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OMV AG Interim / Quarterly Report 2022

Jul 28, 2022

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Interim / Quarterly Report

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OMV Aktiengesellschaft

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht (verkürzt, ungeprüft) 4
Konzern-Performance 4
Ausblick 9
Geschäftsbereiche 10
Chemicals & Materials 10
Refining & Marketing 13
Exploration & Production 16
Konzernzwischenabschluss (verkürzt, ungeprüft) 19
Erklärung des Vorstands 34
Weitere Angaben 35

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen

Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie "Ausblick", "glauben", "erwarten", "rechnen", "beabsichtigen", "planen", "Ziel", "Einschätzung", "können/könnten", "werden" und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen.

Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthalten en die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.

OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2022 mit verkürztem Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022

Leistungskennzahlen1

Konzern

  • ▸ CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten infolge einer besseren Performance in Exploration & Production und Refining & Marketing deutlich auf EUR 2.937 Mio angestiegen
  • ▸ Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten auf EUR 1.418 Mio mehr als verdoppelt;

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten von EUR 4,34

  • ▸ Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen erheblich auf EUR 2.365 Mio gesteigert
  • ▸ Organischer freier Cashflow vor Dividenden belief sich auf EUR –190 Mio und war im Wesentlichen auf negative Net-Working-Capital-Effekte zurückzuführen, wesentlich getrieben durch die Befüllung unserer Erdgasspeicher.
  • ▸ CCS ROACE vor Sondereffekten bei 19%
  • ▸ Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei 1,06

Chemicals & Materials

  • ▸ Polyethylen-Referenzmarge Europa auf EUR 442/t gesunken; Polypropylen-Referenzmarge Europa auf EUR 543/t gesunken
  • ▸ Verkaufsmenge von Polyolefinen geringfügig auf 1,45 Mio t erhöht

Refining & Marketing

  • ▸ OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa stark auf USD 20,5/bbl angestiegen2
  • ▸ Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa um 5% auf 3,82 Mio t zurückgegangen

Exploration & Production3

  • ▸ Produktion hauptsächlich aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland, geplanten Wartungsarbeiten und ungeplanten Ausfälle um 145 kboe/d auf 345 kboe/d gesunken
  • ▸ Produktionskosten um 22% auf USD 8,3/boe gestiegen

Wichtige Ereignisse

1Die genannten Werte beziehen sich auf Q2/22; als Vergleichsgrößen dienen, sofern nicht abweichend gekennzeichnet, die Quartalswerte des Vorjahres.

2Ab Q2/22 berücksichtigt die Raffinerie-Referenzmarge die Änderung des Rohöl-Referenzpreises von Urals auf Brent bei der OMV Petrom.

3Ab dem 1. März 2022 werden die russischen Geschäftstätigkeiten nicht mehr in den operativen Kennzahlen des Konzerns, den Operativen Ergebnissen oder den Cashflows inkludiert.

Hinweise: Zahlen in den folgenden Tabellen lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet. Ab Q1/22 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

Lagebericht (verkürzt, ungeprüft)

Konzern-Performance

Ergebnisse auf einen Blick
---------------------------- -- -- --
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ1 1–6/22 1–6/21 Δ%
14.793 15.828 7.266 104% Umsatzerlöse2 30.621 13.695 124%
2.937 2.621 1.299 126% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 5.558 2.169 156%
602 584 647 –7% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals & Materials3 1.187 1.089 9%
745 357 166 n.m. CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Refining & Marketing3 1.102 245 n.m.
1.617 1.768 512 n.m. Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Exploration & Production3 3.385 903 n.m.
–8 –6 –16 48% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges3 –15 –23 36%
–19 –82 –10 –86% Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –101 –44
130%
37 46 33 4 CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten in % 41 31 11
1.860 1.385 853 118% CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten3 3.245 1.452 123%
1.418 1.070 643 121% Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS
Periodenüberschuss vor Sondereffekten3, 4
2.488 1.067 133%
4,34 3,27 1,97 121% CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR3 7,61 3,26 133%
2.937 2.621 1.299 126% CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 5.558 2.169 156%
543 108 –127 n.m. Sondereffekte5 652 –64 n.m.
196 434 66 199% CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 630 291 117%
3.676 3.164 1.238 197% Operatives Ergebnis Gruppe 6.840 2.396 185%
1.242 561 678 83% Operatives Ergebnis Chemicals & Materials 1.803 1.143 58%
1.304 741 219 n.m. Operatives Ergebnis Refining & Marketing 2.045 550 n.m.
1.166 1.952 371 n.m. Operatives Ergebnis Exploration & Production 3.118 789 n.m.
–16 –8 –20 18% Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges –29 18%
–19 –82 –10 –87% Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –101 –56 –80%
–14 –1.043 –31 56% Finanzerfolg –1.056 –77 n.m.
3.662 2.121 1.207 n.m. Ergebnis vor Steuern 5.783 2.319 149%
31 60 33 –2 Steuerquote des Konzerns in % 42 29 13
2.513 855 809 n.m. Periodenüberschuss 3.368 1.644 105%
1.947 546 622 n.m. Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender
Periodenüberschuss4
2.493 1.276 95%
5,96 1,67 1,90 n.m. Ergebnis je Aktie in EUR 7,63 3,90 95%
2.365 3.350 1.725 37% Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen 5.715 3.436 66%
461 2.676 1.561 – 70% Cashflow aus der Betriebstätigkeit 3.137 2.626 19%
1.487 1.519 1.450 3% Freier Cashflow vor Dividenden 3.006 1.863 61%
532 1.344 604 – 12% Freier Cashflow nach Dividenden 1.876 980 91%
–190 2.063 948 n.m. Organischer freier Cashflow vor Dividenden6 1.873 1.479 27%
3.113 3.581 7.148 –56% Nettoverschuldung exklusive Leasing 3.113 7.148 –56%
4.631 5.209 8.339 –44% Nettoverschuldung inklusive Leasing 4.631 8.339 –44%
12 15 34 –22 Verschuldungsgrad exklusive Leasing in % 12 34 –22
15 18 28 –13 Leverage-Grad in % 15 28 –13
797 1.322 659 21% Investitionen7 2.120 1.152 84%
797 1.036 632 26% Organische Investitionen8 1.832 1.119 64%
19 16 8 11 CCS ROACE vor Sondereffekten in %3 19 8 11
16 10 13 3 ROACE in % 16 13 3
22.338 22.376 23.530 –5% Mitarbeiteranzahl 22.338 23.530 –5%
1,06 0,98 0,94 12% Total Recordable Injury Rate pro 1 Mio Arbeitsstunden9 1,06 0,94 12%

Hinweis: Ab Q1/22 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Umsatzerlöse exklusive Mineralölsteuer

3 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu unter der Tabelle "Sondereffekte und CCS Effekte"

4 Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Periodenüberschusses

5 Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen betrachtet. Zur Darstellung vergleichbarer Ergebnisse müssen bestimmte Positionen hinzugefügt oder abgezogen werden. Sondereffekte von at-equity bewerteten Beteiligungen und temporäre Effekte aus dem Rohstoff-Hedging für wesentliche Hedging-Transaktionen werden berücksichtigt.

6 Der organische freie Cashflow vor Dividenden berechnet sich aus dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit und exklusive Veräußerungen und wesentlicher anorganischer Cashflow-Komponenten (zum Beispiel Akquisitionen).

7 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

8 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen. 9 Berechnet als gleitender 12-Monatsdurchschnitt pro 1 Mio Arbeitsstunden

OMV Konzernbericht Jänner–Juni und Q2 2022 28. Juli 2022

Zweites Quartal 2022 (Q2/22) im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 (Q2/21)

Die Konzernumsatzerlöse stiegen deutlich um 104% auf EUR 14.793 Mio an. Dies ist insbesondere auf die signifikant höheren Marktpreise zurückzuführen. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg um EUR 1.638 Mio stark auf ein Rekordergebnis von EUR 2.937 Mio an, was auf bessere Ergebnisse in Exploration & Production und Refining & Marketing zurückzuführen ist. Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Chemicals & Materials sank leicht auf EUR 602 Mio (Q2/21: EUR 647 Mio), während das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Refining & Marketing deutlich auf EUR 745 Mio anwuchs (Q2/21: EUR 166 Mio). Im Bereich Exploration & Production verbesserte sich das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stark auf EUR 1.617 Mio (Q2/21: EUR 512 Mio). Die Konsolidierungszeile ergab in Q2/22 EUR –19 Mio (Q2/21: EUR –10 Mio).

Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten fiel mit 37% höher aus als im selben Quartal des Vorjahres (Q2/21: 33%). Grund dafür sind die gestiegenen Ergebnisbeiträge aus Exploration & Production, insbesondere aus Hochsteuerländern. Dies wurde teilweise durch einen höheren Beitrag von Refining & Marketing und von at-equity bilanzierten Beteiligungen ausgeglichen. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten stieg signifikant auf EUR 1.860 Mio an (Q2/21: EUR 853 Mio). Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten lag bei EUR 1.418 Mio (Q2/21: EUR 643 Mio). Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten steigerte sich auf EUR 4,34 (Q2/21: EUR 1,97).

In Q2/22 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR 543 Mio verzeichnet (Q2/21: EUR –127 Mio). Sie ergaben sich hauptsächlich aus dem Verkauf von Tankstellen in Deutschland im Mai 2022, dem IPO von Borouge sowie der Neubewertung des Stickstoffgeschäfts. Diese Effekte wurden zum Teil durch temporäre Hedging-Effekte ausgeglichen. In Q2/22 summierten sich die CCS Effekte auf EUR 196 Mio. Das Operative Konzernergebnis verbesserte sich auf EUR 3.676 Mio (Q2/21: EUR 1.238 Mio).

Das Finanzergebnis stieg auf EUR –14 Mio (Q2/21: EUR –31 Mio). Diese Entwicklung war hauptsächlich auf das verbesserte Ergebnis aus Fremdwährungseffekten zurückzuführen und wurde durch ein niedrigeres Zinsergebnis aufgrund höherer Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Abzinsung von Forderungen teilweise kompensiert. Die Konzernsteuerquote lag bei 31% (Q2/21: 33%), während der Periodenüberschuss auf EUR 2.513 Mio anstieg (Q2/21: EUR 809 Mio). Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss belief sich auf EUR 1.947 Mio (Q2/21: EUR 622 Mio). Das Ergebnis je Aktie stieg deutlich auf EUR 5,96 (Q2/21: EUR 1,90).

Per 30. Juni 2022 sank die Nettoverschuldung exklusive Leasing auf EUR 3.113 Mio, verglichen mit EUR 7.148 Mio per 30. Juni 2021. Der Verschuldungsgrad exklusive Leasing betrug per 30. Juni 2022 12% (30. Juni 2021: 34%). Nähere Informationen zum Verschuldungsgrad finden sich im Abschnitt "Finanzielle Verbindlichkeiten" im Konzernzwischenabschluss. Der Leverage-Grad, definiert als (Nettoverschuldung inklusive Leasing) / (Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing), betrug per 30. Juni 2022 15% (30. Juni 2021: 28%).

Die gesamten Investitionen beliefen sich auf EUR 797 Mio (Q2/21: EUR 659 Mio) und wurden durch organische Projekte in allen drei Geschäftsbereichen vorangetrieben, vor allem in Exploration & Production und Chemicals & Materials. In Q2/22 erhöhten sich die organischen Investitionen um 26% auf EUR 797 Mio (Q2/21: EUR 632 Mio), was hauptsächlich auf höhere Investitionen in den Bereichen Refining & Marketing und Chemicals & Materials zurückzuführen ist.

Jänner bis Juni 2022 (1–6/22) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2021 (1–6/21)

Die Konzernumsatzerlöse stiegen um 124% auf EUR 30.621 Mio an. Dies ist insbesondere auf höhere Marktpreise zurückzuführen. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich deutlich von EUR 2.169 Mio in 1–6/21 auf EUR 5.558 Mio, was hauptsächlich auf bessere Ergebnisse in Exploration & Production und Refining & Marketing zurückzuführen ist. Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Chemicals & Materials stieg leicht auf EUR 1.187 Mio an (1–6/21: EUR 1.089 Mio), während sich das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Refining & Marketing signifikant auf EUR 1.102 Mio verbesserte (1-6/21: EUR 245 Mio). Im Bereich Exploration & Production wuchs das Operative Ergebnis vor Sondereffekten deutlich auf EUR 3.385 Mio an (1–6/21: EUR 903 Mio). Die Konsolidierungszeile betrug in 1–6/22 EUR –101 Mio (1–6/21: EUR –44 Mio).

Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten stieg in 1–6/22 auf 41% an (1–6/21: 31%), was vor allem auf einen gestiegenen Beitrag aus Exploration & Production, insbesondere aus Hochsteuerregionen, zurückzuführen ist. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten wuchs deutlich auf EUR 3.245 Mio an (1–6/21: EUR 1.452 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten lag bei EUR 2.488 Mio (1–6/21: EUR 1.067 Mio). Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten stieg auf EUR 7,61 an (1–6/21: EUR 3,26).

In 1–6/22 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR 652 Mio verzeichnet (1–6/21: EUR –64 Mio). Sie ergaben sich hauptsächlich aus temporären Hedging-Effekten, dem Verkauf von Tankstellen in Deutschland im Mai 2022, dem IPO von Borouge sowie der Neubewertung des Stickstoffgeschäfts. Dies wurde zum Teil durch nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem Gasfeld Juschno-Russkoje, die auch die Neubewertung der Vertragsposition gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven inkludiert, sowie historische Wechselkurseffekte ausgeglichen. In 1–6/22 betrugen die CCS Effekte EUR 630 Mio. Das Operative Konzernergebnis stieg stark auf EUR 6.840 Mio an (1–6/21: EUR 2.396 Mio).

