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Talanx AG

Annual Report Nov 14, 2011

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Annual Report

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Konzern-Zwischenbericht

zum 30. September 2011

Kennzahlen

1.1.–30.9.2011 1.1.–30.9.2010 +/– %
Talanx-Konzern gesamt
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 17.843 17.255 +3,4
nach Regionen
Deutschland % 38,5 39,7 –1,2 Pkt.
Übriges Europa % 30,6 30,6 0,0 Pkt.
Nordamerika % 13,5 15,2 –1,7 Pkt.
Australien/Asien % 8,1 6,4 +1,7 Pkt.
Übrige Länder % 9,3 8,1 +1,2 Pkt.
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 14.114 13.870 +1,8
Versicherungstechnisches Ergebnis Mio. EUR –1.364 –1.596 +14,5
Kapitalanlageergebnis Mio. EUR 2.352 2.404 –2,2
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 720 758 –5,0
Periodenergebnis (nach Steuern) Mio. EUR 566 473 +19,7
Konzernergebnis (nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter) Mio. EUR 329 115 +186,1
Eigenkapitalrendite 1) % 8,6 3,2 5) +5,4 Pkt.
Darstellung nach Segmenten 2)
Industrieversicherung
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 2.556 2.527 +1,1
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 1.095 1.084 +1,0
Versicherungstechnisches Ergebnis Mio. EUR 74 –13 n.a.
Kapitalanlageergebnis Mio. EUR 151 172 –12,2
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 168 182 –7,7
Privat- und Firmenversicherung Deutschland
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 5.006 5.067 –1,2
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 3.797 3.823 –0,7
Versicherungstechnisches Ergebnis Mio. EUR –972 –1.305 +25,5
Kapitalanlageergebnis Mio. EUR 1.149 1.234 –6,9
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 111 –2 n.a.
Privat- und Firmenversicherung International
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 1.774 1.651 +7,5
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 1.362 1.319 +3,3
Versicherungstechnisches Ergebnis Mio. EUR –49 –106 +53,8
Kapitalanlageergebnis Mio. EUR 112 116 –3,7
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 18 –29 +162,1
Schaden-Rückversicherung
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 5.220 4.826 +8,2
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 4.391 4.068 +7,9
Versicherungstechnisches Ergebnis
Kapitalanlageergebnis
Mio. EUR
Mio. EUR
–224
608
30
527
n.a.
+15,4
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 352 669 –47,4
Personen-Rückversicherung
Gebuchte Bruttoprämien Mio. EUR 3.844 3.730 +3,1
Verdiente Nettoprämien Mio. EUR 3.487 3.405 +2,4
Versicherungstechnisches Ergebnis Mio. EUR –193 –202 +4,5
Kapitalanlageergebnis Mio. EUR 350 363 –3,6
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 147 213 –31,0
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung 3) % 102,0 100,5 +1,5 Pkt.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-/Unfall-Erstversicherer % 98,2 102,4 –4,2 Pkt.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Rückversicherung % 104,9 99,1 +5,8 Pkt.
30.9.2011 31.12.2010 +/– %
Haftendes Kapital Mio. EUR 11.019 10.771 +2,3
Eigenkapital der Aktionäre der Talanx AG
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
Mio. EUR
Mio. EUR
5.257
3.134
4.9455)
3.035
+6,3
+3,3
Hybridkapital Mio. EUR 2.628 2.791 –5,8
Selbstverwaltete Kapitalanlagen Mio. EUR 75.256 72.461 +3,9
Kapitalanlagen gesamt Mio. EUR 86.579 83.422 +3,8
Kapitalanlagerendite 4) % 3,8 4,2 –0,4 Pkt.
Bilanzsumme Mio. EUR 113.303 111.100 +2,0
Mitarbeiter Kapazitäten 17.149 16.874 +1,6

1) Annualisiertes Periodenergebnis ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er

2) Vor Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

3) Bereinigte kombinierte Schaden-/Kostenquote unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses vor Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

4) Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis zu durchschnittlichen selbstverwalteten Kapitalanlagen

5) Angepasst aufgrund IAS 8

Inhalt

  • 2 Verwaltungsorgane der Talanx AG
  • 2 Aufsichtsrat
  • 3 Vorstand
  • 4 Konzernlagebericht
  • 4 Märkte und wirtschaft liche Rahmenbedingungen
  • 6 Geschäft sentwicklung des Talanx-Konzerns
  • 7 Geschäft sentwicklung der Segmente
  • 7 Industrieversicherung
  • 8 Privat- und Firmenversicherung Deutschland
  • 10 Privat- und Firmenversicherung International
  • 12 Schaden-Rückversicherung
  • 13 Personen-Rückversicherung
  • 13 Konzernfunktionen
  • 15 Vermögenslage und Finanzlage
  • 23 Risikobericht
  • 27 Prognosebericht
  • 30 Konzernabschluss
  • 32 Konzernbilanz
  • 34 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 35 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 36 Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals
  • 37 Konzern-Kapitalfl ussrechnung
  • 38 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalfl ussrechnung
  • 3 9 Anhang und Erläuterungen
  • 39 I. Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS
  • 43 II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • 46 III. Segmentberichterstattung
  • 59 IV. Konsolidierung
  • 64 V. Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode
  • 67 VI. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
  • 70 VII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz
  • 75 VIII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 82 IX. Sonstige Angaben

Aufsichtsrat

Wolf-Dieter Baumgartl

Vorsitzender Ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG, Berg

Ralf Rieger

Stv. Vorsitzender Angestellter, HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Raesfeld

Prof. Dr. Eckhard Rohkamm

Stv. Vorsitzender Ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG, Hamburg

Antonia Aschendorf

(seit 1. September 2011) Rechtsanwältin, Hamburg

Karsten Faber

Zentralbereichsleiter, Hannover Rückversicherung AG, E+S Rückversicherung AG, Hannover

Jutta Hammer

Angestellte, HDI-Gerling Leben Betriebsservice GmbH, Bergisch Gladbach

Gerald Herrmann

Gewerkschaft ssekretär, Norderstedt

Dr. Thomas Lindner

Vorsitzender der Geschäft sführung der Groz-Beckert KG, Albstadt

Jutta Mück

Angestellte, HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Oberhausen

Otto Müller

Angestellter, Hannover Rück versicherung AG, Hannover

Dr. Hans-Dieter Petram

Ehem. Mitglied des Vorstands der Deutsche Post AG, Inning

Dr. Michael Rogowski

Vorsitzender des Stift ungsrats der Hanns-Voith-Stift ung, Heidenheim

Katja Sachtleben-Reimann

Angestellte, Talanx Service AG, Hannover

Dr. Erhard Schipporeit

Ehem. Mitglied des Vorstands der E.ON AG, Hannover

Bodo Uebber

(bis 31. August 2011) Mitglied des Vorstands der Daimler AG, Stuttgart

Prof. Dr. Ulrike Wendeling-Schröder

Professorin an der Leibniz Universität Hannover, Hannover

Werner Wenning

Ehem. Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, Leverkusen

Vorstand

Herbert K. Haas

Vorsitzender Burgwedel

Dr. Christian Hinsch

Stv. Vorsitzender Burgwedel

Torsten Leue Hannover

Dr. Thomas Noth Hannover

Dr. Immo Querner Celle

Dr. Heinz-Peter Roß Gräfelfi ng

Ulrich Wallin Hannover

Konzernlagebericht

Märkte und wirtschaft liche Rahmenbedingungen

Volkswirtschaft liche Entwicklung

Die globale konjunkturelle Entwicklung kühlte sich in den ersten drei Quartalen 2011 ab. In den USA stagnierte die Wirtschaft zu Beginn des Jahres, nahm dann aber wieder etwas an Fahrt auf. Innerhalb der Eurozone fi el das Bild zum Teil sehr diff erenziert aus: Besonders Länder der Peripherie, die enorme Sparanstrengungen zu stemmen haben, verzeichneten deutliche Wachstumseinbußen. Auch die deutsche Konjunktur hat im Verlauf des zweiten Quartals an Dynamik eingebüßt und ist mit 0,1 % sogar weniger gewachsen als die der Eurozone.

Am US-Arbeitsmarkt zeichnete sich im Jahresverlauf 2011 keine Entspannung ab. Bedeutende Frühindikatoren brachen regelrecht ein; auch das Konsumentenvertrauen in den USA trübte sich stark ein. Innerhalb der Eurozone kann Deutschland am Arbeitsmarkt weiter glänzen; in den meisten anderen Ländern der Eurozone ist die Arbeitslosigkeit allerdings hoch (Spanien 21 %, Griechenland 16 %, Portugal 12 %). Einige Frühindikatoren – wie der Ifo-Index und der Einkaufsmanagerindex – enttäuschten zuletzt aber auch für die Eurozone.

Das Wachstum des BIP von 0,2 % im zweiten Quartal fi el in der Eurozone nach 0,8 % im ersten Quartal ernüchternd aus. In den USA wurde es für das erste Quartal deutlich von 1,9 % auf 0,4 % nach unten revidiert, im zweiten Quartal betrug es annualisiert 1,3 %. Gleichfalls schwach entwickelte sich Großbritannien mit Wachstumsraten von 0,4 % im ersten und 0,1 % im zweiten Quartal.

Die Geldpolitik der großen Zentralbanken ist im Verlauf des Jahres 2011 unverändert expansiv geblieben. Die EZB hat trotz der anhaltenden Schuldenkrise den Leitzins in zwei Schritten auf 1,5 % erhöht, sah zuletzt jedoch Abwärtsrisiken für die europäische Konjunktur. Entsprechend reduzierte sie den Leitzins am 3. November 2011 wieder um 25 Basispunkte auf 1,25 %.

In den ersten beiden Quartalen 2011 konnte der Euro von der restriktiveren Geldpolitik der EZB profi tieren und stieg von rund 1,34 USD je EUR in der Spitze auf 1,48 USD je EUR. Der sich eintrübende Wachstumsausblick für die Eurozone samt anhaltender Staatsschuldenkrise setzte den Euro im dritten

Quartal zunehmend unter Druck, was zu seiner Abwertung gegenüber dem US-Dollar auf 1,35 USD je EUR führte.

Kapitalmärkte

Die Rentenmärkte wurden in den ersten drei Quartalen 2011 primär von der ungelösten Schulden- bzw. Bonitätskrise der sogenannten GIIPS-Staaten dominiert. Im letzten Quartal hat sich die Situation trotz eines überwiegend positiv verlaufenden Bankenstresstests von Mitte Juli weiter verschärft . Die aktuellen Umstände deuten auf eine erneute Bankenkrise hin: Die Liquiditätsversorgung wird überwiegend über ausgedehnte Zentralbanklinien bereit gestellt. Die EZB ist weiterhin am Sekundärmarkt mit dem Kauf von Peripherie-Staatsanleihen aktiv, ein neues Ankaufprogramm für Covered Bonds wurde ebenfalls verabschiedet. Die Stärkung des Vertrauens in den Bankensektor rückte zunehmend in den Fokus der Politik.

Am Aktienmarkt wirkte im ersten Quartal insbesondere die Katastrophe in Fukushima als wesentlicher Belastungsfaktor. Die weiterhin ungelöste Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone und die anhaltende Diskussion um einen möglichen griechischen Schuldenschnitt führten im dritten Quartal zu einem globalen Aktiencrash, begleitet von einer erneuten Bankenkrise. Zum Ende des dritten Quartals notierte der DAX im Vergleich zum Jahresanfang rund 20 % tiefer. Analog büßte der EURO STOXX 50 TR knapp 20 % ein. Mit minus 10 % fi elen die Verluste beim amerikanischen S&P 500 nur halb so hoch aus.

Die Versicherungsmärkte

Im Vergleich zum Vorquartal hat sich das Geschäft sklima in der deutschen Versicherungswirtschaft teilweise wieder eingetrübt. Dabei sieht das derzeitige Stimmungsbild in der Lebens- und in der Schaden- und Unfallversicherung unterschiedlich aus: Während in der Lebensversicherung die aktuelle Lage schlechter beurteilt wird, hat sich das Geschäft sklima in der Schaden- und Unfallversicherung – getragen von der Entwicklung in der Kraft fahrtversicherung sowie den Sachversicherungssparten – aufgehellt.

In der deutschen Schaden- und Unfallversicherung waren in den ersten neun Monaten keine nennenswerten Auswirkungen der Staatsschuldenkrise festzustellen. Dies ist vorrangig

dem Verzögerungseff ekt geschuldet, mit dem sich Veränderungen der gesamtwirtschaft lichen Rahmenbedingungen in der Versicherungswirtschaft niederschlagen. Einen wesentlichen Treiber der Geschäft sentwicklung bildet dagegen weiterhin der intensive Preiswettbewerb, der jedoch von ersten Aufweichungstendenzen gekennzeichnet ist. So konnten im Jahreswechselgeschäft 2010/2011 in der Kraft fahrtversicherung, der mit Abstand größten Sparte der Schaden- und Unfallversicherung, deren Profi tabilität in den vergangenen Jahren deutlich erodiert war, erfreulicherweise wieder Prämienanhebungen sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand durchgesetzt werden, die zu einem spürbaren Anziehen der Wachstumsdynamik in dieser Sparte geführt haben.

Ein starker Wettbewerb kennzeichnet auch das industrielle und gewerbliche Sachgeschäft , dessen weiteres Wachstumspotenzial zwar von der erreichten hohen Marktdurchdringung generell begrenzt wird, das in Teilbereichen wie der Transport- und Kreditversicherung zuletzt aber von der Erholung des Unternehmenssektors profi tieren und sein Prämienvolumen steigern konnte. Im Privatkundengeschäft erwies sich die Nachfrage im bisherigen Jahresverlauf als stabil. Unter dem Eindruck der guten konjunkturellen Lage hat sich die Belastung durch Schadenereignisse gegenüber dem Vorjahr tendenziell erhöht.

Auf dem deutschen Lebenserstversicherungsmarkt (einschließlich Pensionskassen und Pensionsfonds) zeichnet sich für 2011 ein Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge in der Größenordnung von 6 % bis 7 % ab. Dabei ist von einem marginalen Rückgang der laufenden Beitragseinnahmen auszugehen. Das Geschäft gegen Einmalbeitrag weist hingegen einen deutlichen Rückgang um etwa 20 % auf; es bewegt sich damit in Richtung einer Normalisierung im Vergleich zu der außerordentlich dynamischen Entwicklung der Vorjahre. Dies ist somit auch der wesentliche Faktor für den erwarteten Beitragsrückgang der deutschen Lebenserstversicherung.

Die Wachstumsschwäche im Geschäft mit lang laufenden Produkten ist darauf zurückzuführen, dass das Nachfrageverhalten der Kunden bereits seit längerer Zeit von einer markanten Kaufzurückhaltung geprägt ist. Deren wesentliche Ursache ist in der seit Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaft skrise bestehenden allgemeinen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der wirtschaft lichen Rahmenbedingungen wie auch der Finanzmärkte zu fi nden. Breite

Käuferschichten hält dies seit Ausbruch der Krise davon ab, sich durch langfristige Verträge fi nanziell zu binden. Mit der in den vergangenen Jahren gewachsenen Bedeutung des Einmalbeitragsgeschäft es geht darüber hinaus eine größere Volatilität des ansonsten eher auf einen langfristigen Vermögensaufb au ausgerichteten Lebensversicherungsgeschäft es einher. Positiv ist vor diesem Hintergrund das seit langem erstmals wieder steigende Neugeschäft gegen laufenden Beitrag in Höhe von rund 2 % zu werten.

Die Situation auf den internationalen Märkten der Schaden-Rückversicherung stellt sich zwar regional und segmental diff erenziert dar, wird aber von einer insgesamt stabilen Nachfrage nach Rückversicherungsschutz getragen. Gute Wachstumszahlen weisen nach wie vor die Schwellenmärkte auf. In Europa wird die Nachfrage der Zedenten u. a. von dem sich abzeichnenden steigenden Bedarf an Solvenzkapital unter Solvency II gefördert. Dabei wird der Finanzstärke eines Rückversicherers unverändert große Bedeutung beigemessen. Die im bisherigen Jahresverlauf eingetretenen hohen Belastungen aus Naturkatastrophen, zu denen die Überschwemmungen in Australien, das Erdbeben in Neuseeland und der Tsunami in Japan mit den dadurch ausgelösten Zerstörungen gehören, haben nicht nur bereits in den Vertragserneuerungsrunden im April und Juni/Juli zu teilweise deutlichen Preiserhöhungen geführt, sondern werden die Preise für Naturkatastrophendeckungen durch die erforderliche Neukalibrierung der entsprechenden Exponierungen voraussichtlich nicht nur in den betroff enen Regionen, sondern weltweit auf ein höheres Niveau anheben.

Die allgemeinen Rahmenbedingungen in der internationalen Personen-Rückversicherung sind im Berichtszeitraum weiterhin günstig. Die Alterung der Bevölkerung in den entwickelten Versicherungsmärkten wie den USA, Japan, Großbritannien und Deutschland sorgt für ein verstärktes Vorsorgebewusstsein. Hiervon profi tieren insbesondere die Anbieter von Renten- und Krankenversicherungsprodukten. Aber auch in den bedeutenden Schwellenmärkten, wie China, Indien und Brasilien, steigt die Nachfrage nach eigener Altersvorsorge. Nachgefragt sind unverändert fi nanzorientierte Rückversicherungslösungen, also Modelle zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der Erstversicherer. Auf der anderen Seite sehen wir uns regulatorischen Unsicherheiten und einem herausfordernden Kapitalmarktumfeld gegenüber.

Geschäft sentwicklung des Talanx-Konzerns

1.1.– 1.1.–
30.9. 30.9.
2011 2010 +/–
17.843 17.255 +3 %
14.114 13.870 +2 %
–1.364 –1.596 +15 %
2.352 2.404 –2 %
720 758 –5 %
+1,5
102,0 % 100,5 % Pkt.

Im dritten Quartal 2011 hat der Talanx-Konzern zwei wichtige strategische Partnerschaft en geschlossen bzw. ausgeweitet: Im August haben wir einen weiteren Schritt in unserer Internationalisierungsstrategie gemacht und mit der vietnamesischen Petro Vietnam Insurance Holdings (PVI Holdings) eine strategische Partnerschaft geschlossen. Unsere Tochtergesellschaft HDI-Gerling Industrie Versicherung AG wurde durch die Übernahme eines Anteils von 25 % an PVI Holdings zu deren Partner; das Closing fand im vierten Quartal statt. Beide Unternehmen werden ihre Kräft e in den jeweiligen Versicherungsbereichen bündeln – unter anderem auch mit Unterstützung der Talanx-Tochter Hannover Rück. Die Partnerschaft mit dem erfolgreichen und starken Versicherer PVI Holdings ermöglicht uns den Zugang zum vietnamesischen Wachstumsmarkt und bietet zudem eine solide Basis, um weitere Aktivitäten in dieser hochattraktiven Region zu entfalten. Gleichzeitig können wir unseren eigenen dort investierten Kunden einen Rundum-Service anbieten.

Im Bereich der Vermögensverwaltung besteht bereits seit Ende 2010 eine Zusammenarbeit zwischen der Talanx Asset Management GmbH und dem österreichischen Asset Manager C-Quadrat Investment AG. Diese strategische Partnerschaft wurde weiter ausgebaut: Talanx Asset Management vergibt voraussichtlich noch im vierten Quartal 2011 Managementmandate für Fondsportfolien mit Dachfonds-Charakter und Absolute-Return-Anlageprofi l in Höhe von rund 300 Mio. EUR an die C-Quadrat Kapitalanlage AG. Ein weiterer Schritt der Zusammenarbeit ist die geplante Gründung eines gemeinsamen Unternehmens, das speziell auf

institutionelle Vertriebspartner ausgerichtet ist und somit neue Absatzkanäle erschließen soll. Die Aufnahme der Geschäft stätigkeit ist für das Jahr 2012 geplant.

Die Ratingagentur Standard &Poor's hat Ende Oktober das wichtige "Financial Strength"-Rating der Talanx Primary Group von A+ bestätigt, wobei die Kapitalstärke der Gruppe und die führende Wettbewerbsposition im Industriegeschäft und im deutschen Bancassurance-Geschäft hervorgehoben wurden.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien der Gruppe erhöhten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3 % und lagen für die ersten neun Monate 2011 damit bei 17,8 (17,3) Mrd. EUR. Währungsbereinigt wären es 4 % gewesen. Bis auf Privat- und Firmenversicherung Deutschland verzeichneten alle Segmente ein Prämienwachstum. Den höchsten Anstieg erreichte die Schaden-Rückversicherung (8 % vor Währungskurseff ekten), gefolgt von Privat- und Firmenversicherung International mit währungsbereinigt 7 %.

Trotz der leichten Erhöhung der Selbstbehaltsquote stiegen die verdienten Nettoprämien nur um knapp 2 % auf 14,1 (13,9) Mrd. EUR, da die Beitragsüberträge insbesondere wegen des hohen Neugeschäft santeils in der fondsgebundenen Lebensversicherung sowie dem erfreulichen Zuwachs bei Restschuldversicherungen angestiegen sind.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in allen Segmenten außer der Schaden-Rückversicherung, wo es als Folge der Großschäden im ersten Quartal vom leichten Plus in ein deutliches Minus drehte. Auch in den übrigen operativen Segmenten war es negativ mit Ausnahme der Industrieversicherung: Hier wurde ein positives Ergebnis erzielt, während es in der Vergleichsperiode noch leicht negativ war. Auf Konzernebene ist das versicherungstechnische Ergebnis regelmäßig negativ, weil hier die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Kapitalanlageerträgen unserer Lebensversicherer ausgewiesen wird. Es verbesserte sich um 232 Mio. EUR oder 15 %. Diese Verbesserungen sind auf ein geringeres Volumen an Einmalprämien, aber auch auf das rückläufi ge Kapitalanlageergebnis und infolge dessen auf eine geringere Zuführung zur Deckungsrückstellung zurückzuführen.

Ursächlich für den Anstieg der kombinierten Schaden-/ Kostenquote von 100,5 % auf 102,0 % waren sowohl die Kostenquote (26,6 % gegenüber 25,9 % im Vorjahr) als auch der Anstieg der Schadenquote um 0,9 Prozentpunkte. Trotz der hohen Schadenbelastung in der Schaden-Rückversicherung fi el der Anstieg sehr gering aus, weil in der Industrieversicherung und im Segment Privat- und Firmenversicherung International die Quoten signifi kant niedriger lagen als in der Vergleichsperiode.

Kapitalanlageergebnis

Beim Kapitalanlageergebnis stellte sich die Entwicklung entgegengesetzt zum versicherungstechnischen Ergebnis dar: In einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld sank es in den einzelnen Segmenten jeweils um einen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Prozentbetrag, nur in der Schaden-Rückversicherung gab es einen deutlichen Anstieg um 15 %. Im Gesamtkonzern verringerte sich das Kapitalanlageergebnis um 2 % auf 2,4 (2,4) Mrd. EUR.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) unserer Segmente entwickelte sich sehr uneinheitlich: In der Privat- und Firmenversicherung sowohl Deutschland als auch International stieg es an (im Vorjahr gab es in beiden Segmenten einen leichten Rückgang). Dagegen sank es in der Industrieversicherung und insbesondere in den Rückversicherungssegmenten. Damit verringerte sich auch deren Anteil am EBIT der operativen Segmente von 88 % im Vorjahr auf 64 %.

Ebenfalls belastet wurde das Konzern-EBIT durch einen Rückgang des Übrigen Ergebnisses, das unter anderem ein rückläufi ges Währungskursergebnis enthält. Im Konzern sank das operative Ergebnis (EBIT) um 5 % von 758 auf 720 Mio. EUR.

Durch deutlich geringere Ertragsteuern stieg das Periodenergebnis um knapp 20 %. Das Konzernergebnis konnte sich aufgrund der geringeren Anteile der nicht beherrschenden Gesellschaft er sogar mehr als verdoppeln: Es lag für die ersten neun Monate 2011 bei 329 (115) Mio. EUR.

Geschäft sentwicklung der Segmente Industrieversicherung

1.1.– 1.1.–
30.9. 30.9.
2011 2010 +/–
Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 2.556 2.527 +1 %
Verdiente Nettoprämien 1.095 1.084 +1 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 74 –13 n.a.
Kapitalanlageergebnis 151 172 –12 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 168 182 –8 %
Kombinierte Schaden-/ –8,1
Kostenquote (netto) 93,1 % 101,2 % Pkt.

Der Geschäft sbereich Industrieversicherung wird durch die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG geführt. Als international tätiger Industrieversicherer begleitet HDI-Gerling Industrie seine Kunden im In- und Ausland mit passgenauen Lösungen, dabei profi tieren die Industriekunden von jahrzehntelanger Erfahrung: Mit individuell zugeschnittenen Deckungskonzepten werden umfassende Versicherungslösungen realisiert. Wir bieten damit die komplette Produktpalette zur Absicherung von unternehmerischen Risiken.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Segments betrugen zum Ende des dritten Quartals 2011 2,6 (2,5) Mrd. EUR, was einer Steigerung von 1 % entspricht.

In der Sparte Kraft fahrt konnte im deutschen Markt aufgrund von Tariferhöhungen im Bestand und dem positiv verlaufenden Neugeschäft ein erfreulicher Zuwachs von rund 19 Mio. EUR erzielt werden. Ebenfalls gut entwickelten sich die Prämien der Sparte Feuer: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war ein leichter Anstieg von rund 12 Mio. EUR zu verzeichnen. In der Sparte Industrie-Haft pfl icht sind durch die Beendigung einiger größerer Verbindungen sowie höhere Risikoübernahmen durch kundeneigene Versicherer Prämienrückgänge in Höhe von etwa 40 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen, der durch signifi kante Mehrprämien aus einzelnen Verbindungen geprägt war. In der Sparte Transport waren sanierungsbedingte Rückgänge hinzunehmen.

Im Ausland entwickelte sich das Geschäft in den verschiedenen Teilmärkten insgesamt stabil mit positiver Tendenz. In der Sparte Feuer wuchs das Geschäft insbesondere in

Frankreich um rund 25 Mio. EUR. Unsere belgische Gesellschaft trug mit einer Steigerung von rund 9 Mio. EUR, im Wesentlichen durch eine neue Geschäft sverbindung, zu den Bruttobeiträgen des Segments bei. In den Niederlanden entwickelten sich die Beiträge ebenfalls positiv. Die spanische Gesellschaft behauptete sich mit Bruttobeiträgen auf dem Niveau des Vergleichszeitraums gut in einem nach wie vor wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Die österreichische Gesellschaft wies ebenfalls eine stabile Entwicklung auf. Die im zweiten Quartal 2011 erstmals einbezogene niederländische Gesellschaft Nassau Verzekering Maatschappij N. V., Rotterdam (Nassau), die als etablierter Nischenversicherer schwerpunktmäßig Spezialsparten wie Berufshaft pfl icht, D&O-Versicherungen sowie Krisenmanagement als Dienstleistung betreibt, trug gebuchte Bruttoprämien in Höhe von 22 Mio. EUR bei.

Die Rückversicherungsprämien erhöhten sich um rund 12 Mio. EUR; im Vorjahreszeitraum waren darin 26 Mio. EUR Wiederauff üllungsprämie enthalten, die die verdienten Nettoprämien in voller Höhe minderten. Die Beitragsabgrenzung fi el im dritten Quartal 2011 mit 229 (211) Mio. EUR um 9 % höher aus; ein um 14 % auf 102 (90) Mio. EUR erhöhter Anteil der Rückversicherer hieran kompensiert diesen Eff ekt weitgehend, sodass die verdienten Nettoprämien im Segment Industrieversicherung leicht auf 1.095 (1.084) Mio. EUR anstiegen.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Als versicherungstechnisches Nettoergebnis des Segments Industrieversicherung konnte zum Ende des dritten Quartals 2011 ein Gewinn in Höhe von 74 Mio. EUR verbucht werden, der einem Verlust von 13 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres gegenübersteht. Die Nettokostenquote betrug 21,4 (19,8) %, die Schadenquote 71,8 (81,4) %, sodass sich, insbesondere aufgrund der deutlich niedrigeren Schadenquote, eine signifi kant verbesserte kombinierte Schaden-/Kostenquote von 93,1 (101,2) % ergab.

Die Nettoaufwendungen für Versicherungsleistungen verringerten sich im Segment Industrieversicherung um 7 % auf 761 (815) Mio. EUR. Großschäden fi elen insbesondere in der Sparte Feuer an; das Erdbeben und der Tsunami in Japan im März schlugen im dritten Quartal noch mit einer Nettobelastung von 44 Mio. EUR zu Buche, hauptsächlich in der Sparte

Feuer. Neben weiteren Schäden ist die Überschwemmung in Australien zu nennen; die Belastung lag bei insgesamt etwa 3 Mio. EUR netto.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis im Segment verringerte sich um rund 12 % auf 151 (172) Mio. EUR; der Rückgang ist abermals durch die HDI-Gerling Industrie geprägt, die zum dritten Quartal 2011 ein Ergebnis von 122 (150) Mio. EUR auswies. Ausschlaggebend waren außerplanmäßige Abschreibungen auf Aktien sowie in geringem Umfang auf griechische Staatspapiere. Die übrigen Gesellschaft en des Segments Industrieversicherung zeigten stabile Kapitalanlageergebnisse; die Nassau Verzekering konnte einen Ertrag aus Kapitalanlagen von gut 3 Mio. EUR ausweisen.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Industrieversicherung lag nach dem dritten Quartal 2011 bei 168 (182) Mio. EUR. Prägend war der währungskursbedingte Rückgang des Sonstigen Ergebnisses und des Kapitalanlageergebnisses, der durch die Steigerung des versicherungstechnischen Nettoergebnisses nicht ganz kompensiert werden konnte.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

1.1.–
30.9.
2011
1.1.–
30.9.
2010
+/–
Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 5.006 5.067 –1 %
Verdiente Nettoprämien 3.797 3.823 –1 %
Versicherungstechnisches Ergebnis –972 –1.305 +25 %
Kapitalanlageergebnis 1.149 1.234 –7 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 111 –2 n.a.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote +0,1
(netto, nur Sachversicherungen) 101,8 % 101,7 % Pkt.

