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OMV AG Interim / Quarterly Report 2023

Jul 28, 2023

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Interim / Quarterly Report

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OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2023 28. Juli 2023

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht (verkürzt, ungeprüft)
Konzern-Performance 4
Ausblick 10
Geschäftsbereiche 11
Chemicals & Materials 11
Fuels & Feedstock 14
Energy 16
Konzernzwischenabschluss (verkürzt, ungeprüft) 19
Erklärung des Vorstands
Weitere Angaben 34

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen

Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie "Ausblick", "glauben", "erwarten", "rechnen", "beabsichtigen", "planen", "Ziel", "Einschätzung", "können/könnten", "werden" und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen.

Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.

OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2023 mit verkürztem Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2023

Leistungskennzahlen1

Konzern

  • ▸ CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten infolge eines geringeren Beitrags aller Geschäftsbereiche auf EUR 1.179 Mio gesunken
  • ▸ Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten auf EUR 472 Mio zurückgegangen; CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten von EUR 1,44
  • ▸ Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen hauptsächlich infolge eines ungünstigeren Marktumfelds und signifikanter Steuerzahlungen auf EUR –375 Mio gesunken
  • ▸ Organischer freier Cashflow von EUR –595 Mio
  • ▸ CCS ROACE vor Sondereffekten bei 15%
  • ▸ Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei 1,33

Chemicals & Materials

  • ▸ Polyethylen-Referenzmarge Europa auf EUR 320/t verringert; Polypropylen-Referenzmarge Europa auf EUR 372/t gesunken
  • ▸ Verkaufsmenge von Polyolefinen auf 1,36 Mio t gesunken

Fuels & Feedstock

  • ▸ Rückgang der OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa auf USD 7,6/bbl
  • ▸ Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa auf 4,02 Mio t gestiegen

Energy

  • ▸ Produktion um 8 kboe/d auf 353 kboe/d gesteigert
  • ▸ Produktionskosten um 20% auf USD 9,9/boe gestiegen

Wichtige Ereignisse

Hinweise: Die Zahlen in den folgenden Tabellen lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet. Mit Q1/23 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter "Gas Marketing & Power" ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Die genannten Werte beziehen sich auf Q2/23; als Vergleichsgrößen dienen, sofern nicht abweichend gekennzeichnet, die Quartalswerte des Vorjahres.

Lagebericht (verkürzt, ungeprüft)

Konzern-Performance

Ergebnisse auf einen Blick

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ1 1–6/23 1–6/22 Δ%
8.983 10.964 14.793 –39% Umsatzerlöse 19.947 30.621 –35%
1.179 2.079 2.937 –60% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 3.258 5.558 –41%
7 94 602 –99% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals & Materials2 101 1.187 –92%
283 581 578 –51% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Fuels & Feedstock2 865 788 10%
895 1.479 1.784 –50% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Energy2 2.374 3.700 –36%
–19 –7 –8 –121% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges2 –26 –15 –73%
13 –69 –19 n.m. Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –56 –101 45%
46 39 37 10 CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten in % 42 41 1
636 1.260 1.860 –66% CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2 1.896 3.245 –42%
472 1.025 1.418 –67% Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS 1.497 2.488 –40%
Periodenüberschuss vor Sondereffekten2
1,44 3,13 4,34 –67% CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR2 4,58 7,61 –40%
1.179 2.079 2.937 –60% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 3.258 5.558 –41%
105 –533 543 –81% Sondereffekte3 –428 652 n.m.
–51 –168 196 n.m. CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) –219 630 n.m.
1.233 1.378 3.676 –66% Operatives Ergebnis Gruppe 2.611 6.840 –62%
–83 76 1.242 n.m. Operatives Ergebnis Chemicals & Materials –7 1.803 n.m.
422 427 1.237 –66% Operatives Ergebnis Fuels & Feedstock 849 1.856 –54%
905 956 1.233 –27% Operatives Ergebnis Energy 1.860 3.306 –44%
–25 –7 –16 –54% Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges –32 –24 –34%
14 –73 –19 n.m. Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –60 –101 41%
5 –5 –14 n.m. Finanzerfolg 1 –1.056 n.m.
1.238 1.373 3.662 –66% Ergebnis vor Steuern und vor Solidaritätsbeitrag 2.611 5.783 –55%
–402 n.a. Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl –402 n.a.
837 1.373 3.662 –77% Ergebnis vor Steuern 2.210 5.783 –62%
61 57 31 30 Steuerquote des Konzerns in % 58 42 17
326 592 2.513 –87% Periodenüberschuss 918 3.368 –73%
380 390 1.947 –80% Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender 770 2.493 –69%
Periodenüberschuss
1,16 1,19 5,96 –80% Ergebnis je Aktie in EUR 2,35 7,63 –69%
–375 2.003 2.365 n.m. Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen 1.628 5.715 –72%
226 2.687 461 –51% Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.912 3.137 –7%
–561 1.702 1.487 n.m. Freier Cashflow vor Dividenden 1.141 3.006 –62%
–2.454 1.702 532 n.m. Freier Cashflow nach Dividenden –752 1.876 n.m.
–595 1.839 –190 n.m. Organischer freier Cashflow vor Dividenden4 1.244 1.873 –34%
3.091 639 4.631 –33% Nettoverschuldung 3.091 4.631 –33%
11 2 15 –4 Leverage-Grad in % 11 15 –4
1.043 809 797 31% Investitionen5 1.852 2.120 –13%
1.004 793 797 26% Organische Investitionen6 1.797 1.832 –2%
15 19 19 –4 CCS ROACE vor Sondereffekten in %2 15 19 –4
9 16 16 –7 ROACE in % 9 16 –7
22.271 22.194 22.338 –0% Mitarbeiteranzahl 22.271 22.338 –0%
1,33 1,30 1,09 22% Total Recordable Injury Rate pro 1 Mio Arbeitsstunden7 1,33 1,09 22%

Hinweis: Mit Q1/23 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter "Gas Marketing & Power" ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt. 1 Q2/23 gegenüber Q2/22

2 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu unter der Tabelle "Sondereffekte und CCS Effekte"

3 Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen betrachtet. Zur Darstellung vergleichbarer Ergebnisse müssen bestimmte Positionen hinzugefügt oder abgezogen werden. Sondereffekte von at-equity bewerteten Beteiligungen und temporäre Effekte aus dem Rohstoff-Hedging für wesentliche Hedging-Transaktionen werden berücksichtigt.

4 Der organische freie Cashflow berechnet sich aus dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit exklusive Veräußerungen und wesentlicher anorganischer Cashflow-Komponenten.

5 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

6 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

7 Berechnet als gleitender 12-Monatsdurchschnitt pro 1 Mio Arbeitsstunden

OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2023 28. Juli 2023

Zweites Quartal 2023 (Q2/23) im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 (Q2/22)

Die Konzernumsatzerlöse sanken um 39% auf EUR 8.983 Mio. Dies ist insbesondere auf die signifikant niedrigeren Marktpreise zurückzuführen. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten fiel deutlich um EUR 1.757 Mio auf EUR 1.179 Mio, was schwächeren Ergebnissen in allen drei Geschäftsbereichen geschuldet ist. Im Bereich Energy reduzierte sich das Operative Ergebnis vor Sondereffekten deutlich auf EUR 895 Mio (Q2/22: EUR 1.784 Mio). Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Chemicals & Materials sank signifikant auf EUR 7 Mio (Q2/22: EUR 602 Mio), während sich das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Fuels & Feedstock auf EUR 283 Mio verringerte (Q2/22: EUR 578 Mio). Die Konsolidierungszeile ergab in Q2/23 EUR 13 Mio (Q2/22: EUR –19 Mio).

Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten lag bei 46% (Q2/22: 37%). Grund dafür ist der gestiegene Anteil aus dem Energy-Segment aus Hochsteuerländern zum Konzernergebnis. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten sank auf EUR 636 Mio (Q2/22: EUR 1.860 Mio). Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten lag bei EUR 472 Mio (Q2/22: EUR 1.418 Mio). Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten ging auf EUR 1,44 zurück (Q2/22: EUR 4,34).

In Q2/23 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR 105 Mio verzeichnet (Q2/22: EUR 543 Mio), die sich hauptsächlich aus dem Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien ergaben und teilweise durch eine außerordentliche Abschreibung im Stickstoffgeschäft von Borealis kompensiert wurden. In Q2/23 summierten sich die CCS Effekte auf EUR –51 Mio. Das Operative Konzernergebnis verringerte sich deutlich auf EUR 1.233 Mio (Q2/22: EUR 3.676 Mio).

Das Finanzergebnis stieg auf EUR 5 Mio (Q2/22: EUR –14 Mio). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf ein höheres Nettozinsergebnis zurückzuführen, das teilweise durch ein geringeres Fremdwährungsergebnis ausgeglichen wurde. Die Konzernsteuerquote stieg auf 61% (Q2/22: 31%), was vor allem auf den Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien (verringert das Ergebnis vor Steuern, der Aufwand ist jedoch steuerlich nicht abzugsfähig) sowie auf einen gestiegenen Anteil aus dem Energy-Segment aus Hochsteuerländern am Konzernergebnis, zurückzuführen ist. Der Periodenüberschuss sank beträchtlich auf EUR 326 Mio (Q2/22: EUR 2.513 Mio), und der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss reduzierte sich auf EUR 380 Mio (Q2/22: EUR 1.947 Mio). Das Ergebnis je Aktie verringerte sich deutlich auf EUR 1,16 (Q2/22: EUR 5,96).

Der Leverage-Grad, definiert als (Nettoverschuldung inklusive Leasing) / (Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing), betrug 11% per 30. Juni 2023 (30. Juni 2022: 15%). Weitere Informationen zum Leverage-Grad können dem Kapitel "Finanzielle Verbindlichkeiten" des verkürzten Konzernzwischenabschlusses entnommen werden.

Die gesamten Investitionen erhöhten sich auf EUR 1.043 Mio (Q2/22: EUR 797 Mio). Ursächlich dafür waren insbesondere höhere Investitionen in allen drei Geschäftsbereichen, insbesondere in Fuels & Feedstock. In Q2/23 stiegen die organischen Investitionen um 26% auf EUR 1.004 Mio (Q2/22: EUR 797 Mio), was hauptsächlich auf höhere Investitionen in Fuels & Feedstock und Chemicals & Materials zurückzuführen ist.

Jänner bis Juni 2023 (1–6/23) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2022 (1–6/22)

Die Konzernumsatzerlöse fielen um 35% auf EUR 19.947 Mio. Dies ist insbesondere auf signifikant niedrigere Marktpreise zurückzuführen. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank von EUR 5.558 Mio in 1–6/22 auf EUR 3.258 Mio, was hauptsächlich schwächeren Ergebnissen in den Bereichen Energy und Chemicals & Materials geschuldet ist. Im Bereich Energy verringerte sich das Operative Ergebnis vor Sondereffekten auf EUR 2.374 Mio (1–6/22: EUR 3.700 Mio). Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Chemicals & Materials sank deutlich auf EUR 101 Mio (1–6/22: EUR 1.187 Mio), während sich das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Fuels & Feedstock auf EUR 865 Mio verbesserte (1–6/22: EUR 788 Mio). Die Konsolidierungszeile betrug in 1–6/23 EUR –56 Mio (1–6/22: EUR –101 Mio).

Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten lag in 1–6/23 bei 42% (1–6/22: 41%), während der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten sich deutlich auf EUR 1.896 Mio (1–6/22: EUR 3.245 Mio) verringerte. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 1.497 Mio (1–6/22: EUR 2.488 Mio). Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten belief sich auf EUR 4,58 (1–6/22: EUR 7,61).

In 1–6/23 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR –428 Mio (1–6/22: EUR 652 Mio) verzeichnet. Diese ergaben sich hauptsächlich aus temporären Hedging-Effekten und einer außerordentlichen Abschreibung im Stickstoffgeschäft von Borealis, was teilweise durch den Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien kompensiert wurde. In 1–6/23 betrugen die CCS Effekte EUR –219 Mio. Das Operative Konzernergebnis sank signifikant auf EUR 2.611 Mio (1–6/22: EUR 6.840 Mio).

Das Finanzergebnis stieg auf EUR 1 Mio (1–6/22: EUR –1.056 Mio). Das negative Finanzergebnis in 1–6/22 war hauptsächlich durch die 2022 verbuchte Wertminderung des Nord Stream 2 Darlehens in Höhe von EUR 1.004 Mio bedingt. Der verbleibende Anstieg des Finanzergebnisses in 1–6/23 ist größtenteils auf ein höheres Nettozinsergebnis zurückzuführen, das teilweise durch ein geringeres Fremdwährungsergebnis ausgeglichen wurde. Die Konzernsteuerquote stieg in 1–6/23 auf 58% (1–6/22: 42%), was vor allem auf den Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien (verringert das Ergebnis vor Steuern, der Aufwand ist jedoch steuerlich nicht abzugsfähig) sowie einen gestiegenen Anteil aus dem Energy-Segment aus Hochsteuerländern am Konzernergebnis zurückzuführen ist. Der Periodenüberschuss sank beträchtlich auf EUR 918 Mio (1–6/22: EUR 3.368 Mio), und

der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss reduzierte sich auf EUR 770 Mio (1–6/22: EUR 2.493 Mio). Das Ergebnis je Aktie verringerte sich auf EUR 2,35 (1–6/22: EUR 7,63).