Das Finanzergebnis verringerte sich auf EUR –1.056 Mio (1–6/21: EUR –77 Mio). Diese Entwicklung stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Wertminderung des Nord Stream 2 Darlehens in Höhe von EUR 1.004 Mio, was teilweise durch ein verbessertes Ergebnis aus Fremdwährungseffekten ausgeglichen wurde. Die Konzernsteuerquote lag bei 42% (1–6/21: 29%), während der Periodenüberschuss auf EUR 3.368 Mio (1–6/21: EUR 1.644 Mio) anstieg. Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss belief sich auf EUR 2.493 Mio (1–6/21: EUR 1.276 Mio). Das Ergebnis je Aktie stieg deutlich auf EUR 7,63 (1–6/21: EUR 3,90).

Die gesamten Investitionen beliefen sich auf EUR 2.120 Mio (1–6/21: EUR 1.152 Mio) und wurden hauptsächlich durch organische Projekte in allen drei Geschäftsbereichen, vor allem in Chemicals & Materials und Exploration & Production, sowie die Eigenkapitalzufuhr zur Finanzierung des Projekts Borouge 4 angetrieben. Organische Investitionen stiegen um 64% auf EUR 1.832 Mio an (1–6/21: EUR 1.119 Mio), was insbesondere auf höhere Investitionen im Bereich Chemicals & Materials, hauptsächlich getrieben durch nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen für den Bau der PDH-Anlage in Kallo, Belgien, sowie im Bereich Refining & Marketing zurückzuführen ist.

Sondereffekte und CCS Effekte

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
2.937 2.621 1.299 126 CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 5.558 2.169 156
543 108 –127 n.m. Sondereffekte 652 –64 n.m.
–3 –1 –14 77 davon Personallösungen –4 –20 79
146 –9 –21 n.m. davon Wertminderungen / Wertaufholungen 137 –19 n.m.
730 1 n.m. davon Anlagenverkäufe 730 4 n.m.
–329 118 –92 n.m. davon Sonstiges –211 –29 n.m.
196 434 66 199 CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 630 291 117
3.676 3.164 1.238 197 Operatives Ergebnis Gruppe 6.840 2.396 185

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte

Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte ergebnisbeeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.

Des Weiteren wird der Current Cost of Supply (CCS) Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie die Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern ermöglichen zu können. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen, basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten), zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Kennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten Operativen Ergebnis.

Cashflow

Konzern-Cashflow-Rechnung (Kurzfassung)
----------------------------------------- --
In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
2.365 3.350 1.725 37 Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital 5.715 3.436 66
Positionen
461 2.676 1.561 –70 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 3.137 2.626 19
1.026 –1.157 –111 n.m. Cashflow aus der Investitionstätigkeit –132 –763 83
1.487 1.519 1.450 3 Freier Cashflow 3.006 1.863 61
–955 –485 –1.785 46 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –1.440 –1.593 10
4 –63 –2 n.m. Währungsdifferenz auf liquide Mittel –60 –11 n.m.
536 970 –337 n.m. Nettoabnahme (–)/-zunahme (+) liquider Mittel 1.506 259 n.m.
6.034 5.064 3.465 74 Liquide Mittel Periodenbeginn 5.064 2.869 77
6.570 6.034 3.128 110 Liquide Mittel Periodenende 6.570 3.128 110
28 14 36 –23 davon liquide Mittel, welche als zu Veräußerungszwecken 28 36 –23
gehaltenes Vermögen ausgewiesen werden
6.542 6.020 3.092 112 In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und 6.542 3.092 112
Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen
532 1.344 604 –12 Freier Cashflow nach Dividenden 1.876 980 91
–190 2.063 948 n.m. Organischer freier Cashflow vor Dividenden2 1.873 1.479 27

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Der organische freie Cashflow vor Dividenden berechnet sich aus dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit und exklusive Veräußerungen und wesentlicher anorganischer Cashflow-Komponenten (zum Beispiel Akquisitionen).

Zweites Quartal 2022 (Q2/22) im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 (Q2/21)

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen erhöhte sich in Q2/22 auf EUR 2.365 Mio (Q2/21: EUR 1.725 Mio), was hauptsächlich auf höhere Preise zurückzuführen ist. Net-Working-Capital-Positionen führten zu einem Mittelabfluss von EUR –1.904 Mio, verglichen mit EUR –164 Mio in Q2/21, was im Wesentlichen auf das Gasgeschäft infolge der Befüllung unserer Erdgasspeicher und der Erhöhung der Erdgaspreise zurückzuführen ist. Als Ergebnis betrug der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Q2/22 EUR 461 Mio (Q2/21: EUR 1.561 Mio).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verzeichnete einen Mittelzufluss von EUR 1.026 Mio, verglichen mit einem Mittelabfluss von EUR –111 Mio in Q2/21. Q2/22 enthielt Mittelzuflüsse aus dem Börsengang der Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 416 Mio.

Der freie Cashflow belief sich folglich auf EUR 1.487 Mio (Q2/21: EUR 1.450 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –955 Mio, verglichen mit EUR –1.785 Mio in Q2/21, da Q2/21 durch höhere Rückzahlungen kurz- und langfristiger Finanzierungen beeinflusst war, während Q2/22 höhere Dividendenzahlungen enthielt.

Der freie Cashflow nach Dividenden verringerte sich in Q2/22 auf EUR 532 Mio (Q2/21: EUR 604 Mio).

Der organische freie Cashflow vor Dividenden betrug EUR –190 Mio (Q2/21: EUR 948 Mio) und war im Wesentlichen auf negative Net-Working-Capital-Effekte zurückzuführen, wesentlich getrieben durch die Befüllung unserer Erdgasspeicher.

Jänner bis Juni 2022 (1–6/22) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2021 (1–6/21)

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen wuchs in 1–6/22 stark auf EUR 5.715 Mio an (1–6/21: EUR 3.436 Mio), was hauptsächlich auf ein verbessertes Marktumfeld zurückzuführen ist. Net-Working-Capital-Positionen führten zu einem Mittelabfluss von EUR –2.578 Mio, was im Wesentlichen auf das Gasgeschäft infolge der Befüllung unserer Erdgasspeicher und der Erhöhung der Erdgaspreise zurückzuführen ist. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 3.137 Mio lag um EUR 511 Mio über dem Niveau von 1–6/21.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigte in 1–6/22 einen Mittelabfluss von EUR –132 Mio gegenüber EUR –763 Mio in 1–6/21. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt in 1–6/22 Mittelzuflüsse aus dem Börsengang der Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 416 Mio. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in 1–6/22 einen Mittelabfluss in Höhe von EUR –287 Mio infolge eines Kapitalzuschusses an Borouge 4 LLC sowie abgegangene liquide Mittel in Höhe von EUR –208 Mio infolge des Verlusts der Beherrschung über JSC GAZPROM YRGM Development.

Der freie Cashflow betrug EUR 3.006 Mio (1–6/21: EUR 1.863 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –1.440 Mio gegenüber EUR –1.593 Mio in 1– 6/21. Die Veränderung war hauptsächlich auf höhere Rückzahlungen langfristiger Finanzierungen in 1–6/21 zurückzuführen, teilweise kompensiert durch höhere Dividendenzahlungen in 1–6/22 .

Der freie Cashflow nach Dividenden erhöhte sich in 1–6/22 auf EUR 1.876 Mio (1–6/21: EUR 980 Mio).

Der organische freie Cashflow vor Dividenden betrug EUR 1.873 Mio (1–6/21: EUR 1.479 Mio).

Risikomanagement

Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern mit Aktivitäten, die von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem finanziellen und Marktrisiken, operativen sowie strategischen Risiken. Eine detaillierte Beschreibung der Risiken und der Risikomanagementaktivitäten kann dem OMV Geschäftsbericht 2021 (Seiten 84–87) entnommen werden.

Die wesentlichen Unsicherheiten, welche die Ergebnisse des OMV Konzerns beeinflussen können, sind Rohstoffpreise, Währungskursschwankungen und operative sowie politische und regulatorische Risiken. Die Entwicklung des Rohstoffpreisrisikos wird laufend überwacht, und bei Bedarf werden entsprechende Cashflow-Sicherungsmaßnahmen getroffen. Das inhärente Risikopotenzial der Sicherheits- und Umweltrisiken wird durch Programme für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) und Risikomanagement überwacht, mit der klaren Zielsetzung, die Risiken der OMV im Rahmen der branchenüblichen Standards zu halten.

Die OMV beobachtet weiterhin aufmerksam den anhaltenden russischen Krieg gegen die Ukraine und alle daraus resultierenden zusätzlichen Sanktionen und Gegensanktionen. Das Unternehmen prüft regelmäßig die möglichen weiteren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Unterbrechungen der russischen Warenströme nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen, die nach einer Phase der Stabilisierung auf hohem Niveau – gegen Ende des zweiten Quartals 2022 wieder anstiegen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen z.B. bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen führen und damit das Risiko einer Kosteninflation noch weiter erhöhen.

Die OMV bezog im zweiten Quartal 2022 auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom durchschnittlich 6,67 TWh Erdgas pro Monat in Deutschland und Österreich, wobei Gasliefermengen seit Mitte Juni eingeschränkt wurden, die eine Auflösung von Absicherungsgeschäften erforderten und zu einem negativen finanziellen Effekt für die OMV führten. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem vollständigen Stopp der Erdgasexporte aus Russland. Jedoch bleibt die Unsicherheit über zukünftige Kürzungen bestehen und könnte zu weiteren Verlusten führen, falls die abgesicherte Menge von den tatsächlichen Lieferungen abweicht. Im Falle weiterer oder sogar vollständiger Gasversorgungsunterbrechungen aus Russland kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat die OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas, bis die Regulierungsbehörde Maßnahmen zur Energiesteuerung implementiert. Darüber hinaus arbeitet die OMV an der Steigerung nicht-russischer Gasimportmengen, z.B. aus Norwegen und an der Sicherung von grenzüberschreitenden Gastransportkapazitäten, insbesondere nach Österreich. Die OMV beobachtet die Entwicklungen jedoch weiterhin genau und bewertet regelmäßig die Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns. Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens und der sicheren Energieversorgung. Im Juli 2022 gelang es der OMV 40 TWh zusätzliche Pipeline-Kapazitäten für den Gastransport nach Österreich für das Gas-Jahr ab 1. Oktober 2022 zu sichern.

Am 3. Juni 2022 ereignete sich in der Raffinerie Schwechat ein Zwischenfall im Rahmen der regulären Raffineriegeneralüberholung, der zu einer verzögerten Inbetriebnahme der Raffinerie führte. Unmittelbar nach dem Vorfall wurde eine breit angelegte Task Force vor Ort eingerichtet, die den Vorfall untersucht und gleichzeitig an der Wiederherstellung des Betriebs arbeitet. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglich sein sollte die Raffinerie in September/Oktober wieder voll in Betrieb zu nehmen und voll auszulasten. Für die Dauer der Reparaturen hat die OMV ein neues Versorgungssystem aufgebaut, um die von der OMV Raffinerie Schwechat bedienten Märkte zu beliefern. Die OMV nutzt dabei die Kapazitäten ihres Raffinerienetzwerks und hat die Destillationskapazitäten kleinerer Rohöl-Destillationsanlagen maximiert. Die OMV arbeitet auch eng mit Partnern zusammen, um mögliche Engpässe bei der Brennstoffversorgung in den Kernmärkten auszugleichen.

Der weltweite Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die globale weltwirtschaftliche Entwicklung. Der Anstieg der Covid-19-Fälle weltweit infolge des Auftretens neuer Virusvarianten in Verbindung mit Unterbrechungen der Lieferketten, hoher Preisinflation und steigenden Zinsen könnte zu einer deutlichen Verschlechterung des Wirtschaftswachstums führen.

Die Kreditqualität des Kontrahentenportfolios der OMV könnte durch die oben genannten Risikofaktoren negativ beeinflusst werden.

Die Folgen des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, des Vorfalls in der Raffinerie Schwechat, der Covid-19- Pandemie und anderer derzeit beobachtbarer Störungen sowie das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen können zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich eingeschätzt werden. Aus heutiger Sicht gehen wir aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht beeinträchtigt ist.

Weitere Details zu den aktuellen Risiken können dem Kapitel "Ausblick" des Lageberichts entnommen werden.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Bezüglich der Angaben zu den wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen wird auf den Anhang des Konzernzwischenabschlusses verwiesen.

Ausblick

Marktumfeld

Die OMV erwartet für 2022 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von über USD 100/bbl (vorherige Prognose: rund USD 95/bbl; 2021: USD 71/bbl). Für 2022 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 45/MWh erwartet (2021: EUR 16,5/MWh).

Konzern

▸ Organische Investitionen werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 3,7 Mrd belaufen1 (vorherige Prognose: rund EUR 3,5 Mrd; 2021: EUR 2,6 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,6 Mrd. Der Anstieg gegenüber der vorherigen Prognose spiegelt vor allem die Konsolidierung des Stickstoffgeschäfts für einen längeren Zeitraum als ursprünglich angenommen, zusätzliche Kosten infolge des Raffinerievorfalls in Schwechat, sowie höhere Investitionen in E&P, hauptsächlich bedingt durch FX-Effekte, wider.

