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OMV AG Annual Report 2019

Mar 26, 2020

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Annual Report

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20.000 Gründe, warum wir uns auf morgen freuen.

Jahresfinanzbericht 2019 der OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:

Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:

Teil 3: Erklärung des Vorstands – beinhaltet:

Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

20.000 Gründe, warum wir uns auf morgen freuen.

Geschäftsbericht 2019

Auf einen Blick

Fünf-Jahres-Übersicht

2019 2018 2017 2016 2015
Umsatzerlöse 1 in EUR Mio 23.461 22.930 20.222 19.260 22.527
Operatives Ergebnis in EUR Mio 3.582 3.524 1.732 – 32 – 1.661
Ergebnis vor Steuern in EUR Mio 3.453 3.298 1.486 – 230 – 1.909
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in EUR Mio – 1.306 – 1.305 – 634 47 654
Jahresüberschuss in EUR Mio 2.147 1.993 853 – 183 – 1.255
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurech
nender Jahresüberschuss
in EUR Mio 1.678 1.438 435 – 403 – 1.100
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2 in EUR Mio 3.536 3.646 2.958 1.535 1.737
CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten 2 in EUR Mio 2.121 2.108 2.035 1.230 1.355
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurech
nender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten 2
in EUR Mio 1.624 1.594 1.624 995 1.148
Bilanzsumme in EUR Mio 40.375 36.961 31.576 32.112 32.664
Eigenkapital in EUR Mio 16.863 15.342 14.334 13.925 14.298
Nettoverschuldung in EUR Mio 4.686 2.014 2.005 2.969 4.038
Durchschnittlich eingesetztes Kapital in EUR Mio 19.923 16.850 15.550 17.943 19.972
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio 4.056 4.396 3.448 2.878 2.834
Investitionen in EUR Mio 4.916 3.676 3.376 1.878 2.769
Organische Investitionen 3 in EUR Mio 2.251 1.893 1.636 1.868 2.749
Freier Cashflow in EUR Mio – 583 1.043 1.681 1.081 – 39
Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio – 1.441 263 1.013 615 – 569
Net Operating Profit After Tax (NOPAT) in EUR Mio 2.230 2.097 987 – 88 – 1.119
CCS NOPAT vor Sondereffekten 2 in EUR Mio 2.204 2.196 2.169 1.325 1.522
Return On Average Capital Employed (ROACE) in % 11 12 6 0 – 6
CCS ROACE vor Sondereffekten 2 in % 11 13 14 7 8
Return On Equity (ROE) in % 13 14 6 – 1 – 9
Eigenkapitalquote in % 42 42 45 43 44
Verschuldungsgrad in % 28 13 14 21 28
Ergebnis je Aktie in EUR 5,14 4,40 1,33 – 1,24 – 3,37
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten 2 in EUR 4,97 4,88 4,97 3,05 3,52
Cashflow je Aktie 4 in EUR 12,41 13,45 10,56 8,82 8,68
Dividende je Aktie 5 in EUR 2,00 1,75 1,50 1,20 1,00
Ausschüttungsgrad in % 39 40 113 n.m. n.m.
Mitarbeiteranzahl per 31. Dezember 19.845 20.231 20.721 22.544 24.124
Produktionskosten 6 in USD/boe 6,61 7,01 8,79 10,58 13,24
Produktion in kboe/d 487 427 348 311 303
Sichere Reserven in Mio boe 1.332 1.270 1.146 1.030 1.028
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 21 20 24 31 30
Erdgas-Verkaufsmengen in TWh 137 114 113 109 110
Lost-Time Injury Rate (LTIR) pro eine Mio
Arbeitsstunden
0,34 0,30 0,34 0,40 0,27

1 Umsätze exklusive Mineralölsteuer

2 Bereinigt um Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und Mineralölprodukte aus den Raffinerien und der OMV Petrol Ofisi.

3 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

4 Cashflow aus der Betriebstätigkeit

5 2019: wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt; vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2020

6 Im Jahr 2016 betrugen die ausgewiesenen Produktionskosten USD 11,59/boe; beginnend mit dem 1. Jänner 2017 sind in den Produktionskosten administrative Aufwendungen sowie Verkaufs- und Vertriebskosten exkludiert; die in der Tabelle angegebenen Produktionskosten von USD 10,58/boe wurden für künftige Vergleichbarkeit auf Grundlage der neuen Definition berechnet.

Geschäftsfelder

Upstream

OMV Upstream sucht und fördert Öl und Gas in den fünf Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika, Nordsee, Russland sowie Asien-Pazifik. 2019 wurden 487 kboe/d (entspricht 177,9 Mio boe) produziert. Während Erdgas 57% zur Gesamtproduktion beitrug, erreichte der Erdöl- und NGL-Anteil 43%. Zum Jahresende betrugen die sicheren Reserven 1,33 Mrd boe.

1 Am 31. Jänner 2019 erwarb die OMV eine 50%-Beteiligung an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Zusätzlich zur Präsenz in Malaysia verfügt SapuraOMV Upstream über Explorationsvermögen in Neuseeland, Australien und Mexiko.

Downstream

Downstream Öl (einschl. Petrochemie) betreibt drei Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien und hält einen 15%-Anteil an ADNOC Refining und Trading JV. 2019 betrug die Gesamtjahreskapazität 24,9 Mio t (entspricht mehr als 500 kbbl/d). Weiters betreibt die OMV ein internationales Mehrmarken-Tankstellennetzwerk sowie ein hochqualitatives Commercial-Geschäft. Downstream Gas ist mit einem vollständig integrierten Erdgasgeschäft über die gesamte Gaswertschöpfungskette vom Bohrloch bis zum Verbrauchspunkt tätig.1 Mit einem Gaskraftwerk in Rumänien beinhaltet dieser Geschäftsbereich auch die Konzernaktivitäten im Stromgeschäft.

Slowenien

Vereinigte Arabische Emirate

Tschechien

1 Das Erdgasgeschäft der OMV wird unter strikter Einhaltung der anwendbaren Gas-Unbundling-Vorschriften geführt.

20.000 Gründe, warum wir uns auf morgen freuen.

Was die OMV über Grenzen und Horizonte hinweg wirklich ausmacht, veranschaulicht nichts besser als die 20.000 Menschen, die den Erfolg des Unternehmens im Jahr 2019 getragen haben. Jede und jeder Einzelne von ihnen hat einen ganz persönlichen Grund, sich auf eine gute Zukunft zu freuen.

Menschen, die in vielen Teilen der Welt, auch unter schwierigsten Bedingungen, Rohstoffe suchen, finden, transportieren und veredeln. Die täglich mit Engagement und Ideen für unser aller Bewegung und Lebensqualität sorgen. Die an Lösungen forschen, wie wir mit Energie auch morgen unseren Wohlstand sichern und unseren Planeten bewahren können. Menschen, die stolz darauf sind, die Energie für ein besseres Leben zu liefern – und zu sein. Einige von ihnen möchten wir auf den kommenden Seiten stellvertretend auf die Bühne bitten. Begleiten Sie uns dabei!

FINANZKALENDER

8. April 2020 Trading Update Q1 2020
29. April 2020 Ergebnis Jänner–März 2020
8. Juli 2020 Trading Update Q2 2020
29. Juli 2020 Ergebnis Jänner–Juni und Q2 2020
8. Oktober 2020 Trading Update Q3 2020
29. Oktober 2020 Ergebnis Jänner–September und Q3 2020

Dieser Finanzkalender stellt nur einen Auszug der Termine dar. Den vollständigen Finanzkalender sowie die Bestätigung der Termine finden Sie unter:

  • Die HTML-Version dieses Geschäftsberichts finden Sie hier: www.reports.omv.com/de/geschaeftsbericht/2019
  • Die PDF-Version dieses Geschäftsberichts finden Sie hier: www.omv.com/geschaeftsbericht-2019

Inhalt

20.000 GRÜNDE, WARUM WIR UNS AUF MORGEN FREUEN

1—AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE

2—KONZERNLAGEBERICHT

3—KONSOLIDIERTER CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

4—KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG

5—ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN

Sara Aldhaheri schafft mit Markt- und Wettbewerbsanalysen die Basis für weiteres internationales Wachstum der OMV.

"Ich freue mich auf morgen, weil unsere Energie keine Grenzen kennt."

Grenzen überwinden, Performance stärken: Mit unserem Engagement in den Wachstumsregionen Mittlerer Osten/Afrika, Russland und Asien-Pazifik haben wir die Weichen richtig gestellt. Darüber hinaus sichert uns die Internationalisierung unseres erfolgreichen Downstream-Geschäftsmodells profitable Wachstumsoptionen für die Zukunft.

Von der Erdgasförderung in der Kälte Sibiriens bis zur Erdölverarbeitung in der Wüste Abu Dhabis: Als über die gesamte Wertschöpfungskette integriertes Öl- und Gasunternehmen bewegt sich die OMV in eine gute Zukunft. Unser ausgewogenes Portfolio aus Upstream- und Downstream-Aktivitäten sichert uns auch in einem volatilen Marktumfeld zu jeder Zeit einen starken Cashflow.

Wladislaw Arechow prognostiziert im sibirischen Feld Juschno-Russkoje mit hochmodernen Computer-Modellen, wie Gas und Wasser in Richtung der Bohrlöcher fließen.

"Wir freuen uns auf morgen, weil wir von –50° bis +50° die Energieversorgung sichern."

Gabriele Omassi koordiniert das OMV Downstream-Team in Abu Dhabi. Es unterstützt ADNOC Refining in Ruwais und sorgt so für operative Verbesserungen und weiteres Wachstum.

"Ich freue mich auf morgen, weil wir mit voller Kraft an nachhaltigen Energielösungen für die Zukunft arbeiten."

Auf dem Weg in die Zukunft ist der Fußabdruck entscheidend: Darum arbeitet die OMV mit der neu gegründeten Abteilung New Energy Solutions an Lösungen für eine emissionsarme und CO2 -reduzierte Welt. Mit umweltfreundlichen Produktionsmethoden, durch Kreislaufwirtschaft oder Gewinnung von grünem Methanol gilt es, ehrgeizige Ziele zu erreichen.

Angelika Zartl-Klik arbeitet mit einem hochqualifizierten Team an Strategien, Projekten und Technologien für eine CO2 -arme OMV Zukunft.

"Ich freue mich auf morgen, weil unser Wissen und unsere Technologien bei reifen Ölfeldern uns zu einem weltweit gefragten Partner machen."

Wer Erfolg haben will, muss in die Tiefe gehen: Die OMV gehört zu den Besten der Welt, wenn es darum geht, die Ressourcen aus reifen Feldern effizient zu nutzen. Zum Beispiel ist es uns im österreichischen Matzen gelungen, die Förderraten von Bohrlöchern mit innovativen Technologien auf 55 Prozent zu steigern. Das entspricht fast dem eineinhalbfachen Wert des Branchenschnitts. Dieses Smart-Oil-Recovery-Wissen macht uns international zu einem attraktiven Partner.

"Ich freue mich auf morgen,

weil unser Wissen und

reifen Ölfeldern uns zu

Partner machen."

unsere Technologien bei

einem weltweit gefragten

Forcieren, was Zukunft hat: Deswegen setzt die OMV verstärkt auf Petrochemie und veredelt wertvolle Rohstoffe, anstatt sie zu verbrennen. So entstehen Vormaterialien für hochwertige Produkte in der Medizin, für den Automobilbau oder den Hi-Fi-Bereich. Mit dieser Verlagerung des Produktionsfokus auf Petrochemie stärken wir mittel- und langfristig unsere Wettbewerbsposition und sichern nachhaltiges Wachstum.

Celine Whyte, eine von jährlich rund 475 OMV Praktikantinnen und Praktikanten, wird vielleicht die Energiewelt von morgen gestalten.

"Ich freue mich auf morgen, weil wir mit Petrochemie am Puls der Zeit sind."

Fahad Arif, Bansri Raithatha, Leopold Lippert und Jose Maria Gonzales Rojas arbeiten mit mehr als 80 Kolleginnen und Kollegen aus über 24 Ländern mit technischem, betriebswirtschaftlichem, geologischem und petrophysikalischem Know-how daran, dass aus Ressourcen sichere Reserven werden.

"Wir freuen uns auf morgen, weil viele verschiedene Kulturen unser Wachstum bereichern."

Schön, wenn Diversität zum Programm wird: Bei unseren Teams ist das bereits heute eine Selbstverständlichkeit. Dabei stehen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern internationale Karrieremöglichkeiten offen. Und weil ein starkes Miteinander unterschiedlichste Zugänge braucht, fördert die OMV persönliche Verantwortung, individuelle Weiterentwicklung und internationale Zusammenarbeit.

"Ich freue mich auf morgen, weil ich weiß, dass Sicherheit bei der OMV großgeschrieben wird."

Arbeit geht mit Sicherheit leichter von der Hand: Darum legt die OMV im Rahmen ihrer HSSE-Strategie allergrößten Wert auf die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und das mit erfreulichem Erfolg, denn die Schwere der Arbeitsunfälle ist 2019 deutlich zurückgegangen. Und was heute noch hoch oben von gut gesicherten Expertinnen getan werden muss, wird schon morgen von Drohnen erledigt.

Isabella Hack sorgt unter anderem mit regelmäßigen Kontrollgängen und Wartungen in der Produktionsanlage in der Raffinerie Schwechat für höchste Sicherheitsstandards und einen reibungslosen Produktionsablauf.

"Ich freue mich auf morgen, weil unsere Tankstellen in Zukunft jeden in Fahrt bringen."

Michael Sattler koordiniert die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und strategischen Partner schaften für alternative Energie- und Antriebsformen.

Wer in Zukunft richtig durchstarten will, muss einen perfekten Zwischenstopp hinlegen: Darum machen wir die Tankstellen der OMV zum lückenlosen Dreh- und Angelpunkt der Mobilität von morgen. Mit einem umfangreichen Serviceangebot und Energie für alle gängigen und zukünftigen Antriebstechnologien – von hocheffizientem Benzin und Diesel bis zu CNG, LNG, Strom und Wasserstoff.

Eine sichere Energieversorgung Europas ist heute und in Zukunft nur mit Gas möglich: Als Speichermedium, Partner der Erneuerbaren in der Stromproduktion und künftig als grünes Methan sorgt es dafür, dass auch nachts und bei Windstille nicht das Licht ausgeht.

Wan-Yu Sheng sorgt im OMV Gas-Business für Produktentwicklung in Sales, berät zu erneuerbaren Gasen und managt das Projektportfolio.

"Ich freue mich auf morgen, weil wir mit Gas die Energiewende in Schwung bringen."

"Ich freue mich auf morgen, weil uns die Digitalisierung fit für die Zukunft macht."

Gut, wenn Digitalisierung und technische Innovationen Hand in Hand gehen: Darum treiben wir die Entwicklung der OMV zu einem digitalisierten Unternehmen entschlossen voran. Denn nur so eröffnen wir uns alle Möglichkeiten, optimale Ergebnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen. Von der effizienten Suche und Förderung bis zu Verarbeitung, Veredelung und Verkauf der wertvollen Rohstoffe und Produkte.

Roman Spitzer unterstützt die Entwicklung und Einführung modernster digitaler Technologien und Arbeitsweisen im OMV Upstream-Business und macht es damit noch effizienter und sicherer.

"Ich freue mich auf morgen, weil mehr weibliche Führungskräfte ein Zeichen von Stärke sind."

Der Vielfalt gehört die Zukunft: Daher ist der Fokus der OMV klar, wenn es darum geht, talentierte und kompetente Teams für internationales und integriertes Wachstum aufzubauen. Entsprechend ambitioniert sind unsere Ziele bis zum Jahr 2025: Erhöhung des Frauenanteils in der Führungsebene auf 25 Prozent, Halten des Anteils an Führungskräften mit internationaler Erfahrung bei 75 Prozent.

Amelia Rentzios leitet den Betrieb und die Wartung der OMV Anlagen in Maui, Neuseeland. Gemeinsam mit einem starken Team stellt sie die verlässliche und sichere Produktion und Lieferung von Gas und Kondensat an unsere Kundinnen und Kunden sicher.

AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE – 40

Vorwort des VorstandsvorsitzendenOMV VorstandBericht des AufsichtsratsDie OMV an den Kapitalmärkten

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die OMV hat im vergangenen Geschäftsjahr ihre hohe Ertragskraft neuerlich unter Beweis gestellt und mit einem Jahresüberschuss von 2,1 Milliarden Euro das höchste Nettoergebnis ihrer Geschichte erzielt. Und das in einem äußerst herausfordernden Marktumfeld. Der Weg dorthin war schwierig, die Formel ist aber einfach: Wir haben mehr produziert, mehr verkauft – und die Kosten reduziert. Grundlage dieses Erfolgs ist eine konsequent verfolgte Strategie, vor allem aber das Engagement und die Leistungsfähigkeit der rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weltweit für die OMV im Einsatz sind.

Weichenstellungen für die Zukunft

Während dieser Bericht auch zurückblickt und das vergangene Geschäftsjahr beleuchtet, möchte ich nach vorne schauen. Angesichts des Klimawandels, der für uns alle – für Politik, Gesellschaft und Unternehmen – eine ernst zu nehmende Herausforderung ist, der wir uns stellen und für die wir rasch Lösungen entwickeln müssen, möchte ich mich in aller Klarheit zwei Fragen widmen. Wird die Geschäftsgrundlage der OMV erhalten bleiben oder wird sie sich verändern? Und: Werden wir auch in Zukunft so erfolgreich sein wie heute? In einer Frage bin ich sicher, in der anderen überzeugt. Zum einen können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich die Geschäftsgrundlage der OMV im Zuge der Energiewende verändern wird. Fossile Energieträger werden morgen eine andere Rolle spielen als heute. Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass die OMV die sich ändernden Rahmenbedingungen aktiv nutzen wird. Denn wir haben bereits entsprechende Weichenstellungen vorgenommen und können überdies auf die hohe Innovationskraft des Unternehmens bauen.

Die Märkte entwickeln sich unterschiedlich

Die Energiewende wird sich in den verschiedenen Märkten und Sparten anders und unterschiedlich schnell vollziehen. Während die Nachfrage nach fossilen Energien in Europa zurückgeht, wird sie in den wachsenden Märkten Asiens, des Mittleren Ostens und Afrikas steigen. Mit unserer Ölproduktion sowie unserer Raffineriebeteiligung und unserem Trading Joint Venture in Abu Dhabi, aber auch mit unserer Gasproduktion in Malaysia sind wir bestens auf diese Marktchancen vorbereitet. Andererseits wird der Schwer-, Schiffs- und Flugverkehr auch in Europa auf flüssige Treibstoffe kurz- und mittelfristig nicht verzichten können. Daher werden wir mit dem Co-Processing biogener Anteile und der künftigen Entwicklung synthetischer Treibstoffe einen wesentlichen Beitrag zu einer CO2-ärmeren Zukunft leisten.

Erdgas – die schnelle Lösung und der langfristige Partner

Neben mittel- bis langfristig wirksamen Innovationen benötigen wir in der Energiewende auch kurzfristig wirksame Lösungsansätze. Einer davon ist der verstärkte Einsatz von Erdgas in der Mobilität, insbesondere aber in der Stromerzeugung, wodurch die CO2-Emissionen sofort deutlich gesenkt werden könnten. Gas ist aber nicht nur ein kurzfristiger Kohleersatz, sondern der perfekte langfristige Partner für erneuerbare Energien, da unvermeidliche Schwankungen der Ökostromerzeugung durch Gaskraftwerke rasch ausgeglichen werden können, wodurch die Versorgungssicherheit gewährleistet wird. Ich bin überzeugt, dass Erdgas in der Energiewende eine wesentliche Rolle spielen wird. Wir als OMV tragen dem insofern Rechnung, als wir den Gasanteil in unserem Portfolio Schritt für Schritt weiter erhöhen.

Vom Rohstoff Öl zum hochwertigen Produkt

Ungeachtet der Tatsache, dass die Bedeutung von Öl als Energieträger sinken wird, ist und bleibt Erdöl ein höchst wertvoller Rohstoff. Öl ist ein zentraler Baustein der chemischen Industrie und damit ein integraler Bestandteil unserer Zivilisation, unseres Wohlstands und unseres Wohlergehens. Hochwertige Produkte des Alltags – vom Kleidungsstück über das Notebook bis zum Smartphone – sowie leichte, belastbare und sichere Materialen für die Automobil- oder Flugzeugindustrie haben ebenso Erdöl als Ausgangsstoff wie lebenswichtige Medikamente und eine Vielzahl anderer Medizinprodukte. Die OMV Raffinerien haben bereits heute einen hohen Integrationsgrad mit der Petrochemie, und wir werden entsprechend unserer Strategie die Wertschöpfungskette in Richtung Chemie weiter ausbauen. Ein konkretes Beispiel dafür ist der im vergangenen Jahr begonnene Ausbau des Petrochemiebereichs in unserer Raffinerie Burghausen in Deutschland. Dort entsteht zurzeit eine ISO-C4-Anlage, die ab dem vierten Quartal dieses Jahres hochreines Isobuten herstellen wird – ein Grundstoff für wesentliche chemische Produkte wie Klebstoffe, Schmiermittel, aber auch Vitamin C.

Wir werden die Wertschöpfungskette des Öls über die Petrochemie hinaus bis zum Recycling verlängern.

RAINER SEELE Vorstandsvorsitzender

Recycling – Umweltschutz und Geschäftsmodell

Wie bei allen Gegenständen des täglichen Bedarfs stellt sich auch bei Kunststoffen die Frage: Was tun wir mit ihnen am Ende ihrer Lebensdauer? Die OMV hat mit dem ReOil®-Verfahren eine hochwertige Recyclingmethode entwickelt, mit der Altkunststoffe in "synthetisches Rohöl" umgewandelt werden, das wiederum zu Treibstoffen bzw. petrochemischen Grundbestandteilen weiterverarbeitet werden kann. Es handelt sich dabei um ein chemisches Recycling ohne Qualitätsverlust, durch das Plastik am Ende eines Produktzyklus nicht zu Müll, sondern zu einem wertvollen Rohstoff wird. Damit verlängern wir die Wertschöpfungskette des Öls über die Petrochemie hinaus bis zum Recycling. Zugleich zeigt diese Technologie, dass Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können, und sie ist ein vitales Zeichen für die Innovationskraft unserer Industrie und des Unternehmens OMV. Wir haben im vergangenen Jahr mit unserer ReOil®-Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat große Fortschritte gemacht und sind zuversichtlich, diese bis 2025 zu einem wirtschaftlich voll nutzbaren, industriellen Maßstab ausbauen zu können.

Wir können CO2 nutzen

Die Kreislaufwirtschaft spielt in den Überlegungen der OMV eine wesentliche Rolle – auch im Hinblick auf CO2. Wir sollten das CO2-Molekül nicht dämonisieren, wir müssen mit ihm arbeiten – und wir können das auch. So untersuchen wir beispielsweise Technologien, die CO2 zum Energieträger Methan bzw. zu Methanol – einem wichtigen Chemierohstoff – weiterverarbeiten und wirtschaftlich nutzen können. Darüber hinaus erforschen wir Möglichkeiten der unterirdischen Speicherung von CO2. Der Einsatz dieser Technologien setzt aber rechtliche Rahmenbedingungen voraus, die beispielsweise in Österreich noch nicht gegeben sind. Allerdings gibt es dazu positive Signale aus der Europäischen Kommission, die im kürzlich vorgestellten "Green Deal" den Nutzen und das Potenzial dieser Technologie erkennt und sie fördern möchte. In unserer langfristigen Strategie arbeiten wir außerdem an verschiedenen Möglichkeiten der Wasserstoffnutzung – in der Mobilität ebenso wie in der Industrie. Denn ich bin überzeugt, dass Wasserstoff im Energiemix der Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird.

Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft werden sich ändern. Die OMV orientiert sich daran und wird die Chancen dieser Veränderung nutzen. Wir werden die Wertschöpfungskette deutlich verlängern und Geschäftsmodelle entwickeln, die einen Beitrag zu einer CO2-ärmeren Zukunft leisten und zugleich den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sicherstellen werden. Die ersten Weichen haben wir bereits gestellt. Es gibt 20.000 Gründe, sich auf die Zukunft zu freuen. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen in Ihre OMV.

Wien, am 11. März 2020

Rainer Seele e.h.

Rainer Seele Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Chief Marketing Officer

"Wir freuen uns auf morgen, weil unsere 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die OMV entsprechend der Strategie 2025 zu einem Global Player machen."

Johann Pleininger Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Upstream Operations Officer

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich sehr, auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken zu können.

Die OMV ist in der Umsetzung ihrer Strategie 2025 weit vorangekommen. Ich möchte aus der Vielzahl der Aktivitäten nur zwei Beispiele herausgreifen, die als wesentliche Meilensteine den Weg in Richtung Wachstum, stärkerer Internationalisierung sowie Integration der Geschäftsmodelle und Diversifizierung des Portfolios markieren. Mit der 2019 abgeschlossenen Beteiligung an ADNOC Refining hat die OMV ihre Raffineriekapazität nicht nur deutlich erhöht, sondern in Abu Dhabi damit auch ein voll integriertes Geschäftsmodell etabliert. Darüber hinaus wird ein von der OMV mitgegründetes globales Trading Joint Venture von Abu Dhabi aus die steigende Nachfrage im Mittleren Osten, in Afrika und vor allem in Asien decken. Im Geschäftsbereich Upstream wiederum konnte die OMV den Erwerb eines 50%-Anteils am neu gegründeten Unternehmen SapuraOMV in Malaysia abschließen und mit der Förderung von Gas für den asiatischen Markt beginnen. Damit ist es gelungen, eine tragfähige Brücke zu den am stärksten wachsenden Märkten dieser Welt zu bauen.

Basis für die weitere Umsetzung der strategischen Ziele ist die exzellente operative und finanzielle Performance des abgelaufenen Geschäftsjahres. Trotz eines zunehmend schwierigeren Marktumfelds konnte der historisch höchste Jahresüberschuss nach Steuern erzielt werden. Die starke finanzielle Position der OMV spiegelt sich auch in der vorgeschlagenen Rekorddividende von EUR 2,00 je Aktie wider, durch die Sie, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, an den Erfolgen der OMV partizipieren.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 informieren:

Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitte des vergangenen Jahres kam es zu einer Veränderung im Vorstandsteam. Manfred Leitner, der acht Jahre für den Geschäftsbereich Downstream verantwortlich war, hat sein Vorstandsmandat, das Ende des Jahres ausgelaufen wäre, per Juli aus persönlichen Gründen zurückgelegt. Ich möchte mich bei Manfred Leitner im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanken. Er hat den Downstream-Bereich wesentlich weiterentwickelt, dessen Effizienz gesteigert und ihn so in das europäische Spitzenfeld geführt. Zudem ist dieser Geschäftsbereich deutlich gewachsen. Er hat nun eine Größe erreicht, die eine Aufteilung in die Bereiche Refining & Petrochemical Operations und Marketing & Trading erforderlich und strategisch sinnvoll machte. Denn die Öl- und Gasindustrie steht Herausforderungen gegenüber, die sich auf das Raffineriegeschäft erheblich auswirken werden. Angesichts dieser Veränderungen ist es entscheidend, dass sowohl die Produktionsanlagen als auch das Vertriebs- und Handelsgeschäft höchste Aufmerksamkeit genießen und mit der bestmöglichen Managementkapazität ausgestattet sind. Mit der Bestellung von Thomas Gangl zum Vorstandsmitglied für den Bereich Refining & Petrochemical Operations per Juli 2019 ist es gelungen, nicht nur einen hochkarätigen Experten im Raffinerie- und Petrochemiebereich, sondern auch einen langjährigen und wirklich guten Kenner der OMV zu gewinnen, der auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens bereits Führungserfahrungen gesammelt und sich dabei einen exzellenten Ruf erworben hat. Dass die Besetzung dieser Vorstandsposition aus den eigenen Reihen erfolgen konnte, sehen wir als Aufsichtsrat mit großer Freude, denn es spricht für die Qualität dieses Unternehmens.

Der Bereich Marketing & Trading wird sich insbesondere auf die Veränderungen des Energiemarktes und die kontinental jeweils unterschiedlichen Dynamiken konzentrieren. Bis zur endgültigen Besetzung dieser neu geschaffenen Vorstandsfunktion wird dieser Bereich interimistisch von Rainer Seele geleitet.

Durch die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele im Juli und Johann Pleininger im September 2019 wurde das Vorstandsteam in seiner Zusammensetzung für die nächsten Jahre bestätigt und somit eine wichtige Voraussetzung für die Fortsetzung des Erfolgskurses geschaffen.

Basis für die weitere Umsetzung der strategischen Ziele ist die exzellente operative und finanzielle Performance des abgelaufenen Geschäftsjahres.

WOLFGANG C. BERNDT Vorsitzender des Aufsichtsrats

Es kam auch zu einer umfassenden Erneuerung des Aufsichtsrats. Insgesamt fünf neue Mitglieder wurden – auf Basis des Vorschlags der ÖBAG – von der OMV Hauptversammlung am 14. Mai 2019 in den Aufsichtsrat gewählt: Thomas Schmid, Stefan Doboczky, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski und Cathrine Trattner. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgte im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben anhand einer Vielzahl von Kriterien, die neben persönlicher Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit insbesondere fachliche Qualifikation und breite Managementerfahrung umfassen. Ich, Wolfgang C. Berndt, wurde in der nach der Hauptversammlung 2019 abgehaltenen konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Thomas Schmid zu meinem 1. Stellvertreter und Alyazia Ali Al Kuwaiti zu meiner 2. Stellvertreterin gewählt. Seitens der Belegschaftsvertreter gab es 2019 keine Veränderungen gegenüber 2018.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er überwachte die Geschäftsführung der OMV durch den Vorstand und beriet diesen in Entscheidungsfindungsprozessen auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag einerseits auf Personalangelegenheiten des Vorstands, andererseits auf der weiteren Umsetzung der Strategie im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen. Aufbauend auf dem Fortbildungsprogramm für Aufsichtsräte im Jahr 2018 fand auch 2019 wieder ein intensives Trainingsprogramm statt, mit drei Veranstaltungen für den gesamten Aufsichtsrat sowie mehreren Onboarding-Veranstaltungen, insbesondere für die neuen Mitglieder. 2019 fand auch eine extern begleitete Selbstevaluierung des Aufsichtsrats statt, wobei die Ergebnisse in die Tätigkeiten und das Schulungsprogramm 2020 einfließen werden.

Der Aufsichtsrat setzte sich 2018 sowie Anfang des Jahres 2019 noch intensiv mit der Akquisition der 15%-Beteiligung an ADNOC Refining und des dazugehörigen globalen Trading Joint Ventures auseinander, die Mitte des Jahres abgeschlossen wurde.

Der Austausch mit Investorinnen und Investoren ist dem Aufsichtsrat und insbesondere mir als Vorsitzendem des Aufsichtsrats ein großes Anliegen. Deshalb fand heuer eine Corporate-Governance-Roadshow statt, in deren Rahmen ich, gemeinsam mit Investor Relations, große institutionelle Investoren und Stimmrechtsberater in Frankfurt, Berlin, London und Wien besuchte, um auf das Governance-Modell, die Vorstandsvergütung und die Nachhaltigkeitsstrategie der OMV einzugehen.

Ende des Jahres konnte durch die Vereinbarung über den Verkauf des Maari-Ölfeldes ein weiterer Schritt zur Optimierung des OMV Portfolios gesetzt werden. Nach Abschluss dieser Transaktion wird die OMV in Neuseeland zu einer reinen Gasproduzentin. Dies unterstreicht die Strategie der OMV, in Zukunft deutlich mehr Erdgas als Öl zu fördern, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu reduzieren.

Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidial- und Nominierungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung der Entscheidungen über die Bestellung von Thomas Gangl sowie über die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger. Einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt stellte der Suchprozess für die Position eines neuen Vorstandmitglieds für den Bereich Marketing & Trading dar. Weiters lag der Fokus auf dem Thema der langfristigen Vorstandsnachfolgeplanung unter besonderer Berücksichtigung der Diversitätsziele.

Der Vergütungsausschuss konnte im Jahr 2019 auf der umfassenden Evaluierung des Vorstandsvergütungssystems 2018 aufbauen. Um den neuen Erfordernissen des Aktiengesetzes im Zusammenhang mit der EU-Aktionärsrechte-Richtlinie nachzukommen, wurde für Vorstand und Aufsichtsrat eine Vergütungspolitik erstellt, die der Hauptversammlung 2020 erstmals zur Abstimmung vorgelegt wird. Bei der Erarbeitung der Vergütungspolitik für den Vorstand wurden insbesondere auch die Rückmeldungen von Investorinnen und Investoren im Rahmen der bereits genannten Corporate-Governance-Roadshow berücksichtigt. So sind ab 2020 auch nicht finanzielle bzw. ESG-Ziele – konkrete CO2-Reduktion sowie ein Diversitätsziel – Teil des variablen Vergütungssystems.

Der Prüfungsausschuss behandelte im Jahr 2019 wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontroll- und Steuerungssystems des Konzerns. Der aktuelle Abschlussprüfer des OMV Konzerns, die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei auch die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde. Ferner hat der Prüfungsausschuss ein Auswahlverfahren für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 eingeleitet.

In den Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses, die regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfinden, wurden im Jahr 2019 die Entscheidungen zu den wichtigsten Investitions- und M&A-Projekten durch umfangreiche Information und intensive Diskussionen vorbereitet. Auch 2019 fand wieder eine Strategieklausur mit dem Vorstand statt, wobei die Themen Petrochemie und Nachhaltigkeit, insbesondere CO2-Reduktion und neue Technologien, den Schwerpunkt bildeten. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im (konsolidierten) Corporate Governance-Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs. 1 Aktiengesetz vorgelegten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2019, die damit gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2019 erhielten vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm selbst geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands, der Hauptversammlung gemeinsam vorzuschlagen, eine Dividende von EUR 2,00 je Aktie auszuschütten, was einer Steigerung von EUR 0,25 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der nach der Ausschüttung verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der gesonderte konsolidierte nicht finanzielle Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) wird vom Aufsichtsrat getrennt geprüft und im Anschluss an den Geschäftsbericht gemeinsam mit dem diesbezüglichen Bericht des Aufsichtsrats separat veröffentlicht.

Das Jahr 2019 war also in jeglicher Hinsicht ein sehr erfolgreiches. Es wurden wesentliche Weichenstellungen im Hinblick auf das Gesamtportfolio vorgenommen, die die OMV auch in Zukunft nachhaltig prägen werden. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2019. Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr fortwährendes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern der OMV.

Wien, am 11. März 2020

Für den Aufsichtsrat

Wolfgang C. Berndt e.h.

Die OMV an den Kapitalmärkten

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten 2019 hauptsächlich aufgrund der lockeren Geldpolitik einen deutlichen Aufschwung. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der politische Prozess, der zum Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union führte, beherrschten fast das ganze Jahr hindurch die Schlagzeilen, wobei in beiden Fällen gegen Jahresende Fortschritte sichtbar wurden. Die Aktie der OMV schloss das Jahr bei EUR 50,08 ab, ein Plus von 31% gegenüber dem Jahresende 2018.

Finanzmärkte

Nach einem herausfordernden Jahr 2018 erlebten die europäischen Aktienmärkte 2019 das ganze Jahr hindurch einen starken Aufschwung. Der Referenzindex STOXX 600 erhöhte sich in US-Dollar um 18,9% und lag damit leicht unter der Entwicklung des MSCI World (+23,1%). Alle wichtigen geografischen Indizes stiegen, und fast alle Sektoren legten im Laufe des Jahres zu. Die lockere Geldpolitik war ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Aktienmärkte weltweit, wobei die US-Notenbank die Zinssätze 2019 dreimal senkte. Auch die Europäische Zentralbank senkte den Leitzins weiter in den negativen Bereich (– 0,5%) und lancierte erneut das Programm der quantitativen Lockerung, indem sie ab November monatlich Anleihen in Höhe von EUR 20 Mrd kaufte.

Trotz der geopolitischen Spannungen war die Performance der Aktienmärkte 2019 stark. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China dominierten die Schlagzeilen. Die beiden Supermächte vereinbarten schließlich eine umfangreiche Senkung der Zölle, und China versprach, verstärkt US-Waren

und -Dienstleistungen zu kaufen. Allerdings wurden einige neue Zölle auferlegt. In Europa gehörte der auf Großbritannien ausgerichtete FTSE 250 zu den Indizes mit der besten US-Dollar-Performance. Sein Anstieg wurde durch den Optimismus bezüglich eines Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Großbritannien unterstützt, als die Bedingungen für den Ausstieg von Großbritannien klarer wurden und die Unsicherheit deutlich abnahm.

Die Kursentwicklung der Aktien im Öl- und Gassektor im Jahr 2019 wurde durch die Erwartung einer Abschwächung der Rohölpreise bis 2020 belastet. Die Gründe dafür waren ein Rückgang der weltweiten Nachfrage und ein Produktionsanstieg aus Nicht-OPEC-Ländern (hauptsächlich aus den USA). Auch Themen aus den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG) übten einen starken Einfluss auf den Sektor aus. Norges, der weltgrößte Staatsfonds, beschloss, die Abhängigkeit von der Ölindustrie zu reduzieren und Aktienbestände an Rohölproduzenten im Wert von etwa USD 6 Mrd zu verkaufen.

Auf einen Blick

2019 2018 2017 2016 2015
Anzahl der ausstehenden Aktien1 in Mio 326,9 326,7 326,5 326,4 326,4
Marktkapitalisierung1 in EUR Mrd 16,4 12,5 17,3 11,0 8,5
Aktienumsatz an der Wiener Börse in EUR Mrd 8,2 9,1 8,8 6,0 7,1
Höchstkurs des Jahres in EUR 54,54 56,24 54,14 34,78 30,46
Tiefstkurs des Jahres in EUR 39,32 37,65 32,37 21,45 20,70
Schlusskurs des Jahres in EUR 50,08 38,25 52,83 33,56 26,13
Ergebnis je Aktie in EUR 5,14 4,40 1,33 – 1,24 – 3,37
Buchwert je Aktie 1 in EUR 39,80 36,44 34,35 33,44 35,76
Cashflow je Aktie 2 in EUR 12,41 13,45 10,56 8,82 8,68
Dividende je Aktie 3 in EUR 2,00 1,75 1,50 1,20 1,00
Ausschüttungsgrad in % 39 40 113 n.m. n.m.
Dividendenrendite 1 in % 4,0 4,6 2,8 3,6 3,8
Total Shareholder Return (TSR) 4 in % 36 – 25 61 34 24

1 Per 31. Dezember

2 Cashflow aus der Betriebstätigkeit

3 2019: wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt; vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2020

4 Inklusive Reinvestition der Dividende

Kursentwicklung und Handelsvolumen der OMV Aktie

Die OMV Aktie beendete das Jahr mit einem Plus von 31% im Vergleich zum Schlusskurs des Vorjahres. Eine Reinvestition der Dividenden vorausgesetzt, betrug die Gesamtrendite für Aktionärinnen und Aktionäre 36%. Der Kurs der OMV Aktie lag zu Jahresbeginn bei EUR 38,25 und überschritt Ende April die EUR-50-Schwelle. Danach ging er zurück

und erreichte Mitte Juni ein Zwischentief im Bereich von EUR 42. In der zweiten Jahreshälfte erholte sich die OMV Aktie in beeindruckender Weise und erreichte Anfang November ihren Jahreshöchststand von über EUR 54. Die letzten beiden Monate des Jahres waren von einem leichten Rückgang geprägt, und die Aktie schloss das Jahr mit EUR 50,08 ab. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen von OMV Aktien lag 2019 bei 350.172 (2018: 385.176). Zum Jahresende 2019 belief sich die Marktkapitalisierung der OMV auf EUR 16,4 Mrd gegenüber EUR 12,5 Mrd zum Jahresende 2018.

Während sich die OMV Aktie 2018 schlechter als der Markt entwickelt hatte, stieg ihr Kurs 2019 in einem sich erholenden Marktumfeld deutlich stärker als Vergleichsindizes und die Aktienkurse der Mitbewerber. Der österreichische ATX verzeichnete 2019 eine Wertsteigerung von 16%. Im selben Zeitraum stieg der globale Branchenindex FTSE Eurotop 100 um 22%, während der FTSEurofirst E300

Oil & Gas nur um 5% zulegte. Gemessen über einen Zeitraum von fünf Jahren übertraf die Rendite der OMV Aktie die Indexrenditen. Hätte ein Anleger Ende 2014 einen Betrag von EUR 100 in OMV Aktien investiert und die Dividenden in zusätzlichen OMV Aktien angelegt, so wäre der Wert der Anlage bis Ende 2019 um eine durchschnittliche jährliche Rendite von 22% auf EUR 270 angewachsen.

Langfristige Wertentwicklung der OMV Aktie im Marktvergleich Durchschnittliche jährliche Steigerung bei Wiederanlage der Dividende 1

1 Die Datengrundlage für die Berechnung bildet der "Total Return Index (RI)" von Datastream. Für die Berechnung der durchschnittlichen jährlichen Steigerung bei Wiederanlage der Dividende wurde die Methodik der jährlichen Wachstumsrate verwendet.

Dividendenvorschlag für das Jahr 2019: EUR 2,00 je Aktie

Am 14. Mai 2019 genehmigte die Jahreshauptversammlung der OMV für das Jahr 2018 eine Dividende von EUR 1,75 pro Aktie. Sie erteilte auch ihre Zustimmung zu allen anderen Tagesordnungspunkten einschließlich der Aufsichtsratswahl, des Long-Term Incentive Plan 2018 und des Matching Share Plan 2019. Für das Jahr 2019 wird der Vorstand bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 19. Mai 2020 eine Dividendenzahlung von EUR 2,00 je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Steigerung von 14% gegenüber dem Vorjahr. Gemessen am Schlusskurs des Jahres 2019 würde die Dividendenrendite damit 4,0% betragen.

Dividendenpolitik

Die OMV hat sich dazu verpflichtet, den OMV Aktionärinnen und Aktionären über den Geschäftszyklus hinweg einen attraktiven und kalkulierbaren Shareholder Return zu bieten. Im Rahmen ihrer Dividendenpolitik hat sich die OMV zum Ziel gesetzt, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten.

Aktionärsstruktur der OMV

Die Aktionärsstruktur der OMV blieb 2019 relativ unverändert und stellte sich zum Jahresende wie folgt dar: 43,0% Streubesitz, 31,5% Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG, vertritt die österreichische Regierung)1, 24,9% Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company (MPPH), 0,4% Aktienprogramme für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 0,2% eigene Aktien.

Die jüngste Analyse der Aktionärsstruktur der OMV erfolgte Ende 2019. Sie ergab, dass institutionelle Investorinnen und Investoren 29,5% der OMV Aktien hielten. Mit 30% stellen Anlegerinnen und Anleger aus den USA die größte regionale Gruppe institutioneller Investorinnen und Investoren dar. Anlegerinnen und Anleger aus Großbritannien machten 25% aus, Anlegerinnen und Anleger aus Frankreich 10%. Investorinnen und Investoren aus Norwegen, Deutschland und Österreich hielten jeweils 5%.

1 Mit Wirksamkeit zum 20. Februar 2019 wurde die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmenwortlaut auf Österreichische Beteiligungs AG geändert.

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft beträgt EUR 327.272.727 und besteht aus 327.272.727 auf Inhaber lautenden Stückaktien. Zum Jahresende 2019 hielt die OMV insgesamt 542.151 eigene Aktien. Das Grundkapital besteht vollständig aus Stammaktien. Die OMV folgt dem Grundsatz "one share – one vote", das heißt, dass keine Aktie mit besonderen Rechten ausgestattet ist. Zwischen den Kernaktionärinnen ÖBAG und MPPH besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

Leistung im Bereich Umwelt, Gesellschaft und Governance (ESG)

Die OMV legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit ESG-Ratingagenturen und ist bestrebt, gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft verantwortungsvoll zu handeln. Dies spiegelt sich in einer weiteren Verbesserung unserer bereits starken ESG-Performance im Jahr 2019 wider. Vor allem würdigte RobecoSAM die OMV in seinem Yearbook 2019 als Industry Mover. Die OMV demonstrierte die größte proportionale Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance im Vergleich zum Vorjahr unter den führenden 15% der Unternehmen unserer Branche. Auch erhielt das Unternehmen zum siebenten Mal in Folge die höchste Bewertung (AAA) in den ESG-Ratings von MSCI. Somit zählt die OMV zu den besten 10% der Öl- und Gasunternehmen. Die OMV hielt außerdem gemäß dem Rating von ISS ESG ihren Prime-Status mit einer Note von B– aufrecht. Damit gehört die OMV zu den besten 5% der Öl- und Gasunternehmen in Bezug auf ihre ESG-Leistung. Der OMV wurde außerdem vom CDP in der Kategorie Klimaschutz die Note A– (Leadership) bescheinigt, was uns in diesem Ranking einen Platz unter den 14 besten Ölund Gasunternehmen einbrachte. Darüber hinaus erhielten wir von der Transition Pathway Initiative das höchste Rating (Stufe 4) für die Qualität unseres CO2-Managements.

Neben diesen herausragenden Erfolgen ist die OMV weiterhin in mehreren ESG-Indizes gelistet. Vor allem war die OMV zum zweiten Mal in Folge als einziges österreichisches Unternehmen in dem Dow Jones Sustainability Index (DJSI World) enthalten. Die OMV gehört dadurch zu den besten 10% der Öl- und Gasunternehmen in Bezug auf ihr ESG-Rating. Die OMV erzielte im MSCI Global

Sustainability Index zum sechsten Mal in Folge das höchste Rating (AAA), und die Notierung der OMV in zwei MSCI-Indizes – dem ACWI ESG Leaders Index und dem ACWI SRI Index – wurde erneut bestätigt. Auch in der FTSE4Good-Indexfamilie ist die OMV wieder vertreten. Diese Indizes werden von einer Vielzahl von Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern genutzt, um verantwortungsvolle Investmentfonds zusammenzustellen und zu beurteilen. Auch im STOXX® Global ESG Leaders Index, beruhend auf der Bewertung der OMV von Sustainalytics, und in den ECPI®-Indizes war das Unternehmen erneut vertreten. Nach einer neuerlichen Bewertung durch EcoVadis – einer Plattform zur Analyse der ESG-Leistung von Lieferantinnen und Lieferanten – behielt die OMV ihren Silber-Status bei.

Günstige Bonitätseinstufung

Der OMV Konzern wird von den Ratingagenturen Moody's und Fitch bewertet. Am 28. Juni 2019 erneuerte Moody's das Emittentenrating der OMV von A3 mit stabilem Ausblick. Am 19. Dezember 2019 bestätigte Fitch der OMV das Rating A – mit stabilem Ausblick. Die Bestätigungen der Ratings spiegeln die wachsende Öl- und Gasproduktion der OMV und die sich nach den jüngsten Akquisitionen verbessernden Aussichten für das Produktionswachstum sowie eine starke Bilanz und eine umsich tige Finanzpolitik wider.

Analystenberichte

Zum Jahresende 2019 wurde die OMV von 22 Sell-Side-Analystinnen bzw. -Analysten bewertet, die regelmäßig Studien über die OMV veröffentlichen. Dies sichert der OMV eine hohe Sichtbarkeit in der Finanzwelt. Ende 2018 hatten 80% dieser Analystinnen und Analysten eine Kaufempfehlung für Aktien der OMV abgegeben; die anderen Empfehlungen lauteten "Halten". Ende Dezember 2019 empfahlen immer noch fast 60% der Analystinnen und Analysten ihren Kundinnen und Kunden den Kauf von OMV Aktien, nachdem diese im Laufe des Jahres bereits einen Kursgewinn von 31% verzeichnet hatten. Etwa ein Drittel der Analystinnen und Analysten gab eine "Halten"-Empfehlung ab, während nur zwei Analystinnen bzw. Analysten zum Verkauf von OMV Aktien rieten. Das durchschnittliche Kursziel verzeichnete einen leichten Rückgang von EUR 57 je Aktie im Vorjahr auf EUR 56 Ende 2019.

Investor Relations-Aktivitäten

Der aktive und offene Dialog mit dem Kapitalmarkt hat für die OMV höchste Priorität. Die Investor Relations-Abteilung hat das Ziel, allen Finanzmarktteilnehmerinnen und -teilnehmern einen umfassenden Einblick in die Strategie und die Geschäftstätigkeit der OMV zu gewähren, und die Gleichbehandlung aller Stakeholder sicherzustellen. Die OMV tauschte sich 2019 laufend mit Anlegerinnen und Anlegern sowie Analystinnen und Analysten aus, um die Fortschritte der OMV bei der Umsetzung der Strategie 2025 zu kommunizieren. Darüber hinaus organisierte die OMV zwei Veranstaltungen mit internationalen Investorengruppen in Wien, um Einblicke in das Upstream- und Downstream-Geschäft des Unternehmens zu geben. Neben einem Lunch für österreichische Investorinnen und Investoren fand auch ein Lunch in London statt, an dem 20 Sell‑Side-Analystinnen und -Analysten teilnahmen. Die OMV organisierte drei Governance-Roadshows mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden in London, Frankfurt und Wien. Damit wurde ein Dialog mit den Governance-Expertinnen und -Experten einiger der wichtigsten Aktionärinnen und Aktionäre etabliert. Und nicht zuletzt konnten der Vorstand und die Abteilung für Investor Relations bei zahlreichen Roadshows und Konferenzen in Europa, Nordamerika und Asien den Kontakt zu Analystinnen und Analysten sowie Investorinnen und Investoren pflegen und vertiefen.

KONZERNLAGEBERICHT – 86

OMV im ÜberblickStrategieNachhaltigkeitGesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)Mitarbeiterinnen und MitarbeiterGeschäftsjahr des OMV KonzernsUpstreamDownstreamAusblickRisikomanagementWeitere Informationen

OMV im Überblick

Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte – auf verantwortungsvolle Weise. Im Bereich Upstream verfügt die OMV über ein ausgeglichenes internationales Portfolio. Im Bereich Downstream ist die OMV in Europa und im Mittleren Osten vertreten. Der Konzernumsatz 2019 belief sich auf EUR 23 Mrd. Mit einer Marktkapitalisierung zum Jahresende von rund EUR 16,4 Mrd ist die OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Die Mehrheit der rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV ist an den integrierten europäischen Standorten des Konzerns tätig.

Im Geschäftsbereich Upstream konzentriert sich die OMV auf die Exploration, Erschließung und Förderung von Öl und Gas in den fünf Kernregionen Mittelund Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika, Nordsee, Russland sowie Asien-Pazifik. Ende 2019 hatte die OMV sichere Reserven (1P) von 1,33 Mrd boe sowie sichere und wahrscheinliche Reserven (2P) von 2,38 Mrd boe. Die Reservenersatzrate (RRR) lag 2019 bei 135%. Die Tagesproduktion belief sich 2019 auf 487 kboe/d (2018: 427 kboe/d), was einer Gesamtproduktion von 178 Mio boe entspricht. Während Erdgas 57% zur Produktion beitrug, erreichte der Erdölanteil 43%.

Der Geschäftsbereich Downstream umfasst die Bereiche Downstream Öl und Downstream Gas. Der Bereich Downstream Öl betreibt drei Raffinerien in Europa: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland), die beide über eine integrierte Petrochemieproduktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien). Zusätzlich hält die OMV 15% an ADNOC Refining, die unter anderem eine der

weltweit führenden Raffinerien in Ruwais in den Vereinigten Arabischen Emiraten betreibt. Die OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von 24,9 Mio t pro Jahr. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte belief sich 2019 auf 20,94 Mio t (2018: 20,26 Mio t). Das Retail-Netz umfasst rund 2.100 Tankstellen in zehn Ländern mit einem starken Mehrmarkenportfolio. Darüber hinaus ist die OMV mit 36% an Borealis beteiligt, einem der weltweit größten Kunststoffproduzenten.

Im Bereich Downstream Gas lagen die Erdgas-Verkaufsmengen 2019 bei 136,7 TWh (2018: 113,8 TWh). Die OMV besitzt Erdgasspeicher mit einer Kapazität von 30 TWh und ist zu 51% an der Gas Connect Austria beteiligt, die ein 900 km langes Gasleitungsnetz betreibt. Der Central European Gas Hub (CEGH), an dem die OMV 65% hält, ist eine etablierte Gashandelsplattform. Der Erdgasknotenpunkt in Baumgarten (Österreich) ist die größte Drehscheibe für russisches Gas in Mitteleuropa. Zudem betreibt die OMV ein Gaskraftwerk in Rumänien.

Services

Unsere Wertschöpfungskette

Strategie

Die OMV Strategie 2025 basiert auf dem bewährten Konzept der Integration. Auf Basis einer ausgewogenen Wachstumsstrategie in Upstream und Downstream baut die OMV ihre Größe und geografische Präsenz deutlich aus, um von attraktiven Wachstumschancen außerhalb Europas zu profitieren. Die OMV ist bestrebt, ihr CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten bis 2025 signifikant auf mindestens EUR 5 Mrd zu steigern. Seit Einführung der Strategie im März 2018 wurden bereits wichtige Meilensteine erreicht.

Marktausblick

Der globale Energiebedarf steigt weiter und wird auch zukünftig überwiegend durch traditionelle Energieträger gedeckt.

Globaler Primärenergieverbrauch nach Energieträgern In Mrd toe

Quelle: IEA World Energy Outlook 2019, Stated Policies Scenario

Der globale Energiebedarf wird infolge des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums bis 2030 voraussichtlich um 14% zunehmen. Die Öl- und Gasnachfrage steigt weiter an und wird in Zukunft etwa 54% des weltweiten Energiebedarfs ausmachen. Dies entspricht einem zusätzlichen Bedarf von 1 Mrd toe.

Erdöl wird auch im nächsten Jahrzehnt mit einem Marktanteil von rund 30% und einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 0,7% bis 2030 der wichtigste Primärenergieträger bleiben. Länder in Asien, dem Mittleren Osten und Afrika werden hauptverantwortlich für den Anstieg des Erdölverbrauchs sein. Der wachsende Rohölbedarf resultiert in diesen aufstrebenden Märkten hauptsächlich aus der gestiegenen Produktnachfrage in der petrochemischen Industrie und im Transportsektor. Während die Nachfrage nach Rohölprodukten in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Europa voraussichtlich abnehmen wird, wird sie dank der Schwellenländer über das Jahr 2030 hinaus weltweit ansteigen.

Begünstigt durch eine Dekarbonisierungspolitik und strengere Emissionsnormen wird Erdgas weiterhin der am stärksten wachsende Primärenergieträger unter den fossilen Brennstoffen sein. Die Gasnachfrage wird bis 2030 jährlich um 1,4% zunehmen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich Erdgas in der Stromerzeugung als Alternative zu Kohle eignet.

2018 2025 2028

14

64 15

Ethylene Propylene Butadiene Benzene Quelle: IHS, Chemical Supply & Demand (2019)

12 110

49 60

Die Zunahme der weltweiten Nachfrage nach petrochemischen Produkten ist mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung eng verknüpft. Der wachsende Markt petrochemischer Produkte wird daher ein wichtiger Abnehmer für Öl und Gas sowie Treiber der weltweiten Ölnachfrage sein. Die Nachfrage nach Olefinen wie Ethylen, Propylen, Butadien und Benzol wird bis 2028 voraussichtlich um 41% steigen. Diese Olefine gelten als wesentliche Bausteine für die chemische Industrie. Ihre Derivate, etwa Polyolefine, bieten einzigartige Eigenschaften und wirtschaftliche Vorteile wie niedrige Materialkosten sowie eine einfache und schnelle Verarbeitung. Dank ihrer günstigen Eigenschaften werden petrochemische Produkte immer stärker eingesetzt und verdrängen andere Materialien. Petrochemische Produkte sind für verschiedene Branchen wie Verpackungsherstellung, Bauwesen, Transport, Gesundheitswesen, Pharmaindustrie und Elektronik unerlässlich.

Die Region Asien-Pazifik wird aufgrund ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ein wichtiger Motor dieses Wachstums sein. Die Nachfrage in reifen Märkten wie Europa, Nordamerika und Japan bleibt auf einem gesunden Niveau und wird sich im Einklang mit dem BIP entwickeln.

Naphtha, ein Erdölderivat, wird voraussichtlich der wichtigste Rohstoff für die petrochemische Industrie bleiben. Weitere wichtige Rohstoffe sind Begleitgas im Mittleren Osten sowie Schiefergas in Nordamerika.

Strategische Eckpfeiler – die OMV soll größer und wertvoller werden

Die OMV Strategie 2025 baut auf dem bewährten Konzept der Integration auf, um einen starken Cashflow und Resilienz sicherzustellen. Sowohl im Upstream- als auch im Downstream-Geschäft strebt die OMV weiteres Wachstum an. Im Bereich Upstream sollen die Produktion und Reserven in definierten Kernregionen erhöht werden. Im Bereich Downstream beabsichtigt die OMV ihre Verarbeitungskapazitäten und ihre geografische Reichweite signifikant auszubauen. Zudem wird die Position im europäischen Gasmarkt gestärkt. Die Ergebnisse sollen weiter gesteigert und die Betriebsabläufe optimiert werden. Ziel der OMV ist es, ihr CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten bis 2020 auf mindestens EUR 4 Mrd (basierend auf einem Brent-Ölpreis von USD 70/bbl, einem CEGH-Preis von EUR 20/MWh und einer Referenz-Raffineriemarge von USD 5/bbl) und bis 2025 auf mindestens EUR 5 Mrd zu steigern. Das Wachstum soll zu gleichen Teilen von Upstream und Downstream kommen und sowohl durch organische Investitionen als auch durch Akquisitionen erfolgen. Strategische Partnerschaften werden weiterhin ein wichtiger Hebel für den Zugang zu attraktiven Projekten mit langfristigen Perspektiven und hoher Wertschöpfung sein.

Upstream

Der Upstream-Bereich der OMV erwirtschaftet durch sein qualitativ hochwertiges Portfolio profitables Wachstum und legt dabei den Fokus weiterhin auf Cash-Generierung. Die für 2020 bzw. 2025 angestrebten Produktionsniveaus von 500 kboe/d bzw. 600 kboe/d wurden erneut bestätigt. Der Erdgasanteil unserer Produktion wird in Zukunft mehr als 50% ausmachen. Damit verbessern wir die langfristige CO2-Effizienz und können uns an den sich verändernden Mix des globalen Energiebedarfs anpassen. Um langfristig eine Reservenersatzrate von mehr als 100% (Dreijahresdurchschnitt) und eine durchschnittliche Reservenreichweite von acht bis zehn Jahren zu gewährleisten, planen wir bis 2025 eine Verdoppelung der sicheren Reserven (1P) auf über 2 Mrd boe. Das Portfoliowachstum werden wir hauptsächlich durch Akquisitionen in kostengünstigen und reservereichen Regionen, aber auch durch organische Exploration und Investitionen vorantreiben. Die durchschnittlichen Produktionskosten sollen dabei unter USD 8/boe liegen. Ein striktes Kostenmanagement, die Fokussierung auf Rentabilität und ein umsichtiger, disziplinierter Kapitaleinsatz werden auf dem Weg zu diesen Zielen von entscheidender Bedeutung für die OMV sein.

Die OMV wird ihr Portfolio auch weiterhin auf fünf Kernregionen konzentrieren. Mit Projekten in unseren Kernregionen werden wir unser Portfolio weiter ausbauen. Den Schwerpunkt legen wir dabei auf den Mittleren Osten und Afrika, Russland sowie Asien-Pazifik. Damit können wir einen nachhaltigen Ersatz durch preiswerte Barrel sichern und die Resilienz des Unternehmens insgesamt verbessern.

OMV – Strategie 2025

Strategische Partnerschaften mit der Aussicht auf eine langfristige Wertschöpfung sind und bleiben für die OMV ein wichtiger Hebel für den Zugang zu erheblichen Mengen an Öl- und Gasreserven. Die Kooperation mit ausgewählten nationalen Ölgesellschaften sowie starken internationalen Ölkonzernen unterstützt die Expansion der OMV in den Kernregionen, stärkt die technologische Kompetenz des Konzerns und minimiert operative und finanzielle Risiken.

Der Upstream-Bereich der OMV plant bis 2025 jährliche Investitionen in das organische Wachstum und den laufenden Betrieb in Höhe von EUR 1,3 bis 1,7 Mrd. Das Budget der OMV für die Exploration und Evaluierung möglicher Vorkommen beträgt für 2020 EUR 350 Mio.

Upstream – strategische Erfolge

Seit die OMV im März 2018 ihre Strategie 2025 vorgestellt hat, wurden wichtige Fortschritte bei der Umsetzung dieser Strategie erzielt. Die Highlights 2019 sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Gute Ertragslage mit einem Operativen Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 2,0 Mrd
  • Steigerung der Gasproduktion auf 57% des Gesamtportfolios
  • Senkung der Produktionskosten auf USD 6,6/boe
  • Steigerung der Produktion 2019 auf 487 kboe/d und Erreichen der 500-kboe/d-Marke im vierten Quartal 2019
  • Entwicklung von Asien-Pazifik zu einer Kernregion
  • Ausbau der Präsenz im Mittleren Osten und in
  • Afrika   Erhöhung der Reservenersatzrate im Dreijahres-
  • durchschnitt auf 166%
  • Anstieg der Basis der sicheren Reserven (1P) zum Jahresende auf 1,3 Mrd boe

Downstream Öl

Im Bereich Downstream Öl wird die OMV ihre Wettbewerbsposition in Europa weiter ausbauen. Die OMV wird ihre europäischen Raffinerie-Assets an die erwarteten Marktveränderungen anpassen und den Beitrag höherwertiger Produkte erhöhen. Bis 2025 werden dafür bis zu EUR 1 Mrd in die Raffi nerien in Österreich, Deutschland und Rumänien investiert. Für die Erweiterung der OMV Position im Petrochemiegeschäft werden mehr als 50% der Investitionen genutzt. Die drei Standorte werden wir dabei weiterhin als Raffinerieverbund betreiben:

So können die Anlagenauslastung optimiert und die Margen durch den Austausch von Zwischenprodukten maximiert werden. Die OMV ist gut aufgestellt, um im Jahr 2020 die Vorteile der Veränderungen des Kraftstoffmarktes für Schiffstreibstoffe aufgrund neuer Standards der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization; IMO) zu nutzen. Die OMV verfügt über die nötige Flexibilität, um ihre niedrige Schwerölproduktion von 2% noch weiter zu verringern. Bis 2025 sollen die Raffinerien im Westen kein Schweröl mehr produzieren.

Zur Sicherung des Umsatzes und der Rentabilität in Europa wird die OMV bis 2025 den Anteil der Produktion der Raffinerien, der über eigene Vertriebskanäle verkauft wird, von 47% in 2017 auf 55% erhöhen. Damit werden eine hohe Resilienz und ein Raffinerieauslastungsgrad von langfristig über 90% sichergestellt, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt. Das Retail-Geschäft wird den Absatz von Kraftstoffen im Premium- und Diskontsegment steigern. Dafür wird die Anzahl der Diskonttankstellen in Österreich, Deutschland und Slowenien erhöht. Bei den Premiumstationen liegt der Fokus auf der Steigerung des Marktanteils von MaxxMotion, dem Ausbau des Shopgeschäfts sowie der Entwicklung zusätzlicher kundenorientierter Retail-Produkte und -Services.

Die OMV beabsichtigt, ihre umfangreiche Expertise als eine der führenden europäischen Raffineriebetreiberinnen sowie das erfolgreiche europäische Raffinerie- und Petrochemiegeschäftsmodell in internationale Wachstumsmärkte zu exportieren. Der Kraftstoffbedarf in Asien sowie im Mittleren Osten und in Afrika wird bis 2030 voraussichtlich signifikant steigen. Die Nachfrage nach petrochemischen Produkten wird in allen Regionen wachsen, insbesondere in den asiatischen Märkten. Insgesamt werden mehr als 90% des Anstiegs der globalen Ölnachfrage auf Asien entfallen. Aus diesem Grund plant die OMV im Vergleich zu 2018 eine annähernde Verdoppelung ihrer Raffineriekapazität und eine Steigerung ihrer Petrochemiekapazität bis 2025, sowie den Aufbau von ein bis zwei Kernregionen außerhalb Europas.

Downstream Öl – strategische Erfolge

Seit die OMV im März 2018 ihre Strategie 2025 vorgestellt hat, wurden wichtige Fortschritte bei der Umsetzung dieser Strategie erzielt. Die Highlights 2019 sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Starker Beitrag zum Konzernergebnis mit einem CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 1,7 Mrd
  • Aufbau einer starken Position im Raffinerie- und Petrochemiebereich in den VAE durch Übernahme eines 15%igen Anteils an ADNOC Refining, die die viertgrößte Raffinerie der Welt betreibt, und Beteiligung am neuen Trading Joint Venture ADNOC Global Trading
  • Erhöhung des über eigene Vertriebskanäle verkauften Anteils der Raffinerieproduktion auf 49%, unterstützt durch Übernahmen von Tanklagern und die Steigerung der Anzahl von Diskonttankstellen
  • Auslastungsrate der Raffinerien von 97% erreicht
  • "Plastic to oil", ReOil®: Entwicklung der Produktion von synthetischem Rohöl aus Kunststoffabfällen von der F&E-Phase zu einem in den OMV Raffinerien integrierten Pilotprojekt

Downstream Gas

Die europäische Nachfrage nach Erdgas wird bis 2030 voraussichtlich stabil bleiben. Ein zusätzliches Potenzial von 30 Mrd m³ besteht vor allem durch die Umstellung von Kohle auf Erdgas in der Stromerzeugung. Im gleichen Zeitraum wird die europäische Erdgasproduktion rapide zurückgehen. Dies wird zu einer wachsenden Versorgungslücke führen, die es zu schließen gilt. Vor diesem Hintergrund wird sich die OMV als führende integrierte Anbieterin mit einer starken Marktpräsenz von Nordwestbis Südosteuropa etablieren. Bis 2025 sollen die Gasverkäufe der OMV auf über 20 Mrd m³ steigen. Dazu streben wir in Deutschland, dem größten europäischen Gasmarkt, einen Marktanteil von 10% an. Die OMV wird zunehmend Erdgas aus ihrer eigenen Upstream-Produktion sowie importierte Gasmengen verkaufen. Die OMV wird ihre integrierte Position im europäischen Markt durch zusätzliche, selbst produzierte Gasmengen aus Projekten in Norwegen und Rumänien sowie durch langfristige Lieferverträge mit Gazprom stärken.

Die zunehmende Erdgasversorgungslücke in Europa wird zu größeren Erdgasimportmengen führen. Die kurz vor der Fertigstellung stehende Pipeline Nord Stream 2 ist für die Gasstrategie der OMV von

großer Bedeutung. Diese Pipeline wird eine beständige, zuverlässige und langfristige Erdgasversorgung Europas und des Central European Gas Hub in Baumgarten (Österreich) sicherstellen und steigern.

Downstream Gas – strategische Erfolge

Seit die OMV im März 2018 ihre Strategie 2025 vorgestellt hat, wurden wichtige Fortschritte bei der Umsetzung dieser Strategie erzielt. Die Highlights 2019 sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Deutlicher Anstieg der Gasverkäufe in Deutschland und den Niederlanden: 2019 durchschnittlicher Marktanteil von 4% in Deutschland und von mehr als 2% in den Niederlanden erreicht
  • Erfolgreicher Markteintritt in Belgien
  • Verstärkte Zusammenarbeit mit Gazprom im LNG-Bereich – Zielvorgabe für 2020: 1,2 Mrd m³
  • Rekordvolumen von 754 TWh am CEGH gehandelt

Finanzen

Die wertorientierte Finanzstrategie der OMV soll Wachstum ermöglichen, die Leistung steigern und das Vertrauen der Aktionärinnen und Aktionäre belohnen. Bei Investitionsentscheidungen wird eine Reihe von strategischen und finanziellen Kriterien berücksichtigt. Wachstum erfolgt auf einer robusten finanziellen Basis. Solide langfristige Ziele bilden die Grundlage der Finanzstrategie der OMV. Im Zuge ihrer Wachstumsstrategie beabsichtigt die OMV, das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten bis 2020 auf mindestens EUR 4 Mrd (basierend auf einem Brent-Ölpreis von USD 70/bbl, einem CEGH-Preis von EUR 20/MWh und einer Referenz-Raffineriemarge von USD 5/bbl) und bis 2025 auf mindestens EUR 5 Mrd zu steigern. Nach einer weitreichenden Umstellung, die 2016 begann, stieg die Cash-Generierung der OMV im Jahr 2019 auf über EUR 4 Mrd. Mittelfristig hat die OMV das Potenzial, mehr als EUR 5 Mrd Cash zu generieren. Das Wachstum wird durch einen starken Finanzrahmen unterstützt, dessen Fokus auf Rendite und Cashflow liegt. Die auf profitables Wachstum ausgerichtete Strategie der OMV zielt auf einen mittel- bis langfristigen ROACE von mindestens 12%, einen positiven freien Cashflow nach Dividenden und eine Steigerung des den Aktionärinnen und Aktionären zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten ab. Gleichzeitig wollen wir den Verschuldungsgrad ohne Leasing langfristig bei bzw. unter 30% halten. Ein starkes Investment-Grade-Rating ist ebenfalls Teil des Finanzrahmens der OMV.

Im Zentrum der OMV Strategie steht profitables Wachstum. Die wichtigsten Eckpunkte im Finanzbereich sind wie folgt:

  • Mittel- bis langfristiger ROACE von mindestens 12%
  • Positiver freier Cashflow nach Dividenden
  • Wachstum des den Aktionärinnen und Aktionären zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten
  • Steigerung des CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten auf mindestens EUR 5 Mrd bis 2025
  • Mittelfristige Erhöhung der Cashflow-Generierung1 auf über EUR 5 Mrd
  • Langfristiger Verschuldungsgrad ohne Leasing ≤30%
  • Wettbewerbsfähige Aktienrendite mit progressiver Dividendenpolitik
  • Beibehaltung eines starken Investment-Grade-Ratings

Das Ziel der OMV ist es, attraktive Renditen für die Aktionärinnen und Aktionäre zu generieren und die Dividende jährlich zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten. Weiteres Wachstum wird durch organische und anorganische Investitionen ermöglicht. Für den Zeitraum von 2020 bis 2025 plant die OMV jährliche Investitionen in Höhe von durchschnittlich EUR 2,0 bis 2,5 Mrd. In den letzten Jahren haben Akquisitionen in den Bereichen Upstream und Downstream das Portfolio und die Profitabilität wesentlich gestärkt.

Die Prioritäten der OMV bei der Kapitalallokation gestalten sich daher wie folgt:

    1. Organische Investitionsaufwendungen
    1. Dividende
    1. Schuldenabbau
    1. Akquisitionen

2019 wurden wichtige Meilensteine zur Erfüllung unserer langfristigen finanziellen Ziele erreicht:

  • CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 3,5 Mrd trotz eines schwächeren Marktumfeldes
  • Steigerung des den Aktionärinnen und Aktionären zuzurechnenden CCS Periodenüberschusses vor Sondereffekten auf EUR 1,6 Mrd
  • Erhöhung der Cash-Generierung1 auf EUR 4,3 Mrd
  • CCS ROACE vor Sondereffekten von 11%
  • Dividende je Aktie von EUR 2,002 vorgeschlagen; Anstieg um 14% im Vergleich zum Vorjahr
  • Aufrechterhaltung einer starken Bilanz mit einem Verschuldungsgrad von 28% trotz Zahlung der Großakquisition von einem 15%igen Anteil an ADNOC Refining und eines Trading JV sowie der Erstanwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse
  • Bestätigung seitens Fitch des OMV Ratings A– mit stabilem Ausblick nach der ADNOC-Refining-Transaktion

1 Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Effekten

2 Vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt; vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2020

Nachhaltigkeit

Die OMV stellt auf verantwortungsvolle Weise leistbare Energie für eine nachhaltige Versorgung bereit: die Energie für ein besseres Leben. Nachhaltiges Handeln ist für die OMV entscheidend. Nur so können wir langfristig Wert schaffen und sichern, vertrauensvolle Partnerschaften aufbauen und Kundinnen und Kunden wie auch die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Investorinnen und Investoren sowie Lieferantinnen und Lieferanten gewinnen.

Der Nachhaltigkeitsansatz der OMV

In Zeiten der Energiewende ist es das Ziel der Geschäftstätigkeit der OMV, "Oil & Gas at its best" zu liefern. Der steigende Energiebedarf und der fortschreitende Klimawandel stellen die Energiewirtschaft vor große Herausforderungen. Es bedarf eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Klimaschutzmaßnahmen, leistbarer Energie und Versorgungssicherheit. Öl und Gas müssen so sinnvoll und verantwortungsbewusst wie möglich gefördert und genutzt werden, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Wir verpflichten uns, unsere Geschäfte verantwortungsvoll zu führen, indem wir die Umwelt schonen, als attraktive Arbeitgeberin agieren und langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden, Aktionärinnen und Aktionäre und die Gesellschaft schaffen.

Im Sinne ihres nachhaltigen Geschäftsansatzes entwickelte die OMV die Nachhaltigkeitsstrategie 2025 als Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie 2025. Die Nachhaltigkeitsstrategie umfasst 15 messbare Ziele, die sich auf fünf Schwerpunktbereiche verteilen: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE); CO2-Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Für eine CO2-ärmere Zukunft wird die OMV bis 2025 bis zu EUR 500 Mio in innovative Energielösungen wie ReOil® und Co-Processing investieren und Maßnahmen zur CO2-Effizienz umsetzen.

  • Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE): Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz haben bei allen Tätigkeiten oberste Priorität. Ein proaktives Risikomanagement ist entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV "ZERO harm – NO losses". Die OMV Ziele sind:
    • Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
    • Stabilisierung der Unfallhäufigkeit 1 bei unter 0,30 (pro eine Mio Arbeitsstunden)
  • Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsvorfallrate 2
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Kapitel Gesundheit, Sicherheit und Umwelt auf Seite 52.
  • CO2-Effizienz: Die OMV konzentriert sich auf die Verbesserung der CO2-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios. Die OMV engagiert sich für Klimaschutz und verantwortungsvolles Ressourcenmanagement. Die OMV Ziele sind:
    • Reduzierung der CO2-Intensität der Geschäftstätigkeit der OMV3 um 19% bis 2025 (vs. 2010)
    • Reduzierung der CO2-Intensität des Produktportfolios der OMV4 um 4% bis 2025 (vs. 2010)
    • Abschaffung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas bis 2030
  • Innovation: In ihren Innovationsaktivitäten konzentriert sich die OMV auf die Optimierung der Produktion, die Erforschung von petrochemischen High-End-Lösungen, die Entwicklung von innovativen Energielösungen und die Nutzung digitaler Technologien. Wir fördern Innovation durch Investitionen und Partnerschaften zur Erforschung und Entwicklung innovativer technologischer Lösungen. Die OMV Ziele sind:
    • Entwicklung von ReOil® zu einem rentablen, großtechnischen Verfahren (Kapazität rund 200.000 t pro Jahr)
    • Steigerung des Anteils an nachhaltigen Rohstoffen, die in den Raffinerien mitverarbeitet werden, auf rund 200.000 t jährlich bis 2025
    • Erhöhung der Ausbeute in ausgewählten Feldern in der CEE-Region um 5 bis 15 Prozentpunkte bis 2025 durch innovative Enhanced-Oil-Recovery-Methoden
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in den Kapiteln Upstream (Seite 66) und Downstream (Seite 73)

1 Unfallhäufigkeit (Lost-Time Injury Rate, LTIR) bezeichnet die Häufigkeit von Unfällen, die zu Ausfalltagen geführt haben, bezogen auf eine Million Arbeitsstunden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der OMV oder von Vertragsunternehmen

2 Definition von Prozesssicherheitsvorfall (Process Safety Event, PSE) siehe Abkürzungen und Definitionen

3 Emissionen in CO2-Äquivalent, die zur Generierung eines bestimmten Outputs unter Verwendung geschäftsspezifischer Kennzahlen erzeugt werden (Upstream: t CO2-Äquivalent pro erzeugter toe, Raffinerien: t CO2eq/t Durchsatz, Strom: t CO2-Äquivalent pro erzeugter MWh). Diese werden auf der Basis des gewichteten Mittelwertes der CO2-Intensität der Geschäftsbereiche zu einem OMV CO2-Intensitätsindex der Geschäftstätigkeit auf Konzernebene konsolidiert.

4 Die CO2-Intensität des Produktportfolios der OMV misst die Emissionen in CO2-Äquivalent, die durch die Nutzung von an Dritte verkauften OMV Produkten erzeugt werden, in t CO2-Äquivalent pro verkaufter toe.

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Die OMV bemüht sich um den Aufbau und Erhalt eines talentierten und kompetenten Teams für internationales und integriertes Wachstum. Die Schwerpunkte unserer Diversitätsstrategie sind Geschlechtergleichstellung und Internationalität. Die OMV Ziele sind:
    • Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene 1 auf 25% bis 2025
    • Beibehaltung des hohen Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung2

Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Kapitel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Seite 55.

  • Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung: Die OMV möchte an allen Standorten dieselben hohen ethischen Standards einhalten. Wir haben den UN Global Compact unterzeichnet, befürworten die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und unterstützen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Die OMV Ziele sind:
    • Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien: Durchführung von persönlichen oder Online-Business-Ethik-Schulungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    • Überprüfung des Beschwerdemechanismus für Communities an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien3 bis 2025
    • Durchführung von Menschenrechtsschulungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Menschenrechtsrisiken ausgesetzt sind, 4 bis 2025
    • Erhöhung der Anzahl der Lieferantenaudits mit Nachhaltigkeitsaspekten auf >20 pro Jahr bis 2025

Performance im Bereich CO2-Effizienz

Die OMV betrachtet den Klimawandel als eine der größten globalen Herausforderungen. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie und der Planung unserer betrieblichen Tätigkeiten berücksichtigen wir klimarelevante Risiken und Chancen. Um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und unseres Produktportfolios auf den Klimawandel zu mindern, werden wir unsere CO2-Bilanz verbessern. Dazu setzen wir auf Maßnahmen zur Optimierung der betrieblichen Prozesse, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduzierung des Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas sowie zur Verringerung der Methanemissionen durch Leckerkennung und Verbesserung der Anlagenintegrität. Die OMV Petrom installierte beispielsweise im Rahmen des Upstream-Energieeffizienzprogramms bisher 36 Gas-to-Power- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, was zu einer Reduzierung der jährlichen Treibhausgasemissionen um 130.000 t führte. Im Sinne unseres Commitments zur Weltbank-Initiative "Zero Routine Flaring by 2030" werden wir das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis spätestens 2030 schrittweise einstellen.

Ein Eckpfeiler unserer Klimastrategie ist die Erhöhung des Erdgasanteils in unserem Produktportfolio. Auf der Grundlage der Projektpipeline unserer Upstream-Produktion werden wir den Erdgasanteil in unserem Upstream-Portfolio bis 2025 auf 65% steigern. Im Jahr 2019 startete die OMV die Entwicklung des Larak-Gasfeldes in Malaysia. Das Gasfeldentwicklungs- und Pipelineprojekt Nawara in Tunesien soll 2020 die Produktion aufnehmen. Mit dem Verkauf des Maari-Ölfeldes wird die OMV in Neuseeland zu einem reinen Gasproduzenten. So vermeiden wir im Upstream-Bereich 280.000 t Treibhausgasemissionen pro Jahr. Damit bekräftigt die OMV ihre Strategie, den Schwerpunkt auf die Produktion von Erdgas statt Öl zu legen.

Zusätzlich verlängerte die OMV die russischen Erdgaslieferverträge bis 2040. Nicht zuletzt dank des höheren Anteils an Erdgas in unserem gesamten Produktangebot werden wir die CO2-Intensität unseres Produktportfolios reduzieren. Im Jahr 2019 begannen wir überdies mit dem Verkauf von klimaneutralem Gas an unsere Kundinnen und Kunden. Die Treibhausgasemissionen gleichen wir mit Projekten aus, die nach dem Verified Carbon Standard und dem Gold Standard zertifiziert sind, wie etwa mit dem Windpark Saint Nikola in Bulgarien.

Neben der Erhöhung des Anteils an Erdgasprodukten konzentrieren wir uns auf CO2-ärmere petrochemische Produkte mit höherem Mehrwert und auf alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff und andere Optionen der Elektromobilität.

1 Führungsebene: Executives und fortgeschrittene Karrierestufen

2 Drei oder mehr Jahre Arbeitsaufenthalt im Ausland

3 Legitim, zugänglich, berechenbar, ausgewogen, transparent, rechtekompatibel, eine Quelle kontinuierlichen Lernens, auf Dialog und Austausch aufbauend 4 1.059 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Konzernfunktionen, die für das Management von Menschenrechtsrisiken zuständig sind, und in den

entsprechenden Funktionen in Ländern mit erhöhten Menschenrechtsrisikenmit erhöhtem Menschenrechtsrisiko

Im Jahr 2019 unterzeichneten die OMV und die AustroCel Hallein GmbH einen mehrjährigen Vertrag über die Lieferung von fortschrittlichem Bioethanol. Die Treibstoffkomponenten werden ausschließlich aus Zellulose auf Fichtenbasis gewonnen, die in der Sägeindustrie ein Abfallmaterial ist. Aufgrund der Nachhaltigkeit des Ausgangsmaterials zählen diese Treibstoffkomponenten zur Kategorie der "fortschrittlichen Biokraftstoffe". Sie werden künftig OMV Benzinkraftstoffen beigemischt, um die gesetzlichen Anforderungen an Additive im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Intensität von Kraftstoffen zu erfüllen.

2019 erhielt die OMV zum vierten Mal in Folge ein herausragendes CDP-Klimaschutz-Rating von A– (Leadership). Mit ihrem CDP-Klimaschutz-Rating ist die OMV eines von vierzehn Unternehmen im globalen Öl- und Gassektor mit Leadership-Status und unter den besten fünf Unternehmen aller Branchen in Österreich.

Performance im Bereich Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung

Geschäftsethik und Compliance

Die OMV verfügt über einen Code of Business Ethics, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bindend ist. Eine spezielle länderübergreifende Com pliance-Organisation, die sich aus 34 Personen mit Compliance-Expertise zusammensetzt, stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. Im Jahr 2019 absolvierten 11.144 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Online-Schulungen in Geschäftsethik. Weiters nahmen 514 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Präsenzschulungen zur Geschäftsethik teil. Die "Integrity Platform" bietet einen anonymen Whistleblower-Mechanismus für OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und externe Stakeholder, wie zum Beispiel Lieferantinnen und Lieferanten, mit dem sie Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen, den Code of Business Ethics oder andere interne Richtlinien des OMV Konzerns melden können.

Compliance der Lieferantinnen und Lieferanten

Der Code of Conduct der OMV stellt sicher, dass Lieferantinnen und Lieferanten die Grundsätze der OMV unterstützen. Dadurch verringert sich auch die Gefahr von Zwangsarbeit, Sklaverei, Korruption und Menschenhandel in der Lieferkette. Alle Lieferantinnen und Lieferanten sind zur Einhaltung dieses Code of Conduct verpflichtet. Im Jahr 2019 führte die OMV bei sechs Vertragsunternehmen ein umfassendes Audit ihrer Performance in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social and Governance; ESG) durch. Außerdem fanden zwölf Audits mit Nachhaltigkeitselementen statt. Die OMV wird der Roadmap folgen und plant, 2020 mehr als zehn Audits mit Nachhaltigkeitselementen durchzuführen.

Menschenrechte

Gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte betrachten wir die Menschenrechte als einen wichtigen Aspekt unseres Risikomanagementansatzes und integralen Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse. Im Jahr 2019 führten wir fünf Risikobewertungen zum Thema Menschenrechte auf Länderebene durch, um die Aktivitäten der OMV in bestehenden Geschäftsbereichen unter diesem Aspekt zu evaluieren und Menschenrechtsrisiken in potenziellen künftigen Geschäftsbereichen abzuschätzen. Mithilfe von E-Learning-Modulen und Präsenzschulungen schulten wir insgesamt 9.241 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Menschenrechtsfragen (2018: 243). Für die Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtung sind professionelle Schulungen unabdingbar. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in besonderem Maße mit Menschenrechtsfragen konfrontiert sind, bis 2025 entsprechend zu schulen. Dies betrifft beispielsweise Leiterinnen und Leiter in den Bereichen Security, Human Resources, Procurement und Community Relations. Bis Ende 2019 wurden 82% der Zielgruppe geschult. Darüber hinaus führten wir eine interne Kampagne zur Bewusstseinsbildung durch. Im Jahr 2019 wurden keine Menschenrechtsverletzungen (Kinderarbeit, Verletzung der Rechte indigener Völker oder Diskriminierung) gemeldet (2018: 0).

Community Relations und Entwicklung

Die OMV pflegt aktive Partnerschaften mit den lokalen Gemeinden in allen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, und ist bestrebt, Mehrwert für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Im Rahmen unseres Stakeholderdialogs führten wir an allen Betriebsstandorten Community-Beschwerdesysteme ein. Im Jahr 2019 gingen bei der OMV über diese Systeme insgesamt 1.196 Beschwerden (2018: 1.058) ein. Alle Beschwerden wurden nach den lokalen Verfah ren des Community-Beschwerdemanagements (Community Grievance Management; CGM) der OMV gehandhabt. Unser CGM fordert einen strin genten Ansatz zur systematischen Entgegennahme, Dokumentation, Bearbeitung und Klärung von Beschwerden in allen Ländern, in denen wir tätig sind. Gemäß ihrer Nachhaltigkeitsstrategie 2025 wird die OMV ihr CGM-System an den Wirksam keitskriterien der Leitprinzipien der Vereinten Natio nen ausrichten. Zur Umsetzung dieses Ziels nehmen wir entsprechende Bewertungen vor. Dazu zählen Überprüfungen der Managementprozesse und Be ratungen mit internen und externen Stakeholdern. Die Bewertungen resultieren in Empfehlungen und maßgeschneiderten Aktionsplänen zur Verbesse rung des Beschwerdemanagements auf Standort ebene. Die Aktionspläne werden vom lokalen Management umgesetzt und von der Konzernfunk tion überwacht. Im Jahr 2019 wurden die CGM-Bewertungen in Rumänien und Österreich abgeschlossen und die Bewertung in der Raffinerie Burghausen in Deutschland durchgeführt. Die Bewertungen werden von einem unabhängigen externen Beratungsunternehmen vorgenommen. Die bereits bewerteten Standorte repräsentieren 96% aller im Jahr 2019 bei der OMV eingegangenen Beschwerden.

Im Jahr 2019 tätigte die OMV in 19 Ländern soziale und gesellschaftliche Investitionen in Höhe von EUR 20,7 Mio. Damit können wir uns der Bedürf nisse der Gemeinden vor Ort annehmen und die Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für nach haltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals; SDGs) unterstützen. Diese Investitionen kamen insgesamt mehr als 1 Mio (2018: 900.000) Begünstigten zugute, darunter mehr als 1.400 Per sonen, die an Schulungen zur Verbesserung ihrer beruflichen Aussichten teilnahmen oder finanzielle Unterstützung für eine Existenzgründung erhielten.

  • Weitere Informationen über Ratings und Indexauf nahmen der OMV in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Governance (ESG) finden Sie im Kapitel OMV an den Kapitalmärkten.
  • Managementansätze und Leistungsdetails zu allen wesentlichen Themen finden Sie im OMV Nachhaltig keitsbericht 2019. Dieser Bericht stellt auch den sepa raten konsolidierten nicht finanziellen Bericht der OMV Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht (§ 267a UGB) dar.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: "ZERO harm – NO losses".

HSSE-Strategie

Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSE-Strategie 2025 als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern. Die HSSE-Strategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSE-Engagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSE-Prozessen, das Management von HSSE-Risiken und qualifiziertes Personal; sowie spezifische Ziele in den einzelnen Fachbereichen:

  • Gesundheit: Die Arbeitsfähigkeit durch integriertes Gesundheitsmanagement verbessern.
  • Arbeitsschutz: Nachhaltige Sicherheit für Menschen und Anlagen schaffen.
  • Sicherheit: Menschen und Anlagen vor böswillig herbeigeführten Bedrohungen schützen.
  • Umwelt: Den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus minimieren.

Gesundheit und Sicherheit

Im Jahr 2019 lagen die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,34 (2018: 0,30) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 0,95 (2018: 0,78). Es waren keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge zu beklagen.

Im Geschäftsbereich Upstream erreichten wir durch unsere gemeinsamen Bemühungen eine LTIR von 0,43 (2018: 0,38). Das Projekt Nawara und unsere malaysischen SapuraOMV Standorte schlossen das Jahr ohne Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injuries; LTIs) ab. Allerdings hatten wir 21 Zwischenfälle mit hohem Potenzial (High-Potential Incidents; HiPos) zu verzeichnen, die unter geringfügig anderen Umständen zu schweren oder sogar tödlichen Arbeitsunfällen hätten führen können. Wir konzentrierten uns weiterhin auf unser Programm zur Förderung der Sicherheitskultur. So fanden unter anderem mehrere vertiefende Workshops in Rumänien und eine umfassende Bewertung der Sicherheitskultur in Neuseeland statt. Wir hielten fünf globale

Leistungsbesprechungen mit Vertragsunternehmen ab, bei denen HSSE jeweils eine wichtige Komponente war. In den einzelnen Hubs bot das Kontraktoren- und Lieferantenmanagement weitere Möglichkeiten zur HSSE-Verbesserung durch Audits und Prüfungen.

Der Geschäftsbereich Downstream erzielte 2019 eine hervorragende HSSE-Leistung und verbesserte seine LTIR weiter auf 0,22 (2018: 0,25). Die Schwere der Arbeitsunfälle ausgedrückt als Anzahl der Ausfalltage pro Unfall reduzierte sich im Vergleich zu 2018 um mehr als die Hälfte. Besonderes Augenmerk lag auf Kontraktorenmanagement, Bewertungen und Verbesserungen der Prozesssicherheit sowie Schulungen in verschiedenen Notfall- und Krisenmanagementszenarien.

Sicherheitskennzahlen des OMV Konzerns

Pro eine Mio Arbeitsstunden

2019 2018
0,51 0,29
1,26 0,88
0,27 0,31
0,81 0,74
0,34 0,30
0,95 0,78

Das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Die OMV setzte 2019 ihre lange Tradition der Gesundheitsversorgung und -vorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Krebsaufklärungsaktionen, Impfungen, Erste-Hilfe-Kursen, Bewusstseinsbildung zur Work-Life-Balance und Gesundheitsveranstaltungen fort, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Im Jahr 2019 führten wir eine Reihe wichtiger Sicherheitsmaßnahmen durch:

  • Zur Vermeidung von schweren Unfällen am Arbeitsplatz führten wir die lebensrettenden Regeln unter dem Titel "Protect Your and Your Colleagues' Lives" konzernweit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV und von Vertragsunternehmen ein. Es gab entsprechende Schulungen, Broschüren, Videos und Infobildschirme.
  • Wir setzten das konzernweite Programm zur Förderung der Sicherheitskultur fort. Der Schwerpunkt lag auf Workshops zur Erhöhung des Gefahrenbewusstseins und auf der Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim Erkennen von Gefahren und im Umgang mit Risiken. Mehr als 15.000 HSSE-Begehungen boten Gelegenheit zum Dialog vor Ort zwischen Belegschaft und Management.
  • Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Es beginnt in den frühen Phasen der Beschaffung. Deshalb überarbeiteten wir das Rahmenwerk der internen Vorschriften und integrierten die HSSE-Anforderungen formal in den aktualisierten Source-to-Contract-Prozess und andere Geschäftsprozesse.
  • Wir führten planmäßig und zeitgerecht eine neue Software für das HSSE-Meldewesen ein. Das System bietet modernste Analysefunktionen und wird das Lernen und den Austausch der aus Sicherheitsmeldungen und Zwischenfalluntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse weiter unterstützen.

Aufgrund der nach wie vor instabilen geopolitischen Lage mit anhaltenden regionalen Konflikten lag der Schwerpunkt von Schutzmaßnahmen auch 2019 auf dem Mittleren Osten und Nordafrika. Die sichere Fortführung der Geschäftstätigkeit im Jemen, in Libyen und in Tunesien bleibt eine Herausforderung, und auch auf dem europäischen Festland und andernorts hielt die Bedrohung durch Terroranschläge an. Daher bleiben die Schutzmaßnahmen der OMV für alle Geschäftsreisenden weiter aufrecht. Neben der anhaltenden Terrorbedrohung sind Bedrohungen wie politischer Extremismus, organisierte Kriminalität und asymmetrische Cyberbedrohungen weiterhin sehr ernst zu nehmen.

Wir aktualisierten den Konzernstandard für das Management von Zwischenfällen, Notfällen, Krisen und Geschäftskontinuität (= Resilienz). Bei der Resilienz machten wir 2019 weitere Fortschritte, indem wir zum Beispiel Schulungen zu verschiedenen Notfall- und Krisenszenarien durchführten und die entsprechenden Pläne überarbeiteten.

Umweltmanagement

Die Geschäftstätigkeit der OMV wirkt sich auf die Umwelt aus. Wir sind stets bemüht, diese Auswirkungen insbesondere in Bezug auf Produktaustritte, Energieeffizienz, Emissionen von Treibhausgasen (THG) sowie Wasser- und Abfallmanagement so gering wie möglich zu halten. Die OMV bemüht sich laufend um die Optimierung ihrer Prozesse, damit natürliche Ressourcen so effizient wie möglich genutzt und Emissionen und Abfälle reduziert werden.

Wir engagieren uns für den Klimaschutz und ein verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und haben uns Ziele zur Verbesserung unseres CO2-Fußabdrucks gesetzt. Vorrangige Anliegen sind die Senkung der CO2-Intensität der gesamten Geschäftstätigkeit der OMV um 19% und die Reduktion der CO2-Intensität der Produkte um 4% bis 2025, jeweils im Vergleich zu 2010. Das wollen wir durch eine Verbesserung der Energieeffizienz in allen operativen Aktivitäten, durch Projekte zur Reduzierung von THG-Emissionen und die Erhöhung des Anteils von Erdgas und petrochemischen Produkten in

unserem Produktportfolio erreichen.

Um auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein, richteten wir zwei neue Abteilungen ein. Die Abteilung "Carbon Management" wird sich vorrangig mit der Reduzierung der THG-Emissionen unserer bestehenden Assets befassen und nach weiteren Möglichkeiten in diesem Bereich suchen. Die Abteilung "New Energy Solutions" wird in kleinerem und größerem Maßstab CO2-arme Technologien für die Energieversorgung, die Mobilität und die Industrie entwickeln. Diese Abteilung wird an die Kernkompetenzen der OMV anknüpfen und in direktem Kontakt mit den bestehenden Geschäftsbereichen stehen.

2019 gab es einen größeren Kohlenwasserstoffaustritt (Schweregrad 3 auf der fünfstufigen Skala; 2018: zwei). Insgesamt betrug das Volumen der Kohlenwasserstoffaustritte 56.641 Liter (2018: 36.874 Liter). Die OMV hat ihre Einsatzpläne und Kapazitäten für die Beherrschung von Kohlenwasserstoffaustritten weiter verbessert.

Zentrale Umweltmaßnahmen und -resultate im Jahr 2019:

  • Zum vierten Mal in Folge CDP-Klimaschutz-Rating von A– (Leadership) erhalten
  • Weitere Umsetzung unserer Verpflichtungserklärung zur Weltbankinitiative "Zero Routine Flaring by 2030" und Entwicklung von Plänen zur schrittweisen Abschaffung des routinemäßigen Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas sowie Reduzierung von Methanemissionen
  • Weitere Verbesserung des CO2-Fußabdrucks unserer Geschäftstätigkeit, zum Beispiel durch Inbetriebnahme von zwei neuen Gas-to-Power-Anlagen, die Gas verwenden, das zuvor bei OMV Petrom Upstream abgefackelt bzw. abgelassen wurde, sowie durch die Installation von Photovoltaikzellen an weiteren zehn Tankstellen in Rumänien
  • Validierung von drei Projekten zur Senkung der THG-Emissionen (LTS Boldeşti, G2P Gornet, Fackelgasverwertungsprojekt OMV South Tunisia) nach ISO 14064-2 und Verifizierung einer Senkung der THG-Emissionen um insgesamt 209.242 t CO2eq
  • Fortsetzung des Pipeline-Integritätsmanagement-

programms der OMV Petrom zur Reduzierung von Anzahl und Ausmaß von Ölaustritten

  • Fortsetzung von Projekten zur Senkung des Energieverbrauchs in Raffinerien, wie etwa ein modernes System zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Kondensat und ein hoch entwickeltes Feuerungssystem im Heizkraftwerk in Petrobrazi
  • Weitere Modernisierung der Wasserstationen und -verteilsysteme bei OMV Petrom Upstream, wie etwa der Station Săcuieni im Muntenia-Asset und die Sanierung des Industriewasserverteilsystems in vier Parks in Suplac
  • Weitere Verbesserung von Anlagen mit modernster Technologie zur Verringerung der Umweltauswirkungen und Effizienzsteigerung, wie etwa die Modernisierung des Arad-Tanklagers in Rumänien
  • Unterstützung von Biodiversitätsprojekten in Neuseeland, zum Beispiel durch die Partnerschaft mit dem Rotokare Scenic Reserve Trust zur Wiederansiedlung des heimischen Vogels Hihi (Stichvogel) und die Partnerschaft mit Ngāti Koata und dem Department of Conservation für die Regeneration des Lake Moawhitu und der angrenzenden Feuchtgebiete

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Es sind unsere rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unsere Strategie erfolgreich umsetzen. Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir gemeinsam erzielt haben. Vertrauen und Stolz auf das Unternehmen geben unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Energie und Entschlossenheit, Herausforderungen zu bewältigen und sich auf innovative Lösungen zu konzentrieren, die uns noch stärker machen.

Die Personalstrategie der OMV

Wir bauen weiterhin auf unsere strategischen Prioritäten, um das volle Potenzial unseres Unternehmens auszuschöpfen und unser Fundament für Wachstum und Erfolg zu stärken:

  • Stärkung von Führungskompetenzen
  • Fokus auf Unternehmenskultur und Performance
  • Steigerung der organisatorischen Flexibilität
  • OMV als attraktive Arbeitgeberin

Highlights 2019

Im Mittelpunkt unserer HR-Agenden stand 2019 die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir erweiterten unser Führungskräfteentwicklungsprogramm mit entsprechenden Basisund Auffrischungskursen sowie generell unser Trainingsangebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verbesserung ihrer fachlichen, technischen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen. Wir sind überzeugt, dass kontinuierliches Lernen ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Daher stellt unser Ansatz sicher, dass sich Menschen in ihrer Arbeit entfalten können. Unsere Expertinnen und Experten sind eine wichtige Säule unseres Unternehmens. Zur Förderung ihrer beruflichen Weiterentwicklung richteten wir den Karrierepfad "Expert" ein.

Die konzernweite Kalibrierung der Stellenbewertungen und die Einführung eines standardisierten Stellenbezeichnungssystems sorgen für mehr Klarheit und Konsistenz. Dies schafft die notwendige Grundlage dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Eigenverantwortung für ihre Karriere übernehmen. Mit unseren Gehaltsgruppen sind wir in unserer Branche gut aufgestellt. Unser Anerkennungsprogramm "Thx for doing great!" gewann einen HR Award für die Verknüpfung von prinzipiengeleitetem Verhalten und Unternehmenszweck sowie für die Förderung einer Feedbackkultur.

Im September starteten wir unsere "Digital Academy", um uns auf die digitale Transformation der OMV vorzubereiten. Die Academy bietet mehr als 250 Kurse an – von grundlegenden und funktionsspezifischen digitalen Fertigkeiten bis hin zu digitalen Kompetenzen für Führungskräfte. Damit geben wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Rüstzeug, um in einer digitalen Welt erfolgreich zu bestehen. Die Kurse sind in kleine Unterrichtseinheiten gegliedert, die überall und jederzeit absolviert werden können.

Anzahl der Trainingsteilnehmerinnen und -teilnehmer 1,2,3

2019 2018
Österreich 3.579 2.682
Rumänien/übriges Europa 11.317 11.091
Mittlerer Osten und Afrika 715 435
Rest der Welt 712 410
Insgesamt 16.323 14.618

Ausgaben für Trainingsmaßnahmen pro Region1,2,3 In EUR

2019 2018
Österreich 2.722.418 2.643.692
Rumänien/übriges Europa 4.836.744 3.895.112
Mittlerer Osten und Afrika 381.065 144.238
Rest der Welt 330.999 385.599
Insgesamt 8.271.226 7.068.641

1 Ausgenommen Konferenzen und Trainings für externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2 Anzahl der Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter, die an mindestens einem Training teilgenommen haben

3 Ausgenommen Gas Connect Austria GmbH, Avanti GmbH, DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd.

Unsere Organisationsstruktur ist ein wesentlicher Faktor für die Agilität unseres Unternehmens. Durch die Gliederung von Downstream in die Bereiche Refining & Petrochemical Operations und Marketing & Trading ist die OMV organisatorisch konsequent entlang der Wertschöpfungskette aufgestellt und für die zukünftigen strategischen Herausforderungen bestens gerüstet. Die Bereiche Finance, IT und Employee Services wurden zentralisiert, um unsere Organisationsstruktur noch effizienter zu gestalten und Schnittstellen zu reduzieren.

Die Integration der in Neuseeland und Malaysia übernommenen Unternehmen hat die OMV Familie noch internationaler gemacht. Dies schafft zusätzliche Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Diversity

Ein Schlüsselfaktor für die Geschlechtergleichstellung ist eine gesunde Work-Life-Balance. In Anerkennung unserer Bemühungen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden wir 2019 als familienfreundliche Arbeitgeberin zertifiziert. Zusätzlich zu unserem bewährten OMV Kindergarten bieten wir beispielsweise Sommercamps für Schulkinder an. Die Teilnehmerzahlen zeigen uns, dass die Kinderbetreuung während der Schulferien sehr gut angenommen wird.

Der Frauenanteil im Gesamtkonzern liegt bei rund 26%; davon entfallen 19,6% auf höhere Management- und Führungspositionen. Wir haben klare Maßnahmen definiert, um diesen Anteil bis 2025 auf unser Ziel von 25% zu erhöhen. Mit dualen Karrieremöglichkeiten und maßgeschneiderten Entwicklungsplänen für weibliche Talente unterstützen wir dieses Ziel. In unseren Führungskräfteentwicklungsprogrammen lag der Frauenanteil 2019 bei 26%.

Wichtige Mitarbeiterkennzahlen

Ende 2019 beschäftigte die OMV 19.845 Personen in 24 Ländern. Im Vergleich zu 2018 ging die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 1,9% zurück. Betrachtet man diesen Rückgang in Verbindung mit unseren Ergebnissen, so zeigt sich deutlich, dass die Effizienz und die Produktivität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Jahr zu Jahr zunehmen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1

2019 2018
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Region
Österreich 3.965 3.632
Rumänien/übriges Europa 14.219 15.232
Mittlerer Osten und Afrika 686 683
Rest der Welt 975 684
Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 19.845 20.231
Diversity
Frauen in % 26 26
Männer in % 74 74
Weibliche Senior Vice Presidents 2 in % 16 17
Anzahl der Nationalitäten2 77 74

1 Per Jahresende

2 Ausgenommen Gas Connect Austria GmbH, Avanti GmbH, DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd.

Geschäftsjahr des OMV Konzerns

Im Jahr 2019 verzeichnete die OMV ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 3,5 Mrd trotz des herausfordernden Marktumfeldes. In beiden Segmenten, sowohl Upstream als auch Downstream, waren eine starke Performance und die strikte Kostendisziplin maßgebend für das bemerkenswerte Ergebnis. In 2019 wurde ein operativer Cashflow von EUR 4,1 Mrd erreicht. In Folge der Zahlung der höchsten Dividende in der OMV Geschichte konnte ein organischer freier Cashflow nach Dividenden von EUR 1,3 Mrd erzielt werden. Dieser wurde teilweise genutzt um die erfolgreichen Großakquisitionen, unter anderem den Erwerb eines 15%-Anteils am ADNOC-Raffineriegeschäft und des 50%-Anteils an SapuraOMV, des Jahres 2019 zu finanzieren.

Wirtschaftliches Umfeld

Die 2018 einsetzende Abkühlungsphase der Weltkonjunktur setzte sich 2019 fort und die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute wurden im Jahresverlauf mehrmals zurückgenommen. Die globale Wirtschaftsleistung stieg mit 2,9% um 0,7 Prozentpunkte weniger stark als 2018. Der Wachstumsvorsprung der Entwicklungs- und Schwellenländer (+3,7%) gegenüber den Industrieländern (+1,7%) war noch ausgeprägter als in den letzten Jahren. Das Welthandelsvolumen zeigte mit einer geringfügigen Expansion von 1,0% das schwächste Wachstum seit zehn Jahren. Dies wurde vor allem durch eskalierende Handelskonflikte, verschärfte Sanktionen und gesunkene Rohstoffpreise verursacht. In der Folge wirkte sich dies auch negativ auf die Investitions- und Industriekonjunktur aus, während Dienstleistungen und privater Konsum nahezu durchwegs eine stabile Wachstumsdynamik zeigten.

Trotz eines deutlich reduzierten Außenhandelsvolumens mit China und stagnierender Exporte erwies sich die Wirtschaftslage in den USA als relativ robust. Wie schon im Vorjahr war der private Konsum mit einem Plus von 2,9% die wichtigste Konjunkturstütze, die ein 2,3%iges BIP-Plus ermöglichte. In China betrug die Wachstumsrate der Wirtschaft 6,1% nach 6,6% im Vorjahr. In der Eurozone, wo sich der BIP-Zuwachs von 1,9% auf 1,2% verlangsamte, erschwerten die risikobehaftete Geopolitik und die ungelösten Brexit-Fragen eine positivere konjunkturelle Entwicklung. Sowohl der private Konsum (+1,1%) als auch die Exporte (+2,4%) wuchsen langsamer als im Vorjahr.

Das anhaltend günstige ökonomische Umfeld der mittel- und osteuropäischen Länder (die BIP-Zunahmen lagen zwischen 2,3% und 4,9%) konnte die nur moderat zunehmende Wirtschaftsleistung großer EU-Länder (BIP-Plus zwischen 0,2% und 1,3%) nur teilweise kompensieren. Insgesamt lag das Wachstum der EU-28 mit 1,5% knapp unter dem Durchschnitt der Industrieländer.

In Deutschland waren vor allem die von der Auslandsnachfrage abhängigen Sektoren überproportional vom Abschwung betroffen und die Exporte nahmen nur um +0,9% zu. Das BIP-Wachstum lag mit 0,6% deutlich unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 1,3%. Wichtige Branchen wie zum Beispiel die Automobil- oder Stahlindustrie mussten Absatzeinbußen von 5 bis 10% hinnehmen. Privater und öffentlicher Konsum wuchsen mit 1,6% bzw. 2,5% jedoch stärker als 2018. Bei den Investitionen verlagerte sich das Wachstum zur Bauwirtschaft (+3,8%), während die Ausrüstungsinvestitionen nahezu stagnierten.

Österreich wurde von der Eintrübung des internationalen Konjunkturklimas zeitverzögert erfasst und das BIP-Plus erreichte 1,7%. Anders als in den Vorjahren wuchsen die Exporte mit 2,8% etwas langsamer als die Importe. Der Index der Industrieproduktion nahm um 1,6% zu, die Investitionsbereitschaft blieb mit einer Wachstumsrate von 3,4% relativ hoch. Der Konsum stieg im Sektor der privaten Haushalte um 1,3%, im öffentlichen Sektor nur um 0,6%. Dies trug dazu bei, dass erstmals ein nennenswerter Budgetüberschuss im Ausmaß von 0,6% des BIP erzielt werden konnte.

Rumänien zählte 2019 zu jenen wenigen EU-Ländern, die gegenüber dem Vorjahr ihre Wirtschaftsleistung steigern konnten. Das BIP-Wachstum von 4,1% wurde hauptsächlich vom Inlandskonsum und im ersten Halbjahr 2019 auch durch intensive Wirtschaftsaktivitäten im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft des Landes gestützt. Die leicht gesunkene Industrieproduktion, die in Relation zum BIP negative Leistungsbilanz von 5,5% und der im EU-Vergleich hohe Preisauftrieb von 3,9% trübten das Konjunkturbild.

2019 stieg die Weltölnachfrage mit 0,8% bzw. 0,8 Mio bbl/d auf ein neues Rekordniveau von 100,1 Mio bbl/d. Während die Nachfrage der OECD-Staaten um 0,3 Mio bbl/d bzw. 0,6% abnahm, stieg sie in den Nicht-OECD-Ländern um 1,1 Mio bbl/d bzw. 2,1%. Dieser Nachfragezuwachs konzentrierte sich zu über 80% auf asiatische Länder.

Die Weltölproduktion stieg 2019 um 0,2% bzw. um 0,2 Mio bbl/d auf 100,5 Mio bbl/d, womit der Markt etwas überversorgt war und die Lagerbestände gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Mio bbl/ d aufgestockt wurden. Die USA brachten 1,7 Mio bbl/d (+11%) zusätzliches Öl auf den Markt und konnten damit die Minderproduktion anderer Nicht-OPEC-Länder mehr als kompensieren. Weitere wesentliche Einflüsse auf der Versorgungsseite waren die sanktionsbedingte Minderproduktion des Iran von 1,2 Mio bbl/d, der Rückgang der Ölproduktion Venezuelas sowie die Produktionseinschränkung Saudi-Arabiens von jeweils 0,5 Mio bbl/d. Der Irak, die Vereinigten Emirate, Nigeria und Libyen konnten hingegen ihre Ölproduktion ausweiten. Insgesamt sank aber das Produktionsvolumen der OPEC-Länder um 6% bzw. 1,9 Mio bbl/d auf 30,0 Mio bbl/d und die Marktdeckung (inklusive 5,5 Mio bbl/d NGL) auf 35%.

Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen stieg der Ölpreis von Jahresbeginn bis Mitte Mai 2019 um rund 50% auf ein Jahresmaximum von knapp USD 75/bbl. Danach führten die Abkühlung des Konjunkturklimas, die höher als erwartete US-Produktion und die Prolongierung der 24 Länder umfassenden Marktkooperation der OPEC-Allianz zu einer deutlichen Preisberuhigung im Sommer. Ein Anschlag auf saudi-arabische Produktionsanlagen Mitte September verursachte zwar einen Kapazitätsausfall von 5,7 Mio bbl/d und Preisspitzen, aber aufgrund rascher Instandsetzung beeinflussten diese Faktoren das Marktgeschehen nur kurzfristig. Anfang Dezember konnte der Beschluss der OPEC-Allianz, die Produktionsbeschränkung von 1,2 auf 1,7 Mio bbl/d auszuweiten, die Befürchtungen einer bevorstehenden Überproduktion zerstreuen und das Preisniveau stützen.

Der Preis für Brent-Rohöl lag 2019 mit durchschnittlich USD 64,30/bbl um knapp 10% unter dem Vorjahresniveau und zeigte im Jahresverlauf eine Volatilität von rund 50%. Der EUR/USD-Wechselkurs bewegte sich in einer Bandbreite zwischen 1,15 und 1,09. Aus dem Jahresdurchschnitt von 1,12 lässt sich für 2019 ein Wertzuwachs der US-Währung gegenüber dem Euro von 5% errechnen. Aufgrund dieser gegenläufigen Trends zeigten die am Rotterdamer Mineralölproduktenmarkt gehandelten Hauptprodukte preislich nur wenig Veränderung.

Der Energieverbrauch Österreichs dürfte 2019 um mehr als 1% zugenommen und damit den Rückgang des Jahres 2018 kompensiert haben. Die Nachfrage nach dem Primärenergieträger Öl stieg dabei um rund 1,5% und nach Erdgas um 2,4%. In Gaskraftwerken wurde um 17% mehr Strom erzeugt. Der witterungsbedingte Mehrbedarf am Raumwärmemarkt betrug weniger als 1% und auch der Industrieverbrauch zeigte konjunkturbedingt nur einen geringfügigen Anstieg. Die inländische Erdgasproduktion sank um 9% auf 10 TWh. Die Nettoimporte stiegen auf 121 TWh, womit nicht nur 90% des Marktbedarfs von knapp 100 TWh, sondern auch der Speicheraufbau auf eine Rekordhöhe von 94 TWh gedeckt werden konnten. Zum Jahresultimo betrug der Füllungsgrad der Erdgasspeicher 97% im Vergleich zu 64% im Vorjahr.

Der Mineralölproduktenabsatz in den für die OMV relevanten mittel- und südosteuropäischen Ländern stieg 2019 um ca. 2,9% auf rund 150 Mio t. In Österreich erreichte das Marktvolumen 11,4 Mio t, wobei die Nachfrage nach Treibstoffen um 0,6% höher ausfiel und jene nach Heizölen stagnierte. In Deutschland kletterte der Gesamtabsatz um 2,8 Mio t auf über 98 Mio t, wobei der Treibstoffabsatz mit 0,7% moderat und der Heizölabsatz mit knapp 13% deutlich anstieg. Innerhalb Osteuropas zeigte Rumänien mit einem Absatzplus von über 5% den stärksten Zuwachs.

Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt

Finanzieller Lagebericht

Der Konzernumsatz stieg um 2% auf EUR 23.461 Mio. Gesteigerte Verkaufsvolumina in Upstream, bedingt durch die Akquisitionen der OMV in Neuseeland, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wurden teilweise durch ungünstige Marktbedingungen kompensiert. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich leicht von EUR 3.646 Mio im Jahr 2018 auf EUR 3.536 Mio. Das Upstream-Ergebnis sank auf EUR 1.951 Mio (2018: EUR 2.027 Mio), während das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream leicht von EUR 1.643 Mio auf EUR 1.677 Mio im Jahr 2019 anstieg. Die Konzernsteuerquote vor Sondereffekten betrug 38% (2018: 39%). Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten war mit EUR 2.121 Mio (2018: EUR 2.108 Mio) im Jahresvergleich nahezu unverändert. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 1.624 Mio (2018: EUR 1.594 Mio). Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten war EUR 4,97 (2018: EUR 4,88).

2019 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR – 64 Mio verzeichnet (2018: EUR –149 Mio), davon EUR –71 Mio (2018: EUR 95 Mio) im Bereich Upstream. Netto-Sondereffekte enthielten 2019 hauptsächlich die Bewertung des Vermögenswertes hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven an dem Feld Juschno-Russkoje (EUR –58 Mio) und den negativen Effekt aus der Reklassifizierung von marginalen Feldern in Rumänien auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen in Folge eines Veräußerungsprozesses (EUR –46 Mio). Diese Effekte wurden durch temporäre Hedging-Effekte von EUR 53 Mio teilweise kompensiert.

Die Netto-Sondereffekte im Bereich Downstream in Höhe von EUR 31 Mio (2018: EUR –219 Mio) enthielten hauptsächlich temporäre Hedging-Effekte (EUR 135 Mio), die durch Rückstellungen für Umweltund Rekultivierungsmaßnahmen in OMV Petrom in Höhe von EUR –43 Mio und Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von EUR – 30 Mio weitgehend kompensiert wurden.

Im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges betrugen die Netto-Sondereffekte 2019 EUR –24 Mio (2018: EUR –26 Mio). 2019 wurden positive CCS Effekte von EUR 110 Mio (2018: EUR 27 Mio) erfasst.

Das Operative Konzernergebnis verzeichnete einen leichten Anstieg auf EUR 3.582 Mio (2018: EUR 3.524 Mio). Der Finanzerfolg verbesserte sich auf EUR – 129 Mio (2018: EUR – 226 Mio). Bei einer Konzernsteuerquote von 38% (2018: 40%) betrug der Periodenüberschuss EUR 2.147 Mio (2018: EUR 1.993 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss betrug EUR 1.678 Mio verglichen mit EUR 1.438 Mio in 2018. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf EUR 5,14 verglichen mit EUR 4,40 in 2018.

Ergebnisse auf einen Blick

2019 2018 Δ
Umsatzerlöse 1 in EUR Mio 23.461 22.930 2%
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 in EUR Mio 3.536 3.646 –3%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Upstream in EUR Mio 1.951 2.027 – 4%
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Downstream2 in EUR Mio 1.677 1.643 2%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 67 – 21 – 220%
Konsolidierung vor Sondereffekten: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio – 25 – 3 n.m.
Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten2 in % 38 39 –1
CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2 in EUR Mio 2.121 2.108 1%
Den Aktionären zuzurechnender CCS Periodenüberschuss
vor Sondereffekten2, 3
in EUR Mio 1.624 1.594 2%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten2 in EUR 4,97 4,88 2%
Sondereffekte in EUR Mio –64 –149 n.m.
davon Upstream in EUR Mio – 71 95 n.m.
davon Downstream in EUR Mio 31 – 219 n.m.
davon Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 24 – 26 n.m.
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (-) in EUR Mio 110 27 n.m.
Operatives Ergebnis Konzern in EUR Mio 3.582 3.524 2%
Operatives Ergebnis Upstream in EUR Mio 1.879 2.122 –11%
Operatives Ergebnis Downstream in EUR Mio 1.847 1.420 30%
Operatives Ergebnis Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 91 – 47 – 93%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio – 54 28 n.m.
Finanzerfolg in EUR Mio –129 – 226 43%
Steuerquote des Konzerns in % 38 40 – 2
Jahresüberschuss in EUR Mio 2.147 1.993 8%
Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss in EUR Mio 1.678 1.438 17%
Ergebnis je Aktie in EUR 5,14 4,40 17%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio 4.056 4.396 – 8%
Freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio – 583 1.043 n.m.
Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio –1.441 263 n.m.
Organischer freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio 2.119 2.495 –15%
Organischer freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio 1.261 1.715 –27%

1 Umsätze exklusive Mineralölsteuer

2 Bereinigt um Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und

Mineralölprodukte aus den Raffinerien

3 Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Jahresüberschusses

Sondereffekte und CCS Effekte

2019 2018 Δ
3.536 3.646 –3%
–64 –149 n.m.
– 34 – 40 n.m.
– 39 51 n.m.
5 3 n.m.
4 –164 n.m.
110 27 n.m.
3.582 3.524 2%

Weitere Informationen zu Sondereffekten und CCS Effekten sind in der Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung – des Konzernabschlusses zu finden.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsätze

In EUR Mio
2019 2018 %-Anteil
an
Gesamt
summe
Umsätze mit Dritten
Upstream 2.583 2.170 19% 11%
Downstream 20.874 20.756 1% 89%
davon Downstream Öl 15.039 14.707 2% 64%
davon Downstream Gas 5.835 6.049 – 4% 25%
Konzernbereich und Sonstiges 4 4 – 8% 0%
Gesamt 23.461 22.930 2% 100%
Umsätze mit anderen Segmenten
Upstream 3.656 3.386 8% 90%
Downstream 84 74 14% 2%
davon Downstream Öl 46 48 – 4% 1%
davon Downstream Gas 141 166 –15% 3%
davon Umsatzeliminierung innerhalb des Segments –103 –139 26% – 3%
Konzernbereich und Sonstiges 341 335 2% 8%
Gesamt 4.081 3.795 8% 100%
Umsätze (nicht konsolidiert)
Upstream 6.239 5.556 12% 23%
Downstream 20.958 20.830 1% 76%
davon Downstream Öl 15.085 14.755 2% 55%
davon Downstream Gas 5.976 6.215 – 4% 22%
davon Umsatzeliminierung innerhalb des Segments –103 –139 26% 0%
Konzernbereich und Sonstiges 345 339 2% 1%
Gesamt 27.542 26.725 3% 100%

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Upstream ist um 12% gestiegen, wesentlich beeinflusst durch neue Akquisitionen in Abu Dhabi, Neuseeland und Malaysia. Der Anstieg im Geschäftsbereich Downstream war im Wesentlichen auf den Verkauf von höheren Mengen in Downstream Öl zurückzuführen, wobei die Umsätze von Downstream Öl 55% der gesamten nicht konsolidierten Umsätze ausmachten, teilweise kompensiert durch den Rückgang der Umsätze in Downstream Gas. Nach der Eliminierung von Umsätzen mit anderen Segmenten sind die gesamten Umsätze mit Dritten um 2% auf EUR 23.461 Mio gestiegen. Die regionale Umsatzaufteilung mit Dritten ist im Anhang des Konzernabschlusses (Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung) zu finden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind 2019 auf EUR 315 Mio gesunken (2018: EUR 517 mn). 2019 beschloss die OMV den Verkauf ihres 69%-Anteils

am Maari Feld, Neuseeland, was zu einer Umgliederung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" führte und eine Zuschreibung vor Steuern in Höhe von EUR 34 Mio zur Folge hatte. 2018 war beeinflusst von Wertaufholungen in Rumänien und Norwegen infolge einer wesentlich verbesserten Betriebsleistung (EUR 105 Mio). Darüber hinaus enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge 2018 Gewinne aus dem Verkauf der in Pakistan aktiven Upstream Unternehmen in Höhe von EUR 52 Mio sowie Erträge aus der Veräußerung der Tochtergesellschaft OMV Tunisia Upstream GmbH in Höhe von EUR 39 Mio.

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen belief sich auf EUR 386 Mio (2018: EUR 391 Mio) und enthielt im Wesentlichen den 36%-Anteil des Konzernergebnisses von Borealis in Höhe von EUR 314 Mio (2018: EUR 327 Mio).

Die Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) beliefen sich auf EUR –13.608 Mio (2018:

EUR –14.094 Mio). Diese Position beinhaltet Aufwendungen für Waren und Materialien, die für die Umwandlung in End- oder Zwischenerzeugnisse verwendet werden, sowie Aufwendungen für zum Wiederverkauf bestimmte Waren, Bestandsveränderungen und Wertminderungen von Vorräten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen

2019 beliefen sich auf EUR – 322 Mio (2018: EUR –485 Mio). 2018 enthielt Verluste im Zusammenhang mit dem Verkauf der OMV Samsun Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş. in Höhe von EUR –150 Mio. Diese Position beinhaltete ebenfalls Forschungsund Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR – 49 Mio (2018: EUR –40 Mio).

Das Finanzergebnis verbesserte sich wesentlich auf EUR –129 Mio (2018: EUR –226 Mio), vor allem aufgrund eines verbesserten Fremdwährungsergebnisses sowie höherer Zinserträge. Die Dividendenerträge beliefen sich auf EUR 5 Mio (2018: EUR 20 Mio).

Ertragsteuern

2019 2018
Laufende Steuern
in EUR Mio
–1.207 –1.007
Latente Steuern
in EUR Mio
–100 – 298
Steuern vom Einkommen und Ertrag
in EUR Mio
–1.306 –1.305
Effektivsteuersatz in % 38 40

Der Effektivsteuersatz des Konzerns fiel leicht auf 38% (2018: 40%). Weitere Details können der Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – des Konzernabschlusses entnommen werden.

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

In EUR Mio
2019 2018 Δ
Umsatzerlöse 23.461 22.930 2%
Sonstige betriebliche Erträge 315 517 – 39%
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 386 391 –1%
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) –13.608 –14.094 – 3%
Produktions- und operative Aufwendungen –1.695 –1.594 6%
Produktionsbezogene Steuern – 496 – 392 26%
Abschreibungen und Wertminderungen – 2.337 –1.827 28%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –1.892 –1.749 8%
Explorationsaufwendungen – 229 –175 31%
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 322 – 485 – 34%
Operatives Ergebnis 3.582 3.524 2%
Finanzerfolg –129 – 226 – 43%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –1.306 –1.305 0%
Jahresüberschuss 2.147 1.993 8%
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 75 78 – 3%
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 393 477 –18%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss 1.678 1.438 17%

Cashflow-Performance

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 4.056 Mio lag um EUR –340 Mio unter dem Niveau von 2018, wesentlich bedingt durch negative Working-Capital Effekte.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigte in 2019 einen Mittelabfluss von EUR –4.638 Mio gegenüber EUR –3.353 Mio in 2018 und beinhaltete einen Mittelabfluss von EUR –460 Mio aus dem Erwerb eines 50%-Anteils am neugegründeten Unternehmen SapuraOMV sowie einen Mittelabfluss von EUR – 2.095 Mio aus dem Erwerb eines 15%-Anteils am ADNOC Raffineriegeschäft (inklusive Transaktionskosten und dem Effekt aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken). 2018 enthielt einen Mittelabfluss von USD –1,5 Mrd aus dem Erwerb eines 20%-Anteils an einer Offshore-Konzession in Abu Dhabi sowie den Erwerb des Shell Upstream Geschäfts in Neuseeland, was zu einem Mittelabfluss von EUR –350 Mio führte. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beinhaltete in 2019 einen Mittelabfluss von EUR –113 Mio für die Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 (2018: EUR –275 Mio).

Der freie Cashflow sank auf EUR – 583 Mio (2018: EUR 1.043 Mio).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –484 Mio gegenüber EUR –975 Mio in 2018. Die Ausgabe neuer Anleihen in Höhe von EUR 1,3 Mrd in 2019 wurde nur teilweise durch die Rückzahlung langfristiger

Schulden ausgeglichen, wohingegen in 2018 die Rückzahlung langfristiger Schulden die Ausgabe neuer Anleihen überstiegen hat.

Der freie Cashflow nach Dividenden verringerte sich auf EUR –1.441 Mio (2018: EUR 263 Mio).

Investitionen

Das Investitionsvolumen belief sich 2019 auf EUR 4.916 Mio (2018: EUR 3.676 Mio). Dies ist vor allem auf den Kauf der 15%-Anteile an dem ADNOC Raffineriegeschäft als auch auf den Erwerb des Sapura Upstream Geschäfts in Malaysia zurückzuführen.

Das Upstream Investitionsvolumen verringerte sich auf EUR 2.070 Mio (2018: EUR 3.075 Mio), hauptsächlich auf die großen Akquisitionen in Abu Dhabi und Neuseeland im Jahre 2018 zurückzuführen. Diese Entwicklung wurde teilweise kompensiert durch ein steigendes Investitionsvolumen im Zusammenhang mit der Akquisition in Malaysia in 2019. Darüber hinaus investierte der Geschäftsbereich Upstream überwiegend in Feldneuentwicklungen, Bohrungen und Workover-Aktivitäten in Rumänien sowie in Feldentwicklungen in Abu Dhabi und Norwegen.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Downstream erhöhten sich auf EUR 2.774 Mio (2018: EUR 576 Mio), wovon EUR 2.687 Mio auf Downstream Öl (2018: EUR 506 Mio) und EUR 87 Mio (2018: EUR 70 Mio) auf Downstream Gas entfielen. Die Hauptinvestitio-

Investitionen1

In EUR Mio
2019 2018
Upstream 2.070 3.075 – 33%
Downstream 2.774 576 n.m.
davon Downstream Öl 2.687 506 n.m.
davon Downstream Gas 87 70 25%
Konzernbereich und Sonstiges 72 25 191%
Investitionen gesamt 4.916 3.676 34%
+/– Konsolidierungskreisänderungen und sonstige Anpassungen –10 – 86 88%
– Investitionen in Finanzanlagen und Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen – 2.155 – 4 n.m.
Zugang laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) 3.585 –23%
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen – 594 – 393 – 51%
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen 2.158 3.193 –32%
+ Zahlungswirksame Investitionen, Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen 2.265 305 n.m.
+ Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel 460 357 29%
Investitionen laut Cashflow-Rechnung 4.883 3.855 27%

1 Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investitionen definierte Zugänge nen standen im Zusammenhang mit der Akquisition des Anteils an dem ADNOC Raffineriegeschäft.

Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges lag bei EUR 72 Mio (2018: EUR 25 Mio).

Die Überleitung der Investitionen auf die Zugänge laut Anlagespiegel für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (siehe Anhangangabe 14 – Immaterielle Vermögenswerte – und Anhangangabe 15 – Sachanlagen) betrifft im Wesentlichen die Zugänge, die nicht als Investitionen definiert sind, sowie Investitionen in Finanzanlagen und Konsolidierungskreisänderungen.

Der Unterschied zwischen den Zugängen laut Anlagespiegel und den Investitionen aus der Cashflow-Rechnung war zum Teil auf in der Periode nicht zahlungswirksame Zugänge im Bereich des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen zurückzuführen (unter anderem Abgrenzungen für Investitionsverbindlichkeiten, neue aktivierte Nutzungsrechte, Rekultivierungsverpflichtungen und aktivierte Fremdkapitalkosten). Darüber hinaus sind in den Gesamtinvestitionen der Cashflow-Rechnung Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen sowie für den Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten enthalten.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich um EUR 3.414 Mio auf EUR 40.375 Mio.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

wurden vor allem durch die Akquisition eines 50%-Anteils an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. beeinflusst. Weitere Details hierzu befinden sich in der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – des Konzernabschlusses. Darüber hinaus führte die Erstanwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 zu einer Erhöhung der Sachanlagen (siehe Konzernabschluss, Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen). At-equity bewertete Beteiligungen stiegen um EUR 2.141 Mio, hauptsächlich zurückzuführen auf die Akquisition eines 15% Anteils am ADNOC Raffineriegeschäft (siehe Konzernabschluss,

In EUR Mio
2019 2018 Δ
Aktiva
Langfristiges Vermögen 28.950 24.896 16%
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 20.642 18.432 12%
At-equity bewertete Beteiligungen 5.151 3.011 71%
Sonstiges langfristiges Vermögen 2.470 2.695 – 8%
Latente Steuern 686 759 –10%
Kurzfristiges Vermögen 11.248 12.017 – 6%
Vorräte 1.845 1.571 17%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.042 3.420 –11%
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 6.360 7.026 – 9%
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 177 47 n.m.
Passiva
Eigenkapital 16.863 15.342 10%
Langfristige Verbindlichkeiten 13.961 11.917 17%
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.111 1.096 1%
Leasingverbindlichkeiten 934 n.m.
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 5.882 4.909 20%
Rekultivierungsverpflichtungen 3.872 3.673 5%
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.031 1.508 – 32%
Latente Steuern 1.132 731 55%
Kurzfristige Verbindlichkeiten 9.395 9.680 – 3%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.155 4.401 – 6%
Leasingverbindlichkeiten 120 n.m.
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 688 843 –18%
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten 4.432 4.436 0%
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 156 22 n.m.
Bilanzsumme 40.375 36.961 9%

Bilanz (Kurzfassung)

Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur). Der anteilige Ergebnisbeitrag von at-equity bewerteten Beteiligungen wurde großteils durch vereinnahmte Dividenden kompensiert. Eine verringerte Derivate-Position waren der Hauptgrund für den Rückgang der sonstigen langfristigen Vermögenswerte, teilweise kompensiert durch zusätzliche Inanspruchnahmen in Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Das kurzfristige Vermögen sank um EUR 770 Mio auf EUR 11.248 Mio zum 31. Dezember 2019, großteils auf niedrigere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente infolge der Akquisitionen zurückzuführen. Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen stieg um EUR 130 Mio, hauptsächlich bedingt durch die Umgliederung des 69%-Anteils am Maari Feld im neuseeländischen Offshore Becken Taranaki und 40 marginaler Öl- und Gasfelder in Rumänien auf die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten".

Das Eigenkapital (inklusive nicht beherrschender Anteile) stieg gegenüber 2018 um 10%. Die Eigenkapitalquote blieb unverändert zu 2018 bei 42%. Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen erhöhten sich um EUR 199 Mio vor allem aufgrund von neuen Verpflichtungen durch die Akquisition der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und Effekte aus der Neubewertung.

Die Ersterfassung der Leasingverbindlichkeiten für frühere Operating Leasingverhältnisse erfolgte in 2019 durch die Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 in Höhe von EUR 706 Mio (siehe Konzernabschluss, Anhangangabe 2 – Bilanzierungs grundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen). Kurzfristige und langfristige Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten stiegen um EUR 818 Mio auf EUR 6.570 Mio, hauptsächlich durch die Emission von Anleihen in 2019 von in Summe EUR 1,3 Mrd, teilweise kompensiert durch die Rückzahlung einer EUR 500 Mio Anleihe. Sonstige kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten sanken vor allem aufgrund einer niedrigeren Derivate-Position und aufgrund der Umgliederung der vorigen Finanzleasingverbindlichkeiten zu Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Implementierung von IFRS 16. Die passiven latenten Steuern stiegen auf EUR 1.132 Mio (2018: EUR 731 Mio), maßgeblich bedingt durch die Akquisition von 50% der Anteile an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Weitere Details hierzu be finden sich im Konzernabschluss, Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur. Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten stiegen um EUR 134 Mio, hauptsächlich bedingt durch die Umgliederung des 69%-Anteils am Maari Feld im neuseeländischen Offshore Becken Taranaki und 40 marginaler Öl- und Gasfelder in Rumänien auf die Bilanzpositionen "Zu Veräußerungszwecken gehalten".

Verschuldungsgrad (Gearing Ratio)

Gearing Ratio

2019 2018 Δ
Anleihen in EUR Mio 5.802 5.007 16%
Leasingverbindlichkeiten in EUR Mio 1.053 n.m.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in EUR Mio 288 n.m.
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in EUR Mio 769 745 3%
Schulden in EUR Mio 7.624 6.040 26%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 in EUR Mio 2.938 4.026 – 27%
Nettoverschuldung in EUR Mio 4.686 2.014 133%
Eigenkapital in EUR Mio 16.863 15.342 10%
Verschuldungsgrad in % 28 13 15

1 Inklusive liquider Mittel, die auf "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurden

Upstream

Im Geschäftsbereich Upstream setzte die OMV 2019 die Neuausrichtung ihres Portfolios entsprechend dem Fokus auf eine verbesserte Qualität der Assets und den Ausbau der Reserven fort. Die Produktion erreichte im vierten Quartal 2019 mit mehr als 500 kboe/d einen neuen Rekord. Die Produktionskosten fielen unter USD 7,0/boe und die jährliche Reservenersatzrate lag zum Jahresende bei 135%.

Auf einen Blick

2019 2018
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten in EUR Mio 1.951 2.027 – 4%
Sondereffekte in EUR Mio – 71 95 n.m.
Operatives Ergebnis in EUR Mio 1.879 2.122 –11%
Investitionen1 in EUR Mio 2.070 3.075 – 33%
Explorationsausgaben in EUR Mio 360 300 20%
Explorationsaufwendungen in EUR Mio 229 175 31%
Produktionskosten in USD/boe 6,61 7,01 – 6%
Gesamtproduktion in kboe/d 487 427 14%
Gesamtproduktion in Mio boe 178 156 14%
Gesamtverkaufsmenge in Mio boe 169,3 148,7 14%
Sichere Reserven per 31. Dezember in Mio boe 1.332 1.270 5%
Durchschnittlicher Brent-Preis in USD/bbl 64,21 71,31 –10%
Durchschnittlich realisierter Rohölpreis 2 in USD/bbl 61,66 62,13 –1%
Durchschnittlich realisierter Gaspreis 2 in USD/1,000 cf 4,08 4,72 –14%

Hinweis: Das Nettoergebnis der at-equity bewerteten Beteiligungen Pearl und Severneftegazprom ("SNGP", Betriebsführer des Erdgasfeldes Juschno Russkoje) ist in allen Operativen Ergebnissen enthalten.

1 Investitionen beinhalten Akquisitionen, insbesondere den Erwerb der Upstream-Assets von Shell in Neuseeland für USD 579 Mio in Q4/18 sowie den Erwerb des 50%-Anteils am neugegründeten Unternehmen SapuraOMV in Höhe von USD 540 Mio in Q1/19.

2 Die durchschnittlich realisierten Preise beinhalten Hedging-Effekte.

Finanzielle Performance

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank 2019 von EUR 2.027 Mio auf EUR 1.951 Mio. Infolge der Akquisitionen in Neuseeland (Q4/18), den Vereinigten Arabischen Emiraten (Q2/18) und Malaysia (Q1/19) sowie einer gestiegenen Produktion in Norwegen kam es zu höheren Abschreibungen in Höhe von EUR –382 Mio. Netto-Markteffekte in Höhe von EUR –80 Mio beeinflussten das Ergebnis negativ. Geringere durchschnittlich realisierte Öl- und Gaspreise wurden nur teilweise durch einen schwächeren Hedging-Verlust und durch positive Fremdwährungseffekte kompensiert. Die verbesserte operative Performance wirkte sich mit einem Plus von EUR 386 Mio aus und ist im Wesentlichen auf die OMV Akquisitionen in Neuseeland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Malaysia sowie eine gestiegene Produktion in Norwegen zurückzuführen. Diese Effekte wurden durch geringere Beiträge aus Rumänien, infolge eines natürlichen Förderrückgangs, und durch die Veräußerung des OMV Up stream-Geschäfts in Pakistan in Q2/18 teilweise kompensiert. Die OMV Petrom trug 2019 EUR 599 Mio (2018: EUR 693 Mio) zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten bei.

Die 2019 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR – 71 Mio (2018: EUR 95 Mio). Das Operative Ergebnis ging auf EUR 1.879 Mio zurück (2018: EUR 2.122 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren fielen um 6% auf USD 6,6/boe. Die höhere Produktion sowie die positive Wechselkursentwicklung trugen dazu bei. Die Produktionskosten der OMV Petrom sanken um 3% auf USD 10,9/boe.

Die Gesamtproduktion erhöhte sich um 60 kboe/d auf 487 kboe/d, vor allem infolge der Akquisitionen in Neuseeland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Malaysia sowie der gestiegenen Produktion in Norwegen. Diese wurde durch geringere Produktionsbeiträge aus Rumänien und der Veräußerung des OMV Upstream-Geschäfts in Pakistan in Q2/18 teilweise kompensiert. Zusätzlich wurde die Produktion aus dem libyschen El Sharara Feld Anfang 2019 eingestellt und begann erst wieder im März. Die durchschnittliche Produktion in Libyen betrug 16 kboe/d in Q1/19 verglichen mit durchschnittlich rund 35 kboe/d in den verbleibenden Quartalen. Die durchschnittliche Tagesproduktion der OMV Petrom fiel hauptsächlich aufgrund des natürlichen

Förderrückgangs um 8 kboe/d auf 152 kboe/d. Die Gesamtverkaufsmenge stieg um 14% auf 169,3 Mio boe (2018: 148,7 Mio boe), vornehmlich infolge der Akquisitionen in Neuseeland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Malaysia, die teilweise durch geringere Verkaufsvolumen in Rumänien sowie die Veräußerung des OMV Upstream-Geschäfts in Pakistan in Q2/18 kompensiert wurden.

Der durchschnittliche Brent-Preis sank 2019 um 10% auf USD 64/bbl. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns ging um 1% zurück. Dies ist hauptsächlich auf Hedging-Verluste im Jahr 2018 zurückzuführen. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in USD/1.000 cf war um 14% niedriger, hauptsächlich aufgrund der Temperaturen im Winter, die höher ausfielen als erwartet, höherer durchschnittlicher Lagerbestände innerhalb Europas und einer Verdoppelung der LNG-Importe nach Europa. Die von der OMV im Jahr 2019 realisierten Gaspreise wurden von realisierten Hedging-Verlusten in Höhe von EUR –51 Mio beeinflusst.

Die Investitionen einschließlich aktivierter Explorationsausgaben beliefen sich 2019 auf EUR 2.070 Mio (2018: EUR 3.075 Mio) und beinhalteten auch den Erwerb eines 50%-Anteils am neugegründeten Unternehmen SapuraOMV in Höhe von USD 540 Mio in Q1/19. Die Investitionen einschließlich aktivierter Explorationsausgaben waren 2018 im Wesentlichen auf den Erwerb eines 20%- Anteils an zwei Offshore-Ölfeldern in den Vereinigten Arabischen Emiraten von ADNOC in Q2/18 in Höhe von USD 1,5 Mrd sowie den Erwerb des Upstream-Geschäfts von Shell in Neuseeland in Q4/18 für USD 579 Mio zurückzuführen. Organische Investitionen wurden 2019 vorwiegend in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Rumänien, Norwegen und Österreich bezogen, stiegen um 20% auf EUR 360 Mio.

Produktion

2019 2018
Erdöl und
NGL
Erdgas 1 Gesamt Erdöl und
NGL
Erdgas 1 Gesamt
in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe
Rumänien2 24,1 156,2 28,9 53,0 24,6 168,7 31,2 55,8
Österreich 4,0 29,2 4,9 8,9 4,3 30,9 5,2 9,4
Kasachstan2 2,1 1,8 0,3 2,4 2,2 1,7 0,3 2,5
Norwegen 16,6 90,0 15,0 31,6 17,1 60,9 10,1 27,3
Libyen 11,1 11,1 10,9 10,9
Tunesien 0,8 3,2 0,5 1,4 1,3 2,9 0,5 1,8
Pakistan3 0,1 7,0 1,2 1,3
Jemen 1,8 1,8 1,1 1,1
Region Kurdistan
im Irak
0,9 14,2 2,4 3,3 0,9 11,6 1,9 2,8
Vereinigte Arabi
sche Emirate
8,1 8,1 1,8 1,8
Neuseeland 4,6 65,2 10,9 15,5 2,1 16,0 2,7 4,8
Malaysia 2 2,1 15,5 2,6 4,7
Russland 218,0 36,3 36,3 218,4 36,4 36,4
Gesamt 76,1 593,2 101,8 177,9 66,5 518,2 89,5 156,0

1 Für die Umrechnung von Gas von cf in boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 cf. Eine Ausnahme ist Rumänien, wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 cf.

2 Die obigen Zahlen enthalten 100% von allen voll konsolidierten Unternehmen.

3 Veräußerung des Upstream-Geschäfts in Pakistan am 28. Juni 2018

Entwicklungen im Portfolio

Die OMV erzielte 2019 bei der Umsetzung der OMV Strategie 2025 große Fortschritte. Die OMV wuchs und stärkte ihr Upstream-Portfolio durch die Verbesserung der Qualität der Assets sowie durch den Ausbau ihrer Reserven. Am 31. Jänner 2019 sicherte sich die OMV eine 50%-Beteiligung an dem neugegründeten Unternehmen SapuraOMV. Im Juni wurde mit Gazprom der Kaufpreis für den OMV Anteil an der Achimov-Formation vereinbart. Mit dem vereinbarten Verkauf des 69%-Anteils am Maari-Ölfeld in Neuseeland, dem Ausstieg aus Madagaskar im September und der Bereinigung des Upstream-Portfolios in Rumänien wurde das Portfolio weiter optimiert.

Mittel- und Osteuropa

Die Optimierung des Portfolios wurde mit dem am 1. März 2019 erfolgten Verkauf von neun marginalen Feldern in Rumänien fortgesetzt. Die kumulierte Öl- und Gasproduktion dieser Felder beträgt rund 1.000 boe/d. Im Jänner 2020 unterzeichnete die OMV Petrom eine Vereinbarung über den Verkauf von 40 Onshore-Öl- und Gasfeldern in Südrumänien, die zusammen 1.700 boe/d produzieren.

Die OMV setzte die Bohraktivitäten 2019 auf hohem Niveau fort. Der Höchststand wurde im November mit 13 aktiven Bohranlagen in den von der OMV Petrom betriebenen Lizenzen erreicht. Bis Ende 2019 wurden 100 neue Bohrungen und Sidetracks fertiggestellt – ein im Vergleich zu den Vorjahren stabiler Trend. Zu diesen Aktivitäten gehörten drei seichte Offshore-Bohrungen im Block Istria XVIII im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres sowie zwei tiefe (>4.000 m) Untersuchungsbohrungen mit hohem Potenzial. Nach Produktionstests der Explorationsbohrung 4461 Totea Süd im April 2019 nahm die OMV Petrom Anfang Oktober die Produktion mit einer anfänglichen Förderrate von rund 4.000 boe/d auf.

Mittlerer Osten und Afrika

Für das Portfolio Mittlerer Osten und Afrika war 2019 ein Jahr der Konsolidierung, nachdem es 2018 zwecks Erneuerung und Verbesserung der Qualität der Assets zu zahlreichen Akquisitionen und Ausgliederungen gekommen war. Die Portfoliooptimierung wurde 2019 mit der Beendigung der Aktivitäten in Madagaskar fortgesetzt, da die afrikanischen Länder südlich der Sahara nicht mehr in die strategische Ausrichtung des Unternehmens passen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichneten die OMV und ADNOC im April 2019 Vereinbarungen zur technischen Evaluierung der Lizenzen Shuwaihat und Nordwest-Offshore. Im Juli 2019 wurde die Ghasha-Konzession, an der die OMV mit 5% beteiligt ist, um das Feld Shuwaihat erweitert.

Nordsee

Am 6. Februar 2019 erhielt die OMV Norge für die Funde Hades und Iris die Auszeichnung "Explorer of the Year". Im Juni 2019 wurden zwei Absichtserklärungen mit Equinor über die Zusammenarbeit am norwegischen Festlandsockel bezüglich der Hades/Iris-Funde und des Wisting-Feldes unterzeichnet. Im Oktober 2019 wurde eine Erweiterungsbohrung des Iris-Funds abgeschlossen. Die förderbaren Reserven werden nun auf 33 bis 57 Mio boe brutto geschätzt. Für 2020 ist eine Bestätigungsbohrung geplant, um den Hades-Fund weiter zu evaluieren.

Russland

Im Juni 2019 unterzeichnete die OMV eine Zusatzvereinbarung zum Basic Sale Agreement, das einen Kaufpreis von EUR 905 Mio für die mögliche Übernahme einer 24,98%-Beteiligung an der Entwicklung der Phasen Achimov 4A/5A im riesigen Gas- und Kondensatfeld Urengoi vorsieht. Die Unterzeichnung der Transaktion wird für die erste Hälfte des Jahres 2020 erwartet.

Zusätzlich stärkte die OMV ihre strategische Partnerschaft mit Gazprom durch Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur LNG-Kooperation und zum Ausbau der facettenreichen Partnerschaft der beiden Unternehmen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Bildung, Kultur und Sport.

Asien-Pazifik

Im Einklang mit der Strategie der OMV, Partnerschaften mit wichtigen Akteuren in wachstumsstarken Regionen einzugehen, schlossen die OMV und Sapura Energy Berhad ("Sapura Energy") am 31. Jänner 2019 eine Vereinbarung zur Bildung einer strategischen Partnerschaft ab. Im Rahmen dieser Vereinbarung erwarb die OMV eine 50%-Beteiligung an dem neugegründeten Unternehmen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. zu einem Gesamtkaufpreis von USD 540 Mio vorbehaltlich üblicher Anpassungen beim Vertragsabschluss. Die Vertragsparteien vereinbarten eine zusätzliche Zahlung von bis zu USD 85 Mio. Diese ist größtenteils vom Ressourcenvolumen im Block 30 in Mexiko zum Zeitpunkt der finalen Investitionsentscheidung für eine etwaige Feldentwicklung abhängig. Beide Parteien vereinbarten außerdem die Refinanzierung der konzerninternen Verbindlichkeiten in Höhe von USD 350 Mio. Das neu gegründete Unternehmen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und seine Tochtergesellschaften werden im OMV Jahresabschluss vollkonsolidiert. Es ist ein führendes unabhängiges

Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Malaysia, das dank beträchtlicher Lagerstättenfunde und eines starken Portfolios an Explorationsvorhaben sehr gute Wachstumsperspektiven hat. SapuraOMV wurde 2019 als "APAC Company of the Year" ausgezeichnet und gewann in der Platin-Kategorie der Offshore Self-Regulation (OSR) Excellence Awards 2019.

Des Weiteren wurden 2019 die von Shell New Zealand übernommenen Assets in das bestehende Neuseeland-Geschäft der OMV integriert. Im Einklang mit der Strategie befasst sich die OMV nun mit der Sanierung und Optimierung der von Shell übernommenen Assets Maui und Pohokura. In diesem Sinne führte die OMV mehrere Sonden-Behandlungen im Feld Pohokura durch, um die zukünftige Produktion abzusichern. Pläne für größere Zwischenbohrprogramme in beiden Lagerstätten wurden im Laufe des Jahres 2019 ausgearbeitet; deren Ausführung soll 2020 beginnen.

