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OMV AG Annual Report 2017

Apr 12, 2018

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Annual Report

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OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:

  • 4 Die Energie für ein besseres Leben
  • 33 An unsere Aktionärinnen und Aktionäre
  • 49 Konzernlagebericht
  • 87 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
  • 107 Konzernabschluss und Konzernanhang
  • 227 Zusätzliche Informationen

Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:

  • 242 Bericht des Aufsichtsrats
  • 246 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
  • 265 Lagebericht
  • 272 Bestätigungsvermerk
  • 277 Jahresabschluss
  • 281 Anhang
  • 310 Abkürzungen und Definitionen

Teil 3: Erklärung des Vorstands – beinhaltet:

315 Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

OMV Aktiengesellschaft

Auf einen Blick

Fünf-Jahres-Übersicht

2017 2016 2015 20141 2013 2
Umsatzerlöse3 in EUR Mio 20.222 19.260 22.527 35.913 42.414
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen, Firmenwert
abschreibung und Zuschreibungen zum Anlagevermögen in EUR Mio 3.666 3.747 3.490 4.314 4.990
Operatives Ergebnis in EUR Mio 1.732 – 32 – 1.661 1.149 2.772
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in EUR Mio 1.486 – 230 – 1.909 792 2.291
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in EUR Mio – 634 47 654 – 265 – 562
Jahresüberschuss in EUR Mio 853 – 183 – 1.255 527 1.729
Den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnender Jahresüberschuss in EUR Mio 435 – 403 – 1.100 278 1.162
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
und Abschreibungen, Firmenwertabschreibung
und Zuschreibungen zum Anlagevermögen4 in EUR Mio 4.909 3.693 4.117 4.749 4.639
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten4 in EUR Mio 2.958 1.535 1.737 2.418 2.815
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurech
nender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten4 in EUR Mio 1.624 995 1.148 1.132 1.112
Bilanzsumme in EUR Mio 31.576 32.112 32.664 33.855 31.848
Eigenkapital in EUR Mio 14.334 13.925 14.298 14.514 14.545
Nettoverschuldung in EUR Mio 2.005 2.969 4.038 4.902 4.371
Durchschnittlich eingesetztes Kapital in EUR Mio 15.550 17.943 19.972 19.760 17.669
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio 3.448 2.878 2.834 3.666 4.124
Investitionen in EUR Mio 3.376 1.878 2.769 3.832 5.239
Freier Cashflow in EUR Mio 1.681 1.081 – 39 272 142
Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio 1.013 615 – 569 – 377 – 485
Abschreibungen, Wertminderungen und
Zuschreibungen5 in EUR Mio 1.941 3.784 5.153 3.165 2.296
Net Operating Profit After Tax (NOPAT) in EUR Mio 987 – 88 – 1.119 627 1.978
CCS NOPAT vor Sondereffekten4 in EUR Mio 2.169 1.325 1.522 1.697 1.938
Return On Average Capital Employed (ROACE) in % 6 0 – 6 3 11
CCS ROACE vor Sondereffekten4 in % 14 7 8 9 11
Return On Equity (ROE) in % 6 – 1 – 9 4 11
Eigenkapitalquote in % 45 43 44 43 46
Verschuldungsgrad in % 14 21 28 34 30
Ergebnis je Aktie in EUR 1,33 – 1,24 – 3,37 0,85 3,56
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten4 in EUR 4,97 3,05 3,52 3,47 3,41
Cashflow je Aktie6 in EUR 10,56 8,82 8,68 11,24 12,64
Dividende je Aktie7 in EUR 1,50 1,20 1,00 1,25 1,25
Ausschüttungsgrad in % 113 n.m. n.m. 147 35
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per 31. Dezember 20.721 22.544 24.124 25.501 26.863
Produktion in kboe/d 348 311 303 309 288
Sichere Reserven in Mio boe 1.146 1.030 1.028 1.090 1.131
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 23,8 30,7 30,0 31,1 31,5
Erdgas-Verkaufsmengen8 in TWh 113 109 110 114 126
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio
Arbeitsstunden
0,34 0,40 0,27 0,44 0,52

1 2015 wurden die Zahlen für 2014 gemäß IAS 8 angepasst

2 2014 wurden die Zahlen für 2013 aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" angepasst

3 Umsätze exklusive Mineralölsteuer

4 Bereinigt um Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und Mineralölprodukte aus

den Raffinerien und der OMV Petrol Ofisi 5 Einschließlich Wertminderungen und Zuschreibungen des Finanzanlagevermögens

6 Cashflow aus der Betriebstätigkeit

7 2017: wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt. Vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2018

8 Ab 2015 spiegelt diese Kennzahl nur Mengen an Dritte wider und exkludiert Tradingmengen. Zuvor veröffentlichte Zahlen wurden entsprechend angepasst

Geschäftsfelder

Upstream

OMV Upstream sucht und fördert Öl und Gas in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika, Russland und Australasien. 2017 wurden täglich 348 kboe/d (entspricht 127,0 Mio boe) produziert, wozu Öl und Gas jeweils ca. 50% beitrugen. Während mehr als die Hälfte der Produktion aus Rumänien und Österreich stammt, richtet das Unternehmen sein internationales Portfolio verstärkt auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten und hohen Reserven wie Russland aus. Zum Jahresende betrugen die sicheren Reserven 1,15 Mrd boe.

Kernregion 1 Kernregion 2 Kernregion 3 Kernregion 4
Zentral- und
Osteuropa
Nordsee Mittlerer Osten
und Afrika
Russland Übrige Welt
Bulgarien Norwegen Jemen Australien
Kasachstan Libyen Madagaskar
Österreich Pakistan Neuseeland
Rumänien Region Kurdistan im Irak
Tunesien
Vereinigte Arabische Emirate

Downstream

Downstream Öl (einschl. Petrochemie) betreibt drei Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien, ein internationales Mehr-Marken-Tankstellennetzwerk sowie ein hochqualitatives Commercial-Geschäft. 2017 betrug die Gesamtjahreskapazität 17,8 Mio t. Downstream Gas ist ein vollintegriertes, Mehrwert generierendes Gasvertriebs- und -logistikgeschäft. Mit dem österreichischen Gasleitungsnetzwerk und eigenen Gasspeichern liefert die OMV eigenproduziertes und kontrahiertes Gas nach ganz Europa.

Downstream

Deutschland Bulgarien Kroatien Österreich Moldawien Niederlande Rumänien Serbien Türkei Ungarn Slowakei

Slowenien Tschechien

Öl- und Gas-Markt Downstream Öl-Markt Downstream Gas-Markt

Die Energie für ein besseres Leben.

Energie ist Teil unseres Lebens: Konventionelle und alternative Kraftstoffe machen mobil. Erdgas bringt Wärme in die Häuser. Aus petrochemischen Produkten entstehen Kunststoffe für Alltagsgegenstände und Hightech-Anwendungen.

In all diesen Produkten steckt die Energie der OMV: Energie, die das Leben der Menschen einfacher und komfortabler macht.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette leistet die OMV mit ihrer Expertise, ihrem Technologie-Know-how und ihrer Innovationskraft einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Produkte für mehr Lebensqualität.

Sicher, umweltschonend und wirtschaftlich erfolgreich. Heute und morgen.

FINANZKALENDER

12. April 2018 Trading Update Q1 2018
3. Mai 2018 Ergebnis Jänner –März 2018
12. Mai 2018 Nachweisstichtag für die ordentliche
Hauptversammlung
22. Mai 2018 Ordentliche Hauptversammlung
29. Mai 2018 Dividenden-Extag
30. Mai 2018 Dividenden-Nachweisstichtag
1. Juni 2018 Dividenden-Zahltag
11. Juli 2018 Trading Update Q2 2018
2. August 2018 Ergebnis Jänner – Juni und Q2 2018
10. Oktober 2018 Trading Update Q3 2018
31. Oktober 2018 Ergebnis Jänner –September und Q3 2018
Jänner 2019 Trading Update Q4 2018
Februar 2019 Ergebnis Jänner – Dezember und Q4 2018
März 2019 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2018
Die bestätigten Termine finden Sie unter:
www.omv.com/financial-calendar

Die PDF-Version dieses Geschäftsberichts finden Sie hier: www.omv.com/annual-report

Inhalt

DIE ENERGIE FÜR EIN BESSERES LEBEN

1—AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE

2—KONZERNLAGEBERICHT

3—KONSOLIDIERTER CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

4—KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG

5—ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN

Öl und Gas sind und bleiben auch künftig das Rückgrat der globalen Energieversorgung. Daher investiert die OMV in moderne Technologien, die Anlagen effizienter, Prozesse nachhaltiger und Produkte werthaltiger machen. Mit Innovationskraft und langjähriger Technologieerfahrung sichert die OMV so die Energie für ein besseres Leben.

Energie 4.0: Mehrwert mit Daten

Was haben Daten mit Öl und Gas zu tun? Bei der OMV ist die Antwort ganz klar: In über 60 Jahren Energieproduktion hat das Unternehmen enorme Datenschätze gesammelt. Diese Datenarchive – sei es in Form von Bohrkernen, Seismikdaten oder Messwerten von zahllosen Raffinerie-Sensoren – bieten der OMV viele Vorteile beim Einsatz von Technologien in ihrem Kerngeschäft. Zudem nutzt die OMV die Möglichkeiten der Digitalisierung, um analog wie digital vorhandene Daten optimal auswerten und zur Steuerung von Anlagen einsetzen zu können. Dies steigert Effizienz und Verfügbarkeit und leistet damit einen entscheidenden Beitrag für eine sichere Energieversorgung.

Effizienter erschließen und fördern

Im Bereich Upstream engagieren sich erfahrene Teams für die wirtschaftliche Erschließung von Öl- und Gasressourcen, die Entwicklung umweltschonender, effektiver Produktionsmethoden und die bereichs- und länderübergreifende Nutzung des enormen Wissens- und Informationsschatzes der OMV. Dabei steht der Know-how-Transfer an erster Stelle.

Österreich ist das Zentrum der weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der OMV, wie Jan Paul, zuständig für Upstream Technology Management, erklärt: Das TECH Center & Lab in Gänserndorf liegt mitten in einem der ältesten Ölfördergebiete Europas und hat damit direkt vor

Das neue 3D Visualization Center im OMV Headoffice bringt alle Fachbereiche und internationalen Standorte interaktiv zusammen. Die hier genutzte Technologie ist einzigartig und auf dem aktuellsten Stand.

der Haustür optimale Rahmenbedingungen, um innovative Prozesse und Technologien zur Anwendung zu bringen. Durch die dort entwickelten und eingesetzten Lösungen können die Ölvorkommen der Felder optimal ausgefördert werden. Im Bereich der Entölungsrate liegt die OMV mit bis zu 60 Prozent im internationalen Spitzenfeld.

Auf aktuellstem Stand ist die OMV auch im Bereich der Seismik: Seit Jahren läuft die Erhebung und Auswertung der riesigen Datenmengen aus dem Erdinneren IT-gestützt. Mittlerweile bekommen die OMV Geologinnen und Geologen zusätzlich wertvolle Unterstützung von Hochleistungsrechensystemen, die virtuelle Modelle der Lagerstätten erstellen und mithilfe künstlicher Intelligenz auswerten. Die Teams haben so wesentlich schneller bedeutend mehr Informationen zur Verfügung, um Rückschluss auf potenzielle Öl- und Gasvorkommen ziehen zu können. Basierend auf der Datenauswertung liefert das System zudem zielgenau Interpretationen und Handlungsvorschläge. Seit Kurzem steht den OMV Expertinnen und Experten darüber hinaus ein 3D Visualization Center zur Verfügung, in dem sie gemeinsam – zeitgleich und ortsunabhängig – an der Analyse von Seismikdaten arbeiten können. Die hochauflösenden 3D-Visualisierungen sind in ihrer Art einzigartig und liefern fundierte Entscheidungsgrundlagen, weil sie die Lagerstätten bis ins kleinste Detail darstellen können.

Ressourcen und Prozesse optimieren

Auch der Erfolg des Raffineriegeschäfts basiert auf langjähriger Expertise in der Anwendung von Technologien. Anlagen und Prozesse werden ständig kontrolliert und optimiert. Um größtmögliche

Umfassendes Expertenwissen und schnelle Pilotierung in den eigenen Fördergebieten vor unserer Haustür sind unser Rezept für technologischen Fortschritt.

JAN PAUL OMV Technology Management, Upstream

UPSTREAM-TECHNOLOGIEN UND -INNOVATIONEN

Die Raffinerie ist ein sehr tech nologieintensives Umfeld. Unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Anwendung von Technologien hilft uns jeden Tag, unser operatives Geschäft zu optimieren.

ALEXANDER MITTELMAYR OMV Head of Process Units, Downstream Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten, steuert die OMV ihre Raffinerien in vielen Bereichen vollautomatisiert, erklärt Alexander Mittelmayr, der für den reibungslosen Betrieb der Anlagen verantwortlich ist.

Als Beispiel nennt er den DMC-Regler in der OMV Raffinerie Burghausen, einen der weltweit größten Regler seiner Art. DMC steht für "Dynamic Matrix Control" und funktioniert ähnlich wie ein Autopilot: Die Software kontrolliert automatisiert die gesamte Prozesskette und erhebt dabei eine Vielzahl von Daten wie Temperatur, Druck oder Menge. Basierend darauf werden Produktausbeute, Durchsatz und Energieeffizienz optimiert.

Aber nicht nur im Tagesgeschäft, auch bei Großprojekten setzt die OMV auf digitale Unterstützung: Die "Electronic Turnaround Optimization Platform" oder kurz eTop kam erstmals 2016 in der Raffinerie Schwechat zum Einsatz. Die eigens dafür entwickelte Software unterstützte die Erfassung Hunderter paralleler Arbeitsschritte im Rahmen der turnusmäßig durchgeführten, mehrwöchigen Raffinerie-Großinspektion. Früher wurden diese Schritte auf meterlangen Papierbögen an einem zentralen Ort festgehalten, heute erfasst das moderne IT-System Prozesse und Workflows von Beginn an elektronisch – über Touchscreen-Stationen oder Tablets direkt am Ort des Geschehens. So sind jederzeit mit nur einem Klick sämtliche technischen Daten und Pläne sowie der aktuelle Status aller Arbeitsschritte bequem verfügbar.

Diese und viele weitere Technologieinnovationen dienen letztendlich einem einzigen Ziel: der wirtschaftlichen, nachhaltigen und zuverlässigen Versorgung mit Energie für ein besseres Leben.

werden können.

Der DMC-Regler in der Raffinerie Burghausen erfasst 400 Prozessparameter und nutzt die Daten zur Überwachung und Steuerung der Anlagen. So werden Kapazitäten optimal ausgelastet, was Die Raffinerie Schwechat nutzt diese innovative Software, um die Zusammenarbeit und die Arbeitsabläufe unterschiedlicher Fachbereiche in Großprojekten wirksam zu erfassen und koordinieren. Dank digitaler Vernetzung und Interkonnektivität können Anlagen im laufenden Betrieb effizient überwacht werden. Eventuelle Probleme werden frühzeitig erkannt, sodass Ausfälle wirksam verhindert DMC-REGLER ETOP – ELECTRONIC TURNAROUND OPTIMIZATION PLATFORM PREDICTIVE MAINTENANCE

DOWNSTREAM-TECHNOLOGIEN UND -INNOVATIONEN

6

die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Markus Berghofer (links) und Andreas Roth (rechts) im Gespräch.

DIE ZUKUNFT IST DIGITAL

Digitalisierung ist bereits heute ein integraler Bestandteil des OMV Geschäfts. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette bringt sie viele Möglichkeiten – sei es bei der Exploration, der Verarbeitung oder dem Verkauf von Erdöl und Erdgas oder auch bei unterstützenden Prozessen wie im Bereich Finance oder Procurement. Markus Berghofer (Upstream) und Andreas Roth (Downstream) berichten über Digitalisierungstrends in der Öl- und Gasindustrie.

Wohin geht die digitale Zukunft bei der Suche nach Erdöl und Erdgas?

MARKUS BERGHOFER: Künstliche Intelligenz wird in der Bewertung und Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten immer wichtiger. Wir nutzen heute intelligente Algorithmen, um neue Felder schnell und effizient zu analysieren, und lassen dabei auch Daten aus alten Lagerstätten zur Beurteilung von Chancen und Risiken einfließen. Die Maschine erkennt und zeigt Muster sowie mögliche Fehlerquellen und unterstützt so den Menschen in der Entscheidungsfindung. Dank digitaler Werkzeuge wie Advanced Analytics oder Machine Learning können wir so schneller und kosteneffektiver produzieren.

Was ist ein Drilling Cockpit?

MARKUS BERGHOFER: Das Drilling Cockpit ermöglicht die zentrale Erfassung und Überwachung von Bohrungen auf der ganzen Welt. Durch die Analyse der Echtzeitdaten aus dem Feld können Planabweichungen erkannt und so von den Expertinnen und Experten vor Ort rechtzeitig die erforderlichen Schritte an der Bohranlage eingeleitet werden. Die weltweite digitale Vernetzung ist in diesem Zusammenhang eine große Herausforderung. Einige der Bohrstellen liegen mitten im Meer, andere tief in der Wüste. Die Schaffung von Infrastrukturen ist der Grundstein für optimale Anbindung und Nutzung von Echtzeitdaten.

Wie kann Data Mining das Raffineriegeschäft beeinflussen?

ANDREAS ROTH: Wir verfügen in unseren Raffinerien über langjährige Erfahrung und sehr große Datenmengen. Beides nutzen wir, um mit modernster Datenanalytik unsere Anlagen zu optimieren. In den Raffinerien messen Tausende Sensoren seit Jahren Größen wie Temperatur, Vibration oder Durchfluss unserer Anlagen. Neuartige Software ermöglicht es, diese Daten auf Vergangenheitsmuster zu untersuchen und Rückschlüsse auf mögliche Schäden oder Ausfälle der Anlagen zu ziehen. So können rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, mit positivem Einfluss auf die Anlagenverfügbarkeit oder die Effizienz.

Welche Rolle wird die Digitalisierung sonst im Bereich Downstream spielen?

ANDREAS ROTH: Die Digitalisierung verändert Geschäftsprozesse. Das Gashandelsgeschäft wird besonders stark profitieren. Blockchain ist gerade ein großes Thema und auch automatisiertes Trading bietet spannende Möglichkeiten: Kauf- und Verkaufsentscheidungen, die auf vielen verschiedenen Marktgebieten oft innerhalb weniger Sekunden getroffen werden müssen, können mittels Software-Lösungen leichter erkannt und realisiert werden und tragen so zu einer positiven Geschäftsentwicklung bei. An den Tankstellen wiederum wird das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden analysiert, um Sortimentsangebot und Serviceleistungen kontinuierlich zu verbessern. Digitalisierung ist also nicht einfach nur eine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit, wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern wollen.

Im Job muss ich verlässlich, genau und planbar arbeiten. Genau dieselbe Zuverlässigkeit erwarte ich auch, wenn ich mit dem Flugzeug reise.

Rechtsanwältin vor ihrem Abflug nach London

Zum Abflug bereit

Während die Fluggäste am Gate sitzen und auf den Abflug warten, wird draußen ihr Flugzeug betankt. Schnell, sauber und sicher. Im 30-minütigen Tankvorgang stecken viel Präzision, Produktions- und Logistikwissen der OMV.

Bis Jet – so der Industriename für Kerosin – zum benötigten Zeitpunkt in benötigter Qualität und Menge zuverlässig für das Flugzeug bereitsteht, hat die OMV bereits unzählige Aufgaben in Produktion, Transport und Qualitätssicherung erfüllt. Denn sie liefert nicht nur Flugkraftstoff in höchster Reinheit und Güte, die OMV bietet zudem auch umfassenden Service dazu.

Qualität, Logistik und Service von der Quelle bis zum Flugzeug

Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Jet verbraucht der Flughafen München pro Jahr, mehr als 700.000 Tonnen der Flughafen Schwechat in Wien und nahezu 300.000 Tonnen der Flughafen Bukarest, weiß Birgitt Leißer, die bei OMV Aviation den Kundenservice verantwortet. An allen drei Flughäfen kommt ein Großteil davon von der OMV.

Der Grund dafür liegt im wahrsten Sinne des Wortes ganz nah: Die OMV Raffinerie Schwechat zum Beispiel ist nur acht Kilometer vom Flughafen Wien-Schwechat entfernt und liefert das Kerosin über eine Pipeline sicher, schnell und ohne Verkehrsaufkommen direkt in die Tanklager am Flughafen. Ähnlich ist die Situation in München: Der Flughafen ist über eine 123 Kilometer lange Pipeline mit der OMV Raffinerie Burghausen verbunden. Und in Bukarest, wohin die Raffinerie Petrobrazi Jet per Tankwagen und Schiene transportiert, übernehmen OMV Petrom Teams sogar die Betankung der Flugzeuge selbst.

Mit regionalen Rohstoffen in die weite Welt

Was viele Passagiere nicht wissen, wenn sie in Wien am Gate warten: Das Kerosin, mit dem ihr Flugzeug gerade betankt wird, wurde nicht nur ganz in der Nähe in der OMV Raffinerie hergestellt – sogar

Von der Raffinerie Schwechat nimmt Jet seinen direkten Weg zum Flughafen.

Ein Mitarbeiter testet am Flughafen das angelieferte Jet. Höchste Kraftstoffqualität, Liefersicherheit und Service haben oberste Priorität bei der OMV.

lang ist die Pipeline, die Jet schnell und umweltfreundlich von der Raffinerie Schwechat zum Flughafen Wien-Schwechat transportiert.

WACHSTUMSMARKT JET

Birgitt Leißer und das internationale Aviation-Team koordinieren die Schnittstellen zwischen Raffinerie, Flughafen und Fluggesellschaft. OMV Jet muss die Anforderungen der Flughafen- und Flugzeugbetreiber stets auf den Punkt erfüllen.

Warum ist OMV Jet so erfolgreich?

BIRGITT LEISSER Wir wissen, was Flughäfen und Fluggesellschaften brauchen, und helfen ihnen, ihre Zeitund Logistikvorgaben zu erfüllen. Wir überwachen die Jet-Qualität von der Raffinerie bis zum Flugzeug. So liefern wir bereits 70 Prozent des Jets über Pipelines. Das ist hocheffizient, da es so ohne Verkehrsaufkommen und Emissionen zum Flughafen kommt. Logistikoptimierungen dieser Art sind von großem Nutzen und kommen letztendlich den Fluggästen zugute.

Was tut die OMV für mehr Nachhaltigkeit bei Jet?

BIRGITT LEISSER Nachhaltigkeit bedeutet für uns höchste Sicherheitsstandards und Umweltverträglichkeit unserer Prozesse und Produkte. Transportsicherheit hat bei uns oberste Priorität. Darüber hinaus arbeiten wir mit aireg, der deutschen Initiative für erneuerbare Energien im Luftverkehr, an der Herstellung von Jet aus Algenöl.

Welche Rolle wird Jet im Produktmix der Zukunft spielen?

BIRGITT LEISSER Der Verbrauch wird steigen, Jet wird immer wichtiger. Die OMV macht ihre Raffinerien bereit für diese wachsende Nachfrage und die Verschiebung von klassischen Benzin- und Diesel-Produkten hin zu einer höheren Jet-Produktion. Kraftstoffe für den Luftverkehr sind neben der Petrochemie das zweite spannende Wachstumsthema der OMV im Raffineriebereich.

ein Teil des dafür verwendeten Rohöls kommt aus der Region. Seit mehr als 60 Jahren gewinnt die OMV im niederösterreichischen Weinviertel Erdöl und Erdgas. Dank innovativer Technologien und langjähriger Erfahrung fördert die OMV hier mit einer Effizienz weit über Industriedurchschnitt. Die Entölungsrate, die angibt, wie viel des vorhandenen Erdöls auch tatsächlich gewonnen wird, liegt im Schnitt bei etwa 40 Prozent. Im Weinviertel erreicht die OMV jedoch Werte von bis zu 60 Prozent. Das hier geförderte Erdöl gelangt über eine rund 60 Kilometer kurze Pipeline direkt und umweltschonend vom Ölfeld in die Raffinerie Schwechat. Noch nahtloser und effizienter kann Integration vom Bohrloch bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern kaum sein.

Mehr Jet für eine mobilere Welt

Die Integration entlang der Wertschöpfungskette ist ein echter Wettbewerbsvorteil für die OMV, denn die Nachfrage nach Jet steigt. Bis 2030 soll der Verbrauch weltweit im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Auch wenn die Flugzeugmotoren immer effizienter werden, führt das steigende Flugaufkommen dennoch zu einem erhöhten Bedarf. Dazu kommt, dass es auf absehbare Zeit keine wirtschaftliche Alternative zu Kerosin geben wird, weil der Kraftstoff heute schon extrem leistungsstark ist.

Kurze Transportwege, höchste Qualität und zuverlässige Lieferung – es gibt viele gute Gründe, warum Flugzeuge an den Gates von Europa Jet von der OMV tanken. Der Anspruch der Reisenden bleibt immer gleich: sicher und verlässlich am Ziel ankommen.

Erdöl und NGL förderte die OMV 2017 in Österreich. Das entspricht rund 8 Prozent des Bedarfs der Raffinerie Schwechat.

Flugzeugbetankung ist Expertensache. Am Flughafen Schwechat begleitet die OMV ihr Jet bis in den Flugzeugtank. Bei der durchschnittlich 30-minütigen Betankung fließen bis zu 3.000 Liter pro Minute in das Flugzeug.

Seit mehr als 60 Jahren gewinnt die OMV im niederösterreichischen Weinviertel Erdöl und Erdgas. Die Produktion wird per Pipeline direkt in die Raffinerie Schwechat befördert.

Auftanken für die Zukunft

An den Tankstellen der OMV ist die Zukunft heute schon angekommen. Während ein Großteil der Kundschaft das Auto noch klassisch mit Diesel oder Benzin betankt, holen sich andere für ihre innovativen Fahrzeuge hier bereits die Kraftstoffe von morgen: Wer sich auf einer OMV Tankstelle genauer umschaut, kann an immer mehr Stationen Erdgas-, Elektro- und auch Wasserstofffahrzeuge beim Tanken entdecken.

Die Mobilität von morgen mitgestalten und alternative Kraftstoffe dafür bereitstellen – das treibt die OMV von jeher an, wie Michael Sattler erklärt, der für die strategische Planung der alternativen OMV Kraftstoffzukunft zuständig ist. Bereits vor über 20 Jahren schuf die OMV als erstes Unternehmen in Österreich eine Tankstelleninfrastruktur für Erdgasfahrzeuge. Genauso stammen die ersten Wasserstofftankstellen im Land von der OMV. Und auch an der steigenden Verbreitung der Elektromobilität hat die OMV entscheidenden Anteil: Von der ersten Stunde an wurde an OMV Tankstellen Platz für Ladestationen gemacht, damit Elektrofahrzeuge unterwegs schnell wieder aufgeladen werden können.

Ein wichtiger Beitrag zur Elektromobilität ist auch die 40-prozentige Beteiligung der OMV an SMATRICS. SMATRICS ist führender Komplettanbieter von Dienstleistungen für Elektromobilität in Österreich und plant bereits den weiteren Ausbau in Europa.

betreibt die OMV in Österreich und Deutschland.

Lebensqualität – das ist für uns auch die Flexibilität, mobil zu sein. Gleichzeitig denken wir an die Zukunft. Deshalb testen wir ein Wasserstoffauto. Und tanken bei der OMV.

Drei Freunde unterwegs zu einem Wochenendausflug

DIE KRAFTSTOFFE DER ZUKUNFT

Michael Sattler, Head of Future Energy, gibt Einblicke in die Zukunft des Autofahrens.

Erdgas, Wasserstoff oder Elektromobilität – wohin geht die Reise?

MICHAEL SATTLER Wir beschäftigen uns mit allen Energieträgern, die Zukunftspotenzial bieten. Wir warten nicht, bis der Markt etabliert ist, sondern gestalten die Zukunft aktiv mit. Über selektive Investitionen und strategische Partnerschaften engagieren wir uns im Bereich Infrastruktur und Produktentwicklung. Der Einstieg bei SMATRICS und die Kooperation mit IONITY sind Beispiele – wie auch unsere Zusammenarbeit mit H2 MOBILITY.

Welche alternativen Kraftstoffe gibt es an den OMV Tankstellen?

MICHAEL SATTLER Wir betreiben in Österreich 56 Erdgastankstellen und stellen damit eine flächendeckende Versorgung für diesen Kraftstoff sicher. In Österreich und Deutschland können Autofahrer an zehn OMV Stationen Wasserstoff tanken. Und an 25 OMV Tankstellen in Europa gibt es bereits Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge – weitere werden folgen.

Welche Rolle spielt Wasserstoff?

MICHAEL SATTLER Wasserstoff hat eine hohe Energiedichte und kann Überschussstrom speichern. Das macht ihn mittel- bis langfristig zu einem spannenden Energieträger in der Elektromobilität. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie arbeiten wir daran, Wasserstoff wirtschaftlich herzustellen. Wir sehen in den nächsten Jahren Einsatzmöglichkeiten im Schwerverkehr oder in Flotten, die sich keine langen Ladezeiten leisten können, zum Beispiel Busse oder Müllfahrzeuge.

Gemeinsam für alternative Mobilität

Der Einsatz der OMV für alternative Kraftstoffe geht aber noch weiter: In zahlreichen internationalen Initiativen und Partnerschaften rund um Elektro-, Wasserstoff- und Erdgasmobilität bringt sich die OMV mit ihrer Expertise, ihren Produkten und ihrer europaweiten Infrastruktur für die Entwicklung und Verbreitung der Mobilität von morgen ein.

Für dieses Engagement und die damit einhergehenden Investitionen hat sich die OMV ganz bewusst entschieden. Ohne Tankstellen, an denen Wasserstoff-, Erdgas- und Elektroautos betankt oder aufgeladen werden können, haben diese Technologien kaum Chancen auf Marktausweitung. Deshalb pflegt die OMV auch den engen Austausch mit Automobilindustrie, Forschungsverbänden und Universitäten, um mit der Entwicklung innovativer Kraftstoffe und der Schaffung der erforderlichen Infrastruktur dieses wichtige Thema weiter voranzutreiben.

Benzin und Diesel – weiter wichtig

An den OMV Tankstellen kann dieses Engagement jeden Tag erlebt werden. Hier gibt es die alternativen Kraftstoffe Wasserstoff, Erdgas und Strom genauso selbstverständlich wie OMV Benzin und Diesel in bewährter Qualität.

Den Grund für das umfangreiche Angebot erklärt Nikolai Schubert, Experte für Kraftstoffentwicklung und -innovation: Die OMV sieht die Zukunft der Mobilität nicht bei einem einzelnen Energieträger. Benzin und Diesel werden auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen, denn der Markt soll nach aktuellen Prognosen weiter wachsen: Selbst wenn bis zum Jahr 2030 etwa ein Drittel der Neuzulassungen in Europa Elektroautos sein werden, wird der Anteil von Diesel- und Benzinfahrzeugen

So schnell kann man in Zukunft an einer OMV Tankstelle sein Elektrofahrzeug aufladen.

An ausgewählten OMV Tankstellen finden sich bereits Wasserstoffanlagen. Durch seine hohe Energiedichte ist Wasserstoff ein spannender Energieträger für den Verkehr.

Mit SMATRICS schafft die OMV die Infrastruktur, um mehr Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Die Ladezeit kann man gemütlich in den OMV VIVA Stationen verbringen.

Die OMV bietet an ihren Tankstellen ein breites Portfolio an konventionellen und alternativen Kraftstoffen.

Benzin und Diesel werden auch zukünftig eine wichtige Rolle im Markt spielen, deshalb entwickelt die OMV diese Kraftstoffe konsequent weiter.

in Österreich für ein flächendeckendes Netz. auf der Straße immer noch bei 90 Prozent liegen. Insbesondere der Dieselverbrauch wird wachsen, weil der stetig zunehmende Schwerlastverkehr diesen Kraftstoff verstärkt nachfragt.

Deshalb entwickelt die OMV parallel zu alternativen Kraftstoffen auch ihr konventionelles Kraftstoffportfolio konsequent weiter. Ziel ist dabei stets die wirtschaftlich attraktive Bereitstellung hochwertiger und umweltschonender Kraftstoffe. Benzin und Diesel der OMV sollen nicht nur in modernen Motoren optimale Leistung erzielen, sondern auch in älteren Fahrzeugen. Die OMV Performance-Kraftstoffe steigern die Motoreffizienz und schonen so die Umwelt. Gleichzeitig arbeitet die OMV in enger Abstimmung mit den Automobilherstellern an Spitzenkraftstoffen für die Motorgenerationen von morgen.

Innovation von der Raffinerie bis in den Fahrzeugtank OMV Kraftstoffinnovation zeigt sich nicht erst im Tank. Sie beginnt schon viel früher – mit der Entwicklung optimal abgestimmter Rezepturen. Den Anteil der Biokomponenten gibt der Gesetzgeber genau vor, die Kunst liegt daher in der optimalen Zusammensetzung von Kraftstoffkomponenten, Biokomponenten und Zusatzstoffen. Dabei ist die Schlagrichtung der OMV ganz klar: je hochwertiger die Biokomponenten, desto höher die Leistungsausbeute im Motor und umso besser die Ökobilanz. Um die Qualität der Biokomponenten weiter zu optimieren, entwickelt Schuberts Team innovative Produktionsmethoden in der Raffinerie: Beim Co-Processing mischt man biogene Komponenten wie Rapsöl nicht erst – wie in konventionellen Prozessen – nach der Herstellung zu, sondern bereits direkt während der Produktion. Der so entstandene Biokraftstoff ist stabiler und länger haltbar. Davon profitieren alle Motoren, ganz besonders aber Hybridfahrzeuge, denn da bleibt der Kraftstoff aufgrund der Elektromotoraktivität länger im Tank.

Und auch hier hat die OMV die Zukunft im Blick: Aktuell forscht sie an Methoden, wie man die Grundstoffe, aus denen Benzin und Diesel hergestellt werden, alternativ gewinnen kann. Das ReOil-Projekt ist ein Beispiel für diesen Ansatz: Mittels Recycling bereitet die OMV verbrauchte Altkunststoffe wieder auf und gewinnt daraus einen neuen Rohstoff, der wie gewöhnliches Rohöl in der Raffinerie zu Benzin oder Diesel verarbeitet wird.

Unabhängig davon, wofür sich der Markt entscheidet – die OMV Tankstelle wird stets der Ort sein, wo die Kraftstoffe von heute, morgen oder übermorgen zum Fahrzeug kommen und den Kundinnen und Kunden eine breite Auswahl an alternativen wie konventionellen Kraftstoffen zur Verfügung steht.

Wir forschen für bestmögliche Effizienz, Umweltverträglichkeit und Verfügbarkeit unserer Kraftstoffe – alternativ wie konventionell.

NIKOLAI SCHUBERT OMV Head of Product Development & Innovation

Moderne Hochleistungsdatenkabel bringen High-Speed-Internet in die Häuser. Die Ummantelung dieser Datenkabel besteht aus Ethylen und Propylen.

petrochemische Produkte produzierte die OMV 2017 in ihren Raffinerien.

Ohne Kunststoff keine Verbindung

Immer und überall online. Für viele Menschen ist die Nutzung von Internet, Webdiensten und Onlinekommunikation über WLAN ein nicht mehr wegzudenkendes Stück Lebensqualität. In der Universitätsbibliothek geht das genauso einfach wie daheim: Man öffnet den Internetbrowser und ist sofort mit der Welt verbunden. Nicht alle wissen jedoch, wie viel Hightech hinter dieser Selbstverständlichkeit steckt. Und noch weniger ist bekannt, welche wichtige Rolle die OMV dabei spielt: Aus petrochemischen Grundstoffen der OMV entstehen funktionelle Teile der Datenkabel, die die Internetsignale zur Nutzerin und zum Nutzer bringen.

Veredeln statt verbrennen

Die Bedeutung petrochemischer Produkte wächst. Die OMV Raffinerien haben sich in den letzten Jahren von der reinen Rohöldestillation weiterentwickelt, hin zur Herstellung petrochemischer Produkte wie Ethylen, Propylen und Butadien. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Unser Alltag ist heute ohne Kunststoffe kaum noch vorstellbar, erklärt Josef Rath, der für das Petrochemiegeschäft der OMV zuständig ist. Deshalb sieht er den Trend im Raffineriebereich ganz klar in Richtung Petrochemie. Rund 2,2 Millionen Tonnen petrochemische Produkte pro Jahr produziert die OMV in ihren Raffinerien heute schon – das ist ein Anteil von ungefähr elf Prozent an der Raffineriegesamtproduktion. Und die Tendenz ist steigend, denn der Petrochemiemarkt soll laut Einschätzung von Experten in den nächsten Jahren um zwei bis drei Prozent jährlich wachsen.

Ein weiterer wichtiger Grund für die steigende Bedeutung der Petrochemie am Gesamtgeschäft der OMV ist jedoch auch das Bestreben nach effizienterer Nutzung wertvoller Ressourcen: Wird Erdöl – statt als Brennstoff genutzt zu werden – zu petrochemischen Grundstoffen veredelt, können hochwertige, langfristig nutzbare Produkte erzeugt werden: Smartphones, Computergehäuse, Fahrzeugteile, medizinische Artikel – und eben auch Datenkabel.

Die Ummantelungen von Datenkabeln bestehen aus den Rohstoffen Ethylen und Propylen. Die OMV produziert diese Rohstoffe in ihren Raffinerien in Schwechat und Burghausen. Der Großteil der Produktion geht an den Kunststoffhersteller Borealis, an dem die OMV einen Anteil von 36 Prozent hält. Borealis ist weltweit führend in der Erzeugung von Hightech-Kunststoffen und Experte für Datenkabelkunststoffe.

Ich recherchiere für meine Studienarbeit in Leoben und kann gleichzeitig über Videotelefonie mit der Familie daheim in Kontakt sein. Das Internet macht's möglich.

Student der Erdöltechnik aus Rumänien an der Montanuniversität Leoben

In der Raffinerie werden die Vorprodukte Ethylen und Propylen hergestellt, aus denen später hochwertige Kunststoffe erstellt werden.

Von der Förderung über die Verarbeitung bis zum Endprodukt – die OMV spielt entlang der gesamten Petrochemie-Wertschöpfung eine Rolle. Das sichert uns wichtige Wettbewerbsvorteile

JOSEF RATH OMV Head of Petrochemicals & Special Product Sales Aus dem Ethylen und Propylen fertigt das Unternehmen hochfunktionelle Granulate, die die Anforderungen der Kabelhersteller exakt erfüllen: Diese Granulate enthalten bereits alle funktionellen Zusatzstoffe, um eine lange Lebensdauer des fertigen Kabels zu sichern.

Integration entlang der Wertschöpfungskette

Ihr integriertes Geschäftsmodell schafft für die OMV in der Petrochemie wichtige Wettbewerbsvorteile – und zwar in alle Richtungen: Nicht nur, dass knapp 30 Prozent des Erdöls, das die OMV in ihren Raffinerien verarbeitet, aus Eigenproduktion kommen, auch im Verkauf ist die OMV so nah wie möglich an den Kundinnen und Kunden.

Josef Rath erklärt, wie alle Beteiligten gleichermaßen von dieser Nähe profitieren: Der enge Austausch ermöglicht der OMV die optimale Auslastung bestehender Produktionsanlagen und die langfristige Planung von Investitionen. Borealis wiederum profitiert von schneller Produktverfügbarkeit und bewährt hoher Qualität der gelieferten Grundstoffe. Und die Kundinnen und Kunden von Borealis – zum Beispiel die Kabelhersteller – erhalten ein hochwertiges Produkt, in dem die Kompetenzen beider Unternehmen perfekt einfließen.

Mit Großkunden, wie Wacker Chemie, Clariant oder Vinnolit, arbeitet die OMV sehr eng zusammen. An den Standorten Schwechat und Burghausen ist sie sogar direkt über Produktpipelines mit ihnen verbunden. Da die Unternehmen ein tiefes Verständnis der gegenseitigen Strategien und Märkte haben, können sie besonders schnell und effizient aufeinander und miteinander reagieren. Diese Partnerschaften basieren auf langjährigem Vertrauen und bilden die Grundlage für die Entstehung neuer Kunststoffe mit Mehrwert.

Werthaltigkeit bei der OMV – wirtschaftlich und technologisch erfolgreich

Um die unterschiedlichen Anforderungen der Abnehmerinnen und Abnehmer umsetzen zu können, entwickelt und nutzt die OMV innovative Technologien zur effizienten Gewinnung des jeweils gewünschten Bestandteils aus dem Rohöl. Dabei müssen neben Qualität und Effizienz auch die Wertbeiträge stimmen. Elisabeth Schopf, auf OMV Seite für das Borealis Beteiligungsmanagement zuständig, betont, dass bei der OMV Werthaltigkeit immer auch Wirtschaftlichkeit bedeutet.

Die Petrochemie wird im OMV Portfolio immer wichtiger. Durch die Veredelung unserer Rohstoffe schaffen wir langfristige Nachhaltigkeit – wirtschaftlich wie ökologisch.

ELISABETH SCHOPF OMV Head of Borealis Participation Management

war 2017 der Beitrag von Borealis zum OMV CCS operativen Ergebnis vor Sondereffekten.

Das spiegelt sich auch im Ergebnis von Borealis wider, das über die letzten Jahre einen wichtigen Beitrag zum OMV Gesamtergebnis geleistet hat.

Darüber hinaus hat die OMV immer auch Umweltverträglichkeit auf dem Radar: Kunststoff-Recycling, modernste Abwasseraufbereitung oder Prozess- und Energieeffizienz sind nur einige der Bereiche, in denen die OMV in ihren Raffinerien Maßstäbe setzt.

Was hat das alles mit dem Videoanruf in der Universitätsbibliothek zu tun? Er wäre nicht möglich, würden nicht Hightech-Datenkabel die Signale bis zum WLAN-Router übertragen. Auf dem weiten Weg vom Erdöl bis dorthin hat die OMV mit ihrem Know- how großen Anteil und bietet durch ihr Engagement in der Petrochemie auch zukünftig die Grundlagen für spannende Entwicklungen in diesem Markt.

Datenkabel werden aktuell weltweit pro Jahr verkauft.

Bei Borealis werden die Vorprodukte Polyethylen und Polypropylen hergestellt, aus denen später Isoliermaterial für Datenkabel produziert wird.

106

Patentfamilien hat Borealis allein 2017 angemeldet.

DIE FASZINIERENDE WELT DER PETROCHEMIE

Bart Verheule ist bei Borealis Marketingverantwortlicher für den Bereich Energie. Als Experte für Hightech-Kunststoffe hat Borealis einen exzellenten Ruf im Markt. Viele internationale Kabelhersteller beziehen ihre Spezialkunststoffe von Borealis.

Was hat Petrochemie mit Kabeln zu tun?

BART VERHEULE Wir beziehen Ethylen und Propylen von der OMV und stellen daraus Polyethylen und Polypropylen her. Beides wird in unzähligen Produkten unseres Alltags verwendet. Denken Sie nur an moderne Kunststoffe, die das Gewicht von Flugzeugen und Autos reduzieren und damit auch CO2- Emissionen einsparen. Auch viele Medizinprodukte bestehen aus Spezialkunststoffen, zum Beispiel Blutkonservenbeutel, Spritzen oder Stents. Handys, Laptops oder Werkzeuge hätten ohne Hochleistungskunststoffe kein Gehäuse. Und Hightech-Kunststoffe sind auch Voraussetzung für leistungsfähige Datenkabel.

Welche Rolle übernimmt dabei Borealis?

BART VERHEULE Borealis ist weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung modernster Hochleistungskunststoffe für eine große Bandbreite von Anwendungen. Innovation ist eine unserer Kernkompetenzen – allein 2017 haben wir 106 Patentfamilien angemeldet. Damit gehören wir international zu den Innovationsführern. Qualitativ hochwertige Kunststoffspezialprodukte für Energie- und Datenkabel sind ein sehr wichtiger Markt für uns. Antennenkabel für Mobilfunkanlagen, Glasfaserkabel, Telefonleitungen und Datenkabel – sie alle brauchen spezielle Kabelummantelungen und Spezialkunststoffe für optimale Funktion. Ein Datenkabel besteht in der Regel aus mehreren kleineren Kabelelementen, die voneinander isoliert werden müssen, damit das Gesamtkabel optimale Leistung erbringt. Der beste Isolator ist Luft. Unsere Expertise bei Borealis besteht darin, so viel Luft wie möglich in den Kunststoff einzubringen.

Wir nutzen heute zunehmend WLAN. Wozu braucht man überhaupt noch Datenkabel?

BART VERHEULE Wir bei Borealis sagen: Wireless Bits sind Bits auf der Suche nach einem Datenkabel. Ohne Datenkabel kein Wireless. WLAN funktioniert nur, weil die mobilen Systeme über eine fest an das Datennetz angeschlossene Basis kommunizieren können. Wenn wir eine schnelle, gute Datenverbindung brauchen, zum Beispiel um große Datenmengen herunterzuladen, schließen wir den Laptop immer noch an ein Datenkabel an. Gerade in Krankenhäusern oder in der Flugüberwachung ist es extrem wichtig, dass die

Datenübertragung stets frei von Störungen funktioniert, was immer noch am besten mit einem Kabel gewährleistet werden kann. Datenkabel sind heute echte Hightech-Produkte, ohne die es kein schnelles und auch kein kabelloses Internet gäbe.

Wie wird sich der Markt für Datenkabel entwickeln?

BART VERHEULE Der Markt ist sehr dynamisch, die Nachfrage steigt rasant: Derzeit werden jährlich etwa eine Million Kilometer geschäumte Datenkabel weltweit verkauft, 1,1 Millionen sollen es bis 2020 sein. Das Thema Smart Home erhöht den Bedarf weiter. Schon heute sind Computer und Telefon mit Datenkabeln verbunden, vielleicht auch schon der Fernseher. Zukünftig werden auch Kühlschrank, Heizung und Beleuchtung vernetzt werden. Borealis bedient diese Geschäftsmodelle mit neuen Kabelentwicklungen. Hohe Funktionalität, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit sind uns in der Entwicklung besonders wichtig.

Was tut Borealis für mehr Nachhaltigkeit bei Datenkabeln?

BART VERHEULE Kabel-Recycling ist sehr attraktiv. Nicht nur wegen des Kabelkerns aus Kupfer, sondern auch, weil es sich lohnt, die hochwertigen Kunststoffe, die sich in Kabelisolation und Kabelummantelung befinden, wiederzuverwerten. Deshalb entwickeln wir schon heute "monopolymere" Lösungen, bei der die Kabel aus nur einer Kunststoffart bestehen und daher ohne hohen Mehraufwand wiederverwertet werden können.

In meinem Beruf muss ich mich auf mein Auto verlassen können. Daher mache ich keine Kompromisse beim Tanken. Ich will optimale Qualität.

Bauleiter auf dem Weg zur Baustelle

Der perfekte Kraftstoff für Sommer und Winter

In unseren Breiten kann es im Winter bitterkalt werden. Wer einen Diesel fährt, muss trotzdem nicht sorgenvoll auf das Thermometer schauen: Mit OMV im Tank startet der Motor auch bei tiefsten Temperaturen. Aber OMV MaxxMotion kann noch mehr – ob Benzin oder Diesel, ob Sommer oder Winter: Der Performance-Kraftstoff steht für maximale Leistung und schont dabei gleichzeitig die Umwelt.

Premium-Kraftstoffe sind ein profitables Geschäft – die Nachfrage ist hoch, gerade auch in Osteuropa. Deshalb produziert die OMV seit 2011 ihren Performance-Kraftstoff OMV MaxxMotion nicht nur in der Raffinerie Schwechat, sondern auch in Petrobrazi, der Raffinerie der rumänischen Tochtergesellschaft OMV Petrom.

OMV MaxxMotion – zwei Raffinerien, ein Konzept Die Einführung eines neuen Kraftstoffs in die Produktionsabläufe einer Raffinerie ist ein komplexer Vorgang, erzählt Alexandru Nica, der für die Produktionsplanung in Petrobrazi zuständig ist.

Jede Raffinerie verfügt über eigene Rohstoffe, Prozesse und Anlagen. Das Rohöl, das in Petrobrazi zum Einsatz kommt, hat eine andere Zusammensetzung als das Rohöl in Schwechat, die rumänische Raffinerie nutzt andere Anlagen als die österreichische. Deshalb müssen Prozesse und Komponentenzusammensetzungen angepasst werden. Für die Feinabstimmung ist viel Expertise und Erfahrung erforderlich, um den neuen Kraftstoff bestmöglich in bestehende Prozesse einzubinden.

Unterstützung bekam Nicas Team dabei aus Schwechat. Als Teil des modernen Produktentwicklungsprozesses ist das üblich bei der OMV, sagt Ingrid Stopper, verantwortlich für die Kraftstoffentwicklung des Konzerns. Die Entwicklerteams begleiten ihre Kraftstoffe immer vom Labor über Motor- und Fahrzeugtests bis hin zur Produktion in den Raffinerien. So stellen sie sicher, dass OMV MaxxMotion Benzin und Diesel an den Tankstellen in allen neun Ländern in derselben hohen Qualität ankommt – egal in welcher Raffinerie der Kraftstoff produziert wurde.

Gerade auch bei Diesel ist hier umfassende Additivierungsexpertise gefragt: In enger Zusammenarbeit mit der Produktion passte Stoppers Team die Beimischung spezieller Zusatzstoffe, Additive genannt, Schritt für Schritt an die Raffinerie Petrobrazi an. Nach umfassenden Laborprüfungen wurde die neue Mischung im Echtbetrieb in den Produktionsanlagen der Raffinerie getestet. Nach

In so vielen Ländern kann man an über 1.000 OMV Tankstellen OMV MaxxMotion tanken.

Mit unseren Kraftstoffentwicklungen schaffen wir Mehrwert fürs Autofahren: maximale Motorsauberkeit, lange Lebensdauer und erhöhten Fahrspaß.

INGRID STOPPER OMV Department Manager Product Development

Für den rumänischen Markt wird OMV MaxxMotion seit 2011 in der Raffinerie Petrobrazi hergestellt.

OMV MaxxMotion ist als Benzin und Diesel erhältlich und wird an OMV Tankstellen in neun Ländern vertrieben.

Asset X Petromar steuerte 2017 rund 18 Prozent zur Produktion der OMV Petrom in Rumänien bei.

diesen Vorgaben wird OMV MaxxMotion nun in Petrobrazi hergestellt und erfüllt die hohen Qualitätsanforderungen.

Seit 2011 sind die OMV MaxxMotion Performance-Kraftstoffe fester Bestandteil des OMV Portfolios und sorgen bei Benzin- und Dieselmotoren für optimale Leistung. Nicht nur bei der Kältebeständigkeit von Diesel liegt das Geheimnis in der genau abgestimmten Rezeptur der Additive, sie sind auch verantwortlich für einen sauberen und effizienten Verbrennungsprozess. Das führt zu niedrigeren Emissionen und längerer Lebensdauer der Motoren – bei modernen Fahrzeugen sowie bei älteren Motorengenerationen.

Perfekt integriert von der Quelle bis zum Tank

Wettbewerbsvorteile schafft die OMV in diesem Zusammenhang auch durch die Integration der Geschäftsbereiche Upstream und Downstream. Vor allem die Verarbeitung von Rohöl aus Eigenproduktion erzeugt Synergien. Rumänien ist das Land mit der höchsten Produktion im OMV Portfolio, und die gesamte rumänische Erdölproduktion wird in der Raffinerie Petrobrazi weiterverarbeitet. Darüber hinaus reduziert die bereichsübergreifende Planung die Logistikkosten und optimiert die Margen.

Seit Jahren steigen die Verkaufszahlen von OMV MaxxMotion. Durch den engagierten Einsatz von der Quelle bis zur Tankstelle schafft die OMV die Voraussetzungen dafür, dass in all ihren Märkten Motoren lange und zuverlässig laufen.

Unser Wissensaustausch mit dem Team aus Schwechat ist hervorragend. Wir konnten unsere Prozesse optimieren und mit OMV MaxxMotion für unsere Kundinnen und Kunden ein Top-Produkt auf den Markt bringen.

ALEXANDRU NICA OMV Petrom Head of Planning, Crude & Risk Management

Erdöl und NGL produzierte die OMV Petrom 2017 in Rumänien.

Sicher versorgt und vorgesorgt

Wer heute eine Erdgastherme besitzt, hat es gut: Entspannter kann man seine vier Wände kaum beheizen. Kein Nachdenken über den besten Bestellzeitpunkt, kein Vergleichen von Lieferanten, keine Lagerung. Erdgas wird so unkompliziert und zuverlässig in die Häuser geliefert wie Leitungswasser oder Strom.

Damit das so ist – und auch bleibt –, engagiert sich die OMV entlang der gesamten Wertschöpfungskette. An allen Schnittstellen auf dem Weg, den das Gas vom Bohrloch bis zum regionalen Gasversorger zurücklegt, sorgt die OMV über die Integration von Produktion, Logistik und Vertrieb für Effizienz, Zuverlässigkeit und Kontinuität.

Wo kommt das Erdgas her?

Am Anfang steht die Förderung. 2017 lag die Gasproduktion der OMV weltweit bei etwa 27 Millionen Kubikmetern pro Tag. Über 80 Prozent davon produzierte die OMV in Rumänien, Norwegen und Österreich. Per Pipeline gelangt das Erdgas zu den Endabnehmerinnen und -abnehmern. Da die Gasabnahme ständig schwankt, aber zu jedem Zeitpunkt bedarfsgerecht sichergestellt sein muss, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Produktion, Pipeline- und Speicherlogistik sowie dem Vertrieb entscheidend für die Versorgungssicherheit.

Produktion und Vertrieb aus einer Hand

2017 produzierte die OMV in Norwegen rund 5 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag, das meiste aus den Feldern Gullfaks und Gudrun. Damit ist

Erdgas pro Tag produzierte die OMV 2017 weltweit.

Heimkommen, mit der Familie zusammen sein. Zuhause ist für uns kein Ort, sondern das Gefühl von Wärme und Geborgenheit.

Eine Familie beim Sonntagskaffee

SYNERGIEN SCHAFFEN MEHRWERT

Pål Marius Haaland, Head of Commercial & Legal bei der OMV Norge, erklärt, wie das integrierte Geschäftsmodell der OMV Synergien im Erdgasgeschäft schafft.

Wo in Norwegen fördert die OMV Erdgas?

PÅL HAALAND Wir liefern seit 2013 Erdgas aus großen Offshore-Feldern in der Nordsee. 2017 haben Gullfaks, Gudrun und Edvard Grieg etwa 5 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag produziert. Wenn das Gasfeld Aasta Hansteen Ende 2018 in Betrieb geht, wird es zusätzliche 3 Millionen Kubikmeter pro Tag bringen.

Wie bringt die OMV das Erdgas nach Europa?

PÅL HAALAND Das norwegische Gas wird von OMV Upstream über Pipelines nach Europa transportiert und dort von den OMV Verkaufsteams übernommen. Als integrierter Anbieter können wir langfristig planen, aber auch flexibel auf Liefer- oder Bedarfsänderungen reagieren. Wir können uns zum Beispiel rechtzeitig darauf einstellen, wenn die Produktion wegen Wartungsarbeiten sinkt oder es zu Überkapazitäten kommt.

Wie profitiert die Kundschaft von der Zusammenarbeit zwischen Upstream und Downstream?

PÅL HAALAND Wir haben eine Sechsmonatsplanung, stimmen uns im Tagesgeschäft aber auch kurzfristig ab. Das schafft Synergien bei der Buchung von Transportkapazitäten und im Wissenstransfer. Durch das Kundenportfolio von OMV Downstream haben wir einen sicheren Absatzkanal für unser Gas und können uns in Norwegen auf unser Kerngeschäft konzentrieren – die Gasförderung. So schaffen wir Liefersicherheit und planbare Preise für die Endabnehmerinnen und Endabnehmer.

Norwegen nach Rumänien das Land mit der zweitgrößten Erdgas-Eigenproduktion im OMV Upstream-Portfolio.

Damit das geförderte Erdgas logistisch und wirtschaftlich attraktiv von den norwegischen Produktionsfeldern abtransportiert wird, bucht die OMV Transportkapazitäten im norwegischen Pipeline-Netz. Das Upstream-Team rund um Pål Haaland ist stets genauestens über den Stand der Eigengasproduktion informiert – so kann die Buchung von Lieferkapazitäten vorausschauend geplant und damit sehr kosteneffizient umgesetzt werden. Da Haaland und seine Leute zu jedem Zeitpunkt den vollständigen Abtransport der produzierten Erdgasmengen sicherstellen müssen, arbeiten sie stets eng mit dem Downstream-Gashandelsteam zusammen, um Abnahmezeitpunkt und -menge optimal zu gestalten.

Die OMV ist also nicht nur Gasproduzentin, sie kümmert sich auch um den Transport und den Verkauf von Erdgas. Dank der engen Interaktion von Upstream und Downstream können alle Geschäftsfelder ihre Prozesse optimal planen und steuern. Das Ergebnis: bestmögliche Nutzung von Synergien, etablierte Absatzkanäle, umfassendes Verständnis aller Prozesse und Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und natürlich langjährig gewachsenes Vertrauen.

Bewährte Versorgungssicherheit

Andreas Gonschor schildert diese Vorteile aus der Downstream-Perspektive. Er ist für den Gasverkauf der OMV in Nordwesteuropa zuständig. Langfristige Bezugsverträge stellen die Basis für die Verkaufsaktivitäten dar, wovon rund 50 Prozent aus Eigenproduktion stammen. Zusätzlich kann noch kurzfristig Gas an Erdgashandelsplätzen bezogen werden. So können die Verkaufsteams einerseits langfristig planen und andererseits auf kurzfristige

Seit 50 Jahren versorgt die OMV Europa zuverlässig mit Erdgas. Erdgasspeicher wie hier in Schönkirchen sind ein wichtiger Bestandteil des integrierten OMV Geschäftsmodells.

6,7Mrd m3

des Erdgas-Bezugsportfolios kamen 2017 aus Eigenproduktion – das ist mehr als die Hälfte.

Die Offshore-Plattform Aasta Hansteen wird ab 2018 Erdgas in der Norwegischen See fördern.

Versorgungssicherheit heißt für uns: Wir liefern die benötigte Menge Gas zum benötigten Zeitpunkt. Wenn eine Familie zu Hause ihre Heizung aufdreht, hat die OMV ihre Arbeit bereits getan.

ANDREAS GONSCHOR OMV Head of Gas Sales

Erdgas kann die OMV in ihren Speichern lagern.

Änderungen schnell und flexibel reagieren. Die so geschaffene hohe Versorgungssicherheit und Lieferzuverlässigkeit kommt natürlich auch den Endabnehmerinnen und -abnehmern zugute.

Seit dem Eintritt der OMV in das Gasgeschäft vor rund fünf Jahrzehnten deckt die OMV Tag für Tag den Bedarf ihrer Kundschaft. Selbst wenn ein Gaslieferant ausfallen würde und weniger Gas ankommt, kann die OMV auf ihre Eigenproduktion zurückgreifen – oder über ihre Speicherkapazitäten Ersatz schaffen. In ihren Speichern kann die OMV knapp 2,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas auf Lager halten. Damit könnten rund zweieinhalb Millionen Haushalte ein ganzes Jahr lang versorgt werden.

Erdgas – Energieträger mit Zukunft

Erdgas hat Zukunft. Es verursacht nur halb so viel CO2 wie Kohle und ist damit der sauberste der fossilen Energieträger. Der Bedarf wird weiter steigen, denn Erdgas ist darüber hinaus eine sicher verfügbare und leistbare Energiequelle: Studien gehen davon aus, dass es sich in den nächsten 20 Jahren in Europa zum wichtigsten Primärenergieträger entwickeln wird. Damit Erdgas auch dann noch genauso zuverlässig, sicher und bequem zur Verfügung steht, erschließt die OMV neue Gasquellen, entwickelt neue Fördertechnologien und steigert weiter ihre Produktionseffizienz.

Mit Gas zu heizen ist und bleibt also auch weiterhin attraktiv. Die Voraussetzungen dafür schafft die OMV – vom Bohrloch bis in die eigenen vier Wände.

Immer wohlig warm: sichere Gasversorgung von der Quelle bis nach Hause.

AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE 33 – 48

Interview mit dem VorstandsvorsitzendenOMV VorstandBericht des AufsichtsratsOMV an den Kapitalmärkten

"Die OMV ist auf Erfolgskurs"

Für Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, haben wir Rainer Seele, OMV Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor, zur aktuellen Performance und weiteren Entwicklung des Unternehmens gefragt.

Herr Seele, wie hat sich die OMV im Jahr 2017 entwickelt?

Im Jahr 2017 hat sich die OMV dynamisch entwickelt und ist noch wertvoller und wettbewerbsfähiger geworden. Rückblickend konnten wir uns in einem volatilen Marktumfeld gut behaupten und die OMV auf einem profitablen Wachstumskurs halten. Wir haben die Produktion gesteigert, die Kosten gesenkt und das Ergebnis deutlich verbessert. Die Aktie hat sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Der Kurs ist 2017 um 57% gestiegen.

Inwiefern hat die positive Entwicklung des Ölpreises zum Geschäftserfolg beigetragen?

Der positive Geschäftsverlauf der OMV ist nur zum Teil auf die Stabilisierung des Ölpreises zurückzuführen. Der Ölpreis ist zwar im Berichtsjahr um 18% gestiegen, die gute Entwicklung der OMV ist aber das Ergebnis harter Arbeit und strikter Kostendisziplin. Darüber hinaus macht uns das integrierte Geschäftsmodell zu einem starken und widerstandsfähigen Unternehmen in der Branche. So können wir Schwankungen beim Ölpreis ausgleichen. Wir haben 2017 einen starken operativen Cashflow in Höhe von 3,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und es ist uns gelungen, den Break-even-Ölpreis für den Cashflow weiter auf 25 US-Dollar pro Barrel zu senken. Dies ist in unserem Benchmarking der niedrigste Wert unter allen unseren europäischen Mitbewerbern.

Was hat Sie 2017 besonders begeistert?

Wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den neuen Weg der OMV gemeinsam mit uns, dem Vorstand, gehen: Anfang 2017 haben wir für uns neue Prinzipien festgelegt und arbeiten alle begeistert daran, unseren Anspruch "Energie für ein besseres Leben" umzusetzen. Die Begeisterung aller, die für die OMV arbeiten, beeindruckt mich am meisten.

2017 war das Jahr, in dem sich der Upstream-Fokus in der OMV sehr deutlich verschoben hat …

Der Fokus im Bereich Upstream liegt auf Wachstum durch profitable Barrels. Diese erreichen wir, indem wir unser Engagement in kostengünstigen Regionen mit reichhaltigen Öl- und Gasreserven erhöhen.

… diesbezüglich gab es gute Neuigkeiten aus Russland.

Ja, am 30. November haben wir die Akquisition eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien abgeschlossen – ein weiterer Meilenstein in der erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie. Denn der Anteil an dem Feld erhöht unsere Produktion um 100.000 Fass Öläquivalent pro Tag. Dies macht die OMV damit erstmals in ihrer Geschichte zu einem Unternehmen mit mehr als 400.000 Fass Öläquivalent Tagesproduktion. Das trägt entscheidend dazu bei, die Produktionskosten des Portfolios weiter zu senken.

Wir haben die Produktion gesteigert, die Kosten gesenkt und das Ergebnis deutlich verbessert.

RAINER SEELE Vorstandsvorsitzender

Die Erhöhung der Tagesproduktion ist die eine Seite. Was bedeutet das Erdgasfeld in Westsibirien konkret für die Reserven der OMV?

Besonders erfreulich ist, dass wir dadurch eine Reservenersatzrate von 116% im Dreijahresdurchschnitt erreicht haben. Wir sind auch überzeugt, dass wir unser Versprechen von einer nachhaltigen Reservenbasis in den nächsten Jahren umsetzen werden.

Auch im Bereich Downstream ist 2017 wieder viel passiert. Können Sie uns eines der Highlights nennen?

Downstream hat auch 2017 wieder eine sehr gute Performance abgeliefert. Ein operatives Highlight war die erfolgreich abgeschlossene Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat. Schwechat ist eine der größten und modernsten Binnenraffinerien in Europa. Wir haben hier in Projekte zur Modernisierung und zur Sicherstellung des nachhaltigen und zukunftsfähigen Raffineriebetriebs 110 Millionen Euro investiert. Die Arbeiten konnten ohne unfallbedingte Ausfalltage umgesetzt werden. Es freut uns, wenn Großprojekte wie diese so reibungslos und zufriedenstellend verlaufen.

Von einem großen Asset im Downstream-Bereich hat sich die OMV getrennt. Warum?

Mit dem Verkauf der Petrol Ofisi haben wir einen wichtigen Schritt zur Optimierung unseres Downstream Öl-Geschäfts umgesetzt. Das freigewordene Kapital können wir nun gezielt in Projekte investieren, die das OMV Portfolio besser ergänzen.

Gleichzeitig macht sich Downstream auf anderen Gebieten fit für die Zukunft. Welche sind das?

Wir investieren verstärkt in unbemannte Tankstellen und haben einen 40%-Anteil an SMATRICS, einem Dienstleister rund um das Thema Elektromobilität, erworben. Mit OMV Gas starteten wir eine Verkaufsoffensive in Deutschland und waren damit sehr erfolgreich. Wir haben im vergangenen Jahr in Deutschland neue Großkunden gewonnen und einen Marktanteil von 2% erreicht.

Im März 2018 haben Sie anlässlich des Kapitalmarkttags die Strategie 2025 präsentiert. Wie sieht die OMV der Zukunft aus?

Wir werden auf dem erfolgreichen, integrierten Geschäftsmodell und dem exzellenten Know-how unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbauen und die Internationalisierung weiter vorantreiben. Unser Ziel ist es, die OMV größer und noch besser zu machen. Dazu setzen wir auf vier strategische Stoßrichtungen: Erstens richten wir unsere Wachstumsstrategie an unserem erfolgreichen integrierten Geschäftsmodell aus. Zweitens werden wir die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Öl und Gas merkbar internationalisieren. Drittens streben wir eine starke Position im europäischen Gasmarkt an. Viertens werden wir die Optimierung unserer Prozesse vorantreiben und unsere Performance weiter verbessern.

Wie und wo wollen Sie im Bereich Upstream wachsen?

Wir werden die Öl- und Gasproduktion fokussiert in unseren Kernregionen weiter durch Akquisitionen und Investitionen ausbauen und stets auf die Optimierung unseres Portfolios achten. Konkret sehen wir attraktive Wachstumschancen in den ressourcenreichen Regionen Russland und Mittlerer Osten. Unsere strategischen Partnerschaften werden uns dabei ebenso unterstützen.

Wir werden entlang einer integrierten Strategie international, profitabel und verantwortungsbewusst wachsen.

Die Beteiligung an der Erdgaslagerstätte Juschno Russkoje war ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Setzt die OMV generell verstärkt auf Erdgas als Energieträger?

Erdgas nimmt im europäischen Energiemix eine eminent wichtige Rolle ein. Insbesondere hinsichtlich der Aspekte Leistbarkeit, Verfügbarkeit und Umwelt. Wir setzen diesbezüglich nicht nur auf Russland als strategische Region. Auch unsere Entwicklungsprojekte wie zum Beispiel Aasta Hansteen in Norwegen und Neptun in Rumänien werden einen wichtigen Beitrag zur Erdgasproduktion in unserem Portfolio leisten.

Wo sehen Sie Wachstumsmöglichkeiten für den Bereich Downstream?

Wir erwarten eine steigende Nachfrage nach Raffinerie- und Petrochemie-Produkten im Mittleren Osten und insbesondere in Asien. Daher evaluieren wir Projekte in petrochemisch geführten Raffinerien in diesen Regionen. In Europa setzen wir langfristig auf den Ausbau der Petrochemie und auf Wachstumsmärkte wie die Luftfahrt.

Was haben Sie mit dem Erdgas-Verkaufsgeschäft vor?

Unser Erdgas-Verkaufsgeschäft werden wir deutlich ausbauen und den Fokus auf den Verkauf von Erdgas aus Eigenproduktion verstärken. Zusätzlich haben wir unser Bezugsportfolio erfolgreich mit LNG (Liquefied Natural Gas) ergänzt. Wir sehen großes Potenzial in den Absatzbereichen Stromproduktion, Industrie sowie Transport und sind überzeugt, dass dies ein wichtiger Beitrag für die unmittelbare Verbesserung der CO2-Bilanz Europas ist.

Die Gaspipeline Nord Stream 2 soll eine direkte Verbindung zwischen den russischen Gasreserven und den europäischen Gaskunden bieten. Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Allen Prognosen zufolge wird die EU im Jahr 2030 rund 80% des benötigten Erdgases importieren müssen. Deshalb unterstützen wir unseren Partner Gazprom, wo wir können, damit Nord Stream 2 zu einem Erfolg wird. Im Vorjahr haben wir Finanzierungsvereinbarungen für das strategisch wichtige Projekt unterzeichnet. Wir erwarten für 2018 die Baugenehmigung und anschließend werden die Rohre verlegt. Das Projekt verläuft nach Plan.

Basierend auf dem geplanten Wachstum, können sich die OMV Aktionärinnen und Aktionäre auf eine erhöhte Dividende freuen?

Wir halten an unserer progressiven Dividendenpolitik fest. Für 2017 werden wir der Hauptversammlung erneut eine erhöhte Dividende von 1,50 Euro pro Aktie vorschlagen.

Was können wir für 2018 von der OMV erwarten?

Wir werden mit vollem Elan an der Umsetzung unserer Strategie 2025 arbeiten. Wichtige Meilensteine für das Jahr 2018 sind der Abschluss des Asset-Tausches mit Gazprom sowie Projekte mit unseren strategischen Partnern in Abu Dhabi. Unsere Wettbewerbsfähigkeit werden wir weiter mit strikter Kosten- und Kapitaldisziplin stärken. Den Herausforderungen auf dem globalen Energiemarkt werden wir mit Agilität und innovativen Ideen begegnen.

Im Namen des gesamten Vorstands möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Leistungen bedanken. Ich freue mich, unsere ambitionierten Zukunftspläne mit einem hoch motivierten OMV Team umzusetzen und damit langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden sowie Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen. Für das in uns gesetzte Vertrauen von Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, möchte ich mich ebenfalls bei Ihnen bedanken.

Wien, im März 2018

Rainer Seele e.h.

OMV Vorstand

Von links nach rechts:

Manfred Leitner Vorstandsmitglied Downstream

Johann Pleininger Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Upstream

Rainer Seele Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Reinhard Florey Finanzvorstand

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich sehr, Ihnen über ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 berichten zu können. Der Kurs der OMV Aktie stieg 2017 um 57% und übertraf den FTSEurofirst E300 Oil & Gas, der eine stabile Entwicklung zeigte, damit bei Weitem. Diese Entwicklung zeigt anschaulich, dass die OMV nicht nur die Herausforderungen des schwierigen Marktumfelds erfolgreich meistern konnte, sondern auch wichtige und tiefgreifende Maßnahmen zur Umgestaltung des Portfolios umgesetzt hat. Das Unternehmen hat dadurch deutlich und nachhaltig an Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Wert gewonnen. Der Fokus auf profitables Wachstum, die klare Ausrichtung auf Kernaktivitäten und -regionen sowie striktes Kostenmanagement waren Schlüssel zum Erfolg. Auch der Kapitalmarkt hat diese strategische Ausrichtung und deren konsequente Umsetzung honoriert.

Die Erfolge der letzten Jahre schaffen eine tragfähige Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens und vergrößern den strategischen Optionsradius.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 informieren:

Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat

Mit der Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger im Mai 2017 wurde das Vorstandsteam in seiner bisherigen Zusammensetzung bestätigt. Die Funktionsperioden von Rainer Seele und Johann Pleininger wurden um jeweils zwei Jahre bis 2020 verlängert. Darüber hinaus wurde Johann Pleininger per 1. Juli 2017 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats blieb im Geschäftsjahr 2017 unverändert.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er überwachte die Geschäftsführung der OMV durch den Vorstand und beriet diesen in Entscheidungsfindungsprozessen auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2017 auf der Evaluierung von Maßnahmen zur Umgestaltung des OMV Portfolios im Einklang mit der genehmigten Strategie, die in einer deutlichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, einer Stärkung der Beziehungen mit wichtigen Partnerunternehmen und einer signifikanten Erhöhung der Reservenbasis resultierte.

