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Roche Holding AG Interim / Quarterly Report 2011

Aug 7, 2012

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Interim / Quarterly Report

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Publication

Roche Pharma AG

Grenzach-Wyhlen

Jahresabschluss zum 31.12.2011

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

in Tausend Euro Anhang 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
A. Anlagevermögen
I. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände [1] 84 77 7 9%
II. Sachanlagen [2] 38.271 24.978 13.293 53%
III. Finanzanlagen [3] 200.083 200.150 -67 0%
238.438 225.205 13.233 6%
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte [4] 175.722 209.133 -33.411 -16%
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [5] 56.106 43.950 12.156 28%
III. Kassenbestand 12 6 6 100%
231.840 253.089 -21.249 -8%
C. Rechnungsabgrenzungsposten [6] 0 126 -126 -100%
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung [7] 1.259 832 427 51%
471.537 479.252 -7.715 -2%
Passiva
in Tausend Euro Anhang 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital [8] 61.355 61.355 0 0%
II. Kapitalrücklage 9.524 9.524 0 0%
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 3.911 3.911 0 0%
74.790 74.790 0 0%
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen [9] 166.305 156.852 9.453 6%
2. Sonstige Rückstellungen [10] 102.372 77.849 24.523 32%
268.677 234.701 33.976 14%
D. Verbindlichkeiten [11]
1. Erhaltene Anzahlungen aus Bestellungen 0 2.772 -2.772 -100%
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.568 20.428 4.140 20%
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen [2] 85.649 128.065 -42.416 -33%
4. Sonstige Verbindlichkeiten [3] 17.853 18.496 -643 -3%
128.070 169.761 -41.691 -25%
471.537 479.252 -7.715 -2%

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

in Tausend Euro Anhang 2011 2010 Veränderung
1. Umsatzerlöse [14] 1.383.803 1.437.564 -53.761 -4%
2. Sonstige betriebliche Erträge [15] 4.064 6.363 -2.299 -36%
3. Materialaufwand [16] -1.054.472 -1.103.636 49.164 -4%
4. Personalaufwand [17] -118.434 -114.616 -3.818 3%
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.313 -1.469 -844 57%
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen [18] -154.826 -160.558 5.732 -4%
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens [19] 3.230 2.294 936 41%
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge [20] 408 1.027 -619 -60%
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen [21] -11.409 -11.356 -53 0%
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 50.051 55.613 -5.562 -10%
11. Außerordentliche Erträge 0 47 -47 -100%
12. Außerordentliche Aufwendungen -3.865 -4.830 965 -20%
13. Außerordentliches Ergebnis [22] -3.865 -4.783 918 -19%
14. Sonstige Steuern -83 -45 -38 84%
15. Auf Grund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne -46.103 -50.785 4.682 -9%
16. Jahresüberschuss 0 0 0 0%

Anhang für das Geschäftsjahr 2011

Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Whylen, wurde nach den Regelungen der §§ 264 ff. HGB unter Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB und den ergänzenden Paragraphen des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen, wurden verschiedene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang numerisch gekennzeichnet und detailliert beschrieben.

Blanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.

in Tausend Euro Anwendersoftware
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2011 2.669
Zugänge 47
Abgänge 0
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2011 2.716
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2011 2.592
Abschreibungen des Geschäftsjahres 40
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2011 2.632
Restbuchwerte zum 31.12.2011 84
Restbuchwerte zum 31.12.2010 77

[2] Sachanlagen

Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 3 bis 50 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro sind im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen für vor dem Jahr 2010 angeschaffte Sachanlagen wurden im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten festgelegt. Diese zum Anschaffungszeitpunkt geltenden Abschreibungsregelungen werden über die gesamte Nutzungsdauer weitergeführt.

in Tausend Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2011 28.347 6.301 9.817 17.787 62.252
Zugänge 12.370 1.669 368 1.159 15.566
Abgänge 0 0 0 0 0
Umbuchungen 17.027 683 0 -17.710 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2011 57.744 8.653 10.185 1.236 77.818
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2011 24.790 4.790 7.694 0 37.274
Abschreibungen des Geschäftsjahres 1.399 222 652 0 2.273
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2011 26.189 5.012 8.346 0 39.547
Restbuchwerte zum 31.12.2011 31.555 3.641 1.839 1.236 38.271
Restbuchwerte zum 31.12.2010 3.557 1.511 2.123 17.787 24.978

[3] Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet.

in Tausend Euro Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr Sonstige Ausleihungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2011 200.000 150 200.150
Zugänge 0 4 4
Abgänge 0 71 71
Umbuchungen 0 0 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2011 200.000 83 200.083
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2011 0 0 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2011 0 0 0
Restbuchwerte zum 31.12.2011 200.000 83 200.083
Restbuchwerte zum 31.12.2010 200.000 150 200.150

Mit Vertrag vom 25. April 2005 wurde der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro mit unbefristeter Laufzeit gewährt.

[4] Vorräte

Hilfs- und Betriebsstoffe werden grundsätzlich zu gleitenden Durchschnittspreisen und vom Konzern bezogene Handelswaren zu Standardpreisen bewertet. Eingeschränkte Verwertbarkeit und Lagerrisiken werden durch Bildung angemessener Abwertungen und Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die Gesellschaft bezieht ihre Handelswaren ausschließlich von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, weshalb die Veränderungen der Handelswaren in Abhängigkeit zu deren Lieferungen stehen. Im Dezember 2011 wurde gegenüber Dezember 2010 ein vermindertes Volumen an Handelswaren bezogen, was sich letztendlich auf den verminderten Vorratsbestand auswirkt, ebenso wirkten sich die höheren Verkäufe der Kunden im Dezember 2011 gegenüber Dezember 2010 mindernd auf den Vorratsbestand aus.

in Tausend Euro 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Hilfs- und Betriebsstoffe 101 60 41 68 %
Handelswaren 175.621 209.073 -33.452 -16 %
175.722 209.133 -33.411 -16 %

[5] Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit Ausnahme eines Körperschaftsteuerguthabens gemäß § 37 Abs. 4 und 5 KStG in Höhe von 247 Tausend Euro grundsätzlich zu Nennwerten bilanziert und innerhalb eines Jahres fällig. Aufgrund des langfristigen Erstattungszeitraums von 2012 bis 2017 in gleichen Jahresbeträgen ist der erwähnte Steueranspruch weiterhin zu 3 % abgezinst.

Für erkennbare Risiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen in der erforderlichen Höhe vorgenommen.

Forderungen in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Bedingt durch den Anstieg der Umsätze zum Jahresende 2011 im Vergleich zum Vorjahr 2010 sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 7.354 Tausend Euro gestiegen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus weiterberechneten Dienstleistungen.

in Tausend Euro 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37.728 30.374 7.354 24%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 15.782 11.378 4.404 39%
Sonstige Vermögensgegenstände 2.596 2.198 398 18%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 56.106 43.950 12.156 28%
Forderungen aus der Cash-Management Vereinbarung gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 1.467 457 1.010 221%
Forderungen gegenüber F. Hoffmann-La Roche AG Basel 13.533 10.299 3.234 31%
Forderungen gegenüber anderen verbundenen Unternehmen 782 622 160 26%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 15.782 11.378 4.404 39%

[6] Rechnungsabgrenzungsposten

Im Vorjahr handelt es sich hierbei um abgegrenzte Vorauszahlungen für Versicherungsprämien.

[7] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

In der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeiter mit Diensteintritt ab dem 1. Januar 2007 gilt der neue "Vorsorgeplan 2007". Im Unterschied zur bisherigen Regelung für Mitarbeiter mit Diensteintritt vor dem 1. Januar 2007 wird die Leistungszusage in der Höhe an die Entwicklung eines definierten Vermögensbestandes gebunden. Das Unternehmen sichert dabei für den Versorgungsfall eine Verrentung auf Basis des Bezugswertes ohne Berücksichtigung einer Verzinsung zu. Das zur Finanzierung dieser Direktzusage erforderliche Vermögen ist unter einem CTA (Contractual Trust Agreement) ausgelagert und wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand durch den Roche Pensionstreuhandverein verwaltet. Die von den Mitarbeitenden und der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, als Arbeitgeber zum Vermögensaufbau geleisteten Beiträge in 2011 in Höhe von 1.063 Tausend Euro sind im CTA-Fondsvermögen enthalten. Das Fondsvermögen ist nach § 255 Abs. 4 HGB zum Marktpreis bewertet.

Das Vermögen auf den CTA beträgt zum Bilanzstichtag 3.037 Tausend Euro. Die entsprechende Rückstellung für die Pensionsverpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 beträgt 1.778 Tausend Euro. Dies führt zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von 1.259 Tausend Euro, welcher in dem Bilanzposten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen wird. Die historischen Anschaffungskosten des Fondsvermögens betragen 3.035 Tausend Euro.

[8] Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 120.000 Stückaktien. Die Anteile sind auf den Inhaber ausgestellt.

Die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, hat uns im Jahre 2006 folgendes mitgeteilt: "... gemäß § 20 Abs. 3 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit Mehrheit am Grundkapital Ihrer Gesellschaft beteiligt sind." Die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, bleibt aufgrund ihrer 6 %-igen Direktbeteiligung und der durch die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, vermittelten Beteiligung ebenfalls mehrheitlich beteiligt.

