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Software AG — Audit Report / Information 2020
Feb 23, 2022
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Audit Report / Information
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Publication
Technische Werke Ludwigshafen am Rhein Aktiengesellschaft
Ludwigshafen a. Rh.
Jahres- und Tätigkeitsabschluss gemäß EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020
Wirtschaft und Politik unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie
Im Jahr 2020 verzeichnet die deutsche Wirtschaft infolge der Auswirkungen der Coronakrise einen erheblichen Einbruch beim wirtschaftlichen Wachstum. Das seit einem Jahrzehnt anhaltende wirtschaftliche Wachstum schlug in eine Rezession um, deren Heftigkeit sich in einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2020 von -5,0% gegenüber dem Vorjahr zeigt. Nahezu alle wirtschaftlichen Bereiche, wie Industrie und insbesondere der Dienstleistungsbereich, waren von der Entwicklung betroffen, während sich das Baugewerbe als einziger Bereich zum Vorjahr 2019 verbessern konnte.
Einen vergleichbaren Einbruch zur wirtschaftlichen Entwicklung verzeichnet ebenso der Energieverbrauch in Deutschland für das Jahr 2020, der sich in einem nachweislich historisch tiefsten Verbrauch spiegelt. Neben den Auswirkungen durch die Pandemie auf den Stromverbrauch in den verschiedenen Sektoren, wirkten sich auch die Einspeisung erneuerbarer Energien sowie politische Entscheidungen und Vorgaben auf die Entwicklung des Energieverbrauchs aus. Mit 60% führt den Energiemix bezüglich des Primärenergieverbrauchs in Deutschland weiterhin die beiden Energieträger Mineralöl und Erdgas an. Während der Verbrauch von Stein- und Braunkohle sowie der Kernenergie durchweg rückläufig war, konnten die erneuerbaren Energien erneut zulegen und ihren Beitrag auf rund 17% erhöhen.
Mitte Dezember wurde die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2021 noch auf den Weg gebracht, in dem mitunter die Vorgabe gesetzlich hinterlegt wurde, dass die Stromversorgung in Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral sein muss. Darüber hinaus wurde darin der Rahmen der Erreichung von 65% an Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 gegeben.
Im Bereich Forschung und Innovation gab es im Jahr 2020 unter anderem folgende nennenswerte Entwicklungen. Das Förderprogramm SINTEG wurde im Herbst 2020 erfolgreich beendet. In diesem wurden fünf verschiedene Lösungen für zukunftsfähige Energiesysteme sowie Maßnahmen zur Digitalisierung des Energiesektors entwickelt und getestet. Im Detail wurden fünf sogenannte Schaufenster mittels Investitionen beteiligter Unternehmen sowie durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Zum Schaufenster „DESIGNETZ: Baukasten Energiewende“ gehört das Hybridkraftwerk der TWL AG, welches im Rahmen von Designetz zu einem zukunftsfähigen, effizienten Stromnetz im Zuge einer flexiblen und sicheren Energieversorgung beiträgt. Ein weiterer Fokus wurde seitens des BMWis auf den Bereich Wasserstoff und dessen Potenzial als Energieträger sowie Energiespeicher gelegt. Mit der „Technologieoffensive Wasserstoff“ sollen insbesondere innovative Projektideen hinsichtlich der Nutzung von Wasserstoff entwickelt und umgesetzt werden.
TWL AG unter den Herausforderungen des Jahres 2020
Das Jahr 2020 stellte, neben den allgemein spürbaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, an TWL AG noch weitere Herausforderungen. Zu Beginn des Jahres und über das ganze Jahr hinweg begleitete das Unternehmen die Fortführung und anschließende Umsetzung des Projekts Technik 3.0. Einen ersten Schritt zur Umsetzung markierte dabei die Herausgliederung der in die neue Netzgesellschaft übergehenden Organisationsbereiche in einen Teilbetrieb. Die weiteren Schritte zur neuen Netzgesellschaft erfolgen abschließend im Jahr 2021.
Währenddessen wurde im Frühjahr bekannt, dass TWL AG einem Hackerangriff zum Opfer fiel und dabei personenbezogene Daten von Kunden und Mitarbeitern gestohlen wurden. Infolgedessen war der Bereich IT im Jahr 2020 intensiv mit dem Bereinigen und Neuaufbau der IT-Landschaft beschäftigt. Auch dieses Projekt wird TWL AG noch im neuen Geschäftsjahr 2021 begleiten.
Im Mai und Juni stand nach einigen baubedingten Verzögerungen der Umzug in das neue Verwaltungsgebäude in der Bismarckstraße und damit in die Stadtmitte von Ludwigshafen an. In das leerstehende Verwaltungsgebäude in der Industriestraße zogen im Verlauf des zweiten Halbjahres 2020 der Bereich IT sowie einige technische Einheiten, welche zuvor in der Rubensstraße untergebracht waren. Darüber hinaus bezogen auch die TWL Netze gegen Ende des Jahres das Verwaltungsgebäude. Damit wurden sowohl die Mietaufwendungen für den ehemaligen Standort in der Rubensstraße als auch die Aufwendungen für die Walzmühle durch die TWL Netze obsolet.
Darüber hinaus wurden weitere strategische und organisatorische Veränderungen und Maßnahmen innerhalb von TWL ergriffen, die alle mit dem Ziel initiiert wurden, die bevorstehenden und zukünftigen Veränderungen in Form von Chancen und Herausforderungen erfolgreich bestehen zu können. Neben einer betrieblichen Neuorganisation stand hier die strategische Neuausrichtung des Vertriebs im Vordergrund.
Schlussendlich wirkten sich im Unternehmen auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie sowie zur Vorbeugung von Infektionen mit Corona aus. Grundsätzlich richtete sich TWL hinsichtlich der Maßnahmen stets an der für Rheinland-Pfalz gültigen Allgemeinverfügung aus. Innerhalb von TWL hatte dies neben der Herausbildung des Krisenstabs, welcher regelmäßig tagte, auch Auswirkungen auf das tägliche Arbeiten, das soweit möglich ins Home-Office verlagert wurde. Weiterhin führten die diversen Versordnungen zu erhöhten Aufwendungen z. B. bedingt durch die Installation von Desinfektionsspendern, der Errichtung von Trennscheiben an erforderlichen Stellen sowie der strengen Aufteilung von Mitarbeitern an versorgungsrelevanten Schlüsselstellen. Weiterhin hatte das Herabfahren der Wirtschaft merkliche finanzielle Folgen, mitunter aus Abverkäufen von überschüssigen Energiemengen zu einem niedrigeren Verkaufspreis, für das Unternehmen.
Wirtschaftliche Entwicklung
Das Jahr 2020 reiht sich in die Wetterstatistik als zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung ein und zeichnet sich darüber hinaus als sehr sonnenscheinreich und bereits im dritten Jahr in Folge zu trocken aus. Dies verdeutlicht die um rund 20 Prozent höheren Sonnenscheinstunden im Vergleich zum Soll, sowie die 10 Prozent unter seinem Soll liegende Niederschlagsmenge für Deutschland.
Für TWL hatte dies - in Verbindung mit den Auswirkungen aus dem Lockdown in der Wirtschaft - zur Folge, dass die Absatzmengen in allen Sparten - bis auf die Sparte Gas - eine verhaltene, aber steigende Entwicklung zeigt. In der Sparte Gas zeigt sich dagegen eine deutlich rückläufige Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr.
| Stromabsatz | 2020 | 2019 | Diff. [%] | |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Gewerbekunden | Mio. kWh | 198,5 | 181,8 | 9,2 |
| Geschäftskunden | Mio. kWh | 1.257,7 | 1.254,2 | 0,3 |
| Netzbetreiber | Mio. kWh | 710,6 | 703,2 | 1,1 |
| Selbstverbrauch | Mio. kWh | 33,8 | 35,2 | -4,0 |
| Gesamt | Mio. kWh | 2.200,6 | 2.174,4 | 1,2 |
| Gasabsatz | 2020 | 2019 | Diff. [%] | |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Gewerbekunden | Mio. kWh | 371,3 | 637,8 | -41,8 |
| Geschäftskunden | Mio. kWh | 1.009,7 | 1.184,4 | -14,8 |
| Selbstverbrauch | Mio. kWh | 174,1 | 158,4 | 9,9 |
| Gesamt | Mio. kWh | 1.555,1 | 1.980,6 | -21,5 |
| Wärmeabsatz | 2020 | 2019 | Diff. [%] | |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Gewerbekunden | Mio. kWh | 162,3 | 166,1 | -2,3 |
| Geschäftskunden | Mio. kWh | 122,1 | 120,9 | 1,0 |
| Selbstverbrauch | Mio. kWh | 2,6 | 2,3 | 13,0 |
| Gesamt | Mio. kWh | 287,0 | 289,3 | -0,8 |
| Kälteabsatz | 2020 | 2019 | Diff. [%] | |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftskunden | Mio. kWh | 4,5 | 3,6 | 25,0 |
| Gesamt | Mio. kWh | 4,5 | 3,6 | 25,0 |
| Trinkwasserabsatz | 2020 | 2019 | Diff. [%] | |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Gewerbekunden | Mio. m3 | 8,9 | 8,8 | 1,1 |
| Geschäftskunden | Mio. m3 | 2,8 | 2,5 | 12,0 |
| Selbstverbrauch | Mio. m3 | 0,2 | 0,2 | 0,0 |
| Gesamt | Mio. m3 | 11,9 | 11,5 | 3,5 |
Der Stromabsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent erhöht werden. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch Privat- und Gewerbekunden geprägt. Für das Geschäftsjahr konnte somit im Bereich Strom ein Absatz in Höhe von 2.200,6 Mio. kWh (i.Vj. 2.174,4 Mio. kWh) erzielt werden.
Der Bereich Gas verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen rückläufigen Absatz von insgesamt 21,5 Prozent. Der maßgebliche Rückgang wird dabei im Privat- und Gewerbekundensegment verzeichnet. Insgesamt sinkt der Gesamtabsatz für Gas im Jahr 2020 auf 1.555,1 Mio. kWh (i.Vj.1.980,60 Mio. kWh).
Die Sparte Wärme verzeichnet, infolge der Witterung, einen leichten Rückgang im Gesamtabsatz in Höhe von 0,8 Prozent. Die Verbesserung bei den Geschäftskunden (+ 1,0 Prozent) kann dabei die rückläufige Entwicklung bei den Privat- und Gewerbekunden (- 2,3 Prozent) nicht komplett kompensieren. Insgesamt belief sich der Wärmeabsatz auf 287,0 Mio. kWh (i.Vj. 289,3 Mio. kWh). Die Sparte Kälte konnte sich auch infolge der warmen Temperaturen um 25,0 Prozent auf einen Absatz von 4,5 Mio. kWh (i.Vj. 3,6 Mio. kWh) erhöhen.
Auch die Absatzmenge im Bereich Wasser zeigt sich infolge der Witterung insgesamt mit 11,9 Mio. m3 (i. Vj. 11,5 Mio. m3 ) im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent erhöht.
Entwicklung der Energiepreise für Haushalt und Gewerbe
Gestiegene Steuern, Abgaben und Netzentgelten sowie die gestiegenen Preise an den Großhandelsmärkten bedingten zum 01.04.2020 eine Preiserhöhung für die meisten Produkte im Strombereich. So veränderte sich unter anderem auch der Preis für die Grundversorgung innerhalb des Verbrauchspreis um ca. 5,0 Prozent auf 32,50 ct/kWh.
Durch die weiterhin gute langfristige Beschaffungsstrategie konnte TWL die Preise für Erdgas im Jahr 2020 stabil halten. Auch die Preise für Fernwärme und Wasser blieben konstant.
Ertragslage
Die Umsatzerlöse nach Abzug von Strom- und Energiesteuer betrugen 525,1 Mio. Euro im Jahr 2020 und lagen damit um 4,2 Prozent über dem Vorjahr (i.V. 503,8 Mio. Euro). Damit konnte erneut ein Umsatz von über einer halben Milliarde Euro erzielt werden. Maßgeblich hierfür waren die Entwicklungen der einzelnen Medien, wie in der folgenden Tabelle gezeigt.
| Gesamtumsatz | 2020 | 2019 | Diff. |
|---|---|---|---|
| Mio. Euro | Mio. Euro | Prozent | |
| --- | --- | --- | --- |
| Strom | 280,4 | 256,5 | 9,3 |
| Gas | 48,4 | 63,3 | -23,6 |
| Wärme | 20,2 | 20,8 | -2,8 |
| Kälte | 0,5 | 0,4 | 25,0 |
| Trinkwasser | 24,1 | 23,2 | 3,9 |
| Betriebsführung | 14,7 | 15,1 | -2,1 |
| Sonstige Erlöse | 136,7 | 124,5 | 9,8 |
| Gesamt | 525,1 | 503,8 | 4,2 |
Die Entwicklung der Absatzmengen ist dabei zugleich bezeichnend für die Entwicklung der Spar- ten-Umsatzerlösen. Die Umsatzerlöse im Bereich Strom erhöhten sich entsprechend der Absatzmengensteigerung gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent auf 280,4 Mio. Euro (i.Vj. 256,5 Mio. Euro). Der Gasbereich sinkt dagegen, entsprechend dem mengenmäßigen Rückgang in beiden Kundensegmenten, von 63,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 48,4 Mio. Euro im Jahr 2020. Insgesamt wird damit ein Rückgang von 23,6 Prozent für die Sparte Gas verzeichnet.
Der Wärmeumsatz für das Geschäftsjahr beläuft sich mit 20,2 Mio. Euro (i.Vj. 20,8 Mio. Euro) auf einen 2,8 Prozent geringen Gesamtwert als im Vorjahr. Dagegen verbessert sich der Umsatz für den Bereich Kälte, analog zur Mengenentwicklung, um 25,0 Prozent auf 0,5 Mio. Euro (i.Vj. 0,4 Mio. Euro). Die Sparte Wasser konnte eine Umsatzverbesserung in Höhe von 3,9 Prozent erzielen und erhöhte sich damit auf 24,1 Mio. Euro (i.Vj. 23,2 Mio. Euro).
Die Erlöse im Bereich Betriebsführung, insbesondere der Betriebsführung für die Müllverbrennungsanlage, sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 14,7 Mio. Euro (i.Vj. 15,1 Mio. Euro), wobei insbesondere beim Betrieb der Müllverbrennung sich die Entwicklung aufwandsseitig entsprechend spiegelt.
Die sonstigen Erlöse konnten im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent, von 124,5 Mio. Euro auf 136,7 Mio. Euro, erhöht werden. Maßgeblich trug dazu, wie bereits bei der Absatzentwicklung Strom beschrieben, die gestiegene Energiebeschaffung im Konzern bei. Die Beschaffung in der Sparte Strom erhöhte sich um 25,4 Mio. Euro auf 49,8 Mio. Euro (i.Vj. 39,7 Mio. Euro), während es im Bereich Gas lediglich um eine Erhöhung von 3,6 Prozent auf 15,7 Mio. Euro (i.Vj. 15,1 Mio. Euro) handelt. Eine deutliche Erhöhung von 20,7 Prozent - von 14,7 Mio. Euro auf 17,8 Mio. Euro verzeichneten die Erlöse aus den Verkäufen von Strom und Gas zum Ausgleich der tatsächlichen Bedarfsmengen im Geschäftsjahr 2020. Diese vermeintliche Verbesserung ist allerdings im Zusammenhang mit dem Abverkauf von Energiemengen zu sehen und resultiert daher saldiert betrachtet zu einem negativen Ergebniseffekt.
Die übrigen Umsatzerlöse verteilen sich maßgeblich auf die Bereiche Verpachtung und Contracting sowie die unterjährig anfallenden Erlöse aus Nebengeschäften und Dienstleistungen in allen Sparten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Mio. Euro auf 22,0 Mio. Euro abgenommen (i.Vj. 28,1 Mio. Euro). Gegenüber dem Vorjahr, welches aufgrund von Verkäufen aus dem Anlagevermögen deutlich erhöht war, verzeichnet das Geschäftsjahr 2020 ebenfalls entsprechende Effekte im Ertrag, wenn auch vergleichsweise geringer im Umfang. Auch im Jahr 2020 wurden Anteile an Beteiligungen, der Kom-Solution (1,1 Mio. Euro) und der Energiedienstleistungen Rhein-Neckar GmbH (0,5 Mio. Euro) ertragswirksam veräußert. Darüber hinaus wirkt sich eine Ausgleichszahlung der BASF für die Sparte Wasser mit 1,2 Mio. Euro positiv im sonstigen Ertrag aus. Zuletzt trägt auch der Zuschuss der Stadt Ludwigshafen aus dem Vertrag zur Deckelung des ÖPNV-Verlustes zur Entwicklung des Ergebnisses bei. Der Vertrag wurde für das Jahr 2020 neu verhandelt und greift daher in diesem Geschäftsjahr erstmalig auf Basis der neuen, vertraglichen Regelung. Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie spartenübergreifend aus Nebengeschäften und sonstigen Tätigkeiten im gewohnten Umfang angefallen.
Aufwendungen
Der Materialaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf 428,9 Mio. Euro (i.Vj. 407,2 Mio. Euro). Der Anteil der Beschaffungskosten zeichnet dabei weiterhin den maßgeblichen Anteil am Materialaufwand aus und im Jahr 2020 spiegelt sich die Entwicklung der Absatzmengen entsprechend in den Veränderungen wieder. Die Beschaffungskosten für Strom sind im Vergleich zum Vorjahr um 13,0 Prozent gestiegen, wohingegen die Gasbeschaffungskosten um 25,2 Prozent rückläufig waren. Die Erhöhung der bezogenen Leistungen, wobei sich hier maßgeblich die erhöhten Aufwendungen aus den Netznutzungsentgelten auswirken, um 9,6 Mio. Euro auf 115,9 Mio. Euro (106,3 Mio. Euro) tragen darüber hinaus zur Entwicklung im Materialaufwand bei.
Der Personalaufwand ist um 0,6 Mio. Euro auf 49,9 Mio. Euro (im Vorjahr 50,5 Mio. Euro) gesunken. Die tariflich bedingte Erhöhung der Personalaufwendungen konnte dabei vollständig durch die reduzierenden Maßnahmen abgefangen werden. Ausschlaggebend für den reduzierten Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr waren die geringere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, das Aussetzen der Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensergebnis sowie geringere Aufwendungen für Abfindungen.