Die OMV hat deutlich und nachhaltig an Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Wert gewonnen.

PETER LÖSCHER Vorsitzender des Aufsichtsrats

In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Akquisition des 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien sowie der Verkauf der Petrol Ofisi zu erwähnen, die 2017 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Überdies unterzeichnete die OMV gemeinsam mit anderen europäischen Energieunternehmen im April 2017 langfristige Finanzierungsverträge für Nord Stream 2, womit ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung des Pipeline-Projekts gesetzt werden konnte.

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Arbeit des Aufsichtsrats im Jahr 2017 bildete die intensive Auseinandersetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats mit der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, die in der Genehmigung der Strategie durch den Aufsichtsrat im Dezember 2017 mündete.

Besonderes Augenmerk galt auch der Finalisierung der im Vorjahr gestarteten umfassenden und extern begleiteten Selbstevaluierung des Aufsichtsrats, die eine kontinuierliche Optimierung der Effizienz und Effektivität der Aufsichtsratstätigkeit zum Ziel hatte. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Aufsichtsratssitzung im März 2017 sowie in nachfolgenden bilateralen Gesprächen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden intensiv diskutiert. Die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge wurden in weiterer Folge in Umsetzung gebracht. Damit bekennt sich der Aufsichtsrat zur Einhaltung der internationalen Best Practice und zu seiner Verantwortung gegenüber den Aktionärinnen und Aktionären.

Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Neben der Vorbereitung der Entscheidung über die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger befasste sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss im Geschäftsjahr 2017 insbesondere mit dem Thema der langfristigen Planung der Vorstandsnachfolge. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden erfolgte eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Identifizierung interner Potenzialträger sowie geeigneter Entwicklungsmaßnahmen.

Vor dem Hintergrund der ab 1. Jänner 2018 gesetzlich verpflichtenden Geschlechterquote für Aufsichtsräte1 und im Sinne einer Spiegelung der strategischen Schwerpunkte des Unternehmens in den Kompetenzprofilen der Aufsichtsratsmitglieder leitete der Präsidial- und Nominierungsausschuss außerdem eine Diskussion über das künftige Anforderungsprofil von Aufsichtsratsmitgliedern ein. Die darin definierten Voraussetzungen sollen bei künftigen Wahlvorschlägen für Aufsichtsratsmitglieder Berücksichtigung finden. Im Zuge dieser Diskussion verständigten sich die Kapital- und Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter auf eine getrennte Erfüllung der Geschlechterquote. Zusätzlich zu dem bereits etablierten Einführungstraining für neue Aufsichtsratsmitglieder entwickelte der Präsidial- und Nominierungsausschuss erstmals ein kontinuierliches Fortbildungsprogramm für den Aufsichtsrat, das im Geschäftsjahr 2018 zur Umsetzung gelangen soll.

Der Vergütungsausschuss unterzog die Grundvergütung des Vorstands einem umfassenden Marktvergleich. Zudem wurden intensive Gespräche mit ausgewählten Stimmrechtsberatungsunternehmen sowie institutionellen Investoren initiiert, um neben anderen Themen insbesondere deren Anregungen zu den variablen Vergütungsplänen für den Vorstand zu diskutieren. Mit dem Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse aufzugreifen, wurde im Anschluss daran eine extern durchgeführte Evaluierung der Vorstandsvergütungsstruktur eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Analyse sowie die Details der neuen Vergütungsstruktur werden den Aktionärinnen und Aktionären in der Hauptversammlung 2018 dargelegt.

Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollund Steuerungssystems des Konzerns. Der Abschlussprüfer des OMV Konzerns, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei regelmäßig die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde.

Die Erfolge der letzten Jahre schaffen eine tragfähige Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens und vergrößern den strategischen Optionsradius.

1 Ab 1. Jänner 2018 muss bei Wahlen oder Entsendungen in den Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft ein verpflichtender Mindestanteil von 30% Männern und 30% Frauen im Aufsichtsrat beachtet werden, wenn der Aufsichtsrat aus mindestens sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertretern und die Belegschaft zumindest zu 20% aus Männern bzw. Frauen bestehen. Der Mindestanteil ist grundsätzlich insgesamt von Kapital- und Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter zu erfüllen (Gesamterfüllung). Die Mehrheit der Kapitaloder Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter ist berechtigt, der Gesamterfüllung zu widersprechen

In regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfindenden Tagungen des Portfolio- und Projektausschusses wurden die Entscheidungen zu wesentlichen Investitions- und M&A-Projekten durch umfangreiche Informationen und intensive Diskussionen vorbereitet. Darüber hinaus setzte sich der Portfolio- und Projektausschuss wiederholt mit strategischen Überlegungen zur langfristigen Portfolioausrichtung auseinander.

Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs.1 Aktiengesetz vorgelegten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2017, die damit gemäß § 96 Abs.4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2017 erhielten vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, eine Dividende von EUR 1,50 je Aktie auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Der gesonderte konsolidierte nichtfinanzielle Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) wird vom Aufsichtsrat getrennt geprüft und im Anschluss an den Geschäftsbericht gemeinsam mit dem diesbezüglichen Bericht des Aufsichtsrats separat veröffentlicht.

Das Jahr 2017 war für die OMV außerordentlich erfolgreich und auch für die Zukunft konnten entscheidende Weichen für ein profitables Wachstum gestellt werden. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich bei dem Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2017. Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr entgegengebrachtes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern der OMV.

Wien, am 14. März 2018

Für den Aufsichtsrat

Peter Löscher e.h.

OMV an den Kapitalmärkten

Während die Aktienmärkte 2016 von geopolitischen Ereignissen beeinflusst waren, wurden die Kursentwicklungen 2017 wieder überwiegend vom Marktumfeld und von Unternehmensdaten getrieben. Die erfolgreiche Strategieumsetzung und die operative Dynamik haben zu einer positiven Kursentwicklung für die OMV geführt. Ende 2017 lag der Aktienkurs mit einem Plus von 57% deutlich über den wichtigen Vergleichsindizes und den Mitbewerbern in der Branche.

Finanzmärkte

Das Jahr 2017 bot ein gutes Umfeld für Aktienanlagen. Die europäische Wirtschaft hat an Fahrt aufgenommen und hat sich nach einer Periode der Unsicherheit erholt. Eine Reihe einer positiven Entwicklung und Optimismus entgegenstehende Faktoren haben sich im Laufe des Jahres 2017 gelegt. Im Hinblick auf das politische Umfeld wurden insbesondere die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden, die unvorhersehbare Folgen für die gesamte europäische Wirtschaft bargen, von den Investorinnen und Investoren genau beobachtet.

Global wurden an den Börsen aufgrund von starken Wirtschaftsdaten und Unternehmensergebnissen 2017 neue Spitzenwerte erzielt. Die stabile globale Wirtschaftslage förderte eine starke Ölnachfrage. In Verbindung mit dieser Entwicklung führte die Entscheidung der OPEC und großer Nicht-OPEC-Produzenten, die Senkung der Ölfördermengen auszuweiten, sowie die allgemeine Einhaltung der vereinbarten Senkungen zu einer deutlichen Erholung des globalen Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte 2017. Der Brent-Rohölpreis ist gegenüber dem Vorjahr um 18% gestiegen und lag zum Jahresende bei USD 66,87/bbl.

Auf einen Blick

2017 2016 2015 20141 20132
Anzahl der ausstehenden Aktien3 in Mio 326,50 326,45 326,36 326,26 326,23
Marktkapitalisierung3 in EUR Mrd 17,29 10,96 8,53 7,18 11,35
Aktienumsatz an der Wiener Börse in EUR Mrd 8,84 6,04 7,13 5,21 4,82
Höchstkurs des Jahres in EUR 54,14 34,78 30,46 36,06 39,69
Tiefstkurs des Jahres in EUR 32,37 21,45 20,70 20,07 27,85
Schlusskurs des Jahres in EUR 52,83 33,56 26,13 22,01 34,79
Ergebnis je Aktie in EUR 1,33 –1,24 – 3,37 0,85 3,56
Buchwert je Aktie3 in EUR 34,35 33,44 35,76 35,53 35,60
Cashflow je Aktie4 in EUR 10,56 8,82 8,68 11,24 12,64
Dividende je Aktie5 in EUR 1,50 1,20 1,00 1,25 1,25
Ausschüttungsgrad in % 113 n.m. n.m. 147 35
Dividendenrendite3 in % 2,84 3,58 3,83 5,68 3,59
Total Shareholder Return (TSR) 6 in % 61 34 24 – 34 31

1 2015 wurden die Zahlen für 2014 gemäß IAS 8 angepasst

2 2014 wurden die Zahlen für 2013 aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" angepasst

3 Per 31. Dezember

4 Cashflow aus der Betriebstätigkeit

5 2017: Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt. Vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2018

6 Inklusive Reinvestition der Dividende

Kursentwicklung und Handelsvolumen der OMV Aktie

Mit einem Anstieg um 57% haben die Aktien der OMV im Jahr 2017 ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Eine Reinvestition der Dividenden vorausgesetzt, belief sich die Gesamtrendite für Aktionärinnen und Aktionäre auf 61%. Der Aktienkurs der OMV lag zu Jahresbeginn bei EUR 33,56 und hatte am

  1. Jänner seinen Jahrestiefpunkt von EUR 32,37. Anschließend zeigte der Aktienkurs einen steilen Aufwärtstrend. Am 22. Dezember erreichte er seinen Höchststand von EUR 54,14 und schloss das Jahr bei EUR 52,83 ab. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der OMV Aktie lag 2017 bei 407.689 (2016: 471.359). Die Marktkapitalisierung der OMV stieg gegenüber dem Jahresende 2016 um EUR 6,3 Mrd auf EUR 17,3 Mrd (Jahresende 2016: EUR 11,0 Mrd).

OMV Aktienkurs stieg im Jahr 2017 um 57%

Die OMV hat wichtige Vergleichsindizes deutlich übertroffen. Der österreichische ATX verzeichnete 2017 einen Anstieg um 31%. Der globale Branchenindex FTSEurofirst E300 Oil & Gas blieb im selben Zeitraum im Wesentlichen unverändert und der FTSEurotop 100 stieg um 6%.

Gemessen über einen Zeitraums von fünf Jahren übertraf die Rendite der OMV Aktien die Rendite der Indizes. Hätte ein Anleger Ende 2012 einen Betrag von EUR 100 in OMV Aktien investiert und die Dividenden in zusätzlichen OMV Aktien angelegt, so wäre der Wert der Anlagen bis Ende 2017 auf EUR 232 angewachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 18%.

Langfristige Wertentwicklung der OMV Aktie im Marktvergleich Durchschnittliche jährliche Steigerung bei Wiederanlage der Dividende1

10 Jahre (31. Dezember 2007 – 31. Dezember 2017) 5 Jahre (31. Dezember 2012 – 31. Dezember 2017)

1 Die Datengrundlage für die Berechnung bildet der "Total Return Index (RI)" von DataStream. Für die Berechnung der durchschnittlichen jährlichen Steigerung bei Wiederanlage der Dividende wurde die Methodik der jährlichen Wachstumsrate verwendet

Dividendenvorschlag für das Jahr 2017: EUR 1,50 je Aktie

Am 24. Mai 2017 hat die Jahreshauptversammlung der OMV für das Jahr 2016 eine Dividende von EUR 1,20 pro Aktie genehmigt. Sie erteilte auch ihre Zustimmung zu allen anderen Tagesordnungspunkten einschließlich der Wahl des Aufsichtsrats, des Long Term Incentive Plan 2017 und des Matching Share Plan 2017.

Dividende von EUR 1,50 je Aktie vorgeschlagen Für das Jahr 2017 wird der Vorstand bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2018 eine Dividendenzahlung von EUR 1,50 je Aktie vorschlagen. Die Dividendenrendite, gemessen am Schlusskurs des Jahres 2017, würde 2,84% betragen.

Dividendenpolitik

Die OMV hat sich zum Ziel gesetzt, den OMV Aktionärinnen und Aktionären über einen Geschäftszyklus einen attraktiven und kalkulierbaren Shareholder Return zu bieten. Im Rahmen ihrer angepassten Dividendenpolitik strebt die OMV an, die Dividende im Einklang mit der finanziellen Performance – im Wesentlichen der Entwicklung des freien Cashflows und des Jahresüberschusses des Konzerns – jährlich zu erhöhen, oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten.

Aktionärsstruktur der OMV

Die Aktionärsstruktur der OMV blieb 2017 relativ unverändert und setzte sich zum Jahresende wie folgt zusammen: 43,0% Streubesitz, 31,5% Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB, vertritt die österreichische Regierung), 24,9% International Petroleum Investment Company (IPIC), 0,3% Aktienprogramme für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 0,2% eigene Aktien.

ÖBIB 31,5
IPIC/Abu Dhabi 24,9
Institutionelle Investoren 27,3
Unidentifizierter Streubesitz 8,6
Privatanleger/Brokerage und Handelskonten 7,1
Mitarbeiteraktienprogramm 0,3
Eigene Aktien 0,2

Die jüngste Analyse der Aktionärsstruktur der OMV erfolgte Ende 2017. Daraus ergab sich, dass institutionelle Investoren 27,3% der OMV Aktien hielten. Mit 31% stellten Anleger aus den USA die größte regionale Gruppe institutioneller Investoren dar. Anleger aus Großbritannien und Nordirland machten 21%, Aktionäre aus Frankreich 10% und Anleger aus Norwegen und Österreich jeweils 6%. Anteilseigner aus Deutschland hielten 5% der Aktien.

Geografische Verteilung der institutionellen Investoren In %

Großbritannien 21
Frankreich 10
Norwegen 6
Österreich 6
Deutschland 5
Übriges Europa 13
Vereinigte Staaten von Amerika 31
Übrige Welt 8

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft beträgt EUR 327.272.727 und besteht aus 327.272.727 auf Inhaber lautenden Stückaktien. Zum Jahresende 2017 hielt die OMV insgesamt 772.230 eigene Aktien. Es waren somit 326.500.497 Aktien im Umlauf. Das Grundkapital besteht vollständig aus Stammaktien. Es gilt das Prinzip "one share – one vote", das heißt, keine Aktie ist mit besonderen Rechten ausgestattet. Zwischen den Kernaktionären IPIC und ÖBIB besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

Umwelt-Gesellschaft-und-Governance- (ESG-)Leistung

Die OMV legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den ESG-Rating-Agenturen und ist bestrebt, verantwortungsvoll gegenüber Umwelt und Gesellschaft zu handeln. Sie war auch 2017 weiterhin in verschiedenen ESG-Indizes vertreten, die ihre gute Leistung im Hinblick auf Umwelt, Gesellschaft und Governance bestätigen.

Die OMV wurde erneut in den MSCI ACWI ESG Leaders Index und erstmals in den MSCI ACWI SRI Index aufgenommen. Von MSCI hat die OMV zum fünften Mal in Folge eine AAA-Bewertung für ihre ESG-Leistung erhalten. Auch in der FTSE4Good Index Series ist die OMV wieder vertreten und die Notierung im Euronext Vigeo Index – Eurozone 120 wurde erneut bestätigt. Dieser Index listet die Unternehmen mit der fortschrittlichsten Leistung in Umwelt, Gesellschaft und Governance. 2017 wurde die OMV vom CDP erneut sowohl beim Klimaschutz als auch beim Wasser-Management mit dem Rating "A–" (Leadership-Status) ausgezeichnet. Mit diesen Ergebnissen gehört die OMV zu den besten 13 Unternehmen im Energiesektor weltweit. Außerdem war die OMV im Ethibel Sustainability Index Excellence Europe, im STOXX® Global ESG Leaders Index und im ECPI Index vertreten. Die OMV wurde zum zweiten Mal von EcoVadis beurteilt und rangiert unter den besten 30%.

Günstige Bonitätseinstufung

Die OMV hat von der Ratingagentur Moody's eine Bewertung von Baa1, stabiler Ausblick und von der Ratingagentur Fitch eine Bewertung von A–, stabiler Ausblick erhalten. Dies unterstreicht die Kreditwürdigkeit der OMV und steht in Einklang mit dem Ziel, auch künftig ein gutes Investment-Grade-Rating sicherzustellen.

Analystenberichte

Die OMV wird von 18 Finanzanalysten beobachtet, die regelmäßig über die OMV berichten. Dies trägt zu einer hohen Visibilität der OMV in der Finanzwelt bei. Ende 2017 sprachen 39% der Analysten eine Kaufempfehlung für Aktien der OMV aus (Ende 2016: 6%) und 33% empfahlen, die Aktie zu halten (Ende 2016: 39%), während 28% sie zum Verkauf einstuften (Ende 2016: 55%). Am 31. Dezember 2017 lag das durchschnittliche Kursziel laut Analysten-Konsensus bei EUR 51,90.

Investor Relations-Aktivitäten

Ein enger und vertrauensvoller Dialog mit dem Kapitalmarkt hat bei der OMV höchste Priorität. Investor Relations legt großen Wert darauf, allen Finanzmarktteilnehmern einen umfassenden Einblick in Strategie und Geschäftstätigkeit der OMV zu gewähren und die Gleichbehandlung aller Stakeholder sicherzustellen. Die OMV war 2017 in konstantem Austausch mit Anlegern und Analysten. Der Vorstand und die Abteilung für Investor Relations konnten bei zahlreichen Roadshows und Konferenzen in Europa und Nordamerika den Kontakt zu Analysten und Investoren pflegen und vertiefen.

Im September 2017 hat die OMV die erste Ausgabe des OMV Factbook veröffentlicht. Es liefert einen Fünf-Jahres-Überblick und ein umfassendes Bild des OMV Konzerns mit tieferen Einblicken in seine verschiedenen Geschäftsbereiche und die entscheidenden Faktoren in diesen Bereichen.

KONZERNLAGEBERICHT 49 – 86

OMV im ÜberblickStrategieNachhaltigkeitGesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)Mitarbeiterinnen und MitarbeiterGeschäftsjahr des OMV KonzernsUpstreamDownstreamAusblickRisikomanagementWeitere Informationen

OMV im Überblick

OMVs Marktkapitalisierung stieg auf EUR 17 Mrd

Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte auf verantwortungsvolle Weise. Die OMV verfügt über ein ausgewogenes internationales Upstream-Portfolio sowie eine europäische Präsenz in den Geschäftsbereichen Downstream Öl und Gas. Der Konzernumsatz 2017 belief sich auf über EUR 20 Mrd und die Marktkapitalisierung zum Jahresende lag bei rund EUR 17 Mrd. Die Mehrheit der über 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV arbeiten an den integrierten europäischen Standorten des Konzerns.

Im Geschäftsbereich Upstream konzentriert sich die OMV auf die Exploration, Entwicklung und Produktion von Öl und Gas in vier Kernregionen: (1) Mittelund Osteuropa, (2) der Nordsee, (3) dem Mittleren Osten und Afrika und (4) Russland. Ende 2017 war der Geschäftsbereich Upstream in 15 Ländern weltweit aktiv und hatte sichere Reserven (1P) von 1,15 Mrd boe sowie sichere und wahrscheinliche Reserven (2P) von 1,94 Mrd boe. Die Reserven-Ersatzrate (RRR) für 2017 belief sich auf 191%. Die Tagesproduktion lag 2017 bei 348 kboe/d (2016: 311 kboe/d), was einer Gesamtproduktion von 127 Mio boe entspricht. Mehr als 80% der Produktion 2017 wurden in EU-/OECD-Ländern gefördert. Während Erdgas 48% zur Produktion beitrug, erreichte der Erdölanteil 52%.

Die OMV Aktiengesellschaft ist Österreichs größtes börsennotiertes Industrieunternehmen

Der Geschäftsbereich Downstream umfasst die Bereiche Downstream Öl und Downstream Gas. Der Bereich Downstream Öl betreibt drei Raffinerien: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Süddeutschland), die beide über eine integrierte Petrochemie-Produktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien), die überwiegend rumänisches Rohöl verarbeitet. Die OMV verfügt über eine Jahres-Raffineriekapazität von 17,8 Mio t. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte belief sich 2017 auf 23,82 Mio t (2016: 30,74 Mio t). Das Retail-Netzwerk besteht aus 2.039 Tankstellen in 10 Ländern mit einem starken Mehr-Marken-Portfolio.

In Downstream Gas lagen die Erdgas-Verkaufsmengen 2017 bei 113 TWh (2016: 109 TWh). Die OMV betreibt ein Gasleitungsnetz in Österreich und Gasspeicher mit einer Kapazität von 2,7 Mrd m³ (31 TWh). Der Central European Gas Hub (CEGH) ist eine etablierte Gashandelsplattform. Der Erdgasknotenpunkt in Baumgarten (Österreich) ist die größte Drehscheibe für russisches Gas in Mitteleuropa. Die OMV betreibt zwei Gaskraftwerke, eines in Rumänien und eines in der Türkei.

Unsere Wertschöpfungskette

Strategie

Seit 2015 hat die OMV das Kerngeschäft erfolgreich restrukturiert. Der disziplinierte Umgang mit finanziellen Ressourcen hat die Rentabilität des Geschäfts deutlich verbessert. In einem volatilen Marktumfeld sorgte dabei insbesondere das integrierte Geschäftsmodell für Stabilität. Mit der Strategie 2025 wird die OMV dieses bewährte Konzept auf die internationalen Märkte ausbauen, um weiterhin wertsteigernd zu wachsen.

Strategische Erfolgsbilanz

Die OMV hat ihre finanziellen und operativen Ziele entlang der gesteckten strategischen Prioritäten erfolgreich umgesetzt. Das Portfolio wurde durch aktives Management optimiert, wodurch die Auswirkungen der Ölpreisvolatilität minimiert und eine nachhaltige Reservenbasis entwickelt werden konnte. Insgesamt verbesserte sich die Wettbewerbsfähigkeit durch die Reduzierung der Investitionsausgaben, der Explorationsausgaben (E&A) und der Produktionskosten sowie durch die zügige Umsetzung von Kostensenkungsprogrammen. Die finanzielle Stärke des Unternehmens entwickelte sich in einem dynamischen Marktumfeld weiter positiv. Dies führte zu einem höheren positiven Cashflow nach Dividenden, einem niedrigeren Verschuldungsgrad und einer gesteigerten Rentabilität.

In den Geschäftsbereichen sind folgende strategische Erfolge besonders hervorzuheben:

Upstream – Wertsteigerung vor Volumenwachstum

  • Verbesserung der Kostenstruktur gegenüber 2015: Investitionsausgaben1 , Senkung der E&A-Ausgaben wie auch der Produktionskosten um insgesamt 42%
  • Reduktion der Produktionskosten von USD 13,2/boe 2015 auf USD 8,8/boe2 2017
  • Signifikante Steigerung der Wertschöpfung: operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 1.225 Mrd
  • Erhöhung der Produktion auf 348 kboe/d in 2017
  • Optimierung des Portfolios durch Veräußerungen (zum Beispiel OMV UK) und Akquisitionen (zum Beispiel Russland)
  • Erreichen einer Reservenersatzrate von 116% im 3-Jahres-Durchschnitt
  • Erweiterung und Festigung von strategischen Partnerschaften

Downstream Öl – starke Cash-Generierung

  • Veräußerung des türkischen Retailgeschäfts OMV Petrol Ofisi
  • Freier Cashflow von 2015 auf 2017 verdoppelt
  • Erhöhung des Anteils eigener Raffinerieprodukte im Vertrieb
  • Anteil des Premiumtreibstoffs MaxxMotion signifikant gesteigert
  • 40%-Anteil am Komplettanbieter für E-Mobilität SMATRICS erworben

Downstream Gas – Restrukturierung und Absatzsteigerung

  • Integration von OMV Trading und EconGas zu OMV Gas Marketing & Trading GmbH
  • Veräußerung von 49%-Anteil an Gas Connect Austria
  • Vertriebsaktivitäten kontinuierlich ausgebaut
  • Finanzierungspartner im Pipeline-Projekt Nord Stream 2

Zukünftiges Marktumfeld

Globaler Primärenergieverbrauch nach Energieträger

Quelle: IEA New Policies Scenario, World Energy Outlook 2017

Der weltweite Energiebedarf wird laut dem "New Policies"-Szenario der Internationalen Energieagentur (IEA) von zirka 13.800 Mio toe in 2016 auf über 16.000 Mio toe in 2030 steigen, wobei Erdgas der am stärksten wachsende Primärenergieträger unter den fossilen Brennstoffen sein wird. Eine Dekarbonisierungspolitik sowie strengere Emissionsstandards werden langfristig zu einer Abflachung der Nachfrage nach Ölprodukten führen.

Erdgas als am stärksten wachsender Primärenergieträger

1 Exklusive Akquisitionskosten sowie Veräußerungserlösen 2 Neue Definition seit 2016 entsprechend Industriestandard

Aufstrebende Volkswirtschaften bestimmen globales Nachfragewachstum

Strategie 2025 baut bewährtes Konzept der Integration international aus

Die IEA erwartet jedoch, dass Öl der dominante fossile Energieträger weit über 2030 hinaus bleiben wird, wobei der Anstieg des Verbrauchs hauptsächlich von Staaten in Asien, im Mittleren Osten und in Afrika ausgehen wird. Das Wachstum der Rohölnachfrage wird durch eine steigende Produktnachfrage von Seiten der petrochemischen Industrie und des Transportsektors in diesen Schwellenländern ausgelöst werden. Während für die Nachfrage nach Erdölprodukten in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Nordwesteuropa eine rückläufige Entwicklung prognostiziert wird, werden die aufstrebenden Volkswirtschaften China, Indien und in Afrika sowie der Mittlere Osten das globale Nachfragewachstum über 2030 hinaus bestimmen.

Ein deutliches Wachstum der Gasnachfrage wird insbesondere für Asien (vor allem China und Indien) prognostiziert. In Europa holt Erdgas in der Prognose gegenüber Öl auf: Bezogen auf die Primärenergienachfrage werden beide Energieträger 2030 jeweils einen Anteil von 27% aufweisen. Bis zum Jahr 2040 wird Erdgas – trotz einer allgemeinen Abflachung des Bedarfswachstums – Erdöl in relativen und absoluten Zahlen überholen. Aufgrund der um 2020 steigenden globalen Verflüssigungskapazitäten (besonders in den USA und Australien) könnten – abhängig von der asiatischen LNG-Nachfrage – bedeutende zusätzliche LNG-Mengen um 2020 nach Europa importiert werden. Die europäischen Lieferströme werden vom daraus resultierenden Marktverhalten der etablierten Lieferanten (insbesondere Russland) signifikant beeinflusst.

Das Wachstum der globalen Nachfrage nach petrochemischen Produkten ist an die generelle volkswirtschaftliche Entwicklung (BIP) gekoppelt. Mit dem größten Anteil am globalen Bevölkerungswachstum und entsprechenden Potenzial für eine Steigerung des allgemeinen Lebensstandards werden voraussichtlich über zwei Drittel des steigenden Bedarfs an Kohlenwasserstoffen bis 2030 auf die aufstrebenden asiatischen Länder entfallen. In diesen Märkten wird die Nachfrage überproportional zum Bruttoinlandsprodukt wachsen. Für die entwickelten Märkte in Europa, Nordamerika und Japan wird erwartet, dass die Nachfrage nach petrochemischen Produkten robust und im Einklang mit dem BIP wächst. In Regionen mit Zugang zu kostengünstigen, gasbasierten Rohstoffen, wie zum Beispiel Nordamerika (Schiefergas), dem Mittleren Osten (Begleitgas) und auch Russland, werden petrochemische Kapazitätserweiterungen mit Ethan und Gaskondensat als Grundstoff erwartet.

Strategische Eckpfeiler

Die OMV Strategie 2025 baut das bewährte Konzept der Integration international aus, um von einem wachsenden Bedarf an Öl- und Gasprodukten außerhalb Europas zu profitieren. Auf Basis einer ausgewogenen Wachstumsstrategie in Upstream und Downstream wird die Größe und geografische Reichweite der OMV deutlich ausgebaut.

OMV – Strategie 2025

Die langfristige Zielsetzung der OMV sieht eine signifikante Steigerung der Öl- und Gasproduktion in Upstream sowie der Verarbeitungskapazität in Downstream vor. Für Upstream wird der Fokus auf der weiteren Verbesserung der Kostenposition und der Gewährleistung eines nachhaltigen Reservenersatzes liegen. Die Geschäftsentwicklung in Downstream wird den Schwerpunkt auf die Vorwärtsintegration in petrochemische Produkte legen sowie die Produktionsmenge von Kerosin steigern. Damit dieses Ziel erreicht wird, setzt die OMV auf die bewährte Fähigkeit, Partnerschaften und Kooperationen nachhaltig auf- und auszubauen.

Die Strategie 2025 transformiert die OMV in einen international diversifizierten und integrierten Ölund Gaskonzern mit fokussierter regionaler Orientierung sowie deutlich höheren Produktions- und Verarbeitungskapazitäten.

Wertorientiertes Wachstum in Upstream

Bei der Auswahl von Wachstumsprojekten für Upstream wird wertorientiertes Wachstum weiterhin das Leitprinzip sein: kostengünstige und hochprofitable Barrels haben Priorität gegenüber Volumenwachstum. Basierend auf dem aktuellen Ausblick und der Projektpipeline strebt die OMV an, die Produktion bis 2020 auf rund 500 kboe/d und bis 2025 auf rund 600 kboe/d zu erhöhen. Ein Produktionskostenziel von unter USD 8/boe wird die Kostenposition und somit die Wertschöpfung verbessern. Die OMV verfolgt das Ziel, über M&A-Aktivitäten in Regionen mit niedrigen Entwicklungs- und Produktionskosten sowie durch einen risikogewichteten Ansatz den Wert des Upstream-Portfolios nachhaltig zu steigern. Die Einhaltung eines strikten Kostenmanagements und von profitabilitätsorientierter Kapitaldisziplin werden dabei weiterhin von größter Bedeutung sein.

Die OMV wird ihr Portfolio weiterhin auf Kernregionen mit einer Produktion von jeweils mehr als 50 kboe/d konzentrieren. Ein Portfoliowachstum mit nachhaltigem Reservenersatz wird durch die Entwicklung von Projekten in ausgewählten Regionen (zum Beispiel Mittlerer Osten und Russland) verfolgt. Australasien soll bis 2025 auf den Status einer Kernregion entwickelt werden, um durch das Erreichen der kritischen Masse das Wachstumspotenzial des stark wachsenden asiatischen Markts erschließen zu können. Insgesamt strebt die OMV ein geopolitisch und technologisch ausgewogenes sowie wirtschaftlich resilientes Portfolio an.

Die OMV wird den Erdgasanteil in ihrem Portfolio bis 2025 schrittweise auf über 50% erhöhen, um die langfristige Rentabilität sowie die CO2-Effizienz des Portfolios zu verbessern. Die Reservenersatzstrategie der OMV konzentriert sich auf die Akquisition von Reserven und ergänzende E&A-Aktivitäten, die entsprechend dem angestrebten Produktionsziel kontinuierlich angepasst werden. Damit wird eine Reservenersatzrate von über 100% (3-Jahres-Durchschnitt) langfristig gesichert, die 1P-Reserven auf über 2 Mrd boe in 2025 gesteigert sowie ein durchschnittliches Reservenleben von acht bis zehn Jahren erreicht. Zusätzlich soll mit modernster Technologie die Gesamtausbeutungsrate mittels sekundärer und tertiärer Reservenersatzmaßnahmen erhöht werden.

Strategische Partnerschaften werden weiterhin ein wichtiger Hebel für den Zugang zu Öl- und Gasvorkommen mit signifikanter Größe, langfristiger Perspektive und Wertschöpfung sein. Die Zusammenarbeit mit ausgewählten nationalen Ölgesellschaften sichert den Zugang zu Feldern mit nachhaltiger Produktion. Auf globaler Ebene fördern Kooperationen der OMV mit starken internationalen Ölgesellschaften den Ausbau der technologischen Expertise und minimieren gleichzeitig operative und finanzielle Risiken.

Optimierung von Downstream in Europa

Die OMV wurde im Jahr 2017 von Petroleum Economist zum "Unternehmen des Jahres" im Geschäftsbereich Downstream gekürt. Um diese erfolgreiche Marktposition in der Zukunft weiter auszubauen, werden die Anteile von petrochemischen Erzeugnissen und Kerosin im Produktportfolio für den europäischen Markt erweitert. Starke Vertriebskanäle, operative Exzellenz und strenges Kostenmanagement an allen Standorten gewährleisten eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit. Ein hohes Maß an Integration zwischen den drei Raffineriestandorten in Österreich, Deutschland und Rumänien wird weiterhin dazu beitragen, die überdurchschnittliche Auslastungsrate beizubehalten.

Die strategischen Schwerpunkte liegen im Bereich Retail in der Erhöhung des Absatzes von Kraftstofferzeugnissen aus eigener Raffinerieproduktion über die Tankstellenstandorte im Premium- und Diskontsegment. Die Anzahl der Tankstellen wird im Diskont-Retail in den kommenden Jahren kontinuierlich erweitert werden, während der Fokus des Premium-Retail-Netzwerks auf einer Steigerung des Marktanteils des Premiumprodukts MaxxMotion sowie in der Weiterentwicklung des Service- und Shopangebots liegen wird.

Produktion bis 2025 auf rund 600 kboe/d erhöhen

Anteile von petrochemischen Erzeugnissen und Kerosin im Produktportfolio erweitern

Wertschöpfung, finanzielle Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Compliance

Im europäischen Marktumfeld ist die Förderung von Erdgas stark rückläufig. Entsprechend bilden eigene Produktionskapazitäten und langfristige Lieferverträge mit internationalen Marktpartnern die Basis für eine nachhaltige und zuverlässige Kundenversorgung durch die OMV. Hierfür ist eine moderne und belastbare Infrastruktur unerlässlich. Besondere Unterstützung gilt deshalb dem Infrastrukturprojekt Nord Stream 2 zur Erweiterung der direkten Versorgungskapazitäten für Erdgas aus Russland. Darüber hinaus werden die Erschließung des Offshore-Projekts Neptun im Schwarzen Meer und deren Einbindung in die rumänische Versorgungsstruktur konsequent vorangetrieben.

Gesamtabsatzmenge an Erdgas steigern

In der Zukunft sollen neue europäische Märkte erschlossen und die Gesamtabsatzmenge an Erdgas insbesondere in Nordwesteuropa deutlich gesteigert werden. Die Zusammenarbeit mit internationalen Weltmarktführern in Erdgasproduktion und -handel bildet das solide Fundament für einen wirtschaftlichen Geschäftsausbau. Die OMV ist für den wachsenden Wettbewerb gut aufgestellt. Lokale Präsenz sowie flexible und regionsübergreifende Produktangebote, effiziente Prozesse und exzellentes Portfoliomanagement sind sichtbare Wettbewerbsvorteile.

Internationales Downstream-Wachstum

Ausgehend von einer führenden Position in Europa verfolgt der Geschäftsbereich Downstream das Ziel, am Wachstum in den internationalen Märkten für Kraftstoffe und petrochemische Produkte zu partizipieren. Hierfür sollen die eigenen Produktionskapazitäten deutlich erweitert und international ausgebaut werden. Bestehende Partnerschaften und Allianzen bilden hierfür eine wesentliche Grundvoraussetzung, um das eigene Geschäftsmodell auf neue Regionen auszuweiten. Die OMV wird hierzu auf ihre unter Beweis gestellten Fähigkeiten in der Umsetzung und im Betrieb von großen, kapitalintensiven Projekten, auf operationale Exzellenz sowie höchste Qualitätsmanagementstandards in der Downstream-Wertschöpfungskette bauen.

Finanzielle Steuerung

Die OMV ist bestrebt, die Erwartungen der Finanzund Kapitalmärkte im Hinblick auf Wertschöpfung, finanzielle Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Compliance voll zu erfüllen. Das Shareholder-Value-Management fokussiert deshalb auf die Evaluierung der langfristigen Investmentprojekte der Geschäftsbereiche hinsichtlich des wirtschaftlichen Mehrwerts für den Konzern und des Beitrags zum freien Cashflow sowie auf effiziente Kostenkontrolle.

OMVs Ziele der finanziellen Steuerung sind:

  • Langfristige Aufrechterhaltung eines positiven freien Cashflows nach Dividenden unter Berücksichtigung einer progressiven Dividendenpolitik, um attraktive und verlässliche Renditen zu gewährleisten
  • Förderung der Wertschöpfung durch einen mittel- und langfristigen CCS ROACE vor Sondereffekten von mindestens 12%
  • Wachstum des den Aktionären zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten
  • Gewährleistung von finanzieller Stabilität durch einen Verschuldungsgrad von ≤30%
  • Langfristige Sicherung der aktuell starken "Investment Grade"-Bonitätseinstufung

Die Investitions- und Geschäftstätigkeiten werden durch ein führendes Risiko- und Compliance-Management begleitet und unterstützt. Die Wettbewerbsfähigkeit wird durch eine kontinuierliche Prozessoptimierung und -harmonisierung sowie durch die dazugehörige IT-Infrastruktur unter Nutzung von digitalisierten Prozessen sichergestellt.

Funktionale Strategien

Die Entwicklung der OMV hin zu einem geografisch stärker diversifizierten Unternehmen erfordert flexible und leistungsfähige Teams für die Besetzung von wesentlichen Funktionen in einem globalen Geschäftsumfeld. Die Verankerung der OMV Foundation-Prinzipien – Teamgeist, Verantwortung, Begeisterung, Pioniergeist und Performance – in allen Prozessen bietet hierfür die Grundlage und steigert die Leistungsfähigkeit der Organisation nachhaltig.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) bleiben die höchste Priorität für unser operatives Geschäft und sind ein essenzieller Teil der Nachhaltigkeitsdefinition: "Wir schaffen langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden sowie Aktionärinnen und Aktionäre, indem wir innovativ handeln und eine Arbeitgeberin erster Wahl sind. Wir führen unser Geschäft auf verantwortliche Art und Weise,

schonen dabei die Umwelt und schaffen dort, wo wir tätig sind, Mehrwert für die Gesellschaft." Zur erfolgreichen Umsetzung der Konzernstrategie wurden HSSE, CO2-Effizienz, Innovation, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Geschäftsprinzipien und soziale Verantwortung als Kernthemen identifiziert.

Innovation leistet einen Beitrag zur Optimierung des operativen Geschäfts, der Wertgenerierung, der Evaluierung neuer Geschäftsmöglichkeiten sowie der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. In Upstream ist der Einsatz neuer Technologien ein wesentlicher Treiber zur Optimierung der Produktion und des Reservenersatzes. Downstream konzentriert sich auf die Erweiterung der petrochemischen Wertschöpfungskette. Um innovative Energielösungen zu entwickeln, forscht die OMV aktiv zu alternativen Grundstoffen, Technologien und Kraftstoffen.

OMV Strategie auf einen Blick

Nachhaltigkeit

Die OMV will leistbare Energie für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft mit Rücksicht auf die Umwelt liefern. Nachhaltiges Handeln ist für die OMV entscheidend, um langfristig Wert zu schaffen und zu sichern, vertrauensvolle Partnerschaften aufzubauen und Kundinnen und Kunden sowie die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Investorinnen und Investoren sowie Lieferantinnen und Lieferanten zu gewinnen.

Der Nachhaltigkeitsansatz der OMV

Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Umwelt und Gesellschaft hat bei der OMV eine lange Tradition. 2017 hat die OMV mit der Überprüfung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie begonnen, um diese in die Konzernstrategie zu integrieren und diese mit dem neuen OMV Unternehmenszweck, der Geschäftsgrundlage und den Prinzipien abzustimmen. In mehreren Sitzungen und Workshops mit dem Vorstand und der obersten Führungsebene wurden die aktualisierte Nachhaltigkeitsdefinition sowie Schwerpunktbereiche festgelegt. Für das Benchmarking und die Analyse des Status quo wurden externe Stakeholder hinzugezogen. Zudem wurde der Prozess für die Festlegung messbarer externer Verpflichtungen für die einzelnen Schwerpunktbereiche initiiert.

Was Nachhaltigkeit für uns bedeutet

Die OMV liefert Energie auf verantwortungsvolle Weise, um das Leben der Menschen zu verbessern. Nachhaltigkeit bedeutet für die OMV, dass wir langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden sowie Aktionärinnen und Aktionäre schaffen, indem wir innovativ handeln und eine Arbeitgeberin erster Wahl sind. Wir führen unsere Geschäfte auf verantwortliche Art und Weise, schonen dabei die Umwelt und schaffen dort, wo wir tätig sind, Mehrwert für die Gesellschaft.

Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2017 durchgeführt

Worauf wir unsere Anstrengungen konzentrieren

Im Jahr 2017 hat die OMV eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse gemäß den neuen Richtlinien der Global Reporting Initiative und den österreichischen Bestimmungen zur Offenlegung nicht finanzieller Informationen durchgeführt. Insgesamt waren 260 interne und externe Stakeholder in dem Prozess zur Bestimmung der wesentlichsten Aspekte für die OMV im Hinblick auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft involviert. Die Ergebnisse des Prozesses wurden auf Geschäftsebene (Upstream, Downstream Öl und Downstream Gas) evaluiert und in einer Wesentlichkeitsmatrix für den Konzern zusammengefasst.

Anhand der Ergebnisse der Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Wesentlichkeitsanalyse wurden fünf Schwerpunktbereiche festgelegt:

  • Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE): Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind zentrale Werte der OMV. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung und proaktives Risikomanagement sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: "ZERO harm – NO losses".
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Kapitel Gesundheit, Sicherheit und Umwelt auf Seite 58.
  • CO2 -Effizienz: Die OMV konzentriert sich auf die Verbesserung der CO2-Effizienz ihrer Aktivitäten und ihres Produktportfolios. Die OMV engagiert sich für Klimaschutz und verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und hat sich entsprechende Ziele zur Steuerung und Reduktion der CO2-Bilanz ihrer Anlagen und des Produktportfolios gesetzt.
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in den Kapiteln Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Seite 58) und Strategie (Seite 51).
  • Innovation: OMVs Innovationsmission konzentriert sich auch auf die Entwicklung von Lösungen, die die CO2-Effizienz unserer Produkte und Dienstleistungen verbessern. Investitionen und Partnerschaften in Innovation, Forschung und Entwicklung sind für die langfristige Wertschöpfung unerlässlich.
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in den Kapiteln Strategie (Seite 51), Upstream (Seite 71) und Downstream (Seite 76).
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Das Aufbauen und Erhalten eines talentierten, vielfältigen und kompetenten Teams für internationales und integriertes Wachstum ist ein entscheidender Faktor der Konzernstrategie.
  • Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Kapitel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Seite 60.

Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet und in die Konzernstrategie integriert

56

Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung: Die OMV ist bestrebt, an allen Standorten dieselben hohen Compliance-Standards anzuwenden. Unser Verhaltenskodex gilt gleichermaßen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie für alle Lieferantinnen und Lieferanten. Die OMV ist Unterzeichnerin des UN Global Compact sowie Befürworterin der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und unterstützt die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Leistung im Hinblick auf Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung

Geschäftsethik und Compliance

Die OMV verfügt über einen Code of Business Ethics, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bindend ist. Eine spezielle länderübergreifende Compliance-Organisation, die sich aus 38 Personen mit Compliance-Expertise zusammensetzt, stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. Das Compliance-Managementsystem der OMV wurde 2017 erneut von KPMG nach IDW PS 980 zertifiziert, dem maßgeblichen Zertifizierungsstandard für DAX- und ATX-Unternehmen. Im Jahr 2017 wurden 1.269 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2016: 2.118) persönlich geschult, um die Einhaltung interner und externer Vorschriften und Gesetze sicherzustellen.

Compliance der Lieferantinnen und Lieferanten

Die OMV verfügt über einen Verhaltenskodex, der sicherstellt, dass Lieferantinnen und Lieferanten die Grundsätze der OMV unterstützen und die Gefahr von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel in der Lieferkette verringern. Alle Lieferantinnen und Lieferanten sind verpflichtet, diesen Verhaltenskodex zu befolgen. Um den Grad der Compliance zu überprüfen, hat die OMV zusätzlich zu spezifischen Audits (wie zum Beispiel HSSE) im Jahr 2017 eine umfassende Prüfung der Leistung in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Governance bei fünf wichtigen Vertragsunternehmen durchgeführt. Alle geprüften Unternehmen haben die verbindlichen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus wurden Verbesserungsempfehlungen ausgesprochen.

Menschenrechte

Die OMV hat 2017 ihr Statement zu Menschenrechten aktualisiert und ein Managementsystem für Menschenrechte eingeführt, um internationalen Best Practices zu folgen. Mithilfe von E-Learning-Modulen und Schulungen wurden 423 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Menschenrechtsfragen geschult (2016: 104). Darüber hinaus wurde eine interne und externe Informationskampagne zur Bewusstseinsbildung durchgeführt. Im Jahr 2017 wurden keine Menschenrechtsverletzungen (Kinderarbeit, Schädigung indigener Völker oder Diskriminierung) gemeldet (2016: 0).

Community Relations und Entwicklung

Die OMV pflegt aktive Partnerschaften mit den umliegenden Gemeinden ihrer Geschäftsstandorte und ist bestrebt, Mehrwert für diese Gesellschaften zu schaffen. Im Jahr 2017 wurde der Community-Relations-Prozess in die Managementsysteme von Geschäftsprojekten integriert. Das Community-Beschwerdesystem ist an allen Standorten, an denen die OMV Betriebsführerin ist, umgesetzt. Die OMV hat 1.226 Beschwerden im Jahr 2017 verzeichnet (2016: 1.594 Beschwerden), die nach den internen Verfahren der OMV bearbeitet werden. Die OMV hat 205 soziale Initiativen in 17 Ländern umgesetzt, die sich um die Belange der Gemeinden vor Ort kümmern und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung unterstützen. Im Jahr 2017 haben über 5.100 Community-Mitglieder (2016: 3.700) Schulungen zur Verbesserung ihrer beruflichen Aussichten oder finanzielle Unterstützung für eine Existenzgründung erhalten.

  • Weitere Informationen über Ratings und Indexaufnahmen der OMV im Hinblick auf Umwelt, Gesellschaft und Governance finden Sie im Kapitel OMV an den Kapitalmärkten.
  • Managementansätze und Leistungsdetails zu allen wesentlichen Themen werden im eigenständigen OMV Nachhaltigkeitsbericht 2017 aufgeführt werden. Dieser Bericht stellt auch den separaten konsolidierten nicht finanziellen Bericht nach österreichischem Recht (§ 267a UGB) dar.

205 soziale Initiativen in 17 Ländern

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind zentrale Werte der OMV. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: "ZERO harm – NO losses".

HSSE-Strategie

HSSE-Strategie 2020 veröffentlicht

Um diese Vision zu verwirklichen, wurde 2017 die HSSE-Strategie 2020 als integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der OMV im Konzern etabliert. Die HSSE-Strategie wurde vom Vorstand im Rahmen einer Veranstaltung eingeführt. Sie baut auf die bisherigen Erfolge der OMV auf und geht Verbesserungsbereiche an. Dazu wurden Ziele für folgende Bereiche festgelegt:

  • Gesundheit: Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch integriertes Gesundheitsmanagement
  • Arbeitsschutz: Weiterentwicklung von nachhaltiger Sicherheit für Menschen und Anlagen
  • Sicherheit: Schutz von Menschen und Anlagen vor aufkommenden böswilligen vorsätzlichen Bedrohungen
  • Umwelt: Minimieren der Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus

Gesundheit und Sicherheit

Unfallhäufigkeit (LTIR) von 0,40 auf 0,34 im Jahr 2017 verbessert

Im Jahr 2017 lag die Unfallhäufigkeit (LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,34 (2016: 0,40) und die Häufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIR) bei insgesamt 0,79 (2016: 0,70).

Im Geschäftsbereich Upstream sorgten unsere gemeinsamen Bemühungen für eine LTIR von lediglich 0,28 (2016: 0,33). Wir haben 2017 unsere Anstrengungen um die Verbesserung unserer Sicherheitskultur fortgesetzt und uns insbesondere auf die interaktive Kommunikation vor Ort und die Nutzung von benutzerfreundlichen Instrumenten für die Vermittlung von grundlegenden Sicherheitsregeln für Mitarbeitende und Vorgesetzte konzentriert. Untersuchungen aller hochgefährlichen Tätigkeiten und entsprechende Verbesserungsinitiativen haben zu einem Rückgang der Unfälle mit potenziell schweren Folgen geführt.

Im Geschäftsbereich Downstream lag der Schwerpunkt zum einen auf der Einbeziehung von Führungskräften sowie zum anderen auf der Qualität und Effektivität von Maßnahmen wie Sicherheitsbegehungen, Unfalluntersuchungen und HSSE-Audits bei Vertragsunternehmen. Die LTIR lag bei 0,40 (2016: 0,50). Wir sind zutiefst betroffen darüber, dass wir 2017 zwei Personen von Vertragsunternehmen bei Unfällen verloren haben. Im September

kam eine Person an einer OMV Tankstelle in Ungarn ums Leben, als eine Person die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und in die Tankstelle fuhr. Im Dezember verursachte eine plötzliche Ausgasung am von Gas Connect Austria betriebenen Erdgasknotenpunkt in Baumgarten eine Explosion und einen Brand. Bei diesem Unfall kam eine Person eines Vertragsunternehmens ums Leben und 21 Personen wurden verletzt. Es werden aktuell umfassende Unfalluntersuchungen durchgeführt und Empfehlungen werden implementiert werden, damit sich ein solcher Unfall nicht wiederholen kann.

Sicherheitskennzahlen des OMV Konzerns

Pro eine Mio Arbeitsstunden
2017 2016
Konzern
Unfallhäufigkeit 1 0,24 0,37
Häufigkeit der gesamtberichts
pflichtigen Arbeitsunfälle
0,73 0,66
Vertragsunternehmen
Unfallhäufigkeit 1 0,39 0,42
Häufigkeit der gesamtberichts
pflichtigen Arbeitsunfälle
0,82 0,72
Gesamt (Konzern und Vertrags
unternehmen)
Unfallhäufigkeit 1 0,34 0,40
Häufigkeit der gesamtberichts
pflichtigen Arbeitsunfälle
0,79 0,70

1 Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle mit Ausfallstagen

Das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Die OMV hat 2017 ihre lange Tradition der Gesundheitsversorgung und Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Impfungen und Gesundheitsveranstaltungen fortgesetzt, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Im Jahr 2017 gab es eine Reihe wesentlicher sicherheitsbezogener Maßnahmen:

Fortsetzung der konzernweiten Einführung des Programms zur Förderung der Sicherheitskultur mit neuen Evaluierungen der Sicherheitskultur an verschiedenen Standorten, Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und Nachverfolgung der im Jahr 2016 eingeleiteten Maßnahmen

  • Formale Veröffentlichung und Einführung von OMVs neuem Standard für die Berichterstattung, Untersuchung und Klassifizierung von Unfällen, der Lücken und Defizite behebt, die bei Audits des Unfalluntersuchungsverfahrens durch externe Expertinnen und Experten im Jahr 2016 identifiziert wurden
  • Verbesserung der Nutzbarkeit unseres zentralen Meldeinstruments, über das alle Unfälle, Erkenntnisse und festgelegte Maßnahmen gemeldet und verfolgt werden

Die Art und Häufigkeit von Terroranschlägen in Europa blieb im Jahr 2017 auf dem gleichem Niveau wie im Jahr 2016. Insbesondere das europäische Festland erlebte eine Vielzahl von willkürlichen Terroranschlägen mit schweren Folgen und unterschiedlichen improvisierten Methoden. Wir haben beträchtliche Mühe darauf verwandt, mithilfe von OMVs dynamischer Plattform für Reisesicherheit die anhaltende Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicherzustellen, die in der Region arbeiten und reisen. Dieses Instrument ist von unschätzbarem Wert, insbesondere dank seiner Fähigkeit, rund um die Uhr Flugbuchungen zu überwachen, einzelne Mobiltelefone zu lokalisieren und Reiseoder Notfallmitteilungen per SMS unverzüglich an Reisende zu übermitteln.

Umweltmanagement

Die Geschäftstätigkeit der OMV wirkt sich auf die Umwelt aus. Der Konzern ist stets bemüht, diese Auswirkungen insbesondere in den Bereichen Produktaustritte, Energieeffizienz, Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) sowie Wasser- und Abfallmanagement so gering wie möglich zu halten. Die OMV hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Prozesse so zu optimieren, dass natürliche Ressourcen so effizient wie möglich eingesetzt sowie Emissionen und Abfälle reduziert werden.

Die OMV engagiert sich für Klimaschutz sowie verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und hat sich entsprechende Ziele zur Steuerung und Reduktion der CO2-Bilanz ihrer Produktion und ihrer Produkte gesetzt. Das Kernziel besteht darin, die gesamte CO2-Intensität der OMV bis 2021 um 10% gegenüber 2013 zu senken. Das wird durch die Verbesserung der Energieeffizienz in allen Tätigkeitsbereichen und die Umsetzung von Projekten zur Reduzierung der direkten THG-Emissionen erreicht werden.

Die OMV unterstützt die Weltbank-Initiative "Zero Routine Flaring by 2030". Das allmähliche Einstellen des routinemäßigen Abfackelns und Ablassens ist ein wesentlicher Beitrag zur Verwirklichung der CO2-Intensitätsziele der OMV. Im Jahr 2017 hat die OMV Petrom im Geschäftsbereich Upstream beispielsweise ihre CO2-Intensität weiter reduziert und mehrere Gas-to-Power- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Betrieb genommen, die bisher abgefackeltes bzw. abgelassenes Gas zur Stromerzeugung bei den Anlagen nutzen.

Im Jahr 2017 erreichte die OMV erneut ein sehr gutes CDP-Rating für Klimaschutz und Wasser von "A–" (Leadership). Sie hat den Status "Index/ Country Leader" in Österreich. Mit ihrem CDP-Klimaschutz-Rating ist die OMV eines von 13 Unternehmen im globalen Energiesektor mit Leadership-Status und unter den besten drei Unternehmen aller Branchen in Österreich.

Im Jahr 2017 kam es zu einem größeren Kohlenwasserstoffaustritt (Level 3 bis Level 5 gemäß Definition der OMV) mit einem Volumen von insgesamt 120.000 Litern (2016: zwei große Austritte mit insgesamt 39.500 Litern). Während Instandhaltungsarbeiten durch einen OMV Subunternehmer an einer Straße in der Nawara-Central-Processing-Anlage in Tunesien kam ein Frontlader mit der "Trapsa Pipeline" in Kontakt. Dies führte zu einem Produktaustritt in die Wüste. Die Reinigungsarbeiten umfassten die Entfernung und angemessene Offsite-Behandlung des kontaminierten Bodens sowie die Reparatur der Pipeline. Die OMV hat ihre Bereitschaft zu und ihre Kapazitäten für Ölbergungsmaßnahmen weiter verbessert. Die OMV New Zealand hat zum Beispiel die zusätzliche Ölbergungsausrüstung angeschafft, um die Ölbergungskapazitäten im Ölfeld Maari zu verbessern, und eine Übung zur Ölbergung auf See durchgeführt, bei der der Katastrophenplan des Ölfelds Maari für Ölaustritte erfolgreich getestet wurde.

Zentrale Umweltmaßnahmen im Jahr 2017:

  • Wir haben die Einführung des neuen konzernweiten Umweltmanagement-Standards fortgesetzt, unter dem das routinemäßige Abfackeln und Ablassen eingestellt wird.
  • Wir haben die Weltbank-Initiative "Zero Routine Flaring by 2030" unterstützt.
  • Wir haben eine Umweltstrategie 2020 mit Schwerpunkt auf Kohlenstoff- und Wassermanagement sowie auf der Erfüllung von ISO 14001/ISO 50001 entwickelt.
  • Wir haben die Einführung einer Methodik zur Bewertung der Umweltrisiken des Unternehmens fortgesetzt, die Datenverwaltung, Priorisierung und Maßnahmenverfolgung optimiert.

Die OMV erreichte beim CDP-Klimaschutz- und -Wassermanagement Leadership-Status

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das Jahr 2017 war ein Jahr der Transformation für die OMV. Wir haben bedeutende Fortschritte bei der Umstrukturierung unseres Portfolios gemacht und haben uns vorwiegend auf wertschöpfendes Wachstum sowie eine strikte Kostendisziplin konzentriert. Wir haben unsere Prinzipien (das "Wie") im Unternehmen verankert. Diese Prinzipien – Teamgeist, Verantwortung, Begeisterung, Pioniergeist und Performance – fördern die Kultur, die die OMV anstrebt, und treiben somit auf nachhaltigste Weise die Transformation der OMV voran.

Unsere Prinzipien im Unternehmen

Eine Mitarbeiterbefragung zu unseren Prinzipien im Juni 2017 zeigte auf den ersten Blick ein insgesamt positives Bild – und das, obwohl wir uns mitten in einem Transformationsprozess befinden. Alle fünf Prinzipien wurden von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern positiv mit einer Gesamtnote von 70% bewertet, die höchste Bewertung gab es mit 76% für Verantwortung. Dieses Ergebnis bestätigt, dass wir in unserer Personalstrategie die richtigen Prioritäten gesetzt haben, indem wir uns mit zentralen Themen wie Führung, Kultur, Engagement und Entwicklung in unserem Unternehmen befassen. Zusätzlich unterstreicht dies, dass die Reduzierung von Komplexität und Ineffizienzen entscheidend für die Zukunft ist.

OMV Personalstrategie

Entwicklung von Führungskräften als wesentlicher Eckpfeiler unserer Personalstrategie Mit unserer Zielsetzung "Die Energie für ein besseres Leben." (das "Warum") möchten wir dazu beitragen, das Leben der Menschen zu verbessern. Unterstützt durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwandeln wir Energie in Lebensqualität. Das ist entscheidend für unsere Personalstrategie.

Wir wissen, dass die Erfahrungen, Fähigkeiten, Einstellungen und die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Strategie gestalten. Um das volle Potenzial der OMV freizusetzen, konzentrieren wir uns vor allem auf die Hauptsäulen unserer Personalstrategie:

  • Inspirierende Führungskräfte: Bildung leistungsstarker, vielfältiger Teams sowie einer nachhaltigen Pipeline für wichtige Positionen und Sicherstellung eines mannigfaltigen Talentpools zur kontinuierlichen Weiterentwicklung
  • Leistungsorientiertes und prinzipiengeleitetes Verhalten: Einbettung unserer Prinzipien in alle unsere Personalprozesse und ihre Verankerung in unserem Performance Management – eine von Prinzipien getragene Kultur als die gemeinsame Basis unserer Identität
  • Organisatorische Flexibilität und Exzellenz: standardisierte Betriebsmodelle und effiziente End-to-end-Prozesse als entscheidende Faktoren für Agilität und Prozessexzellenz
  • Attraktiver Arbeitgeber: Schaffung eines Umfelds, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich beruflich weiterentwickeln und ihre persönlichen Ambitionen im Einklang mit unseren geschäftlichen Anforderungen verwirklichen können

Die Human Resources Roadmap der OMV für die kommenden Jahre ist darauf ausgerichtet, das geschäftliche Wachstum zu fördern, die herausragende Fachkompetenz zu steigern, unsere Prinzipien zu verwirklichen und sicherzustellen, dass die kulturelle Veränderung mit einer noch engagierteren Belegschaft den Transformationsprozess im Unternehmen unterstützt.

Highlights 2017

Trotz der vielen Veränderungen, die die Transformationsphase mit sich gebracht hat, wurden beträchtliche Anstrengungen unternommen, die Entwicklung von Führungskräften zu einer wesentlichen Säule der Personalstrategie zu machen.

Die Entwicklung von Führungskräften wurde 2017 durch unterschiedliche Maßnahmen vorangetrieben:

  • Um ein gemeinsames Führungsverständnis zu schaffen, wurde ein neuer Ansatz zur Führungskräfteentwicklung basierend auf unseren Prinzipien etabliert.
  • Unsere Executives haben ein 360°-Feedback durchgeführt, um einen Einblick zu erhalten, wie das Leben unserer Prinzipien wahrgenommen wird. Dieses Führungskräfteinstrument wurde eingeführt, um eine Feedbackkultur und eine lernende Organisation zu fördern.
  • Bereichsübergreifende Veranstaltungen für alle Executives gemeinsam mit ihren Führungsteams (290 Führungskräfte der OMV und OMV Petrom haben teilgenommen) wurden abgehalten, um ein gemeinsames Verständnis von der Rolle als Führungskraft und der Anwendung der Führungskräfte-Tools zu entwickeln.

täten für unsere Personalstrategie und die OMV Human Resources Roadmap 2018 wurden bereits festgelegt

Die richtigen Priori-

Implementiert wurden das "First Time Leaders"- Programm für neue Führungskräfte und eine neue Onlineplattform für Führungskräfte der OMV, um alle Führungskräfte bei der Ausübung ihrer Führungsrolle zu unterstützen.

Viel Zeit und Anstrengung wurden in den Bereich Weiterbildung und Entwicklung investiert:

Schwerpunkt unserer Aktivitäten im Bereich Weiterbildung und Entwicklung ist weiterhin unser Ansatz vom Learning on the Job, unterstützt durch internen Wissenstransfer, Coaching und Ausbildungsmaßnahmen. Im Jahr 2017 haben 2.158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich und 15.336 insgesamt an Trainings teilgenommen.

Anzahl der Trainingsteilnehmer 20161, 2 In % 8,3 84,8 4,0 2,9 12.626 Trainingsteilnehmer Österreich3 1.054 Rumänien/übriges Europa 10.706 Mittlerer Osten/Afrika 503 Rest der Welt 363 Anzahl der Trainingsteilnehmer 20171, 2 In % 14,1 79,2 4,5 2,2 15.336 Trainingsteilnehmer Österreich3 2.158 Rumänien/übriges Europa 12.149 Mittlerer Osten/Afrika 691 Rest der Welt 338

Im Jahr 2017 haben wir unser Kompetenzmodell neu definiert, das in erster Linie die festgelegten beruflichen Karrierewege unterstützt, um für Transparenz im Hinblick auf die nötigen Erfahrungen und Fähigkeiten für relevante fachliche Laufbahnen zu sorgen. Programme für frühe berufliche Entwicklung und eine neue Zusammenarbeit mit der Gubkin-Universität in Russland wurden eingerichtet.

Unsere Personalprozesse wurden weiter vereinfacht und automatisiert, und mit der Einführung eines neuen, modernen konzernweiten "Performance and Development"-Systems haben wir unsere Prinzipien in die Zielvereinbarungen und die Beurteilung und Entwicklung integriert.

1 Ausgenommen Konferenzen und Trainings für externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2 Die Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten

3 Ausgenommen Gas Connect Austria GmbH, FE Trading GmbH

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Diversity

Schwerpunktbereiche der OMV Konzern-Diversity-Strategie: Gender und Internationalität

Diversity hat bei der OMV eine hohe Priorität. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Gender und Internationalität. Für die OMV als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Die OMV unterstützt den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil von derzeit 18% in den kommenden Jahren kontinuierlich zu erhöhen. Der Frauenanteil im Gesamtkonzern beträgt rund 25%. In den Programmen der OMV zur Entwicklung von Führungskräften lag der Frauenanteil 2017 bei 22%. Im neuen "First Time Leaders"-Programm für neue Führungskräfte haben wir einen beachtlichen Anteil von 38% an Teilnehmerinnen erreicht. In den integrierten Programmen der OMV Upstream zur Absolventenförderung für technische "Skill Pools" lag der Frauenanteil 2017 bei 22%.

Inzwischen wurde eine breite Palette an Maßnahmen zur Förderung der Diversity bei der OMV initiiert und erfolgreich umgesetzt – zum Beispiel ein konzernweites E-Learning-Programm zum Thema Diversity (um die entsprechenden Fähigkeiten und das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens zu erhöhen). Das Thema Diversity wurde in alle Programme zur Entwicklung von Führungskräften einbezogen und in der Personalstrategie der OMV verankert.

Wichtige Mitarbeiterkennzahlen

Ende 2017 waren bei der OMV 20.721 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 26 Ländern beschäftigt. Gegenüber 2016 hat sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich um 1,5% erhöht und im gesamten Konzern um 8,1% verringert.

2017 2016
3.482 3.431
15.722 17.606
1.093 1.103
424 404
20.721 22.544
25 25
75 75
18 23
74 69

Wichtige Kennzahlen 1

1 Per Jahresende

2 Ausgenommen Gas Connect Austria GmbH, FE Trading GmbH

Geschäftsjahr des OMV Konzerns

Im Jahr 2017 konnte die OMV dank einer starken operativen Leistung und eines verbesserten Marktumfelds ihr CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten fast verdoppeln. Gestiegene Verkaufsmengen in Upstream und Downstream Gas sowie die erfolgreiche Fortsetzung des Kostensenkungsprogramms haben zu diesem bemerkenswerten Ergebnis und einem freien Cashflow nach Dividenden von EUR 1,0 Mrd beigetragen.

Wirtschaftliches Umfeld

Die internationale Konjunkturentwicklung verlief im Jahr 2017 deutlich positiver, als von den Wirtschaftsforschern ursprünglich erwartet wurde. Das Welthandelsvolumen expandierte – unterstützt durch höhere Energie- und Rohstoffpreise – um 4,7%, und die Wachstumsrate der Weltwirtschaft fiel mit einem Plus von 3,7% um 0,5 Prozentpunkte höher aus als 2016. Der Aufschwung war in den Industrieländern stärker spürbar als in den Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Wachstumsvorsprung sich auf 1,4 Prozentpunkte halbierte. Auch 2017 übertraf das BIP-Wachstum der Eurozone mit 2,5% jenes der USA mit 2,3%. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB blieben 2017 aufrecht, und im Gegensatz zu den USA wurde der Leitzinssatz nicht angehoben, sondern bei 0% belassen.

Innerhalb der EU-28 beschleunigte und verfestigte sich das Wirtschaftswachstum in fast allen Ländern und erreichte ein Plus von 2,5%. In den mittel- und osteuropäischen Ländern expandierte die wirtschaftliche Aktivität mit +4,2% noch stärker.

In Deutschland profitierte vor allem die produzierende Industrie vom konjunkturellen Aufschwung, wobei die Exporte um 4,3% und die Investitionen um 3,8% deutlich stärker als im Vorjahr wuchsen. Die gesamte Wirtschaftsleistung stieg bei sinkender Arbeitslosigkeit um 2,3%. Die verbesserte internationale Konjunkturlage und die den Konsum stimulierende Steuertarifreform unterstützte in Österreich einen lebhaften Konjunkturaufschwung, und der BIP-Anstieg war mit 3,0% doppelt so hoch wie 2016. Die Industrieproduktion konnte um 3,7% gesteigert werden. Exporte und Investitionen expandierten jeweils um über 5% und lieferten einen überproportionalen Wachstumsbeitrag. In Rumänien wirkten sich vor allem Steuersenkungen, Lohnsteigerungen und die niedrige Inflation sehr positiv auf den Inlandskonsum aus. Dessen Wachstumsbeitrag zum BIP-Anstieg erhöhte sich auf über 6%, während die negative Außenhandelsbilanz dämpfend wirkte. Insgesamt erreichte das Land mit einem BIP-Plus von 6,7% wiederum das zweithöchste Wirtschaftswachstum aller EU-Länder.

2017 stieg die Weltölnachfrage um 1,7% auf einen neuen Rekordwert von 97,8 Mio bbl/d. Der Zuwachs von 1,6 Mio bbl/d entfiel zu rund 70% auf die Nicht-OECD-Länder. Der Anstieg der OECD-Nachfrage von 0,4 Mio bbl/d wurde überwiegend von europäischen Ländern verursacht.

Die globale Ölproduktion stieg nur moderat um 0,4 Mio bbl/d auf 97,4 Mio bbl/d. Maßgeblich dafür war die Zunahme der US-Produktion, die um 0,7 Mio bbl/d bzw. 5,3% auf 13,2 Mio bbl/d ausgeweitet wurde.

Hingegen drosselten die OPEC-Länder ihre Rohölproduktion um insgesamt 0,5 Mio bbl/d (– 1,5%) auf 32,3 Mio bbl/d, wodurch ein Abbau der in den Vorjahren aufgebauten hohen Lagerbestände um 0,4 Mio bbl/d möglich wurde. Produktionsrückgänge der OPEC-Länder Saudi-Arabien, Kuwait und Venezuela fielen stärker ins Gewicht als die Mehrproduktion der Länder Iran und Libyen.

Der Ende November 2016 von den OPEC-Ländern gefasste Beschluss zur Senkung des Produktionsniveaus in der ersten Jahreshälfte 2017 um 1,2 Mio bbl/d wurde auch von anderen Ölförderländern wie Russland und Mexiko unterstützt. Dies bewirkte eine rasche Stabilisierung des Marktes, und der Preis für die Rohölsorte Brent kletterte bis Anfang 2017 um rund 30% auf USD 55/bbl. Nach einer kurzen Schwächephase im Frühjahr, die einen Rückgang auf ein Jahresminimum von USD 44,3/bbl brachte, stieg der Ölpreis bis zum Jahresende um rund 50% auf USD 66,5/bbl. Die relativ konsequente Einhaltung der bis März 2018 verlängerten Produktionsbegrenzung, die gute Konjunktur und die geopolitische Lage unterstützten diesen Preisanstieg. Brent-Rohöl wurde 2017 mit durchschnittlich USD 54,19/bbl gehandelt und war somit 24% teurer als im Vorjahr.

Der US-Dollar zeigte sich 2017 gegenüber dem Euro schwächer, und der EUR/USD-Wechselkurs stieg im Jahresverlauf von 1,05 auf 1,20. Im Jahresdurchschnitt lag der EUR/USD-Kurs mit 1,13 um 2% über dem Vorjahr. Am Rotterdamer Mineralölproduktenmarkt stiegen die auf Euro umgerechneten Preise für Kraftstoffe um 17–22% und für Heizöl Schwer um über 40%.

Weltölnachfrage auf einem neuen Rekordwert 2017

Erdgasmarkt in Österreich um 9% gestiegen

Noch positiver als im Vorjahr entwickelte sich der Erdgasmarkt in Österreich. Die Nachfrage stieg 2017 um 9% auf 9 Mrd m³ bzw. 100,9 TWh. Die Gaskraftwerke mussten – vor allem aufgrund der angespannten Lage am Strommarkt im ersten Quartal 2017 – um 2,4 TWh bzw. um 28% mehr Strom erzeugen. Die inländische Erdgasproduktion konnte um 7% auf 13,5 TWh gesteigert werden, und die Nettoimporte trugen mit 91,9 TWh zur Deckung des Bedarfs und zur Füllung der Erdgasspeicher bei. Der Speicherstand per Jahresultimo lag bei 59 TWh und damit um 7% höher als Ende 2016.

Der Mineralölprodukteabsatz in zehn mittel- und südosteuropäischen Ländern – dem relevanten Marktgebiet der OMV – stieg 2017 um knapp 3% auf über 144 Mio t. In Österreich war die Steigerung des Marktvolumens um 2% auf 11,4 Mio t zur Gänze auf das Nachfrageplus bei Dieselkraftstoff zurückzuführen. In Rumänien (+4,5% Gesamtabsatz bei +10% Dieselabsatz) war dieser Trend noch ausgeprägter. In Deutschland stiegen Gesamtabsatz und Dieselabsatz um jeweils 2,5%. Es wurde auch mehr Benzin (+1,5%) und mehr Flugpetroleum (+4%) vermarktet.

Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt

Finanzieller Lagebericht

Starke operative Leistung: CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 2.958 Mio

Der im Vergleich zu 2016 um 5% gestiegene Konzernumsatz ist vor allem auf höhere Marktpreise im Bereich Downstream zurückzuführen. Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg von EUR 1.535 Mio 2016 auf EUR 2.958 Mio, vor allem bedingt durch das bessere Ergebnis in Upstream aufgrund von höheren realisierten Preisen und höheren Verkaufsmengen in Libyen und Norwegen. Bei einer Konzernsteuerquote vor Sondereffekten von 25% im Jahr 2017 (2016: 7%) belief sich der CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten auf EUR 2.035 Mio (2016: EUR 1.230 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten belief sich auf EUR 1.624 Mio (2016: EUR 995 Mio) und das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten stieg auf EUR 4,97 (2016: EUR 3,05).