Der Geschäft sbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt im Talanx-Konzern das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft von HDI-Gerling sowie der Banc assurance.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien in diesem Konzernsegment verringerten sich – einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen – im Berichtszeitraum um rund 1 % auf 5,0 (5,1) Mrd. EUR.

Während die Prämien im Bereich der Lebensversicherung sanken, verlief die Entwicklung im Bereich der Sachversicherungsprodukte weiter sehr erfreulich. Dies ist zum einen auf großvolumiges Neugeschäft und zum anderen auf Beitragsanpassungen zurückzuführen. Die Beitragseinnahmen stiegen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 % auf 1.337 (1.263) Mio. EUR. Hiervon konnte unsere bedeutendste Sachversicherungssparte, die Kraft fahrtsparte, sowohl mit steigenden Bestandsbeiträgen als auch Stückzahlwachstum besonders profi tieren.

Rückläufi ge, den Markttrend widerspiegelnde Einmalbeiträge in der Lebensversicherung führten einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen zu gebuchten Bruttobeiträgen von 3.670 (3.804) Mio. EUR. Die PBV Lebensversicherung AG – sie wurde am 4. Oktober 2011 rückwirkend zum 1. Januar 2011 auf die PB Lebensversicherung AG verschmolzen – konnte hingegen gegen den Trend ihr Einmalbeitragsgeschäft deutlich ausbauen und ihre Beitragseinnahmen um 11 % steigern. Bei der Neue Leben Lebensversicherung AG konnten im Bereich Einzelleben die Einnahmen gegen laufenden Beitrag erhöht werden; getragen von steigenden Kreditlebensversicherungen verzeichnete hier auch die TARGO Lebensversicherung AG eine positive Entwicklung. Bei der HDI-Gerling Lebensversicherung AG prägten hohe Abläufe im Verhältnis zum Neugeschäft die Beitragsentwicklung und führten bei konstanten Einmal beiträgen zu rückläufi gen Prämieneinnahmen.

Die Selbstbehaltsquote stieg von 90,5 % auf 93,2 %. Die Ursache hierfür liegt in geringeren Rückversicherungsquoten im Bereich der Lebensversicherung, welche aus der Ablösung von Quotenrückversicherungsverträgen im Vorjahr resultieren. Nach Eliminierung der Sparbeiträge für unsere fondsgebundenen Produkte und unter Berücksichtigung der Veränderung der Beitragsüberträge betrugen die verdienten Nettoprämien 3.797 (3.823) Mio. EUR.

Der Neugeschäft szuwachs unserer Gesellschaft en im Segment – gemessen am Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) – entwickelte sich insgesamt zufriedenstellend. Er lag mit 505 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres und entwickelte sich angesichts des prognostizierten Rückgangs im Einmalbeitragsgeschäft besser als erwartet. Die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG zeichnete sich insbesondere aufgrund ihres Erfolgs im Mitversicherungsgeschäft durch eine Steigerung um 29 % auf 93 Mio. EUR aus. Trotz des erwarteten Rückgangs im Einmalbeitragsgeschäft wiesen die TARGO Lebensversicherung AG und die PBV Lebensversicherung AG eine positive Entwicklung auf.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis des Segments verbesserte sich deutlich um 25 % auf −972 (−1.305) Mio. EUR. Diese Entwicklung wurde stark von den Lebensversicherungsprodukten dominiert: Ihr Anteil verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 % auf 954 (1.288) Mio. EUR. Für die Verbesserung im versicherungstechnischen Ergebnis der Lebensversicherer im Berichtszeitraum sorgte primär die Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses. Dessen Rückgang führte zu verminderten Beteiligungen der Versicherungsnehmer. Somit sanken die Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) der Lebensversicherungsprodukte – zum Teil jedoch auch als Folge der gesunkenen Einmalprämien – um 8 % auf 3.250 (3.516) Mio. EUR. Außerdem trugen rückläufi ge Amortisationen für aktivierte erworbene Versicherungsbestände wesentlich zur Ergebnisentlastung bei.

Die Entwicklung im versicherungstechnischen Ergebnis aus unseren Sachversicherungsprodukten wurde primär durch höhere Amortisationen aktivierter Abschlusskosten geprägt. So stiegen die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) auf −363 (−310) Mio. EUR. Die positive Beitragsentwicklung führte in Kombination mit einer nahezu konstanten Schadenquote zu einer Ergebnisentlastung. Daneben konnten die Ergebnisse aus der Abwicklung von Vorjahresrückstellungen deutlich gesteigert werden. Insgesamt verringerte sich das versicherungstechnische Ergebnis in diesem Bereich auf −20 (−16) Mio. EUR.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis des Segments sank deutlich um 7 % auf 1,1 (1,2) Mrd. EUR. Mit einem Anteil von unverändert 93 % machen Lebensversicherungsprodukte den größten Teil daran aus. Vom gesamten Kapitalanlageergebnis waren somit rund 1.064 (1.138) Mio. EUR anteilig den Lebensversicherungsnehmern gutzuschreiben. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge konnten stark vom hohen Einmalbeitragsgeschäft des Vorjahres profi tieren. Insgesamt dominiert jedoch die Entwicklung im außerordentlichen Kapitalanlageergebnis, welches von 141 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 5 Mio. EUR im Berichtszeitraum sank. Hier war das Ergebnis des Vorjahreszeitraums von Veräußerungsgewinnen aus Spezialfonds geprägt. Im Berichtszeitraum waren hingegen unter anderem Veräußerungsverluste aus Anleiheverkäufen zu verbuchen.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) des Segments betrug 111 (−2) Mio. EUR, wobei der Vorjahreszeitraum von Bereinigungen im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäft sbereichs belastet wurde. Die Steigerung ist in erster Linie dem verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis zu verdanken, welches unter Berücksichtigung der Kompensation der deutlichen Reduktion des Kapitalanlagenergebnisses auch von verminderten Amortisationen auf aktivierte erworbene Versicherungsbestände geprägt wurde.

Privat- und Firmenversicherung International

1.1.– 1.1.–
30.9.
2011
30.9.
2010
+/–
Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 1.774 1.651 +7 %
Verdiente Nettoprämien 1.362 1.319 +3 %
Versicherungstechnisches Ergebnis –49 –106 +54 %
Kapitalanlageergebnis 112 116 –4 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 18 –29 n.a.
Kombinierte Schaden-/Kostenquote –4,8
(netto, nur Sachversicherungen) 99,7 % 104,5 % Pkt.

Das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung International bündelt die Aktivitäten der Privat- und Firmenkunden-Gesellschaft en der Bereiche Sachversicherung, Lebensversicherung und Bancassurance im Ausland. Das Segment wird durch die Talanx International AG geführt.

Wir bieten den Privat- und Firmenkunden außerhalb Deutschlands einen umfangreichen Versicherungsschutz: Durch die Nutzung des lokalen branchenspezifi schen Knowhows und ein ausgebautes Vertriebsnetz sind wir in der Lage, auf die spezifi schen Anforderungen unserer Kunden einzugehen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Marktentwicklung

Zu den umsatzstärksten Märkten in diesem Segment zählen weiterhin Brasilien, Polen und Italien. Auf dem brasilianischen Markt sind wir insbesondere in der Kraft fahrtversicherung tätig, die parallel zu der positiven Wirtschaft sentwicklung weiteres Wachstum verspricht. Polens Wirtschaft sleistung verzeichnete bereits seit 2009 ein abgeschwächtes, aber positives Wachstum, das auch für den Versicherungsmarkt weiteres Wachstum erwarten lässt. Neben der Kraft fahrtversicherung sind wir dort in der Haft pfl icht- und allgemeinen Sachversicherung sowie dem Bereich Lebensversicherung tätig. Auf dem italienischen Markt sind wir sowohl im Lebensversicherungsmarkt als auch im Bereich der Sachversicherung – vornehmlich der Kraft fahrtversicherung – tätig. In der Kraft fahrtversicherung konnte die dortige Gesellschaft nach mehreren Jahren des hohen Wettbewerbs- und Preisdrucks erste Ratenerhöhungen verzeichnen.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Segments stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 7 % auf insgesamt 1,8 (1,7) Mrd. EUR.

Neu hinzugekommen sind im zweiten Quartal eine Gesellschaft in Argentinien für Sach- und Lebensversicherungsprodukte und eine in Uruguay für Sachversicherungsprodukte. Die Gesellschaft in Uruguay trug im dritten Quartal ein Prämienvolumen von knapp 4 Mio. EUR bei, während die argentinische Gesellschaft insgesamt 25 Mio. EUR Prämie erzielen konnte.

Die russische Sachversicherungsgesellschaft OOO HDI Strakhovannie, die im Berichtsjahr das operative Geschäft aufgenommen hat, ist darin mit 218 TEUR enthalten.

Das Wachstum bei den Sachversicherungsprodukten wurde zum Teil durch Währungskurseff ekte verzerrt. Insbesondere die Wechselkurse für die brasilianische, türkische und mexikanische Währung schwankten stark. Die starke Marktposition der brasilianischen HDI Seguros S. A. sorgte – umgerechnet in EUR – für ein Prämienwachstum von 26 %. Besonders stark stieg das Prämienvolumen der türkischen HDI Sigorta A. Ş.; nach der Umrechnung in EUR ergab sich jedoch lediglich ein Anstieg von 15 %.

Bei der HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, gingen die Lebensversicherungsprämien gegenüber der Vergleichsperiode zurück, da ein für das Vorjahresergebnis wesentlicher Eff ekt – eine Steueramnestie, aufgrund derer hohe Einmalbeiträge für die Kapitalanlage frei wurden und an der auch Lebensversicherungspolicen als eine attraktive Investmentalternative partizipieren konnten – für das Jahr 2011 entfi el. Im klassischen Lebensversicherungsgeschäft konnte die Gesellschaft jedoch eine Steigerung verzeichnen. Im Schaden-/ Unfallgeschäft konnte die Gesellschaft aufgrund gestiegener Durchschnittsprämien und dem Abschluss zahlreicher neuer Verträge, insbesondere in Motor Haft pfl icht, einen Zuwachs von rund 16 % verzeichnen und lag damit über dem durchschnittlichen Wachstum des Schaden-/Unfall-Marktes.

Unsere Lebensversicherungsgesellschaft HDI-Gerling Źycie TU S. A. konnte aufgrund einer Kooperation mit der polnischen BRE-Bank insbesondere im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung ihr Prämienvolumen in EUR um 103 % steigern. Auch die russische OOO Strakhovaya Kompaniya "CiV Life" verzeichnete ein in Euro um 42 % höheres Prämienvolumen. Das Prämienaufk ommen der türkischen CiV Hayat Sigorta A. Ş. fi el in lokaler Währung mit 30 % besonders hoch aus; umgerechnet in EUR wuchs es um 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, obwohl der Verkauf von Einmalbeitragsprodukten zugunsten von laufenden Beiträgen in den Bereichen Kreditkartenrestschuld- und Personenunfallversicherung zurückgegangen ist. Damit zählen diese beiden Gesellschaft en zu den am schnellsten wachsenden in ihren Märkten.

Das Neugeschäft der Aspecta-Gesellschaft en in Luxemburg und Liechtenstein wurde zum 1. Januar 2011 weitgehend eingestellt, sodass das Beitragsvolumen im Vorjahresvergleich in Luxemburg um knapp 29 % und das in Liechtenstein um 10 % in lokaler Währung sank.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis des Segments verbesserte sich gegenüber der Vergleichsperiode auf −49 (−106) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungsgesellschaft en lag bei 99,7 (104,5) %, also rund 5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahreszeitraum. Dies lag u. a. an der positiven Entwicklung der HDI Assicurazioni S. p. A., Rom.

Bei der brasilianischen HDI Seguros S. A. werden infl ationsbedingte Wertanpassungen für vor Gericht verhandelte Schäden im versicherungstechnischen Ergebnis ausgewiesen, wodurch sowohl die versicherungstechnischen Aufwendungen als auch die Schadenquote stiegen. Auch die gesunkene Durchschnittsprämie in der Kfz-Versicherung wirkte sich negativ auf die Schadenquote aus.

Die polnische HDI Asekuracja TU S. A. erzielte dank des Ausbleibens großer Schadenereignisse im dritten Quartal 2011 wieder ein positives versicherungstechnisches Ergebnis; im Vorjahr hatten Flut- und Winterschäden das Ergebnis der Gesellschaft stark belastet.

Die türkische HDI Sigorta A. Ş. konnte ihr operatives Geschäft gegenüber der Vergleichsperiode stärken und auch ihre Schadenquote stark senken. Dennoch wurde das versicherungstechnische Ergebnis erneut von negativen Eff ekten getroff en, da eine gesetzliche Änderung zu rückwirkenden Zahlungen im Motor-Geschäft führte.

Kapitalanlageergebnis

Im Berichtszeitraum betrug das Kapitalanlageergebnis des Segments 112 Mio. EUR, was einem Rückgang von 4 % gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Der Rückgang resultierte aus dem außerordentlichen Kapitalanlageergebnis, wohingegen sich das ordentliche Kapitalanlageergebnis insbesondere durch gestiegene Portfolios um 18 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte.

Haupttreiber für die Verschlechterung des außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses war die italienische HDI Assicurazioni S. p. A., die im dritten Quartal Abschreibungen auf Kapitalanlagen von knapp 13 Mio. EUR zu verzeichnen hatte.

Negativ betroff en von den Entwicklungen der Kapitalmärkte war auch die polnische HDI Asekuracja TU S. A., die Abschreibungen auf Kapitalanlagen von knapp 2 Mio. EUR verbuchte.

Operatives Ergebnis

Der Berichtszeitraum 2011 schloss dank positiver Entwicklungen in den versicherungstechnischen Ergebnissen des Segments mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 18 (−29) Mio. EUR.

Schaden-Rückversicherung

1.1.–
30.9.
1.1.–
30.9.
2011 2010 +/–
Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 5.220 4.826 +8 %
Verdiente Nettoprämien 4.391 4.068 +8 %
Versicherungstechnisches Ergebnis –224 30 n. a.
Kapitalanlageergebnis 608 527 +15 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 352 669 –47 %
Kombinierte Schaden-/ +5,8
Kostenquote (netto) 104,9 % 99,1 % Pkt.

Der Geschäft sbereich Rückversicherung wird im Talanx-Konzern nahezu ausschließlich von der Hannover Rück-Gruppe betrieben, einer der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Der Rückversicherer bietet seinen Kunden im Konzernsegment Schaden-Rückversicherung eine umfassende Produktpalette im Vertrags- und fakultativen Rückversicherungsgeschäft an und ist zudem einer der führenden Anbieter strukturierter Rückversicherungslösungen.

Die Geschäft sentwicklung in der Schaden-Rückversicherung verlief zu unserer Zufriedenheit. Die Situation auf den internationalen Rückversicherungsmärkten stellt sich insgesamt positiv dar. Angesichts der immensen Naturkatastrophen im ersten Quartal stiegen die Raten bei den unterjährigen Vertragserneuerungen insbesondere in schadenbelasteten Programmen erwartungsgemäß deutlich an. In Australien und Neuseeland, wo traditionell zum 1. Juli der Großteil des Geschäft s zur Vertragserneuerung ansteht, konnten angesichts der schadenträchtigen Naturkatastrophen deutliche Ratensteigerungen und verbesserte Bedingungen verbucht

werden. Positiv, wenn auch mit Einschränkungen, verlief die Erneuerungsrunde zum 1. Juni/1. Juli in unserem Zielmarkt Nordamerika. Im US-Katastrophengeschäft beispielsweise waren Ratensteigerungen in Höhe von 5–15 % zu erzielen. Bei Haft pfl ichtdeckungen hingegen blieb eine deutliche Trendwende zu einem sich verhärtenden Markt aus, allerdings ist die Talsohle nun durchschritten.

Prämienvolumen

Die Bruttoprämien für den Geschäft sbereich Schaden-Rückversicherung erhöhten sich zum 30. September 2011 gegenüber der Vergleichsperiode um 8 % auf 5,2 (4,8) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, hätte das Wachstum sogar 11 % betragen. Der Selbstbehalt blieb nahezu unverändert. Die verdienten Nettoprämien stiegen um 8 % auf 4,4 (4,1) Mrd. EUR.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Im Hinblick auf die Großschadenentwicklung verlief das dritte Quartal relativ moderat; mit 118 Mio. EUR blieben die Belastungen unter dem Erwartungswert von 165 Mio. EUR. Größter Einzelschaden war für uns der Hurrikan "Irene" mit einer Nettoschadenbelastung von 20 Mio. EUR. Angesichts des außergewöhnlich hohen Großschadenanfalls im ersten Quartal lag die Netto-Großschadenbelastung zum 30. September 2011 jedoch mit 743 Mio. EUR immer noch deutlich über dem Wert der Vorjahresperiode von 554 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bei 104,9 (99,1) %. Das versicherungstechnische Ergebnis schloss mit –224 (30) Mio. EUR.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Schaden-Rückversicherung reduzierte sich zum 30. September 2011 angesichts der hohen Großschadenlast im ersten Quartal sowie aufgrund der negativen Entwicklung der Infl ation Swaps im dritten Quartal auf 352 (669) Mio. EUR.

Personen-Rückversicherung

1.1.–
30.9.
2011
1.1.–
30.9.
2010
+/–
Mio. EUR
Gebuchte Bruttoprämien 3.844 3.730 +3 %
Verdiente Nettoprämien 3.487 3.405 +2 %
Versicherungstechnisches Ergebnis –193 –202 +4 %
Kapitalanlageergebnis 350 363 –4 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 147 213 –31 %

Im Konzernsegment Personen-Rückversicherung sind unter dem Markennamen Hannover Life Re die Aktivitäten in der Rückversicherung der Sparten Lebens-, Renten- und Krankenversicherung zusammengefasst. Zusätzlich zeichnet die Hannover Rück-Gruppe in diesem Geschäft sfeld auch die Sparte Unfallversicherung, soweit sie von Lebensversicherern betrieben wird.

Die Märkte der internationalen Personen-Rückversicherung bieten für uns weiterhin gute Geschäft smöglichkeiten. Die demografi sche Entwicklung in den entwickelten Versicherungsmärkten wie den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien sorgt insgesamt für ein verstärktes Vorsorgebewusstsein. Aber auch in den bedeutenden Schwellenmärkten wie China, Indien und Brasilien steigt die Nachfrage nach eigener Absicherung biometrischer Risiken.

Unsere Kunden unterstützen wir mit maßgeschneiderten Rückversicherungslösungen für ihr Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagement. Sehr zufrieden sind wir mit der Entwicklung unseres Geschäft s in Großbritannien, vor allem im Bereich der Langlebigkeitsrisiken. Dabei nimmt das Rückversicherungsgeschäft von sofort beginnenden Vorzugsrenten gegen Einmalzahlung nach wie vor einen großen Anteil am britischen Rentengeschäft ein. Ausgebaut haben wir im laufenden Geschäft sjahr weiterhin die Übernahme von Blöcken bestehender Rentenverpfl ichtungen von Pensionsfonds und Erstversicherern.

Prämienvolumen

In den meisten Märkten verlief die Geschäft sentwicklung für uns erwartungsgemäß erfreulich. Die gebuchten Bruttoprämien in der Personen-Rückversicherung stiegen zum 30. September 2011 um 3 % auf 3,8 (3,7) Mrd. EUR. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 2 % auf 3,5 (3,4) Mrd. EUR.

Operatives Ergebnis

Die Entwicklung des Ergebnisses in der Personen-Rückversicherung entsprach nicht voll unseren Erwartungen. Die weitere Ausweitung der Risikoaufschläge an den Anleihemärkten führte in den Depots, die bei US-amerikanischen Kunden im Namen der Hannover Rück gehalten werden, zu einer Belastung von rund 70 Mio. EUR. Darüber hinaus hatten wir in den ersten neun Monaten ein negatives Währungskursergebnis in Höhe von –12 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Vergleichsperiode hingegen profi tierte von einem positiven Eff ekt von 32 Mio. EUR. Dass wir trotz der genannten negativen Eff ekte immer noch ein operatives Ergebnis (EBIT) von 147 (213) Mio. EUR vorlegen konnten, zeigt die gute Qualität und die exzellente Diversifi kation unseres Geschäft s in der Personen-Rückversicherung.

Konzernfunktionen

1.1.–
30.9.
2011
1.1.–
30.9.
2010
+/–
Mio. EUR
Kapitalanlageergebnis –27 –34 +21 %
Übriges Ergebnis –32 –205 +84 %
Operatives Ergebnis (EBIT) –59 –239 +75 %

Zu den Unternehmen im Segment Konzernfunktionen gehören neben der Talanx AG die internen Dienstleistungsgesellschaft en Talanx Service AG und Talanx Systeme AG sowie Talanx Investments (inklusive AmpegaGerling) und Talanx Reinsurance Broker.

Kapitalanlagespezialisten im Segment

Die Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit der Tochtergesellschaft AmpegaGerling Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Wertpapierportfolios der Konzerngesellschaft en und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die Gesellschaft verwaltete zum Ende des dritten Quartals 2011 Kapitalanlagen in Höhe von 72,6 Mrd. EUR; Ende 2010 waren es 67,2 Mrd. EUR.

Die AmpegaGerling Investment GmbH verwaltet Finanzportfolios für institutionelle Kunden sowie Publikums- und Spezialfonds. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Die Absatzsituation der Investmentbranche ist im laufenden Jahr stark geprägt von der Ausweitung der Finanzmarktkrise, die sich infolge der ungelösten Schuldenkrisen in den USA und Europa wieder verschärft e. Sorgen um die Sicherheit ihres angelegten Geldes verleiteten Anleger, Kapital aus Investmentfonds abzuziehen bzw. hielten sie davon ab, neue Mittel in diesen Produkten anzulegen. Als Folge verzeichnete die Branche laut Statistik des Bundesverbandes BVI seit Jahresbeginn bei den Wertpapierfonds Nettomittelrückfl üsse in Höhe von 5,7 Mrd. EUR. In dieser schwierigen Situation konnte sich die AmpegaGerling Investment GmbH vergleichsweise gut behaupten; sie erzielte im Berichtszeitraum im Geschäft mit externen Kunden einen Nettomittelabsatz in Höhe von 84 Mio. EUR. Im dritten Quartal musste die Gesellschaft aufgrund der fi nanzkrisenbedingten, sich verschlechternden Absatzsituation einen Nettomittelrückfl uss in Höhe von 24 Mio. EUR hinnehmen. Das Gesamtvermögen der von der AmpegaGerling Investment GmbH verwalteten Publikumsfonds lag – trotz des positiven Mittelaufk ommens – zum Ende des dritten Quartals mit 3,2 (2010: 3,5) Mrd. EUR unter dem Niveau vom Jahresende. Ursache hierfür waren die deutlich nachgebenden Kurse an den internationalen Aktienmärkten.

Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens sank um 14 % auf 12,7 (14,7) Mrd. EUR gegenüber dem Jahresbeginn. Davon wurde mehr als die Hälft e, nämlich 7,1 (8,0) Mrd. EUR, im Auft rag der Konzerngesellschaft en über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 2,5 (3,4) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 3,1 (3,3) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft . Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken.

Auf die Talanx Immobilien Management GmbH entfi elen zum 30. September 2011 Vermögenswerte in Höhe von 1,2 (1,2) Mrd. EUR.

Insgesamt hat sich der von allen Talanx-Investment-Gesellschaft en verwaltete Kapitalanlagebestand zum Quartalsende auf 86,5 Mrd. EUR gegenüber dem Niveau zu Jahresbeginn von 83,1 Mrd. EUR erhöht; 79,2 Mrd. EUR entfi elen davon auf die Konzerngesellschaft en und 7,3 Mrd. EUR auf das Drittkundengeschäft .

Talanx Reinsurance Broker

Mit der Umbenennung der Protection Reinsurance Intermediaries AG zum 1. September in Talanx Reinsurance Broker AG ist die Umstrukturierung der Talanx-Gesellschaft en vollzogen. Talanx Reinsurance Broker fungiert als professioneller Rückversicherungsberater und -vermittler für die Komposit-Rückversicherungsabgaben der Erstversicherungsunternehmen der gesamten Talanx-Gruppe. Das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker AG in diesem Segment betrug in den ersten drei Quartalen 2011 5 (6) Mio. EUR.

Das operative Ergebnis (EBIT) der Talanx Asset Management GmbH lag bei 26 Mio. EUR, bei der Talanx Immobilien Management GmbH betrug es −2 Mio. EUR, bei der Ampega-Gerling Investment GmbH 5 Mio. EUR und bei der Talanx AG −93 Mio. EUR, da sie als Holding die Finanzierungsfunktion für den Konzern wahrnimmt.

Die beiden Dienstleistungsgesellschaft en Talanx Service AG und Talanx Systeme AG haben nunmehr ihr Geschäft aufgenommen, leisten jedoch keinen Ergebnisbeitrag, da sie vereinbarungsgemäß auf Kostenerstattungsbasis arbeiten.

Vermögenslage und Finanzlage Vermögenslage

Der Charakter eines diversifi zierten Versicherungskonzerns und die Tätigkeit als große, weltweit tätige Versicherungsgruppe prägen die Bilanzstruktur des Talanx-Konzerns. Die beherrschende Position der Aktivseite sind die Kapitalanlagen, die ohne Berücksichtigung der Depotforderungen (11,3 Mrd. EUR) 66 % der Bilanzsumme ausmachen. Sie dienen in erster Linie der Bedeckung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft , die sich ohne Einbeziehung der Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, auf 82,4 Mrd. EUR beliefen. Die wichtigsten Finanzierungsmittel sind darüber hinaus das Eigenkapital (7 % der Bilanzsumme) und die emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten (2 % der Bilanzsumme).

Höhe und Zusammensetzung des Vermögens

Die Vermögenslage des Konzerns erläutern wir anhand der folgenden Übersicht, der wir die Aktiva der Konzernbilanz zugrunde gelegt haben.

Vermögensstruktur im Mehrjahreszeitraum 30.9.2011 20101) 20091) 2008
Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR %
Immaterielle Vermögenswerte 2.210 2 2.172 2 2.480 2 2.938 3
Kapitalanlagen 86.579 76 83.422 75 76.385 75 69.466 74
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von
Inhabern von Lebensversicherungspolicen
5.924 5 6.414 6 4.975 5 3.371 4
Anteile der Rückversicherer an den
versicherungstechnischen Rückstellungen
6.462 6 5.523 5 5.962 6 6.989 7
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 4.594 4 5.011 5 4.342 4 4.438 5
Abgegrenzte Abschlusskosten 3.998 4 3.715 3 3.544 4 3.509 4
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand
1.367 1 1.265 1 1.685 2 1.408 1
Aktive Steuerabgrenzung 287 <1 268 < 1 235 < 1 295 < 1
Sonstige Vermögenswerte 1.736 1 1.781 2 1.655 2 1.736 2
Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte,
die als zur Veräußerung gehalten klassifi ziert werden
146 <1 1.529 1 35 < 1 43 < 1
Summe der Aktiva 113.303 100 111.100 100 101.298 100 94.193 100

Analyse der Vermögensstruktur

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Die deutliche Erhöhung unserer Bilanzsumme um 2,2 Mrd. EUR auf 113,3 Mrd. EUR ist in erster Linie auf den signifi kanten Anstieg der Kapitalanlagen (+3.157 Mio. EUR) sowie den deutlichen Zuwachs bei den Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (+939 Mio. EUR) zurückzuführen. Der Rückgang der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (–490 Mio. EUR) sowie der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (–417 Mio. EUR) hatten kompensierende Eff ekte. Weiterführende Angaben zu den Kapitalanlagen haben wir unter den "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz" dargestellt.

In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifi ziert werden" werden neben dem Verkauf der Beteiligung an der HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG, Hannover, durch die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG, Hannover, der Beteiligung an der HDI-Gerling Rechtsschutz Schadenregulierungs-GmbH, Hannover, durch die Talanx Deutschland AG, Hannover, (beide im Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) auch der Verkauf eines Immobilienteilbestands der HDI-Gerling Lebensversicherung AG, Köln, (Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland) sowie der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover, ausgewiesen. Der Verkauf der operativen Gesellschaft en des Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc., Wilmington, der Hannover Rückversicherung AG aus dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen. Sämtliche Vorgänge haben wir im Konzernanhang im Kapitel VI "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" näher erläutert.

Kapitalanlageentwicklung

Zusammensetzung der Kapitalanlagen 30.9.2011 2010 2009 2008 2007
Mio. EUR
Depotforderungen 11.323 10.961 9.349 7.242 8.055
Selbstverwaltete Kapitalanlagen 75.256 72.461 67.036 62.224 61.572
Gesamt 86.579 83.422 76.385 69.466 69.627

Im Laufe des Geschäft sjahres 2011 stieg der gesamte Kapitalanlagebestand um 3,2 Mrd. EUR und beträgt somit 86,6 Mrd. EUR. Allein im dritten Quartal betrug der Anstieg 2,9 Mrd. EUR. Diese Zuwächse sind im Wesentlichen auf die reinvestierten ordentlichen Kapitalerträge zurückzuführen.

Nachdem der Kurs des US-Dollar zu Jahresbeginn bei 1,34 USD je EUR lag, konnte im Laufe des Geschäft sjahres mit 1,45 USD eine deutliche Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro beobachtet werden. Zum 30. September 2011 ist allerdings wieder eine Aufwertung zu erkennen. Der Kurs liegt mit 1,35 USD je EUR wieder auf Jahresanfangsniveau.

