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Ströer SE & Co. KGaA

Annual Report Mar 27, 2018

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Annual Report

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STRÖER SE & CO. KGAA, KÖLN

JAHRESABSCHLUSS UND BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS 2017

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Bilanz zum 31. Dezember 201 7

A K T I V A P A S S I V A
31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
ANLAGEVERMÖGEN EIGENKAPITAL
Immaterielle Vermögensgegenstände Gezeichnetes Kapital 55.557.985,00 55.282.499,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche - Bedingtes Kapital : EUR 15.454.545,00 (Vorjahr: EUR 15.454.545,00)
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Kapitalrücklage 633.227.066,86 631.637.512,64
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.679.403,23 6.424.925,75 Gewinnrücklagen
Geleistete Anzahlungen 8.682.844,81 6.403.558,89 Andere Gewinnrücklagen 55.039.275,39 95.039.275,39
16.362.248,04 12.828.484,64 Bilanzgewinn 81.996.375,55 66.489.744,27
825.820.702,80 848.449.031,30
Sachanlagen RÜCKSTELLUNGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.981.556,75 5.662.505,41
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 813.720,06 114.433,16 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.302,00 13.975,00
8.795.276,81 5.776.938,57 Steuerrückstellungen 37.086.227,35 20.303.643,00
Sonstige Rückstellungen 12.518.851,18 11.662.934,77
49.612.380,53 31.980.552,77
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 716.290.314,81 783.896.047,56 VERBINDLICHKEITEN
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 109.106.230,64 74.053.376,60
Beteiligungen 1.081.505,08 947.071,43 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 496.184.045,10 360.373.939,39
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs- - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
verhältnis besteht 1.600.000,00 1.585.000,00 Jahr: EUR 1.184.045,10 (Vorjahr: EUR 5.373.939,39)
Sonstige Ausleihungen 0,00 50.000,00 - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
828.078.050,53 860.531.495,59 Jahr: EUR 495.000.000,00 (Vorjahr: EUR 355.000.000,00)
853.235.575,38 879.136.918,80 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.403.448,09 8.011.575,95
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
UMLAUFVERMÖGEN Jahr: EUR 6.403.448,09 (Vorjahr: EUR 8.011.575,95)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 125.631.800,71 116.962.941,41
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.341,86 841.457,31 Jahr: EUR 125.631.800,71 (Vorjahr: EUR 116.962.941,41)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 637.212.534,29 470.677.008,59 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein ein Beteiligungsverhältnis besteht 56,98 0,00
Beteiligungsverhältnis besteht 2.540,78 32.535,53 - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
Sonstige Vermögensgegenstände 8.619.825,21 7.267.416,11 Jahr: EUR 56,98 (Vorjahr: EUR 0,00)
645.843.242,14 478.818.417,54 Sonstige Verbindlichkeiten 6.212.953,90 899.774,18
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
EUR 6.212.953,90 (Vorjahr: EUR 899.774,18)
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.914.668,02 1.813.346,94 - davon aus Steuern:
650.757.910,16 480.631.764,48 EUR 6.154.827,01 (Vorjahr: EUR 885.275,41)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 2.469,15 (Vorjahr: EUR 3.081,09)
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 5.871.902,57 6.909.131,72 634.432.304,78 486.248.230,93
1.509.865.388,11 1.366.677.815,00 1.509.865.388,11 1.366.677.815,00
31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
ANLAGEVERMÖGEN EIGENKAPITAL
Immaterielle Vermögensgegenstände Gezeichnetes Kapital 55.557.985,00 55.282.499,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche - Bedingtes Kapital : EUR 15.454.545,00 (Vorjahr: EUR 15.454.545,00)
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Kapitalrücklage 633.227.066,86 631.637.512,64
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.679.403,23 6.424.925,75 Gewinnrücklagen
Geleistete Anzahlungen 8.682.844,81 6.403.558,89 Andere Gewinnrücklagen 55.039.275,39 95.039.275,39
16.362.248,04 12.828.484,64 Bilanzgewinn 81.996.375,55 66.489.744,27
825.820.702,80 848.449.031,30
Sachanlagen RÜCKSTELLUNGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.981.556,75 5.662.505,41
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 813.720,06 114.433,16 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.302,00 13.975,00
8.795.276,81 5.776.938,57 Steuerrückstellungen 37.086.227,35 20.303.643,00
Sonstige Rückstellungen 12.518.851,18 11.662.934,77
49.612.380,53 31.980.552,77
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
716.290.314,81 783.896.047,56 VERBINDLICHKEITEN
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 109.106.230,64 74.053.376,60
Beteiligungen 1.081.505,08 947.071,43 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 496.184.045,10 360.373.939,39
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs- - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
verhältnis besteht 1.600.000,00 1.585.000,00 Jahr: EUR 1.184.045,10 (Vorjahr: EUR 5.373.939,39)
Sonstige Ausleihungen 0,00 50.000,00 - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
828.078.050,53 860.531.495,59 Jahr: EUR 495.000.000,00 (Vorjahr: EUR 355.000.000,00)
853.235.575,38 879.136.918,80 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.403.448,09 8.011.575,95
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
UMLAUFVERMÖGEN Jahr: EUR 6.403.448,09 (Vorjahr: EUR 8.011.575,95)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 125.631.800,71 116.962.941,41
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.341,86 841.457,31 Jahr: EUR 125.631.800,71 (Vorjahr: EUR 116.962.941,41)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 637.212.534,29 470.677.008,59 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein ein Beteiligungsverhältnis besteht 56,98 0,00
Beteiligungsverhältnis besteht 2.540,78 32.535,53 - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
Sonstige Vermögensgegenstände 8.619.825,21 7.267.416,11 Jahr: EUR 56,98 (Vorjahr: EUR 0,00)
645.843.242,14 478.818.417,54 Sonstige Verbindlichkeiten 6.212.953,90 899.774,18
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
EUR 6.212.953,90 (Vorjahr: EUR 899.774,18)
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.914.668,02 1.813.346,94 - davon aus Steuern:
650.757.910,16 480.631.764,48 EUR 6.154.827,01 (Vorjahr: EUR 885.275,41)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 2.469,15 (Vorjahr: EUR 3.081,09)
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 5.871.902,57 6.909.131,72 634.432.304,78 486.248.230,93
1.509.865.388,11 1.366.677.815,00 1.509.865.388,11 1.366.677.815,00

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Gewinn- und Verlustrechnung für 2017

2017 2016
EUR EUR
Umsatzerlöse 22.967.694,70 19.724.854,04
Sonstige betriebliche Erträge 4.144.465,88 2.611.332,65
-
davon Erträge aus der Währungsumrechnung
EUR 10.634,44 (Vorjahr: EUR 1.014,86)
Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.875.396,37 -774.984,31
Personalaufwand
Löhne und Gehälter -25.544.497,85 -21.557.386,42
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -3.177.938,74 -2.823.857,62
-
davon für Altersversorgung: EUR 89.612,61 (Vorjahr: EUR 85.302,59)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen -5.620.123,88 -6.382.441,23
Sonstige betriebliche Aufwendungen -27.986.912,92 -23.034.209,25
-
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung
EUR 43.623,66 (Vorjahr: EUR 5.867,17)
Erträge aus Beteiligungen 0,00 694.710,62
-
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 694.710,62)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 195.649.570,09 152.535.702,09
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.054.394,27 3.592.174,71
-
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 3.012.468,48 (Vorjahr: EUR 3.559.501,78)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 345.009,58 202.723,10
-
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 69,94)
Abschreibungen auf Finanzanlagen -69.062.000,00 -42.724.000,00
Aufwendungen aus Verlustübernahme -22.626.337,58 -30.498.189,54
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -7.905.106,03 -5.861.666,03
-
davon an verbundene Unternehmen: EUR 115.536,02 (Vorjahr: EUR 245.032,61)
-
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung: EUR 684,91 (Vorjahr: EUR 754,55)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -26.003.104,90 -9.081.156,43
-
davon Ertrag/Aufwand aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern
EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 9.170.791,68)
Ergebnis nach Steuern 36.359.716,25 36.623.606,38
Sonstige Steuern -42.336,07 -133.862,11
Jahresüberschuss 36.317.380,18 36.489.744,27
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.678.995,37 20.000.000,00
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 40.000.000,00 10.000.000,00
Bilanzgewinn 81.996.375,55 66.489.744,27

Ströer SE & Co. KGaA, Köln Anhang für 2017

A. Allgemeine Hinweise

Die Ströer SE & Co. KGaA, Köln (im Folgenden "Ströer KGaA"), ist entstanden durch Umwandlung im Wege des Formwechsels der Ströer SE, Köln (Amtsgericht Köln HRB 82548), nach Maßgabe des Beschlusses der außerordentlichen Hauptversammlung vom 25. September 2015. Ihre Satzung datiert auf den 23. Juni 2016. Die Eintragung in das Handelsregister B des Amtsgerichts Köln erfolgte am 1. März 2016 unter HRB 86922.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Anlagevermö-gens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

  • Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3 – 5 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 13 Jahre

Die der EDV-Hardware zugrunde liegenden Nutzungsdauern wurden im Berichtsjahr aufgrund der Erkenntnisse aus einer in 2017 erfolgten Überprüfung der bisherigen Nutzungsdauern durch den Fachbereich IT angepasst. Die Anpassung der Nutzungsdauern führte zu einer Reduzierung der Abschreibungen um TEUR 639.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 150,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden und wurden als sofort abgegangen unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 Prozent per annum im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Aus der Auflösung des Sammelpostens resultierten Abschreibungen in Höhe von TEUR 221 (Vj.: TEUR 181).

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen wurden auf den Barwert abgezinst.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Risikobehafteten Posten wurde durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen, während das allgemeine Kreditrisiko durch pauschale Abschläge berücksichtigt worden ist. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der "Richttafeln 2005 G" er-mittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 3,68 Prozent (Vj.: 4,01 Prozent) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden unverändert mit 1,0 Prozent berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (das heißt einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge, werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 32 Prozent im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Als verbundene Unternehmen werden alle Gesellschaften bezeichnet, die in den Konzernabschluss der Ströer KGaA im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen werden.

C. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2017

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE
1.1.2017
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2017
EUR
1.1.2017
EUR
Zuführungen
EUR
Auflösungen
EUR
31.12.2017
EUR
31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.093.356,20 2.207.873,84 666.158,19 2.416.302,19 18.051.374,04 7.668.430,45 3.369.324,61 665.784,25 10.371.970,81 7.679.403,23 6.424.925,75
Geleistete Anzahlungen 18.672.631,89
32.765.988,09
4.701.531,88
6.909.405,72
12.275.016,77
12.941.174,96
-2.416.302,19
0,00
8.682.844,81
26.734.218,85
12.269.073,00
19.937.503,45
0,00
3.369.324,61
12.269.073,00
12.934.857,25
0,00
10.371.970,81
8.682.844,81
16.362.248,04
6.403.558,89
12.828.484,64
SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung 13.121.534,42 4.573.469,62 556.598,82 0,00 17.138.405,22 7.459.029,01 2.250.799,27 552.979,81 9.156.848,47 7.981.556,75 5.662.505,41
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 114.433,16 699.286,90 0,00 0,00 813.720,06 0,00 0,00 0,00 0,00 813.720,06 114.433,16
13.235.967,58 5.272.756,52 556.598,82 0,00 17.952.125,28 7.459.029,01 2.250.799,27 552.979,81 9.156.848,47 8.795.276,81 5.776.938,57
FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 810.640.047,56 152.313,44 281.046,19 0,00 810.511.314,81 26.744.000,00 67.477.000,00 0,00 94.221.000,00 716.290.314,81 783.896.047,56
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 90.033.376,60 161.527.683,22 125.564.829,18 0,00 125.996.230,64 15.980.000,00 910.000,00 0,00 16.890.000,00 109.106.230,64 74.053.376,60
Beteiligungen 947.071,43 134.433,65 0,00 0,00 1.081.505,08 0,00 0,00 0,00 0,00 1.081.505,08 947.071,43
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 1.585.000,00 690.000,00 675.000,00 0,00 1.600.000,00 0,00 675.000,00 675.000,00 0,00 1.600.000,00 1.585.000,00
Sonstige Ausleihungen 50.000,00 0,00 50.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 50.000,00
903.255.495,59 162.504.430,31 126.570.875,37 0,00 939.189.050,53 42.724.000,00 69.062.000,00 675.000,00 111.111.000,00 828.078.050,53 860.531.495,59
949.257.451,26 174.686.592,55 140.068.649,15 0,00 983.875.394,66 70.120.532,46 74.682.123,88 14.162.837,06 130.639.819,28 853.235.575,38 879.136.918,80

a) Immaterielle Vermögensgegenstände

Unter den Posten "Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten" sowie "Geleistete Anzahlungen" werden vor allem Ausgaben für den Erwerb von Software ausgewiesen. In den Vorjahren bereits komplett abgeschriebene Software ist im Geschäftsjahr 2017 abgegangen.

b) Finanzanlagen

Die Ströer KGaA hält eine Beteiligung von 90 Prozent an der türkischen Tochtergesellschaft Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul/Türkei. Angesichts einer nachhaltigen Eintrübung der wirtschaftlichen Situation dieser Tochtergesellschaft wurde der entsprechende Beteiligungsbuchwert im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 67.477 wertberichtigt.

Darüber hinaus wurden weitere außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.585 auf konzerninterne Darlehen vorgenommen.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2017 31.12.2016
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 8 841
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene
Unternehmen 637.212 470.677
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhält
nis besteht 3 33
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 8.620 7.267
davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr 474 456
645.843 478.818

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 141.650 (Vj.: TEUR 120.894) aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Ströer Media Deutschland GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SMD") sowie aus den Ergebnisabführungsverträgen mit der Ströer Digital Publishing GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SDP") in Höhe von TEUR 17.312 (Vj.: TEUR 28.407), mit der Ströer Venture GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SVE") in Höhe von TEUR 13.587 (Vj.: Verbindlichkeit TEUR 1.494), mit der Ströer Sales Group GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SSG") in Höhe von TEUR 6.550 (Vj.: Verbindlichkeit TEUR 4) und mit der BlowUP Media GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "BUM") in Höhe von

TEUR 2.240 (Vj.: TEUR 3.234). Des Weiteren sind Forderungen aus dem seit dem 1. Januar 2017 bestehenden Ergebnisabführungsvertrag mit der Ströer Digital Commerce GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SDC"), in Höhe von TEUR 14.311 enthalten. Ebenso bestehen in Höhe von TEUR 6.990 (Vj.: TEUR 12.500) Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Zudem bestehen Forderungen aus dem Cash-Pooling mit der SMD in Höhe von TEUR 143.312 (Vj.: TEUR 120.708) sowie mit der SVE in Höhe von TEUR 122.223 (Vj.: TEUR 101.898), mit der Ströer Content Group GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SCG") in Höhe von TEUR 76.284 (Vj.: TEUR 73.450), mit der BUM in Höhe von TEUR 2.835 (Vj.: TEUR 448) und mit der Ströer Digital International GmbH, Köln, (im Folgenden kurz "SDInt") in Höhe von TEUR 1.615 (Vj.: Verbindlichkeit TEUR 482). Des Weiteren sind Forderungen aus dem im Geschäftsjahr neu geschlossenen Cash-Pooling-Vertrag mit der SSG in Höhe von TEUR 88.232 enthalten.

3. Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das bei der Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zum 1. März 2016 vorhandene gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 55.282.499 wurde durch Formwechsel des Rechtsträgers bisheriger Rechtsform, der Ströer SE mit Sitz in Köln (HRB 82548), erbracht.

Im Geschäftsjahr 2017 hat sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um 275.486 Aktien auf 55.557.985 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2017 in 55.557.985 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1 eingeteilt.

Die nachfolgenden Angaben sind im Wesentlichen der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA entnommen.

Genehmigtes Kapital 2014

Das Genehmigte Kapital 2014 wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Juni 2014 in Höhe von EUR 18.938.495 geschaffen. Nachdem das Genehmigte Kapital 2014 am 2. November 2015 teilweise in Höhe von EUR 6.412.715 im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage ausgeübt wurde, beträgt das Genehmigte Kapital 2014 noch EUR 12.525.780.

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 17. Juni 2019 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 12.525.780,00 (in Worten: zwölf Millionen fünfhundertfünfundzwanzigtausendsiebenhundertachtzig Euro) durch Ausgabe von bis zu 12.525.780 (in Worten: zwölf Millionen fünfhundertfünfundzwanzigtausendsiebenhundertachtzig) neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014), jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 das genehmigte Kapital gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch vorhanden ist.

Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise gewährt werden, dass die neuen Aktien von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 S. 1 oder nach § 53b Abs. 1 S. 1, Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären mittelbar im Sinne von § 186 Abs. 5 AktG zum Bezug anzubieten. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals auszuschließen,

  • (i) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen;
  • (ii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, insbesondere - aber ohne Beschränkung hierauf - zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen;
  • (iii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet und der auf die nach dieser Ziffer (iii) unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des

Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausübung. Auf diesen Höchstbetrag ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf neue oder eigene Aktien entfällt, die seit dem 18. Juni 2014 unter vereinfachtem Bezugsrechtsausschluss gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind, sowie der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Options- und/oder Wandlungsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen oder Genussrechten beziehen, die seit dem 18. Juni 2014 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben worden sind; und/oder

(iv) soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Optionsscheinen oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrecht, die von der Gesellschaft oder von ihr abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustünde.

Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte, den Ausgabebetrag, das für die neuen Aktien zu zahlende Entgelt und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet die persönlich haftende Gesellschafterin mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist vorzunehmen.

Bedingtes Kapital 2013

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.274.700,00 durch Ausgabe von bis zu 2.274.700 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6A Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2013, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2013 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 8. August 2013 und unter Berücksichtigung des Umwandlungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2013 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2015

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.123.445,00 durch Ausgabe von bis zu Stück 2.123.445 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

Die persönlich haftende Gesellschafterin wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2015 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2016

Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 wurde das Bedingte Kapital 2016 in Höhe von EUR 11.056.400,00 mit Wirkung auf die Eintragung des neuen Bedingten Kapitals 2017 in das Handelsregister der Gesellschaft aufgehoben. Die entsprechende Handelsregistereintragung erfolgte am 10. August 2017.

Bedingtes Kapital 2017

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.056.400,00 durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Options- bzw. Wandlungsrechten oder durch die Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

b) Kapitalrücklage

Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über eine Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 633.227 (davon TEUR 598.776 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB und TEUR 34.451 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB), die 10 Prozent des gezeichneten Kapitals übersteigt.

Im Geschäftsjahr 2017 hat sich die Kapitalrücklage der Gesellschaft im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um TEUR 1.590 erhöht.

c) Bilanzgewinn

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 14. Juni 2017 wurden TEUR 60.811 (EUR 1,10 je dividendenberechtigter Stückaktie) als Dividende ausgeschüttet und TEUR 5.679 aus dem Bilanzgewinn 2016 auf neue Rechnung vorgetragen.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Personalrückstellungen 9.665
Ausstehende Rechnungen 2.300
Abschluss- und Prüfungskosten 422
Drohverluste 131
Übrige 1
Summe 12.519

5. Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der unbesicherten Verbindlichkeiten nach ihren Restlaufzeiten ergibt sich aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel:

bis zu von ein
Gesamt einem bis fünf über fünf
betrag Jahr Jahren Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten 496.184 1.184 364.000 131.000
gegenüber (Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
Kreditinstituten 360.374) 5.374) 127.000) 228.000)
Verbindlichkeiten 6.403 6.403 0 0
aus Lieferungen ( Vj.: ( Vj.:
und Leistungen 8.011) 8.011) ( Vj.: 0) (Vj.: 0)
Verbindlichkeiten 125.632 125.632 0 0
gegenüber
verbundenen ( Vj.: ( Vj.:
Unternehmen 116.963) 116.963) ( Vj.: 0) (Vj.: 0)
Sonstige Verbind 6.213 6.213 0 0
lichkeiten ( Vj.: 900) ( Vj.: 900) ( Vj.: 0) (Vj.: 0)
634.432 139.432 364.000 131.000
( Vj.: ( Vj.: ( Vj.: (Vj.:
486.248) 131.248) 127.000) 228.000)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 75.784 (Vj.: TEUR 64.207) aus dem Cash-Pooling mit Gesellschaften des Ströer Konzerns. Außerdem wurden im Geschäftsjahr wieder kurzfristige Darlehen von der Permodo GmbH, München, in Höhe von TEUR 8.827 (Vj.: TEUR 5.000), von der StayFriends GmbH, Erlangen, in Höhe von TEUR 6.000 (Vj.: TEUR 5.000), von der Statista GmbH, Hamburg, in Höhe von TEUR 3.390 (Vj.: TEUR 3.500) sowie von der Business Advertising GmbH, Düsseldorf, in Höhe von TEUR 2.500 (Vj.: TEUR 800) gewährt. Erstmalig haben des Weiteren die Yieldlove GmbH, Hamburg, TEUR 1.300 (Vj.: TEUR 0) und die Ströer Netherlands C.V., Amsterdam/Niederlande, TEUR 2.000 (Vj.: TEUR 0) kurzfristige Darlehen bereit gestellt. Darüber hinaus beinhalten sie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.204

davon mit einer Restlaufzeit

(Vj.: TEUR 1.957). Zudem enthalten sie Verbindlichkeiten aus den Ergebnisabführungsverträgen mit der SCG in Höhe von TEUR 16.612 (Vj.: TEUR 3.482) sowie der SDInt in Höhe von TEUR 6.014 (Vj.: TEUR 5.512).

7. Latente Steuern

Latente Steuern auf Ebene der Ströer KGaA (steuerlicher Organträger) werden mit einem Steuersatz von 32,00 Prozent (Vj.: 32,45 Prozent) berechnet. Dieser setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent, dem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (insgesamt 15,82 Prozent) und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 16,18 Prozent.

Die latenten Steuern resultieren unverändert aus der steuerlichen Zusammenfassung der Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaften auf Ebene des Organträgers Ströer KGaA.

Im Jahr 2017 ergibt sich ingesamt ein Überhang an aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 7.490. Das Aktivierungswahlrecht nach § 274 des Handelsgesetzbuches wird nicht ausgeübt.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus der abweichenden Behandlung eines Geschäfts- und Firmenwertes sowie aus der steuerlich abweichenden Bilanzierung von Rückstellungen zum 31. Dezember 2017.

Die passiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus den temporären Differenzen in Bezug auf die Beteiligungen (soweit nach § 8b KStG steuerpflichtig). Die passiven latenten Steuern werden mit aktiven latenten Steuern insoweit saldiert.

Einzelheiten zu den latenten Steuern und zur Saldierung derer ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

In TEUR 31.12.2017 31.12.2016 Veränderung
Aktiv Passiv Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Immaterielle
Vermögensgegen
stände
10.203 1.102 7.061 0 3.143 1.102
Sachanlagen 10 0 0 0 10 0
Finanzanlagen 0 6.280 110 2.623 -110 3.657
Forderungen 219 260 0 34 219 226
Pensionsrückstel
lungen
2.148 0 1.333 0 815 0
Sonstige Rückstel
lungen
3.620 1.724 3.027 1.747 593 -23
Verbindlichkeiten 656 0 0 0 656 0
Latente Steuern 16.856 9.366 11.532 4.404 5.326 4.962
Zinsvorträge 0 0 0 0 0 0
Verlustvorträge 0 0 0 0 0 0
Gesamt 16.856 9.366 11.532 4.404 5.326 4.962
Saldierung -9.366 -9.366 -4.404 -4.404 -4.962 -4.962
Nichtausübung
des Aktivie
rungswahlrechts -7.490 0 -7.127 0 363 0
Bilanzansatz 0 0 0 0 0 0

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2017 belaufen sich auf TEUR 22.968 und werden im Inland erzielt. Sie resultieren im Wesentlichen aus kaufmännischen und IT-technischen Serviceleistungen für Tochtergesellschaften im Ströer Konzern (TEUR 20.549) sowie aus Mieterträgen (TEUR 2.419).

2. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 25 aus Kostenerstattungen für Vorjahre enthalten.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 141 für in 2017 abgerechnete und in den Jahren 2010 bis 2016 erhaltene Leistungen.

Im Geschäftsjahr sind zudem außergewöhnliche Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten im Rahmen von Akquisitionen in Höhe von TEUR 3.238, Wertberichtigungen von Forderungen in Höhe von TEUR 1.587, Messekosten in Höhe von TEUR 682, sowie Aufwendungen für Leerstände angemieteter Räumlichkeiten in Höhe von TEUR 485 angefallen.

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund der Eigenschaft der Gesellschaft als Organträger werden alle Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaften auf sie übertragen. Dabei entsteht durch gewerbesteuerliche Hinzurechnungen, Abzugsbeschränkungen für Zinsaufwendungen sowie die Regelungen über die Mindestbesteuerung ein zu versteuerndes Einkommen/Gewerbeertrag.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Beträge in Höhe von TEUR 103 für Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag bzw. TEUR 25 für Gewerbesteuer enthalten, die Vorjahre betreffen.

E. Sonstige Angaben

1. Kapitalflussrechnung

2017
TEUR
2016
TEUR
1. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis 36.317 36.490
Abschreibungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 74.682 49.106
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen 18.099 11.608
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) -170.533 -131.274
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlageabgängen 9
7
1
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva 158.271 99.619
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva -25.588 -13.654
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 91.345 51.896
2. Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 2
8
-
1
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -5.273 -3.847
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 0 1
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6.909 -7.895
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 36.410 30.811
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -74.323 -76.316
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -50.067 -57.247
3. Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit
Dividenden (-) -60.811 -38.698
Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen 1.865 0
Ein- (+) / Auszahlungen (-) aus Cash-Pool Finanzierung -118.263 -236.771
Einzahlung (+) aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von
(Finanz-) Krediten 397.434 545.201
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Anleihen und der Aufnahme von
(Finanz-) Krediten -258.401 -263.618
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -38.176 6.114
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 – 3) 3.102 763
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.813 1.050
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.915 1.813
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Liquide Mittel 4.915 1.813
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.915 1.813

2. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Ströer DERG Media GmbH, Kassel, hat die Ströer KGaA gegenüber der Deutsche Bahn AG eine unbefristete Bürgschaft für die Verpflichtungen der Ströer DERG Media GmbH aus dem Werbeflächenvertrag abgegeben. Insbesondere sind davon Aufwendungen für Werbeträger betroffen, die für die Einführung und den Betrieb von elektronischen Echtzeitsystemen zur Information und Unterhaltung sowie der Aufwertung von bestehenden Werbeträgern vorgesehen sind. Das sich hieraus ableitende Investitionsvolumen beläuft sich über die langfristige Vertragslaufzeit auf etwa 20 Millionen Euro zuzüglich laufender Kosten für Betrieb, Wartung und Gemeinkosten. Die Höhe der laufenden Kosten wird einerseits abhängig sein von Umfang und Dauer der Implementierung, andererseits aber auch von der Nutzung bereits bestehender Strukturen der elektronischen Medien innerhalb der Ströer Gruppe.

Im Rahmen des am 18. Dezember 2015 zwischen der Telekom Deutschland GmbH, Bonn, und der DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Frankfurt am Main, (im Folgenden "DSM") geschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrags zum Stadtvertrag Bremen hat die Ströer KGaA eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von TEUR 5.850 übernommen, welche befristet ist bis zum 31. Dezember 2025.

Für den mit der Deka Immobilien Investment GmbH, Frankfurt am Main, geschlossenen Mietvertrag zum 1. Juli 2015 für das Gebäude in der Torstraße 49 in Berlin hat die Ströer KGaA eine unbefristete Bürgschaft für die Mieterin STRÖER media brands AG, Berlin, in Höhe von TEUR 107 übernommen.

Im Zuge des zwischen der Stadt Ravensburg und der DSM am 23. Mai 2015 geschlossenen Vertrags über die Ausübung von Werberechten auf öffentlichen Flächen der Stadt Ravensburg hat die Ströer KGaA eine Bürgschaft in Höhe von TEUR 300 übernommen, welche befristet ist bis zum 31. Dezember 2024.

Im Hinblick auf eine zwischen der SEM Internet Reklam Hiz. Ve Dan. A.S.,Istanbul/Türkei, und der Facebook Ireland Ltd., Dublin/Irland, im Januar 2014 geschlossenen Vereinbarung hat die Ströer KGaA am 19. August 2015 eine unbefristete Bürgschaft in Höhe von TUSD 500 übernommen.

Im Zuge des zwischen der Stadt Ulm und der DSM am 21. Juli 2017 geschlossenen Vertrags über die Ausübung von Werberechten auf öffentlichen Flächen der Stadt Ulm hat die Ströer KGaA eine Bürgschaft in Höhe von TEUR 1.500 übernommen, welche befristet ist bis zum 31. Dezember 2033.

Mit Datum vom 23. August 2017 übernimmt die Ströer KGaA für die Foodist GmbH, Hamburg, gegenüber der Commerzbank AG eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von TEUR 100. Diese Bürgschaft ist unbefristet.

Für den mit der FAKT RUHRTURM GmbH, Essen, geschlossenen Mietvertrag für das Gebäude Huttropstraße 60 in Essen vom 14. Januar 2014 hat die Ströer KGaA mit Datum vom 22. November 2017 eine unbefristete Bürgschaft für die Mieterin vocando GmbH, Essen, in Höhe von TEUR 55 übernommen.

Im Rahmen des Mietvertrags vom 1. Dezember 2017 zwischen der MS Immobilien Fonds-Objekt Leipzig GmbH & Co. KG, Stuttgart, und der Avedo Leipzig West GmbH, Leipzig, übernimmt die Ströer KGaA eine unbefristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 79.