2017 wurden Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR –1.281 Mio verzeichnet (2016: EUR –1.574 Mio). Die Netto-Sondereffekte im Bereich Downstream betrugen EUR – 1.242 Mio (2016: EUR – 482 Mio). 2016 wurden das Kraftwerk Samsun und der Gasspeicher Etzel wertberichtigt, wie auch die OMV Petrol Ofisi, infolge der Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten". Die Netto-Sondereffekte 2017 sind vor allem auf die Veräußerung der OMV Petrol Ofisi zurückzuführen. Mit Abschluss der Veräußerung wurde ein Recycling von FX-Verlusten in Höhe von EUR –1,2 Mrd infolge der negativen Entwicklung der türkischen Lira gegenüber dem Euro seit der Akquisition der OMV Petrol Ofisi in 2010 im operativen Ergebnis der OMV realisiert. Im Bereich Upstream sind die Netto-Sondereffekte von EUR –1.086 Mio im Jahr 2016 auf EUR – 7 Mio im Jahr 2017 gesunken, hauptsächlich bedingt durch Wertminderungen von Vermögenswerten in Großbritannien. Die Netto-Sondereffekte im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges betrugen 2017 EUR – 32 Mio (2016: EUR – 7 Mio). 2017 wurden positive CCS Effekte von EUR 55 Mio (2016: EUR 6 Mio) verzeichnet. Das operative Konzernergebnis lag mit EUR 1.732 Mio über dem Niveau von 2016 (EUR – 32 Mio).

Der Finanzerfolg sank vor allem aufgrund von geringeren Dividendenerträgen sowie höheren FX-Verlusten von EUR – 198 Mio im Vorjahr auf EUR – 246 Mio. Bei einer Konzernsteuerquote von 43% (2016: 21%) belief sich der Jahresüberschuss auf EUR 853 Mio (2016: EUR – 183 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende Jahresüberschuss betrug EUR 435 Mio (2016: EUR – 403 Mio). Das Ergebnis je Aktie entsprach EUR 1,33 (2016: EUR – 1,24).

Ergebnisse auf einen Blick

2017 2016
Umsatz 1 in EUR Mio 20.222 19.260 5%
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 in EUR Mio 2.958 1.535 93%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Upstream in EUR Mio 1.225 40 n.m.
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Downstream in EUR Mio 1.770 1.533 15%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 16 – 50 68%
Konsolidierung vor Sondereffekten: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio – 21 12 n.m.
Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten 25% 7% n.m.
CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten2 in EUR Mio 2.035 1.230 65%
Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss
vor Sondereffekten2, 3
in EUR Mio 1.624 995 63%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten2 in EUR 4,97 3,05 63%
Sondereffekte in EUR Mio – 1.281 – 1.574 19%
davon Upstream in EUR Mio – 7 – 1.086 99%
davon Downstream in EUR Mio – 1.242 – 482 – 158%
davon Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 32 – 7 n.m.
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) in EUR Mio 55 6 n.m.
Operatives Ergebnis Konzern in EUR Mio 1.732 – 32 n.m.
Operatives Ergebnis Upstream in EUR Mio 1.218 – 1.046 n.m.
Operatives Ergebnis Downstream in EUR Mio 584 1.106 – 47%
Operatives Ergebnis Konzernbereich und Sonstiges in EUR Mio – 48 – 56 14%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio – 21 – 36 42%
Finanzerfolg in EUR Mio – 246 – 198 – 24%
Steuerquote des Konzerns 43% 21% 107%
Jahresüberschuss in EUR Mio 853 – 183 n.m.
Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss in EUR Mio 435 – 403 n.m.
Ergebnis je Aktie in EUR 1,33 – 1,24 n.m.
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio 3.448 2.878 20%
Freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio 1.681 1.081 56%
Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio 1.013 615 65%

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten erhöhte sich auf EUR 4,97

1 Umsätze exklusive Mineralölsteuer

2 Bereinigt um Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und Mineralölprodukte

aus den Raffinerien und von OMV Petrol Ofisi

3 Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Jahresüberschusses

Sondereffekte und CCS Effekte

Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Zuschreibungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.

Des Weiteren wird der CCS Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern ermöglichen zu können. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Kennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.

Sondereffekte und CCS Effekte

In EUR Mio
2017 2016
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 2.958 1.535 93%
Sondereffekte – 1.281 – 1.574 19%
davon Personallösungen – 31 – 50 38%
davon Wertminderungen und Zuschreibungen 16 – 1.621 n.m.
davon Anlagenverkäufe – 31 80 n.m.
davon Sonstiges – 1.235 18 n.m.
CCS Effekte 55 6 n.m.
Operatives Ergebnis 1.732 – 32 n.m.

1 Bereinigt um Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoff- und Mineralölprodukte aus den Raffinerien und von OMV Petrol Ofisi

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Konzernumsatz um 5% gestiegen

Der Konzernumsatz ist gegenüber 2016 auf EUR 20.222 Mio gestiegen. Der Umsatz im Geschäftsbereich Upstream ist um 27% auf EUR 4.168 Mio gestiegen. Dies ist einem verbesserten Marktumfeld und der Wiederaufnahme der Produktion in Libyen zuzuschreiben. Nach der Eliminierung konzerninterner Umsätze von EUR 2.839 Mio lag der Beitrag von Upstream zum Konzernumsatz bei EUR 1.329 Mio bzw. 7% (2016: EUR 1.013 Mio bzw. 5%). Der Beitrag von Downstream Öl zum Konzernumsatz sank von EUR 14.603 Mio bzw. 76% im Vorjahr auf EUR 14.065 Mio bzw. 70% 2017, was hauptsächlich auf die Veräußerung der OMV Petrol Ofisi im Juni 2017 zurückzuführen ist. Der Umsatz in Downstream Gas stieg um 32% auf EUR 4.983 Mio (2016: EUR 3.779 Mio). Nach der Eliminierung konzerninterner Umsätze ergab sich 2017 ein Beitrag von Downstream Gas zum Konzernumsatz von EUR 4.822 Mio. Dies entspricht einem Anteil von 24% am Gesamtumsatz (2016: EUR 3.640 Mio bzw. 19%).

Die regionale Umsatzaufteilung erfolgt nach dem Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung. Unter den Absatzmärkten des Konzerns blieb Österreich mit einem Umsatz von EUR 6.416 Mio bzw. 32% des Konzernumsatzes unverändert der bedeutendste (2016: EUR 4.884 Mio bzw. 25%). Die Umsätze in Deutschland stiegen leicht auf EUR 3.065 Mio. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 15% (2016: EUR 2.777 Mio bzw. 14%). Die Umsätze in Rumänien betrugen EUR 3.449 Mio bzw. 17% des Konzernumsatzes (2016: EUR 3.006 Mio bzw. 16%). Der Umsatzbeitrag der Türkei verringerte sich 2017 vor allem aufgrund der Veräußerung der OMV Petrol Ofisi deutlich auf EUR 2.595 Mio bzw. 13% des Gesamtumsatzes des OMV Konzerns (2016: EUR 4.817 Mio bzw. 25%). In Russland betrugen die Umsätze EUR 137 Mio bzw. 1% des Konzernumsatzes 2017 (2016: EUR 79 Mio bzw. 0%). Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Erwerb eines Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje zurückzuführen. Im übrigen Mittel- und Osteuropa wurden Umsätze in Höhe von EUR 2.765 Mio bzw. 14% des Gesamtumsatzes erzielt (2016: EUR 2.398 Mio bzw. 12%). Auf die restlichen europäischen Länder entfielen EUR 963 Mio bzw. 5% (2016: EUR 931 Mio bzw. 5%). Die Umsätze in der übrigen Welt stiegen nach der Wiederaufnahme der Produktion in Libyen auf EUR 831 Mio. Dies entspricht einem Anteil von 4% des Gesamtumsatzes (2016: EUR 369 Mio bzw. 2%).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken 2017 auf EUR 488 Mio (2016: EUR 646 Mio), da 2016 eine Zuschreibung des Asthart Feldes in Tunesien infolge der Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" erfasst wurde und ein Ertrag aus der Veräußerung des Aliaˇga-Terminals in der Türkei enthalten war. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthielten 2017 einen Gewinn von EUR 137 Mio aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited, der größtenteils der Umgliederung ("Recycling") von FX-Gewinnen vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung zuzuschreiben ist. Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen belief sich auf EUR 510 Mio (2016: EUR 425 Mio) und enthielt im Wesentlichen den 36%-Anteil am Borealis Konzern in Höhe von EUR 394 Mio (2016: EUR 399 Mio). Der Anstieg gegenüber 2016 war überwiegend Pearl zuzuschreiben, resultierend aus einer Einigung im Rechtsstreit über Punkte aus der Vereinbarung ("Heads of Agreement") für die Felder Khor Mor und Chemchemal, was zu einem Ertrag von EUR 90 Mio führte. Die Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) beliefen sich auf EUR – 12.331 Mio (2016: EUR – 12.297 Mio). Diese Position beinhaltet Aufwendungen für Waren und Materialien, die für die Umwandlung in End- oder Zwischenerzeugnisse verwendet werden, sowie Aufwendungen für zum Wiederverkauf bestimmte Waren, Bestandsveränderungen und Wertminde-

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

In EUR Mio
2017 2016
Umsatzerlöse 20.222 19.260 5%
Sonstige betriebliche Erträge 488 646 – 25%
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 510 425 20%
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) – 12.331 – 12.297 0%
Produktions- und operative Aufwendungen – 1.645 – 1.686 – 2%
Produktionsbezogene Steuern – 311 – 290 7%
Abschreibungen und Wertminderungen – 1.852 – 3.235 – 43%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen – 1.636 – 1.721 – 5%
Explorationsaufwendungen – 221 – 790 – 72%
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 1.491 – 344 n.m.
Operatives Ergebnis 1.732 – 32 n.m.
Finanzerfolg – 246 – 198 24%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 634 47 n.m.
Jahresüberschuss 853 – 183 n.m.
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 103 0%
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 315 118 168%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss 435 – 403 n.m.

rungen von Vorräten. Die Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen betrugen EUR – 1.636 Mio (2016: EUR – 1.721 Mio). Die Explorationsaufwendungen sanken um 72% auf EUR – 221 Mio (2016: EUR – 790 Mio), vor allem bedingt durch 2016 erfasste Wertminderungen des Rosebank-Vermögenswertes in Großbritannien. In der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" sind Forschungsund Entwicklungsaufwendungen von EUR – 33 Mio (2016: EUR – 28 Mio) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von EUR – 1.491 Mio (2016: EUR – 344 Mio) enthielten einen Verlust von EUR –1.209 Mio aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi, der größtenteils der Umgliederung ("Recycling") von FX-Verlusten vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung zuzuschreiben ist.

Der Finanzerfolg sank vor allem aufgrund von geringeren Dividendenerträgen sowie höheren FX-Verlusten von EUR –198 Mio im Vorjahr auf EUR –246 Mio. Die Dividendenerträge betrugen EUR 15 Mio (2016: EUR 41 Mio). Das Zinsergebnis zeigte einen Saldo von EUR – 201 Mio (2016: EUR – 195 Mio).

Die Ertragsteuern beliefen sich auf EUR – 634 Mio (2016: EUR 47 Mio). Die Aufwendungen für laufende Ertragsteuern betrugen EUR – 492 Mio (2016: EUR – 130 Mio) und die latenten Steuern beliefen sich auf EUR – 142 Mio (2016: EUR 178 Mio). Der Effektivsteuersatz des Konzerns erhöhte sich auf 43% (2016: 21%), maßgeblich bedingt durch einen starken Ergebnisbeitrag der hoch besteuerten

Operatives Ergebnis auf EUR 1.732 Mio erhöht

Länder Norwegen und Libyen. Weitere Details zu Ertragsteuern können der Anhangangabe 11 des Konzernabschlusses entnommen werden.

Cashflow-Performance

Starker freier Cashflow nach Dividenden von EUR 1.013 Mio

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 3.448 Mio lag deutlich über dem Niveau von 2016 (EUR 2.878 Mio), unterstützt durch ein verbessertes Marktumfeld sowie höhere Dividenden von Borealis und Pearl.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigte 2017 einen Mittelabfluss von EUR – 1.766 Mio gegenüber EUR – 1.797 Mio 2016. 2017 führten die Veräußerungen der OMV (U.K.) Limited und der OMV Petrol Ofisi zu einem Netto-Mittelzufluss von EUR 1.689 Mio, der ausgeglichen wurde durch einen Netto-Mittelabfluss von EUR – 1.644 Mio aus dem Erwerb eines Anteils am Feld Juschno Russkoje. Außerdem bewirkten 2017 die ersten Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 einen Mittelabfluss von EUR – 324 Mio.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zeigte 2017 einen Mittelzufluss von EUR 27 Mio gegenüber einem Mittelabfluss von EUR – 74 Mio 2016. 2017 war maßgeblich durch einen Mittelzufluss aus der Emission einer Euroanleihe von EUR 1 Mrd beeinflusst, was teilweise durch höhere ausgezahlte Dividenden ausgeglichen wurde. 2016 enthielt

einen erheblichen Mittelzufluss aus der Veräußerung des nicht beherrschenden Anteils von 49% an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH in Höhe von EUR 454 Mio.

Der freie Cashflow nach Dividenden erreichte den Rekordwert von EUR 1.013 Mio (2016: EUR 615 Mio).

Investitionen

Das Investitionsvolumen stieg 2017 auf EUR 3.376 Mio (2016: EUR 1.878 Mio). Dies ist vor allem auf den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Russland zurückzuführen. Upstream investierte EUR 2.781 Mio (2016: EUR 1.356 Mio). Neben dem Erwerb des Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje investierte der Geschäftsbereich Upstream überwiegend in Feldneuentwicklungen, Bohrungen und Workover-Aktivitäten in Rumänien und Feldentwicklungen in Norwegen. Die Investitionen im Geschäftsbereich Downstream beliefen sich auf EUR 580 Mio (2016: EUR 513 Mio), davon EUR 491 Mio in Downstream Öl (2016: EUR 463 Mio) und EUR 90 Mio in Downstream Gas (2016: EUR 49 Mio). Die Hauptinvestitionen standen im Zusammenhang mit einer Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat sowie anderen Wartungs- und Compliance-Aktivitäten in den Raffinerien. Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges lag bei EUR 15 Mio (2016: EUR 10 Mio).

In EUR Mio
2017 2016
Upstream 2.781 1.356 105%
Downstream 580 513 13%
davon Downstream Öl 491 463 6%
davon Downstream Gas 90 49 82%
Konzernbereich und Sonstiges 15 10 52%
Investitionen gesamt 3.376 1.878 80%
+/– Konsolidierungskreisänderungen und sonstige Anpassungen2 – 1.595 173 n.m.
– Investitionen in Finanzanlagen und Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen – 20 – 5 n.m.
Zugang laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) 1.762 2.047 – 14%
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen – 176 – 25 n.m.
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.586 2.022 – 22%
+ Zahlungswirksame Investitionen, Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen 366 66 n.m.
+ Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten
abzüglich liquider Mittel 1.644 54 n.m.
Investitionen laut Cashflow-Rechnung 3.596 2.141 68%

1 Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge

2 2017 enthielt EUR 1,7 Mrd aus dem Erwerb eines 24,99%-Anteils am Feld Juschno Russkoje

Investitionen1

Die Überleitung der Investitionen auf die Zugänge laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) betrifft im Wesentlichen die Zugänge, die nicht als Investitionen definiert sind, sowie Investitionen in Finanzanlagen und Konsolidierungskreisänderungen. Der Unterschied zwischen den Zugängen laut Anlagespiegel und den Investitionen aus der Cashflow-Rechnung war zum Teil auf in der Periode nicht zahlungswirksame Zugänge im Bereich des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen zurückzuführen (unter anderem Abgrenzungen für Investitionsverbindlichkeiten, neue Finanzierungsleasingvereinbarungen, Rekultivierungsverpflichtungen und aktivierte Fremdkapitalkosten). Darüber hinaus sind in den Gesamtinvestitionen der Cashflow-Rechnung Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen sowie für den Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten enthalten.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme verringerte sich um EUR 537 Mio auf EUR 31.576 Mio. Das langfristige Vermögen wurde durch den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Russland beeinflusst. Weitere Details hierzu befinden sich in der Anhangangabe 3 des Konzernabschlusses. At-equity bewertete Beteiligungen stiegen um EUR 53 Mio und beinhalteten größtenteils das Ergebnis von Borealis und anteilige Ergebnisse von anderen at-equity bewerteten Beteiligungen sowie Währungsumrechnungen ausländischer Beteiligungen und sonstige Änderungen, wie unter anderem vereinnahmte Dividenden in Höhe von EUR 369 Mio. Des Weiteren trugen Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 und eine Forderung in Verbindung mit der bedingten Gegenleistung aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited zur Erhöhung des sonstigen langfristigen Vermögens bei. Die aktiven latenten Steuern sanken auf EUR 744 Mio (2016: EUR 839 Mio).

Kauf eines Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Russland

2017 2016
Aktiva
Langfristiges Vermögen 21.972 21.042
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 16.301 16.326
At-equity bewertete Beteiligungen 2.913 2.860
Sonstiges langfristiges Vermögen 2.014 1.017
Latente Steuern 744 839
Kurzfristiges Vermögen 9.398 7.666
Vorräte 1.503 1.663
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.503 2.459
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 5.392 3.544
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 206 3.405
Passiva
Eigenkapital 14.334 13.925
Langfristige Verbindlichkeiten 10.352 10.354
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.003 1.057
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 4.792 4.737
Rekultivierungsverpflichtungen 3.070 3.320
Rückstellungen und andere Verbindlichkeiten 1.050 1.117
Latente Steuern 437 122
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.826 6.727
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.262 3.731
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 902 260
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 2.662 2.736
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 63 1.107
Bilanzsumme 31.576 32.112

Bilanz (Kurzfassung)

In EUR Mio

Das kurzfristige Vermögen stieg um EUR 1.752 Mio auf EUR 9.398 Mio zum 31. Dezember 2017. Das zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögen sank um EUR 3.199 Mio, hauptsächlich bedingt durch den Verkauf der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited.

Das Eigenkapital (inklusive nicht beherrschender Anteile) stieg gegenüber 2016 um 3% und die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 45% (2016: 43%). Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sanken um EUR 54 Mio. Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen sanken vor allem aufgrund von Neubewertungen um EUR 249 Mio.

Kurzfristige und langfristige Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten stiegen um EUR 697 Mio, bedingt durch die Emission einer

Euroanleihe von EUR 1 Mrd im Dezember 2017, teilweise kompensiert durch Rückzahlungen kurzund langfristiger Schulden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich infolge der Einstellung der Lieferungen an die OMV Petrol Ofisi um EUR 469 Mio. Einen Rückgang von EUR 142 Mio gab es bei den sonstigen kurzfristigen und langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die passiven latenten Steuern stiegen auf EUR 437 Mio (2016: EUR 122 Mio), beeinflusst durch den Erwerb eines Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje. Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten verringerten sich um EUR 1.043 Mio, was hauptsächlich auf den Verkauf der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited zurückzuführen ist.

Verschuldungsgrad (Gearing Ratio)

Gearing Ratio

2017 2016
Anleihen in EUR Mio 4.757 3.763 26%
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in EUR Mio 937 1.234 – 24%
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in EUR Mio 292 278 5%
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Schulden in EUR Mio 8 n.m.
Schulden in EUR Mio 5.986 5.283 13%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente1 in EUR Mio 3.981 2.314 72%
Nettoverschuldung in EUR Mio 2.005 2.969 – 32%
Eigenkapital in EUR Mio 14.334 13.925 3%
Verschuldungsgrad 14% 21% n.m.

Verschuldungsgrad signifikant verbessert

1 Inklusive liquider Mittel, welche auf "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurden

Upstream

Im Geschäftsbereich Upstream hat die OMV 2017 umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um das Portfolio im Hinblick auf die Konzentration auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten und das nachhaltige Ersetzen von Reserven neu auszurichten. Dazu gehören unter anderem der Eintritt in Russland mit rund 100 kboe/d zusätzlicher Tagesproduktion, die Veräußerung ausgewählter Assets und Bemühungen zum Ausbau von Partnerschaften in der Region Mittlerer Osten und Afrika. Die Produktionskosten sanken auf USD 8,8/boe und die Reserven-Ersatzrate lag zum Jahresende bei 191%.

Auf einen Blick

2017 2016
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten in EUR Mio 1.225 40 n.m.
Sondereffekte in EUR Mio – 7 – 1.086 – 99%
Operatives Ergebnis in EUR Mio 1.218 – 1.046 n.m.
Investitionen in EUR Mio 2.781 1.356 105%
Explorationsausgaben in EUR Mio 230 307 – 25%
Explorationsaufwendungen1 in EUR Mio 222 808 – 73%
Produktionskosten2, 3, 4 in USD/boe 8,8 10,6 – 17%
Gesamtproduktion3, 4 in kboe/d 348 311 12%
Gesamtproduktion3, 4 in Mio boe 127,0 113,8 12%
Gesamtverkaufsmenge4 in Mio boe 118,3 108,8 9%
Sichere Reserven per 31. Dezember in Mio boe 1.146 1.030 11%
Durchschnittlicher Brent-Preis in USD/bbl 54,2 43,7 24%
Durchschnittlich realisierter Rohölpreis in USD/bbl 49,9 39,8 26%
Durchschnittlich realisierter Gaspreis in USD/1.000 cf 5,1 4,5 15%

Hinweise: Das Nettoergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung Pearl ist in allen operativen Ergebnissen der dargestellten Perioden enthalten. Nach Abschluss der Akquisition des 24,99%-Anteils am Juschno Russkoje Feld wird seit 1. Dezember 2017 der OMV Anteil von 24,99% an Severneftegazprom ("SNGP", Betriebsführer des Erdgasfeldes Juschno Russkoje) nach der Equitymethode berücksichtigt und das Ergebnis der JSC GAZPROM YRGM Development ("Trader"), an der die OMV 99,99% hält, vollkonsolidiert.

1 Explorationsaufwendungen beinhalten administrative Aufwendungen im Jahr 2016 und exkludieren diese im Jahr 2017

2 Die OMV hat die Definition der Produktionskosten an die branchenübliche Definition angepasst; seit Q1/17 sind administrative Aufwendungen sowie Verkaufs- und Vertriebskosten exkludiert; ausschließlich zu Vergleichszwecken wurden die Zahlen in der Tabelle für das Jahr 2016 auf dieselbe Weise dargestellt

3 Beinhaltet den Produktionsbeitrag der at-equity bewerteten Beteiligung Pearl, beginnend mit Q1/17 4 Berücksichtigt OMVs Anteil am Juschno Russkoje Erdgasfeld, beginnend mit 1. Dezember 2017

Finanzielle Performance

Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg deutlich von EUR 40 Mio in 2016 auf EUR 1.225 Mio im Jahr 2017. Die OMV profitierte von Netto-Markteffekten von EUR 563 Mio. Höhere realisierte Ölund Gaspreise wurden im geringen Ausmaß durch negative FX-Effekte kompensiert. Höhere Verkaufsmengen, hauptsächlich durch die Wiederaufnahme der Produktion in Libyen und die gesteigerte Produktion in Norwegen, haben das Ergebnis mit EUR 400 Mio unterstützt. Das Ergebnis wurde zudem durch gesunkene Abschreibungen und geringere Produktionskosten positiv beeinflusst. Die Abschreibungen gingen hauptsächlich aufgrund von positiven Reservenanpassungen in Q4/16 um EUR 115 Mio zurück.

Die im Jahr 2017 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR – 7 Mio (2016: EUR – 1.086 Mio, primär resultierend aus Wertminderungen aus den Verkäufen in Großbritannien). Das operative Ergebnis verbesserte sich signifikant auf EUR 1.218 Mio (2016: EUR – 1.046 Mio).

Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren fielen um 17% auf USD 8,8/boe. Die höhere Produktion sowie die erfolgreiche Implementierung des Kostensenkungsprogramms führten zu niedrigeren Produktionskosten.

Die Gesamtproduktion erhöhte sich um 12% auf 348 kboe/d, vor allem infolge der gestiegenen Produktion in Libyen und Norwegen sowie des Produktionsbeitrags aus Russland. Die Gesamttagesproduktion der OMV Petrom fiel hauptsächlich aufgrund des natürlichen Förderrückgangs sowie des Verkaufs kleinerer Felder um 7 kboe/d auf

Solides operatives Ergebnis vor Sondereffekten bei EUR 1.225 Mio

168 kboe/d. In Verbindung mit der Produktion stiegen auch die Verkaufsmengen um 9% aufgrund von Liftings in Libyen, Gasverkäufen in Russland und höheren Liftings in Norwegen.

Maßgeblich bedingt durch deutlich verringerte Lagerbestände und ein höheres geopolitisches Risiko stieg der durchschnittliche Brent-Preis um 24% auf USD 54/bbl im Jahr 2017. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns verbesserte sich um 26%. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in USD/1.000 cf war um 15% höher. Die von der OMV erzielten Preise im Jahr 2017 profitierten zudem von einem realisierten Hedging-Gewinn.

Das Investitionsvolumen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben im Bereich Upstream stieg 2017 auf EUR 2.781 Mio (2016: EUR 1.356 Mio) und beinhaltet auch den Erwerb des 24,99%-Anteils am Juschno Russkoje Feld von EUR 1.719 Mio. Organische Investitionen wurden vorwiegend in Rumänien und Norwegen getätigt.

Produktion

Gesamtproduktion stieg um 12% auf 348 kboe/d

2017 2016
Erdöl und NGL Erdgas 1 Gesamt Erdöl und NGL Erdgas 1 Gesamt
in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe in Mio bbl in bcf in Mio boe in Mio boe
Rumänien2 25,0 181,6 33,6 58,6 26,3 185,4 34,3 60,7
Österreich 4,6 34,2 5,7 10,3 5,1 31,2 5,2 10,3
Kasachstan2 2,3 1,3 0,2 2,6 2,8 1,6 0,3 3,1
Großbritannien 0,3 0,9 0,2 0,4
Norwegen 18,7 61,6 10,3 29,0 17,1 51,4 8,6 25,6
Libyen 9,1 9,1 0,3 0,3
Tunesien 1,9 2,9 0,5 2,4 2,5 3,4 0,6 3,0
Pakistan 0,2 15,3 2,6 2,7 0,2 20,7 3,5 3,6
Jemen
Region Kurdistan
im Irak
0,9 11,2 1,9 2,7
Neuseeland 2,9 20,0 3,3 6,2 3,3 20,3 3,4 6,7
Russland 19,8 3,3 3,3
Gesamt 65,6 347,9 61,3 127,0 57,9 314,9 55,9 113,8

1 Für die Umrechnung von Gas von scf in boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 scf; Ausnahme ist Rumänien, wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 scf

2 Da die OMV zu 51% an der OMV Petrom beteiligt ist, wird die OMV Petrom vollkonsolidiert; die Produktionsvolumen der OMV Petrom sind daher zu 100% in den Zahlen berücksichtigt

Entwicklungen im Portfolio

Die OMV hat 2017 die Optimierung des Upstream-Portfolios im Hinblick auf die Konzentration auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten und das nachhaltige Ersetzen von Reserven fortgesetzt. Dazu trugen vor allem der Kauf eines Anteils an einem Erdgasfeld in Russland und der Verkauf des Feldes Ashtart in Tunesien und marginaler Felder in Rumänien bei. Zudem erlaubte die verbesserte Sicherheitslage in Libyen die Wiederaufnahme der dortigen Produktion.

Russland

Russland als neue Kernregion etabliert

Russland wurde 2017 als neues Kerngebiet für OMV Upstream etabliert. Am 30. November 2017 hat die OMV den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien von Uniper SE abgeschlossen. Der Kaufpreis betrug

EUR 1.719 Mio inklusive üblicher Abschlussanpassungen. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017. Der Anteil an Juschno Russkoje erhöht die Tagesproduktion der OMV um rund 100.000 boe/d.

Die Verhandlungen mit Gazprom über einen Asset-Tausch sind im Laufe des Jahres erwartungsgemäß vorangeschritten und der Abschluss inklusive aufsichtsrechtlicher Genehmigungen wird voraussichtlich 2018 wie geplant fortgesetzt werden können. Gemäß dieser Vereinbarung wird die OMV im Gegenzug für einen Anteil von 38,5% an der OMV (NORGE) AS einen 24,98%-Anteil an dem Projekt zur Entwicklung der Blöcke 4 und 5 der Achimov-Formation des Feldes Urengoi erhalten. Weitere Möglichkeiten in Russland mit beträchtlichen Reserven werden derzeit evaluiert, um ein substanzielles langfristiges Profil zu realisieren.

Mittlerer Osten und Afrika

Dank der Verbesserung der politischen Situation und der Sicherheitslage in Libyen konnte die OMV 2017 die Produktion in den Ölfeldern Sirte und Sharara wieder hochfahren und erreichte für das Jahr eine durchschnittliche Gesamtproduktion von rund 25 kboe/d.

Im Rahmen der Überprüfung des Upstream-Portfolios hat die OMV 2017 die Entscheidung getroffen, den Verkauf des Upstream-Geschäftsbereichs in Pakistan einzuleiten, und der Veräußerungsprozess ist im Gange.

Die OMV hat den Verkauf ihres 50%-Anteils am Offshore-Feld Ashtart im Golf von Gabès in Tunesien sowie des 50%-Anteils am Betreiber SEREPT an das unabhängige Öl- und Gasunternehmen PERENCO abgeschlossen.

Nach der erstmaligen Berücksichtigung der atequity bewerteten 10%-Beteiligung an der Pearl Petroleum Company Limited1 (Pearl) zum Ende des vorangegangenen Jahres sind deren Beiträge seit 2017 in den Leistungskennzahlen der OMV enthalten. Im August 2017 haben die Regionalregierung der Region Kurdistan-Irak und Pearl eine vollständige und endgültige Einigung über Punkte einer Vereinbarung ("Heads of Agreement") für die Felder Khor Mor und Chemchemal erzielt. Die positive Auswirkung auf das operative Ergebnis vor Sondereffekten von OMV Upstream betrug EUR 90 Mio. Die OMV erhielt resultierend aus dieser Einigung EUR 50 Mio als Dividende von Pearl, der verbleibende Betrag wurde auf ein zweckgebundenes Konto für zukünftige Investitionen in Khor Mor überwiesen.

Die OMV hat ihre Position im Iran weiter ausgebaut. Sie hat mit Gazprom Neft und Dana Energy jeweils ein Memorandum of Understanding über potenzielle zukünftige Kooperationen im Land unterzeichnet. Zudem laufen Verhandlungen mit der National Iranian Oil Company über die Evaluierung und Entwicklung des Ölfeldes Band-E-Karkheh.

Rumänien und Kasachstan

Die Optimierung des Portfolios schreitet planmäßig voran. Neunzehn marginale Felder wurden zum 1. August 2017 an Mazarine Energy Romania verkauft und weitere Verkäufe von marginalen Feldern werden evaluiert.

2017 wurden die Bohraktivitäten verstärkt, sodass im Dezember 14 Bohrtürme in den von der OMV Petrom betriebenen Lizenzen aktiv waren. Bis Ende 2017 wurden 69 neue Bohrungen und Sidetracks abgeteuft. Dieser signifikante Anstieg entspricht der Strategie der OMV Petrom2 zur Unterstützung des Ziels einer Reserven-Ersatzrate von 100% bis 2021. Zu den entsprechenden Aktivitäten gehörte unter anderem die Einleitung einer Bohrkampagne im von der OMV Petrom betriebenen Block Istria in den Flachwasserbereichen des Schwarzen Meeres. Im Rahmen der Kampagne werden bis Mitte 2018 vier Bohrungen niedergebracht, eine davon eine Explorationsbohrung.

In Kasachstan konnten die Lizenzen für Komsomolkoe, Turkmenoi und Aktas um zehn Jahre verlängert werden. Möglichkeiten für eine potenzielle regionale Expansion der OMV Petrom, vorrangig in den Regionen um das Kaspische Meer und das westliche Schwarze Meer, werden derzeit geprüft.

Schlüsselprojekte

Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)

Im Feld Gullfaks mit 136 Fördersonden wurden 2017 unter der Betriebsführerschaft von Statoil acht neue Bohrungen direkt von den Plattformen abgeteuft. Zudem wurde im Laufe des Jahres das Untersee-Gaskompressionsprojekt Gullfaks erfolgreich in Betrieb genommen. Die komplette Cat-J-Bohrplattform ist in Norwegen eingetroffen, hat die norwegische Zulassung erhalten und wird 2018 in das Feld transportiert werden. Diese Art der Plattform ist speziell für effizienteres Bohren bei Offshore-Projekten zusätzlich zu den herkömmlichen fixen Bohrplattformen ausgelegt.

Gudrun (Norwegen, OMV 24%)

Das Feld Gudrun unter Betriebsführerschaft von Statoil hat weiter eine gute Produktion von den vorhandenen Bohrplattformen geliefert, die vor allem einem verzögerten Produktionsrückgang und gestiegenen Volumen zu verdanken ist. Der Betriebsführer hat zudem 2017 Projekte eingeleitet, um potenzielle neue Bohrungen im Feld sowie mögliche Änderungen der Förderstrategie zu untersuchen. Diese Projekte werden 2018 weiter ausgearbeitet werden.

Portfolio-Restrukturierung mit ausgewählten Veräußerungen fortgeführt

1 Pearl Petroleum Company Limited ist ein Konsortium aus fünf Unternehmen. Es setzt sich aus den beiden führenden unabhängigen Öl- und Gasunternehmen im Mittleren Osten, Dana Gas (35%) und Crescent Petroleum (35%), sowie den drei großen europäischen Energieunternehmen OMV (10%), MOL (10%) und RWE (10%) zusammen.

2 OMV Petrom inkludiert Rumänien und Kasachstan

Edvard Grieg (Norwegen, OMV 20%)

Die Produktion im Offshore-Feld Edvard Grieg unter Betriebsführerschaft von Lundin lag dank der Beseitigung von Engpässen und hoher Betriebszeiten deutlich über den Erwartungen. Zehn Bohrungen wurden 2017 fertiggestellt und der Feldentwicklungsplan sieht die Fertigstellung von vier weiteren Bohrungen im Jahr 2018 vor.

Aasta Hansteen (Norwegen, OMV 15%) einschließlich Polarled

Der Unterbau und die Oberflächenanlagen der Plattform Aasta Hansteen, das Tiefwasser-Gasentwicklungsprojekt unter Betriebsführerschaft von Statoil, wurden erfolgreich vom Produktionsstandort in Südkorea nach Norwegen transportiert. Die Prüfung und die erfolgreiche Zusammenführung des Unterbaus mit den Oberflächenanlagen der Plattform wurden ebenfalls 2017 abgeschlossen. Die Produktion wird voraussichtlich im vierten Quartal 2018 aufgenommen werden.

Nawara (Tunesien, OMV 50%)

Die Gaskondensat-Feldentwicklung Nawara unter Betriebsführerschaft der OMV wird mit der Gasaufbereitungsanlage in Gabes fortgesetzt und nähert sich der mechanischen Fertigstellung. Die Pipeline ist vollständig installiert. Die Hydrotests sind abgeschlossen und die Ventilstationen werden voraussichtlich 2018 fertiggestellt. Auch in der zentralen Aufbereitungsanlage schreiten die Arbeiten voran. Die mechanischen Arbeiten laufen, Anlagen und Ausrüstung sind größtenteils angeliefert. Das Gesamtprojekt war Ende 2017 zu 86% fertiggestellt und lag damit hinter dem Plan. Ursache dafür sind Verzögerungen infolge der sozialen und politischen Unruhen in Südtunesien in den Sommermonaten. Die OMV arbeitet jedoch bereits an Lösungen, um weitere Verzögerungen zu minimieren. Die erste Gaslieferung über die Nawara-Pipeline wird voraussichtlich 2019 erfolgen.

Neptun (Rumänien, OMV 50%)

Neptun Deep repräsentiert den Tiefwassersektor des Blocks XIX Neptun im rumänischen Schwarzen Meer, in dem OMV Petrom im Rahmen eines Joint Venture mit ExxonMobil (Betriebsführer) aktiv ist. Nach den ersten Gasfunden der Explorationsbohrungen in den Jahren 2011 und 2012 (Domino-1) wurden umfangreiche seismische Messungen und weitere Explorations- und Erweiterungsbohrungen sowie Testarbeiten durchgeführt. 2017 wurden in Vorbereitung der potenziellen, für das zweite Halbjahr 2018 vorgesehenen finalen Investitionsentscheidung umfassende Planungsmaßnahmen durchgeführt.

Andere wesentliche Projekte (Rumänien, OMV 100%)

2017 wurde eine Reihe von Feldentwicklungen und Feldneuentwicklungen wie Independenta Phase 1 und Burcioaia an die Betriebsführung übergeben. Zudem haben andere Projekte wichtige Meilensteine erreicht, etwa die Inbetriebnahme der Begleitwasseraufbereitungsanlage in Suplac, die erste Gaslieferung an das nationale Transportsystem in Madulari und der Start der Projektdurchführung in Hurezani, wo eine Tieftemperaturabscheidungsanlage mit den entsprechenden Pipelines gebaut werden soll.

Das 2015 begonnene Offshore-Erneuerungsprogramm umfasst 34 Projekte, die zum Ziel haben, die Offshore-Anlagen und Pipelines zu überarbeiten, das operative Risiko zu verringern und die Prozesssicherheit zu erhöhen. Die geschätzten Gesamtinvestitionen werden sich bis 2022 voraussichtlich auf über EUR 200 Mio belaufen.

Highlights Exploration und Evaluierung

2017 wurden 13 Explorations- und Erweiterungsbohrungen1 in fünf verschiedenen Ländern abgeschlossen, von denen fünf erfolgreich waren. Drei weitere Bohrungen waren zum Jahresende noch nicht beendet, darunter eine High-Impact-Bohrung in Norwegen.

In der Barentssee hat die OMV die Bohraktivitäten und Tests der Erweiterungsbohrung 7324/8-3 im Ölfeld Wisting erfolgreich abgeschlossen. Diese Bohrung war entscheidend für den Schritt zur Auswahl des Entwicklungskonzeptes für den Ölfund in Wisting. Zwei weitere Explorations- und Erweiterungsbohrungen in Norwegen wurden 2017 abgeschlossen. In der Nordsee wurde mit der Bohrung 16/1-27 erfolgreich das Ölfeld Edvard Grieg erweitert und somit die Feldentwicklung optimiert.

In der Region Mittlerer Osten und Afrika fand 2017 eine Erweiterungsbohrung im Feld Shuwaihat in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Die von der OMV durchgeführte Explorationsbohrung im Osten von Abu Dhabi wurde ebenfalls abgeschlossen. Die Ergebnisse der Bohrung Shuwaihat 6/6A werden derzeit noch evaluiert. In Südtunesien fand ein erfolgreicher Test der Erdölexplorationsbohrung Sondes-1 statt.

Neptun auf dem Weg zur finalen Investitionsentscheidung

1 Acht unter Betriebsführerschaft der OMV

Sechs geophysikalische Untersuchungen in fünf verschiedenen Ländern wurden 2017 fertiggestellt, zwei weitere waren zum Jahresende noch nicht abgeschlossen. Sie wurden in Norwegen, Tunesien, Pakistan, Neuseeland und Australien durchgeführt. Die erforderlichen Genehmigungs- und Planungsverfahren für die seismische 3D-Untersuchung von 650 km2 in Schönkirchen in Österreich wurden 2017 abgeschlossen.

Die OMV hat das Explorationsportfolio 2017 durch Lizenzrückgaben und -zugänge in Norwegen, Jemen und Pakistan und die Verlängerung der Explorationslizenz in Rumänien weiter optimiert.

Die Explorationsausgaben sind 2017 von EUR 307 Mio im Vorjahr auf EUR 230 Mio gesunken. Das entspricht der Explorationsstrategie und spiegelt den derzeitigen Kostenschwerpunkt sowie die Verzögerung einiger wichtiger Projekte wider.

Reservenentwicklung

Zum 31. Dezember 2017 stiegen die sicheren Reserven (1P) auf 1.146 Mio boe (davon OMV Petrom1 : 566 Mio boe). Im Jahr 2017 wuchs die jährliche Reservenersatzrate auf 191% (2016: 101%). Der Dreijahresdurchschnitt der Reservenersatzrate stieg auf 116% (2016: 70%). Die deutliche Verbesserung der Reservenersatzraten ist vor allem bedingt durch den Kauf des 24,99%-Anteils am Juschno Russkoje Erdgasfeld in Russland. Zusätzliche Reserven wurden auch aufgrund positiver Reservenneubewertungen vorwiegend in Norwegen und Rumänien sowie der Vertragsverlängerung in der Region Kurdistan im Irak als Folge der Einigung im Rechtsstreit zwischen der Regionalregierung Kurdistan-Irak und Pearl im Schiedsverfahren gebucht.

Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) beliefen sich auf 1.943 Mio boe (davon OMV Petrom1: 839 Mio boe). Dies ist maßgeblich auf die Akquisition des 24,99%-Anteils am Juschno Russkoje Erdgasfeld zurückzuführen, welche die Veräußerungen der OMV (U.K.) Limited, des Feldes Ashtart in Tunesien und einiger kleinerer Felder in Rumänien mehr als wettmachte.

Innovation und neue Technologien

Die Upstream-Strategie der OMV wird durch modernste eigene Technologien vorangetrieben, unterstützt durch den Zugang zu gut gepflegten Anlagen für die Pilotprüfung dieser Technologien und die Förderung eines schnellen weltweiten Feldeinsatzes. Der aktuelle Schwerpunkt auf Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Fördermengen und der Lebensdauer von reifen Feldern und ermöglicht zudem eine äußerst effiziente Exploration von Ölund Gasfeldern auch in schwierigen Umgebungen.

Die OMV setzt verschiedene Maßnahmen zur verbesserten Erdölförderung ("Enhanced Oil Recovery") ein, mit besonderem Schwerpunkt auf Wasserund Polymerinjektion. Dadurch kann die OMV die Ölförderung um bis zu 15% steigern und die Lebensdauer eines Feldes erhöhen. 2017 wurden in der Lagerstätte 9 Torton Horizon im Feld Matzen in Österreich zwei horizontale Fördersonden und ein Polymerinjektor abgeteuft. Bis Ende des Jahres wurden insgesamt 200.000 boe zusätzliches Öl produziert. Im Rahmen des laufenden Polymer-Pilotprojekts wurde zudem 2017 die Forschungs- und Entwicklungskooperation mit Statoil, Total und Gazprom weiter ausgebaut. Die OMV hat die Tests innovativer Technologien zur Begleitwasseraufbereitung im Pilotmaßstab fortgesetzt. Eine wichtige Rolle für die kosteneffiziente intelligente Wasserinjektion spielt die Aufbereitung des polymerhaltigen Wassers.

Aufgrund der aktuellen Zunahme von schwefelhaltigem Rohöl nehmen Pipelines und Aufbereitungsanlagen schneller als gewöhnlich Schaden. Um dem entgegenzuwirken, baut die OMV ihre Kompetenz in Nanotechnologie aus. 2017 wurde ein Pilotversuch zur Verhinderung von Paraffinablagerungen in Bohrlöchern mithilfe von Nanopartikeln durchgeführt, der vielversprechende Ergebnisse zeigte. Weitere Forschungsbereiche sind Nanobeschichtungen zum Schutz vor Korrosion und Verschleiß.

Durch ein Forschungsprojekt mit der Stanford University wurden die Möglichkeiten der Lagerstättensimulation so weit verbessert, dass die OMV inzwischen in ihrer Klasse zu den Besten in der Lagerstättensimulation gehört. Darüber hinaus wurde 2017 in der Hauptniederlassung der OMV ein modernes 3D-Visualisierungszentrum eingerichtet, das die bessere Verbindung der verschiedenen an einem Lagerstättenkonzept arbeitenden Disziplinen unterstützt.

Modernste eigene Technologien unterstützen steigende Förderraten

Reservenersatzrate stieg 2017 auf 191%

Downstream

OMV wurde als Downstream-Unternehmen des Jahres ausgezeichnet

Der Geschäftsbereich Downstream der OMV umfasst die Bereiche Downstream Öl und Downstream Gas. Downstream Öl betreibt drei Raffinerien in Mittel- und Osteuropa, zwei davon mit starker Petrochemieintegration. Nach dem Verkauf ihrer türkischen Tochtergesellschaft OMV Petrol Ofisi im Juni 2017 betreibt die OMV ein Retail-Netzwerk von rund 2.000 Tankstellen in Europa (zuvor rund 3.800). Downstream Gas ist entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette tätig. Die Erdgas-Verkaufsmengen lagen bei 113 TWh. 2017 wurde die OMV vom Petroleum Economist als Downstream-Unternehmen des Jahres ausgezeichnet.

Auf einen Blick

2017 2016
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 in EUR Mio 1.770 1.533 15%
davon Downstream Öl in EUR Mio 1.554 1.341 16%
davon Downstream Gas in EUR Mio 217 192 13%
Sondereffekte in EUR Mio – 1.242 – 482 – 158%
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 1 in EUR Mio 55 55 1%
Operatives Ergebnis in EUR Mio 584 1.106 – 47%
Investitionen in EUR Mio 580 513 13%
Downstream Öl-Kennzahlen
OMV Referenz-Raffineriemarge2 in USD/bbl 6,05 4,75 27%
Netto-Marge Ethylen/Propylen3 in EUR/t 427 375 14%
Raffinerie-Auslastungsgrad gesamt 90% 89% 1%
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 23,82 30,74 – 23%
davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t 8,13 10,40 – 22%
davon Petrochemie in Mio t 2,15 2,31 – 7%
Downstream Gas-Kennzahlen
Erdgas-Verkaufsmengen in TWh 113,40 108,89 4%
Nettostromerzeugung in TWh 7,10 5,18 37%

1 Current Cost of Supply (CCS): Das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Sondereffekte und Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) der Treibstoffund Mineralölprodukte aus den Raffinerien und der OMV Petrol Ofisi

2 Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffineriemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und Betriebsbedingungen von der OMV Referenz-Raffineriemarge und von den Marktmargen abweichen

3 Berechnet auf Basis von West European Contract Prices (WECP)

Finanzielle Performance

CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten stieg im Jahr 2017 deutlich

Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg im Jahr 2017 deutlich von EUR 1.533 Mio auf EUR 1.770 Mio, aufgrund besserer Ergebnisse sowohl im Downstream Öl- als auch im Downstream Gas-Geschäft.

Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream Öl erhöhte sich 2017 um EUR 213 Mio auf EUR 1.554 Mio. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf gestiegene Raffinerie- und Petrochemiemargen sowie auf ein gutes Ergebnis im Retail-Geschäft zurückzuführen, welche den negativen Effekt der planmäßigen Generalüberholung der Raffinerie Schwechat kompensierten. Die OMV Referenz-Raffineriemarge stieg wesentlich von USD 4,75/bbl auf USD 6,05/bbl. Dies wurde vor allem durch stärkere Margen bei Mitteldestillaten, Naphtha und Heizöl getragen. Der Raffinerie-Auslastungsgrad lag im Jahr 2017 bei 90% (2016: 89%). Mit 23,82 Mio t fiel die Verkaufsmenge an Raffinerieprodukten um 23% infolge des Verkaufs der OMV Petrol Ofisi in Q2/17. Die OMV Petrol Ofisi nicht berücksichtigend sank die Verkaufsmenge an Raffinerieprodukten unwesentlich, aufgrund leicht gesunkener Petrochemie-Verkaufsmengen infolge der planmäßigen Generalüberholung der Raffinerie Schwechat. Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten der OMV Petrol Ofisi belief sich auf EUR 98 Mio. Die geringere Abschreibung infolge der Umbuchung der OMV Petrol Ofisi als "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" hat sich mit EUR 67 Mio positiv ausgewirkt.

Das Petrochemiegeschäft trug trotz der planmäßigen Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat mit EUR 245 Mio zum CCS operativen Ergebnis vor Sondereffekten bei (2016: EUR 238 Mio). Der Beitrag von Borealis zum CCS operativen Ergebnis vor Sondereffekten war mit EUR 399 Mio stabil.

Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten von Downstream Gas verbesserte sich von EUR 192 Mio auf EUR 217 Mio im Jahr 2017. Dies beinhaltet die Auflösung von temporären Bewertungseffekten aufgrund des Hedgings von Liefer- und Speicherverträgen in Höhe von EUR 29 Mio. Die Performance von Gas Connect Austria sank infolge einer Änderung der Tarifbestimmungen von EUR 131 Mio 2016 auf EUR 97 Mio im Jahr 2017. Die Erdgas-Verkaufsmengen stiegen auf 113,40 TWh (2016: 108,89 TWh). Das Stromgeschäft verbesserte sich signifikant mit einer erhöhten Nettostromerzeugung von 7,10 TWh im Jahr 2017 (2016: 5,18 TWh).

Das operative Ergebnis im Downstream-Geschäft belief sich auf EUR 584 Mio, verglichen mit EUR 1.106 Mio 2016. Das Ergebnis reflektiert Sondereffekte in Höhe von EUR – 1.242 Mio, die vor allem auf die Veräußerung der OMV Petrol Ofisi zurückzuführen sind. Mit Abschluss der Veräußerung wurde ein Recycling von FX-Verlusten von EUR 1,2 Mrd im Ergebnis des OMV Konzerns erfasst. Diese sind die Folge der negativen Entwicklung der türkischen Lira gegenüber dem Euro seit der Akquisition der OMV Petrol Ofisi im Jahr 2010. Aufgrund gestiegener Rohölpreise während des ersten Halbjahres wurden CCS Effekte von EUR 55 Mio gebucht.

Die Investitionssumme in Downstream betrug EUR 580 Mio (2016: EUR 513 Mio). Im Downstream Öl-Geschäft stieg die Investitionssumme auf EUR 491 Mio (2016: EUR 463 Mio), hauptsächlich aufgrund von Aktivitäten im Rahmen der planmäßigen Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat. Die Investitionssumme im Downstream Gas-Geschäft betrug EUR 90 Mio (2016: EUR 49 Mio), aufgrund höherer regulärer Wartungstätigkeiten im Stromgeschäft.

Downstream Öl

Downstream Öl ist entlang der gesamten Ölwertschöpfungskette tätig: In seinen drei Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien mit einer Jahreskapazität von 17,8 Mio t verarbeitet der Bereich Rohöl aus Eigenförderung und aus Zukäufen. In Österreich und Deutschland ist die OMV in die Petrochemie, mit Borealis (OMV Anteil 36%) als einem Hauptabnehmer, integriert. Die Petrochemie-Produktionskapazität inklusive Rumänien beläuft sich auf insgesamt 2,5 Mio t. Weiters vermarktet die OMV Raffinerieprodukte an Commercial-Kunden sowie über sein Tankstellennetz mit 2.039 Tankstellen. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte belief sich auf 23,82 Mio t.

Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf

Die Auswirkungen schwerer Hurrikans in den USA und unvorhergesehene Ausfälle von großen europäischen Raffinerien führten zu höheren Raffineriemargen als im Jahr 2016. Diese hohen Raffineriemargen ergaben in Verbindung mit einer starken Verkaufsleistung ein sehr gutes operatives Ergebnis. Dieses Ergebnis ist auch dem hohen Auslastungsgrad unserer Raffinerien im Jahr 2017 zu verdanken, der trotz der Wartungsarbeiten in der Raffinerie Schwechat bei 90% lag (2016: 89%).

Die räumliche Nähe der drei Standorte erlaubt es der OMV, diese als ein integriertes Raffineriesystem zu betreiben. Zwischenerzeugnisse werden zwischen den Raffinerien ausgetauscht, um Produktflüsse zu optimieren und Erträge zu steigern. Dieser Ansatz erlaubt die volle Ausnutzung der Verarbeitungsflexibilitäten hinsichtlich der bestmöglichen Aufwertung des gesamten Produktbündels, die Nutzung von Skaleneffekten und die strategische Ausrichtung von Investitionen.

Im Petrochemie-Geschäft blieben die Verkaufsmengen unter dem Stand von 2016. Das ist vor allem auf Wartungsarbeiten in der Raffinerie Schwechat zurückzuführen. Aufgrund von besseren Ethylenund Propylen-Margen lagen die durchschnittlichen Petrochemie-Margen über denen von 2016. Das Petrochemie-Ergebnis wurde außerdem durch bessere Butadien-Margen getragen, die aufgrund von gestiegener Nachfrage in Ostasien und unvorhergesehenen Produktionsausfällen in Europa im ersten Hoher Raffinerie-Auslastungsgrad bei 90%

Halbjahr 2017 besonders hoch ausfielen. Bei der Erdölversorgung führte der anhaltende Fokus auf hochwertige Rohöle zu einer höheren Rentabilität, die zudem durch die reguläre Verfügbarkeit von libyschen Rohölqualitäten gefördert wurde.

Jahresnominalkapazitäten der Raffinerien In Mio t

Schwechat (Österreich) 9,6
Burghausen (Deutschland) 3,8
Petrobrazi (Rumänien) 4,5
Gesamt 17,8

Erneuter Rekordbeitrag zum Ergebnis von Borealis

Retail

Das Retail-Geschäft setzte 2017 seine starke Performance fort und erwies sich als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse sowie als starker Cash-Generator. Die Gesamtverkaufsmenge sank infolge der Veräußerung von OMV Petrol Ofisi im zweiten Quartal 2017 um 22% auf 8,13 Mio t (2016: 10,40 Mio t). Dennoch konnte der mittlere Durchsatz pro Tankstelle durch weitere Effizienzsteigerungen und eine starke Performance in allen wichtigen Märkten wieder um 3% erhöht werden. Das Netzwerk umfasste zum Jahresende 2.039 Tankstellen (2016: 3.777). Die OMV konzentriert sich weiter auf ihre erfolgreiche Mehr-Marken-Strategie und hat eine Vereinbarung mit Aldi Süd für eine geplante Expansion nach Deutschland unterzeichnet. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot. Die Automatentankstellenmarke Avanti/FE steht für Diskont, die Marke Petrom für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Strategie hat beständig gute Ergebnisse geliefert. OMVs Premiummarke MaxxMotion erzielte eine sehr gute Performance. Diese ist sowohl auf die Premiumqualität des Produkts zurückzuführen als auch auf das wahrgenommene Preis-Leistungs-Verhältnis bei moderaten Preissteigerungen. Das Non-Oil-Geschäft, hierzu zählen unter anderem VIVA Shops und Autowaschanlagen, setzte mit einem gegenüber 2016 gestiegenen Ergebnisbeitrag seine nachhaltige Entwicklung fort. Der Fokus auf hochwertige Produkte und Services im Netzwerk der Premiumtankstellen bleibt eines unserer Hauptunterscheidungsmerkmale.

Borealis

Borealis profitierte von einem starken Marktumfeld insbesondere im Polyolefin-Geschäft und lieferte 2017 einen soliden Beitrag von EUR 399 Mio zum CCS operativen Ergebnis vor Sondereffekten (2016: EUR 399 Mio). Das zweite herausragende Jahr in Folge wurde erneut durch ein sehr gesundes Marktumfeld für Olefin und Polyolefin gestützt. Dadurch konnte das anhaltende Konjunkturtief im Bereich Düngemittel aufgrund gesunkener Nachfrage und niedrigerer Preise überkompensiert werden. Zudem profitierte Borouge, das Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company, von gestiegenen Margen und lieferte erneut ein hervorragendes Ergebnis.

Borealis investiert weiter in die Zukunft und gab bekannt, dass es die erste Planungsphase (FEED) für eine neue Propan-Dehydrierungsanlage im belgischen Kallo einleiten wird. Zudem haben Borealis und Borouge vor Kurzem die Markteinführung von Anteo bekanntgegeben – einer neuen Familie von linearem Polyethylen mit niedriger Dichte (LLDPE) für den globalen Verpackungsmarkt. Das Material lässt sich bei deutlich geringerem Druck extrudieren und liefert höchste Verpackungsintegrität und eine verbesserte Durchstoßfestigkeit.

Herausragende Retail-Performance in den Raffinerie-Kernmärkten

Downstream Gas

Downstream Gas ist mit einem vollständig integrierten Erdgas-Verkaufs- und -Logistikgeschäft über die gesamte Gaswertschöpfungskette vom Bohrloch bis zum Endkunden tätig. Mit zwei Gaskraftwerken in Rumänien und der Türkei beinhaltet es auch die Konzernaktivitäten im Stromgeschäft.

Supply, Marketing und Trading

Die OMV vermarktet und verkauft Erdgas in acht europäischen Ländern und der Türkei. Die Erdgas-Verkaufsmengen beliefen sich 2017 auf 113,40 TWh (2016: 108,89 TWh). Das Gasbezugsportfolio besteht aus Erdgas aus eigenen Produktionsstätten und einem diversifizierten Portfolio von internationalen Zulieferern. Zusätzlich wird OMVs dynamisches Gasbezugsportfolio durch kurzfristige Aktivitäten an den wichtigen internationalen Handelsplätzen ergänzt.

Die Verkaufsaktivitäten der OMV Gas konzentrieren sich auf Großindustrie und Kommunen. 2017 war die OMV Gas in Österreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Kroatien vertreten. Die externen Verkaufsmengen beliefen sich in diesen Ländern auf 57,2 TWh. Das ist ein Anstieg um 2% gegenüber 2016. Italien und Frankreich sind über Handelsaktivitäten abgedeckt. In Anbetracht des schwierigen Marktumfelds ist das eine beträchtliche Leistung. Aufgrund der sehr wettbewerbsintensiven und zunehmend volatilen Lage am europäischen Gasmarkt blieben die Margen weiter unter Druck. Diese Situation wird voraussichtlich weiter anhalten. In Deutschland strebt die OMV Gas einen Marktanteil von 10% bis 2025 an und ist auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Die Verkaufsmenge lag zum Jahresende 2017 bei 17,1 TWh, das ist ein Anstieg um 25% gegenüber dem Vorjahr.

In Rumänien haben die Gasaktivitäten der OMV Petrom ein exzellentes CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten erzielt. Im Kontext von nach wie vor volatilen gesetzlichen Rahmenbedingungen am Gasmarkt stiegen die Erdgas-Verkaufsmengen an Dritte 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 45,3 TWh.

In der Türkei stiegen die Erdgas-Verkaufsmengen von 8,9 TWh im Jahr 2016 auf 10,9 TWh im Jahr 2017.

OMV Gas hat 2017 zwei wichtige LNG-Geschäfte abgeschlossen. Mit Qatargas (weltweit größter LNG-Produzent) hat die OMV Gas einen Kauf- und Verkaufsvertrag abgeschlossen, nach dem Qatargas für fünf Jahre bis zu 1,1 Mio t LNG jährlich liefern wird. Außerdem haben die OMV Gas und Cheniere (ein überwiegend im LNG-Geschäft tätiges Energie unternehmen aus Houston) einen mittelfristigen mehrjährigen Vertrag über die Lieferung mehrerer Ladungen LNG von Cheniere an die OMV in Europa geschlossen. Die nach Europa gelieferten LNG-Ladungen bilden eine zusätzliche Gasbezugsquelle für die Verwirklichung der ambitionierten Umsatzwachstumsziele der OMV in Nordwesteuropa und sorgen zudem für eine noch größere Versorgungssicherheit für OMVs geografisch diversifiziertes Gasbezugsportfolio.

Im Stromgeschäft sorgten gegenüber dem Vorjahr gestiegene Strompreise in Rumänien und der Türkei für ein besseres Ergebnis. Die Nettostromerzeugung lag mit 7,10 TWh um 37% über dem Vorjahreswert. Die finanziellen Auswirkungen der Nichtverfügbarkeit eines Netztransformators im Kraftwerk Brazi (Rumänien) für mehr als die Hälfte des Jahres 2017 wurden durch die Betriebsunterbrechungsversicherung ausgeglichen.

Gas Logistik

Der Bereich Gas Logistik betreibt ein rund 900 km langes Hochdruck-Gasleitungsnetz in Österreich, verfügt über Speicherkapazitäten von 31 TWh (2016: 30 TWh) und ist mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt, einer wichtigen Gashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa.

Eine Änderung der Tarifbestimmungen Anfang 2017 führte zu deutlichen Einbußen beim Erdgas-Transportgeschäft infolge von verringerten Zinssätzen und demzufolge geringerer erlaubter Rendite für das regulierte Geschäft. Das wurde teilweise durch höhere Transportmengen kompensiert, die bedingt waren durch neue Gas-to-Power-Nutzung

und einen höheren privaten Verbrauch aufgrund der gesunkenen Kosten. Im Erdgasspeicher-Geschäft setzte ein weiteres Jahr mit verminderten Sommer/ Winter-Spreads die Preise noch weiter unter Druck. Dieses Umfeld zwang die OMV, den Betrieb am Standort Thann (Arbeitsgasvolumen: 250 Mio m3) einzustellen und vorhandenes Puffergas zu fördern. Die technische Auslastung schwankte zwischen ungewöhnlichen 100% im Oktober 2016 und lediglich 6% Füllstand im April 2017. Das zeigt den hohen Flexibilitätsbedarf am Markt.

2017 wurden am virtuellen Handelspunkt des Central European Gas Hub, dem CEGH-VHP, 622 TWh Erdgas gehandelt, ein Zuwachs von 17% gegenüber 2016. Im ersten Jahr der Kooperation des CEGH mit dem französischen Unternehmen Powernext stiegen die an der Gasbörse gehandelten Gasmengen auf 89 TWh – fast das Dreifache des Vorjahreswertes.

2017 wurden Finanzierungsmittel von EUR 324 Mio für Nord Stream 2 bereitgestellt

Im zweiten Quartal 2017 haben die OMV, ENGIE, Shell, Uniper und Wintershall mit der Nord Stream 2 AG Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 unterzeichnet. Die OMV hat sich verpflichtet, 10% der Projektkosten bis maximal EUR 950 Mio zu finanzieren. 2017 hat die OMV Mittel in Höhe von EUR 324 Mio bereitgestellt.

Innovation und neue Technologien

Die OMV erkundet aktiv alternative Einsatzstoffe, Technologien und Kraftstoffe, um ein gut diversifiziertes und wettbewerbsfähiges Portfolio für die Zukunft zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Aktivitäten und Ressourcen liegt auf der Produktion von nachhaltigen Biokraftstoffen und fortschrittlichen Kraftstoffen, zukünftiger Energie für den Transport sowie innovativen Lösungen für Industrie und Speicherung.

Die Entwicklungen im Bereich der Mitverarbeitung erneuerbarer Grundstoffe wurden 2017 mit weiteren Feldversuchen zur Erhöhung der biogenen Ausbeute und der Volumen fortgeführt. Bei herkömmlichen Biokraftstoffmischungen wird der biogene Anteil dem Kraftstoff erst nach der Produktion zugesetzt, bei der Mitverarbeitung geschieht dies im Produktionsprozess. Nach einem erfolgreichen ersten Feldversuch mit Rapsöl im Jahr 2016, der zu einer in der EU anerkannten Zertifizierung als nachhaltige Biomasse führte, wurde 2017 ein weiterer erfolgreicher Versuch mit einem höheren Biovolumen durchgeführt, der wertvolle Erkenntnisse für die Verbesserung der Technologie lieferte.

Darüber hinaus befasst sich die OMV mit der Produktion von fortschrittlichen Kraftstoffen, die nicht in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen. So arbeitet die OMV beispielsweise mit dem Christian-Doppler-Labor in Cambridge an einer Methode, um nutzbares Synthesegas aus Sonnenlicht zu erzeugen. Zudem beteiligt sich die OMV mit externen Partnern an verschiedenen geförderten Forschungsprojekten im Bereich synthetischer Kraftstoffe für die Zukunft (zum Beispiel BIO ABC, Kopernikus).

Im Rahmen eines Projekts zur Herstellung eines synthetischen Rohöls aus Kunststoffabfällen in einem Thermolyseverfahren (ReOil) führte die OMV im Jahr 2017 den ersten Scale-up-Schritt von der Laboranlage zur Pilotanlage durch. Das Rohöl lässt sich zu jedem beliebigen Raffinerieprodukt verarbeiten, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Kohlenstoffintensität der Produktion verringert werden. Die mechanische Fertigstellung der neuen Pilotanlage wurde Ende 2017 abgeschlossen. Nächster Schritt ist ein Scale-up für die kommerzielle Nutzung.

Die OMV ist auch in der Erforschung von nachhaltigen Mobilitätslösungen aktiv. 2017 hat der Konzern eine Beteiligung von 40% an SMATRICS erworben. Die verbleibenden Anteile werden von VERBUND (40%) und SIEMENS (20%) gehalten. SMATRICS ist der Komplettanbieter für Dienstleistungen rund um das Thema Elektromobilität in Österreich. Außerdem setzte die OMV die Entwicklung von wirtschaftlich nachhaltigen Geschäftsmodellen in den Bereichen komprimiertes Erdgas (CNG) und Flüssiggas (LNG) fort.

Weiterhin erforscht die OMV andere alternative Energiequellen wie Wasserstoff. Als Vorreiterin in der Wasserstoffmobilität betreibt die OMV derzeit fünf Wasserstofftankstellen in Österreich und ist an der Initiative H2 MOBILITY beteiligt, die zum Ziel hat, bis Ende 2023 ein umfassendes Tankstellennetz in Deutschland aufzubauen. Das Projekt Wind2- Hydrogen mit dem Ziel, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu produzieren, der dann je nach Bedarf gespeichert, transportiert oder genutzt werden kann, hat wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Wasserstoffherstellung mittels Elektrolyse geliefert.

Ausblick

Marktumfeld

Die OMV erwartet für das Jahr 2018 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von USD 60/bbl. Im Jahr 2018 werden die durchschnittlichen Gaspreise an den europäischen Spotmärkten auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2017 erwartet.

Konzern

Das Investitionsvolumen (inklusive der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung und exklusive Akquisitionen) wird sich im Jahr 2018 voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen.

Upstream

Die OMV erwartet für das Jahr 2018 eine Gesamtproduktion von 420 kboe/d. Der Produktionsbeitrag aus Russland wird in Höhe von etwa 100 kboe/d erwartet. Im Jahr 2018 wird der Produktionsbeitrag aus Libyen in ähnlicher Höhe wie 2017 eingeschätzt. Das Investitionsvolumen in Upstream (inklusive der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung und exklusive Akquisitionen) wird sich im Jahr 2018 voraussichtlich auf rund EUR 1,3 Mrd belaufen. Die Explorations- und Evaluierungsausgaben werden in Höhe von EUR 300 Mio prognostiziert.

Downstream

2018 werden die Raffineriemargen voraussichtlich niedriger als im Jahr 2017 sein. Die Petrochemie-Margen werden sich erwartungsgemäß auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2017 bewegen. Für die OMV Märkte werden ähnliche Retail- und Commercial-Margen wie im Jahr 2017 erwartet. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte wird 2018, infolge des Verkaufs der OMV Petrol Ofisi im Juni 2017, niedriger ausfallen als 2017. Der Raffinerie-Auslastungsgrad wird im Jahr 2018 aller Voraussicht nach bei über 90% liegen. Dieser beinhaltet die planmäßige Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi, welche in Q2/18 für ungefähr sechs Wochen angesetzt ist.

Die OMV erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2018 über denen von 2017 liegen werden. Die Erdgas-Verkaufsmargen im Jahr 2018 werden auf einem ähnlichen Niveau wie 2017 sein. Die OMV erwartet einen leichten Anstieg der Nettostromerzeugung im Jahr 2018, aufgrund der vollen Verfügbarkeit des Kraftwerks Brazi. Die Finanzierung der Nord Stream 2 Pipeline wird die OMV gemäß der Entwicklung der Projektfinanzierung an den Kapitalmärkten fortführen.

Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel Strategie (Seite 51).

Risikomanagement

Ebenso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist die OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns wird der Schwerpunkt auf die Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität gelegt. Risiken werden aktiv im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns gesteuert.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagement-Aktivitäten fokussieren sich auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury and Risk Management koordiniert, wodurch sichergestellt wird, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein Risk Owner definiert, der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des entsprechenden Risikos zu verantworten.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Kredit-Rating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Nicht finanzielle und finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-Prozesses (UWRM) identifiziert, beurteilt und berichtet.

Hauptzweck des UWRM ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Durch richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, um somit den Wert des Konzerns nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen Bereichen der Organisa tion, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Der UWRM-Prozess wird laufend gemäß den internen und externen Anforderungen verbessert.

Ein funktionsübergreifendes Komitee ("Risk Committee"), bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter Leitung des CFO, stellt sicher, dass im Rahmen des UWRM die wesentlichen Risiken innerhalb des Konzerns effektiv erfasst und gesteuert werden.

Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zu fortlaufender Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottomup-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Strategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht vollkonsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Übereinstimmung mit dem österreichischen Corporate-Governance-Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans ermittelt:

  • Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSEund regulatorischen bzw. Compliance-Risiken
  • Strategische Risiken, die zum Beispiel durch technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
  • Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Pakistan, Russland, Tunesien und der Türkei), oder verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion sowie höhere Steuersätze, Begrenzung von Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Der Konzern verfügt allerdings über

langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Die OMV analysiert das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und ihrer Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um stets die geltenden Sanktionen einzuhalten. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel werden separat erfasst und konzernweit zusammengeführt. Darüber hinaus beobachtet der Konzern die Entwicklung der Bestimmungen zu Klimawandel und Dekarbonisierung in allen Ländern, in denen es Aktivitäten gibt. Im Bereich Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu begegnen. Der OMV Konzern ist einer Vielzahl von Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken ausgesetzt, die bedeutende Verluste verursachen können.

Die Steuerung und Kontrolle bewerteter Risiken erfolgt unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management von Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement, Corporate Social Responsibility mit Fokus auf Menschenrechte sowie Marktpreisrisiken, wird zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis- und andere finanzielle Risiken entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit eines Geschäftspartners entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl- und Gasunternehmen ist die OMV substanziell den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, TRY und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Short-Positionen in RON, NOK und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, Kontrahenten, Liquidität und

versicherbaren Risiken resultieren, erfolgen zentral auf konsolidierter Basis. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Financial Risk Committee präsentiert. Dieses Komitee unter Leitung des CFO setzt sich aus leitenden Führungskräften der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. Das Financial Risk Committee ist auch für die Überprüfung der Risikoorganisation und der entsprechenden Regelungen zur Risikosteuerung im OMV Konzern verantwortlich sowie dafür, dem OMV Vorstand gegebenenfalls Änderungsvorschläge zur Genehmigung zu unterbreiten.

In Bezug auf Marktpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Upstream-Geschäft abzusichern, setzt die OMV Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein.

Im Downstream-Geschäft ist die OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren, werden entsprechende Hedging-Aktivitäten durchgeführt. Hierunter fallen insbesondere Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, wobei eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. Zukaufs im Falle einer Unterdeckung angestrebt wird.

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Des Weiteren analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl auf Konzernebene als auch bei OMV Petrom in einer Richtlinie festgelegt.

Weitere Details zum Risikomanagement und zur Verwendung von Finanzinstrumenten sind in der Anhangangabe 28 zu finden.

Weitere Informationen

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) und International Petroleum Investment Company (IPIC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBIB hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von

bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls

  • (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungs-Modellen auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital).

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/ der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

    1. a) Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich platziert. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat der Konzern die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
    2. b) Am 7. Dezember 2015 hat OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio auf dem Markt platziert. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus den Hybridschuldverschreibungen laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden

5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und ausgegebenen Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Für die Überwachung der wesentlichen "End-to-End"- Prozesse (z. B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash)

werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

  1. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Weitere Informationen dazu finden Sie in der Anhangangabe 38 im Konzernabschluss.

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Manfred Leitner e.h.

Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h.

Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

Die OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance der OMV. Die OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch die OMV im Jahr 2017 wurde einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch die OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen im Vergütungsbericht.