Die Abschreibungen liegen mit 20,6 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahr (20,3 Mio. Euro), da sich weiterhin die hohen Investitionen niederschlagen. Der Aufbau einer neuen IT-Infrastruktur wirkt sich ebenfalls in dieser Position aus.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbleiben mit 22,2 Mio. Euro um 1,1 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres (21,1 Mio. Euro). Positiv wirken sich geringere Aufwendungen für Werbemaßnahmen, Seminargebühren und Reisekosten - maßgeblich begünstigt durch die Corona-Einschränkungen - sowie die geringeren Abschreibungen auf Forderungen aus. Dagegen sind erhöhte Aufwendungen bei der Beratung, Rechtsaufwendungen und im IT-Aufwand festzustellen, die im Wesentlichen auf den Hacker-Angriff im Frühjahr und dessen Folgen zurückzuführen sind. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr die üblichen Aufwendungen für Gebäude- und Containermieten, den Fuhrpark, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge sowie Telefon- und Postgebühren im betrieblichen Aufwand angefallen.
Finanzergebnis
Das „adjusted EBIT“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und ÖPNV-Ergebnis) sinkt im Jahr 2020 deutlich auf 6,4 Mio. Euro im Vergleich zu 24,7 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Finanzergebnis sinkt gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Mio. Euro auf minus 31,9 Mio. Euro ab. Maßgeblich trugen hierzu deutlich höhere Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Finanzanlagen bei, im Vergleich zum Vorjahr wurden 4,2 Mio. Euro höhere Aufwendungen verbucht.
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betragen 5,5 Mio. Euro (i.Vj. 1,3 Mio. Euro) und resultieren aus den Wertberichtigungen auf zwei Beteiligungen (insgesamt 5,0 Mio. Euro) sowie einer Abschreibung auf eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen (0,5 Mio. Euro). Die Aufwendungen aus der Übernahme von Verlusten zeigen sich mit 23,7 Mio. Euro auf dem gleichen Niveau des Vorjahres. Dabei verteilen sich die Verlustübernahmen auf die einzelnen Beteiligungen wie folgt. Die Verlustübernahme der Verkehrsbetriebe Ludwigshafen GmbH beläuft sich auf 15,5 Mio. Euro (i.Vj. 16,4 Mio. Euro), die Verlustübernahme der TWL Netze auf 6,7 Mio. Euro (i.Vj. 6,2 Mio. Euro), die Verlustübernahme des Freischwimmers auf 1,5 Mio. Euro (i.Vj. 1,1 Mio. Euro). Die Erträge aus Beteiligungen liegen mit 1,2 Mio. Euro geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (1,3 Mio. Euro), wobei der Ertrag aus der Gewinnübernahme der TWL Metering (0,45 Mio. Euro) vergleichsweise geringer und die Erträge aus Beteiligungen mit 0,8 Mio. Euro entsprechend höher ausgefallen sind.
Die Erträge aus der Ausleihung des Finanzanlagevermögens steigen auf 0,4 Mio. Euro (i.Vj. 0,2 Mio. Euro) während sich die Zinserträge auf 0,4 Mio. Euro (i.Vj. 1,0 Mio. Euro) reduziert haben. Hintergrund für diese Verschiebungen sind die in 2020 durchgeführten Umwandlungen in langfristige Ausleihungen gegenüber zwei Beteiligungen. Die Zinsaufwendungen belaufen sich mit 4,7 Mio. Euro (i.Vj. 4,7 Mio. Euro) nahezu auf gleichem Niveau.
Das Jahresergebnis sinkt deutlich auf minus 4,3 Mio. Euro (i.Vj. 12,3 Mio. Euro). Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr in Höhe von 60,8 Mio. Euro beträgt der Bilanzgewinn somit 56,5 Mio. Euro.
Vergleich zum Ausblick 2020
Vom Ausblick 2020 zum Jahresergebnis 2020 zeigt sich beim direkten Vergleich folgendes Bild: Die Umsatzerlöse zeigen sich für Strom deutlich und für Wasser geringfügig über dem Planwert, während sich die Sparten Gas und Wärme infolge der Absatzentwicklung unter dem Planwert im Ergebnis 2020 zeigen. Die sonstigen Erträge liegen aufgrund von Sondereffekten aus dem Verkauf der Anteile an Beteiligungen höher als in der Planung angenommen.
Der Materialaufwand zeigt sich in der Sparte Strom, analog zur Entwicklung im Umsatz, über dem Planwert. Der Gasbezug fällt dahingegen geringer als in der Planung aus, was ebenfalls der Entwicklung im Umsatz entspricht. Die bezogenen Leistungen zeigen sich dagegen insbesondere bei den Netznutzungsentgelten im Vergleich zur Planung deutlich erhöht.
Der Personalaufwand liegt unter Plan. Dies begründet sich insbesondere durch höhere und längere Vakanzen als geplant, geringerer Abfindungszahlungen und in der Aussetzung der Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensergebnis.
Die Abschreibungen erhöhten sich infolge der Investitionsmaßnahmen und Aktivierungen gegenüber dem Planwert, hier wirken sich insbesondere die investiven Maßnahmen in der IT-Landschaft aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen insbesondere infolge der gebildeten Rückstellungen im Aufwand über dem Planwert. Etwaige Reduzierungen infolge der Corona-Pandemie konnten durch die erhöhten Ausgaben im rechtlichen Bereich nicht ausgeschöpft werden.
Das Ergebnis operativer Beteiligungen fällt im Vergleich zur Planung geringer aus, da die höheren Verlustübernahmen von den zugleich über Plan liegenden Beteiligungserträgen und Gewinnübernahmen die ergebnisbelastende Entwicklung nicht kompensieren konnten. Die Abschreibung auf Finanzanlagen entstanden im operativen Jahresverlauf und waren entsprechend nicht in der Planung berücksichtigt.
Das Ergebnis der ÖPNV-Beteiligungen fällt, aufgrund der vertraglichen Neuregelung bei der Deckelung der Verluste, gegenüber dem Plan positiv aus. Das Zinsergebnis zeigt sich gegenüber der Planung infolge der unterjährig anfallenden Zinserträgen im Konzern positiv.
Insgesamt führen die zuvor ausgeführten Effekte dazu, dass das Jahresergebnis mit minus 4,3 Mio. Euro deutlich unter dem Planergebnis von 4,8 Mio. Euro liegt.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme der TWL AG erhöht sich geringfügig im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Mio. Euro auf 457,4 Mio. Euro (i.Vj. 448,1 Mio. Euro). Die Aktivseite zeigt dabei geringfügig niedrigere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, sie reduzierten sich um 0,8 Mio. Euro auf 128,8 Mio. Euro (i.Vj. 129,7 Mio. Euro). Diese Reduzierung der Position ergibt sich maßgeblich aus gesunkenen Forderungen aus Cash-Pooling in Höhe von 3,5 Mio. Euro und deutlich geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4,7 Mio. Euro. Gegenläufige Effekte ergeben sich dabei aus einem erhöhten Bestand an Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 2,9 Mio. Euro auf 10,2 Mio. Euro (i.Vj. 7,3 Mio. Euro) sowie aus einem höheren Ausweis sonstiger Vermögensgegenstände um 4,5 Mio. Euro auf 9,7 Mio. Euro (i.Vj. 5,3 Mio. Euro).
Das Anlagevermögen erhöht sich zum 31.12.2020 insgesamt um 12,9 Mio. Euro (i.Vj. -8,0 Mio. Euro). Das resultiert aus Zugängen im immateriellen Vermögen und Sachanlagevermögen bedingt durch die getätigten Investitionen und Veränderungen im Finanzanlagevermögen, die maßgeblich auf die Ausleihungen an Unternehmen mit einem Beteiligungsverhältnis in Höhe von 11,0 Mio. Euro zurückzuführen sind. Abgänge im Anlagevermögen resultieren aus dem Verkauf der Anteile an der ERN GmbH sowie aus dem Abschluss des Liquidationsprozesses bei der EVS GmbH. Zusätzlich wirken sich innerhalb der Finanzanlagen die beiden Wertberichtigungen auf Beteiligungen sinkend aus.
Auf der Passivseite stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zuge der finanziellen Herausforderungen im Jahresverlauf 2020 um 14,2 Mio. Euro auf 220,2 Mio. Euro (i.Vj. 206,0 Mio. Euro). Zudem stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 1,2 Mio. Euro auf 18,1 Mio. Euro (i.Vj. 16,9 Mio. Euro) an.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich zum Stichtag und im Zuge des operativen Geschäfts um 5,1 Mio. Euro auf insgesamt 35,6 Mio. Euro (i.Vj. 40,7 Mio. Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 6,0 Mio. Euro liegen dagegen geringfügig um 0,4 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahrs.
Die Rückstellungen verbleiben mit 18,8 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (i.Vj. 18,5 Mio. Euro).
Die Position Eigenkapital sinkt aufgrund des negativen Jahresergebnisses um minus 4,3 Mio. Euro auf 146,4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote der TWL AG liegt damit bei 32,0 Prozent und reduziert sich somit um 1,6 Prozent gegenüber dem Wert aus dem Vorjahr (33,6 Prozent).
Finanzlage
Ausgehend von einem negativen Periodenergebnis von -4,3 Mio. Euro wurde ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 38,9 Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis ist dabei maßgeblich auf die Entwicklung der Forderungen sowie die Abschreibungen in den Finanzanlagen zurückzuführen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf minus 35,0 Mio. Euro, wobei neben den Investitionen in das Sachanlagevermögen auch die Veränderungen im Finanzanlagevermögen zum Ergebnis beitragen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit liegt bei 3,3 Mio. Euro. Der Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 0,4 Mio. Euro, vermindert um die kurzfristig jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von minus 39,9 Mio. Euro, ergibt einen Finanzmittelbestand am Ende der Periode in Höhe von minus 39,5 Mio. Euro.
Der Bereich Finanzen stellt im Hinblick auf die Optimierung des Zinsergebnisses sicher, dass vor der externen Aufnahme von Finanzmitteln zunächst ein Finanzmittelausgleich innerhalb des TWL-Konzerns vorgenommen wird. Daher haben die Konzerngesellschaften die Möglichkeit der Mittelaufnahme sowie der Anlage bei der Muttergesellschaft.
Die externe Beschaffung kurzfristiger Liquidität erfolgt für den TWL-Konzern durch die TWL AG in Form der Inanspruchnahme von revolvierenden Betriebsmittellinien, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 90,0 Mio. Euro zur Verfügung standen und mit 39,9 Mio. Euro valutierten.
Zum Bilanzstichtag waren Konzerngesellschaften in Höhe von 58,4 Mio. Euro durch TWL AG finanziert. Die Konzerngesellschaften wiederum legten freie Liquidität in Höhe von 3,5 Mio. Euro bei TWL AG an.
Langfristige Investitionen finanziert die TWL AG nach Möglichkeit fristen- kongruent durch langfristige Darlehen. Zum Bilanzstichtag waren von den rund 179,6 Mio. Euro langfristiger Darlehen 27,9 Mio. Euro variabel verzinst, jedoch in Teilen durch den Einsatz von Zinsswaps gesichert.
Investitionen
Im Geschäftsjahr 2020 hat TWL seine Investitionen im immateriellen und Sachanlagevermögen im Vergleich zum Vorjahr und insbesondere aufgrund der zusätzlichen Investitionen in die IT-Landschaft erhöht. Insgesamt belief sich die Investitionssumme auf 28,4 Mio. Euro (i.Vj. 28,2 Mio. Euro).
Den Schwerpunkt der Investitionen bildete dabei erneut der Netzbetrieb. In den Ausbau und Erhalt der Infrastruktur zur Energie- und Wasserversorgung in Ludwigshafen flossen 14,8 Mio. (i.Vj. 16,6 Mio. Euro). Euro. Im Jahr 2020 wurden dabei vermehrt Investitionen ins Stromnetz getätigt, in die Sparte flossen 6,5 Mio. Euro. In das Wassernetz wurden 3,5 Mio. Euro investiert, während auf das Gas- 2,2 Mio. Euro, sowie auf das Wärmenetz 2,0 Mio. Euro entfielen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet, wie sich bereits in der Entwicklung des Gesamtvolumens abgezeichnet hat, der Bereich Informationstechnik mit 5,9 Mio. Euro (i.Vj. 3,7 Mio. Euro) sowie Investitionen im sonstige Bereich mit 3,5 Mio. Euro, mitunter für die Lagerhallendachsanierung sowie das Projekt „Technik 3.0“.
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements
Die Energiewirtschaft ist von tiefgreifenden politischen Entscheidungen sowie dynamischen Entwicklungen geprägt. Die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen stellen die TWL AG vor große und teilweise unvorhersehbare Herausforderungen. Um den sich hieraus ergebenden Risiken entgegen zu wirken und Chancen zu nutzen ist ein Risikomanagementsystem implementiert, mit dem Ziel den Bestand des Unternehmens zu sichern. Das Risikomanagementsystem basiert auf vom Vorstand definierten Verantwortlichkeiten, Systematiken und Prozessen.
Die Risikomanagementstrategie von TWL AG verfolgt die frühzeitige Erkennung, Bewertung, Vermeidung und Verringerung von Risiken sowie die Übertragung dieser auf Dritte durch das Durchführen geeigneter Maßnahmen. TWL AG geht im Rahmen der Risikopolitik bewusst Risiken ein, wenn ein angemessenes Verhältnis zu den Chancen besteht.
In der Richtlinie für das konzernweite Risikomanagement sind Mindeststandards und Regeln dokumentiert, die einen strukturierten Umgang und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken sicherstellen. Der Risikomanagementprozess ist durch eine Risikomanagementsoftware gestützt.
Innerhalb regelmäßig wiederkehrender Risikoinventuren und Risikohaupterhebungen wird die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Risiken innerhalb der Organisationseinheiten sichergestellt. Auf diese Weise wird die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Chancen und Risiken in einem permanenten Kreislauf und in dokumentierter und transparenter Form durchgeführt.
Die Risikosituation wird im zentralen Risikomanagement konsolidiert und über eine regelmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand der TWL AG sowie über diesen an den Aufsichtsrat kommuniziert. Bestandsgefährdende Risiken werden umgehend dem Vorstand gemeldet. Neue Erkenntnisse und Informationen zu Bestandsrisiken werden zeitnah in das Risikomanagementsystem eingearbeitet, sodass dieses kontinuierlich weiterentwickelt und an die aktuellen Anforderungen angepasst wird.
Risiken aus Energiebeschaffung und Vertrieb
Preisrisiken
Für Chancen und Risiken aus den operativen Energiebeschaffungs- und Vertriebsaktivitäten ist ein Risikokomitee etabliert. Das Gremium erarbeitet und beschließt Strategien, Vorgehensweisen, etc. zur Umsetzung und Einhaltung der Risikopolitik.
Unter Energiebeschaffung werden hier die Beschaffung von Strom und Erdgas für die jeweiligen Vertriebsbereiche von TWL sowie für ihre Tochtergesellschaften Ensys GmbH, TED GmbH und ESW Energiehaus Stadtwerke GmbH, die Beschaffung von Strom und Erdgas für direkte Kunden des Fachbereich KVE, die Vermarktung von Strom sowie die Beschaffung von Brennstoff und CO2 für die Eigenerzeugung an den Handelsplätzen verstanden. Die Energiebeschaffungsaktivitäten unterliegen aufgrund der Volatilität der Märkte Chancen und Risiken in gleichem Maße. Die strukturierte Beschaffung von Strom und Gas sowie die Vermarktung der Eigenerzeugung erfolgen am Energiemarkt gemäß der im Risikokomitee beschlossenen Strategien sowie auf Basis des aktuell gültigen Risikohandbuchs für die Energiebeschaffung. Die Strategien, sind auf die Optimierung der Beschaffungs- bzw. Vermarktungspreise ausgerichtet und schränken negative Auswirkungen ungünstiger Marktsituationen ein.
TWL AG steuert diese Risiken durch eine systematisierte Marktbeobachtung und -analyse, Limitierungen sowie durch die Diversifikation des Portfolios.
Mengenrisiken
Der Absatzmarkt für Strom und Gas ist wie in den Jahren zuvor geprägt von einem starken Wettbewerb. Dieser Wettbewerb zeigt sich insbesondere in der zunehmenden Auftragsvergabe durch Internet-Plattformen und neuen Marktteilnehmern wie Energieberatern und Drittanbietern. Zusätzlich werden bundesweit Direktvertriebe mit Außendienststellen beim Werben um Neukunden ausgebaut. Hieraus resultiert weiterhin das Risiko eines Umsatzrückgangs aufgrund Kundenabwanderung. Um dem entgegenzuwirken akquiriert TWL AG bspw. Kunden außerhalb des originären Versorgungsgebietes und führt Maßnahmen zur Kundenbindung durch.
Mengenrisiken ergeben sich aufgrund der Abweichung zwischen dem tatsächlichen und dem bei Abschluss prognostizierten Verbrauch des Kunden (Prognoserisiko). Das Risiko von Mengenabweichungen ist zum Teil durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie eingetreten. Mengenrisiken beinhalten gleichermaßen eine Chance, da die tatsächliche Auswirkung immer davon abhängt, wie sich der Preis für die Rückvermarktung seit der Mengeneindeckung verändert hat.
Auf Basis von Prognosekennzahlen werden vor Vertragsabschluss notwendige Risikoaufschläge ermittelt, welche bei Prognoseabweichungen das finanzielle Risiko minimieren. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Prognosegüte wird dieses Risiko stetig minimiert.
Kontrahentenrisiko Energiebeschaffung
Die Streuung der Beschaffungsaktivitäten Strom und Erdgas erfolgt auf verschiedene OTC Handelspartner. Ein Ausfall aller Marktpartner oder einem Teil wird als sehr unwahrscheinlich eingestuft. Darüber hinaus werden im Fachbereich Energiebeschaffung auf Grund des wachsenden Portfolios sukzessive neue Rahmenverträge mit weiteren Handelspartnern mit guter bis sehr guter Bonität abgeschlossen. Die Bonitätsprüfung unserer Handelspartner wird regelmäßig aktualisiert.
Externe Risiken
Weiterhin wirkt sich die Witterungs- und Temperaturentwicklungen auf die Chancen- und Risiken im Energiegeschäft aus. Die möglichen Auswirkungen sind insbesondere:
Deckungsbeitragsrisiko:
Ein vergleichsweise milder Winter wirkt sich durch eine verringerte Nachfrage von Erdgas und Fernwärme durch die Endkunden, insbesondere im Privatkundensegment, aus.
Portfoliorisiko Gas:
Sinkt der Heizbedarf und somit die Gasnachfrage der Kunden, müssen unter Umständen langfristig beschaffte, überschüssige Mengen kurzfristig am Spotmarkt zu ggf. schlechteren Marktpreisen verkauft werden.