Die gesamten Investitionen verringerten sich auf EUR 1.852 Mio (1–6/22: EUR 2.120 Mio), was hauptsächlich durch niedrigere Investitionen in Chemicals & Materials bedingt war. Die erste Jahreshälfte 2022 wurde von nicht zahlungswirksamen Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen für den Bau der PDH-Anlage in Kallo, Belgien, sowie von der Eigenkapitalzufuhr zur Finanzierung des Projekts Borouge 4 signifikant beeinflusst. Die organischen Investitionen sanken um 2% auf EUR 1.797 Mio (1–6/22: EUR 1.832 Mio). Grund dafür waren vor allem die niedrigeren Investitionen im Bereich Chemicals & Materials, die teilweise durch höhere organische Investitionen in den Bereichen Fuels & Feedstock sowie Energy kompensiert wurde.

Überleitung vom CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten zum Operativen Ergebnis des Konzerns

Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22 Δ%
2.079 2.937 3.258 5.558 –41
–533 543 –428 652 n.m.
–1 –3 –132 davon Personallösungen –8 –4 –90
146 n.m. davon Wertminderungen/Wertaufholungen –70 137 n.m.
730 –70 davon Anlagenverkäufe 222 730 –70
–533 –329 88 davon Sonstiges3 –573 –211 –171
–168 196 –219 630 n.m.
1.378 3.676 2.611 6.840 –62
–60 CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2
–81 Sondereffekte
n.m. CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)
–66 Operatives Ergebnis Gruppe

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

2 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte

3 Die Kategorie "Sonstiges" enthält beispielsweise: vorübergehende Auswirkungen von Rohstoffabsicherungen und damit verbundene Transaktionen, Spenden und Rückstellungen.

Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte ergebnisbeeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.

Des Weiteren wird der Current Cost of Supply (CCS) Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern ermöglichen zu können. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen, basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten), zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Kennzahl zusätzlich zu dem gemäß IFRS ermittelten Operativen Ergebnis.

Cashflow

Konzern-Cashflow-Rechnung (Kurzfassung)
----------------------------------------- --
In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22 Δ%
–375 2.003 2.365 n.m. Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital
Positionen
1.628 5.715 –72
226 2.687 461 –51 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.912 3.137 –7
–787 –984 1.026 n.m. Cashflow aus der Investitionstätigkeit –1.771 –132 n.m.
–561 1.702 1.487 n.m. Freier Cashflow 1.141 3.006 –62
–2.692 –106 –955 –182 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –2.798 –1.440 –94
–7 –8 4 n.m. Währungsdifferenz auf liquide Mittel –15 –60 75
–3.260 1.588 536 n.m. Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel –1.672 1.506 n.m.
9.712 8.124 6.034 61 Liquide Mittel Periodenbeginn 8.124 5.064 60
6.452 9.712 6.570 –2 Liquide Mittel Periodenende 6.452 6.570 –2
197 252 28 n.m. davon liquide Mittel, die als zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen ausgewiesen werden
197 28 n.m.
6.255 9.460 6.542 –4 In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen
6.255 6.542 –4
–2.454 1.702 532 n.m. Freier Cashflow nach Dividenden –752 1.876 n.m.
–595 1.839 –190 n.m. Organischer freier Cashflow vor Dividenden2 1.244 1.873 –34

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

2 Der organische freie Cashflow vor Dividenden berechnet sich aus dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit exklusive Veräußerungen und wesentlicher anorganischer Cashflow-Komponenten (zum Beispiel Akquisitionen).

Zweites Quartal 2023 (Q2/23) im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 (Q2/22)

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen verringerte sich in Q2/23 signifikant auf EUR –375 Mio (Q2/22: EUR 2.365 Mio), was hauptsächlich auf ein weniger günstiges Marktumfeld sowie auf beträchtliche Steuerzahlungen in Norwegen und Zahlungen im Zusammenhang mit dem Solidaritätsbeitrag in Rumänien zurückzuführen war. Die Net-Working-Capital-Positionen führten zu einem Mittelzufluss von EUR 600 Mio, verglichen mit einem Mittelabfluss von EUR –1.904 Mio in Q2/22. Die positiven Net-Working-Capital-Effekte in Q2/23 waren im Wesentlichen durch das geringere Preisumfeld bedingt. Als Ergebnis betrug der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Q2/23 EUR 226 Mio (Q2/22: EUR 461 Mio).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verzeichnete einen Mittelabfluss von EUR –787 Mio, verglichen mit einem Zufluss von EUR 1.026 Mio in Q2/22. Q2/22 enthielt Mittelzuflüsse aus dem Börsengang von Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 416 Mio. Q2/23 beinhaltete einen Mittelzufluss von EUR 272 Mio aus dem Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien.

Der freie Cashflow belief sich auf EUR –561 Mio (Q2/22: EUR 1.487 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –2.692 Mio, verglichen mit EUR –955 Mio in Q2/22, im Wesentlichen aufgrund der Erhöhung der Dividendenzahlungen um EUR 938 Mio auf EUR 1.893 Mio sowie der Rückzahlung einer Anleihe von EUR 750 Mio in Q2/23.

Der freie Cashflow nach Dividenden betrug in Q2/23 EUR –2.454 Mio (Q2/22: EUR 532 Mio).

Der organische freie Cashflow vor Dividenden betrug EUR –595 Mio (Q2/22: EUR –190 Mio).

Jänner bis Juni 2023 (1–6/23) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2022 (1–6/22)

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen sank in 1–6/23 auf EUR 1.628 Mio (1–6/22: EUR 5.715 Mio), hauptsächlich zurückzuführen auf ein weniger günstiges Marktumfeld sowie auf beträchtliche Steuerzahlungen in Norwegen und auf Zahlungen im Zusammenhang mit dem Solidaritätsbeitrag in Rumänien. Net-Working-Capital-Positionen führten zu einem Mittelzufluss von EUR 1.284 Mio, als Ergebnis niedrigerer Preise sowie Volumen-Effekte im Gasgeschäft. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit sank um 7% auf EUR 2.912 Mio (1–6/22: EUR 3.137 Mio).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verzeichnete in 1–6/23 einen Mittelabfluss von EUR –1.771 Mio gegenüber EUR –132 Mio in 1–6/22. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt in 1–6/22 Mittelzuflüsse aus dem Börsengang von Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 416 Mio. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in 1–6/22 einen Mittelabfluss in Höhe von EUR –287 Mio infolge eines Kapitalzuschusses an Borouge 4 LLC sowie abgegangene liquide Mittel in Höhe von EUR –208 Mio infolge des Verlusts der Beherrschung über JSC GAZPROM YRGM Development. 1–6/23 beinhaltete einen Mittelzufluss von EUR 272 Mio aus dem Verkauf des OMV Tankstellenund Großkundengeschäfts in Slowenien.

Der freie Cashflow betrug EUR 1.141 Mio (1–6/22: EUR 3.006 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –2.798 Mio gegenüber EUR –1.440 Mio in 1–6/22, im Wesentlichen aufgrund der Erhöhung der Dividendenzahlungen um EUR 763 Mio auf EUR 1.893 Mio sowie der Rückzahlung einer Anleihe von EUR 750 Mio in 1–6/23.

Der freie Cashflow nach Dividenden belief sich in 1–6/23 auf EUR –752 Mio (1–6/22: EUR 1.876 Mio).

Der organische freie Cashflow vor Dividenden betrug EUR 1.244 Mio (1–6/22: EUR 1.873 Mio).

Risikomanagement

Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern mit Aktivitäten, die von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem finanziellen und Marktrisiken, operativen sowie strategischen Risiken. Eine detaillierte Beschreibung der Risiken und der Risikomanagementaktivitäten kann dem OMV Geschäftsbericht 2022 (Seiten 92–97) entnommen werden.

Die wesentlichen Unsicherheiten, die die Ergebnisse des OMV Konzerns beeinflussen können, sind Rohstoffpreise, Währungskursschwankungen und operative sowie politische und regulatorische Risiken. Die Entwicklung des Rohstoffpreisrisikos wird laufend überwacht, und bei Bedarf werden entsprechende Cashflow-Sicherungsmaßnahmen getroffen. Das inhärente Risikopotenzial der Sicherheits- und Umweltrisiken wird durch Programme für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) und Risikomanagement überwacht – mit der klaren Zielsetzung, die Risiken der OMV im Rahmen der branchenüblichen Standards zu halten.

Die OMV beobachtet weiterhin aufmerksam den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine und alle daraus resultierenden zusätzlichen Sanktionen und Gegensanktionen. Das Unternehmen prüft regelmäßig die möglichen weiteren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Anhaltende und/oder verstärkte Unterbrechungen der russischen Warenströme nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen können zu Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen – führen, was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte.

Die OMV bezog in Österreich im zweiten Quartal 2023 auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom durchschnittlich 4,9 TWh Erdgas pro Monat. Die Unsicherheit über zukünftige Liefermengen besteht weiterhin und kann zu weiteren erheblichen Verlusten führen, insbesondere wenn die tatsächlichen Lieferungen wesentlich von den nominierten Mengen abweichen.

Im Falle weiterer oder sogar vollständiger Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen, bzw. hat die OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Unterstützt durch einen milden Winter in Europa haben Haushalte und Unternehmen ihren Gasverbrauch gesenkt. Dies führte in der ersten Jahreshälfte zu einer geringeren Gasnachfrage, sinkenden Erdgaspreisen und einem unerwartet hohen Gasbestand in den mitteleuropäischen Speichern. Im Juli 2023 gelang es der OMV, für das laufende Gaswirtschaftsjahr sowie für die Periode vom 1. Oktober 2023 bis 30. September 2026 an den Übergabepunkten Oberkappel (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein (Pipeline aus Italien) 40 TWh zusätzliche Transportkapazitäten und für die Periode vom 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028 weitere Transportkapazitäten für ungefähr 20 TWh an diesen Übergabepunkten nach Österreich zu sichern. Die OMV beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und bewertet regelmäßig potenzielle Auswirkungen auf den österreichischen Gasmarkt sowie den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns.

Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. Die OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens sowie der sicheren Energieversorgung.

Als direkte Folge der Energiekrise in Europa wurden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie regulierte Gas- und Strompreise bzw. Preisobergrenzen, Subventionsprogramme und Überbesteuerung oder der EU-Solidaritätsbeitrag implementiert. Sollten die Energiepreise in Europa weiterhin auf hohem Niveau bleiben, besteht das Risiko, dass weitere regulatorische und steuerliche Eingriffe die Finanzlage der OMV beeinträchtigen.

Die OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen und ihre möglichen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit weiterhin sorgfältig. Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen in globalen Lieferketten könnten eine weitere Kosteninflation auslösen. Zusammen mit steigenden Zinsen kann dies zu einer Verschlechterung des Wirtschaftswachstums führen und die Nachfrage nach den Produkten der OMV negativ beeinflussen.

Die Kreditqualität des Kontrahentenportfolios der OMV könnte durch die oben genannten Risikofaktoren negativ beeinflusst werden. Angesichts der Ereignisse im Bankensektor im ersten Quartal des Jahres hat die OMV zusätzlich zu ihren standardmäßigen

Kreditrisikomanagementprozessen eine noch strengere Überwachung ihrer Bankkontrahenten und der damit verbundenen Risiken eingeführt.

Die Folgen des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, der europäischen Energiekrise und der daraus resultierenden Regulierungsmaßnahmen und anderer derzeit zu beobachtender wirtschaftlicher Verwerfungen sowie das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen können zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich eingeschätzt werden. Aus heutiger Sicht gehen wir aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht beeinträchtigt ist.

Weitere Details zu den aktuellen Risiken können dem Kapitel "Ausblick" des Lageberichts entnommen werden.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Bezüglich der Angaben zu den wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen wird auf den Anhang des verkürzten Konzernzwischenabschlusses verwiesen.

Ausblick

Marktumfeld

Die OMV erwartet für 2023 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis zwischen USD 75/bbl und USD 80/bbl (vorherige Prognose: über USD 80/bbl; 2022: USD 101/bbl). Für 2023 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 30/MWh (vorherige Prognose: rund EUR 35/MWh; 2022: EUR 54/MWh), mit einer THE-Preisprognose von rund EUR 40/MWh, erwartet (vorherige Prognose: zwischen EUR 60/MWh und EUR 70/MWh; 2022: EUR 122/MWh).

