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OMV AG Annual Report 2016

Apr 6, 2017

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Annual Report

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DIE ENERGIE VON OMV

Jahresfinanzbericht 2016

OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:

  • 6 Die Energie von OMV
  • 33 An unsere Aktionärinnen und Aktionäre
  • 49 Unternehmen
  • 73 Konzernlagebericht
  • 91 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
  • 107 Konzernabschluss und Konzernanhang
  • 225 Weitere Informationen

Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:

  • 240 Bericht des Aufsichtsrats
  • 244 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
  • 258 Lagebericht
  • 265 Bestätigungsvermerk
  • 270 Jahresabschluss
  • 273 Anhang
  • 302 Abkürzungen und Definitionen

Teil 3: Erklärung des Vorstands – beinhaltet:

307 Erklärung gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

DIE ENERGIE VON OMV

Geschäftsbericht 2016

OMV Aktiengesellschaft

Auf einen Blick

Fünf-Jahres-Übersicht

In EUR Mio (sofern nicht anders angegeben)

2016 2015 2014 1) 20132) 2012
Umsatzerlöse 19.260 22.527 35.913 42.414 42.649
Betriebserfolg vor Abschreibung (EBITD) 3.322 3.145 4.134 4.820 5.137
Betriebserfolg (EBIT) – 457 – 2.006 969 2.602 3.104
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit – 230 – 1.909 792 2.291 2.857
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 47 654 – 265 – 562 – 1.067
Jahresüberschuss – 183 – 1.255 527 1.729 1.790
Den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnender Jahresüberschuss – 403 – 1.100 278 1.162 1.363
CCS EBITD vor Sondereffekten 3) 3.268 3.770 4,569 4.469 5.279
CCS EBIT vor Sondereffekten 3) 1.110 1.390 2,238 2.645 3.407
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender
CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten 3) 995 1.148 1.132 1.112 1.544
Bilanzsumme 32.112 32.664 33.855 31.848 30.519
Eigenkapital 13.925 14.298 14.514 14.545 14.530
Nettoverschuldung 2.969 4.038 4.902 4.371 3.747
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 17.943 19.972 19.760 17.669 18.118
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.878 2.834 3.666 4.124 3.813
Investitionen 1.878 2.769 3.832 5.239 2.426
Freier Cashflow 1.081 – 39 272 142 1.533
Freier Cashflow nach Dividenden 615 – 569 – 377 – 485 907
Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen 3.784 5.153 3.165 2,296 2.036
Net Operating Profit After Tax (NOPAT) – 88 – 1.119 627 1.978 1.976
CCS NOPAT vor Sondereffekten 3) 1.325 1.522 1.697 1.938 2.246
Return On Average Capital Employed (ROACE) 0% – 6% 3% 11% 11%
CCS ROACE vor Sondereffekten 3) 7% 8% 9% 11% 12%
Return On Equity (ROE) – 1% – 9% 4% 11% 13%
Eigenkapitalquote 43% 44% 43% 46% 48%
Verschuldungsgrad 21% 28% 34% 30% 26%
Ergebnis je Aktie in EUR – 1,24 – 3,37 0,85 3,56 4,18
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR 3) 3,05 3,52 3,47 3,41 4,73
Cashflow je Aktie in EUR 4) 8,82 8,68 11,24 12,64 11,69
Dividende je Aktie in EUR 5) 1,20 1,00 1,25 1,25 1,20
Ausschüttungsgrad n.m. n.m. 147% 35% 29%
MitarbeiterInnen per 31. Dezember 22.544 24.124 25.501 26.863 28.658
Produktion in kboe/d 311 303 309 288 303
Sichere Reserven in Mio boe 1.030 1.028 1.090 1.131 1.118
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 30,7 30,0 31,1 31,5 30,2
Erdgas-Verkaufsmengen in TWh 6) 109 110 114 126 148
Lost-Time Injury Rate (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden 0,40 0,27 0,44 0,52 0,69

1) 2015 wurden die Zahlen für 2014 gemäß IAS 8 angepasst

2) 2014 wurden die Zahlen für 2013 aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" angepasst

3) Das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und OMV Petrol Ofisi

4) Cashflow aus der Betriebstätigkeit

5) 2016: Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt. Vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2017

6) Ab 2015 spiegelt diese Kennzahl nur Mengen an Dritte wider und exkludiert Tradingmengen. Zuvor veröffentlichte Zahlen wurden entsprechend angepasst

Wir sind die Energie – für ein besseres Leben

Mit allen Aktivitäten leistet OMV einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität. OMV Treibstoffe machen mobil. Sie liefern Wärme zum Leben und Arbeiten. OMV Produkte bilden die Basis für Tausende von Plastik- und Hochleistungspetrochemieprodukten in unserem Alltag. OMV Technologien übersetzen Energie in Lebensqualität – für viele Menschen in vielen Ländern der Erde. Daher übernehmen wir zu jedem Zeitpunkt Verantwortung für die Art und Weise, wie wir Ressourcen gewinnen und nutzen und wie wir Energie produzieren und umwandeln. Diese Verantwortung ist Kern des stetigen Erfolgs von OMV und Grundlage für die Entwicklung neuer spannender Geschäftsfelder entlang der Energiewertschöpfungskette.

Geschäftsfelder

Upstream

OMV Upstream sucht und fördert Öl und Gas in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika, Russland und Australasien. 2016 wurden täglich 311 kboe/d (entspricht 113,8 Mio boe) produziert, wozu Öl und Gas jeweils ca. 50% beitrugen. Zwei Drittel der Produktion stammen aus Rumänien und Österreich. Parallel richtet das Unternehmen sein internationales Portfolio verstärkt auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten und hohen Reserven aus. Zum Jahresende betrugen die sicheren Reserven 1,03 Mrd boe.

Neuseeland 6,7

Jemen 0,0

Libyen 0,3

Downstream

Downstream Öl (einschl. Petrochemie) betreibt drei Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien, ein internationales Mehr-Marken-Tankstellennetzwerk sowie ein hochqualitatives Commercial-Geschäft. 2016 betrug die Gesamtjahreskapazität 17,8 Mio t. Downstream Gas ist ein vollintegriertes, Mehrwert generierendes Gasvertriebs- und -logistikgeschäft. Mit dem österreichischen Gasleitungsnetzwerk und vier eigenen Gasspeichern liefert OMV eigenproduziertes und kontrahiertes Gas nach ganz Europa.

Downstream Öl- und Gas-Markt Downstream Öl-Markt Downstream Gas-Markt

Deutschland Bulgarien Kroatien Österreich Moldawien Niederlande Rumänien Serbien Türkei Slowakei Ungarn Slowenien

Unser Beitrag zu einem besseren Leben

OMV ist ein erfolgreiches Öl- und Gasunternehmen. Und mehr noch: Jede OMV Entwicklung, jedes OMV Produkt liefert Energie für ein besseres Leben.

Hochwertige OMV Treibstoffe machen mobil. OMV Spezialkraftstoffe führen Rennautos zum Sieg, treiben Schiffe an, heben Flugzeuge in den Himmel. Öl und Gas von OMV heizen Millionen Häuser. OMV Brennstoffe liefern die Produktionswärme für Betriebe überall in Europa.

Moderne Petrochemieprodukte aus Rohstoffen von OMV bilden die Grundlage für eine große Bandbreite innovativer Kunststoffe, die wir uns aus unserem Leben nicht mehr wegdenken können. Petrochemieprodukte ermöglichen viele Sicherheits- und Designfunktionen im Auto. Sie machen Flugzeuge schneller und leichter. Sie liefern Gehäuse und weitere Bestandteile für moderne IT- und Kommunikationssysteme. Innovative Kunststoffe kommen in den unterschiedlichsten Haushalts- und Industriegeräten zum Einsatz. Sie bringen Funktionalität, Schutz und Haltbarkeit in Stromkabel. Aus Petrochemieprodukten entstehen Transfusionsbeutel, Operationsmaterialien und medizinische Spezialgeräte. Hygieneartikel wie Windeln und Binden enthalten Materialien aus OMV Rohstoffen. Und selbst die Oberfläche der Straße auf dem Weg zur Arbeit wurde mit OMV Produkten gebaut.

In all diesen Anwendungen wandelt OMV produzierte Energie in Qualität um: Höhere Produktqualität. Bessere Leistung. Mehr Komfort. Für ein besseres Leben. Dies ist der Grund, warum sich die Geschäftstätigkeit von OMV so klar auf das Thema Energie konzentriert.

OMV bringt Energie in vielfältiger Form zu den Menschen:

Produkte mit Mehrwert

OMV entwickelt die Produktpalette konsequent hin zu Produkten mit Mehrwert. Innovative Kraftstoffe und Petrochemieprodukte ermöglichen die Entwicklung neuer Materialien, neuer Produkteigenschaften und neuer Vorteile in unzähligen Anwendungen.

Engagiertes Team

Mit Wissen, Erfahrung und Engagement leistet das OMV Team jeden Tag entscheidende Energiebeiträge zu einem besseren Leben. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in die Menschen bei OMV, in ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung. OMV ist stolz auf das umfassende Wissen und die reiche Erfahrung der

OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und auf ihre Leidenschaft und ihr Engagement, dieses Wissen täglich zu nutzen in der Erschließung neuer Öl- und Gasressourcen, in der Entwicklung noch besserer, umweltverantwortlicher Produktionsmethoden und in neuen Ideen, wie OMV Produkte und Dienstleistungen noch mehr Wert schaffen können.

Innovation

Fortschritt, Profitabilität, Mehrwert – nichts davon ist möglich ohne Innovation. Energie ist der Treiber hinter allen OMV Innovationsprozessen. OMV sucht und entwickelt beständig neue Methoden, wie Energie in der Zukunft noch effizienter, umweltverantwortlicher und wirtschaftlicher produziert werden kann.

Innovation bei OMV hat viele Gesichter: Bahnbrechende neue Technologien für bessere, schnellere, ertragreichere Methoden zur Findung, Entwicklung und Förderung neuer Öl- und Gasressourcen. Völlig neue, innovative Produkte. Und die kontinuierliche Weiterentwicklung existierender Produkte und Prozesse für Mehrwert und Profitabilität.

Ein großer Teil der Innovationsaktivitäten von OMV konzentriert sich auf Recycling und Wiederverwendung. Ressourcen sind kostbar. OMV forscht intensiv an Prozessoptimierungen, an neuen Technologien und an Hightech-Materialien zur Steigerung des Produktionsertrags. Innovative Methoden sollen existierende Ressourcen noch besser nutzbar machen. OMV entwickelt derzeit neuartige Recycling- und Wiederverwendungsprozesse für Kunststoffmüll und andere Kohlenstoffabfälle am Ende ihres Produktlebens. Enhanced Oil Recovery, intelligentes Materialmanagement, stoffliches Recycling und Co-Processing sind nur einige der laufenden OMV Innovationsprojekte, die in diesem Bericht vorgestellt werden.

Partnerschaften

Ein Großteil der OMV Energie basiert auf guter Partnerschaft. Im Laufe der Jahre hat OMV zahlreiche lange und vertrauensvolle Partnerschaften mit Organisationen in vielen Regionen der Welt aufgebaut. Aus Kooperationen mit führenden internationalen Universitäten entstehen Win-win-Beziehungen, die junge Talente fördern

und gleichzeitig neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und erfolgversprechende Technologien aus anderen Industrien in die Öl- und Gasproduktion bei OMV integrieren – um dort Ertrag und Effizienz zu steigern. Eine intelligente Downstream-Integration mit OMV Kunden entlang der Wertschöpfungskette bringt innovative Produkte schneller und zu attraktiven Preisen auf den Markt. Über Partnerschaften kann OMV aktiv in geographischen Regionen mit großem Marktpotenzial und attraktiven Kostenstrukturen tätig werden. Partnerschaften sind zudem ein starker Pfeiler in der strategischen Sicherung einer 100%-Reserven-Ersatzrate.

"Wir sind die Energie – für ein besseres Leben."

Das ist nicht nur die OMV Foundation und damit das Fundament, auf dem OMV aufbaut. Es ist auch ein Versprechen. In Zeiten des Wandels werden immer mehr Menschen immer mehr Energie in immer neuen Formen benötigen. OMV hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Energie zu liefern. Die Welt braucht neue Ressourcen. OMV wird diese Ressourcen auf neue, alternative Art finden und entwickeln. Urban Mining, bessere Ressourcennutzung und intelligentes Recycling sind nur einige

der Themen, mit denen sich das OMV Expertenteam bereits intensiv beschäftigt.

OMV Produkte berühren das Leben der Menschen auf vielerlei Weise. Deshalb übernimmt OMV konsequent Verantwortung für beste Produktqualität, hervorragenden Service und den schonenden Umgang mit Ressourcen. Genauso intensiv engagiert sich das Unternehmen für die Menschen, die für und mit OMV arbeiten, für höchste Kundenzufriedenheit und für ein positives Erlebnis bei der Nutzung der OMV Produkte.

Als klare Leitlinie für die gesamte Geschäftstätigkeit unterstützt die neue OMV Foundation langfristige Profitabilität und einen nachhaltig steigenden Unternehmenswert. Mit der ausschließlichen Konzentration auf Produkte und Prozesse mit Mehrwert in der Wertschöpfungskette, auf nur solche Investitionen, die das Fass Öl werthaltiger machen, und mit der klaren Entscheidung für Profitabilität vor Wachstum schafft OMV die Basis für die Umsetzung des Anspruchs in die Wirklichkeit: Wir sind die Energie – für ein besseres Leben.

FINANZKALENDER

18. April 2017 Trading Update Q1 2017
11. Mai 2017 Ergebnis Jänner –März 2017
14. Mai 2017 Nachweisstichtag für die ordentliche
Hauptversammlung
24. Mai 2017 Ordentliche Hauptversammlung
31. Mai 2017 Dividenden-Extag
1. Juni 2017 Dividenden-Nachweisstichtag
2. Juni 2017 Dividenden-Zahltag
14. Juli 2017 Trading Update Q2 2017
10. August 2017 Ergebnis Jänner – Juni und Q2 2017
13. Oktober 2017 Trading Update Q3 2017
9. November 2017 Ergebnis Jänner –September und Q3 2017
Jänner 2018 Trading Update Q4 2017
Februar 2018 Ergebnis Jänner – Dezember und Q4 2017
März 2018 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2017
Die bestätigten Termine finden Sie unter:

www.omv.com/financial-calendar

Die PDF-Version dieses Geschäftsberichts finden Sie hier: www.omv.com/annual-report

Inhalt

DIE ENERGIE VON OMV

1—AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE

  • Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden
  • OMV Vorstand
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • OMV an den Kapitalmärkten

2—UNTERNEHMEN

  • OMV im Überblick
  • 51 Strategie
  • Innovation und neue Technologien
  • Nachhaltigkeit und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 63 Konzern-Performance
  • 65 Upstream
  • 69 Downstream

3—KONZERNLAGEBERICHT

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Finanzieller Lagebericht
  • Betriebserfolg (EBIT)
  • Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung
  • 80 Investitionen
  • Vermögens- und Kapitalstruktur
  • Ausblick 2017
  • 84 Risikomanagement
  • Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
  • Weitere Informationen
  • Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

4—KONSOLIDIERTER CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

  • 92 Vorstand
  • Aufsichtsrat

5—KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG

  • Bestätigungsvermerk
  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2016
  • Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2016
  • Konzern-Cashflow-Rechnung 2016
  • Konzernanhang

6—WEITERE INFORMATIONEN

  • Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen
  • Abkürzungen und Definitionen
  • Kontakte und Impressum

+++ Mobilität. Wärme. Hightech-Kunststoffe. Sie machen unser Leben besser, sicherer, bequemer. Die Energie dahinter? Hochwertige Kraftstoffe, leistungsfähige petrochemische Lösungen, innovative Energieprodukte von OMV. Das ist die Energie für ein besseres Leben. Die Energie von OMV! +++

Wussten Sie schon…? Im OMV TECH Center & Lab werden 50.000 m Bohrkerne aufbewahrt und untersucht +++

Bohrproben aus OMV Lagerstätten überall in der Welt werden im OMV TECH Center & Lab in Gänserndorf aufbewahrt.

Der Erde in den Kern geschaut

Wäre es nicht großartig, wenn wir durch Tausende Meter Gestein sehen könnten, ob es dort unten Gas oder Öl gibt?

Trotz fortgeschrittener seismischer und Bohrprotokoll-Interpretationen liefern immer noch nur Bohrkerne wirklich eindeutige Informationen aus dem Inneren der Erde. Die Deutung der wichtigen Informationen dieser Bohrkerne im Hinblick auf mögliche Öl- oder Gasvorkommen ist eine der Hauptaufgaben des OMV TECH Center & Lab in Gänserndorf, Österreich – am Geburtsort der Öl- und Gasproduktion von OMV.

Hier führt das Formation Characterization-Team, das sich mit der Deutung von Gesteinsformationen beschäftigt, eine große Bandbreite modernster Bohrkernanalysen durch. Sie sollen Fragen beantworten wie: Wie ist dieses Gestein entstanden? Ist es porös oder nicht? Können Öl und Gas durch das Gestein fließen? Werden wir aus dieser Lagerstätte fördern können? Für den Laien sieht ein Bohrkern einfach nur wie eine zylinderförmige Gesteinsprobe aus. Für die Expertinnen und Experten im TECH Center & Lab gibt er detaillierte Einsichten in Millionen von Jahren geologischer Ereignisse.

Die Bohrkerne stammen aus Bohrungen der gesamten OMV Welt: aus Österreich, Pakistan, Tunesien und dem Jemen, um nur einige der Herkunftsorte zu nennen. Sie kommen aus Tiefen bis zu 8.553 m und enthalten Gesteinsarten wie Sandstein, Schiefer, Karbonat und sogar Granit. Wenn diese wertvollen Informationen aus dem Inneren der Erde im Bohrkernlager des TECH Center & Lab ankommen, werden sie dort kompetent aufbereitet und aufbewahrt. Jeder Meter Bohrkern durchläuft eine Reihe anspruchsvoller Analyseschritte. So ermittelt das Team die Informationen, die für die Exploration und Förderung der

Kohlenwasserstoffe unter anderem entscheidend sein werden, zum Beispiel geologische Kernbeschreibung, Gesteinszusammensetzung, Rekonstruktion der Umgebung zur Zeit der Ablagerung, Einsichten in Lagerstätteneigenschaften wie Porosität, Durchlässigkeit und Poreninhalt. Aus der Aufbereitung dieser Daten ermittelt das Team Erklärungen zur Entstehung des Sedimentgesteins, zum Beispiel ob es einmal ein Strand oder ein Flussbett war. Diese Informationen ermöglichen ein besseres Verständnis der Lagerstätte. Die Daten zeigen den Expertinnen und Experten auch, ob das Lagerstättengestein sich für die weitere Erschließung eignet.

Dieser Bohrkern aus dem Archiv des TECH Center & Lab wurde 1958 in Österreich entnommen. Im Laufe von 40 Jahren hat das Labor ein großes Bohrkernlager aufgebaut (oben). Die runden Löcher in diesem ölgetränkten Bohrkernausschnitt stammen von Probenahmen zur Bestimmung der Gesteinsporosität (links).

Expertise und Erfahrung des TECH Center & Lab helfen OMV bei der Planung zukünftiger Bohrungen, indem sie das Risiko einer nicht fündigen Bohrung reduzieren. Und diese Expertise ist lange und umfassend: In über 40 Jahren hat das Labor einen umfassenden Wissensschatz an Informationen zum Umgang mit Bohrkernen und zur geologischen und petrophysikalischen Bohrkernanalyse gesammelt. Über 50.000 m Bohrkerne lagern in Gänserndorf und stellen sicher, dass keine Information jemals verlorengehen kann. Damit ist OMV in der beneidenswerten Lage, zu jedem Zeitpunkt neue Ideen und Technologien für eine bestimmte Lagerstätte testen zu können, auch wenn die Bohrung schon vor langer Zeit erfolgte. Das Team holt die Kerne für die Bohrung von Interesse aus dem Lager, analysiert sie nach den neuesten Standards und Technologien und erstellt so die Grundlage für fundierte neue Entscheidungen auf der Basis umfassender Erkenntnisse und Einsichten.

Vier Kompetenzzentren – ein Ziel

Die Formation Characterization ist das Kernstück des OMV Technologiezentrums, aber bei weitem nicht die einzige Expertise, die zur Verfügung steht. Mit Petrophysics & Reservoir Technology, Materials & Corrosion und Fluid Analytics & Production Chemistry stehen drei weitere wichtige Disziplinen zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit aller vier Abteilungen bildet die einzigartige Stärke des OMV TECH Center & Lab. Hier entstehen aus interdisziplinärer Kooperation über eine große Bandbreite von Kompetenzen und Fähigkeiten hinweg integrierte Lösungen für alle OMV Produktionsstätten, Anlagen und Niederlassungen.

8.553 m

Die tiefste Bohrung von OMV erfolgte im Jahr 1983 und erreichte eine Tiefe von 8.553 m.

Kerndünnschliffe werden für petrographische und mineralogische Analysen vorbereitet (links). Alle Kernproben werden aufbewahrt und stehen so jederzeit zur Klärung neuer Fragen wieder zur Verfügung (unten).

TECH Center & Lab-Expertinnen und Experten diskutieren die Ergebnisse ihrer Bohrkernanalysen zur Lagerstättenbeschreibung (oben links). Ein Kerndünnschliff wird für mikroskopische Untersuchungen vorbereitet (oben rechts). Nahaufnahme eines Dünnschliffs. Diese hauchdünnen, bunten Scheiben aus dem Kern liefern wertvolle Erkenntnisse über das Gestein (rechts).

50.000 m

50.000 m Bohrkerne lagern in Gänserndorf.

Das Phasenverhalten von Flüssigkeitsgemischen wird von den TECH Center & Lab-Chemikern untersucht.

Das Petrophysics & Reservoir Technology-Team untersucht die physikalischen Eigenschaften von Gesteinen und das Verhalten von Lagerstättenflüssigkeiten und sich ändernden Druck- und Temperaturbedingungen. Mit Korrosions- und Materialherausforderungen aller Art beschäftigt sich das Materials & Corrosion-Team. Es entwickelt Lösungen zur Verlängerung der Lebensdauer und zur Steigerung der Zuverlässigkeit von Materialien an OMV Öl- und Gasproduktionsstätten und Anlagen weltweit. Dieses Team erstellt OMV Spezifikationen und führt Qualitätskontrollen und technische Audits von OMV Lieferanten durch. Das Fluid Analytics & Production Chemistry-Team unterstützt mit modernsten Technologien und modernster Analytik OMVs Wasseraufbereitung und Projekte zur Fließsicherung und beliefert den Öl- und Gasbetrieb mit detaillierten Analysen von Produktionswasser, Erd- und Prozessgasen, flüssigen Kohlenwasserstoffen oder Prozessflüssigkeiten.

Jahrelange Erfahrung und ständige Einbindung des TECH Center & Lab-Teams in alle Upstream-Projekte weltweit bilden eine starke Basis, um neue und bestehende Technologien hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Relevanz im Labor zu testen und zu evaluieren. Und nicht nur dort: Das TECH Center & Lab liegt mitten im ältesten Ölfeld Österreichs in Matzen und kann so Versuche direkt im Feld durchführen. Wenn die Technologien Optimierungen versprechen, werden diese in die OMV Produktion transferiert, um dort maßgeschneiderte Lösungen über die gesamte Lebensdauer eines Öl- und Gasfelds zu ermöglichen, die Betriebssicherheit zu sichern, das Risiko und die Kosten zu optimieren und maximalen Ertrag zu liefern.

Für die Probenahme von Gasen im Feld verwendet das OMV TECH Center & Lab-Team spezielle Glaszylinder.

Die CO2 -Bilanz verbessern

Kohlenstoffintensität ist eine der wichtigsten Leistungskennzahlen im OMV Umweltmanagement. Als Hersteller von Kraftstoffen und Produkten auf Kohlenwasserstoffbasis engagiert sich OMV für die konsequente Verbesserung der CO2 -Bilanz von Unternehmen und Produkten.

Die Reduzierung der Treibhausgas-(THG-)Emissionen wird bei OMV schon immer großgeschrieben: Von 2007 bis 2015 erreichte OMV eine Reduzierung direkter THG-Emissionen in Höhe von 965.000 t durch konsequente Effizienzsteigerungen und Fackelgasmengensenkung. 2015 führte das Unternehmen dann einen neuen Indikator zur Bestimmung der Kohlenstoffeffizienz ein: Die Kohlenstoffintensität misst die CO2 -Emissionen pro produzierter Energieeinheit. In acht Jahren soll sie konzernweit um 10% gesenkt werden (2013 bis 2021). Niedrigerer Energieverbrauch bedeutet weniger Emissionen und Kosten und steht damit im Einklang mit den Haupttreibern aller Optimierungsprozesse im Upstream- und Downstream-Geschäft von OMV. Alle drei OMV Raffinerien nutzen modernste Technologien zur Herstellung höherwertiger Produkte mit niedrigerem Energie- und Materialeinsatz. Dies spart Ressourcen und senkt zugleich die CO2 -Emissionen. Die Reduzierung von Ablassen und Abfackeln in der Upstream-Förderung ist der zweite Hebel zur Verbesserung der CO2 -Bilanz: In einer strategischen Maßnahme zur Reduzierung dieser Praxis auf das absolute Minimum wird nun Gas, das früher routinemäßig abgefackelt oder abgelassen worden wäre, aufbereitet und verkauft. Ein dieses Jahr in Tunesien umgesetztes Projekt zur Weiternutzung von Fackelgas belegt die Effizienz dieses Ansatzes: Nicht nur wurden die THG-Emissionen gesenkt. Auch die Profitabilität stieg. OMV unterstützt uneingeschränkt die Initiative "Zero Routine Flaring by 2030" der Weltbank, wonach das routinemäßige Abfackeln von Begleitgas im Regelbetrieb bis 2030 weltweit beendet werden soll. Der dritte Hebel zur Reduzierung der Kohlenstoffintensität sind nachhaltige Investitionen in die Produktionsanlagen, selbst in schwierigen Zeiten. So verbesserten beispielsweise im Jahr 2016 laufende Wärmeintegrations- und Prozessoptimierungsmaßnahmen in der rumänischen Petrobrazi-Raffinerie die Kohlenstoffintensität der Anlage um ca. 4%. Insgesamt wurden 2016 in allen drei Raffinerien durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen über 50.000 t CO2 eingespart. Das Engagement von OMV zur Reduzierung von THG-Emissionen geht auch weiter, wenn die OMV Produkte in Kundenhand sind. 2016 organisierte OMV zusammen mit dem TÜV Österreich über 100 Eco Days an Tankstellen in Österreich. Beim Tanken bekamen Endverbraucher von Energiefachleuten Tipps, wie sie ihre CO2 -Bilanz verbessern und gleichzeitig bis zu 10% Kraftstoff einsparen können – vom Reifendruck über die Klimaanlageneinstellung bis hin zum Fahrverhalten.

Größere Modernisierungs- und Energieeffizienzprojekte reduzierten den CO2 -Ausstoß der Petrobrazi-Raffinerie (links). Bei den OMV Eco Days geben Energieexperten Autofahrern nützliche Tipps, wie sie ihren Kraftstoff effizienter nutzen (oben).

Über acht Jahre soll die Kohlenstoffintensität des gesamten Konzerns um 10% reduziert werden (2013 bis 2021).

Erfolgsrezept Partnerschaft

Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor

2016 war kein einfaches Jahr für die Öl- und Gasindustrie. Dennoch war OMV erfolgreich. Was ist Ihr Geheimnis?

Wir kombinieren kurzfristige Kostensenkungsprogramme mit der langfristigen Ausrichtung unseres Upstream-Geschäfts auf Regionen mit niedrigeren Produktionskosten. Dies gibt uns die Finanzkraft für eine optimale Portfoliogestaltung bei gleichzeitigem Zugriff auf nachhaltige Ölund Gasreserven. Das Geheimnis dahinter ist unser einzigartiger Partnerschaftsansatz. Dabei ist es uns wichtig, ein zuverlässiger Partner zu sein, nicht nur in guten Zeiten. Unsere Partnerschaft mit Gazprom in Russland feiert bald ihren 50. Geburtstag. Genauso besonders ist auch unsere Partnerschaft mit der International Petroleum Investment Company (IPIC), gegründet von der Regierung von Abu Dhabi: IPIC ist seit vielen Jahren in OMV investiert. Gegenseitiges Vertrauen, erworben über viele Jahre, ist das Geheimnis hinter dem Erfolg von OMV.

Worin sehen Sie die Stärke von OMV und wie nutzen Sie sie?

Geschäftserfahrung, Kompetenz und Technologieführerschaft in der Öl- und Gasindustrie machen OMV stark: unser Technologievorsprung, unsere Unternehmenskultur, die Begeisterung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und diese spezielle Lust an der Erforschung völlig neuer Ideen mit einem klaren Blick für Chancen und Risiken. Wenn Sie das verstehen, dann verstehen Sie die Bedeutung von OMV in Österreich und allen anderen Ländern, in denen wir uns engagieren.

Welche Kriterien legen Sie an eine Partnerschaft an?

Das Wichtigste ist Vertrauen. Das kommt nicht über Nacht. Man muss verlässlich sein. Man muss zu seinem Wort stehen, auch wenn das Opfer verlangt. Wenn man, wie wir, viele erfolgreiche Projekte mit Partnern realisiert hat, dann pflanzt sich der Erfolg fort, fast wie in einer guten Ehe: Eine Tochter von Gazprom und OMV bringt jetzt die Kräfte beider Unternehmen in ein Gasproduktionsprojekt in Sibirien ein. Borealis, eine gemeinsame Tochter von IPIC und OMV, ist ein Musterbeispiel für eine fruchtbare europäisch-arabische Kooperation. Partnerschaft bedeutet auch, in das Land des Partners zu investieren. Unsere Investitionen mit ADNOC in Abu Dhabi, mit Gazprom in Russland, mit Statoil in Norwegen, mit der National Oil Corporation in Libyen sind nur einige Beispiele, die das

Investitionsengagement von OMV entlang der Wertschöpfungskette belegen – für mehr Versorgungsstabilität, für mehr Energie, für ein besseres Leben.

Wie trägt OMV zu mehr Lebensqualität bei? Bei Partnerschaften geht es nicht nur ums Geschäft. Es geht auch um die Menschen. Daher schlagen wir in vielen Bereichen Brücken: Gemeinsam mit unseren Partnern fördern wir Bildungs-, Kultur- und Sozialprojekte. Mit Trainings- und Umweltprogrammen schaffen wir Berufsperspektiven in unseren Arbeitsfeldern. Wir stellen die Grundbestandteile für unzählige hochwertige Alltagsprodukte bereit. Und wir liefern, was die Welt verbindet: Kraftstoffe, die Fahrzeuge antreiben, Häuser heizen, Flugzeuge in den Himmel heben und Schiffe über die Ozeane bewegen. Heute und morgen. Das ist unser Mehrwertversprechen: Wir wollen nachhaltig und verantwortungsbewusst allen Menschen die bestmögliche Nutzung der Ressourcen unseres Planeten ermöglichen.

"Das Wichtigste ist Vertrauen. Das kommt nicht über Nacht. Man muss verlässlich sein."

Wussten Sie schon…? 50% der Mineralölprodukte in Österreich kommen aus Schwechat +++

Im wöchentlichen Management Meeting werden alle Betriebs-

Raffiniert, neu definiert

Woran denkt man, wenn man Raffinerie hört? An fußballfeldgroße, glänzende Anlagen, kilometerlange Rohrleitungen, überragt von Metalltürmen? Einen Ort, wo am einen Ende Rohöl hineinfließt und am anderen Kraftstoff heraus?

Der integrierte Mehrwertansatz, den OMV für das Downstream-Geschäft entwickelt hat, definiert den Begriff völlig neu. Schwechat in der Nähe von Wien ist eine der drei OMV Raffinerien. Die Anlage blickt auf eine lange, stolze Tradition zurück: 2008 feierte sie ihren 50. Geburtstag. Aber trotz des Alters ist Schwechat heute ein Musterbeispiel für höchste Sicherheit und modernste Umwelt- und Produktionsstandards, und was die Produktionskapazität angeht, steht die Raffinerie ganz vorne auf der Rangliste ihrer Industrie. In Schwechat werden auf einem Gebiet der Größe des Fürstentums Monaco 50% der in Österreich verbrauchten Kohlenwasserstoffe produziert. Die Anlage kann jährlich 9,6 Mio t Rohöl verarbeiten.

Mehrwert mit Petrochemie

Es wäre eine kurze Geschichte, wenn Technologie und operative Exzellenz die einzigen herausragenden Qualitäten wären, die Schwechat auszeichnen. Die Raffinerie ist darüber hinaus auch Teil des hocherfolgreichen Downstream-Integrationsmodells von OMV. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der OMV Raffinerietätigkeit wegentwickelt von der reinen Destillation von Rohöl in Mobilkraftstoffe hin zur Produktion einer immer größeren Bandbreite werthaltiger Petrochemieprodukte, hauptsächlich Ethylen, Propylen, Butadien und einer Reihe weiterer Petrochemikalien.

Diese Substanzen sind die Grundbausteine einer riesigen Spannweite von Alltagsprodukten: Ethylen und Propylen sind wichtige Rohstoffe für viele Industriechemikalien und Kunststoffprodukte. Butadien wird in der Gummiherstellung verwendet. Die Petrochemieprodukte von OMV bilden die Grundlage für Wasserflaschen, Computergehäuse, moderne Leichtkunststoffe in Autos und Flugzeugen, hochentwickelte Medizinprodukte wie Infusionsbeutel, Hightech-IT-Materialien, Unterwasserkabel und noch viele andere Produkte, die das Leben schöner, sicherer und einfacher machen.

Schwechat betreibt einen modernen Ethylen-Cracker, die Schwesterraffinerie von Schwechat, Burghausen in Bayern nahe der österreichischen Grenze, produziert aus dem Zwischenprodukt Naphtha statt Benzin die petrochemischen Grundstoffe Ethylen und Propylen.

Integration des Kunden

An dieser Stelle kommt die strategische Lage beider Raffinerien ins Spiel: Schwechat und Burghausen sind beide direkt vor Ort mit ihren Petrochemie-Kunden per Pipeline verbunden, zum Beispiel Borealis, Wacker Chemie, Clariant und Vinnolit. Das Ergebnis sind hocheffiziente Prozesse statt komplizierter Logistik. Man könnte fast sagen, dass in Schwechat und Burghausen die Kundenbindung wortwörtlich via Pipeline erfolgt.

In einem von Überkapazitäten gekennzeichneten Markt profitieren sowohl OMV als auch

die Kunden von diesem Arrangement. Für OMV bedeutet die enge Anbindung an die Kunden sichere Absatzwege, optimale Auslastung, niedrigere Logistikkosten, langfristige Kundenbeziehungen und vorausschauende Planbarkeit. Die Kunden wiederum haben schnellen Zugriff auf die benötigen Rohstoffe zu vorhersehbaren Preisen und können ihre eigenen Prozesse effizienter planen.

Die dritte Raffinerie im OMV Verbund ist Petrobrazi im Besitz des rumänischen Öl- und Gasunternehmens OMV Petrom SA, an dem OMV einen Anteil von 51% hält. Hier kann man ein perfektes Beispiel für den vollintegrierten Downstream-Ansatz von OMV erleben: Petrobrazi ist mittels Pipelines an OMV Petroms eigene Ölfelder in Rumänien angeschlossen. In

Das Herz der Raffinerie, der Ofen, schlägt bei einer Temperatur von 400°C.

Der Hauptleitstand der Heizungsanlage von Schwechat überwacht und steuert Ver- und Entsorgung der gesamten Anlage (links).

Der Site Manager steuert die Führung der Fertigung und stellt die kosten-, termin- und qualitätsgerechte Abwicklung der Produktion sicher (links). Schwechats moderner Ethylen-Cracker erzeugt bei Temperaturen von 850°C Ethylen und Propylen, das von Borealis in Polyethylen und Polypropylen als Grundlage für weiterverarbeitende Kunststoffindustrie umgewandelt wird (unten).

Petrobrazi hergestellte Produkte werden national und in den Nachbarländern über eigene OMV Petrom-Tankstellen und das Handelsnetzwerk von OMV Petrom vertrieben.

Feedstock-Flexibilität

Zusammen haben die drei OMV Raffinerien eine Kapazität von circa 17,8 Mio t pro Jahr, das ist mehr als anderthalb mal so viel, wie Österreich verbraucht. Aber es ist nicht die große Kapazität, die diese drei Raffinerien so besonders macht. Das wirklich Einzigartige an ihnen ist, dass sie wie eine integrierte Einzelraffinerie zusammenarbeiten und so extrem flexibel in Bezug auf Zwischenprodukte und Feedstocks – die Rohstoffe, aus denen Raffinerien ihre Produkte herstellen – reagieren können. Die drei Raffinerien weisen sich gegenseitig Zwischenprodukte so zu, dass jeder Standort nur die Produkte fertigt, für die er die höchsten Margen erzielen kann oder am besten ausgerüstet ist. OMV verteilt auch am Markt verfügbare Opportunity Crudes, die in der Regel schwieriger zu verarbeiten sind, an die jeweilige Raffinerie, die die besten Voraussetzungen dafür bietet. Dies verschafft dem Unternehmen signifikante Kostenvorteile, da niedrigere Rohstoffkosten einen entscheidenden Einfluss auf die Profitabilität haben.

Retail und Commercial

Downstream-Integration geht bei OMV sogar noch einen Schritt weiter in der Wertschöpfungskette: Ein Drittel der OMV Kraftstoffproduktion wird über die eigenen OMV Tankstellen vertrieben. Solange die meisten Fahrzeuge noch Benzin oder Diesel brauchen, ist das Retail-Geschäft ein sehr stabiler Markt für OMV. Die OMV Premiummarke MaxxMotion und die VIVA Convenience-Shops von OMV sind bei den Verbrauchern für ihre hohe Qualität bekannt. Dennoch blicken die OMV Innovatoren mit der Erforschung und Ent-

Alle drei OMV Raffinerien zusammen haben eine Jahreskapazität von ca. 17,8 Mio t.

wicklung neuer alternativer Kraftstoffe bereits weit voraus. Näheres hierzu finden Sie an anderer Stelle in diesem Bericht.

Intelligente Downstream-Integration und ein klarer Schwerpunkt auf Petrochemieprodukte mit Mehrwert sind nicht die einzigen Investitionen von OMV in eine profitable Zukunft. Im Verlauf der letzten Jahre hat OMV mit großem Engagement die Raffinerierentabilität gesteigert und Leistungskennzahlen wie Auslastungsgrad, Verfügbarkeit, Margenbeitrag sowie Betriebsausgabenkontrolle entscheidend verbessert. Die hohen Ratings der Produktionsanlagen sowohl von Schwechat als auch Burghausen in den jüngsten internationalen Benchmark-Studien sind ein aussagekräftiger Beleg für diese Erfolge: Beide Raffinerien haben hier Spitzenergebnisse bei Personalintensität, Energieeffizienz, Betriebskostenmanagement und Anlagenauslastung erzielt.

Und sie sind auch industrieführend bei Umweltschutz und Sicherheit. Schon seit längerer Zeit verfolgt OMV eine konsequente und sehr spezifische Abfackelstrategie, die Abfackeln auf ein absolutes Minimum reduziert. Durch den Einsatz neuer, eigenentwickelter Technologien steigert OMV nicht nur die Energie- und Produktionseffizienz, sondern zugleich auch die Umweltverträglichkeit und Sicherheit für Menschen und Natur.

Es gibt also viele gute Gründe, warum das OMV Downstream-Integrationsmodell im wahrsten Sinne "raffiniert" ist. Das zahlt sich in vielerlei Hinsicht aus: 2016 war ein weiteres profitables Jahr für das OMV Downstream Öl-Geschäft, und dies trotz großen Überkapazitäten und extrem schwierigen internationalen Marktbedingungen.

Mehrwert schaffen

Manfred Leitner, Vorstandsmitglied Downstream

Welchen Mehrwertbeitrag leistet Downstream zu OMV?

Der Schlüssel unseres Erfolgs ist die Integration unserer Assets entlang der Wertschöpfungskette. Seit Jahren bringen wir Mobilität, Wärme, Komfort und Rohmaterialien für innovative Produkte zu unseren Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig entwickeln wir mit Engagement neue Produkte und Dienstleistungen. Den Bereich Downstream Gas haben wir erfolgreich restrukturiert und damit die Grundlage für Wachstum gelegt. 2016 haben wir eine Marketing-Offensive in Nordwesteuropa gestartet. Dabei fokussieren wir auf die Vermarktung der steigenden Eigengasproduktion sowie zugekaufter Mengen von etablierten Partnern wie Gazprom und Statoil. Im Infrastrukturbereich evaluieren wir Möglichkeiten für die Unterstützung des Projekts Nord Stream 2. In Downstream Öl arbeiten unsere Raffinerien vollintegriert zusammen, um optimale Synergien bei der Rohölverarbeitung erzielen zu können: Wir verarbeiten nur Rohstoffe, die optimalen Nutzen und beste Produkte liefern. Wir begleiten unsere Produkte durch die gesamte Wertschöpfungskette. Der Erfolg unserer Premiummarke MaxxMotion und unserer VIVA Convenience-Dienstleistungen sind hervorragende Beispiele dafür. Wir pflegen lange, vertrauensvolle Partnerschaften mit unseren Wiederverkäufern und wir sind nah an unseren Kundinnen und Kunden, und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes: In unseren Raffinerien Schwechat und Burghausen beispielsweise sind wir direkt via Pipeline mit Borealis verbunden.

Welche Rolle spielt Borealis in der Downstream-Strategie von OMV?

Unsere direkte Verbindung zu Borealis ist ein Beleg für das OMV Engagement hin zu Petrochemieprodukten mit Mehrwert. Sowohl Borealis als auch Borouge, das Borealis Joint Venture mit der ADNOC, sind Weltmarktführer für innovative Polyolefin- und Basischemielösungen. Die Versorgung der Kunststoffindustrie mit Rohstoffen ist ein Grundpfeiler der Downstream-Strategie von OMV. Dies ist einer der Gründe, warum OMV einen Anteil von 36% an Borealis hält.

Wie wichtig sind Technologie und Innovation im Downstream-Geschäft von OMV?

Operative Leistungskraft und Innovation sind ohne Technologie nicht möglich. Wir nutzen und entwickeln existierende Technologien ständig weiter, um die Effizienz und Wettbewerbsstärke

"Der Schlüssel unseres Erfolgs ist die Integration unserer Assets entlang der Wertschöpfungskette."

aller unserer Produktionsstandorte kontinuierlich zu steigern. Parallel investieren wir in neue Technologien. Eines unserer spannendsten Forschungsprojekte dreht den Produktionsfluss um: Wir arbeiten an völlig neuen, patentgeschützten Methoden zur Herstellung von Kraftstoffen aus Kunststoffen, um zukünftig Altkunststoffe wieder in den Produktionsprozess rückführen zu können.

Wo sehen Sie das Downstream-Geschäft von OMV in zehn Jahren?

Ich glaube, dass wir dann immer noch kohlenwasserstoffbasierte Kraftstoffe brauchen werden, und OMV wird sie in höchster Qualität liefern. Gleichzeitig forschen wir schon heute an alternativen, ergänzenden Themen wie Wasserstoff für Brennstoffzellen, E-Mobilität und Kraftstoffen mit höheren Anteilen nachwachsender Rohstoffe. Unser integriertes Upstream- und Downstream-Geschäftsmodell gibt uns Resilienz für Erfolg selbst in schwierigen Zeiten und sich ändernden Märkten, heute und in der Zukunft.

Wert geht vor Menge

Johann Pleininger, Vorstandsmitglied Upstream

Das OMV Upstream-Geschäft hat sich 2016 in einem schwierigen Umfeld gut behauptet. Was bedeutet "Mehrwert" für Sie im Upstream-Segment?

Unsere Strategie für 2016 hatte ein definitives "Wert geht vor Menge"-Ziel. Der Weg war klar: Jede unserer Investitionen muss die Profitabilität des Produktionsfasses Öl steigern. Dieses Ziel haben wir mit konsequentem Cash Management erreicht, mit unserer Reduzierung der Betriebskosten pro Fass Öläquivalent stehen wir an der Spitze unserer Industrie: Wir konnten sie durch erfolgreiche Restrukturierung und Optimierung unserer existierenden Produktion von noch USD 16,6 im Jahr 2014 auf USD 11,6 2016 senken. Was unser strategisches Portfoliomanagement angeht, so gelten für alle künftigen Anlagen vier Kriterien: Sie müssen einen stabilen Cashflow generieren, über einen vernünftigen Zeitraum sicher produzieren, hohe Reserven und niedrige Produktionskosten bieten.

"Jede unserer Investitionen muss das Fass profitabler machen."

Welche Rolle spielen Technologie und Innovation in Ihrer Upstream-Strategie?

Innovative Technologien, kombiniert mit einer nachhaltigen Umwelt-, Ressourcen- und Mitarbeiterstrategie, sind unser Zugang zu künftigen Ressourcen in attraktiven Förderregionen wie Nordafrika, dem Mittleren Osten oder Russland. Technologische Führerschaft bedeutet für uns bei OMV die konsequente Umsetzung der höchsten Sicherheits- und Leistungsstandards der Welt mit dem Ziel, signifikante Beiträge zu einer profitableren, umweltfreundlicheren Öl- und Gasproduktion in jenen Ländern zu leisten, wo es Technologien wie die unseren noch nicht gibt. Unser OMV TECH Center & Lab in Gänserndorf hilft uns mit einer großen Bandbreite technologischer Fähigkeiten und maßgeschneiderten Technologielösungen bei der durchgängigen Einhaltung unserer hohen Qualitätsstandards.

Welche Rolle spielen Partnerschaften im Upstream-Geschäft von OMV?

Bedeutsame Partnerschaften beruhen auf der Einhaltung gegenseitiger Verpflichtungen und Versprechen, auf Vertrauen, Aufrichtigkeit und vollständiger Prozesstransparenz. Es ist uns stets ein wichtiges Anliegen, unsere beste Expertise für den zukünftigen Erfolg unserer Partnerprojekte einzubringen. In Kooperationen mit Universitäten in Österreich und in den Ländern unserer Partner nutzen wir existierende Technologien aus anderen Industrien, um Ertrag und Wirksamkeit unserer Öl- und Gasproduktion zu steigern. Innovative Stahlwerkstoffe, Nanotechnologien und Polymerinjektion sind nur einige der neuen Technologiefelder, in denen wir uns aktiv engagieren. Weil wir diesen innovativen Ansatz nicht nur für Technologie-, sondern auch für Umweltthemen verfolgen, arbeiten alle unsere Ölfelder hochsauber und effizient. Unsere Partner vertrauen unserer Geschäftsgrundlage und unserer Geschäftsethik.

Wie trägt OMV Upstream zu mehr Lebensqualität bei?

Als Teil der Öl- und Gasindustrie liefern wir die Rohmaterialien für erschwingliche, innovative Produkte, die das Leben der Menschen leichter machen. Wir tun das auf nachhaltige, effiziente, kostenattraktive und sichere Art. Diese klare Verpflichtung auf so vielen Ebenen ist der Mehrwert von OMV und zugleich unser Qualitätsversprechen an alle unsere Partnerinnen und Partner sowie Kundinnen und Kunden.

Die Energie der Zukunft – Innovation bei OMV

Neue, bessere Methoden zur Auffindung und Herstellung von Energie für ein besseres Leben waren schon immer eine echte OMV Leidenschaft. Hier sind vier OMV Innovationsinitiativen für die Energiewelt von morgen.

Wenn man sich genauer mit dem beschäftigt, was eigentlich das Auto antreibt, das Haus heizt und die Grundlage für alle innovativen Kunststoffprodukte bildet, dann landet man ganz schnell beim Sonnenlicht: Die Kohlenwasserstoffe, die wir heute verbrauchen, sind vor Millionen von Jahren durch Photosynthese aus Sonnenlicht und Kohlendioxid entstanden. Also kann man sich durchaus fragen: "Wie können wir diese kostbare, schwindende Ressource noch besser nutzen?" Und: "Könnten wir nicht auch das heutige Sonnenlicht zur Herstellung leicht speicherbarer Kraftstoffe nutzen?"

OMV Innovation findet Antworten auf beide Fragen. Dabei geht es nicht nur um neue Technologien und Prozesse für mehr Ertrag, Produktionseffizienz, betriebliche Exzellenz und Kosteneinsparungen. Es geht besonders auch darum, das Versprechen von OMV für ein verantwortungsbewusstes Ressourcenmanagement nachhaltig in die Welt zu tragen.

Upstream-Innovation

Für optimalen Ertrag und langfristige Nachhaltigkeit der Öl- und Gasproduktion konzentriert sich OMV auf die Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien zur beständigen Steigerung der Förderraten und Lebensdauer reifer Felder und zur Sicherstellung einer effizienten Öl- und Gasfeldexploration selbst unter schwierigen Umgebungsbedingungen.

EOR-Technologien können den Ertrag eines Ölfeldes um bis zu 20% steigern.

Enhanced Oil Recovery (EOR)

Enhanced Oil Recovery ist ein OMV Forschungsprojekt zur Verbesserung des Produktionsertrags des Felds Matzen, einer der größten Öllagerstätten Österreichs. In Feldern mit mittelviskosem Öl wie Matzen können in der Regel nur 20 bis 40% des Gesamtpotenzials gefördert werden. Der Grund dafür ist, dass das injizierte Förderwasser das Öl nicht ausreichend verdrängen kann. Um weitere 60 bis 80% des noch in der Lagerstätte vorhandenen Öls zu heben, forschen OMV Wissenschaftler an neuen Polymerinjektionstechnologien. Polymere spielen eine große Rolle in der EOR-Methodik. Sie werden dem Wasser zugesetzt, um die Viskosität des Wasser-Polymer-Gemisches so zu steigern, dass sie über der des Öls in der Lagerstätte liegt. Als Folge steigt die Ölproduktion. Mit EOR-Technologien kann der Ertrag eines Ölfelds um bis zu 20% gesteigert werden. Hochmoderne Technologien zur nachhaltigen Trennung von Öl und Polymerwasser sind ebenfalls ein Thema der laufenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bei OMV und ergänzen das industrieführende Wasseraufbereitungsmanagement des Unternehmens.

Materialmanagement

Verlängerung der Lebensdauer und Steigerung der Zuverlässigkeit von Materialien und Anlagen für eine sichere, nachhaltige und kosteneffiziente Kohlenwasserstoffproduktion sind zentrale Anliegen von OMV. Hierfür hat das Unternehmen umfassende Korrosionsschutz- und Materialauswahlprogramme zur Maximierung von Lebensdauer und Anlagenleistung implementiert. Auch hierbei spielt das OMV TECH Center & Lab im österreichischen Gänserndorf eine entscheidende Rolle. Das effiziente Korrosionsmanagement aus der Forschungsarbeit des Labors hat im Verlauf der letzten 20 Jahre EUR 450 Mio eingespart. Auch Nanotechnologien bieten enormes Potenzial für die Kohlenwasserstoffproduktion. Weil in jüngster Zeit immer mehr schwefelhaltiges Rohöl gefördert wird, verschleißen Pipelines und Förderanlagen schneller. Neuartige Nanobeschichtungen können die Beständigkeit von Materialien unter korrosiven Bedingungen steigern und so die für Reparatur, Wartung und Reinigung von Tanks, Pipelines und Rohren erforderlichen Stillstandszeiten entscheidend reduzieren. Gleichzeitig bedeutet eine gesteigerte

Im OMV Projekt für stoffliches Recycling untersucht ein Wissenschaftler synthetische Raffinerie-Feedstocks aus Altkunststoffen (links). Schematische Darstellung des Polymerinjektionsprozesses (oben).

Materialzuverlässigkeit auch verbesserte Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsbedingungen.

Downstream-Innovation

Drei Treiber zur Unterstützung der Integration entlang der Wertschöpfungskette und zur Kombination von Kunden-, Wirtschafts- und Umweltnutzen bestimmen das Downstream-Innovationsprogramm von OMV: neue Feedstocks, neue Technologien und neue Produkte.

Stoffliches Recycling

Kreislaufwirtschaft und Urban Mining sind nur zwei wichtige Themen im Innovationsfokus von OMV. Wenn man Altkunststoffe wiederverwertet, anstatt sie nur zu verbrennen, kann man die wertvolle Ressource viel nachhaltiger nutzen. Allerdings ist die Qualität von Recycling-Kunststoffen oft sehr schlecht. In diesem innovativen Projekt erforscht OMV neue Methoden der Herstellung neuer synthetischer Feedstocks aus Altkunststoffen. Diese Feedstocks können dann im Produktionsprozess wie normales Rohöl zu jeglichem gewünschten Raffinerieprodukt verarbeitet werden. Das Innovationsprojekt von OMV schließt mit der Einführung eines neuen Sekundärrohstoffs, in der Branche auch "Recent Crudes" genannt, eine Lücke im Kunststoff-Recycling: Altkunststoffe aus dem laufenden Wirtschaftskreislauf bekommen ein zweites Leben in Form eines hochwertigen Rohstoffs, der den Verbrauch fossilen Rohöls bei der Herstellung neuer Kunststoffe senkt. Gleichzeitig verbessert diese Art des Plastikabfall-Recyclings die Kohlenstoffintensität, weil sie die CO2 -Emissionen

pro Tonne Post-Consumer-Kunststoffe gegenüber der Standard-Rohölverarbeitung entscheidend reduziert. OMV sieht ein großes Potenzial in dieser Technologie und den damit einhergehenden Dienstleistungen in einer Gesellschaft, die verstärkt alternative Rohstoffe und Mehrwert-Recycling-Ansätze nachfragt.

Co-Processing

Die Beimischung alternativer und regenerativer Kraftstoffe zu Benzin und Diesel ist ein wichtiges Thema bei OMV, nicht nur weil der Gesetzgeber in immer mehr Ländern steigende Anteile regenerativer Bestandteile in Benzin und Diesel fordert, sondern auch, weil diese Biokraftstoff-Beimischungen auf Motor- und Fahrzeugbestandteile Auswirkungen haben können. Daher forscht OMV an neuen Co-Processing-Technologien, die Qualität und Stabilität von Kraftstoffen mit Bioanteilen steigern sollen. In herkömmlichen Biokraftstoffmischungen wird der regenerative Anteil erst nach der Kraftstoffherstellung zugesetzt. Beim Co-Processing erfolgt die Zugabe bereits im Produktionsprozess. Konventionelle Biokraftstoffmischungen verfügen häufig über eine schlechte Alterungsbeständigkeit, oft bildet sich Wasser im Treibstoff. Im Co-Processing-Verfahren hergestellte Biokraftstoffe sind wesentlich stabiler und besser in der Qualität. Die innovativen integrierten Biomass-to-Liquid-Raffineriekonzepte von OMV zur Herstellung von Benzin und Diesel aus nachwachsenden Rohstoffen bilden damit die Basis für die Entwicklung nachhaltiger, beständiger Kraftstoffe für morgen.

Wie man mehr aus einem Gasfeld macht

Eingebettet in die schöne Landschaft Rumäniens liegt Totea Deep, ein Musterbeispiel für Erfolg aus der Kombination von innovativen Entwicklungsstrategien, Produktionseffizienz und Umweltverantwortung.

Wer sich Totea Deep im Südwesten von Rumänien nähert, ahnt nicht, dass eine der erfolgreichsten Produktionsstätten von OMV vor einem liegt: 4,5 Mio Normkubikmeter Gas werden hier jeden Tag gefördert – eine Menge, mit der man fast 550.000 Haushalte beheizen könnte. Totea Deep trägt fast 10% zur Jahresgasproduktion von OMV Petrom bei.

Erfolg aus der Tiefe

Um die Bedeutung von Totea Deep zu verstehen, muss man unter die Erdoberfläche schauen. Beim Start des Projekts 2011 war Totea Deep der wichtigste neue Onshore-Gasfund in Rumänien und ein bedeutsames Gegengewicht zu den Produktionsrückgängen der reiferen Gasfelder in der Region. Die drei produzierenden Bohrungen von Totea Deep sind die größten im Portfolio von OMV Petrom. Nach fünf Jahren der Entwicklung hätte man annehmen können, dass sich der Ertrag von Totea Deep nicht mehr sehr stark steigern lassen würde.

Gäbe es da nicht eine entscheidende Tatsache, die Totea Deep nach wie vor zu einem der aussichtsreichsten Onshore-Felder macht: In den geographischen Schichten unter der unscheinbaren Oberfläche lagern riesige Mengen Gas und Kondensat. Aber diese Schätze liegen sehr tief. OMV Petrom nutzt neuartige Seismik- und Evaluierungstechnologien, kombiniert mit mathematischen Analyse- und Simulationsmodellen zur Identifizierung von Speicherstätten bis in eine Tiefe von 3.700 m. Die Forschungsergebnisse belegen den hohen Wert von Totea Deep für die Zukunft: Über 4.700 Mio m3 sichere Reserven werden hier die nächsten 20 Jahre lang den Produktionsbetrieb aufrechterhalten.

Schnell profitabel

OMV Petrom meisterte diese Herausforderung mit einer kühnen Entwicklungsstrategie in Stufen: Während die eine Explorationsbohrung

Wussten Sie schon…? In Totea Deep kommt Gas aus einer Tiefe von bis zu 3.700 m +++

noch evaluiert wurde, befanden sich die nächsten beiden bereits in Vorbereitung. So konnte unmittelbar nach erfolgreicher Einschätzung die Produktion gestartet werden. Genauso ging das Team auch bei der Infrastruktur vor. Der Aufwand war riesig. Doch dank rigoroser Kostendisziplin und großer Expertise bei allen Beteiligten erfüllte OMV Petrom alle Vorgaben und übertraf sie sogar noch: Heute ist Totea Deep eines der profitabelsten OMV Felder.

50 Prozent Produktionssteigerung im Jahr 2016

Anfang 2016 wurde das Team mit der Erweiterung der Anlagenkapazitäten beauftragt. Zu diesem Zeitpunkt produzierten die Bohrungen bereits 3 Mio m3 pro Tag und niemand konnte sich vorstellen das noch zu steigern. Angesichts dieser Herausforderung entwickelte das Team einen innovativen Ansatz: Durch Veränderungen an den Bohrlochrohren steigerte es den Ertrag auf 4,5 Mio m3 pro Tag – ein atemberaubendes Wachstum von 50%. Und das in nur acht Monaten, unter strenger Einhaltung des ursprünglichen Budgets und darüber hinaus noch mit beträchtlichen Einsparungen.

Die Füllstände der Kondensatspeicher werden regelmäßig gemessen (oben). Drosselverteiler regeln Bohrlochdruckschwankungen (unten).

2016 wurde die Produktionskapazität der Anlage durch Veränderungen an den Bohrlochrohren um atemberaubende 50% gesteigert.

Sicherheit und Umweltschutz

Dabei ist die Produktionssteigerung nur der eine Teil der außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte von Totea Deep. Der andere dreht sich um Sicherheit und Umweltverantwortung. Hoher Druck und hohe Temperaturen machen Gasfelder zu Risikobereichen. Daher hat die durchgängige Sicherheit von Menschen und Anlagen zu jedem Zeitpunkt hier höchste Priorität. Selbstverständlich arbeitet die gesamte Anlage rund um die Uhr vollautomatisiert und sicherheitsüberwacht, unterstützt und kontrolliert von einer großen

Bandbreite an Überwachungs- und Sicherheitseinrichtungen. Regelmäßige Trainings schaffen ein hohes Sicherheitsbewusstsein und -wissen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Doch Sicherheit und Umweltschutz gehen bei Totea Deep noch weiter. In der Anlage werden zur Minimierung von CO2 -Ausstoß und Umweltauswirkungen konsequent strengste Abfackel-, Entgasungs- und Auslaufschutzregeln befolgt. Neue Hochsicherheitstanks für Kondensat, ein Nebenprodukt der Erdgasproduktion, haben die Transportrisiken signifikant reduziert. Vor der Errichtung der Tanks musste das Kondensat jeden Tag per Lastkraftwagen abtransportiert werden, was aufgrund der Lage des Feldes inmitten von Infrastrukturen Risiken und Kosten mit sich brachte, die nun eliminiert werden konnten. Jetzt wird das Kondensat direkt über eine Pipeline in das Kundennetzwerk eingespeist.

Exzellentes Zukunftspotenzial

Die Stärke von Totea Deep sind sichere Reserven, effizient nutzbar gemacht durch eine kühne Kombination von strategischer Vorbereitung, innovativer Explorationstechnologie, intelligenten Entwicklungsansätzen, Expertenwissen und unermüdlichem Team-Engagement. Dies ermöglicht maximale Ergebnisse mit minimalen Investitionen. Der Erfolg gibt dem Ansatz recht: Derzeit bereitet das Totea Deep-Team weitere Bohrungen vor.

18,3 kboe/d

Totea Deep produzierte 2016 im Jahresdurchschnitt 18,3 kboe pro Tag.

Am Ende des Tages wird die Nachtschicht über alle Ereignisse und Daten des Tages informiert (oben). Schutzwannen unter den Kondensatspeichertanks gewährleisten absolute Auslaufsicherheit (links).

Das finanzielle Rückgrat für Profitabilität

Reinhard Florey, Finanzvorstand

Wie sichern Sie in schwierigen Märkten und Zeiten Bilanzstärke und Profitabilität?

Unser Fokus liegt auf Wertsteigerung und Wettbewerbsstärke. Beim Wachstum steht für uns Wertzuwachs vor Volumensteigerung. Zur Absicherung unseres Cashflows haben wir die Investitionen zurückgefahren, besonders im Upstream-Bereich: Wir investieren ausschließlich in aussichtsreiche Projekte mit gesundem, belastbarem Business Case und guter Rendite. Nach der erfolgreichen Restrukturierung unseres Downstream-Geschäfts sind wir hier jetzt sehr profitabel und effizient. 2016 haben wir weiter in Automation und strukturelle Harmonisierung investiert, insbesondere in Rumänien. Durch Kostenreduzierungen in unserem Upstreamund Downstream-Geschäft und auf Unternehmensebene mit einem klaren Fokus auf Shared Services haben wir Einsparungen in Höhe von ca. EUR 200 Mio erzielt und liegen damit weit über unserem ursprünglichen Ziel. Hierzu haben auch erfolgreiche Einkaufsanstrengungen zur optimalen Nutzung günstiger Kaufgelegenheiten bei Investitionsgütern beigetragen. Aber Sparen allein macht noch keine gesunde Bilanz. Unsere Portfoliomaßnahmen sind ebenfalls wichtiger Bestandteil zur Sicherung von Wettbewerbsstärke und Geschäftserfolg.

Was macht OMV als Investition attraktiv?

Wir sind ein integriertes europäisches Öl- und Gasunternehmen mit einem natürlichen Gleichgewicht zwischen Upstream- und Downstream-Einnahmen aus hocheffizientem Betrieb. Die Aktienpreisentwicklung im vergangenen Jahr zeigt deutlich, dass der Markt unsere Strategie und die Einlösung der Versprechen honoriert. Mit strategisch reduzierten Investitionen, gekürzten Explorationsausgaben und klaren Kosteneinsparungen ist unser Cash Management exzellent aufgestellt. Gleichzeitig generieren wir Cash trotz niedriger Öl- und Gaspreise. Unsere neue Strategie sichert langfristige Wertsteigerung, basierend auf einer klaren Portfoliopolitik zur Steigerung unserer Reservenbasis.

Was können die Aktionäre von der neuen OMV Dividendenpolitik erwarten?

Erfolgreiche Unternehmen generieren mehr Cash, als sie wieder mit attraktiven Kapitalrenditen in ihr Geschäft investieren können. Eine starke

"Es ist uns eine Verpflichtung, eine attraktive und kalkulierbare Rendite unabhängig von den Konjunkturzyklen zu bieten."

Cash-Generierung ist klare Priorität für OMV. Gleichzeitig ist es uns eine Verpflichtung, unseren Aktionärinnen und Aktionären über einen Geschäftszyklus einen attraktiven und kalkulierbaren Shareholder Return zu bieten. Aus diesem Grund haben wir eine Dividende von mindestens EUR 1,00 je Aktie vorgeschlagen, stets vorausgesetzt, dass dies nicht die langfristige finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinträchtigt. Wir planen, die Dividende entsprechend der Entwicklung des freien Cashflows und des Jahresüberschusses des Konzerns ab 2016 schrittweise zu steigern. In die Berechnung der Dividendensteigerungsrate werden wir den Investitionsbedarf und die Prioritäten im Rahmen der Kapitalallokation des Konzerns einbeziehen. Damit ist unsere neue Dividendenpolitik ein klares Stabilitäts- und Kontinuitätssignal in der Kommunikation mit unseren Aktionärinnen und Aktionären.

+++ Wir sind die Energie – für ein besseres Leben. Die Energie von OMV: Unser Technologievorsprung. Unsere Umwelt- und Sozialverantwortung. Unser Partnerschaftsengagement. Und die Leidenschaft unserer Teams. In Österreich und der Welt. Heute und morgen. Seien Sie dabei! +++

1 33 – 48 AN UNSERE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE

— Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden — OMV Vorstand — Bericht des Aufsichtsrats — OMV an den Kapitalmärkten

"Wir blicken voller Zuversicht in die Zukunft"

Für Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, haben wir Rainer Seele, OMV Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor, um seine Einschätzung gefragt.

Herr Seele, ist OMV wieder auf Kurs?

OMV ist voll auf Kurs und fit genug, um im momentan volatilen Umfeld profitabel zu wachsen. In meinem ersten vollen Geschäftsjahr als OMV Generaldirektor ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis. Der Kapitalmarkt hat unsere Leistung ebenfalls honoriert. Die OMV Aktie ist um 28% gestiegen, was einer Steigerung der Marktkapitalisierung um EUR 2,4 Mrd entspricht.

Sie ziehen ein positives Fazit, dabei war das Marktumfeld alles andere als günstig. Der Fall des Ölpreises – dem massiven Überangebot geschuldet –, den wir insbesondere seit Mitte 2014 an den Märkten gesehen haben, hat die Industrie vor große Herausforderungen gestellt. Die Produzenten waren zu großen Anpassungen gezwungen. OMV hat mit einer Strategieoffensive reagiert.

Was haben Sie verändert?

Wir setzen auf höhere Profitabilität pro Barrel und eine deutliche Reduktion der Kosten. Wir haben 2016 eine Reihe erfolgreicher Transaktionen abgeschlossen, um diese Strategie umzusetzen. Und der Strategieschwenk zeigt Wirkung: OMV steht nun auf einem soliden finanziellen Fundament. Wir blicken voller Zuversicht in die Zukunft.

Der Angebotsüberhang aus dem Jahr 2014 wirkt sich auch heute noch auf den Ölpreis aus. Wie bewerten Sie daher das abgelaufene Jahr 2016?

Das Jahr 2016 konfrontierte uns mit weiteren Schwankungen bei den Öl- und Gaspreisen. Zusätzlich belasteten tiefere Raffineriemargen. Das war die Ausgangslage, der wir uns stellen mussten. Und das haben wir erfolgreich getan. Einerseits haben wir unsere Investitionen reduziert und die Kostenstruktur angepasst. Das gilt auch für die Explorationsausgaben sowie die operativen Kosten. Andererseits zeigte unsere Strategie, bestehend aus der Kombination von gezielten Verkäufen und neuen strategischen Partnerschaften in Regionen mit niedrigen Produktionskosten, bereits Wirkung: Unser Upstream-Portfolio ist robuster aufgestellt und Downstream liefert einen konstant hohen Cashflow-Beitrag. Wir sehen es als eine besondere Leistung an, dass wir auf Konzernebene den Ölpreis, den wir benötigen, um einen positiven freien Cashflow zu erwirtschaften, von USD 70/bbl im Jahr 2015 auf USD 35/bbl im Jahr 2016 reduzierten.

"Wir haben 2016 mit einem positiven freien Cashflow nach Dividenden in Höhe von EUR 1,1 Mrd abgeschlossen."

Rainer Seele Vorstandsvorsitzender

Wie kann es gelingen, bei solchen Herausforderungen die finanzielle Stabilität zu sichern?

Besonders in schwierigen Zeiten rückt die Bedeutung des Cashflows in den Vordergrund. Wir haben 2016 mit einem positiven freien Cashflow nach Dividende – inklusive des Erlöses aus dem Verkauf des 49%-Anteils an Gas Connect Austria – in Höhe von EUR1,1 Mrd abgeschlossen. Das entspricht einer Verbesserung von EUR1,7 Mrd gegenüber dem Vorjahr. Dank unserer hohen Disziplin haben wir die Investitionen des Konzerns 2016 auf EUR1,9 Mrd reduziert. Und das, ohne die aktuelle Produktion zu beeinträchtigen. Die Explorationsausgaben reduzierten wir um 49% auf EUR 307 Mio. Im gesamten Konzern konnten wir im Jahr 2016 EUR 200 Mio Kosteneinsparungen realisieren, das sind EUR 100 Mio mehr als geplant.

Diese strenge Kostendisziplin war nicht immer im Fokus von OMV…

Die Strategie eines Produktionswachstums ohne Rücksicht auf Kosten ist Vergangenheit. OMV ist Betriebsführer in mehr als 70% des gesamten Portfolios – und mein Fokus liegt klar bei hochprofitablen Barrels. Profitabilität hat Vorrang vor Produktionswachstum. Ziel ist Nachhaltigkeit im Upstream-Portfolio. Und Nachhaltigkeit heißt Sicherung einer 100%-Reserven-Ersatzrate. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir bereits im Jahr 2016 eine Reserven-Ersatzrate von 101% erreicht haben.

Sie sprachen bereits von Partnerschaften. Welche Regionen meinen Sie?

Unsere Regionen sind klar definiert: Mittel- und Osteuropa, die Nordsee, der Mittlere Osten und Afrika sowie Russland. Russland wurde nach der Unterzeichnung eines verbindlichen "Basic Agreement" für den Asset Swap mit Gazprom als neue Kernregion etabliert. OMV erhält knapp 25% im kosteneffizienten Achimov-IV/V-Projekt im Urengoi-Feld. Wir erhalten Reserven von 560 Mio boe – das entspricht dem Fünffachen unserer Produktion im Jahr 2016. Zusätzlich haben wir im März 2017 eine Vereinbarung über den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien unterzeichnet. Diese Transaktion wird weitere 580 Mio boe Reserven und 100.000 boe/d Produktion zu unserem Portfolio hinzufügen.

Russland allein wird es wohl nicht richten können. Gibt es weitere regionale Engagements?

In Libyen haben wir die Produktion wieder gestartet und unsere Anteile an vier "Exploration und Production Sharing Agreements" im Sirte-Becken erhöht. Mit dieser Transaktion kann OMV im Laufe der Zeit die Produktion in Libyen auf bis zu 50.000 bbl/d steigern. Wir planen auch den Ausbau unserer engen Zusammenarbeit mit Abu Dhabi, eine Intensivierung mit unserem zentralen Aktionär IPIC. Wir haben einen Vertrag mit ADNOC über eine ganze Reihe zu entwickelnder Offshore-Öl- und -Gasfelder im Nordwesten Abu Dhabis unterschrieben. Im Iran verstärkten wir unsere Aktivitäten und haben ein Memorandum of Understanding mit der National Iranian Oil Company unterzeichnet. Wachstum in Russland und im Mittleren Osten ist die Antwort von OMV auf die strategische Frage, wie wir künftig Reserven nachhaltig ersetzen.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, Nachhaltigkeit in unserem Upstream-Portfolio zu sichern, und konnten bereits im Jahr 2016 eine Reserven-Ersatzrate von 101% erreichen."

Gibt es Regionen, aus denen Sie sich zurückgezogen haben oder in denen Sie gar nicht mehr investieren?

Gemäß der OMV Strategie, sich auf kostengünstige Regionen zu fokussieren, hat OMV Transaktionen von etwa EUR1,1 Mrd inklusive der bedingten Zahlungsverpflichtungen abgeschlossen: Dabei geht es um den Verkauf unseres Upstream-Geschäfts in Großbritannien, einschließlich unseres Anteils an dem Projekt Rosebank. Darüber hinaus haben wir uns aus Namibia, Gabun und teilweise aus Madagaskar zurückgezogen.

2016 ist im Bereich Downstream einiges passiert. Können Sie uns da einen Blick hinter die Kulissen geben?

Downstream Öl ist für uns ein wichtiger Cash-Generator des Konzerns. Daher liegt der Fokus auf der optimalen Nutzung der Raffineriekapazitäten. Die langjährige und vertrauensvolle Kooperation mit Borealis hilft uns dabei enorm. Indem wir die Wertschöpfungskette in Richtung Petrochemie weiter ausbauen, werden wir im Bereich Downstream Öl nachhaltig profitabel bleiben.

Wie sieht es denn im Geschäft mit Downstream Gas aus, das nicht selten als Sorgenkind betrachtet wurde?

Die Restrukturierung von Downstream Gas macht sehr gute Fortschritte. Wir haben EconGas komplett übernommen, erfolgreich integriert und in OMV Gas Marketing & Trading umfirmiert. Nun starten wir eine Offensive, um die Gasverkäufe in Deutschland zu steigern. Unser Ziel ist es, einen Marktanteil von 10% bis 2025 zu erreichen. Im Gasinfrastrukturbereich fokussieren wir uns auf nicht reguliertes Geschäft. Dies führte zum Verkauf eines 49%-Anteils an Gas Connect Austria (GCA). Der Verkaufserlös in Höhe von EUR 601 Mio hat der finanziellen Stabilität und dem Cashflow von OMV genutzt. Dennoch haben wir die Kontrolle über GCA behalten. Auf internationaler Ebene setzen wir weiter klar auf Nord Stream 2. Das Projekt ist attraktiv: Es ist nicht reguliert und verbessert die Versorgungssicherheit Europas. Wir möchten weiterhin gerne das Nord-Stream-2-Projekt unterstützen.

Nun zum Thema Dividendenpolitik. Hand aufs Herz, was können Aktionärinnen und Aktionäre für 2017 von OMV erwarten?

Vor einem Jahr habe ich angekündigt, Dividenden nicht durch Aufnahme neuer Schulden zu zahlen. Wir zahlen jetzt die Dividende aus dem operativen Cashflow. Gleichzeitig werden wir eine neue, progressive Dividendenpolitik umsetzen.

Was hat Sie 2016 besonders begeistert?

Das OMV Team. 2016 war ein turbulentes Jahr mit vielen Veränderungen. Wir hätten es nicht so positiv gestalten können, wenn nicht alle an einem Strang gezogen hätten. Im Namen des gesamten Vorstands möchte ich mich daher an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre tatkräftige Unterstützung bedanken. Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich für das in uns gesetzte Vertrauen.

Wien, im März 2017

Rainer Seele

OMV Vorstand

OMV GESCHÄFTSBERICHT 2016 / OMV AN DEN KAPITALMÄRKTEN

Von links nach rechts:

Rainer Seele Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Reinhard Florey Finanzvorstand

Johann Pleininger Vorstandsmitglied Upstream

Manfred Leitner Vorstandsmitglied Downstream

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die Entwicklung der OMV Aktie im Jahr 2016 war hervorragend. Der Kurs stieg 2016 um 28% und übertraf den FTSE Global Energy Index deutlich mit einer EUR-Kursperformance von 23%. Dabei waren die Herausforderungen gewaltig – angesichts der global schwierigen Situation für die Öl- und Gasindustrie. Der Brent-Preis lag bei USD 44/bbl; der Gaspreis durchschnittlich bei EUR 15/MWh1).

OMV hat den Fokus klar und erfolgreich auf die Reduzierung der Investitionen, Explorationsausgaben und Kosten gelegt. Das Unternehmen hat so die Ertragskraft außerordentlich gestärkt und in einem unsicheren Umfeld Maßnahmen zur Sicherung eines positiven Cashflows gesetzt.

Ich freue mich sehr, Ihnen diese positive Nachricht in meinem ersten Jahr als Vorsitzender des OMV Aufsichtsrats verkünden zu können. Das OMV Management hat die geschaffenen finanziellen Spielräume klug genutzt – einerseits um strategisch wichtige und notwendige Portfoliomaßnahmen voranzutreiben, andererseits zur nachhaltigen Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

So wurde die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gelegt und die Zukunft des Konzerns auf sichere Füße gestellt. Der Kapitalmarkt hat diese Erfolge honoriert. Die gute Performance der OMV Aktie steht dafür.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016 informieren:

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Infolge der Rücktritte von Peter Oswald, Wolfram Littich, Herbert Stepic und Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti wurden Marc Hall, Karl Rose sowie Ahmed Matar Al Mazrouei von der OMV Hauptversammlung am 18. Mai 2016 erstmals zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Ebenso wurde ich, Peter Löscher, erstmals in den Aufsichtsrat und zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Seitens der Belegschaftsvertreter wurde Gerhard Singer im September 2016 erstmals in den Aufsichtsrat entsandt. Martin Rossmann schied mit diesem Zeitpunkt aus dem Aufsichtsrat aus.