Chemicals & Materials

  • ▸ Für 2022 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa über dem Niveau von 2021 erwartet (vorherige Prognose: auf dem Niveau des Vorjahres; 2021: EUR 468/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird über dem Niveau von 2021 erwartet (vorherige Prognose: auf dem Vorjahresniveau; 2021: EUR 453/t).
  • ▸ Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2022 unter dem Niveau des Vorjahres erwartet (vorherige Prognose: leicht unter dem Niveau des Vorjahres; 2021: 90%). Derzeit wird eine Generalüberholung des Steamcrackers in Burghausen durchgeführt. Mit der Wiederinbetriebnahme der Raffinerie in September/Oktober wird eine erhöhte Auslastung des Steamcrackers in Schwechat erwartet.
  • ▸ Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2022 voraussichtlich rund EUR 400/t betragen (2021: EUR 582/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 500/t erwartet (vorherige Prognose: EUR 600/t; 2021: EUR 735/t).
  • ▸ Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2022 voraussichtlich geringfügig unter dem Vorjahresniveau liegen (vorherige Prognose: über dem Vorjahresniveau; 2021: 1,82 Mio t). Es wird erwartet, dass die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs geringfügig unter dem Vorjahresniveau liegt (vorherige Prognose: leicht über dem Vorjahresniveau; 2021: 2,13 Mio t).
  • ▸ Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2022 auf rund EUR 1,4 Mrd prognostiziert (vorherige Prognose: rund EUR 1,3 Mrd; 2021: EUR 0,8 Mrd).

Refining & Marketing

  • ▸ Für 2022 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa von rund USD 15/bbl erwartet (vorherige Prognose: deutlich über dem Niveau von 2021; 2021: USD 3,7/bbl).
  • ▸ Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2022 geringfügig niedriger als für 2021 prognostiziert (vorherige Prognose: leicht höher als für 2021; 2021: 16,3 Mio t). Die Commercial-Margen werden niedriger als 2021 erwartet (vorherige Prognose: leicht niedriger als 2021). Die Retail-Margen werden voraussichtlich deutlich unter dem Niveau von 2021 liegen.
  • ▸ Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2022 deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet (vorherige Prognose: auf dem Niveau des Vorjahres; 2021: 88%). Derzeit wird eine Generalüberholung in der Raffinerie Burghausen durchgeführt. Die Wiederinbetriebnahme der Raffinerie Schwechat wird in September/Oktober erwartet.
  • ▸ Die organischen Investitionen in Refining & Marketing werden 2022 voraussichtlich rund EUR 0,8 Mrd betragen (2021: EUR 0,6 Mrd).

Exploration & Production

  • ▸ Die OMV erwartet für das Jahr 2022 eine Gesamtproduktion von rund 390 kboe/d (2021: 486 kboe/d). Ab dem 1. März 2022 werden russische Mengen aufgrund einer Änderung der Konsolidierungsmethode nicht mehr in die Gesamtproduktion einbezogen.
  • ▸ Die organischen Investitionen in Exploration & Production werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 1,4 Mrd belaufen (vorherige Prognose: rund EUR 1,3 Mrd; 2021: EUR 1,1 Mrd).
  • ▸ Für 2022 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) in Höhe von rund EUR 220 Mio prognostiziert (2021: EUR 210 Mio).

1 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

Geschäftsbereiche

Chemicals & Materials

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ1 1–6/22 1–6/21 Δ
737 716 776 –5% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten und Abschreibungen, 1.452 1.364 6%
Firmenwertabschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen
602 584 647 –7% Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 1.187 1.089 9%
412 469 430 –4% davon Borealis exklusive JVs 881 701 26%
159 64 136 18% davon Borealis JVs 223 259 –14%
639 –23 31 n.m. Sondereffekte 616 54 n.m.
1.242 561 678 83% Operatives Ergebnis 1.803 1.143 58%
262 882 236 11% Investitionen2 1.144 366 n.m.
Operative Kennzahlen
663 429 480 38% Ethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 546 442 24%
673 444 457 47% Propylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 559 407 37%
442 438 803 –45% Polyethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 440 673 –35%
543 647 898 –39% Polypropylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 595 750 –21%
56 96 93 –37 Steamcracker-Auslastungsgrad Europa in % 76 91 –15
1,45 1,47 1,42 2% Verkaufsmenge Polyolefine in Mio t 2,92 2,95 –1%
0,45 0,44 0,45 –1% davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs in Mio t 0,89 0,93 –4%
0,48 0,52 0,53 –11% davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs in Mio t 1,00 1,09 –8%
0,32 0,31 0,28 14% davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs in Mio t3 0,62 0,59 6%
0,21 0,20 0,16 38% davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs in Mio t3 0,41 0,34 20%

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals der Borouge PLC am 3. Juni 2022 hält Borealis 36% an der Borouge PLC, wodurch sich die finanziellen und operativen Beiträge ab dem Zeitpunkt des Börsengangs verringern.

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Investitionen beinhalten Akquisitionen; insbesondere beinhaltete Q1/22 eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd

3 Anteilige Mengen der at-equity konsolidierten Unternehmen

Zweites Quartal 2022 (Q2/22) im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 (Q2/21)

  • ▸ Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank um 7% auf EUR 602 Mio hauptsächlich infolge einer Normalisierung der europäischen Polyolefinmargen, die sich in Q2/21 auf Rekordniveau befunden hatten, und teilweise kompensiert durch einen signifikant stärkeren Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft und einem höheren Beitrag von den Borealis JVs.
  • ▸ Das Ergebnis der Borealis JVs stieg hauptsächlich infolge gestiegener Verkaufsmengen und höheren realisierten Margen in Borouge um 18%
  • ▸ Der Auslastungsgrad der Steamcracker in Europa sank stark. Gründe dafür waren die geplante Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund, aber auch ein niedrigerer Auslastungsgrad des Steamcrackers in Schwechat infolge der geplanten Generalüberholung und eines Vorfalls an der Rohöl-Destillationsanlage in der Raffinerie Schwechat.
  • ▸ Am 3.Juni 2022 schloss die Borouge PLC den Börsengang an der ADX, der Abu Dhabi Securities Exchange, erfolgreich ab. Basierend auf dem letztgültigen Angebotspreis von AED 2,45 pro Aktie ergab sich aus dem Börsengang ein Bruttoerlös von EUR 1,9 Mrd für 10% des ausgegebenen Aktienkapitals. Basierend auf dem Börsengang halten ADNOC 54% und Borealis 36% an der Borouge PLC.

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank um EUR 45 Mio auf EUR 602 Mio (Q2/21: EUR 647 Mio). Während sich die europäischen Polyolefinmargen von den Rekordwerten in Q2/21 normalisierten, stiegen die Beiträge des Stickstoffgeschäfts und von den Borealis JVs signifikant.

Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts erhöhte sich leicht. Ein starker Anstieg der Ethylen- und Propylen-Referenzmargen wurde großteils durch einen negativen Effekt infolge der niedrigeren Auslastung des Steamcrackers in Schwechat und höhere alternative Bezugskosten ausgeglichen. Die Ethylen-Referenzmarge Europa stieg um 38% auf EUR 663/t an (Q2/21: EUR 480/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa um 47% auf EUR 673/t anwuchs (Q2/21: EUR 457/t). Eine starke Nachfrage auf den europäischen Märkten und Versorgungsengpässe führten zu höheren Olefinpreisen, die die gestiegenen Naphthapreise mehr als kompensieren konnten. Insbesondere bei Propylen herrschte weiterhin ein knappes Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht. Das starke Marktumfeld wurde zu einem großen Teil durch eine gesunkene Produktion infolge des niedrigeren Auslastungsgrads des Steamcrackers in Schwechat und höhere Kosten für den Rohstoffmix, der neben Naphtha auch andere Vorprodukte umfasst, kompensiert. Infolge des gestiegenen Preisniveaus wurden höhere Kundenrabatte verzeichnet, was wiederum dem Polyolefingeschäft in hohem Maße zugute kam, da der Großteil des Olefinabsatzes innerhalb des Konzerns erfolgt. Zusätzlich wirkten sich niedrigere Benzolmargen dämpfend auf das Ergebnis aus.

Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, sank in Q2/22 signifikant um 37 Prozentpunkte auf 56% (Q2/21: 93%). Dies war hauptsächlich auf die geplante Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund, die das gesamte zweite Quartal andauerte, zurückzuführen. Zusätzlich führten die geplante Generalüberholung der Raffinerie Schwechat und der Vorfall an der Rohöl-Destillationsanlage am 3. Juni zu einem niedrigeren Auslastungsgrad des Steamcrackers.

Der Beitrag von Borealis exklusive JVs sank geringfügig um EUR 18 Mio auf EUR 412 Mio (Q2/21: EUR 430 Mio). Sich normalisierende Polyolefinmargen, verglichen mit den Rekordwerten von Q2/21, und ein schwächeres Basischemikaliengeschäft wurden großteils durch eine außergewöhnliche Performance des Stickstoffgeschäfts und höhere Lagerbewertungseffekte kompensiert. Im Basischemikaliengeschäft wurden stark steigende Referenzmargen für Olefine durch die Folgen der geplanten Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund, negative Lagerbewertungseffekte und höhere Kundenrabatte mehr als ausgeglichen. Der Beitrag des Polyolefingeschäfts verzeichnete infolge substanziell niedrigerer Polyolefin-Referenzmargen einen Rückgang. Dies konnte durch höhere positive Lagerbewertungseffekte und gestiegene Rabatte bei Ausgangsstoffen teilweise kompensiert werden. Die Polyolefin-Referenzmargen sanken nach dem Rekordhoch in Q2/21, als auf dem Markt ein außerordentlich knappes Angebot-Nachfrage-Gleichgewicht, bedingt durch eine intensive Wartungssaison und weltweite logistische Einschränkungen, herrschte. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa fiel um 45% auf EUR 442/t (Q2/21: EUR 803/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa etwas weniger, um 39%, auf EUR 543/t sank (Q2/21: EUR 898/t). Die Polyolefin-Referenzmargen wurden in Q2/22 durch steigende Preise bei Ausgangsstoffen, eine sich abschwächende Nachfrage und die gestiegene Verfügbarkeit von importierten Volumen aus dem Mittleren Osten und den USA beeinflusst. Die sowohl im Standard- als auch im Specialty-Geschäft realisierten Margen profitierten von höheren Rabatten bei Ausgangsstoffen und über die Marktindikatoren hinaus gestiegenen Preisen für bestimmte Produktgruppen. Die Verkaufsmenge an Polyethylen war auf ähnlichem Niveau wie in Q2/21, während die Verkaufsmenge an Polypropylen um 11% zurückging. Der Rückgang der Verkaufsmengen war hauptsächlich auf den Konsumgüter- und den Infrastruktursektor zurückzuführen, während die Mengen im Energiesektor leicht anstiegen. Der Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft verbesserte sich im Vergleich zu Q2/21 substanziell. Die Preise für Düngemittel verzeichneten infolge der knappen Angebotssituation weiterhin einen beispiellosen Höchststand und konnten einen Anstieg der Erdgaspreise und negative Lagerbewertungseffekte mehr als kompensieren.

Der Beitrag der Borealis JVs stieg in Q2/22 um EUR 24 Mio auf EUR 159 Mio an (Q2/21: EUR 136 Mio), was hauptsächlich auf einen höheren Beitrag von Borouge zurückzuführen war. Verglichen mit Q2/21 stieg die Polyethylen-Verkaufsmenge der JVs um 14% an, während die Polypropylen-Verkaufsmenge der JVs stärker wuchs, um 38%. In Q2/21 wurden die Verkaufsmengen bei Borouge infolge der Implementierung eines fortschrittlichen ERP-Systems und durch logistische Einschränkungen beeinträchtigt. In Q2/22 konnte Borouge von der Inbetriebnahme der neuen Polypropylenanlage (PP5) und von einem höheren Verkauf an Lagerbeständen profitieren. Borouge konnte gegenüber Q2/21 die realisierten Premia über Benchmark-Preisen hinaus, für Polyethylen als auch für Polypropylen erhöhen. Ausschlaggebend dafür waren der diversifizierte Produktmix und die Fähigkeit, regionale Preischancen zu nutzen. Während Q2/22 kam es bei Borouge zu einem Ausfall der Low-Density-Polyethelene (LDPE) Anlage, der aus heutiger Sicht zumindest bis Ende des Jahres 2022 andauern wird. Die Ethylen-Mengen, die nicht in der LDPE-Anlage verarbeitet werden konnten, wurden entweder in der Olefin Conversion Unit (OCU) zu Propylen umgewandelt oder extern verkauft, was die finanziellen Auswirkungen des Ausfalls der LDPE-Anlage großteils abmildern konnte. Verglichen mit Q2/21 verzeichnete Baystar ein schwächeres Marktumfeld aufgrund von höheren Ethan-Preisen, die auf den Margen lasteten, während die Verkaufsmengen auf gleichem Niveau blieben.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 639 Mio (Q2/21: EUR 31 mn) und ergaben sich hauptsächlich aus dem erfolgreichen Börsengang eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung von rund EUR 0,3 Mrd führte. Zusätzlich führte das verbindliche Angebot von AGROFERT für das Stickstoffgeschäft von Borealis zu einer Wertaufholung in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd. Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials verdoppelte sich fast und erreichte in Q2/22 EUR 1.242 Mio, verglichen mit EUR 678 Mio in Q2/21.

Die Investitionen in Chemicals & Materials stiegen in Q2/22 auf EUR 262 Mio an (Q2/21: EUR 236 Mio). Organische Investitionen in Q2/22 fanden neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis sowie im Zuge der Errichtung der ReOil® -Demonstrationsanlage in Österreich statt.

Jänner bis Juni 2022 (1–6/22) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2021 (1–6/21)

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten wuchs in 1–6/22 um 9% auf EUR 1.187 Mio an (1–6/21: EUR 1.089 Mio). Ursächlich dafür waren insbesondere ein signifikant stärkeren Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft sowie positive Lagerbewertungseffekte, die durch eine Normalisierung der europäischen Polyolefinmargen teilweise kompensiert wurden.

Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts verringerte sich trotz höherer Ethylen- und Propylen-Referenzmargen. Die Ethylen-Referenzmarge Europa stieg um 24% auf EUR 546/t an (1–6/21: EUR 442/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa um 37% auf EUR 559/t anwuchs (1–6/21: EUR 407/t). Beide Produkte verzeichneten in 1–6/22 eine starke Nachfrage sowie Angebotsknappheit, die zu einem Preisanstieg führte, der die höheren Naphthapreise mehr als kompensieren konnte. Insbesondere bei Propylen herrschte weiterhin ein knappes Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht. Die gestiegenen Referenzmargen wurden durch höhere Kundenrabatte infolge des gestiegenen Preisniveaus mehr als kompensiert, was wiederum dem

Polyolefingeschäft in hohem Maße zugute kam, da der Großteil des Olefinabsatzes innerhalb des Konzerns erfolgt. Eine niedrigere Produktion infolge des niedrigeren Auslastungsgrades des Steamcrackers in Schwechat, höhere Kosten für den Rohstoffmix, der neben Naphtha auch andere Vorprodukte umfasst, höhere Nebenkosten sowie niedrigere Benzolmargen wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus.

Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, sank um 15 Prozentpunkte auf 76% (1–6/21: 91%). 1–6/22 wurde durch die geplante Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund, die in Q2/22 stattfand, beeinflusst. Zusätzlich führten die geplante Generalüberholung der Raffinerie Schwechat und der Vorfall an der Rohöl-Destillationsanlage am 3. Juni zu einem niedrigeren Auslastungsgrad des Steamcrackers.

Der Beitrag von Borealis exklusive JVs wuchs um EUR 180 Mio auf EUR 881 Mio an (1–6/21: EUR 701 Mio), was hauptsächlich auf einen signifikant stärkeren Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft sowie positive Lagerbewertungseffekte zurückzuführen war. Das Basischemikaliengeschäft von Borealis verzeichnete einen Rückgang trotz verbesserter Olefin-Referenzmargen, was vor allem auf die Auswirkungen der geplanten Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund, höhere Kundenrabatte und verringerte Lagerbewertungseffekte zurückzuführen ist. Das Polyolefingeschäft verzeichnete eine Normalisierung der Polyolefin-Referenzmargen, die teilweise durch gestiegene Rabatte bei Ausgangsstoffen, höhere realisierte Margen und positive Lagerbewertungseffekte kompensiert werden konnte. In Bezug auf die Polyolefin-Referenzmargen war in 1–6/21 eine starke Nachfrage in den europäischen Märkten zu verzeichnen, die mit einem sich verschärfenden Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht einherging – bedingt durch eine intensive Wartungssaison und weltweite logistische Einschränkungen. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa sank um 35% auf EUR 440/t (1–6/21: EUR 673/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa weniger stark, um 21%, auf EUR 595/t sank (1–6/21: EUR 750/t). Die Polyolefin-Referenzmargen wurden in 1–6/22 durch steigende Preise bei Ausgangsstoffen, eine sich abschwächende Nachfrage und die gestiegene Verfügbarkeit von importierten Mengen aus dem Mittleren Osten und den USA beeinflusst. Die sowohl im Standard- als auch im Specialty-Geschäft realisierten Margen profitierten von höheren Rabatten bei Ausgangsstoffen und über die Marktindikatoren hinaus gestiegenen Preisen für bestimmte Produktgruppen. Positive Lagerbewertungseffekte stützten zudem das Ergebnis. Verglichen mit 1–6/21 sank die Verkaufsmenge an Polyethylen um 4%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen um 8% fiel. Die Verringerung der Verkaufsmengen war insbesondere auf den Konsumgütersektor zurückzuführen, während die Sektoren Mobilität und Infrastruktur sich leicht abschwächten. Der Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft verbesserte sich im Vergleich zu 1–6/21 substanziell. Die Preise für Düngemittel verzeichneten infolge der knappen Angebotssituation weiterhin einen beispiellosen Höchststand und konnten einen Anstieg der Erdgaspreise mehr als kompensieren. Auch der positive Effekt aus der Neuklassifizierung als zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen unterstützte das Ergebnis.

Der Beitrag der Borealis JVs sank um EUR 36 Mio auf EUR 223 Mio (1–6/21: EUR 259 Mio). Ursächlich dafür war insbesondere ein niedrigerer Beitrag von Borouge bedingt durch Einmaleffekte im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen, die das Ergebnis in Q1/22 negativ beeinflussten. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs stiegen um 6% an, während die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs stärker, um 20%, wuchsen. In 1–6/21 wurden die Verkaufsmengen bei Borouge infolge der Implementierung eines fortschrittlichen ERP-Systems und durch logistische Einschränkungen negativ beeinflusst. In 1–6/22 konnte Borouge von der Inbetriebnahme der neuen Polypropylenanlage (PP5) und von einem höheren Verkauf an Lagerbeständen profitieren. Zusätzlich konnte Borouge die realisierten Premia über Benchmark-Preisen hinaus, für Polyethylen als auch für Polypropylen erhöhen. Ausschlaggebend dafür waren der diversifizierte Produktmix und die Fähigkeit, regionale Preischancen zu nutzen. Während Q2/22 kam es bei Borouge zu einem Ausfall der Low-Density-Polyethelene (LDPE) Anlage, der aus heutiger Sicht zumindest bis Ende des Jahres 2022 andauern wird. Die Ethylen-Mengen, die nicht in der LDPE-Anlage verarbeitet werden konnten, wurden entweder in der Olefin Conversion Unit (OCU) zu Propylen umgewandelt oder extern verkauft, was die finanziellen Auswirkungen des Ausfalls der LDPE-Anlage großteils abmildern konnte. Verglichen mit 1–6/21 verzeichnete Baystar ein schwächeres Marktumfeld aufgrund von höheren Ethan-Preisen, die auf den Margen lasteten, während die Verkaufsmengen auf gleichem Niveau blieben.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 616 Mio (1–6/21: EUR 54 Mio) und ergaben sich hauptsächlich aufgrund des erfolgreichen Börsengangs eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung von rund EUR 0,3 Mrd führte. Zusätzlich führte das verbindliche Angebot von AGROFERT für das Stickstoffgeschäft von Borealis zu einer Wertaufholung in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd. Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials stieg signifikant auf EUR 1.803 Mio, verglichen mit EUR 1.143 Mio in 1–6/21.

Die Investitionen in Chemicals & Materials beliefen sich auf EUR 1.144 Mio (1–6/21: EUR 366 Mio), was durch eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd in Q1/22 und durch höhere organische Investitionen bedingt war. Organische Investitionen in 1–6/22 fanden neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis, die nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd beinhaltete, sowie im Zuge der Errichtung der ReOil® - Demonstrationsanlage in Österreich statt.

Refining & Marketing

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ1 1–6/22 1–6/21 Δ
858 454 272 n.m. CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten und Abschreibungen, 1.312 459 186%
Firmenwertabschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen2
745 357 166 n.m. CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 1.102 245 n.m.
112 20 –5 n.m. davon ADNOC Refining & Trading 132 –31 n.m.
167 148 14 n.m. davon Gas & Power Osteuropa3 315 51 n.m.
363 –51 –13 n.m. Sondereffekte 312 3 n.m.
196 434 66 2
199% CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)
630 303 108%
1.304 741 219 n.m. Operatives Ergebnis 2.045 550 n.m.
182 139 118 54% Investitionen4 321 198 62%
Operative Kennzahlen
20,46 6,78 2,23 n.m. Neue OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa basierend auf Brent in
USD/bbl5,6
13,45 2,09 n.m.
29,25 9,75 2,21 n.m. Alte OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa basierend auf Brent und 18,08 1,94 n.m.
Urals in USD/bbl5,6
58 94 85 –27 Raffinerie-Auslastungsgrad Europa in % 76 83 –7
3,82 3,66 4,01 –5% Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa in Mio t 7,47 7,33 2%
1,56 1,53 1,59 –2% davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t 3,08 2,92 6%

Ab Q1/22 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu unter der Tabelle "Sondereffekte und CCS Effekte"

3 Umfasst die OMV Petrom, die Türkei und Nord Stream 2

4 Investitionen beinhalten Akquisitionen.

5 Ab Q2/22 berücksichtigt die Raffinerie-Referenzmarge die Änderung des Rohöl-Referenzpreises von Urals auf Brent bei der OMV Petrom.

6 Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffineriemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und anderen Betriebsbedingungen von der OMV Raffinerie-Referenzmarge abweichen.

Zweites Quartal 2022 (Q2/22) im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 (Q2/21)

  • ▸ Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg stark auf EUR 745 Mio an. Ursächlich dafür waren außergewöhnlich hohe Raffinerie-Referenzmargen, ein starkes Ergebnis von Gas & Power Osteuropa sowie eine deutlich verbesserte Performance von ADNOC Refining & Trading. Dies wurde nur zum Teil durch die Generalüberholung und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat sowie ein geringeres Retail-Ergebnis kompensiert.
  • ▸ Gas & Power Osteuropa leistete einen deutlich höheren Beitrag, was vor allem auf höhere Margen im Gas- und Stromgeschäft zurückzuführen ist.
  • ▸ ADNOC Refining verzeichnete aufgrund von höheren Raffineriemargen und weiteren Effizienzsteigerungen ein deutlich besseres Ergebnis, während ADNOC Global Trading von dem volatilen Marktumfeld profitierte.
  • ▸ Das Retailgeschäft leistete einen geringeren Beitrag, was auf niedrigere Retail-Margen, höhere Betriebskosten sowie den Verkauf von 285 Tankstellen in Deutschland im Mai 2022 zurückzuführen ist.

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich deutlich auf EUR 745 Mio (Q2/21: EUR 166 Mio). Sehr starke Raffinerie-Referenzmargen, ein verbessertes Ergebnis von Gas & Power Osteuropa und ein deutlich höherer Ergebnisbeitrag von ADNOC Refining & Trading konnten die negativen Auswirkungen auf die Produktion aufgrund der Ereignisse in der Raffinerie Schwechat, höhere Kosten aufgrund von Generalüberholungen, ein geringeres Retail-Ergebnis sowie einen geringeren Beitrag aus Margen-Absicherungsgeschäften mehr als ausgleichen.

Da ab dem zweiten Quartal Urals keine maßgebliche Referenz mehr ist, hat die OMV Petrom den Verrechnungspreis für Rohöl von Urals auf Brent geändert. Infolgedessen basiert die Berechnung der Raffinerie-Referenzmarge des Konzerns nun vollständig auf Brent. Die Änderung führte zu einer Verschiebung der Segmentgewinne zwischen R&M und E&P, wobei die Auswirkungen auf Konzernebene neutral waren. Historische Finanzdaten der einzelnen Geschäftsbereiche wurden nicht angepasst, aber die Raffinerie-Referenzmargen früherer Zeiträume wurden neu berechnet und die Kommentare zur vierteljährlichen und jährlichen Entwicklung beziehen sich auf diese. Aus Gründen der Transparenz werden jedoch sowohl die alten als auch die neuen Raffinerie - Referenzmargen angegeben.

Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa stieg signifikant auf USD 20,5/bbl an (Q2/21: USD 2,2/bbl). Wesentlich höhere Margen für Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff wurden durch höhere Einsatz- und Verarbeitungsverluste aufgrund des weiteren Anstiegs des Brent-Preises sowie durch geringere Schweröl-Margen nur geringfügig ausgeglichen. Der Auslastungsgrad der

europäischen Raffinerien fiel in Q2/22 um 27 Prozentpunkte auf 58% (Q2/21: 85%). Ursächlich dafür waren vor allem eine geringere Auslastung der Raffinerie Schwechat aufgrund der geplanten Generalüberholung und dem Zwischenfall am 3. Juni 2022, als es während der gesetzlich vorgeschriebenen Wasserdruckprüfung im Rahmen der Abschlussarbeiten der Generalüberholung zu einem Schaden an der Hauptdestillationsanlage für Rohöl kam. Ein höherer Auslastungsgrad der Raffinerie Burghausen aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Raffinerieprodukten konnte dem teilweise entgegenwirken. Aufgrund geringerer Mengen bedingt durch den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat sowie höherer Produktnotierungen sanken die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa um 5% auf 3,8 Mio t. Gestiegene Flugzeugtreibstoff-Verkaufsmengen konnten dies zum Teil kompensieren. Das Commercial-Geschäft zeigte einen leicht rückläufigen Ergebnisbeitrag hauptsächlich aufgrund von Preisobergrenzen für Benzin und Diesel in Ungarn und Slowenien, was zu geringeren Commercial-Margen führte. Eine verbesserte Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff konnte dies zum Teil ausgleichen. Das Retailgeschäft lieferte einen deutlich reduzierten Ergebnisbeitrag infolge wesentlich niedrigerer Kraftstoffmargen aufgrund von Preisobergrenzen in einigen Märkten sowie aufgrund des anhaltenden Drucks durch hohe Produktnotierungen und bedingt durch gestiegene Versorgungs- und Fixkosten. Der Verkauf der deutschen Tankstellen resultierte ebenfalls in einem geringeren Ergebnisbeitrag verglichen mit dem Vorjahresquartal. Teilweise wurde dies durch das bessere Ergebnis im Non-Fuel-Geschäft kompensiert, das auf die wieder gestiegene Kundenfrequenz zurückzuführen ist.

Der Beitrag von ADNOC Refining & Trading zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich deutlich auf EUR 112 Mio (Q2/21: EUR –5 Mio), was vor allem auf höhere Raffineriemargen und weitere Effizienzsteigerungen bei ADNOC Refining zurückzuführen ist. Zusätzlich konnte ADNOC Global Trading das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark unterstützen, da es von der Marktvolatilität profitierte.

Der Ergebnisbeitrag von Gas & Power Osteuropa stieg erheblich auf EUR 167 Mio an (Q2/21: EUR 14 Mio), was vor allem auf verbesserte Gasmargen sowie auf ein besseres Stromergebnis aufgrund steigender Strom-Verkaufspreise und eine höhere Produktion zurückzuführen ist. Dies wurde nur teilweise durch eine in Rumänien neu eingeführte Sondersteuer für Strom kompensiert.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 363 Mio (Q2/21: EUR –13 Mio) und standen vor allem im Zusammenhang mit dem Verkauf von 285 Tankstellen in Deutschland im Mai 2022. Rohstoffderivate konnten dies zum Teil ausgleichen. In Q2/22 wurden CCS Effekte von EUR 196 Mio infolge wesentlich höherer Rohölpreise erfasst. Das Operative Ergebnis im Bereich Refining & Marketing stieg signifikant auf EUR 1.304 Mio an (Q2/21: EUR 219 Mio).