Konzern

▸ Organische Investitionen werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 3,8 Mrd belaufen1 (2022: EUR 3,7 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,2 Mrd.

Chemicals & Materials

  • ▸ Für 2023 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 530/t erwartet (2022: EUR 560/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund EUR 400/t betragen (vorherige Prognose: rund EUR 480/t; 2022: EUR 534/t).
  • ▸ Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2023 voraussichtlich bei rund 85% liegen (vorherige Prognose: rund 90%; 2022: 74%). Eine Generalüberholung des Crackers in Porvoo ist für das 3. Quartal geplant und wird voraussichtlich sechs Wochen dauern.
  • ▸ Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2023 voraussichtlich rund EUR 300/t betragen (vorherige Prognose: rund EUR 350/t; 2022: EUR 390/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 350/t erwartet (vorherige Prognose: rund EUR 400/t; 2022: EUR 486/t).
  • ▸ Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2023 voraussichtlich rund 1,8 Mio t betragen (2022: 1,69 Mio t). Es wird erwartet, dass die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs bei rund 2 Mio t liegen wird (2022: 1,84 Mio t).
  • ▸ Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2023 auf rund EUR 1,2 Mrd prognostiziert (2022: EUR 1,4 Mrd).

Fuels & Feedstock

  • ▸ Für 2023 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa zwischen USD 8/bbl und USD 10/bbl erwartet (vorherige Prognose: zwischen USD 10/bbl und USD 15/bbl; 2022: USD 14,7/bbl).
  • ▸ Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2023 geringfügig höher als für 2022 prognostiziert (2022: 15,5 Mio t). Die Commercial-Margen werden 2023 voraussichtlich höher sein als 2022. Die Retail-Margen werden voraussichtlich auf dem Niveau von 2022 liegen.
  • ▸ Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2023 bei rund 90% erwartet (vorherige Prognose: rund 95%; 2022: 73%).
  • ▸ Die organischen Investitionen im Bereich Fuels & Feedstock werden 2023 voraussichtlich rund EUR 1,0 Mrd betragen (2022: EUR 0,8 Mrd).

Energy

  • ▸ Die OMV erwartet für das Jahr 2023 eine Gesamtproduktion von rund 360 kboe/d (2022: 392 kboe/d). Die Verringerung ergibt sich aus dem Wegfall der russischen Mengen und dem natürlichen Förderrückgang, insbesondere in Norwegen und Rumänien.
  • ▸ Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 1,6 Mrd belaufen (2022: EUR 1,4 Mrd).
  • ▸ Für 2023 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) zwischen EUR 200 Mio und EUR 250 Mio prognostiziert (2022: EUR 202 Mio).

1 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

Geschäftsbereiche

Chemicals & Materials

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ1 1–6/23 1–6/22 Δ
135 222 737 –82% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten und Abschreibungen,
Firmenwertabschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen
357 1.452 –75%
7 94 602 –99% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 101 1.187 –92%
–58 76 412 n.m. davon Borealis exklusive JVs 18 881 –98%
29 1 159 –82% davon Borealis JVs2 30 223 –86%
–89 –19 639 n.m. Sondereffekte –108 616 n.m.
–83 76 1.242 n.m. Operatives Ergebnis –7 1.803 n.m.
322 272 262 23% Investitionen3 594 1.144 –48%
Operative Kennzahlen
567 485 663 –14% Ethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 524 546 –4%
459 381 673 –32% Propylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 419 559 –25%
320 348 442 –28% Polyethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 334 440 –24%
372 395 543 –32% Polypropylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 383 595 –36%

83 92 56 26 Steamcracker-Auslastungsgrad Europa in % 87 76 11 1,36 1,41 1,45 –7% Verkaufsmenge Polyolefine in Mio t 2,77 2,92 –5% 0,41 0,44 0,45 –9% davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs in Mio t 0,85 0,89 –5% 0,45 0,49 0,48 –4% davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs in Mio t 0,94 1,00 –6% 0,31 0,26 0,32 –2% davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs in Mio t4 0,57 0,62 –9% 0,18 0,22 0,21 –15% davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs in Mio t4 0,41 0,41 –1%

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals der Borouge PLC am 3. Juni 2022 hält Borealis 36% an der Borouge PLC, wodurch sich die finanziellen und operativen Beiträge ab dem Zeitpunkt des Börsengangs verringern.

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

2 OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen

3 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

4 Anteilige Mengen der at-equity konsolidierten Unternehmen

Zweites Quartal 2023 (Q2/23) im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 (Q2/22)

  • ▸ Das operative Ergebnis vor Sondereffekten verschlechterte sich merklich auf EUR 7 Mio. Ursächlich dafür waren eine Abschwächung des Chemiesektors, die zu signifikant negativen Lagerbewertungseffekten als auch schwächeren europäischen Margen und Verkaufsmengen führte, sowie ein negativer Beitrag des Stickstoffgeschäfts und ein wesentlich geringerer Beitrag der Borealis JVs.
  • ▸ Der Beitrag der Borealis JVs ging infolge eines sich abschwächenden Marktumfelds in Asien und eines negativen Ergebnisbeitrags von Baystar deutlich zurück. Zusätzlich wirkte sich die verringerte Beteiligung an Borouge nach dem erfolgreichen Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals des Unternehmens am 3. Juni 2022 auf die finanziellen und operativen Beiträge aus.
  • ▸ Der Beitrag des Stickstoffgeschäfts fiel bedingt durch niedrigere Margen und negative Lagerbewertungseffekte mit EUR –35 Mio negativ aus, ein deutlicher Rückgang von rund EUR –150 Mio gegenüber dem außergewöhnlich hohen Niveau in Q2/22.

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten erfuhr einen starken Rückgang auf EUR 7 Mio (Q2/22: EUR 602 Mio). Dies war hauptsächlich die Folge signifikant negativer Lagerbewertungseffekte, eines starken Rückgangs der Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen, eines negativen Ergebnisbeitrags des Stickstoffgeschäfts, eines geringeren Beitrags der Borealis JVs und niedrigerer Verkaufsmengen in Europa.

Das Ergebnis des OMV Basischemikaliengeschäfts sank im Vergleich zu Q2/22 hauptsächlich aufgrund schwächerer Olefin-Referenzmargen in Europa. Die Ethylen-Referenzmarge Europa ging um 14% auf EUR 567/t (Q2/22: EUR 663/t) zurück, während sich die Propylen-Referenzmarge Europa um 32% auf EUR 459/t verringerte (Q2/22: EUR 673/t). Beide Referenzmargen litten unter den Auswirkungen einer schwachen Nachfrage und des Importdrucks, während nachlassende Naphtha-Preise eine gewisse Unterstützung boten.

Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, stieg in Q2/23 um 26 Prozentpunkte auf 83% (Q2/22: 56%). Während Q2/22 durch die geplante Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund und die reduzierte Auslastung des Steamcrackers in Schwechat geprägt war, fand in Q2/23 die geplante Generalüberholung der petrochemischen Anlagen in Schwechat statt.

Der Beitrag von Borealis exklusive JVs verringerte sich deutlich auf EUR –58 Mio (Q2/22: EUR 412 Mio). Der Rückgang war hauptsächlich die Folge von negativen Lagerbewertungseffekten, schwächeren Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen, eines negativen Beitrags aus dem Stickstoffgeschäft, der um rund EUR 150 Mio niedriger war als in Q2/22, sowie geringerer Verkaufsmengen in Europa. Die Lagerbewertungseffekte, exklusive des Stickstoffgeschäfts, fielen im Vergleich zu Q2/22 um rund EUR 200 Mio niedriger aus und beeinflussten das Ergebnis negativ. Der Beitrag aus dem Basischemikaliengeschäft verringerte sich, da niedrigere Olefin-Referenzmargen in Europa und niedrigere Lagerbewertungseffekte durch einen höheren Auslastungsgrad des Steamcrackers in Stenungsund und einen größeren Vorteil bei der Verarbeitung von leichten Rohstoffen nicht vollständig kompensiert werden konnten. Der Beitrag des Polyolefingeschäfts ging deutlich zurück. Ursächlich dafür waren hauptsächlich signifikant niedrigere Lagerbewertungseffekte, der starke Rückgang der Polyolefin-Referenzmargen in Europa sowie niedrigere Verkaufsmengen an Polyolefinen in Europa. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa sank um 28% auf EUR 320/t (Q2/22: EUR 442/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 32% auf EUR 372/t fiel (Q2/22: EUR 543/t). Die Polyolefin-Referenzmargen litten in Q2/23 weiterhin unter der rückläufigen Nachfrage aufgrund des Inflationsdrucks auf Kunden und der weltweiten Konjunkturabkühlung. Die erhöhte Verfügbarkeit importierter Mengen verstärkte diese Effekte. In der Folge gingen die realisierten Margen im Standardgeschäft deutlich zurück. Im Gegensatz dazu blieben die realisierten Margen im Specialty-Geschäft stabil und lieferten einen beständigen Ergebnisbeitrag. Die Verkaufsmenge an Polyethylen exklusive JVs sank um 9% im Vergleich zu Q2/22, während die Verkaufsmenge an Polypropylen exklusive JVs um 4% zurückging. Der Rückgang der Verkaufsmengen war hauptsächlich auf eine geringere Nachfrage infolge der vorsichtigen europäischen Kaufstimmung zurückzuführen und betraf vor allem die Verkaufsmengen im Konsumgüter-, Energie- und Infrastruktursektor, während die Mengen im Mobilitätssektor im Vergleich zu Q2/22 anstiegen. Das Stickstoffgeschäft verzeichnete in Q2/23 einen negativen Ergebnisbeitrag von EUR –35 Mio und lag damit deutlich unter dem Ergebnisbeitrag von Q2/22. Ursächlich dafür waren ein schwaches Marktumfeld, das zu niedrigeren Margen führte, sowie negative Lagerbewertungseffekte.

Der Beitrag der Borealis JVs, ausgewiesen als der OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, sank in Q2/23 signifikant auf EUR 29 Mio (Q2/22: EUR 159 Mio), hauptsächlich aufgrund eines niedrigeren Beitrags von Borouge und eines negativen Beitrags von Baystar. Die Polyethylen-Verkaufsmenge der JVs verringerte sich um 2%, während die Polypropylen-Verkaufsmenge der JVs um 15% zurückging. Die Ergebnisse von Borouge sanken aufgrund eines schwächeren Marktumfelds in Asien. Zusätzlich führte die reduzierte Beteiligung der OMV an Borouge infolge des erfolgreichen Börsengangs von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals von Borouge am 3. Juni 2022 zu einem verglichen mit Q2/22 geringeren finanziellen Beitrag. Das Preisumfeld in Asien schwächte sich im Vergleich zu Q2/22 ab, da die erwartete Erholung der asiatischen Nachfrage ausblieb und neue Polyolefin-Produktionskapazitäten in Betrieb genommen wurden. Verglichen mit Q2/22 sanken die Verkaufsmengen bei Borouge hauptsächlich infolge der reduzierten Beteiligung an Borouge. Der Ethancracker von Baystar verzeichnete in Q2/23 aufgrund operativer Herausforderungen einen niedrigen Auslastungsgrad. Ein schwaches Marktumfeld in Verbindung mit gestiegen Kosten aufgrund der planmäßigen Abschreibung des Crackers und der höheren Zinsaufwendungen führte zu einem negativen Ergebnisbeitrag von Baystar.

Die Netto-Sondereffekte von EUR –89 Mio (Q2/22: EUR 639 Mio) waren hauptsächlich durch eine Wertminderung des Stickstoffgeschäfts von Borealis bedingt. Die Netto-Sondereffekte in Q2/22 ergaben sich insbesondere aus dem erfolgreichen Börsengang eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung führte, und einer Wertaufholung des Stickstoffgeschäfts von Borealis. Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials sank auf EUR –83 Mio, verglichen mit EUR 1.242 Mio in Q2/22.

Die Investitionen in Chemicals & Materials stiegen in Q2/23 auf EUR 322 Mio (Q2/22: EUR 262 Mio). Organische Investitionen in Q2/23 fanden neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der geplanten Generalüberholung der Anlagen in Schwechat, der Errichtung der neuen PDH-Anlage in Belgien durch Borealis sowie der ReOil®-Anlage in Österreich statt.

Jänner bis Juni 2023 (1–6/23) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2022 (1–6/22)

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten verschlechterte sich in 1–6/23 auf EUR 101 Mio (1–6/22: EUR 1.187 Mio). Ursächlich dafür waren im Wesentlichen deutlich negative Lagerbewertungseffekte, ein negativer Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft, ein starker Rückgang der Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen sowie ein geringerer Beitrag der Borealis JVs.

Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts verringerte sich aufgrund gesunkener Olefin-Referenzmargen. Die Ethylen-Referenzmarge Europa sank um 4% auf EUR 524/t (1–6/22: EUR 546/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa um 25% auf EUR 419/t zurückging (1–6/22: EUR 559/t). In 1–6/23 belastete die schwächere Nachfrage die Olefin-Kontraktpreise, während insbesondere die Propylen-Kontraktpreise unter starkem Druck von Importen standen. Schwächere Naphtha-Preise unterstützten die Olefin-Referenzmargen leicht.

Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, stieg um 11 Prozentpunkte auf 87% (1–6/22: 76%). Während 1–6/22 durch die geplante Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund und die reduzierte Auslastung des Steamcrackers in Schwechat geprägt war, wurde 1–6/23 durch die Auswirkungen der geplanten Generalüberholung der petrochemischen Anlagen in Schwechat beeinflusst.

Der Beitrag von Borealis exklusive JVs war in 1–6/23 mit EUR 18 Mio signifikant geringer (1–6/22: EUR 881 Mio). Ausschlaggebend für diesen starken Rückgang waren negative Lagerbewertungseffekte, schwächere Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen, ein negativer Beitrag des Stickstoffgeschäfts, der rund EUR 280 Mio niedriger als in 1–6/22 war, sowie gesunkene Polyolefin-Verkaufsmengen in Europa. Die Lagerbewertungseffekte, exklusive des Stickstoffgeschäfts, fielen im Vergleich zu 1–6/22 um rund EUR 320 Mio niedriger aus und beeinflussten das Ergebnis negativ. Das Basischemikaliengeschäft von Borealis verzeichnete infolge schwächerer Olefin-Referenzmargen und negativer Lagerbewertungseffekte einen Rückgang. Ein höherer Auslastungsgrad des Steamcrackers in Stenungsund sowie der größere Vorteil bei der Verarbeitung von leichten Rohstoffen wirkten dem etwas entgegen. Das Polyolefingeschäft verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Ursächlich dafür waren erheblich niedrigere Lagerbewertungseffekte, der starke Rückgang der Polyolefin-Referenzmargen sowie niedrigere Verkaufsmengen an Polyolefinen in Europa. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa sank um 24% auf EUR 334/t (1–6/22: EUR 440/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 36% auf EUR 383/t sank (1–6/22: EUR 595/t). Die Polyolefin-Referenzmargen gingen in 1–6/23 aufgrund der weltweiten Konjunkturabschwächung und des Inflationsdrucks auf Kunden zurück. Zusätzlich verstärkte die erhöhte Verfügbarkeit nach Europa importierter Mengen den Margendruck. In der Folge gingen die realisierten Margen im Standardgeschäft deutlich zurück. Im Gegensatz dazu stiegen die realisierten Margen im Specialty-Geschäft etwas an, was das Ergebnis stützte. Verglichen mit 1–6/22 sank die Verkaufsmenge an Polyethylen um 5% und die Verkaufsmenge an Polypropylen um 6%. Die Verringerung der Verkaufsmengen war insbesondere auf den Konsumgüter-, Infrastruktur- und Healthcare-Sektor zurückzuführen, während sich der Sektor Mobilität leicht verbesserte. Der Ergebnisbeitrag des Stickstoffgeschäfts war mit EUR –30 Mio in 1–6/23 negativ und lag deutlich unter dem von 1–6/22. Zu den Gründen hierfür gehörten ein schwaches Marktumfeld, das zu geringeren Margen und Verkäufen führte, sowie negative Lagerbewertungseffekte.

Der Beitrag der Borealis JVs, ausgewiesen als der OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, sank in 1–6/23 auf EUR 30 Mio (1–6/22: EUR 223 Mio) aufgrund eines niedrigeren Beitrags von Borouge und des negativen Beitrags von Baystar. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs verringerten sich um 9% verglichen mit 1–6/22, während sich die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 1% abschwächten. Die Ergebnisse von Borouge sanken infolge des schwächeres Marktumfelds in Asien. Zusätzlich führte die reduzierte Beteiligung der OMV an Borouge infolge des erfolgreichen Börsengangs von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals von Borouge am 3. Juni 2022 zu einem verglichen mit 1–6/22 geringeren finanziellen Beitrag. Das Preisumfeld in Asien schwächte sich im Vergleich zu 1–6/22 ab, da neue Polyolefin-Produktionskapazitäten in Betrieb genommen wurden und die erwartete Erholung der asiatischen Nachfrage ausblieb. In 1–6/23 gingen die Verkaufsmengen von Borouge hauptsächlich infolge der reduzierten Beteiligung an Borouge zurück. Weiters führte die geplante Generalüberholung von Borouge 2, die Mitte März erfolgreich abgeschlossen wurde, zu geringeren Verkaufsmengen. Die vollständige Inbetriebnahme der neuen PP5-Polypropylenanlage, die in Q1/22 in Betrieb genommen wurde, konnte dies nur teilweise ausgleichen. Der Ethancracker von Baystar verzeichnete aufgrund des durch den starken Frost im Dezember 2022 bedingten Stillstands sowie operativer Herausforderungen, die in 1–6/23 anhielten, einen niedrigen Auslastungsgrad. Ein schwaches Marktumfeld in Verbindung mit gestiegen Kosten aufgrund der planmäßigen Abschreibung des Crackers und der höheren Zinsaufwendungen führte zu einem negativen Ergebnisbeitrag von Baystar.

Die Netto-Sondereffekte von EUR –108 Mio (1–6/22: EUR 616 Mio) waren hauptsächlich durch eine Wertminderung des Stickstoffgeschäfts von Borealis bedingt. Die Netto-Sondereffekte in 1–6/22 ergaben sich insbesondere aus dem erfolgreichen Börsengang eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung führte, und einer Wertaufholung des Stickstoffgeschäfts von Borealis. Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials sank auf EUR –7 Mio, verglichen mit EUR 1.803 Mio in 1–6/22.

Die Investitionen in Chemicals & Materials sanken auf EUR 594 Mio (1–6/22: EUR 1.144 Mio). In 1–6/22 beinhalteten die Investitionen eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd und nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd im Zuge der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis. Organische Investitionen in 1–6/23 fanden neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der geplanten Generalüberholung der Anlagen in Schwechat, der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis und der Errichtung der ReOil®-Anlage in Österreich statt.

Fuels & Feedstock

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ1 1–6/23 1–6/22 Δ
384 683 684 –44% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten und Abschreibungen, 1.066 984 8%
Firmenwertabschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen2
283 581 578 –51% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 865 788 10%
96 108 112 –14% davon ADNOC Refining & Trading3 204 132 55%
191 9 463 –59% Sondereffekte 200 438 –54%
–51 –164 196 n.m. CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)2 –215 630 n.m.
422 427 1.237 –66% Operatives Ergebnis 849 1.856 –54%
316 186 172 84% Investitionen4 502 301 67%
Operative Kennzahlen
7,59 14,81 20,46 –63% OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa basierend auf Brent in 11,31 13,45 –16%
USD/bbl5, 6
73 93 58 15 Raffinerie-Auslastungsgrad Europa in % 83 76 7
4,02 3,71 3,82 5% Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa in Mio t 7,72 7,47 3%
1,48 1,30 1,56 –5% davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t 2,78 3,08 –10%

Hinweis: Mit Q1/23 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter "Gas Marketing & Power" ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt.

2 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu unter der Tabelle "Sondereffekte und CCS Effekte"

3 OMV Anteil am CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen

4 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

5 Ab Q2/22 berücksichtigt die Raffinerie-Referenzmarge die Änderung des Rohöl-Referenzpreises von Urals auf Brent bei der OMV Petrom.

6 Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffineriemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und anderen

Betriebsbedingungen von der OMV Raffinerie-Referenzmarge abweichen.

Zweites Quartal 2023 (Q2/23) im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 (Q2/22)

  • ▸ Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich auf EUR 283 Mio. Ursächlich dafür waren deutlich schwächere Raffinerie-Referenzmargen in Europa und im Mittleren Osten. Niedrigere Betriebskosten sowie bessere Retail- und Commercial-Margen konnten den negativen Einfluss der Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi sowie einen inflationsbedingten Anstieg der Fixkosten nur zum Teil ausgleichen.
  • ▸ ADNOC Refining & ADNOC Global Trading lieferten einen leicht rückläufigen, aber immer noch starken Ergebnisbeitrag, hauptsächlich aufgrund geringerer Raffineriemargen im Vergleich zu den außergewöhnlich hohen Werten des Vorjahresquartals. Dies wurde nur zum Teil durch eine teilweise Reduzierung einer Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen kompensiert.

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich auf EUR 283 Mio (Q2/22: EUR 578 Mio). Dieser Rückgang war hauptsächlich den deutlich geringeren Raffinerie-Referenzmargen in Europa und im Mittleren Osten geschuldet. Die Ergebnisse wurden durch die negativen Auswirkungen auf die Produktion infolge der Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi, durch inflationsbedingt höhere Fixkosten und einen etwas geringeren Ergebnisbeitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading beeinflusst. Dies wurde teilweise durch verbesserte Ergebnisse im Retail- und Commercial-Geschäft, hauptsächlich infolge höherer Margen, ausgeglichen.

Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa sank im Vergleich zum außergewöhnlich hohen Wert des Vorjahresquartals deutlich auf USD 7,6/bbl (Q2/22: USD 20,5/bbl), hauptsächlich aufgrund von geringeren Margen für Mitteldestillate und Benzin. Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien verbesserte sich in Q2/23 auf 73% (Q2/22: 58%), und das trotz der Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi. In Q2/22 hatten die Generalüberholung und der Vorfall in der Raffinerie Schwechat den Auslastungsgrad beeinflusst. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa stiegen trotz der Veräußerung des deutschen Tankstellengeschäfts im Mai 2022 um 5% auf 4,0 Mio t an. Ursächlich dafür waren höhere Verkaufsmengen aus dem Commercial-Geschäft. Das Retail-Geschäft lieferte aufgrund höherer Kraftstoffmargen einen deutlich gestiegenen Ergebnisbeitrag, da die Margen in Q2/22 durch Preisregulierungen negativ beeinträchtigt waren. Ein verbessertes Ergebnis im Non-Fuel-Geschäft konnte das Ergebnis zusätzlich unterstützen. Dies wurde teilweise durch den fehlenden Ergebnisbeitrag aus dem verkauften deutschen Tankstellengeschäft kompensiert. Der Ergebnisbeitrag des Commercial-Geschäfts konnte sich deutlich verbessern. Dies ist auf gestiegene Margen infolge von höheren erzielten Terminpreisen sowie eine Steigerung der Verkaufsmengen aufgrund einer stärkeren Nachfrage und eines Aufschwungs des Luftfahrtsektors zurückzuführen.

Der Beitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading, ausgewiesen als der OMV Anteil am CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, war mit EUR 96 Mio (Q2/22: EUR 112 Mio) leicht rückläufig, aber immer noch beträchtlich. Ursächlich dafür waren niedrigere Raffineriemargen im Vergleich zu den außergewöhnlich hohen Werten des Vorjahresquartals. Dies wurde nur zum Teil durch eine teilweise Reduzierung einer Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen kompensiert.

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 191 Mio (Q2/22: EUR 463 Mio), hauptsächlich bedingt durch den Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien im Juni 2023. Dies wurde teilweise durch Verluste aus Rohstoffderivaten kompensiert. Die Netto-Sondereffekte des Vorjahresquartals wurden durch den Verkauf des deutschen Tankstellengeschäfts beeinflusst. In Q2/23 wurden CCS Effekte von EUR –51 Mio infolge sinkender Rohölpreise während des Quartals erfasst. Das Operative Ergebnis im Bereich Fuels & Feedstock sank deutlich auf EUR 422 Mio (Q2/22: EUR 1.237 Mio).

Die Investitionen in Fuels & Feedstock beliefen sich auf EUR 316 Mio (Q2/22: EUR 172 Mio). Organische Investitionen in Q2/23 betrafen im Wesentlichen Investitionen in die europäischen Raffinerien. Der Anstieg der Investitionen in Q2/23 ist hauptsächlich auf Generalüberholungen und die Kosteninflation zurückzuführen.

Jänner bis Juni 2023 (1–6/23) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2022 (1–6/22)

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf EUR 865 Mio an (1–6/22: EUR 788 Mio). Ursächlich dafür waren ein deutlich höherer Ergebnisbeitrag des Retail- und Commercial-Geschäfts sowie ein besseres Ergebnis von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading. Sinkende Raffinerie-Referenzmargen, negative Auswirkungen auf die Produktion und höhere Kosten aufgrund der Generalüberholung und von Wartungsarbeiten sowie infolge der Kosteninflation konnten dies nur teilweise ausgleichen.

Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa sank bedingt durch niedrigere Margen für Mitteldestillate und Benzin auf USD 11,3/bbl (1–6/22: USD 13,4/bbl). Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien stieg in 1–6/23 um 7 Prozentpunkte auf 83% an (1–6/22: 76%), da das erste Halbjahr 2022 durch die Generalüberholung und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat beeinflusst war. Aufgrund der Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi reduzierte sich der Auslastungsgrad in Q2/23. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa stiegen leicht um 3% auf 7,7 Mio t an, hauptsächlich bedingt durch höhere Verkaufsmengen aus dem Commercial-Geschäft. Dies wurde teilweise durch geringere Kraftstoffverkaufsmengen aufgrund des fehlenden Beitrags aus dem veräußerten deutschen Tankstellengeschäft kompensiert. Das Retail-Geschäft lieferte hauptsächlich aufgrund höherer Kraftstoffmargen einen deutlich gestiegenen Ergebnisbeitrag, da das erste Halbjahr des Vorjahres durch Preisregulierungen negativ beeinträchtigt war. Eine verbessertes Ergebnis im Non-Fuel-Geschäft konnte das Ergebnis zusätzlich unterstützen. Dies wurde nur teilweise durch höhere Fixkosten sowie geringere Kraftstoffverkaufsmengen kompensiert. Der Ergebnisbeitrag des Commercial-Geschäfts konnte sich deutlich verbessern. Dies ist hauptsächlich auf gestiegene Margen infolge von höheren erzielten Terminpreisen sowie eine Steigerung der Verkaufsmengen aufgrund einer stärkeren Nachfrage und eines Aufschwungs des Luftfahrtsektors zurückzuführen.

Der Beitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten in 1–6/23 stieg auf EUR 204 Mio an (1–6/22: EUR 132 Mio), hauptsächlich aufgrund einer soliden operativen Leistung bei ADNOC Refining. Zusätzlich wirkte sich eine teilweise Reduzierung einer Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen unterstützend auf das Ergebnis aus.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 200 Mio (1–6/22: EUR 438 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch den Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien im Juni 2023. Die Netto-Sondereffekte in 1–6/22 standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf der deutschen Tankstellen. Als Folge eines Rückgangs der Rohölpreise wurden CCS Effekte von EUR –215 Mio in 1–6/23 erfasst. Folglich ging das Operative Ergebnis im Bereich Fuels & Feedstock auf EUR 849 Mio zurück (1–6/22: EUR 1.856 Mio).

Die Investitionen in Fuels & Feedstock beliefen sich auf EUR 502 Mio (1–6/22: EUR 301 Mio). Organische Investitionen in 1–6/23 betrafen im Wesentlichen die europäischen Raffinerien. Der Anstieg der Investitionen in 1–6/23 ist vor allem auf Generalüberholungen sowie auf die Kosteninflation zurückzuführen.

Energy
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22 Δ%
1.257 1.881 3.138 4.446 –29
895 1.479 1.784 –50 Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2.374 3.700 –36
132 358 49 169 davon Gas Marketing & Power2 491 253 94
10 –524 –551 n.m. Sondereffekte –514 –393 –31
905 956 1.233 –27 Operatives Ergebnis 1.860 3.306 –44
394 347 351 12 Investitionen3 741 657 13
53 91 –6 Explorationsausgaben 144 74 94
27 57
43
78
–66 Explorationsaufwendungen
88 –20
9,89 9,25
8,26
20 Produktionskosten in USD/boe
23
Operative Kennzahlen
353 376 345 2 Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen in kboe/d 365 400 –9
190 197 175 8 davon Rohöl- und NGL-Produktion in kboe/d 193 185 5
163 179 170 –4 davon Erdgasproduktion in kboe/d4 171 216 –21
17,3 17,7 15,9 8 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 35,0 33,4 5
86,0 93,6 89,2 –4 Erdgasproduktion in bcf4 179,6 227,5 –21
324 360 314 3 Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen in kboe/d 342 382 –11
177 199 164 8 davon Rohöl- und NGL-Verkaufsmenge in kboe/d 188 187 0
147 161 151 –3 davon Erdgas-Verkaufsmenge in kboe/d4 154 195 –21
78,05 81,17 113,93 –31 Durchschnittlicher Brent-Preis in USD/bbl 79,66 107,94 –26
74,78 77,99 106,86 –30 Durchschnittlich realisierter Rohölpreis in USD/bbl5, 6 76,48 97,62 –22
9,52 11,53 18,38 –48 Durchschnittlich realisierter Erdgaspreis in USD/1.000 cf4, 5 10,56 15,08 –30
28,52 35,13 56,54 –50 Durchschnittlich realisierter Erdgaspreis in EUR/MWh4, 5, 7 31,96 45,10 –29
1,089 1,073
1,065
2 Durchschnittlicher EUR-USD-Wechselkurs
1,093 –1

Hinweis: Mit Q1/23 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter "Gas Marketing & Power" ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

2 Umfasst Gas & Power Osteuropa und Gas Marketing Westeuropa

3 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

4 Berücksichtigt nicht Gas Marketing & Power

5 Die durchschnittlich realisierten Preise beinhalten Hedging-Effekte.

6 Ab Q2/22 basiert der Transferpreis der OMV Petrom zwischen dem Energy-Segment und dem F&F-Segment auf Brent statt auf Urals. Bisherige Werte wurden nicht angepasst. 7 Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter Verwendung eines einheitlichen Brennwerts von 10,8 MWh pro 1.000 Kubikmeter Erdgas über das ganze Portfolio in MWh umgerechnet.

Zweites Quartal 2023 (Q2/23) im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 (Q2/22)

  • ▸ Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank auf EUR 895 Mio, hauptsächlich aufgrund niedrigerer Öl- und Gaspreise.
  • ▸ Das Ergebnis von Gas Marketing & Power stieg auf EUR 132 Mio an im Wesentlichen dank verbesserter Beiträge des Handels- und des LNG-Geschäfts, die teilweise durch geringere Gasmargen im Osten ausgeglichen wurden.
  • ▸ Die E&P-Produktion stieg um 8 kboe/d auf 353 kboe/d, hauptsächlich dank neuer Sonden in Neuseeland und der aufgrund höherer Gewalt niedrigeren Produktion in Libyen in Q2/22.

In Q2/23 fiel das Operative Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 1.784 Mio in Q2/22 auf EUR 895 Mio, primär wegen substanziell geringerer Rohstoffpreise. Netto-Markteffekte verringerten die Einkünfte um EUR 866 Mio, was hauptsächlich mit dem Rückgang der Rohstoffpreise sowohl für Rohöl als auch für Erdgas zu begründen war. Gas Marketing & Power verzeichnete einen Ergebniszuwachs auf EUR 132 Mio, insbesondere durch die verbesserten Beiträge des Handels- und des LNG-Geschäfts. Das Ergebnis in Q2/22 war durch Hedging-Verluste, ausgelöst durch die Volatilität bei der Erdgasversorgung aus Russland, negativ beeinflusst. In Rumänien war der Beitrag von Gas & Power verringert, da niedrigere Gas-Margen nur zum Teil von einem verbesserten Stromergebnis, infolge der Auflösung einer Rückstellung, kompensiert werden konnten.

In Q2/23 beliefen sich die Netto-Sondereffekte auf EUR 10 Mio (Q2/22: EUR –551 Mio) und bestanden großteils aus positiven Lagerbewertungseffekten. In Q2/22 waren die Netto-Sondereffekte in Verbindung mit den Bewertungseffekten von Rohstoffderivaten im Gas Marketing & Power Geschäft und zu einem geringeren Ausmaß mit Wertberichtigungen bei einer Reihe von Vermögenswerten gestanden. Das Operative Ergebnis fiel auf EUR 905 Mio (Q2/22: EUR 1.233 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen auf USD 9,9/boe an (Q2/22: USD 8,3/boe), hauptsächlich aufgrund eines positiven Einmaleffekts verbunden mit einer Steuerprüfung bei der OMV Petrom in Q2/22 und infolge der allgemeinen Preissteigerung.

Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen stieg um 8 kboe/d auf 353 kboe/d an. Die Hauptgründe für diese Verbesserung waren die Inbetriebnahme neuer Sonden in Neuseeland und der Umstand, dass die Produktion in Libyen in Q2/22 aufgrund höherer Gewalt beeinträchtigt war. Natürliche Förderrückgänge und Wartungsstillstände in Rumänien und Norwegen waren die wichtigsten Gegenbewegungen. Aufgrund der erwähnten gestiegenen Förderung in Neuseeland und Libyen erhöhte sich die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen auf 324 kboe/d (Q2/22: 314 kboe/d); limitierend wirkten sich diesbezüglich der natürliche Förderrückgang in Rumänien sowie Wartungsstillstände in Norwegen aus.

Der Ölpreis-Benchmark Brent stand zu Beginn des Quartals am höchsten und lag fast den ganzen April hinweg bei über USD 80/bbl. Grund dafür war hauptsächlich die Anfang des Monats erfolgte Ankündigung der OPEC+, die Förderung ab Anfang Mai zu kürzen. Zunehmende Zweifel an der Erholung der Nachfrage aus China führten gegen Ende April zu einem Rückgang des Ölpreises, woraufhin Brent Anfang Mai einen Tiefstand von knapp über USD 70/bbl erreichte. Auch für den Rest des Quartals waren Nachfragesorgen dominierend, wobei Brent bis Ende Juni um die USD 75/bbl schwankte. Im Vergleich zum ersten Quartal 2023 fiel der durchschnittliche Brent-Preis um 4% auf einen Schnitt von USD 78,1/bbl. Im Jahresvergleich verringerte sich der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns um 30% und damit in einem ähnlichen Ausmaß wie die Entwicklung des Brent-Preises. Was das Erdgas betrifft, fielen die europäischen Spot-Preise im Laufe des Quartals um über 20%. Die schwache Nachfrage und starke LNG-Einfuhren ließen die Preise in den ersten beiden Monaten des Quartals sinken. Im Juni erholten sich die Preise an den europäischen Handelsplätzen aufgrund der Wartungsstillstände in Norwegen. Die Füllstände der europäischen Erdgasspeicher waren ungewöhnlich hoch. Im Schnitt waren die europäischen Erdgaspreise in Q2/23 im Vergleich zu Q1/23 um über 30% und verglichen mit Q2/22 um über 60% niedriger. Der Rückgang des durchschnittlich realisierten Erdgaspreises in EUR/MWh der OMV war bei Weitem weniger stark ausgeprägt als jener der europäischen Richtpreise. Dies ist dem internationalen Portfolio der OMV zu verdanken.

Die Investitionen inklusive aktivierter E&A-Ausgaben stiegen in Q2/23 von EUR 351 Mio auf EUR 394 Mio an, wobei die organischen Investitionen vorwiegend Projekte in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten betrafen. Die Explorationsausgaben sanken Q2/23 geringfügig auf EUR 53 Mio und waren hauptsächlich mit Aktivitäten in Österreich und bei der SapuraOMV verbunden.

Jänner bis Juni 2023 (1–6/23) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2022 (1–6/22)

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten fiel 1–6/23 auf EUR 2.374 Mio (1–6/22: EUR 3.700 Mio), primär wegen negativer Markteffekte im Ausmaß von EUR 1.256 Mio als Konsequenz substanziell geringerer Öl- und Gaspreise. Darüber hinaus beeinflussten negative operative Effekte, hervorgerufen durch den in der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten begründeten fehlenden Beitrag der Aktivitäten in Russland, die Ergebnisse. Das Ergebnis von Gas Marketing & Power erhöhte sich signifikant auf EUR 491 Mio. Die Verkaufsmengen gingen im Vergleich zur Förderrate etwas stärker zurück, was auf die geringeren Erdgasverkaufsmengen in Norwegen und Rumänien zurückzuführen ist. Das Ergebnis von Gas Marketing & Power konnte sich dank des sehr guten Speichergeschäfts in Q1/23 und eines starken LNG-Beitrags beinah verdoppeln. Dem standen zu einem nur geringen Grad Verluste gegenüber, die durch die bis Ende Jänner andauernde Volatilität bei den Erdgaslieferungen aus Russland entstanden waren. In Rumänien war das Ergebnis von Gas & Power aufgrund geringerer Gas-Margen geringer. Teilweise kompensiert wurde dies durch ein besseres Ergebnis des Speichergeschäfts und ein aufgrund der Auflösung einer Rückstellung höheres Stromergebnis.

Die in 1–6/23 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR –514 Mio (1–6/22: EUR –393 Mio), wobei der Großteil davon durch Bewertungseffekte der Rohstoffderivate im Erdgasgeschäft entstand, die teilweise durch positive Lagerbewertungseffekte kompensiert wurden. Das Operative Ergebnis erreichte EUR 1.860 Mio (1–6/22: EUR 3.306 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen in 1–6/23 auf USD 9,6/boe (1–6/22: USD 7,8/boe). Die Hauptgründe dafür waren die Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022, ein positiver Einmaleffekt verbunden mit einer Steuerprüfung bei der OMV Petrom in Q2/22 und die allgemeine Preissteigerung.

Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen fiel um 36 kboe/d auf 365 kboe/d, vor allem aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022. Ein natürlicher Förderrückgang und Förderstillstände in Norwegen und Rumänien wirkten sich negativ auf die Förderung aus. Die Produktion stieg in Neuseeland nach der Inbetriebnahme neuer Produktionssonden, ebenso in Libyen, wo die Förderung im ersten Halbjahr 2022 aufgrund höherer Gewalt beeinträchtigt war, und auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach der Zurücknahme von OPEC+-Förderbeschränkungen.

Die Gesamtverkaufsmenge ging in einem stärkeren Ausmaß als die Fördermengen auf 342 kboe/d zurück (1–6/22: 382 kboe/d). Die Abweichung zwischen produzierter und verkaufter Menge lässt sich durch geringere Erdgasverkaufsmengen in Norwegen erklären.

Der durchschnittliche Brent-Preis erreichte in 1–6/23 USD 79,7/bbl, ein Rückgang um 26% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns sank um 22%, wurde jedoch durch eine Änderung der Transferpreisberechnung für die rumänische Rohölproduktion unterstützt. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR/MWh verringerte sich um 29% auf EUR 31,96/MWh.

Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden 1–6/23 auf EUR 741 Mio gesteigert (1–6/22: EUR 657 Mio), eine Erholung von dem durch Sparmaßnahmen beeinträchtigten Niveau des Vorjahres. Organische Investitionen wurden in 1–6/23 vorwiegend für Projekte in Rumänien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Norwegen getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Malaysia, Rumänien und Österreich bezogen, beliefen sich 1–6/23 auf EUR 144 Mio, und waren damit gegenüber 1–6/22 auf einem fast doppelt so hohen Niveau.

Konzernzwischenabschluss (verkürzt, ungeprüft)

Gewinn- und Verlustrechnung (ungeprüft)

Q1/23
10.964
157
Q2/22 14.793 Umsatzerlöse 1–6/23 1–6/22
19.947 30.621
514 993
212 567
11.210 20.673 32.181
–7.010 –12.562 –18.843
–1.045 –2.016 –1.940
–290 –508 –885
–610 –1.269 –1.028
–721 –1.440 –1.308
–43 –70 –88
–111 –197 –1.249
1.378 2.611 6.840
0 6 6
124 249 91
–102 –195 –206
–27 –59 –947
–5 1 –1.056
1.373 2.611 5.783
–402
1.373 2.210 5.783
–781 –1.292 –2.415
592 918 3.368
390 1.947 davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 770 2.493
18 18 davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 36 35
185 548 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 113 840
1,19 2,35 7,63
1,19 2,35 7,62
9.463
–5.552
–971
–218
–659
–719
–27
–85
1.233
5
125
–92
–33
5
1.238
–402
837
–511
326
380
18
–72
1,16
1,16
124
88
356 902 Sonstige betriebliche Erträge
354 Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen
16.049 Summe Erlöse und sonstige Erträge
–9.812 Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)
–875 Produktions- und operative Aufwendungen
–409 Produktionsbezogene Steuern
–425 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen
–645 Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen
–78 Explorationsaufwendungen
–128 Sonstige betriebliche Aufwendungen
3.676 Operatives Ergebnis
6 Dividendenerträge
46 Zinserträge
–111 Zinsaufwendungen
46 Sonstiges Finanzergebnis1
–14 Finanzerfolg
3.662 Ergebnis vor Steuern und vor Solidaritätsbeitrag
— Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl
3.662 Ergebnis vor Steuern
–1.150 Steuern vom Einkommen und Ertrag
2.513 Periodenüberschuss
5,96 Ergebnis je Aktie in EUR
5,95 Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR

1 Enthält in 1–6/22 Wertminderungen in Höhe von EUR 1.004 Mio im Zusammenhang mit Finanzierungsvereinbarungen für Nord Stream 2

Gesamtergebnisrechnung (verkürzt, ungeprüft)

Q1/23 Q2/22 1–6/23 1–6/22
592 918 3.368
–300 –391 998
–175 –243 324
7 –0 –45
–468 umgegliedert ("recycelt") werden können –635 1.278
–0 2 380
–48 Buchwert des Grundgeschäfts übertragen werden –33 14
2 3 –1
–46 Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden –28 393
40 umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen 56 –65
11 Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen 7 –31
51 63 –96
–463 –600 1.574
129 318 4.942
–4 2.751 davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 263 3.873
18 18 davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 36 35
116 682 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 20 1.034
2.513 Periodenüberschuss
555 Währungsumrechnungsdifferenzen
304 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges
–45 Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis
814 Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
201 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen
0 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den
0 Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis
201 Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
–68 Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
–9 Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn - und
–77 Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern
938 Sonstiges Ergebnis der Periode nach Steuern
3.451 Gesamtergebnis der Periode

Konzernbilanz (ungeprüft)

In EUR Mio
30. Juni 2023 31. Dez. 2022
Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 2.158 2.510
Sachanlagen 20.460 19.317
At-equity bewertete Beteiligungen 6.880 7.294
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.761 1.999
Sonstige Vermögenswerte 107 115
Latente Steuern 1.161 1.150
Langfristiges Vermögen 32.529 32.384
Vorräte 4.052 4.834
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.727 4.222
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.133 3.929
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 55 97
Sonstige Vermögenswerte 867 1.198
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.255 8.090
Kurzfristiges Vermögen
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen
16.089
1.367
22.369
1.676
Summe Aktiva 49.985 56.429
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 2.483 2.483
Rücklagen 14.986 16.339
Eigenkapital der OMV Anteilseigner 17.796 19.149
Nicht beherrschende Anteile 7.202 7.478
Eigenkapital 24.998 26.628
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 934 997
Anleihen 5.533 6.030
Leasingverbindlichkeiten 1.361 1.322
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.245 1.359
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 4.200 3.714
Sonstige Rückstellungen 316 377
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 258 489
Sonstige Verbindlichkeiten 95 124
Latente Steuern 1.194 1.194
Langfristige Verbindlichkeiten 15.136 15.607
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.775 5.259
Anleihen 1.049 1.290
Leasingverbindlichkeiten 160 155
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 186 128
Ertragsteuerverbindlichkeiten 831 2.449
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 60 82
Sonstige Rückstellungen 357 505
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.436 2.172
Sonstige Verbindlichkeiten 1.550 1.527
Kurzfristige Verbindlichkeiten 9.405 13.567
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 446 626
Summe Passiva 49.985 56.429

Eigenkapitalveränderungsrechnung (verkürzt, ungeprüft)

In EUR Mio

Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Sonstige
Rück
lagen1
Eigene
Anteile
Eigen
kapital
der OMV
Anteils
eigner
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigen
kapital
1. Jänner 2023 327 1.517 2.483 15.076 –252 –2 19.149 7.478 26.628
Periodenüberschuss 805 805 113 918
Sonstiges Ergebnis der
Periode
1 –508 –507 –93 –600
Gesamtergebnis der Periode 807 –508 298 20 318
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
–1.666 –1.666 –331 –1.997
Anteilsbasierte Vergütung –0 1 1 1
Erhöhung (+)/Verminderung
(–) nicht beherrschender
Anteile
29 29
Umgliederung von Cashflow
Hedges in die Bilanz
14 14 6 20
30. Juni 2023 327 1.517 2.483 14.216 –746 –2 17.796 7.202 24.998

1 Die "Sonstigen Rücklagen" beinhalten Währungsumrechnungsdifferenzen, nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Hedges sowie den auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallenden Anteil am sonstigen Ergebnis.

Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Sonstige
Rück
lagen1
Eigene
Anteile
Eigen
kapital
der OMV
Anteils
eigner
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigen
kapital
1. Jänner 2022 327 1.514 2.483 12.008 –824 –3 15.505 6.491 21.996
Periodenüberschuss 2.528 2.528 840 3.368
Sonstiges Ergebnis der
Periode
329 1.051 1.380 194 1.574
Gesamtergebnis der Periode 2.858 1.051 3.908 1.034 4.942
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
–767 –767 –367 –1.134
Anteilsbasierte Vergütung 0 1 1 1
Umgliederung von Cashflow
Hedges in die Bilanz
–9 –9 5 –4
30. Juni 2022 327 1.514 2.483 14.099 218 –2 18.639 7.162 25.801

1 Die "Sonstigen Rücklagen" beinhalten Währungsumrechnungsdifferenzen, nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Hedges sowie den auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallenden Anteil am sonstigen Ergebnis.

Konzern-Cashflow-Rechnung (verkürzt, ungeprüft)

In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 1–6/23 1–6/22
326 592 2.513 Periodenüberschuss 918 3.368
671 641 486 Abschreibungen und Wertminderungen inkl. Wertaufholungen 1.312 1.091
91 –18 –1 Latente Steuern 73 25
2 2 –352 Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen 4 –352
–108 75 –2 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von Rückstellungen –33 81
–1.356 711 –277 Sonstige Änderungen –646 1.502
–375 2.003 2.365 Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen 1.628 5.715
–17 979 –1.270 Erhöhung (–)/Verminderung (+) von Vorräten 962 –2.012
1.210 838 –464 Erhöhung (–)/Verminderung (+) von Forderungen 2.048 –1.411
–593 –1.133 –169 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von Verbindlichkeiten –1.726 845
226 2.687 461 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.912 3.137
Investitionen
–821 –858 –652 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –1.679 –1.298
–238 –198 –94 Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte –436 –430
–8 — Erwerb einbezogener Unternehmen und Geschäftsbetriebe abzüglich liquider Mittel –8
Veräußerungen
4 44 1.351 Erlöse aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten 48 1.385
269 36 420 Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel
304 423
— Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel –211
–787 –984 1.026 Cashflow aus der Investitionstätigkeit –1.771 –132
–802 –51 –64 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von langfristigen Finanzierungen –853 –135
3 –55 65 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen –52 –175
–1.893 –0 –955 Dividendenzahlungen –1.893 –1.130
–2.692 –106 –955 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –2.798 –1.440
–7 –8 4 Währungsdifferenz auf liquide Mittel –15 –60
–3.260 1.588 536 Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel –1.672 1.506
9.712 8.124 6.034 Liquide Mittel Periodenbeginn 8.124 5.064
6.452 9.712 6.570 Liquide Mittel Periodenende 6.452 6.570
197 252 28 davon liquide Mittel, die als zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen ausgewiesen werden
197 28
6.255 9.460 6.542 In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ausgewiesen
6.255 6.542
–561 1.702 1.487 Freier Cashflow 1.141 3.006
–2.454 1.702 532 Freier Cashflow nach Dividenden –752 1.876

Ausgewählte Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss

Gesetzliche Grundlagen

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Jänner bis 30. Juni 2023 wurde in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt.

Er enthält nicht alle im Jahresabschluss enthaltenen Informationen und Angaben und sollte zusammen mit dem Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2022 gelesen werden.

Der Konzernzwischenabschluss für Q2/23 ist ungeprüft. Eine externe prüferische Durchsicht wurde nicht durchgeführt.

Er wurde in Millionen EUR (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Bilanzierungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze vom 31. Dezember 2022 wurden im Wesentlichen unverändert angewandt. Die mit 1. Jänner 2023 in Kraft getretenen Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss.

Änderungen der Segmentberichterstattung

Mit 1. Jänner 2023 führte die OMV eine neue Unternehmensstruktur ein, die darauf ausgelegt ist, die Umsetzung der Strategie 2030 vollständig zu ermöglichen. Aufgrund der Reorganisation berichtet der Konzern ab Q1/23 über folgende Geschäftsbereiche: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock (ehemals Refining & Marketing) und Energy (ehemals Exploration & Production).

Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der Versorgung, Marketing und Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen. Die interne Berichterstattung und die relevanten Informationen, die dem Hauptentscheidungsträger im Hinblick auf die Beurteilung der Ertragskraft und zur Allokation von Ressourcen vorgelegt werden, wurden angepasst und spiegeln die neue Organisationsstruktur wider.

Der Geschäftsbereich Fuels & Feedstock (F&F) raffiniert und vermarktet Rohöl sowie andere Rohstoffe und betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien). In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden.

Der Geschäftsbereich Energy beschäftigt sich mit der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und -gas und konzentriert sich auf die Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik. Die Aktivitäten dieses Geschäftssegments umfassen auch die Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik in West- und Osteuropa sowie das Stromgeschäft des Konzerns mit einem gasbefeuerten Stromkraftwerk in Rumänien.

