tochtergesellschaft nennenswert: Generell bietet der niederländische Versicherungsmarkt derzeit geringe organische Wachstumsmöglichkeiten. Der Prämienzuwachs unserer Tochtergesellschaft HDI-Gerling Verzekeringen N.V., Rotterdam (HDI-Gerling Niederlande), in Haftpflicht war maßgeblich bedingt durch die im ersten Quartal des Vergleichszeitraums noch nicht enthaltene, im Jahr 2011 erworbene und anschließend auf sie verschmolzene Nassau Verzekering Maatschappij N.V., Rotterdam (Nassau); die gebuchten Bruttobeiträge insgesamt stiegen deutlich um 32% auf 252 (191) Mio. EUR an. Die verdienten Nettobeiträge wiesen eine noch stärkere Zunahme um 52% auf 78 (51) Mio. EUR auf, da die von Nassau übernommenen Bestände auf nichtproportionaler Basis rückversichert waren. Die spanische Tochtergesellschaft, die sich im schwierigen Marktumfeld gut behauptet, hatte aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation leichte Abriebe in der Haftpflichtsparte zu verzeichnen, die jedoch durch den Zugewinn einer größeren Verbindung in der Sparte Feuer überkompensiert werden konnten. Kaum verändert zeigten sich die Bruttoprämien der Gesellschaften in Österreich mit 113 (111) Mio. EUR (die nur zum Teil der Industrieversicherung zuzurechnen sind) und Belgien mit 86 (90) Mio. EUR.

Die Rückversicherungsprämien des Segments wiesen mit einem Plus von rund 16% auf 1,1 (0,9) Mrd. EUR eine überproportionale Steigerung auf, die maßgeblich durch die Sparten Feuer und Haftpflicht sowie durch den Zugang größerer Fronting-Verbindungen bei HDI-Gerling Industrie bedingt ist. Die verdienten Nettoprämien des Segments stiegen dennoch um gut 7% auf 782 (728) Mio. EUR an.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Nettoergebnis in der Industrieversicherung betrug 58 (−69) Mio. EUR und verbesserte sich somit um 127 Mio. EUR, im Wesentlichen durch die Prämienentwicklung bedingt. Die Netto-Kostenquote verbesserte sich ebenfalls auf 21,0 (22,3)%, die Netto-Schadenquote sank um 15,6 Prozentpunkte auf 71,5 (87,1)%. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Segments Industrieversicherung betrug somit 92,6 (109,3)%.

Die versicherungstechnischen Nettoaufwendungen verringerten sich um gut 8% auf 735 (802) Mio. EUR. Die Nettoaufwendungen für Versicherungsfälle verminderten sich um knapp 2% auf 551 (560) Mio. EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum, der von Naturkatastrophen geprägt war. Aufgrund hoher Rückdeckungen haben die im laufenden Jahr eingetretenen Großschäden der Sparte Feuer eine geringe Nettoauswirkung. Während sich die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen recht unauffällig zeigten, sanken die sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen um 75% auf 20 (80) Mio. EUR.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis verminderte sich trotz eines erhöhten versicherungstechnischen Cashflows um 8% auf 113 (123) Mio. EUR. Ausschlaggebend für die Veränderung war das um 9 Mio. EUR gesunkene außerordentliche Ergebnis. Im Vorjahreszeitraum war es bei HDI-Gerling Industrie durch hohe Aktienkursgewinne und realisierte Erträge aus dem Verkauf von Namensschuldverschreibungen geprägt. Die Kapitalanlageergebnisse der übrigen Gesellschaften wiesen insgesamt keine größeren Abweichungen zum Vorjahr auf.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis des Segments hat sich aufgrund der vorgenannten Entwicklungen – insbesondere durch die signifikante Verbesserung des versicherungstechnischen Nettoergebnisses, das den leichten Rückgang des Kapitalanlageergebnisses und den des sonstigen Ergebnisses (um 16 Mio. EUR auf −10 Mio. EUR) deutlich überkompensieren konnte – auf 161 (60) Mio. EUR mehr als verdoppelt.

Das operative Ergebnis der das Segment dominierenden HDI-Gerling Industrie Versicherung AG steigerte sich um 185 Mio. EUR auf 173 (−12) Mio. EUR, wofür ein um 139 Mio. EUR auf 43 (−96) Mio. EUR verbessertes versicherungstechnisches Nettoergebnis ausschlaggebend war.

Eine auffällige Entwicklung zeigte die niederländische Tochtergesellschaft, deren Ergebnis deutlich auf 5 (14) Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank. Die Ergebnisentwicklung war jedoch maßgeblich durch die Integration der Nassau geprägt und ein Vergleich mit dem Vorjahr nur eingeschränkt

möglich. Die spanische Gesellschaft konnte aufgrund der deutlichen Verbesserung des versicherungstechnischen Nettoergebnisses um 2 Mio. EUR auf 4 (2) Mio. EUR einen Anstieg des operativen Ergebnisses auf 7 (4) Mio. EUR ausweisen. Das operative Ergebnis der österreichischen Tochtergesellschaft verminderte sich auf 9 (14) Mio. EUR. Das versicherungstechnische Nettoergebnis litt jedoch unter angestiegenen Nettoschadenschadenaufwand wegen der im Vergleich zur Vorperiode deutlich geringeren Entlastung durch Rückversicherer. Das Ergebnis der Gesellschaft entfällt mit 5 Mio. EUR auf das Segment Industrieversicherung, der übrige Teil auf das Segment Privat- und Firmenversicherung International.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 3.516 3.525
Verdiente Nettoprämien 2.610 2.588
Versicherungstechnisches Ergebnis –711 –597
Kapitalanlageergebnis 812 764
Operatives Ergebnis (EBIT) 75 113
Kombinierte Schaden-/Kostenquote
(netto, nur Sachversicherungen)
108,6% 102,1%

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft von HDI, HDI-Gerling sowie der deutschen Bancassurance-Aktivitäten des Talanx-Konzerns und bietet inländischen Privat- und Firmenkunden den für sie passenden Versicherungsschutz. Im Bereich der Lebensversicherung ist der Geschäftsbereich überdies grenzüberschreitend in Österreich tätig. Die Produktpalette reicht von Sachversicherungen über Lebensversicherungen bis hin zur betrieblichen Altersversorgung, die über verschiedene Vertriebskanäle angeboten werden.

Prämienvolumen und Neugeschäft

Im Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland konnten im Berichtszeitraum gebuchte Beiträge – einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen – von 3,5 (3,5) Mrd. EUR erzielt werden, wobei im Vorjahreszeitraum noch die im Jahr 2011 veräußerte Rechtsschutzversicherung mit 36 Mio. EUR enthalten war. Unter Herausrechnung der Rechtsschutzversicherung ergibt sich ein leichter Anstieg der Bruttoprämien von knapp 1%.

In der Lebensversicherung blieben die Beitragseinnahmen mit gebuchten Bruttobeiträgen einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen von 2,5 (2,5) Mrd. EUR stabil. Auch in der Zusammensetzung aus Einmalbeiträgen und Geschäft gegen laufenden Beitrag ergaben sich keine wesentlichen Änderungen. Die Entwicklung der einzelnen Gesellschaften verlief dabei uneinheitlich: Während die HDI-Gerling Lebensversicherung AG und die PB Lebensversicherung AG rückläufige Prämien verzeichneten, konnte die neue leben Lebensversicherung AG wiederum erfolgreich im Einmalbeitragsgeschäft zulegen. Die TARGO Lebensversicherung AG setzte die positive Entwicklung im Geschäft gegen laufende Beiträge fort und konnte damit rückläufige Einmalprämien überkompensieren.

Die von Beitragsanpassungen geprägten Bruttoprämieneinnahmen unserer Sachversicherungsprodukte stiegen – bereinigt um die im Vorjahr enthaltenen Prämien der Rechtsschutzversicherung – um gut 2% an.

Die Selbstbehaltsquote des Segments stieg aufgrund gesunkener Rückversicherungsquoten im Bereich der Sachversicherung auf 94,8 (93,3)%. Die Sparbeiträge für unsere fondsgebundenen Produkte verringerten sich leicht aufgrund einer Verschiebung der Zusammensetzung der Prämieneinnahmen zugunsten konventioneller Versicherungen. Unter Berücksichtigung der Veränderung der Beitragsüberträge ergaben sich damit insgesamt verdiente Nettoprämien von 2,6 (2,6) Mrd. EUR, davon für Sachversicherungsprodukte 706 (703) Mio. EUR.

Der Neuzugang der Gesellschaften im Segment – gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) – betrug

327 (356) Mio. EUR. Die Entwicklung der einzelnen Risikoträger der Lebensversicherung verlief aufgrund des volatilen Einmalbeitraggeschäfts sehr uneinheitlich.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis belief sich auf −711 (−597) Mio. EUR; die Entwicklung wurde unverändert von den Lebensversicherungsprodukten dominiert. Ihr Anteil belief sich auf −652 (−583) Mio. EUR. Hier sind unter anderem die Aufzinsung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer an dem Kapitalanlagenergebnis enthalten. Die Erträge, die diesen Aufwendungen gegenüberstehen, werden hingegen im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sodass im versicherungstechnischen Ergebnis ein negativer Saldo ausgewiesen wird. Für das niedrigere versicherungstechnische Ergebnis der Lebensversicherer im Berichtszeitraum waren vor allem das gestiegene Kapitalanlageergebnis sowie gestiegene Zuführungen zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung aus den aufsichtsrechtlich maßgeblichen Abschlüssen der Einzelgesellschaften verantwortlich. Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) der Lebensversicherungsprodukte stiegen in der Folge auf 2,4 (2,2) Mrd. EUR.

Die Entwicklung im versicherungstechnischen Ergebnis unserer Sachversicherungsprodukte wurde primär von IT-Investitionen und höheren Schadenbelastungen von 507 (490) Mio. EUR geprägt; insgesamt betrug es −59 (−15) Mio. EUR.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis des Segments stieg um 6% auf 812 (764) Mio. EUR; einen maßgeblichen Anteil von 93% daran hatten die Lebensversicherungsprodukte. Von diesen rund 754 (702) Mio. EUR wiederum war der weit überwiegende Teil anteilig den Lebensversicherungsnehmern gutzuschreiben. Bei bestandskonform leicht steigenden laufenden Kapitalanlageerträgen war eine deutliche Verbesserung im außerordentlichen Ergebnis ursächlich für die Ergebnisentwicklung. Hier wurde das Vorjahr von Veräußerungsverlusten aus Anleiheverkäufen maßgeblich beeinflusst.

Operatives Ergebnis

Das Segmentergebnis der Privat- und Firmenversicherung Deutschland konnte insgesamt letztlich aufgrund der Erhöhung der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb im

Bereich der Sachversicherung nicht den Wert des Vorjahreszeitraums erreichen. Das übrige Ergebnis zeigte eine positive Tendenz. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entfielen Belastungen aus der Neuausrichtung und Bereinigung des Geschäftsbereichs, daher verringerte sich das operative Ergebnis insgesamt in erster Linie aufgrund eines gesunkenen versicherungstechnischen Ergebnisses auf 75 (113) Mio. EUR.

Segment Privat- und Firmenversicherung
-- ----------------------------------------
Deutschland im Überblick – weitere
Kennzahlen
1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 3.516 3.525
Schaden/Unfall 1.045 1.057
Leben 2.471 2.468
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 2.610 2.588
Schaden/Unfall 706 703
Leben 1.904 1.885
Versicherungstechnisches Ergebnis –711 –597
Schaden/Unfall –59 –15
Leben –652 –583
Sonstige 1
Kapitalanlageergebnis 812 764
Schaden/Unfall 59 61
Leben 754 702
Sonstige –1 1
Neuzugang gemessen in
Annual Premium Equivalent
327 356
Einmalbeiträge (Leben) 624 605
Laufende Beiträge
(Leben und Nicht-Leben)
264 295
Neuzugang nach Produkten in
Annual Premium Equivalent
327 356
Kraftfahrtversicherung 87 94
Sachversicherung 8 7
Haftpflichtversicherung 15 11
Unfallversicherung 6 7
Sonstige Schaden-/
Unfallversicherungen
7 20
Fondsgebundene Lebens
und Rentenversicherung
68 67
Klassische Lebens- und
Rentenversicherung
101 117
Risikoprodukte 33 31
Sonstige Lebenprodukte 1 1

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Privat- und Firmenversicherung International

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 1.334 1.194
Verdiente Nettoprämien 1.078 918
Versicherungstechnisches Ergebnis −19 −30
Kapitalanlageergebnis 118 86
Operatives Ergebnis (EBIT) 54 25
Kombinierte Schaden-/Kostenquote
(netto, nur Sachversicherungen) 2)
98,8% 99,6%

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

2) Unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses

Das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung International bündelt die Aktivitäten der Privat- und Firmenkunden-Gesellschaften der Bereiche Sachversicherung, Lebensversicherung sowie der Bancassurance im Ausland und ist in mittlerweile 15 Ländern mit über 8 Millionen Kunden präsent. Durch die Nutzung des lokalen branchenspezifischen Knowhows und die Präsenz in Form eines ausgebauten Vertriebsnetzes ist der Geschäftsbereich in der Lage, die spezifischen Anforderungen seiner Kunden im Ausland zu erkennen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Produktpalette umfasst unter anderem Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie Angebote der Lebensversicherung.

Das erste Halbjahr 2012 war vom weiteren Ausbau der Zielmärkte Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika geprägt und insbesondere von der Übernahme von 50% plus einer Aktie der TU Europa-Gruppe, die sowohl Lebens- als auch Sachversicherungsprodukte anbietet. Die Übernahme der TUiR WARTA S.A. von der belgischen KBC-Gruppe wurde erst unmittelbar nach Ende des ersten Halbjahres, nämlich zum 1. Juli, abgeschlossen. Unser strategischer Partner Meiji Yasuda hält 30% der WARTA-Anteile und an der TU Europa-Gruppe eine wesentliche Minderheitsbeteiligung. Im ersten Quartal war bereits der Erwerb des Sach- und Lebensversicherers Metropolitana Compañía de Seguros S.A. de C.V. in Mexiko abgeschlossen worden.

Innerhalb unserer strategischen Zielregionen sind wir jeweils in den zwei größten und wachstumsstarken Kernmärkten präsent: In Lateinamerika sind das Brasilien und Mexiko, in Osteuropa Polen und die Türkei.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Segments (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen um rund 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,3 (1,2) Mrd. EUR. Das Prämienwachstum entfiel dabei vorrangig auf anorganisches Wachstum (Zurechnung des österreichischen Privat- und Firmenkundengeschäfts, Akquisitionen in Mexiko und Polen). Das organische Wachstum lag nach der Umrechnung in Euro bei 4%, währungskursbereinigt waren es +9%.

Die Entwicklung der gebuchten Bruttoprämien war im Wesentlichen beeinflusst von der positiven Entwicklung des Sachversicherungsgeschäfts – hier erhöhten sie sich um 19% auf 966 Mio. EUR. Das Lebensversicherungsgeschäft hingegen entwickelte sich rückläufig aufgrund gesunkener Einmalbeiträge in Polen, und zwar um 4% auf 368 Mio. EUR.

In Lateinamerika entfallen etwa drei Viertel unseres Gesamtprämienvolumens auf den brasilianischen Markt, auf dem wir insbesondere in der Kraftfahrtversicherung tätig sind. So war die brasilianische HDI Seguros wieder ein wesentlicher Treiber für den Anstieg der gebuchten Bruttoprämien im Sachversicherungsgeschäft mit einem Beitragswachstum von umgerechnet 13 Mio. EUR. Dort, wie auch in anderen Ländern wurde das Wachstum bei den Sachversicherungsprodukten durch Währungskurseffekte deutlich beeinflusst, insbesondere in Mexiko und der Türkei.

Für unsere türkische Sachversicherungsgesellschaft HDI Sigorta ergab sich vor allem aufgrund gestiegener Durchschnittsbeiträge in der Kraftfahrtversicherung sowie einer Steigerung des Vertriebs über Agenturen im sonstigen Sachversicherungsgeschäft ein Prämienwachstum von 26% in Lokalwährung; nach Euro-Umrechnung beträgt der Anstieg noch 20%.

Die polnische Sachversicherungsgesellschaft HDI Asekuracja entwickelte sich auf dem Niveau der Vorjahresperiode, während die gebuchten Bruttobeiträge des Lebensversicherers HDI-Gerling Życie infolge eines Sondereffektes durch höheres Einmalbeitragsgeschäft im ersten Halbjahr 2011 um 49% in EUR zurückgingen. Erstmals wurden Beitragseinnahmen der TU Europa und ihrer Tochtergesellschaften in Höhe von umgerechnet 18 Mio. EUR für einen Monat in das Prämienvolumen der Talanx International einbezogen. Nach der vollzogenen Übernahme der TU Europa-Gruppe und der TUiR Warta wird Talanx nach Auswertungen der Statistik der polnischen Aufsichtsbehörde voraussichtlich zum zweitgrößten Teilnehmer auf dem polnischen Sach- und Lebensversicherungsmarkt aufsteigen.

Bei der italienischen HDI Assicurazioni stiegen die Lebensversicherungsprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 10%, vor allem aufgrund höherer Einnahmen aus einem Bankvertriebskanal. Im Schaden/Unfallgeschäft, insbesondere in der Kfz-Haftpflichtversicherung, konnte aufgrund gestiegener Durchschnittsprämien und dem Abschluss zahlreicher neuer Verträge ein Zuwachs von rund 8% verzeichnet werden.

Unter den Lebensversicherungsgesellschaften konnte die ungarische Gesellschaft ihr Prämienvolumen um 19% in Euro (in Lokalwährung: +30%) steigern. Auch die türkische CiV Hayat Sigorta hatte u.a. infolge der höheren Absicherung von Kreditkartensalden ein in Euro um 24% (in Lokalwährung: +31%) höheres Prämienvolumen zu verzeichnen. Die beiden Gesellschaften zählen zu den relativ am schnellsten wachsenden Gesellschaften in ihren Märkten.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei den internationalen Sachversicherungen lag mit 98,8 (99,6)% 0,8 Prozentpunkte besser als in der Vergleichsperiode. Auch wenn die polnische HDI Asekuracja durch die Folgen eines Großschadenereignisses im landwirtschaftlichen Bereich belastet wurde und die türkische HDI Sigorta insbesondere im Kfz-Haftpflichtgeschäft eine deutliche Zunahme der Schäden zu verzeichnen hatte, konnten diese Entwicklungen überkompensiert werden. Vor allem die neu erworbenen Gesellschaften TU Europa und die Metropolitana trugen zu einer Verbesserung der kombinierten Schaden-/Kostenquote bei.

Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment belief sich auf −19 (−30) Mio. EUR und war damit rund 38% besser als in der Vergleichsperiode.

Kapitalanlageergebnis

Im ersten Halbjahr 2012 konnte im Segment ein Kapitalanlageergebnis von 118 Mio. EUR erzielt werden; dies entspricht einem Anstieg von 37% gegenüber der Vergleichsperiode. Dieser resultiert einerseits aus der Verbesserung des ordentlichen Kapitalanlageergebnisses aufgrund durchweg höherer Kapitalanlagebestände, andererseits aus teilweise günstigeren Zinsniveaus. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis profitierte u.a. von realisierten Gewinnen aus dem Verkauf italienischer Staatsanleihen. Insbesondere die italienische HDI Assicurazioni trug durch ein außerordentliches Kapitalanlageergebnis in Höhe von 13 Mio. EUR zur positiven Entwicklung bei.

Operatives Ergebnis

Sowohl aufgrund der Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses als auch des Anstiegs des Kapitalanlageergebnisses konnte im Segment Privat- und Firmenversicherung International das erste Halbjahr 2012 mit einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserten operativen Ergebnis (EBIT) von 54 (25) Mio. EUR und einer positiven EBIT-Marge von 5,0 (2,8)% abgeschlossen werden.

Segment Privat- und Firmenversicherung
International im Überblick – weitere
Kennzahlen
1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämie 1.334 1.194
Schaden/Unfall 966 812
Leben 368 382
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 1.078 918
Schaden/Unfall 822 703
Leben 256 215
Versicherungstechnisches Ergebnis –19 –30
Schaden/Unfall 10 3
Leben –29 –33
Sonstige
Kapitalanlageergebnis 118 86
Schaden/Unfall 67 49
Leben 50 37
Sonstige 1
Neuzugang gemessen in
Annual Premium Equivalent
416 431
Einmalbeiträge (Leben) 220 232
Laufende Beiträge
(Leben und Nicht-Leben)
394 408
Neuzugang nach Produkten in
Annual Premium Equivalent
416 431
Kraftfahrtversicherung 260 283
Sachversicherung 40 42
Haftpflichtversicherung 20 16
Unfallversicherung 4 8
Sonstige Schaden-/
Unfallversicherungen
48 39
Fondsgebundene Lebens
und Rentenversicherung
9 16
Klassische Lebens- und
Rentenversicherung
12 9
Risikoprodukte 11 8
Sonstige Lebenprodukte 11 10

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Schaden-Rückversicherung

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
2011
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 4.080 3.544
Verdiente Nettoprämien 3.304 2.848
Versicherungstechnisches Ergebnis 100 −295
Kapitalanlageergebnis 429 427
Operatives Ergebnis (EBIT) 456 169
Kombinierte Schaden-/
Kostenquote (netto)
96,8% 110,1%

Der Geschäftsbereich Rückversicherung wird im Talanx-Konzern nahezu ausschließlich von der Hannover Rück-Gruppe betrieben, einer der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Der Rückversicherer bietet seinen Kunden im Konzernsegment Schaden-Rückversicherung eine umfassende Produktpalette im Vertrags- und fakultativen Rückversicherungsgeschäft, im Bereich der strukturierten Rückversicherungslösungen sowie im Direktgeschäft an.

Marktentwicklung

Das Segment Schaden-Rückversicherung entwickelte sich im ersten Halbjahr erfreulich; die Situation auf den internationalen Rückversicherungsmärkten stellte sich überwiegend positiv dar. Die guten Ergebnisse aus der Erneuerungsrunde zu Beginn des Jahres wurden von der Vertragserneuerungsrunde zum 1. April 2012 teilweise sogar noch übertroffen.

Insbesondere für Japan fielen die Raten nach dem Anstieg im letzten Jahr noch einmal deutlich höher aus: Für Erdbebendeckungen stiegen die Raten im mittleren zweistelligen Bereich. Verbessert haben sich auch die Konditionen für das proportionale Sach- und Haftpflichtgeschäft. Substanzielle Ratenerhöhungen waren auch in Korea zu verzeichnen, insbesondere bei Programmen, die Exponierungen aus dem Erdbeben in Japan oder den Fluten in Thailand beinhalteten. Auch im US-Katastrophengeschäft stiegen die Raten an. Zufrieden waren wir auch mit der Vertragserneuerungsrunde im Transport- und Luftfahrtgeschäft.

Die Großschadensituation zeigte sich auch im zweiten Quartal relativ moderat. Die Nettobelastung zum 30. Juni 2012 lag mit 132 (625) Mio. EUR unter dem Schadenerwartungswert. Größte Schadenereignisse im zweiten Quartal waren die schweren Erdbeben am 20. und 29. Mai 2012 in mehreren italienischen Provinzen der Region Emilia-Romagna. Die Erdbeben haben nicht nur großes menschliches Leid verursacht, auch die wirtschaftlichen Schäden sowie die Zerstörungen in dieser außergewöhnlichen Kulturlandschaft Italiens waren immens. Die Nettoschadenbelastung aus diesen Ereignissen beläuft sich zusammen auf rund 61 Mio. EUR.

Prämienvolumen

Die Bruttoprämien erhöhten sich gegenüber der Vergleichsperiode um 15% auf 4,1 (3,5) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, hätte das Wachstum 11% betragen. Der Selbstbehalt blieb mit 90,2 (90,0)% nahezu unverändert. Die verdiente Nettoprämie stieg um 16% auf 3,3 (2,8) Mrd. EUR; währungsbereinigt betrug das Wachstum 12%.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis schloss mit 100 (–295) Mio. EUR erfreulich. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich für das erste Halbjahr 2012 gegenüber der Vergleichsperiode von 110,1% auf 96,8%.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Schaden-Rückversicherung stieg zum 30. Juni 2012 um mehr als das Eineinhalbfache auf 456 (169) Mio. EUR.

Personen-Rückversicherung

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
2011
In Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 2.809 2.500
Verdiente Nettoprämien 2.521 2.298
Versicherungstechnisches Ergebnis –121 –156
Kapitalanlageergebnis 286 251
Operatives Ergebnis (EBIT) 140 86

Im Konzernsegment Personen-Rückversicherung sind die Aktivitäten in der Rückversicherung der Sparten Lebens-, Renten- und Krankenversicherung zusammengefasst. Zusätzlich zeichnet die Hannover Rück-Gruppe in diesem Segment auch die Sparte Unfallversicherung, soweit sie von Lebensversicherern betrieben wird.

Marktentwicklung

Der internationale Personen-Rückversicherungsmarkt bietet nach wie vor vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten. Einen großen Beitrag dazu leisten unverändert die etablierten Versicherungsmärkte wie die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Neben einer durch die demografische Entwicklung getriebenen deutlichen Nachfrage nach Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsprodukten bieten wichtige Schwellenmärkte, wie die Volksrepublik China, Indien, aber auch lateinamerikanische Länder wie Brasilien, attraktives Neugeschäftspotenzial. Hier sind maßgeschneiderte, finanzierungsorientierte Rückversicherungslösungen sowie klassische Risikoprodukte gefragt. Auf der Basis langfristiger Geschäftspartnerschaften, die ein wesentlicher Teil unserer Geschäftspraxis sind, unterstützen wir unter anderem Erstversicherungsunternehmen bei der Optimierung ihres Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagements.

Die Entwicklung im Segment Personen-Rückversicherung verlief im ersten Halbjahr 2012 im Rahmen unserer Erwartungen. Ein unterdurchschnittlicher Verlauf der biometrischen Risiken in einem Teilbestand unseres US-amerikanischen Sterblichkeitsportefeuilles wurde durch eine zum Teil besser als erwartete Schadenerfahrung, sowohl in den USA selbst als auch in anderen Regionen, kompensiert. Der Pensionsmarkt bietet ein unverändert attraktives Potenzial, insbesondere auch außerhalb von Großbritannien.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien zum 30. Juni 2012 beliefen sich auf 2,8 (2,5) Mrd. EUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 12%, währungskursbereinigt hätte das Wachstum 8% betragen. Im Berichtszeitraum betrug die verdiente Nettoprämie 2,5 (2,3) Mrd. EUR; sie wäre bei konstanten Währungskursen um nahezu 5% gewachsen.

Nach einer positiven Entwicklung der Risikoaufschläge bei Wertpapieren im ersten Quartal 2012 führte eine Normalisierung der Kreditaufschläge an den US-Anleihemärkten im zweiten Quartal zu einer rückläufigen Marktwertentwicklung für das zu bildende Derivat für das Ausfallrisiko von Wertpapieren, die in unserem Namen von US-amerikanischen Zedenten gehalten werden (ModCo- und Coinsurance-Funds-Withheld-Verträge). Die unrealisierten Gewinne hieraus lagen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dem standen in der Vergleichsperiode noch unrealisierte Verluste in einer ähnlichen Größenordnung gegenüber.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 140 (86) Mio. EUR und spiegelt die gute Qualität und positive Entwicklung unseres Geschäfts wider. Die EBIT-Rendite steigerte sich auf 5,5 (3,8)%.

Konzernfunktionen

Das Segment Konzernfunktionen umfasst die Talanx AG und die internen Dienstleistungsgesellschaften Talanx Service AG und Talanx Systeme AG, die Vermögensverwaltung über Talanx Asset Management GmbH, AmpegaGerling Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH sowie den konzerninternen Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker AG. Die bisherige HDI Reinsurance (Ireland) Limited in Dublin, eine Tochter der Talanx AG, firmiert seit Ende Juni unter der Marke Talanx.

Die Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit der Tochtergesellschaft AmpegaGerling Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Wertpapierportfolios der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Das operative Ergebnis in Summe der Talanx Asset Management GmbH, AmpegaGerling Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH blieb im ersten Halbjahr 2012 mit 20 Mio. EUR konstant gegenüber dem Vorjahreshalbjahr.

Die AmpegaGerling Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden.

