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OMV AG — Annual Report (ESEF) 2023
Mar 22, 2024
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Teil 1: Konzerngeschäftsbericht
Konzernlagebericht
OMV im Überblick
Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas sowie chemische Produkte und Lösungskonzepte auf verantwortungsvolle Weise und entwickelt innovative Lösungen mit besonderem Fokus auf die Kreislaufwirtschaft. Der Konzernumsatz 2023 belief sich auf EUR 39 Mrd. Mit einer Marktkapitalisierung zum Jahresende von rund EUR 13 Mrd ist die OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Die Mehrheit der rund 20.600 Mitarbeiter:innen der OMV ist an den integrierten europäischen Standorten des Konzerns tätig.
Unser Purpose und unsere Werte
Der Purpose der OMV „Re‑inventing essentials for sustainable living“ ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie, mit der wir ein führendes Unternehmen für nachhaltige Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien werden wollen. Er soll uns auf dem Weg hin zu unserem Ziel leiten, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Um sicherzugehen, dass dieser Purpose auch wirklich gelebt wird, haben wir neue Werte und Verhaltensgrundsätze formuliert, die mit unserer neuen Ausrichtung in Einklang stehen. Unsere neuen OMV Konzernwerte „We care | We’re curious | We progress“ wurden 2023 eingeführt und werden uns auf unserem Weg in eine nachhaltigere Zukunft leiten.
Unsere Geschäftsbereiche
- Chemicals & Materials: Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbieter:innen von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen mit Gesamtverkaufsmengen von 5,7 Mio t im Jahr 2023 (2022: 5,7 Mio t). Zudem ist die OMV eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling. Gemeinsam mit Borealis1 und den zwei Joint Ventures Borouge (mit ADNOC in den VAE und Singapur) und Baystar™ (mit TotalEnergies in den USA) bietet das Unternehmen Kund:innen auf der ganzen Welt Produkte und Dienstleistungen an.
- Fuels & Feedstock: Im Geschäftsbereich Fuels & Feedstock betreibt die OMV drei Raffinerien in Europa: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland), die beide über eine integrierte Petrochemieproduktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien). Zusätzlich hält die OMV jeweils 15% an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading in den VAE. Die OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von rund 500 kbbl/d. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa beliefen sich 2023 auf 16,3 Mio t (2022: 15,5 Mio t) und das Retail-Netz umfasste Ende 2023 1.666 Tankstellen (2022: 1.803) in acht europäischen Ländern.
- Energy: Im Geschäftsbereich Energy ist die OMV in Explorations-, Erschließungs- und Förderungsprojekten von Rohöl und Erdgas in den drei Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Nordsee aktiv. Die OMV ist derzeit dabei, ihre E&P-Assets in der Region Asien-Pazifik zu veräußern.2 Die Aktivitäten umfassen auch das Low-Carbon-Geschäft und den gesamten Gasbereich. Die Tagesproduktion von Kohlenwasserstoffen belief sich 2023 auf 364 kboe/d (2022: 392 kboe/d), wobei sich Flüssigprodukte und Erdgas in etwa die Waage hielten. Im Bereich Gas Marketing & Power handelt und vermarktet die OMV Erdgas und Strom in mehreren europäischen Ländern, er umfasst auch das LNG-Geschäft. Zudem ist die OMV zu 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt und betreibt Erdgasspeicher mit einer Kapazität von rund 30 TWh in Österreich und Deutschland sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien.
Marktausblick
Im Jahr 2023 setzten die Zentralbanken ihre Bemühungen zur Bekämpfung der Preissteigerungen mit weiteren Zinserhöhungen fort, während der Konflikt in der Ukraine ins zweite Jahr ging und weiter andauerte. Weltweit waren die Preise für Energierohstoffe im Großen und Ganzen niedriger als 2022, wodurch insbesondere in Europa der Preisdruck auf die Verbraucher:innen nachließ. Nichtsdestotrotz blieben die gedämpften Wachstumsaussichten ein zentrales Thema für die Märkte. Dies galt auch für den Rohölmarkt, auf dem sich die Rückkehr zu einem weitreichenden Marktmanagement durch die Gruppe der OPEC+ erneut als starker Preistreiber erwies. Es ist davon auszugehen, dass diese Themen auch im Jahr 2024 auf der Tagesordnung bleiben werden und die Märkte weiterhin eine mögliche Eskalation des Nahostkonflikts im Blick haben müssen.
Die Notwendigkeit, gegen Preisanstiege in der gesamten Wirtschaft vorzugehen, stand in den Industrieländern auch 2023 im Fokus der Regierungen und Zentralbanken. Eine Welt mit höheren Zinsen hat für fast alle Aspekte der Wirtschaft einen spannenden Hintergrund geschaffen: Marktteilnehmer:innen und -analyst:innen versuchen, den Zeithorizont und das Ausmaß der Auswirkungen zu verstehen, da sich die Welt immer weiter von dem Niedrigzinsumfeld entfernt, das seit der Finanzkrise 2007–2009 Bestand hatte. Diese Debatte wird zweifelsfrei auch 2024 andauern. Die desinflationären Tendenzen in den Industriestaaten hatten jedoch Ende 2023 dazu geführt, dass die Aussicht auf Zinssenkungen in den Mittelpunkt des Interesses rückte – davon ausgehend, dass sich die Preissteigerungen weiterhin in Richtung der angestrebten Marke von 2% entwickeln würden. Bislang scheinen die höheren Zinsen von der Wirtschaft recht gut verkraftet worden zu sein.
Bestätigungsvermerk
Konzernabschluss und Konzernanhang
Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft
Lagebericht
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss und Anhang
Teil 3: Abkürzungen und Definitionen
Abkürzungen und Definitionen
Teil 4: Erklärung des Vorstands
Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018
Finanzielle Übersicht (Beispielhafte Darstellung, basierend auf Ihren bereitgestellten Daten)
| Kennzahl | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Issued Capital | ... | ... |
| Capital Reserve | ... | ... |
| Hybrid Capital | ... | ... |
| Revenue Reserves | ... | ... |
| Reserve of Exchange Differences On Translation | ... | ... |
| Reserve of Cash Flow Hedges | ... | ... |
| Share Of Other Compr Income Of Equity Accounted Investments | ... | ... |
| Treasury Shares | ... | ... |
| Equity Attributable To Owners Of Parent | ... | ... |
| Noncontrolling Interests | ... | ... |
Makroökonomische Entwicklungen und Energiepreise
Das Wachstum in den USA entwickelte sich divergierend zum Wachstum in Europa, wo einige große Volkswirtschaften Ende 2023 mit der Aussicht auf eine technische Rezession konfrontiert waren. Dennoch war der allgemeine Druck auf die Wirtschaftstätigkeit bislang nur moderat. Die Arbeitslosigkeit stieg in den meisten Ländern leicht an, gab indes keinen Anlass zu großer Sorge. Im Frühjahr kamen Befürchtungen auf, dass die indirekten Auswirkungen schneller Zinserhöhungen die Wirtschaft und die Märkte in nur schwer vorhersehbarer Weise beeinträchtigen könnten, insbesondere nach dem Kollaps mehrerer mittelgroßer regionaler Banken in den USA und später der Credit Suisse. Doch diese Befürchtungen legten sich rasch wieder.
Niedrigere Energiepreise schwächten den wirtschaftlichen Gegenwind ab, da die Marktpreise für Erdöl und Erdgas im Jahr 2023 im Durchschnitt deutlich niedriger waren als im Jahr davor. Beide Märkte passten sich weiter an die enormen Verschiebungen, die 2022 stattgefunden hatten, und an die damit einhergehenden, massiven Umlenkungen der Handelsströme an. Die europäischen Erdgasmärkte blieben volatil – eine logische Folge ihrer strukturellen Abhängigkeit von einer Reihe internationaler LNG-Quellen und der neuen, größeren Rolle der Erdgasspeicherung als Ausgleichsfaktor. Dennoch waren sowohl die Volatilität als auch die Preise niedriger als im Jahr 2022. Unterdessen lagen die Ölpreise im ersten Halbjahr 2023 tendenziell weiter unter ihrem Höchststand von Mitte 2022. In der zweiten Jahreshälfte 2023 trugen Angebotskürzungen der OPEC und anderer Produzenten, allen voran Russland, zu einer neuen Preisrally bei, die 2023 ihren Höhepunkt im dritten Quartal erreichte. Ölpreise wurden kurzzeitig durch die Rückkehr der sogenannten geopolitischen Risikoprämie nach dem Ausbruch des Konflikts zwischen Israel und der Hamas unterstützt, bevor sie gegen Ende des Jahres wieder nachgaben. Sowohl das aktive Management des Ölmarktes durch die OPEC+ als auch die strukturelle Vulnerabilität des europäischen Erdgasmarktes werden auch 2024 als prägende Faktoren Einfluss auf die Energielandschaft nehmen.
Im Raffineriebereich bot das Jahr 2023 ein für die Margen sehr günstiges Umfeld. Die Benchmark-Raffineriemargen in Europa erreichten zwar nicht wieder die extremen Höchststände von 2022, lagen aber deutlich über den Durchschnittswerten der Vorjahre. Der Markt war erneut durch eine anhaltende überdurchschnittliche Performance der Mitteldestillate gekennzeichnet. Dieses Phänomen zeigte sich auch in der zweiten Jahreshälfte, was zum Teil darauf zurückzuführen war, dass die Produzenten der OPEC+ erhebliche Mengen an saurem Rohöl vom Markt nahmen. Was den Ausblick für 2024 trübt, sind das wahrscheinliche Hinzukommen großer Raffineriekapazitäten und die Unsicherheit hinsichtlich der Höhe des Wachstums der Ölnachfrage. Ende 2023 schätzte die Internationale Energieagentur (IEA) das Gesamtwachstum der weltweiten Ölnachfrage für 2024 auf etwa 1 Mio b/d, was eine deutliche Verlangsamung gegenüber den beiden vorangegangenen Jahren bedeuten würde.
Energiewende und Dekarbonisierung
Mittel- und längerfristig werden der Pfad der Energiewende und die Dekarbonisierung der Wirtschaft weiter von Kontroversen und Unsicherheiten geprägt sein. Der Trend zum kumulativen Anstieg der Zusagen von Staaten, Regionen, Kommunen und Unternehmen zur Dekarbonisierung der Energiesysteme und der Wirtschaft setzte sich auch 2023 fort. Laut dem Carbon Tracker der University of Oxford gibt es mittlerweile für geschätzte 92% des globalen BIP eine Netto-Null-Zusage, was einen leichten Anstieg (um zwei Prozentpunkte) gegenüber dem Vorjahr bedeutet. In der Unternehmenswelt hat mittlerweile die Mehrheit der 2.000 größten Unternehmen nach Umsatz weltweit zumindest einen Vorschlag zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen vorgelegt. Mehr als ein Drittel hat ein Netto-Null-Ziel als Teil ihrer Unternehmensstrategie definiert.
Diese Veränderungen spiegeln sich auch in den Szenarien der wichtigsten Stimmen in der Energiebranche wider. Die IEA verweist in ihrem jüngsten World Energy Outlook auf eine weitere schrittweise Verschiebung der prognostizierten zukünftigen Nachfrage weg von Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien und Strom. Dies geht aus dem STEPS-Szenario der IEA hervor, das einen Überblick über das Energiesystem auf der Grundlage der aktuellen politischen Ausrichtung gibt. Die Lücke zu einem Pfad, auf dem die im Pariser Abkommen beschriebenen maximalen Temperaturanstiege erreicht werden, bleibt jedoch beträchtlich. Szenarien, die von Netto-Null-Emissionen für das globale Energiesystem bis 2050 ausgehen, erfordern anders als noch 2021 aufgrund des zwischenzeitlichen Nachfragewachstums einen noch schnelleren Einsatz CO2-armer Technologien und einen damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen.
Gesamtangebot an Primärenergie weltweit (in EJ)
Quelle: IEA World Energy Outlook 2023
Im Szenario „Stated Policies“ (STEPS) ist die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Gesamtenergienachfrage bis 2030 mit 0,7% etwa halb so hoch wie die Wachstumsrate der Energienachfrage in den letzten zehn Jahren. Die Nachfrage steigt bis 2050 weiter an.
Im Szenario „Announced Pledges“ (APS) stagniert die Gesamtenergienachfrage dank verbesserter Effizienz und der Effizienzvorteile von Technologien, die mit Strom betrieben werden – wie Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen –, gegenüber Alternativen auf Basis fossiler Brennstoffe.
Im Szenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ schreiten Elektrifizierung und Effizienzsteigerungen sogar noch schneller voran, was zu einem Rückgang der Primärenergie um 1,2% pro Jahr bis 2030 führt.
Globale Nachfrage nach petrochemischen Produkten¹ (in Mio t)
Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones; Herbst 2023
¹ Ethylen und Propylen
Die Ölnachfrage für die chemische Produktion wird aufgrund einer steigenden Nachfrage in Schwellenländern und der engen Verknüpfung mit der BIP-Entwicklung voraussichtlich zunehmen. Bis 2030 wird die Ölnachfrage für die chemische Produktion um etwa 3% pro Jahr steigen. Etwa 80% des Wachstums der Nachfrage nach chemischen Produkten und Kunststoffen werden sich bis 2030 und darüber hinaus auf Schwellenländer, vor allem in Asien, konzentrieren. Auf diese Region entfällt der größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums und damit des entsprechenden Potenzials zur Verbesserung des Lebensstandards. Die Nachfrage in gesättigten Märkten wie Europa, Nordamerika und Japan dürfte langfristig im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt gesund bleiben, die Wachstumsraten werden sich jedoch voraussichtlich verlangsamen.
Globale Nachfrage nach Polyolefin-Neuware (in Mio t)
Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones; Herbst 2023
Polyolefine sind das größte Marktsegment bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware wird bis 2030 – angekurbelt durch den asiatischen Markt – weiterhin stärker als das globale BIP wachsen. Polyolefine werden für verschiedene Branchen, darunter Verpackungen, Bauwesen, Transport, Gesundheitswesen, Pharmazeutika und Elektronik, auch künftig unverzichtbar sein.
Globale Nachfrage nach recycelten Polyolefinen (in Mio t)
Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones; Herbst 2023
Der wichtigste Erfolgsfaktor für mittel- bis langfristig nachhaltige Geschäftsmodelle ist das Wachstum bei erneuerbaren Rohstoffen und Biokunststoffen sowie die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach recycelten Polyolefinen bis 2030 mehr als dreimal so schnell wachsen wird wie das globale BIP, wobei Asien den größten Anteil ausmachen wird.
Szenario-Analyse
Die OMV verwendet zwei verschiedene Szenarien: den Base Case und den „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Case. Diese Szenarien unterscheiden sich durch die zugrunde gelegten Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen über Nachfrage, Preise und Margen von fossilen Produkten.
- Der Base Case basiert auf einem von der internen Market-Intelligence-Abteilung entwickelten Szenario, bei dem davon ausgegangen wird, dass alle von den Regierungen auf der ganzen Welt angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und fristgerecht implementiert werden. In diesem Szenario wird der Temperaturanstieg bis 2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf 1,7°C begrenzt. Die zugrunde gelegte Nachfrage und Preisentwicklung bei fossilen Rohstoffen entsprechen dem APS der IEA.3 Der Base Case wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen verwendet, die in die Bewertung verschiedener Posten des Konzernabschlusses einfließen, wie Werthaltigkeitstests für nicht finanzielle Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen.
- Der Case „Netto-Null-Emissionen bis 2050“, der auf einem schnelleren Dekarbonisierungspfad basiert als der Base Case, wird für die Berechnung der Sensitivitäten verwendet, um die Unsicherheit aus der Geschwindigkeit der Energiewende zu berücksichtigen und das finanzielle Risiko für die bestehenden Vermögenswerte der OMV aus der Energiewende besser abschätzen zu können. Die in diesem Case verwendeten Annahmen entsprechen dem von der IEA modellierten Szenario von Netto-Null-Emissionen bis 2050 (Net-Zero Emissions by 2050; NZE).3 Es zeigt einen Weg für den globalen Energiesektor auf, bis 2050 Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen, und ist mit der Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C vereinbar.
Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im Kapitel Risikomanagement und in der Anhangangabe 2 im Konzernabschluss.
Strategie
Die OMV will sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen.# Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen in Bezug auf alle drei Scopes von Treibhausgasemissionen zu werden. Auf dem Weg dorthin erwartet die OMV, einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd bis 2030 sowie einen ROACE von mindestens 12% zu erzielen und die Ausschüttungen an ihre Aktionär:innen zu erhöhen.
Der Purpose der OMV „Re‑inventing essentials for sustainable living“ ist unser konzernweites Leitbild.
4 Strategische Eckpfeiler
Die OMV will sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Ein integraler Bestandteil der Konzernstrategie ist das Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen für Scope 1, 2 und 3 zu werden. Angesichts des laufenden Wandels in der Energiewirtschaft und des globalen Ziels von Netto-Null-Emissionen baut die OMV auf ihre Stärken und ergreift die sich bietenden Gelegenheiten, um sich wettbewerbsfähig zu positionieren.
Strategische Prioritäten bis 2030
- Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen bis 2050; Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und der Scope-3-Emissionen um 20% bis 2030
- Entwicklung zu einer weltweit führenden Anbieterin von Polyolefin-Speziallösungen
- Aufbau einer globalen Führungsposition bei Lösungen für die Kreislaufwirtschaft
- Einnahme einer führenden europäischen Position bei der Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen
- Aufbau eines Low-Carbon-Geschäfts
- Umstellung auf Gas und Reduktion der Produktion fossiler Brennstoffe
- Steigerung des Shareholder Value der OMV: Wachstum mit starken Finanzergebnissen sowie Belohnung des Vertrauens der Aktionär:innen mit progressiven regulären Dividenden und Sonderdividenden
Die OMV hat sich dazu verpflichtet, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden (Scope 1, 2 und 3), und hat Zwischenziele für 2030 und 2040 sowie klar definierte Maßnahmen festgelegt, um die 2030er-Ziele zu erreichen. Bis 2030 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und die Scope-3-Emissionen um 20% reduziert werden. Der Konzern hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die CO2-Intensität der Energieversorgung bis 2030 um 20% zu senken. Zu diesem Zweck wird die OMV den Absatz CO2-freier Energie steigern, das Recycling von Polyolefinen und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen und Produkten erhöhen, Neutralisierungsmaßnahmen wie CCS implementieren und gleichzeitig den Verkauf fossiler Brennstoffe verringern. Dies wird es der OMV ermöglichen, bis 2025 einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd und bis 2030 von mindestens EUR 7 Mrd sowie mittel- bis langfristig einen ROACE von mindestens 12% zu erzielen und weiterhin attraktive Ausschüttungen an die Aktionär:innen zu leisten. Unterstützt wird dies durch sinnvolle Prioritäten bei der Kapitalallokation und eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%. Aufbauend auf ihren derzeitigen Stärken und ihrer Vision der Technologie- und Innovationsführerschaft ist die OMV gut aufgestellt, um in einer Welt mit niedrigen Treibhausgas-(THG-)Emissionen nachhaltig zu wachsen. Diese Strategie steigert den Shareholder Value der OMV, da der Transformationspfad ein Geschäftsmodell des nachhaltigen Wachstums ermöglicht und das Engagement des Konzerns zur Reduktion von THG-Emissionen, zur Erzielung solider Finanzergebnisse und zur Leistung attraktiver Ausschüttungen an die Aktionär:innen unterstreicht.
Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials wird der zentrale Wachstumsmotor des Konzerns sein. Die OMV will eine weltweit führende Anbieterin von differenzierten Polyolefinlösungen werden – mit einer deutlich stärkeren Position im Mittleren Osten, in Asien und in Nordamerika. Der Konzern wird sein bestehendes Polyolefingeschäft stärken und gleichzeitig ein starkes und diversifiziertes Portfolio von Chemikalien und Materialien aufbauen, indem er in angrenzende Geschäftsbereiche und neue Produktgruppen expandiert. Um dies zu verwirklichen, wird die OMV gezielt Investitionen tätigen und Initiativen starten, die ihre Erträge und ihre CO2-Bilanz verbessern. Darüber hinaus wird die OMV ihre geografische Reichweite ausbauen und den Blick verstärkt auf wachstumsstarke Märkte wie Asien und Nordamerika richten. Zu diesem Zweck wird die OMV marktnahe Investitionen tätigen und Partnerschaften auf der Grundlage differenzierter Technologien und Anwendungsportfolios schließen. Außerdem wird das Unternehmen seine Präsenz über Polyolefine hinaus diversifizieren, indem es in die Bereiche Spezialchemikalien und -materialien einsteigt, um eine führende Position aufzubauen.
Ein wichtiger Pfeiler der Konzernstrategie ist das Ziel, eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien einzunehmen. Der Konzern wird das Potenzial der entstehenden Märkte für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft nutzen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen zur Entwicklung innovativer Produkte und neuer Geschäftsmodelle einsetzt. Die Kreislaufwirtschaft ist entscheidend für ein langfristig nachhaltiges Chemiegeschäft. Daher ist eine Transformation zu einem wirtschaftlich tragfähigen kommerziellen Maßstab erforderlich. In diesem Zusammenhang hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, bis 2030 rund 2 Mio t nachhaltige Produkte im Bereich Chemicals & Materials zu liefern. 80% dieser Mengen sollen in Europa produziert werden, was etwa 40% der Polyolefin-Produktionskapazität der OMV in Europa entspricht.
Die OMV will außerdem eine führende innovative Produzentin von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen werden. Das Unternehmen wird daher die Schnittstelle zwischen Brennstoffen und Chemikalien optimieren und Anlagen neu konfigurieren um die Quote hochwertiger fossiler Ressourcen zu maximieren. Die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen Rohstoffen in allen drei Raffinerien wird auf etwa 1,5 Mio t gesteigert. Der Rohöldestillationsdurchsatz in Schwechat und Burghausen wird voraussichtlich um 2,6 Mio t sinken. Die OMV will die Produktausbeute im Chemiebereich in den westlichen Raffinerien bis 2030 auf rund 24% anheben, während die Produktion von Dieselprodukten bis 2030 erheblich reduziert werden soll. In der Raffinerie Petrobrazi will der Konzern neue Produktionsanlagen für fortschrittliche Biokraftstoffe und grünen Wasserstoff bauen. Darüber hinaus will die OMV die erste Wahl ihrer Kund:innen bei Energie, Mobilität und Convenience werden und konzentriert sich dabei auf den Verkauf nachhaltiger Flugkraftstoffe, den Aufbau eines Ladenetzes für Elektrofahrzeuge und den Ausbau des Non-Fuel-Retail-Geschäfts.
Im Geschäftsbereich Energy konzentriert sich die OMV auf Wertmaximierung und Cash-Generierung. Die OMV plant signifikante Investitionen in CO2-arme Lösungen, insbesondere in rund 10 TWh erneuerbare Energien (z.B. Geothermie) und in CCS-Kapazitäten von rund 5 Mio t pro Jahr bis 2030, um ihren Treibhausgasausstoß zu reduzieren. Die OMV will die fossile Produktion bis 2030 schrittweise auf rund 350 kboe/d senken, wobei der Anteil von Erdgas bei etwa 60% liegen soll. Der Geschäftsbereich Energy wird als Cash-Motor für den Konzern fungieren und die Transformation unterstützen.
Chemicals & Materials (C&M)
Strategische Prioritäten bis 2030
- Entwicklung zu einer weltweit führenden Anbieterin von Polyolefin-Speziallösungen
- Wachstum in attraktiven Märkten mit besonderem Fokus auf Nordamerika und Asien
- Steigerung der Produktionskapazität nachhaltiger Chemikalien auf bis zu 2 Mio t
- Aufbau einer führenden Position bei erneuerbaren und kreislaufbasierten Lösungen
- Diversifizierung des Portfolios durch Einstieg in verwandte Produkte und neue Produktgruppen
Die Nachfrage nach chemischen Produkten wird weiterhin stärker wachsen als das globale BIP, auch in einer Welt mit geringen THG-Emissionen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware mit einer CAGR (2023–2030) von 3,6% geringfügig stärker als das globale BIP wachsen wird. Der Großteil dieses Nachfragewachstums stammt aus den wachstumsstarken Märkten in Asien und ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Endverbrauchermärkte und ‑anwendungen verbunden, die eine natürliche Absicherung gegen die Volatilität einzelner Branchen darstellen. Für recycelte Polyolefine wird ein jährlicher Anstieg mit einer CAGR (2023–2030) von 12,5% prognostiziert, der deutlich über dem BIP liegt. Dies ist auf das starke Engagement in Endmärkten, insbesondere im Konsumgütersektor, zunehmende Regulierung und den Bedarf an Lösungen für Kunststoffabfälle am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen.
Polyolefine spielen eine entscheidende Rolle als ökoeffiziente Wegbereiter für eine nachhaltige Zukunft, indem sie beispielsweise leichtere Automobillösungen und Verpackungen ermöglichen, die Lebensmittelabfälle reduzieren und die Haltbarkeit verlängern. Die derzeitige lineare Wertschöpfungskette bei Polyolefinen steht vor großen Herausforderungen: schlecht oder gar nicht bewirtschaftete Abfälle, Umweltverschmutzung, unnötige Emissionen und die zunehmende Verbreitung von Mikroplastik. Die Umstellung der Wertschöpfungskette von einem linearen auf ein kreislauforientiertes Modell wird in Zukunft eine der Prioritäten für ein nachhaltiges Chemikaliengeschäft sein. Dies bedarf jedoch eines tiefgreifenden Wandels, um eine Skalierung bei attraktiver Rentabilität zu ermöglichen. Derzeit ist der Zugang zu Rohstoffen, die direkt aus dem Recycling stammen, begrenzt.# OMV AG – 10-K Filing
Business
Chemicals & Materials (C&M)
Aus diesem Grund ist die Beschaffung von vor- und nachgelagerten Rohstoffen, vor allem durch Partnerschaften, von entscheidender Bedeutung, um einen ausreichenden Zugang zu Kunststoffabfällen zu gewährleisten. Partnerschaften mit Markeninhaber:innen sowie dem Einzelhandel sorgen für attraktive langfristige Abnahmeverträge mit Aufschlägen für grüne Produkte. Darüber hinaus muss das künftige Betriebsmodell so angelegt sein, dass eine rasche Reaktion auf sich ändernde regulatorische Anforderungen und Kundenbedürfnisse möglich ist. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem hoch entwickelten europäischen Umfeld wie auch der Fähigkeit, erfolgreiche Konzepte kurzfristig weltweit einzuführen. Ziel der OMV ist es, ihr Polyolefingeschäft weiterzuentwickeln, indem sie auf bestehenden Stärken und Fähigkeiten aufbaut und Wettbewerbsvorteile voll ausschöpft, um in angrenzende Märkte zu wachsen. Dafür gilt es, gezielte Investitionen zu tätigen und Initiativen zu starten, die die Rendite verbessern und den ökologischen Fußabdruck des Konzerns verringern.
Der Geschäftsbereich C&M verfügt über eine starke Pipeline an organischen Wachstumsprojekten in Europa, dem Mittleren Osten und Nordamerika. Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen gehören:
- Ausbau des auf Naphtha basierten Steamcrackers in Burghausen (2022)
- Ausbau der Propylen-Produktionskapazitäten in Belgien; Errichtung einer Propan-Dehydrierungsanlage mit einer Produktionskapazität von 750.000 t in Kallo, die 2025 in Betrieb gehen soll
- Ausweitung der Präsenz in Nordamerika durch das Joint Venture Baystar; Bau eines auf Ethan basierten Steamcrackers mit einer Kapazität von 1 Mio t und Erweiterung der Kapazität der Polyethylenanlage auf >1 Mio t pro Jahr. Der Steamcracker wurde 2022 in Betrieb genommen, die Polyolefinanlage Bay 3 Ende 2023.
- Erweiterung des Joint Ventures Borouge durch das Megaprojekt Borouge 4; Bau eines Ethancrackers mit einer Kapazität von 1,5 Mio t und von Polyolefinanlagen mit einer Kapazität von 1,4 Mio t. Die Inbetriebnahme des Steamcrackers und der Polyolefinanlagen wird für Ende 2025 erwartet.
Der Geschäftsbereich C&M will sein Polyolefin- und Spezialproduktportfolio stärken und sich dabei attraktive Margen sichern. Der Geschäftsbereich strebt ein Wachstum in Asien an und will die Präsenz in Nordamerika durch organische und anorganische Investitionen stärken. Darüber hinaus will C&M sein Portfolio weiter ausbauen, indem es angrenzende Wertschöpfungsbereiche erschließt und eine breiter diversifizierte Führungsposition in der Chemieindustrie entwickelt, hauptsächlich durch M&A-Aktivitäten. Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen durch organische oder anorganische Investitionen gehören der Ausbau der Polypropylen-Position in Nordamerika, Wachstum bei differenzierten Spezialprodukten und Wachstum in Asien bei Spezialpolyolefinen und Kreislauflösungen. Neben der allgemeinen Marktattraktivität, der strategischen Eignung und der Wertschöpfung sind Nachhaltigkeit und geografische Reichweite die wichtigsten Investitionskriterien für potenzielle Diversifikationsmöglichkeiten. Um die Technologieführerschaft aufrechtzuerhalten, ist eine kontinuierliche Konzentration auf Innovation unerlässlich.
Im Juli 2023 beschloss die OMV, Verhandlungen mit ADNOC über eine mögliche Zusammenlegung von Borealis und Borouge aufzunehmen. Durch die Transaktion würde ein globales Polyolefin-Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten und hohem Wachstumspotenzial entstehen. Dies würde auch die Umsetzung der OMV Strategie beschleunigen. Die ergebnisoffenen Verhandlungen laufen noch und zielen auf eine gleichberechtigte Partnerschaft unter einer gemeinsam kontrollierten, börsennotierten Plattform ab.
Der Konzern strebt eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien an. Zu diesem Zweck plant der Konzern, das aufkommende Marktpotenzial für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft zu erschließen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen nutzt, um neue Produkte und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ziel ist es, bis 2030 jährlich etwa 2 Mio t nachhaltige Produkte zu liefern, wobei der Schwerpunkt auf Europa liegt: 40% der Polyolefin-Produktionskapazität der OMV in Europa sollen künftig nachhaltig sein. Dies soll durch die Beschleunigung laufender (fortschrittlicher) Initiativen zum mechanischen und chemischen Recycling in Europa sowie durch den Einsatz nachhaltiger Rohstoffe erreicht werden. Die nachhaltigen Produkte werden das Ergebnis der zunehmenden Verwendung von Biomonomeren für Polyolefine und des breiteren Chemikalienportfolios sein und die enge Integration mit dem OMV Geschäftsbereich Fuels & Feedstock nutzen. Aufbauend auf seiner europäischen Führungsposition im Bereich der Nachhaltigkeit wird C&M seine globale Präsenz nutzen, um Lösungen für die Kreislaufwirtschaft durch bestehende Joint Ventures, neue Wachstumsplattformen und zusätzliche Partnerschaften in Asien und Nordamerika weltweit zu verbreiten.
Der Geschäftsbereich C&M der OMV wird der wesentliche Wachstumsmotor des Konzerns sein. Mit einem Portfolio unterschiedlicher Wachstumsinitiativen wird er Nachhaltigkeit, Risiko und Rendite in Einklang bringen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktdynamiken stärken. Die C&M-Strategie bietet erhebliches Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial. Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich C&M werden im Zeitraum 2022–2030 durchschnittlich EUR 0,9 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,3 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind.
Fuels & Feedstock (F&F)
Strategische Prioritäten
- Steigerung der Produktausbeute im Chemiebereich auf 24% in den Raffinerien im Westen
- Steigerung der Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und von nachhaltigen chemischen Rohstoffen auf etwa 1,5 Mio t bei gleichzeitiger Reduktion des Rohöldestillationsdurchsatzes um 2,6 Mio t
- Vermarktung von mindestens 700.000 t nachhaltigen Flugkraftstoffen
- Investition in ein Ladenetz für Elektrofahrzeuge und deutliche Steigerung des Margenbeitrags aus dem Non-Fuel-Geschäft
- Signifikante Reduktion der absoluten Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen
In Zukunft wird F&F sein Produktportfolio umgestalten und dabei verstärkt auf erneuerbare Kraftstoffe für den Mobilitätssektor und nachhaltige chemische Rohstoffe setzen. Das Unternehmen konzentriert sich auf sichere, innovative sowie ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Tätigkeiten. F&F wird die Umstellung auf einen CO2-armen Betrieb und Vertrieb bei gleichzeitig hoher Rentabilität ermöglichen.
Das Marktpotenzial europäischer Raffinerien für fossile Kraftstoffe wird bis 2030 voraussichtlich zurückgehen, da Prognosen zufolge sowohl die Mengen als auch die Raffineriemargen aufgrund des Tempos der Energiewende in Europa unter Druck geraten werden. Im gleichen Zeithorizont wird es ein starkes Wachstum bei erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor sowie bei nachhaltigen chemischen Rohstoffen geben. Um die Chancen der laufenden Energiewende zu nutzen, arbeitet der Geschäftsbereich F&F an der Entwicklung eines Produktionsportfolios für erneuerbare Kraftstoffe und nachhaltige chemische Rohstoffe, wie etwa dem Co-Processing von biogenen Rohstoffen in Schwechat, das bis 2030 die Marke von insgesamt rund 1,5 Mio t erreichen soll. In diesem Zusammenhang wird die Beschaffung von Biorohstoffen ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Für 80% des Rohstoffbedarfs der OMV bis 2030 liegen bereits konkrete Beschaffungspläne vor. Im gleichen Zeitraum wird F&F wird den Rohöldestillationsdurchsatz in den Raffinerien Schwechat und Burghausen von 12,9 Mio t im Jahr 2019 auf rund 10,3 Mio t im Jahr 2030 senken, um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden. Durch diese Anpassung wird die Produktion von Heizöl- und Dieselprodukten bis 2030 erheblich reduziert, während in den westlichen Raffinerien die Produktausbeute im Chemiebereich bis 2030 auf rund 24% steigt.
In der Raffinerie Petrobrazi will der Konzern neue Produktionsanlagen für fortschrittliche Biokraftstoffe und grünen Wasserstoff bauen. Die OMV wird die Schnittstelle zwischen Öl und Chemikalien mit Schwerpunkt auf den integrierten Standorten Schwechat und Burghausen optimieren und Anlagen und Standorte neu konfigurieren, um die Quote hochwertiger fossiler Ressourcen zu maximieren und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen für die Produktion von Chemikalien zu steigern.
Die OMV wird ihre drei europäischen Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien weiterhin als integriertes System betreiben, um die Anlagenauslastung zu optimieren und die Margen zu maximieren. Darüber hinaus führt das Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Betriebseffizienz in den bestehenden Raffinerieanlagen durch, um eine führende Kostenposition in Europa aufrechtzuerhalten. Ziel der internationalen, nicht von der OMV betriebenen Raffineriestandorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (ADNOC Refining) und Pakistan (PARCO) ist es, ihre wirtschaftliche Leistung zu verbessern. Der Schwerpunkt wird kurz- bis mittelfristig auf der weiteren Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) und der Leistungskultur an den einzelnen Standorten liegen. Mittel- bis langfristig wird die OMV kommerzielle Optionen für die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und nachhaltigen chemischen Rohstoffen evaluieren.
Die Aktivitäten von F&F in Europa sichern den Kunden- und Marktzugang der OMV. Im Einklang mit den sich ändernden Nachfragemustern und den regulatorischen Verpflichtungen wird die OMV ihr Produktportfolio bis 2030 schrittweise auf nachhaltigere Kraftstoffe und Dienstleistungen umstellen und damit die Resilienz ihres Produktmixes erhöhen.# Die OMV wird ein wachsendes Geschäft für nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels; SAFs) in Europa aufbauen, indem sie neue Marktpositionen in der Nähe der geplanten Produktionsstandorte etabliert. F&F will bis 2030 mindestens 700.000 t SAFs vermarkten. Die OMV beabsichtigt, die SAF-Verkaufsmengen deutlich über den geplanten regulatorischen Rahmen hinaus zu steigern, und wird sich auf den wachsenden freiwilligen Kohlenstoffmarkt konzentrieren. Gleichzeitig wird F&F seine Position bei Bitumen und Schiffskraftstoff aufrechterhalten, um die Auslastung der Raffinerien zu sichern, und diese Produkte weiterentwickeln, um die THG-Emissionen zu senken.
Im Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience plant die OMV den weiteren Ausbau des bestehenden Marktpotenzials durch ein deutliches Wachstum des Non-Fuel-Geschäfts. Neue Gastronomie- und Servicekonzepte sowie Kooperationen im Bereich der Lebensmittellogistik werden das Volumen und die Marge des Non-Fuel-Geschäfts bis 2030 voraussichtlich deutlich erhöhen. Parallel dazu wird das Unternehmen seinen Anteil an Premiumkraftstoffen bis 2030 weiter steigern, um sich von der Konkurrenz abzuheben und höhere Margen zu erzielen. Das OMV Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience wird in den Bereich E‑Mobilität expandieren und eine führende Position bei Ladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahnstationen und Transittankstellen sowie an Convenience-Hubs einnehmen. Mit einer Gesamtinvestition in diesem Segment von mehr als EUR 400 Mio bis zum Jahr 2030 wird die OMV die Profitabilität ihres Retail-Geschäfts steigern und den Wert ihrer Assets monetarisieren.
Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich F&F werden von 2022 bis 2030 durchschnittlich EUR 1 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,5 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind. Mit dieser neuen Strategie wird die OMV ihr Ziel, die THG-Emissionen zu senken, schneller erreichen, indem sie fossile Brennstoffe reduziert, die Produktion und Vermarktung erneuerbarer Kraftstoffe und nachhaltiger chemischer Rohstoffe intensiviert und Energieeffizienzmaßnahmen umsetzt.
Energy
Strategische Prioritäten bis 2030
- Portfoliomanagement als robuster Cash-Generator zur Unterstützung der Transformation des Konzerns
- Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen mit rund 10 TWh erneuerbaren Energien (z.B. Geothermie) und einer CCS-Menge von etwa 5 Mio t CO2 pro Jahr, um die absoluten und relativen THG-Emissionen erheblich zu reduzieren
- Voraussichtliche Produktion von rund 350 kboe/d bis 2030, ohne Berücksichtigung möglicher Veräußerungen
Im Zuge der Evaluierung des Portfolios leitete die OMV den Verkaufsprozess für ihre E&P-Assets in der Region Asien-Pazifik ein (Malaysia und Neuseeland). Vor dem Hintergrund der laufenden Energiewende und zur Unterstützung der Transformation des OMV Konzerns wird der Geschäftsbereich Energy als solider Cash-Generator geführt werden und sich auf die weitere Aufwertung seines wettbewerbsfähigen Asset-Portfolios konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf den drei Kernregionen liegt: Mittel- und Osteuropa, Nordsee sowie Mittlerer Osten und Afrika. Die Umstellung des Kohlenwasserstoffportfolios auf Gas wird fortgesetzt, wobei zur Steigerung der Effizienz weitere Positionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, veräußert werden, während das Geschäft mit CO2-armen Produkten so weit ausgebaut wird, dass es bis zum Ende des Jahrzehnts einen wesentlichen Beitrag leistet.
Die OMV ist dabei, ihre E&P-Assets in der Region Asien-Pazifik – eine 50%-Beteiligung an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und 100% der Anteile an der OMV New Zealand Limited – zu veräußern. Am 31. Jänner 2024 unterzeichnete die OMV eine Vereinbarung über die Veräußerung ihrer 50%-Beteiligung an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies. Das Closing der Transaktion wird gegen Ende ersten Halbjahres 2024 erwartet.
Die Steigerung der Wertschöpfung und des Cashflows sind die wichtigsten Ziele und Kriterien für das Management und die Entwicklung des Portfolios von Öl- und Gas-Assets, wobei der Fokus auf Gas liegt. Die mittelfristige Realisierung von Schlüsselprojekten des Portfolios, wie die Entwicklung von Neptun in Rumänien und die Verlängerung der Plateauförderung von Umm Lulu SARB Phase 2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wird bis 2025 und darüber hinaus eine starke Cash-Generierung unterstützen. Ohne Berücksichtigung möglicher Veräußerungen erwartet die OMV bis 2025 ein Produktionsniveau von rund 370 kboe/d und bis 2030 von rund 350 kboe/d, wobei der Anteil von Erdgas bei etwa 60% liegen soll.
Um die oben genannten Produktionsniveaus aufrechtzuerhalten, das CO2-arme Geschäft voranzutreiben und einen starken Cashflow zu erzielen, rechnet der Geschäftsbereich Energy für den Zeitraum 2022–2030 mit durchschnittlichen jährlichen Investitionen von insgesamt rund EUR 1,6 Mrd, wovon EUR 0,6 Mrd für CO2-arme Aktivitäten vorgesehen sind. Die Explorations- und Evaluierungsaktivitäten der OMV werden weiter gestrafft, und das durchschnittliche jährliche Gesamtbudget wird innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich rund EUR 0,2 Mrd betragen. Gegen Ende des Jahrzehnts werden die Investitions- sowie die Explorations- und Evaluierungsausgaben im Öl- und Gassektor sinken, wodurch mehr Kapital für den Ausbau des CO2-armen Geschäfts und die generelle Transformation der OMV zur Verfügung stehen wird.
Mit einem starken Fokus auf eine weitere Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) – unterstützt durch Digitalisierung und agile Arbeitsweisen – und mit der Optimierung des Portfolios will der Geschäftsbereich Energy die Wettbewerbsfähigkeit seines Portfolios ebenso stärken wie dessen Resilienz.
Zur Versorgung ihrer Gaskund:innen wird die OMV weiterhin ihre eigene Erdgasproduktion in Norwegen, Österreich und Rumänien durch Drittbezugsquellen ergänzen. Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Beitrag von Eigengas zum Gasverkaufsportfolio in Nordwesteuropa aufgrund des natürlichen Förderrückgangs bei den bestehenden Feldern deutlich abnehmen. Bei Bedarf wird dieser Beitrag weitgehend durch hauptsächlich von den Märkten bezogene grüne Gase wie Biogas und Wasserstoff ersetzt werden, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu verringern. Neue Eigengasmengen aus dem rumänischen Neptun-Projekt werden die Volumen in Südosteuropa hoch halten. Die OMV wird auch versuchen, einen zunehmenden Anteil ihrer Erdgasverkäufe auf Kund:innen aus Nichtenergiesektoren zu verlagern, um ihre Scope-3-Portfolio-Emissionen weiter zu reduzieren.
Der Konzern wird eine Reihe von Möglichkeiten und Portfolio-Optionen prüfen, die die Cashflow-Generierung durch das derzeitige Geschäft von Energy verbessern und einen potenziell beschleunigten Übergang zu nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien unterstützen. Zu diesen Möglichkeiten könnten die Ausschöpfung des gesamten Wertpotenzials der Assets zählen, wie zum Beispiel das Geschäftspotenzial mit CO2-armen Produkten, die Aufrechterhaltung einer hervorragenden Lagerstättenförderung und die Optimierung der Kosten sowie die Bewertung und Entwicklung von Joint-Venture-Möglichkeiten für ausgewählte Assets, ohne dabei anorganische Optionen auszuschließen.
Zur Verbesserung der CO2-Bilanz seiner Geschäftstätigkeiten wird der Geschäftsbereich Energy das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas einstellen, diffuse Methanemissionen reduzieren und Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung einführen. Außerdem werden Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien zur Eigenversorgung der OMV verfolgt. Zur Gesamtreduzierung der absoluten und relativen THG-Emissionen seines Produktportfolios wird der Geschäftsbereich Energy seine bestehenden Assets und Kernkompetenzen nutzen, um finanzstarke, CO2-arme Projekte zu realisieren. Die vorhandenen Möglichkeiten werden genutzt, um bis zum Jahr 2030 eine geothermische Energiekapazität von bis zu 9 TWh pro Jahr aufzubauen. Zusätzlich zur Geothermie soll in OMV Kernregionen mit günstigen Sonnen- und Windverhältnissen rund 1 TWh aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, um vor allem den Eigenbedarf zu decken und damit die Scope-2-Emissionen aus den Geschäftstätigkeiten der OMV zu reduzieren. Der Geschäftsbereich Energy wird seine bestehenden Lagerstätten und unter- bzw. oberirdischen Kapazitäten weiter ausschöpfen, um Chancen zu realisieren, die bis 2030 in einer CCS-Kapazität von rund 5 Mio t CO2 netto jährlich für die OMV resultieren. Zusätzliche Möglichkeiten, bei denen der Geschäftsbereich Energy seine Stärken und Fähigkeiten einsetzen kann, wie zum Beispiel Wasserstoff und Energiespeicherung, werden ebenfalls untersucht und möglicherweise unter Berücksichtigung der strategischen Prioritäten der OMV weiterverfolgt.
Dekarbonisierungsstrategie
Strategische Prioritäten bis 2030
- Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen des OMV Konzerns um 30%
- Reduktion der Scope-3-Emissionen des OMV Konzerns um 20%
- Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung des OMV Konzerns um 20%
Alle Reduktionsziele werden im Vergleich zu den Werten von 2019 gemessen. Die OMV hat sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) zu erreichen – mit Zwischenzielen für 2030 und 2040. Die OMV Ziele werden auf absoluter Ebene und auf der Ebene der Emissionsintensität festgelegt, mit dem Endziel, bis 2050 in Scope 1, 2 und 3 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Für Scope 1 und 2 strebt die OMV eine absolute Reduktion um 30% bis 2030 und um 60% bis 2040 an. Für die definierten Kategorien in Scope 3 zielt die OMV auf eine absolute Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 ab. In Bezug auf die CO2-Intensität der Energieversorgung strebt die OMV eine Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 an. Die OMV hat sich außerdem freiwillig verpflichtet, das Framework der Oil & Gas Climate Initiative (OGCI) anzuwenden.# Finanzen
Strategische Prioritäten bis 2030
- Erreichen eines CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von mindestens EUR 6 Mrd bis 2030
- Erzielung eines operativen Cashflows exklusive Net-Working-Capital-Positionen von EUR ≥7 Mrd bis 2030
- Erzielung eines mittel- bis langfristigen ROACE von ≥12%
- Sicherstellung solider Prioritäten bei der Kapitalallokation: organische Investitionen, Dividende, anorganisches Wachstum, Entschuldung und Sonderdividenden5
- Aufrechterhaltung einer soliden Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%
- Wenn der Leverage-Grad der OMV unter 30% liegt: Ausschüttung von 20% bis 30% des operativen Cashflows (inklusive Net-Working-Capital-Positionen) pro Jahr an die Aktionär:innen, vorrangig über die reguläre Dividende und zusätzlich, wenn ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, über Sonderdividenden
- Verpflichtung zu attraktiven Ausschüttungen an die Aktionär:innen
Die Finanzstrategie des Konzerns zielt darauf ab, den Wert des Unternehmens und die Rendite für die Aktionär:innen zu steigern und gleichzeitig eine solide Bilanz sowie ein finanziell robustes Portfolio zu gewährleisten, das in einer CO2-armen Welt erfolgreich ist und über ein attraktives Wachstumspotenzial bis weit in die Zukunft verfügt. Die wertorientierte Finanzstrategie basiert auf einem klaren Rahmen, der ein langfristig rentables und solides Wachstum ermöglicht. Sie zielt auf einen ROACE von mindestens 12%, einen positiven freien Cashflow nach Dividenden und eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30% ab. Weitere Ziele sind: ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von mindestens EUR 5 Mrd bis 2025 und von EUR 6 Mrd bis 2030, eine Steigerung des den Aktionär:innen zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten, ein Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd bis 2030 sowie attraktive Ausschüttungen an die Aktionär:innen.
Bei der Erstellung ihres Finanzplans legte die OMV eine solide Politik der Kapitalallokation fest: erstens Investitionen in ihr organisches Portfolio, zweitens die Zahlung attraktiver Dividenden, drittens anorganische Investitionen für eine beschleunigte Transformation, viertens Entschuldung und fünftens Sonderdividenden. Bei der Kapitalallokation konzentriert sich der Konzern auf die Auswahl der wettbewerbsfähigsten und tragfähigsten Projekte. Zu den definierten Investitionskriterien gehören Mindestrenditen und Amortisationszeiten für die einzelnen Geschäftsbereiche, die die jeweiligen Risiko- und Ertragsprofile widerspiegeln, sowie die Prüfung von Projekten auf ihre Belastbarkeit und ihre Rentabilität anhand relevanter Markt-KPIs.
Um ihr strategisches Ziel zu erreichen, plant die OMV für den Zeitraum 2022–2030 jährliche organische Investitionen in Höhe von rund EUR 3,5 Mrd. Insgesamt wendet der Konzern für diesen Zeitraum mehr als EUR 13 Mrd auf (d.h. etwa 40% der gesamten organischen Investitionsaufwendungen), um seine ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Darüber hinaus wird die OMV ein anorganisches Wachstum in Bereichen von strategischer Bedeutung in Betracht ziehen. Dies wird jedoch vom Verschuldungsspielraum des Konzerns abhängen. Außerdem können sich im Portfolio des Konzerns Möglichkeiten bieten, die Umsetzung der Strategie durch Veräußerungen zu beschleunigen, wenn sich attraktive Akquisitionsziele in bestimmten Wachstumsbereichen anbieten. Die Konzernstrategie, unterstützt durch eine disziplinierte Kapitalallokation, wird die OMV in die Lage versetzen, steigende und solide Cashflows und höhere Erträge zu erwirtschaften. Diese robusten Finanzkennzahlen stellen eine solide Konzernbilanz sicher.
In ihrer Finanzstrategie hat sich die OMV dazu verpflichtet, eine solide Bilanz und ein Investment-Grade-Rating zu gewährleisten. Das Unternehmen strebt mittel- bis langfristig einen Leverage-Grad von unter 30% an. Je nach den Portfoliomaßnahmen kann der Leverage-Grad 30% überschreiten, allerdings wird dann ein Entschuldungsprogramm durchgeführt, um die Bilanz zu stärken. Die OMV ist bestrebt, ihre langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Daher prüft die OMV die Möglichkeiten grüner und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzierungsinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele geknüpft sind, beispielsweise an Zielsetzungen zur Verringerung der THG-Emissionen oder für eine nachhaltige Polyolefinproduktion.
Während des Zeitraums der Umsetzung ihrer Strategie ist die OMV bestrebt, den Aktionär:innen attraktive Ausschüttungen zu bieten. Der Konzern hat seine aktionärsorientierte Ausschüttungspolitik im Dezember 2022 abgeändert und Sonderdividenden als neues, zusätzliches Instrument zu der bestehenden progressiven Dividendenpolitik aufgenommen. Die progressive reguläre Dividendenpolitik wird beibehalten und bleibt von dieser Abänderung unberührt. Wenn der Leverage-Grad der OMV unter 30% liegt, strebt die OMV an, etwa 20% bis 30% des operativen Cashflows des Konzerns (inklusive Net-Working-Capital-Positionen) pro Jahr an ihre Aktionär:innen auszuschütten – vorrangig über die reguläre Dividende und zusätzlich, wenn ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, über das neue Instrument einer Sonderdividende. Im Falle eines Leverage-Grads von 30% oder mehr wird die progressive reguläre Dividende der OMV beibehalten, jedoch keine Sonderdividende ausgeschüttet. Die Dividendenzahlungen in jedem Jahr setzen entsprechende Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Genehmigung durch die ordentliche Hauptversammlung voraus.
Nachhaltigkeit
Wir wollen eine nachhaltige Welt mitgestalten – eine Welt, die für alle lebenswert ist. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt unserer Konzernstrategie. Wir wollen bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen werden, treiben die Energiewende voran und arbeiten proaktiv am Umstieg von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft. Wir bauen ein positives Verhältnis zu unseren Mitarbeiter:innen, der lokalen Bevölkerung, unseren Lieferant:innen und anderen Stakeholder:innen auf. Dabei sprechen wir auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen an, die der Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft mit sich bringt. Unser strategischer Rahmen für Nachhaltigkeitsthemen basiert auf den drei Säulen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Unsere Strategie 2030 wird durch dieses Nachhaltigkeits-Framework untermauert. Bei allen geschäftlichen Entscheidungen kommt unser Ziel zum Tragen, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Innerhalb dieses Frameworks für Nachhaltigkeitsthemen haben wir fünf strategische Schwerpunktbereiche festgelegt: Klimawandel; Management natürlicher Ressourcen; Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit; Menschen; und ethische Geschäftspraktiken. Für jeden dieser Schwerpunktbereiche haben wir konkrete Commitments, Ziele und Maßnahmen formuliert, die wir bis 2030 erreichen wollen und die den Beitrag der OMV zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung darstellen.
Nachhaltigkeitsziele und Commitments der OMV
Klimawandel
- Commitments:
- Die OMV verbessert laufend die CO2-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios.# OMV Sustainability Report
Energy Transition
Die OMV hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen, und möchte bis spätestens 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen werden.
Goals by 2025:
- Reduzierung der CO2-Intensität unserer Geschäftstätigkeit (Scope 1) um ≥30% vs. 2010
- Reduzierung der CO2-Intensität unseres Produktportfolios (Scope 3) um >6% vs. 2010
- Reduzierung von mindestens 1 Mio t CO2-Äquivalenten in von der OMV betriebenen Assets 2020–2025
- Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,2% oder weniger
Goals by 2030:
- Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥30% vs. 2019
- Reduzierung der Scope-3-Emissionen6 um ≥20% vs. 2019
- Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥20% vs. 2019
- Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,1% oder weniger
- Einstellung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas so rasch wie möglich, jedoch spätestens bis 2030
Goals by 2040:
- Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥60% vs. 2019
- Reduzierung der Scope-3-Emissionen6 um ≥50% vs. 2019
- Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥50% vs. 2019
Management of Natural Resources
Commitments:
- Die OMV setzt sich für ein verantwortungsvolles Management natürlicher Ressourcen ein und wird den Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft proaktiv vorantreiben.
- Ziel der OMV ist es, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, indem sie die Verschmutzung von Wasser und Boden verhindert, Emissionen reduziert, natürliche Ressourcen effizient nutzt und eine Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt vermeidet.
Goals by 2025:
- Steigerung von Produktionskapazitäten für nachhaltige Polyolefine (einschließlich recycelter und biobasierter Polyolefine) oder andere Chemikalien auf 600.000 t pro Jahr
- Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
- Verringerung der Süßwasserentnahme
Goals by 2030:
- Aufbau von Produktionskapazitäten für nachhaltige Polyolefine (einschließlich recycelter und biobasierter Polyolefine) oder andere Chemikalien in einer Größenordnung von 2 Mio t pro Jahr
- Reduzierung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen durch Senkung der Öl- und Gasproduktion auf rund 350 kboe/d und durch Verringerung des Rohöldestillationsdurchsatzes um 2,6 Mio t
- Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
- Verringerung der Süßwasserentnahme
Health, Occupational Safety and Security
Commitments:
- Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit haben bei allen Tätigkeiten oberste Priorität. Die OMV hat sich dem proaktiven Risikomanagement verschrieben, um ihre HSSE-Vision „Committed to Zero Harm – Protect People, Environment, and Assets“ zu verwirklichen.
Goals by 2025:
- Erreichen einer Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) von rund 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
- Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
- Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate
Goals by 2030:
- Stabilisierung der Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei unter 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
- Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
- Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate
People
Commitments:
- Die OMV bemüht sich um den Aufbau und Erhalt eines talentierten und kompetenten Expertenteams für internationales und integriertes Wachstum. Wir begrüßen unsere Verschiedenartigkeit und nutzen unsere Vielfalt an Denkweisen und Erfahrungen als Katalysator für Wachstum und Kreativität.
- Die OMV setzt sich für eine faire Behandlung und Chancengleichheit aller Mitarbeiter:innen ein und duldet keinerlei Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art.
- Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact bekennt sich die OMV voll und ganz zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und will durch gezielte Investitionen in Projekte für das Gemeinwesen, die auf lokale Bedürfnisse und die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals; SDGs) ausgerichtet sind, einen Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung leisten.
- Die OMV ist bestrebt, den Übergang hin zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für ihre Mitarbeiter:innen und Anrainergemeinden gerecht zu gestalten („Just Transition“) und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu adressieren, die aus diesem Übergang resultieren.
Goals by 2025:
- Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 25%
- Beibehaltung des hohen Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
- Schulung aller Mitarbeiter:innen des OMV Konzerns in Menschenrechten
- Überprüfung des Community-Beschwerdemechanismus an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien
Goals by 2030:
- Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 30%
- Mindestens 20% weibliche Vorstandsmitglieder (Stretch-Ziel: 30%)
- Erhöhung des Anteils des internationalen Managements auf 65%
- Beibehaltung des Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
- Erhöhung der durchschnittlichen Anzahl der jährlichen Lernstunden auf mindestens 30 Stunden pro Mitarbeiter:in
- Verstärkte Unterstützung für Mitarbeiter:innen mit besonderen Bedürfnissen an unseren Hauptstandorten
- Durchführung von Menschenrechtsbewertungen an allen Standorten des OMV Konzerns mit hohen Menschenrechtsrisiken und Entwicklung von Aktionsplänen alle fünf Jahre
- Verwendung von mindestens 1% der jährlichen Investitionen des Konzerns für soziale Zwecke (auf Grundlage des im letzten Jahr berichteten Jahresüberschusses, der den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnen ist)
Ethical Business Practices
Commitments:
- Die OMV ist bestrebt, an allen Standorten dieselben hohen ethischen Standards einzuhalten. Wir wollen uns das Vertrauen unserer Stakeholder:innen verdienen, indem wir einen hohen Standard der Unternehmensführung aufrechterhalten und ein hohes Maß an Transparenz und Vorhersehbarkeit wahren.
- Die OMV bekennt sich zur Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung. Dies bedeutet, dass wir die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Waren und Dienstleistungen beachten, die das Unternehmen einzukaufen beabsichtigt.
Goals by 2025:
- Ein aktives Mitglied von Together for Sustainability (TfS; weitere Details siehe unten) sein und Nachhaltigkeitsbewertungen für alle Lieferant:innen durchführen, auf die >80% des Einkaufsvolumens entfallen
- Einbindung der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, und Bewertung ihres CO2-Fußabdrucks als Grundlage für die Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen
- Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien: Durchführung von Präsenz- oder Online-Schulungen zum Thema Business Ethics für alle Mitarbeiter:innen
Goals by 2030:
- Ausweitung der Nachhaltigkeitsbewertungen auf alle Lieferant:innen, auf die 90% des Einkaufsvolumens entfallen
- Gewährleistung, dass alle Lieferant:innen, auf die mehr als 80% des Einkaufsvolumens entfallen, CO2-Reduktionsziele haben
Climate Change
Die OMV betrachtet den Klimawandel als eine der derzeit größten globalen Herausforderungen und bekennt sich zu den Zielen des Pariser Abkommens. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie und der Planung unserer betrieblichen Tätigkeiten berücksichtigen wir klimarelevante Risiken und Chancen. In dieser Hinsicht verbessert die OMV laufend die CO2-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios und hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen. Bis 2050 strebt die OMV einen Geschäftsbetrieb mit Netto-Null-Emissionen an.
Die OMV setzt auf Maßnahmen zur Optimierung ihrer betrieblichen Prozesse, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduzierung des Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas, zur Verringerung der Methanemissionen durch Leckerkennung und -reparatur sowie zur Verbesserung der Anlagenintegrität. Im Sinne unseres Commitments zur Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“ werden wir das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis 2030 schrittweise einstellen.
So wurde beispielsweise 2023 im Produktionssystem Padina im Asset Moldova eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installiert. In der Anlage wird Gas zurückgewonnen, das andernfalls abgelassen oder abgefackelt würde. Infolgedessen wird für das erste volle Jahr nach der Implementierung eine Reduzierung der Emissionen um etwa 18.000 t CO2e erwartet.
Um unsere Scope-1-Emissionen zu reduzieren, setzen wir für den Betrieb unserer Anlagen zunehmend auf erneuerbare Stromquellen. So wurden 2023 im Photovoltaikpark von VERBUND und der OMV im österreichischen Schönkirchen 13,5 GWh erneuerbarer Strom produziert. Der erzeugte Strom wurde für den laufenden Betrieb der österreichischen E&P-Assets des Geschäftsbereichs Energy genutzt. In Rumänien erzeugen die Solarparks Cosmești und Brădești der OMV Petrom fast 4 GWh Solarenergie jährlich. Der erzeugte Ökostrom dient der Versorgung des laufenden Betriebs der rumänischen E&P-Assets. Darüber hinaus wurden bis Ende des vierten Quartals 2023 auch an fast 500 Tankstellen der Marken OMV und OMV Petrom PV-Module installiert. Die von diesen Anlagen jährlich erzeugte Strommenge wird auf rund 9 GWh geschätzt.
Um unsere Scope-2-Emissionen zu reduzieren, unterzeichnete der OMV Konzern im Jahr 2023 mehrere Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements; PPAs) mit Anbieter:innen erneuerbarer Energien. So unterzeichneten Borealis und das finnische Energieversorgungsunternehmen Fortum einen langfristigen PPA über die Lieferung erneuerbarer Energie von zwei Onshore-Windparks.# Ab Mitte 2024 sollen über einen Zeitraum von acht Jahren 800 GWh Strom aus erneuerbaren Energiequellen für die Produktionsanlagen von Borealis in Porvoo, Finnland, geliefert werden. Ein Eckpfeiler unserer Klimastrategie ist die Erhöhung des Anteils an CO2-freien Produkten in unserem Produktportfolio sowie die Reduktion der Produktion und des Verkaufs fossiler Brennstoffe. Die Öl- und Gasproduktion wird bis 2030 auf rund 350 kboe/d zurückgefahren. Das Wachstum wird stattdessen von CO2-freien und CO2-armen Produkten wie geothermischer Energie, Wasserstoff und nachhaltigen Flugkraftstoffen ausgehen. In unserem Geschäftsbereich Energy arbeitet das Low Carbon Business Team an der Erweiterung unserer Photovoltaikanlagen. Zudem erforscht es Lösungen für die unterirdische Energiespeicherung, zum Beispiel mit Wasserstoff, und sucht nach Möglichkeiten, wie sich in den Ländern, in denen wir tätig sind, das geothermische Energiepotenzial ermitteln und kommerziell entwickeln lässt. Diese Projekte befinden sich hauptsächlich in der F&E-Phase oder im Stadium erster Investitionen. Die OMV und Wien Energie bündelten 2023 ihre Kräfte für die Wärmewende. Im Joint Venture mit dem Namen „deeep“ arbeiten die beiden Unternehmen eng zusammen, um Tiefengeothermie im Großraum Wien nutzbar zu machen. Sie wollen Tiefengeothermie-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 200 MW entwickeln und damit klimaneutrale Fernwärme für umgerechnet bis zu 200.000 Wiener Haushalte erzeugen. Dazu planen die beiden Unternehmen, bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen in Wien im Rahmen von Bohrprogrammen umzusetzen. Die erste Tiefengeothermie-Anlage soll durch die Joint Venture-Partner gemeinsam umgesetzt werden. Die Anlage soll künftig klimaneutrale Fernwärme mit bis zu 20 MW erzeugen – in Kombination mit den Wärmepumpen von Wien Energie. Aktuell laufen die Genehmigungsverfahren, und gegen Ende 2024 sollen die Bohrungen starten. Die Anlage soll 2027 in Betrieb gehen. Darüber hinaus erwarb die OMV einen Anteil von 6,5% an dem kanadischen Privatunternehmen Eavor Technologies Inc. Eavor ist der weltweit führende Entwickler von Lösungen für die geothermische Energiegewinnung mit geschlossenem Kreislauf. Die OMV und Eavor trafen außerdem eine kommerzielle Vereinbarung zur großflächigen Nutzung der Eavor-Loop™-Technologie in Europa und darüber hinaus. Vorerst wird der Schwerpunkt der OMV auf der Einführung von Eavor-Loop™ in Österreich und Deutschland liegen. Die OMV Petrom und Complexul Energetic (CE) Oltenia werden gemeinsam mit der Errichtung von vier Solarparks mit einer kombinierten Kapazität von rund 450 MW beginnen. Die für die Errichtung dieser vier PV-Parks erforderlichen Gesamtinvestitionen belaufen sich auf über EUR 400 Mio, wobei 70% der Mittel aus dem Modernisierungsfonds stammen. Die PV-Parks werden in Ișalnița, Tismana, Roșia und Rovinari auf den von CE Oltenia verwalteten ehemaligen Bergbaustandorten errichtet. Nach derzeitigen Schätzungen sollten die PV-Parks ab 2024 Strom in das rumänische Energienetz einspeisen. Darüber hinaus hat die OMV Petrom einen Vertrag über den Erwerb einer Reihe von Projekten zum Bau von Solarparks im Kreis Teleorman unterzeichnet. Die Projekte werden bis zum zweiten Quartal 2024 in die Ausführungsphase gehen und mit einer Gesamtleistung von 710 MW genug Strom für 280.000 rumänische Haushalte pro Jahr liefern. Wir arbeiten an der Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems, indem wir Lösungen identifizieren und zur Reife bringen. Dabei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Märkte, die nur schwer zu elektrifizieren sind, wie den Schwerlast- und Luftverkehr. Diese Märkte haben gemeinsam, dass sie energiedichte und doch klimafreundliche Kraftstoffe bei geringstmöglicher Stillstandzeit benötigen. Der Schwerpunkt unseres Portfolios liegt auf abfallbasierten und fortschrittlichen Biokraftstoffen, Wasserstoff und E-Kraftstoffen, da sich bei diesen Synergien mit bestehenden Raffinerie-Assets und Kompetenzen ergeben, mit denen grüne Technologien in größerem Umfang skaliert und eingeführt werden können. Die OMV lieferte 2023 bereits SAFs an Air France-KLM, Ryanair und die Associated Energy Group, LLC (AEG Fuels) am Flughafen Wien. Im Jahr 2023 wurden weitere Absichtserklärungen mit Air France-KLM und Ryanair über die Lieferung von SAFs unterzeichnet. Die Gesamtmenge der zwischen 2023 und 2030 beabsichtigten SAF-Abnahme beträgt bis zu 160.000 t für Ryanair, bis zu 185.000 t für Wizz Air, bis zu 300.000 t für Air France-KLM und mehr als 800.000 t für die Lufthansa Group. Unsere Klimaziele können nur mit beträchtlichen Anstrengungen und großem Kapitaleinsatz erreicht werden. Der OMV Konzern hat dafür Investitionen von mehr als EUR 13 Mrd bis 2030 vorgesehen, was etwa 40% der organischen Investitionen in diesem Zeitraum entspricht. Alle Geschäftsbereiche werden auf ihren jeweiligen Stärken und Fachkenntnissen aufbauen, um zu dieser Transformation beizutragen.
Performance im Bereich Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung
Geschäftsethik und Compliance
Die OMV ist Unterzeichnerin des UN Global Compact und hält sich an die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Unser Code of Conduct und unser Code of Business Ethics legen die Verpflichtungen der OMV zu einem verantwortungsvollen und ethisch korrekten Geschäftsgebaren öffentlich dar. Der Code of Conduct gilt für alle Mitarbeiter:innen. Obwohl wir unseren Hauptsitz in Österreich haben – einem Land mit hohen Geschäftsethikstandards –, sind wir in mehreren Staaten im Mittleren Osten, in Nordafrika, Asien-Pazifik, Nord- und Südamerika und Europa tätig, die der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index; CPI) von Transparency International als Hochrisikoländer einstuft. Wir bemühen uns, branchenspezifische Bestechungs- und Korruptionsrisiken zu vermeiden. Auch unsere Reputation ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir größten Wert darauf, die einheitliche Einhaltung unserer Geschäftsethikstandards überall sicherzustellen, wo wir tätig sind. Die Einhaltung von Ethikstandards ist ein nicht verhandelbarer Wert, der vor allen Geschäftsinteressen Priorität hat. Die absolute Verbindlichkeit dieses Ziels gilt auf allen Ebenen der OMV – vom Topmanagement bis zu den einzelnen Mitarbeiter:innen. Von unseren Geschäftspartner:innen erwarten wir dasselbe Verständnis von und dieselbe Verpflichtung zu ethischen Standards. Jede geschäftliche Aktivität, von der Planung der Geschäftsstrategie bis zum Tagesgeschäft, wird an der Einhaltung von Ethikstandards wie dem Code of Conduct und dem Code of Business Ethics gemessen. Eine spezielle länderübergreifende Compliance-Organisation stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. Im Jahr 2023 wurden 9.285 Mitarbeiter:innen des OMV Konzerns in Geschäftsethik geschult. Darüber hinaus führte die OMV eine neue Ethik- und Integritätsrichtlinie ein, in der die Grundsätze für ethisches und integres Handeln festgelegt sind. Diese Richtlinie soll als Leitfaden dafür dienen, wie die Geschäfte in der OMV geführt werden und was über die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften hinaus als akzeptables oder wünschenswertes Verhalten angesehen wird. Unterstützend zur Ethik- und Integritätsrichtlinie wurde ein Ethik- und Integritätsausschuss eingerichtet, der sicherstellen soll, dass das Unternehmen seinen ethischen Werten und Verpflichtungen gerecht wird. Die Integrity Platform bietet einen anonymen Whistleblower-Mechanismus für OMV Mitarbeiter:innen und externe Stakeholder:innen, wie zum Beispiel Lieferant:innen. Sie alle können diese Plattform für Meldungen über wahrgenommene Verstöße in folgenden Bereichen nutzen: Korruption, Bestechungsgelder, Interessenkonflikte, Kartellgesetze, Kapitalmarktrecht, öffentliche Auftragsvergabe, Umweltschutz, Produkt- und Lebensmittelsicherheit, Verbraucherschutz, Unternehmenssteuervorschriften und Datenschutz.
Compliance der Lieferant:innen
Nachhaltige Beschaffung einzuführen heißt, die umweltbezogenen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Waren und Dienstleistungen, die das Unternehmen einzukaufen beabsichtigt, im Blick zu haben. Ziel der OMV ist es, Innovationen zu fördern, unseren Wertbeitrag zu maximieren und das Wachstum der Lieferkette zu ermöglichen. Der Code of Conduct der OMV stellt sicher, dass Lieferant:innen die Grundsätze der OMV unterstützen. Beim Management unserer Lieferkette ist es für unser Unternehmen von höchster Bedeutung, sämtliche geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie unsere internen Standards in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und Menschenrechte vollumfänglich einzuhalten. Die OMV hat einen Prozess eingeführt, der sicherstellt, dass bestehende und potenzielle Geschäftspartner:innen, gegen die von der EU oder internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen Sanktionen verhängt wurden, nicht als Einkaufspartner:innen akzeptiert werden. Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie (Corporate Procurement Directive) der OMV wurde 2023 überarbeitet. Zwei der wichtigsten Änderungen waren die Einführung von Nachhaltigkeitskriterien als Teil der wirtschaftlichen Bewertung und die Einbindung der Nachhaltigkeit in den Prozess des Lieferantenbeziehungsmanagements. Zur Standardisierung der Zahlungsbedingungen für unsere Lieferant:innen und Vertragsunternehmen legten wir in unserer neuen Konzernbeschaffungsrichtlinie Standardzahlungsfristen von 60 Tagen fest. Zur Minderung der Risiken in der Lieferkette, einschließlich Zwangsarbeit, Sklaverei, Menschenhandel und Korruption, erlegt die OMV ihren Lieferant:innen die für die OMV geltenden Rechtsvorschriften und internen Regeln auf. Unsere Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen sind verpflichtet, unseren Code of Conduct zu unterzeichnen und vollständig zu erfüllen. Darüber hinaus müssen unsere Lieferant:innen die Allgemeinen Einkaufsbedingungen, die unsere Geschäftsstandards (z.B. Arbeitsrechte) näher erläutern, als integralen Bestandteil unserer vertraglichen Vereinbarungen akzeptieren.# Die OMV behält sich das Recht vor, die Vertragsbeziehungen zu Lieferant:innen zu kündigen, wenn Verstöße festgestellt oder nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums adressiert werden.
Im Jahr 2023 wurde der Rahmen für das Supplier Relationship Management eingeführt. Damit fließt das Thema Nachhaltigkeit nun auch in Aspekte wie Lieferantensegmentierung, Lieferantenleistung, Lieferantenmeetings und Innovation bei Lieferant:innen ein.
Die Lieferantenpräqualifikation ist Teil der vorvertraglichen Aktivitäten, bei denen die OMV Informationen von potenziellen Lieferant:innen einholt, um die Einhaltung unserer HSSE- und anderer Nachhaltigkeitsanforderungen zu bewerten. Ziel des Präqualifikationsprozesses ist es, potenzielle Lieferant:innen zu prüfen – entweder bevor sie unter Vertrag genommen werden oder noch während der Ausschreibungsphase. Damit soll sichergestellt werden, dass nur solche Lieferant:innen für eine zukünftige Zusammenarbeit infrage kommen, die unsere HSSE- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Im Anschluss an die Präqualifikation wählen die Kolleg:innen der Einkaufsabteilung gemeinsam mit Unternehmensvertreter:innen die geeignetsten Lieferant:innen auf der Grundlage eines vordefinierten Katalogs wirtschaftlicher und technischer Kriterien im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens aus.
Im Jahr 2023 integrierten wir im Rahmen mehrerer Pilotprojekte weitere Nachhaltigkeitselemente in unsere Beschaffungsaktivitäten (z.B. technologisch innovative Elemente, CO2-Emissionen, Energieeffizienz-KPIs, CDP- und EcoVadis-Rating).
Die OMV führt Lieferantenaudits im Rahmen des Präqualifikationsprozesses und/oder während des Vertragsabschlusses durch. Das Ziel der Audits ist, die Performance unserer Lieferant:innen zu messen und Maßnahmen zu definieren, die es ihnen ermöglichen, ihre Performance zu optimieren und die Anforderungen der OMV zu erfüllen. Bei den Audits achten wir besonders auf die finanzielle Stabilität unserer Lieferant:innen, ihre Strategie und Organisation, die Lieferkette, die Nachhaltigkeit (z.B. Menschenrechte, Management der CO2-Bilanz, Umweltmanagement, Zertifizierungen und soziale Verantwortung) und ihre Cybersicherheitsleistung. Darüber hinaus führen wir jährlich spezifische Audits zu Themen wie Prozesssicherheit, Qualität und Effizienz durch.
Bei den Lieferantenaudits geht es uns nicht nur darum, den Managementansatz im Hinblick auf die Themen zu verstehen, die Gegenstand der Audits sind (z.B. HSSE-Aspekte). Wir achten insbesondere auch darauf, wie die Themen von den Mitarbeiter:innen vor Ort verstanden und umgesetzt werden. Dazu führen wir beispielsweise Gespräche mit der Belegschaft und den Führungskräften.
Seit 2021 ist die OMV Mitglied von Together for Sustainability (TfS). Als gemeinsame Initiative und globales Netzwerk von 50 Unternehmen setzt TfS den globalen De-facto-Standard für die Leistung von Lieferketten der chemischen Industrie in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Das TfS-Programm basiert auf den Grundsätzen des UN Global Compact und von Responsible Care®. Die TfS-Mitgliedschaft hilft der OMV dabei, Nachhaltigkeit noch fester im Tagesgeschäft zu verankern und Nachhaltigkeitsanforderungen noch stärker in unsere Lieferkette zu integrieren.
Unser Ziel ist es, den CO2-Gehalt der von uns eingekauften Waren und Dienstleistungen fortlaufend zu überwachen und zu verringern. Nur gemeinsam mit unseren Lieferant:innen können wir Initiativen zur CO2-Reduktion entwickeln, um die CO2-Emissionen in der Lieferkette kontinuierlich zu senken und unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen.
Im Rahmen ihrer „CDP Supply Chain“-Mitgliedschaft lud die OMV im Jahr 2023 insgesamt 394 Lieferant:innen ein, den CDP-Fragebogen zum Thema Klimaschutz zu beantworten. Die Lieferant:innen wurden anhand der Ausgabenhöhe, ihres geschätzten CO2-Ausstoßes und der CO2-Intensität der von ihnen bezogenen Waren und Dienstleistungen ausgewählt. Zusätzlich zur Berichterstattung über ihre Emissionen fragten wir die Lieferant:innen, ob sie CO2-Reduktionsziele festgelegt haben, und luden sie ein, uns Initiativen oder Projekte zur Verringerung des CO2-Ausstoßes vorzustellen, an denen sie uns gerne beteiligen würden.
71% der antwortenden Lieferant:innen haben ein Klimaziel festgelegt (vs. 75% im Jahr 2022).
Menschenrechte
Menschenrechte sind universelle Werte, die unser Verhalten in allen Aspekten unserer Geschäftstätigkeit leiten. Unsere Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte umfasst insbesondere Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, existenzsichernde Löhne, Arbeitszeiten, Arbeitnehmervertretung, Sicherheit, primäre Gesundheitsversorgung, Arbeitnehmerrechte in der Lieferkette, Bildung, Armutsminderung, Landrechte sowie das Recht auf freie, vorherige und in Kenntnis der Sachlage gegebene Zustimmung (Free, Prior, and Informed Consent; FPIC).
Die OMV respektiert und unterstützt die Menschenrechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in international anerkannten Abkommen, einschließlich jener der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO), beschrieben sind. Die OMV hat 2003 den UN Global Compact unterzeichnet und bekennt sich vollumfänglich zu den UN‑Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Wir unterstützen die Ziele des UK Modern Slavery Act von 2015 in vollem Umfang und setzen uns dafür ein, unser Geschäft und unsere Lieferkette frei von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel zu betreiben.
Wir betrachten die Menschenrechte als einen wichtigen Aspekt unseres Risikomanagementansatzes, der ein integraler Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse ist. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, die Menschenrechte im Zusammenhang mit all unseren geschäftlichen Aktivitäten zu achten, zu erfüllen und zu unterstützen sowie sicherzustellen, dass wir uns nicht an Menschenrechtsverletzungen im Sinne des derzeitigen internationalen Rechts mitschuldig machen.
Wir führen Risikobewertungen zum Thema Menschenrechte auf Länderebene durch, um aktuelle und künftige Auswirkungen auf die Menschenrechte und daraus resultierende Risiken, die sich auf die OMV Geschäftstätigkeit im jeweiligen Land auswirken, zu identifizieren und abzuschätzen und die Auswirkungen zu lindern oder zu vermeiden.
Mithilfe von E‑Learning-Modulen und Präsenzschulungen schulten wir 2023 insgesamt 7.124 Mitarbeiter:innen in Menschenrechtsfragen (2022: 4.254). Für die Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtung sind professionelle Schulungen unabdingbar. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2025 alle Mitarbeiter:innen in Menschenrechtsfragen zu schulen. Darüber hinaus führten wir interne Kampagnen zur Bewusstseinsbildung durch.
Im Jahr 2023 wurden 19 Menschenrechtsverletzungen gemeldet (2022: 35).
Ende Juli 2022 wurde die OMV Tochter Borealis mit Berichten über angebliche Menschenhandelspraktiken durch das Vertragsunternehmen IREM und dessen Subunternehmen auf der Baustelle einer Propan-Dehydrierungsanlage (PDH-Anlage) in Kallo (Belgien) konfrontiert. Den Berichten zufolge handelte es sich dabei um Ausbeutung, unzureichende Entlohnung, fehlende soziale Absicherung und schlechte Wohnverhältnisse. Seither hat Borealis viel unternommen, um die Aufsicht auf der Baustelle der PDH-Anlage in Kallo zu verstärken und die organisatorischen Abläufe sowohl hinsichtlich der Kompetenzen als auch in Bezug auf die Governance zu verbessern. So investierte Borealis in zusätzliche Ressourcen und Kapazitäten, um das Risiko von sozialem Fehlverhalten und unlauteren Praktiken zu verringern. Dazu wurde unter anderem ein eigenes globales Team für Social Compliance mit einem:einer unternehmensweit zuständigen Social Compliance Manager:in und drei regionalen Social Compliance Manager:innen etabliert. Außerdem führte Borealis regelmäßige Abstimmungsgespräche mit der Sozialinspektion und den Arbeitsbehörden in Belgien und Österreich ein.
Borealis verfolgt in Bezug auf soziales Fehlverhalten und unlautere soziale Praktiken eine Null-Toleranz-Politik. In das Borealis Management System (BMS) wurde ein Managementdokument aufgenommen, das die Social-Compliance-Bestrebungen des Unternehmens darlegt und den Rahmen zur Identifizierung von Risiken im Zusammenhang mit regulatorischen und sozialrechtlichen Bestimmungen definiert. Es beinhaltet außerdem Empfehlungen für die Gestaltung und Umsetzung von Prozessen und Kontrollen zur Einhaltung regulatorischer und gesetzlicher Vorgaben sowie zur Risikominderung, entsprechenden Überwachung und Berichterstattung über die Wirksamkeit dieser Kontrollen. Borealis hat außerdem strengere Zugangskontrollen an den Eingängen zu seinen Produktionsstandorten in Österreich und Belgien eingeführt, wo nun auch häufigere risikobasierte Kontrollen vorgenommen werden.
Der OMV Konzern ist stets bestrebt, sich zu verbessern, und setzt sich nachdrücklich dafür ein, seine Prozesse und Maßnahmen zur Verhinderung von Fehlverhalten und einer Missachtung der Menschenrechte von Arbeitnehmer:innen in der Lieferkette weiter zu stärken. Auf Konzernebene analysierten wir die HSSE- und Vergaberichtlinien für das Kontraktorenmanagement und erstellten eine detaillierte Checkliste zur Einhaltung der Menschenrechte, die an den Standorten verwendet werden kann. Das überarbeitete E‑Learning zum Thema Menschenrechte bezieht sich speziell auf die Menschenrechte in Geschäftsbeziehungen, und die Grundsatzerklärung des OMV Konzerns zu Menschenrechten beschreibt unser Engagement für Menschenrechte in Bezug auf Arbeitnehmerrechte und Geschäftspartner:innen im Einklang mit den branchenüblichen Best Practices und internationalen Standards. Das Menschenrechts-Statement des OMV Konzerns wurde im Februar 2023 vom Vorstand der OMV Petrom genehmigt. Borealis unterzeichnete sein Menschenrechts-Statement im Oktober 2023 mit der formellen Genehmigung durch den CEO.# Health, Safety, Environment and Security (HSSE)
Community Relations and Development
The OMV fosters active partnerships with local communities in all countries where the company operates and strives to create added value for the local population. As part of our stakeholder dialogue, we introduced Community Grievance Mechanisms (CGMs) at all operating sites. In 2023, OMV received a total of 732 external complaints through these mechanisms (2022: 776). All complaints were handled according to OMV’s local Community Grievance Management procedures. This requires a stringent approach to the systematic receipt, documentation, processing, and resolution of complaints in all countries where we operate. OMV will align its CGM system at all sites with the Effectiveness Criteria of the UN Guiding Principles. To achieve this, we conduct appropriate assessments. These include reviews of management processes and consultations with internal and external stakeholders. The assessments result in recommendations and tailor-made action plans to improve grievance management at the site level. The action plans are implemented by local management and monitored by corporate headquarters. The sites already assessed represent 93% of all complaints received by OMV in 2023.
Health, Safety and Environment (HSSE)
Health, safety, and environmental protection are core values for OMV. The integrity of OMV’s operating facilities, damage prevention, proactive risk management, and environmental protection are crucial to achieving OMV’s HSSE mission: “Committed to Zero Harm – Protect People, Environment, and Assets.”