Die Investitionen in Refining & Marketing lagen bei EUR 182 Mio (Q2/21: EUR 118 Mio). Organische Investitionen in Q2/22 betrafen im Wesentlichen Investitionen in die europäischen Raffinerien, Generalüberholungen und Tankstellen.

Jänner bis Juni 2022 (1–6/22) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2021 (1–6/21)

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg signifikant auf EUR 1.102 Mio an (1–6/21: EUR 245 Mio). Sehr starke Raffinerie-Referenzmargen, ein signifikant verbessertes Ergebnis von Gas & Power Osteuropa sowie ein bemerkenswertes Ergebnis von ADNOC Refining & Trading konnten die negativen Produktionseffekte aufgrund der Generalüberholung und des Zwischenfalls in der Raffinerie Schwechat, gestiegene Kosten infolge von Generalüberholungen, ein geringeres Retail-Ergebnis sowie einen geringeren Beitrag aus Margen-Absicherungsgeschäften mehr als ausgleichen.

Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa stieg signifikant auf USD 13,4/bbl an (1–6/21: USD 2,1/bbl). Höhere Margen für Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff wurden durch steigende Einsatz- und Verarbeitungsverluste aufgrund des weiteren Anstiegs des Brent-Preises sowie durch geringere Schweröl-Margen nur teilweise kompensiert. Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien ging in 1–6/22 um 7 Prozentpunkte auf 76% zurück (1–6/21: 83%), was vor allem auf die Generalüberholung und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat im zweiten Quartal dieses Jahres zurückzuführen ist. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa stiegen geringfügig um 2% auf 7,5 Mio t an, was hauptsächlich einer Erholung der Nachfrage in Q1/22 zu verdanken ist. Dies wurde durch geringere Mengen nach dem Zwischenfall in Schwechat teilweise ausgeglichen. Im Commercial-Geschäft stieg die Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff im Zuge der gelockerten Reisebeschränkungen, während die Preisobergrenzenregelungen in Ungarn und Slowenien das Ergebnis teilweise kompensierten. Der Ergebnisbeitrag aus dem Retailgeschäft ging hauptsächlich infolge von geringeren Kraftstoffmargen bedingt durch Preisobergrenzen in mehreren Märkten deutlich zurück. Ein Anstieg der Umsätze im Fuel- und Non-Fuel-Geschäft aufgrund von gelockerten Covid-19-Beschränkungen konnte dem teilweise entgegenwirken. Retail-Verkaufsmengen stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6%.

Der Beitrag von ADNOC Refining & Trading zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten in 1–6/22 stieg erheblich auf EUR 132 Mio an (1–6/21: EUR –31 Mio), was vor allem auf höhere Raffineriemargen und weitere Effizienzsteigerungen bei ADNOC Refining zurückzuführen ist. Zusätzlich konnte ADNOC Global Trading verglichen mit der Vorjahresperiode das Ergebnis stark unterstützen, da es von der Marktvolatilität profitierte.

Der Ergebnisbeitrag von Gas & Power Osteuropa stieg signifikant auf EUR 315 Mio an (1–6/21: EUR 51 Mio), was vor allem auf die positiven Auswirkungen steigender Verkaufspreise sowie ein besseres Stromergebnis aufgrund höherer Verkaufsmengen und gestiegener Stromverkaufspreise zurückzuführen ist.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 312 Mio (1–6/21: EUR 3 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch den Verkauf der deutschen Tankstellen im Mai 2022. Dies wurde durch Rohstoffderivate teilweise ausgeglichen. Als Folge eines starken Anstiegs der Rohölpreise wurden in 1–6/22 CCS Effekte von EUR 630 Mio erfasst. Folglich stieg das Operative Ergebnis im Bereich Refining & Marketing deutlich auf EUR 2.045 Mio an (1–6/21: EUR 550 Mio).

Die Investitionen in Refining & Marketing beliefen sich auf EUR 321 Mio (1–6/21: EUR 198 Mio). Organische Investitionen in 1– 6/22 betrafen im Wesentlichen die europäischen Raffinerien, Generalüberholungen und Tankstellen.

Exploration & Production

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
1.991 2.127 897 122 Operatives Ergebnis vor Sondereffekten und Abschreibungen,
Firmenwertabschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen
4.118 1.657 148
1.617 1.768 512 n.m. Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 3.385 903 n.m.
–117 56 15 n.m. davon Gas Marketing Westeuropa2 –62 44 n.m.
–451 184 –142 n.m. Sondereffekte –267 –114 –135
1.166 1.952 371 n.m. Operatives Ergebnis 3.118 789 n.m.
341 297 300 14 Investitionen3 638 576 11
57 18 47 20 Explorationsausgaben 74 93 –20
78 10 45 74 Explorationsaufwendungen 88 83 7
8,26 7,38 6,78 22 Produktionskosten in USD/boe 7,76 6,82 14
Operative Kennzahlen
345 457 490 –30 Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen in kboe/d 400 492 –19
175 194 203 –14 davon Rohöl- und NGL-Produktion in kboe/d 185 204 –10
170 262 287 –41 davon Erdgasproduktion in kboe/d4 216 288 –25
15,9 17,5 18,4 –14 Rohöl- und NGL-Produktion in Mio bbl 33,4 37,0 –10
89,2 138,3 153,1 –42 Erdgasproduktion in bcf4 227,5 305,2 –25
314 451 459 –31 Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen in kboe/d 382 458 –16
164 210 194 –16 davon Rohöl- und NGL-Verkaufsmenge in kboe/d 187 191 –2
151 240 265 –43 davon Erdgas-Verkaufsmenge in kboe/d4 195 266 –27
113,93 102,23 68,97 65 Durchschnittlicher Brent-Preis in USD/bbl 107,94 64,98 66
106,86 90,46 59,94 78 Durchschnittlich realisierter Rohölpreis in USD/bbl5,6 97,62 57,60 69
18,38 13,01 4,53 n.m. Durchschnittlich realisierter Erdgaspreis in USD/1.000 cf4,5 15,08 4,18 n.m.
56,54 37,93 12,28 n.m. Durchschnittlich realisierter Erdgaspreis in EUR/MWh4,5,7 45,10 11,33 n.m.
1,065 1,122 1,206 –12 Durchschnittlicher EUR-USD-Wechselkurs 1,093 1,205 –9

Note: Ab Q1/22 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

2 Umfasst Supply, Marketing sowie Trading und Logistics in Deutschland, Österreich, Ungarn, den Niederlanden und Belgien; beinhaltet die damit verbundenen Verwaltungskosten 3

Investitionen beinhalten Akquisitionen. 4 Berücksichtigt nicht Gas Marketing Westeuropa

5 Die durchschnittlich realisierten Preise beinhalten Hedging-Effekte.

6 Ab Q2/22 basiert der Transferpreis der OMV Petrom zwischen dem E&P-Segment und dem R&M-Segment auf Brent statt auf Urals. Bisherige Werte wurden nicht angepasst. 7 Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter Verwendung eines einheitlichen Brennwerts von 10,8 MWh pro 1.000 Kubikmeter Erdgas über das ganze Portfolio in MWh umgerechnet.

Zweites Quartal 2022 (Q2/22) im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 (Q2/21)

  • ▸ Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg dank wesentlich höherer Öl- und Gaspreise, die eine geringere Betriebsentwicklung ausglichen, deutlich auf EUR 1.617 Mio an.
  • ▸ Die Produktion sank um 145 kboe/d auf 345 kboe/d, was hauptsächlich auf die Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland, planmäßige Produktionsstillstände und ungeplante Ausfälle an mehreren Standorten zurückzuführen ist.
  • ▸ Die Produktionskosten stiegen aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland ab 1. März 2022 auf USD 8,3/boe an.

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich in Q2/22 wesentlich von EUR 512 Mio in Q2/21 auf EUR 1.617 Mio. Ein förderliches Marktumfeld traf auf eine geringere operative Leistung. Die Markteffekte ließen das Ergebnis um EUR 1.555 Mio in die Höhe schnellen, was dem anhaltend starken Anstieg der Rohstoffpreise sowohl für Erdöl als auch für Erdgas und einer positiven Wechselkursentwicklung zu verdanken ist. Die operative Performance verringerte das Ergebnis um EUR 461 Mio. Die Fördermengen nahmen vor allem durch die Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland, aber auch in Libyen, Malaysia, Neuseeland, Norwegen und Rumänien ab, während sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten anstiegen. Gas Marketing Westeuropa beeinflusste das Ergebnis negativ, hauptsächlich aufgrund von Lieferkürzungen, Wertminderungen von Forderungen und Wertberichtigungen.

In Q2/22 wurden Netto-Sondereffekte von EUR –451 Mio erfasst (Q2/21: EUR –142 Mio). Bewertungseffekte für Rohstoffderivate in Gas Marketing Westeuropa waren hierfür hauptsächlich ausschlaggebend. Einen geringeren Einfluss hatten Wertberichtigungen auf einige Anlagen. Das Operative Ergebnis erhöhte sich auf EUR 1.166 Mio (Q2/21: EUR 371 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen auf USD 8,3/boe an (Q2/21: USD 6,8/boe) – hervorgerufen durch die Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022.

Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen verringerte sich um 145 kboe/d auf 345 kboe/d. Die Hauptgründe für diesen Rückgang waren die Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland ab dem 1. März 2022 und der Förderausfall in Libyen aufgrund von höherer Gewalt, die durch politisch motivierte Schließungen ausgelöst wurde. Förderrückgänge entstanden auch durch planmäßige Wartungsarbeiten in Malaysia und Neuseeland, durch einen ungeplanten Ausfall in Norwegen und durch einen natürlichen Förderrückgang in Rumänien. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde infolge einer Zurücknahme von OPEC-Förderbeschränkungen mehr gefördert. Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen verringerte sich auf 314 kboe/d (Q2/21: 459 kboe/d). Zusätzlich zu den Faktoren, die die Förderung beeinflussten, litten die Verkaufsmengen unter den geringeren Liftings in Libyen.

Die Ölpreise waren während des zweiten Quartals starken Veränderungen unterworfen, wobei Bedenken hinsichtlich der Nachfrage, vor allem in China, den Unsicherheiten bezüglich des Angebots aus Russland gegenüberstanden. Das Preisspektrum während des Quartals reichte von knapp unter USD 100/bbl nach einer Freigabe strategischer Reserven Anfang April bis über USD 120/bbl Ende Mai und Anfang Juni, als China seine Covid-19-Beschränkungen lockerte und die EU sich auf Sanktionen auf über den Seeweg importiertes russisches Rohöl einigte. Andere entgegengesetzte Faktoren wie die Kürzung libyscher Lieferungen und ein stärker werdender US-Dollar trugen ebenfalls zur hohen Preisvolatilität bei. Über das gesamte Quartal stieg der durchschnittliche Brent-Preis um über 11% auf einen Schnitt von USD 113,9/bbl. Im Jahresvergleich stieg der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns um 78% – teilweise angetrieben durch eine Änderung der Transferpreisberechnung für rumänische Rohölproduktion. Was das Erdgas betrifft, so ließen die Preise in den ersten beiden Monaten des Quartals infolge wärmeren Wetters und der Verfügbarkeit von ausreichend Flüssiggas für Europa nach. Letzteres wurde ermöglicht, da die chinesischen Covid-19-Einschränkungen und das warme Wetter in Nordostasien die Nachfrage vor Ort beschränkten. Diese Entwicklungen wirkten den russischen Versorgungskürzungen entgegen, die mit Liefereinschränkungen nach Polen und Bulgarien begannen. Im Juni begannen die Preise wieder zu steigen, hauptsächlich weil Russland die Versorgung Europas mit Erdgas weiter zurückfuhr. Als Konsequenz waren die Erdgaspreise am Ende des zweiten Quartals an vielen europäischen Umschlagplätzen höher als zu Quartalsbeginn. Durch das Ausscheiden der russischen Mengen aus der Gesamtproduktion als Folge der Änderung der Konsolidierungsmethode und durch das Ende des Absicherungsprogramms für den Erdgaspreis stieg der durchschnittlich realisierte Erdgaspreis der OMV in EUR/MWh im Vergleich zum Vorjahresquartal wesentlich an.

Die Investitionen inklusive aktivierter E&A-Ausgaben stiegen in Q2/22 aufgrund der verstärkten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahresquartal von EUR 300 Mio auf EUR 341 Mio an. Organische Investitionen wurden in Q2/22 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Neuseeland und Norwegen getätigt. Die Explorationsausgaben, vor allem betreffend Aktivitäten in Malaysia, Neuseeland, Norwegen und Rumänien, wurden in Q2/22 um 20% auf EUR 57 Mio verringert.

Jänner bis Juni 2022 (1–6/22) im Vergleich zu Jänner bis Juni 2021 (1–6/21)

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg in 1–6/22 signifikant von EUR 903 Mio auf EUR 3.385 Mio an. Außergewöhnlich positive Markteffekte in Höhe von EUR 2.947 Mio als Folge der wesentlich höheren Öl- und Gaspreise trafen auf negative operative Effekte im Ausmaß von EUR 470 Mio. Diese sind eine Konsequenz niedrigerer Förderraten, die vor allem in der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022 begründet sind. Ein natürlicher Förderrückgang in Rumänien, planmäßige Wartungsarbeiten in Malaysia und höhere Gewalt in Libyen, die durch politisch motivierte Schließungen ausgelöst wurde, waren die wesentlichen Ereignisse, die ebenfalls zu dem Rückgang beitrugen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten stieg die Produktion, nachdem dort OPEC-Förderbeschränkungen zurückgenommen worden waren. Die Verkaufsmengen folgten den Förderraten. Gas Marketing Westeuropa beeinflusste das Ergebnis negativ, hauptsächlich aufgrund von Lieferkürzungen, Wertminderungen von Forderungen und Wertberichtigungen.