Im November 2019 unterzeichnete die OMV New Zealand eine Vereinbarung über den Verkauf ihres 69%-Anteils am Maari-Feld im neuseeländischen Offshore-Becken Taranaki. Stichtag der Transaktion ist der 1. Jänner 2019. Das Closing unterliegt der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden. Die Übertragung der Betriebsführerschaft wird voraussichtlich Mitte 2020 erfolgen. Die durchschnittliche Produktion des Assets lag 2019 bei 5 kboe/d netto OMV (2018: 5 kboe/d). Mit dieser Transaktion wird die OMV New Zealand zu einer reinen Gas- und Kondensatproduzentin. Die CO2-Emissionen des Produktportfolios verringern sich dadurch um mehr als 280.000 t pro Jahr.

Schlüsselprojekte

Neptun (Rumänien, OMV 50%)

In Zusammenarbeit mit ExxonMobil als Betreiber setzte die OMV Petrom die Bewertung der kommerziellen und wirtschaftlichen Rentabilität des Projekts Neptun Deep im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres fort. Im Laufe des Jahres 2019 waren Änderungen des steuerlichen und regulatorischen Rahmens Thema öffentlicher Debatten. Allerdings wurden bis Jahresende keine Änderungen umgesetzt. Unter diesen gesetzlichen Rahmenbedingungen waren die notwendigen Voraussetzungen für eine milliardenschwere Investitionsentscheidung nicht gegeben. Die OMV Petrom ist weiterhin an einer Entwicklung der im Schwarzen Meer befindlichen Ressourcen interessiert und wird daher den Dialog mit den Behörden zur weiteren Vorgehensweise fortführen. Die kumulative Produktion von Neptun Deep wird auf 125–250 Mio boe (netto OMV) geschätzt.

Weitere Großprojekte (Rumänien, OMV 100%)

Rund EUR 120 Mio wurden 2019 in die Modernisierung, Erweiterung und Errichtung neuer Öl- und Gasaufbereitungsanlagen und Pipelines investiert.

Im Juli 2019 nahm die OMV Petrom die Gasaufbereitungsanlage Hurezani in Betrieb. In diese Anlage waren 2017 rund EUR 50 Mio investiert worden. Das Projekt umfasst den Bau einer Aufbereitungsanlage, in der das Erdgas vom Kondensat getrennt wird, mit einer maximalen Kapazität von 37 kboe/d Erdgas. Im Rahmen derselben Investition wurden Pipelines über eine Distanz von 12 km errichtet.

Nawara (Tunesien, OMV 50%)

Das von der OMV betriebene Onshore-Projekt zur Erschließung des Gaskondensatfeldes Nawara war Ende 2019 zu 99% abgeschlossen. Der Fortschritt des Projekts wurde im Laufe des Jahres durch Arbeitsniederlegungen, die Komplexität des Projekts und Verzögerungen bei den Auftragnehmern verlangsamt. Die Pipeline wurde im April fertiggestellt. Die Gasaufbereitungsanlage in Gabes und die zentrale Aufbereitungsanlage stehen kurz vor der Fertigstellung. Seit Oktober 2019 wird Gas in die Gasaufbereitungsanlage eingespeist. Die Inbetriebnahme ist noch im Gange. Das Projekt wird die Gasressourcen Südtunesiens erschließen und den tunesischen Markt mit Erdgas, LPG und Kondensat versorgen. Die Spitzenproduktion wird voraussichtlich bei rund 10 kboe/d (Anteil der OMV) liegen.

Umm Lulu und SARB (VAE, OMV 20%)

Die Offshore-Ölfelder Umm Lulu und Satah Al Razboot (SARB) befinden sich in seichtem Wasser vor der Küste Abu Dhabis. Pipelines verbinden beide Felder mit eigenen Aufbereitungs-, Lager- und Verladeanlagen auf Zirku Island. Die Arbeiten zur Fertigstellung der brückenverbundenen Offshore-Plattformen von Umm Lulu schritten 2019 gut voran. Alle Module wurden erfolgreich installiert und in Betrieb genommen. Die vollständige Inbetriebnahme des Feldes wird für 2020 erwartet. Die Entwicklungsbohrungen werden noch bis 2023 fortgesetzt. Der Produktionsstart der Felder Umm Lulu und SARB erfolgte im September 2018. Im Jahr 2019 wurde ein durchschnittliches Niveau von 22 kboe/d erreicht. Bis 2023 soll die Produktion aus dem Konzessionsgebiet auf 215 kboe/d (43 kboe/d netto für die OMV) steigen.

Khor Mor (KRI, OMV 10%)

Das Pearl-Konsortium (OMV Anteil 10%) entwickelt, verarbeitet und transportiert Erdgas aus Khor Mor, einem großen Gaskondensatfeld in der Region Kurdistan im Irak. Das Konsortium plant eine Produktionssteigerung durch neue Bohrungen und die Erweiterung der Anlagen. Die endgültige Investitionsentscheidung der OMV für die erste Gasaufbereitungsanlage mit einer Tageskapazität von 42 kboe/d und die Durchführung von fünf Zwischenbohrungen wurde im Oktober 2019 getroffen. Das dadurch zusätzlich geförderte Gas wird in die von Pearl betriebene Gaspipeline eingespeist, um die inländische Gasnachfrage zu stützen.

Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)

In dem von Equinor betriebenen Feld Gullfaks wurden sechs Bohrungen direkt von den Plattformen neu abgeteuft und 2019 mit dem Ziel fertiggestellt, die Produktion aus ausgereiften Sonden zu erhöhen. Mit einer Bohranlage, die speziell für effizientes Bohren bei auf dem Meeresboden befindlicher Infrastruktur entworfen wurde, wurden vier Bohrungen abgeteuft und fertiggestellt. Die Öl- und Gasplattformen Gullfaks und Snorre werden die weltweit ersten sein, die teilweise mit Energie aus einem schwimmenden Offshore-Windpark versorgt werden. Dadurch werden die jährlichen CO2-Emissionen um mehr als 200.000 t reduziert. Im Juni 2019 genehmigten die norwegischen Behörden die Pläne für die Wasserinjektion in der produzierenden Shetland/Lista-Formation. Infolgedessen wurde Mitte 2019 mit der Bohrung des ersten horizontalen Injektions-/Produktionsbohrlochpaares begonnen.

Gudrun (Norwegen, OMV 24%)

Die Förderung aus den bestehenden Sonden in dem von Equinor betriebenen Feld Gudrun setzte sich auf hohem Niveau fort, wenn auch ein natürlicher Förderrückgang zu verzeichnen ist. Im Laufe des Jahres 2019 genehmigten die Lizenzpartner ein Programm zur Verbesserung der Ölförderung, das drei neue Zwischenbohrungen und ein Projekt zur Umsetzung der Wasserinjektion in der Hauptlagerstätte namens "Gudrun Phase 2" bei fünf Sonden umfasst. Insgesamt wurden acht neue Bohrungen für das Feld Gudrun genehmigt. Die Bohrtätigkeiten mit der Bohranlage Rowan Stavanger wurden im November 2019 gestartet. Die Produktion aus zwei der neuen Sonden wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2020 aufgenommen. Der Beginn der Wasserinjektion ist für das erste Quartal 2021 geplant.

Edvard Grieg (Norwegen, OMV 20%)

Die Produktion in dem von Lundin Petroleum betriebenen Offshore-Ölfeld Edvard Grieg lag aufgrund der verlängerten Plateauförderung und der hohen Anlagenverfügbarkeit deutlich über den Erwartungen. Eine weitere Ressourcenerschließung ist im Rahmen eines Zwischenbohrprogramms im Jahr 2020 geplant, das auf noch nicht ausgeförderte Bereiche des Feldes Edvard Grieg abzielt. Die norwegische Regierung genehmigte 2019 ein Projekt, das die Elektrifizierung der Edvard-Grieg-Plattform

von der Küste aus ermöglicht, was die CO2-Emissionen reduzieren wird. Darüber hinaus wird daran gearbeitet, zwei Funde in nahe gelegenen Lizenzen (Solveig und Rolvsnes) an Edvard Grieg als aufnehmende Anlage anzubinden.

Aasta Hansteen (Norwegen, OMV 15%)

Nach einigen erfolgreichen Tests konnte die Plattform Aasta Hansteen ihre brutto Förderkapazität im zweiten Quartal 2019 um 12% steigern. Die Förderung in dem 2015 entdeckten Feld Snefrid Nord, der ersten am Meeresgrund erfolgten Anbindung an Aasta Hansteen, wurde im September 2019 aufgenommen.

Wisting (Norwegen, OMV 25%)

Die Wisting-Funde befinden sich in der Barentssee. Im Juni 2019 unterzeichneten die OMV und Equinor eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit am norwegischen Festlandsockel. Im Dezember übergab die OMV die Betriebsführerschaft für die Erschließung an Equinor. Mit Förderbeginn wird wieder die OMV die Betriebsführerschaft übernehmen. Das Projekt wird von einem gemeinsamen Team bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Unternehmen unter der Leitung von Equinor entwickelt. Die förderbaren Mengen in PL537 wurden 2018 auf rund 440 Mio Fass Öl geschätzt, gegenüber 350 Mio Fass im Jahr 2017.

Juschno Russkoje (Russland, OMV 24,99%)

Die Phase 1 der Bohrkampagne zur Aufrechterhaltung der Plateauförderung in dem von Gazprom betriebenen Gasfeld Juschno Russkoje wurde 2019 abgeschlossen. Es wurden zwölf zusätzliche Sonden in Betrieb genommen, die auf die Turon-Schicht des Feldes abzielen. Die Phase 2 startete Ende 2019. Darüber hinaus hat der Betreiber ein Projekt zur Untersuchung des Potenzials der tieferen Unterkreideschichten des Feldes gestartet.

SK408 (Malaysia, OMV 40%)

In Malaysia lag der Fokus 2019 auf der Entwicklung der Phase 1 der SK408-Gaslizenz. Die GoLa-Ba-Felder (Gorek, Larak und Bakong) werden als drei separate Förderplattformen entwickelt, die an eine bestehende Verarbeitungsanlage und eine nahe gelegene LNG-Anlage angebunden sind. Die Förderung in Larak begann im Dezember 2019. Bakong und Gorek werden 2020 folgen. Dadurch wird die Produktion in Malaysia 2020 auf mehr als 30 kboe/d gesteigert. Die Erschließung des Feldes Jerun ist als Phase 2 der SK408-Entwicklung geplant. Dort soll die Förderung 2023 aufgenommen werden.

Maui A Crestal Infill (Neuseeland, OMV 100%)

Die endgültige Investitionsentscheidung für eine Erschließung mit sechs Bohrungen von der Plattform Maui A im neuseeländischen Taranaki-Becken wurde im Oktober 2019 getroffen. Die Vorarbeiten an der Plattform begannen 2019. Die Verlegung der Bohrinsel ist für das zweite Quartal 2020 geplant, und das erste Gas wird im dritten Quartal 2020 erwartet. Die Bohraktivitäten werden bis 2021 dauern.

Highlights Exploration und Evaluierung

Im Jahr 2019 schloss die OMV 13 Explorationsund Evaluierungsbohrungen1 in fünf verschiedenen Ländern ab. Acht davon waren erfolgreich, darunter eine, die bereits in Produktion gegangen ist.

In Österreich schloss die OMV 2019 eine Explorationsbohrung ab. Eine weitere Bohrung war zu Jahresende noch im Gange und wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 abgeschlossen.

In Rumänien schloss die OMV Petrom drei Explorationsbohrungen ab; zwei davon stießen auf Gas. Die beiden tiefen Explorationsbohrungen Băicoi (2018 abgeschlossen) und Bărbătești (2019 abgeteuft) werden in der ersten Jahreshälfte 2020 getestet. Die Bohrung Totea Süd ist bereits seit Oktober 2019 in Produktion.

In Tunesien wurde 2019 die Explorationsbohrung Shalbia 1 von der OMV abgeteuft und erfolgreich getestet.

In Norwegen wurden sieben Explorations- und Evaluierungsbohrungen abgeschlossen, von denen vier erfolgreich waren. Ein Highlight war die Hochdruck- und Hochtemperatur-Explorationsbohrung im Iris-Feld in der Norwegischen See unter Betriebsführerschaft der OMV. Für 2020 ist eine weitere Evaluierungsbohrung im Hades-Fund geplant.

In Neuseeland startete die OMV am 30. November 2019 eine Bohrkampagne, die 2020 fortgesetzt wird. Eine Explorationsbohrung wurde bereits 2019 finalisiert. Geplant sind drei weitere Explorationsbohrungen im Taranaki-Becken und eine im Great South Basin.

Die OMV beteiligte sich an zwei 2019 abgeschlossenen 3D-Seismik-Untersuchungen, einer in Österreich und einer in Mexiko. In Österreich schloss die OMV im April die Phase 2 der 3D-Seismik-Untersuchung in Schönkirchen ab. Mit einem 1.500 km² umfassenden Untersuchungsgebiet war dies die bisher größte seismische Onshore-Untersuchung in Europa. Erste geologische Interpretationen laufen bereits. Im Juli schloss SapuraOMV eine 3D-Seismik-Untersuchung eines Areals von 450 km² vor der Küste Mexikos ab. Das Konsortium plant die erste Explorationsbohrung für 2021. In Rumänien führt die OMV Petrom derzeit eine 3D-Seismik-Untersuchung von einer 1.350 km² umspannenden Fläche durch.

Die Explorations- und Erkundungsausgaben stiegen 2019 auf EUR 360 Mio (2018: EUR 300 Mio). Dieser Anstieg resultierte aus erhöhter Aktivität, einer verbesserten Erfolgsquote und einem höheren Anteil der OMV Petrom an einigen rumänischen Projekten.

Reservenentwicklung

Zum 31. Dezember 2019 stiegen die sicheren Reserven (1P) auf 1.332 Mio boe (davon OMV Petrom2: 504 Mio boe). Mit einer jährlichen Reservenersatzrate von 135% (2018: 180%) lag dieser Wert das vierte Jahr in Folge über 100%. Die dreijährige Reservenersatzrate stieg erneut und liegt bei 166% (2018: 160%). Die Erhöhung der sicheren Reserven ist vor allem bedingt durch den Erwerb des Anteils an SapuraOMV in Malaysia. Weitere wesentliche Revisionen wurden durch erfolgreiche Bohr- und Entwicklungsaktivitäten und positive Produktionsentwicklungen in Russland, Norwegen und Neuseeland durchgeführt.

Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) beliefen sich auf 2.378 Mio boe (davon OMV Petrom2: 786 Mio boe). Dies ist maßgeblich auf die Akquisitionen in Malaysia und Entwicklungstätigkeiten in der Konzession Ghasha in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückzuführen.

Innovation und neue Technologien

Die Upstream-Strategie der OMV besteht darin, modernste, selbst entwickelte Technologien auf gut gewarteten Anlagen anzuwenden und Pilotversuche mit diesen Technologien mit dem Ziel eines raschen weltweiten Feldeinsatzes durchzuführen. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte sind die Verbesserung des Ausbeutungsfaktors und die Verlängerung der Förderdauer bei älteren Feldern. Dies ermöglicht eine effizientere Exploration neuer Öl- und Gasvorkommen – auch in herausfordernden Umgebungen.

1 Sechs davon unter Betriebsführerschaft der OMV

2 Die OMV Petrom beinhaltet Rumänien und Kasachstan.

Im Rahmen des "Smart Oil Recovery 3.0"-Programms (SOR 3.0) setzt die OMV verschiedene Methoden zur verbesserten Erdölförderung (Enhanced Oil Recovery) ein. Dadurch kann die OMV den Ausbeutungsfaktor von Ölfeldern um bis zu 15 Prozentpunkte steigern und so die Lebensdauer alternder Felder erhöhen. Entsprechend dieser Initiative führte die OMV Österreich 2019 fünf Horizontalbohrungen durch. Mithilfe des SOR-Programms produzierte die OMV Österreich bis Ende 2019 insgesamt rund 300 kboe zusätzliches Öl. Acht weitere Horizontalbohrungen sind für 2020/2021 geplant. Die geförderten Ölmengen konnten im Vergleich zur konventionellen Salzwasser-Reinjektion deutlich erhöht werden. Im Jahr 2019 machte die OMV bei der Umsetzung von SOR-Projekten in mehreren Feldern in Österreich und Rumänien weitere Fortschritte.

Die beiden Upstream-Labors OMV Tech Center & Lab und OMV Petrom Upstream Laboratories (ICPT) bauen ihre Zusammenarbeit bei SOR-Projekten in Rumänien weiter aus. Ziel dieser Partnerschaft ist die Nutzung des Know-hows, das sich das OMV Tech Center & Lab in den letzten Jahren durch Erfahrungen mit den österreichischen SOR-Projekten angeeignet hat.

Bei der Entwicklung neuer Technologien und der Verbesserung der operativen Leistung von Verfahren zur Lagerstättenwasseraufbereitung hat die OMV große Fortschritte gemacht. Mit einer Reihe von Feldpilotprojekten zur Produktion von Salzwasser, das sich optimal zur Reinjektion eignet, identifizierte die OMV innovative Flotations- und Filtrationstechnologien, mit denen sich auch problematische Emulsionen effektiv behandeln lassen.

Zunehmend komplexe Bedingungen bei Lagerstättenflüssigkeiten erwirken eine stärkere Beanspruchung von Pipelines und Aufbereitungsanlagen. Um diesen Effekten entgegenzuwirken, baut der Upstream-Bereich der OMV seine Kompetenz bei der Anwendung von Nanotechnologieprodukten weiter aus. Vielversprechende österreichische Pilotversuche zur Vermeidung von Paraffinablagerungen in Bohrlöchern und zur Reduzierung des Verschleißes bei Gestängetiefpumpen wurden auf Felder in Rumänien ausgedehnt.

Bei der Errichtung des OMV Innovation & Technology Center (ITC) in Österreich wurden signifikante Fortschritte erzielt. Die Eröffnung soll wie geplant im ersten Quartal 2020 erfolgen.

Zusätzlich zur bestehenden Zusammenarbeit mit führenden internationalen Universitäten startete die OMV gemeinsame Initiativen mit der Moskauer Gubkin-Universität für Öl und Gas.

Digitalisierung

Mit DigitUP, einem Ende 2018 gestarteten Rahmenprogramm für Digitalisierungsinitiativen im Bereich Upstream, will die OMV in die weltweite Liga der digitalen Spitzenreiter der Upstream-Branche aufsteigen.

Ein Schlüsselbereich konzentriert sich auf die Verbesserung der Effizienz von Explorations- und Entwicklungsprojekten durch Lagerstättensimulation in 3D-Modellen (Digital Twins). Damit lassen sich der Projektzyklus von zwölf auf vier Monate verkürzen und die Effizienz von Labormessungen erhöhen. In einem anderen Projekt verliefen die Pilotversuche mit einer Drohne für Zustandsprüfungen von Tanks erfolgreich. Das Verfahren ist nun einsatzbereit. Die Drohne ist mit Ultraschallmessgeräten ausgestattet, die 3D-Modelle und Konturen der Wandstärke der Tanks generieren. Diese neue Methode mindert das Unfallrisiko für das Wartungspersonal und reduziert die Inspektionszeiten und -kosten um 25%. Darüber hinaus ist das neu integrierte Planungssystem für neue Bohrungen nun in zwei Explorationsbohrungen in Libyen voll funktionsfähig, wodurch sich der Zeitaufwand für die Bohrungsplanung um 30% reduziert. Effizienzsteigerungen wurden auch beim Bohrprozess durch ein verbessertes Echtzeit-Bohrdatensystem erzielt, dass bereits bei 21 Bohranlagen eingeführt wurde und zu 168 Interventionen geführt hat. Dies führte 2019 zu geschätzten Einsparungen von EUR 1,5 Mio.

Um das Potenzial dieser Initiativen voll auszuschöpfen, startete OMV Upstream ein Upgrade der Dateninfrastruktur mit dem Ziel, die Flexibilität, Sicherheit und Performance weltweit zu erhöhen. Dank Cloud-Technologie können nun über 400 Benutzer von jedem Gerät überall auf der Welt online auf 1,6 Petabyte geologische Daten und 170 Anwendungen in einer hochsicheren Umgebung zugreifen. Damit legten wir den Grundstein für High-Performance Computing, dass die Simulationslaufzeit um den Faktor 10 reduzieren wird.

Downstream

Der Geschäftsbereich Downstream der OMV umfasst die Bereiche Downstream Öl und Downstream Gas. Downstream Öl betreibt drei Raffinerien in Mittel- und Osteuropa, zwei davon mit einer stark integrierten Produktion von petrochemischen Produkten. Im Zuge der Expansion im Mittleren Osten erwarb der Bereich Downstream im Jahr 2019 einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und einem neuen Trading JV. Die OMV betreibt ein Retail-Netz von rund 2.100 Tankstellen in Europa. Downstream Gas ist entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette tätig. Die Verkaufsmengen von Erdgas lagen bei 137 TWh.

Auf einen Blick

2019 2018
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 in EUR Mio 1.677 1.643 2%
davon Downstream Öl in EUR Mio 1.495 1.439 4%
davon Downstream Gas in EUR Mio 182 204 –11%
Sondereffekte in EUR Mio 31 – 219 n.m.
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 1 in EUR Mio 139 – 4 n.m.
Operatives Ergebnis in EUR Mio 1.847 1.420 30%
Investitionen2 in EUR Mio 2.774 576 n.m.
Downstream Öl-Kennzahlen
OMV Referenz-Raffineriemarge 3 in USD/bbl 4,44 5,24 –15%
Netto-Marge Ethylen/Propylen3,4 in EUR/t 433 448 – 3%
Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt 97% 92% 5
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 20,94 20,26 3%
davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t 6,53 6,33 3%
davon Petrochemie in Mio t 2,34 2,41 – 3%
Downstream Gas-Kennzahlen
Erdgas-Verkaufsmengen in TWh 136,71 113,76 20%
Nettostromerzeugung in TWh 3,40 5,06 – 33%

Hinweis: Das Nettoergebnis der at-equity bewerteten Beteiligungen ADNOC Refining und Trading JV sowie PARCO ist in allen Operativen Ergebnissen enthalten.

1 Current Cost of Supply (CCS): Das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Sondereffekte und Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und Mineralölprodukte aus den Raffinerien.

2 Investitionen beinhalten Akquisitionen, insbesondere den Erwerb eines 15%-Anteils an ADNOC Refining und an einem Trading JV in Q3/19 in Höhe von USD 2,43 Mrd.

3 Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffinerie- und Petrochemiemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und Betriebsbedingungen sowie einem anderen Grundstoff von der OMV Referenz-Raffineriemarge, von der Ethylen/

Propylen Netto-Marge und von den Marktmargen abweichen. 4 Berechnet auf Basis von West European Contract Prices (WECP) mit Naphtha als Grundstoff

Finanzielle Performance

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2019 von EUR 1.643 Mio auf EUR 1.677 Mio, hauptsächlich aufgrund eines höheren Ergebnisses in Downstream Öl, teilweise kompensiert durch ein niedrigeres Downstream Gas-Ergebnis.

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream Öl erhöhte sich 2019 um EUR 56 Mio auf EUR 1.495 Mio. Der Anstieg ist auf einen starken Ergebnisbeitrag des Commercialund Retail-Geschäfts zurückzuführen und wurde teilweise durch niedrigere Raffinerie- und Petrochemiemargen kompensiert. Die OMV Referenz-Raffineriemarge sank um 15% von USD 5,2/bbl auf USD 4,4/bbl. Niedrigere Naphtha- und Benzinmargen konnten nicht durch höhere Margen für

Schweröl kompensiert werden. Gesunkene Rohölpreise führten zu niedrigen Bezugskosten, welche sich positiv auf die Referenz-Raffineriemarge auswirkten. Der Raffinerie-Auslastungsgrad lag 2019 bei sehr hohen 97%. Der Auslastungsgrad lag 2018 aufgrund einer planmäßigen sechswöchigen Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi bei 92%. Mit 20,9 Mio t stieg die Verkaufsmenge an Raffinerieprodukten um 3%. Das Retail-Geschäft hatte einen höheren Ergebnisbeitrag aufgrund von gestiegenen Margen und leicht höheren Verkaufsmengen. Im Commercial-Geschäft stiegen die Verkaufsmengen und Margen verglichen mit 2018. Das Commercial-Geschäft profitierte 2019 von einer angespannten Versorgungssituation, verursacht durch einen Raffinerieausfall eines Mitbewerbers und der Rohölkontaminierung der Druschba-Pipeline. Die OMV Petrom trug EUR 327 Mio (2018: EUR 286 Mio)

zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream Öl bei. Der Beitrag von ADNOC Refining und Trading betrug EUR 8 Mio in 2019. Einmaleffekte haben das Ergebnis positiv beeinflusst. Das Trading JV befindet sich aktuell in der Gründungsphase.

Der Ergebnisbeitrag des Petrochemiegeschäfts zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich um 12% auf EUR 241 Mio (2018: EUR 275 Mio). Während sich die Ethylen/Propylen Netto-Marge abschwächte, sanken die Butadienund Benzol-Nettomargen signifikant. Der Beitrag von Borealis zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich um 13% auf EUR 314 Mio (2018: EUR 360 Mio). Ein positiver Effekt aus der Einigung über die Steuerverfahren in Finnland wurde durch niedrigere Lagerhaltungseffekte und schwächere integrierte Polyolefinmargen mehr als kompensiert. Der Beitrag des Düngemittelgeschäfts verbesserte sich infolge gesunkener Gaspreise.

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Downstream Gas sank 2019 von EUR 204 Mio auf EUR 182 Mio, vornehmlich aufgrund eines schwächeren Stromgeschäfts. Die Performance von Gas Connect Austria sank von EUR 102 Mio im Jahr 2018 auf EUR 97 Mio. 2018 profitierte das Ergebnis von einer Versicherungsleistung infolge des Vorfalls in Baumgarten und höheren Beiträgen von Beteiligungen, welche 2019 nicht gänzlich durch höhere Transporteinnahmen kompensiert werden konnten. Die Erdgas-Verkaufsmengen stiegen um 20% auf 136,7 TWh (2018: 113,8 TWh). Eine erfolgreiche Marktoffensive führte zu höheren Volumina in Deutschland und den Niederlanden. Während die Verkaufsmengen in Rumänien ebenfalls stiegen, sanken diese signifikant in der Türkei. Die Nettostromerzeugung fiel 2019 von 5,1 TWh auf 3,4 TWh, infolge eines ungünstigen Marktumfeldes in Rumänien. Zusätzlich wurde die Nettostromerzeugung infolge des Verkaufs des Kraftwerks Samsun in Q3/18 negativ beeinflusst. Die OMV Petrom trug EUR 60 Mio (2018: EUR 77 Mio) zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream Gas bei.

Die Netto-Sondereffekte betrugen 2019 EUR 31 Mio (2018: EUR –219 Mio) und ergaben sich hauptsächlich aus der Bewertung nicht realisierter Rohstoffderivate. Im Jahr 2018 waren die Netto-Sondereffekte im Wesentlichen bedingt durch den Verkauf des Kraftwerks Samsun und eine partielle Abschreibung des Düngemittelgeschäfts von Borealis. Aufgrund gestiegener Rohölpreise im Jahr 2019 wurden CCS Effekte in Höhe von EUR 139 Mio gebucht. Das Operative Ergebnis im Downstream-Geschäft stieg 2019 signifikant von EUR 1.420 Mio auf EUR 1.847 Mio an.

Die Investitionen in Downstream beliefen sich auf EUR 2.774 Mio (2018: EUR 576 Mio) und beinhalteten Investitionen in Höhe von EUR 66 Mio, bedingt durch IFRS 16. Die Investitionen im Downstream Öl-Geschäft betrugen EUR 2.687 Mio (2018: EUR 506 Mio) und sind hauptsächlich auf die Akquisition eines 15%-Anteils an ADNOC Refining und an dem Trading Joint Venture in Höhe von USD 2,43 Mrd zurückzuführen. Im Jahr 2019 sind die organischen Investitionen im Wesentlichen den europäischen Raffinerien und dem Retail-Bereich zuzuordnen.

Downstream Öl

Downstream Öl ist entlang der gesamten Ölwertschöpfungskette tätig: In Europa verarbeitet der Bereich in seinen drei äußerst wettbewerbsfähigen Raffinerien in Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer Jahreskapazität von 17,8 Mio t Rohöl aus Eigenförderung und aus Zukäufen sowie andere Rohstoffe. In Österreich und Deutschland ist die OMV in die Petrochemie integriert – mit Borealis (OMV Anteil 36%) als einem der Hauptabnehmer. Die jährliche Produktionskapazität von petrochemischen Produkten inklusive Rumänien beläuft sich auf insgesamt 2,5 Mio t. Im Zuge der Expansion im Mittleren Osten erwarb der Bereich Downstream Öl im Jahr 2019 einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und einem neuen Trading Joint Venture und sicherte sich damit eine starke, integrierte Position in Abu Dhabi. Weiters vermarktet die OMV Raffinerieprodukte an Geschäftskundinnen und -kunden in Europa sowie über ihr Retail-Netz, das rund 2.100 Tankstellen umfasst. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte belief sich auf 20,9 Mio t.

Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf

Die Raffineriemarge schwächte sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr etwas ab. Aufgrund des Überangebots ließen die Märkte für Leichtdestillate stark nach, wodurch das Raffineriegeschäft in der ersten Jahreshälfte unter Druck geriet. Im dritten Quartal war eine leichte Erholung zu verzeichnen, da sich die Märkte für Mitteldestillate verbesserten. Allerdings verstärkten steigende Rohölpreise zum Jahresende erneut den Druck, was letztendlich geringere durchschnittliche Raffineriemargen als 2018 bedeutete.

Trotz der gegenüber dem Vorjahr rückläufigen Entwicklung war die gesamtwirtschaftliche Lage für Raffinerieprodukte nach wie vor gut. Begünstigend wirkte die starke Nachfrage nach Mitteldestillaten, nachdem 2018 in Europa aus logistischen Gründen Versorgungsknappheit geherrscht hatte. Dadurch blieben die Binnenaufschläge 2019 weiter auf hohem Niveau. Die Gesamtauslastung der europäischen Raffinerien der OMV war 2019 mit 97% außergewöhnlich hoch (2018: 92%). Die hohe Flexibilität bei der Verarbeitung der Rohstoffe, die den Einsatz von mehr als 200 verschiedenen Rohölsorten in den OMV Raffinerien im Westen ermöglicht, trug zu einem starken Ergebnis für Downstream Öl bei. Maßgebend dafür war auch die optimale Rohstoffbeschaffung.

Dank der räumlichen Nähe der drei europäischen Standorte kann die OMV diese als ein integriertes Raffineriesystem betreiben. Zwischenerzeugnisse werden zwischen den Raffinerien ausgetauscht, um Produktströme zu optimieren und Erträge zu steigern. Dieser Ansatz erlaubt es der OMV, Investitionen strategisch auszurichten, die Verarbeitungsflexibilität für eine bestmögliche Aufwertung des gesamten Produktportfolios voll auszuschöpfen und Skaleneffekte zu nutzen.

Im Petrochemiegeschäft waren die Verkaufsmengen im Vergleich zu 2018 etwas geringer. Grund dafür war der Ausfall einer Cracker-Anlage in der Raffinerie Burghausen Anfang September. Die durchschnittlichen Petrochemiemargen lagen aufgrund der schwachen Margen im vierten Quartal 2019 über das Gesamtjahr gesehen unter jenen von 2018. Diese Entwicklung entsprach den niedrigeren globalen BIP-Wachstumsraten. Die Butadienmargen wurden durch die rückläufige Nachfrage in der Automobilindustrie beeinflusst. Haupteinsatzbereich von Butadien ist die Produktion von Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), der hauptsächlich zur Herstellung von Autoreifen verwendet wird. Bei Benzol gerieten die Margen aufgrund des Überangebots und der seit dem zweiten Quartal 2018 anhaltend schwachen Nachfrage, die sich bis ins erste Quartal 2019 fortsetzte, stark unter Druck. Im zweiten und dritten Quartal 2019 erholten sich die Margen allmählich wieder, da sich das Angebot durch geplante und ungeplante Betriebsunterbrechungen europäischer Cracker-Anlagen verknappte und der Importdruck aus anderen Regionen abnahm.

Jahresnominalkapazitäten der Raffinerien

Insgesamt 24,9
ADNOC Refining
(Vereinigte Arabische Emirate)
7,11
Petrobrazi (Rumänien) 4,5
Burghausen (Deutschland) 3,8
Schwechat (Österreich) 9,6
In Mio t

1 Entsprechen dem 15%-Anteil der OMV an ADNOC Refining

Retail

Das Retail-Geschäft verbesserte seine starke Performance 2019 noch weiter und erwies sich einmal mehr als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse sowie als starker Cash-Generator. Die Gesamtverkaufsmenge stieg um 3% auf 6,5 Mio t, das sind rund 8 Mrd Liter. Der mittlere Treibstoffabsatz pro Tankstelle erhöhte sich aufgrund der starken Performance in allen Schlüsselmärkten und eines günstigen Marktumfeldes auf 3,88 Mio Liter (+3% gegenüber 2018). Das Netzwerk umfasste zum Jahresende 2.075 Tankstellen (2018: 2.064). Die OMV konzentriert sich weiterhin auf ihre erfolgreiche Mehrmarkenstrategie und plant auf der Basis einer Vereinbarung mit Aldi Süd eine weitere Expansion in Deutschland. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot. Die Automatentankstellenmarke Avanti steht für das Diskontsegment, die Marke Petrom für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Strategie liefert weiterhin sehr gute Ergebnisse. Auch die Rentabilität pro Standort ist weiter gestiegen. Der Absatz von Kraftstoffen der OMV Premiummarke MaxxMotion erzielte mit rund 800 Mio Litern ein Allzeithoch und unterstreicht damit den Vorteil von Premiumqualität selbst in einem Umfeld generell höherer Kraftstoffpreise. Das Non-Fuel-Business – hierzu zählen unter anderem VIVA Shops und Autowaschanlagen – entwickelte sich weiterhin sehr gut und trug um 6% mehr zum Nettomargenwachstum als 2018 bei. Der Fokus auf hochwertige Produkte und Services im Netzwerk der Premiumtankstellen bleibt eines der Alleinstellungsmerkmale der OMV. Unsere neuen VIVA Eigenmarkenprodukte, wie etwa VIVA Eiskaffee und Snacks, trugen ebenfalls zu einem verbesserten Ergebnis im Retail-Geschäft bei.

Borealis

Der Beitrag von Borealis zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten sank um 13% auf EUR 314 Mio (2018: EUR 360 Mio). Ursache dafür war 2019 hauptsächlich der schwache Polyolefinmarkt in

Asien, wodurch der Borouge-Beitrag zum Finanzerfolg von Borealis deutlich geringer ausfiel. Dieser negative Einfluss auf das Ergebnis wurde durch zufriedenstellende integrierte Polyolefinmargen in Europa und eine Erholung des Düngemittelmarktes weitgehend ausgeglichen.

Am 7. Juni 2019 einigten sich die finnischen und österreichischen Steuerbehörden in zwei Fällen hinsichtlich der Besteuerung von Borealis Technology Oy und Borealis Polymers Oy. Der Konflikt wurde mittels eines Verständigungsverfahrens zwischen Finnland und Österreich beigelegt. Borealis begrüßt dieses Übereinkommen, das eine Doppelbesteuerung endgültig ausschließt.

Bayport Polymers (Baystar), das 50/50-Joint-Venture von Total und Novealis Holdings (50/50-Joint-Venture von Borealis und NOVA Chemicals), feierte den Spatenstich für den Bau einer Borstar®-Polyethylenanlage mit einer Jahreskapazität von 625.000 t am Produktionsstandort in Pasadena, Texas. Die neue Anlage soll 2021 in Betrieb gehen. Dank der hochmodernen Borstar®-Technologie, die erstmals in Nordamerika zum Einsatz kommt, kann Baystar nun verbesserte Polyethylenprodukte für anspruchsvollste Anwendungen herstellen. Darüber hinaus errichtet Baystar einen Steamcracker mit einer Jahreskapazität von 1 Mio t in Port Arthur, Texas. Der neue Cracker wird Ethan verarbeiten, das in den USA ausreichend vorhanden und preiswert ist, und wird Rohstoffe für die bestehenden Polyethylenanlagen mit einer Kapazität von 400.000 t pro Jahr sowie für die neue Borstar®-Polyethylenanlage in Pasadena liefern.

Im Jänner 2020 gaben Borealis und NOVA Chemicals bekannt, dass die Unternehmen eine Vereinbarung über den Kauf der 50%-Beteiligung von NOVA Chemicals an Novealis Holdings durch Borealis abgeschlossen haben. Der Abschluss der Akquisition ist von den üblichen behördlichen Genehmigungen und anderen Bedingungen abhängig, jedoch nicht von einer Finanzierungsbedingung. Der Abschluss der Transaktion wird in der ersten Hälfte des Jahres 2020 erwartet.

Am 9. September feierte Borealis den Spatenstich für seine neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Weltmaßstab. Die neue Anlage am bestehenden Borealis Produktionsstandort in Kallo, Belgien, wird mit einer angestrebten Produktionskapazität von 750.000 t Propylen pro Jahr eine der größten und effizientesten der Welt sein. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund EUR 1 Mrd ist das

Projekt das größte jemals von Borealis umgesetzte Vorhaben in Europa. Dies unterstreicht das Bekenntnis des Unternehmens zu seinen Kontinentalbetrieben und zu seinen Kundinnen und Kunden in Europa, für die das Unternehmen der Lieferant der Wahl sein möchte.

Downstream Gas

Der Bereich Downstream Gas ist mit einem vollständig integrierten Erdgasgeschäft über die gesamte Gaswertschöpfungskette vom Bohrloch bis zum Verbrauchspunkt tätig.1 Mit einem Gaskraftwerk in Rumänien beinhaltet dieser Geschäftsbereich auch die Konzernaktivitäten im Stromgeschäft.

Supply, Marketing und Trading

Die OMV vermarktet und verkauft Erdgas in neun europäischen Ländern sowie in der Türkei. Die Erdgas-Verkaufsmengen beliefen sich 2019 auf 136,7 TWh (2018: 113,8 TWh), das ist ein Plus von 20%. Die Grundlage für wachsende Gasverkaufsaktivitäten ist ein gut diversifiziertes Gasbezugsportfolio, bestehend aus Erdgas aus eigenen Produktionsstätten und von einer Vielzahl internationaler Zulieferunternehmen. Neben mittel- und langfristigen Aktivitäten ergänzen kurzfristige Geschäfte an den wichtigsten internationalen Handelsplätzen das dynamische Gasbezugsportfolio der OMV.

Die Verkaufsaktivitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (OMV Gas) konzentrieren sich auf Großindustrie und Kommunen. OMV Gas hat Verkaufsniederlassungen in Österreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und in Belgien. Die externen Verkaufsmengen beliefen sich in diesen Ländern auf 87,3 TWh. Das ist ein Anstieg um 34% gegenüber 2018. Italien, Slowenien und Frankreich sind über Handelsaktivitäten abgedeckt. In Anbetracht des schwierigen Marktumfeldes ist das ein beträchtlicher Erfolg. Die Margen blieben aufgrund der wettbewerbsintensiven und zunehmend volatilen Lage am europäischen Gasmarkt weiter unter Druck. Diese Situation wird voraussichtlich auch weiter anhalten. In Deutschland strebt die OMV Gas bis 2025 einen Marktanteil von 10% an und ist auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Die Verkaufsmenge lag im Jahr 2019 bei 40,1 TWh. Das ist ein Anstieg um 58% gegenüber dem Vorjahr und entspricht einem Marktanteil von 4%.

1 Das Erdgasgeschäft der OMV wird unter strikter Einhaltung der anwendbaren Gas-Unbundling-Vorschriften geführt.

In Rumänien erzielte die OMV Petrom im Gas- und Stromgeschäft ein gutes Operatives Ergebnis. Dies spiegelt die Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios wider, mit der eine durch verschlechterte Marktbedingungen bedingte schwächere Leistung im Stromgeschäft ausgeglichen wurde. Vor dem Hintergrund von nach wie vor volatilen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie einer rückläufigen inländischen Gasnachfrage beliefen sich die Verkaufsmengen von Erdgas an Dritte im Jahr 2019 auf 47,2 TWh, was einer Steigerung von 21% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unterstützt wurde dies durch Liefermengen Dritter, um die geringere Eigengasproduktion zu kompensieren. In Rumänien sank die Nettostromerzeugung 2019 auf 3,4 TWh (2018: 3,8 TWh), wobei das Kraftwerk Brazi ungefähr 6% der rumänischen Stromerzeugung abdeckt (derselbe Prozentsatz wie 2018) und eine wichtige Rolle auf dem Regelenergiemarkt spielt.

Die OMV Gas konnte 2019 auch die Auslastung des Regasifizierungsterminals Gate deutlich verbessern. Neben ihrem wachsenden LNG-Spot-Geschäft schloss die OMV Gas wichtige mittelfristige LNG-Geschäfte über die Lieferung mehrerer LNG-Cargoes nach Europa ab. Diese LNG-Mengen unterstützen die Umsetzung der ambitionierten Umsatzwachstumsziele der OMV in Nordwesteuropa und sorgen zudem für eine noch höhere Versorgungssicherheit für das geografisch diversifizierte Gasbezugsportfolio der OMV. Das LNG-Geschäft unterstützt die Strategie der Portfolio-Integration des Supply-, Marketing- und Trading-Geschäfts im Westen und Osten sowie in der Türkei.

Gas Logistik

Die OMV betreibt Gasspeicher in Österreich und Deutschland mit einer Speicherkapazität von 30 TWh. Zudem ist die OMV mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH), einer wichtigen Gashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa, beteiligt. Die OMV Tochtergesellschaft Gas Connect Austria betreibt ein rund 900 km langes Hochdruck-Gasleitungsnetz in Österreich.

Mit rund 575 TWh waren die tatsächlichen ein- und ausgehenden Transportmengen in Ostösterreich (Regelzone Ost) die höchsten der letzten sechs Jahre. Insbesondere die Knotenpunkte Baumgarten (Einspeisung) und Mosonmagyaróvár (Ausspeisung) waren 2019 auf hohem Niveau ausgelastet.

Der Erdgasspeichermarkt war von einer hohen Kundennachfrage und einem gestiegenen Marktpreisniveau aufgrund höherer Sommer/Winter-Spreads

sowie stärkerer Volatilität geprägt. An den europäischen Hubs lagen die Sommer/Winter-Spreads deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Nach einem relativ hohen Füllstand am Ende des letzten Winters waren die österreichischen Gasspeicher aufgrund der hohen Kundennachfrage im vierten Quartal über ihre Nennkapazität hinaus ausgelastet.

Im Jahr 2019 wurden am virtuellen Handelspunkt des Central European Gas Hub 754 TWh Erdgas gehandelt, ein Zuwachs von 14% gegenüber 2018. Dieses Volumen entspricht etwa dem Achtfachen des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs. Auf dem PEGAS CEGH Gas Exchange Market wurden 2019 in Österreich 163 TWh gehandelt, was einer Steigerung von 23% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Beide Ergebnisse sind Allzeithochs in der Geschichte des CEGH. Der PEGAS CEGH Gas Market wurde per Jänner 2020 in den EEX Gas integriert.

Die OMV ist Finanzierungspartnerin der Pipeline Nord Stream 2. Im Jahr 2019 stellte die OMV für dieses Projekt Mittel in Höhe von EUR 113 Mio bereit. Damit betrugen die gesamten laufenden Auszahlungen der OMV im Rahmen der Finanzierungsverträge für das Projekt Nord Stream 2 EUR 712 Mio.

Innovation und neue Technologien

Die OMV erkundet aktiv alternative Einsatzstoffe, Technologien und Kraftstoffe, um ein gut diversifiziertes und wettbewerbsfähiges Portfolio für die Zukunft zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Aktivitäten und Ressourcen liegt auf der Produktion von nachhaltigen Biokraftstoffen und fortschrittlichen Kraftstoffen, auf zukünftiger Energie für den Transportsektor sowie auf innovativen Lösungen zur Verbesserung der CO2-Bilanz unseres Produktportfolios.

Aus diesem Grund entwickelt die OMV systematisch neue Technologien wie das Co-Processing, um die Qualität und Stabilität von Kraftstoffen mit biogenen Komponenten zu verbessern. Üblicherweise wird die biogene Komponente dem Kraftstoff erst nach der Produktion zugemischt. Beim Co-Processing geschieht dies bereits während der Produktion. Dieses Konzept ermöglicht es der OMV, aus verschiedenen biogenen Einsatzstoffen wie heimischem Rapsöl, Altspeiseöl oder Algenöl in bestehenden Raffinerieanlagen Treibstoffe herzustellen. Die OMV setzte ihre Entwicklungsaktivitäten im Co-Processing von nachwachsenden Rohstoffen 2019 mit zusätzlichen Tests in Labors und Pilotanlagen fort.

Im Mittelpunkt stand die Feinabstimmung des technischen Konzepts in Bezug auf Produktqualität, biogene Ausbeute und Energieverbrauch.

Darüber hinaus befasst sich die OMV mit der Produktion von fortschrittlichen Kraftstoffen, die nicht in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen. Deshalb arbeitet die OMV gemeinsam mit der Verbund AG am Projekt UpHy, bei dem es um die Herstellung von grünem Wasserstoff für Anwendungen in der Mobilität und im Raffinerieprozess geht. Im Rahmen dieser strategischen Partnerschaft werden auch Optionen für den Einsatz von grünem Wasserstoff zur Hydrierung von CO2, zur Reduzierung von CO2-Emissionen aus Industrieanlagen und zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe und Chemikalien (Power-to-X) evaluiert. Zudem beteiligt sich die OMV mit externen Partnern an verschiedenen geförderten Forschungsprojekten, wie beispielsweise der enzymatischen Umwandlung von CO2 und Wasserstoff in Alkohol und der anschließenden Produktion von Bio-Kerosin in Zusammenarbeit mit der TU Wien. Bei einem Projekt in Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben geht es wiederum um die Verflüssigung von Bioabfällen zu biobasiertem Rohöl, und im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts steht die Pyrolyse von Bioabfällen zu Bio-Öl im Mittelpunkt.

Anfang 2018 stellte die Europäische Kommission das neue Kreislaufwirtschaftspaket vor, das die Kunststoffrecyclingquoten erhöhen und die Freisetzung von Kunststoffen in die Umwelt minimieren soll. In der ReOil®-Pilotanlage am Raffineriestandort Schwechat werden Kunststoffabfälle von Haushalten und aus der Industrie bereits mit einer eigenen Technologie der OMV in einem Pyrolyseverfahren zu synthetischem Rohöl recycelt. Dieses Rohöl lässt sich zu jedem beliebigen Raffinerieprodukt verarbeiten. Die Fertigstellung der mechanischen Teile der Pilotanlage mit einer Kapazität von 100 kg/h erfolgte Ende 2017. Im Jahr 2019 nahm die OMV

weitere Verbesserungen an der Pilotanlage vor, um die nächsten Scale-up-Schritte hin zu einem großtechnischen Verfahren vorzubereiten.

Die OMV ist aktiv an der Entwicklung von alternativen Kraftstoffen für wichtige Mobilitätsanwendungen beteiligt, um über die Marktentwicklungen im Zusammenhang mit Emissionssenkungen informiert zu bleiben.

Die OMV hält 40% an SMATRICS, Österreichs größtem Anbieter für E-Mobilität. SMATRICS betreibt derzeit 461 Ladepunkte an 165 öffentlich zugänglichen Standorten. Als Enabler von E-Mobilität bietet SMATRICS komplette B2C- und B2B-Servicepakete an. Zudem kooperiert die OMV mit IONITY, deren High-Power-Charging-Netz an sieben OMV Standorten verfügbar ist; weitere sollen in naher Zukunft folgen. Mit der OMV E-Mobilitätskarte können ROUTEX-Kundinnen und -Kunden problemlos ihren bevorzugten Kraftstoff tanken.

Komprimiertes Erdgas (CNG) und Flüssiggas (LNG) können die CO2- und Partikelemissionen von Fahrzeugen um 20% bzw. 90% reduzieren. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, führt die OMV derzeit eine strategische Bewertung von LNG als alternativem Kraftstoff für Schwerfahrzeuge durch. Erste Aktivitäten mit Partnerunternehmen zur Erhöhung der Auslastung des bestehenden CNG-Netzes in Österreich laufen bereits.

Als Vorreiterin in der Wasserstoffmobilität betreibt die OMV derzeit fünf Wasserstofftankstellen in Österreich und ist an der Initiative H2 MOBILITY beteiligt, deren Ziel es ist, bis Ende 2023 ein deutschlandweites Wasserstofftankstellennetz zu betreiben. Die OMV fördert mehrere Initiativen zur Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff in einer Reihe von Branchen, um das Potenzial dieses Kraftstoffs zu erschließen und die OMV entsprechend zu positionieren.

Ausblick

Marktumfeld

Die OMV erwartet für das Jahr 2020 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von USD 60/bbl (2019: USD 64/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird im Jahr 2020 voraussichtlich niedriger als im Vorjahr sein (2019: EUR 11,9/MWh).

Konzern

Die organischen Investitionen (inklusive aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen) werden sich 2020 voraussichtlich auf rund EUR 2,4 Mrd belaufen (2019: EUR 2,3 Mrd).

Upstream

Die OMV erwartet für 2020 eine Gesamtproduktion von rund 500 kboe/d (2019: 487 kboe/d), abhängig von der Sicherheitslage in Libyen. Die organischen Investitionen in Upstream (inklusive aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen) werden sich im Jahr 2020 voraussichtlich auf rund EUR 1,6 Mrd belaufen (2019: EUR 1,6 Mrd). Für das Jahr 2020 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben in Höhe von EUR 350 Mio prognostiziert (2019: EUR 360 Mio).

Downstream

Im Jahr 2020 werden eine Raffineriemarge von über USD 5/bbl (2019: USD 4,4/bbl) und Petrochemie-Margen von etwas unter EUR 400/t (2019: EUR 433/t) erwartet. Die Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte wird 2020 voraussichtlich ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr haben (2019: 20,9 Mio t). Für die OMV Märkte werden für 2020 leicht geringere Retail-Margen und Commercial-Margen als 2019 erwartet. Für das Jahr 2020 ist keine Generalüberholung der Raffinerien in Europa geplant. Daher wird der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa voraussichtlich bei rund 95% liegen (2019: 97%).

Die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2020 sollten über denen von 2019 liegen (2019: 137 TWh). Die Erdgas-Verkaufsmargen werden voraussichtlich mindestens dasselbe Niveau wie im Vorjahr haben.

Es wird erwartet, dass der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und die Bemühungen diesen einzudämmen die Weltwirtschaft beeinflussen und als Folge eine Auswirkung auf die Preise von und die Nachfrage nach Ölprodukten und Rohöl haben werden. Da eine Quantifizierung zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht möglich ist, sind diese Auswirkungen im oben angeführten Ausblick nicht enthalten.

Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel Strategie (Seite 43).

Risikomanagement

Ebenso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist die OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein Risk Owner definiert, der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Nicht finanzielle und finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet.

Hauptzweck des UWRM ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als

20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen.

Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden.

Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Strategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:

  • Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
  • Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorische bzw. Compliance-Risiken
  • Strategische Risiken, die zum Beispiel durch technologischen Fortschritt oder den Klimawandel entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit einer Geschäftspartnerin oder eines Geschäftspartners entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl- und Gasunternehmen ist die OMV substanziell den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Short-Positionen in RON, NOK, NZD und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Management von Marktpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU Emissionsberechtigungen

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU Emissionsberechtigungen, Kontrahentinnen bzw. Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.

In Bezug auf Marktpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Upstream-Geschäft abzusichern.

Im Downstream-Geschäft ist die OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen

zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.

Zinsrisikomanagement

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahentinnen und Kontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartnerinnen bzw. -partner und Sicherheitengeberinnen bzw. -geber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl auf Konzernebene als auch bei der OMV Petrom in einer Richtlinie festgelegt.

Operative Risiken

Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert.

Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.

Die OMV konzentriert sich insbesondere auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE);

CO2-Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu Umwelt, Klima und Energie, diesbezüglichen Entwicklungen in den Kraftstoff- und Gasmärkten, den finanziellen Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, dem Status von Innovationsprojekten und dem Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z. B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z. B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen).

Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und Cyber-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert.

Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.

Strategische Risiken

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die derzeit Schauplätze politischer Instabilität sind, wie etwa im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Malaysia, Russland und Tunesien, bzw. verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge in der Produktion oder höhere Steuersätze, die Begrenzung von Eigentum ausländischer Investorinnen und Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrung und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern.

Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet und spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Darüber hinaus wurden die möglichen Auswirkungen des Brexits auf die Unternehmen des OMV Konzerns analysiert. Die Analyse ergab, dass keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind.

Die OMV analysiert das Risiko potenzieller USoder EU-Sanktionen und deren Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um alle geltenden Sanktionen vollumfänglich einzuhalten. Insbesondere Risiken aufgrund von US-Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt und Aktivitäten in Russland werden regelmäßig bewertet und überwacht. Die Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 sind von den US-Sanktionen nicht betroffen.

Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV regelmäßig die Gefährdung des Konzerns durch klimawandelbedingte Risiken. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.

  • Weitere Details zum Risikomanagement und zur Verwendung von Finanzinstrumenten finden Sie in der Anhangangabe 28.
  • Weitere Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht 2019.
  • Weitere Details zu Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt finden Sie im Abschnitt Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) des Konzernlageberichts auf Seite 52.

Weitere Informationen

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stück aktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG)1 und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH)2 besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Da das von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffene genehmigte Kapital am 13. Mai 2014 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 14. Mai 2014 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber

lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung

  • (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) der Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term Incentive Plänen (einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens) sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.

Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.

b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/ der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

1 Mit Wirkung zum 20. Februar 2019 wurde die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmenwortlaut auf Österreichische Beteiligungs AG geändert.

2 Mit Wirkung zum 13. Februar 2019 wurden sämtliche bis dahin von der International Petroleum Investment Company gehaltenen Aktien auf die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C übertragen

  • c) Die Hauptversammlung vom 14. Mai 2019 ermächtigte den Vorstand gemäß § 65 Abs.1 Z 8 Aktiengesetz auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft, während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung, zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die dich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden, wobei die Ausübung jederzeit zum Wohl und im besten Interesse der Gesellschaft zu erfolgen hat.
    1. Die OMV hat unbefristete Hybridschuldverschreibungen im Ausmaß von EUR 2.000 Mio begeben, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in der Höhe von EUR 1.987 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.

Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:

  • (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% verzinst. Von 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 ist zusätzlich ein Step-up von 1% per annum anwendbar.
  • (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 wird die Tranche 2 mit einem Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Step-ups von 1% per annum entspricht, verzinst.

Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 2,335% per annum entspricht, und ab dem 19. Juni 2028 ist zusätzlich ein Step-up von 1% per annum anwendbar. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Die zum 31. Dezember 2019 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richt-

linie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen "End-to-End"-Prozesse (z. B. Purchase-to--Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

  1. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Weitere Informationen dazu finden Sie in der Anhangangabe 37 im Konzernabschluss.

Wien, am 11. März 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Thomas Gangl e.h.
Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor und
Chief Marketing Officer
Stellvertretender
Vorstandsvorsitzender
und Chief Upstream
Operations Officer
Finanzvorstand Chief Downstream
Operations Officer

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Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

Die OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance der OMV. Die OMV entspricht dem vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance herausgegebenen öCGK. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch die OMV wurde zum letzten Mal im Jahr 2018 einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch die OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen wie im letzten Jahr im Vergütungsbericht. Die nächste externe Evaluierung wird für das Geschäftsjahr 2020 durchgeführt.

Der Corporate-Governance-Bericht der OMV Petrom S.A., ein Unternehmen, das im Konzernabschluss der OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist unter www.omvpetrom.com/en/about-us/corporategovernance-aboutus verfügbar.

Entsprechend der Empfehlung in der AFRAC-Stellungnahme zum Corporate Governance-Bericht wird der Corporate Governance Bericht des Mutterunternehmens und der konsolidierte Corporate Governance Bericht in einem Bericht zusammengefasst.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2022 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens sowie Marketing & Trading

Nach seinem Doktoratsstudium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)
OMV Gas & Power
GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2023 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leitung des Geschäftsbereichs Upstream

Chief Upstream Operations Officer

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei der OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei der OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied der OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration & Production verantwortlich. Vor seiner Bestellung als Vorstandsmitglied der OMV war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 10. August 2019)
OJSC Severnefte
gazprom
Mitglied des Verwaltungsrats
Sapura OMV Upstream
Sdn. Bhd.
Stellvertretender Vorsitzender
(seit 31. Jänner 2019)
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria Exploration
& Production GmbH
Vorsitzender
des Aufsichtsrats

Reinhard Florey, *1965

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2021 Finanzvorstand

Verantwortungsbereich: Finanzen

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der Technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outokumpu Oyj.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global So
lutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
Central European Gas
Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 12. Juni 2019)

Thomas Gangl, *1971

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2019 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2022 Vorstandsmitglied mit Verantwortungsbereich Refining & Petrochemical Operations

Chief Downstream Operations Officer

Thomas Gangl begann nach Studien in Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Wien und in Mechanical Engineering an der University of Salford (Manchester) seine OMV Laufbahn 1998 als Prozessingenieur in der Raffinerie Schwechat. 2011 wurde er General Manager der OMV Deutschland GmbH und Raffinerieleiter in Burghausen. Im Jahr 2014 übernahm er die Leitung der Raffinerie in Schwechat und 2016 wurde er Senior Vice President der Business Unit Refining & Petrochemicals mit Verantwortung für alle drei OMV Raffinerien. Seit 1. Juli 2019 ist er OMV Vorstandsmitglied. Er ist verantwortlich für den Bereich Refining & Petrochemical Operations.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 1. Juli 2019)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 3. Juli 2019)
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Manfred Leitner legte per 30. Juni 2019 seine Funktion als Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Downstream zurück.

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei der OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration & Production übernahm er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controllingaktivitäten des Bereichs Exploration & Production verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Refining & Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization & Supply.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 30. Juni 2019)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 3. Juli 2019)
OMV Supply & Vorsitzender des Aufsichtsrats
Trading Limited (bis 30. Juni 2019)
OMV Gas & Power Geschäftsführer
GmbH (bis 30. Juni 2019)
OMV Refining & Geschäftsführer
Marketing GmbH (bis 30. Juni 2019)
Central European Gas Vorsitzender des Aufsichtsrats
Hub AG (bis 12.Juni 2019)
GAS CONNECT AUST Vorsitzender des Aufsichtsrats
RIA GmbH (bis 30. Juni 2019)
OMV Gas Storage Vorsitzender des Aufsichtsrats
GmbH (bis 25. März 2019)
OMV Gaz İletim A.Ş. Vorsitzender des Verwaltungs
rats (bis 28. Juni 2019)
OMV Enerji Ticaret A.Ş. Vorsitzender des Verwaltungs
rats (bis 28. Juni 2019)

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder und erläutert die Vergütungsgrundsätze. Die OMV unterscheidet zwischen fixen und variablen Vergütungsbestandteilen, aber auch zwischen monetären und nicht monetären Elementen.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand im Jahr 2019

Vergütungs
element
Beschreibung Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Grundgehalt Für die Höhe des Grundge
halts werden die Verantwor
tung und Leistungen der ein
zelnen Vorstandsmitglieder,
die Situation der OMV sowie
die übliche Vergütungshöhe
bei europäischen Öl- und Gas
unternehmen vergleichbarer
Größe und bei vergleichbaren
österreichischen Unterneh
men berücksichtigt. Die Ver
gütung erfolgt auf einem
wettbewerbsfähigen Niveau.
Gewährleistung eines fixen
Einkommens, das dem Umfang
und der Komplexität des Ge
schäfts sowie der Rolle und
Verantwortung der einzelnen
Vorstandsmitglieder entspricht
und am Markt wettbewerbs
fähig ist.
Wettbewerbsfähige Vergütung,
um die qualifiziertesten Füh
rungskräfte der Öl- und Gas
branche zu gewinnen, zu halten
und zu motivieren, die das Unter
nehmen im besten Interesse der
Aktionärinnen und Aktionäre
führen.
Jahresbonus
(Barbonifikation
und Equity
Deferral)
Die Leistung wird anhand
von jährlichen Kriterien
gemessen. Die Bonifikation
ist als Zieljahresbonus in Euro
im Vorstandsvertrag definiert
und auf 180% dieses Ziel
jahresbonus begrenzt (150%
+/– 20% Nachhaltigkeitsmulti
plikator). 2/3 des Jahresbonus
werden in bar ausgezahlt. 1/3
wird in Aktien (Equity Defer
ral) zugeteilt, die ab dem
Zuteilungstag für drei Jahre
gehalten werden müssen.
Bereitstellung einer variablen
Vergütung auf Basis von jähr
lichen finanziellen und nicht
finanziellen Leistungskriterien,
die für die Strategie der OMV
und die Öl- und Gasindustrie
relevant sind. Die Kriterien wer
den anhand von finanziellen
Zielen und Nachhaltigkeitsindi
katoren inklusive Indikatoren
für Gesundheit, Sicherheit und
Umwelt bemessen.
Die Leistungskriterien sind auf
die Strategie der OMV abge
stimmt, stellen eine leistungsab
hängige Vergütung sicher und
fördern eine Aktienkultur. Das
Equity Deferral dient – zusammen
mit dem LTIP – als langfristiges
Vergütungsinstrument für die
Vorstandsmitglieder, das die
Bindung an die OMV und die
Angleichung an die Interessen
der Aktionärinnen und Aktionäre
fördert. Die Zahlungen unterlie
gen Rückzahlungsbestimmungen.
Long-Term
Incentive Plan
Die Zuteilung erfolgt im Rah
men eines Performance Share
Plan. Die Anzahl der zugeteil
ten Aktien ist abhängig von
der Erreichung von finanziellen
Leistungskriterien sowie vom
relativen Total Shareholder
Return. Die Bonifikation ist als
Ziel-Long-Term-Incentive in
Euro im Vorstandsvertrag
definiert und auf 200% dieses
Ziel-Long-Term-Incentives
begrenzt. Im Rahmen eines
HSSE-Malus (HSSE = Health,
Safety, Security, and Environ
ment) kann die Gesamtziel
erreichung nach Ermessen
des Aufsichtsrats angepasst
werden.
Förderung der mittel- und lang
fristigen Wertschöpfung der
OMV. Die Leistung wird anhand
von Schlüsselkriterien in Ver
bindung mit der Strategie und
der Aktienrendite der OMV
gemessen. Dadurch sollen auch
eine unangemessene Risiko
bereitschaft verhindert und eine
langfristige Bindung sowie ver
antwortungsbewusstes Handeln
der Vorstandsmitglieder gesi
chert werden.
Abstimmung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären, Sicherstellung von
leistungsabhängiger Vergütung
und Förderung einer Aktienkultur
durch Zuteilen von OMV Aktien
abhängig von Leistungskriterien
mit Fokus auf finanzielle und
operative Leistung sowie Wert
steigerung gegenüber anderen
europäischen Öl- und Gasunter
nehmen. Einzelheiten zu den
Kriterien werden im Geschäfts
bericht veröffentlicht. Die Zah
lungen unterliegen Malus- und
Rückzahlungsbestimmungen.
Neben
leistungen
Vorstandsmitglieder erhalten
einen Dienstwagen und ha
ben Anspruch auf eine Unfall
versicherung. Die Kranken
versicherung beschränkt sich
auf die österreichische gesetz
liche Krankenversicherung.
Bereitstellung von Nebenleis
tungen, die der üblichen Markt
praxis entsprechen, um Vor
standsmitglieder zu gewinnen
und zu halten.
Teil eines wettbewerbsfähigen
Vergütungspakets, um die quali
fiziertesten Vorstandsmitglieder
zu gewinnen und zu halten.
Pensions
beiträge
Beitragsorientierte Pensionen
werden über eine Pensions
kasse geleistet. Die Höhe der
Pension hängt von der Höhe
des verfügbaren Kapitals in
der Pensionskasse ab. Das
Pensionsantrittsalter ist das
österreichische gesetzliche
Pensionsantrittsalter.
Die Regelungen zu beitragsorien
tierten Pensionen entsprechen
systematisch jenen von OMV Mit
arbeiterinnen und Mitarbeitern
und stellen sicher, dass die Ver
gütungspakete der üblichen Pra
xis in Österreich entsprechen.
Die Nutzung einer Pensionskasse
beschränkt die von der OMV ge
tragenen Risiken. Die Höhe der
Pensionsleistungen hängt alleine
von der Höhe des verfügbaren
Kapitals in der Pensionskasse ab.
Eine Verrentung erfolgt gemäß
dem genehmigten Geschäftsplan
der Pensionskasse.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand im Jahr 2019

Vergütungs
element
Beschreibung Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Aktienbesitzer
fordernis
Aktien im Wert von 200% des
Grundgehalts für den Vorstands
vorsitzenden, 175% für den
stellvertretenden Vorstands
vorsitzenden und 150% für die
übrigen Vorstandsmitglieder,
die innerhalb von fünf Jahren
nach der Erstbestellung aufge
baut werden müssen.
Sicherstellung langfristiger
Interessensübereinstimmung,
da das private Vermögen der
Vorstandsmitglieder betroffen
ist.
Angleichung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären durch die Förderung
einer nachhaltigen und lang
fristigen Unternehmensentwick
lung und die Vermeidung des
Eingehens von unangemessenen
Risiken.
Auszahlungs
obergrenze
Zusätzlich zu den Begrenzun
gen des Jahresbonus und des
Long-Term Incentive Plans
kommt je Vorstandsmitglied
ein Maximalbetrag für die
jährliche Gesamtvergütung
zur Anwendung.
Betragsmäßige Begrenzung zur
Vermeidung nicht intendierter
Vergütungshöhen und Sicher
stellung der gesellschaftlichen
Akzeptanz der Vergütungszah
lungen an Vorstandsmitglieder
sowie Beschränkung der von
der OMV getragenen Risiken.
Angleichung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären durch die Förderung
einer nachhaltigen und langfris
tigen Unternehmensentwicklung
und die Vermeidung des Ein
gehens von unangemessenen
Risiken.

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in Euro festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder zielt darauf ab, ein konkurrenzfähiges Niveau zu erreichen, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen sichergestellt.

Die langfristigen Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Stakeholder werden in der leistungsbezogenen Vergütung berücksichtigt, die sowohl kurz- als auch langfristige Elemente beinhaltet. Die Leistung des Vorstands wird anhand von finanziellen und nicht finanziellen Kriterien bewertet. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festgelegt. Aufgrund der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, die Möglichkeit, die Schwellen-,

Ziel- und Maximalwerte im Falle von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen. Alle Anpassungen erfolgen immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Vorstandsvergütung beinhaltet fixe und variable Vergütungselemente und Nebenleistungen. Das Vergütungspaket des einzelnen Vorstandmitglieds beinhaltet eine Grundvergütung, einen Jahresbonus (der teilweise in OMV Aktien ausgezahlt wird und drei Jahre gehalten werden muss), einen Long-Term Incentive Plan (LTIP) sowie Pensionsbeiträge und nicht monetäre Elemente.

Der Großteil der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder wird in Form von variablen Vergütungselementen zugeteilt. Für das Geschäftsjahr 2019 machten die variablen Elemente zwischen 65% und 73% der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder aus (die Varianz ist auf den höheren LTIP-Anteil für den Vorsitzenden zurückzuführen). Gemäß österreichischem Recht und den Anforderungen des öCGK basiert ein großer Teil der variabl en Vergütung auf der Leistung über mehrere Jahre. Für das Geschäftsjahr 2019 orientieren sich 35% bis 49% der Zielvergütungen an der langfristigen Leistung, entweder über den LTIP oder den in Aktien gezahlten Teil des Jahresbonus (Equity Deferral), die drei Jahre gehalten werden muss.

Überblick über die Vorstandsvergütung

Anteil der gesamten Zielvergütung

Nicht leistungsbezogene Vergütungen

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr geregelt.

Nebenleistungen

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Vorstände sind durch die österreichische Sozialversicherung krankenversichert.

Pensionsbeiträge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Dadurch werden die von der OMV getragenen Risiken begrenzt. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die tatsächliche Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Leistungsbezogene Vergütungen

Jahresbonus

Der Jahresbonus belohnt finanzielle Leistung, Operational Excellence sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung der OMV. Der Aufsichtsrat legt für jedes Geschäftsjahr eine Reihe von Leistungskriterien fest. Die Auszahlung kann maximal 180% (150% +/–20% Nachhaltigkeitsmultiplikator) des im Vorstandsvertrag definierten Zieljahresbonus betragen.

Die Auszahlung wird auf Basis der Erreichung der finanziellen und operativen Ziele bestimmt. Zusätzlich ist ein Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Gesamtzielerreichung anwendbar, welcher nach Ermessen des OMV Aufsichtsrats auf der Grundlage eines vordefinierten Kriterienkatalogs bestimmt wird. Im Fall von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) kann der Aufsichtsrat die Zielwerte der Leistungskriterien abändern. Die im Geschäftsjahr 2019 zur Anwendung kommenden Leistungskriterien werden im Folgenden genauer erläutert.

Die Auszahlung des Jahresbonus wird in eine im folgenden Geschäftsjahr ausgezahlte Barbonifikation (2/3) und ein Equity Deferral (1/3) aufgeteilt, das in OMV Aktien zugeteilt wird, die für drei Jahre gehalten werden müssen (Haltefrist). Die Aktien werden nach Steuern im folgenden Geschäftsjahr zugeteilt und müssen für die Dauer der Haltefrist auf einem von der OMV verwalteten Treuhanddepot hinterlegt werden. Das Equity Deferral – zusammen mit dem LTIP – dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an die OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert.

Jahresbonus 2019

Zu Beginn des Leistungsjahres werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Jahres gemessen. Die Leistungskriterien für das Geschäftsjahr 2019 setzen sich aus den in der folgenden Tabelle angeführten Bereichen und Anpassungen zusammen:

Leistungskriterien – Jahresbonus 2019 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanzen Jahresüberschuss 40%
CCS ROACE vor Sonder
effekten, Dreijahresdurch
schnitt (2017 – 2019)
40%
Operatives
Ziel
NPV Bewertungen der lau
fenden Großinvestitionen
einschließlich Akquisitionen
auf Basis der jährlichen Ver
änderung
20%
Nachhaltig
keits
multiplikator
Nachhaltigkeitsmultiplikator
mit einem Wert zwischen
0,8 und 1,2 (entspricht
+/– 20%) anwendbar auf die
Gesamtzielerreichung
+/– 20%
Multi
plikator/
diskretionär
Anpassung
der
finanziellen
Zielwerte
Bei wesentlichen Änderun
gen externer Faktoren (z.B.
Ölpreis) liegt es im Ermes
sen des OMV Aufsichtsrats,
die Zielwerte der Leistungs
kriterien anzupassen.
diskretionär

Die tatsächliche Auszahlung ist abhängig von der Höhe der aktuellen Zielerreichung für das jeweilige Leistungskriterium. Diese wird wiederum durch den Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen erfolgt linear.

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Alle
Kriterien
Maximum 150%
Zielwert 100%
Schwelle 50%
Unter der Schwelle 0%

Der Zielwert des Jahresbonus der einzelnen Vorstandsmitglieder ist unter Annahme einer Zuteilung von 100% wie folgt definiert:

Variable Zielvergütung – Jahresbonus 2019

In EUR
Seele Pleininger Florey Gangl 1
Barbonifikation 1.000.000 700.000 675.000 245.000
Equity Deferral 500.000 350.000 337.500 122.500

1 Anteiliger Jahresbonus 2019, da Herr Gangl dem Vorstand per 1. Juli 2019 beigetreten ist.

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2019 ergibt sich insgesamt ein tatsächlicher Jahresbonus in der Höhe von 165,5%. Die Barkomponente von 2/3 des Gesamtjahresbonus wird im Jahr 2020 ausgezahlt. Im Rahmen des Equity Deferral wird das verbleibende Drittel in Aktien zugeteilt, die für drei Jahre gehalten werden müssen.

Performance Scorecard – Jahresbonus 2019 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Kriterien Schwelle Zielwert Maximum Ist
wert
Gewich
tung
Zuteilung
(% des
Zielwerts)
Jahresüberschuss, be
reinigt um die Effekte
aus der Marktbewer
tung von nicht reali
sierten Hedges, aus
Akquisitions- und Ver
äußerungsaktivitäten
in
EUR
Mio
1.770 2.080 2.390 2.146 40% 44,2%
CCS ROACE vor
Sondereffekten (Drei
jahresdurchschnitt)
in
Prozent
11,8% 12,3% 12,8% 12,5% 40% 47,5%
Operatives Ziel in
EUR
Mio
Verminderung
des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
um EUR –65 Mio
gegenüber dem
Ausgangswert
Keine Verän
derung des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
gegenüber dem
Ausgangswert
Erhöhung
des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
um EUR + 65 Mio
gegenüber dem
Ausgangswert
262 20% 30%
Zielerreichung vor
Anwendung des
Finanzziel-Modifi
kators und des
Nachhaltigkeits
multiplikators
121,7%
Zielerreichung
nach Anwendung
des Finanzziel
Modifikators
142,7%
Nachhaltigkeits
multiplikator
0,8 1 1,2 1,16
Gesamthöhe
der Zuteilung
165,5%

Die Ziele für Jahresüberschuss und CCS ROACE vor Sondereffekten (Dreijahresdurchschnitt) wurden im Geschäftsjahr 2019 erreicht. Das operative Ziel, die Nettobarwertbeurteilung ausgewählter Großinvestitionen, erreichte den Maximum Wert. Aufgrund der deutlichen Verschlechterung des Marktumfelds im Vergleich zu den Annahmen, die dem Jahresbonus zugrunde liegen machte der Aufsichtsrat von seinem Ermessensspielraum Gebrauch, die Zielwerte im Rahmen des Finanzziel-Modifikators zu senken, wodurch die Zielerreichung von 121,7% auf 142,7% anstieg. Die Ermessensentscheidung des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitsmultiplikator erfolgt anhand eines vorab definierten Kriterienkatalogs. Zur Anpassung der Zielerreichung wurde ein Nachhaltigkeitsmultiplikator von 1,16 angewendet, der insbesondere den Umstand, dass es 2019 keine Todesfälle gab sowie Verbesserungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Long-Term Incentive Plan

Der Long-Term Incentive Plan (LTIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung der OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselkriterien gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verhindern. Der Ziel-Long-Term Incentive ist im jeweiligen Vorstandsvertrag definiert.