Das oberste Mutterunternehmen ist die Roche Holding AG in Basel/Schweiz. Im vorliegenden Jahresabschluss sind alle unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, als verbundene Unternehmen berücksichtigt. Unser Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, einbezogen, die den Abschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, der am Sitz der Gesellschaft ausliegt sowie im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

[9] Rückstellungen für Pensionen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" (PUC-Methode). Der Rückstellungsbetrag gemäß der PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Der Rückstellungsbetrag ist unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich der zukünftigen Anwartschafts- bzw. Rentenentwicklung sowie evtl. Fluktuationswahrscheinlichkeiten ermittelt. Wobei Lohn- und Gehaltssteigerung in Höhe von 3,35 %, eine Rentenentwicklung in Höhe von 2,00 % sowie ein Rechnungszinssatz von 5,13 % der Bewertung zugrunde liegen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Aus dem ermittelten Unterschiedsbetrag in Höhe von 57.984 Tausend Euro aus der Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes aus dem Jahr 2010 wurde zum Stichtag 1/15 berücksichtigt, was einem Betrag von 3.865 Tausend Euro entspricht. Für die Berücksichtigung in Folgejahren verbleibt ein Betrag in Höhe von 50.254 Tausend Euro.

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Diensteintritt vor dem 1.1.2007 166.305 156.852 9.453 6 %
166.305 156.852 9.453 6 %

In der Rückstellungssumme zum Ende des Geschäftsjahres sind Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und deren Hinterbliebenen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB in Höhe von 3.210 Tausend Euro enthalten.

[10] Sonstige Rückstellungen

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Einbeziehung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem entsprechend der Restlaufzeit durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre diskontiert.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten die nachfolgend aufgeführten Rückstellungsposten:

in Tausend Euro 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Herstellerrabatt 50.441 33.741 16.700 49%
Rabattverträge 12.872 7.288 5.584 77%
Mitarbeitergratifikationen und Prämien 10.031 9.341 690 7%
Altersteilzeitverpflichtungen 8.087 8.707 -620 -7%
Restrukturierung 4.647 2.925 1.722 59%
Warenrücknahmen 4.157 4.760 -603 -13%
Urlaubs- und Gleitzeitansprüche 2.771 1.961 810 41%
Boni- und Skontiansprüche 1.047 2.447 -1.400 -57%
Jubiläen 1.972 1.832 140 8%
Schadensansprüche Dritter 1.715 321 1.394 434%
Produktmarketing-Kosten 1.101 542 559 103%
Lohnsteuer/Sozialversicherungsprüfung 756 756 0 0%
Soziale Institutionen 520 494 26 5%
Lagerkosten Pandemiebevorratung 219 454 -235 -52%
Sonstige 2.036 2.280 -244 -11%
102.372 77.849 24.523 32%

Aufgrund der Reformen im Gesundheitswesen besteht eine Rückstellung für die zukünftige Verpflichtung zur Einräumung von so genannten Herstellerrabatten. Die Rückstellung für Herstellerrabatte, welche die 6 %, 10 % oder 16 % rabattpflichtigen Arzneimittel, die an Großhändler oder Apotheken geliefert wurden, berücksichtigen, wurde nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Die Erhöhung des Rückstellungsstandes gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich verursacht durch weitere Reformen im Gesundheitswesen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Ausweitung der Rabattpflicht auf die privaten Krankenversicherungen seit dem 1. Januar 2011.

Die Rückstellungen für Gratifikationen wurden für leistungsbezogene Prämien des abgeschlossenen Geschäftsjahres an Mitarbeiter und den Vorstand gebildet.

Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte für die Handelsbilanz nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme vom 18. November 1998 und auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Hierbei wurde bei der Bewertung des Erfüllungsrückstandes eine Abzinsung in Höhe des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt, sofern die Laufzeit der Verpflichtung am Bilanzstichtag 12 Monate oder mehr betragen hat. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 4,23 % angesetzt und für Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,35 %. Sofern biometrische Einflussfaktoren zu berücksichtigen waren, wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Die Rückstellung für Rabattverträge wurde aufgrund von Vereinbarungen mit Krankenkassen gebildet.

Aufgrund von Abfindungsvereinbarungen mit ausscheidenden Mitarbeitern wurde eine Rückstellung für Restrukturierung vorgenommen.

Die Rückstellungen für Urlaubs- und Gleitzeitansprüche bemessen sich nach den noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen und Gleitzeitstunden sowie dem durchschnittlichen Tagesverdienst der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung.

Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages für Jubiläumsleistungen erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 5,13 %, als Anwartschaftstrend 3,35 % und als Fluktuation wurde 3,50 % angesetzt.

Verpflichtungen aus Langzeitkonten in Höhe von 642 Tausend Euro standen in gleicher Höhe ein zu verrechnendes Vermögen gegenüber. Die historischen Anschaffungskosten des Vermögens betrugen 664 Tausend Euro. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen wurden Aufwendungen in Höhe von 10 Tausend Euro aus dem Deckungsvermögen und gegenläufig Zinserträge ebenfalls in Höhe von 10 Tausend Euro aus der Zuführung von Rückstellungen ausgewiesen.

[11] Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

Ausnahme hiervon ist die unter sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene langfristige Verbindlichkeit gegenüber dem Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Köln, in Höhe von 192 Tausend Euro, die bis 2013 in gleichen Jahresbeträgen zu begleichen ist.

Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Es existieren keine Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind.

[12] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten u. a. nachfolgende Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen.

Die Cash-Management Verbindlichkeiten aus dem Vorjahr haben sich im Laufe des Jahres durch Geschäftstätigkeiten in eine Forderung in [5] aus Cashpooling entwickelt.

in Tausend Euro 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Verbindlichkeit aus der CashManagement Vereinbarung gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 0 21.331 -21.331 -100 %
Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 46.103 50.785 -4.682 -9 %
Summe Verbindlichkeit gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 46.103 72.116 -26.013 -36 %
Verbindlichkeiten gegenüber F. Hoffmann-La Roche AG Basel 38.673 54.815 -16.142 -29 %
Verbindlichkeiten gegenüber anderen Verbundenen Unternehmen 873 1.134 -261 -23 %
Summe Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 85.649 128.065 -42.416 -33 %

[13] Sonstige Verbindlichkeiten

in Tausend Euro 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Verbindlichkeiten aus Steuern 17.676 16.989 687 4 %
andere sonstige Verbindlichkeiten 177 1.507 -1.330 -88 %
17.853 18.496 -643 -3 %

[14] Umsatzerlöse

in Prozent 2011 2010 Veränderung
Inland (Arzneimittel) 93 94 -1
Ausland (Dienstleistungen) (überwiegend Nicht-EU-Länder) 7 6 1

Verteilung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen:

in Prozent 2011 2010 Veränderung
Hämatologie / Onkologie 74 74 0
Anämie 4 5 -1
Virologie 4 3 1
Transplantation 3 4 -1
Rheumatologie 8 7 1
Mature Products 4 4 0
Sonstige 3 3 0

[15] Sonstige betriebliche Erträge

Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2011 erhaltene Anzahlungen in Höhe von 2.772 Tausend Euro des Jahres 2009 aus Bestellungen für Tamiflu® realisiert. Außerdem sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen auch Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 61 Tausend Euro enthalten.

[16] Materialaufwand

Beim Materialaufwand handelt es sich um von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, bezogene Handelswaren, die entsprechend der Umsatzerlöse den Geschäftsbereichen zuzuordnen sind.

[17] Personalaufwand

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Löhne und Gehälter 98.577 97.978 599 1 %
Soziale Abgaben 11.991 12.428 -437 -4 %
Aufwendungen für Altersversorgung 7.866 4.210 3.656 87 %
118.434 114.616 3.818 3 %

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.134 Mitarbeiter und zum Jahresende 1.142 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl verteilt sich auf folgende Bereiche:

Anzahl Mitarbeiter 2011 2010 Veränderung
Marketing Außendienst 446 473 -27 -6 %
Marketing Innendienst 400 389 11 3%
Business Services, IT und Administration 151 156 -5 -3 %
Klinische Forschung 73 73 0 0 %
Qualitätskontrolle 64 58 6 10 %
(ohne Auszubildende und Vorstand) 1.134 1.149 -15 -1 %

[18] Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Leasingaufwendungen i.S.v. § 285 Abs.3 HGB in Höhe von 5.148 Tausend Euro enthalten. Zur Verminderung der Kapitalbindung und des administrativen Aufwandes werden die Dienstfahrzeuge des Außen- und Innendienstes über ein Dienstleistungsunternehmen für Operating-Leasing finanziert und verwaltet. Ein Risiko aus diesen Leasingverträgen über die während der Mindestlaufzeit zu leistenden Zahlungen hinaus -enthalten in [24] Sonstige finanzielle Verpflichtungen - ergibt sich nicht.

Darin enthalten sind sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 24 Tausend Euro.

[19] Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.230 2.294 936 41 %
davon aus verbundenen Unternehmen 3.226 2.178 1.048 48 %

Die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von verbundenen Unternehmen sind bedingt durch erhöhte Zinssätze des gewährten Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro an die Roche Diagnostics GmbH, Mannheim. Der Zinssatz ist an die Entwicklung des 6-Monats-Euro-LIBOR gekoppelt.

[20] Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 408 1.027 -619 -60 %

Der Posten beinhaltet periodenfremde Erträge für erstattete ausländische Umsatzsteuern aus Vorjahren in Höhe von 120 Tausend Euro.

Die Zinserträge aus Abzinsung von Rückstellungen betragen 126 Tausend Euro.

[21] Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11.409 11.356 53 1 %
davon an verbundene Unternehmen 260 242 18 7 %

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 11.409 Tausend Euro sind im Geschäftsjahr für den Vorsorgeplan 2007 Aufwendungen aus dem CTA-Fondsvermögen in Höhe von 81 Tausend Euro sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 64 Tausend Euro berücksichtigt, was einem Gesamtaufwand aus dem Versorgungsplan 2007 in Höhe von 145 Tausend Euro entspricht. Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtung in Zinsen und ähnlichen Aufwendungen saldiert.

Des Weiteren sind Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 11.001 Tausend Euro berücksichtigt. Die erhöhten Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen sind vor allem durch gestiegene Zinssätze begründet.