Für einen zwischen der Statista GmbH, Hamburg, und der Max Planck Digital Library, München, im Dezember 2017 geschlossenen Vertrag über einen Corporate Account hat die Ströer KGaA am 2. Januar 2018 eine bis zum 31. Dezember 2020 befristete Bürgschaft in Höhe von TEUR 71 übernommen.

Die Ströer KGaA hat Patronatserklärungen zugunsten der Statista GmbH, Hamburg, (20. September 2017), der Foodist GmbH, Hamburg, (13. März 2017) sowie der Ströer SSP GmbH, München, (19. Dezember 2017) abgegeben. Die Patronatserklärung zugunsten der Statista GmbH ist befristet bis zum Ablauf des 31. Dezember 2019; die anderen beiden Patronatserklärungen sind unbefristet. Des weiteren hat die Gesellschaft mit Datum vom 12. Juni 2017 eine unbefristete Patronatserklärung für die Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul/Türkei, abgegeben. Aus den vorgenannten Bürgschaften und Patronatserklärungen schätzen wir das Risiko einer Inanspruchnahme derzeit als gering ein.

b) Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erscheinen

Neben den Haftungsverhältnissen bestehen in Höhe von TEUR 89.939 sonstige finanzielle Verpflichtungen (davon gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 0 und gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 9.203). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

Leasingraten:

bis zu einem Jahr: TEUR 1.985
1 –
5 Jahre:
TEUR 6.772

Die Leasingraten betreffen vorwiegend das genutzte Verwaltungsgebäude der Gesellschaft in Köln. Der Zweck des Geschäfts liegt in der Vermeidung eines Mittelabflusses und einer Finanzierung, die im Falle eines Gebäudeerwerbs angefallen wären. Diesem Vorteil stehen fest vereinbarte Zahlungsverpflichtungen über die Laufzeit des Leasingvertrags gegenüber.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mieten von Lager- und Verwaltungsgebäuden. Die Laufzeiten teilen sich wie folgt auf:

bis zu einem Jahr: TEUR 8.866
1 –
5 Jahre:
TEUR 51.546
größer 5 Jahre: TEUR 20.385

Für Lieferungen von Werbeträgern in 2018 durch die Programm Contractors Ltd., Kowloon/Hong Kong, hat die Ströer KGaA in 2017 einen sogenannten "Letter of Intent" unterzeichnet. Die Höhe beträgt insgesamt TEUR 385.

c) Finanzinstrumente im Sinne des § 285 Nr. 15a HGB

Es bestehen Verpflichtungen aus gewährten Put-Optionen an nicht beherrschende Gesellschafter, deren Ausübungsbedingungen zum 31. Dezember 2017 nicht erfüllt waren. Der theoretische Wert der aus diesen Optionen resultierenden potentiellen Verbindlichkeiten beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.471. Eine Aussage zu den Zahlungszeitpunkten ist nicht möglich, da die Ströer KGaA keine Kontrolle über den genauen Zeitpunkt der Ausübung durch die Optionsinhaber hat. Es sind jedoch alle Optionsvereinbarungen so ausgestaltet, dass der jeweilige Abfluss liquider Mittel die Finanzlage der Gesellschaft nicht wesentlich beeinflussen wird.

3. Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Es wurden folgende wesentliche Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen durchgeführt:

Art der Beziehung Tochterun
ternehmen
sonstige naheste
hende Unternehmen
und Personen
Art des Geschäfts TEUR TEUR
Erbringung von
Dienstleistungen
2.582 216
Erbringung von
sonstigen Leistungen
1.929 1
Bezug von sonstigen
Leistungen
123 805
Gewährung Darlehen 55.939 690
Rückzahlung ge
währter Darlehen
550 0
Erhaltene Darlehen 13.017 0
Rückzahlung erhal
tener Darlehen
12.300 0

Die sonstigen nahe stehenden Unternehmen und Personen umfassen Unternehmen, die nicht zu 100 Prozent in den Konzernabschluss der Ströer KGaA einbezogen werden und Gesellschaften, an denen Personen mit einer Ströer KGaA-Organfunktion beteiligt sind. Des Weiteren sind darin Unternehmen enthalten, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Ströer KGaA ausüben, sowie Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen.

Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen aus Produktentwicklungen für Werbeträger, EDV-Leistungen, zentralem Einkauf und Personaldienstleistungen.

Darüber hinaus erbringt die Gesellschaft sonstige Leistungen durch Ausleihungen an Tochterunternehmen, wofür Zinsen vereinnahmt werden (TEUR 1.156).

Bei dem Bezug von sonstigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Weiterberechnungen von Tochtergesellschaften.

Hinsichtlich der weiteren Geschäfte mit Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter E.5.

4. Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB ist in der entsprechenden Anhangangabe des Konzernabschlusses enthalten.

5. Vorstand und Aufsichtsrat

Die Zusammensetzung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin Ströer Management SE, Düsseldorf, (im Folgenden "Vorstand") und des Aufsichtsrats der Ströer KGaA und die Mitgliedschaft dieser Organe in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten sowie in anderen, Aufsichtsräten vergleichbaren Kontrollgremien, ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Mitgliedschaft in anderen, einem
Mitgliedschaft in gesetzlich zu Aufsichtsrat vergleichbaren
Name bildenden Aufsichtsräten Kontrollgremien
Vorstand
Udo Müller STRÖER media brands AG, Berlin
(Vorsitzender)
Christian Schmalzl STRÖER media brands AG, Berlin Internet Billboard a.s., Ostrau / Tschechien
Dr. Bernd Metzner Döhler GmbH, Darmstadt Anavex Life Sciences Corp., New York / USA
Conexus AS, Drammen / Norwegen
Aufsichtsrat
Christoph Vilanek eXaring AG, München Sunrise Communications Group AG,
Vorsitzender der freenet AG, MEDIA BROADCAST GmbH, Köln Zürich / Schweiz
Büdelsdorf mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf
(Vorsitzender) Ströer Management SE, Düsseldorf
Dirk Ströer Ströer Management SE, Düsseldorf
Geschäftsführer der
Ströer Außenwerbung GmbH & Co. KG, Köln
(stellvertretender Vorsitzender)
Ulrich Voigt
Mitglied des Vorstands der Sparkasse KölnBonn
Ströer Management SE, Düsseldorf Finanz Informatik GmbH & Co. KG, Frankfurt
modernes Köln GmbH, Köln
Anette Bronder
Geschäftsführerin der T-Systems
International GmbH GmbH, Frankfurt
elumeo SE, Berlin Deutsches Forschungszentrum für Künstliche
Intelligenz GmbH, Kaiserslautern
Julia Flemmerer
Geschäftsführerin der Famosa Real Estate S.L.,
Ibiza / Spanien
Christian Sardina Gellesch
Leiter Bestandsmanagement der Ströer Deutsche
Städte Medien GmbH, Köln
(seit 3. April 2017)
Rachel Marquardt
Gewerkschaftssekretärin der ver.di Bundesverwal
tung, Berlin
(seit 3. April 2017)
Tobias Meuser
Gebietsmanager Bahn der Stöer Deutsche Städte
Medien GmbH, Köln
(seit 3. April 2017)
Dr. Thomas Müller
Gewerkschaftssekretär der ver.di Hessen,
Frankfurt/ Main
(seit 3. April 2017)
Michael Noth
Direktor Innendienst der Ströer Sales & Services
GmbH, Köln
(seit 3. April 2017)
Sabine Hüttinger
Mitarbeiterin Public Affairs der Ströer Deutsche
Städte Medien GmbH, Köln
(seit 3. April 2017)
Vicente Vento Bosch
Geschäftsführer und CEO der Deutsche Telekom
Capital Partners Management GmbH, Hamburg
Scout24 AG, Berlin
(bis 31. Oktober 2017)
Ströer Management SE, Düsseldorf
Deutsche Telekom Strategic Investments
GmbH, Bonn
Deutsche Telekom Venture Funds GmbH, Bonn
eValue 2nd Fund GmbH, Berlin
Telekom Innovation Pool GmbH, Bonn
Swiss Towers AG, Zug / Schweiz
Keepler Data Tech., S.L., Madrid / Spanien

Die Herren Müller, Dr. Metzner und Schmalzl übten ihre Vorstandstätigkeit hauptberuflich aus.

Die Leistungen aus Vergütungsvereinbarungen des Vorstands und des Aufsichtsrats (ohne aktienbasierte Vergütung) für die Jahre 2017 und 2016 betragen:

2017 2016
Vorstand TEUR TEUR
Kurzfristig fällige Leistungen 3.723 3.485
Andere langfristig fällige
Leistungen 1.895 1.895
5.618 5.380
2017 2016
Aufsichtsrat TEUR TEUR
Kurzfristig fällige Leistungen 264 222
264 222

Kurzfristig fällige Leistungen umfassen insbesondere Gehälter, Sachbezüge sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile, die erst in späteren Jahren zur Auszahlung gelangen. Langfristig fällige Leistungen umfassen dem Vorstand gewährte erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile – ohne aktienbasierte Vergütungsbestandteile –, die erst in späteren Jahren zur Auszahlung gelangen. Für die dem Vorstand gewährte aktienbasierte Vergütung (ohne Aktienoptionsprogramm) wird zum Ende jeden Geschäftsjahres ein Referenzkurs der Aktie der Ströer KGaA ermittelt. Nach Ablauf von vier Geschäftsjahren wird der Referenzkurs mit dem Aktienkurs am Jahresende verglichen und auf Basis des erreichten Aktienkurses die Auszahlung der Vergütung ermittelt (sog. Vergütung mit Barausgleich bzw. "cash-settled"). Für die aktienbasierte Vergütung ist eine Obergrenze vereinbart.

Die Ermittlung des Wertes der aktienbasierten Vergütung erfordert zu jedem Stichtag die Abschätzung eines in der Zukunft liegenden Aktienkurses. Dies erfolgt über ein Black Scholes Bewertungsmodell, in das zum 31. Dezember 2017 eine Volatilität von 37 Prozent und eine Dividend-Yield von 1,5 Prozent eingeflossen sind. Die für das Modell verwendeten Zinssätze betragen -0,60 Prozent.

Für die auf das Jahr 2017 entfallende aktienbasierte Vergütung gehen wir derzeit davon aus, dass der Aktienkurs nach Ende des Erdienungszeitraums 200 Prozent des Referenzkurses entspricht. Die in 2017 gewährten 6.440 virtuellen Aktienoptionen haben jeweils einen beizulegenden Zeitwert von EUR 58,85.

Von allen langfristig fälligen Leistungen (sogenannte LTI) werden TEUR 2.066 in 2018 zur Auszahlung fällig.

Aktienoptionsprogramm:

Im Rahmen des in 2013 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms (AOP 2013) hat der Vorstand insgesamt 1.954.700 Optionen gewährt bekommen. In 2015 wurde ein weiteres Aktienoptionsprogramm (AOP 2015) beschlossen; hieraus hat der Vorstand in 2017 239.190 Optionen und ínsgesamt 589.190 Optionen gewährt bekommen.

Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von EUR 150 Millionen (AOP 2013) bzw. EUR 250 Millionen (AOP 2015) geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller gewährten Optionen aus dem AOP 2015 beträgt EUR 11,94. Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2013" gewährten Optionen beträgt EUR 2,14.

Zum 31. Dezember 2017 sind für alle ggf. zukünftig fällig werdenden Bonusansprüche des Vorstands kurz- wie langfristiger Natur insgesamt TEUR 7.681 (Vj.: TEUR 6.991) als Rückstellungen erfasst, von denen TEUR 1.948 (Vj.: TEUR 1.736) auf derzeitige Ansprüche aus aktienbasierten Vergütungen entfallen.

Für weitere Informationen verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns ist.

6. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2017 wurden im Durchschnitt 313 (Vj.: 286) Angestellte beschäftigt.

7. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die folgende Aufstellung enthält die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB zu Unternehmen, an denen die Gesellschaft mit mindestens 20 Prozent beteiligt ist, sowie die Angaben gemäß § 285 Nr. 11b HGB zu Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, die fünf Prozent der Stimmrechte überschreiten:

Anteile am Eigenkapital Jahres
Kapital am ergebnis
31.12.2017 31.12.2017 2017
vH TEUR TEUR
Direkte Beteiligungen
blowUP Media GmbH, Köln 100 1.105 *2.240
eValue 2nd Fund GmbH, Berlin 33,3 2.431 -185
Ströer Content Group GmbH, Köln 100 25 *-16.612
Ströer Digital Commerce GmbH, Köln 100 25 1.766
Ströer Digital International GmbH, Köln 100 10.343 *-6.014
Ströer Digital Publishing GmbH, Köln 100 111.982 *17.312
Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul, Türkei 90 29.746 -10.432
Ströer Media Deutschland GmbH, Köln 100 121.245 *141.650
Ströer Polska Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 18.624 492
Ströer Sales Group GmbH, Köln 100 25 *6.550
Ströer Venture GmbH, Köln 100 25 *13.587
Indirekte Beteiligungen
4EVER YOUNG GmbH, Unterföhring 75 854 829
Adscale Laboratories Ltd., Christchurch, Neuseeland 100 385 88
Ahuhu GmbH, Unterföhring 70 328 303
Ambient-TV Sales & Services GmbH, Hamburg 70 106 143
andré media Nord GmbH, München 100 -396 -137
ARGE Außenwerbung Schönefeld GbR, Berlin 50 78 102
Asam GmbH, Beilngries 51 80 0
Asam Betriebs-GmbH, Beilngries (vormals Asam GmbH & Co. Betriebs-KG, Beilngries) 100 8.510 0
ASAMBEAUTY GmbH, Unterföhring 100 450 0
Avedo Essen GmbH, Essen (vormals vocando GmbH, Essen) 100 982 *1.731
Avedo Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen (vormals vocando Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen) 100 -379 *-529
Avedo Köln GmbH, Köln 100 515 *1.680
Avedo Leipzig GmbH, Leipzig 100 965 *4.663
Avedo Leipzig West GmbH, Leipzig (vormals Avedo Leipzig II GmbH, Leipzig) 100 25 *-125
Avedo München GmbH, München 100 55 *-246
Avedo Rostock GmbH, Rostock 100 2.989 *2.862
B.A.B. Maxiposter Werbetürme GmbH, Hamburg 100 2.922 94
BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH, Unterföhring 51 36.841 0
blowUP Media Belgium BVBA, Antwerpen, Belgien 80 565 19
blowUP Media Benelux B.V., Amsterdam, Niederlande 100 2.315 742
blowUP Media Espana S.A., Madrid, Spanien 100 -1.072 -21
blowUP Media U.K. Ltd., London, Großbritannien 100 4.002 1.882
Boojum Kft., Budapest, Ungarn 60 195 186
Business Advertising GmbH, Düsseldorf 65,7 1.598 858
Business Power GmbH, Düsseldorf 100 128 50
Conexus AS, Drammen, Norwegen 54,83 5.047 -550
Conexus Norge AS, Drammen, Norwegen 100 1.092 82
Content Fleet GmbH, Hamburg 92,52 -2.897 -194
DERG Vertriebs GmbH, Köln 100 50 *1.008
Driv Inkubator AS, Drammen Norwegen 100 18 1
DSA Schuldisplay GmbH, Hamburg 51 52 18
DSM Decaux GmbH, München 50 12.577 11.019
DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Frankfurt am Main 100 12.611 *23.824
DSM Krefeld Außenwerbung GmbH, Krefeld 51 1.762 293
DSM Rechtegesellschaft mbH, Köln 100 25 *99.054
DSM Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100 30.826 409
DSM Zeit und Werbung GmbH, Köln 100 1.453 *1.400
ECE flatmedia GmbH, Hamburg 75,1 5.944 3.515
Erdbeerlounge GmbH, Köln 100 -553 375
European Web Video Academy GmbH, Düsseldorf 50,1 -1.408 -847
Fahrgastfernsehen Hamburg GmbH, Hamburg 100 596 202
Foodist GmbH, Hamburg 100 -1.514 -3.007
Graceland Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 1 0
Grapevine Marketing GmbH, München 50,2 46 334
Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg 75,1 1.577 1.372
iBillBoard Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S., Istanbul, Türkei 96 -22 -35
iBillBoard Poland Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 123 36
Anteile am Eigenkapital Jahres
Kapital am ergebnis
31.12.2017 31.12.2017 2017
vH TEUR TEUR
IHM Innovatives Marketing an Hochschulen GmbH, Frankfurt am Main 49 -22 4
Indoor Media Deutschland GmbH, Hamburg 100 51 0
INFOSCREEN GmbH, Köln 100 8.227 *44.795
InnoBeauty GmbH, Unterföhring 100 200 175
Instytut Badań Outdooru IBO Sp. z.o.o., Warschau, Polen 33 80 285
InteractiveMedia CCSP GmbH, Köln 94,2 100.334 *-26.092
Internet BillBoard a.s., Ostrau, Tschechien 95 2.273 459
INTREN Informatikai Tanácsadó és Szolgáltató Kft., Budapest, Ungarn 50,89 868 502
kajomi GmbH, Planegg 51 402 377
Klassenfreunde.ch GmbH, Bern, Schweiz 100 938 178
Klassträffen Sweden AB, Stockholm, Schweden 100 634 180
Konya Inter Tanitim ve Reklam Hizmetleri Anonim Sti., Istanbul, Türkei 100 114** -5**
Kultur-Medien Hamburg GmbH Gesellschaft für Kulturinformationsanlagen, Hamburg 51 299 224
Linkz Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S., Istanbul, Türkei 100 -230 -61
M.Asam GmbH, Unterföhring 100 5.764 5.739
MBR Targeting GmbH, Berlin 100 -6.669 -1.625
Media-Direktservice GmbH, Köln 25,1 -2.503 -1.457
MediaSelect Media-Agentur GmbH, Baden-Baden 75,1 89 71
mediateam Werbeagentur GmbH / Ströer Media Deutschland GmbH - GbR, Köln 50 118 118
Mercury Beteiligungs GmbH, Leipzig 75 643 -55
MT Mobile Ticketing j.d.o.o., Zagreb, Kroatien 100 40 -41
mYouTime AS, Drammen 64,25 -184 4
Nachsendeauftrag DE Online GmbH, Berlin 60 -46 -96
Neo Advertising GmbH, Hamburg 79,87 26 186
Omnea GmbH, Berlin 80 -4.100 -1.003
OnlineFussballManager GmbH, Köln 100 163 786
OSD Holding Pte. Ltd., Singapur, Singapur 36,46 756 -11
Outsite Media GmbH, Mönchengladbach 51 42 898
Permodo GmbH, München 76 1.031 621
Plakativ Media GmbH, München 100 57 -37
PosterSelect Media-Agentur für Außenwerbung GmbH, Baden-Baden 75,1 1.727 898
Ranger Holding GmbH, Düsseldorf 100 36.107 *2.664
Ranger Holding France S.A.S.U., Bagneux, Frankreich 100 10.168 -3
Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Düsseldorf 100 24.781 *9.565
Ranger Marketing France S.A.S.U., Bagneux, Frankreich 100 4.838 841
RegioHelden GmbH, Stuttgart 90 -16.234 -6.286
RZV Digital Medya ve Reklam Hizmetleri A.S., Istanbul, Türkei 100 -9.630 -4.714
Retail Media GmbH, Köln 100 25 *84
Sales Holding GmbH, Düsseldorf 100 26.607 *2.469
Seeding Alliance GmbH, Köln 51 1.430 979
SEM Internet Reklam Hizmetleri ve Danismanlik A.S., Istanbul, Türkei 100 1.392 0
Service Planet GmbH, Düsseldorf 100 985 *226
SF Beteiligungs GmbH, Köln 75,4 2.023 -4
SIGN YOU mediascreen GmbH, Oberhausen 100 221 134
Smartplace GmbH, Düsseldorf 100 23 *-10
SMD Rechtegesellschaft mbH, Köln 100 25 *49.286
SMD Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100 9.630 165
Social Media Interactive GmbH, München 58,8 -749 -107
SRG Rechtegesellschaft mbH, Köln 100 25 *52.301
SRG Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln 100 14.331 138
Statista GmbH, Hamburg 81,3 3.196 1.117
Statista Inc., New York, USA 100 -578 158
Statista Ltd., London, Großbritannien 100 -636 -622
StayFriends GmbH, Erlangen 100 8.643 4.093
Ströer DERG Media GmbH, Kassel 100 5.492 *27.979
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln 100 500 *13.184
Ströer Dialog Group GmbH, Leipzig (vormals Avedo GmbH, Leipzig) 100 2.580 *-3.242
Ströer Digital Group GmbH, Köln 100 93.692 *-25.930
Ströer Digital Media GmbH, Hamburg 100 12.692 *-8.670
Ströer Digital Operations Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 1.335 -38
Anteile am Eigenkapital Jahres
Kapital am ergebnis
31.12.2017 31.12.2017 2017
vH TEUR TEUR
Ströer Digital Services Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 -367 3
Ströer KAW GmbH, Köln 100 1.538 *4.074
Ströer Kulturmedien GmbH, Köln 100 180 *197
STRÖER media brands AG, Berlin 100 1.368 *-2.864
Ströer Media Sp. z.o.K., Warschau, Polen 100 4.385 792
Ströer Media Sp. z.o.o., Warschau, Polen 100 -2 1
Ströer Mobile Performance GmbH, Köln 100 -183 383
Ströer Netherlands B.V., Amsterdam, Niederlande 100 -2 -6
Ströer Netherlands C.V., Amsterdam, Niederlande 100 1.599 578
Ströer News Publishing GmbH, Köln (vormals Kinolo GmbH, München) 100 305 344
Ströer Next Publishing GmbH, Köln 100 25 0
Ströer Products GmbH, Berlin 75 808 -1.418
Ströer Sales & Services GmbH, Köln 100 272 *7.906
Ströer Social Publishing GmbH, Berlin (vormals: FaceAdNet GmbH, Berlin) 62 1.998 1.787
Ströer SSP GmbH, München 100 7.984 159
Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH, Köln 100 25 *4
stylefruits GmbH, München 100 -1.415 -2.031
T&E Net Services GmbH, Berlin 60 1.916 1.216
Trierer Gesellschaft für Stadtmöblierung mbH, Trier 50 1.267 186
Trombi Acquisition SARL, Paris, Frankreich 100 -1.390 -168
TUBE ONE Networks GmbH, Hamburg 74,99 799 157
Tubevertise GmbH, Köln (vormals Tubevertise UG (haftungsbeschränkt), Düsseldorf) 100 293 -233
twiago GmbH, Köln 51 1.090 202
UAM Digital GmbH, Hamburg 100 -5 0
UAM Experience GmbH, Hamburg 100 56 0
UAM Media Group GmbH, Hamburg 74,8 3.452 511
X-City Marketing Hannover GmbH, Hannover 50 7.975 1.937
Yieldlove GmbH, Hamburg 51 1.086 923

*Ergebnis vor Ergebnisabführung

**Vorjahreszahlen

8. Konzernabschluss

Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

9. Persönlich haftende Gesellschafter

Die Ströer Management SE, Düsseldorf, die persönlich haftende Gesellschafterin ist, weist zum 31. Dezember 2017 ein gezeichnetes Kapital in Höhe von TEUR 120 aus.

10. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Dirk Ströer hält 21,69 Prozent, Udo Müller 21,59 Prozent und Christian Schmalzl 0,05 Prozent der Aktien an der Gesellschaft. Laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Anhangs am 14. März 2018 sind uns die folgenden weiteren Stimmrechtsanteile an der Gesellschaft von über 3 Prozent bekannt: Deutsche Telekom AG 11,54 Prozent, Allianz Global Investors Europe 6,12 Prozent und Credit Suisse 4,61 Prozent.

11. Gewinnverwendungsvorschlag

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung der Ströer KGaA vor, den im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 81.996.375,55 wie folgt zu verwenden:

  • Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 1,30 je dividendenberechtigte Stückaktie und damit insgesamt EUR 72.225.380,50 (bei 55.557.985 Stückaktien)
  • Vortrag des Restbetrages in Höhe von EUR 9.770.995,05 auf neue Rechnung.

12. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

13. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance Kodex

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA, der Ströer Management SE, Düsseldorf, und Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA haben am 14. Dezember 2017 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und öffentlich auf der Internetseite der Gesellschaft (www.stroeer.com/investor-relations) dauerhaft den Aktionären zugänglich gemacht.

14. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Köln, den 14. März 2018 Ströer SE & Co. KGaA vertreten durch: Ströer Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin)

Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Bernd Metzner

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

GRUNDLAGEN UND STRATEGIE DES STRÖER KONZERNS

Management Statement

Die strategische Leitlinie der Ströer SE & Co. KGaA (im Folgenden "Ströer Gruppe", "Ströer Konzern") ist geprägt durch "Customer Centricity" – die konsequente Ausrichtung auf die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden. Dabei decken wir die gesamte Bandbreite ab, vom großen nationalen bis zum kleinen lokalen Werbungtreibenden.

Die Ergebnisse des Jahres 2017 sowie der Ausblick zeigen, dass Ströer erfolgreich

  • die richtige Strategie
  • mit dem Fokus auf die richtigen Marktsegmente und
  • der optimalen und verlässlichen Exekution verbindet.

Die Ströer Gruppe arbeitet konsequent daran, das am stärksten kundenfokussierte Media-Unternehmen am deutschen Werbemarkt zu werden, welches in verschiedenen Media-Kanälen operiert. Mit dem umfassendsten lokalen Angebot kann die Ströer Gruppe zielgenau die Kunden ihrer Werbekunden in allen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses effizient ansprechen.

Das Ziel des Ströer Konzerns ist, dass jeder Werbetreibende, der in Deutschland eine Marketing- und Vertriebsmaßnahme plant, immer an die Angebote und Möglichkeiten denkt, die Ströer bietet.

Mit dieser ambitionierten Zielsetzung hat Ströer in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht und wird sich auch zukünftig konsequent darauf fokussieren.

Kontext

Der deutsche Werbemarkt ist seit rund zehn Jahren von großen Veränderungen geprägt.

Die Marktanteile unseres Kernsegmentes Außenwerbung ("Out-of-Home" oder "OOH") sind dabei insbesondere in den letzten vier Jahren nachhaltig gestiegen. Zum einen aufgrund der zunehmenden Mobilität der Bevölkerung und der fortschreitenden Urbanisierung, zum anderen aufgrund der zunehmend besseren Durchsetzung der Gattung im Werbemarkt.

Der Bereich Online ist neben Out-of-Home seit Jahren der zweite relevante Wachstumstreiber im deutschen Werbemarkt. Diesen Markt unterteilt der Ströer Konzern

OOH bleibt 2017 auf Erfolgskurs: Werbeumsatz erstmals >2 Mrd. EUR

Quelle: Nielsen Media Research, Bruttowerbemarkt, Ambient Media (AM): ab 2015, Korrekturen Gesamtjahr 2017 berücksichtigt, Stand 19. Februar 2018 *OOH Medienklasse inkl. Plakat (PL), Ambient Media (AM), At-Retail Media (ARM) inkl. Mall Video sowie Transport Media (TM) inkl. Public Video und Infoscreen in Segmente, die primär von Google, Facebook et al. dominiert werden und bei denen es um nicht redaktionell bearbeiteten Content geht, der technologiegetrieben für die Vermarktung nur anders organisiert wird. Kuratierter Content und Services haben eine andere Relevanz für den Nutzer. Auf dieses Segment hat sich die Ströer Gruppe fokussiert. Mit der Kombination von eigenen Webseiten und Portalen, wie beispielsweise T-Online, sowie der exklusiven, langfristigen Vermarktung einer Vielzahl von Premium-Inhalten anderer Partner, wie kicker.de, cosmopolitan.de, rp-online.de oder auto-motor-und-sport.de, sieht sich die Ströer Gruppe auch zukünftig in einer strategisch guten Ausgangsposition, um von einer weiteren Marktkonsolidierung profitieren zu können.

Durch die Digitalisierung ist ein Überangebot an Möglichkeiten entstanden und Verbraucher haben heute in allen Bereichen des digitalen Lebens enorme Auswahlmöglichkeiten. Plattformen und Preisvergleiche finden das preiswerteste Angebot. In der Vergangenheit mussten Verbraucher oft die Verfügbarkeit eines Produktes an ihrem Kaufort berücksichtigen. Auch im Werbemarkt überstieg, vor allem im Bereich Online, die Nachfrage oft das Angebot. Heute verschmelzen mediale Angebote zunehmend auf der digitalen Plattform "Internet", welche große Verfügbarkeit und optimalen Preisvergleich vorgibt und somit die Nachfrage durch Marktplätze zunehmend kontrolliert. Diese Marktplätze sind in der Regel unter Kontrolle angloamerikanischer Technologieunternehmen wie Google, Amazon oder Facebook. Möchte ein Anbieter sein Produkt jenseits dieser Plattformen beim Verbraucher vermarkten, so muss er neue Wege finden, dies zu tun. Ströer bietet insbesondere durch das neue Geschäftsfeld Ströer Dialog direkte Kommunikations- und Vertriebswege zwischen Anbieter und Verbraucher.

Für Ströer ist es daher von entscheidender Bedeutung, sich auf die für den Werbekunden optimalen und effizienten Lösungen zu fokussieren.

Geschäftsmodell

Die Ströer Gruppe ist einer der führenden Anbieter der Vermarktung von Außen- und Online-Werbeflächen sowie aller Facetten des Dialog-Marketings in Deutschland und bietet den werbetreibenden Unternehmen individualisierte, skalierbare und ganzheitliche Kommunikationslösungen entlang der gesamten medialen Wertschöpfungskette an.

Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

Im Fokus stehen dabei sowohl Kunden aus dem Segment großer nationaler Werbetreibender und ihrer Agenturen, denen der Ströer Konzern die relevante Reichweite und Breite an Werbemöglichkeiten anbieten kann, als auch das Segment mittlerer und kleiner regionaler, lokaler und sogar hyperlokaler Werbetreibender. Diesen kann die Ströer Gruppe die Produkt- und auch Service-Infrastruktur anbieten, um vor Ort jeweils das optimale, individualisierte Angebot zusammenstellen zu können.

Diese Segmentierung ist konsequent ausgerichtet auf die idealtypische Sequenz in der Gestaltung werblicher Beziehung zwischen den Werbekunden und ihren Zielgruppen:

Bekanntheit Qualifizierung des Kontaktes Abschluss

Die Ströer Gruppe nutzt dabei Skaleneffekte auf der Kostenseite, die unter anderem bei Strategie & Innovation, Finanzen, Einkauf, Design, Recht und Personalwesen zur Geltung kommen, ebenso wie die vielen Synergien, die sich aus dem Zusammenwirken der einzelnen Segmente und Gesellschaften ergeben.

Segmente und Organisationsstruktur

Die Reporting-Segmente der Ströer Gruppe bestehen aus dem Segment Ströer Digital, dem Segment OOH Deutschland sowie dem Segment OOH International. Diese sind in enger Abstimmung mit der Konzern-Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA operativ eigenständig am Markt tätig. Die Abstimmung bezieht sich insbesondere auf die strategische Ausrichtung im Rahmen der Gesamtsteuerung des Konzerns. Hierdurch ist ein gezielter Know-how-Transfer zwischen den einzelnen Segmenten möglich.

Nähere Informationen zur Strategie und zur unternehmensinternen Steuerung finden Sie auf Seite 14.

Abdeckung des gesamten Werbe-Wertschöpfungsprozesses

Darüber hinaus werden auch die Finanzierung und die Liquidität im Konzern zentral gesteuert. Die hieraus resultierende Refinanzierung der Segmente und deren Versorgung mit ausreichender Liquidität verschaffen den operativen Einheiten die notwendige Flexibilität, um Chancen im Markt kurzfristig nutzen zu können.

Digital-Geschäft

Segment Ströer Digital

Im Segment Ströer Digital bietet die Ströer Gruppe digitale Werbeflächen im Internet, auf mobilen Endgeräten und im öffentlichen Raum als Public Video Netzwerk an. Die Produktgruppen teilen sich in Display & Mobile, Video sowie die zuletzt gegründete Produktgruppe Transactional auf. Ströer nimmt eine starke Position im Bereich der Werbevermarktung in Deutschland ein und deckt die komplette Wertschöpfungskette der digitalen Vermarktung sowie der innovativen Markeninszenierung ab. Als Multi-Channel-Medienhaus bietet Ströer skalierbare Produkte von Branding & Storytelling bis hin zu Performance und Social Media an.

Display- und Mobile-Vermarktung

Mit einer Reichweite von über 53 Millionen Unique Usern pro Monat nimmt Ströer Digital Media GmbH (im Folgenden Ströer Digital Media) Platz 1 im Vermarkter-Ranking der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) ein und zählt damit zu den bedeutendsten Display- und Mobile-Vermarktern im deutschen Werbemarkt.1 Im Bereich Display- und Mobile-Vermarktung verfügt Ströer Digital Media über eine Vielzahl an Direktmandaten, eigenen Webseiten und über eine automatisierte Technologieplattform (sowohl für die Demand- als auch für die Supply-Side). Zu den eigenen Webseiten gehört zum Beispiel die übernommene Website t-online.de. Im Bereich der Direktmandate hat Ströer seine Vermarktungskapazität gebündelt und verfügt durch exklusive Vermarktungsrechte über bis zu 1.000 Webseiten.

Ströer hat die Möglichkeit, Rich Media2 und Native Advertising3 mit klassischen Display-Werbeformaten und neuen Bewegtbild-Produkten intelligent zu verknüpfen, und entwickelt parallel auch innovative Werbeformate für den automatisierten Handel. Für umfeldorientierte Werbung stellt der Premium-Vermarkter seinen Kunden ein einzigartiges Vermarktungsportfolio an renommierten Medienmarken und Apps sowie thematisch orientierte Verticals zur Verfügung.

Video

Im Bereich Video bietet Ströer verschiedene Formate an: Public Video Screens, Online-Video (Desktop und Mobile/Tablet) sowie mit Tube One Networks GmbH ein Multi-Channel-Network (MCN).

Ströer verfügt über rund 4.500 Public Video Screens in Einkaufszentren, Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen. Public Video ist ein neuer Medienkanal und ein Komplementärmedium zum klassischen TV. Es kann direkt mit Kampagnen im Online-Bereich verzahnt werden. Die mittlerweile verfügbare programmatische Ansteuerung von Public Video über klassische Online-Adserving-Technologien verschafft Kunden die Möglichkeit, Videokampagnen im öffentlichen Raum zu verlängern. Public Video Screens können als "adressable Public Video" im Gegensatz zu linearem TV die Konsumenten auf ihrer Customer Journey begleiten und sind deshalb als Produkt einzigartig. Im Online-Bereich eröffnet das Format Video auf einer Vielzahl von Webseiten Möglichkeiten, Premium-Inhalte anzubieten.

Online- und Public Video sprechen gerade die jungen und mobilen Zielgruppen an, die auf Bewegtbild positiv reagieren und durch lineares Fernsehen immer weniger erreicht werden.

Transactional

Neben den klassischen Werbeerlösen durch die Vermarktung von Webseiten nutzt der Ströer Konzern im Rahmen der Produktgruppe Transactional auch andere digitale Geschäftsmodelle. Die Produktgruppe Transactional lässt sich in performanceorientierte Produkte und abonnementbasierte Erlösmodelle sowie Digital Commerce unterteilen.

Den performanceorientierten Umsätzen liegen insbesondere Search-Erlösmodelle sowie Cost-per-Order-Kampagnen und digitale Umsätze mit lokalen Kunden zugrunde. Die abonnementbasierten Umsätze resultieren aus digitalen Abonnements, die flexibel und individuell verschiedene bezahlte Services abdecken. Bereits in diesem Berichtsjahr konnte Ströer die abonnementbasierten Erlösmodelle erfolgreich ausbauen. Die Statista GmbH hat ihre Nutzerbasis bereits international vergrößert und ihr Angebot mit Partnern wie Financial Times und Handelsblatt deutlich erweitert. Die StayFriends GmbH konnte sowohl durch die effektive Verzahnung mit T-Online als auch durch das bestehende Außenwerbeinventar ihre Markenbekanntheit deutlich steigern. Die neu erworbene Avedo Gruppe fokussiert sich derzeit auf Telesales und

1 Quelle: Hochrechnung des Vermarkter-Rankings nach Zusammenführung der Angebote von Ströer Digital, InteractiveMedia und OMS auf Basis des AGOF digital facts 09/2016.

2 Rich Media bezeichnet Online-Inhalte, die optisch und akustisch durch bspw. Video, Audio und Animation angereichert sind.

3 Native Advertising ist eine Methode, bei der verschiedene Werbeformen in einem redaktionellen Umfeld platziert werden.

Dialogmarketing und bietet ihre Leistungen vorrangig auf CPO-Basis (Cost per Order) an. Die Avedo Gruppe verfügt über 30 Millionen Kundenkontakte jährlich und Expertise in zwölf Branchen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Energie, IT, Tourismus, Multimedia und E-Commerce. Mit einer jährlichen Wachstumsrate im zweistelligen Prozentbereich gehört die Avedo Gruppe zu den wachstumsstärksten Anbietern der Branche. Mit der Akquisition der Ranger Marketing Gruppe im Bereich des performanceorientierten Direktvertriebs wird das Performance-Marketing-Geschäft der Avedo Gruppe um einen zusätzlichen Kanal ergänzt. Die Ranger Marketing Gruppe ist ein Außendienst-Spezialist und übernimmt für ihre Auftraggeber den hocheffizienten, performancegesteuerten Direktvertrieb. Das Unternehmen verkauft Produkte für Auftraggeber unter anderem in den Branchen Telekommunikation, Energie, Handel, Finanzen und Medien an Privat- und Geschäftskunden.

Durch Digital Commerce wird die Wertschöpfungskette zur Monetarisierung des eigenen Inventars bis hin zum Verkauf von Produkten verlängert. Die Nutzung der eigenen Werbeflächen trägt gezielt zur effektiven Markenbildung bei. Ströer orientiert sich hierbei an den thematischen Verticals Tech & Games, Entertainment sowie News & Services und – mit deutlichem Schwerpunkt – an dem Vertical Health & Beauty.

Insbesondere im Health & Beauty Vertical lassen sich Kampagnen zur Markenbildung auch mithilfe von Außenwerbung effektiv platzieren. Deshalb hatte Ströer 2016 sein Portfolio auch um einige Geschäftsmodelle in diesem Bereich ergänzt. Mit der Übernahme der BHI Beauty and Health Investment Group (diese entwickelt und vertreibt unter anderem online kosmetische Eigenprodukte (AsamBeauty)) und Bodychange (Social Media Interactive GmbH, aktiv im Bereich der Gewichtsoptimierung und Ernährungsberatung) haben wir erfolgreich unsere Wertschöpfungskette zur maximalen Monetarisierung aller bestehenden Werbeinventare erweitert.

Außenwerbegeschäft

Basis des Außenwerbegeschäfts ist ein attraktives Portfolio an Verträgen mit privaten und öffentlichen Grundstücks- und Gebäudeeigentümern, über die die Ströer Gruppe Werberechtskonzessionen für reichweitenstarke Standorte erlangt. Von besonderer Bedeutung sind dabei Verträge mit Kommunen, für die der Ströer Konzern als Systemanbieter intelligente und passgenaue Infrastrukturlösungen entwickelt, welche zugleich das Stadtbild aufwerten. Daneben sind die Verträge mit der Deutschen Bahn und der ECE-Gruppe sowie mit Anbietern im öffentlichen Personennahverkehr von hervorgehobener Bedeutung. Dabei erstreckt sich das Produktportfolio auf alle Werbeformen, die außer Haus zum Einsatz kommen – von klassischen Plakatmedien (Großformate) über die Werbung an Wartehallen (Street Furniture) und Transportmitteln bis hin zu digitalen und interaktiven Angeboten. Das digitale Außenwerbegeschäft, welches auf Public Video beruht, ist aufgrund der Geschäftsnähe und der Technologie im Digital-Geschäft subsumiert.

Das Portfolio besteht derzeit aus fast 300.000 vermarktbaren Werbeflächen in Europa. Die Verträge mit privaten Grund- und Gebäudeeigentümern sehen im Allgemeinen die Zahlung einer festen Pacht vor, während die kommunalen Konzessionsverträge überwiegend umsatzabhängige Pachtzahlungen enthalten.

Segment Out-of-Home Deutschland

Das Segment OOH Deutschland wird operativ durch die Ströer Media Deutschland GmbH (Ströer Media Deutschland) geführt. Der Sitz der Geschäftsführung befindet sich am Standort der Hauptverwaltung in Köln. Die Ströer Media Deutschland ist zusammen mit ihren zahlreichen Tochtergesellschaften in allen Produktgruppen des Konzerns (Street Furniture, Großformate, Transport, Sonstige) mit Ausnahme von Digital tätig. Während das laufende Geschäft von einzelnen regionalen Standorten aus sowie von der Zentrale in Köln vorangetrieben wird, werden wesentliche operative Entscheidungen sowie sämtliche Funktionen der Bereiche Rechnungswesen und Controlling zentral von der Ströer SE & Co. KGaA in Köln gesteuert. Mit rund 230.000 vermarktbaren Werbeflächen in mehr als 600 Städten erzielt die Ströer Gruppe mit Abstand den höchsten Nettoumsatz im größten Außenwerbemarkt Europas.

Segment Out-of-Home International

Im Segment OOH International sind die türkischen und polnischen Außenwerbeaktivitäten sowie das in der BlowUP Media GmbH (BlowUP Media) gebündelte westeuropäische Riesenpostergeschäft zusammengefasst.

Das Unternehmen Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S. führt das operative Geschäft in der Türkei, an dem der Ströer Konzern mit 90 Prozent beteiligt ist. Ströer ist in sechs der zehn größten türkischen Städte vertreten und in allen Produktgruppen tätig. Mit rund 43.000 vermarktbaren Werbeflächen in zirka 15 Städten bzw. Provinzen erzielen wir auch in der Türkei den höchsten Umsatzerlös in unserem Sektor und besitzen mit deutlichem Abstand zum Wettbewerb den größten Marktanteil.

Das polnische OOH-Geschäft wird durch die Ströer Polska Sp. z. o.o. geführt. In Polen teilt sich Ströer – gemessen an vergleichbaren Umsatzerlösen – zusammen mit einem ähnlich großen Wettbewerber die Nummer-1-Position. Unsere Landesgesellschaft ist mit rund 12.000 vermarktbaren Werbeflächen in zirka 120 Städten und Gemeinden vertreten und in allen OOH-Produktgruppen des Konzerns tätig.

BlowUp Media ist ein marktstarker westeuropäischer Anbieter von Riesenpostern mit Formaten bis über 1.000 Quadratmeter, die auf Gebäudefassaden platziert werden. Die Gesellschaft vermarktet aktuell mehr als 300 zum Teil digitalisierte Standorte, die entweder einzeln oder in Blöcken von namhaften Werbungtreibenden national, aber auch grenzüberschreitend gebucht werden. Aufgrund der üblicherweise kürzeren Konzessionslaufzeiten bestehen im Vergleich zum klassischen Außenwerbegeschäft andere Herausforderungen an das Portfoliomanagement. BlowUP Media ist in Europa mit Betriebsstätten in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Belgien präsent.

Strategie und Steuerung

Die Ströer SE & Co. KGaA fokussiert sich dabei auf folgende strategische Themen:

Die Kernzielsetzung ist, dass jeder Werbetreibende, der in Deutschland seine Marketing- und Vertriebsmaßnahmen plant, dabei immer und vorrangig an die auf ihn maßgeschneiderten Möglichkeiten und Lösungen des Ströer Portfolios denkt.

Ströer konzentriert sich auf solche Business-Segmente, die aktiv und aus eigener Kraft in der Customer-Centricity-Aufstellung entwickelt werden können und die nachhaltige Wachstumschancen bieten.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass

  • die Markteintrittsbarrieren (auch für globale Tech--Unternehmen) sehr hoch sind,
  • das Inventar ein sehr diversifiziertes Rechte-Portfolio aufweist,

  • die Segmente für Management und Produktentwicklung ein hohes lokales Markt-Know-how erfordern und

  • sie nicht global skalierbar sind, da es länderübergreifend zu große Unterschiede bzgl. Marktstruktur, sprachlicher oder kultureller als auch regulativer Rahmenbedingungen gibt.

Daher sind solche Business-Segmente durch einen starken und integrierten lokalen Anbieter wie Ströer optimal zu gestalten. Die strategischen Kernsegmente "Out-of-Home", "Digitalgeschäft rund um deutschen Content und Services" sowie "Dialog-Marketing" sind strukturell wachsend und entsprechen genau diesem Profil. Zudem erfordern sie eine hohe Qualität in der lokalen Exekution. Genau das ist in der DNA von Ströer fest verankert. Historisch war der Bereich Out-of-Home stets, auch aufgrund der föderal diversifizierten Struktur der deutschen Städtelandschaft, durch eine begrenzte Standardisierung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass jeder Rechtevertrag individuell zu entwickeln und zu betreuen ist.

Der Erfolg in Ströers Kernsegmenten beruht im Wesentlichen auf:

  • "Proprietärem Detailwissen in Breite und Tiefe", also dem Wissen um die lokal sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen z. B. jedes einzelnen Werbestandortes oder jeder einzelnen Website.
  • "Individueller Qualität in Management und Ausführung" bzw. dem Willen, auch im lokalen und hyperlokalen Raum maximale Präzision sicherzustellen und nicht mit unspezifischen Standardlösungen zu arbeiten.
  • "Proprietären, auf den Kunden zugeschnittenen Lösungen" mit dem Ziel, maximale Kundenzufriedenheit auch in kleinsten Segmenten sicherzustellen, statt Kunden auf global skalierte Plattformen zu zwingen.
  • "Direktem Zugang zu allen Kunden auf allen Ebenen" bzw. dem kontinuierlichen Ausbau aller Vertriebsressourcen, um Kundenkontakte in der maximal möglichen Breite und Tiefe im Markt sicherzustellen, gerade auch im Segment der mittleren und kleinen Gewerbe, die von anderen Anbietern nicht flächendeckend ganzheitlich beraten werden können.

Damit kann das Portfolio sowohl im realen Raum (Out-of-Home-Werbeflächenstellen) als auch im digitalen Raum (Content) oder im unmittelbaren Kundenkontakt (Dialog-Marketing) individuell, entsprechend den Anforderungen der unterschiedlichsten Partner, maßgeschneidert zusammengestellt werden, um eine kundenoptimale Lösung aufzuzeigen, anzubieten und umzusetzen.

Im Sinne der Optimierung der Investitionen von Ströer in das eigene Portfolio kann die Auslastung sowie die Wertschöpfung des Portfolios fortlaufend optimiert werden. Nicht monetarisierte Werbeflächen oder bereits bestehende Marketing-Infrastrukturen steigern den Wert der gezielt ergänzten transaktionalen Beteiligungen.

Organisatorisch bedeutet dies eine erhebliche Spannbreite

  • von Bedürfnissen großer nationaler Werbetreibender und ihrer Agenturpartner, die zunehmend nach automatisierten, programmatischen, datengetriebenen Lösungen mit hoher Flexibilität verlangen,
  • bis hin zu den Bedürfnissen im Segment der kleinen und mittleren regionalen Kunden, die Ströer durch den schnell wachsenden Lokalvertrieb optimal direkt vor Ort in allen Facetten des Angebotes aus einer Hand beraten kann und deren Lösungen eher organisatorisch als technisch skaliert werden können.

Datengetriebene Produktentwicklung

Die Digital-Strategie basiert auf einer fortlaufend weiterentwickelten Technologieposition, die lokale und regionale Performance ebenso wie Direktmarketing ermöglicht. Erfolgsentscheidend sind dabei Technologien für die zielgenaue Aussteuerung von Kampagnen und das professionelle Management anonymisierter Datenmengen. Hierdurch ist die reibungslose Verzahnung von Branding- und Performance-Marketing im Rahmen von Multi-Screen-Strategien möglich. Durch die Installation von iBeacons in unseren Außenwerbeträgern z. B. lassen sich Außenwerbung und Digitalgeschäft noch besser verbinden.

Wertorientierte Steuerung

Wir steuern den Konzern nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen im Sinne der nachhaltigen Wertentwicklung. Dabei folgen wichtige finanzielle Steuerungsgrößen der internen Berichtsstruktur. Hierbei handelt es sich um Steuerungsgrößen, die das Geschäftsmodell sowie die Steuerung entsprechend abbilden, jedoch nicht Bestandteil der internationalen Rechnungslegungsstandards sind. Dazu gehören das organische Umsatzwachstum, das Operational EBITDA, das bereinigte Konzernergebnis, der ROCE (Return on Capital Employed) sowie die Nettoverschuldung und der daraus abgeleitete dynamische Verschuldungsgrad. Hierbei werden Joint Ventures quotal berücksichtigt. Zu unseren weiteren Kennzahlen gehört der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen).

Die Umsatzentwicklung ist eine der wesentlichen Indikatoren, an denen sich das Wachstum des gesamten Konzerns ablesen lässt. Sie ist zudem eine der wesentlichen Größen zur Steuerung der Segmente im Ströer Konzern. So werden den einzelnen Geschäftsbereichen im Rahmen der Budgetierung und Mittelfristplanung auf die jeweilige Ebene heruntergebrochene Zielumsätze vorgegeben, deren Einhaltung unterjährig laufend überwacht wird. Dabei wird sowohl das organische Umsatzwachstum als auch das nominale Umsatzwachstum betrachtet. Bei der Berechnung des organischen Umsatzwachstums geht die Geschäftsentwicklung von akquirierten Unternehmen – positiv wie negativ – direkt ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung in die Berechnung mit ein.

Weitere Details zur Berechnung des organischen Umsatzwachstums auf Seite 17.

Weitere Details zur Berechnung des Operational EBITDA und des bereinigten Konzernergebnisses auf Seite 18.

Weitere Details zur Berechnung des Free Cash-Flows vor M&A auf Seite 28.

Weitere Details zur Nettoverschuldung auf Seite 29.

Das Operational EBITDA stellt die nachhaltige Ertragsentwicklung des Konzerns dar. Außerdem ist das Operational EBITDA eine wesentliche Input-Größe zur Bestimmung des Verschuldungsfaktors, der den kreditgebenden Banken quartalsweise mitzuteilen ist. Darüber hinaus wird das nachhaltige Operational EBITDA am Kapitalmarkt im Rahmen des Multiplikatorverfahrens vereinfachend zur Bestimmung des Unternehmenswerts herangezogen.

Das bereinigte Konzernergebnis ist eine wichtige Kennzahl zur Bestimmung unserer Dividendenauszahlung. Grundsätzlich planen wir, 25 bis 50 Prozent unseres bereinigten Konzernergebnisses als Dividende auszuzahlen.

Der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) ist ein wesentliches Steuerungselement des Vorstands und wird berechnet aus dem Cash-Flow auslaufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Netto-Investitionen, also der Summe aus Einzahlungen und Auszahlungen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) stellt somit die cashwirksame Ertragskraft unseres Unternehmens dar und ist eine bedeutende Determinante für unsere Investitions-, Finanzierungs- und Dividendenpolitik.

Unser Ziel ist es außerdem, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) nachhaltig zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir unsere Steuerungs- und Controllingsysteme konsequent weiterentwickelt.

Das Kapitel Mitarbeiter befindet sich auf Seite 41.

Der ROCE errechnet sich aus dem Quotienten des bereinigten EBIT und dem Capital Employed (Joint Ventures sind quotal berücksichtigt). Das bereinigte EBIT wird wie folgt definiert: Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, bereinigt um einmalige Effekte, Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen und einmalige Wertberichtigungen. Das Capital Employed setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und kurzfristigen Vermögenswerte abzüglich der nicht zinstragenden Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht zinstragende Verbindlichkeiten) zusammen. Es errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel dieser Werte zum jeweiligen Jahresanfang und Jahresende. Anhand des ROCE verfügen wir über ein Instrumentarium, das eine wertorientierte Steuerung des Konzerns und der Unternehmensbereiche erlaubt. Ein positiver Wertbeitrag und damit eine Steigerung des Unternehmenswerts wird erreicht, wenn der ROCE den jeweiligen Kapitalkostensatz der Cash Generating Units (CGUs) überschreitet.

Die Nettoverschuldung bzw. der dynamische Verschuldungsgrad ist ebenfalls eine wichtige Steuerungsgröße des Konzerns. An die Nettoverschuldung sind unter anderem unsere Fremdfinanzierungskosten im Rahmen des Facility Agreements und der Schuldscheindarlehen geknüpft. Außerdem ist der dynamische Verschuldungsgrad ein wichtiger Faktor für den Kapitalmarkt, um die Qualität unserer Finanzlage einzuschätzen. Der dynamische Verschuldungsgrad wird gemessen am Verhältnis der Nettoverschuldung zum Operational EBITDA (Leverage Ratio). Die Nettoverschuldung wird errechnet aus der Summe der Verbindlichkeiten aus dem Facility Agreement, aus den Schuldscheindarlehen sowie aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel (Joint Ventures sind quotal berücksichtigt).

Als nichtfinanzielle Indikatoren berücksichtigen wir Kennzahlen zur Beschäftigungssituation wie z.B. die Mitarbeiteranzahl auf Konzernebene zu einem bestimmten Stichtag.

Überleitung organisches Umsatzwachstum

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitung zum organischen Umsatzwachstum. Für das Jahr 2017 ergibt sich daraus bei einem Anstieg des Umsatzes (ohne Fremd währungseffekte) von 108,2 Millionen Euro und einem angepassten Vorjahresumsatz von 1.251,3 Millionen Euro ein organisches Wachstum in Höhe von 8,7 Prozent.

in TEUR 2017 2016
Umsatzerlöse Vorjahr
(berichtet)
1.123.257 823.706
IFRS 11 (Überleitung at
-Equity)
11.891 14.012
Umsatzerlöse Vorjahr
(Management Approach)
1.135.148 837.718
Abgegangene bzw. stillgelegte
Einheiten
–15.045 –3.132
Akquisitionen 131.155 235.669
Umsatzerlöse Vorjahr
(Management Approach)
(angepasst))
1.251.258 1.070.255
Fremdwährungseffekte –14.440 –12.637
Organisches Umsatzwachstum 108.236 77.530
Umsatzerlöse aktuelles Jahr
(Management Approach)
1.345.053 1.135.148
IFRS 11 (Überleitung at
-Equity)
–14.021 –11.891
Umsatzerlöse aktuelles Jahr
(berichtet)
1.331.033 1.123.257

Überleitung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu den nicht als IFRS-Wert ausgewiesenen Zahlen des Management Approach

In Mio. EUR Gewinn- und
Verlustrechnung
lt. IFRS 2017
Umgliederung
von Abschrei
bungen und
Wertminderungs
aufwendungen
Umgliederung
at-Equity-Ergebnis
in Quoten
konsolidierung
Umgliederung
von Bereinigungen
Gewinn
und Verlust
rechnung nach
Management
Accounting
Umsatzerlöse 1.331,0 14,0 1.345,1
Umsatzkosten –893,1 156,5 –1,6 5,1 –733,1
Vertriebskosten –189,3
Verwaltungskosten –147,6
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten –336,9 16,5 –1,6 27,4 –294,7
Sonstige betriebliche Erträge 50,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –30,1
Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige
betriebliche Aufwendungen
19,9 10,5 0,2 –16,6 13,9
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter
Unternehmen
5,9 –5,9 0,0
Operational EBITDA 331,2
Abschreibungen –183,5 –2,0 –185,5
Bereinigtes EBIT 145,7
Bereinigungen1 –15,9 –15,9
Finanzergebnis –8,9 –0,1 –9,0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –19,0 –3,0 –22,0
Konzernergebnis 98,8 0,0 0,0 0,0 98,8

1 Für weitere Details zu Bereinigungen verweisen wir auf Abschnitt 32 "Segmentberichterstattung" des Anhangs.

Bereinigte
Gewinn- und
Verlustrechnung
2016
Bereinigte
Gewinn- und
Verlustrechnung
2017
Eliminierung aus
Bereinigungen
und einmaligen
Wertberichtigungen
Steuernormalisierung Währungseffekte aus
innerkonzernlichen
Finanzierungen
Aus Kauf
preisallokationen
resultierende
Abschreibungen
1.135,1 1.345,1
–613,3 –733,1
–251,1 –294,7
12,0 13,9
0,0 0,0
282,8 331,2
–90,9 –105,0 17,4 63,1
191,9 226,2 17,4 63,1
0,0 0,0 15,9
–9,2 –8,0 1,4 –0,4
–28,9 –34,5 –12,4
153,8 183,6 34,7 –12,4 –0,4 63,1

Leitung und Kontrolle

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Ströer Management SE, Düsseldorf, besteht zum 31. Dezember 2017 aus drei Mitgliedern. Ihm gehören Herr Udo Müller (Co-CEO), Herr Christian Schmalzl (Co-CEO) und Herr Dr. Bernd Metzner (CFO) an. Die folgende Übersicht stellt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder im Konzern dar:

Name Mitglied seit Bestellung bis Verantwortlichkeiten
Udo Müller Juli 2002 Dezember 2020 Co-Vorstandsvorsitzender
Strategie
Dr. Bernd Metzner Juni 2014 Dezember 2020 Finanzvorstand
Konzern – Finanzen und Steuern
Konzern – Personalwesen
Konzern – IT
Konzern – Recht
Konzern – M&A/Corporate Finance
Konzern – Revision
Konzern – Investor – Relations
Konzern – Einkauf
Konzern – Risikomanagement
Konzern – Accounting
Konzern – Controlling
Christian Schmalzl November 2012 Dezember 2020 Co-Vorstandsvorsitzender
Leitung und Steuerung von Landes- und
Digitalgesellschaften
Konzern – Business-Development
Konzern – Unternehmenskommunikation

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.

Zur weiteren Professionalisierung der Führung und Verankerung der Schwerpunktthemen innerhalb des Ströer Konzerns besteht neben dem Vorstand ein Executive Committee als erweitertes Führungsgremium. Bei regelmäßigen Präsenzterminen werden grundlegende Themen entschieden und eine einheitliche Ausrichtung der gesamten Gruppe wird sichergestellt.

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA bestand bis zum 27. März 2017 aus den sechs Anteilseignervertretern Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzenden, Frau Anette Bronder, Frau Julia Flemmerer, Herrn Ulrich Voigt und Herrn Vicente Vento Bosch. Am 28. März 2017 wählten die Arbeitnehmer des Ströer Konzerns erstmals nach den mitbestimmungsrechtlichen Vorschriften sechs Arbeitnehmervertreter in den insgesamt aus zwölf Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat der Gesellschaft. Folgende Arbeitnehmervertreter wurden in den Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA gewählt: Frau Sabine Hüttinger, Frau Rachel Marquardt, Herr Tobias Meuser, Herr Dr. Thomas Müller, Herr Michael Noth und Herr Christian Sardiña Gellesch. Seither besteht der Aufsichtsrat aus den zwölf Aufsichtsratsmitgliedern Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzenden, Frau Anette Bronder, Frau Julia Flemmerer, Frau Sabine Hüttinger, Frau Rachel Marquardt, Herrn Tobias Meuser, Herrn Dr. Thomas Müller, Herrn Michael Noth, Herrn Christian Sardiña Gellesch, Herrn Ulrich Voigt und Herrn Vicente Vento Bosch.