Am 19. Jänner 2016 wurde Reinhard Florey vom OMV Aufsichtsrat zum neuen Finanzvorstand bestellt. Er trat die Nachfolge von David C. Davies am 1. Juli 2016 an. Im Dezember 2016 wurde Manfred Leitner als Vorstand für den Bereich Downstream für weitere zwei Jahre bestätigt.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat nahm im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahr. Er überwachte die Geschäftsführung von OMV durch den Vorstand und beriet den Vorstand im Entscheidungs-

1) Central-European-Gas-Hub-Spot-Gaspreis

Peter Löscher Vorsitzender des Aufsichtsrats

"In einem unsicheren Umfeld hat OMV seine Ertragskraft gestärkt und Maßnahmen zur Sicherung eines positiven Cashflows gesetzt."

findungsprozess auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2016 auf den Maßnahmen zur Umgestaltung des OMV Portfolios im Einklang mit der genehmigten Strategie. Im Bereich Upstream stand eine Vielzahl an Projekten zur Diskussion, die das Ziel der Erhöhung der Reserven-Ersatzrate und Nachhaltigkeit des Portfolios unterstützen. In diesem Zusammenhang ist vor allem der geplante Austausch von Vermögenswerten mit Gazprom zu erwähnen, der mit der Unterzeichnung einer bindenden Grundsatzvereinbarung ("Basic Agreement") im Dezember 2016 wichtige Fortschritte machte. Gemäß dieser Vereinbarung wird OMV im Gegenzug für einen Anteil von 38,5% an OMV (NORGE) AS einen 24,98%-Anteil an dem Projekt zur Entwicklung der Blöcke 4 und 5 der Achimov-Formation des Öl-, Gas- und Kondensatfelds Urengoi erhalten. Zudem diskutierte und genehmigte der Aufsichtsrat im November die Veräußerung der Upstream-Tochtergesellschaft in Großbritannien, die im Jänner 2017 abgeschlossen werden konnte. Im Bereich Downstream war die weitere Restrukturierung der Gasaktivitäten ein zentrales Thema. Im Mai wurde die Übernahme der Minderheitsanteile an EconGas abgeschlossen; im September erfolgte der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Gas Connect Austria und trug damit zur finanziellen Stabilität und zum Cashflow des OMV Konzerns bei. In Downstream Öl wurde im Einklang mit der

Strategie des Bereichs der Verkaufsprozess für OMV Petrol Ofisi gestartet, der im März 2017 in einer erfolgreichen Unterzeichnung der Transaktion mündete.

Neben der Umbildung des Portfolios konzentrierten sich die Aktivitäten des Vorstands und des Aufsichtsrats vor dem Hintergrund der anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreise vor allem auf die Verbesserung der Ertragskraft und die Sicherung des Cashflows. Besonderes Augenmerk galt daher dem Investitionsprogramm in Budget- und Mittelfristplanung. Darüber hinaus wurde mit der Etablierung eines Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms eine wichtige Weiche gestellt. Auf Basis dieser Maßnahmen gelang es, im Geschäftsjahr 2016 das gesteckte Ziel eines positiven freien Cashflows nach Dividenden zu erreichen.

Schließlich startete der Aufsichtsrat mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität seiner Arbeit eine umfangreiche, auf Basis von Einzelinterviews geführte Selbstevaluierung. Diese wird erstmals von einem externen Berater unterstützt, sodass eine Objektivierung der Ergebnisse und eine Beurteilung der Aufsichtsratsarbeit im Vergleich zur gängigen Marktpraxis erreicht werden. Dies ist ein klares Zeichen, dass sich der Aufsichtsrat seiner Verantwortung gegenüber Aktionärinnen und Aktionären und weiteren Stakeholdern bewusst ist.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidial- und Nominierungsausschuss leitete die Suche für die Position des Finanzvorstands, die Anfang 2016 zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wurde. Ebenso empfahl er die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung.

Der Vergütungsausschuss verhandelte den Anstellungsvertrag mit Reinhard Florey. Darüber hinaus arbeitete der Vergütungsausschuss kontinuierlich an Verbesserungen des variablen Vergütungssystems für den Vorstand. Insbesondere wurden die Vergütungssysteme im Jahr 2016 auf ihre Marktüblichkeit geprüft und in diesem Zusammenhang Anpassungen der Auszahlungsstruktur vorgenommen.

Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollund Steuerungssystems des Konzerns. Darüber hinaus untersuchte er eingehend die bei Wertminderungen von Aktiva verwendeten Prozesse und Berechnungsmethoden (Werthaltigkeitstests) sowie die Grundzüge des finanziellen Steuerungsmodells.

"Wir haben 2016 viel verändert und erreicht und das Fundament für weiteres Wachstum gelegt."

Der Abschlussprüfer des OMV Konzerns, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei regelmäßig die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde.

Aufgrund der Anzahl und der substanziellen Größenordnung der Projekte, mit denen der Aufsichtsrat im Jahr 2016 befasst war, kam dem Projektausschuss eine wesentliche Bedeutung zu. In regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfindenden Tagungen des Projektausschusses wurden die Entscheidungen zu wesentlichen Investitionsund M&A-Projekten durch intensive Information und Diskussion vorbereitet.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs.1 Aktiengesetz erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2016, die damit gemäß § 96 Abs.4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2016 erhielten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, eine Dividende von EUR 1,20 je Aktie auszuschütten und den sich danach ergebenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Wir haben im Jahr 2016 viel verändert und viel erreicht und das Fundament für weiteres Wachstum gelegt. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich bei dem Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit in diesem herausfordernden Geschäftsjahr 2016. Unser Dank geht auch an Peter Oswald, der bis Mai 2016 als Vorsitzender des Aufsichtsrats tätig war, sowie an David C. Davies, den ehemaligen Finanzvorstand und stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands, für sein langjähriges Engagement.

Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr entgegengebrachtes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern von OMV.

Wien, am 22. März 2017

Für den Aufsichtsrat

Peter Löscher

OMV an den Kapitalmärkten

Die Auswirkungen geopolitischer Ereignisse sowie anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit prägten das Börsenjahr 2016. Die Kapitalmärkte erholten sich erst gegen Ende des Jahres. Der Brent-Ölpreis stieg im Vorjahresvergleich um 55%, während die Ergebnisse der Volksbefragungen in Großbritannien und Italien wie auch das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen die Marktteilnehmer verunsicherten. OMVs integriertes Geschäftsmodell, die erfolgreichen Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios sowie der robuste Cashflow führten zu einer besseren Entwicklung der OMV Aktie im Vergleich zu relevanten Indizes. Der Aktienkurs von OMV stieg gegenüber dem Jahr 2015 um 28% und schloss zum Jahresende bei EUR 33,56. Die Aktienrendite für OMV Aktionärinnen und Aktionäre betrug im Jahr 2016 attraktive 34%.

Finanzmärkte

Das Marktumfeld im Jahr 2016 stellte Kapitalmarktteilnehmer vor Herausforderungen. Hierzu trugen insbesondere die Ereignisse in Europa bei, wo die Aktienmärkte von bedeutenden geopolitischen Geschehnissen beeinträchtigt wurden. Das Ergebnis des britischen Referendums im Juni führte zu Unsicherheit an allen europäischen Börsenplätzen. Unternehmen wählten bei ihren Geschäftsaktivitäten eine tendenziell vorsichtigere Vorgehensweise. Im November löste das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen zunächst eine stark negative Reaktion an den europäischen Aktienmärkten aus, wobei die negativen Auswirkungen ausblieben und sich die globalen Indizes gegen Ende des Jahres wieder erholten. In Europa sorgen das Verfassungsreferendum in Italien im Dezember 2016 und die risikobehafteten Kredite italienischer Banken für Verunsicherung der Anleger. Die wirtschaftlichen Aktivitäten im Nahen Osten und in Afrika erwiesen sich im Jahr 2016 als überraschend stabil. Der Iran scheint von seiner Wiedereingliederung in die globale Wirtschaft zu profitieren und steigerte seine Ölexporte. Der Jemen ist aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs in wirtschaftlicher Hinsicht weiterhin der zentrale Brennpunkt der Region. Der Brent-Rohölpreis legte seit Anfang 2016 um 55% zu und lag zum Jahresende bei USD 56,75 pro Barrel. Hauptgrund für diese Entwicklung war die Einigung der OPEC-Länder und Russlands auf eine Begrenzung der Förderquoten im vierten Quartal 2016.

Auf einen Blick

In EUR
--------
2016 2015 2014 1) 2013 2) 2012
Anzahl der ausstehenden Aktien in Mio Stück 3) 326,45 326,36 326,26 326,23 326,19
Marktkapitalisierung in EUR Mrd 3) 10,96 8,53 7,18 11,35 8,92
Aktienumsatz an der Wiener Börse in EUR Mrd 6,04 7,13 5,21 4,82 3,98
Höchstkurs des Jahres 34,78 30,46 36,06 39,69 29,12
Tiefstkurs des Jahres 21,45 20,70 20,07 27,85 21,29
Schlusskurs des Jahres 33,56 26,13 22,01 34,79 27,36
Ergebnis je Aktie – 1,24 – 3,37 0,85 3,56 4,18
Buchwert je Aktie 3) 33,44 35,76 35,53 35,60 36,49
Cashflow je Aktie 4) 8,82 8,68 11,24 12,64 11,69
Dividende je Aktie 5) 1,20 1,00 1,25 1,25 1,20
Ausschüttungsgrad in % n.m. n.m. 147 35 29
Dividendenrendite in % 3) 3,58 3,83 5,68 3,59 4,39
Total Shareholder Return (TSR) in % 6) 34 24 – 34 31 22

1) 2015 wurden die Zahlen für 2014 gemäß IAS 8 angepasst

2) 2014 wurden die Zahlen für 2013 aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" angepasst

4) Cashflow aus der Betriebstätigkeit

5) 2016: Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat bestätigt. Vorbehaltlich der Bestätigung der Hauptversammlung 2017

6) Inklusive Reinvestition der Dividende

3) Per 31. Dezember

Kursentwicklung und Handelsvolumen der OMV Aktie

Der OMV Aktienkurs stieg im Jahr 2016 im Vorjahresvergleich um 28%. Zu Jahresbeginn lag der Aktienkurs von OMV bei EUR 26,13, fiel dann jedoch stetig und erreichte am 20. Jänner 2016 seinen Tiefpunkt bei EUR 21,45. Anschließend blieb der Kurswert bis zum Ende des dritten Quartals 2016 unterhalb der Schwelle von EUR 25,00. Ab September nahm die positive Kursentwicklung dynamisch zu. Hauptgründe hierfür waren erfolgreiche Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios, der gestiegene Ölpreis sowie starke Ergebnisse im dritten Quartal 2016. Der Aktienkurs notierte am 29. Dezember bei einem Höchstwert von EUR 34,78 und schloss zum Ende des Jahres bei EUR 33,56. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der OMV Aktie lag im Jahr 2016 bei 471.359 (2015: 577.362). Die gesamte Marktkapitalisierung von OMV verzeichnete zum Jahresende 2016 einen Anstieg um EUR 2,4 Mrd auf EUR 11 Mrd. Die Aktienrendite inklusive Reinvestition der Dividende von OMV lag im Jahr 2016 bei 34%.

OMV Aktienkurs stieg im Jahr 2016 um 28%

Mit einem Anstieg des Aktienkurses um 28% übertraf OMV wichtige Vergleichsindizes. Der österreichische ATX verzeichnete im selben Zeitraum einen Anstieg um 9%. Bei den weltweiten Branchenindizes stiegen der FTSE Global Energy Index und der FTSEurofirst E300 Oil & Gas um 23% bzw. 24%, während der FTSEurotop 100 im Jahr 2016 um 1% nachgab.

Die Entwicklung der OMV Aktie übertraf die Entwicklung der Indizes über einen Zeitraum von fünf Jahren. Hätte ein Anleger Ende 2011 einen Betrag von EUR 100 in OMV Aktien investiert und die Dividenden in zusätzlichen OMV Aktien angelegt, so wäre sein Vermögen bis Ende des Jahres 2016 auf EUR 176 angewachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 12%.

Langfristige Wertentwicklung der OMV Aktie im Marktvergleich Durchschnittliche jährliche Steigerung bei Wiederanlage der Dividende 1)

1) Die Datengrundlage für die Berechnung bildet der "Total Return Index (RI)" von DataStream. Für die Berechnung der durchschnittlichen jährlichen Steigerung bei Wiederanlage der Dividende wurde die Methodik der jährlichen Wachstumsrate verwendet

Dividendenvorschlag für das Jahr 2016: EUR 1,20 je Aktie

Am 18. Mai 2016 hat die ordentliche Hauptversammlung von OMV für das Jahr 2015 eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie genehmigt. Sie erteilte auch ihre Zustimmung zu allen weiteren Tagesordnungspunkten einschließlich der Wahl des Aufsichtsrats, des Long Term Incentive Plan 2016 und des Matching Share Plan 2016.

Dividende von EUR 1,20 je Aktie vorgeschlagen

Für das Jahr 2016 wird der Vorstand bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 24. Mai 2017 eine Dividende von EUR 1,20 je Aktie vorschlagen. Die Dividendenrendite, gemessen am Schlusskurs des Jahres 2016, wird 3,58% betragen.

Dividendenpolitik

Zum Jahresbeginn 2017 präsentierte OMV die neue Dividendenpolitik. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den OMV Aktionärinnen und Aktionären über einen Geschäftszyklus einen attraktiven und kalkulierbaren Shareholder Return zu bieten. OMV schlägt eine Dividende von mindestens EUR 1,00 je Aktie vor, vorausgesetzt, dass dies nicht die langfristige finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinträchtigt. Ziel von OMV ist es, die Dividende entsprechend der Entwicklung des freien Cashflows und des Jahresüberschusses des Konzerns schrittweise zu steigern. Die Steigerungsrate berücksichtigt dabei den Investitionsbedarf und die Prioritäten im Rahmen der Kapitalallokation des Konzerns.

Bloomberg: OMV AV

Die Aktionärsstruktur von OMV blieb im Jahr 2016

relativ unverändert und setzte sich zum Jahresende wie folgt zusammen: 42,9% Streubesitz, 31,5% Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB, vertritt die österreichische Regierung), 24,9% International Petroleum Investment Company (IPIC), 0,4% Mitarbeiteraktienprogramm und 0,3% eigene Aktien.

Aktionärsstruktur von OMV

Aktionärsstruktur

IPIC/Abu Dhabi 24,9%
Institutionelle Investoren 25,7%
Unidentifizierter Streubesitz 17,2%
Mitarbeiteraktienprogramm 0,4%
Eigene Aktien 0,3%

Ende 2016 wurde die OMV Aktionärsstruktur analysiert. Institutionelle Investoren hielten 25,7% der OMV Aktien. Mit 30% stellten Anleger aus den USA die größte regionale Gruppe institutioneller Investoren dar. Anleger aus Großbritannien machten 20%, Investoren aus Österreich und Frankreich 10% bzw. 7% und Anleger aus Norwegen sowie Deutschland jeweils 6% aus.

Geografische Verteilung der institutionellen Investoren

Frankreich 7%
Norwegen 6%
Deutschland 6%
Übriges Europa 13%
Vereinigte Staaten von Amerika 30%
Übrige Welt 8%

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft beträgt EUR 327.272.727 und besteht aus 327.272.727 auf Inhaber lautenden Stückaktien. Zum Jahresende 2016 hielt OMV insgesamt 824.369 eigene Aktien. Es waren somit 326.448.358 Aktien im Umlauf. Das Grundkapital besteht vollständig aus Stammaktien. Es gilt das Prinzip "one share – one vote", das heißt, keine Aktie ist mit besonderen Rechten ausgestattet. Zwischen den Kernaktionären IPIC und ÖBIB besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

Analystenberichte

OMV wird von 18 Finanzanalysten beobachtet, die regelmäßig Analysen über OMV veröffentlichen. Dies trägt zu einer hohen Sichtbarkeit von OMV in der Finanzwelt bei. Ende 2016 sprachen 6% der Analysten eine Kaufempfehlung für unsere Aktien aus (Ende 2015: 12%) und 39% empfahlen unsere Aktie zu halten (Ende 2015: 29%), während 55% sie zum Verkauf einstuften (Ende 2015: 59%). Am 31. Dezember 2016 lag das durchschnittliche Kursziel laut Analysten-Konsensus bei EUR 27,10.

Günstige Bonitätseinstufung

OMV hat von der Ratingagentur Moody's eine Bewertung von "Baa1, stabiler Ausblick" und von der Ratingagentur Fitch eine Bewertung von "A–, negativer Ausblick" erhalten. Dies unterstreicht die Kreditwürdigkeit von OMV und steht im Einklang mit dem Ziel, auch künftig ein starkes Investment-Grade-Kredit-Rating zu halten.

Investor Relations-Aktivitäten

Der Vorstand und das Investor Relations-Team konnten bei zahlreichen Roadshows und Konferenzen in Europa und Nordamerika den Kontakt zu Analysten und Investoren pflegen und vertiefen. Im Berichtsjahr 2016 organisierte OMV insgesamt 265 (2015: 275) Veranstaltungen mit Kapitalmarktteilnehmern, darunter 195 persönliche Treffen mit Anlegern. Ein Höhepunkt des Jahres 2016 war der Strategietag am 18. Februar in London, an dem der OMV Vorstand den Anlegern und Finanzanalysten die neue Unternehmensstrategie präsentierte. Bei diesem Event erhielten die Finanzmarktteilnehmer einen tieferen Einblick in die Strategie und das effiziente, nachhaltige Geschäftsmodell von OMV.

Im April 2016 führte OMV Investor Relations zusammen mit Investoren und Analysten aus Europa, Asien und den USA eine umfassende Studie zur Wahrnehmung von OMV durch. Die Ergebnisse wurden in das Programm zur Finanzkommunikation integriert und halfen bei der Identifizierung der wesentlichen Kommunikationskanäle und Botschaften im Berichtsjahr.

OMV Investor Relations verbesserte auch die Interaktion mit den Finanzmarktteilnehmern durch die Einführung eines detaillierten Dashboards für den Analysten-Konsensus und eines neuen Factsheets als Teil der Quartalsberichterstattung. Außerdem veröffentlichte OMV Investor Relations auf der Internetseite von OMV Präsentationsunterlagen und die zugehörigen Reden zu den Quartalsergebnissen sowie Unterlagen zu M&A-Telefonkonferenzen. Analysten und Kapitalmarktteilnehmer, die nicht an den Telefonkonferenzen teilnehmen können, haben somit die Möglichkeit, die entsprechenden Informationen auf der OMV Internetseite nachzulesen.

Die Finanzwelt bestätigte die Qualität der OMV Investor Relations-Aktivitäten: Die Wiener Börse zeichnete OMV zum sechsten Mal in Folge mit dem ersten Preis in der Kategorie "Corporate Bond" aus.

49 – 72 UNTERNEHMEN

— OMV im Überblick — Strategie — Innovation und neue Technologien — Nachhaltigkeit und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) — Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter — Konzern-Performance — Upstream — Downstream

OMV im Überblick

OMV feierte 2016 das 60-jährige Bestehen

OMV fördert und vermarktet Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte auf verantwortungsvolle Weise. Die Geschichte von OMV beginnt vor mehr als 60 Jahren. Am 3. Juli 1956 wurde die Firma als "Österreichische Mineralölverwaltung Aktiengesellschaft" offiziell ins Handelsregister eingetragen. In den vergangenen sechs Dekaden ist OMV zum größten österreichischen Industrieunternehmen mit internationalem Fokus aufgestiegen – mit einem Umsatz von über EUR 19 Mrd arbeiten heute mehr als 22.000 Menschen aus 69 Nationen in 28 Ländern erfolgreich zusammen.

Im Geschäftsbereich Upstream konzentriert sich OMV auf die Exploration, Entwicklung und Produktion von Öl und Gas in vier Kernregionen: (1) Mittelund Osteuropa, (2) der Nordsee, (3) dem Mittleren Osten und Afrika und (4) Russland. Zum Jahresende war OMV Upstream weltweit in 15 Ländern aktiv und hatte sichere Reserven (1P) von 1,03 Mrd boe sowie sichere und wahrscheinliche Reserven (2P) von 1,7 Mrd boe. Die Reserven-Ersatzrate belief sich 2016 auf 101%. Die Tagesproduktion lag 2016 bei 311 kboe/d, was einer Gesamtproduktion von 113,8 Mio boe entspricht. Rund 90% der 2016 Produktion wurden in EU-/OECD-Ländern gefördert. Erdöl und Erdgas tragen je rund 50% zur Produktion bei. OMV optimiert das Portfolio, indem der Fokus auf geringe Produktionskosten und auf hochprofitable Projekte gelegt wird. Das Unternehmen hat langjährige Erfahrung in der Förderung aus reifen Lagerstätten und nutzt neueste Technologien, um die Förderraten zu erhöhen sowie Öl und Gas auf verantwortliche und kostengünstige Weise zu produzieren.

OMV ist Österreichs größtes börsennotiertes Industrieunternehmen

Der Geschäftsbereich Downstream umfasst die Bereiche Downstream Öl und Downstream Gas. tion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien), die überwiegend rumänisches Rohöl verarbeitet. OMV verfügt über eine Jahres-Raffineriekapazität von 17,8 Mio t. Das Retail-Netzwerk besteht aus 3.777 Tankstellen in elf Ländern mit einem starken Mehr-Marken-Portfolio. Zusammen mit einem effizienten Commercial-Geschäft hat OMV in den Downstream Öl-Märkten eine führende Position. In Downstream Gas lagen die Erdgas-Verkaufsmengen 2016 bei 109 TWh. OMV betreibt ein Gasleitungsnetz in Österreich und vier Gasspeicher mit einer Kapazität von 2,7 Mrd m³ (30 TWh). Der Central European Gas Hub (CEGH) ist eine etablierte Gashandelsplattform. Der Knotenpunkt in Baumgarten (Österreich) ist die größte Verteilstation für russisches Gas in Mitteleuropa. OMV betreibt zwei Gaskraftwerke, eines in Rumänien und eines in der Türkei.

Downstream Öl betreibt drei Raffinerien: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Süddeutschland), die beide über eine integrierte Petrochemie-Produk-

Die OMV Aktiengesellschaft ist das größte börsennotierte Industrieunternehmen Österreichs mit einer Marktkapitalisierung von EUR 11 Mrd Ende 2016.

Unsere Wertschöpfungskette

Strategie

Im Jahr 2016 hat OMV wesentliche Fortschritte bei der Restrukturierung des Portfolios gemacht. Im Strategieplan bis 2020 konzentriert sich OMV nun auf wertschöpfendes Wachstum mit strikter finanzieller Disziplin.

Marktperspektive

Unserer Strategie liegt die Annahme zugrunde, dass Öl und Gas in den kommenden Jahrzehnten weiter eine entscheidende Rolle als primäre weltweite Energiequellen spielen werden. Diese Annahme entspricht den Prognosen führender globaler Energieorganisationen wie etwa der Internationalen Energieagentur. Öl wird den Transportsektor weiterhin dominieren und Öl wie Gas werden bedeutende Grundstoffe für die petrochemische Industrie bleiben. Erdgas wird als fossiler Brennstoff mit den geringsten CO2-Emissionen ebenfalls weiter eine wichtige Rolle im zukünftigen Energiemix spielen. Langfristig können die steigende Kraftstoffeffizienz, die technische Weiterentwicklung von alternativen Antrieben und Entwicklungen im regulatorischen Umfeld das Verbrauchsverhalten verändern.

An den Ölmärkten herrschte 2016 eine deutliche Überversorgung. Marktanalysten prognostizieren für 2017 einen Anstieg der Ölpreise im Vergleich zu 2016. Längerfristig zeichnet sich eine Angebotslücke ab, wenn als Reaktion auf den Ölpreisverfall substanzielle Investitionen gestrichen oder verschoben werden. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass die Preise gegen Ende des Jahrzehnts wieder steigen werden. Die kurzfristige Flexibilität der US-Schieferölproduktion wird jedoch wahrscheinlich für eine Preisobergrenze sorgen, sodass nicht zu erwarten ist, dass die Ölpreise wie in den Jahren 2011 bis 2014 auf ein Niveau von USD 100/bbl oder mehr steigen. Die langfristige Ölpreisannahme von OMV liegt derzeit bei USD 75/bbl ab 2020.

Globaler Primärenergieverbrauch nach Energieträger In Mio toe

Quelle: IEA World Energy Outlook 2016/New-Policies-Szenario

An den europäischen Gasmärkten hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund eines Angebotsüberschusses in Verbindung mit einer unter den Erwartungen liegenden Nachfrageentwicklung ein Zustand konstanter Überversorgung eingestellt. Diese Überversorgung wird voraussichtlich bis Ende des Jahrzehnts anhalten, da ein moderater Nachfrageanstieg und neue Ressourcen an Flüssiggas (LNG) erwartet werden. Die Produktion in Europa wird voraussichtlich weiter zurückgehen. Die Gaspreise in Europa werden zum einen davon bestimmt werden, wie aufnahmefähig die traditionellen europäischen Lieferanten gegenüber zusätzlichen LNG-Mengen sein werden, und zum anderen davon, wie rasch die europäische Produktion zurückgeht. Die Gaspreisannahmen von OMV wurden angepasst, um die derzeit ungünstigeren Marktbedingungen in Europa wiederzugeben.

Im Raffineriegeschäft wird sich voraussichtlich der Abwärtstrend bei den Margen fortsetzen. Europa verfügt über zu hohe Raffineriekapazitäten. Mitteldestillate (z.B. Diesel) werden zu wettbewerbsfähigen Preisen aus Russland und dem Mittleren Osten geliefert. Zudem ist derzeit aufgrund der Schieferölrevolution in den USA ein traditioneller Exportmarkt für europäische Ölprodukte praktisch ausgefallen. Der starke Wettbewerb in Europa wird voraussichtlich anhalten. Während in China, Indien und aktuell den USA eine rege Nachfrage nach Benzin besteht, wird die Nachfrage in Europa aufgrund der durch die ambitionierten Klimaziele vorangetriebenen steigenden Effizienz und weiterer Verschiebungen hin zu alternativen Kraftstoffen voraussichtlich weiter sinken. Wirtschaftliche Dynamik, gewerblicher Straßenverkehr und die Ausstattung von Personenkraftwagen mit Dieselmotoren sind die Hauptfaktoren für die Dieselnachfrage in Europa. Hier wird ein höheres Wachstumspotenzial für aufstrebende Märkte und ein begrenztes Wachstum für gesättigte Märkte erwartet. Mittelbis langfristig werden Effizienzsteigerungen und ein verändertes Marktumfeld mit einem höheren Anteil an alternativen Kraftstoffen letztendlich zu einem Rückgang des Verbrauchs führen. Die Konjunkturaussichten für Flugzeugtreibstoff sind aufgrund des Zuwachses im Personen- und Transportflugverkehr positiv. Die Nachfrage nach Petrochemie-Produkten wird voraussichtlich stabil bleiben, mit einer positiven langfristigen Entwicklung.

Öl und Gas werden auch zukünftig entscheidende primäre Energiequellen bleiben

Strategische Restrukturierung im Jahr 2016

OMV hat im anspruchsvollen Geschäftsumfeld des Jahres 2016 seine Stärken genutzt und beträchtliche Fortschritte bei der Restrukturierung des Portfolios gemacht.

Gestrafftes Portfolio

In Upstream hat OMV erfolgreich die Veräußerung eines 30%-Anteils am vor der finalen Investitionsentscheidung stehenden Projekt Rosebank (Großbritannien) an Suncor Energy sowie die Veräußerung von OMV (U. K.) Limited an Siccar Point Energy abgeschlossen. In Norwegen hat OMV den 20%-Anteil an Zidane verkauft. Diese Verkäufe werden Erlöse von mehr als USD 1,2 Mrd (inklusive bedingter Zahlungen) generieren. Darüber hinaus hat OMV die geplanten Investitionen in der Nordsee deutlich reduziert und so Mittel für Investitionen in kostengünstigeren Regionen freigesetzt. OMV wird weitere Möglichkeiten zur Optimierung des Upstream-Portfolios untersuchen.

Mit dem Hinzufügen von 118 Mio boe 1P-Reserven hat OMV 2016 das Ziel einer Reserven-Ersatzrate von 100% erreicht. Der Zuwachs ist hauptsächlich der Pearl Petroleum Company und der Expansion in Libyen zuzuschreiben. OMV hält einen

10%-Anteil an Pearl, einem Betriebsführer von Gasfeldern in der Region Kurdistan im Irak. Schiedsverfahren haben den Anspruch auf die bestehende Produktion und die 1P-Reserven bestätigt. In Libyen hat OMV die Position im Sirte-Becken ausgebaut.

Im Erdgastransport-Geschäft hat OMV 2016 49% von Gas Connect Austria an ein Konsortium, bestehend aus Snam und Allianz, verkauft. Der von dem Konsortium gezahlte Kaufpreis von EUR 601 Mio hat zur finanziellen Stabilität des Konzerns beigetragen. Das Retail-Netzwerk wurde durch den Verkauf von Tankstellen, die nicht optimal in das Portfolio gepasst haben, in Tschechien und den Kauf von Automatentankstellen in Österreich weiter optimiert. Der Zukauf sichert die interne Abnahme und fördert die Raffinerieauslastung. Da OMV Petrol Ofisi ein nicht integriertes Retail-Netzwerk war, wurde im Februar 2016 der Verkauf beschlossen. Am 3. März 2017 hat OMV vereinbart, OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS für einen Transaktionswert von EUR 1,368 Mrd zu verkaufen.

OMV hat die Verkaufsbemühungen für den Windpark Dorobantu (Rumänien) und das Kraftwerk Samsun (Türkei) verstärkt, das aktuelle Marktumfeld ist jedoch schwierig.

Verkauf von OMV Petrol Ofisi unterzeichnet; Transaktionswert von EUR 1,368 Mrd Erwerb von Automatentankstellen in Österreich Vereinbarung über den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje (Russland) unterzeichnet Übernahme von EconGas Unterzeichnung des verbindlichen "Basic Agreements" über den Asset-Tausch zwischen Gazprom und OMV Akquisition des restlichen Second-Party-Anteils an vier EPSAs 1) im Sirte-Becken (Libyen) Verkauf eines 30%-Anteils an Rosebank abgeschlossen; USD 50 Mio in Q4/16 erhalten Verkauf eines 49%-Anteils an Gas Connect Austria abgeschlossen; EUR 601 Mio in Q4/16 erhalten Verkauf des Aliag˘a-Terminals in der Türkei abgeschlossen Veräußerung der Tochtergesellschaft OMV UK Upstream abgeschlossen; Erlös von bis zu USD 1 Mrd Apr. 2016 Mai 2016 14. Nov. 2016 14. Dez. 2016 5. März 2017 6. Okt. 2016 15. Dez. 2016 30. Dez. 2016 13. Jän. 2017 3. März 2017 EUR > 3 Mrd Cash generiert Veräußerungen

Wesentliche Erfolge bei der Umgestaltung des OMV Portfolios

Investitionen

Geschäftsportfolio optimiert, Kostenposition und organisatorische Effizienz nachhaltig verbessert

1) Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Integriertes Erdgasverkaufs-Geschäft

OMV hat Downstream Gas erfolgreich restrukturiert. Das Geschäftsfeld war in den letzten Jahren beträchtlichen nachteiligen Marktveränderungen ausgesetzt. Im Mai 2016 hat OMV die verbliebenen Anteile von EconGas übernommen und anschließend das Unternehmen integriert. Um das Erdgasverkaufs-Geschäft auf eine gesunde Basis zu stellen, hat OMV zahlreiche Schritte wie eine Reorganisation, die Abwicklung von Altverträgen, das Stärken von Synergien und einen Markenwechsel unternommen.

Kosteneinsparungen verwirklicht und Cash-Break-Even gesenkt

Die Investitionen wurden 2016 gegenüber 2015 um 32% gesenkt, von EUR 2,8 Mio im Jahr 2015 auf EUR 1,9 Mio im Jahr 2016. Die Explorationsausgaben wurden 2016 gegenüber 2015 um 49% reduziert. Insgesamt wurden diese von EUR 607 Mio im Jahr 2015 auf EUR 307 Mio im Jahr 2016 gesenkt. Die Explorationsausgaben werden für die Zukunft auf EUR 300 Mio begrenzt. Im gesamten Konzern wurden 2016 gegenüber 2015 nachhaltige Kostenreduzierungen und Effizienzverbesserungen von EUR 200 Mio erzielt. Ursprünglich strebte OMV das Erreichen eines neutralen freien Cashflows nach Dividenden erst für 2017 an, wobei ein Ölpreis von USD 55/bbl angenommen wurde. Dieses Ziel wurde jedoch schon 2016 mithilfe des Kostenreduzierungsprogramms und einer verbesserten Kapitaleffizienz erreicht. Der Ölpreis-Break-Even lag für den freien Cashflow nach Dividenden ohne Veräußerungen 2016 bei USD 35/bbl.

Wertsteigerndes Wachstum

Der Strategieplan von OMV konzentriert sich auf wertsteigerndes Wachstum bis 2020 und OMV wird den Kundinnen und Kunden auf verantwortliche Weise Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte liefern.

Upstream: Wert vor Menge

OMV konzentriert die Upstream-Aktivitäten auf vier Kernregionen: (1) Mittel- und Osteuropa, (2) die Nordsee, (3) den Mittleren Osten und Afrika und (4) Russland. Eine Kernregion ist als Region mit einer jährlichen Produktion von mehr als 50 kboe/d definiert, die sich zudem selbst finanziert. Außerdem wird OMV gezielte Akquisitionen in kostengünstigen Regionen wie dem Mittleren Osten und Russland tätigen, um die Portfoliokosten weiter zu verringern. Bei der Verlagerung des Portfolios in kostengünstigere Regionen, mit weitreichenden

Möglichkeiten für den Ersatz der Reserven, macht sich OMV eine Reihe von langfristigen strategischen Partnerschaften zunutze.

Im Dezember 2016 hat OMV ein bindendes "Basic Agreement" über den geplanten Asset-Tausch mit Gazprom unterzeichnet. Im Tausch gegen einen 24,98%-Anteil an Achimov IV/V in Russland erhält Gazprom 38,5% der Anteile an OMV Norge. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt einer finalen Einigung über die Transaktion, aufsichtsrechtlicher Genehmigungen und weiterer Organbeschlüsse. Die Transaktion würde die Reserven von OMV um rund 560 Mio boe erhöhen und damit erheblich zur Entwicklung der Reserven-Ersatzrate von OMV beitragen. Das Feld wird gegen Ende des Jahrzehnts in Produktion gehen und für mehr als 20 Jahre auf einem hohen Plateau produzieren.

OMV unterzeichnete am 5. März 2017 die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio. Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt weiterer Bedingungen, einschließlich der Zustimmung von Mitgesellschaftern sowie der kartellrechtlichen Genehmigung und der Auslandsinvestitionskontrollgenehmigung in Russland. Der Anteil von OMV an den verbleibenden förderbaren Reserven während der Lizenzlaufzeit (bis zum Ende des Jahres 2043) beläuft sich auf rund 580 Mio boe. Der OMV Anteil an der Tagesproduktion wird auf 100.000 boe pro Tag geschätzt.

OMV wird sich darauf konzentrieren, die Präsenz im Mittleren Osten und in Afrika als zweite Region mit günstigen Produktionskosten auszubauen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten strebt OMV an, neben der derzeitigen Position im Gasfeld Shuwaihat und der gemeinsamen Untersuchung der Öl- und Gasfelder im Gebiet North-West Offshore Abu Dhabi mit dem langjährigen Partner Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) weitere Möglichkeiten auszuschöpfen. Im Iran hat OMV die Zusammenarbeit mit der National Iranian Oil Company verstärkt und eine Absichtserklärung, ein sogenanntes Memorandum of Understanding, zur gemeinsamen Untersuchung mehrerer Felder im Gebiet Zagros im Westen Irans hinsichtlich ihres Potenzials für zukünftige Feldentwicklung

Bindendes "Basic Agreement" über den Asset-Tausch mit Gazprom unterzeichnet

Positiver freier Cashflow nach Dividenden in 2016 Position in Libyen ausgebaut

Integration wird in Downstream weiter gestärkt

nehmen eine Vereinbarung zur Durchführung einer gemeinsamen Studie zur Erhebung des Kohlenwasserstoff-Potenzials im iranischen Fars-Gebiet unterzeichnet. In Libyen hat OMV die Anteile an vier "Exploration and Production Sharing Agreements" im Sirte-Becken erhöht und die Partnerschaft mit der National Oil Corporation (NOC) gestärkt. Vorbehaltlich einer Verbesserung der Sicherheitslage bietet diese Transaktion für OMV die Möglichkeit, die Produktion in Libyen auf bis zu 50.000 bbl/d auszubauen. Mit dieser Transaktion hat OMV die entwickelten 2P-Reserven in Libyen um 52 Mio bbl erhöht. In den Partnerschaften nutzt OMV die in Rumänien und Österreich demonstrierte herausragende Expertise und technologische Stärke in der Förderung aus reifen Lagerstätten.

unterzeichnet. Zudem haben die beiden Unter-

OMV strebt eine Reserven-Ersatzrate von 100% an, also den vollen Ersatz der produzierten Reserven. Der Weg in die Zukunft sieht eine weitere Optimierung des Portfolios im Hinblick auf Wert und Cash-Beitrag sowie langfristig eine Verlagerung des Produktionsniveaus auf über 400 kboe/d vor.

Downstream Gas: Ausweitung des europäischen Erdgasverkaufs

Mit dem neu eröffneten Vertriebsbüro in Deutschland und Auftragsverkaufsgasmengen von rund 17 TWh, die das für 2017 gesetzte Ziel übersteigen, nimmt die Offensive für den Erdgasverkauf an Fahrt auf. Das steigende Absatzvolumen in Nordwesteuropa wird eine bessere Auslastung der Infrastrukturpositionen und eine Finanzierung der damit verbundenen Fixkosten ermöglichen. Die Verkaufsoffensive wird unterstützt durch unsere beträchtliche Vermarktungskompetenz und unsere etablierte Position als Marktführer in Österreich.

Im nicht regulierten Erdgastransport-Geschäft beabsichtigte OMV sich am Projekt Nord Stream 2 zu beteiligen. Nach einem Statement of Objections von der polnischen Wettbewerbsbehörde hat das Konsortium jedoch im August 2016 die Fusionskontrollanmeldung zurückgezogen und die Anteilskaufverträge gekündigt. Derzeit werden andere Möglichkeiten für die Unterstützung des Projekts evaluiert. Nord Stream 2 bleibt von strategischer Bedeutung für OMV, da das Projekt beständige, langfristige Gasströme zum Central European Gas Hub (CEGH) und über das Leitungsnetz von Gas Connect Austria sicherstellt. Dies wiederum gewährleistet eine langfristige Auslastung der von Gas Connect Austria betriebenen österreichischen Infrastruktur für Gasimport und -export.

Downstream Öl: Ausbau der Raffinerie-Wertschöpfungskette

Downstream Öl hat 2016 erneut seinen Wert als Cash-Generator unter Beweis gestellt. Der Bereich wird in Zukunft weiter nach der Maßgabe der Cash-Generierung unter Einhaltung einer strikten Kapital- und Kostendisziplin geführt werden. Um die drei OMV Raffinerien optimal auszulasten, wird die Integration mit dem Upstream-Bereich und mit internen Abnehmern aufrechterhalten und weiter verstärkt werden. Dazu gehören das Tankstellennetz von OMV sowie die Integration der Petrochemie mit Borealis in den Raffinerien Schwechat und Burghausen. Eine vor Kurzem evaluierte Cracker-Erweiterung in Burghausen wird die Beziehung zu Borealis und die Integration der Petrochemie bei OMV weiter stärken. Heute wird etwa ein Drittel der Raffineriekapazität über unser Retail-Netzwerk verkauft und weitere 13% über den Petrochemie-Vertriebskanal. Die Raffinerieleistung wird durch die Veredelung von minderwertigen Flüssiggasen zu hochwertigeren Destillaten in der Raffinerie Petrobrazi schrittweise erhöht werden.

OMVs Integration der Petrochemie mit Borealis spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der langfristigen Position der Raffinerien von OMV in Schwechat und Burghausen. OMV wird die fruchtbare Beziehung zu Borealis weiter pflegen und ausbauen, um hochwertige petrochemische Lösungen anzubieten.

Um den wachsenden globalen Bedarf zu decken, werden jegliche Formen von Energie benötigt werden. Aus diesem Grund nutzt OMV drei Werttreiber für innovative Energie: neue Grundstoffe (zum Beispiel die Herstellung von synthetischem Öl aus Kunststoffabfällen), neue Technologien (zum Beispiel Wasserstoff aus erneuerbarer Energie) und neue Produkte (zum Beispiel Wasserstoffmobilität).

Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Kapitel Innovation und neue Technologien in diesem Bericht.

Finanzielle Disziplin

Ein wichtiges Prinzip beim OMV Finanzmanagement ist die Sicherstellung der finanziellen Disziplin. Der Rahmen für die finanzielle Steuerung orientiert sich an den folgenden Grundsätzen: attraktive Rendite, kontinuierliche Dividendenzahlungen und Aufrechterhaltung eines guten Investment-Grade-Kredit-Ratings. OMV will einen langfristigen Verschuldungsgrad von unter 30% aufrechterhalten, um auch künftig eine starke Bilanz sicherzustellen. Der Rahmen für die finanzielle Steuerung beruht daher auf zwei Säulen:

Wertschöpfung und Cashflow. Die wichtigsten Finanzmessgrößen für die Wertschöpfung sowohl absolut als auch relativ gesehen sind der Economic Value Added und der ROACE. Diese Leistungskennzahlen sorgen dafür, dass profitable Investitionen sowie eine effiziente Verwaltung der Investitionsausgaben und operative Effizienz im Vordergrund stehen. Ein starker freier Cashflow ist für die Wertschöpfung von entscheidender Bedeutung, da er Spielraum für Investitionen lässt und attraktive Dividenden sicherstellt. Grundlage für den finanziellen Steuerungsrahmen ist ein umsichtiges Management sowohl des operativen Cashflows als auch des Investitionsniveaus.

Der Rahmen für die finanzielle Steuerung von OMV steht für wertsteigerndes Wachstum mit Risikoüberwachung für das Unternehmen und seine Stakeholder.

Der Strategieplan von OMV

OMV Vision 2020

Restrukturierung Wertsteigerndes Wachstum OMV im Jahr 2020
" Gestrafftes Portfolio
" Integriertes Erdgasverkaufs
und -handels-Geschäft
" EUR 200 Mio Kosten
einsparungen erzielt
" Reduzierung des Ölpreis
Break-Even für einen
positiven freien Cashflow
Upstream
" Wachstum in Niedrigkostenregionen
mit ergiebigen Öl- und Gasvorkommen
" Optimierung des Betriebsvermögens
" Steigerung der Wertschöpfung durch
risikogewichtetes Portfolio
" Erzielung einer Reserven-Ersatzrate von ≥100%
Gas
" Expansion des europäischen Erdgasverkaufs
Geschäfts zur optimalen Vermarktung der OMV
Erdgasversorgungs-Position
Öl
" Ausbau der Raffinerie-Wertschöpfungskette
hin zu höherwertigeren Produkten
Partnerschaften
" Nutzung von starken Partnerschaften
OMV fördert und
vermarktet
Öl und Gas, inno
vative Energie
lösungen und
hochwertige
petrochemische
Produkte – in
verantwortlicher
Weise
2015
2016
2017 2020

Innovation und neue Technologien

Im Mittelpunkt der Innovationen steht die Umsetzung von Ideen, die Vorteile für OMV Kundinnen und Kunden, die Umwelt und das Unternehmen selbst bringen. Innovation und neue Technologien helfen den Geschäftsbereichen, ihre Kernkompetenzen zu erweitern und hohe Produktqualität sowie Servicestandards zu erreichen. Im Interesse einer nachhaltigen geschäftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung pflegt OMV strategische Partnerschaften mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und ausgewählten Industrieunternehmen. Die Aufwendungen des Konzerns für Innovation und neue Technologien betrugen im Jahr 2016 EUR 28,4 Mio.

Upstream

Im Bereich Upstream erfolgt der Ersatz der Reserven nicht nur durch Exploration und Akquisition, sondern auch durch Steigerung der Fördermengen aus reifen Feldern. OMV konzentriert sich dazu auf Wassermanagement, Dampfinjektion und Polymerinjektion.

Das Polymer-Pilotprojekt produzierte 100.000 boe zusätzliches Öl

Bei der Mitverarbeitung erneuerbarer Grundstoffe erfolgt die Beisetzung schon im Produktionsprozess

Beim seit 2012 in Österreich betriebenen Pilotprojekt zum Einsatz von Polymeren wurde von OMV im Jahr 2016 ein zusätzlicher Injektor eingesetzt. Bis Ende des Jahres wurden insgesamt 100.000 boe zusätzliches Öl produziert.

Um die Möglichkeiten der Lagerstättensimulation und damit die Prognosen und das Lagerstättenmanagement zu verbessern, wurde ein Forschungsprojekt mit der Stanford University ins Leben gerufen.

Die Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Statoil, Total und Gazprom wurden seit 2015 weiter ausgebaut. Gemeinsam mit Total arbeitete OMV an der Testung innovativer Technologien zur Begleitwasseraufbereitung. Eine wichtige Rolle für den kosteneffizienten Einsatz von Polymeren spielt die Aufbereitung des polymerhaltigen Wassers. Durch die Kooperationen konnte die Aufbereitungskapazität wesentlich verbessert werden.

Im Oktober 2016 unterzeichnete OMV ein Abkommen über eine wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit und Kooperation mit Gazprom, der Montanuniversität Leoben und der Russischen Staatlichen Gubkin-Universität für Erdöl und Erdgas. Dabei geht es unter anderem um Technologien zur Reduktion der Verwässerung – eine der zentralen Herausforderungen bei der Produktionsoptimierung reifer Ölfelder.

Die enge Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben bei der Entwicklung und Testung neuer Technologien wurde 2016 fortgesetzt. Die Projekte umfassten ein breites Spektrum von der Erhöhung der Laufzeit von Fördereinrichtungen über Gesteinsmechanik bis hin zur Polymerinjektion.

Downstream

Im Bereich Downstream setzt OMV auf drei Innovationstreiber: neue Grundstoffe, neue Technologien und neue Produkte. Im Rahmen eines Projekts zur Herstellung eines synthetischen Rohöls aus Kunststoffabfällen in einem Thermolyseverfahren bereitete OMV im Jahr 2016 den ersten Scale-up-Schritt von der Laboranlage zur Pilotanlage vor. Das Rohöl lässt sich zu jedem beliebigen Raffinerieprodukt verarbeiten, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Kohlenstoffintensität der Produktion verringert werden. Die mechanische Fertigstellung der neuen Pilotanlage wird für Ende 2017 erwartet. Die Entwicklungen im Bereich der Mitverarbeitung erneuerbarer Grundstoffe wurden fortgeführt. Bei herkömmlichen Biokraftstoffmischungen wird der biogene Anteil dem Kraftstoff erst nach der Produktion zugesetzt, bei der Mitverarbeitung geschieht dies im Produktionsprozess. Im März 2016 wurde ein erster Feldversuch mit Rapsöl erfolgreich abgeschlossen und erhielt eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach REDcert. Für 2017 sind weitere Feldversuche geplant, um den Bioertrag und das Biovolumen zu erhöhen.

Mit dem Projekt Wind2Hydrogen sollen die Voraussetzungen für die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien geschaffen werden. In Wasserstoff umgewandelte elektrische Energie könnte dann je nach Bedarf gespeichert, transportiert oder genutzt werden. In der Pilotanlage in Auersthal (Österreich) wird die Erzeugung des Wasserstoffs noch bis Ende 2017 im dynamischen Betrieb untersucht. Als Vorreiter in Bezug auf die Wasserstoffmobilität eröffnete OMV im Jahr 2016 die dritte Wasserstoff-Tankstelle in Österreich. Darüber hinaus beteiligt sich OMV an der Initiative H2 MOBILITY, die das Ziel hat, in Deutschland bis Ende 2023 ein Tankstellennetz mit 400 Standorten aufzubauen.

OMV bereitet sich auch auf die weitere Zukunft vor: Am Christian-Doppler-Labor in Cambridge arbeitet das Team um Erwin Reisner an einer Methode, um nutzbares Synthesegas aus Sonnenlicht zu erzeugen. Bis Ende des Jahrzehnts soll ein Testreaktor entwickelt werden, der in der Lage ist, größere Mengen Wasserstoff zu produzieren.

Nachhaltigkeit und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Umwelt und Gesellschaft hat bei OMV eine lange Tradition. Wir wollen Energie für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft liefern. OMV setzt sich stark für den Klimaschutz ein. Daher haben wir uns 2016 neue Ziele gesetzt, mit denen wir die CO2-Bilanz unserer Tätigkeiten und Produkte senken wollen. Außerdem hat OMV in den Ländern, in denen OMV Betriebsstandorte hat, effiziente Community-Relations-Projekte durchgeführt.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von OMV

OMV legt großen Wert auf eine verantwortungsbewusste Geschäftsführung. Davon profitieren die Gesellschaft, die Umwelt und das Unternehmen gleichermaßen. Auf diese Weise steigt auch die soziale Akzeptanz der Geschäftsaktivitäten, wir erhalten Zugang zu neuen Ressourcen und gewinnen die besten Mitarbeitenden, Vertragsunternehmen, Anlegerinnen und Anleger für uns.

Die Nachhaltigkeitsstrategie "Resourcefulness" fasst unsere Verpflichtungen in allen wichtigen Bereichen zusammen: Gesundheit, Arbeits- und Prozesssicherheit, Sicherheit, Umwelt, Geschäftsethik, Menschenrechte, Diversity und die Einbeziehung von Stakeholdern. Sie beruht auf drei Säulen:

  • Eco-Efficiency: Wir wollen Ressourcen effizient nutzen und die Umweltauswirkungen reduzieren. Dabei helfen energieeffiziente Projekte, Kohlenstoff- und Wassermanagement und Erdgas als der sauberste der fossilen Brennstoffe
  • Eco-Innovation: Wir investieren in die Forschung und Entwicklung im Bereich neue Technologien und Energiequellen, beispielsweise in Projekte zu den Themen Wasserstoffmobilität oder Biokraftstoffe der zweiten Generation. Auf diese Weise stellen wir uns den Herausforderungen von morgen
  • Skills to Succeed: Wir fördern die lokale Wirtschaft und senken die Risiken durch Berufsausbildung (Schwerpunkte: Technologie und Frauen), lokale Beschäftigungsmodelle, lokale Lieferantenentwicklung und strategische Kooperation mit Universitäten

Nachhaltigkeits-Governance

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie wird von zwei Leitungsorganen angeführt und überwacht: Das vom Generaldirektor geleitete Resourcefulness Executive Team (RET) prüft und genehmigt alle nachhaltigkeitsrelevanten Projekte und die Fortschritte bei ihrer Umsetzung. Das ebenfalls vom Generaldirektor geleitete Resourcefulness Advisory Board (RAB) besteht aus hochrangigen internationalen Expertinnen und Experten mit akademischem Hintergrund und Expertise im Bereich Nachhaltigkeit.

Das RAB trat 2016 zweimal zusammen und gab Expertenrat und Empfehlungen zu verschiedenen Themen, zum Beispiel Prioritäten zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit im Umfeld niedriger Ölpreise, Nachhaltigkeit und der Kapitalmarkt, und Klimawandel. Einige Themen, die bei den RAB-Treffen zur Sprache kamen, wurden bereits proaktiv von OMV umgesetzt. Wir unterstützen die Initiative "Zero Routine Flaring by 2030" der Weltbank und haben Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissions-Intensität gesetzt und sind damit ein Vorbild in der Öl- und Gasindustrie.

OMV nutzt Methoden und Messgeräte, welche die Auswirkungen der Resourcefulness-Strategie überwachen und abbilden. Dadurch können die besten Entscheidungen für OMV, für die Umwelt und für unsere Stakeholder getroffen werden. 2016 überwachte und steuerte OMV die Leistung im Bereich Nachhaltigkeit weiterhin mithilfe der Schlüsselindikatoren (KPIs). Die KPIs sind außerdem auf die UN Sustainable Development Goals (SDGs) ausgerichtet. Mit unseren Projekten und Initiativen werden alle 17 SDGs unterstützt.

Weitere Details zur Performance der ausgewählten Nachhaltigkeits-KPIs sind im eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht 2016 zu finden.

Umwelt-Gesellschaft-und-Governance- (ESG-)Leistung

OMV legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den ESG-Rating-Agenturen. Dies hilft uns in unserer Nachhaltigkeits-Agenda voranzukommen und sie stetig zu verbessern. 2016 wurde OMV vom CDP sowohl beim Klimaschutz als auch beim Wassermanagement mit dem Rating "A–" (Leadership-Status) ausgezeichnet. Das heißt, dass "das Unternehmen Schritte unternommen hat, die im Bereich Umwelt-, Kohlenstoff- und Wasser-Management als vorbildlich gelten". Mit diesen Ergebnissen gehört OMV zu den besten Unternehmen im Öl- und Gassektor weltweit, ist im Bereich Klimawandel in Österreich Index-/Branchenführer und führt im Bereich Wassermanagement den globalen Energiesektor an.

OMV unterstützt die Weltbank-Initiative "Zero Routine Flaring by 2030"

OMV erreichte beim CDP-Klimaschutzund -Wassermanagement Leadership-Status

Außerdem war OMV 2016 weiterhin im FTSE4Good Global Index, im STOXX® Global ESG, im MSCI Global Sustainability Index sowie im Euronext-Vigeo Eurozone 120 und im Ethibel Sustainability Index Excellence Europe vertreten.

Berichterstattung zu wesentlichen Themen

In Übereinstimmung mit den G4-Kernrichtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und den Ergänzungen für den Öl- und Gassektor führte OMV eine Materialitätsanalyse durch. Ziel war die Beantwortung der Frage: Was ist für uns und unsere Stakeholder am wichtigsten?

Mithilfe der Analyse konnten wir die wesentlichen Punkte in fünf klar abgegrenzte Themenbereiche gliedern. Wir haben nun mehr Klarheit darüber, in welchen Bereichen wir unsere Schwerpunkte setzen und über welche wir berichten müssen.

Wir werden daher noch zentraler und ausführlicher zu den Punkten berichten, die sich für OMV und die Stakeholder als wesentlich herausgestellt haben: Gesundheit und Arbeits- und Prozesssicherheit, Ölaustritte, Sicherheit, Klimawandel, Mitarbeitende, Geschäftsethik, Menschenrechte und Community-Engagement. Wir berichten weiterhin über Themen mit mittlerer oder geringer Bedeutung, aber nicht ebenso detailliert.

2017 wird die Materialitätsanalyse erneut durchgeführt.

Unsere Materialitätsmatrix

Relevanz für interne Stakeholder

Wesentliche Themenbereiche

1. Gesundheit, Arbeits- und Prozesssicherheit und Sicherheit

Gesundheit, Arbeits- und Prozesssicherheit und Sicherheit sind zentrale Werte von OMV. Die physische und psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen ebenso wie die Integrität der Betriebsanlagen von OMV haben oberste Priorität. Schadenverhütung und proaktives Risikomanagement spielen für die soziale Akzeptanz von OMV eine große Rolle. Sie sind auch wesentlich für die HSSE-Vision von OMV: "ZERO Harm – NO Losses".

2016 lag die Unfallhäufigkeit (LTIR) unserer eigenen Mitarbeitenden und der Mitarbeitenden von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,40 (2015: 0,27) und die Häufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle bei insgesamt 0,69 (2015: 0,73).

Entwicklung der LTIR in den letzten 5 Jahren

Wir sind zutiefst betroffen darüber, dass wir 2016 bei Unfällen einen Mitarbeitenden und einen Mitarbeitenden eines Vertragsunternehmens verloren haben. Beide Unfälle wurden bis ins kleinste Detail untersucht und es wurde dafür gesorgt, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholen kann.

Die geopolitische Lage ist instabil und regionale Konflikte dauern weiter an. Daher lag der Sicherheits-Schwerpunkt weiterhin auf dem Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika. Die sichere Fortführung der Geschäftstätigkeit in den Ländern Libyen, Pakistan, Tunesien, Türkei und Jemen ist eine Herausforderung. Doch auch auf dem europäischen Festland und andernorts haben die Zahl der Terroranschläge und die Terrorbedrohung deutlich zugenommen. Das etablierte Krisenmanagement von OMV sowie Managementprozesse für sicheres Reisen verringerten diese Gefahren und sorgten im Jahr 2016 für ein gewisses Maß an Sicherheit und Kontrolle. Zusätzlich wurden proaktive Maßnahmen eingeleitet, um die Sicherheit des Hauptsitzes von OMV und aller anderen kritischen Infrastrukturstandorte vor der zunehmenden Terrorgefahr zu überprüfen und zu erhöhen.

Zentrale Sicherheitsmaßnahmen im Jahr 2016

  • Wir haben das Sicherheits-Kultur-Programm konzernweit eingeführt und Evaluierungen zur Sicherheits-Kultur sowie selektive Schulungen durchgeführt
  • Aus der Kampagne "On the safe side with good ideas" gingen 89 Ideen für mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz hervor
  • Das Untersuchungsverfahren bei Unfällen wurde durch externe Expertinnen und Experten überprüft, um Verbesserungspotenzial aufzudecken
  • Wir haben die Effizienz und die Durchführung von Maßnahmen nach tödlichen Unfällen und Vorfällen mit hohem Unfallpotenzial im Geschäftsbereich Upstream über alle Niederlassungen hinweg bewertet
  • Wir haben die Durchführung von sicherheitskritischen Aktivitäten genau überwacht und damit eine deutliche Abnahme von überfälligen Aufträgen für sicherheitskritische Elemente erreicht (>90% ausgeführte Aufträge)

2. Umweltmanagement

OMV hat sich zum Ziel gesetzt, seine Prozesse so zu optimieren, dass natürliche Ressourcen so effizient wie möglich eingesetzt und Emissionen und Abfälle reduziert werden.

Zentrale Umweltmaßnahmen im Jahr 2016

  • Wir haben einen neuen konzernweiten Umweltmanagement-Standard eingeführt, unter dem das routinemäßige Abfackeln und Ablassen eingestellt wird
  • Wir unterstützen die Initiative der Weltbank "Zero Routine Flaring by 2030"
  • Wir haben ein Tool zur Bewertung der Umweltrisiken des Unternehmens eingeführt, das die Datenverwaltung, die Priorisierung und die Maßnahmenverfolgung optimiert

Ein weiterer wichtiger konzernweiter Schwerpunkt ist das Management des Risikos von Produktaustritten. Im Jahr 2016 kam es zweimal zu einem bedeutenden Austritt an Kohlenwasserstoffen (Level 3 – Level 5 gemäß den OMV Definitionen) mit einem Volumen von insgesamt 39.500 Litern.

2016 verbesserte sich die Häufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle auf 0,69

2016 wurden 50.000 t CO2 in den Raffinerien eingespart OMV setzt sich nachdrücklich dafür ein, mit Initiativen den Klimawandel zu bekämpfen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu fördern. Daher haben wir uns selbst Ziele gesetzt, mit denen wir die CO2-Bilanz unserer Aktivitäten und Produkte verringern wollen. Das Kernziel besteht darin, die Treibhausgasemissions-Intensität insgesamt bis 2021 im Vergleich zu 2013 um 10% zu senken. 2016 konnten die Raffinerien mehr als 50.000 t CO2 einsparen.

Das schrittweise Einstellen des routinemäßigen Abfackelns und Ablassens sowie Verbesserungen der Energieeffizienz in allen operativen Einheiten sind wesentliche Schritte, um dieses Ziel zu erreichen. OMV Raffinerien, Gas Connect Austria und OMV Petrom wenden Energiemanagementsysteme an, die nach ISO 50001 zertifiziert sind.

Im Wassermanagement liegt der Schwerpunkt auf effizienter Wassernutzung und modernster Wasseraufbereitung. OMV hat 2016 die konzernweite Wasserstrategie mit Schwerpunkt auf primären Wasserverbrauchern des Konzerns fortgesetzt. Es wurden Wasserrisiken von Standorten mit hoher Priorität identifiziert und Wassermanagementpläne entwickelt. 2017 wird dies in weiteren relevanten Standorten umgesetzt.

Weitere Informationen zu unseren Umweltleistungsdaten finden sich im eigenständigen OMV Nachhaltigkeitsbericht 2016.

3. Personalentwicklung und Diversity

OMV bekennt sich zur Diversity-Strategie des Konzerns und zu den zugehörigen Schwerpunkten Geschlechtervielfalt und Internationalität. Geschlechtervielfalt: Der Frauenanteil im Bereich der Senior Vice Presidents soll bis 2020 auf 30% steigen. Internationalität: Hier wurden drei Leistungskennzahlen festgelegt, die ein angemessenes Nationalitätenverhältnis in der Führung größerer Geschäftseinheiten von OMV und auf Senior-Vice-President-Ebene anvisieren. Per 31. Dezember 2016 waren 23% unserer Senior-Vice-President-Positionen mit Frauen und rund 41% mit Personen nichtösterreichischer Staatsangehörigkeit besetzt.

Mehr als 3.700 externe Personen profitierten 2016 von Bildungsangeboten

Weitere Informationen zur Diversity-Strategie finden Sie im konsolidierten Corporate-Governance-Bericht. Details über das Thema Personalentwicklung können Sie dem Kapitel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entnehmen.

4. Geschäftsethik und Menschenrechte

Ziel von OMV ist es, an allen Standorten denselben hohen Compliance-Standards zu genügen. Eine spezielle, länderübergreifende Compliance-Organisation, die sich aus 42 Personen mit Compliance-Expertise zusammensetzt, stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. 2016 wurden über 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult, um die Einhaltung interner und externer Vorschriften und Gesetze sicherzustellen. OMV hat den United Nations Global Compact (UNGC) unterzeichnet und befürwortet die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in vollem Umfang. 2016 führte OMV ein E-Learning-Programm zu Menschenrechten ein, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Normen und Situationen führt, die mit Menschenrechten zu tun haben.

5. Community Relations und Entwicklung

OMV hat in den Ländern, in denen OMV Betriebsstandorte hat, die Vorteile der Geschäftstätigkeit für die Gesellschaft erfolgreich zur Geltung gebracht und führt gleichzeitig effizient die Geschäfte. 2016 war die Einführung des Community-Beschwerdesystems im Geschäftsbereich Upstream vollständig abgeschlossen. Zusätzlich wurde das System in den drei Raffinerien von OMV eingeführt. Beschwerden aus Anrainergemeinden sind definiert als jeder Ausdruck von Unzufriedenheit in Zusammenhang mit einer vermeintlichen oder tatsächlichen Auswirkung unserer operativen Geschäftstätigkeit vor Ort. Mit dem neuen Beschwerdesystem verfügt OMV über einen konsistenten Ansatz für die Annahme, die Erfassung und die Beseitigung der Ursache von Beschwerden. Die Anforderungen der GRI und der IPIECA (International Petroleum Industry Environmental Conservation Association) sind somit vollständig erfüllt. OMV leistete einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Anrainergemeinden (Communities), in denen OMV Betriebsstandorte hat, und führte weiterhin Community-Relations-Projekte durch. 2016 profitierten mehr als 3.700 externe Personen von Schulungsmaßnahmen zur besseren Nutzung wirtschaftlicher Chancen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2016 war ein Jahr der Transformation für OMV. Wir haben uns schwerpunktmäßig mit der Restrukturierung unseres gesamten Portfolios und dem Überdenken unseres aktuellen Geschäftsmodells befasst. Hinsichtlich der Reduzierung unserer Kosten konnten wir bereits nachhaltige Erfolge verzeichnen. Dies wird auch weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit erfordern, um branchenführend zu bleiben. Darüber hinaus gab es 2016 bedeutende Veränderungen in der Unternehmensführung. Die Zusammensetzung des Vorstands veränderte sich mit dem Eintritt des neuen Finanzvorstands gegen Mitte des Jahres.

Unter Leitung des Vorstands wurden die Absicht (das "Warum") von OMV, unsere Geschäftsgrundlage (das "Was") sowie unsere Prinzipien (das "Wie") definiert, die die von OMV angestrebte Kultur charakterisieren und die Grundlage für ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen bilden:

  • Teamgeist – respektiere den Einzelnen und handle als Team
  • Verantwortung – handle so, als wäre es dein eigenes Unternehmen
  • Begeisterung – sei mit Herz und Verstand dabei
  • Pioniergeist – sei aufgeschlossen und denke in Alternativen
  • Performance – strebe nach dem Besten, jeden Tag

Absicht, Geschäftsgrundlage und Prinzipien wurden im Jänner 2017 zunächst dem Führungsteam und an schließend dem gesamten Unternehmen vorgestellt.

Unsere Prinzipien bilden die Grundlage der neu entwickelten Personalstrategie.

Personalstrategie von OMV

Die Ausrichtung unserer HR-Agenda an die der Geschäftsstrategie war im Jahr der Transformation sehr wichtig. Weiterentwicklung der Kultur, Mitarbeiterführung und Verständnis der zukünftigen Fähigkeiten, die für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie erforderlich sind, sind die Hauptsäulen unserer Personalstrategie. Die Entwicklung der internen Talente und die Nachfolgeplanung sind der Schlüssel für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Unsere strategischen Prioritäten, um ein noch stärkeres Unternehmen zu werden, sind:

  • Inspirierende Führungskräfte, die leistungsstarke und vielfältige Teams aufbauen
  • Leistungsorientiertes und von Prinzipien geleitetes Verhalten: klare Erwartungen und Zuständigkeiten
  • Agilität und Exzellenz der Organisation: Fokus auf einfache, reibungslose und effiziente Prozesse
  • Attraktiver Arbeitsplatz, an dem Mitarbeitende lernen, sich weiterentwickeln, zusammenarbeiten und sich vernetzen können

Die HR-Planung von OMV für das kommende Jahr ist darauf ausgerichtet, unser unternehmerisches Handeln an unseren Prinzipien auszurichten und sicherzustellen, dass die kulturelle Veränderung mit einer noch engagierteren Mitarbeiterschaft den Transformationsprozess im Unternehmen unterstützt.

Die Fortschritte werden regelmäßig mithilfe von Engagement- und Pulsbefragungen überprüft.

Highlights 2016

Trotz der vielen Veränderungen in Verbindung mit der Transformation des Unternehmens und in HR wurden viele neue Maßnahmen zur Entwicklung und Motivation der bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeleitet.

Es wurden beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die Personalentwicklungsprogramme an die sich wandelnden Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen. So wurde ein gutes Gleichgewicht zwischen Lernen in der Praxis, internem Wissenstransfer und Coaching sowie formalen Schulungen definiert. Alle Entwicklungsprogramme, die wir in Zukunft entwickeln und einführen, werden diesem Konzept entsprechen.

Zudem sind wir kontinuierlich bestrebt, unseren Talentepool mit internationalen und insbesondere weiblichen Nachwuchskräften zu füllen. 2016 hat OMV fünf Stipendien an Studentinnen mit herausragenden Leistungen in technischen Studiengängen angeboten. Darüber hinaus unterstützt OMV Master-Studierende verschiedener Universitäten. 2016 wurden sechs Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Petroleum Engineering der Montanuniversität Leoben eingestellt.

Eines der zentralen Schulungsprogramme von OMV ist das Integrated Graduation Development (IGD), in dem Absolventinnen und Absolventen technischer Studiengänge über die Dauer von drei Jahren geschult werden. Seit 2011 haben mehr als 600 Mitarbeitende von OMV die Schulungen absolviert. Auch 2016 haben wieder 45 Absolventinnen und Absolventen ihr berufliches Weiterbildungsprogramm begonnen.

Ein Eckpfeiler im Zuge der Transformation des Unternehmens ist die OMV Personalstrategie

Seit 2011 haben mehr als 600 Technikabsolventinnen und -absolventen das dreijährige Schulungsprogramm IGD abgeschlossen

Die Programme zur Entwicklung von entscheidenden Fähigkeiten in wesentlichen Tätigkeitsbereichen von OMV wurden intensiviert. Das Skill Pool Management wurde im Upstream-Bereich kontinuierlich ausgebaut. Auf diese Weise ist OMV in der Lage, den Bedarf an spezifischen Fähigkeiten und Kenntnissen frühzeitig zu erkennen.

Ein weiterer Eckpfeiler der Personalstrategie ist die Entwicklung von Führungskräften. 2016 wurden zwei neue Entwicklungsprogramme für Führungskräfte eingeführt. Stellenrotation und internationale Einsätze beschleunigen die Entwicklung von Nachwuchsführungskräften. Das stellt die zukünftige Verfügbarkeit von guten Führungskräften sicher. Derzeit verfügen 90% unserer leitenden Führungskräfte über internationale Erfahrung, die sie größtenteils innerhalb von OMV erworben haben.

Wichtige Zahlen

2016 2015
Mitarbeitende pro Region
Österreich 1) 3.431 3.515
Rumänien/übriges Europa 1) 16.618 17.967
Mittlerer Osten und Afrika 2.091 2.155
Rest der Welt 404 487
Gesamtzahl der Mitarbeitenden 22.544 24.124
Diversity
Frauen 25% 24%
Männer 75% 76%
Weibliche Senior Vice Presidents 23% 17%
Anzahl der Nationalitäten 69 74

1) Einschließlich entflochtener Unternehmen wie GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, OMV Gas Marketing & Trading (früher EconGas) und FE Trading GmbH

Konzern-Performance

OMV erzielte ein gutes operatives Ergebnis und zeigte eine erhöhte Widerstandsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld. Auf der Basis einer höheren Ertragskraft pro Barrel und deutlichen Kostensenkungen leitete OMV eine Strategieoffensive ein, um sich in einem Umfeld mit niedrigeren Ölpreisen zu behaupten. OMV erzielte im Jahr 2016 sowohl aus der Betriebstätigkeit als auch nach Investitionen und nach Dividenden einen stark positiven Cashflow und steht finanziell auf einer soliden Basis. Eine ausgewogene Investitionsstrategie und zielgerichtete Kostensenkungen bilden die Grundlage für eine nachhaltige Performance.

Ergebnis-Performance

Im Jahr 2016 erwirtschaftete OMV ein CCS EBIT vor Sondereffekten von EUR 1.110 Mio und verzeichnete damit trotz gesunkenen Öl- und Gaspreisen sowie Raffineriemargen ein gutes Ergebnis. Dennoch sank das CCS EBIT vor Sondereffekten um 20%, da sowohl der Geschäftsbereich Upstream als auch Downstream niedrigere Ergebnisse lieferten. Das Upstream-Ergebnis sank auf EUR 26 Mio, da die deutlich niedrigeren Öl- und Gaspreise nur teilweise durch höhere Verkaufsmengen, niedrigere Explorationskosten und Abschreibungen sowie niedrigere Produktionskosten kompensiert werden konnten. Das Downstream-Ergebnis fiel auf EUR 1.122 Mio, hauptsächlich aufgrund der niedrigeren Raffineriemarge. Ein verbessertes Ergebnis bei Downstream Gas konnte dies nur teilweise kompensieren. Das EBIT vor Sondereffekten für den Konzernbereich und Sonstiges betrug EUR – 50 Mio.

Negative Netto-Sondereffekte von EUR – 1.574 Mio waren im Jahr 2016 (EUR – 3.028 Mio im Jahr 2015) vor allem auf Wertminderungen von Vermögenswerten in beiden Geschäftsbereichen, sowohl Upstream als auch Downstream, zurückzuführen. Im Bereich Upstream resultierten die Wertminderungen im Wesentlichen aus dem Verkauf des 30%- Anteils am Feld Rosebank (EUR – 543 Mio) und von OMV (U.K.) Limited (EUR –493 Mio). Die Netto-Sondereffekte im Bereich Downstream entfielen auf die Wertminderung von OMV Petrol Ofisi von EUR – 334 Mio infolge der Umgliederung der Vermögenswerte auf "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" sowie auf die Wertminderung des Kraftwerks Samsun von EUR – 101 Mio und des Gasspeichers Etzel von EUR –73 Mio. Im Jahr 2016 wurden positive CCS Effekte von EUR 6 Mio verzeichnet (2015: EUR – 368 Mio). Mit EUR – 457 Mio lag das Konzern-EBIT über dem Niveau von 2015 (EUR – 2.006 Mio). Der Finanzerfolg ist gegenüber EUR 97 Mio im Jahr 2015 auf EUR 227 Mio gestiegen. Das ist vor allem durch höhere Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen und ein verbessertes Zinsergebnis bedingt. Im Jahr 2016 fielen Steuern auf Einkommen und Ertrag des Konzerns in Höhe von EUR 47 Mio an. Den nicht beherrschen-

Gutes operatives Ergebnis mit einem CCS EBIT vor Sondereffekten von EUR 1.110 Mio erzielt

Auf einen Blick
In EUR Mio
2016 2015
CCS EBIT vor Sondereffekten 1) 1.110 1.390 – 20%
Sondereffekte 2) – 1.574 – 3.028 48%
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 6 – 368 n.m.
Betriebserfolg (EBIT) – 457 – 2.006 77%
Finanzerfolg 227 97 135%
Steuern vom Einkommen und Ertrag 47 654 – 93%
Jahresüberschuss – 183 – 1.255 85%
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 42 143%
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 118 – 197 n.m.
davon Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss 3) – 403 – 1.100 63%
Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten 1), 3) 995 1.148 – 13%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR 1) 3,05 3,52 – 13%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.878 2.834 2%
Freier Cashflow nach Dividenden 615 – 569 n.m.
Freier Cashflow nach Dividenden inkl. Veränderungen aus nicht
beherrschenden Anteilen 4)
1.105 – 581 n.m.

1) Das CCS EBIT vor Sondereffekten eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und von OMV Petrol Ofisi

2) Sondereffekte sind außergewöhnliche, nicht wiederkehrende Effekte und enthalten unrealisierte Gewinne/Verluste aus Rohstoffderivaten

(beginnend mit Q2/15), die zum EBIT addiert bzw. vom EBIT abgezogen werden 3) Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Periodenüberschusses

4) Die Veränderungen aus nicht beherrschenden Anteilen für das Jahr 2016 beinhalten im Wesentlichen den Mittelzufluss aus dem Verkauf des 49%igen

den Anteilen war ein Ergebnis von EUR 118 Mio (2015: EUR – 197 Mio) und den Hybridanteilen von EUR 103 Mio (2015: EUR 42 Mio) zuzurechnen.

Der den Aktionären zuzurechnende Jahresüberschuss betrug im Jahr 2016 EUR – 403 Mio (2015: EUR – 1.100 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten belief sich auf EUR 995 Mio (2015: EUR 1.148 Mio). Das entsprechende CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten betrug EUR 3,05 (2015: EUR 3,52).

Cashflow-Performance

OMV erwirtschaftete einen starken freien Cashflow nach Dividenden

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 2.878 Mio lag leicht über dem Niveau von 2015 (EUR 2.834 Mio). Im Jahr 2016 hat OMV das strategische Ziel eines positiven freien Cashflows nach Dividenden erreicht. Der Mittelzufluss aus dem freien Cashflow nach Dividenden betrug im Wesentlichen aufgrund geringerer Investitionen EUR 615 Mio (2015: Mittelabfluss von EUR 569 Mio). Nach Dividenden, inklusive Veränderungen aus nicht beherrschenden Anteilen, lag der freie Cashflow im Jahr 2016 bei EUR 1.105 Mio und reflektiert vor allem den Mittelzufluss aus der Veräußerung des Minderheitsanteils von 49% an Gas Connect Austria. OMV hat seine Widerstandsfähigkeit gegen ein niedriges Ölpreisumfeld deutlich verbessert. Basierend auf dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 2.878 Mio, dem Mittelabfluss für Investitionen in Höhe von EUR 2.141 Mio und dem Mittelabfluss für Dividendenzahlungen in Höhe von EUR 466 Mio verzeichnete OMV im Jahr 2016 einen Cash-Break-Even-Ölpreis von weit unter USD 40/bbl.

Strikte Kostendisziplin

Die operative Leistung von OMV war das Ergebnis der strikten Kostendisziplin. OMV hat bei der Umsetzung der Programme für Kostenreduzierungen und Effizienzverbesserung große Fortschritte gemacht. Zum Jahresende 2016 sind Kosteneinsparungen von EUR 200 Mio realisiert worden, EUR 100 Mio mehr als die Zielvorgabe. Ausschlaggebend dafür waren vorteilhafte Neuverhandlungen von Verträgen, Prozessoptimierungen und Effizienzinitiativen.

In Upstream sanken die Produktionskosten um 12% auf USD 11,6/boe. Dies war der erfolgreichen Umsetzung des Kostenreduzierungsprogramms und der gestiegenen Produktion zu verdanken. Diese Maßnahmen führten vor allem zu niedrigeren Service-, Wartungs- und Personalkosten.

OMV hat zudem im Laufe des Jahres 2016 die Investitionen um 32% auf EUR 1,9 Mrd gesenkt sowie sich verstärkt auf die Exploration in Regionen mit niedrigen Produktionskosten und auf Möglichkeiten im Umkreis von aktuellen Feldern konzentriert. Das hatte zur Folge, dass die Explorationsausgaben von EUR 607 Mio auf EUR 307 Mio reduziert wurden.

Ausblick 2017 – Highlights

  • OMV rechnet 2017 mit einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von USD 55/bbl.
  • 2017 erwartet OMV einen positiven freien Cashflow nach Dividenden.
  • Die geplante Investitionssumme (inklusive der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung) wird im Jahr 2017 bei EUR 2 Mrd liegen.
  • OMV setzte sich für das Jahr 2017, bezogen auf das Vergleichsjahr 2015, ein neues Kostensenkungsziel in Höhe von EUR 250 Mio.
  • Detaillierte Angaben zur finanziellen Performance nach IFRS und zum Ausblick können dem Lagebericht entnommen werden.