Das Gesamtvolumen des von der AmpegaGerling verwalteten Vermögens stieg um 5% auf 13,4 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (12,7 Mrd. EUR). Davon wird mehr als die Hälfte, nämlich 7,6 (7,1) Mrd. EUR, im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Teil entfällt mit 2,6 (2,5) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 3,2 (3,1) Mrd. EUR auf das Privat- und Firmenkundengeschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Zum 16. April 2012 wurde die Ampega C-Quadrat Fondsmarketing GmbH gegründet. Gesellschafter sind jeweils zu 50% die Ampega-Gerling Investment GmbH und die C-QUADRAT Investment AG aus Wien. Das Gemeinschaftsunternehmen ist speziell auf institutionelle Vertriebspartner wie Banken und Sparkassen, Vermögensverwalter, Family Offices, Dachfondsmanager sowie Pensionskassen und Berufsgenossenschaften ausgerichtet und soll somit neue Absatzkanäle erschließen.

Zum Ende des zweiten Quartals 2012 betrugen die gesamten selbst verwalteten Kapitalanlagen im Talanx-Konzern 80,1 Mrd. EUR und erhöhten sich somit um 6% im Vergleich zum Jahresende 2011.

Talanx Reinsurance Broker AG befindet sich zu 100% im Eigentum der Talanx AG und übernimmt für Konzernzedenten die komplette Bandbreite des Geschäftsprozesses Rückversicherung. Das operative Ergebnis der Gesellschaft betrug im ersten Halbjahr 7 (7) Mio. EUR und wird im Rahmen der Segmentverteilung den geschäftsabgebenden Segmenten in wesentlichen Teilen wieder zugerechnet. Somit verblieb im Segment Konzernfunktionen im ersten Halbjahr 2012 ein Ergebnisbeitrag von ca. 1 (3) Mio. EUR.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr auf –18 (–38) Mio. EUR. Ursächlich sind insbesondere gestiegene Dividendenerträge der Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG sowie geringere Zinsaufwendungen und ein verbessertes Dienstleistungsergebnis der Talanx AG. Ihr Beitrag zum Segmentergebnis verbesserte sich aus diesen Gründen auf 53 (–61) Mio. EUR.

Vermögens- und Finanzlage Vermögenslage

Der Charakter eines diversifizierten Versicherungskonzerns und die Tätigkeit als große, weltweit tätige Versicherungsgruppe prägen die Bilanzstruktur des Talanx-Konzerns. Die beherrschende Position der Aktivseite sind die Kapitalanlagen, die ohne Berücksichtigung der Depotforderungen sowie Kapitalanlagen aus Investmentverträgen (13,5 Mrd. EUR) 64% der Bilanzsumme ausmachen. Sie dienen in erster Linie der Bedeckung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft, die sich ohne Einbeziehung der Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, auf 88,0 Mrd. EUR beliefen. Die wichtigsten Finanzierungsmittel sind darüber hinaus das Eigenkapital (8% der Bilanzsumme) und die emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten (2% der Bilanzsumme).

Höhe und Zusammensetzung des Vermögens

Die Vermögenslage des Konzerns erläutern wir anhand der folgenden Übersicht, der wir die Aktiva der Konzernbilanz zugrunde gelegt haben.

Analyse der Vermögensstruktur

Vermögensstruktur im Mehrjahreszeitraum 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR In % In Mio. EUR In %
Immaterielle Vermögenswerte 2.545 2 2.210 2
Kapitalanlagen 93.540 75 87.467 76
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern
von Lebensversicherungspolicen
6.586 5 6.067 5
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen
Rückstellungen
6.984 6 6.462 6
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 5.683 5 4.729 4
Abgegrenzte Abschlusskosten 4.276 3 4.013 3
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 2.188 2 1.570 1
Aktive Steuerabgrenzung 352 <1 320 <1
Sonstige Vermögenswerte 1.859 2 1.865 2
Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungs
gruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden
577 <1 565 1
Summe der Aktiva 124.590 100 115.268 100

Die deutliche Erhöhung unserer Bilanzsumme um 9,3 Mrd. EUR auf 124,6 Mrd. EUR ist in erster Linie auf die Integration der TU Europa-Gruppe in den Talanx-Konzern zurückzuführen, die zu einem signifikanten Anstieg der Kapitalanlagen (+6.073 Mio. EUR) sowie einem deutlichen Zuwachs bei den Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (+954 Mio. EUR) führte. Daneben wuchsen die Laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand um 618 Mio. EUR sowie die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Posten (+522 Mio. EUR). Ebenso kann ein Bestandswachstum bei den Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen in Höhe von 9% gegenüber der Vergleichsperiode festgestellt werden. Wesentliche kompensatorisch wirkende Effekte waren in der Berichtsperiode nicht zu verzeichnen. Weiterführende Angaben zu den Kapitalanlagen haben wir unter den "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz" dargestellt.

In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" werden neben dem geplanten Verkauf des Konzernunternehmens ASPECTA Assurance International AG, Vaduz, Liechtenstein, (Segment Privat- und Firmenversicherung International) die beabsichtigten Portfolioübertragungen der PB Pensionskasse AG, Köln, (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) und der HDI Seguros S.A. de C.V., León, Mexiko (Segment Privat- und Firmenversicherung International) bilanziert. Ferner weisen wir einen Immobilienteilbestand der HDI-Gerling Lebensversicherung AG, Köln, neue leben Lebensversicherung, Hamburg (beide Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland), HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover (Segment Industrieversicherung) sowie E+S Rückversicherung AG (Segment Schaden-Rückversicherung) als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte gesondert aus. Sämtliche Vorgänge haben wir im Konzernanhang im Kapitel VI "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" näher erläutert.

Kapitalanlageentwicklung

Zusammensetzung
der Kapitalanlagen
30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Kapitalanlagen aus
Investmentverträgen
1.050
Depotforderungen 12.437 11.717
Selbst verwaltete
Kapitalanlagen
80.053 75.750
Gesamt 93.540 87.467

Im ersten Halbjahr 2012 stieg der gesamte Kapitalanlagebestand um 6,1 Mrd. EUR und beträgt somit 93,5 Mrd. EUR. Diese Zuwächse sind im Wesentlichen auf die reinvestierten ordentlichen Kapitalerträge und versicherungstechnischen Zuflüsse zurückzuführen. Darüber hinaus wurden durch den Kauf der TU Europa-Gruppe Investmentverträge von 1,1 Mrd. EUR übernommen. Weitere Wertzuwächse des Portfolios sind auf die veränderten Parameter des Kapitalmarktes zurückzuführen.

Der Wechselkurs des US-Dollar zu Jahresbeginn lag bei 1,29 USD je EUR. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Kurs mit 1,26 USD leicht unter dem Jahresanfangswert und stellte somit eine Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro dar.

Die Zinsen befanden sich am Ende des ersten Halbjahres – nach konstantem Verlauf im ersten Quartal – unter dem Jahresanfangsniveau. In der Kategorie der fünfjährigen deutschen Staatsanleihen ist zum 30. Juni 2012 ein Rückgang von ca. 14 Basispunkten zu verzeichnen. Auch bei den zehnjährigen Staatsanleihen liegen die Zinsen auf niedrigem Niveau. Die Hauptkategorie zur Wiederanlage finanzieller Mittel ist

die Anlagekategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente", die zum Zeitwert bilanziert wird. Sinkende Zinsen schlagen sich somit über höhere Marktwerte der Bestandspositionen im Volumen des Kapitalanlagebestandes nieder.

Insgesamt beträgt der Anteil der festverzinslichen Wertpapiere am Gesamtbestand der Kapitalanlagen 77%. Die Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur in dieser Anlageklasse.

Die aktuelle Aktienquote liegt mit 1% weiterhin auf niedrigem Niveau und konstant im Vergleich zum Vorjahr. Im Verlauf des Jahres 2011 wurden die Aktienbestände aufgrund der negativen Aktienmarktentwicklung deutlich reduziert. Nachdem im ersten Quartal 2012 wegen der Entspannung der Euro-Schuldenkrise ein starker Start bei der Entwicklung der Aktienmärkte zu beobachten war, führten Befürchtungen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone, Probleme im spanischen Bankensektor und globale Rezessionssorgen zu einer deutlichen Korrektur im Mai. Ende Juni lag der EURO STOXX 50 mit 2.265 Punkten 2% unter dem Stand zum Jahresbeginn. Der DAX schloss mit 6.416 Punkten 9% über dem Stand zum 1. Januar 2012. Innerhalb des Berichtszeitraums wurden in der Talanx-Gruppe keine signifikanten Transaktionen im Aktienmarkt getätigt.

Vor allem noch nicht investierte liquide Mittel aus versicherungstechnischen Zuflüssen führten zu einer Erhöhung der kurzfristigen Kapitalanlagen (+12%). Kurzfristige Kapitalanlagen werden unter den Übrigen Kapitalanlagen bilanziert. Unter Einhaltung sämtlicher gesetzlicher und konzerninterner Vorgaben gestaltet sich die Diversifikation der Kapitalanlagen per 30. Juni 2012 im Vergleich zum Jahresende 2011 kaum verändert.

Zusammensetzung der
Kapitalanlagen 30.6.2012 31.12.2011
In %
Festverzinsliche Wertpapiere 77 78
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
1 1
Depotforderungen 13 13
Immobilien 2 2
Sonstige 7 6
Summe 100 100

Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen selbst verwalteten Kapitalanlagen stellt sich der Bestand wie folgt dar:

Zusammensetzung der selbst verwalteten

In Mio. EUR
In %
Fremdgenutzter Grundbesitz
1.289
2
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
79
<1
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
235
<1
Darlehen und Forderungen
Darlehen inkl. Hypothekendarlehen
1.221
2
Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche
Schuldner sowie festverzinsliche Wertpapiere
31.008
39
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente
4.081
5
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere
35.518
44
Nicht festverzinsliche Wertpapiere
1.100
1
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete klassifizierte
Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere
987
1
Nicht festverzinsliche Wertpapiere
38
<1
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere
15
<1
Nicht festverzinsliche Wertpapiere
80
<1
Kapitalanlagen nach Anlageklassen 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR In %
1.100 2
78 <1
209 <1
1.291 2
31.670 42
4.294 6
31.009 41
1.132 2
856 1
16 <1
5 <1
70 <1
30
<1
Derivate1) 53 <1
Übrige Kapitalanlagen
4.372
6
3.967 4
Selbst verwaltete Kapitalanlagen gesamt
80.053
100
75.750 100

1) Derivate nur mit positiven Marktwerten und ohne Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting

Festverzinsliche Wertpapiere

Im ersten Halbjahr 2012 konnten über alle Laufzeiten niedrige Zinsen beobachtet werden. Darüber hinaus ist eine weiter zunehmende Risikoaversion im zweiten Quartal 2012 auf Grund der ungelösten Verschuldungssituation einiger Staaten, insbesondere Griechenland und Spanien, sowie der zunehmenden konjunkturellen Abschwächung zu beobachten. Signifikante Liquiditätsbereitstellungen durch Zentralbanken milderten die Refinanzierungs- und Liquiditätsunsicherheiten und führten somit zu niedrigeren Spreads für Finanzanleihen im ersten Quartal 2012. Dieser Effekt ist im zweiten Quartal verblasst. Die zunehmende Risikoaversion führt zu Spreadausweitung in allen Senioritäten, die die Risiken kompensieren soll. Auch Unternehmensanleihen – sogenannte Corporates – waren durch moderate Spreadausweitung im ersten Halbjahr im Rahmen der zunehmenden Risikoaversion gekennzeichnet.

Die Performance von Staatsanleihen der Euro-Peripheriestaaten wich zum Teil deutlich von der deutscher Staatsanleihen ab: Die weitere Entwicklung in Spanien und Italien dürfte die Entwicklung der Eurozone maßgeblich bestimmen. In Irland wurde ein Sparprogramm verlässlich implementiert; die Renditen sind stabil, wobei weiterhin eine Ansteckungsgefahr besteht. Auch in Portugal ist ein Sparprogramm auf den Weg gebracht worden. Mit Bezug auf Griechenland werden Austrittsszenarien nun auch auf offizieller politischer Ebene diskutiert.

Unter Risikogesichtspunkten wurden bereits im Jahr 2011 die im Bestand befindlichen griechischen Staatspapiere bis auf einen kleinen Restbestand veräußert. Dieser Restbestand wurde schon im dritten Quartal 2011 auf den aktuellen Marktwert von durchschnittlich 20% abgeschrieben. Die Abschreibungen im ersten Halbjahr 2012 betragen daher lediglich 64 TEUR für den Gesamtkonzern. Zur weiteren Risikoreduzierung wurden im ersten Halbjahr Bestände an

italienischen und spanischen Staatsanleihen abgebaut. Bei den italienischen Staatsanleihen wirkt der gesunkene Spread dem aktiven Abbau entgegen.

Das Kapitalanlage-Exposure in Bezug auf Staatsanleihen des Talanx-Konzerns beläuft sich gegenüber den GIIPS-Staaten zu Marktwerten auf 1,1 Mrd. EUR. Hierbei entfallen auf

Italien 606 Mio. EUR (davon entfallen auf unsere Konzerngesellschaft HDI Assicurazioni S.p.A. [inklusive InChiaro]: 383 Mio. EUR), Spanien 196 Mio. EUR, Irland 228 Mio. EUR, Portugal 23 Mio. EUR und Griechenland 3 Mio. EUR.

Neben den Staatsanleihen bestehen zum 30. Juni 2012 bei den festverzinslichen Kapitalanlagen folgende Bestände in den GIIPS-Staaten*:

Staats
anleihen
Halbstaatliche
Anleihen
Finanz
anleihen
Industrie
anleihen
Hypotheka
risch/dinglich
gesicherte
Schuldver
schreibungen
Sonstige Gesamt
3 3
228 18 27 152 142 567
606 465 254 942 2.267
23 3 14 40
196 241 130 228 655 1.450
1.056 241 613 512 1.763 142 4.327
Unternehmensanleihen

Im Bezug auf das Exposure, hinter dem eine spanische Bank als Risikoträger steht, wird über alle Anlageklassen zum 30. Juni 2012 folgender Bestand gehalten*:

Bankenexposure Spanien 30.6.2012
Hypothekarisch (dinglich) gesicherte
Schuldverschreibungen/Cédulas
655
Finanzanleihen 130
Öffentlich garantierte Banken 33
Termingelder 14
Aktien 2
Gesamt 834

Die größte Assetklasse bilden den Pfandbriefen ähnlich ausgestaltete hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen und Multi Cédulas mit 655 Mio. EUR. Davon sind lediglich 170 Mio. EUR bei Adressen angelegt, die allgemein als kritisch anzusehen sind. In den Covered Bonds sind zudem 130 Mio. EUR bei nicht-spanischen Töchtern spanischer Mutterhäuser enthalten. Diese Emissionen wurden nach britischem Recht begeben und enthalten in der

Regel ausschließlich britische hypothekarische Deckung. Das gesamte verbleibende Anlagevolumen in unbesicherte Senior-Anleihen und Nachrangdarlehen (40 Mio. EUR) besteht ausschließlich gegenüber den größten spanischen, global agierenden Geschäftsbanken.

Festverzinsliche Wertpapiere und Darlehen stellen den wesentlichen Bestandteil der selbst verwalteten Kapitalanlagen des Talanx-Konzerns dar. Im Jahresverlauf stieg der Bestand dieser Anlageklasse um 3,7 Mrd. EUR.

Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere", die sich volatil auf das Eigenkapital auswirken, sind mit 35,5 Mrd. EUR und 50% des Gesamtbestands dieser Anlageklasse relativ konstant. Die Bewertungsreserven – also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven – sind aufgrund des niedrigen Zinsniveaus seit dem Jahresende 2011 von 0,5 Mrd. EUR auf 1,4 Mrd. EUR gestiegen. Neben der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" wird weiterhin grundsätzlich an der Strategie festgehalten, Neuanlagen zur Minderung der Bilanzvolatilität in der Kategorie "Darlehen und Forderungen" zu investieren. Im ersten Halbjahr 2012 ist

allerdings eine Abnahme in den Anlagen in der Position "Darlehen und Forderungen" zu erkennen. Der Rückgang beträgt –0,7 Mrd. EUR auf 32,2 Mrd. EUR (45% des Gesamtbestands). Hier stiegen die Reserven auf 3,4 Mrd. EUR, nach 2,3 Mrd. EUR zum Jahresende 2011.

Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden weiterhin den Schwerpunkt der Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere. Im vergangenen Geschäftsjahr führten Rating-Herabstufungen zu einer Reduktion der AAA-Quote. Dieser Trend hält auch im ersten Halbjahr 2012 an. Im zweiten Quartal wurden insbesondere Spanien, Italien und mehrere Banken herabgestuft. Zum Bilanzstichtag beträgt der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 23,5 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von 33% am Gesamtbetrag der festverzinslichen Wertpapiere und Darlehen.

Ratingstruktur der festverzinslichen

Wertpapiere 30.6.2012 31.12.2011
In %
AAA 33 38
AA 31 28
A 19 20
BBB und weniger 17 14

Der Talanx-Konzern betreibt unverändert eine konservative Anlagepolitik. So besitzen 83% der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A.

Die Anlagen in Unternehmensanleihen sind auf 21,2 Mrd. EUR angestiegen und machen 30% der festverzinslichen Wertpapiere aus. Ergänzend bestehen weitere 32% aus durch Hypotheken besicherten Schuldverschreibungen, die sich auf ein Volumen von 22,9 Mrd. EUR belaufen. Hierbei handelt es sich nahezu ausschließlich um Hypotheken- und öffentliche Pfandbriefe.

Die modifizierte Duration des gesamten Kapitalanlagebestands der festverzinslichen Wertpapiere im Talanx-Konzern beträgt zum 30. Juni 2012 6,5 Jahre.

Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx-Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 15% den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Der Gesamtanteil in Fremdwährungen zum 30. Juni 2012 bleibt nahezu konstant.

Aktien und Aktienfonds

Insgesamt befindet sich der Bestand an Aktien und Aktienfonds von 0,9 Mrd. EUR zum 30. Juni 2012 auf konstantem Niveau. Das Aktienengagement des Talanx-Konzerns ist mit einer Aktienquote von 1% (brutto) somit weiterhin auf niedrigem Niveau.

Die saldierten unrealisierten Gewinne und unrealisierten Verluste der im Konzern gehaltenen Bestände ohne die Kategorie Übrige Kapitalanlagen belaufen sich per Ende Juni 2012 auf +140 Mio. EUR (31. Dezember 2011: +129 Mio. EUR).

Immobilien inklusive Anteilen an Immobilienfonds

Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutzten Immobilien 1,3 Mrd. EUR. Hinzu kommen 368 Mio. EUR in Immobilienfonds, welche unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 11 Mio. EUR sowie außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2 Mio. EUR vorgenommen. Diesen Abschreibungen stehen im Berichtszeitraum nahezu keine Zuschreibungen gegenüber.

Die Immobilienquote, die auch die Investments in Immobilienfonds enthält, liegt unverändert bei 2%. Die eigengenutzten Grundstücke sind in der Position "Sonstige Vermögenswerte" bilanziert und werden nicht bei der Berechnung dieser Quote einbezogen.

Kapitalanlageergebnis

30.6.2012 30.6.2011
1.547 1.422
1.429 1.335
4 3
140 92
–24 –25
42 64
98 60
1.607 1.493
2
139 146
1.748 1.639
Ergebnis aus Investmentverträgen davon Ergebnis aus Anteilen an

Das Ergebnis der selbst verwalteten Kapitalanlagen stellte sich um 114 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau ein. Wesentliche Ergebnistreiber waren gestiegene ordentliche Kapitalanlageerträge (+125 Mio. EUR) sowie ein verbessertes Abgangsergebnis (+48 Mio. EUR) bei einem Anstieg der Kapitalanlageaufwendungen (+38 Mio. EUR). Insbesondere in den Rückversicherungssegmenten konnten durch planmäßige Umschichtung von Staats- in Unternehmensanleihen positive Realisate erwirtschaftet werden. Das unrealisierte Ergebnis hingegen fiel im Vergleichszeitraum um 22 Mio. EUR geringer aus. Dabei stieg das unrealisierte Ergebnis im Segment Privatund Firmenversicherung Deutschland von –9 Mio. EUR auf +23 Mio. EUR aufgrund der Zinsentwicklung im ersten Halbjahr, wohingegen es in den beiden Rückversicherungssegmenten von +54 Mio. EUR auf +2 Mio. EUR fiel. Dies ist maßgeblich auf den Marktwertrückgang der Inflation Swaps der Hannover Rückversicherung AG zurückzuführen. Darüber hinaus reduzierte die Wertentwicklung einer Währungssicherung auf Südafrikanische Rand das unrealisierte Ergebnis. Diese Effekte konnten mit der Marktwertentwicklung des ModCo-Derivats etwas gemildert werden.

Das Ergebnis aus Zu-/Abschreibungen bleibt mit –24 Mio. EUR nach –25 Mio. EUR nahezu konstant; gesunkenen Wertminderungen bei Immobilien und Aktien im Segment Privat- und

Firmenversicherung Deutschland bzw. aus festverzinslichen Wertpapieren in Schaden-Rückversicherung stehen rückläufige Erträge aus Zuschreibungen gegenüber.

Der Anstieg der ordentlichen Kapitalanlageerträge ist insbesondere auf den höheren Gesamtbestand bei den festverzinslichen Anlagen bei leicht gesunkenem Durchschnittskupon zurückzuführen.

Für unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite (einschließlich der Effekte aus Derivaten)* von 4,1%.

Nachfolgend wird das Kapitalanlageergebnis nach Konzernsegmenten dargestellt.

Kapitalanlageergebnis nach

Konzernsegmenten1) 30.6.2012 30.6.2011
In Mio. EUR
Industrieversicherung 109 120
Privat- und Firmenversicherung
Deutschland
821 775
Privat- und Firmenversicherung
International
119 87
Schaden-Rückversicherung 428 428
Personen-Rückversicherung 283 248
Konzernfunktionen –12 –19
Summe 1.748 1.639

1) Darstellung nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Der Talanx-Konzern geht verschiedene Verpflichtungen ein. Von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Vermögenslage sind hierbei Letters of Credit und Treuhandkonten zur Besicherung von versicherungstechnischen Verbindlichkeiten (6.965 Mio. EUR), Garantieleistungen aus begebenen nachrangigen Schuldverschreibungen (2.458 Mio. EUR), Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten (2.241 Mio. EUR), Resteinzahlungsverpflichtungen sowie gestellte Sicherheiten aus bestehenden Kapitalanlage-Engagements (1.010 Mio. EUR) sowie finanzielle Verpflichtungen aus beabsichtigten Unternehmenserwerben (564 Mio. EUR). Sämtliche darüber hinausgehenden Verpflichtungen haben wir im Anhang in den Abschnitten "Sonstige Angaben – Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" dargestellt.

* Annualisiertes Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen zu durchschnittlichem selbst verwalteten Kapitalanlagebestand (30.6. und 31.12.)

Finanzlage

Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva des Talanx-Konzerns sind geprägt durch das Erst- und Rückversicherungsgeschäft. Den größten Anteil haben die versicherungstechnischen Rückstellungen, die nach den Anforderungen der Versicherungsaufsicht durch die Kapitalanlagen

zu bedecken sind. Darüber hinaus finanziert sich der Konzern insbesondere durch Eigenkapital sowie nachrangige Anleihen und Verbindlichkeiten, welche auch unsere wichtigsten Finanzmittel repräsentieren.

Die Finanzlage des Konzerns erläutern wir anhand der folgenden Übersicht, der wir die Passiva der Konzernbilanz zugrunde gelegt haben.

Analyse der Kapitalstruktur

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR In % In Mio. EUR In %
Eigenkapital 9.719 8 8.706 8
Nachrangige Verbindlichkeiten 3.114 2 2.615 2
Versicherungstechnische Rückstellungen – brutto 87.997 71 83.100 72
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich
der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den
Versicherungsnehmern getragen wird 6.586 5 6.067 5
Andere Rückstellungen 2.529 2 2.589 2
Verbindlichkeiten 12.405 10 10.212 9
Passive Steuerabgrenzung 1.722 1 1.488 1
Verbindlichkeiten der als zur Veräußerung gehalten
klassifizierten Veräußerungsgruppen
518 <1 491 1
Summe der Passiva 124.590 100 115.268 100

Währungseinflüsse

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Talanx-Konzern gebündelten Versicherer bestehen naturgemäß währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögensund Finanzlage.

Grundsätzlich erhalten und erbringen jedoch die international tätigen Versicherer im Regelfall Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Assets zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die jeweiligen nationalen Währungen im Anhang unter "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Währungsumrechnung" dargestellt.

Entwicklung der wesentlichen Posten

In der abgelaufenen Periode hat sich das Eigenkapital deutlich um 1.013 Mio. EUR – dies entspricht einem Anstieg von 12% – auf 9.719 (8.706) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil beläuft sich auf 6.083 (5.421) Mio. EUR.

Mit Wirkung vom 2. Mai. 2012 wurde der auf der ordentlichen Hauptversammlung der Talanx AG vom 30. März 2012 beschlossene Aktiensplitt wirksam. Infolge dessen ist das unveränderte Grundkapital nunmehr in 208.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt.

Mit Wirkung vom 6. April 2011 bzw. vom 4. Juni 2012 wurde die in der Hauptversammlung vom 15. November 2010 bzw. 15. Mail 2012 beschlossene bedingte Kapitalerhöhung um bis zu 26 Mio. EUR (bedingtes Kapital) bzw. 78 Mio. EUR (bedingtes Kapital II), eingeteilt in bis zu 20.800.000 bzw. 62.400.000 Stückaktien, wirksam. Bilanzielle Auswirkungen ergeben sich im Berichtszeitraum hierdurch nicht; für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang unter der Angabe 6 "Eigenkapital".

Der Bestand der nachrangigen Verbindlichkeiten stieg per Saldo nach Rückkauf in Höhe von 1 Mio. EUR sowie durch die Ausgabe einer nachrangigen Verbindlichkeit durch Talanx Finanz in Höhe von 500 Mio. EUR um 499 Mio. EUR. Die Ausgestaltungsmerkmale sind im Anhang in den Ausführungen zu Angabe 7 "Nachrangige Verbindlichkeiten" beschrieben.

Ferner besteht eine Kreditlinie für die Talanx AG in Höhe von nominal 1,5 Mrd. EUR, von der in der Berichtsperiode ein zusätzlicher Betrag von 150 Mio. EUR in Anspruch genommen wurde, so dass sich die gesamte Inanspruchnahme auf 700 Mio. EUR beläuft. Das Darlehen wird bei einer Laufzeit bis längstens 31. Juli 2012 disponibel variabel verzinst. Darüber hinaus hat die Talanx AG per 13. Juli 2011 bzw. 21. Dezember 2011 zwei Verträge über syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien in Höhe von 500 Mio. EUR bzw. 650 Mio. EUR jeweils über eine Laufzeit von fünf Jahren geschlossen. Mit Nachtrag vom 30. März 2012 wurde die Kreditlinie von 650 Mio. EUR um weitere 50 Mio. EUR auf 700 Mio. EUR aufgestockt. Es handelt sich um die Anschlussfinanzierung, die vertraglich erst dann zum Tragen kommt, wenn die bestehende Kreditlinie ausgelaufen ist oder gekündigt wurde oder mit Auszahlung der neuen Kreditlinie ausläuft.

Hinsichtlich weiterer Kreditvereinbarungen sowie Letters of Credit verweisen wir auf die Darstellung der außerbilanziellen Finanzinstrumente sowie die Darstellungen im Anhang.

Die Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft nach Konsolidierung und unter Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer setzen sich wie folgt zusammen:

30.6.2012 31.12.2011
In Mrd. EUR
Rückstellung für Prämien
überträge
5,6 4,3
Deckungsrückstellung 45,8 44,7
Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
27,9 26,5
Rückstellung für Beitrags
rückerstattung
1,7 1,0
Übrige versicherungstechnische
Rückstellungen
0,2 0,3
Gesamt 81,2 76,8

Hierbei sind die bestehenden Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern mindestens in gleicher Höhe mit Kapitalanlagen zu bedecken. Bezogen auf den Bilanzstichtag beträgt das Verhältnis der Netto-Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen – einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen – unverändert zur Vergleichsperiode 88%. Somit besteht eine Überdeckung der Rückstellung von 11,3 (10,7) Mrd. EUR.