Die Vorstandsmitglieder haben seit der Einführung des Plans im Jahr 2009 eine jährliche Zuteilung erhalten. Der LTIP 2019 wurde von der Hauptversammlung 2019 genehmigt.

Long-Term Incentive Plan (LTIP) 2019

Zu Beginn des dreijährigen Leistungszeitraums werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende dieses Zeitraums gemessen. Auch die Gewichtung der einzelnen Kriterien wird am Anfang des Leistungszeitraums festgelegt. Für den LTIP 2019 (Leistungszeitraum: 1. Jänner 2019 bis 31. Dezember 2021) gelten folgende Leistungskriterien:

Leistungskriterien – LTIP 2019

Kriterien Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
50%
Freier Cashflow vor Dividenden und
exkl. Veräußerungen und Akquisitionen
über drei Jahre
50%

Die tatsächliche Auszahlung des LTIP ist abhängig von der Höhe der Zuteilung für das jeweilige Leistungskriterium. Diese wird wiederum durch den Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear.

Ein HSSE-Malus (HSSE = Health, Safety, Security, and Environment) kann auf die Gesamtzielerreichung angewendet werden. In Fällen, in denen ein schwerwiegender HSSE-Verstoß vorliegt, kann der Aufsichtsrat die Höhe der LTIP-Auszahlung überprüfen und je nach Ausmaß der Verletzung nach Ermessen, gegebenenfalls auch auf Null reduzieren.

Die Zuteilung des LTIP 2019 erfolgt am 31. März 2022. Die Höhe der Zuteilung für die einzelnen Leistungskriterien ist den Tabellen – untenstehend – zu entnehmen.

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Upstream/Downstream Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Equinor, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen).

Höhe der Zuteilung

Leistung Zuteilung
Maximum 200%
Zielwert 100%
Schwelle 50%
Unter der Schwelle 0%
Zielüberschreitung:
am oder über dem
3. Quartil
(≥ 75. Perzentil)
200%
Zielwert: am Median
(= 50. Perzentil)
100%
Schwelle: am oder
unter dem 1. Quartil
0%
(≤ 25. Perzentil)

Die Höhe der Ziel-Long-Term Incentives ergibt sich für jedes Vorstandsmitglied unter der Annahme einer Zuteilung von 100% wie folgt:

Variable Zielvergütung – LTIP 2019

In EUR Seele Pleininger Florey Gangl 1
LTIP 2019 1.500.000 500.000 387.500 177.500

1 Anteiliger LTIP 2019, da Herr Gangl dem Vorstand per 1. Juli 2019 beigetreten ist.

Der Prozentsatz der Gesamtzuteilung im Rahmen des LTIP 2017 beträgt 96,6% der maximalen Zuteilung und die entsprechende Übertragung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2020. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft.

Performance Scorecard – LTIP 2017

Zielüber Zuteilung
(% max.
Kriterien Schwelle Zielwert schreitung Istwert Gewichtung Zuteilung)
Relativer TSR
zur Vergleichsgruppe
am oder
unter dem
1. Quartil
(≤ 25.
Perzentil)
am
Median
(= 50.
Perzentil)
am oder
über dem
3. Quartil
(≥ 75.
Perzentil)
am oder
über dem
3. Quartil
60% 60%
Freier Cashflow vor Dividenden
und exklusive Veräußerungen
und Akquisitionen (Dreijahres
durchschnitt)
in
EUR Mio
1.025 1.285 1.545 2.038 10% 10%
Rate der Zwischenfälle mit
Ausfallzeit (LTIR) (Dreijahres
durchschnitt)
0,40 0,36 0,27 0,33 10% 8,1%
Reservenersatzrate (1P)
(Dreijahresdurchschnitt)
100% 125% 150% 166% 10% 10%
Entwicklung von Veräuße
rungs- und Akquisitions
projekten
Kriterien Basierend auf vorab definierten 8,5% 10% 8,5%
Gesamthöhe der Zuteilung 100% 96,6%

Aktienbesitzerfordernisse für die Vorstandsmitglieder

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment an der OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Anstellung als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden. Alle Vorstandsmitglieder haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zum Teil bereits erfüllt.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Zuteilung aus dem LTIP automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuerabzug). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Zuteilung in bar oder in Aktien erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien für LTIP 2019 erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2019 bis zum 31. März 2019 (EUR 44,64).

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long-Term Incentive Plan und zum Equity Deferral.

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung – LTIP 2017

Aktienbesitzerfordernis Erfüllung in Aktien in % des Gehalts in Aktien1 in % der Anforderung Seele 62.876 200 91.974 146,28 Pleininger 32.1532 175 45.032 140,06 Florey 30.009 150 24.351 81,15 Gangl 3.9663 150 10.730 270,55

1 Auf Treuhanddepots des Unternehmens

2 Das angegebene Aktienbesitzerfordernis in Anzahl von Aktien ergibt sich aus dem LTIP 2017, als Herr Pleininger noch eine Verpflichtung von 150% seines Bruttojahresgehalts hatte; seit seiner Ernennung zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gilt ein Aktienbesitzerfordernis von 175%.

3 Das angegebene Aktienbesitzerfordernis in Anzahl von Aktien ergibt sich aus dem Senior Management LTIP 2017, als Herr Gangl noch eine Verpflichtung von 75% seiner Zuteilung hatte; seit seiner Ernennung zum Vorstandsmitglied gilt ein Aktienbesitzerfordernis von 150%.

Rückzahlung

Equity Deferral und LTIP unterliegen Rückzahlungsbestimmungen, die unter bestimmten Umständen die Anpassung von ausstehenden Vergütungen und/oder das Rückfordern von bereits ausgezahlten Vergütungen zulassen. Im Fall eines Rückzahlungsereignisses werden die im Rahmen von Equity Deferral oder LTIP zugeteilten Barauszahlungen oder Aktien reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungsereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses aufgrund eines Fehlers; wesentliches Versagen des Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österreichischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berechnung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berechnungsfehler bezogen wurden.

Höhe der Vergütungen 2019

Vorstandsbezüge 1

Gangl
(ab 1. Juli
Leitner
(bis 30. Juni
Summe
Vergütung 2019 Seele Pleininger Florey 2019) 2019)
Fix (Grundgehalt) 1.100.000 750.000 700.000 287.838 349.589 3.187.427
Fix (Funktionszulage) 1.002.0002 0 0 0 0 1.002.000
Variabel (Barbonifikation 2018) 3 1.246.000 872.200 841.050 0 841.050 3.800.300
Nebenleistungen (Dienstwagen,
Unfallversicherung und Aufwand
ersatz) 12.816 13.001 44.6134 6.590 6.382 83.403
Summe 3.360.816 1.635.201 1.585.663 294.428 1.197.021 8.073.130
Variabel (Equity Deferral 2018;
Anzahl der Aktien) 14.431 10.101 9.741 0 9.741 44.014
Verhältnis fix/variabel 5 19/816 23/77 27/73 100/0 11/89 21/79
LTIP 2016 (bar) 7 0 1.264.963 0 08 1.609.984 2.874.947
LTIP 2016 (Anzahl der Aktien) 7 60.971 0 14.595 0 0 75.566

1 Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

2 Rainer Seele erhielt eine Vergütung für die interimistische Leitung des Vorstandsbereichs "Marketing und Trading" seit 1. Juli 2019.

3 Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2019 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2018.

4 Einschließlich Schulkosten und damit verbundener Steuern

5 Aufteilung der Gesamtvergütung. Fix inkludiert Grundgehalt und Nebenleistungen; variabel umfasst Barbonifikation, Equity Deferral ("Aktienteil des Jahresbonus") und LTIP 2016

6 Bei Berücksichtigung der Vergütung für die interimistische Funktion ergibt sich ein Verhältnis fix/variabel von 30/70

7 LTIP-Auszahlung in bar oder in Form von Aktien abhängig von der Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses

8 Thomas Gangl erhielt eine Auszahlung von EUR 0,23 Mio aus dem LTIP Plan 2016 als Senior Manager.

Wie schon bisher unterliegen die Gehälter keiner automatischen Anpassung an die Verbraucherpreisentwicklung, sondern werden jährlich zusammen mit der Leistung der Vorstandsmitglieder überprüft.

Pensionskassenbeiträge

In EUR

Summe 796.875
Leitner 2 87.500
Gangl 1 71.875
Florey 175.000
Pleininger 187.500
Seele 275.000

1 Anteiliger Pensionskassenbeitrag, da Thomas Gangl dem Vorstand per 1.Juli 2019 beigetreten ist.

2 Anteiliger Pensionskassenbeitrag, da Manfred Leitner seine Vorstandsfunktion mit Wirkung 30. Juni 2019 zurückgelegt hat.

Beendigungsansprüche

Manfred Leitner legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung per 30. Juni 2019 zurück. Sein Vertrag lief nach diesem Datum noch für sechs Monate weiter. Manfred Leitner erhielt weiterhin Zahlungen (einschließlich Nebenleistungen) gemäß seinem Anstellungsvertrag.

Gerhard Roiss, David C. Davies, Jaap Huijskes und Manfred Leitner haben 2019 Zahlungen gemäß ihren ehemaligen Anstellungsverträgen erhalten. David C. Davies, Jaap Huijskes und Gerhard Roiss haben 2019 LTIP-Zahlungen erhalten.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR Davies Huijskes Roiss Leitner 3
(ab
1. Juli
2019)
Vergütungs
ansprüche für
2019 (LTIP) 1
247.340 415.365 3.128.947 0
Zahlungen für
vertragliche
Verpflichtungen2
0 0 0 665.511
Summe 247.340 415.365 3.128.947 665.511

1 LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2016 – 2018 ab. 2 Grundvergütung, Urlaubsersatzleistungen, Nebenleistungen und Pensionsbeiträge

3 Die Zahlung aus dem LTIP 2016 sind in der Tabelle "Höhe der Vergütungen 2019" dargestellt.

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung)

Die OMV hat eine D&OVersicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern rund EUR 600.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel der OMV sind wettbewerbsfähige Vergütungsund Benefitspakete, die die Strategie optimal fördern und unterstützen. Die OMV will die am besten qualifizierten Talente weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. Die OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten.

Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Generell ist die Vergütungsstruktur der OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den relevanten Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zusätzlich stärkt die OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Öl- und Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsboni
  • Long-Term Incentive Plans
  • Dienstfahrzeuge und Dienstwagenpauschale

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem die OMV tätig ist, individuell zugeschnitten und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Sommercamps für Kinder
  • Jubiläumsgelder
  • Anerkennungsprogramm "thx!" ("Thank you for doing great!")

Ausgewählte Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (91 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long-Term Incentive Plan. Diese Mitarbeitergruppe hat auch Anspruch auf ein Bonifikationsprogramm wie unten angeführt. Zusätzlich gewährte der Vorstand ausgewählten Beschäftigten der obersten Führungsebene des Konzerns Anspruch auf Teilnahme am Transformationsbonusplan, der an die Erreichung vordefinierter Zielerreichungskriterien geknüpft ist. Die erfolgreiche Zielerreichung führte im Jahr 2018 zu einer Auszahlung. Eine etwaige weitere Auszahlung erfolgt im Jahr 2021.

2019 nahmen insgesamt rund 4.300 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertreterinnen und Vertretern (Kapitalvertreterinnen und -vertretern) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Einer der derzeitigen Kapitalvertreterinnen und -vertreter wurde in der Hauptversammlung 2015 gewählt und neun Mitglieder in der Hauptversammlung 2019. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der OMV im Jahr 2019 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sowie ihre allfälligen Management-Funktionen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

Vorsitzender (bis 14. Mai 2019) Mandate: Sulzer AG (Vorsitzender), Telefonica, S.A.

Wolfgang C. Berndt, *1942

Vorsitzender (seit 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Thomas Schmid, *1975

Stellvertretender Vorsitzender (seit 14. Mai 2019) Mandate: Verbund AG, Telekom Austria AG

Alyazia Ali Al Kuwaiti, *1979

Stellvertretende Vorsitzende (Executive Director Upstream & Integrated, Mubadala Investment Company PJSC) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Mansour Mohamed Al Mulla, *1979

(Plattform-Finanzvorstand Petroleum & Petrochemicals, Mubadala Investment Company PJSC) Mandate: Aldar Properties PJSC

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(bis 14. Mai 2019) (Global Co-Head Capital Markets & Co-Head of APAC Global Corporate and Investment Banking, Bank of America Merrill Lynch) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Stefan Doboczky, *1967

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer Lenzing AG) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Helmut Draxler, *1950

(bis 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Marc H. Hall, *1958

(bis 14. Mai 2019) (Geschäftsführer, R&EM – Restructuring & Energy Management e.U.) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Karl Rose, *1961

(Strategy Advisor, Abu Dhabi National Oil Company) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Elisabeth Stadler, *1961

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe) Mandate: voestalpine AG

Christoph Swarovski, *1970

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer, Tyrolit AG) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Cathrine Trattner, *1976

(seit 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Mandate: Commerzbank AG, VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe AG, AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Herbert Werner, *1948

(bis 14. Mai 2019) (Geschäftsführer, HCW Verkehrsbetriebe GmbH; Geschäftsführer, HCW Vermögensverwaltungs GmbH) Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964 Herbert Lindner, *1961 Alfred Redlich, *1966 Gerhard Singer, *1960 Angela Schorna, *1980

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats der OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website der OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über uns > Aufsichtsrat.

Diversity

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören sechs Frauen und zwei nicht-österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 39 und 77 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der A ≠ufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige leistungsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2019 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Wolfgang C. Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Stefan Doboczky, Helmut Draxler, Marc H. Hall, Karl Rose, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski, Cathrine Trattner, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2019 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Peter Löscher, Marc H. Hall und Gertrude TumpelGugerell wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen

Funktionen und Mitgliedschaften in Ausschüssen 20191

Name Aufsichtsrat und
Ausschüsse 20191
Vergütung
für 20182
für 20193
Amtsdauer
AR PNA PPA PrüfA VergA in EUR in EUR
Peter Löscher V V SV M V 80.000 36.712 18. Mai 2016 bis 14. Mai
2019
Wolfgang C. Berndt V V M M V 44.000 65.517 26. Mai 2010 bis HV 2020
Thomas Schmid4 SV SV SV M SV 44.934 14. Mai 2019 bis HV 2024
Alyazia Ali Al Kuwaiti SV SV SV SV SV 44.600 91.250 22. Mai 2018 bis HV 2024
Mansour Mohamed 22. Mai 2018 bis HV 2024
Al Mulla M M M 24.438 50.000
Elif Bilgi Zapparoli M 20.000 9.178 13. Mai 2009 bis 14. Mai 2019
Stefan Doboczky M 12.657 14. Mai 2019 bis HV 2022
Helmut Draxler 16. Oktober 1990
M M M 40.000 14.684 bis 14. Mai 2019
Marc H. Hall M M 30.000 11.013 18. Mai 2016 bis 14. Mai 2019
Karl Rose M V 34.000 34.000 18. Mai 2016 bis HV 2024
Elisabeth Stadler M SV 20.252 14. Mai 2019 bis HV 2022
Christoph Swarovski M M 18.986 14. Mai 2019 bis HV 2022
Cathrine Trattner M M 23.732 14. Mai 2019 bis HV 2022
Gertrude Tumpel 19. Mai 2015 bis HV 2020
Gugerell M V M 67.110 53.912
Herbert Werner M M 30.000 11.013 4. Juni 1996 bis 14. Mai 2019
Christine Asperger M M – 5 – 5 seit 1. Jänner 20136
Herbert Lindner M M M – 5 – 5 seit 1. Juni 20136
Alfred Redlich M M M – 5 – 5 seit 1. Juni 20136
Angela Schorna M M – 5 – 5 seit 23. März 20186
Gerhard Singer M M M – 5 – 5 seit 26. September 20166

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss. V = Vorsitzende/Vorsitzender; SV = Stellvertretende Vorsitzende/Stellvertretender Vorsitzender; M = Mitglied; HV = Hauptversammlung; Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode in 2018 endete, sind hier nicht angeführt.

2 Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie eventuell erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten.

3 Basierend auf der in der HV 2019 beschlossenen Vergütung und vorbehaltlich der Genehmigung in der HV 2020

4 Thomas Schmid hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖBAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV

Aktiengesellschaft an die ÖBAG abgetreten.

5 Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder.

6 Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden.

Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB)1 zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidialund Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Wolfgang C. Berndt, Thomas Schmid, Stefan Doboczky, Karl Rose, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski und Cathrine Trattner wurden von der Österreichischen Beteiligungs AG1 zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert. Die Österreichische Beteiligungs AG hat bei der Nominierung bzw. Bestellung von Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats ihrer Beteiligungsgesellschaften die strengen Unabhängigkeits- und Unvereinbarkeitskriterien des österreichischen Corporate Governance Kodex einzuhalten und darauf zu achten, dass sie ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaften unabhängig von eigenen Interessen oder denen von ihnen nahestehenden Rechtspersonen ausüben.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2019 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats). 2019 wurden acht Sitzungen des Aufsichtsrats und 24 Ausschusssitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie

1 Mit Wirksamkeit zum 20. Februar 2019 wurde die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmenwortlaut auf Österreichische Beteiligungs AG geändert.

der OMV. Mit Ausnahme von Elif Bilgi Zapparoli hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse war 2019 wie folgt:

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse 20191

Name AR PNA PPA PrüfA VergA
Peter Löscher² 3/3 3/3 2/2 3/3 2/2
Wolfgang C. Berndt 8/8 5/5 1/1 7/7 6/6
Thomas Schmid³ 5/5 5/5 1/1 4/4 4/4
Alyazia Ali Al Kuwaiti 5/8 6/8 2/3 7/7 5/6
Mansour Mohamed
Al Mulla
7/8 7/8 3/3
Elif Bilgi Zapparoli 1/3
Stefan Doboczky³ 4/5
Helmut Draxler² 2/3 3/3 2/2
Marc H. Hall² 3/3 2/2
Karl Rose 7/8 2/3
Elisabeth Stadler³ 4/5 2/4
Christoph Swarovski³ 4/5 3/4
Cathrine Trattner³ 5/5 4/4
Gertrude Tumpel
Gugerell
7/8 3/3 2/2 7/7 6/6
Herbert Werner² 3/3 3/3
Christine Asperger 8/8 8/8
Herbert Lindner 5/8 3/3 5/7
Alfred Redlich 8/8 8/8 3/3
Angela Schorna 8/8 7/7
Gerhard Singer 8/8 2/3 7/7

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss

2 Bis 14. Mai 2019

3 Seit 14. Mai 2019

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat begonnen, mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung werden in der ersten Hälfte 2020 ausführlich im Aufsichtsrat diskutiert werden.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von

Aufsichtsratsmandaten. 2019 fanden acht Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Z 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2019 für die jährliche Prüfung EUR 3,15 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 0,71 Mio, für Steuerberatungsleistungen EUR 0,09 Mio und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,29 Mio.

Portfolio- und Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2019 fanden drei Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2019 fanden sechs Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

Die hkp/// group wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dies umfasste die Erarbeitung von Vergütungsbenchmarks mit Vergleichsunternehmen, die Beratung zur angemessenen Höhe und Struktur der einzelnen Vergütungselemente, sowie die Unterstützung bei der Erarbeitung der Vergütungspolitik.

Die hkp/// group wurde im Jahr 2019 zudem von OMV und OMV Petrom beauftragt. Sie war für die OMV, zu Governance Prozessen zwischen OMV und OMV Petrom, sowie für OMV Petrom, in Fragen der Vergütung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern von OMV Petrom, beratend tätig. Die hkp/// group war nicht für den Vorstand der OMV in Vergütungsfragen beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2019 hat für das Geschäftsjahr 2018 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder In EUR 1

Vorsitzende/Vorsitzender 30.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 25.000
Mitglied 20.000
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 14.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses
12.000
Mitglied eines Ausschusses 10.000

1 Sitzungsgelder in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten.

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2018 wurden 2019 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2019 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2018 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,51 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,10 Mio und die Reisespesen EUR 0,14 Mio.

Mitwirkung der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmervertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Frauenförderung und Diversitätskonzept

Vielfalt ist eine enorme Stärke. Darauf baut die OMV aktiv auf, jetzt und in Zukunft. Deshalb entwickelt die OMV kontinuierlich neue Initiativen und Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt und Chancengleichheit. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Geschlecht und Internationalität. Für die OMV als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Die OMV unterstützt den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil in Führungspositionen von derzeit 19,6% bis 2025 auf 25% zu erhöhen. Wir unterstützen dies mit einer Vielzahl an Initiativen wie Mentoring, Nachfolgeplanung und spezifischen Trainings sowie Initiativen für eine gesunde Work-Life-Balance.

Der Frauenanteil im Gesamtkonzern ist auf 26% gestiegen (2018: 25%). Davon sind 19,6% in Management- und Führungspositionen tätig. In unserem neuen "Refresher"-Programm für Führungskräfte, die bereits mehrere Jahre im Konzern tätig sind, erreichte der Frauenanteil bemerkenswerte 47%. Im integrierten Programm zur Förderung von Absolventinnen und Absolventen für technische Kompetenzen der OMV Upstream lag der Frauenanteil 2019 bei 27% (2018: 25%). "Diversity" ist Bestandteil aller Programme zur Führungskräfteentwicklung und der Personalstrategie der OMV.

Die OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen der OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen.

Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen der OMV und durch die interne Veröffentlichung aller Stellenausschreibungen sowie die laufende Beobachtung der Gleichstellung bei Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden, Betriebszugehörigkeit und Gehältern stellt die OMV eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicher.

Mitarbeiterinnen initiierten ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Fragen zum Thema Diversity zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern.

Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV besucht werden. Um bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf zu wecken, nahm die OMV erneut am Wiener Töchtertag teil.

Die beschriebenen Maßnahmen und Programme zur Förderung der Vielfalt der Belegschaft werden von Aufsichtsrat und Vorstand als ein Schlüsselelement zur Stärkung der Diversität des internen Pools an Vorstandsnachfolgekandidatinnen und -kandidaten gesehen. Im Rahmen der internen Nachfolgeplanung befasst sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss zumindest einmal jährlich mit der Identifizierung und Weiterentwicklung von internen Potenzialträgerinnen und -trägern. Zur bestmöglichen Besetzung freier Vorstandspositionen bedient sich der Aufsichtsrat zusätzlich zur internen Nachfolgeplanung auch der Möglichkeit der externen Rekrutierung. Neben der fachlichen Eignung wird sowohl bei der internen als auch der externen Auswahl von Vorstandsmitgliedern besonderes Augenmerk auf ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlechtern, Alter und internationaler Erfahrung gelegt.

Dem Vorstand der OMV gehört aktuell keine Frau an. Die Vorstandsmitglieder der OMV Aktiengesellschaft sind zwischen 48 und 59 Jahre alt, kommen aus zwei unterschiedlichen Nationen und verfügen über umfassende internationale Managementerfahrung.

Seit 2019 hat die ÖBAG das rechtliche Mandat, Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufsichtsräte ihrer Beteiligungsgesellschaften vorzuschlagen. Der Vorschlag wird zunächst vom Präsidium des Aufsichtsrats der ÖBAG genehmigt, bevor – nach Erstattung des Beschlussvorschlages durch den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft – die Wahl durch die Hauptversammlung der OMV AG stattfindet. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt anhand einer Vielzahl von Kriterien, die insbesondere die fachliche Eignung, persönliche Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidatinnen und Kandidaten umfassen. Zusätzlich wird auf Aspekte der Diversität des Aufsichtsrats hinsichtlich der Vertretung beider Geschlechter, einer ausgewogenen Altersstruktur und der Internationalität der Mitglieder Bedacht genommen.

Derzeit gehören dem Aufsichtsrat der OMV sechs Frauen an, was einem Anteil von 40% entspricht.

Besonderes Augenmerk gilt auch der weiteren Stärkung der industriespezifischen Kompetenzen und der Internationalität des Aufsichtsrats im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Die Mitglieder des Aufsichtsrats weisen mit einem Alter zwischen 39 und 77 Jahren eine ausgewogene Altersstruktur auf.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch die OMV wird alle zwei Jahre einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2018 hatte die OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass die OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, März 11, 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Thomas Gangl e.h.

KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG – 232

BestätigungsvermerkKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2019Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2019Konzern-Cashflow-Rechnung 2019

Konzernanhang

Grundlagen der Abschlusserstellung und BilanzierungsgrundsätzeSegmentberichterstattungErläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungErläuterungen zur BilanzErgänzende Angaben zur FinanzlageSonstige AngabenErgänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)Vorstand

Bestätigungsvermerk1

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang ausgenommen "Ergänzende Informationen zu Ölund Gasreserven (ungeprüft)", geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

    1. Kaufpreisallokation der Akquisition für den Erwerb von SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und einen Anteil an Abu Dhabi Oil Refining Company
    1. Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung
    1. Schätzung von Öl- und Gasreserven
    1. Werthaltigkeit der Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat
    1. Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

1 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Kaufpreisallokation der Akquisition von

  • SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und einem
  • Anteil an Abu Dhabi Oil Refining Company

Am 31. Jänner 2019 hat OMV eine 50%-Beteiligung der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. in Malaysia erworben. Das erworbene Nettovermögen zum 31. Jänner 2019 betrug EUR 287 Mio und wird per Vollkonsolidierung in den OMV Konzernabschluss einbezogen.

Am 31. Juli 2019 hat die OMV einen 15%-Anteil an Abu Dhabi Oil Refining Company (ADNOC Refining) erworben. Die gesamten Akquisitionskosten von EUR 2.150 Mio für den 15%-Anteil werden anhand der Equity-Methode gemäß IAS 28 und IFRS 3 bilanziert.

Gemäß IFRS ist eine Gesellschaft verpflichtet, im Rahmen der Kaufpreisallokation die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen.

Die Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden ist komplex und erfordert erhebliche Einschätzungen des Managements bei der Anwendung von Vorhersagen und Annahmen.

Das Hauptrisiko liegt in der anfänglichen Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der durch die Akquisition übernommenen Vermögenswerte und Rekultivierungsverpflichtungen sowie der latenten Steuern im Rahmen der Kaufpreisallokation.

Den Ermessensspielraum beim Bewerten dieser Vermögenswerte und Verpflichtungen erachten wir als erhebliches Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen bei der Berechnung der beizulegenden Zeitwerte.

Das Management hat zur Unterstützung für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verpflichtungen gemäß IAS 28 und IFRS 3 einen unabhängigen Experten beauftragt.

Die Angaben der OMV zur Akquisition von SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und dem Anteil an der Abu Dhabi Oil Refining Company sind in Anhangangabe 3 (Änderungen in der Konzernstruktur) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die vom Management vorgenommene Kaufpreisallokation beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Lesen des Kaufvertrags, um ein Verständnis über die wesentlichen Bedingungen und Konditionen zu gewinnen und um die Angemessenheit der Bilanzierung zu beurteilen;
  • Beurteilen der Kompetenz der externen Spezialisten sowie deren Objektivität und Unabhängigkeit, um zu beurteilen, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Bewertung durchzuführen;
  • Einbeziehen unserer internen Bewertungsspezialisten zur Prüfung der Kaufpreisallokation und der verwendeten Abzinsungssätze;
  • Beurteilen des Bewertungsmodels, der Cash Flow Prognosen, Kostenansätze und der wesentlichen Annahmen, welche in der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte und Verpflichtungen verwendet wurden; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung (E&E)

Der Buchwert der immateriellen E&E Vermögenswerte betrug EUR 2.500 Mio zum 31. Dezember 2019, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von EUR 92 Mio in 2019.

Gemäß IFRS 6, Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen, sind Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung auf Wertminderung zu überprüfen, wenn Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes für Exploration und Evaluierung seinen erzielbaren Betrag übersteigt.

Die Beurteilung des Buchwertes erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch das Management, ob zum Jahresende ein Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Absicht des Managements mit den Arbeiten an Erkundungsbohrungen und Lizenzen fortzufahren, der Wahrscheinlichkeit einer Lizenzverlängerung und dem bisherigen Erfolg von Bohrungen und geologischen Analysen.

Die Angaben der OMV zu immateriellen E&E Vermögenswerten für Exploration und Evaluierung und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 14 (Immaterielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung des Buchwertes der immateriellen E&E Vermögenswerte durch das Management unter Bezug auf die Kriterien des IFRS 6 und der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns untersucht. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Untersuchen der Absicht des Managements zur Fortführung von Explorations- und Evaluierungstätigkeiten in relevanten Explorationsgebieten mittels Durchsicht von Budgets und Gesprächen mit dem Senior Management über die Absichten und Strategien des Konzerns;
  • Durchsehen der Vorstandssitzungsprotokolle auf negative Hinweise, welche auf erfolglose Projekte schließen lassen könnten;
  • Befragen des Managements über den Status der wesentlichen Explorationsprojekte;
  • Beurteilen ob der Konzern in der Lage ist, geplante Explorations- und Evaluierungsaktivitäten zu finanzieren;
  • Identifizieren von Öl- und Gasfeldern, bei welchen die Explorationsrechte des Konzerns entweder abgelaufen oder nahe dem Ablaufdatum sind und Beurteilen der Einschätzung des Managements hinsichtlich etwaiger Risiken im Zusammenhang mit der Verlängerung der Lizenzen;
  • Prüfen von Detailunterlagen, wenn ein E&E Vermögenswert außerplanmäßig abgeschrieben wurde; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Schätzung von Öl- und Gasreserven

Öl- und Gasreserven sind ein Indikator für das zukünftige Leistungsvermögen des Konzerns. Sie sind für den Konzernabschluss relevant, da sie als Basis

  • für Produktionspläne in der Schätzung zukünftiger Zahlungsströme
  • für Abschreibungen und
  • für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven aus der Akquisition eines Anteils am Juschno Russkoje Feld im Jahr 2017 dienen.

Die Bewertung von Öl- und Gasreserven erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen durch das Management und Techniker aufgrund der technischen Unsicherheiten beim Beurteilen der Mengen.

Das wesentliche Risiko liegt in der Auswirkung der Öl- und Gasreserven auf den Konzernabschluss im Rahmen von Wertminderungstests, Abschreibungen, der Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen und der Bewertung des finanziellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven.

Die Angaben der OMV zu Öl- und Gasreserven und den damit verbundenen Wertminderungstests sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessenentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen), Anhangangabe 18 (Finanzielle Vermögenswerte) und Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Unsere Prüfungstätigkeiten konzentrierten sich auf den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven durch das Management. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Verstehen des Prozesses und der Kontrollen im Zusammenhang mit der Schätzung von Öl- und Gasreserven;
  • Testen von Kontrollen im Überprüfungsprozess für Öl- und Gasreserven;
  • Analyse des internen Zertifizierungsprozesses für technische und kaufmännische Spezialisten, welche für den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven verantwortlich sind;
  • Beurteilen der Kompetenz von internen und externen Spezialisten sowie der Objektivität und Unabhängigkeit von externen Spezialisten, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Schätzung der Öl- und Gasreserven durchzuführen;
  • Analysieren des alle zwei Jahre erstellten Berichtes von DeGolyer and MacNaughton (D&M) über deren Überprüfung der Öl- und Gasreserven des Konzerns (letzter Bericht vom 1. Juli 2018) und Analyse des Berichtes vom 11. Februar 2019 eines weiteren unabhängigen externen Experten in einem Fall;
  • Überprüfen ob wesentliche Zu- oder Abgänge bei den Öl- und Gasreserven in der Periode, in der neue Informationen verfügbar waren, erfasst wurden und ob diese in Einklang mit den Richtlinien des Konzerns für Reserven und Ressourcen stehen;
  • Überprüfen ob die aktualisierten Schätzungen der Öl- und Gasreserven in der Beurteilung von Wertminderungen, der Berechnung der Abschreibung und der Bewertung des finanziellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven entsprechend berücksichtigt wurden; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Werthaltigkeit der Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat

Als Teil der Privatisierungsvereinbarung betreffend OMV Petrom SA ist der Konzern dazu berechtigt, einen Teil der im Zuge der Rekultivierung gewisser Gebiete angefallenen Rekultivierungs- und Umweltkosten, welche auf Aktivitäten vor der Privatisierung in 2004 zurückzuführen sind, durch den rumänischen Staat erstattet zu bekommen. Folglich hat der Konzern Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von EUR 410 Mio zum 31. Dezember 2019 ausgewiesen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen des Managements, um Unsicherheiten von erstattungsfähigen Kosten durch den rumänischen Staat zu schätzen. Diese Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der beanspruchten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und Schiedsgerichtsverfahren.

Die Angaben der OMV zu Forderungen im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) und Anhangangabe 18 (Finanzielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements im Zusammenhang mit den Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Durchsehen des Annex P der Privatisierungsvereinbarung im Zusammenhang mit der Übernahme durch die OMV Aktiengesellschaft von Anteilen an der nationalen Mineralölunternehmen Petrom SA vom 23. Juli 2004, genehmigt durch das Gesetz Nummer 555/2004. Der Annex P beinhaltet Bestimmungen über die Verpflichtungen des Verkäufers (Ministerium für Wirtschaft und Handel) im Zusammenhang mit der Erstattung von historischen Umwelt- und Rekultivierungskosten an die Gesellschaft, unter der Voraussetzung, dass gewisse Bedingungen erfüllt sind;
  • Beurteilen der Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit der Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat, einschließlich der bisher beanspruchten und erstatteten Kosten, sowie Besprechung mit dem Management betreffend den Status der eingereichten Forderungen durch den Konzern und das Schiedsgerichtsverfahren;
  • Erhalten und Durchsehen der Beurteilung unabhängiger Rechtsanwälte zum Status des Schiedsgerichtsverfahrens, welches bei der Beurteilung der Bewertung der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat von Seiten des Unternehmens berücksichtigt wurde;
  • Abstimmen der eingereichten Forderungen mit den zugrundeliegenden Erstattungsanträgen;
  • Abstimmen der Forderungen für bereits angefallene Rekultivierungskosten, welche noch nicht zur Erstattung eingereicht wurden mit den zugrundeliegenden Rekultivierungskosten;
  • Abstimmen der Forderungen für noch nicht durchgeführte Rekultivierungen mit der entsprechenden Rekultivierungsrückstellung;
  • Befragen des Managements hinsichtlich dessen Einschätzung des Zeitpunktes des Eingangs der Forderung;
  • Einbeziehen unserer internen Bewertungsspezialisten zur Prüfung der verwendeten Abzinsungssätze und Inflationsraten;
  • Prüfung der mathematischen Richtigkeit der Berechnung des Barwerts der gebuchten Forderungen; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2019 EUR 3.959 Mio.

Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung.

Das wesentliche Risiko liegt in der Schätzung des Managements von zukünftigen Kosten, Diskontierungssätzen und Inflationsraten, welche in die Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen einfließen.

Die Angaben der OMV zur Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) und in Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die jährliche Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen durch das Management beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess für Rekultivierungsverpflichtungen;
  • Vergleichen der aktuellen Kostenschätzungen mit bisher angefallenen Rekultivierungskosten. Wo solche nicht verfügbar waren, haben wir die Kostenschätzungen mit jenen Dritter oder Technikern des Konzerns verglichen;
  • Abstimmen wesentlicher Änderungen in den Kostenschätzungen während des Geschäftsjahres mit entsprechenden Detailunterlagen;
  • Überprüfen ob der Zeitpunkt der Rekultivierung in Einklang mit dem Budget und Geschäftsplan des Konzerns steht;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze und Inflationsraten;
  • Prüfen der mathematischen Richtigkeit der Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzern abschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld, wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht (ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk). Von den sonstigen Informationen haben wir den "Konsolidierten Corporate-Governance-Bericht" und den "Konsolidierten Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen" vor dem Datum des Bestätigungsvermerkes erhalten. Der Geschäftsbericht und der Jahresfinanzbericht sowie die darin enthaltenen übrigen sonstigen Informationen werden uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten zu den sonstigen Informationen, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 14. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Juni 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Schwartz.

Wien, am 11. März 2020

Ernst & Young

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Gerhard Schwartz e.h. Wirtschaftsprüfer

Mag. Alexander Wlasto e.h. Wirtschaftsprüfer

OMV GESCHÄFTSBERICHT 2019 / KONZERNABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

In EUR Mio
Anhangangabe 2019 2018
Umsatzerlöse 4, 5 23.461 22.930
Sonstige betriebliche Erträge 6 315 517
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 6, 16 386 391
Summe Erlöse und sonstige Erträge 24.162 23.839
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) 17 – 13.608 – 14.094
Produktions- und operative Aufwendungen – 1.695 – 1.594
Produktionsbezogene Steuern – 496 – 392
Abschreibungen und Wertminderungen 7 – 2.337 – 1.827
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen – 1.892 – 1.749
Explorationsaufwendungen 7, 8 – 229 – 175
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 – 322 – 485
Operatives Ergebnis 3.582 3.524
Dividendenerträge 31 5 20
Zinserträge 11, 31 169 117
Zinsaufwendungen 11, 31 – 304 – 290
Sonstiges Finanzergebnis 11, 31 1 – 72
Finanzerfolg – 129 – 226
Ergebnis vor Steuern 3.453 3.298
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 – 1.306 – 1.305
Jahresüberschuss 2.147 1.993
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 1.678 1.438
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 75 78
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 393 477
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 13 5,14 4,40
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 13 5,13 4,40

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2019

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung
In EUR Mio
Anhangangabe 2019 2018
Jahresüberschuss 2.147 1.993
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 39 28
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern 39 – 87
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 3, 6, 9 115
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 28 – 45 195
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern – 11 43
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss – 34 152
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis 16 – 1 59
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden können – 7 282
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten
Plänen 23 – 90 – 114
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten 18 1 26
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend
auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden 28 95 9
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis 16 – 6 – 3
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden 0 – 82
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen 10 – 52
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen – 7 – 3
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern 21 4 – 55
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern 21 – 3 144
Gesamtergebnis des Jahres 2.144 2.137
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 1.752 1.587
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 75 78
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 316 472

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

Vermögen

In EUR Mio
Anhangangabe 2019 2018
Immaterielle Vermögenswerte 14 4.163 3.317
Sachanlagen 15 16.479 15.115
At-equity bewertete Beteiligungen 16 5.151 3.011
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 2.414 2.659
Sonstige Vermögenswerte 19 56 36
Latente Steuern 25 686 759
Langfristiges Vermögen 28.950 24.896
Vorräte 17 1.845 1.571
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 3.042 3.420
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 3.121 2.727
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 11 9
Sonstige Vermögenswerte 19 297 264
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26 2.931 4.026
Kurzfristiges Vermögen 11.248 12.017
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20 177 47
Summe Aktiva 40.375 36.961

Eigenkapital und Verbindlichkeiten

In EUR Mio
Anhangangabe 2019 2018
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 1.987 1.987
Rücklagen 10.698 9.591
Eigenkapital der OMV Anteilseigner 13.012 11.905
Nicht beherrschende Anteile 22 3.851 3.436
Summe Eigenkapital 21 16.863 15.342
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 1.111 1.096
Anleihen 24 5.262 4.468
Leasingverbindlichkeiten 24 934
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 620 441
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 3.872 3.673
Sonstige Rückstellungen 23 572 446
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 301 924
Sonstige Verbindlichkeiten 24 157 138
Latente Steuern 25 1.132 731
Langfristige Verbindlichkeiten 13.961 11.917
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 4.155 4.401
Anleihen 24 540 539
Leasingverbindlichkeiten 24 120
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 148 304
Ertragsteuerverbindlichkeiten 332 349
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 87 63
Sonstige Rückstellungen 23 293 355
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 2.818 2.806
Sonstige Verbindlichkeiten 24 903 863
Kurzfristige Verbindlichkeiten 9.395 9.680
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 20 156 22
Summe Passiva 40.375 36.961

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2019

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2019 1

In EUR Mio
Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
1. Jänner 2019 327 1.511 1.987 8.830 – 809
Jahresüberschuss 1.753
Sonstiges Ergebnis des Jahres – 79 115
Gesamtergebnis des Jahres 1.674 115
Dividendenausschüttung und Hybridkupon – 673
Abgang eigener Anteile 3
Anteilsbasierte Vergütungen – 8
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz
31. Dezember 2019 327 1.506 1.987 9.832 – 694

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2018 1

Umrechnung
ausländischer
Grund Kapital Hybrid Gewinn Geschäfts
kapital rücklage kapital rücklage betriebe
327 1.517 2.231 8.006 – 838
39
327 1.517 2.231 8.045 – 838
1.516
– 87 29
1.429 29
496
– 576
– 741 – 60
4
– 11 0
– 8 – 0
327 1.511 1.987 8.830 – 809

1Siehe Anhangangabe 21 – Eigenkapital der OMV Anteilseigner

2Der Betrag bezog sich zum Großteil auf Vorräte, die zum 31. Dezember 2018 bereits verbraucht und daher in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst waren.

Hedges Sonstiges Ergebnis
aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen
Eigene Anteile Eigenkapital der
OMV Anteilseigner
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
39 26 – 6 11.905 3.436 15.342
1.753 393 2.147
46 – 8 74 – 77 – 3
46 – 8 1.827 316 2.144
– 673 – 188 – 861
2 5 5
– 8 – 8
287 287
– 43 – 1 – 44 – 0 – 44
41 18 – 4 13.012 3.851 16.863
Sonstiges Ergebnis
aus at-equity
bewerteten
Eigenkapital der Nicht
beherrschende
Summe
Hedges Beteiligungen Eigene Anteile OMV Anteilseigner Anteile Eigenkapital
8 – 27 – 8 11.216 3.118 14.334
3 42 0 42
8 – 24 – 8 11.259 3.118 14.377
1.516 477 1.993
152 55 149 – 5 144
152 55 1.665 472 2.137
496 496
– 576 – 161 – 737
– 800 – 800
3 7 7
– 10 – 10
– 9 7 – 2
– 122 – 5 – 126 0 – 126
39 26 – 6 11.905 3.436 15.342

Konzern-Cashflow-Rechnung 2019

Konzern-Cashflow-Rechnung

In EUR Mio
Anhangangabe 2019 2018
Jahresüberschuss 2.147 1.993
Abschreibungen und Wertminderungen 7 2.430 1.886
Zuschreibungen zum langfristigen Vermögen 6 – 35 – 106
Latente Steuern 12 100 298
Laufende Steuern 12 1.207 1.007
Gezahlte Ertragsteuern – 1.263 – 831
Steuerrückerstattungen 5 2
Verluste (+)/Gewinne (-) aus Abgängen von Anlagevermögen und
Geschäftseinheiten 6, 9 – 7 – 2
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge 6, 18, 31 – 391 – 411
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen
Unternehmen 354 437
Zinsaufwendungen 11, 31 170 131
Gezahlte Zinsen – 160 – 149
Zinserträge 11, 31 – 145 – 108
Erhaltene Zinsen 63 44
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen 23 – 59 – 54
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Rückstellungen 23 35 – 8
Sonstige Änderungen 26 – 187 93
Mittelzufluss nach unbaren Posten 4.264 4.223
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte 17 – 260 – 73
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen 18, 19 372 – 1.041
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 24 – 320 1.287
Veränderungen in den Net Working Capital-Positionen – 208 173
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 4.056 4.396
Investitionen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3, 14, 15 – 2.158 – 3.193
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 3, 18 – 2.265 – 305
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel 3 – 460 – 357
Veräußerungen
Erlöse aus Anlagevermögen 209 60
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel 3 36 442
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 4.638 – 3.353
Zugänge langfristige Finanzierungen 26 1.376 1.011
Rückzahlung langfristige Finanzierungen 26 – 980 – 1.805
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen 26 – 22 102
Dividendenzahlungen an OMV Anteilseigner 21 – 673 – 621
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner 22 – 186 – 158
Zugänge Hybridanleihe 21 496
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 484 – 975
Währungsdifferenz auf liquide Mittel – 22 – 22
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel – 1.088 45
Liquide Mittel Jahresbeginn 26 4.026 3.981
Liquide Mittel Jahresende 26 2.938 4.026
Davon Liquide Mittel umgegliedert auf "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen"
7
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ausgewiesen 26 2.931 4.026

Konzernanhang

Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze

1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Upstream und Downstream unterhält.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – beschrieben.

Der Konzernabschluss 2019 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft beinhaltet die Abschlüsse aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2019 beherrscht wurden (Tochterunternehmen). Die Abschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards erstellt. Eine Übersicht der einbezogenen Tochterunternehmen, at-equity bewerteten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – und enthält Angaben zu Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.

Der Konzernabschluss 2019 wurde am 11. März 2020 vom Aufsichtsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen

1) Erstmals angewendete neue und

überarbeitete Standards sowie Interpretationen Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen mit Ausnahme der nachfolgenden Änderungen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Der Konzern hat mit 1. Jänner 2019 erstmals IFRS 16 Leasingverhältnisse angewendet. Die Auswirkungen dieses Standards werden im folgenden Abschnitt beschrieben.

Des Weiteren wurden die folgenden überarbeiteten Standards und Interpretationen mit Erstanwendungszeitpunkt 1. Jänner 2019 angewandt:

  • ► Änderungen zu IFRS 9 Negative Vorfälligkeitsentschädigungen
  • ► Änderungen an IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
  • ► Jährliche Verbesserungen 2015-2017 (Änderungen an IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23)
  • ► Änderungen zu IAS 19 Zusageänderungen, Leistungskürzungen oder Leistungsabgeltungen
  • ► IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung

Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OMV.

2) IFRS 16 Leasingverhältnisse

Dieser Standard ersetzt IAS 17 und enthält neue Vorschriften für die Bilanzierung von Leasing. Hinsichtlich der Bilanzierung aus Sicht des Leasingnehmers beseitigt IFRS 16 die nach IAS 17 vorgeschriebene Klassifizierung von Leasingverträgen in Operatingund Finanzierungsleasing und führt stattdessen ein einheitliches Modell für die Bilanzierung durch den Leasingnehmer ein. Unter Anwendung dieses Modells setzt der Leasingnehmer für Leasingverhältnisse im Anwendungsbereich des Standards Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten in der Bilanz an

und berücksichtigt neben der Abschreibung der Nutzungsrechte den Zinsaufwand aus den Leasingverbindlichkeiten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Nutzungsrechte werden über den kürzeren Zeitraum aus Nutzungsdauer und Leasingzeitraum linear abgeschrieben. Der Zinsaufwand wird ergebniswirksam über die Leasingdauer in jeder Periode auf Basis der verbleibenden Leasingverbindlichkeit verbucht. Für Leasinggeber ergeben sich nur geringfügige Änderungen im Vergleich zu IAS 17.

Im Rahmen der Erstanwendung hat die OMV die Vereinfachungsregelung bezüglich der Beibehaltung der Definition eines Leasingverhältnisses genutzt. Das heißt, die OMV hat IFRS 16 nur für Verträge angewendet, die bisher als Leasingverträge identifiziert wurden. Verträge, die nach den bisherigen Standards nicht als Leasingverträge identifiziert wurden, wurden nicht nach den Vorschriften des IFRS 16 neuerlich daraufhin überprüft, ob sie Leasingverhältnisse darstellen. Weiters wurden keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Verträge, die im Laufe von 2019 auslaufen, angesetzt, da sie als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt wurden.

Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen, sind weder im Anwendungsbereich von IAS 17 noch von IFRS 16. Zusätzlich sind einige Verpflichtungen von der Ausnahme für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse umfasst. Für diese Verträge wurden folglich keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten angesetzt. Ferner wurden die Leasingverträge für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt.

Die OMV wandte IFRS 16 erstmals zum 1. Jänner 2019 mit einer Umstellung entsprechend der modifizierten retrospektiven Methode, das heißt ohne Anpassung der Vergleichswerte in der berichteten Vergleichsperiode, an. Die Nutzungsrechte für bisherige Operating-Leasingverhältnisse wurden zum Übergangszeitpunkt in Höhe der Leasingverbindlichkeiten bewertet, die um den Betrag der im Voraus geleisteten oder abgegrenzten Leasingzahlungen sowie bestehender Rückstellungen für belastende Verträge aus Operating-Leasingverhältnissen berichtigt wurden. Die Leasingverbindlichkeiten wurden mit dem Barwert der Leasingzahlungen über den verbleibenden Leasingzeitraum abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Jänner 2019 bewertet. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für diese Leasingverbindlichkeiten betrug zum 1. Jänner 2019 0,94%.

Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 führte zum Ansatz von Nutzungsrechten in Höhe von EUR 688 Mio und von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 706 Mio für frühere Operating-Leasingverhältnisse. Für bisherige Finanzierungsleasingverhältnisse wurden die Buchwerte der Leasinggegenstände und -verbindlichkeiten unmittelbar vor Umstellung als Buchwerte der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten zum Erstanwendungszeitpunkt übernommen. In der Konzernbilanz werden die Nutzungsrechte innerhalb der Sachanlagen und die Leasingverbindlichkeiten separat ausgewiesen.

Überleitung der künftigen Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen zum 31. Dezember 2018 zu den Leasingverbindlichkeiten zum 1. Jänner 2019

In EUR Mio
1. Jänner 2019
Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen
zum 31. Dezember 2018 480
abzüglich Mindestleasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse – 27
abzüglich Mindestleasingzahlungen für Leasingverhältnisse über geringwertige
Vermögenswerte – 2
zuzüglich Mindestleasingzahlungen für hinreichend sichere Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen 314
Brutto-Leasingverbindlichkeiten für bisher nicht bilanzierte Verpflichtungen
aus Operating-Leasingverhältnissen zum 1. Jänner 2019 765
abzüglich Abzinsung zum 1. Jänner 2019 – 60
Leasingverbindlichkeiten für bisher nicht bilanzierte Verpflichtungen
aus Operating-Leasingverhältnissen zum 1. Jänner 2019 706
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31. Dezember 2018 288
Leasingverbindlichkeiten zum 1. Jänner 2019 994

3) Änderungen im IAS 12 Ertragsteuern

Die jährlichen Verbesserungen der IFRS Standards 2015-2017 enthalten eine Änderung des IAS 12 Ertragsteuern, gemäß der die einkommensteuerlichen Auswirkungen von Dividenden in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Einkommen oder im Eigenkapital zu erfassen sind, abhängig davon, wo das Unternehmen die vergangenen Transaktionen und Ereignisse, welche die Basis für die Ausschüttung bilden, dargestellt hat.

Das Hybridkapital der OMV stellt unter IFRS Eigenkapital dar und dementsprechend werden die Zinszahlungen an die Hybridkapitalbesitzer als Dividenden behandelt. Da die an die Hybridkapitalbesitzer ausgeschütteten Gewinne steuerlich absetzbar sind, müssen die steuerlichen Auswirkungen entsprechend den neuen Regelungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, während die Steuereffekte derartiger Dividendenzahlungen in der Vergangenheit direkt im Eigenkapital erfasst wurden.

Wegen der steuerlichen Verlustsituation der österreichischen Steuergruppe (vgl. Anhangangaben 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – und Anhangangabe 25 – Latente Steuern) haben die Hybridkapitalzinsen nicht zu Einsparungen bei der laufenden Ertragsteuer geführt, sondern den Verlustvortrag erhöht. Gemäß der Steuerplanung wurden für 2018 und die Jahre davor keine aktiven latenten Steuern für die Verlustvorträge angesetzt.

4) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue und überarbeitete Standards

Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Durch diese Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.

Standards und Änderungen Datum des Inkrafttretens laut IASB Änderung zu IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 1. Jänner 2020 Änderungen zu IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: Reform des Zinssatz-Benchmarks 1. Jänner 2020 Änderungen zu IAS 1 und IAS 8 Definition von wesentlich 1. Jänner 2020 Überarbeitung des IFRS Rahmenkonzepts 1. Jänner 2020 IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Jänner 2021 Änderungen zu IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1. Jänner 2022

5) Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Schätzungen und Annahmen

Schätzungen und Annahmen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten und anderen Faktoren, die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen betrachtet werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungen und Annahmen mit dem größten Einfluss auf die Ergebnisse des OMV Konzerns sind im Folgenden hervorgehoben und sollten gemeinsam mit den betreffenden Anhangangaben gelesen werden. Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden vor allem in Bezug auf Öl- und Gasreserven, Rekultivierungsrückstellungen, Rückstellungen für belastende Verträge und die Werthaltigkeit des immateriellen und Sachanlagevermögens als auch der sonstigen finanziellen Vermögenswerte – hauptsächlich im Zusammenhang mit der vertraglichen Position gegenüber Gazprom in Zusammenhang mit einer Neufeststellung der Reserven des Juschno Russkoje Felds sowie der Rückerstattung von Kosten für Rekultivierungs-, Wiederherstellungs- und Umweltverpflichtungen vom rumänischen Staat – getroffen.

a) Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwerte

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Es wird für jeden Unternehmenszusammenschluss einzeln entschieden, ob die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet werden. Bedingte Kaufpreiszahlungen werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung von bedingten Kaufpreiszahlungen, die als finanzielle Vermögenswerte oder Schulden eingestuft werden, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert mit Verbuchung der Wertänderungen im Gewinn oder Verlust.

Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von der OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminderung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.

b) Umsatzerlöse

Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse bei Kontrollübergang der Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Die Ertragsrealisierung erfolgt auf Basis der mit dem Kunden vereinbarten Gegenleistung mit Ausnahme von Beträgen, die im Auftrag Dritter eingezogen werden.

Beim Verkauf von Gütern wie Rohöl, LNG, Ölprodukte und ähnliche Produkte stellt grundsätzlich die Lieferung einer Mengeneinheit eine separate Leistungsverpflichtung dar. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Kontrolle über die Güter an den Kunden übertragen wird, wobei dies der Zeitpunkt ist, an dem die Eigentumsrechte sowie das Untergangsrisiko auf den Kunden übergehen. Dieser Zeitpunkt kann auf Basis der im Kundenvertrag vereinbarten Incoterms festgestellt werden. Diese Verkäufe erfolgen mit entsprechend dem Industriestandard üblichen Zahlungszielen.

Umsatzerlöse aus der Rohölproduktion, an der die OMV mit anderen Produzenten beteiligt ist, werden gemäß der Umsatzmethode verbucht. Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte, unabhängig vom prozentualen Anteil oder Anspruch des Konzerns, verbucht werden. Für die Differenz zwischen den Kosten der verkauften Mengen und den Kosten auf Basis der Menge für die ein Anspruch besteht, wird eine Anpassung der Produktionskosten auf Basis der durchschnittlichen Kosten mit Gegenbuchung in den

sonstigen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten erfasst.

Im Downstream Öl Tankstellengeschäft werden die Umsätze aus dem Verkauf von Treibstoffen realisiert, wenn die Produkte an den Kunden abgegeben werden. Abhängig davon, ob die OMV beim Verkauf von Tankstellenshopware als Prinzipal oder Agent handelt, werden die Erlöse und diesen Erlösen zuordenbaren Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung brutto oder netto dargestellt. Die OMV ist Prinzipal, wenn sie vor dem Verkauf Kontrolle über die Güter hat, wofür der Hauptindikator das Lagerrisiko bei der OMV ist. An Tankstellen sind die Zahlungen sofort zum Zeitpunkt des Kaufs fällig.

Die Gas- und Stromlieferverträge der OMV enthalten eine Leistungsverpflichtung, die über den vereinbarten Lieferzeitraum erbracht wird. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den von den Kunden abgenommenen Mengen und in Übereinstimmung mit dem Betrag, den die OMV in Rechnung stellen darf, realisiert. Nur in Ausnahmefällen enthalten langfristige Lieferverträge unterschiedliche Preise in den verschiedenen Perioden, bei welchen die Preise nicht den Wert der Güter zum Lieferzeitpunkt widerspiegeln. In diesen Fällen werden die Umsatzerlöse auf Basis der durchschnittlichen Vertragspreise verbucht.

In einigen Kundenverträgen für die Lieferung von Erdgas umfasst das dem Kunden verrechnete Entgelt einen Fixbetrag und ein variables Entgelt abhängig von der gelieferten Menge. Diese Verträge enthalten nur eine Leistungsverpflichtung und zwar eine Zusage, über einen bestimmten Zeitraum für die Lieferung von Gas bereitzustehen. Die Erlöse aus dem fixen und variablen Entgelt werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.

Gasspeicher- und –transportverträge enthalten eine Zusage, Speicher- und Transportleistungen über einen vereinbarten Zeitraum zu erbringen. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.

In der OMV gibt es einige Kundenverträge für Ölund Gaslieferungen sowie für Gasspeicher- und Transportleistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Gemäß IFRS 15 sind die gesamten auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen

entfallenden Teile der Transaktionspreise grundsätzlich für solche Verträge anzugeben. Die Verträge für Öllieferungen enthalten, so wie in der Ölindustrie üblich, variable Preise auf Basis der Marktpreise zum Lieferzeitpunkt, weshalb für diese Verträge eine Zuordnung des Transaktionspreises auf die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen nicht möglich ist. Für Gaslieferverträge sowie Gasspeicher- und Transportverträge wendet die OMV die Erleichterungsvorschriften gemäß IFRS 15.121 (b) an, wonach diese Informationen für Verträge, bei denen die Erlöse dem Wert, für die die OMV das Recht zur in Rechnungstellung hat, entsprechen, nicht veröffentlicht werden müssen. Die OMV veröffentlicht diese Information daher nicht.

c) Sonstige Erlöse

Umsatzerlöse und Kosten für Rohstoffe werden netto innerhalb der sonstigen Erlöse dargestellt, wenn die Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung abgeschlossen eingestuft wurden und deshalb in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen.

Die sonstigen Erlöse enthalten weiters die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragssteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im Upstream Segment (siehe 2.5f), realisierte und unrealisierte Ergebnisse aus der Absicherung von Umsatztransaktionen sowie Miet- und Pachterlöse.

d) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich Upstream und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten in Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen werden innerhalb der Abschreibungen und Wertminderungen dargestellt.

e) Forschung und Entwicklung

Die im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallenden Ausgaben werden in der Periode als

Aufwand verbucht, in der sie angefallen sind. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E), die in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen werden, umfassen alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.

f) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Ölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften bestritten und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölgesellschaft in Form des sogenannten "cost oil" erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland bzw. der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

g) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert (inklusive Kosten für Großinspektionen und Generalüberholungen). Die Anschaffungsbzw. Herstellungskosten enthalten den Barwert für die erwarteten Rückbaukosten von Anlagen nach deren Nutzung, wenn eine Rückstellung für Rückbaukosten angesetzt wurde (siehe 2.5s). Kosten für den Austausch von Anlagenteilen werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.

Immaterielle Vermögenswerte und abnutzbare Sachanlagen werden (mit Ausnahme von Öl- und Gasvermögen und einem vertraglichen immateriellen Vermögenswert in Upstream, siehe 2.5h) linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Nutzungsdauer Jahre
Immaterielle Vermögenswerte
Firmenwerte Unbestimmt
Software 3–5
Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u.Ä. 5–20, Vertragslaufzeit oder Unit-of
Production-Methode
Bereichsspezifische Sachanlagen
Upstream Öl- bzw. Gasvermögen Unit-of-Production-Methode
Downstream Gas Gasleitungen 30
Gaskraftwerke 8–30
Downstream Öl Hochbehälter 40
Verarbeitungsanlagen 25
Leitungssysteme 20
Tankstellen 5–20
Sonstige Sachanlagen
Produktions- und Verwaltungsgebäude 20–50
Sonstige technische Anlagen 10–20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10

h) Öl- und Gasvermögen

Upstream-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zum Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • ► Durch die Bohrung wurden ausreichend Öloder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
  • ► Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit gemacht, die die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft rechtfertigen.

Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht.

Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vemögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber bei Vorliegen eines Indikators für eine potentielle Wertminderung auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert. Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden, sofern nicht eine andere Basis von Reserven für die Abschreibung angemessener ist.

Wesentliche Schätzung: Öl- und Gasreserven Die Öl- und Gasreserven des OMV Konzern werden durch firmeninterne Ingenieure unter Anwendung von Industriestandards geschätzt. Zusätzlich werden alle zwei Jahre externe Überprüfungen durchgeführt. 2018 wurde eine externe Überprüfung für die Reserven zum 31. Dezember 2017 von DeGolyer und MacNaughton (D&M) durchgeführt. Die Ergebnisse des externen Reviews zeigten mit einer Ausnahme keine wesentlichen Abweichungen zu den internen Schätzungen. Die OMV beauftragte einen unabhängigen, externen

Experten mit einer Stellungnahme zur Vorgehensweise der OMV bei der Feststellung der Reserven, um ausreichend Sicherheit über die Höhe der Reserven in dem Feld mit wesentlicher Abweichung zu bekommen. Die Vorgehensweise der OMV wurde als angemessen bestätigt.

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit die Einschätzung gemacht werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerungen der Konzessionen sind hinreichend sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Die sicheren Reserven wurden auf Basis eines 12-Monats-Durchschnittspreises ermittelt, es sei denn, die Preise sind vertraglich festgelegt.

Die Reserven werden vom Konzern zumindest einmal jährlich neu beurteilt. Schätzungsänderungen der sicheren Reserven haben prospektiv eine Auswirkung auf die Höhe der Abschreibungen.

Die Schätzung der Öl- und Gasreserven haben eine wesentliche Auswirkung auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte des Konzerns. Korrekturen dieser Schätzungen nach unten können zu einer Wertminderung des Buchwerts des Vermögenswerts und zu einem niedrigeren Abschreibungsaufwand in der folgenden Periode führen.

i) Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (inklusive Öl- und Gasvermögen) werden auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände einen Anhaltspunkt für eine potentielle Wertminderung eines Vermögenswerts geben. Überprüfungen auf Werthaltigkeit werden auf der Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE), die Zahlungsmittel weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten generieren, durchgeführt.

Wenn festgestellt wurde, dass Vermögenswerte wertgemindert sind, werden die Buchwerte bis zu ihrem erzielbaren Betrag, der dem höheren aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht, abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der Diskontierungssatz vor Steuern wird iterativ ermittelt. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budgetund Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell herangezogen.

Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Wertaufholung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven

Es kann Fälle geben, bei denen die Kosten für Ölund Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven über einen längeren Zeitraum aktiviert bleiben, während die verschiedenen Evaluierungsaktivitäten und seismischen Analysen zur Beurteilung der Größe des Reservoirs und dessen Wirtschaftlichkeit fortgesetzt werden. Weitere Entscheidungen über den optimalen Zeitpunkt für solche Entwicklungen werden aus einer Ressourcen- und Portfoliosichtweise getroffen. Sobald keine Absichten mehr bestehen, den Fund zu entwickeln, wird eine sofortige Wertminderung auf die Vermögenswerte erfasst.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Beurteilung, ob Vermögenswerte oder ZGE wertgemindert sind oder ob vergangene Wertminderungen wieder zugeschrieben werden sollen, erfordert die Anwendung verschiedener

Schätzungen und Annahmen über den Geschäftsverlauf, wie zum Beispiel Öl- und Gaspreise, Inflation, Diskontierungssätze, Reserven, Produktionsprofile, Wachstumsraten, Margen und Spark Spreads. Mit den Schüsselannahmen und -schätzungen ist das Risiko verbunden, dass sie sich aufgrund der den verschiedenen makroökonomischen Faktoren inhärenten Volatilität und der Unsicherheit in vermögenswert- oder ZGEspezifischen Faktoren wie Mengen- und Produktionsprofilen ändern, was eine Auswirkung auf den erzielbaren Betrag der Vermögenswerte und/oder ZGE haben kann.

Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für Vermögenswerte im Upstream-Bereich sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen, Wechselkurse und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer "life of field"-Planung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.

Die nominalen Öl- und Gaspreisannahmen und EUR-USD-Wechselkurse sind im Folgenden angeführt:

2019

2020 2021 2022 2023 2024
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 60 70 70 75 75
EUR-USD Wechselkurs 1,15 1,15 1,15 1,15 1,15
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 52 61 61 65 65
Realisierter Gaspreis (EUR/MWh) 12 13 14 15 15
2018
2019 2020 2021 2022 2023
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 70 70 75 75 75
EUR-USD Wechselkurs 1,20 1,20 1,20 1,20 1,20
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 58 58 63 63 63
Realisierter Gaspreis (EUR/MWh) 13 13 13 14 14

Die langfristigen Preisannahmen ab 2025 werden von den Preisannahmen für 2024 abgeleitet und über die Restnutzungsdauer der jeweiligen Vermögenswerte inflationiert. Die kurz- und mittelfristigen Annahmen für die Öl- und Gaspreise basieren auf der bestmöglichen Schätzung des Managements und waren mit externen Quellen konsistent. Die langfristigen Annahmen standen im Einklang mit externen Studien und berücksichtigen die langfristige Betrachtung von globaler Nachfrage und globalem Angebot.

Im Downstream Öl Geschäft werden die erzielbaren Beträge neben den Diskontierungssätzen in erster Linie durch die Raffineriemarge, den Auslastungsgrad in den Raffinerien, die integrierte Marge und die Verkaufsmengen im Tankstellengeschäft beeinflusst.

Im Geschäftsbereich Downstream Gas sind neben den Diskontierungssätzen die Spark Spreads für Gaskraftwerke und die Sommer/Winter-Spreads für Gasspeicher die wesentlichen Bewertungsannahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags.

j) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert werden, werden mit dem

niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

k) Leasing

Die OMV setzt gemäß IFRS 16 für Leasingverhältnisse, in denen sie Leasingnehmer ist, Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte an. Sie wendet die Vereinfachungsregeln für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringwertigen zugrundeliegenden Sachvermögen an und setzt damit für solche Leasingverhältnisse keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz an. Nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen. Die Pacht für diese Verträge wird linear als Aufwand über den Leasingzeitraum erfasst.

Leasingverträge werden für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der fixen Leasingzahlungen und Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, über den Leasingzeitraum abgezinst mit dem Diskontierungssatz bewertet. Nutzungsrechte werden in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich Vorauszahlungen und anfänglichen direkten Kosten angesetzt.

Die OMV als Leasinggeber hat Verträge abgeschlossen, die als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft wurden und für die die fixen und variablen Mietzahlungen über den Leasingzeitraum als Mietund Leasingerträge erfasst werden.

Die Vorschriften des IFRS 16 wurden retrospektiv ohne Anpassung der Zahlen der Vergleichsperiode, die weiter nach den Vorschriften des bisherigen Bilanzierungsstandards für Leasingverhältnisse IAS 17 bilanziert werden, angewandt. Änderungen zwischen Vorschriften des IAS 17 und IFRS 16 werden in Abschnitt 2 dieser Anhangangabe erläutert.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Leasingverhältnisse

Die OMV hat eine Reihe von Verträgen über die Miete oder Pacht von Tankstellen. Viele von diesen Verträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Verlängerungsoptionen bzw. Perioden nach Kündigungsoptionen wurden bei

der Bestimmung des Leasingzeitraums berücksichtigt, wenn eine Verlängerung (bzw. keine Kündigung) hinreichend sicher ist. Bei der Feststellung des Leasingzeitraums berücksichtigt die OMV alle relevanten Fakten und Umstände, die zu wirtschaftlichen Anreizen für die Verkürzung oder Verlängerung des Leasingzeitraums gemäß der verfügbaren Optionen führen. Bei der Beurteilung des Leasingzeitraums von Tankstellenmiet- und -pachtverträgen mit Verlängerungsund Kündigungsoptionen wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Leasingzeitraum 20 Jahre nicht überschreitet.

Optionale Zeiträume, die in der Bewertung der Leasingverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, gibt es in erster Linie für Bürogebäude sowie für Gasspeicherkavernen in Deutschland, da deren Ausübung in ferner Zukunft liegt.

l) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltene Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen auf objektive Hinweise für Wertminderungen überprüft. Falls Hinweise dafür vorliegen, wird der Betrag der Wertminderung als Differenz zwischen

dem erzielbaren Betrag und Buchwert des assoziierten Unternehmens oder des Gemeinschaftsunternehmens bestimmt und in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Wesentliche gemeinsame Explorations- und Produktionsaktivitäten im Upstream-Bereich werden über gemeinschaftliche Tätigkeiten ausgeübt, die nicht als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind. Die OMV bilanziert im Konzernabschluss für diese gemeinschaftlichen Tätigkeiten ihren Anteil an den mit den anderen Partnern gehaltenen Vermögenswerten und eingegangenen Verbindlichkeiten und Aufwendungen sowie die Erlöse des Konzerns aus dem Verkauf ihres Anteils an der Produktion sowie Verbindlichkeiten und Aufwendungen, die der Konzern für die gemeinschaftliche Tätigkeit eingegangen ist. Akquisitionen von Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen die gemeinschaftliche Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellt, werden nach den Vorschriften des IFRS 3 als Unternehmenszusammenschluss bilanziert (siehe 2.5a).

Zusätzlich gibt es vertragliche Vereinbarungen ähnlich zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen aber keine gemeinschaftliche Führung besteht und die deshalb nicht die Definition einer gemeinschaftlichen Tätigkeit gemäß IFRS 11 erfüllen. Das ist der Fall, wenn die wesentlichen Entscheidungen durch mehr als eine Kombination der Zustimmung durch die involvierten Parteien getroffen werden können oder eine Partei über Beherrschung verfügt. Die Beurteilung, ob die Vereinbarungen inner- oder außerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 11 sind, wird von der OMV auf Basis der relevanten rechtlichen Vereinbarungen wie Konzessions-, Lizenz- oder gemeinsamen Betriebsvereinbarungen vorgenommen, die festlegen, wie und durch wen die relevanten Entscheidungen für diese Aktivitäten getroffen werden. Die Bilanzierung dieser Vereinbarungen erfolgt grundsätzlich analog zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Da Erwerbe von Anteilen an solchen Vereinbarungen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 3 fallen, bilanziert die OMV solche Transaktionen als Anschaffung von Anlagevermögen.

m) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Beim Erstansatz stuft die OMV ihre finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) ein. Die Einstufung erfolgt abhängig vom Geschäftsmodell, nach dem sie vom Konzern gesteuert werden, sowie den vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften der finanziellen Vermögenswerte. Käufe und Verkäufe im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert.

Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, wenn sie die folgenden beiden Voraussetzungen erfüllen:

  • ► Der Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten; und
  • ► die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu Zahlungsströmen zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen.

Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zinserträge, Wertminderungsaufwendungen und Gewinne oder Verluste aus dem Abgang werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die OMV berücksichtigt für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte Wertberichtungen auf Basis der erwarteten Kreditausfälle (ECL). Die erwarteten Kreditausfälle werden auf Basis externer oder interner Ratings der Kontrahenten und den entsprechenden Ausfallswahrscheinlichkeiten ermittelt. Verfügbare zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt, sofern sie eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der erfassten Wertberichtigungen haben.

Erwartete Kreditausfälle werden in zwei Stufen erfasst. Wenn es seit dem Erstansatz keine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos gegeben hat, wird die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten 12- Monats-Kreditverlusts bemessen. Der 12-Monats-Kreditverlust ist der Kreditverlust, der aus Ausfallereignissen resultiert, der innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich ist. Ein finanzieller Vermögenswert weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der Definition von "Investment Grade" entspricht.

Wenn das Kreditrisiko hingegen seit dem Erstansatz wesentlich angestiegen ist, ist eine Wertberichtigung in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts erforderlich, d.h. die erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen

während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Für diese Einschätzung berücksichtigt der Konzern alle angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Darüber hinaus nimmt die OMV an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Wenn die Bonität sich wiederum verbessert, geht die OMV auf den Ansatz eines 12-Monats-Kreditverlusts zurück. Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn er für mehr als 90 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen vernünftige und vertretbare Informationen vor, dass ein längeres Ausfallskriterium angemessener ist. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine realistische Aussicht besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisierbar sind.

Für Lieferforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen wird eine vereinfachte Vorgehensweise, bei der die Wertberichtigungen mit den über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusten berücksichtigt werden, angewandt. Im Fall, dass es für die ausstehenden Salden eine Kreditversicherung oder Sicherheiten gibt, werden die erwarteten Kreditverluste für den versicherten bzw. garantierten Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Versicherers bzw. Garantiegebers und für den verbleibenden Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten ermittelt.

Die nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden, enthalten Lieferforderungen aus Verkaufsverträgen mit vorläufiger Preisfestlegung und Investmentfonds, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Weiters sind in dieser Bewertungskategorie Portfolios von Lieferforderungen enthalten, für die eine Verkaufsabsicht besteht. Diese Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei alle Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Eigenkapitalinstrumente können unwiderruflich als zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) bewertet designiert werden, wenn sie nicht mit einer Handelsabsicht gehalten werden. Die OMV hat sich dafür entschieden, die nicht börsennotierten Beteiligungen, die mit einer strategischen Zielsetzung gehalten werden, dieser Bewertungskategorie zuzuordnen. Gewinne und Verluste aus zum FVOCI bewerteten Beteiligungen werden niemals in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert ("recycled") und unterliegen keiner Wertminderungsüberprüfung. Dividenden werden im Gewinn oder Verlust verbucht, es sei denn, die Dividende stellt eine Deckung eines Teils der Kosten der Beteiligung dar.

Die OMV bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn sie den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Beizulegender Zeitwert und Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten

Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit vom rumänischen Staat rückerstattbaren Ausgaben für Rekultivierungs- und Entsorgungskosten der OMV Petrom SA. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der eingeforderten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts-oder Schiedsgerichtsverfahren.

2017 übernahm die OMV als Teil des Erwerbs einer Beteiligung am Juschno Russkoje Gasfeld eine vertragliche Position gegenüber Gazprom in Zusammenhang mit einer Neufeststellung der Reserven. Die Gasreserven im Juschno Russkoje Feld wurden vertraglich vereinbart, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der Vereinbarung festgelegt, kann entweder die OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (würde in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitieren), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, die OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden. Die Vereinbarung über die tatsächlich vorhandenen Gasreserven in Juschno Russkoje wird für 2023 erwartet. Es wird von der OMV erwartet, dass die Mengen der Gasreserven in dem Feld niedriger sind als die vertraglich vereinbarten Mengen. Die Einschätzung basiert auf einer Beurteilung der Erdölingenieurinnen und Erdölingenieuren des Konzerns (für nähere Details siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte).

n) Derivative Finanzinstrumente und die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Warenpreisen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 wird angewandt.

Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als (i) Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird, oder (ii) Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.

Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert.

o) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.

p) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

q) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Anwendung des Durchschnittspreisverfahrens bzw. im Fall nicht austauschbarer Güter mit ihren individuellen Kosten und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

2019 beendete die OMV die Anwendung einer speziellen Bewertungsmethode für Vorräte, die entsprechend den Mindestlagerverpflichtungen in Österreich gehalten werden müssen. Die gemäß österreichischem Erdölbevorratungsgesetz 2013 gehaltenen erhöhten Bestände an Rohöl und Ölprodukten wurden bisher mittels eines langfristigen, gewogenen Durchschnittspreisverfahrens auf Basis von Erdöläquivalenten bewertet. Die die Pflichtnotstandsreserve übersteigenden Mengen wurden mit den aktuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Aufgrund einer Änderung im Geschäftsmodell wird diese Methode für die Pflichtnotstandsreserve nicht weiter angewendet. Stattdessen werden diese Mengen entsprechend dem Durchschnittspreisverfahren und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet. Bei dieser Änderung handelt es sich um eine Schätzungsänderung, die prospektiv angewendet wurde. Die Änderung führte zu einer Erhöhung des Buchwerts der Vorräte und einer positiven Auswirkung auf das Betriebsergebnis in der Höhe von rund EUR 92 Mio.

r) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist.

Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.

s) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrück-

stellungen: Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich Upstream (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Verpflichtung ist bis zum Anlagenrückbau von Stichtag zu Stichtag aufzuzinsen. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rekultivierungsrückstellungen

Die wesentlichsten Verpflichtungen für Rekultivierungen bestehen im Konzern für die Versiegelung von Bohrlöchern, die Stilllegung von Anlagen und die Beseitigung und Entsorgung von Offshore-Anlagen. Die Durchführung eines Großteils dieser Tätigkeiten ist in vielen Jahren in der Zukunft geplant, während Technologien für die Rekultivierung, Kosten, Vorschriften und öffentliche Erwartungen sich laufend ändern. Schätzungen künftiger Wiederherstellungskosten basieren auf Berichten interner Ingenieurinnen und Ingenieuren und auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Änderungen in den erwarteten künftigen Kosten nach unten oder Verschiebungen in die Zukunft werden über eine Änderung der Rückstellung und des dazugehörigen Vermögenswerts berücksichtigt, sofern ein Buchwert in ausreichender

Höhe vorliegt. Sonst wird die Rückstellung über das Ergebnis aufgelöst. Bei wesentlichen Erhöhungen wird eine Beurteilung der Werthaltigkeit des zugrundeliegenden Vermögenswerts erforderlich.

Rückstellung für Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen erfordern die Schätzung von Abzinsungssätzen, die eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Rückstellung haben. Im Fall von negativen Zinssätzen wird der Abzinsungssatz bei einer Untergrenze von Null gekappt. Die realen Abzinsungssätze, die für die Berechnung der Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen verwendet wurden, lagen zwischen 0,0% und 3,25% (2018: 0,0% und 3,0%).

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne in Österreich und Deutschland und leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne in Neuseeland. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft die OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.

Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Die Ansprüche sind bei leistungsorientierten Pensionsplänen grundsätzlich vom Dienstalter und den durchschnittlichen Bezügen abhängig. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen.

Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, welche bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt.

In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung ("Recycling") berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen auf das Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag auf das Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Berechnung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode erfordert Schätzungen von Abzinsungssätzen, Gehaltstrends und Pensionstrends. Für die versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche und die entsprechenden Sensitivitäten siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen.

Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Rückstellungen für belastende Verträge: Bei Existenz belastender Verträge, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete Nutzen aus dem Vertragsverhältnis, werden Rückstellungen mit dem niedrigeren Betrag aus den Kosten bei Vertragserfüllung und eventuellen Straf- oder Entschädigungszahlungen im Falle einer Nichterfüllung des Vertrages angesetzt.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rückstellungen für belastende Verträge Die OMV ging in der Vergangenheit einige langfristige, nicht kündbare Verträge ein, die auf

Grund von negativen Marktentwicklungen zu belastenden Verträgen wurden. Dies führte im Konzernabschluss zum Ansatz von Rückstellungen für belastenden Verträge für die unvermeidbaren Kosten für die Erfüllung dieser Verträge.

Die für die Berechnung der positiven Beiträge, die die Fixkosten teilweise decken, erfolgten Schätzungen basieren auf externen Quellen und Erwartungen des Managements. Für nähere Details über wesentliche Rückstellungen siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2- Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 23 – Rückstellungen).

t) Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

u) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden im OMV Konzernabschluss auch die für den Geschäftsbereich Upstream typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. 4.5f) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Für temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Die Realisierbarkeit der angesetzten aktiven latenten Steuern wird auf Basis von detaillierten Steuerplanungen festgestellt.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern

Der Ansatz von aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung darüber, wann sie sich wahrscheinlich umkehren werden und ob zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe den aktiven latenten Steuern im Zeitpunkt ihrer Umkehrung entgegenstehen. Diese Beurteilung der Realisierbarkeit macht Annahmen über künftige Gewinne erforderlich und unterliegt deshalb Unsicherheiten. In der OMV erfolgt diese Beurteilung auf Basis einer Planung über die Feldlebensdauern bei Upstream-Konzerngesellschaften bzw. über einen Zeitraum von 5 Jahren bei allen anderen Konzerngesellschaften.

Änderungen in Annahmen über künftige Gewinne können zu einem Anstieg oder einer Reduktion der aktiven latenten Steuern führen, was eine Auswirkung auf den Jahresüberschuss der Periode hat, in der die Änderung stattfindet.

Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern

sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

v) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral

Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-term Incentive Plan (LTIP) – dem wesentlichen aktienbasierten Vergütungsplan in der OMV - wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst. Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.

w) Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, der den geschätzten Preis widerspiegelt, den die OMV zahlen oder erhalten müsste, wären diese Positionen zum Bilanzstichtag übertragen worden. Dabei wird von einem Transfer zwischen Teilnehmern im Hauptmarkt und ggf. von einer bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts ausgegangen.

Die beizulegenden Zeitwerte werden entsprechend der folgenden Hierarchie ermittelt:

  • Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Diese Kategorie ist im OMV Konzern zumeist nur relevant für Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Futures.
  • Stufe 2: Bewertungstechniken mit der Verwendung von direkt und indirekt beobachtbaren Inputs. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten innerhalb der Stufe 2 werden üblicherweise Terminpreise für Rohöl und Erdgas, Zinssätze und

Wechselkurse als Inputs für das Bewertungsmodell herangezogen. Zusätzlich werden das Kreditrisiko der Gegenpartei und ggf. ein Volatilitätsfaktor berücksichtigt.

Stufe 3: Bewertungstechniken wie z.B. Discounted Cashflow-Modelle mit der Verwendung von wesentlichen nicht beobachtbaren Inputs (z.B. langfristige Preisannahmen und Schätzungen von Reserven).

6) Währungsumrechnung

Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

2019 2018
Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Tschechische Krone (CZK) 25,408 25,671 25,724 25,647
Ungarischer Forint (HUF) 330,530 325,300 320,980 318,890
Neuseeland Dollar (NZD) 1,665 1,700 1,706 1,707
Norwegische Krone (NOK) 9,864 9,851 9,948 9,598
Rumänischer Leu (RON) 4,783 4,745 4,664 4,654
Russischer Rubel (RUB) 69,956 72,455 79,715 74,042
US Dollar (USD) 1,123 1,120 1,145 1,181

3 Änderungen in der Konzernstruktur

Eine vollständige Liste aller OMV Beteiligungen sowie sämtliche Konsolidierungskreisänderungen sind in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – zu finden. Wesentliche Änderungen des Konsolidierungskreises werden folgend näher beschrieben.

Konsolidierungskreisänderungen – Upstream

Am 31. Januar 2019 hat die OMV eine 50%-Beteiligung am gesamten ausgegebenen Aktienkapital der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. um USD 540 Mio erworben (unterliegt den üblichen Anpassungen bei Abschluss der Transaktion). SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und ihre Tochtergesellschaften werden per Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen, da die OMV die Entscheidungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten dieser Gesellschaften hat. Obwohl das Tagesgeschäft grundsätzlich von OMV und dem anderen Gesellschafter gemeinsam geleitet wird, hat die OMV die entscheidenden Stimmrechte über die für die Beherrschung maßgeblichen Entscheidungen wie insbesondere die Festlegung und Verabschiedung des jährlichen Budgets und die Aktualisierung der Mittelfristplanung.

Zusätzlich haben die Vertragsparteien bedingte Zahlungen von bis zu USD 85 Mio vereinbart. Diese sind größtenteils vom Ressourcenvolumen im Block 30, Mexiko zum Zeitpunkt der finalen Investitionsentscheidung abhängig. Zum Zeitpunkt des Erwerbs wurde keine Verbindlichkeit hierfür angesetzt. Beide Parteien haben auch die Refinanzierung der zum Zeitpunkt der Akquisition bestehenden konzerninternen Verbindlichkeiten von USD 350 Mio vereinbart (in der Konzern-Cashflow-Rechnung in der Zeile "Rückzahlung langfristige Finanzierungen" erfasst).

Die Akquisition war ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung der Region Asien-Pazifik zur fünften OMV Kernregion. Neben einer zukünftig steigenden Tagesproduktion in malaysischen Offshore-Gasfeldern gibt diese Transaktion der OMV Zugang zu Explorationsblöcken in Neuseeland, Australien und Mexiko.

Erworbenes Vermögen und Berechnung des Firmenwerts

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. werden zum anteiligen Wert des erworbenen identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Der Firmenwert resultiert hauptsächlich aus latenten Steuerverbindlichkeiten aus der Differenz zwischen Buchwerten und Steuerwerten der erworbenen Vermögenswerte. Der Firmenwert ist nicht steuerlich verwertbar. Die beizulegenden Zeitwerte des erworbenen Nettovermögens wie auch die Berechnung des Firmenwerts werden in den untenstehenden Tabellen dargestellt. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprach im Wesentlichen deren Buchwert, wobei eine Vereinnahmung aller vertraglichen Cashflows abzüglich immaterieller Kreditausfälle erwartet wird. Der Kaufpreis unterliegt weiterhin üblichen Anpassungen bei Abschluss, wobei keine wesentlichen Abweichungen erwartet werden. Der nachstehend angegebene Kaufpreis beinhaltet die bestmögliche Schätzung der erwarteten Anpassung.

Beizulegende Zeitwerte des erworbenen Nettovermögens

In EUR Mio
SapuraOMV
Immaterielle Vermögenswerte 679
Sachanlagen 604
Langfristiges Vermögen 1.283
Vorräte 6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 44
Sonstige Vermögenswerte 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12
Kurzfristiges Vermögen 90
Summe Aktiva 1.372
Leasingverbindlichkeiten 5
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 305
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 69
Latente Steuern 336
Langfristige Verbindlichkeiten 715
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 49
Ertragsteuerverbindlichkeiten 10
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9
Sonstige Verbindlichkeiten 5
Kurzfristige Verbindlichkeiten 83
Summe Verbindlichkeiten 798
Nettovermögen 574
Nicht beherrschende Anteile – 287
Erworbenes Nettovermögen 287

Berechnung des Firmenwerts

In EUR Mio
SapuraOMV
Kaufpreis 479
Effekt aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken 2
Erworbenes Nettovermögen 287
Firmenwert 195

2019 trug SapuraOMV seit ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss EUR 171 Mio zu den konsolidierten Umsatzerlösen und EUR –36 Mio zum Jahresüberschuss des OMV Konzerns bei. Hätte die Akquisition bereits zu Jahresbeginn stattgefunden, hätte

SapuraOMV rechnerisch EUR 186 Mio zu den konsolidierten Umsatzerlösen bzw. EUR –39 Mio zum Jahresüberschuss beigetragen.

Konsolidierungskreisänderungen – Downstream Am 31. Juli 2019 haben die OMV und ADNOC, Abu Dhabi National Oil Company, eine strategische Partnerschaft, die das bestehende ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein neues Trading Joint Venture umfasst, abgeschlossen. Die Beteiligungsstruktur sowohl für ADNOC Refining als auch für das Trading Joint Venture ist wie folgt: OMV 15%, Eni 20% und ADNOC die verbleibenden 65%. Der Kaufpreis für den OMV Anteil betrug USD 2,43 Mrd.

Die OMV verfügt über maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaften und bilanziert diese at-equity. In Summe belief sich der Kaufpreis inklusive positiver Absicherungseffekte von Fremdwährungsrisiken von EUR 43 Mio undTransaktionskosten auf

EUR 2.150 Mio und wurde in der Bilanz unter "Atequity bewertete Beteiligungen" aktiviert. Der Kaufpreis enthält eine nachträgliche Kaufpreiszahlung von USD 60 Mio, welche in den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen ist.

Auswirkung wesentlicher Akquisitionen auf den Cashflow

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt einen Mittelabfluss von EUR 460 Mio aus dem Erwerb von SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd., ausgewiesen in der Zeile "Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel", wie nachfolgend angeführt.

Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten In EUR Mio

SapuraOMV
Bezahlter Kaufpreis 472
Abzüglich übernommener liquider Mittel – 12
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten 460

Der Mittelabfluss aus dem Erwerb des ADNOC Raffineriegeschäfts betrug EUR 2.095 Mio und ist in der

Konzern-Cashflow-Rechnung in der Zeile "Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte" enthalten.

Segmentberichterstattung

4 Segmentberichterstattung

Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die zwei operativen Geschäftsbereiche Upstream und Downstream, sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme des Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen Segmente der OMV den operativen Geschäftssegmenten.

Die Upstream (U/S)-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und -gas und konzentrieren sich auf die Regionen Mittel- und Osteuropa, Nordsee, Russland, Mittlerer Osten und Afrika und Asien-Pazifik.

Der Downstream Öl (D/S Öl)-Teil des Geschäftsbereichs Downstream (D/S) raffiniert und vermarktet Rohöl, petrochemische Produkte und andere Rohstoffe. Er betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer jährlichen Kapazität von 17,8 Mio t. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Die OMV besitzt eine starke Marktposition innerhalb der Bereiche Versorgung, Betreuung gewerblicher Kunden und Betrieb eines Einzelhandelsnetzwerks von etwa 2.100 Tankstellen. Die OMV hält Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bilanzierten Beteiligungen in den Bereichen Raffinerien und Petrochemie. Zu den wichtigsten gehören die 36% Anteile an der Borealis AG sowie die 15% Anteile an der ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate) mit einer jährlichen Kapazität von 7,1 Mio Tonnen OMV Anteil (siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen).

Downstream Gas (D/S Gas) operiert mit einem erfolgreichen Gasvertriebs- und -logistikgeschäft in Europa. Die OMV betreibt Speicherkapazitäten in Österreich und Deutschland und hält einen Anteil an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, welche im regulierten Gastransportgeschäft in Österreich tätig ist. Die Aktivitäten umfassen zudem die Versorgung, das Marketing und den Handel von Gas in Europa und der Türkei und die Aktivitäten des Konzerns im Stromgeschäft mit einem Gaskraftwerk in Rumänien.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Kb&S zusammengefasst. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten. In die Ermittlung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung herangezogen. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein, mit bestimmten Ausnahmen betreffend Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens, welche nach internen Grundsätzen der OMV ermittelt wurden. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.

Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Zuschreibungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.

Des Weiteren wird der Current Cost of Supply (CCS) Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern ermöglichen zu können. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten von Einkäufen des vorherigen Monats und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Ergebniskennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.

Segmentberichterstattung

In EUR Mio

2019
davon
Seg
ment
davon davon elim. Konsoli OMV
U/S D/S D/S Öl D/S Gas D/S Kb&S Gesamt dierung Konzern
Umsatzerlöse 1 6.239 20.958 15.085 5.976 – 103 345 27.542 – 4.081 23.461
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 3.656 – 84 – 46 – 141 103 – 341 – 4.081 4.081
Umsatzerlöse mit
Dritten
2.583 20.874 15.039 5.835 4 23.461 23.461
Sonstige betriebliche
Erträge 157 98 66 32 60 315 315
davon
Zuschreibung zu
Sachanlagen und
immateriellen
Vermögenswerten 35 0 0 35 35
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteili
gungen 45 341 327 14 386 386
Planmäßige
Abschreibungen 1.604 544 474 70 37 2.186 2.186
Wertminderungen
(inkl. Exploration und
Evaluierung) 211 32 19 13 0 243 243
Operatives Ergebnis 1.879 1.847 1.560 287 – 91 3.636 – 54 3.582
Sondereffekte für
Personallösungen 17 5 5 0 11 34 34
Sondereffekte für
Wertminderungen und
Zuschreibungen 9 30 18 12 39 39
Sondereffekte für
Anlagenverkäufe – 3 – 1 – 2 1 – 5 – 5
Sonstige
Sondereffekte 48 – 65 54 – 119 13 – 4 – 4
Sondereffekte 71 – 31 74 – 106 24 64 64
CCS Effekte – 139 – 139 – 139 29 – 110
CCS Operatives
Ergebnis vor Sonder
effekten 1.951 1.677 1.495 182 – 67 3.561 – 25 3.536
Segmentvermögen 2 15.049 5.315 4.341 974 277 20.642 20.642
Zugänge SAV/IV 3 2.046 632 544 88 73 2.751 2.751
At-equity bewertete
Beteiligungen 457 4.695 4.635 59 5.151 5.151

1 Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2 Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

3 Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.

Segmentberichterstattung

In EUR Mio 2018
davon
Seg
ment
davon davon elim. Konsoli OMV
U/S D/S D/S Öl D/S Gas D/S Kb&S Gesamt dierung Konzern
Umsatzerlöse 1 5.556 20.830 14.755 6.215 – 139 339 26.725 – 3.795 22.930
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 3.386 – 74 – 48 – 166 139 – 335 – 3.795 3.795
Umsatzerlöse mit
Dritten 2.170 20.756 14.707 6.049 4 22.930 22.930
Sonstige betriebliche
Erträge
329 127 59 69 61 517 517
davon Zuschreibung
zu Sachanlagen und
immateriellen
Vermögenswerten 106 1 1 106 106
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteili
gungen 40 352 327 25 391 391
Planmäßige
Abschreibungen 1.231 467 398 69 20 1.718 1.718
Wertminderungen
(inkl. Exploration und
Evaluierung) 165 3 3 0 168 168
Operatives Ergebnis 2.122 1.420 1.402 18 – 47 3.495 28 3.524
Sondereffekte für
Personallösungen 11 4 3 1 24 40 40
Sondereffekte für
Wertminderungen und
Zuschreibungen – 52 1 1 – 51 – 51
Sondereffekte für
Anlagenverkäufe – 2 – 3 – 4 1 2 – 3 – 3
Sonstige Sondereffekte – 52 216 32 184 164 164
Sondereffekte – 95 219 33 185 26 149 149
CCS Effekte 4 4 4 – 31 – 27
CCS Operatives Ergebnis
vor Sondereffekten 2.027 1.643 1.439 204 – 21 3.649 – 3 3.646
Segmentvermögen 2 13.536 4.755 3.798 957 141 18.432 18.432
Zugänge SAV/IV 3 3.003 558 501 56 25 3.585 3.585
At-equity bewertete
Beteiligungen 428 2.582 2.509 74 3.011 3.011

1 Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2 Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

3 Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.

Sonstige Sondereffekte im Segment Upstream enthielten 2019 hauptsächlich die Neubewertung des Vermögenswertes hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven am Feld Juschno Russkoje, teilweise kompensiert durch temporäre Hedging-Effekte. Im Bereich Downstream waren die sonstigen Sondereffekte auf temporäre Hedging-Effekte in Downstream Gas zurückzuführen, teilweise kompensiert durch die Bildung von Umweltrückstellungen in Rumänien in Downstream Öl.

2018 enthielten die sonstigen Sondereffekte im Bereich Upstream temporäre Hedging-Effekte in Höhe von EUR 89 Mio, Gewinne aus den Veräußerungen

in Pakistan in Höhe von EUR 52 Mio und Tunesien in Höhe von EUR 39 Mio, teilweise kompensiert durch Sondereffekte in Zusammenhang mit bedingten Gegenleistungen aus dem Verkauf von Rosebank und OMV (U.K.) Limited von EUR –78 Mio, verursacht hauptsächlich durch eine Verzögerung der erwarteten finalen Investmententscheidung. Im Bereich Downstream waren die sonstigen Sondereffekte beeinflusst durch die Veräußerung des Samsun Kraftwerks in der Türkei in Höhe von EUR –150 Mio und durch eine Wertminderung des Düngergeschäftszweiges der Borealis in Höhe von EUR –33 Mio.

Informationen über geografische Bereiche

In EUR Mio

2019 2018
Umsätze Zugeord At-equity Umsätze Zugeord At-equity
mit netes bewertete mit netes bewertete
Dritten Vermögen 1 Beteiligungen 3 Dritten Vermögen 1 Beteiligungen 3
Österreich 6.599 3.452 2.465 6.635 3.046 2.447
Deutschland 4.962 1.098 29 5.161 962 28
Rumänien 4.389 6.265 3.973 6.165
Russland 633 896 134 697 868 92
Neuseeland 528 1.199 256 1.406
Vereinigte Arabische Emirate 488 1.780 2.190 77 1.630 85
Malaysia 122 1.333
Übriges MOE 4 3.564 659 3.649 490 14
Übriges Europa 1.379 1.954 10 1.426 2.070 9
Übrige Welt 2 799 1.456 323 1.056 1.448 336
Gesamt 23.461 20.092 5.151 22.930 18.084 3.011
Nicht zugeordnetes Vermögen 550 348
Segmentvermögen 20.642 5.151 18.432 3.011

1 Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV).

2 Übrige Welt: Im Wesentlichen Australien, Kasachstan, Japan, Bahrain, China, Nigeria, Libyen, Pakistan, Tunesien, Jemen, Singapur, Mexiko und Hong Kong 3Die Zuordnung der at-equity bewerteten Beteiligungen erfolgt auf Basis des eingetragenen Sitzes der Muttergesellschaft

4 Inkludiert Türkei

Nicht zugeordnetes Vermögen enthielt einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Sapura-OMV" zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 199 Mio sowie einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Raffinerien West" zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 26 Mio (2018:

EUR 29 Mio) und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Mittlerer Osten und Afrika" zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 325 Mio (2018: EUR 319 Mio), da diese ZGEs in mehreren geografischen Bereichen tätig sind.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse
In EUR Mio
2019 2018
Umsätze aus Kundenverträgen 22.832 22.607
Umsätze aus fixen Leasingzahlungen 17 16
Umsätze aus variablen Leasingzahlungen 63 62
Umsätze aus anderen Quellen 548 246
Umsatzerlöse 23.461 22.930

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio
Down Down Konzern
stream stream bereich& OMV
Upstream Öl Gas Sonstiges Konzern
2019
Rohöl, NGL und Kondensate 1.228 1.073 2.302
Erdgas und LNG 876 5 4.969 5.849
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerie
produkte 11.161 11.161
Petrochemische Produkte 1.768 1.768
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport 20 4 228 252
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 1 24 887 588 2 1.501
Umsätze aus Kundenverträgen 2.148 14.897 5.785 2 22.832
2018
Rohöl, NGL und Kondensate 1.181 795 1.976
Erdgas und LNG 744 4 5.136 5.884
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerie
produkte 11.130 11.130
Petrochemische Produkte 1.981 1.981
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport 11 207 218
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 1 39 843 533 2 1.417
Umsätze aus Kundenverträgen 1.975 14.754 5.876 2 22.607

1 Im Wesentlichen Non-Oil-Geschäft in Downstream Öl und Stromgeschäft in Downstream Gas In EUR Mio

6 Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

2019 2018
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften 80 95
Gewinne aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte 23
Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen,
Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten
21 105
Zuschreibungen zum Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten 35 106
Übrige sonstige betriebliche Erträge 179 188
Sonstige betriebliche Erträge 517
Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen 392 394
Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen – 6 – 2
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 391

Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten enthielten einen Gewinn in Höhe von EUR 11 Mio aus dem Verkauf von neun marginalen Felder in Rumänien.

2018 enthielt einen Gewinn aus dem Verkauf der in Pakistan aktiven Upstream Unternehmen in Höhe von EUR 52 Mio, sowie Erträge aus der Veräußerung der Tochtergesellschaft OMV Tunisia Upstream GmbH in Höhe von EUR 39 Mio.

Zuschreibungen zu Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten

Am 18. November 2019 hat die OMV den Verkauf ihres 69% Anteils am Maari Feld im neuseeländischen Offshore Becken Taranaki an Jadestone Energy Inc. vereinbart. Dies führte zu einer Umgliederung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" und resultierte in einer Zuschreibung vor Steuern in Höhe von EUR 34 Mio (siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten).

Zuschreibungen in 2018 sind hauptsächlich auf Wertaufholungen für Öl- und Gasvermögenswerte in Höhe von EUR 105 Mio in Rumänien (Asset VII) und Norwegen (Gudrun) zurückzuführen, basierend auf der Berechnung des Nutzungswertes.

Übrige sonstige betriebliche Erträge beinhalteten 2019 Erträge im Zusammenhang mit der Klärung von steuerlichen Themen in Rumänien (EUR 14 Mio) sowie Erträge aus Lagerhaltung im Zusammenhang mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. von EUR 49 Mio (2018: EUR 41 Mio). 2018 beinhaltete Versicherungsentschädigungen aus Schadensersatzansprüchen betreffend das Kraftwerk Brazi und der Gasverteilerstation Baumgarten in Höhe von EUR 34 Mio.

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen sank leicht auf EUR 386 Mio und beinhaltete im Wesentlichen das anteilige Konzernergebnis von Borealis in Höhe von EUR 314 Mio (2018: EUR 327 Mio).

7 Abschreibungen und Wertminderungen

Wertminderungen sind in der Zeile "Abschreibungen und Wertminderungen" in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, mit Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und

Evaluierung, welche in den "Explorationsaufwendungen" gezeigt werden. Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:

Abschreibungen und Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung)

In EUR Mio
2019 2018
Planmäßige Abschreibungen 2.186 1.718
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 151 109
Abschreibungen und Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 2.337 1.827

Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) In EUR Mio

2019 2018
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 151 109
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 92 59
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 243 168

Abschreibungen und Wertminderungen – Aufteilung auf die Funktionen

In EUR Mio
2019 2018
Planmäßige Abschreibungen 2.186 1.718
davon Explorationsaufwendungen
davon Produktions- und operative Aufwendungen 1.926 1.549
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen 259 169
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 243 168
davon Explorationsaufwendungen 92 59
davon Produktions- und operative Aufwendungen 125 108
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen 26 2

Wertminderungen in Upstream

2019 führte ein Verkaufsprozess von 40 marginalen Öl- und Gasfeldern in Rumänien zu einer Wertminderung von Sachanlagen vor Steuern in Höhe von EUR 36 Mio. Für weitere Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2019 nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 76 Mio) sowie Wertminderungen für Exploration und Evaluierung (EUR 92 Mio), welche hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen in Rumänien, Österreich, Neuseeland und Norwegen enthielten.

2018 wurde in der Region Nordsee der Verkauf des OMV Anteils an der Polarled Pipeline und den Nyhamna Gasverarbeitungsanlagen abgeschlossen und resultierte in einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 36 Mio. Die übrigen Wertminderungen im Jahr 2018 sind hauptsächlich auf nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 58 Mio), trockene Explorationsbohrungen in Rumänien, Norwegen und Bulgarien (EUR 37 Mio) als auch auf eine Explorationslizenz in Madagaskar (EUR 14 Mio) in Folge der Entscheidung über den Ausstieg zurückzuführen.

Wertminderungen in Downstream

2019 wurde die at-equity bilanzierte Beteiligung an Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. zur Gänze aufgrund der Kündigung von langfristigen Lieferverträgen abgeschrieben. Dies führte zu einer Wertminderung in Höhe von EUR 12 Mio. Übrige Wertminderungen betrugen EUR 20 Mio und waren hauptsächlich auf Vermögenswerte in Downstream Öl zurückzuführen. 2018 gab es keine wesentlichen Wertminderungen im Geschäftsbereich Downstream.

8 Explorationsaufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen.

All diese Aktivitäten sind im Segment Upstream enthalten.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen In EUR Mio

2019 2018
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 92 59
Sonstiger Explorationsaufwand 136 115
Explorationsaufwand 229 175
Vermögenswerte – aktivierte Explorations- und Evaluierungsausgaben inkl. Erwerb von
unsicheren Reserven
2.500 1.906
Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit 138 133
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit 1 261 474

1 2019 enthält nicht die Akquisition des SapuraOMV Upstream Geschäfts in Malaysia (siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – für nähere Details), 2018 enthält nicht die Akquisition des Shell Upstream Geschäfts in Neuseeland.

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen In EUR Mio

2019 2018
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften 67 64
Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlage
vermögen und immateriellen Vermögenswerten
14 162
Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte 5 85
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 33 11
Personallösungen 26 34
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 49 40
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 128 90
Sonstige betriebliche Aufwendungen 322 485

Die Position Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten zeigte 2018 einen Verlust aus dem Verkauf der OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş. in Höhe von EUR 150 Mio.

Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte enthielten hauptsächlich eine negative Neubewertung des Vermögenswertes hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb an Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje, bedingt durch die Neubewertung der Reserven und teilweise kompensiert durch positive Diskontierungseffekte. 2018 beinhaltete eine negative Fair Value Anpassung von EUR 88 Mio für die bedingten Gegenleistungen aus der Veräußerung von Rosebank und der OMV (U.K.) Limited aufgrund einer Verzögerung des Zeitpunktes der erwarteten finalen Investitionsentscheidung. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.

Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalteten im Wesentlichen Wertminderungen von Forderungen in Tunesien in Höhe von EUR 18 Mio, aufgrund der Neubewertung der zukünftigen Produktion.

Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen enthielten Aufwendungen im Zusammenhang mit verschiedenen Digitalisierungsinitiativen, die in 2018 starteten und EUR 44 Mio in 2019 betrugen (2018: EUR 10 Mio).

10 Personalaufwendungen

Personalaufwendungen

In EUR Mio
2019 2018
Löhne und Gehälter 869 788
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 18 8
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen 28 25
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen 26 34
Sonstiger Personalaufwand 157 134
Steuern und Sozialabgaben 130 120
Personalaufwendungen 1.228 1.108

Die Gesamtaufwendungen für Pensionen, welche in den Positionen "Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen", "Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen" und "Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen" enthalten sind, betrugen EUR 40 Mio (2018: EUR 50 Mio).

11 Finanzerfolg

Zinserträge
In EUR Mio
2019 2018
Derivate 8
Abgezinste Forderungen 24 9
Ausleihungen, Forderungen und Bankeinlagen 128 98
Sonstige 17 2
Zinserträge 169 117

Die positive Entwicklung der Position Zinserträge aus abgezinsten Forderungen ist auf die Neubewertung der Forderungen aus Zuschüssen gegenüber dem rumänischen Staat zurückzuführen, bedingt durch eine frühere Zahlung als Ende 2018 erwartet.

Die Position Zinserträge aus Ausleihungen, Forderungen und Bankeinlagen enthielt EUR 70 Mio (2018: EUR 51 Mio) Zinserträge aus der Nord

Stream 2 Finanzierungsvereinbarung. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.

Die Position Sonstige beinhaltete hauptsächlich Zinserträge aus verspäteten Zahlungen im Zusammenhang mit der Klärung von steuerlichen Themen in Rumänien.

Zinsaufwendungen In EUR Mio

2019 2018
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 176 151
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 4 11
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 91 84
Rückstellungen für Jubiläumsgeld, Personallösungen und andere Leistungen an
Arbeitnehmer 2 3
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 19 15
Sonstige 19 46
Zinsaufwendungen, brutto 309 311
Aktivierte Fremdkapitalzinsen – 6 – 21
Zinsaufwendungen 304 290

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalteten Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 23 Mio (2018: EUR 17 Mio). Die Erhöhung ist hauptsächlich auf die Einführung des neuen Standards IFRS 16 zurückzuführen. Darüber hinaus trugen Neuemissionen von Anleihen zu der negativen Entwicklung bei.

Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Rekultivie-

rungsrückstellung der OMV Petrom SA wurde mit den Zinserträgen aus der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat saldiert. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.

Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit den Erträgen aus dem Planvermögen von EUR 8 Mio (2018: EUR 7 Mio) saldiert dargestellt.

Sonstige Zinsaufwendungen beinhalteten Aufwendungen aus der Aufzinsung auf abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH in Höhe von EUR 17 Mio (2018: EUR 21 Mio).Weitere Details können der Anhangangabe 23 – Rückstellungen – entnommen werden. 2018 beinhaltete Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Neubewertung von Forderungen aus Zuschüssen gegenüber dem rumänischen Staat.

Die für qualifizierte Vermögenswerte aktivierten Fremdkapitalzinsen bezogen sich vorwiegend auf Öl- und Gasvermögen in der Entwicklungsphase in Tunesien und Norwegen. Der durchschnittliche verwendete Zinssatz war 2,3% (2018: 2,4%).

Sonstiges Finanzergebnis
In EUR Mio
2019 2018
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization – 31 – 31
Nettofremdwährungsgewinne/(-verluste) 40 – 11
Sonstige – 8 – 30
Sonstiges Finanzergebnis 1 – 72

Die Position Sonstige enthielt hauptsächlich Bankgebühren, wohingegen diese Position in 2018 überwiegend Kosten für vorzeitige Kreditrückzahlungen enthielt.

12 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In EUR Mio
2019 2018
Laufende Steuern 1.207 1.007
davon betreffend Vorjahre 13 21
Latente Steuern 100 298
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.306 1.305

Entwicklung der latenten Steuern

2019 2018
28 338
1
28 339
– 445 28
– 473 – 310
– 4 22
377 – 9
– 100 – 298
5 8
5 118
16 – 17
– 125 – 406

1 2019 enthielt die Akquisition von SapuraOMV in Höhe von EUR 336 Mio. 2018 enthielt die Akquisition des Upstream-Geschäfts von Shell in Neuseeland

(EUR 117 Mio) sowie die Veräußerung des OMV Anteils an der Polarled Pipeline und Nyhamna Gasverarbeitungsanlagen in der Nordsee Region (EUR –100 Mio).

Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern In EUR Mio

2019 2018
Latente Steuern – 4 53
Laufende Steuern 0 3
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern – 4 55

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten latenten Steuern aus der Verwertung von Verlustvorträgen betrugen 2019 EUR 76 Mio (2018: EUR 205 Mio).

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.

Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.

2019 ist ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst. Die Wertberichtigung wurde in

der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb der Gewinnund Verlustrechnung erfasst wurden, dies bedeutet im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.

Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen, und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung

In %

2019 2018
Körperschaftsteuersatz in Österreich 25,0 25,0
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 14,7 16,0
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 5,0 5,0
Steuerfreies Einkommen – 5,3 – 5,4
Steuersatzänderung – 0,2 – 0,2
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen – 0,0 0,1
Steuerliche Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene
der Muttergesellschaft – 0,6 – 0,2
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern – 0,1 – 2,7
Steuern betreffend Vorjahre – 0,6 1,1
Sonstige – 0,1 0,9
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss 37,8 39,6

Steuerüberleitungsrechnung

In EUR Mio

2019 2018
Theoretische Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis des österreichischen
Körperschaftssteuersatzes 863 824
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 508 528
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 172 166
Steuerfreies Einkommen – 182 – 178
Steuersatzänderung – 5 – 8
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen – 2 2
Steuerliche Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene
der Muttergesellschaft – 20 – 6
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern – 5 – 90
Steuern betreffend Vorjahre – 19 35
Sonstige – 4 31
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.306 1.305

Die Effektivsteuersätze des Konzerns waren 2019 und 2018 wesentlich beeinflusst durch hohe Ergebnisbeiträge des Geschäftsbereich Upstreams in Hochsteuerländern wie zum Beispiel Abu Dhabi, Norwegen und Libyen.

Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten 2019 unter anderem permanente Effekte aus Abschreibungen. 2018 umfassten die nicht abzugsfähigen Aufwendungen im Wesentlichen nicht abzugsfähige FX-Verluste, die im Zuge der Veräußerung des Kraftwerks Samsun in der Türkei vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurden ("Recycling") sowie permanente Effekte aus Abschreibungen.

Das steuerfreie Einkommen 2019 und 2018 war insbesondere auf Ergebnisbeiträge von at-equity bewerteten Beteiligungen und auf Steuerbegünstigungen in Norwegen zurückzuführen.

Die Position Sonstige umfasste 2019 und 2018 unter anderem positive Steuereffekte aus Hybridkapitalzinsen. Für weitere Details siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.

13 Ergebnis je Aktie

Ergebnis je Aktie

2019 2018
Den Aktio
nären des
Mutterunter
nehmens zu
zurechnendes
Ergebnis in
EUR Mio
Durchschnitt
liche Anzahl
an Aktien
Ergebnis je
Aktie in
EUR
Den Aktio
nären des
Mutterunter
nehmens zu
zurechnendes
Ergebnis in
EUR Mio
Durchschnitt
liche Anzahl an
Aktien
Ergebnis je
Aktie in
EUR
Unverwässert 1.678 326.610.239 5,14 1.438 326.651.395 4,40
Verwässert 1.678 326.863.180 5,13 1.438 327.145.348 4,40

Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasst 252.941 (2018: 493.953) Stück aus den Long Term Incentive Plänen und aus dem Equity Deferral zu gewährende Bonusaktien.

Erläuterungen zur Bilanz

14 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

In EUR Mio

Konzessionen, Öl- und Gas
Software, vermögen mit
Lizenzen, nicht sicheren
Rechte Reserven Firmenwerte Gesamt
2019
Kosten
1. Jänner 1.769 2.252 420 4.441
Fremdwährungsdifferenz 124 20 7 150
Konsolidierungskreisänderungen 0 678 195 874
Zugang 46 254 300
Umbuchung 0 – 183 – 183
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 0 – 26 – 27
Abgang – 2 – 135 – 137
31. Dezember 1.936 2.860 622 5.418
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 779 346 1.125
Fremdwährungsdifferenz 6 2 8
Planmäßige Abschreibung 113 113
Wertminderung 0 92 92
Umbuchung 0 – 15 – 16
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 0 – 1 – 1
Abgang – 2 – 64 – 66
31. Dezember 895 360 1.255
Buchwert 1. Jänner 991 1.906 420 3.317
Buchwert 31. Dezember 1.041 2.500 622 4.163
2018
Kosten
1. Jänner 1.932 1.423 416 3.771
Fremdwährungsdifferenz – 153 8 4 – 141
Konsolidierungskreisänderungen 0 386 7 393
Zugang 23 554 578
Umbuchung 4 – 15 – 11
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 34 – 2 – 7 – 43
Abgang – 3 – 103 – 107
31. Dezember 1.769 2.252 420 4.441
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 719 404 1.123
Fremdwährungsdifferenz – 17 1 – 15
Planmäßige Abschreibung 109 109
Wertminderung 0 51 51
Umbuchung 0 – 6 – 6
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 30 – 2 – 32
Abgang – 2 – 103 – 105
31. Dezember 779 346 1.125
Buchwert 1. Jänner 1.213 1.019 416 2.648
Buchwert 31. Dezember 991 1.906 420 3.317

2019 enthielt Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von EUR 874 Mio betreffend der Akquisition einer 50%-Beteiligung an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. in Malaysia. Für zusätzliche Details siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.

Immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 26 Mio (2018: EUR 11 Mio) wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und bezogen sich auf den OMV Anteil am

Maari Feld in Neuseeland. Für Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGEs zwecks Wertminderungstests zugeordnet:

Firmenwertzuordnung

In EUR Mio
2019 2018
Mittlerer Osten und Afrika 325 319
SapuraOMV 199
Upstream zugeordnete Firmenwerte 524 319
Downstream Gas Österreich 38 38
Raffinerien West 26 29
Retail Slowakei 7 7
Raffinerie Österreich 27 27
Downstream zugeordnete Firmenwerte 98 101
Firmenwerte 622 420

2019 ist der Firmenwert im Geschäftsbereich Upstream hauptsächlich aufgrund der Akquisition der 50%-Beteiligung an der SapuraOVM Upstream Sdn. Bhd. (für zusätzliche Details siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur) und aufgrund von positiven Fremdwährungsdifferenzen gestiegen.

Im Geschäftsbereich Downstream ist der Firmenwert der Raffinerien West aufgrund negativer Fremdwährungsdifferenzen gesunken.

Die Überprüfung aller Firmenwerte auf Werthaltigkeit auf Basis des Nutzungswerts führte zu keinen Wertminderungen. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des auf die Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwerts wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 8,66% (2018: 11,19%) angewandt. Keine vernünftige Änderung des Diskontierungszinssatzes würde zu einer Wertminderung führen. Des Weiteren würde auch ein langfristiger Ölpreis von USD 60 pro Barrel zu keiner Wertminderung führen.

Anhangangabe 15 – Sachanlagen – enthält Details zu vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten.

15 Sachanlagen

Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte In EUR Mio

Andere
Anlagen,
Technische Betriebs
Grund Öl- und Anlagen und
stücke und Gas und Geschäfts Anlagen
Bauten vermögen Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
2019
Kosten
1. Jänner 2.774 23.033 8.691 1.953 411 36.862
Erfassung der Nutzungsrechte aus der
Erstanwendung von IFRS 16 620 3 65 688
1. Jänner, angepasst 3.394 23.033 8.694 2.018 411 37.550
Fremdwährungsdifferenz – 21 – 6 – 54 – 7 – 4 – 92
Konsolidierungskreisänderungen 5 588 0 0 10 604
Zugang 164 1.668 239 162 218 2.452
Umbuchung 8 147 177 2 – 212 123
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen 2 – 1.151 – 4 – 1 – 3 – 1.157
Abgang – 32 – 304 – 65 – 54 – 6 – 462
31. Dezember 3.520 23.974 8.987 2.120 415 39.017
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 1.607 13.060 5.608 1.459 12 21.747
Fremdwährungsdifferenz – 9 – 5 – 31 – 5 0 – 51
Planmäßige Abschreibung 145 1.442 366 122 2.075
Wertminderung 13 117 3 0 6 139
Umbuchung – 25 10 – 5 – 21 – 1 – 43
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen 1 – 1.038 – 3 – 1 – 1.041
Abgang – 17 – 118 – 61 – 51 – 6 – 253
Zuschreibung 0 – 35 – 0 – 0 – 35
31. Dezember 1.714 13.433 5.875 1.504 11 22.538
Buchwert 1. Jänner, angepasst 1.787 9.972 3.086 559 399 15.803
Buchwert 31. Dezember 1.806 10.541 3.111 616 404 16.479

Sachanlagen

In EUR Mio Grundstücke und Bauten Öl- und Gasvermögen Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung Anlagen in Bau Gesamt 2018 Kosten 1. Jänner 2.760 20.603 8.734 1.836 385 34.317 Fremdwährungsdifferenz – 14 192 – 62 – 3 – 2 111 Konsolidierungskreisänderungen 3 778 5 7 0 793 Zugang 62 2.401 235 76 235 3.008 Umbuchung 17 – 25 119 73 – 173 11 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 31 – 446 – 244 – 4 – 11 – 735 Abgang – 22 – 470 – 96 – 30 – 24 – 642 31. Dezember 2.774 23.033 8.691 1.953 411 36.862 Entwicklung der Abschreibung 1. Jänner 1.556 12.144 5.559 1.375 30 20.663 Fremdwährungsdifferenz – 8 109 – 38 – 3 0 61 Planmäßige Abschreibung 84 1.091 349 84 — 1.609 Wertminderung 1 109 1 0 5 117 Umbuchung 3 – 9 – 19 33 – 0 7 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 13 – 174 – 148 – 2 — – 338 Abgang – 15 – 107 – 93 – 28 – 23 – 266 Zuschreibung – 1 – 103 – 2 – 0 – 0 – 106 31. Dezember 1.607 13.060 5.608 1.459 12 21.747 Buchwert 1. Jänner 1.203 8.459 3.175 461 355 13.654 Buchwert 31. Dezember 1.167 9.972 3.083 494 399 15.115

Konsolidierungskreisänderungen von EUR 604 Mio in 2019 beinhalteten die Akquisition eines Anteils von 50% an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. in Malaysia. Für zusätzliche Details siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.

Die Abgänge sind hauptsächlich auf die Kürzung aus Parameteränderungen der Rekultivierungsverpflichtungen des Öl- und Gasvermögens in Höhe von EUR 184 Mio zurückzuführen.

Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 116 Mio (2018: EUR 397 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hauptsächlich auf den OMV Anteil an dem Maari Feld in Neuseeland und auf die marginalen Öl- und Gasfelder in Rumänien zurückzuführen. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Das Öl- und Gasvermögen enthielt eine Zuschreibung von EUR 34 Mio betreffend die Umgliederung des Maari Feldes auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen.

Nähere Details zu Wertminderungen sind in Anhangangabe 7 – Abschreibungen und Wertminderungen – zu finden.

Vertragliche Verpflichtungen für Akquisitionen
In EUR Mio
2019 2018
Immaterielle Vermögenswerte 491 329
Sachanlagen 852 674
Vertragliche Verpflichtungen 1.343 1.003

2019 und 2018 bestanden vertragliche Verpflichtungen hauptsächlich in Verbindung mit Explorationsund Produktionstätigkeiten im Bereich Upstream. Der Anstieg ist hauptsächlich auf höhere Verpflichtungen in der Nordsee Region zurückzuführen.

OMV als Leasingnehmer

Die Nutzungsrechte betreffen im Wesentlichen Leasing im Zusammenhang mit Tankstellengrundstücken und –gebäuden sowie Bürogebäuden. Darüber hinaus least die OMV hauptsächlich eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien, verschiedene Anlagen und technische Ausrüstungsgegenstände, andere Grundstücke und Fahrzeuge.

In EUR Mio
Andere
Anlagen,
Betriebs
Technische und
Grund Anlagen Geschäfts
stücke und und aus
Bauten Maschinen stattung Gesamt
1. Jänner 2019 50 29 1 81
Erfassung der Nutzungsrechte aus der Erstanwendung von IFRS 16 620 3 65 688
1. Jänner 2019 angepasst 670 33 66 768
Konsolidierungskreisänderungen 5 5
Zugang 81 18 79 178
Planmäßige Abschreibung – 66 – 10 – 32 – 108
Sonstige Bewegungen – 23 – 4 – 2 – 28
31. Dezember 2019 667 37 111 815

Finanzierungsleasing nach IAS 17

In EUR Mio
Andere
Anlagen,
Betriebs
Technische und
Grund Öl- und Anlagen Geschäfts
stücke und Gas und aus
Bauten vermögen Maschinen stattung Gesamt
1. Jänner 2018 45 10 37 2 94
Zugang 5 5
Planmäßige Abschreibung – 2 – 1 – 6 0 – 9
Sonstige Bewegungen 2 – 9 – 2 0 – 10
31. Dezember 2018 50 29 1 81

Ausgewiesene Beträge in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

In EUR Mio
2019
Operatives Ergebnis
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 107
davon aktivierte Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 73
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert
Aufwand für variable Leasingzahlungen 9
Finanzerfolg
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 23
Netto-Fremdwährungskursverlust aus Leasingverbindlichkeiten 2

Nutzungsrechte nach IFRS 16

Aufwendungen für variable Leasingzahlungen (EUR 9 Mio) enthielten 2019 hauptsächlich umsatzabhängige Mieten für Tankstellen.

16 At-equity bewertete Beteiligungen

Wesentliche assoziierte Unternehmen

Die OMV hält einen Anteil von 36% (2018: 36%) an Borealis AG, einem führenden Anbieter innovativer Lösungen in den Bereichen Polyolefine, Basischemikalien und Pflanzennährstoffe. Das Unternehmen mit Sitz in Wien, Österreich ist weltweit tätig.

Die OMV hält auch einen 15% Anteil an der in Abu Dhabi registrierten Abu Dhabi Oil Refining Company (erworben in 2019 – siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur), welche ein Raffineriezentrum mit integrierter Petrochemie betreibt. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Teilhabern hat die OMV starke Gesellschafterrechte, welche einen wesentlichen Einfluss gemäß der IAS 28 Definition darstellen.

Darüber hinaus hält die OMV einen Anteil von 10% (2018: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, welche Angaben zu Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – zu finden.

in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist.

Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der OMV und Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat die OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen.

Die Gesellschaften sind nicht börsennotiert und daher existieren keine notierten Marktpreise.

Folgende Tabellen zeigen die Eckdaten aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Buchwerte der wesentlichen assoziierten Unternehmen. Die Gewinn-und Verlustrechnung als auch die Gesamtergebnisrechnung der Abu Dhabi Oil Refining Company stellen die Beträge seit dem Erwerb am 31. Juli 2019 dar.

Gesamtergebnisrechnung

In EUR Mio

In EUR Mio
2019 2018
Abu Dhabi
Oil Refining
Company
Borealis Pearl Borealis Pearl
Umsatzerlöse 8.381 8.111 390 8.334 309
Jahresüberschuss 67 873 114 907 256
Sonstige Ergebnisse – 13 – 23 154
Gesamtergebnis des Jahres 53 851 114 1.061 256
OMV Anteile am Gesamtergebnis 8 306 11 382 26
Erhaltene Dividende 34 297 31 360 34

Bilanz

In EUR Mio
2019 2018
Abu Dhabi
Oil Refining
Company Borealis Pearl Borealis Pearl
Kurzfristiges Vermögen 4.184 2.428 280 2.658 327
Langfristiges Vermögen 18.464 7.691 1.841 7.290 1.733
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.389 1.491 61 2.023 108
Langfristige Verbindlichkeiten 3.683 2.182 151 1.504 38
Eigenkapital 15.577 6.445 1.909 6.421 1.914
OMV Anteil 2.337 2.320 191 2.312 191
Firmenwerte 70 30 30
Anpassungen OMV Konzern – 297 – 12 132 – 22 144
Buchwert der Investition 2.109 2.339 323 2.319 336

Überleitungsrechnung Buchwert

In EUR Mio

2019 2018
Abu Dhabi
Oil Refining
Company Borealis Pearl Borealis Pearl
1. Jänner 2.319 336 2.307 329
Konsolidierungskreisänderungen 2.150 3
Währungsdifferenz – 15 7 16
Anteilige Jahresergebnisse 10 314 11 327 26
Sonstige Ergebnisse – 2 – 8 55
Umgliederung von Cashflow-Hedges
in die Bilanz
– 1 – 5
Dividende und Zwischenergebnis
eliminierung – 34 – 286 – 31 – 367 – 34
31. Dezember 2.109 2.339 323 2.319 336

Eventualverbindlichkeiten

Borealis hatte zwei Steuerfälle in Finnland in Bezug auf Borealis Technology Oy und Borealis Polymers Oy, welche bislang in dieser Anhangangabe erwähnt wurden und im OMV Konzernabschluss 2018 (Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen) näher beschrieben sind. Am 7. Juni 2019 wurde eine Einigung für die beiden Steuerverfahren gegen Borealis Technology Oy und Borealis Polymers Oy zwischen den finnischen und den österreichischen Steuerbehörden erreicht. Der Streit wurde mittels eines Verständigungsverfahrens zwischen Finnland und Österreich gelöst. Borealis begrüßt es, dass eine Vereinbarung erzielt wurde, die endgültig eine Doppelbesteuerung vermeidet.

Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die OMV hält 55,6% (2018: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), welche den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve für Rohöl- und Erdölprodukte in Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt die OMV keine Beherrschung über ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das

Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.

Die OMV hält 15,53% (2018: 15,53%) an Trans Austria Gasleitung GmbH. Da eine einstimmige Genehmigung für relevante Tätigkeiten erforderlich ist und die OMV entsprechend der rechtlichen Struktur Rechte auf das Nettovermögen von Trans Austria Gasleitung GmbH hat, wird das Unternehmen als Gemeinschaftsunternehmen im Sinne von IFRS 11 bilanziert.

Die OMV übt gemeinschaftliche Führung über Abu Dhabi Petroleum Investments LLC (ADPI, OMV Anteil 25%) und Pak-Arab Refinery Limited (PARCO; indirekte Beteiligung der OMV beträgt 10%) aus und bilanzierte beide Beteiligungen at-equity. ADPI ist eine Holding Gesellschaft mit 40% Anteil an PARCO. Da für die Entscheidungen über relevante Aktivitäten eine einstimmige Zustimmung der Parteien erforderlich ist und OMV aufgrund der rechtlichen Struktur Rechte am Nettovermögen hat, stufte die OMV die Unternehmen gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen.

Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil

In EUR Mio
2019 2018
Assoziierte Gemeinschafts Assoziierte Gemeinschafts
Unternehmen unternehmen Unternehmen unternehmen
Umsatzerlöse 402 224 555 35
Jahresüberschuss 33 17 19 20
Gesamtergebnis des Jahres 33 17 19 20

Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

In EUR Mio

2019 2018
Assoziierte Gemeinschafts Assoziierte Gemeinschafts
Unternehmen unternehmen Unternehmen unternehmen
1. Jänner 202 154 214 63
Währungsdifferenz 13 – 8 – 18
Konsolidierungskreisänderungen 85
Zugänge und andere Änderungen 4 1
Anteilige Jahresergebnisse 33 17 19 20
Sonstige Ergebnisse 1 0
Veräußerungen und andere
Änderungen – 1 – 1
Wertminderung – 12
Dividende – 8 – 14 – 13 – 15
31. Dezember 230 150 202 154

17 Vorräte

Vorratsbestand
In EUR Mio
2019 2018
Rohöl 676 401
Erdgas 180 233
Sonstige Rohstoffe 219 206
Unfertige Mineralölprodukte 99 115
Sonstige unfertige Erzeugnisse 1 3
Fertige Mineralölprodukte 624 571
Sonstige fertige Erzeugnisse 47 43
Vorratsbestand 1.845 1.571

Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)

In EUR Mio
2019 2018
Material- und Warenaufwand 13.629 14.100
Bestandsveränderungen – 88 – 21
Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten 74 16
Wertaufholungen von Vorräten – 6 – 2
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) 14.094

18 Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte

In EUR Mio

Ergebnis
wirksam
Ergebnis
neutral zum
Zu fort
geführten
zum Fair Fair Value Anschaf
Value be bewertet fungskosten Summe davon davon
wertet bewertet Buchwerte kurzfristig langfristig
2019
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen mit Kunden 131 1.423 1.553 1.553
Sonstige Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 1.489 1.489 1.489
Summe Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
131 2.911 3.042 3.042
Anteile an sonstigen
Unternehmen 24 24 24
Anleihen 78 78 18 60
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 284 284 255 30
Sonstige Derivate 2.391 2.391 2.237 154
Ausleihungen 855 855 2 854
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 721 1.182 1.903 611 1.292
Summe sonstige finanzielle
Vermögenswerte
3.112 308 2.115 5.535 3.121 2.414
Finanzielle Vermögenswerte 3.243 308 5.026 8.577 6.163 2.414
2018
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen mit Kunden 82 1.460 1.541 1.541
Sonstige Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 1.878 1.878 1.878
Summe Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 82 3.338 3.420 3.420
Anteile an sonstigen
Unternehmen 21 21 21
Investmentfonds 6 6 6
Investmentfonds 6 6 6
Anleihen 78 78 32 46
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 392 392 258 134
Sonstige Derivate 2.384 2.384 1.983 401
Ausleihungen 671 671 2 669
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 725 1.108 1.833 452 1.381
Summe sonstige finanzielle
Vermögenswerte 3.115 414 1.857 5.386 2.727 2.659
Finanzielle Vermögenswerte 3.197 414 5.195 8.806 6.147 2.659

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte atfair-value-through-profit-or-loss betrug zum 31. Dezember 2019 EUR 3.243 Mio (2018: EUR 3.197 Mio). Diese Position enthielt hauptsächlich finanzielle Vermögenswerte held-for-trading sowie eine erworbene vertragliche Position gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven in Höhe von EUR 662 Mio (2018: EUR 664 Mio), resultierend aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje. Nähere Details können der Anhangangabe 9 – Sonstige betriebliche Aufwendungen – entnommen werden. Weiters beinhaltete diese Position finanzielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 59 Mio (2018: EUR 61 Mio) in Verbindung mit den bedingten Gegenleistungen aus der Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank und der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited, die vom Datum der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner abhängig sind.

Die Position Ausleihungen enthielt 2019 Ausleihungen sowie damit verbundene abgegrenzte Zinsen aus Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 in der Höhe von EUR 852 Mio (2018: EUR 669 Mio). Die in 2019 getätigten Inanspruchnahmen beliefen sich auf EUR 113 Mio (2018: EUR 275 Mio). Nähere Details können der Anhangangabe 11 – Finanzerfolg – entnommen werden.

Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten vom rumänischen Staat erstattungsfähige Kosten in Höhe von EUR 410 Mio (2018:

EUR 378 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen von OMV Petrom SA. Die Forderung bestand aus EUR 375 Mio (2018: EUR 341 Mio) betreffend Rekultivierungskosten und aus EUR 35 Mio (2018: EUR 37 Mio) betreffend Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen.

Am 7. März 2017 hat die OMV, als Partei der OMV Petrom Privatisierungsvereinbarung, ein Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der ICC (International Chamber of Commerce/Internationale Handelskammer) zu unbezahlten Forderungen hinsichtlich Verpflichtungen für Rekultivierungskosten und Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet. Diese unbezahlten Forderungen in den noch nicht abgeschlossenen Schiedsgerichtsverfahren zum 31. Dezember 2019 betrugen EUR 60 Mio.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Geschäftsbereich Upstream sowie Seller Participation und Complementary Notes an Carnuntum DAC (siehe Anhangangabe 36 – Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen – für nähere Details).

Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI

In EUR Mio

2019 2018
Marktwert
änderungen
im sonstigen
Dividenden Marktwert
änderungen
im sonstigen
Dividenden
Investition Marktwert Ergebnis ertrag Marktwert Ergebnis ertrag
Abu Dhabi Petroleum
Investments LLC 1
21 8
APK-Pensionskasse
Aktiengesellschaft
3 0 0 2 – 0 0
BSP Bratislava-Schwechat
Pipeline GmbH
3 3
CEESEG Aktiengesellschaft 5 – 1 0 6 3 0
CISMO Clearing Integrated
Services and Market
Operations GmbH
FSH Flughafen-Schwechat
Hydranten-Gesellschaft GmbH
4 1 0 3 1 0
& Co OG 2 1 0 2 0 0
H2 Mobility Deutschland
GmbH & Co KG
3 3
Sonstige 4 1 4 3 – 0 6
Eigenkapitalinstrumente zum
FVOCI
24 1 5 21 26 15

1 Abu Dhabi Petroleum Investments LLC wurde zum 31.Dezember 2018 in die Position At-equity bewertete Beteiligungen umgegliedert.

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen In EUR Mio

2019 2018
1. Jänner 76
Erstanpassung aus IFRS 9 2
1. Jänner, angepasst 79 78
Ausbuchungen – 13 – 3
Nettobewertung des erwarteten Verlusts – 3 5
Währungsdifferenzen und Konsolidierungskreisänderungen – 1 – 0
31. Dezember 62 79

Die Nettobewertungen des erwarteten Verlustes sind hauptsächlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden zurückzuführen.

Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In EUR Mio

Äquivalent
zum externen
credit rating
Ausfallwahr
scheinlichkeit
Bruttobuchwert
2019
AAA, AA+, AA,
Risiko Klasse 1 AA–, A+, A, A– 0,07% 1.228
Risiko Klasse 2 BBB+, BBB, BBB– 0,24% 821
Risiko Klasse 3 BB+, BB, BB– 1,22% 825
Risiko Klasse 4 B+, B, B–, CCC/CC 10,27% 38
Risiko Klasse 5 SD/D 100,00% 60
Gesamt Bruttobuchwerte 2.973
Erwarteter Ausfall – 62
Gesamt 2.911
2018
AAA, AA+, AA,
Risiko Klasse 1 AA–, A+, A, A– 0,08% 1.935
Risiko Klasse 2 BBB+, BBB, BBB– 0,25% 725
Risiko Klasse 3 BB+, BB, BB– 1,25% 638
Risiko Klasse 4 B+, B, B–, CCC/CC 10,33% 41
Risiko Klasse 5 SD/D 100,00% 78
Gesamt Bruttobuchwerte 3.417
Erwarteter Ausfall – 79
Gesamt 3.338

Wertminderung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten

In EUR Mio
12-Monate Lifetime ECL
not credit
Lifetime
ECL credit
ECL impaired impaired Gesamt
2019
1. Jänner 4 59 158 221
Nettobewertung des erwarteten Verlusts 1 20 – 1 20
Währungsdifferenzen und Konsolidierungskreis
änderungen 0 1 – 3 – 2
31. Dezember 1 5 80 154 238
2018
1. Jänner 54 170 224
Erstanpassung aus IFRS 9 3 3 6
1. Jänner, angepasst 3 57 170 230
Ausbuchungen – 0 – 0 – 3 – 3
Nettobewertung des erwarteten Verlusts 0 1 – 9 – 8
Währungsdifferenzen und Konsolidierungskreis
änderungen 0 3 – 0 3
31. Dezember 1

1 "12-Monate ECL" enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 1 Mio (2018: EUR 1 Mio) und "Lifetime ECL credit impaired" einen Betrag von EUR 14 Mio (2018: EUR 15 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.

Kreditqualität von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten In EUR Mio

Äquivalent
zum externen
credit rating
Ausfall
wahrschein
lichkeit
12-Monate
ECL
Lifetime
ECL not
credit
impaired
Lifetime
ECL credit
impaired
Gesamt
2019
Risiko Klasse 1 AAA, AA+,
AA, AA–,
A+, A, A–
0,07% 405 4 409
BBB+, BBB,
Risiko Klasse 2 1 BBB– 0,24% 1.398 14 1.412
Risiko Klasse 3 BB+, BB,
BB–
1,22% 221 174 2 396
B+, B, B–,
Risiko Klasse 4 CCC/CC 10,27% 1 22 22
Risiko Klasse 5 SD/D 100,00% 0 113 114
Gesamt Bruttobuchwerte 2.024 174 155 2.353
Erwarteter Ausfall 2 – 5 – 80 – 154 – 238
Gesamt 2.020 94 1 2.115
2018
AAA, AA+,
AA, AA–,
Risiko Klasse 1 A+, A, A– 0,08% 410 4 414
Risiko Klasse 2 1 BBB+, BBB,
BBB–
0,25% 1.258 15 1.273
BB+, BB,
Risiko Klasse 3 BB– 1,25% 85 165 2 252
B+, B, B–,
Risiko Klasse 4 CCC/CC 10,33% 0 22 22
Risiko Klasse 5 SD/D 100,00% 0 117 117
Gesamt Bruttobuchwerte 1.753 165 159 2.078
Erwarteter Ausfall 2 – 4 – 59 – 158 – 221
Gesamt 1.750 106 1 1.857

1 "12-Monate ECL" enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 411 Mio (2018: EUR 378 Mio) und "Lifetime ECL credit impaired" einen Betrag von EUR 14 Mio (2018: EUR 15 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.

2 "12-Monate ECL" enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 1 Mio (2018: EUR 1 Mio) und "Lifetime ECL credit impaired" einen Betrag von EUR 14 Mio (2018: EUR 15 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.

19 Sonstige Vermögenswerte

Sonstige Vermögenswerte

In EUR Mio
2019 2018
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Aktivische Abgrenzungen 45 12 44 14
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen 19 16
Sonstige geleistete Anzahlungen 98 103
Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozial
versicherung
64 39 77 15
Vertragsvermögenswerte 1 1 1
Emissionszertifikate 41 7
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 29 5 16 7
Sonstige Vermögenswerte 297 56 264 36

20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

In EUR Mio
2019 2018
Langfristiges Vermögen 160 47
Latente Steuern 0
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 11 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 177 47
Rückstellungen 138 22
Latente Steuern 0
Verbindlichkeiten 18 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 156 22

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – Aufteilung auf die Segmente

In EUR Mio
2019 2018
Upstream 164 27
Downstream 13 20
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 47
Upstream 156 22
Downstream 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 156 22

Zum 31. Dezember 2019 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Upstream den 69%-Anteil am Maari Feld im neuseeländischen Offshore Becken Taranaki und 40 marginale Öl- und Gasfelder in Rumänien. Darüber hinaus beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weitere nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte in Downstream Öl.

Die Umgliederung in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" führte zu einer Zuschreibung vor Steuern von EUR 34 Mio des Maari Feldes in Neuseeland (siehe Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen) sowie hinsichtlich der marginalen Felder in Rumänien zu einem negativen Effekt von EUR 46 Mio im operativen Ergebnis,

welcher eine Wertminderung vor Steuern auf Sachanlagen beinhaltete (siehe Anhangangabe 7 – Abschreibungen und Wertminderungen).

Zum 31. Dezember 2018 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten marginale Felder in Rumänien als

21 Eigenkapital der OMV Anteilseigner

Grundkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2018: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2018: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2019 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Da das von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffene genehmigte Kapital am 13. Mai 2014 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 14. Mai 2014 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital von OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.

Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen (einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens) sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.

Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.

auch verschiedene nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte in Downstream Öl. 2019 wurden die per 31. Dezember 2018 als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifizierten marginalen Felder in Rumänien sowie einige der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerte in Downstream Öl verkauft.

Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.

Hybridkapital

Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital in der Höhe von EUR 1.987 Mio besteht aus unbefristeten Hybridschuldverschreibungen, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Netto-Erlöse aus den Hybridschuldverschreibungen werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.

Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:

  • ► Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% verzinst. Von 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 ist zusätzlich ein Stepup von 1% per annum anwendbar.
  • ► Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 wird die Tranche 2 mit einem Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Step-ups von 1% per annum entspricht, verzinst.

Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung

aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 2,335 % per annum entspricht, und ab dem 19. Juni 2028 ist zusätzlich ein Step-up von 1% per annum anwendbar. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Die zum 31. Dezember 2019 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

Gewinnrücklagen

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.

Eigene Anteile

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Die Hauptversammlung vom 14. Mai 2019 ermächtigte den Vorstand gemäß §65 Abs. 1 Z 8 Aktiengesetz auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft, während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung, zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen.

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden, wobei die Ausübung jederzeit zum Wohl und im besten Interesse der Gesellschaft zu erfolgen hat.

Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses

In EUR Mio

2019 2018
Brutto Steuer Netto Brutto Steuer Netto
Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–)
Ertrag (+) Ertrag (+) 1 Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) 1 Ertrag (+)
Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe 39 – 0 39 28 – 3 25
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung von Hedges – 45 11 – 35 195 – 49 146
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus
der Neubewertung von
leistungsorientierten Plänen – 90 6 – 84 – 114 6 – 108
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten 1 – 0 1 26 – 6 19
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung von Hedges,
die nachfolgend auf den
Buchwert des
Grundgeschäftes übertragen
werden 95 – 12 83 9 – 3 6
Auf at-equity bewertete
Beteiligungen entfallender
Anteil am sonstigen Ergebnis 2
– 8
n.a. – 8 552 n.a. 55
Sonstiges Ergebnis des Jahres – 7 4 – 3 199 – 55 144

1 Enthält Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe. Weitere Details sind in der Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – zu finden.

2 Stellt das Nettoergebnis (nach Steuern) dar.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 2,00 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung in 2020 zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2018 erfolgte im Mai

2019 und betrug EUR 572 Mio (EUR 1,75 je Aktie). 2018 betrug die Ausschüttung EUR 490 Mio (EUR 1,50 je Aktie). Im Jahr 2019 beliefen sich die Zinsen für Hybridanleihen auf EUR 101 Mio (2018: EUR 86 Mio).

Eigene Anteile

Anzahl der Anschaffungs
Aktien wert in EUR Mio
1. Jänner 2018 772.230 8,5
Abgang – 230.079 – 2,5
31. Dezember 2018 542.151 6,0
Abgang – 169.538 – 1,9
31. Dezember 2019 372.613 4,1

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf
befindliche Anteile
1. Jänner 2018 327.272.727 772.230 326.500.497
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 230.079 230.079
31. Dezember 2018 327.272.727 542.151 326.730.576
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 169.538 169.538
31. Dezember 2019 327.272.727 372.613 326.900.114

22 Nicht beherrschende Anteile

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

In EUR Mio
2019 2018
Nicht Kumu Nicht Kumu
beherr lierte beherr lierte
Nicht schenden nicht Nicht schenden nicht
beherr Anteilen zu beherr beherr Anteilen zu beherr
Haupt schende geordnetes schende schende geordnetes schende
Tochterunternehmen geschäftssitz Anteile (%) Ergebnis Anteile Anteile (%) Ergebnis Anteile
OMV Petrom Konzern n.a. 49% 372 3.411 49% 434 3.279
OMV Petrom SA Rumänien 49% 292 3.094 49% 364 2.974
Andere n.a. 80 318 70 305
SapuraOMV Konzern n.a. 50% – 18 276
Gas Connect Konzern 1 n.a. 49% 35 133 49% 39 129
Sonstige
Tochterunternehmen n.a. 4 31 4 29
OMV Konzern n.a. n.a 393 3.851 n.a 477 3.436

1 Enthält das Ergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung Trans Austria Gasleitung GmbH

Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein.

Die Haupttätigkeiten des OMV Petrom Konzerns sind die Auffindung und Produktion von Kohlenwasserstoffen (in Rumänien und Kasachstan), Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) und Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien).

Am 31. Jänner 2019 erwarb die OMV 50% der Anteile an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und ihrer Tochtergesellschaften (siehe Anhangangabe 3 – Änderung der Konzernstruktur). Der SapuraOMV Konzern ist ein führendes unabhängiges Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Malaysia. Es verfügt über ein starkes Wachstumspotential mit beträchtlichen entdeckten Ressourcen und einem starken Portfolio an Explorationsaussichten. Neben Malaysia bestehen

Explorationsbeteiligungen in Mexiko, Australien und Neuseeland.

Der Gas Connect Konzern betreibt ein Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und ist zuständig für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten für den inländischen Bedarf an Erdgas sowie für Exporte nach Europa. Der Konzern übt die Funktionen des Markt– und Verteilergebietsmanagers innerhalb des Bundesgebiets aus.

Die folgenden Tabellen fassen Finanzinformationen in Bezug auf das wesentliche Tochterunternehmen OMV Petrom SA zusammen:

Gesamtergebnisrechnung In EUR Mio

OMV Petrom SA
2019 2018
Umsatzerlöse 4.105 3.681
Jahresüberschuss 717 831
Gesamtergebnis des Jahres 541 838
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 265 410
an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende 155 117

Bilanz

In EUR Mio

OMV Petrom SA
2019 2018
Kurzfristiges Vermögen 2.393 2.004
Langfristiges Vermögen 7.677 7.640
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 45 27
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.241 1.259
Langfristige Verbindlichkeiten 1.656 1.437
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 47 22

Cashflow-Rechnung

In EUR Mio

OMV Petrom SA
2019 2018
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 1.474 1.379
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 675 – 1.050
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 399 – 89
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel 370 240

23 Rückstellungen

Rückstellungen

In EUR Mio
Pensionen
und ähnliche Rückstellung Sonstige
Verpflich für Rekulti Rück
tungen vierung stellungen Gesamt
1. Jänner 2019 1.096 3.736 801 5.633
Fremdwährungsdifferenz – 1 2 – 2 – 2
Konsolidierungskreisänderungen 69 0 69
Verbrauch und Auflösungen – 83 – 211 – 244 – 538
Fondsdotierung – 51 – 51
Zuweisung 166 503 302 970
Umbuchungen – 15 – 3 8 – 9
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten – 137 – 137
31. Dezember 2019 1.111 3.959 865 5.935
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2019 87 293 379
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2019 63 355 418

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren österreichischen OMV Gesellschaften wurde in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen.

Leistungsorientierte Pensionspläne und Abfertigungen

Der Pensionsplan in Neuseeland wird von AMP Services (NZ) Limited verwaltet.

In EUR Mio
2019 2018 2017 2016 2015
Barwert der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 840 776 729 764 728
Marktwert des Planvermögens – 473 – 413 – 436 – 453 – 460
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 366 363 293 311 268
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 499 490 463 479 497
Rückstellung der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 499 490 463 479 497
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen 141 129 135 144 150
Gesamt 1.007 982 891 935 915

Barwert der Verpflichtungen

In EUR Mio
2019 2018
Pensions
Abferti
Pensions Abferti
pläne gungen pläne gungen
Barwert der Verpflichtungen zum 1. Jänner 1.266 129 1.191 135
Konsolidierungskreisänderungen 23
Fremdwährungsdifferenz 1 – 1 0 – 0
Laufender Dienstzeitaufwand 7 5 3 5
Zinsaufwand auf die Verpflichtung 23 3 20 3
Auszahlungen – 75 – 11 – 74 – 9
Erwartete Verpflichtung zum 31. Dezember 1.221 126 1.164 134
Tatsächliche Verpflichtung zum 31. Dezember 1.339 141 1.266 129
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) 118 15 102 – 5
davon aufgrund demografischer Annahmen – 25 96 0
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen 133 14 – 5 – 7
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen 9 1 11 1

Marktwert des Planvermögens

In EUR Mio
2019 2018
VRG IV –
Öster
reich
VRG VI –
Öster
reich
Neu
seeland
Gesamt VRG IV –
Öster
reich
VRG VI –
Öster
reich
Neu
seeland
Gesamt
Marktwert des
Planvermögens zum
1. Jänner 256 137 20 413 285 151 436
Konsolidierungskreis
änderungen 20 20
Zinserträge 5 2 0 8 5 2 7
Fondsdotierung 32 18 1 51 5 5
Auszahlungen – 22 – 16 – 2 – 41 – 22 – 17 – 38
Neubewertung der Periode
(sonstiges Ergebnis) 24 19 43 – 12 – 5 – 17
Marktwert des
Planvermögens zum
31. Dezember 295 159 19 473 256 137 20 413

Rückstellungen und Aufwendungen

In EUR Mio
2019 2018
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen pläne gungen
Rückstellung zum 1. Jänner 853 129 756 135
Konsolidierungskreisänderungen 4
Fremdwährungsdifferenz 0 – 1 0 – 0
Periodenaufwand 23 8 16 8
Auszahlungen – 34 – 11 – 35 – 9
Fondsdotierung – 51 – 5
Neubewertung 75 15 119 – 5
davon aufgrund demografischer Annahmen – 25 96 0
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen 91 14 12 – 7
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen 9 1 11 1
Rückstellung zum 31. Dezember 866 141 853 129
Laufender Dienstzeitaufwand 7 5 3 5
Nettozinsaufwand 16 3 13 3
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der
Periode 23 8 16 8

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember

2019 2018
Österreich und Österreich und
Deutschland
Rumänien
Deutschland Rumänien
Pensions Abferti Abferti Pensions Abferti Abferti
pläne gungen gungen pläne gungen gungen
Kapitalmarktzinssatz 1,00% 0,70% 4,41% 1,90% 1,60% 4,75%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 4,19% 3,00% 3,00% 2,61%
Pensionstrend 2,00% 2,00%

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Band

breiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen und absoluten Veränderungen wie folgt:

Sensitivitäten - prozentuale Veränderung

2019
Kapitalmarktzinssatz Gehalts- und Pensionstrend
+0,50% – 0,50% +0,25% – 0,25%
Pensionspläne – 5,93% 6,58% 2,71% – 2,59%
Abfertigungen – 4,13% 4,42% 2,14% – 2,08%

Sensitivitäten - absolute Veränderung

In EUR Mio
2019
Gehalts- und
Kapitalmarktzinssatz Pensionstrend
+0,50% – 0,50% +0,25% – 0,25%
Pensionspläne – 79 88 36 – 35
Abfertigungen – 6 6 3 – 3

Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pensionspläne zum 31. Dezember

In EUR Mio
2019
Durchschnitt
liche Laufzeiten
Laufzeitprofile (Duration)
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren
Pensionspläne 344 289 705 13
Abfertigungen 49 39 54 9

Zahlungswirksame durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile zum 31. Dezember

In EUR Mio
2019
Laufzeitprofile Durchschnitt
liche Laufzeiten
(Duration)
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren
Pensionspläne 353 314 881 14
Abfertigungen 52 55 145 11

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

2019 2018
VRG IV –
Österreich
VRG VI –
Österreich
Neu
seeland
VRG IV –
Österreich
VRG VI –
Österreich
Neu
seeland
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 26,22% 26,42% 53,54% 22,14% 21,81% 53,63%
Schuldverschreibungen 59,08% 59,01% 28,95% 62,21% 62,48% 25,41%
Liquide Mittel und Geldmarkt
veranlagungen 7,55% 7,03% 11,51% 6,76% 6,70% 15,73%
Sonstige 7,15% 7,54% 6,00% 8,89% 9,01% 5,23%
Gesamt 100,00% 100,00% 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-

Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI ist in internationale Aktienund Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Das langfristige Investitionsziel der

VRG IV und VRG VI ist es, die Richtwerte der Risikogruppen (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung

vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderrisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG IV 2019 lag bei 13,21% und das Veranlagungsergebnis der VRG VI bei 13,28%, vor allem bedingt durch die verbesserte Entwicklung auf dem Wertpapier- und Schuldverschreibungsmarkt.