[22] Außerordentliches Ergebnis

Die Auswirkungen aus der Umstellung der Rechnungslegung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes (BilMoG) aus dem Jahr 2010 sind im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

in Tausend Euro 2011
Umstellung der Pensionsrückstellungen (ohne Vorsorgeplan 2007) auf BilMoG. Dies entspricht 1/15 des Gesamtumstellungsbetrages. 3.865
Außerordentlicher Aufwand 3.865

[23] Sonstige Angaben

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten gemäß § 285 Nr. 9 a) HGB im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 43 Tausend Euro. Durch Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds verzichtet. Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder einschließlich deren Hinterbliebenen betragen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB im Geschäftsjahr 270 Tausend Euro.

Die Gesellschaft ist aufgrund ihres Ergebnisabführungsvertrages eine Organgesellschaft im Sinne des § 14 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 S. 1 KStG. In der Folge ist das steuerliche Einkommen nicht der Organgesellschaft, sondern dem Organträger zuzurechnen. Künftige Steuerbe- oder -entlastungen aus temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Buchwerten und den korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen sind daher im Jahresabschluss des Organträgers, nicht aber bei der Organgesellschaft zu berücksichtigen. Daher erfolgt kein Ansatz latenter Steuern.

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB ist in den Angaben im Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz enthalten.

Es existieren keine Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB.

[24] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tausend Euro 2011 2010 Veränderung
Bestellobligo 938 4.277 -3.339 -78%
Miet- und Leasingverpflichtungen 9.055 9.012 43 0%

[25] Unternehmensvertrag

Mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, als Organträgerin besteht mit Wirkung ab 1. Januar 1999 ein Organschaftsvertrag.

[26] Organe

Vorstand:

Dr. Hagen Pfundner Lörrach Vorstand

Aufsichtsrat:

Dr. Severin Schwan Riehen/Schweiz Vorsitzender des Aufsichtsrates Vorsitzender der Konzernleitung, Roche Holding AG, Basel Aktionärsvertreter
Gerhard Schäferkord Sinzheim stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates Rechtsanwalt Aktionärsvertreter
Dr. José Gabriel Ledezma-Sanchez Wilhelmsfeld Vorsitzender des Betriebsrates der Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreter

Grenzach-Wyhlen, 9. März 2012

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, (kurz "Roche Pharma Grenzach") ist im Konzernverbund der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, (kurz "Roche-Gruppe" bzw. "Roche") für Marketing und Vertrieb der Roche Pharmazeutika in Deutschland zuständig.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die in Kraft getretene Gesundheitsreform, mit der Erhöhung der Zwangsrabatte auf alle patentgeschützten Medikamente von 6 % auf 16 % zum 1. August 2010 mit gleichzeitigem Preismoratorium auf das Niveau vor August 2009 und der Ausdehnung dieser Zwangsrabatte auch auf die privat versicherten Patienten zum 1. Januar 2011, hat unseren Umsatz überproportional mit rund 90 Mio. Euro gegenüber 2010 belastet und uns vor zusätzliche Herausforderungen gestellt. Dies resultierte in einem vergleichsweise moderaten Umsatzrückgang von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) mit der frühen Nutzenbewertung und der folgenden Nutzenklassifizierung und Preisverhandlungen hatte in 2011 noch keine konkreten Auswirkungen auf eines unserer Produkte oder Neuzulassungen. Diesen Prozess werden wir mit der Einführung von Zelboraf® Anfang 2012 erstmals durchlaufen.

Aufgrund der nach wie vor hohen Bestände an Tamiflu® bei dem Großhandel und den Apotheken hat die Roche Pharma Grenzach eine Wertberichtigung ihrer Vorratsbestände für Tamiflu® in Höhe von 4,1 Mio. Euro vorgenommen.

Neben dem erwarteten Umsatzrückgang aufgrund der abgelaufenen Patente bei Cellcept® und Bondronat®, führten hauptsächlich die oben erwähnten Maßnahmen des Gesetzgebers zu Umsatzeinbußen. Des Weiteren verlangsamte sich das Wachstum von Avastin® aufgrund der negativen Berichterstattung in den Medien als Folge der Aberkennung der Zulassung für Brustkrebs in den USA durch die FDA.

Das Restrukturierungsprogramm Operational Excellence, welches 2010 startete, wurde im Jahr 2011 fortgeführt. Dies beinhaltete unter anderem den Umbau des Außendienstes Avastin® sowie das Ende der Promotion von Xeloda®. Der damit verbundene Personalabbau konnte sozialverträglich gestaltet werden. Die im Rahmen von Operational Excellence in 2011 angefallenen Kosten betragen 4,3 Mio. Euro.

Darüber hinaus haben unsere onkologischen Arzneimittel Herceptin® und MabThera® sowie das Präparat RoActemra® zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis das Wachstum in 2011 bestimmt, sodass unser Onkologie und Rheumatologie-Portfolio mehr als dreiviertel des Gesamtumsatzes abdeckt.

Die Parallelimporte nach Deutschland für Produkte der Roche Pharma AG sind mit einem Umsatzanteil von 10 % nach wie vor sehr hoch. Aufgrund der Gesundheitsreform müssen auch die Importeure den erhöhten Herstellerrabatt von 16 % bezahlen. Die Importe stellen nach wie vor eine Herausforderung dar, da den Marketing- und Vertriebsaufwendungen keine entsprechenden Umsätze der Roche Pharma AG gegenüberstehen und die exakte Höhe der Importe nur bedingt ermittelt werden kann.

2. Umsatzlage

Die Roche Pharma AG erzielte 2011 einen Gesamtumsatz von 1.383,8 Mio. Euro. Darauf entfielen auf das rezeptpflichtige Drittkundengeschäft 1.287,4 Mio. Euro, was einem Umsatzrückgang von 3,7 % bzw. 53,8 Mio. Euro gegenüber Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Herstellerrabatte in Folge der Gesundheitsreform auf 191,6 Mio. Euro (VJ: 101,2 Mio. Euro) wobei etwa 164 Mio. Euro für die Gesetzlichen Krankenkassen gebucht wurden und etwa 27 Mio. Euro für die Privaten Kassen umsatzmindernd wirken.

3. Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Mio. Euro bzw. 10,0 % von 55,6 Mio. Euro auf 50,1 Mio. Euro. Die Umsatzrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Umsatzerlöse) verminderte sich dementsprechend von 3,9 % auf 3,6 % und die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Eigenkapital zum Stichtag) von 74,4 % auf 66,9 %.

Den um 53,8 Mio. Euro bzw. 3,7 % gesunkenen Umsatzerlösen stehen um 49,2 Mio. Euro bzw. 4,4 % niedrigere Materialaufwendungen gegenüber. Dadurch hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) von 76,8 % im Vorjahr auf 76,2 % in 2011 gesenkt.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 2,3 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus einer im Geschäftsjahr 2010 von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, erhaltenen Erstattung in Höhe von 4,4 Mio. Euro. Diese Erstattung betraf eine im Rahmen der Betriebsprüfung für die Jahre 1998 - 2001 vorgenommene Korrektur. Gegenläufig wurden im Geschäftsjahr 2011 die erhaltenen Anzahlungen aus Bestellungen für Tamiflu® in Höhe von 2,8 Mio. Euro realisiert.

Der Personalaufwand ist im Jahr 2011 um 3,8 Mio. Euro gestiegen. Zum Anstieg des Aufwands kam es aufgrund gestiegener Aufwendungen für die Altersversorgung und der Altersteilzeit.

Die um 5,7 Mio. Euro geringer ausgefallenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus verminderten Ausgaben um 4,4 Mio. Euro für die Teilnahme an Kongressen und Symposien, der Reduzierung der Ausgaben für sonstige Marketingkosten und Werbeartikel um 3,0 Mio. Euro sowie den verminderten Ausgaben für den Einsatz von externem Personal in Höhe von 1,2 Mio. Euro, bei gleichzeitig höherer Investition in Studien um 3,0 Mio. Euro.

Das außerordentliche Ergebnis ergibt sich aus der im vorherigen Geschäftsjahr 2010 erfolgten BilMoG - Umstellung auf die Bewertungsregelungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Der außerordentliche Aufwand aus der Neubewertung der Rückstellung für Pensionen beträgt 3,9 Mio. Euro.

Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten ergebnisbeeinflussenden Faktoren wird mit 46,1 Mio. Euro ein um 9,2 % geringeres Ergebnis an die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, abgeführt.

4. Personal

Die Anzahl der Beschäftigten sank innerhalb des Jahres um 4 Personen auf 1.142 Mitarbeiter zum Jahresende 2011. Hiervon entfallen auf die Bereiche Marketing 731 Personen, Administration (Finanzen, Informatik, Personal, Recht, Facility Management) 141 Personen, Medical Affairs M&I 129 Personen, Klinische Forschung 74 Personen und Qualitätskontrolle 67 Personen.

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 67 neue Mitarbeiter eingestellt sowie 15 nationale und internationale Mitarbeitereinsätze organisiert und integriert. Durch diese intensive und qualitative Personalbeschaffung trägt die Roche Pharma AG den wachsenden Bedürfnissen des Geschäftes Rechnung.

In der oben genannten Mitarbeiterzahl zum Jahresende sind 53 Auszubildende nicht eingerechnet. Diese Anzahl wird auch im Jahr 2012 mit 17 geplanten Neueinstellungen aufrechterhalten, da die Gesellschaft Investitionen in die Ausbildung von Mitarbeitern als große Chance sieht, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Die Personalfluktuation ohne Einbezug von Pensionierungen und Ausbildungsverhältnissen erhöhte sich unwesentlich von 5,8 % auf 5,9 % und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2011 bei rund 12 Jahren (2010 bei rund 11 Jahren).