Die Zinsen im dritten Quartal sind im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich gesunken. In der Kategorie der fünfj ährigen Staatsanleihen ist zum 30. September 2011 ein Rückgang von ca. 80 Basispunkten zu verzeichnen; bei den zehnjährigen Staatsanleihen betrug dieser 105 Basispunkte. Die Hauptkategorie zur Wiederanlage fi nanzieller Mittel ist die Anlagekategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente", die zum Zeitwert bilanziert wird.

Insgesamt beträgt der Anteil der festverzinslichen Wertpapiere am Gesamtbestand der Kapitalanlagen 77 %. Die Re investition erfolgte unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur in dieser Anlageklasse. Im Berichtszeitraum standen 2,2 Mrd. EUR aus ordentlichen Kapitalanlageerträgen zur Wiederanlage zur Verfügung.

Die aktuelle Aktienquote liegt bei 1 %; im Jahresverlauf wurden verstärkt Aktienbestände abgebaut. Der Aktienmarkt ist nach einem Zwischenhoch im April zum Ende des Quartals stark eingebrochen und liegt deutlich unter dem Jahresanfangsniveau.

Liquide Mittel aus noch nicht investierten versicherungstechnischen Zufl üssen führten zu einer Erhöhung der kurzfristigen Kapitalanlagen (+1 %). Unter Einhaltung sämtlicher gesetzlicher und konzerninterner Vorgaben gestaltet sich die Diversifi kation der Kapitalanlagen per 30. September 2011 im Vergleich zum Jahresende 2010 ähnlich.

Zusammensetzung der
Kapitalanlagen
30.9.2011 2010 2009
%
Festverzinsliche Wertpapiere 77 76 75
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 1 2 2
Depotforderungen 13 13 12
Immobilien 2 2 2
Sonstige 7 7 9
Summe 100 100 100

Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen selbstverwalteten Kapitalanlagen stellt sich der Bestand wie folgt dar:

Zusammensetzung der selbstverwalteten
Kapitalanlagen nach Anlageklassen 30.9.2011 2010 +/–
Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR %
Fremdgenutzter Grundbesitz 857 1 860 1 –3 <0
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 79 <1 74 <1 +5 +7
Anteile an assoziierten Unternehmen 151 <1 144 <1 +7 +5
Darlehen und Forderungen
Darlehen inkl. Hypothekendarlehen 1.335 2 1.439 2 –104 –7
Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche
Schuldner sowie festverzinsliche Wertpapiere 31.791 42 30.904 43 +887 +3
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 2.862 4 2.999 4 –137 –5
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere 30.797 41 28.330 39 +2.467 +9
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.417 2 2.305 3 –888 –39
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete
klassifi zierte Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere 753 1 974 1 –221 –23
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 18 <1 15 <1 +3 +20
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente
Festverzinsliche Wertpapiere 34 <1 69 <1 –35 –51
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 89 <1 83 <1 +6 +7
Derivate 1) 48 <1 80 <1 –32 –40
Übrige Kapitalanlagen 5.025 7 4.185 6 +840 +20
Selbstverwaltete Kapitalanlagen gesamt 75.256 100 72.461 100 +2.795 +4

1) Derivate nur mit positiven Marktwerten und ohne Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting

Festverzinsliche Wertpapiere

Im Jahresverlauf konnte ein deutlicher Zinsrückgang über alle Laufzeiten beobachtet werden. Die Spreads für Financials haben sich aufgrund zunehmender Unsicherheiten, wachsender Refi nanzierungsprobleme der Banken und anhaltend negativem Ratingdruck ausgeweitet. Bei den Corporates waren die Spreads bislang leicht sinkend.

Die aktuelle Situation der Staatsanleiheperformance in den Euro-Peripheriestaaten ist im Vergleich zu Deutschland sehr heterogen: Anleihen aus Spanien und Italien sind zunehmend von Ansteckungseff ekten betroff en. Portugiesische und irische Staatsanleihen verzeichneten ebenfalls je nach Laufzeit Verluste, sodass wir unsere bestehenden Kapitalanlage-Engagements derzeit nicht ausbauen. Unter Risikogesichtspunkten haben wir die im Bestand befi ndlichen griechischen

Staatspapiere bis auf einen kleinen Restbestand veräußert. Auf diesen Bestand haben wir im Berichtsjahr Abschreibungen auf den Marktwert (durchschnittlicher Kurs 46 %) von insgesamt 8 Mio. EUR vorgenommen. Das Kapitalanlage-Exposure des Talanx-Konzerns beläuft sich gegenüber den Euro-Peripheriestaaten – den sogenannten GIIPS-Staaten – (Staatsanleihen und halbstaatliche Anleihen) zu Marktwerten auf 1,3 Mrd. EUR. Hierbei entfallen auf Italien 604 Mio. EUR (davon HDI Assicurazioni 379 Mio. EUR), Spanien 413 Mio. EUR, Irland 233 Mio. EUR, Portugal 46 Mio. EUR und Griechenland 6 Mio. EUR.

In Bezug auf die in Schwierigkeiten geratene belgische Dexia-Bank weisen wir einen zu Marktwerten bewerteten Bestand in Höhe von 1.271 Mio. EUR aus; hiervon entfallen 1.150 Mio. EUR auf Pfandbriefe. Abschreibungen waren hierauf jedoch nicht

vorzunehmen, da die Regierungen von Frankreich, Belgien und Luxemburg am 10. Oktober 2011 einen Restrukturierungsplan bekannt gegeben haben, der u. a. die Bereitstellung von Staatsgarantien vorsieht. Einen Ausfall halten wir nach derzeit vorliegenden Informationen für unwahrscheinlich.

Festverzinsliche Wertpapiere und Darlehen stellen den wesentlichen Bestandteil der selbstverwalteten Kapitalanlagen des Talanx-Konzerns dar. Im Jahresverlauf stieg der Bestand dieser Anlageklasse um 2,9 Mrd. EUR.

Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere", die sich volatil auf das Eigenkapital auswirken, sind mit 30,8 Mrd. EUR und 46 % des Gesamtbestands dieser Anlageklasse relativ konstant. Die Bewertungsreserven – also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven – sind aufgrund der deutlichen Reduktion des Zinsniveaus gegenüber Jahresende 2010 von 307 Mio. EUR auf 617 Mio. EUR gestiegen. Neben der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" wird weiterhin grundsätzlich an der Strategie festgehalten, Neuanlagen zur Minderung der Bilanzvolatilität hauptsächlich in der Kategorie "Darlehen und Forderungen" zu investieren. Anlagen in der Position "Darlehen und Forderungen" nahmen um 783 Mio. EUR auf 33,1 Mrd. EUR (49 % des Gesamtbestands) zu. Hier stiegen die Reserven auf 2,4 Mrd. EUR nach 842 Mio. EUR zum Jahresende 2010 deutlich.

Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden weiterhin den Schwerpunkt der Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere. Im Verlauf des Geschäft sjahres führte die Rating-Herabstufung der US-Staatsanleihen zu einer Reduktion der AAA-Quote. Diese wurde aber durch Zukäufe von AAA-gerateten festverzinslichen Wertpapieren teilweise kompensiert. Sie betragen per Ende September 2011 27,6 Mrd. EUR, was einem Anteil von 41 % am Gesamtbetrag der festverzinslichen Wertpapiere und Darlehen entspricht.

Die Anlagen in Unternehmensanleihen sind leicht auf 19,2 Mrd. EUR angestiegen und machen 28 % der festverzinslichen Wertpapiere aus. Ergänzend bestehen weitere 31 % in durch Hypotheken besicherte Schuldverschreibungen, die sich auf ein Volumen von 21,1 Mrd. EUR belaufen. Hierbei handelt es sich nahezu ausschließlich um Hypotheken- und öff entliche Pfandbriefe.

Die Duration (durchschnittliche Kapitalbindungsdauer) des gesamten Kapitalanlagebestands der festverzinslichen Wertpapiere im Talanx-Konzern beträgt zum 30. September 2011 rund 6,28 Jahre.

Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx-Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 11 % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Der Gesamtanteil in Fremdwährungen zum Ende des dritten Quartals 2011 bleibt nahezu konstant.

Ratingstruktur der fest
verzinslichen Wertpapiere
30.9.
2011
2010 2009 2008
%
AAA 41 45 45 42
AA 28 27 29 31
A 20 19 18 21
BBB und weniger 11 9 8 6

Der Talanx-Konzern betreibt unverändert eine konservative Anlagepolitik. So besitzen 89 % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A.

Aktien und Aktienfonds

Die Entwicklung auf dem Aktienmarkt verlief 2011 zweigeteilt. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn mit 6.914 Punkten gestartet hatte, wurde Ende April ein Hoch von 7.515 Punkten erreicht. Nach einer dreimonatigen Seitwärtsbewegung verloren die Aktienmärkte im August deutlich. Zum Ende des Berichtszeitraums lag der DAX bei 5.502 Punkten; das entspricht einem Rückgang um 20 % im Vergleich zu Jahresbeginn. Der EURO STOXX 50 entwickelte sich vergleichbar. Der Rückgang betrug hier sogar 22 %, getrieben durch den relativ hohen Bankenanteil.

Insgesamt verringerte sich der Bestand an Aktien und Aktienfonds von 2,0 Mrd. EUR zum 31. Dezember 2010 auf 1,0 Mrd. EUR zum Bilanzstichtag. Das Aktienengagement des Talanx-Konzerns ist mit einer Aktienquote von 1 % (brutto) somit weiterhin auf niedrigem Niveau.

Die saldierten, unrealisierten Gewinne und unrealisierten Verluste der im Konzern gehaltenen Bestände ohne Übrige Kapitalanlagen belaufen sich per Ende September 2011 auf +167 Mio. EUR (2010: +308 Mio. EUR).

Immobilien inklusive Anteile an Immobilienfonds

Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutzten Immobilien 857 Mio. EUR. Hinzu kommen 564 Mio. EUR in Immobilienfonds, welche unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 12 Mio. EUR sowie außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 14 Mio. EUR vorgenommen. Diesen Abschreibungen stehen Zuschreibungen in Höhe von 13 Mio. EUR gegenüber.

Die Immobilienquote, die auch die Investments in Immobilienfonds beinhaltet, liegt unverändert bei 2 %. Die eigengenutzten Grundstücke sind in der Position "Sonstige Vermögenswerte" bilanziert und werden nicht bei der Berechnung dieser Quote einbezogen.

Entwicklung des Kapital 30.9. 30.9.
anlageergebnisses 2011 2010 1) +/–
Mio. EUR
Ordentliche Kapital anlageerträge 2.190 2.075 +115
davon laufende
Erträge aus Zinsen 2.037 1.953 +84
davon Ergebnis aus Anteilen
an assoziierten Unternehmen 4 1 +3
Realisiertes Ergebnis aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 201 324 –123
Zu-/Abschreibungen
auf Kapitalanlagen –104 –66 –38
Unrealisiertes Ergebnis
aus Kapitalanlagen –67 –39 –28
Sonstige Kapitalanlage
aufwendungen 93 87 +6
Ergebnis aus selbstverwalteten
Kapitalanlagen 2.127 2.207 –80
Depotzinsergebnis 225 197 +28
Summe 2.352 2.404 –52

Kapitalanlageergebnis

1) Im Berichtsjahr wurden die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzern eigenen Kapitalanlagen unter den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde insoweit angepasst

Das Ergebnis der selbstverwalteten Kapitalanlagen stellte sich um 80 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau ein. Hierbei schmälerten die geringeren realisierten Abgangs ergebnisse in den Segmenten Privat- und Firmenversicherung Deutschland und Schaden-Rückversicherung sowie ein geringeres unrealisiertes Ergebnis das ordentliche Ergebnis stärker als im Vorjahr. Der Rückgang im unrealisierten Ergebnis entfällt mit 2 (40) Mio. EUR auf das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland und steht im Zusammenhang mit Marktwertveränderungen der erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten festverzinslichen Wertpapiere. Das unrealisierte Ergebnis in den Rückversicherungssegmenten erhöhte sich um 24 auf –70 (–94) Mio. EUR. Dies ist maßgeblich auf die im Jahr 2010 zur Absicherung eines Teils der Infl ationsrisiken der versicherungstechnischen Schadenreserve abgeschlossenen Infl ation Swaps der Hannover Rückversicherung AG zurückzuführen, deren erfolgswirksam unrealisierte Verluste 11 (89) Mio. EUR betragen. Ein gegenläufi ger Eff ekt ergab sich im Segment Personen-Rückversicherung aus versicherungstechnischen Derivaten, aus denen unrealisierte Verluste in Höhe von 70 Mio. EUR resultierten. Zudem erhöhten sich die auf unsere Aktienpositionen entfallenen Abschreibungen in Höhe von 82 (37) Mio. EUR, davon 61 Mio. EUR in den Bereichen Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Der Anstieg der ordentlichen Kapitalanlageerträge um 115 Mio. EUR ist insbesondere auf den höheren Gesamtbestand bei den festverzinslichen Anlagen bei nahezu identischem Durchschnittskupon zurückzuführen. Dieser Anstieg konnte die beschriebenen Ergebnisrückgänge nicht ausgleichen.

Nachfolgend wird das Kapitalanlageergebnis nach Konzernsegmenten dargestellt.

Kapitalanlageergebnis nach
Konzernsegmenten 1)
30.9.
2011
30.9.
2010
30.9.
2009
Mio. EUR
Industrieversicherung 146 169 157
Privat- und Firmenversicherung
Deutschland
1.163 1.256 941
Privat- und Firmenversicherung
International
115 119 93
Schaden-Rückversicherung 608 527 419
Personen-Rückversicherung 346 366 431
Konzernfunktionen –26 –33 –39
Summe 2.352 2.404 2.002

1) Darstellung nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Der Talanx-Konzern geht verschiedene Verpfl ichtungen ein. Von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Vermögenslage sind hierbei Letters of Credit und Treuhandkonten zur Besicherung von versicherungstechnischen Verbindlichkeiten (6.013 Mio. EUR), Garantieleistungen aus begebenen nachrangigen Schuldverschreibungen (1.968 Mio. EUR), Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten (2.092 Mio. EUR), Resteinzahlungsverpfl ichtungen sowie gestellte Sicherheiten aus bestehenden Kapitalanlage-Engagements und Andienungsrechten (845 Mio. EUR). Sämtliche darüber hinausgehenden Verpfl ichtungen haben wir im Anhang in den Abschnitten "Sonstige Angaben – Haft ungsverhältnisse und sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen" dargestellt.

Finanzlage

Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva des Talanx-Konzerns sind geprägt durch das Erst- und Rückversicherungsgeschäft . Den größten Anteil haben die versicherungstechnischen Rückstellungen, die nach den Anforderungen der Versicherungsaufsicht durch die Kapitalanlagen zu bedecken sind. Darüber hinaus fi nanziert sich der Konzern insbesondere durch Eigenkapital sowie nachrangige Anleihen und Verbindlichkeiten, welche auch unsere wichtigsten Finanzmittel repräsentieren.

Die Finanzlage des Konzerns erläutern wir anhand der folgenden Übersicht, der wir die Passiva der Konzernbilanz zugrunde gelegt haben.

Analyse der Kapitalstruktur

Kapitalstruktur im Mehrjahreszeitraum 30.9.2011 20101) 20091) 2008
Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR %
Eigenkapital 8.391 7 7.980 7 7.153 7 5.718 6
Nachrangige Verbindlichkeiten 2.628 2 2.791 3 2.003 2 2.074 2
Versicherungstechnische Rückstellungen – brutto 82.398 73 77.510 70 73.263 72 69.612 74
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich
der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von
den Versicherungsnehmern getragen wird 5.924 5 6.414 6 4.975 5 3.371 4
Andere Rückstellungen 2.323 2 2.751 2 2.644 3 2.416 3
Verbindlichkeiten 9.969 9 10.829 10 9.750 10 9.625 10
Passive Steuerabgrenzung 1.550 1 1.444 1 1.510 1 1.377 1
Schulden der als zur Veräußerung gehaltenen
klassifi zierten Veräußerungsgruppen
120 <1 1.381 1
Summe der Passiva 113.303 100 111.100 100 101.298 100 94.193 100

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Währungseinfl üsse

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Talanx-Konzern gebündelten Versicherer bestehen naturgemäß währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögensund Finanzlage.

Grundsätzlich erhalten und erbringen jedoch die international tätigen Versicherer im Regelfall Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Assets zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die jeweiligen nationalen Währungen im Anhang unter "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Währungsumrechnung" dargestellt.

Entwicklung der wesentlichen Posten

In der abgelaufenen Periode hat sich das Eigenkapital deutlich um 411 Mio. EUR – dies entspricht einem Anstieg von 5 % – auf 8.391 (7.980) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil beläuft sich auf 5.257 (4.945) Mio. EUR.

Mit Wirkung vom 6. April 2011 wurde die in der Hauptversammlung vom 15. November 2010 beschlossene bedingte Kapitalerhöhung um bis zu 26 Mio. EUR, eingeteilt in bis zu 26.000 Stückaktien, wirksam. Bilanzielle Auswirkungen ergeben sich im Berichtszeitraum hierdurch nicht; für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang unter der Angabe 6 "Eigenkapital".

Insbesondere durch die Kündigung und Rückzahlung einer nachrangigen garantierten Verbindlichkeit der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. sank der Bestand an nachrangigen Verbindlichkeiten gegenüber der Vergleichsperiode um 6 % auf 2,6 Mrd. EUR. Die Ausgestaltungsmerkmale sind im Anhang in den Ausführungen zu Angabe 7 "Nachrangige Verbindlichkeiten" beschrieben.

Ferner besteht eine Kreditlinie für die Talanx AG in Höhe von nominal 1,5 Mrd. EUR, von der unverändert zur Vorperiode ein Betrag in Höhe von 550 Mio. EUR in Anspruch genommen wurde. Das Darlehen wird bei einer Laufzeit bis längstens 31. Juli 2012 disponibel variabel verzinst. Darüber hinaus hat die Talanx AG per 13. Juli 2011 einen Vertrag über eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie über 500 Mio. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren geschlossen, die der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensfi nanzierung dienen soll. Es handelt sich um die Anschlussfi nanzierung, die vertraglich erst dann zum Tragen kommt, wenn die bestehende Kreditlinie ausgelaufen ist oder gekündigt wurde oder mit Auszahlung der neuen Kreditlinie ausläuft .

Hinsichtlich weiterer Kreditvereinbarungen sowie Letters of Credit verweisen wir auf die Darstellung der außerbilanziellen Finanzinstrumente sowie die Darstellungen im Anhang.

Die Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft nach Konsolidierung und unter Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer setzen sich wie folgt zusammen:

30.9.
2011
20101) 20091) 2008
Mrd. EUR
Deckungs rück stellung 43,3 41,5 39,0 35,5
Rückstellung für noch
nicht abgewickelte
Versicherungsfälle 25,6 24,5 22,5 21,7
Rückstellung für Prämien
überträge
5,7 5,0 4,6 4,5
Rückstellung für Beitrags
rückerstattung
1,1 0,8 1,0 0,9
Übrige versicherungs
technische Rückstellungen
0,4 0,3 0,3 0,2
Gesamt 76,1 72,1 67,4 62,8

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Hierbei sind die bestehenden Verpfl ichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern mindestens in gleicher Höhe mit Kapitalanlagen zu bedecken. Bezogen auf den Bilanzstichtag beträgt das Verhältnis der Netto-Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen – einschließlich der Depotforderungen – 88 (87) %. Somit besteht eine Überdeckung der Rückstellung von 10,5 (11,3) Mrd. EUR.

Die Rückstellungen stehen dem Konzern im Rahmen der jeweiligen Restlaufzeit zur Verfügung.

Eigenkapital

Die wesentlichen Eigenkapitalveränderungen haben folgende Ursachen:

Das Konzernergebnis, das auf unsere Anteilseigner entfällt, stieg deutlich um 186 % auf 329 (115) Mio. EUR und wurde vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Die "Nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (Übrige Rücklagen)" verminderten sich gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 um 4 % auf 370 Mio. EUR. Maßgeblich für diese Entwicklung ist der deutliche Rückgang der Übrigen Eigenkapitalveränderungen (–139 Mio. EUR), die im Wesentlichen Gewinnbeteiligungen der Versicherungsnehmer/Shadow Accounting enthalten. Das Bewertungsergebnis aus Cashfl ow-Hedges (98 Mio. EUR) wie auch die Entwicklung der erfolgsneutral erfassten Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen, an denen die Versicherungsnehmer zum Teil partizipieren, konnte diese Entwicklung nur teilweise kompensieren.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er am Eigenkapital erhöhten sich um 99 Mio. EUR – dies entspricht 3 % – auf 3.134 Mio. EUR. Der Anteil am Periodenüberschuss der nicht beherrschenden Gesellschaft er am Eigenkapital beläuft sich auf 237 (358) Mio. EUR. Darüber hinaus minderte die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschaft er – hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern in Höhe von 182 Mio. EUR – das Eigenkapital.

Entwicklung des Eigenkapitals

2011 20101) 2009 2008 2007
Mio. EUR
Gezeichnetes Kapital 260 260 260 260 260
Kapital rücklage 630 630 630 630 630
Gewinn rücklage 3.997 3.668 3.474 2.977 2.799
Nicht ergebnis wirksame
Eigenkapital bestand teile
und übrige Rücklagen
370 387 210 –241 43
Anteile nicht beherrschen
der Gesellschafter
am Eigenkapital
3.134 3.035 2.579 2.092 2.431
Summe 8.391 7.980 7.153 5.718 6.163

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Liquidität und Finanzierung

Liquidität generieren wir vornehmlich aus unserem operativen Erst- und Rückversicherungsgeschäft , der laufenden Verzinsung unserer Kapitalanlagen und aus Finanzierungsmaßnahmen. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass der Talanx-Konzern jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Zu Liquiditätsengpässen kam es folglich nicht.

Analyse der Konzern-Kapitalfl ussrechnung

Den vollständigen Zahlungsmittelzufl uss haben wir in der Kapitalfl ussrechnung im Anhang veröff entlicht; zusammengefasst stellt er sich wie folgt dar:

1.1.–30.9.
2011
1.1.–30.9.
2010
Mio. EUR
Kapitalfl uss aus laufender
Geschäftstätigkeit 3.180 3.828
Kapitalfl uss aus Investitionstätigkeit –2.612 –4.557
Kapitalfl uss aus
Finanzierungstätigkeit –448 285
Veränderung des Finanzmittelfonds 120 –444

Der Mittelzufl uss aus laufender Geschäft stätigkeit, der auch erhaltene Zahlungen aus den erwirtschaft eten Kapitalerträgen beinhaltet, ist im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 3.180 (3.828) Mio. EUR gesunken. Bei der Ermittlung wird das Periodenergebnis von 566 (473) Mio. EUR in der Konzern-Kapitalfl ussrechnung um den Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungen (Nettobetrachtung) korrigiert (4,2 Mrd. EUR). Der Rückgang der Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von –2.486 Mio. EUR gegenüber der Vergleichsperiode sowie der Rückgang der Veränderung der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge in Höhe von –756 Mio. EUR kann nicht durch den Anstieg der Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten aus Finanzierungsgeschäften in Höhe von +1.930 Mio. EUR kompensiert werden.

Die Auszahlungen für den Erwerb von Kapitalanlagen bestimmen den Mittelabfl uss aus Investitionstätigkeit. Wie auch in der Vergleichsperiode übersteigen die Auszahlungen aus dem Kauf von Finanzinstrumenten die Zahlungsmittelrückfl üsse aus dem Verkauf bzw. der Fälligkeit von Kapitalinstrumenten mit 2,2 Mrd. EUR, nach 3,4 Mrd. EUR im Jahr 2010. Darüber hinaus bestimmen die Auszahlungen für Übrige Kapitalanlagen die Mittelabfl üsse. Sie stiegen per Saldo um 585 Mio. EUR auf –832 Mio. EUR. Ferner führten die im Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode" dargestellten Unternehmenserwerbe zu einem Mittelabfl uss von 153 Mio. EUR. Im Rahmen des Verkaufs von konsolidierten Unternehmen sind in der Berichtsperiode 137 Mio. EUR zugefl ossen.

Der Mittelabfl uss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Berichtsjahr maßgeblich durch die gezahlte Dividende in Höhe von 182 (162) Mio. EUR sowie durch die Veränderungen der sonstigen Finanzierungsaktivitäten in Höhe von –266 Mio. EUR, nach +449 Mio. EUR, bestimmt. Ursächlich für den Rückgang ist vor allem die Rückzahlung der durch die Hannover Finance (Luxembourg) S. A. gekündigten nachrangigen Schuldverschreibung.

Im dritten Quartal hat sich der Zahlungsmittelbestand, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, insgesamt um 102 Mio. EUR auf 1,4 Mrd. EUR erhöht. Vom Zahlungsmittelbestand wurden 13 Mio. EUR für Veräußerungsgruppen nach IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäft sbereiche" in Abzug gebracht. Ausführliche Informationen zu Veräußerungsgruppen fi nden sich im Anhang (Kapitel VI).

Risikobericht

Die Risikoberichterstattung im Zwischenbericht konzentriert sich auf wesentliche Veränderungen der Risikolage, die nach der Erstellung des Talanx-Konzerngeschäft sberichtes 2010 eingetreten sind. Auf eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Risikoarten wird hier unter Verweis auf die Angaben im Geschäft sbericht verzichtet.

Trotz der vielfältigen Unsicherheiten ist die Konjunkturlage der deutschen Wirtschaft insgesamt weiter robust. Allerdings wird durch das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und Zweifel an der Tragfähigkeit der Finanzen einiger Staaten vielfach eine Konjunkturabkühlung prognostiziert.

Die Spannungen im arabischen und nordafrikanischen Raum führten zu gestiegenen Rohstoff preisen. Engpässe in der globalen Versorgung mit elektrotechnischen Vorprodukten waren die direkte Folge der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan.

Nach dem langwierigen Schuldenstreit zwischen der US-Regierung und der Opposition hat die Ratingagentur Standard & Poor's die US-Bonität von der Bestnote AAA auf AA+ herabgestuft . Zugleich wurde der langfristige Ausblick als "negativ" bewertet. Damit droht den USA eine weitere Abstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Ratingagentur Moody's hat die langfristigen Kredite einiger US-Großbanken um eine Stufe schlechter bewertet, da die Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung seitens der Regierung als gering eingestuft wurde.

Auch die Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone ist ungelöst. Mittlerweile refi nanzieren sich bereits Griechenland, Irland und Portugal über europäische und internationale Hilfsfonds. Insbesondere in Griechenland wird die dringend notwendige Konsolidierung der öff entlichen Haushalte durch die tiefe und lang anhaltende Rezession in Verbindung mit weiter steigenden Staatsausgaben erschwert. Der Marktwert des Kapitalanlagebestands des Talanx-Konzerns in Griechenland anleihen belief sich zum Stichtag 30. September 2011 auf rund 6 Mio. EUR. Das Rating für Italien wurde im Berichtsquartal von S&P herabgestuft und der Ausblick als negativ bewertet. Der Talanx-Konzern besaß zum Ende des Berichtszeitraums gegenüber den sog. GIIPS-Staaten Kapitalanlagen (Staats- und halbstaatliche Anleihen) zu Marktwerten in Höhe von 1,3 Mrd. EUR (davon Italien 604 Mio. EUR, Spanien 413 Mio. EUR, Irland 233 Mio. EUR, Portugal 46 Mio. EUR, ohne Fondsanteile der Versicherungsnehmer), sodass hieraus bonitätsbedingte Ausfälle resultieren können. Durch Sicherungsmaßnahmen auf der europäischen Ebene (sog. Europäischer Rettungsschirm) droht bei den Anleihen insbesondere der GIIPS-Staaten jenseits Griechenlands derzeit kein Ausfall risiko, sodass die Wertminderung als vorübergehend angesehen wird.

In zunehmendem Maße zeigt sich in internationalen Märkten infolge der Banken- und Wirtschaft skrise sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalanforderungen seitens der lokalen Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte insbesondere auch einzelne ausländische Tochtergesellschaften des Konzerns treff en und Kapitalmaßnahmen erfordern. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise diskutieren die G-20- Staaten ähnliche Eigenkapitalaufschläge für systemrelevante Versicherer wie für Banken. Wie ein entsprechender Kapitalaufschlag bei den Versicherern ausgestaltet werden soll, ist off enbar noch unklar. Möglich ist laut Presseberichten auch, dass Vorschrift en erlassen werden, die verhindern, dass ein Versicherer systemrelevant wird. Über genaue Maßnahmen ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

Das schwere Erdbeben in Neuseeland in Christchurch vom 22. Februar 2011 führte nach derzeitigen Erkenntnissen konzernweit zu Belastungen in Höhe von rund 110 Mio. EUR netto. Hinsichtlich der Schadenereignisse in Japan ist eine exakte Abschätzung der Schadenlast derzeit noch nicht möglich. Wir gehen jedoch für unseren Konzern von einer Nettoschadenbelastung von ca. 283 Mio. EUR vor Steuern aus.

Nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 1. März 2011 ist es Versicherungsunternehmen mit Wirkung ab 21. Dezember 2012 nicht mehr gestattet, das Geschlecht als einen von mehreren Risikofaktoren für die Berechnung von Prämien und Leistungen zuzulassen. Bezüglich bestehender Verträge könnte das Urteil Auswirkungen auf die verschiedenen künft ig noch ausübbaren, vertraglichen Optionsrechte der Bestandskunden und die vertraglich vereinbarten künft igen Umrechnungen der Bestandsverträge haben. Zudem könnten sich Auswirkungen auf die Prämienkalkulation sowie Risiken durch Umdeckungen, erhöhtes Storno oder verringertes Neugeschäft ergeben.

