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Ströer SE & Co. KGaA

Annual Report Mar 25, 2024

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Annual Report

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STRÖER SE & CO. KGAA, KÖLN

JAHRESABSCHLUSS UND BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS 2023

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Bilanz zum 31. Dezember 20 2 3

sowie Lizenzen an solchen Kechten und Werten 3.723.800,08 0.497.815.40
3.723.800,08 6.497.815,46
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.495.047,96 12.652.582.50
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.349.195,88 8.082.377,03
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.275.952,33 228.667.76
22.120.196,17 20.963.627,29
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 654.359.419.21 654.359.419,21
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 110.448.069.17 100.441.021,09
Beteiligungen 1.575.523.75 1.326.658,84
Sonstige Ausleihungen 4,00 4.00
766.383.016,13 756.127.103,14
792.227.012,38 783.588.545,89
433.997.70 484.402.18
1.524.932.525.08 1.555.150.954.47
2.748,90 10.911,78
13.179.300,14 10.588.735,84
1.538.548.571,82 1.566.235.004,27
14.812.694,49 13.304.903,09
1.553.361.266,31 1.579.539.907,36
5.661.295,41 4.979.223.25
2.351.249.574,10 2.368.107.676,50
833 I V A 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
GENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 55.706.313,00 56.691.571,00
Rechnerischer Wert eigene Anteile 0,00 $-610.331,00$
Ausgegebenes Kapital 55.706.313,00 56.081.240,00
Bedingtes Kapital: EUR 16.697.901,00 (Vorjahr: EUR 14.885.923,00)
Kapitalrücklage 655.454.384,92 650.575.312,92
Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 343.823.450,45 363.904.240,63
Bilanzgewinn 290.027.645,87 281.457.152,43
1.345.011.794,24 1.352.017.945,98
ÜCKSTELLUNGEN
Steuerrückstellungen 16.135.299,11 28.665.668,85
Sonstige Rückstellungen 27.823.743,37 26.347.616,49
43.959.042,48 55.013.285,34
ERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 763.384.362,68 753.852.777,37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.996.891,25 5.182.208,55
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 177.126.478,39 182.466.761,41
Sonstige Verbindlichkeiten 1.048.866,32 754.162,08
davon aus Steuern:
EUR 727.049,32 (Vorjahr: EUR 401.633,23)
944.556.598,64 942.255.909,41
ASSIVE LATENTE STEUERN 17.722.138,74 18.820.535,77

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Gewinn- und Verlustrechnung für 2023

2023
EUR
2022
EUR
Umsatzerlöse 40.989.128,60 33.139.045,79
Sonstige betriebliche Erträge 10.424.056,55 24.821.466,51
davon Erträge aus der Währungsumrechnung:
EUR 23.503,58 (Vorjahr: EUR 438.780,71)
Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen $-8.533.790.65$ $-9.187.384.36$
Personalaufwand
Löhne und Gehälter $-21.310.374,36$ $-20.455.345,44$
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung $-3.611.634,60$ $-3.451.910,60$
davon für Altersversorgung: EUR 25.924,75 (Vorjahr: EUR 21.764,35)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen $-6.394.726,82$ $-8.356.345,18$
Sonstige betriebliche Aufwendungen $-58.152.283,24$ $-52.467.771,97$
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung:
EUR 81.220,45 (Vorjahr: EUR 71.329,83)
Erträge aus Beteiligungen 741.099,94 3.300.000.00
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 3.300.000,00)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 184.608.611,20 247.631.235,04
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 5.882.826,11 2.395.211,37
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 5.772.433,91 (Vorjahr: EUR 2.341.639,16)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 42.574.311,11 5.090.722,90
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 42.573.167,00 (Vorjahr: EUR 5.086.264,33)
davon Erträge aus der Abzinsung EUR 0,88 (Vorjahr: EUR 0,00)
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0.00 $-10.000,00$
Zinsen und ähnliche Aufwendungen $-41.211.567,00$ $-14.955.456.37$
davon an verbundene Unternehmen: EUR 7.058.998,88 (Vorjahr: EUR 1.178.678,83)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung: EUR 5,00 (Vorjahr: EUR 16,96)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag $-29.241.139,03$ $-51.084.066,09$
davon Ertrag/Aufwand aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern
EUR 1.098.397,03 (Ertrag) (Vorjahr: EUR 18.820.535,77 (Aufwand))
Ergebnis nach Steuern 116.764.517,81 156.409.401,60
Sonstige Steuern $-1.736.871,94$ 47.750,83
Jahresüberschuss 115.027.645,87 156.457.152,43
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 175.000.000,00 125.000.000,00
Bilanzgewinn 290.027.645,87 281.457.152.43

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Anhang für 2023

A. Allgemeine Hinweise

Die Ströer SE & Co. KGaA, Köln (im Folgenden "Ströer KGaA"), ist entstanden durch Umwandlung im Wege des Formwechsels der Ströer SE, Köln (Amtsgericht Köln HRB 82548), nach Maßgabe des Beschlusses der außerordentlichen Hauptversammlung vom 25. September 2015. Ihre Satzung datiert auf den 23. Juni 2016, in der aktuellen Fassung vom 31. Januar 2024. Die Eintragung in das Handelsregister B des Amtsgerichts Köln erfolgte am 1. März 2016 unter HRB 86922.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Anlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende

Nutzungsdauern zugrunde:

  • Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3 - 10 Jahre
  • Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 35 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 13 Jahre

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird aus Wirtschaftlichkeitsgründen ein Sammelposten gebildet, der pauschalierend jeweils mit 20 Prozent p.a. im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben wird. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Aus der Auflösung des Sammelpostens resultierten Abschreibungen in Höhe von TEUR 67 (Vj.: TEUR 100).

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen wurden auf den Barwert abgezinst.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Risikobehafteten Posten wurde durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen, während das allgemeine Kreditrisiko durch pauschale Abschläge berücksichtigt worden ist. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (das heißt einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge, werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbeund -entlastung mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 31,388 Prozent im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften bezeichnet, die in den Konzernabschluss der Ströer KGaA im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen werden.

C. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
1.1.2023
EUR
Zuführungen
EUR
Auflösungen
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 27.276.451,07 189.668,95 0,00 0.00 27.466.120.02 20.778.635.61 2.963.684.33 0,00 0,00 23.742.319.94 3.723.800.08 6.497.815,46
27.276.451.07 189.668.95 0,00 0.00 27.466.120.02 20.778.635.61 2.963.684.33 0,00 0.00 23.742.319,94 3.723.800.08 6.497.815,46
SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
12.725.803,03 129.617,98 0,00 0,00 12.855.421,01 73.220,53 287.152,52 0,00 0,00 360.373,05 12.495.047,96 12.652.582,50
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung 26.732.066,05 3.333.121.41 540.914.29 89.170.19 29.613.443.36 18.649.689,02 3.143.889,97 529.331,51 0,00 21.264.247.48 8.349.195,88 8.082.377,03
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 228.667.76 1.177.308.76 40.854,00 $-89.170.19$ 1.275.952.33 0,00 0,00 0,00 0,00 0.00 1.275.952.33 228.667,76
39.686.536.84 4.640.048.15 581.768.29 0,00 43.744.816.70 18.722.909.55 3.431.042.49 529.331.51 0.00 21.624.620.53 22.120.196.17 20.963.627,29
FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 654.359.419,21 0,00 0,00 0,00 654.359.419,21 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 654.359.419,21 654.359.419,21
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 100.441.021.09 10.257.048.08 250,000,00 0.00 110.448.069.17 0.00 0,00 0.00 0,00 0.00 110.448.069.17 100.441.021,09
Beteiligungen 1.326.658,84 248.864,91 0,00 0,00 1.575.523,75 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.575.523,75 1.326.658,84
Sonstige Ausleihungen 21.515.000,00 0,00 0,00 0,00 21.515.000,00 21.514.996.00 0,00 0.00 0,00 21.514.996.00 4.00 4,00
777.642.099,14 10.505.912,99 250.000,00 0,00 787.898.012,13 21.514.996,00 0,00 0,00 0,00 21.514.996,00 766.383.016,13 756.127.103,14
844.605.087.05 15.335.630.09 831.768.29 0.00 859.108.948.85 61.016.541.16 6.394.726.82 529.331.51 0.00 66.881.936.47 792.227.012.38 783.588.545.89

a) Immaterielle Vermögensgegenstände

Unter den Posten "Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten" werden vor allem Ausgaben für den Erwerb von Software ausgewiesen.

b) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Gründstücken

Bei den Grundstücken und Gebäuden wird das von der Gesellschaft in 2022 erworbene Verwaltungsgebäude Ströer Allee 1 zum Anschaffungspreis inklusive Anschaffungsnebenkosten abzüglich Abschreibungen ausgewiesen.

c) Finanzanlagen

Die Finanzanlagen der Ströer KGaA sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 10.256 auf TEUR 766.383 angestiegen. Dieser Anstieg resultierte vornehmlich aus der Erhöhung konzerninterner Darlehen, die nur zum Teil durch Darlehenstilgungen kompensiert wurde.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 434 484
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene
Unternehmen 1.524.933 1.555.151
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhält
nis besteht 3 11
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 13.179 10.589
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 36 36
1.538.549 1.566.235

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 69.467 (Vj.: TEUR 95.941) aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Ströer Media Deutschland GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SMD"), sowie aus den Ergebnisabführungsverträgen mit der Ströer Digital Publishing GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SDP") in Höhe von TEUR 51.912 (Vj.: TEUR 78.459), mit der Ströer Sales Group GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SSG") in Höhe von TEUR 34.130 (Vj.: TEUR 47.213), mit der Ströer Digital Commerce GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SDC"), in Höhe von TEUR 17.490 (Vj.: TEUR 328), mit der BlowUP Media GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "BUM") in Höhe von TEUR 6.056 (Vj.: TEUR 4.917) und mit der Ströer Content Group GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SCG") in Höhe von TEUR 5.554 (Vj.: TEUR 20.774). Ebenso bestehen in Höhe von TEUR 11.974 (Vj.: TEUR 9.266) Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Zudem bestehen Forderungen aus dem Cash-Pooling mit der SMD in Höhe von TEUR 999.799 (Vj.: TEUR 972.308) sowie mit der SCG in Höhe von TEUR 196.512 (Vj.: TEUR 185.139), mit der SDC in Höhe von TEUR 68.478 (Vj.: TEUR 77.806), mit der SSG in Höhe von TEUR 59.330 (Vj.: TEUR 60.718), mit der Ströer X GmbH, Leipzig, in Höhe von TEUR 3.999 (Vj.: TEUR 2.284) und mit der Statista GmbH, Köln, in Höhe von TEUR 232 (Vj.: Verbindlichkeit TEUR 1.556).

3. Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2023 von EUR 56.691.571,00 auf 55.706.313,00 zurückgegangen. Ursächlich für diesen Rückgang war im Wesentlichen ein Beschluss der Ströer Management SE vom 8. August 2023, wonach das gezeichnete Kapital der Ströer KGaA durch Einziehung von 1.089.988 eigenen Aktien von bisher EUR 56.691.571,00 auf EUR 55.601.583,00 herabgesetzt wurde. Gegenläufig wirkte sich die Ausübung von 104.730 Aktienoptionen aus, sodass das gezeichnete Kapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 mit EUR 55.706.313 schloss. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2023 in 55.706.313 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1,00 eingeteilt.

Die nachfolgenden Angaben sind im Wesentlichen der Satzung der Ströer KGaA entnommen.

8

b) Eigene Anteile

Die Gesellschaft ist gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 4. November 2020 ermächtigt, bis zum 3. November 2025 (einschließlich) zu jedem zulässigen Zweck eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Der Erwerb erfolgt in jedem Einzelfall nach Wahl der persönlich haftenden Gesellschafterin über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder auf sonstige Weise unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG).

Auf Grundlage der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 4. November 2020 hat die Ströer KGaA am 28. September 2022 beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Rückkaufvolumen von insgesamt bis zu EUR 50.000.000,00 durchzuführen. Das Volumen von EUR 50.000.000,00 repräsentierte seinerzeit die aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen voraussichtlich maximal erwerbbare Anzahl von Aktien in den nachfolgenden sechs Monaten. Die Gesellschaft hat am 3. Oktober 2022 mit der Umsetzung des Programms begonnen. Bis zum 31. Dezember 2022 waren in diesem Zusammenhang insgesamt 610.331 eigene Aktien erworben. Der durchschnittliche Kaufpreis dieser erworbenen Anteile lag bei rund EUR 42,35 je Aktie. In der Zeit vom 1. Januar 2023 bis zum 21. April 2023 wurden weitere 479.657 eigene Aktien erworben. Der durchschnittliche Kaufpreis dieser erworbenen Anteile lag bei rund EUR 50,36 je Aktie. Das Aktienrückkaufprogramm wurde am 21. April 2023 abgeschlossen. Damit wurden in der Zeit vom 3. Oktober 2022 bis zum 21. April 2023 im Rahmen dieses Programms insgesamt 1.089.988 Aktien zurückerworben. Der durchschnittliche Kaufpreis dieser insgesamt erworbenen Anteile lag bei rund EUR 45,87 je Aktie.

Der rechnerische Anteil am gezeichneten Kapital der insgesamt erworbenen eigenen Anteile lag zuletzt bei EUR 1.089.988; entsprechend 1,923 Prozent. Grundsätzlich sind von der Gesellschaft am Tag der Hauptversammlung gehaltene Aktien gemäß §71b AktG jedoch weder stimm- noch dividendenberechtigt. Mithilfe dieses Aktienrückkaufprogramms sollten die Aktionäre der Ströer KGaA angemessen am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Neben der Dividendenausschüttung wurde damit die Kapitalallokation um ein flexibles Instrument erweitert.

Am 8. August 2023 beschloss die Ströer Management SE, das gezeichnete Kapital der Ströer SE KGaA durch Einziehung der 1.089.988 eigenen Aktien von EUR 56.691.571,00 auf EUR 55.601.583,00 herabzusetzen.

Genehmigtes Kapital 2019

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 5.652.657,00 durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019).

Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise gewährt werden, dass die neuen Aktien von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 S. 1 oder nach § 53b Abs. 1 S. 1, Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären mittelbar im Sinne von § 186 Abs. 5 AktG zum Bezug anzubieten. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals auszuschließen,

  • (i) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen;
  • (ii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, insbesondere – aber ohne Beschränkung hierauf – zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen;
  • (iii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet und der auf die nach dieser Ziffer (iii) unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegebenen

neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausübung. Auf diesen Höchstbetrag ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf neue oder eigene Aktien entfällt, die seit dem 19. Juni 2019 unter vereinfachtem Bezugsrechtsausschluss gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind, sowie der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Options- und/oder Wandlungsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen oder Genussrechten beziehen, die seit dem 19. Juni 2019 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben worden sind; und/oder

(iv) soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Optionsscheinen oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrecht, die von der Gesellschaft oder von ihr abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustünde.

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 10% des Grundkapitals weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch – falls dieser Wert geringer ist – zum Zeitpunkt ihrer Ausübung überschreiten. Auf diesen Höchstbetrag von 10 Prozent ist der anteilige Betrag des Grundkapitals derjenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ebenfalls sind Rechte anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden und die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten.

Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte, den Ausgabebetrag, das für die neuen Aktien zu zahlende Entgelt und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet die persönlich haftende Gesellschafterin mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist vorzunehmen.

Bedingtes Kapital 2015

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 1.217.901,00 durch Ausgabe von bis zu 1.217.901 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient

ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

Die persönlich haftende Gesellschafterin wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2015 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2019

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.200.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.

Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2019 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2022

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.330.000,00 durch Ausgabe von bis zu 11.330.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die

aufgrund der von der Hauptversammlung vom 22. Juni 2022 unter Tagesordnungspunkt 7 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Options- bzw. Wandlungsrechten oder durch die Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der persönlich haftende Gesellschafter ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Bedingtes Kapital 2023

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 1.950.000 durch Ausgabe von bis zu 1.950.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2023 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Juli 2023 gemäß Tagesordnungspunkt 7. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Juli 2023 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.

Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist. Der persönlich haftende Gesellschafter ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat des persönlich haftenden Gesellschafters die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2023 zu ändern.

c) Kapitalrücklage

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Kapitalrücklage der Gesellschaft im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um TEUR 4.879 erhöht.

Die Gesellschaft verfügt damit zum Bilanzstichtag über eine Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 655.454 (davon TEUR 621.003 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB und TEUR 34.451 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB), die 10 Prozent des gezeichneten Kapitals übersteigt.

d) Gewinnrücklagen

Im Berichtsjahr 2023 wurden insgesamt 479.657 eigene Anteile mit Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 24.155 erworben. Von diesem Betrag entfielen TEUR 480 auf den rechnerischen Anteil am gezeichneten Kapital. Der verbleibende Betrag in Höhe von TEUR 23.675 hat die Gewinnrücklagen in gleicher Höhe reduziert.

Darüber hinaus waren vom Bilanzgewinn des Jahres 2022 gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Juli 2023 insgesamt TEUR 3.594 in die Gewinnrücklagen eingestellt worden.

Alles in allem sind die Gewinnrücklagen der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 von TEUR 363.904 um TEUR 20.081 auf TEUR 343.823 zurückgegangen.

e) Bilanzgewinn

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Juli 2023 wurden TEUR 102.863 (EUR 1,85 je dividendenberechtigter Stückaktie) als Dividende ausgeschüttet und TEUR 3.594 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Der Restbetrag aus dem Bilanzgewinn 2022 in Höhe von TEUR 175.000 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

4. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 6.611 (Vj.: TEUR 3.357), sowie Rückstellungen für Körperschaftsteuer in Höhe von TEUR 7.851 (Vj.: TEUR 25.214). Des Weiteren sind sonstige Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.674 (Vj.: TEUR 94) für umsatzsteuerliche Sachverhalte der Betriebsprüfung 2013-2016 sowie lohnsteuerliche Sachverhalte der Jahre 2017-2022 enthalten.

5. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Ausstehende Rechnungen 22.362
Drohverluste und Prozessrisiken 1.857
Abschluss- und Prüfungskosten 1.576
Personalrückstellungen 853
Sonstige Rückstellungen aus Unternehmensver
käufen 739
Übrige 437
Summe 27.824

6. Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach ihren Restlaufzeiten ergibt sich aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel:

davon mit einer Restlaufzeit
bis zu von ein
Gesamt einem bis fünf über fünf
betrag Jahr Jahren Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten 763.384 150.384 175.000 438.000
gegenüber (Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
Kreditinstituten 753.853) 27.853) 288.000) 438.000)
Verbindlichkeiten 2.997 2.997 0 0
aus Lieferungen ( Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
und Leistungen 5.182) 5.182) 0) 0)
Verbindlichkeiten 177.127 177.127 0 0
gegenüber ver
bundenen Unter ( Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
nehmen 182.467) 182.467) 0) 0)
Sonstige Verbind 1.049 1.049 0 0
lichkeiten ( Vj.: ( Vj.: (Vj.: (Vj.:
754) 754) 0) 0)
944.557 331.557 175.000 438.000
( Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
942.256) 216.256) 288.000) 438.000)

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 444.202 sind in der Form besichert, dass Gesellschaften des Ströer KGaA-Konzerns (sog. Guarantors) im Sinne eines selbständigen Garantieversprechens gesamtschuldnerisch dafür haften.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 136.153 (Vj.: TEUR 139.456) aus dem Cash-Pooling mit Gesellschaften des Ströer Konzerns. Außerdem wurden im Geschäftsjahr wieder kurzfristige Darlehen von der Ströer Connections GmbH, Berlin (vormals StayFriends GmbH), in Höhe von TEUR 26.000 (Vj.: TEUR 21.700), von der Yieldlove GmbH, Hamburg in Höhe von TEUR 3.500 (Vj.: TEUR 3.500), von der Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg in Höhe von TEUR 3.500 (Vj.: TEUR 3.500), von der Business Advertising GmbH, Düsseldorf, in Höhe von TEUR 2.150 (Vj.: TEUR 4.750), von der Permodo GmbH, München, in Höhe von TEUR 1.321 (Vj.: TEUR 1.321), sowie von der OPS Online Post Service GmbH, Berlin, TEUR 350 (Vj.: TEUR 350), gewährt. Darüber hinaus beinhalten sie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.153 (Vj.: TEUR 1.501).

7. Latente Steuern

Latente Steuern auf Ebene der Ströer KGaA (steuerlicher Organträger) werden mit einem Steuersatz von 31,388 Prozent (Vj.: 31,172 Prozent) berechnet. Dieser setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent, dem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (insgesamt 15,825 Prozent) und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 15,563 Prozent.

Die latenten Steuern resultieren unverändert aus der steuerlichen Zusammenfassung der Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaften auf Ebene des Organträgers Ströer KGaA.

Im Jahr 2022 ergab sich insgesamt ein Überhang an passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 18.821. Der Überhang an passiven latenten Steuern ist gem. § 274 Abs. 1 S. 1 HGB zu bilanzieren gewesen.

Im Jahr 2023 ergibt sich insgesamt ein Überhang an passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 17.722. Der Überhang an passiven latenten Steuern ist gem. § 274 Abs. 1 S. 1 HGB zu bilanzieren.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus der abweichenden Behandlung eines Geschäfts- und Firmenwertes sowie aus der steuerlich abweichenden Bilanzierung von Rückstellungen zum 31. Dezember 2023.

Die passiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus den temporären Differenzen in Bezug auf Beteiligungen.

Die passiven latenten Steuern werden mit aktiven latenten Steuern insoweit saldiert. Die latenten Steuersalden und deren Veränderung ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

In TEUR 31.12.2023 Veränderung 31.12.2022
Aktive latente Steuern 12.817 -371 13.188
Passive latente Steuern 30.539 -1.469 32.009

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 belaufen sich auf TEUR 40.989 (Vj.: TEUR 33.139) und werden im Inland erzielt. Sie resultieren im Wesentlichen aus kaufmännischen, KFZ-, JobRad und IT-technischen Serviceleistungen für Tochtergesellschaften im Ströer Konzern mit TEUR 32.668 (Vj.: TEUR 24.178) sowie aus Mieterträgen in Höhe von TEUR 8.271 (Vj.: TEUR 8.924).

2. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Zahlungseingängen auf bereits wertberichtigte Forderungen in Höhe von TEUR 1.500 und periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 342 enthalten; letztere resultieren aus Kostenerstattungen für Vorjahre.

3. Personalaufwand

Im Geschäftsjahr sind außergewöhnliche Aufwendungen für Abfindungen und Freistellungen von Mitarbeitern in Höhe von TEUR 454 angefallen.

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.427 für in 2023 abgerechnete und in Vorjahren erhaltene Leistungen; insbesondere enthalten sind periodenfremde Aufwendungen für Beratungsleistungen aus 2022 im Bereich der EDV, welche von der SMD der Gesellschaft in Rechnung gestellt wurden (TEUR 491), sowie aus KFZ-Kosten für Vorjahre (TEUR 216).

5. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund der Eigenschaft der Gesellschaft als Organträger werden alle Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaften auf sie übertragen. Dabei entsteht durch gewerbesteuerliche Hinzurechnungen, Abzugsbeschränkungen für Zinsaufwendungen sowie die Regelungen über die Mindestbesteuerung ein zu versteuerndes Einkommen/ Gewerbeertrag.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Beträge in Höhe von TEUR 1.408 enthalten, die Vorjahre betreffen.

Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, wurden auf globaler Ebene verschiedene Einigungen getroffen, darunter eine Einigung von über 135 Ländern über die Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent.

Die Ströer Gruppe ist eine Unternehmensgruppe, die grundsätzlich in den Anwendungsbereich von Pillar 2 fällt, da sie im Konzernabschluss Umsatzerlöse von > EUR 750 Mio. ausweist und insgesamt in 26 Jurisdiktionen tätig ist.

Die Ströer Gruppe ist überwiegend in Deutschland tätig, das eine neue Gesetzgebung zur Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung erlassen hat. Die Gruppe erwartet, dass sie in Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland, wo der gesetzliche Steuersatz ca. 31 Prozent beträgt, nicht der Mindestbesteuerung unterliegt. Die Ströer Gruppe ist in den

Ländern Bulgarien, Kosovo und Kroatien tätig, in denen der Nominalsteuersatz von 15 Prozent unterschritten wird. Nach erfolgter Analyse und unter Anwendung der CbCR Safe Harbour Tests ergibt sich aktuell auch in diesen Ländern keine Mindestbesteuerung.

E. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Ströer DERG Media GmbH, Kassel, hat die Ströer KGaA gegenüber der Deutsche Bahn AG eine unbefristete Bürgschaft für die Verpflichtungen der Ströer DERG Media GmbH aus dem Werbeflächenvertrag abgegeben. Insbesondere sind davon Aufwendungen für Werbeträger betroffen, die für die Einführung und den Betrieb von elektronischen Echtzeitsystemen zur Information und Unterhaltung sowie der Aufwertung von bestehenden Werbeträgern vorgesehen sind. Das sich hieraus ableitende Investitionsvolumen beläuft sich über die langfristige Vertragslaufzeit auf etwa 20 Millionen Euro zuzüglich laufender Kosten für Betrieb, Wartung und Gemeinkosten. Die Höhe der laufenden Kosten wird einerseits abhängig sein von Umfang und Dauer der Implementierung, andererseits aber auch von der Nutzung bereits bestehender Strukturen der elektronischen Medien innerhalb der Ströer Gruppe.

Im Rahmen des zwischen der Stadt Ravensburg und der DSM am 23. Mai 2015 geschlossenen Vertrags über die Ausübung von Werberechten auf öffentlichen Flächen der Stadt Ravensburg hat die Ströer KGaA eine Bürgschaft in Höhe von TEUR 300 übernommen, welche befristet ist bis zum 31. Dezember 2024.

Im Zuge des zwischen der Stadt Ulm und der DSM am 21. Juli 2017 geschlossenen Vertrags über die Ausübung von Werberechten auf öffentlichen Flächen der Stadt Ulm hat die Ströer KGaA eine Bürgschaft in Höhe von TEUR 1.500 übernommen, welche befristet ist bis zum 31. Dezember 2033.

Die DSM Deutsche Städte Medien GmbH hat im Dezember 2023 zwei Verträge über die Ausübung von Werberechten mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG abgeschlossen. In Bezug auf diese Verträge hat die Ströer KGaA in einem Umfang von insgesamt TEUR 2.600 Bürgschaften übernommen, welche bis zum 31. Dezember 2040 befristet sind.

Für den zwischen der Deka Immobilien Investment GmbH, Frankfurt am Main, und der Mieterin STRÖER media brands AG, Berlin, zum 1. Juli 2015 geschlossenen Mietvertrag für das Gebäude in der Torstraße 49 in Berlin hat die Ströer KGaA eine unbefristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 107 übernommen.

Für den mit der FAKT RUHRTURM GmbH, Essen, geschlossenen Mietvertrag für das Gebäude Huttropstraße 60 in Essen vom 14. Januar 2014 hat die Ströer KGaA mit Datum vom 22. November 2017 eine unbefristete Bürgschaft für die Mieterin Avedo Essen GmbH, Essen, in Höhe von TEUR 55 übernommen.

Im Rahmen des Mietvertrags vom 1. Dezember 2017 zwischen der MS Immobilien Fonds-Objekt Leipzig GmbH & Co. KG, Stuttgart, und der Avedo Leipzig West GmbH, Leipzig, hat die Ströer KGaA eine unbefristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 79 übernommen.

Für den zwischen der Blue Building Grundstücks GbR, Bonn, und der Avedo Köln GmbH, Köln, geschlossenen Mietvertrag aus dem Jahr 2012 mit Nachtrag aus dem Jahr 2016 hat die Ströer KGaA eine unbefristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 114 übernommen.

In Verbindung mit einem zwischen der Statista GmbH, Köln, und der Immobilienverwaltungsgesellschaft der ver.di GmbH, Berlin, im Dezember 2021 geschlossenen Mietvertrag hat die Ströer KGaA eine bis zum 31. Dezember 2026 befristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 52 übernommen.

Die Statista Inc., New York, USA, hat am 21. Dezember 2021 einen Mietvertrag mit Dixon Hughes Goodman LLP, New York, USA, geschlossen. Die Ströer Ströer KGaA hat hierfür eine bis zum 30. April 2025 befristete Bürgschaft in Höhe von umgerechnet TEUR 2.262 (TUSD 2.500) übernommen.

Mit Datum vom 5. Juni 2018 hat die Ströer KGaA für die Omnea GmbH, Berlin, gegenüber der Deutschen Bank AG eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von TEUR 300 ausgegeben. Diese Bürgschaft ist unbefristet.

Die Statista GmbH hat mit der Commerzbank AG einen Kreditrahmen vereinbart, der unter anderem für den Zahlungsverkehr mit Kreditkarten dient. Die Ströer KGaA hat hierfür eine unbefristete Bürgschaft bis zu einem Betrag von TEUR 600 übernommen.

Für einen zwischen der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Düsseldorf, und der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, geschlossenen Vertrag über eine kampagnengesteuerte Direktvermarktung hat die Ströer KGaA eine unbefristete selbstschuldnerische Bürgschaft für alle bestehenden und künftigen Ansprüche übernommen, die der Telekom aus den Datenschutzvereinbarungen zustehen. Die Haftung ist betraglich nicht begrenzt und die Schätzung der Höhe einer etwaigen Inanspruchnahme ist nicht möglich.

Darüber hinaus bestanden zum Stichtag weitere Bürgschaften bzw. Garantien über insgesamt TEUR 87, die einzeln betrachtet der Höhe nach jedoch unwesentlich waren.

Die Ströer KGaA hat Patronatserklärungen zugunsten der Ströer SSP GmbH, München (19. Dezember 2017), der Statista GmbH, Köln (29. November 2023), der Edgar Ambient Media Group GmbH, Hamburg (16. November 2023), der Regiohelden GmbH, Stuttgart (16. November 2023), der Content Fleet GmbH, Hamburg (08. November 2023), der Ströer Connections GmbH, Berlin (07. November 2023), der Business Advertising GmbH, Düsseldorf (21. November 2023), der KWS Verkehrsmittelwerbung GmbH, Stuttgart (27. Juli 2022), der Ströer Core GmbH & Co. KG, Leverkusen (29. November 2023), der nxt statista Management GmbH, Hamburg (05. Dezember 2023), der nxt statista GmbH & Co. KG, Hamburg (05. Dezember 2023) sowie der PosterSelect Media-Agentur GmbH, Köln (30. November 2023) abgegeben.

Die Patronatserklärung zugunsten der Ströer SSP GmbH ist unbefristet und der Höhe nach nicht beschränkt.

Die Patronatserklärung zugunsten der KWS Verkehrsmittelwerbung GmbH ist befristet bis zum Ablauf des 31. Dezember 2025 und beschränkt auf TEUR 500.

Die übrigen vorgenannten Patronatserklärungen sind jeweils befristet bis zum Ablauf des 31. Dezember 2024 und der Höhe nach nicht beschränkt.

Aus den vorgenannten Bürgschaften und Patronatserklärungen schätzen wir das Risiko einer Inanspruchnahme derzeit als gering ein, da die zugrunde liegenden Verpflichtungen durch das jeweilige Tochterunternehmen der Ströer KGaA erfüllt werden können und daher nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen ist.

b) Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erscheinen

Neben den Haftungsverhältnissen bestehen in Höhe von TEUR 60.631 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miete und Leasing von Verwaltungs- und Lagergebäuden an verschiedenen Standorten, insbesondere Köln, Hamburg und München. Die Laufzeiten teilen sich wie folgt auf:

bis zu einem Jahr: TEUR 11.936
1 -
5 Jahre:
TEUR 34.096
größer 5 Jahre: TEUR 3.102

Der Zweck der Geschäfte liegt in der Vermeidung eines Mittelabflusses und einer Finanzierung, die im Falle eines Gebäudeerwerbs angefallen wären. Diesem Vorteil stehen fest vereinbarte Zahlungsverpflichtungen über die Vertragslaufzeit gegenüber.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit sonstigen Miet- und Leasingverträgen für sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung und Software:

Leasingraten:

bis zu einem Jahr: TEUR 419

■ 1 - 5 Jahre: TEUR 300

Des Weiteren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Pkw-Leasing. Leasingraten:

bis zu einem Jahr: TEUR 4.671
1 -
5 Jahre:
TEUR 6.107

2. Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Es wurden folgende wesentliche Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen durchgeführt:

Tochterunter sonstige naheste
Art der Beziehung nehmen hende Unternehmen
und Personen
Art des Geschäfts TEUR TEUR
Erbringung von
Dienstleistungen
1.311 530
Erbringung von sons
tigen Leistungen
549 478
Bezug von sonstigen
Leistungen
229 11.275
Rückzahlung ge
währter Darlehen
250 0
Rückzahlung erhalte
ner Darlehen
2.600 0

Bei den Tochterunternehmen handelt es sich um Unternehmen, die zu 100 Prozent in den Konzernabschluss der Ströer KGaA einbezogen werden, jedoch mittel- oder unmittelbar nicht in 100 prozentigem Anteilsbesitz stehen.

Die sonstigen nahe stehenden Unternehmen und Personen umfassen Unternehmen, die nicht zu 100 Prozent in den Konzernabschluss der Ströer KGaA einbezogen werden, und Gesellschaften, an denen Personen mit einer Ströer KGaA-Organfunktion bet eiligt sind. Des Weiteren sind darin Unternehmen enthalten, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Ströer KGaA ausüben, sowie Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen.

Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen aus Untervermietungen, EDV-Leistungen, zentralem Einkauf und Personaldienstleistungen.

Darüber hinaus erbringt die Gesellschaft sonstige Leistungen durch Ausleihungen an Tochterunternehmen, wofür Zinsen vereinnahmt werden, sowie aus Untervermietung.

Bei dem Bezug von sonstigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Weiterberechnungen von Tochtergesellschaften.

Hinsichtlich der weiteren Geschäfte mit Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter E.4.