Dem entgegen stehen witterungsbedingte Chancen. Kalte Winter bedeuten eine höhere Nachfrage nach Erdgas und Fernwärme und wirken sich positiv auf das Ergebnis aus.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist TWL AG verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Das Liquiditätsrisiko begrenzt TWL AG auf Basis der Erkenntnisse aus der Liquiditätsplanung. Mittel- und langfristige Finanzierungsbedarfe werden nach Möglichkeit durch den Abschluss von fristenkongruenten Darlehensvereinbarungen gedeckt. Für die Deckung kurzfristiger Liquiditätsbedarfe stehen umfangreiche Betriebsmittellinien mehrerer Banken zur Verfügung.
Das Zinsänderungsrisiko besteht in Form erhöhter Zinsaufwendungen infolge von Marktzinserhöhungen für variabel verzinsliche Darlehen sowie für neu zu kontrahierende Finanzierungsgeschäfte. Zur Risikominimierung setzt TWL AG derivative Finanzinstrumente in Form von Festzinszahler-Swaps und gekauften Zinscaps ein. Dadurch wird die Planungssicherheit des Finanzergebnisses wesentlich erhöht. Derivative Finanzinstrumente werden im Finanzmanagement von TWL AG ausschließlich zur Absicherung bestehender Risiken verwendet.
Zur Vermeidung von bonitätsbedingten Margenaufschlägen im Rahmen von Fremdkapitalfinanzierungen führt TWL regelmäßig Rating-Gespräche mit den Kapitalgebern, um die daraus gewonnen Erkenntnisse in der operativen und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zu berücksichtigen.
Geldanlagen werden innerhalb eines Limitsystems nur bei Banken mit guter Bonität vorgenommen. Gleiches gilt für den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten.
Zur Minimierung des Forderungsausfallrisikos überprüft TWL AG die Bonität von Vertragspartnern. Offene Forderungen werden zeitnah überwacht, der Forderungsbestand regelmäßig analysiert und Beitreibungsmaßnahmen zeitnah initiiert. Um Risiken bereits vor Vertragsabschluss zu reduzieren, wurde eine Richtlinie zur Angebotsabgabe in Kraft gesetzt, die zum Ziel hat das Kundenportfolio nach festgelegten Regeln aufzubauen.
Um unternehmerische Chancen zu nutzen geht TWL gezielt Beteiligungen ein. Damit verbunden sind finanzielle Risiken aufgrund negativ abweichender Beteiligungsergebnisse gegenüber den Planwerten. Konkret sind dies geringere oder ausbleibende Ausschüttungen, bzw. eine höhere Verlustübernahme. Außerdem besteht bei einer negativen Entwicklung der Beteiligung das Risiko, das gebundene Kapital teilweise oder auch komplett abschreiben zu müssen. Durch eine intensive Betreuung der Beteiligung, in Form des Beteiligungscontrollings und des Beteiligungsmanagements, können wir diese Risiken abschwächen oder zumindest frühzeitig auf Fehlentwicklungen reagieren.
Technische Risiken
Als breit aufgestelltes Energieversorgungsunternehmen verfügt TWL AG über einer Vielzahl technischer Anlagen. Damit einher gehen Anlagenausfallrisiken. Je nach Zweck der technischen Anlagen können solche Risiken nicht nur monetäre Schäden verursachen, sondern auch die Kunden direkt betreffen, beispielsweise durch Versorgungsunterbrechungen. Dies wiederum kann zu erheblichen Imageschäden führen. Anlagenausfällen beugt TWL AG durch die Schaffung von Redundanzen, durch Fernüberwachungen, Rundgänge, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie durch entsprechende Schulungen der betreuenden Mitarbeiter vor.
Weiterhin zählen zu den technischen Gefährdungspotenzialen die Risiken der Informationstechnologie. Mit dem Einsatz von redundanten Systemen, der Installation von Feuerlöschanlagen sowie der restriktiven Beschränkung der Zugangserlaubnis zum Rechenzentrum auf nur einen sehr begrenzten Personenkreis, reduziert sich die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser IT-Risiken erheblich. Zur Sicherstellung der Verfügbarkeit der Unternehmensdaten führt TWL AG täglich Datensicherungen durch.
ISMS (Informationssicherheitsmanagementsystem)
Risiken, die die Informationssicherheit betreffen, werden in einem nach DIN ISO IEC 27001 zertifiziertem Informationssicherheitsmanagementsystem behandelt. Eine erneute Zertifizierung des Systems fand 2020 durch den TÜV Rheinland CERT GmbH statt.
Mit dem Hackerangriff in 2020 ist ein Ereignis eingetreten, mit dem ein hoher Schaden einherging. Im Rahmen der Aufarbeitung des Vorfalls wurden umfangreiche Absicherungsmaßnahmen etabliert, mit denen sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen eines erneuten Angriffs deutlich reduziert werden können.
Gesamtbetrachtung Risiken
Risiken, die bestandsgefährdend sind oder die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von TWL AG wesentlich gefährden, liegen nach derzeitiger Einschätzung nicht vor. Weder aus den einzelnen Risiken noch aus der aggregierten Risikoposition hat sich im Berichtszeitraum und darüber hinaus eine Bestandsgefährdung für das Unternehmen ergeben.
Kennzahlen zur strategischen Steuerung
Für die strategischen Herausforderungen haben wir als TWL die Übergangsstrategie 2023 festgelegt. Diese ist weiterhin geprägt vom Anspruch unserer Verantwortung als Mitgestalter der Energiewende. Im Rahmen der strategischen Stoßrichtung „Transparenz und Effizienz“ legen wir den Fokus auf die Kontrolle und Verbesserung der gesamten Geschäftstätigkeit unseres Unternehmens und damit auch unseres nachhaltigen Handelns. Folgende Themenfelder haben wir dabei besonders im Blick:
Regionaler Energie- und Wasserversorger:
Die sichere und zuverlässige Versorgung unserer Kunden ist die Basis unserer Geschäftstätigkeit. Wir investieren deswegen kontinuierlich in den Ausbau und die Erneuerung unserer Netze und Brunnen sowie in den Service für unsere Kunden.
Wesentliche Kennzahlen für dieses Themenfeld sind unsere Netzlängen nach Sparten:
| Netzlänge | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Strom | Km | 1.544,0 | 1.531,7 |
| Gas | Km | 431,3 | 431,5 |
| Wärme | Km | 90,5 | 90 |
| Trinkwasser | Km | 512,9 | 513,2 |
Aktiver Mitgestalter der Energiewende:
Wir treiben die Energiewende mit voran. Darum investieren wir nicht nur in erneuerbare Energien, sondern auch in die Forschung und Entwicklung neuer Speichersysteme, intelligenter Netze und digitaler Lösungen.
Die wesentliche Kennzahl für dieses Themenfeld ist der Anteil erneuerbarer Energien am TWL-Strommix mit 65,9 Prozent (i.Vj. 61,4 Pozent).
Fairer Partner für unsere Mitarbeiter und in der Region:
Das Unternehmen kann sich nur dann erfolgreich weiterentwickeln, wenn dies auch für seine Mitarbeiter zutrifft. Entsprechend erfahren unsere Mitarbeiter Wertschätzung und Förderung. Dies gilt sowohl für ihr berufliches Engagement genauso wie für ihr persönliches Wohlergehen und insbesondere die Arbeitssicherheit. Als besonderen Fokus bieten wir unseren Beschäftigten vielfältige Schulungs- und damit und Qualifizierungsprogramme an. Dies gilt insbesondere auch für unsere Auszubildenden.
Darüber hinaus tragen wir als ein familienbewusster Arbeitgeber und wichtiger Auftragsgeber Verantwortung in der Region Verantwortung für die Region und engagieren uns als kommunaler Partner in diversen sportlichen und kulturellen Projekten der Region.
Wesentlichen Kennzahlen dieses Themenfelds sind:
| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Mitarbeiter | Anzahl | 694 | 671 |
| - davon Auszubildende | Anzahl | 81 | 75 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit | Jahre | 17,5 | 18,0 |
| Fluktuationsrate | Prozent | 2,0 | 3,7 |
| Meldepflichtige Arbeitsunfälle | Anzahl | 9 | 12 |
Sicherer und zukunftsfähiger Arbeitgeber:
Wirtschaftlicher Erfolg bietet uns die Möglichkeit auch in Zukunft unsere Projekte und Ziele im Sinne unserer Gesamtverantwortung umzusetzen. Sie sind deswegen die notwendige Voraussetzung unserer Strategie.
Die wesentlichen finanziellen Kennzahlen im Überblick:
| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. Euro | 525,1 | 503,8 |
| EBIT | Mio. Euro | 6,4 | 24,7 |
| Ergebnis nach Steuern | Mio. Euro | -4,3 | 12,3 |
| Personalaufwand | Mio. Euro | 49,9 | 50,5 |
| Eigenkapital | Mio. Euro | 146,4 | 150,7 |
| Eigenkapitalquote | Prozent | 32,0 | 33,6 |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | Mio. Euro | 220,2 | 206,0 |
Anteilsverhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen
Mit dem Beschluss des Bundestages für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen im März 2015 wurden zum 30. September 2015 von der TWL AG feste Zielgrößen für die obersten beiden Führungsebenen beschlossen. Gleichzeitig hat die TWL AG die Absicht erklärt, im Rahmen der Strategie 2020 den Anteil von Frauen in Führungspositionen über alle Führungsebenen hinweg bis zum 31. Dezember 2020 auf 20 Prozent zu steigern.
Zum Bilanzstichtag konnte die beschlossene Zielgröße auf der ersten Ebene mit genau 20,0 Prozent erreicht werden. In der zweiten Ebene konnte mit einem Anteil von 13,2 Prozent das vorgenommene Ziel (noch) nicht erreicht werden.
Bericht nach § 312 Aktiengesetz
Für das Geschäftsjahr 2020 wurde vom Vorstand ein Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt. Der Bericht enthält folgende Schlusserklärung: „Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung und wurde durch die im Bericht angegebenen getroffenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die dem Vorstand im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“
Ausblick
TWL ist auch nach diesem herausfordernden Jahr nach wie vor für die Zukunft gut aufgestellt. Derzeit sehen wir keine Risiken, die bestandsgefährdend sind oder die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage unseres Unternehmens wesentlich gefährden.
TWL wird sich als regionaler Energiedienstleister weiterhin verstärkt auf das Kerngeschäft und das erweiterte Kerngeschäft konzentrieren und seinen neuen Kurs in Richtung Zukunft verfolgen. Dementsprechend spiegeln die geplanten Investitionen für die nächsten Jahre, neben den weiterhin offenen Themen aus dem Jahr 2020, diese Fokussierung wider. Für das Jahr 2021 wird mit einem höheren Investitionsvolumen geplant, dass insbesondere aus anstehenden und fortgeführten Großprojekten resultiert
Im Jahr 2021 wird im Vertrieb infolge der neuen strategischen Ausrichtung, insbesondere im Geschäftskundenbereich, mit geringen Umsatzerlösen geplant, die entsprechend mit sinkenden Beschaffungskosten im Materialaufwand korrespondieren. Der Gasumsatz wird gegenüber dem Jahr 2020 leicht erhöht erwartet, wird aber insgesamt auf ähnlichen Niveau eingeplant. Die Umsatzerlöse in der Sparte Trinkwasser werden stabil bleiben, während wir beim Wärmeumsatz von einer leicht positiven Entwicklung ausgehen. Die sonstigen Umsatzerlöse werden im zweistelligen Millionenbereich erwartet.
Entsprechend der Umsatz- und Mengenentwicklung werden auch die Materialaufwendungen in den Sparten Strom und Gas erwartet. Die Bezugskosten für Wärme und Wasser werden unverändert eingeplant, während die sonstigen Materialaufwendungen und der externe Leistungsbezug betragsmäßig im Rahmen des Abschlusses 2020 erwartet werden. Insgesamt rechnet die TWL AG damit, dass sich die Materialaufwendungen analog zur Umsatzerlösentwicklung entsprechend der betrieblichen, strategischen Ausrichtung im zweistelligen Millionenbereich sinken werden
Die Personalaufwendungen werden für das Geschäftsjahr 2021 aufgrund der beschlossenen Tariferhöhungen grundsätzlich steigen. Die die Fortführung und Einleitung verschiedener Maßnahmen ist aber geplant, diese Steigerung weitgehend zu kompensieren, so dass die Personalaufwendungen insgesamt nur geringfügig steigen werden.
Die Abschreibungen werden auf einem Niveau von über 20,0 Mio. Euro erwartet, das weiterhin auf die hohe Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren und insbesondere auf die kurzfristigen Investitionsmaßnahmen im IT-Bereich infolge des Hacker-Angriffs zurückzuführen ist.
TWL AG geht von leicht sinkenden sonstigen betrieblichen Erträgen im Jahr 2021 aus, da hier aktuell keine Sondereffekte erwartet werden. Dagegen werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr infolge von erhöhten externen Leistungen sowie einem steigenden IT-Aufwand sich erwartungsgemäß erhöhen.
Rund 34 Mio. Euro sollen im Jahr 2021 investiert werden, wobei erneut eine Vielzahl der investiven Maßnahmen in den Netzbetrieb sowie die Erzeugung fließt, in Summe rund 25 Mio. Euro bzw. 70 Prozent des Gesamtvolumens. Neben dem Abschluss der Lagerhallendach-Sanierung sowie die Umsetzung des Projekts „Technik 3.0 (Phase 3)“, wird auch die Fortführung des Aufbaus der neuen IT-Landschaft zu den übrigen Investitionen beitragen.
Insgesamt plant die TWL AG für das Geschäftsjahr 2021 mit einem positiven Jahresergebnis im einstelligen Millionenbereich in Höhe von rund 3,3 Mio. Euro, das sich in den Folgejahren auf einem leicht erhöhten Niveau stabilisieren wird.
Für den Wirtschaftsplan des Geschäftsjahrs 2021 und der Folgejahre ist zu berücksichtigen, dass die Ausgliederung in die neue Netzgesellschaft noch nicht berücksichtigt sein konnte, die Effekte der Ausgliederung aber in einer Überleitungsrechnung simuliert wurden. Kernaussage dieser Überleitungsrechnung ist, dass sich signifikante Verschiebungen und Anpassungen in den GuV-Posten der TWL AG ergeben werden, dass das Jahresergebnis und EBIT aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags zwischen TWL AG und TWL Netze aber unverändert bleiben wird.
Ludwigshafen am Rhein, 7. Mai 2021
Der Vorstand
Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand
Thomas Mösl, Technischer Vorstand
Bilanz zum 31. Dezember 2020
Aktiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen und ähnlich Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 6.805.746,59 | 4.264.038,59 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 19.740.026,24 | 18.036.128,21 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 212.733.702,67 | 216.606.974,67 |
| 3. Sonstige technische Anlagen | 4.625.669,00 | 5.005.702,00 |
| 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7.127.590,66 | 5.678.485,66 |
| 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 20.424.221,35 | 14.223.144,79 |
| 264.651.209,92 | 259.550.435,33 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.125.006,20 | 17.330.006,20 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 19.000.000,00 | 8.000.000,00 |
| 3 Beteiligungen | 8.352.907,78 | 12.873.400,63 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 3.425,00 | 18.683,00 |
| 43.481.338,98 | 38.222.089,83 | |
| 314.938.295,49 | 302.036.563,75 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1.240.802,19 | 1.467.559,16 |
| 2. Unfertige Leistungen | 1.979.500,00 | 3.540.800,00 |
| 3.220.302,19 | 5.008.359,16 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 68.289.357,19 | 72.951.240,21 |
| 2. Forderungen gegen Aktionäre | 4.747.902,63 | 4.825.973,38 |
| 3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 45.387.417,40 | 46.014.797,56 |
| 4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 683.907,63 | 596.920,39 |
| 5. Sonstige Vermögensgegenstände | 9.733.788,88 | 5.262.834,42 |
| 128.842.373,73 | 129.651.765,96 | |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 380.854,03 | 320.606,24 |
| 132.443.529,95 | 134.980.731,36 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 10.025.961,87 | 11.111.930,01 |
| 457.407.787,31 | 448.129.225,12 |
Passiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 51.129.188,12 | 51.129.188,12 |
| II. Kapitalrücklage | 33.670.238,24 | 33.670.238,24 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| gesetzliche Rücklage | 5.112.918,81 | 5.112.918,81 |
| IV. Bilanzgewinn | 56.493.482,89 | 60.749.671,54 |
| 146.405.828,06 | 150.662.016,71 | |
| B. Sonderposten | ||
| 1. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen | 4.062.272,86 | 4.239.639,88 |
| 2. Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Schadstoffemissionsrechte | 16.434,00 | 15.823,00 |
| 3. Empfangene Ertragszuschüsse | 43.699,88 | 159.299,88 |
| 4.122.406,74 | 4.414.762,76 | |
| C. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 11.221.984,00 | 11.318.754,00 |
| 2. Steuerrückstellungen | 455.750,87 | 603.181,18 |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 7.090.636,40 | 6.577.242,81 |
| 18.768.371,27 | 18.499.177,99 | |
| D. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 220.167.717,28 | 205.980.357,71 |
| 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 185.227,00 | 185.664,25 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 35.648.899,65 | 40.731.110,02 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären | 5.228.852,49 | 3.966.664,22 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 18.091.418,53 | 16.885.173,18 |
| 6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 503.518,19 | 166.058,21 |
| 7. Sonstige Verbindlichkeiten | 5.998.640,86 | 6.443.265,04 |
| 285.824.274,00 | 274.358.292,63 | |
| E. Rechnungsabgrenzungsposten | 2.286.907,24 | 194.975,03 |
| 457.407.787,31 | 448.129.225,12 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 525.067.508,08 | 503.767.953,59 |
| 2. Unfertige Leistungen | -1.561.300,00 | 1.499.840,00 |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 4.030.777,77 | 5.895.136,10 |
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | 21.958.654,85 | 28.112.773,30 |
| 549.495.640,70 | 539.275.702,99 | |
| 5. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | -312.965.140,14 | -300.845.233,36 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -115.904.443,46 | -106.348.282,85 |
| 6. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -39.353.054,97 | -39.399.428,85 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -10.539.162,83 | -11.092.354,04 |
| 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -20.559.254,41 | -20.305.883,50 |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -22.225.070,23 | -21.125.042,59 |
| -521.546.126,04 | -499.116.225,19 | |
| 9. Erträge aus Beteiligungen | 762.826,42 | 355.362,60 |
| 10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 449.703,16 | 969.121,69 |
| 11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 387.193,92 | 187.211,82 |
| 12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 352.902,32 | 950.598,04 |
| 13. Abschreibungen auf Finanzanlagen | -5.499.906,62 | -1.286.009,00 |
| 14. Aufwendungen aus Verlustübernahme | -23.697.989,63 | -23.700.704,87 |
| 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -4.676.038,02 | -4.661.521,67 |
| 16. Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -7.041,04 | -678.278,19 |
| 17. Ergebnis nach Steuern | -3.978.834,83 | 12.295.258,22 |
| 18. Sonstige Steuern | -277.353,82 | -43.372,09 |
| 19. Jahresfehlbetrag (i. Vj. Jahresüberschuss) | -4.256.188,65 | 12.251.886,13 |
| 20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 60.749.671,54 | 48.497.785,41 |
| 21. Bilanzgewinn | 56.493.482,89 | 60.749.671,54 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2020
I. Allgemeine Angaben
Mit Gründungsurkunde vom 20. Juni 1973 wurde die Gesellschaft errichtet und im Handelsregister unter HRB 1562 beim Amtsgericht Ludwigshafen am Rhein eingetragen.