Die Leistungsfähigkeit, die Kreativität und die fachliche Kompetenz der Roche-Mitarbeiter haben wieder entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen. Dies ist umso bemerkenswerter, als gleichzeitig viele Veränderungen in der Organisation vorangetrieben wurden. Hierzu gilt allen Roche-Mitarbeitenden, die dazu entsprechend aktiv beigetragen haben, den besten Dank seitens der Geschäftsleitung.

Um den wachsenden Anforderungen des Marktes Rechnung zu tragen, waren durch die zahlreichen Neueinstellungen 6 % sowie durch über 170 Versetzungen ca. 15 % der Belegschaft unmittelbar betroffen. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen werden zusammen mit einer gezielten Mitarbeiterentwicklung helfen, die Erwartungen im nächsten Jahr zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.

5. Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2011 betrug das Investitionsvolumen der Roche Pharma AG beim immateriellen Anlagevermögen und bei den Sachanlagen insgesamt rund 17,2 Mio. Euro.

Hiervon entfallen 14,7 Mio. Euro auf das Mitte 2011 fertiggestellte und bezogene Bürogebäude und das im gleichen Zeitraum fertiggestellte Gebäude für die Energieversorgung. Mit diesen Baumaßnahmen wurde 2009 begonnen, um dem Engpass an Büroarbeitsplätzen zu begegnen und die Energieeffizienz bei der Versorgung des gesamten Standorts auf den neuesten Stand zu bringen.

Im Oktober 2011 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Kindertagesstätte zur Betreuung von Kindern der Roche-Mitarbeiter. Die Baumaßnahme in Höhe von 2,6 Mio. Euro wird 30 Betreuungsplätze für Kinder bereitstellen und damit den Mitarbeitern eine größtmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2012 vorgesehen. Es fielen in dem Geschäftsjahr 2011 0,2 Mio. Euro des Investitionsvolumens für diese Maßnahme an.

Die geringwertigen Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro belaufen sich auf 1,6 Mio. Euro. Der verbleibende Betrag in Höhe von 0,7 Mio. Euro verteilt sich auf diverse kleinere Maßnahmen.

6. Finanz- und Vermögenslage

Der Finanzmittelfonds weist zum Ende des Geschäftsjahres einen positiven Saldo in Höhe von 1,5 Mio. Euro aus. Er setzt sich zusammen aus dem Guthaben auf dem lfd. Bankkonto in Höhe von 12 Tausend Euro und aus den Forderungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro gegen die Roche Deutschland Holding GmbH aus einer Cash-Pooling-Vereinbarung.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit weist in 2011 einen Zufluss in Höhe von 88,7 Mio. Euro (im Vorjahr 64,4 Mio. Euro) aus. Die hauptsächlichen Gründe hierfür sind:

das erwirtschaftete Periodenergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 46,1 Mio. Euro
vorgenommene Abschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von 2,3 Mio. Euro
die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte um 7,4 Mio. Euro
der Abbau des Handelswarenbestands um 33,4 Mio. Euro
die Erhöhung der Rückstellungen um 34,0 Mio. Euro
die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 4,1 Mio. Euro sowie die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Verbundene in Höhe von 16,4 Mio. Euro

Zusammen mit den im Geschäftsjahr in das Anlagevermögen getätigten Investitionen in Höhe von 17,2 Mio. Euro und der Gewinnabführung 2011 an die Roche Deutschland Holding GmbH, in Höhe von 46,1 Mio. Euro ist der ursprüngliche negative Finanzmittelfonds in 2010 um insgesamt 22,3 Mio. Euro auf einen positiven Finanzmittelfonds in Höhe von 1,5 Mio. Euro im Jahr 2011 angestiegen.

Unter Berücksichtigung der unter den Finanzanlagen bilanzierten konzerninternen Darlehensforderung in Höhe von 200,0 Mio. Euro ist der Konzernfinanzierungssaldo zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 201,5 Mio. Euro weiterhin stark positiv.

Die Bilanzsumme sank 2011 gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Mio. Euro auf 471,5 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch den bereits oben erwähnten Rückgang der Bestände für Handelswaren von insgesamt 33,4 Mio. Euro. Gegenläufig wirken die Erhöhung des Sachanlagenbestandes um 13,3 Mio. Euro sowie die Zunahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt 12,2 Mio. Euro.

Auf der Passivseite leitet sich die Senkung der Bilanzsumme in 2011 im Wesentlichen durch den Rückgang der Verbindlichkeiten um 41,7 Mio. Euro ab. Hierbei gingen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 42,4 Mio. Euro zurück. Dem steht die Erhöhung der Rückstellungen um 34,0 Mio. Euro gegenüber. Hier wirkt sich insbesondere die Erhöhung der Rückstellung für den Herstellerrabatt um 16,7 Mio. Euro aus.

Das Anlagevermögen in Höhe von 238,4 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres ist durch das Eigenkapital und die Rückstellungen für Pensionen von zusammen 241,1 Mio. Euro gedeckt, während das Umlaufvermögen incl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 231,8 Mio. Euro über die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten von zusammen 230,4 Mio. Euro finanziert ist.

Aufgrund des derzeit schwierigen Umfelds, in welchem Roche als innovativer forschender Pharmahersteller, insbesondere von der Härte der Maßnahmen der Gesundheitsreform mit einem Preismoratorium und einem stark erhöhten Herstellerrabatt von ca. 19 Prozent belastet wurde, ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens schwieriger geworden, jedoch nach wie vor als finanziell stabil zu bezeichnen. Das Finanzmanagement der Roche Pharma Grenzach ist entsprechend darauf ausgerichtet, dass die finanzielle Stabilität auch zukünftig gewährleistet wird.

7. Chancen und Risiken

Das Wirtschaftsjahr 2011 war von der anhaltenden Finanzkrise geprägt, die den Kostendruck auf die Gesundheitssysteme insbesondere auch in Deutschland weiter verstärkte. Auf der anderen Seite ist Deutschland wie kein anderes Land mit der Finanzkrise umgegangen und hat rasch wieder zu Wachstum und mehr Beschäftigung gefunden. Das hat nicht zu dem prognostizierten Defizit bei den Krankenkassen geführt, sondern zusammen mit den Kostensenkungsmaßnahmen (u.a. Erhöhung des Herstellerrabattes) zu deutlichen Überschüssen von insgesamt knapp 20 Milliarden Euro. Trotz dieser unerwartet positiven Entwicklungen gibt es keine Anzeichen, dass die Politik die innovationshemmenden Regelungen aus dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) überdenkt und korrigiert.

Roche Grenzach verfolgt die jüngsten gesundheitspolitischen Entwicklungen, bei denen kurzfristiges Kostendenken im Vordergrund steht, mit Sorge. Es besteht volles Verständnis dafür, dass auch wir - die Industrie, und auch der Roche-Konzern als führendes Pharma- und Diagnostikunternehmen - unseren Beitrag zur Bewältigung der Finanz- und Schuldenkrise leisten müssen. Dazu sind wir auch bereit. In einem konstruktiven Dialog wollen wir dazu beitragen, dass eine langfristig tragbarere und fairere Lösung zwischen Gesundheits- und Industriepolitik gefunden wird, die innovative Medikamente und Diagnostika, von der die gesamte Gesellschaft profitiert, weiterhin ermöglicht und honoriert. Nur so können wir einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung mit innovativen Medikamenten leisten, die für Patienten und damit letztendlich für das Gesundheitssystem insgesamt einen großen Nutzen bringen.

Trotz der aktuellen Herausforderungen sind wir überzeugt, dass unsere Strategie mit der Ausrichtung auf Innovation und personalisierter Medizin mittel- und längerfristig erfolgreich sein wird. Da sind zunächst die grundlegenden Trends. Die steigende Lebenserwartung, viele Krankheiten, für die es noch keine wirksamen Therapien gibt, und nicht zuletzt der rasante wissenschaftliche und technologische Fortschritt, der gezieltere und kosteneffizientere Therapien ermöglicht.

- Roche Kernkompetenz Personalisierte Medizin 2011

Neue Technologien ermöglichen es uns die zunehmende Nachfrage nach hochwirksamen Produkten zu bedienen. Diese Entwicklung hat Roche in eine konkrete Richtung geführt zur personalisierten Medizin. Sie ist Kernelement der Geschäftsstrategie von Roche.

Die personalisierte Medizin geht von der Beobachtung aus, dass Patienten mit identischer Diagnose auf die Behandlung mit dem gleichen Medikament unterschiedlich ansprechen können. Heute können Forscher die Ursachen von Krankheiten dank neuer Erkenntnisse aus der Molekulardiagnostik viel besser verstehen. Sie ermöglichen ihnen, Untergruppen von Patienten zu identifizieren, bei denen unterschiedliche Ursachen zu einem traditionell als «gleich» betrachteten Krankheitsbild führen. Basierend auf diesen genetischen Unterschieden kann die passende Therapie für die richtige Patientengruppe ermittelt werden.

Die Therapie von stratifizierten Patientenuntergruppen ist bedeutend für eine gezieltere und damit effizientere Therapie. Insgesamt sind wir in der Lage die Heterogenität von Krankheiten besser zu verstehen, Unterschiede zwischen Patientengruppen zu identifizieren und somit bessere Angriffspunkte für Medikamente zu finden. Bei Roche kombinieren wir die im Unternehmen vorhandenen Forschungskapazitäten und unser Know-how auch mit den neuesten extern erzielten wissenschaftlichen Fortschritten, um potenzielle Medikamentenkandidaten und Biomarker zu identifizieren.

