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OMV AG Annual Report (ESEF) 2022

Mar 24, 2023

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OMV Geschäftsbericht 2022

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht

  • 4 Konzernlagebericht
  • 82 Bestätigungsvermerk
  • 92 Konzernabschluss und Konzernanhang

Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft

  • 229 Lagebericht
  • 242 Bestätigungsvermerk
  • 246 Jahresabschluss und Anhang

Teil 3: Abkürzungen und Definitionen

  • 280 Abkürzungen und Definitionen

Teil 4: Erklärung des Vorstands

  • Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

KONZERNLAGEBERICHT

5 — OMV im Überblick

Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas sowie chemische Produkte und Lösungskonzepte auf verantwortungsvolle Weise und entwickelt innovative Lösungen mit besonderem Fokus auf die Kreislaufwirtschaft. Der Konzernumsatz 2022 belief sich auf EUR 62 Mrd. Mit einer Marktkapitalisierung zum Jahresende von rund EUR 16 Mrd ist die OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Die Mehrheit der rund 22.300 Mitarbeiter:innen der OMV ist an den integrierten europäischen Standorten des Konzerns tätig.

Unser Purpose

Im Jahr 2022 führte die OMV einen neuen konzernweiten Purpose als wesentlichen Bestandteil unserer neuen Strategie ein, mit der wir ein führendes Unternehmen für nachhaltige Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien werden wollen. Der neue Purpose „Re-inventing essentials for sustainable living“ soll uns auf dem Weg hin zu unserem Ziel leiten, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Um sicherzugehen, dass dieser Purpose auch wirklich gelebt wird, haben wir neue Werte und Verhaltensgrundsätze formuliert, die mit unserer neuen Ausrichtung in Einklang stehen. Die neuen Werte werden 2023 vorgestellt. Sie sollen unsere Mitarbeiter:innen bestärken und unser Unternehmen in eine nachhaltige Zukunft führen.

Unsere Geschäftsbereiche

Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen mit Gesamtverkaufsmengen von 5,7 Mio t im Jahr 2022 (2021: 5,9 Mio t). Zudem ist die OMV eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und Pflanzennährstoffen¹ sowie im Kunststoffrecycling. Gemeinsam mit Borealis und den zwei Joint Ventures – Borouge (mit ADNOC in den VAE und Singapur) und Baystar™ (mit TotalEnergies in den USA) – bietet das Unternehmen Kund:innen auf der ganzen Welt Produkte und Dienstleistungen an.

Im Geschäftsbereich Refining & Marketing betreibt die OMV drei Raffinerien in Europa: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland), die beide über eine integrierte Petrochemieproduktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien). Zusätzlich hält die OMV jeweils 15% an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading in den VAE. Die OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von rund 500 kbbl/d. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa beliefen sich 2022 auf 15,5 Mio t (2021: 16,3 Mio t) und das Retail-Netz umfasst rund 1.800 Tankstellen in zehn europäischen Ländern.

Im Bereich Gas & Power Osteuropa betreibt die OMV Petrom ein Gaskraftwerk in Rumänien und verkauft Erdgas und Strom. Im Jahr 2022 lagen die Erdgas-Verkaufsmengen bei 36,2 TWh (2021: 39,6 TWh) und die Nettostromerzeugung belief sich auf 5,0 TWh (2021: 4,8 TWh).

Im Geschäftsbereich Exploration & Production ist die OMV in Explorations-, Erschließungs- und Förderungsprojekten von Öl und Gas in den vier Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika, Nordsee sowie Asien-Pazifik² aktiv. Die Tagesproduktion belief sich 2022 auf 392 kboe/d³ (2021: 486 kboe/d), wobei sich Erdgas und Flüssigprodukte in etwa die Waage hielten.

Im Bereich Gas Marketing Westeuropa vermarktet und handelt die OMV Erdgas mit Verkaufsmengen, die sich 2022 auf 111,2 TWh beliefen (2021: 156,8 TWh). Darüber hinaus betreibt die OMV Erdgasspeicher mit einer Kapazität von 30 TWh und ist zu 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt.

Unsere neue Unternehmensstruktur

Die OMV hat eine neue Unternehmensstruktur für nachhaltiges Wachstum und Innovation etabliert. Durch diese Reorganisation umfasst der Konzern ab dem 1. Jänner 2023 drei Geschäftsbereiche: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock sowie Energy. Weitere Einzelheiten zur neuen Unternehmensstruktur und zur Strategie 2030 finden Sie im Kapitel Strategie.

8 — Marktausblick

Die Inflation und der erhebliche Rückgang der Verfügbarkeit russischer Güter, insbesondere von Erdgas, nach dem Wegfall nahezu aller russischen Lieferungen nach Europa waren die Hauptursachen für den signifikanten Anstieg der weltweiten Energiepreise im Jahr 2022. Dies führte laut IEA zur „ersten globalen Energiekrise“ und verstärkte den Anreiz für Europa, seine Energieversorgung weiter zu diversifizieren und zu dekarbonisieren. Durch die hohen Preise, insbesondere für Gas und Strom, rückte das Thema der Versorgungssicherheit wieder in den Fokus.

Das Jahr 2022 bedeutete für die Energiemärkte eine Wende. Verbraucher:innen und Zentralbanken in aller Welt sahen sich bereits Ende 2021/Anfang 2022 mit den Herausforderungen einer rasant steigenden Inflation konfrontiert, bevor sich die Lage infolge des Einmarschs Russlands in der Ukraine Ende Februar 2022 weiter verschärfte. Der erhebliche Rückgang der Verfügbarkeit russischer Energie, insbesondere von Erdgas, nach dem Wegfall nahezu aller russischen Lieferungen nach Europa war eine der Hauptursachen für den signifikanten Anstieg der weltweiten Energiepreise im Jahr 2022. Folglich gehörten Energieprodukte zu den wenigen Anlageklassen, die 2022 Gewinne verbuchen konnten, da die Inflation und die bald darauf folgenden Zinserhöhungen der Zentralbanken zu massiven Verkäufen risikoreicherer Assets führten. Damit ging die jahrelange Hausse auf den Aktienmärkten zu Ende.Die Entwicklungen auf den Energiemärkten im Jahr 2022 wurden von Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur (IEA) als die „erste globale Energiekrise“ bezeichnet. Erdgas erreichte in Europa im Durchschnitt ein Mehrfaches seines Werts der letzten Jahre. Dies hat speziell für Europa den Anreiz verstärkt, die Energieversorgung weiter zu diversifizieren und zu dekarbonisieren – eine Dringlichkeit, die sich in der politischen Landschaft des Jahres 2022 widerspiegelte. Insbesondere das Programm REPowerEU und der Inflation Reduction Act in den USA werden in den kommenden Jahren eine signifikant höhere Versorgung aus erneuerbaren Quellen ermöglichen und finanzielle Unterstützung für den Ausbau sauberer Energie bieten. Das Ziel, bis zur Mitte des Jahrhunderts Netto-Null-Emissionen zu erreichen, wird mittlerweile von mehr Regierungen und Unternehmen als je zuvor geteilt. Bis Ende 2022 hatten sich Länder, die mehr als 90% des weltweiten BIP repräsentieren, zu Netto-Null-Emissionen verpflichtet – dem Net Zero Tracker der Universität Oxford zufolge um 10 Prozentpunkte mehr als Ende 2021. Der Anteil der erfassten Emissionen hat sich im Vergleich zu 2021 um schätzungsweise 6 Prozentpunkte auf 83% erhöht. Dieser Trend ist zwar ermutigend, doch die Hürden auf dem Weg zu Netto-Null sind nach wie vor hoch. Insbesondere durch die Ereignisse des Jahres 2022 und die damit einhergehenden hohen Preise, vor allem für Gas und Strom, rückte das Thema der Versorgungssicherheit wieder in den Fokus. Die europäische Erdgasinfrastruktur wird derzeit zügig umgerüstet, um von einer hohen Abhängigkeit von Pipeline-Importen von Gas aus dem Osten zu einem stärker diversifizierten Portfolio überzugehen, das auch viel größere Mengen von auf dem Seeweg transportiertem LNG aus dem globalen Markt umfasst. Die Dringlichkeit, die Grundversorgung von Verbraucher:innen und Unternehmen mit Energie sicherzustellen, hatte im Jahr 2022 Vorrang vor langfristigen Dekarbonisierungszielen, und es ist durchaus möglich, dass dies in den nächsten Jahren weiterhin der Fall sein wird. Damit einhergehende Trends, wie etwa die wiederauflebende Nachfrage nach Kohle für die Stromerzeugung und die daraus resultierende höhere Emissionsintensität, könnten ebenfalls wiederkehren. Ende 2022 beschäftigte die politischen Entscheidungsträger:innen die Frage, wie schwerwiegend die Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs 2023 insbesondere in Europa sein würden, wo viele Beobachter:innen auf eine existenzielle Bedrohung für die Überlebensfähigkeit der regionalen Produktionsstandorte hingewiesen hatten. Die OMV geht auf mittel- und langfristige Sicht davon aus, dass sich die Struktur von Energieangebot und ‑nachfrage drastisch verändern wird, da die Maßnahmen zur Dekarbonisierung von Stromerzeugung, Verkehr, Industrie und anderen CO2-intensiven Sektoren der globalen Wirtschaft unterschiedlich schnell erfolgen und mit unterschiedlichem Erfolg greifen. Ein gangbarer Weg zu einem globalen Netto-Null-Energiesystem bis zur Mitte des Jahrhunderts muss ein breites Spektrum an Technologien umfassen, die anstelle der traditionellen fossilen und biomassebasierten Energieträgern eingesetzt werden. Laut der jüngsten Aktualisierung des IEA-Szenarios „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ sollte bis 2050 kein einzelner Energieträger mehr als ein Viertel der gesamten Primärenergieversorgung ausmachen. Auf globaler Ebene besteht nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Versprechen zur Emissionsreduzierung und den tatsächlich umgesetzten Maßnahmen. Im Vergleich zu 2021 haben zusätzliche angekündigte Zusagen zur Emissionsreduktion aus Indien und Indonesien dazu beigetragen, die wahrgenommene Lücke zwischen angekündigten Zusagen und einem Netto-Null-Energiesystem zu verringern. Dennoch bleibt eine erhebliche Unsicherheit bestehen. Dies spiegelt sich in der Bandbreite der modellierten Anteile der verschiedenen Energieträger im jüngsten World Energy Outlook der IEA wider: Laut Netto-Null-Szenario werden Öl und Gas Ende dieses Jahrzehnts nur noch 46% der gesamten globalen Primärenergieversorgung ausmachen (gegenüber 53% im Jahr 2021). Im Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA bleibt diese Zahl jedoch bis 2030 im Wesentlichen unverändert und fällt erst zur Mitte des Jahrhunderts auf 47%. Die auf bereits festgelegten Richtlinien und angekündigten Zusagen beruhenden IEA-Szenarien gehen davon aus, dass die Ölnachfrage mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts stabil bleiben wird. (Diese Szenarien basieren auf durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 0,8% bzw. 0,2% bis zum Ende dieses Jahrzehnts für die gesamte globale Energieversorgung.) Vor diesem Hintergrund ist die Frage der Unterinvestition in die vorgelagerte Öl- und Gasproduktion für das Energiesystem insgesamt weiter von Relevanz. Mehrere Analysen haben gezeigt, dass die Investitionen in Exploration und Produktion bislang nicht auf die für frühere Rohstoffzyklen charakteristische Weise auf die deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas reagiert haben, die seit dem Tiefpunkt des pandemiebedingten Preisverfalls Mitte 2020 zu beobachten waren.

Gesamtangebot an Primärenergie weltweit4

In EJ

Quelle: IEA World Energy Outlook 2022

Trotz dieser Faktoren bleiben die langfristigen Annahmen weitgehend unverändert. Dies gilt zum Beispiel für die Erwartung, dass die fortgeschrittenen Volkswirtschaften mittel- und langfristig die deutlichsten negativen Wachstumstrends bei fossilen Brennstoffen verzeichnen werden. Den Prognosen der IEA zufolge geht die Ölnachfrage in der EU schneller zurück als in allen anderen großen Ländern oder Regionen. Eine Ausnahme in den Szenarien ist lediglich Japan. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate; CAGR) des Erdölverbrauchs in der EU für den Zeitraum 2021–2030 beträgt im STEP-Szenario –2% und sinkt im Announced Pledges Scenario (APS) auf –3,8%. Für China, den Motor des weltweiten Anstiegs der Nachfrage nach Erdöl in den letzten zwei Jahrzehnten, wird bis 2030 selbst laut STEPS eine CAGR der Ölnachfrage von weniger als 1% erwartet. Abgesehen von dem festgefahrenen Trend des Nachfragerückgangs auf dem Binnenmarkt ist sehr wahrscheinlich davon auszugehen, dass die europäische Raffinerieindustrie mit anhaltendem Gegenwind in Form höherer Energie- und Brennstoffkosten im Vergleich zu anderen Raffineriezentren, insbesondere in den USA und im Mittleren Osten, rechnen muss. Auch wenn sich diese höheren Kosten bis zu einem gewissen Grad durch höhere Marktpreise für Raffinerieprodukte kompensieren lassen, könnten sie die europäische Wettbewerbsfähigkeit dennoch beeinträchtigen. Zwischenzeitlich ist man sich hinsichtlich der Annahmen zur Nachfrage weiterhin einig, dass jene Unternehmen einen Marktvorteil haben werden, die auf eine integrierte Produktion von petrochemischen Produkten verweisen können. Bemerkenswert ist, dass selbst im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenario der IEA die Nachfrage nach Öl für die nicht energetische Nutzung bis 2050 um nur 6% verglichen mit dem Niveau von 2021 zurückgeht (gegenüber einem Rückgang der Ölnachfrage von insgesamt fast 80%).

Globale Nachfrage nach petrochemischen Produkten1

In Mio t

Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones
1 Ethylen und Propylen

Die Ölnachfrage für die chemische Produktion wird aufgrund einer steigenden Nachfrage in Schwellenländern und der engen Verknüpfung mit der BIP-Entwicklung voraussichtlich zunehmen. Bis 2030 wird die Ölnachfrage für die chemische Produktion um etwa 2% pro Jahr steigen. Etwa 80% des Wachstums der Nachfrage nach chemischen Produkten und Kunststoffen werden sich bis 2030 und darüber hinaus auf Schwellenländer, vor allem in Asien, konzentrieren. Auf diese Region entfällt der größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums und damit des entsprechenden Potenzials zur Verbesserung des Lebensstandards. Die Nachfrage in gesättigten Märkten wie Europa, Nordamerika und Japan dürfte langfristig im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt gesund bleiben, die Wachstumsraten werden sich jedoch voraussichtlich verlangsamen.

Globale Nachfrage nach Polyolefin-Neuware

In Mio t

Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones

Polyolefine sind das größte Marktsegment bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware wird bis 2030 – angekurbelt durch den asiatischen Markt – weiterhin stärker als das globale BIP wachsen. Polyolefine werden für verschiedene Branchen, darunter Verpackungen, Bauwesen, Transport, Healthcare, Pharmazeutika und Elektronik, auch künftig unverzichtbar sein.

Globale Nachfrage nach recycelten Polyolefinen

In Mio t

Quelle: Chemical Market Analytics von OPIS, einem Unternehmen von Dow Jones

Der wichtigste Erfolgsfaktor für mittel- bis langfristig nachhaltige Geschäftsmodelle ist das Wachstum bei erneuerbaren Rohstoffen und Biokunststoffen sowie die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach recycelten Polyolefinen bis 2030 deutlich stärker wachsen wird als das globale BIP, wobei Asien den größten Anteil ausmachen wird. In den nächsten zehn Jahren wird sich die Kunststoffindustrie vor allem auf die kontinuierliche Verbesserung der Abfallsammlung, die Entwicklung neuer Kunststoffe und deren Anwendungen für eine bessere Wiederverwertbarkeit und die Verbesserung von Recyclingtechnologien konzentrieren. Die weltweiten Recyclingquoten werden sich bis 2030 voraussichtlich fast verdreifachen.

Die OMV verwendet für zukünftige Markteinschätzungen zwei Szenarien, die sich für 2022 wie folgt umreißen lassen:

1.# OMV

Strategie

In einem Grundszenario wird davon ausgegangen, dass die OECD-Volkswirtschaften einen aggressiveren Dekarbonisierungspfad verfolgen, als es das Announced Pledges Scenario der IEA skizziert, jedoch hinsichtlich der Ölnachfrage auf dem Netto-Null-Pfad zurückbleiben, während die Nicht-OECD-Volkswirtschaften im Einklang mit den angekündigten Zusagen vorankommen. 2. In einem Stressszenario wird eine schnellere Abkehr von fossilen Brennstoffen angenommen als im Sustainable Development Scenario des IEA-Berichts 2021, wenn auch nicht so aggressiv wie im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenario dargestellt. Dieses Stressszenario skizziert einen Verlauf für den Rückgang der Ölnachfrage, der der Obergrenze des in den UN-Klimazielen von Paris vorgesehenen Temperaturanstiegs entsprechen würde, wobei Netto-Null im globalen Energiesystem zwischen 2050 und 2070 erreicht würde. Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im Kapitel Risikomanagement und in der Anhangangabe 2 im Konzernabschluss, sowie im OMV Nachhaltigkeitsbericht.

Die OMV will sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen in Bezug auf alle drei Scopes von Treibhausgasemissionen zu werden. Auf dem Weg dorthin erwartet die OMV, einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd bis 2030 sowie einen ROACE von mindestens 12% zu erzielen und die Ausschüttungen an ihre Aktionär:innen zu erhöhen. Der Purpose der OMV „Re‑inventing essentials for sustainable living“ ist unser konzernweites Leitbild.

5 Die OMV hat eine neue Unternehmensstruktur für nachhaltiges Wachstum und Innovation etabliert. Durch diese Reorganisation umfasst der Konzern ab dem 1. Jänner 2023 drei Geschäftsbereiche: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock sowie Energy. Chemicals & Materials deckt weiterhin die gesamte Wertschöpfungskette für Chemikalien ab und trägt auch die Verantwortung für die wertschaffende Nutzung der Kreislaufwirtschaft. Fuels & Feedstock fasst die bisher getrennten Vorstandsressorts Refining und Marketing & Trading zusammen. Der Geschäftsbereich Energy umfasst neben dem traditionellen Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P) den gesamten Gasbereich und das neu hinzugekommene Low-Carbon-Geschäft, dessen Schwerpunkte auf Geothermie und der Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture & Storage; CCS) liegen. Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der die Versorgung, das Marketing und den Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen.

Strategische Eckpfeiler

Die OMV will sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Ein integraler Bestandteil der Konzernstrategie ist das Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen für Scope 1, 2 und 3 zu werden. Angesichts des laufenden Wandels in der Energiewirtschaft und des globalen Ziels von Netto-Null-Emissionen baut die OMV auf ihre Stärken und ergreift die sich bietenden Gelegenheiten, um sich wettbewerbsfähig zu positionieren.