Im März 2010 wurde in den USA der "Foreign Account Tax Compliance Act" (FATCA) verabschiedet, der zum 1. Januar 2013 in Kraft tritt. Die neuen FATCA-Regelungen verschärfen das US-Steuer-Reporting von ausländischen Finanzinstitutionen (auch Versicherungsunternehmen) und haben das Ziel, Steuerhinterziehungen von US-Steuerpfl ichtigen über Kapitalanlagen im Ausland zu bekämpfen. Zurzeit ist noch nicht eindeutig geklärt, welche Versicherungsprodukte von den vorgesehenen Meldepfl ichten erfasst sind. Nach derzeitigem Stand sollen Risikolebensversicherungen, Sachund Rückversicherungen von den Regelungen ausgenommen sein, wohingegen alle sogenannten "Cash-Value-Produkte" und Versicherungen mit Investmentkomponente einbezogen werden. Das Thema bleibt weiterhin unter Beobachtung.

Es sind bislang keine konkreten Risiken erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns existenziell beeinträchtigen können. Insbesondere hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Banken- und Wirtschaft skrise besteht jedoch ein hoher Grad an Unsicherheit; dies kann auch Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherungsnehmer haben. Gleiches gilt für die weitere Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen unserer unternehmerischen Tätigkeit. Gegen die fi nanziellen Konsequenzen denkbarer Risiken haben wir hohe Garantiemittel gebildet.

Die Risikolage des Talanx-Konzerns ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien, die sich am Deutschen Rechnungslegungs Standard DRS 5-20 sowie dem Risikokatalog der MaRisk (VA) orientieren:

Risikokategorie Wesentliche Risiken Wichtige Risikosteuerungsmaßnahmen
Versicherungs technische Risiken
Segmentübergreifend:
Konzentrationsrisiko Risikoausgleich durch Diversifi kation
Schaden/Unfall (Erst- und Rückversicherung):
Tatsächlicher Schadenverlauf weicht vom erwarteten
Schadenverlauf ab (Prämien/Schadenrisiko)
Versicherungstechnische Rückstellungen reichen
nicht aus, um noch nicht abgewickelte und noch
nicht bekannte Schäden vollständig zu regulieren
Schadenanalyse und regelmäßige Überwachung
des Schadenverlaufs
Aktuarielle Modellierungen und Überwachung
der Naturgefahrenexponierung
Selektives Underwriting
Fachrevisionen
Angemessener Rückversicherungsschutz
Bildung Spätschadenreserven
Externe aktuarielle Überprüfung der Rück stellungen
Personen-Erstversicherung:
Änderungen der biometrischen Rechnungs
grundlagen
Zinsgarantierisiko bei Lebensversicherungs verträgen
mit garantierten Zinsleistungen
Stornorisiken
Regelmäßige Überprüfung der biometrischen
Rechnungsgrundlagen
Einkalkulation von Sicherheitszuschlägen
bei Berechnungsgrundlagen
Ständige Beobachtung der Kapitalanlagen und
-märkte, Ergreifen entsprechender Steuerungs
maßnahmen
Zinssicherungsinstrumente
Anpassung der Überschussbeteiligung
Kostencontrolling, Fokus auf variable Vertriebskosten
Sorgfältige Vermittlerauswahl
Konsequente Beobachtung des MCEV
Personen-Rückversicherung:
Änderungen der biometrischen Rechnungs
grundlagen
Storno- und Kreditrisiko bei der Vorfi nanzierung
von Abschlusskosten der Zedenten
Anwendung abgesicherter biometrischer
Berechnungsgrundlagen
Konsequente Beobachtung des MCEV
Forderungsausfallrisiken aus dem Versicherungsgeschäft
Segmentübergreifend:
Forderungsausfall gegenüber Rückversicherern,
Retrozessionären, Versicherungsnehmern und
-vermittlern
Sorgfältige Auswahl von Rückversicherern
und Retrozessionären
Fortlaufende Beobachtung der Bonität
Maßnahmen zur Besicherung der Forderungen
Eff ektives Mahnverfahren und Verminderung
der Außenstände
Bildung angemessener Pauschalwertberichtigungen
Risiken aus Kapitalanlagen
Segmentübergreifend:
potenzielle Verluste aufgrund von nachteiligen
Veränderungen von Marktpreisen (Zinsen,
Aktien- und Wechselkurse)
Wertverluste aufgrund von nachteiligen
Veränderungen der Bonität von Schuldnern
Illiquiditätsrisiko: Bestände/off ene Positionen
können nicht oder nur mit Verzögerungen oder
Abschlägen veräußert/geschlossen werden
Steuerung der Marktpreisrisiken mittels
Value at Risk (VaR)
Ermittlung unternehmensspezifi sch und
aufsichtsrechtlich gebotener Stresstests
Kongruente Währungsbedeckung
Einbeziehung von Ratings (Ratingagenturen,
interne Ratings) bei Investitionsentscheidungen
Liquide Anlagestruktur
Risikokategorie Wesentliche Risiken Wichtige Risikosteuerungsmaßnahmen
Operationale Risiken
Segmentübergreifend:
Gefahr von Verlusten infolge des Versagens von
Personen, Systemen oder Verfahren bzw. aufgrund
externer Ereignisse
Vielfältiges und ursachenbezogenes Risiko
management
Internes Kontrollsystem
Sonstige Risiken
Segmentübergreifend:
Beteiligungsrisiken Talanx AG: Instabilität der
Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen
und/oder des Beteiligungsportfolios
Geeignete Instrumente im Controlling, interner
Revision und im Risikomanagement
Segmentale und regionale Diversifi zierung
Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnis
verstetigende Produkt- und Portfoliobereiche
Due-Diligence-Prüfungen
Liquiditätsrechnungen und -prognosen
Emerging Risks: Neue zukünftige Risiken, deren
Risikogehalt noch nicht zuverlässig bekannt ist und
deren Auswirkungen nur schwer beurteilt werden
können
Diverse Steuerungsmaßnahmen, wie z. B. Rück
versicherung, Diversifi kation, Risikoausschlüsse,
Sicherheitsmargen, Notfallpläne, etc.
Strategische Risiken: Gefahr eines Missverhält nisses
zwischen der Unternehmensstrategie und den sich
ständig wandelnden Rahmenbedingungen des
Unternehmensumfelds
Mindestens jährliche Überprüfung der
Unternehmens- und Risikostrategie
Anpassung der Prozesse und Strukturen im
Bedarfsfall
Reputationsrisiken: Mögliche Beschädigung des
Rufes des Unternehmens infolge einer negativen
Wahrnehmung in der Öff entlichkeit
Festgelegte Kommunikationswege
Professionelle Öff entlichkeitsarbeit
Erprobte Prozesse für defi nierte Krisenszenarien
Etablierte Geschäftsgrundsätze

Chancen- und Risikomanagement betrachten wir als eine unserer zentralen Aufgaben. Die vollständige Überwachung und die exakte Steuerung unserer Risikoposition im Konzern und den Geschäft sbereichen mit dem Ziel, existenzbedrohende Entwicklungen zu vermeiden und gleichzeitig sich bietende Chancen wahrzunehmen, ist ein zentraler Auft rag der Talanx AG.

Die vom Talanx-Vorstand in Konsistenz mit der Geschäft sstrategie festgelegte Risikostrategie bringt die grundsätzliche Haltung zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken und Chancen zum Ausdruck. Sie bildet den Ausgangspunkt für die konzernweite Umsetzung des Risikomanagements und ist integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns. Vorrangiges Ziel ist es, die Einhaltung der mittels des Risikobudgets strategisch defi nierten Risikoposition sicherzustellen. Die in der Dachstrategie der Talanx AG festgelegten Grundsätze

fi nden ihren Niederschlag in risikostrategischen Maßnahmen bzw. daraus abgeleiteten Aktivitäten des Risikomanagements. Es unterstützt, überwacht und berichtet über die Erreichung dieser strategischen Zielsetzungen.

Für das konzernweite Risikomanagement des Talanx-Konzerns wird – auf Basis der Enterprise Risk Management (ERM)- Kriterien der Ratingagenturen – eine Bewertung mit "strong" angestrebt. Mittelfristig steuern wir die Genehmigung eines internen Risiko-Modells durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und eine entsprechende Anerkennung durch die Ratingagenturen an.

Das Risikomanagement der Talanx bedient sich angemessener quantitativer Simulationsmodelle. Im Übergang zu einem internen Solvency-II-gerechten System lehnt es sich zurzeit noch in wesentlichen Bereichen an ein verfeinertes GDV-Standardmodell an und dient der Risikoanalyse und -bewertung von Risikokategorien sowie der gesamten Risikoposition des Konzerns. Ziel der Risikoquantifi zierung ist die Kalkulation des Risikokapitals auf Basis eines Value at Risk (VaR) mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % bei einem Betrachtungszeitraum von einem Jahr. Derzeit wird ein stochastisches Risikokapitalmodell implementiert, das die talanxweite Verwendung von internen Modellen ermöglicht und sich bereits im Genehmigungsprozess durch die BaFin befi ndet.

Das Risikomanagement im Talanx-Konzern ist geprägt von seiner dezentralen Organisationsstruktur. So fi ndet im Rahmen des Risikomanagements eine Auft eilung der Zuständigkeiten in ein dezentrales Risikomanagement auf Ebene der Geschäft sbereiche und ein zentrales Risikomanagement auf Konzernebene statt. Bei der Talanx AG liegt die Verantwortung für das Risikomanagement im Ressort des Finanzvorstands.

Auf Konzernebene sind folgende Instanzen im Risikomanagementprozess eingebunden:

Steuerungselement Wesentliche Aufgabe im Risikomanagement
Aufsichtsrat Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die
Risikostrategie und das Risikomanagement
Vorstand Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
Festlegung der Risikostrategie
Verantwortlich für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements
Risikokomitee Risikoüberwachungs- und Koordinationsgremium, insbesondere mit folgenden Aufgaben:
Kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter beson derer Beachtung
des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie
Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf existenz gefährdende Risiken
Chief Risk Offi cer Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (syste matische
Identifi kation und Bewertung, Kontrolle/Überwachung und Berichterstattung von Risiken) aller aus Konzern
sicht wesentlichen Risiken
Zentrales Konzernübergreifende Risikoüberwachungsfunktion
Risikomanagement Methodenkompetenz, u. a. für die
Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikobewertung, -steuerung und -analyse
Risikolimitierung und -berichterstattung
Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals
Dezentrales Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen
Risikomanagement Beachtung der zentral defi nierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellen
werte, die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Überwachung und Bericht erstattung dienen
Interne Revision Prozessunabhängige Überprüfung der Funktionsbereiche des Konzerns

Prognosebericht

Die in diesem Ausblick enthaltenen zukunft sgerichteten Aussagen stehen unter dem Vorbehalt, dass sie sich auf Erwartungen und Einschätzungen stützen, die auf bestimmten Annahmen beruhen. Obwohl wir die Annahmen mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen getroff en haben, kann aufgrund der für Zukunft saussagen grundsätzlich geltenden Unsicherheiten nicht ausgeschlossen werden, dass die tatsächlichen Entwicklungen von der hier wiedergegebenen erwarteten Entwicklung abweichen werden.

Wirtschaft liche Rahmenbedingungen

Wir erwarten für 2012, dass sich die Wachstumsdynamik in den entwickelten Ländern weiter verlangsamt, was sich bereits in vielen Frühindikatoren abzeichnet. Da sowohl die Mittel der Fiskal- als auch der Geldpolitik weitgehend ausgeschöpft sind, ist eine Stimulierung der Wirtschaft durch Konjunkturpakete oder Zinssenkungen in Zukunft kaum noch möglich. Wir erachten deshalb die Rückkehr zu "normalen" Wirtschaft szyklen als wahrscheinlich. Insbesondere die

Arbeitsmärkte in den Euro-Peripherieländern dürft en auch aufgrund deutlicher Sparanstrengungen unter Druck bleiben. Gleiches gilt für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt, der seit geraumer Zeit lahmt.

In einem Umfeld sinkender Wachstumsraten sehen wir keinen deutlichen Preisauft rieb. Die Infl ationsraten sollten sich vielmehr auf einem Niveau unterhalb des Zentralbankziels von 2 % einpendeln.

Die Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone in Verbindung mit einer abermaligen Bankenkrise wird für die nahe Zukunft der wesentliche Risikofaktor bleiben. Die Politik wird mehr denn je vor große Herausforderungen gestellt sein, um eine "Finanzkrise Version 2.0" mit allen Mitteln abzuwenden. Die Erinnerungen an Lehman Brothers sind noch allgegenwärtig. Allerdings dürft en Schwellenländer zukünft ig nicht in der Art als Rettungsanker fungieren wie in der letzten Krise, denn ihre wirtschaft lichen Aussichten haben sich in den letzten Monaten – mit zum Teil drastischen Abwertungen der Wechselkurse – deutlich eingetrübt. Dies kann weitere Turbulenzen auf den Weltmärkten nach sich ziehen.

Kapitalmärkte

Die ungelöste Verschuldungsthematik, die negative Stimmung im Bankensektor sowie die insgesamt deutlich eingetrübten Konjunkturerwartungen lassen auch in den nächsten Monaten ein intaktes Niedrigzinsumfeld erwarten. In den USA besteht nahezu Einigkeit, die Leitzinsen in den nächsten zwei Jahren auf dem niedrigen Niveau zu belassen. Eine Stabilisierung der allgemeinen Risikosituation ist nur zu erreichen, wenn es der Politik durch entsprechend akzeptierte Maßnahmen und Rahmenbedingungen gelingen wird, bei den Marktteilnehmern wieder nachhaltiges Vertrauen zu schaff en.

Die Situation an den Aktienmärkten bleibt in diesem durch große Unsicherheit geprägten Umfeld äußerst angespannt. Dabei sehen wir im Management der aktuellen Vertrauenskrise den größten Einfl ussfaktor auf die Märkte. Jederzeit mögliche politische Überraschungsaktionen dürft en die Volatilität auf einem relativ hohen Niveau halten. Da das Wirtschaft swachstum gleichfalls weiter an Dynamik verliert, birgt der Aktienmarkt auch im Jahresverlauf 2012 erhebliche Risiken. Das Wachstum der Unternehmen hat bereits den

Höhepunkt überschritten, die Gewinnaussichten könnten daher enttäuschen. In dieser Gemengelange stehen Aktien daher insgesamt vor einem schwierigen Jahr.

Geschäft sentwicklung Konzern

Für unseren Konzern erwarten wir im Geschäft sjahr 2011 – trotz eines schwächeren Wechselkurses des US-Dollar im Vergleich zum Euro – einen Anstieg der gebuchten Bruttoprämien auf konsolidierter Basis auf mehr als 23 Mrd. EUR (2010: 22,9 Mrd. EUR). Überdurchschnittliches Prämienwachstum sollte nach unseren Erwartungen im Geschäft sbereich Industrieversicherung und insbesondere im Kompositgeschäft des Geschäft sbereiches Privat- und Firmenversicherung International zu erwirtschaft en sein. Die geplante Forcierung des Auslandswachstums steht im Einklang mit unserem strategischen Ziel, mittelfristig die Hälft e der gesamten Erstversicherungsprämien des Konzerns im Ausland zu generieren. Auch die Geschäft sbereiche Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung werden zu dem Wachstum der Konzernprämie beitragen.

Industrieversicherung

Der Geschäft sbereich Industrieversicherung wird im Berichtsjahr auf der Prämienseite von der Akquisition der Nassau Verzekering Maatschappij N. V. sowie von der Gewinnung von Führungsmandaten in Frankreich profi tieren. Für die europäischen Auslandsgesellschaft en in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Spanien wird ein stabiler bis leicht positiver Verlauf erwartet. Wachstumsperspektiven sehen wir insbesondere im internationalen Geschäft . Durch den Ausbau der HDI Seguros Madrid (Spanien) – einem Tochterunternehmen der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG – zur Drehscheibe für Industrieversicherungslösungen in Lateinamerika und dank der strategischen Partnerschaft mit der Petro Vietnam Insurance Holdings (ehemals Petrovietnam Insurance Joint Stock Corporation/PVI) in Vietnam befi nden wir uns auf einem guten Weg.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

Für das Jahr 2011 erwarten wir im Vergleich zum Vorjahr einen geringfügigen Prämienrückgang. Er resultiert im Wesentlichen aus Lebensversicherungsprodukten, da eine Vielzahl von Verträgen, die 1999 im Vorfeld damals diskutierter steuerlicher Änderungen abgeschlossen wurde, nach zwölf Jahren planmäßig abläuft . Kompensierend wirkt allerdings der Anstieg im Neugeschäft aus Lebensversicherungs- und Kompositprodukten. Die Umstrukturierung des Konzerns setzt sich im Berichtsjahr in diesem Segment fort: Das Ziel ist es, Geschäft sprozesse und Organisation an den Wünschen der Kunden und Vertriebspartner auszurichten, um einen der effi zientesten und am stärksten auf den Kunden ausgerichteten Versicherer in Deutschland entstehen zu lassen. Die Umstrukturierung wird im Berichtsjahr erwartungsgemäß zu weiteren spürbaren außerordentlichen Aufwendungen führen, die aufgrund der gerade erst begonnenen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern im aktuellen Quartalsabschluss noch nicht berücksichtigt werden konnten. Im Hinblick auf diesen Sachverhalt kann das im dritten Quartal erzielte Ergebnis in diesem Geschäft sbereich nicht linear zum erwarteten Gesamtjahresergebnis hochgerechnet werden.

Privat- und Firmenversicherung International

In der als strategisches Wachstumsfeld des Konzerns defi nierten internationalen Privat- und Firmenversicherung erwarten wir – unter Berücksichtigung der Zukäufe in Argentinien und Uruguay – ein deutliches Prämienwachstum gegenüber dem Vorjahr. Dabei gehen wir davon aus, dass sich das hohe Wachstumspotenzial unserer brasilianischen Tochtergesellschaft in einem überproportionalen Prämienzuwachs niederschlagen wird. Der Absatz von Lebensversicherungsprodukten unserer italienischen Gesellschaft nimmt nach der deutlichen Erhöhung des Jahres 2010 wieder ab, während der Absatz der Sachversicherungsprodukte im Berichtsjahr zunehmen soll. Erst zum Jahresanfang 2012 wird das Closing des im Juli akquirierten mexikanischen Versicherers Metropolitana Compañía de Seguros (Prämienvolumen 2010: umgerechnet 72 Mio. EUR) erwartet.

Schaden-Rückversicherung

Aufgrund der Marktchancen in den beiden Geschäft sfeldern Schaden- und Personen-Rückversicherung sowie unserer sehr guten Positionierung gehen wir davon aus, unsere Wachstums- und Gewinnziele für das Gesamtjahr 2011 zu erreichen.

In der Schaden-Rückversicherung sind die Marktbedingungen unter dem Strich unverändert gut. Angesichts der hohen Belastungen der (Rück-)Versicherungswirtschaft aus den Naturkatastrophenereignissen – insbesondere aus dem ersten Quartal 2011 – erwarten wir, dass sich die unterschiedlich stark ausgeprägte Marktverhärtung der unterjährigen Vertragserneuerungen fortsetzt. Diese Tendenz unterstrichen nicht nur die Branchentreff en im September in Monte Carlo, im Oktober in Baden-Baden sowie in den USA, sondern auch die jüngste Erneuerungsrunde in Nordamerika im Oktober. Auch im Luft fahrtgeschäft – hier gehört die Hannover Rück zu den Marktführern – sehen wir weiterhin gute Geschäft smöglichkeiten, insbesondere gilt dies für die sogenannten BRIC-Märkte. Für den gesamten Bereich Schaden-Rückversicherung gehen wir im laufenden Geschäft sjahr von einem Wachstum der Nettoprämie in Originalwährung von 8 % – 10 % aus.

Personen-Rückversicherung

Weiterhin positiv stellen sich die Aussichten in der internationalen Personen-Rückversicherung dar. In für uns wichtigen Märkten wie den USA nimmt die Bedeutung von risikoorientierten Rückversicherungslösungen zu. Gute Wachstumschancen erwarten wir ferner aus dem Geschäft mit Langlebigkeitsrisiken, insbesondere aus Großbritannien. Dies gilt sowohl für Vorzugsrenten als auch für die Übernahme von Risiken aus bestehenden Pensionsfonds. Für das laufende Geschäft sjahr gehen wir in der Personen-Rückversicherung von einer Steigerung der Nettoprämie bei konstanten Wechselkursen von mehr als 5 % aus.

Kapitalanlagen Konzern

Für unsere selbstverwalteten Kapitalanlagen rechnen wir im Berichtsjahr aufgrund des erwarteten positiven Cashfl ows mit einem leichten Anstieg. Ende 2010 betrug das Volumen 74,5 Mrd. EUR. Das Ergebnis aus selbstverwalteten Kapitalanlagen wird nach heutiger Einschätzung trotz steigender ordentlicher Erträge etwas niedriger ausfallen als im Vorjahr, in dem hohe Einmalerträge aus Aktienverkäufen verbucht werden konnten. Somit wird auch die durchschnittliche Rendite der selbstverwalteten Kapitalanlagen im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich etwas zurückgehen (2010: 4,2 %).

Konzernabschluss

Konzernbilanz der Talanx AG zum 30. September 2011

Aktiva Anhang 30.9.2011 31.12.2010 1)
Mio. EUR
A. Immaterielle Vermögenswerte 1
a. Geschäfts- oder Firmenwert 700 589
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.510 1.583
2.210 2.172
B. Kapitalanlagen
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 857 860
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 79 74
c. Anteile an assoziierten Unternehmen 151 144
d. Darlehen und Forderungen 2 33.126 32.343
e. Sonstige Finanzinstrumente
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 3 2.862 2.999
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 4 32.214 30.635
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert
bewertete Finanzinstrumente 5 942 1.221
f. Übrige Kapitalanlagen 5.025 4.185
Selbstverwaltete Kapitalanlagen 75.256 72.461
g. Depotforderungen 11.323 10.961
Kapitalanlagen 86.579 83.422
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von
Lebensversicherungs policen 5.924 6.414
D. Anteile der Rückversicherer an den
versicherungstechnischen Rückstellungen
6.462 5.523
E. Forderungen aus dem Versicherungs geschäft 4.594 5.011
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 3.998 3.715
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand 1.367 1.265
H. Aktive Steuerabgrenzung 287 268
I. Sonstige Vermögenswerte 1.736 1.781
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögens werte von
Veräußerungs gruppen, die als zur Veräußerung gehalten
klassifi ziert werden 146 1.529
Summe der Aktiva 113.303 111.100

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Passiva
Anhang
30.9.2011 31.12.2010 1)
Mio. EUR
A. Eigenkapital
6
a. Gezeichnetes Kapital 260 260
Nominalwert:
260
Bedingtes Kapital:
26
b. Rücklagen 4.997 4.685
Eigenkapital ohne Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter 5.257 4.945
c. Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital 3.134 3.035
Summe Eigenkapital 8.391 7.980
B. Nachrangige Verbindlichkeiten
7
2.628 2.791
C. Versicherungstechnische Rückstellungen
8
a. Rückstellungen für Prämienüberträge 6.332 5.411
b. Deckungsrückstellung 44.185 42.466
c. Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle 30.529 28.538
d. Rückstellung für Beitragsrück erstattung 1.078 845
e. Übrige versicherungstechnische
Rückstellungen 274 250
82.398 77.510
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der
Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den
Versicherungs nehmern getragen wird 5.924 6.414
E. Andere Rückstellungen
a. Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpfl ichtungen 1.326 1.316
b. Steuerrückstellungen 442 743
c. Sonstige Rückstellungen 555 692
2.323 2.751
F. Verbindlichkeiten
a. Begebene Anleihen und Darlehen 766 747
b. Depotverbindlichkeiten 4.782 5.224
c. Übrige Verbindlichkeiten 4.421 4.858
9.969 10.829
G. Passive Steuerabgrenzung 1.550 1.444
Summe Verbindlichkeiten/Rückstellungen 104.792 101.739
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungs gruppen, die als
zur Veräußerung gehalten klassifi ziert werden 120 1.381
Summe der Passiva 113.303 111.100

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2011

1.1.– 1.1.– 1.7.– 1.7.–
Anhang 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010
Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien
aus fondsgebundener Lebens- und Renten versicherung
17.843 17.255 5.421 5.335
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener
Lebens- und Rentenversicherung 824 821 253 330
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 2.083 2.119 615 641
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge –959 –587 348 424
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge –137 –142 87 46
Verdiente Prämien für eigene Rechnung
9
14.114 13.870 4.814 4.742
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen
brutto 14.184 13.035 4.273 4.499
Anteile der Rückversicherer 2.026 1.206 383 476
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto
12
12.158 11.829 3.890 4.023
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 3.491 3.761 1.263 1.359
Anteile der Rückversicherer 303 417 112 156
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto
13
3.188 3.344 1.151 1.203
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 23 43 5 8
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 155 336 –5 192
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis –132 –293 10 –184
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung –1.364 –1.596 –217 –668
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 2.683 2.585 914 871
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 1) 556 378 280 78
Kapitalanlageergebnis aus selbstverwalteten
Kapitalanlagen 2.127 2.207 634 793
Depotzinsergebnis 225 197 79 63
Kapitalanlageergebnis
10/11
2.352 2.404 713 856
davon Ergebnis aus Anteilen an
assoziierten Unternehmen 4 1 1
10. a. Sonstige Erträge 505 750 113 212
b. Sonstige Aufwendungen 1) 773 800 320 201
Übriges Ergebnis –268 –50 –207 11
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts
oder Firmenwert
720 758 289 199
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 720 758 289 199
12. Finanzierungszinsen 124 94 41 34
13. Ertragsteuern
14
30 191 37 –6
Periodenergebnis 566 473 211 171
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 237 358 92 185
davon Konzernergebnis 329 115 119 –14

1) Die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzerneigenen Kapitalanlagen werden unter den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst (1.1.–30.9.2010: 34 Mio. EUR; 1.7.–30.9.2010: 11 Mio. EUR)

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2011

1.1.– 1.1.– 1.7.– 1.7.–
30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010
Mio. EUR
Periodenergebnis nach Steuern 566 473 211 171
1. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode 186 665 184 395
Reklassifi zierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung –14 –185 –11 –65
Steuerertrag/-aufwand –59 –116 –55 –39
113 364 118 291
2. Währungsumrechnung
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode –53 160 84 –195
Reklassifi zierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung 23 23 6
Steuerertrag/-aufwand –7 –15 16
–30 153 92 –173
3. Veränderungen aus Cashfl ow-Hedges
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode 107 –11 94 –9
Reklassifi zierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand –9 –1 –1 –2
98 –12 93 –11
4. Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/
Shadow Accounting
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode –134 –44 –160 –140
Steuerertrag/-aufwand –2 7 1 6
–136 –37 –159 –134
5. Veränderungen aus der Bewertung assoziierter Unternehmen
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode
Reklassifi zierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand
6. Sonstige Veränderungen
Im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste der Periode –25 –9 –23 1
Reklassifi zierung aufgrund von Gewinn- und Verlustrealisierung
Steuerertrag/-aufwand 7 3 6
–18 –6 –17 1
Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen –63 –114 –64 –19
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen
der Periode nach Steuern 27 462 127 –26
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen in der Periode 593 935 338 145
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 281 580 205 151
davon Konzernanteil 312 355 133 –6

Aufstellung der Veränderungen des Konzerneigenkapitals

Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalanteile
(Übrige Rücklagen)
Gezeich
netes
Kapital
rück -
Gewinn -
rück
Nicht reali
sier te Kurs -
gewinne/
-ver luste
aus Kapi tal
Gewinne/
Ver luste
aus der
Wäh rungs
Übrige
Eigen kapital -
verän de -
Bewertungs
ergebnis aus
Cashflow
Konzern
eigen
Nicht
beherr
schende
Eigen
Kapital lagen lagen anlagen umrechnung run gen Hedges kapital Anteile kapital
Mio. EUR
Stand 31.12.2009 260 630 3.474 667 –140 –294 –23 4.574 2.579 7.153
Anpassungen gemäß IAS 8 –22 29 –26 –19 –19
Stand 1.1.2010 angepasst 260 630 3.452 696 –140 –320 –23 4.555 2.579 7.134
Veränderung der
Beteiligungsquote 1)
7 7
Periodenergebnis 115 115 358 473
Im Sonstigen Ergebnis erfasste
Erträge und Aufwendungen
180 93 –21 –12 240 222 462
davon Währungs umrechnung 93 93 60 153
davon unrealisierte Gewinne
und Verluste aus Kapital
anlagen 180 180 184 364
davon Veränderung aus
Cashfl ow-Hedges
–12 –12 –12
davon Übrige
Veränderungen 2)
–21 –21 –22 –43
Gesamte erfasste Erträge
und Aufwendungen
115 180 93 –21 –12 355 580 935
Dividenden an Aktionäre –162 –162
Kapitalreduzierung –2 –2
sonstige Veränderungen –1 –1 1
Stand 30.9.2010 3) 260 630 3.567 876 –47 –342 –35 4.909 3.003 7.912
Stand 31.12.2010 260 630 3.678 522 4 –15 –123 4.956 3.035 7.991
Anpassungen gemäß IAS 8 –10 –1 –11 –11
Stand 31.12.2010 angepasst 260 630 3.668 522 3 –15 –123 4.945 3.035 7.980
Stand 1.1.2011 260 630 3.668 522 3 –15 –123 4.945 3.035 7.980
Periodenergebnis 329 329 237 566
Im Sonstigen Ergebnis erfasste
Erträge und Aufwendungen
38 –14 –139 98 –17 44 27
davon Währungs umrechnung –14 –14 –16 –30
davon unrealisierte Gewinne
und Verluste aus Kapital
anlagen 38 38 75 113
davon Veränderung aus
Cashfl ow-Hedges
98 98 98
davon Übrige
Veränderungen 2)
–139 –139 –15 –154
Gesamte erfasste Erträge
und Aufwendungen 329 38 –14 –139 98 312 281 593
Dividende an Aktionäre –182 –182
Stand 30.9.2011 260 630 3.997 560 –11 –154 –25 5.257 3.134 8.391

1) Anteilsänderung ohne Änderung des Kontrollstatus

2) Die Übrigen Veränderungen enthalten die Gewinnbeteiligungen der Versicherungsnehmer/Shadow Accounting sowie Sonstige Veränderungen

3) Angepasst aufgrund IAS 8

Konzern-Kapitalfl ussrechnung der Talanx AG für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2011

1.1.– 1.1.–
30.9.2011 30.9.2010 1)
Mio. EUR
I. 1. Periodenergebnis 566 473
I. 2. Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen 4.232 3.441
I. 3. Veränderung der aktivierten Abschlusskosten –334 130
I. 4. Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten
sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten –1.777 709
I. 5. Veränderung der Depotforderungen/-verbindlichkeiten aus Finanzierungsgeschäft 746 –1.184
I. 6. Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten 448 254
I. 7. Veränderung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanz instrumenten 66 23
I. 8. Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen –201 –323
I. 9. Veränderung sonstiger Bilanzposten –188 –73
I. 10. Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
sowie Berichtigungen des Periodenergebnisses –378 378
I. Kapitalfl uss aus laufender Geschäftstätigkeit 3.180 3.828
II. 1. Mittelzu-/-abfl uss aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen 137 47
II. 2. Mittelzu-/-abfl uss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen –153
II. 3. Mittelzufl uss aus dem Verkauf von Grundbesitz 84 32
II. 4. Mittelabfl uss aus dem Kauf von Grundbesitz –142 –149
II. 5. Mittelzufl uss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten 14.345 12.943
II. 6. Mittelabfl uss aus dem Kauf von Finanzinstrumenten –16.524 –16.388
II. 7. Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung
und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 473 –795
II. 8. Veränderung der Übrigen Kapitalanlagen –832 –247
II. Kapitalfl uss aus Investitionstätigkeit –2.612 –4.557
III. 1. Mittelzufl uss aus Kapitalerhöhungen/Mittelabfl uss aus Kapitalherabsetzungen –2
III. 2. Gezahlte Dividende –182 –162
III. 3. Veränderungen aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten –266 449
III. Kapitalfl uss aus Finanzierungstätigkeit –448 285
Veränderung der Finanzmittelfonds (I. + II. + III.) 120 –444
Finanzmittelfonds zu Beginn des Berichtszeitraums 1.290 1.685
Finanzmittelfonds – Währungskurseinfl üsse –13 45
Finanzmittelfonds nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogener Gesellschaften –17
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums 1.380 1.286
Finanzmittelfonds der Veräußerungsgruppen 13
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums ohne Veräußerungsgruppen 1.367 1.286
Zusatzinformationen
Ertragsteuerzahlungen (per Saldo) 175 226
Gezahlte Zinsen 249 235
davon aus Finanzierungstätigkeit 124 94
davon aus laufender Geschäftstätigkeit 125 141

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalfl ussrechnung

Die Kapitalfl ussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abfl üsse verändert haben. Dabei wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäft stätigkeit, aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Die Darstellung des Zahlungsmittelfl usses folgt IAS 7 "Kapitalfl ussrechnungen" und den Grundsätzen des Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) Nr. 2 zur Aufstellung von Kapitalfl ussrechnungen, die durch DRS 2-20 für Versicherungsunternehmen ergänzt und konkretisiert wurden.