3. Prüfungs- und Beratungsgebühren

Die Angaben zu den Abschlusshonoraren sind im Konzernabschluss der Ströer KGaA enthalten. Auf eine Veröffentlichung an dieser Stelle wird aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezogen sich vor allem auf die Prüfung des Jahresabschlusses nebst (Konzern)Lagebericht der Ströer KGaA und des Konzernabschlusses sowie verschiedene Jahresabschlussprüfungen ihrer Tochterunternehmen einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen. Andere Bestätigungsleistungen betreffen die Durchführung von sonstigen Bescheinigungsleistungen aus Vertragsverhältnissen. Die sonstigen Leistungen betreffen Aufwendungen aus Beratung in sonstigen wirtschaftlichen Angelegenheiten.

4 . Vorstand und Aufsichtsrat

Die Zusammensetzung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin Ströer Management SE, Düsseldorf, (im Folgenden "Vorstand") und des Aufsichtsrats der Ströer KGaA und die Mitgliedschaft dieser Organe in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten sowie in anderen, Aufsichtsräten vergleichbaren Kontrollgremien, ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Name Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Mitgliedschaft in anderen, einem
Aufsichtsrat vergleichbaren
Kontrollgremien
Vorstand
Udo Müller
(Co-CEO)
Christian Schmalzl Internet Billboard a.s., Ostrau
(Co-CEO) (Tschechien)
Monogram Network Inc., L.A. (USA)
Henning Gieseke
(CFO)
Aufsichtsrat
Christoph Vilanek CECONOMY AG, Düsseldorf Shelly Group AG, Sofia (Bulgarien)
CEO freenet AG, Büdelsdorf eXaring AG, München
(Vorsitzender) Ströer Management SE, Düsseldorf
VNR Verlag für die Deutsche Wirt
schaft AG, Bonn
Ulrich Voigt Landesbank Berlin Holding AG, Ber
Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn, Köln lin
(Stellvertretender Vorsitzender) Landesbank Berlin AG, Berlin
Ströer Management SE, Düsseldorf
Dr. Karl-Georg Altenburg Ströer Management SE, Düsseldorf MedShr Ltd., London (England)
Gründungsgesellschafter der
CirCap GP SARL, Luxemburg
Martin Diederichs Pison Montage AG, Dillingen DSD Steel Group GmbH, Saarlouis
Rechtsanwalt Ströer Management SE, Düsseldorf
Sozius in der Rechtsanwaltskanzlei Heidland Werres Diederichs
Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, Köln
Prof. Dr. Stephan Eilers Rudolf Bunte Beteiligungs-SE, Meyer Werft Holding GmbH & Co.
Partner bei Freshfields Bruckhaus Papenburg KG,
Deringer Rechtsanwälte Steuerberater Ströer Management SE, Düsseldorf Papenburg,
PartG mbB, Rechtsanwalt Meyer Turku OY, Turku (Finnland)
(seit 5. Juli 2023)
Andreas Güth
Geschäftsstellenleiter der Eisenbahn- und
Verkehrsgewerkschaft in Kassel (EVG)
Andreas Huster
Betriebsratsvorsitzender tricontes360 Gera GmbH, Gera tricontes360 Verwaltung Hamburg
(bis 1. April 2023) GmbH, Hamburg
Sabine Hüttinger
Leiterin Portfolio Service Center Region Ost der
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln
Christian Kascha
Team- und Projektleiter für Research
und Consultingprojekte bei der Statista GmbH,
Köln
Simone Kollmann-Göbels
Senior Vice President Einkauf & Immobilien bei
der Ströer SE & Co. KGaA, Köln
Elisabeth Lepique Ströer Management SE, Düsseldorf Berliner Stadtreinigung Anstalt des
Managing Partner bei der Luther Rechtsanwalts öffentlichen Rechts, Berlin
gesellschaft mbH, Rechtsanwältin, Steuerberaterin
Barbara Liese-Bloch
Geschäftsführerin der MONOFIL-TECHNIK Gesellschaft für
Synthese Monofile mbH, Hennef
Tobias Meuser
Portfoliomanager der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH,
Köln
Christian Sardina Gellesch
Regionalleiter Portfolio West bei der Ströer Deutsche Städte
Medien GmbH, Köln
(seit 28. Juni 2023)
Dr. Kai Sauermann Ströer Management SE, Düsseldorf
Wirtschaftsprüfer/ Steuerberater ETRIS Bank GmbH, Wuppertal
Gesellschafter-Geschäftsführer der
SEJ GmbH-Steuerberatungsgesellschaft, Köln
(bis 4. Juli 2023)
Tobias Schleich
Betriebsratsvorsitzender der
Ströer Digital Media GmbH, Hamburg
Stephan Somberg
Gewerkschaftssekretär
(ver.di)
Petra Sontheimer
Management Coach und Organisationsberaterin
bei cidpartners GmbH, Bonn

Bis zum 31. Dezember 2018 waren die Anstellungsverträge der Vorstände der nicht-börsennotierten Ströer Management SE mit der Ströer KGaA abgeschlossen; seit dem 01. Januar 2019 bestehen die Anstellungsverträge mit der Ströer Management SE. Die Vergütungen werden seit 2019 unmittelbar von der Ströer Management SE an ihre Vorstandsmitglieder ausbezahlt, sodann jedoch gemäß § 9 Abs. 3 S. 2 der Satzung der Ströer KGaA dieser weiterbelastet. Nachfolgend werden Angaben zur Struktur und zur Höhe der Vergütung der Vorstandsund der Aufsichtsratsmitglieder der Ströer Management SE und der Ströer KGaA gemacht.

Die Herren Müller, Schmalzl und Gieseke übten ihre Vorstandstätigkeit hauptberuflich aus.

Die Gesamtbezüge für die Wahrnehmung der Aufgaben des Vorstands betrugen für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 17.548 (Vj: TEUR 11.118). Hierin enthalten sind aktienbasierte Vergütungen mit einem beizulegenden Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt von TEUR 7.065 (Vj: TEUR 67). Den aktiven Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr eine Anzahl von 1.520.000 (Vj: 20.000) Stück Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 und 2023 gewährt.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2023 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 509 (Vj: TEUR 477) für deren Aufsichtsratstätigkeit gewährt. Individuelle Angaben zu Bezügen des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht dargestellt.

Kurzfristig fällige Leistungen umfassen insbesondere Gehälter, Sachbezüge sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile, die erst in dem auf das abgelaufene Geschäftsjahr folgende Geschäftsjahr zur Auszahlung gelangen. Langfristig fällige Leistungen umfassen dem Vorstand gewährte erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile – ohne aktienbasierte Vergütungsbestandteile –, die erst in späteren Jahren zur Auszahlung gelangen.

Von allen langfristig fälligen Leistungen (sogenannte LTI) werden TEUR 5.350 im Jahr 2024 zur Auszahlung fällig.

Aktienoptionsprogramm:

Im Rahmen des in 2015 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms (AOP 2015) hat der Vorstand in 2023 keine Optionen, insgesamt 1.097.846 Optionen gewährt bekommen, von denen im Geschäftsjahr 2023 106.892 Optionen verfallen sind.

In 2019 wurde ein weiteres Aktienoptionsprogramm (AOP 2019) beschlossen; hieraus hat der Vorstand in 2023 20.000 Optionen und insgesamt 1.580.000 Optionen gewährt bekommen, von denen im Geschäftsjahr 2022 1.520.000 Optionen verfallen sind. In 2023 wurde ein weiteres Aktienoptionsprogramm (AOP 2023) beschlossen; hieraus hat der Vorstand in 2023 1.500.000 Optionen und insgesamt 1.500.000 Optionen gewährt bekommen.

Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben bzw. acht Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von EUR 250 Mio. (AOP 2015) bzw. EUR 600 Mio. (AOP 2019) bzw. EUR 625 Mio. (AOP 2023) geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller gewährten Optionen aus dem AOP 2015 beträgt EUR 14,82 (Vj: EUR 8,09). Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2019" gewährten Optionen beträgt EUR 6,09 (Vj: EUR 5,16). Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2023" gewährten Optionen beträgt EUR 4,63 (Vj: EUR 0,00).

Zum 31. Dezember 2023 sind für alle ggf. zukünftig fällig werdenden Bonusansprüche des Vorstands kurz- wie langfristiger Natur insgesamt TEUR 17.905 (Vj.: TEUR 16.227) als Rückstellungen erfasst, von denen TEUR 155 (Vj.: TEUR 424) auf derzeitige Ansprüche aus aktienbasierten Vergütungen entfallen.

5. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 wurden im Durchschnitt 283 (Vj.: 282) Angestellte und 11 (Vj.: 11) Aushilfen beschäftigt.

6. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die folgende Aufstellung enthält die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB zu Beteiligungen der Gesellschaft im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB, sowie die Angaben gemäß § 285 Nr. 11b HGB zu Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, die fünf Prozent der Stimmrechte überschreiten:

Anteile am Eigenkapital Jahres
Kapital am ergebnis
31.12.2023 31.12.2023 2023
vH TEUR TEUR
Direkte Beteiligungen
BlowUP Media GmbH, Köln 100,0 1.105 *6.056
eValue 2nd Fund GmbH, Berlin (i.L.) 33,3 **1.942 **1.899
Internet BillBoard a.s., Ostrau, Tschechien 100,0 1.045 381
Ströer Content Group GmbH, Köln 100,0 50 *5.570
Ströer Digital Commerce GmbH, Köln 100,0 25 *17.490
Ströer Digital Publishing GmbH, Köln 100,0 111.982 *51.912
Ströer Media Deutschland GmbH, Köln 100,0 121.245 *69.467
Ströer Polska Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100,0 14.219 316
Ströer Sales Group GmbH, Köln 100,0 50 *34.130
Indirekte Beteiligungen
ad.audio GmbH, Hamburg 20,0 -1.094 -1.113
Adscale Laboratories Ltd., Christchurch, Neuseeland 100,0 1.832 410
ahuhu GmbH, Unterföhring 80,0 801 725
Ambient-TV Sales & Services GmbH, Hamburg 70,0 2.847 2.796
andré media West GmbH, Köln 60,0 -960 157
ARGE Außenwerbung Schönefeld GbR, Berlin 50,0 9 9
Asam Betriebs-GmbH, Beilngries 100,0 8.510 *17.106
ASAMBEAUTY GmbH, Unterföhring 100,0 450 *8.754
ASAMBEAUTY TRADING (SHANGHAI) CO., LTD., Shanghai, China 100,0 38 -31
ASAMBEAUTY US INC., Hollywood, USA 100,0 -4.114 -207
Avedo Albania SHPK, Tiranë, Albanien 100,0 64 68
Avedo Bulgaria EOOD, Plovdiv, Bulgarien 100,0 62 80
AVEDO Essen GmbH, Essen 100,0 982 *608
Avedo Frankfurt Oder GmbH, Frankfurt Oder 100,0 125 100
AVEDO Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen 100,0 25 *97
Avedo Hellas M.A.E., Thessaloniki, Griechenland 100,0 1.553 280
Avedo Itzehoe GmbH, Itzehoe 100,0 494 469
Avedo II GmbH, Pforzheim 100,0 1.131 *1.775
Avedo Kosovo L.L.C., Prishtina, Kosovo 100,0 536 25
Avedo Köln GmbH, Köln 100,0 515 *-693
Avedo Leipzig GmbH, Leipzig 100,0 965 *-1.864
AVEDO Leipzig West GmbH, Leipzig 100,0 25 *116
Avedo Neubrandenburg GmbH, Neubrandenburg 100,0 0 -557
Avedo München GmbH, München 100,0 204 *-107
Avedo Palma S.A.U., Palma de Mallorca, Spanien 100,0 2.784 410
Avedo Rostock GmbH, Rostock 100,0 2.989 *1.640
BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH,
Unterföhring 51,0 36.841 *30.751
blowUP media Belgium BVBA, Antwerpen, Belgien 100,0 2.445 817
blowUP media Benelux B.V., Amsterdam, Niederlande 100,0 9.172 2.174
blowUP media U.K. Ltd., London, Großbritannien 100,0 7.041 2.434
Business Advertising GmbH, Düsseldorf 65,7 1.582 542
Business Power GmbH, Düsseldorf 100,0 83 -127
Contacter Sarl, Tunis, Tunesien 100,0 11 -22
Content Fleet GmbH, Hamburg 100,0 3.961 1.641
Courtier en Economie d´Energie S.A.S.U., Metz, Frankreich 100,0 -921 -937
Dea Holding S.r.l. , Bergamo, Italien 51,0 24.550 1.450
Dea S.r.l., Bergamo, Italien 100,0 118 27
DERG Vertriebs GmbH, Köln 100,0 50 *341
Diciotto Plus S.r.l., Bergamo, Italien 100,0 30 13
Diler Power Italia S.r.l., Bergamo, Italien 100,0 166 85
DSA Schuldisplay GmbH, Hamburg 51,0 47 138
DSMDecaux GmbH, München 50,0 17.552 15.994
DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Frankfurt am Main 100,0 607.512 *84.784
DSM Krefeld Außenwerbung GmbH, Krefeld 51,0 1.507 37
DSM Rechtegesellschaft mbH, Köln 100,0 25 *71.500
DSM Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100,0 30.826 445
DSM Zeit und Werbung GmbH, Köln 100,0 1.453 *769
ECE flatmedia GmbH, Hamburg 75,1 50 *12.439
Edgar Ambient Media Group GmbH, Hamburg 82,4 3.961 6.338
FA Business Solutions GmbH, Hamburg 50,0 821 787
Fahrgastfernsehen Hamburg GmbH, Hamburg 100,0 1.610 202
Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg 75,1 205 *1.462
HanXX Media GmbH, Köln 51,0 76 39
iBillBoard Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S.,
Istanbul, Türkei
96,0 -54 -58
iBillBoard Poland Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100,0 -187 7
INFOSCREEN GmbH, Köln 100,0 8.227 *93.515
InnoBeauty GmbH, Unterföhring 100,0 200 *-16
Institute for Digital Out of Home Media GmbH, München 45,0 **21 **-4
Instytut Badań Outdooru IBO Sp. z.o.o., Warschau, Polen 50,0 172 28
Interactive Media CCSP GmbH, Köln 100,0 100.334 *11.774
ITwo S.r.l., Bergamo, Italien 100,0 1.231 1.150
Klassenfreunde.ch GmbH, Alpnach, Schweiz 100,0 328 22
Klassträffen Sweden AB, Karlskoga, Schweden 100,0 204 1
KWS Verkehrsmittelwerbung GmbH, Stuttgart 100,0 921 329
M.Asam GmbH, Unterföhring 100,0 6.764 *13.762
MBR Targeting GmbH, Berlin 100,0 2.626 14
PosterSelect Mediaagentur GmbH
(vormals:Media-Direktservice GmbH) 100,0 3.687 -4.958
mediateam Stadtservice GmbH / Ströer Media Deutschland GmbH
in GbR, Berlin
50,0 18 18
Neo Advertising GmbH, Hamburg 100,0 503 19
nxt statista GmbH & Co. KG
(vormals: LSP Digital GmbH & Co. KG, Hamburg) 100,0 1.797 500
nxt statista Management GmbH, Hamburg 100,0 30 0
Omnea GmbH, Berlin 100,0 3.244 2.011
OPS Online Post Service GmbH, Berlin 100,0 805 0
optimise-it GmbH, Hamburg 100,0 0 -243
OS Data Solutions GmbH & Co. KG, Hamburg 100,0 1.163 1.159
OS Data Solutions Verwaltung GmbH, Hamburg 100,0 25 1
"Outsite Media GmbH", Mönchengladbach 51,0 1.266 1.266
Permodo GmbH, Düsseldorf 100,0 52 *7.808
PrintSafari.com GmbH, Berlin 100,0 -766 -252
PrintSafari.com Inc., Ashburnham, USA 100,0 107 -34
Ranger France S.A.S.U., Paris, Frankreich 100,0 5.426 517
Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Düsseldorf 100,0 24.781 *46.604
RegioHelden GmbH, Stuttgart 100,0 7.754 1.948
Retail Media GmbH, Köln 100,0 25 *372
Sales Holding GmbH, Düsseldorf 100,0 26.607 *38.904
Seeding Alliance GmbH, Köln 70,0 124 *676
Service Planet GmbH, Düsseldorf 100,0 985 *230
Services PrintSafari.com Canada Inc., Montreal, Kanada 100,0 -241 -9
SIGN YOU mediascreen GmbH, Oberhausen 100,0 575 37
SMD Rechtegesellschaft mbH, Köln 100,0 25 *41.764
SMD Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100,0 18.438 203
SRG Rechtegesellschaft mbH, Köln 100,0 25 *30.793
SRG Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100,0 14.331 145
Statista Australia Pty. Ltd., Nord Sydney, Australien 100,0 15 6
Statista GmbH, Köln 100,0 -68.989 -20.763
Statista Inc., New York, USA 100,0 11.145 2.393
Statista India Private Limited, Gurugram, Indien 100,0 79 -32
Statista Japan Ltd., Tokio, Japan 100,0 36 8
Statista Ltd., London, Großbritannien 100,0 -513 372
Statista Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0 788 290
Statista S.a.r.l., Paris, Frankreich 100,0 710 136
Ströer Connections GmbH, Berlin
(vormals: StayFriends GmbH, Berlin) 100,0 23.562 5.446
Ströer Content Group Product & Tech GmbH, Köln 100,0 19 -6
Ströer Content Group Sales GmbH, Köln 100,0 25 *229
Ströer Content Group X GmbH, Köln
(vormals: SA1 Immobilien GmbH, Köln)
100,0 29 *68
Ströer Core GmbH & Co. KG, Leverkusen 100,0 11.661 6.159
Ströer Core Verwaltungs GmbH, Leverkusen 100,0 28 1
Ströer DERG Media GmbH, Kassel 100,0 5.492 *3.450
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln 100,0 500 *278
Ströer Digital Group GmbH, Köln 100,0 94.014 *5.090
Ströer Digital Media GmbH, Hamburg 100,0 12.692 *2.677
Ströer media brands apps d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,0 177 34
Ströer media brands GmbH, Berlin 100,0 2.335 *5.669
Ströer News Publishing GmbH, Köln 100,0 305 *653
Ströer Next Publishing GmbH, Köln 100,0 25 *-270
Ströer Sales & Services GmbH, Köln 100,0 272 *24.600
STRÖER SALES France S.A.S.U., Paris, Frankreich 100,0 23.189 680
Ströer Social Publishing GmbH, Berlin 100,0 25 *1.408
Ströer SSP GmbH, München 100,0 -10.637 -5.157
Ströer Technical Service sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0 -1 -2
Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH, Köln 100,0 25 *4
Ströer X GmbH, Leipzig 100,0 39.517 *34.895
Tom S.r.l., Bergamo, Italien 100,0 1.906 1.815
Trombi Acquisition SARL, Paris, Frankreich 100,0 -971 27
X-City Marketing Hannover GmbH, Hannover 50,0 12.698 1.714
Yieldlove GmbH, Hamburg 100,0 25 *3.256
Yieldlove SAS,Paris, Frankreich 100,0 -72 -82

*Ergebnis vor Ergebnisabführung

**Vorjahreszahlen

7. Konzernabschluss

Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

8. Persönlich haftende Gesellschafter

Die Ströer Management SE, Düsseldorf, die persönlich haftende Gesellschafterin ist, weist zum 31. Dezember 2023 ein gezeichnetes Kapital in Höhe von TEUR 120 aus.

9. Gewinnverwendungsvorschlag

Der persönlich haftende Gesellschafter schlägt unter Vorbehalt der Abstimmungen und Erörterungen mit dem Aufsichtsrat vor, den im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 290.027.645,87 wie folgt zu verwenden:

■ Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 1,85 je dividendenberechtigter Stückaktie und damit insgesamt EUR 103.056.679,05 (bei 55.706.313 Stückaktien)

  • Einstellung eines Betrags in Höhe von EUR 1.970.966,82 in die Gewinnrücklage
  • Vortrag des Restbetrages in Höhe von EUR 185.000.000,00 auf neue Rechnung.

10. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

11. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance Kodex

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Ströer KGaA, der Ströer Management SE, Düsseldorf, und Aufsichtsrat der Ströer KGaA haben am 12. Dezember 2023 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und öffentlich auf der Internetseite der Gesellschaft (ir.stroeer.com/ de/investor-relations/corporate-governance/) dauerhaft den Aktionären zugänglich gemacht.

Köln, den 15. März 2024 Ströer SE & Co. KGaA vertreten durch: Ströer Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin)

Udo Müller Christian Schmalzl Henning Gieseke

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Köln, den 15. März 2024 Ströer SE & Co. KGaA vertreten durch: Ströer Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin)

Udo Müller Christian Schmalzl Henning Gieseke

Anlage 1 zum Anhang der Ströer SE & Co. KGaA, Köln Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die Gesellschaft hat folgende Mitteilungen erhalten:

Meldeschwelle Schwellen
berührung
Grund der Mitteilung:
von
Erwerb/Veräußerung Stimmrechte gemäß
§ 33, 34 WpHG
Instrumente gemäß
§ 38 Abs. 1 Nr. 1
WpHG
Instrumente gemäß
§ 38 Abs. 1 Nr. 2
WpHG
Mitteilungspflichtiger Datum Aktien mit
Stimmrecht
Instru
menten
in % absolut in % absolut in % absolut
DWS Investment GmbH,
Frankfurt am Main,
Deutschland
keine
Schwellenberührung
29.03.2023 x - 2,99 1.694.153 - - - -
ValueAct Holdings GP, LLC,
Wilmington, Delaware, USA 1)
3 %,
Überschreitung
09.05.2023 x - 14,98 8.490.008 - - - -
JPMorgan Chase & Co.,
Wilmington, Delaware, USA 1)
3 %,
Überschreitung
21.07.2023 x x 11,83 6.709.006 - - 0,51 289.406
Udo Müller, Berlin, Deutsch
land
keine
Schwellenberührung
31.08.2021 x - 41,68 23.620.191 - - - -
Dirk Ströer, Köln, Deutschland keine
Schwellenberührung
31.08.2021 x - 41,68 23.620.191 - - - -
Allianz Global Investors
GmbH, Frankfurt am Main,
Deutschland
10 %,
Unterschreitung
02.11.2020 x - 9,99 5.652.476 - - - -

1) Meldung vollständiger Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

In diesem Geschäftsbericht verwenden wir im Interesse der besseren Lesbarkeit überwiegend die männliche Form, wie z. B. "Aktionär" oder "Mitarbeiter". Diese bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers.

Aus rechentechnischen Gründen können sich in Tabellen oder Grafiken gegebenenfalls Rundungsdifferenzen aus der Summe der einzelnen Zahlen zur jeweils angegebenen Summe ergeben.

Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns1
Grundlagen und Strategie des Ströer Konzerns 14
Wirtschaftsbericht 25
Angaben zur Ströer SE & Co. KGaA 36
Informationen zur Aktie2 40
Mitarbeiter 43
Chancen- und Risikobericht 46
Prognosebericht 59
Übernahmerechtliche Angaben 63

1 Sämtliche Querverweise auf Internetseiten im gesamten zusammengefassten Lagebericht waren nicht Teil der Abschlussprüfung.

Im Gegensatz zu den Geschäftsjahreszahlen handelt es sich bei den Erläuterungen zu den Quartalen im gesamten zusammengefassten Lagebericht um ungeprüfte Informationen.

2 Dieser Abschnitt ist nicht Teil der inhaltlichen Abschlussprüfung durch den unabhängigen Abschlussprüfer.

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

GRUNDLAGEN UND STRATEGIE DES STRÖER KONZERNS

Strategie

in Mrd. EUR

Im Geschäftsjahr 2023 hat Ströer seine "OOH plus"-Strategie weiter erfolgreich umgesetzt. Diese basiert auf einem starken und resilienten Out-of-Home (OOH)-Kerngeschäft, welches von den unterstützenden Geschäftsfeldern Digital & Dialog Media flankiert wird. Dabei fokussiert sich Ströer schwerpunktmäßig auf seinen Heimatmarkt Deutschland.

Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen, einer vergleichsweise hohen Inflation und einer sich eintrübenden Konjunktur konnte Ströer seine Marktposition in der Außenwerbung in Deutschland weiter stärken. Die strategisch wichtigen Investitionen in die digitale OOH-Infrastruktur haben sich als wesentlicher Baustein für die langfristig positive Wertentwicklung erwiesen.

Der Werbemarkt in Deutschland war in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2023 rückläufig, hat sich aber insbesondere zum Jahresende deutlich stabilisiert. Über den gesamten Jahresverlauf konnte er insgesamt leicht zulegen (2023: +0,3 %, 2022: –3,4 %). Dagegen haben sich die einzelnen Werbekategorien sehr unterschiedlich entwickelt. So hat sich das Wachstum im Bereich OOH im Geschäftsjahr 2023, insbesondere getrieben von digitaler Außenwerbung, deutlich beschleunigt. In Summe wuchs die Kategorie OOH im Zeitraum Januar bis Dezember 2023 um 11,2%. Am anderen Ende der Entwicklung lag die Kategorie Fernsehen, deren Umsätze um 3,5% sanken. Damit werden die Flexibilität und die Reichweitenstärke von Außenwerbung im Vergleich besonders deutlich.

Vor dem Hintergrund des Ausbaus der Digitalisierung der Außenwerbeinfrastruktur ist die zunehmende Automatisierung und programmatische Buchbarkeit ein wichtiger Wachstumstreiber. So hat sich die programmatische Vermarktung deutlich beschleunigt, was neue Vertriebskanäle eröffnet und eine bessere Nutzung des Inventars ermöglicht. Damit kann das Inventar effizienter (kurzfristig verfügbar, granular, dynamisch paketierbar), sowie gleichzeitig durch gesteigerte technologische Möglichkeiten, etwa durch dynamische Werbeformate (z. B. durch die Integration sehr aktueller Informationen wie Sportergebnisse, Wetter, Warnungen, Quoten etc.) effektiver genutzt werden.

Ströer nutzt dabei das Wissen der Ströer Digital Gruppe, einem der führenden Online-Vermarkter in Deutschland, zur Entwicklung programmatischer OOH-Technologie.

Durch die programmatische Vermarktung des digitalen Werbeinventars und die computergestützte Buchung lösen sich die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Werbeformaten auf. Die digitale Außenwerbung wird damit zunehmend organischer Bestandteil der wachsenden digitalen Werbekanäle. Dabei wird durch die zunehmende Digitalisierung der Medienträger die Eintrittsbarriere für die Nutzung von Außenwerbung insgesamt,

Entwicklung des deutschen Werbemarktes 2013–2023

Quelle: Nielsen Media Germany GmbH, Bruttowerbeausgaben. Alle Zahlen bereinigt (ohne Werbesendungen). Stand Januar 2024.

aber auch für kleinere Werbungtreibende stark reduziert. So kann Ströer mit der programmatischen Buchbarkeit seines digitalen Inventars neue Kundengruppen und damit neue Werbebudgets adressieren.

Zusätzlich hat Ströer sein Angebotsportfolio breiter und tiefer mit den nationalen, regionalen und lokalen Kunden aus zahlreichen unterschiedlichen Branchen und Industrien verzahnt. Damit können wir das Geschäft somit auch in Krisenzeiten absichern.

Der Vertrieb erfolgt sowohl über eine nationale Vertriebsorganisation, welche Kunden und ihre Agenturen zentral aus allen relevanten Großstädten heraus betreut, als auch über eine regionale und lokale Vertriebsorganisation, welche in der Lage ist, kleinste Kunden direkt vor Ort persönlich oder remote zu betreuen. Moderne Vertriebs-Unterstützungssysteme, CRM und Angebotssysteme unterstützen alle Vertriebssegmente und erlauben eine zentrale Ressourcensteuerung und ein zentrales Inventarmanagement.

Geschäftsmodell

Ströer ist ein Anbieter von Außen- und Online-Werbeflächen sowie von einer Vielzahl an Aspekten des Dialog Marketings mit Schwerpunkt auf den deutschen Werbemarkt. Darüber hinaus betreibt Ströer Daten-Service-Dienste (Data as a Service [DaaS] zusammengeführt in der Marke Statista) und E-Commerce im Bereich Kosmetik (mit der Marke AsamBeauty).

Segmente und Organisationsstruktur

Generelles

Die Reporting-Segmente der Ströer Gruppe bestanden im Jahr 2023 aus den drei Segmenten Out-of-Home Media, Digital & Dialog Media sowie DaaS & E-Commerce.

Die Segmente sind in enger Abstimmung mit der Konzern-Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA operativ eigenständig am Markt tätig.

Ströer Reporting-Segmente seit 2021

Die Abstimmung bezieht sich insbesondere auf die strategische Ausrichtung im Rahmen der Gesamtsteuerung des Ströer Konzerns, auf die vertriebliche Bearbeitung des nationalen, regionalen und lokalen Werbemarktes sowie auch auf zentrale Konzernfunktionen wie beispielsweise Human Resources, IT, Governance, Security, Finance, Recht, Strategie & Innovation und Unternehmenskommunikation. Hierdurch ist ein gezielter Know-how-Transfer zwischen den einzelnen Segmenten möglich. Häufig entstehen gerade daraus neue Angebote für unsere Kunden sowie eine Festigung und Ausweitung vorhandener Kundenbeziehungen.

Darüber hinaus werden auch die Finanzierung und die Liquidität im Ströer Konzern zentral gesteuert. Die hieraus resultierende Refinanzierung der Segmente und deren Versorgung mit ausreichender Liquidität verschaffen den operativen Einheiten die notwendige Flexibilität, um Chancen im Markt kurzfristig nutzen und investieren zu können.

Out-of-Home Media

Das Segment Out-of-Home Media umfasst alle analogen Außenwerbeflächen (OOH) sowie alle digitalen Außenwerbeflächen (DOOH) von Ströer.

Basis des Außenwerbegeschäfts

Die Basis des Geschäfts ist ein Portfolio an Verträgen mit privaten und öffentlichen Grundstücks- und Gebäudeeigentümern. Dabei sind Verträge mit Kommunen von besonderer Bedeutung, da diese Ströer ermöglichen, intelligente und passgenaue Kommunikationslösungen zu entwickeln, die das Stadtbild aufwerten oder zusätzliche Dienste ermöglichen können.

Bedeutende Verträge bestehen mit der Deutschen Bahn, der ECE-Gruppe und zahlreichen Anbietern im öffentlichen Personennahverkehr. Das Produktportfolio umfasst nahezu alle Werbeformen, die im öffentlichen Raum zum Einsatz kommen.

Daneben besteht eine Vielzahl von Verträgen mit privaten Partnern. Diese sehen im Allgemeinen die Zahlung einer festen Pacht vor, während die kommunalen Konzessionsverträge überwiegend umsatzabhängige Pachtzahlungen sowie die Vereinbarung von Mindest- oder garantierten Pachtzahlungen enthalten.

Im Geschäftsjahr 2023 war die weitere, fokussierte Digitalisierung bestehender und neuer Werbestandorte ein zentraler strategischer Baustein. Ströer engagiert sich unter anderem in der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, um die Digitalisierung der Städte weiter voranzutreiben. Ziel ist es, die Infrastruktur und die Möglichkeiten von Ströer dazu zu nutzen, die Kommunikation im öffentlichen Raum zu vereinfachen und Bürgern die Bewältigung ihres fortschreitend digitalisierten Alltags durch smarte kommunale Dienste zu erleichtern.

Werbeträger, die im Rahmen der Verträge im Bereich DOOH vermarktet werden, unterteilen sich in drei Kategorien:

Premium Public Video Roadside Screens

Alle digitalisierten Flächen entlang der Straße mit mehr als 2m2 Fläche

Premium Indoor Screens

Hochwertige, digitalisierte Flächen in Bahnhöfen, Nahverkehrssystemen, Einkaufszentren und Flughäfen mit einem Format von mindestens 60 Zoll Bilddiagonale

Segment Longtail

Alle digitalisierten Flächen in Innenräumen mit oft kleinerem Format, i.d.R. in Einkaufsläden.

Ströer verfügt seit jeher über ein großes, klassisches Werbeträgerportfolio auf der Straße, in Bahnhöfen, an und in Verkehrsmitteln sowie in Fußgängerzonen und kann so für jeden Kunden lokal, regional wie national das passende Produkt anbieten. Die Designlinien werden permanent weiterentwickelt und optimiert und stets an lokale Erfordernisse angepasst.

Digitale Stadtinformationsanlagen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie können dazu genutzt werden, Bürger schnell und auf breiter Basis mit Informationen zu versorgen oder sie zu warnen. Die Werbeanlagen von Ströer sind in die Warnpläne der Bundes- und Landesregierungen einbezogen und werden bei Warnübungen genutzt.

Aus diesen Gründen steht Ströer mit vielen deutschen Kommunen in einem intensiven Austausch über die Zukunft und Entwicklung deutscher Städte.

Digitale Außenwerbung: flexible Ausspielung und Vermarktung

Digitale Außenwerbeflächen können dank der flexiblen Ausspielung von Kampagnen über alle Vertriebskanäle hinweg vermarktet werden. Die vollständig digitalisierte Logistik ermöglicht es, die Flächen sehr flexibel und granular anzubieten – von Paketen und Netzen bis hin zu einzelnen Flächen, von Kampagnen über längere Zeiträume hinweg bis hin zu spezifischen zeitpunktabhängigen Aktionen.

Noch verfügbare Inventare ("Yields") können zudem sehr kurzfristig vermarktet werden. Die hierfür notwendigen technischen Grundlagen werden auf allen Vertriebsebenen permanent weiter ausgebaut. Dazu gehören beispielsweise flexible Kreationen oder die Ausspielung von Werbung in Abhängigkeit von bestimmten Gegebenheiten, die für das Produkt relevant sind.

Digital & Dialog Media

Ströer Digital Media

Ströer bietet neben der Außenwerbung auch die Vermarktung von Online-Werbung im Rahmen von eigenen und fremden Content-Angeboten an. Auf dieser Basis werden skalierbare Produkte von Branding & Storytelling bis hin zu Performance, Native Advertising und Social Media vermarktet.

Ströer Digital Media verfügt im Bereich Display- und Mobile-Vermarktung über eine Vielzahl an Direktmandaten, eigene Webseiten und über eine automatisierte Technologieplattform (sowohl für die Nachfrage – als auch für die Angebotsseite)1.

Zu den eigenen Webseiten gehören neben Nachrichtenportal t-online.de auch Special Interest Portale wie giga.de, familie.de, desired.de oder kino.de. Im Bereich der Direktmandate hat Ströer die Vermarktungskapazität gebündelt und verfügt nun über Vermarktungsrechte für mehr als 1.600 Digitale Angebote.