HSSE Strategy
To fulfill this mission, we updated OMV Group’s HSSE strategy in 2023 to support our company’s transformation in a safe and sustainable manner. On our path of change, with a clear goal of developing circular economy solutions, we will expand our product portfolio and enter new business areas and markets. This brings new cultural perspectives, new technologies, new risks, and the need to meet new customer needs and increasingly stringent environmental requirements. Our HSSE strategy focuses on the cross-divisional goals of strong HSSE engagement and leadership, supplier and contractor management, and improved efficiency and effectiveness of HSSE processes. Our strategic HSSE goals are:
- HSSE Culture: Develop a corporate culture where HSSE is integrated into decision-making processes at all levels.
- Contractor Management: Build capabilities in supplier and contractor management at all levels.
- HSSE Management System: Improve the effectiveness and efficiency of processes, regulations, and tools.
- Health: Improve employability through integrated health management.
- Occupational Safety: Ensure the safety and physical and mental integrity of people.
- Process Safety: Maintain a strong focus on traditional risk control while preparing for new technologies.
- Security and Resilience: Protect our personnel, assets, physical information, and reputation.
- Environment: Protect people and nature and respect the planet’s planetary boundaries.
- Product Stewardship: Continuously improve the safety and sustainability of our products throughout their entire lifecycle to contribute to a harm-free environment.
Health and Occupational Safety
In 2023, the Lost-Time Injury Rate (LTIR) for OMV employees and their contract partners was 0.87 (2022: 0.78) and the Total Recordable Injury Rate (TRIR) was 1.37 (2022: 1.23). Regrettably, in 2023, there was a fatality among the employees of a contract partner while carrying out work for OMV. One person died in Romania from injuries sustained in a fire.
In the Chemicals & Materials business area, we achieved a TRIR of 3.98 (2022: 2.85). This high TRIR was mainly due to the growth project in Kallo with 28 recordable injuries (TRIs), Stenungsund with 7 TRIs, and Porvoo with 9 TRIs. It should be noted that turnarounds took place at the latter two sites in 2023. All these incidents had potential consequences and triggered the rollout of the “B-Safe” training and improvement program, which has already been attended by over 4,120 people. These training courses focus on behavior-based safety and safety competence of leaders. The program includes three-day training for all leaders (including top management) and one-day training for all other employees. Key topics include safety culture, risk awareness, and mutual consideration. Special attention was paid to HSSE management for contract partners and learning from past incidents to avoid recurrence and integrate appropriate improvement measures. We will continue and further establish the “B-Safe” program in 2024. Based on feedback from program participants, each site selected focus areas for improving safety culture.
Furthermore, we used lessons learned from previous acquisitions to improve our approach to integrating newly acquired facilities by establishing a solid HSSE foundation from the outset and setting up a two-year integration plan. Sites that showed weaker safety performance based on trends developed a specific “Get Well” plan in addition to their “B-Safe” program to address site-specific challenges. These initiatives are supported and endorsed by Borealis’ top management. We continue to focus on preventing severe injuries and fatalities. This includes a Group-wide concept for working at height, introduced following lessons learned from the tragic 2022 accident in Grandpuits. Borealis has also developed a standard risk assessment process and a global confined space entry procedure to standardize minimum expectations for carrying out this high-risk activity.
Regarding process safety, 2023 was an excellent year: there were only four Loss of Primary Containment (LOPC) events with no impact on people or assets. Every LOPC is one too many. Therefore, we will take further steps to improve process safety and focus on leading indicators, Tier 3 and Tier 4 events, and particularly on corrosion under insulation, which is a major challenge in older facilities.
The HSSE performance of Fuels & Feedstock was overshadowed in 2023, as mentioned, by a tragic work accident in which an employee of a contract partner lost their life in Romania. Significant efforts were made to create a sustainable and positive safety culture through risk awareness and prevention campaigns and programs in the areas of occupational safety and security. This was particularly the case during the scheduled turnarounds at the Petrobrazi and Schwechat refineries. The TRIR for Fuels & Feedstock was 0.78, slightly better than the previous year (2022: 0.82). Special attention was paid to lessons learned from past incidents, management involvement, and improved contractor management. By consistently implementing process safety roadmaps, we promote Process Excellence.
The TRIR recorded in the Energy business area was 0.95, which was better than the previous year (2022: 1.09). Under the motto “back2basics,” targeted campaigns were implemented in 2023 at most of our sites to increase management presence and site visibility. The reduction in the frequency and severity of accidents shows that constant management-level efforts combined with cross-functional collaboration at the sites are key to maximizing performance. Furthermore, we recorded 18 High-Potential Incidents (HiPos). Learning from these is very important and can prevent severe or fatal injuries. Therefore, all HiPos were thoroughly investigated, and measures were put in place to prevent recurrence of such incidents. Process safety and contractor management will remain top priorities in 2024. We will also continue our efforts to improve our safety performance. We are also committed to training all operational personnel (OMV employees and their contract partners) in the application of Life-Saving Rules and will establish our own safety centers for this purpose. Our Life-Saving Rules align with IOGP guidelines and other industry-specific recommendations and must be adhered to under all circumstances.# Sicherheitskennzahlen des OMV Konzerns
| Pro 1 Mio Arbeitsstunden | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Konzern Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 1,04 | 1,13 |
| Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 1,48 | 1,32 |
| Vertragsunternehmen Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 0,80 | 0,62 |
| Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 1,32 | 1,19 |
| Gesamt (Konzern und Vertragsunternehmen) Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 0,87 | 0,78 |
| Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 1,37 | 1,23 |
Die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Produktivität der Belegschaft zu gewährleisten. Die OMV setzte ihre lange Tradition der Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter:innen mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Ultraschalluntersuchungen und anderen freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern gegen Covid-19) sowie virtuellen Gesundheitsinformationen zu Themen wie gesunde Work-Life-Balance und Erste Hilfe fort, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Wir wollen Risiken reduzieren und den negativen, durch die geopolitische Lage weiter verschärften Trend umkehren, den wir in der OMV als Nachwehen der Covid-19-Pandemie und Folge einer deutlichen Zunahme des Fachkräftemangels in der Branche beobachten. Deshalb wurden auch 2023 große Anstrengungen in wichtigen sicherheitsrelevante Bereichen unternommen:
- Wir haben unsere harmonisierten Life-Saving Rules (LSRs) auf den gesamten OMV Konzern ausgerollt. Dieses einfache Regelwerk trägt dazu bei, tödliche und schwere Unfälle zu vermeiden, und gilt für die gesamte Belegschaft der OMV sowie für alle Vertragsunternehmen. In einer intensiven Kampagne mit Präsenzworkshops unter der Leitung des Linienmanagements wurden alle Mitarbeiter:innen der OMV und ihrer Vertragsunternehmen geschult. Darüber hinaus wurden die LSRs im Rahmen von Sensibilisierungsprogrammen, Workshops, Arbeitsplatzbegehungen durch Führungskräfte und Sicherheitsbegehungen sowie bei diversen Meetings regelmäßig besprochen. Praktische LSR-Schulungen werden fortgesetzt und systematisch in den Sicherheitszentren durchgeführt, für die das Konzept und das Material der Schulungen vollständig überarbeitet und aktualisiert wurde. Auf dieser Grundlage werden im Jahr 2024 bestehende Sicherheitszentren umgestaltet und neue geschaffen.
- Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle unternehmensweit kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden eingeleitet und mithilfe unseres HSSE-Berichtssystems genau überwacht.
- Um den Prozess zur Untersuchung von Zwischenfällen zu verbessern und sicherzustellen, dass neue Untersuchungsbeauftragte die richtige Unterstützung erhalten, führten wir 2023 einen Erfahrungsaustausch zwischen diesen Mitarbeiter:innen im Rahmen einer Community of Practice im gesamten OMV Konzern ein. Diese Community of Practice wird auch 2024 regelmäßig zusammenkommen.
- Im Jahr 2023 wurden Schwerpunkt-Audits zum Abschluss von Maßnahmen durchgeführt, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu gewährleisten. Konkrete Ziele waren die Prüfung des Abschlusses von Maßnahmen, die sich aus der Untersuchung von Zwischenfällen ergeben hatten, sowie die Prüfung der Weitergabe von (technischen/sicherheitsrelevanten) Warnmeldungen und gewonnenen Erkenntnissen innerhalb des Unternehmens und an Vertragsunternehmen.
- Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Wir setzten die Schulung von Bedarfsträger:innen und Funktionsexpert:innen mit E‑Learnings und Webinaren fort und aktualisierten das auf praktischen Erfahrungen basierende interne Regelwerk. Zudem hielten wir strategische Lieferantenmeetings mit den wichtigsten Vertragsunternehmen ab, um Informationen, Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen. Ein neues, vierteljährlich stattfindendes Forum für den Erfahrungsaustausch wurde eingerichtet, um alle Geschäftsbereiche des OMV Konzerns mit Informationen und Best Practices zum Thema Lieferanten- und Kontraktorenmanagement zu unterstützen.
- Globale HSSE-Trainings für unsere Mitarbeiter:innen und Führungskräfte wurden in Form von Präsenzschulungen abgehalten. Zudem wurde ein Grundkurs auch als E‑Learning mit 13 Modulen in den Sprachen Englisch, Deutsch und Rumänisch angeboten.
- Die maßgeblichen Leistungskennzahlen zur Prozesssicherheit (Process Safety Performance Indicators; PSPIs) wurden für den OMV Konzern aktualisiert. Des Weiteren wurde ein Dashboard für Managementinformationen entwickelt.
- Der Konzernausschuss für Prozesssicherheit unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern tagte regelmäßig. Auf der Tagesordnung standen dabei die Leistungen, Erfolge und Herausforderungen im Bereich der Prozesssicherheit.
- In jedem operativen Produktionsbereich wurde ein Register mit Maßnahmen zur Risikominderung erstellt und mit Daten befüllt, wobei die Maßnahmen durch diverse Prozessgefahrenanalysen (Process Hazard Analyses; PHAs), Bewertungen und Sicherheitsüberprüfungen identifiziert wurden. Dies betraf auch die Standorte von Borealis.
- Ein cloudbasiertes Softwaretool für Prozessgefahrenanalysen und Nachverfolgung von daraus resultierenden Empfehlungen ging bei der OMV in Betrieb.
- Wir unterstützten und verfolgten die Umsetzung von Prozesssicherheits-Roadmaps in den Assets und Raffinerien der OMV. In unserem Integrierten Risikoregister setzten wir die Analyse und Priorisierung von Prozesssicherheitsrisiken fort, um sicherzustellen, dass Investitionen effizient zu einer signifikanten Reduzierung von Risiken führen.
- Die konzernweite Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der Prozesssicherheit wurde fortgeführt – mit vierteljährlichen halbtägigen Veranstaltungen mit bis zu 200 Teilnehmer:innen an virtuellen Meetings und Präsentationen, darunter auch Beiträge des Senior Managements.
- Das HSSE-Reporting-Tool des OMV Konzerns wurde weiterentwickelt. Dieser wichtige Schritt in unserer laufenden Harmonisierung vereinheitlicht das Melde- und Berichtssystem für den gesamten OMV Konzern.
Sicherheit
Die Abteilung Group Security beobachtete 2023 ein instabiles geopolitisches Umfeld in Verbindung mit komplexen neuen und anhaltenden regionalen Konflikten – nicht nur im Mittleren Osten, sondern auch in Europa. Deshalb investierte Group Security weiterhin beträchtliche Ressourcen in die Gewährleistung der Resilienz und Sicherheit in Regionen, die wir zuvor als risikoarm angesehen hatten. Dennoch galt unsere Aufmerksamkeit auch weiterhin unseren Assets im Mittleren Osten und in Nordafrika. Neben der herausfordernden Sicherheitslage für unsere Geschäftstätigkeit im Jemen, in Tunesien und in Libyen hat auch die Gefahr von Terroranschlägen in Europa und anderen Regionen nicht abgenommen. Politischer Extremismus, organisierte Kriminalität und die zunehmende Konvergenz von Cyberrisiken und physischen Bedrohungen machten es erforderlich, dass sich Group Security weiterhin auf eine robuste und dennoch flexible Sicherheitsstrategie konzentrierte, um der OMV die Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit in dynamischen Umfeldern mit asymmetrischen Bedrohungen zu ermöglichen.
Der interne Securitymanagementstandard des OMV Konzerns legt eine breite Palette von Vorschriften, Plänen, Maßnahmen und Systemen zum Thema Security fest. Das Dokument berücksichtigt die IOGP-Leitlinien sowie andere branchenspezifische Best Practices (ASIS und UK Security Institute), damit der OMV Konzern Bedrohungen bestmöglich erkennen, abwenden, verhindern, aufzeichnen und untersuchen sowie sich vor diesen schützen kann. Die Konzernrichtlinien zu einschlägig motivierten Gruppierungen (Issue Motivated Groups; IMGs) wurden aktualisiert, ebenso wie ein Positionspapier zu unbemannten Flugsystemen (Unmanned Aerial Systems; UASs).
Management- und Due-Diligence-Prozesse:
Der OMV Konzern verfügt über ein einzigartiges, agiles und bewährtes Securitymanagementsystem, das je nach Bedarf regelmäßig überprüft, angepasst und erweitert wird. Die Philosophie, Sicherheitsinformationen aus unterschiedlichsten Quellen einzuholen und als präventives Sicherheitsinstrument einzusetzen, ist und bleibt ein Grundprinzip der Strategie von Group Security. Mit diesem Konzept können wir ein breites Spektrum an geopolitischen Ereignissen, regionalen Konflikten und vereinzelten Zwischenfällen vorhersehen und unverzüglich darauf reagieren. Zusätzlich gestärkt wird dieser Ansatz durch die wirksame Zusammenarbeit mit staatlichen und lokalen Sicherheitsbehörden zwecks zuverlässiger Bestätigung der Faktenlage vor Ort. Die Plattform der OMV zur Bewertung von Securityrisiken bietet auch weiterhin einen Echtzeitüberblick über den Grad an Securityrisiken, dem die Vermögenswerte der OMV ausgesetzt sind, und kann rasch an geopolitische und andere sicherheitsrelevante Ereignisse angepasst werden. Außerdem ermöglicht sie die Verbreitung sicherheitskritischer Informationen in Echtzeit.
Die Menschenrechtsstandards und -aktivitäten des OMV Konzerns sind nach wie vor entscheidend für die Gewährleistung eines sicheren und harmonischen Arbeitsumfelds. Wir bieten Menschenrechtsschulungen für lokales Securitypersonal und für Vertragsunternehmen an. Effektives gemeinnütziges Engagement auf lokaler Ebene trägt in konfliktgeladenen und instabilen Regionen nach wie vor maßgeblich zur Erhöhung der Sicherheit bei. In Hochrisikoländern ist gemeinnütziges Engagement direkt in die lokale Securitystrategie der OMV eingebunden, wodurch wirkungsvolle Maßnahmen, gegenseitiger Respekt und Transparenz im Umgang mit allen lokalen Stakeholder:innen gewährleistet werden. Dies trug 2023 wiederum unmittelbar zu einem stabilen und sicheren Betriebsumfeld der OMV bei. Dank dieser Zusammenarbeit können eventuell auftretende lokale Unstimmigkeiten frühzeitig entdeckt und gelöst werden.# Um die Wirksamkeit und Angemessenheit der Securitypraktiken in den Geschäftsbereichen der OMV zu gewährleisten, führt die Abteilung Group Security der OMV regelmäßige Audits durch. Diese finden jedes Jahr für Unternehmen in Hochrisikoländern statt (2023 waren dies Libyen, Tunesien und der Jemen). Weitere zwei größere Audits werden jährlich durchgeführt, wobei die Geschäftsbereiche nach den betrieblichen Erfordernissen ausgewählt werden. Im Jahr 2023 fiel die Wahl auf die OMV Neuseeland und die Raffinerie der OMV Deutschland in Burghausen mit den dazugehörigen Tanklagern. Die Leistungsbeschreibung (Terms of Reference) wird vor dem Audit mit dem Geschäftsbereich vereinbart. Anschließend findet eine gründliche Prüfung mit Besuchen vor Ort, Interviews, Dokumentenanalysen und Beobachtungen statt. Danach wird ein Auditbericht verfasst, verteilt, genehmigt und veröffentlicht. Der Bericht enthält SMART-Maßnahmen, wobei der gesamte Prozess im HSSE-Reporting-Tool der OMV protokolliert wird. Die Abteilung Group Security leistete auch weiterhin konzernweit operative Unterstützung für alle OMV Unternehmensbereiche weltweit und stellte bei Securityproblemen zusätzliche Kapazitäten bereit. In Hochrisikoländern setzte die OMV zudem eigene Country-Security-Manager:innen und Asset-Protection-Expert:innen vor Ort ein, um die Sicherheit durch zusätzliche und gegebenenfalls lokale Expertise zu verbessern.
Im Jahr 2021 hatte der Vorstand der OMV beschlossen, dass sich die OMV, sofern möglich, den Freiwilligen Grundsätzen zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPSHR) anschließen würde. Dieses Instrumentarium bietet nicht nur Leitlinien für Risikobewertungen, die öffentliche Sicherheit und den Umgang mit Menschenrechtsverletzungen, sondern auch für die Interaktion zwischen Unternehmen und privaten sowie öffentlichen Sicherheitsdiensten. Die OMV bekennt sich zur Wahrung der Menschenrechte bei all ihren Aktivitäten. Im Jahr 2023 finalisierte die Abteilung Group Security der OMV ihren Antrag auf Mitgliedschaft in der VPSHR-Initiative und nahm an deren Jahreskonferenz in London teil. Die OMV wartet derzeit auf das Ergebnis ihres Antrags. Die OMV wird ihr Engagement für die Voluntary Principles fortsetzen und strebt an von einer engagierten zu einer partizipierenden Mitgliedschaft überzugehen.
Umweltmanagement
Der Wandel der OMV zu einem Unternehmen mit klarem Fokus auf Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und die Zurverfügungstellung von CO2-armer Energie wird von dem Ziel getragen, Mensch und Natur zu schützen und die Belastbarkeitsgrenzen des Planeten Erde zu respektieren. Dieser Wandel muss Hand in Hand mit den Bedürfnissen der Gesellschaft hinsichtlich einer sicheren und leistbaren Versorgung mit Energie und Materialien gehen. Gleichzeitig sind wir bestrebt, die Auswirkungen unserer bestehenden Betriebe auf die Umwelt zu minimieren. Dies erreichen wir durch Maßnahmen wie Abfallmanagement, Verhinderung des Austritts schädlicher Substanzen, Verbesserung der Energieeffizienz sowie Verringerung der Treibhausgasemissionen und des Wasserverbrauchs. Die OMV bemüht sich laufend um die Optimierung ihrer Prozesse, damit natürliche Ressourcen so effizient wie möglich genutzt und Emissionen und Abfälle auf ein Niveau reduziert werden, das nicht mehr als schädlich gilt.
Im Jahr 2023 gab es 4 größere Ölaustritte (Schweregrad 3 auf der vierstufigen Skala; 2022: 2 Austritte). Insgesamt war das Volumen der Kohlenwasserstoffaustritte niedriger als im Vorjahr. Die OMV arbeitet weiterhin an der Verbesserung ihrer Einsatzpläne und Kapazitäten für die Beherrschung von Kohlenwasserstoffaustritten.
Wichtige Umweltmaßnahmen im Jahr 2023:
- An unseren wichtigsten Betriebsstandorten wurden Wassermanagementpläne implementiert, um Wasserrisiken zu verringern und eine effiziente und nachhaltige Wassernutzung sicherzustellen. Bei der OMV Tunesien führten wir Verbesserungsmaßnahmen durch, um den Süßwasserverbrauch zu senken und die unbedenkliche Wiederverwendung von Abwässern zu steigern.
- In der Raffinerie Schwechat gelang es uns, den Wasserverbrauch und die Emissionen in die Luft deutlich zu reduzieren. Mehr als 5% des durchschnittlichen jährlichen Wasserverbrauchs konnten eingespart werden – großteils durch ein neues Steuerungskonzept für das Kühlwasser eines Wärmetauschers der Ethylenanlage.
- An unserer FCC-Anlage in der Raffinerie Schwechat, konnte durch die Installation eines zusätzlichen Elektrofilters eine signifikante Reduktion der Staubemissionen erreicht werden.
- In der Raffinerie Petrobrazi wurde 2023 das Tankmodernisierungsprogramm mit der Modernisierung eines Tanks für flüchtige Produkte und der Inbetriebnahme eines neuen Tanks nach der besten verfügbaren Technik fortgesetzt, was zur Verringerung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds; VOCs) beitragen wird.
- Die OMV Petrom schloss 2023 die Stilllegung von 656 Produktionsbohrungen und 46 Anlagen im Geschäftsbereich E&P ab. Insgesamt 168.882 t von kontaminiertem Boden wurden in unseren Bioremediationsanlagen aufbereitet, und 18.746 t Metallschrott wurden von zertifizierten Unternehmen recycelt.
- Bei der OMV Petrom wurde ein verbessertes Überwachungstool zur Vermeidung von Ölaustritten implementiert. Das branchenweit anerkannte digitale Well-Integrity-Tool wurde eingeführt, um Risiken für die Integrität einzelner Bohrungen zu bewerten, Inspektionen zu priorisieren und entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen. Bis Ende 2023 konnten wir die Digitalisierung von 4.400 Bohrungen erfolgreich abschließen. Der Digitalisierungsgrad der aktiven betriebenen Bohrungen liegt damit bei über 58%.
- Borealis setzte im Jahr 2023 sein Engagement im Project STOP fort. Dieses Projekt unterstützt Kommunen in Schwellenländern bei der Einrichtung kosteneffizienter, effektiver und kreislauforientierter Abfallsammelsysteme. Durch die Entwicklung eines Modells und die Weitergabe des gewonnenen Know-hows sollen möglichst viele Stakeholder:innen ermutigt werden, den ganzheitlichen Ansatz von Project STOP zu übernehmen. Die aus den drei Städtepartnerschaften bislang gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen nun eine Ausweitung des Projekts auf den indonesischen Bezirk Banyuwangi. Damit wird sich Project STOP bis Ende 2026 positiv auf das Leben von bis zu zwei Millionen Menschen auswirken. Es wurden rund 1.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und Systeme eingerichtet, die jährlich 230.000 t Abfall sammeln. In diesem Zusammenhang unterzeichnete Borealis die UN Sustainable Ocean Principles und ist Mitglied des UN Global Compact. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website von Project STOP unter www.stopoceanplastics.com.
- Um der Verpflichtung nachzukommen, Granulatfreisetzungen in den Betrieben und in der Lieferkette auf null zu reduzieren, erfüllte Borealis alle Anforderungen, um dem Standard Operation Clean Sweep® im vollen Umfang gerecht zu werden. Folglich führte das Unternehmen ein umfassendes Paket an Vor-Ort-Maßnahmen ein, die darauf abzielen, Granulatverluste zu verhindern bzw. auf eventuelle Granulatfreisetzungen entsprechend reagieren zu können. Nach umfangreichen Audits durch Dritte nach Maßgabe des Standards Operation Clean Sweep® im Dezember 2023 erhielten die ersten beiden Borealis Standorte die Zertifizierung nach Operation Clean Sweep®. Borealis will bis Ende 2024 alle seine Polyolefin-Standorte nach Operation Clean Sweep® zertifizieren lassen.
- Der Impact des WGC BREF (Referenzdokument für die beste verfügbare Technik zur Abgasbehandlung in der chemischen Industrie) wurde an allen Standorten bewertet. Aufbauend darauf wurde ein Aktionsplan entwickelt, um die Anforderungen in den nächsten Jahren vollumfänglich zu erfüllen.
- Wir arbeiteten weiterhin daran, unsere Auswirkungen auf die Natur zu verbessern. Dazu wenden wir in unseren Projekten die „Mitigation Hierarchy“ mit folgenden Schritten an: Vermeidung, Minimierung, Wiederherstellung, Ausgleich und Kompensation. Im Jahr 2023 starteten wir ein konzernweites Projekt zur Erstellung eines Rahmenwerks für Natur und Biodiversität. Dabei wenden wir den LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Prepare) der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) an, um vorrangige Standorte zu identifizieren, Auswirkungen und Abhängigkeiten zu bewerten, Risiken und Chancen abzuschätzen und uns darauf vorzubereiten, auf wesentliche naturrelevante Themen zu reagieren und darüber zu informieren.
- Die OMV arbeitet bei Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen auf lokaler Ebene mit Dritten zusammen. Im Jahr 2023 unterstützten wir beispielsweise die folgenden Biodiversitätsprojekte in Neuseeland: das Projekt zur Regeneration des Lake Moawhitu und der angrenzenden Feuchtgebiete, die Partnerschaft mit dem Rotokare Scenic Reserve Trust zur Schaffung eines geschützten Habitats für den heimischen Vogel Hihi und die Partnerschaft mit dem lokalen Hapū in Pohokura zur Wiederherstellung und zum Schutz der Feuchtgebiete vor Ort.
Mitarbeiter:innen
Es sind die 20.600 Mitarbeiter:innen der OMV, die unsere Konzernstrategie erfolgreich umsetzen. Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir gemeinsam erzielt haben. Vertrauen in und Stolz auf das Unternehmen geben unseren Mitarbeiter:innen die Energie und Entschlossenheit, Herausforderungen zu bewältigen und sich auf innovative Lösungen zu konzentrieren, die uns noch stärker machen.
Die „People & Culture“-Strategie der OMV
Wir haben eine konzernweite „People & Culture“-Strategie entwickelt, die die Transformation der OMV umfassend unterstützt.# Im Zentrum dieser Strategie stehen unser Purpose „Re‑inventing essentials for sustainable living“ und vier strategische Schwerpunkte:
► Employee Experience
► Growing Talent
► Organizational Evolution
► New Ways of Working
Highlights 2023
Nach der Bekanntgabe der Strategie 2030 des OMV Konzerns wurden im Jahr 2022 alle Funktionen im Bereich Human Resources (HR) konzernweit in People & Culture (P&C) umbenannt. Ziel dieser Abteilung ist es, die Strategie 2030 des OMV Konzerns in vollem Umfang zu unterstützen, indem zentrale Aspekte priorisiert werden, die es uns ermöglichen, das volle Potenzial unserer Organisation zu entfalten. Im März 2022 wurde mit unserem Purpose „Re‑inventing essentials for sustainable living“ unser konzernweites Leitbild vorgestellt. Ergänzend dazu stellten wir im Mai 2023 unsere neuen OMV Konzernwerte „We care | We’re curious | We progress“ vor. Unsere Werte wurden auf der Grundlage von Beiträgen von mehr als 13.000 Mitarbeiter:innen und Führungskräften der OMV, der OMV Petrom und von Borealis im Rahmen einer Reihe von Interaktionen definiert. Dazu zählten die Pulse-Check-Umfrage, Interviews mit Führungskräften, Fokusgruppen und Workshops, bei denen ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Feedback-Tool eingesetzt wurde.
Um die Transformation der OMV erfolgreich zu gestalten, müssen wir unsere derzeitigen Arbeitsweisen an unsere neuen Zielsetzungen anpassen. Ausgehend von unseren Fähigkeiten definieren wir die Art und Weise, wie wir führen und arbeiten, von Grund auf neu. Deshalb führten wir im Jahr 2023 in Verbindung mit unserem Purpose und unseren Werten konzernweite transformationale Führungskompetenzen (Transformational Leadership Competencies; TLCs) ein. Unsere TLCs legen die Erwartungen an unsere Führungskräfte fest und vervollständigen unseren transformationalen Rahmen, um die Umsetzung unserer Strategie erfolgreich voranzutreiben. Die vier TLCs, die für alle Führungskräfte konzernweit gelten, sind: „Lead self“, „Grow people“, „Drive change“ und „Deliver impact“.
Im September 2023 führten wir zum zweiten Mal unsere jährliche konzernweite Pulse-Check-Umfrage durch, die Teil unserer Strategie zur Förderung des Mitarbeiterengagements ist. Wir erzielten eine Teilnahmequote von 82%, ein deutlicher Zuwachs von 12% gegenüber 2022. Die Ergebnisse zeigten einen Anstieg in allen Bereichen mit sichtbaren positiven Auswirkungen bei wichtigen Schwerpunktthemen, so zum Beispiel 69% in Bezug auf das Verständnis unserer neuen Werte. Die aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse erforderlichen Maßnahmen wurden innerhalb der Geschäftsbereiche bis zum Jahresende 2023 und im ersten Quartal 2024 vereinbart und sollen 2024 umgesetzt werden.
Basierend auf den Pulse-Check-Ergebnissen aus dem Jahr 2022 lag ein Schwerpunkt darauf, die Transparenz, Zugänglichkeit und Zusammenarbeit in unserer Organisation zu verbessern. Durch Förderung von Teamwork und eines Umfelds der offenen Kommunikation wollen wir Silodenken überwinden und Transparenz gewährleisten. Zu diesem Zweck ersuchten wir alle Führungskräfte, mit ihren Teams Meetings abzuhalten, um die OMV Strategie 2030 noch eingehender zu erläutern und den Dialog zu fördern.
Im Jahr 2023 aktualisierten wir unsere Leadership-Programme in die wir unsere neuen Werte und transformationale Führungskompetenzen aufgenommen haben. Diese Programme unterstützen sowohl Mitarbeiter:innen, die neue Führungsaufgaben übernehmen, als auch aktuelle Führungskräfte, die ihre Grundkenntnisse in der Mitarbeiterführung auffrischen wollen. Für identifizierte Talente auf Führungsebene wurden sowohl unser spezielles „Leading Ahead“-Programm für Toptalente mit Schwerpunkt auf der Verbesserung von Führungskompetenzen als auch unser Programm für Frauen in Führungspositionen fortgeführt. Zur Förderung von Hochschulabsolvent:innen boten wir das zweite maßgeschneiderte Absolventenprogramm im Bereich Fuels & Feedstock an und setzten unser seit vielen Jahren bestehendes IGD-Programm (Integrated Graduate Development Program) im Geschäftsbereich Energy fort.
Wir konnten unsere Lernmöglichkeiten durch Initiativen wie die neu ins Leben gerufene Sustainability Academy erweitern, die unseren Mitarbeiter:innen eine ständig wachsende Auswahl an kuratiertem Lernmaterial zu nachhaltigkeitsbezogenen Themen bietet. Damit können unsere Mitarbeiter:innen ihr Wissen über ESG-Themen erweitern. Außerdem werden ihnen die nötigen Grundlagen vermittelt, damit sie ein Verständnis für ihre Rolle auf unserem Weg zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen entwickeln. Schwerpunktthemen im Jahr 2023 waren ESG, Klimawandel, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Produkte und Menschenrechte. Zur Fortbildung von technischen Mitarbeiter:innen boten wir spezielle Schulungsinitiativen an, etwa in den Bereichen CO2-arme Energie, Geothermie, Entscheidungsqualität und Datenwissenschaft.
Anzahl der Trainingsteilnehmer:innen
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Österreich | 5.316 | 5.599 |
| Rumänien/übriges Europa | 13.814 | 14.659 |
| Mittlerer Osten/Afrika | 779 | 664 |
| Rest der Welt | 756 | 700 |
| Insgesamt | 20.549 | 21.622 |
1,2,3
Ausgaben für Trainingsmaßnahmen pro Region
In EUR
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Österreich | 4.012.063 | 3.435.294 |
| Rumänien/übriges Europa | 6.703.411 | 5.670.768 |
| Mittlerer Osten/Afrika | 1.072.251 | 614.903 |
| Rest der Welt | 504.914 | 369.132 |
| Insgesamt | 12.292.639 | 10.090.097 |
1,2
1 Ausgenommen Konferenzen und Trainings für externe Mitarbeiter:innen
2 Ausgenommen DUNATÁR, SapuraOMV, OMV Russia, DYM Solutions, mtm, Rialti, Renasci
3 Anzahl der Mitarbeiter:innen, die an mindestens einem Training teilgenommen haben
4 Die Gesamtzahl ist aufgrund der Doppelzählung von Expats geringer als die Summe der Länder.
Für 2024 planen wir die Einführung unserer neuen Employer Value Proposition (EVP). Dieses Werteversprechen soll als Statement oder Rahmen dienen, der umreißt, wofür die OMV als Arbeitgeberin steht. Die EVP wird die besonderen Leistungen und Vorteile hervorheben, die wir unseren Mitarbeiter:innen bieten. Außerdem soll uns unsere EVP helfen, potenzielle Kandidat:innen anzusprechen und für uns zu gewinnen, die sich mit unserem Purpose und unseren OMV Konzernwerten sowie unserem Angebot an Möglichkeiten identifizieren können. Anknüpfend an unsere 2023 eingeführten Führungskompetenzen wird künftig das „Transformational Leadership Program“ (Programm für transformationale Führung) angeboten, das unsere neuen Werte widerspiegelt und Führungskräften die Möglichkeit gibt, ihren persönlichen Führungsstil zu entwickeln.
Diversität
Der OMV Konzern setzte auch im Jahr 2023 seine Bemühungen um Diversität, Gleichstellung und Inklusion (Diversity, Equity, and Inclusion; DEI) innerhalb der Organisation fort. Aufbauend auf dem Fundament, das 2022 mit der Einführung der konzernweiten DEI-Strategie 2030 gelegt wurde, ergriff der OMV Konzern wichtige Maßnahmen, um diese Prinzipien noch stärker in der Unternehmenskultur zu verankern. Im Jahr 2023 stärkte der OMV Konzern seine DEI-Strategie durch die Errichtung einer Governance-Struktur. Die Struktur umfasst fünf auf Freiwilligkeit basierende Workstreams, die von Mitarbeiter:innen der OMV, der OMV Petrom und von Borealis geleitet werden. Die Workstreams konzentrieren sich auf die Bereiche Gender, Generationen, Elternschaft und Pflege, Menschen mit Behinderung sowie Inklusion von LGBTQI+ und stellen so eine ganzheitliche Vertretung sicher. Mit einer Vielzahl von Schulungen, Aktivitäten und Sensibilisierungskampagnen wird unser Fokus auf Diversität heute im gesamten Unternehmen aktiv weiterverfolgt.
Im Rahmen der Internationalen Frauenwoche, die unter dem Motto #EmbraceEquity stand, fanden zwei hochinteressante Veranstaltungen statt, bei denen die Unterschiede zwischen Gleichstellung und Gleichberechtigung thematisiert wurden. Wir erhielten auch die Auszeichnung „familienfreundlicher Arbeitgeber“, die unsere Bemühungen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie würdigt. Im Anschluss an ein Audit, das von der externen Auditierungsstelle myAbility durchgeführt wurde, entwickelten wir eine Roadmap für Menschen mit Behinderung. Sie umfasste inklusionsfördernde Initiativen, wie etwa die Einladung von Jugendlichen aus einer Sonderschule oder die Teilnahme am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Die Kolleg:innen von der OMV Petrom gestalteten eine Broschüre über Behinderung, und der Betriebsrat richtete eine Community für Kolleg:innen mit Behinderung und Betreuende von Menschen mit Behinderung ein. Zur Förderung der Verbundenheit und Solidarität mit LGBTQI+ fanden im Rahmen der Ally Week im September eine Podiumsdiskussion und „Community Lunches“ statt. Diese Initiativen verdeutlichen das Engagement des OMV Konzerns für Vielfalt, Inklusivität und entsprechende Bewusstseinsbildung.
Die OMV setzt sich für Chancengleichheit und eine faire Behandlung aller Mitarbeiter:innen ein und duldet keinerlei Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art. Wir haben eine konzernweite „People & Culture“-Ethikrichtlinie ausgearbeitet, die unsere klare Haltung zur Nichtdiskriminierung am Arbeitsplatz näher erläutert. Im Einklang mit dieser Richtlinie wollen wir konzernweite Beschwerdeverfahren und Untersuchungsgrundsätze für diesbezügliches Fehlverhalten schaffen.
Als Folge dieser Maßnahmen liegt der Frauenanteil im Konzern bei rund 28% (2022: 27%), wobei sich der Anteil von Frauen in Advanced- und Führungspositionen auf 24,4% (2022: 21,6%) beläuft.
Wichtige Mitarbeiterkennzahlen
Ende 2023 beschäftigte der OMV Konzern 20.592 Personen. Im Vergleich zu 2022 ging die Zahl der Mitarbeiter:innen um 7,7% auf 20.592 zurück, was im Wesentlichen auf die Veräußerung des Borealis-Stickstoffgeschäfts zurückzuführen war.# Mitarbeiter:innen
2023 2022
Mitarbeiter:innen nach Region
| | 2023 | 2022 |
| :------------------ | :---- | :---- |
| Österreich | 5.242 | 5.884 |
| Übriges Europa | 13.732 | 14.890 |
| Mittlerer Osten und Afrika | 630 | 583 |
| Rest der Welt | 988 | 951 |
| Gesamtzahl der Mitarbeiter:innen | 20.592 | 22.308 |
Diversität
| | % 2023 | % 2022 |
| :-------------------- | :----- | :----- |
| Frauen in % | 28 | 27 |
| Männer in % | 72 | 73 |
| Weibliche Executives¹ in % | 18 | 20 |
| Anzahl der Nationalitäten | 94 | 101 |
¹Zu den Executives zählen OMV Senior Vice Presidents sowie Vorstandsmitglieder der OMV Petrom und der Borealis Gruppe.
Geschäftsjahr des OMV Konzerns
Im Jahr 2023 erzielte die OMV mit EUR 6 Mrd das bisher zweitbeste CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten in ihrer Geschichte. Darüber hinaus blieb der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen mit EUR 4,6 Mrd signifikant, und der organische freie Cashflow belief sich auf EUR 2,3 Mrd. Der Leverage-Grad lag mit 8% auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Diese finanzielle Stärke ist eine exzellente Basis für die weitere strategische Entwicklung der OMV hin zu einem führenden Unternehmen im Bereich von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie für das Ziel, den OMV Aktionär:innen attraktive Renditen zu liefern.
Wirtschaftliches Umfeld
Makroökonomie
Für das Jahr 2023 wurde eine weitere Verlangsamung des globalen BIP-Wachstums prognostiziert. Sieht man von den stärksten Rezessionsphasen (2001–2002, 2009, 2020) ab, dürfte sich 2023 damit als eines der bisher schwächsten Jahre herausstellen. Grund dafür ist, dass sich die Volkswirtschaften nur langsam von den Folgen der Pandemie, dem Angriff Russlands auf die Ukraine und der Teuerungskrise erholen. Kriegsbedingte Störungen der Energie- und Nahrungsmittelmärkte sowie die beispiellose Verschärfung der globalen monetären Bedingungen zur Bekämpfung der höchsten Inflation seit Jahrzehnten führten dazu, dass sich die Weltkonjunktur verlangsamte, indes nicht stagnierte.
Laut jüngster Prognose des IMF wurde für 2023 ein jährliches BIP-Wachstum von knapp über 3% erwartet, wobei davon ausgegangen wurde, dass sich der Trend im Jahresverlauf abschwächen würde. Diese Schätzung liegt deutlich unter den Wachstumsraten von 3,5% bzw. 3,7%, d.h. den Durchschnittswerten von 2022 bzw. des Zeitraums 2010–2019.
Der wirtschaftliche Abschwung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Der Sparüberhang, der aus den Konjunkturbelebungsmaßnahmen während der Pandemie resultierte, ist in den Industrieländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, mittlerweile rückläufig, was bedeutet, dass den Haushalten weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Die Zahl der internationalen Touristenankünfte nähert sich in den meisten Regionen erneut dem Niveau vor der Pandemie. Während sich der Tourismus weiter erholt, lassen die Impulse für Wachstum nach. Angesichts des Rückgangs der Industrieproduktion und der Investitionstätigkeit geriet auch das verarbeitende Gewerbe unter Druck. Restriktivere Kreditbedingungen und die Teuerungskrise wirkten sich zusätzlich belastend auf die Fertigungswirtschaft aus. Hinzu kam als postpandemischer Trend, dass sich der Konsum wieder stärker auf Dienstleistungen verlagerte.
Darüber hinaus entwickelte sich das Wachstum weiterhin uneinheitlich, mit zunehmenden globalen Divergenzen. Die Konjunkturschwäche machte sich in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften deutlicher bemerkbar, wohingegen Schwellenländer im Allgemeinen mehr Widerstandskraft zeigten. Ein positiver Ausnahmefall in der Gruppe der Industrieländer waren die Vereinigten Staaten, da die US-Wirtschaft durch eine robuste Konsumnachfrage und Investitionstätigkeit in einer besseren Verfassung blieb. Unter den Schwellenländern war hingegen China eine negative Überraschung, da die anhaltende Krise im Immobiliensektor und eine generell nachlassende Zuversicht die Binnenwirtschaft zusehends belasteten.
Während sich der Dienstleistungssektor zunächst erholte und schließlich das Niveau von vor der Pandemie übertraf, hatte die starke Nachfrage nach arbeitsintensiven Dienstleistungen eine Verknappung von Arbeitskräften und eine anhaltend höhere Teuerung bei den Dienstleistungspreisen zur Folge. Auch bei der Beschäftigung gab es regionale Unterschiede. Schätzungen zufolge werden die Beschäftigungs- und Erwerbstätigenzahlen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften über den Entwicklungstendenzen der Zeit vor der Coronakrise liegen, während sie in den Schwellenmärkten aufgrund stärkerer Produktionsrückgänge und signifikant schwächerer Systeme zur sozialen Absicherung deutlich darunter bleiben werden.
Die Teuerungskrise war auch weiterhin eine der zentralen Herausforderungen für politische Entscheidungsträger:innen, auch wenn die globale jährliche Inflationsrate von 8,7% im Jahr 2022 (die höchste seit 1996) auf 6,9% im Jahr 2023 zurückging. Auslöser für den Inflationsschub waren die zwischen der zweiten Jahreshälfte 2021 und Anfang 2023 stark gestiegenen Energiepreise, was Auswirkungen auf die Preise in sämtlichen Wertschöpfungsketten hatte. Zudem führte der Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu Verknappungen auf den Nahrungsmittelmärkten. Eine spürbare Verringerung des Inflationstempos lässt sich auch mit sinkenden Öl- und Gaspreisen in Verbindung bringen, während bei den Lebensmittelpreisen Anzeichen für eine Entspannung erkennbar wurden. Zuvor waren die Lieferketten aufgrund sehr starker, wenn auch temporärer Verschiebungen im Verbraucherverhalten unter Druck geraten. Eine Normalisierung in diesem Bereich trug jedoch zu einer Inflationsabschwächung bei.
Auch die Kerninflation³ ging im Jahr 2023 zurück, hielt sich jedoch im Vergleich zu den Gesamtzahlen hartnäckiger. Mit dem langsamen Ende der fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen aus der Coronazeit ließ die Nachfrage nach. Der Effekt früherer Preisschocks wurde jedoch in die kurzfristigen Inflationserwartungen einbezogen, wodurch die Kernteuerung starrer blieb. In den USA trug die angespannte Lage auf den Arbeitsmärkten zu einer erhöhten Kerninflation bei.
Als Reaktion auf die hohen Inflationsraten begannen die Zentralbanken mit einer aggressiven Straffung der Geldpolitik. Die EZB, die FED und die Bank of England hoben ihre Leitzinsen im Jahr 2023 um 100 bis 200 Basispunkte an. Im aktuellen Zyklus stiegen die Leitzinsen in den USA und Großbritannien um mehr als 500 Basispunkte im Vergleich zu früheren Tiefständen, während es in der Eurozone bis Ende 2023 zu einem Anstieg von über 400 Basispunkten kam. Die einzige Ausnahme war die Bank of Japan, deren Leitzinssatz seit 2016 unverändert –0,1% beträgt. Die Länder stehen auch hinsichtlich ihrer Zinserhöhungszyklen an unterschiedlichen Punkten. Während sich die fortgeschrittenen Volkswirtschaften mit Ausnahme Japans auf oder nahe dem Höhepunkt befinden, haben einige Schwellenländer bereits mit Zinslockerungen begonnen.
Höhere Zinssätze begannen sich über monetäre Transmissionsmechanismen auf die Wirtschaft auszuwirken. Aus Erhebungen zu Kreditvergaben in den großen Volkswirtschaften geht hervor, dass der Zugang zu Krediten deutlich schwieriger geworden ist. Die restriktiveren Kreditbedingungen wirkten sich nachteilig auf den Wohnungsmarkt, Investitionen und die Wirtschaftstätigkeit aus – vor allem in Ländern mit einem höheren Anteil an variabel verzinsten Krediten oder dort, wo die Haushalte weniger gewillt bzw. nicht in der Lage sind, auf Ersparnisse zurückzugreifen. In den USA und im Euroraum stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen an, wenn auch ausgehend von einem historisch niedrigen Niveau.
Öl und Gas
Die Europäische Union hat als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine energiebezogene Sanktionen gegen Russland verhängt. Dies hat zur Folge, dass Rohöl und bestimmte raffinierte Erdölerzeugnisse seit dem 5. Dezember 2022 bzw. dem 5. Februar 2023 nicht mehr aus Russland eingeführt werden dürfen. Für die Einfuhr von über Pipelines geliefertes Rohöl an diejenigen Mitgliedstaaten, die aufgrund ihrer geografischen Lage in besonderem Maße von Lieferungen aus Russland abhängig sind und über keinerlei tragfähige Alternativen verfügen, ist eine vorübergehende Ausnahme vorgesehen. Ferner werden insbesondere Bulgarien und Kroatien von befristeten Ausnahmeregelungen profitieren, die die Einfuhr von russischem Rohöl, das auf dem Seeweg transportiert wird, und Vakuum-Gasöl betreffen. Außerdem besteht ein Verbot für EU-Schiffe, russisches Rohöl und Erdölerzeugnisse in Drittländer zu befördern. Die Sanktionen verbieten auch die Bereitstellung von technischer Hilfe, Vermittlungsdiensten, Finanzmitteln oder Finanzhilfen. Dieses Verbot gilt nicht, wenn das Rohöl oder die Erdölerzeugnisse zu einem Preis erworben werden, der der Preisobergrenze entspricht oder darunter liegt.
Infolgedessen sank der europäische Anteil an den russischen Ausfuhren auf dem Seeweg von 50% bis 60% auf etwa 10%, während China und Indien zu den größten Importeuren von russischem Rohöl wurden. Der Preis für Brent fiel von USD 101/bbl im Jahr 2022 auf USD 83/bbl im Jahr 2023. Der Rohölpreis schwankte seit August 2022 im Bereich von USD 75–100/bbl, wobei der Rückgang im Jahresdurchschnitt auf den abrupten Preisanstieg in der ersten Jahreshälfte 2022 infolge des Russland-Ukraine-Kriegs zurückzuführen war.
Das Jahr 2023 begann mit optimistischen Konjunkturerwartungen, die durch die Erholung der chinesischen Wirtschaft nach der Aufhebung der letzten Covid-19-Beschränkungen getragen wurden, was auch die Ölnachfrage ankurbelte. Nach Angaben der IEA stieg die Ölnachfrage 2023 im Jahresvergleich um 2,4 mbbl/d, wobei die Nachfrage aus China 1,8 mbbl/d ausmachte. Aufgrund der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Zinsen und sinkender real verfügbarer Einkommen infolge der weltweit hohen Inflation begannen sich die Konjunkturerwartungen in der zweiten Jahreshälfte einzutrüben. Infolgedessen war die OPEC+ zu weiteren Produktionsdrosselungen gezwungen, um die Märkte im Gleichgewicht zu halten.# Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt1 In USD/bbl
1Monatsdurchschnitt ICE Brent Generic 1st Contract
Im Jahr 2022 stand Erdgas auf den Energiemärkten aufgrund rekordverdächtig hoher Preise und deren Volatilität im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Selbst noch Ende 2022 gab es Tage, an denen die Day-Ahead-TTF-Preise bei knapp EUR 150/MWh lagen. Dies war auf die Sorge um eine Dezimierung der Gasvorräte während des Winters zurückzuführen, da russische Importe nur mehr über Turkstream und in geringen Mengen über die Ukraine nach Europa gelangten. Die Vorräte der EU-27 lagen jedoch zum Ende der Heizsaison 2022–2023 bei 60% und damit deutlich über dem saisonalen Durchschnitt. Dadurch war auch die Aufstockung der Vorräte für die Heizsaison 2023–2024 wesentlich leichter zu bewältigen. Dies war einerseits darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage schwächer ausfiel als erwartet, da der Heizbedarf aufgrund des warmen Winters niedriger war und zudem Sparmaßnahmen eingeleitet wurden. Andererseits wurde das verringerte russische Angebot teilweise durch LNG kompensiert, das zum überwiegenden Teil aus den USA bezogen wurde. Im weiteren Verlauf des Jahres 2023 blieb die Nachfrage niedriger als in den Vorjahren. Ursächlich dafür waren allerdings die schwächeren makroökonomischen Fundamentaldaten, die die Nutzung von Erdgas in der Industrie beeinträchtigten. Die Daten für das Jahr 2023 zeigen, dass die Erdgasnachfrage der EU-27 im Vergleich zu 2022 um 10% und im Vergleich zu 2019 und 2021 um 19% zurückging. Aufgrund der schwächeren Fundamentaldaten blieben die Preise deutlich hinter den historischen Höchstständen zurück und bewegten sich die meiste Zeit des Jahres im Bereich von EUR 30–50/MWh. Diese Werte waren aber immer noch um 50% bis 100% höher als in der Vergangenheit, da Europa – im Unterschied zu asiatischen Abnehmern – die Preise weiterhin höher ansetzen musste, um Einfuhrmengen zu sichern.
Raffinerien und petrochemische Produkte
Die Raffineriemargen blieben 2023 auf einem gesunden Niveau, da die weltweiten Raffineriekapazitäten nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten konnten, wodurch die Crack-Spreads ein hohes Niveau beibehielten. Allerdings kam es im Jahresverlauf zu unterschiedlichen Dynamiken, die insbesondere durch die Crack-Spreads bei Diesel ausgelöst wurden. Für die erste Jahreshälfte prägend war ein rückläufiger Trend ausgehend von einer hohen Ausgangsposition, da das steigende Angebot aus dem Mittleren Osten die Diesel-Cracks unter Druck setzte. In der zweiten Hälfte des Jahres verschärfte die OPEC+ die Rohölkürzungen. Dies bewirkte eine geringere Verfügbarkeit von mittelschweren sauren Sorten mit hohen Ausbeuten an Mitteldestillaten. Generell wirkten sich außerdem ungeplante Stillstände in den Raffinerien auf die Margen aus. Die Crack-Spreads für Naphtha entwickelten sich über die meiste Zeit des Jahres 2023 unterdurchschnittlich, da schwache Polyolefinmargen die Nachfrage seitens der Steamcracker dämpften. Durch die hohe Inflation und hohe Zinssätze dezimierte sich das verfügbare Einkommen der Verbraucher:innen im Jahr 2023, was wiederum in einem geringeren Wachstum der Nachfrage nach petrochemischen Produkten weltweit resultierte. Grund zur Sorge gaben vor allem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Chinas, da das Land ein Drittel der weltweiten Nachfrage nach Polyethylen (dem bei weitem wichtigsten Ethylenderivat) ausmacht. Unterdessen geriet auch der Butadienmarkt aufgrund der geringeren Nachfrage der Bau- und Automobilindustrie unter Druck.
Finanzieller Lagebericht
Ergebnisse auf einen Blick
| 2023 | 2022 | Δ | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse in EUR Mio | 39.463 | 62.298 | –37% |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ in EUR Mio | 6.024 | 11.175 | –46% |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals & Materials¹ in EUR Mio | 94 | 1.457 | –94% |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Fuels & Feedstock¹ in EUR Mio | 1.651 | 1.810 | –9% |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Energy¹ in EUR Mio | 4.357 | 8.001 | –46% |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges¹ in EUR Mio | –51 | –50 | –2% |
| Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio | –27 | –43 | 38% |
| CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten in % | 43 | 48 | –5 |
| CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten¹ in EUR Mio | 3.421 | 5.807 | –41% |
| Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten¹,² in EUR Mio | 2.593 | 4.394 | –41% |
| CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten¹ in EUR | 7,93 | 13,44 | –41% |
| Sondereffekte³ in EUR Mio | –668 | 861 | n.m. |
| davon Chemicals & Materials in EUR Mio | –214 | 582 | n.m. |
| davon Fuels & Feedstock in EUR Mio | 146 | 426 | –66% |
| davon Energy in EUR Mio | –586 | –111 | n.m. |
| davon Konzernbereich & Sonstiges in EUR Mio | –14 | –36 | 62% |
| CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (−) in EUR Mio | –130 | 210 | n.m. |
| Operatives Ergebnis Konzern in EUR Mio | 5.226 | 12.246 | –57% |
| Operatives Ergebnis Chemicals & Materials in EUR Mio | –120 | 2.039 | n.m. |
| Operatives Ergebnis Fuels & Feedstock in EUR Mio | 1.671 | 2.438 | –31% |
| Operatives Ergebnis Energy in EUR Mio | 3.771 | 7.890 | –52% |
| Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges in EUR Mio | –65 | –86 | 24% |
| Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio | –31 | –35 | 12% |
| Finanzerfolg in EUR Mio | –70 | –1.481 | 95% |
| Steuerquote des Konzerns in % | 58 | 52 | 6 |
| Periodenüberschuss in EUR Mio | 1.917 | 5.175 | –63% |
| Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Periodenüberschuss² in EUR Mio | 1.480 | 3.634 | –59% |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 4,53 | 11,12 | –59% |
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio | 5.709 | 7.758 | –26% |
| Freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio | 2.682 | 5.792 | –54% |
| Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio | 349 | 4.333 | –92% |
| Organischer freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio | 2.272 | 4.891 | –54% |
| Organischer freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio | –61 | 3.432 | n.m. |
| Leverage-Grad in % | 8 | 8 | 0 |
| Investitionen⁴ in EUR Mio | 3.965 | 4.201 | –6% |
| Organische Investitionen⁵ in EUR Mio | 3.748 | 3.711 | 1% |
| CCS ROACE vor Sondereffekten in % | 12 | 19 | –7 |
| ROACE in % | 7 | 17 | –11 |
Hinweis: Ab 2023 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter „Gas Marketing & Power“ ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt.
¹ Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu finden sich in Anhangangabe 5 – Segmentberichterstattung – des Anhangs zum Konzernabschluss
² Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Jahresüberschusses
³ Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen betrachtet. Zur Darstellung vergleichbarer Ergebnisse müssen bestimmte Positionen hinzugefügt oder abgezogen werden. Sondereffekte von at-equity bewerteten Beteiligungen und temporären Hedging-Effekten für wesentliche Hedging-Transaktionen werden berücksichtigt.
⁴ Investitionen beinhalten Akquisitionen.
⁵ Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
Erläuterungen zu den Ergebnissen auf einen Blick
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
| In EUR Mio | |||
|---|---|---|---|
| 2023 | 2022 | Δ | |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ | 6.024 | 11.175 | –46% |
| Sondereffekte | –668 | 861 | n.m. |
| davon: Personallösungen | –6 | –8 | 27% |
| davon: Wertminderungen/Wertaufholungen | –44 | 58 | n.m. |
| davon: Anlagenverkäufe | 208 | 724 | –71% |
| davon: Sonstiges | –827 | 87 | n.m. |
| CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) | –130 | 210 | n.m. |
| Operatives Ergebnis Konzern | 5.226 | 12.246 | –57% |
¹ Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte
Operatives Ergebnis bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Details sind in der Tabelle links dargestellt.
Ergebnis 2023: Mit knapp über EUR 6 Mrd erzielte die OMV im Jahr 2023 das zweithöchste CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten. Dieses sank deutlich um 46% verglichen mit dem Ergebnis 2022 und ist insbesondere auf signifikant niedrigere Marktpreise zurückzuführen. Alle drei Geschäftsbereiche hatten einen geringeren Beitrag im Vergleich zu 2022 infolge des ungünstigeren Marktumfelds.
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten
Die Steuerquote des Konzerns bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Die Quote stellt den durchschnittlichen Steuersatz dar, mit dem die Gewinne des Konzerns vor Steuern besteuert sind.
Ergebnis 2023: Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten lag bei 43%, um 5 Prozentpunkte niedriger im Vergleich zu 48% im Vorjahr. Grund dafür ist der gesunkene Anteil von Unternehmen in Hochsteuerländern des Geschäftsbereichs Energy am Konzernergebnis.
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten
In EUR Mio
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Periodenüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten.
Ergebnis 2023: Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss vor Sondereffekten sank deutlich auf EUR 2,6 Mrd von EUR 4,4 Mrd im Jahr 2022 infolge des Operativen Ergebnisses.
Leverage-Grad
Der Leverage-Grad errechnet sich aus der Division der Nettoverschuldung inkl. Leasing durch Eigenkapital plus Nettoverschuldung inkl. Leasing.
Ergebnis 2023: Die starke finanzielle Performance der OMV führte zum Erhalt des Leverage-Grades von 8% im Jahr 2023, auf dem gleichen Niveau wie auch im Jahr 2022. Dies unterstreicht die finanzielle Stärke der OMV trotz konstanter Investitionsaktivitäten und einer Rekorddividende an die Aktionär:innen.
CCS ROACE vor Sondereffekten
Der CCS ROACE (%) vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: Net Operating Profit After Tax (NOPAT – als Summe vom aktuellen und den letzten drei Quartalen) bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch das durchschnittlich eingesetzte Kapital.# Ergebnis 2023
Von hervorragenden operativen Leistungen getrieben konnte die OMV im Jahr 2023 einen CCS NOPAT vor Sondereffekten von EUR 3,3 Mrd erzielen, verglichen mit EUR 5,7 Mrd im Jahr 2022. Obwohl das durchschnittlich eingesetzte Kapital um 6% sank, führte der wesentlich geringere CSS NOPAT vor Sondereffekten zur Minderung der CCS ROACE vor Sondereffekten von 19% im Jahr 2022 auf 12% im Jahr 2023.
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen
In EUR Mio
Betrag der liquiden Mittel, die der OMV Konzern aus seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet, abzüglich Effekten aus Net-Working-Capital-Positionen.
Ergebnis 2023: Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen war mit EUR 4,6 Mrd unter dem Niveau von EUR 9,8 Mrd im Jahr 2022, vor allem wegen eines schwächeren Marktumfelds.
Organischer freier Cashflow vor Dividenden
In EUR Mio
Der organische freie Cashflow ist der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit ohne Veräußerungen und wesentliche anorganische Cashflow-Komponenten (z.B. Akquisitionen).
Ergebnis 2023: Im Jahr 2023 konnte ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Höhe von EUR 2,3 Mrd erreicht werden und war damit 54% unter dem Niveau des Vorjahres.
Organische Investitionen
In EUR Mio
Der Betrag ist definiert als Investitionsausgaben einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Eigenkapitalzuführungen in at-equity und vollkonsolidierte Unternehmen, Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
Ergebnis 2023: Die organischen Investitionen blieben mit EUR 3,7 Mrd stabil, da höhere organische Investitionen in den Bereichen Fuels & Feedstock sowie Energy durch niedrigere Investitionen im Bereich Chemicals & Materials kompensiert wurden.
Investitionen (CAPEX)⁹
Gesamte Investitionen
In EUR Mio
Die Investitionen im Bereich Chemicals & Materials im Jahr 2023 fanden im Wesentlichen im Zuge der Errichtung der neuen Propan-Dehydrierungsanlage (PDH-Anlage) in Kallo, der geplanten Generalüberholungen an den Standorten Schwechat (Österreich) und Porvoo (Finnland) sowie der Errichtung der ReOil®-Anlage in Österreich statt. Investitionen im Jahr 2022 waren insbesondere auf die Errichtung der neuen PDH-Anlage in Belgien zurückzuführen, die nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd beinhaltete. Zusätzlich wurde 2022 durch den Kapitalzuschuss an die Borouge 4 LLC zur Finanzierung des Projekts Borouge 4, die Errichtung der ReOil®-Anlage in Österreich und die Generalüberholung in Stenungsund (Schweden) beeinflusst.
Der Anstieg der Investitionen im Bereich Fuels & Feedstock war hauptsächlich durch die Investitionen in die Aromaten-Anlage in Petrobrazi (Rumänien) und die Co-Processing-Anlage in Schwechat (Österreich) bedingt. Die Investitionen im Bereich Energy im Jahr 2023 waren hauptsächlich durch Projekte in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten bedingt. Im Jahr 2022 gab es hauptsächlich Investitionen in Rumänien, Neuseeland und Norwegen.
Die Überleitung von den gesamten Investitionen zu den Investitionen laut Cashflow-Rechnung ist folgender Tabelle zu entnehmen:
| Investitionen In EUR Mio | 2023 | 2022 | ∆ |
|---|---|---|---|
| Investitionen gesamt | 3.965 | 4.201 | –6% |
| +/– sonstige Anpassungen | –14 | –47 | 70% |
| – Investitionen in Finanzanlagen | –215 | –490 | 56% |
| Zugang lt. Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) | 3.736 | 3.664 | 2% |
| +/– Nicht zahlungswirksame Änderungen¹ | –248 | –721 | 66% |
| Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 3.487 | 2.943 | 18% |
| + Zahlungswirksame Investitionen, Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen | 635 | 736 | –14% |
| + Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 52 | — | n/a |
| Investitionen laut Cashflow-Rechnung | 4.174 | 3.679 | 13% |
¹ Nicht zahlungswirksame Änderungen im Jahr 2022 waren hauptsächlich durch neue Leasingsverträge betreffend die Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis beeinflusst.
Erläuterungen zur Konzern-Cashflow-Rechnung
Konzern-Cashflow-Rechnung (verkürzt)
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | ∆ | |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen | 4.638 | 9.843 | –53% |
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 5.709 | 7.758 | –26% |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –3.027 | –1.966 | 54% |
| Freier Cashflow | 2.682 | 5.792 | –54% |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –3.771 | –2.660 | 42% |
| Währungsdifferenz auf liquide Mittel | –25 | –72 | –66% |
| Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | –1.114 | 3.060 | n.m. |
| Liquide Mittel Periodenbeginn | 8.124 | 5.064 | 60% |
| Liquide Mittel Periodenende | 7.011 | 8.124 | –14% |
| davon liquide Mittel, umgegliedert auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 91 | 35 | 162% |
| In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 6.920 | 8.090 | –14% |
| Freier Cashflow nach Dividenden | 349 | 4.333 | –92% |
Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen sank 2023 auf EUR 4.638 Mio (2022: EUR 9.843 Mio), was vor allem auf ein weniger günstiges Marktumfeld zurückzuführen war. Die Veränderung der Net-Working-Capital-Positionen führte zu einem Mittelzufluss von EUR 1.071 Mio, überwiegend als Ergebnis niedrigerer Preise. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit sank um 26% auf EUR 5.709 Mio (2022: EUR 7.758 Mio).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verzeichnete im Jahr 2023 einen Mittelabfluss von EUR –3.027 Mio gegenüber EUR –1.966 Mio im Jahr 2022. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt im Jahr 2023 einen Mittelzufluss von EUR 661 Mio aus dem erfolgreichen Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe und von EUR 272 Mio aus dem Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien. Des Weiteren gab es verglichen mit 2022 höhere Mittelabflüsse aus Investitionen und Anlagen in kurzfristige Wertpapiere.
2022 enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit Mittelzuflüsse aus dem Börsengang der Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch die Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 432 Mio. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Jahr 2022 einen Mittelabfluss in Höhe von EUR –408 Mio infolge eines Kapitalzuschusses an die Borouge 4 LLC sowie abgegangene liquide Mittel in Höhe von EUR –208 Mio infolge des Verlusts der Beherrschung über die JSC GAZPROM YRGM Development.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –3.771 Mio gegenüber EUR –2.660 Mio im Jahr 2022, im Wesentlichen aufgrund der Erhöhung der Dividendenzahlungen um EUR 874 Mio auf EUR 2.333 Mio sowie höherer Rückzahlungen von Anleihen.
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (verkürzt)
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben)
| 2023 | 2022 | Δ | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 39.463 | 62.298 | –37% |
| Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 1.068 | 2.512 | –57% |
| Summe Erlöse und sonstige Erträge | 40.531 | 64.811 | –37% |
| Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | –24.222 | –39.298 | –38% |
| Produktions- und operative Aufwendungen und produktionsbezogene Steuern | –4.929 | –6.205 | –21% |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –2.463 | –2.484 | –1% |
| Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –3.006 | –2.689 | 12% |
| Explorationsaufwendungen | –222 | –250 | –11% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –462 | –1.639 | n.m. |
| Operatives Ergebnis | 5.226 | 12.246 | n.m. |
| Finanzerfolg | –70 | –1.481 | n.m. |
| Ergebnis vor Steuern und vor Solidaritätsbeitrag | 5.156 | 10.765 | n.m. |
| Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl | –552 | — | n.m. |
| Ergebnis vor Steuern | 4.604 | 10.765 | n.m. |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –2.687 | –5.590 | n.m. |
| Periodenüberschuss | 1.917 | 5.175 | –63% |
| davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 72 | 71 | 1% |
| davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 366 | 1.470 | n.m. |
| Periodenüberschuss den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 1.480 | 3.634 | –59% |
| Effektivsteuersatz (%) | 58 | 52 | 6 |
Umsätze mit Dritten
2023 (2022)
In EUR Mio wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)
Umsätze nicht konsolidiert
2023 (2022)
In EUR Mio wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)
Der Umsatz sank um 37% auf EUR 39.463 Mio und ist insbesondere auf die substanziell niedrigeren Marktpreise zurückzuführen. Die regionale Umsatzaufteilung mit Dritten findet sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 5 – Segmentberichterstattung).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von EUR 1.644 Mio im Jahr 2022 auf EUR 742 Mio im Jahr 2023. Das Jahr 2023 war hauptsächlich durch Gewinne in Höhe von EUR 221 Mio aus dem Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien beeinflusst. Das Jahr 2022 enthielt Gewinne in Höhe von EUR 409 Mio aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland, Gewinne in Höhe von EUR 341 Mio aus dem erfolgreichen Börsengang der Borouge PLC an der ADX (Abu Dhabi Securities Exchange) und einen Versicherungsertrag von rund EUR 200 Mio im Zusammenhang mit dem Vorfall in der Raffinerie Schwechat im Juni 2022. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 7 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen).
Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen verringerte sich von EUR 869 Mio im Jahr 2022 auf EUR 326 Mio im Jahr 2023, hauptsächlich aufgrund einer Wertminderung der Explorations- und Evaluierungsvermögenswerte, die in der ursprünglichen Kaufpreisallokation der OMV für ihren Anteil an der Pearl Petroleum Company Limited enthalten waren, und eines geringeren Beitrags von Abu Dhabi Oil Refining aufgrund gesunkener Raffineriemargen.
Nettoaufwendungen aus Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen blieben im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.# Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Das Jahr 2023 wurde hauptsächlich durch die Wertaufholungen in Höhe von EUR 186 Mio im Zusammenhang mit Vermögenswerten in Libyen und dem Gasspeicher in Deutschland beeinflusst. Das Jahr 2022 enthielt insbesondere eine Wertaufholung in Höhe von EUR 266 Mio des Geschäftsbereichs Stickstoff von Borealis aufgrund des neuen Angebots der AGROFERT, a.s. und eine Nettowertminderung in Höhe von EUR 117 Mio basierend auf der Werthaltigkeitsprüfung des Portfolios von Exploration & Production, ausgelöst durch aktualisierte Preisannahmen für Rohstoffe. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen). Sonstige betriebliche Aufwendungen sanken von EUR 1.639 Mio im Jahr 2022 auf EUR 462 Mio im Jahr 2023. Das Jahr 2022 war hauptsächlich aufgrund der Entkonsolidierung von Beteiligungen in Russland und der Neubewertung des Vermögenswerts aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno-Russkoje beeinflusst.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von EUR –1.481 Mio im Jahr 2022 auf EUR –70 Mio im Jahr 2023. Das negative Finanzergebnis im Jahr 2022 war hauptsächlich durch die Wertminderung des Nord-Stream-2-Darlehens in Höhe von EUR 1.004 Mio sowie die EUR 370 Mio negativen Fair-Value-Anpassungen der Beteiligungen in Russland bedingt. Das Finanzergebnis im Jahr 2023 verbesserte sich zusätzlich aufgrund eines höheren Nettozinsergebnisses; dies wurde teilweise durch ein schlechteres Fremdwährungsergebnis ausgeglichen. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte).
Der Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien wurde am 12. Mai 2023 durch das Gesetz Nr. 119/2023 zur Genehmigung der Government Emergency Ordinance 186/2022 eingeführt. Das Gesetz sieht die Zahlung eines Beitrags von RON 350 pro verarbeiteter Tonne Rohöl in den Jahren 2022 und 2023 vor. Im Jahr 2023 wurde ein Solidaritätsbeitrag in Höhe von EUR 552 Mio für die in den Jahren 2022 und 2023 verarbeiteten Rohölmengen erfasst. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 13 – Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl).
Der effektive Steuersatz stieg von 52% im Jahr 2022 auf 58% im Jahr 2023 was vor allem auf den Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien (verringert das Ergebnis vor Steuern, der Aufwand ist jedoch steuerlich nicht abzugsfähig) zurückzuführen ist. Weitere Einzelheiten bezüglich des Konzern-Effektivsteuersatzes finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 14 – Steuern vom Einkommen und Ertrag).
Erläuterungen zur Konzernbilanz
Konzernbilanz (verkürzt)
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | Δ angepasst¹ |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Langfristiges Vermögen | 31.559 | 32.384 | –3% |
| Kurzfristiges Vermögen | 17.432 | 22.803 | –24% |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 1.671 | 1.676 | –0% |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 25.369 | 26.628 | –5% |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.826 | 15.607 | –5% |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 9.846 | 14.001 | –30% |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 622 | 626 | –1% |
| Summe Aktiva/Passiva | 50.663 | 56.863 | –11% |
¹ Vergleichsinformationen zum 31. Dezember 2022 wurden angepasst. Weitere Einzelheiten sind dem Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) zu entnehmen.
Langfristiges Vermögen: Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wurden 2023 unter anderem durch signifikante Investitionen beeinflusst, die jedoch durch die Umgliederung der SapuraOMV zu den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten nahezu kompensiert wurden (Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – im Anhang zum Konzernabschluss). Die at-equity bewerteten Beteiligungen gingen um EUR 626 Mio auf EUR 6.668 Mio zurück, was auf Dividendenausschüttungen in Höhe von EUR 786 Mio und negative Währungseffekte zurückzuführen war. Diese waren teilweise durch positive Ergebnisse, insbesondere von der Borouge PLC und der Abu Dhabi Oil Refining Company, sowie durch Kapitalzuschüsse, hauptsächlich an die Bayport Polymers LLC. in Höhe von EUR 94 Mio, ausgeglichen. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen).
Kurzfristiges Vermögen: Die Vorräte fielen von EUR 4.834 Mio im Jahr 2022 auf EUR 3.529 Mio im Jahr 2023, hauptsächlich aufgrund niedrigerer Preise. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 19 – Vorräte). Der Rückgang der Derivate von EUR 2.377 Mio auf EUR 742 Mio war hauptsächlich auf das Gasgeschäft zurückzuführen.
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten: Im Jahr 2023 wurde die Position vor allem durch den Abschluss des Verkaufs des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe beeinflusst, der teilweise durch die Umgliederung der SapuraOMV Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“, infolge der Entscheidung zur Aufnahme von Verhandlungen mit interessierten Bietern, ausgeglichen wurde. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten).
Langfristige Verbindlichkeiten: Der Rückgang in der Position Anleihen war im Wesentlichen durch die Umgliederung von EUR 750 Mio von langfristig auf kurzfristig beeinflusst. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten).
Kurzfristige Verbindlichkeiten: Lieferverbindlichkeiten sind von EUR 5.259 Mio im Jahr 2022 auf EUR 3.955 Mio im Jahr 2023 gefallen. Dies ist sowohl auf niedrigere Preise als auch geringere Verkaufsmengen zurückzuführen. Der Rückgang in der Position Anleihen war hauptsächlich durch die Umgliederung von EUR 750 Mio von langfristig auf kurzfristig bedingt, welcher durch eine Rückzahlung von EUR 1.250 Mio mehr als ausgeglichen wurde, bedingt. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten). Der Rückgang der Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von EUR 1.590 Mio betraf hauptsächlich die OMV Norwegen und war auf niedrigere steuerpflichtige Einkünfte und erhebliche Zahlungen im ersten Halbjahr 2023, die das Vorjahr betrafen, zurückzuführen. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Derivaten sanken von EUR 1.263 Mio auf EUR 386 Mio, im Wesentlichen in Zusammenhang mit dem Gasgeschäft.
Chemicals & Materials
Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbieter:innen von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgt über Borealis¹⁰ und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Singapur und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kund:innen in aller Welt mit Dienstleistungen und Produkten.
Auf einen Blick
| 2023 | 2022 | ∆ | |
|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten in EUR Mio | 94 | 1.457 | –94% |
| davon Borealis exklusive JVs in EUR Mio | –74 | 967 | n.m. |
| davon Borealis JVs in EUR Mio | 102 | 332 | –69% |
| Sondereffekte in EUR Mio | –214 | 582 | n.m. |
| Operatives Ergebnis in EUR Mio | –120 | 2.039 | n.m. |
| Investitionen¹ in EUR Mio | 1.345 | 1.896 | –29% |
| Ethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t | 507 | 560 | –9% |
| Propylen-Referenzmarge Europa in EUR/t | 389 | 534 | –27% |
| Polyethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t | 322 | 390 | –17% |
| Polypropylen-Referenzmarge Europa in EUR/t | 355 | 486 | –27% |
| Steamcracker-Auslastungsgrad Europa | 80% | 74% | 5 |
| Verkaufsmenge Polyolefine in Mio t | 5,69 | 5,66 | 0% |
| davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs in Mio t | 1,63 | 1,69 | –3% |
| davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs in Mio t | 1,86 | 1,84 | 1% |
| davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs² in Mio t | 1,28 | 1,25 | 2% |
| davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs² in Mio t | 0,92 | 0,88 | 4% |
Hinweis: Nach dem erfolgreichen Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals der Borouge PLC am 3. Juni 2022 hält Borealis 36% an der Borouge PLC, wodurch sich die finanziellen und operativen Beiträge ab dem Zeitpunkt des Börsengangs verringern.
¹ Investitionen beinhalten Akquisitionen
² Anteilige Mengen der at-equity konsolidierten Unternehmen
Finanzielle Performance
Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich 2023 deutlich auf EUR 94 Mio (2022: EUR 1.457 Mio). Ursächlich dafür war im Wesentlichen eine Verschlechterung der Lage im Chemiesektor, die durch die globale Konjunkturabschwächung und ein stark inflationäres Umfeld bedingt war. Dies führte zu deutlich niedrigeren Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen, negativen Lagerbewertungseffekten und einem geringeren Beitrag der Borealis JVs. Darüber hinaus wurde der Verkauf des Stickstoffgeschäfts an AGROFERT, a.s. Anfang Juli 2023 abgeschlossen, was zu einem EUR 367 Mio geringeren Ergebnisbeitrag im Vergleich zu 2022 führte. Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts verringerte sich hauptsächlich aufgrund deutlich gesunkener Olefin-Referenzmargen.
Die Ethylen-Referenzmarge Europa sank um 9% auf EUR 507/t (2022: EUR 560/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa deutlich, um 27%, auf EUR 389/t zurückging (2022: EUR 534/t). Im Jahr 2023 belasteten die schwache Nachfrage und das Überangebot die Olefin-Kontraktpreise, während die Propylen-Kontraktpreise infolge hoher Raffineriedurchsätze in Europa zusätzlich unter starken Abwärtsdruck gerieten. Schwächere Naphtha-Preise unterstützten die Olefin-Referenzmargen etwas.
Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, stieg auf 80% (2022: 74%). Während 2022 durch die geplanten Generalüberholungen der Steamcracker in Stenungsund und Burghausen sowie durch die reduzierte Auslastung des Steamcrackers in Schwechat geprägt war, wurde 2023 durch die geplanten Generalüberholungen der Steamcracker in Schwechat und Porvoo beeinflusst.
Der Beitrag von Borealis exklusive JVs war 2023 mit EUR –74 Mio signifikant geringer (2022: EUR 967 Mio).# Chemicals & Materials
Ausschlaggebend für diesen starken Rückgang waren wesentlich schwächere Olefin- und Polyolefin-Referenzmargen, der fehlende Beitrag des Stickstoffgeschäfts infolge des Verkaufs im Juli 2023, der das Ergebnis im Vergleich zu 2022 mit EUR 367 Mio negativ beeinflusste, sowie negative Lagerbewertungseffekte. Die Lagerbewertungseffekte, exklusive des Stickstoffgeschäfts, fielen im Vergleich zu 2022 um rund EUR 160 Mio niedriger aus und beeinflussten das Ergebnis negativ. Das Basischemikaliengeschäft von Borealis verzeichnete hauptsächlich infolge schwächerer Olefin-Referenzmargen einen Rückgang, obwohl ein größerer Vorteil bei der Verarbeitung leichter Rohstoffe sowie ein höherer Auslastungsgrad der Steamcracker dem etwas entgegenwirkten. Das Polyolefingeschäft verzeichnete vor dem Hintergrund des anhaltend schwachen Marktumfelds in Europa einen deutlichen Rückgang, der zu signifikant niedrigeren Polyolefin-Referenzmargen und negativen Lagerbewertungseffekten führte. Ein ungünstigerer Produktmix sowie höhere Fixkosten aufgrund des inflationären Umfelds wirkten sich ebenfalls negativ auf das Ergebnis aus.
Die Polyethylen-Referenzmarge Europa sank um 17% auf EUR 322/t (2022: EUR 390/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 27% auf EUR 355/t fiel (2022: EUR 486/t). Die Polyolefin-Referenzmargen gingen 2023 aufgrund der weltweiten Konjunkturabschwächung und des Inflationsdrucks auf Kunden zurück. Zusätzlich verstärkte die erhöhte Verfügbarkeit von nach Europa importierten Mengen den Margendruck. In der Folge gingen die realisierten Margen im Standardgeschäft deutlich zurück. Im Gegensatz dazu stiegen die realisierten Margen im Specialty-Geschäft etwas an.
Verglichen mit 2022 sank die Verkaufsmenge an Polyethylen exklusive der JVs um 3%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen exklusive der JVs um 1% leicht stieg. Die Verringerung der Verkaufsmengen war insbesondere auf den Energie- und Healthcare-Sektor zurückzuführen, während sich der Sektor Mobilität leicht verbesserte.
Der Verkauf des Stickstoffgeschäfts an AGROFERT, a.s. wurde Anfang Juli 2023 abgeschlossen. Der Ergebnisbeitrag des Stickstoffgeschäfts betrug 2022 EUR 339 Mio, während 2023 ein Verlust von EUR –28 Mio ausgewiesen wurde.
Der Beitrag der Borealis JVs, ausgewiesen als der OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, sank 2023 auf EUR 102 Mio (2022: EUR 332 Mio). Ursächlich dafür waren ein niedrigerer Beitrag von Borouge und ein negativerer Beitrag von Baystar. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs erhöhten sich leicht, um 2%, verglichen mit 2022 während die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 4% zulegten.
Die Ergebnisse von Borouge sanken vor allem infolge des schwächeren Marktumfelds in Asien. Zusätzlich führte die reduzierte Beteiligung der OMV an Borouge infolge des erfolgreichen Börsengangs von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals von Borouge am 3. Juni 2022 zu einem verglichen mit 2022 geringeren finanziellen und operativen Beitrag. Das Preisumfeld in Asien schwächte sich im Vergleich zu 2022 ab, da neue Polyolefin-Produktionskapazitäten in Betrieb genommen wurden, während die asiatische Nachfrage gedämpft blieb. Borouge verzeichnete 2023 etwas höhere Verkaufsmengen.
Bei Baystar stiegen die Polyethylen-Verkaufsmengen im Vergleich zu 2022 leicht an. Dies war auch auf die laufende Inbetriebnahme der neuen Polyethylenanlage Bay 3 in Q4/23 zurückzuführen. Der Ethancracker von Baystar verzeichnete aufgrund operativer Herausforderungen, die sich 2023 fortsetzten, einen niedrigen Auslastungsgrad. In Kombination mit dem schwachen Marktumfeld führten gestiegene Kosten aufgrund der planmäßigen Abschreibung des Crackers, höheren Zinsaufwendungen und Fixkosten zu einem deutlich negativen Ergebnisbeitrag von Baystar.
Die Netto-Sondereffekte lagen bei EUR –214 Mio (2022: EUR 582 Mio) und waren hauptsächlich das Ergebnis von Wertminderungen im Zusammenhang mit dem Stickstoffgeschäfts von Borealis sowie Renasci N.V. Die Netto-Sondereffekte 2022 ergaben sich insbesondere aus dem erfolgreichen Börsengang eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung führte, und einer Wertaufholung des Stickstoffgeschäfts von Borealis.
Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials sank signifikant auf EUR –120 Mio, verglichen mit EUR 2.039 Mio im Jahr 2022.
Die Investitionen in Chemicals & Materials sanken auf EUR 1.345 Mio (2022: EUR 1.896 Mio). Im Jahr 2022 beinhalteten die Investitionen eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von rund EUR 0,4 Mrd und nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd im Zuge der Errichtung einer neuen PropanDehydrierungsanlage (PDH) in Belgien durch Borealis. Organische Investitionen fanden 2023 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen PDH-Anlage in Kallo durch Borealis, der geplanten Generalüberholungen an den Standorten Schwechat und Porvoo sowie der Errichtung der ReOil®-Anlage in Österreich statt.
Geschäftsüberblick
Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbieter:innen von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgt über die OMV und Borealis und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Singapur und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kund:innen in aller Welt mit Dienstleistungen und Produkten. Der Geschäftsbereich umfasst die Produktion von Basischemikalien in den von der OMV betriebenen Raffinerien in Österreich und Deutschland, das Geschäft von Borealis mit Basischemikalien und Polyolefinen sowie die Joint Ventures. Die OMV gab im Juli 2023 bekannt, dass sie beschlossen hat, Verhandlungen mit ADNOC über eine potenzielle Kooperation ihres Polyolefingeschäfts zu verfolgen. Die Kooperation würde eine mögliche Zusammenlegung des Borealis und Borouge Geschäfts als gleichberechtigte Partner unter einer gemeinsam kontrollierten, börsennotierten Plattform für potenzielle Wachstumsakquisitionen mit dem Ziel umfassen, ein globales Polyolefin-Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten zu schaffen.
Basischemikalien
Basischemikalien sind wichtige Bausteine für die chemische Industrie und werden zu Kunststoffen, Verpackungen, Kleidung und vielen anderen Konsumgütern verarbeitet. Während die von der OMV betriebenen Steamcracker, die in die Raffinerien Schwechat und Burghausen integriert sind, hauptsächlich Naphtha als Grundstoff verwenden, sind die von Borealis betriebenen Steamcracker in Stenungsund und Porvoo hinsichtlich der Rohstoffe sehr flexibel und können Naphtha, Ethan, Propan, Butan oder auch LPG-Gemische verwenden. In Kallo betreibt Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, die zu 100% auf Propan als Grundstoff setzt.
Der OMV Konzern produziert Basischemikalien wie Olefine (Ethylen, Propylen, Butadien und hochreines Isobuten) und Aromaten (Benzol und Phenol).
- Ethylen und Propylen sind wichtige chemische Grundbausteine, aus denen Polyolefine (Polyethylen und Polypropylen) hergestellt werden, die wiederum zur Herstellung einer Vielzahl von Konsum- und Industriegütern verwendet werden.
- Aromaten wie Benzol werden als Ausgangsstoffe für wärmeisolierende Materialien und Konsumgüter wie Kleidung, Pharmazeutika, Kosmetika, Computer und Sportgeräte verwendet.