Nähere Ausführungen zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat und zu weiteren Standards von Unternehmensführung und -kontrolle finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält. Daneben geben der Vorstand der Ströer Management SE und der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA gemäß Ziffer 3.10 DCGK jährlich einen gemeinsamen Corporate-Governance-Bericht heraus. Alle Dokumente werden auf der Homepage von Ströer (www.stroeer.com/ investor-relations) veröffentlicht.

Für das Geschäftsjahr 2017 erstellt die Ströer SE & Co. KGaA erstmals einen nichtfinanziellen Konzernbericht gemäß § 315b HGB, der ab dem 27. April 2018 auf unserer Homepage abrufbar ist unter: http://ir.stroeer.com/download/companies/stroeer/ Annual%20Reports/stroeer_NFGreport_2017_de.pdf.

Märkte und Einflussfaktoren

Mit ihrem Geschäftsmodell agiert die Ströer Gruppe auf den Märkten für Außenwerbung sowie für Online- und Mobile-Vermarktung und im Segment des Dialog-Marketings. Die wirtschaftliche Lage wird naturgemäß durch die bearbeiteten Werbemärkte beeinflusst, die ihrerseits stark auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie auf das Verhalten von Konsumenten und Werbungtreibenden reagieren. Spezieller Einflussfaktor für die Außenwerbung sind die Rahmenbedingungen hinsichtlich der durch Kommunen eingeräumten Werberechtskonzessionen, Einflussfaktor für die Online-Werbung und das Direktmarketing sind regulatorische Rahmenbedingungen.

Kunden buchen ihre Aufträge in der Außenwerbebranche in zunehmendem Maße mit kürzeren Vorausbuchungsfristen. Analog zu den saisonalen Schwankungen des übrigen Medienmarktes entwickelt sich der Auftragsbestand. Schwerpunkte der Außenwerbeaktivitäten liegen generell im zweiten und vierten Quartal. Auf der Kostenseite ist die Entwicklung der Miet- und Pachtzahlungen sowie der Personal- und sonstigen Gemeinkosten ein wesentlicher Einflussfaktor. Im Online-Bereich sind die Vorausbuchungsfristen der Kunden bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad im Vergleich zur Außenwerbung noch einmal deutlich kürzer, oft sogar im Bereich weniger Minuten vor einer Ausstrahlung. Die höchste Umsatzaktivität wird in der Online-Branche mit Abstand im vierten Quartal beobachtet. Ein wichtiger Einflussfaktor für die Online-Vermarktung ist die weitere Durchdringung des Marktes mit automatisierten programmatischen Plattformen, auf denen Ströer das digitale Inventar auch der Außenwerbung in Online-Mechaniken zur Verfügung stellt. Wesentliche Kostentreiber sind neben den an die Webseitenbetreiber abzuführenden Kommissionen insbesondere die Aufwendungen für das Personal und den IT-Betrieb. Im Bereich des Direktmarketings ist die Saisonalität weniger stark ausgeprägt, jedoch mit einem etwas stärkeren Verlauf im zweiten Halbjahr eines Jahres. Aufgrund der langfristigen Beziehung und hoher Kundentreue sowie der vergleichsweise langfristigen Vorlaufzeiten ist das Dienstleistungsgeschäft im Dialogmarketing durch eine vergleichsweise geringe Volatilität geprägt. Die Einflussfaktoren für die Umsatzentwicklung liegen hier in der Produktivität der Mitarbeiter und dem Personalaufbau. Die Produktivität ist im Dienstleistungsgeschäft immer abhängig von den effektiv vorhandenen Arbeitstagen pro Monat. Saisonale Schwankungen sind daher auf den Dezember durch eine generell niedrigere Produktivarbeitszeit aufgrund der Feiertage/der Urlaubszeit begrenzt. Im Bereich Field Sales ermöglicht die Zugewinnung neuer Einsatzgebiete antizyklische Umsatzeffekte.

Darüber hinaus wirkt sich das regulatorische Umfeld auf die wirtschaftliche Lage der Ströer Gruppe aus. Der Inhalt von Werbung unterliegt in den Ländern, in denen wir tätig sind, unterschiedlichen rechtlichen Einschränkungen und Auflagen. Während Außenwerbung für Tabakprodukte und Alkohol in der Türkei und (mit Ausnahme von Bier) in Polen nicht erlaubt ist, können in Deutschland Alkohol und Tabakprodukte noch mit Außenwerbekampagnen unter Auflagen beworben werden. Sollte es zu einer regulatorischen Anpassung kommen, werden wir aufgrund der üblichen Vorlaufzeiten bei Gesetzesänderungen mit entsprechenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten die Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen abschwächen können.

Das regulatorische Umfeld in der Online-Vermarktung wird im Wesentlichen von datenschutzrechtlichen Aspekten auf europäischer und nationaler Ebene bestimmt, die dem nationalen Gesetzgeber Gestaltungsspielraum bei der Ausgestaltung von Richtlinien einräumen. Im kommenden Jahr ist hier vor dem Hintergrund der neuen Datenschutzgrundverordnung der EU mit erheblichen Veränderungen zu rechnen, die sich bereits im Jahre 2017 durch eine Verunsicherung im Umgang mit Daten bemerkbar gemacht haben.

Der Einsatz von sogenannten Ad-Blockern hat wieder an Bedeutung abgenommen. Hierbei können Anwender die Anzeige von Werbung auf Webseiten verhindern. Gleichzeitig werden in ähnlichem Maße technische Möglichkeiten entwickelt, diese Ad-Blocker zu umgehen.

Insgesamt ist die Ströer Gruppe mit ihrem integrierten Portfolio sehr gut positioniert, um von den mittel- bis langfristigen Markttrends der zunehmenden Mobilität und Urbanisierung zu profitieren. Erwartungsgemäß wird sich der Markt immer unmittelbarer am Mediennutzer und an dessen Nutzungsverhalten orientieren, das stärker auf den Medienkonsum über mobile Endgeräte im privaten, beruflichen und öffentlichen Umfeld ausgerichtet ist. Hierdurch verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Content-Kanälen, sodass die zentral gesteuerte Online-Vermarktung in den Vordergrund rückt.

Nach wie vor besteht ein erhebliches Potenzial für regionale Online-Werbekampagnen.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen 2017

Gemessen am Umsatzbeitrag von über 85 Prozent ist Deutschland für uns der zentrale Markt und das internationale Geschäft lediglich von untergeordneter Bedeutung. Das starke Wachstum im deutschen Markt sowie die rückläufige Entwicklung des Umsatzes vor allem in der Türkei haben im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem weiteren Rückgang der Relevanz des internationalen Geschäfts geführt. Aus diesem Grund wird das wirtschaftliche Umfeld des Segments OOH International hier nur anhand der Entwicklung der Türkei, als dem größten Geschäftsfeld innerhalb des Segments OOH International, beschrieben.

Die für uns wesentlichen Märkte Deutschland und Türkei entwickelten sich im Berichtsjahr abermals uneinheitlich. Zwar konnte sich das Wirtschaftswachstum in der Türkei unter anderem aufgrund von hohen staatlichen Investitionen wieder erholen, jedoch verlor die türkische Lira im Jahresverlauf signifikant an Wert gegenüber dem Euro. Die deutsche Wirtschaft konnte hingegen wie in den Vorjahren von einer dynamischen Binnenkonjunktur profitieren und dadurch deutlich wachsen.

Deutschland

Die deutsche Wirtschaft hat auch im Jahr 2017 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt. Trotz eines leichten Dämpfers im Dezember blieb die Stimmung bei den deutschen Unternehmen laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auch zum Jahresausklang außerordentlich gut. Die konjunkturelle Lage bleibe laut DIW-Einschätzung günstig, da sowohl die Inlandsnachfrage als auch der Außenhandel das Wachstum stützten.1

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete nach Angaben des Statistischen Bundesamts auch im abgelaufenen Jahr wieder ein deutliches Wachstum und lag bei 2,2 Prozent.2 Damit wuchs die deutsche Wirtschaft bereits im achten Jahr in Folge. Längerfristig betrachtet lag das BIP fast einen Prozentpunkt über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (1,3 Prozent).3 Die Wachstumsimpulse können wie im Vorjahr primär einer positiven Binnenkonjunktur zugerechnet werden. Während die privaten Konsumausgaben preisbereinigt um 2,0 Prozent stiegen, legten die staatlichen Konsumausgaben mit

Quellen:

³ Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018

5 Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018

7 Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018 8 Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018 Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Jahr 2017 mit 44,3 Millionen5 einen erneuten Höchststand seit der deutschen Wiedervereinigung. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg um 3,9 Prozent.6 Einen nahezu gleich hohen Anstieg (3,8 Prozent)7 verzeichneten die in jeweiligen Preisen berechneten Konsumausgaben der privaten Haushalte.8 Daher entsprach die Sparquote der privaten Haushalte im Jahr 2017 der des Vorjahres von 9,7 Prozent.9 Die Inflationsrate (harmonisierter Verbraucherpreisindex) lag 2017 unter dem Vorjahreswert und betrug etwa 1,0 Prozent.10

Türkei

Nachdem die türkische Wirtschaft im Jahr 2016 noch ein verlangsamtes Wachstum zu verzeichnen hatte, ist sie 2017 mit 6,1 Prozent11 wieder deutlich gewachsen. Ursächlich waren dabei vor allem öffentliche Investitionen und Exporte. Steuerliche Maßnahmen stimulierten zudem die privaten Konsumausgaben.12 Die Inflationsrate (harmonisierter Verbraucherpreisindex) lag bei außerordentlich hohen 11,2 Prozent im Vergleich zu 8,5 Prozent im Jahr 2016.13

Entwicklung der Außen- und Online-Werbebranche 2017

Der westeuropäische Werbemarkt befindet sich nach wie vor in einer seit 2014 andauernden Erholungsphase. Für 2017 schätzt Zenith einen Anstieg der preisbereinigten Nettowerbeausgaben von 1,5 Prozent14. Erneut konnte dabei insbesondere der Onlinebereich mit 8,7 Prozent15 ein deutliches Wachstum vorweisen, wohingegen Printmedien weiterhin mit wachsenden Verlusten zu kämpfen hatten (–6,9 Prozent). Auch die Werbeausgaben im Bereich Television fielen 2017 um 1,1 Prozent.16 Der Bereich Außenwerbung konnte im westeuropäischen Raum um 1,1 Prozent zulegen.17

Deutschland

Laut der von Nielsen erhobenen Daten zu den Bruttowerbeausgaben wuchs der Werbemarkt im Jahr 2017 um 2,1 Prozent18 im Vergleich zum Vorjahr. Die von Nielsen verwendeten Bruttowerbedaten stellen für uns nur Trendaussagen dar und erlauben aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Marktabgrenzungen nur begrenzt

  • 11 OECD Economic Outlook, Volume 2017 Prelim. Version
  • 12 OECD Economic Outlook, Volume 2017 Prelim. Version
  • 13 Global Rates Inflation
  • 14 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017
  • 15 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017
  • 16 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

¹ DIW Berlin – Konjunkturbarometer, Dezember 2017

² Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018

4 Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018

6 Statistisches Bundesamt – Bruttoinlandsprodukt 2017, Januar 2018

1,4 Prozent lediglich unterdurchschnittlich zu. Zusätzlich trug das Wachstum der Bruttoinvestitionen von 3,6 Prozent zum Gesamtwachstum des BIP bei.4

9 BVR Studie zum Weltspartag, September 2017

10 Global Rates – Inflation

Rückschlüsse auf die relevanten Nettogrößen.19 Etwas niedriger liegt die Prognose von Zenith. Die derzeitige Schätzung der Agentur für 2017 zeigt ein im Vergleich zum Vorjahr etwas abgeschwächtes Wachstum der Nettowerbeausgaben in Höhe von 0,9 Prozent.20

Unsere beiden Kernsegmente Out-of-Home und Digital bildeten dabei laut Zenith mit einem Wachstum der Nettowerbeausgaben von 1,6 Prozent bzw. 7,1 Prozent21 die Wachstumstreiber. Als erneut größter Verlierer verzeichnete das Segment Print einen Verlust von –3,9 Prozent22 im zurückliegenden Jahr. Auch der Bereich Television entwickelte sich mit –0,8 Prozent rückläufig.23 Verlässliche Aussagen hinsichtlich etwaiger Marktanteilsverschiebungen können erst nach Erscheinen der finalen Nettomarktzahlen getroffen werden. Wir gehen aber davon aus, dass insbesondere der Online-Bereich, aber auch die Außenwerbung weitere Marktanteile hinzugewinnen konnten.

Türkei

Das Wachstum der Nettowerbeausgaben im türkischen Markt schätzt Zenith auf 8,5 Prozent.24 Der Bereich Outof-Home wuchs dabei nach Einschätzung der Agentur um 4,0 Prozent.25 Hintergrund des Wachstums ist die Erholung der türkischen Gesamtwirtschaft nach Jahren der Unsicherheit aufgrund von innenpolitischen Unruhen.

Wechselkursentwicklungen 201726

Für unsere Geschäfte waren im Jahr 2017 primär die Wechselkursentwicklungen des Euro zur türkischen Lira und zum britischen Pfund relevant. Die türkische Lira startete im Januar 2017 bei einem Wert von 3,71 türkischen Lira zu 1,00 Euro. Die Wechselkursentwicklung setzte den Trend des Vorjahres fort, und die Währung verlor weiter an Boden. Nachdem die türkische Lira im November ein Allzeittief erreicht hatte, konnte sie sich zwar leicht erholen, notierte zum Ende des Jahres jedoch deutlich schwächer als zu Jahresbeginn bei 4,55 türkischen Lira zu 1,00 Euro. Im Jahresdurchschnitt verlor sie damit insgesamt rund 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt. Hintergrund war neben der hohen Inflationsrate und Defiziten in der türkischen Leistungsbilanz auch die Androhung von Wirtschaftssanktionen unter anderem durch die deutsche Bundesregierung.

Das britische Pfund konnte im Jahr 2017 gegenüber dem Euro an Wert hinzugewinnen. Nachdem die Währung zum Jahresanfang mit 0,86 britischen Pfund zu 1,00 Euro

Ertragslage Gruppe

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Im Jahr 2017 war die Ströer Gruppe überaus erfolgreich. Wesentliche Eckpfeiler dieses Erfolgs waren einerseits das Geschäft mit digitalen Medien sowie andererseits das deutsche Out-of-Home-Geschäft. Beide Segmente überzeugten durch eine deutlich zunehmende operative Geschäftstätigkeit, die sich vor allem in den für uns wichtigen Erfolgskennzahlen Umsatz und Operational EBITDA bemerkbar machte. Aber auch die übrigen Leistungsindikatoren haben kräftig von diesem Trend profitieren können.

Mit Blick auf die Vermögens- und Finanzlage konnte die Ströer Gruppe zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres ein äußerst stabiles und solides Bilanzbild vorweisen. Dabei haben sich unsere weitreichenden M&A-Aktivitäten ebenso wie die ausgedehnten übrigen Wachstumsinvestitionen aufgrund der starken Ertragskraft der gesamten Gruppe kaum nachteilig auf den dynamischen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) ausgewirkt. Unverkennbar profitierte zudem auch der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) von der spürbar verbesserten operativen Geschäftstätigkeit, weshalb er im Geschäftsjahr 2017 trotz erheblicher Einmalauszahlungen nochmal gegenüber dem Spitzenwert des Vorjahres zulegen konnte. Die Vermögens- und Finanzlage der Gruppe stellt sich damit nicht zuletzt auch aufgrund einer anhaltend robusten Eigenkapitalquote weiterhin als sehr komfortabel dar.

Alles in allem sehen wir die Ströer Gruppe sowohl operativ wie auch finanziell sehr gut aufgestellt, sodass künftige Chancen im strukturellen Wandel des Medienmarktes flexibel genutzt werden können.

notierte, verteuerte sie sich nach einigen Kursschwankungen bis zum Jahresende auf 0,89 britische Pfund zu 1,00 Euro. Mit einem Jahresmittel von 0,88 britischen Pfund zu 1,00 Euro gewann der Kurs um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Dabei stützen die Fundamentaldaten zur britischen Wirtschaftsentwicklung den Kurs des britischen Pfundes, da die befürchtete Rezession nach dem Brexit-Votum im Jahr 2016 bislang ausblieb.

17 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

18 Nielsen Brutto Werbemarkt, Dezember 2017

19 Nielsen Brutto-Werbemarkt, Dezember 2017

20 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

21 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

22 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

23 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

24 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

25 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

26 Europäische Zentralbank (EZB)

Vergleich des prognostizierten mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

Wir haben die im Vorjahresbericht formulierten Prognosen für das Geschäftsjahr 2017 seinerzeit aus einer vorsichtig optimistischen Einschätzung zur Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgeleitet. Allerdings unterliegen Jahresprognosen in unserer Branche aufgrund des häufig kurzfristigen Buchungsverhaltens unserer Kunden, eines schnell wechselnden Marktsentiments sowie konjunktureller Schwankungen naturgemäß größeren Unwägbarkeiten. Die im Rahmen unserer Prognose unterstellte Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist in weiten Teilen wie erwartet eingetreten. Unsere für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 gesetzten Ziele sehen wir allesamt als erreicht bzw. einige sogar als übertroffen an.

Prognostizierte Ergebnisse für 2017
im Geschäftsbericht 2016
Tatsächlich erzielte Ergebnisse
im Geschäftsjahr 2017
Organisches Wachstum Wachstum im mittleren bis oberen
einstelligen Bereich
8,7%
Operational EBITDA Anstieg auf über 320 Millionen Euro 331,2 Millionen Euro
Operational EBITDA-Marge Nahezu unverändert (2016: 24,9%) 24,6%
ROCE Nahezu unverändert (2016: 16,9%) 17,6%
Konzernergebnis Sichtbarer Anstieg
(2016: 66,8 Millionen Euro)
98,8 Millionen Euro
Bereinigtes Konzernergebnis Anstieg auf über 175 Millionen Euro 183,6 Millionen Euro
Free Cash-Flow
(vor M&A-Transaktionen)
Anstieg auf 145 Millionen Euro 146,2 Millionen Euro
Leverage Ratio Weiterer sichtbarer Rückgang (unter Vorbe
halt von M&A-Transaktionen) (2016: 1,17)
1,38 (bei erheblichen M&A-Transaktionen)

Ertragslage des Konzerns

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
In Mio. EUR 2017 2016
Umsatzerlöse 1.331,0 1.123,3
EBITDA 310,2 251,6
Operational EBITDA 331,2 282,8
EBIT 126,7 85,3
Finanzergebnis –8,9 –10,0
Ergebnis vor Steuern 117,8 75,3
Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag –19,0 –8,5
Konzernergebnis 98,8 66,8

Die Ertragslage der Ströer Gruppe wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr – wie schon in den Jahren zuvor – maßgeblich von einem merklichen Anstieg der operativen Geschäftstätigkeit geprägt, in deren Folge auch die Umsatzerlöse kräftig zulegten. Bezifferte sich der Umsatz im Jahr 2016 noch auf 1.123,3 Millionen Euro, so fiel er im Geschäftsjahr 2017 mit 1.331,0 Millionen Euro um 207,8 Millionen Euro höher aus. Dieses Wachstum resultierte einerseits aus weiteren Unternehmenserwerben, die sowohl das Geschäft mit digitalen Medien als auch den Einstieg in das Dialogmarketing sowie Ergänzungen im OOH-Geschäft betrafen. Andererseits machten sich aber auch die organischen Umsatzzuwächse im Digitalsowie im deutschen OOH-Geschäft spürbar positiv bemerkbar. Lediglich im Segment OOH International verlief das Geschäftsjahr vornehmlich aufgrund der makroökonomischen Gesamtlage in der Türkei weniger erfreulich. Insgesamt wurde dieser nachteilige Effekt aber vor allem durch die eingangs beschriebenen kräftigen Wachstumsimpulse im deutschen Digital- und OOH-Geschäft bei weitem überkompensiert. Über alle Segmente hinweg belief sich damit das ausgewiesene Umsatzwachstum auf 18,5 Prozent und das organische Umsatzwachstum auf 8,7 Prozent.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Außenumsätze nach Segmenten dar:

In Mio. EUR 2017 2016
Ströer Digital 704,1 509,6
OOH Deutschland 527,0 490,4
OOH International 114,0 135,2
Überleitung at-Equity
(IFRS 11)
–14,0 –11,9
Summe 1.331,0 1.123,3

Im Hinblick auf die geografische Zusammensetzung des Konzernumsatzes war in 2017 eine weitere Verlagerung des Schwerpunktes auf das Inland zu verzeichnen. So sind die inländischen Umsätze (ohne at-Equitybilanzierte Unternehmen) um 194,2 Millionen Euro auf 1.142,8 Millionen Euro angestiegen, wohingegen die ausländischen Umsätze nur um 13,5 Millionen Euro auf 188,3 Millionen Euro anzogen. Prozentual belief sich damit der Anteil der Auslandsumsätze auf 14,1 Prozent (Vj.: 15,6 Prozent).

Die Umsatzentwicklung in der Außenwerbung und der digitalen Werbevermarktung unterliegt generell ähnlichen saisonalen Schwankungen wie die der gesamten übrigen Medienbranche. Dies beeinflusst auch die unterjährige Entwicklung der Ströer Gruppe. Während das zweite und das vierte Quartal grundsätzlich durch höhere Umsatz- und Ergebnisbeiträge geprägt sind, fallen das erste und das dritte Quartal regelmäßig schwächer aus. Dieses Muster wird in der nachfolgenden Tabelle deutlich, aus der die quartalsweisen Verteilungen von Umsatz und Operational EBITDA hervorgehen.

Umsatzentwicklung nach Quartalen

In Mio. EUR
Q1 281,2
Q2 316,2
Q3 312,1
Q4 421,5
Q1–Q4 1.331,0

Operational EBITDA-Entwicklung nach Quartalen

In Mio. EUR
Q1 55,6
Q2 80,3
Q3 73,1
Q4 122,2
Q1–Q4 331,2

Mit den oben beschriebenen Umsatzzuwächsen gingen gleichzeitig auch höhere Umsatzkosten einher. Waren im Vorjahr noch 761,4 Millionen Euro zu Buche geschlagen, so sind diese Kosten im Jahr 2017 mit 893,1 Millionen Euro um knapp 131,8 Millionen Euro höher ausgefallen. Ausschlaggebend für diesen Zugang waren vorrangig die erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Aber auch die umsatzinduziert höheren Publisher-Vergütungen im Digital-Geschäft sowie gestiegene Pachtaufwendungen im deutschen OOH-Geschäft sind dabei merklich ins Gewicht gefallen. In Summe bewegte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz mit 437,9 Millionen Euro um 76,0 Millionen Euro über dem Vorjahr. Die Bruttoergebnismarge lag bei 32,9 Prozent (Vj.: 32,2 Prozent).

Die anhaltende Expansion der Ströer Gruppe spiegelte sich nicht zuletzt auch in den Vertriebs- und Verwaltungskosten sichtbar wider, die mit 336,9 Millionen Euro um 55,2 Millionen Euro über dem Vorjahr lagen. Dabei war der Anstieg in erster Linie den zusätzlichen Aufwendungen aus den neu erworbenen Unternehmen geschuldet. Zudem führte auch der fortgesetzte Ausbau der lokalen Vertriebsorganisation für digitale und OOH-Produkte in Deutschland zu nennenswerten Kostensteigerungen. Insgesamt bezifferte sich die Vertriebs- und Verwaltungskostenquote auf 25,3 Prozent (Vj.: 25,1 Prozent) (Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen in Relation zu den Umsatzerlösen). Ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben währenddessen mit 50,0 Millionen Euro (Vj.: 34,9 Millionen Euro) die sonstigen betrieblichen Erträge, deren Anstieg insbesondere den Gewinn aus dem Verkauf des Vitalsana-Geschäfts (12,0 Millionen Euro) reflektiert. Im Gegensatz dazu bewegte sich der sonstige betriebliche Aufwand mit 30,1 Millionen Euro (Vj.: 34,4 Millionen Euro) um 4,3 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. In diesem Zusammenhang haben wir – wie schon im Vorjahr – eine Abwertung auf den Goodwill unseres türkischen OOH-Geschäfts vorgenommen (10,5 Millionen Euro (Vj.: 10,1 Millionen Euro)). Kontinuierlich im Aufwärtstrend präsentierte sich unterdessen das Ergebnis aus at-Equitybilanzierten Unternehmen, das mit 5,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr weiter hinzugewonnen hat (Vj.: 4,7 Millionen Euro). In Summe konnte die Gruppe damit vor dem Hintergrund der verbesserten operativen Geschäftstätigkeit sowohl im EBIT wie auch im Operational EBITDA neue Spitzenwerte markieren: Während das EBIT um 41,3 Millionen Euro auf 126,7 Millionen Euro kletterte, legte das Operational EBITDA sogar um 48,4 Millionen Euro auf 331,2 Millionen Euro zu. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) belief sich auf 17,6 Prozent (Vj.: 16,9 Prozent).

Auch mit Blick auf das Finanzergebnis erzielte die Ströer Gruppe weitere Fortschritte. Während sich einerseits die im Dezember 2016 neu verhandelten, günstigeren Zinskonditionen im Facility Agreement positiv bemerkbar machten, waren andererseits zudem die Vorjahreszahlen noch durch einmalige Effekte im Rahmen der vorzeitigen Tilgung eines Term Loans belastet. Im Saldo verbesserte sich das Finanzergebnis bei gleichzeitig gestiegenen Verbindlichkeiten von 10,0 Millionen Euro auf 8,9 Millionen Euro.

Bedingt durch die substanziellen Verbesserungen in der Ertragslage der gesamten Gruppe ist auch die steuerliche Bemessungsgrundlage sichtbar höher ausgefallen, sodass der Steueraufwand im abgelaufenen Geschäftsjahr mit –19,0 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr merklich zugelegt hat (Vj.: –8,5 Millionen Euro).

Beflügelt durch die ausgezeichnete Entwicklung der gesamten Gruppe ist das Konzernergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr von 66,8 Millionen Euro auf einen neuen Rekordwert von 98,8 Millionen Euro angestiegen. Auch das bereinigte Konzernergebnis konnte in nicht unerheblichem Maße gesteigert werden und bewegte sich mit 183,6 Millionen Euro um 29,9 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Damit hat die Ströer Gruppe ihren profitablen Wachstumskurs einmal mehr in beeindruckender Weise unter Beweis gestellt und kann daher insgesamt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurückblicken.

Finanz- und Vermögenslage

Gesamtaussage zur Finanz- und Vermögenslage

Die Finanz- und Vermögenslage der Ströer Gruppe stellt sich als sehr ausgewogen und solide dar. So hat sich unter anderem die finanzielle Flexibilität der gesamten Gruppe deutlich dadurch erhöht, dass die freien Kreditlinien im Rahmen der bestehenden Kreditfazilität auf 585,5 Millionen Euro (Vj.: 371,4 Millionen Euro) angestiegen sind. Zum Stichtag standen damit unter Berücksichtigung der vorhandenen Zahlungsmittel insgesamt freie Finanzierungsspielräume in Höhe von 670,5 Millionen Euro (Vj.: 435,5 Millionen Euro) zur Verfügung. Auch der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und Operational EBITDA) bewegte sich trotz umfangreicher M&A-Investitionen mit 1,38 auf einem weiterhin äußerst erfreulichen Niveau (Vj.: 1,17). Neben dieser langfristig gesicherten Außenfinanzierung präsentierte sich auch die Innenfinanzierungskraft der Gruppe unverändert positiv: Während der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) mit 146,2 Millionen Euro gegenüber dem bereits sehr guten Wert des Vorjahres (Vj.: 138,5 Millionen Euro) trotz erheblicher Einmalauszahlungen nochmals gesteigert werden konnte, legte der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit mit 252,4 Millionen Euro sogar noch deutlicher zu (Vj.: 236,3 Millionen Euro). Zusammen mit einer nach wie vor sehr robusten Eigenkapitalquote von 35,6 Prozent (Vj.: 38,0 Prozent) ergibt sich damit zum 31. Dezember 2017 ein unverändert überzeugendes und sehr solides Gesamtbild der Finanz- und Vermögenslage.

Grundzüge der Finanzierungsstrategie

Ströer verfolgt konsequent eine konservative und langfristig ausgerichtete Finanzierungsstrategie. Die Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Ströer Gruppe. Dies gewährleisten wir durch eine Auswahl von Finanzierungsinstrumenten, bei denen Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditauflagen und das Fälligkeitsprofil angemessen berücksichtigt werden.

Zu den wesentlichen Zielen des Finanzmanagements der Ströer Gruppe gehören:

  • Sicherung der Liquidität und deren gruppenweite effiziente Steuerung
  • Erhaltung und laufende Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns
  • Reduktion der finanziellen Risiken, auch unter Einsatz von Finanzinstrumenten
  • Optimierung der Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital

Die Finanzierung der Ströer Gruppe ist strukturell so ausgestaltet, dass sie ein ausreichendes Maß an unternehmerischer Flexibilität ermöglicht, um dadurch angemessen auf Markt- bzw. Wettbewerbsveränderungen reagieren zu können. Daneben sehen wir in der kontinuierlichen Optimierung unserer Finanzierungskosten und Kreditauflagen sowie in der Diversifikation der Kapitalgeber weitere wichtige Finanzierungsziele.