Ströer X (Avedo/Ranger)

Im Jahr 2017 wurden die Avedo Gruppe, die in 2022 in Ströer X umbenannt wurde, sowie die Ranger Gruppe von Ströer übernommen.

Ströer X fokussiert sich mit seinem Callcenter-Geschäft auf Customer Experience und Sales. Ströer X wurde in den vergangenen Jahren zu einem der großen Anbieter von performanceorientiertem Direktvertrieb via Callcentern in Deutschland, sowie Nearshoring Standorten, wie beispielsweise Griechenland und Spanien, entwickelt.

Die Ranger Gruppe ist ein Außendienst-Spezialist und übernimmt für ihre Auftraggeber den performancegesteuerten Direktvertrieb. Das Unternehmen verkauft Produkte für seine Auftraggeber – unter anderem in den Branchen Telekommunikation, Energie, Handel, Finanzen und Medien – an deren Privat- und Geschäftskunden.

DaaS & E-Commerce

Statista

Statista ist eine globale Datenbank für Statistiken und Reports und bietet seinen Nutzern Zugriff auf über 80.000 Themen aus verschiedenen Bereichen, darunter Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Medien, Technologie und Wissenschaft. Proprietäre Daten werden dabei aus weiteren Quellen, wie Marktforschungsinstituten, Regierungsorganisationen, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen ergänzt.

Wie im vergangenen Jahr spielte die Internationalisierung des Geschäftsmodells eine wichtige Rolle für den Erfolg im Jahr 2023. Dabei waren die USA im Geschäftsjahr 2023 der größte Absatzmarkt für Statista.

Die Vergrößerung des Produktportfolios und die weitere Verbesserung der Dienstleistungen waren auch in 2023 ein strategischer Schwerpunkt. Im Kern ging es dabei darum, das Angebotsspektrum von Statistiken und die Auffindbarkeit von relevanten und gesuchten Datenpunkten und Statistiken zu verbessern. So wurde im Laufe des Geschäftsjahres "Research AI", ein auf künstlicher Intelligenz gestützter Layer entwickelt, in dem Suchanfragen in natürlicher Sprache platziert werden können. Damit werden zukünftig neue Kundenkategorien, abseits von Data-Mining Experten, in allen Märkten Statistas erschlossen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 konnten erste Beta- und Launch-Kundentests erfolgreich abgeschlossen werden.

AsamBeauty

AsamBeauty ist ein Unternehmen mit Produkten im Bereich Premium Kosmetik. Die Eigenmarken M. Asam®, ahuhu organic hair care, YOUTHLIFT®, FLORA MARETM und Kräuterhof® bieten ein breites Portfolio an Produkten aus den Bereichen Gesichts-, Körper- und Haarpflege sowie Make-up. Heute entwickelt und produziert AsamBeauty eine breite Produktrange "Made in Germany". Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Zusammenspiel ausgewählter pflanzlicher und modernster High-Tech-Wirkstoffe und deren Anwendungsformen.

AsamBeauty/BHI Gruppe (Beauty and Health Investment Group GmbH) hat im Jahr 2023 ihren Umsatz um 28% auf 202 Millionen Euro gesteigert. Zu dieser deutlichen Umsatzsteigerung haben die Vertriebskanäle E-Commerce, Telesales, stationärer Handel und insbesondere internationale Distribution in die Volksrepublik China beigetragen.

Strategisches Umfeld

Ströer fokussiert sich im Rahmen der OOH plus Strategie auf die Segmente OOH Media sowie Digital- und Dialog-Media. Diese Segmente bieten nach unseren Einschätzungen signifikante mittelbis langfristige Wachstumschancen und herausragende Wertschöpfungspotenziale. Sie zeichnen sich durch ein vielfältiges Rechte-Portfolio und hohe Anforderungen an operative Exzellenz aus. Spezifisches Markt-Know-how ist für Management und Produktentwicklung essenziell. Sie sind zumeist nicht global skalierbar, da es länderübergreifend, besonders im Segment OOH, große Unterschiede bezüglich lokaler Marktstruktur und sprachlicher, kultureller sowie regulativer Rahmenbedingungen gibt.

Insbesondere das Kernsegment Out-of-Home Media profitiert durch die Integration von Digitalgeschäften, was zu nachhaltigem Wachstum führt. Die digitale Transformation ermöglicht präzise, flexible und dynamische OOH-Produkte, zugänglich über neue, automatisierte Plattformen wie Programmatic Advertising.

Historisch gesehen war der OOH-Bereich durch die heterogene deutsche Städtelandschaft und limitierte Standardisierungsmöglichkeiten charakterisiert. Erfolgsentscheidend ist daher in diesem Umfeld, dass individuell zugeschnittene Rechteverträge die

Skaleneffekte einer Internationalisierung, wie beispielsweise unterschiedliche baurechtliche Vorgaben, einschränken.

Erfolgsfaktoren der Strategie von Ströer in der Implementierung der OOH Plus Strategie sind: Proprietäres Detailwissen, individuelle Qualitätsstandards in Management und Ausführung, maßgeschneiderte Kundenlösungen für maximale Zufriedenheit und direkter Kundenkontakt auf allen Ebenen.

Im Sinne der Optimierung der Investitionen von Ströer in das eigene Portfolio werden die Auslastung sowie die Wertschöpfung des Portfolios fortlaufend optimiert. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung von Infrastruktur wird die historische Dividende in Form von langlaufenden proprietären Rechten und Produkten optimal monetarisiert.

Organisatorisch bedeutet dies eine erhebliche Elastizität und Spannbreite, welche durch neu eingeführte CRM- und ERP-Systeme zentral unterstützt und dank Künstlicher Intelligenz stetig optimiert werden für die Bedürfnisse großer nationaler Werbungtreibender und ihrer Agenturpartner, die zunehmend nach automatisierten, programmatischen und datengetriebenen Lösungen mit hoher Flexibilität verlangen. Die Betreuung im Segment der kleinen und mittleren regionalen Kunden liegt schwerpunktmäßig in der direkten Beratung aus einer Hand durch den wachsenden Lokalvertrieb von Ströer und dessen Lösungsansätze.

Damit ist Ströer aus Sicht des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters sehr gut aufgestellt, um im deutschen Werbemarkt weiterhin dauerhaft erfolgreich zu sein.

Werbemarkt

Der Werbemarkt 2023 (Brutto, Quelle: Nielsen Media Research, alle Medien) hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 nur unwesentlich verändert – von 33,7 auf 33,8 Mrd. Euro. Der Geschäftsverlauf ist im Jahresvergleich strukturell ähnlich geblieben, die stärksten Monate sind der Mai sowie September bis Dezember. Strukturell haben zwei Gattungen im Marktanteil gewonnen: Out of Home und Online. Dagegen ist der Gattungsmarktanteil von TV von 50,9% in 2022 auf 49,0% in 2023 zurückgegangen, was einem Rückgang des Marktanteils von nahezu 2% entspricht, wohingegen der Gattungsmarktanteil von Out of Home von 7,8% auf 8,6% gestiegen ist. Der Gattungsmarktanteil der Printmedien (Zeitschriften, Zeitungen) ist mit mehr als 23% trotz gesunkener Auflagen noch stabil, Radio mit unter 6% ebenfalls. Kino hat seine Bedeutung als Werbemedium mit einem Gattungsmarktanteil von deutlich unter 1% weitgehend verloren.

Produktentwicklung

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die fortlaufende Weiterentwicklung von Technologielösungen, die lokale und regionale Angebote ebenso wie Direktmarketing ermöglicht. In zunehmendem Maße sind dabei Technologien erfolgsentscheidend, die eine zielgenaue Aussteuerung von Kampagnen und das professionelle Management anonymisierter Datenmengen ermöglichen. Dadurch ist die reibungslose Verzahnung von Branding- und Performance-Marketing möglich.

Aber auch das Online-Portal von Statista stellt in Kombination mit seinen Statistiken und Datenbanken einen wesentlichen Bestandteil unserer Entwicklungsaktivitäten dar. Dabei werden das Angebotsspektrum von Statistiken sowie die Auffindbarkeit von relevanten und gesuchten Datenpunkten bzw. Statistiken stetig weiterentwickelt und verbessert.

Neben der Entwicklung von digitalen Anwendungen und Software-Lösungen fokussiert sich Ströer auch auf die Entwicklung der nächsten Generation von Werbeträgern im OOH-Bereich. Die Produktinnovation findet vorwiegend im eigenen Entwicklungszentrum in Köln statt, in enger Abstimmung mit dem Büro in Shanghai und anderen Partnern. Dadurch können die Produkte auf die besonderen Gegebenheiten der lokalen und regionalen Partner angepasst werden.

Die Ströer Gruppe hat im Geschäftsjahr 2023 in einem Umfang von insgesamt 32,9 Mio. EUR eigene Entwicklungskosten aktiviert, wobei ein wesentlicher Teil davon auf die oben genannten Entwicklungsaktivitäten der Statista-Gruppe sowie auf den Bereich der digitalen Werbevermarktung entfiel. Die Abschreibungen auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf insgesamt 24,2Mio. EUR. Die Aktivierungsquote lag bei etwa 70%.

Wertorientierte Steuerung

Langfristige, nachhaltige Wertentwicklung ist das zentrale Ziel des Ströer Konzerns. Um diese zu erreichen, wird der Konzern anhand von finanziellen und nichtfinanziellen Steuerungsgrößen geführt. Diese Steuerungsgrößen sind intern definiert und folgen der Berichtsstruktur des Konzerns. Bei den Kennzahlen handelt es sich um Steuerungs- und Controllinginstrumente, die nicht Bestandteil der internationalen Rechnungslegungsstandards sind. Die Hauptsteuerungsgrößen des Konzerns sind das organische Umsatzwachstum und das EBITDA (adjusted). Weitere bedeutsamste Leistungsindikatoren sind das bereinigte Konzernergebnis, der Free Cash-Flow (vor M&A Transaktionen), der ROCE (Return on Capital Employed) sowie der dynamische Verschuldungsgrad.

Das Umsatzwachstum ist einer der Hauptindikatoren für die Entwicklung des Ströer Konzerns. Diese Kennzahl wird daher auch als eine der wesentlichen Steuerungsgrößen für die einzelnen Segmente verwendet. So werden im Rahmen der Budget- und Mittelfristplanung die Wachstumserwartungen und Zielumsätze für jedes Segment auf Basis dieser Kennzahl festgelegt. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird dann im Laufe des Jahres regelmäßig überprüft. Dies gilt sowohl für das organische als auch für das nominale Umsatzwachstum. Mit Beginn des Jahres 2022 hat der Ströer Konzern die Berechnung des organischen Umsatzwachstums umgestellt. Weitere Details zur Berechnung des organischen Umsatzwachstums auf Seite 19. Seither werden zusätzliche Umsätze aus neu erworbenen Unternehmen erst nach Ablauf eines Jahres in der Berechnung des organischen Umsatzwachstums berücksichtigt. Desinvestitionen werden analog behandelt. Zusätzlich werden bei der Berechnung des organischen Umsatzwachstums Währungskurseffekte bereinigt. Für das Geschäftsjahr 2023 bezifferte sich das organische Umsatzwachstum der Ströer Gruppe nach der neuen Methode auf 7,5% (Vj.: 9,3%).

Als weitere Hauptsteuerungsgröße stellt das EBITDA (adjusted) (Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, vor Wertminderungen sowie korrigiert um Bereinigungseffekte, wie Kapitalstrukturmaßnahmen, Restrukturierungsmaßnahmen und sonstige Bereinigungseffekte) die nachhaltige Ertragsentwicklung des Konzerns dar. Weitere Details zur Berechnung des adjusted EBITDA und des bereinigten Konzernergebnisses auf Seite 19. Zudem ist das EBITDA (adjusted) eine der Standardkennzahlen des Kapitalmarkts zur Ermittlung des Unternehmenswertes im Rahmen von Multiplikatorverfahren. Daneben ist das EBITDA (adjusted) eine wesentliche Input-Größe zur Bestimmung des dynamischen Verschuldungsgrads, der den kreditgebenden Banken quartalsweise mitgeteilt wird. Allerdings werden hierbei die Effekte aus IFRS 16 sowohl beim EBITDA (adjusted) als auch bei der Nettoverschuldung eliminiert.

Das bereinigte Konzernergebnis ist eine der wesentlichen Kennzahlen für den Dividendenvorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Entsprechend seiner am Shareholder Value orientierten Strategie strebt Ströer an, im Rahmen seiner Dividendenpolitik, 50 bis 75% des bereinigten Konzernergebnisses als Dividende an seine Aktionäre auszuzahlen, soweit es nach handels- bzw. gesellschaftsrechtlichen Vorschriften zulässig ist.

Ein weiteres Konzern-Steuerungselement ist der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen). Dieser wird aus dem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Netto-Investitionen, d. h. der Summe aus Einzahlungen und Auszahlungen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, berechnet. Der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) stellt somit die cashwirksame Ertragskraft des Unternehmens dar und ist damit die zentrale Steuerungsgröße für Investitions-, Finanzierungs- und Dividendenpolitik.

Die nachhaltige Steigerung der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ist eines der Hauptziele des Ströer Konzerns. Um dieses Ziel sicherzustellen und die Zielerreichung kontinuierlich zu monitoren, hat Ströer ein entsprechendes Steuerungs- und Controllingsystem entwickelt.

Der ROCE ist definiert als Quotient aus dem bereinigten EBIT und dem Capital Employed. Das bereinigte EBIT wird wie folgt berechnet: Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, vor Wertminderungen und angepasst um Bereinigungseffekte. Das Capital Employed setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und kurzfristigen Vermögenswerte abzüglich der nicht zinstragenden Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht zinstragende Verbindlichkeiten) zusammen. Dazu wird das arithmetische Mittel aus diesen Werten zum jeweiligen Jahresanfang und Jahresende berechnet. Mit dem ROCE verfügt Ströer über ein Instrument, das eine wertorientierte Steuerung des Konzerns und der Unternehmensbereiche erlaubt. Ein positiver Wertbeitrag und damit eine Steigerung des Unternehmenswerts wird erreicht, wenn der ROCE den jeweiligen Kapitalkostensatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) überschreitet.

Daneben sind die Nettoverschuldung bzw. der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) weitere zentrale Steuerungsgrößen des Konzerns. Weitere Details zur Nettoverschuldung auf Seite 31. Der dynamische Verschuldungsgrad ist ein wichtiger Faktor für den Kapitalmarkt, um die Qualität der Finanzlage einzuschätzen. Der dynamische Verschuldungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung (ohne IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten) zum EBITDA (adjusted) (ebenfalls ohne IFRS 16-Effekte). Die Nettoverschuldung wird errechnet aus der Summe der Verbindlichkeiten aus dem Facility Agreement, aus den Schuldscheindarlehen sowie aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel.

Als nichtfinanzielle Indikatoren werden Kennzahlen zur Beschäftigungssituation wie z. B. die Mitarbeiteranzahl auf Konzernebene zum Bilanzstichtag berücksichtigt.

Überleitung: organisches Umsatzwachstum

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitung zum organischen Umsatzwachstum. Für das Jahr 2023 ergibt sich daraus bei einem Anstieg des Umsatzes (ohne Fremdwährungseffekte) von 131,4 Mio. EUR und einem angepassten Vorjahres-Umsatz von 1.759,2 Mio. EUR ein organisches Wachstum in Höhe von 7,5%.

in TEUR 2023 2022
Umsatzerlöse Vorjahr (berichtet) 1.771.942 1.627.323
Verkaufte Unternehmen –12.733 –10.050
Umsatzerlöse Vorjahr
(angepasst)
1.759.210 1.617.273
Fremdwährungseffekte –1.266 –51
Organisches Umsatzwachstum 131.362 150.804
Umsatzerlöse aktuelles Jahr
(angepasst)
1.889.305 1.768.026
Akquisitionen 25.024 3.916
Umsatzerlöse aktuelles Jahr
(berichtet)
1.914.330 1.771.942

Überleitung: EBITDA (adjusted)

Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) wird um bestimmte Bereinigungseffekte korrigiert. Als Bereinigungseffekte hat der Konzern Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios (unter anderem Transaktionskosten für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung, Kaufpreisallokationen), Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen (unter anderem Kosten für Integration von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, Bereinigung um Sondereffekte aus materiellen Neuausrichtungen und Performance Improvement Programmen), Kapitalstrukturmaßnahmen (unter anderem materielle Gebühren für Amendments bzw. Anpassungen von Kreditverträgen inklusive externer Beratungskosten) und sonstige Bereinigungseffekte (unter anderem Kosten für mögliche Rechtsstreitigkeiten, Währungseinflüsse, sonstige nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte) definiert.

Die Aufteilung der Bereinigungseffekte nach einzelnen Klassen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2023 2022
Aufwendungen und Erträge
aus Änderungen des
Beteiligungsportfolios 1.240 2.257
Aufwendungen und Erträge aus
Kapitalstrukturmaßnahmen
–19 –113
Reorganisations- und
Restrukturierungsaufwendungen –11.116 –4.928
Sonstige Bereinigungseffekte –4.707 3.597
Summe –14.601 813

In den Aufwendungen und Erträgen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios hat sich im Geschäftsjahr 2023 insbesondere das Abgangsergebnis aus dem Verkauf der grapevine marketing GmbH, München, mit TEUR 2.133 positiv bemerkbar gemacht.

Die Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen betrafen im Geschäftsjahr 2023 mit TEUR –6.003 im Wesentlichen eine neue Restrukturierungsmaßnahme bei der Ströer Digital Publishing GmbH sowie Umstrukturierungsmaßnahmen bei diversen Konzerngesellschaften wie z.B. bei der Statista-Gruppe (TEUR –1.093).

Die sonstigen Bereinigungseffekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR –4.707 (Vj.: TEUR 3.597). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergab sich im Wesentlichen aus Aufwendungen im Rahmen des Aktienoptionsprogramms in Höhe von TEUR –3.543, denen im Vorjahr noch ein Ertrag in Höhe von TEUR 9.285 gegenüberstand. Ursächlich für den Ertrag im Vorjahr waren insbesondere Aktienoptionen, für welche die Ausübungsvoraussetzungen nicht mehr gegeben waren. Gegenläufig hatte sich im Vorjahr die Abwertung des at-Equity-Beteiligungsbuchwerts der tricontes360 GmbH mit TEUR –5.810 bemerkbar gemacht.

In der Überleitungsrechnung von den Segmentwerten auf die Konzernwerte werden Informationen ausgewiesen, die Konzerneinheiten zugeordnet sind, die nicht die Definition eines Segments erfüllen (zentrale Posten). Im Wesentlichen handelt es sich um sämtliche Kosten zentraler Funktionen wie Vorstand, Unternehmenskommunikation, Rechnungswesen und Controlling abzüglich entsprechender Einnahmen aus Serviceleistungen.

Die Überleitung von der Segmentergebnisgröße auf die im Konzernabschluss enthaltenen Werte stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2023 2022
Summe Segmente –
EBITDA (adjusted)
600.432 571.490
Zentrale Posten –31.591 –30.090
EBITDA (adjusted) 568.841 541.401
Bereinigung (Adjustments) –14.601 813
EBITDA 554.239 542.214
Planmäßige Abschreibungen
(Nutzungsrechte aus Leasing
verhältnissen (IFRS 16))
–201.347 –197.040
Planmäßige Abschreibungen
(Sonstige Vermögenswerte des
Anlagevermögens)
–115.405 –102.505
Wertminderungen
(einschließlich Abschreibungen
auf Goodwill)
–6.650 –3.962
Finanzergebnis –65.811 –27.894
Ergebnis vor Steuern 165.027 210.813

Überleitung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu den Management Kennzahlen

In Mio. EUR Gewinn- und
Verlustrechnung
lt. IFRS
2023
Umgliederung
von Abschrei
bungen und
Wertminderungs
aufwendungen
Umgliederung
von Bereinigungen
Gewinn
und Verlust
rechnung nach
Management
Accounting
Aus Kauf
preisallokationen
resultierende
planmäßige
Abschreibungen
Währungseffekte
aus inner
konzernlichen
Finanzierungen
Steuer
normalisierung
Eliminierung aus
Bereinigungen
und
Wertminderungen
Bereinigte
Gewinn- und
Verlustrechnung
2023
Bereinigte
Gewinn- und
Verlustrechnung
2022
Umsatzerlöse 1.914,3 1.914,3 1.914,3 1.771,9
Umsatzkosten −1.117,6 275,5 0,4 −841,6 −841,6 −758,3
Vertriebskosten −318,8
Verwaltungskosten −262,0
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten −580,8 47,9 10,3 −522,6 −522,6 −484,9
Sonstige betriebliche Erträge 33,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen −26,1
Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige
betriebliche Aufwendungen
6,9 3,8 10,8 10,8 5,4
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen 7,9 7,9 7,9 7,3
EBITDA (adjusted) 568,8 568,8 541,4
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen −323,4 −323,4 18,8 2,1 −302,5 −276,2
EBIT (adjusted) 245,4 18,8 2,1 266,4 265,2
Bereinigungen1 −14,6 −14,6 14,6 0,0 0,0
Finanzergebnis −65,8 −65,8 −0,8 −1,2 −67,8 −30,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag −52,6 −52,6 −3,0 −55,6 −63,4
Konzernergebnis 112,4 0,0 0,0 112,4 18,8 −0,8 −3,0 15,6 143,0 171,5

1 Für weitere Details zu Bereinigungen verweisen wir auf den Abschnitt "Überleitung: EBITDA (adjusted)" auf Seite 19.

Leitung und Kontrolle

Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters Ströer Management SE, Düsseldorf, besteht zum 31. Dezember 2023 aus drei Mitgliedern. Ihm gehören Herr Udo Müller (Co-CEO), Herr Christian Schmalzl (Co-CEO) und Herr Henning Gieseke (CFO) an. Die folgende Übersicht stellt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder im Konzern dar:

Name Bestellung bis Verantwortlichkeiten
Udo Müller Juli 2025 Co-Vorstandsvorsitzender
Unternehmensstrategie
M&A
Public Affairs & Government Relations
Interne/externe Unternehmenskommunikation
OOH Infrastruktur Entwicklung & Bestandsmanagement
OOH R&D
Christian Schmalzl Juli 2025 Co-Vorstandsvorsitzender
OOH Vermarktung national
OOH Vermarktung regional/lokal
OOH Auslandsbeteiligungen
Digitale Vermarktung & Digitale Services
Digitales Publishing
Direct & Dialog Media
Data as a Service & E-Commerce
Human Resources
Henning Gieseke Dezember 2028 Finanzvorstand
Konzern-Einkauf
Corporate IT
Konzernrechnungslegung & Treasury
Shared Service Center & Tax
Konzern-Controlling
Investor Relations & ESG
Governance, Risk & Compliance
Recht

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.

Innerhalb des Ströer Konzerns besteht neben dem Vorstand ein Executive Committee zur Professionalisierung und Unterstützung der Führung und zur Verankerung von Schwerpunktthemen. Bei regelmäßigen Terminen werden grundlegende Themen in diesem Gremium diskutiert und eine einheitliche Ausrichtung des gesamten Konzerns sichergestellt.

In Bezug auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist zum 1. April 2023 das Aufsichtsratsmitglied Andreas Huster aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Durch Beschluss des Amtsgerichts Köln vom 28. Juni 2023 ist Herr Christian Sardiña Gellesch mit Wirkung desselben Tages zum Mitglied des Aufsichtsrats bestimmt worden.

Mit Beendigung der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 endeten die Aufsichtsratsämter der Anteilseignervertreter Herr Dr. Karl-Georg Altenburg und Frau Barbara Liese-Bloch. Beide Aufsichtsratsmitglieder wurden erneut als Aufsichtsratsmitglieder zur Wahl vorgeschlagen und wurden mit 95% (Herr Dr. Altenburg) und 74% (Frau Liese-Bloch) wiedergewählt. Des Weiteren hat der Anteilseignervertreter Herr Dr. Kai Sauermann sein Aufsichtsratsamt mit Wirkung zur Beendigung der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 niedergelegt. Als Nachfolger von Herrn Dr. Sauermann wurde Herr Prof. Dr. Stephan Eilers zur Wahl vorgeschlagen und mit 99% der abgegebenen Stimmen gewählt.

Gemäß §§ 278 Abs. 3, 95 ff. AktG i.V.m. § 10 Abs. 1 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA besteht der Aufsichtsrat aus 16 Aufsichtsratsmitgliedern. Entsprechend setzt sich dieser aus den acht Anteilseignervertretern mit Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Ulrich Voigt als stellvertretendem Vorsitzenden, Herrn Dr. Karl-Georg Altenburg, Frau Elisabeth Lepique, Herrn Martin Diederichs, Frau Barbara Liese-Bloch, Herrn Prof. Dr. Stephan Eilers und Frau Petra Sontheimer sowie den acht Arbeitnehmervertretern Herrn Christian Sardiña Gellesch, Frau Sabine Hüttinger, Herrn Andreas Güth, Herrn Christian Kascha, Frau Simone Kollmann-Göbels, Herrn Tobias Meuser, Herrn Tobias Schleich und Herrn Stephan Somberg zusammen.

Nähere Ausführungen zum Zusammenwirken von persönlich haftendem Gesellschafter und Aufsichtsrat und zu weiteren Standards der Unternehmensführung und -kontrolle finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält. Alle Dokumente werden auf der Homepage von Ströer (www. stroeer.com/investor-relations) veröffentlicht.

Für das Geschäftsjahr 2023 erstellt die Ströer SE & Co. KGaA wieder einen nichtfinanziellen Konzernbericht2 gemäß § 315b HGB sowie einen Vergütungsbericht. Die Berichte sind auf unserer Homepage unter https://ir.stroeer.com/de/investor-relations/ finanzberichte/ abrufbar.

Märkte und Einflussfaktoren

Mit ihrem Geschäftsmodell agiert die Ströer Gruppe auf den Märkten für Außenwerbung, für Online- und Mobile-Vermarktung, im Bereich des Dialog Marketing sowie des E-Commerce und der datengetriebenen Servicedienste. Im Bereich der Außenwerbung wird die wirtschaftliche Lage naturgemäß durch die bearbeiteten Werbemärkte beeinflusst, die ihrerseits stark auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie auf das Verhalten von Konsumenten und Werbetreibenden reagieren. Hierbei ist zu differenzieren zwischen dem Verhalten nationaler, oft auch internationaler Werbetreibender und dem Verhalten regionaler oder lokaler Werbetreibender. Die international agierenden Werbetreibenden reagieren mit ihren Werbeinvestitionen oft im Rahmen der Weltkonjunkturschwankungen, teilweise – wie in der Pandemie – aber auch antizyklisch. Nationale, regionale und lokale Werbetreibende orientieren sich primär an der Binnenkonjunktur, sodass die Werbebudgets dieser Kunden wesentlich weniger volatil sind.

Spezielle Einflussfaktoren für die Außenwerbung sind die Rahmenbedingungen hinsichtlich der durch Kommunen eingeräumten Werberechtskonzessionen sowie allgemeine Werbeverbote für bestimmte Produkte wie z.B. Tabak in der Vergangenheit oder Energiesparverordnungen. Entscheidende Faktoren für die Online-Werbung und das Dialog Marketing sind regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

In der Außenwerbebranche buchen Kunden ihre Aufträge in zunehmendem Maße mit kürzeren Vorausbuchungsfristen. Durch die fortschreitende Digitalisierung des Außenwerbeinventars ist Ströer immer besser in der Lage, Inventare granularer und sehr viel kurzfristiger – programmatisch – anzubieten. Zum einen reduzieren sich hierdurch die Eintrittsbarrieren für Außenwerbekampagnen der Kunden signifikant, zum anderen kann Ströer ganz neue Kundengruppen ansprechen. Dies sind insbesondere Kunden, die über unsere Plattformen programmatisch Zielgruppenkontakte einkaufen. Analog zu den saisonalen Schwankungen des übrigen Medienmarktes entwickelt sich der Auftragsbestand. Schwerpunkte der Außenwerbeaktivitäten liegen generell im zweiten und vierten Quartal, rund um Ostern und Weihnachten. Auf der Kostenseite ist die Entwicklung der Miet- und Pachtzahlungen sowie der Personal- und sonstigen Gemeinkosten (u. a. auch Strom-, Bau-, Wartungskosten) ein wesentlicher Einflussfaktor. Die angespannte Verfügbarkeit von Mikroprozessoren und die Störungen weltweiter Logistikketten hatten im Jahr 2023 nur in geringem Umfang Einfluss auf die Geschwindigkeit und die Kosten beim Aufbau des DOOH-Netzes. Durch vorausschauende Lagerhaltung konnte Ströer seine Aufbauziele erreichen.

Im Online-Bereich sind die Vorausbuchungsfristen der Kunden bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad im Vergleich zur Außenwerbung nochmal kürzer, liegen oft sogar im Bereich weniger Minuten vor einer Ausstrahlung. Die höchste Umsatzaktivität wird in der Online-Branche mit Abstand im vierten Quartal beobachtet. Ein wichtiger Einflussfaktor für die Online-Vermarktung ist die weitere Durchdringung des Marktes mit automatisierten programmatischen Plattformen, auf denen Ströer das digitale Inventar der Außenwerbung in Online-Mechaniken zur Verfügung stellt. Wesentliche Kostentreiber sind neben den an die Webseitenbetreiber abzuführenden Kommissionen insbesondere die Aufwendungen für das Personal und den IT-Betrieb (u. a. Rechenzentren, Sicherheitssysteme etc.).

Im Bereich des Dialog Marketings ist die Saisonalität weniger stark ausgeprägt, hat jedoch einen etwas stärkeren Verlauf im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres. Aufgrund der langfristigen Beziehungen und hohen Kundentreue sowie der relativ langfristigen Vorlaufzeiten ist das Dienstleistungsgeschäft im Dialog Marketing durch eine vergleichsweise geringe Volatilität geprägt. Die Einflussfaktoren für die Umsatzentwicklung liegen hier in der Produktivität der Mitarbeiter und dem Personalaufbau (Rekrutierung, Training, Entwicklung). Die Produktivität ist im Dienstleistungsgeschäft immer abhängig von den effektiv vorhandenen Arbeitstagen pro Monat. Saisonale Schwankungen sind daher auf den Dezember durch eine generell niedrigere Produktivarbeitszeit aufgrund der Feiertage/Urlaubszeit begrenzt. Im Bereich Field Sales ermöglicht der Zugewinn neuer Einsatzgebiete antizyklische Umsatzeffekte. Die starken Schwankungen in der Verfügbarkeit von Arbeitskräften zählen hier zu den nennenswerten Einflussfaktoren.

Darüber hinaus wirkt sich das regulatorische Umfeld auf die wirtschaftliche Lage der Ströer Gruppe aus. Sollte es zu regulatorischen Anpassungen im Bereich Außenwerbung kommen, wird Ströer aufgrund der üblichen Vorlaufzeiten bei Gesetzesänderungen mit entsprechenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten die Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen aber abschwächen können.

Das regulatorische Umfeld in der Online-Vermarktung wird im Wesentlichen von datenschutzrechtlichen Aspekten auf nationaler und europäischer Ebene bestimmt.

Im E-Commerce ist das Geschäftsmodell durch die internationale Expansion, ebenso wie im Bereich der datengestützten Informationsdienste, auch von zunehmender Regulierung anderer, auch nicht-europäischer Märkte, abhängig.

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Ströer Gruppe mit ihrem integrierten Portfolio sehr gut positioniert ist, um von den mittelbis langfristigen Markttrends der zunehmenden Mobilität, Digitalisierung und Urbanisierung zu profitieren. Erwartungsgemäß wird sich der Markt immer unmittelbarer am Mediennutzer und an dessen Nutzungsverhalten orientieren. Dieses ist stärker auf den Medienkonsum über mobile Endgeräte im privaten, beruflichen und öffentlichen Umfeld ausgerichtet.

WIRTSCHAFTSBERICHT1

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen 2023

Im Rahmen der "OOH plus"-Strategie fokussiert sich Ströer im Wesentlichen auf seinen Heimatmarkt Deutschland, der mit einem Umsatzanteil von rund 90% von zentraler Bedeutung ist. Daneben verfügt der Ströer Konzern über Außenwerbeaktivitäten in Polen sowie internationale Aktivitäten im Rahmen von Statista, Asam und Ranger. Insgesamt hat das internationale Geschäft jedoch noch einen untergeordneten Stellenwert.

Über den gesamten Jahresverlauf 2023 konnte sich der Ströer Konzern in einem anhaltend schwierigen Wirtschaftsumfeld behaupten. So war die deutsche Wirtschaft im gesamten Geschäftsjahr 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen, Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft, sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen. So sanken die deutschen Exporte nach zwei Jahren deutlichen Wachstums im Jahr 2023 um –1,2%2.

Insgesamt verlief die Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging deutlich um 2,0 %3 zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 %4 des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (–0,4%)5. Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8%6 gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (–1,5%)7. Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Von Rückgängen

waren vor allem die Bereiche betroffen, in denen die Preise im Jahresverlauf entweder auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrten oder sogar noch weiter anstiegen. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (–6,2%)8. Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (–1,7%)9. Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt –3,0%)10 kräftiger als die Exporte (preisbereinigt –1,8%)11. Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stützte.

Insgesamt lag das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um –0,3%12 niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung –0,1%13.

Vor dem Hintergrund der gedämpften Konjunktur war die Entwicklung am Arbeitsmarkt wenig dynamisch, geprägt von abnehmendem Beschäftigungsaufbau und leichtem Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit14. Die Zahl der Kurzarbeiter ist im Vergleich zum Vorpandemieniveau weiterhin leicht erhöht, das Beschäftigungsniveau insgesamt aber mit 45,9 Millionen15 Erwerbstätigen (2022: 45,6 Millionen)16 anhaltend hoch. Vorläufig dürfte sich der Arbeitsmarkt eher seitwärts entwickeln, ein Einbruch der Beschäftigung zeichnet sich aktuell nicht ab17. So lag die Arbeitslosenquote zum Ende des Jahres 2023 bei 5,7% (Vj.: 5,3% )18.