Strategische Prioritäten bis 2030

  • Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen bis 2050; Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und der Scope-3-Emissionen um 20% bis 2030
  • Entwicklung zu einer weltweit führenden Anbieterin von Polyolefin-Speziallösungen
  • Aufbau einer globalen Führungsposition bei Lösungen für die Kreislaufwirtschaft
  • Einnahme einer führenden europäischen Position bei der Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen
  • Reduktion der Produktion fossiler Brennstoffe und Umstellung auf Gas
  • Steigerung des Shareholder Value der OMV: Wachstum mit starken Finanzergebnissen sowie Belohnung des Vertrauens der Aktionär:innen mit progressiven regulären Dividenden und Sonderdividenden

Die OMV hat sich dazu verpflichtet, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden (Scope 1, 2 und 3), und hat Zwischenziele für 2030 und 2040 sowie klar definierte Maßnahmen festgelegt, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Bis 2030 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und die Scope-3-Emissionen um 20% reduziert werden. Der Konzern hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die CO2-Intensität der Energieversorgung bis 2030 um 20% zu senken. Zu diesem Zweck wird die OMV den Verkauf fossiler Brennstoffe verringern, den Absatz CO2-freier Energie steigern, das Recycling von Polyolefinen und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen und Produkten erhöhen sowie Neutralisierungsmaßnahmen wie CCS implementieren. Dies wird es der OMV ermöglichen, bis 2025 einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd und bis 2030 von mindestens EUR 7 Mrd sowie mittel- bis langfristig einen ROACE von mindestens 12% zu erzielen und weiterhin attraktive Ausschüttungen an die Aktionär:innen zu leisten. Unterstützt wird dies durch sinnvolle Prioritäten bei der Kapitalallokation und eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%. Aufbauend auf ihren derzeitigen Stärken und ihrer Vision der Technologie- und Innovationsführerschaft ist die OMV gut aufgestellt, um in einer Welt mit niedrigen Treibhausgas-(THG-)Emissionen nachhaltig zu wachsen. Diese Strategie steigert den Shareholder Value der OMV, da der Transformationspfad ein Geschäftsmodell des nachhaltigen Wachstums ermöglicht und das Engagement des Konzerns zur Reduktion von THG-Emissionen, zur Erzielung solider Finanzergebnisse und zur Leistung attraktiver Ausschüttungen an die Aktionär:innen unterstreicht.

Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials wird der zentrale Wachstumsmotor des Konzerns sein. Die OMV will eine weltweit führende Anbieterin von differenzierten Polyolefinlösungen werden – mit einer deutlich stärkeren Position im Mittleren Osten, in Asien und in Nordamerika. Der Konzern wird sein bestehendes Polyolefingeschäft stärken und gleichzeitig ein starkes und diversifiziertes Portfolio von Chemikalien und Materialien aufbauen, indem er in angrenzende Geschäftsbereiche und neue Produktgruppen expandiert. Um dies zu verwirklichen, wird die OMV gezielt Investitionen tätigen und Initiativen starten, die ihre Erträge und ihre CO2-Bilanz verbessern. Darüber hinaus wird die OMV ihre geografische Reichweite ausbauen und den Blick verstärkt auf wachstumsstarke Märkte wie Asien und Nordamerika richten. Zu diesem Zweck wird die OMV marktnahe Investitionen tätigen und Partnerschaften auf der Grundlage differenzierter Technologien und Anwendungsportfolios schließen. Außerdem wird das Unternehmen seine Präsenz über Polyolefine hinaus diversifizieren, indem es in die Bereiche Spezialchemikalien und -materialien einsteigt, um eine führende Position aufzubauen.

Ein wichtiger Pfeiler der Konzernstrategie ist das Ziel, eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien einzunehmen. Der Konzern wird das Potenzial der entstehenden Märkte für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft nutzen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen zur Entwicklung innovativer Produkte und neuer Geschäftsmodelle einsetzt. Die Kreislaufwirtschaft ist entscheidend für ein langfristig nachhaltiges Chemiegeschäft. Daher ist eine Transformation zu einem wirtschaftlich tragfähigen kommerziellen Maßstab erforderlich. In diesem Zusammenhang hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, bis 2030 rund 2 Mio t nachhaltige Produkte im Bereich Chemicals & Materials zu liefern. 80% dieser Mengen sollen in Europa produziert werden, was etwa 40% der Polyolefin-Produktionskapazität der OMV in Europa entspricht.

Die OMV will außerdem eine führende innovative Produzentin von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen werden. Das Unternehmen wird daher die Schnittstelle zwischen Öl und Chemikalien mit Schwerpunkt auf den integrierten Standorten Schwechat und Burghausen optimieren und Anlagen neu konfigurieren, um die Quote hochwertiger fossiler Ressourcen zu maximieren und den Anteil an nachhaltigen Kraftstoffen und Rohstoffen für die Produktion von Chemikalien zu steigern. Dadurch wird die Produktion von Dieselprodukten bis 2030 erheblich reduziert, während die Produktausbeute im Chemiebereich bis 2030 auf rund 24% angehoben wird. Die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen Rohstoffen wird auf etwa 1,5 Mio t gesteigert, der Rohöldestillationsdurchsatz hingegen um 2,6 Mio t reduziert. Darüber hinaus will die OMV die erste Wahl ihrer Kund:innen bei Energie, Mobilität und Convenience werden und konzentriert sich dabei auf den Verkauf nachhaltiger Flugkraftstoffe, den Aufbau eines Ladenetzes für Elektrofahrzeuge und den Ausbau des Non-Fuel-Retail-Geschäfts.

Im Geschäftsbereich Energy konzentriert sich die OMV auf Wertmaximierung und Cash-Generierung. Dieser Geschäftsbereich wird die fossile Produktion bis 2030 schrittweise auf rund 350 kboe/d senken, wobei der Anteil von Erdgas bei etwa 60% liegen soll. Gleichzeitig wird die OMV signifikante Investitionen in kohlenstoffarme Lösungen tätigen, insbesondere in rund 10 TWh erneuerbare Energien (z.B. Geothermie) und in CCS-Kapazitäten (rund 5 Mio t pro Jahr), um ihren Treibhausgasausstoß zu reduzieren. Der Geschäftsbereich Energy wird als Cash-Motor für den Konzern fungieren und die Transformation unterstützen.# Chemicals & Materials (C&M)

Strategische Prioritäten bis 2030
▸ Entwicklung zu einem weltweit führenden Anbieter von Polyolefin-Speziallösungen
▸ Wachstum in attraktiven Märkten mit besonderem Fokus auf Nordamerika und Asien
▸ Steigerung der Produktionskapazität nachhaltiger Chemikalien auf bis zu 2 Mio t
▸ Aufbau einer führenden Position bei erneuerbaren und kreislaufbasierten Lösungen
▸ Diversifizierung des Portfolios durch Einstieg in verwandte Produkte und neue Produktgruppen

Die Nachfrage nach chemischen Produkten wird weiterhin über dem globalen BIP wachsen, auch in einer Welt mit geringen THG-Emissionen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware mit einer CAGR (2022–2030) von 4,1% geringfügig über dem globalen BIP wächst. Der Großteil dieses Nachfragewachstums stammt aus den wachstumsstarken Märkten in Asien und ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Endverbrauchermärkte und -anwendungen verbunden, die eine natürliche Absicherung gegen die Volatilität einzelner Branchen darstellen. Für recycelte Polyolefine wird ein jährlicher Anstieg mit einer CAGR (2021–2030) von 12% prognostiziert, der deutlich über dem BIP liegt. Dies ist auf das starke Engagement in Endmärkten, insbesondere im Konsumgütersektor, den zunehmenden regulatorischen Druck und den Bedarf an Lösungen für Kunststoffabfälle am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen. Polyolefine spielen eine entscheidende Rolle als ökoeffiziente Wegbereiter für eine nachhaltige Zukunft, indem sie beispielsweise leichtere Automobillösungen und Verpackungen ermöglichen, die Lebensmittelabfälle reduzieren und die Haltbarkeit verlängern.

Die derzeitige lineare Wertschöpfungskette bei Polyolefinen steht vor großen Herausforderungen: schlecht oder gar nicht bewirtschaftete Abfälle, Umweltverschmutzung, unnötige Emissionen und die zunehmende Verbreitung von Mikroplastik. Die Umstellung der Wertschöpfungskette von einem linearen auf ein kreislauforientiertes Modell wird in Zukunft eine der Prioritäten für ein nachhaltiges Chemikaliengeschäft sein. Dies bedarf jedoch eines tiefgreifenden Wandels, um eine Skalierung bei attraktiver Rentabilität zu ermöglichen. Derzeit ist der Zugang zu Rohstoffen, die direkt aus dem Recycling stammen, begrenzt. Aus diesem Grund ist die Beschaffung von vor- und nachgelagerten Rohstoffen, vor allem durch Partnerschaften, von entscheidender Bedeutung, um einen ausreichenden Zugang zu Kunststoffabfällen zu gewährleisten. Partnerschaften mit Markeninhaber:innen sowie dem Einzelhandel sorgen für attraktive langfristige Abnahmeverträge mit Aufschlägen für grüne Produkte. Darüber hinaus muss das künftige Betriebsmodell so angelegt sein, dass eine rasche Reaktion auf sich ändernde regulatorische Anforderungen und Kundenbedürfnisse möglich ist. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem hoch entwickelten europäischen Umfeld wie auch der Fähigkeit, erfolgreiche Konzepte kurzfristig weltweit einzuführen.

Ziel der OMV ist es, ihr Polyolefingeschäft weiterzuentwickeln, indem sie auf bestehenden Stärken und Fähigkeiten aufbaut und Wettbewerbsvorteile voll ausschöpft, um in angrenzende Märkte zu wachsen. Dafür gilt es, gezielte Investitionen zu tätigen und Initiativen zu starten, die die Rendite verbessern und den ökologischen Fußabdruck des Konzerns verringern. Der Geschäftsbereich C&M verfügt über eine starke Pipeline an organischen Wachstumsprojekten in Europa, dem Mittleren Osten und Nordamerika. Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen gehören:

▸ Ausbau des auf Naphtha basierten Steamcrackers in Burghausen (2022)
▸ Ausbau der Propylen-Produktionskapazitäten in Belgien; Errichtung einer Propan-Dehydrierungsanlage mit einer Produktionskapazität von 750.000 t in Kallo, die 2024 in Betrieb gehen soll
▸ Ausweitung der Präsenz in Nordamerika durch das Joint Venture Baystar; Bau eines auf Ethan basierten Steamcrackers mit einer Kapazität von 1 Mio t und Erweiterung der Kapazität der Polyethylenanlage auf 1 Mio t pro Jahr. Der Steamcracker wurde 2022 in Betrieb genommen, und die Polyolefinanlage wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 in Betrieb gehen.
▸ Erweiterung des Joint Ventures Borouge durch Borouge 4; Bau eines Ethancrackers mit einer Kapazität von 1,5 Mio t und von Polyolefinanlagen mit einer Kapazität von 1,4 Mio t. Die Inbetriebnahme des Steamcrackers und der Polyolefinanlagen wird für Ende 2025 erwartet.

Der Geschäftsbereich C&M will sein Polyolefin- und Spezialproduktportfolio stärken und sich dabei attraktive Margen sichern. Der Geschäftsbereich strebt ein Wachstum in Asien an und will die Präsenz in Nordamerika durch organische und anorganische Investitionen stärken. Darüber hinaus will C&M sein Portfolio weiter ausbauen, indem es angrenzende Wertschöpfungsbereiche erschließt und eine breiter diversifizierte Führungsposition in der Chemieindustrie entwickelt, hauptsächlich durch M&A-Aktivitäten. Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen durch organische oder anorganische Investitionen gehören der Ausbau der Polypropylen-Position in Nordamerika, Wachstum bei differenzierten Spezialprodukten und Wachstum in Asien bei Spezialpolyolefinen und Kreislauflösungen. Neben der allgemeinen Marktattraktivität, der strategischen Eignung und der Wertschöpfung sind Nachhaltigkeit und geografische Reichweite die wichtigsten Investitionskriterien für potenzielle Diversifikationsmöglichkeiten.

Um die Technologieführerschaft aufrechtzuerhalten, ist eine kontinuierliche Konzentration auf Innovation unerlässlich. Ziel der OMV ist es, eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien einzunehmen. Zu diesem Zweck plant der Konzern, das aufkommende Marktpotenzial für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft zu erschließen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen nutzt, um neue Produkte und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ziel ist es, bis 2030 jährlich etwa 2 Mio t nachhaltige Produkte zu liefern, wobei der Schwerpunkt auf Europa liegt: 40% der Polyolefin-Produktionskapazität der OMV in Europa sollen künftig nachhaltig sein. Dies soll durch die Beschleunigung laufender (fortschrittlicher) Initiativen zum mechanischen und chemischen Recycling in Europa sowie durch den Einsatz nachhaltiger Rohstoffe erreicht werden. Die nachhaltigen Produkte werden das Ergebnis der zunehmenden Verwendung von Biomonomeren für Polyolefine und des breiteren Chemikalienportfolios sein und die enge Integration mit dem OMV Geschäftsbereich Fuels & Feedstock nutzen. Aufbauend auf seiner europäischen Führungsposition im Bereich der Nachhaltigkeit wird C&M seine globale Präsenz nutzen, um Lösungen für die Kreislaufwirtschaft durch bestehende Joint Ventures, neue Wachstumsplattformen und zusätzliche Partnerschaften in Asien und Nordamerika weltweit zu verbreiten.

Der Geschäftsbereich C&M der OMV wird der wesentliche Wachstumsmotor des Konzerns sein. Mit einem Portfolio unterschiedlicher Wachstumsinitiativen wird er Nachhaltigkeit, Risiko und Rendite in Einklang bringen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktdynamiken stärken. Die C&M-Strategie bietet erhebliches Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial. Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich C&M werden im Zeitraum 2022–2030 durchschnittlich EUR 0,9 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,3 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind.

Fuels & Feedstock (F&F)

Strategische Prioritäten
▸ Steigerung der Produktausbeute im Chemiebereich auf 24% in den Raffinerien im Westen
▸ Steigerung der Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und von nachhaltigen chemischen Rohstoffen auf etwa 1,5 Mio t bei gleichzeitiger Reduktion des Rohöldestillationsdurchsatzes um 2,6 Mio t
▸ Vermarktung von mindestens 700.000 t nachhaltigen Flugkraftstoffen
▸ Investition in ein Ladenetz für Elektrofahrzeuge und deutliche Steigerung des Margenbeitrags aus dem Non-Fuel-Geschäft
▸ Signifikante Reduktion der absoluten Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen

In Zukunft wird F&F sein Produktportfolio umgestalten und dabei verstärkt auf erneuerbare Kraftstoffe für den Mobilitätssektor und nachhaltige chemische Rohstoffe setzen. Das Unternehmen konzentriert sich auf sichere, innovative sowie ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Tätigkeiten. F&F wird die Umstellung auf einen CO2-armen Betrieb und Vertrieb bei gleichzeitig hoher Rentabilität ermöglichen.

Das Marktpotenzial europäischer Raffinerien für fossile Kraftstoffe wird bis 2030 deutlich zurückgehen, da sowohl die Mengen als auch die Raffineriemargen aufgrund des Tempos der Energiewende in Europa unter Druck geraten dürften. Im gleichen Zeithorizont wird es ein starkes Wachstum bei erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor sowie bei nachhaltigen chemischen Rohstoffen geben. F&F wird den Rohöldestillationsdurchsatz in den Raffinerien Schwechat und Burghausen proaktiv von 12,9 Mio t im Jahr 2019 auf rund 10,3 Mio t im Jahr 2030 senken, um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden. Durch diese Anpassung wird die Produktion von Heizöl- und Dieselprodukten bis 2030 erheblich reduziert, während in den westlichen Raffinerien die Produktausbeute im Chemiebereich bis 2030 auf rund 24% steigt.

Um die Chancen der laufenden Energiewende zu nutzen, arbeitet der Geschäftsbereich F&F an der Entwicklung eines Produktionsportfolios für erneuerbare Kraftstoffe und nachhaltige chemische Rohstoffe, wie etwa dem Co-Processing von biogenen Rohstoffen in Schwechat, das bis 2030 die Marke von insgesamt rund 1,5 Mio t erreichen soll. In diesem Zusammenhang wird die Beschaffung von Biorohstoffen ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Für 80% des Rohstoffbedarfs der OMV bis 2030 liegen bereits konkrete Beschaffungspläne vor.# OMV

Fuels & Feedstock

Die OMV wird die Schnittstelle zwischen Öl und Chemikalien mit Schwerpunkt auf den integrierten Standorten Schwechat und Burghausen optimieren und Anlagen und Standorte neu konfigurieren, um die Quote hochwertiger fossiler Ressourcen zu maximieren und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen für die Produktion von Chemikalien zu steigern. Die OMV wird ihre drei europäischen Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien weiterhin als integriertes System betreiben, um die Anlagenauslastung zu optimieren und die Margen zu maximieren. Darüber hinaus führt das Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Betriebseffizienz in den bestehenden Raffinerieanlagen durch, um eine führende Kostenposition in Europa aufrechtzuerhalten. Ziel der internationalen, nicht von der OMV betriebenen Raffineriestandorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (ADNOC Refining) und Pakistan (PARCO) ist es, ihre wirtschaftliche Leistung zu verbessern. Der Schwerpunkt wird kurz- bis mittelfristig auf der weiteren Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) und der Leistungskultur an den einzelnen Standorten liegen. Mittel- bis langfristig wird die OMV kommerzielle Optionen für die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und nachhaltigen chemischen Rohstoffen evaluieren. Die Aktivitäten von F&F in Europa sichern den Kunden- und Marktzugang der OMV. Im Einklang mit den sich ändernden Nachfragemustern und den regulatorischen Verpflichtungen wird die OMV ihr Produktportfolio bis 2030 schrittweise auf nachhaltigere Kraftstoffe und Dienstleistungen umstellen und damit die Resilienz ihres Produktmixes erhöhen. Die OMV wird ein wachsendes Geschäft für nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels; SAFs) in Mitteleuropa aufbauen, indem sie neue Marktpositionen in der Nähe der geplanten Produktionsstandorte etabliert. F&F wird bis 2030 mindestens 700.000 t SAFs vermarkten. Die OMV beabsichtigt, die SAF-Verkaufsmengen deutlich über den geplanten regulatorischen Rahmen hinaus zu steigern, und wird sich auf den wachsenden freiwilligen Kohlenstoffmarkt konzentrieren. Gleichzeitig wird F&F seine Position bei Bitumen und Schiffskraftstoff aufrechterhalten, um die Auslastung der Raffinerien zu sichern, und diese Produkte weiterentwickeln, um die THG-Emissionen zu senken. Im Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience plant die OMV den weiteren Ausbau des bestehenden Marktpotenzials durch ein deutliches Wachstum des Non-Fuel-Geschäfts. Neue Gastronomie- und Servicekonzepte sowie Kooperationen im Bereich der Lebensmittellogistik werden das Volumen und die Marge des Non-Fuel-Geschäfts bis 2030 voraussichtlich deutlich erhöhen. Parallel dazu wird das Unternehmen seinen Anteil an Premiumkraftstoffen bis 2030 auf mehr als 30% erhöhen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und höhere Margen zu erzielen. Das OMV Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience wird in den Bereich E-Mobilität expandieren und eine führende Position bei Ladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahnstationen und Transittankstellen sowie an Convenience-Hubs einnehmen. Mit einer Gesamtinvestition in diesem Segment von mehr als EUR 400 Mio bis zum Jahr 2030 wird die OMV die Profitabilität ihres Retail-Geschäfts steigern und den Wert ihrer Assets monetarisieren. Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich F&F werden von 2022 bis 2030 durchschnittlich EUR 1 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,5 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind. Mit dieser neuen Strategie wird die OMV ihr Ziel, die THG-Emissionen zu senken, schneller erreichen, indem sie fossile Brennstoffe reduziert, die Produktion und Vermarktung erneuerbarer Kraftstoffe und nachhaltiger chemischer Rohstoffe intensiviert und Energieeffizienzmaßnahmen umsetzt.