Der Jahresabschluss der Technische Werke Ludwigshafen am Rhein Aktiengesellschaft, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend TWL AG genannt -, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Satzung aufgestellt.
Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.
Die zur jeweiligen Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlichen Angaben sind weitestgehend in diesem Anhang enthalten. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Die Gliederung der Bilanz wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB erweitert.
Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) erstellt.
II. Erläuterungen zu den Posten von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung
1. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich beibehalten.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer linear um planmäßige Abschreibungen (3 bis 10 Jahre) vermindert.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen (5 bis 55 Jahre) pro rata temporis über die voraussichtliche Nutzungsdauer vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Herstellungskosten werden zu Einzelkosten zuzüglich angemessener Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkostenzuschläge sowie angemessener Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, aktiviert. Bis zum 31. Dezember 2009 wurden Anlagegüter des Netzbereiches unter Zugrundelegung der steuerlichen Abschreibungstabellen abgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2010 wurden für diesen Bereich die alternativen Nutzungsdauern nach der Netzentgeltverordnung, die den tatsächlichen Werteverzehr widerspiegeln, herangezogen.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von 150,00 Euro bis 1.000,00 Euro werden in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen des § 6 Abs. 2a EStG über einem Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 150,00 Euro werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten und Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Wertberichtigungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.
Erforderlichenfalls werden in Vorjahren erfolgte außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Absatz 5 HGB korrigiert, soweit die Gründe dafür nicht mehr bestehen.
Innerhalb der Vorräte sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (einschließlich der Emissionsrechte) zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Tageswert bilanziert. Für Risiken aus einer langen Lagerdauer wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Die unfertigen Leistungen sind zu Herstellungskosten (Einzelkosten zuzüglich angemessener Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkostenzuschläge) oder dem niedrigen beizulegenden Wert bilanziert.
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert. Bei den Forderungen sind erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt; das allgemeine Kreditrisiko ist in Form eines pauschalen Abschlags berücksichtigt. Die bilanzielle Abgrenzung auf zum Bilanzstichtag noch nicht fakturierte Energie- und Wasserverbräuche der Tarifkunden ist auf Basis eines DV-gestützten Verfahrens durchgeführt worden. Die Sondervertragskunden wurden, soweit möglich, stichtagsgenau abgelesen und berechnet.
Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen wurde unter Verwendung der modifizierten Teilwertmethode nach den Bestimmungen des BilMoG ermittelt. Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre verwendet (Bundesbankzins), der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Er beträgt 2,30 Prozent. Der Unterschiedsbetrag der sich zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergibt, betrug 922 Tsd. Euro zum 31 .Dezember 2020. Dieser Betrag unterliegt einer Ausschüttungssperre.
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Der Zinssatz wurde von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben. Bei der Bildung von langfristigen Rückstellungen findet die Nettomethode Anwendung.
Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert.
Für die Ermittlung latenter Steuern auf Grund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder auf Grund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts des § 274 HGB.
Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung:
Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. Bei der TWL AG wird hinsichtlich der Bilanzierung der Bewertungseinheiten (Drohverlustrückstellungen) die Einfrierungsmethode verwendet. Dabei werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Entsprechend der Risikosteuerung werden schwebende Energieverträge in Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz für Zwecke der Bewertung zusammengefasst. Die Bewertung erfolgt mit der Einfrierungsmethode. Sich im Rahmen einer Sicherungsbeziehung kompensierende Wertänderungen werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
2.1 Anlagevermögen
Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.
Bei den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich überwiegend um Softwareprodukte.
Unter Berücksichtigung der bis 5. April 2004 ergangenen BMF-Schreiben bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Baukostenzuschüssen bei Energieversorgungsunternehmen wurden die Hausanschluss- und Netzkostenbeiträge seit 2003 aktivisch von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der betreffenden Wirtschaftsgüter gekürzt. Im Geschäftsjahr 2020 wurden in diesem Zusammenhang erhaltene Kapitalzuschüsse von 1.645 Tsd. Euro mit Sachanlagenzugängen verrechnet.
Aufgrund einer zwischen TWL AG und der TWL Netze Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein (TWL Netze) getroffenen Vereinbarung hat die TWL Netze ihre entsprechenden Ansprüche auf Zahlungen von Baukostenzuschüssen und Netzanschlusskosten aus §§ 9, 11 Niederspannungsanschlussverordnung / Niederdruckanschlussverordnung (NAV/NDAV) gemäß § 398 BGB von Beginn der Laufzeit des Pachtvertrags an TWL AG abgetreten. Somit stellt TWL AG weiterhin die entsprechenden Beträge in Rechnung, zieht diese ein und passiviert diese auch entsprechend.
2.2 Finanzanlagen
| Anteil am Kapital zum 31.12.2020 | Eigenkapital zum 31.12.2020 | Jahresergebnis 2020 | |
|---|---|---|---|
| rd. Prozent | Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | |||
| Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein | 100 | 11.088 | 0 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein1 | |||
| Rhein-Haardtbahn-Gesellschaft mbH | 54 | 2.770 | 114 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Bad Dürkheim | |||
| ESW Energiehaus Stadtwerke | 100 | 265 | 0 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein1 | |||
| TWL Energie Deutschland | 100 | -8.589 | 1.551 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein3, 4 | |||
| TWL Metering | 100 | 125 | 0 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein1 | |||
| TWL Vertrieb | 100 | 92 | -58 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein4 | |||
| TWL Renewables | 100 | 34 | 4 |
| Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein | |||
| TWL Freischwimmer | 100 | 793 | 0 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein1 | |||
| Ensys | 100 | -5.623 | -2.261 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Frankfurt am Main3, 4, 5 | |||
| TWL Netze | 100 | 4.508 | 0 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein1 | |||
| TWL-KOM | 60 | 2.287 | 795 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein | |||
| TWL Windpark Zellertal | 100 | 2.489 | -24 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG | |||
| Ludwigshafen am Rhein | |||
| TWL Windpark Rurich | 100 | 1.108 | 89 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG | |||
| Ludwigshafen am Rhein | |||
| 2. Beteiligungen | |||
| Kommunale Dienstleistungsgesellschaft | 49 | 21 | -4 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Ludwigshafen am Rhein | |||
| juwi Wind Germany 129 GmbH & Co. KG | 40 | -241 | -35 |
| Wörrstadt2, 3, 4 | |||
| Solarkraftwerk Baderup | 21 | 7.687 | 670 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG | |||
| Oeversee5 | |||
| WINDPOOL | 15 | 31.502 | 773 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG | |||
| Dresden | |||
| Pfalzenergie | 8 | 1.117 | -26 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung i.L. | |||
| Kaiserslautern2 | |||
| Rhein-Neckar-Verkehr | 21 | 60.152 | -696 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Mannheim3, 5 | |||
| Solandeo | 25 | -3.048 | -1.282 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Berlin4, 5 | |||
| Schmidt | 50 | 935 | 117 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Haßloch | |||
| wärme-netz-werk Rhein-Neckar | 33 | 65 | -10 |
| Gesellschaft mit beschränkter Haftung | |||
| Heidelberg |
1 Mit dieser Gesellschaft besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
2 Die Angaben beziehen sich auf den Jahresabschluss 2019
3 Mittelbare Beteiligung
4 Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
5 Die Angaben beziehen sich auf den vorläufigen Jahresabschluss 2020
2.3 Bewertungseinheiten im Rahmen der Unternehmensfinanzierung
Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:
| Bewertungseinheiten Finanzierung | Risiko / Art der Bewertungseinheit | Grundgeschäft nominal | Sicherungsgeschäft nominal (Marktwert) |
|---|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 1 Variabel verzinsliches Darlehen | Zinsänderungsrisiko (Micro-Hedge) | 8.000 | 8.000 |
| Festzinszahler Swap | (-193) | ||
| 2 Variabel verzinsliches Darlehen | Zinsänderungsrisiko (Micro-Hedge) | 800 | 800 |
| Festzinszahler Swap | (-13) | ||
| 3 Kontokorrentlinie | Zinsänderungsrisiko (Micro-Hedge) | 5.000 | 5.000 |
| Gekaufter Zins-Cap | (0) | ||
| 4 Kontokorrentlinie | Zinsänderungsrisiko (Micro-Hedge) | 10.000 | 10.000 |
| Gekaufter Zins-Cap | (0) |
zu 1.- 2.
Im Rahmen ihrer Unternehmensfinanzierung ist TWL AG Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Ein Teil der variabel verzinsten Kreditverbindlichkeiten wurde durch Zinsswaps (Payer-Swaps) abgesichert. Die Restlaufzeit der Payer-Swaps beträgt 1 Jahr (2021). Aufgrund der Underlying-, Laufzeit- und Nominalvolumenidentität gleichen sich die gegenläufigen Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäft grundsätzlich aus. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung vergleicht TWL AG die Marktwertveränderung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument.
zu 3.- 4.
Im Rahmen ihrer Unternehmensfinanzierung ist TWL AG Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Ein Teil der Kreditverbindlichkeiten wurde durch Zinscaps für steigende Zinsänderungsrisiken abgesichert. Die Restlaufzeit der Zinscaps beträgt 1 Jahr (2021). Aufgrund der Underlying-, Laufzeit- und Nominalvolumenidentität ist das Sicherungsinstrument dazu geeignet, das definierte Risiko der Bewertungseinheit abzusichern. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung vergleicht TWL AG die Marktwertveränderung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument.
2.4 Sicherungsbeziehungen im Commodity-Bereich
Entsprechend der Risikosteuerung werden schwebende Energieverträge in Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz für Zwecke der Bewertung zusammengefasst. Die Bewertung erfolgt mit der Einfrierungsmethode. Sich im Rahmen einer Sicherungsbeziehung kompensierende Wertänderungen werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Im Einzelnen werden die folgenden Portfolios zusammengefasst:
Vertriebsbuch Strom / OTC-Forwards
Grundgeschäft sind Stromlieferungen der TWL AG an ihre externen Kunden des Vertriebs. Zur Absicherung des Preisrisikos werden OTC-Forwards auf Strom eingekauft. Da zwischen Sicherungsinstrumenten und Grundgeschäften Underlying-, Laufzeit- und Nominalvolumenidentität besteht, kompensieren die Absicherungsgeschäfte die Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften.
Drohverlustrückstellungen ergeben sich, wenn der Saldo aus den prognostizierten Umsatzerlösen und den prognostizierten Beschaffungskosten pro Lieferjahr negativ ist. In das Grundgeschäft werden neben kontrahierten Verträgen geplante, hoch wahrscheinliche Umsatzerlöse aus dem Absatz von Strom an Energieverbraucher für die kommenden Lieferjahre einbezogen.
Alle offenen Positionen werden über die zum Stichtag gültige „Preisterminkurve gegen den Markt“ PFC MtM bewertet.
Die beschriebene Sicherungsbeziehung wird bis zum Ende der physischen Belieferung eingehalten. Bei Anpassungen des Grundgeschäftes werden die bestehenden Sicherungsgeschäfte ergänzt.
Verkauf Strom aus Fernheizkraftwerk und dezentralen Anlagen / OTC-Forwards
Die Stromerzeugung im Fernheizkraftwerk wird durch Dampfbezug aus der Müllverbrennungsanlage sowie bei Zusatzbedarf aus Dampfkesselerzeuger im Fernheizkraftwerk, in den dezentralen Anlagen durch den Wärmebedarf der zu versorgenden Abnahmestellen bestimmt. Grundgeschäft ist der Verkauf von Strom aus dem Fernheizkraftwerk und der dezentralen Anlagen. Zur Absicherung der Brennstoffeinsatzkosten werden Termingeschäfte (Forwards) auf Gas abgeschlossen.
Drohverlustrückstellungen ergäben sich aus dem Saldo der kalkulierten Verkaufserlöse und den geplanten Erzeugungskosten für das Erzeugungsbuch im Frontjahr, sofern diese negativ wäre.
Die Sicherungsbeziehung wird bis zum Ende der physischen Belieferung eingehalten. Bei Anpassungen des Grundgeschäftes werden die bestehenden Sicherungsgeschäfte ergänzt.
Stromlieferung zur Abdeckung von Netzverlusten / OTC-Forwards
Das Grundgeschäft ist die Stromlieferung zur Abdeckung von Netzverlusten externer Kunden des Vertriebs und der Beschaffung. Zur Sicherung werden OTC-Forwards auf Strom eingekauft. Da zwischen Sicherungsinstrumenten und Grundgeschäften Underlying-, Laufzeit- und Nominalvolumenidentität besteht, kompensieren die Absicherungsgeschäfte die Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Für die Ermittlung einer Drohverlustrückstellung werden die Kosten aus den Beschaffungsgeschäften mit den Erlösen saldiert. Im Falle eines negativen Saldos wird eine Drohverlustrückstellung gebildet.
Die Sicherungsbeziehung wird bis zum Ende der physischen Belieferung eingehalten. Bei Anpassungen des Grundgeschäftes werden die bestehenden Sicherungsgeschäfte ergänzt.
Vertriebsbuch Gas / OTC-Forwards
Grundgeschäft sind Gaslieferungen der TWL AG an ihre externen Kunden des Vertriebs. Zur Absicherung des Preisrisikos werden OTC-Forwards auf Gas eingekauft. Da zwischen Sicherungsinstrumenten und Grundgeschäften Underlying-, Laufzeit- und Nominalvolumenidentität besteht, kompensieren die Absicherungsgeschäfte die Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Die Drohverlustrückstellungen ergeben sich, wenn der Saldo aus den prognostizierten Umsatzerlösen und den prognostizierten Beschaffungskosten pro Lieferjahr negativ ist. In das Grundgeschäft werden neben kontrahierten Verträgen geplante, hoch wahrscheinliche Umsatzerlöse aus dem Absatz von Gas an Energieverbraucher für die kommenden Lieferjahre einbezogen.
Alle offenen Positionen werden über die zum Stichtag gültige PFC MtM bewertet.
Die beschriebene Sicherungsbeziehung wird bis zum Ende der physischen Belieferung eingehalten. Bei Anpassungen des Grundgeschäftes werden die bestehenden Sicherungsgeschäfte ergänzt.
Verkauf Wärme aus Fernheizkraftwerk und der dezentralen Anlagen / OTC-Forwards
Die Wärmeerzeugung im Fernheizkraftwerk und der dezentralen Anlagen werden durch Preisfixierung der Brennstoffkosten (Gas) abgesichert. Grundgeschäft ist der geplante Verkauf der Wärme. Zur Absicherung der Brennstoffeinsatzkosten werden Termingeschäfte (Forwards) auf Gas abgeschlossen.
Drohverlustrückstellungen ergeben sich aus dem Saldo der kalkulierten Verkaufserlöse und den geplanten Erzeugungskosten für das Erzeugungsbuch im Frontjahr.
Die Sicherungsbeziehung Wärme wird bis zum Ende der physischen Belieferung eingehalten. Bei Anpassungen des Grundgeschäftes werden die bestehenden Sicherungsgeschäfte ergänzt. Zwischen den Grundgeschäften und den Sicherungsgeschäften besteht ein hoher funktionaler Zusammenhang. Aufgrund der physischen Kausalität eignen sich die Sicherungsgeschäfte um die Positionen des Grundgeschäftes zu schließen.
2.5 Vorräte
Das Zentrallager der TWL AG ist mit einem Lagermaterialbestand von 910 Tsd. Euro (i. Vj. 1.112 Tsd. Euro) ausgewiesen. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind die der TWL unentgeltlich zugeteilten Schadstoffemissionsrechte in Höhe von 16 Tsd. Euro (i. Vj. 16 Tsd. Euro) enthalten sowie entgeltlich erworbene Schadstoffemissionsrechte in Höhe von 58 Tsd. Euro (i. Vj. 58 Tsd. Euro).
Unter den Vorräten wird auch der Heizölbestand von 327 Tsd. Euro (i. Vj. 433 Tsd. Euro) ausgewiesen sowie das Bestandskonto zu den unfertigen Leistungen in Höhe von 1.439 Tsd. Euro (i. Vj. 1.309 Tsd. Euro).
2.6 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (68.289 Tsd. Euro) stammen aus dem Grundgeschäft und liegen 6,4 Prozent unter dem Niveau von 2019 (i. Vj. 72.951 Tsd. Euro). Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Die Forderungen gegen Aktionäre beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.800 Tsd. Euro (i. Vj. 2.489 Tsd. Euro) sowie Forderungen in Höhe von 2.948 Tsd. Euro (i. Vj. 2.337 Tsd. Euro), welche aus der Verlustübernahme von VBL (2.548 Tsd. Euro) und der Abgrenzung 34 Schulen (400 Tsd. Euro) resultieren.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus kurzfristigen Darlehen in Höhe von 35.228 Tsd. Euro (i. Vj. 39.144 Tsd. Euro). Die restlichen Forderungen resultieren, wie im Vorjahr, ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen und haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Im Vorjahr hatten sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren, wie im Vorjahr, aus Lieferungen und Leistungen, deren Restlaufzeit unter einem Jahr liegt.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus zu viel gezahlten Strom- und Energiesteuern in Höhe von 4.084 Tsd. Euro (i. Vj. 969 Tsd. Euro). Die sonstigen Vermögensgegenstände weisen, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von unter einem Jahr auf.
2.7 Flüssige Mittel
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- |
| Kassenbestand | 51 | 49 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 330 | 272 |
| Gesamt | 381 | 321 |
2.8 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Mietvorauszahlungen an die Firma Pro Concept Bismarckstr. 63 Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG, Ludwigshafen am Rhein, enthalten.
2.9 Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der TWL AG besteht aus 10.000 Aktien zu ursprünglich je 10.000,00 DM oder umgerechnet je 5.112,92 Euro, die auf den Namen der Stadt Ludwigshafen am Rhein lauten.
2.10 Sonderposten
Bei dem Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen in Höhe von 4.062 Tsd. Euro handelt es sich vorwiegend um einen zweckgebundenen Zuschuss für Bauleistungen auf Grund eines Erdgaslieferungsvertrages sowie um Zuschüsse für den Fernwärmeausbau und einer Kälteanlage im BHKW der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen am Rhein (BGU).