Unsere beiden Divisionen Pharma und Diagnostika können ihre jeweilige Expertise von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Vermarktung eines neuen Wirkstoffs oder diagnostischen Tests austauschen und so zum Vorteil für den Patienten nutzen. Diese divisionsübergreifende, enge Zusammenarbeit unserer Wissenschaftler in Forschung und Entwicklung ist einzigartig und unterscheidet den Roche-Konzern von anderen Unternehmen.

- Risiken und Folgen durch globale Wirtschaftskrisen - Operational Excellence

Das «Operational Excellence»-Programm ist eine Initiative der Roche-Gruppe zur Stärkung der Innovationskraft und des nachhaltigen Unternehmenserfolges in einem sich rasch ändernden Marktumfeld und auf Grund der Veränderungen im Produktportfolio des Produktionsnetzwerks. In der Roche Pharma AG wurden Ende 2010 im Rahmen des «Operational Excellence»-Programms die Organisationsstrukturen auf die neuen Herausforderungen zugeschnitten. Dies beinhaltete unter anderem den Umbau des Außendienstes für Avastin® und das Ende der Promotion von Xeloda®. Der damit verbundene Personalabbau konnte sehr sozialverträglich gestaltet werden.

- Lieferbereitschaft

Dass unsere Produkte pünktlich, mengengerecht und in der erforderlichen Qualität an unsere Kunden und Patienten ausgeliefert werden, ist ein erforderliches und anspruchsvolles Ziel. Damit trotz geringer Kapitalbindungskosten die Lieferfähigkeit sichergestellt ist, arbeiten wir konzernweit mit einem in SAP integriertem Supply Chain Management. Ausgehend vom Bedarf der Märkte über die Produktionsplanung und der Anlieferung in den Lägern der Länderfilialen sind wir in der Lage unsere Prozesse bedarfsgerecht und lageroptimiert zu gestalten. Das Monitoring der Supply Chain erfolgt über definierte Key Performance Indicators, die im Falle von Lieferproblemen darüber Auskunft geben, in welchem Prozessschritt innerhalb der Supply Chain Probleme aufgetreten sind. Diese Transparenz wird dazu genutzt, um zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung des Supply Chain Prozesses einzuleiten.

- Gesundheitssektor im Wandel - Roche-Strategie

Die Roche-Gruppe verfolgt seit einem Jahrzehnt eine klare Strategie der Innovation in Diagnose und Therapie. Als das größte Biotechnologie-Unternehmen der Welt, mit 14 biopharmazeutischen Produkten auf dem Markt, verfügen wir über beste Voraussetzungen, um aus unseren Erkenntnissen über die biologischen Grundlagen und Zusammenhänge von Krankheiten neuartige Therapien und diagnostische Tests zu entwickeln. Wir werden unsere hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung, mit denen wir auch im Vergleich zu anderen Branchen im Jahr 2011 einen Spitzenplatz belegten, aufrechterhalten. Sie kommen in den Forschungsgebieten Krebs, Diabetes, Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten sowie zentrales Nervensystem, in welchen wir unsere besonderen Stärken sehen, zum Einsatz. Natürlich werden wir dabei den effizienten Einsatz unserer Mittel und die kontinuierliche Steigerung der Produktivität nicht außer Acht lassen.

Auch künftig wollen wir neue Trends vorwegnehmen und bestimmen. Heute arbeiten wir daran, auf der Grundlage eines vertieften Verständnisses der Biologie von Krankheiten die Behandlungen von morgen sicherer und effektiver zu machen und präziser auf spezifische Patientengruppen abzustimmen, so dass sie das genetische Profil und weitere Merkmale der Patienten berücksichtigen. Wir sind der Auffassung, dass medizinisch differenzierte Produkte - sowohl Arzneimittel als auch Diagnostika, die einen Mehrwert für Patienten und das Gesundheitssystem darstellen, die Marktzulassung erhalten, faire Preise erzielen und von Patienten, Ärzten und Kostenträgern im Gesundheitswesen gleichermaßen akzeptiert werden. Diese Strategie verfolgt die Roche-Gruppe seit zehn Jahren konsequent.

Hierbei können gezielt wirkende, kosteneffiziente Therapeutika einen wichtigen Beitrag leisten, die gegenwärtigen Herausforderungen im Gesundheitswesen besser zu bewältigen. Auch die Bedeutung der Diagnostika wird weiter steigen. Wenn der Preisdruck zunimmt, werden die Krankenkassen die Mittel dorthin lenken, wo der Zusatznutzen für den Patienten am größten ist. Mit unserer Fokussierung auf Medikamente und Tests, die für Arzt und Patient einen spürbaren Mehrwert schaffen, sind wir sehr gut gerüstet, um in einem zunehmend anspruchsvollen Gesundheitsmarkt erfolgreich zu bleiben. Unsere heutigen Stärken werden in Zukunft nur noch wichtiger.

- Risiko- und Krisenmanagement

Unsere Risikomanagement-Charta bestimmt den Rahmen für das Erkennen, Beherrschen und die Berichterstattung von internen und externen Risiken bei der Roche Pharma AG.

Wir nutzen konsistente Methoden und Prozesse um routinemäßig auf allen Ebenen unseres Unternehmens Risikobewertungen vorzunehmen. Auf Ebene des Konzerns beleuchtet ein globaler Risikobericht alle materiellen Risiken und wird jährlich mit der Konzernleitung und dem Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates erörtert. Wir aktualisieren unsere Risikomanagementprozesse regelmäßig, um zur Sensibilisierung und Stärkung des Verständnisses für das Thema im gesamten Konzern beizutragen. So erarbeiten wir zum Beispiel für die Arzneimittelentwicklung eine Risikomanagement-Methode, die es uns gestattet, Risiken, die das Erreichen von Projektzielen beeinträchtigen könnten, zu erkennen und zu beherrschen.

Zusätzlich wurden in der gesamten Roche-Gruppe Ereignisstäbe gebildet, damit gewährleistet ist, dass wir bei Bedarf schnell reagieren können. Diese Teams gehen regelmäßig die Abläufe für verschiedene Krisenszenarien, Alarm- und Eskalationssituationen durch. Im Jahr 2011 hat die Roche-Gruppe das Kontinuitätsmanagement der Geschäftsprozesse gestärkt und in diesem Zusammenhang eine Business Continuity Management Task Force eingerichtet, um sicherzustellen, dass alle Standorte wirksam auf Katastrophenereignisse reagieren können. Die Task Force entwickelt einen konzernweiten Rahmen für die Geschäftskontinuität sowie Leitlinien für die lokale Umsetzung. Sie wird ihre Arbeit 2012 fortsetzen und Strategien und Konzepte zur Minderung der Risiken für die Geschäftskontinuität entwickeln.

Für das Jahr 2011 hatte die Geschäftsleitung der Roche Pharma AG beschlossen, eine Task Force "Risikomanagement" einzurichten, die unter Leitung des Compliance Officers in seiner Funktion als Head of Governance, Risk &Compliance steht. Die Task Force widmet sich dem unternehmensübergreifenden Risiko-Management. Dabei sollen bereits bestehende Risiko-Managementpläne innerhalb der Roche Pharma AG zusammengeführt und konsolidiert sowie ggf. zusätzliche Risiko-Managementpläne erstellt werden. Das Team hat bestehende Risiken identifiziert, bewertet und bereits entsprechend etablierte Maßnahmen zur Risikovorbeugung zusammengetragen. Hieraus wurde der Bedarf an zusätzlichen Vorbeuge-Maßnahmen analysiert. Im folgenden Geschäftsjahr 2012 wird sich die Task Force in der Prävention auf den Bereich der Business Continuity fokussieren. Hierdurch sollen die kritischen Aktivitäten zur Aufrechterhaltung der Marktbelieferung mit den das Geschäft tragenden Produkten und Dienstleistungen bestmöglich abgesichert werden.

Bei "ICFR - Internal Controls over Financial Reporting" handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, die permanent sicherstellen, dass mittels interner Dokumentationen und Kontrollen das nach festgelegten Geschäftsprozessen und Grundsätzen aufgebaute Berichtswesen stets korrekt und fehlerfrei ausgeführt wird. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse und die gemeldeten Daten tragen zur Risikoerkennung und Risikoreduzierung bei. Mit der weiter verfeinerten externen Überprüfung ("Audit") aller finanziell kritischen und relevanten Geschäftsprozesse durch Group Audit and Risk Advisory und die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, wird sichergestellt, dass die entsprechenden Berechtigungen, die laufend angepassten Dokumentationen und die notwendigen Kontrollen bei den täglich anfallenden Geschäftsvorfällen den ICFR Anforderungen gerecht werden. Im Geschäftsjahr wurde das so genannte ICFR Selftesting durchgeführt, welches durch lokale Mitarbeiter, ausgeführt wurde. Die lokalen Mitarbeiter absolvieren eine entsprechende konzerninterne Ausbildung. Die hohe Qualität des durchgeführten ICFR Selftesting wurde durch die Verantwortlichen der Konzernfunktion Group Audit and Risk Advisory bestätigt.

- Forschung und Entwicklung

Gegenwärtig nehmen mehr als 330 000 Patienten an über 2100 klinischen Studien zur Prüfung zugelassener oder neuer pharmazeutischer Wirkstoffe teil. Wir planen das hohe Niveau unserer F + E-Investitionen auch künftig zu halten, um ständig neue Produkte einführen und viel versprechende Wirkstoffe in die Spätphase der klinischen Entwicklung bringen zu können.