Energy

Strategische Prioritäten bis 2030

  • Portfoliomanagement als robuster Cash-Generator zur Unterstützung der Transformation des Konzerns
  • Erwarteter Produktionsrückgang bis 2025 auf rund 370 kboe/d und bis 2030 auf rund 350 kboe/d, exklusive potenzieller Veräußerungen
  • Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen mit rund 10 TWh erneuerbaren Energien (z.B. Geothermie) und einer CCS-Menge von etwa 5 Mio t CO2 pro Jahr, um die absoluten und relativen THG-Emissionen erheblich zu reduzieren
  • Im Zuge der Evaluierung des Portfolios kündigte die OMV die Einleitung des Verkaufsprozesses für ihre E&P Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik an

Vor dem Hintergrund der laufenden Energiewende und zur Unterstützung der Transformation des OMV Konzerns wird der Geschäftsbereich Energy als solider Cash-Generator geführt werden und sich auf die weitere Aufwertung seines wettbewerbsfähigen Asset-Portfolios konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf den drei Kernregionen liegt: Mittel- und Osteuropa, Nordsee sowie Mittlerer Osten und Afrika. Die Umstellung des Kohlenwasserstoffportfolios auf Gas wird fortgesetzt, wobei zur Steigerung der Effizienz weitere Positionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, veräußert werden, während das Geschäft mit CO2-armen Produkten so weit ausgebaut wird, dass es bis zum Ende des Jahrzehnts einen wesentlichen Beitrag leistet. Am 27. Februar 2023 gab die OMV bekannt, dass sie den Verkaufsprozess zur Veräußerung ihrer E&P Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik, einer 50%-Beteiligung an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und 100% der Anteile an OMV New Zealand Limited, eingeleitet hat. Ab 2023 umfasst der Geschäftsbereich Energy die gesamte Gaswertschöpfungskette, da der Bereich Gas & Power Osteuropa, der die Versorgung, das Marketing und den Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen wurde.

Die Steigerung der Wertschöpfung und des Cashflows sind die wichtigsten Ziele und Kriterien für das Management und die Entwicklung des Portfolios von Öl- und Gas-Assets, wobei der Fokus auf Gas liegt. Die mittelfristige Realisierung von Schlüsselprojekten des Portfolios, wie die Entwicklung von Neptun in Rumänien und die Verlängerung der Plateauförderung von Umm Lulu SARB Phase 2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wird bis 2025 und darüber hinaus eine starke Cash-Generierung unterstützen. Exklusive potenzieller Veräußerungen, erwartet die OMV bis 2025 ein Produktionsniveau von rund 370 kboe/d und bis 2030 von rund 350 kboe/d, wobei der Anteil von Erdgas bei etwa 60% liegen soll. Um die oben genannten Produktionsniveaus aufrechtzuerhalten, das CO2-arme Geschäft voranzutreiben und einen starken Cashflow zu erzielen, rechnet der Geschäftsbereich Energy für den Zeitraum 2022–2030 mit durchschnittlichen jährlichen Investitionen von insgesamt rund EUR 1,6 Mrd, wovon EUR 0,6 Mrd für CO2-arme Aktivitäten vorgesehen sind. Die Explorations- und Evaluierungsaktivitäten der OMV werden weiter gestrafft, und das durchschnittliche jährliche Gesamtbudget wird innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich rund EUR 0,2 Mrd betragen. Gegen Ende des Jahrzehnts werden die Investitions- sowie die Explorations- und Evaluierungsausgaben im Öl- und Gassektor sinken, wodurch mehr Kapital für den Ausbau des CO2-armen Geschäfts und die generelle Transformation der OMV zur Verfügung stehen wird.

Mit einem starken Fokus auf eine weitere Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) – unterstützt durch Digitalisierung und agile Arbeitsweisen – und mit der Optimierung des Portfolios will der Geschäftsbereich Energy die Wettbewerbsfähigkeit seines Portfolios ebenso stärken wie dessen Resilienz. Zur Versorgung ihrer Gaskund:innen wird die OMV weiterhin ihre eigene Erdgasproduktion in Norwegen, Österreich und Rumänien durch Drittbezugsquellen ergänzen. Der Konzern arbeitet daran, seinen Gasbezug weiter zu diversifizieren. Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Beitrag von Eigengas zum Gasverkaufsportfolio in Nordwesteuropa aufgrund des natürlichen Förderrückgangs bei den bestehenden Feldern deutlich abnehmen und bei Bedarf weitgehend durch hauptsächlich von den Märkten bezogene grüne Gase wie Biogas und Wasserstoff ersetzt werden, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu verringern. Neue Eigengasmengen aus dem rumänischen Neptun-Projekt werden die Volumen in Südosteuropa hoch halten. Die OMV wird auch versuchen, einen zunehmenden Anteil ihrer Erdgasverkäufe auf Kunden aus Nichtenergiesektoren zu verlagern, um ihre Scope-3-Portfolio-Emissionen weiter zu reduzieren. Der Konzern wird eine Reihe von Möglichkeiten und Portfolio-Optionen prüfen, die die Cashflow-Generierung durch das derzeitige Geschäft von Energy verbessern und einen potenziell beschleunigten Übergang zu nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien unterstützen. Zu diesen Möglichkeiten könnten die Ausschöpfung des gesamten Wertpotenzials der Assets zählen, wie zum Beispiel das Geschäftspotenzial mit CO2-armen Produkten, die Aufrechterhaltung einer hervorragenden Lagerstättenförderung und die Optimierung der Kosten sowie die Bewertung und Entwicklung von Joint-Venture-Möglichkeiten für ausgewählte Assets, ohne dabei anorganische Optionen auszuschließen. Zur Verbesserung der CO2-Bilanz seiner Geschäftstätigkeiten wird der Geschäftsbereich Energy das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas einstellen, diffuse Methanemissionen reduzieren und Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung einführen. Außerdem werden Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien zur Eigenversorgung der OMV verfolgt, wie zum Beispiel die mit VERBUND entwickelte Photovoltaikanlage in Schönkirchen (Österreich). Zur Gesamtreduzierung der absoluten und relativen THG-Emissionen seines Produktportfolios wird der Geschäftsbereich Energy seine bestehenden Assets und Kernkompetenzen nutzen, um finanzstarke, CO2-arme Projekte zu realisieren. Die vorhandenen Möglichkeiten werden genutzt, um bis zum Jahr 2030 eine geothermische Energiekapazität von bis zu 9 TWh pro Jahr aufzubauen.# Dekarbonisierungsstrategie

Strategische Prioritäten bis 2030
* Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen des OMV Konzerns um 30%
* Reduktion der Scope-3-Emissionen des OMV Konzerns um 20%
* Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung des OMV Konzerns um 20%

Alle Reduktionsziele werden im Vergleich zu den Werten von 2019 gemessen. Die OMV hat sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) zu erreichen – mit Zwischenzielen für 2030 und 2040. Die OMV Ziele werden auf absoluter Ebene und auf der Ebene der Emissionsintensität festgelegt, mit dem Endziel, bis 2050 in Scope 1, 2 und 3 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Für Scope 1 und 2 strebt die OMV eine absolute Reduktion um 30% bis 2030 und um 60% bis 2040 an. Für die definierten Kategorien in Scope 3 strebt die OMV eine absolute Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 an. In Bezug auf die CO2-Intensität der Energieversorgung strebt die OMV eine Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 an.

Die OMV hat sich außerdem freiwillig verpflichtet, das Framework der Oil & Gas Methane Partnership 2.0 (OGMP 2.0) anzuwenden. Damit hat ist die OMV folgende Verpflichtungen eingegangen:
* Die Bilanzierung der E&P-Methanemissionen muss mindestens mit dem Framework der OGMP 2.0 im Einklang stehen.
* Für E&P-Assets, die von der OMV betrieben werden, muss spätestens in drei Jahren eine Messung der Methanemissionen auf Quellenebene (OGMP 2.0, Level 4) vorliegen.
* Die Methanintensität muss bis 2025 auf 0,2% und bis 2030 auf 0,1% reduziert werden.

Die OMV erwartet die Veröffentlichung der „Science-Based Targets“-(SBT-) Methodik für den Öl- und Gassektor, um ihre Ziele anhand der SBT-Anforderungen zu bewerten und diese von der „Science Based Target initiative“ (SBTi) anerkennen zu lassen.

Diese Emissionsreduktionen können nur mit beträchtlichen Anstrengungen und großem Kapitaleinsatz erreicht werden. Der Konzern hat dafür organische Investitionen für den Zeitraum 2022–2030 von mehr als EUR 13 Mrd vorgesehen, was etwa 40% der gesamten organischen Investitionsaufwendungen entspricht. Alle Geschäftsbereiche werden bei dieser Umgestaltung auf ihren jeweiligen Stärken und Fachkenntnissen aufbauen. Um die angestrebten Reduktionen bis 2030 zu erreichen, werden drei Schlüsselinitiativen gestartet:
* Verringerung des Verkaufs fossiler Brennstoffe: deutlicher Abbau bei den fossilen Brennstoffen und weniger starker Abbau bei den Erdgasverkäufen
* Steigerung des Absatzes von CO2-freier Energie: deutlicher Anstieg bei nachhaltigen und biobasierten Kraftstoffen, Absatz von grünem Gas und Aufbau von Photovoltaikkapazitäten vor allem für den Eigenverbrauch sowie von geothermischer Energie
* Steigerung des Recyclings im Geschäftsbereich Chemicals & Materials, Erhöhung des Anteils an nachhaltigen Rohstoffen und Lieferung von jährlich rund 2 Mio t kreislauffähigen Produkten: Produktion von Rezyklaten als Ersatz für fossile Chemikalien und Materialien und Produktion aus biogenen Rohstoffen

Neben diesen Bemühungen sind auch Neutralisierungsmaßnahmen erforderlich. Die OMV geht davon aus, dass sie CCS-Kapazitäten von rund 5 Mio t in allen Geschäftsbereichen nutzen wird. Eingekaufte Energie wird zu 100% aus erneuerbaren Quellen stammen. Das anorganische Wachstum des Geschäftsbereichs Chemicals & Materials wird im Einklang mit den Dekarbonisierungszielen der OMV erfolgen, wobei Dekarbonisierungspfade entweder bereits vorhanden sind oder nach einer möglichen Akquisition umgesetzt werden sollen.

Finanzen

Strategische Prioritäten bis 2030
* Erzielung eines operativen Cashflows exklusive Net-Working-Capital-Positionen von EUR ~6 Mrd bis 2025 und EUR ≥7 Mrd bis 2030
* Erzielung eines mittel- bis langfristigen ROACE von ≥12%
* Sicherstellung solider Prioritäten bei der Kapitalallokation: organische Investitionen, Dividende, anorganisches Wachstum, Entschuldung und Sonderdividenden6
* Aufrechterhaltung einer soliden Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%
* Ausschüttung von 20% bis 30% des operativen Cashflows (inklusive Net-Working-Capital-Positionen) pro Jahr an die Aktionär:innen, wenn der Leverage-Grad der OMV unter 30% liegt – vorrangig über die reguläre Dividende und zusätzlich, wenn ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, über Sonderdividenden
* Verpflichtung zu attraktiven Ausschüttungen an die Aktionär:innen

Die Finanzstrategie des Konzerns zielt darauf ab, den Wert des Unternehmens und die Rendite für die Aktionär:innen zu steigern und gleichzeitig eine solide Bilanz sowie ein finanziell robustes Portfolio zu gewährleisten, das in einer CO2-armen Welt erfolgreich ist und über ein attraktives Wachstumspotenzial bis weit in die Zukunft verfügt. Die wertorientierte Finanzstrategie basiert auf einem klaren Rahmen, der ein langfristig rentables und solides Wachstum ermöglicht, und hat folgende Ziele: einen ROACE von mindestens 12%, einen positiven freien Cashflow nach Dividenden, eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%, ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von mindestens EUR 5 Mrd bis 2025 und von EUR 6 Mrd bis 2030, eine Steigerung des den Aktionär:innen zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten, einen Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd bis 2030 sowie attraktive Ausschüttungen an die Aktionär:innen.

Bei der Erstellung ihres Finanzplans legte die OMV eine solide Politik der Kapitalallokation fest: erstens Investitionen in ihr organisches Portfolio, zweitens die Zahlung attraktiver Dividenden, drittens anorganische Investitionen für eine beschleunigte Transformation, viertens Entschuldung und fünftens Sonderdividenden. Bei der Kapitalallokation konzentriert sich der Konzern auf die Auswahl der wettbewerbsfähigsten und tragfähigsten Projekte. Zu den definierten Investitionskriterien gehören Mindestrenditen und Amortisationszeiten für die einzelnen Geschäftsbereiche, die die jeweiligen Risiko- und Ertragsprofile widerspiegeln, sowie die Prüfung von Projekten auf ihre Belastbarkeit und ihre Rentabilität anhand relevanter Markt-KPIs.

Um ihr strategisches Ziel zu erreichen, plant die OMV für den Zeitraum 2022–2030 jährliche organische Investitionen in Höhe von rund EUR 3,5 Mrd. Insgesamt wendet der Konzern für diesen Zeitraum mehr als EUR 13 Mrd auf (d.h. etwa 40% der gesamten organischen Investitionsaufwendungen), um seine ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Darüber hinaus wird die OMV ein anorganisches Wachstum in Bereichen von strategischer Bedeutung in Betracht ziehen. Dies wird jedoch vom Verschuldungsspielraum des Konzerns abhängen. Außerdem können sich im Portfolio des Konzerns Möglichkeiten bieten, die Umsetzung der Strategie durch Veräußerungen zu beschleunigen, wenn sich attraktive Akquisitionsziele in bestimmten Wachstumsbereichen anbieten. Die Konzernstrategie, unterstützt durch eine disziplinierte Kapitalallokation, wird die OMV in die Lage versetzen, steigende und solide Cashflows und höhere Erträge zu erwirtschaften. Diese robusten Finanzkennzahlen stellen eine solide Konzernbilanz sicher.

In ihrer Finanzstrategie hat sich die OMV dazu verpflichtet, eine solide Bilanz und ein Investment-Grade-Rating zu gewährleisten. Das Unternehmen strebt mittel- bis langfristig einen Leverage-Grad von unter 30% an. Je nach den Portfoliomaßnahmen kann der Leverage-Grad 30% überschreiten, allerdings wird dann ein Entschuldungsprogramm durchgeführt, um die Bilanz zu stärken.

Die OMV ist bestrebt, ihre langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Daher prüft die OMV die Möglichkeiten nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzierungsinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele geknüpft sind, beispielsweise an Zielsetzungen zur Verringerung der THG-Emissionen oder für eine nachhaltige Polyolefinproduktion.

Während des Zeitraums der Umsetzung ihrer Strategie ist die OMV bestrebt, den Aktionär:innen attraktive Ausschüttungen zu bieten. Der Konzern hat seine aktionärsorientierte Ausschüttungspolitik im Dezember 2022 abgeändert und Sonderdividenden als neues, zusätzliches Instrument zu der bestehenden progressiven Dividendenpolitik aufgenommen. Die progressive reguläre Dividendenpolitik wird beibehalten und bleibt von dieser Abänderung unberührt.

Wenn der Leverage-Grad der OMV unter 30% liegt, strebt die OMV an, etwa 20% bis 30% des operativen Cashflows des Konzerns (inklusive Net-Working-Capital-Positionen) pro Jahr an ihre Aktionär:innen auszuschütten – vorrangig über die reguläre Dividende und zusätzlich, wenn ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, über das neue Instrument einer Sonderdividende. Im Falle eines Leverage-Grads von 30% oder mehr wird die progressive reguläre Dividende der OMV beibehalten, jedoch keine Sonderdividende ausgeschüttet. Die Dividendenzahlungen in jedem Jahr setzen entsprechende Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats voraus.# Nachhaltigkeit

Wir wollen eine nachhaltige Welt mitgestalten – eine Welt, die für alle lebenswert ist. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt unserer Konzernstrategie. Wir wollen bis 2050 in unserer Geschäftstätigkeit klimaneutral werden, treiben die Energiewende voran und arbeiten proaktiv am Umstieg von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft. Wir bauen ein positives Verhältnis zu unseren Mitarbeiter:innen, der lokalen Bevölkerung, unseren Lieferant:innen und anderen Stakeholder:innen auf. Dabei sprechen wir auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen an, die der Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft mit sich bringt. Unser strategischer Rahmen für Nachhaltigkeitsthemen basiert auf den drei Säulen Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Unsere Strategie 2030 wird durch dieses Nachhaltigkeits-Framework untermauert. Bei allen geschäftlichen Entscheidungen kommt unser Ziel zum Tragen, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. Innerhalb dieses Frameworks für Nachhaltigkeitsthemen haben wir fünf strategische Schwerpunktbereiche festgelegt: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Gesundheit und Sicherheit, Menschen und ethische Geschäftspraktiken. Für jeden dieser Schwerpunktbereiche haben wir konkrete Commitments, Ziele und Maßnahmen formuliert, die bis 2030 erreicht werden sollen und den Beitrag der OMV zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung darstellen.