Im Jahr 2020 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2019 im Ausmaß von EUR 3 Mio an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

In EUR Mio Buchwert 1. Jänner 2019 3.736 Fremdwährungsdifferenz 2 Konsolidierungskreisänderungen 69 Neue Verpflichtungen 24 Erhöhung aus Parameteränderung 375 Kürzung aus Parameteränderung – 158 Aufzinsung 104 Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten – 137 Verbrauch, Abgänge und andere Änderungen – 55 31. Dezember 2019 3.959 davon kurzfristig zum 31. Dezember 2019 87 davon kurzfristig zum 1. Jänner 2019 63

Konsolidierungskreisänderungen bezogen sich auf den Erwerb von Upstream Vermögenswerten in Malaysia.

Die Netto-Parameteränderungen beliefen sich auf EUR 216 Mio. Die Erhöhung aus Parameteränderungen war vor allem durch eine Verringerung der Diskontierungssätze für RON, USD und NZD verglichen mit 2018 bedingt.

Geschätzte Fälligkeit der Rekultivierungsverpflichtungen In EUR Mio

2019
≤1 Jahr 87
1 – 5 Jahre 323
5 – 10 Jahre 898
10 – 20 Jahre 1.476
20 – 30 Jahre 889
30 – 40 Jahre 285
>40 Jahre 1
Gesamt 3.959

Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Diskontierungszinssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 209 Mio (2018: EUR 356 Mio) führen.

Höhe von EUR 1.401 Mio (2018: EUR 1.311 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat refundiert werden. Zum 31. Dezember 2019 wies OMV Petrom SA eine Forderung in Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat von EUR 375 Mio (2018: EUR 341 Mio) aus.

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthielt Verpflichtungen von OMV Petrom SA in

Sonstige Rückstellungen

In EUR Mio
2019 2018
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Umweltschutzkosten 12 81 26 33
Belastende Verträge 29 383 60 375
Sonstige Personalrückstellungen 119 14 109 11
Sonstige 132 95 160 26
Sonstige Rückstellungen 293 572 355 446

Zum 31. Dezember 2019 enthielten die Rückstellungen für Umweltschutzkosten eine neu gebildete Rückstellung für Bodensanierung im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim in Rumänien in Höhe von EUR 46 mn.

Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten im Wesentlichen abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH.

Die Rückstellung für die Gate LNG Terminalkapazitäten wurde in 2012 für einen langfristigen, unkündbaren Vertrag für Regasifizierungs- und Speicherkapazität gebildet, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der europäischen Marktbedingungen belastend wurde. Der Barwert der Rückstellung per 31. Dezember 2019 betrug EUR 327 Mio (2018: EUR 340 Mio). Die Rückstellung wurde für unvermeidbare Verluste aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gebildet. Dabei wurden Kosten und Erträge aus dem zukünftigen Erwerb von LNG-Volumen berücksichtigt, da die Regasifizierung und der anschließende

Verkauf des Gases zur Deckung der Fixkosten beitragen. Die Mengenannahmen spiegeln die beste Schätzung des Managements bezüglich der in Zukunft verfügbaren LNG-Volumina wider. Die Preise basieren, sofern verfügbar, auf Forward-Preisen. Sind keine Forward-Preise vorhanden, stellen die Preise die beste Schätzung des Managements dar, wobei diese sich an gegenwärtigen Marktpreisen oder an Forward-Preisen vergangener Perioden orientieren. Die Berechnung basiert auf einem Diskontierungszinssatz von 3,9% (2018: 4,9%). Eine 50%ige Reduktion des geplanten LNG-Volumens oder der LNG-Marge würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 189 Mio führen. Des Weiteren würde ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Diskontierungssatz eine zusätzliche Rückstellung von EUR 27 Mio auslösen.

Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen von OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2019 EUR 78 Mio (2018: EUR 68 Mio). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Gewinn aus der Verwendung

der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungssatz betrug 3,9% (2018: 4,9%). Neben dem Diskontierungssatz sind die Schlüsselannahmen die erwarteten Preise der relevanten Gas Hubs. Diese Preise basieren, wenn verfügbar, auf den Forward-Preisen und auf den Managementannahmen für die Restlaufzeit des Vertrages.

Die sonstigen Personalrückstellungen enthielten kurzfristige Personallösungskosten in Höhe von EUR 28 Mio (2018: EUR 30 Mio).

Zum 31. Dezember 2019 war eine Rückstellung für die Unterdeckung an Emissionszertifikaten in Neuseeland in Höhe von EUR 61 Mio (inklusive einer Verpflichtung für Emissionszertifikate, welche von Kunden erhalten werden) in der Position Sonstige enthalten.

Emissionszertifikate

Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern für 2019 in Summe 3.181.456 Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2018: 3.213.524).

Auf Basis des Plans 2002 zur Anpassung an den Klimawandel über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten haben neuseeländische Gesellschaften keinen Anspruch auf eine Zuteilung von Gratiszertifikaten. Die OMV hat Emissionszertifikate gekauft um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Darüber hinaus entsteht für die OMV mit jedem Gasverkauf an inländische Kunden in Neuseeland eine Verpflichtung, für deren Erfüllung die OMV Emissionszertifikate von den Kunden erhält.

Der Marktwert der Emissionszertifikate betrug zum 31. Dezember 2019 EUR 232 Mio (31. Dezember 2018: EUR 225 Mio).

Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen werden 2020 voraussichtlich 10.819.250 Emissionszertifikate zurückgegeben werden. Darin enthalten sind 3.999.311 Zertifikate für Neuseeland, welche von Kunden erhalten werden sollten.

Entwicklung der Emissionszertifikate

2019 2018
Emissionszertifikate zum 1. Jänner 9.077.418 9.091.596
Zuteilung für das Jahr 3.181.456 3.213.524
Rückgabe für tatsächliche Emissionen des Vorjahres – 9.685.184 – 7.121.633
Konsolidierungskreisänderungen 2.271
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres 4.005.464 3.105.973
Von Kunden erhaltene Emissionszertifikate 2.858.213 785.687
Emissionszertifikate zum 31. Dezember 9.437.367 9.077.418

24 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten 1

In EUR Mio
2019 2018
Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Anleihen 540 5.262 5.802 539 4.468 5.007
Sonstige verzinsliche Finanz
verbindlichkeiten 148 620 769 304 441 745
Leasingverbindlichkeiten 120 934 1.053
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 4.155 4.155 4.401 4.401
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.818 301 3.120 2.806 924 3.730
Sonstige Verbindlichkeiten 903 157 1.060 863 138 1.002
Verbindlichkeiten 1 8.684 7.274 15.958 8.913 5.971 14.885

1Beinhaltet nicht zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten, welche in Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – beschrieben werden.

Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

In EUR Mio
2019 2018
Kurz Lang Kurz Lang
fristig fristig Gesamt fristig fristig Gesamt
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Banken 148 473 622 157 441 598
Übrige sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 147 147 147 147
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 148 620 769 304 441 745

Anleihen

Begebene Anleihen

In EUR Mio

2019 2018
Buchwert zum Buchwert zum
Nominale Kupon Rückzahlung 31. Dezember 31. Dezember
US Private Placement EUR 300.000.000 0,031% variabel 11.06.2021 301
Internationale
Unternehmensanleihen EUR 500.000.000 1,75% fix 25.11.2019 500
EUR 500.000.000 4,375% fix 10.02.2020 519 519
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021 503 503
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022 752 750
EUR 500.000.000 0,75% fix 04.12.2023 498 497
EUR 500.000.000 0,00% fix 03.07.2025 495
EUR 1.000.000.000 1,00% fix 14.12.2026 992 991
EUR 750.000.000 3,50% fix 27.09.2027 749 748
EUR 500.000.000 1,875% fix 04.12.2028 499 499
EUR 500.000.000 1,00% fix 03.07.2034 495
Begebene Anleihen 5.802 5.007

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2019 erfüllte der OMV Konzern alle in den Kreditvereinbarungen festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants).

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

In EUR Mio
2019 2018
Kurzfristige Kreditfinanzierungen 88 101
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen 600 742
Gesamt kurzfristig 688 843
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen
2020/2019 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) 600 742
2021/2020 1.158 556
2022/2021 769 855
2023/2022 501 768
2024/2023 236 500
2025/2024 und folgende Jahre 3.218 2.230
Gesamt ab 2020/2019 6.482 5.651

Gliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten

In EUR Mio
2019 2018
Gewogener Gewogener
Durch Durch
schnittszins schnittszins
satz satz
verbindlichkeiten 1 Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche Finanz
Fixe Zinssätze EUR 5.559 2,12% 5.386 2,29%
USD 14,2 2,28% 21 2,28%
Gesamt 5.573 2,12% 5.407 2,29%
Variable Zinssätze EUR 753 0,30% 147 1,06%
USD 157 3,66% 98 3,05%
Gesamt 910 0,88% 245 1,85%
Sonstige kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten
NZD 42 1,76%
HUF 33 0,40% 58 0,38%
USD 6 0,50%
EUR 4 0,50% 43 0,50%
NOK 3 3,65%
Gesamt 88 1,17% 101 0,43%

1 Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Finanzierungen

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

In EUR Mio
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2019
Verbindlichkeiten aus Derivaten 2.299 179 2.478
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 209 28 237
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 2.090 151 2.241
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 519 122 642
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.818 301 3.120
2018
Verbindlichkeiten aus Derivaten 2.265 535 2.800
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 223 125 348
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 2.042 410 2.452
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 1 14 275 288
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 527 114 641

1 Vor der Implementierung von IFRS 16 am 1. Januar 2019 wurden die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in der Position "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" in der Bilanz ausgewiesen. Nach der Implementierung von IFRS 16 werden die Leasingverbindlichkeiten separat ausgewiesen.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:

Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse)

In EUR Mio ≤1 Jahr 1 – 5 Jahre >5 Jahre Gesamt
2019
Anleihen 617 2.324 3.436 6.378
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 154 623 777
Leasingverbindlichkeiten 142 419 787 1.348
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.155 4.155
Verbindlichkeiten aus Derivaten 2.299 179 2.478
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 519 90 92 701
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) 7.886 3.635 4.316 15.836
2018
Anleihen 621 2.571 2.432 5.624
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 308 448 756
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.401 4.401
Verbindlichkeiten aus Derivaten 2.265 535 2.800
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und übrige sonstige
finanzielle Verbindlichkeiten 549 170 428 1.147
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) 8.145 3.724 2.859 14.728

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

In EUR Mio
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2019
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen
der sozialen Sicherheit 699 699
Fremde Vorauszahlungen 19 11 30
Vertragsverbindlichkeiten 80 142 222
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 104 5 109
Sonstige Verbindlichkeiten 903 157 1.060
2018
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen
der sozialen Sicherheit 698 698
Fremde Vorauszahlungen 14 3 18
Vertragsverbindlichkeiten 63 129 192
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 88 6 94
Sonstige Verbindlichkeiten 863 138 1.002
Vertragsverbindlichkeiten
In EUR Mio
2019 2018
1. Jänner 192 202
Fremdwährungsdifferenz – 1 0
Realisierte Umsatzerlöse, die zu Jahresbeginn in den Vertragsverbindlichkeiten
enthalten waren
– 78 – 72
Anstieg aufgrund von Zahlungseingängen, exklusive während der Periode als
Umsatzerlöse realisierte Beträge 109 62

31. Dezember 222 192

Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalteten hauptsächlich nicht rückzahlbare Vorauszahlungen der Entgelte aus Lager- und Dienstleistungsverträgen seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach.

25 Latente Steuern

Latente Steuern

In EUR Mio

Nicht
Aktive angesetzte Angesetzte
latente aktive aktive Passive
Steuern latente latente latente
Summe Steuern Steuern Steuern
2019
Immaterielle Vermögenswerte 114 22 91 751
Sachanlagen 124 68 56 1.699
Vorräte 32 0 32 28
Derivate 496 496 588
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 51 16 34 80
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 215 144 70 48
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 1.362 39 1.323
Sonstige Rückstellungen 130 0 130 32
Verbindlichkeiten 265 61 204 3
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 275 275
Verlustvorträge 1.091 1.011 80
Outside basis Differenzen 7
Gesamt 4.153 1.361 2.791 3.236
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 2.105 – 2.105
Latente Steuern laut Bilanz 686 1.132
2018
Immaterielle Vermögenswerte 89 22 67 456
Sachanlagen 134 47 87 1.370
Vorräte 21 3 18 33
Derivate 300 300 372
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 67 33 34 74
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 202 142 57 16
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 1.212 27 1.182 0
Sonstige Rückstellungen 134 58 76 11
Verbindlichkeiten 42 16 32 16
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 445 445
Verlustvorträge 1.134 1.049 85
Outside basis Differenzen 8
Gesamt 3.781 1.396 2.385 2.357
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 1.626 – 1.626

Latente Steuern laut Bilanz 759 731

Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen und Abschreibungen sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen.

2019 waren die latenten Steuern hauptsächlich durch die Akquisition von SapuraOMV beeinflusst (für weitere Details siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur).

Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, welche entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, belief sich auf EUR 268 Mio, wovon EUR 260 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen sind (2018: EUR 354 Mio, davon EUR 279 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar).

Zum 31. Dezember 2019 waren steuerliche Verlustvorträge von EUR 4.179 Mio vorhanden (2018: EUR 4.138 Mio). Davon wurden EUR 351 Mio (2018: EUR 192 Mio) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellte sich wie folgt dar:

2019 2018

In EUR Mio

Steuerliche Verlustvorträge

Basiswert
(vor Wert
berichtigung)
davon nicht
angesetzt
Basiswert
(vor Wert
berichtigung)
davon nicht
angesetzt
2020 5 5 5 5
2021 0 0 5 5
2022 1 1 0 0
2023 1 1 198 107
2024 112 111
Nach 2024/2023 61 14 90 23
Unbegrenzt 3.998 3.694 3.840 3.806
Steuerliche Verlustvorträge 4.179 3.827 4.138 3.946

Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge bezogen sich im Wesentlichen auf die österreichische Steuergruppe.

Zum 31. Dezember 2019 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 4.485 Mio (2018:

EUR 4.459 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und atequity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde.

Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.

Ergänzende Angaben zur Finanzlage

26 Cashflow-Rechnung

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

In EUR Mio
2019 2018
Kassenbestände und Bankguthaben 710 700
Kurzfristige Veranlagungen 2.228 3.326
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.938 4.026

2019 konnte über das Bankguthaben der OMV OF LIBYA LIMITED nicht zur Gänze frei verfügt werden, da EUR 33 Mio als Sicherheit für ein Dokumentenakkreditiv gesperrt waren.

Wesentliche unbare Effekte

2019 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen, wie bereits in 2018, im Wesentlichen die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Nähere Details zu Zahlungen in Bezug auf das Nord Stream 2 Pipelineprojekt sind in Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – zu finden und Details

zu zahlungswirksamen Effekten von Akquisitionen in Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Am 11. Juni 2019 begab die OMV einen Eurobond in Höhe von EUR 300 Mio mit einer Laufzeit bis zum 11. Juni 2021. Am 3. Juli 2019 begab die OMV zwei Eurobonds in Höhe von jeweils EUR 500 Mio mit einer Laufzeit bis zum 3. Juli 2025 bzw. 2034. Diese Transaktionen sind in der Zeile "Zugänge langfristige Finanzierungen" ausgewiesen.

Die Zeile "Rückzahlung langfristige Finanzierungen" beinhaltete die Tilgung eines Eurobonds von EUR 500 Mio.

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit

In EUR Mio
2019
Sonstige ver
zinsliche Leasing
Finanzver verbind
Anleihen bindlichkeiten lichkeiten Gesamt
1. Jänner 5.007 745 5.752
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum
31. Dezember 2018 288 288
Leasingverbindlichkeiten für bisher nicht bilanzierte
Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen zum
1. Jänner 2019 706 706
Gesamtauswirkung erstmaliger Anwendung von IFRS 16 994 994
1. Jänner, angepasst 5.007 745 994 6.746
Zugänge langfristige Finanzierungen 1.287 89 1.376
Rückzahlung langfristige Finanzierungen – 500 – 371 – 109 – 980
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige
Finanzierungen – 22 – 22
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit 787 – 303 – 109 374
Fremdwährungsdifferenz 7 – 2 5
Konsolidierungskreisänderungen 314 5 319
Differenz Zinsaufwendungen und gezahlte Zinsen 8 5 2 15
Sonstige Änderungen 164 1 164
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen 8 326 169 503
31. Dezember 5.802 769 1.053 7.624

1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit

2018
verzinsliche Verbindlich
Finanzver keiten aus
bindlich Finanzierungs
Anleihen keiten leasing Gesamt
4.757 937 292 5.986
994 17 1.011
– 1.500 – 293 – 11 – 1.805
102 102
– 506 – 175 – 11 – 692
– 35 – 0 – 35
800 800
– 0 3 3
14 1
8
22
800 – 17 8 791
– 45 – 45
5.007 745 288 6.040
Sonstige

1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen

2 In der Cashflow-Rechnung in der Zeile "Dividendenzahlungen an OMV Anteilseigner" ausgewiesen

Der Mittelabfluss in Verbindung mit Leasingverbindlickeiten betrug in Summe EUR 131 Mio.

Am 31. Dezember 2019 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien, welche ohne Einschränkungen für künftige Aktivitäten verwendet werden können, EUR 3.250 Mio (31. Dezember 2018: EUR 3.264 Mio).

Per 31. Dezember 2019 bestanden Kreditzusagen in Höhe von EUR 238 Mio an Nord Stream 2 AG für die geplante weitere Finanzierung des Nord Stream 2 Projektes (31. Dezember 2018: EUR 351 Mio).

27 Eventualverbindlichkeiten

Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden.

Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits besteht.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows der näheren Zukunft haben wird.

In Rumänien wurde im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim eine Rückstellung für Bodensanierung in 2019 gebildet. Aufgrund dessen besteht die Eventualverbindlichkeit, die detailliert im OMV Konzernabschluss 2018 beschrieben wurde, nicht länger.

Im Mai 2009 hat die OMV eine Vereinbarung mit den Verkäufern Crescent Petroleum Company International (Crescent) und Dana Gas PJSC (Dana) für den Kauf eines 10%-Anteils an der Pearl Petroleum Company Limited (Pearl), eine Gesellschaft welche die Gasfelder Khor Mor und Chemchemal in der irakischen Region Kurdistan betreibt, abgeschlossen.

Die Vereinbarung umfasste bedingte Zahlungsverpflichtungen für die OMV, welche abhängig von der weiteren Feststellung der Reserven sind. Die Feststellung der Reserven hat von einem gemeinsam beauftragten unabhängigen Experten zu erfolgen.

In Mai 2019 hat die OMV in diesem Zusammenhang eine Rechnung von Crescent und Dana in Höhe von ungefähr USD 241 Mio und später unbegründete und zurückgewiesene Schadenersatzanspruche in Höhe von mehr als einer Milliarde USD erhalten. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt anhängigen unabhängigen Sachbestimmung (independent expert determination) vor der International Chamber of Commerce (ICC) und der Schiedsverfahren von dem London Court of International Arbitration (LCIA) in Zusammenhang mit unter anderem Revisionen des Feldentwicklungsplans (FDP) des Gasfeldes Chemchemal und einer Revision des FDP von Khor Mor, welche auf Joint Venture Ebene nicht genehmigt wurden, und der unterschiedlichen Ansichten von Crescent/Dana und der OMV unter anderem über den Umfang des Ölfundes in Khor Mor hat die OMV die Rechnung zurückgewiesen. Im September 2019 hat eine unabhängige Sachverständigenbestimmung vor der ICC zu Gunsten der OMV entschieden. Abhängig von den weiteren Fortschritten der Schiedsverfahren und der noch nicht begonnenen Feststellung der Reserven könnte möglicherweise eine bedingte Zahlung entstehen, wobei dies derzeit als nicht wahrscheinlich angenommen wird. Daher wurde keine Rückstellung im OMV Konzernabschluss erfasst. Weiters kann am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses keine verlässliche Schätzung einer möglichen zusätzlichen Zahlung getroffen werden, sofern diese überhaupt eintritt.

28 Risikomanagement

Kapitalrisikomanagement

Die Finanzsteuerungsstrategie der OMV basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz sowie des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf eine Stärkung der OMV Bilanz, des Erzielens eines positiven freien Cashflows und der Verbesserung der Profitabilität ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für die OMV und ihre Stakeholder.

Die OMV steuert ihre Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Kapitalmarkts zu erhalten sowie um eine nachhaltige finanzielle Basis für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns zu schaffen. Die Finanzierungsstrategie der OMV fokussiert sich auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität des Konzerns. Die wichtigsten Ziele sind das Erreichen eines positiven freien Cashflows nach Dividenden sowie ein starkes Investment Grade Rating auf Basis einer gesunden Bilanz und eines langfristigen Verschuldungsgrads ohne Leasing von unter 30%.

Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen

In EUR Mio (wenn nichts anders angegeben)
-- -- -- -- ------------------------------------------- --
2019 2018
Anleihen 5.802 5.007
Leasingverbindlichkeiten 1.053
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 288
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 769 745
Schulden 7.624 6.040
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 2.938 4.026
Nettoverschuldung 4.686 2.014
Eigenkapital 16.863 15.342
Verschuldungsgrad in % 28 13

1 Inklusive liquider Mittel, welche auf "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurden

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich geplanten operativen sowie finanziellen Zahlungsströme auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge werden der monatlich geplanten Nettoliquiditätsentwicklung die zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2019 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios des OMV Konzerns 5,2 Jahre (31. Dezember 2018: 5,0 Jahre).

Das operative Liquiditätsmanagement des Konzerns wird zentral durchgeführt und umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln (Cash Pooling) erfolgt.

Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer dieses Prozesses und somit zum optimalen Nutzen des Konzerns gesteuert werden.

Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten.

Politisches Risiko

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Russland, Malaysia undTunesien), oder verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion sowie höhere Steuersätze, Begrenzung von Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Der Konzern verfügt allerdings über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.

Es wurde eine Analyse durchgeführt, um die möglichen Auswirkungen des Brexit auf die Unternehmen der OMV-Gruppe zu bewerten. Aus der Analyse geht hervor, dass keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Die OMV analysiert das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und ihrer Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um stets die geltenden Sanktionen einzuhalten. Insbesondere Risiken aufgrund von US Sanktionen gegen das Nord Stream 2 Projekt und Aktivitäten in Russland werden regelmäßig bewertet und überwacht. Die Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 sind von den US-Sanktionen nicht betroffen.

Klimawandel Risiken

Die OMV bewertet regelmäßig das Risiko des Konzerns im Zusammenhang mit dem Klimawandel sowie das Marktpreisrisiko aus europäischen Emissionshandel. Zu diesen Risiken zählen die potenziellen Auswirkungen akuter oder chronischer Ereignisse wie häufigere extreme Wetterereignisse oder systembedingte Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund eines sich ändernden Rechtsrahmens oder die Substitution von OMV-Produkten aufgrund eines sich ändernden Verbraucherverhaltens. Die OMV sieht den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Daher integrieren wir die damit verbundenen Risiken und Chancen in die Entwicklung der Geschäftsstrategie des Unternehmens.

Marktrisiko

Derivative und nicht-derivative Instrumente werden bei Bedarf zur Steuerung von Marktrisiken eingesetzt, welche sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Warenpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können.

Risikomanagement von Warenpreisen – Upstream

Um Konzernergebnis und -Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen sowie ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen, werden von Zeit zu Zeit derivative Instrumente zur Sicherung von günstigen Marktpreisen eingesetzt. Im Zuge dessen geht die OMV Positionen in derivativen Finanzinstrumenten zum Verkauf der zukünftigen Produktion ein, um so den zukünftigen Öl- bzw. Gaspreis zu fixieren und dadurch das Marktpreisrisiko für jene Zeiträume, für welche die Hedges abgeschlossen werden, zu reduzieren. Die OMV greift dabei auf einen flexiblen Ansatz zurück, welcher auch die Realisierung von Hedges mittels Rückkäufen beinhalten kann, mit dem Ziel einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten.

Im Jahr 2019 wurden Swaps für Gasvolumina eingegangen. Der positive Beitrag zum Operativen Ergebnis dieser Absicherungsgeschäfte belief sich auf EUR 2 Mio.

Im Jahr 2018 lag der Beitrag zum Operativen Ergebnis der abgeschlossenen Öl- und Gas-Absicherungsgeschäfte bei EUR –219 Mio (Öl: EUR –98 Mio, Gas: EUR –121 Mio).

Für diese derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung.

Operatives Risikomanagement Warenpreisen – Downstream

Risikomanagement von Warenpreisen im Bereich Downstream umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, welche aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst Raffinerie- (Raffineriemarge, Petrochemie-Marge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) sowie Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und die Aktivitäten im Eigenhandel.

Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu gewinnen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel betrieben. In Downstream Gas werden OTC Swaps, Optionen, Futures und Forwards zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite eingesetzt. Ziel ist es, das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.

In Downstream Öl werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Produktmarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.

Darüber hinaus werden börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem

Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.

Die nachfolgenden Tabellen legen Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalwert ist Brutto erfasst, stellt den Wert

des den Derivaten zugrundeliegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts. Der Nominalwert gibt das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lässt weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.

Nominal- und Marktwerte offener Rohstoff Kontrakte

In EUR Mio
2019 2018
Nomi Marktwert Marktwert Nomi Marktwert Marktwert
nale aktiv passiv nale aktiv passiv
Derivate zum FVOCI – Cashflow Hedges
Downstream Öl-Swaps 1 7.102 284 – 237 4.284 391 – 351
Derivate zum FVTPL
Upstream Gas-Swaps 56 10 – 4 705 39 – 75
Upstream 56 10 – 4 705 39 – 75
Downstream Öl-Futures 4.760 236 – 258 12.282 1.202 – 1.181
Downstream Öl-Swaps 6.736 82 – 81 11.063 202 – 224
Downstream Öl 11.496 318 – 339 23.345 1.404 – 1.405
Downstream Gas-Optionen 3 1 – 2
Downstream Gas-Swaps 177 29 – 17 329 15 – 35
Downstream Gas-Futures 78 5 – 7 195 4 – 11
Downstream Gas-Forwards 15.084 1.992 – 1.866 16.737 905 – 910
Downstream Gas 15.342 2.028 – 1.892 17.260 925 – 957

1Inklusive dem ineffizienten Teil von Cashflow Hedges

Risikomanagement im Fremdwährungsbereich Die OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen

des OMV Konzerns (RON, RUB, NOK und NZD) dar. Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur geringen Einfluss auf Cashflow und Operatives Ergebnis. Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich werden die Long- und Short-Nettopositionen des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine USD-Long-Position auf.

FX Forwards und Swaps werden ausschließlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos bei Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für das Liquiditätsmanagement folgende Transaktionen:

Nominal- und Marktwerte offener Währungsderivate In EUR Mio

2019
Nomi Marktwert Marktwert Nomi Marktwert Marktwert
nale aktiv passiv nale aktiv passiv
238 1 0
1.525 35 – 6 1.701 16 – 12
253 0 – 0 65 0 0

Cashflow-Hedge Accounting

Im Downstream Öl-Geschäft ist die OMV insbesondere schwankenden Raffineriemargen und Bestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren werden entsprechende Absicherungsgeschäfte getätigt. Diese umfassen die Absicherung künftiger Raffineriemargen (margin hedges) sowie die Absicherung der Bestände (stock hedges).

Das Ziel der Risikomanagementaktivitäten ist es, die Bepreisung von Produktenverkäufen und –zukäufen zu harmonisieren, um stets innerhalb eines genehmigten Zielbereichs der bepreisten Lagerbestände zu bleiben. Dies wird durch Bestands-Hedging erreicht, in dem das Preisrisiko reduziert wird. Der genehmigte Zielbereich definiert sich als Maximalabweichung vom Zielwert, welcher im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten freigegeben wird.

Beim Hedging der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen zu sichern. Die Mandate sind im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten dokumentiert und freigegeben.

Im Falle von Absicherungen künftiger Raffineriemargen ist das abgesicherte Grundgeschäft die Produktmarge, dabei erfolgt Kauf von Rohöl auf fixer Basis und Verkauf von Produkten auf fixer Basis. Die Marge der verschiedenen Ölprodukte ist eine separat identifizierbare Komponente und stellt daher die spezifische Risikokomponente dar, welche als abgesicherte Risikokomponente designiert wird. Um eine übermäßige Absicherung zu verhindern, werden hinsichtlich der geplanten Verkäufe Höchstgrenzen festgesetzt.

Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen bepreisten Bestände von den Zielwerten abweichen. Die geplanten Verkäufe von Produkten und Zukäufe von Rohöl sowie Ölprodukten stellen das abgesicherte Grundgeschäft dar. Erfahrungsgemäß ist Rohöl die wesentlichste Risikokomponente der Bestandspreise, allerdings werden in vereinzelten Fällen auch Ölprodukte für die Absicherung von Beständen eingesetzt. In solchen Fällen werden Platts / Argus Produktnotierungen als Risikokomponente definiert. Weitere Komponenten, wie Produktmargen oder lokale Marktkosten, werden nicht abgesichert.

Die Sicherungsbeziehungen werden mit einer Absicherungsquote von 1:1 aufgebaut, da das zugrundeliegende Risiko der Commodity Derivate identisch mit dem abgesicherten Risiko der Komponenten ist. Ineffektivität von Sicherungsgeschäften kann entstehen im Falle von unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Absicherungsinstrument und Lieferung vom Grundgeschäft und unterschiedlicher Preisbildung (Derivate werden auf Basis zukünftiger Monatsdurchschnittspreise (oder anderer Perioden) bewertet und Zu-/Verkäufe zum Stichtagskurs zum Zeitpunkt der Transaktion/Lieferung).

Cashflow-Hedging – Auswirkung des Hedge Accounting auf die Bilanz In EUR Mio

Option – feste Ver
pflichtung zum Erwerb
eines Geschäfts im
Rahmen von
Swaps – Plan
beschaffung
Swaps – Plan
umsätze
Unternehmens
zusammenschlüssen
Rohstoff Preisrisiko Fremdwährungsrisiko Gesamt
2019
Nominalwert 66 7.036 7.102
innerhalb eines Jahres 41 5.415 5.455
länger als ein Jahr 25 1.621 1.647
Marktwert – aktiv 6 279 284
Marktwert – passiv 0 237 237
Cashflow-Hedge Rücklage
(vor Steuern) 6 50 55
2018
Nominalwert 204 4.080 238 4.522
innerhalb eines Jahres 204 2.336 238 2.778
länger als ein Jahr 1.744 1.744
Marktwert – aktiv 391 1 392
Marktwert – passiv 44 304 348
Cashflow-Hedge Rücklage
(vor Steuern) – 44 94 – 2 49
davon "cost of
hedging" Rücklage
– 2 – 2

Vorhergehende aktive und passive Marktwerte sind in den Posten Sonstige finanzielle Vermögenswerte

und Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz der OMV ausgewiesen.

In EUR Mio
Forwards,
Optionen – feste Swaps, Forwards,
Verpflichtung Optionen – feste
zum Erwerb Verpflichtung
eines Geschäfts zum Erwerb
im Rahmen von eines Geschäfts
Unternehmens im Rahmen at
Swaps – Plan Swaps – Plan zusammen equity bewerteter
beschaffung umsätze schlüssen Beteiligungen
Rohstoff Preisrisiko Fremdwährungsrisiko Gesamt
2019
Im sonstigen Ergebnis erfasste
Gewinne (+)/Verluste (–) 53 – 11 – 1 43 84
In der Gewinn- und Verlustrech
nung erfasste Ineffektivitäten – 14 – 0 – 14
Umgliegerung aus dem
sonstigen Ergebnis in die
Gewinn-und Verlustrechnung n.a. – 34 n.a. n.a. – 34
2018
Im sonstigen Ergebnis erfasste
Gewinne (+)/Verluste (–) – 21 43 32 – 2 52
In der Gewinn- und Verlustrech
nung erfasste Ineffektivitäten – 1 – 14 – 15
Umgliegerung aus dem
sonstigen Ergebnis in die
Gewinn-und Verlustrechnung 152 152

Cashflow-Hedging – Auswirkung des Hedge Accounting auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie das sonstige Ergebnis (OCI)

Für 'Swaps – Planbeschaffung' ist die erfasste Ineffektivität in dem Posten Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) in der OMV Konzern-Gewinnund Verlustrechnung inkludiert. Die erfasste Ineffektivität sowie die Umgliederung aus dem sonstigen

Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von 'Swaps – Planumsätze' wurden im Posten Umsatzerlöse in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt

.

Cashflow-Hedging – Auswirkung des Hedge Accounting auf das Eigenkapital

In EUR Mio
Forwards,
Optionen – feste Swaps, Forwards,
Verpflichtung Optionen – feste
zum Erwerb Verpflichtung
eines Geschäfts zum Erwerb
im Rahmen von eines Geschäfts
Unternehmens im Rahmen at
Swaps – Plan Swaps – Plan zusammen equity bewerteter
beschaffung umsätze schlüssen Beteiligungen
Rohstoff Preisrisiko Fremdwährungsrisiko Gesamt
2019
Cashflow-Hedge Rücklage zum
1. Jänner (netto nach Steuern) – 33 73 – 1 39
Im sonstigen Ergebnis erfasste
Gewinne (+)/Verluste (–) 53 – 11 – 1 43 84
Umgliederung in die Gewinn- und
Verlustrechnung n.a. – 34 n.a. n.a. – 34
Umgliederung in die Bilanz – 4 2 – 43 – 44
Steuereffekte – 12 11 – 1
Cashflow-Hedge Rücklage zum
31. Dezember (netto nach Steuern) 5 39 44
2018
Cashflow-Hedge Rücklage zum
1. Jänner (netto nach Steuern) 81 – 72 8
Im sonstigen Ergebnis erfasste
Gewinne (+)/Verluste (–) – 21 43 30 52
Umgliederung in die Gewinn- und
Verlustrechnung 152 152
Umgliederung in die Bilanz – 132 – 32 – 163
Steuereffekte 40 – 50 0 – 10
Cashflow-Hedge Rücklage zum
31. Dezember (netto nach Steuern) – 33 73 – 1 39

Sensitivitätsanalyse

Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

rechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktpreissensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreissensitivitäten für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität des Ergebnisses vor Steuern gezeigt.

Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlust-

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das Ergebnis vor Steuern

In EUR Mio
2019 2018
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
Upstream
Upstream Commodity-Gas-Swaps – 2 2 – 40 40
Downstream Öl
Downstream Öl Commodity-Futures – 11 11 6 – 6
Downstream Öl Commodity-Swaps – 7 7 – 2 2
Downstream Gas
Downstream Gas Commodity-Optionen – 0 0 0 0
Downstream Gas Commodity-Swaps 2 – 2 1 – 1
Downstream Gas Commodity-Futures – 1 1 4 – 4
Downstream Gas Commodity-Forwards – 37 37 – 51 51

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das sonstige Ergebnis

In EUR Mio

2019 2018
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
Downstream Öl
Downstream Öl Commodity-Swaps – 80 80 26 – 26

Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse zu Wechselkursänderungen durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR,

sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-NOK-, sowie EUR-NZD-Position.

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis vor Steuern 1

In EUR Mio
2019 2018
EUR wird um
10% stärker
EUR wird um
10% schwächer
EUR wird um
10% stärker
EUR wird um
10% schwächer
EUR-RON – 20 20 – 18 18
EUR-USD – 22 22 – 51 51
EUR-NZD – 15 15 – 7 7
EUR-NOK – 6 6 – 9 9
EUR-RUB – 30 30 – 11 11

1 Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-Währungssensitivität auf das Operative Ergebnis.

Translationsrisiko

Das Translationsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die in einer funktionalen Währung ungleich EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, RUB, NOK und NZD lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar.

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise können festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa konvertiert werden. Zum Bilanzstichtag gab es keine offenen Positionen, da keine neuen Zinsswaps während des Geschäftsjahres 2019 eingegangen wurden (2018: keine offenen Positionen).

Zinssensitivitäten

Die OMV hält finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert der ergebniswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2019 um 0,5%-Punkte um EUR –12 Mio niedriger (2018: EUR –15 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte würde am 31. Dezember 2019 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 12 Mio führen (2018: EUR 15 Mio).

Des Weiteren analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Kreditrisiko der Kontrahenten

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist bei der OMV in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit "Investment Grade Rating" abgeschlossen.

Kreditrisiko ist das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde. Der Konzern ist einem Kreditrisiko aus Kundenforderungen aus der operativen Geschäftstätigkeit (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte) sowie aus Finanzanlagen einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten (siehe Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung), Fremdwährungstransaktionen und sonstigen Finanzinstrumenten (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte) ausgesetzt.

29 Bemessungshierarchie

Bemessungshierarchie der finanziellen Vermögenswerte inklusive zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte

In EUR Mio

Buchwert Stufe des beizulegenden Zeitwerts
Zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten
Zum beizu
legenden
Zeitwert
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
2019
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
2.911 131 3.042 131 131
Anteile an sonstigen
Unternehmen designiert
zum FVOCI 24 24 24 24
Anleihen 78 78
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 284 284 284 284
Sonstige Derivate 2.391 2.391 241 2.150 2.391
Ausleihungen 855 855
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 1
1.182 721 1.903 721 721
Nettobetrag zu
Veräußerungszwecken
gehaltene Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten n.a. 8 8 8 8
Gesamt 5.026 3.559 8.585 241 2.573 745 3.559
2018
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
Anteile an sonstigen
Unternehmen designiert
3.338 82 3.420 82 82
zum FVOCI 21 21 21 21
Investmentfonds 6 6 6 6
Anleihen 78 78
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 392 392 392 392
Sonstige Derivate 2.384 2.384 1.206 1.178 2.384
Ausleihungen 671 671
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 1
1.107 725 1.833 725 725
Nettobetrag zu
Veräußerungszwecken
gehaltene Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten n.a.

1 Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert enthält einen Vermögenswert hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje und bedingte Gegenleistungen aus dem Verkauf des 30%-Anteils am Feld Rosebank und aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte.

Gesamt 5.195 3.610 8.805 1.212 1.651 747 3.610

Bemessungshierarchie der finanziellen Verbindlichkeiten

In EUR Mio
Buchwert Stufe des beizulegenden Zeitwerts
Zu fortgeführten
Anschaffungs
kosten
Zum beizu
legenden
Zeitwert
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
2019
Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen 4.155 4.155
Anleihen 5.802 5.802
Leasingverbindlichkeiten 1.053 1.053
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 769 769
Verbindlichkeiten aus als
Sicherungsinstrumenten
designierten und effektiven
Derivaten 237 237 237 237
Verbindlichkeiten aus
sonstigen Derivaten 2.241 2.241 266 1.976 2.241
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 642 642
Gesamt 12.420 2.478 14.898 266 2.213 2.478
2018
Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen 4.401 4.401
Anleihen 5.007 5.007
Sonstige verzinsliche Finanz
verbindlichkeiten 745 745
Verbindlichkeiten aus als
Sicherungsinstrumenten
designierten und effektiven
Derivaten 348 348 348 348
Verbindlichkeiten aus
sonstigen Derivaten 2.452 2.452 1.192 1.260 2.452
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 288 288
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 641 641
Gesamt 11.083 2.800 13.883 1.192 1.608 2.800

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für die der beizulegende Zeitwert angegeben wird In EUR Mio

Beizulegender
Zeitwert
Stufe des beizulegenden
Zeitwerts
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
2019
Anleihen 77 5 72
Finanzielle Vermögenswerte 77 5 72
Anleihen 6.317 6.317
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 792 792
Finanzielle Verbindlichkeiten 7.109 6.317 792
2018
Anleihen 77 5 72
Finanzielle Vermögenswerte 77 5 72
Anleihen 5.323 5.323
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 759 759
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 386 386
Finanzielle Verbindlichkeiten 6.467 5.323 1.144

30 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Der OMV Konzern schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and De-

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten In EUR Mio

rivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab, die die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht erfüllen.

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte Netto würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.

In EUR Mio Anhang
angabe
Finanz
instrumente
(brutto)
Saldierte
Beträge in
der Bilanz
Finanz
instrumente
in der
Bilanz
(netto)
Verbind
lichkeiten mit
Saldierungs
rechten
(nicht
saldiert)
Netto
2019
Derivative Finanzinstrumente 18 2.676 2.676 – 2.264 412
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 18 3.056 – 14 3.042 – 1.204 1.838
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 18 1.903 1.903 – 44 1.858
Gesamt 7.634 – 14 7.620 – 3.512 4.108
2018
Derivative Finanzinstrumente 18 2.776 2.776 – 2.446 330
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 18 3.451 – 31 3.420 – 1.656 1.764
Übrige sonstige finanzielle
Vermögenswerte 18 1.837 – 4 1.833 – 27 1.806
Gesamt 8.065 – 36 8.029 – 4.129 3.900

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten In EUR Mio

Anhang
angabe
Finanz
instrumente
(brutto)
Saldierte
Beträge in
der Bilanz
Finanz
instrumente
in der
Bilanz
(netto)
Vermögens
werte mit
Saldierungs
rechten
(nicht
saldiert)
Netto
2019
Derivative Finanzinstrumente 24 2.478 2.478 – 2.288 190
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 24 4.168 – 14 4.155 – 1.204 2.951
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 24 642 642 – 20 622
Gesamt 7.288 – 14 7.274 – 3.512 3.762
2018
Derivative Finanzinstrumente 24 2.800 2.800 – 2.471 329
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 24 4.432 – 31 4.401 – 1.656 2.745
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 24 646 – 4 641 – 2 639
Gesamt 7.878 – 36 7.842 – 4.129 3.714

31 Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

In EUR Mio

Betrag Finanz
instrumente
at-fair-value
through-profit
or-loss
Eigenkapital
instrumente
designiert zum fair
value through
other comprehen
sive income
Finanzielle
Vermögens
werte zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten
Finanzielle
Verbindlich
keiten zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten
241 241
– 33 – 33
208 241 – 33
5 5
169 152
– 304 – 170
– 31 – 31
– 1 – 1
– 7 – 7
– 169 – 31 5 151 – 177
2019

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

In EUR Mio

Eigenkapital Finanzielle Finanzielle
Finanz instrumente Vermögens Verbindlich
instrumente designiert zum fair werte zu keiten zu
at-fair-value value through fortgeführten fortgeführten
through-profit other comprehen Anschaffung Anschaffungs
Betrag or-loss sive income skosten kosten
2018
Marktwertänderungen finanzieller
Vermögenswerte und Derivate – 321 – 321
Wertminderungen auf finanzielle
Vermögenswerte – 13 – 13
Ergebnis aus Finanzinstrumenten
im operativen Ergebnis – 334 – 321 – 13
Dividendenerträge 20 20
Zinserträge 117 8 108
Zinsaufwendungen – 290 – 131
Aufwendungen aus dem Verkauf
von Lieferforderungen – 31 – 31
Wertminderung von
Finanzinstrumenten, netto 1 1
Sonstige – 30 – 30
Ergebnis aus Finanzinstrumenten
im Finanzergebnis – 214 – 23 20 109 – 161

Die Zinsaufwendungen, die nicht aufgeteilt wurden, bezogen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 130 Mio (2018: EUR 149 Mio).

32 Anteilsbasierte Vergütungen

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet die Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives

für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.

Plan 2019 Plan 2018 Plan 2017 Plan 2016
Planbeginn 01.01.2019 01.01.2018 01.01.2017 01.01.2016
Ende Leistungszeitraum 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2019 31.12.2018
Anspruchstag 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2019
Aktienerfordernis
200% vom 200% vom 200% vom 200% vom
Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Brutto
Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
175% vom 175% vom 175% vom 175% vom
Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Brutto
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
150% vom 150% vom 150% vom 150% vom
Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Brutto
Andere Vorstandsmitglieder grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
75% vom Ziel 75% vom Ziel 75% vom Ziel 75% vom
Long Term Long Term Long Term Bruttojahres
Führungskräfte Incentives Incentives Incentives grundgehalt
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2019 295.037 Aktien 169.883 Aktien 379.120 Aktien
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2019 372.732 Aktien 278.266 Aktien 422.937 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans
(in EUR Mio) zum 31. Dezember 2019 1 15 9 20
Rückstellungen (in EUR Mio) zum
31. Dezember 2019 1 4 5 16
Geschätze Steuerzahlungen für
Vergütungen durch
Eigenkapitalinstrumente (in EUR Mio) 2 2 1 2

Long Term Incentive Pläne

1 Exklusive Lohnnebenkosten

2 Diese Position enthält die geschätzten Steuerverpflichtungen der Teilnehmer des Plans in Bezug auf die Vergütung durch Eigenkapitalinstrumente für den gesamten Plan. Die Zahlung erfolgt durch OMV in bar im Namen der Teilnehmer nach dem Anspruchsdatum.

Eigeninvestment

31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 91.974 Aktien 70.890 Aktien 48.435 Aktien 38.038 Aktien
Pleininger 45.032 Aktien 28.511 Aktien 19.333 Aktien 12.979 Aktien
Florey 24.351 Aktien 13.401 Aktien 8.335 Aktien
Gangl 1 10.730 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder 2
Leitner 44.211 Aktien 65.245 Aktien 59.335 Aktien 51.249 Aktien
Roiss 81.831 Aktien
Vorstände gesamt 216.298 Aktien 178.047 Aktien 135.438 Aktien 184.097 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 2 368.268 Aktien 299.997 Aktien 256.202 Aktien 317.840 Aktien
Eigeninvestment gesamt 584.566 Aktien 478.044 Aktien 391.640 Aktien 501.937 Aktien

1Thomas Gangl hat am LTIP 2016, 2017 und 2018 als Senior Manager teilgenommen. Am LTIP 2019 nahm er sowohl als Senior Manager, als auch als Vorstandsmitglied teil.

2 Eigeninvestments von ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Führungskräften sind nur enthalten, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.

Equity Deferral

Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.

Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus (bis 2017: 200% des Bruttojahresgehalts) begrenzt. Ein Drittel (bis 2017: 50%) des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden, letzterer auf Basis von

Marktnotierungen. Im Falle von wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren kann der Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen die Werte für Schwelle, Ziel und/oder Maximum der Finanzziele (jedoch nicht die Leistungskriterien an sich) anpassen. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

2019 wurden Aufwendungen von EUR 2 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2018: EUR 2 Mio).

Gesamte Aufwendungen

Die Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst und beinhalten Long Term Incentive Pläne als auch Equity Deferral.

Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen 1 In EUR Mio

2019 2018
Ausgleich in bar 21 6
Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 4 6
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen 25 12

1 Exklusive Lohnnebenkosten

Sonstige Angaben

33 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 1

2019 2018
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern 7.407 6.864
OMV Petrom Konzern 12.720 13.409
OMV Konzern 20.127 20.272

1 Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern des Jahres

Der Anstieg der durchschnittlichen Anzahl an Mitarbeitern des OMV Konzerns (ohne OMV Petrom Konzern) war im Wesentlichen auf den Erwerb von SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. am 31. Jänner 2019 als auch auf den Erwerb des Shell Upstream Geschäfts in Neuseeland im Dezember 2018 zurückzuführen.

Der Verringerung der Mitarbeiter im OMV Petrom Konzern war wesentlich bedingt durch die Auslagerung von Aktivitäten als auch durch Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen als Folge von Prozessoptimierungen und Kosteneffizienzmaßnahmen.

34 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks) In EUR Mio

2019 2018
Konzern
abschlussprüfer
davon
Ernst&Young
Wirtschafts
prüfungsgesell
schaft m.b.H
Konzern
abschlussprüfer
davon
Ernst&Young
Wirtschafts
prüfungsgesell
schaft m.b.H
Konzern- und Jahresabschluss
prüfung
3,15 1,39 2,94 1,34
Sonstige Bestätigungsleistungen 0,71 0,44 0,64 0,54
Steuerberatungsleistungen 0,09 0,00 0,05 0,00
Sonstige Beratungsleistungen 0,29 0,02 0,24 0,00
Gesamt 4,24 1,84 3,86 1,88

35 Nahestehende Unternehmen und Personen

Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C. (MPPH), Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.

2019 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Gaszukäufe von OJSC Severneftegazprom, welche nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basieren.

Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Umsätze und Forderungen In EUR Mio

2019 2018
Forderungen Forderungen
Umsätze und aus Liefe Umsätze und aus Liefe
sonstige rungen und sonstige rungen und
Erträge Leistungen Erträge Leistungen
Borealis 1.284 58 1.432 55
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. 0 0 4 1
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 76 5 41
GENOL Gesellschaft m.b.H. 1 196 20 208 16
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH 1 0 1 0
Trans Austria Gasleitung GmbH 10 1 11 1
Gesamt 1.567 84 1.696 72

1 2019 beinhaltet Transaktionen mit GENOL Gesellschaft m.b.H als auch GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG, wobei 2018 nur Transaktionen mit GENOL Gesellschaft m.b.H & Co KG enthielt (der Geschäftsbetrieb der GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG wurde im Oktober 2019 in die GENOL Gesellschaft m.b.H übertragen, siehe Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft).

Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Zukäufe und Verbindlichkeiten

2018
Verbindlich
keiten aus
Verbindlich
keiten aus
Lieferungen
erhaltene
Leistungen
und
Leistungen
erhaltene
Leistungen
und
Leistungen
42 9 48 7
34 3 30 3
9 157 8
2 2
59 29 62 30
2 0 2 0
179 20 161 18
22 1 22 1
348 63 482 67
Zukäufe und 2019
Lieferungen
Zukäufe und

1 2019 beinhaltet Transaktionen mit GENOL Gesellschaft m.b.H als auch GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG, wobei 2018 nur Transaktionen mit GENOL Gesellschaft m.b.H & Co KG enthielt (der Geschäftsbetrieb der GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG wurde im Oktober 2019 in die GENOL Gesellschaft m.b.H übertragen, siehe Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft).

Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen In EUR Mio

2019 2018
Abu Dhabi Oil Refining Company 34
Borealis AG 297 360
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. 1
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG 1 1
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM 6 10
Pearl Petroleum Company Limited 31 34
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH 1 0
Trans Austria Gasleitung GmbH 14 15
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen 384 422

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Forderungen in Höhe von EUR 7 Mio (2018: EUR 6 Mio) gegenüber Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG. Des Weiteren bestand eine Dividendenforderung gegenüber Abu Dhabi Oil Refining Company in Höhe von EUR 34 Mio.

Per 31. Dezember 2019 bestanden sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 1 Mio (2018: EUR 3 Mio) gegenüber Trans Austria Gasleitung GmbH.

Der Stand der von Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag erhaltenen Anzahlung betrug zum 31. Dezember 2019 EUR 170 Mio (2018: EUR 140 Mio) und wurde unter Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis Über die ÖBAG besitzt die OMV ein Naheverhältnis zur Republik Österreich, die damit ebenso wie die im Mehrheitsbesitz der Republik stehenden Unternehmen – im Wesentlichen die Österreichische Post AG, die Verbund AG, die Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft, die Bundesbeschaffung GmbH und jeweils deren Tochtergesellschaften – als nahestehende Parteien einzustufen sind. Transaktionen mit diesen Unternehmen erfolgten zu fremdüblichen Konditionen.

Über die MPPH sind weiters das Emirat Abu Dhabi sowie die im Mehrheitsbesitz von Abu Dhabi stehenden Gesellschaften als nahestehende Unternehmen einzustufen. Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden in 2019 zum Beispiel mit Compañía Española de Petróleos (CEPSA) und Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Die OMV hat mehrere Kooperationen mit ADNOC im Bereich Upstream. Darüber hinaus haben die OMV und ADNOC am 31. Juli 2019 eine strategische Partnerschaft, die das bestehende ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein neues Trading Joint Venture umfasst, abgeschlossen. Nähere Details sind der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – zu entnehmen.

Bezüge von Führungskräften

Vorstandsbezüge

In EUR Mio

2019
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2019 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Pleininger Florey Gangl 5 Leitner 6 Davies 7 Huijskes 8 Roiss 9 Gesamt
3,36 1,64 1,59 0,29 1,55 8,43
1,10 0,75 0,70 0,29 0,70 3,54
1,00
1,25 0,87 0,84 0,84 3,80
0,01 0,01 0,04 3 0,01 0,01 0,09
0,28 0,19 0,18 0,07 0,18 0,88
0,28 0,19 0,18 0,07 0,18 0,88
0,22
3,60 1,75 1,16 2,08 0,25 0,42 3,13 12,39
0,70 0,49 0,47 0,47 2,13
2,90 1,26 0,69 1,61 0,25 0,42 3,13 10,26
7,23 3,58 2,93 0,37 4,03 0,25 0,42 3,13 21,92
1,00 2
0,22 4

1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2018, für die Prämien in 2019 ausbezahlt wurden.

2 Rainer Seele erhielt eine Vergütung für die interimistische Leitung des Vorstandsbereichs "Marketing und Trading" seit 1. Juli 2019.

3 Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern

4 Manfred Leitner erhielt eine Auszahlung für Urlaubsersatzleistungen in Höhe von EUR 0,22 Mio.

5 Thomas Gangl trat dem Vorstand per 1. Juli 2019 bei.

6 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

7 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück.

8 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück.

9 Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück.

Vorstandsbezüge

In EUR Mio
2018
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2018 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Pleininger Florey Leitner Davies 6 Floren 7 Huijskes 8 Roiss 9 Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 2,01 1,34 1,35 1,41 0,15 6,26
Fixer Bezug
(Grundbezug) 1,10 0,75 0,70 0,70 3,25
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung) 1 0,90 0,58 0,60 0,70 0,15 2,92
Sachbezüge 0,01 0,01 0,05 5 0,01 0,09
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0,28 0,19 0,18 0,18 0,81
Pensionskassen
beiträge 0,28 0,19 0,18 0,18 0,81
Anteilsbasierte
Vergütungen 2,35 0,96 0,53 2,34 2,59 1,48 1,78 3,30 15,32
Variabel (Equity
Deferral 2017) 2 0,80 0,51 0,53 0,62 0,13 2,59
Variabel (LTIP) 1,55 3 0,45 4 1,72 2,45 1,48 1,78 3,30 12,73
Vorstandsbezüge 4,64 2,49 2,06 3,93 2,74 1,48 1,78 3,30 22,40

1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2017, für die Prämien in 2018 ausbezahlt wurden.

2 Das Equity Deferral aus der jährlichen Bonifikation wurde von "Share Part of the Annual Bonus" zum Zeitpunkt der Zuteilung umbenannt.

3 Rainer Seele erhielt anteilig Auszahlungen in Aktien, da er dem Vorstand per 1. Juli 2015 beigetreten ist.

4 Johann Pleininger erhielt anteilig Auszahlungen in Aktien und hatte zusätzlich Anspruch auf Auszahlungen von EUR 0,52 Mio aus dem LTIP Plan 2015 als Senior Manager.

5 Inklusive Schulkosten, Umzugskosten und damit verbundenen Steuern

6 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück.

7 Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück.

8 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück.

9 Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück.

Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand) 1

In EUR Mio
-- ------------ -- -- --
2019 2018
Gehälter und Prämien 17,1 23,2
Pensionskassenbeiträge 1,0 1,8
Abfertigungsbeträge 0,6 0,8
Anteilsbasierte Vergütungen 15,3 21,7
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand) 1 34,0 47,4

1 2019 gab es 38 leitende Führungskräfte (2018: 41).

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Straf-Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Anhangangabe 32 – Anteilsbasierte Vergütungen – enthält Details zu Long Term Incentive Plänen und Equity Deferral.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2019 EUR 0,6 Mio (2018: EUR 0,6 Mio).

36 Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen

Die OMV verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Lieferforderungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. 2019 hat OMV Lieferforderungen im Wert von EUR 4.805 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2018: EUR 4.868 Mio).

Zum 31. Dezember 2019 wurden von der OMV in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesene Seller Participation Notes und Complementary Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 160 Mio (2018: Seller Participation Notes und Complementary Notes von EUR 183 Mio) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2019 betrug EUR 108 Mio (2018: EUR 150 Mio).

Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig. Die Complementary Notes sind vorrangig zu den Seller Participation Notes und haben den gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Lieferforderungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2019 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 29 Mio (2018: EUR 30 Mio). Die Zinserträge auf die an Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2019 EUR 4 Mio (2018: EUR 4 Mio). Weiters erhielt die OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.

37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Altlichtenwarth Tief 1 Explorationsbohrung (Österreich) ist im März 2020 finalisiert worden. Die endgültigen Ergebnisse haben das Vorkommen von kommerziellen Mengen von Kohlenwasserstoffen nicht bestätigt. Die aktivierten Kosten für die Bohrung beliefen sich auf EUR 27 Mio per 31. Dezember 2019.

Am 6. März 2020 konnten sich die OPEC-Mitglieder und Russland nicht über eine Kürzung der Ölproduktion als Reaktion auf den starken Nachfragerückgang resultierend aus dem Ausbruch des Coronavirus einigen. Als Folge dessen wurde am 8. März 2020 bei Marktöffnung eine Senkung des Ölpreises um 30% verzeichnet, wobei die Rohölsorte Brent einen Preis von USD 31 pro Barrel auswies. Nach Ansicht der OMV wird die Angebotserhöhung gemeinsam mit der massiven Unsicherheit aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus zu höchst volatilen Marktbedingungen in den kommenden Monaten führen.

Der Aufsichtsrat der OMV hat am 11. März 2020 den Erwerb eines zusätzlichen 39% Anteils an der Borealis AG (Borealis) von Mubadala für einen Kaufpreis von USD 4,68 Mrd genehmigt, wobei der OMV sämtliche nach dem 31. Dezember 2019 ausgeschütteten Dividenden hinsichtlich des genannten zusätzlichen Anteils an der Borealis zustehen.

38 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

Konsolidierungskreisänderungen
Firma Sitz Art der Veränderung 1 Wirksamkeitsdatum
Upstream
Seri
SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
Seri
SapuraOMV Upstream (Australia) Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Block 30, S. de R.L. de C.V. Mexiko-Stadt Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
Seri
SapuraOMV Upstream (Mexico) Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (Malaysia) Inc. Nassau Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
Seri
SapuraOMV Upstream (NZ) Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
Seri
SapuraOMV Upstream (Oceania) Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (PM) Inc. Nassau Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (Southeast Asia) Inc. Nassau Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (Sarawak) Inc. Nassau Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (Holding) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
SapuraOMV Upstream (Western Australia)
Pty Ltd Perth Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
Seri
SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Kembangan Erstkonsolidierung (A) 31. Jänner 2019
OMV (AFRICA) Exploration & Production
GmbH in Liqu. Wien Entkonsolidierung (L) 21. Dezember 2019
OMV (Berenty) Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. Dezember 2019
OMV (Mandabe) Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. Dezember 2019
Downstream Öl
OMV Deutschland Services GmbH Burghausen Erstkonsolidierung 2. Juli 2019
ADNOC Global Trading LTD 2 Abu Dhabi Erstkonsolidierung 29. Juli 2019
Abu Dhabi Oil Refining Company 2 Abu Dhabi Erstkonsolidierung (A) 31. Juli 2019
OMV Supply & Trading Italia S.r.l. Triest Erstkonsolidierung 31. Juli 2019
GENOL Gesellschaft m.b.H. 2 Wien Erstkonsolidierung 3 18. Oktober 2019
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG 2 Wien Entkonsolidierung (L) 3 18. Oktober 2019
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 2 München Anteilserhöhung 4 30. Dezember 2019
Transalpine Ölleitung in Österreich Matrei in
Gesellschaft m.b.H. 2 Osttirol Anteilserhöhung 4 30. Dezember 2019
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino
S.p.A. 2 Triest Anteilserhöhung 4 30. Dezember 2019

1 "Erstkonsolidierung" verweist auf bereits bestehende bzw. neu gegründete Tochtergesellschaften, wohingegen "Erstkonsolidierung (A)" bedeutet, dass die Gesellschaft erworben wurde. Gesellschaften welche mit "Entkonsolidierung (I)" gekennzeichnet sind, wurden aufgrund Immaterialität entkonsolidiert, wohingegen Gesellschaften, welche aufgrund eines Liquidationsprozesses entkonsolidiert wurden, mit "Entkonsolidierung (L)" gekennzeichnet sind.

2 At-equity konsolidierte Gesellschaft

3 Das gesamte Vermögen sowie der Geschäftsbetrieb der GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG (vormals at-equity konsolidiert) wurde in die GENOL Gesellschaft m.b.H. übertragen. Dies führte zur Änderung der Konsolidierungsmethode für die GENOL Gesellschaft m.b.H., welche bislang aufgrund Immaterialität nicht konsolidiert wurde und nunmehr at-equity konsolidiert wird.

4 Erwerb von zusätzlichen Anteilen in Höhe von 7,26% je Gesellschaft, was zu einem neuen Anteil je Gesellschaft von 32,26% führte (bislang 25,00% Anteile); Die Zukäufe hatten keine Änderung der Konsolidierungsmethode zur Folge.

Weitere Informationen betreffend Akquisitionen und Veräußerungen sind in der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur zu finden.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

2019 2018
Equity Equity
Vollkonsoli konsoli Vollkonsoli konsoli
dierung dierung dierung dierung
1. Jänner 99 17 98 15
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 15 3 13 2
Im Berichtsjahr entkonsolidiert – 3 – 1 – 12
31. Dezember 111 19 99 17
davon mit Sitz und Betrieb im Ausland 68 11 53 9
davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im Ausland 20 22

Investmentliste

Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%

Anteil der Anteil der
Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital Kapital
in % am in % am
Oberge Konsolidie 31. Dezem 31. Dezem
sellschaft rungsart 1 ber 2019 ber 2018
Upstream
Energy Infrastructure Limited, Wellington NZEA VK 100,00 100
Energy Petroleum Holdings Limited, Wellington (EPHNZ) OPLNZ VK 100,00 100
Energy Petroleum Investments Limited, Wellington
(EPILNZ) OSLNZ VK 100,00 100
Energy Petroleum Taranaki Limited, Wellington (EPTLNZ) OPLNZ VK 100,00 100
ENERGY PRODUCTION ENHANCEMENT SRL, Bukarest 2 PETROM V0 99,99 99,99
ROMAN 0,01 0,01
JSC GAZPROM YRGM Development, Salekhard 3 OMVEP VK 0,00 0,00
KOM MUNAI LLP, Aktau PETROM VK 100,00 100,00
Maui Development Limited, Wellington EPTLNZ 38,75 38,75
EPILNZ 20,00 20,00
EPHNZ V0 18,75 18,75
NZEA 16,25 16,25
TOPNZ 6,25 6,25
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM, Krasnoselkup OMVEP AE 24,99 24,99
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (AFRICA) Exploration & Production GmbH in Liqu., Wien OWEAFR 100,00
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Barrow Pty Ltd, Perth OAUST V0 100,00 100,00
OMV Beagle Pty Ltd, Perth OAUST V0 100,00 100,00
OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien 4 OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Bina Bawi GmbH, Wien PETEX VK 100,00 100,00
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (EGYPT) Exploration GmbH in Liqu., Wien 2 OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP V0 100,00 100,00
OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH in Liqu., Wien 2, 5, 6 OMVEP V0 100,00 100,00
OMV GSB LIMITED, Wellington NZEA VK 100,00 100,00
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien 4 OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Maurice Energy GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Middle East & Africa GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Namibia) Exploration GmbH, Wien ONAFRU VK 100,00 100,00
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV New Zealand Production Limited, Wellington (OPLNZ) NZEA VK 100,00 100,00
OMV New Zealand Services Limited, Wellington (OSLNZ) NZEA VK 100,00 100,00
OMV (NORGE) AS, Stavanger OMVEP VK 100,00 100,00

Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%

Anteil der Anteil der
Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital Kapital in %
in % am am 31. De
Oberge Konsolidie 31. Dezem zember
sellschaft rungsart 1 ber 2019 2018
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore Morondava GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Oil Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Oil Production GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Orient Hydrocarbon GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Orient Upstream GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Oystercatcher Exploration GmbH in Liqu., Wien 2, 5, 6 OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth NZEA V0 100,00 100,00
OMV Proterra GmbH, Wien OEPA V0 100,00 100,00
OMV Russia Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Taranaki Limited, Wellington NZEA VK 100,00 100,00
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (West Africa) Exploration & Production GmbH,
Wien (OWEAFR) 2, 5 OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town OUPI AE 10,00 10,00
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Burghausen OMVEP V0 100,00 100,00
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington NZEA VK 100,00 100,00
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas PETROM VK 99,99 99,99
Preussag Energie International GmbH, Burghausen OMVEP VK 100,00 100,00
SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd., Seri
Kembangan (SEAMMY) SEUPMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (Australia) Sdn. Bhd., Seri
Kembangan (SEAUMY) SEOCMY VK 100,00
SapuraOMV Block 30, S. de R.L. de C.V., Mexico-Stadt SEUPMY VK 99,00
SEMXMY 1,00
SapuraOMV Upstream (Mexico) Sdn. Bhd., Seri
Kembangan (SEMXMY) SEAMMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (Malaysia) Inc., Nassau (SEMYBH) SESABH VK 100,00
SapuraOMV Upstream (NZ) Sdn. Bhd., Seri Kembangan
(SENZMY) SEOCMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (Oceania) Sdn. Bhd., Seri
Kembangan (SEOCMY) SEUPMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (PM) Inc., Nassau SEMYBH VK 100,00
SapuraOMV Upstream JV Sdn. Bhd., Seri Kembangan SENZMY V0 100,00
SapuraOMV Upstream (Southeast Asia) Inc., Nassau
(SESABH) SEUPMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (Sarawak) Inc., Nassau SEMYBH VK 100,00
Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der
OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%
Anteil der
Obergesell
schaft am
Kapital
Anteil der
Obergesell
schaft am
Kapital
Oberge
sellschaft
Konsolidie
rungsart 1
in % am
31. Dezem
ber 2019
in % am
31. Dezem
ber 2018
SapuraOMV Upstream (Holding) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur
(SEUPMY) SOUPMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream (Western Australia) Pty Ltd, Perth SEAUMY VK 100,00
SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd., Seri Kembangan
(SOUPMY)
OMVEP VK 50,00
Taranaki Offshore Petroleum Company, Wellington (TOPNZ) OPLNZ VK 100,00 100,00
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau PETROM VK 100,00 100,00
Downstream Öl
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi
(ADPINV) OMVRM AE2 25,00 25,00
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien OMVRM S0 33,33 33,33
Abu Dhabi Oil Refining Company, Abu Dhabi OMVRM AE 15,00
ADNOC Global Trading LTD, Abu Dhabi OMVRM AE 15,00
Autobahn – Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM S0 47,19 47,19
Avanti Deutschland GmbH, Berchtesgaden FETRAT VK 100,00 100,00
Avanti GmbH, Anif (FETRAT) OMVRM VK 100,00 100,00
Borealis AG, Wien OMVRM AE 32,67 32,67
OMV AG 3,33 3,33
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien OMVRM S0 26,00 26,00
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Wien OMVRM S0 50,00 50,00
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München 7 OMVD AE 32,26 25,00
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és
Kereskedelmi Kft., Budapest OHUN VK 48,28 48,28
PDYNHU 51,72 51,72
E-Mobility Provider Austria GmbH, Wien OMVRM AE2 40,00 40,00
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München OMVD AE 20,66 20,66
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach OMVRM AE1 55,60 55,60
FE-Trading trgovina d.o.o., Ljubljana
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien 4
FETRAT
OMVRM
VK
AE
100,00
29,00
100,00
29,00
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien OMVRM 29,00
Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi, Istanbul OMVRM VK 51,00 51,00
GASTR 49,00 49,00
KSW Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Feldkirch (SWJS) OMVRM V0 100,00 100,00
KSW Elektro- und Industrieanlagenbau Gesellschaft
m.b.H., Feldkirch SWJS S0 25,10 25,10
OMV Adriatic Marketing d.o.o., Zagreb OMVRM 100,00
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM VK 99,90 99,90
OMVRM 0,10 0,10
OMV Česká republika, s.r.o., Prag OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM VK 90,00 90,00
OMV AG 10,00 10,00
OMV Deutschland Services GmbH OMVD VK 100,00
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság,
Budapest (OHUN) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV – International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM VK 100,00 100,00
OMV PETROM Aviation SRL, Otopeni PETROM VK 99,99 99,99
ROMAN 0,01 0,01
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM VK 100,00 100,00
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG VK 100,00 100,00

Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%

Anteil der Anteil der
Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital Kapital
in % am in % am
Oberge Konsolidie 31. Dezem 31. Dezem
sellschaft rungsart 1 ber 2019 ber 2018
OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien OMVRM VK 100,00 100,00
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati,
d.o.o., Koper OMVRM VK 92,25 92,25
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava OMVRM VK 99,96 99,96
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM VK 99,96 99,96
OMVRM 0,04 0,04
OMV Supply & Trading AG, Zug OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Italia S.r.l., Triest 4 OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Limited, London (OTRAD) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur OTRAD V0 100,00 100,00
Pak-Arab Refinery Limited, Karachi ADPINV AE2 40,00 40,00
PETRODYNE-CSEPEL Zrt., Budapest (PDYNHU) OHUN VK 100,00 100,00
Petrom-Moldova S.R.L., Chisinau PETROM VK 100,00 100,00
Routex B.V., Amsterdam OMVRM S0 20,00 20,00
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg OMVRM S0 33,33 33,33
SMATRICS GmbH & Co KG, Wien OMVRM AE2 40,00 40,00
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest 7 OMVRM AE 32,26 25,00
SuperShop Marketing GmbH, Budapest OHUN S0 50,00 50,00
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD S0 33,33 33,33
TRANS GAS LPG SERVICES SRL, Bukarest PETROM 80,00
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H.,
Matrei in Osttirol 7 OMVRM AE 32,26 25,00
Downstream Gas
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien OGG S0 23,13 23,13
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien OGG VK 51,00 51,00
Central European Gas Hub AG, Wien (HUB) OGI VK 65,00 65,00
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul OGI AE 40,00 40,00
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn OGSG AE 39,99 39,99
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, Wien (OGG) OGI VK 51,00 51,00
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul (GASTR) OGI VK 100,00 100,00
ECOGAS 99,9 99,9
OMV Gas, Marketing & Trading Belgium BVBA, Brüssel ECONDE VK 0,01 0,01
OMV Gas & Power GmbH, Wien (OGI) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading d.o.o., Zagreb ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH,
Regensburg (ECONDE) ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS) OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam OFS VK 100,00 100,00
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG) OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI VK 100,00 100,00
Anteil der Anteil der
Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital Kapital in %
in % am am 31. De
Oberge Konsolidie 31. Dezem zember
sellschaft rungsart 1 ber 2019 2018
OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul OGI VK 100,00 100,00
OMV Kraftwerk Haiming GmbH, Haiming OGI VK 100,00 100,00
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest PETROM VK 99,99 99,99
OMV Switzerland Holding AG, Zug OGI VK 100,00 100,00
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien HUB AE 49,00 49,00
South Stream Austria GmbH, Wien OGI S0 50,00 50,00
Trans Austria Gasleitung GmbH, Wien 8 OGG AE2 15,53 15,53
Konzernbereich und Sonstiges
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII,
Bukarest PETROM S0 20,00 20,00
Diramic Insurance Limited, Gibraltar OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services NOK GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Insurance Broker GmbH, Wien OMV AG V0 100,00 100,00
OMV International Oil & Gas GmbH, Baar OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Petrom Global Solutions SRL, Bukarest SNO VK 75,00 75,00
PETROM 25,00 25,00
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG VK 100,00 100,00
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM VK 99,99 99,99
Petrom
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) 9 OMV AG VK 51,01 51,01

Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%

1 Konsolidierungsart:

VK Verbundene einbezogene Unternehmen

AE Assoziierte Unternehmen at-equity bewertet

AE1 Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung, da kein Beherrschungsverhältnis vorliegt

AE2 Gemeinschaftsunternehmen at-equity bewertet

V0 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneter Bedeutung sind

S0 Sonstige, nicht konsolidierte Beteiligungen; assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist

2 In Liquidation befindlich

3 Wirtschaftlicher Anteil 99,99%

4 Konsolidierungsart wurde im Vergleich zu 2018 geändert. 5 Der eingetragene Name der Gesellschaft wurde im Vergleich zu 2018 geändert.