Die Kapitalfl ussrechnung wird nach der indirekten Methode dargestellt. Der Finanzmittelfonds ist auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente begrenzt und entspricht der Bilanzposition "Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand".

Der Zahlungsmittelfl uss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäft smodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die Risikoübernahme und leisten später Zahlungen im Schadenfall. In der Kapitalfl ussrechnung werden Wechselkurseff ekte sowie Einfl üsse aus Veränderungen des Konsolidierungskreises gesondert gezeigt. Der Erwerb neuer Gesellschaft en wird in der Zeile "Mittelzu-/-abfl uss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen" dargestellt; hier wird die Summe der bezahlten Kaufpreise abzüglich der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen.

Die Ertragsteuerzahlungen werden dem Kapitalfl uss aus der laufenden Geschäft stätigkeit zugerechnet (IAS 7.35).

Insgesamt betragen die Mittelabfl üsse für Unternehmenserwerbe 232 Mio. EUR. Hierbei wurden Finanzmittelfonds mit einem Gesamtwert von 79 Mio. EUR erworben, sodass der Mittelabfl uss unter Berücksichtigung der erhaltenen Zahlungsmittel 153 Mio. EUR beträgt. Im Zuge von Unternehmensveräußerungen sind unter Berücksichtigung der Kaufpreiszahlung 137 Mio. EUR zugegangen.

Für den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalfl ussrechnung als gering anzusehen. Sie ersetzt für uns weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung, noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

Anhang und Erläuterungen

I. Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS

Allgemeine Aufstellungsgrundsätze

Die Talanx AG hat als Mutterunternehmen des Talanx-Konzerns einen Konzernabschluss gemäß § 290 HGB aufgestellt.

Der Konzern-Quartalsfi nanzbericht zum 30. September 2011 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Der verkürzte Konzern-Finanzbericht, bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Aufstellung der Veränderung des Konzerneigenkapitals, Konzern-Kapitalfl ussrechnung und ausgewählten erläuternden Anhangangaben, berücksichtigt insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 "Zwischenberichterstattung".

Wir haben alle bis zum 30. September 2011 verpfl ichtend anzuwendenden neuen oder geänderten IFRS und deren Auslegung durch das International Financial Reporting Interpretation Commitee (IFRIC) beachtet (siehe auch Abschnitt "Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von Standards"). Darüber hinaus entsprechen die Bilanzierungs- und Bewertungs methoden sowie die Konsolidierungsgrundsätze für bereits bestehende und unveränderte IFRS denen unseres Konzern abschlusses zum 31. Dezember 2010.

In Übereinstimmung mit IAS 34.41 greifen wir bei der Aufstellung des Konzernquartalsabschlusses in größerem Umfang auf Schätzverfahren und Planungen zurück als bei der jährlichen Berichterstattung. Änderungen von Schätzungen während der laufenden Zwischenberichtsperiode mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns – mit Ausnahme der in Abschnitt II "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" genannten Sachverhalte – ergaben sich nicht. Der Steueraufwand (inländische Ertragsteuern, vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Tochtergesellschaft en und Veränderung der latenten Steuern) wird unterjährig mittels eines für das Gesamtjahr erwarteten eff ektiven Steuersatzes, der auf das Perioden ergebnis angewendet wird, berechnet. Eine Aktualisierung der aktuariellen Pensionsannahmen erfolgt unterjährig nicht.

Seit dem Jahr 2002 werden die vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Standards als IFRS bezeichnet; die Vorschrift en, die in früheren Jahren verabschiedet wurden, tragen weiterhin den Namen IAS (International Accounting Standards). In unseren Erläuterungen zitieren wir entsprechend. Soweit sich die Erläuterungen nicht explizit auf einen bestimmten Standard beziehen, gebrauchen wir den Begriff IFRS. Die versicherungsspezifi schen Geschäft svorfälle, in denen die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) bilanziert.

Der Zwischenabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR). Dadurch kann es in den Tabellen dieses Berichts zu Rundungsdiff erenzen kommen. Betragsangaben in Klammern beziehen sich in der Regel auf das Vorjahr.

Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von Standards

Der geänderte IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen", der am 20. Juli 2010 durch die EU ratifi ziert wurde, verlangt als wesentliche Neuerung Angaben zu sogenannten "commitments", beispielsweise zu Garantien und Zusagen sowie zu Verpfl ichtungen, die vom Eintritt (oder Nicht-Eintritt) bestimmter zukünft iger Ereignisse abhängen. Darüber hinaus wird die Defi nition eines nahestehenden Unternehmens oder einer nahestehenden Person präzisiert. Die Talanx hat den geänderten IAS 24 im Quartalsabschluss zum 31. März 2011 erstmals angewandt. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen.

Der Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (herausgegeben im Mai 2010) "Verbesserung der IFRS" ist Bestandteil des jährlichen Verbesserungsprozesses des IASB (Annual Improvement Process) herausgegebenen Standards, der eine Vielzahl kleinerer IFRS-Änderungen enthält. Die meisten Änderungen sind für Geschäft sjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden; die Übernahme in europäisches Recht erfolgte im Februar 2011. Sie sind insgesamt von unwesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns.

Keine Auswirkungen auf den Talanx-Konzern ergaben sich zudem aus den weiteren, ab dem 1. Januar 2011 anzuwendenden Standards bzw. Interpretationen:

  • Im Dezember 2009 hat die EU Änderungen an IAS 32 "Finanzinstrumente Darstellung Einstufung von Bezugsrechten" in europäisches Recht übernommen. Der IAS 32 wurde dahingehend ergänzt, dass Bezugsrechte sowie Optionen und Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile gegen einen festen Betrag in einer beliebigen Währung als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen sind, solange diese anteilig allen bestehenden Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden.
  • IFRIC 14 "IAS 19 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpfl ichtungen und ihre Wechselwirkung": Die Neuerungen sind von Relevanz, wenn ein Versorgungsplan eine Mindestdotierungsverpfl ichtung vorsieht und das Unternehmen Beitragsvorauszahlungen auf diese leistet.
  • Im November 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 19 "Tilgung fi nanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente" veröff entlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung beim Schuldner, wenn neu verhandelte Vertragsbedingungen einer fi nanziellen Verbindlichkeit es diesem erlauben, die fi nanzielle Verbindlichkeit ganz oder teilweise durch die Ausgabe eigener Eigenkapitalinstrumente zu tilgen (sogenannte Debt-for-Equity Swaps). Die Eigenkapitalinstrumente sind im Zugangszeitpunkt grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Unterschiedsbeträge zwischen dem Fair Value des Eigenkapitalinstruments und dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit sind in der Gewinn- und Verlustrechnung anzusetzen.

Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröff entlichender Standards, die 2011 noch nicht verpfl ichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewandt wurden

Im November 2009 hat das IASB einen neuen Standard zur Klassifi zierung und Bewertung von Finanzinstrumenten veröffentlicht, welcher im Oktober 2010 um Regelungen zur Bilanzierung fi nanzieller Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten erweitert wurde. IFRS 9 ist der erste Teil eines dreiphasigen Projekts, welches künft ig den IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ersetzen wird. Der neue Standard enthält eine überarbeitete Kategorisierung von Finanzinstrumenten. Demnach soll es künft ig nur noch zwei Kategorien fi nanzieller Vermögenswerte geben: "at fair value" und "amortized costs". Eine Umklassifi zierung ist nur noch möglich, sofern sich das Geschäft smodell wesentlich ändert. Anlagen in Eigenkapitalinstrumente, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, sind in der Bilanz zum Fair Value anzusetzen. Die Wertveränderungen werden erfolgswirksam erfasst. Ausnahmen sind die Anlagen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, diese zum Fair Value mit Erfassung der Veränderungen im sonstigen Gesamtergebnis (,,at fair value through other comprehensive income") anzusetzen. Der Konzern hat die vollen Auswirkungen des IFRS 9 noch zu analysieren. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die Neuerungen u. a. Einfl uss auf die Bilanzierung von fi nanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Der Standard ist erst für Geschäft sjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden; eine Übernahme in europäisches Recht ist noch nicht erfolgt. Aktuell hat das IASB einen Exposure Draft veröffentlicht, der zu einer Verschiebung des Anwendungszeitpunkts auf Geschäft sjahre führt, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen.

Das IASB hat im August 2010 bzw. im September 2010 die Entwürfe der Änderung des IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" hinsichtlich der Beseitigung fi xer Daten sowie schwerwiegender Hochinfl ation veröffentlicht, die seitens der EU noch nicht übernommen wurde. Durch diese Änderung wurde u. a. der bislang verwendete Verweis auf den 1. Januar 2004 als festen Umstellungszeitpunkt durch eine allgemeinere Formulierung ersetzt. Ferner werden in dieser Vorschrift erstmals Regelungen für diejenigen Fälle aufgenommen, in denen ein Unternehmen einige Zeit vor dem Umstellungszeitpunkt die IFRS-Vorschrift en nicht einhalten konnte, weil seine funktionale Währung einer Hochinfl ation unterlag. Die Ergänzung tritt für Berichtsjahre in Kraft , die am 1. Juli 2011 beginnen. Wir erwarten aus der Anwendung dieser Änderungen keinen Einfl uss auf den Konzernabschluss.

Das IASB hat am 7. Oktober 2010 Änderungen zu IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" veröff entlicht, welche Geschäft sjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, betreff en. Gegenstand der Änderungen sind Angabepfl ichten im Zusammenhang mit dem Transfer von fi nanziellen Vermögenswerten. Ein Transfer von fi nanziellen Vermögenswerten liegt beispielsweise beim Verkauf von Forderungen oder bei sogenannten Asset-Backed-Securities (ABS)-Transaktionen vor. Eine Ratifi zierung durch die EU ist noch nicht erfolgt. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Das IASB hat im Dezember 2010 Änderungen zu IAS 12 "Ertragsteuern" veröff entlicht, welche noch nicht durch die EU übernommen wurden. Diese Neuerungen enthalten eine Klarstellung zur Behandlung temporärer steuerlicher Diff erenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien". Die Ergänzung tritt für Berichtsjahre in Kraft , die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen. Wir erwarten aus der Anwendung dieser Änderungen keinen Einfl uss auf den Konzernabschluss.

Am 12. Mai 2011 hat das IASB drei neue und zwei überarbeitete Standards herausgegeben, die die Konsolidierung, die Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaft sunternehmen sowie damit in Beziehung stehende Anhang angaben neu regeln:

IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" ersetzt die bisher im IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" sowie SIC-12 "Konsolidierung – Zweckgesellschaft en" enthaltenen Regelungen und schafft einen einheitlichen Beherrschungsbegriff und somit eine einheitliche Grundlage für das Vorliegen einer Mutter-Tochter-Beziehung. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen des neuen IFRS 10 auf den Konzernabschluss.

Der überarbeitete IAS 27 wird künft ig ausschließlich Vorschrift en zur Bilanzierung von Anteilen an Tochter-, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaft sunternehmen im Einzelabschluss des Mutterunternehmens enthalten. Der Wortlaut des bisherigen Standards wurde bis auf geringfügige Änderungen übernommen.

IFRS 11 "Joint Arrangements" regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, bei denen ein Unternehmen gemeinschaft liche Führung über ein Gemeinschaft sunternehmen oder eine gemeinschaft liche Tätigkeit ausübt. Der neue Standard ersetzt die diesbezüglichen Regelungen im IAS 31 "Anteile an Gemeinschaft sunternehmen" sowie SIC-13 "Gemeinschaft lich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen". Nach IFRS 11 ist eine quotale Einbeziehung von Gemeinschaft sunternehmen nicht mehr zulässig. Ihre Einbeziehung erfolgt künft ig verpfl ichtend nach der ,,at equity"-Methode. Wir sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand nur in einem Fall (Credit Life International Services GmbH) betroff en.

Der überarbeitete IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Gemeinschaft sunternehmen" wird um die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Gemeinschaft sunternehmen erweitert. Künft ig ist die Anwendung der ,, at equity"-Methode einheitlich vorgeschrieben.

Die im Zusammenhang mit der Konsolidierung, der Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaft sunternehmen stehenden Anhangangabepfl ichten sind künft ig im IFRS 12 "Disclosure of Interests in Other Entities" zusammengefasst. Mit dem Ziel, dem Abschlussadressaten das Wesen der Beteiligung an anderen Unternehmen sowie die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu verdeutlichen, sind im Vergleich zu den bisherigen Regelungen zum Teil deutlich erweiterte Angabepfl ichten vorgesehen.

Die Vorschrift en der IFRS 10, 11 und 12 sowie die geänderten IAS 27 und 28 sind verpfl ichtend für Geschäft sjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Alle Standards sind bisher nicht durch die EU ratifi ziert worden.

Ebenfalls am 12. Mai 2011 veröff entlichte das IASB den IFRS 13 "Fair Value Measurement". Dieser neue Standard schafft eine standardübergreifende Vereinheitlichung des Begriff s des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) sowie der bei seiner Ermittlung anzuwendenden Methoden. Der beizulegende Zeitwert wird als Veräußerungspreis defi niert, dessen Ermittlung soweit wie möglich auf beobachtbaren Marktparametern basieren soll. Darüber hinaus sollen umfangreiche erläuternde und quantitative Angabepfl ichten die Qualität der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts beschreiben. Wir prüfen derzeit die Auswirkungen des neuen IFRS 13, gehen aber davon aus, dass die Anwendung zu keiner wesentlichen Änderung der Bilanzierung führen wird. IFRS 13 ist verpfl ichtend für Geschäft sjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wurde bisher nicht von der EU ratifi ziert.

Im Juni 2011 hat das IASB die Änderung des IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" sowie des IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" veröff entlicht.

Gemäß IAS 1 sind Positionen des Sonstigen Gesamtergebnisses zukünft ig danach zu unterteilen, ob sie erfolgswirksam durch die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst werden können. Sofern Posten des Sonstigen Gesamtergebnisses vor Steuern dargestellt werden, sind entsprechende Steuerposten ebenfalls für jede Gruppe des Sonstigen Gesamtergebnisses getrennt auszuweisen. Die Änderungen des IAS 1 sind für Geschäft sjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden. Die wesentliche Neureglung des IAS 19 ist die Abschaff ung des Wahlrechts, künft ige versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entweder unmittelbar erfolgsneutral über das Sonstige Ergebnis im Eigenkapital zu erfassen oder zeitverzögert im Rahmen der sogenannten Korridormethode. Anfallende versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sind demnach vollständig über das Sonstige Ergebnis im Eigenkapital zu bilanzieren; die Korridormethode ist nicht mehr zulässig. Darüber hinaus erfolgt die Verzinsung des sogenannten Planvermögens nicht mehr mit der erwarteten Verzinsung, sondern in Höhe des Diskontierungszinssatzes der Verpfl ichtung. Ferner sind entsprechend der Zielsetzung des geänderten Standards umfangreiche Anhangangaben erforderlich. Da der Konzern gegenwärtig die Korridormethode anwendet, sind entsprechende Auswirkungen – die aktuell untersucht werden – zu erwarten. Die Erstanwendung des geänderten IAS 19 ist für Geschäft sjahre vorgesehen, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.

Die Änderungen von IAS 1 und IAS 19 sind bisher nicht durch die EU ratifi ziert worden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler

Im Berichtsjahr haben wir die Vorjahreszahlen entsprechend den Vorschrift en des IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" für nachfolgende Sachverhalte rückwirkend angepasst. Sofern sich die Korrekturen auf bereits im Vorjahr durchgeführte Anpassungen mit Folgewirkung für das Vergleichsquartal 30. September 2010 beziehen, verweisen wir auch auf den Geschäft sbericht 2010 (Kapitel: "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt: "Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler").

  • a) Der Konzern hat den bilanziellen Ausweis bestimmter Lebensrückversicherungsverträge korrigiert. Nach den anzuwendenden US GAAP-Vorschrift en (FASB ASC 340–30) sind bei diesen Verträgen versicherungstechnische Aktiva und Passiva in der Bilanz saldiert darzustellen. Die Anwendung dieser Saldierungsvorschrift en wurde in vorangegangenen Berichtsperioden nicht konzerneinheitlich vorgenommen. Den Regelungen des Standards IAS 8 folgend, verringern sich die Bilanzpositionen "Depotforderungen" und "Depotverbindlichkeiten" gegenüber den ursprünglich ausgewiesenen Werten in der Eröff nungsbilanz zum 1. Januar 2010 um jeweils 1.429 Mio. EUR (vgl. hierzu Geschäft sbericht 2010, Seite 125, Buchstabe d).
  • b) Darüber hinaus war die Umrechnung von in Fremdwährung gehaltenen, immateriellen Vermögenswerten gemäß den Vorschrift en des IAS 8 in der Konzernbilanz zum 1. Januar 2010 zu korrigieren. In der Eröff nungsbilanz zum 1. Januar 2010 waren die Bilanzpositionen "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Rücklagen" um jeweils 2 Mio. EUR zu erhöhen; davon entfällt 1 Mio. EUR auf Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er (vgl. hierzu Geschäft sbericht 2010, Seite 125, Buchstabe c).
  • c) Im zweiten Quartal 2011 haben wir den Ansatz latenter Steuerschulden für zu versteuernde temporäre Diff erenzen in Bezug auf den Geschäft s- oder Firmenwert eines in Vorjahren durchgeführten Unternehmenserwerbs, welche nicht aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäft s- oder Firmenwertes hervorgingen, rückwirkend im Segment Privat- und Firmenversicherung International korrigiert. In der Eröff nungsbilanz zum 1. Januar 2010 erhöhten sich die passiven latenten Steuern um 7 Mio. EUR; in selbiger Höhe verminderten sich die Gewinnrücklagen. Insgesamt reduzierten sich die Rücklagen zum 31. Dezember 2010 in Folge dieser Anpassung um 11 Mio. EUR, davon entfallen 3 Mio. EUR auf das Konzernergebnis und 1 Mio. EUR auf die Übrigen Rücklagen (Gegenposten: jeweils Passive Steuer abgrenzung).
  • d) Mit Wirkung zum 30. September 2011 hat der Konzern die Bilanzierung der versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte bei in Vorjahren erworbenen Lebensversicherungsgesellschaft en (PVFP) im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland auf einheitliche Methoden umgestellt. Daraus resultierte eine Saldierung des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer (Position: Sonstige immaterielle Vermögenswerte) in Höhe der bei der Erstkonsolidierung ermittelten und angesetzten passiven latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Position: Rückstellung für Beitragsrückerstattung). Die Änderung dieser Bilanzierungsmethode und damit einhergehend die Anpassung der Amortisationsverläufe wurde retrospektiv angewendet. Auswirkungen auf das Konzernergebnis oder das Eigenkapital haben sich in keiner der vorangegangenen Berichtsperioden ergeben. Zum 30. September 2010 verringern sich die Bilanzpositionen ,,Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und ,,Rückstellung für Beitragsrückerstattung" gegenüber dem ursprünglichen Ausweis um 281 Mio. EUR. In der Eröff nungsbilanz zum 1. Januar 2010 vermindern sich diese Bilanzposten um jeweils 321 Mio. EUR.

Die durchgeführten Korrekturen wirken sich auf Posten der Konzernbilanz zum 30. September bzw. 31. Dezember 2010 folgendermaßen aus:

30.9.2010 wie Veränderungen aus
Konzernbilanz zum 30. September 2010 ausgewiesen Anpassungen gemäß IAS 8 30.9.2010
Mio. EUR Zu d)
A.b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.941 –281 1.660
C.d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.427 –281 1.146
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 30.12.2010 wie
ausgewiesen
Anpassungen gemäß IAS 8 Veränderungen aus 30.12.2010
Mio. EUR Zu c) Zu d)
A.b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.851 –268 1.583
A.b. Rücklagen 4.696 –11 4.685
G.
Passive Steuerabgrenzung
1.433 11 1.444
C.d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 1.113 –268 845

Den folgenden Sachverhalt haben wir im vierten Quartal 2010 über eine Anpassung der Eröff nungssalden zum 1. Januar 2010 korrigiert; eine rückwirkende Anwendung für frühere Perioden wurde unterlassen, da insoweit die Ermittlung der periodenbezogenen Anpassungsbeträge nicht durchführbar war bzw. unter Kosten-Nutzen-Aspekten nicht angezeigt schien.

Bei der Umstellung der Datenzulieferung für ein bestimmtes Investmentportfolio wurde die Bewertung von fi nanziellen Vermögenswerten, an deren Wertentwicklung auch Versicherungsnehmer partizipieren, auf einheitliche Methoden umgestellt. Aus diesem Vorgang resultierte eine Verminderung der Gewinnrücklagen um 3 Mio. EUR; in gleicher Höhe stiegen die Übrigen Rücklagen (vgl. hierzu Geschäft sbericht 2010, Seite 127, Buchstabe b).

Diese Anpassung hatte folgende Auswirkung auf die Eröff nungsbilanz 2010:

Konzernbilanz Anpassungen 2010
Mio. EUR
A.b. Rücklagen – Gewinnrücklagen –3
A.b. Rücklagen – Übrige Rücklagen 3

Änderungen von Schätzungen in der Berichtsperiode

Der Konzern hat die Ermittlungslogik für die modellbasierte Marktbewertung und für den Anteil der dauerhaft en Wertminderungen an Marktwertänderungen bei Collateralized Debt Obligations, Collateralized Loan Obligations und High-Yield-Fonds mit dem Ziel einer marktnäheren Bewertung angepasst. Dabei handelt es sich um die Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung, die gemäß IAS 8 prospektiv im Berichtszeitraum ohne Anpassung der Vergleichsangaben für Vorjahre vorzunehmen ist. Unter Beibehaltung der bis zum 31. Dezember 2010 verwendeten Parameter und Verfahren hätten sich im Berichtszeitraum um 3 Mio. EUR geringere Abschreibungen und um 1 Mio. EUR höhere Zuschreibungen ergeben. Die Marktwerte der genannten Instrumente wären um 1 Mio. EUR höher ausgewiesen worden. Die Auswirkung, die diese Anpassung der Ermittlungslogik in zukünft igen Berichtsperioden hat, wäre nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu ermitteln.

Währungsumrechnung

Abschlusspositionen der Konzerngesellschaft en werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaft lichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung des Talanx-Konzerns darstellt.

Die in Landeswährung aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnungen der Konzernunternehmen werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss übernommen. Die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den Bilanzposten der Einzelgesellschaft en sowie die Übernahme dieser Posten in den Konzernabschluss erfolgt zu den Devisenmittelkursen des Bilanzstichtags. Alle sich ergebenden Umrechnungsdiff erenzen – auch, soweit sie sich aus der Kapitalkonsolidierung ergeben – werden als eigener Posten innerhalb der Übrigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst.

Die Umrechnungskurse der für den Talanx-Konzern wichtigsten Währungen stellen sich wie folgt dar:

Bilanz (Stichtag) Erfolgsrechnung (Durchschnitt)
Umrechnungskurse 30.9.2011 31.12.2010 1.1.–30.9.2011 1.1.–30.9.2010
1 EUR entspricht
ARS Argentinien 5,6756 5,7621
AUD Australien 1,3890 1,3068 1,3525 1,4776
BHD Bahrain 0,5087 0,4997 0,5312 0,4999
BRL Brasilien 2,4824 2,2085 2,3060 2,3582
CAD Kanada 1,4110 1,3259 1,3813 1,3815
CLP Chile 693,7529 619,9699 668,1091 687,1050
CNY China 8,6117 8,7511 9,1514 9,0193
GBP Großbritannien 0,8657 0,8585 0,8752 0,8603
HKD Hongkong 10,5129 10,3146 10,9713 10,3031
HUF Ungarn 292,6541 280,1572 272,2937 275,5768
KRW Korea, Republik 1.593,6819 1.501,6346 1.547,4153 1.547,0884
MXN Mexiko 18,6312 16,4031 17,0934 16,9104
MYR Malaysia 4,3077 4,0869 4,2747 4,3269
PLN Polen 4,4194 3,9678 4,0330 4,0132
SEK Schweden 9,2583 9,0119 9,0061 9,6719
TRY Türkei 2,5103 2,0597 2,2965 2,0134
UAH Ukraine 10,8020 10,5603 11,2409 10,5298
UYU Uruguay 26,9190 26,9459
USD USA 1,3493 1,3254 1,4091 1,3261
ZAR Südafrika 10,9499 8,7907 9,8247 9,8600

III. Segmentberichterstattung

Bestimmung der berichtspfl ichtigen Segmente

Der Talanx-Konzern hat seiner internen Organisationsstruktur folgend die geschäft lichen Aktivitäten zunächst in die Bereiche Versicherungsgeschäft und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten sind in fünf berichtspfl ichtige Segmente untergliedert, wobei wegen der unterschiedlichen Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen im ersten Schritt eine Diff erenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt.

Das Rückversicherungsgeschäft wird entsprechend seiner unterschiedlichen Produkte und Geschäft sfelder in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt. Wegen der nach Kundengruppen bzw. geografi schen Regionen (Inland versus Ausland) und somit spartenübergreifend ausgerichteten Steuerung sind die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung in die drei berichtspfl ichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland und Privat- und Firmenversicherung International gegliedert. Die Segmentierung im Erstversicherungsgeschäft entspricht den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand.

Ein weiteres berichtspfl ichtiges Segment bildet der Bereich Konzernfunktionen. Insgesamt hat der Konzern in Übereinstimmung mit IFRS 8 "Geschäft segmente" somit sechs berichtspfl ichtige Segmente identifi ziert.

Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspfl ichtigen Segmente Erträge erzielen.

Industrieversicherung: Im Segment Industrieversicherung weisen wir das globale Industriegeschäft als eigenständiges Segment aus. Der Umfang des Geschäft sbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten, wie die Haft pfl icht-, Kraft fahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Transport-, Special-Lines- und Technische Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland: In diesem berichtspfl ichtigen Segment werden spartenübergreifend die Versicherungsaktivitäten für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft einschließlich des deutschlandweit betriebenen Banc assurancegeschäft s – also der Versicherungsvertrieb über Bankschalter – gesteuert. Neben den klassischen Kompositversicherungen wird eine Vielzahl von Lebensversicherungsprodukten in Form von Einzel-, Gruppen- oder Sammelversicherungen gegen Einmal- oder laufenden Beitrag angeboten: Kapital-, Renten- und Risikoversicherung, Unfallversicherung, Fondsgebundene Lebensversicherung, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Auslandsreiseversicherung und betriebliche Altersvorsorgeprodukte.

Privat- und Firmenversicherung International: Der Umfang des Geschäft sbetriebs umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die breite Auswahl an Versicherungsprodukten entspricht weitgehend derjenigen im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland.

Schaden-Rückversicherung: Die wichtigsten Aktivitäten sind das private, unternehmerische und industrielle Schaden- und Haft pfl ichtgeschäft vor allem im US-amerikanischen und im deutschen Markt, das Transport- und Luft fahrtgeschäft , das Kredit-/Kautionsgeschäft , das fakultative sowie das Katastrophengeschäft .