Nachhaltigkeitsziele und Commitments der OMV

Klimawandel

  • Commitments:
    • Die OMV verbessert laufend die CO2-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios.
    • Die OMV hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen, und möchte bis spätestens 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen werden.
  • Ziele bis 2025:
    • Reduzierung der CO2-Intensität unserer Geschäftstätigkeit (Scope 1) um ≥30% vs. 2010
    • Reduzierung der CO2-Intensität unseres Produktportfolios (Scope 3) um >6% vs. 2010
    • Mindestens 1 Mio t weniger Emissionen in CO2-Äquivalent in betriebenen Assets 2020–2025
    • Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,2% oder weniger
  • Ziele bis 2030:
    • Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥30% vs. 2019
    • Reduzierung der Scope-3-Emissionen⁷ um ≥20% vs. 2019
    • Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥20% vs. 2019
    • Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,1% oder weniger
    • Einstellung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas so rasch wie möglich, jedoch spätestens bis 2030
  • Ziele bis 2040:
    • Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥60% vs. 2019
    • Reduzierung der Scope-3-Emissionen⁷ um ≥50% vs. 2019
    • Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥50% vs. 2019

Management natürlicher Ressourcen

  • Commitments:
    • Die OMV setzt sich für ein verantwortungsvolles Management natürlicher Ressourcen ein und wird den Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft proaktiv vorantreiben.
  • Ziel der OMV ist es, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, indem sie die Verschmutzung von Wasser und Boden verhindert, Emissionen reduziert, natürliche Ressourcen effizient nutzt und eine Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt vermeidet.
  • Ziele bis 2025:
    • Aufbau von Produktionskapazitäten für nachhaltige Polyolefine (einschließlich recycelter und biobasierter Polyolefine) oder andere Chemikalien auf 600.000 t pro Jahr.
    • Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
    • Verringerung der Süßwasserentnahme
  • Ziele bis 2030:
    • Aufbau von Produktionskapazitäten für nachhaltige Polyolefine (einschließlich recycelter und biobasierter Polyolefine) oder andere Chemikalien in einer Größenordnung von 2 Mio t pro Jahr
    • Reduzierung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen durch Senkung der Öl- und Gasproduktion auf rund 350 kboe/d und durch Verringerung des Rohöldestillationsdurchsatzes um 2,6 Mio t
    • Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
    • Verringerung der Süßwasserentnahme

Gesundheit und Sicherheit

  • Commitments:
  • Gesundheit und Sicherheit haben bei allen Tätigkeiten oberste Priorität. Die OMV hat sich dem proaktiven Risikomanagement verschrieben, um ihre HSSE-Vision „ZERO harm – NO losses“ zu verwirklichen.
  • Ziele bis 2025:
    • Erreichen einer Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) von rund 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
    • Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
    • Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate
  • Ziele bis 2030:
    • Stabilisierung der Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei unter 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
    • Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
    • Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate

Menschen

  • Commitments:
  • Die OMV bemüht sich um den Aufbau und Erhalt eines talentierten und kompetenten Expertenteams für internationales und integriertes Wachstum. Wir begrüßen unsere Verschiedenartigkeit und nutzen unsere Vielfalt an Gedanken und Erfahrungen als Katalysator für Wachstum und Kreativität.
    • Die OMV setzt sich für eine faire Behandlung und Chancengleichheit aller Mitarbeiter:innen ein und duldet keinerlei Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art.
  • Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact bekennt sich die OMV voll und ganz zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und will durch gezielte Investitionen in Projekte für das Gemeinwesen, die auf lokale Bedürfnisse und die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals; SDGs) ausgerichtet sind, einen Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung leisten.
  • Die OMV ist bestrebt, den Übergang hin zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für ihre Mitarbeiter:innen und Anrainergemeinden gerecht zu gestalten („Just Transition“) und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu adressieren, die aus diesem Übergang resultieren.
  • Ziele bis 2025:
    • Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 25%
    • Beibehaltung des hohen Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
    • Schulung aller Mitarbeiter:innen des OMV Konzerns in Menschenrechten
    • Überprüfung des Community-Beschwerdemechanismus an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien
  • Ziele bis 2030:
    • Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 30%
    • Mindestens 20% weibliche Vorstandsmitglieder (Stretch-Ziel: 30%)
    • Erhöhung des Anteils des internationalen Managements auf 65%
    • Beibehaltung des Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
    • Erhöhung der durchschnittlichen Anzahl der jährlichen Lernstunden auf mindestens 30 Stunden pro Mitarbeiter:in
    • Verstärkte Unterstützung für Mitarbeiter:innen mit besonderen Bedürfnissen an unseren Hauptstandorten
    • Durchführung von Menschenrechtsbewertungen an allen Standorten des OMV Konzerns mit hohen Menschenrechtsrisiken und Entwicklung von Aktionsplänen alle fünf Jahre
  • Verwendung von mindestens 1% der jährlichen Investitionen des Konzerns für soziale Zwecke (auf Grundlage des im letzten Jahr berichteten Periodenüberschusses, der den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnen ist)

Ethische Geschäftspraktiken

  • Commitments:
  • Die OMV ist bestrebt, an allen Standorten dieselben hohen ethischen Standards einzuhalten. Wir wollen uns das Vertrauen unserer Stakeholder:innen verdienen, indem wir einen hohen Standard der Unternehmensführung aufrechterhalten und ein hohes Maß an Transparenz und Vorhersehbarkeit wahren.
  • Die OMV bekennt sich zur Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung. Dies bedeutet, dass wir die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Waren und Dienstleistungen beachten, die das Unternehmen einzukaufen beabsichtigt.
  • Ziele bis 2025:
  • Ein aktives Mitglied von Together for Sustainability (TfS; weitere Details siehe unten) sein und Nachhaltigkeitsbewertungen für alle Lieferant:innen durchführen, die >80% der Beschaffungsausgaben abdecken
  • Einbindung von Lieferant:innen, die 80% der Beschaffungsausgaben abdecken, und Bewertung ihres CO2-Fußabdrucks als Grundlage für die Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen
    • Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien: Durchführung von Präsenz- oder Online-Schulungen zum Thema Business Ethics für alle Mitarbeiter:innen
  • Ziele bis 2030:
    • Ausweitung der Nachhaltigkeitsbewertungen auf alle Lieferant:innen, die 90% der Beschaffungsausgaben abdecken
    • Gewährleistung, dass alle Lieferant:innen, die mehr als 80% der Beschaffungsausgaben abdecken, CO2-Reduktionsziele haben

Klimawandel

Die OMV betrachtet den Klimawandel als eine der derzeit größten globalen Herausforderungen und bekennt sich zu den Zielen des Pariser Abkommens. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie und der Planung unserer betrieblichen Tätigkeiten berücksichtigen wir klimarelevante Risiken und Chancen. In dieser Hinsicht verbessert die OMV laufend die CO2-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios und hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen. Wir wollen bis spätestens 2050 ein klimaneutrales Unternehmen sein. Die OMV setzt auf Maßnahmen zur Optimierung ihrer betrieblichen Prozesse, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduzierung des Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas, zur Verringerung der Methanemissionen durch Leckerkennung und -reparatur sowie zur Verbesserung der Anlagenintegrität. Im Sinne unseres Commitments zur Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“ werden wir das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis spätestens 2030 schrittweise einstellen.So wurde beispielsweise Ende 2022 eine neue Gasaufbereitungsanlage für Niedertemperaturtrennung (Low Temperature Separation; LTS) in einem rumänischen Asset von E&P in Betrieb genommen. Auf diese Weise wird Gas, das normalerweise abgefackelt würde, für den Verkauf abgeschieden. So werden sich beispielsweise mit dem oben genannten Ansatz die THG-Emissionen ab 2023 um schätzungsweise 24.000 t CO2-Äquivalent reduzieren, da das routinemäßige Abfackeln wegfällt. Außerdem setzen wir zunehmend auf erneuerbare Energien, um unsere Anlagen zu betreiben. In Österreich wurden seit Abschluss der Phase II des Photovoltaikparks von VERBUND und der OMV in Schönkirchen 12,9 GWh erneuerbarer Strom produziert. Es werden schätzungsweise 15,84 GWh erneuerbare Energie über das Jahr erzeugt werden. In Rumänien hat die OMV Petrom die Installation von PV-Modulen in ihrem ersten Solarpark abgeschlossen. Der Park umfasst rund 1.000 PV-Module, die auf einer Fläche von 5.500 m2 installiert sind. Der erzeugte Ökostrom dient der Versorgung des laufenden Betriebs im Geschäftsbereich E&P. Bis Ende des vierten Quartals 2022 wurden auch an 380 Tankstellen der Marken OMV und OMV Petrom PV-Module installiert. Die von diesen Anlagen jährlich erzeugte Strommenge wird auf 7.000 MWh geschätzt. Parallel dazu unterzeichnete der OMV Konzern im Jahr 2022 mehrere Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements; PPAs) mit Anbieter:innen erneuerbarer Energie. Zum Beispiel unterzeichneten Borealis und Axpo Nordic, eine Tochtergesellschaft des größten Energieunternehmens der Schweiz, im Oktober 2022 einen Windkraft-PPA, der die jährliche Lieferung von über 130 GWh Windkraft über die nächsten zehn Jahre an die Produktionsanlage von Borealis im schwedischen Stenungsund vorsieht. Der Strom wird in einem neuen Onshore-Windpark in Mittelschweden erzeugt, und die ersten Lieferungen werden für Jänner 2024 erwartet. Ein Eckpfeiler unserer Klimastrategie ist die Erhöhung des Anteils an CO2-freien Produkten in unserem Produktportfolio sowie die Reduktion der Produktion und des Verkaufs fossiler Brennstoffe. Die Öl- und Gasproduktion wird bis 2030 auf rund 350 kboe/d zurückgefahren. Das Wachstum wird stattdessen von CO2-freien Produkten wie geothermischer Energie, Wasserstoff und nachhaltigen Flugkraftstoffen ausgehen. In unserem E&P-Segment werden wir rund 10 TWh an Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen (Geothermie, Photovoltaik und Windkraft) aufbauen. Die OMV hat 2022 die Entwicklung von zwei Geothermieprojekten vorangetrieben: eines in Österreich, das andere in Deutschland. In Österreich führte die OMV einen Förder- und Injektionstest zur Analyse des geothermischen Potenzials im Wiener Becken durch. Außerdem wurden regionale und lokale geologische Studien fortgeführt und potenzielle Standorte für geothermische Kraftwerke ausgewählt. In Niedersachsen (Deutschland) sind die OMV und die ZeroGeo Energy GmbH zu jeweils 50% an einem geothermischen Explorationsprojekt namens „Thermo“ beteiligt. Das erste Projektziel ist die Erhebung geologischer Daten, insbesondere durch Schwerkraft- und Magnetfeldmessungen, auf einer Fläche von rund 5.000 km2. Die gesammelten Daten werden zur Einschätzung des geothermischen Energiepotenzials verwendet und sind Teil einer umfassenden Bewertung zukünftiger geothermischer Aktivitäten in diesem Gebiet. Erste Untersuchungen durch Expert:innen für Untertagetechnik weisen darauf hin, dass sich die geothermischen Bedingungen im Wiener Becken für den Einsatz als direkter Wärmeträger eignen. In Norddeutschland könnte die geothermische Energie zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Wir wollen die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen chemischen Rohstoffen auf ca. 1,5 Mio t pro Jahr steigern, einschließlich der Vermarktung von mindestens 700.000 t nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels; SAFs) pro Jahr. Im Jahr 2022 wurden drei Absichtserklärungen über die Lieferung von SAF unterzeichnet – mit der Lufthansa Group, Ryanair und Wizz Air. Die Gesamtmenge der zwischen 2023 und 2030 beabsichtigten SAF-Abnahme beträgt mehr als 800.000 t für die Lufthansa Group, bis zu 160.000 t für Ryanair und bis zu 185.000 t für Wizz Air. Unsere Klimaziele können nur mit beträchtlichen Anstrengungen und großem Kapitaleinsatz erreicht werden. Der OMV Konzern hat dafür Investitionen von mehr als EUR 13 Mrd bis 2030 vorgesehen, was etwa 40% der organischen Investitionen in diesem Zeitraum entspricht. Alle Geschäftsbereiche werden auf ihren jeweiligen Stärken und Fachkenntnissen aufbauen, um zu dieser Transformation beizutragen.

Performance im Bereich Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung

Geschäftsethik und Compliance

Die OMV ist Unterzeichnerin des UN Global Compact und verfügt über einen Code of Business Ethics, der für alle Mitarbeiter:innen bindend ist. Obwohl wir unseren Hauptsitz in Österreich haben – einem Land mit hohen Geschäftsethikstandards –, sind wir in mehreren Staaten im Mittleren Osten, in Nordafrika, Asien-Pazifik, Nord- und Südamerika und Europa tätig, die der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index; CPI) von Transparency International als Hochrisikoländer einstuft. Wir bemühen uns, branchenspezifische Bestechungs- und Korruptionsrisiken zu vermeiden. Auch unsere Reputation ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir größten Wert darauf, die einheitliche Einhaltung unserer Geschäftsethikstandards überall dort sicherzustellen, wo wir tätig sind. Die Einhaltung von Ethikstandards ist ein nicht verhandelbarer Wert, der vor allen Geschäftsinteressen Priorität hat. Die absolute Verbindlichkeit dieses Ziels gilt auf allen Ebenen der OMV – vom Topmanagement bis zu den einzelnen Mitarbeiter:innen. Von unseren Geschäftspartner:innen erwarten wir dasselbe Verständnis von und dieselbe Verpflichtung zu ethischen Standards. Jede geschäftliche Aktivität, von der Planung der Geschäftsstrategie bis zum Tagesgeschäft, wird an der Einhaltung von Ethikstandards wie dem Code of Conduct und dem Code of Business Ethics gemessen. Eine spezielle länderübergreifende Compliance-Organisation stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. Im Jahr 2022 wurden 7.537 Mitarbeiter:innen des OMV Konzerns in Geschäftsethik geschult. Die Integrity Platform bietet einen anonymen Whistleblower-Mechanismus für OMV Mitarbeiter:innen und externe Stakeholder:innen, wie zum Beispiel Lieferant:innen. Sie alle können diese Plattform für Meldungen über wahrgenommene Verstöße in folgenden Bereichen nutzen: Korruption, Bestechungsgelder, Interessenkonflikte, Kartellgesetze, Kapitalmarktrecht, öffentliche Auftragsvergabe, Umweltschutz, Produkt- und Lebensmittelsicherheit, Verbraucherschutz, Unternehmenssteuervorschriften und Datenschutz.

Compliance der Lieferant:innen

Nachhaltige Beschaffung einzuführen heißt, die umweltbezogenen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Waren und Dienstleistungen, die das Unternehmen einzukaufen beabsichtigt, im Blick zu haben. Der Code of Conduct der OMV stellt sicher, dass Lieferant:innen die Grundsätze der OMV unterstützen. Beim Management unserer Lieferkette ist es für unser Unternehmen von höchster Bedeutung, sämtliche geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie unsere internen Standards in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und Menschenrechte vollumfänglich einzuhalten. Die OMV hat einen Prozess eingeführt, der sicherstellt, dass bestehende und potenzielle Geschäftspartner:innen, gegen die von der EU oder internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen Sanktionen verhängt wurden, nicht als Einkaufspartner:innen akzeptiert werden. Zur Minderung der Risiken in der Lieferkette, einschließlich Zwangsarbeit, Sklaverei, Menschenhandel und Korruption, erlegt die OMV ihren Lieferant:innen die für die OMV geltenden Rechtsvorschriften und internen Regeln auf. Unsere Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen sind verpflichtet, unseren Code of Conduct zu unterzeichnen und vollständig zu erfüllen. Darüber hinaus müssen unsere Lieferant:innen die Allgemeinen Einkaufsbedingungen, die unsere Geschäftsstandards (z.B. Arbeitsrechte) näher erläutern, als integralen Bestandteil unserer vertraglichen Vereinbarungen akzeptieren. Die OMV behält sich das Recht vor, die Vertragsbeziehungen zu Lieferant:innen zu kündigen, wenn Verstöße festgestellt oder nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums adressiert werden. Die Lieferantenpräqualifikation ist ein Teil der vorvertraglichen Aktivitäten, bei denen die OMV Informationen von potenziellen Lieferant:innen einholt, um die Einhaltung unserer HSSE- und anderer Nachhaltigkeitsanforderungen zu bewerten. Ziel des Präqualifikationsprozesses ist es, potenzielle Lieferant:innen zu prüfen – entweder bevor sie unter Vertrag genommen werden oder noch während der Ausschreibungsphase. Damit soll sichergestellt werden, dass nur solche Lieferant:innen für eine zukünftige Zusammenarbeit infrage kommen, die unsere HSSE- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Im Anschluss an die Präqualifikation wählen die Kolleg:innen der Einkaufsabteilung gemeinsam mit Unternehmensvertreter:innen die geeignetsten Lieferant:innen auf der Grundlage eines vordefinierten Katalogs wirtschaftlicher und technischer Kriterien im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens aus. Im Jahr 2022 integrierten wir im Rahmen mehrerer Pilotprojekte weitere Nachhaltigkeitselemente in unsere Beschaffungsaktivitäten (z.B. technologisch innovative Elemente, CO2-Emissionen, Energieeffizienz-KPIs, CDP- und EcoVadis-Rating). Die OMV führt Lieferantenaudits im Rahmen des Präqualifikationsprozesses und/oder während des Vertragsabschlusses durch. Das Ziel der Audits ist, die Performance unserer Lieferant:innen zu messen und Maßnahmen zu definieren, die es ihnen ermöglichen, ihre Performance zu optimieren und die Anforderungen der OMV zu erfüllen.# Bei den Audits achten wir besonders auf die finanzielle Stabilität unserer Lieferant:innen, ihre Strategie und Organisation, die Lieferkette, die Nachhaltigkeit (z.B. Menschenrechte, Management der CO2-Bilanz, Umweltmanagement, Zertifizierungen und soziale Verantwortung) und ihre Cybersicherheitsleistung.

Darüber hinaus führen wir jährlich spezifische Audits zu Themen wie Prozesssicherheit, Qualität und Effizienz durch. Bei den Lieferantenaudits geht es uns nicht nur darum, den Managementansatz im Hinblick auf die Themen zu verstehen, die Gegenstand der Audits sind (z.B. HSSE-Aspekte). Wir achten insbesondere auch darauf, wie die Themen von den Mitarbeiter:innen vor Ort verstanden und umgesetzt werden. Dazu führen wir beispielsweise Gespräche mit der Belegschaft und den Führungskräften.

Seit 2021 ist die OMV Mitglied von Together for Sustainability (TfS). Als gemeinsame Initiative und globales Netzwerk von 40 Unternehmen setzt TfS den globalen De-facto-Standard für die Leistung von Lieferketten der chemischen Industrie in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Das TfS-Programm basiert auf den Grundsätzen des UN Global Compact und von Responsible Care®.

Die TfS-Mitgliedschaft hilft der OMV dabei, Nachhaltigkeit noch fester im Tagesgeschäft zu verankern und Nachhaltigkeitsanforderungen noch stärker in unsere Lieferkette zu integrieren. Unser Ziel ist es, den CO2-Gehalt der von uns eingekauften Waren und Dienstleistungen fortlaufend zu überwachen und zu verringern. Nur gemeinsam mit unseren Lieferant:innen können wir Initiativen zur CO2-Reduktion entwickeln, um die CO2-Emissionen in der Lieferkette kontinuierlich zu senken und unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen.

Im Rahmen ihrer „CDP Supply Chain“-Mitgliedschaft lud die OMV im Jahr 2022 insgesamt 231 Lieferant:innen ein, den CDP-Fragebogen zum Thema Klimaschutz zu beantworten. Die Lieferant:innen wurden anhand der Ausgabenhöhe, ihres geschätzten CO2-Ausstoßes und der CO2-Intensität der von ihnen bezogenen Waren und Dienstleistungen ausgewählt. Zusätzlich zur Berichterstattung über ihre Emissionen fragten wir die Lieferant:innen, ob sie CO2-Reduktionsziele festgelegt haben, und luden sie ein, uns Initiativen oder Projekte zur Verringerung des CO2-Ausstoßes vorzustellen, an denen sie uns gerne beteiligen würden.

75% der befragten Lieferant:innen haben ein Klimaziel festgelegt (vs. 63% im Jahr 2021).

Menschenrechte

Menschenrechte sind universelle Werte, die unser Verhalten in allen Aspekten unserer Geschäftstätigkeit leiten. Unsere Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte umfasst insbesondere Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, angemessene Löhne, Arbeitszeiten, Arbeitnehmervertretung, Sicherheit, primäre Gesundheitsversorgung, Arbeitnehmerrechte in der Lieferkette, Bildung, Armutsminderung, Landrechte sowie das Recht auf freie, vorherige und in Kenntnis der Sachlage gegebene Zustimmung (Free, Prior, and Informed Consent; FPIC).

Die OMV respektiert und unterstützt die Menschenrechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in international anerkannten Abkommen, einschließlich jener der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO), beschrieben sind. Die OMV hat 2003 den UN Global Compact unterzeichnet und bekennt sich vollumfänglich zu den UN‑Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Wir unterstützen die Ziele des UK Modern Slavery Act von 2015 in vollem Umfang und setzen uns dafür ein, unser Geschäft und unsere Lieferkette frei von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel zu betreiben.

Wir betrachten die Menschenrechte als einen wichtigen Aspekt unseres Risikomanagementansatzes und integralen Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, die Menschenrechte im Zusammenhang mit all unseren geschäftlichen Aktivitäten zu achten, zu erfüllen und zu unterstützen sowie sicherzustellen, dass wir uns nicht an Menschenrechtsverletzungen im Sinne des derzeitigen internationalen Rechts mitschuldig machen.

Wir führen Risikobewertungen zum Thema Menschenrechte auf Länderebene durch, um aktuelle und künftige Auswirkungen auf die Menschenrechte und daraus resultierende Risiken, die sich auf die OMV Geschäftstätigkeit im jeweiligen Land auswirken, zu identifizieren und abzuschätzen und die Auswirkungen zu mildern oder zu vermeiden.