Der Anstieg der Bruttodeckungsrückstellungen wird insbesondere durch die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland (+546 Mio. EUR) sowie Personen-Rückversicherung getragen (+510 Mio. EUR). Ursächlich für diese Entwicklung ist das Wachstum dieser Segmente insbesondere bei Hannover Rückversicherung AG (+303 Mio. EUR), neue leben Lebensversicherung AG (+233 Mio. EUR), PB Lebensversicherung AG (+167 Mio. EUR), Hannover Life Reassurance, USA (+106 Mio. EUR) sowie TARGO Lebensversicherung AG (+103 Mio. EUR).

Der Zuwachs der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (brutto) von 5% – dies entspricht 1.481 Mio. EUR – entfällt im Wesentlichen mit 866 Mio. EUR auf das Segment Schaden-Rückversicherung sowie mit 344 Mio. EUR auf die Personen-Rückversicherung. Während der Zuwachs im Segment Schaden-Rückversicherung im Wesentlichen durch die Hannover Rückversicherung AG (+666 Mio. EUR) getrieben ist, stellte sich der Zuwachs in der Lebensrückversicherung im gesamten Segment ein.

Eigenkapital

Die wesentlichen Eigenkapitalveränderungen haben folgende Ursachen:

Das Konzernergebnis, das auf die Aktionäre der Talanx AG entfällt, stieg deutlich um 65% auf 354 (215) Mio. EUR und wurde vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Die "Nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (Übrige Rücklagen)" erhöhten sich deutlich gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 um 92% auf 657 Mio. EUR. Maßgeblich für diese Entwicklung sind die nicht realisierten Kursgewinne/-verluste aus den Kapitalanlagen, welche von 626 Mio. EUR auf 1.042Mio. EUR angestiegen sind (vor Gewinnbeteiligungen der Versicherungsnehmer/Shadow Accounting und nach Steuern). Ursächlich ist vor allem das niedrige Zinsniveau, das zu einem erhöhten Bilanzausweis unserer festverzinslichen Wertpapiere der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" führt. Dem gegenüber steht ein erheblicher Rückgang der Übrigen Eigenkapitalveränderungen (–423 Mio. EUR), die im Wesentlichen Gewinnbeteiligungen der Versicherungsnehmer/Shadow Accounting an den nicht realisierten Kursgewinnen/-verlusten enthalten. Das Bewertungsergebnis aus Cashflow-Hedges (+64 Mio. EUR) beeinflusste diese Entwicklung ebenfalls positiv; insbesondere aufgrund der Zinsentwicklung ist das Eigenkapital aus der Absicherung des Zinsänderungsrisikos für künftige Transaktionen gestiegen.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich aufgrund der Partizipation an den unrealisierten Gewinnen und Verlusten aus Kapitalanlagen sowie der Änderung im Konsolidierungskreis (TU Europa-Gruppe) um 351 Mio. EUR – dies entspricht 11% – auf 3.636 Mio. EUR. Der Anteil am Periodenüberschuss der nicht beherrschenden Gesellschafter am Eigenkapital beläuft sich auf 225 (145) Mio. EUR. Gegenläufig minderte die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter das Eigenkapital – hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern in Höhe von 183 (182) Mio. EUR.

Entwicklung des Eigenkapitals

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Gezeichnetes Kapital 260 260
Kapitalrücklage 630 630
Gewinnrücklage 4.536 4.188
Nicht ergebniswirksame
Eigenkapitalbestandteile und
übrige Rücklagen
657 343
Konzerneigenkapital 6.083 5.421
Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital
3.636 3.285
Summe 9.719 8.706
Darstellung des Segmenteigen
kapitals1) einschließlich darauf
entfallender Anteile nicht beherr
schender Gesellschafter 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Segment
Industrieversicherung 1.864 1.683
davon Minderheiten
Privat- und Firmenversicherung
Deutschland
2.535 2.417
davon Minderheiten 23 23
Privat- und Firmenversicherung
International
1.627 709
davon Minderheiten 120 7
Rückversicherung 6.084 5.595
davon Minderheiten 3.778 3.295
Konzernfunktionen –2.400 –1.702
davon Minderheiten
Konsolidierung 9 4
davon Minderheiten –285 –40
Gesamtes Eigenkapital 9.719 8.706
Konzerneigenkapital 6.083 5.421
Anteil nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital
3.636 3.285

1) Das Segmenteigenkapital ist definiert als Residualgröße aus Segmentaktiva und -passiva

Anmerkung: Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter am Eigenkapital für den Geschäftsbereich Rückversicherung werden vereinfacht aus den Konzernminderheiten des Hannover Rück-Konzerns abgeleitet; zu diesem Zweck werden die beiden Rückversicherungssegmente zusammengefasst dargestellt.

Der Anstieg der Anteile der nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital im Segment Privat- und Firmenversicherung International ist im Wesentlichen auf den Erwerb der TU Europa-Gruppe zurückzuführen.

Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der

Talanx AG ist. Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 753 (753) Mio. EUR, nachrangige Verbindlichkeiten von 300 (300) Mio. EUR sowie Darlehen in Höhe von 709 (559) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden.

Der Saldo in der Konsolidierungsspalte ist im Wesentlichen das Ergebnis von Bewertungsdifferenzen von Forderungen aus der Lebensrückversicherung und Verbindlichkeiten bei Lebenserstversicherungen. Diese sind durch die verpflichtende Anwendung unterschiedlicher Rechnungslegungsstandards für Erst- und Rückversicherung nicht zu vermeiden.

Der Anstieg der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in der Konsolidierungsspalte ist darauf zurückzuführen, dass die Muttergesellschaft der Hannover Reinsurance (Ireland) Plc (bis 2011: Hannover Rück Beteiligung Verwaltungs-GmbH) nicht mehr dem Segment Schaden-Rückversicherung zugerechnet wird, die neue Muttergesellschaft (ab 2012: Hannover Life Reassurance (Ireland) Plc) wird im Segment Personen-Rückversicherung bilanziert. Daher findet die Kapitalkonsolidierung technisch nicht mehr in den Rückversicherungssegmenten statt, sondern in der Konsolidierungsspalte (intersegmentäre Konsolidierung). Dieser Entwicklung steht der Anstieg der nicht beherrschenden Gesellschafter in den beiden Rückversicherungssegmenten gegenüber.

Liquidität und Finanzierung

Liquidität generieren wir vornehmlich aus unserem operativen Erst- und Rückversicherungsgeschäft, der laufenden Verzinsung unserer Kapitalanlagen und aus Finanzierungsmaßnahmen. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass der Talanx-Konzern jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Zu Liquiditätsengpässen kam es folglich nicht.

Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung

Den vollständigen Zahlungsmittelzufluss haben wir in der Kapitalflussrechnung im Anhang veröffentlicht; zusammengefasst stellt er sich wie folgt dar:

1.1.–30.6.
2012
1.1.–30.6.
20111)
In Mio. EUR
Kapitalfluss aus laufender
Geschäftstätigkeit
3.206 2.789
Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit –2.981 –2.084
Kapitalfluss aus Finanzierungs
tätigkeit
366 –427
Veränderung des Finanzmittelfonds 591 278

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, der auch erhaltene Zahlungen aus den erwirtschafteten Kapitalerträgen beinhaltet, ist im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 3.206 (2.789) Mio. EUR gestiegen. Bei der Ermittlung wird das Periodenergebnis von 579 (360) Mio. EUR in der Konzern-Kapitalflussrechnung um den Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungen (Nettobetrachtung) korrigiert (3,0 Mrd. EUR). Der Anstieg des Kapitalflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 417 Mio. EUR resultiert somit fast ausschließlich aus der Veränderung der Sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge (+613 Mio. EUR), die im Wesentlichen aus der Veränderung der Versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, resultieren. Ausweislich der Bilanz auf den 30. Juni 2012 ist dieser Posten per Saldo um 519 Mio. EUR auf 6.586 Mio. EUR angewachsen.

Die Auszahlungen für den Erwerb von Kapitalanlagen bestimmen den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit. Wie auch in der Vergleichsperiode übersteigen die Auszahlungen aus dem Kauf von Finanzinstrumenten die Zahlungsmittelrückflüsse aus dem Verkauf bzw. der Fälligkeit von Kapitalinstrumenten mit 1.789 Mio. EUR, nach 1.064 Mio. EUR in der Vergleichsperiode. Darüber hinaus bestimmen die Auszahlungen für Übrige Kapitalanlagen (–357 Mio. EUR) sowie die Veränderungen der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (–489 Mio. EUR) – Letztere

stehen im engen Zusammenhang mit der Entwicklung des korrespondierenden Passivpostens im Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit – die Mittelabflüsse. Sie sanken per Saldo um 31 Mio. EUR auf –846 Mio. EUR. Ferner führten die Erwerbe der Metropolitana Compañía de Seguros sowie der TU Europa-Gruppe unter Berücksichtigung der erhaltenen Finanzmittel der Gesellschaften zu einem Mittelabfluss in der Berichtsperiode von 200 Mio. EUR. Wir verweisen insoweit auf unsere Ausführungen im Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode". Im Rahmen des Verkaufs von konsolidierten Unternehmen sind in der Berichtsperiode 4 Mio. EUR abgeflossen.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde in der Berichtsperiode durch die gezahlte Dividende in Höhe von 183 (182) Mio. EUR sowie die signifikant angestiegenen Veränderungen der sonstigen Finanzierungsaktivitäten in Höhe von 549 Mio. EUR, nach –245 Mio. EUR, bestimmt. Die sonstigen Finanzierungstätigkeiten sind in der Berichtsperiode durch die Begebung einer nachrangigen Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) in Höhe von 500 Mio. EUR sowie der Inanspruchnahme der Kreditlinie geprägt. Daneben ergaben sich Zinszahlungen in Höhe von 90 (82) Mio. EUR. Die Vergleichsperiode beinhaltet zudem die Rückzahlung der durch die Hannover Finance (Luxembourg) S.A. gekündigten nachrangigen Schuldverschreibung (Nominalwert 138 Mio. EUR).

Im ersten Halbjahr 2012 ist der Zahlungsmittelbestand, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, per Saldo um 618 Mio. EUR auf 2,2 Mrd. EUR (verglichen mit dem Stand zum 31. Dezember 2011) gestiegen. Vom Zahlungsmittelbestand wurden 43 Mio. EUR für Veräußerungsgruppen nach IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" in Abzug gebracht. Ausführliche Informationen zu Veräußerungsgruppen finden sich im Anhang (Kapitel VI).

Risikobericht

Chancen- und Risikomanagement betrachten wir als eine unserer zentralen Aufgaben. Die vollständige Überwachung und die exakte Steuerung unserer Risikoposition im Konzern und den Geschäftsbereichen mit dem Ziel, existenzbedrohende Entwicklungen zu vermeiden und gleichzeitig sich bietende Chancen wahrzunehmen, ist ein zentraler Auftrag der Talanx AG.

Die aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Risikostrategie formuliert die Ziele und Strukturen des Risikomanagements. Voraussetzungen für die Übernahme von Risiken sind Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zum Risikobudget des Konzerns. Die Risikostrategie bildet als eigenständiges Regelwerk das Fundament für das konzernweite Risikomanagement. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist die Risikostrategie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider.

Als international operierender Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzern gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit verbunden sind. Sowohl die Unternehmensals auch die Risikostrategie unterliegen einem etablierten Überprüfungsprozess. Durch diese Überprüfung unserer Annahmen und einer gegebenenfalls daraus abgeleiteten Adjustierung wollen wir die Adäquanz unserer strategischen Leitlinien und damit ein Handeln auf adäquater Informationsbasis sicherstellen.

Die derzeitig aufsichtsrechtlich gültigen Solvabilitätsanforderungen werden vom Talanx-Konzern erfüllt.

Wesentlich für ein effizientes Risikomanagementsystem ist das Zusammenwirken der einzelnen Funktionen und Gremien innerhalb des Gesamtsystems. Die Talanx hat die Rollen wie folgt definiert:

Steuerungselement Wesentliche Aufgabe im Risikomanagement
Aufsichtsrat Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u.a. auch im Hinblick auf die
Risikostrategie und das Risikomanagement
Vorstand Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
Festlegung der Risikostrategie
Verantwortung für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements
Risikokomitee Risikoüberwachungs- und Koordinationsgremium, insbesondere mit folgenden Aufgaben:
Kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter besonderer Beachtung
des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie
Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf existenzgefährdende Risiken
Chief Risk Officer Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation
und Bewertung, Kontrolle/Überwachung und Berichterstattung) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken
Zentrales
Risikomanagement
Konzernübergreifende Risikoüberwachungsfunktion
Methodenkompetenz, u.a. für die
Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikobewertung, -steuerung und -analyse
Risikolimitierung und -berichterstattung
Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals
Dezentrales
Risikomanagement
Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen
Beachtung der zentral definierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellenwerte,
die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Überwachung und Berichterstattung dienen
Interne Revision Prozessunabhängige Überprüfung der Funktionsbereiche des Konzerns

Neben diesen (Risiko-)Funktionen und Gremien sind für gesonderte Themen auch organisatorische Strukturen, wie z.B. Krisenstäbe für die Bewältigung von Notfallereignissen und Krisenfälle, implementiert.

Die Risikoberichterstattung im Zwischenbericht fokussiert auf wesentliche Veränderungen der Risikolage, die nach der Erstellung des Talanx-Konzerngeschäftsberichtes 2011 eingetreten sind. Auf eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Risikoarten wird hier unter Verweis auf die ausführlichen Angaben im Geschäftsbericht verzichtet.

Die Risikolage des Talanx-Konzerns ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien, die sich am Deutschen Rechnungslegungs Standard DRS 5-20 sowie dem Risikokatalog der MaRisk (VA) orientieren:

Risikokategorie Wesentliche Risiken Wichtige Risikosteuerungsmaßnahmen
Versicherungstechnische Risiken
Segmentübergreifend:
Konzentrationsrisiko Risikoausgleich durch Diversifikation
Schaden/Unfall (Erst- und Rückversicherung):
Tatsächlicher Schadenverlauf weicht vom erwarteten
Schadenverlauf ab (Prämien/Schadenrisiko)
Versicherungstechnische Rückstellungen reichen nicht
aus, um noch nicht abgewickelte und noch nicht bekannte
Schäden vollständig zu regulieren
Schadenanalyse und regelmäßige Überwachung
des Schadenverlaufs
Aktuarielle Modellierungen und Überwachung
der Naturgefahrenexponierung
Selektives Underwriting
Fachrevisionen
Angemessener Rückversicherungsschutz
Bildung Spätschadenreserven
Externe aktuarielle Überprüfung der Rückstellungen
Personen-Erstversicherung:
Änderungen der biometrischen Rechnungsgrundlagen
Zinsgarantierisiko bei Lebensversicherungsverträgen mit
garantierten Zinsleistungen
Stornorisiken
Regelmäßige Überprüfung der biometrischen
Rechnungsgrundlagen
Einkalkulation von Sicherheitszuschlägen
bei Berechnungsgrundlagen
Ständige Beobachtung der Kapitalanlagen und -märkte,
Ergreifen entsprechender Steuerungsmaßnahmen
Zinssicherungsinstrumente
Anpassung der Überschussbeteiligung
Kostencontrolling, Fokus auf variable Vertriebskosten
Sorgfältige Vermittlerauswahl
Konsequente Beobachtung des MCEV
Personen-Rückversicherung:
Änderungen der biometrischen Rechnungsgrundlagen
Storno- und Kreditrisiko bei der Vorfinanzierung
von Abschlusskosten der Zedenten
Anwendung abgesicherter biometrischer
Berechnungsgrundlagen
Konsequente Beobachtung des MCEV
Forderungsausfallrisiken aus dem Versicherungsgeschäft
Segmentübergreifend:
Forderungsausfall gegenüber Rückversicherern,
Retrozessionären, Versicherungsnehmern und
-vermittlern
Sorgfältige Auswahl von Rückversicherern
und Retrozessionären
Fortlaufende Beobachtung der Bonität
Maßnahmen zur Besicherung der Forderungen
Effektives Mahnverfahren und Verminderung
der Außenstände
Bildung angemessener Pauschalwertberichtigungen
Risiken aus Kapitalanlagen
Segmentübergreifend:
potenzielle Verluste aufgrund von nachteiligen
Veränderungen von Marktpreisen (Zinsen,
Aktien- und Wechselkurse)
Wertverluste aufgrund von nachteiligen
Veränderungen der Bonität von Schuldnern
Illiquiditätsrisiko: Bestände/offene Positionen
können nicht oder nur mit Verzögerungen oder
Abschlägen veräußert/geschlossen werden
Steuerung der Marktpreisrisiken mittels
Value at Risk (VaR)
Ermittlung unternehmensspezifisch und
aufsichtsrechtlich gebotener Stresstests
Kongruente Währungsbedeckung
Einbeziehung von Ratings (Ratingagenturen,
interne Ratings) bei Investitionsentscheidungen
Liquide Anlagestruktur
Risikokategorie Wesentliche Risiken Wichtige Risikosteuerungsmaßnahmen
Operationale Risiken
Segmentübergreifend:
Gefahr von Verlusten infolge des Versagens von Personen,
Systemen oder Verfahren bzw. aufgrund externer Ereignisse
Vielfältiges und ursachenbezogenes Risikomanagement
(einschließlich der Missachtung von Compliance-Regeln) Internes Kontrollsystem
Sonstige Risiken
Segmentübergreifend:
Beteiligungsrisiken Talanx AG: Instabilität der
Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen
und/oder des Beteiligungsportfolios
Geeignete Instrumente im Controlling, interner Revision
und im Risikomanagement
Segmentale und regionale Diversifizierung
Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnis
verstetigende Produkt- und Portfoliobereiche
Due-Diligence-Prüfungen
Liquiditätsrechnungen und -prognosen
Emerging Risks: Neue zukünftige Risiken, deren Risikogehalt
noch nicht zuverlässig bekannt ist und deren Auswirkungen
nur schwer beurteilt werden können
Diverse Steuerungsmaßnahmen, wie z.B. Rückversicherung,
Diversifikation, Risikoausschlüsse, Sicherheitsmargen,
Notfallpläne, etc.
Strategische Risiken: Gefahr eines Missverhältnisses
zwischen der Unternehmensstrategie und den
sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des
Unternehmensumfelds
Mindestens jährliche Überprüfung der
Unternehmens- und Risikostrategie
Anpassung der Prozesse und Strukturen im
Bedarfsfall
Reputationsrisiken: Mögliche Beschädigung des Rufes des
Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in
der Öffentlichkeit
Festgelegte Kommunikationswege
Professionelle Öffentlichkeitsarbeit
Erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien
Etablierte Geschäftsgrundsätze

Die deutsche Wirtschaft befindet sich trotz hoher Staatsverschuldung bzw. schwieriger Ent-/Umschuldungsbemühungen im Euroraum nach wie vor in einer stabilen Situation. Die konjunkturelle Dynamik hat zuletzt sogar leicht zugelegt, auch wenn sich die Stimmungsindikatoren zunehmend eintrüben. Durch das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und Zweifel an der nachhaltigen Finanzierung einiger Staaten wird jedoch vielfach eine Konjunkturabkühlung prognostiziert.

Die Probleme der Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone sind weiterhin ungelöst. Mittlerweile refinanzieren sich bereits Spanien, Griechenland, Irland, Portugal und Zypern indirekt oder direkt über europäische und internationale Hilfsfonds. Insbesondere in Griechenland wird die dringend notwendige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte durch eine tiefe und lang anhaltende Rezession erschwert. Mit dem vom griechischen Parlament im Februar 2012 verabschiedeten Gesetz zum Schuldenschnitt realisierten sich für den Talanx-Konzern weitere Abschreibungen auf den Bestand an griechischen Staatsanleihen, der zum Stichtag 30. Juni 2012

einen Marktwert von 2,7 Mio. EUR aufwies. Aufgrund unseres zum Ende des Jahres 2011 sehr niedrig ausfallenden Bestandes wird der Abschreibungsbedarf im Berichtsjahr nur sehr geringen Einfluss auf das Kapitalanlageergebnis des Konzerns haben. Die Finanzierungskosten der Staaten Spanien und Italien an den Kapitalmärkten sind im Berichtsquartal auf ein Niveau gestiegen, das die Refinanzierbarkeit der bestehenden Verschuldung bzw. die Finanzierung der erforderlichen Neuverschuldung über den Kapitalmarkt zunehmend fraglicher erscheinen lässt. Der Talanx-Konzern besitzt gegenüber den sogenannten GIIPS-Staaten Staatsanleihen zum 30. Juni 2012 zu Marktwerten in Höhe von 1.056 Mio. EUR (davon Italien 606 Mio. EUR, Spanien 196 Mio. EUR, Irland 228 Mio. EUR und Portugal 23 Mio. EUR ohne Berücksichtigung der fondsgebundenen Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen), sodass hieraus bonitätsbedingte Ausfälle resultieren können. Durch Sicherungsmaßnahmen auf europäischer Ebene (sogenannter Europäischer Rettungsschirm) droht bei den Anleihen der GIIPS-Staaten, abgesehen von Griechenland, derzeit noch kein erhöhtes Ausfallrisiko.

In zunehmendem Maße zeigt sich in internationalen Märkten infolge der Banken- und Wirtschaftskrise sowie der sich abzeichnenden Anpassungen von Aufsichtsnormen eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalanforderungen. Diese Entwicklung könnte auch einzelne ausländische Tochtergesellschaften des Konzerns betreffen und Kapitalmaßnahmen erfordern.

Es sind bislang keine konkreten Risiken erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns existenziell beeinträchtigen könnten. Insbesondere hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Banken- und Wirtschaftsbzw. Staatsschuldenkrise besteht jedoch ein hoher Grad an Unsicherheit, ob sich diesbezügliche Risiken nicht zukünftig weiter konkretisieren und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns nachhaltig beeinträchtigen werden. Die weitere Entwicklung der Krise kann vor allem auch nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherungsnehmer haben. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass trotz der regen Bemühungen des europäischen sowie des deutschen Gesetzgebers, den aufsichtsrechtlichen Rahmen für Versicherungsgruppen voranzutreiben, wichtige Einzelpunkte immer noch Gegenstand laufender Diskussionen sind. Hieraus ergeben sich Unsicherheiten für den in Zukunft maßgeblichen gesetzlichen Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit. Insbesondere ist unklar, welche Umsetzungslasten aus der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen abschließend resultieren werden.

Prognosebericht

Unsere nachstehenden Ausführungen über die erwarteten Entwicklungen des Talanx-Konzerns und seiner Gesellschaften stützen sich auf fundierte Experteneinschätzungen Dritter sowie auf die von uns als schlüssig erachteten internen Planungen und Prognosen; dennoch handelt es sich um unsere subjektive und ihrer Natur nach ungewisse Einschätzung. Obwohl wir die zugrunde liegenden Annahmen mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen getroffen haben, kann aufgrund der für Zukunftsaussagen grundsätzlich geltenden Unsicherheiten, insbesondere hinsichtlich zukünftiger Kapitalmarktverhältnisse, Naturkatastrophen und des rechtlichen Umfeldes, nicht ausgeschlossen werden, dass die tatsächlichen Entwicklungen von der hier wiedergegebenen erwarteten Entwicklung abweichen werden. Die Prognoseunsicherheit wird durch die globale Vernetzung der Wirtschaftsbeziehungen und der Kapitalmärkte erschwert. Die Effekte der Finanzund Wirtschaftskrise werden sich unserer Ansicht nach in der Versicherungswirtschaft auch weiterhin auswirken.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunktur in der Eurozone dürfte weiterhin im Bann der Staatsschuldenkrise bleiben. Gleichwohl befindet sich die Eurozone zunehmend im Wandel hin zu einer Transferund Sanktionsunion. Als problematisch erachten wir, dass der Konsolidierungseifer innerhalb der Eurozone abnimmt, weshalb strukturelle Probleme in den Hintergrund gedrängt werden. Auf diese Weise kann das notwendige Vertrauen an den Finanzmärkten nur schwerlich zurückgewonnen werden. Spanien kommt bei der Bewältigung der nationalen Schuldenkrise sicherlich eine Schlüsselrolle für den weiteren Verlauf der Eurokrise zu. Auch in den USA wird eine Haushaltskonsolidierung in den kommenden Quartalen immer dringlicher, was sich vor dem Hintergrund eines sich bereits abschwächenden Wachstums tendenziell negativ auf das zukünftige Wachstum auswirken dürfte. Zudem sehen wir keine nachhaltige Verbesserung des amerikanischen Arbeitsmarktes. Spannend bleibt die Entwicklung in den Emerging Markets, wo die Dynamik des Aufschwungs zuletzt deutlich nachgelassen hat. In Anbetracht der bereits beobachtbaren globalen Abkühlung erachten wir ein Soft Landing in den Emerging Markets als den wahrscheinlichsten Ausgang, also ein langsames Abflauen des Wachstums.

Die anhaltend expansive Geldpolitik sollte unserer Einschätzung nach nicht zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsraten im Berichtsjahr führen, da die durch die Zentralbanken induzierte Liquidität bislang noch nicht in die Realwirtschaft dringt. Zudem finden niedrigere Notierungen für Rohstoffe nach und nach Einzug in die Inflationsraten.

Kapitalmärkte

Die trotz des griechischen Schuldenschnittes ungelöste Verschuldungsproblematik in der EU, die weiter sehr umfangreichen Herausforderungen im Bankensektor hinsichtlich Liquidität, Eigenkapital und Ertragssituation sowie die schwachen, sich eintrübenden Konjunkturerwartungen lassen zumindest für 2012 anhaltend niedrige Renditen erwarten. Es gibt aktuell keine fundamentalen Gründe für einen über technische Korrekturen hinausgehenden Zinsanstieg. Nach der letzten Zinssenkung der EZB im Juli halten wir im Berichtsjahr eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte in der Eurozone für möglich. Die USA haben sich quasi verpflichtet, die Leitzinsen in den nächsten zwei Jahren auf dem derzeit niedrigen Niveau zu belassen.

Eine dauerhafte Stabilisierung der allgemeinen Risikosituation ist bisher nicht gelungen. Selbst nach den anfangs vielversprechenden Lösungsansätzen sind die Marktteilnehmer binnen Tagen wieder in den Risk-off-Modus gewechselt und haben in sichere, aber renditeschwache Anlagen investiert. Insbesondere im Segment der Staatsanleihen besteht weiterhin ein hoher Refinanzierungsbedarf; Renditen und Risikoaufschläge werden volatil bleiben.

Wir nehmen an, dass die Eintrübung der globalen Konjunktur und die anhaltende Krise in der Eurozone das Potenzial der Aktienmärkte deutlich einschränken. Gleichwohl positiv sind die nach wie vor historisch günstige fundamentale Bewertung der Aktien sowie die relativ zu den Bondmärkten attraktive Dividendenrendite. Zudem dürfte der Aktienmarkt kurzfristig weiterhin vor allem von der steigenden Liquidität in den Märkten profitieren, die Volatilität dürfte nach unserer Einschätzung allerdings hoch bleiben. Abrupte Rückgänge nach kurzfristigen Liquiditätshaussen sind unvermeidbar, solange diese nicht durch ein sich wieder stabilisierendes globales makroökonomisches Bild untermauert werden.

Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns

Für den Talanx-Konzern streben wir auf konsolidierter Basis ein organisches Wachstum der gebuchten Bruttoprämien an, das der durchschnittlichen Steigerungsrate der vergangenen zwei Jahre entsprechen soll. Hierzu sollen insbesondere die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung International sowie die Rückversicherung beitragen. Hinzu kommen unsere polnischen Akquisitionen Europa Group und Warta mit Closing im Juni bzw. Juli 2012.

Industrieversicherung

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG zählt zu den großen Industrieversicherern in Europa und ist einer der Marktführer in Deutschland, gemessen am Prämienvolumen. Steigende Prämieneinnahmen und ein zunehmendes Auslandsgeschäft untermauern die starke Position im internationalen Wettbewerb. Darauf aufbauend gehen wir von einer weiterhin positiven Prämienentwicklung aus.

Wir rechnen mit einem anhaltenden Prämiendruck, bedingt durch die im Wesentlichen stagnierende Versicherungsnachfrage bei steigenden Versicherungskapazitäten. In der Sparte Kraftfahrt lassen sich langsam Ratenerhöhungen im Markt durchsetzen. In der Sparte Feuer werden aller Voraussicht nach in einigen Märkten hohe Schäden durch Naturkatastrophen im Vorjahr zu Ratenerhöhungen führen. Durch die gute Kapitalausstattung des Segments Industrieversicherung ist es ein strategisches Ziel, unseren Selbstbehalt in den kommenden Jahren sukzessive zu steigern, um somit überproportional vom Prämienwachstum zu profitieren.