6 Der Liquidationsprozess wurde per 9. Jänner 2020 abgeschlossen.

7 Anteil der Obergesellschaft am Kapital hat sich im Vergleich zu 2018 geändert.

8 Wirtschaftlicher Anteil 10,78%

9 In der Segmentberichterstattung wird OMV Petrom SA den jeweiligen Segmenten zugeordnet.

Bei den nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften,

wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.

Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11)

Name Tätigkeit Geschäfts
bereich
Sitz %-Anteile
2019
%-Anteile
2018
Nafoora – Augila 1 Onshore-Entwicklung von
Kohlenwasserstoffreservoirs
Upstream Libyen 100 100
Concession 103 1 Onshore-Entwicklung und Produktion
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Libyen 100 100
Pohokura Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Neuseeland 74 74
Neptun Deep Offshore-Exploration nach
Kohlenwasserstoffen
Upstream Rumänien 50 50
Nawara Onshore-Entwicklung von
Kohlenwasserstoffreservoirs
Upstream Tunesien 50 50
Block S(2) Onshore-Entwicklung und Produktion
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Jemen 44 44

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88-90% der Produktion zu ("primary split").

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten

Name Tätigkeit Geschäfts
bereich
Sitz %-Anteile
2019
%-Anteile
2018
NC 115 1 Onshore-Entwicklung und Produktion
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Libyen 30 30
NC 186 1 Onshore-Entwicklung und Produktion
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Libyen 24 24
Maari 2 Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Neuseeland 69 69
SK 408 3 Offshore-Exploration und Entwicklung
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Malaysia 40
Aasta Hansteen Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Norwegen 15 15
Edvard Grieg Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Norwegen 20 20
Gudrun Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Norwegen 24 24
Gullfaks Offshore-Produktion von
Kohlenwasserstoffen
Upstream Norwegen 19 19
Wisting Offshore-Exploration nach
Kohlenwasserstoffen
Upstream Norwegen 25 25
Sarb & Umm
Lulu
Offshore-Entwicklung und Produktion
von Kohlenwasserstoffen
Upstream Abu Dhabi 20 20
Ghasha Offshore-Exploration Upstream Abu Dhabi 5 5

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88-90% der Produktion zu ("primary split"). 2 Bei der gemeinschaftlichen Tätigkeit Maari gibt es mehr als seine Kombination der Parteien, welche die notwendige Mehrheit (75%) für die Entscheidung der maßgeblichen Tätigkeiten sicherstellt, daher ist weder Beherrschung noch gemeinsame Führung gegeben. 2019 wurde Maari auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert. Nähere Details können der Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – entnommen werden.

3 Teil der OMVSapura Akquisition; nähere Angaben können der Anhangangabe 3 - Änderungen in der Konzernstruktur - entnommen werden.

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen Zusatzinformationen hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 erforderlich wären, würde nach US GAAP berichtet werden.

Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.

Die regionale Aufteilung wird nachfolgend beschrieben 1 :

Rumänien und Schwarzes Meer Bulgarien, Kasachstan und Rumänien
Österreich Österreich
Russland Russland
Nordsee Norwegen und Großbritannien (bis 2017)
Mittlerer Osten und Afrika Iran (Evaluierung ausgesetzt), Region Kurdistan im Irak, Libyen,
Madagaskar, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen,
Pakistan (bis 2018)
Neuseeland und Australien Australien und Neuseeland
Malaysia SapuraOMV 2

1 Die Regionen 'Mittel- und Osteuropa' (beinhaltet Rumänien und Schwarzes Meer sowie Österreich) und 'Asien-Pazifik' (beinhaltet Neuseeland und Australien sowie Malaysia) laut Lagebericht werden für diese Angabe weiter untergliedert um die Informationen detaillierter darzustellen. 2 Beinhaltet nicht nur Malaysia, sondern auch die Tochtergesellschaften der SapuraOMV in Neuseeland, Australien und Mexiko.

Akquisitionen

Am 31. Januar 2019 erwarb die OMV einen 50%- Anteil am begebenen Aktienkapital der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Da die OMV die Entscheidungsgewalt über die relevanten Tätigkeiten besitzt, werden die neugegründete Gesellschaft sowie ihre Tochtergesellschaften per Vollkonsolidierung in den OMV Konzernabschluss einbezogen.

Neben einer zukünftig steigenden Tagesproduktion in malaysischen Offshore-Gasfeldern, gewährt diese Transaktion der OMV Zugang zu Explorationsblöcken in Neuseeland, Australien und Mexiko.

SapuraOMV Upstream Sdn.Bhd. und ihre Tochtergesellschaften werden in den nachfolgenden Tabellen in der Region Malaysia gezeigt.

Für nähere Details zu Akquisitionen siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.

Am 29. April 2018 unterzeichnete die OMV ein Abkommen für den Erwerb eines 20%-Anteils an der Offshore-Konzession in Abu Dhabi, bestehend aus zwei Hauptfeldern – SARB und Umm Lulu – mit der dazugehörigen Infrastruktur.

Am 19. Dezember 2018 unterzeichnete die OMV ein Konzessionsabkommen für die Vergabe eines 5%-

Anteils an der Ghasha-Konzession Offshore Abu Dhabi, die das Mega-Projekt Ghasha umfasst.

Am 28. Dezember 2018 hat die OMV die Übernahme des Shell Upstream Geschäfts in Neuseeland, das Beteiligungen an Pohokura (48%) und Maui (83,75%) sowie die zugehörige Infrastruktur für Produktion, Lagerung und Transport umfasst, abgeschlossen. Darüber hinaus hat die OMV am selben Tag 6,25% der Anteile an Maui von Todd Petroleum Mining Company Limited erworben. Resultierend aus dieser Transaktion hat die OMV 100% Anteile an Maui erhalten und übernahm somit die Beherrschung.

Veräußerungen

Es gab keine wesentlichen Veräußerungen im Jahr 2019.

Am 28. Juni 2018 hat die OMV den Verkauf ihrer in Pakistan aktiven Upstream-Unternehmen abgeschlossen.

Am 21. Dezember 2018 hat die OMV den Verkauf von OMV Tunisia Upstream GmbH finalisiert, die einen Teil des OMV Upstream Geschäfts in Tunesien beinhaltet.

Nicht beherrschende Anteile

Da die OMV 51% an OMV Petrom hält, ist diese vollkonsolidiert; es sind daher 100% der OMV Petrom Vermögenswerte und Ergebnisse beinhaltet.

Die OMV hält eine 50% Beteiligung an SapuraOMV die vollkonsolidiert ist. Die Zahlen beinhalten daher 100% der Vermögenswerte und Ergebnisse der SapuraOMV.

At-equity bewertete Beteiligungen

Die OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited (Region Mittlerer Osten und Afrika).

Die OMV hat 24,99%-Anteile an OJSC Severneftegazprom (Region Russland).

Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen.

Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Tabellen

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften
------------------------------------------- --
In EUR Mio
2019 2018 2017
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 3.211 2.587 2.116
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 26.830 24.510 22.372
Gesamt 30.041 27.097 24.489
Kumulierte Abschreibung – 15.484 – 13.961 – 13.487
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 14.557 13.136 11.002
Aktivierte Kosten – at-equity bewertete Beteiligungen
In EUR Mio
2019 2018 2017
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 173 249 262
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 315 202 157
Gesamt 489 451 420
Kumulierte Abschreibung – 67 – 35 – 22
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 421 417 397

b) Kosten der Periode

Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration

und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.

In EUR Mio Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt 2019 Tochterunternehmen Anschaffungskosten für sichere Reserven — — — 1 — 1 604 605 Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven — — — — 12 — 683 695 Explorationskosten 93 53 — 121 32 40 20 360 Entwicklungskosten 411 58 — 174 222 65 90 1.021 Kosten der Periode 504 112 — 296 266 105 1.398 2.681 At-equity bewertete Beteiligungen — — 30 — 15 — — 45 2018 Tochterunternehmen Anschaffungskosten für sichere Reserven — — — — 1.014 788 — 1.801 Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven — — — — 321 386 — 707 Explorationskosten 118 61 — 99 12 9 — 300 Entwicklungskosten 412 59 — 210 196 10 — 887 Kosten der Periode 531 120 — 309 1.542 1.193 — 3.695 At-equity bewertete Beteiligungen — — 9 — 12 — — 21 2017 Tochterunternehmen Anschaffungskosten für sichere Reserven — — 521 2 — — — 523 Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven — — 584 — — — — 584 Explorationskosten 83 16 — 55 62 14 — 230 Entwicklungskosten 327 53 — 265 108 4 — 756 Kosten der Periode 410 68 1.106 322 170 18 — 2.093 At-equity bewertete

Beteiligungen — — 117 — 5 — — 122

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgendenTabellen stellen Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion der OMV anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Upstream-Bereichs, da Zin-

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

sen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

In EUR Mio
Rumänien Mittlerer
und Osten Neuseeland
Schwarzes und und
Meer Österreich Russland Nordsee Afrika Australien Malaysia Gesamt
2019
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 94 19 550 891 527 335 171 2.586
Konzerninterner Umsatz 1.909 324 379 822 191 3.624
2.002 343 550 1.270 1.348 526 171 6.210
Produktionsaufwand – 500 – 82 – 158 – 124 – 98 – 30 – 991
Förderzinsabgaben – 250 – 62 – 103 – 65 – 16 – 496
Explorationsaufwand – 53 – 45 – 73 – 16 – 24 – 18 – 229
Abschreibungen,
Wertminderungen und
Zuschreibungen 2 – 553 – 119 – 91 – 414 – 233 – 199 – 73 – 1.681
Sonstige Kosten 3 – 93 – 29 – 429 – 132 – 45 – 20 – 13 – 761
– 1.449 – 336 – 520 – 777 – 520 – 407 – 149 – 4.159
Ergebnis vor Steuern 553 7 30 493 828 119 21 2.051
Ertragsteuern 4 – 88 1 – 5 – 402 – 675 – 25 – 28 – 1.222
Operatives Ergebnis aus
der Öl- und
Gasproduktion 465 8 24 91 153 94 – 7 829
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteiligungen 34 11 45
2018
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 105 – 194 605 1.051 520 84 2.172
Konzerninterner Umsatz 1.981 418 394 427 132 3.351
2.086 224 605 1.445 947 216 5.523
Produktionsaufwand – 509 – 86 – 156 – 72 – 50 – 872
Förderzinsabgaben – 267 – 79 – 21 – 25 – 392
Explorationsaufwand – 58 – 33 – 50 – 26 – 8 – 175
Abschreibungen,
Wertminderungen und
Zuschreibungen 2 – 420 – 114 – 90 – 409 – 129 – 64 – 1.226
Sonstige Kosten 3 – 51 – 21 – 406 – 102 – 7 – 10 – 598
– 1.304 – 333 – 496 – 717 – 255 – 157 – 3.263
Ergebnis vor Steuern 781 – 109 109 729 691 59 2.261
Ertragsteuern 4 – 138 26 – 21 – 549 – 474 – 21 – 1.178
Operatives Ergebnis aus
der Öl- und Gasproduktion 643 – 83 89 179 217 37 1.083
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteiligungen 14 26 40

225

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

In EUR Mio
Rumänien Mittlerer
und Osten Neusee
Schwarzes und land und
Meer Österreich Russland Nordsee Afrika Australien Malaysia Gesamt
2017
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 95 – 50 56 810 301 116 1.329
Konzerninterner
Umsatz 1.698 382 316 258 137 2.791
1.792 333 56 1.126 559 253 4.118
Produktionsaufwand – 550 – 89 – 191 – 62 – 45 – 937
Förderzinsabgaben – 203 – 70 – 5 – 33 – 311
Explorationsaufwand – 98 – 17 – 52 – 40 – 14 – 222
Abschreibungen,
Wertminderungen und
Zuschreibungen 2 – 529 – 115 – 10 – 485 – 80 – 79 – 1.298
Sonstige Kosten 3 – 52 – 10 – 41 – 39 – 26 – 9 – 177
– 1.433 – 300 – 51 – 767 – 214 – 180 – 2.946
Ergebnis vor Steuern 359 32 5 359 345 72 1.173
Ertragsteuern 4 – 58 – 9 – 1 – 276 – 287 – 17 – 648
Operatives Ergebnis
aus der Öl- und
Gasproduktion 300 24 4 83 58 55 524
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteili
gungen – 1 108 107

1 Enthält Hedging-Effekte aus Derivaten; die Region Österreich enthält Hedging-Effekte zentral gesteuerter Derivate (2019: EUR 2 Mio, 2018:

EUR –219 Mio, 2017: EUR –72 Mio)

2 Enthält Exploration und Evaluierung 3 Enthält Bestandsveränderungen von Vorräten

4 Ertragssteuern in den Regionen Nordsee und Mittlerer Osten und Afrika enthalten Körperschaftssteuern und "Special Petroleum Taxes".

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren, oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls

sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL

In Mio bbl
Rumänien
und Mittlerer Neusee
Schwarzes
Meer
Österreich Russland Nordsee Osten und
Afrika
land und
Australien
Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
1. Jänner 2017 351,5 41,2 78,7 138,9 8,5 618,9
Revision früherer
Schätzungen 19,5 1,4 15,1 2,1 – 0,6 37,5
Verkauf von
Reserven – 2,3 – 27,5 – 3,5 – 33,4
Erweiterungen und
Neufunde 0,4 0,4
Produktion – 27,3 – 4,6 – 18,7 – 11,2 – 2,9 – 64,8
31. Dezember 2017 341,4 38,0 47,6 126,7 5,0 558,6
Revision früherer
Schätzungen 9,5 3,3 15,8 – 1,8 1,0 27,7
Erwerb von
Reserven 100,3 6,3 106,6
Verkauf von
Reserven – 2,4 – 2,4
Erweiterungen und
Neufunde 0,3 2,2 0,8 3,3
Produktion – 26,8 – 4,3 – 17,1 – 15,3 – 2,1 – 65,6
31. Dezember 2018 324,4 37,0 48,4 208,3 10,2 628,3
Revision früherer
Schätzungen 20,2 2,1 13,3 26,7 6,0 68,4
Erwerb von
Reserven 9,5 9,5
Verkauf von
Reserven – 3,4 – 3,4
Erweiterungen und
Neufunde 0,1 6,0 6,1
Produktion – 26,1 – 4,0 – 16,6 – 21,8 – 4,6 – 2,1 – 75,2
31. Dezember 2019 315,2 35,2 51,1 213,2 11,6 7,4 633,7

Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

31. Dezember 2017 12,2 12,2
31. Dezember 2018 13,3 13,3
31. Dezember 2019 15,3 15,3

Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen

31. Dezember 2017 309,5 36,5 38,9 112,7 5,0 502,5
31. Dezember 2018 295,9 35,5 42,6 162,1 9,1 545,2
31. Dezember 2019 287,2 35,2 37,2 179,7 7,8 5,7 552,7

Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

31. Dezember 2017 12,2 12,2
31. Dezember 2018 13,3 13,3
31. Dezember 2019 14,9 14,9

Erdgas

In bcf
Rumänien
und Mittlerer Neusee
Schwarzes Osten und land und
Meer Österreich Russland Nordsee Afrika Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
1. Jänner 2017 1.375,9 230,3 360,5 93,9 72,8 2.133,4
Revision früherer
Schätzungen 24,1 23,0 92,8 – 1,1 5,5 144,4
Verkauf – 3,0 – 16,6 – 1,7 – 21,3
Erweiterungen und
Neufunde 1,4 1,4
Produktion – 182,9 – 34,2 – 61,6 – 18,2 – 20,0 – 316,9
31. Dezember 2017 1 1.214,1 219,1 375,0 74,3 58,4 1.941,0
Revision früherer
Schätzungen 77,4 8,6 110,3 17,3 27,1 240,7
Erwerb von Reserven 166,1 166,1
Verkauf – 26,6 – 26,6
Erweiterungen und
Neufunde 3,5 4,9 0,3 8,8
Produktion – 170,4 – 30,9 – 60,9 – 9,9 – 16,0 – 288,1
31. Dezember 2018 1 1.124,7 196,8 429,4 55,5 235,6 2.041,9
Revision früherer
Schätzungen 58,2 10,1 76,0 9,6 145,4 299,3
Erwerb von
Reserven 351,2 351,2
Verkauf – 6,3 – 6,3
Erweiterungen und
Neufunde 2,2 7,4 9,5
Produktion – 158,0 – 29,2 – 90,0 – 3,2 – 65,2 – 15,5 – 360,9
31. Dezember 2019 1 1.020,7 177,8 422,8 61,9 315,8 335,7 2.334,7

Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

31. Dezember 2017 1.166,3 209,0 1.375,3
31. Dezember 2018 1.392,0 212,6 1.604,7
31. Dezember 2019 1.376,8 277,3 1.654,1

Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen

31. Dezember 2017 1.071,9 141,7 159,7 29,2 58,4 1.460,9
31. Dezember 2018 1.026,6 120,3 410,6 7,3 202,3 1.767,1
31. Dezember 2019 923,0 110,2 407,8 57,4 203,2 124,0 1.825,5

Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

31. Dezember 2017 1.166,3 209,0 1.375,3
31. Dezember 2018 997,3 212,6 1.209,9
31. Dezember 2019 880,2 262,9 1.143,1

1 2019: Inklusive rund 67,6 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2018: Inklusive rund 68,4 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2017: Inklusive rund 68,4 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash-Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem die OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Ölund Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

In EUR Mio
Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen
Rumänien
und
Schwarzes
Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer
Osten
und
Afrika
Neusee
land und
Australien
Malaysia Gesamt
Tochterunternehmen 2019
Zukünftiger Cash
Inflow
Zukünftige
19.932 2.554 3.402 4.432 12.597 1.972 1.246 46.135
Produktions- und
Rekultivierungs
ausgaben
– 9.156 – 1.704 – 2.779 – 2.196 – 3.398 – 1.785 – 461 – 21.480
Zukünftige
Entwicklungsausgaben
Zukünftiger Netto
Cashflow vor
– 2.081 – 370 – 527 – 563 – 325 – 36 – 3.901
Ertragsteuern 8.696 479 622 1.709 8.637 – 138 749 20.754
Zukünftige Ertrag
steuern
– 819 – 21 – 125 – 959 – 5.188 101 – 178 – 7.191
Zukünftiger Netto
Cashflow
undiskontiert
7.877 458 497 750 3.448 – 37 570 13.563
10% jährlicher
Diskontsatz für die
zeitliche Differenz des
Cashflows – 3.918 – 47 – 117 – 286 – 1.025 184 – 126 – 5.334
Standardisierte
Berechnung des
diskontierten
zukünftigen Netto
Cashflows 3.960 411 381 464 2.424 147 444 8.230
At-equity bewertete
Beteiligungen
101 136 238
Tochterunternehmen 2018
Zukünftiger Cash
Inflow
20.818 3.436 3.673 5.477 12.932 1.843 48.179
Zukünftige Produk
tions- und Rekulti
vierungsausgaben
– 9.738 – 1.933 – 2.902 – 1.982 – 3.154 – 1.734 – 21.443
Zukünftige
Entwicklungsausgaben
– 1.921 – 401 – 166 – 613 – 69 – 3.171
Zukünftiger Netto
Cashflow vor
Ertragsteuern
9.158 1.102 771 3.329 9.164 40 23.564
Zukünftige Ertrag
steuern
– 846 – 92 – 155 – 2.117 – 5.422 61 – 8.571
Zukünftiger Netto
Cashflow
undiskontiert
10% jährlicher
8.312 1.010 616 1.212 3.742 101 14.993
Diskontsatz für die
zeitliche Differenz des
Cashflows
Standardisierte
Berechnung des
diskontierten
zukünftigen Netto
– 4.036 – 413 – 140 – 120 – 1.145 166 – 5.689
Cashflows
At-equity bewertete
4.275 597 476 1.092 2.597 267 9.304
Beteiligungen 166 152 318

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

In EUR Mio
Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen
Rumänien
und
Schwarzes
Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer
Osten und
Afrika
Neusee
land und
Australien
Malaysia Gesamt
Tochterunternehmen 2017
Zukünftiger Cash
Inflow
18.067 2.803 3.080 4.131 6.390 551 35.021
Zukünftige
Produktions- und
Rekultivierungs
ausgaben
Zukünftige
– 9.927 – 1.856 – 2.176 – 1.922 – 1.346 – 489 – 17.716
Entwicklungsausgaben – 1.811 – 381 – 273 – 418 – 24 – 2.907
Zukünftiger Netto
Cashflow vor
Ertragsteuern
6.329 566 904 1.936 4.626 38 14.398
Zukünftige Ertrag
steuern
– 447 – 43 – 223 – 677 – 2.929 11 – 4.308
Zukünftiger Netto
Cashflow
undiskontiert
5.882 523 681 1.259 1.697 48 10.091
10% jährlicher
Diskontsatz für die
zeitliche Differenz des
Cashflows
Standardisierte
Berechnung des
diskontierten
zukünftigen Netto
– 2.643 – 119 – 167 – 192 – 714 44 – 3.790
Cashflows 3.239 404 515 1.067 983 92 6.300
At-equity bewertete
Beteiligungen
82 143 225

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

In EUR Mio
Tochterunternehmen 2019 2018 2017
1. Jänner 9.304 6.300 3.872
Verkauf von gefördertem Öl und Gas abzüglich Produktionsausgaben – 3.942 – 2.323 – 1.365
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten – 1.810 4.183 4.140
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen 531 2.706 309
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden 72 133
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 674 669 795
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und
Rekultivierungskosten in der Periode – 398 – 420 – 536
Revision früherer Schätzungen 1.216 983 748
Zuwachs aus der Diskontierung 828 550 324
Nettoveränderung der Ertragsteuern (inkl. Steuereffekte aus Zukäufen
und Verkäufen) 1.646 – 3.310 – 1.780
Sonstiges 1 108 – 168 – 207
31. Dezember 8.230 9.304 6.300
At-equity bewertete Beteiligungen 238 318 225

1Beinhaltet Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR.

Wien, am 11. März 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Reinhard Florey e.h. Finanzvorstand

Johann Pleininger e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Upstream Operations Officer

Thomas Gangl e.h. Chief Downstream Operations Officer

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN – 244

Bericht über Zahlungen an staatliche StellenAbkürzungen und DefinitionenKontakte und Impressum

Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

§ 267c österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Laut § 267c des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) haben große Gesellschaften und Unternehmen von öffentlichem Interesse, die in der mineralgewinnenden Industrie oder auf dem Gebiet des Holzeinschlags in Primärwäldern tätig sind, jährlich einen Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu erstellen. Dieser Paragraf setzt Abschnitt 10 der EU-Rechnungslegungsrichtlinie (2013/34/EU) um. Der Abschnitt "Grundlagen der Erstellung" enthält Informationen über den Inhalt des Berichts. Zudem enthält dieser Abschnitt Informationen über die Zahlungen, die offengelegt werden müssen, sowie darüber, wie die OMV die Bestimmungen bei der Erstellung des Berichts umgesetzt hat.

Grundlagen der Erstellung

Berichtende Unternehmen

Nach den Anforderungen der Bestimmung muss die OMV Aktiengesellschaft einen konsolidierten Bericht erstellen, in dem alle Geld- und Sachleistungen auszuweisen sind, die je Geschäftsjahr für die Tätigkeit in der mineralgewinnenden Industrie durch die OMV Aktiengesellschaft oder eine ihrer im Konzernabschluss enthaltenen Tochtergesellschaften an eine staatliche Stelle geleistet werden.

Tätigkeiten im Sinne dieses Berichts

In diesem Bericht werden Geld- und Sachleistungen ausgewiesen, die vom OMV Konzern (nachstehend die OMV) für eine Tätigkeit auf dem Gebiet der Exploration, Prospektion, Entdeckung, Weiterentwicklung und Gewinnung von Mineralien, Erdöloder Erdgasvorkommen oder anderen Stoffen in diesen Wirtschaftszweigen geleistet werden.

Staatliche Stellen

"Staatliche Stellen" sind nationale, regionale oder lokale staatliche Behörden oder von solchen kontrollierte Abteilungen, Agenturen oder Unternehmen einschließlich nationaler Ölgesellschaften.

Bei Tätigkeiten einer staatseigenen Gesellschaft außerhalb des eigenen Hoheitsgebiets gilt diese nicht als berichtspflichtige staatliche Stelle im Sinne dieser Bestimmung und Geld- und Sachleistungen an diese Gesellschaften müssen unter diesen Bedingungen nicht ausgewiesen werden.

Definition von Projekt

Die Bestimmung verlangt zudem, dass Geld- und Sachleistungen sowohl nach "Projekt" als auch nach staatlicher Stelle ausgewiesen werden. Als Projekt ist die Gesamtheit der operativen Tätigkeiten anzusehen, die auf einem einzigen Vertrag oder einer Lizenz, einem Pachtvertrag, einer Konzession oder einer ähnlichen rechtlichen Vereinbarung basieren, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bildet. Mehrere inhaltlich miteinander verbundene Vereinbarungen werden im Sinne dieser Bestimmung als ein einziges Projekt behandelt.

"Inhaltlich miteinander verbunden" ist definiert als eine Reihe von mit einer staatlichen Stelle geschlossenen operativ und geografisch verbundenen Verträgen, Lizenzen, Verpachtungen, Konzessionen oder verbundenen Vereinbarungen mit ähnlichen Bedingungen, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bilden. Solche Vereinbarungen können bestimmt werden durch einen einzelnen Vertrag, eine Joint-Venture-Vereinbarung, einen Produktionsteilungsvertrag oder sonstige übergeordnete rechtliche Vereinbarungen.

Es kann Fälle geben – beispielsweise die Körperschaftssteuer –, bei denen sich Leistungen nicht einem einzelnen Projekt zuordnen lassen. Diese Leistungen werden auf Landesebene ausgewiesen.

Geld- und Sachleistungen

Gemäß der Bestimmung müssen die Leistungen zahlungsbezogen angegeben werden. Das bedeutet, dass sie in der Periode angegeben werden, in der sie geleistet werden, und nicht in der Periode, in der sie periodengerecht zugeordnet werden.

Rückzahlungen werden ebenfalls in der Periode angegeben, in der sie vereinnahmt werden, und werden entweder mit in der Periode geleisteten Zahlungen verrechnet oder als Negativbeträge im Bericht ausgewiesen.

An eine staatliche Stelle entrichtete Sachleistungen werden nach der angemessensten und relevantesten Bewertungsmethode für die jeweilige Leistungsart in einen entsprechenden Geldwert umgerechnet. Das können Kosten oder Verkehrswerte sein. Der Bericht enthält eine Erläuterung der Bewertungsmethode. Gegebenenfalls werden die zugrundeliegenden Mengen ebenfalls im Bericht angegeben.

Methodik der Berichterstattung

Die Bestimmungen verlangen, dass die Leistungen da angegeben werden, wo sie von der OMV an staatliche Stellen geleistet werden. Der Bericht muss den Inhalt jeder Transaktion und Tätigkeit angeben. Auf Basis dieser Anforderungen ist die OMV ihrer Berichtspflicht wie folgt nachgekommen:

  • Wenn die OMV direkt eine Zahlung an eine staatliche Stelle leistet, wird diese Zahlung vollständig ausgewiesen, unabhängig davon, ob sie alleine im Namen der OMV oder von der OMV in ihrer Eigenschaft als Betriebsführer einer gemeinschaftlichen Tätigkeit geleistet wird.
  • In Fällen, in denen die OMV Mitglied einer gemeinschaftlichen Tätigkeit ist, deren Betriebsführer eine staatseigene Gesellschaft (das heißt eine staatliche Stelle) ist, werden an diese staatseigene Gesellschaft geleistete Zahlungen ausgewiesen, wo es möglich ist, die berichtspflichtige Zahlung von anderen Kostenpositionen zu trennen.
  • Für Produktionszahlungsansprüche staatlicher Stellen von Gastländern sind die Bestimmungen der Vereinbarung zu berücksichtigen. Wo die OMV Betriebsführer ist, wird sie die Zahlungsansprüche staatlicher Stellen vollständig angeben.

Wesentlichkeit

Einzelne oder verbundene Leistungen, deren Gegenwert im Geschäftsjahr unter EUR 100.000 liegt, werden nicht in diesem Bericht ausgewiesen.

Berichtswährung

In anderen Währungen als Euro geleistete Zahlungen werden zum durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet.

Ausgewiesene Geld- und Sachleistungen

Produktionszahlungsansprüche

Im Rahmen von Produktionsteilungsverträgen hat die staatliche Stelle des Gastlandes Anspruch auf einen Anteil der Öl- und Gasproduktion, der häufig in Sachleistungen abgegolten wird. Der Bericht weist Wert und Menge der Produktionszahlungsansprüche der staatlichen Stelle für die relevante Periode in Barrel Öläquivalent (boe) aus.

Der Anteil der staatlichen Stelle an Produktionszahlungsansprüchen wird auch etwaige Ansprüche aus Anteilen umfassen, die eine staatseigene Gesellschaft als Investor an Projekten im eigenen Hoheitsgebiet hält. Aus Tätigkeiten oder Anteilen außerhalb des Hoheitsgebiets der staatseigenen Gesellschaft entstehende Produktionszahlungsansprüche werden nicht ausgewiesen.

Steuern

Auf die Erträge, die Produktion oder die Gewinne von Unternehmen erhobene Steuern werden ausgewiesen. Rückzahlungen werden mit Zahlungen verrechnet und entsprechend ausgewiesen. Verbrauchssteuern, Lohnsteuern, Umsatzsteuern, Vermögenssteuern und Umweltsteuern werden gemäß dieser Bestimmung nicht ausgewiesen. Obwohl in Österreich eine Steuergruppe besteht, beziehen sich die ausgewiesenen Ertragssteuern für Österreich ausschließlich auf in der mineralgewinnenden Industrie tätige österreichische Tochtergesellschaften. Ertragssteuern für andere Tätigkeiten der OMV in Österreich werden nicht ausgewiesen.

Nutzungsentgelte

An eine staatliche Stelle gezahlte Nutzungsentgelte in Verbindung mit der Gewinnung von Mineralien, Erdöl oder Erdgasvorkommen sind auszuweisen. Werden Nutzungsentgelte in Form von Sachleistungen entrichtet, werden zusätzlich Wert und Menge angegeben.

Dividenden

Gemäß den Bestimmungen werden anstelle von Produktionszahlungsansprüchen oder Nutzungsentgelten an eine staatliche Stelle gezahlte Dividenden ausgewiesen. An eine staatliche Stelle als normalen Anteilseigner ausgezahlte Dividenden werden nicht ausgewiesen, sofern die Dividenden zu denselben Bedingungen an alle Anteilseigner ausgezahlt werden.

In der Berichtsperiode 2019 hat die OMV keine derartigen berichtspflichtigen Dividendenzahlungen an staatliche Stellen auszuweisen.

Boni

Unterzeichnungs-, Entdeckungs- und Produktionsboni werden angegeben, sofern sie in Verbindung mit entsprechenden Tätigkeiten bezahlt wurden.

Gebühren

Lizenz-, Miet- und Zugangsgebühren sowie sonstige Gegenleistungen für den Zugang zu dem Gebiet, in dem Gewinnungstätigkeiten ausgeführt werden.

Nicht ausgewiesen werden an staatliche Stellen gezahlte Gebühren, die nicht spezifisch mit Gewinnungstätigkeiten oder dem Zugang zu Rohstoffressourcen in Verbindung stehen. Als Gegenleistung für von einer staatlichen Stelle bereitgestellte Dienstleistungen geleistete Zahlungen werden ebenfalls nicht ausgewiesen.

Beiträge für die Verbesserung der Infrastruktur

Von der OMV geleistete Zahlungen für Verbesserungen der Infrastruktur (zum Beispiel Bau von Straßen oder Brücken), von denen die Allgemeinheit profitiert, werden im Bericht ausgewiesen, unabhängig davon, ob die OMV den Betrag an nicht staatliche Stellen gezahlt hat. Diese Zahlungen werden in der Periode ausgewiesen, in der die Infrastruktur für die Allgemeinnutzung zur Verfügung gestellt wird.

Überblick über Geld- und Sachleistungen

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die relevanten Geld- und Sachleistungen der OMV an staatliche Stellen im Berichtsjahr 2019.

Von den sieben Zahlungsarten, zu denen die österreichische Bestimmung eine Berichterstattung vorsieht, hat die OMV keine Dividenden, Boni oder Beiträge zur Verbesserung der Infrastruktur ge leistet, die den Definitionen der entsprechenden Rechnungslegungsrichtlinie entsprechen. Diese Kategorien werden daher nicht angeführt.

Überblick über Geld- und Sachleistungen
In EUR 1.000 Produktions
zahlungs
ansprüche
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Land
Österreich 26.600 70.326 118 97.044
Kasachstan 16.625 1.031 17.656
Madagaskar 3.691 3.691
Malaysien 181.017 14.968 39.705 26.308 261.998
Norwegen 400.178 2.328 402.506
Neuseeland 48.040 63.634 6.387 118.061
Rumänien 219.433 159.952 31.015 410.400
Tunesien 13.807 8.878 99 22.784
Vereinigte Arabische Emirate 47.425 100.952 80.313 228.690
Jemen 77.138 7.340 9.874 94.352
Gesamt 258.155 787.076 450.787 161.164 1.657.182

Für Libyen wurden für das Jahr 2019 keine Zahlungen ausgewiesen, da die OMV nicht Betriebsführer war.

Am 30. November 2017 erwarb die OMV einen 24,99%-Anteil an OJSC Severneftegazprom (SNGP). Da SNGP als assoziiertes Unternehmen mit der At-Equity-Methode bewertet wird und nicht als vollkonsolidierte Gesellschaft in den Konzernabschluss der OMV einbezogen wird, ist diese Gesellschaft von der im Unternehmensgesetzbuch festgelegten Berichtspflicht befreit.

OMV und Sapura Energy Berhad haben sich per 31. Jänner 2019 auf eine strategische Partnerschaft geeinigt. Die neue SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd und ihre Töchter sind voll konsolidierte Gesellschaften des OMV Konzernabschlusses.

Zahlungen je Land

In EUR 1.000
Produktions
zahlungs
ansprüche
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Österreich
Staatliche Stellen
Bundesministerium für Digitalisierung
und Wirtschaftsstandort
70.326 70.326
Bundesministerium für Finanzen 26.600 26.600
Bundesministerium für Nachhaltigkeit
und Tourismus
118 118
Gesamt 26.600 70.326 118 97.044
Projekte
Niederösterreich 26.600 70.326 118 97.044
Gesamt 26.600 70.326 118 97.044
Kasachstan
Staatliche Stellen
State Revenue Committee 16.625 247 16.872
Schulungszentren von Universitäten 3051 305
Lizenzierte Forschungs- und Entwicklungs
organisationen
4792 479
Gesamt 16.625 1.031 17.656
Projekte
Tasbulat 5.967 797 6.764
Komsomolskoe 10.658 234 10.892
Gesamt 16.625 1.031 17.656

1 Finanzierung verschiedener Ausgaben für Schulungszentren von Universitäten gemäß Konzessionsvereinbarung

2 Verschiedene Ausgaben für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten

Madagaskar

Staatliche Stellen
Office des Mines Nationales
et des Industries Stratégiques
3.691 3.691
Gesamt 3.691 3.691
Projekte
Explorationsprojekte 3.691 3.691
Gesamt 3.691 3.691
In EUR 1.000
Produktions
zahlungs
ansprüche
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Malaysien
Staatliche Stellen
Petroliam Nasional Berhad 94.3681 39.7053 24.530 158.603
Ketua Pengarah Hasil Dalem Negeri 14.968 14.968
Petronas Carigali SDN BHD 86.6492 1.778 88.427
Gesamt 181.017 14.968 39.705 26.308 261.998
Projekte
Block PM323/PM329 137.1374 4.904 24.9076 20.020 186.968
Block PM318 6.504 748 7.252
Block AAKBNLP 3.089 3.089
Block SK408/SK310 43.8805 3.448 14.7987 2.451 64.577
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 112 112
Gesamt 181.017 14.968 39.705 26.308 261.998

1 Beinhaltet Sachleistungen für 1.706.019 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

2 Beinhaltet Sachleistungen für 2.652.414 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

3 Beinhaltet Sachleistungen für 1.138.911 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

4 Beinhaltet Sachleistungen für 2.182.255 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

5 Beinhaltet Sachleistungen für 2.176.178 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

6 Beinhaltet Sachleistungen für 395.205 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe 7 Beinhaltet Sachleistungen für 743.706 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

Norwegen

2.306 2.306
400.178 12 400.190
10 10
400.178 2.328 402.506
44 44
44 44
2.322 2.322
400.090 6 400.096
400.178 2.328 402.506

Neuseeland

Staatliche Stellen
Inland Revenue 48.040 48.040
Maritime Safety Authority 10 10
Ministry of Business and Innovation 63.634 5.969 69.603
Environmental Protection Authority 408 408
Gesamt 48.040 63.634 6.387 118.061
Projekte
Maari 14.295 133 14.428
Maui 4.804 4.804
Pohokura 44.535 44.535
Explorationsprojekte in Neuseeland 515 515
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 48.040 5.739 53.779
Gesamt 48.040 63.634 6.387 118.061
In EUR 1.000
Produktions
zahlungs
ansprüche
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Rumänien
Staatliche Stellen
Staatshaushalt 219.433 159.952 379.385
Gemeindeverwaltungen 4.123 4.123
Nationale Agentur für Bodenschätze (ANRM) 2.200 2.200
Staatliche Forstverwaltung 13.777 13.777
CONPET SA 90 90
Nationale Stromregulierungsbehörde (ANRE) 9.912 9.912
Regulierungsbehörde für Offshore-Aktivitäten
(ACROPO)
913 913
Gesamt 219.433 159.952 31.015 410.400
Projekte
Onshore-Produktionszonen 121.544 20.138 141.682
Onshore Joint Ventures 1.281 1.281
Offshore Schwarzes Meer 20.635 37.127 965 58.727
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 198.798 9.912 208.710
Gesamt 219.433 159.952 31.015 410.400
Tunesien
Staatliche Stellen
Receveur des Finances 13.167 99 13.266
Receveur des Douanes 640 640
Entreprise Tunisienne d'Activites Petrolieres 6.6061 6.606
Tresorerie Generale de Tunisie 2.272 2.272
Gesamt 13.807 8.878 99 22.784
Projekte
Südtunesien 13.807 8.8781 99 22.784
Gesamt 13.807 8.878 99 22.784

1 Beinhaltet Sachleistungen für 115.900 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

Für jene Projekte in Tunesien, in denen die OMV nicht Betriebsführer ist, hätte der proportionale Anteil der OMV an den Produktionszahlungsansprüchen staatlicher Stellen für 2019 EUR 1,52 Mio für 26.595 bbl Rohöl betragen, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe.

In EUR 1.000
Produktions
zahlungs
ansprüche
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Vereinigte Arabische Emirate
Staatliche Stellen
Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) 80.313 80.313
Emirate of Abu Dhabi – Finance Department 47.425 100.952 148.377
Gesamt 47.425 100.952 80.313 228.690
Projects
Umm Lulu und SARB 47.425 100.952 828 149.205
Explorationsprojekte
in den Vereinigten Arabischen Emiraten
79.485 79.485
Gesamt 47.425 100.952 80.313 228.690
Jemen
Staatliche Stellen
Ministry of Oil & Minerals 77.1381 7.3402 9.874 94.352
Gesamt 77.138 7.340 9.874 94.352
Projekte
Block S2 77.1381 7.3402 6.511 90.989
Block 86 3.363 3.363
Gesamt 77.138 7.340 9.874 94.352

1 Sachleistungen für 1.354.213 boe, bewertet nach festgelegten Preisen des Yemen Crude Oil Marketing Directorate

2 Sachleistungen für 128.853 boe, bewertet nach festgelegten Preisen des Yemen Crude Oil Marketing Directorate

Wien, am 11. März 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Thomas Gangl e.h.
Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor und
Chief Marketing Officer
Stellvertretender
Vorstandsvorsitzender
und Chief Upstream
Operations Officer
Finanzvorstand Chief Downstream
Operations Officer

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl Barrel (Fass zu zirka 159 Liter)

bbl/d Barrel pro Tag

bcf Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)

BIP Bruttoinlandsprodukt

boe Barrel Öläquivalent

boe/d Barrel Öläquivalent pro Tag

C

CAPEX

Capital Expenditure, Investitionen

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Downstream Öl, der operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und den berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zu zurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

CEE

Mittel- und Osteuropa

cf

Standard-Kubikfuß (16 °C/60°F)

CEGH Central European Gas Hub

E ECL

Erwartete Kreditausfälle

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU Europäische Union

EUR

Euro

F

FVOCI

Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis

FVTPL

Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust

FX Fremdwährungs-Wechselkurs

G

G2P Gas-to-Power

H

HSSE Health, Safety, Security, and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV

Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs

International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S

Konzernbereich und Sonstiges

kbbl/d Tausend Barrel pro Tag

kboe Tausend Barrel Öläquivalent

kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

KStG Körperschaftssteuergesetz

L

LNG

Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32°F)

Mio Million, Millionen

Min Minute

MPPH

Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss

    • Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten
  • Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

NZD

Neuseeland Dollar

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

ÖBAG

Österreichische Beteiligungs AG

ÖCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

Pearl

Pearl Petroleum Company Limited

Q

Q1, Q2, Q3, Q4

Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

RUB

Russischer Rubel

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T

t Tonne

TEUR

Tausend Euro

toe

Tonne Öläquivalent

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh

Terawattstunde

U

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer

USD US Dollar

V

VAE Vereinigte Arabische Emirate

Verschuldungsgrad Gearing Ratio; %-Verhältnis

Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Z

ZGE

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Kontakte und Impressum

OMV Aktiengesellschaft

Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-0 [email protected] www.omv.com

OMV Petrom SA

Strada Coralilor 22, sector 1 013329 Bukarest, Rumänien Tel. +40 372 161930 Fax +40 372 868518 [email protected]

Investor Relations

Florian Greger OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected]

Herausgeber

OMV Aktiengesellschaft, Wien

Konzept und Design

klar. & Erdgeschoss & Schreibkraft, Wien

Fotos

Andreas Jakwerth Seiten 24/25: Keith Finnerty

Anhang

Produziert mit FIRE.sys

Weitere Publikationen

OMV Factbook

www.omv.com/factbook

OMV Nachhaltigkeitsbericht

www.omv.com/nachhaltigkeitsbericht

Hinweise:

Zahlen in Tabellen und Grafiken lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Die Differenzen zwischen den Prozentsätzen werden im gesamten Dokument in Prozentpunkten angezeigt.

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen: Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie "Ausblick", "glauben", "erwarten", "rechnen", "beabsichtigen", "planen", "Ziel", "Einschätzung", "können/könnten", "werden" und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien Österreich Tel. + 43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia

20.000 Gründe, warum wir uns auf morgen freuen.

Geschäftsbericht 2019 der OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

250 Bericht des Aufsichtsrats
254 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
273 Lagebericht
282 Bestätigungsvermerk
288 Jahresabschluss
288 Bilanz zum 31. Dezember 2019
290 Gewinn- und Verlustrechnung
291 Anhang
292 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
296 Erläuterungen zur Bilanz
304 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
307 Ergänzende Angaben
313 Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
mit einem Anteil von mindestens 20%
314 Aufsichtsrat
315 Vorstand
318 Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB
320 Abkürzungen und Definitionen

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich sehr, auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken zu können.

Die OMV ist in der Umsetzung ihrer Strategie 2025 weit vorangekommen. Ich möchte aus der Vielzahl der Aktivitäten nur zwei Beispiele herausgreifen, die als wesentliche Meilensteine den Weg in Richtung Wachstum, stärkerer Internationalisierung sowie Integration der Geschäftsmodelle und Diversifizierung des Portfolios markieren. Mit der 2019 abgeschlossenen Beteiligung an ADNOC Refining hat die OMV ihre Raffineriekapazität nicht nur deutlich erhöht, sondern in Abu Dhabi damit auch ein voll integriertes Geschäftsmodell etabliert. Darüber hinaus wird ein von der OMV mitgegründetes globales Trading Joint Venture von Abu Dhabi aus die steigende Nachfrage im Mittleren Osten, in Afrika und vor allem in Asien decken. Im Geschäftsbereich Upstream wiederum konnte die OMV den Erwerb eines 50%-Anteils am neu gegründeten Unternehmen SapuraOMV in Malaysia abschließen und mit der Förderung von Gas für den asiatischen Markt beginnen. Damit ist es gelungen, eine tragfähige Brücke zu den am stärksten wachsenden Märkten dieser Welt zu bauen.

Basis für die weitere Umsetzung der strategischen Ziele ist die exzellente operative und finanzielle Performance des abgelaufenen Geschäftsjahres. Trotz eines zunehmend schwierigeren Marktumfelds konnte der historisch höchste Jahresüberschuss nach Steuern erzielt werden. Die starke finanzielle Position der OMV spiegelt sich auch in der vorgeschlagenen Rekorddividende von EUR 2,00 je Aktie wider, durch die Sie, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, an den Erfolgen der OMV partizipieren.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 informieren:

Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitte des vergangenen Jahres kam es zu einer Veränderung im Vorstandsteam. Manfred Leitner, der acht Jahre für den Geschäftsbereich Downstream verantwortlich war, hat sein Vorstandsmandat, das Ende des Jahres ausgelaufen wäre, per Juli aus persönlichen Gründen zurückgelegt. Ich möchte mich bei Manfred Leitner im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanken. Er hat den Downstream-Bereich wesentlich weiterentwickelt, dessen Effizienz gesteigert und ihn so in das europäische Spitzenfeld geführt. Zudem ist dieser Geschäftsbereich deutlich gewachsen. Er hat nun eine Größe erreicht, die eine Aufteilung in die Bereiche Refining & Petrochemical Operations und Marketing & Trading erforderlich und strategisch sinnvoll machte. Denn die Öl- und Gasindustrie steht Herausforderungen gegenüber, die sich auf das Raffineriegeschäft erheblich auswirken werden. Angesichts dieser Veränderungen ist es entscheidend, dass sowohl die Produktionsanlagen als auch das Vertriebs- und Handelsgeschäft höchste Aufmerksamkeit genießen und mit der bestmöglichen Managementkapazität ausgestattet sind. Mit der Bestellung von Thomas Gangl zum Vorstandsmitglied für den Bereich Refining & Petrochemical Operations per Juli 2019 ist es gelungen, nicht nur einen hochkarätigen Experten im Raffinerie- und Petrochemiebereich, sondern auch einen langjährigen und wirklich guten Kenner der OMV zu gewinnen, der auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens bereits Führungserfahrungen gesammelt und sich dabei einen exzellenten Ruf erworben hat. Dass die Besetzung dieser Vorstandsposition aus den eigenen Reihen erfolgen konnte, sehen wir als Aufsichtsrat mit großer Freude, denn es spricht für die Qualität dieses Unternehmens.

Der Bereich Marketing & Trading wird sich insbesondere auf die Veränderungen des Energiemarktes und die kontinental jeweils unterschiedlichen Dynamiken konzentrieren. Bis zur endgültigen Besetzung dieser neu geschaffenen Vorstandsfunktion wird dieser Bereich interimistisch von Rainer Seele geleitet.

Durch die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele im Juli und Johann Pleininger im September 2019 wurde das Vorstandsteam in seiner Zusammensetzung für die nächsten Jahre bestätigt und somit eine wichtige Voraussetzung für die Fortsetzung des Erfolgskurses geschaffen.

Basis für die weitere Umsetzung der strategischen Ziele ist die exzellente operative und finanzielle Performance des abgelaufenen Geschäftsjahres.

WOLFGANG C. BERNDT Vorsitzender des Aufsichtsrats

Es kam auch zu einer umfassenden Erneuerung des Aufsichtsrats. Insgesamt fünf neue Mitglieder wurden – auf Basis des Vorschlags der ÖBAG – von der OMV Hauptversammlung am 14. Mai 2019 in den Aufsichtsrat gewählt: Thomas Schmid, Stefan Doboczky, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski und Cathrine Trattner. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgte im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben anhand einer Vielzahl von Kriterien, die neben persönlicher Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit insbesondere fachliche Qualifikation und breite Managementerfahrung umfassen. Ich, Wolfgang C. Berndt, wurde in der nach der Hauptversammlung 2019 abgehaltenen konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Thomas Schmid zu meinem 1. Stellvertreter und Alyazia Ali Al Kuwaiti zu meiner 2. Stellvertreterin gewählt. Seitens der Belegschaftsvertreter gab es 2019 keine Veränderungen gegenüber 2018.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er überwachte die Geschäftsführung der OMV durch den Vorstand und beriet diesen in Entscheidungsfindungsprozessen auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag einerseits auf Personalangelegenheiten des Vorstands, andererseits auf der weiteren Umsetzung der Strategie im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen. Aufbauend auf dem Fortbildungsprogramm für Aufsichtsräte im Jahr 2018 fand auch 2019 wieder ein intensives Trainingsprogramm statt, mit drei Veranstaltungen für den gesamten Aufsichtsrat sowie mehreren Onboarding-Veranstaltungen, insbesondere für die neuen Mitglieder. 2019 fand auch eine extern begleitete Selbstevaluierung des Aufsichtsrats statt, wobei die Ergebnisse in die Tätigkeiten und das Schulungsprogramm 2020 einfließen werden.

Der Aufsichtsrat setzte sich 2018 sowie Anfang des Jahres 2019 noch intensiv mit der Akquisition der 15%-Beteiligung an ADNOC Refining und des dazugehörigen globalen Trading Joint Ventures auseinander, die Mitte des Jahres abgeschlossen wurde.

Der Austausch mit Investorinnen und Investoren ist dem Aufsichtsrat und insbesondere mir als Vorsitzendem des Aufsichtsrats ein großes Anliegen. Deshalb fand heuer eine Corporate-Governance-Roadshow statt, in deren Rahmen ich, gemeinsam mit Investor Relations, große institutionelle Investoren und Stimmrechtsberater in Frankfurt, Berlin, London und Wien besuchte, um auf das Governance-Modell, die Vorstandsvergütung und die Nachhaltigkeitsstrategie der OMV einzugehen.

Ende des Jahres konnte durch die Vereinbarung über den Verkauf des Maari-Ölfeldes ein weiterer Schritt zur Optimierung des OMV Portfolios gesetzt werden. Nach Abschluss dieser Transaktion wird die OMV in Neuseeland zu einer reinen Gasproduzentin. Dies unterstreicht die Strategie der OMV, in Zukunft deutlich mehr Erdgas als Öl zu fördern, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu reduzieren.

Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidial- und Nominierungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung der Entscheidungen über die Bestellung von Thomas Gangl sowie über die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger. Einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt stellte der Suchprozess für die Position eines neuen Vorstandmitglieds für den Bereich Marketing & Trading dar. Weiters lag der Fokus auf dem Thema der langfristigen Vorstandsnachfolgeplanung unter besonderer Berücksichtigung der Diversitätsziele.

Der Vergütungsausschuss konnte im Jahr 2019 auf der umfassenden Evaluierung des Vorstandsvergütungssystems 2018 aufbauen. Um den neuen Erfordernissen des Aktiengesetzes im Zusammenhang mit der EU-Aktionärsrechte-Richtlinie nachzukommen, wurde für Vorstand und Aufsichtsrat eine Vergütungspolitik erstellt, die der Hauptversammlung 2020 erstmals zur Abstimmung vorgelegt wird. Bei der Erarbeitung der Vergütungspolitik für den Vorstand wurden insbesondere auch die Rückmeldungen von Investorinnen und Investoren im Rahmen der bereits genannten Corporate-Governance-Roadshow berücksichtigt. So sind ab 2020 auch nicht finanzielle bzw. ESG-Ziele – konkrete CO2-Reduktion sowie ein Diversitätsziel – Teil des variablen Vergütungssystems.

Der Prüfungsausschuss behandelte im Jahr 2019 wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontroll- und Steuerungssystems des Konzerns. Der aktuelle Abschlussprüfer des OMV Konzerns, die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei auch die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde. Ferner hat der Prüfungsausschuss ein Auswahlverfahren für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 eingeleitet.

In den Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses, die regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfinden, wurden im Jahr 2019 die Entscheidungen zu den wichtigsten Investitions- und M&A-Projekten durch umfangreiche Information und intensive Diskussionen vorbereitet. Auch 2019 fand wieder eine Strategieklausur mit dem Vorstand statt, wobei die Themen Petrochemie und Nachhaltigkeit, insbesondere CO2-Reduktion und neue Technologien, den Schwerpunkt bildeten. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im (konsolidierten) Corporate Governance-Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs. 1 Aktiengesetz vorgelegten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2019, die damit gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2019 erhielten vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm selbst geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands, der Hauptversammlung gemeinsam vorzuschlagen, eine Dividende von EUR 2,00 je Aktie auszuschütten, was einer Steigerung von EUR 0,25 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der nach der Ausschüttung verbleibende Restbetrag des Bilanzgewinns soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der gesonderte konsolidierte nicht finanzielle Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) wird vom Aufsichtsrat getrennt geprüft und im Anschluss an den Geschäftsbericht gemeinsam mit dem diesbezüglichen Bericht des Aufsichtsrats separat veröffentlicht.

Das Jahr 2019 war also in jeglicher Hinsicht ein sehr erfolgreiches. Es wurden wesentliche Weichenstellungen im Hinblick auf das Gesamtportfolio vorgenommen, die die OMV auch in Zukunft nachhaltig prägen werden. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2019. Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr fortwährendes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern der OMV.

Wien, am 11. März 2020

Für den Aufsichtsrat

Wolfgang C. Berndt e.h.

Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

Die OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance der OMV. Die OMV entspricht dem vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance herausgegebenen öCGK. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch die OMV wurde zum letzten Mal im Jahr 2018 einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch die OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen wie im letzten Jahr im Vergütungsbericht. Die nächste externe Evaluierung wird für das Geschäftsjahr 2020 durchgeführt.

Der Corporate-Governance-Bericht der OMV Petrom S.A., ein Unternehmen, das im Konzernabschluss der OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist unter www.omvpetrom.com/en/about-us/corporategovernance-aboutus verfügbar.

Entsprechend der Empfehlung in der AFRAC-Stellungnahme zum Corporate Governance-Bericht wird der Corporate Governance Bericht des Mutterunternehmens und der konsolidierte Corporate Governance Bericht in einem Bericht zusammengefasst.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2022 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens sowie Marketing & Trading

Nach seinem Doktoratsstudium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)
OMV Gas & Power
GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2023 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leitung des Geschäftsbereichs Upstream

Chief Upstream Operations Officer

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei der OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei der OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied der OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration & Production verantwortlich. Vor seiner Bestellung als Vorstandsmitglied der OMV war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 10. August 2019)
OJSC Severnefte
gazprom
Mitglied des Verwaltungsrats
Sapura OMV Upstream
Sdn. Bhd.
Stellvertretender Vorsitzender
(seit 31. Jänner 2019)
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria Exploration
& Production GmbH
Vorsitzender
des Aufsichtsrats

Reinhard Florey, *1965

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2021 Finanzvorstand

Verantwortungsbereich: Finanzen

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der Technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outokumpu Oyj.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global So
lutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
Central European Gas
Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 12. Juni 2019)

Thomas Gangl, *1971

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2019 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2022 Vorstandsmitglied mit Verantwortungsbereich Refining & Petrochemical Operations

Chief Downstream Operations Officer

Thomas Gangl begann nach Studien in Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Wien und in Mechanical Engineering an der University of Salford (Manchester) seine OMV Laufbahn 1998 als Prozessingenieur in der Raffinerie Schwechat. 2011 wurde er General Manager der OMV Deutschland GmbH und Raffinerieleiter in Burghausen. Im Jahr 2014 übernahm er die Leitung der Raffinerie in Schwechat und 2016 wurde er Senior Vice President der Business Unit Refining & Petrochemicals mit Verantwortung für alle drei OMV Raffinerien. Seit 1. Juli 2019 ist er OMV Vorstandsmitglied. Er ist verantwortlich für den Bereich Refining & Petrochemical Operations.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 1. Juli 2019)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 3. Juli 2019)
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
(seit 1. Juli 2019)

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Manfred Leitner legte per 30. Juni 2019 seine Funktion als Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Downstream zurück.

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei der OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration & Production übernahm er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controllingaktivitäten des Bereichs Exploration & Production verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Refining & Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization & Supply.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 30. Juni 2019)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 3. Juli 2019)
OMV Supply & Vorsitzender des Aufsichtsrats
Trading Limited (bis 30. Juni 2019)
OMV Gas & Power Geschäftsführer
GmbH (bis 30. Juni 2019)
OMV Refining & Geschäftsführer
Marketing GmbH (bis 30. Juni 2019)
Central European Gas Vorsitzender des Aufsichtsrats
Hub AG (bis 12.Juni 2019)
GAS CONNECT AUST Vorsitzender des Aufsichtsrats
RIA GmbH (bis 30. Juni 2019)
OMV Gas Storage Vorsitzender des Aufsichtsrats
GmbH (bis 25. März 2019)
OMV Gaz İletim A.Ş. Vorsitzender des Verwaltungs
rats (bis 28. Juni 2019)
OMV Enerji Ticaret A.Ş. Vorsitzender des Verwaltungs
rats (bis 28. Juni 2019)

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder und erläutert die Vergütungsgrundsätze. Die OMV unterscheidet zwischen fixen und variablen Vergütungsbestandteilen, aber auch zwischen monetären und nicht monetären Elementen.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand im Jahr 2019

Vergütungs
element
Beschreibung Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Grundgehalt Für die Höhe des Grundge
halts werden die Verantwor
tung und Leistungen der ein
zelnen Vorstandsmitglieder,
die Situation der OMV sowie
die übliche Vergütungshöhe
bei europäischen Öl- und Gas
unternehmen vergleichbarer
Größe und bei vergleichbaren
österreichischen Unterneh
men berücksichtigt. Die Ver
gütung erfolgt auf einem
wettbewerbsfähigen Niveau.
Gewährleistung eines fixen
Einkommens, das dem Umfang
und der Komplexität des Ge
schäfts sowie der Rolle und
Verantwortung der einzelnen
Vorstandsmitglieder entspricht
und am Markt wettbewerbs
fähig ist.
Wettbewerbsfähige Vergütung,
um die qualifiziertesten Füh
rungskräfte der Öl- und Gas
branche zu gewinnen, zu halten
und zu motivieren, die das Unter
nehmen im besten Interesse der
Aktionärinnen und Aktionäre
führen.
Jahresbonus
(Barbonifikation
und Equity
Deferral)
Die Leistung wird anhand
von jährlichen Kriterien
gemessen. Die Bonifikation
ist als Zieljahresbonus in Euro
im Vorstandsvertrag definiert
und auf 180% dieses Ziel
jahresbonus begrenzt (150%
+/– 20% Nachhaltigkeitsmulti
plikator). 2/3 des Jahresbonus
werden in bar ausgezahlt. 1/3
wird in Aktien (Equity Defer
ral) zugeteilt, die ab dem
Zuteilungstag für drei Jahre
gehalten werden müssen.
Bereitstellung einer variablen
Vergütung auf Basis von jähr
lichen finanziellen und nicht
finanziellen Leistungskriterien,
die für die Strategie der OMV
und die Öl- und Gasindustrie
relevant sind. Die Kriterien wer
den anhand von finanziellen
Zielen und Nachhaltigkeitsindi
katoren inklusive Indikatoren
für Gesundheit, Sicherheit und
Umwelt bemessen.
Die Leistungskriterien sind auf
die Strategie der OMV abge
stimmt, stellen eine leistungsab
hängige Vergütung sicher und
fördern eine Aktienkultur. Das
Equity Deferral dient – zusammen
mit dem LTIP – als langfristiges
Vergütungsinstrument für die
Vorstandsmitglieder, das die
Bindung an die OMV und die
Angleichung an die Interessen
der Aktionärinnen und Aktionäre
fördert. Die Zahlungen unterlie
gen Rückzahlungsbestimmungen.
Long-Term
Incentive Plan
Die Zuteilung erfolgt im Rah
men eines Performance Share
Plan. Die Anzahl der zugeteil
ten Aktien ist abhängig von
der Erreichung von finanziellen
Leistungskriterien sowie vom
relativen Total Shareholder
Return. Die Bonifikation ist als
Ziel-Long-Term-Incentive in
Euro im Vorstandsvertrag
definiert und auf 200% dieses
Ziel-Long-Term-Incentives
begrenzt. Im Rahmen eines
HSSE-Malus (HSSE = Health,
Safety, Security, and Environ
ment) kann die Gesamtziel
erreichung nach Ermessen
des Aufsichtsrats angepasst
werden.
Förderung der mittel- und lang
fristigen Wertschöpfung der
OMV. Die Leistung wird anhand
von Schlüsselkriterien in Ver
bindung mit der Strategie und
der Aktienrendite der OMV
gemessen. Dadurch sollen auch
eine unangemessene Risiko
bereitschaft verhindert und eine
langfristige Bindung sowie ver
antwortungsbewusstes Handeln
der Vorstandsmitglieder gesi
chert werden.
Abstimmung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären, Sicherstellung von
leistungsabhängiger Vergütung
und Förderung einer Aktienkultur
durch Zuteilen von OMV Aktien
abhängig von Leistungskriterien
mit Fokus auf finanzielle und
operative Leistung sowie Wert
steigerung gegenüber anderen
europäischen Öl- und Gasunter
nehmen. Einzelheiten zu den
Kriterien werden im Geschäfts
bericht veröffentlicht. Die Zah
lungen unterliegen Malus- und
Rückzahlungsbestimmungen.
Neben
leistungen
Vorstandsmitglieder erhalten
einen Dienstwagen und ha
ben Anspruch auf eine Unfall
versicherung. Die Kranken
versicherung beschränkt sich
auf die österreichische gesetz
liche Krankenversicherung.
Bereitstellung von Nebenleis
tungen, die der üblichen Markt
praxis entsprechen, um Vor
standsmitglieder zu gewinnen
und zu halten.
Teil eines wettbewerbsfähigen
Vergütungspakets, um die quali
fiziertesten Vorstandsmitglieder
zu gewinnen und zu halten.
Pensions
beiträge
Beitragsorientierte Pensionen
werden über eine Pensions
kasse geleistet. Die Höhe der
Pension hängt von der Höhe
des verfügbaren Kapitals in
der Pensionskasse ab. Das
Pensionsantrittsalter ist das
österreichische gesetzliche
Pensionsantrittsalter.
Die Regelungen zu beitragsorien
tierten Pensionen entsprechen
systematisch jenen von OMV Mit
arbeiterinnen und Mitarbeitern
und stellen sicher, dass die Ver
gütungspakete der üblichen Pra
xis in Österreich entsprechen.
Die Nutzung einer Pensionskasse
beschränkt die von der OMV ge
tragenen Risiken. Die Höhe der
Pensionsleistungen hängt alleine
von der Höhe des verfügbaren
Kapitals in der Pensionskasse ab.
Eine Verrentung erfolgt gemäß
dem genehmigten Geschäftsplan
der Pensionskasse.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand im Jahr 2019

Vergütungs
element
Beschreibung Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Aktienbesitzer
fordernis
Aktien im Wert von 200% des
Grundgehalts für den Vorstands
vorsitzenden, 175% für den
stellvertretenden Vorstands
vorsitzenden und 150% für die
übrigen Vorstandsmitglieder,
die innerhalb von fünf Jahren
nach der Erstbestellung aufge
baut werden müssen.
Sicherstellung langfristiger
Interessensübereinstimmung,
da das private Vermögen der
Vorstandsmitglieder betroffen
ist.
Angleichung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären durch die Förderung
einer nachhaltigen und lang
fristigen Unternehmensentwick
lung und die Vermeidung des
Eingehens von unangemessenen
Risiken.
Auszahlungs
obergrenze
Zusätzlich zu den Begrenzun
gen des Jahresbonus und des
Long-Term Incentive Plans
kommt je Vorstandsmitglied
ein Maximalbetrag für die
jährliche Gesamtvergütung
zur Anwendung.
Betragsmäßige Begrenzung zur
Vermeidung nicht intendierter
Vergütungshöhen und Sicher
stellung der gesellschaftlichen
Akzeptanz der Vergütungszah
lungen an Vorstandsmitglieder
sowie Beschränkung der von
der OMV getragenen Risiken.
Angleichung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären durch die Förderung
einer nachhaltigen und langfris
tigen Unternehmensentwicklung
und die Vermeidung des Ein
gehens von unangemessenen
Risiken.

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in Euro festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder zielt darauf ab, ein konkurrenzfähiges Niveau zu erreichen, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen sichergestellt.

Die langfristigen Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Stakeholder werden in der leistungsbezogenen Vergütung berücksichtigt, die sowohl kurz- als auch langfristige Elemente beinhaltet. Die Leistung des Vorstands wird anhand von finanziellen und nicht finanziellen Kriterien bewertet. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festgelegt. Aufgrund der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, die Möglichkeit, die Schwellen-,

Ziel- und Maximalwerte im Falle von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen. Alle Anpassungen erfolgen immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Vorstandsvergütung beinhaltet fixe und variable Vergütungselemente und Nebenleistungen. Das Vergütungspaket des einzelnen Vorstandmitglieds beinhaltet eine Grundvergütung, einen Jahresbonus (der teilweise in OMV Aktien ausgezahlt wird und drei Jahre gehalten werden muss), einen Long-Term Incentive Plan (LTIP) sowie Pensionsbeiträge und nicht monetäre Elemente.

Der Großteil der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder wird in Form von variablen Vergütungselementen zugeteilt. Für das Geschäftsjahr 2019 machten die variablen Elemente zwischen 65% und 73% der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder aus (die Varianz ist auf den höheren LTIP-Anteil für den Vorsitzenden zurückzuführen). Gemäß österreichischem Recht und den Anforderungen des öCGK basiert ein großer Teil der variabl en Vergütung auf der Leistung über mehrere Jahre. Für das Geschäftsjahr 2019 orientieren sich 35% bis 49% der Zielvergütungen an der langfristigen Leistung, entweder über den LTIP oder den in Aktien gezahlten Teil des Jahresbonus (Equity Deferral), die drei Jahre gehalten werden muss.

Überblick über die Vorstandsvergütung

Anteil der gesamten Zielvergütung

Nicht leistungsbezogene Vergütungen

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr geregelt.

Nebenleistungen

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Vorstände sind durch die österreichische Sozialversicherung krankenversichert.

Pensionsbeiträge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Dadurch werden die von der OMV getragenen Risiken begrenzt. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die tatsächliche Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Leistungsbezogene Vergütungen

Jahresbonus

Der Jahresbonus belohnt finanzielle Leistung, Operational Excellence sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung der OMV. Der Aufsichtsrat legt für jedes Geschäftsjahr eine Reihe von Leistungskriterien fest. Die Auszahlung kann maximal 180% (150% +/–20% Nachhaltigkeitsmultiplikator) des im Vorstandsvertrag definierten Zieljahresbonus betragen.

Die Auszahlung wird auf Basis der Erreichung der finanziellen und operativen Ziele bestimmt. Zusätzlich ist ein Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Gesamtzielerreichung anwendbar, welcher nach Ermessen des OMV Aufsichtsrats auf der Grundlage eines vordefinierten Kriterienkatalogs bestimmt wird. Im Fall von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) kann der Aufsichtsrat die Zielwerte der Leistungskriterien abändern. Die im Geschäftsjahr 2019 zur Anwendung kommenden Leistungskriterien werden im Folgenden genauer erläutert.

Die Auszahlung des Jahresbonus wird in eine im folgenden Geschäftsjahr ausgezahlte Barbonifikation (2/3) und ein Equity Deferral (1/3) aufgeteilt, das in OMV Aktien zugeteilt wird, die für drei Jahre gehalten werden müssen (Haltefrist). Die Aktien werden nach Steuern im folgenden Geschäftsjahr zugeteilt und müssen für die Dauer der Haltefrist auf einem von der OMV verwalteten Treuhanddepot hinterlegt werden. Das Equity Deferral – zusammen mit dem LTIP – dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an die OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert.

Jahresbonus 2019

Zu Beginn des Leistungsjahres werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Jahres gemessen. Die Leistungskriterien für das Geschäftsjahr 2019 setzen sich aus den in der folgenden Tabelle angeführten Bereichen und Anpassungen zusammen:

Leistungskriterien – Jahresbonus 2019 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanzen Jahresüberschuss 40%
CCS ROACE vor Sonder
effekten, Dreijahresdurch
schnitt (2017 – 2019)
40%
Operatives
Ziel
NPV Bewertungen der lau
fenden Großinvestitionen
einschließlich Akquisitionen
auf Basis der jährlichen Ver
änderung
20%
Nachhaltig
keits
multiplikator
Nachhaltigkeitsmultiplikator
mit einem Wert zwischen
0,8 und 1,2 (entspricht
+/– 20%) anwendbar auf die
Gesamtzielerreichung
+/– 20%
Multi
plikator/
diskretionär
Anpassung
der
finanziellen
Zielwerte
Bei wesentlichen Änderun
gen externer Faktoren (z.B.
Ölpreis) liegt es im Ermes
sen des OMV Aufsichtsrats,
die Zielwerte der Leistungs
kriterien anzupassen.
diskretionär

Die tatsächliche Auszahlung ist abhängig von der Höhe der aktuellen Zielerreichung für das jeweilige Leistungskriterium. Diese wird wiederum durch den Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen erfolgt linear.

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Alle
Kriterien
Maximum 150%
Zielwert 100%
Schwelle 50%
Unter der Schwelle 0%

Der Zielwert des Jahresbonus der einzelnen Vorstandsmitglieder ist unter Annahme einer Zuteilung von 100% wie folgt definiert:

Variable Zielvergütung – Jahresbonus 2019

In EUR
Seele Pleininger Florey Gangl 1
Barbonifikation 1.000.000 700.000 675.000 245.000
Equity Deferral 500.000 350.000 337.500 122.500

1 Anteiliger Jahresbonus 2019, da Herr Gangl dem Vorstand per 1. Juli 2019 beigetreten ist.

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2019 ergibt sich insgesamt ein tatsächlicher Jahresbonus in der Höhe von 165,5%. Die Barkomponente von 2/3 des Gesamtjahresbonus wird im Jahr 2020 ausgezahlt. Im Rahmen des Equity Deferral wird das verbleibende Drittel in Aktien zugeteilt, die für drei Jahre gehalten werden müssen.

Performance Scorecard – Jahresbonus 2019 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Kriterien Schwelle Zielwert Maximum Ist
wert
Gewich
tung
Zuteilung
(% des
Zielwerts)
Jahresüberschuss, be
reinigt um die Effekte
aus der Marktbewer
tung von nicht reali
sierten Hedges, aus
Akquisitions- und Ver
äußerungsaktivitäten
in
EUR
Mio
1.770 2.080 2.390 2.146 40% 44,2%
CCS ROACE vor
Sondereffekten (Drei
jahresdurchschnitt)
in
Prozent
11,8% 12,3% 12,8% 12,5% 40% 47,5%
Operatives Ziel in
EUR
Mio
Verminderung
des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
um EUR –65 Mio
gegenüber dem
Ausgangswert
Keine Verän
derung des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
gegenüber dem
Ausgangswert
Erhöhung
des nicht
marktbezogenen
Nettobarwerts
um EUR + 65 Mio
gegenüber dem
Ausgangswert
262 20% 30%
Zielerreichung vor
Anwendung des
Finanzziel-Modifi
kators und des
Nachhaltigkeits
multiplikators
121,7%
Zielerreichung
nach Anwendung
des Finanzziel
Modifikators
142,7%
Nachhaltigkeits
multiplikator
0,8 1 1,2 1,16
Gesamthöhe
der Zuteilung
165,5%

Die Ziele für Jahresüberschuss und CCS ROACE vor Sondereffekten (Dreijahresdurchschnitt) wurden im Geschäftsjahr 2019 erreicht. Das operative Ziel, die Nettobarwertbeurteilung ausgewählter Großinvestitionen, erreichte den Maximum Wert. Aufgrund der deutlichen Verschlechterung des Marktumfelds im Vergleich zu den Annahmen, die dem Jahresbonus zugrunde liegen machte der Aufsichtsrat von seinem Ermessensspielraum Gebrauch, die Zielwerte im Rahmen des Finanzziel-Modifikators zu senken, wodurch die Zielerreichung von 121,7% auf 142,7% anstieg. Die Ermessensentscheidung des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitsmultiplikator erfolgt anhand eines vorab definierten Kriterienkatalogs. Zur Anpassung der Zielerreichung wurde ein Nachhaltigkeitsmultiplikator von 1,16 angewendet, der insbesondere den Umstand, dass es 2019 keine Todesfälle gab sowie Verbesserungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Long-Term Incentive Plan

Der Long-Term Incentive Plan (LTIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung der OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselkriterien gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verhindern. Der Ziel-Long-Term Incentive ist im jeweiligen Vorstandsvertrag definiert.

Die Vorstandsmitglieder haben seit der Einführung des Plans im Jahr 2009 eine jährliche Zuteilung erhalten. Der LTIP 2019 wurde von der Hauptversammlung 2019 genehmigt.

Long-Term Incentive Plan (LTIP) 2019

Zu Beginn des dreijährigen Leistungszeitraums werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende dieses Zeitraums gemessen. Auch die Gewichtung der einzelnen Kriterien wird am Anfang des Leistungszeitraums festgelegt. Für den LTIP 2019 (Leistungszeitraum: 1. Jänner 2019 bis 31. Dezember 2021) gelten folgende Leistungskriterien:

Leistungskriterien – LTIP 2019

Kriterien Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
50%
Freier Cashflow vor Dividenden und
exkl. Veräußerungen und Akquisitionen
über drei Jahre
50%

Die tatsächliche Auszahlung des LTIP ist abhängig von der Höhe der Zuteilung für das jeweilige Leistungskriterium. Diese wird wiederum durch den Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear.