Die Inflationsrate ging zum Ende des Jahres weiter zurück und lag im Dezember bei 3,7%19 und damit deutlich unter dem Jahresdurchschnittswert von 5,9%20. Aufgrund des hohen Niveaus im Vorjahr wirkten die Energiepreise weiterhin dämpfend auf die Rate. Das Tempo des zu erwartenden weiteren Rückgangs der Inflation bleibt mit Unsicherheit behaftet.

  • 1 Im Gegensatz zu den Geschäftsjahreszahlen handelt es sich bei den Erläuterungen zu den Quartalen um ungeprüfte Informationen
  • 2 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 3 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 4 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 5 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 6 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 7 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 8 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 9 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 10Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024

  • 11 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024

  • 12 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 13 Destatis Pressemitteilung Bruttoinlandsprodukt, 15. Januar 2024
  • 14 BMF Monatsbericht des BMF Dezember 2023
  • 15 Bundesagentur für Arbeit Pressematerial, 03.01.2024
  • 16 Bundesagentur für Arbeit Pressematerial, 03.01.2024
  • 17 BMF Monatsbericht des BMF Dezember 2023
  • 18 Bundesagentur für Arbeit Pressematerial, 03.01.2024 19 Destatis – Pressemeldung, Inflationsrate im Jahr 2023, 16.01.2024
  • 20 Destatis Pressemeldung, Inflationsrate im Jahr 2023, 16.01.2024

Entwicklung der Außen- und Online-Werbebranche 202321

Vor dem Hintergrund des angespannten gesamtwirtschaftlichen Umfelds zeigten die Bruttowerbeaufwendungen im Geschäftsjahr 2023 ein gemischtes Bild und lagen nur leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nach den von Nielsen erhobenen Daten zu den Bruttowerbeausgaben haben diese in Deutschland insgesamt im Jahr 2023 um 0,3% im Vergleich zum Jahr 2022 zugelegt. Allerdings wiesen die einzelnen Werbekategorien deutliche Unterschiede auf. Von den vier großen Werbeformaten TV, Online, Print und OOH verzeichnete TV als größte Werbekategorie mit –3,5% (Vj.: –5,5%) den höchsten Umsatzrückgang und war damit erneut ursächlich für die schwache Entwicklung des Gesamtwerbemarktes. Die Kategorie Internet/Online wuchs nach Angaben von Nielsen um rund 3,8% (Vj.: –3,9%). Das Segment Print wies ein gemischtes Bild auf. So sanken die Werbeaufwendungen im Subsegment Publikumszeitschriften um –8,1% (Vj.: –2,5%), dagegen konnten Zeitungen um 7,8% (Vj.: –4,5%) zulegen, sodass die Gesamtkategorie um 2,1% (Vj.: –3,8%) gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres gestiegen ist. Die mit Abstand beste Entwicklung zeigte die Außenwerbung, in der die Werbeausgaben um 11,2% (Vj.: 2,1%) gegenüber dem Vorjahresvergleichswert gestiegen sind und welche die Entwicklungen des Gesamtmarktes deutlich übertreffen konnte. Damit setzten sich die Marktanteilsgewinne von Außenwerbung am Gesamtmarkt fort und der Marktanteil von Außenwerbung stieg von 7,8% in 2022 auf 8,6% in 2023 und erreichte damit ein Allzeithoch.

Marktwachstum Top 4 Werbekategorien 2023 vs. 202222

Total OOH TV Print Online
0,3% 11,2% –3,5% 2,1% 3,8%

Grundsätzlich stellen die von Nielsen verwendeten Bruttowerbedaten für uns jedoch nur Trendaussagen dar und erlauben aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Marktabgrenzungen nur begrenzt Rückschlüsse auf die relevanten Nettogrößen.

Wechselkursentwicklungen 2023

Aufgrund der Fokussierung des Ströer Konzerns auf den Kernmarkt Deutschland sind Wechselkurseffekte trotz der internationalen Geschäftsaktivitäten von Statista und Asam nur von untergeordneter Bedeutung.

Für unsere Geschäfte waren im Jahr 2023 primär die Wechselkursentwicklungen des Euro zum US-Dollar relevant. Der US-Dollar notierte zu Beginn des Jahres 2023 bei einem Wechselkurs von 1,08 US-Dollar zu 1,00 Euro. Im Jahresverlauf zeigte sich der US-Dollar tendenziell schwächer gegenüber dem Euro und beendete das Jahr bei einem Niveau von 1,11 US-Dollar zu 1,00 Euro.

Ertragslage Gruppe

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters

Die Ströer Gruppe kann nach Ansicht des Vorstands – insbesondere vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen – alles in allem auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurückblicken. Von zentraler Bedeutung war in diesem Zusammenhang das starke Momentum im operativen Geschäft der einzelnen Einheiten. Davon beflügelt konnte der Konzern merkliche Umsatzzuwächse vermelden, sodass in Summe mit 1.914,3 Mio. EUR (Vj.: 1.771,9 Mio. EUR) abermals ein neuer Rekordwert zu verzeichnen war. Konterkariert wurde diese erfreuliche Entwicklung in erster Linie durch das erheblich gestiegene Zinsniveau am Kapitalmarkt, das zu einem deutlichen Anstieg der Finanzaufwendungen geführt hat. Aber auch die gesamtwirtschaftlich verursachten, allgemeinen Kostensteigerungen haben die beträchtlichen operativen Erfolge teilweise relativiert.

Die Finanz- und Vermögenslage der Gruppe präsentierte sich aus Sicht des Vorstands auch im abgelaufenen Geschäftsjahr als sehr solide und ausgewogen. So konnte Ströer mit Blick auf die Außenfinanzierung vor allem aufgrund einer bereits im Dezember 2022 neu abgeschlossenen Kreditfazilität in Höhe von 650,0 Mio. EUR zu jeder Zeit auf eine umfassende, langfristig zugesicherte Liquiditätsausstattung mit entsprechend freien Kreditlinien zurückgreifen. Gleichzeitig stellte Ströer seine starke Innenfinanzierungskraft durch einen spürbar verbesserten Free Cash-Flow vor M&A einmal mehr unter Beweis, der allerdings ohne die gestiegenen Zinsauszahlungen noch einmal wesentlich höher ausgefallen wäre. Der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) bewegte sich trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen unverändert auf einem komfortablen Niveau. Ergänzt wurde dieses positive Gesamtbild durch eine Eigenkapitalquote (bereinigt um die Bilanzierung der IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten) von über 25%.

Insgesamt sehen wir die Ströer Gruppe sowohl operativ wie auch finanziell sehr gut aufgestellt, um auch zukünftige Herausforderungen bewältigen und die Chancen im strukturellen Wandel des Medienmarktes flexibel nutzen zu können.

Vergleich des prognostizierten mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

Wir haben die für das Geschäftsjahr 2023 formulierten Prognosen seinerzeit aus einer vorsichtig optimistischen Einschätzung zur Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgeleitet. Allerdings unterliegen Jahresprognosen naturgemäß größeren Unwägbarkeiten. Dies gilt insbesondere in Zeiten gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen. Dennoch wurden die für das Geschäftsjahr 2023 ursprünglich gesetzten Ziele im Wesentlichen erreicht.

21 Nielsen Bruttowerbeausgaben 2023

22 Nielsen Bruttowerbeausgaben 2023

Prognostizierte Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2023 Tatsächlich erzielte Ergebnisse im Geschäftsjahr 2023
Organisches
Umsatzwachstum
Moderates organisches Wachstum
(2022: 9,3%)
7,5%
EBITDA (adjusted) Weitgehend stabile Entwicklung
(2022: 541,4 Mio. EUR (+5,5%))
568,8 Mio. EUR (+5,1%)
ROCE Vergleichbares Niveau wie im Vorjahr
(2022: 20,0%)
18,8%
Bereinigtes
Konzernergebnis
Leicht rückläufige Entwicklung
(2022: 171,5 Mio. EUR)
143,0 Mio. EUR (–16,6%)
Free Cash-Flow
vor M&A (inkl. IFRS 16-
Tilgungsauszahlungen)
Wachstum analog zum EBITDA (adjusted)
(2022: 50,4 Mio. EUR)
80,6 Mio. EUR (+59,8%)
Leverage Ratio Stabil bzw. leicht über dem Niveau des Vorjahres
(2022: 2,20)
2,24

Ertragslage des Konzerns

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
In Mio. EUR 2023 2022
Umsatzerlöse 1.914,3 1.771,9
EBITDA 554,2 542,2
EBITDA (adjusted) 568,8 541,4
EBIT 230,8 238,7
Finanzergebnis -65,8 –27,9
Ergebnis vor Steuern 165,0 210,8
Steuern von Einkommen
und Ertrag
-52,6 –59,0
Konzernergebnis 112,4 151,8

Die Ströer Gruppe steigerte ihre Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr um 142,4 Mio. EUR oder 8,0% auf nunmehr 1.914,3 Mio. EUR (Vj.: 1.771,9 Mio. EUR) und konnte damit – trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und eines insgesamt schwachen Werbemarktes – einen deutlich verbesserten, neuen Spitzenwert erzielen. Organisch bezifferte sich das Wachstum auf 7,5% (Vj.: 9,3%).

Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Außenumsätze nach Segmenten dar:

In Mio. EUR 2023 2022
Out-of-Home Media 755,9 741,1
Digital & Dialog Media 807,7 736,6
DaaS & E-Commerce 350,7 294,2
Summe 1.914,3 1.771,9

Die Zusammensetzung des Konzernumsatzes nach Inlandsund Auslandsumsätzen hat sich im Jahr 2023 strukturell nicht wesentlich verändert. Die im Inland erzielten Umsätze sind von 1.589,9 Mio. EUR auf 1.717,5 Mio. EUR angestiegen. Die im Ausland erwirtschafteten Umsätze bewegten sich mit 196,9 Mio. EUR um 14,8 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres (Vj.: 182,0 Mio. EUR). Damit entfielen insgesamt 10,3% der Umsätze auf das Ausland (Vj.: 10,3%).

Die Umsätze der Ströer Gruppe unterliegen – ähnlich wie die Umsätze der gesamten übrigen Medienbranche – erheblichen saisonalen Schwankungen. Dies beeinflusst sowohl die unterjährige Umsatz- als auch die Ergebnisentwicklung der Gruppe. Während das vierte Quartal grundsätzlich durch signifikant höhere Umsatz- und Ergebnisbeiträge geprägt ist, fällt insbesondere das erste Quartal regelmäßig etwas schwächer aus. Auch im Geschäftsjahr 2023 waren diese typischen saisonalen Schwankungen zu beobachten, während im Vorjahr die Auswirkungen der konjunkturellen Eintrübung zum Ende des Geschäftsjahres den positiven Effekt des vierten Quartals etwas abgeschwächt hatten.

Mit Blick auf die Kosten haben neben einer erheblich verbesserten operativen Geschäftstätigkeit unter anderem auch die gesamtwirtschaftlich verursachten, allgemeinen Kostensteigerungen sowie neu erworbene Aktivitäten zu einem Anstieg der Umsatzkosten um 102,1 Mio. EUR auf 1.117,6 Mio. EUR geführt (Vj.: 1.015,5 Mio. EUR). Im Kern fielen vor allem gestiegene Personalaufwendungen, höhere umsatzabhängige Vergütungen im Dialogmarketing (door-to-door), unsere zusätzlichen Call-Center-Aktivitäten sowie mengen- und preisbedingt anziehende Beschaffungsaufwendungen im Geschäftsbereich AsamBeauty ins Gewicht. Das Bruttoergebnis vom Umsatz summierte sich zum Ende des Geschäftsjahres auf 796,8 Mio. EUR (Vj.: 756,5 Mio. EUR).

Unterdessen sind die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Berichtszeitraum mit 580,8 Mio. EUR um 38,3 Mio. EUR höher ausgefallen als noch im Vorjahr (Vj.: 542,5 Mio. EUR). Während die Gruppe einerseits auch in Bezug auf Vertrieb und Verwaltung über alle Geschäftsbereiche hinweg einen moderaten Zuwachs der Personalkosten hinnehmen musste, wurde dieser Anstieg andererseits durch rückläufige Vertriebskosten im Geschäftsbereich AsamBeauty teilweise kompensiert. In Relation zum Umsatz ergab sich eine leicht verbesserte Vertriebs- und Verwaltungskostenquote in Höhe von 30,3% (Vj.: 30,6%). Im gleichen Zeitraum haben die sonstigen betrieblichen Erträge mit 33,0 Mio. EUR um 10,0 Mio. EUR nachgegeben (Vj.: 43,0 Mio. EUR). Ursächlich für diesen Rückgang waren unter anderem rückläufige Erträge sowohl aus dem Verkauf von Unternehmen als auch aus der Auflösung von Rückstellungen. Demgegenüber schlossen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 26,1 Mio. EUR um 6,3 Mio. EUR über dem Vorjahr (Vj.: 19,8 Mio. EUR), wobei ein Teil dieses Anstiegs auf die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen entfiel. Des Weiteren konnte das Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Unternehmen um 6,4 Mio. EUR auf nunmehr 7,9 Mio. EUR zulegen (Vj.: 1,5 Mio. EUR). Hintergrund dieses Anstiegs war neben deutlichen operativen Verbesserungen auch, dass der Vorjahresbetrag noch durch eine Wertminderung im Bereich Dialogmarketing belastet war.

Letztendlich erwirtschaftete die Ströer Gruppe – ungeachtet der in 2023 inzwischen ganzjährig bestehenden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen – dennoch ein EBIT in Höhe von 230,8 Mio. EUR und konnte damit zum zweiten Mal in ihrer

Historie die Marke von 200,0 Mio. EUR merklich übertreffen (Vj.: 238,7 Mio. EUR). Um Sondereffekte bereinigt manifestierte sich der operative Erfolg noch deutlicher im EBITDA (adjusted), das um 27,4 Mio. EUR auf 568,8 Mio. EUR zulegen konnte (Vj.: 541,4 Mio. EUR ). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) bewegte sich mit 18,8% auf einem weiterhin hohen Niveau (Vj.: 20,0%).

Demgegenüber reflektierte das Finanzergebnis mit –65,8 Mio. EUR den signifikanten Anstieg der Kapitalmarktzinsen (Vj.: –27,9 Mio. EUR). Im Finanzergebnis sind neben allgemeinen Refinanzierungskosten für bestehende Darlehensverbindlichkeiten seit der Einführung des IFRS 16 nicht zuletzt auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten enthalten. Von dem eingangs beschriebenen Anstieg im Finanzergebnis entfielen auf die Aufzinsung von IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten insgesamt –13,5 Mio. EUR, während der übrige Teil des Anstiegs in Höhe von –24,5 Mio. EUR im Wesentlichen auf die gestiegene Verzinsung der Darlehensverbindlichkeiten entfiel.

Der Steueraufwand der Gruppe war vor allem durch die erheblichen Belastungen im Finanzergebnis gekennzeichnet und hat sich dementsprechend rückläufig entwickelt. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang unter anderem durch kleinere Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern, sodass der Steueraufwand in Summe um 6,4 Mio. EUR auf –52,6 Mio. EUR zurückgegangen ist (Vj.: –59,0 Mio. EUR).

Alles in allem konnte die Ströer Gruppe das Geschäftsjahr 2023 trotz der fortdauernden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und der nachteiligen Beeinträchtigungen im Finanzergebnis dennoch erfolgreich mit einem Konzernergebnis in Höhe von 112,4 Mio. EUR abschließen (Vj.: 151,8 Mio. EUR). Das bereinigte Konzernergebnis bezifferte sich auf 143,0 Mio. EUR (Vj.: 171,5 Mio. EUR).

Finanz- und Vermögenslage

Gesamtaussage zur Finanz- und Vermögenslage

Die Ströer Gruppe ist mit ihrer soliden und ausgewogenen Finanzund Vermögenslage aus Sicht des Vorstands unverändert sehr robust aufgestellt. So kann Ströer mit Blick auf die Finanzstruktur jederzeit auf eine tragfähige, langfristig zugesagte Außenfinanzierung mit komfortabler Liquiditätsausstattung zurückgreifen. Insbesondere der Abschluss einer neuen Kreditfazilität in einem Volumen von 650,0 Mio. EUR im Dezember 2022 stellt mit seinen bis zum Dezember 2028 fest zugesagten Kreditlinien einen wesentlichen Eckpfeiler dieser Finanzstruktur dar. Ergänzend dazu hat die Ströer Gruppe im Juni 2023 eine weitere Kreditfazilität in Höhe von 75,0 Mio. EUR für mindestens zwei Jahre abgeschlossen. Einschließlich bestehender Zahlungsmittel konnte die Gruppe damit zum Stichtag über freie Finanzierungsspielräume in Höhe von 335,6 Mio. EUR verfügen (Vj.: 301,5 Mio. EUR). Die langfristig ausgelegte, stabile Außenfinanzierung wird zudem flankiert durch eine starke Innenfinanzierungskraft der Gruppe. Diese beständige Innenfinanzierungskraft drückt sich vor allem

in einem – ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen – mit 271,9 Mio. EUR verbesserten Free Cash-Flow vor M&A aus (Vj.: 248,3 Mio. EUR). Dieser Cash-Flow wäre zudem ohne die gestiegenen Zinsauszahlungen noch einmal deutlich höher ausgefallen. Gleichzeitig bewegte sich der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) mit 2,24 (Vj.: 2,20) nach Ansicht des Vorstands auf einem weiterhin sehr gefestigten Niveau. Abgerundet wurde dieses Gesamtbild durch eine stabile Eigenkapitalquote (bereinigt um die Bilanzierung der IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten) von über 25%.

Grundzüge der Finanzierungsstrategie

Ströer verfolgt konsequent eine konservative und langfristig ausgerichtete Finanzierungsstrategie. Die Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Gruppe. Dies gewährleisten wir durch eine Auswahl von Finanzierungsinstrumenten, bei denen Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditauflagen und das Fälligkeitsprofil angemessen berücksichtigt werden.

Zu den wesentlichen Zielen des Finanzmanagements der Ströer Gruppe gehören:

  • Sicherung der Liquidität und deren gruppenweite effiziente Steuerung
  • Erhaltung und laufende Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns
  • Reduktion der finanziellen Risiken, auch unter Einsatz von Finanzinstrumenten
  • Optimierung der Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital

Die Finanzierung der Ströer Gruppe ist strukturell so ausgestaltet, dass sie uns ein ausreichendes Maß an unternehmerischer Flexibilität ermöglicht, um dadurch angemessen auf Markt- bzw. Wettbewerbsveränderungen reagieren zu können. Daneben sehen wir in der kontinuierlichen Optimierung unserer Finanzierungskosten und Kreditauflagen sowie in der Diversifikation der Kapitalgeber weitere wichtige Finanzierungsziele.

Im Rahmen unserer Finanzierung achten wir auf ein angemessenes Fälligkeitsprofil unserer Finanzverbindlichkeiten sowie auf ein ausgewogenes, stabiles Portfolio an Kreditinstituten und Finanzintermediären, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir operieren dabei auf Basis verbindlicher Standards, die Fremdkapitalgebern Transparenz und Fairness gewährleisten. In der Zusammenarbeit mit unseren kreditgebenden Banken ist uns der Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Beziehung besonders wichtig.

Unsere externen Finanzierungsspielräume und unsere finanzielle Flexibilität beruhen im Wesentlichen auf zwei Bausteinen: Der erste Baustein besteht aus Schuldscheindarlehen, welche die Ströer SE & Co. KGaA im Oktober 2017 und im Juni 2022 am Kapitalmarkt platziert hat und die zum 31. Dezember 2023 mit einem Volumen von 113,0 Mio. EUR bzw. 203,0 Mio. EUR

valutierten. Diese Darlehen bestehen aus mehreren Tranchen, die eine Laufzeit von ursprünglich drei, fünf bzw. sieben Jahren hatten und deren Fälligkeiten zwischen Oktober 2024 und Juni 2029 liegen. Sie unterliegen in einem Umfang von 175,5 Mio. EUR einer fixen Verzinsung, die sich in einer Bandbreite von 139 bis 277 Basispunkten bewegt, während die variable Verzinsung bei 70 bis 110 Basispunkten zuzüglich EURIBOR liegt. Durch die große Anzahl der an diesen Schuldscheindarlehen beteiligten Banken ist unsere Investorenbasis in nennenswertem Umfang diversifiziert.

Der zweite Baustein besteht im Wesentlichen aus einer im Dezember 2022 mit einem Bankenkonsortium neu vereinbarten Kreditfazilität in Höhe von 650,0 Mio. EUR, deren Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Mio. EUR ausgeweitet werden kann. Durch dieses neu vereinbarte Darlehen wurde die bisherige Kreditfazilität aus dem Jahr 2016 in Höhe von 600,0 Mio. EUR abgelöst. Die Verzinsung der Fazilität entspricht den aktuellen Marktverhältnissen. Sie erfolgt variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad in einer Bandbreite von 80 bis 175 Basispunkten bewegt. Gleichzeitig reflektiert die Dokumentation den Investment Grade Status der Ströer Gruppe. Die Laufzeit dieser neuen Finanzierung ist bis zum Dezember 2028 fest zugesagt und kann bei Bedarf um ein weiteres Jahr verlängert werden. Das gesamte Volumen in Höhe von 650,0 Mio. EUR ist als flexible, revolvierende Fazilität einschließlich bilateraler Kreditlinien ausgestaltet, wodurch die Ströer Gruppe über eine hohe finanzielle Flexibilität verfügt.

Darüber hinaus hat die Ströer Gruppe im Juni 2023 eine ergänzende Kreditfazilität in Höhe von insgesamt 75,0 Mio. EUR mit drei Banken des oben beschriebenen Konsortiums abgeschlossen. Diese ergänzende Fazilität ist bis zum Juni 2025 fest zugesagt und kann bei Bedarf um ein weiteres Jahr verlängert werden. Die Verzinsung der Fazilität entspricht ebenfalls den aktuellen Marktverhältnissen. Sie erfolgt variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad im ersten Jahr in einer Bandbreite von 80 bis 175 Basispunkten bewegt. Mit zunehmender Laufzeit steigt die Marge an und bewegt sich im dritten Jahr in einer Bandbreite von 170 bis 265 Basispunkten. Das gesamte Volumen in Höhe von 75,0 Mio. EUR ist als flexible, revolvierende Fazilität ausgestaltet. Die Fazilität wurde zum 31. Dezember 2023 nicht in Anspruch genommen.

Für beide Finanzierungsbausteine, also sowohl für die Schuldscheindarlehen als auch für die Kreditfazilitäten gilt, dass die Vergabe der Darlehensmittel unbesichert erfolgte. Die Kreditauflagen (Financial Covenants) betreffen die Kennzahl "Leverage Ratio", die in sämtlichen Verträgen bei 3,25 liegt und zum Jahresende mit deutlichem Abstand eingehalten wurde. Die für die Umsetzung der beiden Finanzierungsbausteine angefallenen Kosten werden über die Laufzeit der jeweiligen Verträge amortisiert. Der Ströer Konzern kann damit unseres Erachtens insgesamt auf eine sehr flexible, langfristig stabile Finanzierung

zurückgreifen. Zum 31. Dezember 2023 standen aus den nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien unter den beiden Kreditfazilitäten einschließlich des bestehenden Kassensaldos (72,3 Mio. EUR (Vj.: 79,9 Mio. EUR)) insgesamt frei verfügbare Finanzierungsspielräume in Höhe von 335,6 Mio. EUR (Vj.: 301,5 Mio. EUR) zur Verfügung.

Am Bilanzstichtag vereinte keine Bank mehr als 20 % aller in Anspruch genommenen Kreditbeträge in der Ströer Gruppe auf sich, wodurch sich eine ausgewogene Diversifizierung der Kreditbereitstellung ergibt. Als Bestandteil der Finanzierungsstrategie setzt sich der Vorstand zudem regelmäßig mit der möglichen Absicherung von Zinsänderungsrisiken durch den zusätzlichen Einsatz von Festzinsderivaten auseinander.

Im Cash-Management konzentrieren wir uns auf die Steuerung unserer Liquidität sowie die Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns. Dabei wird der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften – soweit nicht über deren Innenfinanzierung abbildbar – prinzipiell über interne Darlehensbeziehungen z. B. im Rahmen von automatisiertem Cash-Pooling abgedeckt. Im Ausnahmefall werden auch Kreditlinien mit lokal ansässigen Banken vereinbart, um rechtlichen, steuerlichen oder betrieblichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Diesem Leitgedanken entsprechend erfolgte die Finanzierung der Tochtergesellschaften auch im Jahr 2023 hauptsächlich über die Konzernholding. Auf Konzernebene werden die in den einzelnen Einheiten

bestehenden Liquiditätsüberschüsse – soweit rechtlich möglich – zusammengeführt. Über die Konzernholding stellen wir jederzeit sicher, dass der Finanzierungsbedarf der einzelnen Konzerngesellschaften adäquat gedeckt wird.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) der Ströer Gruppe hat sich trotz der umfangreichen Wachstumsinvestitionen und der volkswirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen infolge des Ukraine-Kriegs nur marginal auf 2,24 erhöht (Vj.: 2,20). Im Jahr 2023 haben die Ströer SE & Co. KGaA sowie ihre Konzerngesellschaften alle Kreditauflagen und Verpflichtungen aus Finanzierungsverträgen erfüllt.

Zunehmend steigende Eigenkapitalanforderungen an die Banken wirken sich insbesondere auch auf das Kreditgeschäft aus. Daher überprüfen wir regelmäßig, ob und wie wir unsere derzeit stark auf Banken ausgerichtete Finanzierungsstruktur zugunsten einer stärker kapitalmarktorientierten Verschuldung diversifizieren können. In diesem Zusammenhang untersuchen wir wiederkehrend verschiedene alternative Finanzierungsoptionen (wie z. B. Begebung von Unternehmensanleihen), um damit gegebenenfalls auch eine weitere Optimierung des Fälligkeitsprofils unserer Finanzschulden zu erreichen.

Finanzlage

Liquiditäts- und Investitionsanalyse

Die nachfolgende Übersicht stellt die Cash-Flows der Ströer Gruppe im Berichtszeitraum dar:

In Mio. EUR 2023 2022
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 401,1 410,9
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1,9 1,1
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –131,1 –163,6
Ein- bzw. Auszahlungen in Bezug auf Investitionen in at-Equity-bilanzierte Unternehmen
und in das Finanzanlagevermögen
1,6 6,3
Ein- bzw. Auszahlungen aus dem Verkauf bzw. Kauf von konsolidierten Unternehmen 3,1 7,8
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit –124,5 –148,4
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit –284,2 –246,0
Mittelveränderung –7,6 16,5
Mittelbestand am Ende der Periode 72,3 79,9
Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16-Tilgungsauszahlungen) 80,6 50,4
Free Cash-Flow vor M&A 271,9 248,3

Die erfolgreiche Entwicklung im operativen Geschäft der Ströer Gruppe ist im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit mit 401,1 Mio. EUR (Vj.: 410,9 Mio. EUR) nur bedingt zum Ausdruck gekommen, da sie durch erhebliche gegenläufige Effekte überlagert wurde. Während einerseits das nochmals verbesserte EBITDA (+12,0 Mio. EUR) die positive operative Entwicklung reflektierte, machten sich andererseits vor allem die deutlich gestiegenen Auszahlungen für Darlehenszinsen (–24,8 Mio. EUR), höhere IFRS 16-Zinszahlungen1 (–13,5 Mio. EUR) sowie zusätzliche Ertragsteuer-Zahlungen (–22,3 Mio. EUR) spürbar nachteilig bemerkbar. Positiv beigetragen haben demgegenüber die Veränderungen im Working Capital, die im Vorjahr eine noch deutlich stärkere Belastung des Cash-Flows dargestellt hatten (+31,3 Mio. EUR), sowie die Bereinigung zahlungsunwirksamer Erträge (+13,2 Mio. EUR).

Mit Blick auf den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit verzeichnete die Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rückgang um 24,0 Mio. EUR auf 124,5 Mio. EUR (Vj.: 148,4 Mio. EUR). Ursächlich für diesen Rückgang waren in erster Linie die etwas niedrigeren Investitionen in digitale Werbeträger, die im Vorjahr vorübergehend intensiviert worden waren, um zeitnah die besonders lukrativen Standorte digitalisieren zu können. Darüber hinaus enthielten die Investitionen im Vorjahr noch den Erwerb der Konzernzentrale in Köln für einen Kaufpreis von rund 11,2 Mio. EUR. Teilweise kompensiert wurden diese Effekte durch höhere M&A-Einzahlungen im Rahmen des Verkaufs einer türkischen Konzerngesellschaft im Vorjahr, denen im laufenden Geschäftsjahr lediglich geringere M&A-Veräußerungserlöse gegenüberstanden.

Insgesamt erzielte die Gruppe damit einen deutlich verbesserten Free Cash-Flow vor M&A in Höhe von 271,9 Mio. EUR (Vj.: 248,3 Mio. EUR). Inklusive der IFRS 16-Tilgungsauszahlungen bezifferte er sich auf 80,6 Mio. EUR, was einem Anstieg um 30,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr entsprach (Vj.: 50,4 Mio. EUR).

Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit war im Berichtsjahr – wie schon in den Jahren zuvor – im Wesentlichen durch die Auszahlung von Gewinnausschüttungen sowie durch IFRS 16-Tilgungsauszahlungen geprägt. Letztere hatten leicht nachgegeben, da die IFRS 16-Zinsauszahlungen1 im Rahmen der am Kapitalmarkt gestiegenen Zinssätze zugelegt hatten und damit der IFRS 16-Tilgungsanteil als Residualgröße gesunken ist. Darüber hinaus hat die Ströer Gruppe ihr Aktienrückkaufprogramm, das sie im vierten Quartal des Vorjahres mit einem Gesamtvolumen von nominal 50,0 Mio. EUR aufgelegt hatte, im Berichtsjahr mit Zahlungen in einem Umfang von knapp 24,4 Mio. EUR vollendet. Zudem waren die Bruttowerte zur Aufnahme und Tilgung von Finanzkrediten im Vorjahr noch höher ausgefallen, da Ströer im Jahr 2022 sowohl ein neues Konsortialdarlehen (650,0 Mio. EUR) abgeschlossen als auch ein

neues Schuldscheindarlehen (203,0 Mio. EUR) am Kapitalmarkt platziert hatte. Durch diese neuen Darlehen konnte ein Teil der bis dahin bestehenden Refinanzierungen abgelöst werden. Im Saldo belief sich der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit zum Stichtag auf insgesamt 284,2 Mio. EUR (Vj.: 246,0 Mio. EUR).

Der Bestand an Zahlungsmitteln lag zum 31. Dezember 2023 bei insgesamt 72,3 Mio. EUR (Vj.: 79,9 Mio. EUR).

Finanzstrukturanalyse

Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bezifferten sich die Finanzverbindlichkeiten der Ströer Gruppe auf insgesamt 1.723,2 Mio. EUR, was einem Anstieg um 21,5 Mio. EUR entsprach (Vj.: 1.701,7 Mio. EUR). Ausschlaggebend dafür waren neben deutlich erhöhten Zinszahlungen im Rahmen gestiegener Kapitalmarktzinsen unter anderem auch zusätzliche Auszahlungen im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms. Im Hinblick auf die Zusammensetzung der Finanzverbindlichkeiten haben sich die IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten wie schon im Vorjahr leicht rückläufig entwickelt, während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten moderat zugelegt haben. Zudem hat sich innerhalb der Finanzverbindlichkeiten eine Verschiebung aus den langfristigen in die kurzfristigen Verbindlichkeiten ergeben, da im Oktober 2024 in einem Volumen von 113,0 Mio. EUR Schuldscheindarlehen zur Tilgung fällig werden.

Bei der Ermittlung der Nettoverschuldung orientiert sich die Ströer Gruppe an ihren bestehenden Darlehensverträgen mit kreditgebenden Banken. Sowohl in den Kreditfazilitäten als auch in den Schuldscheindarlehen waren die seit der Einführung des IFRS 16 zusätzlich zu bilanzierenden Leasingverbindlichkeiten explizit von der Berechnung der Nettoverschuldung ausgenommen, da sich nach Auffassung der Vertragsparteien die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Ströer Gruppe durch die Einführung des neuen Standards nicht geändert hat. Vor diesem Hintergrund bleiben aus Gründen der Konsistenz bei der Ermittlung des dynamischen Verschuldungsgrads die positiven Auswirkungen des IFRS 16 im EBITDA (adjusted) ebenfalls unbeachtet.

1 Im Zuge gestiegener Zinssätze haben die höheren IFRS 16-Zinszahlungen (–13,5 Mio. EUR) formal zu einer Minderung des Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit beigetragen. Allerdings handelte es sich bei den gestiegenen IFRS 16-Zinsauszahlungen lediglich um eine Verschiebung zwischen Zins- und Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Leasingzahlungen, sodass in der Folge die IFRS 16-Tilgungszahlungen, die im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden, niedriger ausgefallen sind.

In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
(1) Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) 852,1 876,6
(2) Verbindlichkeiten aus Kreditfazilitäten 440,3 414,1
(3) Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 315,5 333,3
(4) Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener Eigenkapital-Instrumente 28,8 27,3
(5) Verbindlichkeiten aus Dividenden an nicht
beherrschende Gesellschafter
10,6 2,5
(6) Sonstige Finanzverbindlichkeiten 75,8 48,0
(1)+(2)+(3)
+(4)+(5)+(6)
Summe Finanzverbindlichkeiten 1.723,2 1.701,7
(2)+(3)+(5)+(6) Summe Finanzverbindlichkeiten ohne Verbindlichkeiten aus
Leasingverhältnissen (IFRS 16) und ohne Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener
Eigenkapital-Instrumente
842,3 797,8
(7) Zahlungsmittel 72,3 79,9
(2)+(3)+(5)+(6)–(7) Nettoverschuldung 770,0 718,0
Dynamischer Verschuldungsgrad 2,24 2,20

Die Nettoverschuldung der Ströer Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr um 52,0 Mio. EUR auf nunmehr 770,0 Mio. EUR zugelegt. Zurückzuführen war dieser Anstieg primär auf deutlich erhöhte Zinsauszahlungen im Rahmen gestiegener Kapitalmarktzinsen sowie auf zusätzliche Auszahlungen im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms, das im April 2023 vollendet wurde. Vor diesem Hintergrund hat sich der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) trotz eines ebenfalls gestiegenen EBITDA (adjusted) gegenüber dem Vorjahr marginal auf einen Wert von 2,24 erhöht (Vj.: 2,20). Er bewegte sich damit jedoch weiterhin auf einem komfortablen Niveau.