Wir sind davon überzeugt, dass insbesondere in Forschung und früher Entwicklung eine Vielfalt von Ansätzen, Kulturen und Denkweisen die Kreativität fördert. Innerhalb der Roche-Gruppe arbeiten Roche Pharma Forschung und Frühe Entwicklung (pRED), Genentech Forschung und Frühe Entwicklung (gRED), Roche Diagnostics und Chugai unabhängig voneinander und bilden die Knotenpunkte eines Innovationsnetzwerks, das auch Allianzen mit über 150 externen Partnern wie Universitäten, Forschungsinstituten und Biotech-Unternehmen einschließt. Im Berichtsjahr wurde Roche erneut als einer der branchenweit wichtigsten Partner für Forschungskollaborationen ausgezeichnet. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir Ideen in medizinische Innovationen um. Rund ein Drittel aller Projekte, die sich gegenwärtig im Roche-Konzern in der Pipeline befinden, sind im Rahmen solcher Allianzen entstanden.

Unsere Division Pharma strebt danach, gezielt wirkende Arzneimittel zu entdecken, zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, welche die ersten und besten Vertreter ihrer Wirkstoffklasse sind und Patienten einen besonderen Nutzen bieten. Indem wir wissenschaftliche Spitzenleistung in den Vordergrund stellen und die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung beibehalten, wird die Division auch künftig differenzierte Medikamente entwickeln können, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Wir werden unsere Arzneimittelforschung weiterhin auf Bereiche konzentrieren, in denen wir unserer Einschätzung nach mit unserem Know-how viel bewirken können: Onkologie, Virologie, Entzündungs-, Autoimmun-, Herz-Kreislaufund Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems.

Unsere Pharma-Pipeline gehört zu den stärksten der Branche. Per Januar 2012 umfasste sie 122 Projekte, darunter 79 neue pharmazeutische Wirkstoffe und 43 zusätzliche Indikationen beziehungsweise neue Darreichungsformen.

Aufgrund der Zusammenführung unserer Stärken in der Molekular- und Biotechnologie sowie in der In-vitro-Diagnostik haben wir in den zurückliegenden Jahren einen stetigen Strom neuer Arzneimittelkandidaten und Diagnostika in wichtigen therapeutischen Bereichen produziert. Ende 2011 befanden sich 13 neue pharmazeutische Wirkstoffe in der letzten Entwicklungsphase, während es 2007 nur zwei waren. Bedeutsam ist, dass sieben der 13 neuen Wirkstoffe in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung als personalisierte Therapien entwickelt werden, d.h. zusammen mit einem sogenannten "Companion Diagnostic".

Unser Ziel ist es, stets neue Arzneimittel zu entwickeln, die zu den ersten beziehungsweise besten Vertretern ihrer Wirkstoffklasse gehören. Dank unserer engagierten wissenschaftlichen Arbeit haben im Berichtsjahr 17 von 20 klinischen Studien in späten Entwicklungsphasen positive Ergebnisse erzielt. Sieben davon dienten bereits als Grundlage für Marktzulassungen oder Zulassungsanträge. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele unserer Prüfpräparate geeignet sein können, signifikante Fortschritte in Bereichen zu erzielen, in denen neue Behandlungsoptionen gebraucht werden, darunter Brust-, Lungen- und Hautkrebs, Asthma sowie rheumatoide Arthritis im Kindes- und Erwachsenenalter.

- Wettbewerbsfähige Produkte - wissenschaftliche Spitzenleistungen

Für die Konkurrenzfähigkeit der Roche Pharma AG ist Voraussetzung, dass die Roche-Medikamente in höchster Qualität angeboten werden, Patienten einen klar nachweisbaren Nutzen haben und für das Gesundheitswesen wirtschaftlich sind.

Der Roche-Konzern ist und bleibt das führende Unternehmen in der Krebsbehandlung und ist mit Abstand die Nummer eins in der In-vitro-Diagnostik. Und schließlich verfügen wir sowohl in der Division Pharma als auch in der Division Diagnostics über ein exzellentes Produktportfolio. Mit der Verknüpfung von Pharma und Diagnostics und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist der Roche-Konzern wie kein anderes Unternehmen in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin in die Realität umzusetzen und behält in diesem Bereich die führende Position auf dem Markt.

Die Erfolge im Jahr 2011, darunter die Einführung des neuen Hautkrebsmedikaments Zelboraf® in den USA in Rekordzeit, das positive Gutachten der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) für die Zulassung dieser Krebstherapie sowie das Voranbringen der Entwicklungspipeline bestätigen dies. Innovation, die für alle Beteiligten Werte schafft, ist und bleibt somit die Basis des langfristigen Erfolges der Roche-Gruppe. Diese Strategie werden wir auch weiterhin konsequent verfolgen.

- Risiken in der Vermarktung

Vom normalen Wettbewerbsrisiko abgesehen, dem jedes Produkt am Markt ausgesetzt ist, kommt bei Arzneimitteln hinzu, dass die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten in der zur Verfügung stehenden Zeit des Patentschutzes erwirtschaftet werden müssen. Erschwert wird dies länderübergreifend, indem der Pharmamarkt einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt wird, sei es durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen, oder durch zusätzliche Anforderungen und Hürden an die Erstattung der Arzneimittel durch strengere Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, schnellere Umstellung auf Generika und immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. vorgegebene Vertriebsstrukturen, Preismoratorien, Zwangsrabatte, Kosten/Nutzen-Abwägungen, höhere Markt- und Preismacht der Krankenkassen, hohe Umsatzsteuer) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets.

- Arzneimittelsicherheit

Roche bringt als pharmazeutischer Unternehmer Arzneimittel auf den Markt. Beim so genannten "In-Verkehr-Bringen" bzw. bei der Anwendung durch den Patienten können neben den bekannten und in den Referenzdokumenten aufgeführten Nebenwirkungen, auch bisher nicht bekannte Arzneimittelrisiken auftreten. Diese können mit der pharmazeutischen Qualität zusammenhängen oder sich auf mögliche Nebenwirkungen beziehen. Der Bereich Arzneimittelsicherheit ist für die Erfassung, Bewertung, Meldung und Kommunikation von Arzneimittelrisiken, die in Zusammenhang mit der Anwendung eines Roche-Präparates auftreten, verantwortlich. In ihren Aufgabenbereich gehört auch die Erfassung jeglicher Hinweise auf tatsächliche oder vermutete Verdachtsfälle einer Arzneimittelnebenwirkung im Zusammenhang mit der Einnahme eines Roche-Produktes. Um sicherzustellen, dass alle im Unternehmen eingehenden Hinweise unverzüglich aufgenommen und bearbeitet werden können, finden für alle Mitarbeiter der Roche Pharma AG sowie den relevanten Vertragspartnern regelmäßige Schulungen zu den Meldepflichten statt. Zusätzlich erhält jeder Mitarbeiter eine Plastikkarte im Scheckkartenformat ("ContactCard"), auf der die Kontaktdaten der Arzneimittelsicherheit und die für die Fallmeldung relevanten Informationen aufgeführt sind.

Eine schnelle und gezielte Reaktion auf potenzielle Arzneimittelrisiken ist von höchster Bedeutung, um das Risiko oder ggf. auch den Schaden beim Patienten und den Schaden für die Gesellschaft gering zu halten. Der Maßnahmenplan hält alle Verantwortlichkeiten und Arbeitsabläufe bei neu erkannten Arzneimittelrisiken, die die Frage aufwerfen, ob dringliche Maßnahmen erforderlich sind, fest.

Die gesetzlichen Verpflichtungen sowie interne Vorgaben ändern sich im Laufe der Zeit. Die Roche Pharma AG erwartet gesetzliche Änderungen zur Arzneimittelsicherheit mit Verabschiedung der 16. AMG-Novelle. Hierauf bereiten wir uns vor. Mit Audits prüfen wir die Einhaltung von Verpflichtungen und Vorgaben. Diese Überprüfung bedarf einer Vorbereitung sowie der Nachbearbeitung im Falle notwendiger Verbesserungsmaßnahmen. Auch diesen Aufgaben stellen wir uns im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sowie der "Inspection Readiness" in der Arzneimittelsicherheit.

- Arzneimittelzulassung und ihre Risiken

Zur Verbesserung der Abläufe und zur Sicherstellung, dass die Richtlinien und internen Prozesse bei der Durchführung klinischer Studien sowie bei der Überwachung von Arzneimitteln eingehalten werden, wurde ein neues Quality Risk Management - System (QRM) eingeführt. Dieses QRM vereinheitlicht und stärkt die Risikoeinschätzung. Alle Funktionen im Pharmabereich können Hochrisikobereiche zusammenführen und den Ressourceneinsatz für qualitätsbezogene Aufgaben optimieren. Anhand des QRM hat die Roche Pharma AG begonnen, bestehende Informationen aus einer Reihe von verschiedenen routinemäßigen Geschäftsprozessen zu nutzen. Das QRM ermöglicht eine Analyse von Informationen, die den Verantwortlichen erlaubt, auf einen Blick zu beurteilen, ob ihre Prozesse das beabsichtigte Ergebnis und die gewünschte Qualität erreichen. Eingebunden werden weltweit die meisten Roche-Gesellschaften und mehrere tausend klinische Prüfzentren. Somit sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass die Arzneimittelzulassung ohne Verzögerungen erfolgen kann.

- Produkt- und Probandenhaftung incl. Absicherung gem. AMG

In Übereinstimmung mit dem AMG sind für den Geltungsbereich Deutschland sowohl die Risiken der Produkthaftung aus dem Vertrieb von Arzneimitteln mit ihrem Höchstbetrag gem. § 88 AMG (Kapitalbetrag von 120 Millionen Euro pro Arzneimittel) wie auch der Probandenhaftung im Rahmen von klinischen Studien gem. § 40 AMG mit ihrem Höchstbetrag (Kapitalbetrag max. 50 Millionen Euro pro Jahr) bei Versicherern abgedeckt.