Mithilfe von E-Learning-Modulen und Präsenzschulungen schulten wir insgesamt 4.254 Mitarbeiter:innen in Menschenrechtsfragen (2021: 980). Für die Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtung sind professionelle Schulungen unabdingbar. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2025 alle Mitarbeiter:innen in Menschenrechtsfragen zu schulen. Darüber hinaus führten wir interne Kampagnen zur Bewusstseinsbildung durch.

Im Jahr 2022 wurden 35 Menschenrechtsverletzungen gemeldet (2021: 7). Ende Juli 2022 wurde Borealis mit Berichten über angebliche Menschenhandelspraktiken durch das Vertragsunternehmen (IREM) und dessen Subunternehmen auf der Baustelle einer Propan-Dehydrierungsanlage (PDH-Anlage) in Kallo (Belgien) konfrontiert. Den Berichten zufolge handelte es sich dabei um Ausbeutung, unzureichende Entlohnung, fehlende soziale Absicherung und schlechte Wohnverhältnisse.

Borealis setzte sofort alle Verträge mit IREM aus und kündigte diese später auf, da gegen die grundlegenden Vertragsgrundsätze verstoßen worden war. Anschließend schrieb Borealis die betroffenen Aufträge neu aus. Nach sorgfältiger Abwägung vergab Borealis den Großteil der verbleibenden Arbeiten an das Bauunternehmen Ponticelli und führte zudem gründliche soziale Kontrollen auf der Kallo-Baustelle ein, um den nötigen Respekt und die nötige Wertschätzung für die dort tätigen Arbeiter:innen zu gewährleisten. Ab Oktober 2022 wurden die Arbeiten auf der Baustelle schrittweise intensiviert.

Der OMV Konzern ist stets bestrebt, sich zu verbessern, und setzt sich nachdrücklich dafür ein, seine Prozesse und Maßnahmen zur Verhinderung von Fehlverhalten und einer Missachtung der Menschenrechte von Arbeitnehmer:innen in der Lieferkette weiter zu stärken.Auf Konzernebene analysierten wir die HSSE- und Vergaberichtlinien für das Kontraktorenmanagement und erstellten eine detaillierte Checkliste zur Einhaltung der Menschenrechte, die an den Standorten verwendet werden kann. Das überarbeitete E-Learning zum Thema Menschenrechte bezieht sich speziell auf die Menschenrechte in Geschäftsbeziehungen, und die neue Grundsatzerklärung des OMV Konzerns zu Menschenrechten beschreibt unser Engagement für Menschenrechte in Bezug auf Arbeitnehmerrechte und Geschäftspartner:innen im Einklang mit den branchenüblichen Best Practices und internationalen Standards. Darüber hinaus wurden konzernweit individuelle Überwachungsinitiativen auf lokaler Ebene umgesetzt, um die Einhaltung der Menschenrechte durch unsere Lieferant:innen sicherzustellen.

Community Relations und Entwicklung

Die OMV pflegt aktive Partnerschaften mit den lokalen Gemeinden in allen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, und ist bestrebt, Mehrwert für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Im Rahmen unseres Stakeholderdialogs führten wir an allen Betriebsstandorten Community-Beschwerdemechanismen (CGM) ein. Im Jahr 2022 gingen bei der OMV über diese Mechanismen insgesamt 776 externe Beschwerden (2021: 884) ein.

Alle Beschwerden wurden nach den lokalen Verfahren des Community-Beschwerdemanagements (Community Grievance Management; CGM) der OMV gehandhabt. Unser CGM fordert einen stringenten Ansatz zur systematischen Entgegennahme, Dokumentation, Bearbeitung und Klärung von Beschwerden in allen Ländern, in denen wir tätig sind. Die OMV wird ihr CGM-System an allen Standorten an den Wirksamkeitskriterien der Leitprinzipien der Vereinten Nationen ausrichten. Zur Umsetzung dieses Ziels nehmen wir entsprechende Bewertungen vor. Dazu zählen Überprüfungen der Managementprozesse und Beratungen mit internen und externen Stakeholder:innen. Die Bewertungen resultieren in Empfehlungen und maßgeschneiderten Aktionsplänen zur Verbesserung des Beschwerdemanagements auf Standortebene. Die Aktionspläne werden vom lokalen Management umgesetzt und von der Konzernzentrale überwacht. Die bereits bewerteten Standorte repräsentieren 96% aller im Jahr 2022 bei der OMV eingegangenen Beschwerden.

Weitere Einzelheiten zu Ratings und Indexaufnahmen der OMV in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Governance (ESG) finden Sie im Kapitel Die OMV an den Kapitalmärkten.

Managementansätze und Leistungsdetails zu allen wesentlichen Themen finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht. Dieser Bericht stellt auch den separaten konsolidierten nicht finanziellen Bericht der OMV Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht (§ 267a UGB) dar.

Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: „ZERO harm – NO losses“.

HSSE-Strategie

Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSE-Strategie als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern.# Die HSSE-Strategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSE-Engagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSE-Prozessen, das Management von HSSE-Risiken und qualifiziertes Personal sowie spezifische Ziele in den einzelnen Fachbereichen:

  • Gesundheit: die Arbeitsfähigkeit durch integriertes Gesundheitsmanagement verbessern
  • Arbeitsschutz: nachhaltige Sicherheit für Menschen und Anlagen schaffen
  • Sicherheit: Menschen, Anlagen und den Ruf des Unternehmens vor böswillig herbeigeführten Bedrohungen schützen
  • Umwelt: den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus der Aktivitäten minimieren

Gesundheit und Sicherheit

Im Jahr 2022 lag die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiter:innen der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,78 (2021: 0,57) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 1,23 (2021: 0,96). Tief betroffen sind wir über den tödlichen Arbeitsunfall eines Mitarbeiters eines Vertragsunternehmens, der bei Reparaturarbeiten in Frankreich von einem Dach stürzte. Die Bewältigung der Covid-19-Pandemie hatte auch im Jahr 2022 neben dem routinemäßigen HSSE-Management hohe Priorität. Ein spezieller Schwerpunkt lag unternehmensweit auf dem Lernen aus Zwischenfällen: Mit Videos, Lernfällen und Kommunikationskampagnen sollten alle Mitarbeiter:innen erreicht werden.

Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials erreichten wir eine TRIR von 2,85 (2021: 2,25). Ein Schwerpunkt lag auf der Umsetzung von Initiativen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit, der Durchführung gezielter HSSE-Schulungen sowie der weiteren Stärkung der Sicherheitskultur und des Risikobewusstseins. Besonderes Augenmerk wurde auf das HSSE-Management bei Vertragsunternehmen und das Lernen aus früheren Zwischenfällen gelegt, um eine Wiederholung zu vermeiden und geeignete Verbesserungsmaßnahmen zu integrieren.

Die HSSE-Leistung des Geschäftsbereichs Refining & Marketing im Jahr 2022 resultierte in einer TRIR von 0,82 (2021: 0,54). Es wurden große Anstrengungen unternommen, um durch breit angelegte Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen in den Bereichen Arbeitsschutz und Sicherheit eine nachhaltige und positive Sicherheitskultur zu schaffen. Dies war insbesondere bei den planmäßigen Generalüberholungen in den Raffinerien Schwechat und Burghausen der Fall. Besonderes Augenmerk wurde im vergangenen Jahr auf Erkenntnisse aus Zwischenfällen, die Einbeziehung von Führungskräften, das Kontraktorenmanagement sowie auf Schulungen von verschiedenen Notfall- und Krisenmanagementszenarien gelegt. Ein weiterer Schwerpunktbereich war die konsequente Umsetzung der Prozesssicherheits-Roadmaps und deren Verbesserungsinitiativen.

Exploration & Production erreichte eine TRIR von 1,09 (2021: 0,92). Diese Zahlen zeigen, dass es konstanter Anstrengungen bedarf, um das Auftreten von Zwischenfällen zu minimieren. Darüber hinaus verzeichneten wir 18 Zwischenfälle mit hohem Potenzial (High-Potential Incidents; HiPos), die unter geringfügig anderen Umständen zu schweren oder sogar tödlichen Arbeitsunfällen hätten führen können. Alle diese Zwischenfälle wurden gründlich untersucht, und es wurden Maßnahmen gesetzt, um eine Wiederholung derartiger Vorfälle auszuschließen. Das Kontraktorenmanagement wird auch künftig ein Schwerpunkt unserer HSSE-Anstrengungen sein. Unsere Aktivitäten im Bereich des Prozesssicherheitsmanagements und verschiedene andere Initiativen zur Gewährleistung der Sicherheit und Integrität unserer Anlagen wurden 2022 fortgesetzt.

Sicherheitskennzahlen des OMV Konzerns

Pro 1 Mio Arbeitsstunden

2022 2021
Konzern
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit 1,11 0,70
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle 1,32 1,18
Vertragsunternehmen
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit 0,62 0,51
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle 1,19 0,85
Gesamt (Konzern und Vertrags- unternehmen)
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit 0,78 0,57
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle 1,23 0,96

Das Wohlergehen und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Produktivität der Belegschaft zu gewährleisten. Das Jahr 2022 war immer noch stark von der weltweiten Covid-19-Pandemie geprägt. Unsere medizinischen Teams und externen Partner:innen waren gefordert, die Notfallmanagementteams bei der Aktualisierung und Implementierung von Pandemieplänen, Richtlinien und Gesundheitsinformationen zu unterstützen sowie Covid-19-infizierten Mitarbeiter:innen zu Hause oder im Krankenhaus Beistand zu leisten. Darüber hinaus setzte die OMV ihre lange Tradition der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter:innen mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Schilddrüsenuntersuchungen und anderen freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern gegen Covid-19) sowie virtuellen Gesundheitsinformationen zu Themen wie gesunde Work-Life-Balance und Erste Hilfe fort, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Im Jahr 2022 stellte die Covid-19-Pandemie das Sicherheitsmanagement erneut vor große Herausforderungen. Auf betrieblicher Ebene wurden Maßnahmen zur Prävention und Geschäftskontinuität implementiert, wie streng getrennte Teams in Schlüsselbereichen, Hygienemaßnahmen und Initiativen zur fortlaufenden Bewusstseinsbildung. Dank digitaler Kommunikations- und Kollaborationstools konnten wir trotz Reisebeschränkungen eine Reihe wichtiger sicherheitsrelevanter Maßnahmen umsetzen:

  • Unsere lebensrettenden HSSE-Regeln (Life-Saving Rules) wurden aktualisiert und konzernweit harmonisiert. Dieses einfache Regelwerk trägt dazu bei, tödliche und schwere Unfälle zu vermeiden, und gilt für die gesamte Belegschaft der OMV sowie für alle Vertragsunternehmen. Im Hinblick auf eine intensive Auffrischungskampagne im Jahr 2023 wurden Schulungs- und Kommunikationsmaterialien in 18 Sprachen erstellt.
  • Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle unternehmensweit kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden eingeleitet und mithilfe unseres HSSE-Berichtssystems genau überwacht.
  • Im Rahmen unseres Sicherheitskulturprogramms veranstalteten wir auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens mehrere Workshops, um HSSE zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Die halbjährlichen Treffen mit dem Programmverantwortlichen fanden online statt.
  • Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Wir führten ein neues E-Learning-Programm ein, veranstalteten Webinare und schulten mehr als 660 Bedarfsträger:innen sowie Mitarbeiter:innen unseres Beschaffungswesens in über 900 Trainings im Umgang mit dem Rahmenwerk der internen Vorschriften. Zudem hielten wir strategische Lieferantenmeetings mit den wichtigsten Vertragsunternehmen ab, um Informationen, Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen.
  • Die globalen HSSE-Schulungen für Mitarbeiter:innen und Führungskräfte wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert. Für das HSSE-Basistraining wurde ein aus 13 Modulen bestehender E-Learning-Kurs entwickelt.
  • Ebenso entwickelten wir einen harmonisierten Satz von KPIs und ein Dashboard zur Prozesssicherheit. Darüber hinaus wurde ein regelmäßig tagender Konzernausschuss für Prozesssicherheit unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern eingerichtet, in dem die Leistungen, Erfolge und Herausforderungen im Bereich der Prozesssicherheit diskutiert werden.
  • Wir unterstützten und verfolgten die Umsetzung von Prozesssicherheits-Roadmaps in den Assets und Raffinerien der OMV. In unserem Integrierten Risikoregister setzten wir die Analyse und Priorisierung von Prozesssicherheitsrisiken fort, um sicherzustellen, dass Investitionen effizient zu einer signifikanten Reduzierung von Risiken führen.
  • Das Prozesssicherheitsnetzwerk des OMV Konzerns, eine große Online-Kollaborationsplattform, hielt vierteljährlich virtuelle Meetings zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit mehr als 200 Teilnehmer:innen ab. Auch Mitglieder des Senior Managements nahmen daran teil.
  • Es wurden 15 konzernweit gültige HSSE-Regelwerke überarbeitet, um eine systematische Harmonisierung zwischen dem OMV Konzern und Borealis zu erreichen.
  • Ein Meilenstein wurde mit dem erfolgreichen Go-live des HSSE-Berichtssystems des OMV Konzerns erreicht. Dieser wichtige Schritt in unserer laufenden Harmonisierung ersetzt alle bisher verwendeten Tools und vereinheitlicht das Melde- und Berichtssystem für den gesamten OMV Konzern und Borealis.

Ein instabiles geopolitisches Umfeld in Kombination mit komplexen neuen und anhaltenden regionalen Konflikten stand auch 2022 im Fokus unserer Security-Arbeit. Die Abteilung Corporate Security hat diese geopolitische Lage weiterhin beobachtet und unser Verständnis strategischer Ereignisse verbessert, um potenzielle Bedrohungen für unsere Geschäftsplanung identifizieren zu können. Dazu zählen Fälle von bewaffneten Konflikten, zivilen Unruhen und Kriminalität auf lokaler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Im Jahr 2022 aktualisierten wir unser bewährtes Security-Managementsystem, damit wir ein breites Spektrum von geopolitischen, regionalen oder isolierten Security-Vorfällen vorhersehen oder darauf reagieren können. Unsere Plattform zur Bewertung von Security-Risiken ermöglichte uns weiterhin eine Echtzeitübersicht über unsere Risikoexposition aufgrund geopolitischer und sicherheitsrelevanter Vorfälle.# Corporate Security

Trotz verschiedener geopolitischer und pandemiebedingter Herausforderungen setzte die Abteilung Corporate Security ihre globale operative Unterstützung, Governance und Kontrolle fort und wird eine vergleichbare, effektive Sicherheitsstrategie aufrechterhalten, damit die OMV ihre Geschäftstätigkeit trotz konvergierender asymmetrischer Bedrohungen fortführen kann. Im Jahr 2021 hatte die Unternehmensleitung der OMV beschlossen, dass sich die OMV, sofern möglich, den Voluntary Principles on Security and Human Rights (VPSHR) anschließen würde. Dieses Instrumentarium bietet nicht nur Leitlinien für Risikobewertungen, die öffentliche Sicherheit und den Umgang mit Menschenrechtsverletzungen, sondern auch für die Interaktion zwischen Unternehmen und privaten sowie öffentlichen Sicherheitsdiensten. Die OMV bekennt sich zur Wahrung der Menschenrechte bei all ihren Aktivitäten. Im Jahr 2022 ließ OMV Corporate Security eine VPSHR-Gap-Analyse von einem externen Beratungsunternehmen durchführen, um die Unabhängigkeit zu gewährleisten. Aus dieser Analyse ergaben sich Empfehlungen, die wir nun mit dem Ziel umsetzen wollen, im Jahr 2023 der VPSHR-Initiative beizutreten.

Umweltmanagement

Die Geschäftstätigkeit der OMV wirkt sich auf die Umwelt aus. Wir sind stets bemüht, diese Auswirkungen insbesondere in den Bereichen Produktaustritte, Energieeffizienz, Treibhausgasemissionen sowie Wasser und Abfallmanagement so gering wie möglich zu halten. Die OMV bemüht sich laufend um die Optimierung ihrer Prozesse, damit natürliche Ressourcen so effizient wie möglich genutzt und Emissionen und Abfälle reduziert werden. Im Jahr 2022 gab es 2 größere Kohlenwasserstoffaustritte (Schweregrad 3 auf der fünfstufigen Skala; 2021: 3 Austritte). Insgesamt war das Volumen der Kohlenwasserstoffaustritte größer als im Vorjahr. Die OMV arbeitet weiterhin an der Verbesserung ihrer Einsatzpläne und Kapazitäten für die Beherrschung von Kohlenwasserstoffaustritten.

Wichtige Umweltmaßnahmen im Jahr 2022:

  • An unseren wichtigsten Betriebsstandorten wurden Wassermanagementpläne implementiert, um Wasserrisiken zu verringern und eine effiziente und nachhaltige Wassernutzung sicherzustellen.
  • In der Raffinerie Schwechat gelang es uns, den Wasserverbrauch und die Emissionen in die Luft deutlich zu reduzieren. Mehr als 5% des durchschnittlichen jährlichen Wasserverbrauchs konnten eingespart werden – großteils durch ein neues Steuerungskonzept für das Kühlwasser eines Wärmetauschers der Ethylenanlage.
  • An unserer FCC-Anlage konnte durch die Installation eines zusätzlichen Elektrofilters eine Reduktion der Staubemissionen um bis zu 70% erreicht werden.
  • In der Raffinerie Petrobrazi wurde das Tankmodernisierungsprogramm mit der Modernisierung eines Tanks für flüchtige Produkte und der Inbetriebnahme eines neuen Tanks nach der besten verfügbaren Technik fortgesetzt, was zur Verringerung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds; VOCs) beitragen wird.
  • Die OMV Petrom schloss 2022 die Stilllegung von 746 Bohrlöchern und 40 Anlagen im Geschäftsbereich E&P ab. Insgesamt 157.000 t von kontaminiertem Boden wurden in unseren Bioremediationsanlagen aufbereitet, und 13.180 t Metallschrott wurden von zertifizierten Unternehmen recycelt.
  • Bei der OMV Petrom wurde ein verbessertes Überwachungstool zur Vermeidung von Ölaustritten implementiert. Das branchenweit anerkannte digitale Well-Integrity-Tool wurde eingeführt, um Risiken für die Integrität einzelner Bohrungen zu bewerten, Inspektionen zu priorisieren und entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen. Bis Ende 2022 konnten wir die Digitalisierung von 4.000 Bohrungen erfolgreich abschließen. Der Digitalisierungsgrad liegt damit bei über 50%.
  • Borealis trat dem UN Global Compact bei und unterzeichnete die Sustainable Ocean Principles. Diese Grundsätze verpflichten Unternehmen zur Wiederherstellung und Erhaltung gesunder und produktiver Meere. Darüber hinaus führte Borealis das wegweisende Project STOP fort. Project STOP unterstützt Kommunen in Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Einrichtung kosteneffizienter, effektiver und kreislauforientierter Abfallsammelsysteme. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website von Project STOP unter www.stopoceanplastics.com.
  • Um der Verpflichtung nachzukommen, Granulatfreisetzungen in den Betrieben und in der Lieferkette auf null zu reduzieren, übernahm Borealis alle Elemente der Operation Clean Sweep® (OCS), einer internationalen Initiative zur Vermeidung von Granulatverlusten. Darüber hinaus trug Borealis in einer Arbeitsgruppe von Plastics Europe, einer Interessenvertretung der Kunststoffindustrie, zur Entwicklung eines OCS-Audits durch Dritte und des entsprechenden Zertifizierungssystems bei. Borealis hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2024 für alle seine Standorte in Europa eine vollständige OCS-Zertifizierung durch Dritte zu erreichen.
  • Wir haben weiter daran gearbeitet, unsere Auswirkungen auf die Natur zu verbessern. Dazu wenden wir in unseren Projekten die „Mitigation Hierarchy“ mit folgenden Schritten an: Vermeidung, Minimierung, Wiederherstellung, Ausgleich und Kompensation. Um einen positiven Einfluss auf die Natur zu nehmen, setzen wir Biodiversitätsinitiativen um, wie etwa unser Grünflächenprojekt in Trockengebieten Tunesiens. Zudem setzten wir 2022 unsere Baumpflanzaktionen samt Bewässerungssystem an den Standorten Waha und Nawara fort. Ziel ist es, Erholungsgebiete zu schaffen, um das Wohlbefinden von Mitarbeiter:innen und Besucher:innen zu steigern.
  • Die Anpflanzungen am Gelände der Erdgasproduktionsstation Pohokura in Neuseeland wurden im Jahr 2022 fortgesetzt. Im Rahmen eines dreijährigen Aktionsplans zur Regeneration einheimischer Arten wurden 500 Pflänzlinge gesetzt.