Personen-Rückversicherung: Das Segment fasst die internationalen Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in den Sparten Leben, Kranken, Renten und Unfall zusammen.

Abweichend von der entsprechenden Segmentierung in der Hannover Rück-Gruppe ordnen wir dem Segment Schaden-Rückversicherung Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx-Konzernabschluss den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rückversicherung AG: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse zwischen dem Konzernabschluss der Talanx AG und der Hannover Rückversicherung AG unvermeidlich.

Konzernfunktionen: Das Segment Konzernfunktionen umfasst, in Abgrenzung zu den fünf operativen Segmenten, die Steuerung sowie weitere funktionelle Tätigkeiten zur Unterstützung der Geschäft e der Gruppe, vor allem durch die Bereiche Kapitalanlageverwaltung und für die Erstversicherung die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungs abgaben sowie die Konzernfi nanzierung. Darüber hinaus werden diesem Segment zentrale Dienstleistungsgesellschaft en zugeordnet, welche einzelne Servicetätigkeiten – wie z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen – auf Kostenerstattungs basis vorwiegend für die Erstversicherer im Inland ausführen.

Bewertungsgrundlagen für den Erfolg der berichtspfl ichtigen Segmente

Bewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspfl ichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise, wie sie auch bei Geschäft en mit Dritten Anwendung fi nden. Diese konzerninternen Transaktionen zwischen den Segmenten werden im Rahmen der Konsolidierung – in der Konsolidierungsspalte, sofern segmentübergreifend – eliminiert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Segment-Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz bzw. Segmentbilanz. Als langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte sowie der eigen- und fremdgenutzte Grundbesitz.

Um den fi nanziellen Erfolg der berichtspfl ichtigen Segmente im Konzern zu beurteilen, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäft lichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performancemaße genutzt, wobei als einheitliche Bemessungsgrundlage das operative Ergebnis (EBIT) – ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen – herangezogen wird. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profi tabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfi nanzierung (Finanzierungszinsen) bereinigt.

Segmentberichterstattung. Bilanz zum 30. September 2011

Privat- und Firmen
versicherung Privat- und Firmen
Industrieversicherung Deutschland 1) versicherung International
Aktiva 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
A. Immaterielle Vermögenswerte
a. Geschäfts- oder Firmenwert 153 60 408 397 116 124
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 29 8 1.268 1.361 28 29
182 68 1.676 1.758 144 153
B. Kapitalanlagen
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 37 39 378 449 71 69
b. Anteile an verbundenen Unternehmen
und Beteiligungen
9 9 23 24
c. Anteile an assoziierten Unternehmen 12 44 9 22 24
d. Darlehen und Forderungen 2.722 3.084 26.968 26.993 3 3
e. Sonstige Finanzinstrumente
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende
Finanzinstrumente
120 121 290 295 245 71
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 2.980 2.764 9.133 8.599 2.176 2.444
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente
7 16 267 445 496 487
f. Übrige Kapitalanlagen 785 559 1.659 849 302 224
Selbstverwaltete Kapitalanlagen 6.672 6.592 38.762 37.663 3.315 3.322
g. Depotforderungen 31 43 3 3
Kapitalanlagen 6.703 6.635 38.765 37.666 3.315 3.322
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von
Inhabern von Lebensversicherungspolicen
4.926 5.419 998 995
D. Anteile der Rückversicherer an den
technischen Rückstellungen 4.346 3.866 2.510 2.797 719 713
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 995 1.675 479 368 386 354
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 36 26 1.640 1.498 193 202
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand
320 242 236 337 214 204
H. Aktive Steuerabgrenzung 25 25 22 22 65 59
I. Sonstige Vermögenswerte 488 448 867 1.412 213 210
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte
von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung
gehalten klassifi ziert werden 2 171
Summe der Aktiva 13.097 12.985 51.292 51.277 6.247 6.212

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Schaden
Rückversicherung
Personen
Rückversicherung
Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
23 8 700 589
26 29 105 108 54 48 1.510 1.583
49 37 105 108 54 48 2.210 2.172
369 301 2 2 857 860
18 11 1 28 30 79 74
121 85 12 12 13 14 –73 151 144
3.457 2.270 29 45 1 –53 –53 33.126 32.343
2.740 3.024 2 4 17 46 –552 –562 2.862 2.999
12.471 12.096 5.155 4.409 299 323 32.214 30.635
131 181 39 92 2 942 1.221
1.987 2.352 340 273 508 413 –556 –485 5.025 4.185
21.294 20.320 5.580 4.837 867 827 –1.234 –1.100 75.256 72.461
791 696 12.137 11.940 –1.639 –1.721 11.323 10.961
22.085 21.016 17.717 16.777 867 827 –2.873 –2.821 86.579 83.422
5.924 6.414
1.522 941 491 515 –3.126 –3.309 6.462 5.523
2.049 1.806 962 1.036 –277 –228 4.594 5.011
445 362 1.461 1.472 223 155 3.998 3.715
412 328 124 118 61 36 1.367 1.265
27 10 13 2 135 181 –31 287 268
1.102 970 62 47 376 474 –1.372 –1.780 1.736 1.781
1.529 –27 146 1.529
27.691 26.999 20.935 20.075 1.493 1.566 –7.452 –8.014 113.303 111.100

Segmentberichterstattung. Bilanz zum 30. September 2011

Privat- und Firmen
versicherung Privat- und Firmen
Industrieversicherung Deutschland 1) versicherung International 1)
Passiva 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 262 265 164 165
C. Versicherungstechnische Rückstellungen
a. Rückstellung für Prämienüberträge 991 713 2.114 1.835 1.035 1.008
b. Deckungsrückstellung 1 33.140 32.333 1.766 1.752
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle 8.066 7.777 2.583 2.696 1.149 1.129
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 11 13 1.045 793 22 39
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 31 31 7 8 15 15
9.100 8.534 38.889 37.665 3.987 3.943
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich
der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko
von den Versicherungsnehmern getragen wird 4.926 5.419 998 995
E. Andere Rückstellungen
a. Rückstellungen für Pensionen
und andere Verpfl ichtungen 441 438 121 133 8 8
b. Steuerrückstellungen 108 117 90 142 31 40
c. Sonstige Rückstellungen 91 92 216 283 37 33
640 647 427 558 76 81
F. Verbindlichkeiten
a. Begebene Anleihen und Darlehen 8 17
b. Depotverbindlichkeiten 14 4 2.031 2.224 324 345
c. Übrige Verbindlichkeiten 1.241 1.835 2.144 2.321 326 298
1.255 1.839 4.175 4.545 658 660
G. Passive Steuerabgrenzung 99 88 279 290 17 20
Summe Verbindlichkeiten/Rückstellungen 11.356 11.373 48.860 48.642 5.736 5.699
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen,
die als zur Veräußerung gehalten klassifi ziert
werden 122
Schaden Personen Gesamt
Rückversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung
30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
1.734 1.869 91 92 518 542 –141 –142 2.628 2.791
2.158 1.813 111 98 –77 –56 6.332 5.411
9.822 8.941 –544 –560 44.185 42.466
17.299 15.634 2.586 2.431 –1.154 –1.129 30.529 28.538
1.078 845
141 131 59 51 21 14 274 250
19.598 17.578 12.578 11.521 –1.754 –1.731 82.398 77.510
5.924 6.414
67 64 19 18 670 655 1.326 1.316
119 263 20 24 74 157 442 743
85 135 18 23 109 128 –1 –2 555 692
271 462 57 65 853 940 –1 –2 2.323 2.751
207 188 254 168 1.304 1.304 –1.007 –930 766 747
381 320 4.944 5.572 –2.912 –3.241 4.782 5.224
738 620 1.340 1.139 386 757 –1.754 –2.112 4.421 4.858
1.326 1.128 6.538 6.879 1.690 2.061 –5.673 –6.283 9.969 10.829
779 716 344 310 11 4 21 16 1.550 1.444
23.708 21.753 19.608 18.867 3.072 3.547 –7.548 –8.142 104.792 101.739
1.381 –2 120 1.381
Eigenkapital 2) 8.391 7.980
Summe der Passiva 113.303 111.100

1) Angepasst aufgrund IAS 8

2) Eigenkapital Konzern und Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er

Segmentberichterstattung. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2011

Privat- und Firmen Privat- und Firmen
Industrieversicherung versicherung Deutschland versicherung International
1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.–
30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010
Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens- und
Renten versicherung 2.556 2.527 5.006 5.067 1.774 1.651
davon: mit anderen Segmenten 19 15 44 16
mit Dritten 2.537 2.512 4.962 5.051 1.774 1.651
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung 642 680 182 141
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 1.334 1.322 296 418 172 149
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge –229 –211 –273 –97 –81 96
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge –102 –90 –2 49 –23 138
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 1.095 1.084 3.797 3.823 1.362 1.319
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 1.850 1.499 4.121 4.355 1.092 1.139
Anteile der Rückversicherer 1.089 683 146 185 76 62
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 761 816 3.975 4.170 1.016 1.077
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 438 400 855 1.035 388 583
Anteile der Rückversicherer 203 186 111 246 19 248
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 235 214 744 789 369 335
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 6 6 5 17 7 11
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 31 73 55 186 33 24
davon: Amortisation PVFP 41 101 1 1
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis –25 –67 –50 –169 –26 –13
Versicherungstechnisches Ergebnis
für eigene Rechnung 74 –13 –972 –1.305 –49 –106
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 209 196 1.385 1.392 153 132
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 1) 59 24 214 133 40 15
Kapitalanlageergebnis aus selbstverwalteten
Kapitalanlagen 150 172 1.171 1.259 113 117
Depotzinsergebnis 1 –22 –25 –1 –1
Kapitalanlageergebnis 151 172 1.149 1.234 112 116
davon: Zinsen und ähnliche Erträge 164 166 1.149 1.106 108 90
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 25 5 74 54 15 5
Zuschreibungen auf Kapitalanlagen 2 17 10 1
Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen 2 –2 –1
10. a. Sonstige Erträge 96 169 117 316 26 46
b. Sonstige Aufwendungen 1) 153 146 183 247 71 85
Übriges Ergebnis –57 23 –66 69 –45 –39
davon: Zinsen und ähnliche Erträge 4 1 6 4 4 14
Zuschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte
1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 21 24 11 21 1 9
Abschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte
59 5 16 11 8 11
Amortisation auf gekaufte
Versicherungsbestände
Ergebnis vor Abschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwert 168 182 111 –2 18 –29
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 168 182 111 –2 18 –29
12. Finanzierungszinsen 10 10 7 7
13. Ertragsteuern 33 53 12 31 8 19
Periodenergebnis 125 119 92 –40 10 –48
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 6 –1 –2 –1
davon Konzernergebnis 125 119 86 –39 12 –47

1) Die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzerneigenen Kapitalanlagen werden unter den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entspechend angepasst (34 Mio. EUR)

Schaden
Rückversicherung
Personen
Rückversicherung
Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.– 1.1.–
30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010
5.220 4.826 3.844 3.730 2 –557 –548 17.843 17.255
307 298 187 217 2 –557 –548
4.913 4.528 3.657 3.513 17.843 17.255
824 821
504 457 342 316 –565 –543 2.083 2.119
–380 –373 –17 –11 21 9 –959 –587
–55 –72 –2 –2 47 –165 –137 –142
4.391 4.068 3.487 3.405 2 –18 169 14.114 13.870
4.286 3.257 3.112 2.985 1 –277 –200 14.184 13.035
781 256 236 242 –302 –222 2.026 1.206
3.505 3.001 2.876 2.743 1 25 22 12.158 11.829
1.168 1.098 852 908 –210 –263 3.491 3.761
54 69 49 73 –133 –405 303 417
1.114 1.029 803 835 –77 142 3.188 3.344
1 –1 6 11 –2 –1 23 43
–3 7 7 40 1 32 5 155 336

4

–8
2
–1
3
–29


–1

–34

–6
44
–132
104
–293
–224 30 –193 –202 –1 –1.364 –1.596
763 717 198 179 18 9 –43 –40 2.683 2.585
165 197 85 32 45 43 –52 –66 556 378
598 520 113 147 –27 –34 9 26 2.127 2.207
10 7 237 216 –1 225 197
608 527 350 363 –27 –34 9 25 2.352 2.404
517 504 480 411 4 2 –49 –48 2.373 2.231
21 19 5 7 140 90
17
5
14
2



1


–2

37
4
24
1
171 292 38 98 456 442 –399 –613 505 750
203 180 48 46 488 647 –373 –551 773 800
–32 112 –10 52 –32 –205 –26 –62 –268 –50
70 80 2 9 10 –6 –9 89 100
12 59 13 59
9 16 23 5 52 41 –11 –13 106 103
23 17 9 8 3 2 118 54
352 669 147 213 –59 –239 –17 –39 720 758
352 669 147 213 –59 –239 –17 –39 720 758
78 64 4 2 60 46 –35 –35 124 94
–36 108 25 44 –18 –65 6 1 30 191
310 497 118 167 –101 –220 12 –5 566 473
176 275 57 85 237 358
134 222 61 82 –101 –220 12 –2 329 115

Segmentberichterstattung. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 2011

Privat- und Firmen Privat- und Firmen
Industrieversicherung versicherung Deutschland versicherung International
1.7.– 1.7.– 1.7.– 1.7.– 1.7.– 1.7.–
30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010 30.9.2011 30.9.2010
Mio. EUR
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener Lebens- und
Renten versicherung 550 498 1.482 1.547 580 530
davon: mit anderen Segmenten 6 1 33 6
mit Dritten 544 497 1.449 1.541 580 530
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens
und Rentenversicherung
196 268 57 62
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 390 361 91 120 52 51
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge 306 307 95 160 –24 –1
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung
der Bruttoprämienüberträge 99 64 13 90 5 13
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 367 380 1.277 1.229 442 403
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 427 516 1.367 1.482 349 335
Anteile der Rückversicherer 226 235 43 55 25 33
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 201 281 1.324 1.427 324 302
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 159 119 345 460 144 154
Anteile der Rückversicherer 87 69 54 159 17 37
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 72 50 291 301 127 117
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 1 2 2 2 3
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen –48 48 39 132 10 13
davon: Amortisation PVFP 33 53
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis 49 –46 –37 –130 –10 –10
Versicherungstechnisches Ergebnis
für eigene Rechnung 143 3 –375 –629 –19 –26
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 69 66 475 451 54 46
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 1) 42 7 84 28 28 7
Kapitalanlageergebnis aus selbstverwalteten
Kapitalanlagen 27 59 391 423 26 39
Depotzinsergebnis –6 –9
Kapitalanlageergebnis 27 59 385 414 26 39
davon: Zinsen und ähnliche Erträge 55 56 384 384 43 20
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 19 2 40 7 12 1
Zuschreibungen auf Kapitalanlagen 2
Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen 2 –1
10. a. Sonstige Erträge 25 64 36 210 11 28
b. Sonstige Aufwendungen 1) 87 32 48 81 25 33
Übriges Ergebnis –62 32 –12 129 –14 –5
davon: Zinsen und ähnliche Erträge 1 1 1 3 1 5
Zuschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte
–3
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6 17 5 11 1 3
Abschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögenswerte 21 1 5 3 2 3
Amortisation auf gekaufte
Versicherungsbestände
Ergebnis vor Abschreibungen auf
Geschäfts- oder Firmenwert 108 94 –2 –86 –7 8
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert
Operatives Ergebnis (EBIT) 108 94 –2 –86 –7 8
12. Finanzierungszinsen 3 3 3 –4
13. Ertragsteuern 19 40 –17 –32 8
Periodenergebnis 86 51 12 –50 –7
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 2 –4 –1 –1
davon Konzernergebnis 86 51 10 –46 –6 1

1) Die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzerneigenen Kapitalanlagen werden unter den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entspechend angepasst (11 Mio. EUR)

Schaden Personen
Rückversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
1.7.–
30.9.2011
1.7.–
30.9.2010
1.7.–
30.9.2011
1.7.–
30.9.2010
1.7.–
30.9.2011
1.7.–
30.9.2010
1.7.–
30.9.2011
1.7.–
30.9.2010
1.7.–
30.9.2011
1.7.–
30.9.2010
1.676 1.553 1.344 1.319 1 –211 –113 5.421 5.335
98 29 74 76 –211 –113
1.578 1.524 1.270 1.243 1 5.421 5.335

149

133

143

89



–210

–113
253
615
330
641
4 2 –14 –8 –19 –36 348 424
–12 –6 –2 –1 –16 –114 87 46
1.543 1.428 1.189 1.223 1 –4 78 4.814 4.742
1.164 1.158 1.069 1.049 –103 –41 4.273 4.499
91 118 103 82 –105 –47 383 476
1.073 1.040 966 967 2 6 3.890 4.023
416 386 286 307 –87 –67 1.263 1.359
17 26 24 20 –87 –155 112 156
399
360
–1
262
1
287
3



1
88
–1
1.151
5
1.203
8
2 –1 12 1 –5 –16 –5 192
1 1 34 54
–3 2 –9 –1 6 15 10 –184
71 25 –37 –40 –217 –668
233 255 84 58 14 3 –15 –8 914 871
56 55 67 –2 21 10 –18 –27 280 78
177 200 17 60 –7 –7 3 19 634 793
4 82 73 –1 –1 79 63
181 200 99 133 –7 –7 2 18 713 856
182 163 154 108 2 1 –15 –10 805 722
5 3 5 81 13
2 3 4 3
2 –2 1
6 81 11 12 164 159 –140 –342 113 212
74 –4 12 14 177 366 –103 –321 320 201
–68 85 –1 –2 –13 –207 –37 –21 –207 11
3 76 1 4 2 –2 9 86
3 9 3 6
3 –11 19 2 12 14 –4 –1 42 35
4 3 3 2 –10 1 25 13
184 310 61 91 –20 –214 –35 –3 289 199
184 310 61 91 –20 –214 –35 –3 289 199
26 24 2 1 21 15 –14 –5 41 34
19 20 19 22 3 –64 –6 37 –6
139 266 40 68 –44 –165 –15 2 211 171
71 154 20 36 92 185
68 112 20 32 –44 –165 –15 1 119 –14

Aufgliederung der Kapitalanlagen sowie der gebuchten Beiträge

Die nachfolgend abgebildete regionalisierte Auft eilung basiert auf der geografi schen Herkunft der Kapitalanlagen sowie der gebuchten Bruttoprämie gegenüber externen Kunden. Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen. Die Segmentierung wurde im Grundsatz auf die Bereiche Erstversicherung, Rückversicherung und Konzernfunktionen verdichtet.

Darüber hinaus berichten wir die gebuchten Bruttobeiträge je nach Versicherungsart bzw. -zweig auf Konzernebene.

Selbstverwaltete Kapitalanlagen nach geografi scher Herkunft 1)

Konzern 30.9.2011
Erstversicherung Rückversicherung funktionen Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 29.247 6.008 369 35.624
Großbritannien 2.272 2.086 176 4.534
Rest von Europa 14.641 7.123 313 22.077
USA 835 6.651 3 7.489
Rest von Nordamerika 87 960 1 1.048
Asien und Australien 256 2.582 1 2.839
Rest der Welt 761 883 1 1.645
Gesamt 48.099 26.293 864 75.256
Konzern 31.12.2010
Erstversicherung Rückversicherung funktionen Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 30.795 6.064 465 37.324
Großbritannien 1.371 1.705 46 3.122
Rest von Europa 12.842 6.993 316 20.151
USA 839 6.052 6.891
Rest von Nordamerika 103 987 1.090
Asien und Australien 240 2.121 2.361
Rest der Welt 756 766 1.522
Gesamt 46.946 24.688 827 72.461

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

Aufgliederung der gebuchten Bruttoprämien 1)

1.1.–30.9.2011 1.1.–30.9.2010 1.7.–30.9.2011 1.7.–30.9.2010
Mio. EUR
Industrieversicherung 2.537 2.512 544 496
Privat- und Firmenversicherung Deutschland 4.962 5.051 1.448 1.542
Privat- und Firmenversicherung International 1.774 1.651 580 530
Schaden-Rückversicherung 4.913 4.528 1.578 1.524
Personen-Rückversicherung 3.657 3.513 1.271 1.243
Gesamt 17.843 17.255 5.421 5.335

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

Gebuchte Bruttoprämien nach geografi scher Herkunft (grundsätzlich nach Sitz des Kunden) 1)

1.1.–30.9.2011
Erstversicherung Rückversicherung Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 6.274 599 6.873
Großbritannien 84 1.801 1.885
Rest von Europa 2.045 1.532 3.577
USA 91 1.992 2.083
Rest von Nordamerika 326 326
Asien und Australien 55 1.399 1.454
Rest der Welt 724 921 1.645
Gesamt 9.273 8.570 17.843
1.1.–30.9.2010
Erstversicherung Rückversicherung Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 6.258 590 6.848
Großbritannien 142 1.702 1.844
Rest von Europa 2.125 1.304 3.429
USA 97 2.227 2.324
Rest von Nordamerika 304 304
Asien und Australien 35 1.072 1.107
Rest der Welt 557 842 1.399
Gesamt 9.214 8.041 17.255

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

1.7.–30.9.2011
Erstversicherung Rückversicherung Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 1.681 151 1.832
Großbritannien 21 616 637
Rest von Europa 570 491 1.061
USA 14 653 667
Rest von Nordamerika 113 113
Asien und Australien 18 516 534
Rest der Welt 268 309 577
Gesamt 2.572 2.849 5.421

1.7.–30.9.2010

Erstversicherung Rückversicherung Gesamt
Mio. EUR
Deutschland 1.736 147 1.883
Großbritannien 40 621 661
Rest von Europa 545 415 960
USA 26 750 776
Rest von Nordamerika 111 111
Asien und Australien 10 387 397
Rest der Welt 211 336 547
Gesamt 2.568 2.767 5.335

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

Darstellung der gebuchten Bruttoprämien nach Versicherungsarten und -zweigen auf Konzernebene 1)

1.1.–30.9.2011 1.1.–30.9.2010 1.7.–30.9.2011 1.7.–30.9.2010
Mio. EUR
Schaden/Unfall-Erstversicherung 5.122 4.806 1.261 1.126
Leben-Erstversicherung 4.151 4.408 1.312 1.442
Schaden-Rückversicherung 4.913 4.528 1.577 1.524
Personen-Rückversicherung 3.657 3.513 1.271 1.243
Gesamt 17.843 17.255 5.421 5.335

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle; insoweit kann es zu Abweichungen in der Lageberichtsdarstellung kommen

IV. Konsolidierung

In den Talanx-Konzernabschluss wurden zum Bilanzstichtag 121 Einzelgesellschaft en sowie drei ausländische Teilkonzerne – als Gruppe (inkl. vorhandener assoziierter Unternehmen) – voll, ein Unternehmen quotal sowie sieben nach der Equity-Methode bewertete assoziierte Unternehmen einbezogen.

Die wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis bzw. der Beteiligungsquoten und bei den Zweckgesellschaft en im Vergleich zum Jahresende 2010 sind nachfolgend dargestellt.

Konsolidierungskreis

Erwerbe und Neugründungen

Am 1. April 2011 hat die Talanx International AG (TINT), Hannover, 100 % der Saint Honoré Iberia SL, Madrid, Spanien, erworben. Diese Gesellschaft ist als Holding mit 99,231 % an der Zwischenholding Protecciones Esenciales S. A., Buenos Aires, Argentinien, sowie mit 10 % an der Versicherungsgesellschaft L'Union de Paris Cía. Uruguaya de Seguros S. A., Montevideo, Uruguay, beteiligt. Die Zwischenholding selbst ist mit 98,771 % an der bis zu diesem Zeitpunkt in Privatbesitz befi ndlichen L'Union de Paris Cía. Argentina de Seguros S. A., Buenos Aires, Argentinien, beteiligt. Die L'Union de Paris Cía. Argentina de Seguros S. A. ist mit 90 % ebenfalls an der bis zu diesem Zeitpunkt in Privatbesitz befi ndlichen L'Union de Paris Cia. Uruguaya de Seguros S. A. beteiligt.

Mit gleichem Datum hat unsere chilenische Tochtergesellschaft Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile, 0,769 % der Zwischenholding Protecciones Esenciales S. A. sowie 1,229 % der argentinischen L'Union de Paris Cía. Argentina de Seguros S. A. erworben. Sämtliche vier Gesellschaft en sind im zweiten Quartal 2011 erstkonsolidiert (siehe auch unsere Ausführungen im Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode" des Anhangs).

Die TINT hat ihre Anteile an der HDI Seguros S. A., São Paulo, Brasilien, im Rahmen von zwei im ersten Quartal 2011 durchgeführten Kapitalerhöhungen, an denen die Minderheitsaktionäre nicht teilgenommen haben, von 99,9977 % auf 99,9979 % erhöht. Im Rahmen einer im März 2011 durchgeführten Kapitalerhöhung bei der HDI STRAKHUVANNYA, Kiew, Ukraine, erhöhte die TINT ihre Beteiligung an der Gesellschaft von 99,2240 % auf 99,2795 %.

Mit Closing (Erwerbszeitpunkt) vom 27. April 2011 hat die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (HG-I), Hannover, 100 % der Anteile an der Nassau Verzekering Maatschappij N. V. (Nassau), Rotterdam, erworben. Die gekauft e Gesellschaft soll, nach Abspaltung des Versicherungsbestandes ihrer deutschen Niederlassung, noch im Jahr 2011 rückwirkend zum 1. Januar 2011 auf unsere niederländische Versicherungsunternehmung HDI-Gerling Verzekeringen N. V., Rotterdam, verschmolzen werden. Weitere Informationen zur Erstkonsolidierung der Nassau fi nden sich im Anhang unter dem Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode".

Die Nassau ist zudem an der VOV Verwaltungsorganisation für Vermögensschadenhaft pfl icht-Versicherungen für Mitglieder von Organen juristischer Personen GmbH, Köln, in Höhe von 25 % beteiligt. Aufgrund der Unwesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird diese Gesellschaft nicht in den Konzernabschluss at equity konsolidiert.

Im zweiten Quartal wurde die International Hannover Holding AG mit Sitz in Hannover gegründet. Die Gesellschaft , deren Stammkapital 50.000 EUR beträgt, ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der International Insurance Company of Hannover Ltd., Bracknell, Großbritannien, die wiederum zu 100 % der Hannover Rückversicherung AG gehört. Gegenstand des Unternehmens ist das Halten, Erwerben und Veräußern von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Im Verlauf des zweiten Quartals beteiligte sich die Funis GmbH & Co. KG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hannover Rückversicherung AG, mit einer Kapitaleinlage von 98.000 USD (das entspricht 49 % des Stammkapitals) an der Glencar Underwriting Managers, Inc. mit Sitz in Chicago, USA. Der Geschäft szweck der Gesellschaft wird im Wesentlichen darin bestehen, Spezialgeschäft sowie Schaden- und Unfall-Programmgeschäft zu zeichnen. Im Verlauf des dritten Quartals 2011 wurden Vorzugsaktien in Höhe von rund 2,3 Mio. USD erworben.

Die International Hannover Holding AG und die Glencar Underwriting Managers, Inc. werden aufgrund der Unwesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Am 25. August 2011 wurde die Talanx Deutschland Bancassurance GmbH durch Ausgliederung von Beteiligungen an Aktiengesellschaft en der Talanx Deutschland AG mit Sitz in Hilden gegründet; die Talanx Deutschland AG hält 100 % der Anteile an der Talanx Deutschland Bancassurance GmbH. Gegenstand der neuen Gesellschaft ist im Wesentlichen, als Managementholding Beteiligungen an in- und ausländischen Versicherungsgesellschaft en zu halten und dabei insbesondere durch koordinierende Beratung eine einheitliche Leitung in den Unternehmen sicherzustellen, an denen sie mehrheitlich beteiligt ist.

Die Funis GmbH & Co. KG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hannover Rückversicherung AG, hat mit Wirkung zum 18. August 2011 rund 75 % der Anteile an der Integra Insurance Solutions Ltd. erworben. Die Integra vermittelt als Agentur Versicherungsgeschäft an die International Insurance Company of Hannover Ltd., die ebenfalls eine Gesellschaft des Hannover Rück-Konzerns ist (siehe auch weitere Informationen zur Erstkonsolidierung im Abschnitt V ,,Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode").

Verkauf

Nach Zustimmung der Kartellbehörden hat die Talanx Deutschland AG (TD), Hannover, ihre Anteile an der Clarus AG, Wiesbaden, mit Closing zum 28. Juni 2011 an die Clarus Holding GmbH, Wiesbaden, vollständig veräußert (Segment: Privat- und Firmenversicherung Deutschland). Aus dieser Transaktion stellt sich ein Abgangsverlust von 0,2 Mio. EUR ein. Im Rahmen des Verkaufs wurde zusätzlich eine Drohverlustrückstellung, u. a. für zugesicherte Sanierungszuschüsse, in Höhe von 13 Mio. EUR gebildet. Im Rahmen dieser Veräußerungstransaktion erwarb die TD 25,1 % der Geschäft santeile von 25 TEUR an der Clarus Holding GmbH von der Aragon AG, Wiesbaden. Bei der Clarus Holding GmbH handelt es sich um ein assoziiertes Unternehmen des Talanx-Konzerns, das wegen seiner Unwesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss at equity konsolidiert wird.

Die Hannover Rückversicherung AG hat nach Zustimmung der Aufsichtsbehörden vom 8. Juli 2011 den Verkauf der operativen Gesellschaft en ihres amerikanischen Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc. (CIGI), Wilmington, und die damit einhergehende Entkonsolidierung zum 12. Juli 2011 vollzogen. Die Anteile an der CIGI in Höhe von 100 % hält die Hannover Rückversicherung AG mittelbar über die Zwischenholding Hannover Finance, Inc., Wilmington, die ebenfalls zu 100 % in den Konzern abschluss der Hannover Rückversicherung AG einbezogen wird. Hinsichtlich weiterer Details zur Entkonsolidierung verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel VI ,,Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungs gruppen".