- C4-Kohlenwasserstoffe (z.B. Butadien und Buten) werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, wobei Butadien in erster Linie zur Herstellung von synthetischem Kautschuk verwendet wird, einem unverzichtbaren Grundstoff für die Reifen- und Automobilindustrie. Butene werden in Spezialchemikalien verwendet, wie zum Beispiel in Oxo-Alkoholen für Weichmacher und in Polyolen für Beschichtungen und synthetische Schmiermittel.
- Hochreines Isobuten ist ein Ausgangsstoff für wichtige chemische Produkte wie Klebstoffe, Schmiermittel und Vitamine.
- Phenol und Aceton werden hauptsächlich an die Polycarbonat- und Epoxidharzindustrie verkauft. Phenol wird auch in Phenolharzen und in Caprolactam verwendet. Aceton ist auch ein Bestandteil von Lösungsmitteln und Methylmethacrylat (MMA), einem Vorprodukt von Plexiglas bzw. Polymethylmethacrylat (PMMA).
Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker der OMV lag zwar über dem europäischen Durchschnitt, jedoch wirkte sich der Konjunkturabschwung in Europa belastend auf die Ergebnisse im Basischemikaliengeschäft aus. Insgesamt fiel die Leistung in Europa hinsichtlich der Absatzmengen und Margen im Jahr 2023 weiter schwach aus und lag aufgrund der verhaltenen Nachfrage über die gesamte Lieferkette hinweg, von Olefinen bis hin zu Derivaten, unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnisoptimierungsprogramm (Profit Improvement Program) der OMV konnte die Fehlbeträge bei Margen und Mengen teilweise kompensieren.
Die Schere zwischen dem Ethylen- und Propylenpreis weitete sich von 2022 bis 2023 aus, da der Raffineriedurchsatz bei gesunden Kraftstoffstoffmargen hoch blieb. Während sich die Nachfrage nach chemischen Produkten weiter abschwächte, sorgten weltweit neu hinzugekommene Kapazitäten für zusätzlichen Druck. Darüber hinaus erwies sich die Turnaround-Saison 2023 bei den europäischen Crackern im Vergleich zu 2022 als sehr moderat und wirkte sich weniger stark als üblich auf die verfügbaren Produktionskapazitäten aus. Die Marge der Propan-Dehydrierung (PDH) war Anfang 2023 aufgrund der höheren Nachfrage nach Propan in der Wintersaison niedrig. Die Propanpreise schwächten sich im Vergleich zu den Naphthapreisen aufgrund der geringeren Nachfrage im Laufe des Jahres ab, was sich positiv auf die PDH-Margen auswirkte. Gegen Ende des Jahres 2023 blieben die PDH-Margen infolge hoher Propanlagerbestände und eines milden Winters weiterhin auf einem gesunden Niveau.# Die Referenzmarge für Butadien sank im Jahr 2023 aufgrund der schwachen Nachfrage auf einen historischen Tiefstand. Obwohl mehr Fahrzeuge verkauft wurden als 2022, blieben die Stückzahlen auf dem Reifenersatzmarkt unter den historischen Durchschnittswerten. Im Dezember 2023 unterzeichneten die OMV und Synthos eine Absichtserklärung über die Lieferung von nachhaltigem Butadien für synthetischen Kautschuk, der in der Reifenherstellung verwendet wird. Das nachhaltige Butadien wird im OMV Steamcracker in der Raffinerie Burghausen in Deutschland hergestellt. Dieser erhielt im März 2022 die vollständige Zertifizierung nach ISCC PLUS. Eine erste Charge nachhaltiges Butadien wurde 2023 an Synthos geliefert. Die Referenzmarge für Benzol lag 2023 aufgrund der schwachen europäischen Nachfrage unter dem Vorjahresniveau. Der Konsumrückgang in fast allen Sektoren wirkte sich negativ auf die Branche aus.
Polyolefine
Durch ihre Tochtergesellschaft Borealis ist die OMV heute das zweitgrößte polyolefinproduzierende Unternehmen in Europa und zählt weltweit zu den Top Ten in der Branche. Borealis betreibt sieben Polyolefinanlagen. Diese befinden sich in Schwechat, Stenungsund, Porvoo und Burghausen, wo sie mit Steamcrackern integriert sind, in Beringen und Kallo, wo sie in die bestehende PDH-Anlage integriert sind, und in Antwerpen. Darüber hinaus betreibt Borealis mehrere Compoundinganlagen in Europa, den USA, Südkorea und Brasilien.
Die von Borealis hergestellten Polyolefinprodukte sind die Grundlage vieler wertvoller Kunststoffanwendungen, die aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die zukunftsweisenden Polyolefine von Borealis leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung entlang der Wertschöpfungskette und zur effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen. In enger Zusammenarbeit mit seinen Kund:innen und Partner:innen aus der Industrie bietet Borealis innovative und wertsteigernde Kunststofflösungen für verschiedene Branchen und Marktsegmente an. Die Endprodukte werden durch diese Lösungen sicherer, leichter, erschwinglicher und einfacher zu recyceln. Kurz gesagt: Sie ermöglichen ein nachhaltigeres Leben. Borealis bietet fortschrittliche Polyolefine als Neuware und als kreislauffähige Lösungen für folgende wichtige Branchen an: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität.
Der Markt für Polyolefine blieb 2023 insgesamt schwach, wurde jedoch von Jänner bis April durch die Turnaround-Frühjahrssaison und die optimistische Stimmung angesichts der Wiederöffnung Chinas nach Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen vorübergehend gestützt. Die Branchenrentabilität brach in den Sommermonaten drastisch ein, da Lagerbestände in einem noch nie dagewesenen Umfang abgebaut wurden. Dem lagen Faktoren wie Importdruck, hohe Bestände, die Hoffnung auf sinkende Polyolefinpreise und der jährliche Nachfragerückgang während der Ferienzeit zugrunde. Die Rentabilität der Branche und die Anlagenauslastungen fielen auf Niveaus, wie sie zuletzt auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise 2007–2008 verzeichnet wurden. Zwar konnte sich die Branchenrentabilität im weiteren Jahresverlauf etwas erholen, blieb aber insgesamt betrachtet sehr schwach.
Erneuerbare und kreislauforientierte Chemikalien
Kunststoffe, die unser aller Leben effizienter, bequemer und sicherer machen, spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und in unserer Geschäftstätigkeit. Wenn jedoch keine ausreichenden Anstrengungen zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Kunststoffen unternommen werden, landet der Großteil auf Mülldeponien oder in der Verbrennung. Die Vision einer Kreislaufwirtschaft, in der wir die Effizienz von Ressourcen durch Wiederverwendung, Recycling und Umnutzung optimieren, ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eröffnet auch neue Chancen. Die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen steigt, da das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen für eine klimaneutrale Zukunft wächst. Die Kreislaufwirtschaft eröffnet neue Wege, um den Markt neu zu erfinden und zugleich natürliche Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren.
Die OMV und Borealis verfolgen verschiedene Initiativen für mechanisches und chemisches Recycling, „Design for Recycling“ (DfR) und kreislauforientierte Polyolefine, die mit erneuerbaren Rohstoffen der zweiten Generation hergestellt werden. Während sich das mechanische Recycling als effektiv erwiesen hat und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich die ökoeffiziente Methode der Wahl bleiben wird, gewinnt das chemische Recycling als Ergänzung zum mechanischen Recycling zunehmend an Bedeutung bei schwer zu verwertenden Materialien und zur Erzielung von Produkteigenschaften wie bei Neuware. Borealis konsolidiert seine Position als umfassend kundenorientierter Anbieter nachhaltiger Materiallösungen, die einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft beschleunigen. Borealis ist seit langem ein Vorreiter auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft und erhöht laufend den Anteil kreislauffähiger Produkte an seiner Gesamtproduktion. Dazu gehören die recycelten und erneuerbaren Polymere der Portfolios Borcycle™ C, Borcycle™ M und Bornewables™ sowie die erneuerbaren Kohlenwasserstoffe aus dem Borvida™-Portfolio kreislauforientierter Basischemikalien. Mit der Zertifizierung des Polyolefin-Compounding-Standorts von Borealis in Monza (Italien) im Juli 2023 sind nun alle europäischen Standorte von Borealis für Polyolefine und Polyolefin-Compounding nach ISCC PLUS zertifiziert. Dieses Gütesiegel gewährleistet die Rückverfolgbarkeit kritischer Punkte in der Lieferkette durch eine objektive Verifizierung durch Dritte. Die Recyclinganlagen von Renasci in Oostende (Belgien), mtm in Niedergebra (Deutschland) und Ecoplast in Wildon (Österreich) wurden ebenfalls nach ISCC PLUS zertifiziert.
Mit der Akquisition von mtm plastics im Jahr 2016 und der Übernahme der in Österreich ansässigen Ecoplast im Jahr 2018 ist Borealis als erster Hersteller von Polyolefin-Neuware in Europa in das mechanische Recycling von Kunststoffen eingestiegen. Die kombinierte Produktion von mtm und Ecoplast (beide Unternehmen sind zu 100% im Besitz der Borealis Gruppe) wird durch hochwertige Mengen von Rialti, der jüngsten Übernahme, ergänzt. Rialti hat seinen Sitz im italienischen Varese und ist auf die Herstellung von nachhaltigen Polypropylen-(PP-)Compounds auf Basis von mechanisch recyceltem PP-Rohmaterial aus Post-Industrial- und Post-Consumer-Abfällen spezialisiert. Darüber hinaus wurde im November 2023 eine Vereinbarung über den Erwerb der Integra Plastics AD, einem Unternehmen für fortschrittliches mechanisches Recycling mit Sitz in Elin Pelin (Bulgarien), unterzeichnet. Das Closing dieser Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Durch chemisches Recycling werden Restabfallströme aufgewertet, die andernfalls deponiert oder thermisch verwertet würden. Damit stellt es eine wertvolle Ergänzung zum mechanischen Recycling dar. Die im chemischen Recyclingverfahren hergestellten Monomere eignen sich aufgrund ihrer Neuwarenqualität für die Herstellung hochwertiger Polyolefinanwendungen in den Bereichen Lebensmittelverpackungen, Infrastruktur und Gesundheitswesen.
Die OMV baut derzeit eine Demonstrationsanlage, die auf der firmeneigenen ReOil®-Technologie basiert, um ihre Kapazitäten für das chemische Recycling zu erhöhen. Die Anlage hat eine Produktionskapazität von jährlich 16.000 t und soll 2024 in Betrieb gehen. Das Ausgangsmaterial wird hauptsächlich aus Polyolefinen bestehen und anfänglich in enger Zusammenarbeit mit lokalen Entsorgungsunternehmen in Österreich bezogen werden. Beispiele für derartige Kunststoffabfälle sind Lebensmittelverpackungen, Plastikbecher, Deckel von Coffee-to-go-Bechern und Süßwarenverpackungen. Im Oktober 2023 gab die OMV die finale Investitionsentscheidung für den Bau einer innovativen Sortieranlage zur Herstellung von Rohstoffen für das chemische Recycling bekannt. Diese wurde von Interzero entwickelt, dem europaweit führenden Anbieter von Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Zu diesem Zweck gründeten die OMV und Interzero ein Joint Venture, an dem die OMV 89,9% der Anteile hält, während 10,1% der Anteile auf Interzero entfallen. Die OMV wird über EUR 170 Mio in den Bau dieser hochmodernen Anlage im süddeutschen Walldürn investieren. Mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von bis zu 260.000 t gemischten Post-Consumer-Kunststoffabfällen wird diese vollautomatische Sortieranlage die erste ihrer Art sein, die im großindustriellen Maßstab Rohstoffe für das chemische Recycling der OMV produziert. Mit dem Bau der Anlage wurde im vierten Quartal 2023 begonnen, und die Produktion wird voraussichtlich 2026 aufgenommen. Als nächsten Schritt strebt die OMV die Entwicklung einer rentablen, großtechnischen ReOil®-Anlage in der Raffinerie Schwechat mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 t pro Jahr an.
Neben der laufenden Zusammenarbeit mit der OMV, die sich auf die patentierte OMV ReOil®-Technologie konzentriert, arbeitet Borealis eng mit seinem in der Wertschöpfungskette vorgelagerten Partner Neste zusammen, um mit dessen Neste RE™-Technologie die Kommerzialisierung von chemisch recycelten Kunststoffen auf die nächste Stufe zu heben. Die Ende 2023 erworbene Mehrheitsbeteiligung an der Renasci N.V. verschafft Borealis zudem einen verstärkten Zugang zu chemisch recycelten Rohstoffen für sein ISCC-PLUS-zertifiziertes Borcycle™ C-Portfolio.
Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte
Im Jahr 2020 gab die OMV bekannt, dass der Prozess zur Veräußerung des Stickstoff-Geschäftsbereichs, der Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und Melamin umfasst, eingeleitet wurde. Borealis schloss den Verkauf, der den Geschäftsbereich auf Basis des Unternehmenswerts mit EUR 810 Mio bewertete, am 5. Juli 2023 an das tschechische Unternehmen AGROFERT ab.# Der Verkauf der Unternehmensbeteiligung an Rosier mit Produktionsstandorten in den Niederlanden und Belgien an die Yilfert Holding wurde am 2. Jänner 2023 abgeschlossen.
Joint Ventures
Borouge (Borealis 36%, ADNOC 54%, Streubesitz 10%)
Borouge wurde 1998 gegründet und hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte der langfristigen Zusammenarbeit mit ADNOC entwickelt. Das Joint Venture hat die hochkarätige Borstar®-Technologie mit wettbewerbsfähigen Rohstoffen und dem Zugang zu wachsenden asiatischen Märkten vereint. Borouge betreibt Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Kapazität von 3,6 Mio t p.a. und eine Anlage zur Olefinumwandlung, die Ethylen in Propylen umwandelt, mit einer Gesamtkapazität von rund 0,8 Mio t p.a. Darüber hinaus betreibt Borouge Polyolefinanlagen mit einer Gesamtproduktionskapazität von 5 Mio t p.a., davon 2,7 Mio t Polyethylen, 2,2 Mio t Polypropylen und 0,1 Mio t sonstige Produkte. Im Juni 2022 wurde Borouge mit 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals an der Abu Dhabi Securities Exchange (ADX) notiert. Durch Borouge ist der Konzern im Mittleren Osten, in der Region Asien-Pazifik, auf dem indischen Subkontinent und in Afrika vertreten.
Baystar (Borealis 50%, TotalEnergies 50%)
Das Joint Venture Baystar™ mit TotalEnergies in Pasadena, Texas (USA), erreichte im Oktober 2023 mit der Inbetriebnahme von Bay 3, der neuen Borstar®-Polyethylenanlage mit einer jährlichen Kapazität von 0,6 Mio t, einen wichtigen Meilenstein. Dieses Wachstumsprojekt brachte die proprietäre Technologie erstmals in die USA – für die modernste Borstar®-Anlage, die jemals in Nordamerika errichtet wurde. Mit der Fertigstellung der USD 1,4 Mrd teuren Anlage konnte Baystar™ seine Produktionskapazität mehr als verdoppeln. Als vollständig integrierter Akteur in der US-Petrochemie wird das Unternehmen Spezialpolymere mit hoher Wertschöpfung für die boomende Energie-, Infrastruktur- und Konsumgüterindustrie in Nordamerika liefern. Neben der neuen Bay 3-Anlage umfasst Baystar™ zwei bestehende Polyethylen-(PE-)Produktionsanlagen (Bay 1 und Bay 2) sowie einen Ethancracker mit einer Kapazität von 1 Mio t pro Jahr, der 2022 in Betrieb ging und von TotalEnergies in Port Arthur, Texas, betrieben wird.
Wachstumsprojekte
Borouge
Das derzeit größte Wachstumsprojekt ist Borouge 4 am Standort des 1998 von Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) gegründeten Joint Ventures Borouge. Der Spatenstich für den Bau von Borouge 4, der neuen Anlage mit Anschaffungskosten von USD 6,2 Mrd im bestehenden Komplex in Ruwais (VAE), erfolgte im Jahr 2022. Mit einer TRI-Rate von 1 bei mehr als 27 Mio Arbeitsstunden weist das Projekt bisher eine ausgezeichnete Sicherheitsbilanz auf. Nach der für Ende 2025 erwarteten Fertigstellung wird das Borouge-4-Projekt einen Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Kapazität von 1,5 Mio. t und zwei zusätzliche Borstar®-Polyethylen-(PE)-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,4 Mio t einbringen. Die gesteigerte Produktionskapazität für fortschrittliche Basischemikalien und Polyolefine, die sich mit der Inbetriebnahme von Borouge 4 erschließt, wird die Rolle von Borouge weiter stärken, da das Unternehmen große Mengen an Kund:innen im Mittleren Osten und in Asien liefern und auch die benachbarte TA’ZIZ Industrial Chemicals Zone mit Rohstoffen versorgen wird.
Kallo
Im Hinblick auf das erwartete Wachstum der Propylennachfrage in Europa errichtet Borealis in Belgien eine Anlage für die Propan-Dehydrierung (PDH). PDH ist ein unerlässlicher Prozessschritt bei der Herstellung von Propylen aus Propan. Als einer der wichtigsten Bausteine in der chemischen Industrie dient Propylen als Rohstoff für die Herstellung von Polypropylen (PP). Die neue Anlage mit einer geplanten Produktionskapazität von rund 0,7 Mio t Propylen pro Jahr wird voraussichtlich 2025 in Betrieb gehen.
Innovation und neue Technologien
Als Pfeiler eines starken Fundaments treibt Innovation den Wandel in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit voran. Um den Purpose unseres Unternehmens – „Re‑inventing essentials for sustainable living“ – umzusetzen, braucht es fortlaufende Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die proprietäre ReOil®-Technologie der OMV für thermisches Cracken wurde entwickelt, um die Kreislaufwirtschaftsziele der Europäischen Kommission zu erreichen und zukünftige Verpackungsrecyclingquoten zu erfüllen. In der ReOil®-Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat mit einer Kapazität von 100 kg/h werden seit 2018 Kunststoffabfälle von Haushalten und aus der Industrie in einem Pyrolyseverfahren zu synthetischem Rohöl recycelt. Dieses synthetische Rohöl wird dann in der Raffinerie Schwechat hauptsächlich zu Monomeren und anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet. Die OMV und Borealis verfolgen das klare Ziel, im Bereich der chemischen und mechanischen Recyclingtechnologien eine führende Rolle zu spielen. Im Oktober 2023 unterzeichnete die OMV mit Wood, einem weltweit führenden Anbieter von Beratungs- und Engineeringlösungen im Energie- und Materialmarkt, eine für beide Seiten exklusive Kooperationsvereinbarung über die kommerzielle Lizenzierung der proprietären ReOil®-Technologie der OMV. Die beiden Parteien hatten dazu bereits im November 2022 eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Bei Borealis bilden proprietäre Technologien wie Borstar® die Grundlage für Materiallösungen, die der Industrie helfen, einen Beitrag zur Bewältigung dringender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen wie Dekarbonisierung, grüne Energiewende und Abfallreduzierung zu leisten. Eine ganze Reihe von eigenen Technologien versetzt Borealis in die Lage, das Angebot an fortschrittlichen Spezialpolyolefinen ständig zu erweitern. Damit erschließen sich vielversprechende Märkte in lukrativen Nischenanwendungen, etwa in Bereichen wie erneuerbare Energien, Mobilität, Gesundheitswesen und Konsumgüterverpackungen sowie in der Kreislaufwirtschaft.
Im Bereich der erneuerbaren Energien hat das Spezialprodukt Borlink™ von Borealis dem globalen Kabelhersteller Nexans dabei geholfen, die Kraft der Nordsee für sein DolWin6-Projekt nutzbar zu machen. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme des Projekts im September 2023 verbinden nun 90 km HVDC-Kabel, die von Nexans unter Verwendung der neuen Generation von Borlink™ LS4258DC geliefert und installiert wurden, 900 MW Offshore-Windkraft zuverlässig und effizient mit nur minimalen Verlusten mit dem Festland. Mit dieser ersten kommerziellen Anwendung in Europa hat Borlink™ LS4258DC seine Eignung für die größten Industrieprojekte im Bereich der grünen Energie unter Beweis gestellt.
Gemeinsam mit Tratos, einem führenden Unternehmen im Bereich elektrischer, elektronischer und Glasfaserleitungen, hat Borealis erfolgreich das erste Stromkabel aus Bornewables™-Materialien entwickelt, einem Portfolio von Polyolefinprodukten mit Mehrwert, die aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden. Die Bornewables™-Lösung von Tratos wurde nach Kriterien der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz entwickelt und reduziert die CO2-Emissionen im Vergleich zu Alternativen aus fossilen Rohstoffen um 320 kg/km.
Im Mobilitätsbereich brachte Borealis Daplen™ EG108AI, ein spezielles Polypropylen-Compound für den Spritzguss, auf den Markt. Dieser gemäß den Materialanforderungen führender OEMs entwickelte und validierte Hochleistungswerkstoff wurde erfolgreich in Tür- und Innenverkleidungen neuer Elektrofahrzeugmodelle eingesetzt. Er bietet überragende Oberflächenästhetik und Geruchsneutralität bei gleichzeitig hervorragender Schlagfestigkeit und Steifigkeit.
Borealis brachte auch Stelora™ auf den Markt, eine neue Klasse technischer Polymere, die aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden und sich für ein breites Spektrum technisch anspruchsvoller Anwendungen eignen. Dazu zählen insbesondere Anwendungen, die eine hohe Hitzebeständigkeit erfordern, wie zum Beispiel im Bereich der Elektromobilität und der Erzeugung erneuerbarer Energien. Ebenfalls im Mai wurde die Bornewables™-Produktlinie Queo™ vorgestellt, ein auf erneuerbaren Rohstoffen basierendes Sortiment von Polymeren und Elastomeren.
Die 2018 ins Leben gerufene EverMinds™-Plattform ist eine der Maßnahmen, mit denen Borealis den Übergang zur Kreislaufwirtschaft vorantreibt. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Partner:innen aus der Wertschöpfungskette und anderen Stakeholder:innen im Interesse der Kreislaufwirtschaft ermöglicht Borealis die Entwicklung eines breiten Spektrums ökoeffizienter Anwendungen für unterschiedlichste Branchen. Zu den Highlights des Jahres 2023 gehörte die Entwicklung eines neuen Monomaterialbeutels für Trockennahrung, der zu über 95% aus Polypropylen (PP) besteht und vollständig dem mechanischen Recycling zugeführt werden kann. Bornewables™-Materialien wurden eingesetzt, um die Kreislauffähigkeit von Folien aus biaxial orientiertem Polypropylen (BOPP) für flexible Verpackungen zu verbessern, während Bornewables™-PP für saugfähige Hygieneprodukten dazu beitragen konnte, den ökologischen Fußabdruck von Vliesstoffen zu reduzieren.
Innovation hat bei Borealis eine globale Dimension. In den drei Innovationshubs des Unternehmens – der Innovationszentrale in Linz (Österreich) und den Innovationszentren in Porvoo (Finnland) und Stenungsund (Schweden) – sind fast 600 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Borealis betreibt überdies Borstar®-Pilotanlagen für PE in Porvoo und für PP ebenfalls in Porvoo sowie in Schwechat (Österreich). Die Anlagen zur Produktion von Katalysatoren in Linz und Porvoo werden durch eine Pilotanlage in Porvoo ergänzt. Bei Patentanmeldungen ist Borealis im Ranking der österreichischen Unternehmen nach wie vor führend. Im Jahr 2023 meldete Borealis 128 neue Prioritätspatente beim Europäischen Patentamt an, das entspricht der gleichen Anzahl wie im Jahr 2022. Mit Stand Dezember 2023 verfügt die Borealis Gruppe über rund 12.000 Einzelpatente oder Patentanmeldungen, die in rund 1.500 Patentfamilien zusammengefasst sind.# Die wachsende Zahl der Patente unterstreicht das Engagement der Gruppe, Wert durch Innovation zu schaffen.
Digitalisierung
Die Beschleunigung der Digitalisierung ist eine der Triebfedern für die Transformation im Geschäftsbereich Chemicals & Materials. Sie steigert die Produktivität der Gruppe, verbessert das Kundenerlebnis und unterstützt auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen. Vor allem digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen gewinnen für den erfolgreichen Weg der Gruppe in Richtung Netto-Null-Emissionen zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund beschloss Borealis 2023, das Borealis Digital Studio, den Inkubator für digitale Lösungen, mit der IT-Organisation der Gruppe zusammenzulegen. Die Abteilung wurde in Digital Solutions umbenannt und ist nun eine eigenständige und eigenverantwortliche Funktion, die sich aus gemischten, interdisziplinären Teams von IT-Expert:innen mit fundierten Kenntnissen in den Bereichen Business, Projektmanagement und Plattformen zusammensetzt. Digital Solutions unterstützt die Umsetzung der Geschäftsziele der Gruppe und stellt dabei stets die Nutzer:innen – seien es Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Lieferant:innen oder andere – in den Mittelpunkt.
Im Jahr 2023 wurde auch Neoni weiterentwickelt, ein digitales Tool zur Berechnung der CO2-Äquivalent-(CO2e-)Emissionen der Produkte von Borealis. Das Tool deckt ein breites Spektrum von Materialien ab – von auf fossilen Rohstoffen basierender Polyolefin-Neuware über Lösungen wie das Bornewables™-Portfolio kreislauforientierter Polyolefine bis hin zu Produkten aus dem Borcycle™-Portfolio mechanisch recycelter Polyolefine. Neoni ist das erste digitale Werkzeug in der Branche, das CO2e-Emissionsdaten für Polyolefine bis hin zur spezifischen Produktebene liefert. Damit können die Kund:innen von Borealis fundierte Entscheidungen darüber treffen, mit welchen Materialien sie ihre eigenen Kreislaufwirtschaftsziele am besten erreichen können. Dieser Ansatz steht im Einklang mit Borealis EverMinds™, der Plattform zur Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft durch Zusammenarbeit mit Partner:innen entlang der Wertschöpfungskette.
Der von Neoni berechnete CO2-Fußabdruck berücksichtigt alle CO2e-Emissionen, die bis zu dem Zeitpunkt entstehen, zu dem das Produkt die Anlage von Borealis verlässt. Das Tool bietet den Kund:innen die Möglichkeit, jene CO2e-Emissionen zu berechnen, die auf dem Weg von Borealis zu ihrem eigenen Betrieb anfallen, was den praktischen Nutzen des Tools weiter erhöht. Nach der Präsentation von Neoni im Jahr 2022 führte Borealis das Tool im Jahr 2023 ein und nahm zusätzlich zu Polyolefinen auch Daten zu Kohlenwasserstoffen in Neoni auf. Die Ergebnisse der jeweiligen Berechnungen werden über das Kundenportal MyBorealis zugänglich gemacht.
MyBorealis ist die Onlineplattform für Polyolefinkund:innen des Konzerns. Die Plattform ist so konzipiert, dass sie sich nahtlos in die Offline-Geschäftsprozesse von Borealis einfügt und dadurch für ein verbessertes Kundenerlebnis sorgt. Das Portal unterstützt den Kundendienst und das Vertriebsmanagement beim täglichen Kundenkontakt. Die Kund:innen wiederum profitieren von einer einfachen Auftragsverwaltung sowie einer vollständigen Dokumentation von Aufträgen, Produkten und Reklamationen. Die Anwendung steht rund um die Uhr zur Verfügung und bietet sofortigen Zugriff auf aktuelle Informationen, wobei die Bestellvorgänge vollständig in die Lieferkette und die IT-Prozesse von Borealis integriert sind. Das Portal steht in acht Sprachen zur Verfügung und kann so von Unternehmen in Europa sowie Nord- und Südamerika genutzt werden. Nach 20% zu Jahresbeginn wurden Ende 2023 bereits 26% des Auftragsvolumens über das Portal abgewickelt. Fast die Hälfte der Kund:innen ist mittlerweile auf MyBorealis aktiv.
Borealis ist bestrebt, neue Tools zu entwickeln, die die Sicherheitsleistung verbessern und das „Goal Zero“ des Unternehmens unterstützen. Die Gruppe beschäftigt sich auch mit neuen digitalen Arbeitsweisen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz mit Fokus auf Asset Intelligence, Field Excellence, Daten und Konnektivität sowie die Optimierung der Wertschöpfungskette. Dazu tragen verschiedene Initiativen bei, unter anderem:
- ein praxistaugliches, nachhaltiges und erschwingliches technisches Daten- und Dokumentenmanagementsystem, mit dem Betriebe Dokumentationen harmonisieren, Arbeitsprozesse standardisieren und Lücken in aktuellen Tools schließen können;
- ein „Mobile Operator“-Tool als leistungsstarke, einfache und zweckmäßige Lösung für die Arbeit im Außendienst;
- eine Initiative zur Gegenüberstellung verschiedener Verfahren zur Feststellung von Korrosion unter Isolierungen, um die besten Technologien zu identifizieren;
- ein Projekt zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsstrategie der Gruppe durch die Einführung eines Tools zur Strukturierung des Validierungsprozesses für Energiedaten, um das Fehlerrisiko zu verringern und die Qualität und Rückverfolgbarkeit von Daten zu gewährleisten.
Borealis setzte auch sein Borstar®-Digital-Twin-Programm fort. Dabei handelt es sich um eine Reihe digitaler Lösungen für Borstar®-Anlagen, die auf dem Prozess-Know-how von Borealis beruhen und auf erfolgreichen Anwendungen der Gruppe aufbauen, wie zum Beispiel der proprietären Advanced Process Control und den Trainingssimulatoren für Anlagenbediener:innen. Ziel ist es, das einzigartige Know-how von Borealis für die technische Forschung und zur Verbesserung von Produktionsprozessen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig eine Plattform für Zusammenarbeit und Unterstützung zu schaffen. Die ersten Lösungen, die im Rahmen des Programms entwickelt wurden, sind mittlerweile einsatzbereit: Sie sollen durch die Verbesserung der Abläufe bei Borealis und seinen Joint Ventures sowie durch die Stärkung von Borstar® als führende Technologie einen erheblichen geschäftlichen Nutzen bringen.
Und nicht zuletzt setzt Borealis im Rahmen des Leonardo-Programms die Implementierung von SAP S/4HANA fort. Das Programm wird die Agilität, Einfachheit und Transparenz unserer Unternehmensplattform verbessern, und die Umstellung unserer Business-Technology-Lösung auf die nächste Generation von SAP wird die globale Wachstums- und Nachhaltigkeitsstrategie von Borealis unterstützen.
Fuels & Feedstock
Der OMV Geschäftsbereich Fuels & Feedstock raffiniert und vermarktet Kraftstoffe. Er betreibt drei Binnenraffinerien in Europa, hält eine starke Marktposition in den Gebieten, in denen sich diese Raffinerien befinden, und bedient ein starkes Marken-Retail-Netz sowie gewerbliche Kund:innen. Im Mittleren Osten hält der Bereich einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading.
Auf einen Blick
| 2023 | 2022 | ∆ CCS | |
|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ in EUR Mio | 1.651 | 1.810 | –9% |
| davon ADNOC Refining & Trading in EUR Mio | 314 | 350 | –10% |
| Sondereffekte in EUR Mio | 146 | 426 | –66% |
| CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)¹ in EUR Mio | –126 | 202 | n.m. |
| Operatives Ergebnis in EUR Mio | 1.671 | 2.438 | –31% |
| Investitionen² in EUR Mio | 984 | 800 | 23% |
| OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa basierend auf Brent³´⁴ in USD/bbl | 11,70 | 14,71 | –21% |
| Raffinerie-Auslastungsgrad Europa | 85% | 73% | 12 |
| Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa in Mio t | 16,29 | 15,51 | 5% |
| davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t | 5,62 | 6,16 | –9% |
Hinweis: Ab 2023 wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa von Fuels & Feedstock in den Geschäftsbereich Energy übertragen und wird nun zusammen mit Gas Marketing Westeuropa unter „Gas Marketing & Power“ ausgewiesen. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2022 in der neuen Struktur dargestellt.
¹ Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu in Anhangangabe 5 – Segmentberichterstattung – des Konzernanhangs
² Investitionen beinhalten Akquisitionen.
³ Ab Q2/22 berücksichtigt die Raffinerie-Referenzmarge die Änderung des Rohöl-Referenzpreises von Urals auf Brent bei der OMV Petrom.
⁴ Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffineriemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und anderen Betriebsbedingungen von der OMV Raffinerie-Referenzmarge abweichen.
Finanzielle Performance
Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten sank auf EUR 1.651 Mio (2022: EUR 1.810 Mio). Dies war vor allem auf geringere Raffinerie-Referenzmargen in Europa und dem Mittleren Osten sowie gestiegene Fixkosten aufgrund von Generalüberholungen und Instandhaltungsmaßnahmen zurückzuführen. Teilweise kompensierend wirkten sich positive Bezugseffekte, ein deutlich verbessertes Commercial- und Retail-Ergebnis sowie geringere Energiekosten aus.
Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa war mit USD 11,7/bbl auf einem hohen Niveau, war aber bedingt durch niedrigere Margen für Mitteldestillate rückläufig (2022: USD 14,7/bbl). Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien stieg im Jahr 2023 um 12% auf 85% an (2022: 73%), da 2022 durch die Generalüberholung und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat beeinflusst war. Die Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi und die Generalüberholung der petrochemischen Anlagen in Schwechat hatten eine negative Auswirkung auf den Auslastungsgrad im Jahr 2023.
Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa stiegen um 5% auf 16,3 Mio t an, hauptsächlich bedingt durch höhere Verkaufsmengen aus dem Commercial-Geschäft. Dies wurde teilweise durch geringere Retail-Verkaufsmengen, hervorgerufen durch den fehlenden Beitrag des veräußerten slowenischen und deutschen Tankstellengeschäfts, kompensiert. Das Retail-Geschäft lieferte hauptsächlich aufgrund höherer Kraftstoffmargen einen gestiegenen Ergebnisbeitrag, da das Vorjahr durch Preisregulierungen negativ beeinträchtigt war. Eine verbessertes Ergebnis im Non-Fuel-Geschäft konnte das Ergebnis zusätzlich unterstützen. Dies wurde nur teilweise durch höhere Fixkosten sowie den fehlenden Ergebnisbeitrag des veräußerten Tankstellengeschäfts kompensiert.# Fuels & Feedstock
Auch der Ergebnisbeitrag des Commercial-Geschäfts konnte sich deutlich verbessern. Dies ist hauptsächlich auf gestiegene Margen infolge von höheren erzielten Terminpreisen und des Wegfalls von Preisobergrenzen zurückzuführen. Die Verkaufsmengen stiegen im Vergleich zum Vorjahr, das durch den Zwischenfall in Schwechat negativ beeinträchtigt war, an. Der Beitrag im Jahr 2023 von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading, ausgewiesen als der OMV Anteil am CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, war erneut auf einem hohen Niveau, ging aber um 10% auf EUR 314 Mio (2022: EUR 350 Mio) zurück. Dies war hauptsächlich bedingt durch etwas geringere Raffineriemargen sowie einen geringeren Ergebnisbeitrag durch ADNOC Global Trading infolge schwächerer Handelsspannen. Eine solide operative Leistung bei ADNOC Refining sowie eine teilweise Reduzierung einer Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen wirkten sich stark unterstützend auf das Ergebnis aus. Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 146 Mio (2022: EUR 426 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch den Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien im Juni 2023. Dies wurde teilweise durch Rohstoffderivate kompensiert. Die Netto-Sondereffekte 2022 standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf der deutschen Tankstellen. Als Folge eines Rückgangs der Rohölpreise wurden 2023 CCS Effekte von EUR –126 Mio erfasst. Das Operative Ergebnis im Bereich Fuels & Feedstock ging deutlich auf EUR 1.671 Mio zurück (2022: EUR 2.438 Mio). Die Investitionen in Fuels & Feedstock beliefen sich auf EUR 984 Mio (2022: EUR 800 Mio). Organische Investitionen betrafen 2023 im Wesentlichen die europäischen Raffinerien. Der Anstieg der Investitionen im Jahr 2023 war in erster Linie auf die Kosteninflation sowie höhere Investitionen in die Aromaten-Anlage in Petrobrazi und die Co-Processing-Anlage in Schwechat zurückzuführen.
Geschäftsüberblick
Der Geschäftsbereich Fuels & Feedstock raffiniert Rohöl und andere Rohstoffe. Die Aktivitäten umfassen die Bereiche Refining, Supply & Trading, Commercial und Retail. Die OMV verfügt über eine Raffineriekapazität von insgesamt rund 500 kbbl/d, mit drei eigenen Raffinerien in Europa und einer 15%igen Beteiligung an ADNOC Refining & ADNOC Global Trading. In Europa sind die Raffinerieaktivitäten in hohem Maße in den Bereich Marketing integriert, um ein starkes Marken-Retail-Netz und eine breite Basis von gewerblichen Kund:innen zu bedienen. Kraftstoffe und andere Verkaufsmengen in Europa beliefen sich im Jahr 2023 auf 16,29 Mio t. Für rund 35% des Verkaufsvolumens ist das starke Marken-Retail-Netz mit 1.666 Tankstellen verantwortlich, während das restliche vermarktete Volumen auf gewerbliche Kund:innen entfällt, die hauptsächlich aus dem Transportsektor und der Baubranche kommen.
Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und ‑verkauf
Im Jahr 2023 sanken die Raffineriemargen im Vergleich zum Vorjahr, als sie allerdings auf Rekordniveau lagen. Dennoch war die Marge des vergangenen Jahres im langfristigen Vergleich außergewöhnlich. Dies lässt sich dadurch erklären, dass sich der Raffineriesektor außerstande sah, jene Lagerbestände (insbesondere Diesel und Benzin) wieder aufzustocken, auf die in der zweiten Jahreshälfte 2021 und Anfang 2022 zurückgegriffen wurde. In diesem Zeitraum hatte sich die Nachfrage schneller erholt, als das Angebot nachziehen konnte. Ähnlich wie im Jahr 2022 waren die Crack-Spreads für Mitteldestillate der Haupttreiber für die Entwicklung der Raffineriemargen, da das Ausbleiben von russischem Diesel auf den europäischen Märkten ein zentrales Thema blieb. Im ersten Quartal verringerten sich die Crack-Spreads für Diesel, allerdings von einem sehr hohen Niveau aus. Im März 2023 lagen sie jedoch erstmals seit Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs an der oberen Grenze der historischen Zeitspanne 2015–2019. Dies war darauf zurückzuführen, dass große Importmengen aus dem Gebiet östlich des Suezkanals nach Europa gelangten und die sanktionierten russischen Mengen ersetzten. Obwohl die Raffineriemargen im April ihren Tiefpunkt erreichten, blieb die Rentabilität robust. Von April bis August tendierten die Margen nach oben, da die Crack-Spreads für Mitteldestillate mit nachlassendem Importdruck neuerlich auf über USD 200/t stiegen. Um die Märkte im Gleichgewicht zu halten, musste die OPEC+ ihre Angebotskürzungen verschärfen. Dies bewirkte eine geringere Verfügbarkeit von mittelschweren und schweren sauren Rohölsorten mit hohen Ausbeuten an Mitteldestillaten. Zudem führten ungeplante Raffineriestillstände zu einer vorübergehenden Angebotsverknappung in Europa. Unterdessen stieg auch der Crack-Spread für Benzin von einem bereits hohen Niveau aus an, was auf die Spezifikationsänderung hin zu einem teureren Sommerprodukt und die reisezeitbedingt höhere Nachfrage zurückzuführen war. Der Crack-Spread für Naphtha hingegen drehte wieder ins Negative, da sich die schwache Konjunkturlage im zweiten und dritten Quartal auf die Petrochemienachfrage und die Olefinmargen niederschlug. Im vierten Quartal gaben die Raffineriemargen im Vergleich zu den Werten vom Ende des Sommers nach, waren aber immer noch in etwa doppelt so hoch wie die historischen Durchschnittswerte. Der Rückgang war dabei vor allem auf den saisonal bedingten Einbruch der Crack-Spreads für Benzin zurückzuführen. Mit dem Ende der Hauptreisesaison begann die Nachfrage zu sinken, und auch die Umstellung der Spezifikationen auf Winterbenzin wirkte sich belastend auf die Crack-Spreads aus. Gestoppt wurde die Abwärtsentwicklung des Crack-Spreads indes durch die geringere Auslastung der US-Raffinerien. Der Crack-Spread für Diesel tendierte ebenfalls nach unten, da die niedrigeren Erdgaspreise die Industrie davon abhielten, von Gas auf Öl umzusteigen, während das insgesamt schwächere wirtschaftliche Umfeld die Nachfrage ebenfalls dämpfte. Die Erholung beim Crack-Spread für Naphtha glich die schwächeren Crack-Spreads für Kraftstoffe teilweise aus. Unterstützt wurde die Verbesserung durch die knappere Verfügbarkeit des Angebots, da Stürme im Schwarzen Meer die russischen Exporte einschränkten. Gleichzeitig wurde die alternative Rohstoffversorgung für Steamcracker eingeschränkt, da der niedrige Wasserstand des Panamakanals die LPG-Handelsströme behinderte und der steigende Heizbedarf die zunehmende Menge an Flüssiggas absorbierte. Aufgrund des anhaltenden Drucks durch das schwache makroökonomische Umfeld blieb die Nachfrage nach petrochemischen Produkten dennoch begrenzt. Die europäischen Raffinerien der OMV erreichten im Jahr 2023 eine Auslastung von 85%, die von den planmäßigen Generalüberholungen in den Raffinerien Schwechat und Petrobrazi stark beeinflusst war.
Trotz des herausfordernden Umfelds, das durch die instabile geopolitische Lage bedingt war, blieben die Verkaufsmengen aus dem Commercial-Geschäft auf einem hohen Niveau. Um aktiven Marktentwicklungen und -perspektiven Rechnung zu tragen, wurde und wird das Angebot der OMV an Produkten und Dienstleistungen im Commercial-Bereich auch künftig unter anderem durch die Markteinführung neuer, nachhaltigerer Produkte erweitert. So tätigte die OMV zum Beispiel erste Verkäufe von HVO100-Diesel in der gewerblichen Güterverkehrsbranche und im Reseller-Segment. Darüber hinaus trägt nachhaltiger Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel; SAF) durch die Mitverarbeitung von regionalem Altspeiseöl zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 80% bei. Mit der Produktion und dem Verkauf von SAF wurde 2022 begonnen. Die verkauften Mengen beliefen sich 2023 auf 3 kt. Die OMV plant, die SAF-Produktion bis 2030 Jahr für Jahr zu steigern. Darüber hinaus markiert die von der OMV und Microsoft unterzeichnete Vereinbarung über den Kauf von SAF-Zertifikaten (SAFc) den Start für das neue Angebot der OMV für Unternehmen und stellt einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Luftfahrtindustrie dar.
ADNOC Refining & ADNOC Global Trading
Neben den Hauptanteilseignerinnen ADNOC (65%) und Eni (20%) ist die OMV (15%) eine strategische Partnerin des Unternehmens. Im Jahr 2023 betrieb ADNOC Refining fortlaufend mit einer sehr hohen Auslastung ihre Hauptraffinerie in Ruwais, bei der es sich um den weltweit viertgrößten Raffineriekomplex mit integrierter Petrochemieproduktion handelt. Die Geschäftsentwicklung von ADNOC Refining profitierte 2023 neuerlich von einem günstigen Margenumfeld, das über dem langjährigen Durchschnitt lag, sowie einer besseren operativen Leistung bei gleichzeitiger kontinuierlicher Optimierung des Projektportfolios, einschließlich nachhaltiger Kraftstoffe und Rohstoffe. ADNOC Refining hat auch erfolgreich mit der Inbetriebnahme des Crude-Flexibility-Projekts (CFP) begonnen und erwartet die Aufnahme des kommerziellen Vollbetriebs für das Jahr 2024.
ADNOC Global Trading (AGT) hat die gleiche Eigentümerstruktur wie ADNOC Refining. AGT handelt den Großteil des Exportvolumens der Produkte von ADNOC Refining und beschafft ausländische Rohöle, Kondensate und andere Flüssigprodukte für die Verarbeitung in der Raffinerie. Mit AGT weitet der Bereich Fuels & Feedstock sein erfolgreiches Geschäftsmodell auf wichtige geografische Regionen und strategische Partner:innen aus. Durch kontinuierliche Optimierung der Handelsströme hat ADNOC Refining Zugang zu wettbewerbsfähigen Rohstoffquellen außerhalb der eigenen Quellen und kann Best Practices in Bereichen wie dem Risikomanagement implementieren. Im Jahr 2023 zeigte AGT eine starke Performance, indem sie ihre Geschäftsziele weiter verfolgte und ihr Drittkundengeschäft erheblich ausbaute. Zu den Highlights des Jahres zählten der Vollbetrieb der vor kurzem gegründeten Tochtergesellschaft in Singapur und die Zusammenarbeit mit ADNOC beim Management der LPG-Handelsströme.# OMV Aktiengesellschaft
2023 Form 10-K
ITEM 1. BUSINESS
REFINING & MARKETING
Refining
Nominal capacities of refineries 2023
In kbbl/d
Schwechat (Austria) 204
Burghausen (Germany) 79
Petrobrazi (Romania) 86
ADNOC Refining (United Arab Emirates)1 138
Total 507
1 Corresponding to OMV’s 15% stake in ADNOC Refining
Retail
The Retail business delivered an excellent result in 2023 and once again proved to be a stable consumer of refinery products and a robust generator of cash. Total sales volume amounted to 5.6 mn t, equivalent to approximately 6.9 bn l. The recovery in the premium fuel trend and the continued growth in the card business made an important contribution. At the end of the year, the network comprised 1,666 filling stations (2022: 1,803), as the divestments of OMV Slovenija and Avanti Deutschland were completed in mid-2023. OMV particularly benefited from its proven multi-brand strategy in this challenging price environment. The OMV brand is positioned as a premium brand and, with VIVA, offers a strong convenience store, gastronomy, and service offering, while the self-service filling station brand Avanti in Austria and the Petrom brand in Romania cater to price-sensitive customer groups. Sales of OMV’s premium brand MaxxMotion fuel recovered despite the overall increase in consumer prices and contributed to the Retail business’s overall result as a high-margin product. The non-fuel business continued to grow and performed even better than in 2022. A new store partnership with REWE was successfully implemented in Austria and Slovakia and rolled out in 2023 with more than 50 shops under a new name. In several countries, the customer loyalty program was successfully further developed using state-of-the-art digital solutions. More than 800,000 customers were welcomed into the new platform this year. OMV entered the e-mobility sector at the end of 2022. By the end of 2023, OMV had installed more than 100 ultra-fast charging stations in Austria, Hungary, Romania, and Slovakia. Furthermore, OMV Petrom announced the acquisition of Renovatio Asset Management, the owner of Romania’s leading charging network for electric vehicles. Renovatio operates a network of more than 400 charging points in Romania, which is set to grow to around 650 by 2026. The transaction is expected to close in the first half of 2024.
Innovation and New Technologies
OMV is actively exploring alternative feedstocks, technologies, and fuels to develop a well-diversified and competitive portfolio for the future. The focus of activities and resources is on the chemical recycling of plastic waste. Additional focus is placed on the production of conventional and advanced biofuels, synthetic fuels, and green hydrogen as future fuels for the hard-to-electrify part of the transport segment, as well as feedstocks for sustainable chemical products. OMV is in the execution phase of the co-processing project at the Schwechat refinery. This technology allows OMV to process bio-based feedstocks (e.g., rapeseed oil) together with materials of fossil origin in an existing hydrotreating unit of the refinery during fuel production. By substituting fossil diesel, OMV’s CO2 footprint will be reduced by up to 360,000 t of CO2 per year. Commercial operation is planned for 2024. In 2023, OMV continued the pilot production of Sustainable Aviation Fuel (SAF) using a different co-processing method in Schwechat, as well as the conversion of bio-based feedstocks into high-value chemicals, such as ethylene, propylene, butadiene, and benzene, at the Burghausen refinery. In addition, OMV received its first deliveries of advanced bioethanol from South America in 2023 under a multi-year supply agreement. OMV is examining the potential production of advanced fuels from residual or waste streams and the production of advanced ethylene from ethanol (1G or 2G) as a feedstock. The most important sources for advanced fuels are biomass fractions from mixed municipal and industrial waste, straw, animal waste or residues from forestry and the wood processing industry, as well as waste streams. OMV’s pilot plant for the conversion of glycerol to propanol will be commissioned in 2024. To evaluate the production of advanced biofuels and chemicals, OMV is collaborating with technology companies, industry partners, and research institutions. While the bio-based products mentioned above will initially be sold primarily as fuels due to the regulated market, they can also be used as chemical feedstocks. With the UpHy project, OMV and its partner companies aim to produce green hydrogen for use in the refining process. To this end, OMV is building an electrolysis plant powered by renewable electricity at the Schwechat refinery, which is intended to produce green and low-CO2 hydrogen. Initially, the plan is to use the green hydrogen for the hydrogenation of fuels, including biofuels and SAF. OMV is leading a publicly funded project to develop a new and efficient process for converting synthetic methanol into sustainable aviation fuels (M2SAF). In this M2SAF project, the fundamental proof of concept and catalyst and process development are being carried out in a consortium of industrial partners, SMEs, and research institutions. The aim is to develop a synthetic M2SAF in the next eighteen months that meets the current certification requirements of the American Society for Testing and Materials (ASTM) in a so-called pre-screening test on a liter scale.
Digitalization
In 2023, the digitalization of our refineries generated a return of more than EUR 8 mn. For example, the digitalization of workflows for operational tasks saved 6,000 working hours. Furthermore, the use of digital visualization and mapping technologies, including 2D GIS and 3D models, which facilitate the handling of complex interdependencies in the planning and execution of turnarounds, increased the efficiency and safety of turnarounds at the Schwechat and Petrobrazi refineries. In addition to efficiency and safety benefits, the portfolio of digital initiatives in our refineries contributed to a CO2 reduction of more than 20 kt CO2 in 2023. The introduction of an app within the OMV loyalty program for retail customers was extended to Austria and Bulgaria, doubling the number of users to 850,000 in 2023. Loyalty club members visit our filling stations more frequently and are more likely to purchase premium fuels than non-members. In addition to the rollout of charging stations, OMV's eMotion app was launched in Austria at the end of 2023. With this app, e-vehicle drivers can locate OMV-operated charging stations in their vicinity and a whole range of roaming community partners through a user-friendly interface, manage their charging sessions, and process payments easily and securely.
ENERGY
The Energy segment comprises E&P, Gas Marketing & Power, and the Low-Carbon business. E&P includes the exploration and production of hydrocarbons. Gas Marketing & Power operates a complete value chain in the natural gas sector with sales activities, logistics, and the power business in Romania. The Low-Carbon business focuses on geothermal energy, Carbon Capture and Storage (CCS), and renewable energies.
At a Glance
| 2023 | 2022 | Δ | |
|---|---|---|---|
| Operating income before special items in EUR mn | 4,357 | 8,001 | –46% |
| of which Gas Marketing & Power in EUR mn | 609 | 305 | 100% |
| Special items in EUR mn | –586 | –111 | n.m. |
| Operating income in EUR mn | 3,771 | 7,890 | –52% |
| Investments¹ in EUR mn | 1,582 | 1,464 | 8% |
| Exploration expenditures in EUR mn | 248 | 202 | 23% |
| Exploration expenses in EUR mn | 222 | 250 | –11% |
| Production costs in USD/boe | 9.67 | 8.20 | 18% |
| Total production in kboe/d | 364 | 392 | –7% |
| Total sales volume in kboe/d | 345 | 379 | –9% |
| Proved reserves as of December 31 in mn boe | 1,136 | 1,037 | 10% |
| Average Brent price in USD/bbl | 82.64 | 101.32 | –18% |
| Average realized crude oil price²,³ in USD/bbl | 79.21 | 95.04 | –17% |
| Average realized gas price²,⁴ in EUR/MWh | 29.09 | 53.78 | –46% |
Note: As of 2023, the Eastern Europe Gas & Power division was transferred from Fuels & Feedstock to the Energy segment and is now reported together with Gas Marketing Western Europe under “Gas Marketing & Power”. For comparison purposes only, the figures for 2022 are presented in the new structure.
1 Investments include acquisitions.
2 Average realized prices include hedging effects.
3 As of Q2/22, the transfer price of OMV Petrom between the Energy segment and the F&F segment is based on Brent instead of Urals.
4 The average realized gas price is converted to MWh using a uniform calorific value of 10.8 MWh per 1,000 cubic meters of natural gas across the entire portfolio.
Financial Performance
Operating income before special items fell to EUR 4,357 mn in 2023 (2022: EUR 8,001 mn), primarily due to negative market effects amounting to EUR 3,070 mn as a consequence of substantially lower oil and gas prices. Sales volumes decreased more strongly than production rates, attributable to the timing of lifting schedules in Libya, Norway, and Tunisia. Furthermore, the lack of contribution from activities in Russia as a result of the change in consolidation method affected the results.# Energy
Das Ergebnis von Gas Marketing & Power verdoppelte sich auf EUR 609 Mio. Dies war dem starken Beitrag von Gas Marketing Westeuropa zu verdanken, da bessere Ergebnisse aus dem Speicher- und Handelsgeschäft sowie geringere Versorgungsverluste nur zum Teil durch eine Drohverlust-Rückstellung, die mit gebuchter Pipeline-Kapazität in Verbindung steht, und einem geringeren LNG-Beitrag aufgewogen wurden. Der Beitrag von Gas & Power Osteuropa verringerte sich aufgrund geringerer Margen im Erdgasgeschäft, die zum Teil durch ein besseres Ergebnis in der Stromerzeugung, welches von der Auflösung einer Rückstellung und höheren Verkaufsvolumina außerhalb Rumäniens profitierte, kompensiert wurden. Die 2023 erfassten Netto-Sondereffekte beliefen sich auf EUR –586 Mio (2022: EUR –111 Mio), wobei der Großteil davon auf Bewertungseffekte der Rohstoffderivate im Erdgasgeschäft und auf den Nettoeffekt von Wertminderungen und -aufholungen von E&P-Vermögenswerten zurückzuführen ist. Diese wurden teilweise durch positive Lagerbewertungseffekte und eine Wertzuschreibung eines Erdgasspeichers in Deutschland kompensiert. Dementsprechend verringerte sich das Operative Ergebnis auf EUR 3.771 Mio (2022: EUR 7.890 Mio).
Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen im Jahr 2023 auf USD 9,7/boe (2022: USD 8,2/boe). Die Hauptgründe dafür sind der inflationäre Kostendruck, die Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022, ein positiver Einmaleffekt verbunden mit einer Steuerprüfung bei der OMV Petrom in Q2/22 und geringere Fördermengen.
Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen fiel um 27 kboe/d auf 364 kboe/d, teilweise aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022. Ein natürlicher Förderrückgang und Förderstillstände in Norwegen sowie ein natürlicher Förderrückgang in Rumänien beeinflussten die Förderung ebenfalls. Die Produktion stieg in Neuseeland nach der Inbetriebnahme neuer Sonden, in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach der Zurücknahme von OPEC+-Förderbeschränkungen und auch in Libyen an, wo die Förderung im ersten Halbjahr 2022 aufgrund höherer Gewalt beeinträchtigt gewesen war.
Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen ging in einem stärkeren Ausmaß als die Gesamtproduktion auf 345 kboe/d zurück (2022: 379 kboe/d). Die Abweichung zwischen produzierter und verkaufter Menge lässt sich durch das Timing der Lifting-Zeitpläne in Libyen, Tunesien und Norwegen erklären.
Der durchschnittliche Brent-Preis erreichte 2023 USD 82,6/bbl, ein Rückgang um 18% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns sank um 17%. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR/MWh verringerte sich um 46% auf EUR 29,1/MWh, während der THE-Indikatorpreis um 66% zurückging.
Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden 2023 auf EUR 1.582 Mio gesteigert (2022: EUR 1.464 Mio), eine Folge eines gesteigerten Tätigkeitsniveaus. Organische Investitionen wurden 2023 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Malaysia, Rumänien und Österreich bezogen, beliefen sich 2023 auf EUR 248 Mio und waren damit gegenüber 2022 um fast ein Viertel höher.
Produktion 2023
| Erdöl und NGL | Erdgas¹ | Gesamt Erdöl und NGL | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe | |
| Rumänien² | 20,0 | 115,7 | 21,4 | 41,4 |
| Österreich | 3,0 | 18,0 | 3,0 | 6,0 |
| Norwegen | 13,4 | 84,5 | 14,1 | 27,5 |
| Libyen | 11,2 | — | — | 11,2 |
| Tunesien | 1,1 | 13,6 | 2,3 | 3,3 |
| Jemen | 0,1 | — | — | 0,1 |
| Region Kurdistan im Irak | 1,0 | 17,4 | 2,9 | 3,9 |
| Vereinigte Arabische Emirate | 16,7 | — | — | 16,7 |
| Neuseeland | 3,6 | 53,8 | 9,0 | 12,6 |
| Malaysia² | 0,7 | 57,9 | 9,7 | 10,4 |
| Russland | — | — | — | — |
| Gesamt | 70,7 | 361,0 | 62,3 | 133,0 |
Produktion 2022
| Erdöl und NGL | Erdgas¹ | Gesamt Erdöl und NGL | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe | |
| Rumänien² | 20,9 | 122,0 | 22,6 | 43,5 |
| Österreich | 3,3 | 19,7 | 3,3 | 6,6 |
| Norwegen | 14,7 | 102,2 | 17,0 | 31,7 |
| Libyen | 10,4 | — | — | 10,4 |
| Tunesien | 0,9 | 14,7 | 2,4 | 3,4 |
| Jemen | 0,6 | — | — | 0,6 |
| Region Kurdistan im Irak | 1,0 | 15,8 | 2,6 | 3,6 |
| Vereinigte Arabische Emirate | 15,4 | — | — | 15,4 |
| Neuseeland | 3,0 | 47,1 | 7,8 | 10,8 |
| Malaysia² | 0,6 | 60,0 | 10,0 | 10,6 |
| Russland | — | 37,7 | 6,3 | 6,3 |
| Gesamt | 70,8 | 419,2 | 72,1 | 143,0 |
¹ Für die Umrechnung von Erdgas von cf in boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 cf. Eine Ausnahme ist Rumänien, wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 cf.
² Die obigen Zahlen enthalten 100% aller vollkonsolidierten Unternehmen.
Geschäftsüberblick
Der Geschäftsbereich Energy umfasst das Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P), den gesamten Gasbereich (Gas Marketing & Power) und das Low-Carbon-Geschäft. Zu den E&P-Aktivitäten gehören die Exploration und Evaluierung, die Entwicklung und die Förderung von Rohöl, Kondensaten und Erdgas. Energy betreibt sein Erdgasgeschäft entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Bohrloch bis zu den Endkund:innen, mit einem vollständig integrierten Erdgasverkaufs- und Logistikgeschäft. Der Geschäftsbereich umfasst auch das Stromgeschäft und ein Gaskraftwerk in Rumänien. Bei der Entwicklung nachhaltiger Ressourcen für die Zukunft spielt Energy eine zentrale Rolle. Das Low-Carbon-Geschäft konzentriert sich auf Geothermie, die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage; CCS) und erneuerbare Energielösungen.
Im Jahr 2023 startete der Geschäftsbereich Energy das SPARK-Programm mit dem Ziel, den Cashflow nachhaltig zu verbessern. Innerhalb von drei Monaten wurden mehr als 500 SPARK-Initiativen entwickelt und in den Geschäftsplan von Energy integriert. Die erfolgreichen SPARK-Initiativen führten 2023 zu einer deutlichen Verbesserung des freien Cashflows von Energy. Es ist davon auszugehen, dass sich diese positive Entwicklung 2024 und in den Jahren darauf weiter verstärken wird.
E&P-Geschäft
Strategische Schwerpunkte des E&P-Geschäfts sind nach wie vor die Steigerung des Anteils von Erdgas gegenüber Rohöl und die Verringerung der CO2-Intensität im gesamten Portfolio. Im Jahr 2023 machte E&P bei seinen großen Erdgasentwicklungsprojekten – Neptun (Rumänien), Jerun (Malaysia) und Berling (Norwegen) – gute Fortschritte. Die durchschnittliche Kohlenwasserstoffproduktion belief sich 2023 auf insgesamt 364 kboe/d, wobei der Erdgasanteil bei rund 47% lag.
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie der OMV im Energy-Segment ist das aktive Verwalten und die Optimierung des Upstream-Anlagenportfolio für die drei Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika und Nordsee. In diesem Zusammenhang gab die OMV am 27. Februar 2023 die Einleitung des Verkaufsprozesses zur Veräußerung ihrer E&P-Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik, einer 50%-Beteiligung an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und 100% der Anteile an OMV New Zealand Limited, bekannt. Am 31. Jänner 2024 unterzeichnete die OMV eine Vereinbarung über den Verkauf ihres 50%-Anteils an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies für einen zahlungswirksamen Verkaufspreis von insgesamt USD 903 Mio. Dieser Betrag beinhaltet die vollständige Rückzahlung des ausstehenden Gesellschafterdarlehens in Höhe von USD 350 Millionen, das von OMV an SapuraOMV gewährt wurde, sowie das Nettoumlaufvermögen und andere Elemente, vorbehaltlich einer Anpassung des zahlungswirksamen Kaufpreises zum Vollzug der Transaktion. Der Verkauf wird voraussichtlich gegen Ende des ersten Halbjahres 2024, insbesondere vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vollzogen sein. Der Verkaufsprozess für 100% der Anteile an der OMV New Zealand wird separat fortgesetzt. Im Jemen ist der Verkauf der von der OMV im Land gehaltenen Assets derzeit im Gange.
Mittel- und Osteuropa
Im Jahr 2023 wurden in Rumänien 45 neue Bohrungen und Sidetracks abgeteuft, 497 Wartungsarbeiten durchgeführt und 720 unterirdische Anlagen stillgelegt. Die OMV Petrom setzte als erstes Unternehmen in Europa die „Ultra Short Radius“-(USR-)Bohrtechnologie ein. Durch den Einsatz dieser Technologie bei bestehenden Bohrungen mit vorhandenen oberirdischen Anlagen reduzieren sich die Gesamtkosten im Vergleich zu herkömmlichen Vertikalbohrungen um 40% bis 50%. Die erste USR-Bohrung wurde 2023 niedergebracht. Wichtige geplante Wartungsarbeiten sowohl an Offshore- als auch Onshore-Anlagen wurden im vorgegebenen Zeit- und Budgetrahmen erfolgreich und sicher abgeschlossen. Die OMV Petrom konzentrierte sich weiterhin auf die profitabelsten Barrels und prüfte selektive Veräußerungsmöglichkeiten. Bis Ende 2023 wurden rund 77% des internen Stromverbrauchs im Segment E&P der OMV Petrom durch die Erzeugung elektrischer und thermischer Energie (hauptsächlich mit nicht monetarisierbaren Eigengasmengen und eigenen erneuerbaren Energiequellen) gedeckt.
Die OMV Österreich legte im Jahr 2023 besonderes Augenmerk auf Projekte wie die Explorationsbohrungen Wittau und Strasshof Tief 17, den Ausbau der Erdgasspeicher, das Pilotprojekt Alkali Smart Oil Recovery (SOR) und das Projekt Flysch. Wittau ist der größte Erdgasfund in Österreich seit 40 Jahren. Mit der Bohrung Strasshof Tief 17 wurde im November 2023 begonnen. Das Alkali-SOR-Pilotprojekt wurde im zweiten Quartal 2023 in Betrieb genommen, um weiches, viskoses und alkalisches Wasser in die Lagerstätten zu injizieren. Dadurch erwarten wir uns eine bessere Injektivität und höhere Produktivität. Das Bohrprojekt Flysch Phase 1 soll das weitere Entwicklungspotenzial von Kohlenwasserstofflagerstätten im Flysch-Ursprungsgestein mit ausgewählten produktionssteigernden Technologien bestätigen. Mit dem Ausbau des 16. Erdgasspeichers verbesserte die OMV Österreich nicht nur die Versorgungssicherheit für ihre Kund:innen, sondern stellte auch unter Beweis, wie schnell die OMV auf veränderte Marktsituationen reagieren kann. Für eine bessere CO2-Bilanz setzte die OMV Österreich die Optimierung ihrer Anlagen fort. Gasoptimierungsprojekte und gesteigerte Workover-Kapazitäten wirken dem natürlichen Förderrückgang entgegen und tragen zur Sicherung der österreichischen Energieversorgung bei.# Mittlerer Osten und Afrika
Im Jahr 2023 erzielte die Region Mittlerer Osten und Afrika trotz der angespannten Sicherheitslage in Kurdistan und im Jemen und anhaltender Förderbeschränkungen gute Produktionsergebnisse. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde dank der Revision der OPEC+-Quotenbeschränkungen und der anhaltend hohen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Offshore-Anlagen in Umm Lulu und SARB eine sehr gute Förderleistung erreicht. Im Mai 2023 erfolgte die erste Lieferung von Umm-Lulu-(ULL-)Rohöl an die OMV Raffinerie in Schwechat und damit die erste ULL-Fracht nach Europa. In Kurdistan wurde die Bohrkampagne im Feld Khor Mor erfolgreich beendet. Das Erweiterungsprojekt schritt 2023 zügig voran und steht kurz vor dem Abschluss. In Tunesien konnte die Produktion im Erdgasfeld Nawara stabil gehalten werden. Im Jemen war die Sicherheitslage weiter angespannt. Es kam zu Drohnenangriffen und neuerlichen Drohungen gegen Rohöl-Verschiffungen. Die Produktion stand das gesamte Jahr 2023 über still. Infolgedessen wurden laufende Projekte ausgesetzt und die Feldaktivitäten auf Inspektionen, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten beschränkt.
Nordsee
In Norwegen wurden 2023 mehrere neue Förderbohrungen in Betrieb genommen. Im Feld Gullfaks wurden im Laufe des Jahres neun Bohrungen durchgeführt und der Produktion übergeben. Im Feld Edvard Grieg wurde die zweite Infill-Kampagne erfolgreich abgeschlossen, wobei zwei neue Bohrungen und ein Sidetrack durchgeführt wurden. Das Projekt Solveig Phase 2 – eine Unterwasseranbindung an die Plattform Edvard Grieg – wurde vom norwegischen Energieministerium genehmigt und schreitet derzeit planmäßig voran. Für die Erschließung des Feldes Berling reichte die OMV im Dezember 2022 den Entwicklungs- und Betriebsplan (Plan for Development & Operation; PDO) ein. Das Entwicklungskonzept sieht eine unterseeische Förderanlage mit Anbindung an die Plattform Åsgard B vor. Der PDO wurde von den norwegischen Behörden im Juni 2023 genehmigt. Die Förderung von Erdgas und Kondensat wird voraussichtlich 2027/28 anlaufen. Die offizielle Inbetriebnahme des Offshore-Windparks Hywind Tampen fand im August 2023 im Beisein von Kronprinz Haakon von Norwegen statt. Der Windpark versorgt nun das Feld Gullfaks mit erneuerbarem Strom.
Asien-Pazifik
In Malaysia schreitet das Erdgasprojekt Jerun planmäßig voran und kann auf eine hervorragende Sicherheitsleistung verweisen. Bislang wurden mehr als 11 Mio unfallfreie Arbeitsstunden erbracht. In Neuseeland schloss die OMV drei große Bohrkampagnen zur Neuentwicklung und Optimierung der Erdgas-Assets Māui und Pohokura sicher ab. Das Einsatzteam konzentrierte sich auf Projekte zur Anlagenintegrität und -instandhaltung und setzt derzeit mehrere Initiativen zur Emissionsreduktion an den Standorten der OMV um. Im Feld Pohokura wurde mit den Vorbereitungen für den alle vier Jahre stattfindenden routinemäßigen Turnaround und eine Infill-Bohrung im dritten Quartal 2024 begonnen.
Schlüsselprojekte
Neptun (Rumänien, OMV Petrom 50%)
Die OMV Petrom erzielte im Jahr 2023 gemeinsam mit ihrem Partner Romgaz bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung von Neptun Deep, ihrem wichtigsten Wachstumsprojekt: Es fiel die finale Investitionsentscheidung (FID), und der Feldentwicklungsplan (FDP) wurde von der Aufsichtsbehörde bewilligt. In der zweiten Jahreshälfte vergab das Unternehmen die Aufträge für die Entwicklung der wichtigsten Offshore-Infrastrukturen und die Bohranlage. Einige andere kleinere Verträge miteingerechnet, sind damit bereits über 80% der Ausführungsverträge vergeben. Die nächsten Schritte bestehen darin, die Vergabe der Hauptverträge abzuschließen und alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Die OMV Petrom plant, 2025 mit den Bohrungen zu beginnen und 2027 das erste Gas zu fördern. Das Erdgas aus Neptun Deep wird Rumänien zum größten Erdgasproduzenten in der Europäischen Union machen und die derzeitige Erdgasproduktion von der OMV Petrom verdoppeln.
Weitere Großprojekte (Rumänien, OMV Petrom 100%)
Die erfolgreiche Auswertung von zwei Explorationsbohrungen in 2023 führte zusammen mit der erfolgreichen Explorationsbohrung des Vorjahres zur Entdeckung großer Vorkommen, die auf 35 Mio Barrel Öläquivalent geschätzt werden. Die Bohrungen befinden sich derzeit in der Testförderung. Abhängig von deren Ergebnissen sollen in den kommenden Jahren weitere Entwicklungsbohrungen durchgeführt werden. Darüber hinaus wurden Projekte im Wert von mehr als EUR 20 Mio (FRD Bradesti Opportunity Phase 1, Tank Farm Independenta NFA Safeguarding und Abramut Gas Plant Revamp) erfolgreich zur Reife gebracht. Für die ersten beiden Projekte konnte bereits die finale Investitionsentscheidung erwirkt werden.
Wittau (Österreich, OMV 100%)
Nach einem erfolgreichen Explorationsfund, den die OMV Mitte 2023 in der Nähe von Wien machte, gelangte das Projekt Wittau schnell zur Reife und es folgte die Konzeptauswahl. Sobald das Front-End-Engineering und die Ausschreibungen abgeschlossen sind, wird die FID für 2024 erwartet.
Umm Lulu und SARB (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 20%)
Die Entwicklungsbohrungen wurden weiter fortgesetzt, wobei insgesamt bis zu fünf Bohranlagen zum Einsatz kamen. In SARB wurden neun Bohrungen durchgeführt, in Umm Lulu wurden neun Bohrlöcher gebohrt.
Ghasha-Konzession (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 5%)
Beim Projekt Dalma liefen die Onshore- und Offshore-Arbeiten im Rahmen der Engineering-, Beschaffungs- und Bauaufträge (Engineering, Procurement, and Construction; EPC) weiter. Das erste Gas soll 2025 gefördert werden. Für das Megaprojekt Hail & Ghasha wurde die FID erreicht, und die wichtigsten Aufträge wurden vergeben.
Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)
Hywind Tampen, Norwegens erster schwimmender Windpark, wurde fertiggestellt. Die restlichen vier Windturbinen wurden installiert und in Betrieb genommen. Entsprechend dem Jahresprogramm für das Feld Gullfaks wurden neun Bohrungen durchgeführt.
Gudrun (Norwegen, OMV 24%)
Im Nordseefeld Gudrun wurde das Wasserinjektionsprojekt Gudrun Phase 2 gestartet. Dieses „Improved Oil Recovery“-(IOR-)Projekt wird die Ölausbeute aus der Hauptlagerstätte des Feldes steigern und die Förderdauer um zwei Jahre verlängern, da das Abbauverfahren von Druckabbau auf Druckunterstützung durch Wassereinspritzung umgestellt wird.
Edvard Grieg (Norwegen, OMV 20%)
Das Projekt Edvard Grieg Infill Phase 2 wurde wie geplant abgeschlossen. Die Unterwassererschließung im Rahmen des Projekts Solveig Phase 2 verläuft nach Plan. Die Hauptverträge wurden vergeben und die Ausführungsplanung fertiggestellt.
Berling (Hades/Iris) (Norwegen, OMV 30%)
Für das von der OMV betriebene Offshore-Projekt wurde die FID erreicht und der PDO von der norwegischen Erdöldirektion genehmigt. Eine Offshore-Kampagne zur Erfassung seismischer Daten wurde abgeschlossen, ebenso die Herstellung der Versorgungsleitungen und Leitungsrohre. Die Produktion soll 2028 aufgenommen werden.
SK408 (Malaysia, OMV 40%)
In Malaysia schreitet das Erdgasprojekt Jerun unter der Betriebsführerschaft der SapuraOMV gut voran und liegt im Budgetrahmen. Das Tragwerk (Jacket) der Plattform wurde fertiggestellt und installiert, und die sechs Offshore-Bohrungen wurden abgeteuft. Parallel dazu wurde die 80 Kilometer lange Exportpipeline verlegt. Die Herstellung der Aufbauten (Topsides) für die Plattform steht kurz vor der mechanischen Fertigstellung an Land. Das erste Gas soll wie prognostiziert im dritten Quartal 2024 gefördert werden.
Highlights
Exploration und Evaluierung
Im Jahr 2023 führten die OMV, die OMV Petrom und die SapuraOMV 15 Explorations- und Evaluierungsbohrungen in sieben verschiedenen Ländern durch. Dreizehn davon wurden noch vor Jahresende abgeschlossen, während die anderen zwei Anfang Jänner 2024 weitergeführt bzw. getestet wurden. Die OMV führte eine Reihe von wichtigen Bohrungen als Betriebsführerin durch bzw. war an diesen beteiligt. Das Highlight des Jahres war der Erdgasfund Wittau Tief im Wiener Becken, Österreich. Diese von der OMV betriebene Bohrung wurde erfolgreich getestet und die Entwicklungspläne sind weit fortgeschritten. Die Bohrstelle wurde als zukünftige Produktionssonde bewertet. Die nächste Bohrung im Gesteinsmassiv Wittau ist für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant. Die zweite einer Reihe von tiefen Erdgasexplorationsbohrungen wurde im Gebiet Strasshof in Österreich niedergebracht. Es wird erwartet, dass diese Bohrung im ersten Quartal 2024 die finale Zielteufe erreicht. In Tunesien wurden zwei Erdgasfunde (nicht unter der Betriebsführerschaft der OMV) gemacht. Diese werden wahrscheinlich zusammen mit dem Erdgasfund Anbar von 2022 eine neue Konzession bilden, die an die von der OMV betriebene Anlage Nawara angebunden werden könnte. In Norwegen wurden zwei von der OMV betriebene Bohrungen abgeteuft, die beide keine rentablen Funde erbrachten. Eine dritte infrastrukturgeführte Bohrung (Solan/Ludvig) wurde Ende 2023 erfolgreich niedergebracht. Sie soll als Fördersonde fertiggestellt und an die Anlage Gullfaks angeschlossen werden. In den VAE beteiligte sich die OMV an nicht von ihr betriebenen Evaluierungen in den Konzessionen Ghasha und SARB. In Neuseeland wurde eine Erdgas-Evaluierungsbohrung im Gebiet Māui East durchgeführt und als zukünftige Fördersonde abgeschlossen. In Rumänien führte die OMV Petrom drei Bohrungen durch, zwei davon als Betriebsführerin und eine unter anderer Betriebsführerschaft. Eine dieser Bohrungen führte zu einem Erdgasfund, ist mittlerweile abgeschlossen und seit Mai in Produktion. Die beiden anderen erwiesen sich als trocken und wurden verfüllt und stillgelegt. In Mexiko beteiligte sich die SapuraOMV an zwei nicht von ihr betriebenen Explorationsbohrungen in Block 30. Eine der beiden bestätigte einen bedeutenden Ölfund, weshalb geplant ist, in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 eine Evaluierungsbohrung durchzuführen.# Exploration & Production
Die zweite Bohrung konnte das primäre Ziel aufgrund von operativen Problemen nicht erreichen und wurde verfüllt und stillgelegt. Anfang 2023 erhielt die OMV Norge neue Lizenzen in Kerngebieten in Norwegen und bewarb sich erneut im Rahmen der APA-Runde, wobei der Schwerpunkt auf infrastrukturnahen Erdgas-Fündigkeiten lag. In Bulgarien übernahm die OMV Petrom die Betriebsführerschaft für die Han-Aspurah-Lizenz, die sich in unmittelbarer Nähe der jüngsten riesigen Erdgasfunde vor der türkischen Küste befindet. Die Explorations- und Erkundungsausgaben stiegen im Jahr 2023 auf EUR 248 Mio an (2022: EUR 202 Mio) – hauptsächlich, um die Bohrungen nach tiefen Erdgasvorkommen in Österreich zu beschleunigen.
Reservenentwicklung
Zum 31. Dezember 2023 stiegen die sicheren Reserven (1P) auf 1.136 Mio boe (davon OMV Petrom: 424 Mio boe), mit einer jährlichen Reservenersatzrate von 174% im Jahr 2023 (2022: –80% durch den Ausschluss der Reserven in Russland, nachdem die OMV die Vollkonsolidierung bzw. at-equity-Bilanzierung der russischen Konzerngesellschaften beendete). Der Dreijahresdurchschnitt der Reservenersatzrate erreichte 56% (2022: 40%). Bedeutende Ergänzungen an sicheren Reserven konnten in Rumänien durch die Verpflichtung verbucht werden, das Projekt Neptun Deep im Schwarzen Meer zu verwirklichen. Zusätzlich gab es Ergänzungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die Weiterentwicklung des Projekts Hail und Ghasha und durch eine vielversprechende Lagerstätten-Performance in anderen produzierenden Feldern. Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) verringerten sich auf 1.807 Mio boe (davon OMV Petrom: 694 Mio boe), da hauptsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwirkte Reservenzugänge die geförderten Mengen nicht vollständig ersetzten.
Gas Marketing & Power
Gas Marketing Westeuropa
Die OMV vermarktet und handelt Erdgas in acht europäischen Ländern. Im Jahr 2023 lagen die Verkaufsmengen von Erdgas bei 85 TWh (2022: 111,2 TWh). Die Grundlage des Erdgasverkaufsgeschäfts ist ein diversifiziertes Gasbezugsportfolio, das Erdgas aus eigenen Produktionsstätten in Österreich und Norwegen (mit einer Förderung von 30,7 TWh im Jahr 2023) und von einer Vielzahl internationaler Zulieferunternehmen umfasst. Neben mittel- und langfristigen Aktivitäten ergänzen kurzfristige Geschäfte an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen und die EU-Plattform zur gemeinsamen Gasbeschaffung das Gasbezugsportfolio der OMV.
Supply, Marketing und Trading von Gas
Die Verkaufsaktivitäten von OMV Gas Marketing & Trading konzentrieren sich auf ein diversifiziertes Kundenportfolio in den Segmenten Großindustrie und Kommunen in Österreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Belgien. Italien, Slowenien und Frankreich sind über opportunistische Handelsaktivitäten abgedeckt. Das LNG-Geschäft ist eine wichtige Säule für unser Gasgeschäft. Die OMV nutzte die ihr zugeteilte Kapazität am Regasifizierungsterminal Gate in den Niederlanden voll aus. Zwei langfristige LNG-Lieferverträge für die Zeiträume ab 2026 und von 2029 bis 2036 wurden abgeschlossen, die ausschließlich nicht russisches Erdgas betreffen. Dies macht das LNG-Geschäft zu einem sehr wichtigen Baustein für die Diversifizierung des Erdgasbezugsportfolios der OMV, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Der europäische Erdgasmarkt war auch 2023 von der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiemarktkrise mit sehr volatilen Erdgaspreisen und unvorhersehbaren Kürzungen der Lieferungen aus Russland geprägt. Diese Situation wird voraussichtlich weiter anhalten. Die 2022 zur Minimierung der negativen Effekte des Ukrainekriegs eingerichtete Gas-Taskforce macht gute Fortschritte bei der Sicherstellung eines kontinuierlichen und diversifizierten Lieferstroms. Zu ihren Aufgaben gehören eine regelmäßige Berichterstattung über den Stand der Versorgungssicherheit für das OMV Portfolio mit Blick auf die allgemeine Erdgasangebotssituation und die Speicherfüllstände sowie die fortlaufende Festlegung und Anpassung von Hedging-Strategien, um das inhärente Preisrisiko von Unterbrechungen der Erdgasversorgung abzufedern. Strategien zur Diversifizierung der Erdgaslieferungen wurden definiert und entsprechend umgesetzt, und die OMV konnte sich erneut erfolgreich zusätzliche Transportkapazitäten sichern. Darüber hinaus konnte die OMV die Kapazität ihrer Erdgasspeicher voll ausschöpfen. Mit diesen Maßnahmen gelang es, das Portfolio der OMV zu sichern und die Resilienz der Versorgungssituation für die nächsten Jahre zu steigern. Dies wird die Folgen der unregelmäßigen russischen Erdgaslieferungen für das Erdgasverkaufsportfolio der OMV in Deutschland und Österreich abmildern.
Gas-Logistik
Die OMV betreibt Erdgasspeicher in Österreich und Deutschland mit einer Speicherkapazität von 30 TWh. Zudem ist die OMV mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH), der führenden Erdgashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa, beteiligt. Aufgrund des milden Winters im Jahr 2022 konnten die europäischen Speicherbetreiber im April 2023 mit relativ hohen Speicherständen von 56% (1. April 2022: 27%) in das neue Speicherjahr starten. Eine beträchtliche Anzahl neuer internationaler und nationaler Rechtsvorschriften und eine anhaltend hohe Preisvolatilität beherrschten den Energiemarkt. Trotz dieses herausfordernden Umfelds konnte der Bereich OMV Gas Storage im Jahr 2023 mehrere neue Kund:innen gewinnen, die Kapazität erweitern und die Speicher der OMV auf Maximalstände von 104,5% in Österreich und 99% in Deutschland füllen. Im Jahr 2023 wurden am virtuellen Handelspunkt (VTP) des Central European Gas Hub 575,1 TWh Erdgas gehandelt. Dieses Volumen entspricht etwa dem Siebenfachen des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs.