Im Rahmen unserer Finanzierung achten wir auf ein angemessenes Fälligkeitsprofil unserer Finanzverbindlichkeiten sowie auf ein angemessenes, stabiles Portfolio von Kreditinstituten und Finanzintermediären, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir operieren dabei auf Basis verbindlicher Standards, die Fremdkapitalgebern Transparenz und Fairness gewährleisten. In der Zusammenarbeit mit unseren kreditgebenden Banken ist uns der Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Beziehung besonders wichtig. Unsere externen Finanzierungsspielräume und unsere finanzielle Flexibilität beruhen im Wesentlichen auf zwei Bausteinen: Der erste Baustein setzt sich aus mehreren Schuldscheindarlehen zusammen, welche die Ströer SE & Co. KGaA im Juni 2016 und im Oktober 2017 am Kapitalmarkt platziert hat und die zum 31. Dezember 2017 mit einem Volumen von 145,0 Millionen Euro bzw. 350,0 Millionen Euro valutierten. Diese Darlehen bestehen aus mehreren Tranchen, die größtenteils eine Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren haben und in einem Umfang von 207,0 Millionen Euro einer fixen Verzinsung unterliegen. Durch die Platzierung dieser Darlehen konnte die Investorenbasis in nennenswertem Umfang diversifiziert werden. Zudem haben wir mithilfe dieser Schuldscheindarlehen die Inanspruchnahme unter der bestehenden Kreditfazilität entsprechend reduziert und unsere finanzielle Flexibilität merklich ausgeweitet.

Der zweite Baustein besteht aus einer – im Dezember 2016 mit einem Bankensyndikat neu verhandelten – Kreditfazilität in Höhe von 600,0 Millionen Euro, deren Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Millionen Euro ausgeweitet werden kann. Im Rahmen der neu ausgehandelten Fazilität war neben einer weiteren Verbesserung der Konditionen auch die Dokumentation an den Investment Grade Status der Ströer Gruppe angepasst worden. Die Laufzeit der neuen Finanzierung belief sich ursprünglich auf fünf Jahre bis zum Dezember 2021, wobei zum Ende des ersten und des zweiten Jahres die Möglichkeit der Verlängerung um jeweils ein weiteres Jahr bestand. Im November 2017 wurde mit den beteiligten Banken die erste Verlängerung bis zum Dezember 2022 vereinbart. Das gesamte Volumen in Höhe von 600,0 Millionen Euro ist als flexible Revolving Facility ausgestaltet, wodurch die Ströer Gruppe über eine enorme finanzielle Flexibilität verfügt.

Für beide Finanzierungsbausteine gilt, dass die Vergabe der Darlehensmittel unbesichert erfolgte. Die Kreditauflagen (Financial Covenants) entsprechen in allen Fällen den marktüblichen Usancen und betreffen die Kennzahl "Leverage Ratio", die zum Jahresende mit deutlichem Abstand eingehalten wurde. Die für die Umsetzung dieser beiden Bausteine angefallenen Kosten werden über die jeweilige Laufzeit der Verträge amortisiert. Der Ströer Konzern kann damit auf eine sehr flexible, langfristig stabile Finanzierung mit niedrigen Fremdkapitalkosten zurückgreifen. Zum 31. Dezember 2017 standen aus den nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien unter der Kreditfazilität einschließlich des bestehenden Kassensaldos (85,0 Millionen Euro) insgesamt frei verfügbare Finanzierungsspielräume in Höhe von 670,5 Millionen Euro (Vj.: 435,5 Millionen Euro) zur Verfügung.

Am Bilanzstichtag vereinte keine Bank mehr als 10 Prozent aller in Anspruch genommenen Kreditbeträge in der Ströer Gruppe auf sich, wodurch sich eine ausgewogene Diversifizierung der Kreditbereitstellung ergibt. Als Bestandteil der Finanzierungsstrategie setzt sich der Vorstand zudem regelmäßig mit der möglichen Absicherung der verbliebenen Zinsänderungsrisiken durch den zusätzlichen Einsatz von Festzinsderivaten auseinander.

Im Cash-Management konzentrieren wir uns auf die Steuerung unserer Liquidität sowie die Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns. Dabei wird der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften – soweit nicht über deren Innenfinanzierung abbildbar – prinzipiell über interne Darlehensbeziehungen im Rahmen von automatisiertem Cash-Pooling abgedeckt. Im Ausnahmefall werden auch Kreditlinien mit lokal ansässigen Banken vereinbart, um rechtlichen, steuerlichen oder betrieblichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Diesem Leitgedanken entsprechend erfolgte die Finanzierung der Tochtergesellschaften auch im Jahr 2017 hauptsächlich über die Konzernholding. Auf Konzernebene werden die in den einzelnen Einheiten bestehenden Liquiditätsüberschüsse – soweit rechtlich möglich – zusammengeführt. Über die Konzernholding stellen wir jederzeit sicher, dass der Finanzierungsbedarf der einzelnen Konzerngesellschaften adäquat gedeckt wird.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) der Ströer Gruppe ist vor dem Hintergrund der unverkennbar positiven Ergebnisentwicklung trotz umfangreicher M&A-Auszahlungen und trotz einer ausgeweiteten Investitionstätigkeit in sonstige Wachstumsprojekte nur leicht von 1,17 auf 1,38 angestiegen. Im Jahr 2017 haben die Ströer SE & Co. KGaA sowie ihre Konzerngesellschaften alle Kreditauflagen und Verpflichtungen aus Finanzierungsverträgen erfüllt.

Zunehmend steigende Eigenkapitalanforderungen an die Banken wirken sich insbesondere auch auf das Kreditgeschäft aus. Daher beabsichtigen wir mittelfristig, unsere derzeit stark auf Banken ausgerichtete Finanzierungsstruktur zugunsten einer stärker kapitalmarktorientierten Verschuldung zu diversifizieren. Dafür werden wir wiederkehrend im Rahmen unseres Finanzierungsmanagements verschiedene alternative Finanzierungsoptionen (wie z. B. Begebung von Unternehmensanleihen) prüfen und dabei auch die weitere Optimierung des Fristigkeitsprofils unserer Finanzschulden berücksichtigen.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente hat der Ströer Konzern nur in geringem Umfang und opportun in Anspruch genommen. Wir nutzen operatives Leasing primär zur Finanzierung unserer Firmenfahrzeuge sowie – insbesondere bei neu erworbenen Unternehmen – für Büroflächen und sonstiges Anlagevermögen. Aufgrund des geringen Umfangs hat das operative Leasing aber keinen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns.

Finanzlage

In Mio. EUR 2017 2016
Cash-Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit
252,4 236,3
Einzahlungen aus Abgängen
von immateriellen Vermögens
werten und Sachanlagen
11,8 3,4
Auszahlungen für Investitio
nen in immaterielle Vermö
genswerte und Sachanlagen
–117,9 –101,3
Auszahlungen für Investi
tionen in at-Equity-bilan
zierte Unternehmen und
Finanzanlagevermögen
–1,9 –1,3
Einzahlungen aus dem
Verkauf von konsolidierten
Unternehmen
15,1 0
Auszahlungen für den
Kauf von konsolidierten
Unternehmen
–145,4 –138,9
Cash-Flow aus
Investitionstätigkeit
–238,5 –238,0
Free Cash-Flow 13,9 –1,7
Cash-Flow aus
Finanzierungstätigkeit
6,9 9,3
Mittelveränderung 20,8 7,7
Zahlungsmittel am Ende
der Periode
85,0 64,2
Free Cash-Flow
(vor M&A-Transaktionen)
146,2 138,5

Liquiditäts- und Investitionsanalyse

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von 236,3 Millionen Euro auf 252,4 Millionen Euro angestiegen. Mit diesem Zuwachs reflektiert er in erster Linie die überaus positive Entwicklung im EBITDA und damit im operativen Geschäft der Gruppe. Demgegenüber sind vor allem die um 11,9 Millionen Euro höheren Steuerzahlungen nachteilig ins Gewicht gefallen, die insbesondere die Geschäftsjahre bis 2015 betrafen. Ebenfalls dämpfend haben sich Auszahlungen in Höhe von 11,4 Millionen Euro bemerkbar gemacht, die im Rahmen der Inanspruchnahme von Restrukturierungsrückstellungen zu leisten waren.

Im Gegensatz dazu bewegte sich der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit mit einem Auszahlungssaldo von 238,5 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau. Von diesen Auszahlungen entfiel mit 130,4 Millionen Euro abermals ein wesentlicher Teil auf unsere M&A-Aktivitäten (Vj.: 138,9 Millionen Euro). Dabei lag der Schwerpunkt der Investitionen im Berichtsjahr auf dem Bereich Dialogmarketing (Avedo, Ranger), wohingegen es im Vorjahr noch überwiegend die Bereiche Abonnement und E-Commerce (Statista, ASAM) waren. Des Weiteren sind unsere Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Zuge der anhaltenden Expansion weiter angestiegen. In Summe belief sich der Free Cash-Flow vor M&A-Transaktionen auf 146,2 Millionen Euro (Vj.: 138,5 Millionen Euro) und der Free Cash-Flow auf 13,9 Millionen Euro (Vj.: –1,7 Millionen Euro).

Vor dem Hintergrund der gestiegenen operativen Liquiditätszuflüsse bei gleichzeitig nahezu unverändertem Cash-Flow aus Investitionstätigkeit bewegte sich der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 6,9 Millionen Euro auf einem relativ niedrigen Niveau (Vj.: 9,3 Millionen Euro). Mit Blick auf die Zusammensetzung des Cash-Flows kamen dabei zum einen die Auszahlungen für Dividenden mit 65,5 Millionen Euro zum Tragen, von denen 60,8 Millionen Euro an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA ausgeschüttet wurden. Zum anderen machten sich mit 27,9 Millionen Euro auch die Erwerbe weiterer Anteile an Unternehmen bemerkbar, die bereits mehrheitlich zur Ströer Gruppe gehörten. Schließlich wurden zur Tilgung fälliger Finanzverbindlichkeiten sowie zur weiteren Finanzierung der Expansionsstrategie Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von 376,6 Millionen Euro herangezogen.

Insgesamt verfügte die Ströer Gruppe zum Ende des Geschäftsjahres über Zahlungsmittel in Höhe von 85,0 Millionen Euro (Vj.: 64,2 Millionen Euro), was einem Anstieg von 20,8 Millionen Euro entspricht.

Finanzstrukturanalyse

Die Finanzierung der Ströer Gruppe bestand zum Jahresende 2017 zu 75,4 Prozent (Vj.: 72,5 Prozent) aus Eigen- und langfristigem Fremdkapital. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 462,0 Millionen Euro (Vj.: 475,0 Millionen Euro) sind auch weiterhin zu weit mehr als 100,0 Prozent durch kurzfristige Vermögenswerte von 330,8 Millionen Euro (Vj.: 284,8 Millionen Euro) sowie langfristig im Rahmen des Credit Facility Agreements zugesagte, freie Kreditlinien in Höhe von 585,5 Millionen Euro (Vj.: 371,4 Millionen Euro) fristenkongruent finanziert.

Mit Blick auf die kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten verzeichnete die Ströer Gruppe zum 31. Dezember 2017 einen Gesamtbetrag in Höhe von 644,8 Millionen Euro (Vj.: 517,8 Millionen Euro), deren Anstieg zum weitaus größten Teil auf die höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen ist.

Die Ermittlung der Nettoverschuldung, des Operational EBITDA und damit auch des dynamischen Verschuldungsgrads folgt der internen Berichtsstruktur im Ströer Konzern. Vor diesem Hintergrund werden jene vier at-Equity-bilanzierten Unternehmen, an denen Ströer 50,0 Prozent der Anteile hält, unverändert wie in den Vorjahren anteilig in diese Kennzahlen einbezogen. Dementsprechend wurden diese drei Kennzahlen durch die Umstellung auf IFRS 11 wie in den Vorjahren nicht beeinflusst.

In Mio. EUR 31.12.2017 31.12.2016
(1) Verbindlichkeiten
aus Facility
Agreement
0,0 215,1
(2) Verbindlichkeiten
aus Schuldschein
darlehen1
493,9 144,5
(3) Verbindlichkeiten
zum Erwerb eige
ner EK-Instrumente
96,5 115,3
(4) Verbindlichkeiten
aus Dividenden an
nicht beherrschen
de Gesellschafter
5,3 0,0
(5) Sonstige Finanz
verbindlichkeiten
49,1 43,1
(1)+(2)+(3)
+(4)+(5)
Summe Finanz
verbindlichkeiten
644,8 518,0
(1)+(2)+(4)+(5) Summe Finanz
verbindlichkeiten
ohne Verbind
lichkeiten zum
Erwerb eigener
EK-Instrumente
548,3 402,7
(6) Zahlungsmittel 85,0 64,2
(7) Anpassung IFRS 11 6,2 8,3
(1)+(2)+(4)
+(5)–(6)–(7)
Nettover
schuldung
457,1 330,3
Dynamischer Verschuldungsgrad 1,4 1,2
Eigenkapitalquote (in %) 35,6 38,0

1 Im Rahmen der Platzierung des Schuldscheindarlehens war die Auszahlung einer Tranche in Höhe von 25,0 Millionen Euro für den Oktober 2016 vorgesehen und an den Eintritt bestimmter Bedingungen geknüpft. Da diese Bedingungen nicht eingetreten sind, hat die Auszahlung wie vereinbart nicht stattgefunden.

Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bezifferte sich der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und Operational EBIT-DA) auf 1,38, was einer leichten Erhöhung gegenüber dem sehr guten Wert des Vorjahres entspricht (Vj.: 1,17). Ausgangspunkt dieser Entwicklung waren weitgehend die Unternehmenserwerbe im zweiten Halbjahr 2017, deren Kaufpreisfinanzierung sich in voller Höhe in der Nettoverschuldung bemerkbar gemacht hat, während deren positiver Operational EBITDA-Beitrag bis zum Stichtag nur zeitanteilig Berücksichtigung fand. Insgesamt bewegte sich der dynamische Verschuldungsgrad zum Ende des Geschäftsjahres 2017 jedoch weiterhin auf einem äußerst erfreulichen Niveau.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen im Geschäftsjahr 2017 leicht von 223,1 Millionen Euro auf 215,1 Millionen Euro zurück und lagen damit im Rahmen der normalen Schwankungsbreite. Demgegenüber war in den Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern ein Anstieg von 37,3 Millionen Euro auf 49,8 Millionen Euro zu vermelden. Ursächlich dafür waren gestiegene steuerliche Bemessungsgrundlagen im Rahmen der deutlich verbesserten Profitabilität. Verglichen mit dem Vorjahr zeigten sich die sonstigen Verbindlichkeiten hingegen nur unwesentlich erhöht, wobei rückläufige Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer durch andere, kleinere Effekte überlagert wurden.

Ausgehend von einem beträchtlich gestiegenen Konzernergebnis in Höhe von 98,8 Millionen Euro (Vj.: 66,8 Millionen Euro) hat auch das Eigenkapital der Gruppe zugelegt. Dabei wurde das Konzernergebnis einerseits durch die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 60,8 Millionen Euro (Vj.: 38,7 Millionen Euro) sowie andererseits durch die Währungskurseffekte unserer ausländischen Geschäftsbereiche teilweise kompensiert. Insgesamt ergab sich zum Ende des Geschäftsjahres ein Eigenkapital von 668,2 Millionen Euro (Vj.: 657,9 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote ging im Rahmen der gestiegenen Bilanzsumme leicht von 38,0 Prozent auf 35,6 Prozent zurück.

Kosten der Kapitalstruktur

Die Kapitalkosten im Ströer Konzern stellen risikoadjustierte Renditeforderungen dar und werden für Bewertungszwecke im Konzernabschluss nach dem Capital Asset Pricing Model und dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) bestimmt. Die Eigenkapitalkosten werden als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkosten legen wir Renditen von langfristigen Unternehmensanleihen zugrunde. Um den unterschiedlichen Rendite-/Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Geschäftsbereiche individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern.

Vermögenslage

48

Konzernbilanz
In Mio. EUR 31.12.2017 31.12.2016
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 1.543,8 1.445,0
Kurzfristige Vermögenswerte 330,8 284,8
Bilanzsumme 1.874,6 1.729,8
Passiva
Eigenkapital 668,2 657,9
Langfristige Verbindlichkeiten 744,4 597,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 462,0 475,0
Bilanzsumme 1.874,6 1.729,8

Vermögensstrukturanalyse

Bedingt durch die weiteren Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2017 ist die Bilanzsumme der Ströer Gruppe von 1.729,8 Millionen Euro auf 1.874,6 Millionen Euro angewachsen.

In puncto langfristige Vermögenswerte betrafen die Zugänge vornehmlich die immateriellen Vermögenswerte, die mit 1.217,6 Millionen Euro um knapp 69,3 Millionen Euro über dem Vorjahr lagen. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren vorrangig die M&A-Transaktionen im Bereich des Dialogmarketings. Gleichzeitig sind die Sachanlagen mit 258,9 Millionen Euro um etwa 28,1 Millionen Euro höher als im Vorjahr ausgefallen, wobei deren Zugänge in erster Linie den Investitionen in das Werbeträger-Portfolio geschuldet waren.

Ebenfalls in nennenswertem Umfang angestiegen sind die kurzfristigen Vermögenswerte, die sich zum Stichtag auf 330,8 Millionen Euro bezifferten (Vj.: 284,8 Millionen Euro). Maßgeblich zu diesem Anstieg beigetragen haben insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+43,3 Millionen Euro), die zu einem großen Teil aus den neu erworbenen Unternehmen herrührten. Gegenläufig entwickelten sich unter anderem die sonstigen Vermögenswerte (–19,8 Millionen Euro), denen vor allem rückläufige Forderungen aus Vorsteuer zugrunde lagen.

Zum nicht bilanzierten Vermögen des Ströer Konzerns zählt ein erheblicher Bestand an selbst geschaffenen Werberechtskonzessionen mit Kommunen und privaten Vermietern. Hintergrund ist, dass nur solche Werbenutzungsrechte als immaterielle Vermögenswerte bilanziert werden, die im Rahmen von Unternehmenskäufen erworben wurden. Auf der Absatzseite verfügen wir aufgrund unserer starken Marktposition darüber hinaus über ein breit aufgestelltes Portfolio an tragfähigen Kundenbeziehungen. Von diesen Kundenbeziehungen ist der größte Teil ebenfalls als nicht bilanziertes Vermögen einzustufen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen beliefen sich per 31. Dezember 2017 auf 1.456,2 Millionen Euro (Vj.: 1.028,0 Millionen Euro) und betrafen sowohl Verpflichtungen aus noch nicht abgeschlossenen Investitionen als auch Miet- und Leasingverhältnisse auf Basis von Operating-Lease-Verträgen. Letztere sind aufgrund der gewählten Vertragsstrukturen nicht im Anlagevermögen zu bilanzieren.

Ertragslage Segmente

Ströer Digital

In Mio. EUR 2017 2016 Veränderung
Segmentumsatz, davon 710,2 514,8 195,4 37,9%
Display1 275,9 261,7 14,2 5,4%
Video 121,2 105,6 15,6 14,8%
Transactional1 313,1 147,5 165,6 >100%
Operational EBITDA 186,7 145,4 41,3 28,4%
Operational EBITDA-Marge 26,3% 28,2% –2,0 Prozentpunkte

1 Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Zuordnung kleinerer Geschäftseinheiten zwischen den Produktgruppen Display und Transactional angepasst. Zu Zwecken der Vergleichbarkeit wurden die Beträge für das Jahr 2016 entsprechend rückwirkend angepasst.

Das Segment Ströer Digital konnte seine Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2017 über alle Produktgruppen hinweg weiter ausbauen. Wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben nicht zuletzt auch unsere Investitionen in andere digitale Geschäftsmodelle. Hierzu zählen neben jenen Akquisitionen, die wir im Vorjahr auf dem Gebiet der Abonnement- und E-commerce-Modelle getätigt haben, auch die im abgelaufenen Geschäftsjahr vollzogenen Unternehmenserwerbe im Bereich des Dialogmarketings. Die zugehörigen Umsatzbeiträge dieser Investitionen sind allesamt in die neue Produktgruppe Transactional eingegangen. Vor dem Hintergrund der fortlaufenden Ergänzungs- und Erweiterungsinvestitionen sind die Segmentzahlen insgesamt jedoch nur bedingt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. Im Berichtszeitraum wurde die Integration und gezielte Restrukturierung der neu erworbenen Unternehmen weiter vorangetrieben. Dabei gelingt es immer wieder, sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite von Skalen- bzw. Synergie-Effekten zu profitieren.

Out-of-Home Deutschland

In Mio. EUR 2017 2016 Veränderung
Segmentumsatz, davon 538,7 501,2 37,5 7,5%
Großformate 238,4 231,2 7,2 3,1%
Street Furniture 153,4 141,5 11,9 8,4%
Transport 62,1 61,1 1,0 1,6%
Sonstige 84,8 67,4 17,4 25,8%
Operational EBITDA 151,3 137,1 14,2 10,4%
Operational EBITDA-Marge 28,1% 27,4% 0,7 Prozentpunkte

Für die Berichterstattung über die einzelnen Segmente in der Ströer Gruppe gilt der Management-Ansatz im Sinne des IFRS 8, wonach die externe Segmentberichterstattung der internen Berichtsstruktur folgen soll. Die interne Berichtsstruktur des Ströer Konzerns basiert auf dem Konzept der anteiligen Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen. Vor diesem Hintergrund gehen die Ergebnisbeiträge von vier Gemeinschaftsunternehmen trotz der Änderungen des IFRS 11 wie schon in den Vorjahren zu 50 Prozent in die in diesem Abschnitt gezeigten Kennzahlen des Segments Out-of-Home Deutschland ein. Die übrigen Segmente bleiben von diesem Ansatz unberührt, da in deren Portfolio keine Gemeinschaftsunternehmen enthalten sind.

Das Geschäftsjahr 2017 gestaltete sich für das Segment OOH Deutschland überaus erfolgreich. Zu diesem Erfolg beigetragen haben sowohl unser Geschäft mit nationalen wie auch das Geschäft mit regionalen Kunden, wobei letzteres in nicht unerheblichem Maße vom weiteren Ausbau der lokalen Vertriebsorganisation profitieren konnte.

Mit Blick auf die Umsatzerlöse wurden sämtliche Produktgruppen – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – vom positiven Momentum in unserem deutschen Außenwerbegeschäft beflügelt. So erzielte der Bereich Großformate, der sowohl nationale wie auch regionale Kundengruppen adressiert, seine Zuwächse überwiegend aufgrund einer weiterhin robusten Nachfrage nach klassischen Außenwerbeprodukten sowie infolge unserer nachhaltig verstärkten Vertriebsaktivitäten. Auf Jahressicht erreichte die Produktgruppe nach anfänglichen Schwierigkeiten im ersten Quartal einen Umsatz von 238,4 Millionen Euro

(Vj.: 231,2 Millionen Euro). Noch deutlicher zulegen konnte die Produktgruppe Street Furniture, deren Kunden vermehrt national und international ausgerichtet sind. Dabei beruhte der Anstieg von 141,5 Millionen Euro auf 153,4 Millionen Euro primär auf einer insgesamt stärkeren Nachfrage der Media-Agenturen nach diesem Werbeformat. Demgegenüber machte sich im Bereich Transport, dessen Umsätze sich auf insgesamt 62,1 Millionen Euro bezifferten (Vj.: 61,1 Millionen Euro), die zunehmende Geschäftstätigkeit mit lokalen und regionalen Kunden positiv bemerkbar. Auch die Produktgruppe Sonstige konnte von den gestiegenen lokalen Vertriebsaktivitäten profitieren, denn gerade unsere lokalen und regionalen Kunden fragen traditionell mehr Full-Service-Leistungen (inklusive der Produktion von Werbematerialien) nach, als dies bei national agierenden Kunden der Fall ist. Des Weiteren steuerte auch das Geschäft mit unserem neuen Produkt Roadside Screen stetig wachsende Umsätze mit lokalen Kunden bei. Schließlich wurden in dieser Produktgruppe auch die Umsätze (7,4 Millionen Euro) aus den im vierten Quartal für das deutsche OOH Segment neu erworbenen Unternehmen ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um Abrundungen unseres Produktportfolios, die sich den klassischen Außenwerbekategorien nicht zuordnen ließen. In Summe beliefen sich damit die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr für diese Produktgruppe auf 84,8 Millionen Euro (Vj.: 67,4 Millionen Euro).

Korrespondierend mit den stetig wachsenden Umsatzerlösen verzeichnete das Segment auch einen weiteren Anstieg der Umsatzkosten, wobei in diesem Zusammenhang insbesondere die umsatzabhängigen Pachtaufwendungen sowie gestiegene Produktionskosten und sonstige Direktkosten aus den Unternehmenserwerben zu Buche schlugen. Alles in allem konnte das Segment aber einen sehr erfreulichen Zuwachs im Operational EBITDA vermelden, welches sich mit 151,3 Millionen Euro spürbar über dem Vorjahr bewegte (Vj.: 137,1 Millionen Euro).

Auch die Operational EBITDA-Marge lag mit 28,1 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau (Vj.: 27,4 Prozent).

Out-of-Home International

In Mio. EUR 2017 2016 Veränderung
Segmentumsatz, davon 114,2 135,6 –21,4 –15,8%
Großformate 90,9 110,2 –19,3 –17,5%
Street Furniture 15,5 19,0 –3,5 –18,5%
Sonstige 7,8 6,4 1,4 21,7%
Operational EBITDA 16,5 21,2 –4,7 –22,1%
Operational EBITDA-Marge 14,5% 15,7% –1,2 Prozentpunkte

Im Segment OOH International sind unsere türkischen und polnischen Außenwerbeaktivitäten sowie das in der BlowUP-Gruppe gebündelte westeuropäische Riesenpostergeschäft zusammengefasst.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das Segment OOH International Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 114,2 Millionen Euro (Vj.: 135,6 Millionen Euro). Dieser Rückgang war vor allem auf die Beendigung des unprofitablen Vermarktungsvertrags für die Stadt Istanbul im Juni 2017 zurückzuführen. Mit diesem Schritt haben wir einen Teil der von uns eingeleiteten ergebnissichernden Maßnahmen umgesetzt, um auf die schwierigen makroökonomischen Rahmenbedingungen in der Türkei zu reagieren. Doch auch die verbliebenen türkischen Außenwerbeaktivitäten wurden durch das angespannte Marktumfeld weiter belastet. Gleichzeitig ergaben sich nachteilige Effekte aus der fortdauernden Schwäche der türkischen Lira auf unsere in Euro ausgewiesenen Umsätze. Leicht rückläufige Umsätze musste zudem im Berichtszeitraum unsere Geschäftstätigkeit in Polen hinnehmen, wo sich der Außenwerbemarkt ebenfalls nach wie vor in einem herausfordernden Umfeld bewegte. Unterdessen konnte unsere BlowUP-Gruppe ihre Geschäftstätigkeit im gleichen Zeitraum erfolgreich ausbauen und weitere Umsatzzuwächse verbuchen.

Die insgesamt rückläufige Geschäftstätigkeit im Segment OOH International und die eingangs beschriebene Schwäche der türkischen Lira haben gleichermaßen auch zu sinkenden Umsatzkosten geführt. Im Saldo erwirtschaftete das Segment im Geschäftsjahr 2017 ein Operational EBITDA in Höhe von 16,5 Millionen Euro (Vj.: 21,2 Millionen Euro) sowie eine Operational EBITDA-Marge von 14,5 Prozent (Vj.: 15,7 Prozent).

Der Lagebericht der Ströer SE & Co. KGaA und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Beschreibung der Gesellschaft

Die Ströer SE & Co. KGaA ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben im Bereich der Steuerung des Konzernverbunds wahrnimmt sowie konzernweite Verwaltungs- und Serviceleistungen erbringt. Hierzu gehören insbesondere die Bereiche Finanz- und Konzernrechnungswesen, Unternehmens- und Kapitalmarktkommunikation, IT-Services, Konzerncontrolling und Risikomanagement, Forschung und Produktentwicklung, Recht und Compliance sowie Unternehmensentwicklung.

Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA.

Ertragslage

Die Ströer SE & Co. KGaA erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 36,3 Millionen Euro und bewegte sich damit leicht unter dem sehr guten Wert des Vorjahres (Vj.: 36,5 Millionen Euro). Besonders positiv entwickelte sich dabei das Ergebnis aus konzerninternen Ergebnisabführungen, das im Zuge der überaus erfolgreichen Geschäftstätigkeit in den meisten Bereichen der Ströer Gruppe nochmals um 51,0 Millionen Euro auf 173,0 Millionen Euro zulegen konnte (Vj.: 122,0 Millionen Euro). Gegenläufig wirkte sich vor allem eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 69,1 Millionen Euro auf den Beteiligungsbuchwert an der türkischen Tochtergesellschaft Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul/Türkei, aus. Vor dem Hintergrund der verbesserten Ertragslage in der gesamten Organschaft zogen zudem die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erneut weiter an und bezifferten sich insgesamt auf 26,0 Millionen Euro (Vj.: 9,1 Millionen Euro).

In TEUR 2017 2016
Umsatzerlöse 22.968 19.725
Sonstige betriebliche Erträge 4.144 2.611
Materialaufwand –1.875 –775
Personalaufwand –28.722 –24.381
Abschreibungen auf immaterielle Vermögens
gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
–5.620 –6.382
Sonstige betriebliche Aufwendungen –27.987 –23.034
Erträge aus Beteiligungen 0 695
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und
Aufwendungen aus Verlustübernahme
173.023 122.038
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens
3.054 3.592
Abschreibungen auf Finanzanlagen –69.062 –42.724
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen
und ähnliche Aufwendungen
–7.560 –5.659
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –26.003 –9.081
Ergebnis nach Steuern 36.360 36.623
Sonstige Steuern –42 –134
Jahresüberschuss 36.317 36.490
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.679 20.000
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 40.000 10.000
Bilanzgewinn 81.996 66.490

Die weitere Expansion der Ströer Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2017 auch in den Umsatzerlösen der Holdinggesellschaft mit 23,0 Millionen Euro (Vj.: 19,7 Millionen Euro) vorteilhaft bemerkbar gemacht. Dabei waren insbesondere gestiegene konzerninterne Serviceleistungen und Mieterträge ursächlich für diesen Anstieg. In gleicher Weise konnten die sonstigen betrieblichen Erträge vom stetigen Ausbau des Konzerns profitieren, wobei deren Anstieg auf 4,1 Millionen Euro vor allem den höheren konzerninternen Umlagen geschuldet war (Vj.: 2,6 Millionen Euro). Spiegelbildlich dazu verzeichnete die Gesellschaft im Berichtszeitraum auch weitere Zuwächse im Personalaufwand, der sich zum Ende des Geschäftsjahres auf 28,7 Millionen Euro (Vj.: 24,4 Millionen Euro) bezifferte, sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die auf insgesamt 28,0 Millionen Euro zulegten (Vj.: 23,0 Millionen Euro). Nahezu unverändert auf Vorjahresniveau bewegten sich demgegenüber mit 5,6 Millionen Euro (Vj.: 6,4 Millionen Euro) die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen.

Besonders erfreulich entwickelten sich im Lichte der weiteren Verbesserung der operativen Geschäftstätigkeit in der Ströer Gruppe die konzerninternen Ergebnisabführungen (Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahmen). Waren im Vorjahr im Saldo noch 122,0 Millionen Euro an die Holding abgeführt worden, so konnte die Ströer SE & Co. KGaA zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres nunmehr Ergebnisabführungen in Höhe von 173,0 Millionen Euro entgegennehmen.

Während in den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens ebenso wie im Zinsergebnis (sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen) keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu vermelden waren, musste die Ströer SE & Co. KGaA in den Abschreibungen auf Finanzanlagen mit 69,1 Millionen Euro (Vj.: 42,7 Millionen Euro) nochmals signifikant gestiegene Wertminderungen hinnehmen. Dabei bezogen sich die Abschreibungen im Jahr 2017 mit 67,5 Millionen Euro wie schon im Vorjahr nahezu vollständig auf die türkische Tochtergesellschaft Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul/Türkei. Ausschlaggebend dafür war vornehmlich die weiterhin eingetrübte wirtschaftliche Lage in der Türkei, wodurch eine zeitnahe Erholung sowohl der türkischen Lira als auch des türkischen Außenwerbemarktes nicht mehr zu erwarten war.

Die weiter verbesserte operative Geschäftstätigkeit in der steuerlichen Organschaft der Holding hat sich dementsprechend auch in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag niedergeschlagen und einen unverkennbaren Anstieg auf 26,0 Millionen Euro (Vj.: 9,1 Millionen Euro) nach sich gezogen. Zu detaillierten Ausführungen im Hinblick auf die latenten Steuern verweisen wir auf Abschnitt C. 7 im Anhang der Ströer SE & Co. KGaA.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der Ströer SE & Co. KGaA ist im Geschäftsjahr 2017 um 143,2 Millionen Euro auf 1.509,9 Millionen Euro angestiegen. Primär bedingt war dieser Anstieg durch die Zugänge in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 166,5 Millionen Euro, die insbesondere auf den deutlich erhöhten konzerninternen Cash-Pool-Forderungen der Holding beruhten. Wesentliche Ursache dafür war die weitere Expansion der Ströer Gruppe, deren Refinanzierung zentral über den Cash-Pool der Ströer SE & Co. KGaA abgebildet wird. Aus dem gleichen Grund legten auch die konzerninternen Ausleihungen weiter zu, wobei deren Anstieg innerhalb der Finanzanlagen aufgrund von Wertberichtigungen auf einen Beteiligungsbuchwert an einer Tochtergesellschaft merklich überkompensiert wurde. Infolge des fortgesetzten Wachstumskurses verzeichnete die Ströer SE & Co. KGaA im Rahmen ihrer zentralen Refinanzierungsfunktion auf der Passivseite der Bilanz eine dementsprechend um 135,8 Millionen Euro höhere Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten.

In TEUR 2017 2016
Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögens
gegenstände und Sachanlagen
25.158 18.605
Finanzanlagen 828.078 860.531
853.236 879.137
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
645.843 478.818
Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten
4.915 1.813
650.758 480.632
Rechnungsabgrenzungs
posten
5.872 6.909
Bilanzsumme 1.509.865 1.366.678
Passiva
Eigenkapital 825.821 848.449
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen
7 14
Steuerrückstellungen 37.086 20.304
Sonstige Rückstellungen 12.519 11.663
49.612 31.981
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
496.184 360.374
Verbindlichkeiten aus Lieferun
gen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten
12.616 8.911
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 125.632 116.963
634.432 486.248
Bilanzsumme 1.509.865 1.366.678

Vermögensstrukturanalyse

Im Geschäftsjahr 2017 haben die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen um 6,6 Millionen Euro auf 25,2 Millionen Euro zugelegt. Hintergrund dieses Anstiegs waren in erster Linie Investitionen in selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände, in EDV-Software sowie in die Betriebs- und Geschäftsausstattung der Gesellschaft. Durch gegenläufige Abschreibungen wurden diese Zugänge nur zum Teil kompensiert.

In den Finanzanlagen gingen die darin enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen im Jahr 2017 um 67,6 Millionen Euro zurück. Maßgeblich für diesen Rückgang war mit 67,5 Millionen Euro nahezu ausschließlich die Wertberichtigung auf den Beteiligungsbuchwert an der türkischen Tochtergesellschaft Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S., Istanbul/Türkei. Die Wertberichtigung war im Rahmen der eingetrübten wirtschaftlichen Lage in der Türkei erforderlich geworden. Gegenläufig wirkten sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen aus, die zum Stichtag einen um 35,1 Millionen Euro höheren Saldo aufwiesen als noch im Vorjahr. Der damit verbundene erhöhte Cash-Bedarf einzelner Tochterunternehmen beruhte vorrangig auf deren Unternehmenserwerben im Bereich des Dialogmarketings.

Auch in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen, die im Vergleich zum Vorjahr um 167,0 Millionen Euro auf 645,8 Millionen Euro zugelegt haben, resultierte ein wesentlicher Teil des Anstiegs aus dem erhöhten Cash-Bedarf einzelner Tochterunternehmen zur Finanzierung der Wachstumsinvestitionen. Die hierzu benötigte Liquidität stellte die Ströer SE & Co. KGaA unter anderem über ihren konzernweiten Cash-Pool zur Verfügung. Darüber hinaus entfiel ein weiter Teil des Anstiegs auf höhere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen.

Die Guthaben bei Kreditinstituten bewegten sich zum 31. Dezember 2017 mit 4,9 Millionen Euro um 3,1 Millionen Euro über Vorjahresniveau (Vj.: 1,8 Millionen Euro).

In den vergangenen Jahren hat die Ströer SE & Co. KGaA die Konditionen im Facility Agreement mehrmals zu ihren Gunsten neu verhandelt. Die in diesem Zusammenhang angefallenen Kosten werden über die Laufzeit der Finanzierung abgegrenzt und zeitanteilig aufgelöst. Vor diesem Hintergrund ist der Rechnungsabgrenzungsposten im abgelaufenen Geschäftsjahr von 6,9 Millionen Euro auf 5,9 Millionen Euro zurückgegangen.

Finanzstrukturanalyse

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 bezifferte sich das Eigenkapital der Ströer SE & Co. KGaA auf 825,8 Millionen Euro (Vj.: 848,4 Millionen Euro). Dabei beruhte der Rückgang in Höhe von 22,6 Millionen Euro vornehmlich auf der Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 60,8 Millionen Euro. Gegenläufig machten sich sowohl der Jahresüberschuss mit 36,3 Millionen Euro (Vj.: 36,5 Millionen Euro) als auch die Ausübung bestehender Aktienoptionen mit 1,9 Millionen Euro (Vj.: 0,0 Millionen Euro) bemerkbar. Die Eigenkapitalquote ging in erster Linie aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 62,1 Prozent auf 54,7 Prozent zurück. Sie bewegte sich damit gleichwohl auf einem weiterhin sehr komfortablen Niveau.

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen sind demgegenüber die Rückstellungen der Gesellschaft. Waren im Jahr 2016 noch 32,0 Millionen Euro zu Buche geschlagen, so verzeichnete die Ströer SE & Co. KGaA zum Ende des Geschäftsjahres 2017 mit 49,6 Millionen Euro einen Zugang von 17,6 Millionen Euro. Geschuldet war diese Entwicklung nahezu vollständig dem unverkennbaren Anstieg der Steuerrückstellungen, die vor allem im Zuge der merklich verbesserten operativen Geschäftstätigkeit innerhalb der gesamten Organschaft in nennenswertem Umfang zugelegt hatten. Alle übrigen Veränderungen in den Rückstellungen waren im Gegensatz dazu von lediglich untergeordneter Bedeutung.

Die Refinanzierung der Ströer Gruppe erfolgt beinahe ausschließlich über die Holding. Dementsprechend sind deren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Rahmen der weiteren Wachstumsstrategie von 360,4 Millionen Euro um 135,8 Millionen Euro auf 496,2 Millionen Euro angestiegen. Von diesen Verbindlichkeiten entfielen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 145,0 Millionen Euro auf die im Jahr 2016 und 350,0 Millionen Euro auf die im Jahr 2017 platzierten Schuldscheindarlehen. Hinsichtlich näherer Details zum Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf unsere Liquiditätsanalyse im nachfolgenden Abschnitt.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,6 Millionen Euro auf 6,4 Millionen Euro zurückgegangen.

Unterdessen bewegten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit 125,6 Millionen Euro um 8,7 Millionen Euro über dem Vorjahr (Vj.: 117,0 Millionen Euro). Hintergrund waren zum einen die Bestände an liquiden Mitteln bei Tochtergesellschaften, die diese zur Optimierung der Konzernrefinanzierung über den Cash-Pool bei der Ströer SE & Co. KGaA angelegt haben. Zum anderen beruhten die Veränderungen auch auf Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr 2017 in erster Linie aufgrund von sonstigen Steuern angestiegen, die erst nach dem Jahresende an die zuständigen Stellen abgeführt wurden.

Liquiditätsanalyse

In Mio. EUR 2017 2016
Cash-Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit
91,3 51,9
Cash-Flow aus
Investitionstätigkeit
–50,1 –57,2
Free Cash-Flow 41,3 –5,4
Cash-Flow aus
Finanzierungstätigkeit
–38,2 6,1
Mittelveränderung 3,1 0,8
Finanzmittelfonds am Ende
der Periode
4,9 1,8

Im abgelaufenen Jahr konnte die Ströer SE & Co. KGaA ihren Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abermals enorm steigern. Besonders profitieren konnte sie dabei von den im Jahr 2017 erhaltenen Einzahlungen aus Ergebnisabführungen für das Jahr 2016, die im Saldo mit 122,0 Millionen Euro sichtlich höher ausgefallen sind als noch im Vorjahr (Vj.: 92,7 Millionen Euro). Unter Berücksichtigung der übrigen Ein- und Auszahlungen im Hinblick auf die operativen Holding-Tätigkeiten belief sich der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit für die Ströer SE & Co. KGaA auf insgesamt 91,3 Millionen Euro (Vj.: 51,9 Millionen Euro).

Demgegenüber war der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit überwiegend vom fortgesetzten Expansionskurs der Ströer Gruppe gekennzeichnet. Dieser hat sich vor allem in erheblichen Darlehensauszahlungen an Tochtergesellschaften zur Finanzierung des Wachstums spürbar bemerkbar gemacht. Gleichzeitig hat die Ströer SE & Co. KGaA ihrerseits weitere 12,2 Millionen Euro in immaterielle Vermögensgegenstände und in Sachanlagevermögen investiert. In Summe bezifferte sich der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit für das Jahr 2017 auf einen Auszahlungssaldo von 50,1 Millionen Euro (Vj.: 57,2 Millionen Euro).

Im Gegensatz zu den konzerninternen Darlehen werden Zahlungen im Rahmen des konzernweiten Cash-Pools im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Über diesen Cash-Pool haben die Konzerngesellschaften zusätzliche 118,3 Millionen Euro zur Finanzierung ihres Wachstums von der Holding erhalten. Eine weitere Auszahlung der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 60,8 Millionen Euro entfiel zudem auf die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Gesellschaft.

Demgegenüber ergaben sich im Saldo wesentliche Einzahlungen in Höhe von 139,0 Millionen Euro aus Mittelaufnahmen bei Kreditinstituten. Im Saldo beliefen sich damit die Auszahlungen im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit auf 38,2 Millionen Euro (Vj.: 6,1 Millionen Euro (Einzahlungen)).

Die Position Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten lag zum Bilanzstichtag bei 4,9 Millionen Euro (Vj.: 1,8 Millionen Euro).

Das Nettofinanzvermögen der Ströer SE & Co. KGaA setzte sich wie folgt zusammen:

In Mio. EUR 31.12.2017 31.12.2016
(1) Forderungen gegen
verbundene Unternehmen
637,2 470,7
(2) Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
109,1 74,1
(3) Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten
4,9 1,8
(1)+(2)+(3) Summe
Finanzvermögen
751,2 546,5
(4) Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
496,2 360,4
(5) Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen
125,6 117,0
(4)+(5) Summe
Finanzverbindlichkeiten
621,8 477,3
(1)+(2)+(3)–(4)–(5)
Nettofinanzvermögen
129,4 69,2
Eigenkapitalquote (in %) 54,7 62,1

Das Nettofinanzvermögen der Ströer SE & Co. KGaA summierte sich zum 31. Dezember 2017 auf 129,4 Millionen Euro (Vj.: 69,2 Millionen Euro). Geschuldet war dieser Anstieg dem weiterhin sehr erfreulichen Aufwärtstrend im operativen Geschäft der Ströer Gruppe sowie den damit verbundenen gestiegenen Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften.

Die Ströer SE & Co. KGaA ist als Holdinggesellschaft eng mit der Entwicklung der gesamten Ströer Gruppe verbunden. Aufgrund des positiven Nettofinanzvermögens, der komfortablen Eigenkapitalquote und der weiterhin sehr positiven Ergebnisse ihrer Tochtergesellschaften ist die Gesellschaft nach unserer Überzeugung ebenso wie die gesamte Gruppe für zukünftige Herausforderungen bestens aufgestellt.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die voraussichtliche Entwicklung der Ströer SE & Co. KGaA hängt aufgrund ihrer Eigenschaft als Konzernmuttergesellschaft von der Entwicklung des Gesamtkonzerns ab. Wir gehen aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns dargestellten Entwicklung der Ertragslage für das Jahr 2018 davon aus, dass die Tochtergesellschaften insgesamt noch deutlich höhere Ergebnisbeiträge erwirtschaften und die Ströer SE & Co. KGaA damit zukünftig Jahresergebnisse auf einem noch höheren Niveau erzielen wird.

INFORMATIONEN ZUR AKTIE

Der deutsche Aktienmarkt hat sich im Jahr 2017 weiter positiv entwickelt und legte bereits zum sechsten Mal in Folge zu. Trotz der bereits hohen Vorgaben des Jahres 2016 stieg der DAX in 2017 um 12,5 Prozent (Vj.: 6,9 Prozent), und der MDAX, in welchem die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA notiert ist, verbesserte sich um 18,1 Prozent (Vj.: 6,8 Prozent). Zum Jahresbeginn eröffnete der DAX mit 11.426 Punkten, der MDAX mit 22.171 Punkten. Nachdem die deutschen Leitindizes ihr Tief im Januar (MDAX: 22.194 Punkte) bzw. Februar (DAX: 11.510 Punkte) markiert hatten, legten beide bis zum Jahresende deutlich zu. So erreichte der DAX, in welchem die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthalten sind, einen Stand von 12.918 Punkten und lag damit nur leicht unter seinem Hoch von 13.479 Punkten. Der MDAX entwickelte sich noch besser und stieg auf 26.201 Punkte.

Der DAXsector All Media Index konnte bei diesen positiven Entwicklungen nicht ganz mithalten und stieg auf Jahresbasis nur um 10,3 Prozent von 290 Punkten auf 320 Punkte zum Jahresende.

Für die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA war 2017 dagegen ein sehr erfolgreiches Jahr, da sie alle Vergleichsindizes deutlich schlagen konnte. Mit einem Kurs von 65,21 Euro erreichte das Papier im Dezember des abgelaufenen Geschäftsjahres ein neues Allzeithoch. Über den gesamten Jahresverlauf stieg die Aktie um rund 48 Prozent auf 61,60 Euro und verzeichnete damit eine der besten Wertsteigerungen im MDAX.

Ströer im Dialog mit dem Kapitalmarkt

Aktive Kommunikation mit dem Kapitalmarkt steht im Mittelpunkt der Investor-Relations-Arbeit bei der Ströer SE & Co. KGaA. Dabei ist es das Ziel der Investor--Relations-Arbeit, durch kontinuierlichen und persönlichen Kontakt mit privaten und institutionellen Investoren, Analysten sowie weiteren interessierten Kapitalmarktteilnehmern das Unternehmen zu präsentieren und die Strategie und Positionierung zu erläutern. Bei Roadshows, Meetings in unserer Konzernzentrale sowie regelmäßigen telefonischen Kontakten informieren wir zeitnah über aktuelle Entwicklungen.

Die Ströer Aktie im Jahr 2017 im Vergleich (in Prozent)

Quelle: Bloomberg

An vielen Terminen hat der Vorstand der Ströer Management SE persönlich teilgenommen und sich den Fragen der Kapitalmarktteilnehmer gestellt. Zur optimalen Steuerung unserer Investor-Relations-Aktivitäten werten wir kontinuierlich unsere Aktionärsstruktur aus und planen unsere Roadshow-Aktivitäten entsprechend. So lag im Berichtsjahr der Schwerpunkt wiederholt auf Frankfurt am Main, London und New York. Neben weiteren Finanzplätzen in Nordamerika haben wir in regelmäßigen Abständen alle wichtigen europäischen Kapitalmarktzentren besucht. Darüber hinaus hat der Vorstand der Ströer Management SE im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Capital Markets Day in Berlin detailliert über die Entwicklungen von Ströer informiert. Daneben standen wir im Rahmen der erfolgreichen Platzierung unseres Schuldscheindarlehens in Höhe von 350 Millionen Euro in engem Kontakt mit unseren Fremdkapitalgebern, um individuelle Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven des Kapitalmarktes zu adressieren.

Weiteres zentrales Kommunikationsmittel ist unsere Website www.stroeer.com , auf der wir zeitnah kapitalmarktrelevante Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen.

Ordentliche Hauptversammlung

Am 14. Juni 2017 fand die ordentliche Hauptversammlung der Ströer SE & Co. KGaA im Congress-Centrum der Koelnmesse mit rund 170 Anteilseignern sowie Gästen statt. Insgesamt waren 45,4 Millionen Stückaktien vertreten. Alle Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats und des Vorstands wurden angenommen. Hierzu zählte auch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,10 Euro pro dividendenberechtigte Stückaktie.

Börsennotierung, Marktkapitalisierung und Handelsvolumen

Die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und wird im Index MDAX gelistet. Auf Basis des Schlusskurses vom 29. Dezember 2017 beträgt die Marktkapitalisierung rund 3,42 Milliarden Euro. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Ströer Aktie an den deutschen Börsen lag 2017 bei gut 137.000 Stück.

Analystenstudien

Die Ströer SE & Co. KGaA wird aktuell von 17 nationalen und internationalen Banken analysiert. Von den Einschätzungen zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichtes lauten dreizehn "Kaufen" und vier "Halten".

Die aktuellen Broker-Einschätzungen können unter www.stroeer.com/investor-relations eingesehen und der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Investmentbank Empfehlung
Bankhaus Lampe Kaufen
Barclays Kaufen
Citi Kaufen
Commerzbank Kaufen
Deutsche Bank Kaufen
Hauck & Aufhäuser Kaufen
J.P. Morgan Kaufen
Jefferies Kaufen
LBBW Kaufen
Liberum Kaufen
Morgan Stanley Kaufen
NordLB Kaufen
Warburg Research Kaufen
HSBC Halten
KeplerCheuvreux Halten
MainFirst Halten
Oddo Seydler Halten

Alle Informationen finden Sie auf der Homepage unter: www.stroeer.com/ investor-relations

Aktionärsstruktur

Udo Müller, Co-Vorsitzender des Vorstands, hält 21,59 Prozent, Dirk Ströer, Mitglied des Aufsichtsrats, hält 21,69 Prozent und Christian Schmalzl, Co-Vorsitzender des Vorstands, hält rund 0,05 Prozent der Aktien an der Ströer SE & Co. KGaA. Der Streubesitz beträgt rund 45 Prozent. Laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts am 9. März 2018 sind uns die folgenden Stimmrechtsanteile an der Ströer SE & Co. KGaA von über 3 Prozent bekannt: Deutsche Telekom AG 11,54 Prozent, Allianz Global Investors Europe 6,12 Prozent, Credit Suisse 4,61 Prozent.

Aktionärsstruktur der Ströer SE & Co. KGaA

gehaltenen Stimmrechtsanteile nach WpHG, die zugerechnet werden.

** Streubesitz, davon
Allianz Global Investors Europe¹ 6,12%
Credit Suisse, Schweiz² 3,51%
Christian Schmalzl 0,05%

1 Gemäß Stimmrechtsmitteilungen nach § 41 Abs. 4f WpHG 2 Gemäß Stimmrechtsmitteilungen nach § 25a Abs. 1 WpHG

Dividendenpolitik

Im abgelaufenen Berichtsjahr hat die Ströer SE & Co. KGaA eine 1,10-Euro-Dividende pro dividendenberechtigte Stückaktie ausgeschüttet. Die Ströer SE & Co. KGaA beabsichtigt die Aktionäre weiterhin an einer erfolgreichen Gewinnentwicklung zu beteiligen.

Grundkapital 55.557.985 EUR
Anzahl der Aktien 55.557.985
Gattung Nennwertlose Inhaberstammaktien
(anteiliger Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital)
Erstnotierung 15. Juli 2010
ISIN (International Securities Identification Number) DE0007493991
WKN (Wertpapierkennnummer) 749399
Börsenkürzel SAX
Tickersymbol Reuters SAXG.DE
Tickersymbol Bloomberg SAX/DE
Marktsegment Prime Standard
Index MDAX
Designated Sponsors Oddo Seydler Bank AG
Jahresanfangskurs 2017 (2. Januar) 41,73 EUR
Jahresendkurs 2017 (29. Dezember)* 61,60 EUR
Höchstkurs 2017 (14. Dezember)* 65,21 EUR
Tiefstkurs 2017 (12. Januar)* 41,23 EUR

Kenndaten der Ströer SE & Co. KGaA Aktie

*XETRA-Schlusskurs in EUR

MITARBEITER

Engagierte, verlässliche und kompetente Mitarbeiter sind die Grundlage für den Erfolg, für Innovationsfähigkeit und Wertsteigerung der Ströer Gruppe. In der Ströer Gruppe können sich Mitarbeiter als Individuen einbringen und auf diese Weise mit Leidenschaft, überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft, Verantwortung und Respekt das Unternehmen noch erfolgreicher machen.

Wir setzen auf Ausgewogenheit und Vielfalt in der Belegschaft. Getreu dem Motto "We hire for attitude" zählen Begeisterungsfähigkeit und der Wille, etwas erreichen zu wollen, oft mehr als formelle Qualifikation. In einer Kultur der Wertschätzung können Frauen und Männer ihre beruflichen Ziele weiterentwickeln und verfolgen.

Im Jahr 2017 haben wir gemeinsam die moderne Employer Brand JUMP! geschaffen. Der Außenauftritt auf Karrieremessen und die Karriereseiten im Internet wurden komplett neugestaltet und der Kontakt zu Bewerbern wurde mittels eines neu eingeführten Bewerber-Tools deutlich vereinfacht und verbessert.

Ströer möchte ein attraktiver Arbeitgeber sein, mit dem sich die Mitarbeiter identifizieren und für den sie mit Freude tätig sind. Entsprechend großen Wert legen wir auf die Arbeitgeberattraktivität, unter anderem durch eine nachhaltige Personalpolitik und flexible Arbeitszeitmodelle. Aber auch durch Zusatzleistungen wie Betriebskindergarten und Firmenkantine in der Ströer-Zentrale.

Beschäftigungssituation

Mitarbeiterzahl

Der Ströer Konzern beschäftigte zum Jahresende 7.536 (Vj.: 4.577) Mitarbeiter in Voll- und Teilzeitbeschäftigung. Der Anstieg von 2.959 Mitarbeitern verteilt sich über fast alle Segmente, insbesondere aber auf den Digitalbereich. Ein sehr starker Mitarbeiterzuwachs ergibt sich durch den Erwerb der Avedo- und der Ranger-Gruppe in 2017, die in dem Bereich Ströer Digital ausgewiesen werden. Im Bereich Out-of-Home ergibt sich eine steigende Tendenz durch den weiteren Aufbau unserer regionalen Vertriebsstruktur.

Mitarbeiter nach Unternehmensbereichen

Betriebszugehörigkeit

Zum Bilanzstichtag waren die Mitarbeiter im Schnitt 3,6 Jahre (Vj.: 5,6 Jahre) im Ströer Konzern beschäftigt. Der Rückgang ist durch das Mitarbeiterwachstum im Unternehmensbereich Digital zu erklären, in welchem sich überwiegend Unternehmen befinden, die erst vor wenigen Jahren gegründet wurden.

Altersverteilung

Wir verfügen über eine ausgewogene Altersstruktur. Unser Bestreben ist es, junge Mitarbeiter durch gezielte Ausbildungsprogramme an uns zu binden und sie langfristig für unser Unternehmen zu begeistern. Dabei arbeiten sie mit Mentoren zusammen, die sie auf ihrem Weg begleiten und dabei selbst auf eine umfassende berufliche Erfahrung zurückblicken können.

Altersverteilung im Konzern

Geschlechterverteilung

Weitere Informationen zur Genderquote und zu den Zielgrößen bei Vorstand und den obersten beiden Führungsebenen finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung unter: www. stroeer.com/ investor-relations

Der Anteil weiblicher Beschäftigter ist im Jahresverlauf unverändert geblieben. Zum Jahresende waren zu 52 Prozent Männer und zu 48 Prozent Frauen in der Ströer Gruppe beschäftigt (Vj.: 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen). Die ausgewogene Geschlechterverteilung ist nicht zuletzt das Resultat unserer attraktiven Arbeitszeitmodelle, die bspw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und die uns als modernes Unternehmen auszeichnen.

Aus- und Weiterbildung

Berufsausbildung und Studium

Wir sehen die Ausbildung junger Menschen als Wahrnehmung unserer Verantwortung in der Gesellschaft und bieten vielfältige Möglichkeiten der Nachwuchsentwicklung. Ströer bildet bundesweit insgesamt 130 Nachwuchskräfte aus, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Dabei geben wir immer wieder auch Bewerbern eine Chance, deren Werdegang nicht dem gradlinigen Standard entspricht, wenn diese zu Ströer passen.

Neben der klassischen Berufsausbildung bietet Ströer auch duale Studienplätze (BA-Studium) an. Um seinen Mitarbeitern noch mehr attraktive Studiengänge anbieten zu können, wurden die Hochschulkooperationen um zwei weitere Hochschulen ergänzt: die Internationale Berufsakademie (iba) in Köln und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW).

Natürlich bietet Ströer erfolgreichen BA-Studenten und Auszubildenden gute Chancen auf eine Übernahme an und hat auch im vergangenen Jahr viele junge Talente in den verschiedensten Unternehmensbereichen übernommen.

Weiterbildung und Qualifizierung

Ströer bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven, ihre beruflichen Ziele innerhalb des Ströer-Konzerns zu erreichen. Im Jahr 2017 wurde das Programm "Jump 'n Grow" aufgesetzt, bei dem Nachwuchstalente identifiziert und gezielt gefördert werden. Dies reicht von Schulungen und Mitarbeit in gemeinsamen Projekten bis hin zu der Betreuung durch Mentoren aus der oberen Führungsebene.

Für die weitere Unterstützung der Führungskräfte wurde in 2017 das Programm "Jump up" aufgesetzt. Das Programm besteht aus verschiedenen Modulen, in denen HR-Mitarbeiter die auf die Bedarfe angepassten Inhalte erarbeiten und das Angebot an allen Niederlassungen ausrollen und anbieten.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht erläutert die Struktur und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder des persönlich haftenden Gesellschafters der Ströer SE & Co. KGaA (die Ströer Management SE) und des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA (die "Gesellschaft"). Er berücksichtigt mit den in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft gemäß § 161 AktG vom 14. Dezember 2017 bezeichneten Ausnahmen die gesetzlichen Vorgaben sowie die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und ist Bestandteil des Konzernabschlusses.

Vergütungen des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird von der Gesellschaft in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Ströer Management SE festgelegt und regelmäßig überprüft. Gemäß den Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung hat sich der Aufsichtsrat des persönlich haftenden Gesellschafters im Berichtsjahr hinsichtlich der notwendigen Entscheidungen zur Vorstandsvergütung beraten und entsprechende Beschlüsse gefasst.

Die Vergütung des Vorstands setzte sich auch im Geschäftsjahr 2017 aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen:

    1. einer fixen Grundvergütung
    1. einer variablen Vergütung, bestehend aus:
  • einem jährlich auszuzahlenden kurzfristigen Vergütungselement (Short Term Incentive; STI) und
  • einem langfristig ausgerichteten Vergütungselement (Long Term Incentive; LTI)

Die erfolgsunabhängige Grundvergütung besteht aus einem monetären Fixum und wird als monatlich gleichbleibendes Gehalt ausgezahlt. Weiterhin gewährt die Gesellschaft Nebenleistungen (Sachbezüge), die von den einzelnen Vorstandsmitgliedern versteuert werden, sowie Aufwandsersatz für entstandene Kosten.