Der relevante Corporate-Governance-Bericht der OMV Petrom SA, ein Unternehmen, das im Konzernabschluss der OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist verfügbar unter www.omvpetrom.com > OMV Petrom > Investor Relations.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2020 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens

Nach seinem Doktorats-Studium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas &
Power GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2020

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leitung des Geschäftsbereichs Upstream

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied von OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Vor seiner Bestellung als Vorstandsmitglied der OMV war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV PETROM GAS SRL Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria
Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)

Reinhard Florey, *1965

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2019 Finanzvorstand

Verantwortungsbereich: Finanzen

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Firma Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outukumpu Oy.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft (beide seit 30. Juni 2017)

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A.S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Petrol Ofisi
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Gaz ve Enerji
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 28. Juli 2017)
Central European
Gas Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
(bis 31. Jänner 2018)
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 31. Mai 2017)

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Ende der laufenden Amtszeit: 31. Dezember 2019

Verantwortungsbereich: Geschäftsbereich Downstream sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffen und Chemie

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei der OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration und Produktion leitete er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten des Bereichs Exploration und Produktion verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A.S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Petrol Ofisi
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Gaz ve Enerji
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 28. Juli 2017)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Supply &
Trading Limited
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Geschäftsführer
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)
Central European
Gas Hub AG
Vorsitzender des Aufsichtsrats
GAS CONNECT
AUSTRIA GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas Storage
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Vorsitzender des Aufsichtsrats
(bis 31. Mai 2017)
OMV Samsun Elektrik
Üretim Sanayi ve
Ticaret A.S.
Vorsitzender
des Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)
OMV Gaz Iletim A.S. Vorsitzender
des Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)
OMV Enerji
Ticaret A.S.
Vorsitzender des
Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Er erläutert die Grundsätze der Vergütungspolitik und die unterschiedlichen Bestandteile der Vergütung einschließlich Leistungsanreizen und anderer Bezüge.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Vergütungs
element
Funktion Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Grundgehalt Für die Höhe des Grundge
halts werden die Verantwor
tung und Leistungen der ein
zelnen Vorstandsmitglieder,
die Situation der OMV sowie
die übliche Vergütungshöhe
bei europäischen Öl- und Gas
unternehmen von vergleich
barer Größe und bei vergleich
baren österreichischen Unter
nehmen berücksichtigt. Die
Vergütung erfolgt auf einem
wettbewerbsfähigen Niveau.
Bereitstellung eines fixen Ein
kommens, das Umfang und
Komplexität des Geschäfts sowie
die Rolle und Verantwortung der
einzelnen Vorstandsmitglieder
reflektiert und wettbewerbsfähig
am Markt ist.
Wettbewerbsfähige Vergütung,
um die qualifiziertesten Manager
der Öl- und Gasbranche zu
gewinnen und zu halten, die das
Unternehmen im besten Interesse
der Aktionärinnen und Aktionäre
führen.
Sachbezüge Vorstandsmitglieder erhalten
einen Dienstwagen und haben
Anspruch auf eine Unfallver
sicherung. Die Krankenversi
cherung beschränkt sich auf
die österreichische gesetzliche
Krankenversicherung.
Bereitstellung von Sachbezügen,
die mit jenen von anderen Mit
arbeiterinnen und Mitarbeitern
bei der OMV vergleichbar sind,
um Vorstandsmitglieder zu
gewinnen und zu halten.
Teil eines wettbewerbsfähigen
Vergütungspakets, um in Über
einstimmung mit den internen
Regeln und Verfahren für die
gesamte Belegschaft die qualifi
ziertesten Vorstandsmitglieder
zu gewinnen und zu halten.
Pensions
beiträge
Beitragsorientierte Pensionen
werden über eine Pensions
kasse geleistet. Die Höhe der
Pension hängt von der Höhe
des verfügbaren Kapitals in
der Pensionskasse ab. Das
Pensionsantrittsalter ist das
österreichische gesetzliche
Pensionsantrittsalter.
Die Pensionsbeiträge entspre
chen jenen für andere Mitarbei
terinnen und Mitarbeiter der
OMV und stellen sicher, dass die
Vergütungspakete der üblichen
Praxis in Österreich und in der
Öl- und Gasindustrie entspre
chen.
Die Nutzung einer Pensionskasse
beschränkt die von der OMV
getragenen Risiken. Die Höhe der
Pensionsbeiträge hängt alleine
von der Höhe des verfügbaren
Kapitals in der Pensionskasse ab.
Eine Verrentung erfolgt gemäß
dem genehmigten Geschäftsplan
der Pensionskasse.
Jährliche
Bonifikation
(Barkomponente
und Equity
Deferral, bisher
bezeichnet als
Matching Share
Plan bzw.
Aktienanteil des
Jahresbonus)
Die Leistung wird anhand
von jährlichen Kennzahlen
gemessen. 50% des Jahres
bonus werden in bar aus
gezahlt und 50% in Aktien
zugeteilt, die für drei Jahre
gehalten werden müssen.
Die Bonifikation ist auf 200%
des Grundgehalts begrenzt.
Bereitstellung einer variablen Ver
gütung auf Basis von jährlichen
finanziellen und nicht finanziellen
Kennzahlen, die relevant für
die Strategie der OMV und die
Öl- und Gasindustrie sind. Die
Kriterien werden vom Aufsichts
rat bzw. dem Vergütungsaus
schuss festgelegt und gewähr
leisten ein Gleichgewicht von
finanziellen, Effizienz- und Nach
haltigkeitsindikatoren inklusive
Indikatoren für Gesundheit,
Sicherheit und Umwelt.
Die Leistungskriterien werden
mit der Strategie der OMV ab
gestimmt, stellen eine leistungs
abhängige Vergütung sicher und
fördern eine Aktienkultur. Einzel
heiten zu den Leistungskriterien
werden im Geschäftsbericht ver
öffentlicht. Die Zahlungen unter
liegen Malus- und Rückzahlungs
bestimmungen.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Vergütungs
element
Funktion Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Long Term
Incentive Plan
Die Zuteilung erfolgt im Rah
men eines Performance Share
Plan. Die Anzahl der zugeteil
ten Aktien ist abhängig von
finanziellen und nicht finan
ziellen Kennzahlen sowie vom
relativen Total Shareholder
Return. Die Zuteilungen sind
begrenzt auf 175% des Grund
gehalts für den Vorstandsvor
sitzenden, 150% für den stell
vertretenden Vorstandsvor
sitzenden und 125% für die
übrigen Vorstandsmitglieder.
Förderung der mittel- und lang
fristigen Wertschöpfung bei der
OMV. Die Leistung wird anhand
von Schlüsselkriterien in Ver
bindung mit der Strategie und
der Aktienrendite der OMV
gemessen.
Abstimmung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären, Sicherstellung von
leistungsabhängiger Vergütung
und Förderung einer Aktienkultur
durch Zuteilen von OMV Aktien
abhängig von Kriterien für die
finanzielle und nicht finanzielle
Leistung (Gewichtung: 40%) und
einer Wertsteigerung gegenüber
anderen europäischen Öl- und
Gasunternehmen (Gewichtung:
60%). Einzelheiten zu den Krite
rien werden im Geschäftsbericht
veröffentlicht. Die Zahlungen
unterliegen Malus- und Rück
zahlungsbestimmungen.
Aktienbesitz
erfordernisse
Aktien im Wert von 200%
des Grundgehalts für den
Vorstandsvorsitzenden,
175% für den stellvertreten
den Vorstandsvorsitzenden
und 150% für die übrigen
Vorstandsmitglieder, die
innerhalb von fünf Jahren
aufgebaut werden müssen.
Sicherstellung langfristiger
Interessensübereinstimmung,
da das private Vermögen der
Vorstandsmitglieder betroffen
ist.
Angleichung von Interessen,
indem die Vorstandsmitglieder
zu Aktionärinnen und Aktionären
gemacht werden. Die potenzielle
Auswirkung auf privates Ver
mögen der Vorstandsmitglieder
erzeugt eine vergleichbare Wir
kung wie Malus und Rückzahlung.

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in Euro festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder zielt darauf ab, ein konkurrenzfähiges Niveau zu erreichen, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen und europäischen Industrieunternehmen sichergestellt. PricewaterhouseCoopers LLP (PwC) war für den Vergütungsausschuss 2017 ganzjährig beratend tätig.

Die langfristigen Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Stakeholder werden in der leistungsbezogenen Vergütung berücksichtigt, die sowohl kurz- als auch langfristige Elemente beinhaltet. Die Leistung des Vorstands wird anhand von finanziellen und nicht finanziellen Kennzahlen bewertet. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festgelegt. Aufgrund

der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, bestimmte Ermessensspielräume, um einzelne Komponenten im Falle von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen. Alle Anpassungen erfolgen immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Vorstandsmitglieder der OMV erhalten Vergütung in Form von Grundvergütung, Sachbezügen, einer jährlichen Bonifikation (die teilweise um drei Jahre verzögert in OMV Aktien ausgezahlt wird), einem Long Term Incentive Plan (LTIP) und Pensionsbeiträgen.

Der Großteil der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder wird in Form von variablen Vergütungselementen zugeteilt. Für das Geschäftsjahr 2017 machten die variablen Elemente zwischen 66% und 68% der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder aus (die Varianz ist auf den höheren LTIP-Anteil für Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden zurückzuführen). Gemäß österreichischem Recht und den Anforderungen des öCGK basiert ein

Überblick über die Vorstandsvergütung

Ungefährer Anteil der gesamten Zielvergütung

großer Teil der variablen Vergütung auf der Leistung über mehrere Jahre. Für das Geschäftsjahr 2017 orientieren sich 64% bis 67% der variablen Zielvergütung an der langfristigen Leistung, entweder über den LTIP oder den verzögert ausgezahlten Teil der jährlichen Bonifikation.

Nicht erfolgsbezogene Vergütungen

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr jeweils am letzten Banktag eines Monats vorgesehen.

Sachbezüge

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung.

Pensionsbeiträge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Dadurch werden die von der OMV getragenen Risiken begrenzt. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Erfolgsbezogene Vergütungen

Jährliche Bonifikation

Die jährliche Bonifikation belohnt exzellente operative Ergebnisse und finanzielle Performance sowie nachhaltige Unternehmensentwicklung bei der OMV. Der Aufsichtsrat und die Mitglieder des Vorstands legen für jedes Geschäftsjahr eine Reihe von Leistungskriterien fest. Die Auszahlung kann maximal 200% des Bruttojahresgehalts betragen.

Die Auszahlung wird auf Basis der finanziellen und operativen Ziele bestimmt und kann vom Aufsichtsrat angepasst werden, um Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit sowie im Fall von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) und die allgemeine Leistung des Vorstands zu berücksichtigen. Die im Geschäftsjahr 2017 angelegten Leistungskriterien werden im Folgenden genauer erläutert.

Die Auszahlung der jährlichen Bonifikation wird zu gleichen Teilen in eine im folgenden Geschäftsjahr ausgezahlte Barbonifikation (50%) und ein Equity Deferral 1 (50%) aufgeteilt, das in OMV Aktien zugeteilt wird, die für drei Jahre gehalten werden müssen (Haltefrist). Die Aktien werden nach Steuern im folgenden Geschäftsjahr zugeteilt und müssen für die Dauer der Haltefrist auf einem von der OMV verwalteten Treuhanddepot hinterlegt werden. Das Equity Deferral dient als weiteres langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an die OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert.

Jährliche Bonifikation 2017

Zu Beginn des Leistungsjahrs werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Jahres gemessen. Die Leistungskriterien für das Geschäftsjahr 2017 setzen sich aus den in der folgenden Tabelle aufgeführten Bereichen und Anpassungen zusammen:

Leistungskriterien – jährliche Bonifikation 2017 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanzen CCS NOPAT vor Sonder
effekten
20%
Freier Cashflow vor
Dividenden und
exkl. Veräußerungen
und Akquisitionen 30%
Ausgewiesener ROACE 10%
Effizienz Inkludiert beispielsweise
die termingerechte und
budgetkonforme Durch
führung von Investitions
projekten sowie Kosten
einsparungen 40%
Nachhaltig
keit
Allgemeiner Fortschritt +/– 10%
Multiplikator
Multiplikator
finanzielle
Ziele und
Performance
Gibt Aufsichtsrat und Vergü
tungsausschuss bestimmte
Ermessensspielräume,
innerhalb der jeweiligen
Höchstgrenzen, um einzelne
Komponenten im Fall von
wesentlichen Änderungen
wichtiger externer Faktoren
(etwa Ölpreis) anzupassen
und um die allgemeine
Performance des Vorstands
zu beurteilen
diskretionär

Die Auszahlung ist abhängig von der Höhe der Zuteilung. Diese wird wiederum mittels Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz der maximalen jährlichen Bonifikation ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von Ernst & Young geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen erfolgt linear.

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Alle Zielüberschreitung 100%
Kriterien Zielwert 70%
Schwelle 25%
Unter der Schwelle 0%

Ausgehend von Zuteilungen in Höhe von 70% ergeben sich folgende jährliche Zielbonifikationen für die einzelnen Vorstandsmitglieder:

Variable Zielvergütung – jährliche Bonifikation 2017
In EUR
Seele Florey Pleininger Leitner
Barbonifikation 630.000 420.000 402.500 490.000
Equity Deferral 630.000 420.000 402.500 490.000

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2017 ergibt sich insgesamt eine jährliche Bonifikation von 100% der maximalen Zuteilung. Die Barkomponente der Bonifikation von 50% wird im Jahr 2018 ausgezahlt. Im Rahmen des Equity Deferral werden die verbleibenden 50% in Aktien zugeteilt, die für drei Jahre gehalten werden müssen.

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Performance Scorecard – jährliche Bonifikation 2017 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Zielüber Zuteilung
(% max.
Kriterien Schwelle Zielwert schreitung Istwert Gewichtung Zuteilung)
CCS NOPAT vor
Sondereffekten in EUR Mio 1.150 1.350 1.550 2.169 20% 20%
Freier Cashflow in EUR Mio 450 650 850 1.863 30% 30%
Ausgewiesener
ROACE 8,4% 9,6% 10,8% 14,1% 10% 10%
Wichtige Investitions
projekte 1 –
"Grün",
"gelb"
Abweichung vom und
Zeit-/Kostenplan "Orange" "Gelb" "Grün" "orange" 10% 9%
Wichtige Investitions
projekte 2 – Änderung
nicht marktbezogener Keine Ver
Kapitalwert in EUR Mio –15 änderung 15 57 10% 10%
Kostensenkung in EUR Mio 20 70 120 131 20% 20%
Zielerreichung,
Finanzen und Effizienz 100% 99%
Multiplikator Nach
haltigkeit/Multiplikator
finanzielle Ziele und +/– 10%/
Performance diskretionär 1%
Gesamthöhe
der Zuteilung 100%

Obwohl das Marktumfeld schwierig blieb, wurden die Ziele für CCS NOPAT vor Sondereffekten, Free Cashflow und ausgewiesenem ROACE zur Gänze erreicht. Zur Zielerreichung von 99% hat zudem eine gute Projektzielerreichung sowie die erfolgreiche Beendigung des Kostensenkungsprogrammes beigetragen. Der Vergütungsausschuss hat von seinem Ermessensspielraum Gebrauch gemacht und die Zielerreichung von 99% auf die maximale Höhe von 100% angehoben. Bei seiner Entscheidung hat der Vergütungsausschuss sorgfältig die Sicherheitsund Nachhaltigkeitsleistungen der OMV auf Basis von Informationen, die vom Vorstand zur Verfügung gestellt und von Ernst & Young überprüft wurden, berücksichtigt. Für die Evaluierung des Performance-Multiplikators wurden die Leistungen des Vorstands im Jahr 2017 berücksichtigt, insbesondere die strategische Entwicklung sowie die Portfolio-Transformation der OMV, die sich in einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit und einem höheren Wert der OMV niederschlugen. Dies resultierte in einem kombinierten Nettoeffekt des Nachhaltigkeits-Multiplikators und des Performance-Multiplikators von +1%.

Long Term Incentive Plan

Der Long Term Incentive Plan (LTIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung bei der OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselindikatoren gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verhindern. Die Obergrenze der Aktienzuteilung liegt bei 175% des jährlichen Grundgehalts (brutto) für den Vorstandsvorsitzenden, 150% für den stellvertretenden Vorsitzenden und 125% für die übrigen Vorstandsmitglieder.

Die Vorstandsmitglieder haben seit der Einführung des Plans im Jahr 2009 eine jährliche Zuteilung erhalten. Der LTIP 2017 wurde von der Hauptversammlung 2017 genehmigt.

Long Term Incentive Plan (LTIP) 2017

Zu Beginn des dreijährigen Leistungszeitraums werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende dieses Zeitraums gemessen. Auch die Gewichtung der einzelnen Kriterien wird am Anfang des Leistungszeitraums festgelegt. Für den LTIP 2017 (Leistungszeitraum: 1. Jänner 2017 bis 31. Dezember 2019) gelten folgende Leistungskriterien:

Leistungskriterien – LTIP 2017

Kriterien Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
60%
Freier Cashflow vor Dividenden und
exkl. Veräußerungen und Akquisitionen
über drei Jahre
10%
Nachhaltigkeitskomponente 10%
Performance bei Veräußerungen
und Akquisitionen
10%
Reserven-Ersatzrate (RRR)
über drei Jahre
10%

Die Auszahlung ist abhängig von der Höhe der Zuteilung. Diese wird wiederum mittels Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz der maximalen LTIP-Zuteilung ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von Ernst & Young geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear. Anspruchstag des LTIP 2017 ist der 31. März 2020. Die Höhe der Zuteilung für die einzelnen Leistungskriterien ist den Tabellen zu entnehmen.

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Upstream/Downstream Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Statoil, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen).

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Freier Cashflow, Zielüberschreitung 100%
RRR, Performance Zielwert 70%
bei Veräußerungen
und Akquisitionen
Schwelle 25%
und Nachhaltigkeit Unter der Schwelle 0%
Relativer TSR Zielüberschreitung:
am oder über
dem 3. Quartil
(≥ 75. Perzentil)
100%
Zielwert: am Median
(= 50. Perzentil)
25%
Schwelle: am oder
unter dem 1. Quartil
(≤ 25. Perzentil)
0%

Ausgehend von Zuteilungen in Höhe von 43%1 ergeben sich folgende jährliche LTIP-Zuteilungen für die einzelnen Vorstandsmitglieder:

Der Prozentsatz der Gesamtzuteilung im Rahmen des LTIP 2015 beträgt 100% und die entsprechende Übertragung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2018. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft.

Variable Zielvergütung – LTIP 2017

In EUR Seele Florey Pleininger Leitner
LTIP 2017 677.250 322.500 325.188 376.250

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zum Equity Deferral (MSP).

Performance Scorecard – LTIP 2015

Kriterien Schwelle Zielwert Zielüber
schreitung
Istwert Gewichtung Zuteilung
(% max.
Zuteilung)
Relativer TSR zur
Vergleichsgruppe in EUR Mio 1. Quartil Median 3. Quartil 3. Quartil 70% 70%
Freier Cashflow nach Divi
denden inkl. Veräußerungen
(Dreijahresdurchschnitt)
in EUR Mio –300 0 300 454 20% 20%
Action Item Response Rate/
Action Closure Rate:
Unfälle und Beinaheunfälle;
Erkenntnisse und Gefahren
(Dreijahresdurchschnitt)
84% 88% 93% 94% 5% 5%
Kontraktorenmanagement
(Dreijahresdurchschnitt)
75% 85% 95% 92% 5% 5%
Gesamthöhe der Zuteilung 100% 100%

Aktienbesitzerfordernisse für die Vorstandsmitglieder

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment an der OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Anstellung als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden.

Alle Vorstandsmitglieder haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zumindest zum Teil bereits erfüllt.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Zuteilung aus dem LTIP automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuern). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Zuteilung in bar oder in Aktien erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2017 bis zum 31. März 2017 (EUR 34,99).

1 TSR-Ziel (25% Zuteilung × 60% Gewichtung) + Ziel sonstige Kriterien (70% Zuteilung × 40% Gewichtung) = 43%

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung

Aktienbesitz
erfordernis
Erfüllung
in Aktien in %
des
Gehalts
in Aktien1 in %
der Anfor
derung
Seele 75.790 200 48.435 63,91
Florey 37.626 150 8.335 22,15
Pleininger 37.895 150 19.333 51,02
Leitner 44.211 150 59.335 134,21

1 auf Treuhanddepot des Unternehmens

Rückzahlung

Equity Deferral und LTIP unterliegen Rückzahlungsbestimmungen, die unter bestimmten Umständen die Anpassung von ausstehenden Vergütungen und/oder das Eintreiben von bereits ausgezahlten

Höhe der Vergütungen 2017

Vorstandsbezüge1

In EUR

ereignisses werden die im Rahmen von Equity
Deferral oder LTIP zugeteilten Barmittel oder Aktien
reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen
des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungs
ereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche
Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses auf
grund eines Fehlers; wesentliches Versagen des
Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten
führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner
Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österrei
chischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder
ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berech
nung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstands
mitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben
oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berech
nungsfehler bezogen wurden.

Vergütungen zulassen. Im Fall eines Rückzahlungs-

Vergütung 2017 Seele Florey Pleininger Leitner Summe
Fix (Grundgehalt) 900.000 600.000 575.000 700.000 2.775.000
Variabel (Barbonifikation 2016) 738.000 246.000 451.000 574.000 2.009.000
Sachbezüge (Dienstwagen, Unfall
versicherung und Aufwandersatz)
12.842 56.4252 12.420 12.724 94.411
Summe 1.650.842 902.425 1.038.420 1.286.724 4.878.411
Variabel (Equity Deferral (MSP);
Anzahl der brutto Aktien) 3
23.105 7.701 14.120 17.971 62.897
Verhältnis fix/variabel 4 36/64 55/45 38/62 35/65 39/61
LTIP 2014 (bar) 5 0 0 06 69.159 69.159

1 Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2017 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2016

2 Einschließlich Schulkosten und damit verbundener Steuern

3 Das Equity Deferral aus der jährlichen Bonifikation wurde zum Zeitpunkt der Zuteilung noch als "Matching Share Plan" (MSP)

bezeichnet. Die Bezeichnung des Plans wurde seitdem geändert, um für größere Klarheit zu sorgen. Entsprechende Werte in EUR zum 31. März 2017: Seele: EUR 852.228, Florey: EUR 284.051, Pleininger: EUR 520.816, Leitner: EUR 662.860

4 Anteil der gesamten Vergütung. Fix inkludiert Grundgehalt und Sachbezüge; variabel umfasst Barbonifikation, Equity Deferral (MSP) und LTIP 2014 5 2017 wurden keine Aktien für LTIP 2014 zugeteilt

6 Johann Pleininger erhielt eine Barbonifikation in Höhe von EUR 42.307 aus dem LTIP 2014 für Führungskräfte

Pensionskassenbeiträge
In EUR
Seele 225.000
Davies 54.000
Florey 150.000
Pleininger 144.000
Leitner 175.000
Summe 748.000

Beendigungsansprüche

Gerhard Roiss legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 30. Juni 2015 zurück. Sein Vertrag lief noch bis zum 31. März 2017 weiter. David C. Davies legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Juli 2016 zurück. Sein Vertrag lief noch bis zum 31. März 2017 weiter. David C. Davies erhielt in dieser Zeit weiterhin Zahlungen (einschließlich Sachbezügen) gemäß seinem Anstellungsvertrag.

Gerhard Roiss, David C. Davies, Hans-Peter Floren und Jaap Huijskes haben 2017 Zahlungen gemäß ihren ehemaligen Anstellungsverträgen erhalten. David C. Davies und Jaap Huijskes haben im April 2017 Bonifikations- und LTIP-Zahlungen erhalten. Gerhard Roiss und Hans-Peter Floren haben 2017 LTIP-Zahlungen erhalten.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR
Davies 1 Huijskes Roiss Floren
Vergütungs
ansprüche für
2017 (Bonifika
tion und LTIP) 2
1.404.791 419.097 176.753 82.991
Zahlungen
für vertragliche
Verpflichtungen3
222.540 0 0 0
Summe 1.627.331 419.097 176.753 82.991

1 Relevanter Zeitraum: Jänner–März 2017 2 Barbonifikation und Equity Deferral (MSP) hängen vom Zielerreichungs-

grad 2016 ab, LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2014–2016 ab 3 Grundvergütung und Sachbezüge

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung)

Die OMV hat eine D&O-Versicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern ca. EUR 550.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel der OMV ist ein wettbewerbsfähiges Vergütungs- und Benefitspaket, das die Strategie optimal fördert und unterstützt. Die OMV will die am besten qualifizierten Nachwuchskräfte weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. Die OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Die Vergütung des Vorstands der OMV Petrom unterliegt ebenfalls den Vergütungsregelungen der OMV. Generell ist die Vergütungsstruktur der OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den relevanten Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich stärkt die OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Öl- und Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsprämien
  • Long Term Incentive Plans
  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
  • Dienstfahrzeuge

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem die OMV tätig ist, individuell zugeschnitten, und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Jubiläumsgelder

Einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (91 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long Term Incentive Plan. Zusätzlich haben einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns Anspruch auf eine Teilnahme am Transformation Bonus, der an die Erreichung vordefinierter Zielerreichungskriterien geknüpft ist. Eine potenzielle Auszahlung erfolgt in den Jahren 2018 und 2021.

Für diese Beschäftigten gelten auch jährliche Bonusvereinbarungen wie im Folgenden dargestellt:

2017 nahmen insgesamt rund 3.600 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem gestuften Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft. Teilnehmende des MbO-Programms können ihre getroffenen Zielvereinbarungen über das konzernweite Performance and Development System (PDS), welches 2018 durch ein neues System (My Success Factors) ersetzt wird, einsehen. So können die Teilnehmenden ihre Ziele wechselseitig berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertreterinnen und Vertretern (Kapitalvertreterinnen und -vertretern) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Fünf der derzeitigen Kapitalvertreterinnen und -vertreter wurden in der Hauptversammlung 2014 gewählt, ein Mitglied wurde in der Hauptversammlung 2015 und vier in der Hauptversammlung 2016 gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der OMV im Jahr 2017 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sowie ihre allfälligen Management-Funktionen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

Vorsitzender Mandate: Deutsche Bank AG (bis 18. Mai 2017), Sulzer AG (Vorsitzender) und Telefonica, S.A.

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Stellvertretende Vorsitzende Mandate: Commerzbank AG, Vienna Insurance Group AG

Murtadha Al Hashmi, *1966

Stellvertretender Vorsitzender (Finanzvorstand, International Petroleum Investment Company (IPIC) (bis 11. Februar 2017); Finanzvorstand (keine formale Organfunktion), Abu Dhabi National Oil Company (von 12. Februar 2017 bis 31. Dezember 2017); Senior Advisor, Mubadala Investment Company (seit 2. Jänner 2018)) Mandat: Banvit Bandirma Vitaminli Yem Sanayii A.S˛. (bis 25. Mai 2017)

Wolfgang C. Berndt, *1942

Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Helmut Draxler, *1950

Mandate: RHI AG (Stellvertretender Vorsitzender) (bis 27. Oktober 2017)

Marc H. Hall, *1958

(Geschäftsführer, R&EM – Restructuring & Energy Management e.U. (seit 2. November 2017); Senior Manager, Wagner, Elbling & Company GmbH (seit 1. August 2017)) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Ahmed Matar Al Mazrouei, *1972

(Vorstandsvorsitzender der Emirates Liquefied Natural Gas L.L.C.) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Karl Rose, *1961

(Geschäftsführender Partner, Strategy Lab GmbH; Geschäftsführender Partner, PV-Photovoltaics Styria GmbH (bis 3. November 2017); Geschäftsführender Partner, PDM GmbH (bis 17. Februar 2017); Group Chief Strategist, Abu Dhabi National Oil Company (seit 26. Februar 2017)) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Herbert Werner, *1948

(Geschäftsführender Partner, HCW Verkehrsbetriebe GmbH; Geschäftsführender Partner, HCW Vermögensverwaltungs GmbH) Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(Co-Leiterin von Asia Pacific Global Investment and Corporate Banking, Bank of America Merrill Lynch) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964 Wolfgang Baumann, *1958 Herbert Lindner, *1961 Alfred Redlich, *1966 Gerhard Singer, *1960

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats der OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website der OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über OMV > Corporate Governance & Organisation > Aufsichtsrat.

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören drei Frauen und drei nicht-österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 46 und 75 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2017 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Wolfgang Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Helmut Draxler, Karl Rose, Marc H. Hall, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2017 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Peter Löscher, Gertrude Tumpel-Gugerell, Marc H. Hall und Karl Rose wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidial- und Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2017 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats).

2017 wurden sieben Sitzungen des Aufsichtsrats und 22 Ausschuss-Sitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie der OMV. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde zudem intensiv in einem Workshop außerhalb des Unternehmens zwischen Aufsichtsrat und Vorstand diskutiert. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse war 2017 wie folgt:

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse 20171

Name AR PNA PPA PrüfA VergA
Peter Löscher 7/7 5/5 6/6 6/6 5/5
Gertrude Tumpel
Gugerell 6/7 4/5 3/6 6/6
Murtadha Al Hashmi 7/7 5/5 5/6 6/6 5/5
Wolfgang C. Berndt 6/7 5/6 5/5
Helmut Draxler 6/7 6/6 4/5
Marc H. Hall 7/7 6/6
Ahmed Matar
Al Mazrouei 7/7 5/5 6/6
Karl Rose 4/7 6/6
Herbert Werner 7/7 6/6
Elif Bilgi Zapparoli 4/7
Christine Asperger 7/7 4/6
Wolfgang Baumann 7/7 5/5 6/6
Herbert Lindner 7/7 6/6 6/6
Alfred Redlich 7/7 5/5
Gerhard Singer 7/7 6/6 6/6

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss

Name Aufsichtsrat und
Ausschüsse 20171
Vergütung
für 20162
für 20173
Amtsdauer
AR PNA PPA PrüfA VergA in EUR in EUR
Peter Löscher V V SV M V 49.836 80.000 18. Mai 2016 bis HV 2020
Gertrude Tumpel
Gugerell
SV SV M V 50.820 61.000 19. Mai 2015 bis HV 2020
Murtadha Al Hashmi SV SV SV SV SV 73.000 73.000 10. Mai 2012 bis HV 2019
Wolfgang C. Berndt M SV SV 54.935 44.000 26. Mai 2010 bis HV 2019
Helmut Draxler M M M 40.000 40.000 16. Oktober 1990 bis HV 2019
Marc H. Hall M M 18.689 30.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Ahmed Matar
Al Mazrouei M M M 24.919 40.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Karl Rose M V 21.180 34.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Herbert Werner M M 30.000 30.000 4. Juni 1996 bis HV 2019
Elif Bilgi Zapparoli M 20.000 20.000 13. Mai 2009 bis HV 2019
Christine Asperger M M – 4 – 4 seit 1. Jän. 20135
Wolfgang Baumann von 16. Dez. 1998 bis
1. April 1999 und erneut seit
M M M – 4 – 4 11. Nov. 20045
Herbert Lindner M M M – 4 – 4 seit 1. Juni 20135
Alfred Redlich M M – 4 – 4 seit 1. Juni 20135
Gerhard Singer M M M – 4 – 4 seit 26. Sept. 20165

Funktionen und Mitgliedschaften

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss. V = Vorsitzende/Vorsitzender; SV = Stellvertretende Vorsitzende/Stellvertretender Vorsitzender; M = Mitglied;

HV = Hauptversammlung; Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode in 2016 endete, sind hier nicht angeführt

2 Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie eventuell erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten

3 Basierend auf der in der HV 2017 beschlossenen Vergütung und vorbehaltlich der Genehmigung in der HV 2018

4 Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder

5 Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat begonnen mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung wurden im ersten Quartal 2017 ausführlich im Aufsichtsrat diskutiert und während des gesamten Jahres behandelt.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. 2016 fanden fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Ziffer 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2017 für die jährliche Prüfung EUR 2,48 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 1,07 Mio, für Steuerberatungsleistungen EUR 0,18 Mio. und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,03 Mio.

Portfolio- und Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2017 fanden sechs Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstands mitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2017 fanden fünf Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

PwC beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dazu gehörten auf öffentlichen Daten beruhende Marktinformationen, Beratung zur angemessenen Struktur von kurz- und langfristigen Anreizen sowie Informationen über die Vergütungen und die Performance von Vergleichsgruppen.

PwC wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und war nicht für den Vorstand der OMV beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist. Außerdem beriet PwC das Unternehmen 2017 in Steuerangelegenheiten und bei der Berichterstattung.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2017 hat für das Geschäftsjahr 2016 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder

In EUR 1

Vorsitzende/Vorsitzender 30.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 25.000
Mitglied 20.000
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 14.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses 12.000
Mitglied eines Ausschusses 10.000

1 Sitzungsgelder in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2016 wurden 2017 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2017 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2016 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,50 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,10 Mio und die Reisespesen EUR 0,66 Mio.

Mitwirkung der Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Frauenförderung und Diversitätskonzept

Diversity hat bei der OMV eine hohe Priorität. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Gender und Internationalität. Als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es für die OMV eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Die OMV unterstützt die Beförderung von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil von derzeit 18% in den kommenden Jahren kontinuierlich zu erhöhen. Der Frauenanteil im Gesamtkonzern beträgt rund 25%. In den Programmen der OMV zur Entwicklung lag der Frauenanteil 2017 bei 22%. Im neu entwickelten "First Time Leaders"-Programm für neue Führungskräfte wurde ein beachtlicher Anteil von 37,5% an Teilnehmerinnen erreicht. Im Rahmen des für Absolventinnen und Absolventen technischer Studien entwickelten Einstiegsprogramms im Upstream-Bereich (Integrated-Graduate-Development-Programm) lag der Frauenanteil 2017 bei 22%. Inzwischen wurde eine breite Palette an Maßnahmen zur Förderung der Diversity bei der OMV initiiert und erfolgreich umgesetzt. Es gibt ein konzernweites E-Learning-Programm zum Thema Diversity, um die entsprechenden Fähigkeiten und das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens zu erhöhen. Darüber hinaus ist das Thema Diversity in alle Programme zur Entwicklung von Führungskräften und seit 2016 in die OMV Mitarbeiter-Strategie integriert. Die OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen der OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen. Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen der OMV und in der internen Veröffentlichung aller Stellenausschreibungen leistet die OMV einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die OMV nimmt außerdem am Wiener Töchtertag teil, um bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf zu wecken. Mitarbeiterinnen initiierten ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Diversity-Fragen zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern. Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV besucht werden.

Die OMV beobachtet laufend Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden und Betriebszugehörigkeit wie auch die Gleichheit der Gehälter, um eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicherzustellen.

Die beschriebenen Maßnahmen und Programme zur Förderung der Vielfalt der Belegschaft werden von Aufsichtsrat und Vorstand als ein Schlüsselelement zur Stärkung der Diversität des internen Pools an Vorstandsnachfolgekandidatinnen und -kandidaten gesehen. Im Rahmen der internen Nachfolgeplanung befasst sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss zumindest einmal jährlich mit der Identifizierung und Weiterentwicklung von internen Potenzialträgern. Zur bestmöglichen Besetzung freier Vorstandspositionen bedient sich der Aufsichtsrat zusätzlich zur internen Nachfolgeplanung auch der Möglichkeit der externen Rekrutierung. Neben der fachlichen Eignung wird sowohl bei der internen als auch der externen Auswahl von Vorstandsmitgliedern besonderes Augenmerk auf ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlechtern, Alter und internationaler Erfahrung gelegt.

Dem Vorstand der OMV gehört aktuell keine Frau an. Daher wurde in den diesjährigen Nachfolgeplanungsüberlegungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses der Diskussion von weiblichen Potenzialträgern besonderer Stellenwert eingeräumt. Im Hinblick auf die Altersverteilung und Internationalität im Vorstand zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis: Die Vorstandsmitglieder der OMV Aktiengesellschaft sind zwischen 52 und 57 Jahre alt, kommen aus zwei unterschiedlichen Nationen und verfügen über umfassende internationale Managementerfahrung.

Die von der Hauptversammlung auf Grundlage der Nominierung der ÖBIB zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder werden vom Nominierungskomitee der österreichischen Bundesregierung vorgeschlagen. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt anhand einer Vielzahl von Kriterien, die insbesondere die fachliche Eignung, persönliche Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidatinnen und Kandidaten umfassen. Zusätzlich wird auf Aspekte der Diversität des Aufsichtsrats hinsichtlich der Vertretung beider Geschlechter, einer ausgewogenen Altersstruktur und der Internationalität der Mitglieder Bedacht genommen. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat der OMV drei Frauen an, was einem Anteil von 20% entspricht. Im Einklang mit dem in 2017 beschlossenen

"Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat" soll dieser Anteil spätestens im Zuge der nächsten regulären Wahlen bei der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2019 auf zumindest 30% erhöht werden. Besonderes Augenmerk gilt auch der weiteren Stärkung der industriespezifischen Kompetenzen und der Internationalität des Aufsichtsrats im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Die Mitglieder des Aufsichtsrats weisen mit einem Alter zwischen 46 und 75 Jahren eine ausgewogene Altersstruktur auf.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch die OMV wird jedes Jahr einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2017 hat OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass die OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Manfred Leitner e.h.

Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h.

KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG 107 – 226

BestätigungsvermerkKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2017Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2017Konzern-Cashflow-Rechnung 2017

Konzernanhang

Grundlagen und MethodenErläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungErläuterungen zur BilanzErgänzende Angaben zur FinanzlageSegmentberichterstattungSonstige AngabenErgänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)Vorstand

Bestätigungsvermerk1

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang ausgenommen "Ergänzende Informationen zu Ölund Gasreserven (ungeprüft)", geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  • Bilanzierung der Akquisition des Anteils am Juschno Russkoje Feld
  • Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung
  • Werthaltigkeit von Sachanlagen
  • Schätzung von Öl- und Gasreserven
  • Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat
  • Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

1 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Bilanzierung der Akquisition des Anteils am Juschno Russkoje Feld

Das erworbene Nettovermögen zum 30. November 2017 betrug EUR 1.719 Mio.

Gemäß IFRS ist eine Gesellschaft verpflichtet, im Rahmen der Kaufpreisallokation die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen.

Die Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden ist komplex und erfordert erhebliche Einschätzungen des Managements bei der Anwendung von Vorhersagen und Annahmen.

Das Hauptrisiko liegt in der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der immateriellen Vermögenswerte und des Werts vom Recht aus der Neufeststellung der Reserven, welches als Vermögenswert mit dem beizulegenden Zeitwert in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfasst ist. Aufgrund des Ermessensspielraums beim Bewerten dieser Vermögenswerte erachten wir, dass ein erhebliches Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen von der Berechnung der beizulegenden Zeitwerte ausgeht.

Das Management hat zur Unterstützung für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden gemäß IFRS 3 einen unabhängigen Experten beauftragt.

Die Angaben der OMV zur Akquisition des Anteils am Juschno Russkoje Feld sind in Anhangangabe 3 (Konsolidierung) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die bilanzielle Behandlung des Managements als auch die Kaufpreisallokation beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Lesen des Kaufvertrags, um ein Verständnis über die wesentlichen Bedingungen und Konditionen zu gewinnen und zu bestätigen, ob die richtige bilanzielle Behandlung angewendet wurde;
  • Beurteilen der Kompetenz der beiden internen und externen Spezialisten sowie der Objektivität und Unabhängigkeit der externen Spezialisten, um zu beurteilen, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Bewertung durchzuführen;
  • Einbeziehen unserer internen Bewertungsspezialisten zur Prüfung der Kaufpreisallokation und der verwendeten Abzinsungssätze;
  • Beurteilen des Bewertungsmodels, der Cash Flow Prognosen und der wesentlichen Annahmen, welche in der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der immateriellen Vermögenswerte verwendet wurden; und
  • Beurteilen der Bewertung und Bilanzierung des Rechts aus der Neufeststellung der Reserven.

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung (E&E)

Der Buchwert der immateriellen E&E Vermögenswerte betrug EUR 1,019 Mio zum 31. Dezember 2017, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von EUR 119 Mio in 2017.

Gemäß IFRS 6, Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen, sind Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung auf Wertminderung zu überprüfen, wenn Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes für Exploration und Evaluierung seinen erzielbaren Betrag übersteigt.

Die Beurteilung des Buchwertes erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch das Management, ob zum Jahresende ein Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Absicht des Managements mit den Arbeiten an Erkundungsbohrungen und Lizenzen fortzufahren, der Wahrscheinlichkeit einer Lizenzverlängerung und dem bisherigen Erfolg von Bohrungen und geologischen Analysen.

Die Angaben der OMV zu immateriellen E&E Vermögenswerten für Exploration und Evaluierung und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 4 (Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze), Anhangangabe 8 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 13 (Immaterielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung des Buchwertes der immateriellen E&E Vermögenswerte durch das Management unter Bezug auf die Kriterien des IFRS 6 und der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns untersucht. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Untersuchen der Absicht des Managements zur Fortführung von Explorations- und Evaluierungstätigkeiten in relevanten Explorationsgebieten mittels Durchsicht von Budgets und Gesprächen mit dem Senior Management über die Absichten und Strategien des Konzerns;
  • Durchsehen der Vorstandssitzungsprotokolle auf negative Hinweise, welche auf erfolglose Projekte schließen lassen könnten;
  • Befragen des Managements über den Status der größten Explorationsprojekte;
  • Beurteilen ob der Konzern in der Lage ist, geplante Explorations- und Evaluierungsaktivitäten zu finanzieren;
  • Identifizieren von Öl- und Gasfeldern, bei welchen die Explorationsrechte des Konzerns entweder abgelaufen oder nahe dem Ablaufdatum sind und Beurteilen der Einschätzung des Managements hinsichtlich etwaiger Risiken im Zusammenhang mit der Verlängerung der Lizenzen; und
  • Prüfen von Detailunterlagen, wenn ein E&E Vermögenswert außerplanmäßig abgeschrieben wurde.

Werthaltigkeit von Sachanlagen

Der Buchwert des Sachanlagevermögens zum 31. Dezember 2017 betrug EUR 13.654 Mio, nach außerplanmäßigen Abschreibungen von EUR 100 Mio in 2017. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrafen im Wesentlichen Öl- und Gasvermögenswerte.

Gemäß IFRS ist eine Gesellschaft verpflichtet zu überprüfen, ob Anzeichen für eine Wertminderung oder für eine Wertaufholung von vorangegangenen Wertminderungen bestehen und falls sie bestehen, einen Wertminderungstest durchzuführen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Sachanlagen erfordert Ermessensentscheidungen, ob Wertminderungsbedarf für einen Vermögenswert besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der vom Management vorgenommenen Schätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze, welche dazu dienen, die Werthaltigkeit von Sachanlagen zu bestimmen. Diese zukünftigen Zahlungsströme für Öl- und Gasvermögenswerte werden vor allem durch die Annahmen zur Öl- und Gaspreisentwicklung, zu den Produktionsvolumen und Produktionskosten beeinflusst.

Die Angaben der OMV zu Sachanlagen und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen), Anhangangabe 8 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 14 (Sachanlagen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung der Werthaltigkeit von Sachanlagen durch das Management dahingehend geprüft, ob und wie die Geschäftsführung einen etwaigen Wertminderungs- oder aufholungsbedarf ermittelt. Wo ein Wertminderungstest notwendig war, haben wir die Annahmen des Managements beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess;
  • Prüfen und beurteilen der Einschätzung von Wertminderungsanzeichen durch das Management;
  • Abstimmen der in den Cash Flow Modellen enthaltenen Annahmen mit genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Abstimmen der Produktionspläne mit den Ölund Gasreserven und der zukünftigen kurz- und langfristigen Öl- und Gaspreisannahmen mit Prognosen von Analysten und anderer internationaler Öl Unternehmen;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze; und
  • Beurteilen der Treffsicherheit von Budgets und Prognosen des Managements durch Vergleich zur aktuellen Performance und zu Vorjahreswerten.

Schätzung von Öl- und Gasreserven

Öl- und Gassreserven sind ein Indikator für das zukünftige Leistungsvermögen des Konzerns. Sie sind für den Konzernabschluss relevant, da sie als Basis für Produktionspläne in der Schätzung zukünftiger Zahlungsströme und für Abschreibungen dienen.

Die Bewertung von Öl- und Gasreserven erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen durch das Management und Techniker.

Das wesentliche Risiko liegt in der Auswirkung der Öl- und Gasreserven auf den Konzernabschluss im Rahmen von Wertminderungstests, Abschreibungen und der Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverplichtungen.

Die Angaben der OMV zu Öl- und Gasreserven und den damit verbundenen Wertminderungstests sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen), Anhangangabe 8 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Unsere Prüfungstätigkeiten konzentrierten sich auf den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven durch das Management. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Verstehen des Prozesses und der Kontrollen im Zusammenhang mit der Schätzung von Öl- und Gasreserven;
  • Testen von Kontrollen im Überprüfungsprozess für Öl- und Gasreserven;
  • Analyse des internen Zertifizierungsprozesses für technische und kaufmännische Spezialisten, welche für den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven verantwortlich sind;
  • Beurteilen der Kompetenz von internen Spezialisten, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Schätzung der Öl- und Gasreserven durchzuführen;
  • Überprüfen ob wesentliche Zu- oder Abgänge bei den Öl- und Gasreserven in der Periode, in der neue Informationen verfügbar waren, erfasst wurden und ob diese in Einklang mit den Richtlinien des Konzerns für Reserven und Ressourcen stehen; und
  • Überprüfen ob die aktualisierten Schätzungen der Öl- und Gasreserven in der Beurteilung von Wertminderungen und der Berechnung der Abschreibung entsprechend berücksichtigt wurden.

Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat

Als Teil der Privatisierungsvereinbarung betreffend OMV Petrom SA ist der Konzern dazu berechtigt, einen Teil der im Zuge der Rekultivierung gewisser Gebiete angefallenen Rekultivierungs- und Umweltkosten, welche auf Aktivitäten vor der Privatisierung in 2004 zurückzuführen sind, durch den rumänischen Staat erstattet zu bekommen. Folglich hat der Konzern eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von EUR 434 Mio zum 31. Dezember 2017 ausgewiesen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen des Managements um Unsicherheiten von erstattungsfähigen Kosten durch den rumänischen Staat zu schätzen. Diese Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der beanspruchten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren.

Die Angaben der OMV zur Forderung im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen) und Anhangangabe 18 (Sonstige finanzielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements im Zusammenhang mit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Durchsehen des Annex P der Privatisierungsvereinbarung im Zusammenhang mit der Übernahme durch die OMV Aktiengesellschaft von Anteilen an der nationalen Mineralölunternehmen Petrom SA vom 23. Juli 2004, genehmigt durch das Gesetz Nummer 555/2004. Der Annex P beinhaltet Bestimmungen über die Verpflichtungen des Verkäufers (Ministerium für Wirtschaft und Handel) im Zusammenhang mit der Erstattung von historischen Umwelt- und Rekultivierungskosten an die Gesellschaft, unter der Voraussetzung, dass gewisse Bedingungen erfüllt sind;
  • Beurteilen der Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat, einschließlich der bisher beanspruchten und erstatteten Kosten, sowie Besprechung mit dem Management betreffend den Status der eingereichten Forderungen durch den Konzern und das Schiedsverfahren;
  • Abstimmen der eingereichten Forderungen mit den zugrundeliegenden Erstattungsanträgen;
  • Abstimmen der Forderungen für bereits angefallene Rekultivierungskosten, welche noch nicht zur Erstattung eingereicht wurden mit den zugrundeliegenden Rekultivierungskosten;
  • Abstimmen der Forderungen für noch nicht durchgeführte Rekultivierungen mit der entsprechenden Rekultivierungsrückstellung;
  • Befragen des Managements hinsichtlich dessen Einschätzung des Zeitpunktes des Eingangs der Forderung; und
  • Prüfung der mathematischen Richtigkeit der Berechnung des Barwerts der gebuchten Forderungen.

Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2017 EUR 3,180 Mio.

Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung.

Das wesentliche Risiko liegt in der Schätzung des Managements von zukünftigen Kosten, Diskontierungssätzen und Inflationsraten, welche in die Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen einfließen.

Die Angaben der OMV zur Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen) und in Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die jährliche Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen durch das Management beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess für Rekultivierungsverpflichtungen;
  • Vergleichen der aktuellen Kostenschätzungen mit bisher angefallenen Rekultivierungskosten. Wo solche nicht verfügbar waren, haben wir die Kostenschätzungen mit jenen Dritter oder interner Techniker verglichen;
  • Abstimmen wesentlicher Änderungen in den Kostenschätzungen während des Geschäftsjahres mit entsprechenden Detailunterlagen;
  • Überprüfen ob der Zeitpunkt der Rekultivierung in Einklang mit dem Budget und Geschäftsplan des Konzerns steht;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze und Inflationsraten; und

Prüfen der mathematischen Richtigkeit der Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld, wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses (Jahresabschlusses) ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. September 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander Wlasto.

Wien, 14. März 2018

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b. H.

Mag. Alexander Wlasto e.h. Wirtschaftsprüfer

Mag. Katharina Schrenk e.h. Wirtschaftsprüferin

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR Mio
Anhangangabe 2017 2016
Umsatzerlöse 20.222 19.260
Sonstige betriebliche Erträge 6 488 646
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 6 510 425
Summe Erlöse und sonstige Erträge 21.220 20.331
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) – 12.331 – 12.297
Produktions- und operative Aufwendungen – 1.645 – 1.686
Produktionsbezogene Steuern – 311 – 290
Abschreibungen und Wertminderungen 8 – 1.852 – 3.235
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen – 1.636 – 1.721
Explorationsaufwendungen – 221 – 790
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 – 1.491 – 344
Operatives Ergebnis 1.732 – 32
Dividendenerträge 15 41
Zinserträge 10 64 66
Zinsaufwendungen 10 – 265 – 261
Sonstiges Finanzergebnis 10 – 60 – 44
Finanzerfolg – 246 – 198
Ergebnis vor Steuern 1.486 – 230
Steuern vom Einkommen und Ertrag 11 – 634 47
Jahresüberschuss 853 – 183
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 435 – 403
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 103
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 315 118
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 12 1,33 – 1,24
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 12 1,33 – 1,23

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2017

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

EUR Mio
Anhangangabe 2017 2016
Jahresüberschuss 853 – 183
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 340 – 113
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern – 734 – 114
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 1.075 2
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte 0 1
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern 0 1
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 32 – 102
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern 15 – 43
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 18 – 59
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis – 161 63
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden können 212 – 151
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten
Plänen 7 – 67
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis – 10 – 18
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden – 3 – 86
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen 5 15
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen 2 2
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern
21
7 17
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern
21
216 – 220
Gesamtergebnis des Jahres 1.069 – 403
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 716 – 611
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 103
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 250 105

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017

Vermögen

EUR Mio
Anhangangabe 2017 2016
Immaterielle Vermögenswerte 13 2.648 1.713
Sachanlagen 14 13.654 14.613
At-equity bewertete Beteiligungen 15 2.913 2.860
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 1.959 947
Sonstige Vermögenswerte 19 55 70
Latente Steuern 25 744 839
Langfristiges Vermögen 21.972 21.042
Vorräte 16 1.503 1.663
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17 2.503 2.459
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 1.140 1.245
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 15 32
Sonstige Vermögenswerte 19 265 198
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26 3.972 2.069
Kurzfristiges Vermögen 9.398 7.666
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20 206 3.405
Summe Aktiva 31.576 32.112

Eigenkapital und Verbindlichkeiten

EUR Mio
Anhangangabe 2017 2016
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 2.231 2.231
Rücklagen 8.658 8.357
Eigenkapital der OMV Anteilseigner 1 11.216 10.915
Nicht beherrschende Anteile 22 3.118 3.010
Summe Eigenkapital 21 14.334 13.925
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 1.003 1.057
Anleihen 24 3.968 3.725
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 823 1.012
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 3.070 3.320
Sonstige Rückstellungen 23 497 553
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 405 409
Sonstige Verbindlichkeiten 24 148 155
Latente Steuern 25 437 122
Langfristige Verbindlichkeiten 10.352 10.354
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 3.262 3.731
Anleihen 24 788 38
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 114 222
Ertragsteuerverbindlichkeiten 140 212
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 110 92
Sonstige Rückstellungen 23 349 435
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 1.288 1.169
Sonstige Verbindlichkeiten 24 775 828
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.826 6.727
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 20 63 1.107
Summe Passiva 31.576 32.112

1 2017 enthält EUR 42 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe Pakistan. 2016 enthält EUR 148 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited und EUR –1.127 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2017

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2017 1

EUR Mio

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2017 327 1.507 2.231 7.990 – 1.251 0
Jahresüberschuss 537
Sonstiges Ergebnis des Jahres 8 413 0
Gesamtergebnis des Jahres 545 413 0
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon – 529
Abgang eigener Anteile 1
Anteilsbasierte Vergütungen 9
31. Dezember 2017 327 1.517 2.231 8.006 – 838 0

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2016 1

EUR Mio

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2016 327 1.500 2.231 8.613 – 1.148 0
Jahresüberschuss – 301
Sonstiges Ergebnis des Jahres – 66 – 103 1
Gesamtergebnis des Jahres – 366 – 103 1
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
– 464
Abgang eigener Anteile 1
Anteilsbasierte Vergütungen 6 1
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht
beherrschender Anteile
206
31. Dezember 2016 327 1.507 2.231 7.990 – 1.251 0

1 Siehe Anhangangabe 21

2 2017 enthält EUR 42 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe Pakistan. 2016 enthält EUR 148 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited und EUR –1.127 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi

Hedges Sonstiges Ergebnis
aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen
Eigene Anteile Eigenkapital der
OMV
Anteilseigner 2
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
– 24 144 – 9 10.915 3.010 13.925
537 315 853
32 – 171 282 – 66 216
32 – 171 819 250 1.069
– 529 – 141 – 670
1 2 2
9 9
8 – 27 – 8 11.216 3.118 14.334
Sonstiges Ergebnis
aus at-equity Eigenkapital der Nicht
bewerteten OMV beherrschende Summe
Hedges Beteiligungen Eigene Anteile Anteilseigner 2 Anteile Eigenkapital
60 99 – 10 11.672 2.626 14.298
– 301 118 – 183
– 84 45 – 208 – 12 – 220
– 84 45 – 508 105 – 403
– 464 – 2 – 466
1 2 2
7 7
206 280 486
– 24 144 – 9 10.915 3.010 13.925

Konzern-Cashflow-Rechnung 2017

Konzern-Cashflow-Rechnung 1

EUR Mio
2017 2016
Jahresüberschuss 853 – 183
Abschreibungen und Wertminderungen 1.988 3.898
Zuschreibungen zum Anlagevermögen – 47 – 114
Latente Steuern 142 – 178
Laufende Steuern 492 130
Gezahlte Ertragsteuern – 551 – 143
Steuerrückerstattungen 23 88
Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen und Geschäftseinheiten 0 – 81
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge – 525 – 466
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen
Unternehmen 384 217
Zinsaufwendungen 126 119
Gezahlte Zinsen – 149 – 168
Zinserträge – 55 – 56
Erhaltene Zinsen 33 26
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen – 35 – 49
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristige Rückstellungen 45 23
Sonstige Änderungen 1.148 – 37
3.871 3.026
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte 70 – 110
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen – 51 – 840
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten – 347 747
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Rückstellungen – 96 54
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 3.448 2.878
Investitionen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – 1.586 – 2.022
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte – 366 – 66
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel – 1.644 – 54
Veräußerungen
Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen 72 331
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich
liquider Mittel 1.758 14
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 1.766 – 1.797
Zugänge langfristige Finanzierungen 1.001 242
Rückzahlung langfristige Finanzierungen – 217 – 414
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen – 89 74
Erhöhung nicht beherrschender Anteile 454
Verminderung nicht beherrschender Anteile 36
Dividendenzahlungen an OMV Anteilseigner – 529 – 464
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner – 140 – 2
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 27 – 74
Währungsdifferenz auf liquide Mittel
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel
– 42
1.667
– 42
965
Liquide Mittel Jahresbeginn 2.314 1.348
Liquide Mittel Jahresende 3.981 2.314
Davon Liquide Mittel umgegliedert auf "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" 9 245
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen 3.972 2.069

1 Siehe Anhangangabe 26

Konzernanhang: Grundlagen und Methoden

1 Rechtliche Grundlagen und allgemeine Vorgangsweise

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Upstream und Downstream unterhält. Die Upstream-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die Regionen CEE (Rumänien, Österreich und Kasachstan), Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika sowie Russland und ausgewählte Entwicklungsgebiete. Der Geschäftsbereich Downstream betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) sowie ein Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa. Downstream Gas tätigt Transit von Erdgas durch bzw. Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und den Handel von Erdgas. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting

Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind gewisse Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze beschrieben.

Der Konzernabschluss 2017 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss wurde am 14. März 2018 vom Aufsichtsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Schätzungen und Annahmen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Insbesondere in Bezug auf Öl- und Gasreserven, Rekultivierungsrückstellungen, Rückstellungen für belastende Verträge und Werthaltigkeit des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen als auch für sonstige finanzielle Vermögenswerte – welche sich im Wesentlichen auf die vertragliche Position gegenüber Gazprom in Zusammenhang mit einer Neufeststellung der Reserven des Juschno Russkoje Felds sowie auf bedingte Gegenleistungen aus der Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank und der OMV (U.K.) Limited (siehe Anhangangaben 3 und 18 für nähere Details) – besteht die Notwendigkeit, Einschätzungen und Annahmen zu treffen.

Das Öl- und Gasproduktionsvermögen wird gemäß der leistungsabhängigen Abschreibungsmethode (UOP = Units of Production Methode) auf Basis der sicheren entwickelten bzw. gesamten sicheren Reserven abgeschrieben (siehe Anhangangabe 4.3g). Reservenschätzungen werden durch firmeninterne Ingenieure vorgenommen. Zusätzlich werden

alle zwei Jahre externe Überprüfungen durchgeführt. Eine externe Überprüfung für das Jahr 2017 wird 2018 von DeGolyer und MacNaughton durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Überprüfung werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 erwartet.

Schätzungen der zukünftigen Rekultivierungskosten basieren ebenfalls auf von internen Technikern erstellten Gutachten sowie Erfahrungswerten der Vergangenheit. Die Ermittlung der Rekultivierungsrückstellungen erfordert Einschätzungen über Diskontierungssätze, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Rückstellung haben. Die zur Ermittlung der Rekultivierungsrückstellung angewandten realen Diskontierungssätze lagen zwischen 0,0% und 3,0% (2016: 0,0% und 3,0%). In Zusammenhang mit Rückstellungen für belastende Verträge ist neben der Höhe und dem Zeitpunkt der künftigen Cashflows der Diskontierungssatz eine wesentliche Schätzgröße.

Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit Ausgaben die vom rumänischen Staat rückerstattet werden. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der beanspruchten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts-oder Schiedsgerichtsverfahren (siehe Anhangangabe 18 für nähere Details).

Die OMV ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten oder zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) vorliegen (ausgenommen Firmenwerte, die unabhängig vom Vorliegen eines Indikators mindestens jährlich auf einen Wertminderungsbedarf überprüft werden). Liegen solche Anhaltspunkte vor, wird eine Schätzung des erzielbaren Betrags vorgenommen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Ermittlung des Nutzungswerts erfordert abhängig vom Geschäftsbereich die Anwendung unterschiedlicher Schätzparameter, wie zum Beispiel Öl- und Gaspreise, Diskontierungssätze, Reserven, Wachstumsraten, Margen und Spark Spreads. Es besteht die Möglichkeit, dass veränderte Umstände diese Schätzungen beeinflussen und damit Auswirkungen auf den

erzielbaren Betrag der Vermögenswerte und/oder ZGE haben. Im Geschäftsbereich Upstream stellt jedes Feld eine ZGE dar. Sofern eine Gruppe von zwei oder mehr Feldern und die damit verbundenen Infrastrukturanlagen Cashflows generieren, die voneinander abhängig sind, werden diese Felder in eine ZGE zusammengefasst ("Gebiet"). Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für Vermögenswerte im Upstream-Bereich sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer "life of field"-Planung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.

Die nominalen Öl- und Gaspreisannahmen und EUR-USD-Wechselkurse sind im Folgenden angeführt:

2017

2018 2019 2020 2021 2022
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 55 65 70 75 75
CEGH gas price (EUR/MWh) 18 19 20 20 20
EUR-USD Wechselkurs 1,15 1,15 1,15 1,15 1,15
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 48 57 61 65 65

2016

2017 2018 2019 2020 2021
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 55 65 70 75 75
CEGH gas price (EUR/MWh) 15 16 17 18 19
EUR-USD Wechselkurs 1,1 1,15 1,15 1,15 1,15
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 50 57 61 65 65

Die langfristigen Preisannahmen ab 2023 basieren auf USD 75 pro Barrel für Brent sowie EUR 20 pro MWh für CEGH und wurden gemäß der Restnutzungsdauer der jeweiligen Vermögenswerte inflationiert. Die kurz- und mittelfristigen Annahmen für die Öl- und Gaspreise basieren auf der bestmöglichen Schätzung des Managements und waren mit externen Quellen konsistent. Die langfristigen Annahmen standen im Einklang mit externen Studien und berücksichtigen die langfristige Betrachtung von globaler Nachfrage und globalem Angebot.

Im Downstream Öl Geschäft werden die erzielbaren Beträge neben den Diskontierungssätzen in erster Linie durch die Raffineriemarge, den Auslastungsgrad in den Raffinerien, die integrierte Marge und die Verkaufsmengen im Tankstellengeschäft beeinflusst.

Im Geschäftsbereich Downstream Gas stellen die einzelnen Gaskraftwerke und Gasspeicher jeweils separate ZGE dar. Neben den Diskontierungssätzen sind die Sparks Spreads für die Gaskraftwerke und die Sommer/Winter-Spreads für die Gasspeicher die wesentlichen Bewertungsannahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags.

Weitere Informationen bezüglich der Annahmen und Schätzungen, die der Erstellung dieses Konzernabschluss zugrunde liegen, können den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten entnommen werden (für Unternehmenszusammenschlüsse siehe Anhangangabe 3, für Werthaltigkeitstests siehe Anhangangabe 8 und 13 sowie für Rückstellungen Anhangangabe 23).

3 Konsolidierung

Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft beinhaltet die Abschlüsse aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2017 beherrscht wurden (Tochterunternehmen).

Beherrschung ist gegeben, wenn die OMV aufgrund des Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit besitzt, diese wirtschaftlichen Erfolge durch seine Bestimmungsmacht über das Tochterunternehmen zu beeinflussen. Bestimmungsmacht ist gegeben, wenn die OMV aufgrund bestehender Rechte gegenwärtig die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten zu bestimmen.

Es wird grundsätzlich angenommen, dass die Stimmrechtsmehrheit zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und im Falle, dass die OMV nicht die Mehrheit der Stimmrechte besitzt, werden alle relevanten Umstände und Tatsachen analysiert, um die Bestimmungsmacht über ein Tochterunternehmen festzustellen, einschließlich vertraglicher Vereinbarungen mit den anderen Stimmrechtsinhabern, Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen sowie tatsächliche

Stimmrechte und potenzielle Stimmrechte. Das Bestehen der Bestimmungsmacht über ein Unternehmen wird erneut analysiert, wenn Umstände und Tatsachen darauf hinweisen, dass es Veränderungen bei einem oder mehreren der drei Beherrschungsmerkmale gibt.

Die Einbeziehung eines Tochterunternehmens in den Konsolidierungskreis erfolgt, wenn die OMV die Beherrschung erlangt und endet, wenn die Beherrschung verloren wird. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen von Tochterunternehmen, die während der Berichtsperiode gekauft oder verkauft werden, werden nur für den Zeitraum der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht über einbezogene Tochterunternehmen, at-equity bewertete Unternehmen und sonstige Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 39 und enthält Angaben zu Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.

Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards mit Bilanzstichtag 31. Dezember erstellt.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

2017 2016
Anteil an Anteil an
Vermögens Equity Vermögens Equity
Vollkonso werten und konso Vollkonso werten und konso
lidierung Schulden lidierung lidierung Schulden lidierung
Stand 1. Jänner 101 1 12 104 1 11
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 6 3 5 1
Im Berichtsjahr fusioniert – 2 – 2
Im Berichtsjahr entkonsolidiert – 7 – 1 – 6
Stand 31. Dezember 98 15 101 1 12
[davon mit Sitz und Betrieb im Ausland] [47] [—] [7] [52] [1] [6]
[davon mit Sitz in Österreich und Betrieb
im Ausland]
[26] [—] [—] [23] [—] [—]

Tochterunternehmen

Im Geschäftsbereich Upstream wurde nach dem erfolgreichen Abschluss der Veräußerung am 13. Jänner 2017 die OMV (U.K.) Limited, mit Sitz in London, entkonsolidiert.

OMV Russia Upstream GmbH mit Sitz in Wien wurde beginnend mit dem 15. März 2017 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

OMV Tunisia Upstream GmbH mit Sitz in Wien wurde beginnend mit dem 23. August 2017 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Die OMV erwarb per 30. November 2017 Anteile an OJSC Severneftegazprom mit Sitz in Krasnoselkup, Russische Föderation (24,99%-Anteil, at-equity bilanziert) und an JSC Gazprom YRGM Development mit Sitz in Salekhard, Russische Föderation (99,99% wirtschaftlicher Anteil, vollkonsolidiert).

Im Geschäftsbereich Downstream wurde FE-Trading Deutschland GmbH mit Sitz in Berchtesgaden beginnend mit dem 6. April 2017 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

OMV Trading GmbH wurde per 1. Juni 2017 in die OMV Gas Marketing & Trading GmbH, beide mit Sitz in Wien, verschmolzen.

Haramidere Depoculuk A.Ş. mit Sitz in Istanbul wurde beginnend mit dem 2. Juni 2017 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

OMV Petrol Ofisi A.Ş., Petrol Ofisi Havacilik Operasyonlari A.Ş., OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi und Erk Petrol Yatırımları A.Ş., alle mit Sitz in Istanbul, wurden nach dem erfolgreichen Abschluss der Veräußerung per 13. Juni 2017 entkonsolidiert.

OMV Gaz ve Enerji Holding Anonim Şirketi wurde per 7. September 2017 in die OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, beide mit Sitz in Istanbul, verschmolzen.

OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH mit Sitz in Wien wurde beginnend mit dem 19. September 2017 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Am 6. Dezember 2017 hat die OMV 40% Anteile an SMATRICS GmbH & Co KG und an E-Mobility Provider Austria GmbH, beide mit Sitz in Wien, erworben. Beide Gesellschaften werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

OMV Petrom Wind Power SRL mit Sitz in Bukarest wurde nach dem erfolgreichen Abschluss der Veräußerung per 28. Dezember 2017 entkonsolidiert.

Im Bereich Konzernbereich und Sonstiges wurde Amical Insurance Limited mit Sitz in Douglas aufgrund des Liquidationsprozesses per 10. November 2017 entkonsolidiert.

Wenn oben nicht anders beschrieben, waren alle Gesellschaften, die 2017 in den Vollkonsolidierungskreis aufgenommen wurden, bereits bestehende bzw. neu gegründete Tochtergesellschaften die zu 100% der OMV gehören.

Unternehmenszusammenschlüsse

Am 30. November 2017 hat die OMV den Erwerb eines Anteils am Juschno Russkoje Erdgasfeld in Westsibirien von Uniper SE abgeschlossen. Mit dieser Transaktion erhält die OMV Zugang zu einem Feld mit Förderung auf Plateau-Niveau mit stabilen langfristigen Cashflows zusammen mit niedrigen Produktionskosten. Die Etablierung von Russland als neue Kernregion markierte einen wichtigen Meilenstein in der erfolgreichen Umsetzung der OMV Strategie.

Der von der OMV an Uniper bezahlte Kaufpreis einschließlich üblicher Anpassungen bei Closing betrug EUR 1.719 Mio.

Die Beteiligung am Erdgasfeld wurde durch den Erwerb eines Anteils von 24,99% an OJSC Severneftegazprom (SNGP), die eine Produktionslizenz an dem Juschno Russkoje Feld hält, erlangt. SNGP wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den OMV Konzernabschluss einbezogen.

Die Vermarktung des OMV Anteils an der Gasproduktion wird von der Vertriebsgesellschaft JSC Gazprom YRGM Development (YRGM) durchgeführt. Die OMV hat durch eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht einen Anspruch auf 99,99% des Ergebnisses von YRGM. Da die Aktivitäten von YRGM vorbestimmt sind und die OMV durch das Recht auf die Dividendenzahlungen der Variabilität der Rendite voll ausgesetzt ist, hat die OMV über YRGM Beherrschung gemäß IFRS 10, weshalb die Gesellschaft vollkonsolidiert wird.

Darüber hinaus hat die OMV von Uniper SE eine vertragliche Position gegenüber Gazprom in Zusammenhang mit einer Neufeststellung der Reserven erworben. Die Gasreserven im Juschno Russkoje Feld wurden zwischen Uniper SE und Gazprom vertraglich vereinbart, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der

Vereinbarung festgelegt, kann entweder die OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (würde in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitieren), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, die OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden. Die Vereinbarung über die tatsächlich vorhandenen Gasreserven in Juschno Russkoje wird für 2023 erwartet.

Die OMV hat entschieden, dass das Recht aus der Neufeststellung der Reserven als Vermögenswert zum Fair Value bewertet (Level 3), bilanziert und als sonstiger finanzieller Vermögenswert erfasst wird.

Die beizulegenden Zeitwerte des erworbenen Nettovermögens entsprechen dem gezahlten Kaufpreis und werden in der unten stehenden Tabelle dargestellt. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht deren Buchwert, wobei eine Vereinnahmung aller vertraglichen Cashflows erwartet wird.

Beizulegende Zeitwerte des erworbenen Vermögens EUR Mio

30. November 2017
Immaterielle Vermögenswerte 1.106
At-equity bewertete Beteiligungen 117
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 628
Langfristiges Vermögen 1.851
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 53
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 75
Kurzfristiges Vermögen 128
Summe Aktiva 1.979
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39
Latente Steuern 221
Summe Verbindlichkeiten 260
Erworbenes Nettovermögen 1.719

Mehr Informationen zur Auswirkung dieser Transaktionen auf die OMV Konzern Cashflow-Rechnung sind in der Anhangangabe 26 zu finden.

2017 trugen SNGP und YRGM seit ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss EUR 56 Mio zu den konsolidierten Umsatzerlösen und EUR 16 Mio zum Jahresüberschuss des OMV Konzerns bei. Hätte die Akquisition bereits zu Jahresbeginn stattgefunden, hätten sie rechnerisch EUR 594 Mio zu den konsolidierten Umsatzerlösen bzw. EUR 122 Mio zum Jahresüberschuss beigetragen.

Änderungen der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen mit Gewinn/Verlust der Beherrschung

Am 13. Jänner 2017 wurde der Verkauf von 100% der Anteile an der Tochtergesellschaft OMV (U.K.) Limited an Siccar Point Energy Limited mit Sitz in Aberdeen abgeschlossen. Der Gewinn aus der Veräußerung der Tochtergesellschaft belief sich auf EUR 137 Mio und wurde in den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" erfasst. Der Gewinn ist größtenteils der Umgliederung ("Recycling") von FX-Gewinnen vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung zuzuschreiben. Infolge der Veräußerung wurde eine Forderung für die bedingte Gegenleistung verbucht, die dem beizulegenden

Zeitwert der erwarteten Gegenleistung entspricht (Level 3). Der Betrag des bedingten Kaufpreises und der Zeitpunkt des Zahlungsflusses sind abhängig vom Datum der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner (siehe Anhangangabe 18 für nähere Informationen zu der bedingten Gegenleistung).

Am 13. Juni 2017 wurde der Verkauf sämtlicher Anteile an der OMV Petrol Ofisi A.Ş., Petrol Ofisi Havacilik Operasyonlari A.Ş., OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi und Erk Petrol Yatırımları A.Ş. an VIP Turkey Enerji A.Ş., eine Tochtergesellschaft von Vitol Investment Partnership Ltd., abgeschlossen. Der Verlust aus der Veräußerung der Tochtergesellschaften und der gemeinschaftlichen Tätigkeit belief sich auf EUR 1.209 Mio und wurde in den "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" erfasst. Der Verlust ist im Wesentlichen der Umgliederung ("Recycling") von FX-Verlusten vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung zuzuschreiben. Infolge der Veräußerung wurde eine aufgeschobene, unbedingte Gegenleistung von EUR 20 Mio unter "Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte" erfasst.

Am 28. Dezember 2017 wurde der Verkauf von Petrom Wind Power SRL abgeschlossen, welcher keine wesentliche Auswirkung auf die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung hatte.