- Weltweite Mitarbeiterbefragung GEOS

Im September 2011 waren alle Mitarbeiter aufgefordert, an der globalen Mitarbeiterbefragung des Roche-Konzerns teilzunehmen. Mit einer Beteiligungsquote von 82% haben die Mitarbeitenden der Roche Pharma Grenzach die Gelegenheit genutzt, zu den unterschiedlichsten Fragestellungen ihre Meinung zu äußern. Die ersten Ergebnisse wurden zum Corporate Day Ende Januar 2012 vorgestellt. Der zusammenfassende Engagement Score kann mit anderen Pharma-Firmen in Westeuropa verglichen werden. Die Detailergebnisse werden in Workshops allen Mitarbeitenden vorgestellt. Konkret zu erarbeitende Maßnahmenpläne sollen helfen, die Roche Pharma Grenzach zu einem der besten Arbeitgeber zu machen.

- Einführung eines neuen Performance Management Modells

Auf der Basis eines im Roche-Konzern einheitlichen Rahmens wurde der Grundstein für ein einheitliches Performance Management Modell mit einer stärkeren Kommunikation im Mitarbeitergespräch gelegt, die Bonuszahlungen stärker an die lokalen und globalen Unternehmenserfolge gebunden und die Roche-Werte im Mitarbeitergespräch verankert. Nach mehrmonatigen Verhandlungen wurden Ende September die Betriebsvereinbarungen zu diesem neuen Performance Management Modell für die Roche Pharma Grenzach unterzeichnet. In über 20 Workshops wurden alle Mitarbeitenden und Führungskräfte durch die Geschäftsleitung über die Neuerungen informiert. Sie traten zum 1. Januar 2012 in Kraft.

- Harmonisierungen der personalwirtschaftlichen Prozesse in Deutschland

Die Zusammenführung der Personalprozesse war im zurückliegenden Jahr eine wesentliche Aufgabe der deutschen Personalabteilungen im Roche-Konzern. So konnten 27 Prozesse der Roche Pharma AG mit den anderen deutschen Gesellschaften und Standorten vereinheitlicht werden. Dies umfasste die Vereinheitlichung der Führungskräftetrainings, den gemeinsamen Auftritt im Personalmarketing, bis hin zu gleichen Prozessen in der Administration von Nebenleistungen. Zudem wurde die zum Jahreswechsel 2011/12 erfolgte Zusammenlegung des HR Service Centers vorbereitet. Weitere Aktivitäten sind geplant.

- Strategische Leitlinien des Roche-Konzerns

Mit der Erforschung, der Entwicklung und dem Vertrieb einer umfangreichen Palette an bahnbrechenden Medikamenten verbessern wir nachhaltig das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Zusammen haben wir das weltweit größte biopharmazeutische Unternehmen geschaffen und als führender Anbieter von In-vitro-Diagnostika etabliert.

Die letzten Jahre waren von außerordentlichem Erfolg geprägt. Die Branche ist jedoch stark im Umbruch und steht vor vielen Herausforderungen. Dazu gehören die höhere Nachfrage aufgrund demografischer Veränderungen, strengere Zulassungsvorschriften, aber auch der steigende Kostendruck auf die Gesundheitssysteme.

In diesen Zeiten ist es mehr denn je wichtig, sich über die Perspektiven und die Vorgehensweise absolut im Klaren zu sein. Das Führungsteam entwickelte aus diesem Grund einen strategischen Rahmen und definierte die fünf Jahres Ziele.

Der Patient steht im Zentrum. Die Roche-Gruppe fokussiert klar auf die beiden Bereiche Pharmazeutika und Diagnostika, um die Vision, die Behandlungen den Patienten anzupassen, realisieren zu können. Und wir glauben fest an das enorme Potenzial der modernen Wissenschaft bei der Entwicklung von Therapien, die Leiden lindern und den Menschen helfen, länger und gesünder zu leben.

Wir entwickeln medizinisch differenzierte Produkte, die Behandlungen auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen erlauben. Wir werden uns weiterhin auf verschreibungspflichtige Medikamente und die In-vitro-Diagnostik konzentrieren und sehen keinen Anlass in andere Bereiche wie Generika, rezeptfreie Medikamente oder Medizinalgeräte zu diversifizieren.

Was uns unterscheidet, ist unser Ansatz zu wissenschaftlichen Spitzenleistungen. Dabei wollen wir unseren Mitarbeitenden die richtigen Ressourcen und das richtige Umfeld bieten. Ein einzigartig breitgefächertes und profundes Wissen in der Molekularbiologie, nahtlos integrierte Kompetenzen in den Bereichen Pharma und Diagnostics, eine Vielfalt unterschiedlicher Ansätze für maximale Innovation und eine langfristige Ausrichtung sind unsere besonderen Merkmale.

Was wir leisten, soll Werte für alle unsere Anspruchsgruppen schaffen, seien es Patienten oder Ärzte (medizinischer und wirtschaftlicher Wert, Qualität und Sicherheit), seien es unsere Mitarbeitenden (attraktiver Arbeitsplatz, Chancen für berufliche Weiterentwicklung), Investoren (Total Shareholder Return im obersten Viertel) oder die Gesellschaft als Ganzes (soziale Verantwortung des Unternehmens).

Unsere Mitarbeitenden sind die Grundlage unseres Managementmodells. Wir wollen die besten Kräfte in unser Unternehmen holen und ihnen einen attraktiven Arbeitsplatz bieten.

Unsere Kultur basiert auf den Werten Integrität, Mut und Leidenschaft. Das bedeutet, dass wir alle hohe ethische Standards einhalten, Mut zum Risiko beweisen und - vor allem - Leidenschaft in unserer Aufgabe zeigen, das Leben von Patienten zu verbessern.

Unsere Entscheidungsprozesse basieren auf Prinzipien und Prozessen, die einen transparenten Dialog, eine klare Zuständigkeit und eine aktive Übertragung von Verantwortung fördern.

Unsere Struktur ist auf Innovation ausgerichtet. Das Unternehmen achtet auf die richtige Balance zwischen Vielfalt, Größe, Reichweite, Geschwindigkeit und Vernetzung, um Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen und zu fördern.

Die Fünfjahresziele des Konzerns dienen als Maßstab, mit dem wir Jahr für Jahr unsere Fortschritte messen. Die Konzernleitung setzt sich für die Umsetzung dieser Ziele ein und fordert konzernweit die Mitarbeiter auf, in ihren Tätigkeitsbereichen dazu beizutragen.

- Kreditmanagement

Zur Sicherstellung der Außenstände im Rahmen der gewährten Lieferantenkredite gegenüber Kunden wird beim Verkauf und Absatz unserer Produkte ein konzernweit entwickeltes und für die Bedürfnisse von Roche Pharma Grenzach angepasstes sehr effizientes Kredit-Management-System eingesetzt, um drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Deshalb konnten, wie in den Jahren zuvor, in 2011 die nicht ganz zu vermeidenden tatsächlichen Forderungsausfälle auf einem sehr geringen Niveau gehalten werden.

- Verhaltenskodex der Roche-Gruppe

Unser Geschäftsverhalten ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein und ethischen Grundsätzen. Wir sind einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, die den Bedürfnissen des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt gleichermaßen Rechnung trägt. Klare Leitlinien für unser Verhalten im Geschäftsverkehr bieten die Roche-Werte - Integrität, Mut und Leidenschaft - und die Roche-Konzerngrundsätze. Für den Roche-Konzern bemisst sich Leistung nicht allein nach den erreichten Ergebnissen, sondern auch nach der Art und Weise, wie diese Ergebnisse erreicht werden. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe hält fest, was Roche als Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet. Er enthält praktische Leitlinien und Verweise zu weiteren nützlichen Informationen. Verantwortungsvolles Handeln in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften wird ausnahmslos und von jedem Mitarbeiter erwartet. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Er ist für alle Mitarbeiter der Roche-Gruppe weltweit verbindlich und wird regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt. Er enthält Regelungen zur persönlichen Integrität, zur Integrität von Roche, zur Personalpolitik, zu den Vermögenswerten von Roche, zur sozialen Verantwortung und zum Compliance-Management. Dabei werden insbesondere (nicht abschließend) Themen wie Interessenkonflikte, Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, Diskriminierung und Belästigung, Bestechung und unlautere Vorteile, Wettbewerbsrecht, korrekte Berichterstattung und Buchführung, Datenschutz und geistiges Eigentum behandelt. Daneben enthält der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe aber auch die Aufforderung an alle Mitarbeiter, Compliance-Bedenken jederzeit offen anzusprechen und sich damit ggf. an den Compliance Officer zu wenden ("Speak-Up-Initiative"). Compliance-relevante Fälle von Gewicht meldet der Compliance Officer über das sog. BEIR-System (Business Ethics Incident Reporting) an den Chief Compliance Officer in der Konzernzentrale.

- Compliance Officer und Compliance Committee

Der Compliance Officer der Roche Pharma Grenzach untersteht dem Leiter Recht, berichtet in seiner Funktion als Compliance Officer aber direkt an den Vorstand. Er kümmert sich um die Compliance Organisation und deren kontinuierliche Weiterentwicklung, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und geht diesen nach. Ein unternehmensübergreifender Austausch in compliance-relevanten Fragen findet im Compliance Committee statt, in dem unter anderem Vertreter aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, Personal, Finanzen und IT, Medical Affairs, Qualitätssicherung und Datenschutz vertreten sind. Das Compliance Committee trifft sich in regelmäßigen Abständen und erörtert sämtliche, das Unternehmen betreffende compliance-relevanten Sachverhalte und Fragestellungen. Innerhalb der Rechtsabteilung der Roche Pharma Grenzach wurde zum 1. Januar 2011 zudem ein Team für Governance, Risk &Compliance gegründet, das unter Leitung des Compliance Officers steht.