Ein HSSE-Malus (HSSE = Health, Safety, Security, and Environment) kann auf die Gesamtzielerreichung angewendet werden. In Fällen, in denen ein schwerwiegender HSSE-Verstoß vorliegt, kann der Aufsichtsrat die Höhe der LTIP-Auszahlung überprüfen und je nach Ausmaß der Verletzung nach Ermessen, gegebenenfalls auch auf Null reduzieren.

Die Zuteilung des LTIP 2019 erfolgt am 31. März 2022. Die Höhe der Zuteilung für die einzelnen Leistungskriterien ist den Tabellen – untenstehend – zu entnehmen.

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Upstream/Downstream Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Equinor, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen).

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Freier Cashflow Maximum 200%
vor Dividenden und Zielwert 100%
exkl. Veräußerungen
und Akquisitionen
Schwelle 50%
Dreijahresdurch
schnitt
Unter der Schwelle 0%
Relativer TSR Zielüberschreitung:
am oder über dem
3. Quartil
(≥ 75. Perzentil)
200%
Zielwert: am Median
(= 50. Perzentil)
100%
Schwelle: am oder
unter dem 1. Quartil
(≤ 25. Perzentil)
0%

Die Höhe der Ziel-Long-Term Incentives ergibt sich für jedes Vorstandsmitglied unter der Annahme einer Zuteilung von 100% wie folgt:

Variable Zielvergütung – LTIP 2019

In EUR Seele Pleininger Florey Gangl 1
LTIP 2019 1.500.000 500.000 387.500 177.500

1 Anteiliger LTIP 2019, da Herr Gangl dem Vorstand per 1. Juli 2019 beigetreten ist.

Der Prozentsatz der Gesamtzuteilung im Rahmen des LTIP 2017 beträgt 96,6% der maximalen Zuteilung und die entsprechende Übertragung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2020. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft.

Performance Scorecard – LTIP 2017

Zielüber Zuteilung
(% max.
Kriterien Schwelle Zielwert schreitung Istwert Gewichtung Zuteilung)
Relativer TSR
zur Vergleichsgruppe
am oder
unter dem
1. Quartil
(≤ 25.
Perzentil)
am
Median
(= 50.
Perzentil)
am oder
über dem
3. Quartil
(≥ 75.
Perzentil)
am oder
über dem
3. Quartil
60% 60%
Freier Cashflow vor Dividenden
und exklusive Veräußerungen
und Akquisitionen (Dreijahres
durchschnitt)
in
EUR Mio
1.025 1.285 1.545 2.038 10% 10%
Rate der Zwischenfälle mit
Ausfallzeit (LTIR) (Dreijahres
durchschnitt)
0,40 0,36 0,27 0,33 10% 8,1%
Reservenersatzrate (1P)
(Dreijahresdurchschnitt)
100% 125% 150% 166% 10% 10%
Entwicklung von Veräuße
rungs- und Akquisitions
projekten
Kriterien Basierend auf vorab definierten 8,5% 10% 8,5%
Gesamthöhe der Zuteilung 100% 96,6%

Aktienbesitzerfordernisse für die Vorstandsmitglieder

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment an der OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Anstellung als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden. Alle Vorstandsmitglieder haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zum Teil bereits erfüllt.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Zuteilung aus dem LTIP automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuerabzug). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Zuteilung in bar oder in Aktien erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien für LTIP 2019 erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2019 bis zum 31. März 2019 (EUR 44,64).

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long-Term Incentive Plan und zum Equity Deferral.

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung – LTIP 2017

Aktienbesitzerfordernis Erfüllung in Aktien in % des Gehalts in Aktien1 in % der Anforderung Seele 62.876 200 91.974 146,28 Pleininger 32.1532 175 45.032 140,06 Florey 30.009 150 24.351 81,15 Gangl 3.9663 150 10.730 270,55

1 Auf Treuhanddepots des Unternehmens

2 Das angegebene Aktienbesitzerfordernis in Anzahl von Aktien ergibt sich aus dem LTIP 2017, als Herr Pleininger noch eine Verpflichtung von 150% seines Bruttojahresgehalts hatte; seit seiner Ernennung zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gilt ein Aktienbesitzerfordernis von 175%.

3 Das angegebene Aktienbesitzerfordernis in Anzahl von Aktien ergibt sich aus dem Senior Management LTIP 2017, als Herr Gangl noch eine Verpflichtung von 75% seiner Zuteilung hatte; seit seiner Ernennung zum Vorstandsmitglied gilt ein Aktienbesitzerfordernis von 150%.

Rückzahlung

Equity Deferral und LTIP unterliegen Rückzahlungsbestimmungen, die unter bestimmten Umständen die Anpassung von ausstehenden Vergütungen und/oder das Rückfordern von bereits ausgezahlten Vergütungen zulassen. Im Fall eines Rückzahlungsereignisses werden die im Rahmen von Equity Deferral oder LTIP zugeteilten Barauszahlungen oder Aktien reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungsereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses aufgrund eines Fehlers; wesentliches Versagen des Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österreichischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berechnung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berechnungsfehler bezogen wurden.

Höhe der Vergütungen 2019

In EUR
Gangl Leitner Summe
(ab 1. Juli (bis 30. Juni
Vergütung 2019 Seele Pleininger Florey 2019) 2019)
Fix (Grundgehalt) 1.100.000 750.000 700.000 287.838 349.589 3.187.427
Fix (Funktionszulage) 1.002.0002 0 0 0 0 1.002.000
Variabel (Barbonifikation 2018) 3 1.246.000 872.200 841.050 0 841.050 3.800.300
Nebenleistungen (Dienstwagen,
Unfallversicherung und Aufwand
ersatz) 12.816 13.001 44.6134 6.590 6.382 83.403
Summe 3.360.816 1.635.201 1.585.663 294.428 1.197.021 8.073.130
Variabel (Equity Deferral 2018;
Anzahl der Aktien) 14.431 10.101 9.741 0 9.741 44.014
Verhältnis fix/variabel 5 19/816 23/77 27/73 100/0 11/89 21/79
LTIP 2016 (bar) 7 0 1.264.963 0 08 1.609.984 2.874.947
LTIP 2016 (Anzahl der Aktien) 7 60.971 0 14.595 0 0 75.566

1 Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

2 Rainer Seele erhielt eine Vergütung für die interimistische Leitung des Vorstandsbereichs "Marketing und Trading" seit 1. Juli 2019.

3 Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2019 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2018.

4 Einschließlich Schulkosten und damit verbundener Steuern

5 Aufteilung der Gesamtvergütung. Fix inkludiert Grundgehalt und Nebenleistungen; variabel umfasst Barbonifikation, Equity Deferral ("Aktienteil des Jahresbonus") und LTIP 2016

6 Bei Berücksichtigung der Vergütung für die interimistische Funktion ergibt sich ein Verhältnis fix/variabel von 30/70

7 LTIP-Auszahlung in bar oder in Form von Aktien abhängig von der Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses

8 Thomas Gangl erhielt eine Auszahlung von EUR 0,23 Mio aus dem LTIP Plan 2016 als Senior Manager.

Wie schon bisher unterliegen die Gehälter keiner automatischen Anpassung an die Verbraucherpreisentwicklung, sondern werden jährlich zusammen mit der Leistung der Vorstandsmitglieder überprüft.

Pensionskassenbeiträge

In EUR

87.500
71.875
175.000
187.500
275.000

1 Anteiliger Pensionskassenbeitrag, da Thomas Gangl dem Vorstand per 1.Juli 2019 beigetreten ist.

2 Anteiliger Pensionskassenbeitrag, da Manfred Leitner seine Vorstandsfunktion mit Wirkung 30. Juni 2019 zurückgelegt hat.

Beendigungsansprüche

Manfred Leitner legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung per 30. Juni 2019 zurück. Sein Vertrag lief nach diesem Datum noch für sechs Monate weiter. Manfred Leitner erhielt weiterhin Zahlungen (einschließlich Nebenleistungen) gemäß seinem Anstellungsvertrag.

Gerhard Roiss, David C. Davies, Jaap Huijskes und Manfred Leitner haben 2019 Zahlungen gemäß ihren ehemaligen Anstellungsverträgen erhalten. David C. Davies, Jaap Huijskes und Gerhard Roiss haben 2019 LTIP-Zahlungen erhalten.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR Davies Huijskes Roiss Leitner 3
(ab
1. Juli
2019)
Vergütungs
ansprüche für
2019 (LTIP) 1
247.340 415.365 3.128.947 0
Zahlungen für
vertragliche
Verpflichtungen2
0 0 0 665.511
Summe 247.340 415.365 3.128.947 665.511

1 LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2016 – 2018 ab. 2 Grundvergütung, Urlaubsersatzleistungen, Nebenleistungen und Pensionsbeiträge

3 Die Zahlung aus dem LTIP 2016 sind in der Tabelle "Höhe der Vergütungen 2019" dargestellt.

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung)

Die OMV hat eine D&OVersicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern rund EUR 600.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel der OMV sind wettbewerbsfähige Vergütungsund Benefitspakete, die die Strategie optimal fördern und unterstützen. Die OMV will die am besten qualifizierten Talente weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. Die OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten.

Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Generell ist die Vergütungsstruktur der OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den relevanten Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zusätzlich stärkt die OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Öl- und Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsboni
  • Long-Term Incentive Plans
  • Dienstfahrzeuge und Dienstwagenpauschale

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem die OMV tätig ist, individuell zugeschnitten und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Sommercamps für Kinder
  • Jubiläumsgelder
  • Anerkennungsprogramm "thx!" ("Thank you for doing great!")

Ausgewählte Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (91 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long-Term Incentive Plan. Diese Mitarbeitergruppe hat auch Anspruch auf ein Bonifikationsprogramm wie unten angeführt. Zusätzlich gewährte der Vorstand ausgewählten Beschäftigten der obersten Führungsebene des Konzerns Anspruch auf Teilnahme am Transformationsbonusplan, der an die Erreichung vordefinierter Zielerreichungskriterien geknüpft ist. Die erfolgreiche Zielerreichung führte im Jahr 2018 zu einer Auszahlung. Eine etwaige weitere Auszahlung erfolgt im Jahr 2021.

2019 nahmen insgesamt rund 4.300 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertreterinnen und Vertretern (Kapitalvertreterinnen und -vertretern) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Einer der derzeitigen Kapitalvertreterinnen und -vertreter wurde in der Hauptversammlung 2015 gewählt und neun Mitglieder in der Hauptversammlung 2019. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der OMV im Jahr 2019 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sowie ihre allfälligen Management-Funktionen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

Vorsitzender (bis 14. Mai 2019) Mandate: Sulzer AG (Vorsitzender), Telefonica, S.A.

Wolfgang C. Berndt, *1942

Vorsitzender (seit 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Thomas Schmid, *1975

Stellvertretender Vorsitzender (seit 14. Mai 2019) Mandate: Verbund AG, Telekom Austria AG

Alyazia Ali Al Kuwaiti, *1979

Stellvertretende Vorsitzende (Executive Director Upstream & Integrated, Mubadala Investment Company PJSC) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Mansour Mohamed Al Mulla, *1979

(Plattform-Finanzvorstand Petroleum & Petrochemicals, Mubadala Investment Company PJSC) Mandate: Aldar Properties PJSC

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(bis 14. Mai 2019) (Global Co-Head Capital Markets & Co-Head of APAC Global Corporate and Investment Banking, Bank of America Merrill Lynch) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Stefan Doboczky, *1967

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer Lenzing AG) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Helmut Draxler, *1950

(bis 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Marc H. Hall, *1958

(bis 14. Mai 2019) (Geschäftsführer, R&EM – Restructuring & Energy Management e.U.) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Karl Rose, *1961

(Strategy Advisor, Abu Dhabi National Oil Company) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Elisabeth Stadler, *1961

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe) Mandate: voestalpine AG

Christoph Swarovski, *1970

(seit 14. Mai 2019) (Chief Executive Officer, Tyrolit AG) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Cathrine Trattner, *1976

(seit 14. Mai 2019) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Mandate: Commerzbank AG, VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe AG, AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Herbert Werner, *1948

(bis 14. Mai 2019) (Geschäftsführer, HCW Verkehrsbetriebe GmbH; Geschäftsführer, HCW Vermögensverwaltungs GmbH) Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964 Herbert Lindner, *1961 Alfred Redlich, *1966 Gerhard Singer, *1960 Angela Schorna, *1980

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats der OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website der OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über uns > Aufsichtsrat.

Diversity

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören sechs Frauen und zwei nicht-österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 39 und 77 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der A ≠ufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige leistungsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2019 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Wolfgang C. Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Stefan Doboczky, Helmut Draxler, Marc H. Hall, Karl Rose, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski, Cathrine Trattner, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2019 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Peter Löscher, Marc H. Hall und Gertrude TumpelGugerell wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen

Funktionen und Mitgliedschaften in Ausschüssen 20191

Name Aufsichtsrat und
Ausschüsse 20191
für 20182 Vergütung
für 20193
Amtsdauer
AR PNA PPA PrüfA VergA in EUR in EUR
Peter Löscher V V SV M V 80.000 36.712 18. Mai 2016 bis 14. Mai
2019
Wolfgang C. Berndt V V M M V 44.000 65.517 26. Mai 2010 bis HV 2020
Thomas Schmid4 SV SV SV M SV 44.934 14. Mai 2019 bis HV 2024
Alyazia Ali Al Kuwaiti SV SV SV SV SV 44.600 91.250 22. Mai 2018 bis HV 2024
Mansour Mohamed 22. Mai 2018 bis HV 2024
Al Mulla M M M 24.438 50.000
Elif Bilgi Zapparoli M 20.000 9.178 13. Mai 2009 bis 14. Mai 2019
Stefan Doboczky M 12.657 14. Mai 2019 bis HV 2022
Helmut Draxler 16. Oktober 1990
M M M 40.000 14.684 bis 14. Mai 2019
Marc H. Hall M M 30.000 11.013 18. Mai 2016 bis 14. Mai 2019
Karl Rose M V 34.000 34.000 18. Mai 2016 bis HV 2024
Elisabeth Stadler M SV 20.252 14. Mai 2019 bis HV 2022
Christoph Swarovski M M 18.986 14. Mai 2019 bis HV 2022
Cathrine Trattner M M 23.732 14. Mai 2019 bis HV 2022
Gertrude Tumpel 19. Mai 2015 bis HV 2020
Gugerell M V M 67.110 53.912
Herbert Werner M M 30.000 11.013 4. Juni 1996 bis 14. Mai 2019
Christine Asperger M M – 5 – 5 seit 1. Jänner 20136
Herbert Lindner M M M – 5 – 5 seit 1. Juni 20136
Alfred Redlich M M M – 5 – 5 seit 1. Juni 20136
Angela Schorna M M – 5 – 5 seit 23. März 20186
Gerhard Singer M M M – 5 – 5 seit 26. September 20166

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss. V = Vorsitzende/Vorsitzender; SV = Stellvertretende Vorsitzende/Stellvertretender Vorsitzender; M = Mitglied; HV = Hauptversammlung; Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode in 2018 endete, sind hier nicht angeführt.

2 Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie eventuell erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten.

3 Basierend auf der in der HV 2019 beschlossenen Vergütung und vorbehaltlich der Genehmigung in der HV 2020

4 Thomas Schmid hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖBAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV

Aktiengesellschaft an die ÖBAG abgetreten.

5 Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder.

6 Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden.

Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB)1 zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidialund Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Wolfgang C. Berndt, Thomas Schmid, Stefan Doboczky, Karl Rose, Elisabeth Stadler, Christoph Swarovski und Cathrine Trattner wurden von der Österreichischen Beteiligungs AG1 zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert. Die Österreichische Beteiligungs AG hat bei der Nominierung bzw. Bestellung von Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats ihrer Beteiligungsgesellschaften die strengen Unabhängigkeits- und Unvereinbarkeitskriterien des österreichischen Corporate Governance Kodex einzuhalten und darauf zu achten, dass sie ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaften unabhängig von eigenen Interessen oder denen von ihnen nahestehenden Rechtspersonen ausüben.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2019 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats). 2019 wurden acht Sitzungen des Aufsichtsrats und 24 Ausschusssitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie

1 Mit Wirksamkeit zum 20. Februar 2019 wurde die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmenwortlaut auf Österreichische Beteiligungs AG geändert.

der OMV. Mit Ausnahme von Elif Bilgi Zapparoli hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse war 2019 wie folgt:

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse 20191

Name AR PNA PPA PrüfA VergA
Peter Löscher² 3/3 3/3 2/2 3/3 2/2
Wolfgang C. Berndt 8/8 5/5 1/1 7/7 6/6
Thomas Schmid³ 5/5 5/5 1/1 4/4 4/4
Alyazia Ali Al Kuwaiti 5/8 6/8 2/3 7/7 5/6
Mansour Mohamed
Al Mulla
7/8 7/8 3/3
Elif Bilgi Zapparoli 1/3
Stefan Doboczky³ 4/5
Helmut Draxler² 2/3 3/3 2/2
Marc H. Hall² 3/3 2/2
Karl Rose 7/8 2/3
Elisabeth Stadler³ 4/5 2/4
Christoph Swarovski³ 4/5 3/4
Cathrine Trattner³ 5/5 4/4
Gertrude Tumpel
Gugerell
7/8 3/3 2/2 7/7 6/6
Herbert Werner² 3/3 3/3
Christine Asperger 8/8 8/8
Herbert Lindner 5/8 3/3 5/7
Alfred Redlich 8/8 8/8 3/3
Angela Schorna 8/8 7/7
Gerhard Singer 8/8 2/3 7/7

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss

2 Bis 14. Mai 2019

3 Seit 14. Mai 2019

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat begonnen, mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung werden in der ersten Hälfte 2020 ausführlich im Aufsichtsrat diskutiert werden.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von

Aufsichtsratsmandaten. 2019 fanden acht Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Z 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2019 für die jährliche Prüfung EUR 3,15 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 0,71 Mio, für Steuerberatungsleistungen EUR 0,09 Mio und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,29 Mio.

Portfolio- und Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2019 fanden drei Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2019 fanden sechs Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

Die hkp/// group wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dies umfasste die Erarbeitung von Vergütungsbenchmarks mit Vergleichsunternehmen, die Beratung zur angemessenen Höhe und Struktur der einzelnen Vergütungselemente, sowie die Unterstützung bei der Erarbeitung der Vergütungspolitik.

Die hkp/// group wurde im Jahr 2019 zudem von OMV und OMV Petrom beauftragt. Sie war für die OMV, zu Governance Prozessen zwischen OMV und OMV Petrom, sowie für OMV Petrom, in Fragen der Vergütung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern von OMV Petrom, beratend tätig. Die hkp/// group war nicht für den Vorstand der OMV in Vergütungsfragen beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2019 hat für das Geschäftsjahr 2018 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder In EUR 1

Vorsitzende/Vorsitzender 30.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 25.000
Mitglied 20.000
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 14.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses
12.000
Mitglied eines Ausschusses 10.000

1 Sitzungsgelder in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten.

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2018 wurden 2019 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2019 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2018 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,51 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,10 Mio und die Reisespesen EUR 0,14 Mio.

Mitwirkung der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmervertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Frauenförderung und Diversitätskonzept

Vielfalt ist eine enorme Stärke. Darauf baut die OMV aktiv auf, jetzt und in Zukunft. Deshalb entwickelt die OMV kontinuierlich neue Initiativen und Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt und Chancengleichheit. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Geschlecht und Internationalität. Für die OMV als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Die OMV unterstützt den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil in Führungspositionen von derzeit 19,6% bis 2025 auf 25% zu erhöhen. Wir unterstützen dies mit einer Vielzahl an Initiativen wie Mentoring, Nachfolgeplanung und spezifischen Trainings sowie Initiativen für eine gesunde Work-Life-Balance.

Der Frauenanteil im Gesamtkonzern ist auf 26% gestiegen (2018: 25%). Davon sind 19,6% in Management- und Führungspositionen tätig. In unserem neuen "Refresher"-Programm für Führungskräfte, die bereits mehrere Jahre im Konzern tätig sind, erreichte der Frauenanteil bemerkenswerte 47%. Im integrierten Programm zur Förderung von Absolventinnen und Absolventen für technische Kompetenzen der OMV Upstream lag der Frauenanteil 2019 bei 27% (2018: 25%). "Diversity" ist Bestandteil aller Programme zur Führungskräfteentwicklung und der Personalstrategie der OMV.

Die OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen der OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen.

Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen der OMV und durch die interne Veröffentlichung aller Stellenausschreibungen sowie die laufende Beobachtung der Gleichstellung bei Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden, Betriebszugehörigkeit und Gehältern stellt die OMV eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicher.

Mitarbeiterinnen initiierten ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Fragen zum Thema Diversity zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern.

Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV besucht werden. Um bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf zu wecken, nahm die OMV erneut am Wiener Töchtertag teil.

Die beschriebenen Maßnahmen und Programme zur Förderung der Vielfalt der Belegschaft werden von Aufsichtsrat und Vorstand als ein Schlüsselelement zur Stärkung der Diversität des internen Pools an Vorstandsnachfolgekandidatinnen und -kandidaten gesehen. Im Rahmen der internen Nachfolgeplanung befasst sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss zumindest einmal jährlich mit der Identifizierung und Weiterentwicklung von internen Potenzialträgerinnen und -trägern. Zur bestmöglichen Besetzung freier Vorstandspositionen bedient sich der Aufsichtsrat zusätzlich zur internen Nachfolgeplanung auch der Möglichkeit der externen Rekrutierung. Neben der fachlichen Eignung wird sowohl bei der internen als auch der externen Auswahl von Vorstandsmitgliedern besonderes Augenmerk auf ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlechtern, Alter und internationaler Erfahrung gelegt.

Dem Vorstand der OMV gehört aktuell keine Frau an. Die Vorstandsmitglieder der OMV Aktiengesellschaft sind zwischen 48 und 59 Jahre alt, kommen aus zwei unterschiedlichen Nationen und verfügen über umfassende internationale Managementerfahrung.

Seit 2019 hat die ÖBAG das rechtliche Mandat, Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufsichtsräte ihrer Beteiligungsgesellschaften vorzuschlagen. Der Vorschlag wird zunächst vom Präsidium des Aufsichtsrats der ÖBAG genehmigt, bevor – nach Erstattung des Beschlussvorschlages durch den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft – die Wahl durch die Hauptversammlung der OMV AG stattfindet. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt anhand einer Vielzahl von Kriterien, die insbesondere die fachliche Eignung, persönliche Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidatinnen und Kandidaten umfassen. Zusätzlich wird auf Aspekte der Diversität des Aufsichtsrats hinsichtlich der Vertretung beider Geschlechter, einer ausgewogenen Altersstruktur und der Internationalität der Mitglieder Bedacht genommen.

Derzeit gehören dem Aufsichtsrat der OMV sechs Frauen an, was einem Anteil von 40% entspricht.

Besonderes Augenmerk gilt auch der weiteren Stärkung der industriespezifischen Kompetenzen und der Internationalität des Aufsichtsrats im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Die Mitglieder des Aufsichtsrats weisen mit einem Alter zwischen 39 und 77 Jahren eine ausgewogene Altersstruktur auf.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch die OMV wird alle zwei Jahre einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2018 hatte die OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass die OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, März 11, 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Thomas Gangl e.h.

Lagebericht

Geschäftsverlauf 2019

Die im Geschäftsjahr 2019 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 208,96 Mio (2018: EUR 213,50 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen und Servicedienstleistungen.

Das Betriebsergebnis beläuft sich auf EUR -68,21 Mio (2018: EUR -70,84 Mio).

Der Finanzerfolg beträgt im Geschäftsjahr 2019 EUR 1.092,44 Mio (2018: EUR 502,86 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften abzüglich Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen und Wertberichtigungen. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 1.150,25 Mio und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2018 (EUR 608,97 Mio). Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 163,84 Mio (2018: EUR 124,18 Mio) über dem Vorjahresniveau.

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Upstream exklusive OMV Petrom lag mit EUR -2,04 Mio über dem Vorjahresniveau (EUR - 3,86 Mio).

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Downstream exklusive OMV Petrom lag mit EUR 896,11 Mio über dem Vorjahresniveau (2018: EUR 469,85 Mio). Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Öl exklusive OMV Petrom erhöhte sich deutlich auf EUR 1.147,91 Mio (2018: EUR 607,35 Mio). Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Gas exklusive OMV Petrom lag für Ergebnisabführungen mit EUR -251,80 Mio (2018: EUR -137,51 Mio) deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Aus dem Bereich Downstream Gas wurden keine Dividenden ausgeschüttet, ebenso wie im Vorjahr.

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2019 wurden im Wesentlichen geprägt von einer Kapitalzuführung an die OMV Refining & Marketing GmbH im Zusammenhang mit deren Investition in Abu Dhabi.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2019 betrug EUR 1.142,97 Mio (2018: EUR 1.966,89 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR -2.297,43 Mio (2018: EUR -2.081,59 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR -199,41 Mio(2018: EUR -290,26 Mio).

Der Jahresüberschuss betrug EUR 1.124,80 Mio (2018: EUR 411,38 Mio).

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2019 auf EUR 19.270,82 Mio (2018: EUR 18.383,31 Mio).

Das Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2019 mit EUR 5.769,60 Mio ermittelt (2018: EUR 5.220,76 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 betrug 29,94% (2018: 28,40%).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019 lag bei rund 84,06% (2018: 77,53%).

Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) wurde mit 20,47% (2018: 7,82%) ermittelt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2019 705 (2018: 623).

Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage "Abkürzungen und Definitionen", welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Eigene Anteile

An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2019 insgesamt 372.613 Stück gehalten (EUR 372.613), was 0,11% des Grundkapitals entspricht.

Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt "Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)".

Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen -169.538 Stück, das entspricht 0,05% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von TEUR 4.573 verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von TEUR 2.713 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Corporate Governance Bericht

Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance Bericht ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren> Geschäftsberichte abrufbar.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG)1 und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH)2 besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs

von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.

  • 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffene genehmigte Kapital am 13. Mai 2014 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 14. Mai 2014 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung
  • (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) der Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen (einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens) sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.

Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus genehmigten Kapital ergeben.

7.b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des

1 Mit Wirkung zum 20. Februar 2019 wurde die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Firmenwortlaut auf Österreichische Beteiligungs AG geändert.

2 Mit Wirkung zum 13. Februar 2019 wurden sämtliche bis dahin von der International Petroleum Investment Company gehaltenen Aktien auf die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C übertragen.

Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/ der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

7.c) Die Hauptversammlung vom 14. Mai 2019 ermächtigte den Vorstand gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 Aktiengesetz auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft, während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung, zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die dich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden, wobei die Ausübung jederzeit zum Wohl und im besten Interesse der Gesellschaft zu erfolgen hat.

  1. Die OMV hat unbefristete Hybridschuldverschreibungen im Ausmaß von EUR 2.000 Mio begeben, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in der Höhe von EUR 1.987 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rücksowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.

Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:

  • (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% verzinst. Von 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem ResetZinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5JahresSwapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 ist zusätzlich ein Stepup von 1% per annum anwendbar.
  • (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 wird die Tranche 2 mit einem ResetZinssatz, der dem dann geltenden 5JahresSwapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Stepups von 1% per annum entspricht, verzinst.

Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5JahresSwapsatz zuzüglich einer Marge von 2,335 % per annum entspricht, und ab dem 19. Juni 2028 ist zusätzlich ein Stepup

von 1% per annum anwendbar. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Die zum 31. Dezember 2019 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von AdhocPrüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen "EndtoEnd"Prozesse (z. B. PurchasetoPay, OrdertoCash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch

das KonzernIFRSAccountingManual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

  1. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.

Risikomanagement

Ebenso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist die OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein Risk Owner definiert, der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes InvestmentGradeRating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Nicht finanzielle und finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet.

Hauptzweck des UWRM ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRMSystem hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRMProzesses gemäß den internen und externen Anforderungen.

Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden.

Der Prozess wird durch ein konzernweites ITSystem unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen BottomupProzess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer MonteCarloSimulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem TopdownProzess unter Einbeziehung der mit der Strategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:

► Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken

  • ► Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, ITRisiken, HSSEund regulatorische bzw. ComplianceRisiken
  • ► Strategische Risiken, die zum Beispiel durch technologischen Fortschritt oder den Klimawandel entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit einer Geschäftspartnerin oder eines Geschäftspartners entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl und Gasunternehmen ist die OMV substanziell den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine NettoUSDLongPosition in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten ShortPositionen in RON, NOK, NZD und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Management von Marktpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahentinnen bzw. Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen CashflowAuswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.

In Bezug auf Marktpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der Vorstand bei Bedarf über HedgingStrategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den

potenziell negativen Einfluss fallender Öl und Gaspreise im UpstreamGeschäft abzusichern.

Im DownstreamGeschäft ist die OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende HedgingAktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.

Zinsrisikomanagement

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahentinnen und Kontrahenten wird auf Konzern und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartnerinnen bzw. -partner und Sicherheitengeberinnen bzw. -geber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl auf Konzernebene als auch bei der OMV Petrom in einer Richtlinie festgelegt.

Operative Risiken

Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert.

Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.

Die OMV konzentriert sich insbesondere auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE); CO2- Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu Umwelt, Klima und Energie, diesbezüglichen Entwicklungen in den Kraftstoff- und Gasmärkten, den finanziellen Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, dem Status von Innovationsprojekten und dem Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z. B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z. B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen).

Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und Cyber-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert.

Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.

Strategische Risiken

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die derzeit Schauplätze politischer Instabilität sind, wie etwa im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Malaysia, Russland und Tunesien, bzw. verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge in der Produktion oder höhere Steuersätze, die Begrenzung von Eigentum ausländischer Investorinnen und Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit den politischen Verhältnissen in Schwellenländern. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet und spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Darüber hinaus wurden die möglichen Auswirkungen eines harten Brexits auf die Unternehmen des OMV Konzerns analysiert. Die Analyse ergab, dass keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind.

Die OMV analysiert das Risiko potenzieller US oder EUSanktionen und deren Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um alle geltenden Sanktionen vollumfänglich einzuhalten. Insbesondere Risiken aufgrund von USSanktionen gegen das Nord-Stream-2Projekt und Aktivitäten in Russland werden regelmäßig bewertet und überwacht.

Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV regelmäßig die Gefährdung des Konzerns durch klimawandelbedingte Risiken. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.

Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)

In Zeiten der Energiewende ist es das Ziel der Geschäftstätigkeit der OMV, "Oil & Gas at its best" zu liefern. Der steigende Energiebedarf und der fortschreitende Klimawandel stellen die Energiewirtschaft vor große Herausforderungen. Es bedarf eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Klimaschutzmaßnahmen, leistbarer Energie und Versorgungssicherheit. Öl und Gas müssen so sinnvoll und verantwortungsbewusst wie möglich gefördert und genutzt werden, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Wir verpflichten uns, unsere Geschäfte verantwortungsvoll zu führen, indem wir die Umwelt schonen, als attraktive Arbeitgeberin agieren und langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen

und Kunden, Aktionärinnen und Aktionäre und die Gesellschaft schaffen.

Im Sinne ihres nachhaltigen Geschäftsansatzes entwickelte die OMV die Nachhaltigkeitsstrategie 2025 als Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie 2025. Die Nachhaltigkeitsstrategie umfasst 15 messbare Ziele, die sich auf fünf Schwerpunktbereiche verteilen: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE); CO2-Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Für eine CO2ärmere Zukunft wird die OMV bis 2025 bis zu EUR 500 Mio in innovative Energielösungen wie ReOil® und CoProcessing investieren und Maßnahmen zur CO2-Effizienz umsetzen.

Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSEStrategie 2025 als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern. Die HSSEStrategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSEEngagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSEProzessen, das Management von HSSERisiken und qualifiziertes Personal; sowie spezifische Ziele in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umwelt.

Im Jahr 2019 lagen die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (LostTime Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,34 (2018: 0,30) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 0,95 (2018: 0,78). Es waren keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge zu beklagen.

Die OMV engagiert sich für den Klimaschutz und ein verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und hat sich Ziele zur Verbesserung ihres CO2-Fußabdrucks gesetzt. Vorrangige Anliegen sind die Senkung der CO2Intensität der gesamten Geschäftstätigkeit der OMV um 19% und die Reduktion der CO2Intensität der Produkte um 4% bis 2025, jeweils im Vergleich zu 2010. Das wollen wir durch eine Verbesserung der Energieeffizienz in allen operativen Aktivitäten, durch Projekte zur Reduzierung von THG-Emissionen und die Erhöhung des Anteils von Erdgas und petrochemischen Produkten in unserem Produktportfolio erreichen.

Forschung und Entwicklung

Die OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Ausblick für den OMV Konzern

Marktumfeld

Die OMV erwartet für das Jahr 2020 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von USD 60/bbl (2019: USD 64/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird im Jahr 2020 voraussichtlich niedriger als im Vorjahr sein (2019: EUR 11,9/MWh).

Konzern

Die organischen Investitionen (inklusive aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen) werden sich 2020 voraussichtlich auf rund EUR 2,4 Mrd belaufen (2019: EUR 2,3 Mrd).

Upstream

Die OMV erwartet für 2020 eine Gesamtproduktion von rund 500 kboe/d (2019: 487 kboe/d), abhängig von der Sicherheitslage in Libyen. Die organischen Investitionen in Upstream (inklusive aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen) werden sich im Jahr 2020 voraussichtlich auf rund EUR 1,6 Mrd belaufen (2019: EUR 1,6 Mrd). Für das Jahr 2020 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben in Höhe von EUR 350 Mio prognostiziert (2019: EUR 360 Mio).

Downstream

Im Jahr 2020 werden eine Raffineriemarge von über USD 5/bbl (2019: USD 4,4/bbl) und Petrochemie-Margen von etwas unter EUR 400/t (2019: EUR 433/t) erwartet. Die Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte wird 2020 voraussichtlich ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr haben (2019: 20,9 Mio t). Für die OMV Märkte werden für 2020 leicht geringere Retail-Margen und Commercial-Margen als 2019 erwartet. Für das Jahr 2020 ist keine Generalüberholung der Raffinerien in Europa geplant. Daher wird der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa voraussichtlich bei rund 95% liegen (2019: 97%).

Die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2020 sollten über denen von 2019 liegen (2019: 137 TWh). Die Erdgas-Verkaufsmargen werden voraussichtlich mindestens dasselbe Niveau wie im Vorjahr haben.

Es wird erwartet, dass der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und die Bemühungen diesen einzudämmen die Weltwirtschaft beeinflussen und als Folge eine Auswirkung auf die Preise von und die Nachfrage nach Ölprodukten und Rohöl haben werden. Da eine Quantifizierung zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht möglich ist, sind diese Auswirkungen im oben angeführten Ausblick nicht enthalten.

Wien, am 11. März 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Reinhard Florey e.h. Finanzvorstand

Johann Pleininger e.h. Thomas Gangl e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Upstream Operations Officer

Chief Downstream Operations Officer

Bestätigungsvermerk 1

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2019 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die

Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt Wie wir den Sachverhalt im Rahmen

Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2019 € 9.904 Mio. nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von € 367 Mio. im Jahr 2019, die größtenteils ausschüttungsbedingt war. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundenen Unternehmen beträgt € 6.227 Mio.

Die Beurteilung der Wertminderung von Anteilen bzw. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen erfordert Ermessensentscheidungen, ob ein Wertminderungsbedarf eines bestimmten Vermögenswertes besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze durch das Management.

Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind in den Anhangangaben "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Punkt 1 (Anlagevermögen), Punkt 12 (Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis) und dem Anlagespiegel enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen hinterfragt und geprüft. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Evaluieren der Beurteilung des Managements betreffend das Bestehen von Wertminderungsanzeichen;
  • Abstimmen der Annahmen (prognostizierte Umsätze, Aufwendungen, Investitionen und Änderungen im Working Capital), welche zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsströme verwendet wurden, mit den genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Beiziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Beurteilung der Diskontierungssätze.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un sicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser

Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht (ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk). Von den sonstigen Informationen haben wir den "Konsolidierten Corporate-Governance-Bericht" und den "Konsolidierten Bericht über Zahlungen an staat-

Wien, am 11. März 2020

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Gerhard Schwartz e.h. Wirtschaftsprüfer

liche Stellen" vor dem Datum des Bestätigungsvermerkes erhalten. Der Geschäftsbericht und der Jahresfinanzbericht sowie die darin enthaltenen übrigen sonstigen Informationen werden uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 14. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Juni 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Schwartz.

Mag. Alexander Wlasto e.h. Wirtschaftsprüfer

Jahresabschluss

Bilanz Aktiva
Anhangangabe in EUR in EUR
1.000
2019 2018
A. 1
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
22.561.923 13.943
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund
2.079.257 2.406
2.
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
9.811.357 8.114
11.890.614 10.520
III. Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
9.904.265.292 8.187.092
2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
6.227.058.744 6.007.883
3.
Beteiligungen
26.624.460 26.624
4.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
4.506.435 4.506
5.
sonstige Ausleihungen
1.724.509 1.735
16.164.179.439 14.227.842
16.198.631.976 14.252.304
B. Umlaufvermögen
I. 2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
809.763 31
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
2.018.430.165 1.684.425
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3.
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
4.594 5
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4.
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
23.755.496 49.103
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2.043.000.018 1.733.564
II. Wertpapiere und Anteile
1.
sonstige Wertpapiere
160.799.503 183.265
III. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 832.983.750 2.186.851
3.036.783.271 4.103.679
C. Rechnungsabgrenzungsposten 35.401.321 27.330
D. Aktive latente Steuern
3
19.270.816.568 18.383.314

Bilanz Passiva

Anhang
angabe in EUR in EUR 1.000
2019 2018
A. Eigenkapital 4
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital
übernommenes Grundkapital 327.272.727 327.273
Nennbetrag eigener Anteile – 372.613 – 542
326.900.114 326.731
II. Kapitalrücklagen
1.
gebundene
1.741.968.584 1.739.256
2.
nicht gebundene
333.728 334
1.742.302.311 1.739.590
III. Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen 8.654.859 13.712
IV. Gewinnrücklagen
1.
freie Rücklagen
2.718.195.588 2.419.733
2.
Rücklage für eigene Anteile
372.613 542
2.718.568.201 2.420.275
V. Bilanzgewinn 973.171.501 720.449
davon Gewinnvortrag 148.374.101 309.070
5.769.596.985 5.220.757
B. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Abfertigungen 14.031.350 13.975
2. Rückstellungen für Pensionen 47.123.231 53.047
3. Steuerrückstellungen 232.383.219 318.719
4. sonstige Rückstellungen 46.963.176 49.925
340.500.976 435.667
C. Verbindlichkeiten 6
1. Anleihen 7.800.000.000 7.000.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 500.000.000 500.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.300.000.000 6.500.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 462.561.195 480.973
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 119.050.319 98.607
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 343.510.876 382.366
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.637.815 26.768
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 27.637.815 26.654
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 114
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.613.671.892 4.940.200
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 4.613.671.892 4.940.200
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 9
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 9
6. sonstige Verbindlichkeiten 256.231.115 278.940
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 221.451.055 236.459
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 34.780.060 42.481
davon aus Steuern 158.909.847 173.964
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 158.909.847 173.964
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.682.248 1.245
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.682.248 1.245
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.481.811.081 5.801.929
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.678.290.936 6.924.961
13.160.102.017 12.726.890
D. Rechnungsabgrenzungsposten 616.590
19.270.816.568 18.383.314

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhangangabe in EUR in EUR 1.000
2019 2018
1. Umsatzerlöse 7 208.961.328 213.495
2. sonstige betriebliche Erträge 8
a)
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
738.430
b)
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c)
übrige
269.124
1.075.617
3.338
893
2.083.171 4.231
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
9
a)
Materialaufwand
– 844.537 – 486
b)
Aufwendungen für bezogene Leistungen
– 40.681.198 – 42.336
– 41.525.735 – 42.822
4. Personalaufwand 10
a)
Gehälter
– 102.658.414 – 85.872
b)
soziale Aufwendungen
davon Aufwendungen für Altersversorgung
– 25.513.880
– 2.377.479
– 68.091
– 47.570
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen – 2.742.992 – 3.260
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
– 19.686.278 – 16.631
– 128.172.294 – 153.963
5. Abschreibungen
a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
– 9.363.144 – 8.253
6. sonstige betriebliche Aufwendungen
a)
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom
11
Ertrag fallen – 1.009.270 – 768
b)
übrige
– 99.184.113 – 82.763
– 100.193.383 – 83.531
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) – 68.210.057 – 70.841
8. Erträge aus Beteiligungen 1.768.873.821 1.450.340
davon aus verbundenen Unternehmen 1.737.790.125 1.411.371
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 170.077.687 130.597
davon aus verbundenen Unternehmen 170.073.062 130.592
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 338.645.288 266.731
davon aus verbundenen Unternehmen 59.849.716 38.349
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 3.285.282 5.965
davon aus Zuschreibungen 3.285.282 5.965
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen
davon Abschreibungen
– 628.984.965
– 368.394.875
– 842.956
– 705.449
davon aus verbundenen Unternehmen – 620.191.109 – 842.956
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 559.456.919 – 507.816
davon betreffend verbundene Unternehmen – 85.021.487 – 71.574
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 12 1.092.440.193 502.861
15. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) 1.024.230.136 432.019
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 100.567.263 – 20.640
davon latente Steuern – 16.104 – 5.563
17. Jahresüberschuss 1.124.797.399 411.379
18. Auflösung von Kapitalrücklagen 185
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen – 300.000.000 – 185
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 148.374.101 309.070
21. Bilanzgewinn 973.171.501 720.449

Anhang

Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet.

Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.

Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.

Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinnund Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie

Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögensgegenstände 4–5 Jahre
Bauten auf fremden Grundstücken 15 Jahre
Maschinen und maschinelle Anlagen 4–10 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 400 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.

Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Mit Wirkung ab

  1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts. Auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen übernimmt die OMV Aktiengesellschaft Gewinne und Verluste von 14 inländischen Tochtergesellschaften. Darüber hinaus bestehen mit 16 Gesellschaften Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode. Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.

Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.

Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten

werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Fremdwährungsderivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet die Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb Long Term Incentive Pläne

von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet. Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 3,5% zur Anwendung.

Plan 2019 Plan 2018 Plan 2017 Plan 2016
Planbeginn 01.01.2019 01.01.2018 01.01.2017 01.01.2016
Ende Leistungszeitraum 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2019 31.12.2018
Anspruchstag 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2019
Aktienerfordernis
200% vom 200% vom 200% vom 200% vom
Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Bruttogrund
Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt gehalt
175% vom 175% vom 175% vom 175% vom
Stellvertretender Vorstands Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Bruttogrund
vorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt gehalt
150% vom 150% vom 150% vom 150% vom
Bruttojahres Bruttojahres Bruttojahres Bruttogrund
Andere Vorstandsmitglieder grundgehalt grundgehalt grundgehalt gehalt
75% vom 75% vom 75% vom 75% vom
Ziel Long Term Ziel Long Term Ziel Long Term Bruttojahres
Führungskräfte Incentives Incentives Incentives grundgehalt
Erwartete Aktien zum
31. Dezember 2019 295.037 Aktien 169.883 Aktien 379.120 Aktien
Maximale Aktien zum
31. Dezember 2019 372.732 Aktien 278.266 Aktien 422.937 Aktien
Beizulegender Zeitwert des
Plans (in EUR 1.000) zum
31. Dezember 2019 1 14.988 8.763 19.889
Rückstellungen (in EUR
1.000) zum 31. Dezember
2019 2.179 2.827 9.527
Geschätze Steuerzahlungen
für Vergütungen durch
Eigenkapitalinstrumente (in
EUR 1.000) 2 711 97 482

1 Exkludiert die Lohnnebenkosten

2 Diese Position enthält die geschätzten Steuerverpflichtungen der Teilnehmer des Plans in Bezug auf die Vergütung durch Eigenkapitalinstrumente für den gesamten Plan. Die Zahlung erfolgt durch OMV in bar im Namen der Teilnehmer nach dem Anspruchsdatum.

Die folgende Tabelle bezieht sich auf den OMV Konzern:

Eigeninvestment

31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 91.974 Aktien 70.890 Aktien 48.435 Aktien 38.038 Aktien
Pleininger 45.032 Aktien 28.511 Aktien 19.333 Aktien 12.979 Aktien
Florey 24.351 Aktien 13.401 Aktien 8.335 Aktien
Gangl 1 10.730 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder 2
Leitner 44.211 Aktien 65.245 Aktien 59.335 Aktien 51.249 Aktien
Roiss 81.831 Aktien
Vorstände gesamt 216.298 Aktien 178.047 Aktien 135.438 Aktien 184.097 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 2 368.268 Aktien 299.997 Aktien 256.202 Aktien 317.840 Aktien
Eigeninvestment gesamt 584.566 Aktien 478.044 Aktien 391.640 Aktien 501.937 Aktien

1 Thomas Gangl hat am LTIP 2016, 2017 und 2018 als Senior Manager teilgenommen. Am LTIP 2019 nimmt er als Senior Manager, als auch Vorstandsmitglied teil.

2 Eigeninvestments von ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Führungskräften sind nur enthalten, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.

Equity Deferral

Ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt (Equity Deferral), die übrigen zwei Drittel werden bar ausgezahlt (Cash Bonus). Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus, vormals OMV Share Part of the Annual Bonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist 3 Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.

Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus (bis 2017: 200% des Bruttojahresgehalts) begrenzt. Ein Drittel (bis 2017: 50%) des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die festgestellte Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden, letzterer auf Basis von Marktnotierungen. Im Falle von wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren kann der Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen die Werte für Schwelle/Ziel/Maximum der Finanzziele (jedoch nicht die Leistungskriterien an sich) anpassen. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

Gesamte Aufwendungen

2019 wurden folgende Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen erfasst:

Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen
In EUR 1.000
2019 2018
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen 13.304 6.740
davon in bar ausgezahlt 10.739 3.874
davon Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 2.565 2.866

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens 2019 ist im Anlage- und Abschreibungsspiegel dargestellt. In der Bilanzposition Grundstücke ist ein Grundwert von TEUR 665 (2018: TEUR 722) enthalten.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

In EUR 1.000
2019 2018
Im nächsten Jahr 4.187 2.830
In den nächsten fünf Jahren 10.059 9.882

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 580.323 (2018: TEUR 192.069), wovon TEUR 534.309 im Jahr 2020 refinanziert werden.

Ausleihungen

In EUR 1.000
2019 2018
Inland
OMV Exploration & Production GmbH 4.678.191 4.120.000
OMV Finance Services GmbH 534.309 389.863
OMV Austria Exploration & Production GmbH 332.000 332.000
OMV Gas & Power GmbH 300.000
OMV Refining & Marketing GmbH 300.000 300.000
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH 153.000 153.000
OMV (Tunesien) Production GmbH 79.289 115.855
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH 1.646 1.646
EGW Heimstätte GmbH 78 89
Ausland
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság 30.254 31.155
OMV New Zealand Ltd 117.897 263.837
OMV Gas Marketing & Trading Hungaria Kft 2.118 2.174
Gesamt 6.228.783 6.009.619

Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein weiteres Darlehen an die OMV Exploration & Production GmbH in Höhe von TEUR 396.637 sowie ein Darlehen über TUSD 350.000. OMV Finance Services GmbH erhielt weitere TEUR 144.446.

Im Geschäftsjahr wurden folgende Darlehen getilgt: OMV Gas & Power GmbH TEUR 300.000, OMV Exploration & Production GmbHTEUR 150.000, OMV

(Tunesien) Production GmbH TUSD 43.778 sowie OMV New Zealand Limited TNZD 250.000.

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In EUR 1.000
2019 2018
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 810 31
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2.018.430 1.684.425
davon aus Lieferungen und Leistungen 30.471 22.354
davon aus Finanzierung 43.803 62.758
davon aus Gewinnübernahmen 1.557.355 1.267.895
davon sonstige 386.802 331.418
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 5 5
davon aus Lieferungen und Leistungen 5 5
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 23.755 49.103
Gesamt 2.043.000 1.733.564

Die in den Sonstige Forderungen enthaltene Forderung aus dem Verkauf der OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi im Jahr 2017 in Höhe von TEUR 20.000 wurde im Geschäftsjahr beglichen, die noch verbleibende Forderung daraus wurde im Geschäftsjahr wertberichtigt und ist mit TEUR 18.263 (2018: TEUR 27.057) ausgewiesen. Diese Position beinhaltet ebenso eine Forderung an das

Finanzamt in Höhe von TEUR 4.150 (2018: TEUR 1.661). Die sonstigen Forderungen beinhalten Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 18.263 (2018: TEUR 47.057).

3 Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln und unterschiedlichen Verteilungsnormen. Mangels ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr keine aktiven la-

4 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2018: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2018: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2019 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Da das von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffene genehmigte Kapital am 13. Mai 2014 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 14. Mai 2014 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital von

tenten Steuern angesetzt. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird nicht ausgeübt.

OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.

Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i)

dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen (einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens) sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.

Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.

Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.

Eigene Anteile: In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für

Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Die Hauptversammlung vom 14. Mai 2019 ermächtigte den Vorstand gemäß §65 Abs. 1 Z 8 Aktiengesetz auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft, während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung, zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden, wobei die Ausübung jederzeit zum Wohl und im besten Interesse der Gesellschaft zu erfolgen hat.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile

In EUR 1.000
Anzahl der Aktien Anschaffungswert
Stand 1.1.2018 772.230 8.485
Abgang – 230.079 – 2.525
Stand 31.12.2018 542.151 5.960
Abgang – 169.538 – 1.860
Stand 31.12.2019 372.613 4.100

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2018 327.272.727 772.230 326.500.497
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 230.079 230.079
Stand 31.12.2018 327.272.727 542.151 326.730.576
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 169.538 169.538
Stand 31.12.2019 327.272.727 372.613 326.900.114

5 Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig.

Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgelder

In EUR 1.000

2019 2018
Pensions Abferti Jubiläums Pensions Abferti Jubiläums
pläne gung geld pläne gung geld
Barwert der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 105.578 102.788
Marktwert des Planvermögens – 58.456 – 49.741
Rückstellung der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 47.122 53.047
Barwert der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 14.031 4.857 13.975 4.312
Rückstellung der nicht über einen
Fonds finanzierten Verpflichtung 14.031 4.857 13.975 4.312
Rückstellung zum 1.1. 53.047 13.975 4.312 17.059 7.641 2.066
Periodenaufwand 331 1.082 764 23.010 1.845 654
Fondsdotierung – 6.255
Auszahlungen – 1.043 – 305 – 1.301 – 264
Konzernübertrag 17 86 12.978 5.790 1.856
Rückstellung zum 31.12. 47.123 14.031 4.857 53.047 13.975 4.312
Zinsaufwand 2.115 231 84 2.380 315 105
Laufender Dienstzeitaufwand 526 273 548 247
Erwartete Erträge aus dem
Planvermögen – 1.668 – 1.923
Realisierung
versicherungsmathematischer
Verlust (+)/Gewinn (–) – 116 325 407 22.553 982 302
Periodenaufwand 331 1.082 764 23.010 1.845 654

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Annahmen zur Berechnung

2019 2018
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen Jubiläen pläne gungen Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 1,80% 1,40% 1,60% 2,10% 1,70% 2,00%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00%
Pensionstrend 2,00% 2,00%
Langfristige Planvermögensrendite 3,50% 3,50%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Auswirkungen der vorjährigen Änderung der biometrischen Rechnungsgrundlagen (Umstellung von AVÖ 2008 auf AVÖ 2018) wurden 2018 zur Gänze im Periodenaufwand erfasst und sind in der obigen Tabelle in den realisierten versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten enthalten. Im Wesentlichen führte dies 2018 zu einer Erhöhung der Pensionsrückstellungen um TEUR 5.532.

Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt.

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung.

Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Personalrückstellungen (UGB)" wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.

2019 2018
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Österreich Österreich Österreich Österreich
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 26,22% 26,42% 22,14% 21,81%
Schuldverschreibungen 59,08% 59,01% 62,21% 62,48%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 7,55% 7,03% 6,76%
Sonstige 7,15% 7,54% 8,89% 6,70%
9,01%
Gesamt 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI ist in internationale Aktienund Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderrisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG IV 2019 lag bei 13,2% und das Veranlagungsergebnis der VRG VI bei 13,3%, vor allem bedingt durch die verbesserte Entwicklung auf dem Wertpapier- und Schuldverschreibungsmarkt.

Im Jahr 2020 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2019 im Ausmaß von TEUR 2.500 (2018: TEUR 49.500) an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

Sonstige Rückstellungen

In EUR 1.000
-------------- --
2019 2018
Personalrückstellungen 42.886 38.608
Übrige Rückstellungen 4.077 11.317
Gesamt 46.963 49.925

Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für den Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 14.533 (2018: TEUR 14.612). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit einem Zinssatz von 3,5% abgezinst.

In der Position Steuerrückstellungen ist eine Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung

von Verlusten ausländischer Gruppenmitglieder auf Gruppenträger-Ebene in Höhe von TEUR 28.274 (2018: TEUR 28.274) sowie eine Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 204.109 (2018: TEUR 290.445) ausgewiesen.

6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten

In EUR 1.000

2019 2018
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
500.000 7.300.000 500.000 6.500.000
119.050 343.511 98.607 382.366
27.638 26.654 114
4.613.672 4.940.200
4.327 5.636
2.795.082 3.410.338
1.374.824 1.143.795
251.796 137.508
187.642 242.923
9
221.451 34.780 236.459 42.481
158.910 173.964
1.682 1.245
5.481.811 7.678.291 5.801.929 6.924.961

Im Geschäftsjahr wurde eine Anleihe in Höhe von TEUR 1.000.000 in zweiTranchen von je TEUR 500.000 , sowie ein Private Placement in Höhe von TEUR 300.000 begeben.

Die im Jahr 2013 begebene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von TEUR 500.000 wurde im November 2019 zurückbezahlt.

Am 7. Dezember 2015 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 1.500.000 in zwei Tranchen von je TEUR 750.000.Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst.

Am 19. Juni 2018 wurde eine weitere Hybridanleihe im Gesamtvolumen von TEUR 500.000 begeben, die bis 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst wird.

Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochtergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.

Begebene Anleihen

Nominale 1 Kupon Rückzahlung
Internationale Industrieanleihe EUR 500.000.000 4,375% fix 10.02.2020
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022
EUR 500.000.000 0,75% fix 04.12.2023
EUR 500.000.000 0,00% fix 03.07.2025
EUR 1.000.000.000 1,00% fix 14.12.2026
EUR 750.000.000 3,5% fix 27.09.2027
EUR 500.000.000 1,875% fix 04.12.2028
EUR 500.000.000 1,00% fix 03.07.2034
Privatplatzierung EUR 300.000.000 variabel 11.06.2021
Hybridanleihe EUR 750.000.000
EUR 750.000.000
EUR 500.000.000
Gesamt EUR 7.800.000.000

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 53.330 (2018: TEUR 51.817) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 40.414 (2018: TEUR 48.862). Diese Posten werden erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam. In den Verbindlichkeiten größer

als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 5.250.000 (2018: TEUR 4.250.000) sowie eine Verbindlichkeit aus Personallösungen in Höhe von TEUR 14.850 (2018: TEUR 18.734).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse
In EUR 1.000
2019 2018
Inland 175.312 181.357
Ausland 33.649 32.138
Gesamt 208.961 213.495

Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen, Erlösen aus den für Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben und für den Konzern erbrachten Servicedienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Personalwesen, Facility Management und betriebliche Medizin.

8 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge
In EUR 1.000
2019 2018
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 738
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 269 3.338
Übrige 1.076 893
Gesamt 2.083 4.231

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 269 (2018: TEUR 3.338). In der Position Übrige sind unter anderem

der Mitarbeiteranteil aus der Betriebskantine, diverse Bonifikationen und Funktionsentschädigungen enthalten.

9 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

In EUR 1.000
2019 2018
Materialaufwand 845 486
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 40.681 42.336
Gesamt 41.526 42.822

Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen umfassen im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Fremdleistungen in Höhe von TEUR 16.049 (2018: TEUR 16.170) und sonstige Leistungen von

OMV Petrom Global Solutions SRL in Höhe von TEUR 11.222 (2018: TEUR 15.320). Für die Servicierung von Software wurden Fremdleistungen in Höhe von TEUR 10.065 (2018: TEUR 8.241) zugekauft.

10 Personalaufwand

In den Aufwendungen für Gehälter sind Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf den Punkt "Gesamtaufwand" im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral of the Annual Bonus.

Die Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgeld betragen TEUR 680 (2018: TEUR 549).

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung

In EUR 1.000
2019 2018
Aufwendungen für Abfertigungen 1.543 2.225
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 1.200 1.034
Beitragsorientierter Personalaufwand 3.588 4.153
Leistungsorientierter Personalaufwand – 1.211 43.417
Gesamt 5.120 50.829

In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 692 (2018: EUR 695) und in der Position Leistungsorientierter Personalaufwand ein Ertrag über TEUR 1.209 (2018: Aufwand TEUR 20.683) für Personallösungen enthalten. Der Ertrag im leistungsorientierten Personalaufwand resultiert einerseits aus dem Entfall von Verpflichtungen und andererseits aus Parameteranpassungen.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung

In EUR 1.000
2019 2018
Abferti Pensions Abferti Pensions
gungen pläne gungen pläne
Vorstände und ehemalige Vorstände 251 725 188 813
Leitende Angestellte 174 486 281 1.108
Andere Arbeitnehmer 1.993 1.282 1.808 23.096
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 325 – 116 982 22.553

11 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen
In EUR 1.000
2019 2018
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen 1.009 768
Übrige 99.184 82.763
Gesamt 100.193 83.531

In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Konzernverrechnungen von TEUR 25.390 (2018: TEUR 16.586), Werbeaufwand TEUR 16.472 (2018: TEUR 12.131), Rechts- und Beratungskosten TEUR 32.051 (2018:TEUR 31.183), diverse Fremdleistungen TEUR 2.569 (2018: TEUR 3.160), Versicherungsaufwand TEUR 1.729 (2018: TEUR 2.154), Nachrichtenaufwand TEUR 5.195 (2018: TEUR 5.142) und Instandhaltungsaufwand TEUR 2.969 (2018: TEUR 2.818).

12 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis

Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 1.768.874 (2018: TEUR 1.450.340) resultieren TEUR 1.557.355 (2018: TEUR 1.267.895) aus Gewinngemeinschaften, TEUR 180.435 (2018: TEUR 143.476) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 31.084 (2018: TEUR 38.970) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2019 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Refining & Marketing GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas & Power GmbH.

Die Position Erträge aus Finanzanlagen beinhaltet eine Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von TEUR 3.285 (2018: TEUR 5.965).

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten Verlustübernahmen in Höhe von TEUR 251.796 (2018: TEUR 137.508) auf der Basis von Ergebnisabführungsverträgen, eine ausschüttungsbedingte Abschreibung im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 364.786 (2018: TEUR 700.000), eine Beteiligungsabschreibung der OMV AUSTRALIA PTY LTD in Höhe von TEUR 2.041 (2018: TEUR 3.864) sowie die Wertberichtigung der Forderung aus dem Verkauf der OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi aus Vorjahren über TEUR 8.794 (2018: TEUR Null).

13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag
In EUR 1.000
2019 2018
Laufende Steuern – 100.583 15.077
Latente Steuern 16 5.563
Gesamt – 100.567 20.640

Die laufende Steuer setzt sich aus einem Aufwand aus Vorjahren in Höhe von TEUR 35.202 (2018: Ertrag EUR 3.859) sowie aus dem Körperschaftsteuerertrag des Gruppenträgers in Höhe von TEUR 135.786 (2018: Aufwand TEUR 18.937) aufgrund der Gruppenbildung gemäß § 9 KStG nach den verrechneten Steuerumlagen zusammen. Im Körperschaftsteuerertrag des laufenden Jahres ist zusätzlich zur laufenden Steuerumlage die Auflösung der Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 86.336 (2018: Ertrag von TEUR 66.626) enthalten.

Der ausgewiesene latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 16 (2018: TEUR 5.563) betrifft die Wertberichtigung neutraler Anpassungen.

Ergänzende Angaben

14 Zinsmanagement und Derivate

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen.

Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst Währungsderivate: Forwards

sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2019 betreffen den EUR-USD, EUR-GBP, EUR-HUF, EUR-RON und den USD-RON Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis Dezember 2020 abgesichert.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:

In EUR 1.000
2019 2018
Beizulegender
Zeitwert
Beizulegender
Zeitwert
Nominale aktiv passiv Bilanz
ansatz
Nominale aktiv passiv Bilanz
ansatz
Currency-Forwards 831.737 18.781 – 18.749 1.359.876 16.785 – 16.726

Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurses des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match).

Ohne Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven Marktwertes von TEUR 18.749 (2018: TEUR 16.726) zu bilden gewesen.

In 2018 wurde für eine M&A Transaktion das EURUSD Wechselkursrisiko mit einer Option abgesichert. OMV Aktiengesellschaft kaufte für eine Konzerngesellschaft eine EUR Put / USD Call Option mit einem Strike Preis von EURUSD 1,135 mit Fälligkeit 30.01.2019, um ein Nominale von USD 270 Mio gegen einen stärkeren USD abzusichern. Die Optionsprämie von TEUR 2.440 wurde 2018 an die Konzerngesellschaft weiterbelastet.

Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:

Währungsderivate: FX Swaps

In EUR 1.000
2019 2018
Beizulegend Beizulegend
Nominale er Zeitwert Bilanzansatz Nominale er Zeitwert Bilanzansatz
FX Swap EUR-NZD 263.973 1.052
FX Swap NZD-USD 153.126 – 1.142 – 1.397
FX Swap EUR-NOK 500.630 9.935 656.272 – 5.343 – 5.343
FX Swap EUR-AUD 23.418 307
FX Swap EUR-RUB 287.686 8.371 109.501 – 5.463 – 5.463
FX Swap EUR-USD 426.212 – 2.059 – 2.059 65.407 95

Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.

15 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

Durchschnitt
2019 2018
Angestellte 705 623
Gesamt 705 623

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

In EUR 1.000
2019
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2019 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Pleininger Florey Gangl 5 Leitner 6 Davies 7 Huijskes 8 Roiss 9 Gesamt
Kurzfristige
Vergütungen 3.361 1.635 1.586 294 1.554 8.430
Fixer Bezug
(Grundbezug)
1.100 750 700 288 700 3.538
Fixer Bezug
(Funktions
zulage)
1.002 2 1.002
Variabel
(Zahlung für die
Zielerreichung) 1
1.246 872 841 841 3.800
Sachbezüge 13 13 45 3 7 13 90
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
275 188 175 72 175 884
Pensionskassen
beiträge
275 188 175 72 175 884
Leistungen im
Zusammenhang mit
Beendigung von
Dienst­verhältnissen
221 4 221
Anteilsbasierte
Vergütungen
3.596 1.754 1.165 2.081 247 415 3.129 12.387
Variabel (Equity
Deferral 2018)
698 489 471 471 2.129
Variabel (LTIP) 2.898 1.265 694 1.610 247 415 3.129 10.258
Vorstandsbezüge 7.232 3.576 2.926 366 4.031 247 415 3.129 21.923

1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2018, für die Prämien in 2019 ausbezahlt wurden.

2 Rainer Seele erhielt eine Vergütung für die interimistische Leitung des Vorstandsbereichs "Marketing & Trading" seit 1. Juli 2019

3 Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern

4 Herr Leitner erhielt eine Auszahlung für Urlaubsersatzleistungen in Höhe von TEUR 221.

5 Thomas Gangl trat dem Vorstand per 01. Juli 2019 bei.

6 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

7 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück.

8 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück.

9Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück.

Vorstandsbezüge

In EUR 1.000

2018
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2018
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Pleininger Florey Leitner Davies 6 Floren 7 Huijskes 8 Roiss 9 Gesamt
Kurzfristige
Vergütungen
2.013 1.338 1.351 1.413 150 6.264
Fixer Bezug
(Grundbezug)
1.100 750 700 700 3.250
Variabel
(Zahlung für die
Zielerreichung) 1
900 575 600 700 150 2.925
Sachbezüge 13 13 51 5 13 89
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
275 188 175 175 813
Pensionskassen
beiträge
275 188 175 175 813
Anteilsbasierte
Vergütungen 1
2.348 960 531 2.343 2.586 1.478 1.776 3.300 15.322
Variabel (Equity
Deferral 2017) 2
796 509 531 619 132 2.587
Variabel (LTIP) 1.552 3 452 4 1.724 2.453 1.478 1.776 3.300 12.735
Gesamt 4.636 2.485 2.057 3.931 2.735 1.478 1.776 3.300 22.399

1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2017, für die Prämien in 2018 ausbezahlt wurden.

2 Das Equity Deferral aus der jährlichen Bonifikation wurde vom "Share Part of the Annual Bonus" zum Zeitpunkt der Zuteilung umbenannt.

3 Rainer Seele erhielt anteilig Auszahlungen in Aktien vor Steuern, da er dem Vorstand per 01. Juli 2015 beigetreten ist.

4 Johann Pleininger erhielt anteilig Auszahlungen in Aktien vor Steuern und hatte zusätzlich Anspruch auf Auszahlungen von TEUR 516 aus dem LTIP 2015 als Senior Manager.

5 Inklusive Schulkosten, Umzugskosten und damit verbundene Steuern

6 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück.

7 Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück.

8 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück.

9 Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück.

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2019TEUR 602 aufgewendet (2018: TEUR 593).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Die OMV Aktiengesellschaft erbringt für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs- sowie Konzernsteuerungsdienstleistungen. Durch die in 2018 erfolgte Übernahme des operativen Geschäftsbetriebs der OMV Solutions GmbH werden des weiteren Servicedienstleistungen für den OMV Konzern erbracht.

Die Fremdüblichkeit der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht.

Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.

16 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

Haftungsverhältnisse
In EUR 1.000
2019 2018
Garantien 2.125.626 2.198.986
davon für verbundene Unternehmen 2.125.205 2.198.846

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Gewährung einer Garantie für SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd über TUSD 50.000 sowie der Reduzierung folgender Garantien für: OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 35.202, OMV Supply & Trading Limited um TUSD 50.592 sowie OMV Exploration & Production GmbH um TUSD 54.000.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.

Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.

Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet.

Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüchen, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

17 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2019 wurde mit TEUR 973.172 (2018: TEUR 720.449) ermittelt.

Für das Geschäftsjahr 2019 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüt-

18 Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

Der in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integrierte konsolidierte Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren > Berichte abrufbar.

19 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 6. März 2020 konnten sich die OPEC-Mitglieder und Russland nicht über eine Kürzung der Ölproduktion als Reaktion auf den starken Nachfragerückgang resultierend aus dem Ausbruch des Coronavirus einigen. Als Folge dessen wurde am 8. März 2020 bei Marktöffnung eine Senkung des Ölpreises um 30% verzeichnet, wobei die Rohölsorte Brent einen Preis von USD 31 pro Barrel auswies. Nach Ansicht der OMV wird die Angebotserhöhung gemeinsam mit der massiven Unsicherheit aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus zu höchst volatilen Marktbedingungen in den kommenden Monaten führen.

tung in Höhe von EUR 2,00 (2018: EUR 1,75) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2018 erfolgte im Mai 2019 und betrug TEUR 572.075 (2018: TEUR 490.096).

Der Aufsichtsrat der OMV hat am 11. März 2020 den Erwerb eines zusätzlichen 39% Anteils an der Borealis AG (Borealis) von Mubadala für einen Kaufpreis von USD 4,68 Mrd genehmigt, wobei der OMV sämtliche nach dem 31. Dezember 2019 ausgeschütteten Dividenden hinsichtlich des genannten zusätzlichen Anteils an der Borealis zustehen.

Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

Direkte Beteiligungen

Jahresüber
schuss/
Währung Eigenkapital
31.12.2019
Jahresfehl
betrag 2019
Anteil am
Kapital in %
Inland
OMV Exploration & Production GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 2.582.295 325.648 100
OMV Gas & Power GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 544.002 – 251.796 100
OMV Insurance Broker GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 45 18 100
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 3.387.646 3 1.103.811 100
OMV Solutions GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 1.516.709 53.526 100
Ausland
Diramic Insurance Limited, Gibraltar in EUR 1.000 100.974 2.885 100
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth 1 in AUD 1.000 – 161.460 – 4.003 100
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug 2 in CHF 1.000 1.423 504 100
OMV PETROM SA, Bukarest in RON 1.000 32.350.950 3.563.590 51,01

1 Gruppenmitglied gemäß § 9 KStG

2 Werte aus 2018

3 Inklusive Eigenkapitalzuschuss in Höhe von TEUR 2.084.000 in 2019

Aufsichtsrat

Wolfgang C. Berndt Elisabeth Stadler
Vorsitzender
Christoph Swarovski
Thomas Schmid
Stellvertreter Cathrine Trattner
Alyazia Ali Al Kuwaiti Gertrude Tumpel-Gugerell
Stellvertreterin
Vom Betriebsrat delegiert:
Mansour Mohamed Al Mulla Angela Schorna
Christine Asperger
Stefan Doboczky Herbert Lindner
Alfred Redlich
Karl Rose Gerhard Singer

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Präsidial- und Nominierungsausschuss:

Berndt (Vorsitzender), Schmid (Stellvertreter), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Al Mulla, Asperger, Redlich

Prüfungsausschuss:

Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Stadler (Stellvertreterin), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Berndt, Schmid, Trattner, Lindner, Schorna, Singer

Projektausschuss:

Rose (Vorsitzender), Schmid (Stellvertreter), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Al Mulla, Berndt, Lindner, Redlich, Singer

Vergütungsausschuss:

Berndt (Vorsitzender), Schmid (Stellvertreter), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Swarovski, Tumpel-Gugerell

Vorstand

Rainer Seele

Vorstandsvorsitzender Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Reinhard Florey

Finanzvorstand

Johann Pleininger

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Upstream Operations Officer

Thomas Gangl

Chief Downstream Operations Officer

Wien, am 11. März 2020

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Chief Marketing Officer

Reinhard Florey e.h. Finanzvorstand

Johann Pleininger e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Upstream Operations Officer

Thomas Gangl e.h. Chief Downstream Operations Officer

Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Entwicklung der Anschaffungskosten

In EUR 1.000
Stand 01.01.2019 Zugänge
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
17.044 13.781 1
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund 2.742 79
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.106 5.558
15.848 5.637
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.965.565 2.084.000
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.012.494 853.249
Beteiligungen 26.624
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506
Sonstige Ausleihungen 1.735
17.010.924 2.937.249
17.043.817 2.956.667

1 Inklusive von OMV Solutions GmbH übernommene Vermögenswerte: TEUR 17 (2018: TEUR 7.630) Immaterielle Vermögensgegenstände und TEUR Null (2018: TEUR 9.546) Sachanlagen

Abschreibungen
Abgang Stand
31.12.2019
31.12.2019
(kumuliert)
Bilanzwert
31.12.2019
Bilanzwert
31.12.2018
30.825 8.263 22.562 13.943
57 2.764 685 2.079 2.406
256 18.408 8.596 9.811 8.114
314 21.172 9.281 11.891 10.520
13.049.565 3.145.300 9.904.265 8.187.092
635.791 6.229.952 2.893 6.227.059 6.007.883
26.624 26.624 26.624
4.506 4.506 4.506
11 1.725 1.725 1.735
635.802 19.312.372 3.148.193 16.164.179 14.227.842
636.116 19.364.369 3.165.737 16.198.632 14.252.304

Entwicklung der Abschreibungen

In EUR 1.000
01.01.2019 Plan
mäßige
Abschrei
bungen
Außerplan
mäßige
Abschrei
bungen
2019
Zuschrei
bungen
Abgang 31.12.2019
Immaterielle
Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Vorteile sowie
daraus abgeleitete Lizenzen
3.102 5.162 8.263
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten auf
fremden Grund
337 348 685
Andere Anlagen, Betriebs
und Geschäftsausstattung 4.992 3.853 249 8.596
5.329 4.201 249 9.281
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen
2.778.473 366.827 3.145.300
Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
4.610 1.568 3.285 2.893
Beteiligungen
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
Sonstige Ausleihungen
2.783.083 368.395 3.285 3.148.193
2.791.514 9.363 368.395 3.285 249 3.165.737

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl Barrel (Fass zu zirka 159 Liter)

bbl/d Barrel pro Tag

bcf Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)

BIP Bruttoinlandsprodukt

boe Barrel Öläquivalent

boe/d Barrel Öläquivalent pro Tag

C

CAPEX

Capital Expenditure, Investitionen

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Downstream Öl, der operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und den berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zu zurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

CEE

Mittel- und Osteuropa

cf

Standard-Kubikfuß (16 °C/60°F)

CEGH

Central European Gas Hub

E

ECL

Erwartete Kreditausfälle

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU Europäische Union

EUR

Euro

F

FVOCI

Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis

FVTPL

Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust

FX

Fremdwährungs-Wechselkurs

G

G2P Gas-to-Power

H

HSSE

Health, Safety, Security, and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV

Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss

Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

kbbl/d Tausend Barrel pro Tag

kboe Tausend Barrel Öläquivalent

kboe/d

Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

KStG Körperschaftssteuergesetz

L

LNG

Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0°C/32°F)

Mio

Min Minute

Million, Millionen

MPPH

Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss

  • Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten

– Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

NZD

Neuseeland Dollar

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

ÖBAG

Österreichische Beteiligungs AG

ÖCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

Pearl Pearl Petroleum Company Limited

Q

Q1, Q2, Q3, Q4 Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

RUB

Russischer Rubel

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T

t Tonne

TEUR

Tausend Euro

toe

Tonne Öläquivalent

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh

Terawattstunde

U

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer

USD US Dollar

V

VAE

Vereinigte Arabische Emirate

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Z ZGE

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Investor Relations Kontakt:

OMV Aktiengesellschaft Investor Relations Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected] [email protected] www.omv.com www.twitter.com/omv www.omv.com/socialmedia

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

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OMV AKTIENGESELLSCHAFT GESCHÄFTSBERICHT 2019 / LAGEBERICHT

Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 11. März 2020

Rainer Seele e.h. Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Thomas Gangl e.h.
Vorstandsvorsitzender
Generaldirektor,
Vorstandsmitglied
Marketing
Stellvertretender
Vorstandsvorsitzender,
Vorstandsmitglied
Upstream
Finanzvorstand Vorstandsmitglied
Downstream

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien Österreich Tel. + 43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia ist RS vom GB, OK?