Unserer Ansicht nach bestehen unverändert im Ausland die größten Wachstumschancen – auch angesichts unserer schon jetzt hohen inländischen Marktdurchdringung. Daher soll 2012 und 2013 der Ausbau zum Global Player weiter vorangetrieben werden. Europaweit streben wir den Ausbau unseres Industriegeschäfts in den Bereichen Lokalgeschäft, Mittelstand und internationale Versicherungsprogramme an. Unsere Zielregionen außerhalb Europas sind weiterhin Lateinamerika, (Süd-)Ostasien und die Arabische Halbinsel. Durch den Ausbau der HDI Seguros Madrid (Spanien) zur Drehscheibe für Industrieversicherungslösungen in Lateinamerika und dank der strategischen Partnerschaft mit PVI Holdings, dem führenden vietnamesischen Industrieversicherer, befinden wir uns auf einem guten Weg. In Indien geht der Geschäftsbereich mit einem Gemeinschaftsunternehmen an den Start: Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG wird noch in diesem Herbst zusammen mit der indischen NBFC Magma Fincorp Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft in dem nach Einwohnerzahl zweitgrößten Land der Erde aufnehmen. Außerdem wurden Niederlassungen in Singapur und Bahrain eröffnet. Letztere wird HDI-Gerling Industrie künftig als eine Drehscheibe für Industrieversicherung in der Golfregion nutzen.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

Für das Berichtsjahr streben wir im Konzernsegment Privatund Firmenversicherung Deutschland an, die Bruttoprämieneinnahmen des vergangenen Jahres zu halten. Bei den Sachversicherungsprodukten erwarten wir aufgrund einer relativ hohen Marktdurchdringung keinen wesentlichen Mengeneffekt für die Prämienentwicklung. In der Kraftfahrtversicherung, die einen hohen Anteil an den Prämieneinnahmen in der Sachversicherung ausmacht, könnte eine leichte Anhebung des Preisniveaus im Markt erfolgen. Verbunden damit streben wir für 2012 ein leicht steigendes Prämienvolumen an. Aufgrund der aktuellen Marktsituation gehen wir hingegen für Lebensversicherungsprodukte von leicht rückläufigen Prämieneinnahmen aus.

Die Umstrukturierung des Geschäftsbereichs setzen wir fort. Ziel ist es, die Geschäftsprozesse und Organisation an den Wünschen der Kunden und Vertriebspartner auszurichten, um einen besonders effizienten und stark auf den Kunden ausgerichteten Versicherer entstehen zu lassen. Darüber hinaus wird in den nächsten zwei Jahren ein Schwerpunkt auf der Beseitigung von Kostennachteilen liegen. Management und Konzernbetriebsrat haben sich am 6. Juli 2012 auf einen Sozialplan geeinigt, der die wirtschaftlichen Nachteile für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsbereichs ausgleichen soll, die das Umstrukturierungsprogramm mit sich bringt. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Reduktion

der Komplexität im Unternehmen und zur Erhöhung der Kundenorientierung wird die weiter vorne beschriebene Bündelung des Produktangebotes der Sachversicherung in einer Gesellschaft sein.

Privat- und Firmenversicherung International

Das ausländische Privatkundengeschäft verfolgt eine klare Expansionsstrategie und zielt dabei auf Prämienwachstum bei einer angemessenen Profitabilitätssteigerung. Wir konzentrieren uns auf den weiteren Aus- und Aufbau des Geschäfts in unseren Zielregionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa und Türkei durch organisches und anorganisches Wachstum. Marktchancen zum gemeinsamen Wachstum im Ausland wollen wir auch zusammen mit unserem strategischen Partner Meiji Yasuda nutzen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf der Optimierung der Aktivitäten in den bestehenden Märkten.

Wir gehen in den ausländischen Märkten, in denen wir im Privatkundengeschäft tätig sind, von einem Prämienwachstum aus. Die Zukäufe der polnischen Versicherer Europa-Gruppe und Warta werden dabei zusätzliche Prämieneinnahmen für dieses Segment beisteuern. Im polnischen Markt, in dem wir bislang überwiegend im Kraftfahrzeug-Haftpflichtgeschäft tätig sind, werden wir durch Abschluss der Zukäufe der Europa-Gruppe und der Warta die Angebotspalette deutlich erhöhen und voraussichtlich die nach Prämienvolumen zweitgrößte Versicherungsgruppe sein. Der bislang dynamischste Wachstumstreiber im ausländischen Privatkundengeschäft ist HDI Seguros in Brasilien.

Schaden-Rückversicherung

In der Schaden-Rückversicherung sind die Marktbedingungen sehr vielversprechend. In den Erneuerungsrunden zum 1. Juli 2012 – hier liegt der Fokus auf Nordamerika sowie Australien und Neuseeland – waren überwiegend Ratensteigerungen zu erzielen. Angesichts der schadenträchtigen Naturkatastrophen 2011 in Australien und insbesondere in Neuseeland konnten wir in diesen Regionen deutliche Ratensteigerungen und verbesserte Konditionen durchsetzen. Auch in den Haftpflichtsparten waren Ratensteigerungen im Durchschnitt von 5% bis 10% zu verbuchen. Positiv wirkten sich auch die gestiegenen Anforderungen der Aufsichtsbehörden aus, wodurch mehr Rückversicherungsdeckung eingekauft wird. Insgesamt konnten wir das Prämienvolumen unseres Portefeuilles in Australien und Neuseeland bei geringerer Haftung leicht erhöhen. Für die weiteren Vertragserneuerungstermine 1. Oktober 2012 und 1. Januar 2013 gehen wir davon aus, dass die positive Preisentwicklung weiter anhält.

Mit den Erneuerungsergebnissen für unser Nordamerika-Geschäft sind wir weitgehend zufrieden, wenngleich sich noch keine einheitliche Verhärtung des Marktes feststellen lässt. In der Sach-Katastrophenrückversicherung setzte sich der Trend zu weiteren Preiserhöhungen auch bei dieser Erneuerungsrunde fort. Hier konnten wir Ratenerhöhungen von durchschnittlich 5% und 10% erzielen. Im Bereich der nicht-proportionalen Sachrückversicherung waren bei schadenbelasteten Programmen Preisanstiege von 20% bis 30% möglich, für schadenfreie Programme bis zu 5%. In der proportionalen Rückversicherung zeigten sich die Raten und Bedingungen größtenteils unverändert. Sehr erfreulich verlief für uns erneut die Vertragserneuerungsrunde für das kanadische Geschäft zum Termin 1.Juli 2012. Hier nehmen wir an, dass der positive Trend weiterhin Bestand haben wird.

Auch in den weiteren Vertragserneuerungsrunden gehen wir insgesamt von guten Ergebnissen aus. Für das Gesamtjahr 2012 streben wir in der Schaden-Rückversicherung ein währungskursbereinigtes Wachstum der Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von 5% bis 7% an.

Personen-Rückversicherung

Die Aussichten für die internationale Personen-Rückversicherung sind unverändert positiv. Angesichts der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern sowie des beständigen Wachstums in den Schwellenmärkten Asiens,

im Wesentlichen in der Volksrepublik China und Indien, profitieren besonders Pflegeversicherungs- und Altersvorsorgeprodukte sowie klassische Lebensversicherungen. Wachstumschancen erwarten wir ebenfalls aus finanzorientierten Rückversicherungslösungen zur Solvenz- und Eigenkapitalentlastung von Lebenserstversicherern. Die Nachfrage wird mit Blick auf die Einführung von Solvency II insbesondere für europäische Versicherer weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich Langlebigkeit bietet nach wie vor Großbritannien als am weitesten entwickelter Markt die attraktivsten Geschäftsaussichten, sowohl bei den Vorzugsrenten als auch bei der Übernahme von Risiken aus bestehenden Pensionsfonds.

Wir gehen derzeit von einem vielversprechenden zweiten Halbjahr 2012 aus und streben für das laufende Jahr – konstante Währungskurse vorausgesetzt – ebenfalls ein organisches Bruttoprämienwachstum zwischen 5% und 7% an.

Konzernfunktionen

Eine der wichtigsten Kennzahlen dieses Segments sind die selbst verwalteten Kapitalanlagen. Analog zur angestrebten Expansion im Versicherungsgeschäft sollten sie aufgrund des voraussichtlich positiven Cashflows sowie der Neuakquisitionen in Polen ebenfalls weiter ansteigen. Infolge der aktuellen Staatsschulden- und Finanzmarktkrise besteht jedoch gerade hinsichtlich der Performanceentwicklung der Kapitalanlagen weiterhin Unsicherheit.

Die strategische Partnerschaft mit dem österreichischen Asset-Manager C-QUADRAT Investment AG, an dem Talanx Asset Management GmbH mit 25,1% beteiligt ist, soll weiter ausgebaut werden. Ein weiterer Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit war die Gründung des gemeinsamen Unternehmens Ampega C-Quadrat Fondsmarketing GmbH im April. Durch die Kapazitätsbündelung wird einerseits die Vertriebsstärke gesteigert, und andererseits wird das Fondsangebot wesentlich attraktiver. Beide Gesellschaften werden hiervon ebenso profitieren wie bestehende und potenzielle Kunden.

Konzernabschluss

Konzernbilanz der Talanx AG zum 30. Juni 2012

Aktiva Anhang 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
A. Immaterielle Vermögenswerte 1
a. Geschäfts- oder Firmenwert 867 690
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.678 1.520
2.545 2.210
B. Kapitalanlagen
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 1.289 1.100
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 79 78
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
235 209
d. Darlehen und Forderungen 2 32.229 32.961
e. Sonstige Finanzinstrumente
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 3 4.081 4.294
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 4 36.618 32.141
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 5 1.150 1.000
f. Übrige Kapitalanlagen 4.372 3.967
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 80.053 75.750
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen 1.050
h. Depotforderungen 12.437 11.717
Kapitalanlagen 93.540 87.467
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern
von Lebensversicherungspolicen 6.586 6.067
D. Anteile der Rückversicherer an den
versicherungstechnischen Rückstellungen
6.984 6.462
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 5.683 4.729
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 4.276 4.013
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand 2.188 1.570
H. Aktive Steuerabgrenzung 352 320
I. Sonstige Vermögenswerte 1.859 1.865
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von
Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten
klassifiziert werden
577 565
Summe der Aktiva 124.590 115.268
Passiva Anhang 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
A. Eigenkapital 6
a. Gezeichnetes Kapital 260 260
Nominalwert:
260
Bedingtes Kapital:
104
b. Rücklagen 5.823 5.161
Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 6.083 5.421
c. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 3.636 3.285
Summe Eigenkapital 9.719 8.706
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 7 3.114 2.615
C. Versicherungstechnische Rückstellungen 8
a. Rückstellungen für Prämienüberträge 6.262 4.677
b. Deckungsrückstellung 46.865 45.739
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 32.901 31.420
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.712 1.008
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 257 256
87.997 83.100
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebens
versicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungs
nehmern getragen wird 6.586 6.067
E. Andere Rückstellungen
a. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
b. Steuerrückstellungen
1.347
538
1.343
557
c. Sonstige Rückstellungen 644 689
2.529 2.589
F. Verbindlichkeiten
a. Begebene Anleihen und Darlehen 909 762
b. Depotverbindlichkeiten 5.464 5.039
c. Übrige Verbindlichkeiten 6.032 4.411
12.405 10.212
G. Passive Steuerabgrenzung 1.722 1.488
Summe Verbindlichkeiten/Rückstellungen 114.353 106.071
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen,
die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 518 491
Summe der Passiva 124.590 115.268

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012

Anhang 1.1.–
30.6.2012
1.1.–
30.6.20111)
1.4.–
30.6.2012
1.4.–
30.6.20111)
In Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien
aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung
13.582 12.422 5.977 5.383
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 510 572 259 264
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 1.725 1.467 635 508
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge –1.383 –1.220 312 307
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge –330 –227 66 175
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 9
10.294
9.390 5.329 4.743
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 9.742 9.998 5.074 4.948
Anteile der Rückversicherer 1.087 1.640 528 852
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 12
8.655
8.358 4.546 4.096
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 2.442 2.228 1.232 1.146
Anteile der Rückversicherer 193 191 81 97
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 13
2.249
2.037 1.151 1.049
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 30 18 16 4
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis
113
–83
160
–142
54
–38
85
–81
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung –693 –1.147 –406 –483
9.
a. Erträge aus Kapitalanlagen
1.839 1.769 845 819
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 232 276 125 93
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 1.607 1.493 720 726
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 2
Depotzinsergebnis 139 146 65 78
Kapitalanlageergebnis 10/11
1.748
1.639 787 804
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen,
bewertet nach der Equity-Methode
4 3 2 1
10. a. Sonstige Erträge 327 392 181 149
b. Sonstige Aufwendungen 527 453 253 185
Übriges Ergebnis 14
–200
–61 –72 –36
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 855 431 309 285
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 855 431 309 285
12. Finanzierungszinsen 90 82 49 40
13. Ertragsteuern 186 –11 38 17
Periodenergebnis 579 360 222 228
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 225 145 79 90
davon Aktionäre der Talanx AG 354 215 143 138
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,70 1,03 0,69 0,66
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,70 1,03 0,69 0,66

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012

1.1.–
30.6.2012
1.1.–
30.6.2011
1.4.–
30.6.2012
1.4.–
30.6.2011
In Mio. EUR
Periodenergebnis 579 360 222 228
1. Währungsumrechnung
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode 106 –137 142 35
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand –11 15 –19 1
95 –122 123 36
2. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode 1.110 2 227 181
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung –103 –3 –50 –5
Steuerertrag/-aufwand –183 –4 –43 –38
824 –5 134 138
3. Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/Shadow Accounting
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode –467 26 –51 –45
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand 16 –3 –2 1
–451 23 –53 –44
4. Veränderungen aus Cashflow-Hedges
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode 66 13 16 6
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand –1 –8 3 –1
65 5 19 5
5. Veränderungen der Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode 2 2
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand
2 2
6. Sonstige Veränderungen
Im Sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste der Periode –16 –2 –25 4
Reklassifizierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand 4 1 7
–12 –1 –18 4
Direkt im Sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen der Periode nach Steuern 523 –100 207 139
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen in der Periode 1.102 260 429 367
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 434 77 210 138
davon Aktionäre der Talanx AG 668 183 219 229

Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals

Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalanteile
(übrige Rücklagen)
Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn -
rücklagen
Nicht reali
sierte Kurs -
gewinne/
-verluste
aus Kapital
anlagen
Gewinne/
Verluste
aus der
Währungs
umrechnung
Übrige
Eigen
kapital
verände
rungen
Bewer
tungs
ergebnis
aus
Cashflow
Hedges
Auf
Aktionäre
der Talanx
AG ent
fallendes
Eigen
kapital
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigen
kapital
In Mio. EUR
Stand 31.12.2010 260 630 3.678 522 4 –15 –123 4.956 3.035 7.991
Anpassungen gem. IAS 8 –10 –1 –11 –11
Stand 31.12.2010 260 630 3.668 522 3 –15 –123 4.945 3.035 7.980
Stand 1.1.2011 260 630 3.668 522 3 –15 –123 4.945 3.035 7.980
Periodenergebnis 215 215 145 360
Im Sonstigen Ergebnis erfasste
Erträge und Aufwendungen
–7 –46 16 5 –32 –68 –100
davon Währungsumrechnung –46 –46 –76 –122
davon unrealisierte
Gewinne und Verluste
aus Kapitalanlagen
–7 –7 2 –5
davon Veränderung aus
Cashflow-Hedges
5 5 5
davon Veränderung aus
Equity-Bewertung
davon übrige
Veränderungen1)
16 16 6 22
Gesamte erfasste Erträge
und Aufwendungen
215 –7 –46 16 5 183 77 260
Dividenden an Aktionäre –182 –182
Stand 30.6.2011 260 630 3.883 515 –43 1 –118 5.128 2.930 8.058
Stand 1.1.2012 260 630 4.188 416 46 –59 –60 5.421 3.285 8.706
Änderung des Konsolidierungs
kreises
–6 –6 100 94
Periodenergebnis 354 354 225 579
Im Sonstigen Ergebnis erfasste
Erträge und Aufwendungen
626 47 –423 64 314 209 523
davon Währungsumrechnung 47 47 48 95
davon unrealisierte
Gewinne und Verluste
aus Kapitalanlagen
626 626 198 824
davon Veränderung aus
Cashflow-Hedges
64 64 1 65
davon Veränderung aus
Equity-Bewertung
2 2 2
davon übrige
Veränderungen1)
–425 –425 –38 –463
Gesamte erfasste Erträge
und Aufwendungen
354 626 47 –423 64 668 434 1.102
Dividende an Aktionäre –183 –183
Stand 30.6.2012 260 630 4.536 1.042 93 –482 4 6.083 3.636 9.719

1) Die übrigen Veränderungen enthalten die Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting sowie Sonstige Veränderungen

Konzern-Kapitalflussrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012

1.1.–30.6.2012 1.1.–30.6.20111)
In Mio. EUR
I.
1. Periodenergebnis
579 360
I.
2. Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen
2.968 3.847
I.
3. Veränderung der aktivierten Abschlusskosten
–233 –356
I.
4. Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten
sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten
–729 –1.168
I.
5. Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie der Kapitalanlagen und
Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen 387 386
I.
6. Veränderung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten
–13 38
I.
7. Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen
–140 –92
I.
8. Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
387 –226
I. Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 3.206 2.789
II.
1. Mittelzu-/-abfluss aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen
–4 –3
II.
2. Mittelzu-/-abfluss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen
–200 –146
II.
3. Mittelzufluss aus dem Verkauf von Grundbesitz
15 73
II.
4. Mittelabfluss aus dem Kauf von Grundbesitz
–95 –102
II.
5. Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten
8.677 9.267
II.
6. Mittelabfluss aus dem Kauf von Finanzinstrumenten
–10.466 –10.331
II.
7. Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern
von Lebensversicherungspolicen
–489 –73
II.
8. Veränderung der übrigen Kapitalanlagen
–357 –804
II.
9. Zahlungswirksame Abflüsse aus dem Erwerb materieller und
immaterieller Vermögenswerte
–83 –116
II. 10. Zahlungswirksame Zuflüsse aus dem Verkauf materieller und
immaterieller Vermögenswerte
21 151
II. Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit –2.981 –2.084
III. 1. Mittelzufluss aus Kapitalerhöhungen
III. 2. Mittelabfluss aus Kapitalherabsetzungen
III. 3. Gezahlte Dividenden –183 –182
III. 4. Veränderungen aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten 549 –245
III. Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit 366 –427
Veränderung der Finanzmittelfonds (I.+II.+III.) 591 278
Finanzmittelfonds zu Beginn des Berichtszeitraums 1.612 1.290
Finanzmittelfonds – Währungskurseinflüsse 22 –32
Finanzmittelfonds nicht mehr sowie neu in den Konzernabschluss einbezogener Gesellschaften2) 6 –3
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums 2.231 1.533
Finanzmittelfonds der Veräußerungsgruppen 43 16
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums ohne Veräußerungsgruppen 2.188 1.517
Zusatzinformationen
Gezahlte Steuern 179 135
Gezahlte Zinsen 119 171

1) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

2) Dieser Posten beinhaltet im Wesentlichen Konsolidierungskreisänderungen ohne Unternehmensveräußerungen bzw. -erwerbe

Erläuterung zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe der Berichtsperiode durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Dabei wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Die Darstellung des Zahlungsmittelflusses folgt IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" und den Grundsätzen des Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) Nr. 2 zur Aufstellung von Kapitalflussrechnungen, die durch DRS 2-20 für Versicherungsunternehmen ergänzt und konkretisiert wurden.

Der Empfehlung des DRS 5-20 für Versicherungsunternehmen folgend, haben wir die indirekte Darstellungsmethode für den Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit angewendet. Der Finanzmittelfonds ist auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente begrenzt und entspricht dem Bilanzposten "Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand".

Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die Risikoübernahme und leisten später Zahlungen im Schadensfall. In der Kapitalflussrechnung werden Wechselkurseffekte sowie Einflüsse aus Veränderungen des Konsolidierungskreises gesondert gezeigt. Der Erwerb neuer Tochtergesellschaften wird in der Zeile "Mittelzu-/-abfluss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen" dargestellt; hier wird die Summe der bezahlten Kaufpreise abzüglich der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen.

Die Ertragsteuerzahlungen werden dem Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugerechnet (IAS 7.35). Die in der Berichtsperiode erhaltenen Zinsen belaufen sich auf 1.477 Mio. EUR; die erhaltenen Dividenden betragen 37 Mio. EUR.

Insgesamt betragen die Mittelabflüsse für Unternehmenserwerbe 288 Mio. EUR. Hierbei wurden Finanzmittelfonds mit einem Gesamtwert von 88 Mio. EUR erworben, sodass der Mittelabfluss unter Berücksichtigung der erhaltenen Zahlungsmittel 200 Mio. EUR beträgt. Im Zuge von Unternehmensveräußerungen sind unter Berücksichtigung der Kaufpreiszahlung 4 Mio. EUR abgegangen.

Für den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Sie ersetzt für uns weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung, noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

Anhang und Erläuterungen

I. Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS

Allgemeine Aufstellungsgrundsätze

Die Talanx AG gehört zu 100% dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V.a.G. (HDI V.a.G) und ist Muttergesellschaft für alle zum HDI V.a.G gehörenden Konzerngesellschaften. Als Mutterunternehmen des Talanx-Konzerns hat die Talanx AG einen Konzernabschluss gemäß § 290 HGB aufgestellt.

Der Konzern-Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2012 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Der verkürzte Konzernabschluss, bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals, Konzern-Kapitalflussrechnung und ausgewählten erläuternden Anhangangaben, berücksichtigt insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 "Zwischenberichterstattung".

Wir haben alle zum 30. Juni 2012 verpflichtend anzuwendenden neuen oder geänderten IFRS-Standards sowie die vom IFRS Interpretations Committee (IFRS IC, ehemals International Financial Reporting Interpretations Committee [IFRIC]) und des vorherigen Standing Interpretations Committee (SIC) verabschiedeten Interpretationen beachtet (siehe auch Abschnitt "Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von Standards"). Darüber hinaus entsprechen die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden sowie die Konsolidierungsgrundsätze für bereits bestehende und unveränderte IFRS denen unseres Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2011.

In Übereinstimmung mit IAS 34.41 greifen wir bei der Aufstellung des Konzernquartalsabschlusses in größerem Umfang auf Schätzverfahren und Annahmen zurück als bei der jährlichen Berichterstattung. Änderungen von Schätzungen während der laufenden Zwischenberichtsperiode mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergaben sich nicht. Der Steueraufwand (inländische Ertragsteuern, vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Tochtergesellschaften und Veränderung der latenten Steuern) wird unterjährig mittels eines für das Gesamtjahr erwarteten effektiven Steuersatzes, der auf das Periodenergebnis angewendet wird, berechnet. Eine Aktualisierung der aktuariellen Pensionsannahmen erfolgt unterjährig nicht.

Seit dem Jahr 2002 werden die vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Standards als IFRS bezeichnet; die Vorschriften, die in früheren Jahren verabschiedet wurden, tragen weiterhin den Namen IAS (International Accounting Standards). In unseren Erläuterungen zitieren wir entsprechend. Soweit sich die Erläuterungen nicht explizit auf einen bestimmten Standard beziehen, gebrauchen wir den Begriff IFRS. Die versicherungsspezifischen Geschäftsvorfälle, in denen die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) bilanziert.

Der Zwischenabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR). Dadurch kann es in den Tabellen dieses Berichts zu Rundungsdifferenzen kommen. Betragsangaben in Klammern beziehen sich in der Regel auf das Vorjahr.

Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von Standards

Das IASB hat im Oktober 2010 Änderungen an IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" veröffentlicht, welche Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, betreffen. Gegenstand der Änderungen sind erweiterte Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten: Für übertragene Vermögenswerte, die nicht vollumfänglich ausgebucht wurden (beispielsweise bei typischen Repogeschäften), sind u. a. die Beziehungen zwischen diesen Vermögenswerten und dazugehörigen Verbindlichkeiten darzustellen sowie Art der Risiken und Chancen, die dem Unternehmen aus der weiteren Eigentümerschaft erwachsen. Bei bestimmten vollständig ausgebuchten Vermögenswerten (beispielsweise beim Verkauf von Forderungen) sind Art und Risiko aus einem gegebenenfalls fortbestehenden Engagement, bezogen auf die übertragenen Vermögenswerte, offenzulegen. Für den Konzern hatten diese Änderungen, welche erstmals im Geschäftsjahr 2012 anzuwenden sind, in der Berichtsperiode keine Auswirkungen.

Darüber hinaus wendet der Konzern mit Beginn des Geschäftsjahres 2012 erstmals die Regelungen des IAS 33 "Ergebnis je Aktie" an. Hinsichtlich der erforderlichen Angaben verweisen wir auf das Kapitel IX "Sonstige Angaben", Abschnitt "Ergebnis je Aktie".

Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die 2012 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewandt wurden

Im Dezember 2010 hat das IASB Änderungen des IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" hinsichtlich der Beseitigung fixer Daten sowie schwerwiegender Hochinflation veröffentlicht. Durch diesen Änderungsstandard wurde u.a. der bislang verwendete Verweis auf den 1. Januar 2004 als festen Umstellungszeitpunkt durch eine allgemeinere Formulierung ersetzt. Ferner werden in dieser Vorschrift erstmals Regelungen für diejenigen Fälle aufgenommen, in denen ein Unternehmen einige Zeit vor dem Umstellungszeitpunkt die IFRS-Vorschriften nicht einhalten konnte, weil seine funktionale Währung einer Hochinflation unterlag. Die Ergänzung soll für Berichtsjahre in Kraft treten, die am oder nach dem 1. Juli 2011 begannen. Aus diesen Änderungen, welche seitens der EU bislang nicht ratifiziert und daher im Konzern noch nicht umgesetzt wurden, erwarten wir keinen Einfluss auf den Konzernabschluss.

Das IASB hat im Dezember 2010 Änderungen zu IAS 12 "Ertragsteuern" veröffentlicht. Diese Neuerungen enthalten eine Klarstellung zur Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien". Die Ergänzung tritt für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, wurde jedoch bisher nicht durch die EU ratifiziert. Da der Konzern seine Renditeimmobilie nach dem Anschaffungskostenmodell bilanziert, werden keine Auswirkungen aus dieser Änderung erwartet.

Am 12. Mai 2011 hat das IASB drei neue und zwei überarbeitete Standards herausgegeben, die die Konsolidierung, die Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie damit in Beziehung stehende Anhangangaben neu regeln:

IFRS 10 "Konzernabschlüsse" ersetzt die bisher im IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" sowie SIC-12 "Konsolidierung – Zweckgesellschaften" enthaltenen Regelungen und schafft einen einheitlichen Beherrschungsbegriff und somit eine einheitliche Grundlage für das Vorliegen einer Mutter-Tochter-Beziehung. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen des neuen IFRS 10 auf den Konzernabschluss.

Der überarbeitete IAS 27 wird künftig ausschließlich Vorschriften zur Bilanzierung von Anteilen an Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen im Einzelabschluss des Mutterunternehmens enthalten. Der Wortlaut des bisherigen Standards wurde bis auf geringfügige Änderungen übernommen.

IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, bei denen ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit ausübt. Der neue Standard ersetzt die diesbezüglichen Regelungen im IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" sowie SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen". Nach IFRS 11 ist eine quotale Einbeziehung von Gemeinschaftsunternehmen nicht mehr zulässig. Ihre Einbeziehung erfolgt künftig, bei einer Klassifizierung als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), verpflichtend nach der Equity-Methode.

Der überarbeitete IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" wird um die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen erweitert. Künftig ist die Anwendung der Equity-Methode einheitlich vorgeschrieben.

Die im Zusammenhang mit der Konsolidierung, der Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stehenden Anhangangabepflichten sind im IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen" zusammengefasst. Mit dem Ziel, dem Abschlussadressaten das Wesen der Beteiligung an anderen Unternehmen sowie die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu verdeutlichen, sind im Vergleich zu den bisherigen Regelungen zum Teil deutlich erweiterte Angabepflichten für Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, Joint Arrangements sowie für alle anderen sonstigen Beteiligungen vorgesehen.