Mitarbeiter:innen

Es sind die 22.300 Mitarbeiter:innen der OMV, die unsere Konzernstrategie erfolgreich umsetzen. Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir gemeinsam erzielt haben. Vertrauen in und Stolz auf das Unternehmen geben unseren Mitarbeiter:innen die Energie und Entschlossenheit, Herausforderungen zu bewältigen und sich auf innovative Lösungen zu konzentrieren, die uns noch stärker machen.

Die „People & Culture“-Strategie der OMV

Im Jahr 2022 entwickelten wir eine konzernweite „People & Culture“-Strategie, die die Transformation der OMV umfassend unterstützt. Im Zentrum dieser neuen Strategie steht unser Purpose „Re-inventing essentials for sustainable living“. Neben der transformationalen Führung („Transformational Leadership“) als zusätzlicher Säule haben wir vier strategische Schwerpunkte entwickelt:

  • „Employee Experience“
  • „Growing Talent“
  • „Organizational Evolution“
  • „New Ways of Working“

Highlights 2022

Nach der Bekanntgabe der Strategie 2030 des OMV Konzerns wurden alle Funktionen im Bereich Human Resources (HR) konzernweit in People & Culture (P&C) umbenannt. Ziel dieser Abteilung ist es, die Strategie 2030 des OMV Konzerns in vollem Umfang zu unterstützen, indem sie Schlüsselaspekte in den Vordergrund rückt, mit denen wir das volle Potenzial unseres Unternehmens ausschöpfen können. Der neue Name verweist auf Ziel und Zweck der Abteilung und macht deutlich, dass Menschen und Kultur entscheidend sind, um die in unserer Strategie festgelegten Ziele zu erreichen. Die Kernaussage „People make it happen“ schafft also nicht nur das richtige Arbeitsumfeld, in dem sich unsere Mitarbeiter:innen entfalten können, sondern sorgt auch dafür, dass sie ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und so den Anforderungen unseres dynamischen Geschäfts gerecht werden können.

Im März 2022 wurde mit unserem Purpose „Re-inventing essentials for sustainable living“ unser konzernweites Leitbild vorgestellt. Um diesen Purpose zum Leben zu erwecken, wurde ein Netzwerk von Change Agents und Freiwilligen aufgebaut. In entsprechenden Purpose-Lernwochen konzentrieren wir uns auf die drei wesentlichen Wegbereiter: die Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Zusammenarbeit und die Intensivierung der Transformation. Mit den Purpose-Lernwochen wollen wir einen tieferen Einblick in jeden der wesentlichen Wegbereiter geben. Die erste Purpose-Lernwoche zur Förderung der Kreislaufwirtschaft fand im Juni 2022 statt und behandelte verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie, von der unsere Mitarbeiter:innen im Jahr 2022 weiterhin betroffen waren, wurden viele neue arbeitsbezogene Maßnahmen implementiert, um die Gesundheit, das Wohlergehen und die wirtschaftliche Situation unserer Belegschaft zu schützen. Im Jahr 2022 arbeiteten wir speziell an unseren Konzepten für die Arbeit im Homeoffice, um den Mitarbeiter:innen mehr Flexibilität zu bieten. So können sich nun mehr Mitarbeiter:innen für das Arbeiten von zu Hause entscheiden. Zudem wurde die Anzahl der pro Monat möglichen Homeoffice-Tage deutlich erhöht.

Im Jahr 2020 führten wir eine Strategie zur Förderung des Mitarbeiterengagements ein, in deren Rahmen wir unsere Mitarbeiter:innen fragen, wie es ihnen geht und wie sie mit der Pandemie zurechtkommen. Im September 2022 führten wir einen konzernweiten Pulse Check durch. Der Pulse Check ist eines unserer wichtigsten Instrumente zur Messung des Engagements unserer Mitarbeiter:innen. Er ist ein wesentlicher Bestandteil unserer neuen „People & Culture“-Strategie in Bezug auf die Säule „Employee Experience“. Wir erreichten eine sehr hohe Rücklaufquote von 70% auf Konzernebene und werden entsprechende Schlussfolgerungen ziehen bzw. Folgemaßnahmen vereinbaren.

Ein Schwerpunkt im Jahr 2022 lag auf verpflichtenden, rechtsverbindlichen und geschäftskritischen Selbstlernkursen (E-Learning, Online-Lerninhalte über unsere Partnerschaft mit LinkedIn Learning, virtuelle Kurse/Webinare). Aufgrund der durch die Covid-19-Pandemie verursachten Einschränkungen konzentrierten wir uns wie schon 2021 auf virtuelle Schulungen.Alle Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeiter:innen in virtuellen und hybriden Umgebungen wurden daher fortgesetzt. Dazu gehörten unter anderem die Durchführung von Webinaren zu Gesundheitsthemen, die virtuelle Schulung von Moderator:innen und eine aktualisierter SharePoint-Seite für die Entwicklung persönlicher Kompetenzen. Bei den Schulungen für Führungskräfte ging es vorrangig um die erstmalige Übernahme von Führungsverantwortung, um Frauen in Führungspositionen und um die Leitung von dezentral tätigen und hybriden Teams. Für die identifizierten Talente auf Führungsebene wurde ein spezielles Talent-Programm eingeführt, das sich auf die Entwicklung von Führungskompetenzen konzentriert. Auch neue Arbeitsmethoden standen weiterhin im Mittelpunkt, zum Beispiel durch Trainings zur Integration agiler Arbeitsweisen und das neu eingeführte Projektmanagement-Zertifizierungsprogramm. Was die Förderung von Hochschulabsolvent:innen betrifft, so haben wir unser Angebot um ein maßgeschneidertes Absolventenprogramm im Bereich Refining erweitert und unser seit vielen Jahren bestehendes IGD-Programm (Integrated Graduate Development Program) im Bereich E&P fortgesetzt.

Anzahl der Trainingsteilnehmer:innen

1,2,3

2022 2021
Österreich 5.599 5.632
Rumänien/übriges Europa 14.659 13.762
Mittlerer Osten/Afrika 664 709
Rest der Welt 700 784
Insgesamt 21.622 20.887

Ausgaben für Trainingsmaßnahmen pro Region

1,2

In EUR

2022 2021
Österreich 3.435.294 2.672.471
Rumänien/übriges Europa 5.670.768 5.094.527
Mittlerer Osten/Afrika 614.903 342.242
Rest der Welt 369.132 243.485
Insgesamt 10.090.097 8.352.725

1 Ausgenommen Konferenzen und Trainings für externe Mitarbeiter:innen
2 Ausgenommen DUNATÀR, SapuraOMV, OMV Russia, DYM Solutions, MTM und Rosier
3 Anzahl der Mitarbeiter:innen, die an mindestens einem Training teilgenommen haben

Wir haben auch begonnen, einen gemeinsamen Wertekanon für die OMV, die OMV Petrom und Borealis zu erarbeiten, der uns bei unserer Transformation und in Zukunft leiten soll. Diese neuen Werte wurden gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen erarbeitet, um die Zukunft des OMV Konzerns und die Art und Weise unserer Zusammenarbeit zu gestalten. Die neuen Werte werden im Jahr 2023 im Rahmen einer Kampagne vorgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir auch Führungskompetenzen, die eng mit den neu definierten Werten verknüpft sind, um künftige und gegenwärtige Führungskräfte zu identifizieren und zu fördern. Um die Strategie 2030 des OMV Konzerns zu verwirklichen, werden wir 2023 spezielle globale Initiativen zum Purpose und zu Werten sowie ein neues Programm für die transformationale Führung auf den Weg bringen. Wir werden auch die „Sustainability Academy“, eine Lern- und Infoseite, mit einer ständig wachsenden Auswahl an abwechslungsreichem, sorgfältig ausgewähltem Lernmaterial einrichten, um unsere Mitarbeiter:innen dabei zu unterstützen, ihr Wissen zu erweitern und ihre Denkweise zu schärfen, wenn es um den Weg der OMV zur Klimaneutralität geht. Darüber hinaus wollen wir spezielle Schulungsinitiativen anbieten, um die Fortbildung von technischen Mitarbeiter:innen zu unterstützen, etwa in den Bereichen CO2-arme Energie, Geothermie, Entscheidungsqualität und Datenwissenschaft.

Diversität

Ende 2021 fand eine Mitarbeiterbefragung zu den Themen Diversität, Gleichstellung und Inklusion statt. Damit konnte der OMV Konzern die Kultur des Zuhörens auf ungehörte Stimmen in unserem Unternehmen weiter stärken und Feedback von Mitarbeiter:innen zu Vielfalt, Chancengleichheit und einem inklusiven Arbeitsumfeld im Unternehmen sammeln. Die Ergebnisse der Umfrage spielten eine wesentliche Rolle bei der Ausarbeitung der neuen konzernweiten OMV Strategie 2030 zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion, die 2022 auf den Weg gebracht wurde. Mit einer Vielzahl von Schulungen, Aktivitäten und Sensibilisierungskampagnen wird unser Fokus auf Diversität heute im gesamten Unternehmen aktiv weiterverfolgt. Außerdem setzten wir unsere Reihe von Onlineveranstaltungen mit Gastbeiträgen zu relevanten Diversitätsthemen fort. Am Internationalen Frauentag stehen die Gleichstellung und die Rechte der Frauen weltweit im Mittelpunkt. Im Jahr 2022 lautete das Motto #BreakTheBias (Stoppt die Voreingenommenheit!). Es sollte den Blick auf Vorurteile lenken, die der Gleichstellung von Frauen noch immer im Wege stehen. Die OMV unterstützt diesen Ansatz voll und ganz und organisierte daher im März 2022 verschiedene Veranstaltungen. Dazu zählten unter anderem die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse unserer Blitzumfrage zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion (Diversity, Equity & Inclusion; DEI). Im Oktober 2022 wurde der „DEI Awareness Month“ zur Schärfung des Bewusstseins für Diversität, Gleichstellung und Inklusion begangen. In verschiedenen Veranstaltungen wurden Schwerpunktthemen behandelt, die in der DEI-Umfrage von 2021 ermittelt worden waren (Gender, Generationen, Elternschaft, Behinderungen und unbewusste Voreingenommenheit). Die OMV setzt sich für Chancengleichheit und eine faire Behandlung aller Mitarbeiter:innen ein und duldet keinerlei Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art. Im Einklang mit unserem Bekenntnis zu Gleichberechtigung und Gleichbehandlung begannen wir 2022 mit der Ausarbeitung einer formellen Antidiskriminierungsrichtlinie, die im Jahr 2023 in Kraft tritt. Wir entwickelten und implementierten gezielte Schulungsprogramme wie beispielsweise SHEnergy, ein Blended-Learning-Programm zur Förderung der Führungsqualitäten von Frauen bei der OMV. SHEnergy konzentriert sich auf Fähigkeiten im Bereich der aktiven Inklusion und betont auch die Bedeutung von Mentoring und Networking für die Entwicklung weiblicher Führungskräfte. Als Folge dieser Maßnahmen liegt der Frauenanteil im Konzern bei rund 27% (2021: 27%), wobei sich der Anteil von Frauen in Advanced- und Führungspositionen auf 21,6% (2021: 20,9%) beläuft.

Wichtige Mitarbeiterkennzahlen

Ende 2022 beschäftigte der OMV Konzern 22.308 Personen. Im Vergleich zu 2021 ging die Zahl der Mitarbeiter:innen um 0,6% zurück.

Mitarbeiter:innen nach Region

Region 2022 2021
Österreich 5.884 5.762
Übriges Europa 14.890 15.074
Mittlerer Osten und Afrika 583 634
Rest der Welt 951 964
Gesamtzahl der Mitarbeiter:innen 22.308 22.434

Diversität

Kennzahl 2022 2021
Frauen in % 27 27
Männer in % 73 73
Weibliche Executives¹ in % 20 15
Anzahl der Nationalitäten 101 101

1 Zu den Executives zählen OMV Senior Vice Presidents sowie Vorstandsmitglieder der OMV Petrom und der Borealis Gruppe.

Geschäftsjahr des OMV Konzerns

Im Jahr 2022 verzeichnete die OMV ein starkes CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 11,2 Mrd. Des Weiteren konnten ein signifikanter Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen von EUR 9,8 Mrd sowie ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Höhe von EUR 4,9 Mrd erzielt werden. Daraus resultierend verringerte sich der Leverage-Grad von 21% Ende 2021 auf 8% Ende 2022. Diese finanzielle Stärke ist eine exzellente Basis für die weitere strategische Entwicklung der OMV hin zu einem führenden Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Treibstoffe und Chemieprodukte sowie für das Ziel, den OMV Aktionär:innen attraktive Renditen zu liefern.

Wirtschaftliches Umfeld

Schätzungen zufolge war das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 das schwächste seit zwei Jahrzehnten, sieht man von der Zeit unmittelbar nach der globalen Finanzkrise (2009) und dem Tiefpunkt der Covid-19-bedingten Konjunkturabkühlung (2020) ab. Die Weltwirtschaft sah sich 2022 mit einer Reihe von Widrigkeiten konfrontiert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht für das Jahr 2022 von einem jährlichen Wachstum der Weltwirtschaft von etwa 3,2% aus – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem im Jahr 2021 verzeichneten Wachstum von 6%. Der Welthandel hingegen dürfte gemäß der UNCTAD im Jahr 2022 einen absoluten Rekord erreicht haben8, wobei sich das Wachstum stärker auf den Dienstleistungssektor konzentrierte. Im zweiten Halbjahr 2022 kam es jedoch zu einer gewissen Abschwächung, da der weltweite Warenhandel im dritten Quartal ins Negative drehte, bevor der Dienstleistungshandel im vierten Quartal folgte. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie schlugen sich Anfang 2022 weiterhin spürbar auf die Märkte nieder, noch bevor Russlands Invasion der Ukraine ab der zweiten Hälfte des ersten Quartals Angebot und Nachfrage weiter aus dem Gleichgewicht brachte. Unverhältnismäßig hohe Ausgaben für Waren im Vergleich zu Dienstleistungen – in Verbindung mit anhaltenden Engpässen in den Lieferketten – führten in nahezu allen großen Volkswirtschaften zu einem raschen und markanten Anstieg der Inflation. In den USA lag der Verbraucherpreisindex im zweiten Quartal im Durchschnitt bei über 8% und erreichte im Juni mit 9,1% seinen Höchststand. Die Gesamtinflation in der Eurozone lag zu Beginn des vierten Quartals 2022 im Durchschnitt im zweistelligen Bereich und erreichte im Oktober einen Spitzenwert von 10,6%. Die Bekämpfung der Preisanstiege für Verbraucher:innen und Unternehmen wurde 2022 zum zentralen Thema der Notenbanken, während die Regierungen gefordert waren, die unmittelbaren Folgen der hohen Preise abzumildern. Dies galt insbesondere für Europa, wo der Anstieg der Energiepreise im Jahresvergleich der größte Einzelfaktor war, der zur Gesamtinflation beitrug – was für die Region 2022 zum alles dominierenden politischen und wirtschaftlichen Thema wurde. Im Laufe des Jahres 2022 verschärften sich die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, was sich in verschiedenen Indikatoren widerspiegelte. Die Einkaufsmanagerindizes rutschten von einem überwiegend expansiven Bereich Ende 2021 bis Mitte 2022 mit nur wenigen Ausnahmen in die Kontraktion. Die Nettoexporte der Eurozone drehten im dritten Quartal ins Negative (Eurostat), während alle anderen Wirtschaftsindikatoren in der zweiten Jahreshälfte nach unten – sprich in Richtung Rezession – tendierten.Bis Jahresende waren die Indizes für Finanzierungsbedingungen, Verbrauchervertrauen und die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in den seit mehr als 20 Jahren erhobenen Daten unter das 20. Perzentil gefallen. Die einzige Messgröße, die nicht diesem Trend folgte, war der Arbeitsmarkt, der Ende 2022 immer noch historisch angespannt war. Gleichzeitig bewegten sich die Arbeitslosenzahlen weiterhin in der Nähe von Rekordtiefs. Diesem Paradoxon sahen sich die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks auch noch Ende 2022 gegenüber. Im Makroumfeld hat sich der Fokus endgültig auf die Auswirkungen teurerer Finanzierungen sowie die Möglichkeit, dass dies in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu rezessiven Effekten beitragen könnte, verlagert. Die jüngsten verfügbaren BIP-Zahlen für die Eurozone deuten auf einen markanten Rückgang im dritten Quartal 2022 hin. Bis zum Jahresende hatte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins für Einlagen um 250 Basispunkte angehoben. Die rasche Erhöhung war durch die rasant steigende Inflation notwendig geworden. Auf die Ausgaben der Verbraucher:innen und Unternehmen wirken sich die höheren Zinsen aktuell nur verzögert aus, was wohl auch künftig der Fall sein wird.

Die Konsequenzen der geopolitischen Umwälzungen seit der Invasion Russlands in die Ukraine sind weitreichend. Allerdings waren die Unterbrechungen in der Versorgung und im Handel im Energiebereich wohl ausgeprägter als in jedem anderen Sektor. Und in keiner anderen Region waren die Auswirkungen auf die Energiepreise so deutlich spürbar wie in Europa. Nach der Invasion war die Entscheidung vieler westlicher Unternehmen, sich selbst zu sanktionieren, bevor die Regierungen den Handel mit und die Einfuhr von russischer Energie einschränkten oder gänzlich stoppten, eine der Hauptursachen für die Ölpreisrallye, die Ende des zweiten Quartals 2022 ihren Höhepunkt erreichte.

Im Epizentrum der Energieprobleme, mit denen Europa 2022 zu kämpfen hatte, stand jedoch der Erdgasmarkt. Der Ausfall des allergrößten Teils der über Pipelines aus Russland kommenden Gasströme ab Mitte des Jahres stellte die Europäische Union, die 2021 fast 40% ihrer Erdgasimporte aus Russland bezogen hatte und für ihre Stromerzeugung zu 20% von Erdgas abhängig war, vor eine beispiellose Herausforderung. Der Wegfall der größten Bezugsquelle der Region, die staatlichen Vorgaben für Mindestspeicherstände vor Beginn der Heizsaison und die geringere Liquidität führten dazu, dass die Erdgaspreise im August 2022 einen noch nie dagewesenen Höchststand von über EUR 300/MWh erreichten. Dieses Preisniveau wurde für die Energiemärkte und auch für die industrielle Basis Europas zur Belastungsprobe: In etlichen energieintensiven Branchen musste die Produktion aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit heruntergefahren oder komplett eingestellt werden.