Der variable Anteil der Vorstandsvergütung (STI und LTI) ist an die Leistung des Vorstands, die Entwicklung des Unternehmens und dessen Wertsteigerung gekoppelt. Die variable Vergütung ist abhängig vom Grad des Erreichens unternehmensbezogener Kennzahlen bzw. Zielvorgaben. Die variablen Vergütungen für das Geschäftsjahr 2017 orientierten sich an folgenden Kennzahlen bzw. Zielvorgaben:

Short Term Incentives (STI)

• Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit

Long Term Incentives (LTI)

  • Kapitalrendite
  • Organisches Umsatzwachstum
  • Aktienkurs

Die LTI-Vergütungen umfassen einen Zeitraum von drei bzw. vier Jahren und übersteigen in ihrer Gewichtung die STI-Vergütungen.

Kapitalrendite auf Basis adjusted EBIT/Capital Employed

Diese Vergütung hängt von der Kapitalverzinsung eines Zeitraums von drei Jahren ab. Benchmark hierfür ist die Erzielung einer Verzinsung in Höhe der Kapitalkosten des Unternehmens. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 301. Die Vergütung kann maximal den doppelten bzw. dreifachen Betrag erreichen, wofür eine deutlich über den Kapitalkosten liegende Verzinsung in der Drei-Jahres-Periode zu erreichen wäre. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0 Euro, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.

Organisches Umsatzwachstum

In einem Drei-Jahres-Zeitraum wird das durchschnittliche organische Umsatzwachstum der Gesellschaft verglichen mit dem durchschnittlichen Wachstum des Werbemarkts, gemessen an der Entwicklung des jeweiligen Bruttoinlandprodukts in den von der Gesellschaft bearbeiteten Märkten. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 337. Liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum der Gesellschaft in dem jeweiligen Drei-Jahres-Zeitraum über diesem Vergleichswert, kann die Vergütung maximal den doppelten bzw. dreifachen Wert annehmen. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0 Euro, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.

Aktienkurs

Dieser LTI-Bestandteil ist abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft über einen Vier-Jahres-Zeitraum gegenüber einem festgelegten Referenzkurs zu Beginn dieses Zeitraums. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der für das Jahr 2017 zugesagte Betrag auf TEUR 248, was zum Stichtag einer Anzahl von 6.440 virtuellen Aktienoptionen mit jeweiligem Zeitwert von EUR 58,85 entspricht. Eine Kurssteigerung innerhalb des Vier-Jahres-Zeitraums erhöht im gleichen prozentualen Verhältnis die Vergütung dieses Gehaltsbestandteils bis auf maximal den doppelten bzw. dreifachen Betrag. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0 Euro, wenn der Referenzkurs entsprechend verfehlt wird. Nach Wahl des jeweiligen Vorstandsmitglieds kann die Vergütung auch in Aktien der Gesellschaft ausgezahlt werden.

Sollte sich die Lage der Gesellschaft in einem Maße verschlechtern, dass die Weitergewährung der Vorstandsvergütung unbillig wäre, ist die Gesellschaft im Übrigen berechtigt, die Vorstandsvergütungen auf ein angemessenes Maß herabzusetzen.

Aktienbasierte Vergütungen

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2013, 2014, 2015 und 2017 Mitgliedern des Vorstands Aktienoptionen im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms gewährt. Die Aktienoptionen stellen weitere langfristige Vergütungskomponenten dar. Hierdurch sollen Leistungsanreize geschaffen werden, die auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Unternehmenserfolgs ausgerichtet sind. Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren, beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts, ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren.

Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an das operative EBITDA des Konzerns geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Gesamtvergütung

Die Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2017 (2016) ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

in EUR 2017 2016
Summe Udo Müller Christian
Schmalzl
Dr. Bernd
Metzner
Summe
Festvergütung 2.520.000 1.300.000 700.000 520.000 2.240.000
Nebenleistungen 369.000 346.000 12.000 11.000 411.000
Summe 2.889.000 1.646.000 712.000 531.000 2.651.000
Abfindungen 0 0 0 0 0
Einjährige variable Vergütung
(Wert bei Zielerreichung
von 100%)
833.960 490.000 218.960 125.000 833.960
Mehrjährige variable
Vergütung (Wert nach
Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 775.908 520.200 163.908 91.800 775.908
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 867.190 581.400 183.190 102.600 867.190
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 496.182 285.600 134.982 75.600 248.091
LTI "Sonstige" 252.000 252.000 0 0 252.000
Aktienbasierte Bezugsrechte
(5 Jahre)
Summe 2.391.280 1.639.200 482.080 270.000 2.143.189
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 6.114.240 3.775.200 1.413.040 926.000 5.628.149

Für 2017 (2016) gewährte Zuwendungen

Für 2017 (2016) gewährte Zuwendungen

2017
in EUR
Erreichbarer Minimalwert
2017
Erreichbarer
Maximalwert
Christian Dr. Bernd
Summe Udo Müller Schmalzl Metzner Summe
Festvergütung 2.520.000 1.300.000 700.000 520.000 2.520.000
Nebenleistungen 369.000 346.000 12.000 11.000 369.000
Summe 2.889.000 1.646.000 712.000 531.000 2.889.000
Abfindungen 0 0 0 0 0
Einjährige variable Vergütung
(Wert bei Zielerreichung
von 100%)
0 0 0 0 833.960
Mehrjährige variable
Vergütung (Wert nach
Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 0 0 0 0 775.908
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 0 0 0 0 867.190
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 0 0 0 0 638.982
LTI "Sonstige" 0 0 0 0 252.000
Aktienbasierte Bezugsrechte
(5 Jahre)
0 0 0 0
Summe 0 0 0 0 2.534.080
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 2.889.000 1.646.000 712.000 531.000 6.257.040

Zu LTI "Sonstige"

Die Vergütung von TEUR 252 (Vj.: TEUR 252) ist abhängig vom Verbleib im Unternehmen über einen Zeitraum von 4 Jahren. Bei frühzeitigem Ausscheiden ist die Vergütung insgesamt zurückzuzahlen.

Zu "Aktienbasierte Bezugsrechte"

2016: –

2017: 239.190 Optionen mit einem gewichteten Wert je Option von 11,20 Euro

Leistungen an den Vorstand bei Tätigkeitsbeendigung

Zusagen an den Vorstand für den Fall der regulären Tätigkeitsbeendigung

Altersversorgung

Es bestehen keine Versorgungszusagen bzw. anderweitige Altersversorgungen.

Abfindung

Für die Vorstandsmitglieder ist geregelt, dass im Falle einer Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags die Festvergütung pro rata temporis für weitere vier Monate als Abfindung zu zahlen ist.

Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots zahlt die Gesellschaft pro volles Jahr des Verbots die Hälfte der zuletzt bezogenen vertragsmäßigen Vergütungen.

Bezüge des Aufsichtsrats

Die Bezüge des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA werden gemäß § 15 der Satzung der Gesellschaft von der Hauptversammlung mit Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin bewilligt. Hiernach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 200,00 pro Sitzung sowie Auslagenerstattungen.

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Ströer Management SE, werden gemäß § 14 der Satzung von der Hauptversammlung der Ströer Management SE bewilligt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin erhalten eine feste, erfolgsunabhängige Vergütung sowie Sitzungsgelder und Auslagenerstattungen. Die Vergütung des Aufsichtsrats der Ströer Management SE wurde gemäß § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA an die Ströer SE & Co. KGaA weiterbelastet.

Die Gesamtvergütungen (ohne etwaige Umsatzsteuer) für das Jahr 2017 des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA inklusive der von der Ströer Management SE an die Ströer SE & Co. KGaA vorgenommenen Weiterbelastungen betragen in Euro:

In EUR Feste Vergütung Sitzungsgeld Gesamt
Christoph Vilanek 70.100,00 800,00 70.900,00
Ulrich Voigt 47.000,00 600,00 47.600,00
Dirk Ströer 47.500,00 800,00 48.300,00
Vincente Vento Bosch 30.500,00 600,00 31.100,00
Martin Diederichs 31.500,00 0,00 31.500,00
Michael Hagspihl 30.500,00 0,00 30.500,00
Julia Flemmerer 0,00 600,00 600,00
Anette Bronder 0,00 400,00 400,00
Tobias Meuser 0,00 600,00 600,00
Dr. Thomas Müller 0,00 400,00 400,00
Christian Sardiña Gellesch 0,00 600,00 600,00
Michael Noth 0,00 600,00 600,00
Sabine Hüttinger 0,00 600,00 600,00
Rachel Marquardt 0,00 400,00 400,00
Summe 257.100,00 7.000,00 264.100,00

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage durch den Vorstand

Das Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe bildet die Grundlage für die umfassende Risikoeinschätzung des Vorstands. Im Vordergrund unserer Risikostrategie steht nicht die strikte Vermeidung von Risiken. Vielmehr geht es uns darum sicherzustellen, dass unsere unternehmerischen Entscheidungen auf wohl informierten Abwägungen von Chancen und Risiken beruhen. Gleichzeitig gilt es, solche Risiken rechtzeitig zu identifizieren, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, um hier umgehend Maßnahmen zur Vermeidung oder Begrenzung von Risiken einleiten zu können. Grundsätzlich erwarten wir von jedem Mitarbeiter einen verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken.

Nach unserer Einschätzung sind die derzeit identifizierten und im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Zugleich sind wir überzeugt, dass Ströer strategisch und finanziell gut aufgestellt ist, um die sich bietenden Chancen im Wettbewerb nutzen zu können. Trotz der uneinheitlichen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Märkten, in denen wir aktiv sind, werden sich nach Erwartungen des Vorstands der Ströer Management SE die Marktbedingungen im laufenden Geschäftsjahr 2018 insgesamt stabil zeigen. Bei Eintreten eines schlechteren Szenarios kann die Ströer Gruppe zeitnah reagieren und, wie schon in der Vergangenheit gezeigt, von internen Maßnahmen zur notwendigen Anpassung der Investitions- und Kostenbudgets Gebrauch machen.

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Vorstand trägt die Verantwortung für das Chancenund Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. In Abhängigkeit von den Zielen und Strategien der einzelnen Segmente ist für das Chancenmanagement das operative Management in den jeweiligen Geschäftsbereichen in enger Abstimmung mit den Zentralbereichen und dem Vorstand verantwortlich. Das regelmäßige Managen von Chancen ist integraler Bestandteil des Planungs- und Kontrollprozesses.

Daneben betreibt Ströer ein konzernweites Risikomanagement, das im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht. Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem Konzernkonsolidierungskreis.

Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung unserer Geschäftsentwicklung darstellen und eine materielle Auswirkung auf unsere Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswerts einzelnen Risikoklassen zuordnen (wesentlich, groß, mittel, gering, unwesentlich), an die wiederum verschiedene Vorgaben zur Risikosteuerung geknüpft sind. Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich nach den Dimensionen "Erwartete Schadenshöhe auf Ertrag (EBITDA) und/oder Cash-Flow" sowie "Eintrittswahrscheinlichkeit" bewertet. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Skalen dieser beiden Dimensionen (erwartete Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus abgeleitete Risikomatrix.

Entsprechend der Kombination aus erwarteter Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit wird der Schadenserwartungswert (SEW) des Risikos als wesentlich, groß, mittel, gering oder unwesentlich klassifiziert.

Für jeden Geschäftsbereich gibt es jeweils einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereichs dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Innerhalb der Geschäftsbereiche gibt es Verantwortliche (Risk Owner) für die verschiedenen Risikobereiche, die an den jeweiligen Risikoverantwortlichen des Geschäftsbereichs berichten.

Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Group Risk Management im Zentralbereich Controlling angesiedelt. Es besitzt die Methoden- und Systemkompetenz, es stellt die Funktionsfähigkeit und Effizienz des Risikofrüherkennungssystems sicher und informiert turnusmäßig den Vorstand der Ströer Management SE und Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA über die aktuellen Risiken des Konzerns. Der regelmäßig erstellte interne Risikobericht geht auf die verschiedenen Ursachen der Kernrisiken, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen (Brutto- und Nettobewertung) ein. Zudem informiert er über die Veränderungen der Risikoprofile im Zeitablauf. Bei unerwarteten Risiken, die außerhalb der Termine des Regelprozesses identifiziert werden und die spezifische Wesentlichkeitsgrenzen überschreiten, ist jeder Risikoverantwortliche zur Ad-hoc-Berichterstattung verpflichtet.

Das Risikomanagement wird in regelmäßigen Abständen auf Effektivität überprüft und gegebenenfalls verbessert. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer regelmäßig im Rahmen der Jahresabschlussprüfung, ob das Risikomanagementsystem geeignet ist, die den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken frühzeitig zu erkennen. Über die Ergebnisse berichtet er an Vorstand und Aufsichtsrat.

Internes Kontrollsystem

Einen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe dar. Wir verstehen das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassende Einheit und lehnen uns dabei an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem (IKS) und zum Risikomanagementsystem an. Danach werden unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die Ströer Gruppe maßgeblichen rechtlichen Vorschriften gerichtet sind. Des Weiteren soll das interne Kontrollsystem die Berichterstattung unterstützen, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ströer Gruppe zu vermitteln.

Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess haben wir folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

  • Der Vorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
  • Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sind über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation eingebunden.
  • Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind konzernweit definiert, kommuniziert und implementiert.

Wir erachten solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns maßgeblich beeinflussen können. Hierzu zählen folgende Elemente:

  • Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche,
  • Überwachung der Rechnungslegungsprozesse auf Ebene des Konzerns sowie auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften,
  • präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der im Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften,
  • Maßnahmen, die die ordnungsgemäße, EDV-gestützte Verarbeitung von konzernrechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen,
  • festgelegte Kommunikationswege, um zeitnah und vollständig Prozess- und Kontrollveränderungen zu übermitteln.

Daneben befassen wir uns auch mit der Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, das über die Finanzberichterstattung hinausgeht, und beachten damit die Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).

Internes Revisionssystem

Die Interne Revision ist ein Instrument des Vorstands der Ströer Management SE und des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA und unterstützt diese Gremien als Teil der Corporate Governance in ihrer Führungs- und Aufsichtsfunktion. Dazu führt sie in ausgewählten Beteiligungsgesellschaften und Unternehmensbereichen Prüfungen durch. Hierzu können folgende Themenschwerpunkte zählen:

  • Prüfung der Finanz- und Vermögenslage, der Zuverlässigkeit des Rechnungswesens und daraus abgeleiteter Informationen sowie der Einhaltung der internen Bilanzierungsrichtlinien (Financial Auditing).
  • Prüfung der Qualität, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität der Strukturen, Prozesse und Systeme inkl. des Internen Kontrollsystems (Operational Auditing).
  • Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, Verfahren und Verträgen (Compliance, Ordnungsmäßigkeit).

Auf Basis eines detaillierten, risikoorientierten Prüfplans wurde im Rahmen von mehreren internen Revisionsprojekten im Berichtsjahr die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems unterstützt. Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden laufend dem Vorstand der Ströer Management SE und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer Management SE berichtet. Ein umfassender Jahresbericht der Arbeit der Internen Revision sowie der Inhalte der Prüfungen und ihrer Ergebnisse wurde dem Aufsichtsrat vorgelegt. Die möglichen, sich aus Revisionsprüfungen ergebenden Verbesserungsmaßnahmen wurden bzw. werden systematisch nachverfolgt.

Risikosituation

Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf erwartetes EBITDA und/oder erwarteten Cash-Flow sowie Eintrittswahrscheinlichkeit wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenserwartungswerts des Risikos angegeben (z. B. "SEW mittel").

Marktrisiken (SEW: gering)

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann sich unter anderem aufgrund politischer Unwägbarkeiten oder neuerlicher Finanzmarktturbulenzen schlechter darstellen, als im Rahmen unserer Prognose unterstellt. Dies stellt aufgrund der Konjunkturabhängigkeit des Werbemarktes für alle Segmente der Ströer Gruppe ein Risiko dar, dessen Materialisierung dazu führen könnte, dass die Ströer Gruppe ihre Umsatz- und Ergebnisziele nicht erreicht.

In unserem regionalen Kernmarkt Deutschland gehen wir von einer stabilen Konjunkturentwicklung aus und sehen keine besonderen Risiken. Konjunkturelle Risiken sehen wir dagegen nach wie vor für den türkischen Werbemarkt. Zwar gehen wir hier insgesamt von einer leichten Belebung des Marktes nach äußerst schwierigen Jahren 2016 und 2017 aus. Anhaltende innenpolitische Unsicherheiten sowie die Gefahr weiterer geopolitischer Eskalationen in kurdischen Gebieten und an den Südgrenzen der Türkei zu Syrien und Irak können hier auch in 2018 belastend wirken.

Im Beschaffungsbereich könnten sich signifikante Planabweichungen vor allem durch den Verlust von Werberechtskonzessionen in der Außenwerbung oder von großen Publisher-Verträgen im Digitalbereich ergeben. Von Nachteil wäre auch eine Verzögerung der Genehmigungsprozesse, ein Kostenanstieg zur Erlangung notwendiger Baugenehmigungen oder eine Ablehnung attraktiver Standorte durch die Genehmigungsbehörden. Im Bereich der Online-Medien besteht grundsätzlich das Risiko, dass die im Portfolio befindlichen Webseiten – unter anderem aufgrund von Konkurrenzangeboten – weniger Nutzerinteresse auf sich ziehen als erwartet. Eine geringer als erwartet ausfallende Zahl von Unique Visitors bzw. Unique Users oder Ad Impressions kann die Erlöse aus der Reichweitenvermarktung beeinträchtigen. Diese Gefahren sehen wir aber als ganz normale Geschäftsrisiken an, die durch unser im Außenwerbe- wie auch im Digitalgeschäft sehr breit aufgestelltes Portfolio sehr begrenzt sind.

Besondere Beschaffungsrisiken, insbesondere in der Außenwerbung, können sich zudem aufgrund möglicher Preiserhöhungen bei Vorprodukten und Energie oder Preisvolatilitäten ergeben. Denkbar wären auch Ausfälle von Schlüssellieferanten oder Qualitätsprobleme bei Zulieferprodukten. Um das Risiko zu begrenzen, setzen wir auf eine produktübergreifende Standardisierung der Komponenten und eine Mehrquellenbeschaffungsstrategie.

Hinsichtlich der Vermarktung könnten sich Planabweichungen in den einzelnen Segmenten durch mögliche Erlöseinbußen bei der Auftragserteilung gewichtiger Werbungtreibender oder Agenturen, durch Kundenverluste im intra- und intermedialen Wettbewerb oder durch reduzierte Margen infolge steigender Rabatte in der Medienbranche ergeben. In diesem Zusammenhang werten wir regelmäßig unsere Vertriebsaktivitäten aus und treffen entsprechende Maßnahmen, um dem bestehenden Rabattdruck entgegenzuwirken.

Nach der Etablierung (a) Content-basierter Geschäftsmodelle – mit Deutschlands reichweitenstärkstem Online-Portal "t-online.de" als Herzstück –, (b) transaktionaler Geschäftsmodelle sowie (c) dem im abgelaufenen Geschäftsjahr vorgenommenen Einstieg in den Bereich des Dialogmarketings hat die Ströer Gruppe ihre Diversifizierungsstrategie im Digitalsegment weiter vorangetrieben. Dabei ist es unter anderem das Ziel, die bisher werbedominierten Erlösströme hin zu anderen transaktionalen sowie direktvertriebsorientierten Erlösarten zu erweitern. Hierdurch werden generelle Marktrisiken in der Werbevermarktung abgemildert.

Ein anhaltender Trend im Internet-Surfverhalten der Nutzer, weg von stationären Computern hin zu mobilen Endgeräten, stellt insbesondere den Bereich der Online-Display-Werbevermarktung sowie den Bereich der Content-basierten Erlösmodelle vor Herausforderungen. Diesem Risiko begegnen wir unter anderem mit einem Ausbau unserer mobilen Vermarktungsaktivitäten.

Generell stellt die vermehrte Nutzung von Ad-Blockern ein anhaltendes Risiko für die Online-Werbevermarktung dar. Für unsere Online-Vermarktungsaktivitäten wirken wir dem Risiko mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. Dabei setzen wir zum einen auf Technologien, Ad--Blocker zu umgehen. Zum anderen ist unser Webseitenportfolio unter anderem aufgrund der Nutzerstrukturen unterdurchschnittlich stark von Ad-Blocking-Technologien betroffen. Zum Dritten bieten wir vermehrt Produkte im Bereich Native Ads an, die ohnehin nicht von Ad-Blockern betroffen sind.

Politische und rechtliche Risiken (SEW: gering)

Die anhaltende Diskussion zu datenschutzrechtlichen Themen in Politik und Gesellschaft stellt ein Risiko für diejenigen unserer Geschäftsaktivitäten dar, in denen gerade die Verarbeitung von Daten ein zentrales Element ist. Unsicherheit besteht hier insbesondere in den Folgen der in 2016 verabschiedeten Datenschutzgrundverordnung der EU ("ePrivacy"), in der es um die Regelung zur Verarbeitung personenbezogener Daten geht. Die genaue Regelung bestimmter Aspekte des Datenschutzes, die für Teile unseres Geschäfts relevant sein könnten, z. B. für das Setzen von Cookies oder ähnliche Technologien, sind noch unklar bzw. noch nicht final definiert worden. Im Prognosejahr rechnen wir hier mit keinen Effekten auf die Geschäftslage. Auch wenn von derartigen gesetzlichen Neuregelungen nur einzelne Geschäftsmodelle in unserem Portfolio betroffen sind und große Datenmengen hauptsächlich anonymisiert genutzt werden, beschäftigen wir uns im Rahmen eines konzernweiten Projekts intensiv mit dem Thema. Unter anderem arbeiten wir an technologischen Maßnahmen, die das Risiko möglicher Erlösminderungen begrenzen sollen.

Darüber hinaus besteht ein Risiko einer in den letzten Jahren wiederholt in der politischen Diskussion geforderten Ausweitung von Werbeverboten, insbesondere im Bereich der Tabakwerbung. Diesem Risiko begegnen wir mit verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen. Wir gehen nicht von einem Inkrafttreten eines solchen Verbots in den nächsten Jahren aus. Durch eine deutlich gesunkene Abhängigkeit von einzelnen Werbekunden und -branchen hat die relative Bedeutung dieses Sachverhalts ohnehin stark abgenommen.

Prozessrisiken (SEW: gering)

Unsere Unternehmensabläufe sowie unsere Kommunikation basieren in hohem Maße auf Informationstechnologien. Folglich ist die IT-Sicherheit ein kritischer Faktor, der in Bezug auf Datenintegrität, Informationsvertraulichkeit, Authentizität und Verfügbarkeit berücksichtigt werden muss. Eine Störung oder gar ein Ausfall der Systeme könnte zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der IT-gestützten Geschäftsprozesse führen. Diese Prozesse unterliegen kontinuierlichen Nachbesserungsmaßnahmen, die diese Risiken reduzieren sollen.

Im Betriebsprozess liegt unser Augenmerk insbesondere auf möglichen Qualitätsrisiken, die mit der Sicherstellung einer hochwertigen Beschaffenheit und Bewirtschaftung unserer Werbeträger zusammenhängen. Gleiches gilt für nicht auszuschließende Störungen im Hinblick auf die ordnungsgemäße Arbeitsweise bei der Angebotserstellung, Auftragsabwicklung sowie das Reklamations- und Forderungsmanagement.

Mitarbeiterrisiken (SEW: unwesentlich)

Ein Risiko für Ströer liegt in der ungewollten Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen, sollten diese nicht oder nicht rechtzeitig durch eigene oder neue Mitarbeiter adäquat ersetzt werden. Wir wirken den Personalrisiken mit einer Reihe etablierter Maßnahmen, wie z. B. einem leistungsbezogenen Vergütungssystem, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten oder Stellvertretungsregelungen, entgegen. Unser Profil als innovatives und attraktives Medienunternehmen konnten wir außerdem durch den massiven Ausbau des Segments Digital weiter stärken.

Mitarbeiterrisiken werden sich für Ströer durch unseren Einstieg in den Bereich des Dialog-Marketings zukünftig verstärken. In diesem personalintensiven Geschäftsfeld kommt der Mitarbeitergewinnung und -bindung eine besondere Rolle zu.

Finanzrisiken (SEW: gering)

Aus der aktuellen Verschuldung resultiert für Ströer ein generelles Finanzierungsrisiko, dessen Tragweite von der Einhaltung der in den Kreditverträgen mit dem Bankenkonsortium vereinbarten Covenants sowie Informationsund Genehmigungspflichten abhängt. Dieses Risiko ist aber nicht zuletzt aufgrund der zu Ende des Berichtsjahres durchgeführten Refinanzierung zu erweiterten und verbesserten Konditionen als auch durch eine starke Entwicklung der zentralen Kennzahlen des operativen Geschäfts sehr gering.

Ströer entstehen überdies währungsbedingte Risiken. So besteht ein Translationsrisiko, das sich aus der Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften ergibt. Die relative Bedeutung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse am Konzernabschluss ist im Berichtszeitraum aber zurückgegangen. Transaktionsbedingte Währungsrisiken sind für die Ströer Gruppe ohnehin unbedeutend.

Generellen Zinsänderungsrisiken ist die Ströer Gruppe im Wesentlichen im Bereich der langfristigen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt.

Ein Beteiligungsrisiko resultiert grundsätzlich in Zukunft aus Verlusten von Tochtergesellschaften und sonstigen Beteiligungsunternehmen, die sich auf die Ertragslage und Liquidität der Ströer Gruppe auswirken könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu Berichtigungen von Firmenwerten kommt, sollte die Geschäftsentwicklung einzelner Gesellschaften hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Nicht zuletzt wegen der Komplexität des Steuerrechts besteht die Möglichkeit, dass die Finanzbehörden und -gerichte steuerrelevante Sachverhalte anders beurteilen als heute oder bisherige Verfahren angreifen. Wir vermindern dieses Risiko durch einen ständigen Austausch mit internen und externen Steuerspezialisten.

Sonstige Risiken (SEW: unwesentlich)

Zudem ist die Ströer Gruppe grundsätzlich Kommunikationsrisiken ausgesetzt, die letztlich auch in Reputationsrisiken münden können. Mit der Konzernkommunikation und den Investor Relations verfügen wir jedoch über zwei wichtige Funktionen, um relevante Informationen rechtzeitig den entsprechenden Adressaten zur Verfügung zu stellen und sachgerecht agieren zu können.

Unternehmenskäufe wie der Erwerb zahlreicher Unternehmen im Digitalsegment in den vergangenen Jahren beinhalten naturgemäß Risiken, die z. B. aus Kundenabwanderungen, aus ungewollter Mitarbeiterfluktuation, aus einem erhöhten Working-Capital-Bedarf oder aus Steuer- und Compliance-Sachverhalten herrühren können. Wir reduzieren solche Risiken durch entsprechende Analysen und angemessene Steuerungsmaßnahmen. Darüber hinaus verfügt die Ströer Gruppe über umfangreiche Erfahrungen hinsichtlich der Integration neu erworbener Gesellschaften.

Unsere geschäftlichen Aktivitäten müssen mit geltendem Recht in Einklang stehen. Insbesondere kartell- und kapitalmarktrechtliche Regelungen, Regelungen eines integren Geschäftsverkehrs sowie Datenschutzregelungen werden von unserer Rechtsabteilung ständig auf ihre Einhaltung überwacht. Darüber hinaus vermindern wir unsere Rechtsrisiken durch gezielte Einbindung von externen Wirtschaftsexperten und Rechtsanwälten. Grundsätzlich können aus laufenden Rechtsstreitigkeiten aber Prozessrisiken entstehen, die letztlich von vorgenommenen Risikoeinschätzungen und damit verbundenen Rückstellungen abweichen.

Weitere Details zu den finanziellen Verpflichtungen finden Sie im Konzernanhang im Abschnitt 34.

Chancensituation

Gesamtwirtschaftliche Chancen ergeben sich aus einer Erhöhung des Nettowerbevolumens in unseren Kernmärkten Deutschland, Türkei und Polen, die stärker ausfällt als in unserer Basisplanung. Dies könnte der Fall sein, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld besser entwickelt als erwartet oder sofern sich Werbebudgets stärker als angenommen auf die Außen- und/oder Online-Werbung bzw. aufs Dialogmarketing verlagern. Ebenso kann sich eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Entwicklung positiv auf die Umsätze unserer transaktionalen Geschäftsaktivitäten auswirken.

Der Strukturwandel in der Werbeindustrie, der sich insbesondere in einem veränderten Medienkonsum und in der fortschreitenden Digitalisierung der Medienangebote niederschlägt, kann im Geschäftsjahr 2018 die Abwanderung des Anzeigengeschäfts in Printmedien hin zu digitalen Medien weiter beschleunigen. In diesem Zusammenhang kann auch die Nachfrage nach Multi-Screen-Lösungen (Public Video, Road Side Screens, Desktop, Tablet, Mobile), wie sie in dieser Form auch nur von der Ströer Gruppe angeboten werden, über unsere Planungen hinaus steigen. Insgesamt sind wir durch unsere Angebote in der Außenwerbung, im Online-Bereich und im Dialogmarketing sehr gut aufgestellt, um unseren Kunden vor dem Hintergrund der anhaltenden Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung und steigender Mobilität der Bevölkerung sowie vor dem Hintergrund eines sich ändernden Nutzungsverhaltens im Medienkonsum ein optimales Angebot bieten zu können. Hieraus ergeben sich Chancen, von stärkeren Marktanteilszuwächsen im intermedialen Wettbewerb zu profitieren, als bislang in unseren Planungen erwartet. Die geplante verstärkte Digitalisierung unserer Außenwerbeträger verstärkt diese Möglichkeiten zusätzlich.