Die Vorschriften der IFRS 10, 11 und 12 sowie die geänderten IAS 27 und 28 sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Für das Konsolidierungspaket wurde als Erstanwendungszeitpunkt in der EU der 1. Januar 2014 vorgeschlagen. Alle Standards sind bisher nicht durch die EU ratifiziert worden. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen der Neuregelungen auf den Konzernabschluss. Im Juni 2012 hat das IASB die Transition Guidance (Änderungen zu IFRS 10, 11 und 12) herausgegeben, die eine Klarstellung der Übergangsvorschriften sowie Erleichterungen bezüglich der anzugebenden Vergleichsinformationen liefert. Die Änderungen treten im Einklang mit den Standards IFRS 10, 11 und 12 in Kraft.

Ebenfalls am 12. Mai 2011 veröffentlichte das IASB den IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". Dieser neue Standard schafft eine standardübergreifende Vereinheitlichung des Begriffs des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) sowie der bei seiner Ermittlung anzuwendenden Methoden. Der beizulegende Zeitwert wird als Veräußerungspreis definiert, dessen Ermittlung soweit wie möglich auf beobachtbaren Marktparametern basieren soll. Darüber hinaus sollen umfangreiche erläuternde und quantitative Angabepflichten die Qualität der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts beschreiben. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen des neuen IFRS 13, gehen aber davon aus, dass die Anwendung zu keiner wesentlichen Änderung der Bilanzierung führen wird. IFRS 13 ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wurde bisher nicht von der EU ratifiziert.

Im Juni 2011 hat das IASB die Änderung des IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" sowie des IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" veröffentlicht. Gemäß IAS 1 sind Positionen des Sonstigen Gesamtergebnisses zukünftig danach zu unterteilen, ob sie erfolgswirksam durch die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst werden können oder nicht. Sofern Posten des Sonstigen Gesamtergebnisses vor Steuern dargestellt werden, sind entsprechende Steuerposten ebenfalls für jede Gruppe des Sonstigen Gesamtergebnisses getrennt auszuweisen. Die Änderungen des IAS 1 sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden. Die wesentliche Neuregelung des IAS 19 ist die Abschaffung des Wahlrechts, künftige versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entweder unmittelbar erfolgsneutral über das Sonstige Ergebnis im Eigenkapital zu erfassen oder zeitverzögert im Rahmen der sogenannten Korridormethode. Anfallende versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sind demnach vollständig über das Sonstige Ergebnis im Eigenkapital zu bilanzieren; die Korridormethode ist nicht mehr zulässig. Darüber hinaus erfolgt die Verzinsung des sogenannten Planvermögens nicht mehr mit der erwarteten Verzinsung, sondern

in Höhe des Diskontierungszinssatzes der Verpflichtung. Ferner sind entsprechend der Zielsetzung des geänderten Standards umfangreiche Anhangangaben erforderlich. Der Konzern wendet gegenwärtig die Korridormethode an. Unter Berücksichtigung der Aufgabe des Korridorverfahrens – bereits zum 1. Januar 2012 – und direktem Ausweis der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Pensionszusagen im Eigenkapital hätte sich nach Abzug latenter Steuern und latenter Beitragsrückerstattung aus dieser Änderung eine Reduzierung des Eigenkapitals in Höhe von 53 Mio. EUR ergeben. Die Erstanwendung des geänderten IAS 19 ist für Geschäftsjahre vorgesehen, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Die Änderungen an IAS 1 und IAS 19 wurden am 5. Juni 2012 durch die EU ratifiziert.

Das IASB hat die Vorschriften zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten angepasst und Änderungen am 16. Dezember 2011 in Form von Änderungen an IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" und IFRS 7 veröffentlicht. Die gemäß IAS 32 definierten Voraussetzungen zur Saldierung wurden grundsätzlich beibehalten und lediglich durch zusätzliche Anwendungsleitlinien konkretisiert. Dieser Änderungsstandard ist retrospektiv für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Im IFRS 7 sind hinsichtlich bestimmter Aufrechnungsvereinbarungen neue Angabepflichten vorgesehen. Diese Offenlegungspflichten sind unabhängig davon zu beachten, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden geführt hat. Der Änderungsstandard ist retrospektiv für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen dieser beiden Änderungen auf den Konzernabschluss.

Am 13. März 2012 hat das IASB Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" veröffentlicht. Die Änderung beinhaltet, wie ein IFRS-Erstanwender ein Darlehen der öffentlichen Hand zu einem unter dem Marktzins liegenden Zinssatz im Übergangszeitpunkt zu bilanzieren hat. Eine Ratifizierung durch die EU wurde bisher nicht durchgeführt. Der Änderungsstandard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Wir erwarten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss durch diese Änderung.

Der am 17. Mai 2012 herausgegebene Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS "Verbesserung der IFRS (2009– 2011)" ist Bestandteil des jährlichen Verbesserungsprozesses (Annual Improvement Process) der vom IASB herausgegebenen Standards, der eine Vielzahl kleinerer IFRS-Änderungen enthält. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Eine Übernahme in europäisches Recht ist bisher nicht erfolgt.

Im November 2009 hat das IASB einen neuen Standard zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten veröffentlicht. IFRS 9 "Finanzinstrumente" ist der erste Teil eines dreiphasigen Projekts, welches künftig den IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ersetzen wird. Mit IFRS 9 werden neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten eingeführt. Dieser Standard wurde im Oktober 2010 um Regelungen zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten erweitert; letztere sind unverändert aus dem IAS 39 übernommen. Der Konzern hat die vollen Auswirkungen des IFRS 9 noch zu analysieren. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die Neuerungen u. a. Einfluss auf die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Das IASB hat zudem am 16. Dezember 2011 unter der Bezeichnung "Verpflichtender Anwendungszeitpunkt und Anhangsangaben bei Übergang" weitere Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" herausgegeben. Danach wurde die verpflichtende Anwendung des IFRS 9 auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, verschoben. In IFRS 7 hat das IASB in diesem Zusammenhang detaillierte Anhangangaben hinsichtlich des Übergangs auf IFRS 9 eingefügt. Der Standard bzw. die Änderungen sind bisher nicht in europäisches Recht übernommen worden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler

Die nachfolgend beschriebenen Korrekturen beziehen sich ausschließlich auf im Vorjahr durchgeführte Änderungen entsprechend den Vorschriften des IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler", welche sich auch auf die Zahlen des Konzern-Halbjahresfinanzberichts zum 30. Juni 2011 ausgewirkt haben. Zu den einzelnen Anpassungen verweisen wir daher auf den Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2011 (Kapitel: "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt: "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler").

  • a) Mit Wirkung zum 30. September 2011 hat der Konzern die Bilanzierung der versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte bei in Vorjahren erworbenen Lebensversicherungsgesellschaften (PVFP) im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland auf einheitliche Methoden umgestellt. Daraus resultierte eine Saldierung des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer (Position: Sonstige immaterielle Vermögenswerte) in Höhe der bei der Erstkonsolidierung ermittelten und angesetzten passiven latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Position: Rückstellung für Beitragsrückerstattung). Die Änderung dieser Bilanzierungsmethode und damit einhergehend die Anpassung der Amortisationsverläufe wurde retrospektiv angewendet. Auswirkungen auf das Konzernergebnis oder das Eigenkapital haben sich in keiner der vorangegangenen Berichtsperioden ergeben. Zum 30. Juni 2011 verringern sich die Bilanzpositionen "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Rückstellung für Beitragsrückerstattung" gegenüber dem ursprünglichen Ausweis um 264 Mio. EUR. In der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 vermindern sich diese Bilanzposten um jeweils 268 Mio. EUR (vergleiche hierzu Geschäftsbericht 2011, Seite 136, Buchstabe b).
  • b) Der Konzern hat im vierten Quartal 2011 den bilanziellen Ausweis innerhalb der versicherungstechnischen Rückstellungen vereinheitlicht. In Einklang mit den anzuwendenden US-GAAP-Vorschriften (FASB ASC 944-40; ehemals FAS 97) wird die Rückstellung für noch nicht verdiente Beitragsteile (Unearned Revenue Liabilities) bei Versicherungsverträgen, die nach dem Universal-Life-Modell klassifiziert werden, in der Deckungsrückstellung – zuvor Rückstellungen für Prämienüberträge – bilanziert. Diese Ausweisänderung hatte in keiner der vorangegangenen Berichtsperioden Auswirkungen auf das Konzernergebnis oder das Eigenkapital. Zum 30. Juni 2011 verringern sich demzufolge die Rückstellungen für Prämienüberträge um 1.233 Mio. EUR. In gleicher Höhe steigt die Deckungsrückstellung. Diese Modifizierung führt in der Konzern-GuV zu einer Umgliederung aus den verdienten Prämien für eigene Rechnung in die Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) in Höhe von 90 Mio. EUR. In der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 betrug die Umgliederung jeweils 1.144 Mio. EUR (vergleiche hierzu Geschäftsbericht 2011, Seite 136, Buchstabe c).
  • c) Zum 31. Dezember 2011 haben wir retrospektiv den Ausweis bestimmter Immobilien, die als Renditeimmobilien in einem Spezialfonds gehalten werden, korrigiert. Gemäß den Vorschriften des IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" werden diese Vermögenswerte im Konzern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und demnach zutreffend in der Bilanzposition "Fremdgenutzter Grundbesitz" (vorher Bilanzposten: Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente; nicht festverzinsliche Wertpapiere, Investmentfonds) gebucht. Diese Ausweisänderung innerhalb der Kapitalanlagen hat sich zu keiner Zeit auf das Eigenkapital oder das Ergebnis ausgewirkt. Vielmehr erhöhte sich zum Bilanzstichtag 30. Juni 2011 der Bestand an fremdgenutztem Grundbesitz um 234 Mio. EUR; gegenläufig (in gleicher Höhe) verminderte sich der Ausweis der jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumente. Zum 1. Januar 2011 stieg der Bilanzausweis an fremdgenutztem Grundbesitz um 235 Mio. EUR; die Ausweisminderung bei den Finanzinstrumenten beträgt demnach 235 Mio. EUR (vergleiche hierzu Geschäftsbericht 2011, Seite 137, Buchstabe d).

Die durchgeführten Korrekturen wirken sich auf Posten der Konzernbilanz folgendermaßen aus:

Konzernbilanz zum 1. Januar 2011 1.1.2011 wie
ausgewiesen
Veränderungen aus
Anpassungen gemäß IAS 8
1.1.2011
In Mio. EUR zu a) zu b) zu c)
A. b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.851 –268 1.583
B. a. Fremdgenutzter Grundbesitz 860 235 1.095
B. e.ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 30.635 –235 30.400
C. a. Rückstellung für Prämienüberträge 5.411 –1.144 4.267
C. b. Deckungsrückstellung 42.466 1.144 43.610
C. d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.113 –268 845
Konzernbilanz zum 30. Juni 2011 30.6.2011 wie
ausgewiesen
Veränderungen aus
Anpassungen gemäß IAS 8
30.6.2011
In Mio. EUR zu a) zu b) zu c)
A. b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.817 –264 1.553
B. a. Fremdgenutzter Grundbesitz 823 234 1.057
B. e.ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 31.261 –234 31.027
C. a. Rückstellung für Prämienüberträge 6.627 –1.233 5.394
C. b. Deckungsrückstellung 43.388 1.233 44.621
C. d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.211 –264 947

Auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2011 haben sich die folgenden Auswirkungen ergeben:

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 30.6.2011 wie
ausgewiesen
Veränderungen
aus Anpassungen
gemäß IAS 8
30.6.2011
In Mio. EUR zu b)
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge –1.307 87 –1.220
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge –224 –3 –227
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 9.911 87 9.998
Anteile der Rückversicherer 1.643 –3 1.640

Neuerungen bzw. Änderungen in der Darstellung der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzern weist im Zuge seiner Akquisition in Polen (siehe hierzu unsere Erläuterung in Kapitel V. "Unternehmenszusammenschlüsse") erstmals in der Berichtsperiode Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung aus. Da bei diesen Investmentverträgen kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko vorliegt, werden solche Verträge im Einklang mit den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bzw. IAS 18 "Umsatzerlöse" als Finanzinstrumente bilanziert. In diesem Zusammenhang werden keine Prämien sondern Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente ausgewiesen. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen, Position: "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" als eigenständige Bilanzposition aus; Finanzpassiva werden in dem Passivposten "Übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Die aus diesen Verträgen resultierenden Ergebniseffekte (z.B. Wertschwankungen der Finanzaktiva/-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis gesondert als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar. Die resultierenden Zahlungsströme werden in der Kapitalflussrechnung unter der operativen Tätigkeit gezeigt.

Die bis einschließlich 30. September 2011 unter dem Rückversicherungsanteil an den Übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen gebuchte Wiederauffüllungsprämie bilanzieren wir ab dem vierten Quartal 2011 unter den gebuchten nicht liquiden Rückversicherungsprämien (siehe auch unsere Erläuterungen im Geschäftsbericht 2011, Seite 139). Diese Vorgehensweise führt insgesamt zu einer angemesseneren Präsentation, da wirtschaftlich gesehen die Wiederauffüllungsprämie nichts anderes als einen Rückversicherungsbeitrag darstellt, jedoch Zahlungszeitpunkt und/oder -höhe noch ungewiss sind. Aus dieser Umgliederung resultiert in der Berichtsperiode 2012 eine Minderung der Verdienten Prämie für eigene Rechnung um 15 Mio. EUR; gegenläufig verbesserte sich das Sonstige versicherungstechnische Ergebnis. Unter Beachtung der Kosten-Nutzen-Relation wurde auf eine Anpassung der Vorjahre verzichtet.

Währungsumrechnung

Abschlusspositionen der Konzerngesellschaften werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Euro ist die Berichtswährung, in der der Konzernabschluss aufgestellt wird.

Die in Landeswährung aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnungen der Konzernunternehmen werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss übernommen. Die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den Bilanzposten der Einzelgesellschaften sowie die Übernahme dieser Posten in den Konzernabschluss erfolgt zu den Devisenmittelkursen des Bilanzstichtags. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen – auch, soweit sie sich aus der Kapitalkonsolidierung ergeben – werden als eigener Posten innerhalb der übrigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte der ausländischen Unternehmung behandelt und entsprechend umgerechnet.

Die Umrechnungskurse der für den Talanx-Konzern wichtigsten Währungen stellen sich wie folgt dar:

Bilanz (Stichtag) Erfolgsrechnung (Durchschnitt)
Umrechnungskurse 30.6.2012 31.12.2011 1.1.–30.6.2012 1.1.–30.6.2011
1 EUR entspricht
ARS Argentinien 5,6994 5,5731 5,7250 5,7116
aud Australien 1,2355 1,2723 1,2587 1,3541
bhd Bahrain 0,4749 0,4881 0,4909 0,5317
brl Brasilien 2,6154 2,4153 2,4323 2,2916
cad Kanada 1,2872 1,3198 1,3075 1,3762
CHF Schweiz 1,2030 1,2169 1,2053 1,2634
clp Chile 642,4284 672,4126 647,4722 666,3020
cny China 8,0027 8,1489 8,2251 9,2164
gbp Großbritannien 0,8063 0,8362 0,8238 0,8750
hkd Hongkong 9,7698 10,0565 10,1036 10,9758
huf Ungarn 287,6658 313,5951 295,2916 269,7426
JPY Japan 100,0816 100,1632 103,1848 115,2021
krw Korea, Republik 1.441,4932 1.500,6009 1.483,8824 1.548,4548
mxn Mexiko 16,8804 18,0413 17,2582 16,7886
myr Malaysia 3,9934 4,1038 4,0223 4,2719
pln Polen 4,2561 4,4652 4,2563 3,9648
sek Schweden 8,7651 8,9063 8,8718 8,9355
TRY Türkei 2,2834 2,4320 2,3404 2,2240
uah Ukraine 10,1752 10,3695 10,4668 11,2341
UYU Uruguay 27,3320 25,8267 26,1377 27,0328
usd USA 1,2595 1,2946 1,3020 1,4103
zar Südafrika 10,3547 10,4800 10,3018 9,6412

III. Segmentberichterstattung

Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente

Die Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt – in Übereinstimmung mit IFRS 8 "Geschäftssegmente" – der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet. Der Konzern hat danach die geschäftlichen Aktivitäten in die Bereiche Versicherungsgeschäft und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten sind weiter in fünf berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt.

Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung sind aufgrund der spartenübergreifenden und nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) ausgerichteten Steuerung in die drei berichtspflichtigen Segmente "Industrieversicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland", "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand.

Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt. Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rückversicherung AG ordnen wir allerdings dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx-Konzernabschluss hingegen den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rückversicherung AG: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, und denen im Abschluss der Hannover Rückversicherung AG unvermeidlich.

Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen.

Industrieversicherung: Im Segment Industrieversicherung weisen wir das globale Industriegeschäft als eigenständiges Segment aus. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl von Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Transport-, Special-Lines- und Technische Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland: In diesem berichtspflichtigen Segment werden spartenübergreifend die Versicherungsaktivitäten für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts – also der Versicherungsvertrieb über Bankschalter – gesteuert. Neben den klassischen Kompositversicherungen wird eine Vielzahl von Lebensversicherungsprodukten in Form der Einzel-, Gruppen- oder Sammelversicherungen gegen Einmal- oder laufenden Beitrag angeboten: Kapital-, Renten- und Risikoversicherung, Unfallversicherung, fondsgebundene Lebensversicherung, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Auslandsreiseversicherung und betriebliche Altersvorsorgeprodukte.

Privat- und Firmenversicherung International: Der Umfang des Geschäftsbetriebs umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die breite Auswahl an Versicherungsprodukten entspricht weitgehend derjenigen im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Schaden-Rückversicherung*: Die wichtigsten Aktivitäten sind das private, geschäftliche und industrielle Schaden- und Haftpflichtgeschäft vor allem im US-amerikanischen und im deutschen Markt, das Transport- und Luftfahrtgeschäft, das Kredit-/ Kautionsgeschäft, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft.

Personen-Rückversicherung*: Das Segment fasst die internationalen Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in den Sparten Leben, Kranken, Renten und Unfall zusammen.

Konzernfunktionen: Das Segment Konzernfunktionen umfasst, in Abgrenzung zu den fünf operativen Segmenten, die Steuerung sowie weitere funktionelle Tätigkeiten zur Unterstützung der Geschäfte der Gruppe, vor allem durch die Bereiche Kapitalanlageverwaltung und für die Erstversicherung die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für Privat- und institutionelle Anleger der AmpegaGerling Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Geschäftsbereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten – wie z.B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen – auf Kostenerstattungsbasis, vorwiegend für die Erstversicherer im Inland, ausführen.

Bewertungsgrundlagen für den Erfolg der berichtspflichtigen Segmente

Bewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise, wie sie auch bei Geschäften mit Dritten Anwendung finden. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen, segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden hingegen im jeweiligen Segment eliminiert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Segment-Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz bzw. Segmentbilanz. Als langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte sowie der eigen- und fremdgenutzte Grundbesitz.

Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern zu beurteilen, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performancemaße genutzt, wobei als einheitliche Bemessungsgrundlage das operative Ergebnis (EBIT) – ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen – herangezogen wird. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung (Finanzierungszinsen) bereinigt.

Änderungen in der Segmentberichterstattung

Der Konzern weist seit dem 31. Dezember 2011 das Sachversicherungsgeschäft mit Privatkunden unserer Tochtergesellschaft in Österreich (HDI Versicherung AG, Wien) im Segment Privat- und Firmenversicherung International (zuvor Industrieversicherung) aus. Das Industrieversicherungsgeschäft dieser Gesellschaft wird unverändert im Geschäftssegment Industrieversicherung gezeigt. Auf die Anpassung der Vorjahreswerte wurde im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Relation verzichtet.

Zur Verbesserung der unterjährigen Aussagefähigkeit der Segmentergebnisse nach Steuern hat der Konzern im zweiten Quartal 2012 die Segmentverteilung des Steueraufwands im Bereich Industrieversicherung modifiziert. Danach verwenden wir zur Bestimmung der Ertragsteuern einen Steuersatz, der sich bei selbstständiger Steuerpflicht der im Konzern-Organkreis befindlichen Gesellschaften ergeben hätte. Unter Beachtung der Kosten-Nutzen-Relation haben wir auf die Anpassung der Vergleichswerte verzichtet.

* Zu dem abweichenden Segmentergebnis zwischen dem Talanx-Konzern und der Hannover Rück-Gruppe siehe unsere Erläuterungen zu Beginn des Kapitels

Segmentberichterstattung. Bilanz zum 30. Juni 2012

Privat- und Firmen Privat- und Firmen
Industrieversicherung versicherung Deutschland versicherung International
Aktiva 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
A. Immaterielle Vermögenswerte
a. Geschäfts- oder Firmenwert 153 153 403 403 295 118
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 20 24 1.239 1.275 230 28
173 177 1.642 1.678 525 146
B. Kapitalanlagen
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 38 36 705 594 76 73
b. Anteile an verbundenen Unternehmen
und Beteiligungen 16 9 26 23
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
104 78 43 38 23 22
d. Darlehen und Forderungen 2.450 2.606 26.473 26.877 40 7
e. Sonstige Finanzinstrumente
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 132 118 307 293 310 269
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 3.230 2.984 10.808 9.122 2.471 2.274
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente
29 7 289 287 641 523
f. Übrige Kapitalanlagen 721 774 1.306 848 432 316
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 6.720 6.612 39.957 38.082 3.993 3.484
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen 1.050
h. Depotforderungen 31 29 2 2
Kapitalanlagen 6.751 6.641 39.959 38.084 5.043 3.484
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern
von Lebensversicherungspolicen
5.756 5.283 830 784
D. Anteile der Rückversicherer an den
versicherungstechnischen Rückstellungen
4.757 4.332 2.501 2.454 593 583
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 1.334 1.004 368 423 536 424
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 48 27 1.884 1.739 217 210
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand
371 245 424 581 844 158
H. Aktive Steuerabgrenzung 26 25 35 18 77 64
I. Sonstige Vermögenswerte 445 419 844 1.110 232 245
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von
Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten
klassifiziert werden 5 5 118 111 586 572
Summe der Aktiva 13.910 12.875 53.531 51.481 9.483 6.670
Schaden Personen
Rückversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
16 16 867 690
25 26 103 105 61 62 1.678 1.520
41 42 103 105 61 62 2.545 2.210
468 395 2 2 1.289 1.100
10 18 27 28 79 78
120 122 6 6 14 14 –75 –71 235 209
3.344 3.497 81 28 –159 –54 32.229 32.961
3.704 3.956 199 200 1 17 –572 –559 4.081 4.294
14.084 12.142 5.779 5.356 246 263 36.618 32.141
149 142 42 40 1 1.150 1.000
1.937 1.954 247 364 377 467 –648 –756 4.372 3.967
23.816 22.226 6.356 5.996 665 790 –1.454 –1.440 80.053 75.750
1.050
924 836 13.182 12.506 –1.702 –1.656 12.437 11.717
24.740 23.062 19.538 18.502 665 790 –3.156 –3.096 93.540 87.467
6.586
6.067
1.441 1.446 715 586 –3.023 –2.939 6.984 6.462
2.430 1.977 1.301 1.162 –286 –261 5.683 4.729
539 459 1.438 1.468 150 110 4.276 4.013
379 388 122 119 48 79 2.188 1.570
36 37 24 25 154 151 352 320
1.096 1.069 42 44 503 448 –1.303 –1.470 1.859 1.865
2 2 –134 –125 577 565
30.704 28.482 23.283 22.011 1.431 1.530 –7.752 –7.781 124.590 115.268

Segmentberichterstattung. Bilanz zum 30. Juni 2012

Industrieversicherung Privat- und Firmen
versicherung Deutschland
Privat- und Firmen
versicherung International
Passiva 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 259 261 214 215
C. Versicherungstechnische Rückstellungen
a. Rückstellung für Prämienüberträge 1.390 777 1.101 786 1.166 968
b. Deckungsrückstellung 1 1 34.662 34.114 1.882 1.811
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle
8.150 7.960 2.587 2.580 1.341 1.285
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 11 9 1.646 985 55 14
e. Übrige versicherungstechnische
Rückstellungen
26 29 6 8 16 12
9.578 8.776 40.002 38.473 4.460 4.090
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im
Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko
von den Versicherungsnehmern getragen wird
5.756 5.283 830 784
E. Andere Rückstellungen
a. Rückstellungen für Pensionen
und andere Verpflichtungen 406 405 66 64 12 11
b. Steuerrückstellungen 125 109 87 90 58 44
c. Sonstige Rückstellungen 102 100 274 313 46 37
633 614 427 467 116 92
F. Verbindlichkeiten
a. Begebene Anleihen und Darlehen
b. Depotverbindlichkeiten 13 14 2.057 2.022 172 155
c. Übrige Verbindlichkeiten 1.472 1.456 2.117 2.242 1.651 249
1.485 1.470 4.174 4.264 1.823 404
G. Passive Steuerabgrenzung 91 71 309 263 44 26
Summe Verbindlichkeiten/Rückstellungen 12.046 11.192 50.882 48.965 7.273 5.396
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen,
die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert
werden
114 99 583 565
Personen Schaden
Konsolidierung Konzernfunktionen Rückversicherung Rückversicherung
30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012
–201 –204 509 1.008 100 103 1.731 1.734
–70 –114 106 90 2.110 2.629
–496 –454 10.309 10.774
–1.174 –1.170 2.739 3.083 18.030 18.910
–1 61 64 146 146
–1.740 –1.739 13.215 14.011 20.286 21.685
775 775 20 19 68 69
129 79 13 13 172 176
–1 –1 130 121 31 21 79 81
–1 –1 1.034 975 64 53 319 326
–1.145 –1.127 1.421 1.554 283 282 203 200
–2.805 –2.926 5.242 5.695 411 453
–1.741 –1.614 267 287 1.309 1.160 629 959
–5.691 –5.667 1.688 1.841 6.834 7.137 1.243 1.612
21 29 1 7 367 391 739 851
114.353 –7.612 –7.582 3.232 3.831 20.580 21.695 24.318 26.208
–173 –179
Eigenkapital 1)
124.590 Summe der Passiva

1) Eigenkapital Konzern und Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Segmentberichterstattung. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012

Privat- und Firmen Privat- und Firmen
Industrieversicherung versicherung Deutschland versicherung International
1.1.–
30.6.2012
1.1.–
30.6.20111)
1.1.–
30.6.2012
1.1.–
30.6.20112)
1.1.–
30.6.2012
1.1.–
30.6.20111), 2)
In Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens- und
Rentenversicherung 2.246 2.006 3.516 3.525 1.334 1.194
davon:
mit anderen Segmenten
29 13 31 11
mit Dritten 2.217 1.993 3.485 3.514 1.334 1.194
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
436 446 74 126
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 1.093 945 161 205 170 119
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge –609 –534 –326 –294 –36 –44
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge –238 –201 –17 –8 –24 –13
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 782 728 2.610 2.588 1.078 918
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 1.266 1.422 2.961 2.827 848 755
Anteile der Rückversicherer 715 862 82 109 46 65
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 551 560 2.879 2.718 802 690
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 322 278 454 510 325 245
Anteile der Rückversicherer 158 116 30 57 58 2
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 164 162 424 453 267 243
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 11 5 11 3 5 7
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 20 80 29 17 33 22
davon:
Amortisation PVFP
4 22 9 8
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis –9 –75 –18 –14 –28 –15
Versicherungstechnisches Ergebnis
für eigene Rechnung 58 –69 –711 –597 –19 –30
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 130 139 915 910 161 98
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 16 17 86 130 47 12
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten
Kapitalanlagen 114 122 829 780 114 86
Ergebnis aus Investmentverträgen 2
Depotzinsergebnis –1 1 –17 –16 2
Kapitalanlageergebnis 113 123 812 764 118 86
davon:
Zinsen und ähnliche Erträge
106 109 765 765 92 64
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 1 6 9 33 3 3
Zuschreibungen auf Kapitalanlagen 1 16 1
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach
der Equity-Methode 2 –2
10. a. Sonstige Erträge 49 71 89 81 35 16
b. Sonstige Aufwendungen 59 65 115 135 80 47
Übriges Ergebnis –10 6 –26 –54 –45 –31
davon:
Zinsen und ähnliche Erträge
1 3 7 5 5 3
Zuschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte 1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10 15 7 6 1
Abschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte 8 38 2 12 8 6
Ergebnis vor Abschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwert 161 60 75 113 54 25
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 161 60 75 113 54 25
12. Finanzierungszinsen 7 7 6 5
13. Ertragsteuern 53 13 13 29 20 8
Periodenergebnis 101 40 56 79 34 17
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 5 4 2 –1
davon Aktionäre der Talanx AG 101 40 51 75 32 18