Ende 2022 hatte sich der Druck, der von den hohen Gas- und Strompreisen ausging, deutlich abgeschwächt. Dennoch sind die europäischen Energiemärkte nach wie vor angespannt. Diese Fragilität bedeutet, dass die Auswirkungen von Unterbrechungen der derzeitigen Bezugsquellen unter Umständen schwerwiegend sind. LNG hat für die Deckung der europäischen Erdgasnachfrage enorm an Bedeutung gewonnen. Aufgrund der anhaltend hohen LNG-Importe nach Europa, die den Wegfall der russischen Pipelineströme kompensieren sollen, muss Europa Asien als attraktivstes Exportziel für Spotladungen auf dem internationalen Markt verdrängen. Dies wiederum erfordert, dass Europa den teuersten Erdgasmarkt weltweit hat.

Im Jahr 2022 wurden die Weichen gestellt, um die europäische Energielandschaft schneller zu verändern, als zu Beginn des Jahres zu erwarten gewesen wäre. Dennoch ist vorerst mit weiterhin hohen Energiepreisen zu rechnen. Die Erdgasnachfrage in Europa dürfte im Jahr 2022 gegenüber 2021 um etwa 10% zurückgegangen sein. Dies lässt sich mit einer Kombination von Faktoren erklären, von denen der bei weitem größte der preisbedingte Nachfragerückgang ist. In der ersten Jahreshälfte 2022 verzeichnete der Wohn- und Gewerbebereich den stärksten Rückgang der Nachfrage nach Gas. Dies änderte sich in der zweiten Jahreshälfte, als die Gasnachfrage der Industrie angesichts der extrem hohen Großhandelspreise rapide zurückging. Die Gasnachfrage der Industrie dürfte in Europa 2022 im Vergleich zum Jahr davor um etwa 20% eingebrochen sein, was deutlich mehr ist als der auf 3% geschätzte Rückgang der Gasnachfrage in der Stromerzeugung der Region.

Erdgas hat sich 2022 preislich am besten entwickelt. Es waren jedoch generell die Energierohstoffe, die den Markt in einem Jahr dominiert haben, in dem sich die meisten anderen Assetklassen rückläufig entwickelten. Die wichtigsten US-amerikanischen und europäischen Aktienindizes gaben im Vergleich zum Vorjahr deutlich nach, während Anleihen keine Absicherung gegen Kursrückgänge boten und 2022 die schlechteste Performance seit Jahrzehnten verzeichneten. Neben europäischem Gas und Strom gehörten auch Kohle und Raffinerieprodukte, insbesondere Mitteldestillate wie Diesel und Heizöl, zu jenen Rohstoffen, deren Preise direkt oder indirekt von den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts profitierten. Trotz der hohen Preise für Raffinerieprodukte im Jahr 2022 entstand in Europa eine neue Nachfrage nach Mitteldestillaten und einigen anderen Produkten aus industriellen Prozessen, die aufgrund der extrem hohen Marktpreise auf Erdgas verzichten. Nach Schätzungen der IEA wird diese Nachfrage, die hauptsächlich Dieselkraftstoffe betrifft, im vierten Quartal 2022 und im ersten Quartal 2023 durchschnittlich mehr als 500 kbbl/d betragen.

Das Jahr 2022 war von einer starken Volatilität des Brent-Preises gekennzeichnet. Die erste Jahreshälfte war von einem raschen Nachfragewachstum geprägt, da sich der Ölverbrauch von seinem Tiefstand im Jahr 2020 weiter erholte. Dies trug zur Preisrallye bei Brent bei, die im zweiten Quartal ihren Höhepunkt erreichte. Die Angebotsseite konnte jedoch zunehmend aufholen. Das Nicht-OPEC-Angebot dürfte im vierten Quartal 2022 knapp 67 mbbl/d erreicht haben, was einem Anstieg um 2 mbbl/d gegenüber dem Vergleichsquartal 2021 entspricht. Gleichzeitig bewegte sich das Nachfragewachstum auf seinen Höhepunkt zu. Die hohen Preise schlugen sich auch auf die Nachfrage nieder, die im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sein dürfte. Trotz des markanten Einbruchs des Brent-Preises in der zweiten Jahreshälfte 2022 infolge der sich abschwächenden Fundamentaldaten belief sich der durchschnittliche jährliche Anstieg auf rund 40%. Die Investitionen der Industrie haben bislang keine nennenswerte Steigerung erfahren, die den höheren Ölpreisen der letzten beiden Jahre entsprochen hätte.

Im Vergleich zu 2021 waren die Olefin-Referenzmargen 2022 höher, was auf niedrige Rohstoffpreise – mit Ausnahme des Spitzenwerts im ersten Quartal 2022 – und hohe Kontraktpreise für Monomere zurückzuführen ist. Im Jahresdurchschnitt lagen die Referenzmargen auf einem gesunden Niveau. Bei einigen Produkten, wie beispielsweise Benzol, erreichten die Referenzmargen 2022 trotz des schwierigen Marktumfelds historische Höchststände. Dies war auf mehrere Faktoren zurückzuführen: den Russland-Ukraine-Konflikt, die hohen Energiekosten, die hohe Inflation und eine im Jahresverlauf sinkende Nachfrage. Nach dem Angriff auf die Ukraine wurde verstärkt leichteres Rohöl verarbeitet und Naphtha war problemlos verfügbar, was niedrigere Rohstoffpreise zur Folge hatte. Außerdem wirkten sich die hohen Gaspreise in Europa entlang der gesamten Wertschöpfungskette beeinträchtigend auf die Nachfrage aus. Im Sommer kam es durch den niedrigen Wasserstand des Rheins zu logistischen Engpässen auf dem Derivatemarkt. Alle Cracker in Europa reduzierten ihren Durchsatz aufgrund der schwachen Nachfrage und der hohen Energiepreise, insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 2022. Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker sank im vierten Quartal 2022 aufgrund der extrem schwachen Nachfrage auf ein global rekordverdächtig niedriges Niveau von 65%. Streiks in Frankreich und mehrere Cracker-Ausfälle konnten im Oktober nur wenig zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen. Die gesamte Lieferkette stand zum Jahresende unter dem Druck, Lagerbestände abbauen zu müssen, um die Liquidität zu maximieren und die Bestandsmengen zu minimieren.

Nach den historischen Höchstständen im Jahr 2021 normalisierten sich die Polyolefinmargen in Europa im ersten Quartal allmählich wieder. Im zweiten Quartal 2022 wurden die Margen durch die rege Frühjahrssaison bei den Wartungsarbeiten gestützt. In der zweiten Jahreshälfte 2022 sanken die Margen jedoch wieder, da die Nachfrage nach den meisten Polyolefinen aufgrund der schlechten makroökonomischen Bedingungen (Teuerungskrise, die das verfügbare Einkommen der Verbraucher:innen schmälert) zurückging. Die Importe von Polyolefinen nach Europa fielen auch in der zweiten Jahreshälfte üppig aus. Ein Grund dafür war die Entspannung auf dem globalen Containerfrachtmarkt, der zu Jahresende wieder mit dem Niveau vor der Pandemie vergleichbar war.

Die wahrscheinlich bedeutendste Folge der Ereignisse des Jahres 2022 war, dass die Energiesicherheit als eine der wichtigsten Säulen der Energiepolitik wieder auf den Plan trat. Die Realität der übermäßigen Abhängigkeit von einer einzigen Energiequelle wurde dadurch deutlich, dass es zu zahlreichen Richtungswechseln in langjährigen politischen Strategien kam – allen voran die deutsche Kehrtwende in Bezug auf die Laufzeiten von Kohle- und Kernkraftwerken und der rasche Ausbau der Infrastruktur für den Import von LNG in die größte Volkswirtschaft der Region. Die enorme Höhe der Energierechnung Europas – und ihre Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Haushaltsbudgets – sollte verhindern, dass die Energiesicherheit in absehbarer Zeit im sogenannten Energie-Trilemma vernachlässigt wird.# Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt

In USD/bbl
1 Monatsdurchschnitt ICE Brent Generic 1st Contract

Finanzieller Lagebericht

Ergebnisse auf einen Blick

2022 2021 Δ
Umsatzerlöse in EUR Mio 62298 35555 75%
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ in EUR Mio 11175 5961 87%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals & Materials¹ in EUR Mio 1457 2224 –34%
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Refining & Marketing¹ in EUR Mio 2415 945 155%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Exploration & Production¹ in EUR Mio 7396 2892 156%
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges¹ in EUR Mio –50 –62 19%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio –43 –39 –11%
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten in % 48 36 12
CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten¹ in EUR Mio 5807 3710 57%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten¹,² in EUR Mio 4394 2866 53%
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten¹ in EUR 13,44 8,77 53%
Sondereffekte³ in EUR Mio 861 –1315 n.m.
davon Chemicals & Materials in EUR Mio 582 –396 n.m.
davon Refining & Marketing in EUR Mio 774 –509 n.m.
davon Exploration & Production in EUR Mio –460 –398 –16%
davon Konzernbereich & Sonstiges in EUR Mio –36 –12 –198%
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) in EUR Mio 210 418 –50%
Operatives Ergebnis Konzern in EUR Mio 12246 5065 142%
Operatives Ergebnis Chemicals & Materials in EUR Mio 2039 1828 12%
Operatives Ergebnis Refining & Marketing in EUR Mio 3392 451 n.m.
Operatives Ergebnis Exploration & Production in EUR Mio 6936 2910 138%
Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges in EUR Mio –86 –74 –16%
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung in EUR Mio –35 –51 31%
Finanzerfolg in EUR Mio –1481 –194 n.m.
Steuerquote des Konzerns in % 52 42 10
Periodenüberschuss in EUR Mio 5175 2804 85%
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Periodenüberschuss² in EUR Mio 3634 2093 74%
Ergebnis je Aktie in EUR 11,12 6,40 74%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in EUR Mio 7758 7017 11%
Freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio 5792 5196 11%
Freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio 4333 4199 3%
Organischer freier Cashflow vor Dividenden in EUR Mio 4891 4536 8%
Organischer freier Cashflow nach Dividenden in EUR Mio 3432 3539 –3%
Verschuldungsgrad exklusive Leasing in % 3 22 –19
Leverage-Grad in % 8 21 –14
Investitionen⁴ in EUR Mio 4201 2691 56%
Organische Investitionen⁵ in EUR Mio 3711 2650 40%
CCS ROACE vor Sondereffekten in % 19 13 6
ROACE in % 17 10 7

Hinweis: Ab 2022 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

1 Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu in Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung – des Konzernabschlusses
2 Nach Abzug des den Hybridkapitalbesitzern sowie den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Jahresüberschusses
3 Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen betrachtet. Zur Darstellung vergleichbarer Ergebnisse müssen bestimmte Positionen hinzugefügt oder abgezogen werden. Sondereffekte von at-equity bewerteten Beteiligungen und temporären Hedging-Effekten für wesentliche Hedging-Transaktionen werden berücksichtigt.
4 Investitionen beinhalten Akquisitionen.
5 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

Erläuterungen zu den Ergebnissen auf einen Blick

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Sondereffekte und CCS Effekte In EUR Mio 2022 2021 Δ
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ 11175 5961 87%
Sondereffekte 861 –1315 n.m.
davon: Personallösungen –8 –30 75%
davon: Wertminderungen/Wertaufholungen 58 –1297 n.m.
davon: Anlagenverkäufe 724 223 n.m.
davon: Sonstiges 87 –210 n.m.
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) 210 418 –50%
Operatives Ergebnis Konzern 12246 5065 142%

¹ Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten

Operatives Ergebnis bereinigt um Sondereffekte und CCS-Effekte. Details sind in der Tabelle links dargestellt.

Ergebnis 2022: Mit knapp über EUR 11 Mrd erzielte die OMV 2022 ein starkes CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten. Unterstützt durch das insgesamt vorteilhafte Marktumfeld konnten alle drei Geschäftsbereiche signifikant zu diesem Ergebnis beitragen. Vor allem der Bereich Exploration & Production profitierte von dem Anstieg der Öl- und Gaspreise. Diese positiven Effekte des günstigen Marktumfelds wurden von den nachteiligen Auswirkungen der Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland als Folge des Ukraine-Kriegs sowie Lieferkürzungen aus Russland im Bereich Gas Marketing Westeuropa begrenzt.

CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten

Die Steuerquote des Konzerns bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Die Quote stellt den durchschnittlichen Steuersatz dar, mit dem die Gewinne des Konzerns vor Steuern besteuert sind.

Ergebnis 2022: Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten stieg um 12 Prozentpunkte auf 48% im Vergleich zu 36% im Vorjahr. Dies ist vor allem auf einen gestiegenen Beitrag aus dem Geschäftsbereich Exploration & Production, insbesondere aus Hochsteuerregionen, zurückzuführen.

Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten

Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Periodenüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten.

Ergebnis 2022: Der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss vor Sondereffekten wuchs deutlich von EUR 2,9 Mrd im Jahr 2021 auf EUR 4,4 Mrd infolge des starken Operativen Ergebnisses.

Leverage-Grad & Verschuldungsgrad exkl. Leasing

Der Leverage-Grad errechnet sich aus der Division der Nettoverschuldung inkl. Leasing durch Eigenkapital plus Nettoverschuldung inkl. Leasing. Der Verschuldungsgrad errechnet sich aus Nettoverschuldung (verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen abzüglich liquider Mittel) ausgenommen Leasingverbindlichkeiten, dividiert durch das Eigenkapital, ausgedrückt in Prozent.

Ergebnis 2022: Die starke finanzielle Performance der OMV sowie der positive Beitrag aus dem anorganischen Cashflow aus der Investitionstätigkeit, hierin inkludiert der Börsengang von Borouge, die teilweise Rückzahlung des Darlehens durch die Bayport Polymers LLC (Baystar), sowie der Verkauf von Tankstellen in Deutschland, führten über das Jahr hinweg zu einer kontinuierlichen Entschuldung. Dies resultierte in einem Leverage-Grad von 8% und einem Verschuldungsgrad exklusive Leasing von 3%.

CCS ROACE vor Sondereffekten

Der CCS ROACE (%) vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: Net Operating Profit After Tax (NOPAT – als Summe vom aktuellen und den letzten drei Quartalen) bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile und Nettoverschuldung).

Ergebnis 2022: Von hervorragenden operativen Leistungen getrieben konnte die OMV im Jahr 2022 einen CCS NOPAT vor Sondereffekten von EUR 5,7 Mrd erzielen, verglichen mit EUR 3,8 Mrd im Jahr 2021. Das durchschnittlich eingesetzte Kapital blieb auf einem vergleichbaren Niveau, wodurch sich der CCS ROACE vor Sondereffekten von 13% im Jahr 2021 auf 19% im Jahr 2022 verbesserte.

Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen

Betrag der liquiden Mittel, die der OMV Konzern aus dem von ihm erzielten Umsatzerlösen erwirtschaftet, abzüglich Net-Working-Capital-Positionen.

Ergebnis 2022: Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen war mit EUR 9,8 Mrd über dem Niveau von EUR 8,9 Mrd im Jahr 2021, vor allem unterstützt von positiven Entwicklungen des Marktumfelds.

Organischer freier Cashflow

Der organische freie Cashflow ist der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit ohne Veräußerungen und wesentliche anorganische Cashflow-Komponenten (z.B. Akquisitionen).

Ergebnis 2022: Im Jahr 2022 konnte ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Höhe von EUR 4,9 Mrd erreicht werden und war damit leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Organische Investitionen

Der Betrag ist definiert als Investitionsausgaben einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Eigenkapitalzuführungen in at-equity und vollkonsolidierte Unternehmen, Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

Ergebnis 2022: Organische Investitionen stiegen um 40% auf EUR 3,7 Mrd verglichen mit EUR 2,6 Mrd im Jahr 2021, insbesondere aufgrund nicht zahlungswirksamer Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen, wovon der Großteil dem Bau der Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Kallo (Belgien) durch Borealis zuzurechnen ist.

Investitionen (CAPEX)

Gesamte Investitionen

Der Anstieg der Investitionen im Bereich Chemicals & Materials war insbesondere auf höhere Investitionen aus der Errichtung einer neuen Propandehydrierungsanlage in Belgien, die nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd beinhaltete, sowie auf einen Kapitalzuschuss an die Borouge 4 LLC zur Finanzierung des Projekts Borouge 4 zurückzuführen. Darüber hinaus sind die Investitionen aufgrund der Errichtung der ReOil®-Demonstrationsanlage in Österreich gestiegen.# Erläuterungen zur Cashflow-Rechnung

Konzern-Cashflow-Rechnung (Kurzfassung)

In EUR Mio 2022 2021 Δ
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen 9.843 8.897 11%
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 7.758 7.017 11%
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –1.966 –1.820 –8%
Freier Cashflow 5.792 5.196 11%
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –2.660 –2.977 11%
Währungsdifferenz auf liquide Mittel –72 –25 n.m.
Nettoabnahme (-)/-zunahme (+) liquider Mittel 3.060 2.195 39%
Liquide Mittel Periodenbeginn 5.064 2.869 77%
Liquide Mittel Periodenende 8.124 5.064 60%
davon liquide Mittel, umgegliedert auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 35 14 n.m.
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen 8.090 5.050 60%
Freier Cashflow nach Dividenden 4.333 4.199 3%

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 7.758 Mio lag um EUR 742 Mio über dem Niveau von 2021. Dies war hauptsächlich auf ein verbessertes Marktumfeld zurückzuführen, wurde jedoch teilweise kompensiert durch niedrigere Dividendenzahlungen von der Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigte 2022 einen Mittelabfluss von EUR –1.966 Mio gegenüber EUR –1.820 Mio im Jahr 2021. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt im Jahr 2022 Mittelzuflüsse aus dem Börsengang der Borouge PLC in Höhe von EUR 745 Mio, der teilweisen Rückzahlung eines Darlehens durch die Bayport Polymers LLC in Höhe von EUR 602 Mio und der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland in Höhe von EUR 432 Mio. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit 2022 einen Mittelabfluss in Höhe von EUR –408 Mio infolge eines Kapitalzuschusses an die Borouge 4 LLC sowie abgegangene liquide Mittel in Höhe von EUR –208 Mio infolge des Verlusts der Beherrschung über die JSC GAZPROM YRGM Development. Im Jahr 2021 enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit Mittelzuflüsse von EUR 443 Mio aus der Veräußerung der Gas Connect Austria, EUR 290 Mio aus dem Verkauf der Anteile am norwegischen Ölfeld Wisting sowie EUR 94 Mio aus der Veräußerung der Anteile an der Kom-Munai LLP und der Tasbulat Oil Corporation LLP (Kasachstan).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –2.660 Mio gegenüber EUR –2.977 Mio im Jahr 2021. Im Jahr 2022 wurden deutlich höhere Dividendenzahlungen vorgenommen, jedoch wurde dieser Effekt durch höhere Rückzahlungen von Anleihen im vorhergehenden Jahr kompensiert.

Erläuterungen zur Gewinnausgleichsrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) 2022 2021 Δ
Umsatzerlöse 62.298 35.555 75%
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 2.512 1.533 64%
Summe Erlöse und sonstige Erträge 64.811 37.087 75%
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) –39.298 –20.257 94%
Produktions- und operative Aufwendungen und produktionsbezogene Steuern –6.205 –4.302 44%
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen –2.484 –3.750 –34%
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –2.689 –2.746 –2%
Explorationsaufwendungen –250 –280 –11%
Sonstige betriebliche Aufwendungen –1.639 –688 n.m.
Operatives Ergebnis 12.246 5.065 n.m.
Finanzerfolg –1.481 –194 n.m.
Ergebnis vor Steuern 10.765 4.870 n.m.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –5.590 –2.066 n.m.
Periodenüberschuss 5.175 2.804 85%
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 71 94 –25%
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 1.470 617 n.m.
Periodenüberschuss den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 3.634 2.093 74%
Effektivsteuersatz (%) 52 42 10

Der Umsatz stieg um 75% auf EUR 62.298 Mio und ist insbesondere auf die substanziell höheren Marktpreise zurückzuführen. Die regionale Umsatzaufteilung mit Dritten findet sich im Anhang zum Konzernabschlusses (Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung).