Mit Blick auf die Pensionsrückstellungen verzeichnete die Gruppe im Zuge einer veränderten Zinskurve und einer damit einhergehenden Anpassung des Diskontierungszinssatzes einen leichten Anstieg um 2,2 Mio. EUR auf 33,1 Mio. EUR (Vj.: 31,0 Mio. EUR). Ebenfalls nur geringfügig verändert zeigten sich die kurz- und langfristigen sonstigen Rückstellungen, die in Summe um 2,4 Mio. EUR auf 117,1 Mio. EUR nachgaben (Vj.: 119,5 Mio. EUR). Auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bewegten sich mit 220,5 Mio. EUR nur knapp über Vorjahresniveau (Vj.: 218,1 Mio. EUR). Währenddessen legten die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten

um 14,0 Mio. EUR auf 141,3 Mio. EUR zu (Vj.: 127,3 Mio. EUR), wobei sich der Anstieg jedoch aus einer Reihe von unwesentlichen Einzeleffekten zusammensetzte. Spürbar rückläufig entwickelten sich demgegenüber die laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten, die im Kontext deutlich gestiegener Steuervorauszahlungen um 17,0 Mio. EUR auf 27,6 Mio. EUR zurückgegangen sind (Vj.: 44,7 Mio. EUR). Gleichzeitig sind die passiven latenten Steuern im Vergleich zum Vorjahr moderat um 6,8 Mio. EUR auf 32,0 Mio. EUR zurückgegangen (Vj.: 38,8 Mio. EUR).

Die Ströer Gruppe beendete das Geschäftsjahr 2023 mit einem Eigenkapital in Höhe von 444,9 Mio. EUR (Vj.: 473,7 Mio. EUR). Während insbesondere die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA sowie der vorgenommene Aktienrückkauf zu einem Rückgang des Eigenkapitals geführt haben, wirkte sich das im Geschäftsjahr 2023 erzielte Konzernergebnis in Höhe von 112,4 Mio. EUR gegenläufig aus. Die Eigenkapitalquote bewegte sich mit 16,2% unter dem Vorjahresniveau (Vj.: 17,2%). Bereinigt um die Bilanzierung der IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten lag die Eigenkapitalquote zum Stichtag bei 25,1% (Vj.: 26,4%).

Kosten der Kapitalstruktur

Die Kapitalkosten im Ströer Konzern stellen risikoadjustierte Renditeforderungen dar und werden für Bewertungszwecke im Konzernabschluss nach dem Capital Asset Pricing Model und dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) bestimmt. Die Eigenkapitalkosten werden als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkosten legen wir Renditen von langfristigen Unternehmensanleihen zugrunde. Um den unterschiedlichen Rendite-/ Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Geschäftsbereiche individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern.

Vermögenslage

Konzernbilanz
In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 2.342,1 2.359,9
Kurzfristige Vermögenswerte 399,0 396,2
Bilanzsumme 2.741,1 2.756,2
Passiva
Eigenkapital 444,9 473,7
Langfristige Verbindlichkeiten 1.453,8 1.583,1
Kurzfristige Verbindlichkeiten 842,4 699,3
Bilanzsumme 2.741,1 2.756,2

Vermögensstrukturanalyse

Die langfristigen Vermögenswerte der Gruppe lagen zum Ende des Geschäftsjahres mit 2.342,1 Mio. EUR um 17,8 Mio. EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres (Vj.: 2.359,9 Mio. EUR). Rückläufig zeigten sich in diesem Zusammenhang die immateriellen Vermögenswerte, bei denen die Zugänge durch laufende Amortisationen überkompensiert wurden. Demgegenüber lagen die Investitionen in Werbeträger bzw. sonstiges Sachanlagevermögen zwar leicht über den zugehörigen Abschreibungen, jedoch wurde dieser Effekt durch die IFRS 16-Nutzungsrechte überlagert, deren Zugänge durch laufende Abschreibungen ebenfalls merklich überkompensiert wurden.

Unterdessen schlossen die kurzfristigen Vermögenswerte mit 399,0 Mio. EUR nur unwesentlich über dem Vorjahr (Vj.: 396,2 Mio. EUR). Während die Vorräte aufgrund der fortschreitenden Expansion im Geschäftsbereich AsamBeauty weiter aufgebaut wurden, gingen gegenläufig insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Bestand an Zahlungsmitteln im Rahmen ihrer üblichen Schwankungsbreiten zurück.

Zum nicht bilanzierten Vermögen des Ströer Konzerns zählt aufgrund der starken Marktposition vor allem ein breit aufgestelltes Portfolio an tragfähigen Kundenbeziehungen. Von diesen Kundenbeziehungen ist nur jener kleine Teil als Vermögenswert bilanziert, der im Rahmen von Unternehmenserwerben hinzugekommen und noch nicht vollständig amortisiert ist.

Ertragslage Segmente

Out-of-Home Media

In Mio. EUR 2023 2022 Veränderung
Segmentumsatz, davon 856,4 790,9 65,5 8,3%
Classic OOH 497,0 497,9 –0,8 –0,2%
Digital OOH 299,3 233,7 65,6 28,1%
OOH Services 60,1 59,3 0,8 1,3%
EBITDA (adjusted) 391,2 373,0 18,2 4,9%
EBITDA-Marge (adjusted) 45,7% 47,2% –1,5 Prozentpunkte

Das Segment OOH Media erzielte im Geschäftsjahr 2023 mit 856,4 Mio. EUR Umsatzerlöse deutlich über dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 790,9 Mio. EUR). Dabei konnte sich Ströer mit seinem sehr attraktiven Werbeträger-Portfolio und hoher Intensität in der Vertriebsleistung im gesamten Verlauf des Jahres von der allgemeinen Marktentwicklung und einem auf Jahressicht insgesamt stagnierenden Werbemarkt sehr deutlich absetzen. Das vierte Quartal zeigte hierbei die stärkste Umsatzentwicklung.

Die Produktgruppe Classic OOH, in der klassische Außenwerbeprodukte für unsere Kunden angeboten werden, vermeldete im Berichtszeitraum mit 497,0 Mio. EUR Umsätze nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 497,9 Mio. EUR). Dabei war jedoch im Vorjahr noch die Bewerbung bestimmter Tabakprodukte in der Außenwerbung gesetzlich erlaubt, die überwiegend auf klassischen Werbeformaten ausgespielt wurde. Bereinigt um diese Entwicklung, lagen die Umsatzerlöse aus klassischen Außenwerbeprodukten leicht über dem Vorjahr. Besonders erfreulich ist die gestiegene Vermarktungsleistung von klassischen Außenwerbeprodukten im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In der Produktgruppe Digital OOH, in der unsere digitalen Out-of-Home Produkte (insbesondere Public Video und Road Side Screen) ausgewiesen werden, stiegen die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum deutlich um 65,6 Mio. EUR auf 299,3 Mio. EUR. Dabei konnte unser attraktives, digitales Werbeträgernetzwerk durch eine bessere Auslastung und den weiteren, fokussierten Ausbau unseres Road Side Screen Portfolios gegenüber dem Vorjahr merklich zulegen. Zudem nutzen immer mehr Kunden die Möglichkeit der programmatischen Ausspielung von Werbung auf unseren digitalen Werbeträgern. Die Produktgruppe OOH Services vermeldete – trotz der Veräußerung einer kleineren, nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivität im vierten Quartal – im Berichtszeitraum mit 60,1 Mio. EUR Umsatzerlöse über dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 59,3 Mio. EUR). In dieser Produktgruppe werden unter anderem die lokale Vermarktung digitaler Produkte bei kleinen und mittelgroßen Kunden sowie unsere Ergänzungsaktivitäten ausgewiesen, die das kundenzentrierte Angebot im Außenwerbegeschäft optimal abrunden.

Auch ergebnisseitig konnte das Segment zulegen und erwirtschaftete im Berichtszeitraum mit 391,2 Mio. EUR ein EBITDA (adjusted) über dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 373,0 Mio. EUR) sowie eine EBITDA-Marge (adjusted) von 45,7% (Vj.: 47,2%).

Digital & Dialog Media

In Mio. EUR 2023 2022 Veränderung
Segmentumsatz, davon 815,8 743,7 72,0 9,7%
Digital 418,7 387,6 31,0 8,0%
Dialog 397,1 356,1 41,0 11,5%
EBITDA (adjusted) 155,0 177,8 –22,8 –12,8%
EBITDA-Marge (adjusted) 19,0% 23,9% –4,9 Prozentpunkte

Im Geschäftsjahr 2023 konnte das Segment Digital & Dialog Media seine Umsatzerlöse um 72,0 Mio. EUR auf 815,8 Mio. EUR ausbauen. Die Produktgruppe Digital, in der unser Online-Werbegeschäft und unsere programmatischen Vermarktungsaktivitäten ausgewiesen werden, meldete im Berichtszeitraum mit 418,7 Mio. EUR Umsatzerlöse deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vj.: 387,6 Mio. EUR). In den Vergleichszahlen des Vorjahreszeitraums waren noch unsere digitalen Randgeschäftsaktivitäten in der Türkei enthalten, die wir zur Mitte des letzten Geschäftsjahres erfolgreich veräußern konnten. Bereinigt um diesen Effekt, erzielte die Produktgruppe eine noch bessere Entwicklung. In der Produktgruppe Dialog, in der unsere Call Center- und Direktvertriebsaktivitäten (door-to-door) gebündelt sind, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum erneut deutlich um 41,0 Mio. EUR auf 397,1 Mio. EUR. Dabei konnte insbesondere unser door-to-door Vertriebsgeschäft weiter deutlich

zulegen. Der Call Center Bereich erreichte ebenfalls einen deutlichen Zuwachs, auch gestützt durch den Erwerb weiterer Standorte zur Jahresmitte.

Das herausfordernde Marktumfeld machte sich insbesondere für unser sehr profitables Online-Werbegeschäft im Ergebnis bemerkbar. Insgesamt erwirtschaftete das Segment im Berichtszeitraum ein EBITDA (adjusted) in Höhe von 155,0 Mio. EUR (Vj.: 177,8 Mio. EUR) und eine EBITDA-Marge (adjusted) von 19,0% (Vj.: 23,9%).

DaaS & E-Commerce

In Mio. EUR 2023 2022 Veränderung
Segmentumsatz, davon 350,9 294,4 56,5 19,2%
Data as a Service 148,8 136,2 12,7 9,3%
E-Commerce 202,0 158,2 43,8 27,7%
EBITDA (adjusted) 54,3 20,7 33,5 >100,0%
EBITDA-Marge (adjusted) 15,5% 7,0% 8,4 Prozentpunkte

Das Segment DaaS & E-Commerce vermeldete im Geschäftsjahr 2023 einen kräftigen Anstieg seiner Umsatzerlöse um 56,5 Mio. EUR auf 350,9 Mio. EUR. Der Bereich Data as a Service erzielte durch den anhaltenden Ausbau des Geschäfts mit neuen und bestehenden Kunden – national wie international – einen Zuwachs um 12,7 Mio. EUR auf 148,8 Mio. EUR. Der Bereich E-Commerce, in dem das Geschäft von AsamBeauty zusammengefasst wird, konnte seine Umsatzerlöse im Berichtszeitraum erneut deutlich um 43,8 Mio. EUR auf 202,0 Mio. EUR ausbauen. Dabei konnten alle Vertriebskanäle zu der positiven Entwicklung beitragen.

Insgesamt konnte das Segment die Ergebnisse des Vorjahres mehr als verdoppeln und erwirtschaftete im Berichtszeitraum ein EBITDA (adjusted) in Höhe von 54,3 Mio. EUR (Vj.: 20,7 Mio. EUR). Besonders erfreulich ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der weiterhin gezielten Investitionen in die dynamische Expansion der Plattformen. Insgesamt lag die EBITDA-Marge (adjusted) mit 15,5 % deutlich über dem Vorjahr (Vj.: 7,0%).

ANGABEN ZUR STRÖER SE & CO. KGAA

Der Lagebericht der Ströer SE & Co. KGaA und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Beschreibung der Gesellschaft

Die Ströer SE & Co. KGaA ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben im Bereich der Steuerung des Konzernverbunds wahrnimmt sowie konzernweite Verwaltungs- und Serviceleistungen erbringt. Hierzu gehören insbesondere die Bereiche Finanz- und Konzernrechnungswesen, Unternehmensund Kapitalmarktkommunikation, IT Services, Konzerncontrolling und Risikomanagement, Recht und Compliance.

Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA. Bedeutsamster Leistungsindikator der Gesellschaft ist das Jahresergebnis.

Ertragslage

Die Ströer Gruppe kann vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem deutlichen Anstieg im operativen Geschäft zurückblicken. So konnte die Gruppe ihren Umsatz ebenso wie das EBITDA (adjusted) gegenüber dem Vorjahr merklich ausbauen. Wesentlich beeinträchtigt wurde diese positive Entwicklung jedoch vor allem durch das erheblich gestiegene Zinsniveau am Kapitalmarkt, das zu einem deutlichen Anstieg der Finanzaufwendungen geführt hat. Darüber hinaus haben auch allgemeine Kostensteigerungen, die in weiten Teilen gesamtwirtschaftlich bedingt waren, den operativen Erfolg der Gruppe teilweise relativiert.

Im Rahmen dieser Gesamtentwicklung hat auch der Jahresüberschuss der Ströer SE & Co. KGaA vor allem aufgrund des eingangs beschriebenen deutlichen Anstiegs der Kapitalmarktzinsen gegenüber dem Vorjahr merklich nachgegeben. Zwar waren die Vorjahreszahlen durch Sondereffekte wie den Gewinn aus dem Verkauf einer türkischen Tochtergesellschaft zusätzlich positiv beeinflusst, jedoch standen derartigen Sonderthemen auch negative Einmaleffekte im Steuerergebnis des Vorjahres gegenüber. Letztendlich erzielte die Gesellschaft im Berichtsjahr mit 115,0 Mio. EUR einen Jahresüberschuss, der zwar spürbar unter dem Vorjahreswert lag (Vj.: 156,5 Mio. EUR), sich aber dennoch auf einem deutlich höheren Niveau als noch vor der Covid 19-Pandemie bewegte.

Im Prognosebericht des Vorjahres waren wir für das Geschäftsjahr 2023 von einem gleichbleibenden Niveau des Jahresergebnisses der Ströer SE & Co. KGaA ausgegangen. Tatsächlich wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Jahresergebnis in Höhe von 115,0 Mio. EUR erzielt. Das prognostizierte Ergebnis wurde damit nicht erreicht.

In TEUR 2023 2022
Umsatzerlöse 40.989 33.139
Sonstige betriebliche Erträge 10.424 24.821
Materialaufwand –8.534 –9.187
Personalaufwand –24.922 –23.907
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –6.395 –8.356
Sonstige betriebliche Aufwendungen –58.152 –52.468
Erträge aus Beteiligungen 741 3.300
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 184.609 247.631
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 5.883 2.395
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 42.574 5.091
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 –10
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen –41.212 –14.955
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –29.241 –51.084
Ergebnis nach Steuern 116.765 156.409
Sonstige Steuern –1.737 48
Jahresüberschuss 115.028 156.457
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 175.000 125.000
Bilanzgewinn 290.028 281.457

In ihrer Eigenschaft als Konzernholding ist die Ströer SE & Co. KGaA für viele ihrer Konzerngesellschaften im Rahmen der Beschaffung und Verwaltung von Büroräumen und Firmenfahrzeugen sowie im Rahmen von sonstigen konzerninternen Dienstleistungen tätig. Die im Zusammenhang mit diesen konzerninternen Leistungen erzielten Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf insgesamt 41,0 Mio. EUR und lagen damit um 7,9 Mio. EUR über dem Vorjahr (Vj.: 33,1 Mio. EUR). Im Kern beruhte dieser Anstieg vor allem auf erbrachten Leistungen im Zusammenhang mit den Firmenfahrzeugen.

Rückläufig entwickelten sich demgegenüber die sonstigen betrieblichen Erträge, die mit 10,4 Mio. EUR um 14,4 Mio. EUR nachgaben (Vj.: 24,8 Mio. EUR). Ursächlich für diesen Rückgang war im Wesentlichen der Verkauf einer türkischen Tochtergesellschaft, der im Vorjahr noch mit einem Veräußerungsgewinn von 9,5 Mio. EUR positiv beigetragen hatte. Des Weiteren war das Vorjahresergebnis zusätzlich durch höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie höhere Erträge aus Zahlungseingängen auf bereits wertberichtigte Forderungen begünstigt.

Unterdessen schloss der Materialaufwand, der auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu ausschließlich aus Mietaufwendungen bestand, mit 8,5 Mio. EUR nur marginal unter dem Vorjahr (Vj.: 9,2 Mio. EUR). Abermals zugelegt hat demgegenüber der Personalaufwand der Gesellschaft. Waren im Vorjahr noch 23,9 Mio. EUR zu Buche geschlagen, so musste die Gesellschaft im Berichtsjahr nochmals einen leichten Zuwachs auf 24,9 Mio. EUR hinnehmen. Dabei machten insbesondere moderat gestiegene Kosten im Rahmen der allgemeinen Gehaltsentwicklung nachteilig bemerkbar.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen bezifferten sich zum Stichtag auf rund 6,4 Mio. EUR und bewegten sich damit um knapp 2,0 Mio. EUR unter dem Vorjahr (Vj.: 8,4 Mio. EUR). Gleichzeitig haben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Rahmen ihrer normalen Schwankungsbreite moderat um 5,7 Mio. EUR auf 58,2 Mio. EUR angezogen (Vj.: 52,5 Mio. EUR). Erwähnenswert waren in diesem Zusammenhang lediglich gestiegene EDV-Kosten, die um insgesamt 3,3 Mio. EUR zugelegt haben.

Bei den Erträgen aus Beteiligungen in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vj.: 3,3 Mio. EUR) handelte es sich mit 0,5 Mio. EUR im Wesentlichen um die Ausschüttung einer Tochtergesellschaft der Ströer SE & Co. KGaA in Tschechien. Spürbar rückläufig zeigten sich zudem die konzerninternen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen, die mit 184,6 Mio. EUR um 63,0 Mio. EUR unter dem Vorjahr lagen (Vj.: 247,6 Mio. EUR). Von zentraler Bedeutung waren in diesem Zusammenhang neben gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen, die sich auch bei einzelnen Tochtergesellschaften nachteilig bemerkbar gemacht haben, die deutlich gestiegenen Kapitalmarktzinsen, welche die Ströer SE & Co. KGaA im Rahmen konzerninterner Darlehen an die Tochtergesellschaften weitergegeben hatte. Diese merkliche Zinsbelastung bei den Tochtergesellschaften hat wiederum deutlich niedrigere

Gewinnabführungen an die Ströer SE & Co. KGaA nach sich gezogen. Umgekehrt sind im Rahmen dieser konzerninternen Darlehen die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge der Ströer SE & Co. KGaA um 37,5 Mio. EUR auf nunmehr 42,6 Mio. EUR angestiegen. Auch die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, haben vor diesem Hintergrund um 3,5 Mio. EUR auf 5,9 Mio. EUR zugelegt.

Die Ströer SE & Co. KGaA refinanziert sich ihrerseits im Rahmen von Konsortial- und Schuldscheindarlehen am Kapitalmarkt und musste im Zuge der nachteiligen Zinsentwicklung mit 41,2 Mio. EUR zusätzliche 26,3 Mio. EUR an sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen hinnehmen (Vj.: 15,0 Mio. EUR).

Mit den nachteiligen Auswirkungen der gestiegenen Kapitalmarktzinsen ist auch die steuerliche Bemessungsgrundlage in der Organschaft zurückgegangen. Zudem ergab sich im Vorjahr noch ein zusätzlicher Steueraufwand aus einem Überhang an passiven latenten Steuern aufgrund von temporären Differenzen in Bezug auf Beteiligungen sowie aufgrund der vorgenommenen Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG). Vor diesem Hintergrund sind die Steuern vom Einkommen und Ertrag mit 29,2 Mio. EUR um 21,8 Mio. EUR niedriger ausgefallen als noch im Vorjahr (Vj.: 51,1 Mio. EUR).

Insgesamt konnte die Ströer SE & Co. KGaA vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und der äußerst nachteiligen Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten das Geschäftsjahr dennoch erfolgreich mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 115,0 Mio. EUR abschließen. Damit konnte der bisherige Spitzenwert aus dem Vorjahr in Höhe von 156,5 Mio. EUR zwar nicht wiederholt werden, jedoch lag der Jahresüberschuss damit deutlich über dem Niveau vor der Covid 19-Pandemie.

Vermögens- und Finanzlage

Die Ströer SE & Co. KGaA zeichnete sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 trotz gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen und einer nachteiligen Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten durch eine unverändert robuste Vermögens- und Finanzlage aus. Während das Anlagevermögen geringfügig um 8,6 Mio. EUR auf 792,2 Mio. EUR zulegte, gab das Umlaufvermögen um 26,2 Mio. EUR auf 1.553,4 Mio. EUR nach. Auf der Passivseite der Bilanz legten die Verbindlichkeiten nur marginal um 2,3 Mio. EUR auf 944,6 Mio. EUR zu, wohingegen sich die Rückstellungen mit 44,0 Mio. EUR um 11,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert bewegten. Das Eigenkapital der Ströer SE & Co. KGaA gab im Berichtsjahr leicht um 7,0 Mio. EUR auf nunmehr 1.345,0 Mio. EUR nach (Vj. 1.352,0 Mio. EUR). Dabei wurden sowohl die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA als auch die Auszahlungen im Rahmen eines Aktienrückkauf-Programms im Wesentlichen durch den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 kompensiert. Unter Berücksichtigung einer weiterhin robusten Eigenkapitalquote von 57,2% (Vj.: 57,1%) ergab sich zum Bilanzstichtag ein aus unserer Sicht unverändert solides und ausgewogenes Bilanzbild.

In TEUR 2023 2022
Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögens
gegenstände und Sachanlagen
25.844 27.461
Finanzanlagen 766.383 756.127
792.227 783.589
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1.538.549 1.566.235
Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten
14.813 13.305
1.553.361 1.579.540
Rechnungsabgrenzungsposten 5.661 4.979
Bilanzsumme 2.351.250 2.368.108
Passiva
Eigenkapital 1.345.012 1.352.018
Rückstellungen
Steuerrückstellungen 16.135 28.666
Sonstige Rückstellungen 27.824 26.348
43.959 55.013
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
763.384 753.853
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten 4.046 5.936
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
177.126 182.467
944.557 942.256
Passive latente Steuern 17.722 18.821
Bilanzsumme 2.351.250 2.368.108

Vermögensstrukturanalyse

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen der Ströer SE & Co. KGaA bewegten sich mit 25,8 Mio. EUR geringfügig unter dem Vorjahresniveau (Vj.: 27,5 Mio. EUR), da laufende Abschreibungen nicht vollständig durch entsprechende Investitionen ausgeglichen wurden. Demgegenüber legten die Finanzanlagen um 10,3 Mio. EUR auf 766,4 Mio. EUR zu. Hintergrund dieses Anstiegs waren im Wesentlichen zusätzliche Darlehen an einzelne Tochtergesellschaften im Konzern.

Leicht rückläufig entwickelten sich unterdessen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände, die sich zum Ende des Geschäftsjahres auf insgesamt 1.538,5 Mio. EUR bezifferten und damit um 27,7 Mio. EUR unter dem Vorjahr lagen (Vj.: 1.566,2 Mio. EUR). Dabei waren es vornehmlich die niedrigeren konzerninternen Forderungen aus Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften, die diesen Rückgang bewirkt hatten, während gestiegene Forderungen aus konzerninternen Cashpools einen gegenläufigen Effekt zeigten. Nahezu unverändert präsentierten sich demgegenüber sowohl die Guthaben bei Kreditinstituten mit 14,8 Mio. EUR (Vj.: 13,3 Mio. EUR) als auch der Rechnungsabgrenzungsposten mit 5,7 Mio. EUR (Vj.: 5,0 Mio. EUR). Letzterer enthielt unter anderem die Kreditbeschaffungskosten hinsichtlich der im Dezember 2022 und im Juni 2023 neu abgeschlossenen Kreditfazilitäten. Diese Kosten werden über die Laufzeit der jeweiligen Finanzierungen abgegrenzt und zeitanteilig aufgelöst.

Finanzstrukturanalyse

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bewegten sich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres trotz des fortdauernden Wachstumskurses in der Ströer Gruppe mit 763,4 Mio. EUR nur moderat um 9,5 Mio. EUR über dem Vorjahr (Vj.: 753,9 Mio. EUR). Demgegenüber zeigten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten nahezu unverändert und blieben mit 4,0 Mio. EUR nur knapp unter Vorjahresniveau (Vj.: 5,9 Mio. EUR). Ebenfalls unter dem Vorjahreswert schlossen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die sich zum Ende des Geschäftsjahres auf insgesamt 177,1 Mio. EUR beliefen (Vj.: 182,5 Mio. EUR).

Im gleichen Zeitraum sind die Rückstellungen der Gesellschaft um 11,1 Mio. EUR auf nunmehr 44,0 Mio. EUR zurückgegangen. Dabei waren es vor allem die Steuerrückstellungen, die sich im Rahmen gestiegener Steuervorauszahlungen mit gut 16,1 Mio. EUR deutlich reduziert haben (Vj.: 28,7 Mio. EUR). Demgegenüber verzeichnete die Gesellschaft in den sonstigen Rückstellungen einen marginalen Anstieg um 1,5 Mio. EUR auf nunmehr 27,8 Mio. EUR.

Die gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkenen passiven latenten Steuern in Höhe von 17,7 Mio. EUR (Vj.: 18,8 Mio. EUR) beruhten in erster Linie auf temporären Differenzen in Bezug auf Beteiligungen sowie auf der im Jahr 2022 vorgenommenen Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG).

Das Eigenkapital der Ströer SE & Co. KGaA belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf insgesamt 1.345,0 Mio. EUR und bewegte sich damit um 7,0 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj.: 1.352,0 Mio. EUR). Dabei wurden sowohl die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Gesellschaft in Höhe 102,9 Mio. EUR als auch die Auszahlungen im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms in Höhe von 24,2 Mio. EUR im Wesentlichen durch den laufenden Jahresüberschuss in Höhe von 115,0 Mio. EUR kompensiert. Insgesamt bewegte sich die Eigenkapitalquote mit 57,2% auf einem weiterhin sehr komfortablen Niveau (Vj.: 57,1%).

Liquiditätsanalyse

Die Ströer SE & Co. KGaA hat im Dezember 2022 eine neue Kreditfazilität mit einem Volumen von 650,0 Mio. EUR abgeschlossen. Das Volumen kann bei Bedarf um weitere 100,0 Mio. EUR erhöht werden. Die Kreditlinien sind in voller Höhe als flexible, revolvierende Fazilität ausgestaltet und bis zum Dezember 2028 fest zugesagt. Zudem kann die Laufzeit im Rahmen einer Verlängerungsoption um ein weiteres Jahr verlängert werden. Darüber hinaus hat die Ströer SE & Co. KGaA im Juni 2023 eine ergänzende, ebenfalls revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 75,0 Mio. EUR abgeschlossen. Diese ergänzende Fazilität ist bis zum Juni 2025 fest zugesagt und kann bei Bedarf ebenfalls um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Zum 31. Dezember 2023 standen der Ströer SE & Co. KGaA insgesamt freie Kreditlinien in Höhe von 263,3 Mio. EUR zur Verfügung (Vj.: 221,7 Mio. EUR).

Das Nettofinanzvermögen der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 709,7 Mio. EUR (Vj.: 732,6 Mio. EUR). Die nachfolgende Übersicht stellt die Zusammensetzung des Nettofinanzvermögens der Ströer SE & Co. KGaA zum Stichtag dar:

In Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
(1) Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
1.524,9 1.555,2
(2) Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
110,4 100,4
(3) Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten
14,8 13,3
(1)+(2)+(3) Summe
Finanzvermögen
1.650,2 1.668,9
(4) Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
763,4 753,9
(5) Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
177,1 182,5
(4)+(5) Summe
Finanzverbindlichkeiten
940,5 936,3
(1)+(2)+(3)–(4)–(5)
Nettofinanzvermögen
709,7 732,6
Eigenkapitalquote (in %) 57,2% 57,1%

Die Ströer SE & Co. KGaA ist als Holdinggesellschaft eng mit der Entwicklung der gesamten Ströer Gruppe verbunden. Aufgrund des positiven Nettofinanzvermögens, der komfortablen Eigenkapitalquote sowie der Erwartung, dass sich die Ergebnisse der Tochtergesellschaften nach Überwindung der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen mittelfristig in Summe besser darstellen, ist die Gesellschaft nach unserer Überzeugung ebenso wie die gesamte Gruppe für zukünftige Herausforderungen bestens aufgestellt. Die Chancen und Risiken der Gesellschaft gehen im Wesentlichen mit den Chancen und Risiken der Ströer Gruppe einher.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die voraussichtliche Entwicklung der Ströer SE & Co. KGaA hängt aufgrund ihrer Eigenschaft als Konzernmuttergesellschaft von der Entwicklung des Gesamtkonzerns ab. Die Entwicklung des Gesamtkonzerns wird wiederum spürbar durch die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen beeinflusst. Wir gehen jedoch insgesamt aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns dargestellten Entwicklung der Ertragslage für das Jahr 2024 davon aus, dass die Tochtergesellschaften – abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der weiteren Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten – im Jahr 2024 insgesamt ähnliche bzw. moderat höhere Ergebnisbeiträge erwirtschaften werden und die Ströer SE & Co. KGaA damit im Vergleich zum Jahr 2023 ein Jahresergebnis auf einem entsprechend gleichbleibenden bzw. moderat höheren Niveau erzielen wird.

Abhängigkeitsbericht der Gesellschaft

Die Ströer SE & Co. KGaA hat dem Aufsichtsrat und dem Abschlussprüfer einen freiwilligen Abhängigkeitsbericht im Sinne des § 312 AktG zur Prüfung vorgelegt. Der Bericht schließt mit folgender Schlusserklärung der Ströer SE & Co. KGaA, vertreten durch den Vorstand der Ströer Management SE:

"Unsere Gesellschaft Ströer SE & Co. KGaA erhielt bei jedem der im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren. Berichtspflichtige Maßnahmen wurden nicht getroffen oder unterlassen."

INFORMATIONEN ZUR AKTIE 1

Insgesamt war das Jahr 2023 ein gutes Jahr an den Börsen. So schloss der DAX zum Ende des Geschäftsjahres mit 16.752 Punkten. Damit blieb er nur knapp unter seinem Rekordhoch, welches der deutsche Leitindex Mitte Dezember mit rund 17.003 Punkten erreicht hatte. Mit einem Plus von 20,3% für den DAX und 8,0% für den Index der mittelgroßen Werte, dem MDAX, haben sich beide Indizes vor dem Hintergrund einer im Jahresverlauf eintrübenden Börsenstimmung solide entwickelt.

Dabei waren die Inflations- und Leitzinsentwicklung die zentralen Themen, welche die internationalen Börsen bewegten. Sorgen über ein langfristig hohes oder weiter steigendes Zinsniveau wechselten sich mit Hoffnungen auf bald erreichte Zinsgipfel ab. Diese Unsicherheiten führten ab dem Sommer zu Kursrücksetzern, aber auch zu Zwischenhochs der deutschen Indizes. Zum Jahresende überwogen dann die Hoffnungen, dass die Zinsen in den nächsten Quartalen sinken werden. Angetrieben von diesen Erwartungen zeigten insbesondere die US-Börsen eine starke Entwicklung zum Jahresende, die auch die Deutschen Indizes antrieben.

Über den gesamten Jahresverlauf verbesserte sich der DAX von 13.924 Punkten (Schlusskurs 30. Dezember 2022) auf 16.752 Punkte (Schlusskurs 29. Dezember 2023). Der MDAX, in dem die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA notiert ist, entwickelte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls positiv und konnte um 8,04% (Vj.: –28,5%) zulegen.

Der DAXsector All Media Index zeigte eine vergleichbare Entwicklung zum MDAX und lag mit 306 Punkten um 6,7% (Vj.: –19,4%) über dem Schlusswert zum 31. Dezember 2022 (287 Punkte).

Vor dem Hintergrund des beschriebenen Börsenumfelds konnte die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA im Jahresverlauf die starken Entwicklungen des DAX deutlich übertreffen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 erreichte die Ströer Aktie mit 54,15 EUR ein Zwischenhoch. Zur Jahresmitte sank der Kurs markt- und konjunkturbedingt und markierte im Juli einen Tiefstkurs von 41,08 EUR. Mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2023 zeigte die Ströer Aktie dann eine deutliche Outperformance,

Quelle: Factset

1 Dieser Abschnitt ist nicht Teil der Abschlussprüfung durch den unabhängigen Abschlussprüfer.

sowohl gegenüber dem DAX, dem MDAX als auch dem DAXsector All Media Index. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 lag die Aktie dann mit 53,75 EUR nur knapp unter dem Jahreshöchstschlusskurs (54,90 EUR) und damit um rund 23,4% (Vj.: –37,1%) über dem Schlusskurs des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der Dividendenzahlung (Total Return) in Höhe von 1,85 EUR im Juli 2023, lag die Performance bei einem Zuwachs von 29,0%.

Dagegen wird der Dreijahresvergleich durch die vergleichsweise schwachen Entwicklungen während der Covid-19-Pandemie verwässert. Mit rund –24,8% liegt die Performance unter der Entwicklung von MDAX (–11,9%) und DAX (22,1%) im Vergleichszeitraum.

Ströer im Dialog mit dem Kapitalmarkt

Wie in den Vorjahren hatte auch im Geschäftsjahr 2023 die aktive und kontinuierliche Kommunikation mit Investoren und Analysten höchste Priorität für die Investor Relations bei der Ströer SE & Co. KGaA. Neben Videokonferenzen, sowie der Kommunikation über die Webseite und den E-Mail-Verteiler, hatte insbesondere der direkte Kontakt mit Investoren und Analysten einen hohen Stellenwert. In einer Vielzahl an Gesprächen am Unternehmensstandort, aber auch auf Konferenzen und Roadshows, hat Investor Relations gemeinsam mit dem Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters das Unternehmen präsentiert, die Strategie, im Geschäftsjahr erfolgreich umgesetzte Ziele sowie Potenziale erläutert und sich den Fragen des Kapitalmarktes gestellt. Neben den europäischen Börsenplätzen, wie Frankfurt, Paris und London, lag erneut ein weiterer Schwerpunkt auf nordamerikanischen Destinationen.