1) Zum 31. Dezember 2011 wurde das Sachversicherungsgeschäft mit Privatkunden in Österreich dem Segment Privat-

und Firmenversicherung International zugeordnet (zuvor Industrieversicherung); Vorjahreszahlen (30. Juni 2011) wurden nicht angepasst 2) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Schaden Personen
Rückversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.–
30.6.2012 30.6.2011 30.6.2012 30.6.2011 30.6.2012 30.6.2011 30.6.2012 30.6.2011 30.6.2012 30.6.20112)
4.080 3.544 2.809 2.500 –403 –347 13.582 12.422
237 209 106 114 –403 –347
3.843 3.335 2.703 2.386 13.582 12.422
510 572
400 355 304 198 –403 –355 1.725 1.467
–470 –384 17 –3 41 39 –1.383 –1.220
–94 –43 1 1 42 37 –330 –227
3.304 2.848 2.521 2.298 –1 10 10.294 9.390
2.542 3.122 2.315 2.043 –190 –171 9.742 9.998
195 689 255 133 –206 –218 1.087 1.640
2.347 2.433 2.060 1.910 16 47 8.655 8.358
887 751 599 567 –145 –123 2.442 2.228
31 37 21 26 –105 –47 193 191
856 714 578 541 –40 –76 2.249 2.037
1 5 2 –2 30 18
2 –4 4 8 25 37 113 160
1 1 35 10
–1 4 –4 –3 –23 –39 –83 –142
100 –295 –121 –156 –693 –1.147
499 530 148 114 21 5 –35 –27 1.839 1.769
76 109 12 18 31 24 –36 –34 232 276
423 421 136 96 –10 –19 1 7 1.607 1.493
2
6 6 150 155 –1 139 146
429 427 286 251 –10 –19 7 1.748 1.639
387 336 333 325 4 2 –37 –33 1.650 1.568
10 16 2 25 58
1 15 1 33
4 3 1 2 –3 4 3
85 165 49 27 331 292 –311 –260 327 392
158 128 74 36 339 311 –298 –269 527 453
–73 37 –25 –9 –8 –19 –13 9 –200 –61
2 67 2 1 8 5 –4 –5 21 79
3 10 4 10
18 6 29 4 38 40 –7 –7 96 64
13 19 14 6 2 12 47 93
456 169 140 86 –18 –38 –13 16 855 431
456 169 140 86 –18 –38 –13 16 855 431
50 52 3 2 52 40 –28 –24 90 82
102 –59 22 6 –29 –21 5 13 186 –11
304 176 115 78 –41 –57 10 27 579 360
156 106 62 36 225 145
148 70 53 42 –41 –57 10 27 354 215

Segmentberichterstattung. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2012

Privat- und Firmen Privat- und Firmen
Industrieversicherung
1.4.–
1.4.– versicherung Deutschland
1.4.–
1.4.– versicherung International
1.4.–
1.4.–
30.6.2012 30.6.20111) 30.6.2012 30.6.20112) 30.6.2012 30.6.20111), 2)
In Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens- und
Rentenversicherung 637 572 1.487 1.469 687 606
davon:
mit anderen Segmenten
14 7 17 6
mit Dritten 623 565 1.470 1.463 687 606
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
216 209 43 55
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 349 340 27 59 77 60
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge 183 176 149 155 –15 –25
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge
63 131 30 27 –1 –7
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 408 277 1.363 1.329 553 473
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 661 912 1.606 1.478 439 383
Anteile der Rückversicherer 349 689 36 50 30 40
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 312 223 1.570 1.428 409 343
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 162 150 169 248 166 130
Anteile der Rückversicherer 66 68 –8 16 36 1
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 96 82 177 232 130 129
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 2 1 10 2 2 –2
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 9 50 2 3 21 8
davon:
Amortisation PVFP
–3 –3 8
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis –7 –49 8 –1 –19 –10
Versicherungstechnisches Ergebnis
für eigene Rechnung
–7 –77 –376 –332 –5 –9
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 61 78 463 456 76 52
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 5 8 33 36 38 7
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten
Kapitalanlagen
56 70 430 420 38 45
Ergebnis aus Investmentverträgen 2
Depotzinsergebnis –1 –8 –8 2
Kapitalanlageergebnis 55 70 422 412 42 45
davon:
Zinsen und ähnliche Erträge
51 55 377 388 48 32
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 1 3 4 10 2 2
Zuschreibungen auf Kapitalanlagen 3 1
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach
der Equity-Methode 3 –1
10. a. Sonstige Erträge 31 33 41 52 26 7
b. Sonstige Aufwendungen 19 12 54 78 46 23
Übriges Ergebnis 12 21 –13 –26 –20 –16
davon:
Zinsen und ähnliche Erträge
Zuschreibungen auf Forderungen
4 2 3 2
und sonstige Vermögenswerte 1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4 7 3 3 –1
Abschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte
2 35 1 4 4 3
Ergebnis vor Abschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwert
60 14 33 54 17 20
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 60 14 33 54 17 20
12. Finanzierungszinsen 4 4 3 3
13. Ertragsteuern 12 3 –3 5 6 8
Periodenergebnis 44 7 33 46 11 12
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 4 2 2 –1
davon Aktionäre der Talanx AG 44 7 29 44 9 13

1) Zum 31. Dezember 2011 wurde das Sachversicherungsgeschäft mit Privatkunden in Österreich dem Segment Privat-

und Firmenversicherung International zugeordnet (zuvor Industrieversicherung); Vorjahreszahlen (30. Juni 2011) wurden nicht angepasst

2) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

Personen
Rückversicherung
Konzernfunktionen
Konsolidierung
1.4.–
1.4.–
1.4.–
1.4.–
1.4.–
1.4.–
30.6.2011
30.6.2012
30.6.2011
30.6.2012
30.6.2011
30.6.2012
1.620
1.415
1.281


–212
94
54
58


–212
1.526
1.361
1.223







121
176
94


–208
–21
22
–2


25
6
1
1


25
1.472
1.260
1.184


–4
1.206
1.171
1.066


–108
127
151
65


–111
1.079
1.020
1.001


3
380
325
290


–69
17
17
10


–45
363
308
280


–24


2


1
–5
3
4


18


1


5
–3
–2


–17
35
–71
–99


190
45
54
15
3
–19
33
6
13
16
11
–18
157
39
41
–1
–8
–1





3
70
82


–1
160
109
123
–1
–8
–2
168
181
162
2
1
–18
2
1



1




1


1
1
–4
24
27
15
169
157
–157
33
32
21
178
166
–162
–9
–5
–6
–9
–9
5
6
1
1
4
3
–1
7




3
14
1
20
18
10
11
3
1
10
186
33
18
–10
–17
3





186
33
18
–10
–17
3
25
2
1
31
20
–16
18
5
–13
–16
–12
6
143
26
30
–25
–25
13
74
13
15


69
13
15
–25
–25
13

Aufgliederung der Kapitalanlagen sowie der gebuchten Beiträge

Die nachfolgend abgebildete regionalisierte Aufteilung basiert auf der geografischen Herkunft der Kapitalanlagen sowie der gebuchten Bruttoprämie gegenüber externen Kunden. Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10% der gesamten Bruttoprämien belaufen. Die Segmentierung wurde im Grundsatz auf die Bereiche Erstversicherung, Rückversicherung und Konzernfunktionen verdichtet.

Darüber hinaus berichten wir die gebuchten Bruttobeiträge je nach Versicherungsart bzw. -zweig auf Konzernebene.

Selbst verwaltete Kapitalanlagen nach geografischer Herkunft1)

Kapitalanlagen ohne Depotforderungen1) Erstversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen 30.6.2012
Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 26.924 5.875 241 33.040
Großbritannien 3.102 2.705 113 5.920
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 527 527
Rest von Europa 16.641 7.728 259 24.628
USA 851 7.654 8.505
Rest von Nordamerika 93 1.076 1.169
Lateinamerika 867 771 1.638
Asien und Australien 815 3.357 4.172
Afrika 28 426 454
Gesamt 49.848 29.592 613 80.053
Kapitalanlagen ohne Depotforderungen1) Erstversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen 31.12.2011
Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 27.374 5.850 347 33.571
Großbritannien 2.691 2.323 123 5.137
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 228 228
Rest von Europa 14.899 7.245 264 22.408
USA 853 6.628 3 7.484
Rest von Nordamerika 97 1.415 1 1.513
Lateinamerika 771 634 1.405
Asien und Australien 448 3.100 1 3.549
Afrika 53 402 455
Gesamt 47.414 27.597 739 75.750

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichterstattung kommen

Gebuchte Bruttoprämien nach geografischer Herkunft (grundsätzlich nach Sitz des Kunden)1)

1.1.–30.6.2012
Gebuchte Bruttoprämien1) Erstversicherung Rückversicherung Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 4.681 454 5.135
Großbritannien 62 1.226 1.288
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 431 103 534
Rest von Europa 1.143 1.059 2.202
USA 114 1.591 1.705
Rest von Nordamerika 6 299 305
Lateinamerika 525 424 949
Asien und Australien 48 1.143 1.191
Afrika 26 247 273
Gesamt 7.036 6.546 13.582
Gebuchte Bruttoprämien1) Erstversicherung Rückversicherung 1.1.–30.6.2011
Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 4.593 448 5.041
Großbritannien 63 1.185 1.248
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 415 83 498
Rest von Europa 1.060 958 2.018
USA 77 1.339 1.416
Rest von Nordamerika 213 213
Lateinamerika 451 384 835
Asien und Australien 37 883 920
Afrika 5 228 233
Gesamt 6.701 5.721 12.422

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtdarstellung kommen

Gebuchte Bruttoprämien1) Erstversicherung Rückversicherung 1.4.–30.6.2012
Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 1.681 140 1.821
Großbritannien 26 629 655
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 221 50 271
Rest von Europa 499 470 969
USA 37 799 836
Rest von Nordamerika 5 165 170
Lateinamerika 257 214 471
Asien und Australien 31 606 637
Afrika 23 124 147
Gesamt 2.780 3.197 5.977
Gebuchte Bruttoprämien1) Erstversicherung Rückversicherung 1.4.–30.6.2011
Gesamt
In Mio. EUR
Deutschland 1.652 158 1.810
Großbritannien 20 526 546
Mittel- und Osteuropa einschließlich Türkei (CEE) 200 38 238
Rest von Europa 469 491 960
USA 27 646 673
Rest von Nordamerika 105 105
Lateinamerika 241 197 438
Asien und Australien 22 475 497
Afrika 3 113 116
Gesamt 2.634 2.749 5.383

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtdarstellung kommen

Darstellung der gebuchten Bruttoprämien nach Versicherungsarten und -zweigen auf Konzernebene1)

1.1.–30.6.2012 1.1.–30.6.2011 1.4.–30.6.2012 1.4.–30.6.2011
In Mio. EUR
Schaden/Unfall-Erstversicherung 4.228 3.862 1.324 1.216
Leben-Erstversicherung 2.808 2.839 1.456 1.418
Schaden-Rückversicherung 3.844 3.335 1.836 1.526
Personen-Rückversicherung 2.702 2.386 1.361 1.223
Gesamt 13.582 12.422 5.977 5.383

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

IV. Konsolidierung

In den Talanx-Konzernabschluss wurden zum Bilanzstichtag 120 Einzelgesellschaften, 23 Zweckgesellschaften sowie drei ausländische Teilkonzerne – als Gruppe (inkl. assoziierter Unternehmen) – voll sowie neun nach der Equity-Methode konsolidierte Unternehmen (davon acht assoziierte Unternehmen und ein Gemeinschaftsunternehmen) einbezogen (Angaben verstehen sich ohne ausländische Teilkonzerne).

Die wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis im Vergleich zum Jahresende 2011 einschließlich bedeutsamer Geschäftsbeziehungen mit Zweckgesellschaften sind nachfolgend dargestellt.

Konsolidierungskreis

Erwerbe und Neugründungen

Mit Vertrag vom 24. Juni 2011 haben Talanx International AG, Hannover, und HDI Seguros S.A. de C.V., León, Mexiko (beide Segment Privat- und Firmenversicherung International) 100% des mexikanischen Versicherers Metropolitana Compañía de Seguros, Mexiko-Stadt, Mexiko, zum Kaufpreis von 100 Mio. USD erworben. Der Erwerb der Gesellschaft wurde zum 1. Januar 2012 vollzogen (= Closing). Weitere Informationen zur Erstkonsolidierung dieses Unternehmenserwerbs finden sich im Anhang unter dem Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse".

Im März 2010 hat sich die Funis GmbH & Co. KG, an der die Hannover Rückversicherung AG 100% der Anteile hält, an der neu gegründeten und in Stockholm, Schweden, ansässigen Svedea AB beteiligt, das entsprach 75,2% der Gesellschaftsanteile. Der Geschäftszweck der Gesellschaft liegt im Wesentlichen in der Vermittlung von Haftpflichtversicherungen von Kraftfahrzeugen und Yachten. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die Svedea bisher als Beteiligung geführt. Zum Bilanzstichtag hält die Funis Gesellschaftsanteile in Höhe von 15 Mio. EUR, das entspricht 69,2%. Aufgrund der zu verzeichnenden Ausweitung des Geschäftsvolumens wurde die Gesellschaft mit Wirkung zum 30. Juni 2012 erstmalig konsolidiert. Der Unterschiedbetrag aus der Erstkonsolidierung in Höhe von 13 Mio. EUR wurde erfolgsneutral mit den kumulierten Gewinnrücklagen verrechnet, auf "Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital" entfallen hiervon 6 Mio. EUR. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wurde somit nicht angesetzt.

Die Talanx International AG hat am 1. Juni 2012 (Closing) eine Mehrheitsbeteiligung von 50% plus eine Aktie an der Versicherungsgesellschaft Towarzystwo Ubezpieczeń Europa S.A., Breslau, Polen, von der Getin Holding Group übernommen. Miterworben wurden die Tochtergesellschaften Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie Europa S.A., Breslau und Open Life Towarzystwo Ubezpieczeń Życie S.A., Warschau (beide in Polen) sowie die Joint-stock Company Towarzystwo Ubezpieczeń Europa.UA und die Joint-stock Company Towarzystwo Ubezpieczeń Europa.UA Życie (beide in Lviv, Ukraine). Alle erworbenen Versicherungsgesellschaften (TU Europa) sind dem Segment Privat- und Firmenversicherung International zugeordnet; siehe hierzu auch unsere Erläuterungen im Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse" des Konzernanhangs.

Verkauf

Mit Vertrag vom 29. Dezember 2011 hat die HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Hannover, 100% der Anteile an ihrem Tochterunternehmen PARTNER OFFICE AG, Köln, (PO) (beide Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) zum Kaufpreis von 1 EUR an die Kapitalwerk Beteiligungsgesellschaft mbH, Bonn, veräußert. Die Transaktion wurde mit rechtlicher Wirkung im ersten Quartal 2012 vollzogen; aus der Entkonsolidierung ergab sich ein Ertrag von 2 Mio. EUR, der im Übrigen Ergebnis bilanziert ist (siehe auch unsere Ausführungen im Kapitel VI "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen").

Andere Veränderungen des Konsolidierungskreises

Die bisher voll konsolidierte HDI-GERLING Financial Service GmbH, Wien, Österreich (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland), wird ab dem ersten Quartal 2012 nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen, da sie aufgrund ihrer Bilanzsumme und ihres Ergebnisses unwesentlich für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist. Aus der Entkonsolidierung ergab sich ein Verlust von 0,2 Mio. EUR, der im Übrigen Ergebnis bilanziert ist.

Die bislang voll konsolidierte HEPEP III Komplementär GmbH, Köln (Segment Konzernfunktionen), wird ab dem zweiten Quartal 2012 wegen Unwesentlichkeit in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen. Aus der Entkonsolidierung ergab sich ein Gewinn in Höhe von 7 TEUR, der im Übrigen Ergebnis bilanziert ist.

Einzelgesellschaften Teilkonzerne
Konsolidierte Tochterunternehmen (vollkonsolidiert) Inland Ausland Ausland Gesamt
31.12.2011 66 50 3 119
Zugänge 1 1
Abgänge 1 1 2
31.3.2012 65 50 3 118
Zugänge 6 6
Abgänge 1 1
30.6.2012 64 56 3 123

Der Konsolidierungskreis umfasst zum Bilanzstichtag die folgenden Unternehmen:

Konsolidierung von Zweckgesellschaften

Hinsichtlich der Konsolidierung von Zweckgesellschaften unterscheidet der Konzern im Folgenden die Bereiche Spezialfonds, Kapitalanlagen, Verbriefung von Rückversicherungsrisiken sowie Retrozessionen und Insurance-Linked Securities (ILS). Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Zweckgesellschaften sind u.a. nach SIC-12 "Konsolidierung–Zweckgesellschaften" hinsichtlich ihrer Konsolidierungspflicht zu untersuchen. In Fällen, in denen die IFRS keine spezifischen Regelungen enthalten, stützen wir uns unter Anwendung des IAS 8 bei der Analyse auch auf die relevanten US-GAAP-Vorschriften.

Spezialfonds

In den Anwendungsbereich des SIC-12 fallen u. a. Sondervermögen, die im Wesentlichen aufgelegt werden, um einem eng begrenzten Zweck zu dienen. Insofern hat der Konzern das Vorliegen wirtschaftlicher Beherrschung im Sinne des IAS 27.13 i.V.m. SIC-12 bei seinen Spezial-Sondervermögen zu überprüfen. Eine wirtschaftliche Beherrschung ist z.B. dann gegeben, wenn einer Konzerngesellschaft die Mehrheit aus Nutzen und Risiken aus den Aktivitäten des Spezialfonds zuzurechnen ist.

In diesem Zusammenhang wurden zum Bilanzstichtag 20 Spezial- und ein Publikumsfonds in den Konzernabschluss wegen Bestehens eines Beherrschungsverhältnisses bzw. wirtschaftlicher Beherrschung gegenüber dem Sondervermögen einbezogen; davon 13 inländische Fonds. Zwei Spezialfonds (HG-I Aktien VC Strategie und TAL-Corp Rentenspezial) wurden im ersten Quartal 2012 neu aufgelegt und in den Segmenten Industrieversicherung bzw. Privat- und Firmenversicherung Deutschland bilanziert. Im zweiten Quartal 2012 wurde ein Spezialfonds im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland aufgelöst (Ampega-TAL-A-Fonds).

Kapitalanlagen

Im Rahmen des Kapitalanlagemanagements beteiligt sich der Konzern an einer Vielzahl von Zweckgesellschaften, im Wesentlichen Fonds, die ihrerseits bestimmte Formen von Eigen- und Fremdkapitalanlagegeschäft tätigen. Im Ergebnis unserer Analyse der Geschäftsbeziehungen mit diesen Gesellschaften kamen wir zu dem Schluss, dass der Konzern in keiner dieser Transaktionen einen kontrollierenden Einfluss ausübt und daher keiner Konsolidierungsnotwendigkeit unterliegt.

Die Hannover Rückversicherung AG beteiligt sich im Wesentlichen über ihre Gesellschaften Secquaero ILS Fund Ltd. und Hannover Insurance-Linked Securities GmbH & Co. KG durch die Investition in Katastrophenanleihen an einer Reihe von Zweckgesellschaften zur Verbriefung dieser Katastrophenrisiken. Auch bei diesen Transaktionen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einflusses seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspflicht der beteiligten Zweckgesellschaften.

Verbriefung von Rückversicherungsrisiken

Die Verbriefung von Rückversicherungsrisiken wird im Wesentlichen unter Verwendung von Zweckgesellschaften strukturiert.

Mit Wirkung zum 30. März 2011 wurde zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X-Reserven) eines US-amerikanischen Zedenten bei der Hannover Rückversicherung AG eine strukturierte Transaktion abgeschlossen. Die Struktur erforderte den Einbezug einer Zweckgesellschaft, der Maricopa LLC mit Sitz in Delaware. Die Zweckgesellschaft trägt von dem Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehalts und überträgt diese Risiken mittels eines fixen/variablen Swaps mit zehnjähriger Laufzeit auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück-Gruppe. Die maximale Kapazität der Transaktion beträgt umgerechnet 397 Mio. EUR, das Zeichnungsvolumen beträgt unverändert, jedoch umgerechnet zum Bilanzstichtag, 199 Mio. EUR. Die von der Hannover Rückversicherung AG garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaft decken deren Leistungsverpflichtungen. Über eine Entschädigungsvereinbarung erhält die Hannover Rückversicherung AG für sämtliche aus dem Swap im Leistungsfall resultierenden Zahlungen eine Rückvergütung von der Muttergesellschaft des Zedenten. Da die Hannover Rückversicherung AG aus ihrer Geschäftsbeziehung mit der Zweckgesellschaft weder die Mehrheit der ökonomischen Risiken oder des Nutzens zieht, noch einen kontrollierenden Einfluss ausübt, besteht für die Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspflicht. Nach IAS 39 ist diese Transaktion als Finanzgarantie zum Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rückversicherung AG legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwerts aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall. Die Rückvergütungsansprüche aus der Entschädigungsvereinbarung sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren.

Im Juli 2009 hat die Hannover Rückversicherung AG eine Katastrophenanleihe (Cat-Bond) emittiert, um Spitzenrisiken bei Naturkatastrophen durch europäische Winterstürme in den Kapitalmarkt zu transferieren. Der Cat-Bond in Höhe von nominal 150 Mio. EUR hatte eine Laufzeit bis zum 31. März 2012 und wurde von Eurus II Ltd., einer auf den Cayman Islands ansässigen Zweckgesellschaft, bei institutionellen Investoren aus Europa und Nordamerika platziert. Die Hannover Rückversicherung AG hat keinen kontrollierenden Einfluss über die genannte Zweckgesellschaft ausgeübt. Unter IFRS ist diese Transaktion als Finanzinstrument zu bilanzieren.

Im Rahmen ihrer "K"-Transaktionen hat sich die Hannover Rückversicherung AG Zeichnungskapazität für Katastrophenrisiken am Kapitalmarkt beschafft. Bei der "K"-Zession, die bei nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Investoren platziert wurde, handelt es sich um eine quotale Abgabe auf das weltweite Naturkatastrophengeschäft sowie Luftfahrt- und

Transportrisiken. Das Volumen dieser Verbriefung wurde mehrmals aufgestockt und beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet 281 (259) Mio. EUR. Die Transaktion hat eine unbefristete Laufzeit und kann von den Investoren jährlich gekündigt werden.

Die Hannover Rückversicherung AG nutzt die auf Bermuda ansässige Zweckgesellschaft Kaith Re Ltd. für Teile der "K"-Zession sowie für diverse Retrozessionen ihrer traditionellen Deckungen an institutionelle Investoren. Gemäß SIC-12 wird Kaith Re Ltd. in den Konzernabschluss einbezogen.

Retrozessionen und Insurance-Linked Securities (ILS)

Die Hannover Rückversicherung AG zeichnet im Rahmen ihrer erweiterten Insurance-Linked-Securities (ILS)-Aktivitäten sogenannte besicherte Frontingverträge, bei denen von Zedenten übernommene Risiken unter Nutzung von Zweckgesellschaften an konzernfremde institutionelle Investoren abgegeben werden. Die Zielsetzung dieser Transaktionen ist der direkte Transfer von Kundengeschäft. Bei diesen Strukturen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einflusses über die jeweils involvierten Zweckgesellschaften seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspflicht.

Im Zuge des Verkaufs der operativen Gesellschaften des Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc. (CIGI), Wilmington, an die Enstar Group Ltd., Hamilton, Bermuda, wurde ein Teilportfolio der CIGI an eine Zweckgesellschaft retrozediert. Die Retrozession hat eine Laufzeit bis zur endgültigen Abwicklung der zugrunde liegenden Verpflichtungen. Da die Hannover Rückversicherung AG nicht der Hauptnutznießer der Zweckgesellschaft ist und weder mittelbare noch unmittelbare Kontrolle über diese ausübt, besteht keine Konsolidierungspflicht für diese Zweckgesellschaft.

Assoziierte Unternehmen – bewertet nach der Equity-Methode

Wesentliche Änderungen im ersten und zweiten Quartal 2012 ergaben sich im Vergleich zum Jahresende 2011 nicht; zum Bilanzstichtag wurden damit unverändert vier inländische und vier ausländische assoziierte Unternehmen at equity konsolidiert. Die Angaben verstehen sich ohne ausländische Teilkonzerne.

Gemeinschaftsunternehmen – bewertet nach der Equity-Methode

Das bislang quotal konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen Credit Life International Services GmbH, Neuss, wird ab dem zweiten Quartal 2012 als Beteiligung geführt, da die Gesellschaft aufgrund ihrer Bilanzsumme und ihres Ergebnisses unwesentlich für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist. Aus der Entkonsolidierung ergab sich ein Gewinn von 28 TEUR, der im Übrigen Ergebnis bilanziert ist.

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (HG-I) hat mit Closing zum 15. Mai 2012 ein Joint Venture mit NBFC Magma Fincorp gegründet. Im Rahmen dieser Transaktion hat die HG-I 25,5% der Anteile an der indischen Versicherungsgesellschaft Magma HDI General Insurance Company Limited, Kalkutta, zum Kaufpreis von umgerechnet 24 Mio. EUR direkt erworben. Diese Gesellschaft wird zusammen mit der NBFC Magma Fincorp das Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft im zweiten Halbjahr 2012 aufnehmen. Bei der Magma HDI General Insurance Company Limited handelt es sich — aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Partnerunternehmen hinsichtlich der gemeinsamen Ausübung der Kontrolle — um ein Gemeinschaftsunternehmen, welches nach den Vorschriften des IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" zu bilanzieren ist. Unter Ausübung des Wahlrechts dieses Bilanzierungsstandards hat der Konzern die Gesellschaft nach der Equity-Methode konsolidiert.

Anteile an nach der Equity-Methode konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen weisen wir unter der Bilanzposition "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" im Bereich der "Selbst verwalteten Kapitalanlagen" aus. Der den Konzern betreffende Anteil am Jahresergebnis ist im Kapitalanlageergebnis enthalten.

V. Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode

Mit Vertrag vom 24. Juni 2011 haben Talanx International AG und HDI Seguros Mexiko (beide Segment Privat- und Firmenversicherung International) 100% des mexikanischen Versicherers Metropolitana Compañía de Seguros, Mexiko-Stadt, Mexiko, zum Kaufpreis von 100 Mio. USD (umgerechnet 77 Mio. EUR) erworben. Der Erwerb der Gesellschaft wurde zum 1. Januar 2012 vollzogen (= Closing). Die mexikanische Gesellschaft betreibt im Wesentlichen Kraftfahrzeuggeschäft. Darüber hinaus werden Lebens- und Sachversicherungsgeschäft betrieben. Das Prämienvolumen belief sich 2011 auf 75 Mio. EUR. Der Vertrieb ist auf Mexiko-Stadt und das Zentrum des Landes ausgerichtet.

Mit dieser Übernahme soll die weitere Internationalisierung im Segment Privat- und Firmenversicherung International vorangetrieben werden. Der Konzern verstärkt mit der Übernahme seine Präsenz in Lateinamerika und kann so die Chancen in den dortigen Märkten nutzen. Der Goodwill aus dem Erwerb beträgt 43 Mio. EUR und spiegelt neben erheblichen Synergieeffekten und erwarteten Cross-Selling-Effekten auch das erwartete Wachstum, im Wesentlichen im Kraftfahrzeuggeschäft, wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig. Erwerbsbezogene Kosten sind nur in einem unwesentlichen Umfang angefallen.

Die zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptgruppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträge nach IFRS stellen sich wie folgt dar: Wir haben Vermögenswerte in Form von Immateriellen Vermögenswerten (5 Mio. EUR), Kapitalanlagen (77 Mio. EUR), Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (34 Mio. EUR), Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (2 Mio. EUR), Zahlungsmitteln (5 Mio. EUR), Aktiver Steuerabgrenzung (9 Mio. EUR) und Sonstigen Vermögenswerten (16 Mio. EUR) sowie Schulden in Form von Versicherungstechnischen Rückstellungen (84 Mio. EUR), Anderen Rückstellungen (12 Mio. EUR), Depotverbindlichkeiten (2 Mio. EUR), Übrigen Verbindlichkeiten (6 Mio. EUR) und Passiver Steuerabgrenzung (10 Mio. EUR) übernommen. In den Vermögenswerten sind immaterielle und materielle Vermögenswerte von 17 Mio. EUR enthalten. Das Eigenkapital nach IFRS betrug zum Zeitpunkt des Erwerbs 34 Mio. EUR.

Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Darüber hinaus wurden gemäß IFRS 3.23 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 2 Mio. EUR bilanziert, welche im Wesentlichen auf eventuelle Steuerverbindlichkeiten entfallen. Die Verpflichtung hängt von einer ausstehenden Entscheidung der lokalen Behörden ab, mit der kurz- bis mittelfristig gerechnet wird. Für diese Eventualverbindlichkeiten besteht ein Anspruch auf Entschädigungsleistung, für die in gleicher Höhe ein entsprechender Vermögenswert bilanziert wurde. Darüber hinaus wurden Eventualverbindlichkeiten in Höhe von rund 1,7 Mio. EUR identifiziert, deren Ansatz – mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts – unterblieben ist. Weitere bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert.

Zum Bilanzstichtag ergeben sich keine wesentlichen Änderungen der Eventualverbindlichkeiten. Das Prämienvolumen (Verdiente Prämien für eigene Rechnung) belief sich für das erste Halbjahr 2012 auf 36 Mio. EUR. Das Ergebnis der Gesellschaft stellte sich zum 30. Juni 2012 mit 5 Mio. EUR ein.

Mit Unternehmensmeldung vom 14. Dezember 2011 hat die Talanx International AG (TINT) darüber informiert, dass sie gemeinsam mit unserem strategischen japanischen Partner Meiji Yasuda Life Insurance Company sowie der polnischen Getin Holding Group (Getin) eine langfristige strategische Bancassurance-Kooperation in Polen startet. Hierzu haben TINT und Meiji Yasuda Life Insurance Company zusammen von Getin die Versicherungsgruppe Europa (TU Europa-Gruppe) übernommen. Im Rahmen dieser Transaktion hat TINT am 1. Juni 2012 (= Closing) 50% plus eine Aktie an der Muttergesellschaft der TU Europa Non-Life (Towarzystwo Ubezpieczeń Europa S.A.) zum Preis von 912 Mio. PLZ entsprechend 211 Mio. EUR

übernommen. Die TU Europa Non-Life ist an den in Polen ansässigen Unternehmen TU Europa Life (Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie Europa S.A.) (100%) und Open Life (Open Life Towarzystwo Ubezpieczeń Życie S.A.) (51%) beteiligt. Zur Gruppe gehören auch die in der Ukraine ansässigen Versicherungsgesellschaften Europa UA Non-Life (Towarzystwo Ubezpieczeń Europa.UA) (90%) sowie Europa UA Life (Towarzystwo Ubezpieczeń Europa.UA Życie) (92%). Die Anteilsquoten ergeben sich aus der Addition aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile.

Allen Aktionären der an der Warschauer Börse öffentlich gehandelten TU Europa-Gruppe wurde zudem ein öffentliches Zeichnungsangebot ("Public Tender Offer") unterbreitet. Hinsichtlich weiterer Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Kapitel IX "Sonstige Angaben", Abschnitt "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen".

Mit dieser Übernahme soll die weitere Internationalisierung im Segment Privat- und Firmenversicherung International vorangetrieben werden. Der Konzern verstärkt zudem seine Präsenz in Zentral- und Osteuropa und kann so die Chancen in den dortigen Märkten nutzen. Die polnischen Gesellschaften der TU Europa-Gruppe sind im Wesentlichen in drei Geschäftsfeldern tätig: im Lebensversicherungsgeschäft (Absicherung von Hypothekenkrediten), in Schaden-/Unfallversicherungen (Absicherung von Konsumentenkrediten) sowie im Bereich der Investmentprodukte (Fondspolicen als Sparprodukte). Die Versicherungsgruppe ist nach eigenen Angaben einer der führenden polnischen Versicherungsanbieter über den Banken-Vertriebskanal und nach unserer Einschätzung ein innovativer und profitabler Marktteilnehmer mit einem starken, unternehmerischen Management.

Der Goodwill aus dem Erwerb beträgt 134 Mio. EUR und spiegelt im Wesentlichen das erwartete profitable Wachstum im polnischen Markt, insbesondere im Bancassurance-Segment, wider. Eine steuerliche Abzugsfähigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes besteht nicht.

Im Zuge des Unternehmenserwerbs hat sich TINT im Rahmen einer geschriebenen Verkaufsoption grundsätzlich verpflichtet, Anteile der TU Europa-Gruppe, welche von der Getin gehalten werden, im Austausch gegen finanzielle Vermögenswerte zu erwerben. In diesem Zusammenhang hat TINT eine finanzielle Verpflichtung in Höhe des Barwertes des Rückkaufbetrags dieser Anteile (42 Mio. EUR) erfasst, welche in den Folgeperioden in Übereinstimmung mit IAS 39 ergebniswirksam zu bewerten ist. Die Verbindlichkeit hat der Konzern zu Lasten des Minderheitenanteils eingebucht ("anticipated acquisition method"). Daher wurde der Erwerb von insgesamt 66,54% plus eine Stimme abgebildet mit der Konsequenz, dass auch der Goodwill auf diesen (höheren) Anteil aufgedeckt wurde.

Die Transaktionskosten des Erwerbs beliefen sich auf 0,7 Mio. EUR und sind im Übrigen Ergebnis bilanziert.

Die zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptgruppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträge nach IFRS stellen sich wie folgt dar: Wir haben Vermögenswerte in Form von Immateriellen Vermögenswerten (201 Mio. EUR), Kapitalanlagen (1.233 Mio. EUR), Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (28 Mio. EUR), Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (4 Mio. EUR), Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (38 Mio. EUR), Zahlungsmitteln (80 Mio. EUR), Aktiver Steuerabgrenzung (15 Mio. EUR) und Sonstigen Vermögenswerten (7 Mio. EUR) sowie Schulden in Form von Versicherungstechnischen Rückstellungen (164 Mio. EUR), Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird (28 Mio. EUR), Anderen Rückstellungen (6 Mio. EUR), Übrigen Verbindlichkeiten (1.177 Mio. EUR) und Passiver Steuerabgrenzung (7 Mio. EUR) übernommen. In den Vermögenswerten sind immaterielle und materielle Vermögenswerte von 210 Mio. EUR enthalten. Das Eigenkapital nach IFRS betrug zum Zeitpunkt des Erwerbs 224 Mio. EUR (darin enthalten sind direkte Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von 6 Mio. EUR).

Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Eventualverbindlichkeiten gemäß IFRS 3.23 wurden nicht identifiziert. Weitere bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert.

Das Prämienvolumen (Verdiente Prämien für eigene Rechnung) der erworbenen Gesellschaften seit Erstkonsolidierung – also für den Monat Juni – beträgt 16 Mio. EUR, bei Erwerb am 1. Januar 2012 hätte das Prämienvolumen 91 Mio. EUR betragen (Ermittlung vereinfacht auf Basis der lokalen IFRS-Daten von Januar bis Mai 2012). Das Ergebnis der Gesellschaft betrug zum 30. Juni 2012 2 Mio. EUR; bei Erwerb am 1. Januar 2012 hätte das Ergebnis 15 Mio. EUR betragen (Ermittlung vereinfacht auf Basis der lokalen IFRS-Daten von Januar bis Mai 2012).

Unternehmenszusammenschlüsse nach der Berichtsperiode

Segment Privat- und Firmenversicherung International

Mit Wirkung zum 1. Juli 2012 hat die Talanx International AG (TINT) 100% an der Warta non-life (Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji Warta S.A.) von der belgischen KBC-Gruppe übernommen. Talanx' japanischer Partner Meiji Yasuda Life Insurance Company hat mit Wirkung zum 3. Juli 2012 30% der Warta-Anteile von TINT erworben, welche diese seit dem Erwerb treuhänderisch verwaltet hat. Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen bildet der Konzern somit zum Closing (1. Juli 2012) den Erwerb durch Ausweis von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zu 70% ab. Der Kaufpreis für die Warta-Gruppe betrug insgesamt 770 Mio. EUR, wovon 553 Mio. EUR auf TINT entfallen. Der Erwerbspreis unterliegt noch nachträglichen Kaufpreisanpassungen, voraussichtlich im unteren zweistelligen Mio.-EUR-Bereich.

Warta non-life ist an den folgenden Tochtergesellschaften beteiligt: Warta life (Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie WARTA S.A.) (100%), ALFA Fonds (KBC ALFA Specjalistyczny Fundusz Inwestycyjny Otwarty) (100%) – die Gesellschaft hält ausschließlich Investments der TUiR Warta S.A. –, Warta Real Estate (Warta Nieruchomości Sp. z o.o. w likwidacji) (100%), Warta 24 (Warta 24 plus Sp. z o.o. w likwidacji) (100%), Warta Finance (WARTA Finance S.A. w likwidacji) (100%), Gdynia Shipping (Gdynia America Shipping Lines (London) Limited) (73,68%). Die Gesellschaften Warta Real Estate, Warta 24, Warta Finance befinden sich in Liquidation. Diese Unternehmen und die Gdynia Shipping sind aus Konzernsicht unwesentlich in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und werden bei Erstkonsolidierung daher nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Bis zum 30. Juni 2012 verzeichneten die Warta non-life und Warta life nach lokaler Rechnungslegung (ungeprüft) ein Prämienvolumen (Verdiente Prämien für eigene Rechnung) von umgerechnet etwa 544 Mio. EUR. Der Gewinn betrug umgerechnet circa 61 Mio. EUR. Die Transaktionskosten des Erwerbs beliefen sich bisher auf 1,7 Mio. EUR und sind im Übrigen Ergebnis enthalten.

Weitere Angaben nach IFRS 3 können nicht erfolgen, da die Erstellung der Eröffnungsbilanz zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.

Segment Industrieversicherung

Am 25. April 2012 unterzeichneten unsere Tochterunternehmen HDI-Gerling Assurance S.A., Brüssel (Belgien), sowie HDI Verzekeringen N.V. , Rotterdam (Niederlande) (beide Segment Industrieversicherung) eine Vereinbarung über den Erwerb von 100% der Anteile an der luxemburgischen Versicherung Les Assurances Mutuelles d'Europe Lux S.A., Luxembourg, (A.M.E. Lux S.A.), einem Anbieter von Schaden-/Unfall-Versicherungen im luxemburgischen Markt. Der Kaufpreis für die Gesellschaft beträgt 6 Mio. EUR. Das Closing erwarten wir im dritten Quartal 2012 nach Aufstellung dieses Konzern-Zwischenberichts. Der Erwerb steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der lokalen Aufsichtsbehörden. Im Jahr 2011 betrugen die gebuchten Bruttoprämien 8 Mio. EUR.

VI. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Die mit Vertrag vom 29. Dezember 2011 von HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Hannover, veräußerte PARTNER OFFICE AG, Köln (beide Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) (PO), welche wir im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 als Veräußerungsgruppe bewertet und ausgewiesen haben, wurde im ersten Quartal 2012 veräußert und folglich entkonsolidiert.

Mit Verträgen aus April 2012 bzw. Mai 2012 erfolgte die Unterzeichnung der Verkaufsvereinbarung von 70% bzw. 30% (Erwerber des letztgenannten Anteils ist eine Tochtergesellschaft der Hannover Rückversicherung AG) der Beteiligung der Talanx International AG, Hannover, (TINT) an dem Tochterunternehmen ASPECTA Assurance International AG, Vaduz, Liechtenstein (A-Lie; Segment Privat- und Firmenversicherung International). Sämtliche Anteile werden von TINT gehalten; der vereinbarte Kaufpreis beträgt 2,7 Mio. EUR. Diese Transaktion dient der Fokussierung gemäß der strategischen Unternehmensausrichtung der Talanx International AG. Der Vollzug der Transaktion wird im dritten Quartal 2012 erwartet.

Die A-Lie stellt gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" unverändert eine Veräußerungsgruppe dar, die zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten ist. Die Bewertung der Veräußerungsgruppe führte in der laufenden Berichtsperiode zu einem Aufwand in Höhe von 0,6 Mio. EUR, der im Übrigen Ergebnis ausgewiesen wird. Die kumulierten, nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile belaufen sich zum Stichtag auf 0 (–1) Mio. EUR. Im Einklang mit IFRS 5 werden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppen in einer Bilanzposition getrennt von den fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Geschäftsvorfälle zwischen der Veräußerungsgruppe und den fortgeführten Geschäftsbereichen des Konzerns werden in Übereinstimmung mit IAS 27 weiterhin vollständig eliminiert.

Die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe A-Lie hinsichtlich ihrer wesentlichen Komponenten stellen sich wie folgt dar:

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Aktiva
Kapitalanlagen 2 1
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 274 261
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 25 24
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 2 3
Abgegrenzte Abschlusskosten 90 99
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 43 46
Aktive Steuerabgrenzung 2 1
Sonstige Vermögenswerte 5 5
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 443 440
Passiva
Versicherungstechnische Rückstellungen 77 81
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung,
soweit das Anlagerisiko von Versicherungsnehmern getragen wird 274 261
Sonstige Rückstellungen 5 4
Depotverbindlichkeiten 18 16
Übrige Verbindlichkeiten 23 24
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten 397 386

Unverändert zum Konzernabschluss (31. Dezember 2011) bilanziert der Konzern die beabsichtigten Veräußerungen der Lebensversicherungsportfolien der PB Pensionskasse AG, Köln (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) sowie der HDI Seguros S.A. de C.V., León, Mexiko (Segment Privat- und Firmenversicherung International) als Veräußerungsgruppen. Im Rahmen der Transaktionen werden neben den versicherungstechnischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten Kapitalanlagen zur Bedeckung der Verpflichtungen an den Erwerber veräußert.

Die Versicherungstechnischen Rückstellungen bei der PB Pensionskasse AG betragen 109 (86) Mio. EUR sowie 3 (3) Mio. EUR an Versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von Versicherungsnehmern getragen wird, und 2 (2) Mio. EUR Passive Steuerabgrenzung, denen Vermögenswerte von 102 (96) Mio. EUR gegenüber stehen. Diese betreffen mit 6 (6) Mio. EUR immaterielle Vermögenswerte, mit 91 (85) Mio. EUR Kapitalanlagen, mit 3 (3) Mio. EUR Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen sowie Sonstige Vermögenswerte in Höhe von 2 (2) Mio. EUR. Der Kaufpreis für das Portfolio wird aufgrund der vertraglichen Vereinbarung vom 29. Juni 2012 5 Mio. EUR betragen.

HDI Seguros S.A. de C.V. weist Versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 7 (6) Mio. EUR sowie Kapitalanlagen in Höhe von 6 (5) Mio. EUR, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen von 1 (0) Mio. EUR und Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft von 0 (1) Mio. EUR aus. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 2 Mio. EUR.

Zum Bilanzstichtag betragen die direkt im Eigenkapital erfassten kumulierten Erträge und Aufwendungen, die in Verbindung mit den zwei Veräußerungsgruppen stehen, 2 (1) Mio. EUR. Beide Transaktionen dienen der Fokussierung gemäß der beabsichtigten Unternehmensausrichtung und führen – insbesondere bei unserer mexikanischen Gesellschaft – zu Kostenoptimierung im Bereich der IT sowie der Personalaufwendungen. Wir erwarten den Abschluss beider Bestandsübertragungen aufgrund aktueller Entwicklungen derzeit für das dritte Quartal 2012.

Ferner beabsichtigen HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (Segment Industrieversicherung), HDI-Gerling Lebensversicherung AG, neue leben Lebensversicherung AG (beide Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) sowie E+S Rückversicherung AG (Segment Schaden-Rückversicherung) unverändert Immobilienbestände mit Buchwerten von insgesamt 25 (15) Mio. EUR zu veräußern, und haben diese als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert. Die Veräußerungspreise der verschiedenen Objekte belaufen sich auf 27 Mio. EUR. Ursächlich für die Verkaufsabsichten sind neben einer schlechteren Mietsituation die hohen Verwaltungsaufwendungen. Wir erwarten die wirtschaftlichen Übergänge aufgrund aktueller Entwicklungen im zweiten Halbjahr 2012.

VII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz

Die wesentlichen Posten der Konzernbilanz setzen sich wie folgt zusammen:

(1) Immaterielle Vermögenswerte

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
a. Geschäfts- oder Firmenwert 867 690
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.678 1.520
davon:
Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte 1.468 1.333
Software 142 145
Übrige 68 42
Gesamt 2.545 2.210

Der Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwertes um 177 Mio. EUR resultiert aus den im Berichtszeitraum bilanzierten Unternehmenserwerben der polnischen TU Europa-Gruppe (134 Mio. EUR) sowie des mexikanischen Versicherers Metropolitana Compañía de Seguros (43 Mio. EUR) im Segment Privat- und Firmenversicherung International. Wir verweisen auf unsere Darstellung in Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse".

Die "Versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte" (=PVFP) bei den Lebenserstversicherungsunternehmen resultieren vor allem aus den im Jahr 2006 erworbenen Versicherungsbeständen der vormaligen Gerling-Gruppe (796 Mio. EUR), aus den im Jahr 2007 gekauften Vertragsbeständen der ehemaligen BHW Lebensversicherung AG (ehemals PBV Lebensversicherung, jetzt PB Lebensversicherung AG) (307 Mio. EUR) sowie aus der neue leben Lebensversicherung AG (95 Mio. EUR). Darüber hinaus entfällt auf die Hannover Life Reassurance (Ireland) Ltd. ein Betrag von 94 Mio. EUR (Segment: Personen-Rückversicherung). Aufgrund des Unternehmenszusammenschlusses im zweiten Quartal ergibt sich ein PVFP von 173 Mio. EUR bei der polnischen TU Europa-Gruppe (davon Lebensversicherung: 112 Mio. EUR, Schaden-/Unfallversicherung: 61 Mio. EUR).

Der PVFP setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuer gebildet wird, und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen und wird aktiviert, um die Belastung des Konzerneigenkapitals nach IFRS beim Erwerb eines Versicherungsbestandes gleichmäßig entsprechend der Amortisation über die zukünftigen Perioden zu verteilen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert.

Die Verteilung der PVFPs bei den Lebenserstversicherungsgesellschaften (1.312 [1.233] Mio. EUR) entfällt mit 749 (659) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 563 (574) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil.

Die Amortisation der Versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte von insgesamt 34 (30. Juni 2011: 21) Mio. EUR entfällt mit 35 (30. Juni 2011: 10) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit –1 (30. Juni 2011: 11) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil und betrifft im Wesentlichen die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Die Amortisation auf den Aktionärsanteil weisen wir in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen" aus.

Die Übrigen immateriellen Vermögenswerte enthalten u.a. erworbene Markennamen (1 Mio. EUR) sowie erworbene Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen (37 Mio. EUR). Die Erhöhung dieser Position steht vor allem im Zusammenhang mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der TU Europa. Für weitergehende Informationen siehe unsere Erläuterungen im Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse".

Die immateriellen Vermögenswerte werden im Konzern zu 100% bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den immateriellen Vermögenswerten, getrennt nach Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. Sonstige immaterielle Vermögenswerte, wie folgt dar:

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Immaterielle Vermögenswerte vor Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
a. Geschäfts- oder Firmenwert 867 690
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.678 1.520
Gesamt 2.545 2.210
davon ab: Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
a. Geschäfts- oder Firmenwert 34
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 211 99
Gesamt 245 99
davon ab: Versicherungsnehmeranteil
a. Geschäfts- oder Firmenwert
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 563 574
Gesamt 563 574
Immaterielle Vermögenswerte nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
und Versicherungsnehmeranteil
a. Geschäfts- oder Firmenwert 833 690
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 904 847
Gesamt 1.737 1.537

(2) Darlehen und Forderungen

Unrealisierte
Fortgeführte Anschaffungskosten Gewinne/Verluste Zeitwerte
30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Hypothekendarlehen 1.030 1.100 134 132 1.164 1.232
Darlehen und Vorauszahlungen
auf Versicherungsscheine
191 191 191 191
Darlehen und Forderungen an staatliche
oder quasistaatliche Schuldner1)
9.751 10.216 1.080 876 10.831 11.092
Unternehmensanleihen 6.506 6.674 357 162 6.863 6.836
Hypothekarisch/dinglich gesicherte
Schuldverschreibungen
14.486 14.453 1.792 1.112 16.278 15.565
Genussscheindarlehen 265 327 – 11 –19 254 308
Gesamt 32.229 32.961 3.352 2.263 35.581 35.224

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 2.473 (2.389) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 14.461 (14.428) Mio. EUR enthalten; das entspricht 99 (99)%.

(3) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente

Unrealisierte
Fortgeführte Anschaffungskosten Gewinne/Verluste Zeitwerte
30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 512 426 28 24 540 450
Schuldtitel der US-Regierung 948 927 36 44 984 971
Schuldtitel anderer
ausländischer Staaten
74 81 1 1 75 82
Schuldtitel quasistaatlicher
Institutionen1)
697 851 43 36 740 887
Schuldtitel von Unternehmen 505 574 11 6 516 580
Hypothekarisch/dinglich gesicherte
Schuldverschreibungen
1.345 1.435 62 36 1.407 1.471
Gesamt 4.081 4.294 181 147 4.262 4.441

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 172 (230) Mio. EUR enthalten,

die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 1.332 (1.424) Mio. EUR enthalten; das entspricht 99 (99)%.

(4) Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente

Unrealisierte
Fortgeführte Anschaffungskosten Gewinne/Verluste Zeitwerte
30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 4.339 4.205 111 3 4.450 4.208
Schuldtitel der US-Regierung 1.298 1.224 54 56 1.352 1.280
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 1.435 1.320 44 35 1.479 1.355
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen1) 6.224 5.126 304 208 6.528 5.334
Schuldtitel von Unternehmen 13.247 12.153 504 86 13.751 12.239
Investmentfonds 756 675 44 2 800 677
Hypothekarisch/dinglich gesicherte
Schuldverschreibungen
6.652 5.657 340 72 6.992 5.729
Genussscheine 159 188 7 –1 166 187
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 34.110 30.548 1.408 461 35.518 31.009
Aktien 378 422 85 97 463 519
Investmentfonds 542 541 55 32 597 573
Genussscheine 40 40 40 40
Nicht festverzinsliche Wertpapiere gesamt 960 1.003 140 129 1.100 1.132
Gesamt 35.070 31.551 1.548 590 36.618 32.141

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 2.864 (2.484) Mio. EUR enthalten,

die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 6.183 (5.052) Mio. EUR enthalten; das entspricht 88 (88)%.

(5) Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 10 5
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 199 137
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen1) 49 50
Schuldtitel von Unternehmen 443 412
Investmentfonds 92 90
Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 107 78
Genussscheine 87 84
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 987 856
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 15 16
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 23
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete klassifizierte Finanzinstrumente gesamt 1.025 872
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 14 4
Andere Wertpapiere 1 1
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 15 5
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 80 70
Derivate 30 53
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente gesamt 125 128
Gesamt 1.150 1.000

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 6 (4) Mio. EUR enthalten,

die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 11 (11) Mio. EUR enthalten; das entspricht 10 (14)%.

(6) Eigenkapital

Das Eigenkapital wird entsprechend IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und IAS 32 "Finanzinstrumente: Angaben und Darstellung" in Verbindung mit IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" als eigenständiger Bestandteil des Konzernabschlusses dargestellt. Die Eigenkapitalveränderung resultiert aus dem sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergebenden Periodenüberschuss sowie aus den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Vermögens- und Schuldposten.

Mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Mai 2012 wurde der auf der ordentlichen Hauptversammlung der Talanx AG vom 30. März 2012 beschlossene Aktiensplitt (Satzungsänderung) wirksam. Das Grundkapital beträgt unverändert 260 Mio. EUR und ist nun eingeteilt in 208.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzerneigenkapitals".

In der Hauptversammlung vom 15. November 2010 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 26 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 20.800.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung bis zum 14. November 2015 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 6. April 2011 bzw. 2. Mai 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG Kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam.

Ferner wurde in der Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 beschlossen, das Grundkapital um bis zu 78 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 62.400.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung bis zum 14. Mai 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 4. Juni 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG Kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 21. November 2011 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 18. November 2016 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 130 Mio. EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, insofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10% des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR – nach Zustimmung des Aufsichtsrats – verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrates ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen 469 270
Anteil am Periodenergebnis 224 377
Übriges Eigenkapital 2.943 2.638
Gesamt 3.636 3.285

Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns.

(7) Nachrangige Verbindlichkeiten

Nominalbetrag Verzinsung Fälligkeit Rating3) 30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR In Mio. EUR In Mio. EUR
Hannover Finance (Luxembourg) S.A. 500 fest (5%), dann variabel verzinslich 2005/ohne
Endfälligkeit
(a; A) 488 486
Hannover Finance (Luxembourg) S.A. 500 fest (5,75%), dann variabel verzinslich 2010/2040 (a; A) 498 498
Hannover Finance (Luxembourg) S.A. 750 fest (5,75%), dann variabel verzinslich 2004/2024 (a; A) 748 748
HDI-Gerling Industrie Versicherung AG 250 fest (7%), dann variabel verzinslich 2004/2024 (bbb+; A–) 259 261
HDI-Gerling Lebensversicherung AG1) 110 fest (6,75%) 2005/ohne
Endfälligkeit
(—; A–) 113 113
Talanx AG 300 fest, dann variabel verzinslich 2010/ohne
Endfälligkeit
(—; BBB) 300 300
Talanx Finanz2) 209 fest (4,5%) 2005/2025 (bbb; BBB) 208 209
Talanx Finanz 500 fest (8,37%), dann variabel verzinslich 2012/2042 (—; BBB) 500
Gesamt 3.114 2.615

1) Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem Nomialbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten (im Konzernabschluss konsolidiert)

2) Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem Nominalbetrag von 56 Mio. EUR durch Konzerngesellschaften gehalten (im Konzernabschluss konsolidiert). Hier ist die im ersten Quartal 2012 durch eine Konzerngesellschaft erworbene Anleihe im Nominalbetrag von 1 Mio. EUR enthalten; das ausstehende Volumen wurde entsprechend gemindert

3) (Debt Rating A.M. Best; Debt Rating S&P)

Hinsichtlich weiterer Ausgestaltungsmerkmale verweisen wir auf den veröffentlichten Geschäftsbericht 2011, Seite 241.

Am 28. März 2012 – mit Zulassung am regulierten Markt zum 4. April 2012 – hat die Talanx AG über ihre Tochtergesellschaft Talanx Finanz (Luxemburg) S.A., Luxemburg, eine neue Anleihe an vornehmlich europäische Investoren platziert. Diese nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von nominal 500 Mio. EUR hat eine Laufzeit von 30 Jahren und kann nach zehn Jahren erstmals ordentlich gekündigt werden. Die Anleihe, die durch die Talanx AG garantiert ist, ist in den ersten zehn Jahren mit einem festen Kupon in Höhe von 8,3673% p. a. ausgestattet, danach wird sie variabel mit 7,056% über dem Drei-Monats-EURIBOR verzinst.

Im Rahmen der langfristigen und fortlaufenden Optimierung ihrer Kapitalstruktur hat die Talanx AG Investoren bis zum 6. Juli 2012 die Möglichkeit zum Rückkauf ausgewählter Anleihen eingeräumt. Insgesamt haben Investoren dem Unternehmen Schuldverschreibungen in Höhe von nominal rund 204 Mio. EUR zum Rückkauf angeboten, die die Talanx AG vollumfänglich zurückgenommen hat. Mit der Abwicklung am 11. Juli 2012 hat Talanx nominal 108 Mio. EUR der 2024 fälligen Anleihe der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (ISIN: XS0198106238) und 96 Mio. EUR der 2025 fälligen Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. (ISIN: XS0212420987) zurückgekauft.

(8) Versicherungstechnische Rückstellungen

30.6.2012 31.12.2011
Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
In Mio. EUR
a. Rückstellung für Prämienüberträge 6.262 709 5.553 4.677 389 4.288
b. Deckungsrückstellung 46.865 1.081 45.784 45.739 988 44.751
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 32.901 5.011 27.890 31.420 4.915 26.505
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.712 1 1.711 1.008 1 1.007
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 257 2 255 256 9 247
Gesamt 87.997 6.804 81.193 83.100 6.302 76.798

Von den versicherungstechnischen Rückstellungen, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, in Höhe von 6.586 (6.067) Mio. EUR entfallen 180 (160) Mio. EUR auf die Rückversicherer.