Mehr Informationen zur Auswirkung der Transaktionen auf die OMV Cashflow-Rechnung sind in der Anhangangabe 26 zu finden.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen

Am 6. Dezember 2017 hat die OMV 40% Anteile an SMATRICS GmbH &Co KG (SMATRICS) und an E-Mobility Provider Austria GmbH erworben. SMATRICS ist Österreichs führender Komplettanbieter für E-Mobilität.

Die Vereinbarung wurde als gemeinschaftliche Vereinbarung klassifiziert, da eine Zweidrittelmehr-

Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11)

heit für wesentliche Entscheidungen notwendig ist. Dies führt dazu, dass die OMV gemeinschaftliche Kontrolle besitzt. Da die Parteien der Vereinbarung keine Rechte auf einen Anteil an den Vermögenswerten und keine Verpflichtung für die Verbindlichkeiten haben, wurde die gemeinschaftliche Vereinbarung als Joint Venture im Sinne von IFRS 11 klassifiziert und wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Der Konzernabschluss beinhaltet auch den OMV Anteil an den Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten sowie Erträgen und Aufwendungen von gemeinschaftlichen Tätigkeiten im Sinne von IFRS 11.

Die folgende Tabelle enthält eine Auflistung der wesentlichen gemeinschaftlichen Tätigkeiten:

Geschäfts %-Anteile %-Anteile
Name Tätigkeit bereich Sitz 2017 2016
Onshore-Entwicklung von
Nafoora – Augila 1 Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Libyen 100 100
Onshore-Entwicklung und Produktion
Concession 103 1 von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 100 100
Onshore-Entwicklung und Produktion
Latif 2 von Kohlenwasserstoffen Upstream Pakistan 33 33
Onshore-Entwicklung und Produktion
Mehar 2, 3 von Kohlenwasserstoffen Upstream Pakistan 59 59
Offshore-Exploration nach
Neptun Deep Kohlenwasserstoffen Upstream Rumänien 50 50
Onshore-Entwicklung und Produktion
Cherouq von Kohlenwasserstoffen Upstream Tunesien 50 50
Onshore-Entwicklung von
Nawara Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Tunesien 50 50
Offshore-Exploration nach
Cambo 4 Kohlenwasserstoffen Upstream Großbritannien 48
Offshore-Entwicklung von
Schiehallion 4 Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Großbritannien 12
Onshore-Entwicklung und Produktion
Block S (2) von Kohlenwasserstoffen Upstream Jemen 44 44
Marmara 5 Lager für Ölprodukte Downstream Türkei 45

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88% bis 90% der Produktion zu ("primary split")

2 Teil der Veräußerungsgruppe Pakistan

3 Die OMV hat keine Beherrschung über die gemeinschaftliche Tätigkeit Mehar, da für die Entscheidungen der maßgeblichen Tätigkeiten mindestens 76% der Stimmrechte erforderlich sind

4 Teil der OMV (U.K.) Limited Verkaufstransaktion

5 Teil der OMV Petrol Ofisi Verkaufstransaktion

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten

Wesentliche gemeinschaftliche Explorations- und Produktionsaktivitäten werden auch im Rahmen nicht gesellschaftsrechtlicher, sonstiger Vereinbarungen, welche die Kriterien für gemeinsame Beherrschung nach IFRS 11 nicht erfüllen, ausgeführt. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die für eine Beherrschung erforderliche Mindeststimmenanzahl durch mehr als eine Kombination an involvierten Partnern, die sich einig sein müssen, erlangt werden kann. Für solche Vereinbarungen wird der Anteil der OMV an den Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten sowie Erträgen und Aufwendungen bilanziert.

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten

Geschäfts %-Anteile %-Anteile
Name Tätigkeit bereich Sitz 2017 2016
Onshore-Entwicklung und Produktion
NC 115 1 von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 30 30
Onshore-Entwicklung und Produktion
NC 186 1 von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 24 24
Offshore-Produktion von
Maari 2 Kohlenwasserstoffen Upstream Neuseeland 69 69
Offshore-Produktion von
Pohokura Kohlenwasserstoffen Upstream Neuseeland 26 26
Offshore-Entwicklung von
Aasta Hansteen Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Norwegen 15 15
Offshore-Produktion von
Edvard Grieg Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 20 20
Offshore-Produktion von
Gudrun Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 24 24
Offshore-Produktion von
Gullfaks Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 19 19
Offshore-Exploration nach
Wisting Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 25 25
Offshore-Exploration nach und
Entwicklung von
Rosebank 3 Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Großbritannien 20

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88% bis 90% der Produktion zu ("primary split") 2 Bei der gemeinschaftlichen Tätigkeit Maari gibt es mehr als seine Kombination der Parteien, welche die notwendige Mehrheit (75%) für die Entscheidung der maßgeblichen Tätigkeiten sicherstellt, daher ist weder Beherrschung noch gemeinsame Führung gegeben

3 Teil der OMV (U.K.) Limited Verkaufstransaktion

Für Details zu den at-equity bewerteten gemeinschaftlichen Vereinbarungen siehe Anhangangabe 15.

Anteile an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen

Der OMV Konzern verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Lieferforderungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. 2017 hat OMV Lieferforderungen im Wert von EUR 4.275 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2016: EUR 3.658 Mio).

Zum 31. Dezember 2017 wurden von der OMV in den sonstigen Finanzforderungen ausgewiesene Seller Participation Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 138 Mio (2016: EUR 110 Mio) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2017 betrug EUR 120 Mio (2016: EUR 123 Mio).

Die beizulegenden Zeitwerte der Seller Participation Notes entsprechen deren Buchwerten. Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Lieferforderungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2017 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 25 Mio (2016: EUR 23 Mio). Die Zinserträge auf die an Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2017 EUR 3 Mio (2016: EUR 3 Mio). Weiters erhielt OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.

Die OMV hat Carnuntum DAC weder finanziell noch auf andere Weise unterstützt und beabsichtigt dies auch in Zukunft nicht.

4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

1) Erstmals angewendete überarbeitete Standards

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen mit Ausnahme der nachfolgenden Änderungen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Die folgenden überarbeiteten Standards wurden mit Erstanwendungszeitpunkt 1. Jänner 2017 angewandt:

  • ► Änderungen zu IAS 7 "Disclosure Initiative"
  • ► Änderungen zu IAS 12 Ansatz von latenten Steueransprüchen auf unrealisierte Verluste
  • ► "Annual Improvements to IFRSs" 2014–2016 (Änderungen zu IFRS 12)

Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss des OMV Konzerns. Die Änderungen zu IAS 7 erfordern eine Angabe der Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten (siehe Anhangangabe 26).

2) Neue Struktur der konsolidierten Gewinnund Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns wurde im Einklang mit der branchenüblichen Best Practice geändert, um die Tätigkeiten des Konzerns umfassend wiederzugeben und die Transparenz für die Abschlussadressaten zu erhöhen.

Die wesentlichen Änderungen an der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende:

a) "Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen" ist jetzt Teil der "Summe Erlöse und sonstige Erträge"

  • ► Bisher wurde das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen im Finanzerfolg ausgewiesen.
  • ► In der geänderten Gewinn- und Verlustrechnung ist das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen in der "Summe Erlöse und sonstige Erträge" enthalten und trägt zum "Operativen Ergebnis" bei. Das "Operative Ergebnis" beinhaltet die frühere Zwischensumme "Betriebserfolg" und das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen. Das "Operative Ergebnis" entspricht nun somit dem Betriebsergebnis der OMV inklusive Beiträgen von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures.

b) Die Positionen "Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)", "Produktions- und operative Aufwendungen" und "Produktionsbezogene Steuern" werden jetzt separat ausgewiesen

  • ► Diese Positionen wurden bisher großteils unter "Umsatzkosten" ausgewiesen.
  • ► Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen): Diese Position beinhaltet die Kosten für Waren und Materialien, die für die Umwandlung in End- oder Zwischenerzeugnisse verwendet werden, sowie für zum Wiederverkauf bestimmte Waren. Weiters beinhaltet diese Position Bestandsveränderungen und Abschreibungen auf Vorräte.
  • ► Produktions- und operative Aufwendungen: Diese Position umfasst alle bei der Herstellung einer Ware oder der Bereitstellung einer Dienstleistung anfallenden Kosten.
  • ► Produktionsbezogene Steuern: Diese Position beinhaltet Produktionssteuern, Lizenzgebühren und andere Steuern in Verbindung mit der Kohlenwasserstoffproduktion.

c) "Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen" werden jetzt gemeinsam in einer Position angegeben

  • ► Diese Kosten wurden bisher als Teil der Vertriebsaufwendungen und der Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.
  • ► Die neue Position "Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen" umfasst alle direkt mit Vermarktung und Vertrieb von Produkten verbundenen Aufwendungen und Verwaltungsaufwendungen.

d) "Abschreibungen und Wertminderungen" werden jetzt als separate Position ausgewiesen

  • ► "Abschreibungen und Wertminderungen" waren bisher in "Umsatzkosten", "Vertriebsaufwendungen", "Verwaltungsaufwendungen", "Explorationsaufwendungen" und "Sonstige betriebliche Aufwendungen" enthalten, abhängig von der Art des abgeschriebenen oder wertgeminderten Vermögenswerts.
  • ► Wertminderungen von Explorationsvermögen bleiben weiterhin Teil der "Explorationsaufwendungen".

Zu Vergleichszwecken wurden die Vorjahreszahlen entsprechend der neuen Struktur angepasst.

3) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards und Interpretationen, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.

a) Erwartete Auswirkung von IFRS 9 und IFRS 15

Der Konzern ist verpflichtet, ab 1. Jänner 2018 IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden" anzuwenden. Der Konzern hat die erwarteten Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 auf den Konzernabschluss untersucht. Die erwarteten Auswirkungen der Anwendung dieser Standards auf das Konzerneigenkapital zum 1. Jänner 2018 basieren auf den bisher unternommenen Analysen und werden als nicht wesentlich erachtet. Die tatsächlichen Auswirkungen der Erstanwendung dieser Standards zum 1. Jänner 2018 können sich noch bis zur Veröffentlichung des ersten Konzernabschlusses nach dem Erstanwendungszeitpunkt ändern.

b) IFRS 9 "Finanzinstrumente"

Im Juli 2014 schloss das IASB sein Projekt zur Ablösung von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" mit der Veröffentlichung der finalen Version von IFRS 9 "Finanzinstrumente" ab. IFRS 9 sieht neue Grundsätze zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten auf Basis der Zahlungsstromeigenschaften und des Geschäftsmodells, nach dem sie gesteuert werden, vor. Weiters wird ein neues Modell zur Wertberichtigung von finanziellen Vermögenswerten, das auf die erwarteten Kreditausfälle abstellt, eingeführt. Darüber hinaus wurden die Vorschriften zur Sicherungsbilanzierung mit dem Ziel, die Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens besser abzubilden, geändert.

IFRS 9 sieht drei Hauptkategorien zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten vor: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis bewertet (FVOCI) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL).

Derzeit werden alle Lieferforderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bewertet. Nach IFRS 9 werden die Forderungsportfolien, die für einen Verkauf im Rahmen von Factoringoder des Securitization Programms vorgesehen sind, zum FVTPL bewertet. Weiters werden Lieferforderungen aus Verträgen mit einer vorläufigen Preisfestsetzung zum FVTPL bewertet, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Die Anpassung der Gewinnrücklagen durch diese Neueinstufung durch IFRS 9 ist voraussichtlich unwesentlich.

Available-for-sale Finanzinstrumente, die hauptsächlich Investmentfonds und Schuldinstrumente umfassen, wurden nach IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bilanziert. Nach IFRS 9 werden die Investmentfonds zum FVTPL bilanziert. Basierend auf der Einschätzung des Konzerns werden die bisher als Available-for-sale eingestuften Schuldinstrumente, die hauptsächlich Anleihen umfassen, im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten. Nach IFRS 9 werden diese Finanzanlagen deshalb zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, was zu einer Anpassung des kumulierten sonstigen Ergebnisses gegen ihren Buchwert führt. Es wird erwartet, dass die Auswirkungen beider Änderungen auf das Konzerneigenkapital unwesentlich sein werden.

IFRS 9 beseitigt die Ausnahme für die Bewertung von nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten, nach der sie bisher mit den Anschaffungskosten anstelle des beizulegenden Zeitwerts bewertet werden können, wenn die Schwankungsbreite der vernünftigen Schätzungen des beizulegenden Zeitwertes signifikant ist und die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Schätzungen nicht eindeutig beurteilt werden kann. Der neue Standard erlaubt nur eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und führt Indikatoren an, wann die Anschaffungskosten nicht der beste Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert sind. Zum 31. Dezember 2017 hatte der Konzern nicht notierte, zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalinstrumente mit einem Buchwert in der Höhe von EUR 39 Mio. Nach IFRS 9 werden alle Eigenkapitalinstrumente als zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet designiert, da sie mit einer langfristigen strategischen Zielsetzung gehalten werden. Folglich werden alle Gewinne und Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis (FVOCI) erfasst. Es werden weder Wertminderungsaufwendungen im Gewinn oder Verlust verbucht, noch Gewinne oder Verluste im Rahmen des Abgangs in die Gewinn- oder Verlustrechnung umgegliedert. Die Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital werden derzeit noch evaluiert und in einer Bandbreite von EUR 25 Mio bis EUR 40 Mio erwartet.

Es wird keine Auswirkung auf die Einstufung und Bewertung der finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns erwartet, da die neuen Vorschriften nur eine Auswirkung auf die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten haben, die als zum beizulegenden Zeitwert durch die GuV bewertet designiert wurden. Der Konzern hat keine solchen Verbindlichkeiten.

Das neue Modell für die Erfassung von Wertberichtigungen erfordert den Ansatz von Wertminderungen auf Basis von erwarteten Kreditausfällen und nicht von eingetretenen Verlusten, wie dies unter IAS 39 der Fall war. Diesen Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 unterliegen die finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie die Schuldinstrumente mit Bewertung zu FVOCI. Im Allgemeinen führt die Anwendung des Modells der erwarteten Kreditausfälle zu einer früheren Erfassung der Kreditverluste und zu einer höheren erfassten Wertberichtung auf die relevanten Positionen. Die Wertminderungen werden auf Basis eines Drei-Stufen-Models unter Anwendung von Credit Default Swap, internen oder externen Bonitätseinstufungen von Kontrahenten und damit verbundene Ausfallwahrscheinlichkeiten berechnet. Für bestimmte Finanzinstrumente, wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden die Wertminderungen auf vereinfachte Weise auf Basis der über die Restlaufzeit erwarteten Zahlungsausfälle ermittelt. Im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 werden Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital von EUR –10 Mio erwartet.

Gemäß IFRS 9 kann Hedge Acocunting generell für mehr Sicherungsinstrumente und Grundgeschäfte angewendet werden. Auf Basis der aktuellen Einschätzung kann Hedge Accounting für die aktuellen Sicherungsbeziehungen des Konzerns auch nach Erstanwendung von IFRS 9 angewendet werden.

Mit Ausnahme der Vorschriften für Hedge Accounting ist IFRS 9 retrospektiv anzuwenden. So wie nach IFRS 9 zulässig, wird die OMV die Zahlen der Vergleichsperiode nicht anpassen. Die retrospektiven Auswirkungen durch die Anwendung von IFRS 9 werden durch eine Anpassung der Eröffnungswerte der entsprechenden Positionen im Eigenkapital zum 1. Jänner 2018 erfasst.

c) IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden"

IFRS 15 wurde im Mai 2014 vom IASB veröffentlicht. Dieser Standard ersetzt alle derzeit bestehenden Vorschriften zur Umsatzrealisierung und ist auf alle Kundenverträge anzuwenden. Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden mit dem Betrag abbilden, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter und Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält.

Es wurde ein Projekt mit dem Ziel der Ermittlung der Auswirkungen dieses neuen Standards auf die Ertragsrealisierung im OMV Konzern durchgeführt. Die wesentlichen Projektschritte waren:

  • ► Identifizierung und Analyse der wesentlichen Umsatzquellen
  • ► Bestimmung der wesentlichen Bereiche mit potenziellen Unterschieden zwischen den alten und neuen Grundsätzen für die Ertragsrealisierung
  • ► Review einer Stichprobe von Verträgen für jede Umsatzquelle

Die folgenden Punkte mit einer Auswirkung auf den Ansatz und den Ausweis der konsolidierten Umsatzerlöse wurden identifiziert:

► Es wurden zusätzliche Transaktionen identifiziert, bei welchen der Konzern nur als Agent tätig ist. Ein Agent realisiert als Umsatz die erhaltene Kommission oder Gebühr für die Ermöglichung der Übertragung von Waren oder die Bereitstellung von Dienstleistungen. Gemäß IFRS 15 ist für die Beurteilung ausschlaggebend, ob der Konzern die Verfügungsmacht über die Waren oder Dienstleistungen erhält, bevor sie auf den Kunden übertragen werden und stellt weniger darauf ab, welchen Chancen und Risiken das Unternehmen beim Verkauf unterliegt. Weiters werden nach IFRS 15 mehr Transaktionen als nicht-monetäre Tauschgeschäfte zwischen Unternehmen derselben Branche eingestuft, die keine Ertragsrealisierung ermöglichen. Diese Änderungen werden zu einer Reduktion der Umsatzerlöse von rd. 1–2% ohne Auswirkung auf die Gewinnspanne führen.

► Langfristige Lieferverträge wurden in Hinblick auf die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, die Bestimmung des Transaktionspreises und die Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen analysiert. In dieser Analyse wurde eine geringe Anzahl von Verträgen mit unterschiedlichen Preisen in den verschiedenen Perioden, bei welchen die Preise nicht den Wert der Güter zum Lieferzeitpunkt widerspiegeln, identifiziert. Während nach IAS 18 der in Rechnung gestellte Betrag als Umsatz erfasst wird, wird nach IFRS 15 die Ertragsrealisierung auf Basis des durchschnittlichen Vertragspreises erfolgen.

Durch die Anwendung der Änderung bei der Erfassung dieser Verträge wird geschätzt, dass die Gewinnrücklagen zum 1. Jänner 2018 um EUR 3 Mio ansteigen. Die Auswirkung dieser Änderung auf andere Posten im Konzernabschluss besteht in einem Anstieg der vertraglichen Vermögenswerte (contract asset).

► Künftig wird es zwei Kategorien von Umsatzerlösen – jene innerhalb des Anwendungsbereichs von IFRS 15 und sonstige Umsatzerlöse – geben. Die sonstigen Umsatzerlöse werden hauptsächlich die Umsatzerlöse aus Warenverkaufs- und –beschaffungsgeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, und die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragsteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im Upstream Segment enthalten (siehe Anhangangabe 4.4e).

Außerdem wurden folgende Schlussfolgerungen in diesem Projekt getroffen:

  • ► Der Konzern wendet die Sales-Methode für die Bilanzierung von Over-/Underlifts im Upstream-Bereich an. Bei der Sales-Methode werden Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte unabhängig von der prozentuellen Beteiligung oder dem Anspruch angesetzt. Diese Methode wird generell als in Einklang mit IFRS 15 gesehen, weshalb durch IFRS 15 keine Auswirkungen auf die Bilanzierung von Over- /Underlifts erwartet werden.
  • ► Für Kundenbindungsprogramme des Konzerns werden die Umsatzerlöse derzeit zwischen dem Kundenbindungsprogramm und den übertragenen Produkten entsprechend der Residualwertmethode aufgeteilt. Bei dieser Methode wird das Entgelt auf das Kundenbindungspro-

gramm, basierend auf dem beizulegenden Zeitwert der Prämie, und das restliche Entgelt auf die verkauften Produkte aufgeteilt. Gemäß IFRS 15 muss das Entgelt basierend auf den relativen Einzelverkaufspreisen zwischen dem Kundenbindungsprogramm und den verkauften Produkten aufgeteilt werden. Der Konzern erwartet keine wesentlichen Auswirkungen von IFRS 15 auf die Allokation der Umsatzerlöse zwischen den Prämiengutschriften und den verkauften Produkten.

► Bei einigen Kundenverträgen für den Verkauf von Erdgas besteht das dem Kunden verrechnete Entgelt aus einem Grundentgelt sowie einem variablen, von der gelieferten Menge abhängigen Entgelt. In diesen Verträgen wurde nur eine Leistungsverpflichtung – die Zusage zur Lieferung von Gas über einen bestimmten Zeitraum – identifiziert. Gemäß IFRS 15 werden die Erlöse aus dem fixen sowie dem variablen Entgelt entsprechend dem Betrag, der dem Kunden in Rechnung gestellt werden darf, angesetzt. IFRS 15 wird deshalb keine Auswirkungen auf die Bilanzierung dieser Verträge haben.

Der Konzern wird den neuen Standard erstmalig zum 1. Jänner 2018 mit einer Umstellung entsprechend der modifizierten retrospektiven Methode, nach der die kumulierten Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung zum 1. Jänner 2018 erfasst werden, anwenden. Die Anforderungen des IFRS 15 werden folglich nicht auf die dargestellte Vergleichsperiode angewendet.

d) IFRS 16 "Leasingverhältnisse"

Im Jänner 2016 veröffentlichte das IASB IFRS 16 "Leasingverhältnisse", der den bisherigen Leasingstandard IAS 17 und mehrere Interpretationen ersetzt und neue Vorschriften für die Bilanzierung von Leasing enthält. Hinsichtlich der Bilanzierung aus Sicht des Leasingnehmers beseitigt IFRS 16 die nach IAS 17 vorgeschriebene Klassifizierung von Leasingverträgen in Operating- und Finanzierungsleasing und wird stattdessen ein einheitliches Modell für die Bilanzierung durch den Leasingnehmer einführen. Unter Anwendung dieses Modells setzt der Leasingnehmer für die Mehrheit der Leasingverhältnisse Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Bilanz an und berücksichtigt neben der Abschreibung der Leasinggegenstände den Zinsaufwand aus den Leasingverbindlichkeiten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Für Leasinggeber ergeben sich nur geringfügige Änderungen im Vergleich zu IAS 17.

Der Konzern hat mit der Analyse der potenziellen Auswirkungen von IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss begonnen und ein Projekt zur Implementierung der neuen Vorschriften aufgesetzt. Die größte identifizierte Auswirkung betrifft den Ansatz von neuen Vermögenswerten und Schulden für den Großteil der operativen Leasingverhältnisse des Konzerns (siehe Anhangangabe 14). In der Gewinnund Verlustrechnung werden künftig Abschreibungen und Zinsaufwendungen anstelle von Leasingaufwendungen verbucht. Einige Verpflichtungen werden von der Ausnahme für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse umfasst sein. Für die bestehenden Finanzierungsleasingverhältnisse wird keine wesentliche Auswirkung erwartet.

Das Datum des Inkrafttretens dieses Standards ist der 1. Jänner 2019. Eine vorzeitige Anwendung ist erlaubt, sofern auch IFRS 15 angewendet wird. Ein Leasingnehmer kann zwischen der vollständig retrospektiven und der modifizierten retrospektiven Umstellungsmethode wählen. Die OMV plant IFRS 16 erstmalig zum 1. Jänner 2019 mit einer Umstellung entsprechend der modifizierten retrospektiven Methode anzuwenden.

e) Andere noch nicht verpflichtend anzuwendende, neue und geänderte Standards und Interpretationen

Weiters wurden die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen, durch die keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet werden, herausgegeben:

Datum des Inkrafttretens
Standards, Interpretationen und Änderungen laut IASB
Änderungen zu IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten
Vergütungen
1. Jänner 2018
Änderungen zu IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit
IFRS 4 Versicherungsverträge
1. Jänner 2018
"Annual Improvements to IFRSs" 2014–2016 (Änderungen zu IAS 28 und IFRS 1) 1. Jänner 2018
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte 1. Jänner 2018
Gegenleistungen
Änderungen zu IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene
Immobilien
1. Jänner 2018
Änderungen zu IFRS 9 Negative Vorfälligkeitsentschädigungen 1. Jänner 2019
Änderungen zu IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und 1. Jänner 2019
Gemeinschaftsunternehmen
"Annual Improvements to IFRSs" 2015-2017 1. Jänner 2019
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 1. Jänner 2019
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Jänner 2021

4) Überblick über die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

a) Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Es wird für jeden Unternehmenszusammenschluss einzeln entschieden, ob die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet werden.

Bedingte Kaufpreiszahlungen werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung von bedingten Kaufpreiszahlungen, die als finanzielle Vermögenswerte oder

Schulden eingestuft werden, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert mit Verbuchung der Wertänderungen im Gewinn oder Verlust.

Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von der OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminderung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.

b) Ertragsrealisierung

Grundsätzlich werden Erträge nach Erbringung der Lieferungen oder Leistungen und nach Anerkenntnis durch den Kunden realisiert, wenn der Wert der Forderung feststeht oder bestimmbar und die Einbringlichkeit wahrscheinlich ist. Im Speziellen werden in Upstream Erträge dann berücksichtigt, wenn das Produkt geliefert ist und Risiko und Eigentum auf den Kunden übergegangen sind.

Im Gasgeschäft werden Verkäufe aus langfristigen Verträgen mit der Lieferung realisiert. Zusätzliche Erdgasmengen aus diesen Verträgen werden nach Anerkenntnis durch den Kunden vereinnahmt. Erträge aus dem Erdgasspeicher-Geschäft werden auf Basis von kommittierten Speicher- und Entnahmeraten realisiert. Ebenso werden Erträge aus dem Gastransport auf Basis kommittierter Mengen erfasst. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen werden zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert.

Im Tankstellen-Geschäft werden die Erträge bei eigenen Tankstellen mit der Abgabe an den Kunden vereinnahmt. Bei Tankstellen, die nicht im Eigentum des Konzerns stehen, erfolgt die Ertragsrealisierung mit der Lieferung an die Tankstellen. Prämiengutschriften im Zusammenhang mit Kundenbindungsprogrammen im Downstream Öl-Geschäft werden als eigenständige Komponente der Verkaufstransaktion, in der sie gewährt werden, erfasst. Die erhaltene Gegenleistung wird zwischen den verkauften Produkten und in Form von Punkten gewährten Prämiengutschriften aufgeteilt. Der beizulegende Zeitwert der ausgegebenen Punkte wird abgegrenzt und zum Zeitpunkt der Einlösung der Punkte als Ertrag erfasst.

Sofern Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung eingestuft werden, werden die entsprechenden Umsätze und Umsatzkosten netto innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen.

c) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich Upstream und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Exploration betreffende Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen werden

innerhalb der Abschreibungen und Wertminderungen dargestellt.

d) Forschung und Entwicklung

Die im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallenden Ausgaben werden in der Periode als Aufwand verbucht, in der sie angefallen sind. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E), die in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen werden, sind alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.

Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Projekte oder Leistungen gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermögenswerte entsprechend gekürzt, sofern es sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt. Bei von Kunden erhaltenen Zuschüssen werden die Erlöse über die Leistungsperiode verteilt erfasst, wenn eine Dienstleistungsverpflichtung besteht. Besteht keine Leistungsverpflichtung, wird der gesamte Ertrag sofort realisiert.

e) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Erdölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften bestritten und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölfirma in Form des sogenannten "cost oil" erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland bzw. der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

f) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter

Wertminderungen angesetzt. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten aus Großinspektionen und Generalüberholungen von Großanlagen, die in der Periode, in der sie anfallen, aktiviert und entsprechend der Komponentenabschreibungsmethode bis zur nächsten Anlagenüberholung bzw. -inspektion linear abgeschrieben werden. Kosten für bedeutende Ersatzteile werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.

Bei immateriellen Vermögenswerten wird zwischen Vermögenswerten mit begrenzter und unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungen

überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (ausgenommen Explorationslizenzen, siehe Anhangangabe 4.4g) sowie abnutzbares Sachanlagevermögen werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf Wertminderungen überprüft, wenn ein Indikator für eine Wertminderung vorliegt.

Mit Ausnahme der Upstream-Aktivitäten, die weitgehend nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben werden, erfolgt die planmäßige Abschreibung linear. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie Wertminderungen mit Ausnahme der Wertminderungen auf Explorationsvermögen, die in den Explorationsaufwendungen dargestellt werden, in den "Abschreibungen und Wertminderungen" ausgewiesen.

Nutzungsdauer Jahre

Immaterielle Vermögenswerte
Firmenwert Unbestimmt
Software 3–5
Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u.Ä. 5–20, Vertragslaufzeit oder Unit
of-Production-Methode
Bereichsspezifische Sachanlagen
Upstream Öl- bzw. Gasvermögen Unit-of-Production-Methode
Downstream Gas Gasleitungen 30
Gaskraftwerke 8–30
Downstream Öl Hochbehälter 40
Verarbeitungsanlagen 25
Leitungssysteme 20
Tankstellen 5–20
Sonstige Sachanlagen
Produktions- und Verwaltungsgebäude 20–50
Sonstige technische Anlagen 10–20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10

g) Öl- und Gasvermögen

Upstream-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zu dem Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

► Durch die Bohrung wurden ausreichend Öloder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.

► Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit für die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft gemacht.

Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht. Informationen über zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag in Anhangangabe 38 enthalten. Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vermögenswerte aus

Exploration und Evaluierung werden in der Regel nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich gewinnbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert. Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden.

h) Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Gemäß IAS 36 ermittelt der Konzern an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert und wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall wird der Wertminderungstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorgenommen. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den jeweiligen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der Diskontierungssatz vor Steuern wird iterativ ermittelt. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen

abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Zuschreibung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.

Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

i) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, wenn sie als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind.

j) Leasing

Der Konzern nutzt für seine verschiedenen Aktivitäten eine Reihe von Vermögenswerten auf der Grundlage von Leasingvereinbarungen. Diese Leasingverträge werden basierend auf den in IAS 17 dargelegten Regeln analysiert, um operatives Leasing von Finanzierungsleasingverhältnissen zu unterscheiden. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt. Alle Leasingverträge, die nicht der Definition von Finanzierungsleasing entsprechen, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert.

Finanzierungsleasingverträge werden mit dem Barwert der Mindestleasingverpflichtung oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Leasingdauer abgeschrieben. Die aktivierten Kosten werden als Verbindlichkeit verbucht und künftige Leasingzahlungen werden in einen Zinsund einen Tilgungsteil aufgespalten.

Im Fall von Operating-Leasingverhältnissen werden die vereinbarten Leasingzahlungen linear auf die Vertragslaufzeit verteilt im Aufwand erfasst.

Leasingverträge werden von Servicevereinbarungen unterschieden, welche nicht das Recht auf Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts einräumen. Der Konzern hat langfristige Verträge über die Nutzung von Lagerkapazitäten, Pipeline- oder sonstigen Transportkapazitäten sowie Verträge über die Verarbeitung, Produktion oder Bearbeitung von Gütern abgeschlossen. Derartige Kapazitätsvereinbarungen werden nicht als Leasingverträge betrachtet, wenn es sich nicht um einzelne, spezifizierte Vermögenswerte handelt oder wenn das Recht, die Verwendung des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu kontrollieren, nicht übertragen wird. Die vertraglichen Zahlungen werden dann in jener Periode als Aufwand gebucht, in welcher die Kapazitäten der OMV vereinbarungsgemäß zur Verfügung stehen.

k) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltene Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen auf objektive Hinweise für Wertminderungen überprüft. Falls Hinweise dafür vorliegen, wird der Betrag der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag und Buchwert des assoziierten Unternehmens oder des Gemeinschaftsunternehmens bestimmt und in der Gewinnund Verlustrechnung berücksichtigt.

Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die es in erster Linie im Upstream-Bereich gibt, werden die dem Konzern zuordenbaren Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen in den Konzernabschluss einbezogen. Akquisitionen von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, in denen die Aktivitäten der gemeinschaftlichen Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellen, werden gemäß den relevanten Vorschriften des IFRS 3 zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen bilanziert (siehe Anhangangabe 4.4a).

l) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Der OMV Konzern klassifiziert finanzielle Vermögenswerte beim Erstansatz in die folgenden drei Kategorien: Finanzielle Vermögenswerte at-fairvalue-through-profit-or-loss, Ausleihungen und Forderungen sowie finanzielle Vermögenswerte available-for-sale. Die Klassifizierung hängt von Art und Zweck des finanziellen Vermögenswerts ab. Käufe und Verkäufe von Wertpapieren im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert.

Wertpapiere werden als at-fair-value-through-profitor-loss eingestuft, wenn sie zu Handelszwecken gehalten werden oder als at-fair-value-throughprofit-or-loss designiert werden. Finanzielle Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und die resultierenden Gewinne und Verluste im Periodenergebnis erfasst.

Ausleihungen und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Ob Wertminderungen von Ausleihungen und Forderungen vorliegen, wird auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts als auch auf kollektiver Ebene, sofern die Ausleihungen und Forderungen einzeln nicht wesentlich sind, beurteilt.

Available-for-sale-Wertpapiere, die hauptsächlich Investmentfonds und Anleihen umfassen, werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente ist der veröffentlichte Börsenkurs, da diese Instrumente zum Bilanzstichtag auf aktiven Märkten gehandelt wurden.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung der Steuereffekte gesondert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bei objektiven Anzeichen für eine Wertminderung werden Wertminderungen, einschließlich in Vorperioden im sonstigen Ergebnis erfasster Beträge, ergebniswirksam erfasst. Bei Wegfall des Wertminderungsgrunds wird die Zuschreibung bei Schuldinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung der Wertminderung ergebniswirksam und bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral erfasst.

Beteiligungen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig geschätzt werden kann, da die Schwankungsbreite der vernünftigen Schätzungen des beizulegenden Zeitwertes signifikant ist und die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Schätzungen nicht eindeutig beurteilt werden kann, werden mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen bewertet.

Zu jedem Bilanzstichtag wird für finanzielle Vermögenswerte, die nicht als at-fair-value-through-profitor-loss eingestuft sind, überprüft, ob es einen objektiven Hinweis darauf gibt, dass eine Wertminderung eingetreten ist. Als Anzeichen für eine Wertminderung gelten beispielsweise Hinweise, dass ein Schuldner oder Emittent sich in erheblichen Schwierigkeiten befindet, Ausfall von Zahlungen, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner

oder Emittent Konkurs anmeldet oder erhebliche, nachteilige Änderungen im technologischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder Marktumfeld eines Schuldners oder Emittenten. Im Fall von Eigenkapitalinstrumenten, welche als available-forsale klassifiziert wurden, ist darüber hinaus ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten ein Indikator für eine Wertminderung. Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn er den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Wenn der Konzern weder im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt noch beibehält und weiterhin die Verfügungsmacht über die übertragenen Vermögenswerte hat, erfasst der Konzern seinen verbleibenden Anteil am Vermögen und eine entsprechende Verbindlichkeit in Höhe der möglicherweise zu zahlenden Beträge. Für den Fall, dass der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines übertragenen finanziellen Vermögenswerts zurück behält, erfasst der Konzern weiterhin den finanziellen Vermögenswert sowie ein besichertes Darlehen für die erhaltene Gegenleistung.

m) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der den geschätzten Preis widerspiegelt, den die OMV zahlen oder erhalten müsste, wären diese Positionen zum Bilanzstichtag übertragen worden. Für die Schätzung der beizulegenden Zeitwerte dieser Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag werden die Quotierungen der relevanten Börsen, Quotierungen von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse, das Kreditrisiko der Gegenpartei sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wird angewandt.

Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als (i) Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird, oder (ii) Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zu einem Vermögenswert oder zu einer Verbindlichkeit, werden die Beträge, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, im gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem die abgesicherte Position das Jahresergebnis beeinflusst.

Verträge über den Kauf oder Verkauf von nichtfinanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert. Auch wenn solche Verträge keine Finanzinstrumente sind, können sie eingebettete Derivate enthalten. Eingebettete Derivate werden getrennt vom Basisvertrag bilanziert, sofern die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind.

Unter anderem sind eingebettete Derivate derzeit hauptsächlich in langfristigen Gasverträgen enthalten. Diese eingebetteten Derivate gelten als eng mit den Basisverträgen verbunden, da es derzeit keinen aktiven Markt für derartige Mengen gibt. Aus diesem Grund werden diese Instrumente nicht von den jeweiligen Basisverträgen abgespalten.

n) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.

o) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand – mit Ausnahme von Emissionszertifikaten (vgl. Anhangangabe 4.4r) – werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

p) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Anwendung des Durchschnittspreisverfahrens bzw. im Fall nicht austauschbarer Güter mit ihren individuellen Kosten und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

Eine spezielle Bewertungsmethode wird für Vorräte angewandt, die entsprechend den Mindestlagerverpflichtungen in Österreich gehalten werden. Die gemäß österreichischem Erdölbevorratungsgesetz 2013 gehaltenen erhöhten Bestände an Rohöl und Ölprodukten werden mittels eines langfristigen, gewogenen Durchschnittspreisverfahrens auf Basis von Erdöläquivalenten bewertet. Die Pflichtnotstandsreserve übersteigende Mengen werden mit den aktuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet.

q) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.

r) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann.

Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen: Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich Upstream (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des langlebigen Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht grundsätzlich auf bestmöglichen Schätzungen. Das aktivierte Anlagevermögen wird im Geschäftsbereich Downstream linear und im Geschäftsbereich Upstream nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben. Die Verpflichtung ist bis zum Anlagenrückbau von Stichtag zu Stichtag aufzuzinsen. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft die OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt, wobei das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen bei der OMV verbleibt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im

sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung ("Recycling") berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen auf das Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag auf das Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2- Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhang-angabe 23).

s) Nicht-derivative Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

t) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden im OMV Konzernabschluss auch die für den Geschäftsbereich Upstream typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. Anhangangabe 4.4e) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen.

Für temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert. Temporäre Differenzen sind Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Wert und dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld in der Bilanz. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Falls die latente Steuer durch einen Unternehmenszusammenschluss entsteht, wird diese zum Zeitpunkt der Akquisition berechnet, was sich auf die Höhe des Firmenwerts auswirkt.

Latente Steuern werden nicht angesetzt für:

  • ► temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,
  • ► temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden und

► zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Firmenwerts.

Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

u) Long Term Incentive (LTI) Pläne und OMV Share Part of Annual Bonus

Seit dem Jahr 2009 wurden LTI Pläne für die Vorstandsmitglieder, einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter mit besonderem Entwicklungspotenzial ausgegeben. Ergänzend wurde 2013 ein Matching Share Plan (2017 in OMV Share Part of Annual Bonus umbenannt) für die Vorstandsmitglieder eingeführt. An jedem Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien.

Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe von Modellen ermittelt, welche auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruhen. Bei Vergütungen mit Barausgleich werden Rückstellungen auf Basis der beizulegenden Zeitwerte über den Beobachtungszeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet. Bei Vergütungen mit Ausgleich durch Aktien erfolgt die Gegenbuchung für die Bewegung in den kumulierten Kosten im Eigenkapital. Weitere Details zu den Plänen befinden sich in Anhangangabe 32.

5 Währungsumrechnung

Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden.

Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen (Devisenmittelkurs) umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

Währungsumrechnung

2017 2016
Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
Australischer Dollar (AUD) 1,535 1,473 1,460 1,488
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Tschechische Krone (CZK) 25,535 26,326 27,021 27,034
Ungarischer Forint (HUF) 310,330 309,193 309,830 311,438
Neuseeland Dollar (NZD) 1,685 1,590 1,516 1,589
Norwegische Krone (NOK) 9,840 9,327 9,086 9,291
Rumänischer Leu (RON) 4,659 4,569 4,539 4,490
Russischer Rubel (RUB) 69,392 65,938 64,300 74,145
Türkische Lira (TRY) 4,546 4,121 3,707 3,343
US Dollar (USD) 1,199 1,130 1,054 1,107

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

6 Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen EUR Mio

2017 2016
Sonstige betriebliche Erträge 488 646
[davon Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten] [15] [131]
[davon Erträge aus der Zuschreibung zu Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten] [47] [114]
[davon Kursgewinne aus operativen Geschäften] [88] [123]
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 510 425
[davon Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen] [512] [425]
[davon Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen] [– 3] [– 1]

Zusätzlich zu den oben erklärten Kategorien enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge 2017 einen Gewinn aus dem Verkauf von der OMV (U.K.) Limited in Höhe von EUR 137 Mio, welcher größtenteils der Umgliederung ("Recycling") von FX-Gewinnen vom sonstigen Ergebnis in die Gewinnund Verlustrechnung zuzuschreiben ist, sowie Erträge aus Versicherungsentschädigungen aus Schadensersatzansprüchen betreffend das Kraftwerk Brazi in Höhe von EUR 35 Mio. Die Erträge aus Zuschreibungen zu Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten beinhalteten 2017 hauptsächlich eine Zuschreibung im Zusammenhang mit zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in Pakistan in Höhe von EUR 26 Mio infolge der Unterzeichnung einer Verkaufsvereinbarung für die beiden pakistanischen Tochtergesellschaften und der Umgliederung in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten".

2016 umfassten die sonstigen betrieblichen Erträge vor allem eine Zuschreibung von EUR 113 Mio des Ashtart Feldes in Tunesien, das in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde und EUR 87 Mio Gewinn der OMV Petrol Ofisi A.Ş. aus dem Verkauf des Aliağa Terminals.

Die Erhöhung in der Position Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen im Vergleich zu 2016 war hauptsächlich auf Pearl Petroleum Company Limited zurückzuführen, bedingt durch eine Einigung im Rechtsstreit über Punkte aus der Vereinbarung ("Heads of Agreement") für die Felder Khor Mor und Chemchemal. Das Ergebnis 2017 war dadurch mit EUR 90 Mio positiv beeinflusst.

7 Personalaufwendungen

In den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

Personalaufwendungen

EUR Mio
2017 2016
Löhne und Gehälter 754 792
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 12 8
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen 25 28
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen 16 48
Sonstiger Personal- und Sozialaufwand 140 118
Steuern und Sozialabgaben 169 174
Gesamt 1.116 1.169

Die Gesamtaufwendungen für Pensionen, welche in den Positionen "Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen", "Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen" und "Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen" enthalten sind, betrugen EUR 37 Mio (2016: EUR 48 Mio).

8 Abschreibungen und Wertminderungen

Wertminderungen sind in der Zeile "Abschreibungen und Wertminderungen" in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, mit der Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung, welche in den

"Explorationsaufwendungen" gezeigt werden. Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:

Abschreibungen und Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung)

EUR Mio
2017 2016
Planmäßige Abschreibungen 1.761 2.057
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 90 1.178
Gesamt 1.852 3.235

Summe Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) EUR Mio

2017 2016
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 90 1.178
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 135 658
Gesamt 226 1.836

Wertminderungen in Upstream

Die Summe der Wertminderungen im Geschäftsbereich Upstream beinhaltete hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen in Rumänien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bulgarien und Norwegen (EUR 116 Mio) sowie nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 63 Mio).

2016 wurde der 30%-Anteil am Explorationsvermögenswert Rosebank (Großbritannien) auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert, was zur Erfassung einer Wertminderung vor Steuern von EUR 326 Mio in den Explorationsaufwendungen führte.

Der Verkauf des 30%-Anteils an Rosebank führte zur Neubewertung des verbleibenden 20%-Anteils, was die Erfassung einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 217 Mio in den Explorationsaufwendungen zur Folge hatte.

Das Nettovermögen der OMV (U.K) Limited wurde per 30. September 2016 auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert und hatte eine Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 493 Mio zur Folge.

Darüber hinaus wurde infolge einer Reduktion der Reserven eine Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 55 Mio auf Gasfelder in Pakistan erfasst.

Die übrigen Wertminderungen im Jahr 2016 sind hauptsächlich auf trockene Explorationsbohrungen und Abschreibungen von Explorationslizenzen in der Nordsee, Rumänien und Madagaskar (EUR 90 Mio) sowie nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 73 Mio) zurückzuführen.

Wertminderungen in Downstream

2017 gab es keine wesentlichen Wertminderungen im Geschäftsbereich Downstream.

2016 hatte ein Rückgang der erwarteten langfristigen Spark Spreads in der Türkei eine Wertminderung des Kraftwerks in Höhe von EUR 101 Mio zur Folge. Des Weiteren wurde aufgrund der Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds für das Gasspeichergeschäft eine Wertminderung in Höhe von EUR 73 Mio des Etzel Gasspeichers in Deutschland erfasst.

Der Verkaufsprozess von OMV Petrol Ofisi führte zur Umgliederung des Nettovermögens auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" und zu einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 334 Mio.

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen EUR Mio

2017 2016
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.491 344
[davon Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten] [19] [32]
[davon Kursverluste aus operativen Geschäften] [105] [135]
[davon Personallösungskosten] [16] [48]
[davon Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen] [33] [28]

Zusätzlich zu den oben erklärten Kategorien beinhaltete die Position Sonstige betriebliche Aufwendungen 2017 Verluste aus dem Verkauf der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 1.209 Mio, hauptsächlich bedingt durch die Umgliederung ("Recycling") von FX-Verlusten aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung. Darüber hinaus enthielt die Position eine negative Anpassung des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von EUR 36 Mio der erfassten Forderungen in Verbindung mit den bedingten Gegenleistungen aus der Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank und OMV (U.K.) Limited, welche abhängig von der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner sind.

Weitere Details können der Anhangangabe 18 entnommen werden.

Ebenso enthielten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen einen positiven Effekt der OMV Petrom SA aus der teilweisen Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem positiven Ausgang eines Rechtsstreits mit Mitarbeitern auf Basis einer gerichtlichen Entscheidung.

2016 beinhaltete die Position Sonstige betriebliche Aufwendungen eine Wertberichtigung auf sonstige finanzielle Forderungen aufgrund der Berücksichtigung von Unsicherheiten betreffend Rückvergütungen von Aufwendungen vom rumänischen Staat.

10 Finanzerfolg

Zinserträge
EUR Mio
2017 2016
Zinserträge aus Ausleihungen, Forderungen und Bankeinlagen 51 27
Zinserträge auf abgezinste Forderungen 10 9
Sonstige Zinserträge 4 29
Zinserträge 64 66

Die Position Zinserträge aus Ausleihungen, Forderungen und Bankeinlagen enthielt 2017 EUR 20 Mio (2016: EUR Null) Zinserträge aus der Nord Stream 2 Finanzierungsvereinbarung. Weitere Details können der Anhangangabe 18 entnommen werden.

Sonstige Zinserträge beinhalteten 2016 hauptsächlich Erträge aus einem erfolgreichen Rechtsstreit der OMV Petrom SA.

Zinsaufwendungen

EUR Mio
2017 2016
Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten 124 119
Zinsaufwendungen aus Rückstellungen 133 134
Zinsaufwendungen aus nicht finanziellen Verbindlichkeiten 8 7
Zinsaufwendungen 265 261

Die Position Zinsaufwendungen aus Rückstellungen enthielt Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in Höhe von EUR 15 Mio (2016: EUR 20 Mio) sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Jubiläumsgeldrückstellungen, Rückstellungen für Lösungskosten und Rückstellungen für andere Leistungen an Arbeitnehmer in Höhe von EUR 3 Mio (2016: EUR 3 Mio). Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit den Erträgen aus dem Planvermögen EUR 7 Mio (2016: EUR 11 Mio) saldiert dargestellt.

Darüber hinaus enthielt diese Position auch die Zinskomponenten aus der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von EUR 73 Mio (2016: EUR 78 Mio). Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung

der Rekultivierungsrückstellung der OMV Petrom SA wurde mit den Zinserträgen aus der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat saldiert. Weitere Details können der Anhangangabe 18 entnommen werden.

In der laufenden Periode wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von EUR 26 Mio (2016: EUR 40 Mio) aktiviert, welche mittels der Anwendung eines durchschnittlichen Zinssatzes von 2,6% (2016: 2,6%) auf den Buchwert qualifizierter Vermögenswerte bestimmt wurden. Diese Beträge bezogen sich vorwiegend auf Öl- und Gasvermögen in der Entwicklungsphase in Norwegen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem durch den Verkauf der OMV (U.K) Limited bedingt.

Sonstiges Finanzergebnis EUR Mio

2017 2016
Nettofremdwährungsgewinne/(-verluste) – 26 3
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization – 27 – 26
Sonstige – 8 – 22
Sonstiges Finanzergebnis – 60 – 44

Die Position Sonstige enthielt hauptsächlich sonstige Finanzierungskosten mit Bankgebühren von EUR 12 Mio (2016: EUR 11 Mio), teilweise ausgeglichen durch Erlöse aus der Liquidation von NABUCCO Gas Pipeline GmbH in Höhe von EUR 4 Mio (2016: EUR Null). 2016 waren ebenso Wertminderungen von Finanzanlagen von EUR 5 Mio in dieser Position enthalten.

11 Steuern vom Einkommen und Ertrag

2017 wurden Aufwendungen aus Ertragsteuern in Höhe von EUR 634 Mio (2016: Erträge von EUR 47 Mio) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, davon EUR 492 Mio laufende Steueraufwendungen (2016: EUR 130 Mio) und EUR 142 Mio Aufwendungen aus latenten Steuern (2016: Erträge von EUR 178 Mio). Die laufenden Steueraufwendungen beinhalteten Erträge aus Vorjahren von EUR 26 Mio (2016: Aufwendungen von EUR 4 Mio).

Die Entwicklung der latenten Steuern kann folgender Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der latenten Steuern

EUR Mio
--------- --
2017 2016
Latente Steuern zum 1. Jänner 837 622
Latente Steuern zum 31. Dezember 1 338 837
Veränderung latente Steuern – 499 215
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern – 2 – 19
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen 2 359 – 18
Latente Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung – 142 178
Die latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich wie folgt zusammen:
Steuersatzänderung 13 4
Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern 122 – 17
Anpassungen bei den Verlustvorträgen (in den Vorjahren nicht berücksichtigte oder
verfallene Verlustvorträge sowie sonstige Anpassungen) 5 – 33
Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und Verbrauch von
Verlustvorträgen – 282 224

1 Einschließlich latenter Steuern von EUR 31 Mio (2016: EUR 120 Mio), welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden

2 2017 enthält die Position Konsolidierungskreisänderungen im Wesentlichen die Akquisition von JSC Gazprom YRGM Development (EUR 221 Mio), die Veräußerung von OMV (U.K.) Limited (EUR 177 Mio) und von der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe (EUR –74 Mio)

Der Gesamtbetrag der direkt im sonstigen Ergebnis verbuchten Ertragsteuern belief sich auf EUR –7 Mio (2016: EUR –17 Mio), davon EUR –2 Mio latente Steuern (2016: EUR –19 Mio) und EUR –6 Mio laufende Ertragsteuern (2016: EUR 2 Mio).

2017 wurden Verlustvorträge von EUR 131 Mio (2016: EUR 179 Mio) verwertet, auf die eine Steuerlatenz von EUR 28 Mio (2016: EUR 22 Mio) entfiel.

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.

Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.

2017 ist ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst. Es wurden somit aktive latente Steuern der österreichischen Steuergruppe in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit ein zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die abzugsfähigen temporären Differenzen verwendet werden können. Die Wertberichtigung wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven

latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb des Gewinns oder Verlusts erfasst wurden, dies bedeutet im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.

Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen, und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung

%
2017 2016
Körperschaftsteuersatz in Österreich 25,0 25,0
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 15,1 107,0
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 30,7 – 269,0
Steuerfreies Einkommen – 19,9 160,6
Steuersatzänderung – 0,9 1,7
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen 0,0 – 1,0
Steuerliche Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene der
Muttergesellschaft 2,5 110,6
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern – 8,2 – 7,4
Steuern betreffend Vorjahre – 1,7 – 71,5
Sonstige – 0,1 – 35,4
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss 42,6 20,6

Die Effektivsteuersätze des Konzerns waren 2017 hauptsächlich durch die Veräußerung der OMV Petrol Ofisi und 2016 durch Wertminderungen beeinflusst.

Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen 2017 umfassten im Wesentlichen nicht abzugsfähige FX-Verluste, die im Zuge der Veräußerung der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurden ("Recycling") sowie permanente Effekte aus Abschreibungen im Zusammenhang mit Akquisitionen. Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten 2016 vorwiegend permanente Effekte aus Wertminderungen, insbesondere bezogen auf Vermögenswerte in Großbritannien, sowie permanente Effekte aus Abschreibungen im Zusammenhang mit Akquisitionen.

Das steuerfreie Einkommen 2017 und 2016 war insbesondere auf Ergebnisbeiträge von at-equity bewerteten Beteiligungen und auf Steuerbegünstigungen in Norwegen zurückzuführen. 2016 waren ebenso Steuerbegünstigungen in Großbritannien enthalten.

2017 enthielten die steuerlichen Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene der Muttergesellschaft hauptsächlich steuerliche Zuschreibungen von Anteilen an Gesellschaften im Geschäftsbereich Downstream. 2016 beinhaltete die Position im Wesentlichen steuerliche Abschreibungen von Anteilen an Gesellschaften im Geschäftsbereich Downstream. Gemäß österreichischem Körperschaftsteuergesetz können diese Aufwendungen jedes Jahr zu einem Siebentel geltend gemacht werden.

Die Position Sonstige enthielt 2016 im Wesentlichen Steuereffekte betreffend den Verkauf eines 49% Minderheitsanteiles an der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH. Gemäß IFRS wurde die Transaktion im Konzernabschluss im Eigenkapital erfasst.

12 Ergebnis je Aktie

Ergebnis je Aktie

2017 2016
Den Aktionären
des Mutter
unternehmens
zuzurechnendes
Ergebnis
in EUR Mio
Durchschnitt
liche Anzahl
an Aktien
Ergebnis
je Aktie
in EUR
Den Aktionären
des Mutter
unternehmens
zuzurechnendes
Ergebnis
in EUR Mio
Durchschnitt
liche Anzahl
an Aktien
Ergebnis
je Aktie
in EUR
Unverwässert 435 326.486.772 1,33 – 403 326.424.527 – 1,24
Verwässert 435 327.272.727 1,33 – 403 327.066.226 – 1,23

Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasst 930.424 (2016: 641.699) Stück aus den Long Term Incentive Plänen und dem OMV Share Part of the Annual Bonus zu gewährende Bonusaktien.

Erläuterungen zur Bilanz

13 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

EUR Mio

Konzessionen, Öl- und Gas
Software, vermögen mit
Lizenzen, nicht sicheren
Rechte Reserven Firmenwerte Gesamt
2017
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jänner 2017 859 1.707 492 3.059
Währungsdifferenz – 24 – 89 – 56 – 168
Konsolidierungskreisänderungen 1.106 1.106
Zugang 9 162 171
Zugang selbstgeschaffener Vermögenswerte 1 1 2
Umbuchung 20 – 198 – 178
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 3 – 111 – 20 – 134
Abgang – 36 – 50 – 86
31. Dezember 2017 1.932 1.423 416 3.771
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 2017 733 612 1.346
Währungsdifferenz – 19 – 42 – 62
Planmäßige Abschreibung 31 31
Wertminderung 0 119 119
Umbuchung 13 – 133 – 121
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 3 – 111 – 114
Abgang – 36 – 40 – 76
Zuschreibung 0 – 1 – 1
31. Dezember 2017 719 404 1.123
Buchwert 1. Jänner 2017 126 1.095 492 1.713
Buchwert 31. Dezember 2017 1.213 1.019 416 2.648
2016
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jänner 2016 1.846 2.832 1.012 5.690
1. Jänner 2016 1.846 2.832 1.012 5.690
Währungsdifferenz – 60 18 – 59 – 100
Konsolidierungskreisänderungen 16 20 36
Zugang 97 153 250
Zugang selbstgeschaffener Vermögenswerte 2 2
Umbuchung – 1 215 214
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 1.019 – 1.315 – 474 – 2.807
Abgang – 20 – 198 – 7 – 225
31. Dezember 2016 859 1.707 492 3.059
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 2016 1.110 962 343 2.415
Währungsdifferenz – 28 12 – 52 – 68
Planmäßige Abschreibung 157 157
Wertminderung 4 322 326
Umbuchung – 1 – 2 – 3
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 493 – 488 – 291 – 1.272
Abgang – 15 – 193 – 208
31. Dezember 2016 733 612 1.346
Buchwert 1. Jänner 2016 736 1.870 669 3.275
Buchwert 31. Dezember 2016 126 1.095 492 1.713

Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von EUR 303 Mio (2016: EUR 661 Mio). Der Rückgang ist vor allem auf die Veräußerungen der OMV Petrol Ofisi und der OMV (U.K.) Limited zurückzuführen.

Die immateriellen Vermögenswerte enthielten Zugänge von EUR 1.106 Mio im Zusammenhang mit dem Erdgas-Marketingvertrag des Juschno Russkoye Felds, welcher in der neuerworbenen Distributionsgesellschaft JSC Gazprom YRGM Development bilanziert wird. Für nähere Details siehe Anhangangabe 3.

Immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 20 Mio (2016: EUR 1.535 Mio) wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und beziehen sich auf die Veräußerungsgruppe Pakistan. Für Details siehe Anhangangabe 20.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen

Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten innerhalb des Geschäftsbereichs Upstream, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen. All diese Aktivitäten sind im Segment Upstream ausgewiesen.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen EUR Mio

2017 2016
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 1 135 658
Sonstiger Explorationsaufwand 86 132
Explorationsaufwand 221 790
Vermögenswerte – aktivierte Explorations- und Evaluierungsausgaben
inkl. Erwerb von unsicheren Reserven 1.019 1.095
Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit 99 129
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit 118 145

1 Wertminderungen von Explorationsaktivitäten enthalten 2016 die Beträge der OMV (U.K) Limited, welche 2016 auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert und 2017 verkauft wurde

Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGEs zwecks Wertminderungstests zugeordnet:

Firmenwertzuordnung

EUR Mio
2017 2016
Mittlerer Osten und Afrika 311 377
Upstream zugeordnete Firmenwerte 311 377
Downstream Gas Österreich 38 38
Raffinerien West 40 51
Retail Slowakei 7 7
Raffinerie Österreich 20 20
Downstream zugeordnete Firmenwerte 105 115
Gesamt 416 492

2017 wurde ein Teil des Firmenwerts Mittlerer Osten und Afrika in Höhe von EUR 20 Mio unter Anwendung des relativen Wertansatzes der Veräußerungsgruppe Pakistan zugeordnet und per 31. Dezember 2017 auf die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert.

Die restliche Verringerung des Firmenwerts der Region Mittlerer Osten und Afrika ist auf Wechselkursänderungen zurückzuführen.

Alle Firmenwerte wurden auf Basis des Nutzungswerts auf Werthaltigkeit überprüft, wobei die erzielbaren Beträge höher als die Buchwerte waren. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des auf die Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwerts wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 8,72% (2016: 9,43%) angewandt. Ein Anstieg von einem Prozentpunkt im angewandten Diskontierungssatz würde zu keiner Wertminderung führen.

14 Sachanlagen

Sachanlagen

EUR Mio
Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte Andere
und Bauten, Anlagen,
einschließlich Öl- und Technische Betriebs- und
Bauten auf Gasver Anlagen und Geschäfts Anlagen
fremdem Grund mögen Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1. Jänner 2017 2.717 21.480 8.578 1.871 339 34.987
Währungsdifferenz – 15 – 1.372 – 124 – 12 – 13 – 1.536
Zugang 55 1.071 214 50 199 1.589
Umbuchung 22 186 138 – 28 – 135 182
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen 0 – 482 – 1 – 5 – 3 – 491
Abgang – 19 – 281 – 71 – 41 – 2 – 414
31. Dezember 2017 2.760 20.603 8.734 1.836 385 34.317
Entwicklung der
Abschreibung
1. Jänner 2017 1.499 12.144 5.322 1.380 29 20.374
Währungsdifferenz – 4 – 879 – 76 – 8 – 1 – 968
Planmäßige Abschreibung 85 1.205 355 85 1.730
Wertminderung 1 83 12 1 3 100
Umbuchung 0 149 17 – 41 0 125
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen 0 – 408 – 1 – 3 – 413
Abgang – 14 – 116 – 68 – 38 – 2 – 238
Zuschreibung – 10 – 33 – 2 – 1 – 46
31. Dezember 2017 1.556 12.144 5.559 1.375 30 20.663
Buchwert 1. Jänner 2017 1.219 9.336 3.257 491 310 14.613
Buchwert 31. Dezember 2017 1.203 8.459 3.175 461 355 13.654

Sachanlagen

EUR Mio
Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte Andere
und Bauten, Anlagen,
einschließlich Öl- und Technische Betriebs- und
Bauten auf Gasver Anlagen und Geschäfts Anlagen
fremdem Grund mögen Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jänner 2016 2.892 21.507 8.607 2.198 376 35.580
Währungsdifferenz – 20 406 – 63 – 17 – 2 303
Konsolidierungskreis
änderungen 14 302 4 1 1 322
Zugang 40 1.417 122 64 151 1.795
Umbuchung 15 – 221 123 34 – 165 – 214
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 196 – 1.686 – 42 – 360 – 1 – 2.283
Abgang – 29 – 246 – 172 – 48 – 21 – 516
31. Dezember 2016 2.717 21.480 8.578 1.871 339 34.987
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 2016 1.420 11.193 5.014 1.468 46 19.140
Währungsdifferenz – 4 233 – 35 – 7 0 187
Planmäßige Abschreibung 88 1.328 362 122 1.901
Wertminderung 14 179 157 3 3 355
Umbuchung 0 3 – 1 0 1 3
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 2 – 543 – 11 – 162 – 718
Abgang – 17 – 135 – 163 – 44 – 21 – 380
Zuschreibung 0 – 113 – 1 0 0 – 114
31. Dezember 2016 1.499 12.144 5.322 1.380 29 20.374
Buchwert 1. Jänner 2016 1.473 10.314 3.593 730 330 16.440
Buchwert 31. Dezember 2016 1.219 9.336 3.257 491 310 14.613

Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 78 Mio (2016: EUR 1.567 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hauptsächlich auf die Veräußerungsgruppe Pakistan zurückzuführen. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20.

Zum 31. Dezember 2017 bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von EUR 672 Mio (2016: EUR 880 Mio).

Anhangangabe 8 enthält Details zu den Wertminderungen.

Finanzierungsleasing

Das Sachanlagevermögen aus Finanzierungsleasingverträgen beinhaltete hauptsächlich Gasspeicher in Deutschland, Grundstücke und Tankstellen in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Tschechien, Erdgas-Tankstellen, eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien, Stromgeneratoren in Upstream in Rumänien sowie ein Bürogebäude in Österreich. Die OMV hat für den Finanzierungsleasingvertrag für Gasspeicherkavernen in Deutschland eine Verlängerungsoption für zusätzliche 10 Jahre.

Leasing-, Miet- und Pachtverträge

EUR Mio
2017 2016
Anschaf
fungs
kosten
Kumulierte
Abschrei
bung
Buchwert Anschaf
fungs
kosten
Kumulierte
Abschrei
bung
Buchwert
Grundstücke, grundstücks
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich Bauten auf
fremdem Grund 66 21 45 41 23 18
Öl- und Gasvermögen 16 6 10 14 5 9
Technische Anlagen und
Maschinen
267 230 37 270 227 42
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 3 1 2 1 0 1
Summe 351 257 94 326 256 70

Bedingte Leasingzahlungen für Finanzierungsleasingverträge wurden 2017 in Höhe von EUR 9 Mio (2016: EUR 7 Mio) geleistet.

Verpflichtungen aus bestehenden Finanzierungsleasingverträgen per 31. Dezember

EUR Mio
2017 2016
1 – 5 1 – 5
≤1 Jahr Jahre >5 Jahre ≤1 Jahr Jahre >5 Jahre
Summe künftiger
Mindestleasingzahlungen 31 100 431 33 98 428
[davon Zinsanteil] [17] [62] [191] [17] [63] [201]
Barwert der Mindestleasingzahlungen 14 38 240 15 36 227

Operatives Leasing

Die OMV nimmt auch operatives Leasing in Anspruch, welches hauptsächlich für die Nutzung von Tankstellengrundstücken und -gebäuden, Bürogebäuden sowie im Bereich des Fuhrparks

eingesetzt wird. Der Aufwand belief sich im Jahr 2017 auf EUR 151 Mio (2016: EUR 149 Mio). Für einige operative Leasingverhältnisse, darunter einige Tankstellengrundstücke und -gebäude, bestehen Verlängerungsoptionen.

Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren operativen Leasingverhältnissen

EUR Mio
2017 2016
Fällig innerhalb 1 Jahres 127 95
Fällig zwischen 1 und 5 Jahren 251 212
Fällig nach mehr als 5 Jahren 165 178
Summe künftiger Mindestleasingzahlungen 544 485

15 At-equity bewertete Beteiligungen

Ein assoziiertes Unternehmen ist gemäß IAS 28 ein Unternehmen, auf das ein Investor maßgeblichen Einfluss ausübt. Das ist im Allgemeinen gegeben, wenn der Investor Stimmrechte von 20% oder mehr hat.

Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der OMV und Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat die OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen.

Die OMV hält 55,6% (2016: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), welche den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve von Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt die OMV keine Beherrschung über ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.

Die OMV hält 15,53% (2016: 15,53%) an Trans Austria Gasleitung GmbH. Da eine einstimmige Genehmigung für relevante Tätigkeiten erforderlich ist und die OMV entsprechend der rechtlichen Struktur Rechte auf das Nettovermögen von Trans Austria Gasleitung GmbH hat, wird das Unternehmen als Gemeinschaftsunternehmen im Sinne von IFRS 11 bilanziert.

Wesentliche assoziierte Unternehmen

Die OMV hält einen Anteil von 36% (2016: 36%) an Borealis AG, einem führenden Anbieter innovativer Lösungen in den Bereichen Polyolefine, Basischemikalien und Pflanzennährstoffe. Das Unternehmen mit Sitz in Wien, Österreich ist weltweit tätig.

Darüber hinaus hält die OMV einen Anteil von 10% (2016: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, welche in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist.

Beide Gesellschaften sind nicht börsennotiert und daher existieren keine notierten Marktpreise.

Folgende Tabellen zeigen die Eckdaten aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Buchwerte der wesentlichen assoziierten Unternehmen.

Gesamtergebnisrechnung
------------------------ -- --
EUR Mio
2017 2016
Borealis Pearl Borealis Pearl
Umsatzerlöse 7.564 247 7.218 201
Jahresüberschuss 1.095 1.075 1.109 135
Sonstige Ergebnisse – 475 115
Gesamtergebnis des Jahres 619 1.075 1.224 135
OMV Anteil 223 108 441 14
Erhaltene Dividende 270 67 153

Bilanz

EUR Mio
2017 2016
Borealis Pearl Borealis Pearl
Kurzfristiges Vermögen 2.554 422 2.828 2.225
Langfristiges Vermögen 6.840 1.600 7.103 624
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.431 86 1.669 115
Langfristige Verbindlichkeiten 1.599 1 1.767 1
Eigenkapital 6.365 1.935 6.496 2.732
OMV Anteil 2.291 194 2.338 273
Firmenwerte 30 30
Anpassungen OMV Konzern – 15 135 – 8 61
Buchwert der Investition 2.307 329 2.360 334

Überleitungsrechnung Buchwert

EUR Mio

2017 2016
Borealis Pearl Borealis Pearl
1. Jänner 2.360 334 2.076 310
Währungsdifferenz – 46 11
Anteilige Jahresergebnisse 394 108 399 14
Sonstige Ergebnisse – 171 41
Dividende und Zwischenergebniseliminierung – 276 – 67 – 156
31. Dezember 2.307 329 2.360 334

Eventualverbindlichkeiten

Am 5. Jänner 2017 erhielt Borealis zwei Entscheidungen des finnischen "Board of Adjustment" in Bezug auf Borealis Technology Oy. Das "Board of Adjustment" bestätigte darin die Ansicht der finnischen Steuerbehörde, dass die Lizenzvereinbarungen, die Borealis Technology Oy und Borealis AG in den Jahren 2008 und 2010 getroffen hatten, als Unternehmensverkauf zu betrachten sind. Darauf basierend, fordert das "Board of Adjustment" von Borealis die Zahlung von EUR 297 Mio, bestehend aus Steuernachzahlungen, Strafzuschlägen und Zinsen.

Borealis ist der Ansicht, dass diese Entscheidung weder finnischem noch internationalem Steuerrecht entspricht und die relevanten Fakten des Falls nicht angemessen berücksichtigt wurden. Aus diesem Grund hat Borealis am 6. März 2017 Berufung gegen diese Entscheidungen beim "Helsinki Administrative Court" eingelegt. Die Einhebung aller Forderungen wurde ausgesetzt.

Am 11. Oktober 2017 erhielt Borealis eine Entscheidung des "Board of Adjustment" betreffend Borealis Polymers Oy. Im Gegensatz zur "Finnish Tax Authority" hat das "Board of Adjustment" die

Lizenzvereinbarung, welche zwischen Borealis Polymers Oy und Borealis AG im Zusammenhang mit der Einführung einer Lohnfertigungsvereinbarung im Jahr 2009 abgeschlossen wurde, anerkannt. Das "Board of Adjustment" hat allerdings entschieden, dass der Lizenzgebührensatz von 1 % auf 2,6 % erhöht werden sollte und dass im Zuge der Einführung des Lohnfertigungskonzepts "etwas anderes von Wert" in der Höhe von EUR 142 Mio transferiert wurde. Daraus ergibt sich eine Forderung für das Jahr 2009 in der Höhe von EUR 62 Mio, bestehend aus Steuernachzahlungen, Strafzuschlägen und Zinsen. Die Entscheidung des "Board of Adjustment" betraf keine anderen Jahre als 2009, und es wurden bisher keine Neufestsetzungsklagen für andere Jahre erhalten.

Borealis ist der Ansicht, dass diese Entscheidung weder finnischem noch internationalem Steuerrecht entspricht und die relevanten Fakten des vorliegenden Falls nicht angemessen berücksichtigt wurden. Aus diesem Grund hat Borealis am 15. Dezember 2017 Berufung gegen diese Entscheidung beim "Helsinki Administrative Court" eingelegt und um eine Aussetzung der Einhebung der Forderungen ersucht.

Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Folgende Tabellen fassen die Finanzinformationen der individuell unwesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen zusammen:

Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil

EUR Mio

2017 2016
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
Umsatzerlöse 396 34 361 33
Jahresüberschuss 3 5 7 6
Gesamtergebnis des Jahres 3 5 10 6

Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

EUR Mio
2017 2016
Assoziierte Gemeinschafts Assoziierte Gemeinschafts
Unternehmen unternehmen Unternehmen unternehmen
1. Jänner 116 49 123 53
Währungsdifferenz – 4 – 4
Konsolidierungskreisänderungen 117 19 4 0
Anteilige Jahresergebnisse 3 5 6 5
Sonstige Ergebnisse 0 0 3 0
Veräußerungen und andere
Änderungen 3 – 1
Dividenden und
Zwischenergebniseliminierung – 21 – 11 – 15 – 9
31. Dezember 214 63 116 49

Die Zugänge zum Konsolidierungskreis enthielten den Erwerb von 24,99% der Anteile an OJSC Severneftegazprom, welche die Produktionslizenz für das Feld Juschno Russkoje hält, sowie den

Erwerb von 40% der Anteile an SMATRICS GmbH & Co. KG und an E-Mobility Provider Austria GmbH (für weitere Details siehe Anhangangabe 3).

16 Vorräte

Das Vorratsvermögen setzte sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

Vorratsbestand

EUR Mio
2017 2016
Rohöl 440 648
Erdgas 169 149
Sonstige Rohstoffe 199 203
Unfertige Mineralölprodukte 101 86
Sonstige unfertige Erzeugnisse 2 2
Fertige Mineralölprodukte 553 536
Sonstige fertige Erzeugnisse 40 39
Gesamt 1.503 1.663

Während der Berichtsperiode aufwandswirksam erfasste Wertminderungen auf Vorräte beliefen sich auf EUR 19 Mio (2016: EUR 35 Mio) und waren im Wesentlichen auf Bestandsverluste zurückzuführen. Als Material- und Warenaufwand wurden in der Berichtsperiode EUR 12.359 Mio ergebniswirksam erfasst (2016: EUR 10.742 Mio).

17 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwerte)
EUR Mio
2017 2016
Forderungen gegenüber at-equity bewertete Beteiligungen 123 39
Forderungen gegenüber sonstigen Unternehmen 2.380 2.420
Gesamt 2.503 2.459

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen im Wesentlichen ihrem beizulegenden Zeitwert.

Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 EUR Mio

2017 2016
1. Jänner 98 114
Zuführung (+)/Auflösung (–) – 4 – 4
Abgänge – 2 – 8
Währungsdifferenzen und Konsolidierungskreisänderungen 2 – 17 – 3
31. Dezember 76 98

1 2017 und 2016 enthalten auch Beträge der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe, welche 2016 auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert und 2017 verkauft wurde

2 Konsolidierungskreisänderungen enthalten 2017 die OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe

Buchwert der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1

EUR Mio
2017 2016
Vor Wertberichtigung 78 117
Nach Wertberichtigung 2 18

1 2016 enthält Beträge der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe, welche 2016 auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen 1 EUR Mio

2017 2016
Bis 60 Tage überfällig 127 72
61 bis 120 Tage überfällig 7 3
Mehr als 120 Tage überfällig 17 4
Gesamt 150 79

1 2016 enthält Beträge der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe, welche auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde. 2017 enthält Beträge der Pakistan Veräußerungsgruppe, welche auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde

Es bestehen keinerlei Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Kreditqualität von finanziellen Vermögenswerten, die weder überfällig noch wertberichtigt sind.

18 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzten sich wie folgt zusammen:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

EUR Mio

Ergebnis Zu fort
wirksam Ergebnis geführten
zum Fair neutral zum Anschaf
Value Fair Value fungskosten Summe [davon [davon
bewertet bewertet bewertet Buchwerte kurzfristig] langfristig]
2017
Anteile an sonstigen
Unternehmen 39 39 [—] [39]
Investmentfonds 1 6 6 [—] [6]
Anleihen 78 78 [17] [61]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 97 97 [97] [—]
Sonstige Derivate 732 732 [668] [64]
Ausleihungen 348 348 [2] [346]
Sonstige Forderungen
gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen 6 6 [6] [—]
Übrige sonstige Forderungen
und Vermögenswerte 641 139 1.013 1.793 [349] [1.444]
Gesamt 1.373 320 1.406 3.099 [1.140] [1.959]
2016
Anteile an sonstigen
Unternehmen 39 39 [—] [39]
Investmentfonds 1 7 7 [—] [7]
Anleihen 96 96 [36] [60]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 39 39 [39] [—]
Sonstige Derivate 777 777 [739] [38]
Ausleihungen 5 5 [2] [3]
Sonstige Forderungen
gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen 5 5 [5] [—]
Übrige sonstige Forderungen
und Vermögenswerte 101 1.123 1.224 [425] [800]
Gesamt 777 243 1.173 2.193 [1.245] [947]

1 Kredite des Abwasserverbandes Schwechat sind durch verpfändete Wertpapiere (Anteile am A&P-Fond) mit EUR 0,6 Mio (2016: EUR 2 Mio) besichert

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte atfair-value-through-profit-or-loss betrug zum 31. Dezember 2017 EUR 1.373 Mio (2016: EUR 777 Mio). Darin sind finanzielle Vermögenswerte held-for-trading sowie eine erworbene vertragli-

che Position gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven in Höhe von EUR 641 Mio enthalten (2016: EUR Null), resultierend aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld

Juschno Russkoje. Weitere Details können den Anhangangaben 3 entnommen werden.

Die Position Ausleihungen enthielt 2017 Ausleihungen sowie damit verbundene abgegrenzte Zinsen aus Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 in der Höhe von EUR 344 Mio (2016:

EUR Null). Nähere Details können den Anhangangaben 10 und 26 entnommen werden.

Die OMV erfasste übrige sonstige Forderungen in Verbindung mit den bedingten Gegenleistungen aus der Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank und der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited, die vom Datum der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner abhängig sind. Die Forderungen in Höhe von EUR 139 Mio sind in den übrigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerten, welche ergebnisneutral zum Fair Value bewertet werden, enthalten. 2016 enthielt nur die bedingte Gegenleistung betreffend der Veräußerung des 30% Anteils an Rosebank über EUR 101 Mio.

Die übrigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte beinhalteten vom rumänischen Staat erstattungsfähige Kosten in Höhe von EUR 434 Mio (2016: EUR 542 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen von OMV Petrom SA. Die Forderung besteht aus EUR 390 Mio (2016: EUR 469 Mio) für Rekultivierungskosten und aus EUR 44 Mio (2016: EUR 72 Mio) für Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen.

Im April 2016 hat die OMV an den rumänischen Staat die Mitteilung bezüglich der Streitfrage zu bestimmten, unbezahlten Forderungen hinsichtlich Verpflichtungen für Rekultivierungskosten und Umweltschutzmaßnahmen von Bohrungen in Höhe von EUR 34 Mio vorgelegt. Am 7. März 2017 hat die OMV, als Partei der Privatisierungsvereinbarung, ein Schiedsgerichtsverfahren gegen den rumänischen Staat gemäß der ICC Regeln (International Chamber of Commerce/Internationale Handelskammer, Paris/Frankreich) eingeleitet. Im September 2017 hat die OMV die Mitteilung bezüglich der Streitfrage zu bestimmten, unbezahlten Forderungen hinsichtlich Verpflichtungen für Rekultivierungskosten und Umweltschutzmaßnahmen von Bohrungen in Höhe von EUR 30 Mio vorgelegt. Eine zusätzliche Anfrage zur Ergänzung des laufenden Schiedsgerichtsverfahrens wurde am 6. Oktober 2017 bei der Internationalen Handelskammer, Paris/Frankreich eingereicht.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Geschäftsbereich Upstream sowie Seller Participation Notes an Carnuntum DAC.

Fortgeführte Anschaffungskosten der Wertpapiere
EUR Mio
2017 2016
Anteile an sonstigen Unternehmen 39 39
Investmentfonds 5 6
Anleihen 78 96

Wertberichtigungen zu sonstigen finanziellen Forderungen 1

EUR Mio
2017 2016
1. Jänner 298 240
Zuführung (+)/Auflösung (–) 10 57
Währungsdifferenz und Konsolidierungskreisänderungen 2 – 15 0
31. Dezember 292 298

1 Betrifft die übrigen sonstigen Forderungen innerhalb der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2 2017 enthält Beträge der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe, die 2016 in die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert und 2017 verkauft wurde

Buchwert der wertberichtigten sonstigen finanziellen Forderungen 1

EUR Mio
2017 2016
Vor Wertberichtigung 323 338
Nach Wertberichtigung 31 40

1 2016 enthält Beträge der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe, die in die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen 1

EUR Mio
2017 2016
Bis 60 Tage überfällig 3 13
61 bis 120 Tage überfällig 24 11
Mehr als 120 Tage überfällig 3 0
Gesamt 31 24

1 Enthält Beträge der Veräußerungsgruppe Pakistan, die 2017 in die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde

19 Sonstige Vermögenswerte

Sonstige Vermögenswerte

EUR Mio
2017 2016
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Aktivische Abgrenzungen 38 8 47 9
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen 31 27 0
Sonstige geleistete Anzahlungen 69 52 0
Forderungen aus sonstigen Steuern und
Sozialversicherung 55 40 45 57
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 72 6 27 3
Sonstige Vermögenswerte 265 55 198 70

20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2017 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Wesentlichen die Veräußerungsgruppe Pakistan, Tankstellen in Tschechien und weitere nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte in Downstream Öl.

Der Verkaufsvertrag der Veräußerungsgruppe Pakistan wurde am 28. Februar 2018 unterzeichnet (siehe Anhangangabe 38).

2017 enthielt das Eigenkapital der OMV Anteilseigner EUR 42 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe Pakistan, die im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital kumuliert wurden.

Zum 31. Dezember 2017 hat das Management erwartet, dass die Transaktionen innerhalb der nächsten 12 Monate abgeschlossen werden.

2016 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten die Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited sowie das Feld Ashtart in Tunesien, Randfelder in Rumänien und einen

Windpark in Downstream Gas, welche allesamt in 2017 verkauft wurden. Die Position enthielt auch weitere nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte in Downstream Öl als auch Tankstellen in Tschechien, wovon ein Großteil 2017 verkauft wurde.

Zum 30. Juni 2016 wurde ein 30%-Anteil am Explorations-und Evaluierungsvermögenswert Rosebank (Großbritannien) in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert, was zu einer in den Explorationsaufwendungen erfassten Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 326 Mio geführt hat.

Das Feld Ashtart in Tunesien wurde per 30. September 2016 in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert, was 2016 eine Zuschreibung vor Steuern in Höhe von EUR 113 Mio in den sonstigen betrieblichen Erträgen zur Folge hatte.

Das Netto-Vermögen von OMV (U.K.) Limited wurde zum 30. September 2016 in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert.

Im Anschluss an die Umgliederung wurde eine Wertminderung vor Steuern der Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 493 Mio in "Abschreibungen und Wertminderungen" erfasst.

Der Verkaufsprozess von OMV Petrol Ofisi führte zur Umgliederung des Netto-Vermögens auf die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" zum 31. Dezember 2016. Infolge der Umgliederung wurde eine Wertminderung vor Steuern der

Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 334 Mio in "Abschreibungen und Wertminderungen" erfasst.

2016 enthielt das Eigenkapital der OMV Anteilseigner im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited (EUR 148 Mio) und betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi (EUR –1.127 Mio).

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten EUR Mio

2017 2016
Langfristiges Vermögen 121 1.785
Latente Steuern 31 193
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 45 1.181
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9 245
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 206 3.405
Rückstellungen 29 331
Latente Steuern 73
Verbindlichkeiten 34 703
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 63 1.107

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte betrugen im Geschäftsbereich Upstream EUR 181 Mio (2016: EUR 1.301 Mio) und im Geschäftsbereich Downstream EUR 24 Mio (2016: EUR 2.104 Mio).

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten betrugen im Geschäftsbereich Upstream EUR 62 Mio (2016: EUR 325 Mio) und im Geschäftsbereich Downstream EUR 2 Mio (2016: EUR 782 Mio).

21 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2016: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2016: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2017 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde

ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Am 25. Mai 2011 wurde die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich abgeschlossen. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur

Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital ist bis zum 26. April 2018 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag, mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,25% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,25% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swap-Satz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten entspricht verzinst. Die Hybridschuld-

verschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche aufgrund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.

Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses

EUR Mio

2017 2016
Brutto Steuer Netto Brutto Steuer Netto
Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–)
Ertrag (+) Ertrag (+)1 Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+)1 Ertrag (+)
Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
340 6 346 – 113 – 2 – 115
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung zur Veräußerung
verfügbarer finanzieller
Vermögenswerte 0 0 0 1 0 1
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung von Hedges 32 0 32 – 102 17 – 85
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der
Neubewertung von
leistungsorientierten Plänen 7 2 10 – 67 2 – 65
Auf at-equity bewertete
Beteiligungen entfallender
Anteil am sonstigen Ergebnis – 1712 n.a. – 171 452 n.a. 45
Sonstiges Ergebnis des Jahres 209 7 216 – 237 17 – 220

1 Enthält Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe. Weitere Details sind in Anhangangabe 11 zu finden 2 Stellt das Nettoergebnis (nach Steuern) dar

Für das Geschäftsjahr 2017 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,50 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung in 2018 zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 erfolgte im Juni 2017 und betrug EUR 392 Mio (EUR 1,20 je Aktie). 2016 betrug die Ausschüttung EUR 326 Mio (EUR 1,00 je Aktie).

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wird in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

Die eigenen Anteile entwickelten sich wie folgt:

Eigene Anteile
Anzahl der
Aktien
Anschaf
fungswert in
EUR Mio
1. Jänner 2016 912.824 10,0
Abgang – 88.455 – 1,0
31. Dezember 2016 824.369 9,1
Abgang – 52.139 – 0,6
31. Dezember 2017 772.230 8,5

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien

Anzahl der
Aktien
Eigene
Aktien
Im Umlauf
befindliche
Aktien
1. Jänner 2016 327.272.727 912.824 326.359.903
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 88.455 88.455
31. Dezember 2016 327.272.727 824.369 326.448.358
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 52.139 52.139
31. Dezember 2017 327.272.727 772.230 326.500.497

22 Nicht beherrschende Anteile

Die OMV hat folgende Gruppen von Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen EUR Mio

2017 2016
Auf nicht Auf nicht
beherr beherr
schende Kumu schende Kumu
Nicht Anteile lierte Nicht Anteile lierte
beherr entfal nicht beherr entfal nicht
Haupt schende lender beherr schende lender beherr
geschäfts Anteile Gewinn/ schende Anteile Gewinn/ schende
Tochterunternehmen sitz (%) Verlust Anteile (%) Verlust Anteile
OMV Petrom Konzern n.a. 49% 276 2.961 49% 114 2.843
OMV PETROM SA Rumänien 49% 225 2.813 49% 64 2.786
OMV PETROM MARKETING
SRL Rumänien 49% 36 198 49% 44 205
TASBULAT OIL CORPORATION
LLP Kasachstan 49% 2 – 13 49% – 1 – 87
KOM MUNAI LLP Kasachstan 52% – 5 – 132 52% – 13 – 145
Andere n.a. 18 95 20 85
Gas Connect Gruppe 1 n.a. 49% 36 130 49% 3 139
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH Österreich 49% 35 129 49% 2 138
AGGM Austrian Gas Grid
Management AG Österreich 74% 1 1 74% 0 0
Tochterunternehmen mit einzeln
unwesentlichen nicht
beherrschenden Anteilen n.a. 4 27 6 27
OMV Konzern n.a. n.a 315 3.118 118 3.010

1 Enthält das Ergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung Trans Austria Gasleitung GmbH

Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein.

Die Haupttätigkeiten des OMV Petrom Konzerns sind die Auffindung und Produktion von Kohlenwasserstoffen (in Rumänien und Kasachstan), Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) und Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien). OMV Petrom SA hält 95% an der KOM MUNAI LLP, folglich beträgt der nicht beherrschende Anteil 52%.

GAS CONNECT AUSTRIA GmbH betreibt ein rund 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in

Österreich und ist zuständig für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten für den inländischen Bedarf sowie für Exporte nach Europa.

Die folgenden Tabellen fassen Finanzinformationen in Bezug auf Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen zusammen:

Gesamtergebnisrechnung

EUR Mio
2017 2016
GAS GAS
CONNECT CONNECT
OMV AUSTRIA OMV AUSTRIA
Petrom SA GmbH Petrom SA GmbH
Umsatzerlöse 3.167 213 2.698 236
Jahresüberschuss 460 78 219 100
Gesamtergebnis des Jahres 269 80 209 95
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 132 39 103 2
an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende 89 45 0

Bilanz

EUR Mio
2017 2016
GAS GAS
CONNECT CONNECT
OMV AUSTRIA OMV AUSTRIA
Petrom SA GmbH Petrom SA GmbH
Kurzfristiges Vermögen 1.649 41 1.210 55
Langfristiges Vermögen 7.492 672 7.997 676
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 35
Kurzfristige Verbindlichkeiten 991 71 845 75
Langfristige Verbindlichkeiten 1.790 366 2.090 367
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 28

Cashflow-Rechnung

EUR Mio
2017 2016
GAS GAS
CONNECT CONNECT
OMV AUSTRIA OMV AUSTRIA
Petrom SA GmbH Petrom SA GmbH
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 1.231 127 872 143
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 579 – 40 – 558 – 36
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 230 – 86 – 50 – 107
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel 403 0 261 0

23 Rückstellungen

In der Berichtsperiode entwickelten sich die Rückstellungen wie folgt:

Rückstellungen

EUR Mio
Pensionen
und Rück
ähnliche stellung Sonstige
Verpflich für Rekulti Rück
tungen vierung stellungen Gesamt
1. Jänner 2017 1.057 3.412 988 5.457
Währungsdifferenz – 1 – 160 – 19 – 180
Verbrauch und Abgänge – 60 – 248 – 246 – 554
Fondsdotierung – 10 – 10
Zuweisung 33 194 141 368
Umbuchungen – 16 – 10 – 26
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 0 – 18 – 8 – 26
31. Dezember 2017 1.003 3.180 846 5.029
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2017] [—] [110] [349] [459]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2017] [—] [92] [435] [527]

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die OMV hat an Mitarbeiter in Österreich und Deutschland Pensionszusagen in Form von beitragsund leistungsorientierten Pensionszusagen gegeben. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Diese Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.

Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren österreichischen OMV Gesellschaften wurde in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen.

Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, welche bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt.

In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.

Rückstellungen für Lösungskosten werden für unwiderrufbare Zusagen im Rahmen von Personallösungen im OMV Konzern gebildet.

Die Entwicklung der leistungsorientierten Pensionspläne und Abfertigungen stellt sich wie folgt dar:

Leistungsorientierte Pensionspläne und Abfertigungen EUR Mio

2017 2016 2015 2014 2013
Barwert der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 729 764 728 745 668
Marktwert des Planvermögens – 436 – 453 – 460 – 471 – 461
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 293 311 268 274 207
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 463 479 497 530 508
Rückstellung der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 463 479 497 530 508
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen 135 144 150 163 146
Gesamt 891 935 915 967 861

Die Entwicklung der Rückstellung für Jubiläumsgelder, Lösungskosten und andere Leistungen an Arbeitnehmer stellt sich wie folgt dar:

Jubiläumsgelder, Lösungskosten und andere Leistungen an Arbeitnehmer

2017 2016 2015 2014 2013
32 33 31 32 30
90 119 127 138 134
[33] [52] [51] [49] [39]
23 22 23 28 36
146 174 182 198 200

Barwert der Verpflichtungen

EUR Mio
2017 2016
Jubiläums Jubiläums
gelder, gelder,
Lösungs Lösungs
kosten und kosten und
andere andere
Pensionen Leistungen Pensionen Leistungen
und Abferti an Arbeit und Abferti an Arbeit
gungen nehmer gungen nehmer
Barwert der Verpflichtungen zum 1. Jänner 1.388 174 1.375 182
Währungsdifferenz – 1 – 1 0 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene
Verbindlichkeiten 0 0 – 5 0
Laufender Dienstzeitaufwand 9 3 9 3
Zinsaufwand auf die Verpflichtung 22 3 31 3
Auszahlungen – 88 – 45 – 92 – 54
Erwartete Verpflichtung zum 31. Dezember 1.330 133 1.319 134
Tatsächliche Verpflichtung zum 31. Dezember 1.327 146 1.388 174
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) – 3 69
davon aufgrund demografischer Annahmen 0 1
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen – 8 93
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen 5 – 25
Neubewertung (erfolgswirksam) 12 40

Der Marktwert des Planvermögens der über eine Pensionskasse finanzierten leistungsorientierten Pensionspläne entwickelte sich wie folgt:

Marktwert des Planvermögens

EUR Mio
2017 2016
VRG IV VRG VI Summe VRG IV VRG VI Summe
Marktwert des Planvermögens zum 1. Jänner 298 155 453 301 159 460
Zinserträge 5 2 7 7 4 11
Fondsdotierung 0 9 9 4 11 15
Auszahlungen – 21 – 17 – 38 – 19 – 16 – 35
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) 3 1 4 5 – 3 2
Marktwert des Planvermögens zum 31. Dezember 285 151 436 298 155 453

Die Rückstellungen und entsprechende Aufwendungen der Periode entwickelten sich wie folgt:

Rückstellungen und Aufwendungen EUR Mio

2017 2016
Jubiläums Jubiläums
gelder, gelder,
Lösungs Lösungs
kosten und kosten und
andere andere
Pensionen Leistungen Pensionen Leistungen
und Abferti an Arbeit und Abferti an Arbeit
gungen nehmer gungen nehmer
Rückstellung zum 1. Jänner 935 174 915 182
Periodenaufwand 23 6 30 6
Fondsdotierung – 9 – 15
Auszahlungen – 50 – 45 – 57 – 54
Währungsdifferenz – 1 – 1 0 0
Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten 0 0 – 5 0
Neubewertung – 7 67
davon aufgrund demografischer Annahmen 0 1
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen – 12 91
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen 5 – 25
Neubewertung (erfolgswirksam) 12 40
Rückstellung zum 31. Dezember 891 146 935 174
Laufender Dienstzeitaufwand 9 3 9 3
Nettozinsaufwand 15 3 20 3
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der
Periode 23 6 30 6

Die gesamten Pensionskassenbeiträge für Vorstandsmitglieder und frühere Vorstandsmitglieder beliefen sich 2017 auf EUR 1 Mio (2016: EUR 1 Mio). Im Zinsaufwand waren Aufwendungen aus der Aufzinsung von Lösungskosten in Höhe von EUR 1 Mio (2016: EUR 1 Mio) enthalten.

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember

2017 2016
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen Jubiläen pläne gungen Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 1,70% 1,30% 1,60% 1,61% 1,13% 1,36%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00%
Pensionstrend 1,8% 1,6−1,8%

Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden

ähnliche aktuarielle Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die

daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen Veränderungen wie folgt:

Sensitivitäten

2017
Kapitalmarktzinssatz Gehaltstrend Fluktuation
+0,50% – 0,50% +0,25% – 0,25% doppelt halbe
Pensionspläne – 5,63% 6,23% 2,37% – 2,27%
Abfertigungen – 3,90% 4,10% 2,00% – 1,90%
Jubiläen – 4,90% 5,40% 2,60% – 2,50% – 4,50% 2,60%

Die durchschnittlichen Laufzeiten und Laufzeitprofile sind wie folgt:

Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pensionspläne zum 31. Dezember EUR Mio

2017
Laufzeitprofile Durchschnitt
liche Laufzeiten
(Duration)
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren
Pensionspläne 331 266 594 12
Abfertigungen 43 38 54 9
Jubiläen 12 7 13 11

Zahlungswirksame durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile zum 31. Dezember

EUR Mio 2017 Laufzeitprofile Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) 1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren Pensionspläne 345 303 869 14 Abfertigungen 49 55 143 12 Jubiläen 13 10 55 17

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

2017 2016
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 23,75% 24,10% 22,59% 9,34%
Schuldverschreibungen 61,03% 60,42% 61,86% 11,87%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 7,55% 7,68% 12,03% 78,79%
Sonstige 7,67% 7,80% 3,52%
Summe 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI (Änderung der Investitionsstrategie von VRG VI im Juli 2017) ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil

solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Bis Juli 2017 erfolgte die Investitionspolitik für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI nach einem Modellansatz, der auf Value-at-Risk Berechnungen basierte. Bei diesem Investmentprozess wurde risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgte und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden sollte. Gleichzeitig sollte aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben. Bis Juli 2017 war das langfristige Anlageziel der VRG VI stabile, berechenbare Renditen zu erwirtschaften, um die bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen aus dem Plan bestmöglich zu decken. Um die Effektivität der Portfolioverwaltung zu erhöhen, wurde das Portfolio mit einer Futures Overlay Strategie aufgebaut. Das Basisportfolio bestand aus kurzfristigen Staatsanleihen. Für sämtliche Vermögenskategorien der VRG VI waren waren bis Juli 2017 aktive Marktpreise vorhanden.

Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Aufgrund konservativer Risikoverteilung lag das Veranlagungsergebnis der VRG IV 2017 bei 6,1%. Als Folge der durchgeführten Änderungen in der Veranlagung des Vermögens, welche erst ab Juli 2017 wirksam waren, lag das Veranlagungsergebnis der VRG VI bei 3,1%.

Im Jahr 2018 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2017 im Ausmaß von EUR 6 Mio an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der Rekultivierungsrückstellungen dargestellt. Bei Änderungen in den Parameterannahmen wird der Effekt in der betreffenden Periode erfasst. Wenn sich der Wert erhöht, wird der Anstieg über die Restlaufzeit des Vermögenswerts abgeschrieben, vermindert sich der Wert, wird die Reduktion vom bereits aktivierten Vermögenswert abgezogen.

Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen EUR Mio

Buchwert
1. Jänner 2017 3.412
Währungsdifferenz – 160
Neue Verpflichtungen 39
Erhöhung aus Parameteränderung 69
Kürzung aus Parameteränderung – 194
Aufzinsung 86
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten – 18
Verbrauch und Abgänge – 55
31. Dezember 2017 3.180
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2017] [110]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2017] [92]

Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Diskontierungszinssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 242 Mio (2016: EUR 250 Mio) führen.

Die OMV erwartet, dass der Großteil der langfristigen Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen bis zum Jahr 2035 verbraucht werden wird.

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthält Verpflichtungen von OMV Petrom SA in Höhe von EUR 1.622 Mio (2016: EUR 1.787 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat refundiert werden. Zum 31. Dezember 2017 weist OMV Petrom SA eine Forderung in Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat von EUR 390 Mio (2016: EUR 469 Mio) aus.

Sonstige Rückstellungen

EUR Mio
2017 2016
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Umweltschutzkosten 32 39 16 78
Sonstige Personalrückstellungen 127 21 124 18
Sonstige 190 437 295 457
Sonstige Rückstellungen 349 497 435 553

In den sonstigen Personalrückstellungen sind u.a. kurzfristige Lösungskosten in Höhe von EUR 33 Mio (2016: EUR 52 Mio) enthalten.

In der Position Sonstige sind Rückstellungen für belastende Verträge in Höhe von EUR 457 Mio (2016: EUR 467 Mio) enthalten, die im Wesentlichen auf langfristig abgeschlossene Transport- und LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH, auf reservierte Gasleitungskapazitäten in Norwegen und auf bestimmte Tankstellen in Österreich zurückzuführen sind.

2012 hat die OMV eine Rückstellung für einen langfristigen, unkündbaren Vertrag für Regasifizierungs- und Speicherkapazität gebildet, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der europäischen Marktbedingungen für LNG-Terminalkapazitäten belastend wurde. Der Barwert der Rückstellung per 31. Dezember 2017 betrug EUR 348 Mio (2016: EUR 318 Mio). Die Rückstellung wurde für unvermeidbare Verluste aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gebildet. Dabei wurden Kosten und Erträge aus dem zukünftigen Erwerb von LNG-Volumen berücksichtigt, da die Regasifizierung und der anschließende Verkauf des Gases zur Deckung der Fixkosten beitragen. Die Mengenannahmen spiegeln die beste Schätzung des Managements bezüglich der in Zukunft verfügbaren LNG-Volumina wider. Die Preise basieren, sofern verfügbar, auf Forward-Preisen. Sind keine Forward-Preise vorhanden, stellen die Preise die beste Schätzung des Managements dar, wobei diese sich an gegenwärtigen Marktpreisen oder an Forward-Preisen vergangener Perioden orientieren. Die Berechnung basiert auf einem Diskontierungszinssatz von 5,2% (2016: 4,4%). Eine 50%ige Reduktion des geplanten LNG-Volumens oder der LNG-Marge würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 147 Mio führen. Des Weiteren würde ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Diskontierungssatz eine zusätzliche Rückstellung von EUR 26 Mio auslösen.

Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen von OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2017 EUR 62 Mio (2016: EUR 98 Mio). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Nutzen aus der Nutzung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungszinssatz betrug 5,2% (2016: 4,4%). Neben dem Diskontierungszinssatz sind die Schlüsselannahmen die von dem relevanten Gas Hub erwarteten Preise. Diese Preise basieren, wenn verfügbar, auf den Forward Preisen und auf den Managementannahmen für die Restlaufzeit des Vertrages.

Emissionszertifikate

Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats über

Entwicklung der Emissionszertifikate

ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern für 2017 in Summe 3.328.837 Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2016: 3.572.326), davon entfallen 708.919 auf die OMV Petrom SA (2016: 957.090).

Der Marktwert der Emissionszertifikate betrug zum 31. Dezember 2017 EUR 74 Mio (31. Dezember 2016: EUR 61 Mio).

Zum Bilanzstichtag verfügte die OMV über 9.091.596 Emissionszertifikate. Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen 2017 werden 2018 voraussichtlich 6.332.353 Emissionszertifikate zurückgegeben werden.

2017 2016
Emissionszertifikate zum 1. Jänner 9.273.402 10.535.104
Zuteilung für das Jahr 3.328.837 3.572.326
Rückgabe für tatsächliche Emissionen des Vorjahres – 6.459.422 – 6.456.066
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres 1 2.948.779 1.622.038
Emissionszertifikate zum 31. Dezember 9.091.596 9.273.402

1 Zukäufe werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet

Im Falle einer Unterdeckung an Emissionszertifikaten würde dafür in Form einer Rückstellung vorgesorgt werden. Weder zum 31. Dezember 2017 noch zum 31. Dezember 2016 bestand für den OMV Konzern eine Unterdeckung.

24 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten

EUR Mio
2017 2016
Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Anleihen 788 3.968 4.757 38 3.725 3.763
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 114 823 937 222 1.012 1.234
[davon gegenüber Banken] [114] [676] [790] [222] [865] [1.087]
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 3.262 3.262 3.731 3.731
[davon gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen] [100] [—] [100] [36] [—] [36]
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.288 405 1.693 1.169 409 1.578
Sonstige Verbindlichkeiten 775 148 922 828 155 983
[davon gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen] [13] [140] [153] [11] [146] [157]
Zu Veräußerungszwecken gehaltene
Verbindlichkeiten 63 63 1.107 1.107
Gesamt 6.291 5.344 11.635 7.095 5.301 12.396

Anleihen

Begebene Anleihen

2017 2016
Buchwert zum Buchwert zum
31. Dezember 31. Dezember
Nominale Kupon Rückzahlung in EUR Mio in EUR Mio
Internationale
Industrieanleihe EUR 750.000.000 0,60% fix 19.11.2018 750 750
EUR 500.000.000 1,75% fix 25.11.2019 500 499
EUR 500.000.000 4,375% fix 10.02.2020 518 518
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021 502 501
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022 749 748
EUR 1.000.000.000 1,00% fix 14.12.2026 990
EUR 750.000.000 3,50% fix 27.09.2027 748 747
Gesamt 4.757 3.763

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2017 erfüllte der OMV Konzern alle in den Kreditvereinbarungen festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants).

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeiten:

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten EUR Mio

2017 2016
Kurzfristige Kreditfinanzierungen 20 99
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen 882 161
Gesamt kurzfristig 902 260
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen
2018/2017 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) 882 161
2019/2018 734 1.157
2020/2019 588 754
2021/2020 867 578
2022/2021 781 565
2023/2022 und folgende Jahre 1.822 1.682
Gesamt ab 2018/2017 5.674 4.898

Gliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten nach Währungen und Zinssätzen EUR Mio

2017 2016
Gewogener Gewogener
Durchschnitts Durchschnitts
zinssatz zinssatz
Finanzverbindlichkeiten 1 Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche
Fixe Zinssätze EUR 5.332 2,49% 4.077 2,73%
USD 27 2,28% 38 2,28%
Gesamt 5.358 2,49% 4.114 2,73%
Variable Zinssätze EUR 211 1,72% 531 1,06%
USD 105 1,97% 253 2,15%
Gesamt 315 1,80% 784 1,41%
Finanzverbindlichkeiten Sonstige kurzfristige verzinsliche
HUF 19 0,39%
EUR 1 0,50% 60 0,53%
USD 39 1,48%
RON 1 0,50%
Gesamt 20 0,40% 99 0,91%

1 Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Finanzierungen

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt EUR 5.694 Mio (2016: EUR 4.997 Mio) sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Der beizulegende Zeitwert der Anleihen betrug EUR 5.169 Mio (2016: EUR 4.228 Mio) zum Bilanzstichtag. Dieser wurde auf Basis der vorhandenen Marktwerte zum Bilanzstichtag ermittelt und somit als Bewertung gemäß Stufe 1 klassifiziert.

Der beizulegende Zeitwert der sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten (Stufe 2 Bewertung – beobachtbare Inputs) ist durch die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenem Zinssatz, der am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig war, ermittelt und betrug EUR 981 Mio (2016: EUR 1.288 Mio).

Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Anleihen und der sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten betrug insgesamt EUR 6.150 Mio (2016: EUR 5.515 Mio), wovon EUR 5.815 Mio (2016: EUR 4.616 Mio) auf fix verzinsliche und EUR 335 Mio (2016: EUR 899 Mio) auf variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten entfallen.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

EUR Mio
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2017
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 97 97
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 829 51 879
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 15 278 292
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 347 77 424
Gesamt 1.288 405 1.693
2016
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 70 70
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 793 48 840
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 16 263 278
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 291 99 390
Gesamt 1.169 409 1.578

Fair-Value-Anpassungen der Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis verbucht. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten sind finanzielle Verbindlichkeiten at-fair-value-through-profit-or-loss. Sämtliche andere Positionen sind als Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, zu klassifizieren.

Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Finanzierungsleasingverbindlichkeiten betrug EUR 399 Mio (2016: EUR 403 Mio) und wurde durch die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenen Zinssätzen, die am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig waren, ermittelt und ist somit als Stufe 2 Bewertung (beobachtbare Inputs) klassifiziert worden.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:

Finanzverbindlichkeiten

>5 Jahre Gesamt
862 2.590 1.921 5.374
118 743 91 953
3.262 3.262
926 51 977
369 165 418 952
5.538 3.549 2.431 11.518
≤1 Jahr 1 – 5 Jahre 2017
2016
Anleihen 102 2.606 1.677 4.386
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 228 955 70 1.254
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.731 3.731
Verbindlichkeiten aus Derivaten 863 48 911
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 352 175 429 956
Gesamt 5.277 3.785 2.176 11.238

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

EUR Mio

Kurzfristig Langfristig Gesamt
2017
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie Sozialversicherung 628 628
Fremde Vorauszahlungen 40 144 184
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 107 3 110
Gesamt 775 148 922
656 656
78 153 231
93 2 95
828 155 983
2016

Die langfristigen Vorauszahlungen beinhalteten hauptsächlich die nicht rückzahlbare Vorauszahlung der Entgelte aus dem Lager- und Dienstleistungsvertrag seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach.

Für Details hinsichtlich zu Veräußerungszwecken gehaltener Verbindlichkeiten wird auf die Anhangangabe 20 verwiesen.

25 Latente Steuern

Latente Steuern
EUR Mio
Aktive
latente
Steuern
(inkl. nicht Nicht
angesetzter angesetzte Angesetzte
aktiver aktive aktive Passive
latenter latente latente latente
Steuern) Steuern Steuern Steuern
2017
Immaterielle Vermögenswerte 88 21 68 332
Sachanlagen 171 125 46 1.015
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5 5 0 7
Vorräte 17 4 13 28
Derivate 145 121 25 111
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 43 10 32 50
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden 58 25 33 2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 176 130 46 10
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 956 47 909 0
Sonstige Rückstellungen 138 80 59 61
Verbindlichkeiten 44 13 31 27
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 632 95 536
Verlustvorträge 1.037 847 191
Outside basis Differenzen 6
Gesamt 3.511 1.524 1.987 1.649
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 1.212 – 1.212
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden – 31 0
Latente Steuern laut Bilanz 744 437

Latente Steuern

EUR Mio

Aktive
latente
Steuern
(inkl. nicht Nicht
angesetzter angesetzte Angesetzte
aktiver aktive aktive Passive
latenter latente latente latente
Steuern) Steuern Steuern Steuern
2016
Immaterielle Vermögenswerte 104 30 74 101
Sachanlagen 204 152 52 1.027
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9 5 4 24
Vorräte 19 3 16 13
Derivate 160 21 139 151
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 47 15 32 45
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden 681 681 560
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 176 132 44 8
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 1.006 52 953 0
Sonstige Rückstellungen 152 76 76 34
Verbindlichkeiten 71 38 33 33
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 821 450 372
Verlustvorträge 1.045 688 357
Outside basis Differenzen 1 1
Gesamt 4.496 1.663 2.834 1.997
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 1.801 – 1.801
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden – 193 – 73
Latente Steuern laut Bilanz 839 122

Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen und Abschreibungen sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen.

In der Position Immaterielle Vermögenswerte ist der Anstieg der passiven latenten Steuern hauptsächlich auf die Akquisition von JSC Gazprom YRGM Development zurückzuführen (für weitere Details siehe Anhangangabe 3).

Latente Steuern, welche 2017 auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden, beziehen sich auf die Veräußerungsgruppe Pakistan und enthalten hauptsächlich latente Steuern auf nicht verwertete Verlustvorträge.

Latente Steuern, welche 2016 auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden, beziehen sich insbesondere auf die Veräußerungsgruppen

OMV (U.K.) Limited und OMV Petrol Ofisi und umfassten hauptsächlich latente Steuern auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie nicht verwertete Verlustvorträge.

Latente Steuern werden auf einbehaltene Gewinne von Konzerngesellschaften in der Regel dann berücksichtigt, wenn es keine Möglichkeit gibt, diese Beträge steuerfrei beim Mutterunternehmen zu vereinnahmen.

Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, welche entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, belief sich auf EUR 368 Mio, wovon EUR 274 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen sind (2016: EUR 540 Mio, davon EUR 221 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar). Die Realisierbarkeit der angesetzten aktiven latenten Steuern wurde auf Basis von detaillierten Steuerplanungen festgestellt.

Zum 31. Dezember 2017 waren steuerliche Verlustvorträge von EUR 3.470 Mio vorhanden (2016: EUR 4.566 Mio). Davon wurden EUR 243 Mio

(2016: EUR 1.971 Mio) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellte sich wie folgt dar:

Steuerliche Verlustvorträge

EUR Mio Basiswert
(vor Wertberichtigung)
davon nicht angesetzt
2017 2016 2017 2016
2017 5 3
2018 27 35 22 27
2019 85 115 50 89
2020 28 36 28 34
2021 109 103 29 90
2022 14 94
Nach 2022/2021 141 152 54 108
Unbegrenzt 3.065 4.121 2.950 2.244
Gesamt 3.470 4.566 3.227 2.595

Zum 31. Dezember 2017 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 3.728 Mio (2016: EUR 3.866 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in

Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.

Ergänzende Angaben zur Finanzlage

26 Cashflow-Rechnung

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalteten 2017 Kassenbestände und Bankguthaben (EUR 1.300 Mio) und kurzfristige Veranlagungen (EUR 2.681 Mio). 2016 umfassten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausschließlich Kassenbestände und Bankguthaben.

2016 konnte über das Bankguthaben der OMV Supply & Trading Limited nicht zur Gänze frei verfügt werden, da EUR 53 Mio als Sicherheit für ein Dokumentenakkreditiv gesperrt waren.

Der Jahresüberschuss enthielt einen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Verlust aus dem Verkauf der OMV Petrol Ofisi Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 1.209 Mio, hauptsächlich bedingt durch die Umgliederung ("Recycling") von FX-Verlusten aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung. Dieser Effekt wurde in der Cashflow-Rechnung in der Zeile "Sonstige Änderungen" neutralisiert.

2017 fanden die ersten Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 statt und führten zu einem Mittelabfluss von EUR 324 Mio, welcher unter "Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte" im Cashflow aus der Investitionstätigkeit erfasst wurde. Darüber hinaus beinhaltete diese Position einen Mittelabfluss von EUR 19 Mio aus dem Erwerb eines 40%-Anteils an Smatrics (siehe Anhangangabe 3 für nähere Details).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt zudem einen Netto-Mittelabfluss von EUR 1.644 Mio aus dem Erwerb eines 24,99%-Anteils am Juschno Russkoje Gasfeld (siehe Anhangangabe 3 für nähere Details), welcher unter "Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel" gezeigt wird und in folgender Tabelle dargestellt ist:

Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten EUR Mio

2017 2016
Bezahlter Kaufpreis 1.719 26
Tilgung von finanziellen Verbindlichkeiten 31
Abzüglich übernommener liquider Mittel – 75 – 3
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von einbezogenen Unternehmen und
Geschäftseinheiten 1.644 54

Die Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten (abzüglich abgegangener liquider Mittel) bezogen sich im Wesentlichen auf den Verkauf der Veräußerungsgruppen OMV (U.K.) Limited und OMV Petrol Ofisi, wie in nachfolgender Tabelle zusammengefasst wird:

Netto-Mittelzuflüsse aus der Veräußerung von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten 2017

OMV OMV
(U.K.) Petrol
Limited Ofisi Sonstige Gesamt
819 1.320 69 2.208
– 9 – 441 0 – 450
810 879 69 1.758

Das Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten war zum jeweiligen Transaktionsstichtag wie folgt:

Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten

EUR Mio
2017
Langfristiges Vermögen 1.923
Kurzfristiges Vermögen 1.599
Langfristige Verbindlichkeiten 366
Kurzfristige Verbindlichkeiten 763
Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten 2.394

2017 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen, wie bereits in 2016, im Wesentlichen die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.

Die nachfolgende Tabelle stellt eine Überleitung der Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit dar:

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit EUR Mio

2017
Sonstige
verzinsliche Verbindlich
Finanz keiten aus
verbindlich Finanzierungs
Anleihen keiten leasing Gesamt
1. Jänner 2017 3.763 1.234 278 5.275
Zugänge langfristige Finanzierungen 989 12 1.001
Rückzahlung langfristige Finanzierungen – 202 – 15 – 217
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige
Finanzierungen – 89 – 89
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit 989 – 279 – 15 695
Währungsdifferenz – 50 – 1 – 51
Differenz Zinsaufwendungen und gezahlte Zinsen 5 – 1 4
Sonstige Änderungen 34 30 1 64
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen 5 – 17 29 16
31. Dezember 2017 4.757 937 292 5.986

1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen

Am 31. Dezember 2017 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien, welche ohne Einschränkungen für künftige Aktivitäten zur Verfügung stehen, EUR 3.538 Mio.

Per 31. Dezember 2017 bestanden Kreditzusagen in Höhe von EUR 626 Mio an Nord Stream 2 AG für die geplante weitere Finanzierung des Nord Stream 2 Projektes. Nähere Details können der Anhangangabe 18 entnommen werden.

27 Haftungsverhältnisse

Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden.

Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits besteht.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows der näheren Zukunft haben wird.

Abhängig von den Anforderungen der lokalen Umweltbehörden können die Konzernaktivitäten in Rumänien im Zusammenhang mit der Raffinierung von Mineralölerzeugnissen die Verpflichtung zur Bodensanierung nach der Beendigung der Aktivitäten begründen. Für den Raffineriestandort Arpechim kann am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses die Existenz bzw. der Umfang der potenziellen Sanierungsverpflichtung nicht verlässlich beurteilt werden. Dies erfordert die Erstellung von Fachstudien zur Bestimmung des Umfanges etwaiger Verschmutzungen. Es wurde daher keine Rückstellung in diesem Zusammenhang erfasst.

28 Risikomanagement

Kapitalrisikomanagement

Die Finanzsteuerungsstrategie der OMV basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz sowie des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf eine Stärkung der OMV Bilanz, des Erzielens eines positiven freien Cashflows und der Verbesserung der Profitabilität ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für die OMV und ihre Stakeholder.

Die OMV steuert ihre Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, um das Vertrauen von Investoren,

Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen

Gläubigern und des Kapitalmarkts zu erhalten sowie um eine nachhaltige finanzielle Basis für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns zu schaffen. Die Finanzierungsstrategie der OMV fokussiert sich auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität des Konzerns. Die wichtigsten Ziele sind das Erreichen eines positiven freien Cashflows nach Dividenden sowie ein starkes Investment Grade Rating auf Basis einer gesunden Bilanz und eines langfristigen Verschuldungsgrads von unter 30%.

Der Verschuldungsgrad ist definiert als Nettofinanzverbindlichkeiten dividiert durch Eigenkapital und lag zum 31. Dezember 2017 bei 14% (2016: 21%).

EUR Mio
2017 2016
Anleihen 4.757 3.763
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 937 1.234
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 292 278
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Schulden 8
Schulden 5.986 5.283
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 3.981 2.314
Nettoverschuldung 2.005 2.969
Eigenkapital 14.334 13.925
Verschuldungsgrad 14% 21%

1 Inklusive liquider Mittel, welche auf "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" umgegliedert wurde

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich geplanten operativen sowie finanziellen Zahlungsströme auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge werden der monatlich geplanten Nettoliquiditätsentwicklung die zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2017 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios des OMV Konzerns 4,8 Jahre (31. Dezember 2017: 4,6 Jahre).

Das operative Liquiditätsmanagement des Konzerns wird zentral durchgeführt und umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln (Cash Pooling) erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer dieses Prozesses und somit zum optimalen Nutzen des Konzerns gesteuert werden.

Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 24.

Politisches Risiko

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Pakistan, Russland, Tunesien und der Türkei), oder verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion sowie höhere Steuersätze, Begrenzung von Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Der Konzern verfügt allerdings über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Die OMV analysiert das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und ihrer Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um stets die geltenden Sanktionen einzuhalten.

Marktrisiko

Derivative und nicht-derivative Instrumente werden bei Bedarf zur Steuerung von Marktrisiken eingesetzt, welche sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können.

Derivate sind Verträge, deren Wert sich von einem oder mehreren zugrunde liegenden Finanzinstrumenten, Indizes oder Preisen ableitet, die im Vertrag definiert sind. Der erstmalige Ansatz von derivativen Instrumenten erfolgt ab Geltung der vertraglichen Bestimmungen, also ab Entstehen von Anspruch und Verpflichtung. Die Ausbuchung erfolgt bei Wegfall bzw. Übertragung der vertraglichen Rechte und Pflichten.

Risikomanagement von Güterpreisen – Upstream

Um Konzernergebnis und -Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen sowie ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen, werden von Zeit zu Zeit derivative Instrumente zur Sicherung von günstigen Marktpreisen eingesetzt. Im Zuge dessen geht die OMV Positionen in derivativen Finanzinstrumenten zum Verkauf der zukünftigen Produktion ein, um so den zukünftigen Öl- bzw. Gaspreis zu fixieren und dadurch das Marktpreisrisiko für jene Zeiträume, für welche die Hedges abgeschlossen werden, zu reduzieren. Die OMV greift dabei auf einen flexiblen Ansatz zurück, welcher auch die Realisierung von Hedges mittels Rückkäufen beinhalten kann, mit dem Ziel einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten.

Im Jahr 2017 wurden mehrere Swaps sowohl für Öl- als auch Gasvolumina abgeschlossen, der Beitrag zum Operativen Ergebnis dieser Absicherungsgeschäfte belief sich auf EUR –72 Mio (Öl: EUR –128 Mio, Gas: EUR 56 Mio). Für diese derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung, das Ergebnis wurde zur Gänze in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet.

Im Jahr 2016 lag der Beitrag zum Operativen Ergebnis der abgeschlossenen Öl- und Gas-Absicherungsgeschäfte bei EUR –18 Mio (Öl: EUR 18 Mio, Gas: EUR –36 Mio). Für diese derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung, das Ergebnis wurde zur Gänze in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Darüber hinaus wurde aus den im Jahr 2015 abgeschlossenen Ölpreisabsicherungen ein Bewertungsgewinn von EUR 12 Mio in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert ("recycled").

Dadurch belief sich der gesamte Ergebnis-Beitrag dieser Hedges auf EUR –6 Mio (Öl: EUR 30 Mio, Gas: EUR –36 Mio).

Operatives Risikomanagement Güterpreisen – Downstream

Risikomanagement von Güterpreisen im Bereich Downstream umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, welche aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst Raffinerie- (Raffineriemarge, Petrochemie-Marge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) sowie Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und die Aktivitäten im Eigenhandel.

Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu gewinnen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel betrieben. In Downstream Gas werden OTC Swaps, Optionen, Futures und Forwards zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite eingesetzt. Ziel ist es, das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.

In Downstream Öl werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Produktmarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.

Darüber hinaus werden börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.

Die nachfolgenden Tabellen legen Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalwert ist Brutto erfasst, stellt den Wert des den Derivaten zugrunde liegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts. Der Nominalwert gibt das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lässt weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.

Die Nominal- und Marktwerte der offenen Commodity-Kontrakte zum 31. Dezember waren wie folgt:

Nominal- und Marktwerte der Kontrakte

EUR Mio 2017 2016 Nominale Marktwert Nominale Marktwert Upstream Commodity-Öl-Swaps 859 – 128 325 – 4 Commodity-Gas-Swaps 961 15 615 – 39 Downstream Downstream Öl Commodity-Futures 7.860 0 4.124 – 16 Commodity-Swaps 7.006 – 3 4.344 – 17 Downstream Gas Commodity-Optionen 1 0 — — Commodity-Swaps 162 0 15 6 Commodity-Futures 77 0 51 0 Commodity-Forwards 8.136 – 26 6.756 – 25

Die Marktwerte verteilten sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

Marktwerte

EUR Mio
2017 2016
Marktwert Marktwert Marktwert Marktwert
Nominale aktiv passiv Nominale aktiv passiv
Cashflow-Hedges
Downstream Öl-Swaps 1.417 97 – 97 1.228 38 – 70
Derivate held-for-trading
Upstream Öl-Swaps 859 – 128 325 1 – 5
Upstream Gas-Swaps 961 41 – 27 615 8 – 47
Downstream Öl-Futures 7.860 358 – 358 4.124 189 – 205
Downstream Öl-Swaps 5.589 38 – 41 3.116 67 – 51
Downstream Gas Optionen 1 0 0
Downstream Gas-Swaps 162 5 – 5 15 6 0
Downstream Gas-Futures 77 2 – 2 51 3 – 3
Downstream Gas-Forwards 8.136 287 – 314 6.756 501 – 526

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich EUR Mio

Periode der
erwarteten
Cashflows bei
Cashflow-Hedges
Wertänderung
direkt im
sonstigen
Ergebnis gezeigt
[davon:
Umgliederung aus
dem sonstigen
Ergebnis über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
2017
Downstream Öl-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent bis Q4/18 99 [– 5]
Swaps fix vs. floating – Produkte bis Q4/18 – 66 [23]
2016
Upstream-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen bis Q2/16 – 12 [– 12]
Downstream Öl-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent bis Q2/17 66 [61]
Swaps fix vs. floating – Produkte bis Q4/17 – 157 [– 108]

Im Downstream Öl-Geschäft ist die OMV insbesondere schwankenden Raffineriemargen und Bestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren werden entsprechende Absicherungsgeschäfte getätigt. Diese umfassen die Absicherung künftiger Raffineriemargen sowie die Absicherung der Bestände.

Das Ziel der Risikomanagementaktivitäten ist es, die Bepreisung von Produktenverkäufen und –zukäufen zu harmonisieren, um stets innerhalb eines genehmigten Zielbereichs der Lagerbestände zu bleiben. Dies wird durch Bestands-Hedging erreicht, in dem das Preisrisiko reduziert wird. Die Bandbreite definiert sich als Maximalabweichung vom Zielwert, welcher im Rahmen eines Jahresplans für Hedging-Aktivitäten festgesetzt wird.

Beim Hedging der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen zu sichern. Die Absicherung von Rohöl erfolgt dabei als Kauf fix und Verkauf variabel, bei den Produkten hingegen als Verkauf fix und Kauf variabel. Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen Bestände von den Zielwerten abweichen. Um dieses Risiko zu kompensieren, werden jegliche Bestandsabweichungen mittels entsprechender derivativer Finanzinstrumente abgesichert, die in ihrem zeitlichen Ausmaß die Dauer zwischen dem Eintritt des Unterschiedes bis zum Wiedererreichen des Planungslevels widerspiegelt.

Die Sicherung von zukünftigen Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats in das sonstige Ergebnis gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im sonstigen Ergebnis verbuchten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Der ineffektive Teil der Cashflow-Hedges in Höhe von EUR –2 Mio (2016: EUR 3 Mio) wurde im Geschäftsjahr ergebniswirksam dargestellt.

Sensitivitätsanalyse

Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktpreissensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreissensitivitäten für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.

Zum 31. Dezember weisen die Marktwerte der offenen Derivate folgende Sensitivitäten auf:

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das Ergebnis vor Steuern

EUR Mio 2017 2016 Marktpreis +10% Marktpreis – 10% Marktpreis +10% Marktpreis – 10% Upstream Commodity-Öl-Swaps – 99 99 – 33 33 Commodity-Gas-Swaps – 34 34 – 55 55 Downstream Downstream Öl Commodity-Futures 6 – 6 – 16 16 Commodity-Swaps 9 – 9 9 – 9 Downstream Gas Commodity-Swaps – 5 5 2 – 2 Commodity-Forwards – 34 34 – 24 24

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das sonstige Ergebnis

EUR Mio
2017 2016
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% – 10% +10% – 10%
Operatives Risikomanagement
Downstream Öl
Commodity-Swaps – 7 7 – 27 27

Risikomanagement im Fremdwährungsbereich

Die OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK, TRY und RUB) dar. Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur

geringen Einfluss auf Cashflow und Operatives Ergebnis.

Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich werden die Long- und Short-Nettopositionen des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine USD-Long-Position auf.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos bei Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für das Liquiditätsmanagement folgende Transaktionen:

Währungsderivate

EUR Mio

2017 2016
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Currency-Forwards 334 – 4 296 – 2
Currency-Swaps 168 1 100 1

Die oben genannten Forwards und Swaps werden ausschließlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrunde liegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit.

wobei die Hauptwährungsbeziehungen folgende Sensitivitäten aufweisen: Die Hauptpositionen sind per 31. Dezember 2017 der EUR-RON-, EUR-NOK-, EUR-TRY- und der EUR-USD-Wechselkurs. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-TRY-, sowie EUR-NOK-Position.

Für diese Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse zu Wechselkursänderungen durchgeführt,

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis vor Steuern 1

EUR Mio
2017 2016
EUR wird
um 10%
stärker
EUR wird
um 10%
schwächer
EUR wird
um 10%
stärker
EUR wird
um 10%
schwächer
EUR-RON 15 – 15 14 – 14
EUR-TRY – 18 18 – 5 5
EUR-USD – 43 43 2 – 2
EUR-NOK 12 – 12 14 – 14

1 Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt- Währungssensitivität auf das Operative Ergebnis

Translationsrisiko

Das Translationsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die in einer funktionalen Währung ungleich EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, RUB, NOK und TRY lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar.

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei

Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise können festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa konvertiert werden. Zum Bilanzstichtag gab es keine offenen Positionen, da keine neuen Zinsswaps während des Geschäftsjahres 2017 eingegangen wurden (2016: keine offenen Positionen).

Zinssensitivitäten

Die OMV hält finanzielle Vermögenswerte, deren Markt-werte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert der wesentlichen finanziellen Vermögenswerte wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2017 um 0,5%-Punkte um EUR 35 Mio niedriger (31. Dezember 2016: EUR 25 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte

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würde am 31. Dezember 2017 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 37 Mio führen (31. Dezember 2016: EUR 27 Mio).

Des Weiteren analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Basierend auf dem variabel verzinsten Nettoschuldenportfolio per 31. Dezember 2017 würde das Nettozinsergebnis um EUR 18 Mio (per 31. Dezember 2016: EUR 7 Mio) steigen bzw. fallen, sollten die Zinssätze um 0,5%-Punkte steigen bzw. fallen.

Kreditrisiko der Kontrahenten

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist bei der OMV in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit "Investment Grade Rating" abgeschlossen.

Kreditrisiko ist das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde. Der Konzern ist einem Kreditrisiko aus Kundenforderungen aus der operativen Geschäftstätigkeit (siehe Anhangangabe 17) sowie aus Finanzanlagen einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten (siehe Anhangangabe 26), Fremdwährungstranskationen und sonstigen Finanzinstrumenten (siehe Anhangangabe 18) ausgesetzt.

29 Bemessungshierarchie

Nachfolgende Tabellen geben die Bewertung von Finanzinstrumenten (Aktiv- und Passivseite) bilanziert zum beizulegenden Zeitwert wieder. In Übereinstimmung mit IFRS 13 sind die einzelnen Stufen wie folgt definiert:

  • Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten werden für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendet.
  • Stufe 2: Entweder direkt (d.h. wie Kurse) oder indirekt feststellbare Vorgaben werden als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten verwendet (keine börsennotierten Kurse).

Für die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente innerhalb der Stufe 2 werden in der Regel Terminpreise des Rohöls und des Erdgas, Zinsen und Wechselkurse als Inputs im Bewertungsmodel herangezogen. Zudem werden das Kreditrisiko der Gegenpartei sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung berücksichtigt.

Stufe 3: Als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden interne Modelle oder andere Bewertungsmethoden verwendet, keine am Markt (z.B. Kurse) feststellbaren Daten.

Bei den Bewertungen von Commodity-Futurekontrakten handelt es sich um Stufe 1 Bewertungen gemäß IFRS 13. Die Commodity-Forward-, Commodity-Swaps- sowie Commodity-Optionskontrakte fallen unter Stufe 2 Bewertungen.

Der Wertansatz in der Bilanz für Investmentfonds und Anleihen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der auf Basis von Börsenkursen sowie von beobachtbaren Vorgaben ermittelt wird. Es handelt sich somit um Stufe 1 sowie Stufe 2 Bewertungen im Sinne von IFRS 13.

Der Nettobetrag der zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten enthält Veräußerungsgruppen, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden. Die Bewertung erfolgte auf Basis beizulegender Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten, welche entweder vom

vereinbarten (Stufe 2) oder erwarteten Verkaufspreis (Stufe 3) abgeleitet wurden.

Mit Ausnahme der Anteile an sonstigen Unternehmen zu Anschaffungskosten, entsprachen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte deren beizulegenden Zeitwerten. Die beizulegenden

Zeitwerte von Anteilen an sonstigen Unternehmen konnten aufgrund der Tatsache, dass die Schwankungsbreite der vernünftigen Schätzungen des beizulegenden Zeitwerts signifikant ist und die Eintrittswahrscheinlichkeiten der diversen Schätzungen nicht angemessen beurteilt werden können, nicht zuverlässig geschätzt werden.

Bemessungshierarchie 2017

EUR Mio
2017
Finanzielle Vermögenswerte Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Investmentfonds 6 6
Anleihen 5 73 78
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 97 97
Sonstige Derivate 360 372 732
Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten
2 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden
Zeitwert 1 780 780
Summe 371 542 782 1.695

1 Enthält einen Vermögenswert hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje und bedingte Gegenleistungen aus dem Verkauf des 30%-Anteils am Feld Rosebank und aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 18

Bemessungshierarchie 2017

EUR Mio
2017
Finanzielle Verbindlichkeiten Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten
und effektiven Derivaten 97 97
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 360 519 879
Summe 360 616 977

Bemessungshierarchie 2016

2016
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
7 7
20 76 96
39 39
192 585 777
1.316 968 2.285
101 101
219 2.016 1.069 3.305

1 Enthält eine bedingte Gegenleistung aus dem Verkauf des 30%-Anteils am Feld Rosebank. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 18

Bemessungshierarchie 2016

EUR Mio
2016
Finanzielle Verbindlichkeiten Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten
und effektiven Derivaten 70 70
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 208 632 840
Summe 208 703 911

30 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Der OMV Konzern schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and

Derivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab, die die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht erfüllen.

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte Netto würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten 2017 EUR Mio

2017
Verbind
Saldierte Finanz lichkeiten mit
Finanz Beträge instrumente Saldierungs
instrumente in der in der Bilanz rechten (nicht
Anhangangabe (brutto) Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 18 829 829 – 748 82
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 17 2.503 2.503 – 892 1.611
Übrige sonstige Forderungen 18 1.795 —2 1.793 – 31 1.762
Gesamt 5.127 —2 5.126 – 1.671 3.455

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten 2017

EUR Mio
2017
Vermögens
werte mit
Finanz Saldierungs
Finanz Saldierte instrumente rechten
instrumente Beträge in in der Bilanz (nicht
Anhangangabe (brutto) der Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 24 977 977 – 777 200
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 24 3.262 3.262 – 892 2.371
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 24 426 —2 424 – 2 422
Gesamt 4.665 —2 4.663 – 1.671 2.992

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten 2016

EUR Mio
2016
Anhangangabe Finanz
instrumente
(brutto)
Saldierte
Beträge in
der Bilanz
Finanz
instrumente
in der Bilanz
(netto)
Verbind
lichkeiten mit
Saldierungs
rechten (nicht
saldiert)
Netto
Derivative Finanzinstrumente 18 815 815 – 704 112
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 17 2.459 2.459 – 975 1.484
Übrige sonstige Forderungen 18 1.224 1.224 – 46 1.178
Gesamt 4.499 4.499 – 1.725 2.774

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten 2016

EUR Mio

2016
Anhangangabe Finanz
instrumente
(brutto)
Saldierte
Beträge in
der Bilanz
Finanz
instrumente
in der Bilanz
(netto)
Vermögens
werte mit
Saldierungs
rechten (nicht
saldiert)
Netto
Derivative Finanzinstrumente 24 911 911 – 749 162
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
24 3.731 3.731 – 975 2.756
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
24 390 390 – 1 389
Gesamt 5.031 5.031 – 1.725 3.306

31 Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Ergebnis aus Finanzinstrumenten EUR Mio

Betrag Finanz
instrumente
at-fair-value
through-profit
or-loss
Available
for-sale
Finanz
instrumente
Ausleihungen
und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertete
finanzielle Ver
bindlichkeiten
2017
Dividendenerträge 15 15
Zinserträge 64 0 60
Zinsaufwendungen – 265 – 124
Sonstiges Finanzergebnis – 60 3 – 27
Ergebnis aus dem Verkauf von
sonstigen Investments 4 4
Wertminderung von
Finanzinstrumenten – 1 – 1
Aufwendungen aus dem Verkauf von
Lieferforderungen – 27 – 27
Fremdwährungsergebnis – 26
Sonstige (hauptsächlich
Bankgebühren) – 11
Finanzergebnis – 246 19 34 – 124

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

EUR Mio Betrag Finanz
instrumente
at-fair-value
through-profit
or-loss
Available-for
sale Finanz
instrumente
Ausleihungen
und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertete
finanzielle Ver
bindlichkeiten
2016
Dividende 41 41
Zinserträge 66 0 37
Zinsaufwendungen – 261 0 – 119
Sonstiges Finanzergebnis – 44 3 – 5 – 26
Wertminderung von
Finanzinstrumenten – 5 – 5
Aufwendungen aus dem Verkauf
von Lieferforderungen – 26 – 26
Fremdwährungsergebnis 3
Sonstige (hauptsächlich
Bankgebühren) – 17
Finanzergebnis – 198 3 36 11 – 119

Erträge bzw. Aufwendungen aus derivativen Instrumenten, die zur Absicherung operativer Risiken dienen und denen gegenläufige Aufwendungen bzw. Erträge in den Umsatzerlösen und Zukäufen gegenüberstehen, sind im Ergebnis aus Finanzinstrumenten nicht enthalten.

Die Zinsaufwendungen, die nicht auf IAS 39 Kategorien aufgeteilt wurden, beziehen sich im

32 Anteilsbasierte Vergütungen

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Seit 2009 werden LTI Pläne für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Von 2010 bis 2017 wurden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. Bonusaktien werden zum Anspruchszeitpunkt an die Teilnehmer des Plans ausgegeben. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die Teilnehmer können zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vorgesehene Aktienerfordernis der LTI Pläne erreicht haben. Von 2011 bis 2015 wurde die Teilnahme am Plan auch ausgewählten Mitarbeitern mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt. Vorstand und Führungskräfte sind als Teilnehmer der LTI Pläne 2012- 2017 verpflichtet, ein angemessenes

Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 133 Mio (2016: EUR 134 Mio).

Zusätzlich zu dem in der Tabelle angeführten Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale wurde in 2016 ein Gewinn von EUR 1 Mio ergebnisneutral direkt im sonstigen Ergebnis erfasst.

Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2017 belief sich auf EUR 57 Mio (2016: EUR 19 Mio), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf EUR 38 Mio (2016: EUR 4 Mio).

Bedingungen

Plan 2017 Plan 2016 Plan 2015 Plan 2014
Planbeginn 01.01.2017 01.01.2016 01.01.2015 01.01.2014
Ende Leistungszeitraum 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016
Anspruchstag 31.03.2020 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2017
Aktienerfordernis
200% vom 200% vom 200% vom 200% vom
Vorstandsvorsitzender Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsvorsitzender 175% vom 175% vom 175% vom 175% vom
Stellvertreter Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
150% vom 150% vom 150% vom 150% vom
Vorstandsmitglieder Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
max. 75% vom 75% vom 75% vom 75% vom
Leitende Führungskräfte Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Erwartete Bonusaktien zum
31. Dezember 2017 395.559 Aktien 798.408 Aktien 1.081.703 Aktien
Maximale Bonusaktien zum
31. Dezember 2017 439.562 Aktien 892.428 Aktien 1.085.769 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans
(EUR Mio) zum
31. Dezember 2017 20 41 56

Eigeninvestment

31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 48.435 Aktien 38.038 Aktien 32.200 Aktien
Florey 8.335 Aktien
Pleininger 1 19.333 Aktien 12.979 Aktien 8.462 Aktien
Leitner 59.335 Aktien 51.249 Aktien 37.163 Aktien 28.207 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder 2
Davies 54.626 Aktien 46.070 Aktien
Floren 31.929 Aktien 22.725 Aktien
Huijskes 38.419 Aktien 28.095 Aktien
Roiss 81.831 Aktien 80.600 Aktien 60.173 Aktien
Vorstände gesamt 135.438 Aktien 184.097 Aktien 283.399 Aktien 185.270 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 2 256.202 Aktien 317.840 Aktien 287.397 Aktien 263.809 Aktien
Eigeninvestment gesamt 391.640 Aktien 501.937 Aktien 570.796 Aktien 449.079 Aktien

1 Johann Pleininger nimmt auch am Plan 2015 als leitende Führungskraft teil

2 Eigeninvestments von ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Führungskräften sind nur enthalten, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden

OMV Share Part of the Annual Bonus

Der von der Hauptversammlung genehmigte OMV Share Part of the Annual Bonus (vormals Matching Share Plan) ist ein integraler Teil der jährlichen Bonusvereinbarung und dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, die die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Für Vorstandsmitglieder ist eine Zuteilung von Aktien in Höhe von 100% ihrer erzielten jährlichen Bonifikationen (brutto) vorgesehen. Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des OMV Share Part of the Annual Bonus nicht verändert werden. Im Zuge der Festsetzung der jährlichen Bonifikation durch den Vergütungsausschuss wird eine (netto nach Steuern) Bonifikation in Form von Aktien des Unternehmens gewährt werden, die für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen sind.

Per 31. Dezember 2017 wurde ein Betrag in Höhe von EUR 3 Mio im Eigenkapital ausgewiesen (2016: Rückstellung in Höhe von EUR 2 Mio).

Gesamtaufwand

2017 wurde ein Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von EUR 56 Mio erfasst (2016: EUR 16 Mio), davon EUR 12 Mio (2016: EUR 10 Mio) für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Segmentberichterstattung

33 Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die zwei operativen Geschäftsbereiche Upstream und Downstream, sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme des Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen Segmente von OMV den operativen Geschäftssegmenten.

Die Upstream (U/S)-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die Regionen CEE (Rumänien, Österreich und Kasachstan), Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika sowie Russland und ausgewählte Entwicklungsgebiete. Das geförderte Erdöl und Erdgas wird überwiegend konzernintern vermarktet.

Der Downstream Öl (D/S Öl)-Teil des Geschäftsbereichs Downstream (D/S) betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien). In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über ein eigenbetriebenes Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa. Downstream Gas (D/S Gas) tätigt den Transit von Erdgas durch bzw. den Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und den Handel von Erdgas. Die OMV ist ein Betreiber von Erdgasfernleitungen durch Österreich. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Kb&S zusammengefasst.

Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Operative Ergebnis entsprechend IFRS. In die Ermittlung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung herangezogen. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein. Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens wurden nach internen Grundsätzen der OMV ermittelt. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.

34 Segmentberichterstattung

Segmentberichterstattung

EUR Mio

davon
davon davon Segment Konsoli Konzern
U/S D/S D/S Öl D/S Gas elim. D/S Kb&S Gesamt dierung abschluss
2017
Segmentumsätze 1 4.168 18.967 14.099 4.983 – 116 355 23.490 – 3.267 20.222
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 2.839 – 79 – 34 – 161 116 – 349 – 3.267 3.267
Segmentumsätze mit
Dritten 1.329 18.887 14.065 4.822 6 20.222 20.222
Ergebnis aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen 107 403 395 8 510 510
Segmentvermögen 2 11.322 4.839 3.704 1.135 140 16.301 16.301
Zugänge SAV/IV 3 1.274 474 409 64 15 1.762 1.762
Planmäßige
Abschreibungen 1.264 471 396 75 26 1.761 1.761
Wertminderungen 209 17 2 14 0 226 226
2016
Segmentumsätze 1 3.285 18.316 14.630 3.779 – 93 370 21.971 – 2.711 19.260
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 2.272 – 73 – 28 – 139 93 – 366 – 2.711 2.711
Segmentumsätze mit
Dritten 1.013 18.243 14.603 3.640 4 19.260 19.260
Ergebnis aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen 14 411 400 11 425 425
Segmentvermögen 2 11.250 4.915 3.710 1.205 161 16.326 16.326
Zugänge SAV/IV 3 1.602 435 434 1 10 2.047 2.047
Planmäßige
Abschreibungen 1.382 641 552 89 34 2.057 2.057
Wertminderungen 1.323 512 336 176 1 1.836 1.836

1 Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2 Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert 3 Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert

Segment- und Konzernergebnis EUR Mio

2017 2016
Operatives Ergebnis Upstream 1.218 – 1.046
Operatives Ergebnis Downstream 584 1.106
davon Operatives Ergebnis Downstream Öl 412 1.145
davon Operatives Ergebnis Downstream Gas 171 – 38
Operatives Ergebnis Konzernbereich und Sonstiges – 56
Operatives Ergebnis Segment Summe 4
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung – 21 – 36
OMV Konzern Operatives Ergebnis – 32
Finanzerfolg – 246 – 198
OMV Konzern Ergebnis vor Steuern – 230

Informationen über geografische Bereiche

EUR Mio
Österreich Deutschland Rumänien Russland Türkei Übriges
CEE
Übriges
Europa
Übrige Welt 2 Gesamt
2017
Umsätze mit
Dritten 6.416 3.065 3.449 137 2.595 2.765 963 831 20.222
Zugeordnetes
Vermögen 1
3.002 985 6.159 1.093 154 465 2.395 2.008 16.261
Nicht zugeordnetes
Vermögen
40
Segmentvermögen 16.301
2016
Umsätze mit
Dritten 4.884 2.777 3.006 79 4.817 2.398 931 369 19.260
Zugeordnetes
Vermögen 1 2.962 1.027 6.542 175 433 2.818 2.319 16.275
Nicht zugeordnetes
Vermögen
51
Segmentvermögen 16.326

1 Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert

2 Übrige Welt: im Wesentlichen Kasachstan, Libyen, Madagaskar, Neuseeland, Pakistan, Tunesien, Jemen und die Vereinigten Arabischen Emirate

Nicht zugeordnetes Vermögen enthielt einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Raffinerien West" zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 40 Mio (2016: EUR 51 Mio), da diese ZGE in mehreren geografischen Bereichen tätig ist.

Sonstige Angaben

35 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 1

2017 2016
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern 2 7.206 7.883
OMV Petrom Konzern 14.210 15.288
Gesamtkonzern 21.416 23.171

1 Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern des Jahres

2 Die Verminderung der durchschnittlichen Anzahl an Mitarbeitern im Vergleich zu 2016 ist im Wesentlichen auf die Veräußerungen der OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited zurückzuführen. Die Veräußerung der OMV Petrol Ofisi wird auch beim Vergleich 2018 mit 2017 eine Auswirkung auf die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitern haben, da diese bis zur Entkonsolidierung im Juni 2017 zu der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl beigetragen hat

36 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen

2017 2016
2,48 2,64
1,07 0,99
0,18 0,00
0,03 0,22
3,76 3,85

2017 wurden folgende Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., erfasst: Für die Konzern- und Jahresabschlussprüfung EUR 0,89 Mio (2016: EUR 0,89 Mio), für sonstige Bestätigungsleis-

tungen EUR 0,95 Mio (2016: EUR 0,73 Mio), für Steuerberatungsleistungen EUR Null (2016: EUR Null) und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,03 Mio (2016: EUR 0,12 Mio).

37 Related parties

Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH, Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die International Petroleum Investment Company, Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.