Verschmelzungen/Liquidierungen/Löschungen

Die Gerling Insurance Agency, Inc., Chicago, und die HDI-Gerling Australia Insurance Company Pty. Ltd. (HDI-GAUS), Sydney, werden ab dem ersten Quartal 2011 nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen – u. a. wegen erfolgter Bestandsübertragung des Versicherungsgeschäft s bei der HDI-GAUS auf die HDI-Gerling Industrie Versicherungs AG (Niederlassung Australien) im Vorjahr –, da sie aufgrund ihrer Bilanzsumme und ihres Ergebnisses die Wesentlichkeitsgrenze für die Vollkonsolidierung nicht mehr erreichen. Sie sind daher für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als unwesentlich zu betrachten. Aus der Entkonsolidierung der HDI-GAUS ergab sich ein Ertrag von 4 Mio. EUR.

Mit rechtlicher Wirkung zum 1. Januar 2011 wurde die Proactiv IT Servicegesellschaft mbH, München, im April 2011 auf die Proactiv Servicegesellschaft mbH, Hilden, verschmolzen.

Die in Zürich ansässige HDI-Gerling Versicherungs-Service AG, die bisher nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurde, ist liquidiert und am 20. April 2011 aus dem amtlichen Register in der Schweiz gelöscht worden.

Mit rechtlicher Wirkung zum 1. Januar 2011 wurde die HDI-Gerling Leben Vertriebsservice AG, Köln, Ende September 2011 auf die HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Köln, verschmolzen.

Einzelgesellschaften Teilkonzerne
Konsolidierte Tochterunternehmen (vollkonsolidiert) Inland Ausland 1) Ausland Gesamt
31.12.2010 70 49 3 122
Zugänge
Abgänge 2 2
31.3.2011 70 47 3 120
Zugänge 5 5
Abgänge 2 2
30.6.2011 68 52 3 123
Zugänge 1 1 2
Abgänge 1 1
30.9.2011 68 53 3 124

Der Konsolidierungskreis umfasst zum Bilanzstichtag die folgenden Unternehmen:

1) 30.9.2011: Setzt sich zusammen aus 51 Einzelgesellschaft en und zwei Zweckgesellschaft en

Darüber hinaus werden 19 Spezial- und ein Publikumsfonds in den Konzernabschluss einbezogen; davon zwölf inländische Fonds. Ein Aktienspezialfonds (PBVL-Aktien) wurde im ersten Quartal 2011 aufgelöst, ein weiterer (HG-LV Corporates) im dritten Quartal 2011.

Konsolidierung von Zweckgesellschaft en

Hinsichtlich der Konsolidierung von Zweckgesellschaft en unterscheidet der Konzern im Folgenden die Bereiche Kapitalanlagen (ohne Spezial- und Publikumsfonds), Verbriefung von Rückversicherungsrisiken sowie Retrozessionen und Insurance-Linked-Securities (ILS). Diese Zweckgesellschaft en sind nach SIC-12 "Konsolidierung-Zweckgesellschaft en" hinsichtlich ihrer Konsolidierungspfl icht zu untersuchen. In Fällen, in denen die IFRS keine spezifi schen Regelungen enthalten, stützen wir uns unter Anwendung von IAS 8 im Rahmen der Analyse auch auf die relevanten US-GAAP-Vorschrift en.

Kapitalanlagen

Im Rahmen des Kapitalanlagemanagements beteiligt sich unsere Tochtergesellschaft Hannover Rückversicherung AG, Hannover, seit dem Jahr 1988 an einer Vielzahl von Zweckgesellschaft en, im Wesentlichen Fonds, die ihrerseits bestimmte Formen von Eigen- und Fremdkapitalanlagegeschäft tätigen. Im Ergebnis unserer Analyse der Geschäft sbeziehungen mit diesen Gesellschaft en kamen wir zu dem Schluss, dass der Konzern in keiner dieser Transaktionen einen kontrollierenden Einfl uss ausübt und daher keiner Konsolidierungsnotwendigkeit unterliegt.

Die Hannover Rückversicherung AG beteiligt sich im Wesentlichen über die Gesellschaft en Secquaero ILS Fund Ltd. und Hannover Insurance-Linked Securities GmbH & Co. KG durch die Investition in Katastrophenanleihen an einer Reihe von Zweckgesellschaft en zur Verbriefung von Katastrophenrisiken. Auch bei diesen Transaktionen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einfl usses seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspfl icht.

Verbriefung von Rückversicherungsrisiken

Die Verbriefung von Rückversicherungsrisiken wird im Wesentlichen unter Verwendung von Zweckgesellschaft en strukturiert.

Mit Wirkung zum 30. März 2011 wurde zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannter XXX-Reserven) eines US-amerikanischen Zedenten bei der Hannover Rückversicherung AG eine strukturierte Transaktion abgeschlossen. Die Struktur erforderte den Einbezug einer Zweckgesellschaft , der Maricopa LLC mit Sitz in Delaware. Die Zweckgesellschaft trägt von dem Zedenten verbrieft e, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich defi nierten Selbstbehalts und überträgt diese Risiken mittels eines fi x/variablen Swaps mit zehnjähriger Laufzeit auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück-Gruppe. Die maximale Kapazität der Transaktion beträgt 500 Mio. USD, zum Vertragsabschluss wurden zunächst 250 Mio. USD gezeichnet. Die von der Hannover Rückversicherung AG garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaft decken deren Leistungsverpfl ichtungen. Über eine Entschädigungsvereinbarung erhält die Hannover Rückversicherung AG für sämtliche aus dem Swap im Leistungsfall resultierenden Zahlungen eine Rückvergütung von der Muttergesellschaft des Zedenten. Da die Hannover Rückversicherung AG aus ihrer Geschäft sbeziehung mit der Zweckgesellschaft weder die Mehrheit der ökonomischen Risiken noch des Nutzens zieht, noch einen kontrollierenden Einfl uss ausübt, besteht für die Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspfl icht. Nach IAS 39 ist diese Transaktion als Finanzgarantie zum Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rückversicherung AG legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fi xen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der Zeitwert bei Erstansatz Null. Der Ansatz des Höchstwerts aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Die Rückvergütungsansprüche aus der Entschädigungsvereinbarung sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren.

Im Juli 2009 hat die Hannover Rückversicherung AG eine Katastrophenanleihe (Cat-Bond) emittiert, um Spitzenrisiken bei Naturkatastrophen durch europäische Winterstürme in den Kapitalmarkt zu transferieren. Der Cat-Bond in Höhe von nominal 150 Mio. EUR hat eine Laufzeit bis 31. März 2012 und wurde von Eurus II Ltd., einer auf den Cayman Islands ansässigen Zweckgesellschaft , bei institutionellen Investoren aus Europa und Nordamerika platziert. Die Hannover Rückversicherung AG übt keinen kontrollierenden Einfl uss über die Zweckgesellschaft aus. Unter IFRS ist diese Transaktion als Finanzinstrument zu bilanzieren.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 hat die Hannover Rückversicherung AG im Rahmen der "K6"-Transaktion weitere Zeichnungskapazität für Katastrophenrisiken am Kapitalmarkt beschafft . Bei dieser Verbriefung, die bei nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Investoren platziert wurde, handelt es sich um eine quotale Abgabe auf das weltweite Naturkatastrophengeschäft sowie Luft fahrt- und Transportrisiken. Das Volumen von "K6" wurde mehrmals aufgestockt und beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet 248 (249) Mio. EUR. Die Transaktion hat eine geplante Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011 bzw. bis zum 31. Dezember 2012/2013 für die in den Jahren 2010/2011 neu platzierten Anteile. Für diese Transaktion wird Kaith Re Ltd., eine auf Bermuda ansässige Zweckgesellschaft , genutzt.

Darüber hinaus nutzt die Hannover Rückversicherung AG die Zweckgesellschaft Kaith Re Ltd. für diverse Retrozessionen ihrer traditionellen Deckungen an institutionelle Investoren. Gemäß SIC-12 wird Kaith Re Ltd. in den Konzernabschluss einbezogen.

Retrozessionen und Insurance-Linked-Securities (ILS)

Im Verlauf des Jahres 2010 hat die Hannover Rückversicherung AG im Rahmen ihrer erweiterten Insurance-Linked Securities (ILS)-Aktivitäten eine Reihe sogenannter besicherter Frontingverträge gezeichnet, bei denen von Zedenten übernommene Risiken unter Nutzung von Zweckgesellschaft en an konzernfremde institutionelle Investoren abgegeben werden. Die Zielsetzung dieser Transaktion ist der direkte Transfer von Kundengeschäft . Bei diesen Strukturen besteht aufgrund des fehlenden kontrollierenden Einfl usses über die jeweils involvierten Zweckgesellschaft en seitens der Hannover Rückversicherung AG keine Konsolidierungspfl icht.

Eine wesentliche Transaktion ist "FacPool Re", mit der die Hannover Rückversicherung AG von September 2009 bis Januar 2011 ein Portfolio fakultativer Rückversicherungsrisiken in den Kapitalmarkt transferiert hat. Die Verträge, die sich inzwischen in der Abwicklung befi nden, wurden von einem konzernfremden Maklerhaus vermittelt, von der Hannover Rückversicherung AG gezeichnet und unter Nutzung eines Dienstleisters im Kapitalmarkt platziert. Die Transaktion "FacPool Re" setzt sich aus einer Quotenrückversicherung und zwei nichtproportionalen Rückversicherungsabgaben zusammen. An den Rückversicherungsabgaben innerhalb von "FacPool Re" ist eine Reihe von Zweckgesellschaft en beteiligt, an denen die Hannover Rückversicherung AG keine Anteile hält und aus deren Tätigkeiten sie über keine ihrer Geschäft sbeziehungen eine Mehrheit des ökonomischen Nutzens bzw. der Risiken zieht.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der operativen Gesellschaft en des Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc. (CIGI), Wilmington, an die Enstar Group Ltd., Hamilton/Bermuda, wurde ein Teilportfolio der CIGI an eine Zweckgesellschaft retrozediert. Da die Hannover Rückversicherung AG nicht der Hauptnutznießer der Zweckgesellschaft ist und weder mittelbare noch unmittelbare Kontrolle über diese ausübt, besteht keine Konsolidierungspfl icht für diese Zweckgesellschaft .

Assoziierte Unternehmen

Die HDI-Direktversicherung AG, Hannover, hat sich im Rahmen eines Konsortiums durch Zeichnung einer Kapitalerhöhung am 1. Juli 2011 und den Abschluss eines Aktienkauf- und Übertragungsvertrages am 15. Juli 2011 an der Aspect Online AG, Augsburg, mit 28 % beteiligt. Die Aspect Online AG ist die Betreiberin eines Online-Vergleichsportals für Versicherungs-, Energieund Finanzdienstleistungen aller Art. Im dritten Quartal 2011 haben wir diese Beteiligung erstmals als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden damit vier inländische und drei ausländische assoziierte Unternehmen at equity konsolidiert. Die Angaben verstehen sich ohne ausländische Teilkonzerne.

Gemeinschaft sunternehmen

Unverändert gegenüber dem Jahresabschluss 2010 wird die Credit Life International Services GmbH, Neuss, als Gemeinschaft sunternehmen quotal in den Konzernabschluss einbezogen.

V. Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode

Am 1. April 2011 (Erwerbszeitpunkt) hat die Talanx International AG (TINT), Hannover, 100 % der Saint Honoré Iberia SL, Madrid, Spanien, zu einem Kaufpreis von 34,6 Mio. USD erworben. Bezüglich der detaillierten Beteiligungsverhältnisse verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel IV "Konsolidierung" im Abschnitt "Konsolidierungskreis".

Mit gleichem Datum hat unsere chilenische Tochtergesellschaft Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile, 0,769 % der Zwischenholding Protecciones Esencial S.A. zu einem Kaufpreis von 152 TUSD sowie 1,229 % der argentinischen L'Union de Paris Cía. Argentina de Seguros S. A. zu einem Kaufpreis von 248 TUSD erworben. Insgesamt haben die beteiligten Talanx-Gesellschaft en umgerechnet 25 Mio. EUR für die vier Gesellschaft en gezahlt, und somit verfügt die TINT bei allen Gesellschaft en über 100 % der Stimmrechte.

In Argentinien betreibt die Gesellschaft schwerpunktmäßig Kraft fahrt- und Lebensversicherungsgeschäft (neben Transport, Feuer und Unfall), in Uruguay wird das Versicherungsgeschäft mit Schwerpunkt Transport und Kraft fahrt (neben Feuer und Unfall) betrieben. Beide Unternehmen arbeiten mit unabhängigen Maklern zusammen. Mit diesen Übernahmen soll die weitere Internationalisierung im Segment Privat- und Firmenversicherung International vorangetrieben werden. Der Konzern vergrößert mit den Übernahmen seine Präsenz in Lateinamerika und kann so die Chancen in den dortigen Märkten nutzen.

Aus dieser Transaktion ergab sich ein Geschäft s- oder Firmenwert in Höhe von 6 Mio. EUR, welcher sich u. a. aus der regionalen Erweiterung in Lateinamerika herleitet. Der Geschäft s- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Die zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptguppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträge nach IFRS stellen wir wie folgt dar, wobei wir die Angaben zulässigerweise nach IFRS 3.B65 zusammengefasst haben: Wir haben Vermögenswerte in Form von Kapitalanlagen (31 Mio. EUR), Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (15 Mio. EUR), Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (13 Mio. EUR), Zahlungsmittel (1 Mio. EUR), Aktive Steuerabgrenzung (1 Mio. EUR) und Sonstige Vermögenswerte (7 Mio. EUR) sowie Schulden in Form von versicherungstechnischen Rückstellungen (35 Mio. EUR), Anderen Rückstellungen (3 Mio. EUR), Verbindlichkeiten (8 Mio. EUR) und Passive Steuerabgrenzung (3 Mio. EUR) übernommen. In den übernommenen Vermögenswerten sind immaterielle und materielle Vermögenswerte von 9 Mio. EUR enthalten. Das Eigenkapital nach IFRS betrug zum Zeitpunkt des Erwerbs 19 Mio. EUR.

Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet.

Es wurden Eventualverbindlichkeiten in einem unwesentlichen Umfang (0,4 Mio. EUR) identifi ziert; bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Die gebuchte Bruttoprämie beträgt zum 30. September 2011 29 Mio. EUR. Sofern die Gesellschaft en zum 1. Januar 2011 einbezogen gewesen wären, würde sich die gebuchte Bruttoprämie auf 43 Mio. EUR belaufen. Das Ergebnis der Gesellschaft en vor Steuern stellte sich zum 30. September 2011 mit 2 Mio. EUR ein. Sofern der Erwerb zum 1. Januar 2011 stattgefunden hätte, würde es sich auf 3 Mio. EUR belaufen haben.

Am 27. April 2011 (Erwerbszeitpunkt) hat die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (HG-I), Hannover, 100 % der Anteile an dem niederländischen Sachversicherer Nassau Verzekering Maatschappij N. V. (Nassau), Rotterdam, zu einem Kaufpreis von 198 Mio. EUR erworben (Segment Industrieversicherung). Bei dem durch unsere Tochtergesellschaft übernommenen Versicherer handelt es sich um einen etablierten Nischenversicherer, der sich in den Niederlanden und darüber hinaus auf Spezialsparten wie Berufshaft pfl icht, D&O und Krisenmanagement spezialisiert hat. Endkunden sind mittelständische Unternehmen. Die Nassau hat Niederlassungen in Deutschland, Frankreich und Dänemark. Die erworbene Gesellschaft soll anschließend rückwirkend auf den 1. Januar 2011 auf den niederländischen Versicherer HDI Verzekeringen N. V. verschmolzen werden, der eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der HG-I ist. Der deutsche Versicherungsbestand – vorwiegend Vermögenschadenhaft pfl icht – wurde im Berichtszeitraum auf die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG (HG-FP), Hannover, übertragen.

Die erstmalige Bilanzierung im zweiten Quartal 2011 wurde auf Basis einer vorläufi gen Kaufpreisallokation vorgenommen, da insbesondere die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten und Steuerpositionen noch nicht abgeschlossen war.

Der im Rahmen dieser Transaktion vorläufi g erfasste Geschäft s- oder Firmenwert belief sich auf 121 Mio. EUR. Hiervon wurde aufgrund der geplanten Bestandsübertragung auf die HG-FP und der Anforderungen des Management Approaches aus IFRS 8 "Geschäft ssegmente" folgend, dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland ein Betrag in Höhe von 13 Mio. EUR im Rahmen der Erstkonsolidierung zugeordnet. Mit dem Erwerb der Nassau soll vor allem die weitere Internationalisierung im Segment Industrieversicherung vorangetrieben werden. Darüber hinaus leitet sich der Geschäft s- oder Firmenwert aus den erwarteten Synergieeff ekten durch die Zusammenführung von Geschäft sprozessen bei unseren niederländischen Tochtergesellschaft en ab. Der Geschäft s- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Die zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptguppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträge nach IFRS stellten sich auf vorläufi ger Basis wie folgt dar: Wir haben Vermögenswerte in Form von Kapitalanlagen (75 Mio. EUR), Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (38 Mio. EUR), Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (42 Mio. EUR), Zahlungsmittel (77 Mio. EUR), Sonstige Vermögenswerte (9 Mio. EUR) sowie Schulden in Form von versicherungstechnischen Rückstellungen (143 Mio. EUR), Andere Rückstellungen (6 Mio. EUR), Verbindlichkeiten (13 Mio. EUR) und Passive Steuerabgrenzung (2 Mio. EUR) übernommen. In den übernommenen Vermögenswerten sind materielle Vermögenswerte von 6 Mio. EUR enthalten. Das Eigenkapital nach IFRS betrug zum Zeitpunkt des Erwerbs 77 Mio. EUR.

Die erworbenen Forderungen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und entfallen mit 34 Mio. EUR auf Forderungen gegen Versicherungsvermittler und mit 4 Mio. EUR auf Forderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Geschäft . Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet.

Nach Fertigstellung der Kaufpreisallokation in der Berichtsperiode haben wir die vorläufi gen Werte auf den Erwerbstag erfolgsneutral gegen den Geschäft s- oder Firmenwert angepasst. Die Berichtigungen betreff en im Wesentlichen den Ansatz von immateriellen Werten in Höhe von 23 Mio. EUR, die Erhöhung der passiven latenten Steuern um 6 Mio. EUR sowie der Erhöhung des Eigenkapitals um 17 Mio. EUR. Der Geschäft s- oder Firmenwert vermindert sich demzufolge insgesamt um 17 Mio. EUR und entfällt mit 11 Mio. EUR auf das Segment Privat und Firmenversicherung Deutschland und mit 93 Mio. EUR auf das Segment Industrieversicherung. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich aus Sonstigen immateriellen Vermögenswerten (16 Mio. EUR) sowie Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (PVFP) von 7 Mio. EUR. zusammen. Das Eigenkapital nach IFRS beträgt nach den Anpassungen 94 Mio. EUR.

Es wurden keine Eventualverbindlichkeiten, bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separaten Transaktionen im Sinne von IFRS 3 bilanziert. Die gebuchte Bruttoprämie betrug zum 30. September 2011 27 Mio. EUR. Sofern die Gesellschaft zum 1. Januar 2011 einbezogen gewesen wäre, würde sich die gebuchte Bruttoprämie auf 98 Mio. EUR belaufen. Das Ergebnis vor Steuern der Gesellschaft stellte sich zum 30. September 2011 mit –0,4 Mio. EUR ein. Sofern der Erwerb zum 1. Januar 2011 stattgefunden hätte, würde es sich auf 4 Mio. EUR belaufen haben.

Die Funis GmbH & Co. KG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hannover Rückversicherung AG, hat mit Wirkung zum 18. August 2011 rund 75 % der Anteile an der Integra Insurance Solutions Ltd. zu einem Kaufpreis von 7,5 Mio. GBP erworben. Anschaff ungsnebenkosten in Höhe von 0,1 Mio. EUR wurden ergebniswirksam als Sonstige Aufwendungen erfasst. Die Integra vermittelt als Agentur Versicherungsgeschäft an die International Insurance Company of Hannover Ltd., die ebenfalls eine Gesellschaft des Hannover Rück-Konzerns ist. Darüber hinaus wurde eine bedingte Kaufpreiszahlung in Höhe von maximal 11,3 Mio. GBP vereinbart, die im Wesentlichen vom Volumen und von der Profi tabilität des von der Integra bis 2014 akquirierten Geschäft s abhängig ist. Auf Basis des wahrscheinlichen Geschäft sverlaufs beträgt der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreiszahlungen zum Erwerbszeitpunkt rund 5,1 Mio. GBP und erhöht somit den im Rahmen der Erstkonsolidierung entstehenden Unterschiedsbetrag.

Das erworbene Eigenkapital der Integra betrug 0,1 Mio. GBP. Das Vermögen der Gesellschaft setzt sich überwiegend aus Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten zusammen. Im Rahmen der Kaufpreisallokation ergaben sich weder aus der Bewertung des übernommenen Vermögens Eff ekte, noch konnten bislang nicht bilanzierte immaterielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten identifi ziert werden. Daher wurde der im Rahmen der Erstkonsolidierung entstehende Unterschiedsbetrag in Höhe von 12,6 Mio. GBP vollständig als Geschäft s- oder Firmenwert ausgewiesen. Integra erwirtschaft ete im Zeitraum der Konzern zugehörigkeit ein positives Ergebnis nach Steuern von 0,1 Mio. GBP.

VI. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Aus der Veräußerung von Liegenschaft en der HDI-Gerling Lebensversicherung AG (Gesamtbuchwert 50 Mio. EUR) im zweiten Quartal 2011, die wir im Rahmen der Berichterstattung zum 31. März 2011 bereits als "zur Veräußerung gehalten" bilanziert hatten, stellt sich ein Abgangsgewinn von 9 Mio. EUR ein. Die Gesellschaft ist dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland zugeordnet. Darüber hinaus hat die Gesellschaft im dritten Quartal 2011 aus der Veräußerung weiterer Liegenschaft en in Köln mit Buchwerten von 6 Mio. EUR, die wir im Rahmen der Berichterstattung zum 30. Juni 2011 bereits als "zur Veräußerung gehalten" bilanziert hatten, einen Abgangsgewinn von 4 Mio. EUR erzielt.

Die mit Vertrag vom 29. März 2011 von der Talanx Deutschland AG, Hannover, veräußerte Clarus AG, Wiesbaden, welche wir im ersten Quartal 2011 als Veräußerungsgruppe bewertet und ausgewiesen haben, wurde im zweiten Quartal 2011 entkonsolidiert. Weitere Informationen sind im Kapitel IV "Konsolidierung", Abschnitt "Konsolidierungskreis" erläutert.

Die Hannover Rückversicherung AG hat am 21. Dezember 2010 Einigung über den Verkauf der operativen Gesellschaft en ihres amerikanischen Teilkonzerns Clarendon Insurance Group, Inc. (CIGI), Wilmington, an die Enstar Group Ltd., Hamilton/ Bermuda, erzielt, eine auf die Abwicklung von Versicherungsgeschäft spezialisierte Gesellschaft . Die zuständigen Aufsichtsbehörden erteilten ihre Zustimmung zu der Transaktion am 8. Juli 2011. Somit konnten der Vollzug der Transaktion und die Entkonsolidierung der CIGI zum 12. Juli 2011 erfolgen. Die Anteile an der CIGI in Höhe von 100 % hält die Hannover Rückversicherung AG mittelbar über die Zwischenholding Hannover Finance, Inc. (HFI), Wilmington, die ebenfalls zu 100 % in den Konzernabschluss einbezogen wird. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 219 Mio. USD.

Die Tochtergesellschaft en der CIGI stellten gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäft sbereiche" eine Veräußerungsgruppe dar, die zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten war. Die Bewertung der Veräußerungsgruppe führte im laufenden Geschäft sjahr zu einem Ertrag in Höhe von 8 Mio. EUR. Der Ertrag wurde im Übrigen Ergebnis ausgewiesen.

Die sich aus der Währungsumrechnung der zur Veräußerungsgruppe zugehörigen Vermögenswerte und Schulden ergebenden kumulierten, nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile in Höhe von –23 (31. Dezember 2010: –29) Mio. EUR wurden erst im Rahmen der Entkonsolidierung realisiert. Zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung wurden Ergebnisse aus der Bewertung von fi nanziellen Vermögenswerten des dispositiven Bestandes in Höhe von 5 (31. Dezember 2010: 3) Mio. EUR realisiert.

Im Einklang mit IFRS 5 wurden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe jeweils in einer Bilanzposition getrennt von den fortgeführten Geschäft sbereichen ausgewiesen. Geschäft svorfälle zwischen der Veräußerungsgruppe und den fortgeführten Geschäft sbereichen des Konzerns wurden in Übereinstimmung mit IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" weiterhin vollständig eliminiert.

In der folgenden Tabelle werden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe dargestellt und in deren wesentliche Komponenten untergliedert.

30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Aktiva
Kapitalanlagen 577 643
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 16 27
Anteile der Rückversicherer an der Rückstellung für
noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 783 831
Abrechnungsforderungen 4 17
Sonstige Vermögenswerte 16 11
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 1.396 1.529
Passiva
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 1.206 1.310
Depotverbindlichkeiten 18 27
Abrechnungsverbindlichkeiten 11 17
Andere Verbindlichkeiten 21 27
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung
bestimmten Vermögenswerten 1.256 1.381

HDI-Gerling Industrie Versicherung AG (Segment: Industrieversicherung) sowie HDI-Gerling Lebensversicherung AG (Segment: Privat- und Firmenversicherung Deutschland) haben im dritten Quartal 2011 Liegenschaft en in Köln mit Buchwerten von 2 Mio. EUR bzw. in Krefeld mit Buchwerten von 5 Mio EUR als zur "Veräußerung gehalten" klassifi ziert. Wegen einer schlechteren Mietsituation sowie hohem Verwaltungsaufwand wurden diese Immobilien mit notariellen Verträgen vom 27. bzw. 26. September 2011 zum Preis von 2 bzw. 4 Mio. EUR veräußert. Der wirtschaft liche Übergang soll am 1. Dezember 2011 bzw. 1. November 2011 erfolgen.

Mit notariellem Vertrag vom 5. Mai 2011 haben die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG (HG-FP), Hannover, sowie die Talanx Deutschland AG (TD), Hannover, sämtliche Anteile an der HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG ( HG-RS), Hannover, sowie der HDI-Gerling Rechtsschutz Schadenregulierungs-GmbH (HG-RSG), Hannover, zum Kaufpreis von 36 Mio. EUR bzw. 100 TEUR an die ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG, Köln, veräußert. Die Anteile an der HG-RS werden von der HG-FP, die Anteile der HG-RSG von der TD gehalten. Die beiden veräußerten Gesellschaft en sind dem Segment Privat- und Firmen versicherung Deutschland zugeordnet. Der Vollzug der Transaktion fand am 1. Oktober 2011 statt, sodass die Entkon solidierung im vierten Quartal 2011 erfolgt.

Die beiden Gesellschaft en stellen zum Stichtag jeweils gemäß IFRS 5 eine Veräußerungsgruppe dar, die zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten ist. Im Rahmen der Bewertung der HG-RSG resultiert im Berichtsjahr durch die Bildung einer Rückstellung ein Bewertungsaufwand in Höhe von 0,3 Mio. EUR. Die entsprechenden Aufwendungen sind im Übrigen Ergebnis ausgewiesen. Die Vermögenswerte der als Veräußerungsgruppe klassifi zierten Gesellschaft entfallen mit 1 Mio. EUR auf laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand. Die Schulden entfallen mit 1 Mio. EUR auf die Anderen Rückstellungen.

Die zum 30. September 2011 aufgelaufenen, direkt im Eigenkapital erfassten Gewinne der Veräußerungsgruppe (HG-RS) betragen 1 Mio. EUR. Bei der HG-RSG wurden keine Beträge erfasst.

Im Einklang mit IFRS 5 weisen wir die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe jeweils in einer Bilanzposition getrennt von den fortgeführten Geschäft sbereichen aus. Geschäft svorfälle zwischen der Veräußerungsgruppe und den fortgeführten Geschäft sbereichen des Konzerns werden in Übereinstimmung mit IAS 27 weiterhin vollständig eliminiert.

In der folgenden Tabelle werden die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe (HG-RS) dargestellt und in deren wesentliche Komponenten untergliedert.

30.9.2011
Mio. EUR
Aktiva
Kapitalanlagen 121
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 2
Abgegrenzte Abschlusskosten 3
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 12
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 138
Passiva
Versicherungstechnische Rückstellungen 112
Andere Rückstellungen 5
Übrige Verbindlichkeiten 2
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten 119

Darüber hinaus prüfen wir derzeit die Veräußerbarkeit von unserem 100-prozentigen Tochterunternehmen PARTNER OFFICE AG, Köln, (Segment: Privat- und Firmenversicherung Deutschland). Sämtliche Anteile werden von der HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Hannover, gehalten. Da die Voraussetzungen nach IFRS 5 zum Abschlussstichtag nicht vollumfänglich erfüllt waren, ist ein separater Ausweis als "zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" zum 30. September 2011 unterblieben.

VII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz

Die wesentlichen Posten der Konzernbilanz setzen sich wie folgt zusammen:

(1) Immaterielle Vermögenswerte

30.9.2011 31.12.2010 1)
Mio. EUR
a. Geschäfts- oder Firmenwert 700 589
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.510 1.583
davon:
Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte 1.323 1.400
Software 128 143
Übrige 59 40
Gesamt 2.210 2.172

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Der Anstieg des Geschäft s- oder Firmenwertes um 111 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus den im Berichtszeitraum bilanzierten Unternehmenserwerben in den Segmenten Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland und Privat- und Firmenversicherung International. Wir verweisen auf unsere Darstellung in Kapitel V "Unternehmenszusammenschlüsse in der Berichtsperiode".