Zur optimalen Steuerung der Kapitalmarktaktivitäten wertet Investor Relations kontinuierlich die Aktionärsstruktur aus. Auf dieser Basis werden die Investor Relations Aktivitäten geplant, Investoren-Zielgruppen identifiziert und eine zielgruppenadäquate Kommunikation definiert. Daneben ist die Webseite ein zentrales Kommunikationsmittel. Auf ir.stroeer.com berichtet Ströer zeitnah über kapitalmarktrelevante Informationen sowie seine Roadshowaktivitäten einschließlich der entsprechenden Präsentationen und stellt alle Investor Relations relevanten Dokumente auf der Seite zum Download zur Verfügung.

Ordentliche Hauptversammlung

Im Geschäftsjahr 2023 fand die Hauptversammlung am 5. Juli 2023 als virtuelle Hauptversammlung statt. Insgesamt waren rund 49 Millionen Stückaktien bzw. rund 87% des Grundkapitals vertreten. Unter anderem wurde im Rahmen der Abstimmung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,85 EUR pro dividendenberechtigter Stückaktie beschlossen.

Börsennotierung, Marktkapitalisierung und Handelsvolumen

Die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und im MDAX gelistet. Auf Basis des Schlusskurses vom 29. Dezember 2023 betrug die Marktkapitalisierung rund 3,0 Mrd. EUR (Vj.: 2,5 Mrd. EUR). Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Ströer Aktie auf Xetra lag 2023 bei rund 59.000 Stück (Vj.: 72.000 Stück).

Aktienrückkaufprogramm

Am 28. September 2022 hat der persönlich haftende Gesellschafter der Ströer SE & Co. KGaA, die Ströer Management SE, beschlossen, die Capital Allocation Strategy der Ströer SE & Co. KGaA um das Element des Aktienrückkaufs zu erweitern und ein erstes Aktienrückkaufprogramm mit einem Rückkaufvolumen von insgesamt bis zu 50 Mio. EUR durchzuführen. Das Volumen von 50 Mio. EUR repräsentierte die aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen maximal zu erwerbende Anzahl von Aktien in einem sechs Monatszeitraum. Das Programm startete zum 3. Oktober 2022. Im Geschäftsjahr 2022 wurden 610.331 und im Geschäftsjahr 2023 wurden 479.657 Aktien zurückgekauft. Damit betrug die Gesamtzahl der im Rahmen des Programms gekauften Aktien 1.089.988 Stück. Diese wurden eingezogen und gegen das Eigenkapital verrechnet.

Analystenstudien

Derzeit wird die Ströer SE & Co. KGaA von 13 nationalen und internationalen Banken analysiert. Von den Einschätzungen zum Ende der zwölfmonatigen Berichtsperiode lauten neun "Kaufen", vier "Halten".

Die aktuellen Broker-Einschätzungen können unter www.stroeer. com/investor-relations eingesehen und der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Investment Bank Empfehlung
Warburg Research Kaufen
Hauck & Aufhäuser Kaufen
J.P. Morgan Kaufen
Societe Generale Kaufen
Deutsche Bank Kaufen
Goldman Sachs Halten
UBS Kaufen
Barclays Halten
HSBC Kaufen
LBBW Kaufen
Kepler Cheuvreux Kaufen
Oddo BHF Halten
Citi Halten

Aktionärsstruktur

Zum Jahresende 2023 hielt Udo Müller, Gründer und Co-Vorsitzender des Vorstands, direkt 7,49 % und mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 16,60%, insgesamt 24,09% der Kommanditaktien an der Ströer SE & Co. KGaA. Dirk Ströer hielt mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 20,03%. Udo Müller und Dirk Ströer sind Vertragsparteien in einem Stimmbindungs- und Poolvertrag. Über diesen Poolvertrag werden Herrn Müller und Herrn Ströer jeweils 44,11% der Stimmrechte zugerechnet. Der Streubesitz zum 31. Dezember 2023 betrug rund 43,44%2.

Laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren Ströer die folgenden Stimmrechtsanteile an der Ströer SE & Co. KGaA von über 5% bekannt: ValueAct Holdings GP, LLC 15,24%, JP Morgan Chase & Co. 12,04% und Allianz Global Investors GmbH 9,17%. Alle Informationen finden Sie auf der Homepage unter: www.stroeer.com/investor-relations

Kenndaten der Ströer SE & Co. KGaA Aktie zum 31. Dezember 2023

Aktionärsstruktur der Ströer SE & Co. KGaA

1 Aufgrund eines Poolvertrags jeweils zuzurechnen

Dividendenpolitik

Im abgelaufenen Berichtsjahr hat die Ströer SE & Co. KGaA eine 1,85-EUR-Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie ausgeschüttet.

Die Ströer SE & Co. KGaA beabsichtigt die Aktionäre weiterhin an einer erfolgreichen Gewinnentwicklung zu beteiligen.

Grundkapital 55.706.313 EUR
Anzahl der Aktien 55.706.313
Gattung Nennwertlose Inhaberstammaktien
(anteiliger Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital)
Erstnotierung 15. Juli 2010
ISIN (International Securities Identification Number) DE0007493991
WKN (Wertpapierkennnummer) 749399
Börsenkürzel SAX
Tickersymbol Reuters SAXG.DE
Tickersymbol Bloomberg SAX/DE
Marktsegment Prime Standard
Index MDAX
Jahresanfangskurs 20231 43,96 EUR
Jahresendkurs 20231 53,75 EUR
Höchstkurs 20231 56,05 EUR
Tiefstkurs 20231 41,08 EUR

1XETRA-Kurs in EUR

MITARBEITER

Die Digitalisierung in der Medienbranche stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an die Zusammenarbeit im Team und die Kunden des Ströer Konzerns. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf technisches Know-how, Kreativität und neue Arbeitsformen. Durch geübte kollaborative und agile Arbeitsformen, flexible Arbeitsorte und digitale Arbeitsabläufe schafft Ströer Raum für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um diese Anforderungen zu erfüllen.

Diese digitalen Arbeitsweisen sind beispielsweise durch den Chatbot "Chatty" und die 24/7 Beantwortung von Fragen hinsichtlich HR, Facility Management oder Einkauf selbstverständlich geworden. Daneben wurden z. B. auch der Gehaltsüberprüfungsprozess und der Zielvereinbarungsprozess digitalisiert.

Dieses agile und attraktive Arbeitsumfeld hat sich beispielsweise in einer sechsstelligen Zahl an Bewerbungen im Jahr 2023 widergespiegelt. Besonders bewährt hat sich der Aufbau des Recruitingteams, welches erfolgreich auch Mitarbeiter für schwierig zu besetzende Fach- und Führungspositionen – auch in der IT – gewinnen konnte. Das digitale Empfehlungsprogramm, in dem auch Empfehlungen über Online-Kanäle weitergeleitet werden können, hat sich auch im Jahr 2023 bewährt.

Daneben wurde unsere Employerbrand entwickelt. Sowohl durch interne Fokusgruppen, externe Befragungen und Managementinterviews ist der neue Claim "Mach mehr draus" entwickelt worden. Im Rahmen des Projektes konnten sich Mitarbeiter als "Gesicht" für Ströer bewerben und sind jetzt in den Kampagnen zu sehen. Parallel dazu wurde ein neues Bewerbersystem eingeführt und im Oktober 2023 live geschaltet.

In 2023 hat der Ströer Konzern erstmalig einen konzernübergreifenden Onboarding-Tag angeboten, bei dem sich unsere neuen Mitarbeiter vernetzen, aber auch Gespräche mit dem Vorstand und der Personalleitung führen können. Dieser wird zusätzlich durch eine spezielle Onboarding-Seite mit allem Wissenswerten über den Konzern verknüpft und rundet so die Learning Journey ab.

Durch ansprechende, moderne Bürowelten, flexible Arbeitszeitmodelle sowie weitere Leistungen, wie z. B. den Betriebskindergarten (Ströer Strolche) in Köln, das Jobbike und das Joblunch (inklusive einer attraktiven Brutto-/Nettolohn-Umwandlung) bietet Ströer viele innovative Rahmenbedingungen für bestehende und neue Mitarbeiter. Daneben hat Ströer im Jahr 2023 eine Bezuschussung des Deutschlandtickets flächendeckend eingeführt.

Ströer legt neben diesen Benefits aber z.B. auch großen Wert auf das Thema Gesundheit und hat in 2023 wiederholt die Healthy Workplace Befragung, eine konzernweite, jährliche Umfrage zur Arbeitsbelastung und Mitarbeiterzufriedenheit, durchgeführt. Das Ergebnis dieser Befragung hat sich im Vergleich zu 2021 um 0,1 Punkte verbessert. Mit einem Healthy Workplace Score von 4,0 konnte der Konzern auf einer Skala von 0 bis 5 einen sehr guten Wert verzeichnen.

Beschäftigungssituation1

Mitarbeiterzahl

Der Ströer Konzern beschäftigte zum Jahresende 11.504 (Vj.: 10.576) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vollund Teilzeit. Der Zuwachs reflektiert im Wesentlichen das Unternehmenswachstum.

Betriebszugehörigkeit und Altersverteilung Zum Bilanzstichtag waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schnitt 4,6 Jahre (Vj.: 4,8 Jahre) im Ströer Konzern beschäftigt.

Insgesamt verfügt Ströer über eine ausgewogene Altersstruktur und schafft es durch gezielte Ausbildungsprogramme Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Unternehmen zu begeistern und damit langfristig zu binden. Daneben werden unsere neuen Mitarbeiter durch Teammitglieder, die auf eine umfassende berufliche Erfahrung zurückblicken, begleitet und somit Branchenund Unternehmenswissen weitergegeben. Dadurch agiert Ströer generationsübergreifend.

Altersverteilung im Konzern

Geschlechterverteilung

Ströer hatte im Geschäftsjahr 2023 ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Konzern gestiegen. Zum Jahresende waren zu 47% Männer und zu 53% Frauen in der Ströer Gruppe beschäftigt. Damit hat sich die Verteilung im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert (Vj.: 48% Männer/52% Frauen). Die ausgewogene Geschlechterverteilung ist nicht zuletzt das Resultat der attraktiven Arbeitszeitmodelle und hybriden Arbeitsweise, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und Ströer als modernes Unternehmen auszeichnen.

Werte und soziale Grundsätze2

Im Jahr 2022 hat Ströer die Ströer Social Charta veröffentlicht. Die darin enthaltenen Werte und sozialen Grundsätze "How we work" bilden den ethischen Rahmen für die gesamte Ströer Gruppe, zu dem wir uns in Anbetracht der Verantwortung als internationale Unternehmensgruppe bekennen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, sich an die Ströer Social Charta zu halten. Um dies sicherzustellen, wurden sowohl eine entsprechende Kommunikation als auch Pflicht-Schulungen durchgeführt. Im Jahr 2024 wird zudem das Thema Unconscious Bias vertieft werden. Vielfalt war und ist ein wichtiger Grundsatz für die Zusammenarbeit im Konzern. Ströer unterstützt Vielfalt in jeglicher Hinsicht und fördert eine Kultur von Wertschätzung und Fairness. Dies verankern wir intern durch unser "LOUT", unserem Diversity Netzwerk (LGBTQ+). So schaffen wir beispielsweise regelmäßig interne Aufmerksamkeit zu diesem Thema am Diversity Tag, aber auch extern durch unsere Beteiligung als Patron bei Welcoming Out. Zusätzlich hat Ströer das interne Frauennetzwerk "EmpowHer" im Jahr 2023 durch die Übernahme des Staffelstabs für "Mit Frauen in Führung" gestärkt, in dem Ströer Gründungsmitglied ist. Durch die Teilnahme an Podiumsdiskussionen oder an der "Her Career" unterstreicht Ströer zusätzlich sein Engagement.

Aus- und Weiterbildung3

Berufsausbildung und Studium

Ströer bildet bundesweit insgesamt 166 Nachwuchskräfte aus. Parallel zur klassischen Berufsausbildung liegt ein weiterer Schwerpunkt in dualen Studienplätzen. Neben dem berufsbegleitenden BA-Studium bietet Ströer seit 2018 auch ein berufsbegleitendes Master-Programm an. Die Programme sind so konzipiert, dass auch Eigenengagement gefördert wird. Dieses Jahr haben die BAzubi an der Diversity Challenge 2023 teilgenommen und es auf die Short List geschafft. Außerdem haben sie an dem Projekt Rockid.one teilgenommen. Im Rahmen dieses Projektes unterrichten unsere Kölner BAzubis & ein DASH-Roboter gemeinsam an Kölner Grundschulen.

2 Bei diesem Abschnitt handelt es sich um ungeprüfte Informationen.

3 Bei diesem Abschnitt handelt es sich um ungeprüfte Informationen.

Selbstverständlich bietet Ströer erfolgreichen BA-Studierenden und Auszubildenden gute Chancen auf eine Übernahme und hat auch im vergangenen Jahr wiederholt viele junge Talente in verschiedenen Unternehmensbereichen und Gesellschaften übernommen.

Weiterbildung und Qualifizierung

Ströer bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven, ihre beruflichen Ziele innerhalb des Ströer Konzerns zu erreichen.

So wurden in den letzten Jahren die Trainee-Programme kontinuierlich ausgeweitet, um Berufseinsteigern eine vielfältige Einarbeitung und Orientierung zu bieten. Ein Einstieg als Trainee ist in drei Bereichen möglich: General Management, Human Resources und Vertrieb.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Talentprogramms haben sich in 2023 hervorragend weiterentwickelt. Viele sind innerhalb der Ströer Gruppe ihre nächsten Karriereschritte gegangen. Die 4. Talentgruppe übergab im September an die 5. Talentrunde den Staffelstab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten die Möglichkeit im Mai 2023 ihre Bewerbung für das Programm einzureichen. Die Auswahl wird durch das ExCom – die oberste Führungsebene unterhalb des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters – auf Basis der eingereichten Unterlagen vorgenommen. Das Programm umfasst Workshops, Trainings, Kamingespräche mit den Vorständen sowie die Mitarbeit an gemeinsamen Projekten für die Dauer des Programms. Begleitet werden die Talente durch Mentoren und Mentorinnen aus der oberen Führungsebene, die als Sparring Partner zur Verfügung stehen.

Neben den Trainee Programmen bietet der Ströer Konzern Online-Schulungen, wie z. B. für Führungskräfte zu Themen des "Digital Leadership" an. Daneben wurden in 2023 wieder bewährte Workinare in Präsenz durchgeführt und neue Themen, wie z. B. ein Resilienz Training, ausgerollt.

Das neue Learning Management System wurde weiterentwickelt und der Content erheblich erweitert. Im Jahr 2023 wurden unsere Lernkultur und der Wissensdurst durch getAbstract unterstützt. Neben der Möglichkeit Businessbücher in kompakter Form jederzeit lesen zu können bietet getAbstract die Möglichkeit Lernfelder interaktiv zu erkunden.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unter dem Begriff Risiko verstehen wir sämtliche, durch die Unsicherheit der Zukunft ausgelöste Planabweichungen, die für das Unternehmen sowohl eine Gefahr als auch eine Chance darstellen und dadurch bei Eintritt potenzielle Auswirkungen auf das Erreichen der Unternehmensziele sowie den Fortbestand des Unternehmens haben können. Dies schließt auch nachhaltigkeitsbezogene Aspekte, die sich aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) ergeben, mit ein.

Das Risikomanagement der Ströer Gruppe umfasst die Gesamtheit aller Aktivitäten für einen systematischen Umgang mit Risiken. Innerhalb des Risikomanagements werden Risiken nach einer einheitlichen Systematik frühzeitig identifiziert und analysiert sowie Maßnahmen zur Optimierung des Chancen- und Risikoverhältnisses abgeleitet. Als wesentlichen Bestandteil des Risikomanagementsystems betreibt Ströer ein konzernweites Risikofrüherkennungssystem, das im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht.

Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters trägt die Verantwortung für das Risikomanagement der Ströer SE & Co. KGaA, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung und damit der Corporate Governance der Ströer Gruppe ist. Zudem ist der kontinuierliche Umgang mit Chancen und Risiken integraler Bestandteil des Planungs- und Kontrollprozesses.

Risikostrategie

Im Vordergrund unserer Risikostrategie steht nicht die strikte Vermeidung von Risiken. Vielmehr geht es uns darum sicherzustellen, dass unsere unternehmerischen Entscheidungen auf wohl informierten Abwägungen von Chancen und Risiken beruhen. Gleichzeitig gilt es, solche Risiken rechtzeitig zu identifizieren, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, um hier umgehend Maßnahmen zur Vermeidung oder Begrenzung solcher Risiken einleiten zu können. Ein offener und verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist wesentlich für unsere Risikokultur und wird insbesondere durch den Vorstand kommuniziert und vorgelebt.

Risikotragfähigkeit

Wesentlicher Indikator für die Risikotragfähigkeit der Ströer Gruppe ist der dynamische Verschuldungsgrad1, da er einen direkten Bezug zur Liquidität des Unternehmens aufweist und als relevante Kennzahl zur Bonitätsbewertung, und damit der Möglichkeit des Unternehmens zur weiteren Finanzierung, herangezogen wird. Sämtliche im Risikomanagementprozess identifizierten Risiken werden daher hinsichtlich ihrer Auswirkung, unter Verwendung einer Monte-Carlo-Simulation, auf den dynamischen Verschuldungsgrad bewertet. Der, unter Berücksichtigung der Risiken, simulierte dynamische Verschuldungsgrad, soll dabei den vom Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters als Risikotragfähigkeit definierten dynamischen Verschuldungsgrad keinesfalls überschreiten.

Risikomanagementorganisation

Die organisatorische Einbettung des Risikomanagements im Konzern erfolgt über die Governance, Risk & Compliance Organisation:

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA überwacht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem.

Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters trägt die übergeordnete Implementierungs- und Umsetzungsverantwortung für ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und

Governance, Risk & Compliance Organisation

1 Dynamischer Verschuldungsgrad nach Facility Agreement Definition, ohne Anwendung des IFRS 16 und weiterer Sondereffekte

Risikomanagementsystem. Er stellt sicher, dass den Fortbestand des Unternehmens gefährdende oder sich erheblich auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirkende Risiken frühzeitig erkannt, bewertet, gesteuert und überwacht werden. Zudem trägt er dazu bei die Risikoidentifikation und -kommunikation in allen Unternehmensbereichen zu stärken und hinsichtlich der Risikokultur innerhalb der gesamten Ströer Gruppe zu sensibilisieren.

Der Vorstand wird dabei durch den Zentralbereich Governance, Risk & Compliance (GRC) unterstützt, welcher insbesondere die notwendigen Leit- und Richtlinien als Basis der Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagements zur Verfügung stellt. Durch die Bereitstellung zentraler Tools und Methodiken zur Risikoerfassung und -bewertung wird ein strukturierter und einheitlicher Risikomanagementprozess ermöglicht. Zugleich ist der Zentralbereich GRC mit Unterstützung der Cluster-Risk-Officer für die konzernweite Risikokoordinierung, -überwachung und -berichterstattung zuständig und stellt durch die Durchführung von Schulungen die einheitliche Umsetzung der zentralen Vorgaben im Konzern sicher.

Unterhalb der Konzern-Segmente wurden mehrere Konzern-Gesellschaften im Rahmen der Corporate Governance Strukturen zusammengezogen (Cluster) und Verantwortlichkeiten (Cluster-Risk-Officer) geschaffen, welche die Implementierung und Umsetzung in den einzelnen Konzern-Gesellschaften sicherstellen und unterstützen. Der Cluster-Risk-Officer steuert den Risikomanagementprozess und die Risikosituation innerhalb seines Verantwortungsbereiches. Er überwacht dabei insbesondere die Identifikation und Bewertung von Risiken innerhalb der relevanten Tochtergesellschaften sowie die Umsetzung der risikominimierenden Maßnahmen.

Risikomanagementprozess

Das Chancen- und Risikomanagement der Ströer Gruppe ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass die Risiken der einzelnen Segmente, Cluster und Gesellschaften des Konzerns möglichst vollständig erfasst werden. Dazu sind die Geschäftsführer der einzelnen Konzern-Gesellschaften verpflichtet entsprechende Strukturen und Maßnahmen gemäß gesetzlichen und konzerninternen Vorgaben zu implementieren und den operativen Risikomanagementprozess sicherzustellen. So können Risiken auf der Ebene, auf der sie entstehen und gesteuert werden, angemessen und möglichst vollständig erfasst werden.

Risikomanagementprozess

Die Ströer SE & Co. KGaA betreibt ein umfassendes Risikomanagementsystem, welches sich klassischerweise in einen strategischen und operativen Risikomanagementprozess untergliedern lässt.

Der strategische Risikomanagementprozess wird dabei im Wesentlichen durch den Vorstand der Ströer SE & Co. KGaA in Zusammenarbeit mit dem Zentralbereich GRC gesteuert und umgesetzt. Im Rahmen dieses Prozesses werden durch den Vorstand gemeinsam mit den Segmentverantwortlichen die auf die Geschäftsstrategie wirkenden Risiken identifiziert und eine einheitliche Risikopolitik, -strategie und -ziele abgeleitet und bildet daher den Rahmen für das operative Risikomanagement. Außerdem ist das strategische Risikomanagement für die Analyse und Interpretation der Ergebnisse des operativen Risikomanagements und die Ableitung angebrachter Entscheidungen zuständig, welche wiederum im Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA diskutiert werden und in den jährlichen Strategie- und Planungsprozess einfließen.

Der operative Risikomanagementprozess erfolgt hingegen halbjährlich auf Ebene der Cluster und Konzern-Gesellschaften. Durch die Verwendung der konzernweiten, durchgängigen Risikomanagementmethodik, kodifiziert in den entsprechenden Leitund Richtlinien des Zentralbereichs GRC, sowie die Verwendung einheitlicher Erfassungs- und Bewertungstools, wird ein effizienter und effektiver operativer Risikomanagementprozess sichergestellt. Der Risikomanagementprozess wird regelmäßig im Hinblick auf bestehende und aufkommende gesetzliche Anforderungen überprüft und insbesondere in den Bereichen der Risikoidentifikation und -bewertung kontinuierlich weiterentwickelt.

Identifikation

Grundlage des Risikomanagements ist die Identifikation wesentlicher Risiken hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Unternehmensziele. Die Verantwortung der umfassenden Identifikation solcher wesentlichen Risiken obliegt den Geschäftsführungen der jeweiligen Konzerngesellschaften. Diese werden dabei durch die Cluster-Risk-Officer unterstützt. Jedes Risiko wird einem sogenannten Risikoverantwortlichen (Risk Owner) zugeordnet, der die Verantwortung und Kompetenz für eine angemessene Überwachung und Steuerung des Risikos hat.

Die Überprüfung der Vollständigkeit, der in das Risikomanagement einbezogenen Konzerngesellschaften, erfolgt mindestens einmal jährlich im Rahmen eines etablierten Prozesses durch den Zentralbereich Governance, Risk & Compliance. Die Gesellschaften werden dabei den jeweiligen Clustern und somit auch dem verantwortlichen Cluster-Risk-Officer zugeordnet, um eine konzernweite und möglichst vollständige Bottom-Up Risikoberichterstattung zu ermöglichen.

Bewertung

Die Bewertung der Risiken erfolgt in einem zweistufigen Prozess. Zunächst wird aus erwarteter Schadenhöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit der Schadenserwartungswert (SEW) gebildet und

Risikomatrix SEW (Bewertung Einzelrisiken)

kritisch, hoch, mittel, niedrig vorgenommen. Die Bewertung erfolgt dabei auf Basis des sogenannten Netto-Risikos, d.h. dass bestehende Maßnahmen zur Risikovermeidung oder -minimierung bereits berücksichtigt werden. Bezugsgröße für die Bewertung und Kategorisierung der Risiken ist ein über vier Quartale gebildeter, durchschnittlicher EBITDA2-Wert auf Konzernebene (vergleiche nachfolgende Grafik; "Risikomatrix SEW"). Die Bewertung der Risiken in Bezug auf die Risikotragfähigkeit der Ströer SE & Co. KGaA erfolgt dann im nächsten Schritt im Zuge der Risikoaggregation und -simulation.

Aggregation, Simulation und Bewertung der Risikotragfähigkeit

Nachdem die Einzelrisiken durch die Gesellschaften identifiziert wurden, werden diese durch die Cluster-Risk-Officer plausibilisiert, aggregiert und auf mögliche Interdependenzen, überprüft.

so eine erste Klassifizierung der Einzelrisiken in die Kategorien

Durch den Zentralbereich GRC erfolgt nachfolgend die Bewertung der Gesamtrisikosituation der Ströer Gruppe in Bezug zur Risikotragfähigkeit im Rahmen einer Monte-Carlo-Simulation. Hierbei werden mögliche weitere, Gesellschaften-übergreifende Interdependenzen von Einzelrisiken berücksichtigt, welche auch eine Identifikation möglicher "bestandsgefährdender Entwicklungen" infolge kombinierter Auswirkungen mehrerer Einzelrisiken ermöglicht.

Im Rahmen der durchgeführten Monte-Carlo-Simulation wird nicht nur die Auswirkung der identifizierten Risiken unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Interdependenzen auf die Risikotragfähigkeit ermittelt, sondern auch die Auswirkung einzelner wesentlicher Risiken auf das Simulationsergebnis. Hierzu bedienen wir uns des Verfahrens der Sensitivitätsanalyse, mit dem der Einfluss einzelner Risiken auf das Gesamtergebnis der Risikosimulation bei ansonsten konstanten Parametern ermittelt werden kann.

2 EBITDA nach Facility Agreement Definition, ohne Anwendung des IFRS 16 und weiterer Sondereffekte

Bewertung Sensitivität

Risikotragfähigkeitspotenzial: hoch >15% mittel >10–15% niedrig ≤ 10%

Steuerung

Ergeben sich durch die Identifikation und Bewertung der Risiken für die Ströer Gruppe wesentliche Einzelrisiken, so werden diese, durch zusätzliche Maßnahmen hinsichtlich ihrer möglichen Eintrittswahrscheinlichkeit oder der erwarteten Schadenshöhe reduziert. Dies erfolgt in der Regel immer dann, wenn die Risikosensitivität einzelner Risiken den Wert von 15% des gesamten Risikotragfähigkeitspotenzials überschreiten. Wird der Wert von 15% nicht überschritten, wird das Risiko unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertung in der Regel akzeptiert und keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Das Risiko wird jedoch weiterhin überwacht, um sicherzustellen, dass definierte Risikotoleranzen zukünftig nicht überschritten werden.

Reporting

Die Überwachung und Berichterstattung sind wesentliche Bestandteile des ganzheitlichen Risikomanagementprozesses. Dabei sollen relevante Änderungen der Risikolage berücksichtigt und die Effektivität der ergriffenen Maßnahmen überwacht werden. Zudem stellt die Dokumentation und Berichterstattung der Risiken und Maßnahmen sicher, dass die relevanten Entscheidungsträger und Gremien (insbesondere Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats) stets umfassend über die Risikolage der Ströer Gruppe informiert sind.

Ad-Hoc-Risikoberichterstattung

Zusätzlich zum beschriebenen formalen, halbjährlich durchgeführten Risikomanagementprozess, werden Risiken fortlaufend durch die Cluster Risk Officer identifiziert, beurteilt und durch entsprechende Maßnahmen minimiert. Falls auf Grund aktueller Ereignisse oder zusätzlicher Informationen erforderlich und angemessen, sind Risiken auch außerhalb des halbjährlichen Prozesses an den Zentralbereich GRC und den Vorstand zu berichten.

Überwachung

Die Interne Revision der Ströer SE & Co. KGaA gibt regelmäßig eine objektive Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems gegenüber Vorstand und Prüfungsausschuss ab. Zudem kann sie im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit auch die Wirksamkeit des Risikomanagementprozesses sowie die Einhaltung der Leit- und Richtlinien zum Risikomanagement von ausgewählten Geschäfts- oder Fachbereichen in den jährlichen Prüfungsumfang einschließen.

Das Risikomanagementsystem wird regelmäßig durch die Interne Revision auf Angemessenheit und Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls durch die Risikomanagement Zentralfunktion angepasst. Im aktuellen Geschäftsjahr ergaben sich aus der Überwachung des Risikomanagementsystems keine Hinweise, die auf eine Einschränkung der Angemessenheit oder Wirksamkeit hindeuten. Darüber hinaus erfolgte eine Prüfung der Angemessenheit des Risikomanagementsystems gemäß des Prüfungsstandards IDW PS 981 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Nichtdestotrotz gibt es stets Verbesserungsmöglichkeiten im Risikomanagement- und Berichterstattungsprozess, an denen der Vorstand sowie der Zentralbereich GRC und die Cluster-Risk-Officer gemeinsam arbeiten. Dies betrifft vor allem die Gewährleistung einer einheitlichen Vorgehensweise bei der Identifikation und Bewertung der Risiken.

Der Vorstand berichtet dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates mit Unterstützung des Zentralbereichs GRC regelmäßig über die Ergebnisse und die Effektivität des Risikomanagementsystems sowie die damit verbundene Einhaltung der rechtlichen Anforderungen.

Abschließend hat der Abschlussprüfer der Ströer SE & Co. KGaA nach § 317 Abs. 4 HGB geprüft, ob das bestehende und in das Risikomanagementsystem integrierte Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Internes Kontrollsystem

Einen wichtigen Teil der integrierten Governance, Risk und Compliance Organisation stellt das interne Kontrollsystem der Ströer Gruppe dar. Wir verstehen unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die Ströer Gruppe maßgeblichen rechtlichen Vorschriften gerichtet sind.

Des Weiteren soll das interne Kontrollsystem die Berichterstattung unterstützen, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ströer Gruppe zu vermitteln. In seiner Ausgestaltung geht das interne Kontrollsystem jedoch über die Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus und umfasst somit alle wesentlichen Geschäftsprozesse auch mit Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Prozesse und die nichtfinanzielle Berichterstattung.

Konzeptionelle Grundlage für das interne Kontrollsystem der Ströer Gruppe, das aus dem internen Steuerungs- und Überwachungssystem besteht, ist das international anerkannte Rahmenwerk COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Ströer Gruppe wird kontinuierlich weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf die steigenden Dokumentationsanforderungen an die Kontrollen und ihre regelmäßige Durchführung. Es ist integraler Bestandteil der Rechnungslegungs- und Finanzberichtserstattungsprozesse in den relevanten Gesellschaften, organisatorischen Einheiten und Konzernfunktionen. Das System umfasst Grundsätze, Verfahren sowie prozessintegrierte präventive und aufdeckende Kontrollen wie beispielsweise Plausibilisierungskontrollen, die Einhaltung von Funktionstrennung, die Umsetzung und Überprüfung von Zugriffs- und Berechtigungskonzepten und die Praktizierung des Vier-Augen-Prinzips.

Die Verantwortung für das interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess trägt der Finanzvorstand. Alle in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Gesellschaften sind über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation eingebunden. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde die im Zentralbereich Governance, Risk und Compliance verankerte, dezentrale IKS Organisation weiter ausgebaut und die zugrundeliegenden Prozesse standardisiert.

Die mit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung betrauten Mitarbeiter werden im Rahmen ihrer Einstellung auf die notwendige Qualifikation hin überprüft und erhalten regelmäßige Unterweisungen. Die Bewertung komplexer Sachverhalte, wie beispielsweise der Pensionsverpflichtungen, erfolgt je nach Bedarf mit der Unterstützung durch externe Partner.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für die Jahresabschlüsse der Ströer SE & Co. KGaA und deren Tochtergesellschaften nach den deutschen handelsrechtlichen Regelungen und ergänzenden Vorschriften sind in Buchungsanweisungen dokumentiert. Die lokalen Gesellschaften werden bei der eigenverantwortlichen Erstellung der Einzelabschlüsse durch das zentrale Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht.

Sofern sich Gesetze und Standards in der Rechnungslegung ändern, werden deren mögliche Auswirkungen auf das Rechnungswesen und die Finanzberichtserstattung frühzeitig analysiert und, falls notwendig, in das Konzernberichtswesen und die Systeme aufgenommen.

Die Konsolidierung der im Konzernabschluss zu berücksichtigenden Teilkonzerne und Einzelabschlüsse erfolgt zentral und mit Hilfe eines standardisierten Konsolidierungssystems. Unsere Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften regeln zusammen mit den Vorschriften nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitliche Anwendung der Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze für die in den Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen.

Die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungen und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben erfolgen durch qualifizierte Mitarbeiter der Ströer SE & Co. KGaA. Standardisierte Prozesse und Checklisten stellen den Konsolidierungsprozess sicher. Zudem gibt es einen verbindlichen Abschlusskalender. Neben vorhandenen systemseitigen Plausibilisierungen und Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit sowohl durch die einzubeziehenden Gesellschaften selbst als auch durch das Konzernrechnungswesen durchgeführt. Grundsätzlich gilt das Vier-Augen-Prinzip. Zusätzlich erfolgt eine Kontrolle durch Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung wesentlicher Einzelposten. Die Interne Revision der Ströer SE & Co. KGaA ist mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in ausgewählten Teilbereichen in das Überwachungssystem eingebunden. Sie prüft, ob gesetzliche Rahmenbedingungen und konzerninterne Richtlinien für das Kontroll- und Risikomanagementsystem eingehalten werden. Bei Bedarf initiiert sie gemeinsam mit dem relevanten Bereich zusätzliche Maßnahmen. Zudem befasst sich der Prüfungsausschuss auf Grundlage des § 107 Abs. 3 AktG vor allem mit der Abschlussprüfung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der Ströer SE & Co. KGaA werden regelmäßig sowohl durch die Interne Revision als auch im Rahmen der Konzernjahresabschlussprüfung durch den Abschlussprüfer über potenzielle wesentliche Kontrollschwächen im internen Kontrollsystem informiert. Der Abschlussprüfer selbst ist gleichwohl nicht Teil des internen Kontrollsystems des Unternehmens.