Die in 1–6/22 erfassten Netto-Sondereffekte beliefen sich auf EUR –267 Mio (1–6/21: EUR –114 Mio), die hauptsächlich aus Abschreibungsverlusten bestehen, die durch die Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland entstanden. Diese konnten teilweise durch Bewertungseffekte von Rohstoffderivaten bei Gas Marketing Westeuropa und temporäre Effekte aus Absicherungsgeschäften ausgeglichen werden. Das Operative Ergebnis erreichte EUR 3.118 Mio (1–6/21: EUR 789 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen in 1–6/22 auf USD 7,8/boe an (1–6/21: USD 6,8/boe), was hauptsächlich auf die Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022 zurückzuführen ist.

Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen fiel um 92 kboe/d auf 400 kboe/d – vor allem hervorgerufen durch die Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022. Ein natürlicher Förderrückgang in Rumänien, planmäßige Wartungsarbeiten in Malaysia und höhere Gewalt in Libyen, die durch politisch motivierte Schließungen ausgelöst wurde, waren die wichtigsten zusätzlichen Gründe für den Förderrückgang. In den Vereinigten Arabischen Emiraten stieg die Produktion dank der Zurücknahme von OPEC-Förderbeschränkungen an.

Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen fiel auf 382 kboe/d (1–6/21: 458 kboe/d) und folgte dabei im Wesentlichen der Förderrate.

Der durchschnittliche Brent-Preis erreichte in 1–6/22 USD 107,9/bbl, was einen substanziellen Anstieg um 66% darstellt. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns verbesserte sich um 69% – unterstützt durch eine Änderung der Transferpreisberechnung für rumänische Rohölproduktion. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR/MWh wuchs beträchtlich auf EUR 45,10/MWh an.

Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden in 1–6/22 auf EUR 638 Mio gesteigert (1–6/21: EUR 576 Mio), was eine Erholung von dem durch Sparmaßnahmen beeinträchtigten Niveau des Vorjahres bedeutet. Organische Investitionen wurden in 1–6/22 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Neuseeland und Norwegen getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Malaysia, Rumänien und Norwegen bezogen, beliefen sich in 1–6/22 auf EUR 74 Mio und konnten somit gegenüber 1–6/21 um 20% verringert werden.

Konzernzwischenabschluss (verkürzt, ungeprüft)

Gewinn- und Verlustrechnung (ungeprüft)

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 1–6/22 1–6/21
14.793 15.828 7.266 Umsatzerlöse 30.621 13.695
902 91 158 Sonstige betriebliche Erträge 993 339
354 214 162 Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 567 332
16.049 16.133 7.585 Summe Erlöse und sonstige Erträge 32.181 14.366
–9.812 –9.031 –3.996 Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) –18.843 –7.337
–875 –1.065 –816 Produktions- und operative Aufwendungen –1.940 –1.631
–409 –476 –116 Produktionsbezogene Steuern –885 –209
–425 –603 –619 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen –1.028 –1.233
–645 –663 –663 Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –1.308 –1.314
–78 –10 –45 Explorationsaufwendungen –88 –83
–128 –1.121 –93 Sonstige betriebliche Aufwendungen –1.249 –163
3.676 3.164 1.238 Operatives Ergebnis 6.840 2.396
6 0 18 Dividendenerträge 6 18
46 45 39 Zinserträge 91 77
–111 –95 –76 Zinsaufwendungen –206 –153
46 –9931 –12 Sonstiges Finanzergebnis –9471 –19
–14 –1.043 –31 Finanzerfolg –1.056 –77
3.662 2.121 1.207 Ergebnis vor Steuern 5.783 2.319
–1.150 –1.265 –399 Steuern vom Einkommen und Ertrag –2.415 –676
2.513 855 809 Periodenüberschuss 3.368 1.644
1.947 546 622 davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 2.493 1.276
18 17 25 davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 35 50
548 292 162 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 840 318
5,96 1,67 1,90 Ergebnis je Aktie in EUR 7,63 3,90
5,95 1,67 1,90 Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 7,62 3,90

1 Inklusive Wertminderungen in Höhe von EUR 1.004 Mio im Zusammenhang mit Finanzierungsvereinbarungen für Nord Stream 2

Gesamtergebnisrechnung (verkürzt, ungeprüft)

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 1–6/22 1–6/21
2.513 855 809 Periodenüberschuss 3.368 1.644
555 443 –168 Währungsumrechnungsdifferenzen 998 347
304 20 44 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 324 –11
–45 — Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis –45
814 464 –124 Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden können
1.278 336
201 179 –6 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 380 67
0 14 8 Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den
Buchwert des Grundgeschäfts übertragen werden
14 9
0 –1 0 Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis –1 0
201 192 2 Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden
393 75
–68 2 –3 Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen
–65 12
–9 –22 10 Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn - und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen
–31 3
–77 –20 7 Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern –96 15
938 636 –115 Sonstiges Ergebnis der Periode nach Steuern 1.574 427
3.451 1.491 694 Gesamtergebnis der Periode 4.942 2.070
2.751 1.122 525 davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 3.873 1.680
18 17 25 davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 35 50
682 352 144 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 1.034 340

Konzernbilanz (ungeprüft)

In EUR Mio
30. Juni 2022 31. Dez. 2021
Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 2.592 3.161
Sachanlagen 19.068 18.569
At-equity bewertete Beteiligungen 7.234 6.887
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.405 3.730
Sonstige Vermögenswerte 90 113
Latente Steuern 1.135 1.265
Langfristiges Vermögen 33.525 33.724
Vorräte 5.137 3.150
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.213 4.518
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.720 5.148
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 82 107
Sonstige Vermögenswerte 741 621
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.542 5.050
Kurzfristiges Vermögen 25.434 18.595
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 1.668 1.479
Summe Aktiva 60.627 53.798
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 2.483 2.483
Rücklagen 15.828 12.695
Eigenkapital der OMV Anteilseigner 18.639 15.505
Nicht beherrschende Anteile 7.162 6.491
Eigenkapital 25.801 21.996
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 903 1.299
Anleihen 6.528 7.275
Leasingverbindlichkeiten 1.323 887
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.417 1.415
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 3.459 3.683
Sonstige Rückstellungen 603 643
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.071 587
Sonstige Verbindlichkeiten 134 118
Latente Steuern 1.208 1.309
Langfristige Verbindlichkeiten 16.645 17.216
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.506 4.860
Anleihen 1.564 795
Leasingverbindlichkeiten 149 131
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 174 350
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1.897 1.301
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 79 72
Sonstige Rückstellungen 392 360
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.178 4.367
Sonstige Verbindlichkeiten 1.490 1.440
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.427 13.677
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 754 909
Summe Passiva 60.627 53.798

Eigenkapitalveränderungsrechnung (verkürzt, ungeprüft)

In EUR Mio

1. Jänner 2022
Periodenüberschuss
Sonstiges Ergebnis der
Grund
kapital
327

Kapital
rücklagen
1.514

Hybrid
kapital
2.483

Gewinn
rücklagen
12.008
2.528
329
Sonstige
Rücklagen1
–824

1.051
Eigene
Anteile
–3

Eigen
kapital
der OMV
Anteils
eigner
15.505
2.528
1.380
Nicht
beherr
schende
Anteile
6.491
840
194
Summe
Eigen
kapital
21.996
3.368
1.574
Periode
Gesamtergebnis der Periode 2.858 1.051 3.908 1.034 4.942
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
–767 –767 –367 –1.134
Abgang eigener Anteile 2 1 3 3
Anteilsbasierte Vergütung –2 –2 –2
Umgliederung von Cashflow
Hedges in die Bilanz
–9 –9 5 –4
30. Juni 2022 327 1.514 2.483 14.099 218 –2 18.639 7.162 25.801

1 Die "Sonstigen Rücklagen" beinhalten Währungsumrechnungsdifferenzen, nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Hedges sowie den auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallenden Anteil am sonstigen Ergebnis.

1. Jänner 2021
Periodenüberschuss
Sonstiges Ergebnis der
Grund
kapital
327

Kapital
rücklagen
1.506

Hybrid
kapital
3.228

Gewinn
rücklagen
10.502
1.326
65
Sonstige
Rücklagen1
–1.820

339
Eigene
Anteile
–3

Eigen
kapital
der OMV
Anteils
eigner
13.739
1.326
405
Nicht
beherr
schende
Anteile
6.159
318
22
Summe
Eigen
kapital
19.899
1.644
427
Periode
Gesamtergebnis der Periode
1.391 339 1.730 340 2.070
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
–619 –619 –268 –887
Abgang eigener Anteile 1 0 2 2
Anteilsbasierte Vergütung 2 2 2
Erhöhung (+)/Verminderung
(–) nicht beherrschender
Anteile
–144 –144
Umgliederung von Cashflow
Hedges in die Bilanz
4 4 6 10
30. Juni 2021 327 1.508 3.228 11.274 –1.477 –3 14.857 6.094 20.951

1 Die "Sonstigen Rücklagen" beinhalten Währungsumrechnungsdifferenzen, nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Hedges sowie den auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallenden Anteil am sonstigen Ergebnis.

Konzern-Cashflow-Rechnung (verkürzt, ungeprüft)

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 1–6/22 1–6/21
2.513 855 809 Periodenüberschuss 3.368 1.644
486 605 651 Abschreibungen und Wertminderungen inkl. Wertaufholungen 1.091 1.283
–1 26 61 Latente Steuern 25 124
–352 1 –1 Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen –352 –5
–2 83 50 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von Rückstellungen 81 123
–277 1.779 155 Sonstige Änderungen 1.502 267
2.365 3.350 1.725 Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen 5.715 3.436
–1.270 –742 –243 Erhöhung (–)/Verminderung (+) von Vorräten –2.012 –388
–464 –947 129 Erhöhung (–)/Verminderung (+) von Forderungen –1.411 –908
–169 1.015 –50 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von Verbindlichkeiten 845 486
461 2.676 1.561 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 3.137 2.626
Investitionen
–652 –647 –621 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –1.298 –1.160
–94 –337 –78 Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte –430 –223
Veräußerungen
1.351 35 14 Erlöse aus Anlagevermögen 1.385 21
420 3 575 Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel
423 600
–211 — Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel –211
1.026 –1.157 –111 Cashflow aus der Investitionstätigkeit –132 –763
–64 –71 –666 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von langfristigen Finanzierungen –135 –625
65 –240 –273 Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen –175 –84
–955 –175 –846 Dividendenzahlungen –1.130 –884
–955 –485 –1.785 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –1.440 –1.593
4 –63 –2 Währungsdifferenz auf liquide Mittel –60 –11
536 970 –337 Nettoabnahme (–)/-zunahme (+) liquider Mittel 1.506 259
6.034 5.064 3.465 Liquide Mittel Periodenbeginn 5.064 2.869
6.570 6.034 3.128 Liquide Mittel Periodenende 6.570 3.128
28 14 36 davon liquide Mittel, die als zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen ausgewiesen werden
28 36
6.542 6.020 3.092 In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.542 3.092
ausgewiesen
1.487 1.519 1.450 Freier Cashflow 3.006 1.863
532 1.344 604 Freier Cashflow nach Dividenden 1.876 980

Ausgewählte Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss

Gesetzliche Grundlagen

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Jänner bis 30. Juni 2022 wurde in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt.

Er enthält nicht alle im Jahresabschluss enthaltenen Informationen und Angaben und sollte zusammen mit dem Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2021 gelesen werden.

Der Konzernzwischenabschluss für Q2/22 ist ungeprüft. Eine externe prüferische Durchsicht wurde nicht durchgeführt.

Er wurde in Millionen EUR (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Zusätzlich zum Konzernzwischenabschluss enthält die Beschreibung der OMV Geschäftsbereiche im Lagebericht weitere Informationen zu wichtigen Effekten, die Einfluss auf diesen Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 hatten.

Bilanzierungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze vom 31. Dezember 2021 wurden im Wesentlichen unverändert angewandt. Die mit 1. Jänner 2022 in Kraft getretenen Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss.

Auswirkungen der Russland-Ukraine-Krise

Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelösten Entwicklungen hatten wesentliche Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss.

Die OMV ist in Russland durch die Beteiligung am Erdgasfeld Juschno-Russkoje vertreten. Das Gas wird durch den Betriebsführer und Lizenznehmer OJSC Severneftegazprom (SNGP), an dem die OMV einen Anteil von 24,99% hält, produziert. Die Anteile an SNGP wurden bis 28. Februar 2022 at-equity bilanziert. Verkauft wird das Gas durch die Vertriebsgesellschaft JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM), in der die OMV eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht mit Anspruch auf 99,99% des Ergebnisses hält. YRGM wurde bisher vollkonsolidiert, da alle Aktivitäten dieser Gesellschaft vorbestimmt sind und die OMV vollständig der Variabilität der Erträge ausgesetzt ist. Russland beschloss als Antwort auf die Sanktionen durch die westlichen Staaten zahlreiche Gegensanktionen an, die Auswirkungen auf die Tätigkeit von ausländischen Unternehmen in Russland haben. Entsprechend diesen Ankündigungen hat die OMV die Macht verloren, Dividenden von YRGM zu erhalten, was zu einem Verlust der Beherrschung über YRGM und des maßgeblichen Einflusses über SNGP führte.