VIII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die wesentlichen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich folgendermaßen zusammen:

(9) Verdiente Prämien für eigene Rechnung

Wir weisen unter den gebuchten Bruttoprämien auch die Sparanteile der Prämien für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungsverträge aus. Aus den verdienten Prämien für eigene Rechnung wurden diese Sparanteile eliminiert.

1.1.–30.6.20121) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Gebuchte Prämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
2.217 3.485 1.334 3.844 2.702 13.582
Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
436 74 510
Gebuchte Rückversicherungsprämien 886 64 106 391 278 1.725
Veränderung der Bruttoprämienüberträge –600 –326 –37 –437 17 –1.383
Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge
–205 –16 –20 –90 1 –330
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 936 2.675 1.137 3.106 2.440 10.294

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

1.1.–30.6.20111) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland2)
Privat- und
Firmen
versicherung
International2)
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Gebuchte Prämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
1.993 3.514 1.194 3.335 2.386 12.422
Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
446 126 572
Gebuchte Rückversicherungsprämien 778 102 50 344 193 1.467
Veränderung der Bruttoprämienüberträge –528 –294 –44 –351 –3 –1.220
Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge
–182 –8 3 –41 1 –227
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 869 2.680 971 2.681 2.189 9.390

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

2) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

(10) Kapitalanlageergebnis

1.1.–30.6.20121) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Konzern
funktionen
Summe
In Mio. EUR
Erträge aus Grundstücken 2 28 1 23 54
Dividenden2) 5 10 4 4 14 37
Laufende Zinserträge 100 755 90 365 116 3 1.429
Sonstige Erträge 3 5 18 1 27
Ordentliche Kapitalanlageerträge 110 798 95 410 117 17 1.547
Erträge aus Zuschreibungen 1 1
Realisierte Gewinne aus dem
Abgang von Kapitalanlagen
12 75 25 64 17 3 196
Unrealisierte Gewinne
aus Kapitalanlagen 1 28 41 12 13 95
Kapitalanlageerträge 123 901 161 487 147 20 1.839
Realisierte Verluste aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 6 31 6 11 2 56
Unrealisierte Verluste
aus Kapitalanlagen
3 5 21 20 3 1 53
Summe 9 36 27 31 5 1 109
Abschreibungen auf
fremdgenutzte Grundstücke
planmäßig 1 5 5 11
außerplanmäßig 2 2
Abschreibungen auf
Dividendentitel
2 3 2 7
Abschreibungen auf
festverzinsliche Wertpapiere
Abschreibungen auf
sonstige Kapitalanlagen
5 5
Aufwendungen für die
Verwaltung von Kapitalanlagen
2 7 1 5 1 28 44
Sonstige Aufwendungen 1 15 14 19 2 3 54
Sonstige Kapitalanlageaufwendungen/
Abschreibungen 4 31 18 34 5 31 123
Kapitalanlageaufwendungen 13 67 45 65 10 32 232
Kapitalanlageergebnis aus
selbst verwalteten Kapitalanlagen
110 834 116 422 137 –12 1.607
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 2
Depotzinserträge 1 10 212 223
Depotzinsaufwendungen 1 13 4 66 84
Depotzinsergebnis –1 –13 1 6 146 139
Kapitalanlageergebnis 109 821 119 428 283 –12 1.748

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

2) Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beträgt 4 (3) Mio. EUR und wird unter den Dividenden ausgewiesen

Die in der Berichtsperiode vorgenommenen Verschiebungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie, die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten zugrunde gelegt werden, sowie Änderungen bei der Einstufung finanzieller Vermögenswerte waren von unwesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

1.1.–30.6.20111) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Konzern
funktionen
Summe
In Mio. EUR
Erträge aus Grundstücken 2 21 17 40
Dividenden2) 5 15 1 7 3 31
Laufende Zinserträge 101 755 64 316 97 2 1.335
Sonstige Erträge 2 6 7 1 16
Ordentliche Kapitalanlageerträge 110 797 65 347 98 5 1.422
Erträge aus Zuschreibungen 1 16 1 15 33
Realisierte Gewinne aus dem
Abgang von Kapitalanlagen
21 82 12 101 7 223
Unrealisierte Gewinne
aus Kapitalanlagen 1 5 20 56 9 91
Kapitalanlageerträge 133 900 98 519 114 5 1.769
Realisierte Verluste aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 5 59 3 60 4 131
Unrealisierte Verluste
aus Kapitalanlagen 14 2 1 10 27
Summe 5 73 5 61 14 158
Abschreibungen auf
fremdgenutzte Grundstücke
planmäßig 1 3 4 8
außerplanmäßig 1 14 15
Abschreibungen auf
Dividendentitel
3 13 3 19
Abschreibungen auf
festverzinsliche Wertpapiere
5 5
Abschreibungen auf
sonstige Kapitalanlagen
1 3 7 11
Aufwendungen für die
Verwaltung von Kapitalanlagen 2 4 1 8 1 23 39
Sonstige Aufwendungen 1 4 2 12 1 1 21
Sonstige Kapitalanlageaufwendungen/
Abschreibungen 9 41 6 36 2 24 118
Kapitalanlageaufwendungen 14 114 11 97 16 24 276
Kapitalanlageergebnis aus
selbst verwalteten Kapitalanlagen
119 786 87 422 98 –19 1.493
Ergebnis aus Investmentverträgen
Depotzinserträge 2 9 222 233
Depotzinsaufwendungen 1 11 3 72 87
Depotzinsergebnis 1 –11 6 150 146
Kapitalanlageergebnis 120 775 87 428 248 –19 1.639

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

2) Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beträgt 4 (3) Mio. EUR und wird unter den Dividenden ausgewiesen

Von den Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 14 (50) Mio. EUR entfallen 7 (19) Mio. EUR auf Aktien sowie 5 (11) Mio. EUR auf privates Beteiligungskapital. Die Abschreibungen auf strukturierte festverzinsliche oder übrige festverzinsliche Wertpapiere waren nur im geringen Ausmaß vorzunehmen (0 [5] Mio. EUR). Darüber hinaus fielen Wertminderungen auf fremdgenutzte Grundstücke in Höhe von 2 (15) Mio. EUR an. Dem gegenüber standen Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene Kapitalanlagen in Höhe von 1 (33) Mio. EUR, die in der Vergleichsperiode im Wesentlichen auf Immobilien (13 Mio. EUR) und auf festverzinsliche Wertpapiere (15 Mio. EUR) entfielen.

Der Konzern ist zum Abschlussstichtag nur geringfügig in griechische Staatsanleihen investiert. Nominalwerten von insgesamt 15 Mio. EUR (0,02%, bezogen auf den Bestand der selbst verwalteten Kapitalanlagen) stehen Marktwerte von 3 Mio. EUR gegenüber. Da die bilanzierten Papiere mit einem durchschnittlichen Kurs von 20% bewertet sind, ergaben sich per 30. Juni 2012 keine wesentlichen Abschreibungen.

Zum Bilanzstichtag befanden sich darüber hinaus keine überfälligen, nicht wertberichtigten Wertpapiere im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden.

30.6.2012 30.6.2011
In Mio. EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 2 3
Darlehen und Forderungen 684 696
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 79 62
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 700 599
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente 68 28
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete klassifizierte Finanzinstrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 52 40
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente –1
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 2
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente –1
Derivate 18 –6
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente 52 48
Sonstige1) 52 81
Summe der selbst verwalteten Kapitalanlagen 1.705 1.553
Investmentverträge Kapitalanlagen/Verbindlichkeiten2) 2
Depotforderungen/Depotverbindlichkeiten 139 146
Gesamt 1.846 1.699

(11) Ergebnis aus Kapitalanlagen nach Anlagearten

1) Zur Überleitung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in der Position "Sonstige" die Gewinne aus fremdgenutzten Grundstücken, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten – soweit negative Marktwerte – zusammengefasst. Sicherungsderivate im Rahmen

von Hedge Accounting sind, sofern sie keine Absicherungsgeschäfte im Bereich der Kapitalanlagen betreffen, in der Aufstellung nicht enthalten 2) Darin enthalten sind Erträge und Aufwendungen aus der Verwaltung von Investmentverträgen saldiert in Höhe von 2 Mio. EUR. Auf erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (Aktiva/Passiva) entfallen 5 bzw. –5 Mio. EUR und auf Darlehen und Forderungen bzw. Sonstige Verbindlichkeiten entfallen 1 bzw. –1 Mio. EUR der Erträge und Aufwendungen

Unter Einbezug der Aufwendungen für die selbst verwalteten Kapitalanlagen in Höhe von 44 (39) Mio. EUR und der Sonstigen Aufwendungen in Höhe von 54 (21) Mio. EUR beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 1.748 (1.639) Mio. EUR.

(12) Aufwendungen für Versicherungsleistungen

1.1.–30.6.20121) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Brutto
Schadenzahlungen 1.118 1.797 799 1.868 1.886 7.468
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
134 3 51 532 247 967
Veränderung der Deckungsrückstellung –1 635 –8 160 786
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 12 503 6 521
Summe 1.263 2.938 848 2.400 2.293 9.742
Anteil der Rückversicherer
Schadenzahlungen 480 56 36 288 220 1.080
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
118 –7 –2 –100 8 17
Veränderung der Deckungsrückstellung –18 –4 8 –14
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 4 4
Summe 598 31 34 188 236 1.087
Netto
Schadenzahlungen 638 1.741 763 1.580 1.666 6.388
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
16 10 53 632 239 950
Veränderung der Deckungsrückstellung –1 653 –4 152 800
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 12 503 2 517
Summe 665 2.907 814 2.212 2.057 8.655
1.1.–30.6.20111) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland2)
Privat- und
Firmen
versicherung
International2)
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Brutto
Schadenzahlungen 1.079 1.872 623 1.481 1.551 6.606
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
330 –40 52 1.519 166 2.027
Veränderung der Deckungsrückstellung 640 73 295 1.008
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 1 349 7 357
Summe 1.410 2.821 755 3.000 2.012 9.998
Anteil der Rückversicherer
Schadenzahlungen 408 159 16 200 144 927
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
345 –73 1 479 –7 745
Veränderung der Deckungsrückstellung –26 –4 –6 –36
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 1 3 4
Summe 754 60 16 679 131 1.640
Netto
Schadenzahlungen 671 1.713 607 1.281 1.407 5.679
Veränderung der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
–15 33 51 1.040 173 1.282
Veränderung der Deckungsrückstellung 666 77 301 1.044
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 349 4 353
Summe 656 2.761 739 2.321 1.881 8.358

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

2) Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden",

Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs

(13) Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen

1.1.–30.6.20121) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Brutto
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
255 484 224 814 421 2.198
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–44 –178 26 –68 25 –239
Summe der Abschlussaufwendungen 211 306 250 746 446 1.959
Verwaltungsaufwendungen 107 144 75 86 71 483
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 318 450 325 832 517 2.442
Anteil der Rückversicherer
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
134 6 18 34 15 207
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–19 6 –5 4 –14
Summe der Abschlussaufwendungen 115 6 24 29 19 193
Netto
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
121 478 206 780 406 1.991
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–25 –178 20 –63 21 –225
Summe der Abschlussaufwendungen 96 300 226 717 427 1.766
Verwaltungsaufwendungen 107 144 75 86 71 483
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 203 444 301 803 498 2.249
1.1.–30.6.20111) Industrie
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Deutschland
Privat- und
Firmen
versicherung
International
Schaden
Rück
versicherung
Personen
Rück
versicherung
Summe
In Mio. EUR
Brutto
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
215 511 197 691 456 2.070
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–46 –140 –20 –73 –32 –311
Summe der Abschlussaufwendungen 169 371 177 618 424 1.759
Verwaltungsaufwendungen 108 138 68 88 67 469
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 277 509 245 706 491 2.228
Anteil der Rückversicherer
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
107 21 12 36 –19 157
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–24 7 5 1 45 34
Summe der Abschlussaufwendungen 83 28 17 37 26 191
Netto
Gezahlte Abschlusskosten und
Rückversicherungsprovisionen
108 490 185 655 475 1.913
Veränderung der aktivierten Abschlusskosten und
Veränderung der Provisionsrückstellungen
–22 –147 –25 –74 –77 –345
Summe der Abschlussaufwendungen 86 343 160 581 398 1.568
Verwaltungsaufwendungen 108 138 68 88 67 469
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 194 481 228 669 465 2.037

1) Darstellung nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen

(14) Übriges Ergebnis

30.6.2012 30.6.2011
In Mio. EUR
Sonstige Erträge
Währungskursgewinne 83 103
Erträge aus Dienstleistungen, Mieten und Provisionen 120 108
Wertaufholungen auf abgeschriebene Forderungen 4 10
Erträge aus Deposit Accounting 28 22
Erträge aus der Auflösung sonstiger nichtversicherungstechnischer Rückstellungen 3 14
Zinserträge 21 79
Erträge aus dem Rückkauf eigener Wertpapiere 3
Übrige Erträge 68 53
Summe 327 392
Sonstige Aufwendungen
Währungskursverluste 99 126
Sonstige Zinsaufwendungen 96 64
Abschreibungen und Wertberichtigungen 47 93
Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes 118 117
Personalaufwendungen 17 6
Aufwendungen für Dienstleistungen und Provisionen 74 31
Sonstige Steuern 18 13
Zuführung zu Restrukturierungsrückstellungen (Projekt "WIR") 2
Übrige Aufwendungen 56 3
Summe 527 453
Übriges Ergebnis –200 –61

Die Aufwendungen für Restrukturierungsrückstellungen betreffen die Umsetzung unserer strategischen Ausrichtung. Der ausgewiesene Betrag beinhaltet Kosten im Rahmen unseres Projekts "WIR" (Wachstum, Innovation und Resultate). Die Restrukturierungsrückstellungen betragen zum 30. Juni 2012 89 (87) Mio. EUR; insoweit ergaben sich keine Auflösungsbeträge.

Das Übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen.

Die hohen Zinserträge im Jahr 2011 resultieren im Wesentlichen aus dem Zinsanteil der Steuerrückerstattung aus dem BFH-Urteil im Zusammenhang mit der Hinzurechnungsbesteuerung von Kapitaleinkünften der in Irland ansässigen Rückversicherungstochtergesellschaften des Konzerns gemäß Außensteuergesetz.

IX. Sonstige Angaben

Mitarbeiterzahl

Die Zahl der im Durchschnitt der Berichtsperiode beschäftigten Mitarbeiter verteilt sich auf:

30.6.2012 31.12.2011
Industrieversicherung 2.754 2.610
Privat- und Firmenversicherung Deutschland 5.442 5.810
Privat- und Firmenversicherung International 5.800 5.013
Rückversicherungsunternehmen 2.237 2.210
Konzernfunktionen 2.480 2.176
Gesamt ohne Auszubildende 18.713 17.819
Auszubildende 455 475
Gesamt 19.168 18.294

Der Zuwachs im Segment Privat- und Firmenversicherung International resultiert vor allem aus den Erwerben des mexikanischen Versicherers Metropolitana Compañía de Seguros und der polnischen Versicherungsgruppe TU Europa.

Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 17.883 (17.061) Mitarbeiter für den Talanx-Konzern tätig; die Angabe bezieht sich auf Mitarbeiterkapazitäten.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx-Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a.G.), der unmittelbar sämtliche Anteile an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen, die at equity bewertet wurden. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen.

Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Während der Berichtsperiode bestehen Ausleihungen an den HDI V.a.G. in Höhe von 110 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Oktober 2013. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversicherungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (HG-I) bzw. die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG (HG-FP) jeweils die führenden Versicherer sind. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1% (HDI V. a.G.) und 99,9% (HG-I/HG-FP) aufgeteilt. Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Die Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen haben sich im Verlauf der Berichtsperiode 2012 im Vergleich zum 31. Dezember 2011 nicht wesentlich verändert.

Rechtsstreitigkeiten

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat im September 2011 ein Bußgeld in Höhe 6 Mio. EUR wegen angeblicher Kartellabsprachen in der Region Kampanien gegen die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG verhängt. Die Gesellschaft hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt.

Mit Ausnahme dieses Verfahrens bestanden in der Berichtsperiode sowie am Ende der Berichtsperiode – abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts – keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten.

Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden.

1.1.–30.6.2012 1.1.–30.6.2011 1.4.–30.6.2012 1.4.–30.6.2011
Auf die Aktionäre der Talanx AG entfallender
Periodenüberschuss zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie
(in Mio. EUR)
354 215 143 138
Gewichteter Durchschnitt der Anzahl ausstehender
Stammaktien (in Stück)
208.000.000 208.000.000 208.000.000 208.000.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,70 1,03 0,69 0,66
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,70 1,03 0,69 0,66

Mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Mai 2012 ist die in der ordentlichen Hauptversammlung der Talanx AG vom 30. März 2012 beschlossene Satzungsänderung wirksam geworden. Danach beträgt das Grundkapital 260 Mio. EUR und ist eingeteilt in 208.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien.

Die Vorperioden haben wir insoweit angepasst.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag ergaben sich aus abgeschlossenen Verträgen und Mitgliedschaften folgende Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen:

30.6.2012 31.12.2011
In Mio. EUR
Treuhandkonten in den USA (Master Trust Funds, Supplement Trust Funds und Single Trust Funds) zur Besicherung von
versicherungstechnischen Verbindlichkeiten gegenüber US-amerikanischen Zedenten; die in den Treuhandkonten
gehaltenen Wertpapiere werden überwiegend als "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" im Bestand der Kapital
anlagen ausgewiesen1)
3.548 3.136
Garantien in Form von Letters of Credit von verschiedenen Kreditinstituten zur Besicherung
versicherungstechnischer Verbindlichkeiten
3.417 3.164
Garantieerklärungen für begebene nachrangige Schuldverschreibungen:
Die Garantien decken die jeweiligen Bondvolumina sowie die fälligen Zinsen ab
2.458 1.959
Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten als Sicherheiten zugunsten Rückversicherer und Zedenten;
im Allgemeinen außerhalb der USA
2.241 2.071
Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements: Dabei handelt es sich
im Wesentlichen um Private-Equity-Funds und Venture-Capital-Gesellschaften in Form von Personengesellschaften
677 648
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus beabsichtigten Unternehmenserwerben 564 277
Verpflichtungen aus Mieten/Leasinggeschäften2) 477 477
Einzahlungsverpflichtungen sowie Beitragszahlungen nach §§ 124 ff. VAG als Mitglied des
Sicherungsfonds für Lebensversicherer
391 410
Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber verschiedenen Kreditinstituten im Zusammenhang mit
Beteiligungen an Immobiliengesellschaften und Immobilientransaktionen
293 309
Verpflichtungen aus Dienstleistungs- und Serviceverträgen –
vorwiegend im Zusammenhang mit IT-Auslagerungsverträgen
185 165
Zur Sicherheitenstellung bestehender Derivatgeschäfte in Sperrdepots hinterlegte Kapitalanlagen: Wir haben für
bestehende Derivatgeschäfte Sicherheiten mit einem beizulegenden Zeitwert von 0 (5) Mio. EUR erhalten1)
40 37
Verpflichtungen aus strukturierten Papieren durch Andienungsrechte von Emittenten:
Die möglichen Inanspruchnahmen betragen 0 Mio. EUR für 2012 (31.12.2011: 10 Mio. EUR für 2012)
10
Sonstige Verpflichtungen 53 63
Gesamt 14.344 12.726

1) Die Angabe bezieht sich im Wesentlichen auf den Zeitwert/Buchwert

2) Daten werden jeweils nur zum Jahresende neu erhoben

Bei den Angaben in der Tabelle handelt es sich grundsätzlich um Nominalbeträge.

Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse.

Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e.V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte.

Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rückversicherung AG Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rückversicherung AG bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt.

Am 29. Juni 2012 hat die Talanx International AG einen Vertrag ("Concert Party Agreement") mit der Meiji Yasuda Life Insurance Company und der Getin Holding S.A. geschlossen, der die rechtliche Grundlage für einen Ausschluss der Minderheitsaktionäre der TU Europa und eine Übertragung der sich im Eigentum von Minderheitsaktionären befindlichen 5,48% der Anteile an der TU Europa gegen Gewährung einer Abfindung in Höhe von 193 PLN pro Aktie auf Meiji Yasuda bildet. In diesem Concert Party Agreement hat die Talanx International AG sich zu einer mit Meiji Yasuda gesamtschuldnerisch bestehenden Übernahme der Haftung der Getin Holding wegen Schäden, Verbindlichkeiten, Kosten und Aufwendungen aus dem Abschluss oder der Umsetzung des Concert Party Agreements sowie zu einer Freistellung der Getin Holding für den Fall einer Inanspruchnahme durch Dritte verpflichtet. Eine Inanspruchnahme der Getin Holding S.A. wäre insbesondere dann denkbar, wenn Minderheitsaktionäre sich klageweise gegen die Angemessenheit der Barabfindung wenden würden. Die gesetzliche Frist zur Geltendmachung eines derartigen Anliegens beträgt bis zu zehn Jahre nach Zahlung der Barabfindung. Eine summenmäßige Beschränkung der Inanspruchnahme der Getin Holding S.A. besteht grundsätzlich nicht. Aufgrund der dezidierten Regelungen im polnischen Wertpapierrecht zur Berechnung der Barabfindung einer börsennotierten Aktiengesellschaft, nämlich, dass die Barabfindung grundsätzlich dem durchschnittlichen Marktpreis der letzten drei bzw. sechs Monate entsprechen muss, geht der Vorstand derzeit von einer geringen Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der Getin Holding S.A. durch Minderheitsaktionäre der TU Europa und der damit verbundenen Haftungsübernahme bzw. Freistellungserklärung durch die Talanx International AG nach den Vereinbarungen des Concert Party Agreements aus. Der Ausschluss der Minderheitsaktionäre durch Übertragung der Anteile der bisherigen Minderheitsaktionäre auf Meiji Yasuda und Zahlung der Barabfindung wurde am 25. Juli 2012 vollzogen.

Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben.

Ereignisse nach Ablauf des Berichtszeitraums

Am 29. Juni 2012 erfolgte die Kaufpreiszahlung der TINT zum Erwerb von 100% der Aktien der TUiR Warta S.A. (Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji Warta S.A.) an den bisherigen Eigentümer, die belgische KBC-Gruppe. Mit Wirkung zum 1. Juli 2012 fand die Übertragung der Aktien statt, sodass der Konzern die TUiR Warta S.A. ab diesem Zeitpunkt (Erwerbszeitpunkt) konsolidieren wird. Im Anschluss erfolgte mit Wirkung zum 3. Juli 2012 die Weiterveräußerung von 30% der Anteile an der TUiR Warta S.A. an unseren strategischen japanischen Partner Meiji Yasuda Life Insurance Company; zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf das Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse".

Die Talanx AG hat Investoren bis zum 6. Juli 2012 die Möglichkeit zum Rückkauf ausgewählter Anleihen eingeräumt. Mit der Abwicklung am 11. Juli 2012 hat Talanx nominal 108 Mio. EUR der 2024 fälligen Anleihe der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (ISIN: XS0198106238) und 96 Mio. EUR der 2025 fälligen Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. (ISIN: XS0212420987) zurückgekauft. Hinsichtlich weiterer Informationen verweisen wir auf das Kapitel VII "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Abschnitt "Nachrangige Verbindlichkeiten".

Im dritten Quartal 2012 wird die Hannover Reinsurance (Ireland) Public Limited Company (vormals Hannover Reinsurance (Ireland) Limited, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hannover Rück Beteiligung Verwaltungs GmbH, HRBV) auf die Hannover Life Reassurance (Ireland) Public Limited Company (vormals Hannover Life Reassurance (Ireland) Limited, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hannover Life Re AG), verschmolzen. Die Transaktion stand zum Bilanzstichtag noch unter dem Vorbehalt aufsichtsrechtlicher Genehmigung. Die neue Firma der aufnehmenden Gesellschaft lautet Hannover Re (Ireland) Plc. Zur Vorbereitung der Verschmelzung hat die HRBV die Hannover Reinsurance (Ireland) über mehrere Zwischenschritte im Weg einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage in die Hannover Life Reassurance (Ireland) eingebracht. Da es sich bei dieser konzerninternen Umstrukturierung um eine Transaktion zwischen Gesellschaften unter gemeinsamer Beherrschung handelt, resultiert aus der Transaktion weder ein Geschäfts- oder Firmenwert noch eine Auswirkung auf das Konzernergebnis. Am 19. Juli 2012 hat der Irish High Court (Commercial Court) die Verschmelzung der Hannover Reinsurance (Ireland) Plc auf die Hannover Life Reassurance (Ireland) Plc abschließend gebilligt. Die Maßnahme wird zum 3. September 2012 rechtlich vollzogen.

Am 23. Juli 2012 hat die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG das Lizenzierungsverfahren bei der bahrainischen Aufsichtsbehörde erfolgreich abgeschlossen und eine Niederlassung in Bahrain eröffnet. Die neue Niederlassung deckt die wesentlichen Bereiche der Industrieversicherung ab und wird auch für Kunden in den anderen Ländern des Golfkooperationsrats die Betreuung übernehmen.

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung die Anteile an der Petro Vietnam Insurance Holdings, Hanoi, Vietnam, von 25% auf 32% erhöht. Der Kaufpreis betrug umgerechnet 22 Mio. EUR. Das Closing dieser Transaktion fand am 26. Juli 2012 statt.

Mit Wirkung zum 25. Juli 2012 hat sich die Talanx AG über die Gesellschaften HDI-Gerling Industrieversicherung AG und HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG im Rahmen eines Co-Investments an dem luxemburgischen Energieversorger Enovos International S.A. beteiligt. Der Erwerb erfolgte als Co-Investment gemeinsam mit einem Infrastruktur-Fonds von AXA Private Equity. Das Investitionsvolumen der Talanx-Gruppe beträgt rund 11% an dem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 361 Mio. EUR. Die Laufzeit des Investments liegt zwischen acht und 15 Jahren.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 25. Juli 2012 ein Urteil zu Vertragsklauseln getroffen, die die Rückkaufswerte, die Verrechnung von Abschlusskosten und die Stornoabschläge bei Lebensversicherungen betreffen. Um die Bedeutung des Urteils für die Verträge unserer Kunden einschätzen zu können, müssen wir zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Sobald wir diese geprüft haben, werden wir eine entsprechende Kundeninformation veröffentlichen.

Die anhaltende Trockenheit im Juli in den USA hat zu einer schweren Dürre geführt. Wir gehen davon aus, dass wir über unsere Zeichnungen landwirtschaftlicher Risiken hiervon betroffen sein werden. Allerdings ist der Marktanteil unserer Tochtergesellschaft Hannover Rückversicherung AG in dieser Region relativ gering. Für eine verlässliche Schadenschätzung ist es noch zu früh.

Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben in Hannover, den 7. August 2012.

Hannover, den 7. August 2012

Der Vorstand

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender

Torsten Leue

Dr. Thomas Noth

Dr. Immo Querner Ulrich Wallin

Dr. Heinz-Peter Roß

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Hannover, den 7. August 2012

Der Vorstand

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender

Torsten Leue

Dr. Thomas Noth

Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Heinz-Peter Roß

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Talanx Aktiengesellschaft, Hannover

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2012 – bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals, Konzern-Kapitalflussrechnung und ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der Talanx AG, Hannover, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2012, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften aufgestellt worden ist.

Hannover, den 9. August 2012

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Husch Stiede Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Kontakt Finanzkalender 2012/13

Talanx AG

Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 [email protected] www.talanx.com

Ansprechpartner für

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thomas von Mallinckrodt Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 [email protected]

Ansprechpartner für Investor Relations

Dr. Wolfram Schmitt Telefon +49 511 3747-2185 Telefax +49 511 3747-2286 [email protected]

Dieser Zwischenbericht erscheint auch auf Englisch.

Zwischenbericht im Internet

www.talanx.com/investor-relations

  1. November 2012 Zwischenbericht zum 30. September

  2. März 2013 Bilanzpressekonferenz Geschäftsbericht 2012

  3. Mai 2013 Zwischenbericht zum 31. März

  4. August 2013 Zwischenbericht zum 30. Juni

  5. November 2013 Zwischenbericht zum 30. September

Talanx AG Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 [email protected] www.talanx.com

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