2017 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Gaszukäufe von OJSC Severneftegazprom, welche nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basieren.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen – Umsätze und Forderungen

EUR Mio
2017 2016
Forderungen Forderungen
aus aus
Umsätze und Lieferungen Umsätze und Lieferungen
sonstige und sonstige und
Erträge Leistungen Erträge Leistungen
Borealis 1.126 101 1.015 10
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG 164 20 137 20
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. 3 1 2
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 38 0 46 0
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH 1 0 8
Trans Austria Gasleitung GmbH 29 1 36 8
Gesamt 1.360 123 1.244 39

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen – Zukäufe und Verbindlichkeiten

EUR Mio
2017 2016
Zukäufe und
erhaltene
Leistungen
Verbindlich
keiten aus
Lieferungen
und
Leistungen
Zukäufe und
erhaltene
Leistungen
Verbindlich
keiten aus
Lieferungen
und
Leistungen
Borealis 44 5 35 10
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co KG 2 0 2 0
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 28 1 26 2
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. 171 16 157 16
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 77 56 62 34
OJSC Severneftegazprom 16 18
Trans Austria Gasleitung GmbH 21 2 11 1
Gesamt 359 100 294 63

Die OMV hat 2017 Dividendenerträge in Höhe von EUR 270 Mio (2016: EUR 153 Mio) von Borealis AG, EUR 5 Mio (2016: EUR 14 Mio) von Enerco Enerji Sanayi ve Ticaret A.Ş, EUR 11 Mio (2016: EUR 9 Mio) von Trans Austria Gasleitung GmbH, EUR 67 Mio (2016: EUR Null) von Pearl Petroleum Company Limited, EUR 0 Mio (2016: EUR 1 Mio) von Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG und EUR 15 Mio (2016: EUR Null) von OJSC Severneftegazprom erhalten.

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Forderungen in Höhe von EUR 6 Mio (2016: EUR 5 Mio) gegenüber Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG.

Per 31. Dezember 2017 bestanden sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 4 Mio (2016: EUR 0 Mio) gegenüber Trans Austria Gasleitung GmbH. Zum 31. Dezember 2017 waren alle Ausleihungen von Pearl Petroleum Company Limited beglichen (2016: EUR 2 Mio).

Der Stand der von Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag erhaltenen Anzahlung betrug zum

  1. Dezember 2017 EUR 153 Mio (2016: EUR 157 Mio).

Die Bezüge des Vorstands und früherer Mitglieder des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft verteilten sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

EUR Mio

2017
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2017 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 3,4 Floren 5 Huijskes 6 Roiss 7Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 1,65 0,90 1,04 1,29 0,82 0,15 5,85
Fixer Bezug
(Grundbezug) 0,90 0,60 0,57 0,70 0,22 3,00
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung) 0,74 0,25 0,45 0,57 0,60 0,15 2,76
Sachbezüge 0,01 0,06 1 0,01 0,01 0,00 0,10
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0,23 0,15 0,14 0,18 0,05 0,75
Pensionskassen
beiträge 0,23 0,15 0,14 0,18 0,05 0,75
Anteilsbasierte
Vergütungen 0,85 0,28 0,52 0,73 0,81 0,08 0,27 0,18 3,73
Variabel
(Matching Share Plan) 0,85 0,28 0,52 0,66 0,69 0,17 3,18
Variabel (LTIP) — 2 0,07 0,12 0,08 0,10 0,18 0,54
Gesamt 2,73 1,34 1,70 2,19 1,68 0,08 0,42 0,18 10,32

1 Inklusive Schulkosten und damit verbundene Steuern

2 Johann Pleininger hatte Anspruch auf EUR 0,04 Mio aus dem LTIP Plan 2014 für Senior Manager (in bar ausbezahlt)

3 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück

4 David C. Davies erhielt Zahlungen im Rahmen seines Dienstvertrages bis zum 31. März 2017, sowie Bonuszahlungen gemäß Zielerreichung vom Vorjahr und Zahlungen aus den Long Term Incentive Plänen im April 2017

5 Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

6 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück

7 Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück

Vorstandsbezüge

EUR Mio
2016
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2016 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 4,5 Floren 6 Huijskes 7 Roiss 8,9 Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 1,24 0,64 0,69 1,22 1,50 0,70 1,09 7,08
Fixer Bezug
(Grundbezug) 0,90 0,56 1 0,55 0,70 0,89 0,18 3,78
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung) 0,32 0,13 0,50 0,60 0,52 1,09 10 3,17
Sachbezüge 0,01 0,08 2 0,01 0,01 0,01 0,00 0,13
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0,23 0,08 0,14 0,18 0,32 0,04 0,97
Pensionskassen
beiträge 0,23 0,08 0,14 0,18 0,32 0,04 0,97
Anteilsbasierte
Vergütungen 0,33 0,13 0,68 0,89 0,20 0,73 1,47 4,43
Variabel
(Matching Share Plan) 0,33 0,13 0,51 0,61 0,53 1,09 10 3,19
Variabel (LTIP) — 3 0,17 0,28 0,20 0,20 0,38 1,24
Gesamt 1,79 0,71 0,97 2,07 2,72 0,20 1,47 2,55 12,48

1 Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von EUR 0,26 Mio, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu erwerben

2 Inklusive Miete, Heimflüge, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundene Steuern

3 Johann Pleininger hatte Anspruch auf EUR 0,10 Mio aus dem LTIP Plan 2013 für Senior Manager (in bar ausbezahlt)

4 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück

5 David C. Davies hatte einen Anspruch auf Zahlungen für die Zielerreichung und betreffend Long Term Incentive Plänen bis zum 31. März 2017, welche als Pauschalzahlungen vereinbart wurden

6 Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

7 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück

8 Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück 9 Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2016 hatte Gerhard Roiss einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen auf Basis der

Zielerreichung 10 Inklusive Vorauszahlungen für Zielerreichungen für die Perioden Jänner 2016 bis März 2017

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Die Gesamtvergütungen (inkl. anteilsbasierte Vergütungen) für 42 leitende Führungskräfte, ohne Vorstandsmitglieder (2016: 47) betrugen 2017 EUR 24,8 Mio (2016: EUR 29,9 Mio). Davon entfielen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter und

Prämien EUR 17,9 Mio (2016: EUR 21,4 Mio) und EUR 1,3 Mio (2016: EUR 1,5 Mio) auf Pensionskassenbeiträge. Die Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen betrugen EUR 1,8 Mio (2016: EUR 4,0 Mio). Die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf EUR 0,1 Mio (2016: EUR 0,1 Mio).

Anhangangabe 32 enthält Details zu Long Term Incentive Plänen und OMV Share Part of the Annual Bonus.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2017 EUR 0,7 Mio (2016: EUR 0,5 Mio).

38 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 28. Februar 2018 hat die OMV den Verkauf des Upstream Geschäftes in Pakistan an Dragon Prime Hong Kong Limited, Hong Kong unterzeichnet. Der vereinbarte Verkaufspreis ist EUR 157 Mio. Dieser wird im Falle einer Kapitalerhöhung durch die OMV oder einer Dividendenzahlung an die OMV angepasst. Die Durchführung der Transaktion steht unter dem Vorbehalt gewisser Bedingungen, inklusive relevanter gesetzlicher Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion wird Ende des Jahres 2018 erwartet.

Am 14. März 2018 hat der Aufsichtsrat die Rückzahlung der am 25. Mai 2011 begebenen Hybridanleihe mit einem Volumen von EUR 750 Mio beschlossen. Die Tilgung erfolgt zum Nennwert und die OMV wird die Hybridanleihe zum ersten Kündigungstermin am 26. April 2018 zurückzahlen.

39 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1 Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De
zember 2017
am 31. De
zember 2016
Upstream
ENERGY PRODUCTION ENHANCEMENT SRL, Bukarest PETROM V0 99,99 99,99
ROMAN 0,01 0,01
JSC GAZPROM YRGM Development, Salekhard 2 OMVEP VK 0,00
KOM MUNAI LLP, Aktau PETROM VK 95,00 95,00
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM, Krasnoselkup OMVEP AE 24,99
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien 3 OMVEP V0 100,00
OMV (AFRICA) Exploration & Production GmbH in Liqu.,
Wien (OAFR) 4 OWEAFR VK 100,00 100,00
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Barrow Pty Ltd, Perth OAUST V0 100,00 100,00
OMV Beagle Pty Ltd, Perth OAUST V0 100,00 100,00
OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Bina Bawi GmbH, Wien PETEX VK 100,00 100,00
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (EGYPT) Exploration GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP V0 100,00 100,00
OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV (Gnondo) Exploration GmbH in Liqu., Wien 4 OAFR VK 100,00 100,00
OMV (Gnondo) Exploration S.A., Libreville 4 OWEAFR VK 100,00 100,00
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Manga) Exploration GmbH in Liqu., Wien 4 OAFR VK 100,00 100,00
OMV (Manga) Exploration S.A., Libreville 4 OWEAFR VK 100,00 100,00
OMV Maurice Energy GmbH, Wien (MAURI)
OMV Maurice Energy Limited, Port Louis
OMVEP
MAURI
VK
VK
100,00
100,00
100,00
100,00
OMV (Mbeli) Exploration GmbH in Liqu., Wien 4 OAFR VK 100,00 100,00
OMV (Mbeli) Exploration S.A., Libreville 4 OWEAFR VK 100,00 100,00
OMV Middle East & Africa GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Namibia) Exploration GmbH, Wien ONAFRU VK 100,00 100,00
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (NORGE) AS, Stavanger OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Ntsina) Exploration GmbH in Liqu., Wien 4 OAFR VK 100,00 100,00
OMV (Ntsina) Exploration S.A., Libreville 4 OWEAFR VK 100,00 100,00
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore Morondava GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Offshore Silistar Bulgaria GmbH in Liqu., Wien 5 OMVEP 100,00
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1 Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De am 31. De
zember 2017 zember 2016
OMV Oil Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Oil Production GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Orient Hydrocarbon GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Orient Upstream GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Oystercatcher Exploration GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV (PAKISTAN) Exploration Gesellschaft m.b.H., Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth NZEA V0 100,00 100,00
OMV Proterra GmbH, Wien OEPA V0 100,00 100,00
OMV Russia Upstream GmbH, Wien OMV VK 100,00
OMV Tellal Hydrocarbons GmbH in Liqu., Wien 5 OMVEP 100,00
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien (OTNPRO) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
OMV Tunisia Upstream GmbH, Wien OMVEP VK 100,00
OMV (U.K.) Limited, London 6 OMVEP 100,00
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (West Africa) Exploration & Production GmbH, Wien
(OWEAFR) OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien OMVEP VK 100,00 100,00
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien OMVEP V0 100,00 100,00
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town OUPI AE 10,00 10,00
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Burghausen OMVEP V0 100,00 100,00
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington NZEA VK 100,00 100,00
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas PETROM VK 99,99 99,99
Preussag Energie International GmbH, Burghausen OMVEP VK 100,00 100,00
Société de Recherches et d'Exploitation des Pétroles en
Tunisie, Tunis 6 OTNPRO 50,00
Tasbulat Oil Corporation BVI, Saint Helier 5 PETROM 100,00
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau PETROM VK 100,00 100,00
Thyna Petroleum Services S.A., Sfax OTNPRO S0 50,00 50,00
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1 Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De
zember 2017
am 31. De
zember 2016
Downstream Öl
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi OMVRM S0 25,00 25,00
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien OMVRM S0 33,33 33,33
Autobahn – Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM S0 47,19 47,19
Borealis AG, Wien OMVRM AE 32,67 32,67
OMV AG 3,33 3,33
BRAZI OIL & ANGHELESCU PROD COM SRL, Brazi 4 PETROM S0 37,70 37,70
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien OMVRM S0 26,00 26,00
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Wien OMVRM S0 50,00 50,00
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München OMVD AE 25,00 25,00
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft.,
Budapest OHUN S0 48,28 48,28
E-Mobility Provider Austria GmbH, Wien OMVRM AE2 40,00
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München OMVD AE 20,66 20,66
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach OMVRM AE1 55,60 55,60
Erk Petrol Yatırımları A.Ş., Istanbul (ERK) 6 POAS 100,00
FE-Trading Deutschland GmbH, Berchtesgaden FETRAT VK 100,00
FE-Trading GmbH, Anif (FETRAT) OMVRM VK 100,00 100,00
FE-Trading trgovina d.o.o., Ljubljana FETRAT VK 100,00 100,00
FRANCIZA PETROM 2001 SA, Piteşti 5 PETROM 40,00
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM S0 29,00 29,00
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien OMVRM AE 29,00 29,00
Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi, Istanbul OMVRM VK 51,00
GASTR 49,00
KSW Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Feldkirch (SWJS) OMVRM V0 100,00
KSW Elektro- und Industrieanlagenbau Gesellschaft m.b.H.,
Feldkirch SWJS S0 25,10
Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim
Şirketi, Istanbul 6 POAS 45,00
OMV Adriatic Marketing d.o.o., Zagreb OMVRM V0 100,00
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM VK 99,90 99,90
OMV Česká republika, s.r.o., Prag OMVRM
OMVRM
VK 0,10
100,00
0,10
100,00
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM VK 90,00 90,00
OMV AG 10,00 10,00
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság,
Budapest (OHUN) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV – International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Petrol Ofisi A.Ş., Istanbul (POAS) 6 OTHOLD 100,00
OMV PETROM Aviation S.A.,Otopeni 7 PETROM VK 99,99 99,99
ROMAN 0,01 0,01
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM VK 100,00 100,00
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien OMVRM VK 100,00
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o.,
Koper OMVRM VK 92,25 92,25
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava OMVRM VK 99,96 99,96
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1 Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De am 31. De
zember 2017 zember 2016
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM VK 99,96 99,96
OMVRM 0,04 0,04
OMV Supply & Trading AG, Zug (OSUP) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Limited, London OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur OSUP V0 100,00 100,00
Petrol Ofisi Havacilik Operasyonlari A.Ş., Istanbul 6 POAS 100,00
PETROM NADLAC SRL, Nadlac 5 PETROM 98,51
ROMAN 1,49
Petrom-Moldova S.R.L., Chisinau PETROM VK 100,00 100,00
Routex B.V., Amsterdam OMVRM S0 20,00 20,00
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg OMVRM S0 33,33 33,33
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest 3 OMVRM AE 25,00 25,00
SMATRICS GmbH & Co KG, Wien OMVRM AE2 40,00
SuperShop Marketing GmbH, Budapest OHUN S0 50,00 50,00
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD S0 33,33 33,33
TRANS GAS LPG SERVICES SRL, Bukarest PETROM V0 80,00 80,00
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H.,
Matrei in Osttirol OMVRM AE 25,00 25,00
Downstream Gas
ADRIA LNG d.o.o., Zagreb 5 OGI 32,47
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien OGG S0 23,13 23,13
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien OGG VK 51,00 51,00
Central European Gas Hub AG, Wien (HUB) OGI VK 65,00 65,00
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul OGI AE 40,00 40,00
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn OGSG AE 39,99 39,99
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, Wien (OGG) OGI VK 51,00 51,00
NABUCCO Gas Pipeline International GmbH in Liqu., Wien
(NABUC) 5 OGI 35,86
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul (GASTR) 7 OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas & Power GmbH, Wien (OGI) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading d.o.o., Zagreb ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH,
Regensburg ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS) OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam OFS VK 100,00 100,00
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG) OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI VK 100,00 100,00
OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul 7 OGI VK 100,00 100,00
OMV Gaz Ve Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul 8 OTHOLD 100,00
OMV Kraftwerk Haiming GmbH, Haiming OGI VK 100,00 100,00
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest PETROM VK 99,99 99,99
OMV Petrom Wind Power SRL, Bukarest 6 PETROM 99,99
OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul
(BORASC) OGI VK 100,00 100,00
OMV Switzerland Holding AG, Zug OGI VK 100,00 100,00
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1 Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De am 31. De
zember 2017 zember 2016
OMV Trading GmbH, Wien 9 OGI 100,00
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien HUB AE 49,00 49,00
South Stream Austria GmbH, Wien OGI S0 50,00 50,00
Trans Austria Gasleitung GmbH, Wien 10 OGG AE2 15,53 15,53
Konzernbereich und Sonstiges
Amical Insurance Limited, Douglas (AMIC) 11,12 OMV AG V0 100,00 100,00
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII,
Bukarest PETROM S0 20,00 20,00
Diramic Insurance Limited, Gibraltar 7 OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services NOK GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Insurance Broker GmbH, Wien OMV AG V0 100,00 100,00
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Istanbul
(OTHOLD) 6 OMV AG 100,00
OMV Petrom Global Solutions SRL, Bukarest SNO VK 75,00 75,00
PETROM 25,00 25,00
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG VK 100,00 100,00
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM VK 99,99 99,99
Petrom
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) 13 OMV AG VK 51,01 51,01

1 Konsolidierungsart:

VK Verbundene einbezogene Unternehmen

AE Assoziierte Unternehmen at-equity bewertet

AE1 Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung, da kein Beherrschungsverhältnis vorliegt

AE2 Gemeinschaftsunternehmen at-equity bewertet

V0 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneten Bedeutung sind

S0 Sonstige zu Anschaffungskosten bewertete, nicht konsolidierte Beteiligungen; assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist

2 Wirtschaftlicher Anteil 99,99%

3 Der eingetragene Name der Gesellschaft wurde im Vergleich zu 2016 geändert

4 In Liquidation befindlich

5 Die Gesellschaft wurde 2017 liquidiert/gelöscht

6 Die Gesellschaft wurde 2017 verkauft

7 Obergesellschaft wurde im Vergleich zu 2016 geändert

8 OMV Gaz ve Enerji Holding Anonim Şirketi wurde per 7. September 2017 in die OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi verschmolzen

9 OMV Trading GmbH wurde per 1. Juni 2017 in die OMV Gas Marketing & Trading GmbH verschmolzen

10 Wirtschaftlicher Anteil 10,78%

11 Konsolidierungsart wurde im Vergleich zu 2016 geändert

12 Amical Insurance Limited wurde per 14. Februar 2018 liquidiert

13 In der Segmentberichterstattung wird OMV Petrom SA den jeweiligen Segmenten zugeordnet

Bei den nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen eine Zusatzinformation hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 vorgeschrieben sind, würde nach US GAAP berichtet werden.

Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.

Die regionale Aufteilung wird unten beschrieben:

Rumänien und Schwarzes Meer Kasachstan und Rumänien
Region Österreich Österreich und Ukraine (bis 2015)
Nordsee Norwegen, Färöer Inseln (bis 2015) und Großbritannien (bis 2017)
Australasien Australien und Neuseeland
Russland Russland
Mittlerer Osten und Afrika Bulgarien, Iran (derzeitige Evaluierung), Region Kurdistan im Irak,
Libyen, Madagaskar, Pakistan, Tunesien, Vereinigte Arabische Emi
rate, Jemen, Algerien (bis 2016), Gabun (bis 2016) und Namibia
(bis 2016)

Zwei Tochterunternehmen in Pakistan wurden zum 31. Dezember 2017 als "zu Veräußerungszwecken gehalten" berichtet. Der Verkaufsvertrag der Pakistan Veräußerungsgruppe wurde am 28. Februar 2018 unterzeichnet.

Das Tochterunternehmen in Großbritannien wurde zum 31. Dezember 2016 als "zu Veräußerungszwecken gehalten" berichtet. Der Abschluss der Verkaufstransaktion hat am 13. Jänner 2017 stattgefunden. Die nachfolgenden Angaben enthalten Beträge im Zusammenhang mit OMV (U.K.) Limited und Pakistan.

2017 hat die OMV einen Anteil von 24,99% am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Russland erworben. Die Transaktion wurde am 30. November 2017 abgeschlossen und beinhaltete einen 24,99%-Anteil an OJSC Severneftegazprom (at-equity bilanziert) und einen wirtschaftlichen Anteil von 99,99% an JSC Gazprom YRGM Development (vollkonsolidiert) (siehe Anhangangabe 3 für nähere Details).

Die Vermögenswerte und Ergebnisse von OMV Petrom (OMV Anteil 51%, im Konzernabschluss vollkonsolidiert) sind zu 100% dargestellt.

Die OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited, welche eine at-equity konsolidierte Beteiligung darstellt.

Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen.

Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten - Tochtergesellschaften

2017 2016 2015
2.116 2.392 2.832
22.372 23.561 22.333
24.489 25.952 25.164
– 13.487 – 14.266 – 12.572
11.002 11.686 12.592

Aktivierte Kosten - at-equity bewertete Beteiligungen EUR Mio

2017 2016 2015
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 262 237
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 157 119
Gesamt 420 356
Kumulierte Abschreibung – 22 – 16
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 397 340

b) Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen

anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.

Kosten der Periode

EUR Mio
Rumänien und
Schwarzes
Region Austral Mittlerer
Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
2017
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für
sichere Reserven
2 521 523
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven
584 584
Explorationskosten 1 53 16 55 14 92 230
Entwicklungskosten 2 511 86 257 25 119 998
Kosten der Periode 564 102 314 39 1.106 210 2.335
At-equity bewertete
Beteiligungen 117 5 122
2016
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 1 302 304
sichere Reserven 1 302 304
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 1 1
Explorationskosten 1 77 5 106 18 103 307
Entwicklungskosten 2 422 60 515 43 188 1.228
Kosten der Periode 498 65 623 61 593 1.840
At-equity bewertete
Beteiligungen

Kosten der Periode

EUR Mio
Rumänien und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
2015
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für
sichere Reserven
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 22 22
Explorationskosten 1 331 26 123 6 120 607
Entwicklungskosten 2 599 110 888 94 202 1.894
Kosten der Periode 931 136 1.033 101 322 2.523
At-equity bewertete
Beteiligungen

1 In Norwegen werden 2015 und 2016 die Explorationen abzüglich der Erstattung von 78% der abzugsfähigen Explorationskosten dargestellt

2 Aktivierte Zinsen sind nicht enthalten

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgende Tabelle stellt Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Ölund Gasproduktion anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem

Ergebnis des Upstream-Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

EUR Mio

Rumänien und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
2017
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 95 – 50 810 116 56 301 1.329
Konzerninterner Umsatz 1.698 382 316 137 258 2.791
1.792 333 1.126 253 56 559 4.118
Produktionsaufwand – 550 – 89 – 191 – 45 0 – 62 – 937
Förderzinsabgaben – 203 – 70 – 33 – 5 – 311
Explorationsaufwand – 69 – 17 – 52 – 14 – 69 – 222
Abschreibungen und
Wertminderungen – 529 – 120 – 485 – 79 – 10 – 107 – 1.330
Sonstige Kosten 2 – 52 – 10 – 39 – 9 – 41 – 26 – 177
– 1.404 – 306 – 767 – 180 – 51 – 269 – 2.978
Ergebnis vor Steuern 388 27 359 72 5 289 1.141
Ertragsteuern 3 – 65 – 7 – 276 – 17 – 1 – 273 – 640
Operatives Ergebnis aus
der Öl- und
Gasproduktion 323 19 83 55 4 16 501
Ergebnis aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen – 1 108 107
2016
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 93 13 673 145 88 1.013
Konzerninterner Umsatz 1.533 292 204 82 89 2.201
Ergebnis aus
Anlagenverkäufen
2 – 1 – 20 15 1 – 2
1.628 304 857 243 179 3.211
Produktionsaufwand – 506 – 85 – 236 – 48 – 63 – 938
Förderzinsabgaben – 201 – 56 – 27 – 6 – 290
Explorationsaufwand – 60 – 6 – 660 – 19 – 63 – 808
Abschreibungen und
Wertminderungen
Sonstige Kosten 2
– 563 – 132 – 1.095 – 71 – 186 – 2.047
– 160 – 13 – 20 – 10 – 28 – 230
– 1.490 – 293 – 2.010 – 174 – 347 – 4.314
Ergebnis vor Steuern 138 11 – 1.153 69 – 168 – 1.103
Ertragsteuern 3 – 20 – 1 – 5 – 11 – 10 – 47
Operatives Ergebnis aus
der Öl- und
Gasproduktion 118 10 – 1.158 58 – 179 – 1.159

Beteiligungen — — — — — 14 14

Ergebnis aus at-equity

bewerteten

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

EUR Mio
Rumänien und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
2015
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten 1 131 44 508 220 151 1.054
Konzerninterner Umsatz 1.866 437 224 142 120 2.789
Ergebnis aus
Anlagenverkäufen – 2 0 20 – 2 16
1.995 480 752 362 269 3.858
Produktionsaufwand – 721 – 107 – 246 – 62 – 108 – 1.243
Förderzinsabgaben – 237 – 81 – 31 – 12 – 361
Explorationsaufwand – 146 – 16 – 142 – 38 – 365 – 707
Abschreibungen und
Wertminderungen – 1.259 – 167 – 682 – 403 – 1.227 – 3.738
Sonstige Kosten 2 – 25 – 8 12 – 22 – 10 – 52
– 2.388 – 379 – 1.058 – 555 – 1.722 – 6.101
Ergebnis vor Steuern – 393 101 – 306 – 193 – 1.452 – 2.243
Ertragsteuern 3 49 – 38 90 – 35 – 6 59
Operatives Ergebnis aus der
Öl- und Gasproduktion – 345 63 – 217 – 228 – 1.458 – 2.184
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteiligungen

1 Enthält Hedging-Effekte aus Derivaten; die Region Österreich enthält Hedging-Effekte zentral gesteuerter Derivate (2017: EUR –72 Mio,

2016: EUR –9 Mio, 2015: EUR 53 Mio) 2 Enthält Bestandsveränderungen von Vorräten

3 In den Regionen Nordsee, Australasien und Mittlerer Osten und Afrika sind Körperschaftssteuern und "Special Petroleum Taxes" enthalten

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL

Mio bbl
Rumänien und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
zum 1. Jänner 2015 371,7 45,4 71,4 12,5 114,7 615,8
Revision früherer
Schätzungen 19,9 3,2 22,3 1,6 – 3,2 43,8
Erweiterungen und
Neufunde 0,0 0,1 0,1
Produktion – 30,4 – 5,7 – 11,6 – 4,1 – 3,5 – 55,4
zum 31. Dezember 2015 361,2 43,0 82,1 10,0 108,0 604,3
Revision früherer
Schätzungen 19,3 3,3 14,4 1,9 – 1,6 37,3
Erwerb von Reserven 35,1 35,1
Verkauf von Reserven – 0,5 – 0,5
Erweiterungen und
Neufunde 0,2 0,4 0,6
Produktion – 29,1 – 5,1 – 17,3 – 3,3 – 3,0 – 57,9
zum 31. Dezember 2016 351,5 41,2 78,7 8,5 138,9 618,9
Revision früherer
Schätzungen 19,5 1,4 15,1 – 0,6 2,1 37,5
Verkauf von Reserven – 2,3 – 27,5 – 3,5 – 33,4
Erweiterungen und
Neufunde 0,4 0,4
Produktion – 27,3 – 4,6 – 18,7 – 2,9 – 11,2 – 64,8
zum 31. Dezember 2017 341,4 38,0 47,6 5,0 126,7 558,6

Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

zum 31. Dezember 2015
zum 31. Dezember 2016 8,6 8,6
zum 31. Dezember 2017 12,2 12,2

Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen

zum 31. Dezember 2015 330,7 40,6 40,2 10,0 92,0 513,5
zum 31. Dezember 2016 322,5 39,2 43,5 8,5 123,4 537,1
zum 31. Dezember 2017 309,5 36,5 38,9 5,0 112,7 502,5

Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

zum 31. Dezember 2015
zum 31. Dezember 2016 8,6 8,6
zum 31. Dezember 2017 12,2 12,2

Erdgas

Mrd Kubikfuß (bcf)
Rumänien und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
zum 1. Jänner 2015 1.722,0 278,9 414,7 105,8 137,1 2.658,5
Revision früherer
Schätzungen – 2,2 2,8 2,0 3,5 7,8 14,0
Erweiterungen und
Neufunde 10,9 1,0 12,0
Produktion – 187,9 – 35,9 – 36,4 – 19,0 – 30,3 – 309,5
zum 31. Dezember 2015 1 1.542,9 246,9 380,3 90,4 114,5 2.375,0
Revision früherer
Schätzungen 18,9 13,6 33,1 2,7 – 3,5 64,7
Verkauf von Reserven – 0,6 – 0,6
Erweiterungen und
Neufunde 1,1 1,1 7 9,1
Produktion – 187,0 – 31,2 – 52,3 – 20,3 – 24,1 – 314,9
zum 31. Dezember 2016 1 1.375,9 230,3 360,5 72,8 93,9 2.133,4
Revision früherer
Schätzungen 24,1 23,0 92,8 5,5 – 1,1 144,4
Verkauf von Reserven – 3,0 – 16,6 – 1,7 – 21,3
Erweiterungen und
Neufunde 0,0 1,4 1,4
Produktion – 182,9 – 34,2 – 61,6 – 20,0 – 18,2 – 316,9
zum 31. Dezember 2017 1 1.214,1 219,1 375,0 58,4 74,3 1.941,0
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen
zum 31. Dezember 2015
zum 31. Dezember 2016 131,0 131,0
zum 31. Dezember 2017 1.166,3 209,0 1.375,3
Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
zum 31. Dezember 2015 1.179,3 163,9 137,0 90,4 62,7 1.633,3
zum 31. Dezember 2016 1.208,4 148,7 155,8 72,8 39,6 1.625,3
zum 31. Dezember 2017 1.071,9 141,7 159,7 58,4 29,2 1.460,9

Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

zum 31. Dezember 2015
zum 31. Dezember 2016 131,0 131,0
zum 31. Dezember 2017 1.166,3 209,0 1.375,3

1 2017: Inklusive rund 68,4 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2016: Inklusive rund 72 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2015: Inklusive rund 72 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash-Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die

Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem die OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des Tageswerts der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des Tageswerts würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Ölund Gasproduktion ent-sprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

EUR Mio
Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen
Rumänien
und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
Tochterunternehmen 2017
Zukünftiger Cash-Inflow 18.067 2.803 4.131 551 3.080 6.390 35.021
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben – 9.927 – 1.856 – 1.922 – 489 – 2.176 – 1.346 – 17.716
Zukünftige
Entwicklungsausgaben – 1.811 – 381 – 273 – 24 0 – 418 – 2.907
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern 6.329 566 1.936 38 904 4.626 14.398
Zukünftige Ertragsteuern – 447 – 43 – 677 11 – 223 – 2.929 – 4.308
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert 5.882 523 1.259 48 681 1.697 10.091
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz des
Cashflows – 2.643 – 119 – 192 44 – 167 – 714 – 3.790
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto
Cashflows 3.239 404 1.067 92 515 983 6.300
At-equity bewertete
Beteiligungen 82 143 225
Tochterunternehmen 2016
Zukünftiger Cash-Inflow 15.489 2.481 4.697 597 5.056 28.321
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben – 11.266 – 1.668 – 2.540 – 598 – 1.416 – 17.488
Zukünftige
Entwicklungsausgaben – 2.009 – 336 – 421 – 34 – 662 – 3.462
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern 2.214 478 1.736 – 35 2.978 7.370
Zukünftige Ertragsteuern – 24 – 46 226 17 – 1.694 – 1.521
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert 2.189 432 1.962 – 18 1.284 5.849
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz des
Cashflows – 869 – 114 – 470 54 – 579 – 1.978
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows 1.321 318 1,491 36 705 3.872
At-equity bewertete
Beteiligungen 110 110

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

EUR Mio
Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen
Rumänien
und Mittlerer
Schwarzes Region Austral Osten und
Meer Österreich Nordsee asien Russland Afrika Gesamt
Tochterunternehmen 2015
Zukünftiger Cash-Inflow 20.474 3.506 6.342 996 6.054 37.372
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben – 13.639 – 2.265 – 3.062 – 663 – 1.166 – 20.795
Zukünftige
Entwicklungsausgaben – 2.496 – 364 – 642 – 58 – 536 – 4.095
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern 4.340 877 2.639 274 4.352 12.482
Zukünftige Ertragsteuern – 159 – 292 – 133 – 71 – 2.758 – 3.413
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert 4.181 584 2.506 203 1.594 9.069
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz des
Cashflows – 1.922 – 148 – 775 – 10 – 668 – 3.522
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows 2.259 436 1.731 194 926 5.546
At-equity bewertete
Beteiligungen

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows – Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen

EUR Mio
Tochterunternehmen 2017 2016 2015
1. Jänner 3.872 5.546 11.133
Verkauf und Transfer von gefördertem Öl und Gas abzüglich
Produktionsausgaben – 1.365 – 1.842 – 4.193
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten 4.140 – 3.719 – 9.915
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen 309 294
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden 3 9
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 795 999 1.224
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und
Rekultivierungskosten in der Periode – 536 – 351 – 214
Revision früherer Schätzungen 748 1.246 1.344
Zuwachs aus der Diskontierung 324 517 1.063
Nettoveränderung der Ertragsteuern – 1.780 1.279 4.622
Sonstiges 1 – 207 – 100 474
31. Dezember 6.300 3.872 5.546
At-equity bewertete Beteiligungen 225 110

1 Unter der Position Sonstiges sind vor allem Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR ausgewiesen

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorsitzender

Reinhard Florey e.h.

Johann Pleininger e.h. Manfred Leitner e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN 227 – 245

228 — Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen 234 — Abkürzungen und Definitionen 237 — Kontakte und Impressum

Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

§ 267c österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Laut § 267c des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) haben große Gesellschaften und Unternehmen von öffentlichem Interesse, die in der mineralgewinnenden Industrie oder auf dem Gebiet des Holzeinschlags in Primärwäldern tätig sind, jährlich einen Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu erstellen. Dieser Paragraf setzt Abschnitt 10 der EU-Rechnungslegungsrichtlinie (2013/34/EU) um. Der Abschnitt "Grundlagen der Erstellung" enthält Informationen über den Inhalt des Berichts. Zudem enthält dieser Abschnitt Informationen über die Zahlungen, die offengelegt werden müssen, sowie darüber, wie die OMV die Bestimmungen bei der Erstellung des Berichts umgesetzt hat.

Grundlagen der Erstellung

Berichtende Unternehmen

Nach den Anforderungen der Bestimmung muss die OMV Aktiengesellschaft einen konsolidierten Bericht erstellen, in dem alle Geld- und Sachleistungen auszuweisen sind, die je Geschäftsjahr für die Tätigkeit in der mineralgewinnenden Industrie durch die OMV Aktiengesellschaft oder eine ihrer im Konzernabschluss enthaltenen Tochtergesellschaften an eine staatliche Stelle geleistet werden.

Tätigkeiten im Sinne dieses Berichts

In diesem Bericht werden Geld- und Sachleistungen ausgewiesen, die vom OMV Konzern (nachstehend die OMV) für eine Tätigkeit auf dem Gebiet der Exploration, Prospektion, Entdeckung, Weiterentwicklung und Gewinnung von Mineralien, Erdöloder Erdgasvorkommen oder anderen Stoffen in diesen Wirtschaftszweigen geleistet werden.

Staatliche Stellen

"Staatliche Stellen" sind nationale, regionale oder lokale staatliche Behörden oder von solchen kontrollierte Abteilungen, Agenturen oder Unternehmen einschließlich nationaler Ölgesellschaften.

Bei Tätigkeiten einer staatseigenen Gesellschaft außerhalb des eigenen Hoheitsgebiets gilt diese nicht als berichtspflichtige staatliche Stelle im Sinne dieser Bestimmung und Geld- und Sachleistungen an diese Gesellschaften müssen unter diesen Bedingungen nicht ausgewiesen werden.

Definition von Projekt

Die Bestimmung verlangt zudem, dass Geld- und Sachleistungen sowohl nach "Projekt" als auch nach staatlicher Stelle ausgewiesen werden. Als Projekt ist die Gesamtheit der operativen Tätigkeiten anzusehen, die auf einem einzigen Vertrag oder einer Lizenz, einem Pachtvertrag, einer Konzession oder einer ähnlichen rechtlichen Vereinbarung basieren, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bildet. Mehrere inhaltlich miteinander verbundene Vereinbarungen werden im Sinne dieser Bestimmung als ein einziges Projekt behandelt.

"Inhaltlich miteinander verbunden" ist definiert als eine Reihe von mit einer staatlichen Stelle geschlossenen operativ und geografisch verbundenen Verträgen, Lizenzen, Verpachtungen, Konzessionen oder verbundenen Vereinbarungen mit ähnlichen Bedingungen, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bilden. Solche Vereinbarungen können bestimmt werden durch einen einzelnen Vertrag, eine Joint-Venture-Vereinbarung, einen Produktionsteilungsvertrag oder sonstige übergeordnete rechtliche Vereinbarungen.

Es kann Fälle geben – beispielsweise die Körperschaftssteuer –, bei denen sich Leistungen nicht einem einzelnen Projekt zuordnen lassen. Diese Leistungen werden auf Landesebene ausgewiesen.

Geld- und Sachleistungen

Gemäß der Bestimmung müssen die Leistungen zahlungsbezogen angegeben werden. Das bedeutet, dass sie in der Periode angegeben werden, in der sie geleistet werden, und nicht in der Periode, in der sie periodengerecht zugeordnet werden.

Rückzahlungen werden ebenfalls in der Periode angegeben, in der sie vereinnahmt werden, und werden entweder mit in der Periode geleisteten Zahlungen verrechnet oder als Negativbeträge im Bericht ausgewiesen.

An eine staatliche Stelle entrichtete Sachleistungen werden nach der angemessensten und relevantesten Bewertungsmethode für die jeweilige Leistungsart in einen entsprechenden Geldwert umgerechnet. Das können Kosten oder Verkehrswerte sein. Der Bericht enthält eine Erläuterung der Bewertungsmethode. Gegebenenfalls werden die zugrundeliegenden Mengen ebenfalls im Bericht angegeben.

Methodik der Berichterstattung

Die Bestimmungen verlangen, dass die Leistungen da angegeben werden, wo sie von der OMV an staatliche Stellen geleistet werden. Der Bericht muss den Inhalt jeder Transaktion und Tätigkeit angeben. Auf Basis dieser Anforderungen ist die OMV ihrer Berichtspflicht wie folgt nachgekommen:

  • Wenn die OMV direkt eine Zahlung an eine staatliche Stelle leistet, wird diese Zahlung vollständig ausgewiesen, unabhängig davon, ob sie alleine im Namen der OMV oder von der OMV in ihrer Eigenschaft als Betriebsführer einer gemeinschaftlichen Tätigkeit geleistet wird.
  • In Fällen, in denen die OMV Mitglied einer gemeinschaftlichen Tätigkeit ist, deren Betriebsführer eine staatseigene Gesellschaft (das heißt eine staatliche Stelle) ist, werden an diese staatseigene Gesellschaft geleistete Zahlungen ausgewiesen, wo es möglich ist, die berichtspflichtige Zahlung von anderen Kostenpositionen zu trennen.
  • Für Produktionszahlungsansprüche staatlicher Stellen von Gastländern sind die Bestimmungen der Vereinbarung zu berücksichtigen. Wo die OMV Betriebsführer ist, wird sie die Zahlungsansprüche staatlicher Stellen vollständig angeben.

Wesentlichkeit

Einzelne oder verbundene Leistungen, deren Gegenwert im Geschäftsjahr unter EUR 100.000 liegt, werden nicht in diesem Bericht ausgewiesen.

Berichtswährung

In anderen Währungen als Euro geleistete Zahlungen werden zum durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet.

Ausgewiesene Geld- und Sachleistungen

Produktionszahlungsansprüche

Im Rahmen von Produktionsteilungsverträgen hat die staatliche Stelle des Gastlandes Anspruch auf einen Anteil der Öl- und Gasproduktion, der häufig in Sachleistungen abgegolten wird. Der Bericht weist Wert und Menge der Produktionszahlungsansprüche der staatlichen Stelle für die relevante Periode in Barrel Öläquivalent (boe) aus.

Der Anteil der staatlichen Stelle an Produktionszahlungsansprüchen wird auch etwaige Ansprüche aus Anteilen umfassen, die eine staatseigene Gesellschaft als Investor an Projekten im eigenen Hoheitsgebiet hält. Aus Tätigkeiten oder Anteilen außerhalb des Hoheitsgebiets der staatseigenen Gesellschaft entstehende Produktionszahlungsansprüche werden nicht ausgewiesen.

Steuern

Auf die Erträge, die Produktion oder die Gewinne von Unternehmen erhobene Steuern werden ausgewiesen. Rückzahlungen werden mit Zahlungen verrechnet und entsprechend ausgewiesen. Verbrauchssteuern, Lohnsteuern, Umsatzsteuern, Vermögenssteuern und Umweltsteuern werden gemäß dieser Bestimmung nicht ausgewiesen. Obwohl in Österreich eine Steuergruppe besteht, beziehen sich die ausgewiesenen Ertragssteuern für Österreich ausschließlich auf in der mineralgewinnenden Industrie tätige österreichische Tochtergesellschaften. Ertragssteuern für andere Tätigkeiten der OMV in Österreich werden nicht ausgewiesen.

Nutzungsentgelte

An eine staatliche Stelle gezahlte Nutzungsentgelte in Verbindung mit der Gewinnung von Mineralien, Erdöl oder Erdgasvorkommen sind auszuweisen. Werden Nutzungsentgelte in Form von Sachleistungen entrichtet, werden zusätzlich Wert und Menge angegeben.

Dividenden

Gemäß den Bestimmungen werden anstelle von Produktionszahlungsansprüchen oder Nutzungsentgelten an eine staatliche Stelle gezahlte Dividenden ausgewiesen. An eine staatliche Stelle als normalen Anteilseigner ausgezahlte Dividenden werden nicht ausgewiesen, sofern die Dividenden zu denselben Bedingungen an alle Anteilseigner ausgezahlt werden.

In der Berichtsperiode 2017 hat die OMV keine derartigen berichtspflichtigen Dividendenzahlungen an staatliche Stellen auszuweisen.

Boni

Unterzeichnungs-, Entdeckungs- und Produktionsboni werden angegeben, sofern sie in Verbindung mit entsprechenden Tätigkeiten bezahlt wurden.

Gebühren

Lizenz-, Miet- und Zugangsgebühren sowie sonstige Gegenleistungen für den Zugang zu dem Gebiet, in dem Gewinnungstätigkeiten ausgeführt werden.

Nicht ausgewiesen werden an staatliche Stellen gezahlte Gebühren, die nicht spezifisch mit Gewinnungstätigkeiten oder dem Zugang zu Rohstoffressourcen in Verbindung stehen. Als Gegenleistung für von einer staatlichen Stelle bereitgestellte Dienstleistungen geleistete Zahlungen werden ebenfalls nicht ausgewiesen.

Beiträge für die Verbesserung der Infrastruktur

Von der OMV geleistete Zahlungen für Verbesserungen der Infrastruktur (zum Beispiel Bau von Straßen oder Brücken), von denen die Allgemeinheit profitiert, werden im Bericht ausgewiesen, unabhängig davon, ob die OMV den Betrag an nicht staatliche Stellen gezahlt hat. Diese Zahlungen werden in der Periode ausgewiesen, in der die Infrastruktur für die Allgemeinnutzung zur Verfügung gestellt wird.

Überblick über Geld- und Sachleistungen

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die relevanten Geld- und Sachleistungen der OMV an staatliche Stellen im Berichtsjahr 2017.

Von den sieben Zahlungsarten, zu denen die österreichische Bestimmung eine Berichterstattung vorsieht, hat die OMV keine Dividenden, Produktionszahlungsansprüche, Boni oder Beiträge zur Verbesserung der Infrastruktur geleistet, die den Definitionen der entsprechenden Rechnungslegungsrichtlinie entsprechen. Diese Kategorien werden daher nicht angeführt.

Überblick über Geld- und Sachleistungen

In EUR 1.000
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Land
Österreich 1.264 69.993 71.257
Kasachstan 13.759 949 14.708
Madagaskar 292 292
Norwegen 9.718 9.718
Neuseeland 10.184 31.435 112 41.731
Pakistan 5.177 3.899 863 9.939
Rumänien 146.122 123.836 13.428 283.386
Tunesien 13.376 5.840 19.216
Total 199.600 235.003 15.644 450.247

Für Libyen wurden für das Jahr 2017 keine Zahlungen ausgewiesen, da die OMV nicht Betriebsführer war.

Bis zum 13. Jänner 2017, dem Tag, an dem die OMV ihre 100%ige Tochtergesellschaft OMV (U.K.) Limited verkauft hat, kam es zu keinen wesentlichen Zahlungen.

Am 30. November 2017 erwarb die OMV von Uniper SE einen Anteil am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien durch Kauf eines 24,99%-Anteils an OJSC Severneftegazprom (SNGP), welche die Produktionslizenz am Erdgasfeld Juschno Russkoje hält. Da SNGP als assoziiertes Unternehmen mit der At-Equity-Methode bewertet wird und nicht als vollkonsolidierte Gesellschaft in den Konzernabschluss der OMV einbezogen wird, ist diese Gesellschaft von der im Unternehmensgesetzbuch festgelegten Berichtspflicht befreit.

Zahlungen je Land

Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
69.993 69.993
1.264 1.264
1.264 69.993 71.257
71.257
1.264 69.993 71.257
13.759 13.759
4271 427
5222 522
13.759 949 14.708
6.374 544 6.918
7.385 405 7.790
13.759 949 14.708
1.264 69.993

1 Finanzierung verschiedener Projekte unter der gemeinsamen Kontrolle des Akimat der Region Mangistau und der OMV im Rahmen der Konzessionsvereinbarung und Ausgaben gemäß den vereinbarten Projekten

2 Finanzierung verschiedener Ausgaben für Schulungszentren von Universitäten gemäß Konzessionsvereinbarung

Madagaskar

Staatliche Stellen
Office des Mines Nationales et des Industries Stratégiques 292 292
Gesamt 292 292
Projekte
Explorationsprojekte 292 292
Gesamt 292 292
Norwegen
Staatliche Stellen
Skatteetaten 9.718 9.718
Gesamt 9.718 9.718
Projekte
Gulfaks 54 54
Gudrun 54 54
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 9.610 9.610
Gesamt 9.718 9.718

Zahlungen je Land

In EUR 1.000 Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Neuseeland
Staatliche Stellen
Crown Minerals 31.435 31.435
Inland Revenue 9.998 9.998
Ministry of Business and Innovation 186 6 192
Environmental Protection Authority 106 106
Gesamt 10.184 31.435 112 41.731
Projekte
Maari 14 5.139 106 5.259
Maui 237 237
Pohokura 26.059 26.059
Explorationsprojekte in Neuseeland 172 172
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 9.998 6 10.004
Gesamt 10.184 31.435 112 41.731
Pakistan
Staatliche Stellen
Federal Board of Revenue 5.177 5.177
Generaldirektor für Erdölkonzessionen 3.899 480 4.379
Kommunalverwaltung, Distrikt Khairpur 132 132
Kommunalverwaltung, Distrikt Sukker 251 251
Gesamt 5.177 3.899 863 9.939
Projekte
Mehar 207 182 389
Miano 915 415 1.330
Sawan 2.777 234 3.011
Explorationsprojekte in Pakistan 32 32
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 5.177 5.177
Gesamt 5.177 3.899 863 9.939

Rumänien

Staatliche Stellen
Staatshaushalt 146.122 123.836 269.958
Gemeindeverwaltungen 3.154 3.154
Nationale Agentur für Bodenschätze (ANRM) 676 676
Staatliche Forstverwaltung 9.500 9.500
CONPET SA 98 98
Gesamt 146.122 123.836 13.428 283.386
Projekte
Onshore-Produktionszonen 94.200 13.391 107.591
Onshore Joint Ventures 700 13 713
Offshore Schwarzes Meer 28.936 24 28.960
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen 146.122 146.122
Gesamt 146.122 123.836 13.428 283.386

Zahlungen je Land

In EUR 1.000
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Tunesien
Staatliche Stellen
Receveur des Finances 12.117 12.117
Receveur des Douanes 1.259 1.259
Entreprise Tunisienne d'Activites Petrolieres 4.9883 4.988
Tresorerie Generale de Tunisie 852 852
Gesamt 13.376 5.840 19.216
Projekte
Ashtart 244 244
TPS 5.931 5.931
Südtunesien 7.201 5.8403 13.041
Gesamt 13.376 5.840 19.216

3 Beinhaltet Sachleistungen für 102.268 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

Für jene Projekte in Tunesien, in denen die OMV nicht Betriebsführer ist, hätte der proportionale Anteil der OMV an den Produktionszahlungsansprüchen staatlicher Stellen für 2017 EUR 8,9 Mio für 195.257 bbl Rohöl betragen, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe.

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h.

Rainer Seele e.h. Manfred Leitner e.h.

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl Barrel (Fass zu zirka 159 Liter)

bbl/d Barrel pro Tag

bcf Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)

BIP Bruttoinlandsprodukt

boe Barrel Öläquivalent

boe/d Barrel Öläquivalent pro Tag

C

CAPEX

Capital Expenditure, Investitionen

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Downstream Öl, der operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und den berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS

Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

CEE

Zentral- und Osteuropa

cf Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

CEGH

Central European Gas Hub

E

EFET

European Federation of Energy Traders; Verband europäischer Energiehändler

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU Europäische Union

EUR

Euro

F

FX Fremdwährungs-Wechselkurs

H

H1, H2 Erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss

Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

kbbl

Tausend Barrel

kbbl/d Tausend Barrel pro Tag

kboe Tausend Barrel Öläquivalent

kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

KStG Körperschaftssteuergesetz

LNG

L

Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million, Millionen

Min Minute

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

NCG Net Connect Germany

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

OPEX

Operating Expenditures; Produktionskosten; Materialund Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

Pearl Pearl Petroleum Company Limited

PJ

Petajoule, 1 PJ entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Q

Q1, Q2, Q3, Q4 Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RONA

Return On Net Assets; %-Verhältnis NOPAT zu den durchschnittlichen net assets

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T t

Tonne

TEUR Tausend Euro

toe Tonne Öläquivalent

TRIR

Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TRY

Türkische Lira

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh Terawattstunde

U

UGB Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer

USD

US Dollar

V

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Z

ZGE

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Kontakte und Impressum

OMV Aktiengesellschaft

Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-0 [email protected] www.omv.com

OMV PETROM SA

Strada Coralilor 22, sector 1 013329 Bukarest, Rumänien Tel. +40 372 161930 Fax +40 372 868518 [email protected]

Investor Relations

Florian Greger OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected]

Herausgeber OMV Aktiengesellschaft, Wien

Konzept und Design

Anzinger und Rasp, München

Fotos

Titel: Getty Images/Kinzie Riehm Seite 4 –15, 17, 19 – 21, 23 – 25, 27 – 30, 32, 35, 38 – 39, 41: Martin Stöbich Seite 11 unten, 16, 20 oben, 26, 31 oben: OMV Archiv Seite 18: tompics/iStock Seite 22: Borealis Seite 31 unten: Statoil

Bildbearbeitung

MXM Digital Service, München

Anhang Produziert mit FIRE.sys

Druck Vogl, München

Weitere Publikationen

OMV Factbook

www.omv.com/factbook

  • OMV Nachhaltigkeitsbericht
  • www.omv.com/sustainability-report

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Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen: Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie "Ausblick", "glauben", "erwarten", "rechnen", "beabsichtigen", "planen", "Ziel", "Einschätzung", "können/könnten", "werden" und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6 – 8 1020 Wien Österreich Tel. +43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia

OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

242 Bericht des Aufsichtsrats
246 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
265 Lagebericht
272 Bestätigungsvermerk
277 Jahresabschluss
278 Bilanz zum 31. Dezember 2017
280 Gewinn- und Verlustrechnung
281 Anhang
282 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
286 Erläuterungen zur Bilanz
294 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
297 Ergänzende Angaben
303 Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
mit einem Anteil von mindestens 20%
304 Aufsichtsrat
305 Vorstand
308 Anlagenspiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

310 Abkürzungen und Definitionen

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich sehr, Ihnen über ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 berichten zu können. Der Kurs der OMV Aktie stieg 2017 um 57% und übertraf den FTSEurofirst E300 Oil & Gas, der eine stabile Entwicklung zeigte, damit bei Weitem. Diese Entwicklung zeigt anschaulich, dass die OMV nicht nur die Herausforderungen des schwierigen Marktumfelds erfolgreich meistern konnte, sondern auch wichtige und tiefgreifende Maßnahmen zur Umgestaltung des Portfolios umgesetzt hat. Das Unternehmen hat dadurch deutlich und nachhaltig an Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Wert gewonnen. Der Fokus auf profitables Wachstum, die klare Ausrichtung auf Kernaktivitäten und -regionen sowie striktes Kostenmanagement waren Schlüssel zum Erfolg. Auch der Kapitalmarkt hat diese strategische Ausrichtung und deren konsequente Umsetzung honoriert.

Die Erfolge der letzten Jahre schaffen eine tragfähige Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens und vergrößern den strategischen Optionsradius.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 informieren:

Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat

Mit der Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger im Mai 2017 wurde das Vorstandsteam in seiner bisherigen Zusammensetzung bestätigt. Die Funktionsperioden von Rainer Seele und Johann Pleininger wurden um jeweils zwei Jahre bis 2020 verlängert. Darüber hinaus wurde Johann Pleininger per 1. Juli 2017 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats blieb im Geschäftsjahr 2017 unverändert.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er überwachte die Geschäftsführung der OMV durch den Vorstand und beriet diesen in Entscheidungsfindungsprozessen auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2017 auf der Evaluierung von Maßnahmen zur Umgestaltung des OMV Portfolios im Einklang mit der genehmigten Strategie, die in einer deutlichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, einer Stärkung der Beziehungen mit wichtigen Partnerunternehmen und einer signifikanten Erhöhung der Reservenbasis resultierte.

Die OMV hat deutlich und nachhaltig an Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Wert gewonnen.

PETER LÖSCHER Vorsitzender des Aufsichtsrats

In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Akquisition des 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien sowie der Verkauf der Petrol Ofisi zu erwähnen, die 2017 erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Überdies unterzeichnete die OMV gemeinsam mit anderen europäischen Energieunternehmen im April 2017 langfristige Finanzierungsverträge für Nord Stream 2, womit ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung des Pipeline-Projekts gesetzt werden konnte.

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Arbeit des Aufsichtsrats im Jahr 2017 bildete die intensive Auseinandersetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats mit der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, die in der Genehmigung der Strategie durch den Aufsichtsrat im Dezember 2017 mündete.

Besonderes Augenmerk galt auch der Finalisierung der im Vorjahr gestarteten umfassenden und extern begleiteten Selbstevaluierung des Aufsichtsrats, die eine kontinuierliche Optimierung der Effizienz und Effektivität der Aufsichtsratstätigkeit zum Ziel hatte. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Aufsichtsratssitzung im März 2017 sowie in nachfolgenden bilateralen Gesprächen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden intensiv diskutiert. Die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge wurden in weiterer Folge in Umsetzung gebracht. Damit bekennt sich der Aufsichtsrat zur Einhaltung der internationalen Best Practice und zu seiner Verantwortung gegenüber den Aktionärinnen und Aktionären.

Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Neben der Vorbereitung der Entscheidung über die Verlängerung der Vorstandsmandate von Rainer Seele und Johann Pleininger befasste sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss im Geschäftsjahr 2017 insbesondere mit dem Thema der langfristigen Planung der Vorstandsnachfolge. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden erfolgte eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Identifizierung interner Potenzialträger sowie geeigneter Entwicklungsmaßnahmen.

Vor dem Hintergrund der ab 1. Jänner 2018 gesetzlich verpflichtenden Geschlechterquote für Aufsichtsräte1 und im Sinne einer Spiegelung der strategischen Schwerpunkte des Unternehmens in den Kompetenzprofilen der Aufsichtsratsmitglieder leitete der Präsidial- und Nominierungsausschuss außerdem eine Diskussion über das künftige Anforderungsprofil von Aufsichtsratsmitgliedern ein. Die darin definierten Voraussetzungen sollen bei künftigen Wahlvorschlägen für Aufsichtsratsmitglieder Berücksichtigung finden. Im Zuge dieser Diskussion verständigten sich die Kapital- und Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter auf eine getrennte Erfüllung der Geschlechterquote. Zusätzlich zu dem bereits etablierten Einführungstraining für neue Aufsichtsratsmitglieder entwickelte der Präsidial- und Nominierungsausschuss erstmals ein kontinuierliches Fortbildungsprogramm für den Aufsichtsrat, das im Geschäftsjahr 2018 zur Umsetzung gelangen soll.

Der Vergütungsausschuss unterzog die Grundvergütung des Vorstands einem umfassenden Marktvergleich. Zudem wurden intensive Gespräche mit ausgewählten Stimmrechtsberatungsunternehmen sowie institutionellen Investoren initiiert, um neben anderen Themen insbesondere deren Anregungen zu den variablen Vergütungsplänen für den Vorstand zu diskutieren. Mit dem Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse aufzugreifen, wurde im Anschluss daran eine extern durchgeführte Evaluierung der Vorstandsvergütungsstruktur eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Analyse sowie die Details der neuen Vergütungsstruktur werden den Aktionärinnen und Aktionären in der Hauptversammlung 2018 dargelegt.

Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollund Steuerungssystems des Konzerns. Der Abschlussprüfer des OMV Konzerns, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei regelmäßig die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde.

Die Erfolge der letzten Jahre schaffen eine tragfähige Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens und vergrößern den strategischen Optionsradius.

1 Ab 1. Jänner 2018 muss bei Wahlen oder Entsendungen in den Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft ein verpflichtender Mindestanteil von 30% Männern und 30% Frauen im Aufsichtsrat beachtet werden, wenn der Aufsichtsrat aus mindestens sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertretern und die Belegschaft zumindest zu 20% aus Männern bzw. Frauen bestehen. Der Mindestanteil ist grundsätzlich insgesamt von Kapital- und Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter zu erfüllen (Gesamterfüllung). Die Mehrheit der Kapitaloder Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter ist berechtigt, der Gesamterfüllung zu widersprechen

In regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfindenden Tagungen des Portfolio- und Projektausschusses wurden die Entscheidungen zu wesentlichen Investitions- und M&A-Projekten durch umfangreiche Informationen und intensive Diskussionen vorbereitet. Darüber hinaus setzte sich der Portfolio- und Projektausschuss wiederholt mit strategischen Überlegungen zur langfristigen Portfolioausrichtung auseinander.

Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs.1 Aktiengesetz vorgelegten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2017, die damit gemäß § 96 Abs.4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2017 erhielten vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, eine Dividende von EUR 1,50 je Aktie auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Der gesonderte konsolidierte nichtfinanzielle Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) wird vom Aufsichtsrat getrennt geprüft und im Anschluss an den Geschäftsbericht gemeinsam mit dem diesbezüglichen Bericht des Aufsichtsrats separat veröffentlicht.

Das Jahr 2017 war für die OMV außerordentlich erfolgreich und auch für die Zukunft konnten entscheidende Weichen für ein profitables Wachstum gestellt werden. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich bei dem Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2017. Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr entgegengebrachtes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern der OMV.

Wien, am 14. März 2018

Für den Aufsichtsrat

Peter Löscher e.h.

Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

Die OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance der OMV. Die OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch die OMV im Jahr 2017 wurde einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch die OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen im Vergütungsbericht.

Der relevante Corporate-Governance-Bericht der OMV Petrom SA, ein Unternehmen, das im Konzernabschluss der OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist verfügbar unter www.omvpetrom.com > OMV Petrom > Investor Relations.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2020 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens

Nach seinem Doktorats-Studium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas &
Power GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2020

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leitung des Geschäftsbereichs Upstream

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied von OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Vor seiner Bestellung als Vorstandsmitglied der OMV war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV PETROM GAS SRL Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria
Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)

Reinhard Florey, *1965

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2019 Finanzvorstand

Verantwortungsbereich: Finanzen

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Firma Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outukumpu Oy.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft (beide seit 30. Juni 2017)

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A.S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Petrol Ofisi
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Gaz ve Enerji
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 28. Juli 2017)
Central European
Gas Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
(bis 31. Jänner 2018)
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 31. Mai 2017)

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Ende der laufenden Amtszeit: 31. Dezember 2019

Verantwortungsbereich: Geschäftsbereich Downstream sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffen und Chemie

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei der OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration und Produktion leitete er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten des Bereichs Exploration und Produktion verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns

Unternehmen Funktion
OMV Petrom SA Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A.S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Petrol Ofisi
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 13. Juni 2017)
OMV Gaz ve Enerji
Holding A.S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 28. Juli 2017)
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Supply &
Trading Limited
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Geschäftsführer
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 31. Jänner 2018)
Central European
Gas Hub AG
Vorsitzender des Aufsichtsrats
GAS CONNECT
AUSTRIA GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas Storage
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Vorsitzender des Aufsichtsrats
(bis 31. Mai 2017)
OMV Samsun Elektrik
Üretim Sanayi ve
Ticaret A.S.
Vorsitzender
des Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)
OMV Gaz Iletim A.S. Vorsitzender
des Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)
OMV Enerji
Ticaret A.S.
Vorsitzender des
Verwaltungsrats
(seit 14. August 2017)

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Er erläutert die Grundsätze der Vergütungspolitik und die unterschiedlichen Bestandteile der Vergütung einschließlich Leistungsanreizen und anderer Bezüge.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Vergütungs
element
Funktion Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Grundgehalt Für die Höhe des Grundge
halts werden die Verantwor
tung und Leistungen der ein
zelnen Vorstandsmitglieder,
die Situation der OMV sowie
die übliche Vergütungshöhe
bei europäischen Öl- und Gas
unternehmen von vergleich
barer Größe und bei vergleich
baren österreichischen Unter
nehmen berücksichtigt. Die
Vergütung erfolgt auf einem
wettbewerbsfähigen Niveau.
Bereitstellung eines fixen Ein
kommens, das Umfang und
Komplexität des Geschäfts sowie
die Rolle und Verantwortung der
einzelnen Vorstandsmitglieder
reflektiert und wettbewerbsfähig
am Markt ist.
Wettbewerbsfähige Vergütung,
um die qualifiziertesten Manager
der Öl- und Gasbranche zu
gewinnen und zu halten, die das
Unternehmen im besten Interesse
der Aktionärinnen und Aktionäre
führen.
Sachbezüge Vorstandsmitglieder erhalten
einen Dienstwagen und haben
Anspruch auf eine Unfallver
sicherung. Die Krankenversi
cherung beschränkt sich auf
die österreichische gesetzliche
Krankenversicherung.
Bereitstellung von Sachbezügen,
die mit jenen von anderen Mit
arbeiterinnen und Mitarbeitern
bei der OMV vergleichbar sind,
um Vorstandsmitglieder zu
gewinnen und zu halten.
Teil eines wettbewerbsfähigen
Vergütungspakets, um in Über
einstimmung mit den internen
Regeln und Verfahren für die
gesamte Belegschaft die qualifi
ziertesten Vorstandsmitglieder
zu gewinnen und zu halten.
Pensions
beiträge
Beitragsorientierte Pensionen
werden über eine Pensions
kasse geleistet. Die Höhe der
Pension hängt von der Höhe
des verfügbaren Kapitals in
der Pensionskasse ab. Das
Pensionsantrittsalter ist das
österreichische gesetzliche
Pensionsantrittsalter.
Die Pensionsbeiträge entspre
chen jenen für andere Mitarbei
terinnen und Mitarbeiter der
OMV und stellen sicher, dass die
Vergütungspakete der üblichen
Praxis in Österreich und in der
Öl- und Gasindustrie entspre
chen.
Die Nutzung einer Pensionskasse
beschränkt die von der OMV
getragenen Risiken. Die Höhe der
Pensionsbeiträge hängt alleine
von der Höhe des verfügbaren
Kapitals in der Pensionskasse ab.
Eine Verrentung erfolgt gemäß
dem genehmigten Geschäftsplan
der Pensionskasse.
Jährliche
Bonifikation
(Barkomponente
und Equity
Deferral, bisher
bezeichnet als
Matching Share
Plan bzw.
Aktienanteil des
Jahresbonus)
Die Leistung wird anhand
von jährlichen Kennzahlen
gemessen. 50% des Jahres
bonus werden in bar aus
gezahlt und 50% in Aktien
zugeteilt, die für drei Jahre
gehalten werden müssen.
Die Bonifikation ist auf 200%
des Grundgehalts begrenzt.
Bereitstellung einer variablen Ver
gütung auf Basis von jährlichen
finanziellen und nicht finanziellen
Kennzahlen, die relevant für
die Strategie der OMV und die
Öl- und Gasindustrie sind. Die
Kriterien werden vom Aufsichts
rat bzw. dem Vergütungsaus
schuss festgelegt und gewähr
leisten ein Gleichgewicht von
finanziellen, Effizienz- und Nach
haltigkeitsindikatoren inklusive
Indikatoren für Gesundheit,
Sicherheit und Umwelt.
Die Leistungskriterien werden
mit der Strategie der OMV ab
gestimmt, stellen eine leistungs
abhängige Vergütung sicher und
fördern eine Aktienkultur. Einzel
heiten zu den Leistungskriterien
werden im Geschäftsbericht ver
öffentlicht. Die Zahlungen unter
liegen Malus- und Rückzahlungs
bestimmungen.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Vergütungs
element
Funktion Zweck und Verbindung
zur Strategie
Angleichung an Interessen der
Aktionärinnen und Aktionäre
Long Term
Incentive Plan
Die Zuteilung erfolgt im Rah
men eines Performance Share
Plan. Die Anzahl der zugeteil
ten Aktien ist abhängig von
finanziellen und nicht finan
ziellen Kennzahlen sowie vom
relativen Total Shareholder
Return. Die Zuteilungen sind
begrenzt auf 175% des Grund
gehalts für den Vorstandsvor
sitzenden, 150% für den stell
vertretenden Vorstandsvor
sitzenden und 125% für die
übrigen Vorstandsmitglieder.
Förderung der mittel- und lang
fristigen Wertschöpfung bei der
OMV. Die Leistung wird anhand
von Schlüsselkriterien in Ver
bindung mit der Strategie und
der Aktienrendite der OMV
gemessen.
Abstimmung der Interessen von
Vorstand und Aktionärinnen und
Aktionären, Sicherstellung von
leistungsabhängiger Vergütung
und Förderung einer Aktienkultur
durch Zuteilen von OMV Aktien
abhängig von Kriterien für die
finanzielle und nicht finanzielle
Leistung (Gewichtung: 40%) und
einer Wertsteigerung gegenüber
anderen europäischen Öl- und
Gasunternehmen (Gewichtung:
60%). Einzelheiten zu den Krite
rien werden im Geschäftsbericht
veröffentlicht. Die Zahlungen
unterliegen Malus- und Rück
zahlungsbestimmungen.
Aktienbesitz
erfordernisse
Aktien im Wert von 200%
des Grundgehalts für den
Vorstandsvorsitzenden,
175% für den stellvertreten
den Vorstandsvorsitzenden
und 150% für die übrigen
Vorstandsmitglieder, die
innerhalb von fünf Jahren
aufgebaut werden müssen.
Sicherstellung langfristiger
Interessensübereinstimmung,
da das private Vermögen der
Vorstandsmitglieder betroffen
ist.
Angleichung von Interessen,
indem die Vorstandsmitglieder
zu Aktionärinnen und Aktionären
gemacht werden. Die potenzielle
Auswirkung auf privates Ver
mögen der Vorstandsmitglieder
erzeugt eine vergleichbare Wir
kung wie Malus und Rückzahlung.

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in Euro festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder zielt darauf ab, ein konkurrenzfähiges Niveau zu erreichen, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen und europäischen Industrieunternehmen sichergestellt. PricewaterhouseCoopers LLP (PwC) war für den Vergütungsausschuss 2017 ganzjährig beratend tätig.

Die langfristigen Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Stakeholder werden in der leistungsbezogenen Vergütung berücksichtigt, die sowohl kurz- als auch langfristige Elemente beinhaltet. Die Leistung des Vorstands wird anhand von finanziellen und nicht finanziellen Kennzahlen bewertet. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festgelegt. Aufgrund

der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, bestimmte Ermessensspielräume, um einzelne Komponenten im Falle von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen. Alle Anpassungen erfolgen immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Vorstandsmitglieder der OMV erhalten Vergütung in Form von Grundvergütung, Sachbezügen, einer jährlichen Bonifikation (die teilweise um drei Jahre verzögert in OMV Aktien ausgezahlt wird), einem Long Term Incentive Plan (LTIP) und Pensionsbeiträgen.

Der Großteil der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder wird in Form von variablen Vergütungselementen zugeteilt. Für das Geschäftsjahr 2017 machten die variablen Elemente zwischen 66% und 68% der Zielvergütung der Vorstandsmitglieder aus (die Varianz ist auf den höheren LTIP-Anteil für Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden zurückzuführen). Gemäß österreichischem Recht und den Anforderungen des öCGK basiert ein

Überblick über die Vorstandsvergütung

Ungefährer Anteil der gesamten Zielvergütung

großer Teil der variablen Vergütung auf der Leistung über mehrere Jahre. Für das Geschäftsjahr 2017 orientieren sich 64% bis 67% der variablen Zielvergütung an der langfristigen Leistung, entweder über den LTIP oder den verzögert ausgezahlten Teil der jährlichen Bonifikation.

Nicht erfolgsbezogene Vergütungen

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr jeweils am letzten Banktag eines Monats vorgesehen.

Sachbezüge

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung.

Pensionsbeiträge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Dadurch werden die von der OMV getragenen Risiken begrenzt. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Erfolgsbezogene Vergütungen

Jährliche Bonifikation

Die jährliche Bonifikation belohnt exzellente operative Ergebnisse und finanzielle Performance sowie nachhaltige Unternehmensentwicklung bei der OMV. Der Aufsichtsrat und die Mitglieder des Vorstands legen für jedes Geschäftsjahr eine Reihe von Leistungskriterien fest. Die Auszahlung kann maximal 200% des Bruttojahresgehalts betragen.

Die Auszahlung wird auf Basis der finanziellen und operativen Ziele bestimmt und kann vom Aufsichtsrat angepasst werden, um Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit sowie im Fall von wesentlichen Änderungen wichtiger externer Faktoren (etwa Ölpreis) und die allgemeine Leistung des Vorstands zu berücksichtigen. Die im Geschäftsjahr 2017 angelegten Leistungskriterien werden im Folgenden genauer erläutert.

Die Auszahlung der jährlichen Bonifikation wird zu gleichen Teilen in eine im folgenden Geschäftsjahr ausgezahlte Barbonifikation (50%) und ein Equity Deferral 1 (50%) aufgeteilt, das in OMV Aktien zugeteilt wird, die für drei Jahre gehalten werden müssen (Haltefrist). Die Aktien werden nach Steuern im folgenden Geschäftsjahr zugeteilt und müssen für die Dauer der Haltefrist auf einem von der OMV verwalteten Treuhanddepot hinterlegt werden. Das Equity Deferral dient als weiteres langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an die OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert.

Jährliche Bonifikation 2017

Zu Beginn des Leistungsjahrs werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Jahres gemessen. Die Leistungskriterien für das Geschäftsjahr 2017 setzen sich aus den in der folgenden Tabelle aufgeführten Bereichen und Anpassungen zusammen:

Leistungskriterien – jährliche Bonifikation 2017 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanzen CCS NOPAT vor Sonder
effekten
20%
Freier Cashflow vor
Dividenden und
exkl. Veräußerungen
und Akquisitionen 30%
Ausgewiesener ROACE 10%
Effizienz Inkludiert beispielsweise
die termingerechte und
budgetkonforme Durch
führung von Investitions
projekten sowie Kosten
einsparungen 40%
Nachhaltig
keit
Allgemeiner Fortschritt +/– 10%
Multiplikator
Multiplikator
finanzielle
Ziele und
Performance
Gibt Aufsichtsrat und Vergü
tungsausschuss bestimmte
Ermessensspielräume,
innerhalb der jeweiligen
Höchstgrenzen, um einzelne
Komponenten im Fall von
wesentlichen Änderungen
wichtiger externer Faktoren
(etwa Ölpreis) anzupassen
und um die allgemeine
Performance des Vorstands
zu beurteilen diskretionär

Die Auszahlung ist abhängig von der Höhe der Zuteilung. Diese wird wiederum mittels Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz der maximalen jährlichen Bonifikation ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von Ernst & Young geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen erfolgt linear.

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Alle Zielüberschreitung 100%
Kriterien Zielwert 70%
Schwelle 25%
Unter der Schwelle 0%

Ausgehend von Zuteilungen in Höhe von 70% ergeben sich folgende jährliche Zielbonifikationen für die einzelnen Vorstandsmitglieder:

Variable Zielvergütung – jährliche Bonifikation 2017
In EUR
Seele Florey Pleininger Leitner
Barbonifikation 630.000 420.000 402.500 490.000
Equity Deferral 630.000 420.000 402.500 490.000

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2017 ergibt sich insgesamt eine jährliche Bonifikation von 100% der maximalen Zuteilung. Die Barkomponente der Bonifikation von 50% wird im Jahr 2018 ausgezahlt. Im Rahmen des Equity Deferral werden die verbleibenden 50% in Aktien zugeteilt, die für drei Jahre gehalten werden müssen.