Im Jahr 2022 erfolgte zuletzt eine externe Prüfung des Internen Kontrollsystems durch den Abschlussprüfer, auf Basis des IDW PS 982, im Hinblick auf die Angemessenheit in den rechnungslegungsrelevanten Kernprozessen, die im direkten Zusammenhang mit der Finanzberichterstattung stehen.

Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess kann jedoch keine absolute Sicherheit dafür bieten, dass wesentliche Falschaussagen in der Rechnungslegung vermieden werden können.

Internes Revisionssystem

Die Interne Revision ist ein Kontrollinstrument des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters und des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA und unterstützt diese Gremien als Teil der Corporate Governance in ihrer Führungs- und Aufsichtsfunktion. Dazu führt sie in ausgewählten Beteiligungsgesellschaften und Unternehmensbereichen Standardprüfungen durch. Hierzu können folgende Themenschwerpunkte zählen:

  • Prüfung der Finanz- und Vermögenslage, der Zuverlässigkeit des Rechnungswesens und daraus abgeleiteter Informationen sowie der Einhaltung der internen Bilanzierungsrichtlinien (Financial Auditing),
  • Prüfung der Qualität, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität der Strukturen, Prozesse und Systeme inklusive der IT-Systeme sowie des Internen Kontrollsystems (Operational Auditing) und
  • Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, Verfahren und Verträgen (Compliance, Ordnungsmäßigkeit).

Ursprung der oben genannten Prüfungstätigkeiten ist die jährliche, risikoorientierte Prüfungsplanung. Für das Geschäftsjahr 2023 wurden mehrere interne Revisionsprojekte umgesetzt, bei denen die Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Geschäftsprozesse und des Kontrollumfeldes der Gesellschaften überprüft wurden. Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden unterjährig an den Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA berichtet.

Zusätzlich zu den Standardprüfungen werden anlassbezogene Sonderprüfungen durch den Vorstand oder die Interne Revision initiiert, welche zusätzliche Prozess- und Kontrollrisiken abdecken und Optimierungspotenziale identifizieren sollen.

Ein umfassender Jahresbericht der Arbeit der Internen Revision sowie der Inhalte der Prüfungen und ihrer Ergebnisse wird turnusmäßig dem Aufsichtsrat vorgelegt. Die während der Revisionsprüfungen anfallenden Verbesserungsmaßnahmen wurden bzw. werden entsprechend der vereinbarten Umsetzungsfristen nachverfolgt.

Die Interne Revision der Ströer SE & Co. KGaA wird regelmäßig einer externen Qualitätsprüfung (Quality Assessment) unterzogen. Die Überprüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit auf Basis des IDW PS 983 erfolgte zuletzt im Geschäftsjahr 2022.

Stellungnahme zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems1

Dem Vorstand sind keine wesentlichen Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sprechen. Der Vorstand stützt seine Einschätzung vor allem auf die Berichterstattung des Zentralbereichs Governance, Risk und Compliance, seine persönliche Befassung mit dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem sowie die unabhängige Berichterstattung der Internen Revision.

Zudem bestätigen die Cluster im Rahmen einer umfassenden, sogenannten GRC-Erklärung die angemessene und wirksame Umsetzung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in allen wesentlichen Bereichen innerhalb ihres jeweiligen Verantwortungsbereichs. Des Weiteren umfasst diese Erklärungen Aussagen zur Beachtung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorgaben zum Compliance Managementsystem, Datenschutz sowie der GoB und GoBD.

Zusätzlich wurde im aktuellen Geschäftsjahr die folgende, externe Prüfung zur Beurteilung der Angemessenheit und/oder Wirksamkeit durchgeführt:

• Prüfung der Angemessenheit des Risikomanagementsystems nach IDW PS 981

1 Bei dieser Stellungnahme des Vorstands handelt es sich um eine nach DCGK 2022 vorgesehene Angabe, die als lageberichtsfremde Angabe nicht Gegenstand der Abschlussprüfung ist.

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage durch den Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters

Das zuvor beschriebene Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe bildet die Grundlage für die umfassende Risikoeinschätzung des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters. Durch die Risikobewertungssystematik und -aggregation trägt es zu einer effizienten Steuerung des Risikoportfolios auf Konzernebene bei und soll so ein transparentes und systematisches Risikomanagement ermöglichen. Darüber hinaus soll es, durch die Verknüpfung mit den Planungsprozessen im Controlling und die dadurch bedingte enge Verzahnung zu den Steuerungsprozessen des Unternehmens, eine zeitnahe Reaktion und Risikosteuerung ermöglichen. Nach unserer Einschätzung sind die derzeit identifizierten und im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken oder eine wesentliche Beeinträchtigung der Risikotragfähigkeit zu erwarten.

Die weiterhin bestehenden Unsicherheiten der globalen volkswirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen zu erwartenden konjunkturellen Auswirkungen, gepaart mit einem anhaltend hohen Zinsniveau in Europa und unserem Kernmarkt Deutschland, können in den kommenden Monaten materiellen Einfluss auf unsere unternehmerischen Ziele haben. Jedoch ist der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters zuversichtlich, dass die ergriffenen strategischen und strukturellen Maßnahmen wirksam sind und es der Ströer Gruppe ermöglichen, bestehende Risiken zu beherrschen und Chancen zur nachhaltigen und positiven Geschäftsentwicklung zu nutzen.

Bei Eintreten eines schlechteren Szenarios kann die Ströer Gruppe zeitnah reagieren und, wie schon in der Vergangenheit gezeigt, von internen Maßnahmen zur notwendigen Anpassung der Investitions- und Kostenbudgets Gebrauch machen. Zugleich sind wir überzeugt, dass Ströer strategisch und finanziell sehr gut positioniert ist, um auch im Jahr 2024 sich bietende Chancen im Wettbewerb nutzen zu können.

Insbesondere die im Geschäftsjahr 2022 neu abgeschlossene Kreditfazilität stellt eine langfristig ausgerichtete und zugleich sehr robuste Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Ströer Gruppe dar. Durch diese neue Fazilität, die inzwischen bis zum Dezember 2028 verlängert wurde und bei Bedarf noch um ein weiteres Jahr verlängert werden kann, ist die finanzielle Stabilität des Konzerns langfristig sichergestellt. Zum 31. Dezember 2023 verfügte die Gruppe einschließlich bestehender Bankguthaben über freie Finanzierungsspielräume in Höhe von 335,6 Mio. EUR (Vj.: 301,5 Mio. EUR).

Wesentliche Einzelrisiken im Sinne unserer Definition (siehe dazu auch "Steuerung") bestehen zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Die Gesamtheit der identifizierten Einzelrisiken wird daher auch für Zwecke der Lageberichterstattung in Risikokategorien aggregiert. Die nachfolgend dargestellten Risikokategorien können aus heutiger Sicht im Prognosezeitraum (zwölf Monate) den bedeutendsten Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Risikosituation

Kategorie Subkategorie Trend Schadenerwartungswert Sensitivität
Strategische Risiken
Absatzmarkt stabil mittel mittel
Beschaffungsmarkt stabil niedrig niedrig
Regulatorische Risiken stabil niedrig niedrig
Operative Risiken
Geschäftstätigkeit steigend niedrig mittel
Accounting stabil mittel niedrig
FInanzrisiken
Finanzierungsrisiko stabil niedrig niedrig
Steuerrisiko stabil niedrig niedrig
Impaiment-Risiko stabil mittel niedrig
Währungsrisiko stabil niedrig niedrig
Zinsrisiko stabil niedrig niedrig
IT-Risiken
Operative IT & Informations
sicherheits Risiken
steigend mittel niedrig
Rechtsrisiken
Compliance-Risiken stabil niedrig niedrig
Datenschutzrisiken stabil niedrig niedrig
ESG Risiken
Umweltrisiken stabil niedrig niedrig
Soziale Risiken stabil niedrig niedrig
Governance Risiken stabil niedrig niedrig

Strategische Risiken

Absatzmarkt: Durch die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage, getrieben durch aktuelle geopolitische Krisen, anhaltend hohe Inflation und Lieferkettenprobleme könnte es, insbesondere bei einer Rezession und damit geringerem Konsumverhalten der Privathaushalte, bei den Werbetreibenden zu einem weiteren Rückgang der Werbeausgaben in unseren Kernmärkten kommen.

Infolgedessen könnten sich hinsichtlich der Vermarktung Planabweichungen in den einzelnen Segmenten ergeben: Durch mögliche Erlöseinbußen bei der Auftragserteilung gewichtiger Werbetreibender oder Agenturen, durch Kundenverluste im intra- und intermedialen Wettbewerb oder durch reduzierte Margen infolge steigender Rabatte in der Medienbranche. In diesem Zusammenhang werten wir regelmäßig unsere Vertriebsaktivitäten aus und treffen entsprechende Maßnahmen, um dem bestehenden Rabattdruck entgegenzuwirken.

Unsere OOH+ Strategie sowie unser diversifiziertes Geschäftsmodell haben bereits in den vergangenen krisenbelasteten Geschäftsjahren (z. B. Covid-19, Ukrainekrise) gezeigt, dass sie grundsätzlich geeignet sind, auf Risiken adäquat zu reagieren und diese zu steuern. Im Vergleich zu den Vorjahren gehen wir jedoch nicht von einer weiteren Verschärfung der Risikosituation durch Extremereignisse aus, sondern vielmehr davon, dass wir weiterhin in der Lage sind, den bestehenden Herausforderungen auf den Absatzmärkten zu begegnen und geeignete risikominimierende Maßnahmen zu ergreifen.

Insbesondere verfügen wir über ein breit diversifiziertes Kundenportfolio aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen. Wo notwendig, werden wir mit flexiblen Angeboten auf unsere Kunden zugehen und unsere Vertriebsaktivitäten auf solche Branchen fokussieren, die weniger von einer möglichen, weiteren Krise betroffen sind. Im Segment OOH erfolgte bereits in den vergangenen Jahren eine zunehmende Verlagerung der Werbebudgets großer Digital-Konzerne vom klassischen OOH in den Digital Out-of-Home (DOOH) Bereich, welcher sich im kommenden Geschäftsjahr fortsetzen wird. Darüber hinaus gelingt es uns über unsere DOOH Produkte zunehmend, regionale und lokale Kunden im Gattungswettbewerb für Außenwerbung zu gewinnen. Hierdurch erfährt der Umsatz, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, einen stabilisierenden Portfolioeffekt.

Durch die enge Zusammenarbeit im Bereich Dialog mit großen, nationalen Auftraggebern aus dem Bereich Telekommunikation und Energie, ist ein nicht unwesentlicher Anteil der Entwicklung des Umsatzes von diesen Großkunden abhängig. Ein geändertes Nachfrageverhalten dieser Großkunden kann hier grundsätzlich auch zu kurzfristigen Erlösrisiken führen. Durch die stetige Erweiterung unseres Kundenportfolios sind wir bemüht, dieses Risiko weiter zu reduzieren. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an der Stärkung unserer Geschäftsbeziehung mit unseren Großkunden.

Beschaffungsmarkt: Im Beschaffungsbereich können sich generell materielle Planabweichungen vor allem durch den Verlust von Werberechtskonzessionen in der Außenwerbung oder durch den Verlust großer Publisher-Verträge im Digitalbereich ergeben. Von Nachteil wäre auch eine Verzögerung der Genehmigungsprozesse, ein Kostenanstieg zur Erlangung notwendiger Baugenehmigungen oder eine Ablehnung attraktiver Standorte durch die Genehmigungsbehörden. Im Bereich der Online-Medien besteht grundsätzlich das Risiko, dass die im Portfolio befindlichen Webseiten – u. a. aufgrund von Konkurrenzangeboten – weniger Nutzerinteresse auf sich ziehen als erwartet. Eine geringer als erwartet ausfallende Zahl von Unique Visitors bzw. Unique Users oder Ad Impressions kann die Erlöse aus der Reichweitenvermarktung beeinträchtigen. Diese Gefahren sehen wir aber als ganz normale Geschäftsrisiken an, die durch unser im Außenwerbe- wie auch im Digitalgeschäft sehr breit aufgestelltes Portfolio begrenzt sind.

Weiterhin besteht ein anhaltendes Beschaffungsmarktrisiko in Bezug auf elektrotechnische und elektronische Komponenten und Baugruppen, welches zwar im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken ist, sich jedoch jederzeit aufgrund anhaltender oder neuaufkommender geopolitischer Krisen verstärken kann. Gleiches gilt für Rohstoffe im Bereich Stahl und Aluminium sowie Glas, welche ebenfalls für den Bau unserer Werbeträger von wesentlicher Bedeutung sind. Dadurch kann es zu möglichen Preiserhöhungen oder einer Verzögerung bei der Umsetzung neuer Werbeflächen und Kampagnen kommen. Darüber hinaus können inflationsbedingte Preissteigerungen zu höheren Kosten für Wartung und Betrieb der Werbeträger führen. Durch die vorzeitige Beschaffung und den Aufbau von angemessenen Lagerbeständen soll möglichen Verzögerungen entgegengewirkt werden. Hierzu findet eine umfassende Analyse der Beschaffungsplanung im Zusammenhang mit der mittelfristigen Investitionsplanung der Portfoliosteuerung statt, sodass unmittelbar erforderliche Beschaffungsaktivitäten frühzeitig abgeleitet werden können. Zudem setzen wir weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern, auf produkt- und regionenübergreifende Standardisierung der Komponenten und Dienstleistungen sowie auf eine Mehrquellenbeschaffungsstrategie.

Regulatorische Risiken: Die anhaltende Diskussion zu datenschutzrechtlichen Themen in Politik und Gesellschaft beobachten wir weiterhin sehr intensiv. Insbesondere in unseren Geschäftsbereichen, in denen die Verarbeitung von personenbezogenen Daten ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist, können weitere Einschränkungen ein relevantes Risiko darstellen.

Zur rechtskonformen Verwendung von Cookies und weiterer Benutzerdaten sind in der Regel aktive Einwilligungen (Consent) der Nutzer notwendig. Die Entscheidung der belgischen Datenschutzbehörde aus Februar 2022 zum Transparency and Consent Framework 2.0 (TCF 2.0) verschärft ggf. zudem die Regelungen zur Einholung solcher Einwilligungen (Grundsatzfragen wurden dem EUGH zur Klärung vorgelegt) und könnte somit das Risiko weiterer gesetzlicher Vorgaben und Regelungen in Folgejahren sowie einer engeren Interpretation der aktuellen Gesetzeslage durch die Aufsichtsbehörden erhöhen. Sinkende Einwilligungsraten könnten daher zu einer Reduktion des Website-Traffic und somit der vermarktbaren Inventarmengen führen. Ob und inwieweit solche Regelungen das Nutzungsverhalten und die Vermarktbarkeit, über die von uns bereits in der Prognose unterstellten Auswirkungen hinaus, negativ beeinflussen, ist weiterhin mit Unsicherheit behaftet.

Wir entwickeln unsere technischen Voraussetzungen zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben stetig weiter und damit auch die Möglichkeiten zur Verringerung negativer Auswirkungen auf die Vermarktbarkeit unseres vorhandenen Inventars. Gezielte Maßnahmen zur gesteuerten und flächendeckenden Einholung der Nutzereinwilligungen werden kontinuierlich umgesetzt, um den Ausbau der Einwilligungsrate und des damit verbundenen Traffic und der vermarktbaren Inventarmenge zu stabilisieren. Auch arbeiten wir fortlaufend an der Umsetzung neuer Technologien, durch die zukünftig sukzessive auf den Einsatz von Cookies verzichtet werden kann. Zudem ergeben sich aus diesen Technologien neue Anwendungsmöglichkeiten und Produkte. Durch den Ausbau unserer tracking- und werbefreien Abo-Angebote bieten wir den Nutzern eine Alternative zu den kostenlosen werbefinanzierten Angeboten (sog. PUR-Modelle). Jedoch unterliegen auch diese tracking- und werbefreien Abo-Angebote zunehmend erhöhten datenschutzrechtlichen Anforderungen. Zur Reduzierung der daraus resultierenden Risiken passen wir unsere Angebote kontinuierlich an und sind im offenen und transparenten Austausch mit den zuständigen Behörden.

Operative Risiken

Geschäftstätigkeit: Die Umsätze in den Bereichen Digital Marketing, Content und DaaS werden stark durch ihre Sichtbarkeit im Internet und den damit verbundenen Website-Traffic geprägt. Dabei kann sich eine Änderung der durch die Suchmaschinen verwendeten Algorithmen direkt auf den relevanten Website-Traffic unserer Angebote auswirken. In diesen Bereichen konvertiert der Traffic regelmäßig in neue Nutzer und direkte Accountkäufe. Zudem stärkt ein hoher Traffic in diesem Bereich die Produktbindung der Bestandskunden und reduziert die sogenannte Churn-Rate. Mithilfe eines fortlaufenden Monitorings

der Suchmaschinen-Platzierungen und der Verwendung akzeptierter Suchmaschinenoptimierungsmaßnahmen sowie der fortwährenden, technischen Überarbeitung unserer Webseiten kann das Risiko weitestgehend reduziert und gesteuert werden. Zudem erfolgt eine stetige Intensivierung des direkten Content-Marketings an unsere Kunden.

Im Bereich Dialog ist die Geschäftsentwicklung insbesondere durch die Fluktuation bestehender sowie die Gewinnung neuer Mitarbeiter geprägt. Zunehmender Wettbewerb im Niedriglohnsektor sowie steigende soziale Absicherungsmodelle (bspw. durch Bürgergeld) erschweren zudem die Gewinnung neuer Mitarbeiter oder führen zur Notwendigkeit von Anpassungen der Vergütungsmodelle, z. B. Provisionen, und somit zu einem erhöhten Margendruck auf das Geschäftsmodell. Durch konstante und strukturierte Rekrutierungsaktivitäten sowie den Ausbau unserer Nearshoring-Aktivitäten stellen wir sicher, dass die bestehende Fluktuation ausgeglichen wird und wir darüber hinaus weitere Mitarbeiter in ausreichendem Maße gewinnen können.

Operative Produktionsrisiken bestehen im Wesentlichen im Bereich E-Commerce. Hier kann es beim Zusammentreffen ungünstiger Einzelrisiken (z. B. im Rahmen der Lieferkette) oder im Falle einzelner extremer Ereignisse (z. B. Brand, Naturkatastrophen) zu Betriebsunterbrechungen kommen. Neben der Schadensbeseitigung und den damit verbundenen Kosten besteht zudem das Risiko, dass vertragliche Pflichten gegenüber unseren Kunden durch mögliche Produktionsausfälle nicht erfüllt werden können. Durch regelmäßige Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen arbeiten wir kontinuierlich daran, das Risiko zu minimieren. Zudem analysieren und adjustieren wir regelmäßig den Umfang unserer Versicherungen und transferieren so die Risiken auf externe Dienstleister.

Accounting Risiken: Die Bedrohung durch betrügerische Handlungen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das verstärkte Auftreten von Phishing- und insbesondere Spear-Phishing-Emails birgt ein erhöhtes Risiko von unbeabsichtigten Falschauszahlungen oder unautorisierten Zugängen zu Zahlungsvorgängen. Neben Investitionen im Bereich Cyber-Security, haben wir unsere Anstrengungen im Bereich der Mitarbeitersensibilisierung in den relevanten Bereichen deutlich erhöht.

Finanzrisiken

Finanzierungsrisiko: Aus der aktuellen Verschuldung resultiert für Ströer ein generelles Finanzierungsrisiko, dessen Tragweite von der Einhaltung der in den Kreditverträgen mit unseren Banken vereinbarten Covenants sowie Informations- und Genehmigungspflichten abhängt. Dieses Risiko ist aber aufgrund der zum Ende des Berichtsjahres soliden Finanzmittelausstattung und der im Geschäftsjahr 2023 gegenüber den Vorjahren weiter verbesserten Cash-Generierung als niedrig einzustufen. Auch unter den bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche und geopolitische Entwicklung sehen wir ausreichenden finanziellen Spielraum zur Einhaltung der vereinbarten Covenants.

Steuerrisiko: Aufgrund der Komplexität des Steuerrechts besteht die Möglichkeit, dass die Finanzbehörden und -gerichte steuerrelevante Sachverhalte zukünftig anders beurteilen als heute oder sie bisherige Verfahren angreifen. Um solche Risiken zu vermindern, sind wir im ständigen Austausch mit internen und externen Steuerspezialisten.

Impairment-Risiko: Ein Impairment-Risiko in Bezug auf Beteiligungsbuchwerte bzw. Goodwills resultiert grundsätzlich in Zukunft aus Verlusten von Tochtergesellschaften und sonstigen Beteiligungsunternehmen, die sich auf die Ertragslage und Liquidität der Ströer Gruppe auswirken könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass es zukünftig zu Berichtigungen von Firmenwerten kommt, sollte die Geschäftsentwicklung einzelner Gesellschaften bzw. Cash Generating Units (CGUs) hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Der wirtschaftliche Erfolg in den verschiedenen Unternehmensbereichen ist wesentlich von der Entwicklung und Weiterentwicklung der Kundenangebote und technischen Lösungen abhängig. Die Aktivierung solcher immateriellen Vermögenswerte unterliegt einem Impairment-Risiko, das wesentlich von der Dokumentation und dem wirtschaftlichen Erfolg dieser Angebote und technischen Lösungen abhängt. Wir überwachen sowohl die Erstellung und damit verbundene Dokumentation sowie den wirtschaftlichen Erfolg solcher immateriellen Vermögenswerte fortlaufend.

Währungsrisiko: Ströer entstehen überdies währungsbedingte Risiken. So besteht ein Translationsrisiko, das sich aus der Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften ergibt. Die relative Bedeutung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse am Konzernabschluss ist im Berichtszeitraum jedoch zu vernachlässigen. Transaktionsbedingte Währungsrisiken sind für die Ströer Gruppe eher unbedeutend.

Zinsrisiko: Generellen Zinsänderungsrisiken ist die Ströer Gruppe im Wesentlichen im Bereich der langfristigen, variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt. Durch die anhaltende Bekämpfung der Inflation sind die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank in den Jahren 2022 und 2023 deutlich angestiegen und haben damit zu merklich höheren Zinsaufwendungen in der Ströer Gruppe geführt. Für den Prognosezeitraum gehen wir zwar weiterhin von einem hohen Zinsniveau aus, wir haben dieses jedoch umfassend in unseren Planungsannahmen berücksichtigt.

IT-Risiken

Operative IT- und Informationssicherheits-Risiken: Unsere Unternehmensabläufe sowie unsere Kommunikation sind im hohen Maße durch Informationstechnologie geprägt. Folglich ist die Informationssicherheit ein kritischer Faktor, der in Bezug auf Datenintegrität, Informationsvertraulichkeit, Authentizität und Verfügbarkeit berücksichtigt werden muss. Eine Störung oder ein Ausfall einzelner oder gar mehrerer Systeme könnte zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der IT-gestützten Geschäftsprozesse führen. Da viele der zentralen IT-Systeme bei Ströer inhaltlich, technisch und physisch getrennt voneinander betrieben werden, beziehen sich die Risiken immer nur auf Teilbereiche der Gruppe. Dennoch unterliegen IT-Prozesse kontinuierlichen Nachbesserungsmaßnahmen, welche die oben genannten Risiken reduzieren sollen. Das allgemeine, aus Cyber-Crime-Attacken resultierende Risiko auf Unternehmen ist insgesamt weiter hoch. Um diesem Risiko adäquat zu begegnen, analysieren wir die allgemeine Bedrohungslage sowie potenzielle Sicherheitslücken kontinuierlich und strukturiert über alle Geschäftsbereiche und leiten wo notwendig umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Über umfassende Cyber-Security-Initiativen schaffen wir eine hohe Sensibilität bei unseren Mitarbeitern für solche Risiken und entwickeln sowohl unsere technischen als auch organisatorischen Maßnahmen kontinuierlich weiter.

In den Bereichen Content, DaaS und E-Commerce, die stark durch digitale Geschäftsmodelle geprägt sind, kann es je nach Schweregrad des Cyberangriffs zu einem vorrübergehenden Ausfall von informationstechnologischen Systemen kommen und damit zu einer möglichen Unterbrechung der Geschäftstätigkeit. Dies ist insbesondere im Bereich der für den Onlinehandel relevanten Systeme von hoher Relevanz, da hier eine ständige Verfügbar- und Erreichbarkeit von den Kunden erwartet wird. Zudem besteht hier, auf Grund des nicht unwesentlichen B2C-Geschäftsmodells ein erhöhtes Risiko des Verlusts von Daten oder der Nutzung von Daten durch Unbefugte.

Über die gesamte Ströer Gruppe hinweg stufen wir das Risiko auf Grund der zunehmenden allgemeinen Bedrohungslage und der weiteren Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle als mittel ein.

Rechtsrisiken

Compliance Risiken: Unsere geschäftlichen Aktivitäten müssen mit geltendem Recht in Einklang stehen, insbesondere kartellund kapitalmarktrechtliche Regelungen, Regelungen eines integren Geschäftsverkehrs sowie Datenschutzregelungen. Die hieraus resultierenden Rechtsrisiken vermindern wir durch gezielte Einbindung von externen Wirtschaftsexperten und Rechtsanwälten. Grundsätzlich können aus laufenden oder zukünftigen Rechtsstreitigkeiten Prozessrisiken entstehen, die letztlich von vorgenommenen Risikoeinschätzungen und damit verbundenen Rückstellungen abweichen.

Datenschutz-Risiken: Auf Grund der zunehmenden Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse verarbeiten wir personenbezogene Daten von Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und anderen Dritten. Der Umgang mit solchen Daten innerhalb der Ströer Gruppe erfolgt unter Einhaltung der gültigen datenschutzrechtlichen Vorgaben. Insbesondere die Nichteinhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung kann sowohl rechtliche Konsequenzen und somit erhebliche Geldbußen nach sich ziehen als auch rufschädigend wirken. Um Risiken zu minimieren, die mit einem nicht rechtskonformen Umgang von personenbezogenen Daten einhergehen, hat die Ströer Gruppe eine dezentrale Datenschutzorganisation implementiert. Die dezentrale Organisation ermöglicht eine geschäftsmodellspezifische Anpassung der Datenschutzorganisation und -prozesse sowie einen angemessenen Umgang mit den jeweiligen Datenschutzrisiken. Durch die Bereitstellung eines zentralen Datenschutz-IT-Systems und gruppenweiter Standards werden die Datenschutzprozesse innerhalb der Ströer Gruppe effizient und effektiv umgesetzt. Die dezentralen Datenschutzorganisationen und -prozesse werden kontinuierlich weiterentwickelt.

ESG Risiken

Umweltrisiken: Die Ströer Gruppe ist nur in wenigen Geschäftsbereichen produzierend tätig. Verfahrensbedingte Umweltrisiken stufen wir daher als sehr gering ein. Dort, wo wir auf Produkte Dritter angewiesen sind, stellen wir durch eine kritische Auswahl und enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten sicher, dass mögliche Umweltrisiken minimiert, falls vorhanden, schnellstmöglich bekannt und notwendige Maßnahmen zeitnah ergriffen werden.

Soziale Risiken: Durch die Vielzahl an Werbeflächen, -kampagnen und Motiven besteht ein grundsätzliches Risiko, dass gesetzeswidrige Motive im Rahmen der Prüfung nicht identifiziert werden oder aber rechtskonforme Motive, aufgrund aktueller sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen, von der Gesellschaft als anstößig oder inakzeptabel erachtet werden. Die negative Wahrnehmung in der Öffentlichkeit könnte sich negativ auf die Unternehmensziele auswirken. Jedoch reduzieren wir dieses Risiko durch die in unseren Grundsätzen der Werbeethik verankerten Prinzipien sowie eine umfassende und durch künstliche Intelligenz unterstütze Konformitätsprüfung der Motive auf ein Minimum.

Auch im Umfeld unserer publizistischen Dienste sowie themenspezifischen Informationsportale bestehen solche Risiken. Diesen begegnen wir insbesondere durch unsere publizistischen Grundsätze, in denen wir uns ausdrücklich zu einem unabhängigen und kritischen Journalismus bekennen. Durch die strikte Trennung zwischen sachlichen Informationen und Meinungen sowie die sorgfältige Recherche und Prüfung von Veröffentlichungen stellen wir die Wahrhaftigkeit und Unabhängigkeit sicher und reduzieren so mögliche Reputationsrisiken.

Grundsätzlich ist die Ströer Gruppe zudem Kommunikationsrisiken ausgesetzt, die auch in Reputationsrisiken münden können. Mit unserer Konzernkommunikation und den Investor Relations verfügen wir jedoch über zwei wichtige Funktionen, um relevante Informationen rechtzeitig den entsprechenden Adressaten zur Verfügung zu stellen und sachgerecht zu agieren.

Durch regelmäßige Überprüfungen unserer Lohn- und Gehaltsmodelle stellen wir die angemessene Bezahlung unserer Mitarbeiter sicher. Auch die Vergütung und die Arbeitsbedingungen der von uns eingesetzten Subunternehmer überprüfen wir in den relevanten Geschäftsbereichen regelmäßig.

Governance Risiken: Nicht zuletzt durch das in Kraft treten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetztes im Januar dieses Jahres haben sich die regulatorischen als auch gesetzlichen Anforderungen, die sowohl für den eigenen Geschäftsbetrieb als auch für die Lieferkette gelten, weiter konkretisiert und verschärft. Die Nichteinhaltung kann zu möglichen Geldstrafen, rechtlichen Konsequenzen und Reputationsschäden führen. Um dies zu vermeiden, hat sich die Ströer Gruppe bereits im Geschäftsjahr 2022 intensiv mit der Umsetzung des Lieferkettengesetzes befasst, eine entsprechende Risikoanalyse durchgeführt und die notwendigen regulatorischen Anforderungen umgesetzt.

Mit unserem im Geschäftsjahr 2022 überarbeiteten Lieferantenkodex wirken wir aktiv auf die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen bei unseren Lieferanten hin. Durch die Bereitstellung unseres Hinweisgeber-Systems können mögliche Verstöße innerhalb unserer Lieferkette aktiv und anonym an uns gemeldet werden und falls notwendig entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Weitere Informationen zu mittel- und langfristigen Nachhaltigkeitsrisiken sowie zu unseren damit verbundenen Maßnahmen erfassen wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Chancensituation

Strategische Chancen

Gesamtwirtschaftliche Chancen ergeben sich unter anderem aus einer Erhöhung des Nettowerbevolumens, insbesondere in unserem Kernmarkt Deutschland, die stärker ausfällt als in unseren Plänen hinterlegt. Dies könnte der Fall sein, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld besser entwickelt, als erwartet oder sofern sich Werbebudgets stärker als angenommen auf die Außen- und/oder Online-Werbung bzw. auf das Dialog Marketing verlagern. Ebenso kann sich eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Entwicklung positiv auf die Umsätze unserer transaktionalen Geschäftsaktivitäten auswirken.

Eine gesamtwirtschaftliche Chance besteht für das Geschäftsjahr 2024 insbesondere darin, dass sich die Konjunktur besser entwickelt und das Geschäftsklima positiver ausfällt als in unserer Basisplanung angenommen. Aufgrund der weiterhin angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, haben wir uns auf eine gedämpfte Nachfrage seitens unserer Kunden vorbereitet. Eine positivere Entwicklung könnte zu höheren Umsätzen sowie, in Verbindung mit Kostenmaßnahmen, zu einer verbesserten Profitabilität führen.

Der längerfristige Strukturwandel in der Werbeindustrie, der sich insbesondere in einem veränderten Medienkonsum und

in der fortschreitenden Digitalisierung der Medienangebote niederschlägt, kann sich im Geschäftsjahr 2024 noch über das erwartete Maß hinaus materialisieren. So beobachten wir seit Jahren eine Abwanderung des Anzeigengeschäfts in Printmedien sowie auch einen Rückgang der Werbeerlöse in der klassischen linearen Fernsehwerbevermarktung hin zu digitalen Medien sowie zu klassischen und digitalen Außenwerbeprodukten. In den Jahren 2020 und 2021 waren die Umsätze insbesondere auf den Außenwerbeprodukten als Folge der Covid-19-Pandemie zwar zeitweise eingebrochen, jedoch war der positive Trend nur vorübergehend von den Auswirkungen der Pandemie überlagert und hat sich bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2021 weiter fortgesetzt. In den Jahren 2022 und 2023 ist der Trend, trotz der gesamtwirtschaftlich bedingten Unsicherheiten, wieder stärker in Erscheinung getreten. Wenn sich die positiven Effekte des längerfristigen Strukturwandels auf unser Geschäft im Geschäftsjahr 2024 noch schneller auswirken als in unserer Basisplanung angenommen, dann können sich Werbebudgets bereits schneller als angenommen auf die Außen- und/oder Online-Werbung verlagern.

In diesem Zusammenhang kann auch die Nachfrage nach Multi-Screen-Lösungen (Public Video, Road Side Screens, Desktop, Tablet, Mobile), wie sie in dieser Kombination insbesondere von der Ströer Gruppe angeboten werden, über unsere Planungen hinaussteigen. Weiteres Nachfragewachstum kann sich darüber hinaus zum einen aus dem programmatischen Einkauf unserer digitalen Außenwerbeträger ergeben, also durch den vollautomatisierten Echtzeit-Ein- und Verkauf von Werbeflächen im Bereich Public Video. Dadurch können auch Werbebudgets aus dem Onlinebereich für Außenwerbeangebote gewonnen werden. Zum anderen kann der weitere Ausbau unseres regionalen und insbesondere unseres lokalen Vertriebsauftritts in Deutschland stärker als bereits angenommen zu einer erhöhten Nachfrage durch lokale und regionale Kunden führen. Aus all diesen Möglichkeiten ergeben sich Chancen von stärkeren Marktanteilszuwächsen im intermedialen Wettbewerb, als bislang in unseren Planungen erwartet. Digital Out-of-Home sowie das starke lokale Werbegeschäft sind Wachstumstreiber.