Die Segmentinformationen der Vorperioden wurden entsprechend den Anforderungen des IFRS 8.29 angepasst. Die nachstehenden Tabellen geben die Segmentberichterstattung wie 2022 berichtet und nach Anpassung infolge der Umstrukturierung wieder:

Umsätze mit anderen Segmenten

In EUR Mio
Q1/22 Q2/22 Q3/22 Q4/22 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 375 301 168 336 1.181
Fuels & Feedstock 915 714 469 720 2.818
Energy 1.652 1.662 1.837 1.509 6.661
Konzernbereich & Sonstiges 97 104 102 105 407
Gesamt 3.039 2.781 2.577 2.670 11.067
Angepasst
Chemicals & Materials 375 301 168 336 1.181
Fuels & Feedstock 839 693 347 646 2.525
Energy 1.150 1.244 1.491 1.216 5.101
Konzernbereich & Sonstiges 97 104 102 105 407
Gesamt 2.461 2.343 2.109 2.302 9.214

Umsätze mit Dritten

In EUR Mio
Q1/22 Q2/22 Q3/22 Q4/22 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 3.470 3.319 2.894 2.587 12.269
Fuels & Feedstock 5.220 6.524 7.142 6.930 25.816
Energy 7.135 4.946 7.130 4.986 24.197
Konzernbereich & Sonstiges 4 4 4 5 17
Gesamt 15.828 14.793 17.170 14.507 62.298
Angepasst
Chemicals & Materials 3.470 3.319 2.894 2.587 12.269
Fuels & Feedstock 4.043 5.432 5.279 5.103 19.857
Energy 8.312 6.038 8.993 6.813 30.155
Konzernbereich & Sonstiges 4 4 4 5 17
Gesamt 15.828 14.793 17.170 14.507 62.298

Umsatzerlöse (nicht konsolidiert)

In EUR Mio
Q1/22 Q2/22 Q3/22 Q4/22 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 3.845 3.620 3.062 2.922 13.450
Fuels & Feedstock 6.135 7.238 7.611 7.650 28.634
Energy 8.787 6.607 8.968 6.495 30.857
Konzernbereich & Sonstiges 101 108 106 109 424
Gesamt 18.868 17.574 19.747 17.177 73.365
Angepasst
Chemicals & Materials 3.845 3.620 3.062 2.922 13.450
Fuels & Feedstock 4.882 6.125 5.626 5.749 22.382
Energy 9.461 7.282 10.484 8.028 35.256
Konzernbereich & Sonstiges 101 108 106 109 424
Gesamt 18.289 17.135 19.279 16.809 71.512

Operatives Ergebnis

In EUR Mio
Q1/22 Q2/22 Q3/22 Q4/22 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 561 1.242 165 71 2.039
Fuels & Feedstock 741 1.304 623 724 3.392
Energy 1.952 1.166 2.737 1.081 6.936
Konzernbereich & Sonstiges –8 –16 –17 –45 –86
Operatives Ergebnis Segment Summe 3.246 3.695 3.508 1.832 12.281
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –82 –19 26 40 –35
OMV Konzern Operatives Ergebnis 3.164 3.676 3.535 1.872 12.246
Angepasst
Chemicals & Materials 561 1.242 165 71 2.039
Fuels & Feedstock 619 1.237 99 483 2.438
Energy 2.074 1.233 3.262 1.322 7.890
Konzernbereich & Sonstiges –8 –16 –17 –45 –86
Operatives Ergebnis Segment Summe 3.246 3.695 3.508 1.832 12.281
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –82 –19 26 40 –35
OMV Konzern Operatives Ergebnis 3.164 3.676 3.535 1.872 12.246

Vermögenswerte

In EUR Mio
31. März 2022 30. Juni 2022 30. Sep. 2022 31. Dez. 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 5.758 5.826 5.870 5.964
Fuels & Feedstock 3.888 3.958 4.060 4.223
Energy 11.483 11.639 11.724 11.407
Konzernbereich & Sonstiges 235 237 232 234
Gesamt 21.364 21.660 21.886 21.826
Angepasst
Chemicals & Materials 5.758 5.826 5.870 5.964
Fuels & Feedstock 3.610 3.677 3.786 3.954
Energy 11.761 11.920 11.998 11.675
Konzernbereich & Sonstiges 235 237 232 234
Gesamt 21.364 21.660 21.886 21.826

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

In EUR Mio
Q1/22 Q2/22 Q3/22 Q4/22 2022
Berichtet
Chemicals & Materials 584 602 214 57 1.457
Fuels & Feedstock 357 745 600 714 2.415
Energy 1.768 1.617 2.686 1.324 7.396
Konzernbereich & Sonstiges –6 –8 –10 –26 –50
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –82 –19 26 32 –43
Gesamt 2.621 2.937 3.516 2.101 11.175
Angepasst
Chemicals & Materials 584 602 214 57 1.457
Fuels & Feedstock 209 578 339 684 1.810
Energy 1.916 1.784 2.947 1.354 8.001
Konzernbereich & Sonstiges –6 –8 –10 –26 –50
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –82 –19 26 32 –43
Gesamt 2.621 2.937 3.516 2.101 11.175

Konsolidierungskreisänderungen

Im Vergleich zum Konzernjahresabschluss per 31. Dezember 2022 fanden folgende Änderungen des Konsolidierungskreises statt:

Konsolidierungskreisänderungen

Firma Sitz Art der Veränderung1 Wirksamkeitsdatum
Chemicals & Materials
Rosier France S.A.S. Arras Entkonsolidierung 2. Jänner 2023
Rosier Nederland B.V. Sas van Gent Entkonsolidierung 2. Jänner 2023
Rosier S.A. Moustier Entkonsolidierung 2. Jänner 2023
BlueAlp Holding B.V.2 Groot-Ammers Erstkonsolidierung (S) 11. Jänner 2023
Renasci Oostende Holding N.V. Ostende Erstkonsolidierung (S) 11. Jänner 2023
Renasci Oostende Recycling N.V. Ostende Erstkonsolidierung (S) 11. Jänner 2023
Renasci Oostende SCP N.V. Ostende Erstkonsolidierung (S) 11. Jänner 2023
Renasci N.V. Gent Anteilserhöhung3 11. Jänner 2023
Petrogas International B.V.2 Eindhoven Erstkonsolidierung (S) 11. Jänner 2023
Energy
Preussag Energie International GmbH Burghausen Entkonsolidierung (I) 30. Juni 2023
Fuels & Feedstock
OMV Renewable Fuels & Feedstock B.V. Beveren Erstkonsolidierung 20. April 2023
Avanti Deutschland GmbH Berchtesgaden Entkonsolidierung 31. Mai 2023
OMV Switzerland Holding AG Zug Entkonsolidierung (I) 30. Juni 2023
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o.4 Koper Entkonsolidierung 30. Juni 2023

1 "Erstkonsolidierung" verweist auf neu gegründete Gesellschaften, wohingegen "Erstkonsolidierung (S)" sich auf Gesellschaften bezieht, die aufgrund von Änderungen der Beteiligungsverhältnisse an der Muttergesellschaft in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurden. Gesellschaften, die mit "Entkonsolidierung (I)" gekennzeichnet sind, wurden aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert.

2 At-equity konsolidierte Gesellschaft

3 Der Anteil an Renasci N.V. wurde von 27,42% auf 50,01% erhöht, was zu einer Änderung der Konsolidierungsmethode von At-equity- auf Vollkonsolidierung führte. Infolge der Erhöhung

des Anteils wurden außerdem mehrere Unternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen, die in der Tabelle mit "Erstkonsolidierung (S)" gekennzeichnet sind.

4 Weitere Einzelheiten finden sich im Kapitel "Sonstige betriebliche Erträge" in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung.

Sonstige wesentliche Transaktionen

Chemicals & Materials

Am 11. Jänner 2023 hat Borealis ihren Anteil an Renasci N.V. (Renasci) von 27,42% auf 50,01% weiter erhöht. Damit wird das anhaltende Vertrauen in das Potenzial des patentierten SCP-Konzepts von Renasci, das den Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft fördern soll, unterstrichen. Die Anteilserhöhung wurde durch eine Kapitalerhöhung von EUR 5 Mio und den Kauf von 35.719 Anteilen um EUR 11 Mio erreicht. Durch den schrittweisen Erwerb hält Borealis die Mehrheit der Anteile, die alle dieselben Rechte haben. Borealis erhielt die Beherrschung und Kontrolle über Renasci, da wesentliche Entscheidungen durch Stimmrechte getroffen werden und durch den Umstand, dass die Vetorechte Schutzrechten gemäß IFRS 10 entsprechen. Somit erhielt Borealis gemäß IFRS 10 Kontrolle über Renasci, was zur Beendigung der at-equity-Methode gemäß IAS 28 und zur Anwendung der Regeln gemäß IFRS 3 führte. Der Erwerb führte zu einem Netto-Mittelabfluss von EUR 8 Mio, bestehend aus EUR 16 Mio bezahltem Kaufpreis abzüglich EUR 7 Mio übernommener liquider Mittel, der in der Zeile "Erwerb einbezogener Unternehmen und Geschäftsbetriebe abzüglich liquider Mittel" in der Konzern-Cashflow-Rechnung ausgewiesen ist.

Energy

Die OMV Petrom hat die finale Investitionsentscheidung für das Projekt Neptun Deep getroffen und zusammen mit ihrem Partner Romgaz den Entwicklungsplan genehmigt und ihn zur Genehmigung bei der Aufsichtsbehörde eingereicht. Infolgedessen wurden die damit verbundenen Öl- und Gasvermögenswerte in Höhe von EUR 484 Mio von immateriellen Vermögenswerten auf Sachanlagen übertragen.

Saisonalität und Zyklizität

Aufgrund der Saisonalität in Angebot und Nachfrage von Erdgas kommt es in der Regel in der Heizperiode von Oktober bis März zu höheren Absatzmengen im Geschäftsbereich Energy. Zusätzlich wirken sich saisonale Effekte auf den Geschäftsbereich Fuels & Feedstock aus, hauptsächlich aufgrund einer erwarteten Spitze im Fuel- und Non-Fuel-Retail-Geschäft im dritten Quartal. Diese Informationen werden bereitgestellt, um ein besseres Verständnis der Ergebnisse zu ermöglichen. Der OMV Konzern hat allerdings kein stark saisonabhängiges Geschäft.

OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2023 28. Juli 2023

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse

Umsatzerlöse

1–6/23 1–6/22
Umsätze aus Kundenverträgen 19.233 27.506
Umsätze aus anderen Quellen 714 3.115
Gesamte Umsätze 19.947 30.621

Die Umsatzerlöse aus anderen Quellen umfassen hauptsächlich Erlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 "Finanzinstrumente" fallen, die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragsteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im Geschäftssegment Energy, das Hedging-Ergebnis sowie Miet- und Pachterlöse.

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio

Chemicals & Fuels & Konzern
bereich &
1–6/23
Materials Feedstock Energy Sonstiges Gesamt
Rohöl, NGL und Kondensate 265 501 766
Erdgas und LNG 2 6.139 6.141
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 6.836 6.836
Chemische Produkte 4.691 16 4.707
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 57 444 272 10 783
Gesamt 4.748 7.563 6.912 10 19.233

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio 1–6/22
Chemicals & Fuels & Konzern
bereich &
Materials Feedstock Energy Sonstiges Gesamt
Rohöl, NGL und Kondensate 410 715 1.125
Erdgas und LNG 2 10.600 10.602
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 7.808 7.808
Chemische Produkte 6.706 28 6.733
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 87 484 658 7 1.237
Gesamt 6.793 8.732 11.973 7 27.506

Sonstige betriebliche Erträge

Fuels & Feedstock

Am 30. Juni 2023 hat die OMV den Verkauf ihrer Anteile an OMV Slovenija trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o. an die MOL Group abgeschlossen. Der ursprüngliche Kaufpreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR 311 Mio (für den Anteil der OMV von 92,25%). Die Verkaufstransaktion führte in 1–6/23 zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 221 Mio und einem Mittelzufluss von EUR 272 Mio, der in der Zeile "Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel" im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen ist.

Wertminderungen

Chemicals & Materials

In Q2/23 wurde eine Wertminderung von EUR 70 Mio für den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe (zu 75% von der OMV gehalten), der Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst, basierend auf dem Kaufvertrag mit AGROFERT, a.s. erfasst, um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln. Der Betrag ist in der Zeile "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen" enthalten.

Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl

Als direkte Folge der Energiekrise in Europa wurde mit der Verordnung (EU) 2022/1854 des Rates ein Solidaritätsbeitrag eingeführt, der in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt wurde und für 2022 und/oder 2023 gilt.