Upstream

Im Geschäftsbereich Upstream war OMV als Betreiber oder Joint-Venture-Partner zum Jahresende in 15 Ländern tätig und führte in der überwiegenden Zahl dieser Länder sowohl Produktions- als auch Explorationsaktivitäten durch. Erdöl und Erdgas tragen zu annähernd gleichen Teilen zur Produktion bei. Im Jahr 2016 stammten rund 90% der Gesamtproduktion in der Höhe von 311 kboe/d aus EU-/OECD-Ländern und die sicheren Reserven beliefen sich per Jahresende auf 1.030 Mio boe. OMV hat 2016 umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um das Portfolio gemäß der Konzentration auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten neu auszurichten. OMV hat ein bindendes "Basic Agreement" für die Beteiligung am Entwicklungsprojekt Achimov IV/V in Russland unterzeichnet und die Veräußerung von OMV (U.K.) Limited sowie den Rückzug aus Namibia und Gabun abgeschlossen.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Finanzielle Performance

HSSE hat im Bereich Upstream weiterhin höchste Priorität. Dank unserer gemeinsamen Bemühungen konnte die Unfallhäufigkeit (Lost-Time Injury Rate, LTIR) auf dem niedrigen Niveau von 0,33 (2015: 0,29) gehalten werden. Dennoch hatte der Geschäftsbereich Upstream bedauerlicherweise in diesem Jahr zwei tödliche Unfälle zu beklagen. Beide Unfälle sowie alle weiteren mit hohem Schadenspotenzial wurden vom Senior Management umfassend untersucht. Die Ursachen wurden identifiziert und konkrete Maßnahmen ergriffen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. 2016 haben wir uns verstärkt einem besseren Verständnis sowie der Optimierung der eigenen Sicherheitskultur gewidmet, um dafür zu sorgen, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Auftragnehmer Gesundheit, Sicherheit und Umwelt zu ihrer Herzensangelegenheit machen. Darüber hinaus standen die Qualität und Effektivität von Sicherheitsbegehungen durch das Management und der Abschluss von daraus resultierenden Maßnahmen im Fokus. Es wurden auch die Prozesssicherheit, die Sicherheit beim Straßentransport und der Umgang mit gefährlichen Gefahrenstoffen geprüft.

Der durchschnittliche Brent-Ölpreis ist von USD 52/bbl auf USD 44/bbl gesunken. Der durchschnittliche realisierte Rohölpreis für den Konzern ist von USD 49/bbl auf USD 40/bbl gesunken. Der durchschnittliche realisierte Gaspreis ist von USD 5,5/1.000 cf auf USD 4,5/1.000 cf gesunken. Die realisierten Preise wurden durch ein negatives Hedging-Ergebnis von EUR – 6 Mio im Jahr 2016 beeinflusst. 2015 hatte Hedging hingegen mit EUR 74 Mio einen positiven Einfluss.

Die OMV Gesamttagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas stieg um 3% auf 311 kboe/d. Die Produktion in Norwegen stieg um 23 kboe/d. Der höhere Beitrag Norwegens hat den Produktionsrückgang in Rumänien, Österreich und Pakistan ausgeglichen. Norwegen hat von zusätzlichen Förderbohrungen im Feld Gullfaks profitiert sowie einen geringeren natürlichen Produktionsrückgang verzeichnet. Das Feld Edvard Grieg verzeichnete 2016 einen kontinuierlichen Produktionsanstieg. Die Gesamtverkaufsmenge stieg aufgrund des höheren Absatzes in Norwegen um 4%.

2016 blieb die Unfallhäufigkeit in Upstream auf niedrigem Niveau

Auf einen Blick

2016 2015
Bereichsumsatz in EUR Mio 3.285 3.900 –16%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio –1.059 –2.371 55%
EBIT vor Sondereffekten in EUR Mio 26 139 –81%
Betriebserfolg vor Abschreibung (EBITD) in EUR Mio 1.533 1.821 –16%
Investitionen in EUR Mio 1.356 2.140 –37%
Explorationsausgaben in EUR Mio 307 607 – 49%
Produktion in kboe/d 311 303 3%
Produktion in Mio boe 113,8 110,4 3%
Produktionskosten in USD/boe 11,59 13,24 –12%
Verkaufsmenge in Mio boe 108,8 105,0 4%
Sichere Reserven zum 31. Dezember in Mio boe 1.030 1.028 0%

OPEX sanken um 12% aufgrund erfolgreicher Kostenreduzierungsmaßnahmen

Dank der erfolgreichen Umsetzung des Kostenreduzierungsprogramms (das zu niedrigeren Service- und Personalkosten führte) und der gestiegenen Produktion sanken die Produktionskosten exklusive Lizenzgebühren (OPEX) um 12% auf

USD 11,59/boe. Wesentliche Kostenreduzierungsmaßnahmen bestanden in der Neuverhandlung von Verträgen und der Optimierung von Gemeinkosten und Feldausgaben sowie einer organisatorischen Umstrukturierung.

Produktion

2016 2015
Erdöl und NGL Erdgas 1) Gesamt Erdöl und NGL Erdgas 1) Gesamt
Mio bbl bcf Mio boe Mio boe Mio bbl bcf Mio boe Mio boe
Rumänien 2) 26,3 185,4 34,3 60,7 27,4 186,2 34,5 61,9
Österreich 5,1 31,2 5,2 10,3 5,7 35,9 6,0 11,7
Kasachstan 2) 2,8 1,6 0,3 3,1 3,0 1,7 0,3 3,3
Großbritannien 0,3 0,9 0,2 0,4 0,3 1,3 0,2 0,5
Norwegen 17,1 51,4 8,6 25,6 11,3 35,1 5,9 17,1
Libyen 0,3 0,0 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1
Tunesien 2,5 3,4 0,6 3,0 2,4 3,0 0,5 2,9
Pakistan 0,2 20,7 3,5 3,6 0,3 27,3 4,6 4,9
Jemen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,0 0,7
Neuseeland 3,3 20,3 3,4 6,7 4,1 19,0 3,2 7,3
Gesamt 57,9 314,9 55,9 113,8 55,4 309,5 55,0 110,4

1) Für die Umrechnung von Gas von scf in boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 scf; Ausnahme ist Rumänien,

wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 scf 2) Da OMV zu 51% an OMV Petrom beteiligt ist, wird OMV Petrom vollkonsolidiert; die Vermögenswerte und Ergebnisse von OMV Petrom sind daher zu 100% in den Zahlen berücksichtigt

Das EBIT vor Sondereffekten sank 2016 auf EUR 26 Mio gegenüber EUR 139 Mio im Jahr 2015. Die Auswirkung der deutlich niedrigeren Öl- und Gaspreise konnte nur teilweise durch höhere Verkaufsmengen, niedrigere Explorationskosten und Abschreibungen sowie niedrigere Produktionskosten kompensiert werden. 2016 wurden Sondereffekte von EUR – 1.086 Mio erfasst, die hauptsächlich auf die Wertminderungen durch den Verkauf von Rosebank und OMV (U. K.) Limited zurückzuführen sind. Das EBIT stieg von EUR – 2.371 Mio im Jahr 2015 auf EUR – 1.059 Mio im Jahr 2016.

Upstream investierte EUR 1.356 Mio (2015: EUR 2.140 Mio), überwiegend in Feldentwicklungen, Bohrungen und Workover-Aktivitäten in Rumänien, Norwegen und Tunesien.

Entwicklungen im Portfolio

OMV hat 2016 das Upstream-Portfolio im Hinblick auf die Konzentration auf Regionen mit niedrigen Produktionskosten optimiert.

Nordsee-Region

Im Oktober 2016 hat OMV den Verkauf eines 30%-Anteils des vor der finalen Investitionsentscheidung stehenden Projekts Rosebank an Suncor abgeschlossen. Suncor leistete bei Abschluss eine Erstzahlung von USD 50 Mio. Wenn sich die Rosebank-Partner auf die finale Investitionsentscheidung einigen, erhält OMV eine zusätzliche Zahlung. Die Veräußerungen der britischen Assets Howe und Bardolino sowie des norwegischen Ivar Aasen und des vor der finalen Investitionsentscheidung stehenden Projekts Zidane wurden im Laufe des Jahres ebenfalls erfolgreich abgeschlossen.

Die Vereinbarung über den Verkauf der OMV Tochtergesellschaft OMV (U.K.) Limited an Siccar Point Energy Limited wurde im vierten Quartal 2016 unterzeichnet und der Verkauf wurde im Jänner 2017 abgeschlossen. Siccar Point Energy Limited leistete eine fixe Zahlung in Höhe von USD 873 Mio. Die Transaktionsdokumente enthalten weitere bedingte Kaufpreiselemente, abhängig von der endgültigen Investitionsentscheidung bezüglich des Rosebank-Projekts. Das veräußerte Portfolio umfasst unter anderem die Felder Jade (OMV Anteil 5,6%) und Schiehallion (OMV Anteil 11,8%) sowie die Projekte Rosebank (OMV Anteil 20%), Cambo, Tornado, Suilven und Jackdaw.

Russland

Am 14. Dezember 2016 haben OMV und Gazprom ein "Basic Agreement" über den Asset-Tausch unterzeichnet. Gemäß dem bindenden "Basic Agreement" wird Gazprom 38,5% der Anteile an OMV (NORGE) AS erhalten. Im Gegenzug wird OMV

einen Anteil von 24,98% am Projekt zur Entwicklung der Blöcke 4 und 5 der Achimov-Formation des Öl-, Gas- und Kondensatfelds Urengoi erhalten. Die Transaktion wird die Reserven von OMV um circa 560 Mio boe erhöhen. Das entspricht dem Produktionsanteil von OMV bis Vertragsende im Jahr 2039. Die Produktion wird voraussichtlich 2019 beginnen und bis 2025 ein Plateau von mehr als 80 kboe/Tag erreichen (Produktionsanteil von OMV). OMV wird die Tochtergesellschaft OMV (NORGE) AS und ihre Reserven weiter vollkonsolidieren. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt einer finalen Einigung über die Transaktion, aufsichtsrechtlicher Genehmigungen und weiterer Organbeschlüsse.

Mittlerer Osten und Afrika

OMV erwarb die Anteile von Occidental an vier "Exploration and Production Sharing Agreements" im libyschen Sirte-Becken, um die Position in Libyen auszubauen und die Partnerschaft mit der National Oil Corporation zu stärken. OMV hält nun 100% der Second-Party-Beteiligung an den Blöcken C103, NC29/74, C102 und an Nafoora Augila. Im vierten Quartal 2016 hat OMV die Produktion in Libyen teilweise wieder aufgenommen. Der Produktionsanteil der libyschen Anlagen wird im Jahr 2017 voraussichtlich bei durchschnittlich 10 kboe/d liegen.

2016 haben die National Iranian Oil Company (NIOC) und OMV eine Absichtserklärung, ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU), zur gemeinsamen Untersuchung mehrerer Felder im Gebiet Zagros im Westen Irans hinsichtlich ihres Potenzials für zukünftige Feldentwicklung unterzeichnet. Das MoU umfasst auch eine künftige technologische Kooperation und die Zusammenarbeit bei Swap-Geschäften mit Erdölprodukten.

Rumänien

Im Zuge der Straffung des bestehenden Portfolios unterzeichnete OMV Petrom einen Vertrag über die Geschäftsübertragung von 19 marginalen Feldern an Mazarine Energy. Weitere 292 unwirtschaftliche Bohrungen wurden stillgelegt.

Schlüsselprojekte

Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)

Im Feld Gullfaks mit 136 Fördersonden wurden 2016 unter der Betriebsführerschaft von Statoil acht neue Bohrungen direkt von den Plattformen sowie fünf neue Bohrungen mittels mobiler Bohranlagen abgeteuft. Zudem wurde im Laufe des Jahres das Gasförderprojekt Gullfaks Rimfaksdalen erfolgreich abgeschlossen. Der Bau der Cat-J-Offshore-Bohrplattform läuft nach Plan. Diese Art der Plattform ist speziell für effizienteres Bohren bei Offshore-Projekten zusätzlich zu den herkömmlichen fixen Bohrplattformen ausgelegt.

Edvard Grieg (Norwegen, OMV 20%)

Das Offshore-Feld Edvard Grieg unter Betriebsführerschaft von Lundin verzeichnete Ende November 2015 den Produktionsbeginn mit einer Fördersonde, eine zweite Produktionssonde folgte vor Jahresende. 2016 wurden zwei weitere Fördersonden und zwei Wasserinjektoren abgeteuft und in Betrieb genommen, die zum Anstieg der Produktion beigetragen haben.

Aasta Hansteen (Norwegen, OMV 15%) einschließlich Polarled

Für Aasta Hansteen, das Tiefwasserentwicklungsprojekt unter Betriebsführerschaft von Statoil, wurden 2016 folgende Meilensteine verwirklicht: Fertigstellung aller Oberflächenanlagen der Förderplattform, Abschluss der 2016 geplanten Installationen am Meeresgrund sowie des Unterbaus der Plattform. Die finale Fertigstellung und der Transport durch den Auftragnehmer Hyundai Heavy Industries sind für das erste und zweite Quartal 2017 geplant.

Nawara (Tunesien, OMV 50%)

Die Gaskondensat-Feldesentwicklung Nawara unter OMV Betriebsführerschaft (genehmigt 2014) geht voran. Die Aufträge für relevante Bauteile mit langen Lieferzeiten wurden vergeben, die technische Planung ist fast abgeschlossen und die Bauarbeiten sind im Gange. Die ersten Abschnitte der Pipeline wurden bereits verlegt, die wichtigsten Bausiedlungen sind fertiggestellt und die Errichtung der Anlagen macht gute Fortschritte. Ende 2016 war das Projekt zu mehr als 70% abgeschlossen, die erste Gasproduktion wird Mitte 2018 erwartet.

Der Asset-Tausch mit Gazprom wird die Reserven von OMV um rund 560 Mio boe erhöhen

OMV baute die Position in Libyen durch den Erwerb von vier EPSAs im Sirte-Becken aus

Totea Deep (Rumänien, OMV 100%)

Die Feldesentwicklung Totea Deep ist der bedeutendste Onshore-Gasfund der vergangenen Jahre in Rumänien. 2016 investierte OMV Petrom schwerpunktmäßig in die Steigerung der Förderleistung und Workover-Aktivitäten. Detailentwicklung und Upgrade der Totea-Anlagen wurden abgeschlossen und die Anlagen im vierten Quartal 2016 in Betrieb genommen.

Lebada East (Rumänien, OMV 100%)

In dem Feldneuentwicklungsprojekt wurden die bestehenden Gaskompressionsanlagen modernisiert, um durch die Einbeziehung von Kompressionsanlagen für freies Gas die Förderleistung des Feldes zu optimieren. Das Projekt wurde sicher und im Rahmen des Budgets abgeschlossen, und erste Gasmengen wurden früher als geplant im April 2016 gefördert.

Die Reserven-Ersatzrate für 2016 stieg auf 101%

Highlights Exploration

2016 wurden neun Explorations- und Erweiterungsbohrungen in fünf verschiedenen Ländern abgeschlossen. 44% der Bohrungen erfolgten unter der Betriebsführerschaft von OMV, die Erfolgsquote der Explorationsbohrungen lag bei 33% (2015: 44%).

Die westliche Schwarzmeerregion bleibt im Hinblick auf Explorations- und Erweiterungsbohrungen weiter eine Schwerpunktregion für OMV. Im rumänischen Schwarzen Meer wurde die zweite Explorationsbohrkampagne im Neptun-Block abgeschlossen. In anderen Lizenzen in den Onshoreund Flachwasserbereichen von Rumänien wurden drei weitere Bohrungen durchgeführt, die jedoch nicht erfolgreich waren. In Bulgarien wurde in der Explorationsbohrung Polshkov-1 im Block Han Asparuh ein bedeutender Tiefsee-Ölfund gemacht.

In der Nordsee-Region hat OMV die Bohraktivitäten und Tests der Erweiterungsbohrung Wisting Central II erfolgreich abgeschlossen. Die Bohrung Wisting Central II ist die erste Horizontalbohrung in der Barentssee. Sie ist die seichteste Horizontalbohrung, die bisher von einer schwimmenden Bohranlage auf hoher See durchgeführt wurde.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten fanden Erweiterungsbohrungen im Feld Shuwaihat statt und die von OMV durchgeführten Explorationsbohrungen in XN-003 im Osten von Abu Dhabi wurden im vierten Quartal 2016 fortgesetzt. In Norwegen, Tunesien, Pakistan und Neuseeland wurden seismische Messungen durchgeführt. OMV hat 2016 das Explorationsportfolio durch bedeutende Lizenzrückgaben und Zugänge in Norwegen optimiert. In Norwegen wurde die Lizenz PL855 in der 23. Runde an OMV vergeben. Sie grenzt direkt an das Feld Wisting an. OMV hat sich aus Gabun, Namibia und Onshore Madagaskar zurückgezogen. Die Explorationsausgaben sanken 2016 deutlich um 49% auf EUR 307 Mio gegenüber EUR 607 Mio im Jahr 2015. Aufgrund der Neuausrichtung der Explorationsstrategie und vereinbarter Maßnahmen zur Kosteneinsparung wurden eine geringere Anzahl an Bohrungen und weniger seismische Messungen durchgeführt.

Reservenentwicklung

Die sicheren (1P) Reserven zum 31. Dezember 2016 stiegen leicht auf 1.030 Mio boe (davon OMV Petrom1): 606 Mio boe). Die Reserven-Ersatzrate (RRR) für das Jahr 2016 belief sich auf 101% (2015: 44%). Die Reserven-Ersatzrate im 3-Jahres-Durchschnitt betrug 2016 70% (2015: 73%). Die RRR wurde durch die erstmalige Reservenbuchung der 10%- Beteiligung von OMV an Pearl Petroleum Company, den Ausbau der OMV Position in Libyen und positive Reserven-Revisionen, vor allem in Norwegen und Rumänien, unterstützt.

Die sicheren und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven (2P) beliefen sich auf 1.696 Mio boe (davon OMV Petrom1): 879 Mio boe), da die Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank durch Zugänge von 2P-Reserven, überwiegend von Pearl Petroleum Company und Libyen, mehr als kompensiert werden konnte.

Ausblick 2017 – Highlights

  • Gesamtproduktion: 320 kboe/d
  • Investitionsvolumen (einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben): EUR 1,4 Mrd
  • Explorationsausgaben: EUR 300 Mio
  • OMV unterzeichnete am 5. März 2017 die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio. Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017
  • Detaillierte Angaben zum Ausblick können der Sektion Ausblick des Lageberichts entnommen werden.

1) OMV Petrom inkludiert Rumänien und Kasachstan

Downstream

Der Geschäftsbereich Downstream umfasst die Bereiche Downstream Öl inklusive Petrochemie sowie Downstream Gas. Downstream Öl erzielte 2016 ein gutes operatives Ergebnis von EUR 940 Mio. Dies war der starken Performance in unseren Vertriebskanälen, dem daraus resultierenden anhaltend guten Auslastungsgrad unserer Raffinerien, einer hohen Flexibilität beim Rohöl, unserem integrierten Retail-Netzwerk und einer sehr guten Performance von Borealis zu verdanken. Im Bereich Downstream Gas hat sich aufgrund der positiven Effekte der Umstrukturierung die finanzielle Performance im Bereich Supply, Marketing und Trading verbessert und der Bereich Gas Logistik hat von Kosteneinsparungen profitiert. Das operative Ergebnis in Downstream Gas belief sich auf EUR 182 Mio.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Im Einklang mit der OMV HSSE-Vision "ZERO Harm, NO Losses" steht HSSE für den Bereich Downstream an oberster Stelle. Die Durchsetzung der höchsten Standards in der Steuerung der Dienstleister und im Bereich Transportsicherheit führte zu einer deutlichen Verringerung der Verkehrsunfälle im Vergleich zu 2015. Die Unfallhäufigkeit (Lost-Time Injury Rate, LTIR) ist dennoch von 0,27 im Jahr 2015 auf 0,48 im Jahr 2016 gestiegen. Auch wenn das im internationalen Vergleich immer noch ein guter Wert ist, müssen wir hier unsere Bemühungen weiter verstärken.

Finanzielle Performance

Downstream verzeichnete mit EUR 1.122 Mio ein starkes CCS EBIT vor Sondereffekten, das jedoch aufgrund eines niedrigeren Beitrags von Downstream Öl um 5% schwächer als im Vorjahr ausfiel. Das CCS EBIT vor Sondereffekten im Downstream Öl-Geschäft lag infolge des niedrigeren Raffinerieergebnisses mit EUR 940 Mio unter dem Wert von 2015 (EUR 1.209 Mio). Die OMV Referenz-Raffineriemarge sank von USD 7,2/bbl auf USD 4,7/bbl, hauptsächlich aufgrund geringerer Naphtha- und Mitteldestillat-Spannen. Dieser Trend wurde teilweise durch niedrigere Rohölpreise ausgeglichen. Der Raffinerie-Auslastungsgrad sank aufgrund zirka einmonatiger geplanter Wartungsarbeiten in

den Raffinerien Schwechat und Petrobrazi in Q2/16 von 93% im Vorjahr auf 89%. Im Petrochemie-Bereich fiel das EBIT vor Sondereffekten infolge niedrigerer Propylen-Margen um 9% auf EUR 238 Mio. Das Retail-Geschäft erzielte eine starke Performance. Mit EUR 116 Mio leistete OMV Petrol Ofisi einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag als im Vorjahr (2015: EUR 84 Mio). Das EBIT vor Sondereffekten im Downstream Gas-Geschäft von EUR 182 Mio entwickelte sich äußerst positiv, vor allem aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen und dem starken Beitrag des Gas Logistik-Geschäfts. Die Erdgas-Verkaufsmengen blieben mit 109 TWh unverändert. Der Beitrag des Erdgastransport-Geschäfts in Österreich lag stabil bei EUR 126 Mio. Das Stromgeschäft war weiterhin herausfordernd. Die Nettostromerzeugung ging von 5,4 TWh im Jahr 2015 auf 5,2 TWh zurück. Es wurden Sondereffekte in Höhe von EUR – 482 Mio verzeichnet, vor allem aufgrund einer Wertminderung von OMV Petrol Ofisi in Höhe von EUR – 334 Mio infolge der Umgliederung auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" sowie von Wertminderungen des Kraftwerks Samsun in Höhe von EUR – 101 Mio und des Erdgasspeichers Etzel in Höhe von EUR – 73 Mio. Der Anstieg der Rohölpreise gegenüber dem Vorjahr trug zu positiven CCS Effekten von EUR 55 Mio bei. Das EBIT lag bei EUR 695 Mio. Die Investitionssumme in Downstream belief sich auf EUR 513 Mio (2015: EUR 608 Mio), davon EUR 463 Mio in Downstream Öl (2015: EUR 546 Mio). Die Investitionen im Downstream

Downstream verzeichnete erneut ein sehr gutes Ergebnis

Auf einen Blick

2016 2015
Bereichsumsatz in EUR Mio 18.379 21.589 – 15%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 695 334 108%
CCS EBIT vor Sondereffekten in EUR Mio 1) 1.122 1.178 – 5%
Betriebserfolg vor Abschreibung (EBITD) in EUR Mio 1.847 1.255 47%
Investitionen in EUR Mio 513 608 – 16%
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 30,74 29,98 3%
Raffinerie-Auslastungsgrad in % 89 93 – 4%
Erdgas-Verkaufsmengen in TWh 108,89 110,12 – 1%

1) Bereinigt um außergewöhnliche, nicht wiederkehrende Effekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und OMV Petrol Ofisi

Öl-Bereich betrafen vor allem die Generalüberholung in den Raffinerien, Petrol Ofisi-Vertragsverlängerungen sowie Tankstelleninstandhaltung. OMV investierte EUR 49 Mio in Downstream Gas (2015: EUR 62 Mio).

Downstream Öl

Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf

OMV betreibt jetzt das größte Automatentankstellennetz in Österreich

Kontinuierlich schwankende Marktentwicklungen und Raffinerie-Überkapazitäten in Europa belasteten die Raffineriemargen und sorgten für ein niedrigeres Niveau als im Jahr 2015. Dank der guten Verkaufsleistung wurde dennoch ein solides operatives Ergebnis erzielt. Die Nachfrage nach unseren Produkten blieb stabil. Das führte trotz der Wartungsstillstände an unseren Raffineriestandorten Schwechat und Petrobrazi zu einem hohen Auslastungsgrad unserer Raffinerien von 89% (2015: 93%).

Im Petrochemie-Geschäft blieben die Verkaufsmengen auf dem Stand von 2015. Die Margen waren zufriedenstellend, fielen aber dennoch unter das Vorjahresniveau. Grund dafür waren schwächere Propylen-Margen, die nur teilweise durch höhere Ethylen-Margen kompensiert werden konnten. Beschaffungsseitig sorgte eine breitere und flexiblere Auswahl sehr wirtschaftlicher Rohöle für höhere Rentabilität. OMV hat als eines der ersten integrierten europäischen Ölunternehmen nach dem Ende der Sanktionen wieder Öl aus dem Iran zugekauft. OMV betreibt die drei Raffineriestandorte als ein integriertes Raffineriesystem. Dieser Ansatz erlaubt die volle Ausnutzung der Verarbeitungsflexibilitäten hinsichtlich der bestmöglichen Aufwertung des gesamten Produktbündels, die Nutzung von Skaleneffekten und den strategischen Abgleich von Investitionen.

Borealis mit Rekordbeitrag zum Ergebnis

Jahresnominalkapazitäten der Raffinerien In Mio t Schwechat 9,6

Gesamt 17,8
Petrobrazi 4,5
Burghausen 3,8

Retail

Das Retail-Geschäft setzte 2016 seine starke Performance fort und erwies sich als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse. Die Gesamtverkaufsmenge stieg gegenüber 2015 um 1%, trotz des optimierten und merklich verkleinerten Netzwerks von OMV Petrol Ofisi. Zugleich konnte der mittlere Durchsatz pro Tankstelle wieder um 2% erhöht werden, was einen weiteren Effizienzgewinn darstellt. Das Netzwerk umfasste zum Jahresende 3.777 Tankstellen. Durch den Kauf der FE-Trading GmbH mit 72 Tankstellen in Österreich und Slowenien hat OMV das Netzwerk auf 212 Automatentankstellen ausgebaut, um das Angebot für die Kunden weiter zu verbessern. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot. Die Marke Avanti/FE steht für Diskont, die Marken Petrom und Petrol Ofisi stehen für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Strategie hat beständig gute Ergebnisse geliefert. OMVs Premiummarke MaxxMotion erzielte eine gute Performance. Diese ist einerseits auf die Premiumqualität des Produkts zurückzuführen, andererseits aber auch auf die verbesserte Leistbarkeit durch fallende Produktpreise. Das Non-Oil-Geschäft, hierzu zählen unter anderem VIVA Shops und Autowaschanlagen, setzte mit einem gegenüber 2015 gestiegenen Ergebnisbeitrag seine nachhaltige Entwicklung fort. Der Fokus auf hochwertige Produkte und Services im Netzwerk der Premiumtankstellen bleibt eines unserer Hauptunterscheidungsmerkmale. Die Retail-Verkaufsmengen von OMV Petrol Ofisi sanken in Verbindung mit der Optimierung des Netzwerks um 5%, die Gesamtrentabilität des Unternehmens wurde dennoch gegenüber 2015 verbessert.

Borealis

Borealis profitierte von einem starken Marktumfeld insbesondere im Polyolefin-Geschäft und lieferte 2016 einen Rekordbeitrag von EUR 399 Mio zum Ergebnis (2015: EUR 356 Mio). Die deutliche Ergebnissteigerung gegenüber 2015 ist stärkeren Margen im Polyolefin-Geschäft und einem höheren Beitrag des Geschäfts mit chemischen Grundstoffen zu verdanken. Diese Entwicklung konnte das schwächere Geschäft mit Pflanzennährstoffen ausgleichen, das unter gesunkener Nachfrage und niedrigeren Preisen litt. Zudem profitierte Borouge, das Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company, von gestiegenen Produktionskapazitäten und lieferte erneut ein hervorragendes Ergebnis. Borealis investiert weiter in die

Zukunft und beauftragte eine Machbarkeitsstudie für eine neue Propan-Dehydrierungsgroßanlage (PDH) in Kallo, Belgien. Da Polyolefin-Recycling als strategischer Bestandteil des Geschäfts angesehen wird, hat Borealis 2016 das deutsche Recyclingunternehmen mtm plastics übernommen, einen Technologieführer im Bereich Recycling von gemischten Post-Consumer-Kunststoffabfällen.

Downstream Gas

Obwohl das Marktumfeld schwierig blieb, haben die Umstrukturierungsmaßnahmen und einige Einmaleffekte sich sehr positiv auf das Ergebnis 2016 ausgewirkt.

Supply, Marketing und Trading

Die Erdgas-Verkaufsmengen an Dritte blieben mit 109 TWh im Vergleich zu 2015 stabil. Trotz weiterhin schwachem Margenumfeld konnte die finanzielle Performance durch Umstrukturierungseffekte deutlich verbessert werden. Am 20. Mai 2016 hat OMV die verbleibenden Anteile an EconGas übernommen und hält nun 100% an OMV Gas Marketing & Trading (früher EconGas). Die Integration der Handelsorganisation OMV Trading in OMV Gas Marketing & Trading ist im Gange. Die Ausdehnung der Vertriebsaktivitäten von OMV in Deutschland mit dem Ziel eines Marktanteils von 10% bis 2025 verläuft plangemäß.

In Rumänien konnte OMV Petrom Gas seine Führungsposition am Gasmarkt trotz eines schwierigen Umfelds mit schwankender Nachfrage und wachsender Konkurrenz unter anderem durch Importgas behaupten. Die Erdgas-Verkaufsmengen an Dritte blieben mit 44 TWh relativ stabil (2015: 45 TWh). Der Beitrag zum Ergebnis ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Der Erdgasverkauf in der Türkei zeigte deutlich höhere Gasmargen und die Erdgas-Verkaufsmengen an Dritte stiegen von 7,9 TWh im Jahr 2015 auf 8,9 TWh.

Der Bereich Power litt weiterhin unter dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld für Gaskraftwerke. Die Nettostromerzeugung belief sich 2016 auf insgesamt 5,2 TWh, das ist ein Rückgang von 4% gegenüber 2015. Die Performance wurde 2016 durch die eingeschränkte Verfügbarkeit des Kraftwerks Samsun wegen eines Kondensatorausfalls im zweiten Quartal 2016 und des Kraftwerks Brazi wegen eines Transformatorausfalls im vierten Quartal 2016 beeinträchtigt.

Gas Logistik

Das Erdgastransport-Geschäft erzielte im Jahr 2016 ein leicht verbessertes Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung ist vor allem geringeren Kosten zu verdanken. Der Rückgang beim Verkauf von kurzfristigen Transportverträgen verhinderte jedoch ein noch besseres Ergebnis. Der 2015 angekündigte Verkauf einer Minderheitsbeteiligung (49%) an Gas Connect Austria (GCA) wurde Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen. Die von einem Konsortium aus Allianz Capital Partners und SNAM S.p.A. gezahlten Barmittel in Höhe von EUR 601 Mio spiegeln den hohen Wert des Transportgeschäfts von OMV wider. Im Erdgasspeicher-Geschäft blieb das Marktumfeld 2016 aufgrund der niedrigen Sommer/Winter-Spreads insgesamt schwierig. Der Druck auf die Ergebnisse von OMV konnte durch striktes Kostenmanagement und Mehrverkaufsmengen an Speicherkapazitäten nahezu kompensiert werden. Am virtuellen Handelspunkt des Central European Gas Hub, dem CEGH-VHP, wurden im zehnten Jahr seines Bestehens 533 TWh Erdgas gehandelt, ein Zuwachs von 11,4% gegenüber 2015. Zur Verbesserung des internationalen Gasgeschäfts hat der CEGH eine neue Partnerschaft mit Powernext geschlossen.

Im Hinblick auf das geplante Joint Venture für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 haben OMV, ENGIE, Gazprom, Shell, Uniper und Wintershall gemeinsam ihre Kartellanmeldungen bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zurückgezogen und anschließend den entsprechenden Gesellschaftervertrag aufgelöst. Das hat keine Auswirkungen auf die Fortsetzung des Projekts Nord Stream 2. OMV ist weiter daran interessiert, dieses Projekt zu unterstützen.

Ausblick 2017 – Highlights

  • Die geplante Kapazitätsauslastung der Raffinerien wird mehr als 90% betragen
  • Am 3. März 2017 hat OMV vereinbart, OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS für einen Transaktionswert von EUR 1,368 Mrd zu verkaufen. Das Closing der Transaktion wird spätestens in Q3/17 erwartet
  • OMV erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmengen auf einem ähnlichen Niveau wie 2016 bleiben
  • Detaillierte Angaben zum Ausblick können der Sektion Ausblick des Lageberichts entnommen werden.

49% von Gas Connect Austria erfolgreich veräußert

OMV GAS als neue Marke etabliert

73 – 90 KONZERNLAGEBERICHT

— Wirtschaftliches Umfeld — Finanzieller Lagebericht — Betriebserfolg (EBIT) — Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung — Investitionen — Vermögens- und Kapitalstruktur — Ausblick 2017 — Risikomanagement — Nicht finanzielle Leistungsindikatoren — Weitere Informationen — Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Konzernlagebericht des Vorstands

Wirtschaftliches Umfeld

Das Wachstum der Weltwirtschaft lag 2016 mit 3,1% leicht unter dem Vorjahresniveau. Niedrigere Energie- und Rohstoffpreise und Handelsbeschränkungen drückten das Wachstum des Welthandels auf nur 1,9%. Das Wachstumstempo der Schwellenund Entwicklungsländer lag unverändert bei 4,1%, während die Wirtschaftsleistung der Industrieländer um 0,5 Prozentpunkte auf 1,6% sank. Zum ersten Mal seit 2008 war der Wirtschaftsaufschwung im Euroraum mit 1,7% kräftiger als in den USA, deren Wirtschaft um 1,6% wuchs. Die Inflation war mit 0,3% weiterhin niedrig. Die Europäische Zentralbank behielt ihre expansive Geldpolitik bei und senkte die Leitzinsen auf 0%.

In der EU-28 lag das Bruttoinlandsprodukt(BIP)- Wachstum bei 1,8%. Die Arbeitslosigkeit ging auf 10% zurück. Entgegen den Erwartungen hatte das Ergebnis des Brexit-Referendums bis Ende 2016 keinerlei negative wirtschaftliche Auswirkungen. In Deutschland lag der BIP-Zuwachs bei 1,9%. Dies war einer stabilen Inlandsnachfrage und Investitionen zu verdanken, während der Außenhandel weniger stark expandierte. Österreichs Wirtschaft wuchs um 1,5%. Wie in Deutschland trugen Konsum und Investitionen, die sich beide infolge der jüngsten Steuerreform beschleunigten, am meisten zum Wachstum bei. Bei den Warenexporten war eine Abschwächung, bei den Dienstleistungsexporten (Tourismus) eine Belebung der Nachfrage zu verzeichnen. Rumänien war 2016 die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der EU und verzeichnete einen BIP-Zuwachs von 4,8%. Der private und der staatliche Konsum stiegen überdurchschnittlich, doch das Zahlungsbilanzdefizit stand einem stärkeren Wachstum entgegen. Die Wirtschaft der Türkei setzte ihre kräftige Expansion im ersten Halbjahr 2016 fort. Dies war dem privaten Konsum und staatlichen Investitionen zu verdanken. Im zweiten Halbjahr 2016 hatten jedoch Sicherheitsprobleme und infolgedessen der Rückgang des Tourismus einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft. Das BIP-Wachstum ging von 6,1% im Jahr 2015 auf 2,7% zurück.

Die weltweite Ölnachfrage stieg 2016 auf einen neuen Rekordwert von 96,5 Mio bbl/d (Anstieg um 1,6%). Auf Nicht-OECD-Länder (OECD: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), zu denen hauptsächlich Länder mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen zählen, entfielen 80% des Anstiegs (+1,2 Mio bbl/d bzw. 2,5%). Die Nachfrage der OECD-Länder verzeichnete nur einen moderaten Anstieg (von 0,3 Mio bbl/d oder 0,4%), der ausschließlich von europäischen OECD-Ländern ausging. Die globale Ölproduktion stieg gegenüber 2015 um 0,3 Mio bbl/d auf 96,9 Mio bbl/d und war damit um 0,4 Mio bbl/d höher als die Nachfrage. Die Rohölproduktion und die Produktion von Erdgaskondensaten (NGL) der OPEC-Mitgliedstaaten (OPEC: Organisation der Erdöl exportierenden Länder) stieg um 1,1 Mio bbl/d (+3,2%) auf 39,3 Mio bbl/d. Dieser Anstieg ging hauptsächlich auf die Länder Iran, Irak und Saudi-Arabien zurück.

Nicht-OPEC-Länder förderten 0,9 Mio bbl/d weniger als 2015. Rund die Hälfte dieses Rückgangs entfiel auf die USA, wo die Produktion um 3,6% zurückging.

Aufgrund der Überversorgung fiel der Brent-Ölpreis im Jänner 2016 auf ein Jahrestief von USD 26/bbl, erholte sich aber im Jahresverlauf. Ende November 2016 einigten sich die OPEC-Staaten auf eine Drosselung der Förderung um 1,2 Mio bbl im ersten Halbjahr 2017. Russland und andere Förderländer unterstützten diese Bemühungen um eine Marktstabilisierung, indem sie weitere Produktionskürzungen ankündigten. Infolgedessen verzeichneten die Preise einen sprunghaften Anstieg um rund 20% und überschritten die Marke von USD 50/bbl. Der Durchschnittspreis für die Rohölsorte Brent sank 2016 auf USD 43,73/bbl und lag damit 17% unter dem Vorjahresniveau.

Der US-Dollar-Wechselkurs war im Jahresvergleich mit 1,11 je EUR weitgehend unverändert. Die Preise – gerechnet auf Eurobasis – für Mineralölprodukte am Rotterdamer Markt sanken um 17–20%.

Die Erdgasnachfrage in Österreich stieg 2016 um 4,7% auf 8,3 Mrd m³ bzw. 92,8 TWh und die Energieerzeugung in Gaskraftwerken nahm um 19% zu. Die Inlandsgasproduktion sank um 6% auf 12,6 TWh, während sich die Nettoimporte auf über 80 TWh (+25%) erhöhten. Der Speicherstand belief sich zum Jahresultimo auf 55 TWh. Dies entsprach einem Füllungsgrad von 57%.

Das Absatzvolumen von Mineralölprodukten in dem für OMV relevanten Absatzgebiet (Mittel- und Südosteuropa sowie die Türkei) stieg 2016 auf über 180 Mio t. In Österreich erreichte der Mineralölproduktenabsatz ein Volumen von insgesamt 11,1 Mio t (+3%). Dies war zu 80% auf die Absatzsteigerung bei Dieselkraftstoff zurückzuführen. In Deutschland war das Absatzplus von 2% hauptsächlich der Dieselnachfrage (+5%) und der Nachfrage nach Flugpetroleum (+6%) zu verdanken. Auch der erhöhte Absatz in Rumänien (+4%) und der Türkei (+5%) ist auf eine rege Nachfrage nach Verkehrskraftstoff zurückzuführen.

Finanzieller Lagebericht

Finanzdaten des Konzerns

Konzern-Finanzdaten

In EUR Mio
2016 2015
Umsatzerlöse 19.260 22.527 –15%
Betriebserfolg (EBIT) –457 –2.006 77%
Jahresüberschuss –183 –1.255 85%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss –403 –1.100 63%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.878 2.834 2%
Investitionen 1) 1.878 2.769 –32%
Mitarbeiter per 31. Dezember 22.544 24.124 –7%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge

Das Marktumfeld 2016 war wesentlich ungünstiger als 2015: Der Brent-Ölpreis ging 2016 um 17% zurück, die Preise am Central European Gas Hub (CEGH) sanken um 28% und die OMV Referenz-Raffineriemarge fiel um 34%. Zusätzlich beeinträchtigten 2016 erfasste Wertminderungen in Höhe von insgesamt EUR –1,8 Mrd den Betriebserfolg (EBIT) in Höhe von EUR –457 Mio. Ausgeglichen wurde dies teilweise durch ein gutes Downstream-Ergebnis, ein höheres Absatzvolumen in Upstream, niedrigere Abschreibungen und die konzernweiten Kosteneinsparungen.

Die deutliche Verbesserung gegenüber dem negativen Ergebnis vom Vorjahr in Höhe von EUR –2.006 Mio war hauptsächlich auf die 2015 erfassten Wertminderungen im gesamten Upstream-Portfolio aufgrund der gesunkenen Öl- und Gaspreise zurückzuführen. 2016 waren die wesentlichen Wertminderungen auf den Verkauf eines 30%- Anteils am Feld Rosebank und von OMV (U.K.) Limited, beide in Upstream, zurückzuführen. In Downstream wurden das Kraftwerk Samsun und der Gasspeicher Etzel sowie OMV Petrol Ofisi infolge der Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" wertberichtigt.

Der Finanzerfolg lag mit EUR 227 Mio deutlich über dem Wert von 2015 (EUR 97 Mio). Dies ist hauptsächlich auf einen höheren Ergebnisbeitrag durch assoziierte Unternehmen, die Optimierung der Finanzierungsstruktur des OMV Konzerns und ein positives Fremdwährungsergebnis zurückzuführen. Der laufende Ertragsteueraufwand des Konzerns belief sich auf EUR –130 Mio und der latente Steuerertrag auf EUR 178 Mio. Die effektive Steuerquote betrug 21% (2015: 34%). Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Jahresüberschuss lag mit EUR –403 Mio über dem Niveau von 2015 mit EUR –1.100 Mio. Den nicht beherrschenden Anteilen und Hybridanteilen war ein Ergebnis von EUR 221 Mio zuzurechnen (2015: EUR –155 Mio). Die verbesserte Performance spiegelt sich auch im Return On Average Capital Employed (ROACE) wider, der von –6% im Jahr 2015 auf 0% anstieg. Die Definition dieser Kennzahl kann der Beilage "Abkürzungen und Definitionen", welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist, entnommen werden.

2016 war für den Geschäftsbereich Upstream ein weiteres herausforderndes Jahr. Dieser Geschäftsbereich ist als Betriebsführer oder Joint Venture Partner in 15 Ländern tätig und OMV verfügt in der Mehrheit dieser Länder sowohl über Produktionsals auch Explorationsvermögen. Das Upstream-Portfolio von OMV umfasste 2016 Rumänien und Schwarzes Meer, Österreich, Nordsee, Australasien, Mittlerer Osten und Afrika. Erdöl und Erdgas tragen zu annähernd gleichen Teilen zur Produktion bei. Die sicheren Öl- und Gasreserven (1P) erhöhten sich leicht auf 1.030 Mio boe (2015: 1.028 Mio boe). Mehr als zwei Drittel der Produktion von 311 kboe/d (2015: 303 kboe/d) in Upstream stammten aus den Kernländern Österreich und Rumänien. Die Aktivitäten in Rumänien und Österreich werden durch ein ausgewogenes internationales Portfolio ergänzt, in dem sich die Nordsee-Region mit einem Produktionsbeitrag von rund 70 kboe/d im Jahr 2016 zu einem Kerngebiet entwickelt hat. Die Schlüsselprojekte im Upstream-Explorations- und -Entwicklungsportfolio von OMV sind Neptun Deep in Rumänien, Edvard Grieg, Aasta Hansteen, Gullfaks und Wisting in Norwegen, Nawara in Tunesien sowie Shuwaihat und East Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Feldneuentwicklungsprojekt Lebada Est in Rumänien ist abgeschlossen und ging 2016 in Produktion.

Im Geschäftsbereich Downstream ist Downstream Öl entlang der gesamten Ölwertschöpfungskette tätig: Der Bereich verarbeitet Rohöl aus Eigenförderung und aus Zukäufen in seinen drei Raffinerien und vermarktet Raffinerieprodukte an Commercial-Kunden und über sein Tankstellennetz mit 3.777 Tankstellen. Die Gesamtverkaufsmenge der Raffinerieprodukte belief sich auf 30,74 Mio t. Die Raffinerien in Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland) verfügen über Petrochemie-Anlagen, mit dem Petrochemie-Unternehmen Borealis als Schlüsselkunden. OMV ist an Borealis mit 36% beteiligt.

Downstream Gas vermarktet Gas aus europäischer Eigenförderung sowie aus Zukäufen an Endverbraucher und an den wichtigsten europäischen Gashandelsplätzen. Der Bereich betreibt ein rund 900 km langes Hochdruck-Gasleitungsnetz in Österreich, verfügt über Speicherkapazitäten von 30 TWh und ist mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt, einer wichtigen Gashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa. Außerdem betreibt OMV zwei Gaskraftwerke in Rumänien und der Türkei mit einer Nettostromerzeugung von insgesamt 5,18 TWh im Jahr 2016.

Betriebserfolg (EBIT)

Betriebserfolg (EBIT)

In EUR Mio
2016 2015
Upstream –1.059 –2.371 55%
Downstream 695 334 108%
davon Downstream Öl 744 890 –16%
davon Downstream Gas –49 –555 91%
Konzernbereich und Sonstiges –56 –48 –16%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –36 79 n.m.
OMV Konzern –457 –2.006 77%

Das Upstream-EBIT war mit EUR –1.059 Mio negativ. Dies war auf die negativen Auswirkungen der 2016 erfassten Wertminderungen und das Umfeld niedriger Ölpreise zurückzuführen. Positive Entwicklungen im Jahr 2016 waren niedrigeren Abschreibungen, die auf eine verminderte Vermögensbasis infolge der hohen Wertminderungen 2015 zurückzuführen waren, sowie geringeren Produktionskosten zu verdanken. Die wesentlichen Wertminderungen im Jahr 2016 sind auf den Verkauf des 30%-Anteils am Feld Rosebank (EUR –543 Mio) und von OMV (U.K.) Limited (EUR –493 Mio) zurückzuführen und liegen deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR –2.449 Mio. Dank der erfolgreichen Umsetzung des Kostensenkungsprogramms, das zu niedrigeren Dienstleistungs- und Personalkosten führte, und der gestiegenen Produktion sanken die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren (OPEX) um 12% auf USD 11,59/boe. Die Gesamttagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas stieg 2016 um 3% auf 311 kboe/d. Dies war hauptsächlich dem höheren Produktionsvolumen in Norwegen zu verdanken, das durch den natürlichen Rückgang der Öl- und Erdgasproduktion in Rumänien teilweise ausgeglichen wurde. Die Gesamtverkaufsmenge stieg um 4%, während der durchschnittlich realisierte Preis für Rohöl sowie für Gas um 19% zurückging. Während Hedging 2015 mit EUR 74 Mio einen positiven Ergebniseffekt hatte, wurden die realisierten Preise 2016 durch ein negatives Hedging-Ergebnis von EUR –6 Mio beeinflusst.

Downstream erzielte mit EUR 695 Mio ein starkes EBIT, das deutlich über dem Vorjahresniveau von EUR 334 Mio lag. Dies war hauptsächlich auf niedrigere Wertminderungen und Rückstellungen zurückzuführen. Das Downstream Öl-EBIT 2016 weist mit EUR 744 Mio einen Rückgang von 16% gegenüber EUR 890 Mio im Vorjahr auf. Grund hierfür ist

eine Wertminderung in Höhe von EUR –334 Mio, die für die Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi nach der Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" erfasst wurde, teilweise ausgeglichen durch höhere Verkaufsmengen und niedrigere Rohölpreise. Die OMV Referenz-Raffineriemarge sank 2016 von USD 7,2/bbl auf USD 4,7/bbl. Dies ist hauptsächlich auf niedrigere Margen bei Naphta und Mitteldestillaten zurückzuführen. Dieser Trend wurde durch niedrigere Rohölpreise teilweise ausgeglichen. 2016 lag der Raffinerie-Auslastungsgrad bei 89% gegenüber 93% im Vorjahr. Hauptgrund für diesen Rückgang waren die geplanten etwa einmonatigen Generalüberholungen in Schwechat und Petrobrazi. Niedrigere Propylen-Margen führten zu einem Rückgang des Petrochemie-EBIT um 9% auf EUR 238 Mio. Das Retail-Geschäft legte unterdessen kräftig zu. Der Ergebnisbeitrag von OMV Petrol Ofisi fiel 2016 mit EUR –148 Mio deutlich niedriger aus als im Vorjahr (2015: EUR –11 Mio).

Das Downstream Gas-EBIT verbesserte sich 2016 mit EUR –49 Mio deutlich gegenüber dem EBIT 2015 von EUR –555 Mio. Hauptgrund hierfür waren die 2016 erfassten niedrigeren Wertminderungen und Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr sowie Umstrukturierungsmaßnahmen und der stabile Beitrag der Gaslogistik. Wesentliche Wertminderungen im Jahr 2016 waren auf das Kraftwerk Samsun (EUR –101 Mio) und den Gasspeicher Etzel (EUR –73 Mio) zurückzuführen. Die Erdgas-Verkaufsmengen waren 2016 mit 109 TWh weitgehend unverändert. Der Beitrag des Erdgas-Transportgeschäfts in Österreich war mit EUR 126 Mio ebenfalls stabil, während der Bereich Power herausfordernd blieb und die Nettostromerzeugung von 5,4 TWh im Jahr 2015 auf 5,2 TWh zurückging.

Das EBIT im Bereich Konzern und Sonstiges ging 2016 um 16% auf EUR –56 Mio zurück.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

In EUR Mio
2016 2015
Umsatzerlöse 19.260 22.527 –15%
Direkte Vertriebskosten –355 –327 –8%
Umsatzkosten –16.559 –22.174 25%
Sonstige betriebliche Erträge 644 392 64%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –1.347 –1.277 –5%
Explorationsaufwendungen –808 –707 –14%
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen –28 –28 3%
Sonstige betriebliche Aufwendungen –1.264 –413 –206%
Betriebserfolg (EBIT) –457 –2.006 –77%
Finanzerfolg 227 97 135%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 47 654 –93%
Jahresüberschuss –183 –1.255 85%
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 42 143%
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 118 –197 n.m.
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss –403 –1.100 63%

OMV ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern. Da die Rohölproduktion von Upstream entweder in Downstream Öl in den eigenen Raffinerien verarbeitet oder – zu einem großen Teil – über OMV Supply & Trading Limited vermarktet wird, hat Downstream Öl den größten Anteil am konsolidierten Konzernumsatz. Bedingt durch starke Schwankungen in den wesentlichen Einflussgrößen Rohölpreise, Gaspreise und USD-Wechselkurse können sich beträchtliche Erhöhungen und Rückgänge bei den Umsatzerlösen, aber auch bei den Umsatzkosten ergeben. Aus diesen können daher nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die Ergebnisauswirkung gezogen werden.

Obwohl die Verkaufsmengen 2016 im Vergleich zu 2015 gestiegen sind, fiel aufgrund des niedrigeren Ölpreisumfeldes der Konzernumsatz um 15% auf EUR 19.260 Mio. Die Umsätze im Geschäftsbereich Upstream fielen um 16% auf EUR 3.285 Mio. Nach Berücksichtigung konzerninterner Umsätze von EUR 2.272 Mio ergab sich ein Beitrag von Upstream zum Konzernumsatz von EUR 1.013 Mio. Dies entspricht einem Anteil von rund 5% am Gesamtumsatz (2015: EUR 1.017 Mio bzw. 5%). Downstream Öl trug EUR 14.603 Mio bzw. 76% zum Konzernumsatz bei (2015: EUR 17.290 Mio bzw. 77%). Der Umsatz in Downstream Gas verringerte sich auf EUR 3.779 Mio (2015: EUR 4.382 Mio). Nach Abzug konzerninterner Umsätze mit den Raffinerien ergab sich 2016 ein Konzernbeitrag von Downstream Gas von EUR 3.640 Mio bzw. rund 19% des Gesamtumsatzes (2015: EUR 4.215 Mio bzw. 19%).

Die regionale Umsatzaufteilung erfolgt nach dem Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung. Unter den Absatzmärkten des Konzerns blieb Österreich mit einem Umsatz von EUR 4.884 Mio bzw. 25% des Konzernumsatzes unverändert der wichtigste (2015: EUR 5.787 Mio bzw. 26%). Die Umsätze in Deutschland fielen von EUR 3.595 Mio im Jahr 2015 auf EUR 2.777 Mio im Jahr 2016. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 14% (2015: 16%). Die Umsätze in Rumänien betrugen EUR 3.006 Mio bzw. 16% des Konzernumsatzes (2015: EUR 3.307 Mio bzw. 15%). Der Umsatzbeitrag der Türkei verminderte sich 2016 auf EUR 4.817 Mio bzw. 25% des Gesamtumsatzes des OMV Konzerns (2015: EUR 5.638 Mio bzw. 25%). Im übrigen Mittel- und Osteuropa wurden Umsätze in Höhe von EUR 2.477 Mio bzw. 13% des Gesamtumsatzes getätigt (2015: EUR 2.669 Mio bzw. 12%). Auf die restlichen europäischen Länder entfielen EUR 931 Mio bzw. 5% (2015: EUR 914 Mio bzw. 4%). Die Umsätze in der übrigen Welt fielen auf EUR 369 Mio. Dies entspricht einem Anteil von 2% am Gesamtumsatz (2015: EUR 616 Mio bzw. 3%).

Die direkten Vertriebsaufwendungen betrafen hauptsächlich fremde Ausgangsfrachten und erhöhten sich leicht auf EUR –355 Mio (2015: EUR –327 Mio) aufgrund höherer Absatzzahlen in Upstream. Die Umsatzkosten, welche die variablen und fixen Produktionskosten sowie Handelswareneinsätze beinhalten, fielen um 25% auf EUR –16.559 Mio. Grund hierfür waren das Umfeld niedrigerer Preise und geringere Wertminderungen im Vergleich zu 2015. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen 2016 auf EUR 644 Mio (2015: EUR 392 Mio). Hauptgründe hierfür sind die Zuschreibung zu einem Vermögenswert in der Region Mittlerer Osten und Afrika infolge einer Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" sowie der Ertrag aus der Veräußerung des Aliag˘a-Terminals in der Türkei. Die Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen betrugen EUR –1.347 Mio (2015: EUR –1.277 Mio). Die Explorationsaufwendungen stiegen um 14% auf EUR –808 Mio an. Grund hierfür war vor allem die Wertminderung von Rosebank, die durch geringere Explorationsaktivitäten 2016 teilweise ausgeglichen wurde. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen blieben stabil auf dem Niveau von EUR –28 Mio (2015: EUR –28 Mio). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit EUR –1.264 Mio stiegen wesentlich im Vergleich zu 2015 an. Dies war hauptsächlich auf Wertminderungen der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited infolge der Umbuchung auf "zu Veräußerungszwecken gehalten" zurückzuführen.

Der Finanzerfolg verbesserte sich auf einen Wert von EUR 227 Mio (2015: EUR 97 Mio). Diese Verbesserung steht hauptsächlich im Zusammenhang mit höheren Ergebnisbeiträgen von at-equity bewerteten Beteiligungen und einem verbesserten Zinsergebnis. Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen belief sich insgesamt auf EUR 425 Mio (2015: EUR 345 Mio) und kam hauptsächlich aus dem 36%-Anteil am Borealis Konzern mit einem Betrag von EUR 399 Mio (2015: EUR 356 Mio). Die Dividendenerträge betrugen EUR 41 Mio (2015: EUR 37 Mio). Das Zinsergebnis zeigte einen Saldo von EUR –195 Mio (2015: EUR –215 Mio). Die positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr war hauptsächlich bedingt durch niedrigere Zinsaufwendungen aufgrund der verbesserten Finanzierungsstruktur.

Die Erträge aus Ertragsteuern beliefen sich auf EUR 47 Mio (2015: EUR 654 Mio). Die Aufwendungen für laufende Ertragsteuern betrugen EUR –130 Mio (2015: EUR –133 Mio) und die Erträge aus latenten Steuern beliefen sich auf EUR 178 Mio (2015: EUR 787 Mio). Der Effektivsteuersatz des Konzerns verminderte sich auf 21% (2015: 34%). Weitere Einzelheiten zu Ertragsteuern können der Anhangangabe 11 des Konzernabschlusses entnommen werden.

Investitionen

Investitionen 1)

In EUR Mio
2016 2015
Upstream 1.356 2.140 –37%
Downstream 513 608 –16%
davon Downstream Öl 463 546 –15%
davon Downstream Gas 49 62 –20%
Konzernbereich und Sonstiges 10 21 –54%
Investitionen gesamt 1.878 2.769 –32%
+/– Sonstige Adaptierungen 173 433 –60%
– Investitionen in Finanzanlagen –5 –12 59%
Zugang laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) 2.047 3.190 –36%
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen –25 –211 88%
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen 2.022 2.978 –32%
+ Zahlungswirksame Investitionen in Beteiligungen, Wertpapiere,
Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen 66 88 –25%
+ Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich übernommener liquider Mittel 54 n.m.
Investitionen laut Cashflow-Rechnung 2.141 3.066 –30%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge

Das Investitionsvolumen fiel auf EUR 1.878 Mio (2015: EUR 2.769 Mio). Dies war dem straffen Kostensenkungsprogramm und der Neuausrichtung des Portfolios zu verdanken. Upstream investierte EUR 1.356 Mio (2015: EUR 2.140 Mio), vor allem in Feldentwicklungen in Norwegen sowie in Feldneuentwicklungen, Bohrungen und Workover-Aktivitäten in Rumänien. Die Investitionen im Geschäftsbereich Downstream beliefen sich auf EUR 513 Mio (2015: EUR 608 Mio), davon EUR 463 Mio in Downstream Öl (2015: EUR 546 Mio) und EUR 49 Mio in Downstream Gas (2015: EUR 62 Mio). Die Hauptinvestitionen standen im Zusammenhang mit Generalüberholungs- und Compliance-Aktivitäten in den Raffinerien und mit der Umsetzung des neuen Discount-Konzepts im Retail-Geschäft. Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Konzernbereich und Sonstiges lag bei EUR 10 Mio (2015: EUR 21 Mio).

Die Überleitung der Investitionen auf die Zugänge laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) betrifft im Wesentlichen die Zugänge, die nicht als Investitionen definiert sind, sowie Investitionen in Finanzanlagen. Der Unterschied zwischen den Zugängen laut Anlagespiegel und den Investitionen laut Cashflow-Rechnung war auf in der Periode nicht zahlungswirksame Zugänge im Bereich des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen zurückzuführen (unter anderem Abgrenzungen für Investitionsverbindlichkeiten, neue Finanzierungsleasingvereinbarungen, Rekultivierungsverpflichtungen und aktivierte Fremdkapitalkosten). Darüber hinaus sind in den Gesamtinvestitionen laut Cashflow-Rechnung zahlungswirksame Zugänge zu Finanzanlagen enthalten.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Bilanz (Kurzfassung)

In EUR Mio
2016 % 2015 %
Aktiva
Langfristiges Vermögen 21.042 66 24.054 74
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 16.326 51 19.715 60
At-equity bewertete Beteiligungen 2.860 9 2.562 8
Sonstiges langfristiges Vermögen 1.017 3 927 3
Latente Steuern 839 3 850 3
Kurzfristiges Vermögen 7.666 24 8.516 26
Vorräte 1.663 5 1.873 6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.459 8 2.567 8
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 3.544 11 4.076 12
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 3.405 11 94 0
Passiva
Eigenkapital 13.925 43 14.298 44
Langfristige Verbindlichkeiten 10.354 32 10.314 32
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.057 3 1.045 3
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 4.737 15 4.592 14
Rekultivierungsverpflichtungen 3.320 10 3.342 10
Rückstellungen und andere Verbindlichkeiten 1.117 3 1.105 3
Latente Steuern 122 0 229 1
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.727 21 8.021 25
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.731 12 3.380 10
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 260 1 494 2
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 2.736 9 4.147 13
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 1.107 3 32 0
Bilanzsumme 32.112 100 32.664 100

Die Bilanzsumme fiel um EUR 552 Mio auf EUR 32.112 Mio. Der Rückgang im langfristigen Vermögen um EUR 3.012 Mio ist vor allem auf die laufenden Veräußerungen und die damit verbundene Umbuchung in die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen" zurückzuführen, die durch getätigte Investitionen teilweise kompensiert wurden. Die at-equity bewerteten Beteiligungen erhöhten sich insgesamt um EUR 298 Mio. Die Veränderungen von at-equity bewerteten Beteiligungen beinhalteten großteils das Beteiligungsergebnis von Borealis und die anteiligen Ergebnisse der anderen at-equity bewerteten Beteiligungen sowie Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen und sonstige Änderungen, unter anderem vereinnahmte Dividenden in Höhe von EUR 177 Mio. Das sonstige langfristige Vermögen, das im Wesentlichen langfristige Forderungen und Ausleihungen sowie Wertpapiere enthält, erhöhte sich um EUR 90 Mio auf EUR 1.017 Mio. Diese Veränderung war hauptsächlich auf die Forderung für die bedingte Gegenleistung für die Veräußerung eines 30%-Anteils an Rosebank zurückzuführen.

Die aktiven latenten Steuern gingen auf EUR 839 Mio zurück (2015: EUR 850 Mio). Das kurzfristige Vermögen fiel um EUR 850 Mio auf EUR 7.666 Mio zum 31. Dezember 2016. Hauptgrund für den Rückgang war die Verminderung der Derivateposition um EUR 945 Mio. Die Vorräte verringerten sich um EUR 210 Mio und die Forderungen aus Lieferung und Leistung um EUR 108 Mio, hauptsächlich bedingt durch Umbuchungen auf "zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen", die durch die höheren Rohstoffpreise teilweise ausgeglichen wurden. Kassenbestand und Bankguthaben erhöhten sich auf EUR 2.314 Mio. Darin enthalten sind EUR 245 Mio liquide Mittel im Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen, die im zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögen erfasst werden. Das zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögen erhöhte sich um EUR 3.311 Mio. Dies ist hauptsächlich auf die Umbuchung der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited zurückzuführen.

Das Eigenkapital (inkl. nicht beherrschender Anteile) fiel gegenüber 2015 um 3%, während die Eigenkapitalquote auf 43% fiel (2015: 44%). Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich um EUR 12 Mio. Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen sanken um EUR 22 Mio, da die Auswirkungen der Neubewertung der Verpflichtungen durch die Umbuchung auf "mit zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen verbundene Verbindlichkeiten" im Rahmen der laufenden Veräußerungsprozesse mehr als kompensiert wurden.

Kurzfristige und langfristige Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten sanken um EUR 90 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung einer internationalen Unternehmensanleihe und anderer langfristiger Schulden sowie die Rückzahlung kurzfristiger Geldmarktaufnahmen zurückzuführen, welche teils durch Neuaufnahmen langfristiger Kredite kompensiert wurden.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um EUR 352 Mio. Hauptgrund hierfür waren die höheren Ölpreise zum Jahresende 2016, kompensiert durch Umbuchungen auf "mit zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen verbundene Verbindlichkeiten". Einen Rückgang von EUR 1.399 Mio gab es bei den sonstigen kurzfristigen und langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten, davon EUR 877 Mio bedingt durch eine niedrigere Position der Derivate. Die passiven latenten Steuern verringerten sich auf EUR 122 Mio (2015: EUR 229 Mio). Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR 1.075 Mio. Dies ist hauptsächlich auf die Umbuchung der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited zurückzuführen.

Gearing Ratio

Zum 31. Dezember 2016 betrugen kurz- und langfristige Kreditverbindlichkeiten, Anleihen und Finanzierungsleasingverbindlichkeiten EUR 5.283 Mio (31. Dezember 2015: EUR 5.386 Mio). Davon werden EUR 8 Mio als zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten ausgewiesen, da sie Bestandteil der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi sind. Kassenbestand und Bankguthaben erhöhten sich auf EUR 2.314 Mio (31. Dezember 2015: EUR 1.348 Mio). EUR 245 Mio davon werden als Teil der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited als zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen erfasst. Die Nettoverschuldung sank auf EUR 2.969 Mio, verglichen mit EUR 4.038 Mio Ende 2015. In Relation zum Eigenkapital ergab sich damit per Ende 2016 ein Verschuldungsgrad von 21% (31. Dezember 2015: 28%).

Cashflow

Die Konzern-Cashflow-Rechnung wird nach der indirekten Methode erstellt, wobei die Darstellung bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen, Währungsumrechnungsdifferenzen und sonstige unbare Transaktionen erfolgt.

Der Mittelzufluss aus dem Periodenergebnis, bereinigt um Positionen, die keinen Cash-Effekt haben, wie Abschreibungen, Nettoveränderung der langfristigen Rückstellungen, nicht zahlungswirksame Beteiligungsergebnisse und andere Positionen, betrug EUR 3.026 Mio (2015: EUR 3.234 Mio). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war bedingt durch das Umfeld niedrigerer Preise, das durch positive Effekte des Kostensenkungsprogramms kompensiert wurde. 2016 beliefen sich die vereinnahmten Dividenden aus at-equity bewerteten Beteiligungen und sonstigen Unternehmen auf EUR 217 Mio (2015: EUR 84 Mio). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit erhöhte sich leicht und stieg um EUR 44 Mio bzw. 2% auf EUR 2.878 Mio (2015: EUR 2.834 Mio). Der Nettomittelabfluss aus den Net Working Capital Positionen belief sich auf EUR 148 Mio (2015: EUR 400 Mio). Dies war hauptsächlich auf Veränderungen der Rohstoffpreise sowie auf höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit dem Förderplan im Geschäftsbereich Upstream zurückzuführen.

Den Auszahlungen für Investitionen in langfristiges Vermögen und für den Erwerb von Tochtergesellschaften und Unternehmen abzüglich übernommener liquider Mittel von EUR 2.141 Mio (2015: EUR 3.066 Mio) standen Rückflüsse aus Verkäufen von Anlagevermögen und Unternehmen von EUR 344 Mio (2015: EUR 193 Mio) gegenüber. 2016 umfasste die Position Erwerb von Tochtergesellschaften abzüglich übernommener liquider Mittel den Erwerb von FE-Trading GmbH und FE-Trading trgovina d.o.o. in Höhe von EUR 57 Mio. Dieser Mittelabfluss beinhaltete den gezahlten Kaufpreis an den Verkäufer in Höhe von EUR 26 Mio sowie die Tilgung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 31 Mio. Die Erlöse aus dem Verkauf von langfristigem Vermögen und Unternehmen umfasste im Wesentlichen Mittelzuflüsse aus der Veräußerung des Aliag˘a-Terminals in der Türkei und des 30%-Anteils an Rosebank. Der gesamte Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug EUR 1.797 Mio (2015: EUR 2.874 Mio). Der geringere Mittelabfluss 2016 spiegelte die Maßnahmen zur Investitionskürzung wider.

Der Mittelabfluss aus dem Nettorückgang kurzfristiger und langfristiger Finanzierungen betrug EUR –98 Mio (2015: EUR –190 Mio). 2016 wurden ein Eurobond in Höhe von EUR 250 Mio sowie andere langfristige Kredite zurückgezahlt, welche teils durch neue langfristige Kreditverbindlichkeiten kompensiert wurden. Davon stammen EUR 147 Mio aus einer langfristigen Finanzierung durch die Minderheitsgesellschafter von GAS CONNECT AUSTRIA GmbH. 2015 wurden die US-Kapitalmarktanleihe, andere langfristige Kredite und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie kurzfristige Geldmarktaufnahmen zurückgezahlt, welche teils durch Neuaufnahmen langfristiger Kredite kompensiert wurden.

2016 übernahm OMV die restlichen nicht beherrschenden Anteile von OMV Gas Marketing & Trading GmbH für Euro 3 und erhielt EUR 36 Mio von den ehemaligen Minderheitsgesellschaftern der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Ein erheblicher Mittelzufluss ergab sich auch aus der Veräußerung des nicht beherrschenden Anteils von 49% an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH in Höhe von EUR 454 Mio.

2015 erwarb OMV die restlichen nicht beherrschenden Anteile von 1,2% an OMV Petrol Ofisi A.S˛. Der Mittelabfluss aus Dividendenzahlungen betrug EUR 466 Mio (2015: EUR 530 Mio), wovon EUR 326 Mio (2015: EUR 408 Mio) an Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft, EUR 2 Mio an nicht beherrschende Anteilseigner einbezogener Unternehmen (2015: EUR 71 Mio) und EUR 137 Mio (2015: EUR 51 Mio) an Hybridkapitalbesitzer flossen. Durch die Begebung von Hybridschuldverschreibungen kam es 2015 zu einem signifikanten Mittelzufluss von EUR 1.490 Mio. Der gesamte Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug EUR 74 Mio (2015: Mittelzufluss von EUR 758 Mio).

Der freie Cashflow führte zu einem Mittelzufluss von EUR 1.081 Mio (2015: Mittelabfluss von EUR 39 Mio). Der freie Cashflow nach Dividenden führte zu einem Mittelzufluss von EUR 615 Mio (2015: Mittelabfluss von EUR 569 Mio), der hauptsächlich geringeren Investitionen zuzuschreiben ist. Der freie Cashflow nach Dividenden inklusive Veränderungen aus nicht beherrschenden Anteilen, der vor allem den Mittelzufluss aus der Veräußerung des Minderheitsanteils von 49% an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH widerspiegelt, lag 2016 bei EUR 1.105 Mio.

Ausblick 2017

Marktumfeld

Für das Jahr 2017 geht OMV von einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von USD 55/bbl aus. Der Gasmarkt in Europa ist weiterhin von einem Überangebot geprägt. Allerdings erwartet OMV, dass die durchschnittlichen Gaspreise auf den europäischen Spotmärkten 2017 steigen werden.

Konzern

OMV erwartet einen positiven freien Cashflow nach Dividenden. Die Investitionssumme (inkl. der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung) wird bei EUR 2 Mrd liegen. Das 2016 implementierte Kostensenkungsprogramm wird 2017 mit dem Ziel fortgesetzt, die Kosten im Vergleich zu 2015 um EUR 250 Mio zu reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2016 wird eine Dividende von EUR 1,20 je Aktie vorgeschlagen.

Upstream

OMV erwartet, dass sich die Gesamtproduktion einschließlich eines Beitrags von Pearl Petroleum Company in Höhe von rund 8 kboe/d auf 320 kboe/d belaufen wird. Die Produktion in Libyen wurde teilweise wieder aufgenommen und wird durchschnittlich 10 kbbl/d zur Produktion 2017 beitragen. Die Investitionssumme (inkl. der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung) wird 2017 bei EUR 1,4 Mrd liegen. Explorationsund Evaluierungsausgaben werden in Höhe von EUR 300 Mio erwartet.

OMV unterzeichnete am 5. März 2017 die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99%-Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio. Dieser Betrag ist nicht in der für 2017 geplanten Investitionssumme von EUR 2 Mrd enthalten. Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017.

Downstream

OMV erwartet, dass die Raffineriemargen aufgrund der Erholung des Rohölpreises und des anhaltenden Überangebots am Markt tendenziell sinken werden. Die geplante Kapazitätsauslastung wird 2017 mehr als 90% betragen. Für den April ist eine ungefähr einmonatige Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat geplant. Bei den Petrochemie-Margen wird nach der Erholung des Ölpreises im Vergleich zu 2016 eine leichte Abnahme erwartet. Die Margen in den Bereichen Retail und Commercial werden voraussichtlich unter den Niveaus von 2016 liegen.

Am 3. März 2017 hat OMV vereinbart, OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS, eine Tochtergesellschaft von Vitol Investment Partnership Ltd., für einen Transaktionswert von EUR 1.368 Mio zu verkaufen. Das Closing der Transaktion wird spätestens in Q3/17 erwartet.

OMV erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmengen auf einem ähnlichen Niveau wie 2016 bleiben. Aufgrund des Überangebots am europäischen Gasmarkt wird erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmargen im Vergleich zu 2016 niedriger ausfallen. Wegen einer Änderung der Tarifbestimmungen wird für das Jahr 2017 erwartet, dass der Beitrag des Erdgastransport-Geschäfts in Österreich (Gas Connect Austria) gegenüber 2016 deutlich zurückgeht.

Risikomanagement

Genauso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Markt- und finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken.

  • Markt- und finanzielle Risiken entstehen durch die Volatilität der Preise für Rohstoffe, Wechselkurse und Zinssätze. Kreditrisiken, die durch das Unvermögen von Vertragspartnern, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, entstehen, sind ebenfalls von Bedeutung. Als Öl- und Gasunternehmen ist OMV Öl- und Gaspreisrisiken ausgesetzt. Auf der Währungsseite sind USD, RON, NOK und TRY von Bedeutung.
  • Operative Risiken beinhalten vor allem mit Anlagen verbundene Risiken, HSSE-, regulatorische bzw. Compliance-Risiken oder Projektrisiken.
  • Strategische Risiken entstehen zum Beispiel durch technologischen Fortschritt, beinhalten aber auch Reputations- und politische Risiken. OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem in Libyen, im Jemen, in Pakistan, in Tunesien und in der Türkei). Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion wie auch höhere Steuerraten, Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch die substanzielle Diversifikation und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken durch das hohe Ausmaß an Integration erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Daher konzentrieren sich die Konzern-Risikomanagement-Aktivitäten auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Portfolios. Die Wechselwirkungen und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Corporate Finance koordiniert, welcher sicherstellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf Risikomanagement angewandt werden. Jene Manager, die am besten geeignet sind, entsprechende Risiken zu überwachen und zu managen, werden als Risk Owner definiert.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, den benötigten Cashflow des Konzerns abzusichern und ein der Risikoneigung des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Kredit-Rating zu behalten. Die erfolgreiche Umsetzung der OMV Strategie gewährleistet ein umfassendes strategisches Risikomanagement von oben nach unten, das sicherstellt, dass strategische Fragestellungen angemessen berücksichtigt werden.

Risikostrategien für finanzielle Risiken (zum Beispiel bezüglich Marktpreis und Währungen) werden quartalsweise im Financial Risk Committee überprüft. Ein funktionsübergreifendes Komitee ("Risk Committee"), bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements, stellt sicher, dass ein Programm zum unternehmensweiten Risikomanagement (UWRM) implementiert ist, um übergreifende Risiken innerhalb des Konzerns effektiv zu managen.

Das UWRM wird laufend verbessert, um einen höchstmöglichen Mehrwert für das Unternehmen durch risikobasierte Managemententscheidungen zu erreichen. Durch richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, um somit den Wert des Konzerns nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen Bereichen der Organisation, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert.

Die Risikokultur des Konzerns wird dabei durch eine IT-Anwendung unterstützt, welche dem Risikomanagementprozess innerhalb des Konzerns folgt: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobewältigung, Berichterstattung und Monitoring mittels fortlaufender Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation berechnet und mit den Planungsdaten des Konzerns verglichen. Diese Herangehensweise wird in Bezug auf strategische Risiken mit einem Top-down-Prozess seitens des Senior Managements kombiniert. Nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Übereinstimmung mit dem österreichischen Corporate-Governance-Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM-Systems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfrist-Plans ermittelt: Marktpreisrisiken, politische Risiken, regulatorische Risiken und Compliance-Risiken, Geschäftsprozessrisiken, Währungsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken sowie Risiken in Bezug auf Katastrophen.

Der Konzern verfügt über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel- und Osteuropa und Südosteuropa. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich analysiert. Außerdem werden spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel (EU ETS) werden separat erfasst und konzernweit zusammengeführt. Darüber hinaus beobachtet der Konzern die Entwicklung klimapolitischer Regelungen in allen Ländern, in denen es Aktivitäten gibt. Im Bereich Human Resources wird durch gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung für die Verfügbarkeit von geeigneten Führungskräften für weitere Wachstumsschritte zeitgerecht vorgesorgt, um damit Personalrisiken zu begegnen.

Um die Planungsziele erreichen zu können, erfolgt die Steuerung und Kontrolle bewerteter Risiken unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien auf allen Ebenen mit zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management von Schlüsselrisiken wird zentral und durch spezielle Konzernrichtlinien geregelt, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Human Resources, Corporate Social Responsibility mit Fokus auf Menschenrechte und Marktpreisrisiken.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, erfolgt zentral auf konsolidierter Basis. Marktpreisrisiken werden zentral betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen mittels eines spezifischen Risiko-Modells, das Portfolio-Effekte berücksichtigt, analysiert. Die Resultate der Risikoanalyse werden im Financial Risk Committee, das sich aus dem Management der Geschäftsbereiche sowie der Konzernfunktionen zusammensetzt, besprochen. Dem Vorstand werden entsprechende Vorschläge betreffend Hedging-Strategien zur Genehmigung unterbreitet.

Um den Konzern-Cashflow gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise abzusichern, verwendet OMV derivative Instrumente. Im Rahmen der 2015 eingeführten Hedging-Strategie entstand ein Bewertungsgewinn von EUR 12 Mio auf die Hedging-Instrumente von Jänner bis Juni 2016, der 2016 vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") wurde. Weiters wurde eine Reihe neuer Öl- und Gasswaps abgeschlossen, was 2016 zu einem EBIT-Beitrag dieser Hedges von EUR 6 Mio geführt hat.

Im Downstream-Geschäft ist OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Lagerbestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu mitigieren, werden entsprechende Hedging-Aktivitäten durchgeführt; hierunter fallen vor allem Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters wird Emissions-Compliance-Management betrieben, wobei eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. Zukaufs im Falle einer Unterdeckung erzielt wird.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen von RON, USD, TRY und NOK verursacht. Aus dem Verkauf der Öl- und Gasproduktion ergibt sich für den Konzern eine Netto-USD-Long-Position. Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixen auf variable Zinsen und vice versa umgestellt werden. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl beim Konzern als auch bei OMV Petrom und OMV Petrol Ofisi in einer Richtlinie festgelegt.

Weitere Details zum Risikomanagement sind in der Anhangangabe 28 zu finden.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Nachhaltigkeit und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Nachhaltigkeit

OMV hat eine lange Tradition der Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Die OMV Nachhaltigkeitsstrategie "Resourcefulness" vereint das Engagement von OMV in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Vielfalt, Business-Ethik, Menschenrechte und Stakeholder-Engagement.

Gesundheit und Sicherheit

Gesundheit und Sicherheit sind Leitwerte von OMV. Körperliche Gesundheit, psychisches Wohlbefinden und die Integrität der Produktionsanlagen sind von essenzieller Bedeutung. Schadensprävention und proaktives Risikomanagement sind unerlässlich, um die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit von OMV aufrechtzuerhalten und die Vision "ZERO harm – NO losses" zu erreichen.

2016 betrug die Unfallhäufigkeit (LTIR) der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kontraktoren 0,40 (2015: 0,27) und die Gesamtunfallrate (TRIR) 0,69 (2015: 0,73).

Aufgrund der instabilen geopolitischen Lage mit anhaltenden Konflikten im Mittleren Osten und in Nordafrika fokussierten sich die Sicherheitsbemühungen 2016 weiterhin vor allem auf diese Regionen. Zusätzlich zu den Herausforderungen in Libyen, in Pakistan, in Tunesien, in der Türkei und im Jemen hat sich die Gefahr terroristischer Anschläge auch in Kontinentaleuropa und in anderen Teilen der Welt erhöht. Die eingeführten Krisenmanagement- und Reisesicherheitsverfahren konnten diese Risiken 2016 in einem beruhigenden Maß begrenzen und kontrollieren.

Umweltmanagement

OMV engagiert sich für Klimaschutz und verantwortungsvolles Ressourcenmanagement und hat sich daher Ziele zur Steuerung und Reduktion der CO2-Emissionen seiner Produktion und Produkte gesetzt. Hauptziel ist die Verringerung der Treibhausgase bis 2021 um 10% gegenüber 2013. 2016 konnte OMV die CO2-Emissionen der Raffinerien um mehr als 50.000 t senken.

Geschäftsgrundsätze

OMV ist bestrebt, in allen Standorten dieselben hohen Compliance-Standards einzuhalten. Die regionenübergreifende Compliance-Organisation umfasst 42 Compliance-Verantwortliche und stellt sicher, dass die OMV Standards im gesamten Konzern eingehalten werden. 2016 wurden mehr als 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult, um die Einhaltung interner und externer Vorschriften und Gesetze sicherzustellen. OMV ist Unterzeichner des United Nations Global Compact (UNGC) und Befürworter der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Community Relations und Entwicklung

OMV handelt in den Ländern, in denen OMV tätig ist, nicht nur wirtschaftlich effizient, sondern auch sozial erfolgreich. 2016 unterstützte OMV mehr als 3.700 externe Personen (2015: 3.700) durch Bildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, um ihre wirtschaftlichen Chancen zu verbessern.

Weitere Informationen über die Leistungen von OMV in den Bereichen Nachhaltigkeit und HSSE befinden sich im eigenständigen OMV Nachhaltigkeitsbericht 2016.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren – Sicherheit 1)

2016 2015
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden, eigene MitarbeiterInnen 0,37 0,26
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden, Kontraktoren 0,42 0,28
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden, gesamt 0,40 0,27
Häufigkeit der gesamtberichtspflichtigen Arbeitsunfälle (TTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden,
eigene MitarbeiterInnen
0,64 0,59
Häufigkeit der gesamtberichtspflichtigen Arbeitsunfälle (TTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden,
Kontraktoren
0,72 0,79
Häufigkeit der gesamtberichtspflichtigen Arbeitsunfälle (TTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden,
gesamt
0,69 0,73

1) Die angeführten Zahlen sind vorläufig. Finale Zahlen nach externer Durchsicht werden im OMV Nachhaltigkeitsbericht 2016 veröffentlicht

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

OMV ist bestrebt, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter global, an allen Standorten, zu beschäftigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Grundlage für langfristigen Erfolg. Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind daher zentrale Anliegen der OMV Personalpolitik und ein Grundsatz in der Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. OMV ist davon überzeugt, dass leistungsfähige und vielfältige Teams sowie ein inspirierendes Arbeitsumfeld zu besseren Geschäftsergebnissen führen und eine Umgebung schaffen, die von Teamgeist, Verantwortung, Leidenschaft, Pioniergeist und Leistung geprägt ist.

OMV bietet interessante Aufgabengebiete und Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen im Austausch mit anderen oder durch gezieltes Training zu erweitern. Es wird großer Wert darauf gelegt, Talente zu fördern und weiterzuentwickeln, um das Unternehmen noch stabiler und wettbewerbsfähiger aufzustellen.

Bei Einstiegsgehältern werden keine Unterschiede in Bezug auf Geschlecht, Nationalität oder andere Kriterien gemacht, und OMV unterstützt eine nicht diskriminierende Entlohnung auf allen Karriereebenen.

OMV bekennt sich zur Diversity-Strategie des Konzerns. In Bezug auf Geschlechtervielfalt zielt OMV darauf ab, den Frauenanteil im Bereich der Senior Vice Presidents bis 2020 auf 30% zu erhöhen. Per 31. Dezember 2016 besetzten Frauen 23% der Senior-Vice-President-Positionen (2015: 17%) und 41% wurden von Personen nicht österreichischer Staatsangehörigkeit eingenommen (2015: 45%).

Ende 2016 beschäftigte OMV 22.544 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 23 Ländern.

Forschung und Entwicklung

Im Zentrum der Innovationsbemühungen von OMV steht die Umsetzung von Ideen, die sowohl den Kundinnen und Kunden als auch der Umwelt und dem Unternehmen selbst Vorteile bringen. Im Rahmen eines Projekts zur pyrolytischen Rückgewinnung von Öl aus Kunststoffabfällen bereitete OMV 2016 das erste Scale-up vor. Als Teil des Forschungsprojekts wind2hydrogen arbeitet OMV mit Partnern daran, die Rahmenbedingungen für die Herstellung von "grünem Wasserstoff" aus erneuerbaren Energien zu schaffen; in Wasserstoff umgewandelte elektrische Energie könnte dann je nach Bedarf gespeichert werden. In einer Pilotanlage in Auersthal (Niederösterreich) untersuchen OMV und seine Partner die Erzeugung des Wasserstoffs im dynamischen Betrieb. OMV nimmt auch in Bezug auf Wasserstoff-Tankstellen eine Vorreiterposition in Österreich ein. Bereits 2012 wurde die erste Wasserstoff-Tankstelle eröffnet, weitere folgten in Innsbruck und Asten bei Linz. Die nächsten Stationen sind in Graz und Wiener Neudorf für 2017 geplant. In Deutschland sind bereits zwei OMV Wasserstoff-Tankstellen in Baden-Württemberg in Betrieb und weitere drei OMV Wasserstoff-Tankstellen werden noch 2017 in Bayern in Betrieb gehen. OMV bereitet sich auch auf die weitere Zukunft vor: Am Christian-Doppler-Labor in Cambridge arbeitet das Team um Erwin Reisner an einem nachhaltigen, CO2-neutralen Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus Kohlendioxid und Wasser. Synthesegas kann in flüssige Treibstoffe wie Benzin oder Diesel umgewandelt werden und ist ein weit verbreiteter Chemierohstoff.

Weitere Informationen

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) und International Petroleum Investment Company (IPIC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBIB hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls
  • (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungs-Modellen auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.
  • b) Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb konnte bis zum 16. November 2013 über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand war auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss bis zum selben Datum einzuziehen.

  • c) Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien können insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteilgungs-Modellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei kann auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden kann.

  • d) Die Hauptversammlung vom 16. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und / oder Mitglieder des Vorstands /der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
    1. a) Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich platziert. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat der Konzern die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
  • b) Am 7. Dezember 2015 hat OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio auf dem Markt platziert. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus den Hybridschuldverschreibungen laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter

bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-

Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Für die Überwachung der wesentlichen "End-to-End"-Prozesse (zum Beispiel Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Siehe Anhangangabe 38 im Konzernabschluss.

Wien, am 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Reinhard Florey Johann Pleininger Manfred Leitner

92 — Vorstand 100 — Aufsichtsrat

Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance von OMV. OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch OMV im Jahr 2016 wurde einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen in den entsprechenden Abschnitten des Vergütungsberichts. Zu C-Regel 36 ist eine Erklärung über die Selbstevaluierung des Aufsichtsrats im Abschnitt zu den Arbeitsmethoden des Aufsichtsrats enthalten.

Der relevante Corporate-Governance-Bericht von OMV Petrom S.A., einem Unternehmen, das im Konzernabschluss von OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist verfügbar unter www.omvpetrom.com > OMV Petrom > Investor Relations.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2018 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor.

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens.

Nach seinem Doktorats-Studium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats

David C. Davies, *1955

Datum der Erstbestellung: 1. April 2002 Per 31. Juli 2016 legte David C. Davies sein Vorstandsmandat als Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung für Finanzen und OMV Solutions GmbH nieder.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft.

David C. Davies schloss 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) ab und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Anschließend war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns:

Reinhard Florey, *1965
------------------------ -- -- -- --

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2019. Finanzvorstand (seit 1. Juli 2016).

Verantwortungsbereich: Finanzen.

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Firma Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outukumpu Oy.

Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Solutions SRL
OMV Petrom
Global Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
OMV Petrol Ofisi A. S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
OMV Petrol Ofisi
Holding A. S.
OMV Gaz ve Enerji
Holding A. S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Holding A. S.
Central European
Gas Hub AG
OMV Petrol Ofisi
Holding A. S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Production GmbH
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
(bis 5. Juli 2016)
OMV Gas & Power
GmbH
Central European
Gas Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 9. August 2016)
OMV Refining &
Marketing GmbH
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A. S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi Stellvertretender Vorsitzender
Holding A. S. des Aufsichtsrats
OMV Gaz ve Enerji Stellvertretender Vorsitzender
Holding A. S. des Aufsichtsrats
Central European Stellvertretender Vorsitzender
Gas Hub AG des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
OMV Exploration & Stellvertretender Vorsitzender
Production GmbH des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power Stellvertretender Vorsitzender
GmbH des Aufsichtsrats
OMV Refining & Stellvertretender Vorsitzender
Marketing GmbH des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2018.

Leitung des Geschäftsbereichs Upstream.

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied von OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Zuletzt war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns:

Unternehmen Funktion

OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom
Global Solutions SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV PETROM
GAS SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria
Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Mitglied des Aufsichtsrats

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Ende der laufenden Amtszeit: 31. Dezember 2019

Verantwortungsbereich: Geschäftsbereich Downstream sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Kozerns bezüglich Kunststoffen und Chemie.

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration und Produktion leitete er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten des Bereichs Exploration und Produktion verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply.

Funktion
Mitglied des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mitglied des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mitglied des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Aufsichtsrats

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Er erläutert die Grundsätze der Vergütungspolitik und die unterschiedlichen Bestandteile der Vergütung einschließlich Leistungsanreizen und anderer Bezüge.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in EUR festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht. Um zusätzlichen Verantwortlichkeiten in Konzernunternehmen Rechnung zu tragen, hatte David C. Davies bis 31. Juli 2016 einen weiteren Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder berücksichtigt die Gegebenheiten in der relevanten Branche, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen und europäischen Industrieunternehmen sichergestellt. PricewaterhouseCoopers LLP (PwC) war für den Vergütungsausschuss ganzjährig beratend tätig.

Die leistungsbezogene Komponente beinhaltet sowohl kurz- als auch langfristige Elemente. Die verwendeten Indikatoren beruhen auf finanziellen und nicht finanziellen Kennzahlen. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Jährliche Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr jeweils am letzten Banktag eines Monats vorgesehen.

Sachbezüge

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung.

Bonifikation (Bonus)

Die jährliche Bonifikation besteht aus zwei integrierten Komponenten. Insgesamt beträgt der maximale Anspruch 200% des Bruttojahresgehalts, abhängig von der Zielerreichung. Ein Teil des Bonus wird in bar ausbezahlt (Barbonifikation), während der andere Teil in Aktien zugeteilt wird (der Matching Share Plan). Beide Komponenten sind gleichwertig und unterliegen denselben Leistungskriterien.

Die Barbonifikation für das Jahr 2016 wurde vom Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigt. Abhängig vom Zielerreichungsgrad können höchstens 100% des Grundgehalts als variable Barvergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.

Der Matching Share Plan (MSP) für das Jahr 2016 wurde von der Hauptversammlung 2016 genehmigt. Er dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Abhängig von der Zielerreichung ist für Vorstandsmitglieder eine Zuteilung von Aktien des Unternehmens netto nach Steuern im folgenden Finanzjahr in Höhe von maximal 100% ihrer erzielten jährlichen Barbonifikation (brutto) vorgesehen. Die zugeteilten Aktien sind für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen.

Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des MSP nicht verändert werden.

Es werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Leistungsjahrs gemessen. Die Leistungskriterien für das Leistungsjahr 2016 setzen sich aus den nachstehenden drei Bereichen zusammen:

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanziell CCS NOPAT vor
Sondereffekten;
freier Cashflow nach
Dividenden und vor
Veräußerungen; aus
gewiesener Return
On Net Assets (RONA)
60%
Effizienz Inkludiert beispiels
weise die termin
gerechte und budget
konforme Durchführung
von Investitions
projekten sowie
Kosteneinsparungen
40%
Nachhaltigkeit Allgemeiner
Fortschritt
+/– 10%
Multiplikator

Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den erreichten Werten festgestellt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft. Die Barbonifikation hängt vom Ausmaß der Erreichung der Leistungskriterien ab. Es wurden Schwellen-, Zielund Zielüberschreitungswerte vereinbart, die einen Anspruch auf eine Bonifikation in Höhe von 25%, 70% oder 100% des jährlichen Grundgehalts begründen.

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2016 ergibt sich eine Zahlung von 82% des Grundgehalts im Jahr 2017. Derselbe Prozentsatz gilt auch für die Zahlungen im Rahmen des MSP im Jahr 2017.

Trotz des herausfordernden Marktumfelds wurden die Ziele für CCS NOPAT vor Sondereffekten und freien Cashflow zur Gänze erreicht, während der ausgewiesene RONA durch Wertminderungen belastet wurde. Eine schwächere Leistung bei den Projektzielen wurde durch eine erfolgreiche Implementierung des Kostensenkungsprogramms kompensiert. Es erfolgte keine Anpassung der Zielerreichung hinsichtlich Nachhaltigkeit.

Finanziell Effizienz

Im Fall eines Rückzahlungsereignisses werden die zugeteilten Aktien reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungsereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses aufgrund von Fehlkalkulationen; wesentliches Versagen des Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österreichischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berechnung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berechnungsfehler bezogen wurden.

Überblick über die jährliche Vergütung

Unter der Annahme, dass alle Leistungskriterien für die Barbonifikation und den MSP im Ausmaß des Zielwerts erreicht werden, entspricht die jährliche Gesamtvergütung 240% der Grundvergütung der Vorstandsmitglieder.

Langfristige Vergütung und Leistungsanreize

Long Term Incentive Plan

Der Long Term Incentive Plan (LTIP) wurde seit seiner Einführung 2009 jährlich gewährt. Der von der Hauptversammlung 2016 beschlossene LTIP 2016 ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung bei OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselindikatoren gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Die Obergrenze der Aktienzuteilung für jedes Vorstandsmitglied ist ein Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto): 175% für den Vorstandsvorsitzenden, 150% für den stellvertretenden Vorsitzenden, 125% für die übrigen Vorstandsmitglieder. Der Leistungszeitraum beträgt drei Jahre (1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2018). Zu Beginn des Programms wurden Gewichtungen für Schlüsselindikatoren festgelegt:

Indikator Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
70%
Freier Cashflow nach Dividenden über
drei Jahre
10%
Nachhaltigkeitskomponente 10%
Performance bei Veräußerungen und
Akquisitionen
10%

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Statoil, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen). Die Zielerreichung ist mittels Vergleich der vereinbarten Indikatoren mit den tatsächlich erzielten Ergebnissen zu bestimmen.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Vergütung automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuern). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Vergütung in bar erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2016 bis zum 31. März 2016 (EUR 23,92). Anspruchstag des LTIP 2016 ist der 31. März 2019. Die Höhe der Zuteilung für jede Leistungskennzahl ist den Tabellen zu entnehmen.

Freier Cashflow und Nachhaltigkeit: Höhe der Zuteilung

Leistung Zuteilung
Zielüberschreitung 100%
Zielwert 70%
Schwelle 25%
Unter der Schwelle 0%

Relativer TSR: Höhe der Zuteilung

Leistung Zuteilung
Zielüberschreitung: am oder über dem
oberen Quartil
(≥ 75. Perzentil) 100%
Zielwert: am Median (= 50. Perzentil) 25%
Schwelle: unteres Quartil
(= 25. Perzentil) 0%

Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear.

Unter der Annahme, dass alle Leistungskriterien des LTIP 2016 im Ausmaß des Zielwerts erreicht werden, werden die Zuteilungen 67%, 58% bzw. 48% des Grundgehalts des Vorstandsvorsitzenden, des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bzw. der anderen Vorstandsmitglieder betragen.

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment in OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorsitzenden, 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren ab Beginn des laufenden Anstellungsvertrags als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden. Alle Vorstandsmitglieder (mit Ausnahme

Vorstandsbezüge 1)

In EUR 1.000
Vergütung 2016 Seele Davies 2) Florey 1) Pleininger Leitner Summe
(bis 31. Juli
2016)
(ab 1. Juli
2016)
Fix (Grundgehalt) 900 506 300 550 700 2.956
Variabel (Barbonifikation) 324 603 0 132 3) 504 1.563
Sachbezüge (Dienstwagen,
Unfallversicherung und
Aufwandersatz) 13 8 80 4) 12 13 126
Summe 1.237 1.116 380 5) 694 1.217 4.645
Variabel (Matching Share Plan;
Anzahl der Aktien)
12.975 24.112 6) 0 5.286 20.184 62.557
Verhältnis fix/variabel 7) 58/42 30/70 100/0 68/32 41/59 50/50
LTIP 2013 (Anzahl der Aktien) 0 11.496 9) 0 0 8) 6.842 9) 18.338

1) Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2016 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2015 (dementsprechend wurden 2016 an Reinhard Florey keine Bonifikationen ausbezahlt). Das Grundgehalt von David C. Davies beinhaltet einen jährlichen Unterkunftszuschuss. Das Grundgehalt für David C. Davies wurde per 1. April 2016 angepasst. Diese Anpassung richtet sich nach dem Inflationsindex

2) Teilweise gemäß dem Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH ausbezahlt

3) Johann Pleininger erhielt eine Barbonifikation in Höhe von TEUR 112 im Zusammenhang mit dem Zielerreichungsgrad als Führungskraft im Jahr 2015

4) Einschließlich Miete, Heimflügen, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundener Steuern 5) Zusätzlich erhielt Reinhard Florey eine einmalige Zahlung in Höhe von TEUR 260 mit der Verpflichtung zum Erwerb von OMV Aktien für das Aktienbesitzerfordernis gemäß LTIP

6) In bar ausbezahlt

7) Fix inkludiert Grundgehalt und Sachbezüge; variabel umfasst Barbonifikation und Matching Share Plan

8) Johann Pleininger hatte Anspruch auf 3.850 Aktien aus dem LTIP 2013 für Führungskräfte (in bar ausbezahlt)

9) In bar ausbezahlt

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung

Aktienbesitzerfordernis 1) Erfüllung
In Aktien In % des
Gehalts
In Aktien
(auf Treuhanddepot des Unternehmens)
In % der
Anforderung
Seele 75.790 200% 38.038 50,19%
Florey 37.626 150% 0 2) 00,00%
Pleininger 34.737 150% 12.979 37,36%
Leitner 44.211 150% 51.249 115,92%

1) Das Aktienbesitzerfordernis für David C. Davies, Jaap Huijskes und Hans-Peter Floren war am Ende des Jahres nicht mehr wirksam. Das Aktienbesitzerfordernis für Gerhard Roiss ist noch wirksam und derzeit erfüllt

2) Der Kauf von Aktien war aufgrund von potenzieller Insiderinformation während Handelsfenstern eingeschränkt

von Reinhard Florey) haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zumindest zum Teil bereits durch MSP-Auszahlungen, über frühere LTIP-Investments und/oder durch Übertragung privater Aktien erfüllt (siehe Tabelle).

Der Zielerreichungsgrad im Rahmen des LTIP 2014 beträgt 10% und die entsprechende Zuteilung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2017.

LTIP 2014 – 2016 Zielerreichung

Indikator Gewichtung
Relativer TSR zur Vergleichsgruppe 50%
ROACE 40%
Nachhaltigkeit:
Action Item Response Rate
5%
Nachhaltigkeit: Kontraktorenmanagement 5%
Gesamthöhe der Zuteilung 10%

Strategic Incentive Plan

Der Strategic Incentive Plan (SIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für Vorstandsmitglieder (sowie für Führungskräfte und ausgewählte Upstream-Expertinnen und -Experten), das einen kombinierten Fokus auf die Erreichung der strategischen Ziele von OMV fördert. Er basiert auf der Zuteilung virtueller Aktien, deren Gegenwert am Ende der Planlaufzeit in Abhängigkeit vom Erreichen definierter Leistungsziele bar ausgezahlt wird.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben in Q1/16 beschlossen, den SIP ersatzlos und entschädigungslos zu beenden, da er ihrer Auffassung nach im Widerspruch zur neuen Strategie stand. Die Beendigung des Plans wurde bis Juli 2016 umgesetzt. Der SIP ist jedoch für drei ehemalige Vorstandsmitglieder noch in Kraft. Details können dem Abschnitt Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses entnommen werden.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festzulegen. Aufgrund der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise

und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme (Barbonifikation, MSP und LTIP) dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, bestimmte Ermessensspielräume, um einzelne Komponenten im Falle von wesentlichen Änderungen der zugrundeliegenden Umstände anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen, immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Altersvorsorge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Beendigungsansprüche

David C. Davies legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Juli 2016 zurück. Sein Vertrag läuft nach diesem Datum noch für acht Monate weiter. Gerhard Roiss legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 30. Juni 2015 zurück. Sein Vertrag läuft nach diesem Datum noch für 21 Monate weiter. Jaap Huijskes legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. August 2015 zurück. Sein Vertrag lief nach diesem Datum noch für sieben Monate weiter. Hans-Peter Floren legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 zurück. Sein Vertrag lief danach noch für sechs Monate weiter. Sie erhielten in dieser Zeit weiterhin Zahlungen (einschließlich Sachbezügen) gemäß ihren Anstellungsverträgen.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR 1.000

Relevanter
Zeitraum
Aug.–
Dez. 2016
Davies Huijskes
Jän.–
Dez. 2016
Roiss
Jän.–
Dez. 2016
Floren
Jän.–
Dez. 2016
Vergütungs
ansprüche für
2016 (Bonifika
tion und LTIP) 1)
– 2) 901 858 203
Zahlungen für
vertragliche
Verpflichtungen3)
385 530 1.694 4)
Summe 385 1.431 2.552 203
Rückstellungen
für feststehende
künftige
Zahlungen
1.087

1) (Anteilsmäßige) Barbonifikation und MSP hängen vom Zielerreichungsgrad 2015 ab, LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2013–2015 ab

2) Reguläre Vergütung siehe Tabelle zur Vorstandsvergütung

3) Grundvergütung und Sachbezüge

4) Einschließlich Bonus-Vorauszahlungen für den Zeitraum Jänner 2016 bis März 2017

Gemäß ihren Anstellungsverträgen stehen ihnen zusätzliche Zahlungen in Folgejahren zu. David C. Davies hat Anspruch auf Bonifikationen und LTIP-Zahlungen für den Zeitraum August 2016 bis März 2017, welche als Pauschalzahlung vereinbart wurden. Die SIP-Zahlungen werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2017 abgerechnet. Die LTIP- und SIP-Zahlungen für Gerhard Roiss werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2017 abgerechnet. Jaap Huijskes hatte Anspruch auf Gehaltszahlungen und Boni bis 31. März 2016. Die LTIP-Zahlungen werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2016 erfolgen. Für Hans-Peter Floren werden die LTIP- und SIP-Zahlungen gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. Dezember 2015 bzw. per 30. Juni 2015 abgerechnet. Die LTI-Pläne werden planmäßig zugeteilt (wenn nicht anders angegeben). Etwaige SIP-Zahlungen werden 2022 bis 2024 fällig.

Pensionskassenbeiträge

In EUR 1.000

Summe 974
Leitner 175
Pleininger 138
Huijskes 39
Florey 75
Davies 323
Seele 225

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan, zum Matching Share Plan und zum Strategic Incentive Plan (Bewertung und Ausübung in vorhergehenden Jahren).

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung

OMV hat eine D&O-Versicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern ca. EUR 550.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel von OMV ist ein wettbewerbsfähiges Vergütungs- und Benefitpaket, das die Strategie optimal fördert und unterstützt. OMV will die am besten qualifizierten Nachwuchskräfte weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach

international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Die Vergütung des Vorstands von OMV Petrom unterliegt ebenfalls den Vergütungsregelungen von OMV. Generell ist die Vergütungsstruktur von OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den lokalen Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich stärkt OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Ölund Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsprämien
  • Long Term Incentive Pläne
  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
  • Dienstfahrzeuge

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem OMV tätig ist, individuell zugeschnitten und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Jubiläumsgelder

Einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (97 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long Term Incentive Plan. Auch für sie gelten jährliche Bonusvereinbarungen wie im Folgenden dargestellt:

2016 nahmen insgesamt rund 3.800 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem gestuften Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die

Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft. Teilnehmende des MbO-Programms können ihre getroffenen Zielvereinbarungen über das konzernweite Performance and Development System (PDS) einsehen. So können die Teilnehmenden ihre Ziele wechselseitig berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat von OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertretern (KapitalvertreterInnen) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Fünf der derzeitigen KapitalvertreterInnen wurden in der Hauptversammlung 2014 gewählt, ein Mitglied wurde in der Hauptversammlung 2015 und vier in der Hauptversammlung 2016 gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats von OMV im Jahr 2016 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

(ab 18. Mai 2016) Vorsitzender Mandate: Deutsche Bank AG (bis 18. Mai 2017), Sulzer AG (Vorsitzender) und Telefonica, S.A.

Peter Oswald, *1962

(bis 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender: Europe & International Division, Mondi Group) Vorsitzender Mandate: Mondi plc (UK), Mondi Ltd (UK)

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Stellvertretende Vorsitzende Mandate: Commerzbank AG, Vienna Insurance Group AG

Murtadha Al Hashmi, *1966

(Finanzvorstand, International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stellvertretender Vorsitzender Mandat: Banvit Bandirma Vitaminli Yem Sanayii A.S˛.

Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti, *1979

(bis 18. Mai 2016) (Leiterin Midstream- und Upstream-Investitionen, IPIC)

Wolfgang C. Berndt, *1942

Mandate: GfK SE (bis 20. Mai 2016) und Miba Aktiengesellschaft (Vorsitzender)

Helmut Draxler, *1950

Mandat: RHI AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Marc H. Hall, *1958

(ab 18. Mai 2016)

Wolfram Littich, *1959

(bis 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender der Allianz Elementar Versicherungs-AG)

Ahmed Matar Al Mazrouei, *1972

(ab 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender der Emirates Liquefied Natural Gas L. L.C.)

Karl Rose, *1961

(ab 18. Mai 2016) (Geschäftsführer, Strategy Lab GmbH)

Herbert Stepic, *1946

(bis 18. Mai 2016) (Senior Advisor, Raiffeisenbank International AG) Mandate: Raiffeisen Bank Aval JSC, Tatra Banka a.s. und PT Matahari Department Store Tbk

Herbert Werner, *1948

Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(Co-Leiterin von Asia Pacific Global Investment and Corporate Banking, Bank of America Merrill Lynch)

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964, Wolfgang Baumann, *1958, Herbert Lindner, *1961, Alfred Redlich, *1966, Martin Rossmann, *1970 (bis 26. September 2016), Gerhard Singer, *1960 (ab 26. September 2016)

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats von OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website von OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über OMV > Corporate Governance & Organisation > Aufsichtsrat.

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören drei Frauen und drei nicht österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 45 und 74 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2016 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Peter Oswald, Wolfgang Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Helmut Draxler, Karl Rose, Marc H. Hall, Wolfram Littich, Herbert Stepic, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2016 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Im Fall von Peter Oswald, Wolfram Littich und Herbert Stepic beziehen sich ihre jeweiligen Erklärungen auf den Zeitraum bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat am 18. Mai 2016. Peter Löscher, Peter Oswald, Gertrude Tumpel-Gugerell, Marc H. Hall und Karl Rose wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidial- und Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt.

Name 1)
(aktuelle Mitglieder
fett gedruckt)
Funktion und Mitgliedschaft
in Ausschüssen 2016 2)
Vergütung
(in EUR,
für 2015) 5)
Amtsdauer 2)
Peter Löscher Vorsitzender; Vorsitzender des PräsA und
VergA; Stellvertretender Vorsitzender des
ProjA; PrüfA (alle seit 18. Mai 2016)
18. Mai 2016 bis zur oHV 2020
Peter Oswald Vorsitzender; Vorsitzender des PräsA;
ProjA und VergA; PrüfA (alle bis 18. Mai
2016)
45.524 19. Mai 2015 bis 18. Mai 2016
Gertrude
Tumpel-Gugerell
Stellvertretende Vorsitzende (seit 18. Mai
2016); Vorsitzende des PrüfA; Stellver
tretende Vorsitzende des PräsA; ProjA
12.170 19. Mai 2015 bis zur oHV 2020
Murtadha Al Hashmi Stellvertretender Vorsitzender; Stellver
tretender Vorsitzender des PräsA, ProjA,
PrüfA und VergA
77.375 10. Mai 2012 bis zur oHV 2019
Wolfgang C. Berndt Stellvertretender Vorsitzender (bis 18. Mai
2016); Stellvertretender Vorsitzender des
PräsA (bis 18. Mai 2016), ProjA (bis 18. Mai
2016), PrüfA und VergA
62.629 26. Mai 2010 bis zur oHV 2019
Karl Rose Vorsitzender des ProjA (seit 18. Mai 2016) 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Alyazia Ali Saleh
Al Kuwaiti
PräsA und ProjA (beide bis 18. Mai 2016) 38.250 14. Mai 2008 bis 18. Mai 2016
Helmut Draxler PrüfA und VergA 30.600 16. Oktober 1990 bis zur oHV
2019
Marc H. Hall ProjA 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Wolfram Littich ProjA und PrüfA (beide bis 18. Mai 2016) 30.600 23. Mai 2001 bis 18. Mai 2016
Ahmed Matar
Al Mazrouei
PräsA und ProjA (beide seit 18. Mai 2016) 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Herbert Stepic 14.600 18. Mai 2004 bis 18. Mai 2016
Herbert Werner PrüfA 22.600 4. Juni 1996 bis zur oHV 2019
Elif Bilgi Zapparoli 18.250 13. Mai 2009 bis zur oHV 2019
Christine Asperger ProjA (seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 1. Jän. 2013 4)
Wolfgang Baumann PräsA, ProjA (bis 26. Sept. 2016) und PrüfA – 3) 16. Dez. 1998 bis 1. Apr. 1999
und erneut seit 11. Nov. 2004 4)
Herbert Lindner ProjA und PrüfA – 3) seit 1. Juni 2013 4)
Alfred Redlich PräsA (seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 1. Juni 2013 4)
Martin Rossmann PräsA, ProjA und PrüfA (bis 26. Sept. 2016) – 3) 5. Mai 2011 bis 26. Sept. 2016 4)
Gerhard Singer PrüfA und ProjA (beide seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 26. Sept. 2016 4)

1) Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode 2015 endete, sind hier nicht angeführt

2) Abkürzungen: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss; ProjA = Projektausschuss; PrüfA = Prüfungsausschuss; VergA = Vergütungsausschuss; oHV = ordentliche Hauptversammlung

3) Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder

4) Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden

5) Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 365/Sitzung sowie eventuelle erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2016 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats).

2016 hat der Aufsichtsrat neun Sitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie von OMV. Mit Ausnahme von Elif Bilgi Zapparoli hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat begonnen mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung werden Anfang 2017 feststehen und im ersten Quartal 2017 im Aufsichtsrat diskutiert werden.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. 2016 fanden fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des

Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Ziffer 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2016 für die jährliche Prüfung EUR 2,64 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 0,99 Mio und für sonstige Aufträge EUR 0,22 Mio.

Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2016 fanden vier Sitzungen des Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zu dem Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2016 fanden vier Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

PwC beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dazu gehörten auf öffentlichen Daten beruhende Marktinformationen, Beratung zur angemessenen Struktur von kurz- und langfristigen Anreizen sowie Informationen über die Vergütungen und die Performance von Vergleichsgruppen. PwC wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und war nicht für den Vorstand von OMV beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist. Außerdem beriet PwC das Unternehmen 2016 in Steuerangelegenheiten und bei der Berichterstattung.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2016 hat für das Geschäftsjahr 2015 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist seit dem Geschäftsjahr 2005 unverändert.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder In EUR 1)

Vorsitzende/Vorsitzender 29.200
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 21.900
Mitglied 14.600
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 12.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses 10.000
Mitglied eines Ausschusses 8.000

1) Sitzungsgelder in Höhe von EUR 365/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2015 wurden 2016 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2016 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2015 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,39 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,09 Mio und die Reisespesen EUR 0,4 Mio.

Mitwirkung der ArbeitnehmerInnenvertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der ArbeitnehmerInnenvertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der ArbeitnehmerInnenvertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Diversity

Diversity hat innerhalb der Resourcefulness-Strategie von OMV eine hohe Priorität. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Geschlecht und Internationalität. Als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es für OMV eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. OMV unterstützt den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil im Bereich der Senior Vice Presidents

bis zum Jahr 2020 auf 30% zu erhöhen. Mariana Gheorghe ist Vorstandsvorsitzende von OMV Petrom S.A. und Lacramioara Diaconu-Pint˛ea ist seit April 2015 Mitglied des Vorstands von OMV Petrom. Gülsüm Azeri ist Vorstandsvorsitzende von OMV Petrol Ofisi. Dem Aufsichtsrat von OMV gehören drei Frauen an. Dies entspricht einem Anteil von rund 20% der Mitglieder. Ende 2016 waren 23% der Senior-Vice-President-Positionen mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil im Gesamtkonzern beträgt rund 25%. In den Programmen von OMV zur Entwicklung von Führungskräften wurde 2016 ein Frauenanteil von 33% erreicht. Im Rahmen des für Absolventinnen und Absolventen technischer Studien entwickelten Einstiegsprogramms (Integrated-Graduate-Development-Programm) lag der Frauenanteil 2016 bei 32%. Inzwischen wurde eine breite Palette an Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt bei OMV initiiert und erfolgreich umgesetzt. Es gibt ein konzernweites E-Learning-Programm zum Thema Diversity, um die entsprechenden Fähigkeiten und das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens zu erhöhen. Darüber hinaus ist das Thema Diversity in allen Programmen zur Entwicklung von Führungskräften integriert. OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen von OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen. Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen von OMV und in der internen Kommunikation leistet OMV einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Zu den unterstützenden Maßnahmen für die Geschlechterdiversität zählt das Projekt "Technikqueens", das bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf wecken soll. OMV nimmt außerdem am Wiener Töchtertag und an der Initiative FIT (Frauen in die Technik) teil. 2016 initiierten Mitarbeiterinnen im Geschäftsbereich Upstream ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Diversity-Fragen zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern. Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von OMV besucht werden. OMV beobachtet laufend Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden und Betriebszugehörigkeit wie auch die Gleichheit der Gehälter, um eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicherzustellen.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch OMV wird jedes Jahr einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2016 hat OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, den 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Reinhard Florey Johann Pleininger Manfred Leitner

107 – 224 KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG

— Bestätigungsvermerk — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016 — Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2016 — Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016 — Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2016 — Konzern-Cashflow-Rechnung 2016

Konzernanhang

— Grundlagen und Methoden — Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung — Erläuterungen zur Bilanz — Ergänzende Angaben zur Finanzlage — Segmentberichterstattung — Sonstige Angaben — Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) — Vorstand

Bestätigungsvermerk1)

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2016 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  • Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung
  • Werthaltigkeit von Sachanlagen
  • Schätzung von Öl- und Gasreserven
  • Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
  • Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat
  • Bilanzierung von zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen

1) Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung (E&E)

Der Buchwert der immateriellen E&E Vermögenswerte betrug € 1.095 Mio zum 31. Dezember 2016, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von € 322 Mio in 2016.

Gemäß IFRS 6, Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen, sind Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung auf Wertminderung zu überprüfen, wenn Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes für Exploration und Evaluierung seinen erzielbaren Betrag übersteigt.

Die Beurteilung des Buchwertes erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch das Management, ob zum Jahresende ein Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Absicht des Managements mit den Arbeiten an Erkundungsbohrungen und Lizenzen fortzufahren, der Wahrscheinlichkeit einer Lizenzverlängerung und dem bisherigen Erfolg von Bohrungen und geologischen Analysen.

Die Angaben der OMV zu immateriellen E&E Vermögenswerten für Exploration und Evaluierung und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 4 (Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 13 (Immaterielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung des Buchwertes der immateriellen E&E Vermögenswerte durch das Management unter Bezug auf die Kriterien des IFRS 6 und der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns untersucht. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Untersuchen der Absicht des Managements zur Fortführung von Explorations- und Evaluierungstätigkeiten in relevanten Explorationsgebieten mittels Durchsicht von Budgets und Gesprächen mit dem Senior Management über die Absichten und Strategien des Konzerns;
  • Durchsehen der Vorstandssitzungsprotokolle auf negative Hinweise, welche auf erfolglose Projekte schließen lassen könnten;
  • Befragen des Managements über den Status der größten Explorationsprojekte;
  • Beurteilen ob der Konzern in der Lage ist, geplante Explorations- und Evaluierungsaktivitäten zu finanzieren;
  • Identifizieren von Öl- und Gasfeldern, bei welchen die Explorationsrechte des Konzerns entweder abgelaufen oder nahe dem Ablaufdatum sind und Beurteilen der Einschätzung des Managements hinsichtlich etwaiger Risiken im Zusammenhang mit der Verlängerung der Lizenzen; und
  • Prüfen von Detailunterlagen, wenn ein E&E Vermögenswert außerplanmäßig abgeschrieben wurde.

Werthaltigkeit von Sachanlagen

Der Buchwert des Sachanlagevermögens zum 31. Dezember 2016 betrug € 14.613 Mio, nach außerplanmäßigen Abschreibungen von € 355 Mio in 2016. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrafen im Wesentlichen Öl- und Gasvermögenswerte, ein türkisches Gaskraftwerk und einen Gasspeicher in Deutschland.

Gemäß IFRS ist eine Gesellschaft verpflichtet zu überprüfen, ob Anzeichen für eine Wertminderung bestehen und falls sie bestehen, einen Wertminderungstest durchzuführen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Sachanlagen erfordert Ermessensentscheidungen, ob Wertminderungsbedarf für einen Vermögenswert besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der vom Management vorgenommenen Schätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze, welche dazu dienen, die Werthaltigkeit von Sachanlagen zu bestimmen. Diese zukünftigen Zahlungsströme werden vor allem durch die Annahmen zur Ölund Gaspreisentwicklung, zu den Produktionsvolumen (Öl- und Gasvermögenswerte), zukünftigen Spark-Spreads (Gaskraftwerk) und zukünftigen Sommer-Winter-Spreads (Gasspeicher) beeinflusst.

Die Angaben der OMV zu Sachanlagen und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 14 (Sachanlagen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung der Werthaltigkeit von Sachanlagen durch das Management dahingehend geprüft, ob und wie die Geschäftsführung einen etwaigen Wertminderungsbedarf ermittelt. Wo ein Wertminderungstest notwendig war, haben wir die Annahmen des Managements beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess;
  • Prüfen und beurteilen der Einschätzung von Wertminderungsanzeichen durch das Management;
  • Abstimmen der in den Cash Flow Modellen enthaltenen Annahmen mit genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Abstimmen der Produktionspläne mit den Ölund Gasreserven und der zukünftigen kurz- und langfristigen Öl- und Gaspreisannahmen mit Prognosen von Analysten und anderer internationaler Öl Unternehmen (Öl- und Gasvermögenswerte);
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Durchführung von Branchen-Benchmarking und Analyse der Spark Spreads (Gaskraftwerk), Sommer-Winter-Spreads (Gasspeicher) und der Diskontierungssätze;
  • Beurteilen der Treffsicherheit von Budgets und Prognosen des Managements durch Vergleich zur aktuellen Performance und zu Vorjahreswerten; und
  • Prüfen der Sensitivitätsanalysen des Managements zu wesentlichen Annahmen in den zukünftigen Zahlungsströmen, um potentielle Auswirkungen zu beurteilen.

Schätzung von Öl- und Gasreserven

Öl- und Gassreserven sind ein Indikator für das zukünftige Leistungsvermögen des Konzerns. Sie sind für den Konzernabschluss relevant, da sie als Basis für Produktionspläne in der Schätzung zukünftiger Zahlungsströme und für Abschreibungen dienen.

Die Bewertung von Öl- und Gasreserven erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen durch das Management und Techniker.

Das wesentliche Risiko liegt in der Auswirkung der Öl- und Gasreserven auf den Konzernabschluss im Rahmen von Wertminderungstests, Abschreibungen und der Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverplichtungen.

Die Angaben der OMV zu Öl- und Gasreserven und den damit verbundenen Wertminderungstests sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Unsere Prüfungstätigkeiten konzentrierten sich auf den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven durch das Management. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Verstehen des Prozesses und der Kontrollen im Zusammenhang mit der Schätzung von Öl- und Gasreserven;
  • Testen von Kontrollen im Überprüfungsprozess für Öl- und Gasreserven;
  • Analyse des internen Zertifizierungsprozesses für technische und kaufmännische Spezialisten, welche für den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven verantwortlich sind;
  • Beurteilen der Kompetenz von internen und externen Spezialisten sowie der Objektivität und Unabhängigkeit von externen Spezialisten, um zu beurteilen, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Schätzung der Öl- und Gasreserven durchzuführen;
  • Analyse des Berichtes der externen Spezialisten über deren Überprüfung der Öl- und Gasreserven des Konzerns zum 31. Dezember 2015;
  • Überprüfen ob wesentliche Zu- oder Abgänge bei den Öl- und Gasreserven in der entsprechenden Periode erfasst wurden und ob diese in Einklang mit den Richtlinien des Konzerns für Reserven und Ressourcen stehen; und
  • Überprüfen ob die aktualisierten Schätzungen der Öl- und Gasreserven in der Beurteilung von Wertminderungen und der Berechnung der Abschreibung entsprechend berücksichtigt wurden.

Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2016 € 3.412 Mio.

Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung.

Das wesentliche Risiko liegt in der Schätzung des Managements von zukünftigen Kosten, Diskontierungssätzen und Inflationsraten, welche in die Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen einfließen.

Die Angaben der OMV zur Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen) und in Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die jährliche Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen durch das Management beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Rückstellungsbewertungsprozess;
  • Vergleichen der aktuellen Kostenschätzungen mit bisher angefallenen Rekultivierungskosten. Wo solche nicht verfügbar waren, haben wir die Kostenschätzungen mit jenen Dritter oder interner Techniker verglichen;
  • Abstimmen wesentlicher Änderungen in den Kostenschätzungen während des Geschäftsjahres mit entsprechenden Detailunterlagen;
  • Überprüfen ob der Zeitpunkt der Rekultivierung in Einklang mit dem Budget und Geschäftsplan des Konzerns steht;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Durchführung von Branchen-Benchmarking und Analyse der Diskontierungssätze und Inflationsraten; und
  • Prüfen der mathematischen Richtigkeit der Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen.

Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat

Als Teil der Privatisierungsvereinbarung betreffend OMV Petrom S.A. ist der Konzern dazu berechtigt, einen Teil der im Zuge der Rekultivierung gewisser Gebiete angefallenen Rekultivierungs- und Umweltkosten, welche auf Aktivitäten vor der Privatisierung in 2004 zurückzuführen sind, durch den rumänischen Staat erstattet zu bekommen. Folglich hat der Konzern eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von € 542 Mio zum 31. Dezember 2016 ausgewiesen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen des Managements um Unsicherheiten von erstattungsfähigen Kosten durch den rumänischen Staat zu schätzen. Diese Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der beanspruchten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren.

Die Angaben der OMV zur Forderung im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat sind in Anhangangabe 2 (Schätzungen und Annahmen) und Anhangangabe 18 (Sonstige finanzielle Vermögenswerte) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements im Zusammenhang mit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Durchsehen des Annex P der Privatisierungsvereinbarung im Zusammenhang mit der Übernahme durch die OMV Aktiengesellschaft von Anteilen an der nationalen Mineralölunternehmen Petrom S.A. vom 23. Juli 2004, genehmigt durch das Gesetz Nummer 555/2004. Der Annex P beinhaltet Bestimmungen über die Verpflichtungen des Verkäufers (Ministerium für Wirtschaft und Handel) im Zusammenhang mit der Erstattung von historischen Umwelt- und Rekultivierungskosten an die Gesellschaft, unter der Voraussetzung, dass gewisse Bedingungen erfüllt sind;
  • Beurteilen der Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat, einschließlich der bisher beanspruchten und erstatteten Kosten, sowie Besprechung mit dem Management betreffend den Status der eingereichten Forderungen durch den Konzern und das Schiedsverfahren;
  • Abstimmen der eingereichten Forderungen mit den zugrundeliegenden Erstattungsanträgen;
  • Abstimmen der Forderungen für bereits angefallene Rekultivierungskosten, welche noch nicht zur Erstattung eingereicht wurden mit den zugrundeliegenden Rekultivierungskosten;
  • Abstimmen der Forderungen für noch nicht durchgeführte Rekultivierungen mit der entsprechenden Rekultivierungsrückstellung;
  • Befragen des Managements hinsichtlich dessen Einschätzung des Zeitpunktes des Eingangs der Forderung; und
  • Prüfung der mathematischen Richtigkeit der Berechnung des Barwerts der gebuchten Forderungen.

Bilanzierung von Zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen

Der Buchwert des zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögens zum 31. Dezember 2016 betrug € 3.405 Mio, nach außerplanmäßigen Abschreibungen von € 1.155 Mio in 2016.

Der OMV Konzern plante, unterzeichnete und schloss in 2016 mehrere Veräußerungsgeschäfte ab. Wir betrachteten die Bilanzierung jener Transaktionen, welche zum Jahresende noch nicht abgeschlossen waren und daher als zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen in der Bilanz gezeigt werden, als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt aufgrund der Größe, Komplexität und erforderlichen Ermessensentscheidungen bei Wertminderungsberechnungen aufgrund der Umgliederung zu Zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen.

Wesentliche Transaktionen umfassen den Verkauf der OMV (U.K.) Limited und den geplanten Verkauf der OMV Petrol Ofisi, Türkei.

Die Angaben zu den geplanten Veräußerungsgeschäften der OMV sind in Anhangangabe 20 (Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten), Anhangangabe 7 (Abschreibungen und Wertminderungen) und Anhangangabe 38 (Ereignisse nach dem Bilanzstichtag) enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Annahmen des Managements hinsichtlich jener Kriterien, die zur Umgliederung bestimmter Vermögenswerte zu Zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen führten;
  • Prüfen, ob der Verlust aus einer Veräußerung in Übereinstimmung mit den entsprechenden Bestimmungen der Vereinbarung über die Veräußerung von Anteilen bzw. Vermögenswerten ermittelt wurde und Beurteilung des Barwerts bedingter Kaufpreisbestandteile, welche an die zukünftige Performance des verkauften Vermögenswertes geknüpft sind; und
  • Beurteilen der Bewertung von Veräußerungsgruppen anhand der Einschätzung des Managements betreffend erwarteten Verkaufserlös.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld, wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss (Jahresabschluss), den Konzernlagebericht (Lagebericht) und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss (Jahresabschluss) deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses (Jahresabschlusses) ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss (Jahresabschluss) stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander Wlasto.

Wien, am 22. März 2017

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Alexander Wlasto Wirtschaftsprüfer

Mag. Katharina Schrenk Wirtschaftsprüferin

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR Mio
Anhangangabe 2016 2015
Umsatzerlöse 19.260 22.527
Direkte Vertriebskosten – 355 – 327
Umsatzkosten – 16.559 – 22.174
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.347 26
Sonstige betriebliche Erträge 8 644 392
Vertriebsaufwendungen – 1.004 – 906
Verwaltungsaufwendungen – 343 – 371
Explorationsaufwendungen – 808 – 707
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen – 28 – 28
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 – 1.264 – 413
Betriebserfolg (EBIT) – 457 – 2.006
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 10 425 345
Dividendenerträge 41 37
Zinserträge 10 66 89
Zinsaufwendungen 10 – 261 – 304
Sonstiges Finanzergebnis 10 – 44 – 70
Finanzerfolg 227 97
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit – 230 – 1.909
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11 47 654
Jahresüberschuss – 183 – 1.255
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen – 403 – 1.100
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 42
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 118 – 197
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 12 – 1,24 – 3,37
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 12 – 1,23 – 3,37

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2016

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Anhangangabe 2016 2015
Jahresüberschuss – 183 – 1.255
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe – 113 – 109
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern – 114 – 109
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 2
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte
1 – 1
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern 1 9
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 0 – 10
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges – 102 119
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern – 43 104
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss – 59 15
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis
63 95
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert ("recycelt") werden können
– 151 103
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten
Plänen
– 67 19
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis
– 18 9
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden – 86 28
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen 15 – 36
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen 2 – 5
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern 21 17 – 41
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern 21 – 220 90
Gesamtergebnis des Jahres – 403 – 1.166
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen – 611 – 987
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 103 42
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 105 – 221

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016

Vermögen

EUR Mio
Anhangangabe 2016 2015
Immaterielle Vermögenswerte 13 1.713 3.275
Sachanlagen 14 14.613 16.440
At-equity bewertete Beteiligungen 15 2.860 2.562
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 947 846
Sonstige Vermögenswerte 19 70 81
Latente Steuern 25 839 850
Langfristiges Vermögen 21.042 24.054
Vorräte 16 1.663 1.873
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17 2.459 2.567
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 1.245 2.245
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 32 108
Sonstige Vermögenswerte 19 198 374
Kassenbestand und Bankguthaben 2.069 1.348
Kurzfristiges Vermögen 7.666 8.516
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20 3.405 94
Summe Aktiva 32.112 32.664

Eigenkapital und Verbindlichkeiten

EUR Mio
Anhangangabe 2016 2015
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 2.231 2.231
Rücklagen 8.357 9.114
Eigenkapital der OMV Anteilseigner 1) 10.915 11.672
Nicht beherrschende Anteile 22 3.010 2.626
Summe Eigenkapital 21 13.925 14.298
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 1.057 1.045
Anleihen 24 3.725 3.721
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 1.012 871
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 3.320 3.342
Sonstige Rückstellungen 23 553 535
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 409 410
Sonstige Verbindlichkeiten 24 155 160
Latente Steuern 25 122 229
Langfristige Verbindlichkeiten 10.354 10.314
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 3.731 3.380
Anleihen 24 38 295
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 222 200
Ertragsteuerverbindlichkeiten 212 215
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 92 100
Sonstige Rückstellungen 23 435 418
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 1.169 2.341
Sonstige Verbindlichkeiten 24 828 1.074
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.727 8.021
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 20 1.107 32
Summe Passiva 32.112 32.664

1) 2016 enthält EUR 148 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited und EUR –1.127 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2016

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2016 1)

EUR Mio

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle Ver
mögenswerte
1. Jänner 2016 327 1.500 2.231 8.613 – 1.148 0
Jahresüberschuss – 301
Sonstiges Ergebnis des Jahres – 66 – 103 1
Gesamtergebnis des Jahres – 366 – 103 1
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
– 464
Abgang eigener Anteile 1
Anteilsbasierte Vergütungen 6 1
Erhöhung (+)/Verminderung (–)
nicht beherrschender Anteile
206
31. Dezember 2016 327 1.507 2.231 7.990 – 1.251 0

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2015 1)

EUR Mio
Grund Kapital Hybrid Gewinn Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle Ver
kapital rücklage kapital rücklage betriebe mögenswerte
1. Jänner 2015 327 1.503 741 10.117 – 1.055 0
Jahresüberschuss – 1.058
Sonstiges Ergebnis des Jahres 10 – 87 – 1
Gesamtergebnis des Jahres – 1.048 – 87 – 1
Kapitalerhöhung 1.490
Dividendenausschüttung und
Hybridkupon
– 459
Abgang eigener Anteile 1
Anteilsbasierte Vergütungen – 4 3
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht
beherrschender Anteile
– 1 – 6
31. Dezember 2015 327 1.500 2.231 8.613 – 1.148 0

1) Vgl. mit Anhangangabe 21

2) Enthält EUR 148 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited und EUR –1.127 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi

Summe
Eigenkapital
Nicht
beherrschende
Anteile
Eigenkapital
der OMV
Anteilseigner 2)
Eigene Anteile Sonstiges Ergebnis
aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen
Hedges
14.298 2.626 11.672 – 10 99 60
– 183 118 – 301
– 220 – 12 – 208 45 – 84
– 403 105 – 508 45 – 84
– 466 – 2 – 464
2 2 1
7 7
486 280 206
13.925 3.010 10.915 – 9 144 – 24
Hedges Sonstiges Ergebnis
aus at-equity
bewerteten
Beteiligungen
Eigene Anteile Eigenkapital
der OMV
Anteilseigner
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
– 27 – 4 – 11 11.591 2.924 14.514
– 1.058 – 197 – 1.255
87 104 113 – 24 90
87 104 – 945 – 221 – 1.166
1.490 1.490
– 459 – 72 – 531
1 3 3
– 1 – 1
– 7 – 4 – 12
60 99 – 10 11.672 2.626 14.298

Konzern-Cashflow-Rechnung 2016

Konzern-Cashflow-Rechnung 1)

EUR Mio
2016 2015
Jahresüberschuss – 183 – 1.255
Abschreibungen und Wertminderungen 3.898 5.159
Zuschreibungen zum Anlagevermögen – 114 – 6
Latente Steuern – 178 – 787
Laufende Steuern 130 133
Gezahlte Ertragsteuern – 143 – 310
Steuerrückerstattungen 88 61
Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen – 81 – 19
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge – 466 – 382
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen
Unternehmen 217 84
Zinsaufwendungen 119 144
Gezahlte Zinsen – 168 – 166
Zinserträge – 56 – 79
Erhaltene Zinsen 26 78
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen – 49 – 27
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristige Rückstellungen 23 260
Sonstige Änderungen – 37 347
3.026 3.234
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte – 110 207
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen – 840 512
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 747 – 1.004
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Rückstellungen 54 – 114
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.878 2.834
Investitionen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – 2.022 – 2.978
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte – 66 – 88
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftsbetrieben abzüglich liquider Mittel – 54
Veräußerungen
Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen 331 193
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich
liquider Mittel 14
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 1.797 – 2.874
Zugänge langfristige Finanzierungen 242 332
Rückzahlung langfristige Finanzierungen – 414 – 195
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen 74 – 327
Erhöhung nicht beherrschender Anteile 454
Verminderung nicht beherrschender Anteile 36 – 12
Dividendenzahlungen an OMV Anteilseigner – 464 – 459
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner – 2 – 71
Hybridanleihe 1.490
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 74 758
Währungsdifferenz auf liquide Mittel – 42 – 19
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel 965 700
Liquide Mittel Jahresbeginn 1.348 649
Liquide Mittel Jahresende 2.314 1.348
davon Liquide Mittel umgegliedert auf "Zu Veräußerungszwecken gehaltenes
Vermögen" 245
In der Konzernbilanz als Kassenbestand und Bankguthaben ausgewiesen 2.069 1.348

1) Vgl. Anhangangabe 26

Konzernanhang: Grundlagen und Methoden

1 Rechtliche Grundlagen und allgemeine Vorgangsweise

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Upstream und Downstream unterhält. Die Upstream-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die Regionen CEE (Rumänien, Österreich und Kasachstan), Nordsee sowie Mittlerer Osten und Afrika und ausgewählte Entwicklungsgebiete. Der Geschäftsbereich Downstream betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) sowie ein Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa und in der Türkei (Downstream Öl). Downstream Gas tätigt Transit von Erdgas durch bzw. Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und den Handel von Erdgas. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind gewisse Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze beschrieben.

Der Konzernabschluss 2016 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss wurde am 22. März 2017 vom Aufsichtsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Schätzungen und Annahmen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Insbesondere in Bezug auf Öl- und Gasreserven, Rekultivierungsrückstellungen, Rückstellungen für belastende Verträge und Werthaltigkeit des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen besteht die Notwendigkeit, Einschätzungen und Annahmen zu treffen.

Das Öl- und Gasproduktionsvermögen wird gemäß der leistungsabhängigen Abschreibungsmethode (UOP = Units of Production Methode) auf Basis der sicheren entwickelten bzw. gesamten sicheren Reserven abgeschrieben (siehe Anhangangabe 4.3g). Reservenschätzungen werden durch firmeninterne Ingenieure vorgenommen. Zusätzlich werden alle zwei Jahre externe Überprüfungen durchgeführt. Im 2016 wurde eine externe Überprüfung der Reservenschätzung per 31. Dezember 2015 von DeGolyer und MacNaughton durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Überprüfung zeigten keine signifikanten Abweichungen von den internen Schätzungen.

Schätzungen der zukünftigen Rekultivierungskosten basieren ebenfalls auf von internen Technikern erstellten Gutachten sowie Erfahrungswerten der Vergangenheit. Die Ermittlung der Rekultivierungsrückstellungen erfordert Einschätzungen über Diskontierungssätze, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Rückstellung haben. Die zur Ermittlung der Rekultivierungsrückstellung angewandten realen Diskontierungssätze lagen zwischen 0,0% und 3,0% (2015: 0,0% und 3,0%). In Zusammenhang mit Rückstellungen für belastende Verträge ist neben der Höhe und dem Zeitpunkt der künftigen Cashflows der Diskontierungssatz eine wesentliche Schätzgröße.

Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit Ausgaben die vom rumänischen Staat rückerstattet werden. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der beanspruchten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren.

OMV ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten oder zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) vorliegen (ausgenommen Geschäfts- und Firmenwerte, die unabhängig vom Vorliegen eines Indikators mindestens jährlich auf einen Wertminderungsbedarf überprüft werden). Liegen solche Anhaltspunkte vor, wird eine Schätzung des erzielbaren Betrags vorgenommen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Ermittlung des Nutzungswerts erfordert abhängig vom Geschäftsbereich die Anwendung unterschiedlicher Schätzparameter, wie zum Beispiel Öl- und Gaspreise, Diskontierungssätze, Reserven, Wachstumsraten, Margen und Spark Spreads. Es besteht die Möglichkeit, dass veränderte Umstände diese Schätzungen beeinflussen und damit Auswirkungen auf den erzielbaren Betrag der Vermögenswerte und/oder ZGE haben.

Im Geschäftsbereich Upstream stellt jedes Feld eine ZGE dar. Sofern eine Gruppe von zwei oder mehr Feldern und die damit verbundenen Infrastrukturanlagen Cashflows generieren, die voneinander abhängig sind, werden diese Felder in eine ZGE zusammengefasst ("Gebiet"). Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für Vermögenswerte im Upstream-Bereich sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer "life of field"-Planung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.

Die der Überprüfung auf Wertminderung zugrunde gelegten nominalen Ölpreisannahmen und EUR-USD-Wechselkurse sind im Folgenden angeführt:

2021 und
2017 2018 2019 2020 danach
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 55 65 70 75 75
EUR-USD Wechselkurs 1,10 1,15 1,15 1,15 1,15
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 50 57 61 65 65

2016

2015

2016 2017 2018 2019 2020 und
danach
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 40 55 65 70 75
EUR-USD Wechselkurs 1,15 1,15 1,15 1,15 1,15
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 35 48 57 61 65

Die kurz- und mittelfristigen Annahmen für die Öl- und Gaspreise basieren auf der bestmöglichen Schätzung des Managements und waren mit externen Quellen konsistent. Die langfristigen Annahmen standen im Einklang mit externen Studien und berücksichtigen die langfristige Betrachtung von globaler Nachfrage und globalem Angebot.

Im Geschäftsbereich Downstream Gas stellen die einzelnen Gaskraftwerke und Gasspeicher jeweils separate ZGE dar. Neben den Diskontierungssätzen sind die Sparks Spreads für die Gaskraftwerke und die Sommer/Winter-Spreads für die Gasspeicher die wesentlichen Bewertungsannahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags.

Weitere Informationen bezüglich der Annahmen und Schätzungen, die der Erstellung dieses Konzernabschluss zugrunde liegen, können den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten entnommen werden (für Werthaltigkeitstests siehe Anhangangabe 7 und 13 sowie für Rückstellungen Anhangangabe 23).

3 Konsolidierung

Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft beinhaltet die Abschlüsse aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2016 beherrscht wurden (Tochterunternehmen).

Beherrschung ist gegeben, wenn OMV aufgrund des Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit besitzt, diese wirtschaftlichen Erfolge durch seine Bestimmungsmacht über das Tochterunternehmen zu beeinflussen. Bestimmungsmacht ist gegeben, wenn OMV aufgrund bestehender Rechte gegenwärtig die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten zu bestimmen.

Es wird grundsätzlich angenommen, dass die Stimmrechtsmehrheit zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und im Falle, dass OMV nicht die Mehrheit der Stimmrechte besitzt, werden alle relevanten Umstände und Tatsachen analysiert, um die Bestimmungsmacht über ein Tochterunternehmen festzustellen, einschließlich vertraglicher Vereinbarungen mit den anderen Stimmrechtsinhabern, Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen sowie tatsächliche Stimmrechte und potenzielle Stimmrechte. Das Bestehen der Bestimmungsmacht über ein Unternehmen wird erneut analysiert, wenn Umstände und Tatsachen darauf hinweisen, dass es Veränderungen bei einem oder mehreren der drei Beherrschungsmerkmale gibt.

Die Einbeziehung eines Tochterunternehmens in den Konsolidierungskreis erfolgt, wenn OMV die Beherrschung erlangt und endet, wenn die Beherrschung verloren wird. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen von Tochterunternehmen, die während der Berichtsperiode gekauft oder verkauft werden, werden nur für den Zeitraum der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht über einbezogene Tochterunternehmen, at-equity bewertete Unternehmen und sonstige Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 39 und enthält Angaben zur Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.

Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards mit Bilanzstichtag 31. Dezember erstellt.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

2016 2015
Anteil an Anteil an
Voll Vermögens Equity Voll Vermögens Equity
konso werten und konso konso werten und konso
lidierung Schulden lidierung lidierung Schulden lidierung
Stand 1. Jänner 104 1 11 104 1 11
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 5 1 1
Im Berichtsjahr fusioniert – 2
Im Berichtsjahr entkonsolidiert – 6 – 1
Stand 31. Dezember 101 1 12 104 1 11
[davon mit Sitz und Betrieb im Ausland] [52] [1] [6] [50] [1] [6]
[davon mit Sitz in Österreich und Betrieb
im Ausland] [23] [—] [—] [25] [—] [—]

Tochterunternehmen

Im Geschäftsbereich Upstream wurden OMV Abu Dhabi Offshore GmbH mit Sitz in Wien beginnend mit dem 1. Mai 2016 und OMV Middle East & Africa GmbH mit Sitz in Wien beginnend mit 31. Dezember 2016 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

OMV Petrom Ukraine Finance Services GmbH und OMV Petrom Ukraine E&P GmbH, beide mit Sitz in Wien, wurden liquidiert und per 1. Mai 2016 bzw. 1. Juni 2016 entkonsolidiert.

OMV Tellal Hydrocarbons GmbH, OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH, OMV Oystercatcher Exploration GmbH und OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, alle mit Sitz in Wien, wurden per 31. Dezember 2016 entkonsolidiert.

Am 9. November 2016 hat OMV zugestimmt, alle Anteile an der 100%-igen Tochtergesellschaft OMV (U.K) Limited an Siccar Point Energy Limited, mit Sitz in Aberdeen, Großbritannien, zu verkaufen. Die Transaktion stand unter Vorbehalt weiterer Bedingungen, einschließlich aufsichtsbehördlicher Genehmigungen und wurde am 13. Jänner 2017 abgeschlossen.

Im Geschäftsbereich Downstream wurden FE-Trading GmbH, mit Sitz in Anif (Österreich), und FE-Trading trgovina d.o.o., mit Sitz in Ljubljana (Slowenien), erworben und beginnend mit dem 30. April 2016 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH, mit Sitz in Wien, wurde beginnend mit 1. September 2016 atequity konsolidiert. Die Gesellschaft wurde zusammen mit Powernext S.A. gegründet und Central European Gas Hub AG besitzt einen Anteil von 49%. Da OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf das Unternehmen hat, wird es als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., mit Sitz in Amsterdam, wurde beginnend mit 9. Dezember 2016 in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Adria-Wien Pipeline GmbH und VIVA International Marketing- und Handels-GmbH wurden mit 1. Jänner 2016 bzw. 31. August 2016 in die OMV Refining & Marketing GmbH verschmolzen.

Wenn oben nicht anders beschrieben, waren alle Gesellschaften, die 2016 und 2015 in den Vollkonsolidierungskreis aufgenommen wurden, bereits bestehende bzw. neu gegründete Tochtergesellschaften die 100% der OMV gehören.

Unternehmenszusammenschlüsse

Am 12. Oktober 2015 hat OMV einen Kaufvertrag zum Erwerb von 100% der Anteile an der FE-Trading GmbH mit Sitz in Anif (Österreich) und der FE-Trading trgovina d.o.o. mit Sitz in Ljubljana (Slowenien) unterzeichnet. Die Gesellschaften ("FE Trading") betreiben unbemannte Tankstellen in Österreich und Slowenien. Die Transaktion wurde am 30. April 2016 abgeschlossen. Der Erwerb von FE Trading erfolgte zum Zweck der Erweiterung des OMV Netzes unbemannter Tankstellen.

Die folgenden Tabellen zeigen das erworbene Nettovermögen sowie die Berechnung des Firmenwertes:

Beizulegende Zeitwerte des erworbenen Vermögens
EUR Mio
30. April 2016
Immaterielle Vermögenswerte 16
Sachanlagen 19
Vorräte 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2
Liquide Mittel 3
Summe Aktiva 44
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen – 3
Latente Steuern – 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 25
Ertragsteuerverbindlichkeiten – 1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – 6
Summe Verbindlichkeiten – 37
Erworbenes Nettovermögen 6
Berechnung des Firmenwerts
EUR Mio 30. April 2016
Bezahlter Kaufpreis (Geldmittel) 26
Erworbenes Nettovermögen – 6
Firmenwert 20

Weitere Details zur Auswirkung der Transaktion auf die Cashflow-Rechnung von OMV befinden sich in Anhangangabe 26.

Der aus dieser Transaktion resultierende Firmenwert betrifft im Wesentlichen den Integrationseffekt von FE Trading in das österreichische Raffineriegeschäft als Vertriebskanal. Der Firmenwert ist voraussichtlich nicht steuerlich verwertbar.

2016 trugen FE-Trading GmbH und FE-Trading trgovina d.o.o. seit ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss EUR 61,5 Mio zu den konsolidierten Umsatzerlösen und EUR 1,0 Mio zum Jahresüberschuss des OMV Konzerns bei. Hätte die Akquisition bereits zu Jahresbeginn stattgefunden, hätten sie rechnerisch einen konsolidierten Umsatzerlös sowie Jahresüberschuss von EUR 86,9 Mio bzw. EUR 0,9 Mio beigetragen.

Am 15. November 2016 erhöhte OMV ihre Anteile an vier "Exploration and Production Sharing Agreements" (EPSAs) im Sirte-Becken, Libyen. OMV erwarb 75% des sogenannten Second Party Share und hält nun 100% der Second Party Beteiligung an den Blöcken C103, NC29/74 und C102 sowie an Nafoora Augila. Infolge der Transaktion erwarb OMV gemeinschaftliche Beherrschung über die Tätigkeiten.

Änderungen der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen ohne Änderung des Beherrschungsverhältnisses

OMV erhöhte 2016 den Beteiligungsanteil an OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) und dessen Tochterunternehmen in Deutschland, Italien, Ungarn und Kroatien auf 100% (2015: 64,25%) durch die Akquisition der nicht beherrschenden Anteile zu einem Kaufpreis von Euro 3.

Im selben Jahr hat OMV ebenfalls den Verkauf eines 49% Minderheitsanteiles an der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH an ein Konsortium bestehend aus Allianz und Snam S.p.A. abgeschlossen. Die Analyse aller relevanten Sachverhalte und Umstände führte zur Schlussfolgerung, dass OMV die Beherrschung im Sinne von IFRS 10 behält, da es wesentliche Aktivitäten durch seine Entscheidungen beeinflussen kann und variablen Erträgen ausgesetzt ist, welche es beeinflussen kann. Somit wurde die Vollkonsolidierung der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH beibehalten. Weitere Details zur Auswirkung der Transaktion auf die Cashflow-Rechnung von OMV befinden sich in Anhangangabe 26.

OMV erhöhte 2015 den Beteiligungsanteil an OMV Petrol Ofisi A.Ş. auf 100% (2014: 98,79%) durch den Erwerb der restlichen nicht beherrschenden Anteile.

Die Effekte der beschriebenen Änderungen der Beteiligungsanteile werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Änderung Beteiligungsanteil – ohne Änderung des Beherrschungsverhältnisses
EUR Mio
Davon
Davon OMV Gas
GAS CONNECT Marketing &
2016 AUSTRIA GmbH Trading GmbH 2015 1)
Barmittel erhalten von / (–) gezahlt an nicht
beherrschende Anteilseigentümer 454 454 0 – 12
abzüglich Transaktionskosten – 4 – 4
Buchwert der zugehörigen nicht beherrschenden
Anteile 245 137 108 4
Differenz (in Gewinnrücklage verbucht) 206 313 – 108 – 7

1) Bezieht sich gänzlich auf den Erwerb der nicht beherrschenden Anteilen an OMV Petrol Ofisi wie oben beschrieben

Änderungen der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen mit Gewinn / Verlust der Beherrschung OMV ist 2016 und 2015 keine Transaktionen eingegangen, die zum Gewinn oder Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen führten.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen

Der Konzernabschluss beinhaltet auch den OMV Anteil an den Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten sowie Erträgen und Aufwendungen der gemeinschaftlichen Tätigkeiten im Sinne von IFRS 11.

Die folgende Tabelle enthält eine Auflistung der wesentlichen gemeinschaftlichen Vereinbarungen:

Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11)

Geschäfts %-Anteile %-Anteile
Name Tätigkeit bereich Sitz 2016 2015
Onshore-Entwicklung von
Nafoora – Augila 1) Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Libyen 100 25
Onshore-Entwicklung und Produktion
Concession 103 1) von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 100 25
Offshore-Produktion von
Pohokura Kohlenwasserstoffen Upstream Neuseeland 26 26
Onshore-Entwicklung und Produktion
Latif von Kohlenwasserstoffen Upstream Pakistan 33 33
Onshore-Entwicklung und Produktion
Mehar 2) von Kohlenwasserstoffen Upstream Pakistan 59 59
Offshore-Exploration nach
Neptun Deep Kohlenwasserstoffen Upstream Rumänien 50 50
Onshore-Entwicklung und Produktion
Cherouq von Kohlenwasserstoffen Upstream Tunesien 50 50
Onshore-Entwicklung von
Nawara Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Tunesien 50 50
Offshore-Exploration nach
Cambo 3) Kohlenwasserstoffen Upstream Großbritannien 48 48
Offshore-Entwicklung von
Schiehallion 3) Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Großbritannien 12 12
Onshore-Entwicklung und Produktion
Block S(2) von Kohlenwasserstoffen Upstream Jemen 44 44
Marmara 4) Lager für Ölprodukte Downstream Türkei 45 45

1) OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Die libysche staatliche Ölgesellschaft NOC ist an 88 bis 90% der Produktion berechtigt ("primary split") 2) OMV hat keine Beherrschung über die gemeinschaftliche Tätigkeit Mehar, da für die Entscheidungen der maßgeblichen Tätigkeiten mindestens 76% der Stimmrechte erforderlich sind

3) Teil der OMV (U.K.) Limited Verkaufstransaktion

4) Teil der OMV Petrol Ofisi Verkaufstransaktion

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten

Wesentliche gemeinschaftliche Explorations- und Produktionsaktivitäten werden auch im Rahmen nicht gesellschaftsrechtlicher, sonstiger Vereinbarungen, welche die Kriterien für gemeinsame Beherrschung nach IFRS 11 nicht erfüllen, ausgeführt. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die für eine Beherrschung erforderliche Mindeststimmenanzahl durch mehr als eine Kombination an involvierten Partnern, die sich einig sein müssen, erlangt werden kann. Für solche Vereinbarungen wird der Anteil der OMV an den Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten sowie Erträgen und Aufwendungen bilanziert.

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten

Geschäfts %-Anteile %-Anteile
Name Tätigkeit bereich Sitz 2016 2015
Onshore-Entwicklung und Produktion
NC 115 1) von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 30 30
Onshore-Entwicklung und Produktion
NC 186 1) von Kohlenwasserstoffen Upstream Libyen 24 24
Offshore-Produktion von
Maari 2) Kohlenwasserstoffen Upstream Neuseeland 69 69
Offshore-Entwicklung von
Aasta Hansteen Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Norwegen 15 15
Offshore-Produktion von
Edvard Grieg Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 20 20
Offshore-Produktion von
Gudrun Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 24 24
Offshore-Produktion von
Gullfaks Kohlenwasserstoffen Upstream Norwegen 19 19
Offshore-Exploration nach und
Entwicklung von
Rosebank 3) Kohlenwasserstoffreservoirs Upstream Großbritannien 20 50

1) OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Die libysche staatliche Ölgesellschaft NOC ist an 88 bis 90% der Produktion berechtigt ("primary split") 2) Bei der gemeinschaftlichen Tätigkeit Maari gibt es mehr als seine Kombination der Parteien, welche die notwendige Mehrheit (75%) für die

Entscheidung der maßgeblichen Tätigkeiten sicherstellt, daher ist weder Beherrschung noch gemeinsame Führung gegeben

3) Teil der OMV (U.K.) Limited Verkaufstransaktion; gemeinschaftliche Tätigkeit in 2015, die gemeinsame Beherrschung wurde in 2016 aufgrund des Verkaufs eines 30%-Anteils verloren

Für Details zu den at-equity bewerteten gemeinschaftlichen Vereinbarungen siehe Anhangangabe 15 At-equity bewertete Beteiligungen.

Anteile an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen

Der OMV Konzern verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Lieferforderungen an Carnuntum Ltd. mit Sitz in Dublin, Irland. 2016 hat OMV Lieferforderungen im Wert von EUR 3.658 Mio an Carnuntum Ltd. übertragen (2015: EUR 4.485 Mio).

Zum 31. Dezember 2016 wurden von OMV in den sonstigen Forderungen ausgewiesene Seller Participation Notes an Carnuntum Ltd. in Höhe von EUR 110 Mio (2015: EUR 97 Mio) gehalten. Zu den Bilanzstichtagen 2016 und 2015 wurden keine Complementary Notes gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2016 betrug EUR 123 Mio (2015: EUR 104 Mio).

Die beizulegenden Zeitwerte der Seller Participation Notes und der Complementary Notes entsprechen deren Buchwerten. Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber der Seller Participation Note nachrangig. Die Complementary Notes sind im gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Lieferforderungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2016 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 23 Mio (2015: EUR 28 Mio). Die Zinserträge auf die an Carnuntum Ltd. gehaltenen Notes betrugen 2016 EUR 3 Mio (2015: EUR 4 Mio). Weiters erhielt OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.

OMV hat Carnuntum Ltd. weder finanziell noch auf andere Weise unterstützt und beabsichtigt dies auch in Zukunft nicht.

4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

1) Erstmals anwendbare überarbeitete Standards

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen mit Ausnahme der nachfolgenden Änderungen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahrs.

Die folgenden überarbeiteten Standards wurden mit Erstanwendungszeitpunkt 1. Jänner 2016 angewandt:

  • ► Änderungen zu IAS 1 "Disclosure initiative"
  • ► Änderungen zu IAS 16 und IAS 38 Klärung der zulässigen Abschreibungsmethoden
  • ► Änderungen zu IAS 16 und IAS 41 Landwirtschaft Fruchttragende Gewächse
  • ► Änderungen zu IAS 27 Equity-Methode in Einzelabschlüssen
  • ► "Annual Improvements to IFRSs" 2012-2014
  • ► Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 Investmentgesellschaften: Anwendungen der Konsolidierungsausnahmen
  • ► Änderungen zu IFRS 11 Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten

Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss des OMV Konzerns.

2) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards und Interpretationen, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.

► IFRS 9 "Finanzinstrumente": Im Juli 2014 schloss das IASB sein Projekt zur Ablösung von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" mit der Veröffentlichung der finalen Version von IFRS 9 "Finanzinstrumente" ab. IFRS 9 sieht neue Grundsätze zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten auf Basis der Zahlungsstromeigenschaften und des Geschäftsmodells, nach dem sie gesteuert werden, vor. Weiters wird ein neues Modell zur Wertberichtigung von finanziellen Vermögenswerten, das auf die erwarteten Kreditausfälle abstellt, eingeführt. Darüber hinaus wurden die Vorschriften zur Sicherungsbilanzierung mit dem Ziel, die Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens besser abzubilden, geändert.

Der OMV Konzern evaluiert derzeit die Auswirkungen einer Anwendung des IFRS 9 auf den Konzernabschluss. Es wird nicht erwartet, dass IFRS 9 wesentliche Auswirkungen auf den Ansatz und die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden des OMV Konzerns haben wird. Die Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen führen allerdings generell zu einem früheren Ansatz von Kreditausfällen. Der Konzern wird 2017 eine detaillierte Beurteilung durchführen, in welchem Ausmaß dies der Fall sein wird. Gemäß einer vorläufigen Evaluierung sollten die aktuell designierten Sicherungsbeziehungen die Kriterien des IFRS 9 erfüllen, sofern die interne Dokumentation sowie die Kontrollprozesse angepasst werden. Es ist derzeit jedoch nicht geplant, für zusätzliche Sicherungsstrategien die Sicherungsbilanzierung zum Zeitpunkt der Erstanwendung anzuwenden. IFRS 9 ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen; eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Mit Ausnahme der Vorschriften zur Sicherungsbilanzierung ist eine retrospektive Anwendung vorgeschrieben, wobei keine Vergleichsinformationen erforderlich sind. Der OMV Konzern plant die Anwendung des neuen Standards zum Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung.

► IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden": IFRS 15 wurde im Mai 2014 vom IASB veröffentlicht. Dieser Standard ersetzt alle derzeit bestehenden Vorschriften zur Umsatzrealisierung und ist auf alle Kundenverträge anzuwenden. Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden mit dem Betrag abbilden, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter und Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. Der Standard ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen.

Der Konzern führte 2016 ein Review der bestehenden Kundenverträge durch. Entscheidende Erwägungen für Öl- und Gasunternehmen sind beispielsweise die Bilanzierung von Over- bzw. Underlifts im Upstream-Geschäft, Leistungsverpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen sowie Prinzipal-Agenten-Beziehungen.

Da der OMV Konzern die Sales-Methode, die generell im Einklang mit IFRS 15 gesehen wird, anwendet, wird keine Auswirkung auf die Bilanzierung von Over- bzw. Underlifts erwartet. Langfristige Lieferverträge wurden in Hinblick auf die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, die Bestimmung des Transaktionspreises und die Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen im Detail analysiert. Es wird erwartet, dass IFRS 15 zu einer Änderung bei der Allokation des Transaktionspreises zu den Leistungsverpflichtungen bei langfristigen Gasverträgen mit Stufenpreismodellen führt. Weiters hat OMV hauptsächlich im Downstream Geschäft zusätzliche Transaktionen identifiziert, wo der Konzern nur als Agent tätig ist. Ein Agent realisiert als Umsatz die erhaltene Kommission oder Gebühr für die Ermöglichung der Übertragung von Waren oder die Bereitstellung von Dienstleistungen. Gemäß IFRS 15 ist für die Beurteilung ausschlaggebend, ob der Konzern die Verfügungsmacht über die Waren oder Dienstleistungen erhält, bevor sie auf den Kunden übertragen werden und stellt weniger darauf ab, welchen Chancen und Risiken das Unternehmen beim Verkauf unterliegt.

Der OMV Konzern muss künftig noch weitere Analysen zur Bestimmung der Auswirkungen des IFRS 15 auf den Konzernabschluss durchführen. In diesen Analysen werden die im April 2016 vom IASB veröffentlichten Klarstellungen berücksichtigt und es werden die weiteren Entwicklungen beobachtet. Auf Basis der vorläufigen Analyse werden keine signifikanten Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Der Konzern plant eine Erstanwendung des neuen Standards zum 1. Jänner 2018 mit einer Umstellung entsprechend der "cumulative effect"-Methode.

► IFRS 16 "Leasingverhältnisse": Im Jänner 2016 veröffentlichte das IASB IFRS 16 "Leasingverhältnisse", der den bisherigen Leasingstandard IAS 17 und mehrere Interpretationen ersetzt und neue Vorschriften für die Bilanzierung von Leasing enthält. Hinsichtlich der Bilanzierung aus Sicht des Leasingnehmers beseitigt IFRS 16 die nach IAS 17 vorgeschriebene Klassifizierung von Leasingverträgen in Operating- und Finanzierungsleasing und wird stattdessen ein einheitliches Modell für die Bilanzierung durch den Leasingnehmer einführen. Unter Anwendung dieses Modells setzt der Leasingnehmer für die Mehrheit der Leasingverhältnisse Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Bilanz an und berücksichtigt neben der Abschreibung der Leasinggegenstände den Zinsaufwand aus den Leasingverbindlichkeiten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Für Leasinggeber ergeben sich nur geringfügige Änderungen im Vergleich zu IAS 17.

Der Konzern hat mit der ersten Analyse der potenziellen Auswirkungen von IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss begonnen. Die größte identifizierte Auswirkung betrifft den Ansatz von neuen Vermögenswerten und Schulden für den Großteil der operativen Leasingverhältnisse des Konzerns (siehe Anhangangabe 14). In der Gewinn-und Verlustrechnung werden künftig Abschreibungen und Zinsaufwendungen anstelle von Leasingaufwendungen verbucht. Einige Verpflichtungen können von der Ausnahme für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse umfasst sein. Für die bestehenden Finanzierungsleasings wird keine wesentliche Auswirkung erwartet.

Das Datum des Inkrafttretens dieses Standards ist der 1. Jänner 2019. Eine vorzeitige Anwendung ist erlaubt, sofern auch IFRS 15 angewendet wird. Ein Leasingnehmer kann zwischen der vollständig retrospektiven und der modifizierten retrospektiven Umstellungsmethode wählen. OMV plant IFRS 16 erstmalig zum 1. Jänner 2019 anzuwenden und hat noch keine Entscheidung über die Umstellungsmethode getroffen.

Weiters wurden die folgenden Änderungen an Standards und Interpretationen, von denen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss des OMV Konzerns erwartet werden, herausgegeben.

Datum des Inkrafttretens
Änderungen von Standards und Interpretationen laut IASB
Änderungen zu IAS 12 Ansatz von latenten Steueransprüchen auf
unrealisierte Verluste
1. Jänner 2017
Änderungen zu IAS 7 "Disclosure Initiative" 1. Jänner 2017
Änderungen zu IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von
Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen
oder Joint Venture
Auf unbestimmte
Zeit verschoben
Änderungen zu IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten
Vergütungen
1. Jänner 2018
Änderungen zu IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit
IFRS 4 Versicherungsverträge
1. Jänner 2018
"Annual Improvements to IFRSs" 2014–2016 1. Jänner 2018/
1. Jänner 2017
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte
Gegenleistungen
1. Jänner 2018
Änderungen zu IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene
Immobilien
1. Jänner 2018

3) Überblick über Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

a) Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Es wird für jeden Unternehmenszusammenschluss einzeln entschieden, ob die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet werden. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminderung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.

b) Ertragsrealisierung

Grundsätzlich werden Erträge nach Erbringung der Lieferungen oder Leistungen und nach Anerkenntnis durch den Kunden realisiert, wenn der Wert der Forderung feststeht oder bestimmbar und die Einbringlichkeit wahrscheinlich ist. Im Speziellen werden in Upstream Erträge dann berücksichtigt, wenn das Produkt geliefert ist und Risiko und Eigentum auf den Kunden übergegangen sind. Im Gasgeschäft werden Verkäufe aus langfristigen Verträgen mit der Lieferung realisiert. Zusätzliche Erdgas-Mengen aus diesen Verträgen werden nach Anerkenntnis durch den Kunden vereinnahmt. Erträge aus dem Erdgasspeicher-Geschäft werden auf Basis von kommittierten Speicher- und Entnahmeraten realisiert. Ebenso werden Erträge aus dem Gastransport auf Basis kommittierter Mengen erfasst. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen werden zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert. Im Tankstellen-Geschäft werden die Erträge bei eigenen Tankstellen mit der Abgabe an den Kunden vereinnahmt. Bei Tankstellen, die nicht im Eigentum des Konzerns stehen, erfolgt die Ertragsrealisierung mit der Lieferung an die Tankstellen. Prämiengutschriften im Zusammenhang mit Kundenbindungsprogrammen im Downstream Öl-Geschäft werden als eigenständige Komponente der Verkaufstransaktion, in der sie gewährt werden, erfasst. Die erhaltene Gegenleistung wird zwischen den verkauften Produkten und in Form von Punkten gewährten Prämiengutschriften aufgeteilt. Der beizulegende Zeitwert der ausgegebenen Punkte wird abgegrenzt und zum Zeitpunkt der Einlösung der Punkte als Ertrag erfasst. Sofern Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen

Lieferung eingestuft werden, werden die entsprechenden Umsätze und Umsatzkosten netto innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen.

c) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich Upstream und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Exploration betreffende Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen sind Bestandteil der Umsatzkosten.

d) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Unter den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E) sind alle direkten und indirekten Materialund Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen ausgewiesen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Die im Zusammenhang mit Forschung in einer Periode anfallenden Ausgaben sind immer F&E-Aufwand der Periode. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.

Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Projekte oder Leistungen gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermögenswerte entsprechend gekürzt, sofern es sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt. Bei von Kunden erhaltenen Zuschüssen werden die Erlöse über die Leistungsperiode verteilt erfasst, wenn eine Dienstleistungsverpflichtung besteht. Besteht keine Leistungsverpflichtung, wird der gesamte Ertrag sofort realisiert.

e) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Erdölfirmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften bestritten und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölfirma in Form des sogenannten "cost oil" erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland bzw. der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

f) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen angesetzt. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten aus Großinspektionen und Generalüberholungen von Großanlagen, die in der Periode, in der sie anfallen, aktiviert und entsprechend der Komponentenabschreibungsmethode bis zur nächsten Anlagenüberholung bzw. -inspektion linear abgeschrieben werden. Kosten für bedeutende Ersatzteile werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.

Bei immateriellen Vermögenswerten wird zwischen Vermögenswerten mit begrenzter und unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer und Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungen überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (ausgenommen Explorationslizenzen, siehe Anhangangabe 4.3g) sowie abnutzbares Sachanlagevermögen werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf Wertminderungen überprüft, wenn ein Indikator für eine Wertminderung vorliegt.

Mit Ausnahme der Upstream-Aktivitäten, die weitgehend nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben werden, erfolgt die planmäßige Abschreibung linear. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie Wertminderungen bei Tankstellen im Vertriebsaufwand, bei Explorationsvermögen im Explorationsaufwand und bei sonstigen Vermögenswerten unter Umsatzkosten bzw. den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Nutzungsdauer Jahre

Immaterielle Vermögenswerte
Firmenwert Unbestimmt
Software 3–5
Konzessionen, Lizenzen u.Ä. 5–20 bzw. Vertragslaufzeit
Bereichsspezifische Sachanlagen
Upstream Öl- bzw. Gasvermögen Unit-of-Production-Methode
Downstream Gas Gasleitungen 30
Gaskraftwerke 8–30
Windkraftanlagen 10–20
Downstream Öl Hochbehälter 40
Verarbeitungsanlagen 25
Leitungssysteme 20
Tankstellen 5–20
Sonstige Sachanlagen
Produktions- und Verwaltungsgebäude 20–50
Sonstige technische Anlagen 10–20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–10

g) Öl- und Gasvermögen

Upstream-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zu dem Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • ► Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
  • ► Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit für die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft gemacht.

Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht. Informationen über zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag in Anhangangabe 38 enthalten.

Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden in der Regel nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich gewinnbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert. Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden.

h) Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Gemäß IAS 36 ermittelt der Konzern an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert und wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall wird der Wertminderungstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorgenommen. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den jeweiligen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der Diskontierungssatz vor Steuern wird iterativ ermittelt. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Zuschreibung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der Geschäftsoder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

i) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu "Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, wenn sie als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind.

j) Leasing

Der Konzern nutzt für seine verschiedenen Aktivitäten eine Reihe von Vermögenswerten auf der Grundlage von Leasingvereinbarungen. Diese Leasingverträge werden basierend auf den in IAS 17 dargelegten Regeln analysiert, um operatives Leasing von Finanzierungsleasingverhältnissen zu unterscheiden. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt. Alle Leasingverträge, die nicht der Definition von Finanzierungsleasing entsprechen, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert.

Finanzierungsleasingverträge werden mit dem Barwert der Mindestleasingverpflichtung oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Leasingdauer abgeschrieben. Die aktivierten Kosten werden als Verbindlichkeit verbucht und künftige Leasingzahlungen werden in einen Zins- und einen Tilgungsteil aufgespalten.

Im Fall von Operating-Leasingverhältnissen werden die vereinbarten Leasingzahlungen linear auf die Vertragslaufzeit verteilt im Aufwand erfasst.

Leasingverträge werden von Servicevereinbarungen unterschieden, welche nicht das Recht auf Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts einräumen. Der Konzern hat langfristige Verträge über die Nutzung von Lagerkapazitäten, Pipeline- oder sonstigen Transportkapazitäten sowie Verträge über die Verarbeitung, Produktion oder Bearbeitung von Gütern abgeschlossen. Derartige Kapazitätsvereinbarungen werden nicht als Leasingverträge betrachtet, wenn es sich nicht um einzelne, spezifizierte Vermögenswerte handelt oder wenn das Recht, die Verwendung des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu kontrollieren, nicht übertragen wird. Die vertraglichen Zahlungen werden dann in jener Periode als Aufwand gebucht, in welcher die Kapazitäten OMV vereinbarungsgemäß zur Verfügung stehen.

k) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltene Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen auf objektive Hinweise für Wertminderungen überprüft. Falls Hinweise dafür vorliegen, wird der Betrag der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag und Buchwert des assoziierten Unternehmens oder des Gemeinschaftsunternehmens bestimmt und in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die es in erster Linie im Upstream-Bereich gibt, werden die dem Konzern zuordenbaren Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen in den Konzernabschluss einbezogen. Akquisitionen von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, in denen die Aktivitäten der gemeinschaftlichen Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellen, werden gemäß den relevanten Vorschriften des IFRS 3 zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen bilanziert.

l) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Der OMV Konzern klassifiziert finanzielle Vermögenswerte beim Erstansatz in die folgenden drei Kategorien: Finanzielle Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss, Ausleihungen und Forderungen sowie finanzielle Vermögenswerte available-for-sale. Die Klassifizierung hängt von Art und Zweck des finanziellen Vermögenswerts ab. Käufe und Verkäufe von Wertpapieren im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert.

Wertpapiere werden als at-fair-value-through-profit-or-loss eingestuft, wenn sie zu Handelszwecken gehalten werden oder als at-fair-value-through-profit-or-loss designiert werden. Finanzielle Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und die resultierenden Gewinne und Verluste im Periodenergebnis erfasst.

Ausleihungen und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Ob Wertminderungen von Ausleihungen und Forderungen vorliegen, wird auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts als auch auf kollektiver Ebene, sofern die Ausleihungen und Forderungen einzeln nicht wesentlich sind, beurteilt.

Available-for-sale-Wertpapiere, die hauptsächlich Investmentfonds und Anleihen umfassen, werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente ist der veröffentlichte Börsenkurs, da diese Instrumente zum Bilanzstichtag auf aktiven Märkten gehandelt wurden.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung der Steuereffekte gesondert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bei objektiven Anzeichen für eine Wertminderung werden Wertminderungen, einschließlich in Vorperioden im sonstigen Ergebnis erfasster Beträge, ergebniswirksam erfasst. Bei Wegfall des Wertminderungsgrunds wird die Zuschreibung bei Schuldinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung der Wertminderung ergebniswirksam und bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral erfasst.

Beteiligungen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen bewertet.

Zu jedem Bilanzstichtag wird für finanzielle Vermögenswerte, die nicht als at-fair-value-through-profit-orloss eingestuft sind, überprüft, ob es einen objektiven Hinweis darauf gibt, dass eine Wertminderung eingetreten ist. Als Anzeichen für eine Wertminderung gelten beispielsweise Hinweise, dass ein Schuldner oder Emittent sich in erheblichen Schwierigkeiten befindet, Ausfall von Zahlungen, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner oder Emittent Konkurs anmeldet oder erhebliche, nachteilige Änderungen im technologischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder Marktumfeld eines Schuldners oder Emittenten. Im Fall von Eigenkapitalinstrumenten, welche als available-for-sale klassifiziert wurden, ist darüber hinaus ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten ein Indikator für eine Wertminderung. Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn er den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Wenn der Konzern weder im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt noch beibehält und weiterhin die Verfügungsmacht über die übertragenen Vermögenswerte hat, erfasst der Konzern seinen verbleibenden Anteil am Vermögen und eine entsprechende Verbindlichkeit in Höhe der möglicherweise zu zahlenden Beträge. Für den Fall, dass der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines übertragenen finanziellen Vermögenswerts zurück behält, erfasst der Konzern weiterhin den finanziellen Vermögenswert sowie ein besichertes Darlehen für die erhaltene Gegenleistung.

m) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der den geschätzten Preis widerspiegelt, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wären diese Positionen zum Bilanzstichtag übertragen worden. Für die Schätzung der beizulegenden Zeitwerte dieser Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag werden die Quotierungen der relevanten Börsen, Quotierungen von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse, das Kreditrisiko der Gegenpartei sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wird angewandt.

Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als (i) Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird, oder (ii) Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus

einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird.

Bei Fair-Value-Hedges werden sowohl das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos als auch das derivative Sicherungsinstrument ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zu einem Vermögenswert oder zu einer Verbindlichkeit, werden die Beträge, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, im gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem die abgesicherte Position das Jahresergebnis beeinflusst.

Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert. Auch wenn solche Verträge keine Finanzinstrumente sind, können sie eingebettete Derivate enthalten. Eingebettete Derivate werden getrennt vom Basisvertrag bilanziert, sofern die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind.

Unter anderem sind eingebettete Derivate derzeit hauptsächlich in langfristigen Gasverträgen enthalten. Diese eingebetteten Derivate gelten als eng mit den Basisverträgen verbunden, da es derzeit keinen aktiven Markt für derartige Mengen gibt. Aus diesem Grund werden diese Instrumente nicht von den jeweiligen Basisverträgen abgespalten.

n) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.

o) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand – mit Ausnahme von Emissionszertifikaten (vgl. Anhangangabe 4.3r) – werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

p) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Anwendung des Durchschnittspreisverfahrens bzw. im Fall nicht austauschbarer Güter mit ihren individuellen Kosten und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

Eine spezielle Bewertungsmethode wird für Vorräte angewandt, die entsprechend den Mindestlagerverpflichtungen in Österreich und der Türkei gehalten werden. Die gemäß österreichischem Erdölbevorratungsgesetz 2013 gehaltenen erhöhten Bestände an Rohöl und Ölprodukten werden mittels eines langfristigen, gewogenen Durchschnittspreisverfahrens auf Basis von Erdöläquivalenten bewertet. Eine ähnliche Methode, allerdings basierend auf Produktgruppen, wird in der Türkei angewandt. Die Pflichtnotstandsreserve übersteigende Mengen werden mit den aktuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet.

q) Liquide Mittel

Die liquiden Mittel umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.

r) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen: Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich Upstream (Ölund Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des langlebigen Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht grundsätzlich auf bestmöglichen Schätzungen. Das aktivierte Anlagevermögen wird im Geschäftsbereich Downstream linear und im Geschäftsbereich Upstream nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben. Die Verpflichtung ist bis zum Anlagenrückbau von Stichtag zu Stichtag aufzuzinsen. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt, wobei das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen bei OMV verbleibt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung ("Recycling") berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen auf das Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag auf das Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 23).

s) Nicht-derivative Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

t) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden im OMV Konzernabschluss auch die für den Geschäftsbereich Upstream typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. Anhangangabe 4.3e) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen.

Auf temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert. Temporäre Differenzen sind Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Wert und dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld in der Bilanz. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Falls die latente Steuer durch einen Unternehmenszusammenschluss entsteht, wird diese zum Zeitpunkt der Akquisition berechnet, was sich auf die Höhe des Firmenwerts auswirkt.

Latente Steuern werden nicht angesetzt für:

  • ► temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,
  • ► temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden und
  • ► zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts.

Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

u) Long Term Incentive (LTI) Pläne, Matching Share Plan (MSP) und Strategic Incentive Plan (SIP)

Seit dem Jahr 2009 wurden LTI Pläne für die Vorstandsmitglieder, einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter mit besonderem Entwicklungspotenzial ausgegeben. Ergänzend wurde 2013 ein MSP für die Vorstandsmitglieder eingeführt. An jedem Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. 2014 wurde der SIP den Vorstandsmitgliedern, ausgewählten Führungskräften und ausgewählten Upstream-Experten gewährt. Der SIP basiert auf der Zuteilung virtueller Aktien, deren Gegenwert am Ende der Planlaufzeit in Abhängigkeit von der Erreichung definierter Leistungsziele bar ausbezahlt wird.

Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe von Modellen ermittelt, welche auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruhen. Bei Vergütungen mit Barausgleich werden Rückstellungen auf Basis der beizulegenden Zeitwerte über den Beobachtungszeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet. Bei Vergütungen mit Ausgleich durch Aktien erfolgt die Gegenbuchung für die Bewegung in den kumulierten Kosten im Eigenkapital. Weitere Details zu den Plänen befinden sich in Anhangangabe 32.

5 Währungsumrechnung

Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden.

Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen (Devisenmittelkurs) umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

Währungsumrechnung

2016 2015
Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
Australischer Dollar (AUD) 1,460 1,488 1,490 1,478
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Rumänischer Leu (RON) 4,539 4,490 4,524 4,445
Neuseeland Dollar (NZD) 1,516 1,589 1,592 1,593
Norwegische Krone (NOK) 9,086 9,291 9,603 8,950
Tschechische Krone (CZK) 27,021 27,034 27,023 27,279
Türkische Lira (TRY) 3,707 3,343 3,177 3,026
Ungarischer Forint (HUF) 309,830 311,438 315,980 309,996
US Dollar (USD) 1,054 1,107 1,089 1,110

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

6 Personalaufwendungen

In den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

Personalaufwendungen
EUR Mio
2016 2015
Löhne, Gehälter und sonstiger Personal- und Sozialaufwand 1.085 1.185
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 8 11
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen 28 27
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen 48 38
Gesamt 1.169 1.260

Die Gesamtaufwendungen für Pensionen, welche in den Positionen "Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen", "Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen" und "Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen" enthalten sind, betrugen EUR 48 Mio (2015: EUR 43 Mio).

7 Abschreibungen und Wertminderungen

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzten sich wie folgt zusammen:

Abschreibungen und Wertminderungen
EUR Mio
2016 2015
Planmäßige Abschreibungen 2.057 2.147
Wertminderungen 1.836 3.010
Gesamt 3.894 5.157

Die Wertminderungen beinhalten EUR 1.155 Mio betreffend langfristige Vermögenswerte, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert wurden. Weitere Details können Anhangangabe 20 entnommen werden.

Wertminderungstests in Upstream

Der Verkauf eines 30%-Anteils an Rosebank (weitere Details sind in Anhangangabe 20 zu finden) führte auch zur Neubewertung des verbleibenden 20%-Anteils, was die Erfassung einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 217 Mio in den Explorationsaufwendungen des Jahres 2016 zur Folge hatte. Die Bewertung erfolgte auf Basis des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten (Level 3 Bewertung), welcher vom erwarteten Verkaufspreis des 30%-Anteils abgeleitet wurde.

Infolge einer Reduktion der Reserven wurde 2016 eine Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 55 Mio auf Gasfelder in Pakistan erfasst, die in den Umsatzkosten verbucht wurde. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug EUR 46 Mio. Der angewandte Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 11,7%.

Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2016 hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen und Abschreibungen von Explorationslizenzen in der Nordsee, Rumänien und Madagaskar (EUR 90 Mio) sowie nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 73 Mio).

2015 wurden im Geschäftsbereich Upstream aufgrund des deutlichen Rückgangs der Öl- und Gaspreise, der Änderung in den langfristigen Preisannahmen der OMV und den kurz- und mittelfristigen Produktionsstillständen in Libyen und Jemen erhebliche Wertminderungen erfasst. Die Wertminderungen beliefen sich in Summe auf EUR 2.449 Mio und betrafen Vermögenswerte in der Explorations- (EUR 281 Mio), Entwicklungs- und Produktionsphase (EUR 2.101 Mio) sowie Firmenwerte (EUR 67 Mio). Die Firmenwertabschreibung betraf den auf die ehemalige Region Mittlerer Osten und Kaspische Region zugeordneten Firmenwert, der vollständig abgeschrieben wurde (siehe Anhangangabe 13).

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Wertminderungen, die erzielbaren Beträge der wertgeminderten Vermögenswerte sowie die verwendeten Zinssätze in 2015 zusammen:

Wesentliche Wertminderungen in Upstream 2015 1)

EUR Mio
Erzielbarer
Betrag der
wertgeminderten Diskontierungs
Wertminderungen je Land Wertminderung Vermögenswerte satz nach Steuern
Rumänien 554 820 7,8%
Tunesien 504 129 9,5%
Jemen 402 121 10,8%
Neuseeland 255 135 7,7%
Norwegen 205 1.751 7,0%
Pakistan 143 93 10,5%
Libyen 143 331 10,8%
Großbritannien 65 461 8,4%
Kasachstan 55 109 8,9%

1) Weitere Wertminderungen, welche nicht oben angeführt werden, bezogen sich auf Firmenwerte sowie auf Vermögenswerte in Australien, Österreich und Bulgarien

Die Diskontierungssätze vor Steuern lagen zwischen 7% und 48%. Die iterativ ermittelten Diskontierungssätze vor Steuern waren durch die hohe Besteuerung von Upstream-Aktivitäten in einigen Ländern und Steuereffekte wie permanente Differenzen beeinflusst. Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2015 hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen in Rumänien (EUR 92 Mio), Norwegen (EUR 29 Mio), Tunesien (EUR 15 Mio), Pakistan (EUR 13 Mio) sowie nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete und ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 93 Mio).

Wertminderungstests in Downstream

Ein Rückgang der erwarteten langfristigen Spark Spreads in der Türkei hatte 2016 eine Wertminderung in Höhe von EUR 101 Mio in den Umsatzkosten zur Folge. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags beruhte auf der zukünftigen Nutzung des Kraftwerks über die Restnutzungsdauer. Die Cashflows basierten auf den mittelfristigen Planungsannahmen des OMV Konzerns und auf makroökonomischen Annahmen für den über die Mittelfristplanung hinausgehenden Zeitraum. Die wesentlichen Bewertungsannahmen für den erzielbaren Betrag sind die Spark Spreads, welche die Differenz zwischen den Strom- und Gaspreisen darstellen, und die erzeugten Strommengen. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis eines Diskontierungssatzes vor Steuern von 7,0% (2015: 7,1%) ermittelt und betrug EUR 171 Mio (2015: EUR 337 Mio). Ein Anstieg von einem Prozentpunkt im angewandten Diskontierungssatz würde zu einer zusätzlichen Wertminderung von EUR 19 Mio führen. Weiters würde eine Verringerung des Spark Spreads um EUR 1/MWh zu einer zusätzlichen Wertminderung von EUR 73 Mio führen. Der Vermögenswert wurde auch 2015 auf seine Werthaltigkeit überprüft und um EUR 194 Mio wertgemindert.

Das wirtschaftliche Umfeld für das Gasspeichergeschäft verschlechterte sich mit einer deutlichen Reduktion der Sommer/Winter-Spreads 2016 weiter und führte zu einer Wertminderung in Höhe von EUR 73 Mio des Etzel Gasspeichers in Deutschland. Dieser Betrag wurde in den Umsatzkosten erfasst. Der erzielbare Betrag wurde als Nutzungswert definiert und betrug EUR 74 Mio (2015: EUR 143 Mio). Der angewandte Diskontierungssatz vor Steuern betrug 3,9% (2015: 4,5%). Die Profitabilität des Etzel Gasspeichers hängt maßgeblich von den Sommer/Winter-Spreads der Gaspreise ab. Während die langfristigen Annahmen auf den Erwartungen des Managements basieren und mit externen Studien im Einklang stehen, beruhen die kurzfristigen Annahmen auf Marktdaten. Eine Reduktion der Annahmen für die Sommer/Winter-Spreads würde zwar zu keiner zusätzlichen Wertminderung führen, allerdings zum Ansatz einer Rückstellung für belastende Verträge im Ausmaß der die Umsatzerlöse übersteigenden operativen Kosten des Speichers. Der Vermögenswert wurde auch 2015 auf seine Werthaltigkeit überprüft und um EUR 58 Mio wertgemindert.

Zusätzlich zu den oben angeführten Wertminderungen wurden auch Wertminderungen infolge der Umgliederung von Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten" in den Geschäftsbereichen Upstream und Downstream erfasst (siehe Anhangangabe 20).

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Wertminderungen wie folgt ausgewiesen:

Ausweis der Wertminderungen

2016 2015
Umsatzkosten 349 2.546
Explorationsaufwendungen 658 456
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen 1 3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 828 5

8 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge
EUR Mio
2016 2015
Sonstige betriebliche Erträge 644 392
[davon Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Sachanlagevermögen und
immateriellen Vermögenswerten] [245] [51]
[davon Kursgewinne aus operativen Geschäften] [123] [106]

2016 umfassten die sonstigen betrieblichen Erträge vor allem eine Zuschreibung von EUR 113 Mio eines Vermögenswertes der Region Mittlerer Osten und Afrika, welcher in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert wurde und EUR 87 Mio Gewinn der OMV Petrol Ofisi A.Ş. aus dem Verkauf des Aliağa Terminals.

2015 enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge unter anderem Versicherungsentschädigungen aus Schadenersatzansprüchen in Neuseeland in Höhe von EUR 44 Mio und aus einem erfolgreichen Rechtsstreit während des Geschäftsjahres 2015 in OMV Petrom SA EUR 25 Mio Erträge.

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

EUR Mio
2016 2015
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.264 413
[davon Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten] [32] [38]
[davon Kursverluste aus operativen Geschäften] [133] [136]
[davon Personallösungskosten] [48] [34]

2016 umfasste die Position Sonstige betriebliche Aufwendungen Wertminderungen in Höhe von EUR 827 Mio betreffend der Umgliederung der Veräußerungsgruppen OMV (U.K.) Limited und OMV Petrol Ofisi auf die Bilanzposition "zu Veräußerungszwecken gehalten". Weitere Details können der Anhangangabe 20 entnommen werden. Diese Position beinhaltete auch eine Wertberichtigung auf sonstige finanzielle Forderungen aufgrund der Berücksichtigung von Unsicherheiten betreffend Rückvergütungen von Aufwendungen vom rumänischen Staat.

2015 beinhaltete die Position Sonstige betriebliche Aufwendungen u.a. eine Forderungswertberichtigung zweier rumänischer Kundenforderungen im Bereich Downstream Gas in Höhe von EUR 20 Mio.

10 Finanzerfolg

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen enthielt Erträge in Höhe von EUR 425 Mio (2015: EUR 369 Mio) sowie Aufwendungen in Höhe von EUR 1 Mio (2015: EUR 24 Mio).

Zinserträge
EUR Mio
2016 2015
Zinserträge aus Finanzinstrumenten available-for-sale 0 1
Zinserträge aus Ausleihungen, Forderungen und Bankeinlagen 27 37
Zinserträge auf abgezinste Forderungen 9 10
Sonstige Zinserträge 29 41
Zinserträge 66 89

2016 gab es keine Erträge aus bereits wertgeminderten Forderungen (2015: EUR 0,3 Mio).

Die Zinserträge auf abgezinste Forderungen enthielten Erträge aus der Aufzinsung von Forderungen aus Rekultivierungs- und sonstigen Umweltschutzmaßnahmen gegenüber dem rumänischen Staat. Sonstige Zinserträge beinhalteten 2016 und 2015 hauptsächlich Erträge aus einem erfolgreichen Rechtsstreit in OMV Petrom SA.

Zinsaufwendungen

EUR Mio
2016 2015
Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten 119 143
Zinsaufwendungen aus Rückstellungen 134 152
Zinsaufwendungen aus nicht finanziellen Verbindlichkeiten 7 8
Zinsaufwendungen 261 304

Die Position Zinsaufwendungen aus Rückstellungen enthielt Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in Höhe von EUR 20 Mio (2015: EUR 22 Mio) sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Jubiläumsgeldrückstellungen, Rückstellungen für Lösungskosten und Rückstellungen für andere Leistungen an Arbeitnehmer in Höhe von EUR 3 Mio (2015: EUR 4 Mio). Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit den Erträgen aus dem Planvermögen EUR 11 Mio (2015: EUR 11 Mio) saldiert dargestellt.

Darüber hinaus enthielt diese Position auch die Zinskomponenten aus der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von EUR 78 Mio (2015: EUR 85 Mio).

Sonstiges Finanzergebnis

EUR Mio
2016 2015
Nettofremdwährungsgewinne/(-verluste) 3 – 27
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization – 26 – 32
Sonstige – 22 – 12
Sonstiges Finanzergebnis – 44 – 70

Die Position Sonstige enthielt hauptsächlich sonstige Finanzierungskosten mit Bankgebühren von EUR 17 Mio (2015: EUR 22 Mio) und Wertminderungen von Finanzanlagen von EUR 5 Mio (2015: EUR 1Mio), während 2015 positiv durch Gewinne aus der Veräußerung von Finanzvermögen von EUR 11 Mio beeinflusst wurde.

In der laufenden Periode wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von EUR 40 Mio (2015: EUR 25 Mio) aktiviert, welche mittels der Anwendung eines durchschnittlichen Zinssatzes von 2,6% auf den Buchwert qualifizierter Vermögenswerte bestimmt wurden. Diese Beträge bezogen sich vorwiegend auf Öl- und Gasvermögen in der Entwicklungsphase in Norwegen und Großbritannien.

11 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

2016 wurden Erträge aus Ertragsteuern in Höhe von EUR 47 Mio (2015: EUR 654 Mio) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, davon EUR 130 Mio laufende Steueraufwendungen (2015: EUR 133 Mio) und EUR 178 Mio Erträge aus latenten Steuern (2015: EUR 787 Mio). Die laufenden Steueraufwendungen beinhalteten Aufwendungen aus Vorjahren von EUR 4 Mio (2015: Erträge von EUR 83 Mio).

Die Entwicklung der latenten Steuern kann folgender Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der latenten Steuern

2016 2015
622 – 113
837 622
215 735
– 19 35
– 18 17
178 787
4 26
– 17 – 753
– 33 – 56
224 1.570

1) Einschließlich latenter Steuern von EUR 120 Mio (2015: EUR 1 Mio), welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden

Der Gesamtbetrag der direkt im sonstigen Ergebnis verbuchten Ertragsteuern belief sich auf EUR –17 Mio (2015: EUR 41 Mio), davon EUR -19 Mio latente Steuern (2015: EUR 35 Mio) und EUR 2 Mio laufende Ertragsteuern (2015: EUR 6 Mio).

2016 wurden Verlustvorträge von EUR 179 Mio (2015: EUR 169 Mio) verwertet, auf die eine Steuerlatenz von EUR 22 Mio (2015: EUR 44 Mio) entfiel.

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden. 2015 waren zwei weitere ausländische Tochtergesellschaften (OMV (U.K.) Limited und OMV Slovensko s.r.o.) Mitglieder der österreichischen Steuergruppe.

Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.

2016 wurde wie auch im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst. Es wurden somit aktive latente Steuern der österreichischen Steuergruppe in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit ein zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die abzugsfähigen temporären Differenzen verwendet werden können. Die Wertberichtigung wurde als latenter Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb des Gewinns oder Verlusts erfasst wurden, dies bedeutet im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.

Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern, soweit dem Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuordenbar, diesem gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen, und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung

%
2016 2015
Körperschaftsteuersatz in Österreich 25,0 25,0
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 107,0 26,7
Nicht abzugsfähige Aufwendungen – 269,0 – 24,0
Steuerfreies Einkommen 160,6 14,5
Steuersatzänderung 1,7 1,4
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen – 1,0 – 0,4
Steuerlichen Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene der
Muttergesellschaft 110,6 25,9
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern – 7,4 – 39,4
Steuern betreffend Vorjahre – 71,5 3,7
Sonstige – 35,4 0,9
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss 20,6 34,3

Die Effektivsteuersätze des Konzerns waren in 2016 und 2015 durch Wertminderungen beeinflusst.

Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen 2016 umfassten im Wesentlichen permanente Effekte aus Wertminderungen, insbesondere bezogen auf Vermögenswerte in Großbritannien, sowie permanente Effekte aus Abschreibungen im Zusammenhang mit Akquisitionen. Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten 2015 vorwiegend permanente Effekte aus Wertminderungen im Geschäftsbereich Upstream.

Das steuerfreie Einkommen 2016 und 2015 ist insbesondere auf Steuerbegünstigungen in Norwegen und in Großbritannien sowie auf Ergebnisbeiträge von at-equity bewerteten Beteiligungen zurückzuführen.

2016 resultierten die steuerlichen Beteiligungsabschreibungen und -zuschreibungen auf Ebene der Muttergesellschaft hauptsächlich aus steuerlichen Abschreibungen von Anteilen an Gesellschaften im Geschäftsbereich Downstream. 2015 beinhaltete die Position im Wesentlichen steuerliche Abschreibungen von Anteilen an Gesellschaften im Geschäftsbereich Upstream als auch an OMV Petrol Ofisi A.Ş., an OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi und an OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş. Gemäß österreichischem Körperschaftsteuergesetz können diese Aufwendungen jedes Jahr zu einem Siebentel geltend gemacht werden.

Die Position Sonstige enthielt 2016 im Wesentlichen Steuereffekte betreffend den Verkauf eines 49% Minderheitsanteiles an der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH. Gemäß IFRS wurde die Transaktion im Konzernabschluss im Eigenkapital erfasst (siehe Anhangangabe 3 für weitere Details).

12 Ergebnis je Aktie

Ergebnis je Aktie

2016 2015
Den Aktio Den Aktio
nären des nären des
Mutterunter Mutterunter
nehmens nehmens
zuzurechnen Durchschnitt Ergebnis zuzurechnen Durchschnitt Ergebnis
des Ergebnis liche Anzahl je Aktie des Ergebnis liche Anzahl je Aktie
in EUR Mio an Aktien in EUR in EUR Mio an Aktien in EUR
Unverwässert – 403 326.424.527 – 1,24 – 1.100 326.333.966 – 3,37
Verwässert – 403 327.066.226 – 1,23 – 1.100 326.637.889 – 3,37

Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasst 641.699 (2015: 303.923) Stück aus den Long Term Incentive und Matching Share Plänen zu gewährende Bonusaktien.

Erläuterungen zur Bilanz

13 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

EUR Mio

Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven Firmenwerte Gesamt 2016 Anschaffungs- und Herstellungskosten 1. Jänner 2016 1.846 2.832 1.012 5.690 Währungsdifferenz – 60 18 – 59 – 100 Konsolidierungskreisänderungen 16 — 20 36 Zugang 97 153 — 250 Zugang selbstgeschaffener Vermögenswerte — 2 — 2 Umbuchung – 1 215 — 214 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 1.019 – 1.315 – 474 – 2.807 Abgang – 20 – 198 – 7 – 225 31. Dezember 2016 859 1.707 492 3.059 Entwicklung der Abschreibung 1. Jänner 2016 1.110 962 343 2.415 Währungsdifferenz – 28 12 – 52 – 68 Konsolidierungskreisänderungen — — — Planmäßige Abschreibung 157 — — 157 Wertminderung 4 322 — 326 Umbuchung – 1 – 2 — – 3 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 493 – 488 – 291 – 1.272 Abgang – 15 – 193 — – 208 Zuschreibung 0 0 — 0 31. Dezember 2016 733 612 — 1.346 Buchwert 1. Jänner 2016 736 1.870 669 3.275 Buchwert 31. Dezember 2016 126 1.095 492 1.713

2015
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jänner 2015 1.793 2.531 1.078 5.402
Währungsdifferenz – 121 111 1 – 9
Konsolidierungskreisänderungen
Zugang 211 422 633
Zugang selbstgeschaffener Vermögenswerte 3 3
Umbuchung 1 – 54 – 52
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 10 0 – 10
Abgang – 28 – 181 – 67 – 276
31. Dezember 2015 1.846 2.832 1.012 5.690
Entwicklung der Abschreibung
1. Jänner 2015 973 633 343 1.949
Währungsdifferenz – 47 31 – 16
Konsolidierungskreisänderungen
Planmäßige Abschreibung 157 157
Wertminderung 53 456 67 576
Umbuchung – 13 – 13
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen – 7 – 7
Abgang – 7 – 157 – 67 – 230
Zuschreibung 0 – 2 – 2
31. Dezember 2015 1.110 962 343 2.415
Buchwert 1. Jänner 2015 820 1.898 735 3.453
Buchwert 31. Dezember 2015 736 1.870 669 3.275

Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von EUR 661 Mio (2015: EUR 859 Mio), davon sind EUR 268 Mio auf die Veräußerungsgruppen OMV (U.K.) Limited und OMV Petrol Ofisi zurückzuführen.

Immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert in Höhe von EUR 1.535 Mio (2015: EUR 3 Mio) wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert. Für Details siehe Anhangangabe 20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Zum Bilanzstichtag gab es keine immateriellen Vermögenswerte, mit denen beschränkte Verfügungsrechte verbunden sind oder die als Sicherheit für Schulden verpfändet waren.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen

Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten innerhalb des Geschäftsbereichs Upstream, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen. All diese Aktivitäten sind im Segment Upstream ausgewiesen.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen EUR Mio
EUR Mio
2016 2015
Wertminderungen von Explorationsaktivitäten 658 456
Sonstiger Explorationsaufwand 150 251
Explorationsaufwand 808 707
Vermögenswerte – aktivierte Exploration und Evaluierungsausgaben
inkl. Erwerb von unsicheren Reserven 1.095 1.870
Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit 129 187
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit 145 427

Geschäfts- und Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGEs zwecks Wertminderungstests zugeordnet:

Firmenwertzuordnung zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

EUR Mio
2016 2015
Nordwesteuropa, Afrika und Australasien 1) 365
Mittlerer Osten und Afrika 377
Upstream zugeordnete Firmenwerte 377 365
Downstream Gas Österreich 38 38
Raffinerien West 51 60
Downstream Öl Türkei 199
Retail Slowakei 7 7
Raffinerie Österreich 2) 20
Downstream zugeordnete Firmenwerte 115 304
Gesamt 492 669

1) Ehemalige Region, bevor die Veränderungen in der Upstream Organisationsstruktur 2016 umgesetzt wurden

2) In Bezug auf FE-Trading Erwerb, erläutert in Anhangangabe 3

Der ursprünglich auf die Region Nordwesteuropa, Afrika und Australien zugeordnete Firmenwert, der aus der 2011 erfolgten Akquisition der Pioneer Gesellschaften in Tunesien resultierte, wurde aufgrund einer internen Reorganisation in Upstream Geschäftsbereich auf die Region Mittlerer Osten und Afrika umverteilt. Der Firmenwert wurde auf Basis des Nutzungswerts auf seine Werthaltigkeit überprüft und der angewandte Diskontierungszinssatz nach Steuern betrug 9,43% (2015: 7,5%). Ein Anstieg von einem Prozentpunkt im angewandten Diskontierungssatz würde zu keiner zusätzlichen Wertminderung führen.

Der der OMV Petrol Ofisi A.Ş. zugeordnete Firmenwert (Downstream Öl Türkei) wurde zum 31. Dezember 2016 auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und im Zuge dieser Umgliederung wurde ein Wertminderungsaufwand von EUR 183 Mio erfasst (siehe Anhangangabe 20).

2015 wurde der auf die Region Mittlerer Osten und Kaspische Region zugeordnete Firmenwert vollständig abgeschrieben, was zu einer Wertminderung von EUR 67 Mio führte. Der Firmenwert stammte aus der Akquisition von OMV Petrol Ofisi A.Ş. in 2010. Der im Wertminderungstest angewandte Diskontierungszinssatz nach Steuern betrug 10,4%.

Bei Änderungen von Organisationsstrukturen, welche Regionen oder Gruppen von ZGEs betreffen, zu welchen ein Firmenwert zugeordnet ist, wird der Firmenwert im Allgemeinen auf Basis der relativen Werte neu zugeordnet, es sei denn individuelle Tatsachen und Umstände deuten darauf hin, dass eine andere Zuordnung den mit den reorganisierten Einheiten verbundenen Firmenwert besser widerspiegelt.

14 Sachanlagen

Sachanlagen

EUR Mio

Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte
und Bauten,
einschließlich
Bauten auf
fremdem Grund
Öl- und
Gasver
mögen
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen
in Bau
Gesamt
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1. Jänner 2016 2.892 21.507 8.607 2.198 376 35.580
Währungsdifferenz – 20 406 – 63 – 17 – 2 303
Konsolidierungskreis
änderungen 14 302 4 1 1 322
Zugang 40 1.417 122 64 151 1.795
Umbuchung 15 – 221 123 34 – 165 – 214
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 196 – 1.686 – 42 – 360 – 1 – 2.283
Abgang – 29 – 246 – 172 – 48 – 21 – 516
31. Dezember 2016 2.717 21.480 8.578 1.871 339 34.987
Entwicklung der
Abschreibung
1. Jänner 2016 1.420 11.193 5.014 1.468 46 19.140
Währungsdifferenz – 4 233 – 35 – 7 0 187
Konsolidierungskreis
änderungen 0 0 0 0
Planmäßige Abschreibung 88 1.328 362 122 1.901
Wertminderung 14 179 157 3 3 355
Umbuchung 0 3 – 1 0 1 3
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 2 – 543 – 11 – 162 – 718
Abgang – 17 – 135 – 163 – 44 – 21 – 380
Zuschreibung 0 – 113 – 1 0 0 – 114
31. Dezember 2016 1.499 12.144 5.322 1.380 29 20.374
Buchwert 1. Jänner 2016 1.473 10.314 3.593 730 330 16.440
Buchwert 31. Dezember 2016 1.219 9.336 3.257 491 310 14.613

Sachanlagen

EUR Mio

Grundstücke,
grundstücks
gleiche Rechte Andere
und Bauten, Anlagen,
einschließlich Öl- und Technische Betriebs- und
Bauten auf Gasver Anlagen und Geschäfts Anlagen
fremdem Grund mögen Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1. Jänner 2015 2.999 19.473 8.358 2.147 558 33.534
Währungsdifferenz – 38 318 – 63 – 41 2 179
Konsolidierungskreis
änderungen 0 0 0 0 0 0
Zugang 23 2.107 139 86 200 2.555
Umbuchung 17 18 294 76 – 352 52
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 61 – 152 – 71 – 8 – 293
Abgang – 47 – 257 – 49 – 63 – 31 – 447
31. Dezember 2015 2.892 21.507 8.607 2.198 376 35.580
Entwicklung der
Abschreibung
1. Jänner 2015 1.361 7.681 4.552 1.402 51 15.047
Währungsdifferenz – 3 225 – 15 – 15 0 192
Konsolidierungskreis
änderungen 0 0 0 0 0
Planmäßige Abschreibung 92 1.404 363 131 1.990
Wertminderung 30 2.154 218 7 25 2.434
Umbuchung – 4 1 13 3 0 13
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen – 48 – 152 – 55 – 7 – 263
Abgang – 7 – 119 – 61 – 53 – 28 – 268
Zuschreibung – 1 – 1 0 0 – 2 – 4
31. Dezember 2015 1.420 11.193 5.014 1.468 46 19.140
Buchwert 1. Jänner 2015 1.638 11.792 3.806 745 507 18.488
Buchwert 31. Dezember 2015 1.473 10.314 3.593 730 330 16.440

In der Position Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich Bauten auf fremdem Grund sind Grundstücke in Höhe von EUR 460 Mio (2015: EUR 641 Mio) ausgewiesen.

Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 1.566 Mio (2015: EUR 33 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert. Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 1 Mio (2015: EUR 3 Mio) wurden in die Sachanlagen zurückgegliedert. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Anhangangabe 7, Abschreibungen und Wertminderungen, enthält Details zu den Wertminderungen.

Zum 31. Dezember 2016 bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von EUR 880 Mio (2015: EUR 1.049 Mio), davon sind EUR 16 Mio auf die Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited zurückzuführen.

Zum Bilanzstichtag gab es keine Sachanlagen, mit denen beschränkte Verfügungsrechte verbunden oder die als Sicherheit für Schulden verpfändet waren.

Finanzierungsleasing

Das Sachanlagevermögen aus Finanzierungsleasingverträgen beinhaltete hauptsächlich Gasspeicher in Deutschland, Grundstücke und Tankstellen in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Tschechien, Erdgas-Tankstellen, eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien sowie Stromgeneratoren in Upstream in Rumänien. OMV hat für den Finanzierungsleasingvertrag für Gasspeicherkavernen in Deutschland eine Verlängerungsoption für zusätzliche 10 Jahre.

Leasing-, Miet- und Pachtverträge

EUR Mio
2016 2015
Anschaf
fungs
kosten
Kumulierte
Abschrei
bung
Buchwert Anschaf
fungs
kosten
Kumulierte
Abschrei
bung
Buchwert
Grundstücke, grundstücks
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich Bauten auf
fremdem Grund 41 23 18 39 21 18
Öl- und Gasvermögen 14 5 9 12 5 7
Technische Anlagen und
Maschinen
270 227 42 276 157 119
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
1 0 1 4 3 1
Summe 326 256 70 331 185 146

Bedingte Leasingzahlungen für Finanzierungsleasingverträge wurden 2016 in Höhe von EUR 7 Mio (2015: EUR 6 Mio) geleistet.

Verpflichtungen aus bestehenden Finanzierungsleasingverträgen per 31. Dezember

EUR Mio
2016 2015
≤1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre ≤1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Summe künftiger Mindest
leasingzahlungen 33 98 428 31 109 449
[davon Zinsanteil] [17] [63] [201] [20] [67] [213]
Barwert der Mindestleasing
zahlungen 15 36 227 12 42 236

Operatives Leasing

OMV nimmt auch operatives Leasing in Anspruch, welches hauptsächlich für Grundstücke im Upstream-Bereich, die Nutzung von Tankstellengrundstücken und -gebäuden, Bürogebäuden sowie im Bereich des Fuhrparks eingesetzt wird. Der Aufwand belief sich im Jahr 2016 auf EUR 149 Mio (2015: EUR 129 Mio). Für einige operative Leasingsverhätnisse, darunter einige Tankstellengrundstücke und Gebäude bestehen Verlängerungsoptionen.

Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren operativen Leasingverhältnissen

EUR Mio
2016 2015
Fällig innerhalb 1 Jahres 95 82
Fällig zwischen 1 und 5 Jahren 212 194
Fällig nach mehr als 5 Jahren 178 205
Summe künftiger Mindestleasingzahlungen 485 482

15 At-equity bewertete Beteiligungen

Ein assoziiertes Unternehmen ist gemäß IAS 28 ein Unternehmen, auf das ein Investor maßgeblichen Einfluss ausübt. Das ist im Allgemeinen gegeben, wenn der Investor Stimmrechte von 20% oder mehr hat.

Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen OMV und Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils atequity einbezogen.

OMV hält 55,6% an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), welche den größten Teil der Pflichtnotstandreserve von Österreich aufbewahrt. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt OMV keine Beherrschung über ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.

OMV hält 15,53% an Trans Austria Gasleitung GmbH. Da eine einstimmige Genehmigung für relevante Tätigkeiten erforderlich ist und OMV entsprechend der rechtlichen Struktur Rechte auf das Nettovermögen von Trans Austria Gasleitung GmbH hat, wird das Unternehmen als Gemeinschaftsunternehmen im Sinne von IFRS 11 bilanziert.

Wesentliche assoziierte Unternehmen

OMV hält einen Anteil von 36% (2015: 36%) an Borealis AG, einem führenden Anbieter innovativer Lösungen in den Bereichen Polyolefine, Basischemikalien und Pflanzennährstoffe. Das Unternehmen mit Sitz in Wien, Österreich ist weltweit tätig.

Darüber hinaus hält OMV einen Anteil von 10% (2015: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, welche in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist.

Beide Gesellschaften sind nicht börsennotiert und daher existieren keine notierten Marktpreise.

Folgende Tabellen zeigen die Eckdaten aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Buchwerte der wesentlichen assoziierten Unternehmen.

Gesamtergebnisrechnung

EUR Mio
2016 2015
Borealis Pearl Borealis Pearl
Umsatzerlöse 7.218 201 7.700 322
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.109 135 988 – 233
Sonstige Ergebnisse 115 298
Gesamtergebnis des Jahres 1.224 135 1.286 – 233
OMV Anteil 441 14 463 – 23
Erhaltene Dividende 153 36

Bilanz

EUR Mio
2016 2015
Borealis Pearl Borealis Pearl
Kurzfristiges Vermögen 2.828 2.225 2.524 1.950
Langfristiges Vermögen 7.103 624 6.737 630
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.669 115 1.486 80
Langfristige Verbindlichkeiten 1.767 1 2.078 211
Eigenkapital 6.496 2.732 5.697 2.289
OMV Anteil 2.338 273 2.051 229
Firmenwert 30 30
Sonstige Änderungen – 8 61 – 5 81
Buchwert der Investition 2.360 334 2.076 310

Überleitungsrechnung Buchwert

EUR Mio
2016 2015
Borealis Pearl Borealis Pearl
1. Jänner 2.076 310 1.649 299
Währungsdifferenz 11 34
Anteilige Jahresergebnisse 399 14 356 – 23
Sonstige Ergebnisse 41 107
Dividende und Zwischenergebniseliminierung – 156 – 37
31. Dezember 2.360 334 2.076 310

Eventualverbindlichkeiten

Am 30. Dezember 2015 erhielt Borealis Polymers Oy (BPOY), eine finnische Tochtergesellschaft von Borealis AG (BAG), einen Bescheid der finnischen Steuerbehörde (Finnish Tax Authority – FTA) über die Neufestsetzung von Steuern für das Jahr 2009. Gemäß dieser Neufestsetzung wurde das steuerpflichtige Einkommen von BPOY um EUR 364 Mio erhöht. Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung seitens der Behörde in Höhe von EUR 153 Mio, wobei EUR 95 Mio auf Steuernachzahlungen und EUR 58 Mio auf Strafzuschläge und Zinsen entfallen.

Die Neufestsetzung bezieht sich auf eine Lizenzvereinbarung und andere Vereinbarungen zwischen BPOY und BAG im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Lohnfertigungsvereinbarung, in der der Status der BPOY von einem Produzenten, der das volle Risiko trägt, zu einem Lohnfertiger geändert wurde. Diese Umstellung zur Lohnfertigung spiegelt die kommerzielle Realität einer zentralisierten Gruppensteuerung der Borealis Gruppe wider, die sich über die Jahre kontinuierlich entwickelt hat. Die Risiken und Verantwortlichkeiten zwischen BPOY und BAG wurden in dieser Vereinbarung geregelt. Die FTA argumentiert, dass die am 19. Dezember 2008 zwischen BPOY und BAG abgeschlossene Lizenzvereinbarung und die zugehörigen weiteren Vereinbarungen als Kaufvertrag zu werten seien, der einen Transfer von immateriellen Vermögenswerten (inklusive Firmenwert) begründet.

Borealis hat am 29. Februar 2016 bei der zuständigen Behörde Berufung gegen die Steuerneufestsetzung eingebracht. Die Entscheidung des "Board of Adjustment" wird für das erste Halbjahr 2017 erwartet. Das Management von Borealis hält den Bescheid für ungerechtfertigt und ist zuversichtlich, dass dieser im Verlauf des Verfahrens aufgehoben wird.

Am 29. Dezember 2014 erhielt die Geschäftsführung der Borealis Technology Oy (TOY), einer finnischen Tochtergesellschaft von Borealis, die sowohl Polyolefin- als auch Katalysatortechnologien besitzt, einen Bescheid der finnischen Steuerbehörde (Finnish Tax Authority – FTA) über die Neufestsetzung von Steuern betreffend der Polyolefin-Technologie. Gemäß dieser Neufestsetzung für das Geschäftsjahr 2008 wurde das steuerpflichtige Einkommen von TOY um EUR 700 Mio erhöht. Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung seitens der Behörde in Höhe von EUR 282 Mio, bestehend aus Steuernachzahlungen, Strafzuschlägen und Zinsen.

Am 9. Juni 2015 erhielt TOY einen zweiten Bescheid zur Neufestsetzung der FTA über eine Nachforderung von EUR 125 Mio an Steuernachzahlungen, Strafzuschlägen und Zinsen betreffend der Katalysator-Technologien. Die Forderung basiert auf einem zusätzlichen steuerpflichtigen Einkommen von EUR 340 Mio für das Geschäftsjahr 2010.

Borealis hält beide Entscheidungen für unbegründet und hat beim finnischen "Board of Adjustment" Berufungen gegen beide Steuerneufestsetzungen für das Jahr 2008 (mit 27. Februar 2015) bzw. für das Jahr 2010 (mit 13. November 2015) eingelegt.

Am 5. Jänner 2017 erhielt die Geschäftsführung von TOY zwei Entscheidungen des finnischen "Board of Adjustment". Das "Board of Adjustment" bestätigte darin die Ansicht der finnischen Steuerbehörde, dass die Lizenzvereinbarungen, die TOY und Borealis AG in den Jahren 2008 und 2010 getroffen hatten, als Unternehmensverkauf zu betrachten sind.

Es wurde allerdings das steuerpflichtige Einkommen von TOY für das Jahr 2008 von EUR 700 Mio auf EUR 541 Mio und für das Jahr 2010 von EUR 340 Mio auf EUR 260 Mio reduziert, ohne Details zu den Gründen dieser Anpassungen zu erläutern.

Weiters wurden die Strafzuschläge von 5% des zusätzlichen steuerpflichtigen Einkommens in der Entscheidung über die Neufestsetzung auf 3% des zusätzlichen steuerpflichtigen Einkommens in der Entscheidung des "Board of Adjustment" der FTA reduziert.

Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung in Höhe von EUR 297 Mio verglichen mit dem ursprünglich geforderten Betrag der FTA in Höhe von EUR 406 Mio. Diese Gesamtforderung beinhaltet Steuernachzahlungen, Zinsen und Strafzuschläge.

Borealis ist der Ansicht, dass diese Entscheidung weder finnischem noch internationalem Steuerrecht entspricht und die relevanten Fakten des vorliegenden Falls nicht angemessen berücksichtigt wurden. Aus diesem Grund hat Borealis am 6. März 2017 Berufung gegen die Entscheidung beim "Helsinki Administrative Court" eingelegt. Die Einhebung aller Forderungen wurde bis zur endgültigen Entscheidung ausgesetzt.

Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Folgende Tabellen fassen Finanzinformationen der individuell unwesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen zusammen:

Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil

EUR Mio

2016 2015
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
Umsatzerlöse 361 33 446 33
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 7 6 7 6
Gesamtergebnis des Jahres 10 6 2 6

Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

EUR Mio
--------- -- -- -- --
2016 2015
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts
unternehmen
1. Jänner 123 53 126 57
Währungsdifferenz – 4 – 4
Konsolidierungskreisänderungen 4 0 0
Anteilige Jahresergebnisse 6 5 7 6
Sonstige Ergebnisse 3 0 – 4 0
Veräußerungen und andere
Änderungen
– 1 – 2
Dividenden und Zwischenergebnis
eliminierung – 15 – 9 0 – 9
31. Dezember 116 49 123 53

Es gibt keine anderen nicht bilanzierten Verpflichtungen in Bezug auf die einzeln unwesentlichen assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen.

16 Vorräte

Das Vorratsvermögen setzt sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

Vorratsbestand
EUR Mio
2016 2015
Rohöl 648 523
Erdgas 149 205
Sonstige Rohstoffe 203 231
Unfertige Mineralölprodukte 86 114
Sonstige unfertige Erzeugnisse 2 2
Fertige Mineralölprodukte 536 768
Sonstige fertige Erzeugnisse 39 31
Gesamt 1.663 1.873

Während der Berichtsperiode aufwandswirksam erfasste Wertminderungen auf Vorräte beliefen sich auf EUR 35 Mio (2015: EUR 104 Mio) und waren im Wesentlichen auf Wertminderungen von Vorräten auf ihren Nettoveräußerungswert und auf Bestandsverluste zurückzuführen.

Als Material- und Warenaufwand wurden in der Berichtsperiode EUR 10.742 Mio ergebniswirksam erfasst (2015: EUR 13.646 Mio).

17 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwerte)
EUR Mio
2016 2015
Forderungen gegenüber at-equity bewertete Beteiligungen 39 26
Forderungen gegenüber sonstigen Unternehmen 2.420 2.542
Gesamt 2.459 2.567

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen im Wesentlichen ihrem beizulegenden Zeitwert.

Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

EUR Mio
2016 2015
1. Jänner 114 95
Zuführung (+)/Auflösung (–) – 4 27
Abgänge – 8 – 6
Währungsdifferenz und Konsolidierungskreisänderungen – 3 – 2
31. Dezember 98 114

Buchwert der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

EUR Mio
2016 2015
Vor Wertberichtigung 131 140
Nach Wertberichtigung 33 26

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

EUR Mio
2016 2015
Bis 60 Tage überfällig 72 57
61 bis 120 Tage überfällig 3 1
Mehr als 120 Tage überfällig 4 6
Gesamt 79 64

Es bestehen keinerlei Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Kreditqualität von finanziellen Vermögenswerten, die weder überfällig noch wertberichtigt sind.

18 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte
EUR Mio
Ergebnis Zu fort
wirksam Ergebnis geführten
zum Fair neutral zum Anschaf
Value Fair Value fungskosten Summe [davon [davon
bewertet bewertet bewertet Buchwerte kurzfristig] langfristig]
2016
Anteile an sonstigen
Unternehmen 39 39 [—] [39]
Investmentfonds 1) 7 7 [—] [7]
Anleihen 96 96 [36] [60]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 39 39 [39] [—]
Sonstige Derivate 777 777 [739] [38]
Ausleihungen 5 5 [2] [3]
Sonstige Forderungen gegen
über at-equity bewerteten
Beteiligungen 5 5 [5] [—]
Übrige sonstige Forderungen 101 1.123 1.224 [425] [800]
Gesamt 777 243 1.173 2.193 [1.245] [947]
2015
Anteile an sonstigen
Unternehmen 44 44 [—] [44]
Investmentfonds 1) 7 7 [—] [7]
Anleihen 97 97 [62] [35]
Als Sicherungsinstrumente
designierte und effektive
Derivate 165 165 [164] [1]
Sonstige Derivate 1.626 1.626 [1.558] [67]
Ausleihungen 25 25 [3] [22]
Sonstige Forderungen gegen
über at-equity bewerteten
Beteiligungen 5 5 [5] [—]

Gesamt 1.626 269 1.196 3.091 [2.245] [846] 1) Kredite des Abwasserverbandes Schwechat sind durch verpfändete Wertpapiere (Anteile an A&P-Fonds) mit EUR 2 Mio (2015: EUR 2 Mio) besichert

Übrige sonstige Forderungen — — 1.122 1.122 [454] [669]

Mit Ausnahme der zu Anschaffungskosten bewerteten Anteile an sonstigen Unternehmen, für welche die beizulegenden Zeitwerte nicht zuverlässig geschätzt werden können, entspricht der jeweilige Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss betrug zum 31. Dezember 2016 EUR 777 Mio (2015: EUR 1.626 Mio). Darin sind ausschließlich finanzielle Vermögenswerte held-fortrading enthalten. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte available-for-sale betrug zum 31. Dezember 2016 EUR 243 Mio (2015: EUR 149 Mio). Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten die Forderung aus dem Verkauf des 30%-Anteils an Rosebank, welche dem beizulegenden Zeitwert der erwarteten bedingten Gegenleistung entspricht und ergebnisneutral zum Fair Value bewertet wird (Level 3 Bewertung).

Der Betrag des bedingten Kaufpreises und der Zeitpunkt des Zahlungsflusses sind abhängig vom Datum der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner.

In den Ausleihungen sind Gesellschafterdarlehen an at-equity bewertete Beteiligungen enthalten, welche in Anhangangabe 37 detailliert beschrieben werden.

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung in Höhe von EUR 542 Mio (2015: EUR 568 Mio) gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen von OMV Petrom SA. Die Forderung besteht aus EUR 72 Mio (2015: EUR 53 Mio) für Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen und aus EUR 469 Mio (2015: EUR 515 Mio) für Rekultivierungskosten.Im April 2016 hat OMV an den rumänischen Staat die Streitfrage zu bestimmten, unbezahlten Forderungen hinsichtlich Verpflichtungen für Rekultivierungskosten und Umweltschutzmaßnahmen gewisser Bohrungen in Höhe von EUR 34 Mio bekannt gegeben. Beginnend mit der Bekanntgabe der Streitfrage hatten OMV und der rumänische Staat basierend auf der Privatisierungsvereinbarung 180 Tage Zeit, die Streitfragen gütlich beizulegen. Diese Frist ist am 19. Oktober 2016 ausgelaufen und OMV hat am 7. März 2017 ein Schiedsgerichtverfahren gegen den rumänischen Staat gemäß der ICC Regeln (International Chamber of Commerce, Paris/Frankreich) eingeleitet.

Fortgeführte Anschaffungskosten der Wertpapiere

EUR Mio
2016 2015
Anteile an sonstigen Unternehmen 39 44
Investmentfonds 6 6
Anleihen 96 97

Wertberichtigungen zu sonstigen finanziellen Forderungen 1)

EUR Mio
2016 2015
1. Jänner 196 179
Zuführung (+)/Auflösung (–) 56 12
Abgänge 0 – 1
Währungsdifferenzen 0 5
31. Dezember 252 196

1) Betrifft die übrigen sonstigen Forderungen innerhalb der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Buchwert der wertberichtigten sonstigen finanziellen Forderungen

EUR Mio
2016 2015
Vor Wertberichtigung 292 210
Nach Wertberichtigung 40 14

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen

EUR Mio
2016 2015
Bis 60 Tage überfällig 13 7
61 bis 120 Tage überfällig 11 6
Mehr als 120 Tage überfällig 0 17
Gesamt 24 29

19 Sonstige Vermögenswerte

Sonstige Vermögenswerte

EUR Mio
2016 2015
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Aktivische Abgrenzungen 47 9 57 20
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen 27 0 78 0
Sonstige geleistete Anzahlungen 52 0 54 0
Forderungen aus sonstigen Steuern / Sozialversicherung 45 57 87 52
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 27 3 98 9
Sonstige Vermögenswerte 198 70 374 81

20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

2016 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Wesentlichen die Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited, einen Upstream Vermögenswert in der Region Mittlerer Osten und Afrika sowie Randfelder in Rumänien. Die Position enthielt auch einen Windpark in Downstream Gas sowie Tankstellen in Tschechien und weitere nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte in Downstream Öl.

Zum 31. Dezember 2016 hat das Management erwartet, dass die Transaktionen innerhalb der nächsten 12 Monate abgeschlossen werden.

Zum 30. Juni 2016 wurde ein 30%-Anteil am Explorations-und Evaluierungsvermögenswert Rosebank (Großbritannien) in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert. Im Anschluss an die Umgliederung in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" wurde eine Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 326 Mio in den Explorationsaufwendungen für 2016 erfasst. Die Basis für die Wertminderung war der mit dem Käufer vereinbarte Kaufpreis unter Berücksichtigung einer Schätzung des bedingten Kaufpreisbestandteils (Level 3 Bewertung). Der Verkauf des 30%-Anteils an Rosebank wurde am 6. Oktober 2016 abgeschlossen.

Im Geschäftsbereich Upstream führte ein laufender Verkaufsprozess zur Umgliederung eines Upstream Vermögenswertes der Region Mittlerer Osten und Afrika in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" zum 30. September 2016. Dies hatte eine Zuschreibung vor Steuern des Vermögenswertes in Höhe von EUR 113 Mio in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Jahr 2016 zur Folge. Die Bewertung erfolgte auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Level 3 Bewertung), welcher vom erwarteten Verkaufspreis abgeleitet wurde.

Das Netto-Vermögen von OMV (U.K.) Limited wurde zum 30. September 2016 in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" umgegliedert. Im Anschluss an die Umgliederung in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" wurde eine Wertminderung vor Steuern der Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 493 Mio in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für 2016 erfasst. Die Basis für die Wertminderung war der mit dem Käufer vereinbarte Kaufpreis unter Berücksichtigung einer Schätzung des bedingten Kaufpreisbestandteils (Level 3 Bewertung).

Der Verkaufsprozess von OMV Petrol Ofisi, der 2016 begonnen hatte, führte zur Umgliederung des Netto-Vermögens von OMV Petrol Ofisi A.Ş., OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Petrol Ofisi Havacilik Operasyonlari A.Ş., Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi und Erk Petrol Yatırımları A.Ş. auf die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" zum 31. Dezember 2016. Im Anschluss an die Umgliederung in die Bilanzposition "Zu Veräußerungszwecken gehalten" wurde eine Wertminderung vor Steuern der Veräußerungsgruppe in Höhe von EUR 334 Mio, davon betreffend Firmenwert EUR 183 Mio, in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Bewertung erfolgte auf Basis des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten (Level 2 Bewertung), welcher vom vereinbarten Verkaufspreis abgeleitet wurde.

Die wesentlichen Kategorien von zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen OMV Petrol Ofisi und OMV (U.K.) Limited waren zum Abschlussstichtag wie folgt:

Wesentliche Kategorien von zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

EUR Mio
EUR Mio
OMV Petrol Ofisi OMV (U.K.) Ltd.
Immaterielle Vermögenswerte 393 228
Sachanlagen 269 662
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte 4
Latente Steuern 2 178
Langfristiges Vermögen 669 1.069
Vorräte 281 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 809 1
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte 66 4
Kassenbestand und Bankguthaben 236 9
Kurzfristiges Vermögen 1.392 16
Summe Aktiva 2.060 1.085
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 137
Sonstige Rückstellungen 5 5
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2
Latente Steuern 73
Langfristige Verbindlichkeiten 80 142
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 466 4
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 8 0
Ertragsteuerverbindlichkeiten 11
Sonstige Rückstellungen 21
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten 189 26
Kurzfristige Verbindlichkeiten 695 29
Summe Verbindlichkeiten 775 171

Das Eigenkapital der OMV Anteilseigner enthält EUR 148 Mio im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital kumulierte Beträge betreffend der Veräußerungsgruppe OMV (U.K.) Limited und EUR –1.127 Mio betreffend der Veräußerungsgruppe OMV Petrol Ofisi.

2015 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus Kissengas und einem Windpark in Downstream Gas sowie aus den Upstream Vermögenswerten Howe und Bardolino in Großbritannien. Des Weiteren beinhaltete die Position Tankstellen in Tschechien und weitere nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte im Geschäftsbereich Downstream Öl.

Für die Retail-Vermögenswerte in Tschechien, das Kissengas in Österreich und einen Windpark in Rumänien wurde 2015 vor der Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ein Wertminderungsaufwand in Höhe von EUR 34 Mio erfasst. Hinsichtlich der Bewertungshierarchie waren die Grundlagen für die erfassten Wertminderungen der vereinbarte Kaufpreis für die tschechischen Tankstellen (Stufe 2), notierte Marktpreise für das Kissengas (Stufe 2) und die für den Windpark erhaltenen Marktpreisindikationen (Stufe 2).

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

EUR Mio
2016 2015
Langfristiges Vermögen 1.785 58
Latente Steuern 193 1
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 1.181 35
Kassenbestand und Bankguthaben 245
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 3.405 94
Rückstellungen 331 30
Latente Steuern 73
Verbindlichkeiten 703 2
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 1.107 32

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte betrugen im Geschäftsbereich Upstream EUR 1.301 Mio (2015: EUR 10 Mio) und im Geschäftsbereich Downstream EUR 2.104 Mio (2015: EUR 84 Mio).

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten betrugen im Geschäftsbereich Upstream EUR 325 Mio (2015: EUR 25 Mio) und im Geschäftsbereich Downstream EUR 782 Mio (2015: EUR 7 Mio).

21 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2015: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2015: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2016 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Am 25. Mai 2011 wurde die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750.000.000 erfolgreich abgeschlossen. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital ist bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb konnte bis zum 16. November 2013 über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand war auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss bis zum selben Datum einzuziehen.

Der Vorstand war weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien konnten insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen, gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei konnte auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden konnte.

Am 7. Dezember 2015 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich des Konzerns liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,25% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,25% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swap-Satz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten entspricht verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

In der Hauptversammlung vom 16. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche aufgrund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.

Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen

Ergebnisses EUR Mio

2016 2015
Brutto Steuer Netto Brutto Steuer Netto
Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–)
Ertrag (+) Ertrag (+)1) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+)1) Ertrag (+)
Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
– 113 – 2 – 115 – 109 – 6 – 115
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung zur Veräußerung
verfügbarer finanzieller
Vermögenswerte 1 0 1 – 1 0 – 1
Gewinne (+)/Verluste (–) aus
der Bewertung von Hedges – 102 17 – 85 119 – 30 88
Gewinne (+)/Verluste(–) aus
der Neubewertung von
leistungsorientierten Plänen – 67 2 – 65 19 – 5 14
Auf at-equity bewertete
Beteiligungen entfallender
Anteil am sonstigen Ergebnis 45 2) n.a. 45 104 2) n.a. 104
Sonstiges Ergebnis des Jahres – 237 17 – 220 131 – 41 90

1) Enthält Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe. Weitere Details sind in Anhangangabe 11 zu finden 2) Stellt das Nettoergebnis (nach Steuern) dar

Für das Geschäftsjahr 2016 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,20 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung in 2017 zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2015 erfolgte im Mai 2016 und betrug EUR 326 Mio (EUR 1,00 je Aktie). 2015 betrug die Ausschüttung EUR 408 Mio (EUR 1,25 je Aktie).

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wird in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

Die eigenen Anteile entwickelten sich wie folgt:

Eigene Anteile

Anzahl der
Aktien
Anschaf
fungswert in
EUR Mio
1. Jänner 2015 1.015.102 11,1
Abgang – 102.278 – 1,1
31. Dezember 2015 912.824 10,0
Abgang – 88.455 – 1,0
31. Dezember 2016 824.369 9,1

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Im Umlauf
Anzahl der Eigene befindliche
Aktien Anteile Anteile
1. Jänner 2015 327.272.727 1.015.102 326.257.625
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 102.278 102.278
31. Dezember 2015 327.272.727 912.824 326.359.903
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 88.455 88.455
31. Dezember 2016 327.272.727 824.369 326.448.358

22 Nicht beherrschende Anteile

OMV hat folgende Gruppen von Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
EUR Mio
2016 2015
Auf nicht Auf nicht
beherr beherr
schende Kumu schende Kumu
Nicht Anteile lierte Nicht Anteile lierte
beherr entfal nicht beherr entfal nicht
Haupt schende lender beherr schende lender beherr
geschäfts Anteile Gewinn/ schende Anteile Gewinn/ schende
Tochterunternehmen sitz (%) Verlust Anteile (%) Verlust Anteile
OMV Petrom Konzern n.a. 49% 113 2.838 49% – 76 2.736
OMV PETROM SA Rumänien 49% 64 2.786 49% – 71 2.684
OMV PETROM MARKETING SRL Rumänien 49% 44 205 49% 39 196
TASBULAT OIL
CORPORATION LLP Kasachstan 49% – 1 – 87 49% – 19 – 84
KOM MUNAI LLP Kasachstan 52% – 13 – 145 52% – 32 – 127
Andere n.a. 19 79 6 67
OMV Gas Marketing & Trading
(OGMT) Gruppe n.a. – 4 36% – 124 – 140
OMV Gas Marketing &
Trading GmbH 1) Österreich – 4 36% – 125 – 141
Andere n.a. 0 36% 0 1
Gas Connect Gruppe n.a. 49% 3 140 n.a
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH Österreich 49% 2 139 n.a
AGGM Austrian Gas Grid
Management AG Österreich 74% 0 0 n.a
Tochterunternehmen mit einzeln
unwesentlichen nicht
beherrschenden Anteilen
n.a. 6 33 3 30
OMV Konzern n.a. n.a 118 3.011 n.a – 197 2.626

1) Vormals EconGas GmbH

Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein.

Die Haupttätigkeiten des OMV Petrom Konzerns sind Exploration nach und Produktion von Kohlenwasserstoffen (in Rumänien und Kasachstan), Raffineriebetrieb (in Rumänien), Verkauf von Erdölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien). OMV Petrom SA hält 95% an der KOM MUNAI LLP, folglich beträgt der nicht beherrschende Anteil 52%.

2016 hat OMV die nicht beherrschenden Anteile an OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) per 20. Mai 2016 übernommen. Die Haupttätigkeiten der OMV Gas Marketing & Trading (OGMT) Gruppe sind der Vertrieb und Handel von Erdgas in Zentraleuropa (Österreich, Deutschland, Italien, Ungarn und Kroatien).

Am 15. Dezember 2016 hat OMV den Verkauf eines Minderheitsanteiles an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH abgeschlossen. OMV hat 51% der Anteile und somit die Kontrolle über die Gesellschaft behalten. GAS CONNECT AUSTRIA GmbH betreibt ein rund 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und ist zuständig für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten für den inländischen Bedarf sowie für Exporte nach Europa.

Die folgenden Tabellen fassen Finanzinformationen in Bezug auf Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen zusammen:

EUR Mio
2016 2015
OMV GAS
CONNECT
AUSTRIA
OMV
Petrom SA OGMT 1) GmbH Petrom SA OGMT 1)
Umsatzerlöse 2.698 1.909 236 3.083 2.217
Jahresüberschuss 219 – 5 100 – 18 – 348
Gesamtergebnis des Jahres 209 – 5 95 – 30 – 348
davon nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnen
103 – 5 2 – 15 – 125
an nicht beherrschende Anteile gezahlte
Dividende
0 69

Gesamtergebnisrechnung

1) Vormals EconGas GmbH

Die Beträge in der vorherigen Tabelle sind Jahresbeträge, unabhängig vom Zeitpunkt der Änderung der nicht beherrschenden Anteile. Das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnende Ergebnis wurde für den Zeitraum des Bestehens der nicht beherrschenden Anteile berechnet.

Bilanz

EUR Mio
2016 2015
OMV
Petrom SA
OGMT 1) GAS
CONNECT
AUSTRIA
GmbH
OMV
Petrom SA
OGMT 1)
Kurzfristiges Vermögen 1.210 1.979 55 951 1.346
Langfristiges Vermögen 8.032 33 663 8.217 59
Kurzfristige Verbindlichkeiten 845 1.443 75 960 1.398
Langfristige Verbindlichkeiten 2.118 389 367 2.138 397

1) Vormals EconGas GmbH

Cashflow-Rechnung

EUR Mio
2016 2015
GAS
CONNECT
OMV AUSTRIA OMV
Petrom SA OGMT 1) GmbH Petrom SA OGMT 1)
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 872 58 143 1.302 – 79
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 558 – 459 – 36 – 996 0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 50 402 – 107 – 371 80
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider
Mittel 264 0 0 – 65 0

1) Vormals EconGas GmbH

Es gibt keine Schutzrechte nicht beherrschender Anteile, die die Fähigkeit von OMV, Zugang zu Vermögenswerten zu haben oder diese zu nutzen und die Schulden zu begleichen, wesentlich beschränken.

23 Rückstellungen

In der Berichtsperiode entwickelten sich die Rückstellungen wie folgt:

Rückstellungen

EUR Mio
Pensionen
und Rück
ähnliche stellung Sonstige
Verpflich für Rekulti Rück
tungen vierung stellungen Gesamt
1. Jänner 2016 1.045 3.442 953 5.440
Währungsdifferenz 0 48 4 52
Konsolidierungskreisänderungen 0 144 3 147
Verbrauch – 62 – 66 – 211 – 339
Fondsdotierung – 15 0 0 – 15
Zuweisung 119 124 244 487
Umbuchungen – 24 0 24 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten – 5 – 281 – 30 – 315
31. Dezember 2016 1.057 3.412 988 5.457
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2016] [—] [92] [435] [527]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2016] [—] [100] [418] [517]

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

OMV hat an Mitarbeiter in Österreich und Deutschland Pensionszusagen in Form von beitrags- und leistungsorientierten Pensionszusagen gegeben. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.

Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren österreichischen OMV Gesellschaften wurde in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen.

Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, welche bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsan- spruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt.

In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Die Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.

Rückstellungen für Lösungskosten werden für unwiderrufbare Zusagen im Rahmen von Personallösungen im OMV Konzern gebildet.

Die Entwicklung der leistungsorientierten Pensionspläne und Abfertigungen stellt sich wie folgt dar:

EUR Mio
2016 2015 2014 2013 2012
Barwert der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 764 728 745 668 639
Marktwert des Planvermögens – 453 – 460 – 471 – 461 – 460
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 311 268 274 207 179
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten
Verpflichtung 479 497 530 508 493
Rückstellung der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 479 497 530 508 493
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen 144 150 163 146 109
Gesamt 935 915 967 861 780

Leistungsorientierte Pensionspläne und Abfertigungen

Die Entwicklung der Rückstellung für Jubiläumsgelder, Lösungskosten und andere Leistungen an Arbeitnehmer stellt sich wie folgt dar:

Jubiläumsgelder, Lösungskosten und andere Leistungen an Arbeitnehmer
EUR Mio
2016 2015 2014 2013 2012
Rückstellung für Jubiläumsgelder 33 31 32 30 30
Rückstellung für Lösungskosten 119 127 138 134 166
[davon kurzfristige Rückstellung für Lösungskosten] [52] [51] [49] [39] [59]
Rückstellungen für andere Leistungen an
Arbeitnehmer 22 23 28 36 60
Gesamt 174 182 198 200 256

Barwert der Verpflichtungen

EUR Mio

2016 2015
Jubiläums Jubiläums
gelder, gelder,
Lösungs Lösungs
kosten und kosten und
andere andere
Pensionen Leistungen Pensionen Leistungen
und Abferti an Arbeit und Abferti an Arbeit
gungen nehmer gungen nehmer
Barwert der Verpflichtungen zum 1. Jänner 1.375 182 1.438 198
Währungsdifferenz 0 0 – 1 0
Zu Veräußerungszwecken gehaltene
Verbindlichkeiten – 5 0
Laufender Dienstzeitaufwand 9 3 12 3
Zinsaufwand auf die Verpflichtung 31 3 33 4
Auszahlungen – 92 – 54 – 90 – 49
Erwartete Verpflichtung zum 31. Dezember 1.319 134 1.391 155
Tatsächliche Verpflichtung zum 31. Dezember 1.388 174 1.375 182
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) 69 – 16
davon aufgrund demografischer Annahmen 1
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen 93 – 13
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen – 25 – 3
Neubewertung (erfolgswirksam) 40 26

Der Marktwert des Planvermögens der über eine Pensionskasse finanzierten leistungsorientierten Pensionspläne entwickelte sich wie folgt:

Marktwert des Planvermögens

EUR Mio
2016 2015
VRG IV VRG VI Summe VRG IV VRG VI Summe
Marktwert des Planvermögens zum 1. Jänner 301 159 460 300 171 471
Zinserträge 7 4 11 7 4 11
Fondsdotierung 4 11 15 6 6 12
Auszahlungen – 19 – 16 – 35 – 19 – 17 – 37
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) 5 – 3 2 8 – 5 3
Marktwert des Planvermögens zum 31. Dezember 298 155 453 301 159 460

Rückstellungen und entsprechende Aufwendungen der Periode entwickelten sich wie folgt:

Rückstellungen und Aufwendungen

EUR Mio
2016 2015
Jubiläums Jubiläums
gelder, gelder,
Lösungs Lösungs
kosten und kosten und
andere andere
Pensionen Leistungen Pensionen Leistungen
und Abferti an Arbeit und Abferti an Arbeit
gungen nehmer gungen nehmer
Rückstellung zum 1. Jänner 915 182 967 198
Periodenaufwand 30 6 33 7
Fondsdotierung – 15 – 12
Auszahlungen – 57 – 54 – 53 – 49
Währungsdifferenz 0 0 – 1 0
Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten – 5
Neubewertung 67 – 19
davon aufgrund demografischer Annahmen 1
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen 91 – 13
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen – 25 – 6
Neubewertung (erfolgswirksam) 40 26
Rückstellung zum 31. Dezember 935 174 915 182
Laufender Dienstzeitaufwand 9 3 12 3
Nettozinsaufwand 20 3 22 4
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der
Periode 30 6 33 7

Die gesamten Pensionskassenbeiträge für Vorstandsmitglieder und frühere Vorstandsmitglieder beliefen sich 2016 auf EUR 1 Mio (2015: EUR 1 Mio).

Im Zinsaufwand waren Aufwendungen aus der Aufzinsung von Lösungskosten in Höhe von EUR 1 Mio (2015: EUR 2 Mio) enthalten.

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember

2016 2015
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen Jubiläen pläne gungen Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 1,61% 1,13% 1,36% 2,25% 2,25% 2,25%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 3,00% 3,25% 3,25% 3,25%
Pensionstrend 1,6−1,8% 1,6−1,8%

Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche aktuarielle Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den bilanzierten Werten der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen Veränderungen wie folgt:

Sensitivitäten

2016
Kapitalmarktzinssatz
Gehaltstrend
Fluktuation
+0,50% – 0,50% +0,25% – 0,25% doppelt halbe
Pensionspläne – 5,71% 6,31% 3,22% – 3,06%
Abfertigungen – 3,99% 4,26% 2,03% – 1,97%
Jubiläen – 4,88% 5,34% 2,56% – 2,46% – 3,96% 2,28%

Durchschnittliche Laufzeiten und Laufzeitprofile sind wie folgt:

Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pensionspläne zum 31. Dezember

EUR Mio
2016
Laufzeitprofile Durchschnitt
liche Laufzeiten
(Duration)
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren
Pensionspläne 341 276 626 12
Abfertigungen 41 40 64 8
Jubiläen 13 7 14 10

Zahlungswirksame durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile zum 31. Dezember

EUR Mio
2016
Laufzeitprofile Durchschnitt
liche Laufzeiten
(Duration)
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre in Jahren
Pensionspläne 354 312 909 14
Abfertigungen 46 53 117 12
Jubiläen 14 9 54 17

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

2016 2015
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 22,59% 9,34% 23,36% 6,22%
Schuldverschreibungen 61,86% 11,87% 59,19% 29,26%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 12,03% 78,79% 14,22% 64,52%
Sonstige 3,52% 3,23%
Summe 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe VRG IV ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten- /Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Die Investitionspolitik für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI erfolgt nach einem Modellansatz, der auf Value-at-Risk Berechnungen basiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgt und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll. Gleichzeitig soll aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben. Das langfristige Anlageziel der VRG VI ist es stabile, berechenbare Renditen zu erwirtschaften, um die bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen aus dem Plan bestmöglich zu decken. Um die Effektivität der Portfolioverwaltung zu erleichtern, wird das Portfolio mit einer Futures Overlay Strategie aufgebaut. Das Basisportfolio besteht aus kurzfristigen Staatsanleihen. Für sämtliche Vermögenskategorien der VRG VI sind aktive Marktpreise vorhanden.

Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG IV lag 2016 mit 5,4% knapp unter der Benchmark-Rendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG VI war leicht positiv mit 1,1%.

Im Jahr 2017 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2016 im Ausmaß von EUR 9 Mio an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der aktivierten Anlagenentfernungskosten und der Rekultivierungsrückstellungen dargestellt. Bei Änderungen in den Parameterannahmen wird der Effekt in der betreffenden Periode erfasst. Wenn sich der Wert erhöht, wird der Anstieg über die Restlaufzeit des Vermögenswerts abgeschrieben, vermindert sich der Wert, wird die Reduktion vom bereits aktivierten Vermögenswert abgezogen.

Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

EUR Mio
Buchwert
1. Jänner 2016 3.442
Währungsdifferenz 48
Konsolidierungskreisänderungen 144
Neue Verpflichtungen 44
Erhöhung aus Parameteränderung 65
Kürzung aus Parameteränderung – 74
Aufzinsung 89
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten – 281
Verbrauch – 66
31. Dezember 2016 3.412
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2016] [92]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2016] [100]

Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Diskontierungszinssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von zirka EUR 250 Mio führen.

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthält Verpflichtungen von OMV Petrom SA in Höhe von EUR 1.787 Mio (2015: EUR 1.804 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom Rumänischen Staat refundiert werden. Zum 31. Dezember 2016 weist OMV Petrom SA eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat von EUR 542 Mio (2015: EUR 568 Mio) aus, welche als sonstiger finanzieller Vermögenswert dargestellt wird (siehe Anhangangabe 18).

Sonstige Rückstellungen

EUR Mio
2016 2015
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Umweltschutzkosten 16 78 22 37
Sonstige Personalrückstellungen 124 18 130 13
Sonstige 295 457 265 485
Sonstige Rückstellungen 435 553 418 535

In den sonstigen Personalrückstellungen sind u.a. kurzfristige Lösungskosten in Höhe von EUR 52 Mio (2015: EUR 51 Mio) enthalten. Die Position Sonstige enthält zudem EUR 3 Mio (2015: EUR 3 Mio) kurzfristige und EUR 52 Mio (2015: EUR 66 Mio) langfristige Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit aktiven und ehemaligen Dienstnehmern betreffend verschiedene Klagen aus der unterschiedlichen Interpretation einzelner Bestimmungen des Kollektivvertrags von OMV Petrom SA.

In der Position Sonstige sind Rückstellungen für belastende Verträge in Höhe von EUR 467 Mio (2015: EUR 413 Mio) enthalten, die im Wesentlichen auf langfristig abgeschlossene Transport- und LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH, auf reservierte Gasleitungskapazitäten in Norwegen und auf bestimmte Tankstellen in Österreich zurückzuführen sind.

2012 hat OMV eine Rückstellung für einen langfristigen, unkündbaren Vertrag für Regasifizierungs- und Speicherkapazität gebildet, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der europäischen Marktbedingungen für LNG-Terminalkapazitäten belastend wurde. Der Barwert der Rückstellung per 31. Dezember 2016 betrug EUR 318 Mio (2015: EUR 336 Mio). Die Rückstellung wurde für unvermeidbare Verluste aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gebildet. Dabei wurden Kosten und Erträge aus dem zukünftigen Erwerb von LNG-Volumen berücksichtigt, da die Regasifizierung und der anschließende Verkauf des Gases zur Deckung der Fixkosten beitragen. Die Mengenannahmen spiegeln die beste Schätzung des Managements bezüglich der in Zukunft verfügbaren LNG-Volumina wider. Die Preise basieren, sofern verfügbar, auf ForwardPreisen. Sind keine Forward-Preise vorhanden, stellen die Preise die beste Schätzung des Managements dar, wobei diese sich an gegenwärtigen Marktpreisen oder an Forward-Preisen vergangener Perioden orientieren. Die Berechnung basiert auf einem Diskontierungszinssatz von 4,4% (2015: 4,5%). Eine 50%ige Reduktion des geplanten LNG-Volumens oder der LNG-Marge würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 193 Mio führen. Des Weiteren würde ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Diskontierungssatz eine zusätzliche Rückstellung von EUR 22 Mio auslösen.

Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen von OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2016 EUR 98 Mio (2015: EUR 62 Mio). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Nutzen aus der Nutzung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungszinssatz betrug 4,4% (2015: 4,5%). Neben dem Diskontierungszinssatz sind die Schlüsselannahmen die von dem relevanten Gas Hub erwarteten Preise. Diese Preise basieren, wenn verfügbar, auf den Forward Preisen und auf den Managementannahmen für die Restlaufzeit des Vertrages.

Emissionszertifikate

Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern für 2016 in Summe 5.223.388 Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2015: 6.169.811), davon entfallen 2.608.152 auf die OMV Petrom SA (2015: 2.611.848). Der Marktwert der Emissionszertifikate betrug zum 31. Dezember 2016 EUR 53 Mio (31. Dezember 2015: EUR 86 Mio).

Zum Bilanzstichtag verfügte OMV über 8.106.822 Emissionszertifikate. Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen 2016 werden 2017 voraussichtlich 6.177.866 Emissionszertifikate zurückgegeben werden.

2016 2015
Emissionszertifikate zum 1. Jänner 10.446.287 9.135.247
Zuteilung für das Jahr 5.223.388 6.169.811
Rückgabe für tatsächliche Emissionen des Vorjahres – 7.443.829 – 5.633.323
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres 1) – 119.024 774.552
Emissionszertifikate zum 31. Dezember 8.106.822 10.446.287

Entwicklung der Emissionszertifikate

1) Zukäufe werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet

Im Falle einer Unterdeckung an Emissionszertifikaten wäre durch eine Rückstellung vorgesorgt. Weder zum 31. Dezember 2016 noch zum 31. Dezember 2015 bestand für den OMV Konzern eine Unterdeckung.

24 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten

EUR Mio
2016 2015
Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Anleihen 38 3.725 3.763 295 3.721 4.016
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 222 1.012 1.234 200 871 1.071
[davon gegenüber Banken] [222] [865] [1.087] [200] [871] [1.071]
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 3.731 3.731 3.380 3.380
[davon gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen] [37] [—] [37] [28] [—] [28]
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.169 409 1.578 2.341 410 2.750
Sonstige Verbindlichkeiten 828 155 983 1.074 160 1.234
[davon gegenüber at-equity bewerteten
Beteiligungen] [11] [146] [157] [11] [157] [168]
Zu Veräußerungszwecken gehaltene
Verbindlichkeiten 1.107 1.107 32 32
Gesamt 7.095 5.301 12.396 7.320 5.162 12.482

Anleihen

Begebene Anleihen

2016 2015
Buchwert zum
31. Dezember
Buchwert zum
31. Dezember
Nominale Kupon Rückzahlung in EUR Mio in EUR Mio
Internationale
Industrieanleihe EUR 250.000.000 5,25% fix 22.06.2016 257
EUR 750.000.000 0,60% fix 19.11.2018 750 750
EUR 500.000.000 1,75% fix 25.11.2019 499 498
EUR 500.000.000 4.375% fix 10.02.2020 518 518
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021 501 501
EUR 750.000.000 2.625% fix 27.09.2022 748 747
EUR 750.000.000 3,5% fix 27.09.2027 747 746
Gesamt 3.763 4.016

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Einige der verzinslichen Kredite beinhalten Finanzklauseln, die im Wesentlichen adaptierte Eigenkapitalquoten, den Cashflow aus der Betriebstätigkeit ohne Zinsaufwand sowie das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) betreffen.

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeiten:

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten EUR Mio

2016 2015
99 33
161 461
260 494
161 461
1.157 98
754 1.148
578 598
565 570
1.682 2.178
4.898 5.053

Gliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten nach Währungen und Zinssätzen

EUR Mio
2016 2015
Gewogener Gewogener
Durchschnitts Durchschnitts
zinssatz zinssatz
Finanzverbindlichkeiten 1) Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche
Fixe Zinssätze EUR 4.077 2,73% 4.313 2,97%
USD 38 2,28% 37 2,28%
Gesamt 4.114 2,73% 4.349 2,96%
Variable Zinssätze EUR 531 1,06% 543 1,21%
USD 253 2,15% 161 2,29%
Gesamt 784 1,41% 704 1,46%
Sonstige kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten
EUR 60 0,53% 19 0,50%
USD 39 1,48%
RON 1 0,50%
TRY 12 8,35%
HUF 0 2,18%
NOK 2 1,40%
Gesamt 99 0,91% 33 3,40%

1) Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Finanzierungen

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt EUR 4.997 Mio (2015: EUR 5.087 Mio) sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Der beizulegende Zeitwert der Anleihen betrug EUR 4.228 Mio (2015: EUR 4.348 Mio) zum Bilanzstichtag. Dieser wurde auf Basis der vorhandenen Marktwerte zum Bilanzstichtag ermittelt und somit als Bewertung gemäß Stufe 1 klassifiziert.

Der beizulegende Zeitwert der sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten (Stufe 2 Bewertung – beobachtbare Inputs) ist durch die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenem Zinssatz, der am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig war, ermittelt und betrug EUR 1.288 Mio (2015: EUR 1.101 Mio).

Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Anleihen und der sonstigen verzinslichen Verbindlichkeiten betrug insgesamt EUR 5.515 Mio (2015: EUR 5.449 Mio), wovon EUR 4.616 Mio (2015: EUR 4.709 Mio) auf fix verzinsliche und EUR 899 Mio (2015: EUR 739 Mio) auf variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten entfallen.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

EUR Mio
---------
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2016
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 70 70
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 793 48 840
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 16 263 278
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 291 99 390
Gesamt 1.169 409 1.578
2015
Verbindlichkeiten gegenüber at-equity bewerteten Beteiligungen 1 0 1
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 91 0 91
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 1.604 93 1.696
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 278 290
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 634 39 672

Fair-Value-Anpassungen der Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis verbucht. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten sind finanzielle Verbindlichkeiten at-fair-value-through-profit-or-loss. Sämtliche andere Positionen sind als Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, zu klassifizieren.

Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Finanzierungsleasingverbindlichkeiten betrug EUR 403 Mio (2015: EUR 403 Mio) und wurde durch die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenen Zinssätzen, die am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig waren, ermittelt und ist somit als Stufe 2 Bewertung (beobachtbare Inputs) klassifiziert worden.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:

Finanzverbindlichkeiten

EUR Mio

≤1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre Gesamt
2016
Anleihen 102 2.606 1.677 4.386
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 228 955 70 1.254
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.731 3.731
Verbindlichkeiten aus Derivaten 863 48 911
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 352 175 429 956
Gesamt 5.277 3.785 2.176 11.238
2015
Anleihen 365 2.142 2.244 4.751
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 208 735 196 1.138
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.380 3.380
Verbindlichkeiten aus Derivaten 1.680 93 1.772
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 657 133 448 1.239
Gesamt 6.290 3.102 2.889 12.281

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten EUR Mio Kurzfristig Langfristig Gesamt 2016 Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 656 — 656 Fremde Vorauszahlungen 78 153 231 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 93 2 95 Gesamt 828 155 983 2015 Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 797 — 797 Fremde Vorauszahlungen 170 158 329

Die langfristigen Vorauszahlungen beinhalten hauptsächlich die nicht rückzahlbare Vorauszahlung der Entgelte aus dem Lager- und Dienstleistungsvertrag seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach.

Übrige sonstige Verbindlichkeiten 106 1 108 Gesamt 1.074 160 1.234

Der Buchwert der sonstigen Verbindlichkeiten entspricht dem beizulegenden Zeitwert, da es sich hauptsächlich um kurzfristige Verbindlichkeiten handelt.

Für Details hinsichtlich zu Veräußerungszwecken gehaltener Verbindlichkeiten wird auf die Anhangangabe 20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten verwiesen.

25 Latente Steuern

Latente Steuern
EUR Mio
Aktive
latente
Steuern
(inkl. nicht Nicht
angesetzter angesetzte Angesetzte
aktiver aktive aktive Passive
latenter latente latente latente
Steuern) Steuern Steuern Steuern
2016
Immaterielle Vermögenswerte 104 30 74 101
Sachanlagen 204 152 52 1.027
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9 5 4 24
Vorräte 19 3 16 13
Derivate 160 21 139 151
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 47 15 32 45
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden 681 681 560
Unversteuerte Rücklagen 0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 176 132 44 8
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 1.006 52 953 0
Sonstige Rückstellungen 152 76 76 34
Verbindlichkeiten 71 38 33 33
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 ( 3) Z 2 KStG) 821 450 372
Verlustvorträge 1.045 688 357
Outside basis Differenzen 1 1
Gesamt 4.496 1.663 2.834 1.997
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 1.801 – 1.801
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden – 193 – 73
Latente Steuern laut Bilanz 839 122

Latente Steuern

EUR Mio

Aktive
latente
Steuern
(inkl. nicht Nicht
angesetzter angesetzte Angesetzte
aktiver aktive aktive Passive
latenter latente latente latente
Steuern) Steuern Steuern Steuern
2015
Immaterielle Vermögenswerte 174 84 89 347
Sachanlagen 262 171 91 1.524
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9 6 2 18
Vorräte 29 1 27 14
Derivate 160 47 113 192
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 50 11 38 32
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden 2 2 1
Unversteuerte Rücklagen 1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 166 123 43 6
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und
Umweltschutzkosten 987 83 905 0
Sonstige Rückstellungen 118 69 48 34
Verbindlichkeiten 41 11 30 7
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 863 418 444
Verlustvorträge 1.610 644 966
Gesamt 4.470 1.671 2.798 2.176
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten – 1.947 – 1.947
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten
umgegliedert wurden – 1
Latente Steuern laut Bilanz 850 229

Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen und Abschreibungen sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen.

Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden, beziehen sich 2016 insbesondere auf die Veräußerungsgruppen OMV (U.K.) Limited und OMV Petrol Ofisi und umfassen hauptsächlich latente Steuern auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Verlustvorträge.

Latente Steuern werden auf einbehaltene Gewinne von Konzerngesellschaften in der Regel dann berücksichtigt, wenn es keine Möglichkeit gibt, diese Beträge steuerfrei beim Mutterunternehmen zu vereinnahmen.

Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, welche entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, belief sich auf EUR 540 Mio, wovon EUR 221 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen sind (2015: EUR 327 Mio, davon EUR 263 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar). Die Realisierbarkeit der angesetzten aktiven latenten Steuern wurde aus Basis von detaillierten Steuerplanungen festgestellt.

Zum 31. Dezember 2016 waren steuerliche Verlustvorträge von EUR 4.566 Mio vorhanden (2015: EUR 4.226 Mio). Davon wurden EUR 1.971 Mio (2015: EUR 1.775 Mio) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellt sich wie folgt dar:

Steuerliche Verlustvorträge

EUR Mio
Basiswert
(vor Wertberichtigung) davon nicht angesetzt
2016 2015 2016 2015
2016 10 10
2017 5 6 3 5
2018 35 40 27 36
2019 115 192 89 112
2020 36 213 34 94
2021 103 90
Nach 2021/2020 152 148 108 124
Unbegrenzt 4.121 3.618 2.244 2.069
Gesamt 4.566 4.226 2.595 2.451

Zum 31. Dezember 2016 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 3.866 Mio

(2015: EUR 3.660 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.

Ergänzende Angaben zur Finanzlage

26 Cashflow-Rechnung

Liquide Mittel werden in Anhangangabe 4.3q) beschrieben und bestanden 2016 und 2015 im Wesentlichen aus Bankguthaben. Über das Bankguthaben der OMV Supply & Trading Limited kann nicht zur Gänze frei verfügt werden, da EUR 53 Mio als Sicherheit für ein Dokumentenakkreditiv gesperrt sind.

Der Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von EUR 54 Mio ist in unten stehender Tabelle aufgegliedert und steht in Zusammenhang mit dem Erwerb von FE-Trading GmbH und FE-Trading trgovina d.o.o. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem an den Verkäufer bezahlten Kaufpreis in Höhe von EUR 26 Mio sowie der Tilgung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und von sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 31 Mio, abzüglich übernommener liquider Mittel.

Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Unternehmen

EUR Mio
2016 2015
Bezahlter Kaufpreis 26
Tilgung von finanziellen Verbindlichkeiten 31
Abzüglich übernommener liquider Mittel – 3
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Tochterunternehmen 54

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zeigte einen Netto-Mittelabfluss von EUR 74 Mio (2015: Mittelzufluss von EUR 758 Mio). 2016 wurden eine Anleihe sowie langfristige Schulden rückgezahlt, was zum Teil durch Neuaufnahmen von langfristigen Schulden kompensiert wurde. Davon betrafen EUR 147 Mio langfristige Finanzierungen des Minderheitsgesellschafters der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH. 2015 kam es zu einem signifikanten Netto-Mittelzufluss resultierend aus der Begebung von Hybridschuldverschreibungen in Höhe von EUR 1.490 Mio sowie aus Neuaufnahmen langfristiger Kredite, teilweise kompensiert durch die Rückzahlung der US-Kapitalmarktanleihe, anderer lang- und kurzfristiger Schulden und Finanzierungsleasings.

2016 erwarb die OMV die restlichen nicht beherrschenden Anteile an OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) um EUR 3. Des Weiteren wurde ein Beitrag von EUR 36 Mio von ehemaligen Minderheitsgesellschaftern der OMV Gas Marketing & Trading GmbH erhalten. Zusätzlich gab es 2016 einen wesentlichen Mittelzufluss in Höhe von EUR 454 Mio aus dem Verkauf des 49%igen Minderheitsanteils an GAS CONNECT AUSTRIA GmbH. 2015 beinhaltete diese Position einen Netto-Mittelabfluss in Höhe von EUR 12 Mio aus der Akquisition der restlichen nicht beherrschenden Anteile (1,2%) an OMV Petrol Ofisi A.Ş.

2016 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen, wie bereits in 2015, im Wesentlichen die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.

27 Haftungsverhältnisse

Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden. Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits besteht.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows der näheren Zukunft haben wird.

OMV hat Eventualverbindlichkeiten in Höhe von EUR 27 Mio (2015: EUR 48 Mio) im Zusammenhang mit den aufgeschobenen Kaufpreiskomponenten aus dem 2014 erfolgten Erwerb eines erhöhten Anteils an

Lizenzen im Gebiet westlich der Shetlandinseln (Großbritannien). Die Eventualverbindlichkeiten sind von erfolgreichen Bohrungen im Blackrock Explorationsgebiet abhängig.

2016 kündigte die bulgarische Kommission für Wettbewerbsschutz (Bulgarian Commission for Protection of Competition (CPC)) die Einleitung von mehreren Ermittlungen zu Verletzungen von Wettbewerbsregeln auf dem Treibstoffmarkt an, wobei OMV Bulgaria OOD einer der betroffenen Händler auf dem bulgarischen Markt war. Die CPC hat eine allgemeine Beschwerde und sechs Disclosure Rulings für jedes untersuchte Unternehmen eingebracht. OMV Bulgaria OOD hat gegen die Disclosure Rulings der CPC Beschwerde eingereicht. Unter Berücksichtigung aller möglichen Anfechtungswege sollte die endgültige Entscheidung des Gerichtshofs bezüglich der eventuellen Sanktionen frühestens in drei Jahren zu erwarten sein (die Sanktionen für Kartellrechtsverletzungen betragen bis zu 10% des Gesamtumsatzes des der Feststellung vorangegangenen Geschäftsjahres). Am Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2016 war keine verlässliche Schätzung eines möglichen Mittelabflusses möglich und ein solcher Mittelabfluss wird vom Management nicht als wahrscheinlich erachtet. Daher wurde keine Rückstellung erfasst.

Abhängig von den Anforderungen der lokalen Umweltbehörden können die Konzernaktivitäten in Rumänien im Zusammenhang mit der Raffinierung von Mineralölerzeugnissen die Verpflichtung zur Bodensanierung nach der Beendigung der Aktivitäten begründen. Die Erstellung einer Fachstudie zur Bestimmung des Umfangs etwaiger Verschmutzungen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der bestehenden Betriebseinrichtungen nicht möglich. Für den Raffineriestandort Arpechim konnte daher am Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2016 der Umfang der potenziellen Sanierungsverpflichtung nicht verlässlich beurteilt werden und es wurde keine Rückstellung erfasst.

OMV Petrom SA unterliegt Ende 2016 einer partiellen Betriebsprüfung in Bezug auf Erdöl- und Gaslizenzgebühren für die Perioden 2011–2015. Aufgrund unterschiedlicher Interpretationen der Gesetzeslage für die Berechnung der Gaslizenzgebühren wurde die Betriebsprüfung bis zur Klärung der Rechtsgrundlage ausgesetzt. OMV Petrom SA ist davon überzeugt, alle relevanten gesetzlichen Anforderungen gänzlich erfüllt zu haben, und erachtet daher einen möglichen Mittelabfluss als unwahrscheinlich. Dementsprechend wurde keine Rückstellung im Konzernabschluss erfasst.

28 Risikomanagement

Kapitalrisikomanagement

Das Kapitalrisikomanagement im OMV Konzern ist Teil des Value Managements und orientiert sich an den zwei zentralen Steuerungsgrößen Return On Average Capital Employed (ROACE) und Verschuldungsgrad (Gearing Ratio). OMV steht zu einem langfristigen Verschuldungsgrad-Ziel von bis zu 30%.

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich geplanten operativen sowie finanziellen Zahlungsströme auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge werden der monatlich geplanten Nettoliquiditätsentwicklung die zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen hinsichtlich Kapitalbindung dar.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2016 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios des OMV Konzerns 4,6 Jahre (31. Dezember 2015: knapp über fünf Jahre).

Das operative Liquiditätsmanagement des Konzerns wird zentral durchgeführt und umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer dieses Prozesses und somit zum optimalen Nutzen des Konzerns gesteuert werden.

Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 24.

Politisches Risiko

Der Konzern ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Unsicherheiten sind (Libyen, Jemen, Pakistan, Tunesien sowie die Türkei). Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion, wie auch höhere Steuerraten, Restriktionen auf ausländisches Eigentum bis hin zur Enteignung könnten die Folge politischer Veränderungen sein, die sich auch auf die finanzielle Struktur des Konzerns auswirken könnte.

Marktrisiko

Zur Steuerung von Marktrisiken werden derivative und nicht-derivative Instrumente bei Bedarf eingesetzt, die sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können. In der Regel werden Derivate hauptsächlich zur Reduzierung von Risiken aus Grundgeschäften eingesetzt.

Derivate sind Verträge, deren Wert sich von einem oder mehreren zugrunde liegenden Finanzinstrumenten, Indizes oder Preisen ableitet, die im Vertrag definiert sind. Der erstmalige Ansatz von derivativen Instrumenten erfolgt ab Geltung der vertraglichen Bestimmungen, also ab Entstehen von Anspruch und Verpflichtung. Die Ausbuchung erfolgt bei Wegfall bzw. Übertragung der vertraglichen Rechte und Pflichten.

Risikomanagement von Güterpreisen

Um den Konzern-Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen, wurden derivative Instrumente zu Absicherungszwecken abgeschlossen. Im Jahr 2016 wurden mehrere Swaps sowohl für Öl- als auch Gasvolumina abgeschlossen, der EBIT-Beitrag dieser Absicherungsgeschäfte belief sich auf EUR –18 Mio (Öl: EUR 18 Mio, Gas: EUR –36 Mio). Für die derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung, das Ergebnis wurde zur Gänze in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Aus den in 2015 abgeschlossenen Ölpreisabsicherungen wurde ein Bewertungsgewinn von EUR 12 Mio in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycled"). Dadurch beläuft sich der gesamte EBIT-Beitrag dieser Hedges auf EUR –6 Mio (Öl: EUR 30 Mio, Gas: EUR –36 Mio).

Im Jahr 2015 wurden die Erlöse aus dem Verkauf von Rohöl im Zeitraum von Juli 2015 bis Juni 2016 mithilfe eines "Zero-Cost-Collar" Programms abgesichert. Bis August 2015, als OMV die Ölpreisabsicherungen für die Periode von Q4/15 bis inklusive Q2/16 monetisiert hat, wurde die Transaktion als Cashflow-Hedge verbucht, was 2015 zu einem positiven EBIT-Beitrag von EUR 74 Mio geführt hat. Weiters wurde ein Bewertungsgewinn von EUR 12 Mio auf die Hedging-Instrumente für den Zeitraum Jänner bis Juni 2016 im sonstigen Ergebnis berichtet.

Operatives Risikomanagement

Im Downstream Gas-Geschäft werden zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite OTC-Swaps, Optionen, Futures sowie Forwards eingesetzt. Ziel ist das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.

Im Downstream Öl-Geschäft werden derivative Instrumente im begrenzten Ausmaß sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Produktmarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.

Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu gewinnen, wurde im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel betrieben.

Zur Sicherung des kurzfristigen Marktpreisrisikos im Bereich Supply, Marketing und Trading werden für Einkäufe wie Verkäufe börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) eingesetzt. Das Ergebnis aus solchen Sicherungsgeschäften wird Downstream Öl zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.

Die nachfolgenden Tabellen legen Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalwert ist Brutto erfasst, stellt den Wert des den Derivaten zugrunde liegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts. Der Nominalwert gibt das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lässt weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.

Die Stichtagsbetrachtung der Nominal- und Marktwerte der Commodity-Kontrakte zum 31. Dezember zeigt folgendes Bild:

Nominal- und Marktwerte der Kontrakte

EUR Mio
2016 2015
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Upstream
Commodity-Optionen 2.213 0
Commodity-Öl-Swaps 325 – 4
Commodity-Gas-Swaps 615 – 39
Downstream
Downstream Öl
Commodity-Futures 4.124 – 16 6.289 26
Commodity-Swaps 4.344 – 17 6.865 14
Downstream Gas
Commodity-Swaps 15 6 8 0
Commodity-Futures 51 0 411 – 73
Commodity-Forwards 6.756 – 25 4.689 37

Die Marktwerte verteilten sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

Marktwerte

EUR Mio

2016 2015
Marktwert Marktwert Marktwert Marktwert
Nominale aktiv passiv Nominale aktiv passiv
Cashflow-Hedges
Downstream Öl-Swaps 1.228 38 – 70 664 171 – 94
Derivate held-for-trading
Upstream Optionen 2.213 68 – 68
Upstream Öl-Swaps 325 1 – 5
Upstream Gas-Swaps 615 8 – 47
Downstream Öl-Futures 4.124 189 – 205 6.289 729 – 703
Downstream Öl-Swaps 3.116 67 – 51 6.201 255 – 318
Downstream Gas-Swaps 15 6 0 8 0 0
Downstream Gas-Futures 51 3 – 3 411 3 – 76
Downstream Gas-Forwards 6.756 501 – 526 4.689 564 – 527

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich EUR Mio

Periode der
erwarteten
Cashflows bei
Cashflow-Hedges
Wertänderung
direkt im
sonstigen
Ergebnis gezeigt
[davon:
Umgliederung
aus dem
sonstigen
Ergebnis über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
2016
Upstream-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen bis Q2/16 – 12 [– 12]
Downstream Öl-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent bis Q2/17 66 [61]
Swaps fix vs. floating – Produkte bis Q4/17 – 157 [– 108]
2015
Upstream-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen bis Q2/16 12 [– 38]
Downstream Öl-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent bis Q4/16 110 [68]
Swaps fix vs. floating – Produkte bis Q4/17 – 4 [– 15]
Downstream Gas-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Erdgas bis Q1/15 0 [0]

Im Downstream Öl-Geschäft werden zwei Arten von Cashflow-Hedges durchgeführt: die Absicherung künftiger Raffineriemargen sowie die Absicherung der Bestände.

Beim Hedging der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen zu sichern. Die Absicherung von Rohöl erfolgt dabei als Kauf fix und Verkauf variabel, bei den Produkten hingegen als Verkauf fix und Kauf variabel. Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen Bestände von den Zielwerten abweichen. Um dieses Risiko zu kompensieren, werden jegliche Bestandsabweichungen mittels entsprechender derivativer Finanzinstrumente abgesichert, die in ihrem zeitlichen Ausmaß die Dauer zwischen dem Eintritt des Unterschiedes bis zum Wiedererreichen des Planungslevels widerspiegelt.

Die Sicherung von zukünftigen Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats in das sonstige Ergebnis gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im sonstigen Ergebnis verbuchten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Der ineffektive Teil der Cashflow-Hedges in Höhe von EUR 3 Mio (2015: EUR –7 Mio) wurde im Geschäftsjahr ergebniswirksam dargestellt.

Sensitivitätsanalyse

Für die zuvor gezeigten offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktwertsensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreisschwankungen für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.

Zum 31. Dezember weisen die Marktwerte der offenen Derivate folgende Sensitivitäten auf:

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

EUR Mio
2016 2015
Marktpreis
Marktpreis
Marktpreis Marktpreis
+10% – 10% +10% – 10%
Upstream
Commodity-Öl-Swaps – 33 33
Commodity-Gas-Swaps – 55 55
Downstream
Downstream Öl
Commodity-Futures – 16 16 – 31 31
Commodity-Swaps 9 – 9 19 – 19
Downstream Gas
Commodity-Swaps 2 – 2 0 0
Commodity-Futures 0 0 25 – 25
Commodity-Forwards – 24 24 – 17 17

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das sonstige Ergebnis

EUR Mio
2016 2015
Marktpreis
+10%
Marktpreis
– 10%
Marktpreis
+10%
Marktpreis
– 10%
Operatives Risikomanagement
Downstream Öl
Commodity-Swaps – 27 27 – 20 20

Risikomanagement im Fremdwährungsbereich

OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK und TRY) dar. Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur geringen Einfluss auf Cashflow und EBIT.

Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich werden die Long- und Short-Nettopositionen des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine USD-Long-Position auf.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos bei Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für das Liquiditätsmanagement folgende Transaktionen:

Währungsderivate

EUR Mio
2016 2015
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Currency-Forwards 296 – 2 157 0
Currency-Swaps 100 1 43 0

Die oben genannten Forwards und Swaps werden ausschließlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrunde liegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit.

Cashflow-Hedging bei Währungsabsicherungen

2016 hat OMV keine zentral gesteuerten Währungshedges vorgenommen. Dies gilt gleichermaßen für 2015.

Ebenso wird das Translationsrisiko auf Konzernebene laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die in einer funktionalen Währung ungleich EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, TRY und NOK lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar.

Für die Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse zu Wechselkursänderungen durchgeführt, wobei die Hauptwährungsbeziehungen folgende Sensitivitäten aufweisen: Die Hauptpositionen sind per 31. Dezember 2016 der EUR-RON-, EUR-NOK-, EUR-TRY- und der EUR-USD-Wechselkurs. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-TRY-, sowie EUR-NOK Position.

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1)

EUR Mio
2016 2015
EUR wird
um 10%
stärker
EUR wird
um 10%
schwächer
EUR wird
um 10%
stärker
EUR wird
um 10%
schwächer
EUR-RON 14 – 14 7 – 7
EUR-TRY – 5 5 – 27 27
EUR-USD 2 – 2 – 37 37
EUR-NOK 14 – 14 1 – 1

1) Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-EBIT-Währungssensitivität

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa konvertiert. Zum Bilanzstichtag gab es keine offenen Positionen, da keine neuen Zinsswaps während des Geschäftsjahres 2016 eingegangen wurden (2015: keine offenen Positionen).

Zinssensitivitäten

OMV Petrom SA hält finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert dieser finanziellen Vermögenswerte wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2016 um 0,5%-Punkte um EUR 25 Mio niedriger (31. Dezember 2015: EUR 22 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte würde am 31. Dezember 2016 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 27 Mio führen (31. Dezember 2015: EUR 23 Mio).

Des Weiteren analysiert OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Basierend auf dem variabel verzinsten Nettoschuldenportfolio per 31. Dezember 2016 würde das Nettozinsergebnis um EUR 7 Mio (per 31. Dezember 2015: EUR 3 Mio) steigen bzw. fallen, sollten Zinssätze um 0,5%-Punkte steigen bzw. fallen.

Kreditrisiko der Kontrahenten

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist bei OMV in einer Richtlinie festgelegt. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit "Investment Grade Rating" abgeschlossen. Zur Risikodiversifikation werden solche Finanzkontrakte stets mit einer Mehrzahl von Banken abgeschlossen.

Im Bereich des Währungsrisikomanagements, des Zinsrisikomanagements und des Liquiditätsmanagements beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken per 31. Dezember 2016 EUR 1.464 Mio (2015: EUR 884 Mio). Für das operative Risikomanagement im Bereich Downstream Öl beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken und Dritten per 31. Dezember 2016 EUR 806 Mio (2015: EUR 344 Mio). Im Bereich Downstream Gas beträgt das maximale Kreditrisiko per 31. Dezember 2016 EUR 253 Mio (2015: EUR 104 Mio).

29 Bemessungshierarchie

Nachfolgende Tabellen geben die Bewertung von Finanzinstrumenten (Aktiv- und Passivseite) bilanziert zum beizulegenden Zeitwert wieder. In Übereinstimmung mit IFRS 13 sind die einzelnen Stufen wie folgt definiert:

  • Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten werden für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendet.
  • Stufe 2: Entweder direkt (d.h. wie Kurse) oder indirekt feststellbare Vorgaben werden als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten verwendet (keine börsennotierten Kurse).
  • Stufe 3: Als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden interne Modelle oder andere Bewertungsmethoden verwendet, keine am Markt (z.B. Kurse) feststellbaren Daten.

Es gab keine Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie.

Bei den Bewertungen von Commodity-Futurekontrakten handelt es sich um Stufe 1 Bewertungen gemäß IFRS 13. Die Commodity-Forward-, Commodity-Swaps- sowie Commodity-Optionskontrakten fallen unter Stufe 2 Bewertungen.

Der Wertansatz in der Bilanz für Investmentfonds und Anleihen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der auf Basis von Börsenkursen sowie von beobachtbaren Vorgaben ermittelt wird. Es handelt sich somit um Stufe 1 sowie Stufe 2 Bewertungen im Sinne von IFRS 13.

Bemessungshierarchie 2016 EUR Mio

Finanzielle Vermögenswerte Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Investmentfonds 7 7
Anleihen 20 76 96
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 39 39
Sonstige Derivate 192 585 777
Summe 219 699 919

Bemessungshierarchie 2016

EUR Mio
2016
Finanzielle Verbindlichkeiten Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten
und effektiven Derivaten 70 70
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 208 632 840
Summe 208 703 911

Bemessungshierarchie 2015

EUR Mio
2015
Finanzielle Vermögenswerte Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Investmentfonds 7 7
Anleihen 97 97
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 165 165
Sonstige Derivate 732 894 1.626
Summe 836 1.059 1.895

Bemessungshierarchie 2015

EUR Mio
2015
Finanzielle Verbindlichkeiten Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten
und effektiven Derivaten 91 91
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 779 917 1.696
Summe 779 1.008 1.787

30 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Der OMV Konzern schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab, die die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht erfüllen.

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte Netto würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten 2016

EUR Mio

2016
Verbind
Finanz lichkeiten mit
Finanz Saldierte instrumente Saldierungs
instrumente Beträge in in der Bilanz rechten (nicht
Anhangangabe (brutto) der Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 18 815 815 – 704 112
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 17 2.459 2.459 – 975 1.484
Übrige sonstige Forderungen 18 1.224 1.224 – 46 1.178
Gesamt 4.499 4.499 – 1.725 2.774

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten 2016

EUR Mio

2016
Finanz
instrumente
Saldierte
Beträge in
Finanz
instrumente
in der Bilanz
Vermögens
werte mit
Saldierungs
rechten (nicht
Anhangangabe (brutto) der Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 24 911 911 – 749 162
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 24 3.731 3.731 – 975 2.756
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 24 390 390 – 1 389
Gesamt 5.031 5.031 – 1.725 3.306

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten 2015

EUR Mio
2015
Verbind
Finanz lichkeiten mit
Finanz Saldierte instrumente Saldierungs
instrumente Beträge in in der Bilanz rechten (nicht
Anhangangabe (brutto) der Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 18 1.870 – 80 1.791 – 1.408 383
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 17 2.567 2.567 – 711 1.857
Übrige sonstige Forderungen 18 1.165 – 43 1.122 – 90 1.032
Gesamt 5.603 – 122 5.480 – 2.209 3.271

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten 2015

EUR Mio
2015
Vermögens
Finanz werte mit
Finanz Salidierte instrumente Saldierungs
instrumente Beträge in in der Bilanz rechten (nicht
Anhangangabe (brutto) der Bilanz (netto) saldiert) Netto
Derivative Finanzinstrumente 24 1.867 – 80 1.787 – 1.498 289
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 24 3.380 3.380 – 711 2.669
Übrige sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 24 715 – 43 672 672
Gesamt 5.962 – 122 5.839 – 2.209 3.630

31 Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

EUR Mio

Betrag Finanz
instrumente
at-fair-value
through-profit
and-loss
Available-for
sale Finanz
instrumente
Ausleihungen
und Forde
rungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertete
finanzielle Ver
bindlichkeiten
2016
Dividendenerträge 41 41
Zinserträge 66 0 37
Zinsaufwendungen – 261 0 – 119
Sonstiges Finanzergebnis – 44 3 – 5 – 26
Ergebnis aus dem Verkauf von
Finanzinstrumenten
Ergebnis aus dem Verkauf von
sonstigen Investments
Wertminderung von
Finanzinstrumenten – 5 – 5
Aufwendungen aus dem Verkauf von
Lieferforderungen
– 26 – 26
Fremdwährungsergebnis 3 3
Sonstige (hauptsächlich
Bankgebühren) – 17
Finanzergebnis – 198 3 36 11 – 119

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

EUR Mio

Betrag Finanz
instrumente
at-fair-value
through-profit
and-loss
Available-for
sale Finanz
instrumente
2015
Ausleihungen
und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertete
finanzielle Ver
bindlichkeiten
Dividende 37 37
Zinserträge 89 – 1 1 47 1
Zinsaufwendungen – 304 0 – 143
Sonstiges Finanzergebnis – 70 – 32
Ergebnis aus dem Verkauf von
Finanzinstrumenten 0
Ergebnis aus dem Verkauf von
sonstigen Investments 11
Wertminderung von
Finanzinstrumenten
Aufwendungen aus dem Verkauf
von Lieferforderungen – 32 – 32
Fremdwährungsergebnis – 27
Sonstige (hauptsächlich
Bankgebühren) – 22
Finanzergebnis – 248 0 38 16 – 142

Erträge bzw. Aufwendungen aus derivativen Instrumenten, die zur Absicherung operativer Risiken dienen und denen gegenläufige Aufwendungen bzw. Erträge in den Umsatzerlösen und Umsatzkosten gegenüberstehen, sind im Ergebnis aus Finanzinstrumenten nicht enthalten.

Die Zinserträge, die nicht auf IAS 39 Kategorien aufgeteilt wurden, beinhalteten 2016 hauptsächlich Rückstellungsauflösungen und 2015 hauptsächlich Erträge aus einem erfolgreichen Rechtsstreit in OMV Petrom SA.

Die Zinsaufwendungen, die nicht auf IAS 39 Kategorien aufgeteilt wurden, beziehen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 134 Mio (2015: EUR 152 Mio).

Zusätzlich zu dem in der Tabelle angeführten Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale wurde ein Gewinn von EUR 1 Mio (2015: Verlust von EUR 1 Mio) ergebnisneutral direkt im sonstigen Ergebnis erfasst.

32 Anteilsbasierte Vergütung

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Seit 2009 werden LTI Pläne für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Von 2010 bis 2016 wurden weitere Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. Die Haltefrist für Teilnehmer des Plans 2011 endete mit März 2016. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die Teilnehmer können zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vorgesehene Aktienerfordernis der LTI Pläne erreicht haben. Von 2011 bis 2015 wurde die Teilnahme am Plan auch ausgewählten Mitarbeitern mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt. Vorstand und Führungskräfte sind als Teilnehmer der LTI Pläne 2012- 2016 verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2016 belief sich auf EUR 19 Mio (2015: EUR 15 Mio), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf EUR 4 Mio (2015: EUR 4 Mio). Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 0,16% zur Anwendung.

Bedingungen

Plan 2016 Plan 2015 Plan 2014 Plan 2013
Planbeginn 01.01.2016 01.01.2015 01.01.2014 01.01.2013
Ende Leistungszeitraum 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Anspruchstag 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2017 31.03.2016
Share holding requirement
200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto
Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Vorstandsvorsitzender 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto
Stellvertreter grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto
Vorstandsmitglieder grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
75% vom Brutto 75% vom Brutto 75% vom Brutto 75% vom Brutto
Leitende Führungskräfte grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Eigeninvestment
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 38.038 Aktien 32.200 Aktien
Florey 0
Pleininger1) 12.979 Aktien 8.462 Aktien
Leitner 51.249 Aktien 37.163 Aktien 28.207 Aktien 27.406 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Davies 54.626 Aktien 46.070 Aktien 46.070 Aktien
Floren 31.929 Aktien 22.725 Aktien 16.226 Aktien
Huijskes 38.419 Aktien 28.095 Aktien 21.298 Aktien
Roiss 81.831 Aktien 80.600 Aktien 60.173 Aktien 60.173 Aktien
Vorstände gesamt 184.097 Aktien 283.399 Aktien 185.270 Aktien 171.173 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 317.840 Aktien 287.397 Aktien 263.809 Aktien 271.434 Aktien
Eigeninvestment gesamt 501.937 Aktien 570.796 Aktien 449.079 Aktien 442.607 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum 31.
Dezember 2016 569.140 Aktien 994.211 Aktien 77.101 Aktien
Maximale Bonusaktien zum 31.
Dezember 2016 964.726 Aktien 1.169.714 Aktien 771.409 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans
(EUR Mio) zum 31. December 2016 19 33 3

1) Johann Pleininger nimmt auch an den Plännen 2013 bis 2015 als leitende Führungskraft teil. Das Eigeninvestment für die Pläne 2013 und 2014 betrug 8.217 Aktien

Strategic Incentive Plan (SIP)

2014 wurde der Strategic Incentive Plan (SIP) dem Vorstand, ausgewählten Führungskräften und ausgewählten Upstream-Experten gewährt. Im März 2016 haben der Aufsichtsrat und der Vorstand beschlossen, den SIP ersatzlos und entschädigungslos zu beenden, da er ihrer Auffassung nach im Widerspruch zur neuen Strategie stand. Die Beendigung des Plans wurde bis Juli 2016 umgesetzt. Der SIP ist jedoch für drei ehemalige Vorstandsmitglieder noch in Kraft. Details können der Anhangangabe 37 Related Parties entnommen werden.

Der SIP ist ein langfristig ausgerichtetes Vergütungsmodell. Dieser Plan basiert auf der Zuteilung virtueller Aktien, deren Gegenwert am Ende der Planlaufzeit in Abhängigkeit von der Erreichung definierter Leistungsziele bar ausbezahlt wird. Zudem ist die Erfüllung weiterer Bedingungen Voraussetzung für jegliche Auszahlung (Zuteilungszeitraum 2014–2018, Leistungszeitraum 2014–2021, Auszahlungszeitraum 2022–2024).

Jeder potenzielle Teilnehmer musste bei Planbeginn in einer Erklärung angeben, ob er am SIP teilnehmen wollte. Außerdem mussten teilnehmende Vorstandsmitglieder und teilnehmende Führungskräfte in einer Erklärung angeben, ob sie mit einem zusätzlichen Eigeninvestment ("Investment-Aktien") teilnehmen wollten. Diese Erklärungen galten für die gesamte Laufzeit des Planes.

Jeder Teilnehmer erhält von OMV zwischen 2014 und 2018 in bis zu fünf aufeinanderfolgenden jährlichen Tranchen eine Zuwendung ("OMV Grant") in Form virtueller Aktien, welche die Kursentwicklung der zugrundeliegenden OMV Aktien widerspiegeln (die "Phantomaktien"). Werden Investment-Aktien eingebracht, wird der OMV Grant von OMV durch eine komplementäre Zuwendung im Verhältnis 1:2 ergänzt (der "Complementary Grant"), d.h. jede Phantomaktie des OMV Grant wird gemäß des Complementary Grant durch zwei zusätzliche Phantomaktien ergänzt.

Zum 31. Dezember 2016 beträgt die maximale Anzahl der gewährten Phantomaktien Null Stück (2015: 697.801).

Für zukünftige erwartete Kosten des Strategic Incentive Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht, wobei eine Monte-Carlo-Simulation verwendet wird. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum verteilt. Da die Produktionserwartungen deutlich unter der Mindestschwelle lagen, belief sich die Rückstellung per 31. Dezember 2016 auf EUR Null (2015: EUR 2 Mio).

Matching Share Plan (MSP)

Die von den Hauptversammlungen 2015 und 2016 genehmigten Matching Share Pläne für die Jahre 2015 und 2016 sind ein integraler Teil der jährlichen Bonusvereinbarung und dienen als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, die die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördern, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Für Vorstandsmitglieder ist eine Zuteilung von Aktien in Höhe von 100% ihrer erzielten jährlichen Bonifikationen (brutto) vorgesehen. Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des MSP nicht verändert werden. Im Zuge der Festsetzung der jährlichen Bonifikation durch den Vergütungsausschuss wird eine gleichwertige (netto nach Steuern) Bonifikation in Form von Aktien des Unternehmens gewährt werden, die für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen sind.

Vorstandsmitglieder können für den Matching Share Plan 2015 zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vom LTI Plan 2012 bis 2016 vorgesehene Aktienerfordernis erreicht haben. Die Auszahlung des Matching Share Plan 2016 erfolgt in Form von Aktien. Per 31. Dezember 2016 wurde ein Betrag in Höhe von EUR 2 Mio im Eigenkapital ausgewiesen (2015: Rückstellung in Höhe von EUR 2 Mio).

Gesamtaufwand

2016 wurde ein Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von EUR 16 Mio erfasst (2015: EUR 13 Mio), davon EUR 10 Mio (2015: EUR 3 Mio) für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Segmentberichterstattung

33 Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die zwei operativen Geschäftsbereiche Upstream und Downstream, sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme des Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen Segmente von OMV den operativen Geschäftssegmenten.

Die Upstream-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die Regionen CEE (Rumänien, Österreich und Kasachstan), Nordsee sowie Mittlerer Osten und Afrika und ausgewählte Entwicklungsgebiete. Das geförderte Erdöl und Erdgas wird überwiegend konzernintern vermarktet.

Der Downstream Öl (D/S Öl)-Teil des Geschäftsbereichs Downstream (D/S) betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien). In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über ein eigenbetriebenes Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa und über das türkische Tankstellennetz. Downstream Gas (D/S Gas) tätigt den Transit von Erdgas durch bzw. den Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und den Handel von Erdgas. OMV ist ein Betreiber von Erdgasfernleitungen durch Österreich. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Kb&S zusammengefasst.

Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist der Betriebserfolg (EBIT) entsprechend IFRS. In die Ermittlung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung herangezogen. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein. Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens wurden nach internen Grundsätzen von OMV ermittelt. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.

34 Segmentberichterstattung

Segmentberichterstattung

EUR Mio

davon
davon davon Segment Konsoli Konzern
U/S D/S D/S Öl D/S Gas elim. D/S Kb&S Gesamt dierung abschluss
2016
Segmentumsätze 1) 3.285 18.379 14.630 3.779 – 30 370 22.034 – 2.774 19.260
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 2.272 – 136 – 28 – 139 30 – 366 – 2.774 2.774
Segmentumsätze mit
Dritten 1.013 18.243 14.603 3.640 4 19.260 19.260
Segmentvermögen 2) 11.250 4.915 3.710 1.205 161 16.326 16.326
Investitionen SAV/IV 1.602 435 434 1 10 2.047 2.047
Planmäßige
Abschreibungen 1.382 641 552 89 34 2.057 2.057
Wertminderungen 1.323 512 336 176 1 1.836 1.836
2015
Segmentumsätze 1) 3.900 21.589 17.323 4.382 – 116 397 25.886 – 3.359 22.527
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten – 2.883 – 83 – 32 – 167 116 – 393 – 3.359 3.359
Segmentumsätze mit
Dritten 1.017 21.506 17.290 4.215 4 22.527 22.527
Segmentvermögen 2) 13.036 6.492 4.985 1.507 188 19.715 19.715
Investitionen SAV/IV 2.570 599 537 62 21 3.190 3.190
Planmäßige
Abschreibungen 1.467 640 539 101 39 2.147 2.147
Wertminderungen 2.728 281 11 270 0 3.010 3.010

1) Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2) Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV)

Segment- und Konzernergebnis
EUR Mio
2016 2015
EBIT Upstream – 1.059 – 2.371
EBIT Downstream 695 334
davon EBIT Downstream Öl 744 890
davon EBIT Downstream Gas – 49 – 555
EBIT Kb&S – 56 – 48
EBIT Segment Summe – 421 – 2.085
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung – 36 79
OMV Konzern EBIT – 457 – 2.006
Finanzerfolg 227 97
OMV Konzern Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit – 230 – 1.909

Informationen über geografische Bereiche

EUR Mio Österreich Deutschland Rumänien Türkei Übriges
MOE 2)
Übriges
Europa
Übrige
Welt 3)
Gesamt
2016
Umsätze mit Dritten 4.884 2.777 3.006 4.817 2.477 931 369 19.260
Zugeordnetes Vermögen 1) 2.962 1.027 6.542 175 433 2.818 1.942 15.899
Nicht zugeordnetes
Vermögen
427
Segmentvermögen 16.326
2015
Umsätze mit Dritten 5.787 3.595 3.307 5.638 2.669 914 616 22.527
Zugeordnetes Vermögen 1) 2.976 1.144 6.749 1.560 411 4.847 1.604 19.291
Nicht zugeordnetes
Vermögen
424
Segmentvermögen 19.715

1) Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV)

2) Übriges Mittel- und Osteuropa (MOE)

3) Übrige Welt: im Wesentlichen Australien, Kasachstan, Libyen, Madagaskar, Namibia, Neuseeland, Pakistan, Tunesien, Jemen und

die Region Kurdistan im Irak

Die aus den Akquisitionen von OMV Petrol Ofisi und den tunesischen Tochtergesellschaften stammenden Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von EUR 427 Mio (2015: EUR 424 Mio) wurden keinem geografischen Bereich, sondern zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die in mehreren geografischen Bereichen tätig sind.

Sonstige Angaben

35 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 1)

2016 2015
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern 7.883 8.238
OMV Petrom Konzern 15.288 16.579
Gesamtkonzern 23.171 24.817

1) Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern des Jahres

36 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks)

EUR Mio
2016 2015
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 2,64 2,60
Sonstige Bestätigungsleistungen 0,99 1,25
Steuerberatungsleistungen 0,00 0,03
Sonstige Beratungsleistungen 0,22 0,10
Gesamt 3,85 3,99

2016 wurden folgende Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., erfasst: Für die Konzern- und Jahresabschlussprüfung EUR 0,89 Mio (2015: EUR 0,81 Mio), für sonstige Bestätigungsleistungen EUR 0,73 Mio (2015: EUR 0,95 Mio), für Steuerberatungsleistungen EUR Null (2015: EUR Null) und für sonstige Beratungsleistungen EUR 0,12 Mio (2015: EUR 0,09 Mio).

37 Related parties

Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahe stehenden Personen sowie nahe stehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offen gelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahe stehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH, Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die International Petroleum Investment Company, Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.

2016 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen:

Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen

EUR Mio
2016 2015
Umsätze und Umsätze und
sonstige sonstige
Erträge Forderungen Erträge Forderungen
Borealis 1.015 10 1.262 10
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co 237 20 285 14
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 46 0 44 0
Trans Austria Gasleitung GmbH 36 8 21 1
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş. 2 0
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH 8 0
Gesamt 1.343 39 1.612 26

OMV hat 2016 Dividendenerträge in Höhe von EUR 153 Mio (2015: EUR 36 Mio) von Borealis AG, EUR 14 Mio (2015: EUR Null) von Enerco Enerji Sanayi ve Ticaret A.Ş, EUR 9 Mio (2015: EUR 9 Mio) von Trans Austria Gasleitung GmbH und EUR 1 Mio (2015: EUR 1 Mio) von Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG erhalten.

2016 wurden Lieferungen oder Leistungen in Höhe von EUR 157 Mio (2015: EUR 219 Mio) von Enerco Enerji Sanayi ve Ticaret A.Ş. bezogen, EUR 62 Mio (2015: EUR 49 Mio) von Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., EUR 35 Mio (2015: EUR 41 Mio) von Borealis, EUR 26 Mio (2015: EUR 26 Mio) von Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH und EUR 11 Mio (2015: EUR 7 Mio) von Trans Austria Gasleitung GmbH.

Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Enerco Enerji Sanayi ve Ticaret A.Ş. in Höhe von EUR 16 Mio (2015: EUR 18 Mio), gegenüber Borealis von EUR 10 Mio (2015: EUR 10 Mio) und gegenüber Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H von EUR 7 Mio (2015: EUR Null).

Zum 31. Dezember 2016 bestanden Ausleihungen gegenüber Pearl Petroleum Company Limited in Höhe von EUR 2 Mio (2015: EUR 19 Mio).

Der Stand der von Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag erhaltenen Anzahlung betrug zum 31. Dezember 2016 EUR 157 Mio (2015: EUR 168 Mio).

OMV hat im September 2016 das Gasbörse-Geschäft von Central European Gas Hub AG an PEGAS CEGH Gas Exchange Services, ein von Central European Gas Hub AG gemeinsam mit Powernext S.A. gegründeten Unternehmen, verkauft. Central European Gas Hub AG hält einen Anteil von 49% an PEGAS CEGH Gas Exchange Services und besitzt maßgeblichen Einfluss auf diese Gesellschaft. Der Gewinn aus der Übertragung des Gasbörse-Geschäfts betrug EUR 8 Mio und wurde vollständig im Konzernabschluss der OMV erfasst, im Einklang mit den Erfordernissen des IAS 28 in Bezug auf "Downstream"-Transaktionen betreffend Vermögenswerte, welche einen Geschäftsbetrieb darstellen.

Die Bezüge des Vorstands und früherer Mitglieder des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft verteilten sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

EUR Mio

2016
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2016 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 4),5) Floren 6),7)Huijskes 8) Roiss 9), 10)Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 1,24 0,64 0,69 1,22 1,50 0,70 1,09 7,08
Fixer Bezug
(Grundbezug) 0,90 0,56 1) 0,55 0,70 0,89 0,18 3,78
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung)
0,32 0,13 0,50 0,60 0,52 1,09 11) 3,17
Sachbezüge 0,01 0,08 2) 0,01 0,01 0,01 0,00 0,13
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0,23 0,08 0,14 0,18 0,32 0,04 0,97
Pensionskassen
beiträge 0,23 0,08 0,14 0,18 0,32 0,04 0,97
Anteilsbasierte
Vergütungen 0,33 0,13 0,68 0,89 0,20 0,73 1,47 4,43
Variabel (Matching
Share Plan) 0,33 0,13 0,51 0,61 0,53 1,09 11) 3,19
Variabel (LTIP) — 3) 0,17 0,28 0,20 0,20 0,38 1,24
Gesamt 1,79 0,71 0,97 2,07 2,72 0,20 1,47 2,55 12,48

1) Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von EUR 0,26 Mio, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu

erwerben 2) Inklusive Miete, Heimflüge, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundene Steuern

3) Johann Pleininger hatte Anspruch auf EUR 0,10 Mio aus dem LTIP Plan 2013 für Senior Manager (in bar ausbezahlt) 4) David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück 5) David C. Davies hat einen Anspruch auf Zahlungen für die Zielerreichung und betreffend Long Term Incentive Plänen bis zum 31. März 2017, welche als Pauschalzahlungen vereinbart wurden sowie auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 6) Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

7) Hans-Peter Floren hat einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 30. Juni 2015

8) Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 9) Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück

10) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2016 hat Gerhard Roiss einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und dem

Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 auf Basis der Zielerreichung 11) Inklusive Vorauszahlungen für Zielerreichungen für die Perioden Jänner 2016 bis März 2017

Vorstandsbezüge

EUR Mio

2015
Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2015 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Davies Pleininger Leitner Floren 4),5)Huijskes 8),9) Roiss 10),11) Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 2,04 1,25 0,19 0,97 0,87 0,79 0,90 7,01
Fixer Bezug
(Grundbezug) 1,97 1) 0,88 0,18 0,70 0,30 0,46 0,48 4,97
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung) 0,36 0,26 0,57 6) 0,32 0,41 1,93
Sachbezüge 0,07 2) 0,01 0,00 0,01 0,00 0,01 0,01 0,11
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0,11 0,32 0,05 0,18 0,30 0,18 1,14
Pensionskassenbeiträge 0,11 0,32 0,05 0,18 0,30 0,18 1,14
Abfindungszahlungen 0,75 0,37 1,22 2,34
Abfindungszahlungen 0,75 0,37 1,22 2,34
Anteilsbasierte
Vergütungen 0,68 0,46 0,77 0,53 0,83 3,27
Variabel (Matching
Share Plan) 0,40 0,29 0,60 7) 0,36 0,46 2,13
Variabel (LTIP) 0,28 — 3) 0,17 0,17 0,17 0,37 1,15
Gesamt 2,15 2,26 0,24 1,60 2,69 1,87 2,95 13,77

1) Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von EUR 1,52 Mio, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu

erwerben 2) Inklusive Miete, Parken, Heimflüge, Mietauto, Umzugskosten und damit verbundene Steuern 3) Johann Pleininger hatte Anspruch auf EUR 0,09 Mio aus dem LTIP Plan 2012 für Senior Manager (teilweise in bar ausbezahlt)

4) Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

5) Hans-Peter Floren hat einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 30. Juni 2015

6) Inklusive variable Bezüge betreffend Zahlungen für 2015 in Höhe von EUR 0,30 Mio

7) Inklusive EUR 0,30 Mio für Matching Share Plan 2015

8) Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 9) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2015 hat Jaap Huijskes einen Anspruch auf einen Grundbezug und Pensionskassenbeiträge bis zum 31. März 2016 in Höhe von EUR 0,22 Mio, Zahlungen für die Zielerreichung und Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2016 auf Basis der Zielerreichung 10) Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück 11) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2015 hat Gerhard Roiss einen Anspruch auf eine Zahlung für die Zielerreichung (beinhaltet variablen Bezug

betreffend Zielerreichung sowie Matching Share Plan) für 2015 bis zum 31. März 2017 in Höhe von EUR 2,17 Mio, zahlbar am 30. Juni 2016 und auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 auf Basis der Zielerreichung

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Die Gesamtvergütungen (inkl. anteilsbasierte Vergütungen) für 47 leitende Führungskräfte, ohne Vorstandsmitglieder (2015: 51) betrugen 2016 EUR 29,9 Mio (2015: EUR 26,3 Mio). Davon entfielen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter und Prämien EUR 21,4 Mio (2015: EUR 19,3 Mio) und EUR 1,5 Mio (2015: EUR 1,8 Mio) bezogen sich auf Pensionskassenbeiträge. Die Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen betrugen EUR 4,0 Mio (2015: EUR 2,2 Mio); die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf EUR 0,1 Mio (2015: EUR 0,1 Mio).

Anhangangabe 32 enthält Details zu Long Term Incentive Plänen, Matching Share Plan und Strategic Incentive Plan.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2016 EUR 0,5 Mio (2015: EUR 0,5 Mio).

38 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 13. Jänner 2017 hat OMV den Verkauf aller Anteile an ihrer 100%igen Tochtergesellschaft OMV (U.K.) Limited an Siccar Point Energy Limited, mit Sitz in Aberdeen, nach Erfüllung der vereinbarten Bedingungen, einschließlich aufsichtsbehördlicher Genehmigungen abgeschlossen. Die erhaltene Zahlung belief sich auf rund USD 870 Mio. Die Transaktionsdokumente enthalten weitere bedingte Kaufpreiselemente, abhängig von der endgültigen Investitionsentscheidung bezüglich des Rosebank-Projekts.

Am 2. Februar 2017 hat der oberste Verwaltungsgerichtshof (Supreme Administrative Court) die Berufung von OMV Bulgaria OOD gegen die Kommission für Wettbewerbsschutz (Commission for Protection of Competition CPC) betreffend der Anordnung zur Offenlegung von vertraulichen Informationen abgelehnt. Das Verwaltungsverfahren hinsichtlich der Untersuchungen der CPC ist noch im Gange. Diese nachträglichen Ereignisse ändern nicht die Einstufung als Eventualverbindlichkeit wie in Anhangangabe 27 beschrieben.

Am 3. März 2017 hat OMV eine Vereinbarung zum Verkauf von 100% der Anteile an OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS, einer Tochtergesellschaft von Vitol Investment Partnership Ltd., unterschrieben. Die Transaktion unterliegt Bedingungen, unter anderem den wesentlichen Behördengenehmigungen. Das Closing wird spätestens im dritten Quartal 2017 erwartet.

Am 5. März 2017 unterzeichnete OMV die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99% Anteils am Erdgasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio (rund EUR 1.749 Mio basierend auf einem vereinbarten Wechselkurs von EUR 1 = USD 1,0575). Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis zum Jahresende gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt weiterer Bedingungen, einschließlich der Zustimmung von Mitgesellschaftern sowie der kartellrechtlichen Genehmigung und der Auslandsinvestitionskontrollgenehmigung in Russland.

39 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

rungsart 1)
sellschaft
Obergesell
Obergesell
schaft am
schaft am
Kapital in %
Kapital in %
am 31. De
am 31. De
zember 2016
zember 2015
Upstream
ENERGY PRODUCTION ENHANCEMENT SRL, Bukarest
PETROM
V0
99,99
ROMAN
0,01
KOM MUNAI LLP, Aktau
PETROM
VK
95,00
95,00
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien 4)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (AFRICA) Exploration & Production GmbH in Liqu.,
Wien(OAFR) 4), 6)
OWEAFR
VK
100,00
100,00
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST)
OMV AG
VK
100,00
100,00
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Barrow Pty Ltd, Perth
OAUST
V0
100,00
100,00
OMV Beagle Pty Ltd, Perth
OAUST
V0
100,00
100,00
OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Bina Bawi GmbH, Wien
PETEX
VK
100,00
100,00
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (EGYPT) Exploration GmbH, Wien
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP)
OMV AG
VK
100,00
100,00
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH, Wien 4)
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV (Gnondo) Exploration GmbH in Liqu., Wien 6)
OAFR
VK
100,00
100,00
OMV (Gnondo) Exploration S.A., Libreville
OWEAFR
VK
100,00
100,00
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (Manga) Exploration GmbH in Liqu., Wien 6)
OAFR
VK
100,00
100,00
OMV (Manga) Exploration S.A., Libreville
OWEAFR
VK
100,00
100,00
OMV Maurice Energy GmbH, Wien (MAURI)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Maurice Energy Limited, Port Louis
MAURI
VK
100,00
100,00
OMV (Mbeli) Exploration GmbH in Liqu., Wien 6)
OAFR
VK
100,00
100,00
OMV (Mbeli) Exploration S.A., Libreville
OWEAFR
VK
100,00
100,00
OMV Middle East & Africa GmbH, Wien 4), 7)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Myrre block 86 Upstream GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (Namibia) Exploration GmbH, Wien
ONAFRU
VK
100,00
100,00
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (NORGE) AS, Stavanger
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (Ntsina) Exploration GmbH in Liqu., Wien 6)
OAFR
VK
100,00
100,00
OMV (Ntsina) Exploration S.A., Libreville
OWEAFR
VK
100,00
100,00
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Offshore Morondava GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Offshore Silistar Bulgaria GmbH in Liqu., Wien 6)
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Oil Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
rungsart 1)
sellschaft
Obergesell
Obergesell
schaft am
schaft am
Kapital in %
Kapital in %
am 31. De
am 31. De
zember 2016
zember 2015
OMV Oil Production GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Orient Hydrocarbon GmbH, Wien
OMVEP
V0
100,00
OMV Orient Upstream GmbH, Wien
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV Oystercatcher Exploration GmbH, Wien 4)
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV (PAKISTAN) Exploration Gesellschaft m.b.H., Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth
NZEA
V0
100,00
100,00
OMV Proterra GmbH, Wien
OEPA
V0
100,00
100,00
OMV Tellal Hydrocarbons GmbH in Liqu., Vienna 4), 6)
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien (OTNPRO)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien 4)
OMVEP
V0
100,00
100,00
OMV (U.K.) Limited, London
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (West Africa) Exploration & Production GmbH, Wien
(OWEAFR)
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien
OMVEP
VK
100,00
100,00
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien
OMVEP
V0
100,00
100,00
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town
OUPI
AE
10,00
10,00
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Burghausen
OMVEP
V0
100,00
100,00
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington
NZEA
VK
100,00
100,00
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas
PETROM
VK
99,99
99,99
Preussag Energie International GmbH, Burghausen
OMVEP
VK
100,00
100,00
Société de Recherches et d'Exploitation des Pétroles en
Tunisie, Tunis
OTNPRO
S0
50,00
50,00
Tasbulat Oil Corporation BVI, Saint Helier
PETROM
V0
100,00
100,00
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau
PETROM
VK
100,00
100,00
Thyna Petroleum Services S.A., Sfax
OTNPRO
S0
50,00
50,00
Downstream Öl
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi
OMVRM
S0
25,00
25,00
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien
OMVRM
S0
33,33
33,33
Autobahn – Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien
OMVRM
S0
47,19
47,19
Borealis AG, Wien
OMVRM
AE
32,67
32,67
OMV AG
3,33
3,33
BRAZI OIL & ANGHELESCU PROD COM SRL, Brazi 6)
PETROM
S0
37,70
37,70
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien
OMVRM
S0
26,00
26,00
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Wien
OMVRM
S0
50,00
50,00
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München
OMVD
AE
25,00
25,00
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft.,
Budapest
OHUN
S0
48,28
48,28
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München
OMVD
AE
20,66
20,66
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach
OMVRM
AE1
55,60
55,60
Erk Petrol Yatırımları A.Ş., Istanbul (ERK)
POAS
VK
100,00
100,00
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
FE-Trading GmbH, Anif OMVRM VK 100,00
FE-Trading trgovina d.o.o., Ljubljana
FETRAT
VK
100,00
Oberge- Konsolidie- Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1) Obergesell- Obergesell-
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De- am 31. De-
zember 2016 zember 2015
FRANCIZA PETROM 2001 SA, Pitești PETROM S 0 40,00 40,00
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM S 0 29,00 29,00
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien OMVRM AE 29,00 29,00
Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim
Şirketi, Istanbul POAS GT 45,00 45,00
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM VK 99,90 99,90
OMVRM 0,10 0,10
OMV Česká republika, s.r.o., Prag 5) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM VK 90,00 90,00
OMV AG 10,00 10,00
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság,
Budapest (OHUN) 5) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV - International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Petrol Ofisi A.Ş., Istanbul (POAS) 5) OTHOLD VK 100,00 55,40
OMV AG 0,00 44,60
OMV PETROM Aviation S.A., Otopeni PETROM VK 99,99 99,99
OMVRM 0,01 0,01
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM VK 100,00 100,00
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o.,
Koper $5$ OMVRM VK 92,25 92,25
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava 5) OMVRM VK 99,99 99,99
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM VK 99,96 99,96
OMVRM 0,04 0,04
OMV Supply & Trading AG, Zug (OSUP) OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Limited, London OMVRM VK 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur OSUP V 0 100,00 100,00
Petrol Ofisi Havacilik Operasyonlari A.Ş., Istanbul POAS VK 100,00 100,00
PETROM NADLAC SRL, Nadlac PETROM V 0 98,51 100,00
ROMAN 1,49
Petrom-Moldova S.R.L., Chisinau 7) PETROM VK 100,00 100,00
Routex B.V., Amsterdam OMVRM S 0 20,00 20,00
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg OMVRM S 0 33,33 33,33
SIOT Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest OMVRM AE 25,00 25,00
SuperShop Marketing GmbH, Budapest OHUN S 0 50,00 50,00
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD S 0 33,33 33,33
TRANS GAS LPG SERVICES SRL, Bucharest 7) PETROM V 0 80,00 80,00
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H.,
Matrei in Osttirol
OMVRM AE 25,00 25,00
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1) Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De am 31. De
zember 2016 zember 2015
Downstream Gas
ADRIA LNG d.o.o., Zagreb 6) OGI S0 32,47 32,47
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien OGG S0 23,13 23,13
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien OGG VK 51,00 51,00
Central European Gas Hub AG, Wien OGI VK 65,00 65,00
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul OGI AE 40,00 40,00
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn OGSG AE 39,99 39,99
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, Wien (OGG) OGI VK 51,00 80,90
OMV AG 19,10
NABUCCO Gas Pipeline International GmbH in Liqu., Wien
(NABUC) 6)
OGI S0 35,86 35,86
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul OTHOLD VK 90,40 90,40
GPTHOL 9,60 9,60
OMV Gas & Power GmbH, Wien (OGI) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading d.o.o., Zagreb 7) ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH,
Regensburg 7) ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien(ECOGAS) 7) OGI VK 100,00 64,25
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest 7) ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand 7) ECOGAS VK 100,00 100,00
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam OFS VK 100,00
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG) OGI VK 100,00 100,00
OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI VK 100,00 100,00
OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul 7) GPTHOL VK 100,00 100,00
OMV Gaz Ve Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul
(GPTHOL) OTHOLD VK 100,00 100,00
OMV Kraftwerk Haiming GmbH, Haiming OGI VK 100,00 100,00
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest PETROM VK 99,99 99,99
OMV Petrom Wind Power SRL, Bukarest PETROM VK 100,00 99,99
OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul
(BORASC) OGI VK 100,00 100,00
OMV Switzerland Holding AG, Zug 7) OGI VK 100,00 100,00
OMV Trading GmbH, Wien OGI VK 100,00 100,00
PEGAS CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien CEGH AE 49,00
South Stream Austria GmbH, Vienna OGI S0 50,00 50,00
Trans Austria Gasleitung GmbH, Wien 3) OGG AE2 15,53 15,53
Oberge Konsolidie Anteil der Anteil der
sellschaft rungsart 1) Obergesell Obergesell
schaft am schaft am
Kapital in % Kapital in %
am 31. De am 31. De
zember 2016 zember 2015
Konzernbereich und Sonstiges
Amical Insurance Limited, Douglas (AMIC) OMV AG VK 100,00 100,00
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII,
Bukarest PETROM S0 20,00 20,00
Diramic Insurance Limited, Gibraltar AMIC VK 100,00 100,00
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Services NOK GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien SNO VK 100,00 100,00
OMV Insurance Broker GmbH, Wien OMV AG V0 100,00 100,00
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Istanbul (OTHOLD) OMV AG VK 100,00 100,00
OMV Petrom Global Solutions SRL, Bukarest SNO VK 75,00 75,00
PETROM 25,00 25,00
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG VK 100,00 100,00
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM VK 100,00 99,99
Petrom
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) 2) OMV AG VK 51,01 51,01

1) Konsolidierungsart:

VK Verbundene einbezogene Unternehmen

AE At-Equity bewertete Unternehmen

AE1 Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung, da kein Beherrschungsverhältnis vorliegt

AE2 Gemeinschaftsunternehmen at-equity bewertet

V0 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneten Bedeutung sind

S0 Sonstige zu Anschaffungskosten bewertete, nicht konsolidierte Beteiligungen; assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist.

JO Gemeinschaftliche Tätigkeit, OMV Anteil an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen 2) In der Segmentberichterstattung wird OMV Petrom SA den jeweiligen Segmenten zugeordnet 3) Wirtschaftlicher Anteil 10.78%

4) Konsolidierungsart wurde im Vergleich zu 2015 geändert

5) Obergesellschaft wurde im Vergleich zu 2015 geändert

6) In Liquidation befindlich

7) Der eingetragene Name der Gesellschaft wurde im Vergleich zu 2015 geändert

Bei den nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen eine Zusatzinformation hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 vorgeschrieben sind, würde nach US GAAP berichtet werden.

Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.

Beginnend mit 2016 wurde die regionale Aufteilung der Öl- und Gasaktivitäten überarbeitet, um die neue Führungsorganisation wiederspiegeln. Vergleichszahlen für die Jahre 2015 und 2014 wurden neu berechnet, um die neue regionale Struktur zu wiederzugeben. Die neue regionale Aufteilung wird unten beschrieben:

Rumänien und Schwarzes Meer Kasachstan und Rumänien
Region Österreich Österreich und Ukraine
Nordsee Färöer Inseln, Großbritannien und Norwegen
Australasien Australien und Neuseeland
Mittlerer Osten und Afrika Algerien, Bulgarien, Gabun, Iran, Region Kurdistan im Irak,
Libyen, Madagaskar, Namibia, Pakistan, Tunesien, Vereinigte
Arabische Emirate und Jemen

Das Tochterunternehmen in Großbritannien wurde zum 31. Dezember 2016 als "zu Veräußerungszwecken gehalten" berichtet. Der Abschluss der Verkaufstransaktion hat am 13. Jänner 2017 stattgefunden. Die nachfolgenden Angaben enthalten Beträge im Zusammenhang mit OMV (U.K.) Limited.

Die Vermögenswerte und Ergebnisse von OMV Petrom (OMV Anteil 51%, im Konzernabschluss vollkonsolidiert) sind zu 100% dargestellt.

OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited, welche eine at-equity konsolidierte Beteiligung darstellt. 2016 konnte OMV aufgrund neuester Entwicklungen im Schiedsgerichtverfahren, erstmals Reserven für Pearl berücksichtigen. Die Gesellschaft ist Teil der Region Mittlerer Osten und Afrika. Die nachfolgenden Angaben sind für den 10%-igen Anteil der OMV.

Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften

EUR Mio
2016 2015 2014
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 2.392 2.832 2.531
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 23.561 22.333 20.271
Gesamt 25.952 25.164 22.802
Kumulierte Abschreibung – 14.266 – 12.572 – 8.792
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 11.686 12.592 14.010

Aktivierte Kosten – Anteil at-equity konsolidierte Beteiligungen

EUR Mio
2016 2015 2014
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 237
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 119
Gesamt 356
Kumulierte Abschreibung – 16
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 340

b) Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.

Kosten der Periode

EUR Mio

Tochterunternehmen Anteil
at equity
Rumänien konso
und Mittlerer lidierte
Schwarzes Region Austral Osten und Beteili-
Meer Österreich Nordsee asien Afrika Gesamt gungen
2016
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 1 302 304
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 1 1
Rekultivierungskosten 35 21 11 37 118 222
Explorationskosten 1) 77 5 106 18 103 307
Entwicklungskosten 422 60 515 43 188 1.228 0
Kosten der Periode 533 86 634 97 711 2.062 0
2015
Anschaffungskosten für
sichere Reserven
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 22 22
Rekultivierungskosten 161 14 – 19 16 30 202
Explorationskosten 1) 331 26 123 6 120 607
Entwicklungskosten 599 110 888 94 202 1.894
Kosten der Periode 1.092 149 1.014 117 353 2.725
2014
Anschaffungskosten für
sichere Reserven 0 4 4
Anschaffungskosten für
nicht sichere Reserven 15 89 70 174
Rekultivierungskosten 295 30 39 2 4 370
Explorationskosten 1) 290 31 183 70 119 693
Entwicklungskosten 950 273 934 127 226 2.510
Kosten der Periode 1.550 334 1.250 199 418 3.751

1) In Norwegen werden die Explorationen abzüglich der Erstattung von 78% der abzugsfähigen Explorationskosten dargestellt

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgende Tabelle stellt Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Upstream-Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Anteil
Rumänien
und
Mittlerer at equity
konso
lidierte
Beteili-
Meer Österreich Nordsee asien Afrika Gesamt gungen
2016
93 13 673 145 88 1.013 20
1.533 292 204 82 89 2.201
2 – 1 – 20 15 1 – 2
1.628 304 857 243 179 3.211 20
– 637 – 98 – 254 – 58 – 84 – 1.130 – 5
– 201 – 56 – 27 – 6 – 290
– 60 – 6 – 660 – 19 – 63 – 808
– 3
1
–7
138 11 – 1.153 69 – 168 – 1.103 14
– 20 – 1 – 5 – 11 – 10 – 47
14
44 44
Schwarzes
– 563
– 29
– 1.490
118
Region
– 132
– 1
– 293
10
– 1.095
– 1
– 2.010
– 1.158
Tochterunternehmen
Austral
– 71
0
– 174
58
Osten und
– 186
– 8
– 347
– 179
– 2.047
– 38
– 4.314
– 1.150

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

EUR Mio

Tochterunternehmen Anteil
at equity
Rumänien konso
und Mittlerer lidierte
Schwarzes Region Austral Osten und Beteili-
Meer Österreich Nordsee asien Afrika Gesamt gungen
2015
Umsatz mit Dritten 3) 131 44 508 220 151 1.054
Konzerninterner Umsatz 1.866 437 224 142 120 2.789
Ergebnis aus Anlagen
verkäufen – 2 0 20 – 2 16
1.995 480 752 362 269 3.858
Produktionsaufwand – 721 – 107 – 246 – 62 – 108 – 1.243
Förderzinsabgaben – 237 – 81 – 31 – 12 – 361
Explorationsaufwand – 146 – 16 – 142 – 38 – 365 – 707
Abschreibungen und
Wertminderungen – 1.259 – 167 – 682 – 403 – 1.227 – 3.738
Sonstige Kosten 4) – 25 – 8 12 – 22 – 10 – 52
– 2.388 – 379 – 1.058 – 555 – 1.722 – 6.101
Ergebnis vor Steuern – 393 101 – 306 – 193 – 1.452 – 2.243
Ertragsteuern 1) 48 – 38 90 – 35 – 6 59
Operatives Ergebnis aus der
Öl- und Gasproduktion
– 345 63 – 217 – 228 – 1.458 – 2.184
Speicherüberlassungs
entgelt 2) 45 45
2014
Umsatz mit Dritten 134 34 686 205 403 1.462
Konzerninterner Umsatz 2.707 626 186 139 436 4.094
Ergebnis aus Anlagen
verkäufen 0 – 1 2 – 8 – 7
2.840 659 874 344 831 5.548
Produktionsaufwand – 799 – 109 – 238 – 66 – 123 – 1.335
Förderzinsabgaben – 306 – 140 – 40 – 4 – 490
Explorationsaufwand – 49 – 19 – 140 – 101 – 151 – 460
Abschreibungen und
Wertminderungen – 735 – 141 – 348 – 105 – 243 – 1.572
Sonstige Kosten – 40 – 7 – 32 1 – 28 – 105
– 1.929 – 416 – 756 – 311 – 549 – 3.961
Ergebnis vor Steuern 912 243 118 33 282 1.587
Ertragsteuern 1) – 178 – 72 13 – 15 – 257 – 509
Operatives Ergebnis aus der
Öl- und Gasproduktion 734 170 131 18 25 1.078
Speicherüberlassungs
entgelt 2) 48 48

1) In den Regionen Nordsee, Australasien und Mittlerer Osten und Afrika sind Körperschaftssteuern und "Special Petroleum Taxes" enthalten 2) Das Speicherüberlassungsentgelt vor Steuern wird für die Bereitstellung von Gasspeicherkapazitäten vom Bereich Downstream Gas bezahlt 3) Im Wert enthalten sind Hedging-Derivateffekte

4) Im Wert enthalten ist die Veränderung der Lagerbestände in Norwegen und Neuseeland

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL

Mio bbl

Tochterunternehmen Anteil
at equity
Rumänien konso
und Mittlerer lidierte
Schwarzes
Meer
Region
Österreich
Nordsee Austral
asien
Osten und
Afrika
Gesamt Beteili-
gungen
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 1. Jänner 2014
386,6 47,5 77,2 13,2 109,7 634,3
Revision früherer
Schätzungen 14,5 3,6 – 1,0 2,6 12,4 32,0
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und
Neufunde 1,6 0,1 3,7 1,8 7,3
Produktion – 30,9 – 5,8 – 8,5 – 3,3 – 9,2 – 57,8
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2014 371,7 45,4 71,4 12,5 114,7 615,8
Revision früherer
Schätzungen 19,9 3,2 22,3 1,6 – 3,2 43,8
Erwerb von Reserven 0,0 0,0
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und
Neufunde 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1
Produktion – 30,4 – 5,7 – 11,6 – 4,1 – 3,5 – 55,4
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2015 361,2 43,0 82,1 10,0 108,0 604,3
Revision früherer
Schätzungen 19,3 3,3 14,4 1,9 – 1,6 37,3 9,4
Erwerb von Reserven 35,1 35,1
Verkauf von Reserven – 0,5 – 0,5
Erweiterungen und
Neufunde 0,2 0,4 0,6
Produktion – 29,1 – 5,1 – 17,3 – 3,3 – 3,0 – 57,9 – 0,8
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2016 351,5 41,2 78,7 8,5 138,9 618,9 8,6
Sichere, entwickelte
Reserven
zum 31. Dezember 2014 331,1 43,2 27,9 12,5 98,3 513,1
zum 31. Dezember 2015 330,7 40,6 40,2 10,0 92,0 513,5
zum 31. Dezember 2016 322,5 39,2 43,5 8,5 123,4 537,1 8,6

Erdgas

Mrd Kubikfuß (bcf)

Tochterunternehmen Anteil
at equity
Rumänien konsoli
und Mittlerer dierte
Schwarzes Region Austral Osten und Beteili-
Meer Österreich Nordsee asien Afrika Gesamt gungen
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 1. Jänner 2014 1.847,2 301,2 394,9 124,3 109,1 2.776,6
Revision früherer
Schätzungen 39,8 13,0 – 1,4 2,7 17,9 72,1
Erwerb von Reserven 0,0 0,0
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und
Neufunde 23,5 2,0 50,8 43,2 119,4
Produktion – 188,5 – 37,3 – 29,6 – 21,1 – 33,1 – 309,7
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2014 1) 1.722,0 278,9 414,7 105,8 137,1 2.658,5
Revision früherer
Schätzungen – 2,2 2,8 2,0 3,5 7,8 14,0
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und
Neufunde 10,9 1,0 12,0
Produktion – 187,9 – 35,9 – 36,4 – 19,0 – 30,3 – 309,5
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2015 1) 1.542,9 246,9 380,3 90,4 114,5 2.375,0
Revision früherer
Schätzungen 18,9 13,6 33,1 2,7 – 3,5 64,7 142,5
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven – 0,6 – 0,6
Erweiterungen und
Neufunde 1,1 1,1 7,0 9,1
Produktion – 187,0 – 31,2 – 52,3 – 20,3 – 24,1 – 314,9 – 11,5
Sichere, entwickelte und
nicht entwickelte Reserven
zum 31. Dezember 2016 1) 1.375,9 230,3 360,1 72,8 93,9 2.133,0 131,0
Sichere, entwickelte
Reserven
zum 31. Dezember 2014 1.330,2 191,6 147,6 105,8 83,1 1.858,2
zum 31. Dezember 2015 1.179,3 163,9 137,0 90,4 62,7 1.633,3
zum 31. Dezember 2016 1.208,4 148,7 155,8 72,8 39,6 1.625,3 131,0

1) 2016: Inklusive rund 72 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2015: Inklusive rund 72 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

2014: Inklusive rund 71 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash-Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des Tageswerts der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des Tageswerts würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

EUR Mio

Tochterunternehmen Anteil
at equity
Rumänien konso
und Mittlerer lidierte
Schwarzes Region Austral Osten und Beteili-
Meer Österreich Nordsee asien Afrika Gesamt gungen
2016
Zukünftiger Cash-Inflow 15.489 2.481 4.697 597 5.056 28.321 264,0
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben – 11.266 – 1.668 – 2.540 – 598 – 1.416 – 17.488 – 64,1
Zukünftige Entwicklungs
ausgaben – 2.009 – 336 – 421 – 34 – 662 – 3.462 – 3,1
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern 2.214 478 1.736 – 35 2.978 7.370 196,8
Zukünftige Ertragsteuern – 360 – 46 226 17 – 1.694 – 1.856 0,0
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert 1.854 432 1.962 – 18 1.284 5.514 196,8
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz
des Cashflows – 730 – 114 – 470 54 – 579 – 1.839 – 87,1
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto
Cashflows 1.124 318 1.491 36 705 3.675 109,7
2015
Zukünftiger Cash-Inflow 20.474 3.506 6.342 996 6.054 37.372
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben – 13.639 – 2.265 – 3.062 – 663 – 1.166 – 20.795
Zukünftige Entwicklungs
ausgaben – 2.496 – 364 – 642 – 58 – 536 – 4.095
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern 4.340 877 2.639 274 4.352 12.482
Zukünftige Ertragsteuern – 701 – 292 – 133 – 71 – 2.758 – 3.955
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert
3.639 584 2.506 203 1.594 8.527
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz des
Cashflows – 1.632 – 148 – 775 – 10 – 668 – 3.232
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto
Cashflows 2.008 436 1.731 194 926 5.295

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

EUR Mio Tochterunternehmen Anteil
Rumänien
und
Schwarzes
Meer
Region
Österreich
Nordsee Austral
asien
2014
Mittlerer
Osten und
Afrika
Gesamt at equity
konso
lidierte
Beteili-
gungen
Zukünftiger Cash-Inflow 31.953 5.047 7.876 1.458 9.738 56.071
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben
– 15.161 – 3.240 – 2.819 – 710 – 1.241 – 23.171
Zukünftige Entwicklungs
ausgaben
– 2.775 – 822 – 958 – 60 – 679 – 5.294
Zukünftiger Netto-Cashflow
vor Ertragsteuern
14.017 985 4.099 688 7.818 27.606
Zukünftige Ertragsteuern – 2.239 – 496 – 1.403 – 211 – 4.760 – 9.108
Zukünftiger Netto-Cashflow
undiskontiert
11.778 488 2.696 477 3.058 18.498
10% jährlicher Diskontsatz
für die zeitliche Differenz des
Cashflows
– 5.655 233 – 799 – 54 – 1.090 – 7.365
Standardisierte Berechnung
des diskontierten
zukünftigen Netto
Cashflows 6.123 721 1.897 423 1.968 11.133

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows – Tochterunternehmen

EUR Mio

2016 2015 2014
1. Jänner 5.295 11.133 11.818
Verkauf und Transfer von gefördertem Öl und Gas abzüglich
Produktionsausgaben – 1.842 – 4.193 – 4.186
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten – 3.719 – 9.915 – 1.384
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen 294 0 0
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden 3 9 469
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 999 1.224 1.556
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und
Rekultivierungskosten in der Periode – 351 – 214 – 685
Revision früherer Schätzungen 1.246 1.344 2.107
Zuwachs aus der Diskontierung 492 1.063 1.087
Nettoveränderung der Ertragsteuern 1.356 4.371 459
Sonstiges 1) – 98 474 – 110
31. Dezember 3.675 5.295 11.133

1) Unter der Position Sonstiges sind vor allem Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR ausgewiesen

Für at-equity konsolidierte Beteiligungen wurde keine Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows inkludiert, da es keine Vorjahreswerte gibt.

Wien, am 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Vorsitzender

Johann Pleininger Manfred Leitner

Reinhard Florey

225 – 235 WEITERE INFORMATIONEN

226 — Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen 232 — Abkürzungen und Definitionen 235 — Kontakte und Impressum

Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

§ 267b österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Laut § 267b des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) haben große Gesellschaften und Unternehmen von öffentlichem Interesse, die in der mineralgewinnenden Industrie oder auf dem Gebiet des Holzeinschlags in Primärwäldern tätig sind, jährlich einen Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu erstellen. Dieser Paragraf setzt Abschnitt 10 der EU-Rechnungslegungsrichtlinie (2013/34/EU) um. Der Abschnitt "Grundlagen der Erstellung" enthält Informationen über den Inhalt des Berichts. Zudem enthält dieser Abschnitt Informationen über die Zahlungen, die offengelegt werden müssen, sowie darüber, wie OMV die Bestimmungen bei der Erstellung des Berichts umgesetzt hat.

Grundlagen der Erstellung

Berichtende Unternehmen

Nach den Anforderungen der Bestimmung muss die OMV Aktiengesellschaft einen konsolidierten Bericht erstellen, in dem alle Geld- und Sachleistungen auszuweisen sind, die je Geschäftsjahr für die Tätigkeit in der mineralgewinnenden Industrie durch die OMV Aktiengesellschaft oder eine ihrer im Konzernabschluss enthaltenen Tochtergesellschaften an eine staatliche Stelle geleistet werden.

Tätigkeiten im Sinne dieses Berichts

In diesem Bericht werden Geld- und Sachleistungen ausgewiesen, die vom OMV Konzern (nachstehend OMV) für eine Tätigkeit auf dem Gebiet der Exploration, Prospektion, Entdeckung, Weiterentwicklung und Gewinnung von Mineralien, Erdöloder Erdgasvorkommen oder anderen Stoffen in diesen Wirtschaftszweigen geleistet werden.

Staatliche Stellen

"Staatliche Stellen" sind nationale, regionale oder lokale staatliche Behörden oder von solchen kontrollierte Abteilungen, Agenturen oder Unternehmen einschließlich nationaler Ölgesellschaften.

Bei Tätigkeiten einer staatseigenen Gesellschaft außerhalb des eigenen Hoheitsgebiets gilt diese nicht als berichtspflichtige staatliche Stelle im Sinne dieser Bestimmung und Geld- und Sachleistungen an diese Gesellschaften müssen unter diesen Bedingungen nicht ausgewiesen werden.

Definition von Projekt

Die Bestimmung verlangt zudem, dass Geld- und Sachleistungen sowohl nach "Projekt" als auch nach staatlicher Stelle ausgewiesen werden. Als Projekt ist die Gesamtheit der operativen Tätigkeiten anzusehen, die auf einem einzigen Vertrag oder einer Lizenz, einem Pachtvertrag, einer Konzession oder einer ähnlichen rechtlichen Vereinbarung basieren, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bildet. Mehrere inhaltlich miteinander verbundene Vereinbarungen werden im Sinne dieser Bestimmung als ein einziges Projekt behandelt.

"Inhaltlich miteinander verbunden" ist definiert als eine Reihe von mit einer staatlichen Stelle geschlossenen operativ und geografisch verbundenen Verträgen, Lizenzen, Verpachtungen, Konzessionen oder verbundenen Vereinbarungen mit ähnlichen Bedingungen, welche die Grundlage für die Leistungen an die staatliche Stelle bilden. Solche Vereinbarungen können bestimmt werden durch einen einzelnen Vertrag, eine Joint-Venture-Vereinbarung, einen Produktionsteilungsvertrag oder sonstige übergeordnete rechtliche Vereinbarungen.

Es kann Fälle geben – beispielsweise die Körperschaftssteuer –, bei denen sich Leistungen nicht einem einzelnen Projekt zuordnen lassen. Diese Leistungen werden auf Landesebene ausgewiesen.

Geld- und Sachleistungen

Gemäß der Bestimmung müssen die Leistungen zahlungsbezogen angegeben werden. Das bedeutet, dass sie in der Periode angegeben werden, in der sie geleistet werden, und nicht in der Periode, in der sie periodengerecht zugeordnet werden.

Rückzahlungen werden ebenfalls in der Periode angegeben, in der sie vereinnahmt werden, und werden entweder mit in der Periode geleisteten Zahlungen verrechnet oder als Negativbeträge im Bericht ausgewiesen.

An eine staatliche Stelle entrichtete Sachleistungen werden nach der angemessensten und relevantesten Bewertungsmethode für die jeweilige Leistungsart in einen entsprechenden Geldwert umgerechnet. Das können Kosten oder Verkehrswerte sein. Der Bericht enthält eine Erläuterung der Bewertungsmethode. Gegebenenfalls werden die zugrundeliegenden Mengen ebenfalls im Bericht angegeben.

Methodik der Berichterstattung

Die Bestimmungen verlangen, dass die Leistungen da angegeben werden, wo sie von OMV an staatliche Stellen geleistet werden. Der Bericht muss den Inhalt jeder Transaktion und Tätigkeit angeben. Auf Basis dieser Anforderungen ist OMV seiner Berichtspflicht wie folgt nachgekommen:

  • Wenn OMV direkt eine Zahlung an eine staatliche Stelle leistet, wird diese Zahlung vollständig ausgewiesen, unabhängig davon, ob sie alleine im Namen von OMV oder von OMV in seiner Eigenschaft als Betriebsführer einer gemeinschaftlichen Tätigkeit geleistet wird.
  • In Fällen, in denen OMV Mitglied einer gemeinschaftlichen Tätigkeit ist, dessen Betriebsführer eine staatseigene Gesellschaft (das heißt eine staatliche Stelle) ist, werden an diese staatseigene Gesellschaft geleistete Zahlungen ausgewiesen, wo es möglich ist, die berichtspflichtige Zahlung von anderen Kostenpositionen zu trennen.
  • Für Produktionszahlungsansprüche staatlicher Stellen von Gastländern sind die Bestimmungen der Vereinbarung zu berücksichtigen. Wo OMV Betriebsführer ist, wird es die Zahlungsansprüche staatlicher Stellen vollständig angeben. Wo OMV nicht Betriebsführer ist, wird lediglich der proportionale Anteil von OMV an den Produktionszahlungsansprüchen staatlicher Stellen von Gastländern in einer Fußnote zum jeweiligen Land angegeben.

Wesentlichkeit

Einzelne oder verbundene Leistungen, deren Gegenwert im Geschäftsjahr unter EUR 100.000 liegt, werden nicht in diesem Bericht ausgewiesen.

Berichtswährung

In anderen Währungen als Euro geleistete Zahlungen werden zum durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet.

Ausgewiesene Geld- und Sachleistungen

Produktionszahlungsansprüche

Im Rahmen von Produktionsteilungsverträgen hat die staatliche Stelle des Gastlandes Anspruch auf einen Anteil der Öl- und Gasproduktion, der häufig in Sachleistungen abgegolten wird. Der Bericht weist Wert und Menge der Produktionszahlungsansprüche der staatlichen Stelle für die relevante Periode in Barrel Öläquivalent (boe) aus.

Der Anteil der staatlichen Stelle an Produktionszahlungsansprüchen wird auch etwaige Ansprüche aus Anteilen umfassen, die eine staatseigene Gesellschaft als Investor an Projekten im eigenen Hoheitsgebiet hält. Aus Tätigkeiten oder Anteilen außerhalb des Hoheitsgebiets der staatseigenen Gesellschaft entstehende Produktionszahlungsansprüche werden nicht ausgewiesen.

Steuern

Auf die Erträge, die Produktion oder die Gewinne von Unternehmen erhobene Steuern werden ausgewiesen. Rückzahlungen werden mit Zahlungen verrechnet und entsprechend ausgewiesen. Verbrauchssteuern, Lohnsteuern, Umsatzsteuern, Vermögenssteuern und Umweltsteuern werden gemäß dieser Bestimmung nicht ausgewiesen. Obwohl in Österreich eine Steuergruppe besteht, beziehen sich die ausgewiesenen Ertragssteuern für Österreich ausschließlich auf in der mineralgewinnenden Industrie tätige österreichische Tochtergesellschaften. Ertragssteuern für andere Tätigkeiten von OMV in Österreich werden nicht ausgewiesen.

Nutzungsentgelte

An eine staatliche Stelle gezahlte Nutzungsentgelte in Verbindung mit der Gewinnung von Mineralien, Erdöl oder Erdgasvorkommen sind auszuweisen. Werden Nutzungsentgelte in Form von Sachleistungen entrichtet, werden zusätzlich Wert und Menge angegeben.

Dividenden

Gemäß den Bestimmungen werden anstelle von Produktionszahlungsansprüchen oder Nutzungsentgelten an eine staatliche Stelle gezahlte Dividenden ausgewiesen. An eine staatliche Stelle als normalen Anteilseigner ausgezahlte Dividenden werden nicht ausgewiesen, sofern die Dividenden zu denselben Bedingungen an alle Anteilseigner ausgezahlt werden.

In der Berichtsperiode 2016 hat OMV keine derartigen berichtspflichtigen Dividendenzahlungen an staatliche Stellen auszuweisen.

Boni

Unterzeichnungs-, Entdeckungs- und Produktionsboni werden angegeben, sofern sie in Verbindung mit entsprechenden Tätigkeiten bezahlt wurden.

Gebühren

Lizenz-, Miet- und Zugangsgebühren sowie sonstige Gegenleistungen für den Zugang zu dem Gebiet, in dem Gewinnungstätigkeiten ausgeführt werden.

Nicht ausgewiesen werden an staatliche Stellen gezahlte Gebühren, die nicht spezifisch mit Gewinnungstätigkeiten oder dem Zugang zu Rohstoffressourcen in Verbindung stehen. Als Gegenleistung für von einer staatlichen Stelle bereitgestellte Dienstleistungen geleistete Zahlungen werden ebenfalls nicht ausgewiesen.

Beiträge für die Verbesserung der Infrastruktur Von OMV geleistete Zahlungen für Verbesserungen der Infrastruktur (zum Beispiel Bau von Straßen oder Brücken), von denen die Allgemeinheit profitiert, werden im Bericht ausgewiesen, unabhängig

davon, ob OMV den Betrag an nicht staatliche Stellen gezahlt hat. Diese Zahlungen werden in der Periode ausgewiesen, in der die Infrastruktur für die Allgemeinnutzung zur Verfügung gestellt wird.

Überblick über Geld- und Sachleistungen

Die folgende Übersichtstabelle zeigt die relevanten Geld- und Sachleistungen von OMV an staatliche Stellen im Berichtsjahr 2016.

Von den sieben Zahlungsarten, zu denen die österreichische Bestimmung eine Berichterstattung vorsieht, hat OMV keine Dividenden, Produktionszahlungsansprüche, Boni oder Beiträge zur Verbesserung der Infrastruktur geleistet, die den Definitionen der entsprechenden Rechnungslegungsrichtlinie entsprechen. Diese Kategorien werden daher nicht angeführt.

Überblick über Geld- und Sachleistungen

In EUR 1.000
Nutzungs
Steuern entgelte Gebühren Gesamt
Land
Österreich 37.811 55.264 93.075
Kasachstan 8.318 743 9.061
Norwegen – 60.253 9.665 – 50.588
Neuseeland 22.719 32.354 55.073
Pakistan 10.146 5.485 1.068 16.699
Rumänien 97.603 129.081 12.675 239.359
Tunesien 7.415 5.926 112 13.453
Großbritannien und Nordirland – 10.592 2.186 – 8.406
Gesamt 113.167 228.110 26.449 367.726

Für Libyen wurden für das Jahr 2016 keine Zahlungen ausgewiesen, da OMV nicht Betriebsführer war. Der proportionale Anteil von OMV an den Produktionszahlungsansprüchen staatlicher Stellen hätte 2016 EUR 111,5 Mio für 2,57 Mio bbl Rohöl betragen, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe.

Zahlungen je Land

Zahlungen je Land
In EUR 1.000
Steuern Nutzungs
entgelte
Gebühren Gesamt
Österreich
Staatliche Stellen
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft 55.264 55.264
Bundesministerium für Finanzen 37.811 37.811
Gesamt 37.811 55.264 93.075
Projekte
Niederösterreich 37.811 55.264 93,075
Gesamt 37.811 55.264 93.075
Kasachstan
Staatliche Stellen
State Revenue Committee 8.318 8.318
Akimat der Region Mangistau 146 1) 146
Schulungszentren von Universitäten 597 2) 597
Gesamt 8.318 743 9.061
Projekte
Tasbulat 4.447 609 5.056
Komsomolskoe 3.871 134 4.005
Gesamt 8.318 743 9.061

1) Finanzierung verschiedener Projekte unter der gemeinsamen Kontrolle des Akimat der Region Mangistau und von OMV im Rahmen der Konzessionsvereinbarung und Ausgaben gemäß den vereinbarten Projekten

2) Finanzierung verschiedener Ausgaben für Schulungszentren von Universitäten gemäß Konzessionsvereinbarung

Norwegen

Staatliche Stellen
Oljedirektoratet 9.665 9.665
Skatteetaten – 60.253 – 60.253
Gesamt – 60.253 9.665 – 50.588
Projekte
Explorationsprojekte in Norwegen 9.665 9.665
Keinen Projekten zuzuordnende Zahlungen – 60.253 3) – 60.253
Gesamt – 60.253 9.665 – 50.588

3) Die Rückzahlung ist das Ergebnis von steuerlichen Verlusten aufgrund von Explorationstätigkeiten

Zahlungen je Land

In EUR 1.000
Nutzungs
entgelte
32.354
Gebühren Gesamt
32.354
22.566
153
32.354 55.073
6.378 6.383
162 162
25.814 25.814
148
22.566
32.354 55.073
10.146
5.485 751 6.236
125 125
192 192
5.485 1.068 16.699
121 276 397
1.296 360 1,656
4.068 182 4.250
250 250
10.146
5.485 1.068 16.699
97.603 129.081 226.684
3.163 3.163
716 716
8.696 8.696
100 100
97.603 129.081 12.675 239.359
98.340 12.651 110.991
30.741 24 30.765
97.603 97.603
97.603 129.081 12.675 239.359

Zahlungen je Land

In EUR 1.000
Nutzungs
Steuern entgelte Gebühren Gesamt
Tunesien
Staatliche Stellen
Receveur des Finances 6.169 112 6.281
Receveur des Douanes 1.246 1.246
Entreprise Tunisienne d'Activites Petrolieres 4.817 4) 4.817
Tresorerie Generale de Tunisie 1.109 1.109
Gesamt 7.415 5.926 112 13.453
Projekte
Ashtart 434 434
TPS 2.091 2.091
South Tunisia 4.890 5.926 4) 112 10.928
Gesamt 7.415 5.926 112 13.453

4) Beinhaltet Sachleistungen für 122.000 bbl Rohöl, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe

In Tunesien, wo OMV nicht Betriebsführer ist, hätte der proportionale Anteil von OMV an den Produktionszahlungsansprüchen staatlicher Stellen für 2016 EUR 10,4 Mio für 281.000 bbl Rohöl betragen, bewertet nach dem durchschnittlichen monatlichen Preis pro boe.

Zahlungen je Land

In EUR 1.000
Nutzungs
Steuern entgelte Gebühren Gesamt
Großbritannien und Nordirland
Staatliche Stellen
Department of Energy and Climate Change 2.186 2.186
HM Revenue and Customs – 10.592 5) – 10.592
Gesamt – 10.592 2.186 – 8.406
Projekte
Explorations- und Entwicklungsprojekte in Großbritannien
und Nordirland – 10.592 2.186 – 8.406
Gesamt – 10.592 2.186 – 8.406

5) Die Rückzahlung ist das Ergebnis von steuerlichen Verlustrückträgen, die zur Erstattung von in vorangegangenen Jahren gezahlten Steuern führten

Wien, den 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Reinhard Florey Johann Pleininger Manfred Leitner

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl, bbl/d

Barrel (Fass zu zirka 159 Liter), bbl pro Tag

bcf, cf

Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

BIP

Bruttoinlandsprodukt

boe, boe/d

Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

C

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Betriebserfolg, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu

aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS EBIT vor Sondereffekten

Earnings Before Interest and Taxes (Betriebserfolg), bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS EBIT vor Sondereffekten stellt die Summe von CCS EBIT vor Sondereffekten von Downstream Öl, EBIT vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und dem berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

E

EBIT

Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EBITD

Earnings Before Interest, Taxes and Depreciation; Betriebserfolg vor planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU

Europäische Union

EUR Euro

F

FX Fremdwährungs-Wechselkurs

H

H1, H2 Erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV

Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs

International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

kbbl, kbbl/d Tausend Barrel, tausend bbl pro Tag

kboe, kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent, tausend boe pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

L

LNG Liquefied Natural Gas;

Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million, Millionen

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss

    • Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten
  • Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten

NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

OPEX

Operating Expenditures; Produktionskosten; Materialund Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

PJ Petajoule, 1 PJ entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Q

Q1, Q2, Q3, Q4 Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RONA

Return On Net Assets; %-Verhältnis NOPAT zu den durchschnittlichen net assets

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TEUR Tausend Euro

TRIR

Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TRY

Türkische Lira

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh

Terawattstunde

U

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD

V

US Dollar

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Kontakte und Impressum

OMV Aktiengesellschaft

Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-0 [email protected] www.omv.com

OMV PETROM SA

Strada Coralilor 22, sector 1 013329 Bukarest, Rumänien Tel. +40 372 868930 Fax +40 372 868518 [email protected]

Investor Relations

Magdalena Moll OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected]

Herausgeber OMV Aktiengesellschaft, Wien

Konzept und Design

Anzinger und Rasp, München

Fotos

Titel: Mapics | Dreamstime.com Seite 6–32: Myrzik und Jarisch Seite 18, 23, 25: OMV Archiv Seite 25: Mark Glassner (links)

Bildbearbeitung

MXM Digital Service, München

Anhang

Produziert mit FIRE.sys

Druck Longo, Bozen

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Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen:

Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind durch Bezeichnungen wie "Ausblick", "glauben", "erwarten", "rechnen", "beabsichtigen", "planen", "Ziel", "Einschätzung", "können/könnten", "werden" und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen von OMV sowie OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle von OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren von OMV dar.

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DIE ENERGIE VON OMV

Geschäftsbericht 2016 der OMV Aktiengesellschaft

OMV Aktiengesellschaft

Inhalt

239 Bericht des Aufsichtsrats
243 Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht
257 Lagebericht
264 Bestätigungsvermerk
269 Jahresabschluss
269 Bilanz zum 31. Dezember 2016
271 Gewinn- und Verlustrechnung
272 Anhang
273 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
278 Erläuterungen zur Bilanz
287 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
291 Ergänzende Angaben
295 Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
mit einem Anteil von mindestens 20%
296 Aufsichtsrat
297 Vorstand
299 Anlagenspiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB
301 Abkürzungen und Definitionen

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die Entwicklung der OMV Aktie im Jahr 2016 war hervorragend. Der Kurs stieg 2016 um 28% und übertraf den FTSE Global Energy Index deutlich mit einer EUR-Kursperformance von 23%. Dabei waren die Herausforderungen gewaltig – angesichts der global schwierigen Situation für die Öl- und Gasindustrie. Der Brent-Preis lag bei USD 44/bbl; der Gaspreis durchschnittlich bei EUR 15/MWh1).

OMV hat den Fokus klar und erfolgreich auf die Reduzierung der Investitionen, Explorationsausgaben und Kosten gelegt. Das Unternehmen hat so die Ertragskraft außerordentlich gestärkt und in einem unsicheren Umfeld Maßnahmen zur Sicherung eines positiven Cashflows gesetzt.

Ich freue mich sehr, Ihnen diese positive Nachricht in meinem ersten Jahr als Vorsitzender des OMV Aufsichtsrats verkünden zu können. Das OMV Management hat die geschaffenen finanziellen Spielräume klug genutzt – einerseits um strategisch wichtige und notwendige Portfoliomaßnahmen voranzutreiben, andererseits zur nachhaltigen Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

So wurde die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gelegt und die Zukunft des Konzerns auf sichere Füße gestellt. Der Kapitalmarkt hat diese Erfolge honoriert. Die gute Performance der OMV Aktie steht dafür.

Nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016 informieren:

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Infolge der Rücktritte von Peter Oswald, Wolfram Littich, Herbert Stepic und Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti wurden Marc Hall, Karl Rose sowie Ahmed Matar Al Mazrouei von der OMV Hauptversammlung am 18. Mai 2016 erstmals zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Ebenso wurde ich, Peter Löscher, erstmals in den Aufsichtsrat und zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Seitens der Belegschaftsvertreter wurde Gerhard Singer im September 2016 erstmals in den Aufsichtsrat entsandt. Martin Rossmann schied mit diesem Zeitpunkt aus dem Aufsichtsrat aus.

Am 19. Jänner 2016 wurde Reinhard Florey vom OMV Aufsichtsrat zum neuen Finanzvorstand bestellt. Er trat die Nachfolge von David C. Davies am 1. Juli 2016 an. Im Dezember 2016 wurde Manfred Leitner als Vorstand für den Bereich Downstream für weitere zwei Jahre bestätigt.

Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat nahm im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahr. Er überwachte die Geschäftsführung von OMV durch den Vorstand und beriet den Vorstand im Entscheidungs-

1) Central-European-Gas-Hub-Spot-Gaspreis

Peter Löscher Vorsitzender des Aufsichtsrats

"In einem unsicheren Umfeld hat OMV seine Ertragskraft gestärkt und Maßnahmen zur Sicherung eines positiven Cashflows gesetzt."

findungsprozess auf Basis detaillierter mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens und das Geschäftsumfeld sowie über Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats lag 2016 auf den Maßnahmen zur Umgestaltung des OMV Portfolios im Einklang mit der genehmigten Strategie. Im Bereich Upstream stand eine Vielzahl an Projekten zur Diskussion, die das Ziel der Erhöhung der Reserven-Ersatzrate und Nachhaltigkeit des Portfolios unterstützen. In diesem Zusammenhang ist vor allem der geplante Austausch von Vermögenswerten mit Gazprom zu erwähnen, der mit der Unterzeichnung einer bindenden Grundsatzvereinbarung ("Basic Agreement") im Dezember 2016 wichtige Fortschritte machte. Gemäß dieser Vereinbarung wird OMV im Gegenzug für einen Anteil von 38,5% an OMV (NORGE) AS einen 24,98%-Anteil an dem Projekt zur Entwicklung der Blöcke 4 und 5 der Achimov-Formation des Öl-, Gas- und Kondensatfelds Urengoi erhalten. Zudem diskutierte und genehmigte der Aufsichtsrat im November die Veräußerung der Upstream-Tochtergesellschaft in Großbritannien, die im Jänner 2017 abgeschlossen werden konnte. Im Bereich Downstream war die weitere Restrukturierung der Gasaktivitäten ein zentrales Thema. Im Mai wurde die Übernahme der Minderheitsanteile an EconGas abgeschlossen; im September erfolgte der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Gas Connect Austria und trug damit zur finanziellen Stabilität und zum Cashflow des OMV Konzerns bei. In Downstream Öl wurde im Einklang mit der

Strategie des Bereichs der Verkaufsprozess für OMV Petrol Ofisi gestartet, der im März 2017 in einer erfolgreichen Unterzeichnung der Transaktion mündete.

Neben der Umbildung des Portfolios konzentrierten sich die Aktivitäten des Vorstands und des Aufsichtsrats vor dem Hintergrund der anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreise vor allem auf die Verbesserung der Ertragskraft und die Sicherung des Cashflows. Besonderes Augenmerk galt daher dem Investitionsprogramm in Budget- und Mittelfristplanung. Darüber hinaus wurde mit der Etablierung eines Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms eine wichtige Weiche gestellt. Auf Basis dieser Maßnahmen gelang es, im Geschäftsjahr 2016 das gesteckte Ziel eines positiven freien Cashflows nach Dividenden zu erreichen.

Schließlich startete der Aufsichtsrat mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität seiner Arbeit eine umfangreiche, auf Basis von Einzelinterviews geführte Selbstevaluierung. Diese wird erstmals von einem externen Berater unterstützt, sodass eine Objektivierung der Ergebnisse und eine Beurteilung der Aufsichtsratsarbeit im Vergleich zur gängigen Marktpraxis erreicht werden. Dies ist ein klares Zeichen, dass sich der Aufsichtsrat seiner Verantwortung gegenüber Aktionärinnen und Aktionären und weiteren Stakeholdern bewusst ist.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidial- und Nominierungsausschuss leitete die Suche für die Position des Finanzvorstands, die Anfang 2016 zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wurde. Ebenso empfahl er die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung.

Der Vergütungsausschuss verhandelte den Anstellungsvertrag mit Reinhard Florey. Darüber hinaus arbeitete der Vergütungsausschuss kontinuierlich an Verbesserungen des variablen Vergütungssystems für den Vorstand. Insbesondere wurden die Vergütungssysteme im Jahr 2016 auf ihre Marktüblichkeit geprüft und in diesem Zusammenhang Anpassungen der Auszahlungsstruktur vorgenommen.

Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollund Steuerungssystems des Konzerns. Darüber hinaus untersuchte er eingehend die bei Wertminderungen von Aktiva verwendeten Prozesse und Berechnungsmethoden (Werthaltigkeitstests) sowie die Grundzüge des finanziellen Steuerungsmodells.

"Wir haben 2016 viel verändert und erreicht und das Fundament für weiteres Wachstum gelegt."

Der Abschlussprüfer des OMV Konzerns, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., nahm an jeder Sitzung des Prüfungsausschusses teil, wobei regelmäßig die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit dem Abschlussprüfer ohne Anwesenheit der Vorstandsmitglieder genutzt wurde.

Aufgrund der Anzahl und der substanziellen Größenordnung der Projekte, mit denen der Aufsichtsrat im Jahr 2016 befasst war, kam dem Projektausschuss eine wesentliche Bedeutung zu. In regelmäßig vor den Aufsichtsratssitzungen stattfindenden Tagungen des Projektausschusses wurden die Entscheidungen zu wesentlichen Investitionsund M&A-Projekten durch intensive Information und Diskussion vorbereitet.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß § 96 Abs.1 Aktiengesetz erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss 2016, die damit gemäß § 96 Abs.4 Aktiengesetz festgestellt sind. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss 2016 erhielten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss und von ihm geprüften (konsolidierten) Corporate-Governance-Bericht und dem (konsolidierten) Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen zu. Der Aufsichtsrat hat bei den Prüfungen keine Beanstandungen festgestellt. Nach Prüfung akzeptierte der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, eine Dividende von EUR 1,20 je Aktie auszuschütten und den sich danach ergebenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Wir haben im Jahr 2016 viel verändert und viel erreicht und das Fundament für weiteres Wachstum gelegt. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich bei dem Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit in diesem herausfordernden Geschäftsjahr 2016. Unser Dank geht auch an Peter Oswald, der bis Mai 2016 als Vorsitzender des Aufsichtsrats tätig war, sowie an David C. Davies, den ehemaligen Finanzvorstand und stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands, für sein langjähriges Engagement.

Mein besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für ihr entgegengebrachtes Vertrauen sowie allen Kundinnen und Kunden und Partnerinnen und Partnern von OMV.

Wien, am 22. März 2017

Für den Aufsichtsrat

Peter Löscher

Konsolidierter Corporate-Governance-Bericht

OMV als börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und hat die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden, um eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle des OMV Konzerns, ein hohes Niveau an Transparenz für alle Stakeholder und letztlich eine nachhaltige und langfristige Wertschaffung sicherzustellen.

Das österreichische Recht, die Satzung, die Geschäftsordnungen der Organe des Unternehmens und der österreichische Corporate Governance Kodex (öCGK) bilden den Rahmen für die Corporate Governance von OMV. OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Der Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Die Einhaltung des öCGK durch OMV im Jahr 2016 wurde einer externen Evaluierung durch unabhängige Berater unterzogen. Der Bericht über die Evaluierung ist unter www.omv.com öffentlich zugänglich und bestätigt die Einhaltung sämtlicher verpflichtenden C-Regeln (Comply or Explain) sowie aller empfohlenen R-Regeln (Recommendations) durch OMV. Im Hinblick auf die C-Regeln 27 und 28 befinden sich Erklärungen zu den variablen Vergütungsprogrammen in den entsprechenden Abschnitten des Vergütungsberichts. Zu C-Regel 36 ist eine Erklärung über die Selbstevaluierung des Aufsichtsrats im Abschnitt zu den Arbeitsmethoden des Aufsichtsrats enthalten.

Der relevante Corporate-Governance-Bericht von OMV Petrom S.A., einem Unternehmen, das im Konzernabschluss von OMV konsolidiert wird und dessen Aktien an der Bukarester Börse sowie an der Londoner Börse notiert sind, ist verfügbar unter www.omvpetrom.com > OMV Petrom > Investor Relations.

Vorstand

Rainer Seele, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2018 Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor.

Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens.

Nach seinem Doktorats-Studium der Chemie an der Universität Göttingen übernahm Rainer Seele leitende Funktionen im BASF-Konzern, wo er 2000 zunächst Mitglied der Geschäftsführung und später Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH wurde. Von 2009 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding GmbH.

Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Präsident des Aufsichtsrats
Borealis AG Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Solutions
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats

David C. Davies, *1955

Datum der Erstbestellung: 1. April 2002 Per 31. Juli 2016 legte David C. Davies sein Vorstandsmandat als Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung für Finanzen und OMV Solutions GmbH nieder.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG Aktiengesellschaft.

David C. Davies schloss 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) ab und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Anschließend war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns:

Reinhard Florey, *1965
------------------------ --

Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2016 Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2019. Finanzvorstand (seit 1. Juli 2016).

Verantwortungsbereich: Finanzen.

Reinhard Florey absolvierte sein Studium an der technischen Universität Graz im Bereich Maschinenbau und Wirtschaft parallel zu seinem Musikstudium an der Akademie der bildenden Künste. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für die Firma Thyssen Krupp AG tätig. Bis Juni 2016 war er Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Outukumpu Oy.

Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Solutions SRL
OMV Petrom
Global Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
OMV Petrol Ofisi A. S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Holding A. S.
OMV Gaz ve Enerji
Holding A. S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
Holding A. S.
Gas Hub AG
OMV Petrol Ofisi
Holding A. S.
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 1. August 2016)
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
(bis 5. Juli 2016)
GmbH
Central European
Gas Hub AG
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 9. August 2016)
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
(bis 14. Juli 2016)
Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom Global
Solutions SRL
Präsident des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A. S. Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi Stellvertretender Vorsitzender
Holding A. S. des Aufsichtsrats
OMV Gaz ve Enerji Stellvertretender Vorsitzender
Holding A. S. des Aufsichtsrats
Central European Stellvertretender Vorsitzender
Gas Hub AG des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Geschäftsführer
OMV Exploration & Stellvertretender Vorsitzender
Production GmbH des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power Stellvertretender Vorsitzender
GmbH des Aufsichtsrats
OMV Refining & Stellvertretender Vorsitzender
Marketing GmbH des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats

Johann Pleininger, *1962

Datum der Erstbestellung: 1. September 2015 Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. August 2018.

Leitung des Geschäftsbereichs Upstream.

Johann Pleininger begann seine berufliche Laufbahn 1977 bei OMV und absolvierte später eine Ausbildung als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur. In seiner Zeit bei OMV bekleidete er verschiedene leitende Funktionen. Von 2007 bis 2013 war er als Vorstandsmitglied von OMV Petrom in Bukarest für den Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Zuletzt war er als Senior Vice President für die Upstream-Kernländer Rumänien und Österreich sowie für die Entwicklung im Schwarzen Meer verantwortlich.

Mitglied des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG.

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen des OMV Konzerns:

Unternehmen Funktion

OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrom
Global Solutions SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV PETROM
GAS SRL
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Exploration &
Production GmbH
Geschäftsführer
OMV Austria
Exploration &
Production GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Refining &
Marketing GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Mitglied des Aufsichtsrats

Manfred Leitner, *1960

Datum der Erstbestellung: 1. April 2011 Ende der laufenden Amtszeit: 31. Dezember 2019

Verantwortungsbereich: Geschäftsbereich Downstream sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Kozerns bezüglich Kunststoffen und Chemie.

Manfred Leitner absolvierte das Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1985 seine Laufbahn bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von Exploration und Produktion leitete er den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis, Libyen. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten des Bereichs Exploration und Produktion verantwortlich. Anschließend wechselte er in den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing und übernahm dort bis 2002 die Leitung der Abteilung Planung und Controlling. Von 2003 bis 2011 war er Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply.

Unternehmen Funktion
OMV PETROM S.A. Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi A. S. Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Petrol Ofisi
Holding A. S.
Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Gaz ve Enerji
Holding A. S.
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Borealis AG Mitglied des Aufsichtsrats
OMV Supply & Trading
Limited
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas & Power
GmbH
Geschäftsführer
OMV Refining &
Marketing GmbH
Geschäftsführer
OMV Exploration &
Production GmbH
Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
OMV Solutions GmbH Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats
Central European
Gas Hub AG
Vorsitzender des Aufsichtsrats
GAS CONNECT
AUSTRIA GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Gas Storage
GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrats
OMV Trading GmbH Vorsitzender des Aufsichtsrats

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, Beschlusserfordernisse sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen, ab.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht bietet einen Überblick über die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Er erläutert die Grundsätze der Vergütungspolitik und die unterschiedlichen Bestandteile der Vergütung einschließlich Leistungsanreizen und anderer Bezüge.

Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Mitglieder des OMV Vorstands werden zu lokalen, österreichischen Bedingungen beschäftigt. Die Gehälter sind daher in EUR festgelegt (brutto). Ihre Anstellungsverträge sind mit der OMV Aktiengesellschaft abgeschlossen und unterliegen österreichischem Recht. Um zusätzlichen Verantwortlichkeiten in Konzernunternehmen Rechnung zu tragen, hatte David C. Davies bis 31. Juli 2016 einen weiteren Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH.

Die Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder berücksichtigt die Gegebenheiten in der relevanten Branche, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung der Vergütung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zur Branche, wie etwa europäischen Öl- und Gasunternehmen, als auch zu relevanten österreichischen und europäischen Industrieunternehmen sichergestellt. PricewaterhouseCoopers LLP (PwC) war für den Vergütungsausschuss ganzjährig beratend tätig.

Die leistungsbezogene Komponente beinhaltet sowohl kurz- als auch langfristige Elemente. Die verwendeten Indikatoren beruhen auf finanziellen und nicht finanziellen Kennzahlen. Ebenfalls berücksichtigt werden spezielle Projekte im Zuge der Umsetzung der OMV Strategie.

Jährliche Vergütung der OMV Vorstandsmitglieder

Grundgehalt

Die fixe Grundvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. In den Anstellungsverträgen sind 14 Zahlungen pro Jahr jeweils am letzten Banktag eines Monats vorgesehen.

Sachbezüge

Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen und haben Anspruch auf eine Unfallversicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung.

Bonifikation (Bonus)

Die jährliche Bonifikation besteht aus zwei integrierten Komponenten. Insgesamt beträgt der maximale Anspruch 200% des Bruttojahresgehalts, abhängig von der Zielerreichung. Ein Teil des Bonus wird in bar ausbezahlt (Barbonifikation), während der andere Teil in Aktien zugeteilt wird (der Matching Share Plan). Beide Komponenten sind gleichwertig und unterliegen denselben Leistungskriterien.

Die Barbonifikation für das Jahr 2016 wurde vom Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigt. Abhängig vom Zielerreichungsgrad können höchstens 100% des Grundgehalts als variable Barvergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.

Der Matching Share Plan (MSP) für das Jahr 2016 wurde von der Hauptversammlung 2016 genehmigt. Er dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, das die Bindung an OMV und die Angleichung an Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Abhängig von der Zielerreichung ist für Vorstandsmitglieder eine Zuteilung von Aktien des Unternehmens netto nach Steuern im folgenden Finanzjahr in Höhe von maximal 100% ihrer erzielten jährlichen Barbonifikation (brutto) vorgesehen. Die zugeteilten Aktien sind für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen.

Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des MSP nicht verändert werden.

Es werden Ziele (Leistungskriterien) vereinbart und am Ende des Leistungsjahrs gemessen. Die Leistungskriterien für das Leistungsjahr 2016 setzen sich aus den nachstehenden drei Bereichen zusammen:

Bereich Kriterien Gewichtung
Finanziell CCS NOPAT vor
Sondereffekten;
freier Cashflow nach
Dividenden und vor
Veräußerungen; aus
gewiesener Return
On Net Assets (RONA)
60%
Effizienz Inkludiert beispiels
weise die termin
gerechte und budget
konforme Durchführung
von Investitions
projekten sowie
Kosteneinsparungen
40%
Nachhaltigkeit Allgemeiner
Fortschritt
+/– 10%
Multiplikator

Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den erreichten Werten festgestellt. Die tatsächliche Zielerreichung wird von einem unabhängigen Experten überprüft. Die Barbonifikation hängt vom Ausmaß der Erreichung der Leistungskriterien ab. Es wurden Schwellen-, Zielund Zielüberschreitungswerte vereinbart, die einen Anspruch auf eine Bonifikation in Höhe von 25%, 70% oder 100% des jährlichen Grundgehalts begründen.

Aus der tatsächlichen Zielerreichung im Jahr 2016 ergibt sich eine Zahlung von 82% des Grundgehalts im Jahr 2017. Derselbe Prozentsatz gilt auch für die Zahlungen im Rahmen des MSP im Jahr 2017.

Trotz des herausfordernden Marktumfelds wurden die Ziele für CCS NOPAT vor Sondereffekten und freien Cashflow zur Gänze erreicht, während der ausgewiesene RONA durch Wertminderungen belastet wurde. Eine schwächere Leistung bei den Projektzielen wurde durch eine erfolgreiche Implementierung des Kostensenkungsprogramms kompensiert. Es erfolgte keine Anpassung der Zielerreichung hinsichtlich Nachhaltigkeit.

Bonus-Zielerreichung der Grundvergütung im Jahr 2016 In % Maximum

Im Fall eines Rückzahlungsereignisses werden die zugeteilten Aktien reduziert oder sind gegebenenfalls auf Verlangen des Aufsichtsrats zurückzugeben. Als Rückzahlungsereignis gelten die folgenden Gründe: erforderliche Berichtigung des geprüften Jahresabschlusses aufgrund von Fehlkalkulationen; wesentliches Versagen des Risikomanagements, das zu signifikanten Verlusten führt; schwerwiegendes Fehlverhalten einzelner Vorstandsmitglieder aufgrund Verletzung österreichischen Rechts. Sofern die zugeteilten Aktien oder ihr Geldgegenwert auf einer fehlerhaften Berechnung der Bonifikation beruhen, sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, Vergütungen zurückzugeben oder zurückzuzahlen, die aufgrund solcher Berechnungsfehler bezogen wurden.

Überblick über die jährliche Vergütung

Unter der Annahme, dass alle Leistungskriterien für die Barbonifikation und den MSP im Ausmaß des Zielwerts erreicht werden, entspricht die jährliche Gesamtvergütung 240% der Grundvergütung der Vorstandsmitglieder.

Langfristige Vergütung und Leistungsanreize

Long Term Incentive Plan

Der Long Term Incentive Plan (LTIP) wurde seit seiner Einführung 2009 jährlich gewährt. Der von der Hauptversammlung 2016 beschlossene LTIP 2016 ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und soll die mittel- und langfristige Wertschöpfung bei OMV fördern. Der Plan soll die Interessen des Managements und der Aktionärinnen und Aktionäre aneinander angleichen, indem dem Management eine leistungsabhängige Vergütung in Form von OMV Aktien gewährt wird, wobei die Leistung anhand von Schlüsselindikatoren gemessen wird, die mit der mittelfristigen Strategie und der Aktienrendite verknüpft sind. Die Obergrenze der Aktienzuteilung für jedes Vorstandsmitglied ist ein Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto): 175% für den Vorstandsvorsitzenden, 150% für den stellvertretenden Vorsitzenden, 125% für die übrigen Vorstandsmitglieder. Der Leistungszeitraum beträgt drei Jahre (1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2018). Zu Beginn des Programms wurden Gewichtungen für Schlüsselindikatoren festgelegt:

Indikator Gewichtung
Relativer Total Shareholder Return
(Relativer TSR)
70%
Freier Cashflow nach Dividenden über
drei Jahre
10%
Nachhaltigkeitskomponente 10%
Performance bei Veräußerungen und
Akquisitionen
10%

Der relative TSR wird anhand einer ausgewogenen Vergleichsgruppe von zwölf Öl- und Gasunternehmen ermittelt (Shell, BP, Total, Eni, Statoil, Lundin Petroleum, Repsol, Galp Energia, MOL, Tupras, Neste Oil und PKN Orlen). Die Zielerreichung ist mittels Vergleich der vereinbarten Indikatoren mit den tatsächlich erzielten Ergebnissen zu bestimmen.

Soweit das Aktienbesitzerfordernis nicht erreicht ist, erfolgt die Vergütung automatisch in Form von Aktien (netto nach Steuern). Soweit das Aktienbesitzerfordernis erreicht ist, kann die Vergütung in bar erfolgen. Die Berechnung der jeweiligen Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Schlusskurses der OMV Aktie an der Wiener Börse während der drei Monate vom 1. Jänner 2016 bis zum 31. März 2016 (EUR 23,92). Anspruchstag des LTIP 2016 ist der 31. März 2019. Die Höhe der Zuteilung für jede Leistungskennzahl ist den Tabellen zu entnehmen.

Freier Cashflow und Nachhaltigkeit: Höhe der Zuteilung

Leistung Zuteilung
Zielüberschreitung 100%
Zielwert 70%
Schwelle 25%
Unter der Schwelle 0%

Relativer TSR: Höhe der Zuteilung

Leistung Zuteilung
Zielüberschreitung: am oder über dem
oberen Quartil
(≥ 75. Perzentil) 100%
Zielwert: am Median (= 50. Perzentil) 25%
Schwelle: unteres Quartil
(= 25. Perzentil) 0%

Die Zuteilung zwischen den Leistungsschwellen bzw. den Quartilen erfolgt linear.

Unter der Annahme, dass alle Leistungskriterien des LTIP 2016 im Ausmaß des Zielwerts erreicht werden, werden die Zuteilungen 67%, 58% bzw. 48% des Grundgehalts des Vorstandsvorsitzenden, des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bzw. der anderen Vorstandsmitglieder betragen.

Vorstandsmitglieder müssen ein angemessenes Eigeninvestment in OMV akkumulieren und diese Aktien bis zum Pensionsantritt oder Ausscheiden aus dem Unternehmen halten. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts (brutto) definiert: 200% für den Vorstandsvorsitzenden, 175% für den stellvertretenden Vorsitzenden, 150% für andere Vorstandsmitglieder. Das Eigeninvestment muss innerhalb von fünf Jahren ab Beginn des laufenden Anstellungsvertrags als Vorstandsmitglied aufgebaut und erreicht werden. Alle Vorstandsmitglieder (mit Ausnahme

Vorstandsbezüge 1)

Seele Davies 2) Florey 1) Pleininger Leitner Summe
(bis 31. Juli
2016)
(ab 1. Juli
2016)
900 506 300 550 700 2.956
324 603 0 132 3) 504 1.563
13 8 80 4) 12 13 126
1.237 1.116 380 5) 694 1.217 4.645
12.975 24.112 6) 0 5.286 20.184 62.557
58/42 30/70 100/0 68/32 41/59 50/50
0 11.496 9) 0 0 8) 6.842 9) 18.338

1) Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2016 erfolgte, beziehen sich auf den Zielerreichungsgrad im Jahr 2015 (dementsprechend wurden 2016 an Reinhard Florey keine Bonifikationen ausbezahlt). Das Grundgehalt von David C. Davies beinhaltet einen jährlichen Unterkunftszuschuss. Das Grundgehalt für David C. Davies wurde per 1. April 2016 angepasst. Diese Anpassung richtet sich nach dem Inflationsindex

2) Teilweise gemäß dem Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH ausbezahlt

3) Johann Pleininger erhielt eine Barbonifikation in Höhe von TEUR 112 im Zusammenhang mit dem Zielerreichungsgrad als Führungskraft im Jahr 2015

4) Einschließlich Miete, Heimflügen, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundener Steuern 5) Zusätzlich erhielt Reinhard Florey eine einmalige Zahlung in Höhe von TEUR 260 mit der Verpflichtung zum Erwerb von OMV Aktien für das Aktienbesitzerfordernis gemäß LTIP

6) In bar ausbezahlt

7) Fix inkludiert Grundgehalt und Sachbezüge; variabel umfasst Barbonifikation und Matching Share Plan

8) Johann Pleininger hatte Anspruch auf 3.850 Aktien aus dem LTIP 2013 für Führungskräfte (in bar ausbezahlt)

9) In bar ausbezahlt

Aktienbesitzerfordernis und Erfüllung

Aktienbesitzerfordernis 1) Erfüllung
In Aktien In % des
Gehalts
In Aktien
(auf Treuhanddepot des Unternehmens)
In % der
Anforderung
Seele 75.790 200% 38.038 50,19%
Florey 37.626 150% 0 2) 00,00%
Pleininger 34.737 150% 12.979 37,36%
Leitner 44.211 150% 51.249 115,92%

1) Das Aktienbesitzerfordernis für David C. Davies, Jaap Huijskes und Hans-Peter Floren war am Ende des Jahres nicht mehr wirksam. Das Aktienbesitzerfordernis für Gerhard Roiss ist noch wirksam und derzeit erfüllt

2) Der Kauf von Aktien war aufgrund von potenzieller Insiderinformation während Handelsfenstern eingeschränkt

von Reinhard Florey) haben die Anforderung des Aktienbesitzerfordernisses zumindest zum Teil bereits durch MSP-Auszahlungen, über frühere LTIP-Investments und/oder durch Übertragung privater Aktien erfüllt (siehe Tabelle).

Der Zielerreichungsgrad im Rahmen des LTIP 2014 beträgt 10% und die entsprechende Zuteilung von Aktien oder Barvergütung erfolgt 2017.

LTIP 2014 – 2016 Zielerreichung

Indikator Gewichtung
Relativer TSR zur Vergleichsgruppe 50%
ROACE 40%
Nachhaltigkeit:
Action Item Response Rate
5%
Nachhaltigkeit: Kontraktorenmanagement 5%
Gesamthöhe der Zuteilung 10%

Strategic Incentive Plan

Der Strategic Incentive Plan (SIP) ist ein langfristiges Vergütungsinstrument für Vorstandsmitglieder (sowie für Führungskräfte und ausgewählte Upstream-Expertinnen und -Experten), das einen kombinierten Fokus auf die Erreichung der strategischen Ziele von OMV fördert. Er basiert auf der Zuteilung virtueller Aktien, deren Gegenwert am Ende der Planlaufzeit in Abhängigkeit vom Erreichen definierter Leistungsziele bar ausgezahlt wird.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben in Q1/16 beschlossen, den SIP ersatzlos und entschädigungslos zu beenden, da er ihrer Auffassung nach im Widerspruch zur neuen Strategie stand. Die Beendigung des Plans wurde bis Juli 2016 umgesetzt. Der SIP ist jedoch für drei ehemalige Vorstandsmitglieder noch in Kraft. Details können dem Abschnitt Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses entnommen werden.

Gemäß C-Regel 27 und 28 des öCGK sind für variable Vergütungskomponenten messbare Leistungskriterien im Voraus festzulegen. Aufgrund der industriespezifischen Volatilität der Rohstoffpreise

und Marktbedingungen, politischer Länderrisiken sowie erhöhter Sicherheitsrisiken gewähren die variablen Vergütungsprogramme (Barbonifikation, MSP und LTIP) dem Aufsichtsrat bzw. dem Vergütungsausschuss, wie in der Öl- und Gasindustrie übliche Praxis, bestimmte Ermessensspielräume, um einzelne Komponenten im Falle von wesentlichen Änderungen der zugrundeliegenden Umstände anzupassen sowie bei einzelnen Kriterien die Zielerreichung festzulegen, immer unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren und innerhalb von jeweiligen Höchstgrenzen.

Altersvorsorge

Alle Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse eingezahlt (APK Pensionskasse AG). Die Höhe der Betriebspension hängt von der Höhe des verfügbaren Kapitals in der Pensionskasse ab. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Pensionsantrittsalter für alle Vorstandsmitglieder ist das österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Beendigungsansprüche

David C. Davies legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Juli 2016 zurück. Sein Vertrag läuft nach diesem Datum noch für acht Monate weiter. Gerhard Roiss legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 30. Juni 2015 zurück. Sein Vertrag läuft nach diesem Datum noch für 21 Monate weiter. Jaap Huijskes legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. August 2015 zurück. Sein Vertrag lief nach diesem Datum noch für sieben Monate weiter. Hans-Peter Floren legte seine Funktion als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 zurück. Sein Vertrag lief danach noch für sechs Monate weiter. Sie erhielten in dieser Zeit weiterhin Zahlungen (einschließlich Sachbezügen) gemäß ihren Anstellungsverträgen.

Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder

In EUR 1.000
Davies Huijskes Roiss Floren
Relevanter
Zeitraum
Aug.–
Dez. 2016
Jän.–
Dez. 2016
Jän.–
Dez. 2016
Jän.–
Dez. 2016
Vergütungs
ansprüche für
2016 (Bonifika
tion und LTIP) 1)
– 2) 901 858 203
Zahlungen für
vertragliche
Verpflichtungen3) 385 530 1.694 4)
Summe 385 1.431 2.552 203
Rückstellungen
für feststehende
künftige
Zahlungen
1.087

1) (Anteilsmäßige) Barbonifikation und MSP hängen vom Zielerreichungsgrad 2015 ab, LTIP hängt vom Zielerreichungsgrad 2013–2015 ab

2) Reguläre Vergütung siehe Tabelle zur Vorstandsvergütung

3) Grundvergütung und Sachbezüge

4) Einschließlich Bonus-Vorauszahlungen für den Zeitraum Jänner 2016 bis März 2017

Gemäß ihren Anstellungsverträgen stehen ihnen zusätzliche Zahlungen in Folgejahren zu. David C. Davies hat Anspruch auf Bonifikationen und LTIP-Zahlungen für den Zeitraum August 2016 bis März 2017, welche als Pauschalzahlung vereinbart wurden. Die SIP-Zahlungen werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2017 abgerechnet. Die LTIP- und SIP-Zahlungen für Gerhard Roiss werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2017 abgerechnet. Jaap Huijskes hatte Anspruch auf Gehaltszahlungen und Boni bis 31. März 2016. Die LTIP-Zahlungen werden gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. März 2016 erfolgen. Für Hans-Peter Floren werden die LTIP- und SIP-Zahlungen gemäß Planbedingungen für "Good Leavers" per 31. Dezember 2015 bzw. per 30. Juni 2015 abgerechnet. Die LTI-Pläne werden planmäßig zugeteilt (wenn nicht anders angegeben). Etwaige SIP-Zahlungen werden 2022 bis 2024 fällig.

Pensionskassenbeiträge

In EUR 1.000

Summe 974
Leitner 175
Pleininger 138
Huijskes 39
Florey 75
Davies 323
Seele 225

In Übereinstimmung mit C-Regel 27a öCGK sehen die Anstellungsverträge von Vorstandsmitgliedern vor, dass Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung solcher Verträge ohne wichtigen Grund den im öCGK angeführten Betrag (maximal zwei Jahresgesamtvergütungen) nicht übersteigen dürfen. Bei allen Anstellungsverträgen, die nach Juli 2015 abgeschlossen wurden, sind die Abfindungszahlungen bei Beendigung während der Vertragslaufzeit auf 18 Monatsgehälter und auf die fixen Gehaltsbestandteile beschränkt worden. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

In Anhangsangabe 32 finden sich weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan, zum Matching Share Plan und zum Strategic Incentive Plan (Bewertung und Ausübung in vorhergehenden Jahren).

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung

OMV hat eine D&O-Versicherung (Directors and Officers Liability Insurance) auf konzernweiter Basis abgeschlossen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Versichert sind Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder sowie andere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Führungskräfte). Die Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht versicherter Personen für finanzielle Verluste aufgrund eines Fehlverhaltens in Ausübung ihrer Funktion. Für den laufenden Versicherungszeitraum beträgt die Jahresprämie (inklusive Steuern) für die D&O-Versicherung für den gesamten OMV Konzern ca. EUR 550.000.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht, soweit rechtlich zulässig, eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Grundsätze der Vergütung innerhalb des OMV Konzerns

Ziel von OMV ist ein wettbewerbsfähiges Vergütungs- und Benefitpaket, das die Strategie optimal fördert und unterstützt. OMV will die am besten qualifizierten Nachwuchskräfte weltweit gewinnen, motivieren und halten und verfolgt hierzu kontinuierlich die Markttrends und international bewährte Vorgehensweisen. OMV strebt langanhaltende Anstellungsverhältnisse an. Das Grundgehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nach

international anerkannten Verfahren zur Bestimmung einer marktüblichen Vergütungsstruktur festgelegt. Dabei werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und Kollektivvereinbarungen eingehalten. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angepasster Form angewendet. Die Vergütung des Vorstands von OMV Petrom unterliegt ebenfalls den Vergütungsregelungen von OMV. Generell ist die Vergütungsstruktur von OMV auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den lokalen Arbeitsmärkten im Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet. Dies wird durch jährliche Gehaltsüberprüfungen sichergestellt. Zudem umfassen die Vergütungspakete eine ausgewogene und transparente Mischung aus festen und variablen, monetären und nicht monetären Bestandteilen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und orientieren sich an der Position und der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich stärkt OMV die Position als attraktiver Arbeitgeber im Ölund Gasgeschäft durch verschiedene Vergütungselemente, darunter:

  • Leistungsprämien
  • Long Term Incentive Pläne
  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
  • Dienstfahrzeuge

Darüber hinaus ist das Leistungsportfolio in jedem Land, in dem OMV tätig ist, individuell zugeschnitten und entspricht somit den Bedürfnissen der lokalen Beschäftigten. Abhängig von den lokalen Bedingungen kann das Leistungsportfolio beispielsweise die folgenden zusätzlichen Anreize umfassen:

  • Pensionspläne
  • Subventionierung der Kantine
  • Gesundheitszentren
  • Kindergärten
  • Jubiläumsgelder

Einige Beschäftigte der obersten Führungsebene des Konzerns (97 Personen) haben Anspruch auf eine Teilnahme am Long Term Incentive Plan. Auch für sie gelten jährliche Bonusvereinbarungen wie im Folgenden dargestellt:

2016 nahmen insgesamt rund 3.800 Führungskräfte und Expertinnen und Experten an einem gestuften Management-by-Objectives-Programm (MbO-Programm) teil, das sie zu Bonifikationen bei Erreichen der Ziele berechtigt. Auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Bonussysteme, die je nach Land unterschiedlich sind. An der Ausgestaltung dieser Anreizsysteme sind auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter beteiligt. Die

Bonuszahlungen sind in allen Systemen sowohl an finanzielle und nicht finanzielle Unternehmensziele als auch an individuell vereinbarte Ziele geknüpft. Teilnehmende des MbO-Programms können ihre getroffenen Zielvereinbarungen über das konzernweite Performance and Development System (PDS) einsehen. So können die Teilnehmenden ihre Ziele wechselseitig berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat von OMV besteht aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Vertretern (KapitalvertreterInnen) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern. Fünf der derzeitigen KapitalvertreterInnen wurden in der Hauptversammlung 2014 gewählt, ein Mitglied wurde in der Hauptversammlung 2015 und vier in der Hauptversammlung 2016 gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats von OMV im Jahr 2016 und ihre Aufsichtsratsmandate in anderen in- oder ausländischen börsennotierten Unternehmen sind nachstehend angeführt.

Peter Löscher, *1957

(ab 18. Mai 2016) Vorsitzender Mandate: Deutsche Bank AG (bis 18. Mai 2017), Sulzer AG (Vorsitzender) und Telefonica, S.A.

Peter Oswald, *1962

(bis 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender: Europe & International Division, Mondi Group) Vorsitzender Mandate: Mondi plc (UK), Mondi Ltd (UK)

Gertrude Tumpel-Gugerell, *1952

Stellvertretende Vorsitzende Mandate: Commerzbank AG, Vienna Insurance Group AG

Murtadha Al Hashmi, *1966

(Finanzvorstand, International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stellvertretender Vorsitzender Mandat: Banvit Bandirma Vitaminli Yem Sanayii A.S˛.

Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti, *1979

(bis 18. Mai 2016) (Leiterin Midstream- und Upstream-Investitionen, IPIC)

Wolfgang C. Berndt, *1942

Mandate: GfK SE (bis 20. Mai 2016) und Miba Aktiengesellschaft (Vorsitzender)

Helmut Draxler, *1950

Mandat: RHI AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Marc H. Hall, *1958

(ab 18. Mai 2016)

Wolfram Littich, *1959

(bis 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender der Allianz Elementar Versicherungs-AG)

Ahmed Matar Al Mazrouei, *1972

(ab 18. Mai 2016) (Vorstandsvorsitzender der Emirates Liquefied Natural Gas L. L.C.)

Karl Rose, *1961

(ab 18. Mai 2016) (Geschäftsführer, Strategy Lab GmbH)

Herbert Stepic, *1946

(bis 18. Mai 2016) (Senior Advisor, Raiffeisenbank International AG) Mandate: Raiffeisen Bank Aval JSC, Tatra Banka a.s. und PT Matahari Department Store Tbk

Herbert Werner, *1948

Mandate: Ottakringer Getränke AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Elif Bilgi Zapparoli, *1967

(Co-Leiterin von Asia Pacific Global Investment and Corporate Banking, Bank of America Merrill Lynch)

Von der Konzernvertretung entsandt (Arbeitnehmervertreterin und -vertreter)

Christine Asperger, *1964, Wolfgang Baumann, *1958, Herbert Lindner, *1961, Alfred Redlich, *1966, Martin Rossmann, *1970 (bis 26. September 2016), Gerhard Singer, *1960 (ab 26. September 2016)

Ausführlichere Informationen zu allen Mitgliedern des Aufsichtsrats von OMV und ihren beruflichen Laufbahnen stehen auf der Website von OMV zum Download zur Verfügung: www.omv.com > Über OMV > Corporate Governance & Organisation > Aufsichtsrat.