Gas & Power Osteuropa
Im ersten Quartal 2023 wurde das Segment Gas Marketing Osteuropa der OMV Petrom in den Geschäftsbereich Energy integriert. Synergien ergeben sich dabei sowohl durch externe als auch interne Faktoren. Ziel ist es stets, die besten Ergebnisse zu erzielen. Gas & Power Osteuropa baut seine Aktivitäten in sechs Ländern aus und hat auch Zugang zu den Märkten in Rumäniens Nachbarländern. Nach einem für den Energiemarkt präzedenzlosen Jahr 2022 mit Rekordpreisen für Erdgas und Strom erlebten die Marktpreise 2023 bei anhaltender Volatilität einen substanziellen Preisverfall. In Rumänien führte dieser Trend – mit deutlich niedrigeren Preisen als 2022 – allerdings zu keiner Erholung der Nachfrage. Der rumänische Erdgas- und Stromverbrauch war über das gesamte Jahr hinweg niedriger als im Vorjahr, wobei die Abnahmemengen der Industrie das ganze Jahr über rückläufig waren und erst gegen Jahresende wieder leicht anstiegen. Die von den rumänischen Behörden 2022 eingeführten Verordnungen blieben weiter aufrecht, sodass sowohl der Erdgas- als auch der Strommarkt 2023 immer noch stark reguliert waren. Die Verkaufsmengen von Gas & Power Osteuropa an Dritte lagen 2023 bei 37,9 TWh und waren damit um 6% höher als 2022 (35,8 TWh), was ein sehr gutes Ergebnis ist. Ergänzend zum Erdgas aus eigenen Produktionsstätten bezog die OMV Petrom wichtige Gasmengen von Dritten und konnte so alle ihre Vertriebskanäle erfolgreich abdecken. Geschäftsmöglichkeiten in den Nachbarländern werden fortlaufend geprüft. Im Jahr 2023 wurde der erste Erdgasbezugsvertrag mit Botaş (Türkei) abgeschlossen, der bis März 2025 läuft. Zudem wurde eine Absichtserklärung zur Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich Flüssigerdgas (LNG) in Südosteuropa unterzeichnet. Dies wird zur Sicherheit der Versorgung unseres eigenen Portfolios wie auch der Versorgung des jeweiligen Landes beitragen. Was das Stromgeschäft anbelangt, so sank die Nettostromerzeugung des Kraftwerks Brazi 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2022 um 17% auf 4,2 TWh. Das Kraftwerk Brazi deckte 2023 rund 7% des rumänischen Stromerzeugungsmixes ab. Dieser Beitrag wurde allerdings durch einen geplanten Ausfall der gesamten Kapazität von März bis Anfang Juli 2023 beeinträchtigt. Im Zuge dieses größten geplanten Stillstands seit der Inbetriebnahme im Jahr 2012 wurde unter anderem die erste große Inspektion der Dampfturbine vorgenommen. Nach dem Ausfall lieferte das Kraftwerk eine außergewöhnliche Leistung mit Produktionswerten auf Rekordniveau. Darüber hinaus wurden die Aktivitäten auf den benachbarten Strommärkten ausgeweitet, was maßgeblich zu dem guten Ergebnis im Stromgeschäft beitrug und unsere regionale Präsenz weiter stärkte. Bei Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Ein Beispiel dafür ist die Partnerschaft mit Complexul Energetic Oltenia, im Rahmen derer vier PV-Projekte mit einer Gesamtkapazität von rund 450 MW umgesetzt werden; die Finanzierungsverträge mit dem rumänischen Energieministerium wurden bereits unterzeichnet. Auch im Hinblick auf den Erwerb von Projektrechten zur Errichtung einer PV-Anlage mit einer künftigen Gesamtkapazität von rund 710 MW wurden Fortschritte erreicht. Projekte wie diese sind wichtige Schritte im Hinblick auf unser strategisches Ziel des Übergangs zu einem CO2-armen bzw. CO2-freien Geschäft. Im Jänner 2024 kündigte die OMV Petrom den Erwerb eines 50%-Anteils an der Electrocentrale Borzesti von RNV Infrastructure an, die rund 1 GW an Kapazität an Projekten für erneuerbare Energien hält (950 MW Windkraft und 50 MW Photovoltaik). Die Projekte werden in Partnerschaft mit RNV Infrastructure weiterentwickelt, gebaut und betrieben. Außerdem plant die OMV Petrom gemeinsam mit Renovatio, bis 2027 rund EUR 1,3 Mrd (einschließlich Projektfinanzierung) in erneuerbare Energien in Rumänien zu investieren. Der Beitrag der OMV Petrom für die Akquisition und Entwicklung dieser Projekte wird auf bis zu EUR 350 Mio geschätzt. Das Closing der Transaktionen wird nach Erfüllung bestimmter Bedingungen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2024 erfolgen.# Low-Carbon-Geschäft
Im Geschäftsbereich Energy hält das Team unseres Low Carbon Business (LCB) Ausschau nach Möglichkeiten zur Ermittlung und kommerziellen Nutzung des geothermischen Energiepotenzials und prüft Lösungen für die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage; CCS). Darüber hinaus arbeitet das LCB-Team an der Erweiterung der Photovoltaikanlagen der OMV. Zudem werden Lösungen für die unterirdische Energiespeicherung, zum Beispiel mit Wasserstoff, geprüft. Die LCB-Aktivitäten haben 2023 stark an Dynamik gewonnen und sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene für einen bemerkenswerten Impact gesorgt. Eine Vielzahl von Initiativen wurde gestartet, und mehrere Projekte wurden in die Wege geleitet bzw. umgesetzt. Diese Projekte befinden sich hauptsächlich in der F&E-Phase oder im Stadium erster Investitionen. Geplant ist, die Investitionen ab 2024 zu intensivieren.
Geothermie
Eines der bisherigen Highlights unserer Aktivitäten im Bereich der Geothermie in Österreich ist die Zusammenarbeit zwischen der OMV und Wien Energie: Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen die Art und Weise verändern, wie wir unsere Gebäude heizen. Im Joint Venture mit dem Namen „deeep“ arbeiten die beiden Unternehmen eng zusammen, um Tiefengeothermie im Großraum Wien nutzbar zu machen. Sie wollen Tiefengeothermie-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 200 MW entwickeln und damit klimaneutrale Fernwärme für umgerechnet bis zu 200.000 Wiener Haushalte erzeugen. Dazu planen die beiden Unternehmen, bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen in Wien im Rahmen der Bohrprogramme umzusetzen. Die erste Tiefengeothermie-Anlage im Gebiet Aspern soll durch das Joint Venture gemeinsam umgesetzt werden. Die Anlage soll künftig klimaneutrale Fernwärme mit bis zu 20 MW erzeugen – in Kombination mit den Wärmepumpen von Wien Energie. Aktuell laufen die Genehmigungsverfahren, und gegen Ende 2024 sollen die Bohrungen starten. Die Anlage soll 2027 in Betrieb gehen.
Neue Technologien sind unerlässlich, um das Wachstum unseres Low-Carbon-Geschäfts zu beschleunigen. Die OMV erwarb daher einen Anteil von 6,5% an dem kanadischen Privatunternehmen Eavor Technologies Inc. („Eavor“). Eavor ist der weltweit führende Entwickler von Lösungen für die geothermische Energiegewinnung mit geschlossenem Kreislauf. Darüber hinaus trafen die OMV und Eavor eine kommerzielle Vereinbarung zur großflächigen Nutzung der Eavor-Loop™-Technologie in Europa und darüber hinaus. Die Vereinbarung macht die OMV zu einer wichtigen Partnerin mit bevorzugten Lizenzbedingungen, Zugang zu Dienstleistungen und Unterstützung in der Entwicklung. Vorerst wird der Schwerpunkt der OMV auf der Einführung von Eavor-Loop™ in Österreich, Rumänien und Deutschland liegen. Die Technologie von Eavor basiert auf einem geschlossenen Kreislaufsystem, das in tiefem unterirdischem Gestein errichtet wird. Dabei wird eine Flüssigkeit in einem geschlossenen Kreislauf zwischen der Oberfläche und dem tiefen unterirdischen Gestein zirkuliert und dadurch erwärmt. Die Technologie verringert das geologische und damit auch das betriebliche Risiko im Vergleich zu normalen hydrothermalen Systemen mit ähnlicher Energieleistung erheblich. Da Eavor-Loop™ voll skalierbar und in verschiedenen Arten von geologischen Strukturen anwendbar ist, wird es der OMV möglich sein, Wärmelösungen für Fernwärmenetze außerhalb der üblichen hydrothermalen Gebiete anzubieten und somit ihr bestehendes Portfolio an hydrothermalen Projekten zu ergänzen. Die OMV prüft und entwickelt laufend weitere Möglichkeiten und Projekte im Bereich der offenen und geschlossenen Geothermie-Systeme.
Carbon Capture and Storage (CCS)
CCS-Lösungen werden auf der Grundlage der Kenntnisse, Fähigkeiten und Assets im Untertagebereich des Bereichs Energy entwickelt. Aker BP und die OMV (Norge) AS schlossen einen Partnerschaftsvertrag für CCS ab und erhielten eine Lizenz für die Speicherung von CO2 gemäß den CO2-Speichervorschriften auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Die Lizenz, die an Aker BP und die OMV vergeben wurde, befindet sich in der norwegischen Nordsee und trägt den Namen „Poseidon“. Aker BP und die OMV (Norge) AS sind zu je 50% an der Lizenz beteiligt, die von Aker BP betrieben wird. Die Lizenz ist mit einem Arbeitsprogramm und einer Entscheidung über Bohrung oder Aufgabe bis 2025 verbunden. Als erster Meilenstein wurde eine 3D-Seismik-Untersuchung erfolgreich abgeschlossen. Die Poseidon-Lizenz könnte die Speicherung von mehr als 5 Mio t CO2 pro Jahr ermöglichen. Geplant ist die Injektion von CO2, das von mehreren identifizierten industriellen Emittent:innen in Nordwesteuropa abgeschieden wird, darunter auch von verschiedenen Borealis Standorten in Europa. Zusätzlich zu der Lizenz, die die OMV gemeinsam mit Aker BP besitzt, wird an weiteren Lizenzanträgen und Möglichkeiten gearbeitet, um ein Projektportfolio aufzubauen und die OMV als wichtige Akteurin im Bereich CCS auf dem norwegischen Kontinentalschelf zu etablieren. Bei diesen Aktivitäten arbeitet die OMV unter Einhaltung der geltenden regulatorischen und rechtlichen Anforderungen mit Partner:innen aus Industrie und Forschung zusammen.
Erneuerbare Energien (Windkraft und Photovoltaik)
Das LCB-Team arbeitet an der Erweiterung unseres Anlagenbestands im Bereich erneuerbarer Energien, wobei der Schwerpunkt auf dem Eigenbedarf des OMV Konzerns liegt. In Zukunft wollen wir, soweit es die lokalen Vorschriften zulassen, erneuerbare Energie selbst erzeugen und in das Stromnetz einspeisen, damit sie Dritten zur Verfügung steht. Derzeit prüfen wir, inwieweit die Möglichkeiten dazu in den Ländern, in denen die OMV tätig sind, gegeben sind. Eine Reihe von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energie werden in Rumänien im Gas & Power Osteuropa-Geschäft umgesetzt.
Genauere Informationen finden Sie im Abschnitt Gas & Power Osteuropa.
Innovation und neue Technologien
Die Abteilung Technology des Geschäftsbereichs Energy stellt mit Schlüsselkompetenzen und modernsten Technologien sicher, dass die OMV ihr strategisches Ziel der Dekarbonisierung und Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen bis 2050 verwirklichen kann. Ein gut eingespieltes Team beschäftigt sich mit Technologie-Scouting, offener Innovation und Entwicklung und deckt mit den Bereichen Surface, Subsurface und Laboratory die gesamte Wertschöpfungskette von Energieprojekten ab. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit allen OMV Standorten, einschließlich der OMV Petrom und der OMV (Norge) AS, externen Partner:innen wie der Wien Energie und renommierten Universitäten wie Stanford, der University of Texas und der Montanuniversität Leoben. Multidisziplinäre Projektteams befassen sich mit der Bewertung von Technologien und wesentlichen Grundlagen für die Energiewende durch den Aufbau und die Bereitstellung von Expertise für künftige Technologieanwendungen in den Bereichen Geothermie, Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 sowie erneuerbare Energien. Die Entwicklung von hochmoderner Onlineüberwachung, Technologien zur Emissionskontrolle, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen für Workflows im untertägigen Bereich und in der Wasseraufbereitung gewährleisten weltweit sichere, nachhaltige und stabile Betriebsabläufe. Das Technology Team von Energy stellt seine Position als zuverlässiger Technologie- und F&E-Partner in vielerlei Hinsicht unter Beweis: durch die Bereitstellung von Technologien für Produktlösungen, die Unterstützung wichtiger Feldentwicklungen in den VAE für ADNOC und die Ermöglichung einer stabilen Erdgasproduktion und -versorgung durch den Einsatz von Technologie für das Projekt Neptun Deep der OMV Petrom in Rumänien. Das OMV Tech Center & Lab (TCL) in Österreich und das OMV Petrom Upstream Laboratory (ICPT) in Rumänien unterstützen als hoch spezialisierte Energietechnologie-Kompetenzzentren alle Assets der OMV weltweit, um sichere und nachhaltige Betriebsabläufe zu gewährleisten. Expert:innen aus den Bereichen Geowissenschaften, Physik, Chemie, Geochemie, Mikrobiologie, Umweltwissenschaften, Lagerstättenkunde und Materialwissenschaften befassen sich mit der Erprobung und Verbesserung von Technologien sowie mit Laborlösungen, um die Umsetzung neuer Technologien für erneuerbare Energien zu ermöglichen. Von der OMV erfolgreich implementierte Technologien werden der Öffentlichkeit im OMV Innovation & Technology Center (ITC) in Österreich zugänglich gemacht.
Digitalisierung
Die Digitalisierungsreise von OMV Energy begann 2018. Seitdem haben wir innovative Plattformen eingerichtet, ein Datenökosystem angelegt und eine Citizen-Developer-Community etabliert. Wir haben ein solides Fundament aufgebaut, um digitale Lösungen zu ermöglichen, die einen Mehrwert für OMV Energy schaffen. Im ersten Quartal 2023 wurde unser Operations Cockpit im österreichischen Gänserndorf ins Leben gerufen. Das Cockpit ist eine multidisziplinäre Taskforce auf Abruf, die unsere weltweiten Expert:innen aus verschiedenen technischen Fachgebieten einbindet. Sie alle nutzen die neuesten digitalen Tools und Technologien, um mit unseren lokalen Teams zusammenzuarbeiten und sie bei der Lösung operativer Herausforderungen zu unterstützen, selbst wenn sie räumlich weit voneinander entfernt sind. Der Bau der ersten automatisierten Onshore-Bohranlage im OMV Portfolio in Rumänien ist in vollem Gange. Sie ist Teil unseres automatisierten Bohrungserstellungsprozesses und wird die HSSE-Leistung verbessern, da sie die Anwesenheit von Personen in den Gefahrenzonen der Bohranlage überflüssig macht. Darüber hinaus wird sie die Bohreffizienz steigern, da sich durch eine effektivere Ausführung der Aufgaben durch spezielle Maschinen der Zeit- und Kostenaufwand reduzieren lässt. Es wird erwartet, dass die Gesamtbohrkosten pro Bohrloch dadurch um fast 10% gesenkt werden können und sich aufgrund der Effizienz der Automatisierung auch die CO2-Emissionen reduzieren werden.# Ausblick
Marktumfeld
Die OMV erwartet für 2024 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund USD 80/bbl (2023: USD 83/bbl). Für 2024 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 25/MWh (2023: EUR 29/MWh) mit einer THE-Preisprognose zwischen EUR 30/MWh und EUR 35/MWh erwartet (2023: EUR 41/MWh). Konzern Organische Investitionen11 werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf rund EUR 3,8 Mrd belaufen (2023: EUR 3,7 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,2 Mrd.
Chemicals & Materials
Für 2024 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 490/t erwartet (2023: EUR 507/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund EUR 370/t betragen (2023: EUR 389/t). Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2024 voraussichtlich bei rund 85% liegen (2023: 80%). Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2024 voraussichtlich rund EUR 320/t betragen (2023: EUR 322/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 320/t erwartet (2023: EUR 355/t). Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2024 voraussichtlich rund 1,9 Mio t betragen (2023: 1,63 Mio t). Es wird erwartet, dass die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs bei rund 2,0 Mio t liegen wird (2023: 1,86 Mio t). Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2024 auf rund EUR 1,0 Mrd prognostiziert (2023: EUR 1,2 Mrd).
Fuels & Feedstock
Für 2024 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa von rund USD 8/bbl erwartet (2023: USD 11,7/bbl). Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2024 höher als für 2023 prognostiziert (2023: 16,3 Mio t). Die Commercial-Margen werden 2024 voraussichtlich niedriger sein als 2023. Die Retail-Margen werden voraussichtlich leicht unter dem Niveau von 2023 liegen. Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2024 bei rund 95% erwartet (2023: 85%). Die organischen Investitionen im Bereich Fuels & Feedstock werden 2024 voraussichtlich rund EUR 0,8 Mrd betragen (2023: EUR 1,0 Mrd).
Energy
Die OMV erwartet für das Jahr 2024 eine Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen zwischen 330 kboe/d und 350 kboe/d (2023: 364 kboe/d), abhängig vom Zeitpunkt der Veräußerung der Assets in Malaysia, der Situation in Libyen und auch infolge des natürlichen Förderrückgangs. Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen (2023: EUR 1,5 Mrd). Für 2024 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) von rund EUR 200 Mio prognostiziert (2023: EUR 248 Mio).
Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel Strategie.
Risikomanagement
Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern, dessen Aktivitäten von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken sowie operativen und strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen.
Risikomanagement-Governance
Die OMV erkennt die dynamische und sich ständig verändernde Natur ihrer Geschäftslandschaft an. Eine wirksame Risikosteuerung ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung von Unsicherheiten, die in der Natur der Geschäftstätigkeit der OMV liegen. Als integraler Bestandteil des Aufsichtsrats überwacht der Prüfungsausschuss gewissenhaft die Umsetzung und Wirksamkeit unserer Risikomanagementprozesse. Durch die Nutzung der Expertise des Prüfungsausschusses und laufende Fortbildungsmaßnahmen verstärkt der Aufsichtsrat sein Engagement für eine solide Risikosteuerung. Der Vorstand ergreift eine proaktive Haltung, um die Risikomanagementprozesse der OMV zu überwachen und zu verbessern sowie eine starke Risikokultur im gesamten OMV Konzern sicherzustellen. Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des:der CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des Risikomanagementprozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. Der OMV Konzern verfügt über eine wirksame, eigenständige zentrale Risikomanagementfunktion innerhalb des CFO-Bereichs, die direkt an den Vorstand berichtet und von den Geschäftsfeldern unabhängig ist. Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Risikomanagement- und Versicherungsaktivitäten werden zentral durch die Bereiche Treasury und Risk & Insurance Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten. Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet. Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. Interne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“-)Standards und -Rahmenwerken. Der UWRM-Prozess der OMV wurde nach Maßgabe der Norm ISO 31000 eingerichtet und wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt.# Integriertes Risikomanagement
Die OMV verfügt über ein integriertes Risikomanagement, das die Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken in allen Geschäftsbereichen und Funktionen der OMV und der von ihr kontrollierten Unternehmen umfasst. Das UWRM-System ist auf allen Ebenen des Konzerns implementiert und zielt darauf ab, die Risikokultur der OMV durch die Förderung des Bewusstseins für Risiken und die Vermittlung von Kenntnissen zur Risikosteuerung zu stärken. Ziel ist die bestmögliche Risikosteuerung im Hinblick auf die strategischen Ziele der OMV, um einen nachhaltigen Geschäftserfolg zu sichern.
Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert.
Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:
- Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
- Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
- Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
Management der finanziellen Risiken
Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Geschäftspartner:innen entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine ökonomische Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen
Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahent:innen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden regelmäßig im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des:der CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität beispielsweise gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Geschäftsbereich Energy abzusichern. In den Geschäftsbereichen Fuels & Feedstock und Chemicals & Materials ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen, Erdgaspreisen und CO2-Emissionszertifikaten sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken legt klare Mandate einschließlich der Risikoschwellen für diese Aktivitäten fest.
Zinsrisikomanagement
Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitengeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Angesichts eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit hoher Inflation, volatilen Rohstoffpreisen, steigenden Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale geachtet, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten. In Anbetracht der Ereignisse im Bankensektor im ersten Quartal 2023 hat die OMV zusätzlich zu ihren standardmäßigen Kreditrisikomanagementprozessen eine noch strengere Überwachung ihrer Bankkontrahent:innen und der damit verbundenen Risiken eingeführt.
Operative Risiken
Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Projektrisiken
Bei der Umsetzung ihrer Strategie 2030 investiert die OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. Die OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken. Die OMV kann operativen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich ihrem eigenen Einfluss und dem ihrer Vertragsunternehmen entziehen, was den Fortschritt der Projekte der OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen und den VAE durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Vertragsunternehmen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Projekte können insbesondere in den Bereichen Recycling sowie nachhaltige Kraftstoffe und Rohstoffe von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert die OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung unter Umständen negativ beeinflussen. Jedes dieser Risiken kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage der OMV haben.
ESG-Risiko
In Bezug auf Nachhaltigkeit legt die OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Menschen, ethische Geschäftspraktiken sowie Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Märkten für Kraftstoffe, Chemikalien und Erdgas, finanzielle Auswirkungen von Handelssystemen für Emissionszertifikate, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen). Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen werden im Rahmen des UWRM-Prozesses ermittelt und berichtet. Ergänzend dazu erstellte die OMV eine fundierte Klimabilanz und Schwachstellenanalyse für den Großteil ihrer Assets, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ermitteln. Dabei wurden jene Szenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) verwendet, die dem von der EU-Taxonomie vorgeschlagenen Zeithorizont entsprechen. Die Geschäftstätigkeit der OMV hat Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter:innen und die Anrainergemeinden der Standorte, an denen wir vertreten sind.# Risiken und Chancen
Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact befolgt die OMV den Prozess der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, der die Bewertung der Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit unseren aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten sowie das Ergreifen von Risikomanagementmaßnahmen umfasst. Bei diesem fortlaufenden Prozess wird auf externe Ressourcen und Fachkenntnisse zurückgegriffen, und externe Stakeholder:innen, insbesondere die betroffenen Gruppen, werden einbezogen.
IT-Risiken
Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-)Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung. Die OMV ist sich auch der aufkommenden Risiken durch künstliche Intelligenz (KI) bewusst und integriert daher aktiv Maßnahmen in die bestehenden IT-Sicherheitskontrollen, um potenziellen Störungen und Schwachstellen im Zusammenhang mit KI entgegenzuwirken.
Strategische Risiken
Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.
Geopolitische und regulatorische Risiken
Die OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche zusätzliche Sanktionen und Gegensanktionen, die sich daraus ergeben könnten, aber auch die jüngsten Angriffe auf Israel, die Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Region und der potenziellen Auswirkungen auf die geschäftlichen Aktivitäten der OMV aufgeworfen haben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Geschäftstätigkeit der OMV in der MENA-Region bislang von diesen Entwicklungen unberührt geblieben ist. Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen möglicher weiterer Eskalationen auf seine Geschäftstätigkeit. Zum Beispiel könnten anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen – was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte. Im Hinblick auf mögliche weitere oder sogar vollständige Unterbrechungen der Erdgaslieferungen aus Russland, beispielsweise aufgrund der Beendigung des Gastransit-Vertrags zwischen der Ukraine und Russland, hat die OMV sowohl ihre Gasversorgungsquellen als auch ihre Gasversorgungswege diversifiziert, um die sichere Energieversorgung ihrer Kund:innen zu gewährleisten. Unterstützt durch ein überdurchschnittlich wärmeres Wetter in Europa, eine erhöhte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie hohe Gaspreise haben Haushalte und Industrie im Jahr 2023 ihren Gasverbrauch reduziert. Dies führte zu einer geringeren Gasnachfrage und zu mehr Gas in den Lagerbeständen in Mitteleuropa als ursprünglich erwartet. Im Juli 2023 gelang es der OMV, für das laufende Gaswirtschaftsjahr sowie für die Periode vom 1. Oktober 2023 bis 30. September 2026 an den Übergabepunkten Oberkappel (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein (Pipeline aus Italien) 40 TWh zusätzliche Transportkapazitäten nach Österreich zu sichern. Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028 buchte die OMV weitere Transportkapazitäten von ungefähr 20 TWh an den besagten Übergabepunkten nach Österreich. Die OMV beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und bewertet regelmäßig potenzielle Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns. Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. Die OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Der Konzern reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Als direkte Folge der Energiekrise in Europa wurden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie regulierte Preise bzw. Preisobergrenzen für Gas und Strom, Subventionsprogramme und Überbesteuerung oder der EU‑Solidaritätsbeitrag implementiert. Sollten die Energiepreise in Europa weiterhin auf hohem Niveau bleiben, besteht das Risiko, dass weitere regulatorische und steuerliche Eingriffe die Finanzlage der OMV beeinträchtigen. Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit der OMV noch weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investor:innen, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität, etwa in Libyen, im Jemen oder Tunesien sowie anderen Ländern, in denen die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen. Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
Makroökonomische Risiken
Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen der globalen Lieferketten könnten zu weiteren Kostensteigerungen für die OMV führen. Im Zusammenhang mit steigenden Zinssätzen kann diese Situation das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, was wiederum die Nachfrage nach den Produkten der OMV beeinträchtigen könnte.
Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel
Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV laufend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.
Risiken in Verbindung mit der Unternehmenstransformation
Die Transformation der OMV zu einer führenden Anbieterin von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist von einer Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Scale-up-Risiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.
Personalrisiken
Durch eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung will die OMV Abteilung People & Culture geeignete Führungskräfte für das weitere Unternehmenswachstum entwickeln bzw. für die OMV gewinnen und damit Personalrisiken mindern.
Weitere Details zum Risikomanagement und zur Verwendung von Finanzinstrumenten finden Sie in der Anhangangabe 30 im Konzernabschluss.
Weitere Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht und in der Anhangangabe 2 im Konzernabschluss.
Weitere Details zu Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt finden Sie im Abschnitt Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) des Konzernlageberichts.
Weitere Informationen
Informationen gemäß § 267 Absatz 3a in Verbindung mit § 243a Absatz 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)
- Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
- Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.12
- ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.12
- Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
- Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
- Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
- 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14.Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
7.b) In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wur-de der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogramme, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
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An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2023 insgesamt 142.007 Stück gehalten (EUR 142.007), was 0,04% des Grundkapitals entspricht. Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktien-basierten Vergütungsprogrammen 59.667 Stück, das entspricht 0,02% des Grundkapitals, mit einem Kurs-wert von EUR 2,32 Mio verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von EUR 1,66 Mio wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
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Per 31. Dezember 2023 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in Höhe von EUR 2.483 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen. Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio: (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt. (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung: (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Die zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. Im Falle eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, andernfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
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Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von der OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
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Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
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Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie Internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a Unternehmensgetzbuch (UGB)
1. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.# Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Cashflow-Rechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, ausgenommen „Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)“, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes berücksichtigt, jedoch geben wir kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Anhangangaben betreffend die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
Siehe Anhangangabe 2 „Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende“.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Im Rahmen der im Jahr 2022 vorgestellten Strategie 2030 bekennt sich der Konzern zur Unterstützung und Beschleunigung der Energiewende. Der Konzern strebt an bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. In der Anhangangabe 2 des Konzernabschlusses beschreibt der Konzern, wie das Management sowohl klimabezogene Auswirkungen als auch Emissionsreduktionsziele in Schlüsselbereichen des Konzernabschlusses berücksichtigt und wie sich dies auf die Bewertung von Vermögenswerten und die Bewertung von Verbindlichkeiten auswirkt.
Der Konzern betrachtet zwei verschiedene Szenarien:
* der Base Case, dessen Annahmen in Bezug auf die Nachfrage und die Öl- und Gaspreise mit dem Announced Pledges Scenario (APS) der IEA übereinstimmen, wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen in verschiedenen Bereichen des Konzernabschlusses verwendet, einschließlich der Wertminderungstests für nicht finanzielle Vermögenswerte und der Bewertung von Rückstellungen;
* der „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Case, dessen Annahmen mit dem Net Zero Emissions by 2050 (NZE) Szenario der IEA übereinstimmen, wird zur Durchführung von Sensitivitätsanalysen für die Bewertung nicht finanzieller Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen verwendet.
Diese Szenarien unterscheiden sich in den zugrundeliegenden Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen für die Nachfrage und die Preise von Öl und Gas sowie die CO2-Preise.
Die wesentlichsten von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende betroffen Bereiche sind:
* die Werthaltigkeit von Vermögenswerten,
* die Nutzungsdauern von Vermögenswerten,
* die Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen.
Die Angaben zu den oben genannten Bereichen stehen im Blickpunkt der Öffentlichkeit und beinhalten ein hohes Maß an Ermessensspielraum sowie wesentliche makroökonomische Annahmen. Daher haben wir die Angaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende als einen besonders wichtigen Prüfungsschwerpunkt identifiziert.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Angaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende wie folgt beurteilt:
* Wir haben die Gestaltung und Umsetzung der internen Kontrollen im Schätzungsprozess beurteilt, wobei wir uns darauf konzentriert haben, wie die Auswirkungen des Klimawandels und das Bekenntnis zur Klimaneutralität bei den wesentlichsten Annahmen in den betroffenen Bereichen des Konzernabschlusses berücksichtigt wurden.
* Wir haben ein „Climate Change Panel“ bestehend aus einer Gruppe erfahrener internationaler KPMG-Partner mit spezifischen Fachkenntnissen in den Bereichen Klimawandel, Prüfung und Rechnungslegung eingerichtet, um die wesentlichen Annahmen und unsere wesentlichsten Entscheidungen und Schlussfolgerungen in Bezug auf die wichtigsten Annahmen in diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt unabhängig zu überprüfen.
* Wir haben Befragungen durchgeführt, um die Auswirkungen des Bekenntnisses zur Klima-neutralität und der klimabezogenen Risiken auf den Konzernabschluss zu verstehen.
* Wir haben evaluiert, ob sich die vom Konzern angenommenen Auswirkungen des Bekenntnisses zur Klimaneutralität in den jeweiligen Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrages von Vermögenswerten, der Nutzungsdauern von Vermögenswerten und der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen widerspiegeln.
* Wir haben die Annahmen für Öl- und Gaspreise als auch CO2-Preise, die in den Sensitivitätsanalysen verwendet wurden, mit öffentlich verfügbaren Informationen verglichen (Net Zero Emissions Szenario der IEA).
* Wir haben den Nachhaltigkeitsbericht gelesen und beurteilt, ob es Unstimmigkeiten zu klimabezogenen Themen zwischen diesen Informationen und dem Konzernabschluss gibt.
* Wir haben die Genauigkeit, Vollständigkeit und Relevanz dieser Angaben im Konzernabschluss evaluiert.
Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen in den Sachanlagen
Siehe Anhangangaben 2 „Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende“, 3 „Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen“, 8 „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ und 17 „Sachanlagen“.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Der Buchwert des Öl- und Gasvermögens in den Sachanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 8.927 Mio. Die betriebliche Leistung der jeweiligen Anlagen und externe Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cashflows und damit auf den erzielbaren Betrag der Öl- und Gasanlagen. Der erzielbare Betrag ist in hohem Maße ermessensabhängig und komplex zu schätzen. Zu den wesentlichsten Annahmen, die der Konzern bei der Bewertung des Nutzungswerts berücksichtigt, gehören Öl- und Gaspreise, CO2-Preise, Öl- und Gasreserven und Abzinsungssätze. Wie in Anhangangaben 2 und 3.2.j beschrieben, sind diese wesentlichen Annahmen zukunftsorientiert und können durch zukünftige Wirtschafts- und Marktbedingungen, einschließlich Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Energiewende, beeinflusst werden.
Der Konzern verzeichnete zum 31. Dezember 2023 eine Netto-Wertaufholung in Höhe von EUR 57 Mio für Öl- und Gasvermögen in den Sachanlagen. Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung des Öl- und Gasvermögens in den Sachanlagen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit des Öl- und Gasvermögens in den Sachanlagen wie folgt beurteilt:
* Wir haben über den Prozess zur Ermittlung des erzielbaren Betrages von Öl- und Gasvermögen ein Verständnis erlangt und die Gestaltung und Umsetzung der wesentlichsten internen Kontrollen beurteilt. Unsere Arbeit umfasste die Prüfung der internen Kontrollen in Bezug auf die Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und die Bestimmung der wesentlichen Managementannahmen, die dem erzielbaren Betrag der getesteten Vermögenswerte zugrunde liegen.
Zukünftige Cashflows
* Wir haben die wesentlichsten Annahmen (zukünftige Öl- und Gaspreise, zukünftige CO2-Preise, Produktionsmengen, zukünftige Produktionskosten), die in den zukünftigen Cashflow-Modellen verwendet werden, mit jenen in der vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung verglichen.
* Wir haben die Konsistenz der Annahmen zu den zukünftigen Produktionskosten beurteilt, indem wir das Verhältnis von Kosten zu Produktion über mehrere Jahre verglichen haben.
Preisannahmen
* Wir haben die Angemessenheit der verwendeten kurz- und langfristigen Öl- und Gaspreisan-nahmen beurteilt, indem wir diese mit öffentlich verfügbaren Brancheninformationen verglichen haben, insbesondere mit dem Announced Pledges Scenario der IEA und den Annahmen anderer Energieunternehmen.
* Wir haben die in den zukünftigen Cashflows enthaltenen CO2-Preisannahmen mit aktuellen Marktdaten und öffentlich verfügbaren Informationen (insbesondere der IEA) verglichen.# Öl- und Gasreserven
► Wir haben ein Verständnis über den „OMV Petroleum Resource Evaluation Standard“ erlangt und einen Walkthrough durch den Prozess und die Kontrollen der Reservenschätzung durchgeführt.
► Wir haben die Kompetenz, Autorität und Objektivität der internen Reservoir Engineers, die für die Schätzung der Öl- und Gasreserven verantwortlich sind, anhand ihrer relevanten beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen beurteilt.
► Wir haben die Produktionsprognosen mit den internen Bewertungen der nachgewiesenen und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven verglichen.
► Wir haben für ausgewählte Vermögenswerte die für das Vorjahr vom unabhängigen Sachverständigen DeGolyer & MacNaughton vorgenommenen Schätzungen der Reserven beurteilt und Abweichungen zu den internen Schätzungen evaluiert.
► Wir haben für ausgewählte Vermögenswerte die Gründe für wesentliche Veränderungen bei den Öl- und Gasreserven hinterfragt.
Abzinsungssätze
► Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Inputfaktoren für die Bestimmung der Abzinsungssätze evaluiert, indem wir sie mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks verglichen haben.
Andere Prüfungshandlungen
► Wir haben die Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und eine Wertaufholung durch das Management beurteilt.
► Wir haben die Bestimmung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten basierend auf der Art und Weise, wie Cashflows generiert werden, und der Branchenpraxis nachvollzogen.
► Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Casflow-Modelle überprüft.
► Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen
Siehe Anhangangaben 3 „Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen“, 8 „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ und 18 „At-equity bewertete Beteiligungen“.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Der Buchwert der at-equity bewerteten Beteiligungen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 6.668 Mio, der im Wesentlichen ADNOC Refining and Trading CGU (Abu Dhabi Oil Refining Company und ADNOC Global Trading LTD), die „Borouge Beteiligungen“ (Borouge PLC und Borouge 4 LLC) und Baystar (Bayport Polymers LLC) inkludiert. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags der at-equity bewerteten Beteiligungen erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen in den folgenden Bereichen:
► Feststellung, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Beteiligung wertgemindert sein könnte, oder ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein in Vorperioden erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte, und
► Ermittlung eines solchen Wertminderungsaufwands oder einer Wertaufholung.
Zu den wichtigsten Annahmen, die der Konzern bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags der at-equity bewerteten Beteiligung Baystar berücksichtigt, gehören Margenprognosen, zukünftige Produktionsmengen, Abzinsungssätze als auch die Wachstumsrate in der ewigen Rente. Trotz der erfolgreichen Inbetriebnahme des von Baystar betriebenen Crackers in 2022 besteht weiterhin ein Risiko in Bezug auf Cashflow-Prognosen aufgrund der Kalibrierung der Ausrüstung des Crackers und der Inbetriebnahme der Polymerisationsanlage „Bay 3“. Um diesem Risiko zu begegnen, schätzt der Konzern den erzielbaren Betrag anhand der Discounted-Cashflow-Methode. In Anbetracht der Komplexität des Wertminderungsmodells, der Schätzungsunsicherheiten bei der Ableitung der verwendeten Daten und Parameter sowie der immanenten Ermessensentscheidungen wird die Werthaltigkeit der at-equity bewerteten Beteiligung Baystar als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt betrachtet. Für die Beteiligung Borouge PLC, die an der Börse in Abu Dhabi notiert ist, besteht das Risiko, dass der Marktwert den Buchwert der Beteiligung unterschreitet. Für die Beteiligung Borouge 4 LLC, die sich im Konstruktionsprozess einer chemischen Anlage in Abu Dhabi befindet, besteht das Risiko von wesentlichen Verzögerungen im Bau der Anlage. Für die ADNOC Refining and Trading CGU besteht das Risiko, dass Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht erkannt werden. Insgesamt besteht für den Konzernabschluss das Risiko, dass die Bewertung der at-equity bewerteten Beteiligungen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der at-equity bewerteten Beteiligungen wie folgt beurteilt:
► Wir haben uns ein Prozessverständnis bezüglich der Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und die Bestimmung der wesentlichen Annahmen, die dem erzielbaren Betrag der at-equity bewerteten Beteiligungen zugrunde liegen, verschafft.
► Wir haben für Borouge PLC den Buchwert mit der anteiligen Marktkapitalisierung verglichen.
► Wir haben anhand der Dokumentation des Konzerns für Borouge 4 LLC überprüft, ob im Konstruktionsprozess erhebliche Verzögerungen aufgetreten sind und mit dem Management diskutiert.
► Wir haben für die ADNOC Refining and Trading CGU die Einschätzung des Managements hinsichtlich der Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung beurteilt.
► Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Für Baystar haben wir die folgenden Schritte durchgeführt:
► Wir haben die wesentlichsten Annahmen zu Verkaufsvolumina und Industriemargen, die in den zukünftigen Cashflow-Modellen verwendet werden, mit den Annahmen in den verfügbaren Budgets verglichen.
► Wir haben die Margenprognosen mit externen Marktdaten und anderen öffentlich verfügbaren Informationen analysiert.
► Wir haben die Annahmen des Discounted-Cashflow-Modells durch eine Sensitivitätsanalyse überprüft, bei der wir eine Reihe von wahrscheinlichen Ergebnissen auf der Grundlage verschiedener Szenarien berücksichtigt haben.
► Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Inputfaktoren für die Bestimmung der Abzinsungssätze und die Wachstumsrate in der ewigen Rente beurteilt.
► Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle überprüft.
Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Siehe Anhangangaben 3 „Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen“ und 25 „Rückstellungen“.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 sind Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von EUR 4.148 Mio ausgewiesen. Wie in der Anhangangabe 3.2.s beschrieben, führen die Kernaktivitäten des Konzerns regelmäßig zu Verpflichtungen zum Abbruch bzw Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Die meisten dieser Tätigkeiten sind in ferner Zukunft geplant und können auch durch klimabezogene Risiken und die Energiewende beeinflusst werden, während sich Technologien für die Rekultivierung, Kosten und Vorschriften ständig ändern. Die Schätzung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen ist daher ein Bereich, in dem Ermessensentscheidungen zu treffen sind und eine Reihe wesentlicher Schätzungen in Bezug auf die zukünftigen Kosten und den Zeitplan für die Rekultivierung, die Inflation und die Annahmen zum Abzinsungssatz beinhaltet. Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen wie folgt beurteilt:
► Wir haben ein Verständnis über den Prozess des Konzerns zur Berechnung des Barwerts der geschätzten zukünftigen Kosten für Stilllegungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen in Übereinstimmung mit den lokalen Vorschriften erlangt, die Gestaltung und Umsetzung sowie die Wirksamkeit der wichtigsten internen Kontrollen getestet.
► Wir haben die Vollständigkeit und Genauigkeit der Vermögenswerte, die Rekultivierungsverpflichtungen unterliegen, beurteilt, insbesondere durch Nachvollziehen des Prozesses zur Bestimmung, ob eine rechtliche oder faktische Verpflichtung zum Berichtszeitpunkt besteht, und durch Vergleich der wesentlichen Zugänge zu den Sachanlagen mit der Einschätzung des Konzerns zu neuen Rekultivierungsverpflichtungen.
Zukünftige Kosten und Zeitplan für die Rekultivierung
► Wir haben uns vergewissert, dass die geschätzten Zeitpunkte für die Rekultivierung mit den Annahmen in anderen Bereichen übereinstimmen, insbesondere bei den Wertminderungstests für Öl- und Gasvermögen und der Schätzung der Öl- und Gasreserven.
► Wir haben wesentliche Änderungen der Kostenschätzungen im Berichtszeitraum nachvollzogen.
Abzinsungssatz und Inflationsraten
► Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir Inflationsraten und Abzinsungssätze analysiert, indem wir sie mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks verglichen haben.
Andere Prüfungshandlungen
► Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Berechnung der Rekultivierungsverpflichtungen geprüft.
► Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Bilanzierung für komplexe Transaktionen im Bereich Gasversorgung und -handel
Siehe Anhangangaben 3 „Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen“, 30 „Risikomanagement“ und 31 „Fair-Value-Hierarchie“.
Risiko für den Konzernabschluss
Die Aktivitäten des Konzerns sind einer Reihe von Marktrisiken ausgesetzt, einschließlich Gaspreis- und Gasmengenrisiken, die durch Forward- und -Future-Kontrakte gesteuert werden, die als derivative Finanzinstrumente klassifiziert werden oder, für die die „Own-use Exemption“ angewendet wird. Zum 31. Dezember 2023 beliefen sich die derivativen Vermögenswerte im Zusammenhang mit Gasverkäufen und -käufen auf EUR 709 Mio und die derivativen Verbindlichkeiten auf EUR 386 Mio.# Bericht des unabhängigen Abschlußprüfers
An die OMV Aktiengesellschaft
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft ("der Konzern"), der die Bilanz zum 31. Dezember 2022, die Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, die Veränderung des Eigenkapitals und die Kapitalflussrechnung für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden und sonstige erläuternde Angaben umfasst, geprüft.
Nach unserem Urteil hat der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Finanz- und Ertragslage und seiner Kapitalflussrechnung für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a des österreichischen Handelsgesetzbuches (UGB) vermittelt.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über die gesetzliche Abschlussprüfung vonizacin- und Kleinstunternehmen, den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung (Österreichische ISA) und dem Gesetz über die Abschlussprüfung (Prüfungsvorschrift, AP-VO) durchgeführt, welche die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA) erfordern. Unsere Verantwortlichkeiten im Rahmen dieser Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ dieses Bestätigungsvermerks weiter erläutert.
Wir sind unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit den für die gesetzliche Abschlussprüfung in Österreich geltenden europäischen und österreichischen Vorschriften und haben unsere Verpflichtungen in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind diejenigen Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des laufenden Geschäftsjahres waren. Wir geben keine gesonderte oder abschließende Meinung zu diesen Sachverhalten ab.
Wir bestimmen die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte im Rahmen unserer Prüfung des Konzernabschlusses und stellen sicher, dass wir oder der Prüfungsausschuss über diese Sachverhalte informiert werden. Wir geben keine Zusicherung über diese Sachverhalte ab.
Wir haben die folgenden Sachverhalte als die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte für unsere Prüfung des Konzernabschlusses für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr bestimmt:
Bilanzierung im Bereich Gasversorgung und -handel
-
Warum ist dies ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt?
Aufgrund des Umfangs der Gasversorgungs- und -handelsgeschäfte, der Komplexität der zugrundeliegenden Buchhaltungssysteme, der erheblichen Ermessensentscheidungen, die für die Anwendung der „Own-use Exemption“ erforderlich sind, und der verschiedenen Arten von Geschäften, einschließlich derjenigen, die aufgrund der Art der Liefer- und Handelsverträge Saldierungen erfordern, betrachteten wir die Bilanzierung im Bereich Gasversorgung und -handel als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt. Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass derivative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für Verträge, für die die „Own-use Exemption“ angewendet wird, falsch dargestellt sind. -
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Bilanzierung für komplexe Transaktionen im Bereich Gasversorgung und -handel wie folgt beurteilt:- Wir haben über die wesentlichsten internen Kontrollen im Bereich Gasversorgung und -handel ein Verständnis erlangt und deren Gestaltung und Umsetzung sowie operative Wirksamkeit beurteilt.
- Wir haben in wesentliche langfristige Liefervereinbarungen Einsicht genommen.
- Wir haben die Vollständigkeit, Integrität und Genauigkeit der Transaktionsdaten im Bereich Gasversorgung und -handel evaluiert.
- Wir haben die Bilanzierung der derivativen Finanzinstrumente im Bereich Gasversorgung und -handel in Übereinstimmung mit „IFRS 9 – Finanzinstrumente“ und „IAS 32 – Finanzinstrumente: Darstellung“ beurteilt.
- Wir haben die bilanzielle Behandlung der verschiedenen Arten von Liefer- und Handelsportfolios untersucht.
- Wir haben die Auswirkungen von Saldierungen auf die Konzernbilanz, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung nachgerechnet.
Sonstiger Sachverhalt
Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 9. März 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:
- Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
- Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk darauf aufmerksam zu machen oder unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
- Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
- Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind.
Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
(Unterschrift des Abschlussprüfers)
(Name des zuständigen Wirtschaftsprüfers)
(Datum)# Konzernabschluss und Konzernanhang
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2023
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2023
Konzern-Cashflow-Rechnung 2023
Konzernanhang
- Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze
- Segmentberichterstattung
- Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
- Erläuterungen zur Bilanz
- Ergänzende Angaben zur Finanzlage
- Sonstige Angaben
- Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
- Vorstand
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2023
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
In EUR Mio
| Anhangangabe | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 39.463 | 62.298 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 742 | 1.644 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 326 | 869 |
| Summe Erlöse und sonstige Erträge | 40.531 | 64.811 |
| Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | –24.222 | –39.298 |
| Produktions- und operative Aufwendungen | –4.004 | –4.542 |
| Produktionsbezogene Steuern | –925 | –1.663 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –2.463 | –2.484 |
| Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –3.006 | –2.689 |
| Explorationsaufwendungen | –222 | –250 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –462 | –1.639 |
| Operatives Ergebnis | 5.226 | 12.246 |
| Dividendenerträge | 33 | 10 |
| Zinserträge | 473 | 269 |
| Zinsaufwendungen | –415 | –417 |
| Sonstiges Finanzergebnis¹ | –138 | –1.345 |
| Finanzerfolg | –70 | –1.481 |
| Ergebnis vor Steuern und vor Solidaritätsbeitrag | 5.156 | 10.765 |
| Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl | –552 | — |
| Ergebnis vor Steuern | 4.604 | 10.765 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –2.687 | –5.590 |
| Jahresüberschuss | 1.917 | 5.175 |
| davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 1.480 | 3.634 |
| davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 72 | 71 |
| davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 366 | 1.470 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 4,53 | 11,12 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 4,52 | 11,11 |
¹ Enthält 2022 Wertminderungen in Höhe von EUR 1.004 Mio im Zusammenhang mit Finanzierungsvereinbarungen für Nord Stream 2.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2023
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
In EUR Mio
| Anhangangabe | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss | 1.917 | 5.175 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –542 | 603 |
| Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | –542 | 250 |
| Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | –0 | 354 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | –360 | 40 |
| Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | –320 | 377 |
| Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | –40 | –338 |
| Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | –4 | 0 |
| Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können | –907 | 643 |
| Gewinne (+)/Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | –58 | 263 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | –2 | 2 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | –27 | –67 |
| Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 5 | 6 |
| Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden | –83 | 204 |
| Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können, entfallen | 83 | –5 |
| Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden, entfallen | –26 | –30 |
| Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern | 23 | 97 |
| Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern | –893 | 817 |
| Gesamtergebnis des Jahres | 1.025 | 5.992 |
| davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 737 | 4.381 |
| davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 72 | 71 |
| davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 216 | 1.540 |
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023
Vermögen
In EUR Mio
| Anhangangabe | 2023 | 2022 angepasst¹ |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.779 | 2.510 |
| Sachanlagen | 20.081 | 19.317 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | 6.668 | 7.294 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.704 | 1.999 |
| Sonstige Vermögenswerte | 165 | 115 |
| Latente Steuern | 1.164 | 1.150 |
| Langfristiges Vermögen | 31.559 | 32.384 |
| Vorräte | 3.529 | 4.834 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.455 | 4.222 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2.130 | 3.929 |
| Forderungen aus laufenden Ertragsteuern | 48 | 97 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.351 | 1.632 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6.920 | 8.090 |
| Kurzfristiges Vermögen | 17.432 | 22.803 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 1.671 | 1.676 |
| Summe Aktiva | 50.663 | 56.863 |
¹ Vergleichsinformationen zum 31. Dezember 2022 wurden angepasst. Weitere Details können der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – entnommen werden.
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
In EUR Mio
| Anhangangabe | 2023 | 2022 angepasst¹ |
|---|---|---|
| Grundkapital | 327 | 327 |
| Hybridkapital | 2.483 | 2.483 |
| Rücklagen | 15.428 | 16.339 |
| Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 18.238 | 19.149 |
| Nicht beherrschende Anteile | 7.131 | 7.478 |
| Summe Eigenkapital | 25.369 | 26.628 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 966 | 997 |
| Anleihen | 5.534 | 6.030 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.404 | 1.322 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.043 | 1.359 |
| Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 4.079 | 3.714 |
| Sonstige Rückstellungen | 422 | 377 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 316 | 489 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 102 | 124 |
| Latente Steuern | 962 | 1.194 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.826 | 15.607 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.955 | 5.259 |
| Anleihen | 540 | 1.290 |
| Leasingverbindlichkeiten | 181 | 155 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 427 | 128 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 859 | 2.449 |
| Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 69 | 82 |
| Sonstige Rückstellungen | 777 | 939 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.424 | 2.172 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.613 | 1.527 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 9.846 | 14.001 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 622 | 626 |
| Summe Passiva | 50.663 | 56.863 |
¹ Vergleichsinformationen zum 31. Dezember 2022 wurden angepasst. Weitere Details können der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – entnommen werden.
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2023
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2023¹
In EUR Mio
| Grundkapital | Kapitalrücklage | Hybridkapital | Gewinnrücklage | Währungsumrechnungsdifferenzen | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jänner 2023 | 327 | 1.517 | 2.483 | 15.076 | –370 |
| Jahresüberschuss | — | — | — | 1.551 | — |
| Sonstiges Ergebnis des Jahres | — | — | — | –46 | –474 |
| Gesamtergebnis des Jahres | — | — | — | 1.505 | –474 |
| Dividendenausschüttung und Hybridkupon | — | — | — | –1.746 | — |
| Anteilsbasierte Vergütungen | — | 3 | — | — | — |
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile | — | — | — | — | — |
| Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz | — | — | — | — | — |
| 31. Dezember 2023 | 327 | 1.520 | 2.483 | 14.835 | –844 |
¹ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für 2022 wird auf der folgenden Seite dargestellt.
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2022¹
In EUR Mio
| Grundkapital | Kapitalrücklage | Hybridkapital | Gewinnrücklage | Währungsumrechnungsdifferenzen | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jänner 2022 | ... | ... | ... | ... | ... |
| ## In EUR Mio | |||||
| Anhangangabe | 2023 | 2022 | |||
| --- | --- | --- | |||
| Jahresüberschuss | 1.917 | 5.175 | |||
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 2.619 | 2.667 | |||
| Latente Steuern | 175 | 85 | |||
| Laufende Steuern | 2.512 | 5.505 | |||
| Gezahlte Ertragsteuern | –3.920 | –4.266 | |||
| Steuerrückerstattungen | 41 | 68 | |||
| Verluste (+)/Gewinne (-) aus Abgängen von Anlagevermögen und Geschäftseinheiten | –2 | –344 | |||
| Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge | –336 | –879 | |||
| Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen Unternehmen | 793 | 812 | |||
| Zinsaufwendungen | 148 | 154 | |||
| Gezahlte Zinsen | –181 | –182 | |||
| Zinserträge | –459 | –264 | |||
| Erhaltene Zinsen | 400 | 247 | |||
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen | –102 | –13 | |||
| Nettoveränderung von sonstigen Rückstellungen und Emissionszertifikaten | –72 | –195 | |||
| Sonstige Änderungen | 1.106 | 1.274 | |||
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen | 4.638 | 9.843 | |||
| Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte | 1.320 | –2.188 | |||
| Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen | 1.043 | –397 | |||
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten | –1.293 | 501 | |||
| Veränderungen in den Net Working Capital-Positionen | 1.071 | –2.084 | |||
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 5.709 | 7.758 | |||
| Investitionen | |||||
| Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –3.487 | –2.943 | |||
| Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte | –635 | –736 | |||
| Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | –52 | — | |||
| Veräußerungen | |||||
| Einzahlungen aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten | 183 | 1.487 | |||
| Einzahlungen aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 965 | 440 | |||
| Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel | — | –214 | |||
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –3.027 | –1.966 | |||
| Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –1.477 | –1.047 | |||
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | 40 | –184 | |||
| Erhöhung von nicht beherrschenden Anteilen | — | 30 | |||
| Verminderung von nicht beherrschenden Anteilen | –1 | –1 | |||
| Dividendenzahlungen an Anteilseigner des Mutterunternehmens (inkl. Hybridkupons) | –1.746 | –847 | |||
| Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner | –587 | –612 | |||
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –3.771 | –2.660 | |||
| Währungsdifferenz auf liquide Mittel | –25 | –72 | |||
| Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | –1.114 | 3.060 | |||
| Liquide Mittel Jahresbeginn | 8.124 | 5.064 | |||
| Liquide Mittel Jahresende | 7.011 | 8.124 | |||
| Davon Liquide Mittel umgegliedert auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | 91 | 35 | |||
| In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 6.920 | 8.090 |
Konzernanhang
Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze
1 Grundlagen der Abschlusserstellung
Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integriertes, internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen, welches Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock und Energy unterhält. Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – beschrieben.
Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres, sofern nicht anders angegeben. Der Konzernabschluss 2023 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.
Der Konzernabschluss beinhaltet die Abschlüsse der OMV Aktiengesellschaft und aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2023 beherrscht wurden (Tochterunternehmen). Die Abschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards erstellt. Eine Übersicht der Tochterunternehmen, at-equity bewerteten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 40 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – und enthält Angaben zu Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.
Der Konzernabschluss 2023 bedarf der Genehmigung und Freigabe zur Veröffentlichung durch den Aufsichtsrat am 7. März 2024.
2 Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Sie unterliegen Unsicherheiten und können erhebliche Auswirkungen auf die derzeit vom Konzern ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben. Der Konzern ist sowohl physischen Klimarisiken als auch Risiken aus der Energiewende, wozu Risiken für „stranded assets“, ein Nachfragerückgang für fossile Produkte als auch regulatorische Risiken gehören, ausgesetzt. Die Risiken aus dem Klimawandel und deren Management werden im Lagebericht im Abschnitt „Risikomanagement“ beschrieben.
Die Dekarbonisierungsziele der OMV
2022 definierte die OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion ihrer Emissionen und verpflichtete sich bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen (Scope 1, 2 und 3) zu werden. Für die Scope-1 und Scope-2-Emissionen strebt die OMV eine absolute Reduktion von mindestens 30% bis 2030 und mindestens 60% bis 2040 an. Für Scope-3-Emissionen peilt die OMV eine Reduktion von mindestens 20% bis 2030 und von 50% bis 2040 an.
Diese absoluten Reduktionen der THG-Emissionen und die Steigerung des Verkaufs CO2-freier Produkte sind der Schlüssel, um die CO2-Intensität der Energieversorgung durch die OMV zu reduzieren. Angestrebt wird ein Rückgang um 20% bis 2030 sowie um 50% bis 2040.
Freiwillige CO2-Kompensationsgutschriften werden nur in begrenztem Umfang genutzt. Der maximal akzeptable Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch CO2-Kompensationen zur Erreichung der absoluten Treibhausgasziele für 2030 und 2040 beträgt 5% der gesamten absolut erforderlichen Emissionsreduzierung. Um den Netto-Null-Status bis 2050 zu erreichen, sollen CO2-Kompensationen nur zur Neutralisierung der verbleibenden Bruttoemissionen verwendet werden, die nicht anders beseitigt werden können.
Gemäß der aktuellen Mittelfristplanung plant die OMV, in den Jahren 2024–2028 organische Investitionsausgaben für Projekte im Zusammenhang mit nachhaltiger Geschäftstransformation, Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen und Energieeffizienzmaßnahmen in Höhe von mehr als EUR 8 Mrd zu tätigen.
Auswirkungen auf Schätzunsicherheiten
Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement der OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Risiken sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise. Nichtsdestotrotz gibt es eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren und dem Ausmaß, in dem mit diesen Veränderungen die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden. Während sich Unternehmen zu solchen Zielen verpflichten können, erfordert die Bilanzierung nach IFRS die Anwendung von Annahmen, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an möglichen zukünftigen Rahmenbedingungen darstellen, die von solchen Zielen abweichen können. Zu diesen Annahmen gehören Erwartungen über die künftigen, weltweiten Dekarbonisierungsanstrengungen und den Übergang zu Volkswirtschaften mit Netto-Null-Emissionen.
Die OMV verwendet zwei unterschiedliche Szenarien: den Base Case und den „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Case. Die Szenarien unterscheiden sich durch die zugrunde gelegten Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen über Nachfrage, Preise und Margen von fossilen Produkten.Der Base Case basiert auf einem von der internen Market Intelligence-Abteilung entwickelten Szenario und geht davon aus, dass alle weltweit von Regierungen angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und fristgerecht implementiert werden. In diesem Szenario wird der Temperaturanstieg bis 2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf 1,7°C begrenzt. Die zugrunde liegende Nachfrage- und Preisentwicklung fossiler Rohstoffe steht im Einklang mit dem Announced Pledges-Szenario (APS), das von der Internationalen Energieagentur (IEA) modelliert wurde.16 Der Base Case wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen verwendet, die in die Bewertung verschiedener Bilanzpositionen dieses Konzernabschlusses eingehen, wie Werthaltigkeitstests für nicht-finanzielle Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen. Der „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Case, der auf einem schnelleren Dekarbonisierungspfad basiert als der Base Case, wird für die Berechnung von Sensitivitäten verwendet, um die Unsicherheit aus der Geschwindigkeit der Energiewende zu berücksichtigen und das finanzielle Risiko für die bestehenden Vermögenswerte der OMV aus der Energiewende besser abschätzen zu können. Die Annahmen in diesem Szenario sind im Einklang mit dem Net Zero Emissions by 2050 (NZE) Szenario, das von der IEA modelliert wurde.16 Dieses Szenario zeigt einen Pfad für den globalen Energiesektor, bei dem bis 2050 Netto-Null-THG-Emissionen erreicht werden und der mit einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C vereinbar ist. Für Investitionsentscheidungen werden Wirtschaftlichkeitsrechnungen auf Basis der Preis- und Nachfrageannahmen des Base Cases erstellt. Diese Annahmen sind die gleichen Preis- und Nachfrageannahmen wie in der Mittelfristplanung und den Werthaltigkeitstests. Weiters ist für alle Investitionsentscheidungen ein Stress Test auf Basis der Warenpreisannahmen des „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Cases verpflichtend, um das Risiko für „stranded assets“ in diesem Dekarbonisierungsszenario beurteilen zu können.
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Die folgende Tabelle fasst die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und at-equity-bewerteten Beteiligungen des Konzerns aufgeteilt nach Art des Vermögenswerts zum 31. Dezember 2023 zusammen:
Buchwerte zum 31. Dezember 2023 in EUR Mio
| Segment | Immaterielle Vermögens- werte (inkl. Firmenwerte) | Sachanlage-vermögen | At-equity konsolidierte Beteiligungen |
|---|---|---|---|
| Chemische Produktion und Recycling (inkl. C&M-Teil der Raffinerien) | C&M 975 | 5.643 | 4.747 |
| Raffinerien | F&F 101 | 3.255 | 1.655 |
| Tankstellen | F&F 23 | 1.129 | — |
| Öl- und Gasexploration und - evaluierung | Energy 270 | — | — |
| Öl- und Gasproduktion | Energy 356 | 9.313 | 264 |
| Gasspeicher und -kraftwerk | Energy 17 | 523 | 0 |
| Sonstige | 38 | 217 | 2 |
| Gesamt | 1.779 | 20.081 | 6.668 |
Annahmen über Warenpreise haben eine wesentliche Auswirkung auf die erzielbaren Beträge von Explorations- und Sachanlagevermögen sowie Firmenwerte. Für die Wertminderungstests werden die Preisannahmen verwendet, die für die Mittelfristplanung auf Basis des oben beschriebenen Szenarios über die Energiewende festgelegt wurden. Kosten für CO2-Emissionen werden insoweit berücksichtigt, als es in den jeweiligen Län-dern eine CO2-Bepreisung gibt. Angaben zu den Wertminderungstests sind in der Anhangangabe 3.2j – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen sowie der Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen enthalten.
Die Preis- und EUR-USD-Wechselkursannahmen im Base Case, die für die Impairment Test-Berechnungen verwendet werden, werden nachfolgend dargestellt (in realen Werten mit Basisjahr 2023 im Jahr 2023 bzw. 2022 im Jahr 2022):
2023 Preisannahmen für Base Case und Wertminderungstests
| 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 | 2028 | 2030 | 2040 | 2050 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brent Rohölpreis (USD/bbl) | 78 | 71 | 65 | 64 | 59 | 59 | 55 | 55 | |
| EUR–USD Wechselkurs | 1,10 | 1,10 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | |
| Brent Rohölpreis (EUR/bbl) | 71 | 65 | 57 | 56 | 52 | 52 | 48 | 48 | |
| Gaspreis THE (EUR/MWh) | 44 | 38 | 34 | 25 | 22 | 22 | 22 | 22 | |
| CO2 Preis EUA (EUR/t) | 92 | 99 | 106 | 112 | 118 | 130 | 144 | 144 |
2022 Preisannahmen für Base Case und Wertminderungstests
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 | 2030 | 2040 | 2050 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brent Rohölpreis (USD/bbl) | 78 | 72 | 66 | 60 | 59 | 59 | 55 | 55 | |
| EUR–USD Wechselkurs | 1,10 | 1,10 | 1,10 | 1,10 | 1,10 | 1,10 | 1,10 | 1,10 | |
| Brent Rohölpreis (EUR/bbl) | 71 | 65 | 60 | 55 | 54 | 54 | 50 | 50 | |
| Gaspreis THE (EUR/MWh) | 89 | 62 | 44 | 33 | 25 | 22 | 22 | 22 | |
| CO2 Preis EUA (EUR/t) | 83 | 89 | 94 | 99 | 104 | 117 | 129 | 107 |
Sensitivitäten basierend auf dem Klimaszenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ wurden berechnet, um die Widerstandsfähigkeit von Vermögenswerten gegenüber Risiken der Energiewende zu testen. Die für die Sensitivitätsanalyse verwendeten Annahmen sind in folgender Tabelle enthalten (reale Preise mit Basisjahr 2023):
2023 Preisannahmen für 'Netto-Null Emissionen bis 2050' Sensitivitäten
| 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 | 2028 | 2030 | 2040 | 2050 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brent Rohölpreis (USD/bbl) | 58 | 52 | 47 | 46 | 45 | 35 | 26 | 18 | |
| EUR–USD Wechselkurs | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | |
| Brent Rohölpreis (EUR/bbl) | 53 | 48 | 41 | 40 | 39 | 31 | 22 | 16 | |
| Gaspreis THE (EUR/MWh) | 29 | 27 | 25 | 18 | 16 | 16 | 13 | 11 | |
| CO2 Preis (EUR/t): EUA/Entwickelte Länder | 102 | 109 | 115 | 121 | 127 | 138 | 201 | 251 | |
| Schwellen- und Entwicklungsländer mit Netto-Null-Zusagen | 46 | 54 | 62 | 69 | 76 | 89 | 157 | 201 | |
| Sonstige Schwellen- und Entwicklungsländer | 5 | 5 | 5 | 5 | 9 | 24 | 82 | 181 |
Die „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Sensitivitäten wurden anhand einer vereinfachten Methode berechnet und basieren auf einem DCF-Modell ähnlich zu einer Werthaltigkeitsrechnung. In den Berechnungen für Öl- und Gasvermögenswerte basieren die Cashflows auf einer angepassten Mittelfristplanung für fünf Jahre und einer Feldlebensplanung für die Jahre bis zur Stilllegung. Der „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Case beinhaltet keine anderen Änderungen von Inputfaktoren als Preise und Mengen. Die Berechnung berücksichtigt eine frühere Stilllegung von Öl- und Gasfeldern, falls die durch die niedrigeren Preise reduzierten Einnahmen die Kosten nicht decken. Insbesondere wurden aber keine Restrukturierungs- oder Kostensenkungsmaßnahmen, Divestments oder andere Änderungen in der Planung, die nicht im Base Case enthalten sind, angenommen. Die angeführten Beträge sind deshalb nicht als eine beste Schätzung eines erwarteten Wertminderungsverlusts aus einem solchen Szenario zu sehen. Die CO2-Kosten berücksichtigen die CO2-Preise gemäß dem IEA NZE by 2050 Szenario und 100% der anteilsmäßig dem Konzern zurechenbaren direkten Emissionen ab 2031. Die auf Basis des „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Cases ermittelten Sensitivitäten zeigen für die Öl- und Gasvermögenswerte ein Risiko für Wertminderungen. Die Buchwerte der Öl- und Gasvermögenswerte mit sicheren Reserven (inkl. E&P at-equity bewertete Beteiligungen) würden um EUR 4,4 Mrd und Firmenwerte um EUR 0,3 Mrd reduziert. Zusätzlich würden alle Öl- und Gasvermögenswerte ohne sichere Reserven mit einem Verlust vor Steuern von EUR 0,3 Mrd aufgegeben werden. Der gesamte Nach-Steuer-Effekt in der Gewinn- und Verlustrechnung würde EUR 3,6 Mrd betragen.
Was das C&M-Segment betrifft, sieht das Management im beschleunigten Dekarbonisierungsszenario keine negativen Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage nach Polyolefinlösungen. Die Preisgestaltung für Polyolefine wird hauptsächlich durch die Märkte für Basis-chemikalien wie Naphtha, Ethan und Propan bestimmt. Eine beschleunigte Veränderung der weltweiten Energielandschaft könnte zu unterschiedlichen Preisbewegungen bei diesen relevanten Basischemikalien führen und sich vorübergehend auf die Rentabilität einiger Vermögenswerte in der Polyolefin-Wertschöpfungskette auswirken. Aufgrund der erwarteten starken Nachfrage nach Polyolefinlösungen sieht das Management keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die gesamte integrierte Wertschöpfungskette.
Die OMV plant, ihre europäischen Raffinerien so zu transformieren, dass sie im Zuge der fortschreitenden Dekarbonisierung des Kraftstoff- und Chemiesektors wettbewerbsfähig bleiben. Der Durchsatz der Rohöldestillation wird verringert. Der Produktmix wird angepasst, um die Heizöl- und Dieselproduktion zu reduzieren und gleichzeitig die Ausbeute für chemische Produkte zu erhöhen. Parallel dazu wird ein Produktionsportfolio für erneuerbare Kraftstoffe und nachhaltige chemische Rohstoffe entwickelt. Unter Berücksichtigung dieser Transformationspläne sieht das Management kein wesentliches Risiko, dass die bestehenden Raffinerieanlagen in Europa im Szenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ möglicherweise nicht werthaltig sein könnten. Es wird erwartet, dass der energiewendebedingte Nachfragerückgang für fossile Produkte außerhalb der Europäischen Union langsamer voranschreiten wird. Für die Beteiligung an ADNOC Refining wird dank des Zugangs zu Märkten im Mittleren Osten und in Asien davon ausgegangen, dass die Werthaltigkeit auch in einem mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbarten Szenario gegeben sein wird. Für das Tankstellengeschäft reichten Cashflows über einen Zeitraum von weniger als 10 Jahren aus, um die Werthaltigkeit der Buchwerte der aktuell vorhandenen Vermögenswerte nachzuweisen. Aus diesem Grund wurde keine Berechnung für das Szenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ durchgeführt.
Nutzungsdauern
Die Geschwindigkeit der Energiewende kann eine Auswirkung auf die Restnutzungsdauer des Anlagevermögens haben. Das Sachanlagevermögen im C&M-Geschäft wird über die nächsten 5 bis 15 Jahre voll abgeschrieben. Das abnutzbare Vermögen in den Raffinerien wird im Durchschnitt über die nächsten 9 Jahre und im Retail-Bereich über die nächsten 5 bis 10 Jahre abgeschrieben. Es wird erwartet, dass die Nachfrage für Mineralöl- und chemische Produkte in diesem Zeitraum stabil bleiben wird. Durch die Energiewende wird deshalb keine wesentliche Auswirkung auf die erwarteten Nutzungsdauern des Anlagevermögens in den Segmenten F&F und C&M erwartet. Die Öl- und Gasvermögenswerte im Energy-Segment werden wie in Anhangangabe 3.2h beschrieben gemäß der Unit-of-Production-Methode auf Basis der sicheren Reserven abgeschrieben.Entsprechend den aktuellen Produktionsplänen werden von den sicheren Reserven zum 31. Dezember 2023 bis 2030 40%, bis 2040 9% und bis 2050 weniger als 2% verbleiben. Die bestehenden Öl- und Gasanlagen mit sicheren Reserven werden daher ohne Berücksichtigung von künftigen Investitionen bis 2030 erheblich und mit Ausnahme eines Feldes bis 2050 vollständig abgeschrieben.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Die Buchwerte und das Fälligkeitsprofil für die Rekultivierungsrückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Geschätzte Fälligkeit und Mittelabflüsse der Rekultivierungsverpflichtungen
| In EUR Mio | 2023 Buchwert | Undiskontierte, inflationierte Kosten |
|---|---|---|
| ≤1 Jahr | 69 | 78 |
| 1–10 Jahre | 1.239 | 1.762 |
| 11–20 Jahre | 2.421 | 4.673 |
| 21–30 Jahre | 233 | 730 |
| >30 Jahre | 185 | 679 |
| Gesamt | 4.148 | 7.922 |
1 Hauptsächlich bezogen auf Rekultivierungsverpflichtungen im Geschäftsbereich Energy
Die Geschwindigkeit der Energiewende beeinflusst den Zeitpunkt der Stilllegung und folglich der Durchführung von Rekultivierungen von Öl- und Gasanlagen. Im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenario könnte es bei einigen Öl- und Gasfeldern zu einer früheren Stilllegung kommen. Aufgrund der für die Berechnung herangezogenen niedrigen realen Abzinsungssätze und unter der Annahme einer gleichbleibenden Kapazität für Rekultivierungen wäre die Auswirkung auf den Buchwert der Rekultivierungsrückstellungen nicht wesentlich. Für Raffinerie- und Chemiestandorte auf Eigengrund werden keine Rekultivierungsrückstellungen erfasst, da es sich bei diesen Anlagen um langlebige Vermögenswerte handelt, die auch in einem Energiewendeszenario weiterhin genutzt werden. Für die europäischen Raffineriestandorte der OMV sind in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen mit dem Ziel, sie in Richtung erneuerbare Treib- und chemischen Rohstoffe mit stärkerer Chemie-Integration zu transformieren, geplant. Weiters wird für ADNOC Refining eine Fortsetzung des Betriebs in einem Szenario im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens dank der guten Positionierung im Markt erwartet.
Aktive latente Steuern
Im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenario würden die infolge der zusätzlichen Wertminderungen erfassten latenten Steueransprüche großteils als werthaltig angesehen. Es würden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Nettoposition der latenten Steuern der österreichischen Steuergruppe erwartet werden.
Auswirkung auf Dividendenzahlungsfähigkeit
Das Management bewertete die Auswirkungen des „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenarios auf die Dividendenzahlungsfähigkeit der OMV Aktiengesellschaft. Der potenzielle Wertminderungsverlust in diesem Szenario hätte aufgrund des starken Ergebnisses sowie der finanziellen Rücklagen im Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, der die Basis für die Dividendenzahlungen ist, keinen Einfluss auf die Fähigkeit zur Dividendenzahlung im Jahr 2024.
Emissionszertifikate und CO2-Kosten
Die Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten geschaffen, das die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, nationale Pläne für die Zuteilung von Emissionszertifikaten zu erstellen. Im Rahmen dieses Programms haben die betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern einen Anspruch auf die jährliche unentgeltliche Zuteilung von Emissionszertifikaten. Die neuseeländische Regierung hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten auf Basis des Climate Change Response Act 2002 geschaffen. Unter diesem System haben neuseeländische Gesellschaften keinen Anspruch auf eine Zuteilung von Gratiszertifikaten. Die OMV hat Emissionszertifikate gekauft, um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Darüber hinaus entsteht für die OMV mit jedem Gasverkauf an inländische Kunden in Neuseeland eine Verpflichtung, für deren Erfüllung die OMV Emissionszertifikate von den Kunden erhält. Diese erhaltenen Zertifikate werden als Durchlaufposten behandelt. In Deutschland ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) die Basis für den nationalen Emissionsrechtehandel für die Sektoren Wärme und Verkehr. Es verpflichtet Unternehmen, die die Brenn- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) kostenpflichtige Zertifikate zu erwerben. Die Zertifikate sind derzeit nicht handelbar, und es gibt keine unentgeltlichen Zuteilungen.
Die gesamten CO2-Kosten sowie Kohlenstoffsteuern betrugen 2023 EUR 368 Mio (2022: EUR 392 Mio). Die Rückstellungen für CO2 Emissionen werden unter den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen und betrugen 2023 EUR 437 Mio (2022: EUR 469 Mio). Die Bilanzierungsmethoden für Emissionszertifikate werden in der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – beschrieben. Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen werden 2024 voraussichtlich 7.614 Tausend Emissionszertifikate betreffend dem europäischen Emissionshandelssystem, 3.708 Tausend BEHG-Zertifikate sowie 2.769 Tausend Zertifikate betreffend dem neuseeländischen Emissionshandelssystem zurückgegeben. Darin enthalten sind 2.671 Tausend Zertifikate, für die eine Übertragung an die OMV von Kunden in Neuseeland erwartet wird.
Emissionszertifikate
| Anzahl der Zertifikate, in Tausend | 2023 EU Emissions-handels-system | 2023 NZ Emissions-handels-system | 2023 DE Emissions-handels-system | 2022 EU Emissions-handels-system | 2022 NZ Emissions-handels-system | 2022 DE Emissions-handels-system |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Emissionszertifikate gehalten zum 1. Jänner | 13.569 | 1.901 | 3.183 | 11.731 | 252 | 3.617 |
| Unentgeltliche Zuteilung für das Jahr | 5.541 | — | — | 7.742 | — | — |
| Rückgabe der Zertifikate2 | –9.743 | –2.292 | –3.504 | –10.792 | –2.567 | –3.833 |
| Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres | 3.429 | 156 | 3.793 | 4.889 | 293 | 3.398 |
| Von Kunden erhaltene Emissions-zertifikate | — | 2.314 | — | — | 3.924 | — |
| Konsolidierungskreisänderungen3 | –1.292 | — | — | — | — | — |
| Emissionszertifikate gehalten zum 31. Dezember | 11.506 | 2.079 | 3.472 | 13.569 | 1.901 | 3.183 |
1 Ein Zertifikat berechtigt jeweils zur Emission einer Tonne Treibhausgase (in CO2e) in einem bestimmten Zeitraum.
2 Für tatsächliche Emissionen des Vorjahres
3 Bezieht sich auf den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs in Borealis. Weitere Details können der Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur – entnommen werden.
3 Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen
1) Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten und anderen Faktoren, die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen betrachtet werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen waren insbesondere in Zusammenhang mit den Auswirkungen der Klimakrise und der Energiewende erforderlich. Diese Schätzungen und Annahmen werden in der Anhangangabe 2 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende – dargestellt. Darüber hinaus gab es Schätzungen und Annahmen mit wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis in Bezug auf Öl- und Gasreserven, die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, Rückstellungen, Leasingverträgen und Ertragsteuern. Diese werden im folgenden Abschnitt gemeinsam mit den betreffenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden graphisch in grau hervorgehoben erläutert.
2) Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
a) Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwerte
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden bei Zugang zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von der OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminde-rung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.
b) Umsatzerlöse
Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse bei Kontrollübergang der Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Die Ertragsrealisierung erfolgt auf Basis der mit dem Kunden vereinbarten Gegenleistung mit Ausnahme von Beträgen, die im Auftrag Dritter eingezogen werden. Beim Verkauf von Gütern wie Rohöl, LNG, Ölprodukte, chemische und ähnliche Produkte stellt grundsätzlich die Lieferung einer Mengeneinheit eine separate Leistungsverpflichtung dar. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Kontrolle über die Güter an den Kunden übertragen wird, wobei dies der Zeitpunkt ist, an dem die Eigentumsrechte sowie das Untergangsrisiko auf den Kunden übergehen. Dieser Zeitpunkt kann auf Basis der im Kundenvertrag vereinbarten Incoterms festgestellt werden. Diese Verkäufe erfolgen mit entsprechend dem Industriestandard üblichen Zahlungszielen. Umsatzerlöse aus der Rohölproduktion, an der die OMV mit anderen Produzenten beteiligt ist, werden gemäß der Umsatzmethode verbucht. Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte, unabhängig vom prozentualen Anteil oder Anspruch des Konzerns, verbucht werden.# Anhang zur Konzernrechnungslegung
3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
a) Erlöse
Für die Differenz zwischen den Kosten der verkauften Mengen und den Kosten auf Basis der Menge, für die ein Anspruch besteht, wird eine Anpassung der Produktionskosten auf Basis der durchschnittlichen Kosten mit Gegenbuchung in den sonstigen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten erfasst. Im F&F Tankstellengeschäft werden die Umsätze aus dem Verkauf von Treibstoffen realisiert, wenn die Produkte an den Kunden abgegeben werden. Abhängig davon, ob die OMV beim Verkauf von Tankstellen-shopware als Prinzipal oder Agent handelt, werden die Erlöse und diesen Erlösen zuordenbaren Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung brutto oder netto dargestellt. Die OMV ist Prinzipal, wenn sie vor dem Verkauf Kontrolle über die Güter hat, wofür der Hauptindikator das Lagerrisiko bei der OMV ist. An Tankstellen sind die Zahlungen sofort zum Zeitpunkt des Kaufs oder bei Zahlung mit Tankkarten im Folgemonat der Lieferung fällig.
Die Gas- und Stromlieferverträge der OMV enthalten eine Leistungsverpflichtung, die über den vereinbarten Lieferzeitraum erbracht wird. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den von den Kunden abgenommenen Mengen und in Übereinstimmung mit dem Betrag, den die OMV in Rechnung stellen darf, realisiert. In einigen Kundenverträgen für die Lieferung von Erdgas umfasst das dem Kunden verrechnete Entgelt einen Fixbetrag und ein variables Entgelt abhängig von der gelieferten Menge. Diese Verträge enthalten nur eine Leistungsverpflichtung und zwar eine Zusage, über einen bestimmten Zeitraum für die Lieferung von Gas bereitzustehen. Die Erlöse aus dem fixen und variablen Entgelt werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt. Gasspeicherverträge enthalten eine Zusage, Speicherleistungen über einen vereinbarten Zeitraum zu erbringen. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Diese Serviceleistungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.
In der OMV gibt es einige Kundenverträge für Öl- und Gaslieferungen sowie für Gasspeicherleistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Gemäß IFRS 15 sind die gesamten auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen entfallenden Teile der Transaktionspreise grundsätzlich für solche Verträge anzugeben. Die Verträge für Öllieferungen enthalten, so wie in der Ölindustrie üblich, variable Preise auf Basis der Marktpreise zum Lieferzeitpunkt, weshalb für diese Verträge eine Zuordnung des Transaktionspreises auf die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen nicht möglich ist. Für Gasliefer- und Gasspeicherverträge wendet die OMV die Erleichterungsvorschriften gemäß IFRS 15.121 (b) an, wonach diese Informationen für Verträge, bei denen die Erlöse dem Wert, den die OMV in Rechnung stellen darf, entsprechen, nicht veröffentlicht werden müssen. Die OMV veröffentlicht diese Information daher nicht.
c) Umsätze aus anderen Quellen
Die Umsätze aus anderen Quellen enthalten Erlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Umsatzerlöse und Kosten für Rohstoffe werden netto dargestellt, wenn die Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung abgeschlossen wurden. Die Umsätze aus anderen Quellen enthalten weiters die Anpassung der Umsatzerlöse durch die Berücksichtigung des Produktionsanteils der nationalen Ölgesellschaft als Ertragsteueraufwand bei Produktionsteilungsverträgen im E&P-Geschäft (siehe 3.2f) und realisierte und unrealisierte Ergebnisse aus der Absicherung von Umsatztransaktionen.
d) Explorationsaufwendungen
Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich das E&P-Geschäft im Energy-Segment und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten in Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten.
e) Forschung und Entwicklung
Die im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallenden Ausgaben werden in der Periode als Aufwand verbucht, in der sie angefallen sind. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E), die in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen werden, umfassen alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.
f) Explorations- und Produktionsteilungsverträge
Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Ölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften getragen und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölgesellschaft in Form des sogenannten „cost oil“ erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die Anteile an der Produktion, die der nationalen Ölgesellschaft zustehen, eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen wird der Anteil der nationalen Ölgesellschaft an der Produktion in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.
g) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert (inklusive Kosten für Großinspektionen und Generalüberholungen). Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten enthalten den Barwert für die erwarteten Rückbaukosten von Anlagen nach deren Nutzung, wenn eine Rückstellung für Rückbaukosten angesetzt wurde (siehe 3.2s). Kosten für den Austausch von Anlagenteilen werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht. Immaterielle Vermögenswerte und abnutzbare Sachanlagen werden (mit Ausnahme von Öl- und Gasvermögen, siehe 3.2h) linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
| Nutzungsdauer | Jahre |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | |
| Software | 3–7 oder Lizenzlaufzeit |
| Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u.Ä. | 3–20 oder Vertragslaufzeit |
| Bereichsspezifische Sachanlagen | |
| C&M | |
| Chemische Produktionsanlagen | 15–20 |
| F&F | |
| Leitungen | 20–30 |
| Hochbehälter | 40 |
| Raffinerieverarbeitungsanlagen | 25 |
| Tankstellen | 5–20 |
| Energy | |
| Öl- bzw. Gasvermögen | Unit-of-Production-Methode |
| Gaskraftwerk | 8–30 |
| Sonstige Sachanlagen | |
| Produktions- und Verwaltungsgebäude | 20–50 |
| Sonstige technische Anlagen | 10–20 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3–15 |
h) Öl- und Gasvermögen
E&P-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zum Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Kosten für nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, die eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
- Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit gemacht, die die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft rechtfertigen.
- Der Zeitraum, für den das Unternehmen das Recht zur Exploration eines bestimmten Gebietes hat, ist nicht abgelaufen.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven
Es kann Fälle geben, bei denen die Kosten für Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven über einen längeren Zeitraum aktiviert bleiben, während die verschiedenen Evaluierungsaktivitäten und seismischen Analysen zur Beurteilung der Größe des Reservoirs und dessen Wirtschaftlichkeit fortgesetzt werden. Weitere Entscheidungen über den optimalen Zeitpunkt für solche Entwicklungen werden aus einer Ressourcen- und Portfoliosichtweise getroffen. Sobald keine Absichten mehr bestehen, einen Fund zu entwickeln, wird eine sofortige Wertminderung auf die Vermögenswerte erfasst. Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht. Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vemögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber bei Vorliegen eines Indikators für eine potenzielle Wertminderung auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert.# Produktionsbeginn und Abschreibung
Bei Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden, sofern nicht eine andere Basis von Reserven für die Abschreibung angemessener ist. Die Abschreibungen von wirtschaftlich erfolgreichen Explorations- und Produktionsvermögenswerten werden als Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen ausgewiesen.
Wesentliche Schätzung: Öl- und Gasreserven
Die Öl- und Gasreserven werden durch firmeninterne Fachleute unter Anwendung von Industriestandards geschätzt und zumindest einmal jährlich neu beurteilt. Zusätzlich werden regelmäßig externe Überprüfungen durchgeführt. 2023 wurde eine externe Überprüfung der Reserven zum Jahresende 2022 aller wesentlicher Öl- und Gasvermögenswerte außer jener in Tunesien, der Kurdischen Region im Irak (KRI), Malaysia und Jemen von DeGolyer and MacNaughton (D&M) durchgeführt. Die Reserven der Öl- und Gasvermögenswerte in Tunesien, KRI und Malaysia wurden im Jahr davor extern überprüft. Die Ergebnisse der externen Reviews zeigten abgesehen von Ausnahmefällen keine wesentlichen Abweichungen zu den internen Schätzungen. Bei Vorliegen von wesentlichen Abweichungen führt die OMV weiterführende Analysen, ggf. unter Einbindung von weiteren, unabhängigen Fachleuten, durch. Die Schätzungen der Öl- und Gasreserven haben eine wesentliche Auswirkung auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte des Konzerns. Korrekturen dieser Schätzungen nach unten können zu einer Wertminderung des Buchwerts des Vermögenswerts führen. Zusätzlich beeinflussen Schätzungsänderungen der Öl- und Gasreserven prospektiv die Höhe der Abschreibungen.
i) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltener Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden. Wesentliche gemeinschaftliche Explorations- und Produktionsaktivitäten im E&P-Bereich werden über gemeinschaftliche Tätigkeiten ausgeübt, die nicht als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind. Die OMV bilanziert im Konzernabschluss für diese gemeinschaftlichen Tätigkeiten ihren Anteil an den mit den anderen Partnern gehaltenen Vermögenswerten und eingegangenen Verbindlichkeiten und Aufwendungen sowie die Erlöse des Konzerns aus dem Verkauf ihres Anteils an der Produktion sowie Verbindlichkeiten und Aufwendungen, die der Konzern für die gemeinschaftliche Tätigkeit eingegangen ist.
Akquisitionen von Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen die gemeinschaftliche Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellt, werden nach den Vorschriften des IFRS 3 als Unternehmenszusammen-schluss bilanziert (siehe 3.2a). Zusätzlich gibt es vertragliche Vereinbarungen ähnlich zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen aber keine gemeinschaftliche Führung besteht und die deshalb nicht die Definition einer gemeinschaftlichen Tätigkeit gemäß IFRS 11 erfüllen. Das ist der Fall, wenn die wesentlichen Entscheidungen durch mehr als eine Kombination der Zustimmung durch die involvierten Parteien getroffen werden können oder eine Partei über Beherrschung verfügt.
Die Beurteilung, ob die Vereinbarungen inner- oder außerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 11 sind, wird von der OMV auf Basis der relevanten rechtlichen Vereinbarungen wie Konzessions-, Lizenz- oder gemeinsamen Betriebsvereinbarungen vorgenommen, die festlegen, wie und durch wen die relevanten Entscheidungen für diese Aktivitäten getroffen werden. Die Bilanzierung dieser Vereinbarungen erfolgt grundsätzlich analog zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Da Erwerbe von Anteilen an solchen Vereinbarungen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 3 fallen, bilanziert die OMV solche Transaktionen als Anschaffung von Anlagevermögen.
j) Wertminderung von Vermögenswerten
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (inklusive Öl- und Gasvermögen) und at-equity bewertete Beteiligungen werden auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände einen Anhaltspunkt für eine potenzielle Wertminderung eines Vermögenswerts geben. Überprüfungen auf Werthaltigkeit werden auf der Ebene des Vermögenswerts oder der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten durchgeführt, die Zahlungsmittel weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten generieren, der sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE). Wenn festgestellt wurde, dass Vermögenswerte wertgemindert sind, werden die Buchwerte bis zu ihrem erzielbaren Betrag, der dem höheren aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht, abgeschrieben.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.
Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell herangezogen. Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Wertaufholung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Die Beurteilung, ob Vermögenswerte oder ZGE wertgemindert sind oder ob vergangene Wertminderungen wieder zugeschrieben werden sollen, erfordert die Anwendung verschiedener Schätzungen und Annahmen wie beispielsweise über die Preis- und Margenentwicklung, Produktionsmengen und Diskontierungssätze. Änderungen der wirtschaftlichen Lage, der Erwartungen hinsichtlich klimabezogener Risiken oder anderer Tatsachen und Umstände können eine Überprüfung dieser Annahmen erforderlich machen und zu Wertminderungen oder Wertaufholungen von Vermögenswerten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen. Das Management führt diese Analyse für jede wesentliche ZGE durch.
Die in der Berichtsperiode erfassten Wertminderungen und Wertaufholungen werden in Anhangangabe 8 - Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen erläutert. Die den Wertminderungstests zugrundeliegenden Preis- und Margenannahmen werden jährlich im Rahmen der Mittelfristplanung (MTP) vom Management überprüft und vom Aufsichtsrat verabschiedet. Sie stellen die bestmöglichen Schätzungen des Managements dar und sind im Einklang mit externen Quellen. Während die kurzfristigen Annahmen aus aktuellen Forward-Preisen und Marktentwicklungen abgeleitet werden, werden die langfristigen Preisannahmen anhand einer Vielzahl von langfristigen Prognosen von anerkannten Fachleuten unter Berücksichtigung von weltweitem Angebot und Nachfrage entwickelt. Die langfristigen Annahmen der OMV berücksichtigen die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende hin zu kohlenstoffärmeren Energieträgern (siehe Anhangangabe 2).
Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für E&P-Vermögenswerte sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen, Wechselkurse und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund der Reservenschätzungen (siehe Anhangangabe 3.2h) und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer Feldlebensplanung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.
Im F&F- und C&M-Geschäft sind die Hauptannahmen für die Berechnung des erzielbaren Betrags die relevanten Margen, Volumina sowie Diskontierungs‑, Inflations- und Wachstumsraten. Die Nutzungswertberechnung basiert auf den Cashflows der Fünf-Jahres-Mittelfristplanung sowie einer ewigen Rente. Die wesentlichen Preisannahmen sind in Anhangangabe 2 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende – enthalten.k) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. In der OMV werden diese Voraussetzungen üblicherweise als nicht erfüllt angesehen, solange sie keine verbindlichen Angebote von interessierten Parteien bekommen hat. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, und Anteile an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen werden nicht mehr at-equity konsolidiert.
l) Leasing
Die OMV setzt für Leasingverhältnisse, in denen sie Leasingnehmerin ist, gemäß IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte an. Sie wendet die Vereinfachungsregeln für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringwertigen zugrundeliegenden Sachvermögen an und setzt damit für solche Leasingverhältnisse keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz an. Nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen. Die Pacht für diese Verträge wird linear als Aufwand über den Leasingzeitraum erfasst. Leasingverträge werden für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der fixen Leasingzahlungen und der Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, über den Leasingzeitraum abgezinst mit dem Diskontierungssatz bewertet. Nutzungsrechte werden in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich Vorauszahlungen und anfänglichen direkten Kosten angesetzt.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Leasingverhältnisse
Die OMV hat eine Reihe von Verträgen über die Miete oder Pacht von Tankstellen. Viele von diesen Verträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Verlängerungsoptionen bzw. Perioden nach Kündigungsoptionen wurden bei der Bestimmung des Leasingzeitraums berücksichtigt, wenn eine Verlängerung (bzw. keine Kündigung) hinreichend sicher ist. Bei der Feststellung des Leasingzeitraums berücksichtigt die OMV alle relevanten Fakten und Umstände, die zu wirtschaftlichen Anreizen für die Verkürzung oder Verlängerung des Leasingzeitraums gemäß den verfügbaren Optionen führen. Bei der Beurteilung des Leasingzeitraums von Tankstellenmiet- und -pachtverträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Leasingzeitraum 20 Jahre nicht überschreitet. Optionale Zeiträume, die in der Bewertung der Leasingverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, gibt es in erster Linie für technische Ausrüstung für E&P-Tätigkeiten in Rumänien, Bürogebäude, ein Grundstück in Belgien sowie für Gasspeicherkavernen in Deutschland. Die Ausübung der Verlängerungsoption für die Bürogebäude und die Gasspeicherkavernen liegt in ferner Zukunft.
m) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte
Beim Erstansatz stuft die OMV ihre finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) ein. Die Einstufung erfolgt abhängig vom Geschäftsmodell, nach dem sie vom Konzern gesteuert werden, sowie den vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften der finanziellen Vermögenswerte. Käufe und Verkäufe im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert. Schuldinstrumente werden primär zu fortgeführten Anschaffungskosten und in einem geringen Umfang zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die OMV berücksichtigt für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte Wertberichtungen auf Basis der erwarteten Kreditausfälle (ECL). Die erwarteten Kreditausfälle werden auf Basis externer oder interner Ratings der Kontrahenten und den entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Verfügbare zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt, sofern sie eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der erfassten Wertberichtigungen haben. Erwartete Kreditausfälle werden in zwei Stufen erfasst. Wenn es seit dem Erstansatz keine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos gegeben hat, wird die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Der 12-Monats-Kreditverlust ist der Kreditverlust, der aus Ausfallereignissen resultiert, der innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich ist. Ein finanzieller Vermögenswert weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der Definition von „Investment Grade“ entspricht. Wenn das Kreditrisiko hingegen seit dem Erstansatz wesentlich angestiegen ist, ist eine Wertberichtigung in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts erforderlich, d.h. die erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Für diese Einschätzung berücksichtigt der Konzern alle angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Darüber hinaus nimmt die OMV an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Wenn die Bonität sich wiederum verbessert, geht die OMV auf den Ansatz eines 12-Monats-Kreditverlusts zurück. Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn er für mehr als 90 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen vernünftige und vertretbare Informationen vor, dass ein längeres Ausfallkriterium angemessener ist. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine realistische Aussicht besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisierbar sind. Für Lieferforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen wird eine vereinfachte Vorgehensweise, bei der die Wertberichtigungen mit den über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusten berücksichtigt werden, angewandt. Im Fall, dass es für die ausstehenden Salden eine Kreditversicherung oder Sicherheiten gibt, werden die erwarteten Kreditverluste für den versicherten bzw. garantierten Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Versicherers bzw. Garantiegebers und für den verbleibenden Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten ermittelt. Die nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden, enthalten Lieferforderungen aus Verkaufsverträgen mit vorläufiger Preisfestlegung und Investmentfonds, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Weiters sind in dieser Bewertungskategorie Portfolios von Lieferforderungen enthalten, für die eine Verkaufsabsicht besteht. Eigenkapitalinstrumente werden entweder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch die Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL) oder durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) bewertet. Die OMV klassifiziert den Großteil ihrer nicht börsennotierten Beteiligungen, die mit einer strategischen Zielsetzung und nicht zu Handelszwecken gehalten werden, unwiderrufbar als FVOCI. Die OMV bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn sie den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Beizulegender Zeitwert und Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten
Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit vom rumänischen Staat rückerstattbaren Ausgaben für Rekultivierungs- und Entsorgungskosten der OMV Petrom SA. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der eingeforderten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren. Die OMV hat eine vertragliche Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno-Russkoje-Gasfeld, die als Teil des Erwerbs der Beteiligung an diesem Feld 2017 übernommen wurde. Gemäß dieser Vereinbarung wurden die Reserven vertraglich definiert, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der Vereinbarung festgelegt, kann entweder die OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (hätte in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitiert), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, die OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert beruht auf drei verschiedenen Szenarien, wovon eines auf den internen Reservenschätzungen der OMV basiert, und führte zu einem positiven Wert. Aufgrund der aktuell schwierigen politischen und rechtlichen Lage in Russland rechnet die OMV nicht mit der Einbringlichkeit dieser vertraglichen Position und bewertet diese Forderung deshalb mit Null (2022: null).# Details zur Bewertung der Beteiligungen am Gasfeld Juschno Russkoje, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet werden können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
n) Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting
Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Warenpreisen und Zinssätzen als auch zu Handelszwecken eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer Hedge Accounting gemäß IFRS 9 wird angewandt. Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als
- ► Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird,
- ► Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird, oder
- ► Net-Investment-Hedge, wenn das Währungsrisiko einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb abgesichert wird.
Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.
Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird in ähnlicher Weise wie Cashflow-Hedges bilanziert. Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, wird im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsdifferenzen kumuliert. Gewinne und Verluste aus dem ineffektiven Teil werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs werden die Gewinne und Verluste, die im Eigenkapital kumuliert wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht-finanzieller Gegenstände gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert. Die OMV hat mehrere langfristige Strombezugsverträge für den Eigenbedarf abgeschlossen und hält diese weiterhin zu diesem Zweck. Sie werden daher als schwebende Geschäfte bilanziert.
o) Fremdkapitalzinsen
Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.
p) Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.
q) Vorräte
Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Kosten werden bei austauschbaren Gütern nach ihren individuellen Kosten, bei Öl- und Gasvorräten nach dem Durchschnittspreisverfahren und bei chemischen Produkten nach der FIFO-Methode ermittelt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Im Raffineriebereich kommt ein Kostentragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.
r) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit verfügbare kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.
s) Rückstellungen
Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.
Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen:
Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich Energy (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Aufzinsung der Rückstellungen führt zu einem Zinsaufwand und erhöht die Verpflichtung zu jedem Bilanzstichtag bis zum Anlagenrückbau. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rekultivierungsrückstellungen
Die wesentlichsten Verpflichtungen für Rekultivierungen bestehen im Konzern für die Versiegelung von Bohrlöchern, die Stilllegung von Anlagen und die Beseitigung und Entsorgung von Offshore-Anlagen. Die Durchführung eines Großteils dieser Tätigkeiten ist in ferner Zukunft geplant, während Technologien für die Rekultivierung, Kosten, Vorschriften und öffentliche Erwartungen sich laufend ändern. Schätzungen künftiger Wiederherstellungskosten basieren auf Berichten interner Fachleute oder der Partnerunternehmen sowie auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Änderungen in den erwarteten künftigen Kosten nach unten oder Verschiebungen in die Zukunft werden über eine Änderung der Rückstellung und des dazugehörigen Vermögenswerts berücksichtigt, sofern ein Buchwert in ausreichender Höhe vorliegt. Sonst wird die Rückstellung über das Ergebnis aufgelöst. Bei wesentlichen Erhöhungen wird eine Beurteilung der Werthaltigkeit des zugrundeliegenden Vermögenswerts erforderlich.
Rückstellungen für Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen erfordern die Schätzung von Abzinsungssätzen und Inflationsraten, die eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Rückstellung haben. Die verwendeten Annahmen sind in Anhangangabe 25 – Rückstellungen – enthalten.
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen:
Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft die OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.
Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Die Ansprüche sind bei leistungsorientierten Pensionsplänen grundsätzlich vom Dienstalter und den durchschnittlichen Bezügen abhängig. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen.
Beschäftigte österreichischer Konzerngesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Beschäftigte, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt.
Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Personal beschäftigt. In Österreich und Deutschland erhalten Beschäftigte nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt.# Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung („Recycling“) berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen aus dem Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag aus dem Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.
Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Aufwendungen aus solchen Restrukturierungsplänen sind in der Zeile Sonstige betriebliche Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Berechnung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode erfordert Schätzungen von Abzinsungssätzen, Gehaltstrends und Pensionstrends. Für die versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche und die entsprechenden Sensitivitäten siehe Anhangangabe 25 – Rückstellungen.
Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Angestellte - Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.
Rückstellungen für belastende Verträge werden für Verträge gebildet, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete Nutzen aus dem Vertragsverhältnis. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus den Kosten bei Vertragserfüllung und eventuellen Straf- oder Entschädigungszahlungen im Falle einer Nichterfüllung des Vertrages.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rückstellungen für belastende Verträge
Die OMV ging in der Vergangenheit einige langfristige, nicht kündbare Verträge ein, die aufgrund von negativen Marktentwicklungen zu belastenden Verträgen wurden. Dies führte im Konzernabschluss zum Ansatz von Rückstellungen für belastende Verträge in Höhe der unvermeidbaren Kosten bei Erfüllung dieser Verträge. Die für die Berechnung der positiven Beiträge, die die Fixkosten teilweise decken, erfolgten Schätzungen basieren auf externen Quellen und Erwartungen des Managements. Für nähere Details siehe Anhangangabe 25 – Rückstellungen.
t) Emissionzertifikate
Emissionszertifikate werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und unter den sonstigen, kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Von Regierungsstellen gratis zugeteilte Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) werden mit Anschaffungskosten von null bewertet. Durch die verursachten Emissionen entsteht eine Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsrechten. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet, die mit den Anschaffungskosten der gehaltenen Emissionszertifikate, Terminpreisen von offenen Forward-Einkäufen und für eine verbleibende Unterdeckung mit dem Marktwert bewertet wird. Die OMV änderte freiwillig die Bilanzierungsmethode für Emissionszertifikate in der Berichtsperiode (siehe Abschnitt 3 dieser Anhangangabe).
u) Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.
Finanzgarantieverträge werden zum Zeitpunkt der Gewährung der Garantie als finanzielle Verbindlichkeit erfasst. Die Erstbewertung der Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. In der Folge wird die Verbindlichkeit zum höheren Wert aus dem gemäß dem Modell der erwarteten Kreditausfälle ermittelten Wertberichtigungsbetrag und dem anfänglich erfassten Betrag abzüglich der gemäß IFRS 15 erfassten kumulierten Erträge bewertet.
v) Ertragsteuern und latente Steuern
Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden auch die für das E&P-Geschäft typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. 3.2f) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Für temporäre Differenzen werden latente Steuern bilanziert. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung darüber, wann sie sich wahrscheinlich umkehren werden und ob zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe den aktiven latenten Steuern zum Zeitpunkt ihrer Umkehrung entgegenstehen. Diese Beurteilung der Realisierbarkeit macht Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne erforderlich und unterliegt deshalb Unsicherheiten. In der OMV erfolgt diese Beurteilung auf Basis einer Planung über die Feldlebensdauern bei E&P-Konzerngesellschaften bzw. über einen Zeitraum von fünf Jahren bei allen anderen Konzerngesellschaften. Änderungen in Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne können zu einem Anstieg oder einer Reduktion der aktiven latenten Steuern führen, was eine Auswirkung auf den Jahresüberschuss der Periode hat, in der die Änderung stattfindet.
w) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral
Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-Term Incentive (LTI) Plan – dem wesentlichen aktienbasierten Vergütungsplan in der OMV - wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden.
Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst. Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.
x) Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit am Bewertungsstichtag hätte übertragen werden können. Dabei wird von einem Transfer zwischen Teilnehmern im Hauptmarkt und ggf. von einer bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts ausgegangen. Die beizulegenden Zeitwerte werden entsprechend der folgenden Hierarchie ermittelt:
- Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Kategorie ist im OMV Konzern zumeist nur relevant für Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Futures.
- Stufe 2: Bewertungstechniken mit der Verwendung von direkt und indirekt beobachtbaren Inputs. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten innerhalb der Stufe 2 werden üblicherweise Terminpreise für Rohöl und Erdgas, Zinssätze und Wechselkurse als Inputs für das Bewertungsmodell herangezogen. Zusätzlich werden das Kreditrisiko der Gegenpartei und ggf. ein Volatilitätsfaktor berücksichtigt.
- Stufe 3: Bewertungstechniken wie z.B. Discounted Cashflow-Modelle mit der Verwendung von wesentlichen nicht beobachtbaren Inputs (z.B. langfristige Preisannahmen und Schätzungen von Reserven).
y) Währungsumrechnung
Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden. Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode.Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Die aus der Anwendung des Durchschnittskurses in der Gewinn- und Verlustrechnung gegenüber aktuellen Stichtagskursen bei Bilanzpositionen zusätzlich entstehenden Differenzen, werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht. Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:
| Währungsumrechnung | Stichtag 2023 | Durchschnitt 2023 | Stichtag 2022 | Durchschnitt 2022 |
|---|---|---|---|---|
| Bulgarischer Lew (BGN) | 1,956 | 1,956 | 1,956 | 1,956 |
| Tschechische Krone (CZK) | 24,724 | 24,004 | 24,116 | 24,566 |
| Ungarischer Forint (HUF) | 382,800 | 381,850 | 400,870 | 391,290 |
| Neuseeland Dollar (NZD) | 1,750 | 1,762 | 1,680 | 1,658 |
| Norwegische Krone (NOK) | 11,241 | 11,425 | 10,514 | 10,103 |
| Rumänischer Leu (RON) | 4,976 | 4,947 | 4,950 | 4,931 |
| Schwedische Krone (SEK) | 11,096 | 11,479 | 11,122 | 10,630 |
| US Dollar (USD) | 1,105 | 1,081 | 1,067 | 1,053 |
3) Änderungen in den Bilanzierungsgrundsätzen
Die folgenden neuen Standards und Änderungen von Standards wurden ab 1. Jänner 2023 angewandt:
- IFRS 17 Versicherungsverträge und Änderungen an IFRS 17
- Änderung an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe von Rechnungslegungsmethoden
- Änderung an IAS 8: Definition von Schätzungen
- Änderung an IAS 12: Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion
Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OMV.
Änderungen zu IAS 12: Reform des internationalen Steuersystems – Mustervorschriften für Pillar 2
Der Konzern wendete die temporäre, verpflichtende Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, unmittelbar nach der Veröffentlichung der Änderungen im Mai 2023 an. Die temporäre, verpflichtende Ausnahme ist rückwirkend anzuwenden. Da jedoch zum 31. Dezember 2022 in keinem der Länder, in denen der Konzern tätig ist, ein neues Gesetz zur Einführung der globalen Mindestbesteuerung bereits galt oder in Kürze gelten sollte und zu diesem Zeitpunkt keine damit verbundenen latenten Steuern erfasst wurden, hat die rückwirkende Anwendung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Freiwillige Änderung der Bilanzierungsmethoden
Die OMV hat ihre Bilanzierungsmethode für den Ausweis der erworbenen Emissionszertifikate und Rückstellungen für CO2-Emissionen freiwillig geändert. Während die Vermögenswerte aus gekauften Emissionszertifikaten in der Vergangenheit mit den Rückstellungen für CO2-Emissionen saldiert wurden, werden diese beiden Posten ab 31. Dezember 2023 in der Bilanz unsaldiert ausgewiesen. Der Grund für die Änderung ist eine transparentere Darstellung dieser Bilanzposten. Zum 31. Dezember 2023 führte diese Änderung zu einer Erhöhung der sonstigen Vermögenswerte und sonstigen Rückstellungen um EUR 400 Mio.
Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen auf die Konzernbilanz der Vergleichsperiode. Auf die Veröffentlichung einer Konzernbilanz zum 1. Jänner 2022 im primären Abschluss wurde verzichtet, da die Änderung nur eine geringfügige Auswirkung auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns hat.
Konzernbilanz
In EUR Mio.
| Wie zuvor berichtet | Anpassungen | Angepasst | |
|---|---|---|---|
| 2022 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | 1.198 | 434 | 1.632 |
| Kurzfristiges Vermögen | 22.369 | 434 | 22.803 |
| Summe Aktiva | 56.429 | 434 | 56.863 |
| Sonstige Rückstellungen | 505 | 434 | 939 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 13.567 | 434 | 14.001 |
| Summe Passiva | 56.429 | 434 | 56.863 |
| 2021 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | 621 | 376 | 997 |
| Kurzfristiges Vermögen | 18.595 | 376 | 18.971 |
| Summe Aktiva | 53.798 | 376 | 54.174 |
| Sonstige Rückstellungen | 360 | 376 | 736 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 13.677 | 376 | 14.053 |
| Summe Passiva | 53.798 | 376 | 54.174 |
4) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue und überarbeitete Standards
Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Durch diese Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.
| Änderungen an IFRSs | Datum des Inkrafttretens laut IASB |
|---|---|
| Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig | 1. Jänner 2024 |
| Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion | 1. Jänner 2024 |
| Änderungen an IAS 1: Langfristige Schulden mit Kreditbedingungen | 1. Jänner 2024 |
| Änderungen an IAS 7 und IFRS 7: Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen | 1. Jänner 2024 |
| Änderungen an IAS 21: Mangel an Umtauschbarkeit | 1. Jänner 2025 |
4) Änderungen in der Konzernstruktur
Eine vollständige Liste aller OMV Beteiligungen sowie sämtliche Konsolidierungskreisänderungen sind in Anhangangabe 40 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – zu finden. Wesentliche Änderungen des Konsolidierungskreises werden im Folgenden näher beschrieben.
Chemicals & Materials
Am 5. Juli 2023 wurde der Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst, an AGROFERT, a.s. abgeschlossen, bei dem das Geschäft mit einem Enterprise Value von EUR 810 Mio bewertet wurde. Um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln, wurde eine Wertminderung von EUR 57 Mio basierend auf dem Kaufvertrag mit AGROFERT, a.s. erfasst. Die Wertminderung ist in der Zeile „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.
Fuels & Feedstock
Am 30. Juni 2023 hat die OMV den Verkauf ihrer Anteile an OMV Slovenija trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o. an die MOL Group abgeschlossen. Der ursprüngliche Kaufpreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR 311 Mio (für den Anteil der OMV von 92,25%). Die Verkaufstransaktion führte 2023 zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 221 Mio.
Auswirkung von Änderungen in der Konzernstruktur auf den Cashflow
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt einen Mittelzufluss von EUR 661 Mio aus der Veräußerung des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, bestehend aus EUR 849 Mio erhaltenem Kaufpreis abzüglich EUR 188 Mio abgegangenen liquiden Mitteln. Der Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien führte zu einem Mittelzufluss von EUR 272 Mio (EUR 276 Mio erhaltener Kaufpreis abzüglich EUR 4 Mio abgegangene liquide Mittel).
Weitere Details sind nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:
Cashflow-Auswirkung aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten
In EUR Mio.
| 2023 | |
|---|---|
| Erhaltener Kaufpreis | 1.169 |
| Abzüglich abgegangene liquide Mittel | –204 |
| Netto-Mittelzuflüsse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten | 965 |
Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten
In EUR Mio.
| 2023 | |
|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 860 |
| Kurzfristiges Vermögen | 751 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 149 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 367 |
| Nettovermögen | 1.095 |
5) Segmentberichterstattung
5) Änderungen der Segmentberichterstattung
Mit 1. Jänner 2023 führte die OMV eine neue Unternehmensstruktur ein, die darauf ausgelegt ist, die Umsetzung der Strategie 2023 vollständig zu ermöglichen. Aufgrund der Reorganisation berichtet der Konzern ab Q1/23 über folgende Geschäftsbereiche: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock (ehemals Refining & Marketing) und Energy (ehemals Exploration & Production). Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der Versorgung, Marketing und Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen. Die interne Berichterstattung und die relevanten Informationen, die dem Hauptentscheidungsträger im Hinblick auf die Beurteilung der Ertragskraft und zur Allokation von Ressourcen vorgelegt werden, wurden Angepasst und spiegeln die neue Organisationsstuktur wider.
Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte
Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die drei operativen Geschäftsbereiche sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und ist in unterschiedlichen Märkten tätig. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme des Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen Segmente der OMV den operativen Geschäftssegmenten.
Der Chemicals & Materials (C&M) Geschäftsbereich ist einer der weltweit führenden Anbieter fortschrittlicher und kreisluffähiger Polyolefin-Lösungen und ein europäischer Marktführer bei Basischemikalien und Kunststoff-Recycling. Der OMV Konzern, inklusive Joint Ventures, verfügt über Produktionskapazitäten von 7,0 Mio Tonnen Basischemikalien, 6,3 Mio Tonnen Polyolefine und 0,4 Mio Tonnen Compounding-Kapazitäten. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Darüber hinaus hält die OMV Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bilanzierten Beteiligungen. Die wesentlichsten sind: Borouge (Vereinigte Arabische Emirate), das Joint Venture von Borealis mit ADNOC, betreibt den größten petrochemischen Komplex der Welt, und das Joint Venture Baystar (Pasadena, Vereinigte Staaten), das seit 2022 einen Ethan-Cracker betreibt und seit 2023 eine zusätzliche Polyethylen-Anlage mit der einzigartigen Borstar®-Technologie in Betrieb nahm. Der Konzern betreibt verschiedene Initiativen im Bereich des mechanischen und chemischen Recyclings sowie der Herstellung von erneuerbaren Polyolefinen.# Am Standort in Belgien befindet sich eine Propan-Dehydrierungsanlange in Bau, um das erwartete Wachstum der Propylennachfrage in Europa zu nutzen. Die neue Anlage wir eine Produktionskapazität von 0,7 Mio Tonnen Propylen haben. Gemeinsam mit ADNOC errichtet Borealis Borouge 4 (Ruwais, Vereinigte Arabische Emirate), einen Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Kapazität von 1,5 Mio Tonnen (OMV Anteil 0,6 Mio Tonnen) und Polyolefin-Anlagen mit einer Kapazität von 1,4 Mio Tonnen (OMV Anteil 0,6 Mio Tonnen), die die einzigartige Borstar®-Technologie nutzen.
Der Fuels & Feedstock (F&F) Geschäftsbereich raffiniert und vermarktet Rohöl sowie andere Rohstoffe und betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer jährlichen Kapazität von 17,8 Mio Tonnen. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Die OMV besitzt eine starke Marktposition innerhalb der Bereiche Versorgung, Betreuung gewerblicher Kunden und Betrieb eines Retail-Geschäfts mit 1.666 Tankstellen.
Die OMV hält Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bilanzierten Beteiligungen. Die wesentlichste ist die 15% Beteiligung an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate) mit einer jährlichen Kapazität von 7,1 Mio Tonnen OMV Anteil.
Der Energy Geschäftsbereich beschäftigt sich mit der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und -gas. Die Aktivitäten dieses Geschäftsbereiches beinhalten auch die Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik in Mittel- und Osteuropa sowie das Energiegeschäft des Konzerns mit einem Gaskraftwerk in Rumänien. Darüber hinaus werden im Geschäftsbereich Energy kohlenstoffarme Geschäftsaktivitäten wie Geothermie, Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS) und weitere Lösungen für erneuerbare Energien gebündelt.
Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Konzernbereich & Sonstiges (Kb&S) zusammengefasst.
Eine zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße für den Konzern ist das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten.
In die Ermittlung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort herangezogen, an dem das Risiko auf den Kunden übergeht. Die Nettoumsätze aus Erlösen aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen und das Hedging-Ergebnis werden dem jeweiligen Land zugeordnet, in welchem die berichtende Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein, mit bestimmten Ausnahmen betreffend Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens, welche nach internen Grundsätzen der OMV ermittelt wurden. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen.
Geschäftsfälle, die den operativen Geschäftsbereichen nicht zuordenbar sind, werden im Ergebnis von Kb&S ausgewiesen.
Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.
Des Weiteren wird der CCS Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie die Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern zu ermöglichen. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Ergebniskennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.
Segmentberichterstattung
In EUR Mio
| 2023 | C&M | F&F | Energy | Kb&S | Gesamt | Konsoli-dierung | OMV Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse¹ | 9.650 | 20.186 | 17.038 | 471 | 47.346 | –7.883 | 39.463 | |
| Umsätze mit anderen Segmenten | –1.305 | –2.433 | –3.694 | –451 | –7.883 | 7.883 | — | |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 8.345 | 17.753 | 13.344 | 20 | 39.463 | — | 39.463 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 129 | 336 | 208 | 69 | 742 | — | 742 | |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 101 | 296 | –71 | — | 326 | — | 326 | |
| Planmäßige Abschreibungen | 541 | 425 | 1.434 | 40 | 2.439 | — | 2.439 | |
| Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 126 | 7 | 231 | 1 | 365 | — | 365 | |
| Wertaufholungen | — | — | 189 | 0 | 189 | — | 189 | |
| Operatives Ergebnis | –120 | 1.671 | 3.771 | –65 | 5.257 | –31 | 5.226 | |
| Sondereffekte für Personallösungen | 5 | 0 | — | — | 6 | — | 6 | |
| Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 135 | — | –91 | — | 44 | — | 44 | |
| Sondereffekte für Anlagenverkäufe | 12 | –221 | — | — | –208 | — | –208 | |
| Sonstige Sondereffekte | 62 | 74 | 677 | 14 | 827 | — | 827 | |
| Sondereffekte | 214 | –146 | 586 | 14 | 668 | — | 668 | |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 94 | 1.525 | 4.357 | –51 | 5.925 | –31 | 5.894 | |
| CCS Effekte | — | 126 | — | — | 126 | 4 | 130 | |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 94 | 1.651 | 4.357 | –51 | 6.050 | –27 | 6.024 | |
| Segmentvermögen² | 6.618 | 4.508 | 10.488 | 246 | 21.859 | — | 21.859 | |
| Zugänge SAV/IV³ | 1.110 | 986 | 1.585 | 54 | 3.736 | — | 3.736 | |
| At-equity bewertete Beteiligungen⁴ | 4.747 | 1.655 | 266 | — | 6.668 | — | 6.668 |
¹Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten
² Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.
⁴ Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
Die Segmentinformation der Vorperioden wurde entsprechend den Anforderungen des IFRS 8.29 angepasst. Die nachstehenden Tabellen geben die Segmentberichterstattung nach Anpassung infolge der Umstrukturierung und wie 2022 berichtet wieder:
Segmentberichterstattung
In EUR Mio
| 2022 angepasst | C&M | F&F | Energy | Kb&S | Gesamt | Konsoli-dierung | OMV Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse¹ | 13.450 | 22.382 | 35.256 | 424 | 71.512 | –9.214 | 62.298 | |
| Umsätze mit anderen Segmenten | –1.181 | –2.525 | –5.101 | –407 | –9.214 | 9.214 | — | |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 12.269 | 19.857 | 30.155 | 17 | 62.298 | — | 62.298 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 548 | 702 | 336 | 58 | 1.644 | — | 1.644 | |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 332 | 477 | 60 | — | 869 | — | 869 | |
| Planmäßige Abschreibungen | 533 | 396 | 1.504 | 41 | 2.474 | — | 2.474 | |
| Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 7 | 14 | 826 | 7 | 853 | — | 853 | |
| Wertaufholungen | 266 | 68 | 327 | — | 660 | — | 660 | |
| Operatives Ergebnis | 2.039 | 2.438 | 7.890 | –86 | 12.281 | –35 | 12.246 | |
| Sondereffekte für Personallösungen | — | 2 | 1 | 4 | 8 | — | 8 | |
| Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | –263 | –47 | 252 | — | –58 | — | –58 | |
| Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –315 | –409 | — | — | –724 | — | –724 | |
| Sonstige Sondereffekte | –4 | 28 | –142 | 31 | –87 | — | –87 | |
| Sondereffekte | –582 | –426 | 111 | 36 | –861 | — | –861 | |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 1.457 | 2.012 | 8.001 | –50 | 11.420 | –35 | 11.385 | |
| CCS Effekte | — | –202 | — | — | –202 | –8 | –210 | |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 1.457 | 1.810 | 8.001 | –50 | 11.218 | –43 | 11.175 | |
| Segmentvermögen² | 5.964 | 3.954 | 11.675 | 234 | 21.826 | — | 21.826 | |
| Zugänge SAV/IV³ | 1.285 | 805 | 1.533 | 41 | 3.664 | — | 3.664 | |
| At-equity bewertete Beteiligungen⁴ | 5.179 | 1.765 | 350 | — | 7.294 | — | 7.294 |
¹ Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten
² Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.
⁴ Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
Segmentberichterstattung
In EUR Mio
| 2022 berichtet | C&M | R&M | E&P | Kb&S | Gesamt | Konsoli-dierung | OMV Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse¹ | 13.450 | 28.634 | 30.857 | 424 | 73.365 | –11.067 | 62.298 | |
| Umsätze mit anderen Segmenten | –1.181 | –2.818 | –6.661 | –407 | –11.067 | 11.067 | — | |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 12.269 | 25.816 | 24.197 | 17 | 62.298 | — | 62.298 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 548 | 857 | 181 | 58 | 1.644 | — | 1.644 | |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 332 | 477 | 60 | — | 869 | — | 869 | |
| Planmäßige Abschreibungen | 533 | 422 | 1.478 | 41 | 2.474 | — | 2.474 | |
| Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 7 | 15 | 825 | 7 | 853 | — | 853 | |
| Wertaufholungen | 266 | 68 | 327 | — | 660 | — | 660 | |
| Operatives Ergebnis | 2.039 | 3.392 | 6.936 | –86 | 12.281 | –35 | 12.246 | |
| Sondereffekte für Personallösungen | — | 2 | 1 | 4 | 8 | — | 8 | |
| Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | –263 | –47 | 252 | — | –58 | — | –58 | |
| Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –315 | –409 | — | — | –724 | — | –724 | |
| Sonstige Sondereffekte | –4 | –321 | 207 | 31 | –87 | — | –87 | |
| Sondereffekte | –582 | –774 | 460 | 36 | –861 | — | –861 | |
| Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 1.457 | 2.618 | 7.396 | –50 | 11.420 | –35 | 11.385 | |
| CCS Effekte | — | –202 | — | — | –202 | –8 | –210 | |
| CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 1.457 | 2.415 | 7.396 | –50 | 11.218 | –43 | 11.175 | |
| Segmentvermögen² | 5.964 | 4.223 | 11.407 | 234 | 21.826 | — | 21.826 | |
| Zugänge SAV/IV³ | 1.285 | 826 | 1.512 | 41 | 3.664 | — | 3.664 | |
| At-equity bewertete Beteiligungen⁴ | 5.179 | 1.765 | 350 | — | 7.294 | — | 7.294 |
¹ Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten
² Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.# Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
2023 waren die Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen hauptsächlich auf den Nettoeffekt von Wertminderungen und -aufholungen von E&P Vermögenswerten, der Wertminderung des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis sowie einer Wertaufholung eines Erdgasspeichers in Deutschland zurückzuführen. Weitere Informationen sind der Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu entnehmen. Sondereffekte für Anlagenverkäufe betrafen im Wesentlichen den Verkauf des OMV Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien. Weitere Informationen sind der Anhangangabe 7 – Sonstige betriebliche Erträge – zu entnehmen. Sonstige Sondereffekte bestanden hauptsächlich aus temporären Bewertungseffekten und einer teilweisen Wertminderung von Explorations- und Evaluierungsvermögenswerten, die in der ursprünglichen Kaufpreisallokation der OMV im OMV-Anteil an Pearl Petroleum Company Limited (at-equity bilanzierte Beteiligung) enthalten waren.
Informationen über geografische Bereiche
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsätze mit Dritten | Segmentvermögen¹ | At-equity bewertete Beteiligungen² | Umsätze mit Dritten | Segmentvermögen¹ | |
| Österreich | 9.097 | 4.918 | 13 | 14.911 | 4.365 |
| Belgien | 814 | 2.384 | 29 | 987 | 1.950 |
| Deutschland | 6.302 | 1.301 | 30 | 14.102 | 1.200 |
| Neuseeland | 451 | 676 | — | 598 | 864 |
| Norwegen | 1.045 | 1.056 | — | 1.584 | 1.219 |
| Rumänien | 6.728 | 6.013 | — | 10.149 | 5.437 |
| Vereinigte Arabische Emirate | 1.459 | 1.682 | 5.638 | 1.644 | 1.677 |
| Übriges MOE³ | 5.677 | 568 | — | 7.548 | 554 |
| Übriges Europa | 5.545 | 1.859 | 24 | 7.454 | 1.848 |
| Übrige Welt⁴ | 2.344 | 1.072 | 934 | 3.322 | 2.162 |
| Zugeteilt | 39.463 | 21.529 | 6.668 | 62.298 | 21.274 |
| Nicht zugeordnetes Vermögen | — | 330 | — | — | 552 |
| Gesamt | 39.463 | 21.859 | 6.668 | 62.298 | 21.826 |
¹ Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
² Die Zuordnung der at-equity bewerteten Beteiligungen erfolgt auf Basis des eingetragenen Sitzes der Muttergesellschaft; zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Inkludiert Türkei
⁴ Übrige Welt: Im Wesentlichen Algerien, Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, China, Kolumbien, Katar, Kuba, Ägypten, Indien, Libyen, Malaysia, Marokko, Mexiko, Nigeria, Peru, Russland (nur bis Februar 2022), Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Tunesien, Vereinigte Staaten von Amerika und Jemen
Nicht zugeordnetes Vermögen enthielt einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mittlerer Osten und Afrika“ zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 330 Mio (2022: EUR 342 Mio), da diese ZGE in mehreren geographischen Bereichen tätig ist. 2022 enthielt das nicht zugeordnete Vermögen auch einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit SapuraOMV zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 210 Mio. 2023 wurde die Veräußerungsgruppe SapuraOMV auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert. Weitere Informationen sind der Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – zu entnehmen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
6 Umsatzerlöse
| Umsatzerlöse in EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Umsätze aus Kundenverträgen | 37.451 | 53.827 |
| Umsätze aus anderen Quellen¹ | 2.012 | 8.472 |
| Umsatzerlöse | 39.463 | 62.298 |
¹ Der Rückgang der Umsätze aus anderen Quellen ist hauptsächlich auf Transaktionen im Zusammenhang mit Rohstoffhandel zurückzuführen.
Umsätze aus Kundenverträgen
| In EUR Mio | Chemicals & Materials | Fuels & Feedstock | Energy | Konzern- bereich & Sonstiges | OMV Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||
| Rohöl, NGL und Kondensate | — | 508 | 1.050 | — | 1.558 |
| Erdgas und LNG | — | 4 | 10.947 | — | 10.950 |
| Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 14.928 | — | — | 14.928 |
| Chemische Produkte | 8.193 | 40 | — | — | 8.233 |
| Sonstige Produkte und Dienstleistungen¹ | 135 | 872 | 756 | 18 | 1.782 |
| Umsätze aus Kundenverträgen | 8.329 | 16.351 | 12.753 | 18 | 37.451 |
| 2022 | |||||
| Rohöl, NGL und Kondensate | — | 860 | 1.519 | — | 2.379 |
| Erdgas und LNG | — | 4 | 19.905 | — | 19.909 |
| Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 16.390 | — | — | 16.390 |
| Chemische Produkte | 12.160 | 54 | — | — | 12.214 |
| Sonstige Produkte und Dienstleistungen¹ | 126 | 977 | 1.817 | 16 | 2.935 |
| Umsätze aus Kundenverträgen | 12.286 | 18.285 | 23.240 | 16 | 53.827 |
¹ Im Wesentlichen Retail-Non-Oil-Geschäft in Fuels & Feedstock und Stromgeschäft in Energy
7 Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen
| Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|
| Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften | 200 | 298 | |
| Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten | 237 | 766 | |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge | 305 | 579 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 742 | 1.644 | |
| Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 580 | 937 | |
| Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen | –254 | –68 | |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 326 | 869 |
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften waren im Wesentlichen von der USD Wechselkursentwicklung 2023 und 2022 beeinflusst. Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten bezogen sich hauptsächlich auf Gewinne aus dem Verkauf des Tankstellen- und Großkundengeschäfts in Slowenien. Nähere Details können der Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur – entnommen werden. 2022 wurde hauptsächlich durch Gewinne aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland (EUR 409 Mio) und Gewinne aus dem Börsengang von Borouge PLC (EUR 341 Mio) beeinflusst. Übrige sonstige betriebliche Erträge sanken 2023 in Bezug auf Ausgleichszahlungen des rumänischen Staates für den Verkauf von Erdgas und Strom zu gedeckelten Preisen sowie auf Abschaffung der Zuschüsse für freiwillige Preissenkungen beim Verkauf von Diesel und Benzin. Diese Maßnahmen wurden 2022 durch mehrere Notstandsverordnungen der Regierung eingeführt, um die Folgen der Energiekrise abzumildern. Darüber hinaus enthielten die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge Lagerhaltungserträge im Zusammenhang mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. in Höhe von EUR 42 Mio (2022: EUR 34 Mio). 2022 enthielt Versicherungsentschädigungen in Höhe von rund EUR 200 Mio im Zusammenhang mit dem Zwischenfall in der OMV Raffinerie Schwechat im Juni 2022. Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen waren im Wesentlichen durch die Abu Dhabi Oil Refining Company und die Borouge Beteiligungen beeinflusst. Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen betrafen hauptsächlich Bayport Polymers LLC sowie eine Wertminderung innerhalb Pearl Petroleum Company Limited. Nähere Details können der Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen – entnommen werden.
8 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen
Wertminderungen sind in der Zeile „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, mit Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung, welche in den „Explorationsaufwendungen“ gezeigt werden. Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen | 2.439 | 2.474 |
| Wertaufholungen | –189 | –660 |
| Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 213 | 670 |
| Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen | 2.463 | 2.484 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung)
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 213 | 670 |
| Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 152 | 183 |
| Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 365 | 853 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – Aufteilung auf die Funktionen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen | 2.439 | 2.474 |
| davon Explorationsaufwendungen | — | — |
| davon Produktions- und operative Aufwendungen | 2.152 | 2.200 |
| davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 287 | 274 |
| Wertaufholungen | –189 | –660 |
| davon Explorationsaufwendungen | –1 | — |
| davon Produktions- und operative Aufwendungen | –116 | –660 |
| davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –72 | –0 |
| Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 365 | 853 |
| davon Explorationsaufwendungen | 158 | 183 |
| davon Produktions- und operative Aufwendungen | 203 | 660 |
| davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 4 | 10 |
Wertminderungen und Wertaufholungen in Chemicals & Materials
Am 5. Juli 2023 wurde der Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst, an AGROFERT, a.s. abgeschlossen. Um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln, wurde eine Wertminderung von EUR 57 Mio basierend auf dem Kaufvertrag mit AGROFERT, a.s. erfasst. Der Erwerb des zusätzlichen 48,55%-Anteils an Renasci N.V. am 30. November 2023 bedingte des Weiteren eine Neubewertung, die zu einer Wertminderung in Höhe von EUR 54 Mio führte, wovon EUR 23 Mio der at-equity bewerteten Beteiligung BlueAlp Holding B.V. zuzuordnen waren. Im Jahr 2022 wurde eine Wertaufholung von EUR 266 Mio im Zusammenhang mit dem Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe erfasst. Die Bewertung basierte auf einem am 2. Juni 2022 erhaltenen verbindlichen Angebot von AGROFERT, a.s. um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln.
Wertminderungen und Wertaufholungen in Fuels & Feedstock
2022 wurde eine Netto-Wertaufholung in Höhe von EUR 67 Mio für die ADNOC Refining and Trading ZGE erfasst, hauptsächlich zurückzuführen auf verbesserte Annahmen für kurzfristige Raffineriemargen im Mittleren Osten und damit Anhaltspunkt für einen Wertminderungstest.
Wertminderungen und Wertaufholungen in Energy
Die stabilisierte Produktion in den letzten Jahren führte zu einer Wertaufholung von EUR 114 Mio in einigen ZGE in Libyen.Der erzielbare Betrag, der auf Basis des Nutzungswertes definiert wurde, betrug EUR 821 Mio. Der angewandte Diskontierungssatz nach Steuern war 13,25%. 2023 wurde ein Wertminderungstest für die Etzel Gasspeicheranlage in Deutschland durchgeführt, welcher in einer Wertaufholung von EUR 72 Mio resultierte, als Folge von einem verbesserten Marktumfeld für Gasspeicheranlagen in Europa. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswertes definiert und betrug EUR 154 Mio. Der angewandte Diskontierungssatz war 5,25%. Wertminderungen im Jahr 2023 beliefen sich auf EUR 152 Mio, hauptsächlich zurückzuführen auf nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und abgelaufene Explorationslizenzen in Malaysia und Norwegen. Weitere Wertminderungen 2023 sind auf nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 55 Mio) zurückzuführen. Die OMV aktualisierte in Q4/22 ihre Annahmen für die Rohstoffpreise. Während die europäischen Gaspreise für den kurz- und langfristigen Zeitraum gestiegen sind, sank das erwartete Produktionsvolumen einiger Öl- und Gasanlagen in Rumänien aufgrund höherer erwarteter natürlicher Rückgangsraten und die betrieblichen Kosten haben sich erhöht. Diese Effekte führten zu Wertminderungen vor Steuern in Höhe von EUR 117 Mio (Nettoeffekt von Wertminderungen und Wertaufholungen) für produzierende und in der Entwicklungsphase befindliche Öl- und Gasvermögenswerte in Rumänien, Neuseeland und Österreich. Wertminderungen im Jahr 2022 für Exploration und Evaluierung (EUR 183 Mio) enthielten hauptsächlich nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und Explorationslizenzen in Norwegen, Neuseeland, Rumänien und Australien. Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2022 nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 84 Mio) und eine Produktionslizenz in Libyen (EUR 70 Mio). Der geplante Verkauf der relevanten operativen Gesellschaften im Jemen in Q2/22 und die damit verbundene Umgliederung in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ führte zu einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 48 Mio.
9 Explorationsaufwendungen
Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen. All diese Aktivitäten sind im Segment Energy enthalten.
Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 152 | 183 |
| Sonstiger Explorationsaufwand | 70 | 67 |
| Explorationsaufwand | 222 | 250 |
| Netto-Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit | 75 | 103 |
| Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit | 171 | 149 |
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften | 182 | 268 |
| Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten | 31 | 685 |
| Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte | — | 432 |
| Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 38 | 43 |
| Personallösungen | 9 | 3 |
| Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen | 76 | 65 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 125 | 142 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 462 | 1.639 |
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften waren wesentlich von der USD-Entwicklung 2023 und 2022 beeinflusst. Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten enthielten 2022 hauptsächlich Verluste aus der Entkonsolidierung von Beteiligungen in Russland in Höhe von EUR 658 Mio. Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte enthielten 2022 Verluste in Zusammenhang mit dem Vermögenswert für das Recht auf Neufeststellung der Reserven aus der Akquisition des Anteils am Juschno-Russkoje-Feld. Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalteten im Wesentlichen Wertminderungen von Forderungen in Tunesien in Höhe von EUR 26 Mio (2022: EUR 20 Mio). Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen enthielten Aufwendungen im Zusammenhang mit verschiedenen Digitalisierungsinitiativen in Höhe von EUR 22 Mio (2022: EUR 40 Mio), sowie Aufwendungen in Zusammenhang mit der an die Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. ausgelagerten Mindestbevorratungsverpflichtung in der Höhe von EUR 46 Mio (2022: EUR 45 Mio).
11 Personalaufwendungen
Personalaufwendungen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 1.365 | 1.314 |
| Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen | 31 | 30 |
| Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen | 62 | 77 |
| Personallösungen | 9 | 3 |
| Sonstiger Personalaufwand | 250 | 275 |
| Steuern und Sozialabgaben | 305 | 309 |
| Personalaufwendungen | 2.023 | 2.009 |
Anteilsbasierte Vergütungen waren Teil der Position sonstiger Personalaufwand. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 34 – Anteilsbasierte Vergütungen – zu finden. Für nähere Details zu den leistungsorientierten Plänen siehe Anhangangabe 25 – Rückstellungen.
12 Finanzerfolg
Zinserträge
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 355 | 193 |
| Abgezinste Forderungen | 14 | 5 |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 35 | 20 |
| Ausleihungen | 69 | 51 |
| Zinserträge | 473 | 269 |
Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten standen 2023 hauptsächlich im Zusammenhang mit Zinserträgen auf Bankeinlagen in RON, USD und EUR. Die Position Zinserträge aus Ausleihungen enthielt EUR 59 Mio (2022: EUR 32 Mio) im Zusammenhang mit einem Darlehensvertrag gegenüber Bayport Polymers LLC. 2022 enthielt diese Position EUR 17 Mio aus der Nord Stream 2 Finanzierungsvereinbarung. Weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
Zinsaufwendungen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Anleihen | 104 | 120 |
| Leasingverbindlichkeiten | 36 | 30 |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 49 | 47 |
| Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 204 | 196 |
| Rückstellungen für Jubiläumsgeld, Personallösungen und andere Leistungen an Arbeitnehmer | 5 | 3 |
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 33 | 14 |
| Rückstellungen für belastende Verträge | 5 | 14 |
| Sonstige | 3 | 11 |
| Zinsaufwendungen, brutto | 437 | 435 |
| Aktivierte Fremdkapitalzinsen | –23 | –18 |
| Zinsaufwendungen | 415 | 417 |
Weitere Details zu Anleihen können der Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten – entnommen werden. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung der OMV Petrom SA wurde mit den Zinserträgen aus vom rumänischen Staat erstattungsfähigen Forderungen saldiert. Weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden. Die Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen wurden 2023 durch Aufzinsungseffekte in Höhe von EUR 181 Mio (2022: EUR 131 Mio) beeinflusst. Der Anstieg resultierte aus insgesamt höheren Rückstellungen im Laufe von 2023. Der verbleibende Teil der Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen entfiel vollständig auf negative Neubewertungseffekte auf vom rumänischen Staat erstattungsfähigen Forderungen in Höhe von EUR 23 Mio (2022: EUR 65 Mio). Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit Zinserträgen aus dem Planvermögen von EUR 19 Mio (2022: EUR 6 Mio) saldiert dargestellt. Die Zinsaufwendungen enthielten weiters die Aufzinsung der Rückstellungen für belastende Verträge für abgeschlossene Transportkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Weitere Details können der Anhangangabe 25 – Rückstellungen – entnommen werden. Die für qualifizierte Vermögenswerte aktivierten Fremdkapitalzinsen bezogen sich vorwiegend auf die in Bau befindliche Propan-Dehydrierungsanlage am Produktionsstandort von Borealis in Kallo, Belgien, und den Bau der ReOil®- und Co-Processing-Anlagen in Österreich.
Sonstiges Finanzergebnis
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Buchwert verkaufter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Forderungen | –11.825 | –10.857 |
| Erlöse aus verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Forderungen | 11.748 | 10.811 |
| Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –77 | –46 |
| Nettofremdwährungsgewinne (+)/-verluste (-) | –29 | 95 |
| Sonstige | –32 | –1.393 |
| Sonstiges Finanzergebnis | –138 | –1.345 |
2023 war das Nettofremdwährungsergebnis hauptsächlich durch USD beeinflusst. Die Position Sonstige stand 2023 hauptsächlich im Zusammenhang mit der negativen Fair-Value-Anpassung der Beteiligungen in Russland in Höhe von EUR 23 Mio (2022: EUR 370 Mio). 2022 enthielt diese Position zusätzlich die Wertminderung des Nord Stream 2 Darlehens (EUR 1.004 Mio). Weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
13 Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl
Als direkte Folge der Energiekrise in Europa wurden in einigen Ländern, in denen die OMV Gruppe tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie Preisobergrenzen, Förderungsprogramme und der EU‑Solidaritätsbeitrag umgesetzt. Mit der Verordnung (EU) 2022/1854 des Rates wurde ein Solidaritätsbeitrag eingeführt, der 2022 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt wurde und für 2022 und/oder 2023 gilt. Am 12. Mai 2023 wurde in Rumänien das Gesetz Nr. 119/2023 zur Genehmigung der Government Emergency Ordinance 186/2022 zur Umsetzung der EU-Verordnung über den Solidaritätsbeitrag im Amtsblatt veröffentlicht. Für Unternehmen, die Rohöl fördern und raffinieren, sieht das Gesetz die Zahlung eines Beitrags von RON 350 pro verarbeiteter Tonne Rohöl in den Jahren 2022 und 2023 vor. Im Jahr 2023 wurde ein Solidaritätsbeitrag in Höhe von EUR 552 Mio für die im Jahr 2022 (EUR 300 Mio) und die im Jahr 2023 (EUR 252 Mio) verarbeiteten Rohölmengen erfasst. Ziel der EU-Verordnung war es, einen Solidaritätsbeitrag einzuführen, der sich mit Gewinnüberschüssen befasst. Der Solidaritätsbeitrag in Rumänien basierte jedoch nicht auf Gewinnen, sondern auf raffinierten Rohölmengen und fällt daher nicht in den Anwendungsbereich von IAS 12 – Ertragsteuern.# 14 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 4.604 | 10.765 |
| Laufende Steuern | 2.512 | 5.505 |
| davon betreffend Vorjahre | –57 | 37 |
| Latente Steuern | 175 | 85 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 2.687 | 5.590 |
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Latente Steuern | –97 | 30 |
| Laufende Steuern | — | — |
| Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern | –97 | 30 |
Entwicklung der latenten Steuern¹
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Latente Steuern zum 1. Jänner | –78 | –87 |
| Latente Steuern zum 31. Dezember | –114 | –78 |
| Veränderung latente Steuern | –36 | 9 |
| Direkt im sonstigen Ergebnis oder im Eigenkapital verbuchte latente Steuern | 87 | –38 |
| Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen und Sonstiges² | 52 | 132 |
| Latenter Steueraufwand laut Gewinn- und Verlustrechnung | –175 | –85 |
Die latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich wie folgt zusammen:
- Steuersatzänderung: –4 (–96)
- Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern: –327 (–327)
- Anpassungen bei den Verlustvorträgen (in den Vorjahren nicht berücksichtigte oder verfallene Verlustvorträge sowie sonstige Anpassungen): 10 (9)
- Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und Verbrauch von Verlustvorträgen: 145 (329)
¹ Latente Steuerpositionen beinhalten auch latente Steuerpositionen, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umklassifiziert wurden.
² 2022 standen diese Effekte hauptsächlich in Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development (EUR 116 Mio).
Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden. Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.
Die Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern für die österreichische Steuergruppe wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, d.h. im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.
Auf Grundlage der EU-Ratsverordnung 2022/1854 wurde ein Solidaritätsbeitrag eingeführt und in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt. Der Solidaritätsbeitrag stellt einen Beitrag auf Überschussgewinne von Unternehmen dar, die im Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich tätig sind, und galt für die Jahre 2022 und 2023. Bestimmte Konzerngesellschaften in Österreich und Deutschland unterliegen dem Solidaritätsbeitrag, der auf der Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns berechnet wird. Einzelheiten zum Solidaritätsbeitrag in Rumänien sind in der Anhangangabe 13 – Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl – zu finden.
In Österreich wird der Solidaritätsbeitrag (Energiekrisenbeitrag) auf Grundlage der steuerpflichtigen Gewinne der jeweiligen Unternehmen, gemäß den nationalen Steuervorschriften berechnet, die mehr als 10% (2022: mehr als 20%) über dem Durchschnitt der steuerpflichtigen Gewinne der Jahre 2018 bis 2021 liegen. Die Unternehmen des OMV Konzerns in Deutschland unterlagen in den Jahren 2023 und 2022 nicht dem Solidaritätsbeitrag, da der steuerpflichtige Gewinn der betreffenden Gesellschaften den durchschnittlichen steuerpflichtig Gewinn der Jahre 2018 bis 2021 nicht überstieg. Die österreichische Bundesregierung hat im Jänner 2024 trotz Auslaufens der EU-Regeln Ende 2023 angekündigt, den Solidaritätsbeitrag rückwirkend bis 2024 verlängern zu wollen. Darüber hinaus besteht die Absicht, die Überschussschwelle in Österreich weiter auf 5% zu senken.
Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird in den nachfolgenden Tabellen mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 24% (2022: 25%) verglichen und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.
Steuerüberleitungsrechnung
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| In EUR Mio | In % | In EUR Mio | In % | |
| Theoretische Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis des österreichischen Körperschaftssteuersatzes | 1.105 | 24,0 | 2.691 | 25,0 |
| Steuereffekte durch: | ||||
| Abweichende ausländische Steuersätze | 1.359 | 29,5 | 2.755 | 25,6 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 258 | 5,6 | 612 | 5,7 |
| Steuerfreies Einkommen und Steueranreize | –128 | –2,8 | –160 | –1,5 |
| Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit at-equity bewertete Beteiligungen | –128 | –2,8 | –414 | –3,8 |
| Steuersatzänderung | 4 | 0,1 | 96 | 0,9 |
| Permanente Effekte aus Verlustvorträgen | 5 | 0,1 | –9 | –0,1 |
| Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen an Tochterunternehmen | –1 | –0,0 | –430 | –4,0 |
| Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern | 327 | 7,1 | 327 | 3,0 |
| Steuern betreffend Vorjahre | –5 | –0,1 | 60 | 0,6 |
| Sonstige | –108 | –2,4 | 61 | 0,6 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 2.687 | 58,4 | 5.590 | 51,9 |
2023 bezogen sich die Auswirkungen aus abweichenden ausländischen Steuersätzen hauptsächlich auf Tochtergesellschaften, die in Steuergebieten mit hohen Körperschaftsteuersätzen (Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate und Libyen) tätig sind. Der Rückgang dieser Position war im Vergleich zu 2022 hauptsächlich auf den geringeren Gewinn vor Steuern dieser Tochtergesellschaften zurückzuführen. Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten hauptsächlich den Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien und permanente Effekte aus Abschreibungen. 2022 war hauptsächlich durch die Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten und Effekte im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development beeinflusst. Steuerfreies Einkommen und Steueranreize im Jahr 2023 betrafen hauptsächlich die Zuschreibung von Sachanlagen, während diese Effekte im Jahr 2022 überwiegend durch die steuerfreien Gewinne aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland beinflusst waren. Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit at-equity bewerteten Beteiligungen im Jahr 2023 bezogen sich hauptsächlich auf Gewinnanteile aus at-equity bewerteten Beteiligungen. 2022 war hauptsächlich durch die Gewinnanteile aus at-equity bewerteten Beteiligungen und Gewinne aus dem erfolgreichen Börsengang von Borouge PLC an der ADX (der Abu Dhabi Securities Exchange) beeinflusst. Effekte im Zusammenhang mit der Steuersatzänderung im Jahr 2022 bezogen sich hauptsächlich auf die Verringerung des latenten Steuersatzes für österreichische Gesellschaften. Basierend auf dem im Jänner 2022 vom österreichischen Nationalrat verabschiedeten Ökosozialsteuerreformgesetz wurde der Körperschaftsteuersatz von 25% auf 24% und weiter auf 23% ab 2024 gesenkt. Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen an Tochterunternehmen im Jahr 2022 standen hauptsächlich im Zusammenhang mit der steuerlichen Wertminderung der Beteiligung an JSC GAZPROM YRGM Development. Die Position Veränderung derWertberichtigung latenterSteuern wurde im Wesentlichen durch die Erhöhung von Wertberichtigungen auf latente Steueransprüche in Österreich beeinflusst. Weitere Details können der Anhangangabe 27 – Latente Steuern – entnommen werden. Steuern betreffend Vorjahre standen 2022 hauptsächlich im Zusammenhang mit den Effekten aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland und Effekten aus Unterschieden zwischen der funktionalen Währung und der Steuerwährung bestimmter Tochterunternehmen. Die Position Sonstige bezog sich hauptsächlich auf die Umkehrung temporärer Differenzen (Outside Basis Differences) in Bezug auf den Stickstoff-Geschäftsbereich sowie auf Steuergutschriften. Teilweise kompensiert wurden diese Effekte durch den Solidaritätsbeitrag in Österreich für 2023 in Höhe von EUR 18 Mio. 2022 war hauptsächlich durch den Solidaritätsbeitrag in Österreich (EUR 90 Mio) beeinflusst.
Globale Mindeststeuer
In einigen Ländern, in denen der Konzern tätig ist, wurden Gesetze zur Umsetzung der Globalen Mindest-steuer (Pillar 2) erlassen oder im Wesentlichen verab-schiedet. Den Regelungen zufolge werden Konzernunternehmen einer Ergänzungssteuer auf Gewinne, die mit einem effektiven Steuersatz von weniger als 15% besteuert werden, unterliegen. Die Regelungen treten für das Geschäftsjahr beginnend mit 1. Jänner 2024 in Kraft. Da der Konzern in den Anwendungsbereich der erlassenen oder im Wesentlichen verabschiedeten Gesetzgebung fällt, wurde eine Bewertung der potenziellen Steuerbelastung durch die Globale Mindeststeuer durchgeführt. Die Beurteilung der potenziellen Steuerbelastung be-ruht auf den aktuellsten Steuererklärungen, der länder-bezogenen Berichterstattung, den Jahresabschlüssen der Konzernunternehmen sowie auf den mittelfristigen Planungsdaten. Auf Grundlage der Beurteilung liegen die effektiven Steuersätze in den meisten Ländern, in denen der Konzern tätig ist, über dem Mindeststeuersatz von 15% und es wird kein wesentlicher Steueraufwand für die Globale Mindeststeuer erwartet.Wie der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt 3 – Änderungen in den Bilanzierungsgrundsätzen – entnommen werden kann, wendet der Konzern die verpflichtende temporäre Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern und der Offenlegung von Informationen über latente Steuern im Zusammenhang mit der Globalen Mindeststeuer an.
Ergebnis je Aktie
| 2023 | 2023 | 2022 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|
| Unverwässert | Verwässert | Unverwässert | Verwässert | |
| Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis in EUR Mio | 1.480 | 1.480 | 3.634 | 3.634 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien | 326.940.897 | 327.169.060 | 326.897.763 | 327.136.798 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 4,53 | 4,52 | 11,12 | 11,11 |
Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an im Umlauf befindlichen Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasste 228.163 (2022: 239.035) Stück aus den Long-Term Incentive Plänen und aus dem Equity Deferral zu gewährende Bonusaktien.
Erläuterungen zur Bilanz
Immaterielle Vermögenswerte
| Immaterielle Vermögenswerte In EUR Mio | Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte | Entwicklungs kosten | Öl- und Gas- vermögen mit nicht sicheren Reserven | Firmen werte | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||
| Entwicklung der Kosten | |||||
| 1. Jänner | 1.330 | 572 | 1.811 | 585 | 4.298 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –3 | –0 | –28 | –17 | –48 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 28 | — | — | 21 | 49 |
| Zugang | 39 | 112 | 201 | — | 352 |
| Umbuchung | 20 | 14 | –583 | — | –549 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –0 | — | –243 | –205 | –448 |
| Abgang | –28 | –3 | –195 | — | –225 |
| 31. Dezember | 1.385 | 695 | 963 | 384 | 3.428 |
| Entwicklung der Abschreibung | |||||
| 1. Jänner | 769 | 86 | 934 | — | 1.788 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –2 | – | –21 | — | –23 |
| Planmäßige Abschreibung | 93 | 34 | 0 | — | 127 |
| Wertminderung | 11 | 3 | 158 | — | 171 |
| Umbuchung | –0 | — | –14 | — | –14 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –0 | — | –173 | — | –173 |
| Abgang | –29 | –3 | –195 | — | –227 |
| Wertaufholung | — | — | –1 | — | –1 |
| 31. Dezember | 842 | 119 | 688 | — | 1.649 |
| Buchwert | |||||
| 1. Jänner | 562 | 486 | 878 | 585 | 2.510 |
| 31. Dezember | 543 | 576 | 275 | 384 | 1.779 |
| 2022 | |||||
| Entwicklung der Kosten | |||||
| 1. Jänner | 2.199 | 464 | 1.876 | 562 | 5.101 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –236 | — | 36 | 28 | –172 |
| Konsolidierungskreisänderungen | –662 | — | –36 | — | –699 |
| Zugang | 31 | 110 | 172 | — | 313 |
| Umbuchung | 5 | — | –141 | — | –136 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –0 | — | 27 | — | 27 |
| Abgang | –6 | –2 | –122 | –6 | –136 |
| 31. Dezember | 1.330 | 572 | 1.811 | 585 | 4.298 |
| Entwicklung der Abschreibung | |||||
| 1. Jänner | 979 | 52 | 909 | — | 1.940 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –85 | –0 | 25 | — | –60 |
| Konsolidierungskreisänderungen | –234 | — | –36 | — | –270 |
| Planmäßige Abschreibung | 108 | 31 | 0 | — | 140 |
| Wertminderung | 6 | 3 | 179 | — | 189 |
| Umbuchung | –0 | — | –24 | — | –24 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –1 | — | 1 | — | –0 |
| Abgang | –5 | –1 | –121 | — | –127 |
| 31. Dezember | 769 | 86 | 934 | — | 1.788 |
| Buchwert | |||||
| 1. Jänner | 1.220 | 411 | 967 | 562 | 3.161 |
| 31. Dezember | 562 | 486 | 878 | 585 | 2.510 |
Am 31. Oktober 2023 hat die Borealis Gruppe 100% der Anteile an Rialti S.p.A. erworben. Dies führte zu Zugängen aus Konsolidierungskreisänderungen in der Höhe von EUR 29 Mio, einschließlich des Firmenwertes von EUR 21 Mio. Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sind vorläufig und können zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden. Zusätzliche EUR 29 Mio, die in den Konsolidierungskreis inkludiert wurden, resultierten aus der Erhöhung des Anteils von Borealis an Renasci N.V. (Renasci) von 27,42% auf 50,01% am 11. Jänner 2023 und der damit verbundenen Änderung der Konsolidierungsmethode. 2022 beinhalteten die Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von EUR 428 Mio die Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development.
Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten beinhalteten 2023 die Aktivierung selbstgeschaffener Vermögenswerte in der Höhe von EUR 37 Mio (2022: EUR 37 Mio), hauptsächlich aus aktivierten Entwicklungskosten. Die Umbuchungen im Jahr 2023 standen hauptsächlich im Zusammenhang mit OMV Petrom, nachdem die finale Investitionsentscheidung für das Projekt Neptun Deep getroffen wurde. Infolgedessen wurden die damit verbundenen Öl- und Gasvermögenswerte in Höhe von EUR 483 Mio von immateriellen Vermögenswerten auf Sachanlagen umgegliedert. Immaterielle Vermögenswerte der SapuraOMV Veräußerungsgruppe mit einem Buchwert von EUR 275 Mio wurden in zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert. Für Details siehe Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten. 2022 wurden immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 27 Mio aus dem zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögen wieder in die immateriellen Vermögenswerte zurückgegliedert und bezogen sich im Wesentlichen auf den OMV Anteil am Maari Feld in Neuseeland. Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.
Firmenwerte
Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGE zwecks Wertminderungstests zugeordnet:
| Firmenwertzuordnung In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Mittlerer Osten und Afrika | 330 | 342 |
| SapuraOMV | — | 210 |
| Energy zugeordnete Firmenwerte | 330 | 552 |
| Retail Slowakei | 7 | 7 |
| Raffinerie Österreich | 26 | 26 |
| Fuels & Feedstock zugeordnete Firmenwerte | 33 | 33 |
| Polypropylene¹ | 21 | — |
| Chemicals & Materials zugeordnete Firmenwerte | 21 | — |
| Firmenwerte | 384 | 585 |
¹ Bezieht sich auf den Erwerb der Rialti S.p.A.
2023 wurde der Firmenwert, der sich auf die SapuraOMV Veräußerungsgruppe bezieht, auf das zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögen umgegliedert. Für Details siehe Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten. Der verbleibende Firmenwert im Geschäftsbereich Energy ist aufgrund von negativen Währungsumrechnungsdifferenzen gesunken. Die Überprüfung aller Firmenwerte auf Werthaltigkeit, die auf Basis der Nutzungswerte erfolgte, führte zu keinen Wertminderungen. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des auf die Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwerts wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 10,00% (2022: 10,47%) angewandt. Bei einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 16,42% (2022: 12,67%) für den der Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwert entspricht der erzielbare Betrag dem Buchwert. Anhangangabe 17 – Sachanlagen – enthält Details zu vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten.
Sachanlagen
| Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte In EUR Mio | Grundstücke und Bauten | Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Entwicklung der Kosten | ||||||
| 1. Jänner | 3.512 | 26.549 | 12.002 | 2.043 | 2.061 | 46.168 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –9 | –700 | –21 | –4 | –5 | –738 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 11 | — | 53 | 2 | 12 | 78 |
| Zugang | 143 | 1.265 | 491 | 95 | 1.389 | 3.383 |
| Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 4 | 309 | 12 | 0 | — | 326 |
| Umbuchung | –33 | 592 | 848 | 121 | –969 | 559 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –6 | –1.431 | 0 | –0 | –8 | –1.444 |
| Abgang | –18 | –160 | –195 | –79 | –2 | –454 |
| 31. Dezember | 3.606 | 26.425 | 13.191 | 2.178 | 2.479 | 47.878 |
| Entwicklung der Abschreibung | ||||||
| 1. Jänner | 1.805 | 17.205 | 6.378 | 1.457 | 6 | 26.851 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –5 | –467 | –6 | –3 | 0 | –480 |
| Konsolidierungskreisänderungen | –1 | — | –4 | –0 | — | –5 |
| Planmäßige Abschreibung | 159 | 1.330 | 674 | 150 | — | 2.314 |
| Wertminderung | 0 | 59 | 29 | 1 | 12 | 101 |
| Umbuchung | –37 | 16 | 34 | 2 | — | 14 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –6 | –370 | — | –0 | –3 | –380 |
| Abgang | –13 | –158 | –191 | –67 | –1 | –429 |
| Wertaufholung | –2 | –116 | –70 | –0 | — | –188 |
| 31. Dezember | 1.900 | 17.498 | 6.844 | 1.540 | 15 | 27.798 |
| Buchwert | ||||||
| 1. Jänner | 1.706 | 9.344 | 5.624 | 586 | 2.055 | 19.317 |
| 31. Dezember | 1.705 | 8.927 | 6.347 | 637 | 2.464 | 20.081 |
| 2022 | ||||||
| Entwicklung der Kosten | ||||||
| 1. Jänner | 3.398 | 25.042 | 11.254 | 1.989 | 1.511 | 43.195 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –17 | 174 | –169 | –3 | –4 | –20 |
| Zugang | 111 | 1.244 | 678 | 51 | 1.268 | 3.352 |
| Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 4 | –74 | –21 | 0 | — | –90 |
| Umbuchung | 69 | 127 | 539 | 88 | –690 | 133 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –18 | 236 | –59 | –12 | –10 | 136 |
| Abgang | –35 | –200 | –220 | –68 | –13 | –537 |
| 31. Dezember | 3.512 | 26.549 | 12.002 | 2.043 | 2.061 | 46.168 |
| Entwicklung der Abschreibung | ||||||
| 1. Jänner | 1.698 | 15.451 | 6.085 | 1.383 | 8 | 24.626 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –8 | 18 | –106 | –3 | 0 | –98 |
| Planmäßige Abschreibung | 138 | 1.390 | 671 | 144 | — | 2.342 |
| Wertminderung | 6 | 595 | 8 | 2 | 8 | 619 |
| Umbuchung | 1 | 22 | –8 | 6 | 2 | 24 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –6 | 241 | –55 | –9 | –1 | 170 |
| Abgang | –24 | –195 | –211 | –66 | –9 | –505 |
| Wertaufholung | –0 | –317 | –7 | — | –2 | –327 |
| 31. Dezember | 1.805 | 17.205 | 6.378 | 1.457 | 6 | 26.851 |
| Buchwert | ||||||
| 1. Jänner | 1.700 | 9.591 | 5.169 | 606 | 1.503 | 18.569 |
| 31. Dezember | 1.706 | 9.344 | 5.624 | 586 | 2.055 | 19.317 |
EUR 84 Mio Konsolidierungskreisänderungen resultierten aus der Änderung der Konsolidierungsmethode der Renasci N.V. (Renasci), nachdem Borealis ihre Anteile von 27,42% auf 50,01% am 11. Jänner 2023 erhöht hat, sowie dem Erwerb der Borealis von 100% der Anteile an Rialti S.p.A. am 31. Oktober 2023.
Die Umbuchungen standen hauptsächlich im Zusammenhang mit OMV Petrom, nachdem die finale Investitionsentscheidung für das Projekt Neptun Deep getroffen wurde. Infolgedessen wurden die damit verbundenen Öl- und Gasvermögenswerte in Höhe von EUR 483 Mio von immateriellen Vermögenswerten auf Sachanlagen umgegliedert.
Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 1.065 Mio (2022: EUR 34 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und bezogen sich hauptsächlich auf die SapuraOMV Veräußerungsgruppe. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.# Vertragliche Verpflichtungen für Akquisitionen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 296 | 326 |
| Sach anlagen | 3.345 | 1.410 |
| Vertragliche Verpflichtungen | 3.640 | 1.736 |
2023 standen vertragliche Verpflichtungen für die Akquisition von Anlagevermögen hauptsächlich in Verbindung mit Tätigkeiten in den Geschäftsbereichen Energy und Chemicals & Materials. Der Anstieg 2023 war hauptsächlich auf das Neptun Deep Projekt in Rumänien zurückzuführen.
OMV als Leasingnehmer
Die Nutzungsrechte betrafen im Wesentlichen das Leasing von Tankstellengrundstücken und –gebäuden, anderen Grundstücken, Tankschiffen, Pipelines und Bürogebäuden. Darüber hinaus least die OMV eine Speicherinfrastruktur im Zusammenhang mit der Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Kallo, Belgien, eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien, Gasspeicheranlagen in Österreich und Deutschland, technische Ausrüstung und Fahrzeuge. Leasingverträge, die 2023 abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch noch nicht begonnen hat, beliefen sich auf EUR 94 Mio, hauptsächlich bezogen auf langfristige Charter- und Gasspeicherverträge (2022: EUR 10 Mio).
Nutzungsrechte nach IFRS 16
| In EUR Mio | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||
| 1. Jänner | 581 | 504 | 149 | 1.233 |
| Konsolidierungskreisänderungen¹ | — | 29 | — | 29 |
| Zugang | 123 | 80 | 81 | 283 |
| Planmäßige Abschreibung | –82 | –25 | –69 | –176 |
| Sonstige Bewegungen | –66 | 105 | –11 | 27 |
| 31. Dezember | 556 | 692 | 149 | 1.397 |
| 2022 | ||||
| 1. Jänner | 555 | 42 | 174 | 771 |
| Zugang | 102 | 498 | 40 | 640 |
| Planmäßige Abschreibung | –63 | –35 | –64 | –162 |
| Sonstige Bewegungen | –13 | –1 | –2 | –16 |
| 31. Dezember | 581 | 504 | 149 | 1.233 |
¹ Hauptsächlich aus der Änderung der Konsolidierungsmethode der Renasci N.V.
Angaben zu Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten – zu finden.
At-equity bewertete Beteiligungen
Wesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Borealis hält einen Anteil von 36% (2022: 36%) an Borouge PLC (PLC), und Abu Dhabi National Oil Company hält den restlichen Anteil von 54%. PLC ist in Abu Dhabi registriert und ist die Beteiligungsgesellschaft für ihren 100% Anteil an Abu Dhabi Polymers Company Limited(Borouge) (ADP) und ihrer 84,75% Beteiligung an Borouge Pte. Ltd. (PTE). Zum 31. Dezember 2023 betrug der Marktwert der Konzernbeteiligung an PLC, die an der Abu Dhabi Securities Exchange in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gelistet ist, basierend auf dem verfügbaren börsenotierten Kurs EUR 6.586 Mio. Der korrespondierende Buchwert der PLC zum 31. Dezember 2023 betrug EUR 3.653 Mio.
Die „Borouge Beteiligungen“ (den OMV Gesamtanteil an PLC, ADP und PTE umfassend) sind führender Anbieter von innovativen, wertschöpfenden Kunststofflösungen für die Energie-, Infrastruktur-, Automobil-, Gesundheits- und Agrarindustrie sowie von modernen Verpackungsanwendungen und sind auch für das Marketing und den Vertrieb der hergestellten Produkte verantwortlich. Durch den Umstand, dass gemeinschaftliche Kontrolle gegeben ist, werden die Borouge Beteiligungen als Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.
Bayport Polymers LLC (Baystar) mit Sitz in Pasadena (eingetragen in Wilmington) hat im Oktober 2023 mit der Inbetriebnahme der neuen Borstar® Polyethylen (PE)- Anlage mit einer Kapazität von 625.000 Tonnen/Jahr am Produktionsstandort in Passadena, Texas (Vereinigte Staaten) einen wichtigen Meilenstein erreicht mit dem Ziel, eine breite Palette von Produkten zu liefern, die die wachsende weltweite Nachfrage nach nachhaltigen und hoch energieeffizienten Kunststoffprodukten decken. Baystar hat außerdem 2022 den neuen Ethan-Cracker in Port Arthur, Texas (Vereinigte Staaten) der eine Kapazität von einer Million Tonnen pro Jahr hat, in Betrieb genommen. Dieser Cracker verarbeitet Ethan, das in den Vereinigten Staaten im Überfluss vorhanden und zu wettbewerbsfähigen Preisen erhältlich ist, und wird die PE-Anlagen von Baystar versorgen. Da die OMV gemeinschaftliche Führung über Bayport Polymers LLC ausübt (Anteilsteilung 50/50) und Rechte am Nettovermögen besitzt, wird das Unternehmen als ein Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.
Die OMV hält auch einen 15%-Anteil (2022: 15%) an der in Abu Dhabi registrierten Abu Dhabi Oil RefiningCompany, die ein Raffineriezentrum mit integrierter Petrochemie betreibt. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Teilhabern hat die OMV starke Gesellschafterrechte, die einen wesentlichen Einfluss gemäß der Definition von IAS 28 darstellen. 2022 wurde eine Netto-Wertaufholung von EUR 67 Mio für die ADNOC Refining and Trading ZGE erfasst.
Folgende Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
Gesamtergebnisrechnung – wesentliche assoziierte Unternehmen
In EUR Mio | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Oil Refining Company | |
------- | -------- | -------- | -------- | --------
| 2023 | 2022 | |
Umsatzerlöse | 29.259 | 36.241 | |
Jahresüberschuss | 1.187 | 2.054 | |
Sonstiges Ergebnis | 11 | 2 | |
Gesamtergebnis | 1.198 | 2.056 | |
OMV Anteil am Gesamtergebnis | 180 | 308 | |
Erhaltene Dividende | 206 | 116 | |
Bilanz – wesentliche assoziierte Unternehmen
In EUR Mio | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Oil Refining Company | |
------- | -------- | -------- | -------- | --------
| 2023 | 2022 | |
Langfristiges Vermögen | 16.216 | 17.084 | |
Kurzfristiges Vermögen | 3.482 | 3.888 | |
Langfristige Verbindlichkeiten | 5.636 | 6.363 | |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 749 | 628 | |
Eigenkapital | 13.313 | 13.982 | |
OMV Anteil | 1.997 | 2.097 | |
Anpassungen OMV Konzern¹ | –553 | –573 | |
Buchwert der Investition | 1.444 | 1.524 | |
¹ Bezieht sich auf die Wertminderung der Beteiligung.
Gesamtergebnisrechnung – wesentliche Gemeinschaftsunternehmen
| In EUR Mio | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | 2023 | 2022 | 2022 | |
| Umsatzerlöse | 5.356 | 577 | 5.938 | 601 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –760 | –135 | –771 | –62 |
| Zinserträge | 25 | 2 | 19 | 1 |
| Zinsaufwendungen | –204 | –107 | –111 | –23 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | –301 | –0 | –446 | — |
| Jahresüberschuss | 815 | –317 | 1.055 | –116 |
| Sonstiges Ergebnis | –4 | — | 20 | — |
| Gesamtergebnis | 811 | –317 | 1.075 | –116 |
| OMV Anteil am Gesamtergebnis | 280 | –158 | 407 | –58 |
| Erhaltene Dividende | 455 | — | 592 | — |
Bilanz – wesentliche Gemeinschaftsunternehmen
| In EUR Mio | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | 2023 | 2022 | 2022 | |
| Langfristiges Vermögen | 6.271 | 3.894 | 6.842 | 4.002 |
| Kurzfristiges Vermögen | 1.823 | 352 | 2.758 | 188 |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 320 | 41 | 1.072 | 30 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 3.165 | 2.683 | 4.070 | 2.443 |
| davon langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (exkl. sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen) | 2.988 | 2.681 | 3.884 | 2.441 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 815 | 343 | 964 | 352 |
| davon kurzfristige finanzielle Verbindichkeiten (exkl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen) | 8 | 195 | 4 | 206 |
| Eigenkapital | 4.114 | 1.219 | 4.566 | 1.396 |
| OMV Anteil | 1.489 | 610 | 1.656 | 698 |
| Firmenwerte | 1.986 | — | 2.058 | — |
| Anpassungen OMV Konzern¹ | 263 | –24 | 316 | –24 |
| Buchwert der Investition | 3.737 | 586 | 4.030 | 674 |
¹ Anpassungen des OMV Konzerns für die Borouge Beteiligungen beinhalten im Wesentlichen Kaufpreisanpassungen von EUR 377 Mio (2022: EUR 448 Mio) in Bezug auf langfristiges Vermögen und EUR 113 Mio (2022: EUR 131 Mio) in Bezug auf langfristige Verbindlichkeiten.
Überleitungsrechnung Buchwert
| In EUR Mio | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
|---|---|---|---|---|
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen |
| 2023 | 2023 | 2023 | 2022 | 2022 |
| 1. Jänner | 1.524 | 4.030 | 674 | 1.181 |
| Währungsumrechnungs- differenzen | –54 | –117 | –22 | 83 |
| Übertragung | — | — | — | — |
| Zugänge und andere Änderungen | — | — | 921 | — |
| Jahresüberschuss | 178 | 281 | –158 | 308 |
| Wertaufholung (+) / Wertminderung (–) | — | — | — | 67 |
| Sonstiges Ergebnis | 2 | –1 | — | — |
| Veräußerungen und andere Änderungen | — | — | — | — |
| Dividendenausschüttungen | –206 | –455 | — | –116 |
| 31. Dezember | 1.444 | 3.737 | 586 | 1.524 |
¹ Bezieht sich auf den Kapitalzuschuss.
² Enthält im Wesentlichen den direkten Anteil an PTE, der in „Borouge Beteiligungen“ inkludiert ist und daher ab 2022 Teil der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen ist.
³ Bezieht sich auf den Teilabgang der ADP und PTE als Ergebnis des ADX Börsengangs in 2022.
Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Die OMV hält 55,6% (2022: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), mit Sitz in Lannach, die den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve für Rohöl- und Erdölprodukte in Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt die OMV keine Beherrschung über die ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.
Die OMV hält über Borealis einen 40%-Anteil (2022: 40%) an Borouge 4 LLC, mit Sitz in Abu Dhabi. Die Gesellschaft führt das laufende Projekt Borouge 4 aus, das die Entwicklung eines auf Ethan basierten Dampfcrackers, zwei Polyolefin-Anlagen, einer 1-Hexen-Anlage, einer Anlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) sowie einer umfassenden Studie für eine Kohlenstoffabscheidungsanlage umfasst. Das Projekt war früher Teil des direkten 40%-Anteils an ADP, wurde aber vom Börsengang im Juni 2022 ausgenommen und aufgrund dessen in die neu gegründete Gesellschaft übertragen. Jedoch besteht die Absicht. das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuführen.
Durch den Umstand, dass keine dem Vorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die alle relevanten Aktivitäten beeinflussen, ohne die Zustimmung von Borealis entschieden werden können, hat die OMV gemeinschaftliche Kontrolle über Borouge 4 LLC und bilanziert diese als Gemeinschaftsunternehmen.# Die OMV übt gemeinschaftliche Kontrolle über Abu Dhabi Petroleum Investments LLC (ADPINV, OMV-Anteil 25%, 2022: 25%), mit Sitz in Abu Dhabi, und Pak-Arab Refinery Limited (PARCO; indirekte Beteiligung der OMV: 10%, 2022: 10%), mit Sitz in Karachi, aus und bilanziert beide Beteiligungen at-equity. ADPINV ist eine Holding-Gesellschaft mit einem Anteil von 40% an PARCO. Da für die Entscheidungen über relevante Aktivitäten eine einstimmige Zustimmung der Parteien erforderlich ist und die OMV aufgrund der rechtlichen Struktur Rechte am Nettovermögen hat, stufte die OMV diese Beteiligungen gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen ein. Darüber hinaus hält die OMV einen Anteil von 10% (2022: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, die in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist. Aufgrund der Joint-Venture-Vereinbarung hat die OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen. 2023 wurden Vermögenswerte für Explorations und Evaluierung, die in der ursprünglichen Kaufpreisallokation der OMV für ihren Anteil an Pearl Petroleum Company Limited enthalten waren, teilweise wertgemindert. Durch Borealis erwarb die OMV im Jahr 2023 zusätzliche Anteile an Renasci N.V. (Renasci). Da die Kontrolle erlangt wurde, wird Renasci nicht mehr als assoziiertes Unternehmen eingestuft. Ein Teil der identifizierten Vermögenswerte von Renasci sind Anteile an assoziierten Unternehmen: eine 21,25% Beteiligung an BlueAlp Holding B.V., mit Sitz in Groot-Ammers (Niederlande) und eine 25% Beteiligung an Petrogas International B.V. mit Sitz in Eindhoven (Niederlande). Weitere Details können der Anhangangabe 40 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – entnommen werden. 2023 wurde eine Wertminderung für die Beteiligung an BlueAlp Holding B.V. erfasst. Weitere Details können der Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – entnommen werden.
Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | ||
| Umsatzerlöse | 5.797 | 360 | 5.889 | 461 |
| Jahresüberschuss | 23 | 2 | 189 | 30 |
| Sonstiges Ergebnis | — | — | 0 | –2 |
| Gesamtergebnis | 23 | 2 | 190 | 27 |
Überleitungsrechnung
Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| Assoziierte Unternehmen¹ | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen¹ | ||
| 1. Jänner | 568 | 498 | 541 | 416 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –15 | –33 | –8 | –13 |
| Konsolidierungskreisänderungen² | 7 | — | –89 | — |
| Übertragung | — | — | — | –337³ |
| Zugänge und andere Änderungen | — | 2 | 24 | 409⁴ |
| Jahresüberschuss | 23 | 2 | 189 | 30 |
| Wertminderungen | –23 | — | — | — |
| Sonstiges Ergebnis | — | — | 0 | –2 |
| Veräußerungen und andere Änderungen | –1 | –2 | –1 | — |
| Dividendenausschüttungen | –102 | –23 | –88 | –5 |
| 31. Dezember | 458 | 443 | 568 | 498 |
¹ Inklusive assoziierter Unternehmen, die zu Anschaffungskosten bilanziert werden
² Konsolidierungskreisänderungen im Jahr 2022 beziehen sich auf die Entkonsolidierung von OJSC Severneftegazprom.
³ Enthält im Wesentlichen den direkten Anteil an PTE, welcher in „Borouge Beteiligungen“ inkludiert ist und daher ab 2022 Teil der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen ist.
⁴ Bezieht sich hauptsächlich auf den Kapitalzuschuss an Borouge 4 LLC
19 Vorräte
Vorratsbestand
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Rohöl | 585 | 824 |
| Erdgas | 367 | 936 |
| Sonstige Rohstoffe | 639 | 677 |
| Unfertige Erzeugnisse | 219 | 231 |
| Fertige Mineralölprodukte | 795 | 1.112 |
| Sonstige fertige Erzeugnisse¹ | 923 | 1.053 |
| Vorratsbestand | 3.529 | 4.834 |
¹ Der Buchwert sonstiger fertiger Erzeugnisse ist hauptsächlich den fertigen Erzeugnissen der Borealis Gruppe, z.B. Polyolefine und Basischemikalien, zuzurechnen.
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Material- und Warenaufwand | 20.600 | 34.811 |
| Bestandsveränderungen¹ | 3.550 | 4.047 |
| Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten | 479 | 466 |
| Wertaufholungen von Vorräten | –407 | –25 |
| Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 24.222 | 39.298 |
¹ Hauptsächlich auf petrochemische Produkte zurückzuführen
2023 und 2022 betraf die Zeile „Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten“ und im Jahr 2023 die Zeile „Wertaufholungen von Vorräten“ hauptsächlich im Speicher befindliches Gas.
20 Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte
| In EUR Mio | Ergebnis-wirksam zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Ergebnis-neutral durch das sonstige Ergebnis zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Zu fortgeführten Anschaf- fungskosten bewertet | Gesamt | davon kurzfristig | davon langfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Verträgen mit Kunden | 99 | — | 2.571 | 2.670 | 2.670 | — |
| Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 785 | 785 | 785 | — |
| Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 99 | — | 3.356 | 3.455 | 3.455 | — |
| Eigenkapitalinstrumente | 1 | 56 | — | 57 | — | 57 |
| Investmentfonds | 28 | — | — | 28 | — | 28 |
| Anleihen | — | — | 285 | 285 | 245 | 39 |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 52 | — | 52 | 50 | 2 |
| Sonstige Derivate | 890 | — | — | 890 | 692 | 198 |
| Ausleihungen | — | — | 910 | 910 | 5 | 905 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 | — | 1.610 | 1.612 | 1.139 | 474 |
| Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 921 | 108 | 2.805 | 3.834 | 2.130 | 1.704 |
| Finanzielle Vermögeswerte | 1.020 | 108 | 6.160 | 7.288 | 5.584 | 1.704 |
| 2022 | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Verträgen mit Kunden | 136 | — | 3.351 | 3.487 | 3.487 | — |
| Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 735 | 735 | 735 | — |
| Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 136 | — | 4.086 | 4.222 | 4.222 | — |
| Eigenkapitalinstrumente | 24 | 19 | — | 42 | — | 42 |
| Investmentfonds | 26 | — | — | 26 | — | 26 |
| Anleihen | — | — | 52 | 52 | 32 | 20 |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | 10 | 370 | — | 380 | 263 | 116 |
| Sonstige Derivate | 2.867 | — | — | 2.867 | 2.114 | 753 |
| Ausleihungen | — | — | 711 | 711 | 82 | 628 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | — | — | 1.850 | 1.850 | 1.437 | 413 |
| Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2.927 | 389 | 2.612 | 5.928 | 3.929 | 1.999 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 3.063 | 389 | 6.699 | 10.150 | 8.151 | 1.999 |
Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte enthielten hauptsächlich zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte. Beginnend mit dem 1. März 2022 wurden die Beteiligungen an den russischen Unternehmen JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP) nach deren Entkonsolidierung aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert. Zum 31. Dezember 2022 wurde der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen an YRGM und SNGP weiter auf einen Buchwert von EUR 23 Mio reduziert, was zu einem zusätzlichen Verlust von EUR 370 Mio im Finanzergebnis führte.
Am 19. Dezember 2023 hat der russische Präsident einen Erlass in Bezug auf das Juschno-Russkoje-Feld unterzeichnet. Gemäß diesem Dekret sollen die Beteiligungen der OMV an den russischen Firmen und damit ihre Anteile an dem Gasfeld an neue russische Unternehmen übertragen werden. Diese Unternehmen sollen schließlich von dem Versicherungsunternehmen JSC SOGAZ und Gazprom gehalten werden. Die Erlöse aus der Übertragung der OMV Anteile an JSC SOGAZ sollen auf ein russisches Sonderkonto eingezahlt werden. Auf den ersten Blick gleicht dieser Erlass einer einseitigen und unumkehrbaren Zwangsenteignung durch die Beschlagnahme der Anteile der OMV gegen eine Entschädigung, deren Höhe im Grunde durch Russland festgelegt wird und die auf letztlich unter Russlands Kontrolle stehende Konten gutgeschrieben wird. Die OMV prüft die derzeitigen Fakten und weiteren Entwicklungen und zieht Schritte zum Schutz ihrer Rechte in Erwägung. Aufgrund dieser jüngsten Entwicklung sowie der unveränderten Situation hinsichtlich des russischen Krieges gegen die Ukraine geht die OMV davon aus, dass ihre Beteiligungen an YRGM und SNGP zum 31. Dezember 2023 einen beizulegenden Zeitwert von null haben, das zu einer weiteren negativen Wertänderung im Finanzergebnis 2023 in Höhe von EUR 23 Mio führte.
Die Position Ausleihungen enthielt 2023 Ausleihungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens an Bayport Polymers LLC in der Höhe von EUR 701 Mio (2022: EUR 657 Mio). Darüber hinaus enthielt die Position EUR 155 Mio aus einer Inanspruchnahme und damit verbundenen abgegrenzten Zinsen aus einem Aktionärsdarlehensvertrag (SHL), der am 3. Februar 2023 für die Teilfinanzierung von CAPEX-Anforderungen der Borouge 4 LLC mit der Borealis AG als Darlehensgeber und Borouge 4 LLC als Darlehensnehmer abgeschlossen wurde. Der Aktionärsdarlehensvertrag ist als Fazilität mit einer Laufzeit von fünf Jahren strukturiert. Borealis behält sich jedoch das Recht vor, die Vorauszahlung der ausstehenden Beträge zum Zeitpunkt der Wiedereingliederung in Borouge PLC zu beschleunigen. Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten vom rumänischen Staat erstattungsfähige Kosten in Höhe von EUR 399 Mio (2022: EUR 326 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen von OMV Petrom SA. Die Forderungen bestanden aus EUR 391 Mio (2022: EUR 318 Mio) betreffend Rekultivierungskosten und aus EUR 8 Mio (2022: EUR 8 Mio) betreffend Kosten im Zusammenhang mit der Umweltsanierung. Am 2. Oktober 2020 hat die OMV Aktiengesellschaft, als Partei des Privatisierungsvertrags, ein Schiedsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer eingeleitet, in dem es um bestimmte unbezahlte Forderungen des rumänischen Umweltministeriums in Bezug auf Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 31 Mio ging. Am 30.August 2022 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und verpflichtete das Umweltministerium OMV Petrom den Betrag von EUR 31 Mio und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Im Oktober 2022 hat das Umweltministerium den Schiedspruch vor dem Pariser Berufungsgericht beeinsprucht, zum 31. Dezember 2023 war das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Außerdem hat die OMV Aktiengesellschaft, als Partei des Privatisierungsvertrags, in Q4/22 zwei weitere Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer zu bestimmten unbezahlten Forderungen hinsichtlich Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 47 Mio eingeleitet. Zum 31. Dezember 2023 war das Schiedsverfahren noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus beinhaltete diese Position 2022 Forderungen aus Versicherungserträgen von rund EUR 200 Mio im Zusammenhang mit dem Zwischenfall an der Rohöl-Destillationsanlage in der Raffinerie Schwechat im Juni 2022, die im Jahr 2023 vollständig ausgezahlt wurden. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Geschäftsbereich Exploration & Production sowie Seller Participation Notes und Complementary Notes an Carnuntum DAC (siehe Anhangangabe 38 – Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen – für nähere Details).
Eigenkapitalinstrumente ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)
In EUR Mio
| Beteiligung | Marktwert 2023 | Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis 2023 | Dividenden- ertrag 2023 | Marktwert 2022 | Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis 2022 | Dividenden- ertrag 2022 |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Eavor Technologies Inc. | 34 | — | — | — | — | — |
| Hycamite TCD Technologies Ltd. | 5 | — | — | — | — | — |
| APK Pensionskasse AG | 2 | –1 | — | 2 | –0 | 0 |
| Wiener Börse AG | 6 | –1 | 1 | 7 | 3 | 1 |
| FSH Flughafen-Schwechat-Hydranten-Gesellschaft GmbH & Co OG | 2 | — | — | 2 | — | 0 |
| WAV Wärme Austria VertriebsgmbH | — | — | 1 | 2 | — | 0 |
| Bockatech Ltd. | 5 | — | — | 3 | — | — |
| Everen Limited | 0 | — | 3 | 0 | — | 4 |
| Übrige | 2 | — | 0 | 2 | — | 0 |
| Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI | 56 | –2 | 4 | 19 | 2 | 6 |
Ausfallwahrscheinlichkeit
Entsprechend der externen Bonitätseinstufung
| Ausfallwahrscheinlichkeit 2023 | Ausfallwahrscheinlichkeit 2022 | Risikoklasse |
| :----------------------------- | :----------------------------- | :----------- |
| 0,13% | 0,13% | 1 AAA, AA+, AA, AA–, A+, A, A– |
| 0,44% | 0,44% | 2 BBB+, BBB, BBB– |
| 1,18% | 1,18% | 3 BB+, BB, BB– |
| 8,52% | 8,52% | 4 B+, B, B– |
| 29,54% | 29,54% | 5 CCC/C |
| 100,00% | 100,00% | 6 SD/D |
Weitere Informationen zur Steuerung des Kreditrisikos können der Anhangangabe 30 – Risikomanagement – entnommen werden.
Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------ | :--- | :--- |
| 1. Jänner | 65 | 51 |
| Ausbuchungen | –3 | –4 |
| Netto-Neubewertung der erwarteten Kreditausfälle | 41 | 23 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –1 | 0 |
| Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte | –1 | –4 |
| Konsolidierungskreisänderungen | –0 | –1 |
| 31. Dezember | 101 | 65 |
Die Netto-Neubewertungen der erwarteten Kreditausfälle sind hauptsächlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden zurückzuführen und erhöhten sich aufgrund der Neubewertung von Forderungen in Tunesien.
Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :----------------- | :---- | :---- |
| Risikoklasse 1 | 1.155 | 1.457 |
| Risikoklasse 2 | 855 | 1.239 |
| Risikoklasse 3 | 873 | 927 |
| Risikoklasse 4 | 252 | 333 |
| Risikoklasse 5 | 268 | 153 |
| Risikoklasse 6 | 53 | 42 |
| Bruttobuchwert gesamt | 3.457 | 4.151 |
| Erwartete Kreditausfälle | –101 | –65 |
| Gesamt | 3.356 | 4.086 |
Wertminderungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten
In EUR Mio
| | 12-Monate ECL 2023 | Lifetime ECL not credit impaired 2023 | Lifetime ECL credit impaired 2023 | Gesamt 2023 | 12-Monate ECL 2022 | Lifetime ECL not credit impaired 2022 | Lifetime ECL credit impaired 2022 | Gesamt 2022 |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| 1. Jänner | 10 | 44 | 1.311 | 1.365 | 9 | 31 | 211 | 251 |
| Ausbuchungen | –1 | — | –5 | –6 | 0 | — | –5 | –5 |
| Netto-Neubewertung der erwarteten Kreditausfälle | 4 | –11 | 140 | 133 | 2 | 12 | 1.100 | 1.114 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –0 | –1 | –3 | –5 | 0 | 2 | 4 | 6 |
| 31. Dezember¹’² | 13 | 32 | 1.442 | 1.487 | 10 | 44 | 1.311 | 1.365 |
1 „Lifetime ECL credit impaired“ enthielt den vollständig wertberichtigten Bruttobuchwert der Kreditforderungen einschließlich aufgelaufener Zinsen im Zusammenhang mit den Finanzierungsvereinbarungen für das Nord Stream 2 Pipeline-Projekt in Höhe von EUR 1,2 Mrd (2022: EUR 1,1 Mrd).
2 „12-Monate ECL“ enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 1 Mio (2022: EUR 1 Mio) und „Lifetime ECL credit impaired“ einen Betrag von EUR 8 Mio (2022: EUR 9 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.
Kreditqualität von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten
In EUR Mio
| | 2023 12-Monate ECL | 2023 Lifetime ECL not credit impaired | 2023 Lifetime ECL credit impaired | 2023 Gesamt | 2022 12-Monate ECL | 2022 Lifetime ECL not credit impaired | 2022 Lifetime ECL credit impaired | 2022 Gesamt |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Risikoklasse 1 | 826 | — | — | 826 | 1.014 | 86 | 80 | 1.180 |
| Risikoklasse 2¹ | 751 | — | 8 | 759 | 702 | — | 9 | 710 |
| Risikoklasse 3 | 1.140 | 94 | 77 | 1.312 | 826 | — | 2 | 827 |
| Risikoklasse 4 | 2 | — | — | 2 | 4 | — | — | 4 |
| Risikoklasse 5² | 36 | — | 1.245 | 1.281 | 35 | — | 1.112 | 1.147 |
| Risikoklasse 6 | — | — | 112 | 112 | 0 | — | 109 | 109 |
| Bruttobuchwert gesamt | 2.755 | 94 | 1.442 | 4.292 | 2.580 | 86 | 1.311 | 3.977 |
| Erwartete Kreditausfälle³ | –13 | –32 | –1.442 | –1.487 | –10 | –44 | –1.311 | –1.365 |
| Gesamt | 2.742 | 62 | — | 2.805 | 2.570 | 42 | — | 2.612 |
1 „12-Monate ECL“ enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 401 Mio (2022: EUR 327 Mio) und „Lifetime ECL credit impaired“ einen Betrag von EUR 8 Mio (2022: EUR 9 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.
2 „Lifetime ECL credit impaired“ enthielt den vollständig wertberichtigten Bruttobuchwert der Kreditforderungen einschließlich aufgelaufener Zinsen im Zusammenhang mit den Finanzierungsvereinbarungen für das Nord Stream 2 Pipeline-Projekt in Höhe von EUR 1,2 Mrd (2022: EUR 1,1 Mrd).
3 „12-Monate ECL“ enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 1 Mio (2022: EUR 1 Mio) und „Lifetime ECL credit impaired“ einen Betrag von EUR 8 Mio (2022: EUR 9 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.
21 Sonstige Vermögenswerte
Sonstige Vermögenswerte
In EUR Mio
| | Kurzfristig 2023 | Langfristig 2023 | Kurzfristig 2022 | Langfristig 2022 |
| :------------------------------------------ | :--------------- | :--------------- | :--------------- | :--------------- |
| Aktivische Abgrenzungen | 89 | 13 | 84 | 15 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagevermögen | 184 | — | 72 | 14 |
| Sonstige geleistete Anzahlungen | 124 | 25 | 194 | 16 |
| Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozialversicherung | 202 | 40 | 395 | 40 |
| Vertragsvermögenswerte | — | 8 | – | 8 |
| Emissionszertifikate¹ | 630 | — | 657 | — |
| Kundenforderung zur Übertragung von Emissionszertifikaten¹ | 42 | — | 36 | — |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 81 | 80 | 194 | 22 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.351 | 165 | 1.632 | 115 |
1 Weitere Details sind in der Anhangangabe 2 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende – zu finden. Der Anstieg in „Geleistete Anzahlungen auf Anlagevermögen“ ist hauptsächlich auf das Projekt Neptun Deep in Rumänien zurückzuführen. Die OMV hat ihre Bilanzierungsmethode für den Ausweis der erworbenen Emissionszertifikate und Rückstellungen für CO2‑Emissionen in der Bilanz freiwillig geändert. Weitere Details sind in der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – zu finden. Die Position „Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte“ enthielt 2022 hauptsächlich Forderungen gegenüber den rumänischen Behörden in Bezug auf Entschädigungen für Erdgasverkäufe zu gedeckelten Preisen an Kunden, die der Gesellschaft als letztinstanzlicher Lieferant zugewiesen wurden, und für Stromverkäufe zu gedeckelten Preisen. Des Weiteren betraf dies Forderungen aus nur im Jahr 2022 gültigen Förderungen, die 50% der freiwilligen Preissenkung von RON 0,50 pro Liter auf Diesel- und Benzinverkäufe in Rumänien unterstützten.
22 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
In EUR Mio
| | Sapura OMV | Jemen Energy | OMV Konzern 2023 |
| :--------------------------------------------------- | :--------- | :----------- | :--------------- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 272 | — | 272 |
| Sachanlagen | 1.059 | 8 | 1.067 |
| Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern | 4 | 2 | 6 |
| Langfristiges Vermögen | 1.335 | 10 | 1.345 |
| Vorräte | 1 | 21 | 22 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 30 | 0 | 30 |
| Sonstige Vermögenswerte | 153 | 31 | 184 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 88 | 3 | 91 |
| Kurzfristiges Vermögen | 272 | 55 | 327 |
| Summe Aktiva | 1.607 | 65 | 1.671 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | — | 15 | 15 |
| Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 6 | — | 6 |
| Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | 0 | 10 | 10 |
| Latente Steuern | 319 | — | 319 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 325 | 25 | 351 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 208 | 9 | 217 |
| Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 2 | — | 2 |
| Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | 36 | 17 | 52 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 245 | 26 | 271 |
| Summe Verbindlichkeiten | 571 | 51 | 622 |
In EUR Mio
| | Geschäfts- bereich Stickstoff | Rosier | Ge- samt | OMV Retail- Geschäft Slowenien | Sonstige | Ge- samt | C&M F&F Energy | Kb&S | OMV Konzern 2022 |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 3 | 0 | 3 | 0 | 0 | 0 | — | — | 3 |
| Sachanlagen | 658 | 4 | 662 | 121 | 13 | 134 | 20 | 3 | 819 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | 6 | — | 6 | — | — | — | — | — | 6 |
| Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern | 27 | 1 | 28 | — | 4 | 4 | — | — | 32 |
| Langfristiges Vermögen | 694 | 5 | 699 | 121 | 17 | 139 | 20 | 3 | 860 |
| Vorräte | 275 | 33 | 308 | 46 | 1 | 48 | 16 | — | 371 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 150 | 8 | 159 | 63 | — | 63 | 0 | — | 221 |
| Sonstige Vermögenswerte | 151 | 2 | 153 | 6 | — | 6 | 30 | — | 189 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 12 | 4 | 16 | 5 | — | 5 | 14 | — | 35 |
| Kurzfristiges Vermögen | 588 | 47 | 635 | 120 | 1 | 121 | 59 | — | 816 |
| Summe Aktiva | 1.282 | 52 | 1.334| 241 | 19 | 260 | 79 | 3 | 1.676 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 49 | — | 49 | 0 | — | 0 | 14 | — | 63 |
| Leasingverbindlichkeiten | 7 | 1 | 8 | 27 | — | 27 | — | — | 35 |
| Rückstellungen für Rekultivierungs- verpflichtungen | 11 | — | 11 | 0 | 1 | 1 | — | — | 13 |
| Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | — | — | — | — | — | — | — | — | — |## Rückstellungen und latenter Steuern 37 1 38 1 — 1 20 — 59
Langfristige Verbindlichkeiten 105 1 106 29 1 30 34 — 170
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 229 9 238 22 — 22 12 — 272
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen 124 3 127 43 1 44 13 — 184
Kurzfristige Verbindlichkeiten 353 12 365 65 1 66 25 — 456
Summe Verbindlichkeiten 458 13 471 94 2 96 59 — 626
Chemicals & Materials
Am 2. Jänner 2023 wurde der Verkauf von Rosier an YILFERT Holding, Teil der YILDIRIM-Gruppe abgeschlossen. Dies hatte keine wesentliche Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.
Am 5. Juli 2023 wurde der Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst, an AGROFERT, a.s. abgeschlossen. Weitere Informationen zur Transaktion sind in Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur – und zur Bewertung in Anhangangabe 8 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.
Fuels & Feedstock
Am 31. Mai 2023 schloss die OMV die Transaktion zum Verkauf von 17 Avanti-Tankstellen in Deutschland ab, was keine wesentliche Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung hatte.
Am 30. Juni 2023 hat die OMV den Verkauf ihrer Anteile an OMV Slovenija trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o. an die MOL Group abgeschlossen. Der ursprüngliche Kaufpreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR 311 Mio (für den Anteil der OMV von 92,25%). Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Verkaufs befinden sich in Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur.
Energy
Zum 31. Dezember 2023 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Segment Energy aus der SapuraOMV Veräußerungsgruppe und den operativen Gesellschaften im Jemen.
Am 4. Dezember 2023 hat der Vorstand der OMV beschlossen – im Rahmen des laufenden von OMV durchgeführten kompetitiven Bieterprozesses – Verhandlungen mit interessierten Bietern über die kommerziellen Bedingungen und die vertragliche Dokumentation zum potenziellen Verkauf des 50%-Anteils an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. („SapuraOMV“) aufzunehmen, was zur Umgliederung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ führte. Die Umgliederung führte zu keinem Wertminderungsaufwand. Weitere Informationen befinden sich in Anhangangabe 39 – Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Zum 31. Dezember 2023 bestanden die verbleibenden Teile der zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Segment Energy aus den operativen Gesellschaften im Jemen, die 2022 in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden. Das Ergebnis aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten hat sowohl 2023 als auch 2022 zu einer Wertminderung geführt.
23 Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens
Grundkapital
Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2022: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2022: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2023 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.
Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.
Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
Kapitalrücklagen
Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
Hybridkapital
Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital in der Höhe von EUR 2.483 Mio besteht aus unbefristeten, nachrangigen Hybridschuldverschreibungen. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.
Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio:
- Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
- Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Die zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Hybrid-schuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig.# Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
Gewinnrücklagen
Die Ergebnisse aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen des Konzerns enthalten.
Eigene Anteile
In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen. In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, somit bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenenSteuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:
Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | Netto Aufwand (–) Ertrag (+) | Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –542 | –0 | –542 | 603 | –2 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | –360 | 83 | –277 | 40 | –3 |
| Gewinne (+)/Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | –58 | 7 | –51 | 263 | –35 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | –2 | 1 | –2 | 2 | 1 |
| Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | –27 | 6 | –21 | –67 | 8 |
| Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 0 | 2 | n.a. | 0 | 62 |
| Sonstiges Ergebnis des Jahres | –989 | 97 | –893 | 847 | –30 |
1 Enthält Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe. Weitere Details sind in der Anhangangabe 14 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – zu finden.
2 Stellt das Nettoergebnis (nach Steuern) dar.
Am 31. Mai 2023 genehmigte die Hauptversammlung die Zahlung einer Gesamtdividende von EUR 5,05 pro Aktie, davon EUR 2,80 je dividendenberechtigter Aktie als reguläre Dividende und EUR 2,25 je dividendenberechtigter Aktie als Sonderdividende. Die gesamte Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2022 erfolgte im Juni 2023 und betrug EUR 1.652 Mio. 2022 betrug die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021 EUR 752 Mio (EUR 2,30 je Aktie). Im Jahr 2023 beliefen sich die bezahlten Zinsen für Hybridanleihen auf EUR 94 Mio (2022: EUR 94 Mio). Am 31. Jänner 2024 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Gesamtdividende von EUR 5,05 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2023 vorgeschlagen. Die vorgeschlagene Gesamtdividende umfasst eine reguläre Dividende von EUR 2,95 pro Aktie und eine Sonderdividende von EUR 2,10 pro Aktie, welche von der Hauptversammlung in 2024 zu genehmigen sind.
Eigene Anteile
Anzahl der Aktien in EUR Mio
| 1. Jänner 2022 | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2023 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 261.326 | 2,9 | 201.674 | 2,2 | 142.007 | |
| Abgang | –59.652 | –0,7 | –59.667 | –0,7 |
Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile
Anzahl der Aktien
| Eigene Anteile | Im Umlauf befindliche Anteile | |
|---|---|---|
| 1. Jänner 2022 | 327.272.727 | 261.326 |
| Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –59.652 |
| 31. Dezember 2022 | 327.272.727 | 201.674 |
| Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –59.667 |
| 31. Dezember 2023 | 327.272.727 | 142.007 |
Nicht beherrschende Anteile
Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| Teilkonzerne | Nicht beherr- schende Anteile (%) | Nicht beherr- schenden Anteilen zu- geordnetes Ergebnis | Kumu- lierte nicht beherr- schende Anteile | |
| OMV Petrom Gruppe | 49% | 398 | 3.848 | 49% |
| Borealis Gruppe | 25% | –21 | 3.021 | 25% |
| SapuraOMV Gruppe | 50% | –13 | 251 | 50% |
| Sonstige Tochterunternehmen | n.a. | 2 | 10 | n.a. |
| OMV Gruppe | n.a. | 366 | 7.131 | n.a. |
Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein. Die Haupttätigkeiten der OMV Petrom Gruppe, das größte Energieunternehmen in Südosteuropa, sind die Exploration und Produktion von Öl und Gas (in Rumänien, Bulgarien und Georgien), der Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) und der Verkauf von Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien und Nachbarländern). Aufgrund der am 3. November 2022 abgeschlossenen Kapitalerhöhung der OMV Petrom SA erhöhten sich die nicht beherrschenden Anteile an der OMV Petrom Gruppe um EUR 39 Mio. Die von Drittaktionären erhaltenen Zahlungen beliefen sich 2022 auf EUR 30 Mio und sind in der Konzern-Cashflow-Rechnung unter dem Posten „Erhöhung von nicht beherrschenden Anteilen“ ausgewiesen. Die Borealis Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbieter von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefin-Lösungen. Darüber hinaus ist Borealis einer der europäischen Marktführer im Bereich Recycling von Polyolefinen sowie führender Hersteller von Basischemikalien. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Die SapuraOMV Gruppe ist ein Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Malaysia. Es verfügt über ein starkes Wachstumspotenzial mit beträchtlichen entdeckten Ressourcen und einem starken Portfolio an Explorationsaussichten. Neben Malaysia bestehen Explorationsbeteiligungen in Neuseeland, Australien und Mexiko. Die SapuraOMV Gruppe wurde 2023 in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert (siehe Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten).
Die folgenden Tabellen fassen die Finanzinformationen der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen zusammen:
Gesamtergebnisrechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | |
| Umsatzerlöse | 7.845 | 7.770 | 12.440 | 11.686 |
| Jahresüberschuss | 815 | 33 | 2.089 | 1.690 |
| Gesamtergebnis des Jahres | 811 | –438 | 2.079 | 1.941 |
| davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 396 | –138 | 1.019 | 488 |
| an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende | 498 | 88 | 436 | 175 |
1 Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.
Bilanz zum 31. Dezember der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe2 | Borealis Gruppe | |
| Langfristiges Vermögen | 7.109 | 11.489 | 6.509 | 11.043 |
| Kurzfristiges Vermögen | 4.579 | 4.779 | 5.308 | 5.177 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | — | — | 3 | 1.334 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 2.064 | 2.611 | 1.647 | 2.782 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.710 | 1.595 | 1.989 | 1.472 |
| Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | — | — | — | 471 |
1 Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.
2 Vergleichsinformationen zum 31. Dezember 2022 wurden angepasst. Weitere Details können der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – entnommen werden.
Cash Flow Rechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | |
| Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 2.045 | 945 | 2.299 | 1.572 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –1.158 | –359 | –629 | –58 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –1.071 | –480 | –872 | –824 |
| Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | –198 | 105 | 795 | 691 |
1 Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.
Rückstellungen
In EUR Mio
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | Rekultivierungs-verpflichtungen | Sonstige Rückstellungen | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| 1. Jänner 2023 | 997 | 3.796 | 1.316 | 6.110 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0 | –94 | –4 | –98 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 1 | –0 | 1 | 1 |
| Verbrauch und Auflösungen | –58 | –304 | –973 | –1.336 |
| Fondsdotierung | –104 | — | — | –104 |
| Zuweisung | 138 | 757 | 855 | 1.751 |
| Umbuchungen | –9 | 0 | 8 | –0 |
| Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten1 | — | –7 | –3 | –10 |
| 31. Dezember 2023 | 966 | 4.148 | 1.200 | 6.313 |
| davon kurzfristig zum 31. Dezember 2023 | — | 69 | 777 | 846 |
| davon kurzfristig zum 1. Jänner 2023 | — | 82 | 939 | 1.021 |
1 Bezieht sich auf die SapuraOMV Veräußerungsgruppe. Mehr Details können der Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – entnommen werden.# Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläen. Das Kapitel Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthält nähere Details über wesentliche Leistungen an Arbeitnehmer im Sinne von IAS 19. Details zu Rekultivierungen sind im Kapitel Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen enthalten. Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für belastende Verträge, Rückstellungen für Emissionszertifikate als auch sonstige Personalrückstellungen. Weitere Details sind im Kapitel Sonstige Rückstellungen enthalten. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bilanziert nach IAS 19
Die untenstehenden Tabellen beinhalten Details zu den über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen und zu nicht über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen (im Wesentlichen in Österreich, Deutschland, Schweden und Belgien), als auch zu Abfertigungen (hauptsächlich in Österreich) und zu Plänen zur Sicherstellung medizinischer Versorgung (in Belgien). Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren OMV Gesellschaften wurde an länderspezifische externe Pensionsfonds übertragen. Die Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis von länder- und planspezifischen Annahmen berechnet. Nähere Details sind der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – zu entnehmen.
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------------------------------- | :--- | :--- |
| Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 853 | 832 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –598 | –526 |
| Rückstellung für fondsfinanzierte Pensionsverpflichtungen | 255 | 305 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 479 | 470 |
| Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und andere Pläne | 145 | 135 |
| Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und andere Pläne | 879 | 910 |
| Barwert der Verpflichtungen für andere langfristige Leistungspläne | 87 | 87 |
| Gesamtrückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 966 | 997 |
Barwert der Verpflichtungen
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------------------------------------------- | :----- | :----- |
| | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
| Barwert der Verpflichtung zum 1. Jänner | 1.302 | 135 | 1.639 | 150 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 21 | 4 | 24 | 10 |
| Zinsaufwand | 46 | 6 | 18 | 2 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge | 67 | 9 | 42 | 12 |
| Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen | 0 | –0 | –0 | 1 |
| Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | –20 | 1 | –334 | –16 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | 72 | 12 | 56 | 3 |
| Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) | 52 | 13 | –279 | –12 |
| Tatsächlich bezahlte Leistungen | –89 | –13 | –91 | –10 |
| Konsolidierungskreisänderungen | — | 1 | — | — |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –1 | –0 | –10 | 0 |
| Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | — | — | — | –5 |
| Barwert der Verpflichtung zum 31. Dezember | 1.332 | 145 | 1.302 | 135 |
Marktwert des Planvermögens
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :--------------------------------------------- | :--- | :--- |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner | 526 | 595 |
| Zinserträge | 19 | 6 |
| Erträge aus dem Planvermögen (sonstiges Ergebnis) | 6 | –39 |
| Tatsächlich bezahlte Leistungen | –57 | –54 |
| Arbeitgeberbeiträge | 104 | 18 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –1 | –0 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 598 | 526 |
Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen betrifft die Pläne in Österreich und Belgien und wurde auf externe Pensionsfonds übertragen, die von der APK-Pensionskasse AG in Österreich und von Vivium, Towers Watson LifeSight sowie KBC Asset Management in Belgien verwaltet werden. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Die Investitionspläne in Belgien folgen der Investmentstrategie der jeweiligen Versicherungsgesellschaft als auch den lokalen rechtlichen Vorschriften. Das Planvermögen ist hauptsächlich in Schuldverschreibungen und Versicherungsverträge veranlagt. Mit der Ausnahme der Versicherungsverträge, für welche keine Preisnotierungen existieren, ist der Großteil des Planvermögens in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren.
Erwartete Beiträge in die Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für das Jahr 2024 betragen EUR 26 Mio. Zusätzlich werden im Jahr 2024 für leistungsorientierte Pläne EUR 24 Mio Zahlungen für das Jahr 2023 erwartet.
Rückstellungen und Aufwendungen
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------------------------------------------- | :----- | :----- |
| | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
| Rückstellung zum 1. Jänner | 775 | 135 | 1.044 | 150 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 21 | 4 | 24 | 10 |
| Nettozinsaufwand | 27 | 6 | 12 | 2 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge | 48 | 9 | 36 | 12 |
| Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen | 0 | –0 | –0 | 1 |
| Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | –20 | 1 | –334 | –16 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | 72 | 12 | 56 | 3 |
| Erträge aus dem Planvermögen | –6 | — | 39 | — |
| Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) | 46 | 13 | –240 | –12 |
| Tatsächlich bezahlte Leistungen | –32 | –13 | –37 | –10 |
| Arbeitgeberbeiträge | –104 | — | –18 | — |
| Konsolidierungskreisänderungen | — | 1 | — | — |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0 | –0 | –10 | 0 |
| Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | — | — | — | –5 |
| Rückstellung zum 31. Dezember | 734 | 145 | 775 | 135 |
Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember 2023
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | |
| Kapitalmarktzinssatz | 3,25–5,00% | 3,75–6,25% |
| Gehaltstrend | 2,69–5,00% | 3,25–4,00% |
| Pensionstrend | 1,75–3,50% | — |
Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen und absoluten Veränderungen wie folgt:
Sensitivitäten - prozentuale Veränderung 2023
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend | |
|---|---|---|---|
| +1,00% | –1,00% | +0,50% | |
| Pensionspläne | –9,65% | 11,38% | 1,60% |
| Abfertigungen und sonstige Pläne | –7,25% | 8,47% | 3,42% |
Sensitivitäten - absolute Veränderung In EUR Mio 2023
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend | |
|---|---|---|---|
| +1,00% | –1,00% | +0,50% | |
| Pensionspläne | –128 | 151 | 21 |
| Abfertigungen und sonstige Pläne | –10 | 11 | 5 |
Durchschnittliche Laufzeiten und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pläne zum 31. Dezember
In EUR Mio
| | 2023 |
| :------------------------------ | :----------- |
| | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
| Laufzeitprofile | | |
| 1–5 Jahre | 392 | 52 |
| 6–10 Jahre | 357 | 54 |
| >10 Jahre | 582 | 38 |
| Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) in Jahren | 11 | 8 |
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember 2023
| Anlagekategorien | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Anteilswertpapiere | 17% | 15% |
| Schuldverschreibungen | 33% | 29% |
| Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 5% | 5% |
| Versicherungsverträge | 36% | 36% |
| Sonstige | 10% | 15% |
| Gesamt | 100% | 100% |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Die Konzerngesellschaften unterliegen für alle Produktionsanlagen und Grundstücke in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag bereits eine Verpflichtung besteht. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen in absehbarer Zukunft keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows haben wird.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
In EUR Mio
| | Buchwert |
| :---------------------------------------------------- | :------- |
| 1. Jänner 2023 | 3.796 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –94 |
| Neue Verpflichtungen | 15 |
| Erhöhung aus Parameteränderungen | 534 |
| Kürzung aus Parameteränderungen | –151 |
| Aufzinsung | 201 |
| Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | –7 |
| Verbrauch, Abgänge und andere Änderungen | –147 |
| 31. Dezember 2023 | 4.148 |
| davon kurzfristig zum 31. Dezember 2023 | 69 |
| davon kurzfristig zum 1. Jänner 2023 | 82 |
Die Erhöhung aus Parameteränderungen war vor allem bedingt durch eine Verringerung der realen Diskontierungssätze für RON und EUR verglichen mit 2022. Zusätzliche Auswirkungen ergaben sich aus den höheren Kostenschätzungen, vor allem in Rumänien. Die Rekultivierungsrückstellungen der SapuraOMV Veräußerungsgruppe wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert. Für weitere Details siehe Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Wesentliche Annahmen zur Berechnung der Rekultivierungsverpflichtungen zum 31. Dezember¹
| Abzinsungs- satz | Inflations- rate | Realer Abzinsungs- satz | |
|---|---|---|---|
| Eurozone (EUR) | 2,00–2,25% | 2,25% | –0,25–0,00% |
| Neuseeland (NZD) | 4,25–4,75% | 2,25% | 2,00–2,50% |
| Norwegen (NOK) | 3,25–3,50% | 2,25% | 1,00–1,25% |
| Rumänien (RON) | 6,25% | 3,50% | 2,75% |
| Vereinigte Staaten (USD) | 3,75–4,00% | 2,00% | 1,75–2,00% |
| ¹ Basierend auf den Hauptwährungen der zugrundeliegenden Verpflichtungen. Mehrere Abzinsungssätze pro Währung entstehen durch unterschiedliche Laufzeiten. |
Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Abzinsungssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 602 Mio führen; im umgekehrten Fall würde die Rückstellung um EUR 504 Mio fallen. Die Details zur geschätzten Fälligkeit und zu den Mittelabflüssen der Rekultivierungsverpflichtungen können der Anhangangabe 2 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende – entnommen werden.# Sonstige Rückstellungen
Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthielt Verpflichtungen der OMV Petrom SA in Höhe von EUR 1.786 Mio (2022: EUR 1.397 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat erstattet werden. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte.
Sonstige Rückstellungen
| In EUR Mio | 2023 (Kurzfristig) | 2023 (Langfristig) | 2022 (Kurzfristig) | 2022 (Langfristig) |
|---|---|---|---|---|
| Umweltschutzkosten | 16 | 119 | 11 | 77 |
| Belastende Verträge | 64 | 194 | 64 | 176 |
| Sonstige Personalrückstellungen | 146 | 9 | 149 | 18 |
| Emissionszertifikate | 437 | — | 469 | — |
| Übrige sonstige Rückstellungen | 114 | 100 | 247 | 105 |
| Sonstige Rückstellungen | 777 | 422 | 939 | 377 |
Zum 31. Dezember 2023 enthielten die Rückstellungen für Umweltschutzkosten eine Rückstellung für Bodensanierung im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim in Rumänien in Höhe von EUR 57 Mio. Der Anstieg im Vergleich zu 2022 stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Rückstellung in Borealis in Höhe von EUR 22 Mio zur Deckung künftiger Transport- und Rekultivierungskosten von kontaminiertem Boden am Standort Kallo (Belgien).
Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen für abgeschlossene Transportkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Die Rückstellung für belastende Verträge für Gate LNG Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH wurde im Jahr 2023 aufgrund vorteilhafter LNG Marktbedingungen zur Gänze aufgelöst (2022: EUR 32 Mio).
Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen der OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2023 EUR 258 Mio (2022: EUR 188 Mio). Der Anstieg der Rückstellung war hauptsächlich bedingt durch neue Transportkapazitäten, die gebucht wurden, um alternative Versorgungswege für Österreich zu sichern sowie Anpassungen in den zugrundeliegenden Parametern (Tarife, Diskontierungssatz, etc.). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Gewinn aus der Verwendung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungssatz betrug 2,00% (2022: 2,53%). Neben dem Diskontierungssatz sind die Schlüsselannahmen die erwarteten Preise der relevanten Gas Hubs. Diese Preise basieren auf den Forward Preisen oder auf den Managementannahmen von zukünftigen Preisen.
Die sonstigen Personalrückstellungen enthielten kurzfristige Personallösungskosten in Höhe von EUR 14 Mio (2022: EUR 13 Mio). Der Restbetrag bezog sich hauptsächlich auf Prämienrückstellungen.
Die OMV hat ihre Bilanzierungsmethode für den Ausweis der erworbenen Emissionszertifikate und Rückstellungen für CO2‑Emissionen freiwillig geändert. Weitere Details zu den Emissionszertifikaten sowie der Änderung der Bilanzierungsmethode sind jeweils der Anhanganhabe 2 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende – sowie Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – zu entnehmen.
Übrige sonstige Rückstellungen sanken 2023 hauptsächlich im Zusammenhang mit erwarteten sonstigen Risiken des Konzerns im Bereich der Gas- und Strom-Besteuerung in Rumänien.
26 Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
| In EUR Mio | 2023 (Kurzfristig) | 2023 (Langfristig) | 2023 (Gesamt) | 2022 (Kurzfristig) | 2022 (Langfristig) | 2022 (Gesamt) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 540 | 5.534 | 6.073 | 1.290 | 6.030 | 7.320 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 427 | 1.043 | 1.470 | 128 | 1.359 | 1.487 |
| Leasingverbindlichkeiten | 181 | 1.404 | 1.585 | 155 | 1.322 | 1.476 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.955 | — | 3.955 | 5.259 | — | 5.259 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.424 | 316 | 1.740 | 2.172 | 489 | 2.662 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.613 | 102 | 1.715 | 1.527 | 124 | 1.652 |
| Verbindlichkeiten | 8.140 | 8.398 | 16.538 | 10.531 | 9.325 | 19.856 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bezogen sich überwiegend auf Bankkredite, enthielten aber auch Privatplatzierungen und andere Finanzierungsinstrumente.
Leasingverbindlichkeiten bezogen sich hauptsächlich auf Leasingverträge für Speicherinfrastuktur der Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Kallo, Belgien, und einen neuen Leasingvertrag im Zusammenhang mit einem Charterschiff, Navigator Aurora, um die Borealis Cracker in Schweden und Finnland zu beliefern. Weitere Details zu Leasingverträgen können der Anhangangabe 17 – Sachanlagen – entnommen werden.
Für nähere Details zu zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen in den Anleihen, sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten siehe Anhangangabe 28 – Konzern-Cashflow-Rechnung.
Die OMV nimmt an mehreren Supplier Finance Programmen teil, in deren Rahmen sich ihre Lieferanten entscheiden können, eine vorzeitige Zahlung ihrer Rechnung von einer Bank zu erhalten, indem sie ihre Forderungen gegenüber dem Konzern an die Bank abtreten. Im Rahmen dieser Vereinbarung erklärt sich die Bank bereit, Beträge an einen am Programm teilnehmenden Lieferanten für die von der OMV geschuldeten Rechnungsbeträge zu zahlen, und erhält den Ausgleich von der OMV zu einem späteren Zeitpunkt. Der Hauptzweck dieser Programme ist die Erleichterung einer effizienten Zahlungsabwicklung und die Möglichkeit für die zustimmenden Lieferanten, ihre Forderungen gegenüber der OMV vor deren Fälligkeit an eine Bank zu verkaufen. Der Konzern hat den Großteil der ursprünglichen Verbindlichkeiten, auf die sich die Vereinbarung bezieht, nicht ausgebucht, da weder eine rechtliche Befreiung erlangt wurde noch die ursprüngliche Verbindlichkeit bei Abschluss der Vereinbarung wesentlich verändert wurde und weist diese Verbindlichkeiten bis zur Zahlung weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Dem Bilanzausweis folgend sind Zahlungsflüsse Teil des Cashflow aus der Betriebstätigkeit. Aus Sicht der OMV verlängern diese Vereinbarungen die Zahlungsfristen nicht wesentlich gegenüber den üblichen, mit anderen Lieferanten, die nicht an den Programmen teilnehmen, vereinbarten Fristen.
Anleihen
Internationale Unternehmensanleihen
| In EUR Mio | 2023 (Buchwert zum 31. Dezember) | 2022 (Buchwert zum 31. Dezember) |
|---|---|---|
| EUR 750.000.000 0,00% fix 16.06.2023 | 749 | — |
| EUR 500.000.000 0,75% fix 04.12.2023 | 500 | — |
| EUR 500.000.000 1,50% fix 09.04.2024 | 505 | 504 |
| EUR 500.000.000 0,00% fix 03.07.2025 | 499 | 498 |
| EUR 300.000.000 1,75% fix 10.12.2025 | 309 | 315 |
| EUR 1.000.000.000 1,00% fix 14.12.2026 | 997 | 996 |
| EUR 750.000.000 3,50% fix 27.09.2027 | 753 | 752 |
| EUR 500.000.000 2,00% fix 09.04.2028 | 506 | 506 |
| EUR 500.000.000 1,875% fix 04.12.2028 | 500 | 499 |
| EUR 750.000.000 0,75% fix 16.06.2030 | 749 | 748 |
| EUR 750.000.000 2,375% fix 09.04.2032 | 759 | 758 |
| EUR 500.000.000 1,00% fix 03.07.2034 | 497 | 496 |
| Internationale Unternehmensanleihen | 6.073 | 7.320 |
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2023 erfüllte der OMV Konzern alle in den Kreditvereinbarungen festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants) und verfügte über einen erheblichen Spielraum im Vergleich zu den in den Darlehensverträgen festgelegten Schwellenwerten.
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
| In EUR Mio | 2023 (Kurzfristig) | 2023 (Langfristig) | 2023 (Gesamt) | 2022 (Kurzfristig) | 2022 (Langfristig) | 2022 (Gesamt) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Kreditfinanzierungen | 106 | — | 106 | 65 | — | 65 |
| Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen | 860 | — | 860 | 1.353 | — | 1.353 |
| Gesamt kurzfristig | 967 | — | 967 | 1.417 | — | 1.417 |
| Fälligkeit langfristiger Finanzierungen | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| 2024/2023 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) | 860 | 1.353 |
| 2025/2024 | 1.149 | 823 |
| 2026/2025 | 1.189 | 1.149 |
| 2027/2026 | 875 | 1.185 |
| 2028/2027 | 1.158 | 871 |
| 2029/2028 und folgende Jahre | 2.205 | 3.360 |
| Gesamt ab 2024/2023 | 7.436 | 8.742 |
Aufgliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten
| In EUR Mio | 2023 (Gewogener Durchschnittszinssatz) | 2022 (Gewogener Durchschnittszinssatz) |
|---|---|---|
| Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten¹ | ||
| Fixe Zinssätze | ||
| EUR | 1,53% | 1,34% |
| USD | 4,06% | 4,24% |
| Gesamt | 1,63% | 1,45% |
| Variable Zinssätze² | ||
| EUR | 4,85% | 3,13% |
| USD | 6,64% | 5,04% |
| Sonstige Währungen | 0,45% | 0,45% |
| Gesamt | 5,57% | 4,10% |
| Sonstige kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | ||
| EUR | — | 0,07% |
| NOK | — | — |
| Gesamt | — | 0,07% |
¹ Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Finanzierungen
² Zinssatz zum Jahresende
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
| In EUR Mio | 2023 (Kurzfristig) | 2023 (Langfristig) | 2023 (Gesamt) | 2022 (Kurzfristig) | 2022 (Langfristig) | 2022 (Gesamt) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 386 | 150 | 536 | 1.263 | 353 | 1.615 |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | 33 | 34 | 67 | 41 | 4 | 44 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | 353 | 116 | 469 | 1.222 | 349 | 1.571 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.038 | 166 | 1.204 | 910 | 137 | 1.047 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.424 | 316 | 1.740 | 2.172 | 489 | 2.662 |
| 2022 | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 1.263 | 353 | 1.615 | 1.263 | 353 | 1.615 |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | 41 | 4 | 44 | 41 | 4 | 44 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | 1.222 | 349 | 1.571 | 1.222 | 349 | 1.571 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 910 | 137 | 1.047 | 910 | 137 | 1.047 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 2.172 | 489 | 2.662 | 2.172 | 489 | 2.662 |
Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse)
| In EUR Mio | ≤1 Jahr | 1 – 5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||
| Anleihen | 597 | 3.845 | 2.113 | 6.555 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 459 | 857 | 231 | 1.547 |
| Leasingverbindlichkeiten | 219 | 588 | 1.231 | 2.038 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.955 | — | — | 3.955 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 393 | 157 | — | 550 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten¹ | 1.039 | 82 | 139 | 1.260 |
| Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 6.662 | 5.529 | 3.713 | 15.904 |
| 2022 | ||||
| Anleihen | 1.351 | 3.394 | 3.160 | 7.905 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 141 | 1.018 | 393 | 1.552 |
| Leasingverbindlichkeiten | 186 | 514 | 1.131 | 1.831 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.259 | — | — | 5.259 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 1.260 | 350 | — | 1.610 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten¹ | 910 | 100 | 102 | 1.111 |
| Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 9.107 | 5.375 | 4.786 | 19.268 |
¹ Inkludiert den Buchwert finanziellerGarantien, die von Borealis an Bayport Polymers LLC gewährt wurden; für nähere Details zu den Garantien sowie deren maximalem Risiko siehe Anhangangabe 30 – Risikomanagement. Sonstige Verbindlichkeiten
| In EUR Mio | Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 2023 | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.168 | — | 1.168 |
| Fremde Vorauszahlungen | 79 | 31 | 109 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 165 | 66 | 231 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 202 | 5 | 208 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.613 | 102 | 1.715 |
| 2022 | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.040 | — | 1.040 |
| Fremde Vorauszahlungen | 57 | 14 | 71 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 148 | 79 | 227 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 282 | 32 | 314 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.527 | 124 | 1.652 |
2023 waren Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit hauptsächlich durch die Einführung des Solidaritätsbeitrags auf raffiniertes Rohöl in Rumänien beeinflusst. Weitere Informationen befinden sich in der Anhangangabe 13 – Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl. 2023 war der Rückgang der Position Übrige sonstige Verbindlichkeiten hauptsächlich durch niedrigere nicht finanzielle Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Tauschverträgen für Ölprodukte zwischen der OMV Gruppe und der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland bedingt. 2022 war zusätzlich durch Tauschverträge zwischen der OMV Gruppe und der nationalen Bevorratungsgesellschaft in der Slowakei beeinflusst. Für weitere Details siehe Anhangangabe 30 – Risikomanagement.
Vertragsverbindlichkeiten
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| 1. Jänner | 227 | 228 |
| Realisierte Umsatzerlöse, die zu Jahresbeginn in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren | –140 | –126 |
| Anstieg aufgrund von Zahlungseingängen, exklusive während der Periode als Umsatzerlöse realisierte Beträge | 144 | 125 |
| 31. Dezember | 231 | 227 |
Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalteten hauptsächlich nicht rückzahlbare Vorauszahlungen der Entgelte aus langfristigen Lager- und Dienstleistungsverträgen seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach, sowie verkaufte Gutscheine und erhaltene Zahlungen für Kundenbindungsprogramme aus dem OMV Retail Geschäft.
27 Latente Steuern
Latente Steuern
| In EUR Mio | Aktive latente Steuern | Gesamt | Nicht angesetzte aktive latente Steuern | Angesetzte aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 141 | 1 | 140 | 199 | |
| Sachanlagen | 57 | 9 | 48 | 2.259 | |
| Vorräte | 49 | — | 49 | 34 | |
| Derivate | 81 | — | 81 | 206 | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 92 | 20 | 73 | 313 | |
| Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | 127 | 124 | 3 | 319 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 212 | 94 | 118 | 106 | |
| Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.247 | 15 | 1.233 | 0 | |
| Sonstige Rückstellungen | 122 | — | 122 | 1 | |
| Verbindlichkeiten | 354 | 37 | 317 | 10 | |
| Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 574 | — | 574 | — | |
| Verlustvorträge | 1.536 | 1.088 | 448 | — | |
| Outside Basis Differenzen | 144 | — | 144 | 17 | |
| Gesamt | 4.737 | 1.387 | 3.350 | 3.464 | |
| Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten | –2.183 | –2.183 | |||
| Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | –3 | –319 | |||
| Latente Steuern laut Bilanz | 1.164 | 962 | |||
| 2022 | |||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 159 | — | 159 | 244 | |
| Sachanlagen | 120 | 3 | 117 | 2.564 | |
| Vorräte | 38 | — | 38 | 56 | |
| Derivate | 226 | — | 226 | 683 | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte1 | 85 | 20 | 65 | 337 | |
| Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | 153 | 135 | 18 | 52 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 204 | 89 | 116 | 107 | |
| Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.217 | 14 | 1.203 | 0 | |
| Sonstige Rückstellungen1 | 152 | — | 152 | 32 | |
| Verbindlichkeiten | 350 | 0 | 350 | 16 | |
| Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 684 | — | 684 | — | |
| Verlustvorträge | 1.635 | 816 | 819 | — | |
| Outside Basis Differenzen | 120 | — | 120 | 54 | |
| Gesamt | 5.143 | 1.076 | 4.067 | 4.145 | |
| Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten | –2.916 | –2.916 | |||
| Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | –1 | –35 | |||
| Latente Steuern laut Bilanz | 1.150 | 1.194 |
1 Vergleichsinformationen zum 31. Dezember 2022 wurden angepasst. Die latenten Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie die aktiven latenten Steuern im Zusammenhang mit den Sonstigen Rückstellungen wurden um EUR 39 Mio erhöht. Weitere Details können der Anhangangabe 3 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – entnommen werden.
Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen, Wertaufholungen und Abschreibungen, sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen. Der Rückgang der latenten Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen war hauptsächlich auf die Umgliederung von SapuraOMV auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ zurückzuführen. Weitere Einzelheiten befinden sich in der Anhangangabe 22 − Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Zum 31. Dezember 2023 beliefen sich die abzugsfähigen temporären Differenzen, für die keine aktiven latenten Steuern erfasst wurden, auf EUR 929 Mio (2022: EUR 783 Mio). Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, die entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, beliefen sich auf EUR 503 Mio, wovon EUR 464 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen waren (2022: EUR 682 Mio, davon EUR 522 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar). 2023 war ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst. Die für die österreichische Steuergruppe zum 31. Dezember 2023 erfasste aktive latente Steuer spiegelt die erwartete Nutzung von abzugsfähigen temporären Differenzen von Bilanzposten und steuerlichen Verlustvorträgen basierend auf der Mittelfristplanung für den Zeitraum 2024–2028 wider. Bei der Bemessung der erzielbaren aktiven latenten Steuern im Planungszeitraum und nach dem Planungszeitraum wurde die Begrenzung der steuerlichen Verlustnutzung auf 75% gemäß österreichischem Körperschaftsteuergesetz berücksichtigt.
Zum 31. Dezember 2023 setzte die OMV steuerliche Verlustvorträge vor Wertberichtigung von EUR 6.257 Mio an (2022: EUR 6.877 Mio). Davon wurden EUR 1.842 Mio (2022: EUR 3.460 Mio) für die Berechnung latenter Steuern als werthaltig angesehen.
Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit von steuerlichen Verlusten stellte sich wie folgt dar:
Steuerliche Verlustvorträge1
| In EUR Mio | 2023 Basiswert (vor Wertberichtigung) | 2023 davon nicht angesetzt | 2022 Basiswert (vor Wertberichtigung) | 2022 davon nicht angesetzt |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | — | — | 18 | 18 |
| 2024 | 2 | 2 | 2 | 2 |
| 2025 | 11 | 11 | 11 | 11 |
| 2026 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| 2027 | 52 | 3 | 56 | 3 |
| 2028 | 2 | 2 | — | — |
| Nach 2028/2027 | 2 | 2 | 2 | 0 |
| Unbegrenzt | 6.185 | 4.393 | 6.784 | 3.379 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 6.257 | 4.415 | 6.877 | 3.417 |
1 Steuerliche Verlustvorträge im Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen, die auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.
Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge bezogen sich im Wesentlichen auf die österreichische Steuergruppe und Frankreich.
Zum 31. Dezember 2023 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 9.317 Mio (2022: EUR 10.352 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde. Die Ausnahmekriterien gemäß IAS 12 für den Nichtansatz dieser latenten Steuerschulden werden als erfüllt angesehen, da der Konzern in der Lage ist, die relevanten Entscheidungen hinsichtlich des Zeitpunkts der Umkehrung zu kontrollieren oder zu beeinflussen und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden oder der Konzern beabsichtigt, nicht ausgeschüttete Gewinne zu reinvestieren. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.
Ergänzende Angaben zur Finanzlage 28
Konzern-Cashflow-Rechnung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Kassenbestände und Bankguthaben | 884 | 808 |
| Kurzfristige Veranlagungen | 6.126 | 7.316 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7.011 | 8.124 |
Wesentliche unbare Effekte
Im Jahr 2022 enthielt die Zeile „Sonstige Änderungen“ der Konzern-Cashflow-Rechnung unbare Effekte in Bezug auf die Wertberichtigung des Nord Stream 2 Darlehens. Des Weiteren beinhaltete die Zeile die Auswirkungen der Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP) sowie Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligungen an YRGM und SNGP sowie der vertraglichen Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno Russkoje Gasfeld. 2023 und 2022 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen im Wesentlichen neue Leasingverträge sowie die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Nähere Details zu zahlungswirksamen Effekten aus Veräußerungen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten befinden sich in Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur.
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Die Zeile „Rückzahlung langfristiger Finanzierungen“ enthielt die Rückzahlung von Anleihen mit einer Nominale von EUR 1.250 Mio. Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl.Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten)
In EUR Mio
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------ | ---------: | ---------: |
| 1. Jänner | 10.331 | 11.026 |
| Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –1.477 | –1.047 |
| Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen | 40 | –184 |
| Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –1.437 | –1.230 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –25 | 33 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 1 | –123 |
| Differenz zwischen Zinsaufwendungen und gezahlten Zinsen | –11 | –11 |
| Sonstige Änderungen | 272 | 636 |
| Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 236 | 535 |
| 31. Dezember | 9.130 | 10.331 |
1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten)
In EUR Mio
| | Anleihen | Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | Leasingverbindlichkeiten | Gesamt |
| :------------------------ | -------: | ------------------------------------------: | ----------------------: | ------: |
| 1. Jänner | 7.320 | 1.487 | 1.524 | 10.331 |
| Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –1.250 | –44 | –184 | –1.477 |
| Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen | — | 40 | — | 40 |
| Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –1.250 | –3 | –184 | –1.437 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | — | –22 | –4 | –25 |
| Konsolidierungskreisänderungen | — | 24 | –23 | 1 |
| Differenz zwischen Zinsaufwendungen und gezahlten Zinsen | 3 | –15 | 1 | –11 |
| Sonstige Änderungen | — | — | 2721 | 272 |
| Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 3 | –14 | 247 | 236 |
| 31. Dezember | 6.073 | 1.470 | 1.587 | 9.130 |
1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten)
In EUR Mio
| | Anleihen | Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | Leasingverbindlichkeiten | Gesamt |
| :------------------------ | -------: | ------------------------------------------: | ----------------------: | ------: |
| 1. Jänner | 8.070 | 1.765 | 1.191 | 11.026 |
| Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –750 | –114 | –183 | –1.047 |
| Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen | — | –184 | — | –184 |
| Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –750 | –298 | –183 | –1.230 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | — | 31 | 2 | 33 |
| Konsolidierungskreisänderungen | — | — | –123 | –123 |
| Differenz zwischen Zinsaufwendungen und gezahlten Zinsen | 0 | –11 | 1 | –11 |
| Sonstige Änderungen | — | — | 6361 | 636 |
| Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 0 | 20 | 515 | 535 |
| 31. Dezember | 7.320 | 1.487 | 1.524 | 10.331 |
1 Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen
Der Mittelabfluss in Verbindung mit Leasingverbindlichkeiten betrug in Summe EUR 218 Mio (2022: EUR 212 Mio). Am 31. Dezember 2023 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien, die für künftige Aktivitäten verwendet werden können, EUR 5.310 Mio (31. Dezember 2022: EUR 5.291 Mio). Finanzierungszusagen an nahestehende Unternehmen und Personen werden in Anhangangabe 37 – Nahestehende Unternehmen und Personen – beschrieben.
29 Eventualverbindlichkeiten
Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Das Management vertritt den Standpunkt, dass für jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keine gegenwärtige Verpflichtung besteht und/oder der Abfluss von Ressourcen unwahrscheinlich ist und/oder diese keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden. Die OMV ging, im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten des Konzerns und genehmigter Kreditrahmen bei Banken, Garantien ohne zusätzliche Bar-Sicherheiten ein. Es ist unwahrscheinlich, dass daraus wesentliche Verluste entstehen. Weitere Informationen zu finanziellen Garantien können der Anhangangabe 30 – Risikomanagement – entnommen werden.
Am 16. April 2020 kündigte die bulgarische Wettbewerbskommission die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bezüglich der Preisfestlegung auf dem Kraftstoffmarkt an. OMV Bulgaria EOOD ist neben anderen großen Herstellern und Händlern auf dem bulgarischen Markt Gegenstand dieses Ermittlungsverfahrens. Im Jahr 2020 wurden von den Behörden zwei Auskunftsersuchen gestellt, die fristgerecht beantwortet wurden. In den Jahren 2021, 2022 und 2023 gab es keine weiteren Auskunftsersuchen, allerdings sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Die Sanktionen für kartellrechtliche Verstöße belaufen sich auf bis zu 10% des gesamten Unternehmensumsatzes für das Geschäftsjahr vor der Sanktionsentscheidung. Am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses kann die OMV den Ausgang der Untersuchung nicht beurteilen. Daher wurde in diesem Zusammenhang keine Rückstellung gebildet.
Zum 31. Dezember 2023 war im Zusammenhang mit lokalen Auftragnehmern in einer der Tochtergesellschaften ein weiteres Verfahren gegen die OMV anhängig. Der Anteil der OMV am geforderten Betrag beläuft sich auf etwa USD 330 Mio. Das Management geht derzeit nicht davon aus, dass einer der mutmaßlichen Sachverhalte einen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- oder Ertragslage haben wird. Diese Einschätzung basiert auf Annahmen, die vom Management als angemessen erachtet werden, einschließlich solcher über zukünftige Ereignisse und Ungewissheiten. Der Ausgang dieser Angelegenheiten ist letztlich ungewiss, so dass unvorhergesehene Ereignisse und Umstände eintreten könnten, die die OMV dazu veranlassen könnten, diese Annahmen zu ändern, und zu einer wesentlichen nachteiligen Auswirkung auf die Finanzlage in der Zukunft führen könnten.
30 Risikomanagement
Kapitalrisiko
Die Finanzsteuerungsstrategie der OMV basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz und des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf die Stärkung der OMV Bilanz, das Erzielen eines positiven freien Cashflows und die Verbesserung der Ertragskraft ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für die OMV und ihre Stakeholder. Die OMV steuert ihre Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Kapitalmarkts zu bewahren und, um eine nachhaltige finanzielle Basis für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns zu schaffen. Die Finanzierungsstrategie der OMV legt den Fokus auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität. Die wichtigsten Ziele sind das Erreichen eines positiven freien Cashflows nach Dividenden sowie ein starkes Investment Grade Rating auf Basis einer gesunden Bilanz und eines langfristigen Verschuldungsgrads (definiert als Nettoverschuldung inklusive Leasing/(Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing) von unter 30%.
Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen
In EUR Mio (wenn nichts anderes angegeben)
| | 2023 | 2022 |
| :------------------------------------------------------------------- | ---------: | ---------: |
| Anleihen | 6.073 | 7.320 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.587 | 1.524 |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.470 | 1.487 |
| Schulden | 9.130 | 10.331 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7.011 | 8.124 |
| Nettoverschuldung¹ | 2.120 | 2.207 |
| Eigenkapital | 25.369 | 26.628 |
| Leverage-Grad² in % | 8 | 8 |
1 Inklusive Positionen, die auf „zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten“ umgegliedert wurden
2 Der Leverage-Grad ist definiert als (Nettoverschuldung inklusive Leasing)/(Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing).
Liquiditätsrisiko
Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich budgetierten operativen und finanziellen Zahlungsströme des Konzerns auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge erstellt der Konzern jeden Monat eine Prognose zur Entwicklung der Nettoliquidität, die den zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen und deren geplante Abreifung sowie bestehenden Liquiditätsreserven, gegenübergestellt wird. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar. Um die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns stets sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen, nicht zugesagten Geldmarktaufnahmen gehalten.
Zum 31. Dezember 2023 betrug die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios (exklusive Leasingverbindlichkeiten) des Konzerns 4,3 Jahre (31. Dezember 2022: 4,6 Jahre). Das operative Liquiditätsmanagement des OMV Konzerns erfolgt hauptsächlich über Cash-Pooling-Systeme, die einen optimalen Nutzen bestehender liquider Mittel und Liquiditätsreserven zum Vorteil jedes einzelnen Mitglieds des Cash-Pooling Systems und der Gruppe als Ganzes, ermöglichen.
Eine hohe Volatilität der Rohstoffpreise kann potenziell zu Spitzen im Liquiditätsbedarf führen, um Margin Calls für börsengehandelte Aktivitäten kurzfristig zu erfüllen. Um das Risiko von Margin Calls und das damit verbundene Liquiditätsrisiko des OMV Konzerns zu überwachen und aktiv zu steuern, wurden im Jahr 2023 eine Reihe von zielgerichteten Maßnahmen umgesetzt. Die Konzern-Handelsgesellschaften sind verpflichtet, regelmäßige Stresstests durchzuführen. Sie sollen die Auswirkungen vorab festgelegter, extremer Rohstoffpreise auf das Kreditrisiko und die Margen-Anforderungen bewerten. Zusätzlich werden bei neuen Transaktionen außerbörsliche Transaktionen (Over-the-Counter Geschäfte) gegenüber börsengehandelten Instrumenten bevorzugt. Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des OMV Konzerns enthält Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten.
Finanzielle Garantieverträge
2023 gewährte die Borealis AG eine Garantie für die Finanzierung der Borouge 4 LLC im Rahmen der Vereinbarung mit der italienischen Exportkreditagentur. Darüber hinaus vergaben Borealis und ihr Joint-Venture Partner TotalEnergies eine Garantie für eine revolvierende Kreditfazilität, die von Bayport Polymers LLC (Baystar) als Liquiditätsinstrument zur Ausübung ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt wird. Am 19. April 2022 zahlte die at-equity bilanzierte Bayport Polymers LLC mit dem Betrag von EUR 602 Mio ihr Darlehen teilweise an den Konzern zurück. Die Finanzierung der vorzeitigen Rückzahlung erfolgte durch zwei Senior-Notes-Tranchen in Höhe von EUR 324 Mio und EUR 278 Mio mit Fälligkeit 2027 bzw. 2032. Die Borealis AG gab eine Garantie für die von Bayport Polymers LLC emittierten Senior Notes. Darüber hinaus gewährte Borealis im Jahr 2022 eine Garantie der Muttergesellschaft für das Leasing von Eisenbahnwaggons. Für nähere Details siehe Kapitel „Kreditrisikomanagement“.
Marktrisiko
Derivative und nicht-derivative Instrumente werden zur Steuerung von Marktrisiken eingesetzt, die sich aus der Veränderung von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinsen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können. Zum Zweck der Minderung von Marktpreisrisiken schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente wie OTC-Swaps, Optionen, Futures und Forwards ab.Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt in der Regel zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Vertragslaufzeit.
Das Risikomanagement von Rohstoffpreisen umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst die Bereiche Produktion (Öl-, Gas-, Strom- und Rohstoffpreise), Raffinerie- (Raffineriemarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert), Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und Aktivitäten im Eigenhandel. Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu bekommen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel bis zu einem festgelegten Schwellenwert betrieben.
Sicherungsgeschäfte werden in der Regel in jenen Gesellschaften abgeschlossen, in denen das zugrundeliegende Risiko besteht. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern ein Sicherungsgeschäft nach IFRS 9 bilanzieren (Hedge Accounting), um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Derivate werden großteils zu wirtschaftlichen Absicherungszwecken abgeschlossen und nicht als spekulative Investitionen. Wenn Derivate nicht als Sicherungsinstrument designiert werden (d.h. keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften), werden diese zu Rechnungslegungszwecken ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Die nachfolgenden Tabellen stellen die Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalbetrag ist brutto erfasst, stellt den Wert des dem Derivat zugrundeliegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Index dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts der Derivate. Die Nominalwerte geben das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lassen weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.
Nominal- und Marktwerte offener derivativer Finanzinstrumente
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Nominale | Marktwert Vermögens- werte | |
| Rohstoffpreisrisiko | ||
| Öl inkl. Öl-Produkte | 1.120 | 27 |
| Gas | 31 | — |
| Strom | 411 | 13 |
| Rohstoffabsicherungen (in einer Sicherungsbeziehung designiert)¹ | 1.562 | 39 |
| Öl inkl. Öl-Produkte | 10.614 | 2 |
| Gas | 16.104 | 714 |
| Strom | 262 | 47 |
| Sonstige² | 190 | 98 |
| Rohstoffabsicherungen | 27.171 | 861 |
| Fremdwährungsrisiko | ||
| USD | 159 | 3 |
| SEK | 123 | 7 |
| Fremdwährungsabsicherungen (in einer Sicherungsbeziehung designiert)¹ | 282 | 10 |
| USD | 702 | 5 |
| NOK | 817 | 23 |
| SEK | 35 | 0 |
| Sonstige | 153 | 1 |
| Fremdwährungsabsicherungen | 1.707 | 29 |
| Zinsrisiko | ||
| Zinsabsicherungen (in einer Sicherungsbeziehung designiert)¹ | 100 | 3 |
¹ Inklusive dem in einer Sicherungsbeziehung designierten, ineffektiven Teil der Sicherungsgeschäfte
² Enthält Derivate für europäische Emissionszertifikate
Die in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals dargestellte Hedging-Rücklage bezieht sich auf folgende Absicherungsinstrumente:
Cashflow hedging – Auswirkung von Hedge Accounting
| In EUR Mio | Planbe- schaffung | Plan- umsätze | Fremd- währungs- absicherungen | Zins- absicherungen | Gesamt | Rohstoff- Preisrisiko | Fremd- währungs- risiko | Zinsrisiko | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||||||
| Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | 245 | 8 | 3 | 7 | 264 | ||||
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) | –326 | –24 | 5 | –2 | –347 | ||||
| Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | –62 | 24 | 1 | –4 | –40 | ||||
| Umgliederung in die Bilanz | 42 | — | — | — | 42 | ||||
| Steuereffekte | 80 | –0 | –1 | 1 | 80 | ||||
| Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | –21 | 9 | 7 | 2 | –2 | ||||
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten | — | 0 | — | — | 0 | ||||
| 2022 | |||||||||
| Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | 243 | –9 | –6 | 2 | 230 | ||||
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) | 360 | –40 | –16 | 7 | 310 | ||||
| Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | –422 | 63 | 21 | — | –338 | ||||
| Umgliederung in die Bilanz | 57 | — | 6 | — | 63 | ||||
| Steuereffekte | 8 | –5 | –3 | –2 | –2 | ||||
| Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | 245 | 8 | 3 | 7 | 264 | ||||
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten | –1 | 1 | — | — | –1 |
Rücklage unrealisierter Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Absicherung einer Nettoinvestition¹
| In EUR Mio | Fremd- währungs- risiko | |
|---|---|---|
| 2023 | ||
| Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | –13 | |
| Bewertung der USD Darlehen | 6 | |
| Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | — | |
| Steuereffekte | –1 | |
| Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | –9 | |
| 2022 | ||
| Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | –5 | |
| Bewertung der USD Darlehen | –13 | |
| Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | 2 | |
| Steuereffekte | 3 | |
| Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | –13 |
¹ Enthalten in Währungsumrechnungsdifferenzen innerhalb des sonstigen Ergebnisses
Zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 hielt der Konzern folgende Positionen, die in einer Fair Value Sicherungsbeziehung designiert wurden.
Auswirkung von Fair Value Hedge Accounting auf die Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz
| In EUR Mio | Grundgeschäft | Buchwert | Kumulative Fair-Value- Hedge-Bewertung, die im Buchwert des Grundgeschäfts enthalten ist | In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste effektive Perioden- gewinne (+)/verluste(–) | Bilanzposition |
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||
| Nicht-finanzielle Verbindlichkeit | 28 | –8 | 1 | Sonstige Verbindlichkeiten | |
| 2022 | |||||
| Nicht-finanzielle Verbindlichkeit | 132 | 2 | –6 | Sonstige Verbindlichkeiten |
Zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 hielt der Konzern folgende Cashflow- und Fair Value Hedges sowie Absicherungen einer Nettoinvestition. Die folgende Tabelle zeigt das Fälligkeitsprofil der Nominalwerte der Absicherungsinstrumente:
Auswirkung von Hedge Accounting auf die Bilanz
| In EUR Mio | Planbe- schaffung | Plan- umsätze | Ausgewiesene Verbindlichkeit | Absiche- rung von Netto- investi- tionen | Fremd- währungs- absiche- rungen | Zins- absiche- rungen | Rohstoff- Preisrisiko | Fremdwährungsrisiko | Zins- risiko | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||||||
| Nominalwert | 1.447 | 85 | 29 | 109 | 282 | 100 | 2.052 | |||
| Bis zum einem Jahr | 1.251 | 85 | 29 | 44 | 282 | 100 | 1.792 | |||
| Länger als ein Jahr | 196 | — | — | 64 | — | — | 260 | |||
| Marktwert – Vermögenswerte | 39 | — | n.a. | 10 | 3 | 52 | ||||
| Marktwert – Verbindlichkeiten | 66 | 1 | n.a. | 0 | — | 67 | ||||
| 2022 | ||||||||||
| Nominalwert | 1.168 | 385 | 145 | 150 | 423 | 103 | 2.374 | |||
| Bis zum einem Jahr | 999 | 385 | 145 | 38 | 423 | — | 1.989 | |||
| Länger als ein Jahr | 169 | — | — | 113 | — | 103 | 385 | |||
| Marktwert – Vermögenswerte | 357 | 10 | n.a. | 7 | 6 | 380 | ||||
| Marktwert – Verbindlichkeiten | 37 | 4 | n.a. | 4 | — | 44 |
Die in der vorgehenden Tabelle dargestellten aktiven und passiven Marktwerte sind in den Posten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ und „Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten“ in der Konzernbilanz der OMV ausgewiesen.
Rohstoffpreisrisiko
Europäische Emissionszertifikate
Alle Geschäftsbereiche des OMV Konzerns sind CO2-Preisschwankungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) ausgesetzt. Käufe von europäischen Emissionszertifikaten werden immer fristgerecht durchgeführt und es ist die höchste Priorität der OMV alle gesetzlichen Verpflichtungen aus dem ETS zu erfüllen. Die OMV überwacht Preisrisiken aus Emissionsrechten und steuert diese durch bilateral auf dem Sekundärmarkt gehandelte derivative Instrumente (Forwards - sogenannte Over-the-Counter- oder OTC-Geschäfte).
Strompreise
Die Geschäftsbereiche der OMV sind Schwankungen der Strompreise ausgesetzt und überwachen daher die damit verbundenen Preisrisiken engmaschig. Die Geschäftsbereiche der OMV sichern Teile ihrer erwarteten Stromzukäufe mittels derivativer Instrumente und langfristiger Stromliefer- und Strombezugsverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) ab, um die Auswirkungen von potenziell extremen Marktpreisbewegungen zu reduzieren.
Chemicals & Materials
Für die petrochemische Produktion werden Teile der geplanten Cracker Rohstoff-Beschaffung sowie Produktverkäufe mittels Swaps auf raffinierte Erdölerzeugnisse abgesichert. Für diese Derivate wird Cashflow-Hedge Accounting angewandt, mit Ausnahme von Derivaten zur Begrenzung von Preisrisiken von Vorräten, die zum unmittelbaren Verbrauch zur Verfügung stehen. Derivatkontrakte, die nicht als Cashflow Hedges designiert werden, werden zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet. Borealis sichert seine prognostizierten Stromeinkäufe mit Stromswaps ab. Für diese Derivate wird Cashflow-Hedge Accounting angewandt.
Fuels & Feedstock
Fuels & Feedstock ist Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dazu gehören Produktions-, Raffinerie- sowie Verkaufsaktivitäten in Bezug auf Öl, Ölprodukte, ebenso wie begrenzte Aktivitäten im Eigenhandel mit dem Ziel, Marktzugang für Öl- und Ölprodukte zu schaffen. In Fuels & Feedstock werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Raffineriemarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen. Darüber hinaus werden börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.
Energy
Um Konzernergebnis und -Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen sowie ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen, um die Wachstumstrategie des OMV Konzerns zu ermöglichen, werden derivative Instrumente zur Absicherung von Marktpreisen eingesetzt. Im Zuge dessen geht die OMV Positionen in derivative Finanzinstrumente zum Verkauf der zukünftigen Produktion ein, um so den zukünftigen Öl- bzw.# Gaspreis zu fixieren und dadurch das Marktpreisrisiko für jene Zeiträume, für welche die Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden, zu reduzieren. 2023 und 2022 wurden keine derartigen Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Darüber hinaus umfasst das operative Rohstoffpreisrisikomanagement in Energy die Absicherung der Marktpreisrisiken aus Nichthandels- und Handelsaktivitäten des Gasverkaufs (Absicherung des Preisrisikos bei Bestandsschwankungen und den unterschiedlichen Einkaufs- und Verkaufsbedingungen) sowie begrenzte Eigenhandelspositionen zum Zwecke der Schaffung eines Marktzugangs innerhalb der Gasmärkte. Diese derivativen Finanzinstrumente wurden nicht als Sicherungsgeschäfte bilanziert.
Hedge Accounting von Rohstoffabsicherungen in Chemicals & Materials und Fuels & Feedstock
In den Geschäftsbereichen Chemicals & Materials und Fuels & Feedstock ist die OMV insbesondere schwankenden Raffineriemargen und Bestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren, werden entsprechende Absicherungskontrakte getätigt. Diese umfassen die Absicherung künftiger Raffineriemargen (margin hedges) und die Absicherung der Bestände (stock hedges, Rohstoffabsicherungen). Weiters wird Cashflow-Hedge Accounting für erwartete Zukäufe von Strom und Erdgas angewendet. Ebenso wurde ein Teil der Sicherungsgeschäfte der Planbeschaffung und Planumsätze von Cracker-Produkten als Cashflow Hedge designiert. Das Ziel der Risikomanagementaktivitäten ist es, die Bepreisung von Produktenverkäufen und –zukäufen zu harmonisieren, um stets innerhalb eines genehmigten Zielbereichs der bepreisten Lagerbestände zu bleiben. Dies wird durch Bestands-Hedging erreicht, in dem das Preisrisiko reduziert wird. Der genehmigte Zielbereich definiert sich als Maximalabweichung vom Zielwert, der im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten freigegeben wird.
Bei der Absicherung der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen abzusichern. Die Mandate sind im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten dokumentiert und freigegeben. Für Absicherungen künftiger Raffineriemargen ist das abgesicherte Grundgeschäft die Produktmarge. Dabei erfolgt Kauf von Rohöl und Verkauf von Produkten auf fixer Basis. Die Marge der verschiedenen Ölprodukte ist eine separat identifizierbare Komponente und stellt daher die spezifische Risikokomponente dar, welche als abgesicherte Risikokomponente designiert wird. Um eine übermäßige Absicherung zu verhindern, werden hinsichtlich der geplanten Verkäufe Höchstgrenzen festgesetzt. Für die Absicherung von Raffineriemargen wird Hedge Accounting nur in begrenztem Umfang angewendet.
Im Jahr 2023 wurden zwischen dem OMV Konzern und der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland physische Produkttauschgeschäfte für Ölprodukte abgeschlossen. Um das Risiko von Marktpreisschwankungen zwischen Entnahme und Rückgabe von Produkten zu reduzieren, wurden derivative Swap-Geschäfte (Sell Fix, Buy Floating zum Zeitpunkt der Entnahme und Buy Fix, Sell Floating zum Zeitpunkt der Rückgabe) abgeschlossen und in einer Fair Value Hedge Sicherungsbeziehung (Absicherung einer ausgewiesenen Verbindlichkeit) designiert. 2022 wurden physische Produkttauschgeschäfte mit den nationalen Bevorratungsgesellschaften in Österreich, Deutschland und der Slowakei abgeschlossen.
Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen bepreisten Bestände von den Zielwerten abweichen. Die geplanten Verkäufe von Ölprodukten und Zukäufe von Rohöl sowie Ölprodukten stellen das abgesicherte Grundgeschäft dar. Erfahrungsgemäß ist Rohöl die wesentlichste Risikokomponente der Bestandspreise, allerdings werden in vereinzelten Fällen auch Ölprodukte für die Absicherung von Beständen eingesetzt. In solchen Fällen werden Platts/Argus Produktnotierungen als Risikokomponente definiert. Weitere Komponenten, wie Raffineriemargen oder sonstige lokale Marktkosten, werden nicht abgesichert.
Die Sicherungsbeziehungen werden mit einer Absicherungsquote von 1:1 aufgebaut, da das zugrundeliegende Risiko der Rohstoff-Derivate identisch mit dem abgesicherten Risiko der Komponenten ist. Ineffektivität von Sicherungsgeschäften kann entstehen im Falle von unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Absicherungsinstrument und Lieferung vom Grundgeschäft und unterschiedlicher Preisbildung (Derivate werden auf Basis zukünftiger Monatsdurchschnittspreise (oder anderer Perioden) bewertet und Zu-/Verkäufe zum Stichtagskurs zum Zeitpunkt der Transaktion/Lieferung).
Für die erwarteten Beschaffungen und für die Absicherung ausgewiesener Verbindlichkeiten ist die erfasste Ineffektivität im Posten „Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung inkludiert. Die erfasste Ineffektivität und die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Planumsätzen, bei denen die Risikokomponente eines nicht-finanziellen Postens als Grundgeschäft in einer Sicherungsbeziehung designiert wurde, sind im Posten „Umsatzerlöse“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Risikomanagement im Fremdwährungsbereich
Die OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen tätig. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größte Risikoposition stellt der USD dar, und zwar aufgrund der jeweiligen Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK, NZD und SEK). Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur geringen Einfluss auf den Cashflow und das operative Ergebnis.
Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich wird die Long- und Short-Nettoposition des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine wirtschaftliche USD-Long-Position auf. FX Optionen, Forwards und Swaps werden hauptsächlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken von offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestimmte Sicherungsgeschäfte für geplante Fremdwährungspositionen sind als Cashflow-Hedges designiert und werden zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.
Das Umrechnungsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Umrechnungsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures entsteht, die in einer anderen funktionalen Währung als dem EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, NOK und SEK lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar. Währungsumrechnungsdifferenzen aus diesen Nettoinvestitionen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Borealis hat einen Teil seiner Investitionen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit USD als funktionaler Währung mittels externer USD-Kredite abgesichert, die als Sicherungsgeschäfte für die Nettoinvestitionen des Konzerns in einen ausländischen Betrieb designiert sind. Das abgesicherte Risiko in einem Sicherungsgeschäft zur Absicherung einer Nettoinvestition ist das Risiko einer Abwertung des USD gegenüber dem EUR, was zu einer Verringerung des Buchwerts der Nettoinvestition in das Gemeinschaftsunternehmen in USD führt. Der EUR/USD-Effekt auf die Bewertung der Kredite wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Um die Wirksamkeit des Sicherungsgeschäftes zu beurteilen, legt der Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft fest, indem die Buchwertänderungen des Kredits, die auf eine Änderung des Kassakurses zurückzuführen sind, mit den Änderungen des Buchwerts der Nettoinvestition in einen ausländischen Betrieb auf Grund von Kassakursschwankungen verglichen werden (Dollar Offset-Methode). Die Konzernstrategie sieht vor, Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe maximal in Höhe des Kreditbetrages abzuschließen. Zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang, da die Nettoinvestition ein Umrechnungsrisiko birgt, das dem Fremdwährungsrisiko aus dem USD-Kredit gleichgesetzt ist. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 1:1 festgelegt, da das dem Sicherungsinstrument zugrundeliegende Risiko dem abgesicherten Risiko entspricht.
Zinsmanagement
Das Schuldenportfolio der OMV ist zum 31. Dezember 2023 nur in begrenztem Ausmaß Zinsveränderungen ausgesetzt, da beinahe alle Verbindlichkeiten festverzinslich sind. Zukünftige Finanzierungsaktivitäten werden den dann vorherrschenden Marktbedingungen ausgesetzt sein und können potenziell zu höheren Zinsaufwendungen führen. Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten der OMV hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Kennzahlen für die verschiedenen Kategorien festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert. Festverzinsliche Kredite können mittels Zinsswaps in variable Kredite oder umgekehrt konvertiert werden.Sowohl im Jahr 2023 als auch 2022 war der Effekt aus Zinsswaps unwesentlich. Die erfasste Ineffektivität der Sicherungsgeschäfte und die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Zinsswaps werden im Posten „Zinsaufwendungen“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Reform der Referenzzinssätze (IBOR Reform)
Alle Umstellungen von den von der IBOR-Reform betroffenen Zins-Benchmarks auf alternative Benchmark-Sätze sind zum Berichtszeitpunkt abgeschlossen.
Sensitivitätsanalyse
Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des OMV Konzerns weicht von der nachfolgend dargestellten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Verträge zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden. Die Auswirkung von Marktpreisschwankungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting abhängig. Die Marktpreissensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreissensitivitäten für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität des Ergebnisses vor Steuern gezeigt.
Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das Ergebnis vor Steuern
| In EUR Mio | 2023 | 2023 | 2022 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
| Öl inkl. Öl Produkte | –4 | 4 | 4 | –4 |
| Öl inkl. Öl Produkte - designiert in einer Sicherungsbeziehung¹ | 3 | –3 | 14 | –14 |
| Gas | –34 | 34 | 10 | –10 |
| Strom | 2 | –2 | 13 | –13 |
| Sonstige² | 28 | –28 | 43 | –43 |
| Gesamt | –4 | 4 | 83 | –83 |
¹ Beinhaltet Sicherungsinstrumente, die in einer Fair Value Hedge Beziehung im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland stehen. Für weitere Einzelheiten siehe Kapitel „Hedge Accounting in Chemicals & Materials und Fuels & Feedstock“.
² Enthält Derivate für europäische Emissionszertifikate
Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das sonstige Ergebnis vor Steuern
| In EUR Mio | 2023 | 2023 | 2022 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
| Öl inkl. Öl Produkte | –34 | 34 | –39 | 39 |
| Gas | 2 | –2 | 5 | –5 |
| Strom | 31 | –31 | 48 | –48 |
| Rohstoffabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | –1 | 1 | 15 | –15 |
Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Änderungen der für die Gruppe wesentlichen Wechselkurse durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR–RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da das USD–RON Risiko in eine EUR–RON- sowie eine EUR–USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR–NOK-, EUR–SEK- sowie EUR–NZD-Position.
Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis vor Steuern¹
| In EUR Mio | 2023 | 2023 | 2022 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| | EUR Aufwertung um 10% | EUR Abwertung um 10% | EUR Aufwertung um 10% | EUR Abwertung um 10% |
| EUR–RON | –12 | 12 | 8 | –8 |
| EUR–USD | 1 | –1 | 8 | –8 |
| EUR–NZD | –6 | 6 | –2 | 2 |
| EUR–NOK | 7 | –7 | 23 | –23 |
| EUR–SEK | –4 | 4 | –3 | 3 |
¹ Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-Währungssensitivität auf das operative Ergebnis.
Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das sonstige Ergebnis vor Steuern¹
| In EUR Mio | 2023 | 2023 | 2022 | 2022 |
|---|---|---|---|---|
| | EUR Aufwertung um 10% | EUR Abwertung um 10% | EUR Aufwertung um 10% | EUR Abwertung um 10% |
| EUR–USD | 28 | –28 | 43 | –43 |
| EUR–SEK | –12 | 12 | –16 | 16 |
¹ Inklusive der Sensitivität für die Absicherung einer Nettoinvestition
Die OMV analysiert regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist auf OMV Konzernebene in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit „Investment Grade Rating“ abgeschlossen. Die OMV verwendet zur Reduktion von Kreditrisiken gewerbliche Versicherungen für Teile der Forderungen in einigen Geschäftsbereichen. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich aus der aktuellen geopolitischen Situation ergibt, wird besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale, wie zum Beispiel Änderungen im Zahlungsverhalten, gelegt. Als Kreditrisiko bezeichnet man das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde. Ein Kreditrisiko besteht in Bezug auf die von Borealis an Bayport Polymers LLC und Borouge 4 LLC, die beide nach der Equity-Methode bilanziert werden, gewährten Finanzgarantien, für die sich das maximal ausstehende Risiko für Borealis zum 31. Dezember 2023 auf EUR 1.234 Mio zuzüglich Zinsen (2022: EUR 638 Mio zuzüglich Zinsen) beläuft. 2023 vergab die Borealis AG eine Garantie für die Finanzierung der Borouge 4 LLC gemäß Vereinbarung mit der italienischen Exportkreditagentur (Italian Export Credit Agency agreement). Die Gesamtgarantie beläuft sich auf EUR 1.155 Mio zuzüglich Zinsen. Aufgrund der von Borouge 4 LLC in Anspruch genommenen Finanzierung belief sich der garantierte Betrag zum 31. Dezember 2023 auf EUR 536 Mio zuzüglich Zinsen. Die an Bayport Polymers LLC gewährte Garantie in Höhe von EUR 588 Mio zuzüglich Zinsen (2022: EUR 623 Mio zuzüglich Zinsen) endet frühestens mit Zahlung und/oder Beendigung der Verpflichtung im Jahr 2027 bzw. 2032 und kann jederzeit in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus gewährte Borealis im Jahr 2023 eine Garantie für eine revolvierende Kreditfazilität (Revolving Credit Facility, RCF), die von Bayport Polymers LLC als Liquiditätsinstrument für die Ausübung ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt wird. Der Höchstbetrag der Kreditfazilität beträgt EUR 90 Mio zuzüglich Zinsen. Zum Jahresende wurde die RCF von Bayport Polymers LLC vollständig in Anspruch genommen. Des Weiteren hatte Borealis 2022 eine Garantie der Muttergesellschaft für das Leasing von Eisenbahnwaggons durch Bayport Polymers LLC mit einem maximalen Risiko von EUR 20 Mio (2022: EUR 15 Mio) gewährt. Im Allgemeinen wird eine Zahlung im Rahmen der Garantievereinbarung durch die Nichterfüllung der von der Garantie abgedeckten Verpflichtung durch die garantierte Partei ausgelöst. Daher wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die anfangs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde.
Maximales Kreditrisiko¹
| in EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.455 | 4.222 |
| Beteiligungen | 85 | 69 |
| Anleihen | 285 | 52 |
| Derivate | 942 | 3.247 |
| Ausleihungen | 910 | 711 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.612 | 1.850 |
| Zahlungsmitel und Zahlungsmittelequivalente | 6.920 | 8.090 |
| Finanzgarantieverträge² | 1.234 | 623 |
| Summe maximales Kreditrisiko | 15.442 | 18.862 |
¹ Exklusive Positionen, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
² Maximales Kreditrisiko von Finanzgarantieverträgen aufgrund der Inanspruchnahme von Finanzierungsfazilitäten zum 31. Dezember 2023 exklusive Zinsabgrenzungen.
Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte¹ und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
| In EUR Mio | Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | | | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.356 | 99 | 3.455 | — | 99 | — | 99 | | 99 |
| Eigenkapitalinstrumente | — | 57 | 57 | — | 34 | 23 | 57 | | 57 |
| Investmentfonds | — | 28 | 28 | 28 | — | — | 28 | | 28 |
| Anleihen | 285 | — | 285 | — | — | — | — | | — |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 52 | 52 | — | 52 | — | 52 | | 52 |
| Sonstige Derivate | — | 890 | 890 | 0 | 890 | — | 890 | | 890 |
| Ausleihungen | 910 | — | 910 | — | — | — | — | | — |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.610 | 2 | 1.612 | — | — | 2 | 2 | | 2 |
| Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | 13 | 13 | — | 13 | — | 13 | | 13 |
| Gesamt | 6.160 | 1.141 | 7.301 | 28 | 1.088 | 25 | 1.141 | | 1.141 |
| 2022 | | | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.086 | 136 | 4.222 | — | 136 | — | 136 | | 136 |
| Eigenkapitalinstrumente | — | 42 | 42 | — | — | 42 | 42 | | 42 |
| Investmentfonds | — | 26 | 26 | 26 | — | — | 26 | | 26 |
| Anleihen | 52 | — | 52 | — | — | — | — | | — |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 380 | 380 | — | 380 | — | 380 | | 380 |
| Sonstige Derivate | — | 2.867 | 2.867 | 14 | 2.853 | — | 2.867 | | 2.867 |
| Ausleihungen | 711 | — | 711 | — | — | — | — | | — |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.850 | — | 1.850 | — | — | — | — | | — |
| Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | | | | | | | | |## 6.699 4.334 11.032 40 3.427 866 4.334 1 Exklusive Vermögenswerte, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
| In EUR Mio | Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.955 | — | 3.955 | — | — | — | — | — | |
| Anleihen | 6.073 | — | 6.073 | — | — | — | — | — | |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.585 | — | 1.585 | — | — | — | — | — | |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.470 | — | 1.470 | — | — | — | — | — | |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 67 | 67 | — | 67 | — | 67 | — | |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 469 | 469 | 37 | 432 | — | 469 | — | |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.204 | — | 1.204 | — | — | — | — | — | |
| Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert² | — | 28 | 28 | — | 28 | — | 28 | — | |
| Gesamt | 14.287 | 564 | 14.851 | 37 | 528 | — | 564 | — | |
| 2022 | |||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.259 | — | 5.259 | — | — | — | — | — | |
| Anleihen | 7.320 | — | 7.320 | — | — | — | — | — | |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.476 | — | 1.476 | — | — | — | — | — | |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.487 | — | 1.487 | — | — | — | — | — | |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 44 | 44 | — | 44 | — | 44 | — | |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 1.571 | 1.571 | 0 | 1.571 | — | 1.571 | — | |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.047 | — | 1.047 | — | — | — | — | — | |
| Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert² | — | 132 | 132 | — | 132 | — | 132 | — | |
| Gesamt | 16.589 | 1.747 | 18.336 | 0 | 1.747 | — | 1.747 | — |
1 Exklusive Verbindlichkeiten, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
2 Enthält Absicherungsgeschäfte, die in einer Fair-Value-Hedge-Beziehung designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit der nationalen Bevorratungsgesellschaft in Deutschland stehen. 2022 enthielt weiters Absicherungsgeschäfte, die in einer Fair-Value-Hedge-Beziehung zu Produkttauschgeschäften mit der nationalen Bevorratungsgesellschaft in der Slowakei standen.
Finanzielle Verbindlichkeiten für die der beizulegende Zeitwert angegeben wird
| In EUR Mio | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Anleihen | 6.073 | 5.766 | 5.766 | — | — | |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.470 | 1.349 | — | 1.349 | — | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 7.543 | 7.115 | 5.766 | 1.349 | — | — |
| 2022 | ||||||
| Anleihen | 7.320 | 6.747 | 6.747 | — | — | |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.487 | 1.320 | — | 1.320 | — | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 8.807 | 8.067 | 6.747 | 1.320 | — | — |
Die obige Tabelle zeigt den Buchwert und den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthält keine Angaben zum beizulegenden Zeitwert anderer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, da der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
32 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Die OMV schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab. Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte „Netto“ würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
| In EUR Mio | Anhangangabe | Finanzinstrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanzinstrumente in der Bilanz (netto) | Verbindlichkeiten mit Saldierungsrechten (nicht saldiert) | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Derivative Finanzinstrumente | 20 | 3.359 | –2.417 | 942 | –122 | 820 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 4.535 | –1.081 | 3.455 | –65 | 3.390 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 1.626 | –13 | 1.612 | –1 | 1.611 |
| Gesamt | 9.520 | -3.511 | 6.009 | -187 | 5.822 | |
| 2022 | ||||||
| Derivative Finanzinstrumente | 13.466 | –10.219 | 3.247 | –547 | 2.700 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.086 | –1.864 | 4.222 | –106 | 4.116 | |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.892 | –42 | 1.850 | –1 | 1.849 | |
| Gesamt | 21.444 | -12.125 | 9.318 | -654 | 8.664 |
Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten
| In EUR Mio | Anhangangabe | Finanzinstrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanzinstrumente in der Bilanz (netto) | Vermögenswerte mit Saldierungsrechten (nicht saldiert) | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||
| Derivative Finanzinstrumente | 26 | 2.953 | –2.417 | 536 | –122 | 415 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26 | 5.035 | –1.081 | 3.955 | –65 | 3.890 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 1.217 | –13 | 1.204 | –1 | 1.203 |
| Gesamt | 9.206 | -3.511 | 5.695 | -187 | 5.508 | |
| 2022 | ||||||
| Derivative Finanzinstrumente | 11.835 | –10.219 | 1.615 | –547 | 1.068 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7.123 | –1.864 | 5.259 | –106 | 5.153 | |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.089 | –42 | 1.047 | –1 | 1.046 | |
| Gesamt | 20.046 | -12.125 | 7.921 | -654 | 7.267 |
33 Ergebnis aus Finanzinstrumenten
Ergebnis aus Finanzinstrumenten
| In EUR Mio | Betrag | Finanzinstrumente ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert | Eigenkapitalinstrumente designiert zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis | Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | |||||
| Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate | 111 | 111 | — | — | — |
| Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte | –38 | — | — | –38 | — |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | 73 | 111 | — | –38 | — |
| Dividendenerträge | 10 | — | 4 | — | — |
| Zinserträge | 473 | — | — | 473 | — |
| Zinsaufwendungen | –415 | –3 | — | — | –148 |
| Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten | –21 | –21 | — | — | — |
| Marktwertänderungen FX Derivate | –191 | –191 | — | — | — |
| Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –77 | –77 | — | — | — |
| Wertminderungen von Finanzinstrumenten, netto | –5 | — | — | –2 | — |
| Sonstige | –6 | –0 | –1 | 0 | –5 |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | –232 | –292 | 3 | 471 | –153 |
| 2022 | |||||
| Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate | 1.029 | 1.029 | — | — | — |
| Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte | –43 | — | — | –43 | — |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | 986 | 1.029 | — | –43 | — |
| Dividendenerträge | 11 | — | 11 | — | — |
| Zinserträge | 269 | — | — | 269 | — |
| Zinsaufwendungen | –417 | –4 | — | — | –161 |
| Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten | –374 | –374 | — | — | — |
| Marktwertänderungen FX Derivate | –186 | –186 | — | — | — |
| Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –46 | –46 | — | — | — |
| Wertminderung von Finanzinstrumenten, netto | –1.007 | — | — | –1.007 | — |
| Sonstige | –12 | 0 | — | 0 | –12 |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | –1.761 | –609 | 11 | –739 | –173 |
Die nicht aufgeteilten Zinsaufwendungen bezogen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen. Weitere Details können der Anhangangabe 12 – Finanzerfolg – entnommen werden.
34 Anteilsbasierte Vergütungen
Long Term Incentive (LTI) Pläne
Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für die Vorstandsmitglieder sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten seit 2022 wie folgt: Relative Total Shareholder Return (30%), Clean CCS (Clean Current Cost of Supply) ROACE (40%), ESG-Ziele (30%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, Total Recordable Injury Rate (TRIR), Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung der Vorstandsmitglieder ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf 0 reduzieren. Für Führungskräfte sind folgende Leistungskriterien seit 2022 anwendbar: Relative Total Shareholder Return (30%), Free Cash Flow (35%) und ESG-Ziele/Transformations-Ziele (35%). Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des Zeitraums des LTI Plans nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat das zuständige Verwaltungsorgan jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise für Führungskräfte anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Seit 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTI Plans ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen.Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.
Long Term Incentive Pläne
| Plan | Plan 2023 | Plan 2022 | Plan 2021 | Plan 2020 |
|---|---|---|---|---|
| Planbeginn | 01.01.2023 | 01.01.2022 | 01.01.2021 | 01.01.2020 |
| Ende Leistungszeitraum | 31.12.2025 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Anspruchstag | 31.03.2026 | 31.03.2025 | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
| Aktienbesitzerfordernis | ||||
| Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt |
| Stellvertretender Vorstandsvorsitzender | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt |
| Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt |
| Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
| Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2023 | 357.842 | 287.735 | 501.677 | — |
| Maximale Aktien zum 31. Dezember 2023 | 761.728 | 674.776 | 794.894 | — |
| Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2023¹ | 14 | 11 | 20 | — |
| Rückstellungen (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2023¹ | 3 | 5 | 16 | — |
¹ Exklusive Lohnnebenkosten
Equity Deferral
Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für den Vorstand sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten wie folgt: Jahresüberschuss (40%), Free Cash Flow (30%), operatives Ziel (15%) und ESG-Ziel (15%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf 0 reduzieren. Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen). Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit für die finanziellen Ziele, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zu Grunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung kann in beide Richtungen angewendet werden, vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. 2023 wurden Aufwendungen von EUR 3 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2022: EUR 3 Mio).
In Aktien gehaltenes Eigeninvestment¹
| 31.12.2023 | |
|---|---|
| Aktive Vorstandsmitglieder | |
| Stern | 24.434 |
| Florey | 49.930 |
| van Koten | 4.385 |
| Ehemalige Vorstandsmitglieder | |
| Pleininger² | 14.933 |
| Skvortsova³ | 6.636 |
| Seele⁴ | 12.190 |
| Gangl⁵ | 16.680 |
| Vorstände gesamt | 129.188 |
| Andere Führungskräfte gesamt | 255.539 |
| Eigeninvestment gesamt | 384.727 |
¹ In Aktien gehaltenes Eigeninvestment bezieht sich auf noch laufende LTI Pläne sowie auf Equity Deferral, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.
² Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück.
³ Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück.
⁴ Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück.
⁵ Thomas Gangl nahm als Vorstandsmitglied am LTIP 2020 teil. In 2021 hat er sowohl als Vorstandsmitglied als auch als Führungskraft teilgenommen. Er trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
Gesamte Aufwendungen
2021 hat Borealis einen Übergangs-LTI Plan für 2021 und 2022 implementiert, um eine Liquiditätslücke zu überbrücken, welche durch die Migration auf den Dreijahresplan entsteht. Zuteilungen für Übergangs-LTI Pläne für 2021 und 2022 werden jeweils für das betreffende Jahr anhand derselben Erfolgskennzahlen wie für den dreijährigen Plan gemessen und in bar ausgeglichen. Die Aufwendungen in Bezug auf alle anteilsbasierten Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst.
Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen¹
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Ausgleich in bar | 6 | 15 |
| Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 6 | 7 |
| Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 12 | 22 |
¹ Exklusive Lohnnebenkosten
Sonstige Angaben
35 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern | 6.724 | 6.664 |
| OMV Petrom Konzern | 7.711 | 7.837 |
| Borealis Konzern | 6.859 | 7.833 |
| OMV Konzern | 21.295 | 22.334 |
¹ Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern des Jahres
Der Rückgang der Mitarbeiter im Borealis Konzern ist hauptsächlich auf den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs im Juli 2023 zurückzuführen.
36 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer
Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks)
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Konzern- abschlussprüfer | davon KPMG Austria GmbH Wirtschafts- prüfungs- und Steuerberatungs- gesellschaft | |
| Konzern- und Jahresabschluss- prüfung | 5,40 | 2,38 |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 0,84 | 0,74 |
| Steuerberatungsleistungen | 2,50 | — |
| Sonstige Beratungsleistungen | 0,74 | 0,00 |
| Gesamt | 9,48 | 3,12 |
¹ Die Aufwendungen 2022 enthielten keine Aufwendungen für den Borealis Konzern, da dieser von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH geprüft wurde.
37 Nahestehende Unternehmen und Personen
Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C. (MPPH), Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24. 2023 und 2022 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen (inklusive der Vergabe von Lizenzen für die Nutzung von Technologien des Konzerns) zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Gaszukäufe von OJSC Severneftegazprom, welche nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basierten.
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Umsätze und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Umsätze und sonstige Erträge | Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen | |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | 1 | 1 |
| ADNOC Global Trading LTD | 4 | 0 |
| Bayport Polymers LLC | 6 | 3 |
| Borouge Beteiligungen¹ | 519 | 106 |
| Borouge 4 LLC | 6 | 2 |
| Recelerate GmbH | 3 | 0 |
| EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 0 |
| Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 148 | — |
| GENOL Gesellschaft m.b.H. | 138 | 22 |
| Kilpilahden Voimalaitos Oy | 4 | 0 |
| Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides)² | 1 | — |
| Gesamt | 833 | 135 |
¹ Beinhaltet Borouge PLC und Borouge Pte Ltd. in 2023 sowie Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) in 2022. Für mehr Details siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
² Entkonsolidiert per 5. Juli 2023 als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis. Für mehr Details siehe Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur.
Mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. wurden weitere Verkaufstransaktionen in Höhe von EUR 51 Mio getätigt, die in der oben angeführten Tabelle aufgrund der vorgenommenen Saldierung mit den Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht ausgewiesen wurden.# Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Zukäufe und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
In EUR Mio
| 2023 | 2023 | 2022 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|
| Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |
| ADNOC Global Trading LTD | — | — | 32 | — |
| Bayport Polymers LLC¹ | 1 | — | 0 | — |
| Borouge Beteiligungen¹ | 377 | 91 | 416 | 88 |
| Recelerate GmbH | 3 | 0 | — | — |
| Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH² | 2 | — | 3 | 0 |
| Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 30 | 3 | 48 | 7 |
| EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG | 3 | — | 3 | — |
| Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 60 | 28 | 208 | 27 |
| GENOL Gesellschaft m.b.H. | 11 | 1 | 10 | 2 |
| Kilpilahden Voimalaitos Oy | 99 | 0 | 116 | — |
| Neochim AD² | — | — | 5 | — |
| OJSC Severneftegazprom³ | — | — | 24 | — |
| PetroPort Holding AB | 4 | 0 | 4 | 0 |
| Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. | 4 | 0 | 2 | 0 |
| Salzburg Fuelling GmbH | 2 | 0 | — | — |
| Gesamt | 596 | 125 | 873 | 124 |
1 Beinhaltet Borouge PLC und Borouge Pte Ltd. in 2023 sowie Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) in 2022. Für mehr Details siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
2 Entkonsolidiert per 5. Juli 2023 als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis. Für mehr Details siehe Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur.
3 OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Abu Dhabi Oil Refining Company | 206 | 116 |
| Abu Dhabi Petroleum Investments LLC | 23 | 5 |
| ADNOC Global Trading LTD | 96 | 43 |
| Borouge Beteiligungen¹ | 455 | 592 |
| Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 1 | 1 |
| EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 1 |
| GENOL Gesellschaft m.b.H. | 1 | 0 |
| Neochim AD² | 1 | 1 |
| Pearl Petroleum Company Limited | — | 41 |
| Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. | 1 | 1 |
| Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H. | 1 | 1 |
| Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen | 787 | 803 |
1 Beinhaltet Borouge PLC und Borouge Pte Ltd. in 2023 sowie Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) in 2022. Für mehr Details siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
2 Entkonsolidiert per 5. Juli 2023 als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis. Für mehr Details siehe Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur.
Sonstige ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Kilpilahden Voimalaitos Oy | 52 | 40 |
| Bayport Polymers LLC | 701 | 657 |
| Borouge 4 LLC | 155 | — |
| Darlehensforderungen | 909 | 697 |
| Bayport Polymers LLC | 24 | 29 |
| Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG | 8 | 8 |
| C2PAT GmbH | 1 | — |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 33 | 37 |
| Borouge Beteiligungen¹ | 8 | 8 |
| Vertragsvermögenswerte | 8 | 8 |
| Kilpilahden Voimalaitos Oy | 11 | 11 |
| Renasci N.V. | — | 10 |
| Geleistete Anzahlungen | 11 | 21 |
| C2PAT GmbH & Co KG² | — | 1 |
| Bayport Polymers LLC | 91 | 28 |
| Borouge 4 LLC | 1 | — |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 92 | 29 |
| Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 79 | 100 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 79 | 100 |
| Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | — | 27 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | — | 27 |
1 Beinhaltet Borouge PLC und Borouge Pte Ltd. in 2023 sowie Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) in 2022. Für mehr Details siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
2 Die Gesellschaft wurde per 31. Dezember 2023 entkonsolidert. Für mehr Details siehe Anhangangabe 40 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft.
Per 31. Dezember 2023 bestanden offene Finanzierungszusagen in Höhe von EUR 818 Mio gegenüber Borouge 4 LLC aus einem Aktionärsdarlehensvertrag, der am 3. Februar 2023 für die Teilfinanzierung von CAPEX-Anforderungen der Borouge 4 mit der Borealis AG als Darlehensgeber und der Borouge 4 LLC als Darlehensnehmer abgeschlossen wurde. 2023 wurden EUR 148 Mio der Finanzierungszusagen in Höhe von insgesamt EUR 967 Mio gezogen. Der Aktionärsdarlehensvertrag ist als Fazilität mit einer Laufzeit von fünf Jahren strukturiert. Borealis behält sich jedoch das Recht vor, die Vorauszahlung der ausstehende Beträge zum Zeitpunkt der Wiedereingliederung in Borouge PLC zu beschleunigen. Darüber hinaus gewährte die Borealis AG eine Garantie für die Finanzierung der Borouge 4 LLC im Rahmen des italienischen Exportkreditagenturvertrags. Die Gesamtgarantie beläuft sich auf EUR 1.155 Mio zuzüglich Zinsen. Aufgrund der von Borouge 4 LLC in Anspruch genommenen Finanzierung belief sich der garantierte Betrag zum 31. Dezember 2023 auf EUR 536 Mio zuzüglich Zinsen.
Weiters gewährte Borealis eine Garantie für eine revolvierende Kreditfazilität (RCF), die von Bayport Polymers LLC als Liquiditätsinstrument für die Ausübung der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt wurde und zum Jahresende zur Gänze ausgeschöpft war. Der Höchstbetrag der Kreditfazilität beläuft sich auf EUR 181 Mio zuzüglich Zinsen, wovon 50% (EUR 90 Mio zuzüglich Zinsen) von Borealis garantiert wurden, während die verbleibenden EUR 90 Mio zuzüglich Zinsen vom Joint-Venture-Partner TotalEnergies gewährt wurden.
Im Jahr 2022 zahlte Bayport Polymers LLC ein Darlehen an den Konzern zurück, das vollständig durch zwei Tranchen von Senior Notes finanziert wurde. Borealis gewährte Bayport Polymers LLC eine Garantie der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 588 Mio zuzüglich Zinsen für den gesamten Betrag der Senior Notes. Darüber hinaus hat Borealis im Jahr 2022 eine Garantie der Muttergesellschaft für das Leasing von Eisenbahnwaggons durch Bayport Polymers LLC mit einem maximalen Risiko von EUR 20 Mio (2022: EUR 15 Mio) übernommen.
Durch weitere Ziehungen der Darlehen bestanden per 31. Dezember 2023 keine offenen Finanzierungszusagen gegenüber Bayport Polymers LLC (31. Dezember 2022: EUR 46 Mio) und Kilpilahden Voimalaitos Oy (31. Dezember 2022: EUR 10 Mio).
Im Jahr 2023 wurde eine Kapitaleinlage an Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 92 Mio gewährt, wovon EUR 68 Mio zum 31. Dezember 2023 nicht eingezahlt waren und als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden.
Die Vertragsverbindlichkeiten gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. standen im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag. In Q1/23 wurde eine nicht finanzielle Verbindlichkeit gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. in Höhe von EUR 27 Mio durch die Rückgabe von Gütern beglichen.
Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis
Basierend auf der Eigentümerstruktur der OMV hat die Republik Österreich über die ÖBAG ein Naheverhältnis zur OMV, die damit ebenso wie die unter Kontrolle der Republik stehenden Unternehmen als nahestehende Parteien einzustufen sind. Die OMV hat im Rahmen ihrer üblichen Geschäftstätigkeit hauptsächlich Geschäftsbeziehungen mit der Österreichischen Post Aktiengesellschaft, der VERBUND AG, der Österreichischen Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft, der Bundesbeschaffung GmbH und jeweils deren Tochtergesellschaften. Die Transaktionen mit diesen Unternehmen erfolgten zu fremdüblichen Konditionen.
Über die MPPH sind weiters das Emirat Abu Dhabi sowie die unter Kontrolle von Abu Dhabi stehenden Gesellschaften als nahestehende Unternehmen einzustufen. Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden 2023 zum Beispiel mit Compañía Española Distribuidora de Petróleos, S.A. (CEPSA), Abu Dhabi Company for Offshore Petroleum Operations Ltd, NOVA Chemicals Corporation (NOVA) und Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Darüber hinaus hat die OMV mehrere Kooperationen mit ADNOC im Bereich Exploration & Production und eine bestehende strategische Partnerschaft mit ADNOC, die das ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein Trading Joint Venture umfasst.
Bezüge von Führungskräften
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2023
In EUR Mio
| Stern | Florey | Gaso⁴ | van Koten | Vlad⁸ | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vergütungen | 2,16 | 1,83 | 1,24 | 1,31 | 0,86 | 7,39 |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 0,99 | 0,81 | 0,50 | 0,58 | 0,53 | 3,41 |
| Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | — | — | 0,635 | — | 0,269 | 0,89 |
| Variabel (Barbonifikation)¹ | 1,16 | 0,97 | — | 0,70 | — | 2,83 |
| Sachbezüge² | 0,01 | 0,053 | 0,116 | 0,037 | 0,0710 | 0,26 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,25 | 0,20 | 0,13 | 0,14 | 0,13 | 0,86 |
| Pensionskassenbeiträge | 0,25 | 0,20 | 0,13 | 0,14 | 0,13 | 0,86 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 0,68 | 1,04 | — | 0,31 | — | 2,04 |
| Variabel (Equity Deferral 2022) | 0,68 | 0,57 | — | 0,31 | — | 1,56 |
| Variabel (LTIP 2020) | — | 0,48 | — | — | — | 0,48 |
| Vorstandsbezüge | 3,09 | 3,07 | 1,37 | 1,76 | 0,99 | 10,28 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2022, für die der Bonus in 2023 ausbezahlt wurde.
2 Inklusive Auszahlungen in Bar für Zulagen
3 Inklusive Schulkosten und damit verbundene Steuern
4 Berislav Gaso trat dem Vorstand per 1. März 2023 bei.
5 Berislav Gaso erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für verfallene Vergütungen im Geschäftsjahr 2023 in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der MOL Gruppe zur OMV Aktiengesellschaft.
6 Inklusive Umzugs- und Mietkosten sowie damit verbundene Steuern
7 Inklusive PKW-Zulage
8 Daniela Vlad trat dem Vorstand per 1. Februar 2023 bei.
9 Daniela Vlad erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für verfallene Vergütungen im Geschäftsjahr 2023 in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der AkzoNobel N.V. zur OMV Aktiengesellschaft.
10 Inklusive Umzugs- und Mietkosten sowie damit verbundene Steuern
| ## Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31.Dezember 2023 In EUR Mio | 2023 | Pleininger3 | Skvortsova5 | Seele7 | Gangl8 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vergütungen | 1,52 | 1,04 | 0,72 | — | 3,28 | |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 0,25 | 0,26 | — | — | 0,51 | |
| Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | 0,274 | — | — | — | 0,27 | |
| Variabel (Barbonifikation)1 | 1,00 | 0,70 | 0,72 | — | 2,42 | |
| Sachbezüge2 | 0,00 | 0,086 | — | — | 0,08 | |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,12 | 0,07 | — | — | 0,19 | |
| Pensionskassenbeiträge | 0,12 | 0,07 | — | — | 0,19 | |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 1,26 | 0,55 | 2,16 | 0,44 | 4,40 | |
| Variabel (Equity Deferral 2022) | 0,65 | 0,31 | 0,32 | — | 1,27 | |
| Variabel (LTIP 2020) | 0,61 | 0,24 | 1,84 | 0,44 | 3,13 | |
| Vorstandsbezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder | 2,90 | 1,66 | 2,88 | 0,44 | 7,87 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2022, für die der Bonus in 2023 ausbezahlt wurde.
2 Inklusive Auszahlungen in Bar für Zulagen
3 Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück, und sein Vertrag endete mit 30. April 2023.
4 Johann Pleininger erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für den verkürzten Ausstiegszeitraum für den Zeitraum 1. Mai bis 31. August 2023.
5 Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück und ihr Vertrag endete mit 14. Juni 2023.
6 Inklusive Miet- und Beratungskosten und damit verbundenen Steuern
7 Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
8 Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
| Vorstandsbezüge In EUR Mio | 2022 | Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2022 | Ehemalige Vorstandsmitglieder | Stern | Pleininger2 | Florey | van Koten | Skvortsova4 | Seele6 | Gangl7 | Leitner9 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vergütungen | 1,59 | 1,47 | 1,55 | 0,85 | 1,16 | 1,57 | 0,12 | — | 8,32 | |||
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 0,99 | 0,75 | 0,81 | 0,58 | 0,58 | 0,55 | — | — | 4,25 | |||
| Variabel (Barbonifikation)1 | 0,59 | 0,71 | 0,69 | 0,25 | 0,50 | 1,02 | 0,12 | — | 3,87 | |||
| Sachbezüge | 0,01 | 0,01 | 0,053 | 0,03 | 0,095 | 0,01 | — | — | 0,20 | |||
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,25 | 0,19 | 0,20 | 0,14 | 0,14 | 0,14 | — | — | 1,06 | |||
| Pensionskassenbeiträge | 0,25 | 0,19 | 0,20 | 0,14 | 0,14 | 0,14 | — | — | 1,06 | |||
| Anteilsbasierte Vergütungen | 0,29 | 1,33 | 1,03 | 0,10 | 0,21 | 3,13 | 0,37 | 0,70 | 7,16 | |||
| Variabel (Equity Deferral 2021) | 0,29 | 0,44 | 0,34 | 0,10 | 0,21 | 0,43 | 0,05 | — | 1,85 | |||
| Variabel (LTIP 2019) | — | 0,90 | 0,70 | — | — | 2,70 | 0,328 | 0,70 | 5,31 | |||
| Vorstandsbezüge | 2,12 | 3,00 | 2,78 | 1,10 | 1,51 | 4,84 | 0,49 | 0,70 | 16,54 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2021, für die der Bonus in 2022 ausbezahlt wurde.
2 Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück und sein Vertrag endete mit 30. April 2023.
3 Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern
4 Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück und ihr Vertrag endete mit 14. Juni 2023.
5 Inklusive Miet- und Lagerkosten und damit verbundenen Steuern
6 Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
7 Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
8 Thomas Gangl erhielt darüber hinaus eine Barbonifikation in der Höhe von EUR 0,08 Mio aus dem Senior Management LTIP 2019.
9 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.
| Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)1 | In EUR Mio | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|
| Gehälter und Prämien | 28,5 | 25,1 | |
| Pensionskassenbeiträge | 1,5 | 1,4 | |
| Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen | 2,5 | 1,1 | |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 6,4 | 5,8 | |
| Sonstige langfristige Vergütungen | 0,1 | 1,2 | |
| Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)2 | 39,0 | 34,6 |
1 2023 gab es im Durchschnitt 51 leitende Führungskräfte (2022: 47) basierend auf den einbezogenen Monaten in der Gruppe.
2 2022 inklusive Vergütung von Martijn van Koten in seiner ehemaligen Funktion als Vorstandsmitglied der Borealis Gruppe.
Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Straf-Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet. Anhangangabe 34 – Anteilsbasierte Vergütungen – enthält Details zu Long Term Incentive Plänen und Equity Deferral. Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2023 EUR 1,0 Mio (2022: EUR 1,1 Mio).
38 Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen
Die OMV verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. Obwohl die OMV weiterhin das Servicing der Forderungen übernimmt, hat die OMV keine Beherrschung über die Carnuntum Ltd. Die OMV führt das Inkasso der Forderungen streng nach der vertraglich vereinbarten Kredit- und Inkassopolitik durch, und alle Entscheidungen in Bezug auf überfällige Forderungen können nur vom Käufer getroffen werden.
2023 hat die OMV Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wert von EUR 6.032 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2022: EUR 5.746 Mio). Zum 31. Dezember 2023 wurden von der OMV in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesene Seller Participation Notes in Höhe von EUR 137 Mio (2022: EUR 168 Mio) und Complementary Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 108 Mio (2022: EUR 105 Mio) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2023 betrug EUR 187 Mio (2022: EUR 196 Mio). Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig. Die Complementary Notes sind vorrangig zu den Seller Participation Notes und haben den gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2023 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 53 Mio (2022: EUR 37 Mio). Die Zinserträge für die in Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2023 EUR 12 Mio (2022: EUR 5 Mio). Weiters erhielt die OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.
39 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 31. Jänner 2024, im Anschluss an ein wettbewerbsorientiertes Bieterverfahren, hat die OMV eine Vereinbarung über die Veräußerung ihrer 50% Beteiligung an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies Holdings SAS unterzeichnet. Der gesamte zahlungswirksame Kaufpreis beläuft sich auf USD 903 Mio. Dieser Betrag beinhaltet die vollständige Rückzahlung des ausstehenden Gesellschafterdarlehens in Höhe von USD 350 Mio, das von OMV an SapuraOMV gewährt wurde, sowie das Nettoumlaufvermögen und andere Elemente, vorbehaltlich einer Anpassung des zahlungswirksamen Kaufpreises zum Vollzug der Transaktion (Wirtschaftlicher Stichtag 31. Dezember 2022). Der Verkauf wird voraussichtlich gegen Ende des ersten Halbjahrs 2024, insbesondere vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vollzogen sein. Der verbleibende Anteil von 50% wird von SapuraEnergy gehalten.
40 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
| Firma | Sitz | Art der Veränderung1 | Wirksamkeitsdatum |
|---|---|---|---|
| Chemicals & Materials | |||
| Rosier France S.A.S. | Arras | Entkonsolidierung | 2. Jänner 2023 |
| Rosier Nederland B.V. | Sas van Gent | Entkonsolidierung | 2. Jänner 2023 |
| Rosier S.A. | Moustier | Entkonsolidierung | 2. Jänner 2023 |
| BlueAlp Holding B.V.2 | Groot-Ammers | Erstkonsolidierung (S) | 11. Jänner 2023 |
| Renasci Oostende Holding N.V. | Ostende | Erstkonsolidierung (S) | 11. Jänner 2023 |
| Renasci Oostende Recycling N.V. | Ostende | Erstkonsolidierung (S) | 11. Jänner 2023 |
| Renasci Oostende SCP N.V. | Ostende | Erstkonsolidierung (S) | 11. Jänner 2023 |
| Renasci N.V. | Ostende | Anteilserhöhung3 | 11. Jänner 2023 |
| Petrogas International B.V.2 | Eindhoven | Erstkonsolidierung (S) | 11. Jänner 2023 |
| Borealis Agrolinz Melamine Deutschland GmbH | Wittenberg | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis Agrolinz Melamine GmbH | Linz | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis Chimie S.A.S. | Courbevoie | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis L.A.T doo, Beograd | Belgrad | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis L.A.T France S.A.S. | Courbevoie | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis L.A.T GmbH | Linz | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S. | Ottmarsheim | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Feboran EOOD | Sofia | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Neochim AD2 | Dimitrovgrad | Entkonsolidierung | 5. Juli 2023 |
| Kilpilahden Voimalaitos Oy2 | Porvoo | Erstkonsolidierung (I) | 30. September 2023 |
| Circular Feedstock Walldürn GmbH | Walldürn | Erstkonsolidierung (A) | 6. Oktober 2023 |
| Rialti S.p.A. | Taino | Erstkonsolidierung (A) | 31. Oktober 2023 |
| Fuels & Feedstock | |||
| OMV Renewable Fuels & Feedstock B.V. | Beveren | Erstkonsolidierung | 20. April 2023 |
| Avanti Deutschland GmbH | Berchtesgaden | Entkonsolidierung | 31. Mai 2023 |
| OMV Switzerland Holding AG | Zug | Entkonsolidierung (I) | 30. Juni 2023 |
| OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o. | Koper | Entkonsolidierung | 30. Juni 2023 |
| Energy | |||
| Preussag Energie International GmbH | Burghausen | Entkonsolidierung (I) | 30. Juni 2023 |
| POSEIDON EXL 005 ANS4 | Lysaker | Erstkonsolidierung | 17. Juli 2023 |
| Deeep Tiefengeothermie GmbH4 | Wien | Erstkonsolidierung | 20. Oktober 2023 |
| Mehreren Segmenten zugeordnet | |||
| C2PAT GmbH & Co KG2 | Wien | Entkonsolidierung (M) | 31. Dezember 2023 |
1 „Erstkonsolidierung“ verweist auf neu gegründete Gesellschaften, „Erstkonsolidierung (A)“ bedeutet, dass die Gesellschaft erworben wurde, „Erstkonsolidierung (S)“ sich auf Gesellschaften bezieht, die aufgrund von Änderungen der Beteiligungsverhältnisse an der Muttergesellschaft in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurden, und Gesellschaften mit „Erstkonsolidierung (I)“ gekennzeichnete Gesellschaften wurden in die Konsolidierung einbezogen, nachdem sie ursprünglich wegen Unwesentlichkeit nicht konsolidiert wurden.„Entkonsolidierung“ verweist auf Gesellschaften, die nach einem Verkauf von den Konzernbeteiligungen exkludiert wurden, „Entkonsolidierung (I)“ bezieht sich auf Gesellschaften die aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert wurden und „Entkonsolidierung (M)“ bezieht sich auf Gesellschaften, die nach einer Verschmelzung auf ein anderes Konzernunternehmen entkonsolidiert wurden.
2 (Vormals) at-equity konsolidierte Gesellschaft
3 Der Anteil an Renasci N.V. wurde von 27,42% auf 50,01% erhöht, was zu einer Änderung der Konsolidierungsmethode von At-equity- auf Vollkonsolidierung führte, und in weiterer Folge auf 98,56% erhöht. Infolge der Erhöhung des Anteils wurden außerdem mehrere Unternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen, die in der Tabelle mit „Erstkonsolidierung (S)“ gekennzeichnet sind. Weitere Einzelheiten sind im nachstehenden Abschnitt zu finden.
4 POSEIDON EXL 005 ANS und Deeep Tiefengeothermie GmbH wurden als gemeinschaftliche Tätigkeiten in den Konsolidierungskreis aufgenommen und entsprechend bilanziert.
Am 11. Jänner 2023 hat Borealis ihren Anteil an Renasci N.V. (Renasci) von 27,42% auf 50,01% weiter erhöht. Durch den schrittweisen Erwerb hält Borealis die Mehrheit der Anteile, die alle dieselben Rechte haben. Borealis erhielt die Beherrschung und Kontrolle über Renasci, da wesentliche Entscheidungen durch Stimmrechte getroffen werden und durch den Umstand, dass die Vetorechte Schutzrechten gemäß IFRS 10 entsprechen. Somit erhielt Borealis gemäß IFRS 10 Kontrolle über Renasci, was zur Beendigung der at-equity-Methode gemäß IAS 28 und zur Anwendung der Regeln für Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 führte. Am 30. November 2023 hat Borealis einen zusätzlichen Anteil von 48,55% an Renasci erworben, was zu einer Gesamtbeteiligung von 98,56% geführt hat. Weitere Informationen betreffend wesentlicher Veräußerungen sind in der Anhangangabe 4 – Änderungen in der Konzernstruktur – zu finden.
Anzahl der einbezogenen Unternehmen
| 2023 | 2022 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollkonsol-dierung | Equity-konsol-dierung | Gemein-schaftliche Tätig-keit¹ | Vollkonsol-dierung | Equity-konsol-dierung | Gemein-schaftliche Tätig-keit¹ | |
| 1. Jänner | 123 | 23 | 4 | 136 | 22 | — |
| Im Berichtsjahr erstmals einbezogen | 6 | 3 | 2 | 5 | 3 | 4 |
| Änderung in der Konsolidierungsart | 1 | –1 | — | — | — | — |
| Im Berichtsjahr entkonsolidiert | –15 | –2 | — | –18 | –2 | — |
| 31. Dezember | 115 | 23 | 6 | 123 | 23 | 4 |
| davon mit Sitz und Betrieb im Ausland | 82 | 18 | 5 | 88 | 17 | 4 |
| davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im Ausland | 10 | — | — | 10 | — | — |
1 Bilanzierung des Anteils der OMV an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen
Liste der Beteiligungen
Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%
| Obergesell-schaft | Konsolidie-rungsart¹ | Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2023 | Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|---|
| Chemicals & Materials | |||
| AGRIPRODUITS S.A.S., Courbevoie (BAGRFR) | BCHIFR NC — | 100,00 | |
| AZOLOR S.A.S., Bras-sur-Meuse | BCHIFR NC-I — | 34,00 | |
| Bayport Polymers LLC, Pasadena² | BNOVUS AEJ | 50,00 | 50,00 |
| BlueAlp Holding B.V., Groot-Ammers | BRENBE AEA | 21,25 | |
| Borealis AB, Stenungsund (BABSWE) | BSVSWE C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis AG, Wien (BORAAG) | BHOLAT C | 39,00 | 39,00 |
| OMVRM | 32,67 | 32,67 | |
| OMV AG | 3,33 | 3,33 | |
| Borealis Agrolinz Melamine Deutschland GmbH, Wittenberg | BORAAG C | — | 100,00 |
| Borealis Agrolinz Melamine GmbH, Linz (BAGMAT) | BORAAG C | — | 100,00 |
| Borealis Antwerpen N.V., Zwijndrecht | BPOBE C | — | 90,00 |
| BORAAG | 100,00 | 10,00 | |
| Borealis Argentina SRL, Buenos Aires | BORAAG NC | 98,00 | 98,00 |
| BSVSWE | 2,00 | 2,00 | |
| BOREALIS ASIA LIMITED, Hongkong | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis BoNo Holdings LLC, Houston (BBNHUS)² | BUS C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Brasil S.A., Itatiba | BORAAG C | 80,00 | 80,00 |
| BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD, Germiston | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Chile SpA, Santiago | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Chimie S.A.R.L., Casablanca | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Chimie S.A.S., Courbevoie (BCHIFR) | BFR C | — | 100,00 |
| Borealis Circular Solutions Holding GmbH, Wien (BCIRC) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Colombia S.A.S., Bogota | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Compounds Inc., Houston (BCOMUS) | BUS C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Denmark ApS, Kopenhagen | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Digital Studio B.V., Zaventem | BORAAG NC | 100,00 | 90,00 |
| BPOBE | — | 10,00 | |
| Borealis Financial Services N.V., Mechelen | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | — | 0,00 | |
| Borealis France S.A.S., Courbevoie (BFR) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Group Services AS, Bamble | BABSWE C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Insurance A/S (captive insurance company), Kopenhagen | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis ITALIA S.p.A., Monza | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Kallo N.V., Kallo | BORAAG C | 100,00 | 0,06 |
| BPOBE | — | 99,94 | |
| Borealis L.A.T Belgium B.V., Beringen | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Bulgaria EOOD, Sofia | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Czech Republic s.r.o., Budweis | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T doo, Beograd, Belgrad | BLATAT C | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T France S.A.S., Courbevoie | BFR C | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T GmbH, Linz (BLATAT) | BORAAG C | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Greece Single Member P.C., Athen | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Hrvatska d.o.o., Klisa | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Hungary Kft., Budapest | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Italia s.r.l., Mailand | BORAAG NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Polska Sp. z o.o., Warschau | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Romania s.r.l., Bukarest | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis L.A.T Slovakia s.r.o., Chotin | BLATAT NC | — | 100,00 |
| Borealis México, S.A. de C.V., Mexico-Stadt | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| BCOMUS | 0,00 | 0,00 | |
| Borealis Middle East Holding GmbH, Wien (BORMEH) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Plasticos, S.A. de C.V., Mexico-Stadt | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| BABSWE | — | 0,00 | |
| BCOMUS | 0,00 | ||
| Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Sirketi, Istanbul | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Plastomers B.V., Geleen | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda., Itatiba | BORAAG NC | 99,99 | 99,99 |
| BSVSWE | 0,01 | 0,01 | |
| Borealis Polska Sp. z o.o., Warschau | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Polymere GmbH, Burghausen (BPODE) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Polymers N.V., Beringen (BPOBE) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | — | 0,00 | |
| Borealis Polymers Oy, Porvoo | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Polyolefine GmbH, Schwechat (BPOAT) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | 0,00 | 0,00 | |
| Borealis Polyolefins d.o.o., Zagreb | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Polyolefins S.R.L., Bukarest | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Polyolefins s.r.o., Bratislava | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S., Ottmarsheim | BFR C | — | 100,00 |
| Borealis Química España S.A., Barcelona | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis RUS LLC, Moskau | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis s.r.o., Prag | BORAAG NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Services S.A.S., Paris | BFR NC | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Sverige AB, Stenungsund (BSVSWE) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis Technology Oy, Porvoo | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| BOREALIS UK LTD, Manchester | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borealis USA Inc., Houston (BUS) | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Borouge 4 LLC, Abu Dhabi | BORMEH AEJ | 40,00 | 40,00 |
| Borouge PLC, Abu Dhabi (BOROLC) | BORMEH AEJ | 36,00 | 36,00 |
| Borouge Pte. Ltd., Singapur | BOROLC AEJ | 84,75 | 84,75 |
| BORMEH | 15,25 | 15,25 | |
| Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH, Linz | BAGMAT NC-I | — | 47,50 |
| Circular Feedstock Walldürn GmbH, Walldürn³ | OMVD C | 89,90 | |
| DYM SOLUTION CO., LTD, Cheonan | BORAAG C | 100,00 | 99,75 |
| Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH , Wildon | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| EPS Ethylen-Pipeline-Süd Geschäftsführungs GmbH, München | OMVD NC-I | 15,46 | 15,46 |
| BPODE | 7,73 | 7,73 | |
| EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München | OMVD AEA | 20,66 | 20,66 |
| BPODE | 10,33 | 10,33 | |
| Etenförsörjning i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE C | 80,00 | 80,00 |
| Feboran EOOD, Sofia (BFEBGR) | BORAAG C | — | 100,00 |
| Franciade Agrifluides S.A.S. (FASA), Blois | BCHIFR NC-I | — | 40,00 |
| BAGRFR | — | 9,98 | |
| Hallbar Kemi i Stenungsund, Stenungsund | BABSWE NC-I | 20,00 | 20,00 |
| Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE NC-I | 25,00 | 25,00 |
| KB Munkeröd 1:72, Stenungsund | BABSWE NC | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | 0,00 | 0,00 | |
| Kilpilahden Voimalaitos Oy, Porvoo⁴ | BORAAG AEA | 20,00 | 20,00 |
| mtm compact GmbH, Niedergebra | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| mtm plastics GmbH, Niedergebra | BORAAG C | 100,00 | 100,00 |
| Neochim AD, Dimitrovgrad | BFEBGR AEA | — | 20,30 |
| Novealis Holdings LLC, Houston (BNOVUS) | BBNHUS C | 50,00 | 50,00 |
| BSBHUS | 50,00 | 50,00 | |
| OMV Borealis Holding GmbH, Wien (BHOLAT) | OMVRM C | 100,00 | 100,00 |
| Petrogas International B.V., Eindhoven | BRENBE AEA | 25,00 | |
| PetroPort Holding AB, Stenungsund | BABSWE AEJ | 50,00 | 50,00 |
| Recelerate GmbH, Herborn | BORAAG NC-I | 50,00 | 50,00 |
| Renasci N.V., Ostende (BRENBE)⁴ | BCIRC C | 98,56 | 27,42 |
| Renasci Oostende Holding N.V., Ostende | BRENBE C | 100,00 | |
| Renasci Oostende Recycling N.V., Ostende | BRHOBE C | 100,00 | |
| Renasci Oostende SCP N.V., Ostende | BRHOBE C | 100,00 | |
| Rialti S.p.A., Taino | BORAAG C | 100,00 | |
| Rosier France S.A.S., Arras | BROSBE C | — | 100,00 |
| Rosier Nederland B.V., Sas van Gent | BROSBE C | — | 100,00 |
| Rosier S.A., Moustier (BROSBE) | BORAAG C | — | 98,09 |
| Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides), Monéteau | BCHIFR NC-I | — | 39,97 |
| BAGRFR | — | 9,93 | |
| Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix), Paris | BCHIFR NC-I | — | 25,00 |
| BLATAT | — | 0,00 | |
| Star Bridge Holdings LLC, Port Murray (BSBHUS)² | BUS C | 100,00 | 100,00 |
| STOCKAM G.I.E., Grand-Quevilly | BCHIFR NC | 99,00 | |
| BAGRFR | 1,00 | ||
| Fuels & Feedstock | |||
| Abu Dhabi Oil Refining Company, Abu Dhabi | OMVRM AEA | 15,00 | 15,00 |
| Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi (ADPINV) | OMVRM AEJ | 25,00 | 25,00 |
| ADNOC Global Trading LTD , Abu Dhabi | OMVRM AEA | 15,00 | 15,00 |
| Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien | OMVRM NC-I | 33,33 | 33,33 |
| Autobahn - Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien | OMVRM NC-I | 47,19 | 47,19 |
| Avanti Deutschland GmbH, Berchtesgaden | OMVRM C | — | 100,00 |
| BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH in Liqu., Wien⁵ | OMVRM NC-I | 26,00 | 26,00 |
| BTF Industriepark Schwechat GmbH, Schwechat | BPOAT NC | 50,00 | 50,00 |
| OMVRM | 50,00 | 50,00 | |
| Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München | OMVD AEA | 32,26 | |
| 32,26 DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest OHUN C 100,00 100,00 Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach6 OMVRM AEA 55,60 55,60 GENOL Gesellschaft m.b.H., Korneuburg OMVRM AEA 29,00 29,00 KSW Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (SWJS) OMVRM NC — 100,00 KSW Elektro- und Industrieanlagenbau Gesellschaft m.b.H., Feldkirch SWJS NC-I — 25,10 OMV - International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM C 100,00 100,00 OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM C 99,90 99,90 OMVRM 0,10 0,10 OMV Česká republika, s.r.o., Prag OMVRM C 100,00 100,00 OMV Deutschland Services GmbH, Burghausen (OMVDS) OMVD C 100,00 100,00 OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) OMVRM C 100,00 100,00 OMV PETROM Aviation S.R.L., Otopeni PETROM C 100,00 100,00 ROMAN 0,00 0,00 OMV Petrom Biofuels SRL, Bukarest PETROM C 25,00 75,00 OMVRM 75,00 25,00 OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM C 100,00 100,00 OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien OMVRM C 100,00 100,00 OMV Renewable Fuels & Feedstock B.V., Beveren OMVRM C 100,00 OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Koper OMVRM C — 92,25 OMV Slovensko s.r.o., Bratislava OMVRM C 99,96 99,96 OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM C 99,96 99,96 OMVRM 0,04 0,04 OMV Supply & Trading Italia S.r.l., Triest OMVRM C 100,00 100,00 OMV Supply & Trading Limited, London (OTRAD) OMVRM C 100,00 100,00 OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur OTRAD NC 100,00 100,00 OMV Switzerland Holding AG, Zug4 OGI NC 100,00 100,00 Pak-Arab Refinery Limited, Karachi ADPINV AEJ 40,00 40,00 Petrom-Moldova S.R.L., Kischinau PETROM C 100,00 100,00 Routex B.V., Amsterdam OMVRM NC-I 20,00 20,00 Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg4 OMVRM NC-I 50,00 33,33 Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest OMVRM AEA 32,26 32,26 SuperShop Marketing Korlátolt Felelősségű Társaság, Budapest OHUN NC-I 50,00 50,00 TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD NC-I 33,33 33,33 Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol OMVRM AEA 32,26 32,26 Energy Central European Gas Hub AG, Wien (HUB) OGI C 65,00 65,00 Deeep Tiefengeothermie GmbH, Wien OGEO PC 49,00 EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien HUB AEA 49,00 49,00 Energy Infrastructure Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00 Energy Petroleum Holdings Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00 Energy Petroleum Investments Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00 Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn OGSG AEA 39,99 39,99 JSC GAZPROM YRGM Development, Sankt Petersburg7 OMVEP NC-I — — OJSC Severneftegazprom, Krasnoselkup OMVEP NC-I 24,99 24,99 OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV (NAMIBIA) Exploration GmbH, Wien ONAFRU NC 100,00 100,00 OMV (NORGE) AS, Stavanger (ONOR) OMVEP C 100,00 100,00 OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) OMV AG C 100,00 100,00 OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) OMVEP C 100,00 100,00 OMV Austria Geothermal GmbH, Wien (OGEO) OGREEN C 100,00 100,00 OMV Barrow Pty Ltd, Perth OAUST NC 100,00 100,00 OMV Beagle Pty Ltd, Perth OAUST NC 100,00 100,00 OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien OMV AG NC 100,00 100,00 OMV Bina Bawi GmbH, Wien PETEX NC 100,00 100,00 OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Croatia Geothermal GmbH, Wien OGREEN NC 100,00 OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul8 OMVRM C 100,00 100,00 OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG C 100,00 100,00 OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP NC — 100,00 OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien (OGI) OMV AG C 100,00 100,00 OMV Gas Marketing & Trading Belgium, Brüssel ECOGAS C 100,00 100,00 OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH, Düsseldorf ECOGAS C 100,00 100,00 OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS) OMVRM C 100,00 100,00 OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest ECOGAS C 100,00 100,00 OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand ECOGAS NC 100,00 100,00 OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam OFS C 100,00 100,00 OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG) OMVDS C 100,00 100,00 OMV Gas Storage GmbH, Wien OGI C 100,00 100,00 OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul8 OMVRM C 100,00 100,00 OMV Green Energy GmbH, Wien (OGREEN) OMVEP C 100,00 100,00 OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Maurice Energy GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Middle East & Africa GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) OMVEP C 100,00 100,00 OMV NZ Production Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00 OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas OMVEP C 100,00 100,00 OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU) OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien PETROM C 100,00 100,00 OMV Offshore Morondava GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Oil Exploration GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV Oil Production GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV Orient Hydrocarbon GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Orient Upstream GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) OMVEP NC 100,00 100,00 OMV Petroleum Pty Ltd, Perth NZEA NC 100,00 100,00 OMV PETROM E&P BULGARIA S.R.L., Bukarest PETROM C 100,00 100,00 OMV Petrom Energy Solution SRL, Bukarest PETROM NC 100,00 OMV PETROM GEORGIA LLC, Tiflis PETROM C 100,00 100,00 OMV Proterra GmbH, Wien OEPA NC 100,00 100,00 OMV Russia Upstream GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00 OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) OMVEP C 100,00 100,00 Pearl Petroleum Company Limited, Road Town OUPI AEA 10,00 10,00 PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Burghausen OMVEP NC 100,00 100,00 PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas PETROM NC 100,00 99,99 POSEIDON EXL 005 ANS, Lysaker ONOR PC 50,00 Preussag Energie International GmbH, Burghausen4 OMVEP NC 100,00 100,00 S. PARC FOTOVOLTAIC ISALNITA S.A., Târgu Jiu PETROM PC 50,00 50,00 S. PARC FOTOVOLTAIC ROVINARI EST S.A., Târgu Jiu PETROM PC 50,00 50,00 S. PARC FOTOVOLTAIC TISMANA 1 S.A., Târgu Jiu PETROM PC 50,00 50,00 S. SOLARIST TISMANA 2 S.A., Târgu Jiu PETROM PC 50,00 50,00 SapuraOMV Block 30, S. de R.L. de C.V., Mexico-Stadt SEUPMY C 99,00 99,00 SEMXMY 1,00 1,00 SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEAMMY) SEUPMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Australia) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEAUMY) SEOCMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Holding) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEUPMY) SOUPMY C 100,00 100,00 SAPURAOMV UPSTREAM (MALAYSIA) SDN. BHD., Kuala Lumpur SEUPMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Mexico) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEMXMY) SEAMMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (NZ) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SENZMY) SEOCMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Oceania) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEOCMY) SEUPMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Sarawak) Inc., Nassau SEUPMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream (Western Australia) Pty Ltd, Perth SEAUMY C 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream JV Sdn. Bhd., Kuala Lumpur SENZMY NC 100,00 100,00 SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SOUPMY) OMVEP C 50,00 50,00 Konzernbereich & Sonstiges ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII, Bukarest PETROM NC-I 20,00 20,00 Diramic Insurance Limited, Gibraltar OMV AG C 100,00 100,00 OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien SNO C 100,00 100,00 OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) SNO C 100,00 100,00 OMV Finance Services NOK GmbH, Wien SNO C 100,00 100,00 OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien SNO C 100,00 100,00 OMV Insurance Broker GmbH in Liqu., Wien5 OMV AG NC 100,00 100,00 OMV International Oil & Gas GmbH, Baar OMV AG C 100,00 100,00 OMV Petrom Global Solutions SRL, Bukarest SNO C 75,00 75,00 PETROM 25,00 25,00 OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) OMV AG C 100,00 100,00 PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest PETROM C 100,00 100,00 Mehreren Segmenten zugeordnet9 C2PAT GmbH & Co KG, Wien BORAAG AEJ — 25,00 OMVRM — 25,00 C2PAT GmbH, Wien BORAAG AEJ 25,00 25,00 OMVRM 25,00 25,00 OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) OMVRM C 90,00 90,00 OMV AG 10,00 10,00 OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG, Burghausen10 OMVD C 99,99 99,99 OMVDS 0,01 0,01 OMV Deutschland Operations GmbH & Co. KG, Burghausen OMVD C 99,99 99,99 OMVDS 0,01 0,01 OMV Downstream GmbH, Wien (OMVRM) OMV AG C 100,00 100,00 OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) OMV AG C 51,16 51,16 |
| Name of the Company | Segment Code | Consolidation Type | Share of OMV (%) | Share of OMV (%) |
|---|---|---|---|---|
| 1 Konsolidierungsart: C Verbundene einbezogene Unternehmen | AEA | Assoziierte Unternehmen at-equity bewertet | AEJ | Gemeinschaftsunternehmen at-equity bewertet |
| PC Gemeinschaftliche Tätigkeit; Konsolidierung des Anteils der OMV an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen | NC-I | Sonstige, nicht konsolidierte Beteiligungen; assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist | NC | Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneter Bedeutung sind |
| 2 Eingetragen in Wilmington | ||||
| 3 Wirtschaftlicher Anteil 100,00% | ||||
| 4 Konsolidierungsart wurde im Vergleich zu 2022 geändert. | ||||
| 5 Der eingetragene Name der Gesellschaft wurde nach Einleitung der Liquidation geändert. | ||||
| ```# 6 Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung mittels Vollkonsolidierung, sondern at-equity bilanziert, da kein Beherrschungsverhältnis vorliegt. 7 Wirtschaftlicher Anteil 99,99% 8 Segmentzuordnung wurde im Vergleich zu 2022 geändert. 9 In der Segmentberichterstattung den jeweiligen Segmenten zugeordnet. 10 Die OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG, Burghausen, Deutschland, machte im Geschäftsjahr 2023 von den Befreiungsvorschriften für die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht, Prüfung und Offenlegung nach § 264b HGB i.V.m. § 325 HGB Gebrauch. Die Befreiung der Gesellschaft wird unter Bezugnahme auf diese Vorschriften und unter Angabe des Mutterunternehmens im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bei den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen. |
Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11)
| Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2023 | % Anteile 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|
| Nafoora – Augila | Onshore-Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 100 | 100 |
| Concession 103 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 100 | 100 |
| Pohokura | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Neuseeland | 74 | 74 |
| Neptun Deep | Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Rumänien | 50 | 50 |
| Nawara | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Tunesien | 50 | 50 |
1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft (NOC) stehen 88–90% der Produktion zu („primary split“).
Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten
| Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2023 | % Anteile 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|
| NC 115 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 30 | 30 |
| NC 186 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 24 | 24 |
| SK 408 | Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Malaysia | 40 | 40 |
| Aasta Hansteen | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 15 | 15 |
| Edvard Grieg | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 20 | 20 |
| Gullfaks | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 19 | 19 |
| Sarb & Umm Lulu | Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Abu Dhabi | 20 | 20 |
| Ghasha | Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Abu Dhabi | 5 | 5 |
1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88–90% der Produktion zu („primary split“).
2 SK408 ist Teil der Veräußerungsgruppe SapuraOMV, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurde.
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
Die folgenden Tabellen stellen Zusatzinformationen hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 erforderlich wären, würde gemäß US GAAP berichtet werden. Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses. Die Zusatzangaben beziehen sich auf den Geschäftsbereich Energy mit Ausnahme der Bereiche Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen der OMV können der Anhangangabe 5 – Segmentberichterstattung – entnommen werden.
Die regionale Aufteilung wird nachfolgend beschrieben1:
- Rumänien und Schwarzes Meer: Bulgarien, Kasachstan (bis Mai 2021) und Rumänien
- Österreich: Österreich
- Russland: Russland (bis Februar 2022)
- Nordsee: Norwegen
- Mittlerer Osten und Afrika: Iran (Evaluierung ausgesetzt), Region Kurdistan im Irak, Libyen, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen
- Neuseeland und Australien: Australien und Neuseeland
- Malaysia: SapuraOMV2
1 Die Regionen Mittel- und Osteuropa (beinhaltet Rumänien und Schwarzes Meer sowie Österreich) und Asien-Pazifik (beinhaltet Neuseeland und Australien sowie Malaysia) laut Lagebericht werden für diese Angabe weiter untergliedert, um die Informationen detaillierter darzustellen.
2 Beinhaltet nicht nur Malaysia, sondern auch die Tochtergesellschaften der SapuraOMV in Neuseeland, Australien und Mexiko.
Akquisitionen
Es gab keine wesentlichen Akquisitionen in den Jahren 2023, 2022 und 2021.
Veräußerungen und Entkonsolidierung
2023 gab es keine wesentlichen Veräußerungen. Seit 1. März 2022 hat die OMV die Vollkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development, aufgrund des Verlusts der Beherrschung, dem Krieg Russlands gegen die Ukraine folgend, beendet. Am 1. August 2021 schloss die SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. den Verkauf ihrer Anteile an der SapuraOMV Upstream (PM) Inc. ab, die Anteile an vor der malaysischen Halbinsel produzierenden Vermögenswerten gehalten hat. Am 14. Mai 2021 hat die OMV Petrom den Verkauf ihrer 100%-Anteile an der Kom-Munai LLP und der Tasbulat Oil Corporation LLP (beide mit Sitz in Aktau, Kasachstan) abgeschlossen.
Zu Veräußerungszwecken gehalten
Am 4. Dezember 2023 wurde SapuraOMV in die Bilanzposition „Zu Veräußerungzwecken gehalten“ umgegliedert. Weitere Informationen befinden sich in Anhangangabe 22 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten und Anhangangabe 39 – Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. Die nachstehenden ergänzenden Informationen zu Öl- und Gasreserven enthalten die vollen Beträge der Veräußerungsgruppe.
Nicht beherrschende Anteile
Da die OMV 51% an OMV Petrom hält, ist diese vollkonsolidiert. Es sind daher 100% der OMV Petrom Vermögenswerte und Ergebnisse enthalten. Die OMV hält eine 50% Beteiligung an SapuraOMV, die vollkonsolidiert ist. Die Zahlen beinhalten daher 100% der Vermögenswerte und Ergebnisse der SapuraOMV.
At-equity bewertete Beteiligungen
Die OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited (Region Mittlerer Osten und Afrika). Seit 1. März 2022 hat die OMV die at-equity-Bilanzierung der OJSC Severneftegazprom (Region Russland), an der sie 24,99% hält, aufgrund des Verlusts des maßgeblichen Einflusses, dem Krieg Russlands gegen die Ukraine folgend, beendet. Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen.
Weitere Informationen zu wesentlichen Auswirkungen
2023 war wesentlich beeinflusst durch die finale Investitionsentscheidung (FID) zur Ausführung des Neptun Projektes im Schwarzen Meer und der Hail und Ghasa Entwicklung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.
a) Aktivierte Kosten
Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.
Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 1.197 | 1.811 | 2.137 |
| Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 29.501 | 28.240 | 27.611 |
| Gesamt | 30.698 | 30.051 | 29.749 |
| Kumulierte Abschreibungen | –20.009 | –19.411 | –18.136 |
| Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibungen) | 10.689 | 10.640 | 11.613 |
Aktivierte Kosten – at-equity bewertete Beteiligungen
| In EUR Mio | 2023 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 146 | 151 | 164 |
| Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 314 | 292 | 477 |
| Gesamt | 460 | 443 | 641 |
| Kumulierte Abschreibungen | –193 | –76 | –99 |
| Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibungen) | 267 | 367 | 542 |
b) Kosten der Periode
Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.
Kosten der Periode
| In EUR Mio | Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Explorationskosten | 35 | 61 | — | 62 | 28 | 25 | 38 | 248 |
| Entwicklungskosten | 338 | 40 | — | 168 | 252 | 71 | 154 | 1.024 |
| Kosten der Periode | 373 | 101 | — | 231 | 280 | 96 | 191 | 1.272 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | — | 33 | — | — | 33 |
| 2022 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Explorationskosten | 35 | 24 | — | 59 | 10 | 26 | 48 | 202 |
| Entwicklungskosten | 327 | 21 | — | 159 | 171 | 188 | 102 | 969 |
| Kosten der Periode | 362 | 45 | — | 219 | 181 | 214 | 150 | 1.171 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 2 | — | 27 | — | — | 29 |
| 2021 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | 1 | — | — | 0 | — | — | 1 | 3 |
| Explorationskosten | 41 | 6 | — | 81 | 25 | 26 | 30 | 210 |
| Entwicklungskosten | 265 | 38 | — | 243 | 165 | 102 | 39 | 852 |
| Kosten der Periode | 307 | 44 | — | 324 | 191 | 128 | 70 | 1.065 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 62 | — | 21 | — | — | 83 |
c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion
Die folgenden Tabellen stellen Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion der OMV anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Energy Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten, andere Aufwendungen und die Bereiche Stromproduktion, Gasversorgung, -marketing, -handel und -logistik nicht enthalten sind. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen der OMV können der Anhangangabe 5 – Segmentberichterstattung – entnommen werden. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.# Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion
In EUR Mio
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Umsatz mit Dritten¹ | 6 | 1 | — | 979 | 635 | 218 | 268 | 2.107 |
| Konzerninterner Umsatz | 2.452 | 418 | — | 1.064 | 1.646 | 231 | — | 5.812 |
| 2.458 | 419 | — | 2.044 | 2.282 | 450 | 268 | 7.920 | |
| Produktionsaufwand | –575 | –94 | — | –197 | –181 | –83 | –18 | –1.148 |
| Förderzinsabgaben | –501 | –84 | — | — | –283 | –46 | –10 | –925 |
| Explorationsaufwand² | –23 | –8 | — | –60 | –16 | –8 | — | –107 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –475 | –97 | — | –333 | –168 | –214 | –72 | –1.358 |
| Sonstige Kosten³ | –14 | –17 | — | –116 | –50 | –15 | –19 | –231 |
| –1.587 | –300 | — | –707 | –698 | –367 | –226 | –3.884 | |
| Ergebnis vor Steuern | 871 | 119 | — | 1.337 | 1.584 | 83 | 42 | 4.036 |
| Ertragsteuern⁴ | –124 | –42 | — | –1.063 | –1.273 | –23 | –16 | –2.542 |
| Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 746 | 76 | — | 274 | 311 | 60 | 26 | 1.493 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | — | — | –72 | — | — | –72 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Umsatz mit Dritten¹ | 5 | –32 | 206 | 1.394 | 931 | 225 | 302 | 3.032 |
| Konzerninterner Umsatz | 3.281 | 959 | — | 3.530 | 1.927 | 236 | — | 9.933 |
| 3.286 | 927 | 206 | 4.924 | 2.858 | 461 | 302 | 12.965 | |
| Produktionsaufwand | –512 | –91 | — | –183 | –183 | –87 | –16 | –1.071 |
| Förderzinsabgaben | –1.102 | –182 | — | — | –312 | –46 | –21 | –1.663 |
| Explorationsaufwand² | –28 | –12 | — | –118 | 2 | –53 | –41 | –250 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –845 | –43 | –12 | –416 | –424 | 46 | –91 | –1.785 |
| Sonstige Kosten³ | –65 | –15 | –60 | –131 | –64 | –2 | –22 | –359 |
| –2.552 | –344 | –72 | –848 | –980 | –142 | –191 | –5.128 | |
| Ergebnis vor Steuern | 734 | 583 | 135 | 4.077 | 1.878 | 319 | 111 | 7.837 |
| Ertragsteuern⁴ | –121 | –229 | –28 | –3.274 | –1.553 | –83 | –34 | –5.322 |
| Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 613 | 354 | 107 | 803 | 325 | 237 | 77 | 2.516 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | 3 | — | 56 | — | — | 59 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Umsatz mit Dritten¹ | 22 | –649 | 562 | 876 | 556 | 279 | 239 | 1.884 |
| Konzerninterner Umsatz | 1.845 | 432 | — | 1.345 | 1.018 | 122 | — | 4.762 |
| 1.868 | –218 | 562 | 2.221 | 1.574 | 400 | 239 | 6.646 | |
| Produktionsaufwand | –477 | –78 | — | –144 | –146 | –81 | –24 | –950 |
| Förderzinsabgaben | –404 | –66 | — | — | –135 | –39 | –13 | –658 |
| Explorationsaufwand² | –43 | –5 | — | –108 | –43 | –18 | –65 | –281 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –499 | –102 | –70 | –381 | –246 | –127 | –101 | –1.526 |
| Sonstige Kosten³ | –70 | –14 | –329 | –132 | –25 | –5 | –21 | –597 |
| –1.493 | –265 | –399 | –766 | –596 | –270 | –223 | –4.012 | |
| Ergebnis vor Steuern | 375 | –483 | 163 | 1.455 | 979 | 130 | 15 | 2.635 |
| Ertragsteuern⁴ | –59 | 121 | –27 | –981 | –750 | –38 | –6 | –1.740 |
| Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 316 | –362 | 135 | 475 | 229 | 92 | 10 | 895 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | 24 | — | 31 | — | — | 55 |
¹ Enthält Hedging-Effekte aus Derivaten; die Region Österreich enthält Hedging-Effekte zentral gesteuerter Derivate (2023: null, 2022: EUR –33 Mio, 2021: EUR –675 Mio)
² Enthält Wertminderungen betreffend Exploration und Evaluierung
³ Enthält Bestandsveränderungen von Vorräten
⁴ Ertragsteuern in den Regionen Nordsee und Mittlerer Osten und Afrika enthalten Körperschaftsteuern und „Special Petroleum Taxes“. 2023 und 2022 enthielten die Ertragssteuern in Österreich den EU Solidaritätsbeitrag.
d) Öl- und Gasreserven
Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können. Die sicheren Reserven werden auf Basis eines 12-Monats-Durchschnittspreises ermittelt, es sei denn, die Preise sind vertraglich festgelegt.
Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren, oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung relativ gering sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindliche Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.
Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Fertigstellung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.
Erdöl und NGL in Mio bbl
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen | ||||||||
| 1. Jänner 2021 | 298,8 | 34,0 | — | 44,5 | 270,2 | 8,0 | 5,7 | 661,2 |
| Revision früherer Schätzungen | 4,2 | 1,0 | — | 17,2 | 30,3 | 7,6 | 4,9 | 65,2 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf von Reserven | –21,4 | — | — | — | — | — | –2,4 | –23,8 |
| Erweiterungen und Neufunde | 0,3 | — | — | — | — | 0,8 | — | 1,0 |
| Produktion | –23,0 | –3,6 | — | –15,3 | –24,8 | –3,5 | –1,7 | –71,9 |
| 31. Dezember 2021 | 258,8 | 31,4 | — | 46,4 | 275,7 | 12,9 | 6,5 | 631,7 |
| Revision früherer Schätzungen | –8,4 | 1,9 | — | 15,8 | 32,3 | 1,1 | 0,4 | 43,1 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Erweiterungen und Neufunde | 0,1 | — | — | — | — | — | — | 0,1 |
| Produktion | –20,9 | –3,3 | — | –14,7 | –27,3 | –3,0 | –0,6 | –69,9 |
| 31. Dezember 2022 | 229,6 | 30,0 | — | 47,6 | 280,6 | 11,0 | 6,2 | 605,0 |
| Revision früherer Schätzungen | –1,6 | 0,7 | — | 6,9 | 89,9 | 0,6 | 2,1 | 98,6 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Erweiterungen und Neufunde | 0,3 | — | — | — | — | — | — | 0,3 |
| Produktion | –20,0 | –3,0 | — | –13,4 | –29,1 | –3,6 | –0,7 | –69,7 |
| 31. Dezember 2023 | 208,3 | 27,7 | — | 41,1 | 341,5 | 8,0 | 7,6 | 634,2 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven - At-equity bewertete Beteiligungen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | — | — | — | — | 17,5 | — | — | 17,5 |
| 31. Dezember 2022 | — | — | — | — | 16,0 | — | — | 16,0 |
| 31. Dezember 2023 | — | — | — | — | 15,1 | — | — | 15,1 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte Reserven - Tochterunternehmen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | 234,2 | 31,4 | — | 40,7 | 189,2 | 6,0 | 1,6 | 503,2 |
| 31. Dezember 2022 | 206,6 | 30,0 | — | 39,4 | 234,5 | 9,2 | 1,7 | 521,4 |
| 31. Dezember 2023 | 187,6 | 27,7 | — | 32,8 | 252,4 | 8,0 | 1,4 | 509,8 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte Reserven - at-equity bewertete Beteiligungen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | — | — | — | — | 14,7 | — | — | 14,7 |
| 31. Dezember 2022 | — | — | — | — | 15,4 | — | — | 15,4 |
| 31. Dezember 2023 | — | — | — | — | 13,4 | — | — | 13,4 |
Erdgas in bcf
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen | ||||||||
| 1. Jänner 2021 | 940,7 | 155,3 | — | 383,6 | 82,4 | 195,3 | 376,3 | 2.133,6 |
| Revision früherer Schätzungen | 76,2 | 17,7 | — | 7,8 | 80,7 | 115,3 | 212,0 | 509,6 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf | –22,3 | — | — | — | — | — | –9,1 | –31,5 |
| Erweiterungen und Neufunde | 1,5 | — | — | — | — | 15,4 | — | 17,0 |
| Produktion | –130,6 | –20,6 | — | –102,3 | –17,3 | –51,8 | –64,5 | –387,0 |
| 31. Dezember 2021¹ | 865,5 | 152,4 | — | 289,2 | 145,8 | 274,2 | 514,7 | 2.241,7 |
| Revision früherer Schätzungen | 68,1 | 15,2 | — | 144,4 | –1,3 | 9,0 | –7,9 | 227,6 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Erweiterungen und Neufunde | 1,6 | — | — | — | — | — | — | 1,6 |
| Produktion | –122,0 | –19,7 | — | –102,2 | –14,7 | –47,1 | –60,0 | –365,6 |
| 31. Dezember 2022¹ | 813,2 | 147,9 | — | 331,4 | 129,8 | 236,1 | 446,8 | 2.105,2 |
| Revision früherer Schätzungen | 464,3 | 13,7 | — | 37,0 | 195,5 | –36,5 | 56,2 | 730,1 |
| Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Verkauf | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Erweiterungen und Neufunde | 4,9 | — | — | — | — | — | — | 4,9 |
| Produktion | –115,7 | –18,0 | — | –84,5 | –13,6 | –53,8 | –57,9 | –343,6 |
| 31. Dezember 2023¹ | 1.166,8 | 143,6 | — | 283,9 | 311,7 | 145,7 | 445,0 | 2.496,7 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | — | — | 1.167,1 | — | 369,2 | — | — | 1.536,4 |
| 31. Dezember 2022 | — | — | — | — | 303,6 | — | — | 303,6 |
| 31. Dezember 2023 | — | — | — | — | 292,5 | — | — | 292,5 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | 779,5 | 84,0 | — | 287,0 | 62,5 | 115,4 | 291,9 | 1.620,2 |
| 31. Dezember 2022 | 723,4 | 80,3 | — | 290,8 | 39,9 | 195,9 | 228,9 | 1.559,1 |
| 31. Dezember 2023 | 628,0 | 76,0 | — | 246,8 | 35,0 | 145,7 | 158,5 | 1.290,0 |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen | ||||||||
| 31. Dezember 2021 | — | — | 1.090,7 | — | 278,9 | — | — | 1.369,7 |
| 31. Dezember 2022 | — | — | — | — | 288,3 | — | — | 288,3 |
| 31. Dezember 2023 | — | — | — | — | 259,3 | — | — | 259,3 |
¹ Inklusive rund 67,6 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs
e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt. Zukünftige Mittelzuflüsse beinhalten die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, die zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen geschätzte Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der zukünftigen Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Nettokosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird.# Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem die OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten und einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.
In EUR Mio
| Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen | Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neuseeland und Australien | Malaysia | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Zukünftige Mittelzuflüsse | 30.238 | 3.656 | — | 6.457 | 28.233 | 1.170 | 2.256 | 72.011 |
| Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –13.937 | –2.276 | — | –2.397 | –8.842 | –1.412 | –622 | –29.486 |
| Zukünftige Entwicklungsausgaben | –3.184 | –378 | — | –512 | –1.901 | –86 | –71 | –6.131 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 13.117 | 1.002 | — | 3.549 | 17.491 | –327 | 1.563 | 36.395 |
| Zukünftige Ertragsteuern | –1.857 | –129 | — | –3.265 | –12.340 | 168 | –461 | –17.884 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 11.260 | 873 | — | 284 | 5.150 | –159 | 1.103 | 18.511 |
| 10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –4.546 | –422 | — | –11 | –2.582 | 169 | –297 | –7.689 |
| Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 6.714 | 451 | — | 273 | 2.568 | 10 | 806 | 10.821 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | — | 475 | — | — | 475 |
| 2022 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Zukünftige Mittelzuflüsse | 29.864 | 7.435 | — | 14.937 | 26.611 | 2.051 | 2.248 | 83.145 |
| Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –15.951 | –2.766 | — | –2.711 | –7.771 | –1.829 | –690 | –31.718 |
| Zukünftige Entwicklungsausgaben | –1.424 | –246 | — | –631 | –890 | –222 | –213 | –3.626 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 12.489 | 4.422 | — | 11.594 | 17.950 | 0 | 1.345 | 47.800 |
| Zukünftige Ertragsteuern | –1.724 | –1.028 | — | –10.465 | –13.283 | 132 | –380 | –26.748 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 10.765 | 3.394 | — | 1.129 | 4.667 | 132 | 965 | 21.053 |
| 10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –4.718 | –1.815 | — | –184 | –1.547 | 213 | –296 | –8.347 |
| Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 6.048 | 1.579 | — | 945 | 3.120 | 345 | 669 | 12.705 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | — | 451 | — | — | 451 |
| 2021 | ||||||||
| Tochterunternehmen | ||||||||
| Zukünftige Mittelzuflüsse | 17.585 | 3.336 | 2.625 | 5.608 | 16.545 | 1.905 | 1.433 | 49.038 |
| Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –9.221 | –1.612 | –2.148 | –2.293 | –5.419 | –1.647 | –490 | –22.831 |
| Zukünftige Entwicklungsausgaben | –1.422 | –246 | — | –281 | –776 | –380 | –257 | –3.362 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 6.942 | 1.479 | 477 | 3.034 | 10.350 | –122 | 685 | 22.845 |
| Zukünftige Ertragsteuern | –577 | –264 | –97 | –2.541 | –6.893 | 116 | –175 | –10.432 |
| Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 6.366 | 1.214 | 380 | 493 | 3.457 | –6 | 510 | 12.413 |
| 10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –3.089 | –630 | –71 | –109 | –1.100 | 175 | –216 | –5.040 |
| Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 3.276 | 584 | 309 | 384 | 2.357 | 169 | 294 | 7.373 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 187 | — | 336 | — | — | 523 |
f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
In EUR Mio
| 2023 | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|
| Tochterunternehmen | |||
| 1. Jänner | 12.705 | 7.373 | 3.987 |
| Verkauf von gefördertem Öl und Gas in der laufenden Periode abzüglich dazugehöriger Produktionsausgaben | –7.049 | –4.102 | –2.262 |
| Nettoveränderung Preise und Produktionskosten für künftige Perioden | –6.538 | 13.243 | 8.231 |
| Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen | — | — | –67 |
| Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden | 32 | 7 | 5 |
| Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode | 823 | 895 | 657 |
| Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und Rekultivierungskosten in der Periode | –1.912 | –344 | –269 |
| Revision früherer Schätzungen | 4.239 | 4.507 | 1.854 |
| Zuwachs aus der Diskontierung | 1.146 | 671 | 341 |
| Nettoveränderung der Ertragsteuern (inkl. Steuereffekte aus Zukäufen und Verkäufen) | 7.539 | –9.593 | –4.935 |
| Sonstiges¹ | –165 | 48 | –168 |
| 31. Dezember | 10.821 | 12.705 | 7.373 |
| At-equity bewertete Beteiligungen | 475 | 451 | 523 |
¹ Enthält Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR. 2022 war von der Entkonsolidierung der russischen Aktivitäten beeinflusst.
Wien, 5. März 2024
Der Vorstand
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock
Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials
Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy
Lagebericht Geschäftsverlauf 2023
Die im Geschäftsjahr 2023 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 268,86 Mio (2022: EUR 246,61 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen und Servicedienstleistungen. Das operative Ergebnis belief sich auf EUR -49,01 Mio (2022: EUR -64,60 Mio). Der Finanzerfolg betrug im Geschäftsjahr 2023 EUR 1.425,92 Mio (2022: EUR 1.852,89 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 1.428,10 Mio und lagen damit unter dem Niveau von 2022 (EUR 1.957,48 Mio). Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 242,02 Mio (2022: EUR 199,13 Mio) über dem Vorjahresniveau. Zusätzlich wurde von OMV Petrom eine Sonderdividende in Höhe von EUR 288,56 Mio (2022: EUR 263,61) ausgeschüttet. Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Energy exklusive OMV Petrom lag mit EUR 504,25 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2022: EUR 72,56 Mio). Darin sind die Beteiligungsergebnisse der OMV Gas Logistics Holding GmbH sowie der OMV Gas Marketing & Trading GmbH mit EUR 573,80 (2022: EUR 72,28 Mio) enthalten. Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Fuels & Feedstock exklusive OMV Petrom lag mit EUR 97,45 Mio deutlich unter dem Vorjahresniveau (2022: EUR 1.619,91 Mio). Der Chemicals & Materials Bereich trug zum Beteiligungsergebnis mit einem Betrag von EUR 305,19 Mio (2022: 523,94 Mio) bei. Im Geschäftsjahr 2023 gab es einen Kapitalzuschuss an die OMV Deutschland GmbH. Im vorangegangenen Geschäftsjahr gab es eine Kapitalerhöhung an der OMV Petrom und einen Kapitalzuschuss in die OMV Switzerland Holding AG. Zusätzlich wurde die OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH gegründet. Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2023 betrug EUR -161,45 Mio (2022: EUR -115,30 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR 4.555,13 Mio (2022: EUR 2.938,82 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR -5.305,99 Mio (2022: EUR -929,25 Mio). Der Jahresüberschuss betrug EUR 1.470,83 Mio (2022: EUR 1.743,17 Mio). Die Bilanzsumme verringerte sich 2023 auf EUR 19.190,37 Mio (2022: EUR 23.641,77 Mio). Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 belief sich auf EUR 6.626,56 Mio (2022: EUR 6.804,35 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2023 betrug 34,53% (2022: 28,78%). Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2023 lag bei rund 81,36% (2022: 73,02%). Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) betrug 21,90% (2022: 27,64%). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2023 917 (2022: 871). Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage „Abkürzungen und Definitionen”, welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.
Eigene Anteile
An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2023 insgesamt 142.007 Stück gehalten (EUR 142.007), was 0,04% des Grundkapitals entspricht. Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt „Informationen gemäß § 243a Unternehmensge–setzbuch (UGB)“. Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 59.667 Stück, das entspricht 0,02% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von EUR 2,32 Mio verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von EUR 1,66 Mio wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)
- Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
- Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
- ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
- Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
- Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
- Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
7.
7.a)
Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
7.b)
In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogramme, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
8.
Per 31. Dezember 2023 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio:
- (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
- (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Die zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. Im Falle eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, andernfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
9.
Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von der OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
10.
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
11.
Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie Internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b Unternehmensgesetzbuch (UGB)
Gemäß §§ 243b Abs. 6 und 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter zusammengefasster konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.
Risikomanagement
Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern, dessen Aktivitäten von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken sowie operativen und strategischen Risiken.# Risikomanagement
Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen.
Risikomanagement-Governance
Die OMV erkennt die dynamische und sich ständig verändernde Natur ihrer Geschäftslandschaft an. Eine wirksame Risikosteuerung ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung von Unsicherheiten, die in der Natur der Geschäftstätigkeit der OMV liegen. Als integraler Bestandteil des Aufsichtsrats überwacht der Prüfungsausschuss gewissenhaft die Umsetzung und Wirksamkeit unserer Risikomanagementprozesse. Durch die Nutzung der Expertise des Prüfungsausschusses und laufende Fortbildungsmaßnahmen verstärkt der Aufsichtsrat sein Engagement für eine solide Risikosteuerung. Der Vorstand ergreift eine proaktive Haltung, um die Risikomanagementprozesse der OMV zu überwachen und zu verbessern sowie eine starke Risikokultur im gesamten OMV Konzern sicherzustellen. Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des:der CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des Risikomanagementprozesses effektiv erfasst und gesteuert werden.
Der OMV Konzern verfügt über eine wirksame, eigenständige zentrale Risikomanagementfunktion innerhalb des CFO-Bereichs, die direkt an den Vorstand berichtet und von den Geschäftsfeldern unabhängig ist. Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider.
Die Risikomanagement- und Versicherungsaktivitäten werden zentral durch die Bereiche Treasury und Risk & Insurance Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.
Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet. Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. Interne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert.
Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“-)Standards und -Rahmenwerken. Der UWRM-Prozess der OMV wurde nach Maßgabe der Norm ISO 31000 eingerichtet und wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils.
Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen.
Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert.
Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:
- Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
- Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
- Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
Management der finanziellen Risiken
Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Geschäftspartner:innen entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine ökonomische Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen
Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahent:innen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden regelmäßig im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des:der CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken.
Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität beispielsweise gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Geschäftsbereich Energy abzusichern. In den Geschäftsbereichen Fuels & Feedstock und Chemicals & Materials ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen, Erdgaspreisen und CO2-Emissionszertifikaten sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken legt klare Mandate einschließlich der Risikoschwellen für diese Aktivitäten fest.
Zinsrisikomanagement
Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitengeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Angesichts eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit hoher Inflation, volatilen Rohstoffpreisen, steigenden Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale geachtet, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten. In Anbetracht der Ereignisse im Bankensektor im ersten Quartal 2023 hat die OMV zusätzlich zu ihren standardmäßigen Kreditrisikomanagementprozessen eine noch strengere Überwachung ihrer Bankkontrahent:innen und der damit verbundenen Risiken eingeführt.# Operative Risiken
Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Projektrisiken
Bei der Umsetzung ihrer Strategie 2030 investiert die OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. Die OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken. Die OMV kann operativen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich ihrem eigenen Einfluss und dem ihrer Vertragsunternehmen entziehen, was den Fortschritt der Projekte der OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen und den VAE durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Vertragsunternehmen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Projekte können insbesondere in den Bereichen Recycling sowie nachhaltige Kraftstoffe und Rohstoffe von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert die OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung unter Umständen negativ beeinflussen. Jedes dieser Risiken kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage der OMV haben.
ESG-Risiko
In Bezug auf Nachhaltigkeit legt die OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Menschen, ethische Geschäftspraktiken sowie Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Märkten für Kraftstoffe, Chemikalien und Erdgas, finanzielle Auswirkungen von Handelssystemen für Emissionszertifikate, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele.
Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen). Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen werden im Rahmen des UWRM-Prozesses ermittelt und berichtet. Ergänzend dazu erstellte die OMV eine fundierte Klimabilanz und Schwachstellenanalyse für den Großteil ihrer Assets, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ermitteln. Dabei wurden jene Szenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) verwendet, die dem von der EU-Taxonomie vorgeschlagenen Zeithorizont entsprechen.
Die Geschäftstätigkeit der OMV hat Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter:innen und die Anrainergemeinden der Standorte, an denen wir vertreten sind. Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact befolgt die OMV den Prozess der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, der die Bewertung der Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit unseren aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten sowie das Ergreifen von Risikomanagementmaßnahmen umfasst. Bei diesem fortlaufenden Prozess wird auf externe Ressourcen und Fachkenntnisse zurückgegriffen, und externe Stakeholder:innen, insbesondere die betroffenen Gruppen, werden einbezogen.
IT-Risiken
Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-)Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung. Die OMV ist sich auch der aufkommenden Risiken durch künstliche Intelligenz (KI) bewusst und integriert daher aktiv Maßnahmen in die bestehenden IT-Sicherheitskontrollen, um potenziellen Störungen und Schwachstellen im Zusammenhang mit KI entgegenzuwirken.
Strategische Risiken
Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.
Geopolitische und regulatorische Risiken
Die OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche zusätzliche Sanktionen und Gegensanktionen, die sich daraus ergeben könnten, aber auch die jüngsten Angriffe auf Israel, die Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Region und der potenziellen Auswirkungen auf die geschäftlichen Aktivitäten der OMV aufgeworfen haben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Geschäftstätigkeit der OMV in der MENA-Region bislang von diesen Entwicklungen unberührt geblieben ist. Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen möglicher weiterer Eskalationen auf seine Geschäftstätigkeit. Zum Beispiel könnten anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen – was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte.
Im Hinblick auf mögliche weitere oder sogar vollständige Unterbrechungen der Erdgaslieferungen aus Russland, beispielsweise aufgrund der Beendigung des Gastransit-Vertrags zwischen der Ukraine und Russland, hat die OMV sowohl ihre Gasversorgungsquellen als auch ihre Gasversorgungswege diversifiziert, um die sichere Energieversorgung ihrer Kund:innen zu gewährleisten. Unterstützt durch ein überdurchschnittlich wärmeres Wetter in Europa, eine erhöhte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie hohe Gaspreise haben Haushalte und Industrie im Jahr 2023 ihren Gasverbrauch reduziert. Dies führte zu einer geringeren Gasnachfrage und zu mehr Gas in den Lagerbeständen in Mitteleuropa als ursprünglich erwartet. Im Juli 2023 gelang es der OMV, für das laufende Gaswirtschaftsjahr sowie für die Periode vom 1. Oktober 2023 bis 30. September 2026 an den Übergabepunkten Oberkappel (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein (Pipeline aus Italien) 40 TWh zusätzliche Transportkapazitäten nach Österreich zu sichern. Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028 buchte die OMV weitere Transportkapazitäten von ungefähr 20 TWh an den besagten Übergabepunkten nach Österreich.
Die OMV beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und bewertet regelmäßig potenzielle Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns. Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. Die OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Der Konzern reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.
Als direkte Folge der Energiekrise in Europa wurden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie regulierte Preise bzw. Preisobergrenzen für Gas und Strom, Subventionsprogramme und Überbesteuerung oder der EU‑Solidaritätsbeitrag implementiert. Sollten die Energiepreise in Europa weiterhin auf hohem Niveau bleiben, besteht das Risiko, dass weitere regulatorische und steuerliche Eingriffe die Finanzlage der OMV beeinträchtigen.Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit der OMV noch weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investor:innen, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität, etwa in Libyen, im Jemen oder Tunesien sowie anderen Ländern, in denen die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen. Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
Makroökonomische Risiken
Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen der globalen Lieferketten könnten zu weiteren Kostensteigerungen für die OMV führen. Im Zusammenhang mit steigenden Zinssätzen kann diese Situation das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, was wiederum die Nachfrage nach den Produkten der OMV beeinträchtigen könnte.
Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel
Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV laufend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.
Risiken in Verbindung mit der Unternehmenstransformation
Die Transformation der OMV zu einer führenden Anbieterin von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist von einer Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Scale-up-Risiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.
Personalrisiken
Durch eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung will die OMV Abteilung People & Culture geeignete Führungskräfte für das weitere Unternehmenswachstum entwickeln bzw. für die OMV gewinnen und damit Personalrisiken mindern.
Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)
Wir wollen eine nachhaltige Welt mitgestalten – eine Welt, die für alle lebenswert ist. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt unserer Konzernstrategie. Wir wollen bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen werden, treiben die Energiewende voran und arbeiten proaktiv am Umstieg von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft. Wir bauen ein positives Verhältnis zu unseren Mitarbeiter:innen, der lokalen Bevölkerung, unseren Lieferant:innen und anderen Stakeholder:innen auf. Dabei sprechen wir auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen an, die der Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft mit sich bringt. Unser strategischer Rahmen für Nachhaltigkeitsthemen basiert auf den drei Säulen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Unsere Strategie 2030 wird durch dieses Nachhaltigkeits-Framework untermauert. Bei allen geschäftlichen Entscheidungen kommt unser Ziel zum Tragen, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Innerhalb dieses Frameworks für Nachhaltigkeitsthemen haben wir fünf strategische Schwerpunktbereiche festgelegt: Klimawandel; Management natürlicher Ressourcen; Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit; Menschen; und ethische Geschäftspraktiken. Für jeden dieser Schwerpunktbereiche haben wir konkrete Commitments, Ziele und Maßnahmen formuliert, die wir bis 2030 erreichen wollen und die den Beitrag der OMV zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung darstellen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht.
Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Umweltschutz sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Mission der OMV: „Committed to Zero Harm – Protect People, Environment, and Assets“. Diese Vision ist in unserer HSSE-Richtlinie verankert, die unsere öffentliche Verpflichtung in Bezug auf Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umwelt darstellt. Unsere Chemietochter Borealis verpflichtet sich zur Implementierung der Richtlinien der Responsible Care Global Charter, einer freiwilligen Initiative der Chemieindustrie, die eine kontinuierliche Verbesserung der Performance in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt anstrebt.
Die HSSE-Strategie des OMV Konzerns legt die mittelfristigen strategischen Ziele zur Unterstützung der Geschäftsstrategie des Konzerns fest. Die HSSE-Strategie 2025 basiert auf einem Rahmen, der 2012 entwickelt und seitdem regelmäßig aktualisiert wurde. Nachdem der OMV Konzern seine transformative Geschäftsstrategie (OMV Strategie 2030) im Jahr 2022 umfassend aktualisierte und die regulatorischen Anforderungen sich laufend ändern, wurde im Jahr 2023 eine umfassende Überprüfung der HSSE-Strategie vorgenommen und eine grundlegend aktualisierte HSSE-Strategie 2030 entwickelt.
Bewährte HSSE-Managementkonzepte werden fortgeführt und weiterentwickelt. Es wurde jedoch festgestellt, dass die HSSE-Kultur, das Kontraktorenmanagement und Teile des Sicherheits- und Umweltmanagements in den kommenden Jahren eine stärkere und aktualisierte strategische Ausrichtung benötigen.
Im Jahr 2023 lag die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiter:innen der OMV und ihrer Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,87 (2022: 0,78) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 1,37 (2022: 1,23).
Bedauerlicherweise kam es im Jahr 2023 während der Ausführung von Arbeiten für die OMV zu einem Todesfall unter den Mitarbeiter:innen eines Vertragsunternehmens. Dabei verstarb eine Person in Rumänien an ihren Verletzungen infolge eines Brandes.
Die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Produktivität der Belegschaft zu gewährleisten. Die OMV setzte ihre lange Tradition der Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter:innen mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Ultraschalluntersuchungen und anderen freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern gegen Covid-19) sowie virtuellen Gesundheitsinformationen zu Themen wie gesunde Work-Life-Balance und Erste Hilfe fort, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
Wir wollen Risiken reduzieren und den negativen, durch die geopolitische Lage weiter verschärften Trend umkehren, den wir in der OMV als Nachwehen der Covid-19-Pandemie und Folge einer deutlichen Zunahme des Fachkräftemangels in der Branche beobachten. Deshalb wurden auch 2023 große Anstrengungen in wichtigen sicherheitsrelevante Bereichen unternommen:
- Wir haben unsere harmonisierten Life-Saving Rules (LSRs) auf den gesamten OMV Konzern ausgerollt. Dieses einfache Regelwerk trägt dazu bei, tödliche und schwere Unfälle zu vermeiden, und gilt für die gesamte Belegschaft der OMV sowie für alle Vertragsunternehmen. In einer intensiven Kampagne mit Präsenzworkshops unter der Leitung des Linienmanagements wurden alle Mitarbeiter:innen der OMV und ihrer Vertragsunternehmen geschult. Darüber hinaus wurden die LSRs im Rahmen von Sensibilisierungsprogrammen, Workshops, Arbeitsplatzbegehungen durch Führungskräfte und Sicherheitsbegehungen sowie bei diversen Meetings regelmäßig besprochen. Praktische LSR-Schulungen werden fortgesetzt und systematisch in den Sicherheitszentren durchgeführt, für die das Konzept und das Material der Schulungen vollständig überarbeitet und aktualisiert wurde. Auf dieser Grundlage werden im Jahr 2024 bestehende Sicherheitszentren umgestaltet und neue geschaffen.
- Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle unternehmensweit kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden eingeleitet und mithilfe unseres HSSE-Berichtssystems genau überwacht.
- Um den Prozess zur Untersuchung von Zwischenfällen zu verbessern und sicherzustellen, dass neue Untersuchungsbeauftragte die richtige Unterstützung erhalten, führten wir 2023 einen Erfahrungsaustausch zwischen diesen Mitarbeiter:innen im Rahmen einer Community of Practice im gesamten OMV Konzern ein. Diese Community of Practice wird auch 2024 regelmäßig zusammenkommen.
- Im Jahr 2023 wurden Schwerpunkt-Audits zum Abschluss von Maßnahmen durchgeführt, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu gewährleisten. Konkrete Ziele waren die Prüfung des Abschlusses von Maßnahmen, die sich aus der Untersuchung von Zwischenfällen ergeben hatten, sowie die Prüfung der Weitergabe von (technischen/sicherheitsrelevanten) Warnmeldungen und gewonnenen Erkenntnissen innerhalb des Unternehmens und an Vertragsunternehmen.
- Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend.# Ausblick
Auch für 2024 werden für die OMV Aktiengesellschaft neben einem leicht negativen operativen Ergebnis positive Ergebnisbeiträge aus den von der Gesellschaft gehaltenen Beteiligungen erwartet. Die Ertragslage der OMV Aktiengesellschaft wird auch weiterhin im Wesentlichen die strukturelle Entwicklung des OMV Konzerns sowie das aktuelle Marktumfeld widerspiegeln.
Marktumfeld
Die OMV erwartet für 2024 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund USD 80/bbl (2023: USD 83/bbl). Für 2024 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 25/MWh (2023: EUR 29/MWh) mit einer THE-Preisprognose zwischen EUR 30/MWh und EUR 35/MWh erwartet (2023: EUR 41/MWh).
Konzern
Organische Investitionen¹⁸ werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf rund EUR 3,8 Mrd belaufen (2023: EUR 3,7 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,2 Mrd.
Chemicals & Materials
Für 2024 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 490/t erwartet (2023: EUR 507/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund EUR 370/t betragen (2023: EUR 389/t). Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2024 voraussichtlich bei rund 85% liegen (2023: 80%). Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2024 voraussichtlich rund EUR 320/t betragen (2023: EUR 322/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 320/t erwartet (2023: EUR 355/t). Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2024 voraussichtlich rund 1,9 Mio t betragen (2023: 1,63 Mio t). Es wird erwartet, dass die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs bei rund 2,0 Mio t liegen wird (2023: 1,86 Mio t). Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2024 auf rund EUR 1,0 Mrd prognostiziert (2023: EUR 1,2 Mrd).
Fuels & Feedstock
Für 2024 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa von rund USD 8/bbl erwartet (2023: USD 11,7/bbl). Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2024 höher als für 2023 prognostiziert (2023: 16,3 Mio t). Die Commercial-Margen werden 2024 voraussichtlich niedriger sein als 2023. Die Retail-Margen werden voraussichtlich leicht unter dem Niveau von 2023 liegen. Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2024 bei rund 95% erwartet (2023: 85%). Die organischen Investitionen im Bereich Fuels & Feedstock werden 2024 voraussichtlich rund EUR 0,8 Mrd betragen (2023: EUR 1,0 Mrd).
Energy
Die OMV erwartet für das Jahr 2024 eine Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen zwischen 330 kboe/d und 350 kboe/d (2023: 364 kboe/d), abhängig vom Zeitpunkt der Veräußerung der Assets in Malaysia, der Situation in Libyen und auch infolge des natürlichen Förderrückgangs. Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen (2023: EUR 1,5 Mrd). Für 2024 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) von rund EUR 200 Mio prognostiziert (2023: EUR 248 Mio).
Wien, am 5. März 2024
Der Vorstand
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock
Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials
Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy
Bestätigungsvermerk¹⁹
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes berücksichtigt, jedoch geben wir kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen
Siehe Anhangangaben " Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", 1 „Anlagevermögen" und 12 " Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis". Das Risiko für den Jahresabschluss Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 13.020 Mio, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von EUR 160 Mio im Jahr 2023. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 2.562 Mio. Die Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen werden zu jedem Bilanzstichtag einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Falls erforderlich, werden Wertminderungsberechnungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Berechnungen sind in hohem Maße von Schätzungen der zukünftigen Cashflows und den Annahmen zur Bestimmung der Abzinsungssätze abhängig. Für den Jahresabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung von Anteilen und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der relevanten Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen wie folgt beurteilt:
* Wir haben ein Verständnis über die wesentlichsten internen Kontrollen für die Werthaltigkeitsprüfung erlangt und deren Gestaltung und Umsetzung beurteilt.
* Wir haben die Angemessenheit der für Wertminderungsberechnungen verwendeten Bewertungsmethoden evaluiert.
* Wir haben die in die Wertminderungsberechnungen eingeflossenen zukünftigen Cashflows mit der genehmigten Mittelfristplanung verglichen.
* Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der Annahmen zur Bestimmung der Abzinsungssätze durch Vergleich mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks beurteilt.# Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr, den Eigenkapitalveränderungen, den Kapitalflussrechnungen und den erläuternden Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen ein getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der OMV Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Kapitalflüsse für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Begründung des Prüfungsurteils
Wir haben unsere Prüfung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (AP-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA) erfordern, durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Berichts weiter ausgeführt.
Wir sind unabhängig von der Gesellschaft gemäß den relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen und ethischen Anforderungen, und wir haben unsere Unabhängigkeit und diese anderen Verpflichtungen unter Berücksichtigung der Anforderungen der AP-VO und der österreichischen ethischen Anforderungen für Abschlussprüfer und Wirtschaftsprüfer erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Wertminderungsberechnungen überprüft. Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Jahresabschluss beurteilt.
Sonstiger Sachverhalt
Der Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 9. März 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht der OMV Aktiengesellschaft, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage, der von uns zu den sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:
- Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
- Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
- Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 31. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am 5. Juni 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dipl.-Betriebsw. (FH) Karl Braun.
Wien, 6. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Dipl.-Betriebsw. (FH) Karl Braun e.h.
Wirtschaftsprüfer
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023
Bilanz
Anhangangabe
in EUR
in EUR 1.000
2023 2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Rechte
14.667.233 16.117
2. geleistete Anzahlungen
177.200 530
14.844.433 16.647
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten auf fremden Grund
15.951 976
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
11.317.057 9.420
11.333.008 10.397
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
13.019.781.909 13.173.471
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
2.562.165.537 4.058.759
3. Wertpapiere des Anlagevermögens
4.506.435 4.506
4. sonstige Ausleihungen
20.354 39
15.586.474.234 17.236.775
15.612.651.676 17.263.820
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
380.000 —
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
— —
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
1.573.288.758 3.478.078
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
— —
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
73.651.537 21.665
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
— —
1.647.320.295 3.499.744
II. Wertpapiere und Anteile
1. sonstige Wertpapiere
244.550.076 273.375
III. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten
1.658.306.939 2.570.616
3.550.177.311 6.343.734
C. Rechnungsabgrenzungsposten
25.151.538 29.727
D. Aktive latente Steuern 3
2.393.847 4.484
19.190.374.372 23.641.765
Bilanz
Anhangangabe
in EUR
in EUR 1.000
2023 2022
A. Eigenkapital 4
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital
übernommenes Grundkapital
327.272.727 327.273
Nennbetrag eigener Anteile
–142.007 –202
327.130.720 327.071
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene
1.749.677.316 1.748.013
2. nicht gebundene
333.728 334
1.750.011.044 1.748.347
III. Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen
13.808.980 11.890
IV. Gewinnrücklagen
1. freie Rücklagen
2.722.151.936 2.722.342
2. Rücklage für eigene Anteile
142.007 202
2.722.293.943 2.722.544
V. Bilanzgewinn
1.813.316.667 1.994.496
davon Gewinnvortrag
342.485.861 251.327
6.626.561.353 6.804.348
B. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Abfertigungen
10.939.935 11.361
2. Rückstellungen für Pensionen
59.796.067 64.628
3. Steuerrückstellungen
56.854.352 26.015
4. sonstige Rückstellungen
48.833.134 73.411
176.423.487 175.415
C. Verbindlichkeiten 6
1. Anleihen
8.250.000.000 9.500.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
500.000.000 1.250.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
7.750.000.000 8.250.000
-
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
154.044.802 100.043
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
54.044.802 43
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
100.000.000 100.000 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
36.369.635 38.476
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
36.369.635 38.476
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
— — -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
3.695.823.017 6.658.040
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
3.695.823.017 6.658.040 -
sonstige Verbindlichkeiten
251.152.077 365.444
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
235.231.022 345.476
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
15.921.055 19.968
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
4.521.468.477 8.292.035
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
7.865.921.055 8.369.968
12.387.389.532 16.662.002
19.190.374.372 23.641.765
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhangangabe
in EUR
in EUR 1.000
2023 2022
-
Umsatzerlöse 7
268.857.279 246.608 -
sonstige betriebliche Erträge 8
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
9.425.768 799
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
950.275 3.224
c) übrige
1.102.006 546
11.478.048 4.568 -
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 9
a) Materialaufwand
–325.876 –368
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
–62.881.402 –59.933
–63.207.278 –60.302 -
Personalaufwand 10
a) Gehälter
–131.031.777 –115.145
b) soziale Aufwendungen
–37.030.156 –43.931
davon Aufwendungen für Altersversorgung
–9.414.915 –18.355
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
–2.584.756 –3.843
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
–23.736.586 –20.633
–168.061.933 –159.076 -
Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
–9.151.767 –17.325
davon außerplanmäßige Abschreibung
–303.516 –5.994 -
sonstige betriebliche Aufwendungen 11
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen
–1.183.385 –960
b) übrige
–87.740.910 –78.115
–88.924.296 –79.075 -
Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (operatives Ergebnis)
–49.009.946 –64.602 -
Erträge aus Beteiligungen
1.587.990.404 2.688.614
davon aus verbundenen Unternehmen
1.584.788.749 2.683.480 -
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
191.246.552 175.920
davon aus verbundenen Unternehmen
191.182.156 175.909 -
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
594.586.557 728.808
davon aus verbundenen Unternehmen
375.681.927 238.800 -
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
— 3.418
davon aus Zuschreibungen
— 3.142 -
Aufwendungen aus Finanzanlagen
–159.895.404 –731.407
davon Abschreibungen
–159.891.279 –125.260
davon aus verbundenen Unternehmen
–159.895.404 –731.407 -
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–788.011.336 –1.012.459
davon betreffend verbundene Unternehmen
–229.032.270 –229.694 -
Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 12
1.425.916.773 1.852.894 -
Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14)
1.376.906.827 1.788.292 -
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13
93.923.979 –45.122
davon latente Steuern
–2.202.949 –1.830 -
Jahresüberschuss
1.470.830.806 1.743.169 -
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
342.485.861 251.327 -
Bilanzgewinn
1.813.316.667 1.994.496
Anhang
Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2023 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet. Die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise betreffen die OMV Aktiengesellschaft insoweit, als die wesentlichen Vermögensgegenstände und Erträge im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften stehen, welche vor allem in den Bereichen Exploration & Production und Refining & Marketing von erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren betroffen sind. Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Jahresabschlusses berücksichtigt. 2022 definierte die OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion ihrer Emissionen und verpflichtete sich bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden. Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement der OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Risiken sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise. Die Mittelfristplanung (MTP) der OMV basiert auf einem Szenario, das von der internen Marktforschungsabteilung entwickelt wurde, und geht davon aus, dass alle von Regierungen weltweit angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und pünktlich umgesetzt werden. In diesem Szenario wird der Temperaturanstieg bis 2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % auf 1,7 °C begrenzt. Die zugrundeliegende Nachfrage- und Preisentwicklung fossiler Rohstoffe entspricht dem APS-Szenario der IEA.20 Aus diesem Szenario wurden die Erwartungen über die künftige Nachfrage und Preise für die relevanten Waren abgeleitet. Diese Schätzungen fließen in die Bewertung der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften ein. Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelösten Entwicklungen wirkten sich auf den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft vor allem im Zusammenhang mit direkten und indirekten Beteiligungen an Tochtergesellschaften aus, welche im Bereich Energy im Gasgeschäft tätig sind und über Cash-Pooling- und Ergebnisabführungsverträge mit der OMV Aktiengesellschaft verbunden sind. Das Management sieht den Fortbestand der Gesellschaft durch die Klimakrise, die Ukraine-Krise derzeit nicht gefährdet und wird die Auswirkungen von Aspekten des Klimawandels und der Energiewende auch in der Zukunft weiter beobachten. Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt. Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs).# Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft
Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht. Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn-und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
| Kategorie | Nutzungsdauer |
|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 4-5 Jahre |
| Bauten auf fremden Grundstücken | 10-15 Jahre |
| Maschinen und maschinelle Anlagen | 4-10 Jahre |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Ausstattung | 4-10 Jahre |
In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen. Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 1.000 (2022: EUR 800) werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum niedrigeren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.
Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.
Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen.
Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträgerin. In der Unternehmensgruppe werden die steuerpflichtigen Ergebnisse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst.
Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von 100%, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 24% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts. Für Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von unter 100% erfolgt eine Verlustzuweisung in einen internen Verlustvortrag der Gesellschaft.
Im Rahmen der steuerlichen Unternehmensgruppe werden auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen Gewinne und Verluste von 10 inländischen Tochtergesellschaften übernommen. Darüber hinaus bestehen mit allen Gruppenmitgliedern Steuerumlageverträge.
Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht, das von der OMV AG nicht ausgeübt wurde.
Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt. Zahlungen für beitragsorientierte Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen sind im laufenden Personalaufwand ausgewiesen.
Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.
Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum höheren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet. Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Fremdwährungsderivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.
Anteilsbasierte Vergütungen
Long Term Incentive (LTI) Pläne
Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab.
Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für die Vorstandsmitglieder sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten seit 2022 wie folgt: Relativer Total Shareholder Return (30%), Clean CCS (Clean Current Cost of Supply) ROACE (40%), ESG-Ziele (30%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, Total Recordable Injury Rate (TRIR), Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung der Vorstandsmitglieder ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf 0 reduzieren.
Für Führungskräfte sind folgende Leistungskriterien seit 2022 anwendbar: Relativer Total Shareholder Return (30%), Free Cash Flow (35%) und ESG-Ziele/Transformationsziele (35%). Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des LTIP-Zeitraums nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat das zuständige Verwaltungsorgan jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise für Führungskräfte anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien.
Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert.Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Aufwendungen des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet. Für die Rückstellungsberechnung kommt ein Diskontierungssatz von 1,49% zur Anwendung (2022: 1,13%).
Long Term Incentive Pläne
| Plan | Plan 2023 | Plan 2022 | Plan 2021 | Plan 2020 |
|---|---|---|---|---|
| Planbeginn | 01.01.2023 | 01.01.2022 | 01.01.2021 | 01.01.2020 |
| Ende Leistungszeitraum | 31.12.2025 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Anspruchstag | 31.03.2026 | 31.03.2025 | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
| Aktienbesitzerfordernis | ||||
| Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahresgrundgehalt | 200% vom Bruttojahresgrundgehalt | 200% vom Bruttojahresgrundgehalt | 200% vom Bruttojahresgrundgehalt |
| Stellvertretender Vorstands-vorsitzender | 175% vom Bruttojahresgrundgehalt | 175% vom Bruttojahresgrundgehalt | 175% vom Bruttojahresgrundgehalt | 175% vom Bruttojahresgrundgehalt |
| Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahresgrundgehalt | 150% vom Bruttojahresgrundgehalt | 150% vom Bruttojahresgrundgehalt | 150% vom Bruttojahresgrundgehalt |
| Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
| Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2023 (OMV Konzern) | 357.842 | 287.735 | 501.677 | — |
| Maximale Aktien zum 31. Dezember 2023 (OMV Konzern) | 761.728 | 674.776 | 794.894 | — |
| Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2023 ¹ (OMV Konzern) | 13.823 | 11.400 | 20.127 | — |
| Rückstellungen (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2023 | 544 | 1.930 | 5.706 | — |
¹ Exklusive Lohnnebenkosten
Equity Deferral
Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für den Vorstand sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten wie folgt: Jahresüberschuss (40%), Free Cash Flow (30%), operatives Ziel (15%) und ESG-Ziel (15%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf 0 reduzieren. Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen). Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit für die finanziellen Ziele, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zu Grunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung kann in beide Richtungen angewendet werden, vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
Die folgende Tabelle bezieht sich auf den OMV Konzern:
| In Aktien gehaltenes Eigeninvestment¹ | 31.12.2023 |
|---|---|
| Aktive Vorstandsmitglieder | |
| Stern | 24.434 |
| Florey | 49.930 |
| van Koten | 4.385 |
| Ehemalige Vorstandsmitglieder | |
| Pleininger² | 14.933 |
| Skvortsova³ | 6.636 |
| Seele⁴ | 12.190 |
| Gangl⁵ | 16.680 |
| Vorstände gesamt | 129.188 |
| Andere Führungskräfte gesamt | 255.539 |
| Eigeninvestment gesamt | 384.727 |
¹ In Aktien gehaltenes Eigeninvestment bezieht sich auf noch laufende LTI Pläne sowie auf Equity Deferral, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.
² Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück.
³ Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück.
⁴ Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück.
⁵ Thomas Gangl nahm als Vorstandsmitglied am LTIP 2020 teil. In 2021 hat er sowohl als Vorstandsmitglied als auch als Führungskraft teilgenommen. Er trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
Gesamte Aufwendungen
2023 wurden folgende Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen erfasst:
| Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen | In EUR 1.000 | |
|---|---|---|
| 2023¹ | 2022¹ | |
| Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 5.310 | 7.119 |
| davon in bar ausgezahlt | 1.486 | 3.323 |
| davon Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 3.824 | 3.796 |
¹ davon sind TEUR 950 (2022: TEUR 1.585) in der Position Erträge aus Auflösung von Rückstellungen enthalten
Erläuterungen zur Bilanz
1 Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens 2023 ist im Anlagespiegel dargestellt. In der Bilanzposition Grundstücke ist ein Grundwert von TEUR Null (2022: TEUR 611) enthalten. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:
| Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen | In EUR 1,000 | |
|---|---|---|
| 2023 | 2022 | |
| Im nächsten Jahr | 265 | 440 |
| In den nächsten fünf Jahren | 827 | 969 |
Ausleihungen
| Ausleihungen | In EUR 1,000 | |
|---|---|---|
| 2023 | 2022 | |
| Inland | ||
| OMV Exploration & Production GmbH | 1.962.166 | 3.325.203 |
| OMV Finance Services GmbH | — | 733.556 |
| OMV Downstream GmbH | 600.000 | — |
| Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH | 20 | 39 |
| Gesamt | 2.562.186 | 4.058.798 |
Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 600.019 (2022: TEUR 896.612). Im Geschäftsjahr wurde ein Darlehen an die OMV Downstream GmbH in Höhe von TEUR 600.000 gewährt. Im Geschäftsjahr wurden folgende Darlehen getilgt: OMV Exploration & Production GmbH TEUR 1.363.037 sowie OMV Finance Services GmbH TEUR 733.556. Das (seit 2020 zur Gänze wertberichtigte) Darlehen an die BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH in Höhe von TEUR 1.646 wurde im Geschäftsjahr 2023 ausgebucht.
2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | In EUR 1,000 | In EUR 1,000 | ||
|---|---|---|---|---|
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 380 | — | — | — |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.573.289 | — | 3.478.078 | — |
| davon aus Lieferungen und Leistungen | 24.601 | — | 32.645 | — |
| davon aus Finanzierung | 49.887 | — | 699.537 | — |
| davon aus Gewinnübernahmen | 1.040.869 | — | 2.142.235 | — |
| davon sonstige | 457.932 | — | 603.662 | — |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 73.652 | — | 21.665 | — |
| Gesamt | 1.647.320 | — | 3.499.744 | — |
Die Sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung an das Finanzamt in Höhe von TEUR 16.754 (2022: TEUR 20.610) und eine Forderung gegenüber Banken in Höhe von TEUR 49.990 (2022: TEUR Null). Die sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung für abgegrenzte Bankzinsen in Höhe von TEUR 5.211 (2022: kein wesentlicher Betrag). Diese Erträge werden erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam.
3 Latente Steuern
Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln und unterschiedlichen Verteilungsnormen. Aufgrund ausreichender zu versteuernder Gruppenergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.394 (2022: TEUR 4.484) angesetzt. Die Bewertung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2023 erfolgt mit dem im Körperschaftsteuergesetz vorgesehenen zukünftigen Steuersatz von 23% ab dem Jahr 2024. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird nicht ausgeübt.
4 Eigenkapital
Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2022: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2022: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2023 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien. Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben. Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
Eigene Anteile
In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen. In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:
| Eigene Anteile | In EUR 1,000 |
|---|---|
| Anzahl der Aktien | |
| Stand 1.1.2022 | 261.326 |
| Abgang | –59.652 |
| Stand 31.12.2022 | 201.674 |
| Abgang | –59.667 |
| Stand 31.12.2023 | 142.007 |
Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:
| Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile | Anzahl der Aktien |
|---|---|
| Eigene Anteile | |
| Stand 1.1.2022 | 327.272.727 |
| Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — |
| Stand 31.12.2022 | 327.272.727 |
| Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — |
| Stand 31.12.2023 | 327.272.727 |
5 Rückstellungen
Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:
Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgeldverpflichtungen
In EUR 1,000
| 2023 | 2022 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld | Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld | |
| Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 115.858 | — | — | 114.085 | — | — |
| Marktwert des Planvermögens | –56.062 | — | — | –49.457 | — | — |
| Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 59.796 | — | — | 64.628 | — | — |
| Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 10.940 | 8.458 | — | 11.361 | 7.139 |
| Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 10.940 | 8.458 | — | 11.361 | 7.139 |
| Rückstellung zum 1.1. | 64.628 | 11.361 | 7.138 | 52.482 | 10.965 | 5.586 |
| Periodenaufwand | 3.237 | 855 | 1.168 | 12.346 | 2.053 | 1.815 |
| Fondsdotierung | –8.069 | — | — | –199 | — | — |
| Auszahlungen | — | –1.485 | –242 | — | –1.373 | –173 |
| Konzernübertrag | — | 209 | 394 | — | –284 | –89 |
| Rückstellung zum 31.12. | 59.796 | 10.940 | 8.458 | 64.628 | 11.361 | 7.139 |
| Zinsaufwand | 1.398 | 115 | 95 | 1.248 | 90 | 66 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | — | 371 | 496 | — | 355 | 393 |
| Erwartete Erträge aus dem Planvermögen | –1.415 | — | — | –1.514 | — | — |
| Realisierung versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | 3.254 | 369 | 577 | 12.612 | 1.608 | 1.356 |
| Periodenaufwand | 3.237 | 855 | 1.168 | 12.346 | 2.053 | 1.815 |
Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen und Jubiläumgsgeldverpflichtungen zum 31. Dezember:
| Annahmen zur Berechnung | 2023 | 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen | Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen | |
| Kapitalmarktzinssatz | 1,53% | 1,60% | 1,60% | 1,25% | 1,10% | 1,35% |
| Gehaltstrend | — | 5,25%¹ | 5,25%¹ | — | 4,90%¹ | 4,90%¹ |
| Pensionstrend | 2,25%² | — | — | 2,60%² | — | — |
| Langfristige Planvermögensrendite | 5,00% | — | — | 3,00% | — | — |
¹ zusätzliche Erhöhung um 5,25% (2022: 5,10%) im ersten Jahr
² zusatzliche Erhöhung um 6% (2022: keine zusätzliche Erhöhung) im ersten Jahr
Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ-2018 P – Angestellte – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung. Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personalrückstellungen (UGB)“ wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| VRG IV Österreich | VRG VI Österreich | VRG IV Österreich | VRG VI Österreich | |
| Vermögenskategorien | ||||
| Anteilswertpapiere | 18,04% | 18,08% | 22,93% | 23,48% |
| Schuldverschreibungen | 52,53% | 52,27% | 46,17% | 44,37% |
| Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 7,41% | 7,30% | 6,65% | 6,62% |
| Sonstige | 22,02% | 22,35% | 24,25% | 25,53% |
| Gesamt | 100,00% | 100,00% | 100,00% | 100,00% |
Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Das Planvermögen ist hauptsächlich in Schuldverschreibungen und Aktien veranlagt. Alternative-Veranlagungen hierunter Immobilien können bis zu 25% des Planvermögens ausmachen. Mit der Ausnahme der Alternative-Veranlagungen, ist der Großteil des Planvermögens in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind. Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI ist in internationale Aktien und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihen, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark. Für leistungsorientierte Pläne für das Jahr 2023 werden im Jahr 2024 Zahlungen im Ausmaß von TEUR 4.975 (2022: TEUR 8.069) an die APK-Pensionskasse AG erwartet.# 6 Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
| 2023 | 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr | ||
| Anleihen | 500.000 | 7.750.000 | 1.250.000 | 8.250.000 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 54.045 | 100.000 | 43 | 100.000 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 36.370 | — | 38.476 | — | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.695.823 | — | 6.658.040 | — | |
| davon aus Lieferungen und Leistungen | 2.881 | — | 1.413 | — | |
| davon aus Finanzierung | 1.897.847 | — | 4.365.888 | — | |
| davon aus Cash Pooling | 1.564.119 | — | 1.189.238 | — | |
| davon aus Verlustübernahmen | — | — | 606.147 | — | |
| davon sonstige | 230.976 | — | 495.354 | — | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 235.231 | 15.921 | 345.476 | 19.968 | |
| davon aus Steuern | 165.084 | — | 273.705 | — | |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (inklusive Personallösungen) | 7.525 | 15.910 | 7.245 | 19.758 | |
| Gesamt | 4.521.468 | 7.865.921 | 8.292.035 | 8.369.968 |
Im Geschäftsjahr wurde die 2018 begebene Anleihe in Höhe von TEUR 500.000 sowie die 2020 begebene Anleihe in Höhe von TEUR 750.000 getilgt. In 2022 wurde die im Jahr 2012 begebene Anleihe in Höhe von TEUR 750.000 getilgt. Am 7. Dezember 2015 begab OMV Hybridschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 1.500.000 in zwei Tranchen von je TEUR 750.000. Tranche 1 wurde bis zur Kündigung und Tilgung am 30. November 2021 mit einem festen Zinssatz von 5,250% verzinst; Tranche 2 wird bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Am 19. Juni 2018 wurde eine Hybridanleihe im Gesamtvolumen von TEUR 500.000 begeben, die bis 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst wird. Im September 2020 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von TEUR 1.250.000. Tranche 1 in Höhe von TEUR 750.000 wird bis zum 1. September 2026 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,5% und Tranche zwei in Höhe von TEUR 500.000 bis zum 1. September 2029 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochtergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.
Begebene Anleihen
| Nominale | Kupon | Begebung | Rückzahlung | |
|---|---|---|---|---|
| Internationale Industrieanleihe | EUR 500.000.000 | 1.50% fix | April 2020 | 09.04.2024 |
| EUR 500.000.000 | 0.00% fix | Juli 2019 | 03.07.2025 | |
| EUR 1.000.000.000 | 1.00% fix | Dezember 2017 | 14.12.2026 | |
| EUR 750.000.000 | 3.50% fix | September 2012 | 27.09.2027 | |
| EUR 500.000.000 | 2.00% fix | April 2020 | 09.04.2028 | |
| EUR 500.000.000 | 1.875% fix | Dezember 2018 | 04.12.2028 | |
| EUR 750.000.000 | 0.75% fix | Juni 2020 | 16.06.2030 | |
| EUR 750.000.000 | 2.375% fix | April 2020 | 09.04.2032 | |
| EUR 500.000.000 | 1.00% fix | Juli 2019 | 03.07.2034 | |
| Hybridanleihe | EUR 750.000.000 | Dezember 2015 | ||
| EUR 500.000.000 | Juni 2018 | |||
| EUR 750.000.000 | September 2020 | |||
| EUR 500.000.000 | September 2020 | |||
| Gesamt | EUR 8.250.000.000 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von TEUR 610 (2022: TEUR 822) solche enthalten, deren Begleichung im Rahmen einer Lieferkettenfinanzierung an ein Kreditinstitut erfolgt. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 61.085 (2022: TEUR 61.540) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 20.990 (2022: TEUR 24.844). Diese Aufwendungen werden erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam. In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 4.500.000 (2022: TEUR 5.500.000) sowie eine Verbindlichkeit aus Personallösungen in Höhe von TEUR 3.804 (2022:TEUR 5.574).
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
7 Umsatzerlöse
Umsatzerlöse
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Inland | 220.029 | 202.230 |
| Ausland | 48.829 | 44.378 |
| Gesamt | 268.857 | 246.608 |
Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen, Erlösen aus den für Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben und für den Konzern erbrachten Servicedienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Personalwesen, Facility Management und betriebliche Medizin.
8 Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Erträge
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 9.426 | 799 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 950 | 3.224 |
| Übrige | 1.102 | 546 |
| Gesamt | 11.478 | 4.568 |
In der Position Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen ist der Gewinn vom Abgang eines Grundstücks in Höhe von TEUR 9.266 (2022: TEUR 772) enthalten. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 950 (2022: TEUR 3.193). In der Position Übrige sind unter anderem der Mitarbeiteranteil aus der Betriebskantine, diverse Bonifikationen und Funktionsentschädigungen enthalten.
9 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Materialaufwand | 326 | 368 |
| Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen | 62.881 | 59.933 |
| Gesamt | 63.207 | 60.302 |
Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen umfassen im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Fremdleistungen in Höhe von TEUR 6.453 (2022: TEUR 8.896) und sonstige Leistungen von OMV Petrom Global Solutions SRL in Höhe von TEUR 5.690 (2022: TEUR 7.175). Für die Servicierung von Software wurden Fremdleistungen in Höhe von TEUR 49.419 (2022: TEUR 39.612) zugekauft.
10 Personalaufwand
In den Aufwendungen für Gehälter sind Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf die Tabelle „Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen“ im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral des Jahresbonus. Die Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgeld betragen TEUR 1.073 (2022: TEUR 1.749).
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Abfertigungen | 907 | 2.357 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | 1.677 | 1.485 |
| Beitragsorientierter Pensionsaufwand | 4.696 | 4.385 |
| Leistungsorientierter Pensionsaufwand | 4.719 | 13.970 |
| Gesamt | 12.000 | 22.198 |
In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 167 (2022: TEUR 394) und in der Position Leistungsorientierter Pensionsaufwand ein Aufwand über TEUR 1.465 (2022: TEUR 1.358) für Personallösungen enthalten.
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:
| 2023 | 2022 | |||
|---|---|---|---|---|
| Abfertigungen | Pensionspläne | Abfertigungen | Pensionspläne | |
| Vorstände und ehemalige Vorstände | 209 | 982 | 218 | 1.062 |
| Leitende Angestellte | 152 | 422 | 295 | 422 |
| Andere Arbeitnehmer | 1.854 | 4.757 | 1.722 | 4.259 |
| Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | 369 | 3.254 | 1.608 | 12.612 |
11 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen | 1.183 | 960 |
| Übrige | 87.741 | 78.115 |
| Gesamt | 88.924 | 79.075 |
In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Konzernverrechnungen von TEUR 20.663 (2022: TEUR 19.206), Werbeaufwand TEUR 9.318 (2022: TEUR 9.363), Rechts- und Beratungskosten TEUR 31.567 (2022:TEUR 26.872), Mietaufwand TEUR 2.486 (2022: 3.615), Versicherungsaufwand TEUR 3.069 (2022: TEUR 2.042), Nachrichtenaufwand TEUR 5.805 (2022: TEUR 5.865), Personalbeistellungen TEUR 1.198 (2022: TEUR 1.695), Reiseaufwand TEUR 2.147 (2022: TEUR 1.144) und Instandhaltungsaufwand TEUR 1.612 (2022: TEUR 1.361).
12 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis
Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 1.587.990 (2022: TEUR 2.688.614) resultieren TEUR 1.040.869 (2022: TEUR 2.142.235) aus Ergebnisabführungsverträgen, TEUR 543.920 (2022: TEUR 541.245) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 3.202 (2022: TEUR 5.134) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2023 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Downstream GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas Logistics Holding GmbH. Die Position Erträge aus Finanzanlagen beinhaltet Zuschreibungen zu Finanzanlagen in Höhe von TEUR Null (2022:TEUR 3.418); davon TEUR Null (2022: TEUR 3.142) zu Ausleihungen sowie TEUR Null (2022: TEUR 276) Beteiligungszuschreibung zu OMV AUSTRALIA PTY LTD. Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten Verlustübernahmen in Höhe von TEUR Null (2022: TEUR 606.147) auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen, außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 90.300 (2022: TEUR 121.000), der OMV Gas Logistics Holding GmbH in Höhe von TEUR 69.200 (2022: TEUR 4.260) sowie eine Beteiligungsabschreibung der OMV AUSTRALIA PTY LTD in Höhe von TEUR 354 (2022: TEUR Null).# 13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Laufende Steuern | –96.127 | 43.293 |
| davon Dotierung Rückstellung für zukünftige Steuerumlagezahlungen für österreichische Gruppenmitglieder | 5.834 | — |
| Steuerumlage Gruppenmitglieder | –117.928 | 84.442 |
| Körperschaftsteueraufwand Gruppe | 25.220 | –2.186 |
| Steuerumlage Gruppenmitglieder aus Vorjahren | –9.253 | –38.963 |
| Latente Steuern | 2.203 | 1.830 |
| Gesamt | –93.924 | 45.122 |
Der ausgewiesene latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 2.203 (2022: TEUR 1.830) betrifft im Wesentlichen die Reduktion der aktiven latenten Steuern. Ab dem Geschäftsjahr 2024 tritt in Österreich das Mindestbesteuerungsgesetz in Kraft. Auch in anderen Ländern, in denen die OMV tätig ist, wurden entsprechende Vorschriften auf Basis der EU-Richtlinie 2022/2523 und der GloBE Mustervorschriften der OECD/G20 umgesetzt. Diese stellen sicher, dass Unternehmensgruppen der Mindestbesteuerung unterliegen, soweit das Besteuerungsniveau unter dem Mindeststeuersatz von 15% liegt. Die OMV hat eine Bewertung des potenziellen Risikos auf Basis der Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften, der länderbezogenen Berichterstattung (Country-by-Country Reporting), der Steuererklärungen sowie der Daten der mittelfristigen Planung vorgenommen. Auf dieser Grundlage wird kein wesentlicher Steueraufwand für die OMV Aktiengesellschaft als oberste Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe und abgabenpflichtige Geschäftseinheit in Österreich erwartet.
14 Zinsmanagement und Derivate
Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert. Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen. Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese teilweise an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2023 betreffen den EUR-NOK und EUR-USD Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis Februar 2024 abgesichert. Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:
Währungsderivate: Forwards
| In EUR 1,000 | 2023 | 2022 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz | Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz | |
| EUR/CZK | 24.052 | 115 | –114 | – | 25.464 | 73 | –72 | – |
| EUR/GBP | 11.073 | 51 | –50 | – | 97.214 | 967 | –962 | – |
| EUR/HUF | 127.150 | 273 | –269 | – | 128.032 | 1.413 | –1.410 | – |
| EUR/RON | 15.702 | 1 | –1 | – | 8.762 | 15 | –15 | – |
| EUR/USD | 53.713 | 289 | –286 | – | 143.013 | 640 | –634 | – |
| USD/CZK | 577 | – | – | – | 370 | 1 | –1 | – |
| USD/NOK | – | – | – | – | 93.756 | 68 | –69 | – |
| USD/RON | 57.617 | 265 | –263 | – | 105.027 | 360 | –380 | – |
| Gesamt | 289.884 | 994 | –984 | — | 601.637 | 3.537 | –3.543 | — |
Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurses des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match). Ohne Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven Marktwertes von TEUR 984 (2022: TEUR 3.543) zu bilden gewesen.
Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps. Per 31. Dezember gab es für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:
Währungsderivate: FX Swaps
| In EUR 1,000 | 2023 | 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz | Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz | |
| FX Swap EUR-CZK | 8.128 | 38 | — | 10.322 | –45 | –45 |
| FX Swap EUR-HUF | 42.160 | 164 | — | 72.909 | –1.897 | –1.897 |
| FX Swap EUR-NOK | 591.642 | 13.331 | –158 | 2.490.418 | –25.328 | –25.941 |
| FX Swap EUR-AUD | — | — | — | 18.816 | –30 | –30 |
| FX Swap USD-NOK | 212.809 | 9.698 | — | — | — | — |
| FX Swap EUR-NZD | — | — | — | 7.779 | –40 | –40 |
| FX Swap EUR-GBP | 1.840 | –1 | –1 | — | — | — |
| FX Swap EUR-USD | — | — | — | 159.756 | –360 | –360 |
Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.
15 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:
| Durchschnitt 2023 | Durchschnitt 2022 | |
|---|---|---|
| Angestellte | 917 | 871 |
| Gesamt | 917 | 871 |
Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2023
| In EUR 1.000 | Stern | Florey | Gaso4 | van Koten | Vlad8 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vergütungen | 2.160 | 1.828 | 1.239 | 1.306 | 857 | 7.389 |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 990 | 810 | 504 | 575 | 527 | 3.406 |
| Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | — | — | 6275 | — | 2649 | 891 |
| Variabel (Barbonifikation)1 | 1.160 | 967 | — | 702 | — | 2.828 |
| Sachbezüge2 | 10 | 513 | 1086 | 297 | 6610 | 264 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 248 | 203 | 129 | 144 | 134 | 857 |
| Pensionskassenbeiträge | 248 | 203 | 129 | 144 | 134 | 857 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 683 | 1.043 | — | 310 | — | 2.036 |
| Variabel (Equity Deferral 2022) | 683 | 567 | — | 310 | — | 1.560 |
| Variabel (LTIP 2020) | — | 476 | — | — | — | 476 |
| Vorstandsbezüge | 3.091 | 3.073 | 1.368 | 1.760 | 991 | 10.282 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2022, für die der Bonus in 2023 ausbezahlt wurde.
2 Inklusive Auszahlungen in Bar für Zulagen
3 Inklusive Schulkosten und damit verbundene Steuern
4 Bersilav Gaso trat dem Vorstand per 1.März 2023 bei.
5 Bersilav Gaso erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für verfallene Vergütungen im Geschäftsjahr 2023 in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der MOL Gruppe zur OMV Aktiengesellschaft.
6 Inklusive Umzugs- und Mietkosten sowie damit verbundene Steuern
7 Inklusive PKW-Zulage
8 Daniela Vlad trat dem Vorstand per 1.Februar 2023 bei.
9 Daniela Vlad erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für verfallene Vergütungen im Geschäftsjahr 2023 in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der AkzoNobel N.V. zur OMV Aktiengesellschaft.
10 Inklusive Umzugs- und Mietkosten sowie damit verbundene Steuern
Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2023
| In EUR 1.000 | Pleininger3 | Skvortsova5 | Seele7 | Gangl8 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vergütungen | 1.524 | 1.039 | 716 | — | 3.279 |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 250 | 262 | — | — | 511 |
| Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | 2684 | — | — | — | 268 |
| Variabel (Barbonifikation)1 | 1.002 | 702 | 716 | — | 2.420 |
| Sachbezüge2 | 4 | 756 | — | — | 79 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 121 | 72 | — | — | 192 |
| Pensionskassenbeiträge | 121 | 72 | — | — | 192 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 1.260 | 546 | 2.160 | 436 | 4.402 |
| Variabel (Equity Deferral 2022) | 645 | 310 | 316 | — | 1.272 |
| Variabel (LTIP 2020) | 615 | 236 | 1.844 | 436 | 3.131 |
| Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder | 2.905 | 1.657 | 2.876 | 436 | 7.874 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2022, für die der Bonus in 2023 ausbezahlt wurde.
2 Inklusive Auszahlungen in Bar für Zulagen
3 Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück, und sein Vertrag endete mit 30. April 2023.
4 Johann Pleininger erhielt eine einmalige Kompensationszahlung für den verkürzten Ausstiegszeitraum für den Zeitraum 1. Mai bis 31. August 2023.
5 Elena Skortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück, und ihr Vertrag endete mit 14. Juni 2023.
6 Inklusive Miet- und Beratungskosten und damit verbundenen Steuern
7 Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück, und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
8 Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
Vorstandsbezüge
| In EUR 1,000 | 2022 | Leitner9 | Gesamt | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stern | Pleininger2 | Florey | van Koten | Skvortsova4 | Seele6 | Gangl7 | ||||
| Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2022 | ||||||||||
| Kurzfristige Vergütungen | 1.588 | 1.474 | 1.546 | 853 | 1.162 | 1.573 | 123 | — | 8.319 | |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 990 | 750 | 810 | 575 | 575 | 549 | — | — | 4.250 | |
| Variabel (Barbonifikation)1 | 588 | 712 | 687 | 249 | 498 | 1.017 | 123 | — | 3.874 | |
| Sachbezüge | 10 | 13 | 493 | 29 | 895 | 6 | — | — | 195 | |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 248 | 188 | 203 | 144 | 144 | 138 | — | — | 1.063 | |
| Pensionskassen-beiträge | 248 | 188 | 203 | 144 | 144 | 138 | — | — | 1.063 | |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 285 | 1.335 | 1.032 | 105 | 209 | 3.125 | 371 | 697 | 7.159 | |
| Variabel (Equity Deferral 2021) | 285 | 436 | 335 | 105 | 209 | 427 | 51 | — | 1.848 | |
| Variabel (LTIP 2019) | — | 899 | 697 | — | — | 2.698 | 3198 | 697 | 5.311 | |
| Vorstandsbezüge | 2.121 | 2.997 | 2.781 | 1.102 | 1.515 | 4.835 | 493 | 697 | 16.540 |
1 Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2021, für die der Bonus in 2022 ausbezahlt wurde.
2 Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück und sein Vertrag endete mit 30. April 2023.
3 Inklusive Schulkosten und damit verbundene Steuern
4 Elena Skortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück und ihr Vertrag endete mit 14. Juni 2023.
5 Inklusive Miet- und Lagerkosten und damit verbundene Steuern
6 Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
7 Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.# Thomas Gangl, Manfred Leitner, Aufsichtsratsvergütungen, OMV Aktiengesellschaft, Nähestehende Personen, Abschlussprüfer
8 Thomas Gangl erhielt darüber hinaus eine Barbonifikation in der Höhe von TEUR 83 aus dem Senior Management LTIP 2019. 9 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück. Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet. An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2023 TEUR 1.030 aufgewendet (2022: TEUR 1.105).
Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Die OMV Aktiengesellschaft erbringt für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs-, Konzernsteuerungs- sowie diverse Servicedienstleistungen. Die Fremdüblichkeit der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht. Mit nahestehenden Personen oder Unternehmen wurden keine wesentlichen Geschäfte unter marktunüblichen Bedingungen abgeschlossen. Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.
Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB
Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
| Haftungsverhältnisse | In EUR 1,000 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|
| Garantien | 3.006.611 | 3.551.544 | |
| davon für verbundene Unternehmen | 3.006.399 | 3.551.332 |
Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der Garantien für OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 402.854, für OMV Supply & Trading Limited in Höhe von TUSD 75.000 sowie für OMV Deutschland GmbH in Höhe von TEUR 55.000.
Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:
Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten. Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind. Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet, welcher im Geschäftsjahr mit Wirksamkeit Oktober 2023 beendet wurde. Ebenso hat sich die OMV Aktiengesellschaft gegenüber der OMV Gas Marketing & Trading GmbH mit einem Letter of Financial Support verpflichtet, deren Liquidität im Bedarfsfall aufrechtzuerhalten. Diese Vereinbarung gilt für Verpflichtungen, die bis zum 30.06.2025 fällig werden. Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüchen, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.
Vorschlag zur Gewinnverteilung
Der verteilungsfähige Bilanzgewinn per Ende des Geschäftsjahrs 2023 wurde mit TEUR 1.813.317 (2022: TEUR 1.994.496) ermittelt. Davon ist ein Betrag von TEUR 23.593 (2022: TEUR 25.743) nach § 235 UGB zur Ausschüttung gesperrt. Für das Geschäftsjahr 2023 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 2,95 (2022: EUR 2,80) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Ebenso wird vom Vorstand der OMV Aktiengesellschaft die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von EUR 2,10 (2022: EUR 2,25) pro dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche ebenfalls von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Sonderdividende soll zusätzlich zur und gleichzeitig mit der regulären Dividende ausgeschüttet werden. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2022 erfolgte im Juni 2023 und betrug TEUR 1.652.010 (2022: TEUR 752.263).
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 31. Jänner 2024, im Anschluss an ein wettbewerbsorientiertes Bieterverfahren, hat die OMV eine Vereinbarung über die Veräußerung ihrer 50% Beteiligung an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies Holdings SAS unterzeichnet. Der gesamte zahlungswirksame Kaufpreis beläuft sich auf USD 903 Mio. Dieser Betrag beinhaltet die vollständige Rückzahlung des ausstehenden Gesellschafterdarlehens in Höhe von USD 350 Mio, das von OMV an SapuraOMV gewährt wurde, sowie das Nettoumlaufvermögen und andere Elemente, vorbehaltlich einer Anpassung des zahlungswirksamen Kaufpreises zum Vollzug der Transaktion (Wirtschaftlicher Stichtag 31. Dezember 2022). Der Verkauf wird voraussichtlich gegen Ende des ersten Halbjahrs 2024, insbesondere vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vollzogen sein. Der verbleibende Anteil von 50% wird von SapuraEnergy gehalten.
Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%
| Direkte Beteiligungen | Währung | Eigenkapital 31.12.2023 | Jahresüber- schuss/ Jahresfehl- betrag 2023 | Anteil am Kapital in % |
|---|---|---|---|---|
| Inland | ||||
| OMV Exploration & Production GmbH, Wien¹ | in EUR 1.000 | 3.204.567 | 1.468.455 | 100 |
| OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien¹ | in EUR 1.000 | 96.152 | 107.810 | 100 |
| OMV Insurance Broker GmbH in Liqu., Wien | in EUR 1.000 | — | — | — |
| OMV Downstream GmbH, Wien¹ | in EUR 1.000 | 7.333.700 | 1.555.336 | 100 |
| OMV Solutions GmbH, Wien¹ | in EUR 1.000 | 397.709 | –14.277 | 100 |
| OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH, Vienna¹ | in EUR 1.000 | 35 | — | 100 |
| Ausland | ||||
| Diramic Insurance Limited, Gibraltar | in EUR 1.000 | 108.713 | 3.509 | 100 |
| OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth¹ | in AUD 1.000 | –169.316 | 519 | 100 |
| OMV International Oil & Gas GmbH, Zug² | in CHF 1.000 | 1.596 | 231 | 100 |
| OMV PETROM SA, Bukarest | in RON Mio. | 37.930 | 3.944 | 51,16 |
¹ Gruppenmitglied gemäß § 9 KStG
² Werte aus 2022
Aufsichtsrat
- Lutz Feldmann Vorsitzender (seit 31. Mai 2023)
- Mark Garrett Vorsitzender (bis 31. Mai 2023)
- Edith Hlawati Stellvertreterin
- Saeed Al Mazrouei Stellvertreter
- Alyazia Ali Al Kuwaiti
- Stefan Doboczky
- Karl Rose
- Elisabeth Stadler
- Jean-Baptiste Renard
- Robert Stajic
- Gertrude Tumpel-Gugerell
Vom Betriebsrat delegiert:
- Alexander Auer
- Angela Schorna
- Mario Mayrwöger (bis 31. Mai 2023)
- Nicole Schachenhofer
- Hubert Bunderla
- Alfred Redlich (seit 31. Mai 2023)
Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.
Präsidial- und Nominierungsausschuss:
Feldmann (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Redlich, Auer
Prüfungsausschuss:
Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Stadler (Stellvertreterin), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Feldmann, Stajic, Doboczky, Bunderla, Schorna, Auer
Portfolio- und Projektausschuss:
Renard (Vorsitzender), Stajic (Stellvertreter), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Doboczky, Rose, Auer, Redlich, Schachenhofer
Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss:
Doboczky (Vorsitzender), Renard (Stellvertreter), Stadler, Al Kuwaiti, Stajic, Schachenhofer, Schorna, Bunderla
Vergütungsausschuss:
Feldmann (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Stadler, Tumpel-Gugerell
Vorstand
- Alfred Stern Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
- Reinhard Florey Chief Financial Officer
- Martijn van Koten Executive Vice President Fuels & Feedstock
- Daniela Vlad Executive Vice President Chemicals & Materials
- Berislav Gaso Executive Vice President Energy
Wien, am 5. März 2024
Der Vorstand
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock
Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials
Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy
Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB
Entwicklung der Anschaffungskosten
| In EUR 1,000 | Stand 01.01.2023 | Zugänge | Immaterielle Vermögensgegenstände | Umbuchungen | Abgang | Stand 31.12.2023 | Abschreibungen 31.12.2023 (kumuliert) | Bilanzwert 31.12.2023 | Bilanzwert 31.12.2022 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 48.923 | 2.845¹ | –200 | 3.278 | 48.290 | 33.623 | 14.667 | 16.117 | ||
| Geleistete Anzahlungen | 530 | — | 353 | 177 | 177 | — | 177 | — | ||
| 49.453 | 2.845 | –200 | 3.455 | 48.467 | 33.623 | 14.844 | 16.117 | |||
| Sachanlagen | ||||||||||
| Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 2.710 | — | — | — | 615 | 2.095 | 2.079 | 16 | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 24.744 | 6.454 | 200 | 4.702 | 26.696 | 15.378 | 11.318 | 9.420 | ||
| 27.454 | 6.454 | 200 | 4.702 | 28.791 | 17.473 | 13.397 | 9.436 | |||
| Finanzanlagen | ||||||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 17.491.270 | 6.200 | — | — | 17.497.435 | 4.477.653 | 13.019.782 | 13.173.471 | ||
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 4.058.759 | 622.699 | — | — | 4.058.759 | 2.562.166 | 2.562.166 | — | ||
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 4.506 | — | — | — | 4.506 | — | 4.506 | 4.506 | ||
| Sonstige Ausleihungen | 1.686 | — | — | — | 1.665 | 20 | 20 | 39 | ||
| 21.556.221 | 628.899 | — | — | 21.556.221 | 7.039.839 | 19.586.474 | 17.236.775 | |||
| 21.633.128 | 638.198 | 200 | 8.177 | 20.141.385 | 4.528.733 | 15.612.652 | 17.263.820 |
¹ Inklusive von verbundenen Unternehmen übernommene Vermögenswerte: TEUR Nul (2022: TEUR 17)
Entwicklung der Abschreibungen
| In EUR 1,000 | 01.01.2023 | Plan- mäßige Abschrei- bungen | Außerplan- mäßige Abschrei- bungen | Zuschrei- bungen | Abgang | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 32.806 | 3.772 | 304 | — | 3.259 | 33.623 | |
| Sachanlagen | |||||||
| Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 1.734 | 349 | — | — | 4 | 2.079 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 15.323 | 4.728 | — | — | 4.673 | 15.378 | |
| 17.057 | 5.077 | — | — | 4.677 | 17.457 | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen 4.317.799 — 159.854 — — 4.477.653 | |||||||
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen — — — — — — | |||||||
| Wertpapiere des Anlagevermögens — — — — — — | |||||||
| Sonstige Ausleihungen 1.646 — — — 1.646 — | |||||||
| 4.319.445 — 159.854 — 1.646 4.477.653 | |||||||
| 4.369.308 8.849 160.158 — 9.582 4.528.733 |
Abkürzungen und Definitionen
A
- Ausschüttungsgrad: %-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie
- bbl: Barrel (Fass zu zirka 159 Litern)
- bbl/d: Barrel pro Tag
- bcf: Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)
- BIP: Bruttoinlandsprodukt
- boe: Barrel Öläquivalent
- boe/d: Barrel Öläquivalent pro Tag
C
- CAGR: Compounded Annual Growth Rate; durchschnittliche jährliche Wachstumsrate
- CAPEX: Capital Expenditure; Investitionen
- CCS/CCS: Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste
- Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Refining & Marketing berechnet.
- CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten: Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch die durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl.
- CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten: Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Refining & Marketing, der Operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und des berichteten Konsolidierungseffekts, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar.
- CCS ROACE vor Sondereffekten: Der CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %).
- CEE: Mittel- und Osteuropa
- CEGH: Central European Gas Hub
- cf: Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)
- C&M: Geschäftsbereich Chemicals & Materials
D
- Den Aktionär:innen zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten: Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten
- E&A: Exploration & Evaluierung
- ECL: Erwartete Kreditausfälle
- Eigenkapitalquote: %-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital
- Eingesetztes Kapital: Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter:innen, zuzüglich Nettoverschuldung
- E&P: Exploration & Produktion, Teil des Geschäftsbereichs Energy
- EPSA: Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag
- Ergebnis je Aktie: Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl
- ESG: Environmental, Social, and Governance; Umwelt, Gesellschaft und Governance
- EV: Elektrofahrzeug
F
- FCC: Fluid Catalytic Cracking; ein bedeutender Stoffumwandlungsprozess
- F&F: Geschäftsbereich Fuels & Feedstock
- FVOCI: Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis
- FVTPL: Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust
- FX: Fremdwährungswechselkurs
H
- HSSE: Health, Safety, Security, and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz
- HV: Hauptversammlung
- HVO: Hydrotreated vegetable oil; hydriertes Pflanzenöl
I
- IASs: International Accounting Standards
- IEA: International Energy Agency; Internationale Energieagentur
- IFRSs: International Financial Reporting Standards
- IMF: International Monetary Fund; der Internationale Währungsfonds (IWF)
J
- Jahresüberschuss: Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern
K
- kbbl/d: Tausend Barrel pro Tag
- kboe: Tausend Barrel Öläquivalent
- kboe/d: Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag
- Kb&S: Konzernbereich und Sonstiges
- KPI: Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator
- KStG: Körperschaftssteuergesetz
L
- Leverage-Grad: %-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital
- LNG: Liquefied natural gas; Flüssigerdgas
- LPG: Liquefied petroleum gas; Flüssiggas
- LTIR: Lost-Time Injury Rate; Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden
M
- Min: Minute
- Mio: Million, Millionen
- MPPH: Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C.
- Mrd: Milliarde, Milliarden
- MW: Megawatt
- MWh: Megawattstunde
N
- n.a.: Not available; Wert nicht verfügbar
- n.m.: Not meaningful; Wert nicht aussagefähig
- Net assets: Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
- Nettoverschuldung: Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel
- NGL: Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt
- NOPAT: Net Operating Profit After Tax; Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten. NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma zeigt.
O
- ÖBAG: Österreichische Beteiligungs AG
- ÖCGK: Österreichischer Corporate Governance Kodex
- OCI: Other comprehensive income; sonstiges Ergebnis
- OECD: Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- OEM: Original equipment manufacturer; Originalausrüster
- OPEC/OPEC+: Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und Ihre Partner sind als OPEC+ bekannt
- OTC: Over-the-counter
P
- Pearl: Pearl Petroleum Company Limited
R
- ROACE: Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital
- ROE: Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital
- RRR: Reserve Replacement Rate; Reservenersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion
S
- SAF: Sustainable Aviation Fuel; nachhaltiger Flugkraftstoff
- Sondereffekte: Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, die separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um es Investor:innen zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser zu verstehen und zu beurteilen.
T
- t: Tonne
- THE: Trading Hub Europe, Handelsplatz für den deutschen Erdgasmarkt
- THG: Treibhausgas
- toe: Tonne Öläquivalent
- TRIR: Total Recordable Injury Rate; Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden
- TSR: Total Shareholder Return; Aktienrendite
- TTF: Die Title Transfer Facility (TTF) ist ein virtueller Handelspunkt für Erdgas in den Niederlanden.
- TWh: Terawattstunde
U
- UGB: Österreichisches Unternehmensgesetzbuch
- Umsatzerlöse: Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer
V
- VAE: Vereinigte Arabische Emirate
Z
- ZGE: Zahlungsmittelgenerierende Einheit
Investor Relations Kontakt:
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Herausgeber
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Fotos: Titel: Kurt Prinz
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- Zahlen in Tabellen und Grafiken lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren.
- Die Differenzen zwischen den Prozentsätzen werden im gesamten Dokument in Prozentpunkten angezeigt.
- Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.
Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen:
Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie „Ausblick“, „glauben“, „erwarten“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „planen“, „Ziel“, „Einschätzung“, „können/könnten“, „werden“ und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen.Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.
Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 5. März 2024
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock
Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy
Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials
OMV Aktiengesellschaft
Trabrennstraße 6–8
1020 Wien
Österreich
Tel. + 43 1 40440-0
www.omv.com
www.omv.com/socialmedia
1 Die OMV gab im Juli 2023 bekannt, dass sie beschlossen hat, Verhandlungen mit ADNOC über eine potenzielle Kooperation ihres Polyolefingeschäfts zu verfolgen. Die Kooperation würde eine mögliche Zusammenlegung des Borealis und Borouge Geschäfts als gleichberechtigte Partner unter einer gemeinsam kontrollierten, börsennotierten Plattform für potenzielle Wachstumsakquisitionen mit dem Ziel umfassen, ein globales Polyolefin-Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten zu schaffen.
2 Die OMV hat am 31. Jänner 2024 eine Vereinbarung über die Veräußerung ihrer 50-prozentigen Beteiligung an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies zu einem Gesamtpreis von USD 903 Mio unterzeichnet. Der Verkauf wird voraussichtlich gegen Ende des ersten Halbjahres 2024, insbesondere vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vollzogen sein. Der Verkaufsprozess für 100% der Anteile an der OMV New Zealand wird separat fortgesetzt.
3 Auf Basis des von der International Energy Agency (IEA) veröffentlichten Berichts „World Energy Outlook 2022“.
4 Hinweis: Die Finanzziele für 2025 beruhen auf folgenden nominalen Marktannahmen: Brent-Rohölpreis von USD 65/bbl, THE-(„Trading Hub Europe“-)Gaspreis von EUR 22/MWh, Raffinerie-Referenzmarge Europa von USD 4,3/bbl, Ethylen/Propylen-Referenzmarge Europa von EUR 430/t, Polyethylen/Polypropylen-Referenzmarge Europa von EUR 420/t. Die Finanzziele für 2030 beruhen auf folgenden nominalen Marktannahmen: Brent-Rohölpreis von USD 70/bbl, THE-(„Trading Hub Europe“-)Gaspreis von EUR 24/MWh, Raffinerie-Referenzmarge Europa von USD 4,3/bbl, Ethylen/Propylen-Referenzmarge Europa von EUR 500/t, Polyethylen/Polypropylen-Referenzmarge Europa von EUR 480/t.
5 Je nach Leverage-Grad der OMV kann sich die Rangfolge zwischen anorganischem Wachstum und Entschuldung umkehren.
6 Die folgenden Scope-3-Kategorien sind enthalten: Kategorie 11 – Nutzung der verkauften Produkte für die Energiebereitstellung; Kategorie 1 – Eingekaufte Güter (Rohstoffe); und Kategorie 12 – Lebenszyklusende verkaufter Produkte für die nicht energetische Nutzung.
7 IMF World Economic Outlook, Jänner 2024
8 Inflation ohne Lebensmittel und Energie
9 Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investitionen definierte Zugänge
10 Die OMV gab im Juli 2023 bekannt, dass sie beschlossen hat, Verhandlungen mit ADNOC über eine potenzielle Kooperation ihres Polyolefingeschäfts zu verfolgen. Die Kooperation würde eine mögliche Zusammenlegung des Borealis und Borouge Geschäfts als gleichberechtigte Partner unter einer gemeinsam kontrollierten, börsennotierten Plattform für potenzielle Wachstumsakquisitionen mit dem Ziel umfassen, ein globales Polyolefin Unternehmen mit einer wesentlichen Präsenz in Schlüsselmärkten zu schaffen.
11 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
12 Am 21. Dezember 2022 hat die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) den Plan bekanntgegeben, den 24,9%-Anteil der MPPH an der OMV Aktiengesellschaft, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Zustimmungen, zu übernehmen. Mit Wirkung zum 28. Februar 2024 wurden, nach Erfüllung aller Bedingungen unter dem Aktienkaufvertrag zwischen MPPH und ADNOC, sämtliche der 24,90% der Anteile an der OMV Aktiengesellschaft von der MPPH auf ADNOC übertragen.
13 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
14 Die folgenden Scope-3-Kategorien sind enthalten: Kategorie 11 – Nutzung der verkauften Produkte für die Energiebereitstellung ; Kategorie 1 – Eingekaufte Güter (Rohstoffe); und Kategorie 12 –Lebenszyklusende verkaufter Produkte für die nicht-energetische Nutzung .
15 Die Ausgangswerte für die Emissionsreduktionsziele bilden die Emissionen des Konzerns im Jahr 2019, korrigiert um die Emissionen der Borealis, an der die OMV 2020 eine Mehrheitsbeteiligung übernommen hat.
16 Auf Basis des von der IEA veröffentlichten Berichts „World Energy Outlook 2022“.
17 Am 21. Dezember 2022 hat die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) den Plan bekanntgegeben, den 24,9%-Anteil der MPPH an der OMV Aktiengesellschaft, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Zustimmungen, zu übernehmen. Mit Wirkung zum 28. Februar 2024 wurden, nach Erfüllung aller Bedingungen unter dem Aktienkaufvertrag zwischen MPPH und ADNOC, sämtliche der 24,90 % der Anteile an der OMV Aktiengesellschaft von der MPPH auf ADNOC übertragen.
18 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
19 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
20 Basierend auf dem Bericht World Energy Outlook 2022, der von der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlicht wurde.