- Datenschutz

Als im Gesundheitsbereich tätiges Unternehmen hat der Datenschutz bei im Roche-Konzern weltweit einen hohen Stellenwert und wurde bereits 2001 als unternehmerisches Ziel festgelegt. Dies bedeutet für die Roche Pharma Grenzach, dass alle Forderungen aus dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz, insbesondere die Neuerungen der Novellierung des Datenschutzgesetzes aus 2009, konsequent umgesetzt werden. Alle Mitarbeiter sind auf das Datengeheimnis des Bundesdatenschutzgesetzes verpflichtet. Der betriebliche Datenschutzbeauftragte der Roche Pharma Grenzach berichtet in dieser Funktion direkt an den Vorstand. Im Laufe des Berichtsjahres waren keine Vorfälle zu melden.

- Sicherheit und Umweltschutz

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Bereich "Sicherheit und Umweltschutz" sorgen in Kooperation mit der TÜV SÜD Life Service GmbH, München, und mit Fachkräften der Feuerwehr und vom betriebsärztlichen Dienst für das Vorhandensein und den optimalen Einsatz von Rettungsfahrzeugen, Sicherheitseinrichtungen und Notfallplänen. Unter Beachtung gesetzlicher und konzerninterner Bestimmungen gilt es Unfällen, berufsbedingten Krankheiten und Gefahren sowie Feuer vorzubeugen bzw. erlittene Schäden möglichst gering zu halten. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig auf mögliche Risiken und Gefährdungen (z. B. Stolperfallen oder Sturz beim Treppensteigen) hingewiesen, geschult und trainiert sowie für eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes fachlich beraten. Neuen Mitarbeitern wurde in einer verpflichtenden Schulung in der so genannten "Startwoche" die Wichtigkeit und die Rechte und Pflichten im Arbeitsschutz vermittelt. Alle Vorgesetzten haben die Schulung "Aufgaben und Pflichten für Vorgesetzte" im Arbeitsschutz, absolviert. Der Außendienst wurde durch die Sicherheitsfachkraft vor Ort betreut. Wechselnde Kampagnen, Wettbewerbe,

sowie der Gesundheitstag dient der ständigen Präsenz und zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.

Zur Senkung des Gesamtenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen ist bereits in 2009 bei ausgewählten Energieträgern die Zielsetzung herausgegeben worden, den Energieverbrauch durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Umstellung des PKW-Fuhrparks auf Fahrzeuge bzw. Motoren mit energiesparendem Verbrauch und geringem CO2 -Ausstoss pro Kilometer sowie die Durchführung von Eco- und Sicherheitsfahrtrainings) zu reduzieren. Im Geschäftsjahr wurde entsprechend eine Anpassung in der Richtlinie für die Nutzung von Dienstwagen aufgenommen, welche eine Beschränkung des CO2 -Ausstosses beinhaltet. Betroffen von diesen Maßnahmen sind auch die Dienstreisen, um durch die Nutzung der Video- und Telefonkonferenztechnik und die Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie durch effizientere Reiserouten incl. Verbindung mehrerer in der Nähe liegender Reiseziele den Energieverbrauch erheblich zu senken. Auch Maßnahmen zur Einsparung von Strom und Erdgas durch Nutzung von Wärmerückgewinnung in den Gebäuden und Anlagen, sowie spezielle Isolationen von Gebäudefassaden, sind in 2011 durchgeführt worden. Mit der neuen zentralen FCKW-freien Kälteerzeugung, sind alle alten, dezentralen Kälteerzeugungsanlagen abgeschafft und entsorgt worden. Ein Großteil der Gebäudesanierungsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in unseren Gebäuden ist durchgeführt worden.

Mit dem erweiterten Gebäudeleittechniksystem, können nun alle Energien und Medien in den einzelnen Gebäuden genau dokumentiert und bewertet werden. Die technischen Anlagen können dadurch besser optimiert werden.

- Hardware-Risiken

Im IT-Bereich sind verschiedene Gefahrenpotentiale vorhanden, die entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Vermeidungsstrategien erforderlich machen. Die höchste Priorität hat bei einem Stromausfall oder ähnlich gravierenden Ereignissen die wesentliche Aufrechterhaltung aller Funktionalitäten von Hard- und Software. Zu diesem Zweck sind Maßnahmen zur Notstromversorgung mittels Batterien und Dieselgeneratoren getroffen worden. Die Bedeutung bzw. das Risikopotenzial hat in 2011 durch Auslagerungen solcher Hardware an andere Roche-Standorte mit sehr effektiven Rechenzentren stark abgenommen. Eine Risikoeindämmung wird auch durch die Reduzierung lokaler IT-Konfigurationen, konzernweiter Vernetzungen, Mehrfachspeicherung sowie Spiegelungen der Daten erzielt. Haftungsrisiken sind durch adäquate Einhaltung der für diesen Bereich speziell geforderten gesetzlichen Sicherheitsauflagen minimiert.

- Software Risiken

Die Zugriffe auf Systeme und Daten sind pro Anwendung durch ein jeweils nutzerorientiertes und stets aktualisiertes Berechtigungssystem geregelt, so dass unerlaubte Zugriffe nicht möglich sind. Darüber hinaus greifen Maßnahmen (z. B. global koordinierte Installation von Sicherheitspatches in kurzen Abständen), um auf die zunehmende Bedrohung durch kriminelle Zugriffe (z. B. Hacker) oder Störungen durch Computerviren, Würmer, Spam und dergleichen rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

- Fazit

Als führendes Healthcare-Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, produzieren und zu vertreiben, für die großer medizinischer Bedarf besteht und die für den Patienten und die Gesellschaft einen echten Mehrwert darstellen. Wir wollen die Gesundheit und die Lebensqualität unserer Patienten spürbar verbessern und wenn möglich ihr Leben verlängern. Das ist unser wichtigster Beitrag, den wir auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise unter Berücksichtigung der Belange des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt leisten. Damit uns dies gelingt, müssen wir talentierte Mitarbeitende für uns gewinnen, im Unternehmen halten und ihr Potenzial nutzen indem wir Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Im Bewusstsein dieser unternehmerischen Verantwortung waren im Berichtszeitraum 2011 insgesamt keine den Fortbestand der Roche Pharma Grenzach gefährdenden Risiken vorhanden bzw. zu erkennen. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken aus heutiger Sicht nicht absehbar.

Der Roche-Konzern ist wie kaum ein anderes Unternehmen in der Lage, die Lebensqualität von Patienten spürbar zu verbessern bzw. das Leben zu verlängern. Dies liegt daran, dass wir in Forschung und Wissenschaft an der Spitze stehen, die Ursachen der Krankheiten verstehen, wir über die notwendigen Technologien verfügen, dass wir vor allem die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass wir, einzigartig in der Industrie, Pharma und Diagnostica unter einem "Dach" vereinen können. Wenn dies alles zusammen optimal genutzt wird, ergeben sich enorme Möglichkeiten und Chancen.

8. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres 2011 nicht eingetreten.

9. Prognosebericht

Das geplante Umsatzwachstum der Roche Pharma AG für das Jahr 2012 wird aller Voraussicht nach im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen, womit das Wachstum etwa auf Niveau des Gesamtmarktes liegen wird. Positiv zum Umsatzwachstum wird insbesondere Avastin® mit der neuen Zulassung zur Behandlung des Ovarialkarzinoms und Zelboraf® zur Behandlung des malignen Melanoms beitragen. Des Weiteren werden MabThera®, Pegasys® und das in 2009 eingeführte Produkt RoActemra® den Umsatz steigern. Diese positive Dynamik wird durch sinkende Umsätze unter anderem aufgrund abgelaufener Patente bei CellCept®, und Bondronat® beeinträchtigt. Zusätzlich wird der Eintritt intravenöser Generika bei Bonviva® zu einem rückläufigen Umsatz führen.

Die im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) eingeführte Hürde zur Erstattung von Medikamenten mit Hilfe von früher Nutzenbewertung, Ausweitung der Festbeträge und Definition größerer Festbetragsgruppen stellen neue Herausforderungen für die Roche Pharma AG dar. Die Roche Pharma AG wird Anfang 2012 erstmalig ein Value Dossier beim GBA bzw. IQWiG zur Nutzenbewertung von Zelboraf® einreichen. Im Anschluss findet mit dem Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA) die Preisverhandlung statt. Die Ergebnisse dieser neuen Herausforderungen für die Roche Pharma AG werden sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren, so dass unter Umständen weitere Maßnahmen im Laufe des Jahres nicht ausgeschlossen werden können.

Mittelfristig kann sich die Roche Pharma AG aufgrund des gut aufgestellten Medikamentenportfolios an innovativen Produkten insbesondere auf dem Gebiet der Onkologie aber auch bei Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems auf eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum stützen. Die Hälfte dieser Neueinführungen wird zusammen mit den zugehörigen diagnostischen Tests in den Verkehr gebracht.

Insgesamt erwarten wir in 2012 im Umsatz und Ergebnis ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Ab 2013 rechnen wir aufgrund neuer Produkteinführungen mit weiter leicht steigenden Umsätzen, bei einem leicht rückläufigen Ergebnis aufgrund der zu tätigenden Investitionen für die neuen Produkteinführungen.

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

Grenzach-Wyhlen, 09. März 2012

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Roche Pharma Aktiengesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Mannheim, den 9. März 2012

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Kern, Wirtschaftsprüfer

Beyer , Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Geschäftsjahr 2011

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig durch Bericht des Vorstandes über alle Vorgänge des Geschäftsbetriebes unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2011 vorgelegt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, geprüft worden.

Diese Prüfung hat keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben, und es wurde bestätigt, dass die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer an und billigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011.

Mannheim, 27. April 2012

Für den Aufsichtsrat

Dr. Severin Schwan