Performance Scorecard – jährliche Bonifikation 2017 (Barbonifikation und Equity Deferral)

Zielüber Zuteilung
(% max.
Kriterien Schwelle Zielwert schreitung Istwert Gewichtung Zuteilung)
CCS NOPAT vor
Sondereffekten in EUR Mio 1.150 1.350 1.550 2.169 20% 20%
Freier Cashflow in EUR Mio 450 650 850 1.863 30% 30%
Ausgewiesener
ROACE
8,4% 9,6% 10,8% 14,1% 10% 10%
Wichtige Investitions
projekte 1 –
Abweichung vom
Zeit-/Kostenplan
"Orange" "Gelb" "Grün" "Grün",
"gelb"
und
"orange"
10% 9%
Wichtige Investitions
projekte 2 – Änderung
nicht marktbezogener
Kapitalwert
in EUR Mio –15 Keine Ver
änderung
15 57 10% 10%
Kostensenkung in EUR Mio 20 70 120 131 20% 20%
Zielerreichung,
Finanzen und Effizienz
100% 99%
Multiplikator Nach
haltigkeit/Multiplikator
finanzielle Ziele und
Performance
+/– 10%/
diskretionär
1%
Gesamthöhe
der Zuteilung
100%

Obwohl das Marktumfeld schwierig blieb, wurden die Ziele für CCS NOPAT vor Sondereffekten, Free Cashflow und ausgewiesenem ROACE zur Gänze erreicht. Zur Zielerreichung von 99% hat zudem eine gute Projektzielerreichung sowie die erfolgreiche Beendigung des Kostensenkungsprogrammes beigetragen. Der Vergütungsausschuss hat von seinem Ermessensspielraum Gebrauch gemacht und die Zielerreichung von 99% auf die maximale Höhe von 100% angehoben. Bei seiner Entscheidung hat der Vergütungsausschuss sorgfältig die Sicherheitsund Nachhaltigkeitsleistungen der OMV auf Basis von Informationen, die vom Vorstand zur Verfügung gestellt und von Ernst & Young überprüft wurden, berücksichtigt. Für die Evaluierung des Performance-Multiplikators wurden die Leistungen des Vorstands im Jahr 2017 berücksichtigt, insbesondere die strategische Entwicklung sowie die Portfolio-Transformation der OMV, die sich in einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit und einem höheren Wert der OMV niederschlugen. Dies resultierte in einem kombinierten Nettoeffekt des Nachhaltigkeits-Multiplikators und des Performance-Multiplikators von +1%.

Long Term Incentive Plan

Der Long Term Incentive Plan (LTIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung bei der OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselindikatoren gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verhindern. Die Obergrenze der Aktienzuteilung liegt bei 175% des jährlichen Grundgehalts (brutto) für den Vorstandsvorsitzenden, 150% für den stellvertretenden Vorsitzenden und 125% für die übrigen Vorstandsmitglieder.

Die Vorstandsmitglieder haben seit der Einführung des Plans im Jahr 2009 eine jährliche Zuteilung erhalten. Der LTIP 2017 wurde von der Hauptversammlung 2017 genehmigt.

Long Term Incentive Plan (LTIP) 2017

Zu Beginn des dreijährigen Leistungszeitraums werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende dieses Zeitraums gemessen. Auch die Gewichtung der einzelnen Kriterien wird am Anfang des Leistungszeitraums festgelegt. Für den LTIP 2017 (Leistungszeitraum: 1. Jänner 2017 bis 31. Dezember 2019) gelten folgende Leistungskriterien:

Leistungskriterien – LTIP 2017

Kriterien Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
60%
Freier Cashflow vor Dividenden und
exkl. Veräußerungen und Akquisitionen
über drei Jahre
10%
Nachhaltigkeitskomponente 10%
Performance bei Veräußerungen
und Akquisitionen
10%
Reserven-Ersatzrate (RRR)
über drei Jahre
10%

Die Auszahlung ist abhängig von der Höhe der Zuteilung. Diese wird wiederum mittels Vergleich der vereinbarten Ziele mit den erreichten Werten ermittelt und als Prozentsatz der maximalen LTIP-Zuteilung ausgedrückt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von Ernst & Young geprüft. Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear. Anspruchstag des LTIP 2017 ist der 31. März 2020. Die Höhe der Zuteilung für die einzelnen Leistungskriterien ist den Tabellen zu entnehmen.

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Upstream/Downstream Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Statoil, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen).

Höhe der Zuteilung

Kriterien Leistung Zuteilung
Freier Cashflow,
RRR, Performance
Zielüberschreitung 100%
Zielwert 70%
bei Veräußerungen
und Akquisitionen
Schwelle 25%
und Nachhaltigkeit Unter der Schwelle 0%
Relativer TSR Zielüberschreitung:
am oder über
dem 3. Quartil
(≥ 75. Perzentil)
100%
Zielwert: am Median
(= 50. Perzentil)
25%
Schwelle: am oder
unter dem 1. Quartil
(≤ 25. Perzentil)
0%

Ausgehend von Zuteilungen in Höhe von 43%1 ergeben sich folgende jährliche LTIP-Zuteilungen für die einzelnen Vorstandsmitglieder:

Der Prozentsatz der Gesamtzuteilung im Rahmen des LTIP 2015 beträgt 100% und die entsprechende Übertragung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2018. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft.

Variable Zielvergütung – LTIP 2017

In EUR Seele Florey Pleininger Leitner
LTIP 2017 677.250 322.500 325.188 376.250

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zum Equity Deferral (MSP).

Performance Scorecard – LTIP 2015

Kriterien Schwelle Zielwert Zielüber
schreitung
Istwert Gewichtung Zuteilung
(% max.
Zuteilung)
Relativer TSR zur
Vergleichsgruppe in EUR Mio 1. Quartil Median 3. Quartil 3. Quartil 70% 70%
Freier Cashflow nach Divi
denden inkl. Veräußerungen
(Dreijahresdurchschnitt)
in EUR Mio –300 0 300 454 20% 20%
Action Item Response Rate/
Action Closure Rate:
Unfälle und Beinaheunfälle;
Erkenntnisse und Gefahren
(Dreijahresdurchschnitt)
84% 88% 93% 94% 5% 5%
Kontraktorenmanagement
(Dreijahresdurchschnitt)
75% 85% 95% 92% 5% 5%
Gesamthöhe der Zuteilung 100% 100%

Aktienbesitzerfordernisse für die Vorstandsmitglieder

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment an der OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Anstellung als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden.

Alle Vorstandsmitglieder haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zumindest zum Teil bereits erfüllt.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Zuteilung aus dem LTIP automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuern). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Zuteilung in bar oder in Aktien erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2017 bis zum 31. März 2017 (EUR 34,99).

1 TSR-Ziel (25% Zuteilung × 60% Gewichtung) + Ziel sonstige Kriterien (70% Zuteilung × 40% Gewichtung) = 43%

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung

Erfüllung
in Aktien in %
des
Gehalts
in Aktien1 in %
der Anfor
derung
75.790 200 48.435 63,91
37.626 150 8.335 22,15
37.895 150 19.333 51,02
44.211 150 59.335 134,21
Aktienbesitz
erfordernis

1 auf Treuhanddepot des Unternehmens

Rückzahlung

Equity Deferral und LTIP unterliegen Rückzahlungsbestimmungen, die unter bestimmten Umständen die Anpassung von ausstehenden Vergütungen und/oder das Eintreiben von bereits ausgezahlten

Höhe der Vergütungen 2017

Vorstandsbezüge1
Vergütungen zulassen. Im Fall eines Rückzahlungs
ereignisses werden die im Rahmen von Equity
Deferral oder LTIP zugeteilten Barmittel oder Aktien
reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen
des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungs
ereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche
Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses auf
grund eines Fehlers; wesentliches Versagen des
Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten
führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner
Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österrei
chischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder
ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berech
nung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstands
mitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben
oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berech
nungsfehler bezogen wurden.
In EUR
Vergütung 2017 Seele Florey Pleininger Leitner Summe
Fix (Grundgehalt) 900.000 600.000 575.000 700.000 2.775.000
Variabel (Barbonifikation 2016) 738.000 246.000 451.000 574.000 2.009.000
Sachbezüge (Dienstwagen, Unfall
versicherung und Aufwandersatz)
12.842 56.4252 12.420 12.724 94.411
Summe 1.650.842 902.425 1.038.420 1.286.724 4.878.411
Variabel (Equity Deferral (MSP);
Anzahl der brutto Aktien) 3
23.105 7.701 14.120 17.971 62.897
Verhältnis fix/variabel 4 36/64 55/45 38/62 35/65 39/61
LTIP 2014 (bar) 5 0 0 06 69.159 69.159

1 Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2017 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2016

2 Einschließlich Schulkosten und damit verbundener Steuern

3 Das Equity Deferral aus der jährlichen Bonifikation wurde zum Zeitpunkt der Zuteilung noch als "Matching Share Plan" (MSP)

bezeichnet. Die Bezeichnung des Plans wurde seitdem geändert, um für größere Klarheit zu sorgen. Entsprechende Werte in EUR zum 31. März 2017: Seele: EUR 852.228, Florey: EUR 284.051, Pleininger: EUR 520.816, Leitner: EUR 662.860

4 Anteil der gesamten Vergütung. Fix inkludiert Grundgehalt und Sachbezüge; variabel umfasst Barbonifikation, Equity Deferral (MSP) und LTIP 2014 5 2017 wurden keine Aktien für LTIP 2014 zugeteilt

6 Johann Pleininger erhielt eine Barbonifikation in Höhe von EUR 42.307 aus dem LTIP 2014 für Führungskräfte

Pensionskassenbeiträge
In EUR
Seele 225.000
Davies 54.000
Florey 150.000
Pleininger 144.000
Leitner 175.000
Summe 748.000

Beendigungsansprüche

Gerhard Roiss legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 30. Juni 2015 zurück. Sein Vertrag lief noch bis zum 31. März 2017 weiter. David C. Davies legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Juli 2016 zurück. Sein Vertrag lief noch bis zum 31. März 2017 weiter. David C. Davies erhielt in dieser Zeit weiterhin Zahlungen (einschließlich Sachbezügen) gemäß seinem Anstellungsvertrag.

Gerhard Roiss, David C. Davies, Hans-Peter Floren und Jaap Huijskes haben 2017 Zahlungen gemäß ihren ehemaligen Anstellungsverträgen erhalten. David C. Davies und Jaap Huijskes haben im April 2017 Bonifikations- und LTIP-Zahlungen erhalten. Gerhard Roiss und Hans-Peter Floren haben 2017 LTIP-Zahlungen erhalten.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR
Davies 1 Huijskes Roiss Floren
Vergütungs
ansprüche für
2017 (Bonifika
tion und LTIP) 2
1.404.791 419.097 176.753 82.991
Zahlungen
für vertragliche
Verpflichtungen3
222.540 0 0 0
Summe 1.627.331 419.097 176.753 82.991

1 Relevanter Zeitraum: Jänner–März 2017 2 Barbonifikation und Equity Deferral (MSP) hängen vom Zielerreichungs-

grad 2016 ab, LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2014–2016 ab 3 Grundvergütung und Sachbezüge

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung)

Die OMV hat eine D&O-Versicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern ca. EUR 550.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel der OMV ist ein wettbewerbsfähiges Vergütungs- und Benefitspaket, das die Strategie optimal fördert und unterstützt. Die OMV will die am besten qualifizierten Nachwuchskräfte weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. Die OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Die Vergütung des Vorstands der OMV Petrom unterliegt ebenfalls den Vergütungsregelungen der OMV. Generell ist die Vergütungsstruktur der OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den relevanten Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich stärkt die OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Öl- und Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsprämien
  • Long Term Incentive Plans
  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
  • Dienstfahrzeuge

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem die OMV tätig ist, individuell zugeschnitten, und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Jubiläumsgelder

Einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (91 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long Term Incentive Plan. Zusätzlich haben einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns Anspruch auf eine Teilnahme am Transformation Bonus, der an die Erreichung vordefinierter Zielerreichungskriterien geknüpft ist. Eine potenzielle Auszahlung erfolgt in den Jahren 2018 und 2021.

Für diese Beschäftigten gelten auch jährliche Bonusvereinbarungen wie im Folgenden dargestellt:

2017 nahmen insgesamt rund 3.600 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem gestuften Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft. Teilnehmende des MbO-Programms können ihre getroffenen Zielvereinbarungen über das konzernweite Performance and Development System (PDS), welches 2018 durch ein neues System (My Success Factors) ersetzt wird, einsehen. So können die Teilnehmenden ihre Ziele wechselseitig berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertreterinnen und Vertretern (Kapitalvertreterinnen und -vertretern) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Fünf der derzeitigen Kapitalvertreterinnen und -vertreter wurden in der Hauptversammlung 2014 gewählt, ein Mitglied wurde in der Hauptversammlung 2015 und vier in der Hauptversammlung 2016 gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der OMV im Jahr 2017 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sowie ihre allfälligen Management-Funktionen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

Vorsitzender Mandate: Deutsche Bank AG (bis 18. Mai 2017), Sulzer AG (Vorsitzender) und Telefonica, S.A.

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Stellvertretende Vorsitzende Mandate: Commerzbank AG, Vienna Insurance Group AG

Murtadha Al Hashmi, *1966

Stellvertretender Vorsitzender (Finanzvorstand, International Petroleum Investment Company (IPIC) (bis 11. Februar 2017); Finanzvorstand (keine formale Organfunktion), Abu Dhabi National Oil Company (von 12. Februar 2017 bis 31. Dezember 2017); Senior Advisor, Mubadala Investment Company (seit 2. Jänner 2018)) Mandat: Banvit Bandirma Vitaminli Yem Sanayii A.S˛. (bis 25. Mai 2017)

Wolfgang C. Berndt, *1942

Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Helmut Draxler, *1950

Mandate: RHI AG (Stellvertretender Vorsitzender) (bis 27. Oktober 2017)

Marc H. Hall, *1958

(Geschäftsführer, R&EM – Restructuring & Energy Management e.U. (seit 2. November 2017); Senior Manager, Wagner, Elbling & Company GmbH (seit 1. August 2017)) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Ahmed Matar Al Mazrouei, *1972

(Vorstandsvorsitzender der Emirates Liquefied Natural Gas L.L.C.) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Karl Rose, *1961

(Geschäftsführender Partner, Strategy Lab GmbH; Geschäftsführender Partner, PV-Photovoltaics Styria GmbH (bis 3. November 2017); Geschäftsführender Partner, PDM GmbH (bis 17. Februar 2017); Group Chief Strategist, Abu Dhabi National Oil Company (seit 26. Februar 2017)) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Herbert Werner, *1948

(Geschäftsführender Partner, HCW Verkehrsbetriebe GmbH; Geschäftsführender Partner, HCW Vermögensverwaltungs GmbH) Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(Co-Leiterin von Asia Pacific Global Investment and Corporate Banking, Bank of America Merrill Lynch) Mandate: keine Mandate in in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964 Wolfgang Baumann, *1958 Herbert Lindner, *1961 Alfred Redlich, *1966 Gerhard Singer, *1960

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats der OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website der OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über OMV > Corporate Governance & Organisation > Aufsichtsrat.

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören drei Frauen und drei nicht-österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 46 und 75 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2017 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Wolfgang Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Helmut Draxler, Karl Rose, Marc H. Hall, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2017 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Peter Löscher, Gertrude Tumpel-Gugerell, Marc H. Hall und Karl Rose wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidial- und Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2017 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats).

2017 wurden sieben Sitzungen des Aufsichtsrats und 22 Ausschuss-Sitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie der OMV. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde zudem intensiv in einem Workshop außerhalb des Unternehmens zwischen Aufsichtsrat und Vorstand diskutiert. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse war 2017 wie folgt:

Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse 20171

Name AR PNA PPA PrüfA VergA
Peter Löscher 7/7 5/5 6/6 6/6 5/5
Gertrude Tumpel
Gugerell 6/7 4/5 3/6 6/6
Murtadha Al Hashmi 7/7 5/5 5/6 6/6 5/5
Wolfgang C. Berndt 6/7 5/6 5/5
Helmut Draxler 6/7 6/6 4/5
Marc H. Hall 7/7 6/6
Ahmed Matar
Al Mazrouei 7/7 5/5 6/6
Karl Rose 4/7 6/6
Herbert Werner 7/7 6/6
Elif Bilgi Zapparoli 4/7
Christine Asperger 7/7 4/6
Wolfgang Baumann 7/7 5/5 6/6
Herbert Lindner 7/7 6/6 6/6
Alfred Redlich 7/7 5/5
Gerhard Singer 7/7 6/6 6/6

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss

Name Aufsichtsrat und
Ausschüsse 20171
Vergütung
für 20162
für 20173
Amtsdauer
AR PNA PPA PrüfA VergA in EUR in EUR
Peter Löscher V V SV M V 49.836 80.000 18. Mai 2016 bis HV 2020
Gertrude Tumpel
Gugerell
SV SV M V 50.820 61.000 19. Mai 2015 bis HV 2020
Murtadha Al Hashmi SV SV SV SV SV 73.000 73.000 10. Mai 2012 bis HV 2019
Wolfgang C. Berndt M SV SV 54.935 44.000 26. Mai 2010 bis HV 2019
Helmut Draxler M M M 40.000 40.000 16. Oktober 1990 bis HV 2019
Marc H. Hall M M 18.689 30.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Ahmed Matar
Al Mazrouei M M M 24.919 40.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Karl Rose M V 21.180 34.000 18. Mai 2016 bis HV 2019
Herbert Werner M M 30.000 30.000 4. Juni 1996 bis HV 2019
Elif Bilgi Zapparoli M 20.000 20.000 13. Mai 2009 bis HV 2019
Christine Asperger M M – 4 – 4 seit 1. Jän. 20135
Wolfgang Baumann von 16. Dez. 1998 bis
1. April 1999 und erneut seit
M M M – 4 – 4 11. Nov. 20045
Herbert Lindner M M M – 4 – 4 seit 1. Juni 20135
Alfred Redlich M M – 4 – 4 seit 1. Juni 20135
Gerhard Singer M M M – 4 – 4 seit 26. Sept. 20165

Funktionen und Mitgliedschaften

1 Abkürzungen: AR = Aufsichtsrat, PNA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, PPA = Portfolio- und Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss, VergA = Vergütungsausschuss. V = Vorsitzende/Vorsitzender; SV = Stellvertretende Vorsitzende/Stellvertretender Vorsitzender; M = Mitglied;

HV = Hauptversammlung; Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode in 2016 endete, sind hier nicht angeführt

2 Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie eventuell erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten

3 Basierend auf der in der HV 2017 beschlossenen Vergütung und vorbehaltlich der Genehmigung in der HV 2018

4 Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder

5 Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat begonnen mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung wurden im ersten Quartal 2017 ausführlich im Aufsichtsrat diskutiert und während des gesamten Jahres behandelt.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. 2016 fanden fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Ziffer 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2017 für die jährliche Prüfung EUR 2,48 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 1,07 Mio, für Steuerberatungsleistungen EUR 0,18 Mio. und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,03 Mio.

Portfolio- und Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2017 fanden sechs Sitzungen des Portfolio- und Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstands mitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2017 fanden fünf Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

PwC beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dazu gehörten auf öffentlichen Daten beruhende Marktinformationen, Beratung zur angemessenen Struktur von kurz- und langfristigen Anreizen sowie Informationen über die Vergütungen und die Performance von Vergleichsgruppen.

PwC wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und war nicht für den Vorstand der OMV beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist. Außerdem beriet PwC das Unternehmen 2017 in Steuerangelegenheiten und bei der Berichterstattung.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2017 hat für das Geschäftsjahr 2016 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder

In EUR 1

Vorsitzende/Vorsitzender 30.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 25.000
Mitglied 20.000
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 14.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses 12.000
Mitglied eines Ausschusses 10.000

1 Sitzungsgelder in Höhe von EUR 400/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2016 wurden 2017 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2017 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2016 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,50 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,10 Mio und die Reisespesen EUR 0,66 Mio.

Mitwirkung der Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Frauenförderung und Diversitätskonzept

Diversity hat bei der OMV eine hohe Priorität. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Gender und Internationalität. Als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es für die OMV eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Die OMV unterstützt die Beförderung von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil von derzeit 18% in den kommenden Jahren kontinuierlich zu erhöhen. Der Frauenanteil im Gesamtkonzern beträgt rund 25%. In den Programmen der OMV zur Entwicklung lag der Frauenanteil 2017 bei 22%. Im neu entwickelten "First Time Leaders"-Programm für neue Führungskräfte wurde ein beachtlicher Anteil von 37,5% an Teilnehmerinnen erreicht. Im Rahmen des für Absolventinnen und Absolventen technischer Studien entwickelten Einstiegsprogramms im Upstream-Bereich (Integrated-Graduate-Development-Programm) lag der Frauenanteil 2017 bei 22%. Inzwischen wurde eine breite Palette an Maßnahmen zur Förderung der Diversity bei der OMV initiiert und erfolgreich umgesetzt. Es gibt ein konzernweites E-Learning-Programm zum Thema Diversity, um die entsprechenden Fähigkeiten und das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens zu erhöhen. Darüber hinaus ist das Thema Diversity in alle Programme zur Entwicklung von Führungskräften und seit 2016 in die OMV Mitarbeiter-Strategie integriert. Die OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen der OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen. Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen der OMV und in der internen Veröffentlichung aller Stellenausschreibungen leistet die OMV einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die OMV nimmt außerdem am Wiener Töchtertag teil, um bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf zu wecken. Mitarbeiterinnen initiierten ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Diversity-Fragen zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern. Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV besucht werden.

Die OMV beobachtet laufend Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden und Betriebszugehörigkeit wie auch die Gleichheit der Gehälter, um eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicherzustellen.

Die beschriebenen Maßnahmen und Programme zur Förderung der Vielfalt der Belegschaft werden von Aufsichtsrat und Vorstand als ein Schlüsselelement zur Stärkung der Diversität des internen Pools an Vorstandsnachfolgekandidatinnen und -kandidaten gesehen. Im Rahmen der internen Nachfolgeplanung befasst sich der Präsidial- und Nominierungsausschuss zumindest einmal jährlich mit der Identifizierung und Weiterentwicklung von internen Potenzialträgern. Zur bestmöglichen Besetzung freier Vorstandspositionen bedient sich der Aufsichtsrat zusätzlich zur internen Nachfolgeplanung auch der Möglichkeit der externen Rekrutierung. Neben der fachlichen Eignung wird sowohl bei der internen als auch der externen Auswahl von Vorstandsmitgliedern besonderes Augenmerk auf ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlechtern, Alter und internationaler Erfahrung gelegt.

Dem Vorstand der OMV gehört aktuell keine Frau an. Daher wurde in den diesjährigen Nachfolgeplanungsüberlegungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses der Diskussion von weiblichen Potenzialträgern besonderer Stellenwert eingeräumt. Im Hinblick auf die Altersverteilung und Internationalität im Vorstand zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis: Die Vorstandsmitglieder der OMV Aktiengesellschaft sind zwischen 52 und 57 Jahre alt, kommen aus zwei unterschiedlichen Nationen und verfügen über umfassende internationale Managementerfahrung.

Die von der Hauptversammlung auf Grundlage der Nominierung der ÖBIB zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder werden vom Nominierungskomitee der österreichischen Bundesregierung vorgeschlagen. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt anhand einer Vielzahl von Kriterien, die insbesondere die fachliche Eignung, persönliche Integrität, Unabhängigkeit und Unbefangenheit der Kandidatinnen und Kandidaten umfassen. Zusätzlich wird auf Aspekte der Diversität des Aufsichtsrats hinsichtlich der Vertretung beider Geschlechter, einer ausgewogenen Altersstruktur und der Internationalität der Mitglieder Bedacht genommen. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat der OMV drei Frauen an, was einem Anteil von 20% entspricht. Im Einklang mit dem in 2017 beschlossenen

"Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat" soll dieser Anteil spätestens im Zuge der nächsten regulären Wahlen bei der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2019 auf zumindest 30% erhöht werden. Besonderes Augenmerk gilt auch der weiteren Stärkung der industriespezifischen Kompetenzen und der Internationalität des Aufsichtsrats im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Die Mitglieder des Aufsichtsrats weisen mit einem Alter zwischen 46 und 75 Jahren eine ausgewogene Altersstruktur auf.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch die OMV wird jedes Jahr einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2017 hat OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass die OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Rainer Seele e.h. Manfred Leitner e.h.

Lagebericht

Geschäftsverlauf 2017

Die im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 129,00 Mio (2016: EUR 115,98 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen, welche im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen sind.

Das Betriebsergebnis beläuft sich auf EUR – 43,07 Mio (2016: EUR 221,14 Mio). Das höhere Betriebsergebnis 2016 war im Wesentlichen auf die Auflösung der Drohverlustrückstellung in der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) in Höhe von EUR 272,10 Mio zurückzuführen.

Der Finanzerfolg beträgt im Geschäftsjahr 2017 EUR 838,00 Mio (2016: EUR – 132,96 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividendenund Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 990,16 Mio und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2016 (EUR – 26,11 Mio). Im Wesentlichen ist dies auf ein besseres Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Öl zurückzuführen. Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 95,77 Mio (2016: EUR Null) ebenfalls über dem Vorjahresniveau.

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Upstream exklusive OMV Petrom betrug wie im Vorjahr EUR Null.

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Downstream exklusive OMV Petrom lag mit EUR 859,43 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2016: EUR – 38,82 Mio). Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Öl exklusive OMV Petrom erhöhte sich auf EUR 772,66 Mio (2016: EUR 276,22 Mio). Das Ergebnis ist auf die höheren Raffineriemargen zurückzuführen. Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Gas exklusive OMV Petrom lag für Ergebnisabführungen mit EUR 86,77 Mio (2016: EUR – 330,32 Mio) deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Dividenden des Bereichs Downstream Gas waren mit EUR Null (2016: EUR 15,28 Mio) unter dem Vorjahresniveau. Das höhere Downstream Gas Ergebnis 2017 war durch das verbesserte Marktumfeld beeinflusst.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Investitionen in Form von Kapitalzuführungen von der OMV Aktiengesellschaft getätigt.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2017 betrug EUR 53,47 Mio (2016: EUR 153,16 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR 1.033,80 Mio (2016: EUR –2.645,72 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR 223,51 Mio (2016: EUR 2.964,83 Mio).

Der Jahresüberschuss betrug EUR 782,20 Mio (2016: EUR 239,32 Mio).

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2017 auf EUR 18.071,12 Mio (2016: EUR 17.354,68 Mio).

Das Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2017 mit EUR 5.298,24 Mio ermittelt (2016: EUR 4.896,99 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2017 betrug 29,32% (2016: 28,22%).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2017 lag bei rund 71,46% (2016: 80,74%).

Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) wurde mit 15,34% (2016: 4,85%) ermittelt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2017 379 (2016: 384).

Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage "Abkürzungen und Definitionen", welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Eigene Anteile

An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2017 insgesamt 772.230 Stück gehalten (EUR 772.230), was 0,24% des Grundkapitals entspricht.

Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt "Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)".

Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 52.139 Stück, das entspricht 0,02% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von TEUR 1.924 verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von TEUR 1.352 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Corporate Governance Bericht

Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance Bericht ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investor Relations > Corporate Governance & Organisation abrufbar.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) und International Petroleum Investment Company (IPIC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBIB hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt,

bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls

  • (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungs-Modellen auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital).

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

    1. a) Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich platziert. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat der Konzern die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
    2. b) Am 7. Dezember 2015 hat OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio auf dem Markt platziert. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und ausgegebenen Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Für die Überwachung der wesentlichen "End-to-End"-Prozesse (z. B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Risikomanagement

Ebenso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist der OMV Konzern einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns wird der Schwerpunkt auf die Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität gelegt. Risiken werden aktiv im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns gesteuert.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagement-Aktivitäten fokussieren sich auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury and Risk Management koordiniert, wodurch sichergestellt wird, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein Risk Owner definiert, der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des entsprechenden Risikos zu verantworten.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Kredit-Rating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Nichtfinanzielle und finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-Prozesses (UWRM) identifiziert, beurteilt und berichtet.

Hauptzweck des UWRM ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Durch richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, um somit den Wert des Konzerns nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen Bereichen der Organisation, einschließlich der Tochtergesellschaften in

mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Der UWRM-Prozess wird laufend gemäß den internen und externen Anforderungen verbessert.

Ein funktionsübergreifendes Komitee ("Risk Committee"), bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter Leitung des CFO, stellt sicher, dass im Rahmen des UWRM die wesentlichen Risiken innerhalb des Konzerns effektiv erfasst und gesteuert werden.

Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zu fortlaufender Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und mit den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Strategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht vollkonsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert.

Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Übereinstimmung mit dem österreichischen Corporate-Governance-Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nichtfinanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans ermittelt:

  • Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSEund regulatorischen bzw. Compliance-Risiken
  • Strategische Risiken, die zum Beispiel durch technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
  • Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken

Die OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem im Jemen, in Libyen, Kasachstan, Pakistan, Russland, Tunesien und der Türkei), oder verfügt über Vermögenswerte in diesen Ländern. Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion sowie höhere Steuersätze, Begrenzung von Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein. Der Konzern verfügt allerdings über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich beobachtet. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Die OMV analysiert das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und ihrer Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten, um stets die geltenden Sanktionen einzuhalten. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel werden separat erfasst und konzernweit zusammengeführt. Darüber hinaus beobachtet der Konzern die Entwicklung der Bestimmungen zu Klimawandel und Dekarbonisierung in allen Ländern, in denen es Aktivitäten gibt. Im Bereich Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu begegnen. Der OMV Konzern ist einer Vielzahl von Gesundheits-, Sicherheitsund Umweltrisiken ausgesetzt, die bedeutende Verluste verursachen können.

Die Steuerung und Kontrolle bewerteter Risiken erfolgt unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management von Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement, Corporate Social Responsibility mit Fokus auf Menschenrechte sowie Marktpreisrisiken, wird zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis- und andere finanzielle Risiken entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit eines Geschäftspartners entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl- und Gasunternehmen ist die OMV substanziell den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, TRY und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Short-Positionen in RON, NOK und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, erfolgen zentral auf konsolidierter Basis. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Financial Risk Committee präsentiert. Dieses Komitee unter Leitung des CFO setzt sich aus leitenden Führungskräften der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. Das Financial Risk Committee ist auch für die Überprüfung der Risikoorganisation und der entsprechenden Regelungen zur Risikosteuerung im OMV Konzern verantwortlich sowie dafür, dem OMV Vorstand gegebenenfalls Änderungsvorschläge zur Genehmigung zu unterbreiten.

In Bezug auf Marktpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Upstream-Geschäft abzusichern, setzt die OMV Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein.

Im Downstream-Geschäft ist die OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren, werden entsprechende Hedging-Aktivitäten durchgeführt. Hierunter fallen insbesondere Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, wobei eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. Zukaufs im Falle einer Unterdeckung angestrebt wird.

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Des Weiteren analysiert OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl auf Konzernebene als auch bei OMV Petrom in einer Richtlinie festgelegt.

Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)

Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Umwelt und Gesellschaft hat bei der OMV eine lange Tradition. 2017 hat die OMV mit der Überprüfung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie begonnen, um diese in die Konzernstrategie zu integrieren und diese mit dem neuen OMV Unternehmenszweck, der Geschäftsgrundlage und den Prinzipien abzustimmen. In mehreren Sitzungen und Workshops mit dem Vorstand und der obersten Führungsebene wurden die aktualisierte Nachhaltigkeitsdefinition sowie Schwerpunktbereiche festgelegt. Zudem wurde der Prozess für die Festlegung messbarer externer Verpflichtungen für die einzelnen Schwerpunktbereiche initiiert. Nachhaltigkeit bedeutet für die OMV, dass wir langfristig Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden sowie Aktionärinnen und Aktionäre schaffen, indem wir innovativ handeln und eine Arbeitgeberin erster Wahl sind. Wir führen unsere Geschäfte auf verantwortliche Art und Weise, schonen dabei die Umwelt und schaffen dort, wo wir tätig sind, Mehrwert für die Gesellschaft.

Im Jahr 2017 hat die OMV eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse gemäß den neuen Richtlinien der Global Reporting Initiative und den österreichischen Bestimmungen zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen durchgeführt. Insgesamt waren 260 interne und externe Stakeholder in dem Prozess involviert. Die Ergebnisse des Prozesses wurden auf Geschäftsebene (Upstream, Downstream Öl und Downstream Gas) evaluiert und für den Konzern zusammengefasst. Anhand der Ergebnisse der Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Wesentlichkeitsanalyse wurden fünf Schwerpunktbereiche festgelegt: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE), CO2 -Effizienz, Innovation, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung.

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind zentrale Werte der OMV. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: "ZERO harm –

NO losses". Um diese Vision zu verwirklichen, wurde 2017 die HSSE-Strategie 2020 als integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der OMV im Konzern etabliert. Die HSSE-Strategie wurde vom Vorstand im Rahmen einer Veranstaltung eingeführt. Sie baut auf die bisherigen Erfolge der OMV auf und geht Verbesserungsbereiche an. Dazu wurden Ziele für folgende Bereiche festgelegt: Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umwelt.

Im Jahr 2017 lag die Unfallhäufigkeit (LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OMV Konzerns sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,34 (2016: 0,40) und die Häufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIR) bei insgesamt 0,79 (2016: 0,70).

Die OMV engagiert sich für Klimaschutz sowie verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und hat sich entsprechende Ziele zur Steuerung und Reduktion der CO2 -Bilanz ihrer Produktion und ihrer Produkte gesetzt. Das Kernziel besteht darin, die gesamte CO2 -Intensität des OMV Konzerns bis 2021 um 10% gegenüber 2013 zu senken. Das wird durch die Verbesserung der Energieeffizienz in allen Tätigkeitsbereichen und die Umsetzung von Projekten zur Reduzierung der direkten Treibhausgas-Emissionen erreicht werden.

Forschung und Entwicklung

Die OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Ausblick für den OMV Konzern

Marktumfeld

Die OMV erwartet für das Jahr 2018 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von USD 60/bbl.

Im Jahr 2018 werden die durchschnittlichen Gaspreise an den europäischen Spotmärkten auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2017 erwartet.

Konzern

Das Investitionsvolumen (inklusive der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung und exklusive Akquisitionen) wird sich im Jahr 2018 voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen.

Upstream

Die OMV erwartet für das Jahr 2018 eine Gesamtproduktion von 420 kboe/d. Der Produktionsbeitrag aus Russland wird in Höhe von etwa 100 kboe/d erwartet. Im Jahr 2018 wird der Produktionsbeitrag aus Libyen in ähnlicher Höhe wie 2017 eingeschätzt. Das Investitionsvolumen in Upstream (inklusive der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung und exklusive Akquisitionen) wird sich im Jahr 2018 voraussichtlich auf rund EUR 1,3 Mrd belaufen. Die Explorations- und Evaluierungsausgaben werden in Höhe von EUR 300 Mio prognostiziert.

Downstream

2018 werden die Raffineriemargen voraussichtlich niedriger als im Jahr 2017 sein. Die Petrochemie-Margen werden sich erwartungsgemäß auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2017 bewegen. Für die OMV Märkte werden ähnliche Retail- und Commercial-Margen wie im Jahr 2017 erwartet. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte wird 2018, infolge des Verkaufs der OMV Petrol Ofisi im Juni 2017, niedriger ausfallen als 2017. Der Raffinerie-Auslastungsgrad wird im Jahr 2018 aller Voraussicht nach bei über 90% liegen. Dieser beinhaltet die planmäßige Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi, welche in Q2/18 für ungefähr sechs Wochen angesetzt ist.

Die OMV erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2018 über denen von 2017 liegen werden. Die Erdgas-Verkaufsmargen im Jahr 2018 werden auf einem ähnlichen Niveau wie 2017 sein. Die OMV erwartet einen leichten Anstieg der Nettostromerzeugung im Jahr 2018, aufgrund der vollen Verfügbarkeit des Kraftwerks Brazi. Die Finanzierung der Nord Stream 2 Pipeline wird die OMV gemäß der Entwicklung der Projektfinanzierung an den Kapitalmärkten fortführen.

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender Johann Pleininger e.h. Reinhard Florey e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Manfred Leitner e.h.

Bestätigungsvermerk1

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2017 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die

Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen; dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht; für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt Wie wir den Sachverhalt im Rahmen

Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen.

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2017 EUR 8.391 Mio nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von EUR 1.009 Mio im Jahr 2017. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beträgt EUR 4.488 Mio.

Die Beurteilung der Wertminderung von Anteilen bzw. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen erfordert Ermessensentscheidungen, ob ein Wertminderungsbedarf eines bestimmten Vermögenswertes besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze durch das Management.

Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind in den Anhangsangaben "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Punkt 1 (Anlagevermögen), Punkt 12 (Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis) und dem Anlagespiegel enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die bilanzielle Behandlung des Managements als auch die Kaufpreisallokation beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Evaluieren der Beurteilung des Managements betreffend das Bestehen von Wertminderungsanzeichen;
  • Abstimmen der Annahmen (prognostizierte Umsätze, Aufwendungen, Investitionen und Änderungen im Working Capital), welche zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsströme verwendet wurden, mit den genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Beiziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Beurteilung der Diskontierungssätze;

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner Ωinternen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls

diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraus-

Wien, 14. März 2018

Ernst & Young

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b. H.

Mag. Alexander Wlasto e.h. Wirtschaftsprüfer

sichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben. In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. September 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander Wlasto.

Mag. Katharina Schrenk e.h. Wirtschaftsprüferin

Jahresabschluss

Bilanz Aktiva

Anhangangabe in EUR in EUR
1.000
2017 2016
A. Anlagevermögen 1
I. Sachanlagen
1. Grundstücke 722.010 722
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 498.349 491
1.220.359 1.213
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.390.756.386 10.736.733
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.488.444.208 3.240.440
3. Beteiligungen 26.624.460 26.624
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506.435 4.506
5. sonstige Ausleihungen 1.745.866 3.153
12.912.077.355 14.011.456
12.913.297.714 14.012.669
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.404 29
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2.265.580.267 1.927.854
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 11.464 20
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 48.699.825 3.353
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 20.000.000
2.314.303.961 1.931.256
II. Wertpapiere und Anteile
1. sonstige Wertpapiere 227.614.752 109.739
III. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 2.591.811.681 1.281.035
5.133.730.393 3.322.030
C. Rechnungsabgrenzungsposten 24.088.566 19.983
D. Aktive latente Steuern 3
18.071.116.674 17.354.681

Bilanz Passiva

Anhangangabe in EUR in EUR
1.000
2017 2016
A. Eigenkapital
4
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital
übernommenes Grundkapital
Nennbetrag eigener Anteile
327.272.727
– 772.230
327.273
– 824
326.500.497 326.448
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 1.731.919.755 1.730.568
2. nicht gebundene 333.728 334
1.732.253.483 1.730.901
III. Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen 20.961.154 12.034
IV. Gewinnrücklagen
1. freie Rücklagen 2.418.585.113 2.418.013
2. Rücklage für eigene Anteile 772.230 824
2.419.357.343 2.418.837
V. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag
799.165.988
16.969.159
408.769
119.449
5.298.238.466 4.896.991
B. Rückstellungen
5
1. Rückstellungen für Abfertigungen 7.641.438 7.879
2. Rückstellungen für Pensionen 17.058.956 12.949
3. Steuerrückstellungen 385.345.324 391.341
4. sonstige Rückstellungen 50.264.756 47.095
460.310.474 459.264
C. Verbindlichkeiten
6
1. Anleihen 7.000.000.000 6.000.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 750.000.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.250.000.000 6.000.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 461.159.701 559.874
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 56.026.270 123.264
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 405.133.431 436.609
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.886.124 13.314
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 9.886.124 13.314
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
4.595.919.910
4.595.919.910
5.177.384
5.177.384
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
5. sonstige Verbindlichkeiten 245.601.999 247.854
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 239.162.896 241.344
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.439.103 6.510
davon aus Steuern 155.501.059 158.448
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 155.501.059 158.448
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 733.461 692
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 733.461 692
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.650.995.200 5.555.307
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.661.572.534 6.443.119
12.312.567.734 11.998.426
18.071.116.674 17.354.681

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhangangabe in EUR in EUR
1.000
2017 2016
1. Umsatzerlöse 7 129.004.506 115.979
2. sonstige betriebliche Erträge 8
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 28.500 29
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) übrige
19.068.400
1.224.052
275.360
891
20.320.952 276.280
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen 9
a) Materialaufwand – 167.405 – 174
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen – 6.120.021
– 6.287.426
– 7.994
– 8.168
4. Personalaufwand
a) Gehälter
10 – 90.069.097 – 65.594
b) soziale Aufwendungen – 20.452.655 – 24.488
davon Aufwendungen für Altersversorgung – 8.345.061 – 9.067
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
– 1.929.600 – 5.166
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge – 9.778.185 – 10.143
– 110.521.752 – 90.082
5. Abschreibungen
a) auf Sachanlagen – 118.406 – 116
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 11
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag fallen
– 1.385.770 – 1.500
b) übrige – 74.084.373 – 71.253
– 75.470.143 – 72.753
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) – 43.072.270 221.139
8. Erträge aus Beteiligungen 1.990.159.584 593.208
davon aus verbundenen Unternehmen 1.961.171.347 573.317
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 75.772.952 60.323
davon aus verbundenen Unternehmen 75.764.510 60.040
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 115.559.958 96.342
davon aus verbundenen Unternehmen 88.781.294 61.684
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 21.109.896 78.718
davon aus Zuschreibungen
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen
davon Abschreibungen
– 1.008.990.271
– 1.008.990.271
– 619.313
– 288.995
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen – 1.008.990.271 – 619.313
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 355.610.098 – 342.243
davon betreffend verbundene Unternehmen – 20.855.638 – 54.137
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 12 838.002.020 – 132.964
15. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) 794.929.750 88.175
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 – 12.732.920 151.145
davon latente Steuern 164.103 – 100
17. Jahresüberschuss 782.196.829 239.320
18. Auflösung von Kapitalrücklagen 1.492
19. Auflösung von Gewinnrücklagen 50.000
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen – 1.492
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 16.969.159 119.449
22. Bilanzgewinn 799.165.988 408.769

Anhang

Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien zum 31. Dezember 2017 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet.

Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.

Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.

Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn-und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinnund Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie

Nutzungsdauer
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 400 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.

Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz

(KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts. Auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen übernimmt die OMV Aktiengesellschaft Gewinne und Verluste der meisten ihrer inländischen Tochtergesellschaften. Darüber hinaus bestehen mit 19 Gesellschaften Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode. Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.

Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.

Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Derivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Seit 2009 werden LTI Pläne für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Von 2010 bis 2017 wurden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. Bonusaktien werden zum Anspruchszeitpunkt an die Teilnehmer des Plans ausgegeben. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die Teilnehmer können zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vorgesehene Aktienerfordernis der LTI Pläne erreicht haben. Von 2011 bis 2015 wurde die Teilnahme am Plan auch ausgewählten Mitarbeitern mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt. Vorstand und Führungskräfte sind als Teilnehmer der LTI Pläne 2012 - 2017 verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen

und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2017 belief sich auf TEUR 33.151 (2016: TEUR 11.782), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 21.019 (2016: TEUR 683). Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 3,5% zur Anwendung.

Die folgende Tabelle bezieht sich auf den OMV Konzern:

Plan 2017 Plan 2016 Plan 2015 Plan 2014
Planbeginn 01.01.2017 01.01.2016 01.01.2015 01.01.2014
Ende Leistungszeitraum 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016
Anspruchstag 31.03.2020 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2017
Aktienerfordernis
200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto
Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Vorstandsvorsitzender 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto
Stellvertreter grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto
Vorstandsmitglieder grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
max. 75% vom 75% vom Brutto 75% vom Brutto 75% vom Brutto
Leitende Führungskräfte Bruttogrundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Erwartete Bonusaktien zum
31. Dezember 2017 395.559 Aktien 798.408 Aktien 1.081.703 Aktien
Maximale Bonusaktien zum
31. Dezember 2017 439.562 Aktien 892.428 Aktien 1.085.769 Aktien
Beizulegender Zeitwert des
Plans (EUR 1.000) zum
31. Dezember 2017 20.146 41.014 56.194

Bedingungen

Eigeninvestment

31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 48.435 Aktien 38.038 Aktien 32.200 Aktien
Florey 8.335 Aktien
Pleininger 1 19.333 Aktien 12.979 Aktien 8.462 Aktien
Leitner 59.335 Aktien 51.249 Aktien 37.163 Aktien 28.207 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder 2
Davies 54.626 Aktien 46.070 Aktien
Floren 31.929 Aktien 22.725 Aktien
Huijskes 38.419 Aktien 28.095 Aktien
Roiss 81.831 Aktien 80.600 Aktien 60.173 Aktien
Vorstände gesamt 135.438 Aktien 184.097 Aktien 283.399 Aktien 185.270 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 2 256.202 Aktien 317.840 Aktien 287.397 Aktien 263.809 Aktien
Eigeninvestment gesamt 391.640 Aktien 501.937 Aktien 570.796 Aktien 449.079 Aktien

1 Johann Pleininger nimmt auch an den Plänen 2013 bis 2015 als leitende Führungskraft teil

2 Eigeninvestments von ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Führungskräften sind nur enthalten, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden

OMV Share Part of the Annual Bonus

Der von der Hauptversammlung genehmigte OMV Share Part of the Annual Bonus (vormals Matching Share Plan) für das Jahr 2017 ist ein integraler Teil der jährlichen Bonusvereinbarung und dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, die die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Für Vorstandsmitglieder ist eine Zuteilung von Aktien in Höhe von 100% ihrer erzielten jährlichen Bonifikationen (brutto) vorgesehen. Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des OMV Share Part of the Annual Bonus nicht

verändert werden. Im Zuge der Festsetzung der jährlichen Bonifikation durch den Vergütungsausschuss wird eine (netto nach Steuern) Bonifikation in Form von Aktien des Unternehmens gewährt werden, die für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen sind.

Per 31. Dezember 2017 wurde ein Betrag in Höhe von TEUR 2.865 im Eigenkapital ausgewiesen (2016: TEUR 2.323).

Gesamtaufwand

2017 wurde ein Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von TEUR 35.917 erfasst (2016: TEUR 14.329), davon TEUR 9.637 (2016: TEUR 10.228) für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens 2017 ist im Anlage- und Abschreibungsspiegel dargestellt.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
In EUR 1.000
2017 2016
Im nächsten Jahr 446 606
In den nächsten fünf Jahren 1.012 1.562

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 32.563 (2016: TEUR 586.122).

Ausleihungen

In EUR 1.000
2017 2016
Inland
OMV Exploration & Production GmbH 3.250.000 1.460.000
OMV Gas & Power GmbH 450.000 450.000
OMV Austria Exploration & Production GmbH 399.000 466.000
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH 153.000 153.000
OMV (Tunesien) Production GmbH 130.208 158.396
OMV Finance Services GmbH 90.264 153.044
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság 15.972
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH 1.646 1.388
EGW Heimstätte GmbH 99 110
OMV Refining & Marketing GmbH 400.000
Ausland
Pearl Petroleum Company Limited 1.655
Gesamt 4.490.190 3.243.593

Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufenen Geschäftsjahr an folgende Gesellschaften Darlehen: An die OMV Exploration & Production GmbH weitere TEUR 1.790.000 und an die OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság THUN 5.000.000. OMV (Tunesien) Production GmbH erhielt weitere TUSD 15.000 und tilgte TUSD 37.667. OMV Finance Services GmbH erhielt TEUR 90.264 und tilgte TUSD 202.932. OMV Austria Exploration & Production GmbH tilgte TEUR 67.000 und OMV Refining & Marketing GmbH TEUR 400.000.

2017 wurden keine Großmutter- und Eigenkapitalzuschüsse gewährt.

Im Berichtsjahr wurden die Anteile an der OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi verkauft und Anteile der liquidierten Amical Insurance Limited an der Diramic Insurance Limited auf die OMV Aktiengesellschaft mit dem beizulegenden Zeitwert übertragen.

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In EUR 1.000
2017 2016
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12 29
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2.265.580 1.927.854
davon aus Lieferungen und Leistungen 24.863 14.576
davon aus Finanzierung 24.238 968.534
davon aus Gewinnübernahmen 1.852.999 540.699
davon sonstige 363.480 404.045
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 11 20
davon aus Lieferungen und Leistungen 11 13
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 28.700 20.000 3.353
Gesamt 2.294.304 20.000 1.931.256

In den sonstige Forderungen sind unter anderem eine Forderung aus dem Verkauf der OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi über TEUR 47.057 sowie eine Forderung an das Finanzamt von TEUR 1.348 (2016: TEUR 1.961) enthalten. Die sonstigen

Forderungen beinhalten Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen in Höhe von TEUR 47.057 (2016: TEUR Null).

3 Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, unterschiedlichen Verteilungsnormen und unterschiedlichen Abschreibungen. Mangels ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr keine aktiven latenten Steuern

4 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2016: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2016: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2017 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlaangesetzt. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird ausgeübt, mangels ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr 2017 jedoch keine aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge angesetzt.

ge einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche aufgrund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Gewinnrücklagen: Aufgrund der Bestimmungen des RÄG 2014 wurden die unversteuerten Rücklagen nach Abzug des latenten Steueranteils unmittelbar in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile
In EUR 1.000
Anzahl der Aktien Anschaffungswert
Stand 1.1.2016 912.824 10.026
Abgang – 88.455 – 970
Stand 31.12.2016 824.369 9.056
Abgang – 52.139 – 572
Stand 31.12.2017 772.230 8.485

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2016 327.272.727 912.824 326.359.903
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 88.455 88.455
Stand 31.12.2016 327.272.727 824.369 326.448.358
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 52.139 52.139
Stand 31.12.2017 327.272.727 772.230 326.500.497

5 Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig.

Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgelder

In EUR 1.000

2017 2016
Abferti Jubiläums Abferti Jubiläums
Pensionen gung geld Pensionen gung geld
Barwert der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 47.081 44.768
Marktwert des Planvermögens – 30.022 – 31.819
Rückstellung der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 17.059 12.949
Barwert der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 7.641 2.026 7.879 2.026
Rückstellung der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 7.641 2.026 7.879 2.026
Rückstellung zum 1.1. 12.949 7.879 2.026 8.504 7.235 1.708
Periodenaufwand 4.138 900 251 4.838 1.568 439
Fondsdotierung – 28 – 393
Auszahlungen – 526 – 93 – 1.733 – 199
Konzernübertrag – 611 – 118 808 78
Rückstellung zum 31.12. 17.059 7.641 2.066 12.949 7.879 2.026
Zinsaufwand 1.397 206 58 1.573 293 66
Laufender Dienstzeitaufwand 342 141 17 329 111
Erwartete Erträge aus dem
Planvermögen – 891 – 828
Realisierung
versicherungsmathematischer Verlust
(+)/Gewinn (–) 3.632 352 52 4.076 946 262
Periodenaufwand 4.138 900 251 4.838 1.568 439

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Annahmen zur Berechnung

2017 2016
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gung Jubiläen pläne gung Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 2,80% 2,30% 2,60% 3,19% 2,68% 2,91%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00%
Pensionstrend 1,80% 1,80%
Langfristige Planvermögensrendite 3,50% 2,80%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungsund Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung.

Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Personalrückstellungen (UGB)" wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

2017 2016
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 23,75% 24,10% 22,59% 9,34%
Schuldverschreibungen 61,03% 60,42% 61,86% 11,87%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 7,55% 7,68% 12,03% 78,79%
Sonstige 7,67% 7,80% 3,52%
Summe 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI (Änderung der Investitionsstrategie von VRG VI im Juli 2017) ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden

und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Bis Juli 2017 erfolgte die Investitionspolitik für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI nach einem Modellansatz, der auf Value-at-Risk Berechnungen basierte. Bei diesem Investmentprozess wurde

risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgte und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden sollte. Gleichzeitig sollte aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben. Bis Juli 2017 war das langfristige Anlageziel der VRG VI stabile, berechenbare Renditen zu erwirtschaften, um die bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen aus dem Plan bestmöglich zu decken. Um die Effektivität der Portfolioverwaltung zu erhöhen, wurde das Portfolio mit einer Futures Overlay Strategie aufgebaut. Das Basisportfolio bestand aus kurzfristigen Staatsanleihen. Für

sämtliche Vermögenskategorien der VRG VI waren bis Juli aktive Marktpreise vorhanden. Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Aufgrund konservativer Risikoverteilung lag das Veranlagungsergebnis der VRG IV 2017 bei 6,1%. Als Folge der durchgeführten Änderungen in der Veranlagung des Vermögens, welche erst ab Juli 2017 wirksam waren, lag das Veranlagungsergebnis der VRG VI bei 3,1%.

Im Jahr 2018 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2017 im Ausmaß von TEUR 5.750 an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Die sonstigen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

Sonstige Rückstellungen
In EUR 1.000
2017 2016
Personalrückstellungen 49.650 27.502
Übrige Rückstellungen 615 19.593
Gesamt 50.265 47.095

Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für den Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 33.151 (2016: TEUR 11.782). Die im Vorjahr in den übrigen Rückstellungen enthaltene theoretische Ausstiegsprämie für ein Rückversicherungsverhältnis in Höhe von TEUR 19.068 wurde aufgelöst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit einem Zinssatz von 3,5% abgezinst.

Aufgrund der Bildung einer Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern auf Gruppenträger-Ebene, wird im Geschäftsjahr eine Rückstellung in Höhe von TEUR 28.274 (2016: TEUR 38.780) ausgewiesen. Weiters wurde im Geschäftsjahr eine Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 4.511 dotiert (2016: TEUR 25.492).

6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten

In EUR 1.000
2017 2016
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Anleihen 750.000 6.250.000 6.000.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 56.026 405.133 123.265 436.609
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.886 13.314
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 4.595.920 5.177.384
davon aus Lieferungen und Leistungen 1.847 934
davon aus Finanzierung 3.462.526 1.268.350
davon aus Clearing 904.747 3.416.843
davon sonstige 226.799 491.257
Sonstige Verbindlichkeiten 239.163 6.439 241.344 6.510
davon aus Steuern 155.501 158.448
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 733 692
Gesamt 5.650.995 6.661.573 5.555.307 6.443.119

Im Geschäftsjahr wurde eine Anleihe in Höhe von EUR 1.000.000.000 begeben.

Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750.000.000 begeben und bis zum 26. April 2018 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst.

Am 7. Dezember 2015 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je

EUR 750 Mio. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst.

Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.

Begebene Anleihen

Nominale Kupon Rückzahlung
Internationale Industrieanleihe EUR 750.000.000 0,60% fix 19.11.2018
EUR 500.000.000 1,75% fix 25.11.2019
EUR 500.000.000 4,375% fix 10.02.2020
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022
EUR 1.000.000.000 1,0% fix 14.12.2026
EUR 750.000.000 3,5% fix 27.09.2027
Hybridanleihe EUR 750.000.000
EUR 750.000.000
EUR 750.000.000
Gesamt EUR 7.000.000.000

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 78.296 (2016: TEUR 77.809) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 8.354 (2016: TEUR 8.544) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 78.296 (2016: TEUR 77.809). In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 4.000.000 (2016: TEUR 3.750.000).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse
In EUR 1.000
2017 2016
Inland 114.964 105.615
Ausland 14.041 10.364
Gesamt 129.005 115.979

Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen sowie Erlösen aus den innerhalb von Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben.

8 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge
In EUR 1.000
2017 2016
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 29 29
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 19.068 275.360
Übrige 1.224 891
Gesamt 20.321 276.280

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung einer theoretischen Ausstiegsprämie für ein Rückversicherungsverhältnis in Höhe von TEUR 19.068, der Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR Null (2016: TEUR 3.262) sowie der Auflösung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR Null (2016: TEUR 272.098).

9 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
In EUR 1.000
2017 2016
Materialaufwand 167 174
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 6.120 7.994
Gesamt 6.287 8.168

Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen setzen sich hauptsächlich aus Fremdleistungen für laufende Tätigkeiten zusammen.

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10 Personalaufwand

In den Aufwendungen für Gehälter sind TEUR 193 (2016: TEUR 360) für Rückstellungen für Jubiläumsgeld enthalten. Ebenso sind in dieser Position Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen

enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf den Punkt "Gesamtaufwand" im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und OMV Share Part of the Annual Bonus.

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung

In EUR 1.000
2017 2016
Aufwendungen für Abfertigungen 1.253 4.535
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 677 631
Beitragsorientierter Personalaufwand 2.659 3.400
Leistungsorientierter Personalaufwand 5.686 5.667
Gesamt 10.275 14.233

In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 559 (2016: EUR 3.259) und in der Position Leistungsorientierter Personalaufwand TEUR 1.865 (2016: TEUR 1.359) für Personallösungen enthalten.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung

In EUR 1.000
2017 2016
Abferti Abferti
gungen Pensionen gungen Pensionen
Vorstände und ehemalige Vorstände 112 694 112 974
Leitende Angestellte 344 622 1.709 783
Andere Arbeitnehmer 1.122 3.397 2.399 3.234
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 352 3.632 946 4.076

11 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In EUR 1.000
2017 2016
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen 1.386 1.500
Übrige 74.084 71.253
Gesamt 75.470 72.753

In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: von der OMV-internen Dienstleistungsgesellschaft bezogene Serviceleistungen von TEUR 18.057 (2016: TEUR 18.796), Werbeaufwand TEUR 6.704 (2016: TEUR 7.600), Rechts- und Beratungskosten TEUR 35.185 (2016: TEUR 29.100), diverse Fremdleistungen TEUR 3.386 (2016: TEUR 3.160) und Versicherungsaufwand TEUR 2.239 (2016: TEUR 2.504).

12 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis

Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 1.990.160 (2016: TEUR 593.208) resultieren TEUR 1.852.999 (2016: TEUR 540.699) aus Gewinngemeinschaften, TEUR 108.172 (2016: TEUR 32.617) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 28.988 (2016: TEUR 19.891) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2017 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Refining & Marketing GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas & Power GmbH.

In der Position Erträge aus Finanzanlagen sind Gewinne aus dem Abgang von verbundenen

Unternehmen in Höhe von TEUR 52 (2016: TEUR 78.718) ausgewiesen, sowie ein Ertrag aus der Übernahme der Anteile zum beizulegenden Wert an der Diramic Insurance Ltd in Höhe von TEUR 21.057.

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten Verlustübernahmen in Höhe von TEUR Null (2016: TEUR 330.318) auf der Basis von Ergebnisabführungsverträgen sowie eine ausschüttungsbedingte Abschreibung im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 1.000.000 (2016: außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 288.995 im Zusammenhang mit der OMV Petrol Ofisi A.Ş.).

13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag
In EUR 1.000
2017 2016
Laufende Steuern 12.897 – 151.245
Latente Steuern – 164 100
Gesamt 12.733 – 151.145

Die laufende Steuer setzt sich aus einem Ertrag aus Vorjahren in Höhe von TEUR 11.641 (2016: Ertrag von TEUR 5.240) sowie aus dem Körperschaftsteueraufwand des Gruppenträgers in Höhe von TEUR 24.538 (2016: Ertrag von TEUR 146.004) aufgrund der Gruppenbildung gemäß § 9 KStG nach den verrechneten Steuerumlagen zusammen. Im Steuerertrag aus Vorjahren ist ein Ertrag in Höhe von TEUR 10.506 (2016: Ertrag von TEUR 36.002) enthalten, welcher aus der Auflösung der Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern stammt. Im Körperschaftsteueraufwand des laufenden Jahres

ist zusätzlich zur laufenden Steuerumlage die Dotierung der Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 4.511 (2016: Aufwand von TEUR 25.472) enthalten.

Der ausgewiesene latente Steuerertrag in Höhe von TEUR 164 (2016: latenter Steueraufwand von TEUR 100) betrifft die Wertberichtigung neutraler Anpassungen.

Ergänzende Angaben

14 Zinsmanagement und Derivate

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2017 sind der EUR-USD, EUR-GBP und der EUR-HUF Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis Dezember 2020 abgesichert.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:

Währungsderivate: Forwards

In EUR 1.000
2017 2016
Beizulegender
Zeitwert
Beizulegender
Zeitwert
Nominale aktiv passiv Bilanz
ansatz
Nominale aktiv passiv Bilanz
ansatz
Currency-Forwards 622.916 3.351 – 3.325 585.420 5.245 – 5.215

Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurs des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match).

Ohne der Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven

Marktwertes von TEUR 3.325 (2016: TEUR 5.215) zu bilden gewesen.

Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:

Währungsderivate: FX Swaps

In EUR 1.000
2017 2016
Beizulegen Beizulegen
Nominale der Zeitwert Bilanzansatz Nominale der Zeitwert Bilanzansatz
FX Swap AUD-USD 28.090 65
FX Swap USD-NOK 71.860 778
FX Swap EUR-USD 167.572 – 808

Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechen-

de Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.

15 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2017 2016
Angestellte 379 384
Gesamt 379 384

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

In EUR 1.000

Durchschnitt

2017
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2017
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 3,4 Floren 5 Huijskes 6 Roiss 7 Gesamt
Kurzfristige
Vergütungen
1.651 902 1.038 1.287 821 149 5.848
Fixer Bezug
(Grundbezug)
Variabel (Zahlung
900 600 575 700 221 2.996
für die Ziel
erreichungung)
Sachbezüge
738
13
246
56 1
451
12
574
13
598
1

149

2.756
96
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 225 150 144 175 54 748
Pensionskassen
beiträge
225 150 144 175 54 748
Anteilsbasierte
Vergütungen
852 284 521 732 807 83 270 177 3.726
Variabel
(Matching Share
Plan) 852 284 521 663 691 172 3.182
Variabel (LTIP) — 2 69 116 83 98 177 543
Gesamt 2.728 1.336 1.703 2.194 1.682 83 419 177 10.322

1 Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern

2 Johann Pleininger hatte Anspruch auf TEUR 42 aus dem LTIP Plan 2014 für Senior Manager (in bar ausbezahlt)

3 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück

4 David C. Davies erhielt Zahlungen im Rahmen seines Dienstvertrages bis zum 31. März 2017, sowie Bonuszahlungen gemäß Zielerreichung vom Vorjahr

und Zahlungen aus den Long Term Incentive Plänen im April 2017

5 Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

6 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 7

Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück

Vergütungen für David C. Davies wurden teilweise gemäß dem Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH ausbezahlt.

Vorstandsbezüge

In EUR 1.000
--------------
2016
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2016
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 4,5 Floren 6 Huijskes 7 Roiss 8,9 Gesamt
Kurzfristige
Vergütungen 1.237 640 694 1.217 1.502 702 1.086 7.079
Fixer Bezug
(Grundbezug)
900 560 1 550 700 886 181 3.778
Variabel (Zahlung
für die Ziel
erreichung) 324 132 504 603 521 1.086 10 3.170
Sachbezüge 13 80 2 12 13 13 131
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 225 75 138 175 323 39 974
Pensionskassen
beiträge
225 75 138 175 323 39 974
Anteilsbasierte
Vergütungen
327 133 679 893 203 729 1.465 4.430
Variabel
(Matching Share
Plan) 327 133 509 609 526 1.086 10 3.191
Variabel (LTIP) - 3 169 284 203 203 379 1.238
Gesamt 1.790 715 965 2.071 2.717 203 1.470 2.552 12.483

1 Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von TEUR 260, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu erwerben 2

Inklusive Miete, Heimflüge, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundene Steuern

3 Johann Pleininger hatte Anspruch auf TEUR 100 aus dem LTIP Plan 2013 für Senior Manager (in bar ausbezahlt)

4 David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück 5

David C. Davies hatte einen Anspruch auf Zahlungen für die Zielerreichung und betreffend Long Term Incentive Plänen bis zum 31. März 2017, welche als Pauschalzahlungen vereinbart wurden 6

Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

7 Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 8

Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück

9 Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2016 hatte Gerhard Roiss einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen auf Basis der Zielerreichung 10 Inklusive Vorauszahlungen für Zielerreichungen für die Perioden Jänner 2016 bis März 2017

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2017 TEUR 705 aufgewendet (2016: TEUR 489).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Weiters erbringt die OMV Aktiengesellschaft für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs- sowie Konzernsteuerungsdienstleistungen.

Alle Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.

16 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

Haftungsverhältnisse
In EUR 1.000
2017 2016
Garantien 2.117.551 1.778.426
davon für verbundene Unternehmen 2.117.436 1.778.272

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung folgender Garantien: für OMV Deutschland GmbH um TEUR 169.500, OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 88.320 sowie OMV Refining & Marketing GmbH um TEUR 90.908.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.

Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.

Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet.

Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüche, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

17 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2017 wurde mit TEUR 799.166 (2016: TEUR 408.769) ermittelt.

Für das Geschäftsjahr 2017 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Aus-

18 Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

Der in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integrierte konsolidierte Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investor Relations > Berichte und Präsentationen abrufbar.

19 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Stichtag 1.1.2018 wurde der operative Geschäftsbetrieb der OMV Solutions GmbH (mit Ausnahme von Teilen des Facility Managements) mitsamt den damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Vertragsverhältnissen sowie sämtlichen Mitarbeitern an die OMV Aktiengesellschaft übertragen.

Am 28. Februar 2018 hat die OMV den Verkauf des Upstream Geschäftes in Pakistan an Dragon Prime Hong Kong Limited, Hong Kong unterzeichnet. Der vereinbarte Verkaufspreis ist EUR 157 Mio. Dieser wird im Falle einer Kapitalerhöhung durch OMV

schüttung in Höhe von EUR 1,50 (2016: EUR 1,20) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 erfolgte im Mai 2017 und betrug TEUR 391.800 (2016: TEUR 326.448).

oder einer Dividendenzahlung an OMV angepasst. Die Durchführung der Transaktion steht unter dem Vorbehalt gewisser Bedingungen, inklusive relevanter gesetzlicher Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion wird Ende des Jahres 2018 erwartet.

Am 14. März 2018 hat der Aufsichtsrat die Rückzahlung der am 25. Mai 2011 begebenen Hybridanleihe mit einem Volumen von EUR 750 Mio beschlossen. Die Tilgung erfolgt zum Nennwert und die OMV wird die Hybridanleihe zum ersten Kündigungstermin am 26. April 2018 zurückzahlen

Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

Direkte Beteiligungen

Währung Eigenkapital
31.12.2017
Jahresüber
schuss/
Jahresfehl
betrag 2017
Anteil am
Kapital in %
Inland
OMV Exploration & Production GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 1.502.342 – 83.191 100
OMV Gas & Power GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 543.802 86.774 100
OMV Insurance Broker GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 45 5 100
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 1.303.646 760.261 100
OMV Solutions GmbH, Wien 1 in EUR 1.000 2.616.709 5.959 100
Ausland
Amical Insurance Limited, Douglas 2 in EUR 1.000 – 4 100
Diramic Insurance Limited, Gibraltar in EUR 1.000 97.305 9.803 100
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth 1 in AUD 1.000 – 156.098 – 1.195 100
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug 3 in CHF 1.000 460 424 100
OMV PETROM SA, Bukarest in RON 1.000 27.560.120 2.408.930 51,01

1 Gruppenmitglied gemäß § 9 KStG 2 Liquidiert 3 Werte aus 2016

Aufsichtsrat

Peter Löscher Karl Rose
Vorsitzender
Herbert Werner
Gertrude Tumpel-Gugerell
Stellvertreterin Elif Bilgi Zapparoli
Murtadha Al Hashmi
Stellvertreter
Wolfgang C. Berndt
Vom Betriebsrat delegiert:
Helmut Draxler Christine Asperger
Wolfgang Baumann
Marc H. Hall Herbert Lindner
Alfred Redlich
Ahmed Matar Al Mazrouei Gerhard Singer

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Präsidial- und Nominierungsausschuss:

Löscher (Vorsitzender) , Tumpel-Gugerell (Stellvertreterin), Al Hashmi (Stellvertreter), Al Mazrouei, Baumann, Redlich

Prüfungsausschuss:

Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Berndt (Stellvertreter), Al Hashmi (Stellvertreter), Draxler , Löscher, Werner, Baumann, Lindner, Singer

Projektausschuss:

Rose (Vorsitzender), Löscher (Stellvertreter), Al Hashmi (Stellvertreter), Al Mazrouei, Hall, Tumpel-Gugerell, Asperger, Lindner, Singer

Vergütungsausschuss:

Löscher (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Hashmi (Stellvertreter), Draxler

Vorstand

Rainer Seele

Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Reinhard Florey

Finanzvorstand

Johann Pleininger

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Upstream

Manfred Leitner

Vorstandsmitglied Downstream

Wien, am 14. März 2018

Der Vorstand

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender Reinhard Florey e.h.

Johann Pleininger e.h. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Manfred Leitner e.h.

OMV AKTIENGESELLSCHAFT GESCHÄFTSBERICHT 2017 / JAHRESABSCHLUSS

Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Entwicklung der Anschaffungskosten

In EUR 1.000

Stand
01.01.2017 Zugänge
Sachanlagen
Grundstücke 722
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.020 126
1.742 126
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.933.791 40.000
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.240.440 1.910.278
Beteiligungen 26.624
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506
Sonstige Ausleihungen 3.153 258
16.208.514 1.950.537
16.210.256 1.950.663
Abschreibungen
Stand 31.12.2017 Bilanzwert Bilanzwert
Abgänge 31.12.2017 (kumuliert) 31.12.2017 31.12.2016
722 722 722
226 920 421 498 491
226 1.642 421 1.220 1.213
2.508.426 10.465.365 2.074.609 8.390.756 10.736.733
653.284 4.497.434 8.990 4.488.444 3.240.440
26.624 26.624 26.624
4.506 4.506 4.506
1.665 1.746 1.746 3.153
3.163.375 14.995.676 2.083.599 12.912.077 14.011.456
3.163.601 14.997.318 2.084.020 12.913.298 14.012.669

Entwicklung der Abschreibungen

In EUR 1.000 01.01.2017 Planmäßige
Abschrei
bungen
Außerplan
mäßige
Abschrei
bungen
2017
Abgänge 31.12.2017
Sachanlagen
Grundstücke
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 529 118 226 421
529 118 226 421
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.197.058 1.000.000 1.122.450 2.074.609
Ausleihungen an verbundene
Unternehmen 8.990 8.990
Beteiligungen
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
Sonstige Ausleihungen
2.197.058 1.008.990 1.122.450 2.083.599
2.197.587 118 1.008.990 1.122.676 2.084.020

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl Barrel (Fass zu zirka 159 Liter)

bbl/d Barrel pro Tag

bcf Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)

BIP Bruttoinlandsprodukt

boe Barrel Öläquivalent

boe/d Barrel Öläquivalent pro Tag

C

CAPEX

Capital Expenditure, Investitionen

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Downstream Öl, der operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und den berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS

Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

CEE

Zentral- und Osteuropa

cf Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

CEGH

Central European Gas Hub

E

EFET

European Federation of Energy Traders; Verband europäischer Energiehändler

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU Europäische Union

EUR

Euro

F

FX Fremdwährungs-Wechselkurs

H

H1, H2 Erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss

Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

kbbl Tausend Barrel

kbbl/d Tausend Barrel pro Tag

kboe Tausend Barrel Öläquivalent

kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

KStG Körperschaftssteuergesetz

LNG

L

Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million, Millionen

Min Minute

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

NCG Net Connect Germany

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

OPEX

Operating Expenditures; Produktionskosten; Materialund Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

Pearl Pearl Petroleum Company Limited

PJ

Petajoule, 1 PJ entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Q

Q1, Q2, Q3, Q4 Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RONA

Return On Net Assets; %-Verhältnis NOPAT zu den durchschnittlichen net assets

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T t

Tonne

TEUR Tausend Euro

toe

Tonne Öläquivalent

TRIR

Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TRY

Türkische Lira

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh Terawattstunde

UGB

U

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer

USD

US Dollar

V

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Z

ZGE

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Investor Relations Kontakt:

OMV Aktiengesellschaft Investor Relations Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected] [email protected] www.omv.com www.twitter.com/omv www.omv.com/socialmedia

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6 – 8 1020 Wien Österreich Tel. +43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia

Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Ein klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 14. März 2018

Rainer Seele e.h. Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor

Johann Pleininger e.h. Vorsitzender-Stellvertreter, Upstream

Reinhard Florey e.h. Mitglied des Vorstands, Finanzen

Manfred Leitner e.h. Mitglied des Vorstands, Downstream

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6 – 8 1020 Wien Österreich Tel. +43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia