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OMV AG Annual Report 2011

Apr 4, 2012

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Annual Report

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Jahresfinanzbericht 2011 – Inhaltsverzeichnis

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:

04
18
20
52
68
77

Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:

Bericht des Aufsichtsrats 168
Corporate Governance Bericht 170
Lagebericht OMV Aktiengesellschaft 180
Bestätigungsvermerk 185
Jahresabschluss OMV Aktiengesellschaft 186
Anhang 189

Teil 3: Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG 220

Inhalt

Auf einen Blick

  • Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
  • Nachhaltigkeit
  • Highlights 2011

Unternehmen

  • Ziele und Strategie des OMV Konzerns
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • Corporate Governance Bericht
  • Value Management
  • OMV Aktie und Anleihen
  • Wirtschaftliches Umfeld

Geschäftsbereiche

  • Exploration und Produktion
  • Gas und Power
  • Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Konzernlagebericht

Konzernabschluss

  • Bestätigungsvermerk
  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • Konzern-Cashflow-Rechnung

Konzernanhang

  • Grundlagen und Methoden
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Ergänzende Angaben zur Finanzlage
  • Segmentberichterstattung
  • Sonstige Angaben
  • Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
  • Abkürzungen und Definitionen
  • Fünf-Jahres-Übersicht

Kontakte Der OMV Konzern in Zahlen

Im Fokus: Profitables Wachstum

Auf einen Blick

EUR Mio 2011 2010 Δ
Umsatz 34.053 23.323 46%
Betriebserfolg (EBIT) 2.473 2.334 6%
Den Aktionären zuzurechnender Periodenüberschuss 1.063 921 16%
CCS Betriebserfolg vor Sondereffekten 1) 2.509 2.470 2%
Den Aktionären zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten 1) 1.069 1.118 –4%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514 2.886 –13%
Investitionen 3.146 3.207 –2%
EUR
Ergebnis je Aktie 3,38 3,08 10%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten 1) 3,40 3,74 –9%
Cashflow je Aktie 8,00 9,66 –17%
Dividende je Aktie 1,10 2) 1,00 10%
%
Return on Average Capital Employed (ROACE) 11 10 5%

Return on Equity (ROE) 13 11 12%

1) Das CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi.

2) Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung 2012.

1) Basierend auf einer Dividende in Höhe von EUR 1,10 je Aktie, wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung 2012.

Exploration und Produktion

Gas und Power

Raffinerien und Marketing

1) Der Wert für 2007 basiert auf der früher verwendeten Definition "Raffinerie-Verkaufsmenge".

Integriertes Gasgeschäft

Das Gasgeschäft in Europa und der Türkei wird weiterhin stark wachsen. Unser Ziel ist es, das voll integrierte Gasportfolio von OMV auszubauen – von der Eigenförderung bis hin zu den Vertriebskanälen. Die Umwandlung von Gas in Elektrizität sichert eine zusätzliche profitable Vermarktungsform. Die Nabucco Gas Pipeline ist weiterhin ein wichtiges Projekt und wird zur langfristigen Gasversorgung in Europa beitragen.

Wachsender Upstream-Bereich

Exploration und Produktion ist der Wachstumstreiber innerhalb des OMV Portfolios. Rund zwei Drittel der Investitionen werden künftig in die Suche, Erschließung und Förderung von Öl und Gas fließen. Die Performance des bestehenden Portfolios wird gesteigert und durch zielgerichtete Akquisitionen ergänzt. Die Intensivierung der Explorationsaktivitäten wird die Grundlage für langfristiges Wachstum sein.

Im Fokus: Profitables Wachstum durch wachsenden Upstream-Bereich

Im Fokus: Profitables Wachstum durch integriertes Gasgeschäft

Strategie

Restrukturierter Öl-Downstream-Bereich

In Folge sinkender Nachfrage nach Erdölprodukten wird OMV den R&M-Bereich restrukturieren. Bis zu EUR 1 Mrd soll in den nächsten Jahren durch Veräußerungen lukriert werden. Zusätzlich wird der Produktfokus auf die Marktnachfrage für Mitteldestillate und petrochemische Grundprodukte gerichtet. Die Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi wird abgeschlossen werden. Effektives Management von Kapital und Kosteneffizienz werden die Profitabilität weiter steigern.

Im Fokus: Profitables Wachstum durch restrukturierten Öl-Downstream-Bereich

Verbesserte Performance

OMV wird ein ambitioniertes Performance-Programm einführen, um die Profitabilität bis 2014 signifikant zu steigern. Damit wird die Strategie umgesetzt und der Weg zu profitablem Wachstum unterstützt. Das Ziel des Programms ist, den ROACE bis 2014 um 2%-Punkte zu steigern. Das Programm wird Ertragssteigerungen, Kostenreduktionen und Maßnahmen zur Kapitaloptimierung beinhalten.

Im Fokus: Profitables Wachstum durch eine konzernweit gesteigerte Performance

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Erfolgreiches Jahr für OMV

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ich freue mich, nach meinem Antritt als Generaldirektor des OMV Konzerns im April 2011, Ihnen einen Überblick über unser abgeschlossenes Geschäftsjahr zu geben und Sie gleichzeitig auf unsere geplanten Vorhaben einzustimmen. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen blicke ich auf ein herausforderndes, ereignisreiches und für OMV erfolgreiches Jahr zurück. Ein Jahr, das für den Konzern auch der Start in eine neue Phase des Wachstums war.

OMV als treibende, gestaltende Kraft am Markt

Die Entwicklungen der Energiemärkte haben gezeigt, dass wir uns präziser als bisher präsentieren und fokussierter auftreten müssen – mit einem erheblich geschärften Portfolio. Gleichzeitig müssen wir in unseren Strukturen noch klarer und transparenter werden. OMV muss in den nächsten Jahren verstärkt für den Markt spürbar sein, als Unternehmen, das die Herausforderungen der Zukunft erstklassig meistert, aber auch als wichtigster Energieversorger für Österreich, und darüber hinaus auch in Europa, heute und

für kommende Generationen. OMV soll in ihren Märkten die treibende, gestaltende Kraft sein. Wir wollen Verantwortung übernehmen und unsere Versprechen halten. Nur so stärken wir einerseits die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen des Kapitalmarkts und können andererseits als internationaler Öl- und Gaskonzern mit österreichischen Wurzeln, der in rund 30 Ländern auf vier Kontinenten tätig ist, den Menschen jene Energie zur Verfügung stellen, die zur Sicherung ihres Lebensstandards notwendig ist, die aber auch für die wirtschaftliche Stärke unserer Märkte wichtig und essenziell ist.

Strategie: Konzentration und Fokussierung

Mit unserer im September 2011 in Istanbul präsentierten Strategie "Profitables Wachstum" haben wir die Weichen für den Erfolgskurs des Unternehmens gestellt. Unsere Strategie basiert auf den Säulen "Wachstum – Integration – Veränderung – Performance". Sie prägt das Unternehmen deutlich und gibt ihm dabei ein sehr klares Profil: konzentriert und fokussiert. Wir erwarten einerseits, dass die weltweite Nachfrage nach Erdöl und Erdgas in den nächsten 25 Jahren weiterhin stark sein wird, müssen uns gleichzeitig aber auf schrumpfende Absatzmärkte für Ölprodukte in Europa einstellen. Daher konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenz, die Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas und verschieben die Gewichtung in unserem Portfolio von R&M auf E&P und G&P. Wir selektieren ganz genau, wohin wir in Zukunft unsere Kräfte, Denkund Arbeitsleistungen sowie unser Kapital lenken werden. Wir werden unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen und uns nur dort positionieren, wo wir auch in Zukunft für unser Geschäft profitable Wachstumschancen sehen. Denn nur so sichern wir unserem Unternehmen zukünftiges Wachstum, unseren Aktionärinnen und Aktionären eine zufriedenstellende Performance und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute und sichere Arbeitsplätze.

Erfolgreiche Platzierung bedeutender Kapitalmarkttransaktionen

Um unsere Vorhaben realisieren zu können, haben wir zusätzliches Kapital benötigt. Ich bin stolz, dass wir mit dem gelungenen Abschluss zweier bedeutender Kapitalmarkttransaktionen – der erfolgreichen Kapitalerhöhung und der Emission einer Hybridanleihe – im vergangenen Jahr rund EUR 1,5 Mrd für den OMV Konzern generieren konnten. Die starke Unterstützung der Investoren für die Kapitalerhöhung bestätigt, dass der Markt an unser Wachstumspotenzial glaubt. Mit der Stärkung unseres Eigenkapitals konnten wir den Verschuldungsgrad auf rund 34% senken und sind somit wieder nahe an unserem langfristigen Ziel von 30%. Dies dokumentiert deutlich die grundlegende finanzielle Stärke unseres Unternehmens. Mit dieser soliden Bilanzstruktur und dem erwirtschafteten Cashflow kann OMV auch in Zukunft investieren und somit weiteres Wachstum sichern.

Wachsender Upstream-Bereich

E&P ist die Antriebskraft im OMV Wachstumskonzept. Strategisch sorgfältig ausgewählte Akquisitionen brachten im vergangenen Jahr nicht nur zusätzliche Produktionsmengen, sondern auch eine Vielzahl von neuen Entwicklungsmöglichkeiten. Wir haben mit dem Erwerb des tunesischen E&P-Geschäfts von Pioneer Natural Resources und dem erfolgreichen Kauf der operativen E&P-Gesellschaft von Petronas in Pakistan große Investitionen getätigt. Die erworbenen Produktions-, Entwicklungs- und Explorationslizenzen konnten unsere internationale E&P-Position erheblich stärken. Das Jahr war aber auch von den politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten beeinträchtigt. Diese Krisen trafen OMV jedoch nicht unvorbereitet. Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krisenländern hatte in dieser Zeit für uns oberste Priorität. Durch ein gelungenes Krisenmanagement und die konsequente Umsetzung der Notfallpläne konnten alle von OMV entsandten Mitarbeiter rechtzeitig und sicher aus Libyen gebracht werden. In diesem, für das Unternehmen wichtigen, Produktionsland kam es jedoch über weite Strecken des Jahrs zu Produktions- und Liefereinschränkungen bzw. gänzlichen Produktionsausfällen, die für den Konzern zu massiven Produktionsrückgängen führten. Der Gesamtproduktionsanteil von Libyen betrug vor der Krise 10%. Nachdem die Produktion im vierten Quartal wieder angefahren werden konnte, erreichten wir jedoch Ende des Jahrs bereits wieder 50% der Produktionsmenge vor Beginn der Unruhen.

Auch im Jemen mussten wir 2011 Ausfälle verbuchen. Trotzdem ist es gelungen, unsere dortigen Entwicklungsprojekte voranzutreiben. In unseren Kernländern Rumänien und Österreich konnten wir – durch den Einsatz moderner Produktionstechnologien – die Produktionsmengen stabilisieren und dem natürlichen Produktionsrückgang aus reifen Feldern entgegen wirken.

Integriertes Gasgeschäft

Der G&P-Bereich war im vergangenen Jahr durch ein schwieriges Marktumfeld mit Margendruck geprägt. Dennoch leistete der Bereich auch 2011 wieder einen wichtigen Ergebnisbeitrag. Da die Erdgas- und Stromnachfrage in Europa und der Türkei grundsätzlich beachtlich weiter wachsen wird, gewinnt der G&P-Bereich von OMV entsprechend an Bedeutung. Hier ist unser vorrangiges Ziel, integriert zu agieren – vom Gasfeld über Gaspipelines und Speicher bis zu den Vertriebskanälen. Ein integriertes Gas- und Stromgeschäft als einer der wesentlichen Wachstumstreiber bietet einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Summe der einzelnen Assets. Wichtig ist ein hoher Anteil an Erdgas aus Eigenförderung. Bereits jetzt stammt ein signifikanter Anteil unseres Gasportfolios aus eigener Produktion. Das Erdgas wird zum Teil mittels eigener Infrastruktur transportiert und gespeichert, durch eigene Vermarktungskanäle an große Endkunden und Weiterverkäufer am Markt platziert sowie künftig in eigenen Gaskraftwerken in Strom verwandelt. Im vergangenen Jahr wurde die Errichtung unserer beiden modernen Gaskraftwerke in Brazi (Rumänien) und Samsun (Türkei) abgeschlossen bzw. weiter vorangetrieben. Hierbei geht es uns immer um den integrierten Ansatz im Zusammenhang mit unserem Gasportfolio. Die Verstromung von Erdgas verlängert die Wertschöpfungskette und sichert uns neben dem Verkauf und dem Handel von Erdgas eine weitere Vermarktungsform. Das gehandelte Volumen an der Handelsplattform Central European Gas Hub (CEGH) wurde 2011 weiter gesteigert. Um fokussierter und flexibler die Chancen des Markts nutzen zu können, bauen wir zur Zeit eine eigene Trading-Organisation auf. OMV wird auch weiter in die Infrastruktur rund um Baumgarten (Österreich) als zentrale europäische Gasdrehscheibe investieren. Eine entscheidende Rolle in diesem Zusammenhang

Weiterer Fortschritt bei G&P-Projekten Aktive Anpassung an die herausfordernde Marktsituation

Performance-Verbesserung

grund.

Um OMV in Zukunft weiterhin wettbewerbsstark zu positionieren, sowie moderner, leistungsorientierter und fit für die Zukunft zu machen, müssen wir handeln. Unsere Strategie ist diesbezüglich mit konkreten Maßnahmen und Zielsetzungen verbunden: Der Weg zu profitablem Wachstum führt daher auch über ein Performance-Steigerungsprogramm, das die Profitabilität deutlich erhöhen soll. Es beinhaltet Maßnahmen zur Ertragssteigerung, Kostensenkung und Kapitaloptimierung. Unser Plan ist, bis 2014 den ROACE um 2%-Punkte zu erhöhen.

spielt die geplante Nabucco Gas Pipeline, die von OMV weiter vorangetrieben wird und zur Diversifizierung der Gasquellen und Transportrouten beitragen soll. Sie ist auch von zentraler Bedeu-

Restrukturierter Öl-Downstream-Bereich Das Marktumfeld für Raffinerien und für den Absatz von Ölprodukten war im vergangenen Jahr sehr herausfordernd. Im Raffineriebereich gibt es in Europa erhebliche Überkapazitäten für einige Ölprodukte, was spürbar auf die Margen drückt. OMV hat bereits aktiv auf die stark herausfordernde Marktsituation reagiert. So treiben wir eine Produktionsverschiebung in Richtung der profitableren Petrochemie-Produkte und Mitteldestillate voran. Wir haben begonnen, Raffineriekapazitäten und Marketingkanäle an die schrumpfenden Märkte anzupassen. Prozesse und Abläufe entlang der Wertschöpfungskette werden optimiert und auf die herausfordernde Wettbewerbssituation ausgerichtet. So wurde das zypriotische Tankstellengeschäft abgegeben, weitere beabsichtigte Verkäufe in R&M wurden bekanntgegeben und in Gang gesetzt. Unsere Tochtergesellschaft OMV Petrol Ofisi A.S˛. in der Türkei wurde in den OMV Konzern integriert und wird konsequent auf eine gesteigerte Profitabilität ausgerichtet. Generell stand und steht eine rigide Kostenkontrolle und damit einhergehend eine stetige Verbesserung der Profitabilität im Vorder-

tung für Baumgarten.

Veränderung bei R&M:

Ein Blick in die Zukunft

Der Auftrag ist klar: OMV muss zukunftsorientiert agieren. Unser Portfolio muss gestrafft und auf Wachstum im Upstream-Bereich ausgerichtet werden. Wir werden Kapital einsetzen und in den nächsten Jahren große Summen investieren. Das ist eine klare Botschaft an unsere Aktionärinnen und Aktionäre. Unsere Strategie bedeutet einen Aufbruch in eine klar vorgegebene Richtung, die uns neue Chancen in all unseren Geschäftsbereichen bietet. OMV der Zukunft wird eine veränderte sein: Unser Upstream-Geschäft wird sowohl bei Erdöl als auch bei Erdgas in eine neue Phase des Wachstums starten, genauso wie der G&P-Bereich – von der Gasgewinnung, über den Transport bis hin zur Vermarktung. Mit der Verstromung von Erdgas verlängern wir unsere Wertschöpfungskette und sichern neue Absatzmärkte für unser Erdgas. Der R&M-Bereich ist weiterhin ein wichtiger Bereich, wird aber in seiner relativen Bedeutung im OMV Portfolio entsprechend kleiner werden. Unsere Strategie weist einen Weg, der unseren Spitzenplatz auf den internationalen Öl- und Gasmärkten langfristig sichert. Wir packen es an. Begleiten Sie uns auf diesem Weg.

Gerhard Roiss

+2%-Punkte ROACE bis 2014

Nachhaltigkeit

Das OMV Nachhaltigkeitskonzept wurde unter der Bezeichnung "Resourcefulness" neu gestaltet. Ressourcen sind unser Kerngeschäft, und Resourcefulness ist unser Weg, profitabel zu wachsen und dies auf nachhaltige und verantwortungsbewusste Weise zu tun. Unser Ziel ist es, die Energiequellen für eine gemeinsame Zukunft zu sichern. Als integriertes, internationales Öl- und Gasunternehmen ist OMV mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Der weltweite Energiebedarf wächst deutlich. Gleichzeitig kommen dem Schutz der Umwelt und dem Wohl der Gesellschaft ein immer höherer Stellenwert zu. Dabei steigen die Anforderungen an unser Unternehmen in dem Maße, wie wir weiter wachsen. Verantwortungsbewusstes Handeln ist Voraussetzung, um weiterhin erfolgreich zu sein. Die Maßnahmen, die wir angesichts des Arabischen Frühlings unternommen haben, zeigen eindrucksvoll, wie wir unsere Verantwortung in einem immer komplexeren Umfeld wahrnehmen.

Konzept in 2011 entwickelt

Wir wollen ein Vorbild für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln sein, überall dort, wo wir tätig sind. Resourcefulness ist unser Konzept, dies zu erreichen, für die Gesellschaft und die Umwelt Wert zu schaffen und gleichzeitig unseren langfristigen geschäftlichen Erfolg zu sichern. Wir verpflichten uns zum sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und sehen im menschlichen Erfindungsreichtum den Schlüssel zur Entwicklung neuer Lösungen, die zu Win-Win-Situationen für OMV, die Gesellschaft und die Umwelt führen. Das Konzept Resourcefulness wurde Ende 2011 vom Vorstand verabschiedet und wird unsere Strategie für profitables Wachstum ergänzen. Es umfasst drei Dimensionen:

Human Resourcefulness: Menschen sind unsere wichtigste Ressource, um langfristigen Geschäftserfolg zu erzielen. Für uns bedeutet Human Resourcefulness daher:

  • Respektvoller Umgang mit allen unseren Stakeholdern.
  • Entwicklung von Chancen durch die Stärkung lokaler Wertschöpfung und die Unterstützung von bildungsorientierten und unternehmerischen Initiativen in unseren Kernmärkten.

Natural Resourcefulness: Da endliche Ressourcen unser Geschäft sind, tragen wir eine besondere Verantwortung. Aufgabe von OMV ist es, zu einer sicheren und diversifizierten Energieversorgung beizutragen und zugleich die Umwelt zu schützen. Für uns bedeutet Natural Resourcefulness daher:

  • Effizienz und Verantwortung in unserem Kerngeschäft.
  • Weiterentwicklung des Gasgeschäfts, da Erdgas der sauberste fossile Brennstoff ist.
  • Entwicklung neuer Energiequellen wie

Geothermie, Biotreibstoffe der zweiten Generation und Unterstützung der Entwicklung von Infrastruktur für H2 -Mobilität.

Drei Dimensionen von Resourcefulness

Financial Resourcefulness: Um profitables Wachstum zu erzielen, müssen wir auch finanziell verantwortungsbewusst handeln. Für uns bedeutet Financial Resourcefulness daher:

  • Die Auswirkungen einer verantwortungsvollen Geschäftstätigkeit messbar machen.
  • Verantwortungsbewusste Investitionen.

Implementierung und Verantwortlichkeiten

Der Vorstandsvorsitzende von OMV trägt die Gesamtverantwortung für alle Nachhaltigkeitsthemen. Er hat eine neue Nachhaltigkeitsorganisation geschaffen und ein Resourcefulness Executive Team berufen, das regelmäßig tagt. Das Konzept Resourcefulness soll der Verantwortung und der Zukunftsorientierung von OMV intern wie extern ein klares Gesicht geben und umfasst alle internen Funktionen, die mit den drei Dimensionen verbunden sind.

HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz) hat bei OMV höchste Priorität und stellt eine gute Grundlage dar, auf der wir aufbauen können. Die HSSE-Strategie wurde 2011 unter Berücksichtigung der steigenden Stakeholdererwartungen aktualisiert. Dabei flossen auch die Erfahrungen mit schwerwiegenden Unfällen in unserer Branche, die Bewertung unserer aktuellen Performance und zukünftige Herausforderungen ein.

Wichtige Themen 2011 Human Resourcefulness

OMV nimmt soziale Verantwortung wahr

Der Arabische Frühling: Mit dem Beginn des Arabischen Frühlings gelang es OMV, das von ihr entsandte Personal aus allen betroffenen Ländern wie Ägypten, Libyen, Tunesien und dem Jemen sicher zu evakuieren. Obwohl kein Geschäftsbetrieb möglich war, unterstützte das Unternehmen seine lokalen Mitarbeiter auch weiterhin finanziell und nahm damit seine soziale Verantwortung wahr. In Tripolis (Libyen) wurde eine Initiative ins Leben gerufen, die der traumatisierten jungen Generation psychologische Hilfe und gesundheitliche Beratung bietet.

Gesundheitsmanagement: Ende 2011 konnte OMV die Überprüfung der Gesundheitsrisiken an allen Arbeitsplätzen im Konzern abschließen. Dabei wurden alle Gesundheitsrisiken evaluiert, Trends identifiziert und Maßnahmen zur Abhilfe entwickelt. Um im Ernstfall gerüstet zu sein, wurden mehr als 130 medizinische Notfallübungen unter Teilnahme von "Notfall-Simulatoren" sowie interner und externer Rettungskräfte in Rumänien und Österreich abgehalten. Spezielle Gesundheitsinitiativen konzentrierten sich auf Vorsorgeuntersuchungen zur Feststellung von Wirbelsäulen- und Gelenksproblemen. In einigen Ländern wurden spezielle, an die lokale und epidemiologische Situation angepasste Impfaktionen durchgeführt. Die Prüfung des Gesundheitsstandards ergab eine hohe Implementierungsquote, zeigte bei Präventivmedizin und medizinischen Notfallplänen aber auch Verbesserungspotenzial auf.

Sicherheitsmanagement: HSSE-Schulungen und die Weiterentwicklung der Berichtskultur sind für uns Schlüsselfaktoren für die weitere Verbesserung der Sicherheitsperformance. So wurden

2011 knapp 220.000 Meldungen und Berichte in die zentrale Datenbank für Zwischenfallmeldungen eingegeben, darunter 107.000 Beobachtungen, Gefährdungen und Beinahe-Unfälle (eine Steigerung von 48% gegenüber 2010). Es wurden über 76.000 Maßnahmen angezeigt, von denen 86% rechtzeitig abgeschlossen wurden. Ein patentiertes Best-Practice-Schulungsprogramm mit der Bezeichnung "Stepping, Lifting and Manual Handling. Working at Heights" (Steigen, Heben und manuelle Tätigkeiten. Arbeit in der Höhe) wurde mit mehr als 7.100 Mitarbeitern von Petrom E&P durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigten, dass die Anzahl der Unfälle in den Monaten nach der Schulung deutlich sank.

Sicherheitsperformance: Die Sicherheitsperformance von OMV konnte 2011 gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert werden. Leider hatten wir vier tödliche Arbeitsunfälle zu beklagen. Im Jemen verlor der Fahrer einer von OMV beauftragten Fremdfirma bei einem Verkehrsunfall das Leben. Bei Petrom starb ein Fremdfirmen-Mitarbeiter bei einem Unfall an einem Bohrstandort. Im türkischen Antalya tötete die Explosion eines Methanoltanks im Treibstofflager einen Mitarbeiter und einen Fremdfirmen-Mitarbeiter von Petrol Ofisi. Das Unternehmen ergriff daraufhin eine Reihe von Maßnahmen, darunter eine externe Prüfung des HSSE-Managementsystems, Workshops zur Gefahrenerkennung und eine neue HSSE-Organisation, die nun der CEO von Petrol Ofisi unmittelbar unterstellt ist. Im Rahmen einer MAE-Studie (Major Accidental Events) entwickelte OMV eine Risiko-Screening-Methode und bewertete das MAE-Potenzial aller Standorte und Aktivitäten. Standorte mit einem hohen MAE-Potenzial werden künftig auf die Effektivität des Managementsystems und der technischen Integritätssysteme überprüft.

Diversity Management: OMV erzielte 2011 beachtliche Fortschritte bei der Umsetzung der Diversity-Strategie. Während der Frauenanteil im Konzern rund 23% beträgt, hat sich der Frauenanteil bei den Senior Vice President-Positionen von 6% auf 12% verdoppelt. Unser Ziel sind nach wie vor 18% bis 2015. Der Anteil von Personen nicht-österreichischer Nationalität bei den Senior Vice President-Positionen ist von 20 auf 33% gestiegen.

Natural Resourcefulness

CO2 - und Energiemanagement: Seit 2008 implementiert R&M Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, die bisher jährliche Einsparungen in Höhe von rund 0,2 Mio t CO2 - Äquivalenten erbrachten. Im Zuge der aktuellen Restrukturierung der Raffinerie Petrobrazi wurde ein zusätzliches Reduktionspotenzial von beinahe 0,2 Mio t CO2 -Äquivalenten ermittelt. Der mit dem Wartungsstillstand der Raffinerie Schwechat im Jahr 2011 verbundene Verlust durch Abfackeln, war der niedrigste, der jemals bei einer Anlagenrevision an diesem Standort zu verzeichnen war. Auch an den E&P-Standorten in Kasachstan und Rumänien konnten die Treibhausgasemissionen gesenkt werden.

Wassermanagement: Ein effizientes Wassermanagement ist bei den Aktivitäten von OMV, etwa in den Raffinerien, von hoher Bedeutung. 2011 wurde das Abwassersystem in der Raffinerie Petrobrazi teilweise erneuert, um das Abwasseraufkommen auf ein Mindestmaß zu verringern. Die Projektplanung zur Sanierung der Abwasseraufbereitungsanlage wurde abgeschlossen. Die Wasserknappheit stellt an verschiedenen Explorationsstandorten von OMV, wie etwa in der jemenitischen Wüste, eine besondere Herausforderung dar. Dort hat OMV nun eine neue Abwasseraufbereitungsanlage installiert und nutzt das behandelte Abwasser zur Bewässerung und zur Reduktion von Staubbildung.

Ausbau des Gasgeschäfts: Erdgas leistet dank seiner hohen Effizienz und seinen geringen Emissionen einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. OMV wird künftig in zwei Kraftwerken Strom aus Erdgas erzeugen. Die Errichtung des 860 MW

Kraftwerks in Brazi (Rumänien) wurde 2011 abgeschlossen. Die Aufnahme des Betriebs ist für das zweite Halbjahr 2012 geplant. Der Bau des emissionsarmen 870 MW Gaskombikraftwerks in Samsun (Türkei) schreitet voran.

Erneuerbare Energie: Der Windpark Dorobantu (Rumänien) hat im Oktober 2011 seinen Betrieb aufgenommen. Er besteht aus 15 Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von 45 MW.

Financial Resourcefulness

Verantwortungsvolles Controlling: OMV wird mit wissenschaftlicher Unterstützung die geeigneten Instrumentarien entwickeln, um die Auswirkungen eines verantwortungsbewussten Managements messbar zu machen. Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeitskriterien künftig stärker in unsere Geschäftsentscheidungen einzubeziehen.

Risikomanagement: Das Prozesssicherheitsmanagement von OMV leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Unternehmenserfolgs. Sein Ziel ist die proaktive Identifizierung möglicher Schadstoffaustritte und Kostenvermeidung. Ein besonderer Schwerpunkt wurde 2011 auf die Definition und Wartung sicherheitskritischer Anlagenteile in den Offshore- und Onshore-Anlagen aller drei Geschäftsbereiche gelegt. Zu den weiteren Aktivitäten gehörten Prozesssicherheitsschulungen durch Management-Begehungen, die Einführung von Leistungskennzahlen zur Prozesssicherheit und die Berichterstattung über Gefährdungen der Prozesssicherheit sowie über Unfälle.

Beim europäischen Emissionshandel setzt OMV weiter auf eine risikominimierende Strategie und optimiert das Emissionsportfolio.

Fokus auf Prozesssicherheitsmanagement

Leistungskennzahlen (KPI)

2011 2010 2009
Mitarbeiter 1)
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden, eigene Mitarbeiter 0,66 0,74 0,71
Unfallhäufigkeit (LTIR) pro 1 Mio Arbeitsstunden, Fremdfirmen-Mitarbeiter 0,68 0,56 0,68
Häufigkeit der gesamtberichtspflichtigen Arbeitsunfälle (TRIR) 1,01 1,29 1,53
pro 1 Mio Arbeitsstunden, eigene Mitarbeiter
Häufigkeit der gesamtberichtspflichtigen Arbeitsunfälle (TRIR) 1,14 1,23 1,58
pro 1 Mio Arbeitsstunden, Fremdfirmen-Mitarbeiter
Umwelt 2)
Energieverbrauch (gesamt PJ) 131,7 134,1 147,8
Wasserverbrauch (gesamt in Mio m3
)
52 59 65

1) Angaben enthalten ab 2011 auch Zahlen für Petrol Ofisi.

2) Exklusive Petrol Ofisi, da sich die Berichtssysteme noch im Aufbau bzw. Integrationsprozess befinden.

Highlights 2011

April

  • Gerhard Roiss übernimmt die Funktion des Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektors der OMV Aktiengesellschaft
  • OMV verkündet einen großen Erdgasfund bei der Explorationsbohrung Zola-1 in Australien

Mai

  • Die OMV Hauptversammlung beschließt eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie und Markus Beyrer wird als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt
  • Gülsüm Azeri wird zur neuen CEO für das Türkei Geschäft von OMV, einschließlich Petrol Ofisi, ernannt

Juni

  • OMV verzeichnet einen Ölfund im von OMV betriebenen Feld Bina Bawi in der Region Kurdistan im Irak
  • OMV schließt zwei bedeutende Kapitalmarkttransaktionen, eine Kapitalerhöhung und eine Hybridanleihe, mit einem Gesamterlös von EUR 1,5 Mrd erfolgreich ab
  • Das Nabucco Gas Pipeline Projekt schreitet auf Grund der Unterzeichnung des Unterstützungsabkommens durch die Minister aller Transitländer, in Kayseri, Türkei, signifikant voran

Juli

  • OMV schließt den Kauf der operativen E&P-Gesellschaft von Petronas in Pakistan, Petronas Carigali (Pakistan) Ltd, erfolgreich ab und stärkt dadurch ihre Position im Land
  • OMV gibt die umfangreiche Neuentwicklung des Schiehallion Ölfelds westlich der Shetlandinseln bekannt und stellt dadurch die Produktion bis 2035 und möglicherweise darüber hinaus sicher

August

September

OMV präsentiert das Strategie Update "Profitables Wachstum", welches auf starkes Wachstum des Upstream-Bereichs, auf die Erweiterung des integrierten Gasgeschäfts sowie auf die Restrukturierung des Raffinerie- und Marketing-Geschäfts setzt

Oktober

  • IPIC erhöht ihren Anteil an OMV auf 24,9%
  • OMV begibt einen Eurobond mit einem Volumen von EUR 500 Mio und einer Laufzeit von 10 Jahren und führt die Hedging-Strategie im Jahr 2012 fort

November

  • OMV bestätigt, dass ihre Gesamtproduktion in Libyen einen Produktionslevel von rund 30% im Vergleich zum Level vor Beginn der Unruhen erreicht hat
  • Der OMV Konzern schließt syndizierte Kreditlinien über EUR 1.680 Mio ab, um sein stabiles Finanzierungsprofil beizubehalten

Dezember

OMV gibt die Absicht bekannt, ihre Marketing-Tochtergesellschaften in Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu verkaufen

Ziele und Strategie des OMV Konzerns

OMV in 2011

Kerngeschäfte E&P, G&P und R&M

OMV ist ein integriertes, internationales Ölund Gasunternehmen mit drei Kerngeschäften: Exploration und Produktion (E&P), Gas und Power (G&P) sowie Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M).

In E&P ist OMV in zwei Kernländern tätig, Rumänien und Österreich, und verfügt über ein ausgewogenes internationales Portfolio. OMV hatte zum Jahresende rund 1,13 Mrd boe sichere Reserven und förderte täglich rund 288 kboe in 2011.

Die Erdgas-Verkaufsmengen in G&P betrugen rund 24 Mrd m3 . OMV betreibt in Österreich ein 2.000 km langes Gasleitungsnetz mit einer verkauften Transportkapazität von rund 101 Mrd m3 . OMVs Gashandelsplattform, der Central European Gas Hub (CEGH), zählt mit einem Handelsvolumen von rund 39 Mrd m³ zu den wichtigsten Gashubs Kontinentaleuropas.

In R&M verfügt OMV über eine Jahres-Raffineriekapazität von 22,3 Mio t und zum Jahresende über ein Netz von rund 4.500 Tankstellen in 13 Ländern inklusive der Türkei. Mit einem Anteil von 97% an Petrol Ofisi, dem türkischen Marktführer im Tankstellen- und Kundengeschäft, hat OMV ihre Position weiter gestärkt.

Mit einem Konzernumsatz von EUR 34,05 Mrd und 29.800 Mitarbeitern ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen in Österreich.

Verschiebung des Portfolios von R&M zu E&P und G&P

Unsere Strategie "Profitables Wachstum"

Der OMV Vorstand präsentierte im September 2011 in Istanbul eine überarbeitete Strategie, basierend auf den Säulen "Wachstum – Integration – Veränderung – Performance": Strategie "Profitables Wachstum" . OMV wird sich in den kommenden Jahren zu einem integrierten, fokussierten Öl- und Gasunternehmen mit deutlich verbesserter Profitabilität und starkem Wachstum im Upstream-Bereich entwickeln.

Das Upstream-Geschäft E&P, die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas, wird einen deutlich größeren Stellenwert einnehmen. Im Gasgeschäft – von der Gewinnung, dem Transport bis hin zur Vermarktung – wird OMV ebenfalls stark wachsen. Vom Gashub in Baumgarten aus erreicht OMV ganz Europa und kann somit zur Versorgungssicherheit in Europa beitragen. Moderne Gaskraftwerke werden das Portfolio vervollständigen. R&M wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil der integrierten Wertschöpfungskette bleiben, aber in seiner relativen Bedeutung im Portfolio reduziert.

Das OMV Portfolio wird geschärft und die Performance weiter gesteigert, um die Herausforderungen der Zukunft optimal zu bewältigen.

Die Eckpfeiler der OMV Strategie auf einen Blick:

  • Wachsender Upstream-Bereich.
  • Integriertes Gasgeschäft.
  • Restrukturierter Öl-Downstream-Bereich.
  • Performance-Verbesserung im gesamten OMV Konzern.

Wachsender Upstream-Bereich

E&P ist der Wachstumstreiber innerhalb des OMV Portfolios. Rund zwei Drittel der zukünftigen Investitionsmittel werden in die Suche, Erschließung und Förderung von Rohöl und Erdgas gelenkt. Die Grundlage wird eine Steigerung der Produktions-Performance im bestehenden Upstream-Portfolio sein. Zudem wird die Entwicklung von Ressourcen zu Reserven und Produktion beschleunigt. Gezielte Akquisitionen bringen nicht nur zusätzliche Produktionsmengen, sondern auch weitere Entwicklungs- und

Explorationsmöglichkeiten. Gesteigerte Explorationsaufwendungen sichern die Nachhaltigkeit des E&P-Portfolios und bieten die Grundlage für langfristiges Wachstum. Für das zukünftige Wachstum richtet sich der regionale E&P-Fokus auf die Kaspische Region, den Mittleren Osten und Afrika.

Integriertes Gasgeschäft

Gas gewinnt an Bedeutung

In Europa und der Türkei wird besonders das Gasgeschäft weiter stark wachsen. Erdgas ist der sauberste fossile Brennstoff und wird der bedeutendste Energieträger der Zukunft sein. Das Gasgeschäft von OMV gewinnt somit an Bedeutung. OMV wird hier voll integriert agieren – vom Gasfeld über Transportinfrastruktur und Speicher bis zu den Vertriebskanälen. Wichtig dabei ist die Stärkung des Gashubs in Baumgarten und der europäischen Handelsplattform Central European Gas Hub (CEGH). Die Verstromung von Gas verlängert die Wertschöpfungskette und sichert neben dem Verkauf und dem Handel von Erdgas eine weitere wichtige und profitable Vermarktungsform für das Erdgas. Die Nabucco Gas Pipeline ist für OMV weiterhin ein wichtiges Projekt und wird zur langfristigen Gasversorgung in Europa beitragen.

Unsere Ziele

Unser wichtigstes Ziel ist eine kurzfristige Steigerung der Performance bis 2014

  • Stabilisierung der Produktion in Rumänien und Österreich (200-210 kboe/d).
  • Bessere Gas-Integration entlang der Wertschöpfungskette.
  • R&M-Veräußerungen (bis zu EUR 1 Mrd).
  • Performance-Steigerungsprogramm (Erhöhung des Return On Average Capital Employed (ROACE) um 2%-Punkte).

Unser mittelfristiger Fokus liegt auf dem Wachstum bis 2016

  • Organisches Produktionswachstum von rund 2% pro Jahr (bis zu 4% pro Jahr inklusive Akquisitionen) basierend auf 2010.
  • Reserven-Ersatzrate von rund 100% im 3-Jahres-Durchschnitt (inkl. Akquisitionen).
  • Gesteigerte Explorationsausgaben.
  • Integriertes Wachstum des Gasportfolios.

Restrukturierter Öl-Downstream-Bereich

OMV wird auf Grund der sinkenden Nachfrage nach Erdölprodukten in Europa die Bedeutung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing (R&M) entsprechend anpassen: In den nächsten Jahren soll bis zu EUR 1 Mrd durch Veräußerungen von R&M-Assets generiert werden. Zudem wird die Herstellung von Erdölprodukten entsprechend der Marktnachfrage verändert, hin zu mehr Mitteldestillaten und petrochemischen Produkten, insbesondere Propylen. In Petrobrazi wird die Modernisierung der bestehenden Anlagen abgeschlossen. Der Ausbau des Asset-backed Tradinggeschäfts wird die optimale Nutzung und Auslastung der bestehenden Anlagen unterstützen. Ein effektives Management von Kapital und Kosteneffizienz stehen dabei im Vordergrund.

Performance-Verbesserung im gesamten OMV Konzern

Der Weg zu profitablem Wachstum wird durch ein ehrgeiziges Performance-Steigerungsprogramm unterstützt, das die Profitabilität bis 2014 deutlich steigern soll. Das Programm beinhaltet Maßnahmen zur Ertragssteigerung, Kostensenkung und Kapitaloptimierung.

Aufbau einer Position für langfristiges Wachstum bis 2021

  • Erweitertes Explorationsportfolio.
  • Unkonventionelle Gasvorkommen.
  • Nabucco und damit zusammenhängende Aktivitäten, inkl. Zugang zu Upstream-Assets.
  • Zusätzliche Gaskraftwerke (basierend auf Gas aus Eigenförderung).

Exploration und Produktion

OMV nutzt erfolgreich ihre Kern-Assets in Rumänien und Österreich und verfügt über ein ausgewogenes internationales E&P-Portfolio. Die Erdöl- und Erdgasproduktion von OMV betrug 2011 täglich 288 kboe, die sicheren Reserven zum Jahresende beliefen sich auf 1,13 Mrd boe. Rund zwei Drittel der Produktion stammen aus Rumänien und Österreich, der Rest aus einem wachsenden internationalen Portfolio. Erdöl und Erdgas tragen jeweils rund 50% zur Gesamtproduktion bei.

Unsere Strategie "Wachsender Upstream-Bereich" OMV plant in den nächsten Jahren vor allem im Bereich E&P zu wachsen. Rund zwei Drittel der zukünftigen Investitionsmittel werden in diesen Bereich gelenkt. Der strategische Rahmen von E&P: Nutzung der Kern-Assets in Rumänien und Österreich, Wachstum im bestehenden internationalen Portfolio bis zur kritischen Masse und darüber hinaus, und Identifizierung neuer Wachstumsgebiete für das künftige Portfolio. Kurzfristig werden wir den Schwerpunkt auf unsere Kern-Assets legen, wo wir die Produktion bei rund 200 bis 210 kboe/d stabilisieren werden. Wir stemmen uns weiter gegen den natürlichen Produktionsrückgang in unseren reifen Feldern in Rumänien und Österreich und setzen modernste Technologien ein, um die Ausbeuteraten zu erhöhen. Mittelfristig, vor allem in unserem internationalen Portfolio, wollen wir in jedem Land bis zur kritischen Masse und darüber hinaus wachsen. Durch die Entwicklung von eigenen Ressourcen werden wir bis 2016 ein organisches Wachstum von rund 2% pro Jahr (ausgehend von 2010) auf rund 350 kboe/d erzielen und streben an, diese Wachstumsrate durch Akquisitionen auf bis zu 4% zu erhöhen. Zu unseren Entwicklungsprojekten gehören beispielsweise Habban im Jemen, Nawara in Tunesien, das Projekt Schiehallion westlich der Shetlandinseln sowie mehrere Neuentwicklungsprojekte in Rumänien und Österreich. Bei den Akquisitionen wird der Fokus auf Assets liegen, die zusätzliche Produktion, vor allem aber Entwicklungs- und Explorationsmöglichkeiten bringen. Bei der Steigerung unserer Explorationsausgaben werden wir uns insbesondere auf potenziell hochwertige (hohes Risiko, hoher Ertrag) Explorationsaktivitäten konzentrieren. Dazu werden wir unser Explorationsportfolio dynamisch erneuern und in neue Gebiete im Mittleren Osten, in der Kaspischen Region und in Afrika expandieren. Schließlich werden wir das Potenzial unkonventioneller Ressourcen in unserem Explorationsportfolio evaluieren.

Was wir 2011 erreicht haben

  • Unfallhäufigkeit (LTIR) etwa auf dem Niveau von 2010.
  • Gute und stabile Förderleistung in unseren Kern-Assets, obwohl die Gesamtproduktion erheblich unter den politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten gelitten hat.
  • Stabilisierung der Produktion in Rumänien; Erweiterung des Projektportfolios.
  • Start einer Polymer-Injektion in Österreich.
  • Abschluss zweier bedeutender Akquisitionen in Tunesien und Pakistan mit signifikanten Synergien und Explorationsmöglichkeiten.
  • Drei bedeutende Funde in Rumänien, der Region Kurdistan im Irak und in Australien.

Unsere Initiativen

Die E&P-Aktivitäten folgen drei Prioritäten: Erstens HSSE, zweitens Produktion und drittens Kosten. Kurzfristige Performance-Steigerung (2014):

  • Stabilisierung der Produktion in Rumänien und Österreich (200-210 kboe/d).
  • Steigerung der Produktionsperformance im gesamten Portfolio.

Mittelfristiges Wachstum (2016):

  • Organisches Produktionswachstum von rund 2% pro Jahr (bis zu 4% inkl. Akquisitionen) basierend auf 2010.
  • Rund 100% Reserven-Ersatzrate im 3-Jahres-Durchschnitt (inkl. Akquisitionen).
  • Wachstum des internationalen Portfolios.
  • Vorbereitung auf den Zugang zu Upstream-Assets in Zusammenhang mit Nabucco.
  • Steigerung der Explorationsaufwendungen.
  • Positionierung für langfristiges Wachstum (2021):
  • Monetäre Verwertung des Zugangs zu
  • Upstream-Assets in Verbindung mit Nabucco. Weitere Steigerung der Explorationsauf-
  • wendungen.
  • Exploration unkonventioneller Ressourcen.

Bedeutende Akquisitionen und Funde in 2011

Gas und Power

Der integrierte Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) ist entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette tätig. Wir verfügen über bewährte Partnerschaften mit wichtigen Erdgaslieferanten, um eine stabile Versorgung unserer Märkte zu gewährleisten, und über Erdgas aus eigenen Produktionsstätten. Mit unserem 2.000 km langen Gasleitungsnetz und unseren Gasspeichern mit einer Kapazität von 2,4 Mrd m³ leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit im In- und Ausland. Weiters treiben wir das Nabucco Gas Pipeline Projekt voran, das ebenfalls die Versorgungssicherheit in Europa erhöhen wird. Unser Central European Gas Hub (CEGH) ist die wichtigste Gas-Handelsplattform auf den Gaskorridoren von Ost nach West und betreibt auch eine Gasbörse. Unser Gashub in Baumgarten ist die größte Drehscheibe für russisches Gas in Mitteleuropa.

Unsere Strategie "Integriertes Gasgeschäft"

Wir gehen davon aus, dass die Gasnachfrage in Europa und in der Türkei in den kommenden zwei Jahrzehnten um rund 25% steigen wird und sind daher überzeugt, dass Erdgas der Energieträger der Zukunft sein wird. Erdgas als der sauberste fossile Brennstoff wird in Europa Kohle als wichtigsten Rohstoff in der Strom- und Wärmeerzeugung ablösen und zum Teil auch die Atomenergie ersetzen. G&P wird daher neben E&P einer der Wachstumstreiber von OMV sein und der diesem Wachstum zu Grunde liegende Schlüsselbegriff lautet "integriertes Gasgeschäft" . Ein integriertes Gasportfolio bietet einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Summe der einzelnen Assets. Ein hoher Anteil von Gas aus Eigenförderung in Kombination mit Verträgen mit zuverlässigen Erdgaslieferanten gewährleistet eine ausgewogene Gasversorgungsstruktur. Das Erdgas wird mittels unserer Infrastruktur transportiert und gespeichert und schließlich vermarktet. Das Gas kann über unsere Vertriebskanäle an große Industriekunden und Großhändler verkauft oder in unseren Gaskraftwerken zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Um das Wertpotenzial unserer Assets voll auszuschöpfen, wird eine Tradinggesellschaft zur Optimierung des Portfolios aufgebaut.

Was wir 2011 erreicht haben

  • Mit der Unterzeichnung von Projektunterstützungsabkommen zwischen der Nabucco Gesellschaft und den Nabucco Transitländern wurde der Rechtsrahmen für Nabucco finalisiert.
  • Zweite Absichtserklärung mit Aserbaidschan stärkt die Position von OMV in der Kaspischen Region.

  • Gaskraftwerksprojekte: Errichtung von Brazi (Rumänien) abgeschlossen, Samsun (Türkei) in Bau.

  • Kommerzielle Inbetriebnahme des Windparks Dorobantu (Rumänien, 45 MW).
  • Kommerzielle Inbetriebnahme des Regasifizierungsterminals Gate in Rotterdam (OMV Anteil 5%, OMV Kapazität 3 Mrd m³).
  • Einführung der neuen Marke GAS CONNECT AUSTRIA als unabhängiger Transportnetzbetreiber (im 100%igen Eigentum von OMV) als weiterer wichtiger Schritt zur Implementierung des Dritten Energiepakets.
  • Steigerung des Handelsvolumens am CEGH um 15% auf rund 39 Mrd m³ in 2011.
  • Steigerung der verkauften Gas-Transportkapazitäten um 14% auf 101 Mrd m³.
  • Anstieg der Gasverkaufsmengen auf insgesamt 24 Mrd m³.

Unsere Initiativen

  • Kurzfristige Performance-Steigerung (2014):
  • Optimierung des Portfolios durch Asset-backed Trading.
  • Betrieb von Gaskraftwerken mit einer Kapazität von 1,7 GW.

Mittelfristiges Wachstum (2016):

Wachstum des Gasgeschäfts und der Stromerzeugung mit Gaskraftwerken in der Türkei.

Positionierung für langfristiges Wachstum (2021):

  • Nabucco als Rückgrat eines integrierten Gasversorgungssystems für Europa.
  • Investitionen in attraktive Infrastruktur rund um Baumgarten.
  • Investitionen in das Gasportfolio inkl. zusätzliche Gaskraftwerksprojekte bei Verfügbarkeit von Erdgas aus Eigenförderung.

Deutlicher Mehrwert durch integriertes Gasportfolio

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Der Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) betreibt Raffinerien in Schwechat (Österreich) und Burghausen (Süddeutschland), die beide über eine integrierte Petro chemie-Produktion verfügen. Gemeinsam mit der Raffinerie Petrobrazi (Rumänien) und dem 45%- Anteil am Raffinerieverbund Bayernoil (Süddeutschland) verfügen wir über eine Jahresgesamtkapazität von 22,3 Mio t (450.000 bbl/d). Unser Tankstellennetz besteht aus rund 4.500 Tankstellen in 13 Ländern inkl. der Türkei. Mit starken Marken, einem hochqualitativen Non-Oil-Geschäft (VIVA) und einem effizienten Commercial-Geschäft sind wir eines der führenden Unternehmen in unserem Markt.

Unsere Strategie "Restrukturierter Öl-Downstream-Bereich"

OMV wird auf Grund der sinkenden Nachfrage nach Erdölprodukten in Europa die Bedeutung von R&M entsprechend anpassen: In den nächsten Jahren plant OMV bis zu EUR 1 Mrd durch Veräußerungen von R&M-Assets zu generieren. Zudem wird die Herstellung von Erdölprodukten entsprechend der Marktnachfrage verändert, d.h. hin zu mehr Mitteldestillaten und hochwertigen petrochemischen Produkten. Die beiden Raffinerien in Schwechat und Burghausen sind mit der Petrochemie-Integration bereits gut positioniert und können durch strategische Investitionen die Produktausbeute bei petrochemischen Vorprodukten erhöhen. Weiters investieren wir in die Raffinerie Petrobrazi, um die Produktausbeute zu erhöhen. Wir werden auf Basis unseres Markenportfolios, Premium oder Diskont, eine klare Positionierung unserer Tankstellen vornehmen und gleichzeitig ihre Gesamtzahl verringern. OMV wird sich vom nicht integrierten (d.h. nicht von unseren Raffinerien versorgten) Tankstellengeschäft außerhalb des Kernmarkts trennen. In Österreich und Rumänien wird die bereits gestartete Zwei-Marken-Strategie mit OMV/VIVA als Premiummarke und Avanti/ Petrom im Diskontbereich weiter fortgesetzt. In der Türkei wird das Tankstellengeschäft optimiert, wobei zur Zeit der Test für eine passende Segmentierung durchgeführt wird. Der Handel mit Rohöl und Produkten in Verbindung mit den Raffinerie-Assets wird an Bedeutung gewinnen, um die Auslastung der Raffinerieanlagen zu unterstützen. Ein effektives Management von Kapital und Kosteneffizienz steht dabei im Vordergrund.

Was wir 2011 erreicht haben

Erfolgreiche Durchführung des planmäßigen Wartungsstillstands der petrochemischen Anlagen in Schwechat im Mai/Juni 2011.

  • Erfolgreiche Umrüstung der Raffinerie Burghausen von libyschem Öl auf andere Rohöle erhöht die zukünftige Flexibilität.
  • Beschluss der endgültigen Schließung der Raffinerie Arpechim Ende März 2011.
  • Weitere Fortschritte des Modernisierungsprogramms in Petrobrazi (z.B. Rohöltanks und Bahn-Entladestation fertiggestellt).
  • Stärkung des Non-Oil-Geschäfts durch die starke Markenpositionierung mit VIVA und die Einführung zusätzlicher Services und Treibstoffangebote wie Maxx Motion Premium Diesel.
  • Integration des Geschäfts von Petrol Ofisi.
  • Petrol Ofisi: Verkauf der Tankstellen in Zypern (K-Pet) im Rahmen der laufenden Segmentierung des Tankstellennetzes abgeschlossen.
  • Start des Veräußerungsprogramms mit der Bekanntgabe des beabsichtigten Verkaufs von Tochtergesellschaften in Kroatien und Bosnien-Herzegowina und des 45%-Anteils am Raffinerieverbund Bayernoil.

Unsere Initiativen

Kurzfristige Performance-Steigerung (2014):

  • Erlöse von bis zu EUR 1 Mrd durch Veräußerungen.
  • Leistungssteigerung in allen Bereichen.
  • Optimierung des Marketing-Geschäfts in der Türkei.
  • Implementierung des Asset-backed Tradings.
  • Mittelfristiges Wachstum (2016):
  • Erhöhung der Produktausbeute und weitere Integration der Petrochemie.
  • Integration mit Borealis, ein Top-Player der petrochemischen Industrie.

Positionierung für langfristiges Wachstum (2021):

  • Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des
  • restrukturierten Geschäftsbereichs.

Endgültige Schließung der Raffinerie Arpechim

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

gute Zusammenarbeit im Aufsichtsrat, eine fundierte Informationsbasis und die Einhaltung des österreichischen Corporate Governance Kodex bilden zusammen den Rahmen für die Beratung des Vorstands und die sorgfältige Überwachung seiner Tätigkeit. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernregionen des Unternehmens und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen, sowie über Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV informiert. 2011 waren die Aktivitäten von OMV von politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten betroffen. Der Vorstand hat diese Entwicklungen sehr aufmerksam verfolgt und uns laufend über lokale Sicherheitsrisiken und den Produktionsstatus unterrichtet.

Die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Schwerpunkt der Aufsichtsratstätigkeit im Be-

Schwerpunkt auf Finanzierung und Strategie des Konzerns

richtsjahr waren bedeutende Finanzierungsprojekte, durch die das finanzielle Profil des Konzerns deutlich gestärkt wurde. Diese umfassten eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von EUR 750 Mio, die Emission einer Hybridanleihe mit einem Nominale von EUR 750 Mio, die Begebung eines Eurobonds mit einem Nominale von EUR 500 Mio und den Abschluss zweier syndizierter revolvierender Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von EUR 1.680 Mio. Der Aufsichtsrat befasste sich außerdem eingehend mit der OMV Strategie "Profitables Wachstum". Die Eckpfeiler dieser Strategie sind (I) Wachstum im Upstream-Bereich (verstärkte Investitionen in Exploration und Produktion), (II) Integration im Gasgeschäft (Ausbau der Position von OMV entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette), (III) Restrukturierung des Downstream-Öl-Geschäfts (Veräußerungen im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing) und (IV) Steigerung der Performance im gesamten OMV Konzern (Start eines umfassenden Performance-Steigerungsprogramms). Hohe Aufmerksamkeit widmeten wir auch dem jährlichen Planungsprozess für das Geschäftsjahr 2012 und dem laufenden Investitionsprogramm. Auf unserer Agenda standen wichtige Punkte wie die Überwachung der Integration von OMV Petrol Ofisi A.S˛., die Weiterentwicklung des Compliance-Systems und die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds für den Geschäftsbereich Gas und Power.

Der Projektausschuss behandelte das Nabucco Gas Pipeline Projekt, die neue Trading-Organisation des Geschäftsbereichs Gas und Power und elektronische Handelssysteme. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss widmete sich der gründlichen Vorbereitung der Bestellung von Hans-Peter Floren zum Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power und erörterte das System der Nachfolgeplanung von OMV. Der Vergütungsausschuss führte ein Benchmarking der variablen Bezüge des Vorstands durch, wobei Empfehlungen externer Berater, die branchenspezifischen Best-Practice-Modelle, das Vergütungsniveau in vergleichbaren Unternehmen sowie internationale Entwicklungen im Bereich der Corporate Governance berücksichtigt wurden. Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems und der Steuerungsinstrumente des Konzerns. Auf Grund der Zunahme von Risikofaktoren, wie beispielsweise politischer Unruhen und der Volatilität des Ölpreises, wurde besonderes Augenmerk auf die Verbesserung des Risikomanagementsystems und die Überwachung seiner Funktionsfähigkeit gelegt. Der Prüfungsausschuss überwachte auch den Übergangsprozess nach der Beauftragung von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. als neuer Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität unserer Arbeit haben wir unsere jährliche Selbstevaluierung durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat weiterhin seiner Verantwortung gegenüber Aktionären und allen weiteren Stakeholdern gerecht werden kann. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im Corporate Governance Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte

sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß §96 Abs.1 Aktiengesetz (AktienG) erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss 2011, der damit gemäß §96 Abs. 4 AktienG festgestellt ist. Diese Ausführungen treffen auch auf den Konzernabschluss zu. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss geprüften Corporate Governance Bericht zu.

Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 1,10 je Aktie auszuschütten und den sich danach ergebenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Veränderungen im Vorstand

Zu den personellen Veränderungen im Vorstand gehörten die Ablöse von Wolfgang Ruttenstorfer als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens durch Gerhard Roiss und die Bestellung von Manfred Leitner zum Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing, beides mit Wirksamkeit 1. April, sowie der Rücktritt von Werner Auli als Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power mit Wirksamkeit 31. Dezember.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Martin Rossmann wurde am 4. Mai von der Konzernvertretung als Nachfolger von Markus Simonovsky in den Aufsichtsrat entsandt. Markus Beyrer wurde von der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai in den Aufsichtsrat gewählt und übernahm nach dem Rücktritt von Peter Michaelis mit Abschluss der Hauptversammlung den Vorsitz.

Abschließend möchte ich dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Konzern und in den assoziierten Unternehmen für ihren Einsatz und ihren persönlichen Beitrag im Geschäftsjahr 2011 danken. Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um Wolfgang Ruttenstorfer und Werner Auli für ihre herausragenden Leistungen als Vorstandsvorsitzender bzw. Vorstandsmitglied für Gas und Power in den vergangenen Jahren zu danken. Wolfgang Ruttenstorfer hat OMV zu einem integrierten Öl- und Gasunternehmen

entwickelt. Gas und Power wurde durch Werner Auli zu einem strategisch bedeutenden Geschäftsbereich von OMV mit großem Wachstumspotenzial ausgebaut. Beide haben damit wichtige Voraussetzungen für ein weiteres profitables Wachstum des OMV Konzerns geschaffen.

Voraussetzungen für profitables Wachstum geschaffen

Wien, am 20. März 2012

Für den Aufsichtsrat

Markus Beyrer

Corporate Governance Bericht

Größtmögliche Transparenz der Führungs- und Kontrollstruktur trägt dazu bei, Vertrauen im Kapitalmarkt sowie bei den weiteren Stakeholdern zu festigen. OMV hat deshalb die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden und sich seit seiner Einführung 2002 zur Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (öCGK) verpflichtet. Die folgende Darstellung berücksichtigt auch die R-Regeln des öCGK, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben. OMV ist Unterzeichner des UN Global Compacts und bekennt sich konzernweit zu einem umfassenden Verhaltenskodex und darauf beruhend einer Business Ethik, deren Regeln im Einzelnen mit internationalen Experten entwickelt wurden.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Dieser Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Von Regel C 26 ist OMV 2011 abgewichen: Der frühere Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ruttenstorfer hat Aufsichtsratsmandate in vier konzernexternen Aktiengesellschaften gehalten, davon zweimal den Vorsitz. Im Hinblick auf sein Ausscheiden aus dem OMV Konzern per 31. März 2011 hat der Aufsichtsrat von OMV die Mandate genehmigt. Die externe Evaluierung für das Jahr 2011 ist unter www.omv.com ebenfalls öffentlich zugänglich und bestätigt das Einhalten sämtlicher C- und R-Regeln.

Vorstand in 2011

Von links nach rechts: Jacobus Huijskes, David C. Davies, Gerhard Roiss, Werner Auli, Manfred Leitner

Gerhard Roiss, *1952

  1. September 1997 – 31. März 2014 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor (seit 1. April 2011). Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens. Er übernahm die Position des Vorstandsvorsitzenden nach dem Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer.

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender (1. Jänner 2002 – 31. März 2011). Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns

bezüglich Kunststoffe und Chemie bis 31. März 2011. Mitglied des Aufsichtsrats der Österreichische Post AG (bis 28. April 2011).

Seine Wirtschaftsausbildung in Wien, Linz und Stanford (USA) bildete die Basis für Führungsaufgaben in der Konsumgüterindustrie. 1990 wurde er in die Geschäftsführung der PCD Polymere GmbH berufen. 1997 wechselte er in den Vorstand des OMV Konzerns und war bis Ende 2001 für Exploration und Produktion sowie Kunststoffe verantwortlich.

Wolfgang Ruttenstorfer, *1950

  1. Juli 1992 – 27. Jänner 1997 und 1. Jänner 2000 – 31. März 2011

Wolfgang Ruttenstorfer legte seine Position als Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor mit 31. März 2011 zurück (1. Jänner 2002 – 31. März 2011).

Mitglied des Aufsichtsrats der Telekom Austria AG, CA Immobilien Anlagen AG (Vorsitz), der VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (Vorsitz) und des Verwaltungsrats der F. Hoffmann-La Roche AG (bis 1. März 2011).

Er promovierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1976 seine Laufbahn bei OMV. 1992 wurde er Vorstandsmitglied und übte diese Funktion bis 1997 aus. Zwischen 1997 und 1999 war er österreichischer Staatssekretär für Finanzen. Anfang 2000 kehrte er als stellvertretender Generaldirektor in den OMV Konzern zurück und leitete neben Finanzen den Bereich Erdgas.

David C. Davies, *1955

  1. April 2002 – 31. März 2014 Finanzvorstand (seit 1. April 2002). Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wurde David C. Davies am 1. April 2011 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG AG.

Er absolvierte 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Weiters war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Werner Auli, *1960

  1. Jänner 2007 – 31. Dezember 2011 Führung des Geschäftsbereichs Gas und Power (1. Jänner 2007 – 31. Dezember 2011).

Nach der Promotion an der Technischen Universität in Wien startete er 1987 seine Karriere bei OMV. Von 2002 bis 2004 fungierte er als Geschäftsführer der EconGas GmbH, ab 2004 war er Geschäftsführer der OMV Gas GmbH, und seit 2006 Leiter der OMV Gas & Power GmbH. Mit 31. Dezember 2011 schied Werner Auli aus dem Vorstand aus.

Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat bestellte Hans-Peter Floren zum neuen Vorstandsmitglied verantwortlich für Gas und Power mit Wirksamkeit 1. März 2012.

Jacobus Huijskes, *1965

  1. April 2010 – 31. März 2015 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion seit 1. Juli 2010.

Er absolvierte eine Ausbildung als Maschinenbauingenieur und begann seine Berufslaufbahn bei Shell. Innerhalb des Shell Konzerns bekleidete er eine Reihe technischer und betriebswirtschaftlicher Positionen. Zuletzt war er als Executive Vice President für weltweite Großprojekte im Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Im Rahmen seiner verschiedenen internationalen Funktionen arbeitete und lebte er u.a. in Großbritannien, Norwegen, dem Oman, Australien und Russland.

Manfred Leitner, *1960

  1. April 2011 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Er startete nach seinem Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien seine berufliche Karriere 1985 bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von E&P, leitete er in Libyen den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten in E&P verantwortlich. Danach wechselte er in den Bereich R&M, wo er bis 2002 die Abteilung Planning & Controlling leitete und von 2003 bis 2011 als Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply fungierte.

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder und Abläufe (z.B. Beschlusserfordernisse) sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält wöchentliche Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen.

Vergütungserklärung Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die OMV Vorstandsvergütung berücksichtigt die Gegebenheiten am relevanten Markt, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen als auch zur Branche in Europa sichergestellt. Bei der Leistungskomponente werden kurzfristige Dimensionen berücksichtigt: Short-term Incentives sind variable Vergütungsvereinbarungen, die auf Ergebnis, Profitabilität und Wachstum abzielen, wobei auch besondere Projekte im Zuge der Implementierung der OMV Wachstumsstrategie berücksichtigt werden. Langfristige Dimensionen inklusive nicht-finanzieller Leistungen werden ebenso berücksichtigt.

Fixgehalt und variable Jahresvergütung

Nach oben erwähnten Grundsätzen wurde das Fixgehalt der Vorstandsmitglieder festgelegt. Zusätzlich werden für jedes Geschäftsjahr Ziele (Leistungskriterien) vereinbart, bei deren Erreichen höchstens 150% des Fixgehalts zusätzlich als variable Vergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden. Diese Ziele

bestehen aus dem Erreichen finanzieller Kennzahlen (z.B. EBIT, Verschuldungsgrad), aus Leistungskriterien nicht finanzieller Art (wie etwa Integrationsgrad von Akquisitionen, Reserven-Ersatzrate) sowie aus strategischen Zielen. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt (Näheres dazu im nachstehenden Abschnitt zu langfristigen Zielen und Incentives).

Langfristige Ziele und Incentives Long Term Incentive Plan

Der im Geschäftsjahr 2011 von der Hauptversammlung beschlossene Long Term Incentive Plan (LTIP) besteht für die Periode 2011 bis 2016 aus folgenden Elementen: Die Teilnehmer müssen ein Eigeninvestment in OMV Aktien in einer Höhe von 100% (Vorstandsvorsitzender), 85% (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) bzw. 70% (übrige Vorstandsmitglieder) des Fixgehalts (brutto) 2011 im Geschäftsjahr 2011 hinterlegen (wobei für frühere LTIPs hinterlegte Aktien zugleich auch für den LTIP 2011 angerechnet werden) und mindestens bis zum 31. März 2016 halten. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2011.

Beobachtungszeitraum für das Erreichen der Ziele (Leistungskriterien) sind die Geschäftsjahre 2011, 2012 und 2013. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return (TSR), Economic Value Added (EVA) und Ergebnis je Aktie) festgelegt, wobei diese Ziele gleich gewichtet sind (jeweils 30%). Das Ziel der Safety Performance ist mit 10% gewichtet. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt. Bei Erreichen von 100% der

Bezüge der Vorstandsmitglieder

Vorstandsbezüge1) EUR 1.000
2011 Auli Davies Huijskes Leitner Roiss Ruttenstorfer Summe
Fix 600 735 500 375 779 200 3.188
Variabel 900 900 213 1.050 1.200 4.263
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung und Aufwandersatz)
8 10 8 6 8 2 43
Summe 1.508 1.645 721 381 1.837 1.402 7.493
Verhältnis fix2) zu variabel 40/60 45/55 71/29 100/0 43/57 14/86 43/57
Ausüben von Aktienoptionen 70 70

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2011 erfolgte, beziehen sich, mit Ausnahme von EUR 175.000, welche eine Vorauszahlung für 2011 betreffen, auf den Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2010. Es erfolgte eine Verwertung aus dem Aktienoptionsplan 2004.

2) Inkludiert Sachbezüge.

Ziele werden dem Vorstandsvorsitzenden Aktien im Ausmaß von 100%, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden 85% und den übrigen Vorstandsmitgliedern 70% des Fixgehalts (brutto) 2011 zugeteilt. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2011. Die Zuteilung erfolgt mit Stichtag 31. März 2014. Über Aktien im Ausmaß der Zuteilung kann sofort frei verfügt werden, Aktien im Ausmaß des Eigeninvestments sind noch zwei Jahre (bis 31. März 2016) zu halten.

Werden die Ziele zu mehr als 100% erfüllt, werden proportional entsprechend, im Ausmaß der Übererfüllung, mehr Aktien zugeteilt, höchstens jedoch 175% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien. Mindestens werden jedoch 25% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien zugeteilt.

Aktienoptionspläne

Long-term Incentives wurden bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2008 durch die für Unternehmen vergleichbarer Größe üblichen Aktienoptionspläne abgedeckt. Die Aktienoptionspläne sehen eine Wartefrist von zwei Jahren und danach eine Ausübungsfrist von fünf Jahren vor. Ausgeübt werden darf in beliebigen Tranchen, sofern jeweils die Voraussetzungen (Erreichen eines bei Genehmigung des Plans durch die Hauptversammlung definierten Kursanstiegs der OMV Aktie) vorliegen und kein Handelsverbot besteht. Eine Aktie Eigeninvestment gewährt im Plan 2008 Optionen auf 20 Aktien zu einem ebenfalls durch die Hauptversammlung definierten Preis. Die Optionen aus den Plänen 2005 bis 2008 sind noch nicht bzw. nicht vollständig ausgeübt. Nach 2008 wurden keine weiteren Aktienoptionen begeben.

Altersvorsorge

Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Ruttenstorfer und Gerhard Roiss haben Anspruch auf eine

leistungsorientierte Pension. Die entsprechenden finanzmathematisch ermittelten Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Vorstandsmitglieder David Davies, Werner Auli, Jacobus Huijskes und Manfred Leitner haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Höhe der Betriebspension ergibt sich aus dem in der Pensionskasse vorhandenen Kapital. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Anfallsalter ist grundsätzlich das für jedes Vorstandsmitglied zur Anwendung kommende österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Pensionskassenbeiträge1) EUR 1.000
Auli 132
Davies 274
Huijskes 125
Leitner 98
Roiss 634
Ruttenstorfer 143
Summe 1.406

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

Beendigungsansprüche Abfertigung

Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Ruttenstorfer, Gerhard Roiss und David Davies haben die Möglichkeit der Wahl zwischen einer Abfertigung gemäß §23 österreichisches Angestelltengesetz oder 10% des Jahresbasisbruttobezugs (das ist der Fixbezug) für jedes volle Dienstjahr ab vereinbartem Stichtag, wobei ein Jahresbasisbruttobezug nicht überschritten werden darf. Werner Auli hat Anspruch auf eine Abfertigung gemäß §23 österreichisches Angestelltengesetz, wobei die Vordienstzeiten im Konzern eingerechnet werden. In der Berechnungsgrundlage nach Angestelltengesetz sind auch die variablen Anteile enthalten. Auf Jacobus Huijskes und Manfred Leitner findet das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) Anwendung.

Beendigungsansprüche1) EUR 1.000
2011 Auli Ruttenstorfer Summe
Abfertigung und Abfindung 3.957 800 4.757
Urlaubsersatzleistung 5 225 230
Summe 3.962 1.025 4.987

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

Abfindung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags, sofern kein Verschulden des Vorstandsmitglieds vorliegt, wird die Restlaufzeit des Vertrags ausbezahlt. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen nicht.

Weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zu den Aktienoptionsplänen (Bewertung, ausstehende Optionen, Ausübungen in den Vorjahren) finden Sie in der Anhangangabe 29.

Directors and Officers (D&O) Versicherung

Die Vorstandsmitglieder sind auch im Rahmen einer Directors and Officers Liability Insurance und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen sind auch alle Mitglieder des Aufsichtsrats und eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht subsidiär eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Aktienbesitz von Vorstandsmitgliedern

Die Mitglieder des Vorstands hielten mit Stichtag 31. Dezember 2011 folgende Anzahl an Aktien der OMV Aktiengesellschaft:

Aktien
Roiss 174.528
Ruttenstorfer (mit 31. März 2011) 45.035
Davies 29.222
Auli 20.490
Huijskes 12.136
Leitner 14.196

Grundsätze der Vergütung ausgewählter Führungskräfte und Experten

Das Grundgehalt wird nach international anerkannten Verfahren zur Berücksichtigung der Marktgegebenheiten unter Beachtung der kollektivvertraglichen Regelungen festgelegt. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf diese Mitarbeiter angewendet.

Daher nehmen definierte Mitglieder in Führungsebenen des Konzerns (insgesamt ca. 95 Personen) am Long Term Incentive Plan teil. Ebenso gelten für sie jährliche Bonusvereinbarungen, wie im Folgenden dargestellt:

Für etwa 3.200 Führungskräfte und Experten gab es 2011 ein gestuftes Management by Objectives-Programm (MbO), wonach Anspruch auf Bonifikation bei Erreichen der Ziele besteht. Länderweise unterschiedlich gibt es für sonstige Mitarbeiter Prämien, an deren Ausgestaltung auch die Arbeitnehmervertreter mitwirken.

Voraussetzung für Zahlungen ist in allen Systemen sowohl das Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen als auch von individuell vereinbarten Zielen.

Die mit den Teilnehmern am MbO getroffenen Zielvereinbarungen sind für alle Teilnehmer über ein unternehmensweites Performance and Development System (PDS) einsehbar. Damit können die Teilnehmer wechselseitig Ziele berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten 2011 folgende Mitglieder an, die neben ihrer Funktion im Aufsichtsrat von OMV auch die angegebenen Aufsichtsratsmandate (in- und ausländische börsenotierte Unternehmen) gemäß Regel C 58 öCGK inne haben:

Peter Michaelis

(Vorstand der ÖIAG bis 30. Juni 2011), Vorsitzender (bis 17. Mai 2011), Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz (bis 28. April 2011), Telekom Austria AG – Vorsitz (bis 19. Mai 2011).

Markus Beyrer

(Vorstand der ÖIAG seit 1. Juli 2011), Vorsitzender (seit 17. Mai 2011); Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz (seit 28. April 2011), Telekom Austria AG – Vorsitz (seit 19. Mai 2011).

Wolfgang Berndt

Stv. Vorsitzender, Mandate: GfK SE, MIBA AG.

Khadem Al Qubaisi

(Vorstand International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stv. Vorsitzender; Mandate: Aabar Investments PJSC – Vorsitz, Abu Dhabi National Takaful Co. PJSC – Vorsitz, Compania Española de Petroleos S.A. (CEPSA) – Vorsitz, First Gulf Bank.

Alyazia Al Kuwaiti

(Manager Evaluation & Execution, IPIC).

Elif Bilgi-Zapparoli

(Vorstandsvorsitzende Merrill Lynch Yatirim Bank A.S. und Merrill Lynch Menkul Degerler A.S.).

Helmut Draxler

Mandate: RHI AG.

Wolfram Littich

(Vorstandsvorsitzender Allianz Elementar Versicherungs-AG).

Herbert Stepic

(Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Bank International AG).

Herbert Werner

Mandate: Innstadt Brauerei AG – Vorsitz, Ottakringer Getränke AG.

Norbert Zimmermann

Mandate: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG – Vorsitz, Bene AG – Vorsitz (bis 9. Juni 2011), Oberbank AG.

Von der Konzernvertretung entsendet (Arbeitnehmer):

Leopold Abraham, Wolfgang Baumann, Franz Kaba, Ferdinand Nemesch, Markus Simonovsky (bis 3. Mai 2011), Martin Rossmann (seit 4. Mai 2011).

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird auf eine Diversität erzielende Zusammensetzung geachtet. Unter den 15 Mitgliedern des Aufsichtsrats befinden sich zwei Frauen, fünf Mitglieder sind unter 50 Jahre alt und drei Mitglieder sind nicht-österreichischer Nationalität.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die in Anhang 1 öCGK festgelegten und darüber hinaus folgende Leitlinien für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen: Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied einer Geschäftsführung einer verbundenen Gesellschaft sein. Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen beziehen. Das Aufsichtsratsmitglied darf kein Anteilseigner mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung eines Aktionärs von mehr als 50% der Stimmrechte oder Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder einen solchen vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner zur Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2011 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (Regel C 53 öCGK). Gemäß Regel C 54 öCGK haben die Mitglieder des Aufsichtsrats Elif Bilgi-Zapparoli, Wolfgang Berndt, Helmut Draxler, Wolfram Littich, Herbert Stepic, Herbert Werner und Norbert Zimmermann erklärt, von den Großaktionären im Geschäftsjahr 2011 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein.

Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder

Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat Lage und Ziele des Unternehmens in jenen Sitzungen, in denen auch (abgesehen von Dringlichkeitsfällen) die Beschlüsse gefasst werden. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Im Folgenden dazu ein kurzer Überblick (siehe auch Bericht des Aufsichtsrats):

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2011 sechs Sitzungen abgehalten, wovon eine der neuen Strategie gewidmet war.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit der Nachfolgeplanung. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Es haben fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses stattgefunden, die sich insbesondere mit Finanzierungsfragen, der Nachfolgeplanung sowie der Nachfolgesuche für das Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power beschäftigt haben.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß §92 Abs. 4a AktienG. Es haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. In diesen wurden insbesondere die Vorbereitung der Abschlussprüfung, die Prüfung der Tätigkeit des Abschlussprüfers, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie die Präsentation des Jahresabschlusses behandelt.

Abschlussprüfer

Die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers ist zu beachten, wobei Prüfungsentgelt und sonstige Entgelte gegenüber zu stellen sind. Der Aufwand für den Abschlussprüfer, die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich deren Netzwerk im Sinne des § 271b UGB) betrug 2011 für die Konzernprüfung EUR 2,08 Mio, EUR 0,53 Mio für sonstige Bestätigungsleistungen und EUR 0,58 Mio für sonstige Beratungsleistungen.

Projektausschuss

Bei Bedarf bereitet der Projektausschuss in Zusammenarbeit mit dem Vorstand grundlegende Entscheidungen komplexer Natur vor und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Der Projektausschuss hat zweimal getagt und dabei insbesondere die neue Trading-Organisation des Geschäftsbereichs Gas und Power und elektronische Handelssysteme erörtert.

Vergütungsausschuss

Der Vergütungsausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. Es haben vier Sitzungen des Vergütungsausschusses stattgefunden, in denen die Ziele für und die Gewährung von Bonifikationen sowie das Benchmarking der variablen Bezüge des Vorstands festgelegt und Fragen in Zusammenhang mit dem Ausscheiden und der Bestellung des Vorstandsmitglieds für Gas und Power behandelt wurden.

Interessenkonflikte, zustimmungspflichtige Geschäfte mit Mitgliedern des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß §95 Abs.5 Z12 AktienG gab es nicht; hingewiesen sei auf Transaktionen im Umfang von ca. EUR 2,1 Mrd mit Unternehmen der Raiffeisengruppe (Herbert Stepic, weniger als 1% der Bilanzsumme der Raiffeisengruppe).

2) Peter Michaelis hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖIAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV Aktiengesellschaft an die ÖIAG abgetreten.

VergA = Vergütungsausschuss, oHV = ordentliche Hauptversammlung.

Rainer Wieltsch (1944) (Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA)
23.796 24.5.2002 – oHV 2010
Wolfgang Berndt (1942) Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
37.310 26.5.2010 – oHV 2014
Khadem Al Qubaisi (1971) Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
37.310 26.5.2010 – oHV 2014
Alyazia Al Kuwaiti (1975) PräsA, ProjA; (Stv. Vorsit
zende; auch in PräsA, ProjA,
PrüfA, VergA bis oHV 2010)
42.240 14.5.2008 – oHV 2014
Elif Bilgi-Zapparoli (1967) 14.600 13.5.2009 – oHV 2014
Helmut Draxler (1950) PrüfA 22.600 16.10.1990 – oHV 2014
Mohamed Al Khaja (1980) PräsA, ProjA 12.156 14.5.2008 – oHV 2010
Wolfram Littich (1959) ProjA, PrüfA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Herbert Stepic (1946) 14.600 18.5.2004 – oHV 2014
Herbert Werner (1948) PrüfA 22.600 4.6.1996 – oHV 2014
Norbert Zimmermann (1947) ProjA, VergA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Leopold Abraham (1947) PräsA, ProjA, PrüfA Die Entsendung seitens der
Wolfgang Baumann (1958) PräsA, PrüfA Konzernvertretung ist unbefristet;
Franz Kaba (1953) ProjA jedoch können die Arbeitnehmer
vertreter jederzeit von der Konzern
Ferdinand Nemesch (1951) ProjA, PrüfA vertretung abberufen werden.
Markus Simonovsky (1973) Bis 3.5.2011
Martin Rossmann (1970) Seit 4.5.2011
1) Erläuterung: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, ProjA = Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss,

Name (Geburtsjahr) Funktion/Ausschussmitglied1) Vergütung (in EUR) Dauer 1)

ProjA, PrüfA, VergA)

ProjA, PrüfA, VergA

Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung

77.200 23.5.2001 – oHV 2011

— 17.5.2011 – oHV 2014

Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von ihr gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2011 hat für das Geschäftsjahr 2010 folgendes Vergütungsschema beschlossen:

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder EUR
für den Vorsitzenden 29.200
für die Stellvertreter 21.900
für die Mitglieder 14.600
für den Vorsitzenden eines Ausschusses 12.000
für den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden 10.000
für die Mitglieder eines Ausschusses 8.000

Peter Michaelis (1946) 2) (Vorsitzender; auch in PräsA,

Markus Beyrer (1965) Vorsitzender; auch in PräsA,

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge wurden 2011 für das Geschäftsjahr 2010 ausbezahlt; Aufwandersatz (Reisespesen, Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

Insgesamt betrug der Aufwand für den Aufsichtsrat im Jahr 2011 EUR 596.582; davon an bezahlten Vergütungen (für das Geschäftsjahr 2010) EUR 365.612, an Sitzungsgeldern EUR 58.619, an Reisespesen EUR 90.081 und an Technik, Organisation und Übersetzung EUR 82.270.

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen.

Minderheitenrechte der Aktionäre

Minderheitenrechte der Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle ordnungsgemäß angemeldeten Aktionäre zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person ohne weitere Abstimmung als für die letzte Stelle gewählt erklärt werden, sofern sie auch für diese Stelle kandidiert.

Frauenförderung

Das Unternehmen ist bemüht, die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen zu fördern. Zwar ist im Vorstand der OMV Aktiengesellschaft keine Frau vertreten, doch leitet Mariana Gheorghe als Vorstandsvorsitzende der OMV Petrom SA das größte Konzernunternehmen der Gruppe, und Gülsüm Azeri wurde per 1. Juli 2011 zur Vorstandsvorsitzenden von Petrol Ofisi bestellt. In den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft wurden von der Hauptversammlung zwei Frauen gewählt, das sind 20% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder.

  • Von den Senior Vice President-Positionen werden rund 12% von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern insgesamt beträgt etwa 23%. Als sehr technikorientiertes Unternehmen ist es eine signifikante Herausforderung, in allen Bereichen eine adäquate Frauenquote zu erzielen, in den nicht-technischen Bereichen stellen sich die Aufnahmequoten als ausgewogen dar.
  • Der Vorstand hat 2010 die neue Diversity-Strategie beschlossen. Langfristiges Ziel ist es nun, bis 2020 im Senior Management einen "Diversity-Mix" von 30% weiblichen und 50% internationalen Mitarbeitern zu erreichen.

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss David C. Davies

Hans-Peter Floren Jacobus Gerardus Huijskes Manfred Leitner

Corporate Governance Bericht | OMV Geschäftsbericht 2011 29

Value Management

Das Geschäftsmodell von OMV als integriertes Öl- und Gasunternehmen erfordert einen besonderen Fokus auf die Evaluierung langfristiger Investitionsprojekte sowie auf das Management kurz- bis mittelfristiger Cashflow- und Kostenpositionen. Daher ist Value Management ein integrales Element des Führungssystems. Um unmittelbare geschäftsrelevante Unsicherheiten und Risiken sowie eventuelle Kontrollmaßnahmen angemessen zu erfassen, ist das Value Management eng mit dem Risikomanagement verbunden.

Rentabilität als Messgröße für die Umsetzung der Strategie

Der führenden Rolle des Value Managements wird in Planungs- und Entscheidungsprozessen sowie durch die Kennzahlen, Schlüsselindikatoren und Steuerungsfunktionen des Informationssystems von OMV Rechnung getragen. Der Value Management Ansatz von OMV ist auf folgende Fragestellungen ausgerichtet:

  • Wie schafft OMV Wert inwiefern tragen Strategien und Investitionsprojekte zu einer Wertsteigerung des Unternehmens bei?
  • Wie gut nutzt OMV das Ertragspotenzial, das durch die Umsetzung von Strategien und Investitionsprojekten geschaffen wird?
  • Wie partizipieren OMV Aktionäre an der Wertsteigerung?

Auf Konzernebene sind Marktkapitalisierung und Unternehmenswert Beispiele mittel- bis langfristiger Messgrößen der Wertsteigerung. Der kurzfristige finanzielle Erfolg aus der Umsetzung von Strategien und Investitionsprojekten wird anhand verschiedener Best-Practice-Schlüsselindikatoren der Rentabilität gemessen. Der Return On Average Capital Employed (ROACE) ist einer der wichtigsten dieser Indikatoren. Die Partizipation der Aktionäre an der Wertsteigerung wird anhand von Messgrößen wie Ausschüttungsgrad oder Total Shareholder Return (TSR) gemessen. In einem integrierten Öl- und Gasunternehmen wie OMV ist Value Management eng mit Entscheidungen im Rahmen der Budgeterstellung verknüpft. Die Auswahl der richtigen Investitionsprojekte hat erheblichen Einfluss auf den zukünftigen Unternehmenserfolg. Die Rentabilität von Investitionsprojekten muss daher bereichsspezifische Mindestrenditen übersteigen, die in Übereinstimmung mit der im

September 2011 präsentierten neuen Strategie "Profitables Wachstum" definiert wurden. Zudem erfolgt eine Reihung der Investitionsprojekte nach dem Profitabilitäts-Index (NPV/CAPEX), um das Wertsteigerungspotenzial von OMV zu maximieren. Im Rahmen der jährlichen Strategieplanung wird eine Unternehmenswert-Analyse durchgeführt. Zweck dieser jährlichen Analyse ist die Überprüfung der Strategie hinsichtlich der Erreichung der Wertsteigerungsziele des Konzerns. Kostenmanagement ist sowohl bei der Umsetzung von Investitionsprojekten als auch im laufenden Geschäft essenziell, um das Ziel eines ROACE von 13% über den Geschäftszyklus zu erreichen. Kostenziele werden sowohl relativ zu Produktionskennzahlen (z.B. Produktionskosten/ boe) als auch als absolute Beträge der zu erzielenden Kostensenkungen formuliert. Besonderes Augenmerk wurde stets auf das Management der Finanzierungsstruktur und das Working Capital Management gelegt, um das Investment Grade Kredit-Rating von OMV zu halten. Die neue Strategie von OMV beinhaltet ein Performance-Steigerungsprogramm mit dem Ziel, den ROACE bis 2014 um 2%-Punkte zu erhöhen. Zusätzlich zu bereits definierten Maßnahmen, die derzeit implementiert werden (z.B. Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi, Senkung der Produktionskosten) werden bis zum Q3/12 Maßnahmen zur weiteren Kostensenkung, Erhöhung der Ausbeuteraten, Steigerung der Performance von Petrol Ofisi und zur Optimierung des Working Capital ausgearbeitet. Die OMV Strategie und deren erfolgreiche Umsetzung auf Basis der Prinzipien des Value Managements stellen die Grundlage eines attraktiven langfristigen Ertragspotenzials für Investoren dar.

Kennzahlen %
Ziele1) 2011 2010 2009 2008 2007
Return On Average Capital Employed (ROACE) 13 11 10 6 12 16
Verschuldungsgrad <–30 34 46 33 37 24
Ausschüttungsgrad 30 322) 32 52 22 24

1) Werte basieren auf Mittelfristannahmen.

2) Basierend auf einer Dividende in Höhe von EUR 1,10 je Aktie, wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung 2012.

OMV Aktie und Anleihen

OMV platzierte 2011 erfolgreich eine Kapitalerhöhung, eine Hybridschuldverschreibung und einen Eurobond auf dem Kapitalmarkt. Dies stellt eine Bestätigung des Vertrauens der Investoren in OMV dar. Der Kurs der OMV Aktie litt jedoch unter den politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten sowie den finanziellen Turbulenzen in der Eurozone und notierte zum Jahresende bei EUR 23,44.

Börsenjahr 2011: Anhaltende Unsicherheit durch Staatsschuldenkrise und politische Unruhen

Die Entwicklung der internationalen Börsen war 2011 von sehr hoher Volatilität geprägt. Beherrschende Faktoren waren die Staatsschuldenkrise in der Eurozone, die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung sowie die politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten. Der FTSE Global Energy Index, der die weltweit größten Öl- und Gasunternehmen beinhaltet, fiel 2011 um 1%. Alle wesentlichen europäischen Aktienindizes verzeichneten Verluste, während der Dow Jones etwas zulegte (DAX -15%; FTSEurofirst 100 -10%; Dow Jones +6%). Der Wiener Aktienmarkt zeigte eine Underperformance gegenüber dem europäischen Trend, und der österreichische Leitindex ATX verlor 2011 35% an Wert.

Kursentwicklung und Umsätze der OMV Aktie

Nachdem die OMV Aktie mit EUR 31,10 ins Jahr gestartet war, erreichte sie mit dem Ölpreisanstieg in Folge der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten im Februar einen Jahreshöchstwert von EUR 34,69, fiel danach jedoch auf Grund der Produktionsunterbrechungen in Libyen und im Jemen wieder unter EUR 30,00. Entsprechend dem nationalen und

internationalen Abwärtstrend, geprägt von der allgemeinen Unsicherheit in Folge der Staatsschuldenkrise in der Eurozone und der anhaltenden politischen Instabilität in Ländern in Nordafrika und dem Mittleren Osten, entwickelte sich die OMV Aktie in der Folge negativ und erreichte am 22. November den Jahrestiefstwert von EUR 21,24. Die leichte Erholung der Märkte gegen Ende des Jahrs unterstützte einen geringfügigen Kursanstieg, womit die OMV Aktie zum Jahresende bei EUR 23,44 notierte. Berücksichtigt man die am 24. Mai ausgeschüttete Dividende von EUR 1,00 je Aktie, ergibt sich für die Aktionäre ein Wertrückgang von 21% für 2011. Die Marktkapitalisierung der OMV Aktie betrug per Jahresende ca. EUR 8 Mrd. Die gesamte Aktienkapitalisierung österreichischer Werte an der Wiener Börse fiel um 30% auf EUR 63 Mrd. Die angespannte Lage an den Märkten und eine zunehmende Verlagerung der Transaktionen vom geregelten Markt zum OTC (Over-The-Counter) und MTF (Multilateral-Trading-Facilities) Handel führte zu einem Rückgang der Umsätze an der Wiener Börse. Die Aktienumsätze fielen um 18% auf EUR 60 Mrd. Die Umsätze der OMV Aktie gingen um 6% auf EUR 7,3 Mrd zurück. Der OMV Anteil am Aktienumsatz der Wiener Börse betrug 12%.

OMV Aktie folgt dem internationalen Abwärtstrend

OMV Aktie ISIN: AT0000743059
Börsennotierungen Wien, USA (ADR Level I)
Ticker Wiener Börse: OMV
Reuters: OMVV.VI
Bloomberg: OMV AV
ADR Informationen Sponsored Level I und Rule
144A, 1 ADR entspricht 1 Aktie
Depositary JPMorgan Chase & Co
PO Box 64504,
St. Paul, MN 55164-0504, USA
Custodian UniCredit Bank Austria AG,
Julius Tandler-Platz 3, 1090 Wien
Level I OMVKY, CUSIP: 670875509
ISIN: US6708755094
Rule 144A OMVZY, CUSIP: 670875301
ISIN: US6708753016
OMV Hybridanleihe ISIN: XS0629626663
OMV Eurobonds
Laufzeit; Zinssatz
ISIN: XS0422624980
2009 bis 7. April 2014; 6,250%
ISIN: XS0434993431
2009 bis 22. Juni 2016; 5,250%
ISIN: XS0485316102
2010 bis 10. Februar 2020; 4,375%
ISIN: XS0690406243
2011 bis 12. Oktober 2021; 4,25%

Ergebnisse der Hauptversammlung

Die wesentlichen Punkte der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 waren der Beschluss einer Dividende von EUR 1,00 je Aktie für das Geschäftsjahr 2010, die Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien, die Genehmigung des Long Term Incentive Plans 2011, welcher ein langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte ist und die mittel- und langfristige Wertschöpfung in OMV fördern soll, und die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats.

Mitarbeiterbeteiligungsprogramm im Herbst 2011 durchgeführt

Im Herbst 2011 gab es wie in den vergangenen Jahren ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell im Zuge dessen Mitarbeiter beim Erwerb von jeweils drei Aktien eine Gratisaktie erhielten, wobei eine Behaltefrist von zwei Jahren gilt. Insgesamt hielt OMV per Jahresende 2011 1.198.875 eigene Aktien bzw. 0,37% des Grundkapitals. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien betrug somit 326.073.852 Stück. Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft beträgt EUR 327.272.727 und besteht aus 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien.

Bei der nächsten Hauptversammlung am 10. Mai 2012 wird der Vorstand eine Dividende von EUR 1,10 je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer

Erhöhung der Dividende um 10% und stellt einen attraktiven Ausschüttungsgrad von 32% dar. Die Dividendenrendite, gemessen am Schlusskurs des Jahrs 2011, würde somit etwa 4,69% betragen.

Kredit-Rating

In 2011 konnte OMV das von internationalen Rating-Agenturen vergebene Kredit-Rating (A3 von Moody's und A von Fitch) weiterhin erfolgreich halten. Die starke Bonität des OMV Konzerns wird außerdem durch die mit einem stabilen Ausblick versehenen Rating-Einschätzungen der Agenturen Moody's und Fitch unterstrichen.

Kapitalerhöhung und Begebung der Hybridanleihe

OMV hat ihre Kapitalerhöhung am 6. Juni 2011 durch die Platzierung von 27.272.727 Aktien oder 9,09% des bestehenden Grundkapitals zu einem Bezugspreis von EUR 27,50 erfolgreich abgeschlossen. Bestehende Aktionäre haben die Kapitalerhöhung mit einer Ausübung von ca. 65% ihrer Bezugsrechte stark unterstützt. Eine Hybridanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von EUR 750 Mio wurde am 25. Mai 2011 ebenfalls erfolgreich am Markt platziert. Die Hybridanleihe wird von Moody's und Fitch zu 50% als Eigenkapital eingestuft. Nach IFRS wird die Hybridanleihe zu 100% als Eigenkapital behandelt.

Anleihen

Im Oktober 2011 hat OMV, im Rahmen ihres Euro Medium Term Note (EMTN) Programms, eine weitere EUR 500 Mio Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren platziert.

OMV Aktionärsstruktur

Die International Petroleum Investment Company (IPIC) informierte OMV im Oktober, dass sie ihren Anteil auf 24,9% erhöht hat. Die OMV Aktionärsstruktur setzt sich daher per Jahresende aus 43,6% Streubesitz, 31,5% ÖIAG (vertritt den österreichischen Staat) und 24,9% IPIC zusammen. Das Grundkapital von OMV besteht aus Stammaktien und es gilt das Prinzip "one share – one vote", d.h. keine Aktie ist mit besonderen Rechten ausgestattet. Zwischen den Kernaktionären IPIC und ÖIAG besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

OMV Capital Markets Day

Im September 2011 lud OMV Analysten und institutionelle Investoren zu einem Capital Markets Day in Istanbul ein, bei dem der OMV Vorstand die überarbeitete Strategie des Konzerns präsentierte. Alle am Capital Markets Day gehaltenen Präsentationen finden Sie auf unserer Homepage www.omv.com > Investor Relations > Events.

Investor Relations Aktivitäten

Auf zahlreichen Roadshows und Konferenzen in Europa und Amerika konnten der Vorstand und das Investor Relations Team den Kontakt mit Analysten und Investoren pflegen und vertiefen. Im Rahmen der Kapitalerhöhung und Hybridanleihen-Transaktion wurden innerhalb von zwei Wochen im Mai und Juni Treffen mit rund 160 potenziellen Investoren in acht Städten abgehalten. In Summe fanden rund 230 Einzelgespräche und Gruppenpräsentationen statt, an denen etwa 800 Fondmanager und Analysten teilnahmen. Insgesamt widmeten die Vorstände in direkten Gesprächen ca. 300 Stunden der Information

von Investoren und Analysten. Um Transparenz, Service und Aktualität zu gewährleisten, werden alle wichtigen Informationen und Neuigkeiten für Analysten und Investoren laufend im Internet unter www.omv.com veröffentlicht.

Finanzkalender Termin 1)
Trading Statement Q4 2011 3. Februar 2012
Ergebnis Jänner–Dezember und Q4 2011 22. Februar 2012
Veröffentlichung Geschäftsbericht 2011 März 2012
Trading Statement Q1 2012 24. April 2012
Nachweisstichtag für die
Hauptversammlung
30. April 2012
Ergebnis Jänner–März 2012 9. Mai 2012
Ordentliche Hauptversammlung 10. Mai 2012
Dividenden-Extag 15. Mai 2012
Dividenden-Zahltag 16. Mai 2012
Trading Statement Q2 2012 20. Juli 2012
Ergebnis Jänner–Juni und Q2 2012 8. August 2012
Trading Statement Q3 2012 19. Oktober 2012
Ergebnis Jänner–Sept. und Q3 2012 7. November 2012

1) Die genannten Termine sind vorläufig und bedürfen der Bestätigung. Die aktuellen Termine finden Sie unter: www.omv.com > Investor Relations > Events.

Investor Relations Kontakt

La˘cra˘mioara Diaconu OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien Tel: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 E-Mail: [email protected]

Auf einen Blick in EUR
2011 2010 2009 2008 2007
Anzahl der ausstehenden Aktien in Mio Stück 1) 326,07 298,80 298,78 298,75 298,73
Marktkapitalisierung in EUR Mrd 1) 7,64 9,29 9,17 5,59 16,56
Aktienumsatz Wiener Börse in EUR Mrd 7,34 7,78 8,36 15,68 19,84
Höchstkurs des Jahrs 34,69 32,63 31,00 57,80 55,42
Tiefstkurs des Jahrs 21,24 24,12 18,02 16,70 39,10
Schlusskurs 1) 23,44 31,10 30,70 18,72 55,42
Ergebnis je Aktie 3,38 3,08 1,91 4,60 5,29
Buchwert je Aktie 1) 33,64 30,39 27,10 24,77 27,24
Cashflow 2) je Aktie 8,00 9,66 6,18 10,76 6,92
Dividende je Aktie 1,10 3) 1,00 1,00 1,00 1,25
Ausschüttungsgrad in % 32 32 52 22 24
Dividendenrendite in % 1) 4,69 3,22 3,26 5,34 2,26
Total Shareholder Return in % 4) –21 5 69 –64 31

1) Per 31. Dezember.

2) Aus der Betriebstätigkeit.

3) Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung 2012.

4) Ohne Reinvestition der Dividende.

Aktuelle Informationen im Internet

Wirtschaftliches Umfeld

Moderates reales Weltwirtschaftswachstum

Im Jahr 2011 sank das reale Wachstum der Weltwirtschaft auf 3,8%. Während die Entwicklungs- und Schwellenländer noch immer ein robustes Wachstum von 6,2% erzielten, halbierte sich in der OECD der Bruttoinlandsprodukt (BIP)- Zuwachs auf 1,6%. Innerhalb der OECD trugen mehrere Faktoren zur Abschwächung bei. Sowohl in den USA als auch in einer wachsenden Anzahl von Euro-Ländern beeinträchtigten die hohen Staatsschulden und die politischen Diskussionen um deren Eindämmung das Konjunkturklima. In den USA schwächte sich das Wirtschaftswachstum auf 1,8% ab, der Euroraum erzielte ein BIP-Plus von nur 1,6%.

Im Euroraum wurde das Ungleichgewicht der Länder in der Wirtschaftskraft von zunehmender Skepsis des Finanzmarkts über die nachhaltige Bewältigung der Schuldenkrise verschärft. Mehrere Hilfsprogramme, die Ausweitung des Rettungsschirms und strengere Budgetregeln konnten die Herabstufungen der Kreditwürdigkeit durch Rating-Agenturen nicht verhindern. Positive Wachstumsbeiträge kamen im Euroraum vom Export (+6%) und den Investitionen. Der private Konsum wuchs hingegen nur geringfügig und die Konsumausgaben des öffentlichen Sektors stagnierten.

In Deutschland waren die lebhafte Exportnachfrage (+8%) und die Investitionen (+7%) die Hauptstützen des 3%igen BIP-Wachstums. Österreichs Wirtschaft wuchs real um 3,1%, wobei auch hier Exporte (+7%) und Investitionen (+11%) kräftig expandierten. Bei den Konsumausgaben fiel das Wachstum mit 0,8% im privaten Bereich bzw. 1,5% im öffentlichen Bereich nur moderat aus. In den neuen EU-Mitgliedsländern wuchs die Wirtschaft um durchschnittlich 3,2%. Die Bandbreite der BIP-Wachstumsraten lag dabei zwischen 0% und 8%.

In Rumänien zeigte sich 2011 nach einer zweijährigen Rezessionsphase und einem drastischen Konsolidierungskurs ein BIP-Zuwachs von 2,5%. Der Exportzuwachs von 20% und der Agrarsektor waren die Hauptstützen. Die Auslandsinvestitionen und die Ausgaben des öffentlichen Sektors schrumpften. Der private Konsum nahm in Folge von Lohnkürzungen und einer Mehrwertsteuererhöhung um 5%-Punkte nur geringfügig zu.

Die Türkei verzeichnete nach einem 9%igen BIP-Wachstum in 2010 auch 2011 ein überaus kräftiges Wachstum von 8,4%. Alle Bereiche verzeichneten einen deutlichen Wachstumstrend. Die Investitionen mit mehr als +20% und der private Konsum sowie die Exporte mit jeweils knapp +9% wuchsen schneller als das BIP.

Die weltweite Ölnachfrage stieg 2011 nur moderat um 0,8 Mio bbl/d bzw. 0,9% (vs. 3,2% in 2010) auf 89,1 Mio bbl/d. Dem Nachfrageplus der Nicht-OECD-Länder von 1,3 Mio bbl/d bzw. 3,0%, stand ein Rückgang in der OECD-Region von 0,6 Mio bbl/d bzw. 1,3% gegenüber. Die weltweite Ölproduktion stieg mit 1,2 Mio bbl/d bzw. 1,4% stärker als die Nachfrage, dennoch wurde eine Bedarfslücke von 0,6 Mio bbl/d durch Abbau der Lagerbestände gedeckt. Von der Gesamtproduktion von 88,5 Mio bbl/d entfielen 30,0 Mio bbl/d Rohöl und 5,8 Mio bbl/d NGL auf OPEC-Länder.

Die Ölpreisentwicklung war 2011 durch Versorgungsstörungen, Marktinterventionen und Konjunktursorgen geprägt. Mitte April erreichte der Preis für die Rohölsorte Brent den Jahreshöchststand von USD 126,6/bbl. Nachdem eine OPEC-Konferenz im Juni keine Einigung über die Anhebung von Förderquoten brachte, reagierte die International Energy Agency (IEA) mit dem Einsatz von strategischen Ölvorräten im Ausmaß von 60 Mio bbl. Dieser Markteingriff und die trüben Konjunkturaussichten konnten den Preis vorübergehend dämpfen. Gegen Jahresende führten zunehmende Differenzen um das iranische Kernenergieprogramm zu einem

Preisauftrieb. Im Durchschnitt betrug der Ölpreis USD 111,26/bbl und lag damit um 40% über dem Vorjahreswert von USD 79,50/bbl. Am Rotterdamer Produktenmarkt lagen die in EUR umgerechneten Notierungen für die Hauptproduktgruppen zwischen 28% und 33% über dem Vorjahresniveau.

Im Jahresmittel betrug der US-Dollar-Wechselkurs 1,39 je EUR gegenüber 1,33 im Vorjahr. Die US-Währung verlor somit gegenüber dem EUR 5% an Wert, obwohl in H2/11 ein gegenläufiger Trend zu beobachten war.

Die vorliegenden Markttrends signalisieren einen Rückgang des Primärenergieverbrauchs in Österreich um ca. 1%. Die milde und relativ trockene Witterung bedingte einen 7%igen Nachfragerückgang beim Raumwärmebedarf und eine um 10% geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft. Nachdem auch die Stromerzeugung der kalorischen Kraftwerke um 8% reduziert wurde, musste der stagnierende Strombedarf durch eine massive Erhöhung der Stromimporte gedeckt werden. Der Erdgasverbrauch, der 2010 einen Rekordwert von 9,6 Mrd m³ erreichte, ging um 6% auf 9,0 Mrd m³ zurück. Im Bereich der kalorischen Kraftwerke sank der Erdgaseinsatz um 17%, da auf Grund der niedrigen CO2 -Preise der Kohleeinsatz wirtschaftlich attraktiver war. Die Inlandsgasproduktion sank um 2% auf knapp 1,7 Mrd m³. Die Nettoimporte stiegen deutlich, wobei deren Zuwachs dem Auffüllen der Speicher zuzuordnen war. Insgesamt lagerten per 31. Dezember 2011 rund 5 Mrd m³ Erdgas in Speichern (+65% bzw. 2 Mrd m³ vs. 2010).

In dem für OMV relevanten Markt (Mittel- und Südosteuropa sowie Türkei) ging der Mineralölproduktenabsatz 2011 um ca. 1% auf rund 95 Mio t zurück. Während der Ottokraftstoffabsatz um 3% sank, stieg der Dieselabsatz um 2%. Bei Flugpetroleum konnte eine deutliche Absatzsteigerung von 6% erzielt werden. Die Auslieferungen reduzierten sich bei leichten Heizölsorten um 11% und bei schweren Heizölsorten um 14% vs. 2010. Österreich verzeichnete einen Marktrückgang um 5% auf 11,1 Mio t. Auf Grund der Mineralölsteuererhöhung per 1. Jänner 2011 ging die Treibstoffnachfrage (vor allem durch

verminderten Tanktourismus) bei Benzin und Diesel um je 2% zurück. Die Nachfrage nach Heizöl Extraleicht blieb auf Grund der milden Witterung und der preisbedingt zurückhaltenden Einlagerung um 11% unter dem Vorjahresniveau. Bei Heizöl Leicht und Heizöl Schwer war die Nachfrage um ein Drittel niedriger. In Rumänien erhöhte sich das Marktvolumen um knapp 2% auf 5,8 Mio t. Der Treibstoffmarkt war durch einen starken Rückgang bei Benzin von ca. 9% und einem kräftigen Anstieg bei Diesel von 7% gekennzeichnet. Der Heizölmarkt zeigte ein ausgeprägtes Minus von 36%. In der Türkei stand einem Rückgang des Benzinabsatzes von 9% ein moderater Mehrabsatz bei Diesel von 2% gegenüber. Heizöle waren mit einem Minus von 3% weniger nachgefragt. Die kumulierten Absatzdaten lassen für den türkischen Gesamtmarkt einen gemäßigten Zuwachs von ca. 1% erwarten.

Am westeuropäischen Polyolefinmarkt zeigten sich nach einer lebhaften Nachfrage in den ersten Monaten eine konjunkturbedingte Abschwächung und ein Nachgeben des Preisniveaus. Sowohl bei Polyethylen als auch bei Polypropylen gab es 2011 nur geringfügige Veränderungen des Marktvolumens. Die Auslastung der Cracker sank auf knapp über 80%.

Leichter Rückgang des Mineralölproduktenabsatzes in 2011

Im Fokus: Bessere Performance durch Stärkung der Wachstumsbereiche

Geschäftsbereiche

Exploration und Produktion

Der Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) war 2011 stark von externen Faktoren beeinflusst. Der Arabische Frühling führte zu Produktionsausfällen im Mittleren Osten und in Nordafrika und in der Folge zu einer Verringerung der Gesamtproduktion um rund 9% unter das Niveau der vorhergehenden Jahre. Das Ergebnis profitierte hingegen vom hohen Ölpreis. In Tunesien und Pakistan wurden zwei bedeutende Unternehmensakquisitionen abgeschlossen und mit der Integration der Aktivitäten wurde begonnen. Mit drei signifikanten Explorationserfolgen in Australien, Rumänien und der Region Kurdistan im Irak war 2011 ein erfolgreiches Explorationsjahr.

HSSE hat erste Priorität

EBIT stieg um 15%, Investitionen um 65%

Trotz einer positiven Entwicklung in den letzten Jahren musste E&P 2011 bedauerlicherweise zwei Todesfälle beklagen. Die jährliche Lost-Time Injury Rate (LTIR) lag geringfügig unter dem Niveau des Vorjahrs. Insgesamt wurde 2011 die Konzentration auf HSSE verstärkt und wir werden weitere Anstrengungen unternehmen, um unsere HSSE-Leistungen zu verbessern.

Gutes Ergebnis in einem schwierigen Umfeld

Das EBIT stieg vor allem auf Grund höherer Ölund Gaspreise und einer generell guten operativen Performance um 15% auf EUR 2.084 Mio (davon Petrom: EUR 1.235 Mio). Der durchschnittlich realisierte Ölpreis in USD des OMV Konzerns stieg um 31%, der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR um 11%. Mit insgesamt EUR 2.066 Mio erhöhte E&P die Investitionen gegenüber 2010 (EUR 1.252 Mio) um 65%. Dieser Betrag inkludiert signifikante Mittel für die Unternehmensakquisitionen in Tunesien und Pakistan. Die verbleibenden Investitionen entfielen großteils auf Rumänien. Sondereffekte betrafen hauptsächlich die Abschreibung von Kultuk (Kasachstan) in Q2/11 sowie eine Rückstellung für die Abschreibung eines Lager-Outsourcing-Projekts in Rumänien in Q4/11. Damit stieg das EBIT vor Sondereffekten um 2% auf EUR 2.147 Mio (davon Petrom: EUR 1.281 Mio).

Die Produktion litt erheblich unter dem Arabischen Frühling, der zu Produktionsunterbrechungen in Nordafrika und im Mittleren Osten führte. Die Produktion von Erdöl, NGL und Erdgas sank

um 9% auf 105,0 Mio boe (davon Petrom: 67,8 Mio boe). Im Schnitt belief sich die Förderrate auf 288 kboe/d (davon Petrom: 186 kboe/d). In Libyen wurde acht Monate nicht produziert. Die Förderung wurde im November wieder aufgenommen und erreichte zum Jahresende 50% des Vorkrisenniveaus. Auch im Jemen war OMV während mehrerer Monate mit Produktionsunterbrechungen konfrontiert; zum Jahresende wurde nicht produziert. Abgesehen von den durch externe Faktoren verursachten Verlusten war die Produktionsperformance generell gut. In Rumänien wurde die Förderung erfolgreich bei 174 kboe/d stabilisiert, womit der Produktionsrückgang bei 0% lag. Die Produktionskosten/boe exklusive Lizenzgebühren stiegen um 11% auf USD 14,3 (2010: USD 12,8). Diese Zunahme ist weitgehend auf geringere Produktionsmengen und ungünstige Wechselkursentwicklungen zurückzuführen.

Erfolgreiches Explorationsjahr

2011 wurden 38 Explorations- und 7 Erweiterungsbohrungen abgeteuft, inklusive acht Bohrungen, welche 2012 abgeschlossen werden. Die Erfolgsquote der Explorationsbohrungen stieg auf 61% gegenüber 27% im Jahr 2010. Die drei bedeutendsten Funde waren die Offshore-Bohrung Zola-1 in Australien, der Deep-Onshore Gasfund Totea in Rumänien und die Bohrung Bina Bawi-3 in der Region Kurdistan im Irak. 2011 wurde eine neue Explorationsstrategie entwickelt und mit ihrer Umsetzung begonnen, um dem Unternehmen zu ermöglichen, weitere Wachstumsgebiete jenseits der derzeitigen OMV Präsenz zu identifizieren.

Auf einen Blick
Auf einen Blick
2011 2010 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 4.960 4.666 6%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 2.084 1.816 15%
Investitionen in EUR Mio 2.0661) 1.252 65%
Produktion in Mio boe 105,0 115,9 –9%
Sichere Reserven zum 31. Dezember in Mio boe 1.133 1.153 –2%

1) Inklusive Akquisitionen in Tunesien und Pakistan.

Die sicheren Öl- und Gasreserven per 31. Dezember 2011 betrugen 1.133 Mio boe (davon Petrom: 812 Mio boe), die sicheren und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven beliefen sich auf 1.703 Mio boe (davon Petrom: 1.126 Mio boe). Die Reserven-Ersatzrate (RRR) für das Einzeljahr 2011 belief sich auf 81%. Auf Grund des Wegfalls eines besonders starken Jahrs sank die Reserven-Ersatzrate im 3-Jahres-Durchschnitt auf 78% (2010: 82%). In Rumänien und Österreich blieb sie mit 66% unverändert (2010: 66%). Im internationalen Portfolio blieb die Reserven-Ersatzrate im 3-Jahres-Durchschnitt unter Einschluss der Reserven aus den jüngsten Akquisitionen in Tunesien und Pakistan mit 107% (2010: 119%) weiterhin über 100%.

OMV Kernländer Rumänien und Österreich

In Rumänien konnte die Produktion erfolgreich bei 174 kboe/d stabilisiert werden. Dieser Erfolg war sowohl auf mehrere fokussierte Initiativen zur Optimierung des Produktionssystems zurückzuführen, die zu einer starken Workover-Performance und einer geringeren Häufigkeit von Sondenbehandlungen führten, als auch auf den Produktionsbeginn mehrerer wichtiger Entwicklungsbohrungen. Die Reserven-Ersatzrate blieb das vierte Jahr in Folge bei 70%. Das Neuentwicklungsprogramm machte 2011 signifikante Fortschritte und zusätzliche Neuentwicklungsprojekte in Öl- und Gasfeldern wurden in Angriff genommen. Der Gasfund in tiefen Horizonten in Totea, der potenziell größte Onshore Explorationserfolg in Rumänien seit der Akquisition von Petrom in 2004, wurde innerhalb von nur vier Monaten in Produktion genommen. Die Explorationsbohrung Domino-1 im Offshore-Block Neptun, ein potenziell bedeutender Gasfund, wurde technisch weiterentwickelt und im Dezember 2011 als erste Tiefseebohrung Rumäniens abgeteuft. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer effizienten Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft war die erfolgreiche Integration des Bereichs E&P-Services in Petrom E&P.

In Österreich belief sich die Produktion auf 38,3 kboe/d (2010: 42,1 kboe/d), eine stabile Förderleistung gegenüber 2010 in Anbetracht eines geplanten Wartungsstillstands von mehreren Wochen. Im Feld Matzen wurde die Erneuerung der Tankfarm Auersthal abgeschlossen, die neue zentrale Gewinnungsanlage nahm den Betrieb auf. Im Rahmen eines technologischen Pilotprojekts wurde Polymer in den 8. Torton-Horizont injiziert, um die Entölungs-Effizienz zu erhöhen. Erkenntnisse über den Erfolg der Technik werden für 2012 erwartet. 2011 wurden drei Projekte zur Neuentwicklung von Feldern gestartet; die Akquisition von 325 km² 3D-Seismik im Gebiet Mistelbach wurde in Angriff genommen. Ein eigenes Unconventionals-Team wurde gebildet, um die Evaluierung des Schiefergaspotenzials voranzutreiben.

Internationales OMV Portfolio

In Pakistan wurde im Juli die Übernahme des gesamten Stammkapitals der lokalen E&P-Gesellschaft von Petronas abgeschlossen. Die neuen Assets trugen unmittelbar rund 1 kboe/d zur Produktion bei. Die Akquisition beinhaltete auch ein laufendes Feldentwicklungsprojekt (Mehar) und Explorationspotenzial. Die Gesamtproduktion stieg auf 14,6 kboe/d (2010: 14,0 kboe/d). Im August feierte die pakistanische Niederlassung 10 Mio Arbeitsstunden ohne Unfälle mit Ausfalltagen.

Im Jemen war OMV durch die politischen Unruhen gezwungen, die Entwicklungsaktivitäten im Feld Habban auszusetzen und das von OMV entsandte Personal zu evakuieren. Nach Sabotageanschlägen blieb die Exportpipeline mit Jahresende außer Betrieb. Eine Wiederaufnahme der Entwicklungsaktivitäten wird nur erfolgen, wenn es die Sicherheitslage erlaubt; wann das der Fall sein wird, ist noch nicht absehbar. Der resultierende Nettoproduktionsanteil von OMV belief sich 2011 auf 2,6 kboe/d (2010: 6,6 kboe/d).

In der Region Kurdistan im Irak war die Explorationsbohrung Bina Bawi-3 fündig. Die Evaluierung ist für 2012 vorgesehen. Die Explorationsbohrung im Block Mala Omar wurde Ende 2011 abgeteuft. Die Ergebnisse der Explorationsbohrungen in den übrigen Blöcken werden ausgewertet. Pearl Petroleum Company Limited, an der OMV zu 10% beteiligt ist (At-Equity konsolidiert), begann Anfang 2011 mit der LPG-Produktion und steigerte 2011 die Bruttoproduktion im Khor Mor Feld weiter auf 53,8 kboe/d.

In Kasachstan konnte die Produktion nach dem Plus von 58% im Jahr 2010 neuerlich signifikant

Erfolgreiche Explorationsbohrung Bina Bawi-3

auf 12,0 kboe/d erhöht werden (2010: 9,9 kboe/d). Nach der Interpretation der 3D-Seismik wurde die Explorationslizenz Kultuk veräußert und abgeschrieben.

Neue Assets trugen rund 5 kboe/d zur Produktion bei In Tunesien schloss OMV im Februar den Kauf des Pioneer E&P-Geschäfts ab. Abgesehen von der laufenden Feldentwicklung in Cherouq und dem Explorationspotenzial trug die Akquisition für den verbleibenden Teil des Jahrs Produktionsmengen von rund 5 kboe/d bei. Im April erfolgte die Erteilung der Durra Produktionskonzession, wo zwei neue Fördersonden in Betrieb genommen wurden. Im Oktober wurde der Buy-out eines Minderheitsteilhabers zweier früher im Jahr erworbenen Konzessionen abgeschlossen. Trotz einiger kleinerer Unterbrechungen in Folge des Arabischen Frühlings erhöhte sich die Produktion auf 10,1 kboe/d (2010: 6,5 kboe/d).

In Libyen wurde die Produktion Anfang März eingestellt. Im November wurde die Förderung wieder aufgenommen und erreichte zum Jahresende 50% des Niveaus vor Beginn der Unruhen. Damit belief sich die Produktion auf 7,1 kbbl/d (2010: 32,8 kbbl/d). Nachdem zu Beginn der Krise aus Sicherheitsgründen das von OMV entsandte Personal evakuiert worden war, wurde das Büro in Tripolis Mitte November wiedereröffnet. Die Sicherheitslage wird weiter sehr genau beobachtet.

In Ägypten gab OMV den Explorationsblock Obaiyed nach einer eingehenden Bewertung ab und evaluiert weiter neue Wachstumschancen.

In Großbritannien produzierte OMV in 2011 6,6 kboe/d (2010: 7,2 kboe/d). Im Gebiet westlich der Shetlandinseln vereinbarten OMV und ihre Partner eine umfangreiche Neuentwicklung des Schiehallion Ölfelds. Die Funde in den Feldern Rosebank, Cambo und Tornado werden weiter evaluiert und zu Entwicklungsprojekten ausgebaut. OMV UK hält auch Explorationslizenzen in Irland und auf den Färöer Inseln.

In Norwegen erweiterte OMV ihr Explorationsportfolio kontinuierlich auf 13 Lizenzen, davon sieben in Betriebsführerschaft. Nach dem Bestehen des Audits durch die Regulierungsbehörden Anfang 2011 konnte E&P die erste Offshore-Bohrung als Betriebsführer abteufen; der Fund stellte sich als unwirtschaftlich heraus.

Im Dezember schloss OMV die Akquisition eines 20%-Anteils am Fund Zidane ab.

In Neuseeland konnte auf Grund operativer Schwierigkeiten im Feld Maari und geringerer Gasnominierungen in Maui und Pohokura das Produktionsniveau der Vorjahre nicht erreicht werden (2011: 22,0 kboe/d vs. 2010: 24,7 kboe/d). OMV hat 50% ihres Anteils an zwei Lizenzen im Great South Basin erfolgreich an Shell über eine Farm-Out Vereinbarung abgegeben.

In Australien erzielte E&P vor der Nordwestküste einen seiner signifikantesten Gasfunde (Zola); Evaluierungsaktivitäten sind geplant. Weitere Explorationschancen werden geprüft.

Ausblick 2012

2012 bleibt HSSE für OMV erste Priorität. E&P wird weiter eine Reduktion der Zahl tödlicher Unfälle auf Null und eine weitere Senkung der Unfallhäufigkeit anstreben. Wir fokussieren weiterhin auf die erfolgreiche Stabilisierung der Produktionsmengen von reifen Feldern in den Kernländern Rumänien und Österreich. Die negativen externen Einflüsse in Libyen und im Jemen in 2011 werden für das kommende Jahr weniger gravierend erwartet. Diese sollten es ermöglichen, die Gesamtproduktion im Laufe des Jahrs zu steigern. Im Rahmen des konzernweiten Performance-Steigerungsprogramms werden die Anstrengungen im Bereich der operativen

Leistungsfähigkeit und der Kapitaleffizienz in 2012 und darüber hinaus dabei helfen, die Gesamtrentabilität weiter zu steigern. In den Kernländern Rumänien und Österreich wird E&P einerseits auf den Erfolgen von 2011 aufbauen und einige Initiativen zur Produktionsoptimierung vorantreiben und andererseits die Neuentwicklung reifer Felder weiterverfolgen, um die Produktion zu stabilisieren. Die Hauptaktivitäten in Rumänien werden in 2012 die Bohrungen des Tiefseeprojekts Domino und die Fortsetzung der Erweiterungsbohrungen des Felds Totea sein. Im internationalen Portfolio strebt OMV an, die Produktion in Libyen zurück auf das Vorkrisenniveau und darüber hinaus zu bringen. Die Sicherheitslage im Jemen ist nach wie vor ungewiss. Bis zur Wiederaufnahme der Produktion wird es länger dauern und dies wird nur angestrebt, sofern dies sicher und nachhaltig erreicht werden kann. E&P wird im Vergleich zu 2011 im gesamten Portfolio etwas mehr in Exploration investieren und sich auf größere, signifikante Explorationsziele konzentrieren. Ausgelöst durch die Rekord-Explorationserfolgsquote von 61% in 2011, werden die Ausgaben für Erweiterungsbohrungen in 2012 erhöht, um die Entwicklung vom Explorationserfolg bis hin zur Produktion zu beschleunigen. In 2012 strebt OMV 30 Explorations- und Erweiterungsbohrungen an. Zusätzlich werden Akquisitionsziele im Mittleren Osten, in der Kaspischen Region und im afrikanischen Raum geprüft und mögliche neue Markteintritte vorbereitet.

Fokus auf größere, signifikante Explorationsziele

Produktion 2011
Erdöl und NGL
in Mio bbl
in bcf Erdgas 1)
in Mio boe
Gesamt
in Mio boe
Rumänien 2) 29,3 184,1 34,1 63,4
Österreich 5,8 49,2 8,2 14,0
Mittlerer Osten und Kaspische Region 2) 3) 4,7 35,4 5,9 10,6
Nordafrika und Offshore 4) 12,4 27,6 4,6 17,0
Gesamt 52,2 296,4 52,8 105,0

Sichere Reserven zum 31. Dezember 2011

Erdöl und NGL
in Mio bbl
in bcf Erdgas 1)
in Mio boe
Gesamt
in Mio boe
Rumänien 2) 394,9 2.112,9 391,3 786,1
Österreich 46,7 382,0 63,7 110,4
Mittlerer Osten und Kaspische Region 2) 3) 35,6 118,5 19,7 55,4
Nordafrika und Offshore 4) 150,8 183,1 30,6 181,3
Gesamt 627,9 2.796,5 505,3 1.133,2

1) Für die Umrechnung von Gas in scf auf boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 scf; Ausnahme ist Rumänien, wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 scf.

3) Region besteht aus Pakistan, Jemen, Region Kurdistan im Irak und Kasachstan und inkludiert Länder mit ausschließlich Explorations-

2) Da OMV zu 51% an Petrom beteiligt ist, wird Petrom vollkonsolidiert; die Vermögenswerte und Ergebnisse von Petrom sind daher zu 100% in den Zahlen berücksichtigt.

aktivitäten. 4) Region besteht aus Tunesien, Libyen, Ägypten, Türkei, Norwegen, Großbritannien, Irland, Färöer Inseln, Neuseeland und Australien und inkludiert Länder mit ausschließlich Explorationsaktivitäten.

Gas und Power

Der Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) setzte die Erweiterung der Marketing- und Handelsaktivitäten fort und stärkte die integrierte Gasposition in seinen Märkten. Im Gas Logistik-Bereich wurden mit der Entwicklung zusätzlicher Transportkapazitäten Vorbereitungen für den zukünftigen Bedarf getroffen und auch beim Nabucco Gas Pipeline Projekt wurden Fortschritte erzielt. Im Bereich Supply, Marketing und Trading wurden die internationalen Aktivitäten weiter vorangetrieben und Handelsaktivitäten aufgenommen. Im Bereich Power wurde nach der kommerziellen Inbetriebnahme des Windparks Dorobantu (Rumänien) im Oktober 2011 die Errichtung des Gaskraftwerks in Brazi (Rumänien) erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt in Brazi befindet sich in den letzten Testphasen und soll in H2/12 den kommerziellen Vollbetrieb aufnehmen. Die Bauarbeiten am Gaskraftwerk in Samsun (Türkei) wurden fortgesetzt und die kommerzielle Inbetriebnahme wird für H1/13 erwartet. Mit EUR 238 Mio lag das EBIT, auf Grund des starken Margendrucks, um 14% unter dem Vorjahresniveau (2010: EUR 277 Mio), obwohl das verkaufte Gasvolumen um 35% auf 24,3 Mrd m³ stieg.

Verkaufte Erdgasmengen +35%

Das Gas Logistik-Geschäft verzeichnete mit höheren verkauften Transportmengen eine gute Performance, wobei der Anstieg der Volumina primär auf die Inbetriebnahme einer neuen Kompressorstation für die Penta West Gaspipeline sowie eines neuen Teilstücks der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline, beides in Q2/11, zurückzuführen war. Der Bereich Supply, Marketing und Trading war mit einem sehr herausfordernden Umfeld konfrontiert, sowohl im Hinblick auf Maßnahmen der Regulierungsbehörde in Rumänien als auch im Hinblick auf die Marktentwicklung. Starker Druck auf die Margen durch Spotpreise, die das ganze Jahr hindurch auf niedrigem Niveau blieben, wurde teilweise durch Neuverhandlung der langfristigen Gaslieferverträge, gestiegene Verkaufsmengen und Aktivitäten zur Optimierung des Portfolios an internationalen Gashandelspunkten kompensiert. In der Türkei wurden die Gasmengen erfolgreich in einem schwierigen Marktumfeld verkauft. Die Schließung des Düngemittelwerks Doljchim (Rumänien) schritt planmäßig voran. Der Abbruch und die Dekontaminierung des Werks, unter Einhaltung der europäischen Umwelt- und Sicherheitsstandards, wurden fortgesetzt.

Gas Logistik

Nabucco Gas Pipeline Projekt

2011 wurden bei Nabucco einige wichtige Meilensteine erzielt. Mit der Unterzeichnung von Projektunterstützungsabkommen (PSAs) zwischen der NABUCCO Gas Pipeline International GmbH und den zuständigen Ministerien der fünf Nabucco-Länder am 8. Juni in Kayseri (Türkei), wurde der Rechtsrahmen finalisiert. Die PSAs regeln die praktischen Aspekte und einheitlichen Standards für den Bau und den langfristigen Betrieb der Pipeline in jedem Land. Zusammen mit dem zwischenstaatlichen Abkommen gewährleisten die PSAs eine einheitliche Rechtsgrundlage, womit sich die Risiken für die Geldgeber wesentlich verringern und den Lieferanten mehr Sicherheit geboten wird. Im Hinblick auf die Projektfinanzierung wurde die Due Diligence-Prüfung durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die Europäische Investitionsbank und die Internationale Finanzkorporation intensiviert und es fand eine erste Gesprächsrunde mit den Exportkreditagenturen statt. Die Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung wurde in allen fünf Nabucco-Ländern begonnen und die Scoping-Phase erfolgreich abgeschlossen. Im Oktober legte Nabucco dem Shah Deniz II Konsortium einen umfassenden Vorschlag für den künftigen Transporttarif vor.

Auf einen Blick
2011 2010 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 7.000 4.365 60%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 238 277 –14%
Investitionen in EUR Mio 468 712 –34%
Verkaufte Erdgasmengen in Mrd m³ 24,3 18,0 35%
Verkaufte Transportkapazität in Mrd m³ 101,4 89,2 14%
Verkaufte Speichermengen in Mio m³ 2.358 2.307 2%

Entwicklung des österreichischen Gasnetzes – GAS CONNECT AUSTRIA GmbH

2011 war für das Erdgas-Transportgeschäft ein weiteres Jahr der Expansion. Transportverträge über mehr als 101 Mrd m³/Jahr wurden abgeschlossen, ein Plus von 14% gegenüber 2010. Die Zunahme war hauptsächlich auf die Inbetriebnahme eines Teilstücks im inländischen Gasleitungsnetz in Q4/10 sowie einer neuen Kompressorstation für die Penta West Gaspipeline und eines neuen Teilstücks der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline, beides in Q2/11, zurückzuführen. Ende 2011 wurde das neue österreichische Gaswirtschaftsgesetz vom österreichischen Parlament beschlossen, was mit wichtigen Veränderungen für die OMV Gas GmbH verbunden war. Der Transportnetzbetreiber im 100%igen Eigentum von OMV begann mit Ende des Jahrs den Zertifizierungsprozess als unabhängiger Transportnetzbetreiber bei der österreichischen Regulierungsbehörde. Das Unternehmen wurde daher mit Wirksamkeit Jänner 2012 in GAS CONNECT AUSTRIA GmbH umbenannt.

Speichergeschäft

2011 stiegen die verkauften Speichermengen verglichen zu 2010 um 2% auf 2,36 Mrd m³. Die verkaufte Rate lag im Schnitt bei 0,87 Mio m³/h und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Marktumfeld war weiterhin herausfordernd, da ein Erdgasüberangebot an allen europäischen Handelspunkten die Nachfrage nach zusätzlichen Speicherkapazitäten senkte. Das Speicherprojekt in Etzel (Deutschland) schritt planmäßig voran.

LNG-Geschäft

OMV ist zu 5% am Gate Terminal in Rotterdam beteiligt und EconGas hat einen Regasifizierungsvertrag für 25% der Kapazität des Terminals. Nach einer Bauzeit von drei Jahren ohne größere Gesundheits- oder Sicherheitsprobleme wurde die Errichtung des Terminals Gate in Rotterdam 2011 im Zeitplan und im Budgetrahmen abgeschlossen. Die erste kommerzielle LNG-Ladung traf am 1. September 2011 ein. Die logistische Flexibilität von LNG erhöht die Versorgungssicherheit.

Supply, Marketing und Trading

Das Verkaufsvolumen stieg auf insgesamt 24,3 Mrd m³, eine Steigerung um 35% gegenüber

2010, was vor allem auf kurzfristige Handelsgeschäfte von EconGas zurückzuführen war.

EconGas

2011 waren die langfristigen Gaspreise weiterhin signifikant höher als die Spotpreise, was erheblichen Druck auf die Margen von EconGas ausübte. Dessen ungeachtet konnte das Unternehmen wesentlich zum Ergebnis von OMV beitragen, was auf eine Optimierung des Portfolios sowie der erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen über Preisanpassungen für langfristige Gaslieferverträge zurückzuführen war. EconGas erzielte 2011 ein Absatzvolumen von 19,6 Mrd m³ (plus 48% im Vergleich zu 2010) und einen Nettoumsatz von EUR 5,7 Mrd. Im September 2011 erhielt EconGas seine erste LNG-Ladung am Terminal Gate in Rotterdam, wo das Unternehmen eine Regasifizierungskapazität von jährlich 3 Mrd m³ Erdgas gebucht hat.

Petrom

Rumänien erholte sich langsam vom wirtschaftlichen Abschwung der letzten Jahre und verzeichnete im Vergleich zu 2010 eine Erhöhung des Gasverbrauchs um 3%. Diese Zunahme ist allerdings im Kontext des geringeren Verbrauchs in den Jahren 2009 und 2010 zu betrachten. Für dieses Verbrauchsniveau war neuerlich die Düngemittelindustrie, aber auch der Kraftwerkssektor verantwortlich, der einen Rückgang der Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken kompensieren musste. Die Verkaufsmengen von Petrom erhöhten sich durch höhere Verkäufe an Industriekunden im Einklang mit der Marktentwicklung. Der Erdgaspreis für inländische Produzenten, der von der rumänischen Regulierungsbehörde anerkannt ist, verblieb unverändert bei RON 495/1.000 m³.

OMV Erdgas-Geschäft in der Türkei

Seit Mai 2009 ist OMV in dem Wachstumsmarkt Türkei über ihre 40%-Beteiligung an Enerco vertreten. Die Nachfrage in der Türkei hat sich erholt und ermöglichte Enerco, ein Absatzvolumen von 2,8 Mrd m³ zu erzielen. Der Markt war stark von den steigenden Brent-Preisen, der Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem USD sowie von relativ stabilen Verkaufspreisen und regelmäßigen Preisnachlässen beeinflusst. 2011 schloss OMV ihren Einstieg in das

Türkei verzeichnet höchste Wachstumsrate aller OMV Märkte Erdgas-Geschäft in der Türkei erfolgreich ab und begann mit Lieferungen am 1. Jänner 2012 über OMV Gaz ve Enerji Satis. Die wichtigsten Kunden sind Unternehmen der Stahl-, Papier- und Holzbranche sowie Großhandelsunternehmen. Mit der Integration von Petrol Ofisi in OMV ist das türkische LNG-Geschäft nun Teil des Geschäftsbereichs Gas und Power. Die Türkei verzeichnet die bei weitem höchste Wachstumsrate aller OMV Märkte und hat daher eine große strategische Bedeutung.

OMV Trading

Mit der Gründung der OMV Trading GmbH Ende 2010 setzte OMV einen weiteren Schritt zur Entwicklung produkt- und regionsübergreifender Tradingaktivitäten, um die Optimierungsmöglichkeiten entlang der gesamten Gas- und Stromwertschöpfungskette zu erweitern. Im Hinblick auf regionale Marktpositionen sieht OMV die Stärkung der Position in Südosteuropa und der Türkei als Hauptziel. Der erfolgreiche Abschluss der ersten Stromgeschäfte in Rumänien sowie die grenzüberschreitenden Geschäfte mit Ungarn waren daher ein wichtiger Schritt. Zudem schafft OMV Trading den Marktzugang für die Optimierung der CO2 -Position des OMV Konzerns. 2011 wurden auch die erforderlichen Geschäftsprozesse, IT-Infrastruktur und Risikomanagement-Systeme aufgebaut, um die erfolgreiche Entwicklung des Geschäfts sicherzustellen.

Implementierung der auf Erdgas basierenden Strom-Strategie

Der Bereich Power setzte seine Projekte mit der Entwicklung und Errichtung der Kraftwerke sowie

Starke Positionierung von G&P

dem Aufbau von Strukturen für Kraftwerksbetrieb und -instandhaltung fort. Die kommerzielle Inbetriebnahme des Windparks Dorobantu (45 MW) in Q4/11 markierte den Einstieg von OMV ins Stromgeschäft. Der Bau des Gaskraftwerks Brazi (860 MW) wurde Ende 2011 erfolgreich abgeschlossen, jedoch wurden die finalen Tests auf Grund externer technischer Faktoren unterbrochen. Zudem trieb OMV den Bau des Gaskraftwerks in Samsun (870 MW) weiter voran. Der Baufortschritt wird eine kommerzielle Inbetriebnahme in der ersten Jahreshälfte 2013 ermöglichen. Außerdem wird auch die Projektentwicklung für ein mögliches Gaskraftwerk der 800 MW-Klasse in Haiming (Deutschland) fortgesetzt. Ein weiterer Meilenstein war die Fertigstellung der Abwärmenutzungsanlage in Weitendorf (Österreich) Ende 2011. Sie wird nach dem Testbetrieb Anfang 2012 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Es handelt sich hierbei um ein in der Europäischen Union einzigartiges Projekt, bei dem Strom aus der Abwärme der Gaskompressorstation an der TAG Pipeline (Trans-Austria-Gasleitung) erzeugt wird.

Central European Gas Hub (CEGH)

Der Central European Gas Hub steigerte 2011 das Handelsvolumen um 15% auf 39 Mrd m³. Das monatliche Over-The-Counter Handelsvolumen erreichte im Mai 2011 mit 3,5 Mrd m³ einen neuen Höchstwert. Durch den Spotmarkt und Terminmarkt der CEGH Gas Exchange der Wiener Börse wurde die Position von CEGH als eine der führenden Gashandelsplattformen Kontinentaleuropas weiter gestärkt.

Ausblick für 2012

Die Entscheidung des Shah Deniz II Konsortiums über den präferierten Gastransportanbieter wird von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung des Nabucco Gas Pipeline Projekts sein. Das Gas Logistik-Geschäft wird weiterhin die Vorgaben des Dritten Energiepakets (Unbundling-Vorgaben) umsetzen. Die Hauptinvestitionen im Gas Logistik-Bereich in Österreich werden der weitere Ausbau der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline mit dem Ziel einer Erhöhung der Transportkapazität primär für die Inlandsnachfrage und zusätzliche Projekte zum Austausch langgedienter Gasturbinen für die WAG sein. Die Inbetriebnahme der Speicheranlage Etzel (Deutschland) und der

angeschlossenen Bunde-Etzel-Pipeline (BEP) ist für H2/12 geplant. Im Geschäftsfeld Power wird die kommerzielle Inbetriebnahme des Gaskraftwerks Brazi nun für H2/12 erwartet. Der Bau des emissionsarmen 870 MW Gaskombikraftwerks in Samsun (Türkei) schreitet voran und der kommerzielle Betrieb wird voraussichtlich in H1/13 aufgenommen. Auf den europäischen Gasmärkten wird erwartet, dass der Abstand zwischen den ölgebundenen Gaspreisen und den Spot-Gaspreisen etwas geringer wird. Das europäische LNG-Marktumfeld wird 2012 auf Grund der besseren Netback-Preissituation in Asien und Südamerika voraussichtlich herausfordernd bleiben. OMV Trading wird den Marktzugang aller G&Prelevanten Assets wirksam einsetzen und deren optimale Vermarktung in den Großkunden- und Handelsmärkten realisieren. EconGas wird sich auf die Performanceverbesserung und Profitabilität sowie die weitere Expansion in internationale Märkte fokussieren. Von Rumänien wird verlangt, das Dritte Energiepaket (Unbundling) in seinen Rechtsbestand zu übernehmen. Es wird erwartet, dass dies den Druck erhöht, einen liberalisierten Erdgasmarkt in Rumänien zu schaffen, um die derzeitige Marktverzerrung zu beseitigen. In der Türkei wird OMV ihre Wachstumsstrategie bei Erdgasverkäufen weiterverfolgen und die Stromverkaufs-Aktivitäten vorbereiten.

Integriertes Wachstum des G&P-Portfolios

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Das CCS EBIT vor Sondereffekten des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) erhöhte sich gegenüber 2010, obwohl sich das wirtschaftliche Umfeld deutlich verschlechterte. Im Ergebnis von 2011 ist erstmals der Beitrag von Petrol Ofisi enthalten. Kontinuierlich steigende Ölpreise, insbesondere in H1/11, hatten signifikante negative Auswirkungen auf die Raffineriemargen und die Nachfrage. Die niedrigeren Raffineriemargen konnte durch eine deutlich bessere Kostenposition und operative Performance fast gänzlich ausgeglichen werden. Die Petrochemie-Margen blieben in H1/11 hoch, fielen aber in der zweiten Jahreshälfte durch den wirtschaftlichen Abschwung in wichtigen Endmärkten. Auch das Marketing-Geschäft litt unter einer geringeren Nachfrage und anhaltendem Margendruck.

CCS EBIT vor Sondereffekten um 3% gestiegen Das Ergebnis von R&M war 2011 von einem sich verschlechternden Margenumfeld beeinträchtigt, was durch eine bessere Performance des Petrochemie-Geschäfts, Kostensenkungen vor allem im Raffinerie-Geschäft von Petrom und den Beitrag von Petrol Ofisi ausgeglichen werden konnte. Das CCS EBIT vor Sondereffekten lag mit EUR 232 Mio um 3% über dem Niveau von 2010 (EUR 225 Mio). Nach positiven CCS-Effekten in Folge steigender Rohölpreise von EUR 176 Mio (2010: EUR 187 Mio) sowie Netto-Sondereffekten von EUR -138 Mio (2010: EUR -14 Mio) lag das EBIT mit EUR 271 Mio deutlich unter dem Vorjahresniveau von EUR 397 Mio. Die Sondereffekte bezogen sich 2011 hauptsächlich auf die Strafe in Höhe von rund EUR 120 Mio, die gegen Petrom auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchungen der rumänischen Wettbewerbsbehörde verhängt wurde. Das Unternehmen hält die Strafe für ungerechtfertigt und wird gegen die Entscheidung berufen.

Das CCS EBIT vor Sondereffekten im Raffinerie-Geschäft ging verglichen zu 2010 etwas zurück. Signifikant gestiegene Ölpreise und eine geringere Brent-Urals Spanne im Vergleich zu 2010 führten zu höheren Kosten für den Eigenenergieverbrauch und somit zu niedrigeren OMV Referenz-Raffineriemargen, insbesondere in den Raffinerien Ost. Diese negativen Auswirkungen konnten durch eine deutlich bessere

Kostenposition und operative Performance, unterstützt durch die Schließung der Raffinerie Arpechim, fast gänzlich ausgeglichen werden. Die Kapazitätsauslastung stieg auf 87% gegenüber 76% im Vorjahr (als die Raffinerie Arpechim noch in die Berechnung einbezogen war). Der Raffinerie-Ausstoß lag leicht unter dem Niveau von 2010 (18,97 Mio t 2011 vs. 18,99 Mio t 2010), was vor allem auf die planmäßigen Revisions-Stillstände in der Raffinerie Bayernoil in Q1/11, der Petrochemie-Anlagen in Schwechat in Q2/11 und in Petrobrazi in Q3/11 zurückzuführen war. Während der Krise in Libyen gelang es dem Raffinerieteam in Burghausen, das libysche Rohöl ohne negative Auswirkungen auf die Produktqualität durch andere Rohöle zu ersetzen. Das Petrochemie-Ergebnis war beachtlich und übertraf das Niveau von 2010. Die Verkaufsmengen gingen durch den planmäßigen Stillstand in Schwechat im Vergleich zu 2010 allerdings geringfügig zurück (1,96 Mio t in 2011 vs. 2,08 Mio t in 2010).

Jahresnominalkapazitäten der Raffinerien Mio t
Raffinerien West
Schwechat 9,6
Burghausen 3,6
Bayernoil (OMV Anteil) 4,6
Raffinerien Ost 1)
Petrobrazi 4,5
Gesamt 22,3

1) Im März 2011 wurde die Entscheidung getroffen, die Raffinerie Arpechim endgültig zu schließen (3,5 Mio t).

Auf einen Blick
2011 2010 D
Bereichsumsatz in EUR Mio 26.472 18.042 47%
Betriebserfolg (EBIT) in EUR Mio 271 397 -32%
CCS EBIT vor Sondereffekten in EUR Mio 1) 232 225 3%
Investitionen in EUR Mio 575 1.194 -52%
Gesamtverkaufsmenge Raffinerieprodukte in Mio t 30,98 24,48 27%
Marketing-Verkaufsmengen in Mio t 22,61 16,03 41%

1) Bereinigt um einmalige Sondereffekte; das bereinigte CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste (CCS Effekte) aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi.

Das Marketing-Ergebnis vor Sondereffekten lag durch den Beitrag von Petrol Ofisi über dem Ergebnis von 2010. In den anderen Märkten konnten aktives Kostenmanagement im gesamten Geschäftsbereich und die fortlaufende Restrukturierung des Tankstellennetzes die negativen Auswirkungen der schwachen Nachfrage und des anhaltenden Margendrucks durch die hohen Ölpreise und das schwache wirtschaftliche Umfeld in Europa nicht kompensieren. Die Verkaufsmengen waren durch die Konsolidierung von Petrol Ofisi höher als 2010. Die Margen gingen gegenüber dem Vorjahr jedoch zurück.

Konsolidierung und Kostensenkungsinitiativen unterstützten das Marketing-Ergebnis

Die kontinuierliche Optimierung des Tankstellennetzes in Regionen mit geringer Integration (Abschluss des Verkaufs von 56 Tankstellen in den deutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen sowie der Verkauf der Tankstellen in Zypern) trugen zu höherer Effizienz bei. Neben der Optimierung des bestehenden Netzes liegt der Schwerpunkt im Retail-Geschäft weiterhin auf einer Premiummarken-Strategie, mit selektiven Investitionen in qualitativ hochwertige Standorte. Die Zahl der Tankstellen inklusive Petrol Ofisi betrug 4.484, während der durchschnittliche jährliche Durchsatz durch die Einbeziehung der Petrol Ofisi-Tankstellen von 3,3 Mio Liter auf 2,7 Mio Liter sank. Die Märkte in Zentral- und Osteuropa entwickelten sich eher schwach, da hohe Preise und das gedämpfte wirtschaftliche Umfeld zu geringeren Konsumausgaben führten. Das Non-Oil-Geschäft entwickelte sich jedoch sehr gut. Durch die starke Position der Marke VIVA konnten die

Shop-Umsätze auf hohem Niveau gehalten werden. Im Commercial-Geschäft stützten strenge Kostenkontrolle, höhere Verkaufsmengen und der Beitrag von Petrol Ofisi das Ergebnis.

Petrom: Höhere operative Effizienz durch Konsolidierung und Initiativen zur Kostensenkung

Im Raffineriegeschäft führten hohe Rohölpreise und eine geringere Brent-Urals Spanne zu signifikant niedrigeren Margen. Das schwache Margenumfeld konnte aber durch eine deutliche Verbesserung der Kostenposition und der operativen Performance mehr als ausgeglichen werden. Die Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi ging planmäßig voran. Im März 2011 genehmigte der Aufsichtsrat von Petrom die endgültige Schließung der Raffinerie Arpechim. Einige wenige, ausgewählte Assets – vor allem Logistik-Einrichtungen – werden weiter als Terminal für Rohöl und Ölprodukte verwendet werden. Im Bereich Marketing lag der Fokus 2011 auf der weiteren Stärkung der Zwei-Marken-Strategie – OMV/VIVA und Petrom. Das kürzlich entwickelte Konzept VIVA Smart wurde in Rumänien und Bulgarien eingeführt, um die Attraktivität des Non-Oil-Angebots an den Tankstellen zu günstigen Investitionskosten zu erhöhen. Durch das hohe Preisniveau und das schwache wirtschaftliche Umfeld sank das Verkaufsvolumen im Retail-Geschäft in Rumänien um etwa 5%. Der durchschnittliche jährliche Durchsatz pro Tankstelle erreichte 4,5 Mio Liter, worin sich die hohe Effizienz des Retail-Netzes widerspiegelt. Im Commercial-Geschäft wurde der Kundenfokus durch die Entwicklung und Implementierung maßgeschneiderter Konzepte für Landwirtschaft, Bauwirtschaft und den Transportsektor verstärkt, um den Absatz weiter zu fördern. Das Markenpartner-Konzept wurde ebenfalls weiterentwickelt. Ende 2011 wurden Aviation Petroleum und Petrom Aviation in ein Unternehmen zusammengeführt, wodurch sich die operative Effizienz weiter erhöhte.

Deutliche Verbesserung der Kostenposition und der operativen Performance

Vollständige Integration von Petrol Ofisi

Herausforderndes Jahr für Petrol Ofisi

Hohe Steuern auf Ölprodukte führten zusammen mit dem starken und kontinuierlichen Anstieg der Rohölpreise in H1/11 zu einem Rekordpreisniveau in der Türkei. Mehrere Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Treibstoffhandel verschlechterten die Situation. Die wichtigste Änderung war die Verkürzung der Laufzeit der Händlerverträge von 15 auf 5 Jahre durch die Wettbewerbsbehörde. Diese Änderung führte zu einer drastischen Schwächung der Position der Großhandelsunternehmen bei der Neuverhandlung der Verträge und in der Folge zu einer deutlich geringeren Profitabilität im Retail-Geschäft. Die Änderung der Preispolitik des lokalen Raffinerieunternehmens hatte eine wesentliche Verringerung des Importvorteils zur Folge, von dem die Treibstoffhändler zuvor profitiert hatten. Bei Petrol Ofisi lag der Fokus auf der vollständigen Integration in den OMV Konzern. Eine Reihe von Bereichen mit signifikanten Synergiepotenzialen wurde identifiziert, die Realisierung dieser Potenziale wurde in Angriff genommen. Die Segmentierung des Tankstellennetzes wurde vorangetrieben und türkischen Kunden wurden in einer seit Ende 2011 laufenden Pilotphase bestimmte Konzepte angeboten. Über das weitere Vorgehen wird auf Basis der Kunden-Akzeptanz dieser Konzepte entschieden werden. Die Produktbeschaffung wurde in die OMV Supply-Strukturen integriert, und bei den Ausschreibungsverfahren für 2012 konnten wesentliche Verbesserungen bei Produktpreisen und Lieferbedingungen erzielt werden. Im Commercial-Geschäft herrschte starker Margendruck, und Petrol Ofisi verlor den Liefervertrag für Flugturbinenkraftstoff mit Turkish Airlines. Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds konnte Petrol Ofisi 2011 ein

Absatzvolumen von 4,2 Mio t bei weißen Produkten, 0,6 Mio t bei schwarzen Produkten und 0,4 Mio t bei Flüssiggas für Kraftfahrzeuge erzielen und damit das Marktwachstum übertreffen. Daher verteidigte Petrol Ofisi die Marktführerschaft bei weißen und schwarzen Produkten mit einem Marktanteil von 26% bzw. 56%. In Einklang mit der Strategie zur Netzoptimierung veräußerte Petrol Ofisi das Tankstellennetz in Zypern in Q4/11.

Starker Ergebnisbeitrag von Borealis

Für Borealis begann das Geschäftsjahr 2011 sehr vielversprechend, mit hoher Nachfrage und einem starken Margenumfeld. Mit dem wirtschaftlichen Abschwung in wichtigen Endmärkten verschlechterte sich jedoch die Situation in der zweiten Jahreshälfte und erwies sich als sehr herausfordernd. Die veränderte Grundstimmung des Markts hatte Auswirkungen auf die europäische Polyolefinindustrie und bewirkte einen Margenverfall. Das Geschäftsfeld Polyolefine wurde von der Marktentwicklung stärker beeinträchtigt als das Basischemikalien-Geschäft, das sein Ergebnis im Vergleich zu 2010 auf Grund höherer und stabilerer Margen insbesondere bei Düngemitteln steigern konnte. Borealis investierte weiter in Forschung und Entwicklung. 2011 feierte Borealis den Spatenstich für seine neue semikommerzielle Katalysatoranlage in Linz (Österreich). Mit dieser Investition verstärkt Borealis seine Forschungsressourcen im Bereich Katalysatorentwicklung und Polyolefinproduktion. Außerdem finalisierte Borealis seine Investition von rund EUR 8 Mio in die Umwandlung einer Naphtha-Kaverne zu einer Butan-Anlage am Standort Stenungsund (Schweden), womit die Wettbewerbsfähigkeit und Rohstoff-Flexibilität des Standorts verbessert wurde. Im Basischemikalien-Geschäft unterbreitete Borealis ein verbindliches Übernahmeangebot für den französischen Düngemittelhersteller PEC-Rhin und schloss die Transaktion am 31. Jänner 2012 ab. Borouge, das Joint Venture zwischen Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), erzielte 2011 hervorragende Ergebnisse. Die Anlagen des Expansionsprojekts Borouge 2 laufen mit hoher Auslastung. Außerdem wurden 2011 die letzten Aufträge für das Borouge 3-Expansionsprojekt in Abu Dhabi vergeben. Das Projekt wird die jährliche Produktionskapazität von Borouge

bei Polyolefinen von rund 2 Mio t auf rund 4,5 Mio t erhöhen und 2014 voll betriebsfähig sein.

Ausblick für 2012

Der Geschäftsbereich R&M wird weiter vom herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, das sich in der gedämpften Nachfrage und unter Druck stehenden Margen widerspiegelt, beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass sich die Raffinerie-Margen verglichen mit 2011 auf Grund von wegfallenden Produktionskapazitäten verbessern, aber weiterhin unter Druck bleiben werden. Die hohe Rentabilität des Petrochemie-Segments in 2011 wird voraussichtlich auf ein moderateres Niveau zurückfallen, da in den wichtigen Endmärkten China und Indien ein niedrigeres Wirtschaftswachstum erwartet wird. Sowohl Marketingmengen als auch -margen bleiben unter Druck, da nicht erwartet wird, dass die reifen westlichen Märkte wachsen werden und die Wirtschaft in Südosteuropa weiterhin durch die gedämpfte Konjunktur und die Staatsschuldenkrise beeinflusst ist. In der Raffinerie Petrobrazi ist in Q2/12 ein sechswöchiger Produktionsstillstand geplant, um die Rohöl-Destillationsanlage aufzurüsten. Dies wird die Kapazität der Raffinerie auf jährlich 4,2 Mio t ändern und die Verarbeitung von 100% der rumänischen Öl-Produktion von Petrom ermöglichen. Für 2012 sind keine weiteren größeren Stillstände oder Anlagenrevisionen geplant. Im Marketing-Geschäft wird die kontinuierliche Netzwerkoptimierung des Retail-Geschäfts zusammen mit starker Kostenkontrolle die Rentabilität im sonst schwierigen Umfeld unterstützen. Die weitere Optimierung des Tankstellennetzes in Regionen mit geringer Integration (angekündigter Verkauf von kroatischen und bosnischen Tochtergesellschaften) wird darüber hinaus zu höherer Effizienz führen. Bei Petrol Ofisi wird die weitere Integration und Realisierung von Synergiepotenzialen mit den Supply-Strukturen von OMV positiv zum R&M-Ergebnis beitragen. Das Marketingumfeld in der Türkei wird allerdings herausfordernd bleiben. Das Investitionsprojekt mit der höchsten Priorität im Geschäftsbereich bleibt die Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi. Striktes Kostenmanagement und eine weitere Optimierung des Geschäfts werden zu einer verbesserten Rentabilität in R&M führen.

Änderung der Kapazität der Raffinerie Petrobrazi in Q2/12

Konzernlagebericht

Konzernlagebericht des Vorstands

Konzern Finanzdaten EUR Mio
2011 2010 D
Umsatzerlöse 34.053 23.323 46%
Betriebserfolg (EBIT) 2.473 2.334 6%
Jahresüberschuss 1.572 1.214 30%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss 1.063 921 16%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514 2.886 –13%
Investitionen 1) 3.146 3.207 –2%
Mitarbeiter per 31. Dezember 29.800 31.398 –5%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in assoziierte Unternehmen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte

Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge.

EBIT-Steigerung um 6%

Der OMV Konzern erwirtschaftete 2011 ein starkes operatives Ergebnis von EUR 2.473 Mio und lag damit 6% über dem Vorjahresniveau, was auf höhere Ölpreise zurückzuführen war, aber teilweise durch die niedrigeren Produktionsmengen und den schwächeren EUR/USD Kurs revidiert wurde. Die Netto-Sonderaufwendungen in der Höhe von EUR 212 Mio (2010: EUR 323 Mio) beziehen sich im Wesentlichen auf eine Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde, Schließungskosten für die Raffinerie Arpechim, die Abschreibung der Explorationslizenz Kultuk (Kasachstan) und Personalrestrukturierungen. Zusätzlich wurden positive CCS Effekte von EUR 176 Mio gebucht (2010: EUR 187 Mio). Der Finanzerfolg lag mit EUR -273 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau von EUR -373 Mio, unter anderem getrieben durch einen signifikant höheren At-Equity-Beitrag von Borealis auf Grund des starken Margenumfelds für Petrochemie. Die effektive Steuerquote des Konzerns fiel auf 29% (2010: 38%), was insbesondere auf den deutlich geringeren Ergebnisbeitrag der hoch besteuerten libyschen Gesellschaften zurückzuführen ist. Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Jahresüberschuss lag mit EUR 1.063 Mio über 2010 (EUR 921 Mio). Den nicht beherrschenden Anteilen und Hybridanteilen waren EUR 509 Mio zuzurechnen (2010: EUR 294 Mio).

Der Return On Average Capital Employed (ROACE) stieg von 10% auf 11%, der Return On Fixed Assets (ROFA) sank von 18% auf 14%, und der Return On Equity (ROE) stieg von 11%

auf 13%. Die Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage "Abkürzungen und Definitionen", welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Der Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) war zu einem hohen Grad durch externe Einflussfaktoren beeinträchtigt. Die Gesamtproduktion sank um 9% auf 105,0 Mio boe (davon Petrom: 67,8 Mio boe) auf Grund des Arabischen Frühlings, welcher Produktionsausfälle in Libyen und im Jemen verursachte. Im Schnitt belief sich die tägliche Förderrate auf 288.000 boe/d (davon Petrom: 186.000 boe/d). In Tunesien wurden zwei Bohrungen in Durra in Betrieb genommen, und in Rumänien wurde die Totea-Explorationsbohrung innerhalb von nur vier Monaten in Betrieb genommen. In Tunesien finalisierte OMV im Februar den Kauf des E&P-Geschäfts von Pioneer. Dies führte zu einer Produktionserhöhung von ungefähr 5.000 boe/d für den Rest des Jahrs, darüber hinaus wird Cherouq weiterentwickelt. In Pakistan wurde im Juli die Akquisition der operativen Petronas E&P-Gesellschaft finalisiert. Die neuen Anlagen trugen ungefähr 1.000 boe/d zur Produktion bei. Im Dezember finalisierte OMV den Kauf eines Anteils von 20% im Zidane Feld im Europäischen Nordmeer. Im Offshorebereich der Nordwestküste Australiens erfolgte einer der wesentlichsten Gasfunde für E&P (Zola). Aktivitäten zur weiteren Einschätzung sind geplant. Weitere Explorationsmöglichkeiten werden evaluiert.

Das Gas und Power (G&P) Segment erlebte auf Grund des aktuellen Marktumfelds ein sehr herausforderndes Jahr im Supply, Marketing und Trading-Geschäft, welches nur teilweise durch neuverhandelte Bezugsverträge gemildert wurde. OMV setzte einen weiteren Schritt in Richtung Weiterentwicklung und Optimierung von produktund regionsübergreifenden Handelsaktivitäten entlang der Gas- und Strom-Wertschöpfungskette. Durch die Erweiterung der West-Austria-Gas Pipeline und den Start einer neuen Kompressorstation wurde die Transportkapazität im Gas Logistik-Geschäft erhöht, welches wieder einen starken Ergebnisbeitrag lieferte. Das Nabucco Gas Pipeline Projekt machte in 2011 durch die Finalisierung der rechtlichen Strukturen mit der Unterzeichnung des "Project Support Agreements" durch die verantwortlichen Ministerien der fünf Nabucco-Staaten weitere Fortschritte. Im Bereich Power erfolgte der kommerzielle Start des Windparks in Rumänien, und der Bau des Gaskraftwerks in Brazi (Rumänien) wurde erfolgreich abgeschlossen. Der kommerzielle Vollbetrieb wird nun für H2/12 erwartet. In Samsun (Türkei) wurde am 800 MW-Klasse Gaskraftwerk weitergebaut.

Trotz des sich verschlechternden Wirtschaftsumfelds lieferte der Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) eine positive operative Entwicklung. Durch die Ende 2010 erfolgte Akquisition enthält das EBIT 2011 zum ersten Mal einen Beitrag durch Petrol Ofisi. Die Raffineriespannen sanken in 2011 signifikant, im Wesentlichen auf Grund der höheren Kosten für Eigenverbrauch welche nur teilweise durch höhere Mitteldestillatspannen kompensiert wurden. Die Produktspannen im Bereich Petrochemie waren im ersten Halbjahr sehr hoch, wurden im zweiten Halbjahr aber auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheit durch die Staatsschuldenkrise etwas schwächer. Das Marketing-Ergebnis lag unter dem Niveau von 2010. Aktives Kostenmanagement in allen Bereichen und die laufende Restrukturierung des Tankstellennetzes konnten das anhaltend schwache wirtschaftliche Umfeld – speziell in den osteuropäischen Ländern – nicht kompensieren. Im Tankstellenbereich wird einerseits das bestehende Netz optimiert, andererseits liegt der Schwerpunkt im Retail-Geschäft weiterhin auf einer Premiummarken-Strategie mit selektiven Investitionen in qualitativ hochwertige Standorte. Durch Änderungen in den Bestimmungen für

den Treibstoffvertrieb und die Entwicklungen am Weltmarkt erlebten in der Türkei tätige Unternehmen in 2011 ein sehr volatiles und angespanntes Umfeld. Der Fokus für Petrol Ofisi lag auf Integration und Restrukturierung.

Betriebserfolg (EBIT)

E&P verzeichnete, vor allem auf Grund gestiegener Rohölpreise, einen EBIT-Anstieg um 15% auf EUR 2.084 Mio. Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag mit 288.000 boe/d unter dem Vorjahresniveau, da höhere Mengen aus Tunesien (inkl. der Akquisition von Pioneer) und Kasachstan die niedrigeren Mengen aus Libyen, dem Jemen und Österreich (geplanter Stillstand in Q2/11) nicht kompensieren konnten. Die OMV Erdöl- und NGL-Tagesproduktion fiel, im Wesentlichen durch den Produktionsrückgang in Libyen und im Jemen, um 18%. Die OMV Erdgastagesproduktion lag leicht über 2010, da eine höhere Produktion in Rumänien, Kasachstan und Pakistan den Rückgang in Österreich und Neuseeland wettmachen konnte. Das EBIT enthielt Netto-Sonderaufwendungen von EUR 64 Mio in 2011, die sich hauptsächlich auf die Abschreibung von Kultuk in Q2/11 sowie eine Rückstellung für die Abschreibung im Rahmen eines Lager-Outsourcing-Projekts in Rumänien in Q4/11 bezogen.

Das G&P EBIT sank von EUR 277 Mio in 2010 auf EUR 238 Mio, im Wesentlichen durch Supply, Marketing und Trading verursacht. Das Supply, Marketing und Trading-Geschäft war durch beträchtlichen Druck auf die Margen beeinträchtigt. Dieser wurde durch die erfolgreichen Verhandlungen über Preisanpassungen für die langfristigen Gas-Lieferverträge in Q4/11 etwas abgeschwächt und durch signifikant höhere Verkaufsmengen beeinträchtigt. Das Gas Logistik-Geschäft profitierte von höheren verkauften Transportmengen, die primär auf die zusätzlichen Kapazitäten in Österreich zurückzuführen waren. In 2011 wurde der Bau der beiden Kraftwerke in Rumänien (Brazi und Dorobantu) erfolgreich abgeschlossen und das Kraftwerksprojekt Samsun in der Türkei vorangetrieben. Dies hatte ein höheres Kostenniveau im Bereich Power zur Folge.

Erfolgreiche Verhandlungen der Gas-Lieferverträge

Betriebserfolg (EBIT) EUR Mio
2011 2010 D
Exploration und Produktion (E&P) 1) 2.084 1.816 15%
Gas und Power (G&P) 238 277 –14%
Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie (R&M) 271 397 –32%
Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) –71 –128 –45%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung –48 –28 73%
OMV Konzern 2.473 2.334 6%

1) Exklusive Zwischengewinneliminierung.

Das R&M EBIT verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang, da die bessere operative Leistung durch einige Einmaleffekte – wie zum Beispiel die Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde – beeinträchtigt wurde. Das Raffinerie-Ergebnis litt unter dem Rückgang der OMV Referenz-Raffineriemarge vor allem auf Grund gestiegener Rohölpreise, welche zu höheren Kosten für den Eigenverbrauch führten und die weder durch höhere Mitteldestillat-Spannen noch durch höhere Petrochemie-Margen kompensiert werden konnten. Die gesamte Kapazitätsauslastung stieg auf 87% (vs. 76% in 2010) auf Grund der Stillstände in Schwechat und Petrobrazi in Q2/10 und weil die Raffinerie Arpechim seit Q1/11 nicht mehr in die Berechnung einbezogen wird. Der Raffinerie-Ausstoß blieb auf gleichem Niveau wie 2010. Das Petrochemie-Ergebnis blieb im Vergleich zu 2010 auf gleichem Niveau. Höhere Produktmargen wurden durch den Rückgang der Verkaufszahlen um 6%, hauptsächlich bedingt durch den geplanten Stillstand in Schwechat in Q2/11, ausgeglichen. Das Marketing-Ergebnis lag auf Grund der Rückstellung für die Strafe gegen Petrom in Bezug auf die kartellrechtliche Untersuchung unter dem Niveau von 2010. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis lag trotz des andauernden schwierigen Margen-Umfelds über 2010, unterstützt durch den positiven Beitrag von Petrol Ofisi, welcher in den Ergebnissen von 2010 nicht inkludiert war. Das EBIT enthält Netto-Sonderaufwendungen in Höhe von EUR 138 Mio.

Das EBIT in Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) stieg um 45% auf EUR -71 Mio in 2011, im Wesentlichen auf Grund von Änderungen in der Organisationsstruktur des Konzerns.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

OMV ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern. Da die Ölproduktion von E&P entweder in den eigenen Raffinerien verarbeitet oder – zum Großteil – über den Geschäftsbereich R&M (OMV Supply & Trading AG) vermarktet wird, hat der Geschäftsbereich R&M den weitaus größten Anteil am konsolidierten Konzernumsatz. Bedingt durch starke Schwankungen in den wesentlichen Einflussgrößen Rohölpreis und USD-Wechselkurse können sich beträchtliche Erhöhungen und Rückgänge bei den Umsätzen, aber auch bei den Umsatzkosten ergeben, sodass aus diesen nur eingeschränkt auf die Ergebnisauswirkung Rückschlüsse gezogen werden können.

Der 46%ige Anstieg im Konzernumsatz auf EUR 34.053 Mio spiegelt vor allem den allgemeinen Preisanstieg und die erstmalige Konsolidierung der Petrol Ofisi Umsätze im Jahr 2011 wider. Der Bereichsumsatz von E&P stieg um 6% auf EUR 4.960 Mio. Grund dafür waren signifikant höhere Erdöl- und Erdgaspreise. Nach Berücksichtigung konzerninterner Umsätze von EUR 4.193 Mio ergab sich ein Beitrag zum Konzernumsatz von EUR 766 Mio, was einem Anteil von rund 2% am Gesamtumsatz entspricht (2010: EUR 1.046 Mio bzw. 4%). Der Bereichsumsatz in G&P stieg auf EUR 7.000 Mio (2010: EUR 4.365 Mio) an. Nach Abzug konzerninterner Umsätze mit den Raffinerien ergab sich ein Konzernbeitrag von EUR 6.856 Mio bzw. rund 20% des Gesamtumsatzes (2010: EUR 4.262 Mio bzw. 18%). R&M trug EUR 26.426 Mio bzw. 78% zum Konzernumsatz bei (2010: EUR 18.012 Mio bzw. 77%).

Die regionale Umsatzaufteilung erfolgt nach dem Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung. Unter den Absatzmärkten des Konzerns blieb Österreich mit einem Umsatz von EUR 11.501 Mio

Gesamtkapazitätsauslastung auf 87% gestiegen

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung) EUR Mio
2011 2010 D
Umsatzerlöse 34.053 23.323 46%
Direkte Vertriebskosten –305 –245 25%
Umsatzkosten –29.291 –19.188 53%
Sonstige betriebliche Erträge 289 251 15%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –1.385 –1.083 28%
Explorationsaufwendungen, Forschung und Entwicklung –370 –254 45%
Sonstige betriebliche Aufwendungen –518 –470 10%
Betriebserfolg (EBIT) 2.473 2.334 6%
Finanzerfolg –273 –373 –27%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –628 –747 –16%
Jahresüberschuss 1.572 1.214 30%
Davon Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 22 n.a.
Davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 487 294 66%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss 1.063 921 16%

bzw. 34% des Konzernumsatzes unverändert der wichtigste (2010: EUR 7.518 Mio bzw. 32%). Die Umsätze in Deutschland stiegen von EUR 5.319 Mio im Jahr 2010 auf EUR 5.804 Mio im Jahr 2011, was einem Anteil am Gesamtumsatz von 17% entspricht (2010: 23%). Ein Anstieg war auch in Rumänien zu beobachten, der Umsatz lag dort bei EUR 4.016 Mio bzw. 12% des Konzernumsatzes (2010: EUR 3.336 Mio bzw. 14%). Ebenfalls einen starken Beitrag zu den Umsätzen des OMV Konzerns in 2011 leistete die Türkei mit EUR 5.023 Mio (15% am Gesamtumsatz). Umsätze in Höhe von EUR 4.202 Mio bzw. 12% des Gesamtumsatzes wurden im übrigen Mittel- und Osteuropa getätigt (2010: EUR 3.342 Mio bzw. 14%), auf die restlichen europäischen Länder entfielen EUR 1.997 Mio bzw. 6% (2010: EUR 1.509 Mio bzw. 6%). Die Umsätze in der übrigen Welt fielen von EUR 2.304 Mio auf EUR 1.510 Mio, was einem Anteil von 4% am Gesamtumsatz entspricht (2010: 10%).

Die direkten Vertriebsaufwendungen betrafen hauptsächlich fremde Ausgangsfrachten und stiegen um 25% auf EUR 305 Mio. Die Umsatzkosten, welche die variablen und fixen Produktionskosten sowie Handelswareneinsätze beinhalten, erhöhten sich um 53% auf EUR 29.291 Mio, was die Entwicklung der Umsätze widerspiegelt. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit EUR 289 Mio um 15% über dem Vorjahreswert, was größtenteils auf die Neubewertung der Pensionsrückstellungen in Petrom auf Grund einer

Erhöhung des Diskontsatzes zurückzuführen ist. Daneben werden in dieser Position hauptsächlich Wechselkursgewinne, Veräußerungserlöse, Verkäufe von CO2 -Emissionszertifikaten und Erträge aus anderen Vergütungen sowie aus Zuschüssen und Lizenzen ausgewiesen. Die Vertriebsaufwendungen nahmen im Vergleich zu 2010 um 25% zu und beliefen sich damit auf EUR 947 Mio. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen um 34% auf EUR 437 Mio.

Die Aufwendungen für Exploration erhöhten sich um 48% auf EUR 354 Mio, während die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf EUR 16 Mio blieben, da das Ausmaß der Tätigkeit weitgehend auf demselben Niveau wie im Vorjahr blieb.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen

nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 10% zu und beliefen sich damit auf EUR 518 Mio, was auch die Rückstellung für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund kartellrechtlicher Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde beinhaltet. Verglichen mit 2010 waren die Aufwendungen für Personallösungen in Petrom, Österreich und Deutschland erheblich geringer.

Der Finanzerfolg zeigte in Summe einen Aufwand von EUR 273 Mio (2010: EUR 373 Mio). Diese Aufwandsverminderung wurde maßgeblich dadurch verursacht, dass das Ergebnis 2010 durch den Einmaleffekt der Umwertungsverluste Gestiegene Explorationsaufwendungen

Investitionen 1) EUR Mio
2011 2010 D
Exploration und Produktion 2.066 1.252 65%
Gas und Power 468 712 –34%
Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie 575 1.194 –52%
Konzernbereich und Sonstiges 37 49 –24%
Investitionen gesamt 3.146 3.207 –2%
+/– Konsolidierungskreisänderungen und sonstige Adaptierungen 336 176 91%
– Investitionen in Finanzanlagen –849 –1.032 –18%
Zugang laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) 2.633 2.352 12%
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen –171 –264 –35%
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen 2.462 2.088 18%
+ Zahlungswirksame Investitionen in Beteiligungen, Ausleihungen
und sonstige Finanzanlagen 58 40 45%
Investitionen laut Cashflow-Rechnung 2.520 2.128 18%

1) Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in assoziierte Unternehmen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investition definierte Zugänge.

im Zuge der Petrol Ofisi Akquisition geschmälert wurde. Zusätzlich wurde das Ergebnis in 2011 von dem deutlich stärkeren At-Equity-Beitrag der Borealis Gruppe gestärkt, was aber durch eine insgesamt negative Auswirkung der Wechselkursentwicklung teilweise ausgeglichen wurde. Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen belief sich gesamt auf EUR 224 Mio (2010: EUR 92 Mio). Darin enthalten waren der Ergebnisanteil an der Borealis Gruppe von EUR 186 Mio (2010: EUR 109 Mio) und der At-Equity-Beitrag der Pearl Petroleum Company Ltd. in Höhe von EUR 35 Mio (2010: EUR 15 Mio). Die Dividendenerträge betrugen EUR 8 Mio (2010: EUR 10 Mio). Das Zinsergebnis zeigte einen Aufwandssaldo von EUR 352 Mio (2010: EUR 336 Mio), wobei der Anstieg gegenüber dem Vorjahr weitestgehend durch die höheren Finanzierungskosten bei der türkischen Tochter Petrol Ofisi begründet ist.

Die Aufwendungen aus Ertragsteuern sanken gegenüber 2010 um EUR 119 Mio auf EUR 628 Mio. Diese Verringerung resultierte einerseits aus einer Reduktion der laufenden Ertragssteuern von EUR 157 Mio auf EUR 560 Mio und andererseits aus einem Anstieg der latenten Steuern von EUR 39 Mio auf EUR 68 Mio. Daraus ergab sich für den Konzern ein Effektivsteuersatz von 28,5% (38,1% in 2010). Diese Verringerung der Steuerbelastung war hauptsächlich durch wesentlich geringere Beiträge der hoch besteuerten libyschen E&P-Gesellschaften bedingt.

Investitionen

Das Investitionsvolumen fiel auf EUR 3.146 Mio (2010: EUR 3.207 Mio). Wesentlich gestiegene Investitionen im Geschäftsbereich E&P standen niedrigeren Investitionstätigkeiten in R&M, G&P und Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegenüber.

E&P investierte EUR 2.066 Mio (2010: EUR 1.252 Mio), vor allem in den Erwerb der tunesischen Tochtergesellschaften von Pioneer und der pakistanischen Tochtergesellschaft von Petronas, sowie in die Entwicklung von Feldern in Rumänien, Österreich und Kasachstan. Die Investitionen im Geschäftsbereich G&P, EUR 468 Mio (2010: EUR 712 Mio), standen im Zusammenhang mit dem Bau der Kraftwerke in Brazi (Rumänien) und in Samsun (Türkei) sowie mit dem Expansionsprojekt der West-Austria-Gas Pipeline (WAG). Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich R&M belief sich auf EUR 575 Mio (2010: EUR 1.194 Mio) und enthielt hauptsächlich Investitionen in Qualitätsverbesserungsprojekte in Österreich und Rumänien sowie in Bau- und Sanierungsmaßnahmen von Tankstellen und Terminals. Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Kb&S lag bei EUR 37 Mio (2010: EUR 49 Mio).

Die Überleitung der Investitionen auf die Zugänge laut Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) betrifft vor allem Investitionen in Finanzanlagen, Konsolidierungskreisänderun-

Deutlich stärkerer Beitrag von Borealis

Bilanz (Kurzfassung) 1) EUR Mio
2011 % 2010 %
Aktiva
Langfristiges Vermögen 20.362 72 18.685 71
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 17.408 61 15.937 60
Anteile an assoziierten Unternehmen 1.671 6 1.488 6
Sonstiges langfristiges Vermögen 1.282 5 1.261 5
Latente Steuern 198 1 190 1
Kurzfristiges Vermögen 7.853 28 7.544 29
Vorräte 3.149 11 2.818 11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.541 12 2.931 11
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 1.164 4 1.795 7
Passiva
Eigenkapital 13.480 47 11.314 43
Langfristige Verbindlichkeiten 7.538 27 8.335 32
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 837 3 899 3
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 4.286 15 5.005 19
Rekultivierungsverpflichtungen 1.984 7 1.933 7
Rückstellungen und andere Verbindlichkeiten 432 2 498 2
Latente Steuern 905 3 549 2
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.491 23 6.220 24
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.431 12 3.362 13
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 559 2 968 4
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 2.500 9 1.891 7
Bilanzsumme 28.413 100 26.419 100

1) Zahlen für 2010 wurden nach der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.S˛. angepasst.

gen und nicht als Investitionen definierte Zugänge. Der Unterschied zwischen den Zugängen laut Anlagespiegel und den Investitionen laut Cashflow-Rechnung war im Bereich des immateriellen Vermögens und der Sachanlagen auf in der Periode nicht zahlungswirksame Zugänge (unter anderem Investitionsverbindlichkeiten und aktivierte Fremdkapitalkosten) zurückzuführen. Darüber hinaus sind in den Gesamtinvestitionen laut Cashflow-Rechnung zahlungswirksame Zugänge zu Finanzanlagen enthalten.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich um EUR 1.995 Mio auf EUR 28.413 Mio. Der Zuwachs im langfristigen Vermögen um EUR 1.676 Mio auf EUR 18.670 Mio ist auf getätigte Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie auf Erstkonsolidierungseffekte aus den Akquisitionen in Tunesien und Pakistan zurückzuführen. Die laufenden Zugänge zu Sachanlagen und immateriellem Vermögen (EUR 2.633 Mio) überstiegen die Summe aus planmäßigen Abschreibungen und Abgängen um EUR 1.132 Mio.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen erhöhten sich insgesamt um EUR 183 Mio, wobei dies maßgeblich auf das Beteiligungsergebnis von Borealis und der anteiligen Ergebnisse der anderen assoziierten Unternehmen sowie auf die Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen und sonstige Änderungen zurückzuführen ist. Das sonstige langfristige Vermögen, das im Wesentlichen langfristige Forderungen und Ausleihungen sowie Wertpapiere enthält, stieg geringfügig auf EUR 1.282 Mio.

Der Anstieg des kurzfristigen Vermögens um EUR 309 Mio ist in erster Linie bedingt durch die Zunahme bei den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um EUR 610 Mio (dies resultiert aus dem höheren Ölpreisniveau) und bei den Gasvorräten um EUR 331 Mio. Diese Effekte wurden teilweise kompensiert durch die Abnahme des Kassenbestands und der Bankguthaben sowie durch Reduktionen bei anderen kurzfristigen Vermögenswerten.

Bilanzsumme erhöht

Das Eigenkapital (inkl. Minderheitenanteile) erhöhte sich um EUR 2.168 Mio, die Eigenkapitalquote betrug 47% (2010: 43%). Neben dem Jahresüberschuss wirkten sich in erster Linie Effekte aus der Kapitalerhöhung und der Ausgabe einer Hybridanleihe positiv auf das Eigenkapital aus, während Wertschwankungen bei Fremdwährungspositionen und Ausschüttungen gegenläufig wirkten.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verminderten sich um EUR 62 Mio. Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen stiegen um EUR 51 Mio, hauptsächlich auf Grund von Parameteranpassungen und Aufzinsungseffekten.

Die passiven latenten Steuern erhöhten sich im Zuge der Akquisitionen in Tunesien und Pakistan auf EUR 905 Mio.

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten verminderten sich um EUR 1.128 Mio im Zuge der teilweisen Tilgung von Krediten und Schulden. Gegenläufig wirkte die Ausgabe einer Anleihe im Volumen von EUR 500 Mio.

Einen Anstieg von EUR 609 Mio gab es bei den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten auf Grund eines Rückstellungsaufbaus für die von der rumänischen Wettbewerbsbehörde der Petrom auferlegte Strafzahlung im Gegenwert von EUR 117 Mio. Des Weiteren wurde der Anstieg durch die Entwicklung bei den derivativen Finanzverbindlichkeiten, kurzfristigen Rekultivierungsverpflichtungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten verstärkt.

Verschuldungsgrad (Gearing Ratio)

Trotz der hohen Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit, die den operativen Cashflow überstiegen, konnte OMV die Verschuldung durch eine Kapitalerhöhung und die Begebung einer Hybridanleihe erheblich reduzieren.

Zum 31. Dezember 2011 standen kurz- und langfristige Kreditverbindlichkeiten, Anleihen und Finanzierungsleasingverbindlichkeiten von EUR 4.962 Mio (2010: EUR 6.113 Mio) liquiden Mitteln von insgesamt EUR 359 Mio (2010:

EUR 946 Mio) gegenüber. Die Nettoverschuldung verringerte sich damit um EUR 564 Mio auf EUR 4.603 Mio (2010: EUR 5.167 Mio). In Relation zum Eigenkapital ergab sich per Ende 2011 ein Verschuldungsgrad von 34% (2010: 46%). Diese Verbesserung ist hauptsächlich auf die erfolgreiche Platzierung von 27,3 Mio neuer Aktien im Juni 2011 und die Begebung einer Hybridanleihe im Mai 2011 zurückzuführen. Da die Erlöse aus der Hybridanleihe nach IFRS zur Gänze als Eigenkapital behandelt werden, führten beide Maßnahmen zu einem erheblichen Anstieg des Eigenkapitals.

Cashflow

Die Konzern-Cashflow-Rechnung wird nach der indirekten Methode erstellt, wobei die Darstellung bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen, Währungsumrechnungsdifferenzen und sonstige unbare Transaktionen erfolgt.

Mit EUR 2.514 Mio lag der Cashflow aus der Betriebstätigkeit um EUR 372 Mio bzw. 13% unter dem Vorjahr (2010: EUR 2.886 Mio). Aus der Überleitung vom Jahresüberschuss auf Zahlungsströme aus der Betriebstätigkeit (vor Änderungen im Working Capital) ergab sich für 2011 per Saldo eine Hinzurechnung von EUR 1.474 Mio (2010: EUR 1.760 Mio). Für Abschreibungen und Wertminderungen wurden EUR 1.626 Mio hinzugerechnet (2010: EUR 1.578 Mio), für den latenten Steueraufwand EUR 68 Mio (2010: EUR 29 Mio). Der laufende Steueraufwand abzüglich Steuerzahlungen führte zu einem Aufbau von EUR 70 Mio (2010: EUR 45 Mio). Die Beiträge von assoziierten Unternehmen und Dividendenerträge abzüglich der erhaltenen Dividendenzahlungen wirkten um EUR 187 Mio reduzierend (2010: Aufbau von EUR 62 Mio). Der Nettozinsaufwand von Krediten und sonstigen Verbindlichkeiten abzüglich bezahlter Zinsen wirkte um EUR 40 Mio reduzierend (2010: EUR 17 Mio). Der Netto-Abbau langfristiger Rückstellungen (darunter Sozialkapital und Vorsorge für Rekultivierungsverpflichtungen) führte zu einer negativen Anpassung des Cashflows in Höhe von EUR 63 Mio (2010: positive Anpassung von EUR 72 Mio). Die Summe aus Zuschreibungen zum Anlagevermögen und sonstigen unbaren Positionen führte zu einem Aufbau von EUR 4 Mio (2010: Reduktion um EUR 2 Mio).

Im kurzfristigen Nettovermögen wurden 2011 Mittel in Höhe von EUR 532 Mio gebunden (2010: EUR 87 Mio). Der Aufbau von Forderungen und Vorräten führte zu einer Mittelbindung von EUR 862 Mio (2010: EUR 750 Mio), während durch den Aufbau von Verbindlichkeiten EUR 317 Mio freigesetzt wurden (2010: EUR 671 Mio). Für den Aufbau von kurzfristigen Rückstellungen wurden EUR 12 Mio verwendet (2010: Abbau von EUR 8 Mio).

Den Investitionsauszahlungen von EUR 2.521 Mio (2010: EUR 2.128 Mio) standen Rückflüsse aus Verkäufen von Anlagevermögen von EUR 210 Mio (2010: EUR 66 Mio) gegenüber. Aus dem Erwerb einbezogener Unternehmen abzüglich übernommener liquider Mittel resultierten Mittelabflüsse in Höhe von EUR 795 Mio (2010: EUR 814 Mio), wovon EUR 660 Mio auf den Erwerb von tunesischen Gesellschaften von Pioneer und Medco entfallen. Der gesamte Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug EUR 3.106 Mio (2010: EUR 2.875 Mio).

In 2011 führte der Verkauf eigener Anteile zu einem Zufluss liquider Mittel in Höhe von EUR 0,1 Mio (2010: EUR 0,4 Mio). Die Nettoverringerung kurzfristiger und langfristiger Finanzierungen führte zu Mittelabflüssen von EUR 988 Mio (2010: Mittelzuflüsse aus Nettoerhöhungen von EUR 589 Mio). 2011 wurden weitere Anteile an Petrol Ofisi angekauft, was zu einem Mittelabfluss von EUR 23 Mio führte. Der Mittelabfluss aus Dividendenzahlungen betrug EUR 441 Mio (2010: EUR 334 Mio), wovon EUR 299 Mio (2010: EUR 299 Mio) an Aktionäre der OMV Aktiengesellschaft flossen und EUR 142 Mio an Minderheitsaktionäre einbezogener Unternehmen (2010: EUR 35 Mio). 2011 konnten Mittelzuflüsse in Höhe von EUR 1.473 durch die Ausgabe neuer Aktien (EUR 732 Mio) und die Ausgabe einer Hybridanleihe (EUR 741 Mio) aufgebracht werden. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug EUR 21 Mio (2010: EUR 256 Mio).

Risikomanagement

OMV ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern. Die Aktivitäten erstrecken sich von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen, über die Verarbeitung, bis hin zu Handel und Vermarktung von Mineralölprodukten sowie Erdgas. Außerdem errichtet OMV zwei Gaskraftwerke. Wie die gesamte Öl- und Gasindustrie ist auch OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, insbesondere Marktrisiken aber auch operativen, strategischen, regulativen, politischen und Katastrophenrisiken. OMV vertritt die Ansicht, dass durch die substanzielle Diversifikation und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko signifikant reduziert wird. Die ausgleichende Wirkung von gegenläufigen Branchenrisiken durch das hohe Ausmaß an Integration erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Daher konzentrieren sich die OMV Risikomanagement-Aktivitäten auf die konzernweite Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Portfolios. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Corporate Finance koordiniert, welcher sicher stellt, dass in der gesamten Gruppe definierte und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken im Bezug auf Risikomanagement angewandt werden.

Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, den für Wachstum benötigten Cashflow des Konzerns abzusichern und ein der Risikoneigung des OMV Konzerns entsprechendes starkes Investment Grade Rating zu behalten. Auch die Auswirkungen verschiedener Risiken von neuen Strategien auf das Rating werden verfolgt. Risikostrategien für finanzielle Risiken (z.B. Marktpreis und Währungen) werden quartalsweise im Financial Risk Committee überprüft. Ein funktionsübergreifendes Komitee ("Risk Committee"), bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements, stellt sicher, dass ein unternehmensweites Risikomanagement (UWRM) Programm implementiert ist, um unternehmensweite Risiken innerhalb von OMV effektiv zu managen.

Das UWRM wird laufend verbessert, um einen höchstmöglichen Mehrwert für das Unternehmen durch risikobasierte Managemententscheidungen zu erreichen. Durch richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken soll die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt werden, um somit den Wert von OMV nachhaltig zu erhöhen. Durch das UWRM-System wurden seit 2003 in allen

Absicherung des für Wachstum benötigten Cashflows

Bereichen der Organisation, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 verschiedenen Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert.

Laufende Überwachung des Risikoprofils Die Risikokultur von OMV wird dabei durch eine IT-Anwendung unterstützt, welche dem Risikomanagementprozess innerhalb des Konzerns folgt: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobewältigung, Berichterstattung und Monitoring mittels fortlaufender Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die durch einen Bottom-Up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mit Hilfe einer Monte Carlo Simulation berechnet und mit den Planungsdaten des Konzerns verglichen. Die Ergebnisse des UWRM-Prozesses werden zusammen mit einem Risikobericht von wesentlichen nicht voll konsolidierten Beteiligungen zweimal jährlich dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss präsentiert. In Anwendung des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM-Systems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende nicht-finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfrist-Plans ermittelt: Marktpreisrisiken, Länderrisiken, rechtliche Risiken, Geschäftsprozessrisiken, Währungsrisiken (vor allem hinsichtlich USD, RON und TRY), Personalrisiken, sowie Risiken in Bezug auf Katastrophen.

Obwohl OMV über langjährige Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Mittel- und Osteuropa, Südosteuropa sowie der internationalen Märkte der Öl- und Erdgasproduktion verfügt, werden die politischen Entwicklungen in allen Märkten, in denen OMV tätig ist, kontinuierlich analysiert. Außerdem werden spezifische Länderrisiken vor dem Eintritt in neue Länder überprüft. Betreffend Umweltrisiken existiert ein konzernweites Berichtssystem, das bestehende und potenzielle Verpflichtungen bewertet. Die Risiken im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel (EU ETS) werden separat erfasst, konzernweit zusammengeführt und vom Carbon Steering Committee laufend überprüft. Speziell die Auswirkungen der geänderten Zuteilungsregeln im EU ETS ab 2013 werden detailliert analysiert. Darüber hinaus beobachtet

OMV die Entwicklung klimapolitischer Regelungen in allen Ländern, in denen es Aktivitäten gibt, beispielsweise die Schaffung eines neuen Emissionshandelssystems in Neuseeland oder die aktuellen Diskussionen über CO2 -Steuern in mehreren Ländern. Im Bereich Human Resources wird durch gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung für die Verfügbarkeit von geeigneten Führungskräften für weitere Wachstumsschritte zeitgerecht vorgesorgt, um damit Personalrisiken zu begegnen.

Die Steuerung und Kontrolle erkannter und bewerteter Risiken erfolgt unter Anwendung definierter Risikopolitiken auf allen Ebenen mit zugeordneten Verantwortlichkeiten. Das Management von Schlüsselrisiken wird zentral und durch spezielle Konzernrichtlinien geregelt, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Recht und Compliance, Human Resources, Corporate Social Responsibility mit Fokus auf Menschenrechte und Marktpreisrisiken.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, welche aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Güterpreisen, Kontrahenten, Pensionen, CO2 -Emissionen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, erfolgt zentral im Bereich Corporate Finance auf konsolidierter Basis.

Marktpreisrisiken werden zentral betrachtet und ihre mögliche Cashflow Auswirkungen mittels eines spezifischen Risiko-Modells, das Portfolio-Effekte berücksichtigt, analysiert. Die Resultate der Risikoanalyse werden im Financial Risk Committee, das sich aus dem Management der Geschäftsbereiche sowie der Gruppenfunktionen zusammensetzt, besprochen. Dem Vorstand werden entsprechende Vorschläge betreffend Hedging-Strategien zur Genehmigung unterbreitet.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen des USD gegenüber EUR, RON und TRY verursacht. Der Konzern ist hauptsächlich auf Grund der Verkäufe aus der Öl- und Gasproduktion in einer Netto-USD-long-Position. Die Auswirkungen auf den Cashflow und/oder die Bilanz (Translationsrisiko) werden ebenso wie die Relation zum Ölpreis regelmäßig überwacht. Auch im Zusammenhang mit Beteiligungen in

Rumänien und der Türkei ist OMV Währungsumrechnungsrisiken ausgesetzt.

Für das Jahr 2011 wurden Swaps für ein Volumen von 50.000 bbl/d zu einem durchschnittlichen Preis von USD 97/bbl eingesetzt. Diese Absicherungen haben im Jahr 2011 zu einem negativen Cashflow von USD 259 Mio geführt (davon USD -57 Mio in 2012). Für dieselbe Periode wurden Währungsderivate (EUR-USD) in einem Ausmaß von USD 1,621 Mrd zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3655 abgeschlossen. Diese Absicherungen führten zu einem positiven Cashflow von EUR 26 Mio (davon EUR -3,6 Mio in 2012).

Im Jahr 2011 wurden für das Jahr 2012 erneut 50.000 bbl/d mittels Swaps zu einem Durchschnittspreis von USD 101,45/bbl abgesichert. Zudem wurde ein Cashflow in der Höhe von USD 748 Mio zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3616 gegen Währungsschwankungen abgesichert.

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns wurden im Rahmen definierter Regelungen USD- und EUR-Kredite von fixen auf variable Zinsen umgestellt. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht und gesteuert. Die Vorgehensweise ist sowohl bei OMV als auch bei Petrom und Petrol Ofisi in einer Richtlinie festgelegt.

Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz)

Als integriertes, international tätiges Unternehmen im Öl- und Gassektor verfolgt OMV ein klares Ziel: Die Energie für ein gemeinsames Morgen zu sichern. Dafür hat der Konzern im Jahr 2011 das Konzept Resourcefulness formuliert. Es bündelt alle Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen wie Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz (HSSE), Soziales und Stakeholderbeziehungen. Um das Konzept im OMV Konzern zu verankern, wurde das Resourcefulness Führungsteam unter Leitung der Vorstandsvorsitzenden von Petrom gegründet.

Die Gesamtverantwortung liegt beim Vorstandsvorsitzenden von OMV, der auch eine zentrale Nachhaltigkeitsabteilung eingerichtet hat.

Nachhaltigkeitsziele sind wichtig für das verantwortliche Handeln und dessen Bewertung auf individueller Ebene. Ein gewisser Anteil der nicht mit den EBIT-Ergebnissen verknüpften variablen Vergütung hängt von der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele ab.

Die Verbesserung des HSSE Bewusstseins hatte im Jahr 2011 vor allem bei Petrom weiterhin oberste Priorität. Über 279.000 Stunden an HSSE Trainings wurden abgehalten (2010: 228.000), mehr als zwei Drittel davon in Rumänien. Darüber hinaus ist eine transparente Berichterstattung ein Schlüssel zur Verbesserung der HSSE Kultur. Fast 220.000 (2010: 147.000) Einträge (Meldungen von Zwischenfällen, Beinaheunfällen, Beobachtungen, Gefährdungen, Evaluierungen und Maßnahmen) in CARE, einer konzernweiten Software, waren die Grundlage für die Definition von über 76.000 (2010: 50.000) Maßnahmen im Jahr 2011. Von diesen Maßnahmen wurden 86% (2010: 88%) zeitgerecht umgesetzt.

Trotz der Bemühungen, die HSSE Kultur und vor allem das Sicherheitsbewusstsein zu stärken, konnte die Leistung im Bereich Arbeitssicherheit im OMV Konzern im Jahr 2011 gegenüber dem Jahr 2010 nicht weiter verbessert werden. Obwohl die Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall (LTIR, Lost-Time Injury Rate) auf 0,66 (2010: 0,74) pro Million Arbeitsstunden für eigene Mitarbeiter sank, stieg die LTIR für Kontraktoren auf 0,68 (2010: 0,56). Die Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen (TRIR, Total Recordable Injury Rate) lag 2011 für eigene Mitarbeiter bei 1,01 (2010: 1,29) pro Million Arbeitsstunden, für Mitarbeiter von Kontraktoren bei 1,14 (2010: 1,23). Ein Mitarbeiter von Petrol Ofisi und drei Mitarbeiter von Kontraktorfirmen starben in Folge von Arbeitsunfällen (2010: drei Mitarbeiter, ein Kontraktor). Die Rate von tödlichen Arbeitsunfällen lag bei 1,90 (2010: 5,08) pro 100 Millionen Arbeitsstunden für eigene Mitarbeiter und 2,89 (2010: 1,05) für Mitarbeiter von Kontraktoren. Trotz der laufenden Programme für die Straßenverkehrssicherheit stieg die Anzahl der Wegunfälle auf 30 (2010: 16),

Stärkung der HSSE Kultur

davon drei tödliche Unfälle von Kontraktoren. Nach der Unterzeichnung der European Road Safety Charter im Jahr 2010 bekannte sich OMV zur "UN Decade of Action for Road Safety 2011– 2020", z.B. durch den Einsatz automatischer Fahrzeugüberwachungen und Fahrerausbildungen für die Prävention von Autounfällen.

Im Rahmen einer Studie über mögliche große Zwischenfälle wurden Standorte und Aktivitäten mit hohem Potenzial klassifiziert und spezifische Audits gestartet, um die Effizienz des Managementsystems und der Systeme bezüglich technischer Integrität zu bewerten. 2011 wurde unter Einbeziehung des Managements das Reporting von Zwischenfällen mit hohem Potenzial systematisch verbessert, um Risiken zu reduzieren.

OMV evakuierte entsandtes Personal sicher aus Krisengebieten

Während des Arabischen Frühlings evakuierte OMV das von ihr entsandte Personal sicher aus Libyen, Tunesien, Ägypten und dem Jemen. Sicherheitsaspekte für die Wiederaufnahme der Aktivitäten wurden sorgfältig geplant.

2011 gab es im Konzern sechs bedeutende Austritte von Kohlenwasserstoffen (>1.000 Liter) sowie 2.001 kleinere Austritte (2010: 8 bzw. 2.239).

Die OMV Klimaschutzstrategie, die 2008 formuliert wurde, hat die Reduktionen der Treibhausgasemissionen sowie eine Verringerung der Karbon-Intensität des Produktportfolios zum Ziel. Nach der jährlichen Evaluierung über die Fortschritte ist OMV auf Kurs. Petrom konzentriert sich weiterhin auf die Einhaltung nationaler und EU-Vorschriften im Bereich HSSE.

Zukunftsenergien und Innovationen

Als Öl- und Gasunternehmen muss sich OMV einer wachsenden Energienachfrage, der Endlichkeit fossiler Energieträger sowie dem Klimawandel stellen. Diesen Herausforderungen begegnet OMV mit Forschung und Entwicklung und innovativen Projekten im Bereich erneuerbarer Energien.

Chancen

Wirtschaftszweige, die zur Energieversorgung ganzer Volkswirtschaften beitragen, können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. OMV sieht in ihrem Kerngeschäft zahlreiche Möglichkeiten, auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. Die Reduktion der Treibhausgasintensität des Portfolios ist ein wesentliches Element der Konzernstrategie. Der Konzern investiert in klimaverträglichere Stromerzeugung, erhöht die Energieeffizienz der Produkte und Anlagen und bietet CO2 -ärmere Produkte an. OMV fördert Forschungsvorhaben und Pilotprojekte in den Bereichen erneuerbare Energien (Wind- und Sonnenenergie), Energieeffizienz und Zukunftstechnologien.

Innovation

Von den Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) profitieren die Kunden, die Umwelt und OMV selbst. Der Konzern kooperiert mit Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie zahlreichen industriellen Partnern und ist in mehreren Technologienetzwerken aktiv. Die F&E-Aufwendungen im Konzern lagen 2011 bei EUR 15,9 Mio. Kurz- bis langfristig wird OMV den Fokus auf F&E im Bereich erneuerbarer Energien der zweiten Generation, die einen engen Bezug zu den Kernkompetenzen haben, ausbauen. Dazu wird OMV das jährliche F&E-Budget auf bis zu EUR 50 Mio aufstocken.

Geothermisches Projekt

Geothermische Energie ist in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie. Sie entsteht zwischen dem Wirtsgestein und den natürlichen Flüssigkeiten in seinen Brüchen und Poren, die eine höhere Temperatur als ihre Umgebung aufweisen. Diese Flüssigkeiten bestehen zum Großteil aus Wasser mit einem variierenden Anteil an gelösten Salzen. Die vorhandenen Mengen heißen Gesteins und der in ihm enthaltenen Flüssigkeiten sind deutlich größer und weiter verbreitet als Öl und Flüssiggase im Sedimentgestein. Wie vergangene Investitionen gezeigt haben, ist die Westtürkei ein besonders geeigneter Standort für hydrothermische Energien. Bei der Nutzung dieser Ressourcen wird OMV ihre Erfahrung bei der Exploration und Produktion sowie bestehendes Kraftwerks-Know-How nutzen können. Das Unternehmen analysiert das Potenzial des Gebiets für zukünftige Investitionen in geothermische Kraftwerke. Dabei stehen drei Hauptfaktoren im Mittelpunkt:

  • Ressourcen Bestimmung des Umfangs und der Verteilung von Hochtemperatur-Feldern, Lizenzerwerb.
  • Technologie Ermittlung der Anforderungen zur Energiegewinnung und Nutzbarmachung von Wärme-Reservoirs durch Bohrungen, Reservoir-Design und -Stimulation sowie Stromerzeugung aus thermischer Energie.
  • Ökonomie Entwicklung eines Geschäftsmodells und Erstellung einer Kostenschätzung für die Stromversorgung.

Die Machbarkeitsstudie wird 2012 durchgeführt. Sie soll eine fundierte Handlungsgrundlage für Investitionsmaßnahmen und die zukünftige Strategieentwicklung im Bereich geothermischer Energiegewinnung darstellen.

Technologien für Erneuerbare Energien – Das BioCrack-Projekt

Ziel des BioCrack-Projekts ist der Entwurf, die Konstruktion und der Testbetrieb einer Pilotanlage zur kombinierten Umwandlung eines Zwischenprodukts aus der Mineralölraffinerie und von Biofestbrennstoffen in einen Kraftstoff, der mit herkömmlichem Diesel vergleichbar ist. Das erzeugte Produkt enthält einerseits große Anteile an biogenem Kohlenstoff aus der Biomasse, andererseits kann es mit bestehenden Raffinerie-Einheiten zur Endqualität von Dieselkraftstoff veredelt werden. BioCrack verknüpft die Nutzung der bestehenden Infrastruktur in der Ölindustrie mit der Nutzung nachwachsender Rohstoffe und kann damit einen beachtlichen Beitrag zur Reduzierung von CO2 - Emissionen leisten. Das Patent für diese Technologie besitzt der Projektpartner BDI (Bio Energy International AG). Außerdem sind Universitäten an dem Projekt beteiligt. Der Bau der Pilotanlage am Standort Schwechat ist in vollem Gange. Die Stahlkonstruktion und mehrere Bestandteile der Anlage konnten bis Ende des Jahrs 2011 installiert werden. Die Inbetriebnahme ist für Ende des ersten Quartals 2012 angesetzt. Die wissenschaftliche Grundlage für das Projekt wird an der Technischen Universität Graz geschaffen. Thermodynamische oder kinetische Daten wurden bereits erhoben und ein Simulationsmodell für den Prozess erstellt. In einem nächsten Schritt sollen die Betriebsparameter optimiert werden, um die Produktivität der Anlage zu erhöhen. Außerdem wurde intensiv an

der Veredelung von Nebenprodukten geforscht. In enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz und BDI wurde planmäßig im Januar 2012 im Pilotcenter von OMV mit dem Pilottest und der ersten Produktion begonnen. Einige Tests werden auch in der FCC Pilotanlage der Technischen Universität Wien durchgeführt.

Den Wasserstoffmarkt erkunden – Das H2 Mobilitätsprojekt

Die Initiative "H2 Mobility" wurde im September 2009 von NOW, der deutschen Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, und acht Industrieunternehmen, darunter OMV, gegründet. Ziel der Initiative ist, bis 2015 in Deutschland eine Infrastruktur zur Versorgung mit Wasserstoff aufzubauen und so eine wesentliche Voraussetzung für die Markteinführung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb zu schaffen. Die Infrastruktur soll ausgehend von den Ballungszentren zu einem flächendeckenden Netzwerk ausgebaut werden. Die Arbeitsgemeinschaft von H2 Mobility (17 Unternehmen und OEMs – Automobilhersteller, Öl- und Gaskonzerne sowie Versorgungswirtschaft) hat 2011 ein gemeinsames Geschäftsmodell entwickelt, um die Versorgungsinfrastruktur für Wasserstoff in Deutschland auszubauen. 2012 sollen Verhandlungen zwischen den Projektpartnern eingeleitet werden, um ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Abhängig von der Serienproduktion der Fahrzeuge, sollten die Investitionen in die Infrastruktur ab 2014 anlaufen.

Informationen gemäß §243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

Gemäß §243a UGB sind die folgenden Informationen anzugeben:

    1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
    1. Zwischen den Kernaktionären International Petroleum Investment Company (IPIC) und Österreichische Industrieholding Aktiengesellschaft (ÖIAG) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

Versorgungsinfrastruktur für Wasserstoff als Ziel

    1. ÖIAG hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.
    1. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.
    1. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
    1. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß §110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Für Kapitalerhöhungen gemäß §149 Aktiengesetz (AktG) und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. a) Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Baroder Sacheinlagen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital). In teilweiser Ausnutzung dieser Ermächtigung hat der Vorstand auf Grundlage seiner Beschlüsse vom 16. Mai 2011 und 6. Juni 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital von EUR 300.000.000 um EUR 27.272.727 auf EUR 327.272.727 durch Ausgabe von 27.272.727 neuen Aktien erhöht. Der Vorstand ist in Folge der Durchführung der zuvor beschriebenen Kapitalerhöhung nunmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in

mehreren Tranchen, um bis zu EUR 50,6 Mio durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital).

  • b) Das Grundkapital ist gemäß §159 Abs. 2 Ziffer 1 AktG um bis zu EUR 50,6 Mio durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.
  • c) Die Summe der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen aktuell oder potenziell auszugebenden Bezugsaktien und die Anzahl der aus dem genehmigten Kapital auszugebenden Aktien darf 50.627.273 Stück nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen nach lit. a und b), wobei das Wandlungsrecht der Inhaber von Wandelschuldverschreibungen jedenfalls gewahrt sein muss.
  • d) Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand ist auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

  • e) Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien können insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/ der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen, gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei kann auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden kann.

    1. Zusätzlich zur Kapitalerhöhung wurde am 25. Mai 2011 eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich platziert. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich der Gruppe liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe laut IFRS (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines

Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

    1. Bedeutende Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden, bestehen zum 31. Dezember 2011 nicht.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.
    1. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Standards für interne Kontrollsysteme werden in internen Konzernrichtlinien festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Standards durch regelmäßige Prüfungen einzelner Konzerngesellschaften und berichtet dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagement-System. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Die identifizierten Teilprozesse werden basierend auf einem rollierenden Zeitplan hinsichtlich ihrer Effektivität geprüft und an Best-Practice ausgerichtet (z.B. Derivate, Forderungsmanagement, Bilanzierung von Anlagevermögen). Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Siehe Anhangangabe 35 im Konzernabschluss.

Ausblick 2012

Wir erwarten für 2012, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis über USD 100/bbl liegen wird. Die Brent-Urals Spanne wird weiterhin niedrig erwartet. Um den Cashflow des Konzerns teilweise abzusichern, wurden in 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d der Produktion in 2012 (davon 30.000 bbl/d auf Petrom Level) zu einem Preis von USD 101,45/bbl abgeschlossen. Zusätzlich wurden EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,36 verwendet, um USD 750 Mio in 2012 abzusichern. OMV plant von 2011 bis 2014 mit einer durchschnittlichen Nettoinvestitionssumme von rund EUR 2,4 Mrd pro Jahr (exklusive Akquisitionen). Nach wie vor wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, das starke Investment Grade Credit Rating und ein stabiles Finanzprofil aufrechtzuerhalten. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSSE-Standards, einschließlich der Reduktion der Unfallhäufigkeit (LTIR, Lost-Time Injury Rate), zu erreichen. Ein konzernweites Performance-Steigerungsprogramm, das eine ROACE Verbesserung von 2%-Punkten bis 2014 zum Ziel hat, wurde begonnen und der Start der Umsetzung ist für Mitte 2012 geplant.

2012 fokussiert E&P weiterhin auf die erfolgreiche Stabilisierung der Produktionsmenge von reifen Feldern in den Kernländern Rumänien und Österreich. Die negativen externen Einflüsse in Libyen und im Jemen in 2011 werden für das kommende Jahr weniger gravierend erwartet. Dies sollte es ermöglichen, die Gesamtproduktion im Laufe des Jahrs zu steigern. Im Rahmen des konzernweiten Performance-Steigerungsprogramms werden die Anstrengungen im Bereich der operativen Leistungsfähigkeit und der Kapitaleffizienz in 2012 und darüber hinaus dabei helfen, die Gesamtrentabilität weiter zu steigern. In den Kernländern Rumänien und Österreich wird E&P einerseits auf den Erfolgen von 2011 aufbauen und einige Initiativen zur Produktionsoptimierung vorantreiben und andererseits die Neuentwicklung reifer Felder weiterverfolgen, um die Produktion zu stabilisieren. Die Hauptaktivitäten in Rumänien werden in 2012 die Bohrungen des Tiefseeprojekts Domino

und die Fortsetzung der Erweiterungsbohrungen des Felds Totea sein. Im internationalen Portfolio strebt OMV an, die Produktion in Libyen zurück auf das Niveau vor der Krise und darüber hinaus zu bringen. Die Sicherheitslage im Jemen ist nach wie vor ungewiss. Bis zur Wiederaufnahme der Produktion wird es länger dauern und dies wird nur angestrebt, sofern dies sicher und nachhaltig erreicht werden kann. E&P wird im Vergleich zu 2011 im gesamten Portfolio etwas mehr in Exploration investieren und sich auf größere, signifikante Explorationsziele konzentrieren. Ausgelöst durch die Rekord-Explorationserfolgsquote von 61% in 2011, werden die Ausgaben für Erweiterungsbohrungen in 2012 erhöht, um die Entwicklung vom Explorationserfolg bis hin zur Produktion zu beschleunigen. In 2012 strebt OMV 30 Explorations- und Erweiterungsbohrungen an. Zusätzlich werden Akquisitionsziele im Mittleren Osten, in der Kaspischen Region und im afrikanischen Raum geprüft und mögliche neue Markteintritte vorbereitet.

Im Geschäftsbereich G&P wird die Entscheidung des Shah Deniz II Konsortiums über den präferierten Gastransportanbieter von zentraler Bedeutung für den weiteren Fortschritt des Nabucco Gas Pipeline Projekts sein. Das Gas Logistik-Geschäft wird weiterhin das Dritte Energiepaket (Unbundling-Vorgaben) umsetzen. Die Hauptinvestitionen im Gas Logistik-Bereich in Österreich werden der weitere Ausbau der West-Austria-Gas (WAG) Pipeline, welcher auf die Erhöhung der Transportkapazität primär für die heimische Nachfrage abzielt, und zusätzliche Projekte zum Austausch der langgedienten Gasturbinen für die WAG sein. Die Erstinbetriebnahme der Speicheranlage Etzel (Deutschland) und der damit verbundenen Bunde-Etzel Pipeline (BEP) ist für H2/12 geplant. Im Bereich Power wird die kommerzielle Vollinbetriebnahme des gasbefeuerten Kraftwerks Brazi nun für H2/12 erwartet. Der Bau des emissionsarmen 870 MW Gas-Kombikraftwerks in Samsun, Türkei, schreitet voran und der kommerzielle Betrieb wird für H1/13 erwartet. Auf den europäischen Gasmärkten wird erwartet, dass der Abstand zwischen Ölpreisgebundenen Gaspreisen und Spot-Gaspreisen etwas geringer wird. Es wird davon ausgegangen, dass das europäische LNG Marktumfeld, auf Grund der besseren Netback-Preis-

Produktionsoptimierungen werden vorangetrieben

situation in Asien und Südamerika, herausfordernd bleibt. OMV Trading wird den Marktzugang aller G&P-relevanten Assets wirksam einsetzen und deren optimale Vermarktung in den Großkunden- und Handelsmärkten realisieren. EconGas wird sich auf ihre Performanceverbesserung und Profitabilität sowie auf weiteres Vordringen in internationale Märkte fokussieren. Von Rumänien wird verlangt, das Dritte Energiepaket (Unbundling) in seinen Rechtsstand zu übernehmen. Es wird erwartet, dass dies den Druck erhöht, einen liberalisierten Erdgasmarkt in Rumänien zu schaffen, um die derzeitige Marktverzerrung zu beseitigen. In der Türkei wird OMV ihre Wachstumsstrategie bei Erdgasverkäufen weiterverfolgen und die Stromverkaufsaktivitäten vorbereiten.

Der Geschäftsbereich R&M wird weiter vom herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, das sich in der gedämpften Nachfrage und unter Druck stehenden Margen widerspiegelt, beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass sich die Raffinerie-Margen verglichen mit 2011 auf Grund von wegfallenden Produktionskapazitäten verbessern, aber weiterhin unter Druck bleiben werden. Die hohe Rentabilität des Petrochemie-Segments in 2011 wird voraussichtlich auf ein moderateres Niveau zurückfallen, da in den wichtigen Endmärkten China und Indien ein niedrigeres Wirtschaftswachstum erwartet wird. Sowohl Marketingmengen als auch -margen bleiben unter Druck, da nicht erwartet wird, dass die reifen westlichen Märkte wachsen werden und die Wirtschaft in Südosteuropa weiterhin durch die gedämpfte Konjunktur und die Schuldenkrise beeinflusst ist. In der Raffinerie Petrobrazi ist in Q2/12 ein sechswöchiger Produktionsstillstand geplant, um die Rohöl-Destillationsanlage aufzurüsten. Dies wird die Kapazität der Raffinerie auf jährlich 4,2 Mio t ändern und die Verarbeitung von 100% der rumänischen Öl-Produktion von Petrom ermöglichen. Für 2012 sind keine weiteren größeren Stillstände geplant. Im Marketinggeschäft wird die kontinuierliche Netzwerkoptimierung des Retail-Geschäfts zusammen mit starker Kostenkontrolle die Rentabilität im sonst schwierigen Umfeld unterstützen. Die weitere Optimierung des Tankstellennetzes in Regionen mit geringer Integration (angekündigter Verkauf von den kroatischen und bosnischen Tochtergesellschaften) wird darüber hinaus zu höherer Effizienz führen. Bei Petrol Ofisi wird die weitere Integration und Realisierung von Synergiepotenzialen mit OMVs Supply-Strukturen positiv zum R&M-Ergebnis beitragen. Das Marketingumfeld in der Türkei wird allerdings herausfordernd bleiben. Das Investitionsprojekt mit der höchsten Priorität im Geschäftsbereich bleibt die Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi. Striktes Kostenmanagement und eine weitere Optimierung des Geschäfts werden zu einer verbesserten Rentabilität in R&M führen.

Aufrüstung der Rohöl-Destillationsanlage in Petrobrazi

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss David C. Davies Vorsitzender Vorsitzender-Stellvertreter

Hans-Peter Floren Jacobus Gerardus Huijskes Manfred Leitner

Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 69
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011 70
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2011 71
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 72
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 73
Konzern-Cashflow-Rechnung 76
Konzernanhang 77
Grundlagen und Methoden 77
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 91
Erläuterungen zur Bilanz 96
Ergänzende Angaben zur Finanzlage 120
Segmentberichterstattung 136
Sonstige Angaben 139
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) 149

Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers zum Konzernabschluss) Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers zum Konzernabschluss)

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben, mit Ausnahme der Angabe 'Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)'.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bilds der Vermögens- , Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 20. März 2012 Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Helmut Maukner (Wirtschaftsprüfer) Mag. Gerhard Schwartz (Wirtschaftsprüfer)

Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses in einer von der bestätigten (ungekürzten deutschsprachigen) Fassung abweichenden Form (z.B. verkürzte Fassung oder Übersetzung) darf ohne unsere Genehmigung weder der Bestätigungsvermerk zitiert noch auf unsere Prüfung verwiesen werden. Bericht zum Konzernabschluss

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Verantwortung des Abschlussprüfers

Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Prüfungsurteil

Aussagen zum Konzernlagebericht

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010
Umsatzerlöse 34.053.193 23.323.439
Direkte Vertriebskosten –304.930 –244.752
Umsatzkosten –29.291.396 –19.187.963
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.456.868 3.890.723
Sonstige betriebliche Erträge
7
288.635 250.519
Vertriebsaufwendungen –947.101 –755.513
Verwaltungsaufwendungen –437.466 –327.316
Explorationsaufwendungen –353.814 –238.700
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen –15.943 –15.799
Sonstige betriebliche Aufwendungen
8
–517.772 –470.113
Betriebserfolg (EBIT) 2.473.407 2.333.801
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
9
224.116 91.714
Dividendenerträge 8.040 9.974
Zinserträge
9
31.051 31.696
Zinsaufwendungen
9
–382.836 –367.550
Sonstiges Finanzergebnis
9
–153.656 –139.006
Finanzerfolg –273.285 –373.173
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.200.123 1.960.629
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
10
–627.775 –746.510
Jahresüberschuss 1.572.348 1.214.119
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 1.063.441 920.587
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 21.993
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 486.914 293.531
Unverwässerter Gewinn je Aktie in EUR
11
3,38 3,08
Verwässerter Gewinn je Aktie in EUR
11
3,37 3,07
Vorgeschlagene Dividende
20
360.000 300.000
Vorgeschlagene Dividende je Aktie in EUR
20
1,10 1,00

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2011 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2011

Konzern-Gesamtergebnisrechnung EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010 1)
Jahresüberschuss 1.572.348 1.214.119
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe –354.281 202.847
Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahrs –355.626 97.406
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 1.345 105.441
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte –1.966 –61
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahrs vor Ertragsteuern –1.966 –61
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges –58.778 101.529
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahrs vor Ertragsteuern –224.653 9.856
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 165.875 91.673
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Anschaffungskosten
Auf assoziierte Unternehmen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis –9.465 74.667
Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahrs –9.465 71.216
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss 3.452
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern
20
11.805 –21.467
Sonstiges Ergebnis des Jahrs nach Steuern
20
–412.684 357.516
Gesamtergebnis des Jahrs 1.159.664 1.571.635
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 701.101 1.277.478
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 21.993
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 436.570 294.156

1) Die Zahlen für 2010 wurden auf Grund der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.Ş. angepasst. Details siehe Anhangangabe 3.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011

Vermögen EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010 1)
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte
12
3.427.139 3.013.785
Sachanlagen
13
13.981.194 12.922.756
Anteile an assoziierten Unternehmen
14
1.671.074 1.487.632
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
17
1.165.128 1.152.675
Sonstige Vermögenswerte
18
117.234 108.454
20.361.769 18.685.304
23
Latente Steuern
198.399 189.595
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte
15
3.148.987 2.818.134
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
16
3.540.609 2.930.543
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
17
383.501 352.615
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 164.164 103.074
Sonstige Vermögenswerte
18
237.021 299.942
Kassenbestand und Bankguthaben 358.828 946.132
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen
19
20.108 93.539
7.853.218 7.543.979
Summe Aktiva 28.413.387 26.418.877

1) Die Zahlen für 2010 wurden auf Grund der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.Ş. angepasst.

Eigenkapital und Verbindlichkeiten EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010 1)
Eigenkapital 20
Grundkapital 327.273 300.000
Hybridkapital 740.794
Rücklagen 9.902.155 8.780.583
Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens 10.970.222 9.080.583
Anteile anderer Gesellschafter 2.509.613 2.233.905
Summe Eigenkapital 13.479.835 11.314.488
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21 836.821 899.330
Anleihen 22 2.492.672 1.990.128
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 22 1.792.835 3.015.054
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 21 1.983.862 1.932.573
Sonstige Rückstellungen 21 287.791 295.572
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22 136.511 193.444
Sonstige Verbindlichkeiten 22 7.604 9.148
7.538.096 8.335.248
Latente Steuern 23 904.836 548.695
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 3.431.210 3.361.585
Anleihen 22 77.169 72.606
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 22 482.328 895.524
Ertragsteuerverbindlichkeiten 21 160.521 121.480
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 21 75.077
Sonstige Rückstellungen 21 560.961 451.268
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22 539.154 309.222
Sonstige Verbindlichkeiten 22 1.163.470 1.000.514
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 19 730 8.247
6.490.620 6.220.446
Summe Passiva 28.413.387 26.418.877

1) Die Zahlen für 2010 wurden auf Grund der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.Ş. angepasst.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals in 2011 1)

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2011 300.000 783.896 8.198.653 –197.999 498
Jahresüberschuss 1.085.434
Sonstiges Ergebnis des Jahrs –316.112 –1.478
Gesamtergebnis des Jahrs 1.085.434 –316.112 –1.478
Kapitalerhöhung 27.273 705.164 740.794
Dividendenausschüttung –298.797
Steuereffekte auf Transaktionen mit
Eigentümern
7.331
Verkauf eigener Anteile 72
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht –15.340
beherrschender Anteile
31. Dezember 2011 327.273 1.489.132 740.794 8.977.281 –514.111 –981

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals in 2010 1)

Grund
kapital
Kapital
rücklage
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklage
Umrechnung
ausländischer
Geschäfts
betriebe
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
1. Jänner 2010 300.000 783.640 7.573.715 –420.771 551
Jahresüberschuss 920.587
Sonstiges Ergebnis des Jahrs 222.772 –53
Gesamtergebnis des Jahrs 920.587 222.772 –53
Dividendenausschüttung –298.780
Verkauf eigener Anteile 256
Effekte aus Unternehmenszusammenschlüssen
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht
beherrschender Anteile 3.131
31. Dezember 2010 300.000 783.896 8.198.653 –197.999 498

1) Vgl. Anhangangabe 20.

2) Die Zahlen für 2010 wurden auf Grund der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.Ş. angepasst. Details siehe Anhangangabe 3.

EUR 1.000

Hedges Sonstiges Ergebnis
aus assoziierten
Unternehmen
Eigene Anteile OMV
Gesellschafter
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital
4.959 3.787 –13.211 9.080.583 2.233.905 11.314.488
1.085.434 486.914 1.572.348
–35.284 –9.465 –362.340 –50.345 –412.684
–35.284 –9.465 723.094 436.570 1.159.664
1.473.231 1.473.231
–298.797 –144.865 –443.662
7.331
7.331
47 119 119
–15.340 –15.996 –31.336
–30.326 –5.678 –13.164 10.970.222 2.509.613 13.479.835

EUR 1.000

Hedges Sonstiges Ergebnis
aus assoziierten
Unternehmen
Eigene Anteile OMV
Gesellschafter
Nicht
beherrschende
Anteile 2)
Summe
Eigenkapital
–54.546 –70.880 –13.392 8.098.317 1.936.468 10.034.785
920.587 293.531 1.214.119
59.505 74.667 356.891 625 357.516
59.505 74.667 1.277.478 294.156 1.571.635
–298.780 –34.775 –333.555
181 437 437
41.099 41.099
3.131 –3.044 87
4.959 3.787 –13.211 9.080.583 2.233.905 11.314.488

Konzern-Cashflow-Rechnung Konzern-Cashflow-Rechnung

Konzern-Cashflow-Rechnung 1) EUR 1.000
2011 2010
Jahresüberschuss 1.572.348 1.214.119
Abschreibungen und Wertminderungen 1.625.939 1.577.635
Zuschreibungen zum Anlagevermögen –2.094 –6.451
Latente Steuern 67.888 29.251
Laufende Steuern 559.887 717.365
Gezahlte Ertragssteuern –520.134 –716.057
Steuerrückerstattungen 30.651 43.995
Verluste (+)/Gewinne (–) aus Abgängen von Anlagevermögen –2.741 –1.455
Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen und Dividendenerträge –232.156 –101.688
Einzahlungen aus Dividenden von assoziierten und anderen Unternehmen 45.259 163.303
Zinsaufwendungen 248.973 203.050
Gezahlte Zinsen –288.917 –220.286
Zinserträge –31.051 –31.696
Erhaltene Zinsen 28.329 26.870
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen –73.295 –163
Erhöhung (+)/Verminderung (–) langfristige Rückstellungen 10.778 71.720
Sonstige Änderungen 6.240 4.268
3.045.904 2.973.781
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte –358.015 –52.108
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen –503.498 –698.310
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 317.424 670.644
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Rückstellungen 12.186 –7.694
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514.001 2.886.312
Investitionen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –2.462.285 –2.087.606
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte –58.468 –40.414
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftsbetrieben abzüglich liquider Mittel –795.295 –813.551
Veräußerungen
Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen 197.485 39.694
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen abzüglich liquider Mittel 12.220 26.786
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –3.106.342 –2.875.091
Zugänge langfristige Finanzierungen 848.014 1.015.445
Rückzahlung langfristige Finanzierungen –1.396.186 –478.886
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen –439.803 52.478
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen –22.971
Dividendenzahlungen –441.456 –333.555
Kapitalzuführung inklusive Verkauf eigener Anteile 1.473.350 437
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 20.949 255.919
Währungsdifferenz auf liquide Mittel –15.911 4.452
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel –587.303 271.592
Liquide Mittel Jahresbeginn 946.132 674.540
Liquide Mittel Jahresende 358.828 946.132

1) Vgl. Anhangangabe 24.

Konzernanhang: Grundlagen und Methoden Konzernanhang: Grundlagen und Methoden

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integrierter, internationaler Öl- und Gaskonzern, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Exploration und Produktion (E&P), Gas und Power (G&P) und Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) unterhält.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellt und entspricht damit den IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember.

Der Konzernabschluss ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind gewisse Positionen die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden so wie das in der Anhangangabe 4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze beschrieben ist.

Der Konzernabschluss 2011 wurde in Tausend Euro (TEUR, EUR 1.000) erstellt. Durch die Angabe in TEUR können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss wurde am 20. März 2012 vom Vorstand genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Das Management ist der Meinung, dass etwaige Abweichungen von diesen Einschätzungen in naher Zukunft keine materielle Relevanz und Auswirkung auf den Konzernabschluss haben werden. Insbesondere in Bezug auf Reservenmengen, Rekultivierungsrückstellungen, Zinsen und Ölpreisentwicklung besteht die Notwendigkeit, Einschätzungen und Annahmen zu treffen.

Planungsannahmen hinsichtlich der Ölpreisentwicklung spiegeln die Einschätzung des Vorstands wider. Reservenschätzungen werden durch firmeninterne Ingenieure vorgenommen. Zusätzlich werden in einem Zweijahresrhythmus externe Schätzungen durchgeführt. Für weiterführende Details zum Öl- und Gasvermögen innerhalb der Immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen wird der Querverweis auf die Anhangangaben 12 und 13 gemacht. Die Schätzung der zukünftigen Rekultivierungskosten basiert ebenfalls auf von internen Technikern erstellten Gutachten sowie Erfahrungswerten der Vergangenheit. Näheres zu der errechneten Rekultivierungsrückstellung liefert die Anhangangabe 21. Für die Ermittlung der Rekultivierungsrückstellungen und Wertminderungen wurden Einschätzungen von Zinsen getroffen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die jeweiligen Positionen haben. Die zur Ermittlung der Rekultivierungsrückstellungen angewandten Zinssätze betragen zwischen 1,2% und 3,9%.

Gemäß IAS 36 ermittelt der Konzern an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer ZGE den jeweils erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und ist auf seinen erzielbaren Betrag abzuschreiben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

1 Rechtliche Grundlagen und allgemeine Vorgangsweise

2 Schätzungen und Annahmen Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Die Diskontierungssätze nach Steuern unterscheiden sich je Land gemäß

  • 6,6% bis 8,8% für E&P
  • 5,2% bis 6,2% für G&P
  • 5,4% bis 7,6% für R&M

Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Budget- und Prognoserechnungen zugrunde, die für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen einzelne Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden. Solche Budget- und Prognoserechnungen erstrecken sich in der Regel über fünf Jahre. Für längere Zeiträume wird eine langfristige Wachstumsrate bestimmt und zur Prognose der künftigen Cashflows nach dem fünften Jahr gegebenenfalls angewandt.

Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche, einschließlich der Wertminderung von Vorräten, werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen.

Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Standards mit Bilanzstichtag 31. Dezember erstellt. 3 Konsolidierung

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sind bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens zu bewerten, wobei dieses Wahlrecht bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden kann. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von OMV an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung hin überprüft. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung findet nicht statt.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten sowie gemeinschaftlich geführte Vermögenswerte des Geschäftsbereichs E&P werden entsprechend den zuordenbaren Vermögenswerten, Schulden, Erträge und Aufwendungen in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht über einbezogene Unternehmen, at-equity bewertete Unternehmen und sonstige Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 36.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

2011 2010
Voll Equity Voll Equity
konsolidierung konsolidierung konsolidierung konsolidierung
Stand 31. Dezember Vorjahr 99 13 88 14
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 6 20
Im Berichtsjahr fusioniert –2 –1
Wechsel von Equity- auf Vollkonsolidierung 1 –1
Im Berichtsjahr entkonsolidiert –5 –9
Stand 31. Dezember 98 13 99 13
[davon mit Sitz und Betrieb im Ausland] [56] [8] [54] [8]
[davon mit Sitz in Österreich und
Betrieb im Ausland] [20] [—] [21] [—]

Im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) wurden OMV Anaguid Ltd. und OMV South Tunisia Ltd., beide mit Sitz in Grand Cayman und operativ in Tunesien, von Pioneer erworben und mit 1. März 2011 einbezogen.

Die in Pakistan operative OMV Maurice Energy Limited, Port Louis, wurde von Petronas erworben und per 11. Juli 2011 erstkonsolidiert.

OMV Dorra Limited, Road Town, die in Tunesien operativ ist, wurde von Medco erworben und per 1. November 2011 erstkonsolidiert.

Die erstmalige Bilanzierung der OMV Maurice Energy Limited und OMV Dorra Limited ist vorläufig. Die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten vorläufigen Beträge, ins besondere die Reservenschätzungen, können daher während des Bewertungszeitraums noch berichtigt oder ergänzt werden.

Der OMV Konzern hat 100% von den genannten Unternehmen erworben.

Mit 1. Jänner 2011 wurde die OMV (Tunesien) Exploration GmbH, Wien, in die OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien, verschmolzen.

OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien, die in der Region Kurdistan im Irak operativ ist, wurde per 29. Jänner 2011 gegründet und ab 1. Oktober 2011 vollkonsolidiert.

Im Geschäftsbereich Gas und Power (G&P) wurde die neu gegründete G&P Holdinggesellschaft OMV Gaz ve Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul, mit 6. Juni 2011 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M) wurde der Verkauf von 89% an der OMV Wärme VertriebsgmbH am 1. Juli 2011 abgeschlossen und die Gesellschaft daher mit diesem Datum entkonsolidiert.

Während des Quartals welches am 31. März 2011 endete, wurden in Summe 1,26% weitere Anteile an OMV Petrol Ofisi A.Ş. erworben.

Der Verkauf der Aktien der Kibris Türk Petrolleri Ltd., Nicosia, wurde mit 30. November 2011 abgeschlossen und die Gesellschaft daher mit diesem Datum entkonsolidiert.

Mit 1. Dezember 2011 wurde die Aviation Petroleum SRL, Bukarest, in die Petrom Aviation SA, Otopeni, verschmolzen.

Am 22. Dezember 2010 wurde der Erwerb von weiteren 54,14% der Anteile an OMV Petrol Ofisi A.Ş, Istanbul, und deren Tochtergesellschaften abgeschlossen und vollkonsolidiert. Vor der Einbeziehung wurde die Beteiligung an OMV Petrol Ofisi A.Ş. at-equity konsolidiert.

Im Zuge der finalen Kaufpreisallokation für den Erwerb von OMV Petrol Ofisi A.Ş. wurden per 22. Dezember 2010 die folgenden Anpassungen in der Konzernbilanz vorgenommen und führten zur folgenden Reduktion des Firmenwerts:

Anpassungen der finalen Kaufpreisallokation für OMV Petrol Ofisi A.Ş. und deren Tochtergesellschaften EUR 1.000
-- ------------------------------------------------------------------------------------------------------- -----------
2010 Anpassungen 2010
angepasst
Immaterielle Vermögenswerte 1.047.913 –30.212 1.017.701
Sachanlagen 711.886 95.526 807.412
Vorräte 415.672 415.672
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 506.584 506.584
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 248.825 248.825
Nicht finanzielle Vermögenswerte 98.486 98.486
Summe Aktiva 3.029.366 65.314 3.094.680
Rückstellungen –35.967 –35.967
Finanzielle Verbindlichkeiten –1.943.591 –1.943.591
Latente Steuern –178.585 –13.063 –191.648
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten –199.821 –199.821
Nettovermögen 671.402 52.251 723.653
Nicht beherrschende Anteile –28.736 –2.236 –30.972
Summe erworbenes Nettovermögen 642.666 50.015 692.680
Berechnung des Firmenwerts EUR 1.000
2010 Anpassungen 2010
angepasst
Bezahlter Kaufpreis (Geldmittel) 1.007.654 1.007.654
Zum Erwerbszeitpunkt beizulegender Zeitwert des
zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils 773.887 773.887
1.781.541 1.781.541
Erworbenes Nettovermögen –642.666 –50.015 –692.680
Firmenwert 1.138.875 –50.015 1.088.861

Basierend auf Berechnungen der erwarteten Synergien wurde im Zusammenhang mit dem Erwerb von OMV Petrol Ofisi A.Ş und deren Tochtergesellschaften ein Firmenwert in Höhe von EUR 100 Mio dem Geschäftsbereich E&P und EUR 100 Mio G&P zugeordnet. Der restliche Firmenwert ist im Geschäftsbereich R&M enthalten. Eine steuerliche Verwertbarkeit des Firmenwerts von OMV Petrol Ofisi A.Ş und deren Tochtergesellschaften ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.

Der Erwerb der in Tunesien operativen OMV Anaguid Ltd., OMV South Tunisia Ltd. und OMV Dorra Limited sowie der OMV Maurice Energy Limited wirkten sich 2011 auf die Vermögenslage und in weiterer Folge auch als Adaptierung der Cashflow-Rechnung (vgl. Anhangangabe 24) wie folgt aus. Die Darstellung 2010 beinhaltet den Erwerb von OMV Petrol Ofisi A.Ş und deren Tochtergesellschaften sowie die Einbeziehung von Wind Power Park SRL.

Beizulegende Zeitwerte des erworbenen Vermögens
EUR 1.000
2011 2010
Tunesien Sonstige Summe Petrol Ofisi Sonstige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 133.208 152.269 285.477 1.017.701 9.505 1.027.206
Sachanlagen 474.082 17.854 491.936 807.412 3.198 810.610
Vorräte 11.702 11.702 415.672 415.672
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 17.938 2.232 20.170 506.584 506.584
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 47.562 11.442 59.004 248.825 248.825
Nicht finanzielle Vermögenswerte 2.219 2.219 98.486 131 98.617
Summe Aktiva 686.711 183.796 870.507 3.094.680 12.835 3.107.515
Rückstellungen –23.450 –2.770 –26.220 –35.967 –1.555 –37.522
Finanzielle Verbindlichkeiten –27.308 –11.604 –38.912 –1.943.591 –2.730 –1.946.321
Latente Steuern –256.474 –28.013 –284.487 –191.648 –191.648
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten –366 –366 –199.821 –199.821
Nettovermögen 379.114 141.409 520.523 723.653 8.550 732.203
Nicht beherrschende Anteile –30.972 –30.972
Summe erworbenes Nettovermögen 379.114 141.409 520.523 692.680 8.550 701.231
Berechnung des Firmenwerts EUR 1.000
2011 2010
Tunesien Sonstige Summe Petrol Ofisi Sonstige Summe
Bezahlter Kaufpreis (Geldmittel) 673.092 141.409 814.501 1.007.654 8.550 1.016.204
Zum Erwerbszeitpunkt beizulegender
Zeitwert des zuvor gehaltenen
Eigenkapitalanteils 773.887 773.887
673.092 141.409 814.501 1.781.541 8.550 1.790.091
Erworbenes Nettovermögen –379.114 –141.409 –520.522 –692.680 –8.550 –701.231
Firmenwert 293.978 293.979 1.088.861 1.088.861

Der Firmenwert aus den Unternehmenserwerben 2011 resultiert hauptsächlich aus den latenten Steuern, aus der Differenz zwischen Buchwert und Steuerwerten der erworbenen Vermögenswerte. Der Firmenwert ist voraussichtlich nicht steuerlich verwertbar.

In 2011 trugen die in Tunesien operativen Akquisitionen seit ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss TEUR 126.917 zum Umsatz und TEUR 10.721 zum Jahresüberschuss der OMV Gruppe bei. Wären diese Akquisitionen bereits seit 1. Jänner 2011 in den Konzernabschluss der OMV Gruppe einbezogen gewesen, hätten diese rechnerisch einen Umsatz sowie Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 156.380 beziehungsweise TEUR 12.870 beigetragen.

OMV Maurice Energy Limited trug in 2011 seit ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss TEUR 2.227 zum Umsatz und TEUR –8.222 zum Jahresüberschuss der OMV Gruppe bei. Wäre diese Akquisitionen bereits seit 1. Jänner 2011 in den Konzernabschluss der OMV Gruppe einbezogen gewesen, hätte diese rechnerisch einen Umsatz sowie Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 4.672 beziehungsweise TEUR –17.247 beigetragen.

4 Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze

a) Ertragsrealisierung

Grundsätzlich werden Erträge nach Erbringung der Lieferungen oder Leistungen und nach Anerkenntnis durch den Kunden realisiert, wenn der Wert der Forderung feststeht oder bestimmbar und die Einbringlichkeit wahrscheinlich ist. Im Speziellen werden im E&P-Bereich Erträge dann berücksichtigt, wenn das Produkt geliefert ist und Risiko und Eigentum auf den Kunden übergegangen sind. Im Tankstellen-Geschäft werden die Erträge bei eigenen Tankstellen mit der Abgabe an den Kunden vereinnahmt. Bei Tankstellen, die nicht im Eigentum des Konzerns stehen, erfolgt die Ertragsrealisierung mit der Lieferung an die Tankstellen. In G&P werden Verkäufe aus langfristigen Verträgen mit der Lieferung realisiert. Zusätzliche Erdgas-Mengen aus diesen Verträgen werden nach Anerkenntnis durch den Kunden realisiert. Erträge aus dem Erdgasspeicher-Geschäft werden auf Basis von kommittierten Speicher- und Entnahmeraten realisiert. Ebenso werden Erträge aus dem Gastransit auf Basis kommittierter Mengen vereinnahmt.

b) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich E&P und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven, sowie Exploration betreffende Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen sind Bestandteil der Umsatzkosten.

c) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Unter den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E) sind alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen ausgewiesen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Die im Zusammenhang mit Forschung in einer Periode anfallenden Ausgaben sind immer F&E-Aufwand der Periode. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.

Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonstigen operativen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für Projekte oder Leistungen gewährt, werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermögenswerte entsprechend gekürzt sofern es sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt. Bei von Kunden erhaltenen Zuschüssen werden die Erlöse verteilt über die Leistungsperiode erfasst, wenn eine Dienstleistungsverpflichtung besteht. Besteht keine Leistungsverpflichtung, wird der gesamte Ertrag sofort realisiert.

d) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Erdölfirmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland/der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

e) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen angesetzt. Mit Ausnahme der E&P-Aktivitäten, die weitgehend nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben werden, erfolgt die planmäßige Abschreibung linear.

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie Wertminderungen bei Tankstellen im Vertriebsaufwand, bei Explorationsvermögen im Explorationsaufwand und bei sonstigen Vermögenswerten unter Umsatzkosten bzw. den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Die bei Werthaltigkeits-Tests angewendeten Prinzipien werden in Anhangangabe 2 erläutert.

Die Bilanzierung und Bewertung der Exploration und der Evaluierung von Öl- und Gasförderaktivitäten erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 6. Für nicht in IFRS 6 geregelte Sachverhalte sowie für sonstige E&P-Aktivitäten werden die Vorschriften des US-GAAP Ölindustriestandards ASC 932, welcher ein international anerkannter Branchenstandard ist, angewandt. Die Anwendung von ASC 932 erfolgt im Rahmen des IFRS 6 bzw. der anderen jeweils relevanten IFRSs.

Nutzungsdauer Jahre

Immaterielle Vermögenswerte
Firmenwert unbestimmt
Software 3–5
Konzessionen, Lizenzen u.Ä. 5–20 bzw. Vertragslaufzeit
Bereichsspezifische Sachanlagen
E&P Öl- bzw. Gasvermögen Unit-of-Production-Methode
G&P Gasleitungen 20–30
Windturbinen 20
Windpark Transformatorstation 10–20
R&M Hochbehälter 40
Verarbeitungsanlagen 25
Leitungssysteme 20
Tankstellenkomponenten 5–20
Sonstige Sachanlagen
Produktions- bzw. Verwaltungsgebäude 20 bzw. 40–50
Sonstige technische Anlagen 10–20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–10

Der Ansatz der E&P-Aktivitäten erfolgt nach der Successful-Efforts-Methode. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zu dem Zeitpunkt der Feststellung, ob potenzielle wirtschaftliche Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

    1. Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
    1. Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit für die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft gemacht.

Aktivierte Konzessionserwerbskosten sowie Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden in der Regel nicht planmäßig abgeschrieben solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich gewinnbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in die Sachanlagen umgegliedert und mit Produktionsbeginn planmäßig abgeschrieben. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden.

Direkt zuordenbare Kosten aus Großinspektionen und Generalüberholungen von Großanlagen, hauptsächlich in R&M, werden aktiviert und entsprechend der Komponentenabschreibungsmethode bis zur nächsten Anlagenüberholung bzw. -inspektion linear abgeschrieben. Kosten für bedeutende Ersatzteile werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.

f) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, wenn sie als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind.

g) Leasing

Für seine verschiedenen Aktivitäten nutzt der Konzern eine Reihe von Vermögenswerten auf der Grundlage von Leasingvereinbarungen. Diese Leasingverträge werden basierend auf den in IAS 17 dargelegten Situationen und Indikatoren analysiert, um operatives Leasing von Finanzierungsleasingverhältnissen zu unterscheiden. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt. Alle anderen werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert.

Das Sachanlagevermögen beinhaltet auch Gegenstände mit Finanzierungsleasingverträgen, die im wirtschaftlichen Eigentum des Konzerns stehen und mit dem Barwert der Mindestleasingverpflichtung oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Leasingdauer in die Kosten gebucht werden. Die aktivierten Kosten werden als Verbindlichkeit verbucht und künftige Leasingzahlungen werden in einen Zins- und einen Tilgungsteil aufgespalten.

All jene Leasingverträge, die nicht als Finanzierungsleasing zu werten sind, werden als operatives Leasing eingestuft. Die vereinbarten Leasingzahlungen werden dann linear auf die Vertragslaufzeit verteilt im Aufwand erfasst.

Leasingverträge werden von Servicevereinbarungen unterschieden, welche nicht das Recht auf Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts einräumen. Einige Konzerngesellschaften haben langfristige Verträge über die Nutzung von Lagerkapazitäten, Pipeline- oder sonstigen Transportkapazitäten, oder Verträge über die Verarbeitung, Produktion oder Bearbeitung von Gütern abgeschlossen. Derartige Kapazitätsvereinbarungen werden nicht als Leasingverträge betrachtet, wenn es sich nicht um einzelne, spezifizierte Vermögenswerte handelt oder wenn das Recht, die Verwendung des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu kontrollieren, nicht übertragen wird. Die vertraglichen Zahlungen werden dann in jener Periode als Aufwand gebucht, in welcher die Kapazitäten OMV vereinbarungsgemäß zur Verfügung stehen.

h) Finanzielle Vermögenswerte

Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint-Venture-Gesellschaften werden nach der At-Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert.

Available-for-Sale-Wertpapiere werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bei objektiven Anzeichen für eine Wertminderung werden Wertminderungen ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des Wertminderungsgrunds wird bei Schuldinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung der Wertminderung ergebniswirksam und bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral erfasst.

Wertpapiere ohne Börsen- oder Marktwert, deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen ausgewiesen.

Held-to-Maturity-Wertpapiere werden mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen angesetzt.

Wertpapiere-at-fair-Value-through-Profit-or-Loss werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und die resultierenden Gewinne und Verluste im Periodenergebnis erfasst.

Käufe und Verkäufe von Wertpapieren im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag bilanziert.

Verzinsliche Ausleihungen werden zu Nennwerten, niedrig verzinsliche zu Barwerten bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr anzunehmen ist. Langfristige Forderungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

i) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Tageswert). Der Tageswert der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen.

Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer Hedge-Accounting (Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen) wird angewandt.

Bei Fair-Value-Hedges werden sowohl das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos als auch das derivative Sicherungsinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte direkt im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zu einem Vermögenswert oder zu einer Verbindlichkeit, werden die Beträge, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, im gleichen Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem die abgesicherte Position das Jahresergebnis beeinflusst.

Unter anderem sind eingebettete Derivate derzeit hauptsächlich in langfristigen Gasverträgen enthalten; diese eingebetteten Derivate gelten als eng mit den Basisverträgen verbunden, da es derzeit keinen aktiven Markt für derartige Mengen gibt. Aus diesem Grund werden diese Instrumente nicht von den jeweiligen Basisverträgen abgespalten.

j) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst.

k) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand – mit Ausnahme von Emissionszertifikaten (vgl. Anhangangabe 4 m) – werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

l) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Anwendung des Durchschnittspreisverfahrens und unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bzw. im Fall nicht austauschbarer Güter mit ihren individuellen Kosten angesetzt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

In Ländern wie Österreich, der Türkei, Rumänien und Bulgarien ist OMV gesetzlich verpflichtet, bestimmte Mindestlagerbestände zu halten. Sofern sie wesentlich sind unterliegen diese Mengen einer speziellen Bewertung. Die gemäß österreichischem Erdölbevorratungsgesetz 1982 gehaltenen erhöhten Bestände an Rohöl und Ölprodukten werden mittels eines langfristigen, gewogenen Durchschnittspreisverfahrens auf Basis von Erdöläquivalenten bewertet. Eine sehr ähnliche Methode, allerdings basierend auf Produktgruppen, wird in der Türkei angewandt. Die Pflichtnotstandsreserve übersteigende Mengen, werden mit den aktuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

m) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der auf Grund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen: Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Bereich E&P (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des langlebigen Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht grundsätzlich auf bestmöglichen Schätzungen. Das aktivierte Anlagevermögen wird im Geschäftsbereich R&M linear und im Geschäftsbereich E&P nach der Unit-of-Production-Methode abgeschrieben. Die Verpflichtung ist bis zum Anlagenrückbau von Stichtag zu Stichtag aufzuzinsen. Für bestehende Verpflichtungen aus sonstigen Umweltrisiken und Maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn eine Inanspruchnahme wahrscheinlich und das Ausmaß vernünftig schätzbar ist.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die innerhalb eines Korridors von 10% des höheren Werts aus den erwarteten Ansprüchen oder des Planvermögens, jeweils am Periodenbeginn, anfallen, werden für Pensions- und Abfertigungsrückstellungen nicht berücksichtigt, wenn es sich bei den Verpflichtungen um Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemäß IAS 19 handelt. Der Überschuss an versicherungstechnischen Gewinnen und Verlusten, der den Korridor überschreitet, wird über die durchschnittliche verbleibende Dienstzeit der am Plan teilnehmenden Beschäftigten verteilt. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf der Basis der geschätzten Anzahl der das Angebot der Gesellschaft annehmenden Beschäftigten gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate (im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen in Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 21).

n) Verbindlichkeiten

Diese werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst. Der Buchwert sonstiger Verbindlichkeiten deckt sich im Wesentlichen mit dem Tageswert, weil diese Verbindlichkeiten überwiegend kurzfristig sind.

o) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern, Gewerbesteuern und Kapitalertragsteuern werden im OMV Konzernabschluss auch die für den Geschäftsbereich E&P typischen Steuern auf den Netto-Zahlungsstrom aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die Petroleum Revenue Tax (PRT) in Großbritannien oder die jeweiligen Anteile des Landes/der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. Anhangangabe 4 d) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Auf temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert. Temporäre Differenzen sind Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Wert und dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld in der Bilanz. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen. Wenn mit der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% gerechnet werden kann, werden die Werte beibehalten.

Falls die latente Steuer durch einen Unternehmenszusammenschluss entsteht, wird diese zum Zeitpunkt der Akquisition berechnet. Die das anteilige Nettovermögen übersteigende Restgröße wird ergebnisneutral als Firmenwert aktiviert.

p) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Aktienoptionspläne

Seit dem Jahr 2009 wurden LTI Pläne (siehe Anhangangabe 29) für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ausgegeben. An jedem Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Rückstellungen auf Basis der beizulegenden Zeitwerte werden über den Zeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet.

Von 2000 bis 2008 wurden, basierend auf den Hauptversammlungsbeschlüssen, Aktienoptionspläne (vgl. Anhangangabe 29) an Vorstände und leitende Angestellte ausgegeben. Diese Vergütungen können durch Bezug von Aktien zu einem festgelegten Ausübungspreis oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs zum Ausübungsstichtag und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien in Anspruch genommen werden. Für die begebenen Aktienoptionspläne werden zum Zeitpunkt der Begebung und an den nachfolgenden Bilanzstichtagen auf Basis des Black-Scholes-Modells Marktwerte ermittelt. Rückstellungen auf Basis der jeweiligen Marktwerte werden über den Zeitraum der Sperrfrist verteilt gebildet. Nach Ablauf der Sperrfrist ist für die noch in Umlauf befindlichen Optionen mittels einer Rückstellung in Höhe der Marktwerte vorgesorgt.

q) Erstmals anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen und überarbeiteten Standards waren 2011 erstmals anzuwenden, hatten jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den OMV Konzernabschluss:

  • Überarbeitete Fassung des IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung Einstufung von Bezugsrechten": Mit dieser Änderung wird klargestellt, dass Bezugsrechte auch dann als Eigenkapitalinstrumente einzustufen sind, wenn ihr Bezugsrechtskurs auf eine andere Währung als die funktionale Währung des Emittenten lautet, sofern die emittierten Instrumente den gegenwärtigen Eigentümern anteilsgemäß zu einem festen Betrag angeboten werden.
  • Korrektur des IFRIC 14 "Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestfinanzierungsvorschriften": Die Änderung gilt unter den begrenzten Umständen, unter denen ein Unternehmen Mindestfinanzierungsvorschriften unterliegt und eine Vorauszahlung der Beiträge leistet, die diesen Anforderungen genügen. Nach der Änderung wird nun gestattet, dass ein Unternehmen den Nutzen aus einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert darstellt.
  • Überarbeitete Fassung des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen": Die Überarbeitung vereinfacht die Angabepflichten für regierungsverbundene Unternehmen und verdeutlicht die Definition eines nahe stehenden Unternehmens oder einer nahe stehenden Person.

  • IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente": Diese Interpretation verdeutlicht die Anforderungen in den IFRS, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur vollen oder teilweisen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit akzeptiert.

  • "Verbesserungen der IFRS" (veröffentlicht im Mai 2010): Dies ist der dritte der jährlich erscheinenden Sammelstandards, welcher elf Änderungen an sechs Standards und einer Interpretation beinhaltet, nämlich IFRS 1, 3, 7; IAS 1, 27, 34; sowie IFRIC 13.

r) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen

Zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Abschlusses zur Veröffentlichung waren die folgenden neuen Standards, Überarbeitungen und Interpretationen vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und zum Teil bereits in EU-Recht übernommen, jedoch für das Geschäftsjahr 2011 noch nicht verpflichtend anzuwenden.

In EU-Recht übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

Änderungen an IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen): Der geänderte Standard verlangt zusätzliche Angaben für finanzielle Vermögenswerte, die trotz einer Übertragung der Rechte nicht vollständig ausgebucht wurden oder die zwar vollständig ausgebucht wurden, für die aber bestimmte Risiken beim übertragenden Unternehmen verbleiben.

Noch nicht in EU-Recht übernommen:

  • IFRS 9 "Finanzinstrumente" (veröffentlicht am 12. November 2009) und am 16. Dezember 2011 herausgegebene Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2015): Der neue IFRS 9 war der erste Teil jenes Projekts, durch das der IAS 39 abgelöst werden soll. IFRS 9 verfolgt einen neuen, weniger komplexen Ansatz für die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und unterscheidet nur noch zwischen zwei Bewertungskategorien (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten), zum einen basierend auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zum anderen auf charakteristischen Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Die Bewertung im Hinblick auf Wertminderungen hat nach einer einheitlichen Methode zu erfolgen. Am 28. Oktober 2010 gab das IASB eine neue Fassung des IFRS 9 heraus, in welche neue Vorschriften für die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten aufgenommen und die Vorschriften für die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus IAS 39 übernommen wurden. Mit den im Dezember 2011 veröffentlichten Änderungen wurde der Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 auf Geschäftsjahre geändert, die am oder nach dem 1. Jänner 2015 beginnen. Ferner wurden die Erleichterungsvorschriften hinsichtlich Vergleichszahlen und damit zusammenhängende Angaben in IFRS 7 geändert.
  • IFRS 10 "Konzernabschlüsse" und IAS 27 "Einzelabschlüsse" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): IFRS 10 begründet ein einheitliches Beherrschungskonzept, welches auf alle Unternehmenstypen Anwendung findet. Dieser Standard ersetzt die Bestimmungen des bisherigen IAS 27 zur Konzernrechnungslegung und beinhaltet Fragestellungen, die bislang in SIC-12 "Konsolidierung – Zweckgesellschaften" geregelt waren.
  • IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" und IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen und ersetzt IAS 31 "Anteile an Joint Ventures". Das Kernprinzip von IFRS 11 besteht in der Vorschrift, dass eine an einer gemeinsamen Vereinbarung beteiligte Partei die Art der gemeinsamen Vereinbarung, in die sie eingebunden ist, mittels Beurteilung ihrer Rechte und Verpflichtungen zu bestimmen und diese Rechte und Verpflichtungen entsprechend der Art der gemeinsamen Vereinbarung zu bilanzieren hat. Das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen wurde aufgehoben. IAS 28 wurde entsprechend angepasst.

  • IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): Dieser neue Standard fasst alle Angabeverpflichtungen für Tochtergesellschaften, assoziierte und gemeinschaftlich geführte Unternehmen, sowie für nicht konsolidierte strukturierte Einheiten zusammen. Er ersetzt die entsprechenden Regelungen in den Standards IAS 27, IAS 28 und IAS 31.

  • IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): Der Standard definiert den Begriff des beizulegenden Zeitwerts, stellt Leitlinien zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf und regelt die erforderlichen Anhangangaben zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts. Die Vorschriften beschränken sich nicht auf Finanzinstrumente, sondern betreffen auch die Bemessung beizulegender Zeitwerte gemäß anderen IFRSs (mit Ausnahme von IAS 17 und IFRS 2).
  • Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2012): Die Änderung bietet eine praktische Lösung für die Bewertung von latenten Steuern auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, die gemäß IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden sowie auf neubewertete, nicht planmäßig abzuschreibende Vermögenswerte.
  • Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses Darstellung der Positionen im Sonstigen Ergebnis" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Juli 2012): Demnach sind die Bestandteile des sonstigen Ergebnisses (OCI) künftig danach zu gruppieren, ob die darin erfassten Aufwendungen und Erträge zu einem späteren Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht werden (z.B. im Fall von Cashflow-Hedges oder Fremdwährungsumrechnungen), oder ob diese nie in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen sind (z.B. bestimmte OCI-Positionen nach IFRS 9 und IAS 19).
  • Änderungen an IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): Die überarbeitete Fassung inkludiert sowohl fundamentale Änderungen als auch einfache Klarstellungen und Umformulierungen. Eine der wichtigeren Neuerungen ist die Abschaffung der sogenannten Korridormethode, also die Möglichkeit, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Verpflichtungen über mehrere Jahre verteilt zu erfassen. Nach dem überarbeiteten Standard sind solche Bewertungsänderungen sofort und vollständig zu berücksichtigen. Die Erfassung erfolgt im sonstigen Ergebnis, eine spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung ("Recycling") ist nicht vorgesehen. Für die Bemessung der erwarteten Planvermögensrendite ist derselbe Zinssatz wie für die Diskontierung der leistungsorientierten Verpflichtung heranzuziehen. Das hat zur Folge, dass nicht mehr die gesamten Erträge aus dem Planvermögen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Der überarbeitete IAS 19 sieht außerdem erweiterte Angabepflichten zu leistungsorientierten Plänen sowie Änderungen in der Bilanzierung von Leistungen aus dem Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor.
  • Änderungen an IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" und Änderungen an IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" hinsichtlich der Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013 bzw. 1. Jänner 2014): Das IASB stellt mit diesen Änderungen klar, unter welchen Voraussetzungen eine Saldierung von Finanzinstrumenten in der Bilanz zulässig ist.
  • IFRIC 20 "Abraumbeseitigungskosten im Tagbergbau" (Datum des Inkrafttretens laut IASB: 1. Jänner 2013): Diese Interpretation betrifft Abraumbeseitigungskosten, die in der Produktionsphase einer Tagbergbaumine anfallen. Sie definiert, wann und wie ein Nutzen, der aus einer solchen Aktivität entstehen kann, zu bemessen und zu bilanzieren ist.

Die genannten Neufassungen und Interpretationen werden nicht frühzeitig angewandt. Mögliche Auswirkungen der überarbeiteten Standards und Interpretationen im jeweiligen Jahr der erstmaligen Anwendung werden derzeit durch das Management analysiert.

5 Währungsumrechnung

Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam erfasst werden.

Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, in der Eigenkapitalentwicklung verrechnet. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen (Devisenmittelkurs) umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen führen gleichfalls zu direkten Adaptierungen im Eigenkapital.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

Währungsumrechnung

2011 2010
Kurse Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt
Australischer Dollar (AUD) 1,272 1,348 1,314 1,442
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Neuer Rumänischer Leu (RON) 4,323 4,239 4,262 4,212
Neuseeland Dollar (NZD) 1,674 1,760 1,720 1,838
Pfund Sterling (GBP) 0,835 0,868 0,861 0,858
Tschechische Krone (CZK) 25,787 24,590 25,061 25,284
Türkische Lira (TRY) 2,443 2,338 2,069 1,997
Ungarischer Forint (HUF) 314,580 279,373 277,950 275,481
US Dollar (USD) 1,294 1,392 1,336 1,326

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Personalaufwendungen enthalten:

6 Gesamtkosteninformation

Personalaufwendungen EUR 1.000
2011 2010
Löhne und Gehälter 874.997 860.409
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 43.121 29.086
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen (Pensionskassenbeiträge) 16.192 19.219
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen 38.661 97.733
Sonstiger Personal- und Sozialaufwand 108.981 103.450
Gesamt 1.081.953 1.109.898

Der Gesamtaufwand für Pensionen, welche in den Positionen "Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen", "Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen" und "Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen" enthalten sind, beträgt TEUR 72.965 (2010: TEUR 85.897).

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen EUR 1.000
2011 2010
Planmäßige Abschreibungen 1.389.015 1.211.773
Wertminderungen 235.760 359.924
Gesamt 1.624.775 1.571.697

Im Jahr 2011 betrafen die Wertminderungen hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen in Australien (TEUR 49.340), Großbritannien (TEUR 53.297) und Rumänien (TEUR 47.862) sowie eine Explorationslizenz in Kasachstan (TEUR 25.163).

2010 verteilten sich die Wertminderungen im Wesentlichen auf Produktionsbohrungen in Österreich mit TEUR 92.657 und Kasachstan mit TEUR 104.096, auf Entwicklungsbohrungen in Großbritannien mit TEUR 61.376 und auf Wertminderungen in Rumänien mit TEUR 58.874 (davon hauptsächlich trockene Explorationsbohrungen mit TEUR 11.065 und Raffinerieanlagen mit TEUR 20.347).

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Wertminderungen wie folgt ausgewiesen: TEUR 28.862 (2010: TEUR 302.532) in den Umsatzkosten, TEUR 188.657 (2010: TEUR 44.476) im Explorationsaufwand, TEUR 18.154 (2010: TEUR 12.628) im Vertriebs- und Verwaltungsaufwand und TEUR 87 (2010: TEUR 288) in den sonstigen operativen Aufwendungen.

Der erzielbare Betrag aller Vermögenswerte, für die eine wesentliche Wertminderung berücksichtigt wurde, ist der Nutzungswert. Der Diskontierungssatz ist ein "Vor-Steuer"-Zinssatz, der den gegenwärtigen Marktbewertungen des Zinseffekts und den speziellen Risiken des Geschäftssegments des jeweiligen Landes Rechnung trägt. 2011 betrugen die Diskontierungssätze für tatsächlich vorgenommene Wertminderungen vor Steuern zwischen 7,2% und 9,1% (2010 zwischen 5,3% und 12,2%).

7 Sonstige betriebliche Erträge

8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Erträge EUR 1.000
2011 2010
Sonstige betriebliche Erträge 288.635 250.519
[davon Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Sachanlagevermögen und
immateriellen Vermögenswerten] [31.813] [22.632]
[davon Kursgewinne aus operativen Geschäften] [66.485] [46.979]

Sonstige betriebliche Erträge enthalten auch die Auswirkung der Abwärtsbewertung der Rückstellungen für Abfertigungen im Wert von TEUR 24.281 (2010: EUR 0), welche auf Grund der Erhöhung der Diskontierungssätze in Petrom verbucht wurden.

Sonstige betriebliche Aufwendungen EUR 1.000 2011 2010 Sonstige betriebliche Aufwendungen 517.772 470.113 [davon Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten] [21.463] [14.931] [davon Kursverluste aus operativen Geschäften] [68.772] [48.978] [davon Personallösungskosten] [38.661] [97.733]

Sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten auch eine Rückstellung von TEUR 118.850 (2010: TEUR 0) für die gegen Petrom verhängte Strafe auf Grund der kartellrechtlichen Untersuchung der rumänischen Wettbewerbsbehörde.

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen enthält Erträge in Höhe von TEUR 232.940 (2010: TEUR 127.253) sowie Aufwendungen in Höhe von TEUR 8.824 (2010: TEUR 35.540). 9 Finanzerfolg

Zinserträge EUR 1.000
2011 2010
Zinserträge aus Finanzinstrumenten available-for-sale 4.111 4.190
Zinserträge aus Ausleihungen und Forderungen 23.875 27.372
Sonstige Zinserträge 3.064 134
Zinserträge 31.051 31.696

Die Zinserträge aus Ausleihungen und Forderungen enthalten Erträge aus wertgeminderten Forderungen in Höhe von TEUR 795 (2010: TEUR 3.523).

Zinsaufwendungen EUR 1.000
2011 2010
Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten at-fair-value-through-profit-or-loss 1.477 1.455
Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 243.489 186.374
Zinsaufwendungen aus Rückstellungen 133.862 164.500
Zinsaufwendungen aus nicht finanziellen Verbindlichkeiten 4.008 15.220
Zinsaufwendungen 382.836 367.550

In der laufenden Periode wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 49.849 (2010: TEUR 40.022) aktiviert.

In der Position Zinsaufwendungen aus Rückstellungen sind bei den Beträgen der Personalrückstellung die Zinsaufwendungen und die jeweiligen Erträge saldiert dargestellt. Die sonstigen Zinsaufwendungen enthielten die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 48.186 (2010: TEUR 55.186), Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Abfertigungs- und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 9.790 (2010: TEUR 10.715) sowie Zinskomponenten aus der Aufzinsung der Rückstellung für Lösungskosten von TEUR 9.161 (2010: TEUR 5.577). Größtenteils wurden diese Zinsaufwendungen mit den Erträgen aus dem Planvermögen in Höhe von TEUR 18.395 (2010: TEUR 18.346) verrechnet.

Darüber hinaus enthält diese Position auch die Zinskomponenten aus der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 69.618 (2010: TEUR 87.314).

Das sonstige Finanzergebnis für die Berichtsperiode beinhaltete hauptsächlich Netto-Fremdwährungsverluste aus Finanzinstrumenten in Höhe von TEUR 94.238 (2010: Gewinne von TEUR 40.937), ebenso wie sonstige Finanzierungskosten, die sich auf TEUR 56.057 (2010: TEUR 26.780) beliefen.

Die Ertragsteuerbelastung sowie die Ergebnisse vor Steuern für die Ermittlung des Effektivsteuersatzes zeigen folgendes Bild:

10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag EUR 1.000
2011 2010
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Österreich 596.494 196.313
Ausland 1.603.629 1.764.316
Gesamt 2.200.123 1.960.629
Ertragsteuern
Österreich 94.038 32.468
Ausland 465.849 684.897
Latente Steuern 67.888 29.145
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 627.775 746.510

Die Entwicklung der latenten Steuern kann folgender Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der latenten Steuern EUR 1.000
2011 2010
Saldo latente Steuern zum 1. Jänner –360.300 –117.756
Saldo latente Steuern zum 31. Dezember 1) –707.037 –360.300
Veränderung latente Steuern –346.737 –242.544
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern aus Wertpapierbewertung und
Sicherungsgeschäften –51 15.999
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen 278.900 197.401
Latente Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung –67.888 –29.145
Die Saldogröße latente Steuern setzt sich wie folgt zusammen:
Steuersatzänderung –13.031 –1.569
Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern –65.152 –12.032
In den Vorjahren nicht berücksichtigte Verlustvorträge –501 –7.015
Aus der Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und
Verbrauch von Verlustvorträgen 10.796 –8.529

1) Einschließlich latenter Steuern aus zu Veräußerungszwecken gehaltenem Vermögen von TEUR –600 in 2011 (2010 TEUR –1.200).

Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes wird der Ertragsteueraufwand, soweit dem Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuordenbar, diesem gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen, und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung %
2011 2010
Körperschaftsteuersatz in Österreich 25,0 25,0
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze –0,7 10,2
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 3,5 7,5
Steuerfreies Einkommen –5,2 –4,3
Steuersatzänderung 0,6 0,1
Verfallene Verlustvorträge 0,0 0,4
Steuerliche Beteiligungsabschreibung auf Ebene der Muttergesellschaft 0,0 –1,4
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern 3,0 0,6
Sonstige 2,3 0,0
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss 28,5 38,1

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie einiger ausländischer Tochtergesellschaften (OMV Australia PTY LTD, OMV (U.K.) Ltd., OMV Slovensko s.r.o. und OMV Enerji Ticaret Limited Şirketi) zusammengefasst wird.

Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Seit 2009 sind Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.

Der Gesamtbetrag der direkt im sonstigen Ergebnis verbuchten Ertragsteuern beläuft sich auf TEUR –11.805 (2010: TEUR 21.467). 2011 wurden Verlustvorträge von TEUR 54.753 (2010: TEUR 45.772) verwertet, auf die eine Steuerlatenz von TEUR 14.260 (2010: TEUR 20.593) entfiel.

Gewinn je Aktie

Den Aktionären
des Mutter
unternehmens
zuzurechnender
Gewinn in TEUR
Durchschnittliche
Anzahl an
Stückaktien
2011
Gewinn
je Aktie
in EUR
2010
Gewinn
je Aktie
in EUR
Unverwässert 1.063.441 314.190.528 3,38 3,08
Verwässert 1.063.441 315.385.343 3,37 3,07

2011 und 2010 gab es keine aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Für die Berechnung des verwässerten Gewinns je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stückaktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Stückaktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasst 1.194.815 Stück aus dem LTI Plan zu gewährende Bonusaktien.

Zum 31. Dezember 2010 umfasst die Berechnung des verwässerten Gewinns je Aktie im Umlauf befindliche Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2004 für den begünstigten Erwerb von Stückaktien (56.130 Stück bei Ausübung durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungskurs in Form von Aktien) sowie 892.108 Stück aus dem LTI Plan zu gewährende Bonusaktien.

11 Gewinn je Aktie

Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Bilanz

12 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte EUR 1.000
Konzess Öl- und Gas Firmen Geleistete Summe
ionen, vermögen werte Anzahlungen
Software, mit nicht
Lizenzen, sicheren
2011 Rechte Reserven
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2011 1.771.990 694.432 1.087.809 43.221 3.597.452
Währungsdifferenz –171.108 31.644 –152.040 –2.059 –293.563
Konsolidierungskreisänderung –6 285.477 293.979 579.451
Zugang 131.907 399.728 2.927 534.562
Umbuchung 38.535 –3.990 –38.669 –4.123
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –1.894 –1.894
Abgang –48.820 –148.785 –197.605
31.12.2011 1.722.498 1.256.612 1.229.748 5.420 4.214.279
Entwicklung der Abschreibung
1.1.2011 417.034 166.632 583.666
Währungsdifferenz –7.853 6.610 –1.242
Konsolidierungskreisänderung
Planmäßige Abschreibung 165.949 794 166.743
Wertminderung 11.006 188.657 199.663
Umbuchung –181 –181
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –800 –800
Abgang –28.958 –131.679 –160.637
Zuschreibung –72 –72
31.12.2011 556.997 230.143 787.140
Buchwert 1.1.2011 1.354.956 527.800 1.087.809 43.221 3.013.785
Buchwert 31.12.2011 1.165.501 1.026.469 1.229.748 5.420 3.427.139
2010
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2010 748.835 604.089 17.052 17.964 1.387.941
Währungsdifferenz –17.359 27.982 –18.104 –498 –7.980
Konsolidierungskreisänderung 1.003.012 –80.237 1.088.861 17.614 2.029.250
Zugang 46.912 223.239 10.336 280.488
Umbuchung 8.619 –13.021 –2.195 –6.597
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –647 –647
Abgang –17.382 –67.620 –85.002
31.12.2010 1.771.990 694.432 1.087.809 43.221 3.597.452
Entwicklung der Abschreibung
1.1.2010 343.717 231.832 575.549
Währungsdifferenz –1.894 10.580 8.686
Konsolidierungskreisänderung –144 –68.492 –68.636
Planmäßige Abschreibung 91.783 1.825 93.608
Wertminderung 964 54.625 55.589
Umbuchung –34 –34
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –564 –564
Abgang –16.794 –63.659 –80.453
Zuschreibung –80 –80
31.12.2010 417.034 166.632 583.666
Buchwert 1.1.2010 405.118 372.257 17.052 17.964 812.391
Buchwert 31.12.2010 1.354.956 527.800 1.087.809 43.221 3.013.785

Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 45.632 (2010: TEUR 21.660).

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen

Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten innerhalb des E&P Segments, welche auf Exploration- und Entwicklung von Öl- und Gasressourcen entfallen.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen EUR 1.000
2011 2010
Abschreibungen von Exploration 188.657 54.625
Sonstiger Explorationsaufwand 165.157 184.075
Explorationsaufwand 353.814 238.700
Vermögenswerte – aktivierte Exploration und Evaluierungsausgaben
inkl. Erwerb von unsicheren Reserven 1.026.469 527.800
Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit 274.135 207.441
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit 557.003 233.674

Firmenwerte, welche durch unbefristete Unternehmenszusammenschlüsse erworben wurden, wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zwecks Wertminderungstest zugeordnet:

Firmenwertzuordnung zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten EUR 1.000
2011 2010
Nordafrika und Offshore 306.917
Mittlerer Osten und Kaspische Region 83.313 98.362
E&P zugeordneter Firmenwert 390.230 98.362
Trading 83.313 98.362
G&P zugeordneter Firmenwert 83.313 98.362
Raffinerien West 83.313 98.362
Türkei 657.222 775.937
Deutschland 7.207 7.207
Ungarn 8.463 9.578
R&M zugeordneter Firmenwert 756.205 891.084
Gesamt 1.229.748 1.087.809

13 Sachanlagen

Sachanlagen EUR 1.000

Grund,
grundstücks
gleiche
Rechte und
Bauten,
einschließlich
Bauten auf
fremdem
Grund
Öl- und Gas
vermögen
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen in
Bau
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1.1.2011 3.159.940 9.829.226 5.546.548 2.062.834 1.521.376 446.061 22.565.986
Währungsdifferenz –92.832 80.928 –20.900 –60.727 –61.760 –13.695 –168.986
Konsolidierungskreis–
änderung –916 482.608 9.328 –3.931 –86 –1 487.002
Zugang 60.041 632.854 199.870 74.532 1.056.392 74.644 2.098.333
Umbuchung 89.668 222.408 349.527 70.830 –650.215 –78.094 4.123
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –3.156 –3.156
Abgang –28.726 –52.052 –63.423 –92.905 –7.120 –131 –244.357
31.12.2011 3.184.019 11.195.971 6.020.949 2.050.634 1.858.587 428.785 24.738.945
Entwicklung der
Abschreibung
1.1.2011 1.063.900 4.164.157 3.282.236 1.118.560 14.221 155 9.643.229
Währungsdifferenz –12.286 62.635 –11.849 –7.319 –446 –2 30.734
Konsolidierungskreis–
änderung –9 –496 –505
Planmäßige Abschreibung 108.402 713.240 251.613 149.017 1.222.272
Wertminderung 10.882 7.624 1.241 16.351 36.097
Umbuchung –2.308 –15.440 19.940 –3.750 1.738 181
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –2.480 –2.480
Abgang –15.595 –19.312 –56.798 –73.448 –4.601 –2 –169.755
Zuschreibung –1.805 –110 –29 –38 –41 –2.023
31.12.2011 1.148.701 4.905.281 3.492.655 1.183.777 27.226 110 10.757.751
Buchwert 1.1.2011 2.096.040 5.665.069 2.264.312 944.274 1.507.155 445.906 12.922.756
Buchwert 31.12.2011 2.035.318 6.290.690 2.528.294 866.857 1.831.361 428.675 13.981.194

Sachanlagen EUR 1.000

Grund,
grundstücks
gleiche
Rechte und
Bauten,
einschließlich
Bauten auf
fremdem
Grund
Öl- und Gas
vermögen
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anlagen in
Bau
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
1.1.2010 2.606.214 8.557.275 5.323.582 1.663.864 1.149.650 355.555 19.656.141
Währungsdifferenz –8.827 274.597 –615 –3.775 2.807 8.802 272.989
Konsolidierungskreis–
änderung 370.777 9.362 6.271 353.644 61.921 5.558 807.533
Zugang 92.546 666.627 135.036 68.724 861.437 246.819 2.071.190
Umbuchung 147.664 358.625 144.211 57.366 –531.193 –170.076 6.598
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –28.045 –6.049 –14.617 2.973 –45.739
Abgang –20.389 –37.261 –55.888 –62.371 –26.219 –599 –202.727
31.12.2010 3.159.940 9.829.226 5.546.548 2.062.834 1.521.376 446.061 22.565.986
Entwicklung der
Abschreibung
1.1.2010 979.936 3.129.081 3.077.344 1.060.473 38.582 321 8.285.737
Währungsdifferenz 2.758 123.620 189 1.222 199 4 127.990
Konsolidierungskreis–
änderung 20 –1.028 –1.649 –2.657
Planmäßige Abschreibung 100.779 671.718 234.843 110.824 1.118.164
Wertminderung 10.655 254.155 26.056 721 12.705 43 304.335
Umbuchung 1.264 25 4.028 7.441 –12.785 61 34
Zu Veräußerungszwecken
gehaltenes Vermögen –11.556 –1 –4.837 –11.710 –28.104
Abgang –15.499 –14.441 –54.927 –49.028 –22.005 –155.900
Zuschreibung –4.436 –481 –354 –826 –273 –6.370
31.12.2010 1.063.900 4.164.157 3.282.236 1.118.560 14.221 155 9.643.229
Buchwert 1.1.2010 1.626.279 5.428.194 2.246.238 603.391 1.111.068 355.235 11.370.404
Buchwert 31.12.2010 2.096.040 5.665.069 2.264.312 944.274 1.507.155 445.906 12.922.756

In der Position Grund, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich Bauten auf fremdem Grund sind Grundstücke in Höhe von TEUR 831.127 (2010: TEUR 887.019) ausgewiesen.

Während Sachanlagen mit einem Buchwert von TEUR 699 (2010: TEUR 23.078) in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert wurden, wurden Sachanlagen mit einem Buchwert von TEUR 23 (2010: TEUR 5.442) wieder in die Position Sachanlagen zurückgegliedert.

Anhangangabe 6 enthält Details zu den Wertminderungen.

Im Rahmen der Herstellung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wurden 2011 Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 72.388 (2010: TEUR 40.022) aktiviert, welche mittels der Anwendung eines durchschnittlichen Zinssatzes von 6,2% (2010: 4,2%) auf den Buchwert bestimmt wurden. Diese bezogen sich weitgehend auf Fremdfinanzierung für den Bau der Kraftwerke in Rumänien und der Türkei.

Zum Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 549.656 (2010: TEUR 552.435).

Finanzierungsleasing

Das Sachanlagevermögen aus Finanzierungsleasingverträgen beinhaltet seit 2009 auch ein FPSO-Schiff (Floating Production, Storage and Offtake Vessel) in Neuseeland, für welches nach 4 und 15 Jahren Kaufoptionen bestehen. Während der Laufzeit des Leasingvertrags trägt im Schadensfalle der Leasinggeber das Risiko. Während das FPSO-Schiff nicht operieren kann werden die laufenden Leasingraten reduziert. Des Weiteren bestehen Finanzierungsleasingverträge für Tankstellen und Grundstücke u.a. in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Tschechien, für Erdgas-Tankstellen, für Stromaggregate in E&P Rumänien und für Tanklager in der Türkei.

Leasing-, Miet- und Pachtverträge EUR 1.000
2011 2010
Anschaf Kumulierte Buchwert Anschaf Kumulierte Buchwert
fungskosten Abschreibung fungskosten Abschreibung
Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich
Bauten auf fremdem Grund 51.393 15.214 36.179 51.531 12.342 39.189
Öl- und Gasvermögen 232.114 76.529 155.585 214.959 45.978 168.981
Technische Anlagen und Maschinen 6.652 2.968 3.684 3.190 1.892 1.298
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 29.247 18.853 10.394 39.039 21.140 17.899
Summe 319.407 113.563 205.843 308.719 81.353 227.366

Bedingte Leasingzahlungen für Finanzierungsleasingverträge wurden 2011 in Höhe von TEUR 3.458 (2010: TEUR 1.030) geleistet.

Verpflichtungen aus bestehende Finanzierungsleasingverträge per 31.12. EUR 1.000
≤1 Jahr 1–5 Jahre 2011
>5 Jahre
≤1 Jahr 1–5 Jahre 2010
>5 Jahre
Summe künftiger
Mindestleasingzahlungen 52.676 55.622 50.334 50.605 84.812 54.280
[davon Zinsanteil] [6.580] [9.788] [25.352] [8.788] [12.891] [27.502]
Barwert der Mindestleasingzahlungen 46.096 45.834 24.982 41.818 71.921 26.778

Zusätzlich wird es Verpflichtungen aus einem Finanzierungsleasingvertrag für Gaskavernenspeicher geben. Da die Übergabe des wirtschaftlichen Eigentums an den Konzern beginnend mit 2012 stattfindet, wurde dieses Finanzierungsleasing nicht in die Bilanz aufgenommen. Die Gesamtsumme der künftigen Mindestleasingzahlungen für den Gaskavernenspeicher betragen TEUR 300.564 (2010: TEUR 300.564).

Operatives Leasing

OMV nimmt auch operatives Leasing in Anspruch, welches hauptsächlich für die Nutzung von Tankstellengrundstücken, EDV-Anlagen sowie im Bereich des Fuhrparks eingesetzt wird. Der Aufwand belief sich im Jahr 2011 auf TEUR 131.750 (2010: TEUR 126.080). Für einen wesentlichen Teil der gemieteten Tankstellengrundstücke bestehen Verlängerungsoptionen.

Künftige Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren operativen Leasingverhältnissen EUR 1.000
2011 2010
Fällig innerhalb 1 Jahrs 90.561 86.100
Fällig zwischen 1 und 5 Jahren 160.740 196.232
Fällig nach mehr als 5 Jahren 211.364 242.149
Summe künftiger Mindestleasingzahlungen 462.665 524.481
Anteile an assoziierten Unternehmen EUR 1.000
Buchwert 2011 2010
1.1. 1.487.632 2.214.967
Währungsdifferenz 2.829 56.178
Wechsel der Konsolidierungsart –813.227
Zugang 3.191 16.314
Anteilige Jahresergebnisse 224.116 91.714
Sonstige Ergebnisse –9.465 74.667
Dividenden und Zwischenergebniseliminierung –37.230 –152.981
31.12. 1.671.074 1.487.632

14 Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 31. Dezember 2011 bestanden die größten Buchwerte an der Borealis AG, Wien, mit TEUR 1.208.222 (2010: TEUR 1.067.749) und an der Pearl Petroleum Company Limited, Road Town, mit einem Konzernbuchwert von TEUR 286.673 (2010: TEUR 241.579). Die Dividenden 2011 stammen zum überwiegenden Teil von der Borealis AG mit einem Betrag von TEUR 36.000 (2010: TEUR 0).

In 2010 betraf der Wechsel der Konsolidierungsart OMV Petrol Ofisi A.Ş., welche mit Ende Dezember 2010 in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen wurde (vgl. Anhangangabe 3). Die Dividendenzahlungen 2010 betrafen mit TEUR 150.460 Dividenden von OMV Petrol Ofisi A.Ş.

Die Zugänge in beiden Jahren betrafen Kapitalerhöhungen in bestehenden at-equity Gesellschaften.

Auf Grund eines Joint Venture Agreement zwischen OMV und der Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 (Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen) auf Pearl. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen. Zugänge weiterer Reserven könnten zu bedingten Zahlungen führen.

Folgende Tabelle zeigt die Eckdaten aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der at-equity bilanzierten Unternehmen:

Eckdaten der at-equity bilanzierten Unternehmen (zu 100% Anteil) EUR 1.000
2011 2010
Umlaufvermögen 2.934.092 2.496.202
Anlagevermögen 8.401.926 8.013.027
Fremdkapital 4.653.594 4.653.010
Nettoumsatz 9.344.070 16.125.456
Betriebserfolg (EBIT) 665.305 529.909
Jahresüberschuss 859.072 374.225

Auf Grund der erstmaligen Vollkonsolidierung von OMV Petrol Ofisi A.Ş. zum 22. Dezember 2010, sind die Werte für 2010 at-equity in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, spiegeln sich jedoch nicht in den in der obigen Tabelle angeführten Bilanzwerten 2010 wider.

15 Vorräte

Das Vorratsvermögen verteilt sich wie folgt:

Vorratsbestand EUR 1.000

2011 2010
Rohöl 738.892 763.601
Gas 584.067 294.576
Sonstige Rohstoffe 310.038 320.847
Unfertige Mineralölprodukte 135.798 149.112
Sonstige unfertige Erzeugnisse 3.749 4.097
Fertige Mineralölprodukte 1.324.050 1.219.647
Sonstige fertige Erzeugnisse 49.659 47.889
Anzahlungen und Rechte aus Take-or-Pay Verträgen 2.734 18.365
Gesamt 3.148.987 2.818.134

Als Warenaufwand wurden in der Berichtsperiode TEUR 24.764.617 ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst (2010: TEUR 15.414.368).

Die aufwandswirksam erfassten Wertberichtigungen auf Vorräte betrugen TEUR 104.333 (2010: TEUR 89.013).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwerte) EUR 1.000
2011 2010
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 175.130 171.258
Forderungen gegenüber sonstigen Unternehmen 3.365.478 2.759.285
Gesamt 3.540.609 2.930.543

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen im Wesentlichen ihrem beizulegenden Zeitwert.

Aktivisch abgesetzte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2011 2010
1.1. 137.628 89.845
Zuführung (+)/Auflösung (–) 9.208 –665
Abgänge –7.927 –13.055
Währungsdifferenz und Konsolidierungskreisänderung –11.936 61.503
31.12. 126.975 137.628
Buchwert der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen EUR 1.000
2011 2010
Vor Wertberichtigung 156.486 188.098
Nach Wertberichtigung 29.510 50.471

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen EUR 1.000
2011 2010
Bis 60 Tage überfällig 142.065 78.920
61 bis 120 Tage überfällig 5.112 2.104
Mehr als 120 Tage überfällig 32.973 8.419
Gesamt 180.150 89.443

16 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

17 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte (Buchwerte nach Bewertung) EUR 1.000

Ergebniswirksam zum Fair Value bewertet Ergebnisneutral zum Fair Value bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Summe Buchwerte [davon kurzfristig] [davon langfristig] 31.12.2011 Anteile an sonstigen Unternehmen — — 70.591 70.591 [—] [70.591] Investmentfonds 1) 4 6.396 — 6.400 [4] [6.396] Anleihen — 127.644 — 127.644 [23] [127.621] Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 5.471 63.808 — 69.279 [56.272] [13.007] Sonstige Derivate 152.007 — — 152.007 [146.764] [5.243] Ausleihungen — — 307.383 307.383 [2.654] [304.728] Sonstige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen — — 5.055 5.055 [5.055] [—] Übrige sonstige Forderungen — — 810.270 810.270 [172.729] [637.542] Gesamt 157.482 197.848 1.193.299 1.548.629 [383.501] [1.165.128] 31.12.2010 Anteile an sonstigen Unternehmen — — 68.207 68.207 [—] [68.207] Investmentfonds — 6.318 — 6.318 [—] [6.318] Anleihen — 127.703 — 127.703 [40.425] [87.278] Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 5.075 38.576 — 43.651 [17.679] [25.972] Sonstige Derivate 28.367 — — 28.367 [24.065] [4.302] Ausleihungen — — 380.698 380.698 [5.796] [374.902] Sonstige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen — — 5.987 5.987 [5.987] [—] Übrige sonstige Forderungen — — 844.359 844.359 [258.662] [585.697] Gesamt 33.442 172.597 1.299.250 1.505.290 [352.615] [1.152.675]

1) Kredite des Abwasserverbandes Schwechat sind durch verpfändete Wertpapiere (Anteile am A&P-Fond) mit TEUR 3.670 (2010: TEUR 3.670) besichert.

Mit Ausnahme der Anteile an sonstigen Unternehmen zu Anschaffungskosten, für welche die beizulegenden Zeitwerte nicht zuverlässig geschätzt werden können, entspricht der jeweilige Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte at-fair-value-through-profit-or-loss (exklusive der als Sicherungsinstrumente designierten und effektiven Derivate, die nicht als finanzielle Vermögenswerte at-fair-value-throughprofit-or-loss gelten) beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 152.011 (2010: TEUR 28.367 ). Darin sind ausschließlich finanzielle Vermögenswerte held-for-trading enthalten. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte availablefor-sale beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 204.631 (2010: TEUR 202.228). Finanzielle Vermögenswerte held-tomaturity wurden weder zum 31. Dezember 2010 noch zum 31. Dezember 2011 gehalten.

Unter den Ausleihungen sind Gesellschafterdarlehen an IOB Holdings A/S, die Erdöl-Tanklagerbetrieb GmbH und Pearl Petroleum Company Limited von insgesamt TEUR 55.685 (2010: Darlehen an IOB Holdings A/S und die Erdöl-Tanklagerbetrieb GmbH von insgesamt TEUR 100.609) sowie ein Gesellschafterdarlehen von der OMV Deutschland GmbH an die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 240.300 (2010: TEUR 267.300) ausgewiesen.

Die übrigen sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung in Höhe von TEUR 609.186 (2010: TEUR 576.947) gegenüber dem rumänischen Staat in Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen von OMV Petrom SA. Die Forderung besteht aus TEUR 108.856 (2010: TEUR 109.364) für Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen und aus TEUR 500.330 (2010: TEUR 467.583) für Rekultivierungskosten. OMV Petrom SA hat zwei Anträge zur Kostenrückerstattung von sonstigen Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von TEUR 21.500 (2010: TEUR 21.500) eingebracht. Bisher hat der rumänische Staat die Anträge nicht bezahlt. Am 6. Dezember 2011 hat OMV Petrom SA Schiedsverfahren am International Court of Arbitration in Paris angestoßen, wobei allerdings von einer langen Verfahrensdauer auszugehen ist.

Fortgeführte Anschaffungskosten der Wertpapiere EUR 1.000
2011 2010
Anteile an sonstigen Unternehmen 70.591 68.207
Investmentfonds 6.101 6.101
Anleihen 128.412 86.430
Aktivisch abgesetzte Wertberichtigungen zu sonstigen finanziellen Forderungen 1)
2011 2010
1.1. 83.485 84.696
Zuführung (+)/Auflösung (–) 366 1.905
Abgänge –99 –2.861
Währungsdifferenzen –1.164 –256
31.12. 82.588 83.485

1) Betrifft die übrigen sonstigen Forderungen innerhalb der Position Sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Buchwert der wertberichtigten sonstigen finanziellen Forderungen EUR 1.000
2011 2010
Vor Wertberichtigung 83.724 84.350
Nach Wertberichtigung 1.136 866

Die Altersstruktur überfälliger, aber nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwerte überfälliger, nicht wertberichtigter sonstiger finanzieller Forderungen EUR 1.000
2011 2010
Bis 60 Tage überfällig 333 303
61 bis 120 Tage überfällig 14
Mehr als 120 Tage überfällig 675 1.671
Gesamt 1.022 1.975
Sonstige Vermögenswerte EUR 1.000
2011 2010
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Aktivische Abgrenzungen 75.180 37.873 89.804 52.684
Sonstige eigene Anzahlungen 7.295 4 17.919
Forderungen aus sonstigen Steuern / Sozialversicherung 134.432 30.133 178.045 12.629
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 20.114 49.224 14.174 43.141
Sonstige Vermögenswerte 237.021 117.234 299.942 108.454

18 Sonstige Vermögenswerte

19 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten 2011 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Liegenschaften von OMV PETROM SA, und OMV Deutschland GmbH und einer Explorationslizenz der OMV (U.K.) Limited.

2010 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Liegenschaften von OMV PETROM SA, aus Tankstellen der OMV Deutschland GmbH und aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der OMV Wärme VertriebsgmbH.

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
2011 2010
Langfristiges Vermögen 19.979 41.342
Kurzfristiges Vermögen und latente Steuern 130 52.198
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20.108 93.539
Rückstellungen 3.247
Verbindlichkeiten und latente Steuern 730 5.000
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 730 8.247

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögensgegenstände betrugen im E&P-Bereich TEUR 1.729 (2010: TEUR 1.051), im Geschäftsbereich R&M TEUR 1.125 (2010: TEUR 75.023) und in Kb&S TEUR 17.254 (2010: TEUR 17.466).

Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten betrugen im Geschäftsbereich E&P TEUR 730 (2010: TEUR 8.247 im Geschäftsbereich R&M).

20 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2010: 300.000.000) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von TEUR 327.273 (2010: TEUR 300.000). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2011 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von maximal 77.900.000 Stückaktien bis zum 13. Mai 2014 zu erhöhen (genehmigtes Kapital). In teilweiser Ausnutzung dieser Ermächtigung hat der Vorstand auf Grundlage seiner Beschlüsse vom 16. Mai 2011 und 6. Juni 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital von EUR 300.000.000 auf EUR 327.272.727 durch Ausgabe von 27.272.727 neuen Aktien erhöht. Infolge dieser Kapitalerhöhung ist der Vorstand nunmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu TEUR 50.627 durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen.

Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 Aktiengesetz um bis zu TEUR 50.627 durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

Zusätzlich zur Kapitalerhöhung wurde am 25. Mai 2011 die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich abgeschlossen. Da die Rückzahlung des Hybridkapitals sowie die Zinszahlungen im alleinigen Verfügungsbereich der Gruppe liegen, werden die Erlöse aus der Hybridanleihe (abzüglich Emissionskosten) zur Gänze als Eigenkapital behandelt. Das Hybridkapital wird bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschliessend wird das Hybridkapital bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem step-up von 100 Basispunkten verzinst. Das Hybridkapital hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung von Aktienoptionen oder Long Term Incentive Plänen verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche auf Grund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.

Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses
EUR 1.000
2011 2010
Brutto Steuer Netto Brutto Steuer Netto
Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–) Aufwand (–)
Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+) Ertrag (+)
Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe –354.281 –354.281 202.847 202.847
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der
Bewertung zur Veräußerung
verfügbarer finanzieller
Vermögenswerte –1.966 491 –1.475 –61 8 –53
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der
Bewertung von Hedges –58.778 11.314 –47.464 101.529 –21.475 80.054
Auf assoziierte Unternehmen
entfallender Anteil am sonstigen
Ergebnis –9.465 –9.465 74.667 74.667
Sonstiges Ergebnis des Jahrs –424.489 11.805 –412.684 378.983 –21.467 357.516

Für das Geschäftsjahr 2011 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,10 (2010: EUR 1,00) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu genehmigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 erfolgte im Mai 2011 in der vorgeschlagenen Höhe.

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wird in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile

Stückaktien Anschaffungswert
in EUR 1.000
Stand 1.1.2010 1.219.695 13.392
Abgang –16.500 –181
Stand 31.12.2010 1.203.195 13.211
Abgang –4.320 –47
Stand 31.12.2011 1.198.875 13.164

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2010 300.000.000 1.219.695 298.780.305
Bedienung von Aktienoptionen –16.500 16.500
Stand 31.12.2010 300.000.000 1.203.195 298.796.805
Bedienung von Aktienoptionen –4.320 4.320
Kapitalerhöhung 27.272.727 27.272.727
Stand 31.12.2011 327.272.727 1.198.875 326.073.852

21 Rückstellungen

In der Berichtsperiode entwickelten sich die Rückstellungen wie folgt:

Rückstellungen EUR 1.000
Pensionen
und
ähnliche
Verpflich
tungen
Rückstellung
für Rekulti
vierung 1)
Ertrag
steuer
verbindlich
keiten
Sonstige
Rückstel
lungen
Gesamt
1.1.2011 899.330 1.932.573 121.480 746.840 3.700.223
Währungsdifferenz –1.372 –13.577 413 –8.940 –23.476
Konsolidierungskreisänderung –908 15.160 7.859 1.410 23.520
Verbrauch –78.914 –77.432 –97.228 –225.010 –478.584
Fondsdotierung –37.273 –37.273
Zuweisung 82.800 201.667 127.996 308.161 720.624
Umbuchungen –26.841 549 26.292
31.12.2011 836.821 2.058.940 160.521 848.752 3.905.034
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2011] [—] [75.077] [160.521] [560.961] [796.559]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2011] [—] [—] [121.480] [451.267] [572.747]

1) Im Jahr 2010 war der kurzfristige Teil der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen von TEUR 549 in der Position Sonstige Rückstellungen enthalten.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, welche bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt.

Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen in mehreren österreichischen OMV Gesellschaften wurden in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen.

Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.

In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Die Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.

Rückstellungen für Lösungskosten werden für unwiderrufbare Zusagen im Rahmen von Personallösungen im OMV Konzern gebildet.

Die Entwicklung der leistungsorientierten Pensionspläne stellt sich wie folgt dar:

Leistungsorientierte Pensionspläne EUR 1.000

2011 2010 2009 2008 2007
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 566.857 559.399 535.943 522.420 551.603
Marktwert des Planvermögens –407.772 –400.450 –379.477 –349.295 –381.439
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –84.996 –78.061 –65.859 –72.970 –72.315
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 74.089 80.888 90.607 100.155 97.849
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 478.958 500.604 502.344 524.123 560.277
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –12.121 –17.187 –1.918 –5.765 –21.451
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 466.837 483.417 500.426 518.358 538.826
Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne 540.926 564.305 591.033 618.513 636.675

Die Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Lösungskosten stellt sich wie folgt dar:

Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Lösungskosten EUR 1.000
2011 2010 2009 2008 2007
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen 164.090 199.351 184.896 175.862 173.669
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –4.079 –9.988 –7.726 –5.994 –12.953
Rückstellung für Abfertigungen 160.011 189.363 177.170 169.868 160.716
Rückstellung für Jubiläumsgelder 22.016 24.894 24.738 24.515 26.406
Rückstellung für Lösungskosten 179.695 202.062 189.944 268.705 241.949
[davon kurzfristige Rückstellung für Lösungskosten] [65.826] [81.294] [99.041] [149.826] [142.687]
Gesamt 361.721 416.319 391.852 463.088 429.071

Rückstellungen und Aufwendungen der Periode entwickelten sich wie folgt:

Rückstellungen und Aufwendungen
EUR 1.000
2011 2010
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen, pläne gungen,
Jubiläen und Jubiläen und
Lösungen Lösungen
Rückstellung zum 1.1. 564.305 416.319 591.033 391.852
Periodenaufwand 57.777 33.694 49.479 116.050
Konsolidierungskreisänderung –908 5.420
Fondsdotierung –37.273 –30.325
Auszahlungen –43.883 –85.913 –45.147 –95.590
Währungsumrechnung –1.471 –709
Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten –735 –704
Rückstellung zum 31.12. 540.926 361.721 564.305 416.319
Laufender Dienstzeitaufwand 6.875 14.630 4.476 99.662
Zinsaufwand auf die Verpflichtung 48.702 18.969 55.186 16.292
Erwartete Erträge aus Planvermögen –18.394 –18.346
Amortisierte versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (–) 20.594 95 8.163 96
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der Periode 57.777 33.694 49.479 116.050

Die gesamten Pensionskassenbeiträge für Vorstandsmitglieder beliefen sich auf TEUR 1.406 (2010: TEUR 1.857).

Im Zinsaufwand sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Lösungskosten in Höhe von TEUR 9.161 (2010: TEUR 5.577) enthalten.

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.

2011 2010
Pensions Abferti Pensions Abferti
pläne gungen, pläne gungen,
Jubiläen Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 4,75% 4,75% 4,75% 4,75%
Gehaltstrend 3,85% 3,85% 3,85% 3,85%
Pensionstrend 1,80% 1,80%
Langfristige Planvermögensrendite 4,75% 5,00%

Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche aktuarische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Veranlagung des Planvermögens zum 31.12.

VRG IV 2011
VRG VI
VRG IV 2010
VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 24,0% 18,8% 25,9% 4,6%
Schuldverschreibungen 43,8% 15,0% 40,6% 51,9%
Cash und Geldmarktveranlagungen 20,7% 66,2% 22,4% 43,5%
Sonstige 11,5% 11,1%
Summe 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Der Marktwert des Planvermögens für über einen Fonds finanzierte leistungsorientierte Pensionspläne entwickelte sich wie folgt:

Marktwert des Planvermögens EUR 1.000
VRG IV 2011
VRG VI
VRG IV 2010
VRG VI
Marktwert des Planvermögens zum 1.1. 217.694 182.756 189.776 188.935
Erwartete Erträge aus Planvermögen 10.143 8.252 9.330 8.999
Fondsdotierung 25.741 11.533 22.205 8.120
Auszahlungen –10.354 –18.080 –7.602 –17.889
Versicherungsmathematischer Gewinn (+)/Verlust (–)
der Periode aus Planvermögen –12.969 –6.944 3.985 –5.409
Marktwert des Planvermögens zum 31.12. 230.255 177.517 217.694 182.756

Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allocation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe (VRG) IV ist in internationale Anleihen- und Aktienfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity), sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen.

Für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI wurde ein Wertsicherungskonzept implementiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgt und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll. Gleichzeitig soll aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben.

Auf Grund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGn positive und negative Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Die Veranlagungsergebnisse beider VRGn lagen in 2011 unter der Planrendite. In Folge der durch die Staatsschuldenkrise negativen Finanzmarktentwicklung war das Veranlagungsergebnis der VRG IV in 2011 leicht negativ; das Veranlagungsergebnis der VRG VI dagegen war auf Grund des Wertsicherungskonzepts positiv. In 2010 zeigten beide VRGn positive Veranlagungsergebnisse, wobei das der VRG IV über der Planvermögensrendite lag.

Für 2012 sind leistungsorientierte Zahlungen an die APK-Pensionskasse AG im Ausmaß von TEUR 4.000 geplant.

Zahlungen für Berechtigte von Pensionsplänen werden für die Jahre 2012 bis 2021 in folgender Höhe erwartet:

Erwartete Zahlungen für Berechtigte von Pensionsplänen EUR 1.000

Pensionen
2012 73.360
2013 73.981
2014 74.534
2015 74.875
2016 74.274
2017 – 2021 347.391

Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der aktivierten Anlagenentfernungskosten und der Rekultivierungsrückstellung dargestellt. Bei Änderungen in den geschätzten Rekultivierungskosten ist in der Periode der Änderung der Barwert lediglich auf den Änderungseffekt zu ermitteln und im Falle der Erhöhung über die Restlaufzeit abzuschreiben bzw. bei einer Reduktion vom bereits aktivierten Vermögenswert abzuziehen.

Aktivierte Anlagenentfernungskosten und Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
Anschaffungswert Abschreibung Buchwert
Aktivierte Anlagenentfernungskosten
1.1.2011 432.089 204.225 227.864
Währungsdifferenz 5.523 3.154 2.370
Neue Verpflichtungen 3.728 3.728
Unternehmenserwerbe 15.062 15.062
Erhöhung aus Parameteränderung 66.097 66.097
Abschreibung laufende Periode 44.257 –44.257
Abgänge/Liquidationen laufende Periode –1.239 –1.131 –108
Kürzung aus Parameteränderung –30.792 –30.792
31.12.2011 490.468 250.505 239.964
Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
1.1.2011 1.933.122
Währungsdifferenz –12.738
Neue Verpflichtungen 4.129
Unternehmenserwerbe 15.062
Erhöhung aus Parameteränderung 127.744
Kürzung aus Parameteränderung –31.914
Abgrenzung Diskontierung/Aufzinsung 101.153
Tilgungen laufende Periode –77.618
31.12.2011 2.058.940
[davon kurzfristig zum 31. Dezember 2011] [—] [—] [75.077]
[davon kurzfristig zum 1. Jänner 2011] [—] [—] [549]

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthält Verpflichtungen von OMV Petrom SA in Höhe von TEUR 1.411.496 (2010: TEUR 1.338.056). Zum 31. Dezember 2011 weist OMV Petrom SA eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat von TEUR 609.186 (2010: TEUR 576.947) aus, welche im Anlagevermögen unter sonstigen Finanzanlagen dargestellt wird (siehe Anhang 17). Davon stehen TEUR 500.330 im Zusammenhang mit Rekultivierungen (2010: TEUR 467.583), TEUR 108.856 betreffen Umweltschutzkosten (2010: TEUR 109.364).

Sonstige Rückstellungen EUR 1.000
2011 2010
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Umweltschutzkosten 47.336 82.507 67.804 100.993
Sonstige Personalrückstellungen 107.717 491 120.728 428
Sonstige 405.909 204.793 262.735 194.151
Sonstige Rückstellungen 560.961 287.791 451.267 295.572

In den sonstigen Personalrückstellungen sind u.a. kurzfristige Lösungskosten in Höhe von TEUR 65.826 (2010: TEUR 81.294) enthalten. Die Position Sonstige enthält TEUR 26.847 (2010: TEUR 50.706) kurzfristige und TEUR 71.424 (2010: TEUR 72.452) langfristige Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit aktiven und ehemaligen Dienstnehmern betreffend verschiedener Klagen aus der unterschiedlichen Interpretation einzelner Bestimmungen des Kollektivvertrags von Petrom. Des Weiteren sind in den sonstigen Rückstellungen auch Rückstellungen für die von der rumänischen Wettbewerbsbehörde auferlegte Strafe im Zusammenhang mit der Rücknahme des Tankstellenprodukts Eco Premium vom rumänischen Treibstoffmarkt sowie Rückstellungen für Förderzins, LTI Pläne und Versicherungen enthalten.

Emissionszertifikate

Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern für 2011 in Summe 8.523.301 Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2010: 8.729.813). Davon betrug die Zuteilung für insgesamt 17 Anlagen von Petrom 4.444.349 Zertifikate (2010: 4.650.861). Der Marktwert der Emissionszertifikate beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 58.752 (31. Dezember 2010: TEUR 93.529).

Zum Bilanzstichtag verfügte der OMV Konzern über 8.605.609 Emissionszertifikate. Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen in 2011 werden 5.539.673 Emissionszertifikate in 2012 zurückgegeben werden.

Entwicklung der Emissionszertifikate

2011 2010
Emissionszertifikate zum 01.01. 7.011.569 7.649.407
Zuteilung für das Jahr 8.523.301 8.729.813
Rückgabe für tatsächliche Emissionen des Vorjahrs –5.846.305 –6.548.543
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahrs 1) –1.082.956 –2.819.108
Emissionszertifikate zum 31.12. 8.605.609 7.011.569

1) Zukäufe werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Für eine Unterdeckung an Emissionszertifikaten würde mit einer Rückstellung vorgesorgt werden. Bis zum 31. Dezember 2011 bestand für den OMV Konzern keine Unterdeckung.

22 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten EUR 1.000
2011 2010
Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Anleihen 77.169 2.492.672 2.569.842 72.606 1.990.128 2.062.734
Sonstige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 482.328 1.792.835 2.275.163 895.524 3.015.054 3.910.578
[davon gegenüber Banken] [482.328] [1.792.835] [2.275.163] [895.524] [3.015.054] [3.910.578]
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen (kurzfristig) 3.431.210 3.431.210 3.361.585 3.361.585
[davon gegenüber assoziierten
Unternehmen] [69.200] [—] [69.200] [75.120] [—] [75.120]
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 539.154 136.511 675.664 309.222 193.444 502.666
Sonstige Verbindlichkeiten 1.163.470 7.604 1.171.073 1.000.514 9.148 1.009.662
Zu Veräußerungszwecken gehaltene
Verbindlichkeiten 730 730 8.247 8.247
Gesamt 5.694.061 4.429.621 10.123.682 5.647.698 5.207.773 10.855.471

Anleihen

Begebene Anleihen

2011 2010
Nominale Kupon Rückzahlung Buchwert Buchwert
zum 31.12. zum 31.12.
in EUR in EUR
1.000 1.000
US Privatplatzierung 1) USD 182.000.000 4,73% fix 27.6.2013 140.733 136.278
USD 138.000.000 4,88% fix 27.6.2015 112.175 108.113
Internationale Industrieanleihe EUR 1.000.000.000 6,25% fix 7.4.2014 1.045.923 1.045.896
EUR 250.000.000 5,25% fix 22.6.2016 256.772 256.739
EUR 500.000.000 4,375% fix 10.2.2020 516.052 515.708
EUR 500.000.000 4,25% fix 12.10.2021 498.186
Gesamt 2.569.842 2.062.734

1) Der Zinssatz wurde durch derivative Instrumente (Zinsswaps) mit einem Nominalwert von TUSD 50.000 (2010: TUSD 50.000) teilweise von fix auf variabel gedreht.

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Einige der verzinslichen Kredite beinhalten Finanzklauseln, die im Wesentlichen adaptierte Eigenkapitalquoten, den Cashflow aus der Betriebstätigkeit ohne Zinsaufwand und -ertrag sowie das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) betreffen.

Anleihen und sonstige verzinslichen Finanzverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeiten:

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten EUR 1.000
2011 2010
Kurzfristige Kreditfinanzierungen 272.156 682.704
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen 287.342 285.426
Gesamt kurzfristig 559.498 968.130
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen
2011/2010 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) 287.342 285.426
2012/2011 647.210 1.167.735
2013/2012 1.628.818 845.693
2014/2013 195.118 1.607.775
2015/2014 478.866 202.128
2016/2015 und folgende Jahre 1.335.496 1.181.851
Gesamt ab 2012/2011 4.572.850 5.005.182
Gliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten nach Währungen und Zinssätzen EUR 1.000
2011 2010
Gewogener Gewogener
Durchschnitts Durchschnitts
zinssatz zinssatz
Finanzverbindlichkeiten 1) Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche
Fixe Zinssätze EUR 3.048.010 4,94% 2.406.558 5,19%
USD 297.991 4,74% 974.151 3,83%
TRY 297.188 14,99%
Gesamt 3.346.001 4,92% 3.677.897 5,62%
Variable Zinssätze AUD 16.832 4,73% 14.596 5,29%
EUR 1.196.241 3,99% 1.390.195 4,20%
RON 107.931 9,36%
USD 13.776 0,78% 99.988 3,61%
Gesamt 1.226.849 3,96% 1.612.710 4,52%
Anleihen und sonstige kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten
EUR 31.247 0,39% 308.665 1,22%
GBP 28.313 1,35% 21.725 1,65%
TRY 35.169 9,73% 18.157 6,66%
HUF 51.476 6,93% 38 6,40%
RON 41 5,07% 1.757 4,22%
USD 2.006 0,19% 329.414 2,37%
NOK 96.724 3,20% 2.949 3,05%
AUD 21.143 5,00%
CHF 877 0,87%
HRK 5.159 3,33%
Gesamt 272.156 4,35% 682.704 1,95%

1) Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Kreditfinanzierungen.

Anleihen und sonstige verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt TEUR 4.845.005 (2010: TEUR 5.973.312) sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der geschätzte Tageswert dieser Verbindlichkeiten beträgt TEUR 5.119.290 (2010: TEUR 6.239.847), wovon TEUR 3.577.082 (2010: TEUR 4.220.871) auf fix verzinsliche und TEUR 1.542.208 (2010: TEUR 2.018.976) auf variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten entfallen. Dabei wurde der Tageswert von Finanzverbindlichkeiten, für die kein Marktpreis verfügbar war, durch Diskontierung der künftigen Zahlungsströme mit jenem Zinssatz, der am Bilanzstichtag für gleichartige Verbindlichkeiten mit gleicher Restlaufzeit gültig war, ermittelt.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten EUR 1.000
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2011
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 6.800 6.800
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 123.562 5.787 129.349
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 146.202 843 147.045
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 46.096 70.816 116.912
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 223.294 52.265 275.559
Gesamt 539.154 136.511 675.664
2010
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (langfristig) 4.546 4.546
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 6.800 6.800
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 23.049 22.988 46.037
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 36.196 36.196
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 41.817 97.602 139.419
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 208.159 61.508 269.667
Gesamt 309.222 193.444 502.666

Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Derivaten entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Die Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten enthalten in 2011 keine Verbindlichkeiten aus Fair-Value-Hedges (2010: Auch keine Verbindlichkeiten), deren Fair-Value-Anpassungen ergebniswirksam verbucht werden. Fair-Value-Anpassungen der restlichen Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten werden ergebnisneutral verbucht. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten sind finanzielle Verbindlichkeiten at-fair-value-through-profit-or-loss. Sämtliche andere Positionen sind als Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, zu klassifizieren.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:

Finanzverbindlichkeiten EUR 1.000
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
2011
Anleihen 130.739 1.863.653 1.193.750 3.188.142
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 510.304 1.530.770 398.589 2.439.663
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.498.818 3.498.818
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 544.564 92.943 69.863 707.371
Gesamt 4.684.426 3.487.366 1.662.203 9.833.994
2010
Anleihen 109.110 1.594.289 872.500 2.575.898
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 937.678 2.764.699 351.819 4.054.196
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.362.088 5.063 30 3.367.181
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 310.640 145.653 83.093 539.386
Gesamt 4.719.517 4.509.704 1.307.441 10.536.661

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten EUR 1.000
Kurzfristig Langfristig Gesamt
2011
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 902.955 902.955
Fremde Vorauszahlungen 198.369 7.604 205.972
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 62.146 62.146
Gesamt 1.163.470 7.604 1.171.073
2010
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 805.564 805.564
Fremde Vorauszahlungen 128.223 8.673 136.896
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 66.727 475 67.202
Gesamt 1.000.514 9.148 1.009.662

23 Latente Steuern

Latente Steuern EUR 1.000

Aktive latente Wert Aktive Passive
Steuern ohne berich latente latente
Wertberichtigung tigung Steuern Steuern
2011
Immaterielle Vermögenswerte 66.357 34.315 32.042 447.331
Sachanlagevermögen 142.141 142.141 807.638
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.592 5.592 39.118
Abgrenzung Petroleum Revenue Tax (PRT) 6.563 6.563 4.069
Vorräte 63.576 3.079 60.497 80.744
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 43.449 9.914 33.535 64.825
Unversteuerte Rücklagen 3.384
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 90.888 90.888 12
Sonstige Rückstellungen 314.947 2.454 312.492 19.059
Verbindlichkeiten 117.605 412 117.193 196.884
Sonstige, keiner Bilanzposition zuordenbare latente Steuern 74.175
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 49.950 49.950
Verlustvorträge 267.663 88.355 179.308
Gesamt 1.168.731 138.530 1.030.202 1.737.238
Saldierung auf Grund gleicher Steuerhoheiten —831.674 —831.674
Latente Steuern in zu Veräußerungszwecken
gehaltenem Vermögen —130 —730
Latente Steuern laut Bilanz 198.399 904.836
Latente Steuern EUR 1.000
Aktive latente Wert Aktive Passive
Steuern ohne berich latente latente
Wertberichtigung tigung Steuern Steuern
2010
Immaterielle Vermögenswerte 28.087 28.087 259.554
Sachanlagevermögen 129.618 357 129.261 574.174
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.903 5.903 18.188
Abgrenzung Petroleum Revenue Tax (PRT) 5.180 5.180 2.590
Vorräte 43.892 43.892 59.559
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 42.884 9.819 33.065 23.236
Unversteuerte Rücklagen 3.304
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 95.849 95.849
Sonstige Rückstellungen 276.682 8.189 268.492 18.949
Verbindlichkeiten 79.715 2.271 77.444 196.199
Sonstige, keiner Bilanzposition zuordenbare latente Steuern 4 4 49.281
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 37.997 37.997
Verlustvorträge 171.140 51.579 119.561
Gesamt 916.950 72.216 844.734 1.205.034
Saldierung auf Grund gleicher Steuerhoheiten –654.748 –654.748
Latente Steuern in zu Veräußerungszwecken
gehaltenem Vermögen –391 –1.591
Latente Steuern laut Bilanz 189.595 548.695

Latente Steuern werden auf einbehaltene Gewinne von Konzerngesellschaften in der Regel dann berücksichtigt, wenn es keine Möglichkeit gibt, diese Beträge steuerfrei beim Mutterunternehmen zu vereinnahmen.

Zum 31. Dezember 2011 waren steuerliche Verlustvorträge von TEUR 878.794 vorhanden (2010: TEUR 661.093). Davon wurden TEUR 545.341 (2010: TEUR 489.377) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellt sich wie folgt dar:

Steuerliche Verlustvorträge EUR 1.000
2011 2010
2011 2.300
2012 13.376 6.019
2013 3.395 14.231
2014 14.856 5.711
2015 60.385 45.338
2016 66.708
Nach 2016/2015 110.956 128.415
Unbegrenzt 609.118 459.079
Gesamt 878.794 661.093

Ergänzende Angaben zur Finanzlage Ergänzende Angaben zur Finanzlage

24 Cashflow-Rechnung

Die liquiden Mittel umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- oder Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen. Über das Bankguthaben der Amical Insurance Limited in Höhe von TEUR 1.868 (2010: TEUR 3.133) kann aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht zur Gänze frei verfügt werden. Über TEUR 20.914 (2010: TEUR 32.665) der OMV Petrom SA kann auf Grund schwebender Gerichtsverfahren nicht frei verfügt werden. Weitere TEUR 2.907 (2010: TEUR 271) betreffen verpfändete Bankkonten.

Die Tabelle unten zeigt die Netto-Mittelabflüsse aus dem Erwerb von Unternehmen.

Die Zahlen für 2010 beinhalten die Akquisition eines zusätzlichen Anteils an OMV Petrol Ofisi A.Ş. (in Höhe von 54,14%) und Auszahlungen für die Akquisitionen von Wind Power Park SRL und Korned LLP.

Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Unternehmen EUR 1.000
2011 2010
Tunesien Sonstige Summe Petrol Ofisi Sonstige Summe
Bezahlter Kaufpreis 673.092 141.409 814.501 1.007.654 16.548 1.024.202
Liquide Mittel durch Wechsel der
Konsolidierungsart –13.177 –6.029 –19.206 –210.651 –210.651
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb
von Unternehmen 659.915 135.380 795.295 797.003 16.548 813.551

25 Haftungsverhältnisse

management

Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf das Konzerneigenkapital haben werden. Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits eingetreten ist.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernabschlüsse der näheren Zukunft haben wird.

Kapitalrisikomanagement 26 Risiko-

Das Kapitalrisikomanagement im OMV Konzern ist Teil des Value Managements und orientiert sich an den zentralen Steuerungsgrößen Return On Average Capital Employed (ROACE) und Verschuldungsgrad (Gearing Ratio). Basierend auf den Mittelfristannahmen plant OMV über den Geschäftszyklus einen ROACE von 13% sowie eine langfristige Kapitalstruktur mit einem Verschuldungsgrad von bis zu 30%.

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die geplanten operativen sowie finanziellen Ein- und Auszahlungsströme auf Monatsbasis analysiert und die geplante Nettoliquiditätsentwicklung dargestellt. Der geplanten Nettoliquiditätsentwicklung werden bestehende Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen hinsichtlich Kapitalbindung dar.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien gehalten. Zum 31. Dezember 2011 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios des OMV Konzerns mehr als vier Jahre.

Das operative Liquiditätsmanagement umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen des Konzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden.

Detaillierte Angaben zu den Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 22.

Politisches Risiko

Der Konzern ist unter anderem in Ländern tätig, die aktuell Schauplatz politischer Instabilität sind (Libyen, Jemen, Tunesien sowie Ägypten). Unterbrechungen bzw. Rückgänge der Produktion, wie auch höhere Steuerraten, Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investoren bis hin zur Enteignung könnten die Folge politischer Veränderungen sein, die sich auch auf die finanzielle Struktur des Konzerns auswirken könnte.

Marktrisiko

Zur Steuerung von Marktrisiken werden derivative und nicht-derivative Instrumente bei Bedarf eingesetzt, die sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können. Derivate werden hauptsächlich zur Reduzierung von Risiken aus Grundgeschäften eingesetzt.

Derivate sind Verträge, deren Wert sich von einem oder mehreren zugrunde liegenden Finanzinstrumenten, Indizes oder Preisen ableitet, die im Vertrag definiert sind. Der erstmalige Ansatz von derivativen Instrumenten erfolgt ab Geltung der vertraglichen Bestimmungen, also ab Entstehen von Anspruch und Verpflichtung. Die Ausbuchung erfolgt bei Wegfall bzw. Übertragung der vertraglichen Rechte und Pflichten.

Risikomanagement von Güterpreisen

Wesentliche Branchenrisiken auf Grund der Preisvolatilität, z.B. stark negative Auswirkungen von niedrigen Ölpreisen auf den Cashflow, werden im Rahmen einer Konzernrichtlinie Risikomanagement (Marktpreisrisiko) gegebenenfalls mit Finanzinstrumenten begrenzt.

Basierend auf einem Portfoliomodell ist das Ziel des strategischen Waren-Risikomanagements, den für das Unternehmenswachstum erforderlichen Cashflow bei Aufrechterhaltung einer starken Bonitätseinstufung abzusichern.

2011 wurden, um den Cashflow des Konzerns gegen einen nachteiligen Einfluss von sinkenden Ölpreisen zu schützen, derivative Instrumente eingesetzt, welche die Erlöse von 50.000 bbl/d absicherten. Als Absicherungsinstrument wurden Swaps eingesetzt, die einen Durchschnittspreis von USD 97,07/bbl absichern. Weitere 50.000 bbl/d wurden in 2012 zu einem Durchschnittspreis von USD 101,45/bbl abgesichert. Alle Absicherungsgeschäfte wurden mit erstklassigen Banken auf Over-the-Counter (OTC) Basis abgeschlossen.

2010 wurden, um den Cashflow des Konzerns gegen einen nachteiligen Einfluss von sinkenden Ölpreisen zu schützen, derivative Instrumente eingesetzt, welche die Erlöse aus 63.000 bbl/d absicherten. Als Absicherungsinstrument wurden Puts eingesetzt, die eine Preisuntergrenze von durchschnittlich USD 54,20/bbl absicherten. Diese Puts wurden mit Call-Optionen so finanziert, dass initiale Zahlungen vermieden wurden (Null-Kosten-Struktur), wobei dadurch der Konzern nicht von Ölpreisen über USD 75/bbl im Jahr 2010 für das betreffende Volumen profitieren konnte. Die Optionen wurden mit erstklassigen Banken auf Over-the-Counter (OTC) Basis abgeschlossen.

In G&P werden zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite OTC-Swaps und Optionen eingesetzt. Ziel ist das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.

Im operativen Risikomanagement des Raffinerie-Geschäfts werden derivative Instrumente im begrenzten Ausmaß sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Produktmarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen. Das Ergebnis der Sicherungsgeschäfte wird in den Umsatzkosten erfasst.

Zur Sicherung des kurzfristigen Marktpreisrisikos im Bereich Supply und Trading werden für Einkäufe wie Verkäufe börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) eingesetzt. Das Ergebnis aus dem Sicherungsgeschäft wird R&M zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.

Die nachfolgenden Tabellen legen Markt- sowie Nominalwert der Finanzinstrumente dar. Der Nominalwert ist Brutto erfasst, stellt den Wert des den Derivaten zugrunde liegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts. Der Nominalwert gibt das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lässt weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.

Die Stichtagsbetrachtung der Nominal- und Marktwerte der Commodity-Kontrakte zum 31. Dezember zeigt folgendes Bild:

Nominale 2011
Marktwert
Nominale 2010
Marktwert
Strategisches Risikomanagement
E&P
Commodity-Swaps 1.434.876 –48.619
Operatives Risikomanagement
G&P
Commodity-Swaps 772.153 386 797.291 –5.975
Commodity-Optionen 35.632 7.338 65.752 4.514
Commodity-Future 538.202 –2.128
Commodity-Forwards 2.053.132 1.303
R&M
Commodity-Futures 8.961.828 –1.039 1.188.866 1.524
Commodity-Swaps 2.491.939 10.946 3.394.703 –12.116

Nominal- und Marktwerte der Kontrakte EUR 1.000

Die Marktwerte verteilen sich wie folgt:

Marktwerte EUR 1.000
2011 2010
Nominale Marktwert Marktwert Nominale Marktwert Marktwert
aktiv passiv aktiv passiv
Cashflow-Hedges
E&P-Swaps 1.434.876 –48.619
G&P-Swaps 768.452 39.075 –38.697 788.457 34.318 –40.375
G&P-Optionen 27.757 7.330 17.388 4.306
R&M-Swaps 1.266.506 22.656 –12.853 323.533 4.182 –5.662
Fair-Value-Hedges
G&P-Swaps 3.701 9 1.314 296
G&P-Optionen 7.875 7 48.365 208
Derivate held-for-trading
G&P-Swaps 7.520 295 –509
G&P-Futures 538.202 2.087 –4.215
G&P-Forwards 2.053.132 131.775 –130.472
R&M-Futures 8.961.828 2.477 –3.516 1.188.866 13.572 –12.048
R&M-Swaps 1.225.433 2.752 –1.609 3.071.170 2.115 –12.751

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich

Cashflow-Hedging im Commodity-Bereich EUR 1.000
Periode der
erwarteten
Cashflows
bei Cashflow
Hedges
Wertänderung
direkt im sonstigen
Ergebnis gezeigt
[davon:
Umgliederung
aus dem sonstigen
Ergebnis über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
[davon:
Umgliederung
aus dem sonstigen
Ergebnis in die
ursprünglichen
Anschaffungs
kosten]
2011
E&P-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen 2012 –49.224 [187.736] [—]
G&P-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Erdgas bis Q4/14 6.435 [–3.267] [—]
Erdgas-Optionen bis Q1/14 1.973 [—] [—]
R&M-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent 2012 –13.964 [–16.505] [—]
Swaps fix vs. floating – Produkte 2012 25.396 [22.866] [—]
2010
E&P-Sicherung Preisrisiko
Brent-Optionen 81.702 [70.264] [—]
G&P-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Erdgas bis Q3/13 –1.625 [–3.489] [—]
Erdgas-Optionen bis Q4/12 121 [—] [—]
R&M-Sicherung Preisrisiko
Swaps fix vs. floating – Brent 2011 1.112 [–3.582] [—]
Swaps fix vs. floating – Produkte 2011 –3.821 [4.440] [—]

In R&M werden mit dem wirtschaftlichen Ziel der Absicherung künftiger Margen Produkte auf der Verkaufsseite und das Rohöl auf der Beschaffungsseite voneinander getrennt abgesichert.

Die Absicherung erfolgt auf der Beschaffungsseite als Kauf fix und Verkauf variabel, auf der Produktenseite als Verkauf fix und Kauf variabel.

Die Sicherung von zukünftigen Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats in das sonstige Ergebnis gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im sonstigen Ergebnis verbuchten Beträge gegen die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst. Der ineffektive Teil der Cashflow-Hedges in Höhe von TEUR –231 (2010: TEUR 2.644) wurde im Geschäftsjahr ergebniswirksam dargestellt.

Fair-Value-Hedges im Commodity-Bereich

Bei Fair-Value-Hedges werden sowohl die Wertänderungen des Grundgeschäfts als auch die gegenläufigen Wertänderungen des Sicherungsgeschäfts in der Ergebnisrechnung dargestellt. Als Saldogröße ergibt sich die Ineffektivität der Sicherungsbeziehung.

Ergebnisse aus Fair-Value-Hedges im Commodity-Bereich
2011 2010
Ergebnis aus Grundgeschäft –256 349
Ergebnis aus Sicherungsgeschäft 256 –349

Sensitivitätsanalyse

Für die zuvor gezeigten offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktwertsensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting zulässig ist, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreisschwankungen für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.

Derzeit weisen die Marktwerte der offenen Derivate folgende Sensitivitäten auf:

Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit EUR 1.000
2011 2010
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
Strategisches Risikomanagement
E&P
Commodity-Swaps –143 143
Operatives Risikomanagement
G&P
G&P-Swaps 49 –49
G&P-Futures 7.806 –7.806
G&P-Forwards 19 –19
G&P-Optionen –7 390 –113 237
R&M
Commodity-Futures –7.671 7.671 –36.800 36.800
Commodity-Swaps 8 –9 –12.706 12.706
Sensitivitätsanalyse der offenen Derivate auf das sonstige Ergebnis EUR 1.000
2011 2010
Marktpreis Marktpreis Marktpreis Marktpreis
+10% –10% +10% –10%
Strategisches Risikomanagement
E&P
Commodity-Swaps –148.209 148.209
Operatives Risikomanagement
G&P
G&P-Swaps –6.699 6.700 –521 521
G&P-Optionen 2.225 –1.573 1.349 –1.070
R&M
Commodity-Swaps –4.802 4.774 –3.460 3.460

Risikomanagement für den Wechselkurs

OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR, zum RON und zur TRY dar. Andere Währungen haben nur limitierten Einfluss auf Cashflow und EBIT.

Das Transaktionsrisiko der USD-Zahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens jährlich werden die Long-Short-Nettoposition des Konzerns und die Sensitivität für den Konzern berechnet, die eine USD-Long-Position in E&P sowie eine vergleichsweise niedrigere USD-Short-Position im R&M-Geschäft aufzeigt. Der Konzern hat eine Netto-USD-Long-Position, da sich die USD-Positionen aus dem operativen Geschäft der Geschäftsbereiche E&P und R&M nur zu einem geringen Teil ausgleichen. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar.

Per 31. Dezember 2011 gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos bei Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für das Liquiditätsmanagement folgende Transaktionen:

Währungsderivate EUR 1.000
2011 2010
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Currency-Forwards 1.368.201 –28.732 650.139 3.077
Currency-Swaps 17.853 818 88.787 –4.653

Die unter Risikomanagement für den Wechselkurs ausgewiesenen Forwards und Swaps werden zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrunde liegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit.

Cashflow-Hedging bei Währungsabsicherungen

Für Absicherungen des Cashflows und um die Auswirkungen von Schwankungen des EUR-USD- Wechselkurses zu reduzieren hat OMV 2011 Absicherungen in Höhe von USD 2,369 Mrd vorgenommen. Davon wurden USD 1,621 Mrd zum Durchschnittskurs von 1,3655 (zum 31. Dezember 2011 bereits abgewickelt) und USD 0,748 Mrd zum Durchschnittskurs von 1,3616 für Settlements in 2012 abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2010 gab es keine Cashflow-Hedges zur Absicherung des Wechselkursrisikos.

Cashflow-Hedging bei Währungsabsicherungen EUR 1.000
Periode der
erwarteten
Cashflows
bei Cashflow
Hedges
Wertänderung
direkt im sonstigen
Ergebnis gezeigt
[davon:
Umgliederung
aus dem sonstigen
Ergebnis über die
Gewinn- und
Verlustrechnung]
[davon:
Umgliederung
aus dem sonstigen
Ergebnis in die
ursprünglichen
Anschaffungs
kosten]
2011
Currency-Forwards 2012 –29.350 [–24.952] [—]
2010
Currency-Forwards 24.040 [24.040] [—]

Die Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen USD-Zahlungsströmen wird als Cashflow-Hedge bilanziert und der effektive Teil der Wertänderung des in der Bilanz erfassten Derivats in das sonstige Ergebnis gebucht. Bei ergebniswirksamem Eintreten der zukünftigen Transaktion werden die bis dahin im sonstigen Ergebnis verbuchten Beträge gegen die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst.

Die Sensitivitätsanalyse der USD Cashflow-Hedges stellt sich wie folgt dar:

Sensitivitätsanalyse auf das Eigenkapital EUR 1.000
2011 2010
EUR +10% EUR –10% EUR +10% EUR –10%
Currency Forwards 57.778 –57.778 [—] [—]

Ebenso wird das Translationsrisiko auf Konzernebene laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das auf Grund von Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die nicht in EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei der RON, die TRY und der USD bzw. deren jeweilige Veränderung im Verhältnis zum EUR dar. Das langfristig bestehende Wechselkursrisiko von Investitionen in Beteiligungen, die nicht in EUR bilanzieren, wird kontinuierlich ermittelt und beurteilt.

Für die Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse für Wechselkursänderungen durchgeführt, wobei die Hauptwährungsbeziehungen folgende Sensitivitäten aufweisen: Die Hauptpositionen sind per 31. Dezember 2011 der EUR-RON-, EUR-TRY- und der EUR-USD-Wechselkurs. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-TRY-Position.

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1)
2011 2010
EUR wird um EUR wird um EUR wird um EUR wird um
10% stärker 10% schwächer 10% stärker 10% schwächer
EUR-RON –7.930 7.930 –17.023 17.023
EUR-TRY 11.429 –11.429 –45.385 45.385
EUR-USD –37.695 37.695 34.320 –34.320

1) Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-EBIT-Währungssensitivität.

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa transferiert. Zum Bilanzstichtag wurde fair-value-hedge-accounting für einen Zinsswap von TUSD 50.000 angewendet. Durch den Zinsswap werden feste Zinssätze in variable Zinssätze gedreht. Dieser wurde zur Absicherung des beizulegenden Marktwerts einer Anleihe, die im OMV Konzern begeben wurde (vgl. Anhangangabe 22) eingesetzt und als Fair-Value-Hedge klassifiziert. Die Zinsdifferenz zwischen Swap und Kredit wird als Korrektur des Zinsaufwands verbucht.

Per 31. Dezember gab es folgende Kontrakte:

Kontrakte EUR 1.000
2011 2010
Nominale Marktwert Nominale Marktwert
Interest-Rate-Swaps (kein Hedge Accounting) 46.371 –842 64.250 –1.365
Interest-Rate-Swaps (TUSD 50.000) 38.643 5.462 37.419 4.779

Zinssensitivitäten

Der Effekt einer Zinserhöhung von 0,5%-Punkten würde am 31. Dezember 2011 zu einer Verringerung des Marktwerts um EUR 1,2 Mio führen (31. Dezember 2010: EUR 1,3 Mio). Der Effekt einer Zinssenkung von 0,5%-Punkten würde am 31. Dezember 2011 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 1,2 Mio führen (31. Dezember 2010: EUR 1,3 Mio).

OMV Petrom SA hält finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert dieser finanziellen Vermögenswerte wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2011 um 0,5%- Punkte um EUR 0,9 Mio niedriger (31. Dezember 2010: EUR 0,8 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte würde am 31. Dezember 2011 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 0,9 Mio führen (31. Dezember 2010: EUR 0,8 Mio).

Des Weiteren analysiert OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und Aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Basierend auf dem variabel verzinsten Nettoschuldenportfolio per 31. Dezember 2011 würde der Nettozinsaufwand um EUR 5,6 Mio (per 31. Dezember 2010: EUR 6,1 Mio) steigen bzw. fallen, sollten Zinssätze um 0,5%-Punkte steigen bzw. fallen.

Kreditrisiko der Kontrahenten

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder Ad-hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist sowohl bei OMV als auch bei Petrom und Petrol Ofisi in einer Richtlinie festgelegt. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit "Investment Grade Rating" abgeschlossen. Zur Risikodiversifikation werden solche Finanzkontrakte stets mit einer Mehrzahl von Banken abgeschlossen.

Im Bereich des strategischen Risikomanagements, des Währungsrisikomanagements und des Zinsrisikomanagements beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken per 31. Dezember 2011 EUR 284,4 Mio (2010: EUR 228,5Mio). Für das operative Risikomanagement im Bereich R&M beträgt das maximale Kreditrisiko gegenüber Banken und Dritten per 31. Dezember 2011 EUR 453,8 Mio (2010: EUR 628,8 Mio).

Folgende Tabelle gibt die Bewertung von Finanzinstrumenten (Aktiv- und Passivseite) bilanziert zum Zeitwert wider. In Übereinstimmung mit IFRS 7 sind die einzelnen Levels wie folgt definiert:

27 Fair value Hierarchie

Level 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten werden für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendet.

Level 2: Entweder direkt (d.h. wie Kurse) oder indirekt feststellbare Vorgaben werden als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten verwendet (keine börsennotierten Kurse).

Level 3: Als Informationsgrundlage für die Berechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden interne Modelle oder andere Bewertungsmethoden verwendet, keine am Markt (z.B. Kurse) feststellbaren Daten.

Fair value Hierarchie 2011
Finanzinstrumente aktiv Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Investmentfonds 6.400 6.400
Anleihen 127.644 127.644
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 69.279 69.279
Sonstige Derivate 4.564 147.442 152.007
Summe 138.608 216.721 355.330
Fair value Hierarchie 2011
Finanzinstrumente passiv Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 129.349 129.349
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 7.731 139.315 147.045
Summe 7.731 268.664 276.394
Fair value Hierarchie 2010 EUR 1.000
Finanzinstrumente aktiv Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Investmentfonds 6.318 6.318
Anleihen 127.703 127.703
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 5.037 38.614 43.651
Sonstige Derivate 10.401 17.966 28.367
Summe 149.459 56.580 206.039
Fair value Hierarchie 2010 EUR 1.000
Finanzinstrumente passiv Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und
effektiven Derivaten 46.037 46.037
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 7.693 28.503 36.196
Summe 7.693 74.540 82.233
28 Ergebnis
aus Finanz
instrumenten
Ergebnis aus Finanzinstrumenten EUR 1.000
2011 2010
Ergebnis aus Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss 18.225 –150.272
Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale 11.051 8.544
Ergebnis aus Ausleihungen und Forderungen –33.338 86.093
Ergebnis aus zum Restbuchwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten –321.785 –182.056
Summe –325.847 –237.691

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten beinhaltet Dividendenerträge (exklusive assoziierte Unternehmen), Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Finanzvermögen, Wertminderungen von und Zuschreibungen zu Finanzvermögen sowie ergebniswirksame Fair-Value-Anpassungen von Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss. Erträge bzw. Aufwendungen aus derivativen Instrumenten, die zur Absicherung operativer Risiken dienen und denen gegenläufige Aufwendungen bzw. Erträge in den Umsatzerlösen und Umsatzkosten gegenüberstehen, sind im Ergebnis aus Finanzinstrumenten nicht enthalten. Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-at-fair-value-through-profit-or-loss besteht ausschließlich aus dem Ergebnis aus Finanzinstrumenten-held-for-trading.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten kann in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von TEUR -11.861 (2010: TEUR -3.239) dem Betriebserfolg (EBIT) und in Höhe von TEUR -313.987 (2010: TEUR -234.452) dem Finanzerfolg zugeordnet werden.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale enthält im Jahr 2011 keinen Beitrag (2010: TEUR 24.040), der dem sonstigen Ergebnis entnommen wurde und während des Berichtszeitraums als Aufwand in der Gewinnund Verlustrechnung verbucht wurde. Zusätzlich zu dem in der Tabelle angeführten Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale wurde im Jahr 2011 ein Verlust von TEUR 1.966 (2010: Verlust von TEUR 61) erfolgsneutral direkt in den sonstigen Ergebnis verbucht.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten-available-for-sale enthält Wertminderungen im Ausmaß von TEUR 1.164 (2010: TEUR 5.802). Das Ergebnis aus Ausleihungen und Forderungen enthält Minderungsverluste im Ausmaß von TEUR 21.716 (2010: TEUR 24.824). Dem gegenüber stehen Zuschreibungen zu Ausleihungen und Forderungen in Höhe von TEUR 9.889 (2010: TEUR 23.736). Die Position Finanzinstrumente-at-fair-value-through-profit-or-loss beinhaltete im Jahr 2010 einen Umwertungsverlust im Zuge der Petrol Ofisi Akquisition in Höhe von TEUR 171.678.

29 LTI Pläne und Aktienoptionspläne

Long Term Incentive (LTI) Pläne 2009 - 2011

Im Jahr 2009 wurden die Aktienoptionspläne durch einen LTI Plan für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ersetzt. Teilnehmer müssen bis zum Ende der Behaltefrist Aktien halten. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. 2010 und 2011 wurden weitere Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. In 2011 wurde die Teilnahme am Plan auch ausgewählten Mitarbeitern mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt.

Für zukünftige erwartete Kosten des LTI Plans besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2011 belief sich auf TEUR 23.976 (2010: TEUR16.625), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 7.352 (2010: TEUR12.878).

Bedingungen

Plan 2011 Plan 2010 Plan 2009
Planbeginn 1.1.2011 1.1.2010 1.1.2009
Ende Leistungszeitraum 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2011
Anspruchstag 31.3.2014 31.3.2013 31.3.2012
Ende der Behaltefrist 31.3.2016 31.3.2015 31.3.2014
Erforderliches Eigeninvestment
Vorstandsvorsitzender 100% vom 100% vom 100% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter 85% vom 85% vom 85% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsmitglieder 70% vom 70% vom 70% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Leitende Führungskräfte EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder
30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000
oder 90.000 oder oder 90.000 oder oder 90.000 oder
120.000 in Aktien 120.000 in Aktien 120.000 in Aktien
Potentials EUR 15.000 in Aktien
Eigeninvestment
Mitglieder des Vorstands
Auli 20.096 Aktien 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Davies 25.614 Aktien 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Huijskes 12.136 Aktien 12.136 Aktien
Langanger 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Leitner 1) 12.993 Aktien
Roiss 34.932 Aktien 28.469 Aktien 28.469 Aktien
Ruttenstorfer 38.278 Aktien 38.278 Aktien
Vorstände gesamt 105.771 Aktien 139.171 Aktien 127.035 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 299.449 Aktien 240.390 Aktien 202.412 Aktien
Potentials 9.460 Aktien
Eigeninvestment gesamt 414.680 Aktien 379.561 Aktien 329.447 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum 31. Dezember 2011 425.401 Aktien 314.860 Aktien 454.554 Aktien
Maximale Bonusaktien zum 31. Dezember 2011 582.225 Aktien 450.945 Aktien 513.480 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans (TEUR) 18.637 10.574 10.715

1) An den Plänen 2009 und 2010 nimmt Manfred Leitner als leitende Führungskraft mit 5.742 Aktien teil.

Aktienoptionspläne 2004 – 2008

Auf Basis der Beschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen wurden seitens der Gesellschaft für den Vorstand und für einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte des Konzerns beginnend mit dem Jahr 2000 langfristige, erfolgsorientierte Entlohnungspläne aufgelegt. Danach werden dem angeführten Personenkreis unter der Voraussetzung eines Eigeninvestments Optionsrechte für den begünstigten Erwerb von OMV Aktien (bzw. Geldgegenwert) eingeräumt, sofern ein Anstieg im Aktienkurs von zumindest 15% erzielt wird (Planhürde Aktienkurs).

In den folgenden Darstellungen wurde der am 11. Juli 2005 vorgenommene Aktiensplit im Verhältnis 1:10 sowohl bei der Stückanzahl als auch bei den Werten berücksichtigt.

Zum Zeitpunkt der Gewährung stellten sich die Pläne wie folgt dar:

Wesentliche Bedingungen

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Planbeginn 1.9.2008 1.9.2007 1.9.2006 1.9.2005 1.9.2004
Planende 31.8.2015 31.8.2014 31.8.2013 31.8.2012 31.8.2011
Sperrfrist 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausübungspreis Optionen EUR 47,550 EUR 47,850 EUR 45,190 EUR 34,700 EUR 16,368
Anzahl Optionen je Aktie Eigeninvestment 20 20 20 20 15
Voraussetzung für Planteilnahme
Eigeninvestment für Vorstände 1.136 Aktien 1) 1.230 Aktien 1) 1.242 Aktien 1) 2.390 Aktien 1) 3.980 Aktien 1)
Eigeninvestment andere Führungskräfte 379 Aktien 1) 410 Aktien 1) 414 Aktien 1) 800 Aktien 1) 1.330 Aktien 1)

Stückanzahl der eingeräumten Optionen

Mitglieder des Vorstands
Auli 2) 22.720 24.600 8.280 19.950
Davies 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Langanger 3) 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Leitner 4) 7.580 8.200 8.280 16.000 19.950
Roiss 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Ruttenstorfer 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Vorstände gesamt 121.180 131.200 115.920 207.200 278.700
Andere Führungskräfte gesamt 420.700 432.560 351.940 516.000 464.400
Insgesamt eingeräumte Optionen 541.880 563.760 467.860 723.200 743.100
Planhürde: Aktienkurs in Höhe von EUR 54,680 EUR 55,030 EUR 51,970 EUR 39,910 EUR 18,823

1) Oder 25%, 50%, 75% davon.

2) Mitglied des Vorstands vom 1. Jänner 2007 bis 31. Dezember 2011.

3) Mitglied des Vorstands bis 30. September 2010.

4) Mitglied des Vorstands seit 1. April 2011.

Zum Bilanzstichtag war der 2004 Plan vollständig ausgeübt oder retourniert, der 2005 Plan teilweise ausgeübt und die Pläne 2006, 2007 und 2008 teilweise retourniert. Zum 31. Dezember 2010 waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert.

Für die Aktienoptionspläne gelten weiters folgende Voraussetzungen und Bedingungen:

    1. Voraussetzung für die Teilnahme an den Aktienoptionsplänen ist ein Eigeninvestment, welches die Planteilnehmer am Planbeginn und während des ganzen Zeitraums bis zur Einlösung halten müssen.
    1. Die Aktienanzahl für das Eigeninvestment ergibt sich für alle Pläne aus dem genehmigten maximalen Eigeninvestment im Verhältnis zum mittleren Kurswert der Aktie des Monats Mai des Jahrs der Ausgabe. Es ist auch eine Ausübung von 25%, 50% bzw. 75% des maximalen Volumens möglich.
    1. Bei einem Verkauf von Aktien aus dem Eigeninvestment geht das Optionsrecht verloren. Die Optionen sind nicht übertragbar und verfallen bei Nichtausübung.
    1. Der Ausübungspreis ergibt sich aus dem mittleren Kurswert für den Zeitraum 20. Mai bis 20. August.
    1. Innerhalb der Ausübungsfrist können die Optionen bei Erreichung der Planhürden für den Plan 2004 jeweils in den 20 Handelstagen nach Veröffentlichung der Quartalsberichte (Ausübungsfenster) ausgeübt werden. Für die Pläne 2005 - 2008 sind die Ausübungsfenster jene Perioden, in denen die Ausübung nach den folgenden Grundsätzen nicht verboten ist. Die Ausübung ist verboten:
  • wenn der Ausübende über Insiderinformationen verfügt;
  • während der Sperrfristen nach der Emittenten-Compliance-Verordnung (sechs Wochen vor geplanter Veröf fentlichung des Jahresberichts, drei Wochen vor Veröffentlichung des Quartalsberichts, jede vom Compliance- Verantwortlichen in Einzelfällen festgesetzte Sperrfrist);
  • wenn der Vorstand die Ausübung auf die Dauer eines jeweils konkret vom Vorstand festgelegten Zeitraums untersagt.
    1. Das Eigeninvestment muss bei Ausübung nachgewiesen werden. Die Optionen können durch Kauf von Aktien oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien ausgeübt werden, wenn der Kurswert der OMV Aktie zum Ausübungszeitpunkt um zumindest 15% über dem Ausübungspreis liegt.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionspläne in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt:

Aktienoptionspläne

2011 2010
Anzahl Optionen Gewichteter Anzahl Optionen Gewichteter
durchschnittlicher durchschnittlicher
Ausübungspreis Ausübungspreis
in EUR in EUR
Ausstehende Optionen per 1.1. 2.046.550 42,637 2.063.050 42,426
Ausgeübte Optionen –118.860 16,368 –16.500 16,368
Retournierte Optionen –41.950 32,430
Ausstehende Optionen per 31.12. 1.885.740 44,519 2.046.550 42,637
Per Jahresende ausübbar 1) 138.810 16,368

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte. Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 und 2007 wären am 31. Dezember 2010 ausübbar gewesen, vorausgesetzt der Aktienkurs hätte die jeweilige Planhürde überschritten

In 2011 wurden aus dem 2004 Plan insgesamt 118.860 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in 4.320 Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis war in 2011 EUR 27,459. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der am 31. Dezember 2011 ausübbaren Optionen EUR Null, da der Aktienkurs am 31. Dezember 2011 unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 lag.

In 2010 wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 16.500 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2010 EUR 26,530. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2010 ausübbaren Optionen TEUR 2.045. Am 31. Dezember 2010 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.

Die ausgeübten Optionen verteilten sich auf den Teilnehmerkreis wie folgt:

Ausgeübte Optionen

Anzahl
ausgeübter
Optionen
2011
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Anzahl
ausgeübter
Optionen
2010
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR
Mitglieder des Vorstands
Auli 5.760 16,368
Davies
Langanger 16.500 16,368
Leitner
Roiss
Ruttenstorfer
Vorstände gesamt 5.760 16,368 16.500 16,368
Andere Führungskräfte gesamt 113.100 16,368
Insgesamt ausgeübte Optionen 118.860 16,368 16.500 16,368

Die Vergütungen aus der Ausübung der Optionen entsprechen dem Wert der im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen zum Zeitpunkt der Ausübung und stellen sich wie folgt dar:

Vergütungen EUR 1.000
2011 2010
Plan 2004 1.318 168
Summe 1.318 168

Von den Vergütungen entfallen TEUR 70 (2010: TEUR 168) auf Vorstandsmitglieder und TEUR 1.248 (2010: TEUR 0) auf andere Führungskräfte.

Per 31. Dezember 2011 stellen sich die in Umlauf befindlichen Optionen der einzelnen Pläne wie folgt dar:

In Umlauf befindliche Optionen

Plan Ausübungs
preis in EUR
Anzahl
ausstehender
Optionen
Restlaufzeit
in Jahren
Per Jahresende
ausübbare
Optionen 1)
2005 34,700 375.400 0,7
2006 45,190 445.080 1,7
2007 47,850 530.960 2,7
2008 47,550 534.300 3,7
Summe 1.885.740

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 , 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte.

Die Bewertung der Optionen erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Die erwartete durchschnittliche Volatilität wurde auf Grund der Volatilität der vergangenen fünf Jahre ermittelt. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Ausübung wurde bei der Festsetzung des risikofreien Zinssatzes berücksichtigt, der basierend auf Marktwerten zum Bilanzstichtag ermittelt wurde.

Der Marktwert per 31. Dezember 2011 bezieht sich auf die noch ausstehenden Optionen, während sich der Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auf die gesamten begebenen Optionen bezieht. Unter der Annahme, dass die Bedingungen während der Ausübungsfrist erfüllt werden, ergeben sich nachfolgende Marktwerte der Aktienoptionspläne:

Bewertung per 31.12.2011

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005
Marktwert Aktienoptionsplan in EUR 1.000 735 518 268 166
Berechnungsparameter
Marktpreis der Aktie in EUR 23,44 23,44 23,44 23,44
Risikofreier Zinssatz 1,396% 1,254% 1,111% 1,111%
Laufzeit Optionen (inkl. Sperrfrist) 3,7 Jahre 2,7 Jahre 1,7 Jahre 0,7 Jahre
Durchschnittliche Dividendenrendite 5,8% 5,2% 4,5% 4,4%
Volatilität Aktienkurs 40% 40% 40% 40%

Ausgehend von den Tageswerten der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeübten Optionsrechte wird für künftige Ausübungen mittels einer Rückstellung vorgesorgt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2011 belief sich auf TEUR 1.688 (2010: TEUR 9.615), die Nettoauflösung im Berichtsjahr auf TEUR 7.927 (2010: Nettoauflösung TEUR 636).

Segmentberichterstattung Segmentberichterstattung

30 Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die drei operativen Geschäftsbereiche Exploration und Produktion (E&P), Gas und Power (G&P) und Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie (R&M), sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen.

Die E&P-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Finden und der Förderung von Erdöl und Erdgas und konzentrieren sich auf die zwei Kernländer Rumänien und Österreich sowie das internationale Portfolio (Nordafrika und Offshore, Mittlerer Osten und die Kaspische Region). Das geförderte Erdöl und Erdgas wird überwiegend konzernintern vermarktet.

Die Aktivitäten des G&P-Bereichs sind der Transit von Erdgas durch bzw. der Transport in Österreich, sowie die Speicherung, Vermarktung und der Handel von Erdgas. OMV ist der einzige Betreiber von Erdgasfernleitungen durch Österreich. Mit dem Geschäftsfeld Power wird die Gaswertschöpfungskette in Richtung Gaskraftwerke verlängert.

Der Geschäftsbereich R&M betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) und hält einen at-equity konsolidierten 45%-Anteil am Raffinerieverbund Bayernoil (Deutschland). Der Betrieb der Arpechim Raffinerie (Rumänien) wurde in Juni 2010 angehalten. In diesen Raffinerien werden Erdöl und Erdgas zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über ein eigenbetriebenes Tankstellennetz in Mittel- und Südosteuropa und seit der Erhöhung des Anteils an OMV Petrol Ofisi A.Ş. in 2010 über das türkische Tankstellennetz.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Kb&S zusammengefasst.

Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist der Betriebserfolg (EBIT) entsprechend IFRS. In die Bewertung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort der Liefer- oder Leistungserfüllung herangezogen. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein. Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens wurden nach internen Grundsätzen von OMV ermittelt. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.

Segmentberichterstattung EUR Mio

E&P G&P R&M Kb&S Summe Konso
lidierung
Konzern
abschluss
2011
Segmentumsätze 1) 4.959,52 7,000,39 26.472,15 395,28 38.827,34 –4.774,14 34.053,19
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten –4.193,42 –143,96 –46,18 –390,59 –4.774,14 4.774,14
Segmentumsätze mit Dritten 766,10 6.856,43 26.425,97 4,70 34.053,19 34.053,19
Vermögen 2) 8.809,89 2.020,61 6.337,08 240,76 17.408,33 17.408,33
Investitionen SAV/IV 1.521,28 513,70 560,59 37,33 2.632,90 2.632,90
Planmäßige Abschreibungen 797,60 41,56 507,89 41,96 1.389,01 1.389,01
Wertminderungen 212,57 22,49 0,70 235,76 235,76
2010
Segmentumsätze 1) 4.666,05 4.365,00 18.041,99 339,48 27.412,51 –4.089,07 23.323,44
Segmentumsätze mit
anderen Segmenten –3.620,37 –103,08 –29,66 –335,96 –4.089,07 4.089,07
Segmentumsätze mit Dritten 1.045,68 4.261,92 18.012,33 3,52 23.323,44 23.323,44
Vermögen 2) 7.310,58 1.567,80 6.789,00 269,16 15.936,54 15.936,54
Investitionen SAV/IV 1.303,59 597,51 393,83 56,75 2.351,68 2.351,68
Planmäßige Abschreibungen 752,86 28,76 382,73 47,42 1.211,77 1.211,77
Wertminderungen 319,62 1,17 37,82 1,31 359,92 359,92

1) Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten.

2) Sachanlagen (SAV) und Immaterielle Vermögenswerte (IV).

31 Segmentberichterstattung

Segment- und Konzernergebnis EUR Mio
2011 2010
EBIT E&P 1) 2.083,87 1.815,60
EBIT G&P 237,74 277,00
EBIT R&M 271,23 397,36
EBIT Kb&S – 71,10 –128,28
EBIT Segment Summe 2.521,74 2.361,69
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung – 48,33 –27,89
OMV Konzern EBIT 2.473,41 2.333,80
Finanzerfolg –273,28 –373,17
OMV Konzern Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.200,12 1.960,63

1) Exklusive Zwischengewinneliminierung.

Informationen über geografische Bereiche EUR Mio
Öster
reich
Deutsch
land
Rumä
nien
Türkei Übriges
MOE 2)
Übriges
Europa
Übrige
Welt 3)
Summe
2011
Umsätze mit Dritten 11.501,15 5.804,35 4.015,55 5.022,68 4.201,99 1.997,07 1.510,40 34.053,19
Nicht zugeordnetes
Vermögen 249,94
Zugeordnetes Vermögen 1) 3.062,32 964,09 5.794,36 2.676,31 836,96 433,96 3.390,40 17.158,39
Vermögen 1) 17.408,33
2010
Umsätze mit Dritten 7.518,12 5.319,41 3.335,66 3.342,06 1.504,51 2.303,66 23.323,44
Nicht zugeordnetes
Vermögen 295,09
Zugeordnetes Vermögen 1) 2.943,31 970,14 5.302,08 2.966,78 890,24 316,73 2.252,17 15.641,45
Vermögen 1) 15.936,54

1) Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV).

2) Übriges Mittel- und Osteuropa (MOE).

3) Übrige Welt: Im Wesentlichen Australien, Jemen, Kasachstan, Libyen, Neuseeland, Pakistan, Tunesien und Region Kurdistan im Irak.

EUR 250 Mio des aus der Petrol Ofisi Akquisition stammenden Firmenwerts wurden keinem geografischen Bereich zugeordnet, sondern zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die in mehreren geografischen Bereichen tätig sind.

Sonstige Angaben Sonstige Angaben

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 1)
2011 2010
OMV Konzern ohne Petrom Gruppe 6.709 5.824
Petrom Gruppe 23.909 26.718
Gesamtkonzern 30.618 32.542

1) Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern während des Jahrs.

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB), setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks)
2011 2010
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 1) 2.076 2.436
Sonstige Bestätigungsleistungen 527 1.373
Steuerberatungsleistungen 48 120
Sonstige Beratungsleistungen 532 449
Gesamt 3.183 4.378

1) Inklusive Veränderungen von Vorjahren.

In 2011 wurden folgende Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer, Ernst & Young Wirtschaftsprüfungs GmbH erfasst: Für die Konzern- und Jahresabschlussprüfung TEUR 762, für sonstige Bestätigungsleistungen TEUR 496 und für sonstige Beratungsleistungen TEUR 8.

In 2010 wurden folgende Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer, Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH erfasst: Für die Konzern- und Jahresabschlussprüfung TEUR 688, für sonstige Bestätigungsleistungen TEUR 1.222, für Steuerberatungsleistungen TEUR 31 und für sonstige Beratungsleistungen TEUR 341.

32 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer

33 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

34 Related Parties

Gemäß IAS 24 muss OMV Beziehungen zu nahe stehenden Personen sowie nahe stehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offen legen. Unternehmen und Personen gelten als nahe stehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Industrieholding AG, Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die International Petroleum Investment Company, Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.

In 2011 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehnungen zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen der OMV Gruppe und at-equity bewerteten Unternehmen:

Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen EUR 1.000
2011 2010
Umsätze Forderungen Umsätze Forderungen
Borealis AG 1.540.998 136.468 1.430.653 139.843
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co 314.782 30.855 253.688 30.828
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 205.959 7.579 49.742 112
Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH 2.773 226 3.661 132
OMV Petrol Ofisi A.Ş. 1) 39
Sonstige 4 2 343
Gesamt 2.064.516 175.130 1.737.783 171.258

1) Bis zur Einbeziehung in den Vollkonsolidierungskreis Ende Dezember 2010 wurde Petrol Ofisi A.Ş. at-equity konsolidiert.

Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 65.494 (2010: TEUR 69.177).

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Ausleihungen gegenüber der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH in Höhe von TEUR 240.300 (2010: TEUR 267.300) und gegenüber Pearl Petroleum Company Limited in Höhe von TEUR 48.983 (2010: EUR 57.946). Per 31. Dezember 2010 bestand eine Ausleihung gegenüber der IOB Holdings A/S in Höhe von TEUR 36.108.

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2011 Auli Davies Huijskes Leitner Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2011 600 735 500 375 779 200 3.188
Variable Bezüge 1) 900 900 213 1.050 1.200 4.263
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung) und Aufwandsersatz 8 10 8 6 8 2 43
Summe (exkl. Pensionskassen
beiträge, Urlaubsabfindungen und
Bezüge anlässlich der Beendigung
des Dienstverhältnisses) 1.508 1.645 721 381 1.837 1.402 7.493
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 70 70

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2010 mit Ausnahme von TEUR 175, welche eine Vorauszahlung für 2011 betreffen.

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2010 600 665 375 461 700 800 3.601
Variable Bezüge 1) 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Sachbezüge (PKW,
Unfallversicherung) und
Aufwandsersatz 8 9 22 6 8 8 61
Summe (exkl. Pensionskassen
beiträge, Urlaubsabfindungen und
Bezüge anlässlich der Beendigung
des Dienstverhältnisses) 1.363 1.500 922 1.293 1.673 1.912 8.663
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 168 168

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2009 mit Ausnahme von TEUR 525, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen.

Die gesamten Vorstandsbezüge inklusive Pensionskassenbeiträge, Urlaubsabfindungen und Bezüge anlässlich der Beendigung des Dienstverhältnisses betrugen in 2011 TEUR 13.886 (2010: TEUR 12.001).

Anhangangabe 21 enthält Details zu den Pensionskassenbeiträgen.

Die Vorstandsmitglieder und die Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen ist auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet. Die Bezüge früherer Mitglieder des Vorstands sowie ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 1.894 (2010: TEUR 1.119).

Die Gesamtaufwendungen (exklusive Aktienoptionspläne) für 49 Executives (ohne Vorstandsmitglieder; 2010: 38) betrugen TEUR 23.232 (2010: TEUR 15.665). Davon entfallen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter, abgegrenzte Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube und Prämien TEUR 18.244 (2010: TEUR 13.208) und TEUR 1.424 (2010: TEUR 1.268) auf Aufwendungen für die Altersvorsorge. Für Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen fiel ein Aufwand in Höhe von TEUR 2.958 (2010: TEUR 1.085) an; die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf TEUR 111 (2010: TEUR 104).

Anhangangabe 29 enthält Details zu den LTI Plänen und Aktienoptionsplänen.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden in 2011 TEUR 394 aufgewendet (2010: TEUR 392).

35 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 22. Februar 2012 haben ExxonMobil Exploration and Production Romania Limited (EMEPRL), eine Tochtergesellschaft der ExxonMobil Corporation und OMV Petrom SA, eine 51% Tochtergesellschaft der OMV Aktiengesellschaft, einen potentiell bedeutenden Gasfund vor der rumänischen Schwarzmeerküste bestätigt.

Bei der Domino-1 Bohrung handelt es sich um die erste Tiefwasser Explorationsbohrung vor der rumänischen Schwarzmeerküste. Die Bohrtiefe unter dem Meeresspiegel beträgt 3.000 m. Betriebsführer ist ExxonMobil. Domino-1 befindet sich im Neptun Block, ist ca. 170 km von der Küste entfernt und befindet sich in einer Wassertiefe von rund 930 m.

Die Explorationsbohrung umfasst 70,7 m gesicherte Mächtigkeit des Gashorizonts. Daraus schließen erste vorläufige Schätzungen auf eine Anhäufung von 42 bis 84 Mrd m³. Die Bohrung hat Ende 2011 begonnen.

ExxonMobil und OMV planen 2012 eine weitere Sammlung von seismischen 3D Daten. Alle weiteren Schritte werden durch die Auswertung der Domino-1 Ergebnisse und die neuen seismischen Daten bestimmt. Derzeit kann auf Grund des frühen Stadiums der Datenbewertung und des Explorationsprozesses noch keine Aussage betreffend der wirtschaftlichen Realisierbarkeit des Neptun Blocks getroffen werden. Vorausgesetzt die weiteren Arbeiten bestätigen die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit einer Tiefwasser Gasproduktion, könnten die weiteren Investitionen während der Explorations- und Entwicklungsphase mehrere Milliarden USD betragen. Erste mögliche Förderungen würden frühestens Ende dieses Jahrzehnts erwartet.

Am 16. März 2012 hat die bulgarische Wettbewerbsbehörde OMV Bulgaria OOD über ein kartellrechtliches Vergehen informiert. OMV Bulgaria OOD wurde ab diesem Zeitpunkt eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, um zu diesem Sachverhalt schriftlich Stellung zu nehmen und entsprechende Darstellungen und Beweise vorzubringen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschlusses ist es nicht möglich, das Ergebnis dieser Untersuchungen einzuschätzen und es wurden in diesem Abschluss keine Rückstellungen in diesem Zusammenhang gebildet.

36 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2011

Obergesell
schaft
Anteil der
Obergesell
Konso
lidierungs
schaft am
Kapital in %
art 1)
Exploration und Produktion
Petrol Ofisi Arama Üretim Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Ankara POAS 99,96
OTHOLD 0,01
ERK 0,01
PORAF 0,01
OMVEP 0,01 VK
KOM MUNAI LLP, Aktau PETROM 95,00 VK
Korned LLP, Almaty PETROM 100,00 VK
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Anaguid Ltd., Grand Cayman OTNPR 100,00 VK
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth OMV AG 100,00 VK
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) OMVEP 100,00 VK
OMV (BAYERN) Exploration GmbH, Wien OEPA 100,00 V0
OMV Bina Bawi GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Dorra Limited, Road Town OTNPR 100,00 VK
OMV (EGYPT) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (EGYPT) Oil & Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG 100,00 VK
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP 100,00 VK
OMV (FAROE ISLANDS) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2011
Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am art 1)
Kapital in %
OMV Global Oil & Gas GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (IRELAND) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (IRELAND) Killala Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Maurice Energy GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Maurice Energy Limited, Port Louis MAURI 100,00 VK
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Myrre block 86 Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) OMVEP 100,00 VK
OMV (NORGE) AS, Stavanger OMVEP 100,00 VK
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas OMVEP 100,00 VK
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Oil Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Oil Production GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Olibanum Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (PAKISTAN) Exploration Gesellschaft m.b.H., Wien OMVEP 100,00 VK
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) OMVEP 100,00 VK
OMV Proterra GmbH, Wien OEPA 100,00 V0
OMV Rovi GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV Sarsang GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Sarta GmbH, Wien PETEX 100,00 VK
OMV (SLOVAKIA) Exploration GmbH, Wien OEPA 100,00 VK
OMV Southeast Caspian Upstream GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien (OTNPR) OMVEP 100,00 VK
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV South Tunesia Ltd., Grand Cayman OTNPR 100,00 VK
OMV (U.K.) Limited, London OMVEP 100,00 VK
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) OMVEP 100,00 VK
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 VK
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Al Ain E&P GmbH, Wien OMVEP 100,00 V0
OMV Barrow Pty Ltd, Perth OAUST 100,00 V0
OMV Beagle Pty Ltd, Perth OAUST 100,00 V0
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth NZEA 100,00 V0
TASBULAT OIL CORPORATION BVI, Saint Helier PETROM 100,00 V0
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town OUPI 10,00 AE
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Burghausen OMVEP 100,00 VK
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington NZEA 100,00 VK
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas PETROM 50,00 VK
Preussag Energie International GmbH, Burghausen OMVEP 100,00 VK
Société de Recherches et d'Exploitation des Pétroles en Tunisie, Tunis OTNPR 50,00 S0
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau PETROM 100,00 VK
Thyna Petroleum Services S.A., Sfax OTNPR 50,00 S0

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2011

Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am art 1)
Kapital in %
Gas und Power
ADRIA LNG d.o.o., Zagreb OGI 32,47 S0
ADRIA LNG STUDY COMPANY LIMITED, Valletta OGI 28,37 S0
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien OGG 23,13 S0
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien OGG 100,00 VK
Baumgarten-Oberkappel Gasleitungsgesellschaft m.b.H., Wien OGG 51,00 VK
Borasco Elektrik Toptan Satiş A.Ş., Istanbul BORASC 99,60 V0
OMV Samsun Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul (BORASC) 3) OPI 100,00 VK
Caspian Energy Company Limited, London OGI 50,00 S0
Central European Gas Hub AG, Wien OGI 80,00 VK
CONGAZ SA, Constanţa PETROM 28,59 AE
EconGas Deutschland GmbH, Regensburg ECOGAS 100,00 VK
EconGas GmbH, Wien (ECOGAS) OGI 50,00
EGBV 14,25 VK
EconGas Hungária Földgázkereskedelmi Kft., Budapest ECOGAS 100,00 VK
EconGas Italia S.r.l, Mailand ECOGAS 100,00 VK
EGBV Beteiligungsverwaltung GmbH, Linz (EGBV) OGI 65,00 VK
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul OGI 40,00 AE
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn OGSG 40,00 AE
OMV Gas Adria d.o.o., Zagreb OGI 100,00 V0
OMV Gas Germany GmbH, Düsseldorf OGG 100,00 VK
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, Wien (OGG) 3) OGI 100,00 VK
OMV Gas & Power GmbH, Wien (OGI) OMV AG 100,00 VK
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln OGI 100,00 VK
OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI 100,00 VK
OMV Gaz Ve Enerji Holding Anonim Şirketi, Istanbul 3) OTHOLD 99,99 VK
OMV Gaz Ve Enerji Satş Anonim Şirketi, Istanbul GTPHOL 99,89
OGI 0,05
ERK 0,02
OCTS 0,02
OTHOLD 0,02 VK
OMV Enerji Ticaret Limited Şirketi, Istanbul (GASTR) GPTRAD 99,00
OPI 1,00 VK
OMV Kraftwerk Haiming GmbH, Haiming OPI 100,00 VK
OMV Power International GmbH, Wien (OPI) OGI 100,00 VK
OMV Trading GmbH, Wien OGI 100,00 VK
PETROM DISTRIBUTIE GAZE SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
OMV Petrom Wind Power Park SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
South Stream Austria GmbH, Vienna OGI 50,00 V0
Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi OMVRM 25,00 S0
Adria-Wien Pipeline GmbH, Klagenfurt OMVRM 76,00 VK
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien OMVRM 33,33 S0
Autobahn – Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM 47,19 S0
Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2011
Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am art 1)
Kapital in %
Avanti d.o.o., Zagreb OHRVAT 30,00 S0
BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH, Vohburg OMVD 45,00 AE
Borealis AG, Wien OMVRM 32,67
OMV AG 3,33 AE
BRAZI OIL & ANGHELESCU PROD COM SRL, Brazi PETROM 37,70 S0
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien OMVRM 26,00 S0
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München OMVD 25,00 AE
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach OMVRM 55,60 AE 1)
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest OHUN 48,28 S0
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München OMVD 21,95 AE
Erk Petrol Yatrmlar A.Ş., Istanbul (ERK) POAS 99,96
OTHOLD 0,01
OCTS 0,01
OGI 0,01
OMVEP 0,01 VK
FONTEGAS PECO MEHEDINTI SA, Simian PETROM 37,40 S0
FRANCIZA PETROM 2001 SA, Piteşti PETROM 40,00 S0
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM 29,00 S0
GENOL Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien OMVRM 29,00 AE
Heating Innovations Austria GmbH, Wien OMVRM 50,00 AE
ICS PETROM MOLDOVA SA, Chisinau PETROM 100,00 VK
Marmara Depoculuk Hizmetleri Sanayi ve Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul POAS 89,97
OTHOLD 0,01
PORAF 0,01
ERK 0,01 VK
OMV BH d.o.o., Sarajevo VIVTS 100,00 VK
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM 99,90
OMVRM 0,10 VK
OMV Česká republika, s.r.o., Prag VIVTS 100,00 VK
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM 90,00
OMV AG 10,00 VK
OMV Hrvatska d.o.o., Zagreb (OHRVAT) VIVTS 100,00 VK
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) VIVTS 100,00 VK
OMV – International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM 100,00 VK
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG 100,00 VK
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM 100,00 VK
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Koper VIVTS 92,25 VK
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava VIVTS 100,00 VK
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM 99,90
OMVRM 0,10 VK
OMV Supply & Trading AG, Zug OMVRM 100,00 VK
OMV TRADING SERVICES LIMITED, London OMVRM 100,00 V0
OMV-VIVA Kereskedelmi és Szolgáltatató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest OHUN 96,67 V0
PETROCHEMICALS ARGES SRL, Piteşti PETROM 95,00 V0
OMV Petrol Ofisi A.Ş., Istanbul (POAS) OMV AG 41,58
OTHOLD 55,40 VK
Obergesell Anteil der Konso
schaft Obergesell lidierungs
schaft am art 1)
Kapital in %
Petrol Ofisi Akdeniz Rafinerisi Sanayi ve Ticaret A.Ş., Istanbul 3) POAS 100,00 VK
Petrol Ofisi Gaz İletim A.Ş., Istanbul POAS 99,75
OGI 0,10
OTHOLD 0,05
OCTS 0,05
ERK 0,05 VK
PETROM AVIATION SA, Otopeni PETROM 100,00 VK
PETROM LPG SA, Otopeni PETROM 99,99 VK
PETROM NADLAC SRL, Nadlac PETROM 98,51 V0
PO Georgia LLC, Tiflis POAS 100,00 VK
Routex B.V., Amsterdam OMVRM 20,00 S0
SIOT Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest OMVRM 25,00 AE
SuperShop Marketing GmbH, Budapest OHUN 50,00 S0
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD 33,33 S0
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol OMVRM 25,00 AE
TRANS GAS SERVICES SRL, Bukarest PETROM 80,00 V0
Çankaya Bel-Pet Limited Sirketi, Ankara POAS 49,00 V0
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg OMVRM 33,33 V0
VIVA International Marketing- und Handels-GmbH, Wien (VIVTS) OMVRM 100,00 VK
Konzernbereich und Sonstiges
Amical Insurance Limited, Douglas (AMIC) OMV AG 100,00 VK
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII, Bukarest PETROM 20,00 S0
Diramic Insurance Limited, Gibraltar AMIC 100,00 VK
Kompetenz- und Informationszentrum für Humanvermögen und interdisziplinäre
Arbeits- und Unternehmensforschung GmbH, Klosterneuburg SNO 24,44 S0
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien (OCTS) SNO 100,00 VK
OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Istanbul 3) OMV 100,00 VK
OMV FINANCE LIMITED, Douglas OMV AG 100,00 VK
OMV Finance Services GmbH, Wien SNO 100,00 VK
OMV Future Energy Fund GmbH, Wien OMV AG 100,00 VK
OMV Insurance Broker GmbH, Wien OMV AG 100,00 VK
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG 100,00 VK
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM 99,99 VK
students4excellence GmbH, Wien OMV AG 20,00 S0
VA OMV Personalholding GmbH, Linz SNO 50,00 S0
Petrom
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) 2) OMV AG 51,01 VK

Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% am 31. Dezember 2011

1) Konsolidierungsart:

VK Verbundene einbezogene Unternehmen.

AE Assoziierte at-equity bewertete Unternehmen.

AE 1) Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung, da ein Beherrschungsverhältnis nicht vorliegt.

V0 Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneter Bedeutung sind.

S0 Sonstige nicht konsolidierte Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet; assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist.

2) In der Segmentberichterstattung wird OMV Petrom SA den jeweiligen Segmenten zugeordnet.

3) Einzelne Aktien werden von anderen Konzerngesellschaften gehalten (in Summe unter 0,01%).

Bei den nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen handelt es sich überwiegend um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 2% der Konzernwerte liegen.

Land Feldname Lizenz/Block Anteil in %
Libyen C103 Area 90/106 3,00
Libyen El Shararah NC115 3,90
Libyen Nafoora Augila Area 91 2,50
Libyen NC186 NC186 2,88
Libyen Shatirah NC163 17,85
Libyen 74/29 Area 70/71/87/103/104/119 3,00
Neuseeland Maari PMP 38160 69,00
Neuseeland Maui PML 381012 10,00
Neuseeland Pohokura PMP 38154 26,00
Pakistan Miano 17,68
Pakistan Sawan 19,74
Pakistan Saqib 45,00
Pakistan Latif 33,34
Pakistan Tajjal 33,34
Tunesien Ashtart 50,00
Tunesien Cercina 49,00
Tunesien El Hajeb/Guebiba 49,00
Tunesien Gremda/El Ain 49,00
Tunesien Rhemoura 49,00
Tunesien Cherouq 50,00
Tunesien Adam 20,00
Tunesien Durra 50,00
Großbritannien Beryl 9/13a 5,00
Großbritannien Beryl 9/13a,b,c 5,00
Großbritannien Boa 9/15a 13,62
Großbritannien Buckland 9/18a 3,17
Großbritannien Howe 22/12a North 20,00
Großbritannien Jade 30/2c 5,57
Großbritannien Maclure 9/19 1,67
Großbritannien Ness & Ness South 9/13a, 9/13b 5,00
Großbritannien Nevis Central 9/13a 5,00
Großbritannien Nevis South 9/13a, 9/12a 3,25
Großbritannien Schiehallion 204/25a 5,88
Großbritannien Skene 9/19 3,49
Großbritannien Bardolino 22/13a 38,00
Jemen Al Uqlah Block S 2 44,00

Maßgebliche Joint Ventures 1) der Öl- und Gasproduktion des OMV Konzerns

1) Joint Ventures mit reinen Explorationsaktivitäten bzw. jene mit noch nicht fördernden Funden wurden in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Land Feldname Lizenz/Block Anteil Kapital Kapital Kapital
in % verpflichtung verpflichtung verpflichtung
2012 2013–2015 nach 2015
in USD in USD in USD
Australien EP409 R5 50,00 37.000 48.000
Australien WA–290-P 20,00 12.292.000 96.000
Australien WA–320-P 66,67 449.000 43.528.000
Australien WA–358-P 100,00 138.000 325.000
Australien WA–386-P 50,00 28.000
Australien WA–387-P 50,00 28.000
Faröer-Inseln L-008 20,00 16.000.000
Region
Kurdistan im
Irak Mala Omar 100,00 11.440.339
Libyen C102 Area 91 25,00 1.750.000 2.500.000
Libyen C103 (Exploration) Area 90/106 25,00 1.110.000 2.500.000
Libyen El Shararah (Exploration) NC115 30,00 4.580.000 4.725.000
Libyen NC186 (Exploration) NC186 24,00 529.920 4.320.000
Libyen NC74/29/C103 25,00 5.500.000
Libyen 74/29 (Exploration) Area 70/71/87/103/104/119 25,00 4.818.000 17.500.000
Neuseeland PEP 50119 18,00 2.700.000
Norwegen Barents Sea PL 606 60,00 2.821.981
Norwegen Barents Sea PL 615 20,00 1.512.167 34.419.853
Norwegen Barents Sea PL 393B 30,00 11.721.044 15.488.934
Norwegen Barents Sea PL 529 20,00 20.736.378
Norwegen Barents Sea PL 537 25,00 16.033.112 22.938.380
Norwegen Norwegian Sea PL 557 50,00 933.897
Norwegen Norwegian Sea PL 435 20,00 22.531.202
Pakistan Barkhan 15,00 1.950.000
Pakistan Harnai 20,00 990.000
Pakistan Mehar 59,21 21.784.131
Pakistan Latif 33,40 910.150
Tunesien Jenein Sud 100,00 30.000.000
Tunesien Sidi Mansour 100,00 25.000.000
Tunesien Jenein Nord 100,00 21.000.000
Tunesien Borj El Khadra 40,00 8.000.000
Tunesien Cherouq (Exploration) 100,00 20.000.000
Großbritannien Schiehallion P 556 204/20, P559 204/25a 5,87 51.120.491 40.824.506
Großbritannien Aberlour P 1194 213/22/23/28 20,00 4.863.860
Großbritannien Jackdaw P 098 30/2a 9,68 7.222.073
Jemen Al Mabar Block 2 87,50 8.000.000
Jemen Al Uqlah South Block 86 45,72 14.287.500
Jemen South Sanau Block 29 43,75 7.500.000
Jemen Jardau Block 3 34,00 1.808.510
Jemen Al-Uglah Block S2 44,00 69.341.164
Jemen Ataq Block 70 19,24 607.500

OMV Kapitalverpflichtungen der Joint Ventures im Bereich Exploration und Produktion

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen eine Zusatzinformation hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 vorgeschrieben sind, würde nach US GAAP berichtet werden.

Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.

Im Jahr 2009 erwarb OMV einen 10%-Anteil an Pearl Petroleum Company Limited, welcher als Investition nach der Equitymethode bewertet wird.

Die Regionen wurden auf Grund der Management-Neustrukturierung in 2011 folgendermaßen umgegliedert:

Bis auf Österreich und Rumänien werden die einzelnen Länder in Regionen zusammengefasst. Diese umfassen folgende Länder:

Nordafrika und Offshore: Deutschland (bis 2010), Großbritannien, Norwegen, Irland, Färöer Inseln, Slowakei, Libyen, Tunesien, Ägypten, Türkei (seit 2010), Australien, Neuseeland

Mittlerer Osten und Kaspische Region: Kasachstan, Russland (bis 2010), Iran, Region Kurdistan im Irak, Pakistan, Jemen

Die Vermögenswerte und Ergebnisse von Petrom (OMV Anteil 51%, im Konzernabschluss vollkonsolidiert) sind zu 100% dargestellt.

Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten EUR 1.000
2011 2010 2009
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 1.256.612 956.825 868.212
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 12.373.806 10.838.410 9.489.056
Gesamt 13.630.418 11.795.235 10.357.268
Kumulierte Abschreibung –5.381.938 –4.671.166 –3.647.448
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 8.248.480 7.124.068 6.709.820

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

b) Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.

Kosten der Periode EUR 1.000
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Region
Summe
2011
Anschaffungskosten für sichere Reserven 492.096 12.024 504.120
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven 191.932 156.330 348.262
Rekultivierungskosten 62.047 21.338 34.680 –20.923 97.142
Explorationskosten 1) 107.495 14.379 275.982 68.668 466.524
Entwicklungskosten 695.923 112.204 87.451 152.609 1.048.186
Kosten der Periode 865.465 147.921 1.082.141 368.708 2.464.235
2010
Anschaffungskosten für sichere Reserven 3.272 3.272
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven 29.612 35.855 65.467
Rekultivierungskosten 2) –3.439 31.294 19.070 36.501 83.426
Explorationskosten 1) 70.502 19.176 181.972 76.975 348.626
Entwicklungskosten 613.362 102.984 139.124 151.301 1.006.771
Kosten der Periode 680.425 153.455 373.050 300.632 1.507.562
2009
Anschaffungskosten für sichere Reserven 1.195 1.195
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven 9.356 9.356
Rekultivierungskosten 2) 22.656 32.079 40.371 56 95.162
Explorationskosten 1) 49.387 8.278 115.596 34.947 208.207
Entwicklungskosten 622.867 119.377 219.893 126.799 1.088.936
Kosten der Periode 694.910 159.733 377.055 171.158 1.402.857

1) Exploration Norwegen ist vermindert um 78% der abzugsfähigen Explorationskosten.

2) Im Wert enthalten ist die Änderung von einer Zahlungsstrombasierten Darstellung auf eine Rückstellungsbasierte Darstellung.

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgende Tabelle stellt Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des E&P-Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion EUR 1.000
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Region
Summe
2011
Umsatz mit Dritten 1) –75.342 –27.681 525.821 228.397 651.195
Konzerninterner Umsatz 2.627.733 864.136 498.354 59.460 4.049.683
Ergebnis aus Anlagenverkäufen –1.784 191 332 –691 –1.952
2.550.607 836.645 1.024.507 287.167 4.698.925
Produktionsaufwand –683.852 –99.455 –142.493 –95.106 –1.020.905
Förderzinsabgaben –173.380 –143.395 –49.084 –18.963 –384.823
Explorationsaufwand –78.558 –9.060 –189.708 –51.444 –328.771
Abschreibungen und Wertminderungen –384.374 –100.010 –243.920 –84.477 –812.781
Sonstige Kosten 20.878 –5.540 –6.148 592 9.782
–1.299.286 –357.460 –631.353 –249.398 –2.537.498
Ergebnis vor Steuern 1.251.321 479.185 393.154 37.768 2.161.428
Ertragsteuern 2) –202.370 –139.820 –250.211 –25.912 –618.313
Operatives Ergebnis 1.048.951 339.365 142.943 11.857 1.543.115
Speicherüberlassungsentgelt 3) 54.182 54.182

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion EUR 1.000

Rumänien Österreich Nordafrika & Offshore Mittlerer Osten & Kaspische Region Summe 2010 Umsatz mit Dritten 1) –1.465 32.625 759.387 239.113 1.029.661 Konzerninterner Umsatz 2.099.080 579.475 629.142 101.197 3.408.894 Ergebnis aus Anlagenverkäufen –2.013 –672 –3.579 –40 –6.305 2.095.602 611.428 1.384.950 340.270 4.432.250 Produktionsaufwand –718.717 –107.187 –131.582 –110.270 –1.067.756 Förderzinsabgaben –143.191 –78.175 –44.568 –11.736 –277.670 Explorationsaufwand –34.037 –14.144 –119.265 –44.195 –211.642 Abschreibungen und Wertminderungen –335.824 –183.462 –297.366 –190.285 –1.006.936 Sonstige Kosten –5.133 –2.428 –3.178 598 –10.141 –1.236.903 –385.397 –595.959 –355.887 –2.574.145 Ergebnis vor Steuern 858.699 226.031 788.992 –15.617 1.858.104 Ertragsteuern 2) –143.607 –73.815 –519.905 –60.178 –797.505 Operatives Ergebnis 715.093 152.216 269.086 –75.795 1.060.600 Speicherüberlassungsentgelt 3) — 53.260 — — 53.260 2009 Umsatz mit Dritten 1) 89.260 33.442 520.696 148.029 791.427 Konzerninterner Umsatz 1.779.341 532.843 446.300 86.590 2.845.074 Ergebnis aus Anlagenverkäufen –1.689 643 9.171 28 8.153 1.866.912 566.927 976.167 234.647 3.644.654 Produktionsaufwand –703.921 –102.566 –117.151 –74.320 –997.958 Förderzinsabgaben –130.976 –58.066 –31.495 –6.239 –226.776 Explorationsaufwand –47.354 –7.817 –137.495 –37.969 –230.636 Abschreibungen und Wertminderungen –307.792 –78.389 –217.482 –57.619 –661.283 Sonstige Kosten –8.532 –1.139 –13.822 608 –22.885 –1.198.576 –247.976 –517.446 –175.539 –2.139.537 Ergebnis vor Steuern 668.337 318.952 458.721 59.107 1.505.117 Ertragsteuern 2) –107.433 –80.256 –358.376 –31.347 –577.412 Operatives Ergebnis 560.904 238.695 100.345 27.761 927.704

1) Im Wert enthalten sind Hedgingeffekte.

2) In der Region Nordafrika & Offshore sind die PRT und die Körperschaftsteuer in Großbritannien enthalten. Die Bemessungsgrundlage für die PRT ist der Netto-Cashflow aus bestimmten produzierenden Feldern in der Nordsee. Weiters umfasst diese Region Aufwendungen aus dem Tax-Paid-Cost-System (TPC) für bestimmte Felder in Libyen sowie feldspezifische Steuern in Tunesien, die nicht zur Gänze gewinnabhängig sind. Die Ertragsteuer in Rumänien wurde mit der angenommenen, hypothetischen Steuerrate von 16% berechnet.

Speicherüberlassungsentgelt 3) — 46.672 — — 46.672

3) Das Speicherüberlassungsentgelt vor Steuern wird für die Bereitstellung von Gasspeicherkapazitäten vom Geschäftsbereich G&P bezahlt.

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und Gas, für welche durch Analyse von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicher entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zur Zeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und –infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sichere Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL Mio bbl
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Region
Summe
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 1.1.2009 457,1 51,4 150,2 37,7 696,4
Revision früherer Schätzungen 8,0 5,6 15,4 10,8 39,8
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven –0,3 –0,3
Erweiterungen und Neufunde 0,1 0,1 1,4 1,6
Produktion –31,5 –6,4 –20,4 –4,3 –62,6
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2009 433,7 50,8 146,3 44,2 674,9
Revision früherer Schätzungen 15,4 3,6 21,9 7,4 48,4
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde
Produktion –30,0 –6,1 –21,5 –5,8 –63,4
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2010 419,1 48,3 146,7 45,9 659,9
Revision früherer Schätzungen 3,9 3,9 9,5 –7,9 9,4
Erwerb von Reserven 6,9 2,4 9,3
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 1,2 0,3 0,1 1,5
Produktion –29,3 –5,8 –12,4 –4,7 –52,2
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2011 394,9 46,7 150,8 35,6 627,9
Sichere, entwickelte Reserven
zum 31.12.2009 349,4 45,4 133,5 34,5 562,9
zum 31.12.2010 350,8 42,4 131,4 27,3 551,9
zum 31.12.2011 330,4 39,0 126,1 22,7 518,2
Erdgas Mrd Kubikfuß (bcf)
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Region
Summe
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 1.1.2009 2.082,5 494,0 112,2 136,5 2.825,2
Revision früherer Schätzungen 195,4 –1,3 67,2 28,3 289,6
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 10,4 1,1 1,0 15,6 28,1
Produktion –186,1 –50,1 –27,6 –33,5 –297,2
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2009 1)
2.102,2 443,8 152,8 146,9 2.845,7
Revision früherer Schätzungen 144,8 26,4 0,4 –16,8 154,9
Erwerb von Reserven 3,9 3,9
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 17,4 17,4
Produktion –180,8 –55,6 –26,5 –32,3 –295,1
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2010 1)
2.083,7 414,6 130,6 97,8 2.726,7
Revision früherer Schätzungen 193,9 16,2 73,8 21,9 305,8
Erwerb von Reserven 6,0 34,2 40,2
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 19,5 0,4 0,3 20,2
Produktion –184,1 –49,2 –27,6 –35,4 –296,4
Sichere, entwickelte und nicht
entwickelte Reserven zum 31.12.2011 1) 2.112,9 382,0 183,1 118,5 2.796,5
Sichere, entwickelte Reserven
zum 31.12.2009 1.654,3 283,2 149,1 79,5 2.166,2
zum 31.12.2010 1.678,4 270,1 127,9 81,8 2.158,2
zum 31.12.2011 1.601,9 258,8 174,9 84,8 2.120,3

1) 2011: Inklusive rund 76 bcf an Polstergas in Gasspeicherreservoirs. 2010: Inklusive rund 89 bcf an Polstergas in Gasspeicherreservoirs. 2009: Inklusive rund 92 bcf an Polstergas in Gasspeicherreservoirs.

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmenge, inklusive Polstergas, die zum Bilanzstichtag vorliegen, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12 Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Lands berechnet, in dem OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des Tageswerts der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des Tageswerts würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontzinssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Region
Summe
2011
Zukünftiger Cash Inflow 33.744.859 6.240.300 12.771.073 2.314.279 55.070.510
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben –14.496.070 –3.288.542 –2.238.423 –883.470 –20.906.505
Zukünftige Entwicklungsausgaben –3.329.572 –471.380 –531.492 –191.946 –4.524.390
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 15.919.216 2.480.378 10.001.158 1.238.863 29.639.615
Zukünftige Ertragsteuern –2.547.075 –664.452 –6.060.800 –316.965 –9.589.291
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 13.372.142 1.815.926 3.940.359 921.898 20.050.324
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche
Differenz des Cashflows
–6.911.929 –429.828 –1.464.179 –232.191 –9.038.126
Standardisierte Berechnung des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows 6.460.213 1.386.098 2.476.180 689.707 11.012.197
2010
Zukünftiger Cash Inflow 25.409.355 5.183.304 9.326.618 2.405.243 42.324.520
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben –15.774.764 –2.853.422 –2.184.501 –1.003.734 –21.816.420
Zukünftige Entwicklungsausgaben –2.094.167 –285.705 –164.557 –310.591 –2.855.020
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 7.540.424 2.044.177 6.977.560 1.090.919 17.653.080
Zukünftige Ertragsteuern –935.712 –511.044 –4.125.036 –273.419 –5.845.210
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 6.604.713 1.533.133 2.852.524 817.500 11.807.869
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche
Differenz des Cashflows –3.781.020 –466.829 –791.616 –194.340 –5.233.805
Standardisierte Berechnung des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows 2.823.692 1.066.303 2.060.909 623.160 6.574.064
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Rumänien Österreich Nordafrika &
Offshore
Mittlerer
Osten &
Kaspische
Summe
Region
2009
Zukünftiger Cash Inflow 23.303.303 4.522.865 6.992.818 2.390.245 37.209.232
Zukünftige Produktions- und
Rekultivierungsausgaben –18.253.755 –2.659.119 –2.145.320 –833.282 –23.891.476
Zukünftige Entwicklungsausgaben –1.524.378 –608.084 –347.554 –334.031 –2.814.047
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 3.525.170 1.255.662 4.499.944 1.222.932 10.503.709
Zukünftige Ertragsteuern –362.815 –333.476 –2.951.976 –212.370 –3.860.637
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 3.162.355 922.186 1.547.969 1.010.562 6.643.072
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche
Differenz des Cashflows –1.623.021 –347.814 –323.654 –323.922 –2.618.411
Standardisierte Berechnung des diskontierten
zukünftigen Netto-Cashflows 1.539.334 574.372 1.224.315 686.640 4.024.661

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows EUR 1.000
2011 2010 2009
1.1. 6.574.064 4.024.661 2.017.400
Verkauf und Transfer von gefördertem Öl und Gas abzüglich Produktionsausgaben –2.703.439 –1.898.184 –1.223.735
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten 7.361.441 4.270.064 2.689.054
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen 219.437 2.136 4.488
Nettoveränderung auf Grund von Erweiterungen und neuen Funden 6.314 11.109 53.096
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 671.604 737.403 942.506
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und
Rekultivierungskosten in der Periode –768.512 –1.282.389 –772.749
Revision früherer Schätzungen 595.462 927.093 752.009
Zuwachs aus der Diskontierung 582.787 392.062 203.430
Nettoveränderung der Ertragsteuern –1.423.161 –780.149 –603.069
Sonstiges 1) –103.792 170.254 –37.768
31.12. 11.012.197 6.574.064 4.024.661

1) Unter der Position Sonstiges sind vor allem die Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR ausgewiesen.

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss Vorsitzender

Hans-Peter Floren Jacobus Gerardus Huijskes Manfred Leitner

David C. Davies Vorsitzender-Stellvertreter

Abkürzungen und Definitionen Abkürzungen und Definitionen

Ausschüttungsgrad %-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je

Aktie bbl, bbl/d

Barrel (Fass zu ca. 159 Liter), bbl pro Tag

bcf, cf Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16°C/60 °F)

Bitumen Ein nicht flüchtiges, klebriges und abdichtendes rohölstämmiges Produkt, Grundstoff für Asphalt

boe, boe/d Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

E&P Exploration und Produktion

EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EGT

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote

%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

EPSA Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

EU Europäische Union

EUR Euro

F&D Kosten

Finding and Development; Fund- und Entwicklungskosten; Explorationsaufwendungen dividiert durch Änderung der sicheren Reserven (Erweiterungen, Neufunde und Revisionen früherer Schätzungen)

Gewinn je Aktie

Den Aktionären zuzurechnender Periodenüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl

G&P Gas und Power

H1, H2 erstes, zweites Halbjahr

HSSE

Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

IASs International Accounting Standards

IFRSs International Financial Reporting Standards

Jahresüberschuss Nettogewinn nach Zinsen, außerordentlichem Ergebnis und Steuern

kboe, kboe/d Tausend Barrel Öläquivalent, tausend boe pro Tag

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

LNG Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F)

Mio Million

Monomere Begriff für Ethylen und Propylen

Mrd Milliarde

MW Megawatt

n.a. not available; Wert nicht verfügbar

n.m. not meaningful; Wert nicht aussagefähig

Nettoverschuldung

Finanzverbindlichkeiten inklusive Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzüglich liquider Mittel

NGL

Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOC

National Oil Corporation

NOPAT

Net Operating Profit After Tax; EGT nach Steuern abzüglich Zinserträge zuzüglich Zinsaufwendungen auf Finanzverbindlichkeiten und Zinsen für Pensionsrückstellungen und außerordentliches Ergebnis +/– Steuereffekte aus Anpassungen

OPEX

Produktionskosten; Material- und Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK

Österreichischer Corporate Governance Kodex

Petajoule, PJ

Ein Petajoule entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Polymere, Polyolefine Monomere in Kettenform, Begriff für Polyethylen und Polypropylen

ppm parts per million; Teile von einer Million

PRT, PRRT Petroleum Revenue Tax, Petroleum Resource Rent Tax; diese Steuer gibt es in Großbritannien sowie Australien

Q1, Q2, Q3, Q4 erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R&M

Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Reservenersatzkosten

Explorations-, Entwicklungs- und Instandhaltungsausgaben zuzüglich Akquisitionsausgaben

ROACE

Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital (Eigenkapital inklusive Fremdanteile zuzüglich Nettoverschuldung und Pensionsrückstellungen, abzüglich Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellungen)

ROE

Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA

Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON

Neuer Rumänischer Leu

RRR

Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion dividiert durch Gesamtproduktion

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TEUR Tausend Euro

TRIR

Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

TUSD Tausend US Dollar

UGB

Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD US Dollar

Verschuldungsgrad

Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Fünf-Jahres-Übersicht Fünf-Jahres-Übersicht

Fünf-Jahres-Übersicht EUR Mio
2011 2010 1) 2009 2008 2007
Umsatzerlöse 34.053 23.323 17.917 25.543 20.042
Betriebserfolg (EBIT) 2.473 2.334 1.410 2.340 2.184
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.200 1.961 1.182 2.309 2.412
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –628 –747 –465 –780 –569
Periodenüberschuss 1.572 1.214 717 1.529 1.843
Den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnender Periodenüberschuss 1.063 921 572 1.374 1.579
CCS EBIT vor Sondereffekten 2) 2.509 2.470 1.418 3.405 n.a.
Den Aktionären des Mutterunternehmens
zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor
Sondereffekten 2)
1.069 1.118 596 1.942 n.a.
Bilanzsumme 28.413 26.419 21.415 21.376 21.250
Eigenkapital 13.480 11.314 10.035 9.363 10.340
Nettoverschuldung 4.603 5.167 3.314 3.448 2.453
Durchschnittliches Capital Employed 17.701 14.275 13.639 13.341 11.735
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.514 2.886 1.847 3.214 2.066
Investitionen 3.146 3.207 2.355 3.547 4.118
Abschreibungen 1.626 1.578 1.325 1.293 977
Betriebserfolg vor Abschreibung (EBITD) 4.096 3.899 2.734 3.633 3.161
Net Operating Profit After Tax (NOPAT) 1.863 1.433 815 1.624 1.869
Return on Average Capital Employed (ROACE) 11% 10% 6% 12% 16%
Return on Equity (ROE) 13% 11% 7% 16% 19%
Eigenkapitalquote 47% 43% 47% 44% 49%
Verschuldungsgrad 34% 46% 33% 37% 24%
Dividende je Aktie 3) in EUR 1,10 1,00 1,00 1,00 1,25
Ergebnis je Aktie in EUR 3,38 3,08 1,91 4,60 5,29
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten in EUR 2) 3,40 3,74 1,99 6,50 n.a.
Mitarbeiter per 31. Dezember 29.800 31.398 34.676 41.282 33.665

1) Die Zahlen für 2010 wurden auf Grund der finalen Kaufpreisallokation für die OMV Petrol Ofisi A.Ş. angepasst. 2) Das CCS Ergebnis eliminiert Lagerhaltungsgewinne/-verluste aus den Fuels-Raffinerien und Petrol Ofisi. Das CCS Ergebnis wird erst seit 2009 berichtet. Um eine

Vergleichbarkeit zu ermöglichen, sind entsprechende Zahlen für 2008 angeführt. 3) 2011: Wie vom Vorstand vorgeschlagen und vom Aufsichtsrat genehmigt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung 2012.

Kontakte

OMV Aktiengesellschaft

Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-0 Fax: +43 1 40440-27900 [email protected]

OMV PETROM SA

Strada Coralilor 22, sector 1 013329 Bukarest, Rumänien Tel.: +40 372 868930 Fax: +40 372 868518 [email protected]

OMV Petrol Ofisi A.S˛. Eski Büyükdere Caddesi No: 33 34398 Maslak/Istanbul, Türkei Tel.: +90 212 329 1500 Fax: +90 212 329 5282 [email protected]

Investor Relations

La˘cra˘mioara Diaconu OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 [email protected]

Herausgeber: OMV Aktiengesellschaft, Wien Konzept, Design und Litho: Rock & Comp. Gesellschaft m.b.H. Fotos: Lois Lammerhuber, OMV Archiv Bildbearbeitung: Farbantrieb Morak & Szutta OG Druck: Seyss Data Base Publishing GmbH

Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Geschäftsbericht durchgehend geschlechterunspezifische Termini verwendet.

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich www.omv.com

Geschäftsbericht 2011 der OMV Aktiengesellschaft

Bericht des Aufsichtsrats 168
Corporate Governance Bericht 170
Lagebericht OMV Aktiengesellschaft 180
Bestätigungsvermerk 185
Jahresabschluss OMV Aktiengesellschaft 186
Bilanz 186
Gewinn- und Verlustrechnung 188
Anhang 189
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 190
Erläuterungen zur Bilanz 197
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 204
Ergänzende Angaben 207
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 210
Direkte Beteiligungen 211
Anlagenspiegel 212
Aufsichtsrat 214
Vorstand 215
Abkürzungen und Definitionen 216

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

gute Zusammenarbeit im Aufsichtsrat, eine fundierte Informationsbasis und die Einhaltung des österreichischen Corporate Governance Kodex bilden zusammen den Rahmen für die Beratung des Vorstands und die sorgfältige Überwachung seiner Tätigkeit. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftstätigkeit, die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Kernregionen des Unternehmens und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen, sowie über Chancen und Risiken für die Geschäftsentwicklung von OMV informiert. 2011 waren die Aktivitäten von OMV von politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten betroffen. Der Vorstand hat diese Entwicklungen sehr aufmerksam verfolgt und uns laufend über lokale Sicherheitsrisiken und den Produktionsstatus unterrichtet.

Die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Schwerpunkt auf Finanzierung und Strategie des Konzerns

Schwerpunkt der Aufsichtsratstätigkeit im Berichtsjahr waren bedeutende Finanzierungsprojekte, durch die das finanzielle Profil des Konzerns deutlich gestärkt wurde. Diese umfassten eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von EUR 750 Mio, die Emission einer Hybridanleihe mit einem Nominale von EUR 750 Mio, die Begebung eines Eurobonds mit einem Nominale von EUR 500 Mio und den Abschluss zweier syndizierter revolvierender Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von EUR 1.680 Mio. Der Aufsichtsrat befasste sich außerdem eingehend mit der OMV Strategie "Profitables Wachstum". Die Eckpfeiler dieser Strategie sind (I) Wachstum im Upstream-Bereich (verstärkte Investitionen in Exploration und Produktion), (II) Integration im Gasgeschäft (Ausbau der Position von OMV entlang der gesamten Gaswertschöpfungskette), (III) Restrukturierung des Downstream-Öl-Geschäfts (Veräußerungen im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing) und (IV) Steigerung der Performance im gesamten OMV Konzern (Start eines umfassenden Performance-Steigerungsprogramms). Hohe Aufmerksamkeit widmeten wir auch dem jährlichen Planungsprozess für das Geschäftsjahr 2012 und dem laufenden Investitionsprogramm. Auf unserer Agenda standen wichtige Punkte wie die Überwachung der Integration von OMV Petrol Ofisi A.S˛., die Weiterentwicklung des Compliance-Systems und die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds für den Geschäftsbereich Gas und Power.

Der Projektausschuss behandelte das Nabucco Gas Pipeline Projekt, die neue Trading-Organisation des Geschäftsbereichs Gas und Power und elektronische Handelssysteme. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss widmete sich der gründlichen Vorbereitung der Bestellung von Hans-Peter Floren zum Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power und erörterte das System der Nachfolgeplanung von OMV. Der Vergütungsausschuss führte ein Benchmarking der variablen Bezüge des Vorstands durch, wobei Empfehlungen externer Berater, die branchenspezifischen Best-Practice-Modelle, das Vergütungsniveau in vergleichbaren Unternehmen sowie internationale Entwicklungen im Bereich der Corporate Governance berücksichtigt wurden. Der Prüfungsausschuss behandelte wesentliche Themen der Rechnungslegungsprozesse, der internen Revision, des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems und der Steuerungsinstrumente des Konzerns. Auf Grund der Zunahme von Risikofaktoren, wie beispielsweise politischer Unruhen und der Volatilität des Ölpreises, wurde besonderes Augenmerk auf die Verbesserung des Risikomanagementsystems und die Überwachung seiner Funktionsfähigkeit gelegt. Der Prüfungsausschuss überwachte auch den Übergangsprozess nach der Beauftragung von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. als neuer Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität unserer Arbeit haben wir unsere jährliche Selbstevaluierung durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat weiterhin seiner Verantwortung gegenüber Aktionären und allen weiteren Stakeholdern gerecht werden kann. Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im Corporate Governance Bericht.

Jahresabschluss und Dividende

Nach umfassender Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses mit dem Abschlussprüfer im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat erklärte

sich der Aufsichtsrat mit dem gemäß §96 Abs.1 Aktiengesetz (AktienG) erstatteten Lagebericht und Konzernlagebericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss 2011, der damit gemäß §96 Abs. 4 AktienG festgestellt ist. Diese Ausführungen treffen auch auf den Konzernabschluss zu. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Prüfungsausschuss geprüften Corporate Governance Bericht zu.

Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 1,10 je Aktie auszuschütten und den sich danach ergebenden Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Veränderungen im Vorstand

Zu den personellen Veränderungen im Vorstand gehörten die Ablöse von Wolfgang Ruttenstorfer als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens durch Gerhard Roiss und die Bestellung von Manfred Leitner zum Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing, beides mit Wirksamkeit 1. April, sowie der Rücktritt von Werner Auli als Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power mit Wirksamkeit 31. Dezember.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Martin Rossmann wurde am 4. Mai von der Konzernvertretung als Nachfolger von Markus Simonovsky in den Aufsichtsrat entsandt. Markus Beyrer wurde von der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai in den Aufsichtsrat gewählt und übernahm nach dem Rücktritt von Peter Michaelis mit Abschluss der Hauptversammlung den Vorsitz.

Abschließend möchte ich dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Konzern und in den assoziierten Unternehmen für ihren Einsatz und ihren persönlichen Beitrag im Geschäftsjahr 2011 danken. Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um Wolfgang Ruttenstorfer und Werner Auli für ihre herausragenden Leistungen als Vorstandsvorsitzender bzw. Vorstandsmitglied für Gas und Power in den vergangenen Jahren zu danken. Wolfgang Ruttenstorfer hat OMV zu einem integrierten Öl- und Gasunternehmen

entwickelt. Gas und Power wurde durch Werner Auli zu einem strategisch bedeutenden Geschäftsbereich von OMV mit großem Wachstumspotenzial ausgebaut. Beide haben damit wichtige Voraussetzungen für ein weiteres profitables Wachstum des OMV Konzerns geschaffen.

Voraussetzungen für profitables Wachstum geschaffen

Wien, am 20. März 2012

Für den Aufsichtsrat

Markus Beyrer

Corporate Governance Bericht

Größtmögliche Transparenz der Führungs- und Kontrollstruktur trägt dazu bei, Vertrauen im Kapitalmarkt sowie bei den weiteren Stakeholdern zu festigen. OMV hat deshalb die Einhaltung der Best Practice der Corporate Governance stets als wesentlichen Auftrag verstanden und sich seit seiner Einführung 2002 zur Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (öCGK) verpflichtet. Die folgende Darstellung berücksichtigt auch die R-Regeln des öCGK, die ausschließlich Empfehlungscharakter haben. OMV ist Unterzeichner des UN Global Compacts und bekennt sich konzernweit zu einem umfassenden Verhaltenskodex und darauf beruhend einer Business Ethik, deren Regeln im Einzelnen mit internationalen Experten entwickelt wurden.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

OMV entspricht dem öCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance. Dieser Kodex ist unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich. Von Regel C 26 ist OMV 2011 abgewichen: Der frühere Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ruttenstorfer hat Aufsichtsratsmandate in vier konzernexternen Aktiengesellschaften gehalten, davon zweimal den Vorsitz. Im Hinblick auf sein Ausscheiden aus dem OMV Konzern per 31. März 2011 hat der Aufsichtsrat von OMV die Mandate genehmigt. Die externe Evaluierung für das Jahr 2011 ist unter www.omv.com ebenfalls öffentlich zugänglich und bestätigt das Einhalten sämtlicher C- und R-Regeln.

Vorstand in 2011

Von links nach rechts: Jacobus Huijskes, David C. Davies, Gerhard Roiss, Werner Auli, Manfred Leitner

Gerhard Roiss, *1952

  1. September 1997 – 31. März 2014 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor (seit 1. April 2011). Gesamtleitung und Gesamtkoordination des Unternehmens. Er übernahm die Position des Vorstandsvorsitzenden nach dem Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer.

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender (1. Jänner 2002 – 31. März 2011). Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns

bezüglich Kunststoffe und Chemie bis 31. März 2011. Mitglied des Aufsichtsrats der Österreichische Post AG (bis 28. April 2011).

Seine Wirtschaftsausbildung in Wien, Linz und Stanford (USA) bildete die Basis für Führungsaufgaben in der Konsumgüterindustrie. 1990 wurde er in die Geschäftsführung der PCD Polymere GmbH berufen. 1997 wechselte er in den Vorstand des OMV Konzerns und war bis Ende 2001 für Exploration und Produktion sowie Kunststoffe verantwortlich.

Wolfgang Ruttenstorfer, *1950

  1. Juli 1992 – 27. Jänner 1997 und 1. Jänner 2000 – 31. März 2011

Wolfgang Ruttenstorfer legte seine Position als Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor mit 31. März 2011 zurück (1. Jänner 2002 – 31. März 2011).

Mitglied des Aufsichtsrats der Telekom Austria AG, CA Immobilien Anlagen AG (Vorsitz), der VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (Vorsitz) und des Verwaltungsrats der F. Hoffmann-La Roche AG (bis 1. März 2011).

Er promovierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und begann 1976 seine Laufbahn bei OMV. 1992 wurde er Vorstandsmitglied und übte diese Funktion bis 1997 aus. Zwischen 1997 und 1999 war er österreichischer Staatssekretär für Finanzen. Anfang 2000 kehrte er als stellvertretender Generaldirektor in den OMV Konzern zurück und leitete neben Finanzen den Bereich Erdgas.

David C. Davies, *1955

  1. April 2002 – 31. März 2014 Finanzvorstand (seit 1. April 2002). Nach Ausscheiden von Wolfgang Ruttenstorfer wurde David C. Davies am 1. April 2011 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Mitglied des Aufsichtsrats der Wiener Börse AG und der CEESEG AG.

Er absolvierte 1978 das Studium der Volkswirtschaft an der Universität von Liverpool (Großbritannien) und begann seine Berufslaufbahn in der Wirtschaftsprüfung. Weiters war er in internationalen Konzernen in der Getränke-, Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig. Vor dem Eintritt in den OMV Konzern war er Finanzvorstand in verschiedenen Unternehmen in Großbritannien.

Werner Auli, *1960

  1. Jänner 2007 – 31. Dezember 2011 Führung des Geschäftsbereichs Gas und Power (1. Jänner 2007 – 31. Dezember 2011).

Nach der Promotion an der Technischen Universität in Wien startete er 1987 seine Karriere bei OMV. Von 2002 bis 2004 fungierte er als Geschäftsführer der EconGas GmbH, ab 2004 war er Geschäftsführer der OMV Gas GmbH, und seit 2006 Leiter der OMV Gas & Power GmbH. Mit 31. Dezember 2011 schied Werner Auli aus dem Vorstand aus.

Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat bestellte Hans-Peter Floren zum neuen Vorstandsmitglied verantwortlich für Gas und Power mit Wirksamkeit 1. März 2012.

Jacobus Huijskes, *1965

  1. April 2010 – 31. März 2015 Führung des Geschäftsbereichs Exploration und Produktion seit 1. Juli 2010.

Er absolvierte eine Ausbildung als Maschinenbauingenieur und begann seine Berufslaufbahn bei Shell. Innerhalb des Shell Konzerns bekleidete er eine Reihe technischer und betriebswirtschaftlicher Positionen. Zuletzt war er als Executive Vice President für weltweite Großprojekte im Bereich Exploration und Produktion verantwortlich. Im Rahmen seiner verschiedenen internationalen Funktionen arbeitete und lebte er u.a. in Großbritannien, Norwegen, dem Oman, Australien und Russland.

Manfred Leitner, *1960

  1. April 2011 – 31. März 2014 Führung des Geschäftsbereichs Raffinerien und Marketing sowie Wahrnehmung der Interessen des OMV Konzerns bezüglich Kunststoffe und Chemie.

Er startete nach seinem Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien seine berufliche Karriere 1985 bei OMV. Nach zweijähriger Tätigkeit im Finanzbereich von E&P, leitete er in Libyen den Finanzbereich der OMV Niederlassung in Tripolis. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er bis zum Jahr 1997 für die Controlling-Aktivitäten in E&P verantwortlich. Danach wechselte er in den Bereich R&M, wo er bis 2002 die Abteilung Planning & Controlling leitete und von 2003 bis 2011 als Senior Vice President für Downstream Optimization and Supply fungierte.

Arbeitsweise des Vorstands

Genehmigungserfordernisse, Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder und Abläufe (z.B. Beschlusserfordernisse) sowie Vorgehen bei Interessenkonflikten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Der Vorstand hält wöchentliche Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in allen Angelegenheiten, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen.

Vergütungserklärung Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand

Die OMV Vorstandsvergütung berücksichtigt die Gegebenheiten am relevanten Markt, verbunden mit einer starken Leistungskomponente. Die Marktorientierung wird durch ein regelmäßiges externes Benchmarking sowohl zu relevanten österreichischen Industrieunternehmen als auch zur Branche in Europa sichergestellt. Bei der Leistungskomponente werden kurzfristige Dimensionen berücksichtigt: Short-term Incentives sind variable Vergütungsvereinbarungen, die auf Ergebnis, Profitabilität und Wachstum abzielen, wobei auch besondere Projekte im Zuge der Implementierung der OMV Wachstumsstrategie berücksichtigt werden. Langfristige Dimensionen inklusive nicht-finanzieller Leistungen werden ebenso berücksichtigt.

Fixgehalt und variable Jahresvergütung

Nach oben erwähnten Grundsätzen wurde das Fixgehalt der Vorstandsmitglieder festgelegt. Zusätzlich werden für jedes Geschäftsjahr Ziele (Leistungskriterien) vereinbart, bei deren Erreichen höchstens 150% des Fixgehalts zusätzlich als variable Vergütung im darauf folgenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden. Diese Ziele

bestehen aus dem Erreichen finanzieller Kennzahlen (z.B. EBIT, Verschuldungsgrad), aus Leistungskriterien nicht finanzieller Art (wie etwa Integrationsgrad von Akquisitionen, Reserven-Ersatzrate) sowie aus strategischen Zielen. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt (Näheres dazu im nachstehenden Abschnitt zu langfristigen Zielen und Incentives).

Langfristige Ziele und Incentives Long Term Incentive Plan

Der im Geschäftsjahr 2011 von der Hauptversammlung beschlossene Long Term Incentive Plan (LTIP) besteht für die Periode 2011 bis 2016 aus folgenden Elementen: Die Teilnehmer müssen ein Eigeninvestment in OMV Aktien in einer Höhe von 100% (Vorstandsvorsitzender), 85% (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) bzw. 70% (übrige Vorstandsmitglieder) des Fixgehalts (brutto) 2011 im Geschäftsjahr 2011 hinterlegen (wobei für frühere LTIPs hinterlegte Aktien zugleich auch für den LTIP 2011 angerechnet werden) und mindestens bis zum 31. März 2016 halten. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2011.

Beobachtungszeitraum für das Erreichen der Ziele (Leistungskriterien) sind die Geschäftsjahre 2011, 2012 und 2013. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return (TSR), Economic Value Added (EVA) und Ergebnis je Aktie) festgelegt, wobei diese Ziele gleich gewichtet sind (jeweils 30%). Das Ziel der Safety Performance ist mit 10% gewichtet. Das Erreichen der Ziele wird mittels Vergleich der vereinbarten Werte mit den tatsächlich erreichten Werten festgestellt. Bei Erreichen von 100% der

Bezüge der Vorstandsmitglieder

Vorstandsbezüge1) EUR 1.000
2011 Auli Davies Huijskes Leitner Roiss Ruttenstorfer Summe
Fix 600 735 500 375 779 200 3.188
Variabel 900 900 213 1.050 1.200 4.263
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung und Aufwandersatz)
8 10 8 6 8 2 43
Summe 1.508 1.645 721 381 1.837 1.402 7.493
Verhältnis fix2) zu variabel 40/60 45/55 71/29 100/0 43/57 14/86 43/57
Ausüben von Aktienoptionen 70 70

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen. Die variablen Bezüge, deren Auszahlung 2011 erfolgte, beziehen sich, mit Ausnahme von EUR 175.000, welche eine Vorauszahlung für 2011 betreffen, auf den Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2010. Es erfolgte eine Verwertung aus dem Aktienoptionsplan 2004.

2) Inkludiert Sachbezüge.

Ziele werden dem Vorstandsvorsitzenden Aktien im Ausmaß von 100%, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden 85% und den übrigen Vorstandsmitgliedern 70% des Fixgehalts (brutto) 2011 zugeteilt. Die Berechnung der Anzahl der Aktien erfolgt auf Grundlage des Durchschnittskurses der OMV Aktie im ersten Quartal 2011. Die Zuteilung erfolgt mit Stichtag 31. März 2014. Über Aktien im Ausmaß der Zuteilung kann sofort frei verfügt werden, Aktien im Ausmaß des Eigeninvestments sind noch zwei Jahre (bis 31. März 2016) zu halten.

Werden die Ziele zu mehr als 100% erfüllt, werden proportional entsprechend, im Ausmaß der Übererfüllung, mehr Aktien zugeteilt, höchstens jedoch 175% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien. Mindestens werden jedoch 25% der auf 100% Zielerreichung bezogenen Anzahl von Aktien zugeteilt.

Aktienoptionspläne

Long-term Incentives wurden bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2008 durch die für Unternehmen vergleichbarer Größe üblichen Aktienoptionspläne abgedeckt. Die Aktienoptionspläne sehen eine Wartefrist von zwei Jahren und danach eine Ausübungsfrist von fünf Jahren vor. Ausgeübt werden darf in beliebigen Tranchen, sofern jeweils die Voraussetzungen (Erreichen eines bei Genehmigung des Plans durch die Hauptversammlung definierten Kursanstiegs der OMV Aktie) vorliegen und kein Handelsverbot besteht. Eine Aktie Eigeninvestment gewährt im Plan 2008 Optionen auf 20 Aktien zu einem ebenfalls durch die Hauptversammlung definierten Preis. Die Optionen aus den Plänen 2005 bis 2008 sind noch nicht bzw. nicht vollständig ausgeübt. Nach 2008 wurden keine weiteren Aktienoptionen begeben.

Altersvorsorge

Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Ruttenstorfer und Gerhard Roiss haben Anspruch auf eine

leistungsorientierte Pension. Die entsprechenden finanzmathematisch ermittelten Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Vorstandsmitglieder David Davies, Werner Auli, Jacobus Huijskes und Manfred Leitner haben Anspruch auf eine beitragsorientierte Pension. Die Beiträge werden vom Unternehmen in eine Pensionskasse gezahlt. Die Höhe der Betriebspension ergibt sich aus dem in der Pensionskasse vorhandenen Kapital. Die Verrentung erfolgt gemäß dem genehmigten Geschäftsplan der Pensionskasse. Das Anfallsalter ist grundsätzlich das für jedes Vorstandsmitglied zur Anwendung kommende österreichische gesetzliche Pensionsantrittsalter.

Pensionskassenbeiträge1) EUR 1.000
Auli 132
Davies 274
Huijskes 125
Leitner 98
Roiss 634
Ruttenstorfer 143
Summe 1.406

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

Beendigungsansprüche Abfertigung

Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Ruttenstorfer, Gerhard Roiss und David Davies haben die Möglichkeit der Wahl zwischen einer Abfertigung gemäß §23 österreichisches Angestelltengesetz oder 10% des Jahresbasisbruttobezugs (das ist der Fixbezug) für jedes volle Dienstjahr ab vereinbartem Stichtag, wobei ein Jahresbasisbruttobezug nicht überschritten werden darf. Werner Auli hat Anspruch auf eine Abfertigung gemäß §23 österreichisches Angestelltengesetz, wobei die Vordienstzeiten im Konzern eingerechnet werden. In der Berechnungsgrundlage nach Angestelltengesetz sind auch die variablen Anteile enthalten. Auf Jacobus Huijskes und Manfred Leitner findet das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) Anwendung.

Beendigungsansprüche1) EUR 1.000
2011 Auli Ruttenstorfer Summe
Abfertigung und Abfindung 3.957 800 4.757
Urlaubsersatzleistung 5 225 230
Summe 3.962 1.025 4.987

1) Auf Grund von Rundungsdifferenzen ergeben sich in den Einzelsummen Abweichungen.

Abfindung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags, sofern kein Verschulden des Vorstandsmitglieds vorliegt, wird die Restlaufzeit des Vertrags ausbezahlt. Im Falle einer vom Vorstandsmitglied initiierten vorzeitigen Beendigung wird keine Abfindung gewährt.

Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen nicht.

Weitere Informationen zum Long Term Incentive Plan und zu den Aktienoptionsplänen (Bewertung, ausstehende Optionen, Ausübungen in den Vorjahren) finden Sie in der Anhangangabe 29.

Directors and Officers (D&O) Versicherung

Die Vorstandsmitglieder sind auch im Rahmen einer Directors and Officers Liability Insurance und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen sind auch alle Mitglieder des Aufsichtsrats und eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Haftungsfreistellung

Für Mitglieder des Vorstands und weitere OMV Mitarbeiter in Organfunktionen von (direkten und indirekten) Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft besteht subsidiär eine Haftungsfreistellung seitens der OMV Aktiengesellschaft für Inanspruchnahme durch Dritte in Ausübung der Organfunktion, sofern nicht vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln vorliegt.

Aktienbesitz von Vorstandsmitgliedern

Die Mitglieder des Vorstands hielten mit Stichtag 31. Dezember 2011 folgende Anzahl an Aktien der OMV Aktiengesellschaft:

Aktien
Roiss 174.528
Ruttenstorfer (mit 31. März 2011) 45.035
Davies 29.222
Auli 20.490
Huijskes 12.136
Leitner 14.196

Grundsätze der Vergütung ausgewählter Führungskräfte und Experten

Das Grundgehalt wird nach international anerkannten Verfahren zur Berücksichtigung der Marktgegebenheiten unter Beachtung der kollektivvertraglichen Regelungen festgelegt. Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf diese Mitarbeiter angewendet.

Daher nehmen definierte Mitglieder in Führungsebenen des Konzerns (insgesamt ca. 95 Personen) am Long Term Incentive Plan teil. Ebenso gelten für sie jährliche Bonusvereinbarungen, wie im Folgenden dargestellt:

Für etwa 3.200 Führungskräfte und Experten gab es 2011 ein gestuftes Management by Objectives-Programm (MbO), wonach Anspruch auf Bonifikation bei Erreichen der Ziele besteht. Länderweise unterschiedlich gibt es für sonstige Mitarbeiter Prämien, an deren Ausgestaltung auch die Arbeitnehmervertreter mitwirken.

Voraussetzung für Zahlungen ist in allen Systemen sowohl das Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen als auch von individuell vereinbarten Zielen.

Die mit den Teilnehmern am MbO getroffenen Zielvereinbarungen sind für alle Teilnehmer über ein unternehmensweites Performance and Development System (PDS) einsehbar. Damit können die Teilnehmer wechselseitig Ziele berücksichtigen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten 2011 folgende Mitglieder an, die neben ihrer Funktion im Aufsichtsrat von OMV auch die angegebenen Aufsichtsratsmandate (in- und ausländische börsenotierte Unternehmen) gemäß Regel C 58 öCGK inne haben:

Peter Michaelis

(Vorstand der ÖIAG bis 30. Juni 2011), Vorsitzender (bis 17. Mai 2011), Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz (bis 28. April 2011), Telekom Austria AG – Vorsitz (bis 19. Mai 2011).

Markus Beyrer

(Vorstand der ÖIAG seit 1. Juli 2011), Vorsitzender (seit 17. Mai 2011); Mandate: Österreichische Post AG – Vorsitz (seit 28. April 2011), Telekom Austria AG – Vorsitz (seit 19. Mai 2011).

Wolfgang Berndt

Stv. Vorsitzender, Mandate: GfK SE, MIBA AG.

Khadem Al Qubaisi

(Vorstand International Petroleum Investment Company (IPIC)), Stv. Vorsitzender; Mandate: Aabar Investments PJSC – Vorsitz, Abu Dhabi National Takaful Co. PJSC – Vorsitz, Compania Española de Petroleos S.A. (CEPSA) – Vorsitz, First Gulf Bank.

Alyazia Al Kuwaiti

(Manager Evaluation & Execution, IPIC).

Elif Bilgi-Zapparoli

(Vorstandsvorsitzende Merrill Lynch Yatirim Bank A.S. und Merrill Lynch Menkul Degerler A.S.).

Helmut Draxler

Mandate: RHI AG.

Wolfram Littich

(Vorstandsvorsitzender Allianz Elementar Versicherungs-AG).

Herbert Stepic

(Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Bank International AG).

Herbert Werner

Mandate: Innstadt Brauerei AG – Vorsitz, Ottakringer Getränke AG.

Norbert Zimmermann

Mandate: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG – Vorsitz, Bene AG – Vorsitz (bis 9. Juni 2011), Oberbank AG.

Von der Konzernvertretung entsendet (Arbeitnehmer):

Leopold Abraham, Wolfgang Baumann, Franz Kaba, Ferdinand Nemesch, Markus Simonovsky (bis 3. Mai 2011), Martin Rossmann (seit 4. Mai 2011).

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird auf eine Diversität erzielende Zusammensetzung geachtet. Unter den 15 Mitgliedern des Aufsichtsrats befinden sich zwei Frauen, fünf Mitglieder sind unter 50 Jahre alt und drei Mitglieder sind nicht-österreichischer Nationalität.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat hat die in Anhang 1 öCGK festgelegten und darüber hinaus folgende Leitlinien für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen: Das Aufsichtsratsmitglied darf nicht Mitglied einer Geschäftsführung einer verbundenen Gesellschaft sein. Das Aufsichtsratsmitglied darf von der Gesellschaft oder einer verbundenen Gesellschaft keine Aktienoptionen oder sonstige erfolgsbezogene Vergütungen beziehen. Das Aufsichtsratsmitglied darf kein Anteilseigner mit einer Kontrollbeteiligung (im Sinne der EU-Richtlinie 83/349 EWG – das ist eine Beteiligung eines Aktionärs von mehr als 50% der Stimmrechte oder Beherrschung, etwa durch Nominierungsrechte) sein oder einen solchen vertreten.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder, mit Ausnahme von Helmut Draxler und Herbert Werner zur Dauer der Zugehörigkeit, haben erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand im Geschäftsjahr 2011 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein (Regel C 53 öCGK). Gemäß Regel C 54 öCGK haben die Mitglieder des Aufsichtsrats Elif Bilgi-Zapparoli, Wolfgang Berndt, Helmut Draxler, Wolfram Littich, Herbert Stepic, Herbert Werner und Norbert Zimmermann erklärt, von den Großaktionären im Geschäftsjahr 2011 und bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Erklärung unabhängig gewesen zu sein.

Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder

Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der Überwachung und der strategischen Unterstützung des Vorstands, diskutiert der Aufsichtsrat Lage und Ziele des Unternehmens in jenen Sitzungen, in denen auch (abgesehen von Dringlichkeitsfällen) die Beschlüsse gefasst werden. Vier Ausschüsse gewährleisten den bestmöglichen Einsatz der Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder. Im Folgenden dazu ein kurzer Überblick (siehe auch Bericht des Aufsichtsrats):

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2011 sechs Sitzungen abgehalten, wovon eine der neuen Strategie gewidmet war.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Dieser Ausschuss ist ermächtigt, in dringenden Angelegenheiten zu entscheiden. Der Aufsichtsrat kann dem Präsidial- und Nominierungsausschuss im Einzelfall oder auf Dauer weitere Aufgaben und Genehmigungsbefugnisse übertragen. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder frei werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit der Nachfolgeplanung. Ferner unterbreitet er der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Es haben fünf Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses stattgefunden, die sich insbesondere mit Finanzierungsfragen, der Nachfolgeplanung sowie der Nachfolgesuche für das Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Gas und Power beschäftigt haben.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß §92 Abs. 4a AktienG. Es haben sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses stattgefunden. In diesen wurden insbesondere die Vorbereitung der Abschlussprüfung, die Prüfung der Tätigkeit des Abschlussprüfers, der internen Revision, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements sowie die Präsentation des Jahresabschlusses behandelt.

Abschlussprüfer

Die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers ist zu beachten, wobei Prüfungsentgelt und sonstige Entgelte gegenüber zu stellen sind. Der Aufwand für den Abschlussprüfer, die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. (einschließlich deren Netzwerk im Sinne des § 271b UGB) betrug 2011 für die Konzernprüfung EUR 2,08 Mio, EUR 0,53 Mio für sonstige Bestätigungsleistungen und EUR 0,58 Mio für sonstige Beratungsleistungen.

Projektausschuss

Bei Bedarf bereitet der Projektausschuss in Zusammenarbeit mit dem Vorstand grundlegende Entscheidungen komplexer Natur vor und berichtet über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Der Projektausschuss hat zweimal getagt und dabei insbesondere die neue Trading-Organisation des Geschäftsbereichs Gas und Power und elektronische Handelssysteme erörtert.

Vergütungsausschuss

Der Vergütungsausschuss (dem keine Arbeitnehmervertreter angehören) befasst sich mit allen Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Er ist somit insbesondere zum Abschluss, der Änderung und Auflösung der Anstellungsverträge mit Vorstandsmitgliedern sowie zur Entscheidung über die Gewährung von Bonifikationen (variable Bezüge) und dergleichen an Vorstandsmitglieder ermächtigt. Es haben vier Sitzungen des Vergütungsausschusses stattgefunden, in denen die Ziele für und die Gewährung von Bonifikationen sowie das Benchmarking der variablen Bezüge des Vorstands festgelegt und Fragen in Zusammenhang mit dem Ausscheiden und der Bestellung des Vorstandsmitglieds für Gas und Power behandelt wurden.

Interessenkonflikte, zustimmungspflichtige Geschäfte mit Mitgliedern des Aufsichtsrats

Zustimmungspflichtige Verträge gemäß §95 Abs.5 Z12 AktienG gab es nicht; hingewiesen sei auf Transaktionen im Umfang von ca. EUR 2,1 Mrd mit Unternehmen der Raiffeisengruppe (Herbert Stepic, weniger als 1% der Bilanzsumme der Raiffeisengruppe).

Corporate Governance Bericht | OMV Aktiengesellschaft Geschäftsbericht 2011

Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats werden nach dem in der Geschäftsordnung ausführlich geregelten Verfahren behandelt.

Vergütung

Satzungsgemäß beschließt die Hauptversammlung (HV) jährlich die Vergütungen der von ihr gewählten Aufsichtsratsmitglieder für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Die HV 2011 hat für das Geschäftsjahr 2010 folgendes Vergütungsschema beschlossen:

Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder EUR
für den Vorsitzenden 29.200
für die Stellvertreter 21.900
für die Mitglieder 14.600
für den Vorsitzenden eines Ausschusses 12.000
für den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden 10.000
für die Mitglieder eines Ausschusses 8.000

Die bei den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern angeführten Beträge wurden 2011 für das Geschäftsjahr 2010 ausbezahlt; Aufwandersatz (Reisespesen, Sitzungsgeld) ist darin nicht enthalten.

Insgesamt betrug der Aufwand für den Aufsichtsrat im Jahr 2011 EUR 596.582; davon an bezahlten Vergütungen (für das Geschäftsjahr 2010) EUR 365.612, an Sitzungsgeldern EUR 58.619, an Reisespesen EUR 90.081 und an Technik, Organisation und Übersetzung EUR 82.270.

Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung

Die Konzernvertretung hält regelmäßig Aussprachen mit dem Vorstand. Diese dienen der wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen.

Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Funktion/Ausschussmitglied1) Vergütung (in EUR) Dauer 1)
Peter Michaelis (1946) 2) (Vorsitzender; auch in PräsA,
ProjA, PrüfA, VergA)
77.200 23.5.2001 – oHV 2011
Markus Beyrer (1965) Vorsitzender; auch in PräsA,
ProjA, PrüfA, VergA
17.5.2011 – oHV 2014
Rainer Wieltsch (1944) (Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA)
23.796 24.5.2002 – oHV 2010
Wolfgang Berndt (1942) Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
37.310 26.5.2010 – oHV 2014
Khadem Al Qubaisi (1971) Stv. Vorsitzender; auch in
PräsA, ProjA, PrüfA, VergA
37.310 26.5.2010 – oHV 2014
Alyazia Al Kuwaiti (1975) PräsA, ProjA; (Stv. Vorsit
zende; auch in PräsA, ProjA,
PrüfA, VergA bis oHV 2010)
42.240 14.5.2008 – oHV 2014
Elif Bilgi-Zapparoli (1967) 14.600 13.5.2009 – oHV 2014
Helmut Draxler (1950) PrüfA 22.600 16.10.1990 – oHV 2014
Mohamed Al Khaja (1980) PräsA, ProjA 12.156 14.5.2008 – oHV 2010
Wolfram Littich (1959) ProjA, PrüfA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Herbert Stepic (1946) 14.600 18.5.2004 – oHV 2014
Herbert Werner (1948) PrüfA 22.600 4.6.1996 – oHV 2014
Norbert Zimmermann (1947) ProjA, VergA 30.600 23.5.2001 – oHV 2014
Leopold Abraham (1947) PräsA, ProjA, PrüfA Die Entsendung seitens der
Wolfgang Baumann (1958) PräsA, PrüfA Konzernvertretung ist unbefristet;
Franz Kaba (1953) ProjA jedoch können die Arbeitnehmer
vertreter jederzeit von der Konzern
Ferdinand Nemesch (1951) ProjA, PrüfA vertretung abberufen werden.
Markus Simonovsky (1973) Bis 3.5.2011
Martin Rossmann (1970) Seit 4.5.2011

1) Erläuterung: PräsA = Präsidial- und Nominierungsausschuss, ProjA = Projektausschuss, PrüfA = Prüfungsausschuss,

VergA = Vergütungsausschuss, oHV = ordentliche Hauptversammlung.

2) Peter Michaelis hat in Entsprechung seines Vorstandsvertrags mit der ÖIAG die Vergütung für seine Aufsichtsratsfunktion in der OMV Aktiengesellschaft an die ÖIAG abgetreten.

Minderheitenrechte der Aktionäre

Minderheitenrechte der Aktionäre

  • Hauptversammlung: Wenn mindestens 5% der Aktionäre dies verlangen, muss eine Hauptversammlung einberufen werden.
  • Mindestens 5% der Aktionäre können die Aufnahme von Tagesordnungspunkten verlangen.
  • Mindestens 1% der Aktionäre können zu jedem Punkt der Tagesordnung Beschlussvorschläge übermitteln. Diese sind von der Gesellschaft auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.
  • Mindestens 10% der Aktionäre können eine Sonderprüfung bei Vorliegen von Verdachtsgründen für Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen von Gesetz oder Satzung durchsetzen.
  • Bei der Hauptversammlung sind alle ordnungsgemäß angemeldeten Aktionäre zur Teilnahme, einschließlich Fragen und Abstimmung berechtigt.
  • Wahl des Aufsichtsrats: Wenn dieselbe Hauptversammlung zwei oder mehr Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat, muss über jede zu besetzende Stelle gesondert abgestimmt werden. Wenn dieselbe Hauptversammlung wenigstens drei Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat und sich vor der Abstimmung über die letzte zu besetzende Stelle ergibt, dass wenigstens ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bei allen vorangegangen Wahlen zugunsten derselben Person, aber ohne Erfolg abgegeben wurde, muss diese Person ohne weitere Abstimmung als für die letzte Stelle gewählt erklärt werden, sofern sie auch für diese Stelle kandidiert.

Frauenförderung

Das Unternehmen ist bemüht, die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen zu fördern. Zwar ist im Vorstand der OMV Aktiengesellschaft keine Frau vertreten, doch leitet Mariana Gheorghe als Vorstandsvorsitzende der OMV Petrom SA das größte Konzernunternehmen der Gruppe, und Gülsüm Azeri wurde per 1. Juli 2011 zur Vorstandsvorsitzenden von Petrol Ofisi bestellt. In den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft wurden von der Hauptversammlung zwei Frauen gewählt, das sind 20% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder.

  • Von den Senior Vice President-Positionen werden rund 12% von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern insgesamt beträgt etwa 23%. Als sehr technikorientiertes Unternehmen ist es eine signifikante Herausforderung, in allen Bereichen eine adäquate Frauenquote zu erzielen, in den nicht-technischen Bereichen stellen sich die Aufnahmequoten als ausgewogen dar.
  • Der Vorstand hat 2010 die neue Diversity-Strategie beschlossen. Langfristiges Ziel ist es nun, bis 2020 im Senior Management einen "Diversity-Mix" von 30% weiblichen und 50% internationalen Mitarbeitern zu erreichen.

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss David C. Davies

Hans-Peter Floren Jacobus Gerardus Huijskes Manfred Leitner

179 Corporate Governance Bericht | OMV Aktiengesellschaft Geschäftsbericht 2011

Lagebericht

Geschäftsverlauf 2011

Die im Geschäftsjahr 2011 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 185,69 Mio (2010: EUR 64,26 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Nachfolgegesellschaften verrechneten Konzernumlagen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Organisationsstruktur und die damit verbundene Erlös- und Kostensituation des Konzerns durch die Zentralisierung von Konzernfunktionen in der OMV Aktiengesellschaft wesentlich geändert. Die OMV Aktiengesellschaft hat im Geschäftsjahr 2011 einmalig Verträge mit ausländischen Gesellschaften über Einund Verkauf von Diesel und Kondensat abgeschlossen. Zu diesen Verträgen sind alle Leistungen 2011 vollständig erbracht worden.

Das Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich auf EUR -71,14 Mio (2010: EUR -25,97 Mio). Das niedrigere Betriebsergebnis im Jahr 2011 ist im Wesentlichen auf höhere Beratungsaufwendungen, unter anderem für die in 2011 getätigten Refinanzierungsmaßnahmen und die mit 1. Jänner 2011 erfolgte Restrukturierung zurückzuführen.

Der Finanzerfolg errechnet sich im Geschäftsjahr 2011 mit EUR 547,81 Mio (2010: EUR 585,23 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 688,32 Mio und lagen damit über dem Niveau von 2010 (EUR 769,69 Mio).

Die Gesellschaften im Bereich Exploration und Produktion (E&P) exklusive Petrom verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr, vor allem auf Grund der gestiegenen Rohölpreise eine Erhöhung des Beteiligungsergebnisses auf EUR 571,37 Mio (2010: EUR 444,04 Mio).

Die Beteiligungsergebnisse des Bereichs Gas und Power (G&P) exklusive Petrom lagen mit EUR 16,36 Mio unter dem Vorjahresniveau (2010: EUR 79,24 Mio). Die niedrigere Ergebnisabführung basiert im Wesentlichen auf der Beendigung des Ergebnisabführungsvertrags mit der Gas Connect Austria GmbH (ehemals OMV Gas GmbH) und die damit verbundene um ein Jahr verschobene Dividendenzahlung.

Das Beteiligungsergebnis des Bereichs Raffinerien und Marketing (R&M) exklusive Petrom verringerte sich auf EUR -82,72 Mio (2010: EUR 35,60 Mio). Die Verringerung ist einerseits auf das angespannte europäische Raffineriemargenumfeld zurückzuführen, andererseits auf die in 2010 erfolgte Dividendenzahlung der in der Schweiz ansässigen OMV Supply & Trading AG und den Verkauf der Beteiligung OMV Italia srl.

Investitionen

Die Investitionen im Jahr 2011 sind im Wesentlichen geprägt von Kapitalzuführungen an die OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi (ehemals OMV Enerji Holding Anonim Şirketi), an die OMV Solutions GmbH auf Grund der Türkeiaktivitäten, sowie an die OMV E&P GmbH.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2011 betrug EUR 647,70 Mio (2010: EUR 569,19 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR -2.268,03 Mio (2010: EUR -891,01 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR 1.588,28 Mio (2010: 105,25 Mio).

Der Jahresüberschuss betrug EUR 531,60 Mio (2010: 602,58 Mio).

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2011 auf EUR 12.913,60 Mio (2010: 10.545,72 Mio).

Das Eigenkapital einschließlich unversteuerter Rücklagen wurde zum 31. Dezember 2011 mit EUR 7.390,00 Mio ermittelt (2010: EUR 6.408,00 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2011 betrug 57,23% (2010: 60,76%).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2011 lag bei rund 68,74% (2010: 62,54%).

Der ROE (Return on Equity, Jahresüberschuss/durchschnittliche Eigenmittel) wurde mit 7,71% (2010: 9,63%) ermittelt.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug im Jahr 2011 398 (2010: 128).

Informationen gemäß § 243a

Unternehmensgesetzbuch (UGB) Gemäß § 243a (UGB) sind die folgenden Informationen anzugeben:

  1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.

  2. Zwischen den Kernaktionären International Petroleum Investment Company (IPIC) und Österreichische Industrieholding Aktiengesellschaft (ÖIAG) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.

  3. ÖIAG hält 31,5% und IPIC hält 24,9% des Grundkapitals.

  4. Aktien mit besonderen Kontrollrechten gibt es nicht.

  5. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.

  6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 Aktiengesetz (AktG) und Satzungsänderungen (ausgenommen Unternehmensgegenstand) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.

  7. a) Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu EUR 77,9 Mio durch Ausgabe von bis zu 77.900.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital). In teilweiser Ausnutzung dieser Ermächtigung hat der Vorstand auf Grundlage seiner Beschlüsse vom 16. Mai 2011 und 6. Juni 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital von EUR 300.000.000 um EUR 27.272.727 auf EUR 327.272.727 durch Ausgabe von 27.272.727 neuen Aktien erhöht. Der Vorstand ist in Folge der Durchführung der zuvor beschriebenen Kapitalerhöhung nunmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu EUR 50,6 Mio durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen auch

unter Ausschluss des Bezugsrechts im Falle von Sacheinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen (genehmigtes Kapital).

b) Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Ziffer 1 AktG um bis zu EUR 50,6 Mio durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

c) Die Summe der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen aktuell oder potenziell auszugebenden Bezugsaktien und die Anzahl der aus dem genehmigten Kapital auszugebenden Aktien darf 50.627.273 Stück nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen nach lit. a und b), wobei das Wandlungsrecht der Inhaber von Wandelschuldverschreibungen jedenfalls gewahrt sein muss.

d) Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand ist auch ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

e) Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, bis einschließlich 16. Mai 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden. Die eigenen Aktien können insbesondere (a) zur Bedienung von Aktienoptionen oder von Long Term Incentive Plänen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, (b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, (c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und (d) zu jedem sonstigen, gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Hierbei kann auch die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre ausgeschlossen werden, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden kann.

  1. Zusätzlich zur Kapitalerhöhung wurde am 25. Mai 2011 die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 750 Mio erfolgreich abgeschlossen. Die Hybridanleihe wird bis zum 26. April 2018 mit einem festen Zinssatz von 6,75% verzinst. Anschließend wird die Hybridanleihe bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit einem step-up von 100 Basispunkten verzinst. Die Hybridanleihe hat keinen Endfälligkeitstag und kann seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die Gesellschaft hat insbesondere das Recht, das Hybridkapital zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Im Fall eines Kontrollwechsels hat OMV die Möglichkeit, die Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

  2. Bedeutende Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden, bestehen zum 31. Dezember 2011 nicht.

  3. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

  4. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollund des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Standards für interne Kontrollsysteme werden in internen Konzernrichtlinien festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Standards durch regelmäßige Prüfungen einzelner Konzerngesellschaften und berichtet dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats über die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagement-System. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Die identifizierten Teilprozesse werden basierend auf einem rollierenden Zeitplan hinsichtlich ihrer Effektivität geprüft, an Best-Practice ausgerichtet (z.B. Derivate, Forderungsmanagement, Bilanzierung von Anlagevermögen) und vom Abschlussprüfer geprüft. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Risikomanagement

Risikomanagement ist als eine unternehmensweite integrierte Funktion in der Corporate Finance Abteilung der OMV Aktiengesellschaft angesiedelt. Der unternehmensweite Risiko Identifikations- und Bewertungsprozess wird einerseits von dort koordiniert, andererseits werden Risiken im Gesamtportfolio als Nettoposition aggregiert. Auf dieser um Diversifikationseffekte reduzierten Basis werden dann verschiedene Maßnahmen zur Risiko-Steuerung im Rahmen der Risikoreduktion gesetzt, insbesondere betreffend direkter finanzieller Risiken wie Zinsen, Fremdwährungen, Liquidität und Pensionen. Die Analyse des strategischen Marktpreisrisikos erfolgt ebenso in Corporate Finance. Die OMV Aktiengesellschaft beobachtet darüber hinaus laufend das Beteiligungsrisiko (Werthaltigkeit) des Konzerns, sowie die Transaktionsrisiken von Großinvestitionen. Zins- und Liquiditätsrisiken werden über festgelegte Limite gesteuert.

Zur Steuerung können seitens des Konzern-Treasury Derivate (Swaps) eingesetzt werden. Konkret wurden zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns Teile der bestehenden USD- und EUR-Kredite von fixen auf variable Zinsen umgestellt.

Entscheidungen über Marktpreisabsicherungen werden vom Financial Risk Committee dem Vorstand vorgeschlagen sowie zentral gesteuert. Die OMV Aktiengesellschaft hat für 2011 Währungsderivate (EUR-USD) in einem Ausmaß von USD 1,621 Mrd zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3655 abgeschlossen. Diese Absicherungen führten zu einem positiven Cashflow von EUR 26 Mio (davon EUR -3,6 Mio in 2012). Für das Jahr 2012 wurde ein Cashflow in der Höhe von USD 748 Mio zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3616 gegen Währungsschwankungen abgesichert. Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Derivate bildeten eine Bewertungseinheit aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgte nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Die größten Fremdwährungsrisiken werden durch Schwankungen des USD gegenüber EUR, RON und TRY verursacht. Durch Verkäufe aus der Öl- und Gasproduktion entsteht im Konzern eine Netto-USD-Long-Position. Die Auswirkungen auf den Cashflow und/oder die Bilanz (Translationsrisiko) werden ebenso wie die Relation zum Ölpreis regelmäßig beobachtet.

Das Währungsrisiko von Beteiligungen (Translationsrisiko), also die Auswirkung auf Gewinn- und Verlustrechnung sowie Bilanz, wird zentral beobachtet. OMV ist durch maßgebliche Beteiligungen in Rumänien und der Türkei Währungsumrechnungsrisiken ausgesetzt. Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten des Konzerns wird durch Kontrahenten- und Bankenlimits begrenzt. Die Risiken betreffend Banken, Finanzinstitutionen, Sicherheitengeber und Hauptkontrahenten werden auf Konzernebene und auf Geschäftsbereichsebene basierend auf zentralen Limitvorgaben gesteuert.

Der weitgehend zentrale Finanzierungsansatz führt notwendigerweise dazu, dass die OMV Aktiengesellschaft das Ausfallsrisiko von Konzerngesellschaften übernimmt. Durch eine laufende Aktualisierung der unterjährigen Liquiditätsplanung wird die Entwicklung der Konzerngesellschaften kontinuierlich beobachtet und es können bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Die Werthaltigkeit der Beteiligungen wird regelmäßig durch Anwendung anerkannter Bewertungsmethoden überprüft. Im Bedarfsfall wurden entsprechende Wertberichtigungen erfasst.

Nachhaltigkeit & HSSE

(Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit, Umwelt)

Als europäisches Unternehmen im Öl- und Gassektor verfolgen wir ein klares Ziel: Die Energie für ein gemeinsames Morgen zu sichern. Dafür haben wir im Jahr 2011 das Konzept Resourcefulness formuliert. Es bündelt alle Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen. Die Gesamtverantwortung liegt beim Vorstandsvorsitzenden von OMV, der auch eine zentrale Nachhaltigkeitsabteilung eingerichtet hat.

Die Corporate HSSE-Abteilung leitet und koordiniert in Absprache mit den Geschäftsbereichen und Petrom die Formulierung der konzernweiten HSSE-Strategie und der jährlichen HSSE-Ziele in der Balanced Score Card. 2011 wurde die konzernweite Funktionalstrategie für HSSE auf Grundlage der neuen Unternehmensstrategie überarbeitet und aktualisiert.

Im Jahr 2011 gab es in der OMV Aktiengesellschaft keinen berichteten Unfall. Ein Beinaheunfall sowie 139 Gefährdungen und Beobachtungen wurden gemeldet. Am 4. November fand der erste globale OMV Sicherheitstag in der Wiener Konzernzentrale mit Liveübertragung in 41 andere OMV Standorte weltweit statt. Das Bewusstsein für Gesundheits-, Sicherheit- und Umweltfragen wurde durch Trainings und Informationsveranstaltungen weiter gestärkt. Die Schwerpunkte von Informationsveranstaltungen unter dem Titel "HSSE Hour" lagen bei den Themen Verkehrssicherheit, Zwischenfälle mit hohem Gefahrenpotential, Prozesssicherheit und Work-Life-Balance. Beim Sicherheitsmanagement in der Konzernzentrale in Wien lag der Fokus auf Ergonomie am Arbeitsplatz inklusive Training, und es wurden mehrere Evakuierungsübungen durchgeführt, an denen mehr als 1.800 Mitarbeiter teilnahmen. Eine eigene Notrufnummer wurde installiert.

Das arbeitsmedizinische Zentrum bietet neben der regelmäßigen ambulanten, ärztlichen Ordinationsbetreuung zahlreiche Trainingskurse. Mitarbeiterinnen für Physiotherapie und Ernährungsberatung stehen regelmäßig zur Verfügung. Medizinische Untersuchungen zu Gesundheitsrisiken wie Cholesterin, Blutzucker, Ernährung, Rauchen und Trinkgewohnheiten wurden angeboten. Die Präventionsprogramme 2011, an denen zahlreiche Mitarbeiter teilnahmen, wurden der Augen-, Haut- und Darmvorsorge gewidmet. Ein Selbstverteidigungskurs für Frauen und Männer wurde in Kooperation mit der Wiener Polizei im Herbst durchgeführt und wird im Frühjahr 2012 wieder angeboten werden.

2011 wurden die Hauptversammlung, die Aufsichtsratssitzungen und das Jahrestreffen der Rechtsexperten klimaneutral durchgeführt.

Wesentliche Ereignisse des Konzern nach dem Bilanzstichtag

Am 22. Februar 2012 haben ExxonMobil Exploration and Production Romania Limited (EMEPRL), eine Tochtergesellschaft der ExxonMobil Corporation und OMV Petrom SA, eine 51% Tochtergesellschaft der OMV Aktiengesellschaft, einen potentiell bedeutenden Gasfund vor der rumänischen Schwarzmeerküste bestätigt.

Bei der Domino-1 Bohrung handelt es sich um die erste Tiefwasser Explorationsbohrung vor der rumänischen Schwarzmeerküste. Die Bohrtiefe unter dem Meeresspiegel beträgt 3.000 m. Betriebsführer ist ExxonMobil. Domino-1 befindet sich im Neptun Block, ist ca. 170 km von der Küste entfernt und befindet sich in einer Wassertiefe von rund 930 m. Die Explorationsbohrung umfasst 70,7 m gesicherte Mächtigkeit des Gashorizonts. Daraus schließen erste vorläufige Schätzungen auf eine Anhäufung von 42 bis 84 Mrd m³. Die Bohrung hat Ende 2011 begonnen und befindet sich in der Finalisierung. ExxonMobil und OMV planen 2012 eine weitere Sammlung von seismischen 3D Daten. Alle weiteren Schritte werden durch die Auswertung der Domino-1 Ergebnisse und die neuen seismischen Daten bestimmt. Derzeit kann auf Grund des frühen Stadiums der Datenbewertung und des Explorationsprozesses noch keine Aussage betreffend der wirtschaftlichen Realisierbarkeit des Neptun Blocks getroffen werden. Vorausgesetzt die weiteren Arbeiten bestätigen die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit einer Tiefwasser Gasproduktion, könnten die weiteren Investitionen während der Explorations- und Entwicklungsphase mehrere Milliarden USD betragen. Erste mögliche Förderungen würden frühestens Ende dieses Jahrzehnts erwartet.

Ausblick 2012 für den OMV Konzern

Wir erwarten für 2012, dass die wichtigsten Marktparameter weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden und dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis über USD 100/bbl liegen wird. Wir gehen davon aus, dass die relevanten Wechselkurse ebenfalls volatil bleiben. Die Raffineriespannen sollten sich auf Grund einer gestiegenen Nachfrage nach Mitteldestillaten teilweise erholen. Die Petrochemie-Margen hingegen werden im Vergleich zu 2010 durch weltweit zusätzliche Produktionskapazitäten sinken. Die Marketingmengen und -spannen werden auf Grund des schwachen wirtschaftlichen Umfelds weiterhin unter Druck

stehen. Um den Cashflow des Konzerns in 2012 teilweise abzusichern, wurden in 2011 Rohöl-Swaps für eine Menge von 50.000 bbl/d (davon 30.000 bbl/d in Petrom) zu einem Preis von USD 101,5 bbl für 2012 abgeschlossen. Zusätzlich wurden EUR-USD Average Rate Forwards zu einem Kurs von USD 1,36 verwendet, um USD 750 Mio in 2012 abzusichern. Nach wie vor wird ein Hauptaugenmerkt darauf gelegt, das starke Investment Grade Credit Rating und ein stabiles Finanzprofil aufrechtzuerhalten. Es gehört zu den obersten Prioritäten von OMV, erstklassige HSSE-Standards, einschließlich der Reduktion der Unfallhäufigkeit (LTIR, Lost-Time Injury Rate), anzustreben.

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor

David C. Davies Vorstandsvorsitzender Stellvertreter Finanzen

Hans-Peter Floren Mitglied des Vorstands Gas und Power

Jacobus Gerardus Huijskes Mitglied des Vorstands Exploration und Produktion

Manfred Leitner Mitglied des Vorstands Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie

Bestätigungsvermerk

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen. Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß

Wien, am 20. März 2012 Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

§ 243a UGB sind zutreffend.

Mag. Helmut Maukner Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Schwartz Wirtschaftsprüfer

Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der bestätigten (ungekürzten deutschsprachigen) Fassung abweichenden Form (z.B. verkürzte Fassung oder Übersetzung) darf ohne unsere Genehmigung weder der Bestätigungsvermerk zitiert noch auf unsere Prüfung verwiesen werden. Bericht zum Jahresabschluss

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Prüfungsurteil

Aussagen zum Lagebericht

Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2011

Bilanz Aktiva EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010
Anlagevermögen
1
Immaterielle Vermögensgegenstände 1 2
Sachanlagen 1.319 1.090
Finanzanlagen 8.875.888 6.594.339
8.877.208 6.595.431
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.870.415 3.779.993
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 172 341
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 84.387 67.911
3.954.991 3.848.245
Eigene Anteile 13.153 13.199
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 23.390 55.437
3.991.534 3.916.881
Latente Steuern 32.760 28.027
Rechnungsabgrenzungsposten 12.103 5.378
Summe Aktiva 12.913.605 10.545.717
Passiva EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010
Eigenkapital
3
Grundkapital 327.273 300.000
Kapitalrücklagen
Gebundene 1.729.338 1.006.610
nicht gebundene 334 334
Gewinnrücklagen
freie Rücklage 4.928.237 4.678.192
Rücklage für eigene Anteile 13.153 13.199
Bilanzgewinn, davon Gewinnvortrag 110.432 (2010: 1.619) 392.035 409.229
7.390.370 6.407.564
4
Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 432 432
Rückstellungen
5
Rückstellungen für Abfertigungen 11.862 8.323
Rückstellungen für Pensionen 6.463 6.576
Steuerrückstellungen 33.753
Sonstige Rückstellungen 64.186 55.533
116.264 70.432
Verbindlichkeiten
6
Anleihen 3.000.000 1.750.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 754.582 917.269
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.890 4.692
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.299.015 1.101.921
Sonstige Verbindlichkeiten 340.807 288.829
5.403.294 4.062.711
Rechnungsabgrenzungsposten 3.245 4.578
Summe Passiva 12.913.605 10.545.717
Haftungsverhältnisse
7
2.446.302 3.349.438

Gewinn- und Verlustrechnung

EUR 1.000
Anhangangabe 2011 2010
1. Umsatzerlöse
8
185.689 64.259
2. Sonstige betriebliche Erträge
9
12.716 5.992
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
10
–77.416 –1.800
4a. Personalaufwand
11
–65.460 –37.083
4b. Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung
12
–11.336 –6.869
5. Abschreibungen –225 –162
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
13
–115.110 –50.310
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) –71.142 –25.973
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen 767.471 (2010: 618.910)
14
771.054 770.024
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen 45.981 (2010: 45.296) 48.435 47.705
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen 84.174 (2010: 74.244) 108.112 97.891
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens 83 260
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon aus Abschreibungen 0 (2010: 113.106)
davon aus verbundenen Unternehmen 82.733 (2010: 333)
14
–82.733 –113.439
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundene Unternehmen 83.227 (2010: 76.675) –297.137 –217.217
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 547.814 585.224
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 476.672 559.251
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
15
54.931 43.326
17. Jahresüberschuss 531.603 602.577
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 5.033
19. Auflösung von Gewinnrücklagen
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen –250.000 –200.000
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 110.432 1.619
22. Bilanzgewinn 392.035 409.229

Anhang

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 der OMV Aktiengesellschaft, Wien, ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der aktuellen Fassung erstellt worden. Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs).

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung wurden einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Die detaillierte Darstellung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Der Abschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000, TEUR). Auf Grund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie Nutzungsdauer
Gebäude 10–50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4–20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–25 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Betrag von bis EUR 400 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder bei Vorliegen niedrigerer Börsenstichtagskurse mit diesen bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Gemäß § 198 Absätze 9 und 10 UGB werden im Berichtsjahr latente Steuern aus temporären Differenzen gebildet. Die latenten Steuern werden unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlustes. Die erhaltenen Steuerumlagen von den Gruppenmitgliedern und die an die Gruppenmitglieder bezahlten Steuerumlagen werden beim Gruppenträger ergebnisneutral erfasst. Auf Basis eines Ergebnisabführungsvertrags übernimmt die OMV Aktiengesellschaft Gewinne und Verluste ihrer Tochtergesellschaften. Darüber hinaus bestehen mit vier Gesellschaften Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode.

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Berechnung von Pensions- und Abfertigungsrückstellungen werden versicherungstechnische Gewinne und Verluste, die innerhalb eines Korridors von 10% des höheren Werts aus den erwarteten Ansprüchen oder des Planvermögens, jeweils am Periodenbeginn, anfallen, nicht berücksichtigt. Der Überschuss an versicherungstechnischen Gewinnen und Verlusten, der den Korridor überschreitet, wird über die durchschnittlich verbleibende Dienstzeit der am Plan teilnehmenden Beschäftigten amortisiert. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.

Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.

Für nach kaufmännischer Beurteilung erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten wird durch die Bildung von entsprechenden Rückstellungen vorgesorgt.

Verbindlichkeiten werden mit den Nennwerten bzw. dem höheren Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag bewertet.

Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Derivate bildeten eine Bewertungseinheit aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgte nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Long Term Incentive (LTI) Pläne 2009 - 2011

Im Jahr 2009 wurden die Aktienoptionspläne durch einen LTI Plan für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte ersetzt. Teilnehmer müssen bis zum Ende der Behaltefrist Aktien halten. Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Auszahlung erfolgt in bar oder durch Aktien. 2010 und 2011 wurden weitere Pläne mit vergleichbaren Bedingungen gewährt. In 2011 wurde die Teilnahme an dem Plan auch ausgewählten Mitarbeiter mit besonderem Entwicklungspotenzial (Potentials) gewährt.

Für zukünftige erwartete Kosten der LTI Pläne besteht zum Bilanzstichtag eine Rückstellung, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten errechnet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte werden mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Erwartete Dividenden wurden ebenfalls entsprechend der Mittelfristplanung der Gesellschaft einbezogen. Für neu begebene Pläne wird der Aufwand über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren verteilt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2011 belief sich auf TEUR 23.976 (2010: TEUR 16.625), die Nettodotierung im Berichtsjahr auf TEUR 7.352 (2010: TEUR 12.878).

Bedingungen

Plan 2011 Plan 2010 Plan 2009
Planbeginn 1.1.2011 1.1.2010 1.1.2009
Ende Leistungszeitraum 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2011
Anspruchstag 31.3.2014 31.3.2013 31.3.2012
Ende der Behaltefrist 31.3.2016 31.3.2015 31.3.2014
Erforderliches Eigeninvestment
Vorstandsvorsitzender 100% vom 100% vom 100% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter 85% vom 85% vom 85% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Vorstandsmitglieder 70% vom 70% vom 70% vom
Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt Bruttogrundgehalt
Leitende Führungskräfte EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder EUR 15.000 oder
30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000 30.000 oder 60.000
oder 90.000 oder oder 90.000 oder oder 90.000 oder
120.000 in Aktien 120.000 in Aktien 120.000 in Aktien
Potentials EUR 15.000 in Aktien
Eigeninvestment
Mitglieder des Vorstands
Auli 20.096 Aktien 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Davies 25.614 Aktien 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Huijskes 12.136 Aktien 12.136 Aktien
Langanger 20.096 Aktien 20.096 Aktien
Leitner 1) 12.993 Aktien
Roiss 34.932 Aktien 28.469 Aktien 28.469 Aktien
Ruttenstorfer 38.278 Aktien 38.278 Aktien
Vorstände gesamt 105.771 Aktien 139.171 Aktien 127.035 Aktien
Andere Führungskräfte gesamt 299.449 Aktien 240.390 Aktien 202.412 Aktien
Potentials 9.460 Aktien
Eigeninvestment gesamt 414.680 Aktien 379.561 Aktien 329.447 Aktien
Erwartete Bonusaktien zum 31. Dezember 2011 425.401 Aktien 314.860 Aktien 454.554 Aktien
Maximale Bonusaktien zum 31. Dezember 2011 582.225 Aktien 450.945 Aktien 513.480 Aktien
Beizulegender Zeitwert des Plans (TEUR) 18.637 10.574 10.715

1) An den Plänen 2009 und 2010 nimmt Manfred Leitner als leitende Führungskraft mit 5.742 Aktien Teil.

Aktienoptionspläne 2004 – 2008

Auf Basis der Beschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen wurden seitens der Gesellschaft für den Vorstand und für einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte des Konzerns beginnend mit dem Jahr 2000 langfristige, erfolgsorientierte Entlohnungspläne aufgelegt. Danach werden dem angeführten Personenkreis unter der Voraussetzung eines Eigeninvestments Optionsrechte für den begünstigten Erwerb von OMV Aktien (bzw. Geldgegenwert) eingeräumt, sofern ein Anstieg im Aktienkurs von zumindest 15% erzielt wird (Planhürde Aktienkurs).

In den folgenden Darstellungen wurde der am 11. Juli 2005 vorgenommene Aktiensplit im Verhältnis 1:10 sowohl bei der Stückanzahl als auch bei den Werten berücksichtigt.

Zum Zeitpunkt der Gewährung stellten sich die Pläne wie folgt dar:

Wesentliche Bedingungen

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005 Plan 2004
Planbeginn 1.9.2008 1.9.2007 1.9.2006 1.9.2005 1.9.2004
Planende 31.8.2015 31.8.2014 31.8.2013 31.8.2012 31.8.2011
Sperrfrist 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausübungspreis Optionen EUR 47,550 EUR 47,850 EUR 45,190 EUR 34,700 EUR 16,368
Anzahl Optionen je Aktie Eigeninvestment 20 20 20 20 15
Voraussetzung für Planteilnahme
Eigeninvestment für Vorstände 1.136 Aktien 1) 1.230 Aktien 1) 1.242 Aktien 1) 2.390 Aktien 1) 3.980 Aktien 1)
Eigeninvestment andere Führungskräfte 379 Aktien 1) 410 Aktien 1) 414 Aktien 1) 800 Aktien 1) 1.330 Aktien 1)

Stückanzahl der eingeräumten Optionen

Mitglieder des Vorstands
Auli 2) 22.720 24.600 8.280 19.950
Davies 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Langanger 3) 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Leitner 4) 7.580 8.200 8.280 16.000 19.950
Roiss 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Ruttenstorfer 22.720 24.600 24.840 47.800 59.700
Vorstände gesamt 121.180 131.200 115.920 207.200 278.700
Andere Führungskräfte gesamt 420.700 432.560 351.940 516.000 464.400
Insgesamt eingeräumte Optionen 541.880 563.760 467.860 723.200 743.100
Planhürde: Aktienkurs in Höhe von EUR 54,680 EUR 55,030 EUR 51,970 EUR 39,910 EUR 18,823

1) Oder 25%, 50%, 75% davon.

2) Mitglied des Vorstands seit 1. Jänner 2007 bis 31. Dezember 2011.

3) Mitglied des Vorstands bis 30. September 2010.

4) Mitglied des Vorstands seit 1. April 2011.

Zum Bilanzstichtag war der 2004 Plan vollständig ausgeübt oder retourniert, der 2005 Plan teilweise ausgeübt und die Pläne 2006, 2007 und 2008 teilweise retourniert. Zum 31. Dezember 2010 waren die Pläne 2004 und 2005 teilweise ausgeübt und die Pläne 2006 und 2007 teilweise retourniert.

Für die Aktienoptionspläne gelten weiters folgende Voraussetzungen und Bedingungen:

    1. Voraussetzung für die Teilnahme an den Aktienoptionsplänen ist ein Eigeninvestment, welches die Planteilnehmer am Planbeginn und während des ganzen Zeitraums bis zur Einlösung halten müssen.
    1. Die Aktienanzahl für das Eigeninvestment ergibt sich für alle Pläne aus dem genehmigten maximalen Eigeninvestment im Verhältnis zum mittleren Kurswert der Aktie des Monats Mai des Jahrs der Ausgabe. Es ist auch eine Ausübung von 25%, 50% bzw. 75% des maximalen Volumens möglich.
    1. Bei einem Verkauf von Aktien aus dem Eigeninvestment geht das Optionsrecht verloren. Die Optionen sind nicht übertragbar und verfallen bei Nichtausübung.
    1. Der Ausübungspreis ergibt sich aus dem mittleren Kurswert für den Zeitraum 20. Mai bis 20. August.
    1. Innerhalb der Ausübungsfrist können die Optionen bei Erreichung der Planhürden für den Plan 2004 jeweils in den 20 Handelstagen nach Veröffentlichung der Quartalsberichte (Ausübungsfenster) ausgeübt werden. Für die Pläne 2005–2008 sind die Ausübungsfenster jene Perioden, in denen die Ausübung nach den folgenden Grundsätzen nicht verboten ist. Die Ausübung ist verboten:
  • wenn der Ausübende über Insiderinformationen verfügt;
  • während der Sperrfristen nach der Emittenten-Compliance-Verordnung (sechs Wochen vor geplanter Veröf fentlichung des Jahresberichts, drei Wochen vor Veröffentlichung des Quartalsberichts, jede vom Compliance- Verantwortlichen in Einzelfällen festgesetzte Sperrfrist);
  • wenn der Vorstand die Ausübung auf die Dauer eines jeweils konkret vom Vorstand festgelegten Zeitraums untersagt.
    1. Das Eigeninvestment muss bei Ausübung nachgewiesen werden. Die Optionen können durch Kauf von Aktien oder durch Auszahlung der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Ausübungspreis in Geldform oder in Form von Aktien ausgeübt werden, wenn der Kurswert der OMV Aktie zum Ausübungszeitpunkt um zumindest 15% über dem Ausübungspreis liegt.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionspläne in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt:

Aktienoptionspläne
2011 2010
Anzahl Optionen Gewichteter Anzahl Optionen Gewichteter
durchschnittlicher durchschnittlicher
Ausübungspreis Ausübungspreis
in EUR in EUR
Ausstehende Optionen per 1.1. 2.046.550 42,637 2.063.050 42,426
Ausgeübte Optionen –118.860 16,368 –16.500 16,368
Retournierte Optionen –41.950 32,430
Ausstehende Optionen per 31.12. 1.885.740 44,519 2.046.550 42,637
Per Jahresende ausübbar 1) 138.810 16,368

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte. Die Optionen für die Pläne 2005, 2006 und 2007 wären am 31. Dezember 2010 ausübbar gewesen, vorausgesetzt der Aktienkurs hätte die jeweilige Planhürde überschritten.

In 2011 wurden aus dem 2004 Plan insgesamt 118.860 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in 4.320 Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis betrug in 2011 EUR 27,459. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der am 31. Dezember 2011 ausübbaren Optionen EUR Null. (Am 31. Dezember 2011 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.)

In 2010 wurden aus dem Plan 2004 insgesamt 16.500 Optionen ausgeübt. Die Ausübung erfolgte in allen Fällen durch Aktienkauf. Der gewichtete durchschnittliche Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt betrug 2010 EUR 26,530. In Anbetracht der Planhürde betrug der innere Wert der zum 31. Dezember 2010 ausübbaren Optionen TEUR 2.045. (Am 31. Dezember 2011 lag der Aktienkurs unter den Planhürden der Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008.)

Die ausgeübten Optionen verteilten sich auf den Teilnehmerkreis wie folgt:

Ausgeübte Optionen

Anzahl
ausgeübter
Optionen
2011
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
Anzahl
ausgeübter
Optionen
2010
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
in EUR in EUR
Mitglieder des Vorstands
Auli 5.760 16,368
Davies
Langanger 16.500 16,368
Leitner
Roiss
Ruttenstorfer
Vorstände gesamt 5.760 16,368 16.500 16,368
Andere Führungskräfte gesamt 113.100 16,368
Insgesamt ausgeübte Optionen 118.860 16,368 16.500 16,368

Die Vergütungen aus der Ausübung der Optionen entsprechen dem Wert der im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen zum Zeitpunkt der Ausübung und stellen sich wie folgt dar:

Vergütungen EUR 1.000
2011 2010
Plan 2004 1.318 168
Summe 1.318 168

Von den Vergütungen entfallen TEUR 70 (2010: TEUR 168) auf Vorstandsmitglieder und TEUR 1.248 (2010: TEUR 0) auf andere Führungskräfte.

Per 31. Dezember 2011 stellen sich die in Umlauf befindlichen Optionen der einzelnen Pläne wie folgt dar:

Plan Ausübungs
preis in EUR
Anzahl
ausstehender
Optionen
Restlaufzeit
in Jahren
Per Jahresende
ausübbare
Optionen 1)
2005 34,700 375.400 0,7
2006 45,190 445.080 1,7
2007 47,850 530.960 2,7
2008 47,550 534.300 3,7
Summe 1.885.740

In Umlauf befindliche Optionen

1) Die Optionen für die Pläne 2005, 2006, 2007 und 2008 wären am Jahresende ausübbar gewesen, wenn der Aktienkurs die jeweilige Planhürde überschritten hätte.

Die Bewertung der Optionen erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Die erwartete durchschnittliche Volatilität wurde auf Grund der Volatilität der vergangenen fünf Jahre ermittelt. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Ausübung wurde bei der Festsetzung des risikofreien Zinssatzes berücksichtigt, der basierend auf Marktwerten zum Bilanzstichtag ermittelt wurde.

Der Marktwert per 31. Dezember 2011 bezieht sich auf die noch ausstehenden Optionen, während sich der Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auf die gesamten begebenen Optionen bezieht. Unter der Annahme, dass die Bedingungen während der Ausübungsfrist erfüllt werden, ergeben sich nachfolgende Marktwerte der Aktienoptionspläne:

Bewertung per 31.12.2011

Plan 2008 Plan 2007 Plan 2006 Plan 2005
Marktwert Aktienoptionsplan in EUR 1.000 735 518 268 166
Berechnungsparameter
Marktpreis der Aktie in EUR 23,44 23,44 23,44 23,44
Risikofreier Zinssatz 1,396% 1,254% 1,111% 1,111%
Laufzeit Optionen (inkl. Sperrfrist) 3,7 Jahre 2,7 Jahre 1,7 Jahre 0,7 Jahre
Durchschnittliche Dividendenrendite 5,8% 5,2% 4,5% 4,4%
Volatilität Aktienkurs 40% 40% 40% 40%

Ausgehend von den Tageswerten der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeübten Optionsrechte wird für künftige Ausübungen mittels einer Rückstellung vorgesorgt. Die Rückstellung per 31. Dezember 2011 belief sich auf TEUR 1.688 (2010: TEUR 9.615), die Nettoauflösung im Berichtsjahr auf TEUR 7.927 (2010: Nettoauflösung TEUR 636).

Erläuterungen zur Bilanz

Im Berichtsjahr wurde die Gliederung des Sachanlagevermögens nach den gesetzlichen Mindestanforderungen vorgenommen. Die Entwicklung des Anlagevermögens 2011 ist im Anlagespiegel dargestellt.

In der Bilanzposition Grundstücke und Bauten ist ein Grundwert von TEUR 790 (2010: TEUR 790) enthalten.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2011 2010
Im nächsten Jahr 273 73
In den nächsten fünf Jahren 708 170
Summe 981 243

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 9 (2010: TEUR 9). Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufenen Geschäftsjahr an folgende Gesellschaften Darlehen: An die OMV Australia PTY LTD in der Höhe von TUSD 61.150 und TAUD 26.900 und an die OMV Finance Services GmbH in der Höhe von TEUR 3.454 und TUSD 7.000. Die OMV Samsun Elektrik Uretim Sanayi (ehemals Borasco Elektrik Üretim Sanayi ve Ticaret A.S.) hat 2011 das Darlehen in der Höhe von TEUR 32.000 getilgt. Die OMV Pakistan Exploration GmbH hat einen offenen Kreditrahmen von TUSD 35.000 für die Entwicklung des South West Miano Block Gas Felds; zum Bilanzstichtag waren TUSD 7.186 ausgenutzt. Die Pearl Petroleum Company Limited hat einen offenen Kreditrahmen von TUSD 103.871, zum Bilanzstichtag waren TUSD 63.252 ausgenutzt.

2011 wurden an folgende Gesellschaften Großmutterzuschüsse gewährt: An die OMV (Tunesien) Production GmbH in der Höhe von TEUR 674.184, an die OMV Maurice Energy GmbH in der Höhe von TEUR 142.403, an die OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH in der Höhe von TUSD 11.646, an die OMV Finance Services GmbH in der Höhe von TEUR 105.900, und an die OMV Power International GmbH in der Höhe von TEUR 256.

Im Berichtsjahr wurden an die OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi (ehemals OMV Enerji Holding Anonim Şirketi) Zahlungen aus Kapitalerhöhungen in der Höhe von TTRY 3.195.321 (TEUR 1.360.569) geleistet. Insgesamt wurde 2011 eine Kapitalerhöhung über 2.931.000 TTRY (TEUR 1.199.656) beschlossen, wovon 345.250 TTRY (TEUR 141.311) noch nicht eingefordert wurden.

EUR 1.000
≤1 Jahr 2011
>1 Jahr
≤1 Jahr 2010
>1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.870.415 3.779.993
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [10.287] [—] [223] [—]
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 172 341
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [73] [—] [96] [—]
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 84.387 67.911
Gesamt 3.954.991 3.848.245

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Forderungen beinhalten einen revolvierenden Kredit an die Trans Austria Gasleitung GmbH in Höhe von TEUR 11.454 (2010: TEUR 9.342) sowie eine Forderung an das Finanzamt von TEUR 71.126 (2010: TEUR 56.959) an Körperschaftsteuervorauszahlungen.

1 Anlagevermögen 3 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2010: 300.000.000) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von TEUR 327.273 (2010: TEUR 300.000). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2011 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft um bis zu TEUR 77.900 durch Ausgabe von maximal 77.900.000 Stückaktien bis zum 13. Mai 2014 zu erhöhen (genehmigtes Kapital). In teilweiser Ausnutzung dieser Ermächtigung hat der Vorstand auf Grundlage seiner Beschlüsse vom 16. Mai 2011 und 6. Juni 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital von EUR 300.000.000 auf EUR 327.272.727 durch Ausgabe von 27.272.727 neuen Aktien erhöht. In Folge dieser Kapitalerhöhung ist der Vorstand nunmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 13. Mai 2014, allenfalls in mehreren Tranchen, um bis zu TEUR 50.627 durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen.

Das Grundkapital ist gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 Aktiengesetz um bis zu TEUR 50.627 durch Ausgabe von bis zu 50.627.273 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung darf nur insoweit durchgeführt werden, als Inhaber von auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses vom 13. Mai 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Wandlungsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2011 ermächtigte den Vorstand zum Kauf eigener Aktien im gesetzlich jeweils höchstzulässigen Ausmaß (derzeit 10% des Grundkapitals) während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung. Die eigenen Aktien können zur Bedienung von Aktienoptionen oder Long Term Incentive Plänen verwendet oder jederzeit über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot veräußert werden. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, eigene Aktien einzuziehen oder eigene Aktien zum Bedienen von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, zum Aktientausch zum Zweck der Beteiligung an anderen Unternehmen und zu jedem beliebigen, gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Kapitalrücklagen wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche auf Grund der Eigentümerstellung über das Grundkapital hinaus der OMV Aktiengesellschaft zugeflossen sind.

Für das Geschäftsjahr 2011 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,10 (2010: EUR 1,00) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu genehmigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 erfolgte im Mai 2011 in der vorgeschlagenen Höhe.

Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile

Stückaktien Anschaffungswert
in EUR 1.000
Stand 1.1.2010 1.219.695 13.392
Abgang –16.500 –181
Stand 31.12.2010 1.203.195 13.211
Abgang –4.320 –46
Stand 31.12.2011 1.198.875 13.165

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien Im Umlauf
befindliche Anteile
Stand 1.1.2010 300.000.000 1.219.695 298.780.305
Bedienung von Aktienoptionen –16.500 16.500
Stand 31.12.2010 300.000.000 1.203.195 298.796.805
Bedienung von Aktienoptionen –4.320 4.320
Kapitalerhöhung 27.272.727 27.272.727
Stand 31.12.2011 327.272.727 1.198.875 326.073.852

Die unversteuerten Rücklagen betreffen Bewertungsreserven von unbebautem und bebautem Grund in Höhe von TEUR 432 (2010: TEUR 432).

4 Unversteuerte Rücklagen

5 Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach den Vorschriften von IAS 19. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden in den Vorjahren an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig.

Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

EUR 1.000
Pensionen Abfertigung 2011
Jubiläums
Pensionen Abfertigung 2010
Jubiläums
geld geld
Barwert der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 34.093 28.707
Marktwert des Planvermögens –21.901 –18.003
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) –5.729 –4.128
Rückstellung der über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 6.463 6.576
Barwert der nicht über einen Fonds
finanzierten Verpflichtung 10.382 1.146 6.856 412
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn (+)/Verlust (–) 1.480 1.467
Rückstellung der nicht über einen
Fonds finanzierten Verpflichtung 11.862 1.146 8.323 412
Rückstellung zum 1.1. 6.576 8.323 412 7.240 7.180 452
Periodenaufwand 1.709 1.663 –8 1.773 1.359 25
Fondsdotierung –2.498 –2.437
Auszahlungen –2.997 –97 –143 –46
Konzernübertrag 676 4.873 839 –73 –19
Rückstellung zum 31.12. 6.463 11.862 1.146 6.576 8.323 412
Zinsaufwand 1.498 529 58 1.478 411 24
Laufender Dienstzeitaufwand 543 1.205 111 583 948 42
Erwartete Erträge aus dem
Planvermögen –950 –736
Realisierung
versicherungsmathematischer Verlust
(+)/Gewinn (–) 618 –71 –177 448 –41
Periodenaufwand 1.709 1.663 –8 1.773 1.359 25

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Pensions
pläne
2011
Abferti
gungen,
Jubiläen
Pensions
pläne
2010
Abferti
gungen,
Jubiläen
Kapitalmarktzinssatz 4,75% 4,75% 4,75% 4,75%
Gehaltstrend 3,85% 3,85% 3,85% 3,85%
Pensionstrend 1,80% 1,80%
Langfristige Planvermögensrendite 4,75% 5,00%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung.

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember:

2011 2010
VRG IV VRG VI VRG IV VRG VI
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 24,0% 18,8% 25,9% 4,6%
Schuldverschreibungen 43,8% 15,0% 40,6% 51,9%
Cash und Geldmarktveranlagungen 20,7% 66,2% 22,4% 43,5%
Sonstige 11,5% 11,1%
Summe 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Ziel der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allocation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten.

Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppe (VRG) IV ist in internationale Anleihen- und Aktienfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity), sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Im Zuge einer Risikodiversifizierung wurde bei der Auswahl der Asset Manager auf deren unterschiedliche Managementstile und Investmentansätze Bedacht genommen.

Für die Veranlagung des Vermögens der VRG VI wurde 2005 ein Wertsicherungskonzept implementiert. Bei diesem Investmentprozess wird risikoabhängig in globale Aktienmärkte, europäische Anleiheninstrumente und Geldmarktveranlagungen mit geringerem Risiko investiert, wobei die taktische Allokation sehr flexibel und modellgetrieben erfolgt und eine definierte Wertuntergrenze zu einem bestimmten Stichtag nicht unterschritten werden soll. Gleichzeitig soll aber auch die Chance auf eine Teilnahme an einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts teilweise gewahrt bleiben.

Auf Grund unterschiedlicher Laufzeiten und Kapitalmarktentwicklungen ergeben sich in den einzelnen VRGn positive und negative Abweichungen zu der Planvermögensrendite. Beide VRGn zeigten in 2010 positive Veranlagungsergebnisse, wobei das der VRG IV über der Planvermögensrendite lag. In 2011 lagen die Veranlagungsergebnisse beider VRGn unter der Planrendite. In Folge der durch die Staatsschuldenkrise negativen Finanzmarktentwicklung war das Veranlagungsergebnis der VRG IV in 2011 leicht negativ; das Veranlagungsergebnis der VRG VI dagegen war auf Grund des Wertsicherungskonzepts positiv.

Für 2012 sind leistungsorientierte Zahlungen an die APK-Pensionskasse AG im Ausmaß von TEUR 4.000 geplant.

Die sonstigen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

EUR 1.000
2011 2010
Personalrückstellungen 41.262 34.607
Übrige Rückstellungen 22.924 20.926
Gesamt 64.186 55.533

Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für begebene Aktienoptionen in Höhe von TEUR 25.664 (2010: TEUR 26.239), darin enthalten sind 2011 der bestehende Aktienoptionsplan mit TEUR 1.688, und der Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 23.976. In den übrigen Rückstellungen ist die mögliche Inanspruchnahme einer Rückversicherung in Höhe von TEUR 22.104 (2010: TEUR 19.234) ausgewiesen.

Auf Grund des erstmaligen Ausweises einer Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern auf Gruppenträger-Ebene, wurde im Geschäftsjahr eine Rückstellung in der Höhe von TEUR 33.753 ausgewiesen. Davon betreffen TEUR 19.266 die Nachversteuerung von ausländischen Verlusten des laufendes Geschäftsjahrs und TEUR 14.487 eine Umgliederung aus der Nachversteuerung ausländischer Verluste, die im Vorjahr bei den Gruppenmitgliedern ausgewiesen wurden.

EUR 1.000
2011 2010
≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Anleihen 3.000.000 1.750.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 264.582 490.000 363.269 554.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.890 4.692
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 438.095 860.920 250.469 851.452
[davon aus Lieferungen und Leistungen] [4.828] [—] [—] [—]
Sonstige Verbindlichkeiten 328.240 12.567 279.823 9.006
[davon aus Steuern] [214.949] [—] [182.540] [—]
[davon im Rahmen der sozialen Sicherheit] [697] [—] [209] [—]
Gesamt 1.039.807 4.363.487 898.253 3.164.458

6 Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind unter anderem Personallösungskosten in Höhe von TEUR 6.511 (2010: TEUR 2.786) und Zinsen für Anleihen in der Höhe von TEUR 106.362 (2010: TEUR 72.480) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in 2011, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden. Die wesentlichen Beträge umfassen Zinsen für Anleihen in der Höhe von TEUR 106.362 (2010: TEUR 72.480).

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beinhalten eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 1.750.000 (2010: TEUR 750.000).

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

EUR 1.000
2011 2010
Garantien 2.446.302 3.349.438
[davon für verbundene Unternehmen] [2.427.917] [3.329.909]

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus einer Reduzierung der für die OMV Supply & Trading GmbH gegebenen Garantie von TEUR 185.126 auf TEUR 30.914, aus einer Erhöhung der für die EconGas GmbH gegebenen Garantie von TEUR 70.750 auf TEUR 190.496 und aus einer Reduzierung der für die OMV New Zealand Limited gegebenen Garantie von TEUR 99.893 auf TEUR 63.701.

Für die OMV Finance Limited wurde eine gegebene Garantie um TEUR 850.000 reduziert, insgesamt bestehen Garantien über TEUR 1.500.000 (2010: TEUR 2.350.000).

Für die Emission der USD-Anleihe in OMV (U.K.) Limited in Höhe von TUSD 320.000 (TEUR 247.314) haftet die OMV Aktiengesellschaft für deren Rückzahlung.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.

Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.

Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüche, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

7 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Berichtsjahr fand eine Zentralisierung von ausgewählten Personal- und Controllingtätigkeiten von Tochtergesellschaften in die OMV Aktiengesellschaft statt. Seit 1. Jänner 2011 werden diese Leistungen von OMV Aktiengesellschaft wahrgenommen. Daher sind die Positionen teilweise nicht mit dem Vorjahr vergleichbar.

8 Umsatzerlöse

9 Sonstige

Erträge

EUR 1.000
2011 2010
Inland 118.245 56.350
Ausland 67.444 7.909
Gesamt 185.689 64.259

Da die OMV Aktiengesellschaft seit 1. Jänner 2011 zusätzlich operative Aufgaben wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen sowie Umsatzerlöse für die innerhalb von Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben. In den Umsatzerlösen im Ausland ist ein einmaliger Verkauf von Diesel und Kondensat enthalten.

EUR 1.000 2011 2010 Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 53 4.743 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 6.849 12 Übrige 5.814 1.237 Gesamt 12.716 5.992 betriebliche

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren zum Großteil aus Personal-Rückstellungen. Die Übrigen betrieblichen Erträge resultieren aus Kursdifferenzen sowie Weiterverrechnungen an Tochtergesellschaften.

10 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

EUR 1.000
2011 2010
Materialaufwand 64.556 122
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 12.860 1.678
Gesamt 77.416 1.800

Der Materialaufwand resultiert hauptsächlich aus einem einmaligen Einkauf von Diesel und Kondensat. Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen setzen sich hauptsächlich aus Fremdleistungen für laufende Tätigkeiten zusammen.

EUR 1.000
2011 2010
Gehälter 56.978 34.021
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 8.339 2.993
Sonstige Sozialaufwendungen 143 69
Gesamt 65.460 37.083

Der erhöhte Personalaufwand resultiert aus dem höheren Personalstand.

EUR 1.000
2011 2010
Aufwendungen für Abfertigungen 4.031 2.382
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 385 104
Beitragsorientierter Personalaufwand 2.325 1.198
Leistungsorientierter Personalaufwand 4.595 3.185
Gesamt 11.336 6.869

In der Position Leistungsorientierter Personalaufwand sind auch Vorsorgen für Personallösungen in der Höhe von TEUR 3.143 (2010: TEUR 1.901) enthalten.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

EUR 1.000
2011 2010
Abferti Pensionen Abferti Pensionen
gungen gungen
Vorstände 3.380 966 2.078 907
Leitende Angestellte 184 565 100 339
Andere Arbeitnehmer 852 5.390 308 3.137

12 Aufwendungen für Abfertigungen

11 Personalaufwand

und Altersversorgung

betriebliche
Aufwendungen 2011 2010
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen 8.591 346
Übrige 106.519 49.964
Gesamt 115.110 50.310
In der Position Steuern ist die Gesellschaftssteuer für die Kapitalerhöhung TEUR 7.500 (2010: TEUR 0) enthalten. Im
übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Versicherungsaufwand, Rechts- und Beratungskosten TEUR 27.546
(2010: TEUR 17.368), Werbeaufwand TEUR 11.224 (2010: TEUR 9.565), bezogene Serviceleistungen TEUR 21.812 (2010:
TEUR 10.667).
14 Erträge und
Aufwendungen
im Finanz
ergebnis
Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 771.054 (2010: TEUR 770.024) resultieren TEUR 643.535 (2010:
TEUR 608.910) aus Gewinngemeinschaften, aus verbundenen Unternehmen TEUR 123.936 (2010: TEUR 10.000) und
TEUR 3.583 (2010: TEUR 151.114) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. De
zember 2011 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Refining & Marketing GmbH,
OMV Exploration & Production GmbH, OMV Insurance Broker GmbH, OMV Gas & Power GmbH und OMV Future
Energy Fund GmbH.
In der Position Aufwendungen aus Finanzanlagen sind Aufwendungen aus Gewinngemeinschaften von TEUR
82.733 (2010: TEUR 333) und keine außerplanmäßige Abschreibung (2010: TEUR 113.100) enthalten.
15 Steuern vom EUR 1.000
Einkommen und 2011 2010
vom Ertrag Laufende Steuern –51.701 –24.893
Latente Steuern –3.230 –18.433

Die laufende Steuer setzt sich zusammen aus einem Ertrag aus Vorjahren in Höhe von TEUR 2.235 (2010: TEUR 89) sowie aus dem Körperschaftsteuerertrag des Gruppenträgers in Höhe von TEUR 49.466 (2010: TEUR 26.113) auf Grund der Gruppenbildung gem. § 9 KStG nach den verrechneten Steuerumlagen. Auf Grund der Dotierung einer Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten von ausländischen Gruppenmitgliedern, ist im laufenden Körperschaftsteuerertrag ein Körperschaftsteueraufwand von TEUR 19.266 enthalten. Die Verminderung des latenten Steuerertrages auf TEUR 3.230 (2010: TEUR 18.433) ist auf eine in 2010 vorgenommene Teilwertabschreibung zurückzuführen.

Ergänzende Angaben

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

16 Zinsmanagement und Derivate

Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Zum Bilanzstichtag sind Zinsen für USD 50 Mio geswapt. Durch den Zinswap werden feste Zinssätze in variable Zinssätze gedreht. Die Zinsdifferenz zwischen Swap und Kredit wird als Korrektur des Zinsaufwands verbucht.

EUR 1.000
2011 2010
Nominale Beizulegen Bilanzansatz Nominale Beizulegen Bilanzansatz
der Zeitwert der Zeitwert
Interest rate Swap (USD) 38.643 5.462 37.420 4.779
FX Swap EUR-HRK 11.941 17 12.190 –44 –44

Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen.

Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft sowie für Konzerngesellschaften ab. OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese an Konzerngesellschaften weitergegeben. Für diese Derivate werden Bewertungseinheiten gebildet, und werden deshalb nicht in der OMV Aktiengesellschaft bilanziert. Zum Bilanzstichtag haben diese externen Derivate in Summe einen positiven Marktwert von TEUR 6.756 bzw. negative Marktwerte von TEUR 35.152.

Die OMV Aktiengesellschaft hatte für 2011 Währungsabsicherungen über USD 1,621 Mrd zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3655 abgeschlossen, um den Cashflow von Konzernunternehmen abzusichern und die Auswirkungen von Schwankungen des EUR-USD-Wechselkurses zu reduzieren. Für das Jahr 2012 wurde ein Cashflow in der Höhe von 748 Mio USD zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,3616 gegen Währungsschwankungen abgesichert.

17 Organe, Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

2011 2010
Angestellte 398 128
Gesamt 398 128

Mit 1. Jänner 2011 hat OMV Aktiengesellschaft 240 Mitarbeiter von anderen Tochtergesellschaften übernommen.

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2011 Auli Davies Huijskes Leitner Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2011 600 735 500 375 779 200 3.188
Variable Bezüge 1) 900 900 213 1.050 1.200 4.263
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung) und Aufwandsersatz 8 10 8 6 8 2 43
Summe (exkl. Pensionskassen
beiträge, Urlaubsabfindungen und
Bezüge anlässlich der Beendigung
des Dienstverhältnisses) 1.508 1.645 721 381 1.837 1.402 7.493
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 70 70

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2010 mit Ausnahme von TEUR 175, welche eine Vorauszahlung für 2011 betreffen.

Vorstandsbezüge EUR 1.000
2010 Auli Davies Huijskes Langanger Roiss Ruttenstorfer Summe
Fixe Bezüge für 2010 600 665 375 461 700 800 3.601
Variable Bezüge 1) 755 826 525 826 965 1.104 5.000
Sachbezüge (PKW, Unfallver
sicherung) und Aufwandsersatz 8 9 22 6 8 8 61
Summe (exkl. Pensionskassen
beiträge, Urlaubsabfindungen und
Bezüge anlässlich der Beendigung
des Dienstverhältnisses) 1.363 1.500 922 1.293 1.673 1.912 8.663
Vorteile aus ausgeübten
Aktienoptionsplänen 168 168

1) Die variablen Bezüge betreffen Zahlungen für 2009 mit Ausnahme von TEUR 525, welche eine Vorauszahlung für 2010 betreffen.

Die gesamten Vorstandsbezüge inklusive Pensionskassenbeiträge, Urlaubsabfindungen und Bezüge anlässlich der Beendigung des Dienstverhältnisses betrugen in 2011 TEUR 13.886 (2010: TEUR 12.001).

Die Vorstandsmitglieder und die Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. In diesen beiden Fällen ist auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter versichert und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

Die Bezüge früherer Mitglieder des Vorstands sowie ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 1.894 (2010: TEUR 1.119).

Die Gesamtaufwendungen im Konzern (exklusive Aktienoptionspläne) für 49 Executives (ohne Vorstandsmitglieder; 2010: 38) betrugen TEUR 23.232 (2010: TEUR 15.665). Davon entfallen auf kurzfristige Leistungen wie Gehälter, abgegrenzte Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube und Prämien TEUR 18.244 (2010: TEUR 13.208) und TEUR 1.424 (2010: TEUR 1.268) auf Aufwendungen für die Altersvorsorge. Für Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen fiel ein Aufwand in Höhe von TEUR 2.958 (2010: TEUR 1.085) an; die sonstigen langfristigen Vergütungen beliefen sich auf TEUR 111 (2010: TEUR 104). Erläuterungen zum Aktienoptionsplan sind in den Ausführungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen enthalten.

An Aufsichtsratvergütungen wurden in 2011 TEUR 394 aufgewendet (2010: TEUR 392).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Weiters erbringt die OMV Aktiengesellschaft für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungssowie Konzernsteuerungsdienstleistungen.

Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2011 wurde mit TEUR 392.035 (2010: TEUR 409.229) ermittelt.

Für das Geschäftsjahr 2011 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 1,10 (2010: EUR 1,00) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu genehmigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 erfolgte im Mai 2011 in der vorgeschlagenen Höhe.

18 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Entwicklung der unversteuerten Rücklagen

EUR 1.000
Stand
1.1.2011
Zuführung/
Verbrauch
Über
tragung
Stand
31.12.2011
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 432 432
432 432

Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

in angegebener Währung 1.000
Anteil am Eigenkapital/negatives Jahresüber
Kapital in % Eigenkapital zum schuss/
31.12.2011 Jahresfehl
betrag 2011
Inland
OMV Gas & Power GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 181.809 16.360
OMV Exploration & Production GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 1.512.327 571.367
OMV Future Energy Fund GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 35 –12
OMV Insurance Broker GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 55 276
OMV Refining & Marketing GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 835.858 –-83.457
OMV Solutions GmbH, Wien 1) 100,00 EUR 566.769 55.504
students4excellence GmbH, Wien 2) 20,00 EUR 40 0
Ausland
Amical Insurance Limited, Douglas 100,00 EUR 33.328 7.531
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Sydney 1) 100,00 AUD –125.984 –92.629
OMV Petrol Ofisi Holding Anonim Şirketi, Istanbul (ehemals OMV
Enerji Holding Anonim Şirketi) 3) 4) 100,00 TRY 5.434.006 148.771
OMV FINANCE LIMITED, Douglas 100,00 EUR 61 –31
OMV Petrol Ofisi A. Ş., Istanbul 3) 41,58 TRY 1.457.178 –35.522
OMV PETROM SA, Bukarest 51,01 RON 18.891.889 3.685.605

1) Gruppenmitglied gem. § 9 KStG.

2) Vorläufige Werte aus 2011.

3) 55,40 % werden indirekt von OMV Enerji Holding Anonim Şirketi gehalten, insgesamt hält OMV 96,98%.

4) Einzelne Aktien werden von anderen Konzerngesellschaften gehalten (in Summe unter 0,01%).

Anlagenspiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Stand
1.1.2011
Zugänge
Immaterielle Vermögensgegenstände
Lizenzen 3
3
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 790
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 958 454
1.748 454
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 6.547.500 2.293.234
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 961.484 67.739
Beteiligungen 26.632
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 8.201
Sonstige Ausleihungen 96.829 390
7.640.646 2.361.363
7.642.397 2.361.817

EUR 1.000

Umbuchungen Abgänge Stand
31.12.2011
Abschrei
bungen
(kumuliert)
Bilanzwert
31.12.2011
Bilanzwert
31.12.2010
Abschrei
bungen
Außer
planmäßige
Abschreibung
2011
3 2 1 2 1
3 2 1 2 1
790 790 790
398 1.014 485 529 299 224
398 1.804 485 1.319 1.089 224
1.395 8.839.339 1.042.324 7.797.015 5.505.176
32.000 997.223 344 996.879 961.229 88
26.632 26.632 26.632
4 8.197 3.692 4.505 4.505
46.334 50.885 28 50.856 96.797
79.733 9.922.276 1.046.388 8.875.888 6.594.339 88
80.131 9.924.083 1.046.875 8.877.208 6.595.431 313

Aufsichtsrat

Peter Michaelis Vorsitzender bis 17. Mai 2011 erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Markus Beyrer Vorsitzender ab 17. Mai 2011 erstmals gewählt in der HV am 17. Mai 2011

Wolfgang Berndt Vorsitzender-Stellvertreter erstmals gewählt in der HV am 26. Mai 2010

Khadem Al Qubaisi Vorsitzender-Stellvertreter erstmals gewählt in der HV am 26. Mai 2010

Alyazia Ali Saleh Al Kuwaiti erstmals gewählt in der HV am 14. Mai 2008 Elif Bilgi-Zapparoli erstmals gewählt in der HV am 13. Mai 2009

Helmut Draxler erstmals gewählt in der HV am 16. Oktober 1990

Wolfram Littich erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Herbert Stepic erstmals gewählt in der HV am 18. Mai 2004

Herbert Werner erstmals gewählt in der HV am 4. Juni 1996

Norbert Zimmermann erstmals gewählt in der HV am 23. Mai 2001

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Vom Betriebsrat delegiert:

Leopold Abraham Wolfgang Baumann Franz Kaba Ferdinand Nemesch Markus Simonovsky bis 3. Mai 2011 Martin Rossmann ab 4. Mai 2011

Präsidial- und Nominierungsausschuss: Beyrer (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Abraham, Baumann

Prüfungsausschuss: Beyrer (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Draxler, Littich, Werner, Abraham, Baumann, Nemesch

Projektausschuss: Beyrer (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Littich, Zimmermann, Abraham, Kaba, Nemesch

Vergütungsausschuss: Beyrer (Vorsitzender), Berndt (Stellvertreter), Al Qubaisi (Stellvertreter), Zimmermann

Vorstand

Wien, am 20. März 2012

Der Vorstand

Gerhard Roiss Vorsitzender

Hans-Peter Floren Jacobus Gerardus Huijskes Manfred Leitner

David C. Davies Vorsitzender-Stellvertreter

Abkürzungen und Definitionen

Ausschüttungsgrad %-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie

bbl, bbl/d Barrel (Fass zu 159 Liter), bbl pro Tag

bcf, cf Milliarde Standard-Kubikfuß, Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)

Bitumen Ein nicht flüchtiges, klebriges und abdichtendes rohölstämmiges Produkt, Grundstoff für Asphalt

boe, boe/d Barrel Öläquivalent, boe pro Tag

E&P Exploration und Produktion

EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Betriebserfolg

EGT Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen

Eigenkapitalquote %-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital

EPSA Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag

EU, EUR, TEUR Europäische Union, Euro, Tausend Euro

F&D Finding and Development; Fund- und Entwicklungskosten; Explorationsaufwendungen dividiert durch Änderung der sicheren Reserven (Erweiterungen, Neufunde und Revisionen früherer Schätzungen)

G&P Gas und Power

H1, H2 erstes, zweites Halbjahr

HSSE Health, Safety, Security and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz

HV Hauptversammlung

IASs, IFRSs International Accounting Standards, International Financial Reporting Standards

Jahresüberschuss Nettogewinn nach Zinsen, außerordentlichem Ergebnis und Steuern

Kb&S Konzernbereich und Sonstiges

LNG Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas

LTIR Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall

m3 Normal-Kubikmeter (0 °C/32 °F) Mio Million

Monomere Begriff für Ethylen und Propylen

Mrd Milliarde

MW Megawatt

n.a., n.m. not available, not meaningful; Wert nicht verfügbar, Wert nicht aussagefähig

Nettoverschuldung Finanzverbindlichkeiten inklusive Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzüglich liquider Mittel

NGL Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt

NOC National Oil Corporation

NOPAT Net Operating Profit After Tax; EGT nach Steuern abzüglich Zinserträge zuzüglich Zinsaufwendungen auf Finanzverbindlichkeiten und Zinsen für Pensionsrückstellungen und außerordentliches Ergebnis +/– Steuereffekte aus Anpassungen

OPEX Produktionskosten; Material- und Personalkosten während der Produktion exklusive Förderzinsabgaben

öCGK Österreichischer Corporate Governance Kodex

Petajoule 1P. entspricht ca. 278 Mio Kilowattstunden

Polymere, Polyolefine Monomere in Kettenform, Begriff für Polyethylen und Polypropylen

ppm parts per million; Teile von einer Million

PRT, PRRT Petroleum Revenue Tax, Petroleum Resource Rent Tax; diese Steuer gibt es in Großbritannien sowie Australien

Q1, Q2, Q3, Q4 erstes, zweites, drittes, viertes Quartal

R&M Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie

Reservenersatzkosten Explorations-, Entwicklungs- und Instandhaltungsausgaben zuzüglich Akquisitionsausgaben

ROACE Return On Average Capital Employed; %- Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital (Eigenkapital inklusive Fremdanteile zuzüglich Nettoverschuldung und Pensionsrückstellungen, abzüglich Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellungen)

ROE Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss zu durchschnittlichem Eigenkapital

ROFA Return On Fixed Assets; %-Verhältnis EBIT zu durchschnittlichem immateriellen und Sachanlagevermögen

RON Neuer Rumänischer Leu

RRR Reserve Replacement Rate; Reserven-Ersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion dividiert durch Gesamtproduktion

t, toe Tonne, Tonne Öläquivalent

TRIR Total Recordable Injury Rate; Zwischenfallrate aller Unfälle mit Verletzungen

UGB Österreichisches Unternehmensgesetzbuch

Umsatzerlöse Umsatzerlöse exkl. Mineralölsteuer

USD, TUSD US Dollar, Tausend US Dollar

Verschuldungsgrad Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Weitere Abkürzungen und Definitionen finden Sie unter www.omv.com > Presse > Glossar.

Für Geschäfts- und Quartalsberichte kontaktieren Investor Relations Kontakt: Sie uns bitte oder nutzen Sie das OMV Bestellservice OMV Aktiengesellschaft unter www.omv.com Investor Relations

Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien, Österreich Tel.: +43 1 40440-21600 Fax: +43 1 40440-621600 E-Mail: [email protected] Internet: www.omv.com

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Erklärung gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 20. März 2012

Gerhard Roiss

Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender

Hans-Peter Floren

Mitglied des Vorstands, Gas und Power

Jacobus Gerardus Huijskes

Mitglied des Vorstands, Exploration und Produktion

David C. Davies

Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter, Finanzen

Manfred Leitner

Mitglied des Vorstands, Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie

OMV Aktiengesellschaft Trabrennstraße 6-8 1020 Wien, Österreich www.omv.com