Aus diesem Grund beendete die OMV die Vollkonsolidierung von YRGM und die at-equity Bilanzierung von SNGP im Konzernabschluss. Seit 1. März 2022 werden die Beteiligungen an SNGP und YRGM gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert. Durch diese Änderung ergab sich ein Verlust von EUR 658 Mio, wovon EUR 399 Mio auf das Recycling der im sonstigen Ergebnis kumulierten Währungsverluste zurückzuführen ist. Der gesamte Betrag wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht. Der beizulegende Zeitwert der beiden Beteiligungen betrug am 30. Juni 2022 EUR 381 Mio und wurde anhand eines DCF-Modells unter Berücksichtigung des Produktionsprofils, der erwarteten Gaspreise und Produktionskosten sowie eines Illiquiditätsabschlags ermittelt. Weiters führte die Entkonsolidierung zu einem negativen Effekt von EUR 208 Mio im Cashflow aus der Investitionstätigkeit bedingt durch den Abgang liquider Mittel von YRGM, welcher in der Zeile "Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel" enthalten ist.

Im Zuge der laufenden Neubewertung der vertraglichen Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven des Gasfelds Juschno-Russkoje wurde darüber hinaus im 1. Quartal 2022 ein Verlust aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von EUR 364 Mio im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Des Weiteren wurde im beizulegenden Zeitwert die Aufzinsung des Vermögenswertes berücksichtigt, was zu einem Buchwert per 30. Juni 2022 von EUR 75 Mio führte.

Die gesamten Auszahlungen der OMV als Finanzinvestor im Rahmen der Finanzierungsverträge für Nord Stream 2 bel iefen sich auf EUR 729 Mio. Der gesamte zum 5. März 2022 ausstehende Betrag inklusive abgegrenzter Zinsen betrug EUR 1,0 Mrd und wurde vollständig, zu Lasten des Finanzergebnisses, wertberichtigt.

Die OMV importierte im 2. Quartal 2022 auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom durchschnittlich 6,67 TWh Erdgas pro Monat nach Deutschland und Österreich. Seit Mitte Juni gab es Kürzungen der Liefermengen, die eine Auflösung von Sicherungsgeschäften erforderlich machten und zu negativen finanziellen Auswirkungen auf die OMV führten. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem vollständigen Lieferstopp der Gasexporte aus Russland. Nichtsdestotrotz bleibt die Unsicherheit hinsichtlich künftiger Kürzungen, und es können weitere Verluste entstehen, wenn die abgesicherten Mengen von den tatsächlichen Lieferungen abweichen. Im Fall von weiteren Kürzungen oder sogar einer vollständigen Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat die OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas, bis die Regulierungsbehörde Energielenkungsmaßnahmen setzt. Die OMV beobachtet und analysiert laufend die aktuelle Lage.

Änderungen der Segmentberichterstattung

Beginnend mit 1. Jänner 2022 wurde der Bereich Gas Marketing Westeuropa, der Versorgung, Marketing und Handel sowie Logistik umfasst, von Refining & Marketing zu Exploration & Production übertragen, um Synergien entlang der gesamten Gas - Wertschöpfungskette zu heben. Die interne Berichterstattung und die relevanten Informationen, die dem Hauptentscheidungsträger im Hinblick auf die Beurteilung der Ertragskraft und zur Allokation von Ressourcen vorgelegt werden, wurden angepasst und spiegeln die neue Organisationsstruktur wider.

Refining & Marketing (R&M) raffiniert und vermarktet Rohöl sowie andere Rohstoffe und betreibt die Raffinerien Schwechat, Burghausen und Petrobrazi. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Die Aktivitäten des Geschäftsbereichs umfassen zudem die Gasversorgung und -vermarktung in Osteuropa sowie das Stromgeschäft des Konzerns mit einem gasbefeuerten Stromkraftwerk.

Exploration & Production (E&P) beschäftigt sich mit der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und -gas und konzentriert sich auf die Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik. Darüber hinaus ist E&P auch in Westeuropa in den Bereichen Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik tätig.

Die Segmentinformation der Vorperioden wurde entsprechend den Anforderungen des IFRS 8.29 angepasst. Nachstehende Tabellen enthalten Informationen zur Segmentberichterstattung wie 2021 berichtet und nach Anpassung infolge der Umstrukturierung:

Umsätze mit anderen Segmenten

In EUR Mio
Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 193 256 310 351 1.109
Refining & Marketing 522 566 717 976 2.780
Exploration & Production 745 929 1.232 1.923 4.828
Konzernbereich & Sonstiges 90 89 90 92 361
Gesamt 1.549 1.838 2.350 3.341 9.079
Angepasst
Chemicals & Materials 193 256 310 351 1.109
Refining & Marketing 488 528 633 803 2.452
Exploration & Production 664 787 961 1.301 3.713
Konzernbereich & Sonstiges 90 89 90 92 361
Gesamt 1.435 1.659 1.995 2.546 7.636
Umsätze mit Dritten
In EUR Mio
Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 2.317 2.506 2.669 3.017 10.509
Refining & Marketing 3.634 4.346 5.688 9.480 23.148
Exploration & Production 475 410 151 848 1.884
Konzernbereich & Sonstiges 3 3 4 4 14
Gesamt 6.429 7.266 8.512 13.348 35.555
Angepasst
Chemicals & Materials 2.317 2.506 2.669 3.017 10.509
Refining & Marketing 2.482 3.142 3.967 4.504 14.095
Exploration & Production 1.628 1.614 1.872 5.824 10.937
Konzernbereich & Sonstiges 3 3 4 4 14
Gesamt 6.429 7.266 8.512 13.348 35.555

Umsatzerlöse (nicht konsolidiert)

In EUR Mio
Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 2.509 2.762 2.979 3.368 11.618
Refining & Marketing 4.156 4.912 6.405 10.455 25.928
Exploration & Production 1.220 1.338 1.384 2.770 6.712
Konzernbereich & Sonstiges 93 92 94 96 376
Gesamt 7.978 9.104 10.862 16.689 44.634
Angepasst
Chemicals & Materials 2.509 2.762 2.979 3.368 11.618
Refining & Marketing 2.970 3.670 4.601 5.306 16.547
Exploration & Production 2.292 2.401 2.833 7.125 14.650
Konzernbereich & Sonstiges 93 92 94 96 376
Gesamt 7.864 8.925 10.507 15.895 43.191

Operatives Ergebnis

In EUR Mio
Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 465 678 618 67 1.828
Refining & Marketing 400 207 134 182 922
Exploration & Production 349 383 339 1.368 2.439
Konzernbereich & Sonstiges –10 –20 –19 –26 –74
Operatives Ergebnis Segment Summe 1.204 1.248 1.071 1.591 5.115
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –46 –10 7 –2 –51
OMV Konzern Operatives Ergebnis 1.158 1.238 1.079 1.590 5.065
Angepasst
Chemicals & Materials 465 678 618 67 1.828
Refining & Marketing 331 219 298 –397 451
Exploration & Production 418 371 174 1.947 2.910
Konzernbereich & Sonstiges –10 –20 –19 –26 –74
Operatives Ergebnis Segment Summe 1.204 1.248 1.071 1.591 5.115
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –46 –10 7 –2 –51
OMV Konzern Operatives Ergebnis 1.158 1.238 1.079 1.590 5.065

Vermögenswerte

In EUR Mio
31. März 2021 30. Juni 2021 30. Sep. 2021 31. Dez. 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 5.103 5.170 5.211 5.283
Refining & Marketing 3.787 3.794 3.793 3.989
Exploration & Production 12.533 12.369 12.427 12.217
Konzernbereich & Sonstiges 248 243 242 241
Gesamt 21.671 21.576 21.673 21.730
Angepasst
Chemicals & Materials 5.103 5.170 5.211 5.283
Refining & Marketing 3.694 3.700 3.699 3.894
Exploration & Production 12.626 12.462 12.521 12.312
Konzernbereich & Sonstiges 248 243 242 241
Gesamt 21.671 21.576 21.673 21.730

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

In EUR Mio
Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 2021
Berichtet
Chemicals & Materials 442 647 623 512 2.224
Refining & Marketing 108 181 361 351 1.001
Exploration & Production 361 498 816 1.163 2.837
Konzernbereich & Sonstiges –7 –16 –16 –22 –62
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –34 –10 7 –2 –39
Gesamt 870 1.299 1.790 2.001 5.961
Angepasst
Chemicals & Materials 442 647 623 512 2.224
Refining & Marketing 78 166 342 358 945
Exploration & Production 390 512 834 1.155 2.892
Konzernbereich & Sonstiges –7 –16 –16 –22 –62
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –34 –10 7 –2 –39
Gesamt 870 1.299 1.790 2.001 5.961

Konsolidierungskreisänderungen

Im Vergleich zum Konzernjahresabschluss per 31. Dezember 2021 fanden folgende Änderungen des Konsolidierungskreises statt:

Konsolidierungskreisänderungen

Firma Sitz Art der Veränderung1 Wirksamkeitsdatum
Chemicals & Materials
Eifanes Beteiligungsverwaltungs GmbH2 Wien Erstkonsolidierung 9. März 2022
Borouge 4 LLC3 Abu Dhabi Erstkonsolidierung 11. März 2022
RecycleMe Plastics GmbH3,4 Herborn Erstkonsolidierung 19. April 2022
Borouge PLC3 Abu Dhabi Erstkonsolidierung 28. April 2022
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)3,5 Abu Dhabi Entkonsolidierung (M) 1. Juni 2022
Borouge Pte. Ltd.3,6 Singapur Teilabgang 1. Juni 2022
Refining & Marketing
OMV Petrom Biofuels SRL Bukarest Erstkonsolidierung 31. März 2022
OMV Retail Deutschland GmbH Burghausen Entkonsolidierung 1. Mai 2022
Exploration & Production
JSC GAZPROM YRGM Development Sankt Petersburg Entkonsolidierung (T) 1. März 2022
OJSC Severneftegazprom3 Krasnoselkup Entkonsolidierung (T) 1. März 2022
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Block 70 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
SAPURAOMV UPSTREAM (MALAYSIA) SDN. BHD. Kuala Lumpur Erstkonsolidierung 31. März 2022

1 "Erstkonsolidierung" verweist auf neu gegründete Gesellschaften. Gesellschaften, die mit "Entkonsolidierung (I)" gekennzeichnet sind, wurden aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert. "Entkonsolidierung (T)" bezieht sich auf Gesellschaften, die zu sonstigen Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) umgegliedert wurden, für weitere Details siehe Kapitel "Auswirkungen der Russland-Ukraine-Krise". "Entkonsolidierung (M)" bezieht sich auf Gesellschaften, die nach einer Verschmelzung auf ein anderes Konzernunternehmen entkonsolidiert wurden.

2 Umbenannt in Borealis Middle East Holding GmbH

3 At-equity konsolidierte Gesellschaft

4 Umbenannt in Recelerate GmbH

5 Anteile vor dem ADX-Börsengang an Borouge PLC übertragen (siehe nachstehenden Abschnitt "Chemicals & Materials"). Der ADX-Börsengang veränderte den Anteil der OMV an Abu Dhabi Polymers Company Limited durch die Beteiligung an Borouge PLC von 40% auf 36%.

6 Anteile vor dem ADX-Börsengang teilweise an Borouge PLC übertragen (siehe nachstehenden Abschnitt "Chemicals & Materials"). Der ADX-Börsengang veränderte den Anteil der OMV an Borouge Pte. Ltd. von 49,15% auf 45,76% (davon 15,25% direkter Anteil und 30,51% durch die Beteiligung an Borouge PLC).

Chemicals & Materials

Am 3. Juni 2022 schloss Borouge PLC den Börsengang an der ADX, der Abu Dhabi Securities Exchange, erfolgreich ab. Basierend auf dem letztgültigen Angebotspreis von AED 2,45 pro Aktie ergab sich ein Bruttoerlös von über EUR 1,9 Mrd für 10% des ausgegebenen Gesamtkapitals. Basierend auf dem Börsengang hat sich der Aktienanteil an Borouge PLC für Borealis auf 36% und für Abu Dhabi National Oil Company auf 54% verändert. Borouge PLC wird im Konzernabschluss weiterhin als at-equity bewertete Beteiligung bilanziert. Das Borouge 4 Projekt, das derzeit durchgeführt wird, war nicht Teil des Angebots. Es ist beabsichtigt, Borouge 4 zu einem späterem Zeitpunkt einzubringen. Nähere Informationen zur Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Cashflow-Rechnung sind dem Abschnitt "Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung – Sonstige betriebliche Erträge" zu entnehmen.

Sonstige wesentliche Transaktionen

Exploration & Production

In Q2/22 hat die OMV eine Vereinbarung über den Verkauf der relevanten operativen Gesellschaften in Jemen unterzeichnet, was zur Umgliederung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" führte.

Saisonalität und Zyklizität

Saisonalität ist vor allem in den Geschäftsbereichen Chemicals & Materials und Refining & Marketing von Bedeutung. Erläuterungen dazu sind im Abschnitt "Geschäftsbereiche" enthalten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

In EUR Mio

Umsätze aus Kundenverträgen 27.506 13.662 Umsätze aus anderen Quellen 3.115 33 Gesamte Umsätze 30.621 13.695

1–6/22 1–6/21

Die Umsatzerlöse aus anderen Quellen umfassen hauptsächlich Erlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 "Finanzinstrumente" fallen, die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragssteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im Geschäftsbereich Exploration & Production, das Hedging-Ergebnis sowie Miet- und Pachterlöse.

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio
1–6/22
Chemicals & Refining & Exploration & Konzern
bereich &
Materials Marketing Production Sonstiges Gesamt
Rohöl, NGL und Kondensate 410 715 1.125
Erdgas und LNG 1.256 9.346 10.602
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 7.808 7.808
Chemische Produkte 6.706 28 6.733
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport 56 56
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 87 1.063 24 7 1.181
Gesamt 6.793 10.565 10.141 7 27.506

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio
1–6/21
Konzern
Chemicals & Refining & Exploration & bereich &
Materials Marketing Production Sonstiges Gesamt
Rohöl, NGL und Kondensate 424 500 925
Erdgas und LNG 337 2.771 3.108
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 4.145 4.145
Chemische Produkte 4.743 23 4.766
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport 0 104 104
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 71 514 22 6 613
Gesamt 4.814 5.444 3.398 6 13.662

Sonstige betriebliche Erträge

Chemicals & Materials

Am 3.Juni 2022 schloss Borouge PLC den Börsengang an der ADX, der Abu Dhabi Securities Exchange, erfolgreich ab. Die Transaktion führte zu einem Gewinn von EUR 341 Mio, der in der Position "Sonstige betriebliche Erträge" in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung berücksichtigt ist und auch FX-Recycling-Effekte enthält. Der Anteil der OMV am Bruttoerlös von EUR 745 Mio ist in der Zeile "Erlöse aus Anlagevermögen" im Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthalten.

Refining & Marketing

Am 1. Mai 2022 hat die OMV den Verkauf des OMV Tankstellengeschäfts in Deutschland an die EG Group abgeschlossen. Der vereinbarte Kaufpreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR 485 Mio. Die Verkaufstransaktion führte 2022 zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 415 Mio und einem Mittelzufluss von EUR 416 Mio, welcher in der Zeile "Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel" im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen ist.

Wertaufholungen

Am 2. Juni 2022 erhielt Borealis ein verbindliches Angebot von AGROFERT, a.s. für den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs, welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte beinhaltet. Dies führte zu einer Wertaufholung von EUR 266 Mio, um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zum 30. Juni 2022 widerzuspiegeln, die in der Zeile "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen" enthalten ist.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q1/22 Q2/21 1–6/22 1–6/21
–1.151 –1.239 –338 Laufende Steuern –2.390 –552
1 –26 –61 Latente Steuern –25 –124
–1.150 –1.265 –399 Steuern vom Einkommen und Ertrag –2.415 –676
31 60 33 Effektivsteuersatz in % 42 29

Die latenten Steuern beinhalteten die Auswirkungen der Änderungen des Körperschaftsteuersatzes in Österreich gemäß dem am 20. Jänner 2022 in Kraft getretenen Ökosozialen Steuerreformgesetz. Auf Basis dieser Gesetzesgrundlage werden die Körperschaftsteuersätze von 25% auf 24% im Jahr 2023 und weiter auf 23% ab dem Jahr 2024 gesenkt.

Erläuterung zur Bilanz

Vertragliche Verpflichtungen

Per 30. Juni 2022 bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von EUR 1.454 Mio (31. Dezember 2021: EUR 1.474 Mio), hauptsächlich in Verbindung mit Explorations- und Produktionstätigkeiten in den Bereichen Exploration & Production und Chemicals & Materials.

Eigenkapital

Am 3. Juni 2022 hat die Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von EUR 2,30 pro Aktie genehmigt. Dies führte zu einer Dividendenzahlung von insgesamt EUR 752 Mio an die Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft. Die Dividendenausschüttungen an Minderheitsaktionäre beliefen sich in 1–6/22 auf EUR 367 Mio.

In 1–6/22 wurden außerdem Zinszahlungen in Höhe von EUR 14 Mio an Hybridkapitalbesitzer geleistet.

Die Anzahl der vom Unternehmen gehaltenen eigenen Aktien betrug per 30. Juni 2022 201.674 Stück (31. Dezember 2021: 261.326 Stück).

Finanzielle Verbindlichkeiten

Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) exklusive Leasing1

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
Q2/22 Q4/21 Δ
Anleihen 8.092 8.070 0%
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.591 1.765 –10%
Schulden exklusive Leasing 9.683 9.835 –2%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.570 5.064 30%
Nettoverschuldung exklusive Leasing 3.113 4.771 –35%
Eigenkapital 25.801 21.996 17%
Verschuldungsgrad exklusive Leasing in % 12 22 –10

1 Inklusive Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden

Fair-Value-Bewertung

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente werden gemäß Fair-Value-Hierarchie ausgewiesen (siehe dazu Anhangangabe 2 im OMV Konzernabschluss 2021).

Bemessungshierarchie der finanziellen Vermögenswerte1 , sonstigen Vermögenswerte und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

In EUR Mio
30. Juni 2022 31. Dez. 2021
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Eigenkapitalinstrumente2 399 399 17 17
Investmentfonds 27 27 30 30
Als Sicherungsinstrumente designierte
und effektive Derivate 748 748 398 398
Sonstige Derivate 21 7.185 7.206 40 4.180 4.220
Sonstige finanzielle Vermögenswerte zum
beizulegenden Zeitwert3
75 75 432 432
Nettobetrag zu Veräußerungszwecken
gehaltene Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten –40 791 751 –23 377 354
Sonstige Vermögenswerte zum beizulegenden
Zeitwert4
20 20
Gesamt 48 7.912 1.265 9.225 70 4.556 826 5.451

1 Exklusive zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte

2 Beinhaltet Beteiligungen an JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP), die seit dem 1. März 2022 gemäß IFRS 9 zum beizulegenden

Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden. Für nähere Details siehe Kapitel "Auswirkungen der Russland-Ukraine-Krise".

3 Enthält einen Vermögenswert hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb von Anteilen am Feld Juschno-Russkoje

4 Enthält Absicherungsgeschäfte, die in Fair-Value-Hedge-Beziehungen designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland stehen

Bemessungshierarchie der finanziellen Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

In EUR Mio
30. Juni 2022 31. Dez. 2021
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumente
designierten und effektiven Derivaten 131 131 17 85 102
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 201 6.057 6.257 42 3.935 3.977
Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden
Zeitwert1 246 246
Gesamt 201 6.434 6.634 59 4.019 4.079

1 Enthält Absicherungsgeschäfte, die in Fair-Value-Hedge-Beziehungen designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit nationalen Bevorratungsgesellschaften in Österreich, Deutschland und der Slowakei stehen

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, für die der

beizulegende Zeitwert angegeben wird1

In EUR Mio

Stufe des beizulegenden Zeitwerts
Zu fortgeführten
Zum beizulegenden
Anschaffungskosten Zeitwert Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30. Juni 2022
Anleihen 74 74 74
Finanzielle Vermögenswerte 74 74 74
Anleihen 8.092 7.767 7.767
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 1.591 1.450 1.450
Finanzielle Verbindlichkeiten 9.683 9.217 7.767 1.450
31. Dez. 2021
Anleihen 63 63 63
Finanzielle Vermögenswerte 63 63 63
Anleihen 8.070 8.586 8.586
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 1.765 1.742 1.742
Finanzielle Verbindlichkeiten 9.835 10.328 8.586 1.742

1 Exklusive Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden

Segmentberichterstattung

Umsätze mit anderen Segmenten

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
301 375 256 18 Chemicals & Materials 677 448 51
714 915 528 35 Refining & Marketing 1.629 1.016 60
1.662 1.652 787 111 Exploration & Production 3.314 1.451 128
104 97 89 17 Konzernbereich & Sonstiges 201 179 12
2.781 3.039 1.659 68 Gesamt 5.820 3.094 88

Umsätze mit Dritten

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
3.319 3.470 2.506 32 Chemicals & Materials 6.789 4.823 41
6.524 5.220 3.142 108 Refining & Marketing 11.744 5.624 109
4.946 7.135 1.614 n.m. Exploration & Production 12.080 3.242 n.m.
4 4 3 32 Konzernbereich & Sonstiges 8 6 26
14.793 15.828 7.266 104 Gesamt 30.621 13.695 124

Umsätze (nicht konsolidiert)

In EUR Mio
Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
3.845 2.762 7.465 5.271 42
6.135 3.670 13.373 6.640 101
8.787 2.401 15.394 4.693 n.m.
101 92 209 185 13
18.868 8.925 36.442 16.789 117
31 Chemicals & Materials
97 Refining & Marketing
175 Exploration & Production
18 Konzernbereich & Sonstiges
97 Gesamt

Segment- und Konzernergebnis

In EUR Mio
Q2/22 Q1/22 Q2/21 Δ%1 1–6/22 1–6/21 Δ%
1.242 561 678 83 Operatives Ergebnis Chemicals & Materials 1.803 1.143 58
1.304 741 219 n.m. Operatives Ergebnis Refining & Marketing 2.045 550 n.m.
1.166 1.952 371 n.m. Operatives Ergebnis Exploration & Production 3.118 789 n.m.
–16 –8 –20 18 Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges –24 –29 18
3.695 3.246 1.248 196 Operatives Ergebnis Segment Summe 6.941 2.452 183
–19 –82 –10 –87 Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –101 –56 –80
3.676 3.164 1.238 197 OMV Konzern Operatives Ergebnis 6.840 2.396 185
–14 –1.043 –31 56 Finanzergebnis –1.056 –77 n.m.
3.662 2.121 1.207 n.m. OMV Konzern Ergebnis vor Steuern 5.783 2.319 149

1 Q2/22 gegenüber Q2/21

Vermögenswerte1

In EUR Mio
30. Juni 2022 31. Dez. 2021
Chemicals & Materials 5.826 5.283
Refining & Marketing 3.958 3.894
Exploration & Production 11.639 12.312
Konzernbereich & Sonstiges 237 241
Summe 21.660 21.730

1 Segmentvermögenswerte bestehen aus immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Vermögenswerte, die in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.

Ergänzende Angaben

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

In 1–6/22 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Transaktionen mit OJSC Severneftegazprom, die nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basierten.

Wesentliche Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio
1–6/22 1–6/21
Umsätze Zukäufe und Umsätze Zukäufe und
und sonstige erhaltene und sonstige erhaltene
Erträge Leistungen Erträge Leistungen
Abu Dhabi Oil Refining Company 0 6
Borouge1 308 232 187 232
GENOL Gesellschaft m.b.H. 68 3 49 0
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 17 297 26 30
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 0 23 0 14
Kilpilahden Voimalaitos Oy 4 45 1 27
Neochim AD2 1 6
OJSC Severneftegazprom3 24 61
Trans Austria Gasleitung GmbH4 4 11

1Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe "Konsolidierungskreisänderungen".

2 Neochim AD wurde in 2021 auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert.

3 OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.

4Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde per 31. Mai 2021 als Teil der Veräußerungsgruppe der Gas Connect Austria verkauft.

Ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen1

In EUR Mio
30. Juni 31. Dez.
2022 2021
Darlehensforderungen 615 1.017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 165 134
Sonstige finanzielle Forderungen 68 8
Vertragsvermögen 9 16
Geleistete Anzahlungen 27 22
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 192 188
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 32 1
Vertragsverbindlichkeiten 109 120
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten2 184

1 OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.

2 Enthält Absicherungsgeschäfte, die in Fair-Value-Beziehungen designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. in Österreich stehen – siehe ebenfalls "Fair-Value-Bewertung"

Wesentliche Dividendenerträge von at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio
1–6/22 1–6/21
ADNOC Global Trading LTD 5
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC 5
Borouge1 474 327
OJSC Severneftegazprom2 17
Pearl Petroleum Company Limited 17 12
Trans Austria Gasleitung GmbH3 9

1Beinhaltet Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe "Konsolidierungskreisänderungen"

2 OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL)

eingestuft.

3 Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde per 31. Mai 2021 als Teil der Veräußerungsgruppe der Gas Connect Austria verkauft.

Am 19. April 2022 zahlte die at-equity bilanzierte Bayport Polymers LLC mit dem Betrag von EUR 602 Mio ihr Darlehen teilweise an den Konzern zurück. Die Finanzierung der vorzeitigen Rückzahlung erfolgte durch zwei Senior-Notes-Tranchen in Höhe von EUR 324 Mio und EUR 278 Mio mit Fälligkeit 2027 bzw. 2032. Die Borealis AG gab eine Garantie für die von Bayport Polymers LLC emittierten Senior Notes. Darüber hinaus wurde in Q1/22 ein Kapitalzuschuss in Höhe von EUR 287 Mio an die Borouge 4 LLC ausbezahlt. Durch weitere Ziehungen des Darlehens sind die offenen Finanzierungszusagen gegenüber Bayport Polymers LLC (Baystar) per 30. Juni 2022 auf EUR 163 Mio (31. Dezember 2021: EUR 251 Mio) gesunken. Weitere Informationen zu

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen, einschließlich mit Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis, sind dem OMV Konzernabschluss 2021 (Anhangangabe 35 "Nahestehende Unternehmen") zu entnehmen. Bis zur Veröffentlichung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses für die Periode Q2/22 gab es keine Änderungen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die OMV hat sich für das kommende Gas-Jahr (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) zusätzliche europäische Transportkapazitäten nach Österreich im Ausmaß von 40 TWh gesichert. Das entspricht beinahe der Hälfte des österreichischen Jahresbedarfs und deckt die Lieferverpflichtungen der OMV in Österreich ab. Die Übernahmepunkte für das Erdgas sind die Knoten Oberkappel in Oberösterreich (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein in Kärnten (Pipeline aus Italien).

Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Konzernlagebericht ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkung auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, 28. Juli 2022

Der Vorstand

Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Executive Officer Chemicals & Materials

Johann Pleininger e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Executive Officer Exploration & Production

Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer

Elena Skvortsova e.h. Executive Officer Marketing & Trading

Martijn van Koten e.h. Executive Officer Refining

Weitere Angaben

Nächste Ereignisse

  • ▸ OMV Konzern Trading Update Q3/22: 10. Oktober 2022
  • ▸ OMV Konzernbericht Jänner–September und Q3 2022: 28. Oktober 2022

Der gesamte OMV Finanzkalender und zusätzliche Informationen sind unter www.omv.com zu finden.

OMV Kontakte

Florian Greger, Senior Vice President Investor Relations & Sustainability Tel.: +43 1 40440-21600; E-Mail: [email protected]

Andreas Rinofner, Public Relations Tel.: +43 1 40440-21472; E-Mail: [email protected]