Wichtiger Erfolgsfaktor für die Nutzung der sich bietenden Chancen im Bereich der Werbevermarktung ist die Qualität des Portfolios an analogen und digitalen Werbeträgern. Die in unseren Planungen für 2024 vorgesehene weitere Digitalisierung unserer Außenwerbeträger verbessert diese genannten Absatzmarkt-Chancen zusätzlich. Aus der engen Partnerschaft mit Städten und mit Betreibern von Bahnhöfen im Bereich der Außenwerbung sowie mit Publishern im Online-Segment können unter Umständen national wie international zusätzliche Potenziale ausgeschöpft werden. Chancen bestehen auch in der Gewinnung neuer attraktiver Werbeträger-Standorte, zusätzlicher Werberechtskonzessionen sowie neuer Publisher. Darüber hinaus können sich aus neuen Angeboten bei unseren eigenen Publishing-Aktivitäten bislang unerreichte Kundengruppen erschließen lassen, durch den weiteren Ausbau der Rubriken unserer Portale, wie z. B. der Rubrik Nachhaltigkeit, oder durch

den Ausbau regionaler und lokaler Nachrichtenseiten. Eine Änderung der durch Suchmaschinen verwendete Algorithmen kann zu mehr Reichweite und infolgedessen zu höherer Monetarisierung unserer Angebote führen. An die Algorithmen der Suchmaschinen angepasste, akzeptierte Optimierungsmaßnahmen sowie die fortwährende, technische Überarbeitung unserer Webseiten können erfolgreicher sein als in unserer Basisplanung angenommen. Daneben kann eine höhere Monetarisierung auch aus einer vorteilhafteren Nachrichtensituation im Geschäftsjahr 2024 entstehen, die die Anzahl der Besucher auf unseren Portalen und somit die Reichweite für Werbekunden stärker erhöhen würde.

Im Dialog Marketing bestehen Chancen insbesondere in der Verringerung der Mitarbeiterfluktuation sowie der Gewinnung weiterer Mitarbeiter, die höher als angenommene Umsätze bringen können. Dabei kann ein schnelleres Wachstum an Nearshore-Standorten im Call Center Bereich zu besser als geplanten Ergebnissen führen. Zusätzliche Chancen für Wachstum im Dialogbereich ergeben sich aus der Gewinnung weiterer Kunden und durch eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden sowie eine stärker als angenommene vertriebliche Erschließung von Dienstleistungsbereichen wie z. B. den erneuerbaren Energien.

Im Bereich DaaS & E-Commerce gibt es Wachstumschancen aus einer steigenden Nachfrage und aus dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten sowie aus der stetigen Erweiterung und Optimierung der Produktportfolios. So können möglicherweise über das geplante Maß hinaus neue Kunden gewonnen werden und neue, bislang noch weniger stark angesprochene Kundensegmente erreicht werden. Das kann, neben beschleunigten Erfolgen aus der anhaltenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten und einem höheren Absatz in Wachstumsmärkte, zu einem noch schnelleren Wachstum führen, als bislang in unseren Plänen hinterlegt. Aus besseren Markenbekanntheiten können möglicherweise zusätzliche Kunden gewonnen werden und ein größeres Produktangebot etabliert werden. Wenn dies mit geringeren als den geplanten Marketingaufwendungen gelingt, erhöht sich dadurch möglicherweise die Profitabilität.

Auch wenn derzeit keine materiellen Akquisitionen im Prognosezeitraum geplant sind, so prüfen wir immer sich bietende Optionen, sofern sie in unsere Strategie passen. Hier könnten sich unerwartete Chancen auf attraktive Akquisitionen aufgrund der für viele Unternehmen anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtsituation ergeben, mit denen wir unsere Positionen in unseren Kernmärkten und -geschäftsbereichen ausbauen bzw. gezielt unser Produktangebot auf die Nachfragen unserer Kunden ausrichten könnten.

Operative Chancen

Durch die fortlaufende Optimierung des Außenwerbe- und Online-Portfolios und durch eine weitere Verbesserung der Technologieposition können sich Synergien zwischen digitalen und analogen sowie zwischen Außenwerbe- und Onlineangeboten ergeben, die in der Basisplanung noch nicht berücksichtigt sind und unser Angebot flexibler Lösungen weiter vergrößern. Mit unserem voll integrierten Geschäftsmodell sind wir zuversichtlich, uns im Wettbewerb mit den großen verlagsgebundenen Vermarktern und TV-Angeboten noch besser positionieren und Marktanteile gewinnen zu können. So gewinnt Ströer aufgrund der hohen Qualität seiner Infrastruktur im nationalen und lokalen Bereich und als einziger Anbieter nationaler Netze kontinuierlich an Relevanz bei werbungtreibenden Kunden. Es können sich in einem stärker als bislang erwarteten Ausmaß Größeneffekte ergeben. Ströer profitiert als Marktführer überproportional vom strukturellen Wachstum der Außenwerbung.

Chancen bestehen darüber hinaus allgemein auf dem Beschaffungsmarkt und in der Kostenstruktur. Wenn auf dem Beschaffungsmarkt die Preise geringer als angenommen steigen oder das Zinsniveau geringer als angenommen ausfällt, dann ergeben sich bessere Ergebnisse und eine höhere Profitabilität. In der Kostenstruktur besteht zudem eine Chance daraus, dass sich Fixmieten unter Umständen besser monetarisieren lassen. Zusätzliche bislang noch nicht berücksichtigte Kostenoptimierungen können sich aus unseren Anstrengungen bei der Digitalisierung und Automatisierung interner Prozesse sowie aus der Nutzung von generativer Künstlicher Intelligenz ergeben.

PROGNOSEBERICHT

Gesamtaussage des Vorstands des persönlich haftenden Gesellschafters zur erwarteten Konzernentwicklung im Jahr 2024

Strukturelle Veränderungen werden den Medienmarkt auch in 2024 und darüber hinaus prägen. So wird neben dem fortgesetzten Ausbau der Datennetze auch die kontinuierliche Erhöhung von Bandbreiten, den Konsum von verfügbaren Inhalten vorantreiben. Aufgrund immer und überall verfügbarer digitaler Medieninhalte, verliert die lineare Mediennutzung kontinuierlich an Bedeutung. Außenwerbung unterscheidet sich von anderen Medienformen dadurch, dass sie nicht ausgeblendet werden kann und zu jeder Zeit verfügbar ist. Bei den von Ströer vermarkteten Websites liegt der Fokus in der Regel auf redaktionellen Inhalten. Daneben basieren die Dialogangebote der Ströer Gruppe auf direkter Ansprache der Zielgruppe. Dadurch sind die Angebote des Ströer Konzerns aus Sicht des Vorstands gut und zukunftssicher für die zunehmenden Veränderungen im Medienkonsum aufgestellt.

Auch auf der technischen Seite ist Ströer mit eigenen Ad-Servern auf die Veränderungen vorbereitet. Damit ist Ströer in der Lage, zentral Bild-Inhalte auf Online-Desktops, Mobile- und Public Video-Screens sowie digitalen Roadside Medienträgern auszuspielen und programmatisch anzusteuern. Das vermarktbare Inventar ist über alle relevanten Nachfrageplattformen (Demand Side Platforms) verfügbar und direkt buchbar. Signifikante Wachstumschancen sieht Ströer im Kerngeschäft Außenwerbung insbesondere in der programmatischen Vermarktung des digitalen Außenwerbeinventars.

Neben dem selektiven weiteren Ausbau des digitalen Roadside Netzwerks steht die Optimierung der Auslastung der digitalen Werbeträger weiter im Fokus. Daneben bilden der Ausbau der Datenbasis und die Einführung von KI-basierten Use Cases bei unserem Data as a Service Statistik-Portal Statista sowie die weitere dynamische Entwicklung von Asam und der Ausbau unserer Nearshoring-Standorte bei Ströer X zentrale Eckpfeiler des Wachstums des Ströer Konzerns.

Für die Steuerung des Ströer Konzerns sind das organische Umsatzwachstum und das EBITDA (adjusted) die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren. Weitere bedeutsamste Leistungsindikatoren sind das bereinigte Konzernergebnis, der Free Cash-Flow (vor M&A Transaktionen), der ROCE (Return on Capital Employed) und der dynamische Verschuldungsgrad. Für das Geschäftsjahr 2024 gilt, dass sich aus dem fortgesetzten russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und aus den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Entwicklung nationaler und internationaler Märkte sowie auf die Entwicklung des Zinsumfelds, erhebliche Unsicherheiten für die Prognostizierbarkeit, sowohl des organischen Umsatzwachstums als auch des EBITDA (adjusted), ergeben. Auch wenn der Konzern über keine Geschäftsaktivitäten in Konfliktregionen verfügt, sind Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung wesentlicher Kunden des Ströer Konzerns und damit mittelbar auch auf Ströer nicht auszuschließen, jedoch nicht Bestandteil der Prognose.

Die Prognose für 2024 stellt die unter den gegebenen Rahmenbedingungen wahrscheinlichste Entwicklung der deutschen Wirtschaft dar. Vor dem Hintergrund der zuvor beschriebenen Bedingungen ist die Prognoseunsicherheit weiterhin vergleichsweise hoch. Eine ungünstigere Entwicklung könnte sich ergeben, wenn sich Risiken wie beispielsweise ein deutlicher Preisanstieg bei Rohstoffen, stärkere Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken oder weitere regionale Konflikte mit negativen Folgen für die globale Nachfrage und Produktionsketten realisieren würden. Auf der anderen Seite ist auch eine etwas günstigere Entwicklung vorstellbar. Sollten beispielsweise Zinsen deutlicher und zügiger gesenkt werden als von den Kapitalmärkten erwartet oder die geopolitischen Unsicherheiten nachlassen könnte dies zu einem positiven Stimulus für die wirtschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen führen.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung können nur die zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten, wesentlichen Umstände, die die Aktivitäten und die Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 beeinflussen können, berücksichtigen. Die Umsatz- und Ertragsentwicklung bei Ströer kann von der allgemeinen Konjunkturlage, insbesondere in Deutschland, sowie von Entwicklungen im Werbemarkt beeinflusst werden. Zudem spielt der Anteil von Digital- und Out-of-Home-Medien am Gesamtwerbemarkt eine Rolle. Direkt aus den genannten Faktoren eine Umsatzprognose abzuleiten ist nicht möglich, da die Korrelation zwischen diesen Faktoren und dem Umsatz von Jahr zu Jahr variieren kann. Aufgrund von unvorhergesehenen Veränderungen und Unsicherheiten im Laufe des Jahres kann die tatsächliche Umsatz- und Gewinnentwicklung von der prognostizierten abweichen.

Die verschiedenen Medien im Ströer Portfolio sind durch immer kurzfristigere Buchungen geprägt, besonders bei der Digitalvermarktung, insbesondere im Vergleich mit klassischen Out-of-Home-Kanälen. Aufgrund des zunehmend geringeren Buchungsvorlaufs bei einer Vielzahl unserer Medienprodukte sind wir in der konkreten Voraussage unserer Umsatz- und damit auch Ertragsentwicklung eingeschränkt.

Das exakte Konzernergebnis ist aufgrund der Schwankung externer Marktparameter, wie beispielsweise der Entwicklung der Zinskurven, nur bedingt prognostizierbar. Unsicherheiten bei diesen Parametern können sich auch auf zahlungsunwirksame Sachverhalte im Finanzergebnis auswirken.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bestehen größere Unsicherheiten bei Wirtschaftsforschungsinstituten und der Bundesregierung bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung für 2024. Potenzielle Unsicherheiten, wie eine Ausweitung des Ukraine-Konflikts oder eine Eskalation im Nahen Osten, sollten allenfalls vergleichsweise kurzfristige, aber keine längerfristigen, wesentlichen Auswirkungen auf Werbebudgets und damit auf den Geschäftsverlauf haben. Allerdings kann die Verfügbarkeit und Aufteilung der tatsächlichen Werbebudgets sowie die Rabattentwicklung zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden. Hierfür sind u. a. die starken Umbrüche in der Medienlandschaft, wie die beschriebene Zunahme von Online-Werbung und die steigende Vielfalt von Werbeangeboten, insbesondere in digitalen Medienkanälen maßgeblich. Daneben ist die steigende Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Werbeindustrie ursächlich für die veränderte Allokation der Werbebudgets. In diesem Marktumfeld erwartet Ströer, sich mit seinem deutschlandweit einzigartigen Portfolio an attraktiven Out-of-Home- und digitalen Medien weiterhin erfolgreich und nachhaltig zu behaupten.

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für 2024 erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 %1. Im Jahr 2025 sollte sich das Wachstum auf 1,5%2 beschleunigen. Die Bandbreite der Einschätzungen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklungen ist vergleichsweise groß, was die Unsicherheit in Folge der bewaffneten Konflikte in der Ukraine und dem Nahen Osten widerspiegelt. Auch das Schuldenurteil des Verfassungsgerichts und die Haushaltsbeschlüsse der Bundesregierung hinterlassen Spuren. So liegt die Bandbreite für 2024 in einem Korridor von –0,5 % (IW Köln/DIHK) und 1,3 % (Gemeinschaftsprognose Wirtschaftsinstitute).3

Insgesamt sehen die Konjunkturprognosen für 2024 für Deutschland eher pessimistisch aus. So haben die Ökonomen der meisten Institute und Banken ihre Erwartungen für die Konjunktur 2024 zum Jahresende 2023 noch einmal gesenkt.

Mit Blick auf das Jahr 2024 stellen die Entwicklung der Weltwirtschaft und die der Inflation die konjunkturellen Rahmenbedingungen und damit gleichzeitig die Risiken dar. Die Weltkonjunktur wird von den geopolitischen Verunsicherungen durch den Krieg in der Ukraine, die weltpolitische Haltung großer Schwellenländer und den akuten Nahostkonflikt bestimmt. Die damit einhergehenden Rohstoffpreisrisiken bestimmen die Preisund Zinsentwicklung und die damit einhergehenden monetären Effekte. Die unsichere Haushaltslage des Staates in Deutschland schafft hausgemachte Verunsicherungen über die fiskalischen Effekte im kommenden Jahr und gefährdet die Zeitkonsistenz der Wirtschaftspolitik.4

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes stagniert auf einem niedrigen Niveau und 2024 sollte sich die Arbeitslosenquote bei rund 5,8% einpendeln. Das IfW Kiel geht für das Jahr 2024 von rund 45,9 Mio. Erwerbstätigen aus.5

  • 2 Business Insider Wichtigsten Prognosen für die Konjunktur, 15.12.2023
  • 3 Business Insider Wichtigsten Prognosen für die Konjunktur, 15.02.2024
  • 4 IW Konjunkturprognose Winter 2023, 13.12.2023
  • 5 IfW Kiel Kieler Konjunkturberichte, Nr. 110 2023/Q4

Der Schuldenstand des Bundes sollte nach Einschätzungen des IfW gegenüber 2023 (63,8% des Bruttoinlandsprodukts) in 2024 auf 63,3% sinken.6

Zukünftige Branchenentwicklung

Entwicklung des deutschen Werbemarktes

Für das Jahr 2024 erwartet Nielsen eine positive Entwicklung der Bruttowerbeumsätze mit einem Anstieg von 2,2%.7 PricewaterhouseCoopers GmbH (im Folgenden: PwC) erwartet ein Wachstum des deutschen Werbemarktes für 2024 von 2,5%.8

Vor diesem Hintergrund blicken die Mitgliedsunternehmen der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) mit Zurückhaltung auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen 2024. Entsprechend verhalten fallen die Ertragserwartungen für 2024 aus: So rechnet die große Mehrheit der Mitgliedsunternehmen mit gleichbleibenden (68%) oder steigenden (23%) Erträgen9. Die größten Risiken sehen die Mitgliedsunternehmen in der Inflation (74%) und den damit verbunden Auswirkungen auf das Konsumklima (67%). Zudem werden mögliche Beschränkungen in den Handelsbeziehungen kritischer eingeschätzt als noch im Vorjahr (55% vs. 2022: 27%). In den Bereichen Energieversorgung und Lieferketten sieht man gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Entspannung der Situation.10

Die Werbeinvestitionen stehen nach Ansicht der OWM Mitgliedsunternehmen weiter unter Druck. Für das kommende Jahr geht fast die Hälfte der Unternehmen (48%) von einer Reduzierung der Werbebudgets aus. Dennoch machen sich 41% der Unternehmen für stabile Etatvolumen stark und 11% setzen sich für eine Erhöhung der Werbeausgaben 2024 ein. Insgesamt gilt, dass die Budgetierungsprozesse immer kurzfristiger werden.11

Nach Einschätzung des IDOOH (Institute for Digital Out-of-Home) sollen die Werbeumsätze im Segment Außenwerbung im Zeitraum 2023 bis 2026 um durchschnittlich 6,9 %12 pro Jahr wachsen. Als Wachstumsmotor manifestieren sich dabei innovative Technologien wie Programmatic DOOH (vollautomatische und individuelle Buchung/Einkauf von digitalen Werbeflächen und Ausspielung der Werbung in quasi-Echtzeit) und die weitere Digitalisierung des Werbeinventars in zunehmendem Maße. So wird laut IDOOH in Deutschland bis 2032 mit einem Anstieg des Programmatic-Anteils an der digitalen Außenwerbung von 46,5 % im Jahr 2022 auf 71,0 % im Jahr 2032 gerechnet13.

  • 6 IfW Kiel Kieler Konjunkturberichte, Nr. 98 2023/Q4
  • 7 Nielsen Deutschland Prognose 10/2023
  • 8 PwC German Entertainment & Media Outlook 2023 2027
  • 9 OWM OWM Umfrage 2023, Nov. 2023
  • 10 OWM OWM Umfrage 2023, Nov. 2023
  • 11 OWM OWM Umfrage 2023, Nov. 2023
  • 12 PwC German Entertainment and Media Outlook 2022 mit Korrekturen IDOOH; https://idooh.media/zahlen-zum-dooh-markt/
  • 13 PwC German Entertainment and Media Outlook 2023-2027

1 Business Insider – Wichtigsten Prognosen für die Konjunktur, 15.02.2024

Nach den Erwartungen von PwC sollten die Nettoumsatzerlöse der digitalen Außenwerbung bis 2027 auf rund 506 Mio. EUR (2023: 378 Mio. EUR)14 steigen. Dagegen erwartet PWC bei analogen Werbeformaten im Zeitraum 2023 bis 2027 rückläufige Umsätze.15

Für die Onlinewerbung prognostiziert PwC für das Jahr 2024 ein Wachstum der Werbeumsätze von 5,3%.16

Für den deutschen Call-Center-Markt wird ein durchschnittliches Umsatzwachstum (Compound Annual Growth Rate, CAGR) im Zeitraum 2023 bis 2025 von 2,7% erwartet und bis 2025 sollte der Markt ein Umsatzvolumen von rund 3,5 Mrd. EUR erreichen können.17

Erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Ströer Gruppe

Insgesamt strebt der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters mittelfristig unverändert ein durchschnittliches Umsatzwachstum (CAGR) von 9,5 bis 12,0% für das Kernsegment OOH Media und ein Wachstum von 5,4 bis 6,0% für das Segment Digital & Dialog an. Damit sollte der Konzern mittelfristig, ohne die überdurchschnittlich stark wachsenden Beteiligungen Statista und Asam Beauty im Durchschnitt um 7,4 bis 8,5% pro Jahr beim Umsatz zulegen können. Für den Gesamtkonzern, d. h. unter Berücksichtigung von Asam und Statista, wird entsprechend ein Wachstum deutlich oberhalb dieser Bandbreite erwartet. Bezogen auf das EBITDA (adjusted) rechnet der Vorstand für den gleichen Zeitraum mit einer durchschnittlichen Entwicklung des Konzerns (ohne AsamBeauty und Statista) oberhalb der beschriebenen Umsatzentwicklung.

Für das Geschäftsjahr 2024 geht der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters für den Gesamtkonzern und auf Basis der beschriebenen Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von einem prozentualen organischen Umsatzwachstum spürbar oberhalb der entsprechenden Wachstumsrate des Jahres 2023 (+7,5%) aus. Für das EBITDA (adjusted) wird ein prozentualer Anstieg in etwa auf dem Niveau des organischen Umsatzwachstums erwartet. Für den Free Cash-Flow (unter Berücksichtigung der IFRS 16-relevanten Tilgungszahlungen) wird aufgrund unterproportional steigender Tilgungszahlungen (IFRS 16), eine Entwicklung deutlich oberhalb des Wachstums-Niveaus von Umsatz und EBITDA (adjusted) erwartet. Eine genauere Quantifizierung ist jedoch vor dem Hintergrund der weiterhin vergleichsweise hohen Unsicherheiten bezüglich der konjunkturellen Entwicklung nicht sinnvoll möglich.

Daneben geht der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters für das bereinigte Konzernergebnis von einer deutlich besseren Entwicklung als im Vorjahr aus.

Es ist geplant, zu den jeweiligen Quartalsveröffentlichungen eine Prognose der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das jeweils dann laufende Quartal zu veröffentlichen.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung zu EBITDA (adjusted))18 sollte weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres (2023: 2,2) liegen. Für die Entwicklung des Free Cash-Flow (unter Berücksichtigung der IFRS 16-relevanten Tilgungszahlungen) erwartet der Vorstand eine deutliche Verbesserung. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) sollte im Geschäftsjahr 2024 leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen (2023: 18,8%).

Geplante Investitionen

Die Investitionstätigkeit im Segment OOH Media wird sich im Jahr 2024 im Besonderen auf den weiteren Ausbau des digitalen Außenwerbeinventars (Digitale Public Video Roadside Werbeflächen) konzentrieren. Abweichend zu den Vorjahren bis 2022 wird der Ausbau des digitalen Außenwerbeinventars selektiver erfolgen. Daneben wird in die Erneuerung und die Ausweitung des Public Video Inventars investiert. In den Segmenten Digital & Dialog Media und DaaS & E-Commerce plant Ströer den Investitionsschwerpunkt auf die IT-Infrastruktur und auf die Erweiterung und Upgrades der Call-Center-Kapazitäten sowie der Produktions- und Vertriebskapazitäten bei AsamBeauty zu legen.

Für die Ströer Gruppe erwartet der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters für das Geschäftsjahr 2024 Investitionsauszahlungen unterhalb des Niveaus des Geschäftsjahres 2023 (131 Mio. EUR). Ein erheblicher Teil der Investitionen ist nicht mit verbindlichen Investitionszusagen hinterlegt, sodass die Investitionssumme insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Markt- und Unternehmenslage bei Bedarf deutlich nach unten angepasst werden kann.

Vor dem Hintergrund der auf organisches Wachstum ausgerichteten "OOH plus"-Strategie plant das Unternehmen keine wesentlichen Unternehmenserwerbe (M&A).

Erwartete Finanzlage

Die aktuelle Kreditfinanzierung der Ströer Gruppe ist insbesondere im Rahmen einer revolvierenden Kreditfazilität in Höhe

16 PwC – German Entertainment and Media Outlook 2023-2027

18 Vergleiche Finanz- und Vermögenslage/ Finanzstrukturanalyse 14 PwC – German Entertainment and Media Outlook 2023-2027

15 PwC – German Entertainment and Media Outlook 2023-2027

17 Statista – Umsatz der Branche Call Center in Deutschland von 2012 bis bis 2019 und Prognose bis zum Jahr 2025 (N822)

von 650 Mio. EUR bis zum Dezember 2028 gesichert. Darüber hinaus bestehen eine weitere revolvierende Kreditfazilität mit einem Volumen von 75 Mio. EUR sowie Schuldscheindarlehen in einem Gesamtvolumen von 316 Mio. EUR. Die zum Stichtag bestehenden freien Kreditlinien bieten auch unter Berücksichtigung von konjunkturellen und saisonalen Schwankungen jederzeit einen ausreichenden finanziellen Spielraum (Headroom). Die Kreditauflagen (Financial Covenants) betreffen die Kennzahl "Leverage Ratio", die in sämtlichen Verträgen bei 3,25 liegt. Mit dem zum Ende des Berichtsjahres erreichten dynamischen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) von 2,24 liegt das Unternehmen weiterhin in einer komfortablen Zone und hält damit die Kreditauflagen mit deutlichem Abstand ein. Ströer erwartet den dynamischen Verschuldungsgrad im Jahr 2024 weitgehend stabil.

Der Vorstand des persönlich haftenden Gesellschafters ist unverändert der Auffassung, dass die bestehende Kreditfinanzierung sowie das Standing des Unternehmens im Kapitalmarkt ausreichend Spielraum bieten, geplante Investitionen sowie sich zusätzlich bietende Geschäftschancen im Prognosezeitraum umzusetzen. Die Konditionen der Finanzierung werden laufend an den aktuellen Entwicklungen der Fremdkapitalmärkte gemessen. Wirtschaftlich sinnvolle Chancen zu einer Optimierung des Fälligkeitenprofils sowie zu Konditionenanpassungen werden bei Bedarf verfolgt.

ANGABEN GEMÄSS § 289 A BZW. § 315 A HGB NEBST ERLÄUTERNDEM BERICHT DES PERSÖNLICH HAFTENDEN GESELLSCHAFTERS DER STRÖER SE & CO. KGAA

Im Folgenden sind die nach § 289a Satz 1 bzw. § 315a Satz 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das bei der Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zum 1. März 2016 vorhandene gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 55.282.499,00 wurde durch Formwechsel des Rechtsträgers bisheriger Rechtsform, der Ströer SE mit Sitz in Köln (HRB 82548), erbracht.

In den nachfolgenden Geschäftsjahren verzeichnete die Gesellschaft im gezeichneten Kapital weitere Zugänge im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen, sodass sich die Anzahl der Aktien zum 31. Dezember 2022 auf 56.691.571 Stück belief. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Aktienanzahl durch die Einziehung zurückerworbener Aktien um 1.089.988 Stück reduziert. Diesem Rückgang standen Zugänge im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen in einem Umfang von 104.730 Stück gegenüber. Damit beträgt das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2023 EUR 55.706.313,00 und ist eingeteilt in 55.706.313 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von jeweils EUR 1. Alle Aktien gehören der gleichen Gattung an und gewähren die gleichen Rechte und Pflichten. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil des Aktionärs am Gewinn. Hiervon ausgenommen waren gemäß § 71b AktG von der Gesellschaft zwischenzeitlich gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine rechte zustanden.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Es besteht eine Stimmbindungs- und Poolvereinbarung. Wir verweisen hierzu auf unsere nachfolgenden Angaben im Abschnitt zu den Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten.

In den Fällen des § 136 AktG sowie des § 136 AktG in Verbindung mit § 285 Abs. 1 AktG ist zudem das Stimmrecht der betroffenen Aktionäre von Gesetzes wegen ausgeschlossen. Aus den von der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 gehaltenen eigenen Aktien konnten gemäß § 71b AktG keine Rechte ausgeübt werden.

Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Zum Jahresende 2023 hielt Udo Müller direkt 7,49 % und mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 16,60 %, insgesamt 24,09 % der Kommanditaktien an der Ströer SE & Co. KGaA. Herr Dirk Ströer hielt mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften 20,03%. Herr Udo Müller und Herr Dirk Ströer sind Vertragsparteien in einem Stimmbindungs- und Poolvertrag. Über diesen Poolvertrag werden Herrn Müller und Herrn Ströer jeweils 44,11% der Stimmrechte zugerechnet.

Darüber hinaus waren der Ströer SE & Co. KGaA laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Stichtag 31. Dezember 2023 die folgenden Stimmrechtsanteile an der Ströer SE & Co. KGaA von über 10% bekannt: ValueAct Holdings GP, LLC 15,24% und JP Morgan Chase & Co. 12,04%. Weitere Meldungen nach dem WpHG über Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten, lagen der Gesellschaft zum Stichtag nicht vor.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über Beginn und Ende der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis des persönlich haftenden Gesellschafters sowie über Satzungsänderungen

Die Satzung der Ströer SE & Co. KGaA regelt in § 8 die näheren Bestimmungen hinsichtlich eines etwaigen Ausscheidens des persönlich haftenden Gesellschafters und der weiteren Fortführung der Ströer SE & Co. KGaA. Über Satzungsänderungen beschließt gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 6 AktG die Hauptversammlung mit der in § 20 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA vorgesehenen Mehrheit. Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen gemäß § 285 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 17 Abs. 8 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA zudem der Zustimmung des persönlich haftenden Gesellschafters, soweit sie Angelegenheiten betreffen, für die bei einer Kommanditgesellschaft das Einverständnis der persönlich haftenden Gesellschafter erforderlich ist. Hierzu gehören die Beschlüsse über Satzungsänderungen. Nach § 13 Abs. 4 der Satzung ist der Aufsichtsrat befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. Weitere Verfahrensregelungen für Satzungsänderungen sind in § 181 AktG in Verbindung mit § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA enthalten.

Befugnisse des persönlich haftenden Gesellschafters zur Aktienausgabe oder zum Aktienrückkauf

Der persönlich haftende Gesellschafter ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 5.652.657,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019).

Das Grundkapital ist um bis zu 1.217.901,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.217.901 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.330.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 11.330.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 22. Juni 2022 unter Tagesordnungspunkt 7 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und so weit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.

Das Grundkapital ist um bis zu 2.200.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.

Das Grundkapital ist um bis zu 1.950.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.950.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2023 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Juli 2023 gemäß Tagesordnungspunkt 7. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Juli 2023 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.

Die Gesellschaft ist gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 4. November 2020 ermächtigt, bis zum 3. November 2025 (einschließlich) zu jedem zulässigen Zweck eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Der Erwerb erfolgt in jedem Einzelfall nach Wahl des persönlich haftenden Gesellschafters über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder auf sonstige Weise unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG).

Auf Grundlage der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 4. November 2020 hat die Ströer SE & Co. KGaA am 28. September 2022 beschlossen, in der Zeit vom 3. Oktober 2022 bis zum 30. April 2023 ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Rückkaufvolumen von insgesamt bis zu 50.000.000,00 EUR durchzuführen. Das Volumen von 50.000.000,00 EUR repräsentiert die aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen voraussichtlich maximal erwerbbare Anzahl von Aktien. Im Rahmen dieses Programms wurden insgesamt 1.089.988 eigene Aktien erworben. Diese wurden im Geschäftsjahr 2023 eingezogen, sodass die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 keine eigenen Aktien hält.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen

Kreditfazilitäten/Schuldscheindarlehen

Zwischen der Ströer SE & Co. KGaA und einem Konsortium aus verschiedenen Banken und Finanzinstituten besteht eine Kreditfazilität, auf deren Grundlage das Konsortium der Gesellschaft eine Kreditlinie in Höhe von 650 Mio. EUR eingeräumt hat. Durch diese im Dezember 2022 neu abgeschlossene Kreditfazilität wurde eine bis dahin bestehende Kreditfazilität aus dem Jahr 2016 abgelöst. Ergänzend dazu hat die Ströer SE & Co. KGaA im Juni 2023 mit drei Banken des oben genannten Konsortiums eine zusätzliche Kreditfazilität in Höhe von 75 Mio. EUR abgeschlossen. Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2022 ein Schuldscheindarlehen in einem Volumen von 203 Mio. EUR am Kapitalmarkt platziert, das auch zum Bilanzstichtag noch in diesem Umfang bestand. Bereits im Jahr 2016 hatte die Ströer SE & Co. KGaA zudem ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 145 Mio. EUR sowie im Jahr 2017 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 350 Mio. EUR am Kapitalmarkt platziert. Während von dem Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2016 die letzten 18 Mio. EUR im Jahr 2023 getilgt wurden, valutierte das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2017 zum Stichtag noch mit 113 Mio. EUR.

Die Bedingungen im Hinblick auf einen Kontrollwechsel entsprechen sowohl in den Kreditfazilitäten als auch in den Schuldscheindarlehen den marktüblichen Vereinbarungen. Sie führen nicht zur automatischen Beendigung, sondern räumen unseren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels lediglich die Möglichkeit ein, unter diesen Bedingungen zu kündigen.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Ströer SE & Co. KGaA, Köln

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "Lagebericht") der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Der Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und
  • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts. Der Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Anhang Abschnitt B. "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Angaben zur Höhe der Anteile an verbundenen Unternehmen finden sich im Anhang im Abschnitt C.1. "Anlagevermögen".

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Im Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2023 werden unter den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 654,4 Mio ausgewiesen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen machen insgesamt 27,8 % der Bilanzsumme aus und haben somit einen bedeutenden Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.

Bei den verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um operative Gesellschaften, die ihrerseits teilweise weitere Anteile an operativ tätigen Konzerngesellschaften halten. Die Wertentwicklung dieser Anteile bestimmt somit maßgeblich den Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen der Ströer SE & Co. KGaA.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft auf Basis eines Ertragswertverfahrens. Die für diese Verfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet.

Die Werthaltigkeitsbeurteilung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten sowie die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass ein bestehender Wertminderungsbedarf nicht erkannt wurde und die Anteile an verbundenen Unternehmen somit nicht werthaltig sind.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen an verbundenen Unternehmen Anhaltspunkte für einen möglichen Abschreibungsbedarf bestehen. Anschließend haben wir für diese risikoorientiert ausgewählten Beteiligungen unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmethode der Gesellschaft beurteilt.

Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Wir haben die der Unternehmensbewertung zugrunde liegende Unternehmensplanung mit den Planungsverantwortlichen erörtert und bezüglich der künftigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Konsistenz mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget überprüft. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Kapitalisierungszinssatzes, der erwarteten Zahlungsströme bzw. der langfristigen Wachstumsrate auf den beizulegenden Wert untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet haben (Sensitivitätsanalyse).

Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von der Gesellschaft vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Das der Werthaltigkeitsprüfung der Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht in Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und verwendeten Daten der Gesellschaft sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:

  • den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht, auf den im Lagebericht Bezug genommen wird,
  • die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns , auf die im Lagebericht Bezug genommen wird, und
  • die im Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und

die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
  • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter

Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "JA.xhtml" (SHA256-Hashwert: 054AD6FDD2C204C8FA42E3F61B80D0E2 A94AE76F32EC87918AD85A46F3FAA9E0) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat den IDW Qualitätsmanagementstandard: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Dezember 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Ströer SE & Co. KGaA tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt – Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Carsten Nölgen.

Köln, den 15. März 2024

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Nölgen gez. Dr. Ohmen Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Ströer SE & Co. KGaA

Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon +49 (0) 2236 . 96 45-0 Telefax +49 (0) 2236 . 96 45-299 www.stroeer.com

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