Der Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Schadstoffemissionsrechte wurde ab dem Geschäftsjahr 2005 gebildet, um die unentgeltliche Zuteilung der zum Börsenkurs bewerteten Zertifikate unter den Vorräten erfolgsneutral darzustellen. Dem Sonderposten werden seit 2008 verbrauchte Emissionsrechte entnommen und ertragswirksam als Gegenposten zu den Aufwendungen für Schadstoffemissionsrechte aufgelöst.
Die empfangenen Ertragszuschüsse werden auf Grund der Allgemeinen Versorgungsbedingungen und der Netzanschlussverordnung erhoben. Sie werden seit dem 1. Januar 2003 nach steuerrechtlichen Vorschriften von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abgesetzt. Die Altbestände der empfangenen Ertragszuschüsse werden weiterhin jährlich mit fünf Prozent des ursprünglichen Betrages erfolgswirksam aufgelöst.
2.11 Rückstellungen
Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Berechnung erfolgte unter Zugrundelegung eines Zinsfußes von 2,30 Prozent, eines Gehaltstrends von 2,50 Prozent und eines Rententrends von 2,00 Prozent.
Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden nach der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Bilanzierung von Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen nach IAS und nach handelsrechtlichen Vorschriften (IDW RS HFA 3) vom 19. Juni 2013 ermittelt. Die Berechnung erfolgte unter Zugrundelegung eines Zinsfußes von 0,45 Prozent und eines Gehaltstrends von 2,50 Prozent.
Die Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen wurde unter Zugrundelegung der Heubeck’sehen Richttafeln 2018 G für Sterblichkeit und Invalidisierung mit einem Zinsfuß von 1,60 Prozent und einer Fluktuation von 20 Prozent (Alter: 20 Jahre), 19 Prozent (Alter: 21 Jahre), 5 Prozent (Alter: 35 Jahre), 4,5 Prozent (Alter: 36 Jahre) bzw. 0 Prozent (Alter: 45 Jahre) ermittelt.
In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2.332 Tsd. Euro (i. Vj. 1.986 Tsd. Euro), eine Rückstellung für ein Bußgeld in Höhe von 500 Tsd. Euro, eine Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 974 Tsd. Euro sowie eine Rückstellung für Freistellung/Abfindungen in Höhe von 844 Tsd. Euro (i. Vj. 823 Tsd. Euro) enthalten.
2.12 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
| davon mit einer Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag 31.12.2020 | bis zu einem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon von über fünf Jahren | Gesamtbetrag 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 220.168 | 48.484 | 171.684 | 118.341 | 205.980 |
| (Vorjahr) | (205.980) | (68.885) | (137.095) | (103.952) | |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 185 | 185 | 0 | 0 | 186 |
| (Vorjahr) | (186) | (186) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 35.649 | 35.649 | 0 | 0 | 40.731 |
| (Vorjahr) | (40.731) | (40.731) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären | 5.229 | 5.229 | 0 | 0 | 3.967 |
| (Vorjahr) | (3.967) | (3.967) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 18.091 | 18.091 | 0 | 0 | 16.885 |
| (Vorjahr) | (16.885) | (16.885) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 504 | 504 | 0 | 0 | 166 |
| (Vorjahr) | (166) | (166) | (0) | (0) | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.999 | 5.999 | 0 | 0 | 6.443 |
| (Vorjahr) | (6.443) | (6.443) | (0) | (0) | |
| (davon aus Steuern) | (4.257) | (4.257) | (0) | (0) | (6.110) |
| (Vorjahr) | (6.110) | (6.110) | (0) | (0) | |
| Gesamt | 285.824 | 114.140 | 171.684 | 118.341 | 274.358 |
| (Vorjahr) | (274.358) | (137.263) | (137.095) | (103.952) |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Ludwigshafen am Rhein aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.229 Tsd. Euro (i. Vj. 3.967 Tsd. Euro).
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich zum einen um den Restverlustausgleich gegenüber der Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein, in Höhe von 3.862 Tsd. Euro (i. Vj. 3.740 Tsd. Euro) sowie um Verbindlichkeiten gegenüber der Freischwimmer in Höhe von 1.572 Tsd. Euro, gegenüber der TWL Energie Deutschland in Höhe von 7.221 Tsd. Euro, gegenüber der TWL Metering Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein in Höhe von 547 Tsd. Euro sowie gegenüber der Ensys Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein in Höhe von 363 Tsd. Euro. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und Verlustübernahme.
Des Weiteren sind Verbindlichkeiten in Höhe von 3.827 Tsd. Euro (i. Vj. 6.508 Tsd. Euro) gegenüber der TWL Netze enthalten, die ebenso wie die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wie im Vorjahr, größtenteils aus Lieferungen und Leistungen resultieren.
Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen größtenteils auf Verbindlichkeiten aus der der EEG Abgrenzung in Höhe von 1.395 Tsd. Euro, ISU Barsicherheiten in Höhe von 194 Tsd. Euro sowie Verbindlichkeiten aus der Rückvergütung an Insolvenzverwalter in Höhe von 185 Tsd. Euro.
2.13 Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten wird ein Zuschuss der BASF Wohnen + Bauen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein, (ehemals: LUWOGE) für Unterhaltungsarbeiten bis zur generellen Netzerneuerung „Kranichstraße“ in Höhe von 142 Tsd. Euro ausgewiesen. Im Wesentlichen setzt sich der Posten allerdings aus dem Treuhandmodell der TWL Netze in Höhe von 1.887 Tsd. Euro für Baukostenzuschüsse Strom und in Höhe von 190 Tsd. Euro für Baukostenzuschüsse Gas zusammen. Diese Änderung steht im direkten Zusammenhang mit einer Korrektur in laufender Rechnung des regulierten aktivisch gekürzten Anlagevermögens in gleicher Höhe.
2.14 Latente Steuern
Aktive latente Steuern entfallen im Wesentlichen auf Bewertungsunterschiede bei den Pensionsrückstellungen und Sonderposten für Investitionszuschüsse. Ferner wurden aktive latente Steuern auf körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge gerechnet. Wesentliche Bewertungsunterschiede bei den Beteiligungen an Personengesellschaften führen zu passiven latenten Steuern. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. Es wurde vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, wonach aktive latente Steuern nicht aktiviert werden müssen.
3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
3.1 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- |
| Strom | 280.427 | 256.501 |
| Gas | 48.393 | 63.325 |
| Wärme | 20.205 | 20.785 |
| Kälte | 509 | 430 |
| Trinkwasser | 24.082 | 23.175 |
| Betriebsführung | 14.750 | 15.071 |
| Sonstige Erlöse | 136.702 | 124.480 |
| Gesamt | 525.068 | 503.768 |
Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt. Periodenfremde Umsatzerlöse ergeben sich aus der Spitzabrechnung der Verbrauchsabgrenzung des Vorjahres. Hierbei entfallen 1.994 Tsd. Euro auf die Sparte Strom, 2.294 Tsd. Euro auf die Sparte Gas, 433 Tsd. Euro auf die Sparte Wasser und 159 Tsd. Euro auf die Wärmesparte.
3.2 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge von 21.959 Tsd. Euro (i. Vj. 28.113 Tsd. Euro) beinhalten Zahlungen der Stadt Ludwigshafen zur Deckelung des ÖPNV Verlustes von 9.493 Tsd. Euro (i. Vj. 8.355 Tsd. Euro).
Ebenso enthalten sind die Erstattungen der Konzessionsabgaben Strom und Gas der TWL Netze von 6.695 Tsd. Euro (i. Vj. 6.244 Tsd. Euro) und Erlöse aus Abgängen der Finanzanlagen in Höhen von 1.644 Tsd. Euro (i. Vj. 8.839 Tsd. Euro) aus dem Verkauf der ERN (564 Tsd. Euro) sowie der Kom Solution (1.080 Tsd. Euro).
Ferner wurden Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen in Höhe von 687 Tsd. Euro (i. Vj. 387 Tsd. Euro) verbucht.
Vom Rest entfällt der größte Teil auf Erträge aus verschiedenen Verwaltungs- und Dienstleistungsumlagen.
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 1.348 Tsd. Euro (i. Vj. 796 Tsd. Euro) enthalten. Diese betreffen hauptsächlich die Auflösung von Rückstellungen.
3.3 Materialaufwand
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- |
| Energiebezüge | 305.486 | 292.805 |
| Lager- und Fremdmaterial | 7.479 | 8.041 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 312.965 | 300.845 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 115.904 | 106.348 |
| Gesamt | 428.869 | 407.193 |
Periodenfremde Materialaufwendungen sind aus der in der Energiewirtschaft üblichen rollierenden Abrechnungslogik geschäftsbedingt. Sie beinhalten insbesondere Abweichungen bei der Vorjahresabgrenzung der Preisbestandteile wie Netznutzungsentgelte, Steuern und Abgaben im Strom- und Gasbereich. Insgesamt können 2.287 Tsd. Euro (i. Vj. 580 Tsd. Euro) als periodenfremd angesehen werden.
3.4 Personalaufwand
Im Personalaufwand von 49.892 Tsd. Euro (i. Vj. 50.492 Tsd. Euro) spiegelt sich bei leicht gestiegener Mitarbeiterzahl die Tariferhöhung des laufenden Jahres von 1,06 Prozent wider. Der Personalaufwand beinhaltet 3.033 Tsd. Euro (i. Vj. 3.820 Tsd. Euro) Aufwendungen für Altersversorgung.
3.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 22.225 Tsd. Euro (i. Vj. 21.125 Tsd. Euro) sind im Wesentlichen folgende Einzelsachverhalte erfasst: Die Konzessionsabgaben an die Stadt Ludwigshafen von 5.640 Tsd. Euro (i. Vj. 5.788 Tsd. Euro) sowie Miete und Leasingkosten, IT-Kosten, Beratungsleistungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und diverse andere betriebliche Aufwendungen. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außerdem Aufwendungen von 113 Tsd. Euro (i. Vj. 332 Tsd. Euro) periodenfremd.
3.6 Finanzergebnis
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- |
| Erträge aus Beteiligungen | 763 | 355 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (120) | (120) |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 450 | 969 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 387 | 187 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (387) | (187) |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 353 | 951 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (299) | (884) |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 5.500 | 1.286 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | 23.698 | 23.701 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 4.676 | 4.661 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | (54) | (0) |
| Gesamt | -31.921 | -27.186 |
In dem Posten Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind nach § 277 Abs. 5 HGB Aufzinsungsbeträge aus den Pensionsrückstellungen 833 Tsd. Euro (i. Vj. 950 Tsd. Euro), und den Jubiläumsgeldrückstellungen 11 Tsd. Euro (i. Vj. 9 Tsd. Euro) enthalten. Es wurde vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Auswirkungen der Zinssatzänderung bei den Pensionsrückstellungen im Finanzergebnis auszuweisen.
III. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich zum Stichtag wie folgt zusammen:
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- |
| abgeschlossene Energiebezugsverträge | 204.408 | 332.377 |
| Bestellobligo für Baumaßnahmen und Dienstleistungen einschließlich Miet-/Leasingverträge | 21.806 | 14.115 |
| Gesamt | 226.214 | 346.492 |
Die TWL AG ist Mitglied bei der Zusatzversorgungskasse der Bayerischen Gemeinden, München. Durch die Mitgliedschaft bei der Zusatzversorgungskasse erhalten die Arbeitnehmer - sofern die satzungsmäßigen Voraussetzungen erfüllt sind - eine zusätzliche Alters-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung. Der Umlagesatz 2020 betrug 3,75 Prozent des umlagepflichtigen Einkommens von 37.897 Tsd. Euro. Hierbei handelt es sich um eine mittelbare Pensionsverpflichtung, für die gemäß Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB keine Rückstellung gebildet werden muss.
Bankverbindlichkeiten der VBL sind jeweils durch eine kommunale Ausfallbürgschaft der Stadt Ludwigshafen am Rhein besichert.
Als zuständige Aufsichtsbehörde hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz im Zusammenhang mit der Darlehensgewährung gegenüber der VBL gefordert, dass TWL AG die Rückbürgschaft für Bankverbindlichkeiten für den Fall der Zahlungsunfähigkeit der VBL übernimmt.
TWL AG hat diesen Anforderungen entsprochen und Rückbürgschaften für fünf Darlehen übernommen, die zum Bilanzstichtag noch mit 14.413 Tsd. Euro valutierten.
TWL AG hat Höchstbürgschaften zu Gunsten der TWL Windpark Zellertal Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG, Ludwigshafen am Rhein, in Höhe von 439 Tsd. Euro, der Ensys Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main, in Höhe von 25 Tsd. Euro sowie zu Gunsten der Freischwimmer in Höhe von 440 Tsd. Euro übernommen.
Eine Inanspruchnahme der TWL AG aus der Besicherung gemäß § 285 Abs. 27 ist auf Grund der Kapitaldienstfähigkeit der Gesellschaften aktuell nicht zu erwarten.
IV. Angaben zu § 6b Abs. 2 EnWG
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Geschäfte größeren Umfangs gemäß § 6b Abs. 2 EnWG mit der TWL Netze getätigt. Diese betreffen die Verpachtung von Strom- und Gasnetzen von der TWL AG an die TWL Netze. Darüber hinaus erbrachte die TWL AG Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Netzbetrieb. Insgesamt wurden damit Erlöse in Höhe von 31.373 Tsd. Euro (i. Vj. 31.869 Tsd. Euro) erzielt.
Die Gesellschaft erbringt energiespezifischen Dienstleistungen im Sinne des § 6b Abs. 1 S. 1 EnWG. Daher wurden in der internen Rechnungslegung getrennte Konten gemäß § 6b Abs. 3 S. 1 EnWG eingerichtet. Ein Tätigkeitsabschluss für energiespezifischen Dienstleistungen im Sinne des § 6b Abs. 3 S. 6 EnWG wurde nicht aufgestellt, da diese Zuordnungsfrage für energiespezifische Dienstleistungen bisher weder explizit gesetzlich geregelt noch gerichtlich geklärt ist.
V. Ergänzende Angaben
1. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres
Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus mussten Maßnahmen ergriffen werden, um Kunden und Mitarbeiter im Rahmen der eigenen Möglichkeiten vor einer Infektion zu schützen. Durch mit Bund, Ländern und Kommunen abgestimmte Handlungen kann das Tagesgeschäft aktuell stabil aufrechterhalten bleiben. Wirtschaftliche Auswirkungen können im Lagebericht entsprechend nachvollzogen werden.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ereignet.
2. Mitarbeiter
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 201 | 196 |
| Angestellte | 405 | 397 |
| 606 | 593 |
(Im Jahresdurchschnitt - ohne Auszubildende bzw. Vorstand, Ermittlung über Quartale).
3. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe
Aufsichtsrat
Von der Stadt Ludwigshafen entsandte Aufsichtsratsmitglieder:
Jutta Steinruck
Oberbürgermeisterin
Vorsitzende des Aufsichtsrats
David Guthier
Key Account Manager
1. Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Nesrin Akpinar
Studentin
Hans-Uwe Daumann
Stellvertretender Geschäftsführer, medien+bildung.com gGmbH
Barbara Ehlers
Steuerberaterin
Hans-Peter Eibes
Betriebswirt
Heinrich Jöckel
Justiziar
Christoph Heller
Malermeister
Hans Mindl
Rentner
Frank Meier
Betriebsrat
Ralf Senck
Dipl.-Ing. FH
Bernhard Wadle-Rohe
Künstler
Von den Arbeitnehmern der TWL AG gewählte Aufsichtsratsmitglieder:
Jürgen Kofink
Kfm. Angestellter
Kariona Hauck
Controllerin
Micha Sommer
Techn. Angestellter
Ronny Vigna
Wirtschaftsinformatiker
2. Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Manuel Wolff
Techn. Angestellter
Andreas Köhler
Kfm. Angestellter
Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Berichtsjahr auf 58 Tsd. Euro.
Vorstand
Dieter Feid
(Kaufmännischer Vorstand)
Thomas Mösl
(Technischer Vorstand)
Auf die Angabe der Bezüge des Vorstands wurde mit Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
Ehemalige Vorstandsmitglieder und die Hinterbliebenen ehemaliger Vorstandsmitglieder bezogen im Jahr 2020 insgesamt 561 Tsd. Euro. Für diesen Personenkreis sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 7.609 Tsd. Euro gebildet worden.
1. Abschlussprüfungshonorar
Auf die Angabe des Gesamthonorars des bestellten Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da die Angabe im Konzernabschluss der TWL AG enthalten ist.
2. Ergebnisverwendung
Nach dem Vorschlag des Vorstands soll der ausgewiesene Bilanzverlust der TWL in Höhe von 4.256 Tsd. Euro auf neue Rechnung vorgetragen werden.
3. Konzernabschluss
Das Mutterunternehmen des größten und gleichzeitig des kleinsten Konsolidierungskreises ist die TWL AG mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein, die ihren Konzernabschluss im elektronischen Bundesanzeiger offenlegt.