Die "Versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte" (= PVFP) bei den Lebenserstversicherungsunternehmen resultieren vor allem aus den im Jahr 2006 erworbenen Versicherungsbeständen der vormaligen Gerling-Gruppe (775 Mio. EUR), aus den im Jahr 2007 gekauft en Vertragsbeständen der BHW Lebensversicherung AG (265 Mio. EUR) und der PB Lebensversicherung AG (55 Mio. EUR) sowie aus der neue leben Lebensversicherung AG (97 Mio. EUR). Darüber hinaus entfallen auf die Hannover Life Reassurance (Ireland) Ltd. ein Betrag von 96 Mio. EUR (Segment: Personen-Rückversicherung) sowie auf die Nassau Verzekering Maatschaij N. V. (Niederlande) ein Betrag von 7 Mio. EUR aus dem im Jahr 2011 erworbenen Versicherungs bestand.

Der PVFP setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuer gebildet wird, und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen und wird aktiviert, um die Belastung des Konzerneigenkapitals nach IFRS beim Erwerb eines Versicherungsbestandes gleichmäßig entsprechend der Amortisation über die zukünft igen Perioden zu verteilen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künft igen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaft en, die ihre Versicherungsnehmer verpfl ichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert.

PVFP Lebenserstversicherungsgesellschaften 30.9.2011 31.12.2010 1)
Mio. EUR
Aktionärsanteil 679 720
Versicherungsnehmeranteil 543 583
Gesamt 1.222 1.303

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Die Amortisation der versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte von insgesamt 81 (30. September 2010: 180) Mio. EUR entfällt mit 44 (30. September 2010: 104) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 37 (30. September 2010: 76) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil und betrifft nahezu vollständig das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Amortisation auf den Aktionärsanteil weisen wir in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen" aus.

(2) Darlehen und Forderungen

Fortgeführte
Unrealisierte
An schaffungskosten
Zeitwerte
Gewinne/Verluste
30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Hypothekendarlehen 1.138 1.239 126 106 1.264 1.345
Darlehen und Voraus zahlungen auf
Versicherungs scheine
197 200 197 200
Darlehen und Forderungen an staat
liche oder quasistaatliche Schuldner 1)
10.366 9.728 853 304 11.219 10.032
Unternehmensanleihen 6.818 7.342 226 97 7.044 7.439
Hypothekarisch/dinglich gesicherte
Schuld verschreibungen
14.273 13.491 1.213 341 15.486 13.832
Genussscheindarlehen 334 343 –21 –6 313 337
Gesamt 33.126 32.343 2.397 842 35.523 33.185

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 2.054 (2.114) Mio. EUR enthalten,

die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 14.249 (13.464) Mio. EUR enthalten; das entspricht 99 (99) %.

(3) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente

Fortgeführte
An schaffungskosten
Unrealisierte
Gewinne/Verluste
Zeitwerte
30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 389 438 22 13 411 451
Schuldtitel der US-Regierung 383 386 44 45 427 431
Schuldtitel anderer
ausländischer Staaten
30 11 1 1 31 12
Schuldtitel quasistaatlicher
Institutionen 1)
577 726 39 34 616 760
Schuldtitel von Unternehmen 493 429 7 18 500 447
Hypothekarisch/ dinglich gesicherte
Schuld verschreibungen
990 1.009 46 44 1.036 1.053
Gesamt 2.862 2.999 159 155 3.021 3.154

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 106 (191) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 978 (998) Mio. EUR enthalten; das entspricht 99 (99) %.

(4) Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente

Fortgeführte
An schaffungskosten
Unrealisierte
Gewinne/Verluste
Zeitwerte
30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 4.185 4.719 55 –65 4.240 4.654
Schuldtitel der US-Regierung 1.874 2.059 78 66 1.952 2.125
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 1.086 950 31 14 1.117 964
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 1) 5.063 5.165 242 98 5.305 5.263
Schuldtitel von Unternehmen 11.483 9.538 75 115 11.558 9.653
Investmentfonds 648 640 5 –3 653 637
Hypothekarisch/dinglich gesicherte
Schuld verschreibungen
5.663 4.742 130 80 5.793 4.822
Genussscheine 178 210 1 2 179 212
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 30.180 28.023 617 307 30.797 28.330
Aktien 410 926 134 250 544 1.176
Investmentfonds 804 1.035 33 58 837 1.093
Genussscheine 36 36 36 36
Andere Wertpapiere
Nicht festverzinsliche Wertpapiere gesamt 1.250 1.997 167 308 1.417 2.305
Gesamt 31.430 30.020 784 615 32.214 30.635

1) In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 2.629 (3.039) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 5.235 (4.220) Mio. EUR enthalten; das entspricht 90 (88) %.

(5) Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 5 14
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 118 34
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 50 97
Schuldtitel von Unternehmen 332 467
Investmentfonds 80 30
Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 79 230
Genussscheine 89 102
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 753 974
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 18 15
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete klassifizierte Finanzinstrumente gesamt 771 989
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 2 3
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 16 49
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 5 9
Schuldtitel von Unternehmen 10 7
Andere Wertpapiere 1 1
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 34 69
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 89 83
Derivate 48 80
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente gesamt 171 232
Gesamt 942 1.221

In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 11 (121) Mio. EUR enthalten; das entspricht 14 (53) %.

(6) Eigenkapital

Das Eigenkapital wird entsprechend IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und IAS 32 "Finanzinstrumente: Angaben und Darstellung" in Verbindung mit IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" als eigenständiger Bestandteil des Konzernabschlusses dargestellt. Die Eigenkapitalveränderung resultiert aus dem sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergebenden Periodenüberschuss sowie aus den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Vermögens- und Schuldposten.

Das Grundkapital der Talanx AG beträgt unverändert 260 Mio. EUR und ist in 260.000 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzerneigenkapitals".

Es besteht ein bedingtes Kapital in Höhe von bis zu 26 Mio. EUR, eingeteilt in bis zu 26.000 Stückaktien. Der Vorstand wurde durch Hauptversammlungsbeschluss vom 15. November 2010 ermächtigt, dieses bis zum 14. November 2015 auszugeben bzw. zu garantieren. Mit Wirkung vom 6. April 2011 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG Kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien für Inhaber von Wandelschuldverschreibungen.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen 300 225
Anteil am Periodenergebnis 237 450
Übriges Eigenkapital 2.597 2.360
Gesamt 3.134 3.035

Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschaft er am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaft en am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns.

(7) Nachrangige Verbindlichkeiten

Nominal
betrag Verzinsung Fälligkeit Rating 30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
fest (5 %), dann 2005/ohne
Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 500 variabel verzinslich Endfälligkeit (a; A) 3) 487 484
fest (5,75 %), dann
Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 500 variabel verzinslich 2010/2040 (a; A) 3) 500 500
fest (5,75 %), dann
Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 750 variabel verzinslich 2004/2024 (a; A) 3) 747 747
fest (6,25 %), dann
Hannover Finance (Luxembourg) S. A.1) variabel verzinslich 2001/2031 (a; A) 3) 138
fest (7 %), dann
HDI-Gerling Industrie Versicherung AG 250 variabel verzinslich 2004/2024 (bbb+; A–) 3) 262 265
2005/ohne
HDI-Gerling Lebensversicherung AG 110 fest (6,75 %) Endfälligkeit (—; A–) 3) 114 115
fest, dann variabel 2010/ohne
Talanx AG 300 verzinslich Endfälligkeit (—; BBB) 3) 300 300
Talanx Finanz 2) 218 fest (4,5 %) 2005/2025 (bbb; BBB) 3) 218 242
Gesamt 2.628 2.791

1) Im ersten Quartal 2011 hat die Emittentin ihre Call-Option ausgeübt und das ausstehende Volumen der Anleihe vollständig zurückgezahlt 2) Im ersten Quartal 2011 haben Konzerngesellschaft en Anleihen im Nominalwert von 24 Mio. EUR erworben;

das ausstehende Volumen wurde entsprechend gemindert

3) (Debt Rating A.M. Best; Debt Rating S&P)

(8) Versicherungstechnische Rückstellungen

30.9.2011 31.12.2010 1)
Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
6.332 560 5.772 5.411 406 5.005
44.185 915 43.270 42.466 977 41.489
30.529 4.905 25.624 28.538 4.073 24.465
1.078 1 1.077 845 1 844
274 –78 352 250 –84 334
82.398 6.303 76.095 77.510 5.373 72.137

1) Angepasst aufgrund IAS 8

Von den versicherungstechnischen Rückstellungen, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, in Höhe von 5.924 (6.414) Mio. EUR entfallen 159 (150) Mio. EUR auf die Rückversicherer.

VIII. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die wesentlichen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich folgendermaßen zusammen:

(9) Verdiente Prämien für eigene Rechnung

Wir weisen unter den gebuchten Bruttoprämien auch die Sparanteile der Prämien für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungsverträge aus. Aus den verdienten Prämien für eigene Rechnung wurden diese Sparanteile eliminiert.

Industrie Privat- und
Firmen
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Schaden
Rück
Personen
Rück
Konzern
1.1.–30.9.2011 1) versicherung Deutschland International versicherung versicherung funktionen Summe
Mio. EUR
Gebuchte Prämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener
Lebens- und Rentenversicherung
2.537 4.962 1.774 4.913 3.657 17.843
Sparbeiträge aus fonds
gebundener Lebens- und
Rentenversicherung 642 182 824
Gebuchte Rückversicherungs
prämien
1.083 127 76 490 307 2.083
Veränderung der Brutto
prämien überträge
–228 –273 –82 –359 –17 –959
Anteile der Rückversicherer an
der Veränderung der Brutto
prämien überträge
–90 3 5 –53 –2 –137
Verdiente Prämien für eigene
Rechnung
1.316 3.917 1.429 4.117 3.335 14.114

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

Privat- und
Firmen
Privat- und
Firmen
Schaden Personen
1.1.–30.9.2010 1) Industrie
versicherung
versicherung
Deutschland
versicherung
International
Rück
versicherung
Rück
versicherung
Konzern
funktionen
Summe
Mio. EUR
Gebuchte Prämien einschließlich
Prämien aus fondsgebundener
Lebens- und Rentenversicherung
2.512 5.051 1.651 4.528 3.513 17.255
Sparbeiträge aus fonds
gebundener Lebens- und
Rentenversicherung
680 141 821
Gebuchte Rückversicherungs
prämien
1.076 219 68 448 308 2.119
Veränderung der Brutto
prämien überträge
–211 –97 97 –365 –11 –587
Anteile der Rückversicherer an
der Veränderung der Brutto
prämien überträge
–80 –18 31 –73 –2 –142
Verdiente Prämien für eigene
Rechnung
1.305 4.073 1.508 3.788 3.196 13.870

(10) Kapitalanlageergebnis

Privat- und Privat- und
Industrie Firmen
versicherung
Firmen
versicherung
Schaden
Rück
Personen
Rück
Konzern
1.1.–30.9.2011 1) versicherung Deutschland Inter national versicherung versicherung funktionen Summe
Mio. EUR
Erträge aus Grundstücken 4 29 1 27 61
Dividenden 2) 6 17 1 9 14 47
Laufende Zinserträge 153 1.133 108 485 154 4 2.037
Sonstige Erträge 3 9 32 1 45
Ordentliche Kapitalanlageerträge 166 1.188 110 553 155 18 2.190
Erträge aus Zuschreibungen 2 17 1 17 37
Realisierte Gewinne aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 32 140 24 167 27 390
Unrealisierte Gewinne
aus Kapitalanlagen 23 18 9 16 66
Kapitalanlageerträge 200 1.368 153 746 198 18 2.683
Realisierte Verluste aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 21 81 6 76 5 189
Unrealisierte Verluste
aus Kapitalanlagen 3 21 13 23 72 1 133
Summe 24 102 19 99 77 1 322
Abschreibungen auf
fremdgenutzte Grundstücke
planmäßig 1 5 6 12
außerplanmäßig 1 13 14
Abschreibungen auf
Dividendentitel 16 45 15 1 5 82
Abschreibungen auf
festverzinsliche Wertpapiere 6 5 1 5 17
Abschreibungen auf
sonstige Kapitalanlagen 1 6 9 16
Aufwendungen für die
Verwaltung von Kapitalanlagen 3) 4 6 1 11 2 34 58
Sonstige Aufwendungen 2 8 2 17 2 4 35
Sonstige Kapital anlage
aufwendungen/Abschreibungen 31 88 19 49 4 43 234
Kapital anlage aufwendungen 55 190 38 148 81 44 556
Kapital anlageergebnis aus
selbst verwalteten Kapitalanlagen 145 1.178 115 598 117 –26 2.127
Depotzinserträge 2 2 15 317 336
Depotzinsaufwendungen 1 17 5 88 111
Depotzinsergebnis 1 –15 10 229 225
Kapitalanlageergebnis 146 1.163 115 608 346 –26 2.352

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

2) Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen beträgt 4 (1) Mio. EUR und wird unter den Dividenden ausgewiesen

3) Die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzerneigenen Kapitalanlagen werden ab dem Berichtszeitraum unter den

Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst (34 Mio. EUR)

Die in der Berichtsperiode vorgenommenen Verschiebungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie, die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten zugrunde gelegt werden, sowie Änderungen bei der Einstufung fi nanzieller Vermögenswerte waren von unwesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Privat- und Privat- und
Industrie Firmen
versicherung
Firmen
versicherung
Schaden
Rück
Personen
Rück
Konzern
1.1.–30.9.2010 1) versicherung Deutschland Inter national versicherung versicherung funktionen Summe
Mio. EUR
Erträge aus Grundstücken 4 36 1 22 63
Dividenden 2) 8 19 3 4 6 40
Laufende Zinserträge 156 1.090 90 476 139 2 1.953
Sonstige Erträge 2 9 5 2 1 19
Ordentliche Kapitalanlageerträge 170 1.154 94 507 141 9 2.075
Erträge aus Zuschreibungen 10 14 24
Realisierte Gewinne aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 14 164 21 172 31 402
Unrealisierte Gewinne
aus Kapitalanlagen 2 49 18 9 6 84
Kapitalanlageerträge 186 1.377 133 702 178 9 2.585
Realisierte Verluste aus dem
Abgang von Kapitalanlagen 9 20 2 40 7 78
Unrealisierte Verluste
aus Kapitalanlagen 9 5 98 11 123
Summe 9 29 7 138 18 201
Abschreibungen auf
fremdgenutzte Grundstücke
planmäßig 1 5 5 11
außerplanmäßig 4 4
Abschreibungen auf
Dividendentitel 2 23 5 1 6 37
Abschreibungen auf
festverzinsliche Wertpapiere 9 8 17
Abschreibungen auf
sonstige Kapitalanlagen 2 13 6 21
Aufwendungen für die
Verwaltung von Kapitalanlagen 3) 1 10 1 8 1 34 55
Sonstige Aufwendungen 2 10 1 16 1 2 32
Sonstige Kapital anlage
aufwendungen/Abschreibungen 8 74 7 44 2 42 177
Kapital anlage aufwendungen 17 103 14 182 20 42 378
Kapital anlageergebnis aus
selbst verwalteten Kapitalanlagen 169 1.274 119 520 158 −33 2.207
Depotzinserträge 15 263 278
Depotzinsaufwendungen 18 8 55 81
Depotzinsergebnis –18 7 208 197
Kapitalanlageergebnis 169 1.256 119 527 366 –33 2.404

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

2) Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen beträgt 4 (1) Mio. EUR und wird unter den Dividenden ausgewiesen

3) Die Aufwendungen für die Verwaltung von nicht konzerneigenen Kapitalanlagen werden ab dem Berichtszeitraum unter den

Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst (34 Mio. EUR)

Von den außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 129 Mio. EUR entfallen 82 Mio. EUR auf Aktien sowie 12 Mio. EUR auf privates Beteiligungskapital. Die Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 17 Mio. EUR wurden größtenteils bei strukturierten Papieren (9 Mio. EUR) sowie Darlehen und Forderungen (8 Mio. EUR) vorgenommen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene Kapitalanlagen in Höhe von 37 Mio. EUR, die im Wesentlichen mit 13 Mio. EUR auf Immobilien und mit 17 Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere entfi elen.

Zum Bilanzstichtag befanden sich darüber hinaus keine überfälligen, nicht wertberichtigten Wertpapiere im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden.

(11) Ergebnis aus Kapitalanlagen nach Anlagearten

30.9.2011 30.9.2010
Mio. EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 4 2
Darlehen und Forderungen 1.032 1.055
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 101 95
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 972 954
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente –19 100
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete klassifi zierte Finanz instrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 33 68
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente 1
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente
Festverzinsliche Finanzinstrumente 2 5
Nicht festverzinsliche Finanzinstrumente –1 1
Derivate 12 41
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente 103 15
Sonstige 1) –19 –43
Summe der selbstverwalteten Kapitalanlagen 2.220 2.294
Depotforderungen/Depotverbindlichkeiten 225 197
Gesamt 2.445 2.491

1) Zur Überleitung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in der Position "Sonstige" die Gewinne aus fr emdgenutzten Grundstücken, assoziierten Unternehmen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten – soweit negative Marktwerte – zusammengefasst. Sicherungsderivate im Rahmen von Hedge Accounting sind, sofern sie keine Absicherungsgeschäft e im Bereich der Kapitalanlagen betreff en, in der Aufstellung nicht enthalten

Unter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen in Höhe von 58 (55) Mio. EUR und der Sonstigen Aufwendungen in Höhe von 35 (32) Mio. EUR beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 2.352 (2.404) Mio. EUR.

(12) Aufwendungen für Versicherungsleistungen

Privat- und
Firmen
Privat- und
Firmen
Schaden Personen
Industrie versicherung versicherung Rück Rück Konzern
1.1.–30.9.2011 1) versicherung Deutschland International versicherung versicherung funktionen Summe
Mio. EUR
Brutto
Schadenzahlungen 1.617 2.788 970 2.369 2.435 10.179
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle 202 –39 75 1.744 181 2.163
Veränderung der
Deckungsrückstellung 870 37 453 1.360
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 3 470 9 482
Summe 1.822 4.089 1.091 4.113 3.069 14.184
Anteil der Rückversicherer
Schadenzahlungen 617 200 22 276 224 1.339
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle 322 –76 7 482 –12 723
Veränderung der
Deckungsrückstellung –41 –2 –43
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 1 6 7
Summe 940 83 35 758 210 2.026
Netto
Schadenzahlungen 1.000 2.588 948 2.093 2.211 8.840
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle –120 37 68 1.262 193 1.440
Veränderung der
Deckungsrückstellung 911 37 455 1.403
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 2 470 3 475
Summe 882 4.006 1.056 3.355 2.859 12.158
Privat- und Privat- und
Firmen Firmen Schaden Personen
Industrie versicherung versicherung Rück Rück Konzern
1.1.–30.9.2010 1) versicherung Deutschland International versicherung versicherung funktionen Summe
Mio. EUR
Brutto
Schadenzahlungen 1.514 2.566 799 2.523 2.203 9.605
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle –21 –11 93 594 256 –5 906
Veränderung der
Deckungsrückstellung 1.137 239 484 1.860
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 3 654 7 664
Summe 1.496 4.346 1.138 3.117 2.943 –5 13.035
Anteil der Rückversicherer
Schadenzahlungen 591 99 20 312 201 1.223
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle –27 66 2 –53 8 –4
Veränderung der
Deckungsrückstellung –45 29 –16
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 1 2 3
Summe 565 120 24 259 238 1.206
Netto
Schadenzahlungen 923 2.467 779 2.211 2.002 8.382
Veränderung der Rückstellung
für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle 6 –77 91 647 248 –5 910
Veränderung der
Deckungsrückstellung 1.182 239 455 1.876
Aufwendungen für
Beitragsrückerstattung 2 654 5 661
Summe 931 4.226 1.114 2.858 2.705 –5 11.829

(13) Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen

Industrie Privat- und
Firmen
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Schaden
Rück
Personen
Rück
1.1.–30.9.2011 1) versicherung Deutschland International versicherung versicherung Summe
Mio. EUR
Brutto
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 283 756 298 1.063 658 3.058
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –22 –127 –11 –86 –32 –278
Verwaltungsaufwendungen 172 221 102 121 95 711
Summe 433 850 389 1.098 721 3.491
Anteil der Rückversicherer
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 166 25 13 52 2 258
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –16 7 11 –2 45 45
Summe 150 32 24 50 47 303
Netto
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 117 731 285 1.011 656 2.800
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –6 –134 –22 –84 –77 –323
Verwaltungsaufwendungen 172 221 102 121 95 711
Summe 283 818 365 1.048 674 3.188

1) Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäft svorfälle

Industrie Privat- und
Firmen
versicherung
Privat- und
Firmen
versicherung
Schaden
Rück
Personen
Rück
1.1.–30.9.2010 1) versicherung Deutschland International versicherung versicherung Summe
Mio. EUR
Brutto
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 290 713 272 947 616 2.838
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –58 35 227 –38 20 186
Verwaltungsaufwendungen 164 284 85 119 85 737
Summe 396 1.032 584 1.028 721 3.761
Anteil der Rückversicherer
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 165 60 21 71 40 357
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –30 24 38 –5 33 60
Summe 135 84 59 66 73 417
Netto
Abschlussaufwendungen (Zahlungen) 125 653 251 876 576 2.481
Veränderung der aktivierten
Abschlusskosten –28 11 189 –33 –13 126
Verwaltungsaufwendungen 164 284 85 119 85 737
Summe 261 948 525 962 648 3.344

(14) Ertragsteuern

Auf der Grundlage eines Urteils des Bundesfi nanzhofs im Oktober 2010 zur Hinzurechnungsbesteuerung von Kapitaleinkünft en der in Irland ansässigen Rückversicherungstochtergesellschaft en des Konzerns gemäß Außensteuergesetz wurden im ersten Quartal für frühere Jahre bereits gezahlte Steuern zu großen Teilen rückerstattet. Bescheide über die Hinzurechnung für die Gesellschaft en Hannover Reinsurance (Ireland) Ltd. und Hannover Life Reassurance (Ireland) Ltd. wurden durch Aufh ebungsbescheide vom 8. Februar 2011 bzw. 31. März 2011 gegenstandslos. Körperschaft steuerliche Folgebescheide für die Hannover Rück AG und die E+S Rück AG sind im Berichtszeitraum ergangen. Die gewerbesteuerlichen Auswirkungen wurden durch den Organträger HDI Haft pfl ichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. ebenfalls im dritten Quartal 2011 ausgeglichen. Insgesamt resultierte aus der Rückerstattung von Steuern und Zinsen im Berichtszeitraum eine Konzernergebniserhöhung in Höhe von 64 Mio. EUR nach Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschaft er am Eigenkapital.

IX. Sonstige Angaben

Mitarbeiterzahl

Die Zahl der im Durchschnitt der Berichtsperiode beschäft igten Mitarbeiter verteilt sich auf:

30.9.2011 31.12.2010
Industrieversicherung 2.664 2.441
Privat- und Firmenversicherung Deutschland 5.970 6.792
Privat- und Firmenversicherung International 5.006 4.746
Rückversicherungsunternehmen 2.208 2.130
Konzernfunktionen 2.116 1.671
Gesamt ohne Auszubildende 17.964 17.780
Auszubildende 458 442
Gesamt 18.422 18.222

Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 17.149 (16.874) Mitarbeiter für den Talanx-Konzern tätig; die Angabe bezieht sich auf Mitarbeiter kapazitäten.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen gehören im Talanx-Konzern der HDI Haft pfl ichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.), der unmittelbar sämtliche Anteile an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaft en, zu denen in erster Linie die Tochtergesellschaft en zählen, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen, die at equity bewertet wurden. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahestehenden Unternehmen erbringen.

Geschäft svorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Geschäft sbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich im Verlauf des Geschäft sjahres 2011 im Vergleich zum 31. Dezember 2010 nicht wesentlich verändert.

Rechtsstreitigkeiten

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG ist als Folge der Verschmelzung mit der Gerling Konzern Allgemeine Versicherungs-AG als übernehmende Gesellschaft Beteiligte eines Kartellordnungswidrigkeitenverfahrens geworden. Das Bundeskartellamt hatte im März 2005 neben anderen deutschen Versicherern u. a. gegen die Gerling Konzern Allgemeine Versicherungs-AG wegen angeblicher Kartellabsprachen im deutschen Industrieversicherungsmarkt ein Bußgeld in Höhe von 19 Mio. EUR verhängt. Im Januar 2010 hat das OLG Düsseldorf die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG vom Kartellvorwurf freigesprochen, weil eine Haft ung als Rechtsnachfolgerin der Gerling Konzern Allgemeine Versicherungs-AG nicht in Betracht komme. Gegen das Urteil legte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf Rechtsbeschwerde ein, sodass die Angelegenheit nun dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorliegt.

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat im September 2011 ein Bußgeld in Höhe 6 Mio. EUR wegen angeblicher Kartellabsprachen in der Region Kampanien gegen die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG verhängt. Die Gesellschaft prüft gegenwärtig das Einlegen von Rechtsmitteln gegen diese Entscheidung.

Mit Ausnahme dieses Verfahrens bestanden in der Berichtsperiode sowie am Ende der Berichtsperiode – abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft s – keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten.

Haft ungsverhältnisse und sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen

Zum Bilanzstichtag ergaben sich aus abgeschlossenen Verträgen und Mitgliedschaft en folgende Haft ungsverhältnisse und Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen:

30.9.2011 31.12.2010
Mio. EUR
Treuhandkonten (Master-Trust, Supplement-Trust und Single-Trust-Funds) zur Besicherung von
versicherungstechnischen Verbindlichkeiten gegenüber US-amerikanischen Zedenten
2.932 2.884
Garantien in Form von Letters of Credit von verschiedenen Kreditinstituten zur Besicherung
versicherungstechnischer Verbindlichkeiten
3.081 2.842
Garantieerklärungen für begebene nachrangige Schuldverschreibungen:
Die Garantien decken die jeweiligen Bondvolumina sowie die fälligen Zinsen ab.
1.968 2.131
Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten als Sicherheiten zugunsten Rückversicherer und Zedenten:
Die in den Sperrdepots und Treuhandkonten gehaltenen Wertpapiere werden überwiegend als
"jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" im Bestand der Kapitalanlagen ausgewiesen. 2.092 1.902
Verpfl ichtungen aus Mieten/Leasinggeschäften 1) 492 492
Einzahlungsverpfl ichtungen sowie Beitragszahlungen nach §§ 124 ff . VAG als Mitglied des
Sicherungsfonds für Lebensversicherer
388 372
Resteinzahlungsverpfl ichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements:
Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Private-Equity-Funds und Venture-Capital-Gesellschaften
in Form von Personengesellschaften.
479 333
Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber verschiedenen Kreditinstituten im Zusammenhang mit
Beteiligungen an Immobiliengesellschaften und Immobilientransaktionen
330 258
Verpfl ichtungen aus Dienstleistungs- und Serviceverträgen – vorwiegend im Zusammenhang
mit IT-Auslagerungsverträgen
191 186
Verpfl ichtungen aus strukturierten Papieren durch Andienungsrechte von Emittenten:
Die möglichen Inanspruchnahmen betragen 25 (31.12.2010: 159) Mio. EUR für 2011
und 11 (31.12.2010: 11) Mio. EUR für 2012. 36 170
Sonstige Verpfl ichtungen 34 36
Gesamt 12.023 11.606

1) Daten werden jeweils nur zum Jahresende neu erhoben

Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haft en diverse Konzerngesellschaft en anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse.

Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaft en bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft , der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte.

Ereignisse nach Ablauf des Berichtszeitraums

Mit Presseerklärung vom 17. August 2011 hat unser Tochterunternehmen, die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, mitgeteilt, dass sie im Rahmen einer Kapitalerhöhung der PVI Holdings (Petro Vietnam Insurance Holdings), Hanoi, Vietnam, einen Anteil von 25 % an der Gesellschaft erworben hat und dadurch zum strategischen Partner der PVI Holdings wird. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet 65 Mio. EUR. Das Closing dieser Transaktion ist am 20. Oktober 2011 erfolgt; eine Einbeziehung als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss erfolgt somit erstmals zum Jahresende.

Die börsennotierte PVI Holdings, die 25 Niederlassungen in ganz Vietnam unterhält, hat als führender Sach- und Industrieversicherer einen Marktanteil von 24 %. Das Prämienvolumen belief sich im Jahr 2010 auf 183 Mio. USD. Die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG verfolgt mit dieser Akquisition ihre Globalisierungsstrategie.

Infolge der schweren Überfl utungen in Thailand im Oktober 2011 rechnet die Hannover Rückversicherung AG mit einem nennens werten Großschaden.

Aufgestellt und damit zur Veröff entlichung freigegeben in Hannover, den 10. November 2011.

Hannover, den 10. November 2011

Der Vorstand

Haas Dr. Hinsch Leue Dr. Noth

Dr. Querner Dr. Roß Wallin

Impressum Finanzkalender 2012

Talanx AG

Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 E-Mail [email protected] www.talanx.com

Ansprechpartner für Presse-

und Öff entlichkeitsarbeit Thomas von Mallinckrodt

Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 E-Mail [email protected]

Ansprechpartner für Investor Relations

Dr. Wolfram Schmitt Telefon +49 511 3747-2185 Telefax +49 511 3747-2286 E-Mail [email protected]

Dieser Zwischenbericht erscheint auch auf Englisch.

Zwischenbericht im Internet:

http://www.talanx.com/de/publikationen/index.jsp

22. März

11.00 Uhr: Bilanz-Pressekonferenz zum Jahresabschluss 2011

  1. Mai Zwischenbericht zum 31. März 2012

  2. August Zwischenbericht zum 30. Juni 2012

  3. November Zwischenbericht zum 30. September 2012

Talanx AG Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 E-Mail [email protected] www.talanx.com

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