Am 12. Mai 2023 wurde in Rumänien das Gesetz Nr. 119/2023 zur Genehmigung der Government Emergency Ordinance 186/2022 im Amtsblatt veröffentlicht. Für Unternehmen, die Rohöl fördern und raffinieren, sieht das Gesetz die Zahlung eines Beitrags von 350 RON pro verarbeiteter Tonne Rohöl in den Jahren 2022 und 2023 vor. In 1–6/23 wurde ein Solidaritätsbeitrag in Höhe von EUR 402 Mio für die im Jahr 2022 (EUR 301 Mio) und die in 1–6/23 (EUR 101 Mio) verarbeiteten Rohölmengen berücksichtigt und in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernzwischenabschlusses in einer separaten Zeile oberhalb der Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/23 Q1/23 Q2/22 1–6/23 1–6/22
–419 –799 –1.151 Laufende Steuern –1.219 –2.390
–91 18 1 Latente Steuern –73 –25
–511 –781 –1.150 Steuern vom Einkommen und Ertrag –1.292 –2.415
61 57 31 Effektivsteuersatz in % 58 42

Erläuterung zur Bilanz

Vertragliche Verpflichtungen

Per 30. Juni 2023 bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von EUR 1.676 Mio (31. Dezember 2022: EUR 1.736 Mio), hauptsächlich in Verbindung mit Explorations- und Produktionstätigkeiten im Geschäftssegment Energy und Tätigkeiten im Segment Chemicals & Materials.

Eigenkapital

Am 31. Mai 2023 hat die Hauptversammlung die Zahlung einer Gesamtdividende von EUR 5,05 pro Aktie für 2022 genehmigt, davon EUR 2,80 je Aktie als reguläre Dividende und EUR 2,25 je Aktie als Sonderdividende. Dies führte zu einer Dividendenzahlung von insgesamt EUR 1.652 Mio an die Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft.

Die Dividendenausschüttungen an Minderheitsaktionäre beliefen sich in 1–6/23 auf EUR 331 Mio.

In 1–6/23 wurden außerdem Zinszahlungen in Höhe von EUR 14 Mio an Hybridkapitalbesitzer geleistet.

Die Anzahl der vom Unternehmen gehaltenen eigenen Aktien betrug per 30. Juni 2023 142.007 Stück (31. Dezember 2022: 201.674 Stück).

Finanzielle Verbindlichkeiten

Leverage-Grad1

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
30. Juni 2023 31. Dez. 2022 Δ
Anleihen 6.582 7.320 –10%
Leasingverbindlichkeiten2 1.531 1.524 0%
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten2 1.430 1.487 –4%
Schulden 9.543 10.331 –8%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente2 6.452 8.124 –21%
Nettoverschuldung 3.091 2.207 40%
Eigenkapital 24.998 26.628 –6%
Leverage-Grad1 in % 11% 8% 3

1 Der Leverage-Grad ist definiert als (Nettoverschuldung inklusive Leasing) / (Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing).

2 Inklusive Positionen, die auf "zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten" umgegliedert wurden

Fair-Value-Bewertung

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente werden gemäß Fair-Value-Hierarchie, wie in der Anhangangabe 2 im OMV Konzernabschluss 2022 angegeben, ausgewiesen.

Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte1, sonstige Vermögenswerte und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

In EUR Mio
30. Juni 2023 31. Dez. 2022
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113 113 136 136
Anteile an sonstigen Unternehmen2 74 74 42 42
Investmentfonds 27 27 26 26
Als Sicherungsinstrumente designierte
und effektive Derivate 122 122 380 380
Sonstige Derivate 4 1.008 1.013 14 2.853 2.867
Nettobetrag zu Veräußerungszwecken
gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 33 886 918 58 824 882
Gesamt 31 1.276 960 2.266 40 3.427 866 4.334

1 Exklusive zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte

2 Beinhaltet Beteiligungen an JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP), die seit dem 1. März 2022 gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden.

Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert1

In EUR Mio
30. Juni 2023 31. Dez. 2022
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumente
designierten und effektiven Derivaten 46 46 44 44
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 0 542 543 0 1.571 1.571
Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden
Zeitwert2 26 26 132 132
Gesamt 0 614 614 0 1.747 1.747

1 Exklusive Verbindlichkeiten, die auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden

2 Enthält abgesicherte Geschäfte, die in Fair-Value-Hedge-Beziehungen designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland stehen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, für die der

beizulegende Zeitwert angegeben wird1

In EUR Mio

Stufe des beizulegenden Zeitwerts
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Zum beizulegenden
Zeitwert
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30. Juni 2023
Anleihen 212 212 51 161
Finanzielle Vermögenswerte 212 212 51 161
Anleihen 6.582 6.054 6.054
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 1.430 1.277 1.277
Finanzielle Verbindlichkeiten 8.012 7.331 6.054 1.277
31. Dezember 2022
Anleihen 52 52 52
Finanzielle Vermögenswerte 52 52 52
Anleihen 7.320 6.747 6.747
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.487 1.320 1.320
Finanzielle Verbindlichkeiten 8.807 8.067 6.747 1.320

1 Exklusive Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden

Segmentberichterstattung

Umsätze mit anderen Segmenten

In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22
304 418 301 1 Chemicals & Materials 721 677
553 772 693 –20 Fuels & Feedstock 1.325 1.532
784 974 1.244 –37 Energy 1.758 2.394
111 106 104 7 Konzernbereich & Sonstiges 217 201
1.751 2.270 2.343 –25 Gesamt 4.021 4.803

Umsätze mit Dritten

In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22
2.199 2.562 3.319 –34 Chemicals & Materials 4.761 6.789
3.986 4.259 5.432 –27 Fuels & Feedstock 8.244 9.475
2.794 4.139 6.038 –54 Energy 6.932 14.350
5 5 4 18 Konzernbereich & Sonstiges 10 8
8.983 10.964 14.793 –39 Gesamt 19.947 30.621

Umsätze (nicht konsolidiert)

In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22
2.503 2.979 3.620 –31 Chemicals & Materials 5.482 7.465
4.538 5.031 6.125 –26 Fuels & Feedstock 9.569 11.007
3.577 5.113 7.282 –51 Energy 8.690 16.744
116 112 108 7 Konzernbereich & Sonstiges 227 209
10.734 13.234 17.135 –37 Gesamt 23.968 35.425

Segment- und Konzernergebnis

In EUR Mio
Q2/23 Q1/23 Q2/22 Δ%1 1–6/23 1–6/22
–83 76 1.242 n.m. Operatives Ergebnis Chemicals & Materials –7 1.803
422 427 1.237 –66 Operatives Ergebnis Fuels & Feedstock 849 1.856
905 956 1.233 –27 Operatives Ergebnis Energy 1.860 3.306
–25 –7 –16 –54 Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges –32 –24
1.220 1.451 3.695 –67 Operatives Ergebnis Segment Summe 2.670 6.941
14 –73 –19 n.m. Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –60 –101
1.233 1.378 3.676 –66 OMV Konzern Operatives Ergebnis 2.611 6.840

1 Q2/23 gegenüber Q2/22

Vermögenswerte1

In EUR Mio
30. Juni 2023 31. Dez. 2022
Chemicals & Materials 6.246 5.964
Fuels & Feedstock 4.260 3.954
Energy 11.886 11.675
Konzernbereich & Sonstiges 227 234
Summe 22.619 21.826

1 Segmentvermögenswerte bestehen aus immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Vermögenswerte, die in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.

Ergänzende Angaben

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

In 1–6/23 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen. Transaktionen mit OJSC Severneftegazprom, die bis 28. Februar 2022 gemäß der Equity-Methode bilanziert wurde, basierten nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge.

Wesentliche Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio
1–6/23 1–6/22
Umsätze
und sonstige
Erträge
Zukäufe und
erhaltene
Leistungen
Umsätze
und sonstige
Erträge
Zukäufe und
erhaltene
Leistungen
Borouge Beteiligungen1 293 197 308 232
GENOL Gesellschaft m.b.H. 57 7 68 3
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 82 27 17 297
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 0 10 0 23
Kilpilahden Voimalaitos Oy 2 55 4 45
OJSC Severneftegazprom2 24

1 Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd.

2 OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.

Mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. wurden weitere nicht-monetäre Transaktionen getätigt, die in der oben angeführten Tabelle in der Position "Umsätze und sonstige Erträge" nicht ausgewiesen sind, da diese Transaktionen nicht in den Geltungsbereich von IFRS 15 fallen und somit nicht in den Umsätzen der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung berichtet werden. In Q1/23 wurde eine nicht finanzielle Verbindlichkeit gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. in Höhe von EUR 27 Mio durch die Rückgabe von Gütern beglichen.

Ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio
30. Juni 2023 31. Dez. 2022
Darlehensforderungen 892 697
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 131 237
Sonstige finanzielle Forderungen 40 37
Vertragsvermögen 8 8
Geleistete Anzahlungen 19 21
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 114 124
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 33 29
Vertragsverbindlichkeiten 87 100
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27

Wesentliche Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio
1–6/23 1–6/22
Abu Dhabi Oil Refining Company 206
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC 5
ADNOC Global Trading LTD 68 5
Borouge Beteiligungen1 230 474
Pearl Petroleum Company Limited 17

1 Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd.

Per 30. Juni 2023 bestanden offene Finanzierungszusagen in Höhe von EUR 832 Mio gegenüber Borouge 4 LLC aus einem Aktionärsdarlehensvertrag, der am 3. Februar 2023 für die Teilfinanzierung von CAPEX-Anforderungen der Borouge 4 LLC mit der Borealis AG als Darlehensgeber und Borouge 4 LLC als Darlehensnehmer abgeschlossen wurde. Bisher wurden EUR 151 Mio der Finanzierungszusagen in Höhe von insgesamt EUR 983 Mio gezogen. Der Aktionärsdarlehensvertrag ist als Fazilität mit einer Laufzeit von fünf Jahren strukturiert. Borealis behält sich jedoch das Recht vor, die Vorauszahlung der ausstehenden Beträge zum Zeitpunkt der Wiedereingliederung zu beschleunigen. Darüber hinaus gewährte die Borealis AG eine Garantie für die Finanzierung der Borouge 4 LLC im Rahmen des italienischen Exportkreditagenturvertrags. Die gesamte Garantie beträgt EUR 1.174 Mio zuzüglich Zinsen. Zum 30. Juni 2023 wurden EUR 186 Mio aus diesem Finanzierungsvertrag von der Borouge 4 LLC gezogen.

Durch weitere Ziehungen des Darlehens bestanden per 30. Juni 2023 keine offenen Finanzierungszusagen gegenüber Bayport Polymers LLC (Baystar) (31. Dezember 2022: EUR 46 Mio).

Weitere Informationen zu Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen, einschließlich mit Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis, sind dem OMV Konzernabschluss 2022 (Anhangangabe 35 "Nahestehende Unternehmen") zu entnehmen. Bis zur Veröffentlichung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses für die Periode 1–6/23 gab es keine Änderungen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 5. Juli 2023 wurde der Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe (zu 75% von der OMV gehalten), welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst, an AGROFERT, a.s. abgeschlossen, bei welchem das Geschäft mit einem Enterprise Value von EUR 810 Mio bewertet wurde.

Der Vorstand der OMV hat am 14. Juli 2023 beschlossen, Verhandlungen mit ADNOC über eine potenzielle Kooperation ihres Polyolefingeschäfts zu verfolgen. Die Kooperation würde eine mögliche Zusammenlegung des Borealis- und Borouge-Geschäfts als gleichberechtigte Partner unter einer gemeinsam kontrollierten, börsenotierten Plattform für potenzielle Wachstumsakquisitionen mit dem Ziel umfassen, ein globales Polyolefin-Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten zu schaffen. Jede potenzielle Transaktion würde im Einklang mit den von OMV festgelegten Übernahmekriterien und dem Kapitalallokationsrahmen stehen. Eine weitere Ankündigung wird zu gegebener Zeit erfolgen.

Am 26. Juli 2023 hat der Vorstand der OMV Petrom die Ausschüttung einer Sonderdividende mit einem Bruttowert von RON 0,0450 per Aktie vorgeschlagen. Dies führt zu einer an Minderheitsaktionäre auszuschüttenden Sonderdividende von RON 1.370 Mio (ungefähr EUR 276 Mio), vorbehaltlich der Genehmigung durch den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung der Aktionäre der OMV Petrom.

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Konzernlagebericht ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkung auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, 28. Juli 2023

Der Vorstand

Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer

Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer

Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels & Feedstock

Daniela Vlad e.h. Executive Vice President Chemicals & Materials

Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy

Weitere Angaben

Nächste Ereignisse

  • ▸ OMV Konzern Trading Update Q3 2023: 9. Oktober 2023
  • ▸ OMV Konzernbericht Jänner–September und Q3 2023: 31. Oktober 2023

Der gesamte OMV Finanzkalender und zusätzliche Informationen sind unter www.omv.com zu finden.

OMV Kontakte

Florian Greger, Senior Vice President Investor Relations & Sustainability Tel.: +43 1 40440-21600; E-Mail: [email protected]

Sylvia Shin, Senior Vice President Communications Tel.: +43 1 40440-21357; E-Mail: [email protected]