Ludwigshafen am Rhein, 7. Mai 2021
Der Vorstand
Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand
Thomas Mösl, Technischer Vorstand
Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2020
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge des laufenden Geschäftsjahres | Abgänge des laufenden Geschäftsjahres | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 20.476.250,53 | 2.472.028,07 | 0,00 | + 2.403.915,72 | 25.352.194,32 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 43.346.888,06 | 348.433,05 | -4.547,97 | + 2.257.861,99 | 45.948.635,13 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 634.991.249,19 | 10.786.319,95 | -2.719.623,22 | + 639.063,46 | 643.697.009,38 |
| 3. Sonstige technische Anlagen | 17.862.494,76 | 151.885,21 | -1.328,28 | + 66.010,65 | 18.079.062,34 |
| 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 26.683.724,61 | 2.171.073,31 | -326.151,96 | + 878.814,31 | 29.407.460,27 |
| 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 14.223.144,79 | 12.484.127,41 | -37.384,72 | -6.245.666,13 | 20.424.221,35 |
| 737.107.501,41 | 25.941.838,93 | -3.089.036,15 | -2.403.915,72 | 757.556.388,47 | |
| 757.583.751,94 | 28.413.867,00 | -3.089.036,15 | 0,00 | 782.908.582,79 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 21.956.300,04 | 2.300.000,00 | -1.205.000,00 | + 0,00 | 23.051.300,04 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 8.000.000,00 | 11.000.000,00 | 0,00 | + 0,00 | 19.000.000,00 |
| 3. Beteiligungen | 15.917.444,34 | 52.916,27 | -4.922.804,21 | + 0,00 | 11.047.556,40 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 92.050,00 | 490.000,00 | 0,00 | + 0,00 | 582.050,00 |
| 45.965.794,38 | 13.842.916,27 | -6.127.804,21 | 0,00 | 53.680.906,44 | |
| Gesamt | 803.549.546,32 | 42.256.783,27 | -9.216.840,36 | 0,00 | 836.589.489,23 |
| Abschreibungen (kumuliert) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge des laufenden Geschäftsjahres | Abgänge des laufenden Geschäftsjahres | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 16.212.211,94 | 2.334.235,79 | 0,00 | 0,00 | 18.546.447,73 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 25.310.759,85 | 897.849,04 | 0,00 | 0,00 | 26.208.608,89 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 418.384.274,52 | 15.130.033,94 | -2.552.809,57 | + 1.807,82 | 430.963.306,71 |
| 3. Sonstige technische Anlagen | 12.856.792,76 | 597.279,86 | -679,28 | 0,00 | 13.453.393,34 |
| 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21.005.238,95 | 1.599.855,78 | -323.417,30 | -1.807,82 | 22.279.869,61 |
| 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 477.557.066,08 | 18.225.018,62 | -2.876.906,15 | 0,00 | 492.905.178,55 | |
| 493.769.278,02 | 20.559.254,41 | -2.876.906,15 | 0,00 | 511.451.626,28 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.626.293,84 | 2.300.000,00 | 0,00 | 0,00 | 6.926.293,84 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Beteiligungen | 3.044.043,71 | 2.694.648,62 | -3.044.043,71 | 0,00 | 2.694.648,62 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 73.367,00 | 505.258,00 | 0,00 | 0,00 | 578.625,00 |
| 7.743.704,55 | 5.499.906,62 | -3.044.043,71 | 0,00 | 10.199.567,46 | |
| Gesamt | 501.512.982,57 | 26.059.161,03 | -5.920.949,86 | 0,00 | 521.651.193,74 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| in Euro | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 6.805.746,59 | 4.264.038,59 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 19.740.026,24 | 18.036.128,21 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 212.733.702,67 | 216.606.974,67 |
| 3. Sonstige technische Anlagen | 4.625.669,00 | 5.005.702,00 |
| 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7.127.590,66 | 5.678.485,66 |
| 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 20.424.221,35 | 14.223.144,79 |
| 264.651.209,92 | 259.550.435,33 | |
| 271.456.956,51 | 263.814.473,92 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.125.006,20 | 17.330.006,20 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 19.000.000,00 | 8.000.000,00 |
| 3. Beteiligungen | 8.352.907,78 | 12.873.400,63 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 3.425,00 | 18.683,00 |
| 43.481.338,98 | 38.222.089,83 | |
| Gesamt | 314.938.295,49 | 302.036.563,75 |
Tätigkeitsabschluss und Anlagen gem. § 6 Abs. 3 Satz 7 EnWG für die Elektrizitätsverteilung zum 31. Dezember 2020
Bilanz zum 31.12.2020
für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung gemäß § 6b Abs. 3 EnWG
Aktiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 13.771,19 | 20.698,00 |
| II. Sachanlagen | 44.793.060,44 | 39.373.195,18 |
| B. Umlaufvermögen | 44.806.831,63 | 39.393.893,18 |
| I. Vorräte | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 158.063,37 | 175.720,35 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 80.694,97 | 283.379,21 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 3.708.265,46 | 2.815.796,81 |
| 3. Forderungen gegen verbundene Unternehmensbereiche | 0,00 | 2.798.322,02 |
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 3.760,40 | 0,05 |
| 3.792.720,83 | 5.897.498,08 | |
| III. Guthaben bei Kreditinstituten | 694,16 | 817,84 |
| 3.951.478,36 | 6.074.036,27 | |
| 48.758.309,99 | 45.467.929,45 |
Passiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 15.097.921,92 | 15.097.921,92 |
| II. Kapitalrücklage | 9.942.474,09 | 9.942.474,09 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| Gesetzliche Rücklage | 1.509.792,19 | 1.509.792,19 |
| IV. Bilanzgewinn | 2.926.657,12 | 5.563.944,00 |
| 29.476.845,32 | 32.114.132,20 | |
| B. Sonderposten | ||
| Empfangene Ertragszuschüsse | 14.399,97 | 43.799,97 |
| C. Rückstellungen | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 54.148,06 | 71.664,35 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 17.791,30 | 7.954,02 |
| 71.939,36 | 79.618,37 | |
| D. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 13.869.025,01 | 12.975.320,61 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 221.658,98 | 255.054,18 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmensbereichen | 5.104.441,34 | 0,00 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 0,00 | 4,12 |
| 19.195.125,34 | 13.230.378,91 | |
| 48.758.309,99 | 45.467.929,45 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2020
für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung gemäß §6b Abs. 3 EnWG
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 5.675.921,02 | 5.197.117,67 |
| 2. sonstige betriebliche Erträge | 5.644.918,27 | 5.341.106,90 |
| 11.320.839,29 | 10.538.224,57 | |
| 3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -2.666.400,73 | -2.437.823,60 |
| 4. sonstige betriebliche Aufwendungen | -5.438.559,48 | -5.595.113,99 |
| -8.104.960,21 | -8.032.937,59 | |
| 5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -258.065,95 | -212.971,98 |
| 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1.064,37 | -80.586,67 |
| 7. Ergebnis nach Steuern | 2.956.748,76 | 2.211.728,32 |
| 8. sonstige Steuern | -30.091,64 | -24.400,02 |
| 9. Jahresüberschuss | 2.926.657,12 | 2.187.328,30 |
| 10. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 2.187.328,30 | 3.262.130,63 |
| 11. Ausschüttungen | -2.187.328,30 | -3.262.130,63 |
| 12. Einstellung in die gesetzliche Rücklage | 0,00 | 0,00 |
| 13. Bilanzgewinn | 2.926.657,12 | 2.187.328,30 |
Erläuterungsteil für das Geschäftsjahr 2020
für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung gemäß § 6b Abs. 3 EnWG
I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen
Die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung Strom wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Satzung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert. Von der Möglichkeit, Berichtspflichten im Anhang statt in den Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen zu erfüllen, haben wir weitgehend Gebrauch gemacht.
Im Jahr 2007 wurde die TWL Netze Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend TWL Netze genannt - (bis 3. April 2019: KNS - Kommunale Netzgesellschaft Südwest mit beschränkter Haftung) - gegründet. Am 1. Juli 2007 hat die TWL Netze den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist das Strom- bzw. Gasversorgungsnetz der Technische Werke Ludwigshafen am Rhein Aktiengesellschaft, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend TWL AG genannt - gemäß Vertrag vom 30. April 2007 an die TWL Netze verpachtet.
In der Aktivitätenbilanz wird seitdem statt Netzbetrieb Strom bzw. Netzbetrieb Gas die entsprechende Pachtsparte abgebildet. Die Tätigkeit des Vertriebs wird weiterhin unter übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitäts-/Gassektors dargestellt. Alle anderen Tätigkeiten werden in der Rubrik übrige Aktivitäten ausgewiesen.
Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz ebenfalls an dieser Stelle gemacht. Die Aufgliederung und Entwicklung des in der Bilanz dargestellten Anlagevermögens zeigt der als Anlage zum Anhang enthaltene Anlagespiegel.
II. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung
1. Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden
Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Anhang der TWL AG.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
2.1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im beigefügten Anlagespiegel dargestellt.
Im Anlagevermögen wurde die Querverbundleitwarte anteilig der Tätigkeit Elektrizitätsverteilung zugeordnet. Diese war im vergangenen Geschäftsjahr dem Tätigkeitsbereich noch nicht zugeordnet. Dies wurde in laufender Rechnung korrigiert.
Das Gesamtvolumen der Investitionen betrug im laufenden Geschäftsjahr 42.257 Tsd. Euro (i. Vj. 25.684 Tsd. Euro). Auf den Bereich Pacht Strom entfallen davon 5.488 Tsd. Euro (i. Vj. 2.871 Tsd. Euro).
2.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Im Bereich der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind in der Sparte Pacht Strom, wie im Vorjahr, keine Beträge mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten.
2.3. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der TWL AG besteht aus 10.000 Aktien zu ursprünglich je 10.000,00 DM oder umgerechnet je 5.112,92 Euro, die auf den Namen der Stadt Ludwigshafen am Rhein lauten. Die ursprüngliche Verteilung des Eigenkapitals auf die einzelnen Aktivitäten wurde seither konstant beibehalten. Die Veränderung des Eigenkapitals erfolgte lediglich durch die in der jeweiligen Sparte erzielten Jahresergebnisse.
Seit dem Berichtsjahr 2014 wird jährlich eine Ausschüttung der bis zum 31. Dezember des Vorjahres aufgelaufenen Bilanzgewinne der Pachtsparten Strom und Gas vorgenommen. Aufgrund interner Beschlüsse erfolgt die Ausschüttung des aufgelaufenen Gewinnvortrags aus der Pachtsparte Strom an die Sparte Übrige Aktivitäten.
Im Jahr 2016 wurde daneben einmalig aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres ein Betrag in Höhe von 5.113 Tsd. Euro in die gesetzliche Rücklage nach § 150 AktG eingestellt. Auf die Sparte Pacht Strom entfielen hierbei 1.510 Tsd. Euro.
2.4. Empfangene Ertragszuschüsse
Die ab 1. Januar 2003 zugegangenen Baukostenzuschüsse werden aktivisch von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Anlagengüter abgesetzt. Die bis 31. Dezember 2002 vereinnahmten Baukostenzuschüsse sind passiviert und werden jährlich mit 5,0 v. H. zu Gunsten der Umsatzerlöse aufgelöst.
2.5. Rückstellungen
Die Rückstellungen der Pachtsparte Strom beinhalten neben Steuerrückstellungen, vornehmlich sonstige Rückstellungen und Rückstellungen im Rahmen der Abschlusserstellung.
2.6. Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten Pacht Strom ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
| davon mit einer Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag 31.12.2020 | bis zu einem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon von über fünf Jahren | Gesamtbetrag 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 13.869 | 3.054 | 10.815 | 7.455 | 12.975 |
| (Vorjahr) | (12.975) | (2.167) | (10.808) | (11.910) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 222 | 222 | 0 | 0 | 255 |
| (Vorjahr) | (255) | (255) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen | 5.104 | 5.104 | 0 | 0 | 0 |
| Unternehmensbereichen | (0) | (0) | (0) | (0) | |
| (Vorjahr) | |||||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| (Vorjahr) | (0) | (0) | (0) | (0) | |
| Gesamt | 19.195 | 8.330 | 10.815 | 7.455 | 13.230 |
| (Vorjahr) | (13.230) | (2.422) | (10.808) | (11.910) |
3. Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
3.1. Umsatzerlöse
In den Umsatzerlösen sind Auflösungen aus vereinnahmten Baukostenzuschüssen vor dem 1. Januar 2003 in Höhe von 116 Tsd. Euro enthalten (i. Vj. 230 Tsd. Euro). Davon betreffen 29 Tsd. Euro die Pachtsparte Strom (i. Vj. 58 Tsd. Euro).
Im Wesentlichen beinhalten die Umsatzerlöse der Pachtsparten die Pachtentgelte in Höhe von 11.069 Tsd. Euro (i. Vj. 10.444 Tsd. Euro). Der Anteil der Pachtsparte Strom beläuft sich hierbei auf 5.642 Tsd. Euro (i. Vj. 5.138 Tsd. Euro). Entgegen der Vorjahre wurde die Weiterleitung der Auflösungsbeträge der vor 2003 vereinnahmten Baukostenzuschüsse an TWL Netze unterlassen (siehe hierzu sonstige betriebliche Aufwendungen) was sich gleichermaßen in den äquivalent verminderten Pachtentgelten widerspiegelt.
3.2. Sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen, in Summe 21.959 Tsd. Euro, sind im Wesentlichen Erträge aus der Erstattung der Konzessionsabgabe durch die TWL Netze in Höhe von 6.695 Tsd. Euro (i. Vj. 6.244 Tsd. Euro) enthalten, davon entfallen auf Strom 5.635 Tsd. Euro (i. Vj. 5.331 Tsd. Euro).
3.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Pachtsparten sind die Konzessionsabgaben Strom und Gas in Höhe von 5.640 Tsd. Euro (i. Vj. 5.788 Tsd. Euro) enthalten, dabei entfallen 5.409 Tsd. Euro (i. Vj. 5.570 Tsd. Euro) auf die Pachtsparte Strom.
Entgegen der Vorjahre unterbleibt zukünftig die Abführung vereinnahmter Baukostenzuschüsse an die TWL Netze aus regulatorischen Gründen.
Daneben sind Aufwendungen aus Anlagenabgängen von 21 Tsd. Euro (i. Vj. 0 Tsd. Euro) und sonstigen Gebühren enthalten.
3.4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Zinsaufwand für Darlehen betrug bei TWL AG insgesamt 4.676 Tsd. Euro (i. Vj. 3.702 Tsd. Euro). Der Anteil, der auf die Pachtsparte Strom entfällt, beläuft sich auf 258 Tsd. Euro (i. Vj. 213 Tsd. Euro).
3.5. Sonstige Steuern
Die sonstigen Steuern der Pachtsparten bestehen, wie im Vorjahr, ausnahmslos aus Grundsteuern.
4. Angaben über die Zuordnungsregeln gemäß § 6b Abs. 3 Satz 7 EnWG
4.1. Führung von Konten
In der internen unternehmensweiten Rechnungslegung führen wir getrennte Konten für die Tätigkeiten in den Bereichen Pacht Strom, übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitätssektors, Pacht Gas, übrige Aktivitäten innerhalb des Gassektors, Messstellenbetrieb und für die übrigen Aktivitäten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors.
Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Pacht Strom wurden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge soweit wie möglich direkt zugeordnet.
Soweit eine direkte Zuordnung von Konten zu den einzelnen Tätigkeiten nicht möglich war oder mit unvertretbarem Aufwand möglich gewesen wäre, erfolgte die Zuordnung über Schlüssel. Dabei wurden folgende Schlüssel verwendet: Außenumsatzerlöse, Verwaltungskosten, Entwicklung der Darlehensbestände, Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens sowie Ertragssteuern.
4.2. Verwendung von Schlüsseln in der Bilanz
In der Bilanz wurden insbesondere folgende Positionen mit Hilfe von Schlüsseln verteilt:
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten betreffend die Aktivseite.
Rückstellungen (darin Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen), Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten auf der Passivseite.
Das Anlagevermögen wurde getrennt für die einzelnen Bereiche geführt und direkt den Tätigkeitsbereichen zugeordnet. Das Anlagevermögen verteilt sich zu einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 mit 314.938 Tsd. Euro größtenteils auf die Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen, wobei davon 42.355 Tsd. Euro den Verteilungsanlagen im Strombereich zuzuordnen sind.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem Schlüssel der Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens zugeordnet. Unfertige Leistungen wurden direkt zugeordnet.
Die Forderungen wurden weitestgehend direkt zugeordnet. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgte teilweise eine Schlüsselung nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse, in geringem Maße nach dem Schlüssel der Verwaltungskosten. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden in Teilen nach dem Ertragssteuerschlüssel umgelegt.
Bei der Verteilung des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten wurde der Verwaltungskostenschlüssel verwendet.
Das bilanzielle Eigenkapital wurde als Saldo aus allen Vermögenspositionen abzüglich der übrigen Kapitalpositionen ermittelt und den jeweiligen Aktivitäten zugeordnet. Aufgrund der seit 2014 angewendeten Ausschüttungsregelung der Pachtsparten an die Sparte Übrige Aktivitäten verändert sich der Eigenkapitalanteil der Pachtsparte Strom grundsätzlich kontinuierlich. Im Geschäftsjahr 2020 beträgt der Eigenkapitalanteil 23,93 Prozent.
Die Sonderposten zum Anlagevermögen sowie die empfangenen Ertragszuschüsse werden für die Aktivitäten getrennt geführt und sind somit eindeutig zurechenbar. 0,35 Prozent (i. Vj. 0,99 Prozent) entfallen hierbei auf die Pachtsparte Strom.
Die Rückstellungen wurden teilweise nach dem Verwaltungskostenschlüssel, teilweise nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse auf die Aktivitäten verrechnet. Mögliche zurechenbare Teile wurden den Aktivitäten direkt zugeordnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden ursprünglich direkt zugeordnet. Seither erfolgt jährlich eine Verteilung der Neuverschuldung sowie der Tilgungsleistungen nach dem Schlüssel der Entwicklung der Darlehensbestände basierend auf der Veränderung der jeweiligen Neuinvestitionen und Tilgungen sowie der Veränderung des Anlagevermögens.
Im Rahmen der Zuordnung der anderen Verbindlichkeiten konnten wesentliche Beträge direkt zugeordnet werden, im Übrigen wurden sachabhängig die Schlüssel für Verwaltungskosten und Außenumsatzerlöse zugrunde gelegt.
Im Zusammenhang mit der Aufteilung entstanden auch interne Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Aktivitäten, die in den Bilanzen eindeutig ausgewiesen sind.
4.3. Verwendung von Schlüsseln in der Gewinn- und Verlustrechnung
In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden lediglich die Position „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ sowie „Steuern von Einkommen und vom Ertrag“ mit Hilfe von Schlüsseln verteilt.
Die Umsatzerlöse, sonstigen betrieblichen Erträge sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten vollständig den getrennten Konten der Buchführung zugeordnet werden.
Die Abschreibungen wurden aus den getrennt geführten Anlagenspiegeln entnommen.
Die Zinsaufwendungen wurden entsprechend dem mittleren Darlehensbestand des Berichtsjahres, welcher seit Beginn der Aufstellung der Spartenbilanzen getrennt geführt wird, den einzelnen Aktivitäten zugeordnet.
Die angefallenen sonstigen Steuern wurden direkt zugeordnet.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden anteilig des jeweiligen positiven Vorsteuerergebnisses auf die Sparten verteilt.
III. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus begonnenen Investitionstätigkeiten bzw. Miet- und Leasingverträgen sind in Relation zu dem Sachanlagevermögen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für die Beurteilung der Finanz- bzw. Ertragslage in den Pachtsparten von untergeordneter Bedeutung.