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen, die persönliche Integrität und die Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Darüber hinaus werden bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats verschiedene Aspekte der Diversität berücksichtigt: Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur. Dem Aufsichtsrat gehören drei Frauen und drei nicht österreichische Staatsangehörige an. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind zwischen 45 und 74 Jahre alt.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die Kriterien für die Unabhängigkeit definiert (Beschlüsse vom 21. März 2006 und 25. März 2009). Zusätzlich zu den in Anhang 1 öCGK festgelegten Leitlinien hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien für seine von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder beschlossen:

  • Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied der Geschäftsführung einer OMV Konzerngesellschaft sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen halten oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen von einer OMV Konzerngesellschaft beziehen.
  • Das Aufsichtsratsmitglied darf keine/kein AnteilseignerIn mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung von mehr als 50% der Stimmrechte oder eine Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder eine/einen solchen AnteilseignerIn vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner in Bezug auf die Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2016 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (C-Regel 53 öCGK). Gemäß C-Regel 54 öCGK haben Peter Löscher, Peter Oswald, Wolfgang Berndt, Elif Bilgi Zapparoli, Helmut Draxler, Karl Rose, Marc H. Hall, Wolfram Littich, Herbert Stepic, Gertrude Tumpel-Gugerell und Herbert Werner erklärt, im Geschäftsjahr 2016 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung weder AnteilseignerInnen mit einer Beteiligung von mehr als 10% gewesen zu sein noch die Interessen solcher Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu haben. Im Fall von Peter Oswald, Wolfram Littich und Herbert Stepic beziehen sich ihre jeweiligen Erklärungen auf den Zeitraum bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat am 18. Mai 2016. Peter Löscher, Peter Oswald, Gertrude Tumpel-Gugerell, Marc H. Hall und Karl Rose wurden vom Nominierungskomitee der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrats nominiert und in der Folge (nachdem sie vom Präsidial- und Nominierungsausschuss sowie vom Aufsichtsrat entsprechend vorgeschlagen wurden) zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt.

Name 1)
(aktuelle Mitglieder
fett gedruckt)
Funktion und Mitgliedschaft
in Ausschüssen 2016 2)
Vergütung
(in EUR,
für 2015) 5)
Amtsdauer 2)
Peter Löscher Vorsitzender; Vorsitzender des PräsA und
VergA; Stellvertretender Vorsitzender des
ProjA; PrüfA (alle seit 18. Mai 2016)
18. Mai 2016 bis zur oHV 2020
Peter Oswald Vorsitzender; Vorsitzender des PräsA;
ProjA und VergA; PrüfA (alle bis 18. Mai
2016)
45.524 19. Mai 2015 bis 18. Mai 2016
Gertrude
Tumpel-Gugerell
Stellvertretende Vorsitzende (seit 18. Mai
2016); Vorsitzende des PrüfA; Stellver
tretende Vorsitzende des PräsA; ProjA
12.170 19. Mai 2015 bis zur oHV 2020
Murtadha Al Hashmi Stellvertretender Vorsitzender; Stellver
tretender Vorsitzender des PräsA, ProjA,
PrüfA und VergA
77.375 10. Mai 2012 bis zur oHV 2019
Wolfgang C. Berndt Stellvertretender Vorsitzender (bis 18. Mai
2016); Stellvertretender Vorsitzender des
PräsA (bis 18. Mai 2016), ProjA (bis 18. Mai
2016), PrüfA und VergA
62.629 26. Mai 2010 bis zur oHV 2019
Karl Rose Vorsitzender des ProjA (seit 18. Mai 2016) 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Alyazia Ali Saleh
Al Kuwaiti
PräsA und ProjA (beide bis 18. Mai 2016) 38.250 14. Mai 2008 bis 18. Mai 2016
Helmut Draxler PrüfA und VergA 30.600 16. Oktober 1990 bis zur oHV
2019
Marc H. Hall ProjA 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Wolfram Littich ProjA und PrüfA (beide bis 18. Mai 2016) 30.600 23. Mai 2001 bis 18. Mai 2016
Ahmed Matar
Al Mazrouei
PräsA und ProjA (beide seit 18. Mai 2016) 18. Mai 2016 bis zur oHV 2019
Herbert Stepic 14.600 18. Mai 2004 bis 18. Mai 2016
Herbert Werner PrüfA 22.600 4. Juni 1996 bis zur oHV 2019
Elif Bilgi Zapparoli 18.250 13. Mai 2009 bis zur oHV 2019
Christine Asperger ProjA (seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 1. Jän. 2013 4)
Wolfgang Baumann PräsA, ProjA (bis 26. Sept. 2016) und PrüfA – 3) 16. Dez. 1998 bis 1. Apr. 1999
und erneut seit 11. Nov. 2004 4)
Herbert Lindner ProjA und PrüfA – 3) seit 1. Juni 2013 4)
Alfred Redlich PräsA (seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 1. Juni 2013 4)
Martin Rossmann PräsA, ProjA und PrüfA (bis 26. Sept. 2016) – 3) 5. Mai 2011 bis 26. Sept. 2016 4)
Gerhard Singer PrüfA und ProjA (beide seit 26. Sept. 2016) – 3) seit 26. Sept. 2016 4)

1) Mitglieder des Aufsichtsrats, deren Funktionsperiode 2015 endete, sind hier nicht angeführt

2) Abkürzungen: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss; ProjA = Projektausschuss; PrüfA = Prüfungsausschuss; VergA = Vergütungsausschuss; oHV = ordentliche Hauptversammlung

3) Vom Konzernbetriebsrat entsandte Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Vergütung, sondern nur Sitzungsgelder

4) Die Entsendung durch den Konzernbetriebsrat erfolgt auf unbestimmte Zeit; die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können jedoch jederzeit vom entsendenden Organ abberufen werden

5) Das Sitzungsgeld in Höhe von EUR 365/Sitzung sowie eventuelle erstattungsfähige Quellensteuern sind darin nicht enthalten

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen Lage und Ziele des Unternehmens. Beschlüsse werden ebenfalls in diesen Sitzungen gefasst, abgesehen von Dringlichkeitsfällen, in denen auch Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Ausschüsse werden im Folgenden kurz beschrieben (ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Ausschüsse im Geschäftsjahr 2016 findet sich auch im Bericht des Aufsichtsrats).

2016 hat der Aufsichtsrat neun Sitzungen abgehalten. Bei mehreren dieser Treffen beschäftigten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat mit der Strategie von OMV. Mit Ausnahme von Elif Bilgi Zapparoli hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Gemäß C-Regel 36 öCGK befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise (Selbstevaluierung). Im Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat begonnen mit externer Unterstützung eine gründliche Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung werden Anfang 2017 feststehen und im ersten Quartal 2017 im Aufsichtsrat diskutiert werden.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. 2016 fanden fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses statt, deren zentrales Thema Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten waren.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a Aktiengesetz (AktG). Im Berichtsjahr haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Prüfungsausschuss befasste sich vorrangig mit der Vorbereitung der jährlichen Abschlussprüfung, mit der Prüfung der Tätigkeit der Abschlussprüfer, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des

Risikomanagements sowie mit der Präsentation des Jahresabschlusses. Gertrude Tumpel-Gugerell ist die Finanzexpertin im Prüfungsausschuss im Sinne von § 92 Abs. 4a Ziffer 1 AktG.

Abschlussprüfer

Der Aufsichtsrat überwacht die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und überprüft eine Aufstellung des Prüfungsentgelts und der Entgelte für über die Prüfung hinausgehende zusätzliche Leistungen. Der Aufwand für den Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich dessen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) betrug 2016 für die jährliche Prüfung EUR 2,64 Mio, für andere Bestätigungsleistungen EUR 0,99 Mio und für sonstige Aufträge EUR 0,22 Mio.

Projektausschuss

Bei Bedarf unterstützt dieser Ausschuss den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende Fragen und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. 2016 fanden vier Sitzungen des Projektausschusses statt.

Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter und -vertreterinnen angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zu dem Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. 2016 fanden vier Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Vorstandsmitglieder wurden eingeladen, an Teilen der Sitzungen des Vergütungsausschusses teilzunehmen.

PwC beriet den Ausschuss in Vergütungsfragen. Dazu gehörten auf öffentlichen Daten beruhende Marktinformationen, Beratung zur angemessenen Struktur von kurz- und langfristigen Anreizen sowie Informationen über die Vergütungen und die Performance von Vergleichsgruppen. PwC wurde vom Vergütungsausschuss beauftragt und war nicht für den Vorstand von OMV beratend tätig, womit die Unabhängigkeit im Sinne des öCGK gewährleistet ist. Außerdem beriet PwC das Unternehmen 2016 in Steuerangelegenheiten und bei der Berichterstattung.

Interessenkonflikte und zustimmungspflichtige Geschäfte der Mitglieder des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß § 95 Abs. 5 Z 12 AktG gab es nicht. Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von der HV gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2016 hat für das Geschäftsjahr 2015 ein Vergütungsschema wie in der Tabelle unten dargestellt beschlossen. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist seit dem Geschäftsjahr 2005 unverändert.

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder In EUR 1)

Vorsitzende/Vorsitzender 29.200
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r 21.900
Mitglied 14.600
Vorsitzende/Vorsitzender eines Ausschusses 12.000
Stellvertretende/-r Vorsitzende/-r eines
Ausschusses 10.000
Mitglied eines Ausschusses 8.000

1) Sitzungsgelder in Höhe von EUR 365/Sitzung sowie etwaige Erstattungen der Quellensteuer sind darin nicht enthalten

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge für das Geschäftsjahr 2015 wurden 2016 ausbezahlt. Aufwandersatz (Reisespesen und Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

2016 belief sich die Vergütung des Aufsichtsrats (für das Geschäftsjahr 2015 und inklusive Rückerstattung der jeweiligen Quellensteuer) auf EUR 0,39 Mio, die Sitzungsgelder betrugen EUR 0,09 Mio und die Reisespesen EUR 0,4 Mio.

Mitwirkung der ArbeitnehmerInnenvertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Darüber hinaus hat die Konzernvertretung von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden (eine Person aus der ArbeitnehmerInnenvertretung für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder). Somit sind fünf der 15 Aufsichtsratsmitglieder Personen aus der ArbeitnehmerInnenvertretung.

Minderheitenrechte der Aktionärinnen und Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionärinnen und Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionärinnen und Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind auf Forderung der jeweiligen Aktionärinnen und Aktionäre von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionärinnen und Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle Aktionärinnen und Aktionäre, die ihren Anteilsbesitz ordnungsgemäß nachgewiesen haben, zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung, berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangenen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person zum Aufsichtsratsmitglied erklärt werden.

Diversity

Diversity hat innerhalb der Resourcefulness-Strategie von OMV eine hohe Priorität. Die Diversity-Strategie des OMV Konzerns umfasst zwei Schwerpunktbereiche: Geschlecht und Internationalität. Als Unternehmen in einer stark technisch orientierten Branche ist es für OMV eine besondere Herausforderung, in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. OMV unterstützt den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Das strategische Ziel ist es, auf oberster Führungsebene die bestmögliche Diversität zu erreichen und den Frauenanteil im Bereich der Senior Vice Presidents

bis zum Jahr 2020 auf 30% zu erhöhen. Mariana Gheorghe ist Vorstandsvorsitzende von OMV Petrom S.A. und Lacramioara Diaconu-Pint˛ea ist seit April 2015 Mitglied des Vorstands von OMV Petrom. Gülsüm Azeri ist Vorstandsvorsitzende von OMV Petrol Ofisi. Dem Aufsichtsrat von OMV gehören drei Frauen an. Dies entspricht einem Anteil von rund 20% der Mitglieder. Ende 2016 waren 23% der Senior-Vice-President-Positionen mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil im Gesamtkonzern beträgt rund 25%. In den Programmen von OMV zur Entwicklung von Führungskräften wurde 2016 ein Frauenanteil von 33% erreicht. Im Rahmen des für Absolventinnen und Absolventen technischer Studien entwickelten Einstiegsprogramms (Integrated-Graduate-Development-Programm) lag der Frauenanteil 2016 bei 32%. Inzwischen wurde eine breite Palette an Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt bei OMV initiiert und erfolgreich umgesetzt. Es gibt ein konzernweites E-Learning-Programm zum Thema Diversity, um die entsprechenden Fähigkeiten und das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens zu erhöhen. Darüber hinaus ist das Thema Diversity in allen Programmen zur Entwicklung von Führungskräften integriert. OMV fördert Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und gewährleistet damit eine optimale Zusammensetzung vielfältiger Teams. Ein besonderes Anliegen von OMV ist auch die Einstellung und Entwicklung von Frauen in technischen Positionen. Durch eine geschlechtsneutrale Sprache in Stellenausschreibungen von OMV und in der internen Kommunikation leistet OMV einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Zu den unterstützenden Maßnahmen für die Geschlechterdiversität zählt das Projekt "Technikqueens", das bei Mädchen bereits frühzeitig das Interesse für einen technischen Beruf wecken soll. OMV nimmt außerdem am Wiener Töchtertag und an der Initiative FIT (Frauen in die Technik) teil. 2016 initiierten Mitarbeiterinnen im Geschäftsbereich Upstream ein Diversity-Netzwerk, um das Bewusstsein für Diversity-Fragen zu erhöhen und Karrieren von Frauen im technischen Bereich durch eine gemeinschaftliche Plattform und gemeinsame Aktivitäten zu fördern. Die OMV Konzernzentrale in Wien betreibt zwei betriebliche Kindergärten, die von Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von OMV besucht werden. OMV beobachtet laufend Geschlecht, Alter, Hintergrund der Mitarbeitenden und Betriebszugehörigkeit wie auch die Gleichheit der Gehälter, um eine faire Behandlung und Chancengleichheit in allen Phasen der Berufslaufbahn sicherzustellen.

Externe Evaluierung der Corporate Governance

Die Einhaltung der Bestimmungen des öCGK durch OMV wird jedes Jahr einer externen Evaluierung unterzogen. Für das Geschäftsjahr 2016 hat OMV Dr. Mathias Ettel von der Rechtsanwaltskanzlei Berger Ettel Rechtsanwälte beauftragt. Die Evaluierung erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und ergab, dass OMV alle Regeln des österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich aller Regeln, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben, vollständig eingehalten hat. Der Bericht über die Evaluierung ist auf der OMV Website verfügbar (www.omv.com).

Wien, den 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Reinhard Florey Johann Pleininger Manfred Leitner

Lagebericht

Geschäftsverlauf 2016

Die im Geschäftsjahr 2016 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 115,98 Mio (2015: EUR 108,57 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen, welche im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen sind.

Das Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich auf EUR 221,14 Mio (2015: EUR – 53,53 Mio). Das höhere Betriebsergebnis 2016 ist im Wesentlichen auf die Auflösung der Drohverlustrückstellung in der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) in Höhe von EUR 272,10 Mio zurückzuführen.

Der Finanzerfolg beträgt im Geschäftsjahr 2016 EUR – 132,96 Mio (2015: EUR – 578,20 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividendenund Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR – 26,11 Mio und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2015 (EUR –424,46 Mio), im Wesentlichen aufgrund der vorgenommenen Wertberichtigungen im Jahr 2015. Die Beteiligung in Zusammenhang mit der OMV Petrol Ofisi A.S˛. wurde um EUR 289,00 Mio (2015: EUR 424,36 Mio) auf Basis des beizulegenden Zeitwerts wertberichtigt, der vom vereinbarten Verkaufspreis abgeleitet wurde. Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR Null (2015: EUR 73,51 Mio) unter dem Vorjahresniveau.

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Upstream exklusive OMV Petrom lag für Dividenden wie im Vorjahr aufgrund des signifikanten Rückgangs des Ölpreises auf EUR Null.

Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Bereich Downstream exklusive OMV Petrom lag deutlich unter dem Vorjahresniveau bei EUR – 38,82 Mio (2015: EUR 330,37 Mio). Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Öl exklusive OMV Petrom verminderte sich auf EUR 276,22 Mio (2015: EUR 493,11 Mio). Das Ergebnis ist auf die niedrigeren Raffineriemargen zurückzuführen. Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Downstream Gas exklusive OMV Petrom lag für Ergebnisabführungen mit EUR – 330,32 Mio (2015:

EUR – 184,71 Mio) und für Dividenden mit EUR 15,28 Mio (2015: EUR 21,97 Mio) unter dem Vorjahresniveau. Das niedrigere Downstream Gas Ergebnis 2016 war wie bereits im Vorjahr stark durch das schwierige Marktumfeld beeinflusst.

Investitionen

Die Investitionen 2016 sind im Wesentlichen geprägt von Kapitalzuführungen an die OMV Finance Solutions USD GmbH, OMV Exploration & Production GmbH sowie an die OMV Gas & Power GmbH.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2016 betrug EUR 153,16 Mio (2015: EUR 177,26 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR –2.645,72 Mio (2015: EUR –542,70 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR 2.964,83 Mio (2015: EUR 1.104,92 Mio).

Der Jahresüberschuss betrug EUR 239,32 Mio (2015: Jahresfehlbetrag EUR – 939,94 Mio).

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2016 auf EUR 17.354,68 Mio (2015: EUR 14.248,30 Mio).

Das Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2016 mit EUR 4.896,99 Mio ermittelt (2015: EUR 4.974,67 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2016 betrug 28,22% (2015: 34,91%).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2016 lag bei rund 80,74% (2015: 83,08%).

Der ROE (Return On Equity) wurde mit 4,85% (2015: – 16,62%) ermittelt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2016 384 (2015: 430).

Durch die Änderungen des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes (RÄG) 2014 wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.

Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie im Kapitel "Abkürzungen und Definitionen", welches ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Eigene Anteile

An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2016 insgesamt 824.369 Stück gehalten (EUR 824.369), was 0,25% des Grundkapitals entspricht.

Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt "Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)".

Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 88.455 Stück, das entspricht 0,03% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von TEUR 2.200 verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von TEUR 1.230 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Corporate-Governance-Bericht

Der in diesem Geschäftsbericht integrierte Corporate-Governance-Bericht ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investor Relations > Corporate Governance & Organisation abrufbar.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

Gemäß § 243a UGB sind die folgenden Informationen anzugeben:

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) und International Petroleum Investment Company (IPIC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
    1. ÖBIB hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls
  • (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
  • (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching-Share-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungs-Modellen auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital).

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

  • b) Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb konnte bis zum 16. November 2013 über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand war auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss bis zum selben Datum einzuziehen.
  • c) Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien können insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long-Term-Incentive-Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen, gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei kann auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden kann.
  • d) Die Hauptversammlung vom 16. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und / oder Mitglieder des Vorstands /der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich

Matching-Share-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

  • 8.a) Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich platziert. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat der Konzern die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
  • b) Am 7. Dezember 2015 hat OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio auf dem Markt platziert. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 1, mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Vom 9. Dezember 2021 bis 9. Dezember 2025 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 4,942% entspricht, und ab dem 9. Dezember 2025 zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten, verzinst. Vom 9. Dezember 2025 werden die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 mit einem festen Reset-Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer Marge von 5,409% zuzüglich einem Step-up von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der Gesellschaft unter

bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem werden in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Für die Überwachung der wesentlichen "End-to-End"-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Risikomanagement

Genauso wie die gesamte Öl- und Gasbranche ist OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Markt- und finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken.

  • Markt- und finanzielle Risiken entstehen durch die Volatilität der Preise für Rohstoffe, Wechselkurse und Zinssätze. Kreditrisiken, die durch das Unvermögen von Vertragspartnern, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen entstehen, sind ebenfalls von Bedeutung. Als Öl- und Gasunternehmen ist OMV Öl- und Gaspreisrisiken ausgesetzt. Auf der Währungsseite sind USD, RON, NOK und TRY von Bedeutung.
  • Operative Risiken beinhalten vor allem mit Anlagen verbundene Risiken, HSSE, regulatorische bzw. Compliance-Risiken oder Projektrisiken.
  • Strategische Risiken entstehen zum Beispiel durch technologischen Fortschritt, beinhalten aber auch Reputations- und politische Risiken. OMV ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (vor allem in Libyen, im Jemen, in Pakistan, in Tunesien und in der Türkei). Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion, wie auch höhere Steuerraten, Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge möglicher politischer Veränderungen sein.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch die substanzielle Diversifikation und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken durch das hohe Ausmaß an Integration erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Daher konzentrieren sich die Konzern-Risikomanagement-Aktivitäten auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Portfolios. Die Wechselwirkungen und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Corporate Finance koordiniert, welcher sicherstellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf Risikomanagement angewandt werden. Jene Manager, die am besten geeignet sind, entsprechende Risiken zu überwachen und zu managen, werden als Risk Owner definiert.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, den benötigten Cashflow des Konzerns abzusichern und ein der Risikoneigung des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu behalten. Die erfolgreiche Umsetzung der OMV Strategie gewährleistet ein umfassendes strategisches Risikomanagement von oben nach unten, das sicherstellt, dass strategische Fragestellungen angemessen berücksichtigt werden.

Risikostrategien für finanzielle Risiken (z.B. Marktpreis und Währungen) werden quartalsweise im Financial Risk Committee überprüft. Ein funktionsübergreifendes Komitee ("Risk Committee"), bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements, stellt sicher, dass ein Programm zum unternehmensweiten Risikomanagement (UWRM) implementiert ist, um übergreifende Risiken innerhalb des Konzerns effektiv zu managen.

Das UWRM wird laufend verbessert, um einen höchstmöglichen Mehrwert für das Unternehmen durch risikobasierte Managemententscheidungen zu erreichen. Durch richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, um somit den Wert des Konzerns nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen Bereichen der Organisation, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert.

Die Risikokultur des Konzerns wird dabei durch eine IT-Anwendung unterstützt, welche dem Risikomanagementprozess innerhalb des Konzerns folgt: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobewältigung, Berichterstattung und Monitoring mittels fortlaufender Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation berechnet und mit den Planungsdaten des Konzerns verglichen. Diese Herangehensweise wird in Bezug auf strategische Risiken mit einem Top-down-Prozess seitens des Senior Managements kombiniert. Nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM-Systems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken

wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfrist-Plans ermittelt: Marktpreisrisiken, politische Risiken, regulatorische Risiken und Compliance-Risiken, Geschäftsprozessrisiken, Währungsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken sowie Risiken in Bezug auf Katastrophen.

Der Konzern verfügt über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel- und Osteuropa und Südosteuropa. Die politischen Entwicklungen werden für alle Märkte, in denen der Konzern tätig ist, kontinuierlich analysiert. Außerdem werden spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel (EU ETS) werden separat erfasst und konzernweit zusammengeführt. Darüber hinaus beobachtet der Konzern die Entwicklung klimapolitischer Regelungen in allen Ländern, in denen es Aktivitäten gibt. Im Bereich Human Resources wird durch gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung für die Verfügbarkeit von geeigneten Führungskräften für weitere Wachstumsschritte zeitgerecht vorgesorgt, um damit Personalrisiken zu begegnen.

Um die Planungsziele erreichen zu können, erfolgt die Steuerung und Kontrolle bewerteter Risiken unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien auf allen Ebenen mit zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management von Schlüsselrisiken wird zentral und durch spezielle Konzernrichtlinien geregelt, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Human Resources, Corporate Social Responsibility, mit Fokus auf Menschenrechte und Marktpreisrisiken.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, erfolgt zentral auf konsolidierter Basis. Marktpreisrisiken werden zentral betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen mittels eines spezifischen Risiko-Modells, das Portfolio-Effekte berücksichtigt, analysiert. Die Resultate der Risikoanalyse werden im Financial Risk Committee, das sich aus dem Management der Geschäftsbereiche sowie der Konzernfunktionen zusammensetzt, besprochen. Dem Vorstand werden entsprechende Vorschläge betreffend Hedging-Strategien zur Genehmigung unterbreitet.

Um den Konzern-Cashflow gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise abzusichern, verwendet OMV derivative Instrumente. Im Rahmen der 2015 eingeführten Hedging-Strategie entstand ein Bewertungsgewinn von EUR 12 Mio auf die Hedging-Instrumente von Jänner bis Juni 2016, der 2016 vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") wurde. Weiters wurde eine Reihe neuer Öl- und Gasswaps abgeschlossen, was 2016 zu einem EBIT-Beitrag zentral gesteuerter Hedges von EUR – 6 Mio geführt hat.

Im Downstream-Geschäft ist OMV insbesondere volatilen Raffineriemargen sowie Lagerbestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu mitigieren, werden entsprechende Hedging-Aktivitäten durchgeführt; hierunter fallen vor allem Margenhedges sowie Lagerbestandshedges. Weiters wird Emissions-Compliance-Management betrieben, wobei eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. Zukaufs im Falle einer Unterdeckung erzielt wird.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen von RON, USD, TRY und NOK verursacht. Aus dem Verkauf der Öl- und Gasproduktion ergibt sich für den Konzern eine Netto-USD-Long-Position. Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixen auf variable Zinsen und vice versa umgestellt werden. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl beim Konzern als auch bei OMV Petrom und OMV Petrol Ofisi in einer Richtlinie festgelegt.

Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)

Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Umwelt und Gesellschaft hat bei OMV eine lange Tradition. Wir wollen Energie für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft liefern. OMV setzt sich stark für den Klimaschutz ein. Daher haben wir uns 2016 neue Ziele gesetzt, mit denen wir die CO2-Bilanz unserer Tätigkeiten und Produkte senken wollen. Außerdem hat OMV in den Ländern, in denen OMV Betriebsstandorte hat, effiziente Community-Relations-Projekte durchgeführt.

Die Nachhaltigkeitsstrategie "Resourcefulness" fasst unsere Verpflichtungen in allen wichtigen Bereichen zusammen: Gesundheit, Arbeits- und Prozesssicherheit, Sicherheit, Umwelt, Geschäftsethik, Menschenrechte, Diversity und die Einbeziehung von Stakeholdern. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie wird von zwei Leitungsorganen angeführt und überwacht: Das Resourcefulness Executive Team (RET) prüft und genehmigt alle nachhaltigkeitsrelevanten Projekte und die Fortschritte bei ihrer Umsetzung. Das ebenfalls vom Generaldirektor geleitete Resourcefulness Advisory Board (RAB) besteht aus hochrangigen internationalen Expertinnen und Experten mit akademischem Hintergrund und Expertise im Bereich Nachhaltigkeit.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) sind zentrale Werte von OMV. Die physische und psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen ebenso wie die Integrität der Betriebsanlagen von OMV haben oberste Priorität. Schadenverhütung und proaktives Risikomanagement spielen für die soziale Akzeptanz von OMV eine große Rolle. Sie sind auch wesentlich für die HSSE-Vision von OMV: "ZERO harm – NO losses".

2016 lag die Unfallhäufigkeit (LTIR) im OMV Konzern der eigenen Mitarbeitenden und der Mitarbeitenden von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,40 (2015: 0,27) und die Häufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle bei insgesamt 0,69 (2015: 0,73).

OMV setzt sich nachdrücklich dafür ein, mit seinem Handeln den Klimawandel zu bekämpfen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu fördern. Daher haben wir uns selbst Ziele gesetzt, mit denen wir die CO2-Bilanz unserer Aktivitäten und Produkte verringern wollen. Das Kernziel besteht darin, die Treibhausgas-Emissionsintensität insgesamt bis 2021 im Vergleich zu 2013 um 10% zu senken. 2016 konnten die Raffinerien mehr als 50.000 t CO2 einsparen.

Forschung und Entwicklung

OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Ausblick für den OMV Konzern

Marktumfeld

Für das Jahr 2017 geht OMV von einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von USD 55/bbl aus. Der Gasmarkt in Europa ist weiterhin von einem Überangebot geprägt. Allerdings erwartet OMV, dass die durchschnittlichen Gaspreise auf den europäischen Spotmärkten 2017 steigen werden.

Konzern

OMV erwartet einen positiven freien Cashflow nach Dividenden. Die Investitionssumme (inkl. der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung) wird bei EUR 2 Mrd liegen. Das 2016 implementierte Kostensenkungsprogramm wird 2017 mit dem Ziel fortgesetzt, die Kosten im Vergleich zu 2015 um EUR 250 Mio zu reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2016 wird eine Dividende von EUR 1,20 je Aktie vorgeschlagen.

Upstream

OMV erwartet, dass sich die Gesamtproduktion einschließlich eines Beitrags von Pearl Petroleum Company in Höhe von rund 8 kboe/d auf 320 kboe/d belaufen wird. Die Produktion in Libyen wurde teilweise wieder aufgenommen und wird durchschnittlich 10 kbbl/d zur Produktion beitragen. Die Investitionssumme (inkl. der aktivierten Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung) wird bei EUR 1,4 Mrd liegen. Explorations- und Evaluierungsausgaben werden in Höhe von EUR 300 Mio erwartet.

OMV unterzeichnete am 5. März 2017 die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99% Anteils am Juschno Russkoje Erdgasfeld in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio. Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017.

Downstream

OMV erwartet, dass die Raffineriemargen aufgrund der Erholung des Rohölpreises und des anhaltenden Überangebots am Markt tendenziell sinken werden. Die geplante Kapazitätsauslastung wird mehr als 90% betragen. Für den April ist eine ungefähr einmonatige Generalüberholung in der Raffinerie Schwechat geplant. Bei den Petrochemie-Margen wird nach der Erholung des Ölpreises im Vergleich zu 2016 eine leichte Abnahme erwartet. Die Margen in den Bereichen Retail und Commercial werden voraussichtlich unter den Niveaus von 2016 liegen.

Am 3. März 2017 hat OMV vereinbart, OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS für einen Transaktionswert von EUR 1.368 Mio zu verkaufen. Das Closing der Transaktion wird spätestens in Q3/17 erwartet.

OMV erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmengen auf einem ähnlichen Niveau wie 2016 bleiben. Aufgrund des Überangebots am europäischen Gasmarkt wird erwartet, dass die Erdgas-Verkaufsmargen im Vergleich zu 2016 niedriger ausfallen. Wegen einer Änderung der Tarifbestimmungen wird für das Jahr 2017 erwartet, dass der Beitrag des Erdgas-Transportgeschäft in Österreich (Gas Connect Austria) gegenüber 2016 deutlich zurückgeht.

Wien, den 22. März 2017

Der Vorstand

Vorsitzender

Rainer Seele Reinhard Florey Johann Pleininger Manfred Leitner

Bestätigungsvermerk1)

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der

OMV Aktiengesellschaft, Wien,

bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2016, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2016 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1) Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2016 € 10.737 Mio nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von € 289 Mio im Jahr 2016.

Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beträgt € 3.240 Mio.

Die Beurteilung der Wertminderung von Anteilen bzw. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen erfordert Ermessensentscheidungen, ob ein Wertminderungsbedarf eines bestimmten Vermögenswertes besteht und wie hoch ein solcher ist.

Das wesentliche Risiko liegt in der Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme, Diskontierungssätze und erwarteter Verkaufserlöse für geplante Veräußerungen durch das Management.

Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind in den Anhangsangaben "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Nummer 1 (Anlagevermögen), Nummer 14 (Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis) und dem Anlagespiegel enthalten.

der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen hinterfragt und geprüft. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Evaluieren der Beurteilung des Managements betreffend das Bestehen von Wertminderungsanzeichen;
  • Abstimmen der Annahmen (prognostizierte Umsätze, Aufwendungen, Investitionen und Änderungen im Working Capital), welche zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsströme verwendet wurden, mit den genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Beiziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Beurteilung der Diskontierungssätze;
  • Beurteilen der Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen für welche Veräußerungen geplant sind anhand der Annahmen des Managements über erwartete Verkaufserlöse; und
  • Durchführen eigener Sensitivitätsanalysen zu den zukünftigen Zahlungsströmen.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsver-merk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss (Jahresabschluss), den Konzernlagebericht (Lagebericht) und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss (Jahresabschluss) deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses (Jahresabschlusses) ist es unsere Verantwortung diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss (Jahresabschluss) stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander Wlasto.

Wien, 22. März 2017

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Alexander Wlasto Mag. Katharina Schrenk

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Anhangangabe EUR EUR 1.000
2016 2015
I. A. Anlagevermögen
Sachanlagen
1
1. Grundstücke 722.010 776
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 490.688 427
1.212.698 1.203
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.736.732.866 9.725.639
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.240.439.689 2.068.555
3. Beteiligungen 26.624.460 26.624
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506.435 4.506
5. sonstige Ausleihungen 3.152.834 11.291
14.011.456.284 11.836.617
14.012.668.982 11.837.820
B. Umlaufvermögen
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29.265 31
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 1.927.854.345 1.472.360
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 19.511 45
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 3.352.580 9.371
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
1.931.255.701 1.481.807
III. Wertpapiere und Anteile
1. sonstige Wertpapiere 109.739.142 96.630
IV. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 1.281.034.661 808.764
3.322.029.504 2.387.201
C. Rechnungsabgrenzungsposten 19.982.613 23.277
D. Aktive latente Steuern 3
17.354.681.099 14.248.298

Bilanz Passiva

Anhangangabe EUR EUR 1.000
2016 2015
A. Eigenkapital 4
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital
übernommenes Grundkapital 327.272.727 327.273
Nennbetrag eigener Anteile – 824.369 – 913
326.448.358 326.360
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene
1.730.567.734 1.729.338
2. nicht gebundene 333.728
1.730.901.462
334
1.729.672
III. Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen 12.034.380 6.272
IV. Gewinnrücklagen
1. freie Rücklagen 2.418.013.006 2.465.550
2. Rücklage für eigene Anteile 824.369 913
2.418.837.375 2.466.463
V. Bilanzgewinn 408.769.341 445.898
davon Gewinnvortrag 119.449.453 85.842
4.896.990.916 4.974.665
B. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Abfertigungen 7.879.036 7.235
2. Rückstellungen für Pensionen 12.949.017 8.505
3. Steuerrückstellungen 391.340.709 447.736
4. sonstige Rückstellungen 47.094.981 315.881
459.263.743 779.357
C. Verbindlichkeiten 6
1. Anleihen 6.000.000.000 6.250.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 250.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.000.000.000 6.000.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 559.873.836 468.315
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 123.264.406 99.426
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 436.609.430 368.890
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.314.165 10.533
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 13.314.165 10.533
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.177.384.298 1.533.380
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.177.384.298 1.533.380
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
5. sonstige Verbindlichkeiten 247.854.141 232.014
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 241.344.241 224.764
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.509.900 7.249
davon aus Steuern 158.448.393 133.892
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 158.448.393 133.892
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 691.549 720
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 691.549 720
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.548.453.584 2.118.103
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.445.592.579 6.376.139
11.998.426.440 8.494.242
D. Rechnungsabgrenzungsposten 34
17.354.681.099 14.248.298
Haftungsverhältnisse 7 1.778.425.843 1.711.975

Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhangangabe EUR EUR 1.000
2016 2015
1. Umsatzerlöse 8 115.978.998 108.569
2. sonstige betriebliche Erträge 9
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 28.926 13
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 275.359.505 556
c) übrige 891.486 1.109
276.279.917 1.678
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen 10
a) Materialaufwand – 174.493 – 155
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen – 7.993.852 – 8.270
– 8.168.345 – 8.425
4. Personalaufwand
a) Gehälter 11 – 65.594.200 – 64.071
b) soziale Aufwendungen
davon Aufwendungen für Altersversorgung
12 – 24.488.225
– 9.067.057
– 24.718
– 8.843
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen – 5.165.695 – 4.547
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge – 10.143.316 – 11.261
– 90.082.425 – 88.789
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen – 115.844 – 151
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 13
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag fallen – 1.499.946 – 1.474
b) übrige – 71.253.329 – 64.942
– 72.753.275 – 66.416
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) 221.139.026 – 53.534
8. Erträge aus Beteiligungen 593.207.952 602.097
davon aus verbundenen Unternehmen 573.316.730 593.758
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 60.323.186 74.678
davon aus verbundenen Unternehmen 60.039.711 73.665
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 96.342.340 67.871
davon aus verbundenen Unternehmen 61.683.634 18.731
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 78.718.226 1.520
davon aus Zuschreibungen 19
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des
Umlaufvermögens – 619.313.086 1.026.552
davon Abschreibungen – 288.995.000 – 569.748
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen – 619.313.086
1.026.552
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 342.242.734 – 297.809
davon betreffend verbundene Unternehmen – 54.137.182 – 61.289
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 14 – 132.964.116 – 578.195
15. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) 88.174.910 – 631.729
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 151.144.978 – 308.215
davon latente Steuern
17. Jahresüberschuss
– 99.604
239.319.888
131
– 939.944
18. Auflösung von Kapitalrücklagen 1.492.221 3.308
19. Auflösung von Gewinnrücklagen 50.000.000 1.300.000
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen – 1.492.221 – 3.308
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 119.449.453 85.842
22. Bilanzgewinn 408.769.341 445.898

Anhang

Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien zum 31. Dezember 2016 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet.

Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.

Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung wurden einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Die detaillierte Darstellung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Änderungen durch das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz (RÄG) 2014 wurden vollständig auf den vorliegenden Jahresabschluss angewandt. Die Gliederung der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung wurde angepasst, wertmäßige Änderungen sowie die Anpassung der Vorjahreswerte werden in den Erläuterungen zur jeweiligen Position angeführt. Die Entwicklung des Anlagevermögens wurde um die Entwicklung der kumulierten Abschreibungen bestimmungsgemäß ergänzt.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie
Nutzungsdauer
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Betrag von bis EUR 400 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.

Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts. Auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen übernimmt die OMV Aktiengesellschaft Gewinne und Verluste der meisten ihrer inländischen Tochtergesellschaften. Darüber hinaus bestehen mit 18 Gesellschaften Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode. Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden. 2015 waren zwei weitere ausländische Tochtergesellschaften (OMV (U.K.) Limited und OMV Slovensko s.r.o.) Mitglieder der österreichischen Steuergruppe.

Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva

und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. In den vergangenen Geschäftsjahren wurden die Eigenen Anteile im Umlaufvermögen unter der Position Wertpapiere und Anteile ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden gemäß § 906 Abs. 36 UGB entsprechend angepasst.

Die unversteuerten Rücklagen wurden gemäß § 906 Abs. 31 UGB in die Gewinnrücklagen abzüglich der darin enthaltenen passiven latenten Steuerlatenz eingestellt. Die Vorjahreswerte wurden gemäß § 906 Abs. 36 UGB entsprechend angepasst.

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Berechnung werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag dargestellt. Die offenen versicherungsmathematischen Verluste aus dem Wegfall der Korridormethode in Höhe von TEUR 4.248 mit Ende 2011 wurden entsprechend den Ergänzungen zu den Fachgutachten KFS/RL 2 und 3 über fünf Jahre verteilt in den Personalaufwand gebucht. Die nicht erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus dem Wegfall der Korridormethode betragen zum 31. Dezember 2016 TEUR Null (31. Dezember 2015: TEUR 850).

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.

Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr mit dem marktüblichen abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Derivate bildeten eine Bewertungseinheit aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgte nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Seit 2009 werden LTI Pläne für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Von 2010 bis 2016 wurden weitere Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. Die Haltefrist für Teilnehmer des Plans 2011 endete mit März 2016. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die Teilnehmer können zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vorgesehene Aktienerfordernis der LTI Pläne erreicht haben. Von 2011 bis 2015 wurde die Teilnahme am Plan auch ausgewählten Mitarbeitern mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt. Vorstand und Führungskräfte sind als Teilnehmer der LTI Pläne 2012- 2016 verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2016 belief sich auf TEUR 11.782 (2015: TEUR 11.100), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 683 (2015: TEUR –224). Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 3,5% zur Anwendung.

Bedingungen

Plan 2016 Plan 2015 Plan 2014 Plan 2013
Planbeginn 01.01.2016 01.01.2015 01.01.2014 01.01.2013
Ende Leistungszeitraum 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Anspruchstag 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2017 31.03.2016
Share holding requirement
200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto 200% vom Brutto
Vorstandsvorsitzender grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Vorstandsvorsitzender 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto 175% vom Brutto
Stellvertreter grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto 150% vom Brutto
Vorstandsmitglieder grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
75% vom Brutto 75% vom Brutto 75% vom Brutto 75% vom Brutto
Leitende Führungskräfte grundgehalt grundgehalt grundgehalt grundgehalt
Eigeninvestment
Aktive Vorstandsmitglieder
Seele 38.038 Aktien 32.200 Aktien
Florey
Pleininger 1) 12.979 Aktien 8.462 Aktien
Leitner 51.249 Aktien 37.163 Aktien 28.207 Aktien 27.406 Aktien
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Davies 54.626 Aktien 46.070 Aktien 46.070 Aktien
Floren 31.929 Aktien 22.725 Aktien 16.226 Aktien
Huijskes 38.419 Aktien 28.095 Aktien 21.298 Aktien
Roiss 81.831 Aktien 80.600 Aktien 60.173 Aktien 60.173 Aktien
Vorstände gesamt 184.097 Aktien 283.399 Aktien 185.270 Aktien 171.173 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 317.840 Aktien 287.397 Aktien 263.809 Aktien 271.434 Aktien
Eigeninvestment gesamt 501.937 Aktien 570.796 Aktien 449.079 Aktien 442.607 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum
31. Dezember 2016 569.140 Aktien 994.211 Aktien 77.101 Aktien
Maximale Bonusaktien zum
31. Dezember 2016 964.726 Aktien 1.169.714 Aktien 771.409 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans
(EUR 1.000) 18.594 32.928 2.598

1) Johann Pleininger nimmt auch an den Plänen 2013 bis 2015 als leitende Führungskraft teil. Das Eigeninvestment für die Pläne 2013 und 2014 betrug 8.217 Aktien

Strategic Incentive Plan (SIP)

2014 wurde der Strategic Incentive Plan (SIP) dem Vorstand, ausgewählten Führungskräften und ausgewählten Upstream-Experten gewährt. Im März 2016 haben der Aufsichtsrat und der Vorstand beschlossen, den SIP ersatzlos und entschädigungslos zu beenden, da er ihrer Auffassung nach im Widerspruch zur neuen Strategie stand. Die Beendigung des Plans wurde bis Juli 2016 umgesetzt. Der SIP ist jedoch für drei ehemalige Vorstandsmitglieder noch in Kraft.

Der SIP ist ein langfristig ausgerichtetes Vergütungsmodell. Dieser Plan basiert auf der Zuteilung virtueller Aktien, deren Gegenwert am Ende der Planlaufzeit in Abhängigkeit von der Erreichung definierter Leistungsziele bar ausbezahlt wird. Zudem ist die Erfüllung weiterer Bedingungen Voraussetzung für jegliche Auszahlung (Zuteilungszeitraum 2014-2018, Leistungszeitraum 2014-2021, Auszahlungszeitraum 2022-2024). Jeder potenzielle Teilnehmer musste bei Planbeginn in einer Erklärung angeben, ob er am SIP teilnehmen wollte. Außerdem mussten teilnehmende Vorstandsmitglieder und teilnehmende Führungskräfte in einer Erklärung angeben, ob sie mit einem zusätzlichen Eigeninvestment ("Investment-Aktien") teilnehmen wollten. Diese Erklärungen galt für die gesamte Laufzeit des Planes.

Jeder Teilnehmer erhält von OMV zwischen 2014 und 2018 in bis zu fünf aufeinanderfolgenden jährlichen Tranchen eine Zuwendung ("OMV Grant") in Form virtueller Aktien, welche die Kursentwicklung der zugrundeliegenden OMV Aktien widerspiegeln (die "Phantomaktien"). Werden Investment-Aktien eingebracht, wird der OMV Grant von OMV durch eine komplementäre Zuwendung im Verhältnis 1:2 ergänzt (der "Complementary Grant"), d.h. jede Phantomaktie des OMV Grant wird gemäß des Complementary Grant durch zwei zusätzliche Phantomaktien ergänzt.

Zum 31. Dezember 2016 beträgt die maximale Anzahl der gewährten Phantomaktien Null Stück (2015: 697.801).

Für zukünftige erwartete Kosten des Strategic Incentive Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht, wobei eine Monte-Carlo-Simulation verwendet wird. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum verteilt. Da die Produktionserwartungen deutlich unter der Mindestschwelle lagen, belief sich die Rückstellung per 31. Dezember 2016 auf EUR Null (2015: TEUR 777).

Matching Share Plan (MSP)

Die von den Hauptversammlungen 2015 und 2016 genehmigten Matching Share Pläne für die Jahre 2015 und 2016 sind ein integraler Teil der jährlichen Bonusvereinbarung und dienen als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, die die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördern, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in gesperrte Aktien zusammengeführt werden. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, das Eingehen unangemessener Risiken zu verringern. Für Vorstandsmitglieder ist eine Zuteilung von Aktien in Höhe von 100% ihrer erzielten jährlichen Bonifikationen (brutto) vorgesehen. Die Leistungskriterien für die jährliche Bonifikation dürfen während der Laufzeit des MSP nicht verändert werden. Im Zuge der Festsetzung der jährlichen Bonifikation durch den Vergütungsausschuss wird eine gleichwertige (netto nach Steuern) Bonifikation in Form von Aktien des Unternehmens gewährt werden, die für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot zu hinterlegen sind.

Vorstandsmitglieder können für den Matching Share Plan 2015 zwischen Barzahlung und Aktien wählen, wenn und soweit sie bereits das vom LTI Plan 2012 bis 2016 vorgesehene Aktienerfordernis erreicht haben. Die Auszahlung des Matching Share Plan 2016 erfolgt in Form von Aktien. Per 31. Dezember 2016 wurde ein Betrag in Höhe von TEUR 2.323 im Eigenkapital ausgewiesen (2015: Rückstellung in Höhe von TEUR 2.002).

Gesamtaufwand

2016 wurde ein Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von TEUR 14.329 erfasst (2015: TEUR 7.893), davon TEUR 10.228 (2015: TEUR 2.918) für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens 2016 ist im Anlage- und Abschreibungsspiegel dargestellt.

In der Bilanzposition Grundstücke ist ein Grundwert von TEUR 722 (2015: TEUR 776) enthalten.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2016 2015
Im nächsten Jahr 606 608
In den nächsten fünf Jahren 1.562 1.760

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 586.122 (2015: TEUR 1.145.236).

EUR 1.000
2016 2015
Inland
OMV Exploration & Production GmbH 1.460.000 795.226
OMV Austria Exploration & Production GmbH 466.000
OMV Gas & Power GmbH 450.000
OMV Refining & Marketing GmbH 400.000 750.000
OMV (Tunesien) Production GmbH 158.396 62.933
OMV Finance Services GmbH 153.044 160.396
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH 153.000 300.000
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH 1.388 1.388
EGW Heimstätte GmbH 110 120
Ausland
Pearl Petroleum Company Limited 1.655 9.783
Gesamt 3.243.593 2.079.847

Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufenen Geschäftsjahr an folgende Gesellschaften Darlehen: An die OMV (Tunesien) Production GmbH weitere TUSD 105.000, an OMV Austria Exploration & Production GmbH TEUR 466.000 sowie an OMV Gas & Power GmbH TEUR 450.000. OMV Exploration & Production GmbH tilgte TEUR 795.226 und erhielt TEUR 1.460.000. Das Darlehen der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH wurde um TEUR 147.000 getilgt, OMV Refining & Marketing GmbH tilgte TEUR 350.000, OMV Finance Services GmbH tilgte TEUR 7.352.

2016 wurden an folgende Gesellschaften Großmutterzuschüsse gewährt: An die OMV Finance Services USD GmbH in Höhe von TUSD 239.000, an die OMV Finance Services NOK GmbH in Höhe von TNOK 1.171.500 und an die OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH in Höhe von TUSD 4.313. Die OMV Exploration & Production erhielt einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von TUSD 872.200, die OMV Gas & Power GmbH in Höhe von TEUR 362.000.

Im Berichtsjahr wurden die Anteile an der OMV Petrol Ofisi A.Ş. an die OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi verkauft. Ebenso hat OMV insgesamt 49% der GAS CONNECT AUSTRIA GmbH veräußert, davon hielt die OMV Aktiengesellschaft 19,1%.

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR 1.000
2016 2015
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29 31
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 1.927.854 1.472.360
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [14.576] [—] [4.906] [—]
[davon aus Finanzierung] [968.534] [—] [694.653] [—]
[davon aus Gewinnübernahmen] [540.699] [—] [498.287] [—]
[davon sonstige] [404.045] [—] [274.514] [—]
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 20 45
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [13] [—] [8] [—]
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 3.353 9.371
Gesamt 1.931.256 1.481.807

Sonstige Forderungen beinhalten eine Forderung an das Finanzamt von TEUR 1.961 (2015: TEUR 7.597). In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

3 Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, unterschiedlichen Verteilungsnormen und unterschiedlichen Abschreibungen. Mangels ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird ausgeübt, mangels ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr 2016 jedoch keine aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge angesetzt.

4 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2015: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2015: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2016 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand wurde im Hinblick auf das Auslaufen des von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 geschaffenen genehmigten Kapitals am 13. Mai 2014 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Mai 2014 ermächtigt, bis einschließlich 14. Mai 2019 das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre gegebenenfalls (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen festzusetzen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb konnte bis zum 16. November 2013 über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand war auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss bis zum selben Datum einzuziehen.

Der Vorstand war weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien konnten insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen, gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei konnte auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden konnte.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche aufgrund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Gewinnrücklagen: Aufgrund der Bestimmungen des RÄG 2014 wurden die unversteuerten Rücklagen unmittelbar in die Gewinnrücklagen eingestellt. Dementsprechend wurde in die Gewinnrücklagen der nach Abzug des latenten Steueranteils verbleibende Betrag der unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 323 eingestellt. Die Posten des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Vorjahreswerte wurden gemäß § 906 Abs. 36 UGB entsprechend angepasst.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile
EUR 1.000
Anzahl der Aktien Anschaffungswert
Stand 1.1.2015 1.015.102 11.148
Abgang – 102.278 – 1.122
Stand 31.12.2015 912.824 10.026
Abgang – 88.455 – 970
Stand 31.12.2016 824.369 9.056

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2015 327.272.727 1.015.102 326.257.625
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 102.278 102.278
Stand 31.12.2015 327.272.727 912.824 326.359.903
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen – 88.455 88.455
Stand 31.12.2016 327.272.727 824.369 326.448.358

5 Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig.

Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

EUR 1.000
2016 2015
Abferti Jubilä Abferti Jubilä
Pensionen gung umsgeld Pensionen gung umsgeld
Barwert der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 44.768 41.317
Marktwert des Planvermögens – 31.819 – 31.667
Nicht erfasster
versicherungsmathematischer Gewinn
(+)/Verlust (–) – 1.146
Rückstellung der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 12.949 8.504
Barwert der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 7.879 2.026 6.939 1.708
Nicht erfasster
versicherungsmathematischer Gewinn
(+)/Verlust (–) 296
Rückstellung der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 7.879 2.026 7.235 1.708
Rückstellung zum 1.1. 8.504 7.235 1.708 4.242 8.007 1.616
Periodenaufwand 4.838 1.568 439 4.733 613 338
Fondsdotierung – 393 – 471
Auszahlungen – 1.733 – 199 – 892 – 167
Konzernübertrag 808 78 – 493 – 79
Rückstellung zum 31.12. 12.949 7.879 2.026 8.504 7.235 1.708
Zinsaufwand 745 293 66 764 303 67
Laufender Dienstzeitaufwand 17 329 111 79 300 94
Erwartete Erträge aus dem
Planvermögen
Realisierung
versicherungsmathematischer Verlust
(+)/Gewinn (–) 4.076 946 262 3.890 10 177
Periodenaufwand 4.838 1.568 439 4.733 613 338

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

2016 2015
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gung Jubiläen pläne gung Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 3,19% 2,68% 2,91% 3,90% 3,90% 3,90%
Gehaltstrend 3,00% 3,00% 3,00% 3,25% 3,25% 3,25%
Pensionstrend 1,80% 1,80%
Langfristige Planvermögensrendite 2,80% 2,60%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung.

Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Personalrückstellungen (UGB)" wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung wurde der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.

2016 2015
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 22,59% 9,34% 23,36% 6,22%
Schuldverschreibungen 61,86% 11,87% 59,19% 29,26%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 12,03% 78,79% 14,22% 64,52%
Sonstige 3,52% 3,23%
Summe 100,00% 100,00% 100,00% 100,00%

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe VRG IV ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten- /Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.

Die Investitionspolitik für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI erfolgt nach einem Modellansatz, der auf Value-at-Risk Berechnungen basiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgt und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll. Gleichzeitig soll aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben. Das langfristige Anlageziel der VRG VI ist es stabile, berechenbare Renditen zu erwirtschaften, um die bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen aus dem Plan bestmöglich zu decken. Um die Effektivität der Portfolioverwaltung zu erleichtern, wird das Portfolio mit einer Futures Overlay Strategie aufgebaut. Das Basisportfolio besteht aus kurzfristigen Staatsanleihen. Für sämtliche Vermögenskategorien der VRG VI sind aktive Marktpreise vorhanden.

Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGs Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG IV lag 2016 mit 5,4% knapp unter der Benchmark-Rendite. Das Veranlagungsergebnis der VRG VI war leicht positiv mit 1,1%.

Im Jahr 2017 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2016 im Ausmaß von TEUR 9.320 an die APK-Pensionskasse AG geplant.

Die sonstigen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

EUR 1.000
2016 2015
Personalrückstellungen 27.502 28.497
Übrige Rückstellungen 19.593 287.384
Gesamt 47.095 315.881

Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für den Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 11.782 (2015: TEUR 11.100), sowie den Strategic Incentive Plan in Höhe von EUR Null (2015: TEUR 777). In den übrigen Rückstellungen ist eine theoretische Ausstiegsprämie für ein Rückversicherungsverhältnis in Höhe von TEUR 19.068 (2015: TEUR 14.788) enthalten. Die Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 272.098 aus dem Vorjahr betreffend die verschlechterte wirtschaftliche Situation der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) konnte aufgelöst werden. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit einem Zinssatz von 3,5% abgezinst.

Aus der erstmaligen Abzinsung der langfristigen Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan zum 1. Jänner 2016 ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von TEUR -386, welcher sofort ergebniswirksam im Betriebserfolg erfasst wurde.

Aufgrund der Bildung einer Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern auf Gruppenträger-Ebene, wird im Geschäftsjahr eine Rückstellung in Höhe von TEUR 38.780 (2015: TEUR 74.782) ausgewiesen. Weiters wurde im Geschäftsjahr eine Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 25.492 dotiert (2015: TEUR 290.336). Aus der erstmaligen Abzinsung der langfristigen Rückstellungen für in- und ausländische Gruppenmitglieder zum 1. Jänner 2016 ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von TEUR 45.758, welcher sofort ergebniswirksam im Steuerertrag erfasst wurde.

6 Verbindlichkeiten

EUR 1.000
2016 2015
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Anleihen 6.000.000 250.000 6.000.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 123.265 436.609 99.426 368.890
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.314 10.533
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 5.177.384 1.533.379
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [934] [—] [1.013] [—]
[davon aus Finanzierung] [1.268.350] [—] [369.767] [—]
[davon aus Clearing] [3.416.843] [—] [838.370] [—]
[davon sonstige] [491.257] [—] [324.230] [—]
Sonstige Verbindlichkeiten 241.344 6.510 224.764 7.249
[davon aus Steuern] [158.448] [—] [133.892] [—]
[davon im Rahmen der sozialen Sicherheit] [692] [—] [720] [—]
Gesamt 5.555.307 6.443.119 2.118.102 6.376.139

Am 25. Mai 2011 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750.000.000 begeben und bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst.

Am 7. Dezember 2015 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von EUR 1,5 Mrd in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio. Tranche 1 wird bis zum 9. Dezember 2021 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 5,250% und Tranche 2 bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst.

Begebene Anleihen

Nominale Kupon Rückzahlung
Internationale Industrieanleihe EUR 750.000.000 0,60% fix 19.11.2018
EUR 500.000.000 1,75% fix 25.11.2019
EUR 500.000.000 4,375% fix 10.02.2020
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022
EUR 750.000.000 3,5% fix 27.09.2027
Hybridanleihe EUR 750.000.000
EUR 750.000.000
EUR 750.000.000
Gesamt EUR 6.000.000.000

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 77.809 (2015: TEUR 85.035) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 8.544 (2015: TEUR 9.108) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 77.809 (2015: TEUR 85.035). Aus dem erstmaligen Ansatz der Verbindlichkeiten mit dem Erfüllungsbetrag wurde für Personallösungskosten zum 1. Jänner 2016 ein Unterschiedsbetrag von TEUR 542 sofort aufwandswirksam erfasst.

In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 3.750.000 (2015: TEUR 4.250.000), sowie Kreditverbindlichkeiten über USD Null (2015: TUSD 15.000).

7 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2016 2015
Garantien 1.778.426 1.711.975
[davon für verbundene Unternehmen] [1.778.272] [1.711.821]

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung folgender Garantien: OMV OF LIBYA LIMITED um TUSD 106.830, OMV Gas Marketing & Trading GmbH (vormals EconGas GmbH) um TEUR 62.724, OMV Trading GmbH um TEUR 35.525 sowie OMV Refining & Marketing GmbH um TEUR 45.274. Die Garantien für OMV Supply & Trading Limited wurden um TUSD 208.424 reduziert.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.

Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.

Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet.

Ebenso hat sich die OMV Aktiengesellschaft gegenüber der OMV (U.K.) Limited mit einem Letter of Financial Support verpflichtet, deren Liquidität im Bedarfsfall aufrechtzuerhalten. Diese Vereinbarung hat eine Gültigkeit von 18 Monaten ab 5. Juli 2016, wurde jedoch im Rahmen des Closings des Anteilsverkaufs am 13. Jänner 2017 einvernehmlich beendet. Wir verweisen hierzu auf den Punkt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüche, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

8 Umsatzerlöse

EUR 1.000
2016 2015
Inland 105.615 103.035
Ausland 10.364 5.534
Gesamt 115.979 108.569

Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen sowie Erlösen aus den innerhalb von Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben.

9 Sonstige betriebliche Erträge

EUR 1.000
2016 2015
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 29 13
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 275.359 556
Übrige 891 1.109
Gesamt 276.280 1.678

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 3.262 (2015: TEUR 189) sowie der Auflösung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 272.097 (2015: EUR Null).

10 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

EUR 1.000
2016 2015
Materialaufwand 174 155
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 7.994 8.270
Gesamt 8.168 8.425

Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen setzen sich hauptsächlich aus Fremdleistungen für laufende Tätigkeiten zusammen.

11 Personalaufwand

EUR 1.000
2016 2015
Gehälter 65.594 64.071
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 10.143 11.261
Sonstige Sozialaufwendungen 112 68
Gesamt 75.849 75.400

In den Aufwendungen für Gehälter sind TEUR 360 (2015: TEUR 271) für Rückstellungen für Jubiläumsgeld enthalten.

12 Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung

EUR 1.000
2016 2015
Aufwendungen für Abfertigungen 4.535 3.904
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 631 643
Beitragsorientierter Personalaufwand 3.400 3.344
Leistungsorientierter Personalaufwand 5.667 5.498
Gesamt 14.233 13.389

In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 3.259 (2015: EUR 3.594) und in der Position Leistungsorientierter Personalaufwand TEUR 1.359 (2015: TEUR 1.293) für Personallösungen enthalten.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

EUR 1.000
2016 2015
Abferti Abferti
gungen Pensionen gungen Pensionen
Vorstände und ehemalige Vorstände 112 974 1.804 1.138
Leitende Angestellte 1.709 783 166 885
Andere Arbeitnehmer 2.399 3.234 2.567 2.929
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 946 4.076 10 3.890

13 Sonstige betriebliche Aufwendungen

EUR 1.000
2016 2015
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen
1.500
1.473
Übrige
71.253
64.942
Gesamt
72.753
66.415

In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: von der OMV-internen Dienstleistungsgesellschaft bezogene Serviceleistungen von TEUR 18.796 (2015: TEUR 21.843), Werbeaufwand TEUR 7.600 (2015: TEUR 9.365), Rechts- und Beratungskosten TEUR 29.100 (2015: TEUR 10.968), diverse Fremdleistungen TEUR 3.160 (2015: TEUR 7.344) und Versicherungsaufwand TEUR 2.504 (2015: TEUR 2.782).

14 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis

Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 593.208 (2015: TEUR 602.097) resultieren TEUR 540.699 (2015: TEUR 497.653) aus Gewinngemeinschaften, TEUR 32.617 (2015: TEUR 96.105) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 19.891 (2015: TEUR 8.339) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2016 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Refining & Marketing GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas & Power GmbH.

In der Position Erträge aus Finanzanlagen sind Gewinne aus dem Abgang von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 78.718 (2015:EUR Null) ausgewiesen.

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten Verlustübernahmen in Höhe von TEUR 330.318 (2015: TEUR 184.706) auf der Basis von Ergebnisabführungsverträgen sowie außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit der OMV Petrol Ofisi A.Ş. in Höhe von EUR 288.995 (2015: TEUR 424.363) auf Basis des beizulegenden Zeitwerts, welcher vom vereinbarten Verkaufspreis abgeleitet wurde. Wir verweisen diesbezüglich auf den Punkt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

15 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

EUR 1.000
2016 2015
Laufende Steuern – 151.245 308.346
Latente Steuern 100 – 131
Gesamt – 151.145 308.215

Die laufende Steuer setzt sich aus einem Ertrag aus Vorjahren in Höhe von TEUR 5.240 (2015: Aufwand von TEUR 956) sowie aus dem Körperschaftsteuerertrag des Gruppenträgers in Höhe von TEUR 146.004 (2015: Aufwand von TEUR 307.390) aufgrund der Gruppenbildung gemäß § 9 KStG nach den verrechneten Steuerumlagen zusammen. Aufgrund der Veränderung der Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern ist in der laufenden Körperschaftsteuer ein Ertrag in Höhe von TEUR 36.002 (2015: Körperschaftsteueraufwand von TEUR 23.981) enthalten. Weiters wurde im Geschäftsjahr eine Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 25.472 dotiert (2015: Aufwand von TEUR 290.336).

Der Unterschiedsbetrag aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellung für in- und ausländischen Gruppenmitgliedern in Höhe von TEUR 45.758 wurde als Steuerertrag erfasst.

Der ausgewiesene latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 100 (2015: latenter Steuerertrag von TEUR 131) betrifft die Wertberichtigung neutraler Anpassungen.

Ergänzende Angaben

16 Zinsmanagement und Derivate

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2016 sind der EUR-GBP, EUR-USD und der EUR-HUF Wechselkurs.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung einer Bewertungseinheit in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:

Währungsderivate: Forwards

EUR 1.000

2016 2015
Nominale Beizulegen Nominale Beizulegen
in TEUR der Zeitwert Bilanzansatz in TEUR der Zeitwert Bilanzansatz
Currency-Forwards 292.709 – 2.283 156.641 – 214

Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen.

Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:

Währungsderivate: Swaps
-- ------------------------- --
EUR 1.000
2016
2015
Nominale
in TEUR
Beizulegen
der Zeitwert
Bilanzansatz Nominale
in TEUR
Beizulegen
der Zeitwert
Bilanzansatz
FX Swap AUD-USD 28.090 65
FX Swap USD-NOK 71.860 778
FX Swap EUR-NOK 42.782 96

Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.

17 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2016 2015
Angestellte 384 430
Gesamt 384 430

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

EUR 1.000
2016
Vorstandsmitglieder zum
31, Dezember 2016 Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele Florey Pleininger Leitner Davies 4), 5) Floren 6),7)Huijskes 8) Roiss9), 10) Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 1.237 640 694 1.217 1.502 702 1.086 7.079
Fixer Bezug
(Grundbezug) 900 560 1) 550 700 886 181 3.778
Variabel (Zahlung für
die Zielerreichung) 324 132 504 603 521 1.086 11) 3.170
Sachbezüge 13 80 2) 12 13 13 131
Leistungen nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 225 75 138 175 323 39 974
Pensionskassen
beiträge 225 75 138 175 323 39 974
Anteilsbasierte
Vergütungen 327 0 133 679 893 203 729 1.465 4.430
Variabel (Matching
Share Plan) 327 133 509 609 526 1.086 11) 3.191
Variabel (LTIP) — 3) 169 284 203 203 379 1.238
Gesamt 1.790 715 965 2.071 2.717 203 1.470 2.520 12.483

1) Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von TEUR 260, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu

erwerben 2) Inklusive Miete, Heimflüge, Umzugskosten, Schulkosten und damit verbundene Steuern

3) Johann Pleininger hatte Anspruch auf TEUR 100 aus dem LTIP Plan 2013 für Senior Manager (in bar ausbezahlt)

4) David C. Davies trat als Vorstandsmitglied per 31. Juli 2016 zurück 5) David C. Davies hat einen Anspruch auf Zahlungen für die Zielerreichung und betreffend Long Term Incentive Plänen bis zum 31. März 2017, welche als Pauschalzahlungen vereinbart wurden sowie auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 6) Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

7) Hans-Peter Floren hat einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 30. Juni 2015

8) Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 9) Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück

10) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2016 hat Gerhard Roiss einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und dem

Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 auf Basis der Zielerreichung 11) Inklusive Vorauszahlungen für Zielerreichungen für die Perioden Jänner 2016 bis März 2017

Vergütungen für David C. Davies wurden teilweise gemäß dem Anstellungsvertrag mit OMV Solutions GmbH ausbezahlt.

Vorstandsbezüge

EUR 1.000

Vorstandsmitglieder zum
31. Dezember 2015
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Floren 4), 5)Huijskes 8),9) Roiss 10), 11)
Seele
Davies
Pleininger
Leitner
Kurzfristige Vergütungen
2.039
1.251
187
971
874
793
897
Fixer Bezug
1.970 1)
(Grundbezug)
880
183
700
300
464
478
Variabel (Zahlung für
572 6)
die Zielerreichung)

361

261
323
414
69 2)
Sachbezüge
10
3
10
3
6
5
Leistungen nach
Beendigung des
2015
Gesamt
7.012
4.975
1.931
106
1.138 181 300 175 49 321 113 Arbeitsverhältnisses
Pensionskassenbeiträge
113
321
49
175
300
181
1.138
Abfindungszahlungen




750
372
1.220
2.343
Abfindungszahlungen




750
372
1.220
2.343
Anteilsbasierte

Vergütungen
684

458
771
528
835
3.275
Variabel (Matching
605 7)
Share Plan)

405

292
362
463
2.127
— 3)
Variabel (LTIP)

279
166
166
166
372
1.148
Gesamt
2.151
2.256
236
1.604
2.695
1.874
2.952
13.767

1) Inklusive einer Einmalzahlung in Höhe von TEUR 1.517, welche mit der Verpflichtung verknüpft ist, OMV Aktien für Anforderungen aus dem LTIP zu erwerben 2) Inklusive Miete, Parken, Heimflüge, Mietauto, Umzugskosten und damit verbundene Steuern 3) Johann Pleininger hatte Anspruch auf TEUR 90 aus dem LTIP Plan 2012 für Senior Manager (teilweise in bar ausbezahlt)

4) Hans-Peter Floren trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2014 zurück

5) Hans-Peter Floren hat einen Anspruch auf Zahlungen betreffend Strategic Incentive Plan bis zum 30. Juni 2015

6) Inklusive variable Bezüge betreffend Zahlungen für 2015 in Höhe von TEUR 300

7) Inklusive TEUR 300 für Matching Share Plan 2015 8) Jaap Huijskes trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2015 zurück 9) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2015 hat Jaap Huijskes einen Anspruch auf einen Grundbezug und Pensionskassenbeiträge bis zum 31. März 2016 in Höhe von TEUR 220, Zahlungen für die Zielerreichung und Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2016 auf Basis der Zielerreichung 10) Gerhard Roiss trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2015 zurück 11) Zusätzlich zu den erhaltenen Bezügen 2015 hat Gerhard Roiss einen Anspruch auf eine Zahlung für die Zielerreichung (beinhaltet variablen Bezug

betreffend Zielerreichung sowie Matching Share Plan) für 2015 bis zum 31. März 2017 in Höhe von TEUR 2.173, zahlbar am 30. Juni 2016 und auf Zahlungen betreffend Long Term Incentive Plänen und Strategic Incentive Plan bis zum 31. März 2017 auf Basis der Zielerreichung

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2016 TEUR 489 aufgewendet (2015: TEUR 482).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Weiters erbringt die OMV Aktiengesellschaft für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs- sowie Konzernsteuerungsdienstleistungen.

Alle Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.

18 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2016 wurde mit TEUR 408.769 (2015: TEUR 445.898) ermittelt.

Für das Geschäftsjahr 2016 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,20 (2015: EUR 1,00) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2015 erfolgte im Mai 2016 und betrug TEUR 326.448 (2015: TEUR 407.948).

19 Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen

Der in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integrierte konsolidierte Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investor Relations > Berichte und Präsentationen abrufbar.

20 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 13. Jänner 2017 hat der OMV Konzern den Verkauf aller Anteile an seiner 100%igen Tochtergesellschaft OMV (U.K.) Limited an Siccar Point Energy Limited, mit Sitz in Aberdeen, nach Erfüllung der vereinbarten Bedingungen, einschließlich aufsichtsbehördlicher Genehmigungen abgeschlossen. Die erhaltene Zahlung belief sich auf rund USD 870 Mio. Die Transaktionsdokumente enthalten weitere bedingte Kaufpreiselemente, abhängig von der endgültigen Investitionsentscheidung bezüglich des Rosebank-Projekts.

Am 3. März 2017 hat der OMV Konzern eine Vereinbarung zum Verkauf von 100% der Anteile an OMV Petrol Ofisi an VIP Turkey Enerji AS, einer Tochtergesellschaft von Vitol Investment Partnership Ltd., unterschrieben. Die Transaktion unterliegt Bedingungen, unter anderem den wesentlichen Behördengenehmigungen. Das Closing wird spätestens im dritten Quartal 2017 erwartet.

Am 5. März 2017 unterzeichnete der OMV Konzern die Vereinbarung über den Kauf eines 24,99% Anteils am Juschno Russkoje Erdgasfeld in Westsibirien von Uniper SE. Der Kaufpreis beträgt USD 1.850 Mio (rund EUR 1.749 Mio basierend auf einem vereinbarten Wechselkurs von EUR 1 = USD 1,0575). Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis zum Jahresende gerechnet. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion ist rückwirkend der 1. Jänner 2017. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt weiterer Bedingungen, einschließlich der Zustimmung von Mitgesellschaftern sowie der kartellrechtlichen Genehmigung und der Auslandsinvestitionskontrollgenehmigung in Russland.

Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

In angegebener Währung 1.000 Anteil am
Kapital in %
Währung Eigenkapital
31.12.2016
Jahresüber
schuss/
Jahresfehl
betrag 2016
Inland
OMV Exploration & Production GmbH, Wien 1) 100 EUR 1.589.177 – 698.813
OMV Gas & Power GmbH, Wien 1) 100 EUR 543.802 – 332.620
OMV Insurance Broker GmbH, Wien 1) 100 EUR 45 12
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien 1) 100 EUR 1.303.646 269.928
OMV Solutions GmbH, Wien 1) 100 EUR 3.616.709 280.467
Ausland
Amical Insurance Limited, Douglas 100 EUR 82.980 7.838
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Sydney 1) 100 AUD – 154.903 – 5.685
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug 2) 100 CHF 1.516 761
OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Istanbul 100 TRY 6.829.090 268.484
OMV PETROM SA, Bukarest 51,01 RON 26.000.810 907.850

1) Gruppenmitglied gemäß § 9 KStG

2) Werte aus 2015

Aufsichtsrat

Peter Löscher (seit 18. Mai 2016) Vorsitzender

Peter Oswald (bis 18. Mai 2016) Vorsitzender

Gertrude Tumpel-Gugerell Stv. Vorsitzende

Murtadha Al Hashmi Stv. Vorsitzender

Wolfgang C. Berndt

Karl Rose (seit 18. Mai 2016)

Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti (bis 18. Mai 2016)

Helmut Draxler

Marc H. Hall (seit 18. Mai 2016)

Herbert Stepic (bis 18. Mai 2016) Herbert Werner Elif Bilgi Zapparoli Vom Betriebsrat delegiert: Christine Asperger Wolfgang Baumann Herbert Lindner Alfred Redlich

Ahmed Matar Al Mazrouei (seit 18. Mai 2016)

Wolfram Littich (bis 18. Mai 2016)

Martin Rossmann (bis 26. September 2016) Gerhard Singer (seit 26. September 2016)

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Präsidial- und Nominierungsausschuss:

Löscher (Vorsitzender) (seit 18. Mai 2016), Oswald (Vorsitzender) (bis 18. Mai 2016), Tumpel-Gugerell (Stellvertreterin), Berndt, Al Hashmi (Stellvertreter), Al Kuwaiti (bis 18. Mai 2016), Al Mazrouei (seit 18. Mai 2016), Baumann, Redlich, Rossmann (bis 26. September 2016)

Prüfungsausschuss:

Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Al Hashmi (Stellvertreter), Berndt, Oswald (bis 18. Mai 2016), Löscher (seit 18. Mai 2016), Draxler, Littich (bis 18. Mai 2016), Werner, Baumann, Lindner, Rossmann (bis 18. Mai 2016), Singer (seit 18. Mai 2016)

Projektausschuss:

Rose (Vorsitzender) (seit 18. Mai 2016), Löscher (Stellvertreter) (seit 18. Mai 2016), Oswald (Vorsitzender) (bis 18. Mai 2016), Berndt, Al Hashmi (Stellvertreter), Al Kuwaiti (bis 18. Mai 2016), Hall (seit 18. Mai 2016), Littich (bis 18. Mai 2016), Tumpel-Gugerell, Al Mazrouei (seit 18. Mai 2016), Asperger (seit 26. September 2016), Baumann, Lindner, Rossmann (bis 26. September 2016), Singer (seit 26. September 2016)

Vergütungsausschuss:

Löscher (Vorsitzender) (seit 18. Mai 2016), Oswald (bis 18. Mai 2016), Berndt (Stellvertreter), Al Hashmi (Stellvertreter), Draxler

Vorstand

Rainer Seele

Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor

Reinhard Florey

Finanzen

Johann Pleininger

Upstream

Manfred Leitner

Downstream

Wien, am 22. März 2017

Der Vorstand

Rainer Seele Vorsitzender

Johann Pleininger Manfred Leitner

Reinhard Florey

Anlagenspiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Entwicklung der Anschaffungskosten

EUR 1.000

Stand
01.01.2016
Zugänge
Sachanlagen
Grundstücke 776
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.014 241
1.790 241
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.405.276 1.544.489
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.068.555 2.501.463
Beteiligungen 26.625
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506
Sonstige Ausleihungen 11.291 307
14.516.253 4.046.259
14.518.043 4.046.500
54
722
722
776
235
1.020
529
491
427
289
1.742
529
1.213
1.203
1.015.974
12.933.791
2.197.058
10.736.733
9.725.639
1.329.578
3.240.440
3.240.440
2.068.555
26.625
26.625
26.625
4.506
4.506
4.506
8.446
3.152
3.152
11.291
2.353.998
16.208.514
2.197.058
14.011.456
11.836.616
2.354.287
16.210.256
2.197.587
14.012.669
11.837.819
Abgänge Stand
31.12.2016
Abschreibungen
31.12.2016
(kumuliert)
Bilanzwert
31.12.2016
Bilanzwert
31.12.2015

Entwicklung der Abschreibungen

EUR 1.000 Planmäßige
Abschrei
Außerplan
mäßige
Abschreibu
01.01.2016 bungen ngen 2016 Abgänge 31.12.2016
Sachanlagen
Grundstücke
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 587 116 174 529
587 116 174 529
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen 2.679.636 288.995 771.573 2.197.058
Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
Beteiligungen
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
Sonstige Ausleihungen
2.679.636 288.995 771.573 2.197.058
2.680.223 116 288.995 771.747 2.197.587

Abkürzungen und Definitionen

A

Ausschüttungsgrad

%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

B

bbl, bbl/d

Barrel (Fass zu zirka 159 Liter), bbl pro Tag

bcf, cf

Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

BIP

Bruttoinlandsprodukt

boe, boe/d

Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

C

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste

(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Betriebserfolg, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu

aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Downstream Öl berechnet

CCS EBIT vor Sondereffekten

Earnings Before Interest and Taxes (Betriebserfolg), bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS EBIT vor Sondereffekten stellt die Summe von CCS EBIT vor Sondereffekten von Downstream Öl, EBIT vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und dem berichteten Konsolidierungseffekt, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten

CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl

CCS ROACE vor Sondereffekten

CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %)

Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten

E

EBIT

Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EBITD

Earnings Before Interest, Taxes and Depreciation; Betriebserfolg vor planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

Eingesetztes Kapital

Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung

EPSA

Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

EU

Europäische Union

EUR Euro

F FX

Fremdwährungs-Wechselkurs

H

H1, H2 Erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV

Hauptversammlung

I

IASs International Accounting Standards

IFRSs

International Financial Reporting Standards

J

Jahresüberschuss Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern

K

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

kbbl, kbbl/d Tausend Barrel, tausend bbl pro Tag

kboe, kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent, tausend boe pro Tag

km2 Quadratkilometer

KPI

Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator

L

LNG Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR

Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden

M

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million, Millionen

Mrd Milliarde, Milliarden

MW Megawatt

MWh Megawattstunde

N

n.a. Not available; Wert nicht verfügbar

n.m. Not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Net assets

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Nettoverschuldung

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOK

Norwegische Krone

NOPAT

Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss

    • Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten
  • Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten

NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt

O

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

OPEX

Operating Expenditures; Produktionskosten; Materialund Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

P

PJ Petajoule, 1 PJ entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Q

Q1, Q2, Q3, Q4 Erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RONA

Return On Net Assets; %-Verhältnis NOPAT zu den durchschnittlichen net assets

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

S

Sondereffekte

Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, welche separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser verstehen und beurteilen zu können

T

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TEUR Tausend Euro

TRIR

Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TRY

Türkische Lira

TSR

Total Shareholder Return; Aktienrendite

TWh

Terawattstunde

U

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD

V

US Dollar

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Investor Relations Kontakt:

OMV Aktiengesellschaft Investor Relations Trabrennstraße 6–8 1020 Wien, Österreich Tel. +43 1 40440-21600 Fax +43 1 40440-621600 [email protected] [email protected] www.omv.com www.twitter.com/omv www.omv.com/socialmedia

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

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Erklärung gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 22. März 2017

Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor Mitglied des Vorstands,

Rainer Seele Reinhard Florey

Finanzen

Johann Pleininger Manfred Leitner

Upstream Downstream

Mitglied des Vorstands, Mitglied des Vorstands,

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6–8 1020 Wien Österreich Tel. +43 1 40440-0 www.omv.com www.omv.com/socialmedia