Wichtiger Erfolgsfaktor für die Nutzung der sich bietenden Chancen im Bereich der Werbevermarktung ist die Qualität des Portfolios an digitalen und analogen Werbeträgern. Aus der engen Partnerschaft mit Städten und Betreibern von Bahnhöfen im Bereich der Außenwerbung sowie mit Publishern im Online-Segment können unter Umständen national wie international zusätzliche Potenziale ausgeschöpft werden.

Strategische Chancen ergeben sich überdies aus weiteren Akquisitionen, mit denen wir gezielt unsere Positionen in unseren Kernmärkten und Kerngeschäftsbereichen ausbauen bzw. gezielt unser Produktangebot auf die Nachfragen unserer Kunden ausrichten.

Durch die fortlaufende Optimierung des Online-Inventars sowie eine weitere Verbesserung der Technologieposition können sich positive Größen- und Synergieeffekte ergeben, die in der Basisplanung noch nicht berücksichtigt sind. Mit unserem voll integrierten Geschäftsmodell sind wir zuversichtlich, uns im Wettbewerb mit den großen verlagsgebundenen Vermarktern und TV-Angeboten noch besser positionieren und Marktanteile gewinnen zu können. Eine verbesserte Positionierung und Reichweite im Medienmarkt erlaubt es uns dann auch, unsere transaktionalen Geschäftsmodelle besser als bislang prognostiziert vermarkten zu können.

Aus den unvermindert hohen Integrationsanstrengungen bei unseren zahlreichen Akquisitionen der letzten Jahre können sich bislang noch nicht geplante Synergien im Umsatz- wie im Kostenbereich ergeben. Auch der verstärkte Austausch von technologischem und vertrieblichem Know-how zwischen den neu erworbenen Einheiten sowie zwischen den neu hinzugekommenen Einheiten und dem Basisgeschäft bietet zusätzliche Umsatz- und Synergie-Chancen.

Gute Wachstumsmöglichkeiten erwarten wir darüber hinaus von unserem im Berichtszeitraum weiter verstärkten regionalen Vertriebsauftritt. Hier könnten sich in einem stärker als bislang erwarteten Ausmaß Synergien zwischen digitalen und analogen Angeboten ergeben.

Ganz neue vertriebliche Synergiepotenziale bieten sich mithilfe der neu erworbenen Unternehmen im Bereich des Dialogmarketings. Diese können gezielt eingesetzt werden, um unsere Medienprodukte und transaktionalen Geschäfte bei neuen Kundengruppen zu platzieren.

PROGNOSEBERICHT1

Gesamtaussage des Vorstands zur erwarteten Konzernentwicklung in 2018

Auch in 2018 werden strukturelle Veränderungen den Medienmarkt prägen. Insbesondere hat die zunehmende Nutzung und Personalisierung mobiler Endgeräte und der Ausbau der Netze maßgeblichen Einfluss auf das Medienkonsumverhalten der Menschen. Inhalte sind überall zu jeder Zeit auf allen Geräten verfügbar und lineare Mediennutzung verliert weiterhin an Bedeutung. Außenwerbung ist immer da, kann nicht weggezappt werden und kennt keine Fake News und keinen schlechten Content. Die von Ströer vermarkteten Websites basieren in der Mehrzahl auf redaktionell aufbereiteten Inhalten und sind für die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen zeitgemäß und damit relevant. Die Dialogangebote der Ströer Gruppe basieren auf direkter Ansprache. Somit sind die Angebote des Ströer Konzerns gut für die zunehmenden Veränderungen im Mediakonsum aufgestellt.

Mit unseren eigenen Ad-Servern können wir zentral Bildinhalte auf Online-Desktops, Mobilgeräten und Public Video Screens ansteuern. Unsere Angebote sind in allen gängigen Nachfrageplattformen (DSP, Demand Side Plattform) verfügbar. Damit können wir unsere Positionierung als größter non-TV-Vermarkter bei unseren Werbekunden nachhaltig stärken. Neben der verstärkten regionalen Vermarktung unseres Out-of-Home- und Digital-Inventars sehen wir vor allem im Auf- und Ausbau unserer Dialog-Marketingaktivitäten weiterhin große Wachstumschancen.

Um das Potenzial aller unserer Aktivitäten zu heben, werden wir auch im Jahr 2018 die regionale Vertriebsorganisation in Deutschland erweitern und kontinuierlich intensiv daran arbeiten, das vermarktbare Inventar in allen Wachstumsfeldern zu sichern und selektiv auszubauen.

Vor dem Hintergrund unserer starken Marktposition erwartet der Vorstand für die gesamte Ströer Gruppe im Jahr 2018, wie im vorangegangenen Jahr, ein organisches Umsatzwachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Der Konzernumsatz sollte, einschließlich der Akquisitionen der DV-COM Gruppe und der D+S 360 Gruppe im Februar 2018, auf rund 1,6 Milliarden Euro steigen. Für das Operational EBITDA geht der Vorstand von einem Wert von rund 375 Millionen Euro aus, das entspricht einer zum Vorjahr vergleichbaren EBITDA-Marge, das bereinigte Konzernergebnis sollte auf rund 215 Millionen Euro steigen. Unter Berücksichtigung der Effekte aus der Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16 sollte das Operational EBITDA auf rund 535 Millionen Euro steigen und das bereinigte Konzernergebnis bei rund 200 Millionen Euro liegen. Der Vorstand geht von einem weiter steigenden Konzernergebnis aus. Daneben strebt der Ströer Konzern an, den dynamischen Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung zu Operational EBITDA) unter Vorbehalt von M&A-Transaktionen weiterhin auf niedrigem Niveau von 2,0 bis 2,5 (vor Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16) zu halten. Unter Berücksichtigung des Investitionsbedarfs für das nächste Jahr rechnet der Vorstand mit einem Free Cash-Flow vor M&A-Transaktionen von 175 Millionen Euro, unter Berücksichtigung von IFRS 16 mit einem Free Cash-Flow vor M&A-Transaktionen von rund 310 Millionen Euro. Unsere Kapitalrendite (ROCE) sollte in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (Geschäftsjahr 2017: 17,6 Prozent) liegen (vor Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16). Zudem geht der Vorstand weiterhin von einer effektiven Steuerquote zwischen 15 bis 20 Prozent aus.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Die zukunftsgerichteten Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung berücksichtigen nur die zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten wesentlichen Umstände, die unsere Aktivitäten im Jahr 2018 beeinflussen können. Dabei kann die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Ströer Gruppe von der konjunkturellen Entwicklung in unseren Märkten sowie von der jeweiligen Entwicklung der Werbemärkte beeinflusst werden. Daneben hat auch der länderspezifische Marktanteil der Digital- bzw. Out-of-Home-Medien am Gesamtwerbemarkt Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Die direkte Ableitung einer Umsatzprognose aus diesen gesamtwirtschaftlichen oder branchenspezifischen Parametern ist indes nicht möglich, da die Korrelation der genannten Parameter mit dem Umsatz in einzelnen Jahren sehr unterschiedlich sein kann. Daneben kann aufgrund von unterjährigen Änderungen der Rahmenbedingungen die tatsächliche Entwicklung der Umsatz- und Ertragslage von der prognostizierten Entwicklung wesentlich abweichen.

Seit Jahren ist die Buchungsvergabe der Werbekunden über unsere verschiedenen Medien hinweg durch kurzfristige Auftragsvorläufe geprägt. Dies trifft im besonderen Maße auf die Digitalvermarktung zu, da hier Kampagnen aus technischen Gründen noch kurzfristiger eingebucht werden können als in klassischen Out-of-Home-Kanälen. Da in steigendem Umfang Transaktionen in Echtzeit über Real-Time-Bidding-Plattformen abgewickelt werden, sind die Buchungsvergaben durch eine höhere Volatilität geprägt. Aufgrund des geringen Buchungsvorlaufs bei den meisten unserer Medienprodukte sind wir in der konkreten Voraussage unserer Umsatz- und damit auch Ertragsentwicklung eingeschränkt.

Bedingt durch Währungsschwankungen, insbesondere bei unseren Geschäftsaktivitäten in der Türkei, aber auch andere externe Marktparameter wie die Entwicklung der Zinskurven, ist das exakte Konzernergebnis nur eingeschränkt prognostizierbar. Unsicherheiten bei diesen Parametern können sich ebenso auf zahlungsunwirksame Sachverhalte im Finanzergebnis auswirken. Die letzten Derivate zur Absicherung dieser Unsicherheiten sind im Januar 2015 ausgelaufen. Neue Sicherungsinstrumente sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Im Rahmen dieser Prognose gehen wir von gegenüber dem Berichtsjahresende im Durchschnitt weitestgehend konstanten Parametern im Finanzergebnis aus.

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft hat sich im abgelaufenen Jahr 2017 im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal beschleunigt. So hat die Bundesregierung in ihrer Herbstprognose das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 0,5 Prozent auf 2,0 Prozent1 angehoben. Nach vorläufigen Berechnungen wuchs das Bruttoinlandsprodukt insgesamt um 2,2 Prozent und damit stärker als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (1,3 Prozent)2. Für 2018 prognostiziert die Bundesregierung ein Wachstum von 1,9 Prozent.3 Gründe für die guten Aussichten sind nach Ansicht der Bundesregierung neben der seit Jahren stabilen Binnennachfrage der Aufschwung der Eurozone. Zusätzlich haben sich Weltwirtschaft und Welthandel in 2017 belebt, wovon insbesondere die deutsche Exportwirtschaft profitiert hat. Daher sollten ein möglicher leichter Anstieg des Ölpreises und leicht ansteigende Zinsen nur beschränkt Einfluss auf die Realwirtschaft haben. Daneben sollte Deutschland von der wirtschaftlichen Erholung der Schwellenländer als Exportnation überproportional profitieren.

Zukünftige Branchenentwicklung

Entwicklung des deutschen Werbemarktes

Nach Zahlen der Nielsen Werbestatistik ist der Werbemarkt in Deutschland im Jahr 2017 um 2,1 Prozent gewachsen.4 Für 2018 wird von der Agentur Zenith ein ebensolches Wachstum von etwa 2,3 Prozent prognostiziert.5 Aufgrund der stabilen wirtschaftlichen Entwicklung blicken die werbenden Unternehmen daher vergleichsweise optimistisch in das Jahr 2018. In einer Umfrage der Organisation Werbungtreibende gaben 53 Prozent der Werbungtreibenden an, mit steigenden Werbeumsätzen zu rechnen, 45 Prozent erwarten stabile Umsätze und nur 3 Prozent gehen von sinkenden Umsätzen aus.6

1 Herbstprojektion der Bundesregierung, Oktober 2017

2 Statistisches Bundesamt, Januar 2018

  • 7 PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook, Außenwerbung, 2017–2021
  • 8 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017
  • 9 PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook, Außenwerbung, 2017–2021

11 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

Für die Werbeumsätze in der Out-of-Home-Branche wird in den bekannten Studien ein leicht stärkeres Wachstum im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt erwartet. Nach Einschätzung der PricewaterhouseCoopers GmbH (im Folgenden: PwC) sollen die Werbeumsätze im Jahr 2018 in der Außenwerbung erneut mit einer Rate von 3,0 Prozent wachsen.7 Zenith erwartet ein Wachstum von 2,6 Prozent.8 Ein wesentlicher Wachstumstreiber liegt in der anhaltenden Digitalisierung von Außenwerbeträgern. PwC sieht diese auf einem klaren Wachstumskurs für den Prognosezeitraum 2017 bis 2021. So gehen die Experten von einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate von 21,1 Prozent aus.9 Daneben unterstützen die weitere Flexibilisierung und Regionalisierung von Werbeformen sowie die zunehmende Mobilität der Gesellschaft die positive Entwicklung der Außenwerbung. Neue technologische Entwicklungen wie z. B. iBeacons eröffnen neue Nutzungsperspektiven für Out-of-Home-Medien durch die Verbindung mit anderen Werbeformen und neuen Formaten, die eine Interaktion zwischen dem Werbungtreibenden und Konsumenten über dessen Smartphone ermöglichen. Aufgrund der insgesamt eher positiven Marktaussichten erwartet die Ströer Gruppe in der Out-of-Home-Branche ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich.10

Auf dem Markt für Online-Werbung sollte sich die insgesamt positive Entwicklung aus 2017 grundsätzlich auch im Jahr 2018 fortsetzen. Die erhöhte Werbeeffizienz durch präziseres Targeting und performanceorietierte Angebote bietet nachhaltige Wachstumsfelder. Zenith und PwC prognostizieren für das Jahr 2018 ein Wachstum der Werbeumsätze in der Online-Werbung von 8,0 Prozent bzw. 5,6 Prozent.11 Für die stationäre Online-Werbung erwartet PwC eine sukzessive Verlangsamung des jährlichen Wachstums infolge einer zunehmenden Reife des Marktes. Hier wird mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 3,8 Prozent bis 2021 gerechnet.12

Das größere Wachstumspotenzial bietet die mobile Online-Werbung, deren durchschnittliches jährliches Wachstum PwC mit 19,9 Prozent bis 2021, im Vergleich zur Vorjahresstudie noch einmal höher, einschätzt.13 Treiber dieses Wachstums sind die steigende Penetration internetfähiger Endgeräte (Smartphones und Tablets) und die damit verbundene Verlagerung der Mediennutzung. Wir schließen uns diesen Markteinschätzungen grundsätzlich an.

3 Projektionen der Bundesregierung, Herbstprojektion 2017

4 Nielsen Bruttowerbemarkt, Dezember 2017

5 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2017

6 Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), November 2017

10 PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook, Außenwerbung, 2017–2021

12 PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook, Onlinewerbung, 2017–2021 13 PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook, Onlinewerbung, 2017–2021

Erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Ströer Gruppe

Auch für das Jahr 2018 erwarten wir in der Ströer Gruppe weiteres organisches Konzernumsatzwachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Hierzu trägt neben starken Wachstumsimpulsen im Segment Ströer Digital auch das weiterhin robust wachsende Segment OOH Deutschland bei. Die im vorangegangenen Berichtsjahr angestoßene Verzahnung unserer Public Video Infrastruktur, mit diversen Online-Assets im Desktop- als auch im Mobile-Bereich, trägt weiter Früchte. Die Resonanz unserer Kunden auf unsere Multi-Screen-Angebote im Bewegtbild-Sektor ist anhaltend positiv.

Daneben haben wir unser Portfolio im Berichtsjahr durch weitere Akquisitionen verstärkt. Mit der Übernahme von 75 Prozent der UAM Media Group konnten wir unser Produktangebot sowohl im Bereich lokaler Medienangebote als auch im Bereich digitaler Außenwerbeprodukte gezielt ergänzen. Darüber hinaus haben wir mit der Akquisition der Avedo Gruppe und der Ranger Gruppe eine Ausweitung unseres Leistungsangebots in den Bereich Dialog-Marketing vollzogen. Insgesamt erwarten wir, dass wir den Umsatz der Ströer Gruppe im Geschäftsjahr 2018 – getrieben von dem organischen Wachstum und den gezielten Akquisitionen – in einem niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigern können.

Die Erlöse in Polen und in der Türkei sowie in Teilen der BlowUP-Gruppe und in Teilen des digitalen Geschäfts werden in Fremdwährungen generiert. Folglich sind diese Wechselkurseffekten ausgesetzt. Da die Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere der türkischen Lira, kaum prognostizierbar ist, kann dies die Umsatz- und Ergebnissituation in Konzernwährung positiv wie negativ beeinflussen. Im Rahmen dieser Prognose gehen wir gegenüber dem Berichtsjahresende im Jahresdurchschnitt von nahezu konstanten Parametern aus.

Die direkten Kosten werden nach unserer Einschätzung im Jahr 2018 volumen- und akquisitionsbedingt leicht ansteigen. Bei den Overhead-Kosten erwarten wir bezogen auf den Gesamtkonzern ebenfalls eine Steigerung oberhalb des organischen Umsatzwachstums. Die geplanten Kostensteigerungen gehen – bei gleichzeitig striktem Kostenmanagement – insbesondere auf die große Anzahl neu konsolidierter Unternehmen zurück. Daneben führen inflationsbedingte Gehalts- und sonstige Kostenanpassungen, die Stärkung der Strukturen im Bereich des regionalen Vertriebs in Deutschland sowie das insgesamt in der Gruppe deutlich gestiegene Geschäftsvolumen zu höheren Vertriebs- und Verwaltungskosten.

Segment Ströer Digital

Das Segment Ströer Digital profitiert stark von der anhaltenden Dynamik des Online-Werbemarktes, vorrangig in Deutschland. Ströer Digital steht nach AGOF-Zahlen mit 53 Millionen Unique Usern pro Monat auf Platz 1 der Online-Vermarkter in Deutschland.14 Aufgrund der sehr guten Platzierung gehen wir davon aus, dass die Sichtbarkeit von Ströer Digital bei Kunden wie Publishern weiter steigen wird und damit unsere Relevanz als Werbe- und Vermarktungspartner auch in 2018 weiter zunimmt.

Für das Jahr 2018 erwarten wir die Fortsetzung unserer Vermarktungserfolge durch die Verknüpfung von OOH und Digitalangeboten; dabei werden wir verstärkt Personal (Desktop, Tablets, Smartphones) und Public Screens (Out-of-Home-Displays) in unserem einzigartigen Multi-Screen-Angebot verzahnen.

Diese sollten durch die Ausweitung unseres Leistungsangebots durch den Bereich Dialog-Marketing weiter unterstützt werden.

Technische Innovationen und technischer Vorsprung im Bereich der auf Performance ausgerichteten Digitalprodukte bekommen für die Ausweitung unseres Geschäfts eine immer größere Bedeutung. Daher gehen wir, neben dem Erfolg unseres Performance Publishing, davon aus, dass auch aus der Suchmaschinen-Optimierung (SEO) weitere Umsatzimpulse für das Digitalgeschäft entstehen.

Für das Jahr 2018 rechnen wir aufgrund der oben genannten Initiativen und Umsatzsynergien zwischen den erworbenen Einheiten mit einem organischen Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Das Umsatzwachstum wird nach unserer Erwartung insbesondere von höheren Ausgaben in der Werbevermarktung in den stark nachgefragten Bereichen Mobile und Video sowie durch unsere transaktionalen Geschäftsmodelle und den neuen Bereich Dialog-Marketing getragen werden.

Für das Jahr 2018 erwarten wir auf Basis des bestehenden Beteiligungsportfolios des Berichtsjahres, neben der weiteren Hebung von Synergien, insbesondere aufgrund von Investitionen in nachhaltiges Wachstum, eine stabile Operational EBITDA-Marge im Vergleich zum Vorjahr (vor Anwendung von IFRS 16).

Segment OOH Deutschland

Für die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland sind wir weiterhin positiv gestimmt und erwarten, dass die Werbekonjunktur sich dieser grundsätzlich positiven Dynamik anschließt. Allerdings kann die Verfügbarkeit und Aufteilung der tatsächlichen Werbebudgets sowie die Rabattentwicklung zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden. Maßgeblich hierfür sind unter anderem die starken Umbrüche in der Medienlandschaft und die steigende Vielfalt von Werbeangeboten, insbesondere in digitalen Medienkanälen. Daneben ist die steigende Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Werbeindustrie ursächlich für die veränderte Allokierung der Werbebudgets. In diesem Marktumfeld erwarten wir, dass wir uns mit unserem deutschlandweit einzigartigen Portfolio an attraktiven Out-of-Home- und digitalen Medien erfolgreich und nachhaltig behaupten können.

Im Segment OOH Deutschland gehen wir von einem organischen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Auf der Kostenseite gehen wir von umsatzbedingt höheren Pachtabgaben, von steigenden Stromkosten aufgrund der weiteren Digitalisierung unserer Werbeflächen und von im Wesentlichen inflationsbedingt angepassten direkten Kosten aus. Daneben sollte der fortgesetzte Aufbau der regionalen Verkaufsorganisation zu einer Steigerung der Overhead-Kosten über der Inflationsrate führen.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir im nächsten Jahr in Deutschland mit einer Operational EBITDA-Marge auf dem Niveau des Vorjahres (vor Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16).

Segment OOH International

Das Segment OOH International besteht neben BlowUP Media aus unseren operativen Tätigkeiten in der Türkei und in Polen. In der Türkei gehen wir von einer Abschwächung der innen- und geopolitischen Spannungen aus, die sich im Berichtsjahr noch deutlich negativ auf das wirtschaftliche Umfeld ausgewirkt haben. In Polen bewegen wir uns trotz eines stabilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds unter anhaltend herausfordernden Bedingungen in der Außenwerbung. In unserem europäischen Riesenpostergeschäft BlowUP erwarten wir, die positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen zu können. Insgesamt rechnen wir im Segment OOH International mit einer leicht positiven organischen Umsatzentwicklung, die über dem Berichtsjahr liegt.

Aufgrund des erwarteten organischen Umsatzanstiegs und des weiterhin gezielten Kostenmanagements sollte sich die Operational EBITDA-Marge bei konstanten Wechselkursen gegenüber der Marge des Vorjahres ebenfalls leicht verbessern (vor Anwendung von IFRS 16).

Geplante Investitionen

Unsere Investitionstätigkeit im Prognosezeitraum konzentriert sich hauptsächlich auf die weitere Digitalisierung des Außenwerbebereichs sowie den Neuaufbau und Austausch von Out-of-Home-Werbeträgern, vornehmlich aufgrund der Verlängerung oder Neuakquisition von Werbenutzungsrechten im öffentlichen Raum. Im Digitalsegment konzentrieren wir uns auf Investitionen in die Erneuerung und Ausweitung unseres Public Video Inventars, unserer IT-Infrastruktur (unter anderem Auf- bzw. Ausbau unseres selbstentwickelten Ad-Servers) und der Erstellung eigener immaterieller Vermögenswerte wie insbesondere Software und Datenmanagement-Plattformen.

In unserem OOH International Segment sind im Jahr 2018 Investitionen in Portfolioverbesserungen geplant, wie z.B. digitale Außenwerbeprodukte in Polen oder großformatige Digital-Boards bei der BlowUP. Daneben ergeben sich wie in den Vorjahren Investitionen aus dem Bedienen kommunaler Verträge. Auf Gruppenebene arbeiten wir fortlaufend an der Weiterentwicklung unserer IT-Landschaft.

In der Ströer Gruppe erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2018 – ohne Berücksichtigung von M&A-Aktivitäten – Gesamtinvestitionen von rund 110 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil der Investitionen ist nicht mit verbindlichen Investitionszusagen hinterlegt, sodass wir die Investitionssummen insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Marktund Unternehmenslage bei Bedarf deutlich nach unten anpassen können.

Im Hinblick auf Investitionen für Unternehmenserwerbe (M&A) können wir prozessbedingt keine Prognose treffen. Unter dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Wertsteigerung für das Unternehmen prüfen wir laufend geeignete Akquisitionsmöglichkeiten. Dabei sehen wir insbesondere im Bereich Dialog-Marketing Potenziale. Hinsichtlich bestehender Geschäftsbereiche prüfen wir regelmäßig verschiedene strategische Optionen, die auch M&A--Strategien einschließen können.

Erwartete Finanzlage

Die gegenüber dem Vorjahr erneut stärkere Ertragslage der Ströer Gruppe wird auch die Finanzlage nach unserer Erwartung weiter verbessern. Im Einzelnen sollte durch die verbesserte Ertragslage auch ein höherer Cash -Flow aus laufender Geschäftstätigkeit zu erwarten sein. Vor diesem Hintergrund und auf Basis der geplanten Investi tionen in 2018 rechnen wir mit einem Free Cash -Flow vor M&A -Transaktionen von rund 175 Millionen Euro, unter Berücksichtigung von IFRS 16 von 310 Millionen Euro.

Wir erwarten, dass die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) auf dem Niveau des Vorjahres (vor Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16) liegen sollte.

Die aktuelle Kreditfinanzierung der Ströer Gruppe ist bis Ende 2022 gesichert. Im Rahmen der neuen Refinan zierungen ist es uns gelungen, unsere Kreditkonditio nen weiter zu verbessern. Die Kreditbedingungen sind so ausgestaltet, dass auch unter Berücksichtigung von konjunkturellen und saisonalen Schwankungen, insbe sondere unter Berücksichtigung unseres im Geschäfts jahr 2017 erfolgreich platzierten Schuldscheins in Höhe von 350 Millionen Euro, ein ausreichender finanzieller Spielraum (Headroom) verbleibt. Mit dem zum Ende des Berichtsjahres erreichten dynamischen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) von 1,4 liegen wir deutlich unter unserem Zielkorridor zwischen 2,0 und 2,5 und erwarten – vorbe haltlich weiterer Akquisitionen – weiterhin auf niedrigem Niveau zu verbleiben (vor Anwendung von IFRS 11 und IFRS 16).

Wir sind unverändert der Auffassung, dass uns die bestehende Kreditfinanzierung ausreichenden Spielraum gibt, geplante Investitionen sowie zusätzlich sich bietende Geschäftschancen im Prognosezeitraum umzusetzen. Die Konditionen der Finanzierung werden von uns laufend an den aktuellen Entwicklungen der Fremdkapitalmärkte gemessen. Wirtschaftlich sinnvolle Chancen einer Kondi tionenanpassung werden wir bei Bedarf verfolgen.

Wir verweisen auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

ANGABEN GEMÄSS § 315 HGB NEBST ERLÄUTERNDEM BERICHT DER PERSÖNLICH HAFTENDEN GESELLSCHAFTERIN DER STRÖER SE & CO. KGAA

Im Folgenden sind die nach § 315 Abs. 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das bei der Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zum 1. März 2016 vorhandene gezeichnete Kapital in Höhe von 55.282.499 Euro wurde durch Formwechsel des Rechtsträgers bisheriger Rechtsform, der Ströer SE mit Sitz in Köln (HRB 82548), erbracht.

Im Geschäftsjahr 2017 hat sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um 275.486 Aktien auf 55.557.985 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2017 in 55.557.985 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 Euro eingeteilt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen zwischen Aktionären, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Die Ströer Management SE, Düsseldorf, ist die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA. Sie hat keine Sondereinlage erbracht und ist weder am Gewinn und Verlust noch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt.

Udo Müller besitzt 21,59 Prozent und Dirk Ströer 21,69 Prozent der Gesamtzahl an Aktien. Beide Aktionäre haben ihren Wohnsitz in Deutschland. Des Weiteren hält die Deutsche Telekom AG, Bonn, insgesamt 11,54 Prozent der Anteile an der Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus sind dem Vorstand nach dem WpHG keine Beteiligungen am Kapital gemeldet, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über Beginn und Ende der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis der persönlich haftenden Gesellschafterin sowie über Satzungsänderungen

Die Satzung der Ströer SE & Co. KGaA regelt in § 8 die näheren Bestimmungen hinsichtlich eines etwaigen Ausscheidens der persönlich haftenden Gesellschafterin und der weiteren Fortführung der Ströer SE & Co. KGaA. Über Satzungsänderungen beschließt gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 5 AktG die Hauptversammlung. Die näheren Verfahrensregelungen sind in § 181 AktG in Verbindung mit § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA enthalten.

Befugnisse der persönlich haftenden Gesellschafterin zur Aktienausgabe oder zum Aktienrückkauf

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 17. Juni 2019 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 12.525.780,00 Euro (in Worten: zwölf Millionen fünfhundertfünfundzwanzigtausendsiebenhundertachtzig Euro) durch Ausgabe von bis zu 12.525.780 (in Worten: zwölf Millionen fünfhundertfünfundzwanzigtausendsiebenhundertachtzig) neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014), jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 das genehmigte Kapital gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch vorhanden ist.

Das Grundkapital ist um bis zu 2.274.700,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 2.274.700 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6A Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2013, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2013 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 8. August 2013 und unter Berücksichtigung des Umwandlungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 25. September gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.

Das Grundkapital ist um bis zu 2.123.445,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 2.123.445 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.056.400,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen

Facility Agreement/Schuldscheindarlehen

Zwischen der Ströer SE & Co. KGaA und einem Konsortium aus verschiedenen Banken und Finanzinstituten besteht ein Kreditvertrag (Facility Agreement), auf dessen Grundlage das Konsortium an die Gesellschaft eine Kreditlinie von 600 Millionen Euro eingeräumt hat. Durch dieses im Jahr 2016 neu abgeschlossene Facility Agreement wurde ein bis dahin bestehendes Agreement aus dem Jahr 2014 abgelöst. Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Jahr 2016 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 145 Millionen Euro sowie im Jahr 2017 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 350 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert.

Die Bedingungen im Hinblick auf einen Kontrollwechsel entsprechen sowohl im Facility Agreement als auch in den Schuldscheindarlehen den marktüblichen Vereinbarungen. Sie führen nicht zur automatischen Beendigung, sondern räumen unseren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels lediglich die Möglichkeit ein, unter diesen Bedingungen zu kündigen.

Put-Option

Einem nicht beherrschenden Gesellschafter der türkischen Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama A.S. wurde im Jahr 2010 in Bezug auf seine Anteile an der türkischen Gesellschaft das Recht eingeräumt, diese im Fall eines Kontrollwechsels im Rahmen einer Put-Option der Ströer SE & Co. KGaA anzudienen.

Ströer SE & Co. KGaA Ströer-Allee 1 . 50999 Köln Telefon +49 (0) 2236 . 96 45-0 Telefax +49 (0) 2236 . 96 45-299 www.stroeer.com

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