Ludwigshafen am Rhein, 7. Mai 2021
Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand
Thomas Mösl, Technischer Vorstand
Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2020
für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung gemäß §6b Abs. 3 EnWG
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge |
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltliche erworbene Konzessionen und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 374.682,43 | 0,00 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 10.906.660,94 | 127.631,94 | -929,84 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 136.804.153,60 | 3.623.321,65 | -50.747,18 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.367.071,85 | 22.407,39 | -104,83 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 717.836,65 | 1.714.524,69 | -704,38 |
| 151.795.723,04 | 5.487.885,68 | -52.486,23 | |
| Gesamt | 152.170.405,47 | 5.487.885,68 | -52.486,23 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| in Euro | Umbuchungen | Umgliederungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltliche erworbene Konzessionen und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 0,00 | 0,00 | 374.682,43 |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0,00 | 0,00 | 11.033.363,04 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 148.438,13 | 0,00 | 140.525.166,20 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.606,85 | 0,00 | 3.393.981,26 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - 162.422,24 | 0,00 | 2.269.234,72 |
| -9.377,26 | 0,00 | 157.221.745,22 | |
| Gesamt | -9.377,26 | 0,00 | 157.596.427,65 |
| Abschreibungen (kumuliert) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltliche erworbene Konzessionen und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 353.194,86 | 7.716,38 | 0,00 | 0,00 | 360.911,24 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 6.953.431,26 | 159.206,79 | 0,00 | 0,00 | 7.112.638,05 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 99.536.729,18 | 2.489.585,18 | -49.524,23 | 0,00 | 101.976.790,12 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.329.469,05 | 9.892,39 | -104,83 | 0,00 | 3.339.256,60 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 109.819.629,48 | 2.658.684,35 | -49.629,06 | 0,00 | 112.428.684,78 | |
| Gesamt | 110.172.824,35 | 2.666.400,73 | -49.629,06 | 0,00 | 112.789.596,02 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| in Euro | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltliche erworbene Konzessionen und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 13.771,19 | 21.487,57 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 3.920.724,99 | 3.953.229,68 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 38.548.376,08 | 37.267.424,42 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 54.724,66 | 37.602,81 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 2.269.234,72 | 717.836,65 |
| 44.793.060,44 | 41.976.093,55 | |
| Gesamt | 44.806.831,63 | 41.997.581,12 |
Tätigkeitsabschluss und Anlagen gem. § 6 Abs. 3 Satz 7 EnWG für die Gasverteilung zum 31. Dezember 2020
Bilanz zum 31.12.2020
für den Tätigkeitsbereich Gasverteilung gemäß § 6b Abs. 3 EnWG
Aktiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 132,44 | 0 |
| II. Sachanlagen | 29.428.614,90 | 27.853.417,22 |
| 29.428.747,34 | 27.853.417,22 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 118.211,94 | 135.513,57 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,00 | 2.787,46 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 1.615.624,81 | 2.313.457,05 |
| 3. Forderungen gegen verbundene Unternehmensbereiche | 1.158.011,28 | 5.311.180,99 |
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 6.623,50 | 0,08 |
| 2.780.259,59 | 7.627.425,58 | |
| III. Guthaben bei Kreditinstituten | 1.160,54 | 1.367,33 |
| 2.899.632,07 | 7.764.306,47 | |
| 32.328.379,41 | 35.617.723,69 |
Passiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 11.086.643,57 | 11.086.643,57 |
| II. Kapitalrücklage | 7.300.916,44 | 7.300.916,44 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| Gesetzliche Rücklage | 1.108.664,36 | 1.108.664,36 |
| IV. Bilanzgewinn | 3.408.804,34 | 7.087.795,44 |
| 22.905.028,70 | 26.584.019,81 | |
| B. Sonderposten | ||
| 1. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen | 0,06 | 70.899,97 |
| 2. Empfangene Ertragszuschüsse | 20.099,97 | 63.299,97 |
| 20.100,03 | 134.199,94 | |
| C. Rückstellungen | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 95.375,23 | 126.228,05 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 29.744,76 | 13.298,10 |
| 125.119,99 | 139.526,15 | |
| D. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8.907.545,51 | 8.333.553,27 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 370.585,18 | 426.417,64 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 0.00 | 6,89 |
| 9.278.130,69 | 8.759.977,80 | |
| 32.328.379,41 | 35.617.723,69 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2020
für den Tätigkeitsbereich Gasverteilung gemäß §6b Abs. 3 EnWG
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Euro | Euro | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 5.334.250,36 | 5.304.785,79 |
| 2. sonstige betriebliche Erträge | 227.543,73 | 791.607,87 |
| 5.561.794,09 | 6.096.393,66 | |
| 3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -1.739.556,81 | -1.727.452,03 |
| 4. sonstige betriebliche Aufwendungen | -240.569,85 | -234.318,39 |
| -1.980.126,66 | -1.961.770,42 | |
| 5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -167.897,91 | -136.783,78 |
| 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1.239,71 | -141.943,64 |
| 7. Ergebnis nach Steuern | 3.412.529,80 | 3.855.895,82 |
| 8. sonstige Steuern | -3.725,46 | -3.566,37 |
| 9. Jahresüberschuss | 3.408.804,34 | 3.852.329,45 |
| 10. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 3.852.329,45 | 3.125.766,65 |
| 11. Ausschüttungen | -3.852.329,45 | -3.125.766,65 |
| 12. Einstellung in die gesetzliche Rücklage | 0,00 | 0,00 |
| 13. Bilanzgewinn | 3.408.804,34 | 3.852.329,45 |
Erläuterungsteil für das Geschäftsjahr 2020 für den Tätigkeitsbereich Gasverteilung gemäß § 6b Abs. 3 EnWG
I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen
Die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Gasverteilung wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Satzung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert. Von der Möglichkeit, Berichtspflichten im Anhang statt in den Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen zu erfüllen, haben wir weitgehend Gebrauch gemacht.
Im Jahr 2007 wurde die TWL Netze Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend TWL Netze genannt - (bis 3. April 2019: KNS - Kommunale Netzgesellschaft Südwest mit beschränkter Haftung) - gegründet. Am 1. Juli 2007 hat die TWL Netze den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist das Strom- bzw. Gasversorgungsnetz der Technische Werke Ludwigshafen am Rhein Aktiengesellschaft, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend TWL AG genannt - gemäß Vertrag vom 30. April 2007 an die TWL Netze verpachtet.
In der Aktivitätenbilanz wird seitdem statt Netzbetrieb Strom bzw. Netzbetrieb Gas die entsprechende Pachtsparte abgebildet. Die Tätigkeit des Vertriebs wird weiterhin unter übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitäts-/Gassektors dargestellt. Alle anderen Tätigkeiten werden in der Rubrik übrige Aktivitäten ausgewiesen.
Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz ebenfalls an dieser Stelle gemacht. Die Aufgliederung und Entwicklung des in der Bilanz dargestellten Anlagevermögens zeigt der als Anlage zum Anhang enthaltene Anlagespiegel.
II. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung
1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Anhang der TWL AG.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
2.1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im beigefügten Anlagespiegel dargestellt.
Im Anlagevermögen wurde die Querverbundleitwarte anteilig der Tätigkeit Gasverteilung zugeordnet. Diese war im vergangenen Geschäftsjahr dem Tätigkeitsbereich noch nicht zugeordnet. Dies wurde in laufender Rechnung korrigiert.
Das Gesamtvolumen der Investitionen betrug im laufenden Geschäftsjahr 42.257 Tsd. Euro (i. Vj. 25.684 Tsd. Euro). Auf den Bereich Pacht Gas entfallen davon 1.997 Tsd. Euro (i. Vj. 1.747 Tsd. Euro).
2.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Im Bereich der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind in der Sparte Pacht Gas, wie im Vorjahr, keine Beträge mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten.
2.3. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der TWL AG besteht aus 10.000 Aktien zu ursprünglich je 10.000,00 DM oder umgerechnet je 5.112,92 Euro, die auf den Namen der Stadt Ludwigshafen am Rhein lauten. Die ursprüngliche Verteilung des Eigenkapitals auf die einzelnen Aktivitäten wurde seither konstant beibehalten. Die Veränderung des Eigenkapitals erfolgte lediglich durch die in der jeweiligen Sparte erzielten Jahresergebnisse.
Seit dem Berichtsjahr 2014 wird jährlich eine Ausschüttung der bis zum 31. Dezember des Vorjahres aufgelaufenen Bilanzgewinne der Pachtsparten Strom und Gas vorgenommen. Aufgrund interner Beschlüsse erfolgt die Ausschüttung des aufgelaufenen Gewinnvortrags aus der Pachtsparte Gas an die Sparte Übrige Aktivitäten.
Im Jahr 2016 wurde daneben einmalig aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres ein Betrag in Höhe von 5.113 Tsd. Euro in die gesetzliche Rücklage nach § 150 AktG eingestellt. Auf die Sparte Pacht Gas entfielen hierbei 1.109 Tsd. Euro.
2.4. Empfangene Ertragszuschüsse
Die ab 1. Januar 2003 zugegangenen Baukostenzuschüsse werden aktivisch von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Anlagengüter abgesetzt. Die bis 31. Dezember 2002 vereinnahmten Baukostenzuschüsse sind passiviert und werden jährlich mit 5,0 v. H. zu Gunsten der Umsatzerlöse aufgelöst.
2.5. Rückstellungen
Die Rückstellungen der Pachtsparte Gas beinhalten neben Steuerrückstellungen, vornehmlich sonstige Rückstellungen und Rückstellungen im Rahmen der Abschlusserstellung.
2.6. Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten Pacht Gas ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
| davon mit einer Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag 31.12.2020 | bis zu einem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon von über fünf Jahren | Gesamtbetrag 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 8.908 | 1.962 | 6.946 | 4.788 | 8.334 |
| (Vorjahr) | (8.334) | (1.392) | (6.942) | (6.372) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 371 | 371 | 0 | 0 | 426 |
| (Vorjahr) | (426) | (426) | (0) | (0) | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| (Vorjahr) | (0) | (0) | (0) | (0) | |
| Gesamt | 9.278 | 2.333 | 6.946 | 4.788 | 8.760 |
| (Vorjahr) | (8.760) | (1.818) | (6.942) | (6.372) |
3. Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
3.1. Umsatzerlöse
In den Umsatzerlösen sind Auflösungen aus vereinnahmten Baukostenzuschüssen vor dem 1. Januar 2003 in Höhe von 116 Tsd. Euro enthalten (i. Vj. 230 Tsd. Euro). Davon betreffen 43 Tsd. Euro die Pachtsparte Gas (i. Vj. 88 Tsd. Euro).
Im Wesentlichen beinhalten die Umsatzerlöse der Pachtsparten die Pachtentgelte in Höhe von 11.069 Tsd. Euro (i. Vj. 10.444 Tsd. Euro). Der Anteil der Pachtsparte Gas beläuft sich hierbei auf 5.289 Tsd. Euro (i. Vj. 5.240 Tsd. Euro). Entgegen der Vorjahre wurde die Weiterleitung der Auflösungsbeträge der vor 2003 vereinnahmten Baukostenzuschüsse an TWL Netze unterlassen (siehe hierzu sonstige betriebliche Aufwendungen) was sich gleichermaßen in den äquivalent verminderten Pachtentgelten widerspiegelt.
3.2. Sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen, in Summe 21.959 Tsd. Euro, sind im Wesentlichen Erträge aus der Erstattung der Konzessionsabgabe durch die TWL Netze in Höhe von gesamt 6.695 Tsd. Euro (i. Vj. 6.244 Tsd. Euro), davon Pacht Gas 223 Tsd. Euro (i. Vj. 792 Tsd. Euro) enthalten.
3.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Pachtsparten sind die Konzessionsabgaben Strom und Gas in Höhe von 5.640 Tsd. Euro (i. Vj. 5.788 Tsd. Euro) enthalten, dabei entfallen 231 Tsd. Euro (i. Vj. 218 Tsd. Euro) auf die Pachtsparte Gas.
Entgegen der Vorjahre unterbleibt zukünftig die Abführung vereinnahmter Baukostenzuschüsse an die TWL Netze aus regulatorischen Gründen.
Daneben sind Aufwendungen aus Anlagenabgängen in Höhe von 2 Tsd. Euro enthalten (i. Vj. 11 Tsd. Euro).
3.4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Zinsaufwand für Darlehen betrug bei TWL AG insgesamt 4.676 Tsd. Euro (i. Vj. 3.702 Tsd. Euro). Der Anteil der auf die Pachtsparte Gas entfällt, beläuft sich auf 168 Tsd. Euro (i. Vj. 137 Tsd. Euro).
3.5. Sonstige Steuern
Die sonstigen Steuern der Pachtsparten bestehen, wie im Vorjahr, ausnahmslos aus Grundsteuern.
4. Angaben über die Zuordnungsregeln gemäß § 6b Abs. 3 Satz 7 EnWG
4.1. Führung von Konten
In der internen unternehmensweiten Rechnungslegung führen wir getrennte Konten für die Tätigkeiten in den Bereichen Pacht Strom, übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitätssektors, Pacht Gas, übrige Aktivitäten innerhalb des Gassektors, Messstellenbetrieb und für übrige Aktivitäten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors.
Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Pacht Gas wurden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge soweit wie möglich direkt zugeordnet.
Soweit eine direkte Zuordnung von Konten zu den einzelnen Tätigkeiten nicht möglich war oder mit unvertretbarem Aufwand möglich gewesen wäre, erfolgte die Zuordnung über Schlüssel. Dabei wurden folgende Schlüssel verwendet: Außenumsatzerlöse, Verwaltungskosten, Entwicklung der Darlehensbestände, Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens sowie Ertragssteuern.
4.2. Verwendung von Schlüsseln in der Bilanz
In der Bilanz wurden insbesondere folgende Positionen mit Hilfe von Schlüsseln verteilt:
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten betreffend die Aktivseite.
Rückstellungen (darin Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen), Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten auf der Passivseite.
Das Anlagevermögen wurde getrennt für die einzelnen Bereiche geführt und direkt den Tätigkeitsbereichen zugeordnet. Das Anlagevermögen verteilt sich zu einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 mit 314.938 Tsd. Euro größtenteils auf die Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen, wobei davon 27.996 Tsd. Euro dem Gasbereich zuzuordnen sind.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem Schlüssel der Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens zugeordnet. Unfertige Leistungen wurden direkt zugeordnet.
Die Forderungen wurden weitestgehend direkt zugeordnet. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgte teilweise eine Schlüsselung nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse, in geringem Maße auch nach dem Schlüssel der Verwaltungskosten. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden in Teilen nach dem Ertragssteuerschlüssel umgelegt.
Bei der Verteilung des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten wurde der Verwaltungskostenschlüssel verwendet.
Das bilanzielle Eigenkapital wurde als Saldo aus allen Vermögenspositionen abzüglich der übrigen Kapitalpositionen ermittelt und den jeweiligen Aktivitäten zugeordnet. Aufgrund der seit 2014 angewendeten Ausschüttungsregelung der Pachtsparten an die Sparte Übrige Aktivitäten verändert sich der Eigenkapitalanteil der Pachtsparte Gas grundsätzlich kontinuierlich. Im Geschäftsjahr 2020 beträgt der Eigenkapitalanteil 20,49 Prozent.
Die Sonderposten zum Anlagevermögen sowie die empfangenen Ertragszuschüsse werden für die Aktivitäten getrennt geführt und sind somit eindeutig zurechenbar. 0,49 Prozent (i. Vj. 3,04 Prozent) entfallen hierbei auf die Pachtsparte Gas.
Die Rückstellungen wurden teilweise nach dem Verwaltungskostenschlüssel, teilweise nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse auf die Aktivitäten verrechnet. Mögliche zurechenbare Teile wurden den Aktivitäten direkt zugeordnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden ursprünglich direkt zugeordnet. Seither erfolgt jährlich eine Verteilung der Neuverschuldung sowie der Tilgungsleistungen nach dem Schlüssel der Entwicklung der Darlehensbestände basierend auf der Veränderung der jeweiligen Neuinvestitionen und Tilgungen sowie der Veränderung des Anlagevermögens.
Im Rahmen der Zuordnung der anderen Verbindlichkeiten konnten wesentliche Beträge direkt zugeordnet werden, im Übrigen wurden sachabhängig die Schlüssel für Verwaltungskosten und Außenumsatzerlöse zugrunde gelegt.
Im Zusammenhang mit der Aufteilung entstanden auch interne Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Aktivitäten, die in den Bilanzen eindeutig ausgewiesen sind.
4.3. Verwendung von Schlüsseln in der Gewinn- und Verlustrechnung
In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden lediglich die Positionen „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ sowie „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ mit Hilfe von Schlüsseln verteilt.
Die Umsatzerlöse, sonstigen betrieblichen Erträge sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten vollständig den getrennten Konten der Buchführung zugeordnet werden.
Die Abschreibungen wurden aus den getrennt geführten Anlagenspiegeln entnommen.
Die Zinsaufwendungen wurden entsprechend dem mittleren Darlehensbestand des Berichtsjahres, welche seit Beginn der Aufstellung der Spartenbilanzen getrennt geführt werden, den einzelnen Aktivitäten zugeordnet.
Die angefallenen sonstigen Steuern wurden direkt zugeordnet.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden anteilig des jeweiligen positiven Vorsteuerergebnisses auf die Sparten verteilt.
III. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus begonnenen Investitionstätigkeiten bzw. Miet- und Leasingverträgen sind in Relation zu dem Sachanlagevermögen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für die Beurteilung der Finanz- bzw. Ertragslage in den Pachtsparten von untergeordneter Bedeutung.
Ludwigshafen am Rhein, 7. Mai 2021
Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand
Thomas Mösl, Technischer Vorstand
Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2020
für den Tätigkeitsbereich Gasverteilung gemäß §6b Abs. 3 EnWG
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge |
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 50.095,69 | 0,00 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.832.588,19 | 196.666,35 | -3.618,13 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 113.714.267,00 | 1.338.796,34 | -37.558,52 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 111.540,54 | 11.275,98 | 0,00 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 218.472,68 | 450.681,91 | -151,47 |
| Gesamt | 115.876.868,41 | 1.997.420,57 | -41.328,12 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| in Euro | Umbuchungen | Umgliederungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 0,00 | 0,00 | 50.095,69 |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0,00 | 0,00 | 2.025.636,41 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 73.082,79 | 0,00 | 115.088.587,61 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.318,28 | 0,00 | 125.134,80 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | -62.111,68 | 0,00 | 606.891,44 |
| Gesamt | 13.289,40 | 0,00 | 117.896.345,96 |
| Abschreibungen (kumuliert) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 49.698,36 | 264,89 | 0,00 | 0,00 | 49.963,25 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.182.302,43 | 33.444,21 | 0,00 | 0,00 | 1.215.746,64 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 85.424.788,21 | 1.702.607,25 | -35.262,12 | 0,00 | 87.092.133,34 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 106.514,92 | 3.240,46 | 0,00 | 0,00 | 109.755,39 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Gesamt | 86.763.303,92 | 1.739.556,81 | -35.262,12 | 0,00 | 88.467.598,62 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| in Euro | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 132,44 | 397,33 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 809.889,77 | 650.285,76 |
| 2. Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 27.996.454,27 | 28.289.478,79 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 15.379,42 | 5.025,62 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 606.891,44 | 218.472,68 |
| Gesamt | 29.428.747,34 | 29.163.660,18 |
Tätigkeitsabschluss und Anlagen gem. § 6b Abs. 3 Satz 7 EnWG für den intelligenten Messstellenbetrieb Strom zum 31. Dezember 2020
Bilanz zum 31.12.2020
für den Tätigkeitsbereich iMSB Strom §6b Abs. 3 EnWG
Aktiva
| 31.12.2020 | |
|---|---|
| Euro | |
| --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |
| Sachanlagen | 804.332,00 |
| B. Umlaufvermögen | |
| I. Vorräte | |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1.006,77 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmensbereiche | 65.087,21 |
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 951,28 |
| 66.038,50 | |
| II. Guthaben bei Kreditinstituten | 4,40 |
| 67.049,67 | |
| 871.381,67 |
Passiva
| 31.12.2020 | |
|---|---|
| Euro | |
| --- | --- |
| A. Eigenkapital | |
| I. Gezeichnetes Kapital | 0,00 |
| II. Jahresüberschuss | 822.425,80 |
| 822.425,80 | |
| B. Rückstellungen | |
| 1. Steuerrückstellungen | 13.698,06 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 112,81 |
| 13.810,87 | |
| C. Verbindlichkeiten | |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 21.576,44 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.405,50 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 12.163,07 |
| 35.145,00 | |
| 871.381,67 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2020
für den Tätigkeitsbereich iMSB Strom gemäß §6b Abs. 3 EnWG in Verbindung mit §3 Abs.4 MsbG
| 2020 | |
|---|---|
| Euro | |
| --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 1.314.811,76 |
| 1.314.811,76 | |
| 2. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -124.127,40 |
| 3. sonstige betriebliche Aufwendungen | -366.404,97 |
| -490.532,37 | |
| 4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -1.452,90 |
| 5. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -286,91 |
| 6. Ergebnis nach Steuern | 822.539,58 |
| 7. sonstige Steuern | -113,78 |
| 8. Jahresüberschuss | 822.425,80 |
Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2020
für den Tätigkeitsbereich Smart Meter gemäß §6b Abs. 3 EnWG
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Sachanlagen | |||||
| Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 834.125,42 | 206.858,40 | 0,00 | + 0,00 | 1.040.983,82 |
| Gesamt | 834.125,42 | 206.858,40 | 0,00 | 0,00 | 1.040.983,82 |
| Abschreibungen (kumuliert) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Euro | 01.01.2020 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 31.12.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Sachanlagen | |||||
| Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 112.524,42 | 124.127,40 | 0,00 | 0,00 | 236.651,82 |
| Gesamt | 112.524,42 | 124.127,40 | 0,00 | 0,00 | 236.651,82 |
| Buchwerte | |
|---|---|
| in Euro | 31.12.2020 |
| --- | --- |
| Sachanlagen | |
| Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen | 804.332,00 |
| Gesamt | 804.332,00 |
Erläuterungsteil für das Geschäftsjahr 2020 für den Tätigkeitsbereich Intelligente Messsysteme Strom gemäß §6b Abs. 3 EnWG in Verbindung mit §3 Abs. 4 MsbG
I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen
Die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Intelligente Messsysteme Strom (iMSB Strom), wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Satzung aufgestellt. Die Sparte Intelligente Messsysteme beinhaltet moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme inklusive der dazugehörigen Systeme Die Ausgliederung dieser Sparte wird erstmalig im Jahresabschluss 2018 durchgeführt. Aus diesem Grund gibt es keine Vorjahreswerte.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert. Von der Möglichkeit, Berichtspflichten im Anhang statt in den Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen zu erfüllen, haben wir weitgehend Gebrauch gemacht.
Im Jahr 2007 wurde die KNS - Kommunale Netzgesellschaft Südwest mit beschränkter Haftung, Ludwigshafen am Rhein - nachfolgend KNS genannt - gegründet. Am 1. Juli 2007 hat die KNS den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist das Strom- bzw. Gasversorgungsnetz der Technischen Werke Ludwigshafen am Rhein Aktiengesellschaft - nachfolgend TWL AG genannt - gemäß Vertrag vom 30. April 2007 an die KNS verpachtet. In der Aktivitätenbilanz wird seitdem statt Netzbetrieb Strom bzw. Netzbetrieb Gas die entsprechende Pachtsparte abgebildet. Die Tätigkeit des Vertriebs wird weiterhin unter übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitäts-/Gassektors dargestellt. Alle anderen Tätigkeiten werden in der Rubrik übrige Aktivitäten ausgewiesen.
Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz ebenfalls an dieser Stelle gemacht. Die Aufgliederung und Entwicklung des in der Bilanz dargestellten Anlagevermögens zeigt der als Anlage zum Anhang enthaltene Anlagespiegel.
II. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung
1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Anhang der TWL AG.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
2.1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im beigefügten Anlagespiegel dargestellt.
Das Gesamtvolumen der Investitionen betrug im laufenden Geschäftsjahr 42.257 Tsd. Euro. Auf den Bereich Pacht iMSB Strom entfallen davon 207 Tsd. Euro.
2.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Im Bereich der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind in der Sparte iMSB Strom keine Beträge mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten.
2.3. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der TWL AG besteht aus 10.000 Aktien zu ursprünglich je 10.000,00 DM oder umgerechnet je 5.112,92 Euro, die auf den Namen der Stadt Ludwigshafen am Rhein lauten. Die ursprüngliche Verteilung des Eigenkapitals auf die einzelnen Aktivitäten wurde seither konstant beibehalten. Die Veränderung des Eigenkapitals erfolgte lediglich durch die in der jeweiligen Sparte erzielten Jahresergebnisse. Für die Sparte iMSB Strom fand keine initiale Verteilung des Eigenkapital statt. Der Jahresüberschuss wird analog zu den anderen Sparten fortgeschrieben und im Bilanzgewinn dargestellt.
Seit dem Berichtsjahr 2014 wird jährlich eine Ausschüttung der bis zum 31. Dezember des Vorjahres aufgelaufenen Bilanzgewinne der Pachtsparten Strom und Gas vorgenommen. Dieses Verfahren wird für Sparte iMSB Strom analog übernommen. Aufgrund interner Beschlüsse erfolgt die Ausschüttung des aufgelaufenen Gewinnvortrags aus der Sparte iMSB Strom an die Sparte übrige Aktivitäten.
Im Jahr 2016 wurde daneben einmalig aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres ein Betrag in Höhe von 5.113 Tsd. Euro in die gesetzliche Rücklage nach § 150 AktG eingestellt. Auf die Sparte Pacht iMSB entfallen hierbei 0 Tsd. Euro.
2.4. Empfangene Ertragszuschüsse
Die ab 1.Januar 2003 zugegangenen Baukostenzuschüsse werden aktivisch von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Anlagengüter abgesetzt. Die bis 31. Dezember 2002 vereinnahmten Baukostenzuschüsse sind passiviert und werden jährlich mit 5,0 v. H. zu Gunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Für die Sparte iMSB Strom sind im Berichtszeitraum keine Baukostenzuschüsse zuzuordnen.
2.5. Rückstellungen
Die Rückstellungen der Pachtsparte iMSB Strom beinhalten neben Steuerrückstellungen, vornehmlich Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.
2.6. Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten Pacht iMSB Strom ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
| davon mit einer Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag 31.12.2020 | bis zu einem Jahr | zwischen einem und fünf Jahren | von über fünf Jahren | Gesamtbetrag 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | Tsd. Euro | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 22 | 5 | 17 | 12 | 0 |
| (Vorjahr) | (0) | (0) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| (Vorjahr) | (0) | (0) | (0) | (0) | |
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen | 12 (0) | 12 (0) | 0 (0) | 0 (0) | 0 |
| (Vorjahr) | |||||
| Gesamt | 35 | 18 | 17 | 12 | 0 |
| (Vorjahr) | (0) | (0) | (0) | (0) |
3. Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
3.1. Umsatzerlöse
In den Umsatzerlösen sind Auflösungen aus vereinnahmten Baukostenzuschüssen vor dem 1. Januar 2003 in Höhe von 116 Tsd. Euro enthalten. Davon betreffen 0 Tsd. Euro die Sparte iMSB Strom.
Im Wesentlichen beinhalten die Umsatzerlöse der Pachtsparten die Pachtentgelte in Höhe von 10.275 Tsd. Euro. Der Anteil aus der Sparte iMSB Strom beläuft sich hierbei auf 145 Tsd. Euro.
3.2. Sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen, in Summe 21.959 Tsd. Euro, sind im Wesentlichen Erträge aus der Erstattung der Konzessionsabgabe durch die TWL Netze in Höhe von gesamt 6.695 Tsd. Euro, davon entfallen auf iMSB Strom 0 Tsd. Euro.
3.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Pachtsparten sind die Konzessionsabgaben Strom und Gas in Höhe von 5.640 Tsd. Euro enthalten, dabei entfallen 0 Tsd. Euro auf die Sparte iMSB Strom.
Daneben sind Aufwendungen aus Anlagenabgängen von 0 Tsd. Euro enthalten.
3.5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Zinsaufwand für Darlehen betrug bei TWL AG insgesamt 4.676 Tsd. Euro. Der Anteil, der auf die Sparte iMSB Strom entfällt, beläuft sich auf 1,5 Tsd. Euro.
3.6. Sonstige Steuern
Die sonstigen Steuern der Pachtsparten bestehen, wie im Vorjahr, ausnahmslos aus Grundsteuern.
4. Angaben über die Zuordnungsregeln gemäß §6 b Abs. 3 Satz 7 EnWG
4.1. Führung von Konten
In der internen unternehmensweiten Rechnungslegung führen wir getrennte Konten für die Tätigkeiten in den Bereichen Pacht Strom, übrige Aktivitäten innerhalb des Elektrizitätssektors sowie iMSB Strom, Pacht Gas, übrige Aktivitäten innerhalb des Gassektors und für übrigen Aktivitäten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors.
Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung für den Tätigkeitsbereich Pacht Strom wurden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge soweit wie möglich direkt zugeordnet.
Soweit eine direkte Zuordnung von Konten zu den einzelnen Tätigkeiten nicht möglich war oder mit unvertretbarem Aufwand möglich gewesen wäre, erfolgte die Zuordnung über Schlüssel. Dabei wurden folgende Schlüssel verwendet: Außenumsatzerlöse, Verwaltungskosten, Entwicklung der Darlehensbestände, Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens sowie Ertragssteuern.
4.2. Verwendung von Schlüsseln in der Bilanz
In der Bilanz wurden insbesondere folgende Positionen mit Hilfe von Schlüsseln verteilt:
Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten betreffend die Aktivseite.
Rückstellungen (darin Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen), Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten auf der Passivseite.
Das Anlagevermögen wurde getrennt für die einzelnen Bereiche geführt und direkt den Tätigkeitsbereichen zugeordnet. Das Anlagevermögen verteilt sich zu einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 mit 314.938 Tsd. Euro größtenteils auf die Erzeugungs-, Gewinnungs-, Bezugs- und Verteilungsanlagen, wobei davon 804 Tsd. Euro den Verteilungsanlagen im Bereich iMSB Strom zuzuordnen sind.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem Schlüssel der Anschaffungs- und Herstellkosten des Anlagevermögens zugeordnet. Unfertige Leistungen wurden direkt zugeordnet.
Die Forderungen wurden weitestgehend direkt zugeordnet. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgte teilweise eine Schlüsselung nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse, in geringem Maße nach dem Schlüssel der Verwaltungskosten. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden in Teilen nach dem Ertragssteuerschlüssel umgelegt.
Bei der Verteilung des Kassenbestands und der Guthaben bei Kreditinstituten wurde der Verwaltungskostenschlüssel verwendet.
Das bilanzielle Eigenkapital wurde als Saldo aus allen Vermögenspositionen abzüglich der übrigen Kapitalpositionen ermittelt und den jeweiligen Aktivitäten zugeordnet. Aufgrund der seit 2014 angewendeten Ausschüttungsregelung der Pachtsparten an die Sparte Übrige Aktivitäten resultiert erstmalig ein Eigenkapital der Sparte iMSB Strom in Höhe des Jahresüberschusses aus dem Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 822 Tsd. Euro.
Die Sonderposten zum Anlagevermögen sowie die empfangenen Ertragszuschüsse werden für die Aktivitäten getrennt geführt und sind somit eindeutig zurechenbar. 0,00 Prozent entfallen hierbei auf die Sparte iMSB.
Die Rückstellungen wurden teilweise nach dem Verwaltungskostenschlüssel, teilweise nach dem Schlüssel für Außenumsatzerlöse auf die Aktivitäten verrechnet. Mögliche zurechenbare Teile wurden den Aktivitäten direkt zugeordnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden ursprünglich direkt zugeordnet. Seither erfolgt jährlich eine Verteilung der Neuverschuldung sowie der Tilgungsleistungen nach dem Schlüssel der Entwicklung der Darlehensbestände basierend auf der Veränderung der jeweiligen Neuinvestitionen und Tilgungen sowie der Veränderung des Anlagevermögens.
Im Rahmen der Zuordnung der anderen Verbindlichkeiten konnten wesentliche Beträge direkt zugeordnet werden, im Übrigen wurden sachabhängig die Schlüssel für Verwaltungskosten und Außenumsatzerlöse zugrunde gelegt.
Im Zusammenhang mit der Aufteilung entstanden auch interne Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Aktivitäten, die in den Bilanzen eindeutig ausgewiesen sind.
4.3. Verwendung von Schlüsseln in der Gewinn- und Verlustrechnung
In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden lediglich die Position „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ sowie „Steuern von Einkommen und vom Ertrag“ mit Hilfe von Schlüsseln verteilt.
Die Umsatzerlöse, sonstigen betrieblichen Erträge sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten vollständig den getrennten Konten der Buchführung zugeordnet werden.
Die Abschreibungen wurden aus den getrennt geführten Anlagenspiegeln entnommen.
Die Zinsaufwendungen wurden entsprechend dem mittleren Darlehensbestand des Berichtsjahres, welcher seit Beginn der Aufstellung der Spartenbilanzen getrennt geführt wird, den einzelnen Aktivitäten zugeordnet.
Die angefallenen sonstigen Steuern wurden direkt zugeordnet.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden anteilig des jeweiligen positiven Vorsteuerergebnisses auf die Sparten verteilt.
III. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus begonnenen Investitionstätigkeiten bzw. Miet- und Leasingverträgen sind in Relation zu dem Sachanlagevermögen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für die Beurteilung der Finanz- bzw. Ertragslage in den Pachtsparten von untergeordneter Bedeutung.
Wir verweisen außerdem auf die Ausführungen im Anhang der TWL AG.
Ludwigshafen am Rhein, 7. Mai 2021
Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand
Thomas Mösl, Technischer Vorstand
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Technische Werke Ludwigshafen am Rhein AG, Ludwigshafen am Rhein
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Technische Werke Ludwigshafen am Rhein AG, Ludwigshafen am Rhein, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Technische Werke Ludwigshafen am Rhein AG für das Geschäftsjahr vom 1.Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet füllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f. Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| • | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| • | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
SONSTIGE GESETZLICHE UND RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DER EINHALTUNG DER RECHNUNGSLEGUNGSPFLICHTEN NACH § 6b ABS. 3 ENWG UND § 3 ABS. 4 SATZ 2 MSBG
Prüfungsurteile
Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung, Gasverteilung und Messstellenbetrieb nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG sowie § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.
Nach unserer Beurteilung
| • | wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. |
| • | aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG. |
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.
Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt „Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Pflichten der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
| • | ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und |
| • | ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG und des § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG entsprechen. |
Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG beinhaltet.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG und § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sowie nach § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.
Stuttgart, 7. Mai 2021
BBH AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Jürgen Tschiesche, Wirtschaftsprüfer
Stefan Mackenrodt, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2020
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Geschäftsjahr 2020 war geprägt durch die Folgen der Corona-Pandemie, den Hackerangriff und dem damit verbundenen Datenschutzvorfall sowie dem Wiederaufbau der IT. Der Aufsichtsrat hat sich daneben intensiv mit der weiteren Umsetzung des Projektes Technik 3.0 (zukünftige Netzorganisation) und dem bestehenden Beteiligungsportfolio des Unternehmens beschäftigt. Neben dem Wechsel der Geschäftsführung bei der TWL Energie Deutschland GmbH und der damit verbundenen Neuausrichtung, war die Investorensuche bei der Solandeo GmbH ein bedeutsamer Vorgang.
Die Vorstände Dieter Feid und Thomas Mösl haben den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend in mündlicher oder schriftlicher Form über wesentliche Fragen der Geschäftsführung sowie über bedeutsame Geschäftsvorgänge und die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage informiert.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat trat im Jahr 2020 zu vier ordentlichen Sitzungen und einer außerordentlichen Sitzung zusammen und fasste zusätzlich drei Beschlüsse im schriftlichen Verfahren. Gegenstand der Sitzungen waren unter anderem die Satzungsänderung der TWL AG hinsichtlich des Zustimmungserfordernisses des Aufsichtsrats zu Beschlüssen über die Bestellung und Abberufung von hauptamtlichen Geschäftsführern in 100%igen Tochtergesellschaften, die Gründung und Beteiligung an der Kommunale Dienstleistungsgesellschaft Ludwigshafen mbH und der wärme, netz, werk Rhein-Neckar GmbH, sowie die Rechtsstreitigkeiten gegen die ehemaligen Vorstände der TWL AG. Weitere Themen waren die finanziellen Herausforderungen bedingt durch die Corona Pandemie, die Umbaumaßnahmen des Innovationszentrums „Freischwimmer“ im ehemaligen Hallenbad Nord und die damit verbundene rechtliche Aufarbeitung, sowie die Bewältigung der Abrechnungsproblematik bei der Vertriebstochter Ensys GmbH und der TWL AG.
Jahresabschluss der TWL AG und Konzernabschluss
Der Jahresabschluss der TWL AG und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Jahresergebnisses wurden vom Aufsichtsrat geprüft. Es bestanden keine Einwände. Dem Lagebericht, insbesondere den Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung, wurde zugestimmt. Den Bericht des Abschlussprüfers, das Prüfungsergebnis und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen und keine Einwendungen erhoben.
Der Jahresabschluss der TWL AG sowie der Konzernabschluss wurden gebilligt. Der Jahresabschluss der TWL AG zum 31. Dezember 2020 ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns in der TWL AG zugestimmt.
Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG
Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2020 einen Bericht gemäß § 312 Aktiengesetz über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (»Abhängigkeitsbericht«) erstellt, wonach die TWL AG bei jedem im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und durch die im Bericht angegebenen getroffenen Maßnahmen nicht benachteiligt wurde. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr und das respektable Jahresergebnis, das trotz aller Herausforderungen erzielt werden konnte.
Ludwigshafen am Rhein, im Juni 2021
Der Aufsichtsrat
Jutta Steinruck, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Vorsitzende des Aufsichtsrates der TWL AG