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von EUR 933 Mio im Jahr 2021 auf EUR 1.644 Mio im Jahr 2022. Das Jahr 2022 war hauptsächlich durch Gewinne in Höhe von EUR 409 Mio aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland, Gewinn in Höhe von EUR 341 Mio aus dem erfolgreichen Börsengang der Borouge PLC an der ADX (Abu Dhabi Securities Exchange), einen erfassten Versicherungsertrag von rund EUR 200 Mio im Zusammenhang mit dem Vorfall in der Raffinerie Schwechat im Juni 2022 und durch höhere operative Fremdwährungskursgewinne beeinflusst. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen).

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen stieg von EUR 600 Mio im Jahr 2021 auf EUR 869 Mio im Jahr 2022, im Wesentlichen aufgrund des positiven Beitrags von Abu Dhabi Oil Refining, teilweise ausgeglichen durch ein geringeres Ergebnis der Borouge-Beteiligungen, größtenteils als Folge der niedrigeren Preise für Polyethylen und Polypropylen.

Nettoaufwendungen aus Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen verringerten sich im Vergleich zu 2021. Dies resultierte hauptsächlich daraus, dass 2021 durch Wertminderungen im Zusammenhang mit der at-equity bewerteten Beteiligung ADNOC Refining CGU und dem Geschäftsbereich Stickstoff von Borealis belastet war. Das Jahr 2022 enthielt insbesondere eine Wertaufholung in Höhe von EUR 266 Mio des Geschäftsbereichs Stickstoff von Borealis aufgrund des neuen Angebots der AGROFERT, a.s. und eine Nettowertminderung in Höhe von EUR 117 Mio basierend auf der Werthaltigkeitsprüfung des Portfolios von Exploration & Production, ausgelöst durch aktualisierte Preisannahmen für Rohstoffe. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen).

Sonstige betriebliche Aufwendungen stiegen von EUR 688 Mio im Jahr 2021 auf EUR 1.639 Mio im Jahr 2022 hauptsächlich aufgrund der Entkonsolidierung von Beteiligungen in Russland und der Neubewertung des Vermögenswerts aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno-Russkoje. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“).

Das Finanzergebnis verringerte sich von EUR –194 Mio im Jahr 2021 auf EUR –1.481 Mio im Jahr 2022. Diese Entwicklung stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Wertminderung des Nord-Stream-2-Darlehens in Höhe von EUR –1.004 Mio sowie einer Marktwertänderung der Beteiligungen in Russland von EUR –370 Mio. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ und Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte). Diese Effekte wurden durch das bessere Fremdwährungskursergebnis und das gesteigerte Nettozinsergebnis, insbesondere aufgrund von höheren Zinserträgen aus Bareinlagen, teilweise ausgeglichen.

Der effektive Steuersatz stieg von 42% im Jahr 2021 auf 52% im Jahr 2022. Der effektive Steuersatz für 2022 wurde insbesondere durch die positiven Ergebnisbeiträge aus Hochsteuerländern beeinflusst. Weitere Einzelheiten bezüglich des Konzern-Effektivsteuersatzes finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag).

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Bilanz (Kurzfassung)

In EUR Mio 2022 2021 Δ
Aktiva
Langfristiges Vermögen 32.384 33.724 –4%
Kurzfristiges Vermögen 22.369 18.595 20%
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 1.676 1.479 13%
Passiva
Eigenkapital 26.628 21.996 21%
Langfristige Verbindlichkeiten 15.607 17.216 –9%
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.567 13.677 –1%
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 626 909 –31%
Summe Aktiva/Passiva 56.429 53.798 5%

Kurzfristiges Vermögen: Vorräte stiegen von EUR 3.150 Mio im Jahr 2021 auf EUR 4.834 Mio im Jahr 2022, hauptsächlich aufgrund der Befüllung unserer Erdgasspeicher und des Anstiegs der Erdgaspreise sowie höherer Bestände von fertigen Mineralölprodukten. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 17 – Vorräte).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen signifikant von EUR 5.050 Mio auf EUR 8.090 Mio.Weitere Details finden sich im Kapitel Erläuterungen zur Cashflow-Rechnung des Lageberichts. Niedrigere Derivate, die von EUR 3.737 Mio auf EUR 2.377 Mio gesunken sind, haben den oben beschriebenen Anstieg teilweise kompensiert, was hauptsächlich auf das Gasgeschäft zurückzuführen ist. Langfristiges Vermögen: Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden durch erhöhte Investitionen (CAPEX) beeinflusst. Diese Effekte wurden jedoch insbesondere durch Abschreibungen und Wertminderungen sowie die Entkonsolidierung der JSC GAZPROM YRGM Development kompensiert. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“). Die at-equity bewerteten Beteiligungen stiegen um EUR 407 Mio auf EUR 7.294 Mio, beeinflusst durch einen Kapitalzuschuss von EUR 408 Mio an die Borouge 4 LLC, positive Ergebnisbeiträge, hauptsächlich von ADNOC Refining und Borouge-Beteiligungen, positive Fremdwährungseffekte sowie eine Nettozuschreibung von EUR 67 Mio der ADNOC Refining CGU, teilweise ausgeglichen durch Dividendenausschüttungen in Höhe von EUR 801 Mio sowie einen Teilabgang von EUR 430 Mio als Ergebnis des erfolgreichen Börsengangs der Borouge PLC. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen). Finanzielle Vermögenswerte beinhalteten im Jahr 2021 Inanspruchnahmen sowie damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2. Der gesamte ausstehende Betrag von EUR 1 Mrd wurde 2022 vollständig wertberichtigt. Des Weiteren war im Jahr 2021 eine erworbene vertragliche Position gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven in Höhe von EUR 432 Mio inkludiert. Der beizulegende Zeitwert dieser Position wurde im Jahr 2022 auf Null reduziert, da die OMV nicht mehr mit der Einbringlichkeit rechnet. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“). Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten: Der Anstieg im Jahr 2022 war hauptsächlich auf die Umgliederung der Rosier S.A. und der operativen Gesellschaften in Jemen auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ zurückzuführen. Dieser Effekt wurde teilweise durch den Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland kompensiert. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten). Kurzfristige Verbindlichkeiten: Der Anstieg in der Position Anleihen war hauptsächlich durch die Umgliederung von EUR 1.250 Mio von langfristig auf kurzfristig bedingt und wurde teilweise durch eine Rückzahlung von EUR 750 Mio kompensiert. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten). Der Anstieg der Ertragsteuerverbindlichkeiten um EUR 1.147 Mio betraf hauptsächlich Norwegen, was auf einen deutlichen Anstieg des zu versteuernden Einkommens zurückzuführen war. Die Zahlung der ausstehenden Verbindlichkeit in Norwegen erfolgt im ersten Halbjahr 2023. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Derivaten sanken von EUR 3.607 Mio auf EUR 1.263 Mio, im Wesentlichen in Zusammenhang mit dem Gasgeschäft. Langfristige Verbindlichkeiten: Der Rückgang in der Position Anleihen war im Wesentlichen durch die Umgliederung von EUR 1.250 Mio von langfristig auf kurzfristig beeinflusst. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten). Leasingverbindlichkeiten stiegen von EUR 887 Mio auf EUR 1.322 Mio hauptsächlich bedingt durch neue Verpflichtungen in Bezug auf die Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Borealis. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 15 – Sachanlagen). Pensionen & ähnliche Verpflichtungen sanken vor allem aufgrund diverser Neubewertungseffekte auf EUR 997 Mio (2021: EUR 1.299 Mio). Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 23 – Rückstellungen). Sonstige Rückstellungen sanken von EUR 643 Mio auf EUR 377 Mio vor allem durch die Neubewertung von Drohverlustrückstellungen. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 23 – Rückstellungen).

Chemicals & Materials

Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und Pflanzennährstoffen10 sowie im Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgt über Borealis und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Singapur und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kund:innen in aller Welt mit Dienstleistungen und Produkten.

Auf einen Blick

2022 2021
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten in EUR Mio 1.457 2.224 –34%
davon Borealis exklusive JVs in EUR Mio 967 1.437 –33%
davon Borealis JVs in EUR Mio 332 534 –38%
Sondereffekte in EUR Mio 582 –396 n.m.
Operatives Ergebnis in EUR Mio 2.039 1.828 12%
Investitionen¹ in EUR Mio 1.896 835 127%
Ethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 560 468 20%
Propylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 534 453 18%
Polyethylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 390 582 –33%
Polypropylen-Referenzmarge Europa in EUR/t 486 735 –34%
Steamcracker-Auslastungsgrad Europa 74% 90% –16
Verkaufsmenge Polyolefine in Mio t 5,66 5,93 –5%
davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs in Mio t 1,69 1,82 –7%
davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs in Mio t 1,84 2,13 –13%
davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs² in Mio t 1,25 1,25 –0%
davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs² in Mio t 0,88 0,74 19%

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals der Borouge PLC am 3. Juni 2022 hält Borealis 36% an der Borouge PLC, wodurch sich die finanziellen und operativen Beiträge ab dem Zeitpunkt des Börsengangs verringern.
¹ Investitionen beinhalten Akquisitionen; insbesondere beinhaltete 2022 eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von EUR 0,4 Mrd.
² Anteilige Mengen der at-equity konsolidierten Unternehmen

Finanzielle Performance

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich 2022 um 34% auf EUR 1.457 Mio (2021: EUR 2.224 Mio). Ein substanziell höherer Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft und die positiven Auswirkungen höherer Olefinmargen wurden durch deutlich gesunkene europäische Polyolefinmargen, signifikant niedrigere positive Lagerbewertungseffekte, geringere Polyolefinverkaufsmengen in Europa und einen Rückgang des Beitrags der Borealis JVs mehr als kompensiert.

Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts verringerte sich trotz höherer Ethylen- und Propylen-Referenzmargen, hauptsächlich infolge der geplanten Generalüberholung des Steamcrackers in Burghausen und des Vorfalls an der Rohöl-Destillationsanlage am 3. Juni 2022 in der Raffinerie Schwechat. Die Ethylen-Referenzmarge Europa stieg um 20% auf EUR 560/t (2021: EUR 468/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa um 18% auf EUR 534/t wuchs (2021: EUR 453/t). Während die erste Jahreshälfte von einer starken Nachfrage nach Olefinen und Angebotsengpässen bestimmt war, kam es in der zweiten Hälfte des Jahres zu einem starken Nachfragerückgang, der teilweise durch niedrigere Betriebsraten europäischer Cracker kompensiert wurde. Die nach dem Höchststand im ersten Quartal rückläufigen Naphthapreise stützten die Olefin-Referenzmargen in einem sehr volatilen Marktumfeld. Eine niedrigere Produktion infolge des niedrigeren Auslastungsgrads der Steamcracker in Schwechat und Burghausen, gestiegene Bezugskosten, die auch andere Vorprodukte außer Naphtha beinhalten, und gestiegene Energiekosten belasteten das Ergebnis.

Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, sank um 16 Prozentpunkte auf 74% (2021: 90%). Der niedrigere Auslastungsgrad im Jahr 2022 war bedingt durch die geplante Generalüberholung der Steamcracker in Burghausen und Stenungsund, aber auch durch den Vorfall an der Rohöl-Destillationsanlage am 3. Juni 2022 in der Raffinerie Schwechat.

Der Beitrag von Borealis exklusive JVs sank um EUR 470 Mio auf EUR 967 Mio (2021: EUR 1.437 Mio), Dies war hauptsächlich auf niedrigere Polyolefin-Referenzmargen und signifikant niedrigere positive Lagerbewertungseffekte zurückzuführen, während ein außergewöhnlich starkes Stickstoffgeschäft und höhere Olefin-Referenzmargen stützend wirkten. Das Basischemikaliengeschäft der Borealis verzeichnete trotz verbesserter Olefin-Referenzmargen einen Rückgang, hauptsächlich aufgrund von negativen Lagerbewertungseffekten und der Folgen der geplanten Generalüberholung des Steamcrackers in Stenungsund. Das Polyolefingeschäft war durch einen starken Abfall der Polyolefin-Referenzmargen und signifikant niedrigere positive Lagerbewertungseffekte geprägt. Die Polyolefin-Referenzmargen erreichten 2021 historische Höchststände. Grund dafür war die starke Nachfrage auf den europäischen Märkten in Kombination mit dem angespannten Angebot-Nachfrage-Gleichgewicht, das durch eine intensive Wartungssaison und weltweite logistische Einschränkungen bedingt war. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa sank um 33% auf EUR 390/t (2021: EUR 582/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 34% auf EUR 486/t sank (2021: EUR 735/t).# Geschäftsbericht 2022

Bericht über die Geschäftsentwicklung

Chemicals & Materials

In der ersten Jahreshälfte 2022 normalisierten sich die Polyolefin-Referenzmargen nach den Höchstständen des Jahres 2021 zunächst langsam, sanken aber dann in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des Nachfrageeinbruchs, verursacht durch die weltweite Konjunkturabschwächung und den Inflationsdruck auf Kunden, erheblich. Zusätzlich verstärkte die erhöhte Verfügbarkeit nach Europa importierter Mengen den Margendruck. Während die realisierten Margen im Standardgeschäft vom aktuellen Nachfragerückgang und den höheren Energiekosten stark negativ betroffen waren, verbesserten sich die Margen im Specialty-Geschäft leicht. Höhere Rabatte bei Ausgangsstoffen und über die Marktindikatoren hinaus gestiegene Preise für bestimmte Produktgruppen verschafften etwas Entlastung. Verglichen mit 2021 sank die Verkaufsmenge an Polyethylen um 7%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen um 13% fiel. Die Verringerung der Verkaufsmengen war insbesondere auf den Konsumgüter- und Infrastruktursektor zurückzuführen, während sich der Sektor Mobilität leicht verbesserte.

Der Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft verbesserte sich im Vergleich zu 2021 substanziell. Die Margen für Düngemittel waren signifikant höher als 2021, da eine knappe Angebotssituation den Anstieg der Erdgaspreise mehr als kompensieren konnte. Der positive Effekt aus der Neuklassifizierung als zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen unterstützte ebenfalls das Ergebnis.

Der Beitrag der Borealis JVs sank 2022 um EUR 202 Mio auf EUR 332 Mio (2021: EUR 534 Mio). Ursächlich dafür waren insbesondere niedrigere Beiträge von Borouge und Baystar. Ein positiver Effekt durch einen stärkeren USD konnte diesen Rückgang teilweise kompensieren. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs blieben auf dem Niveau des Vorjahres, während die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 19% wuchsen. Die Verkaufsmengen von Borouge konnten 2022 insbesondere von der Inbetriebnahme der neuen Polypropylen-Anlage (PP5) profitieren. Ein Einmaleffekt in Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen beeinflusste das Borouge Ergebnis 2022 negativ. Zusätzlich verringerte der erfolgreiche Börsengang von 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals von Borouge am 3. Juni 2022 die finanziellen und operativen Beiträge im Vergleich zu 2021. Durch die Inbetriebnahme von neuen Polyolefin-Produktionskapazitäten sowie aufgrund einer gesunkenen Verbrauchernachfrage infolge von Covid-19-Einschränkungen schwächte sich das Preisumfeld in Asien im Vergleich zu 2021 ab. Verglichen mit 2021 verzeichnete Baystar ein schwächeres Marktumfeld und eine Belastung durch die volle Abschreibung im Zuge der Inbetriebnahme des Ethancrackers sowie höhere Zinsaufwendungen, während die neue Anlage aufgrund von operativen Herausforderungen nur langsam hochgefahren werden konnte.

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 582 Mio (2021: EUR –396 Mio) und resultierten hauptsächlich aus dem erfolgreichen Börsengang eines 10%-Anteils an Borouge, der zu einem Gewinn aus der Veräußerung von rund EUR 0,3 Mrd führte. Zusätzlich führte das verbindliche Angebot der AGROFERT für das Stickstoffgeschäft von Borealis zu einer Wertaufholung in Höhe von rund EUR 0,3 Mrd.

Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials lag bei EUR 2.039 Mio, verglichen mit EUR 1.828 Mio im Jahr 2021. Die Investitionen in Chemicals & Materials beliefen sich auf EUR 1.896 Mio (2021: EUR 835 Mio). Der Anstieg war hauptsächlich durch eine Eigenkapitalzufuhr an Borouge 4 in Höhe von rund EUR 0,4 Mrd im Jahr 2022 und höhere organische Investitionen bedingt. Organische Investitionen fanden 2022 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis, die nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen in Höhe von rund EUR 0,5 Mrd beinhaltete, sowie im Zuge der Errichtung der ReOil®-Demonstrationsanlage in Österreich und der Generalüberholung in der Raffinerie Burghausen statt.

Geschäftsüberblick

Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien und Pflanzennährstoffen11 sowie im Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgt über die OMV und Borealis und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Singapur und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kunden in aller Welt mit Dienstleistungen und Produkten. Der Geschäftsbereich umfasst die Produktion von Basischemikalien in den von der OMV betriebenen Raffinerien in Österreich und Deutschland, das Geschäft von Borealis mit Basischemikalien, Polyolefinen und Pflanzennährstoffen sowie die Joint Ventures Borouge und Baystar. Mit einer starken Präsenz in Europa durch Borealis und seine beiden Joint Ventures Borouge und Baystar ist der Konzern in mehr als 120 Ländern tätig.

Basischemikalien

Basischemikalien sind wichtige Bausteine für die chemische Industrie und werden zu Kunststoffen, Verpackungen, Kleidung und vielen anderen Konsumgütern verarbeitet. Während die von der OMV betriebenen Steamcracker, die in die Raffinerien Schwechat und Burghausen integriert sind, hauptsächlich Naphtha als Grundstoff verwenden, zeichnen sich die von Borealis betriebenen Steamcracker in Stenungsund und Porvoo durch eine hohe Rohstoffflexibilität aus und können Naphtha, Ethan, Propan, Butan oder LPG-Gemische als Grundstoff verwenden. In Kallo betreibt Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, die zu 100% auf Propan als Grundstoff setzt.

Der OMV Konzern produziert Basischemikalien wie Olefine (Ethylen, Propylen, Butadien und hochreines Isobuten) und Aromaten (Benzol und Phenol).

  • Ethylen und Propylen sind wichtige chemische Grundbausteine, aus denen beispielsweise Polyolefine (Polyethylen und Polypropylen) hergestellt werden, die wiederum zur Herstellung einer Vielzahl von Konsum- und Industriegütern verwendet werden.
  • Aromaten wie Benzol werden als Ausgangsstoffe für wärmeisolierende Materialien und Konsumgüter wie Kleidung, Pharmazeutika, Kosmetika, Computer und Sportgeräte verwendet.
  • C4-Kohlenwasserstoffe (z.B. Butadien und Buten) werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, wobei Butadien in erster Linie zur Herstellung von synthetischem Kautschuk verwendet wird, einem unverzichtbaren Grundstoff für die Reifen- und Automobilindustrie. Butene werden in Spezialchemikalien verwendet, wie zum Beispiel in Oxo-Alkoholen für Weichmacher und in Polyolen für Beschichtungen und synthetische Schmiermittel.
  • Hochreines Isobuten ist ein Ausgangsstoff für wichtige chemische Produkte wie Klebstoffe, Schmiermittel und Vitamine.
  • Phenol und Aceton werden hauptsächlich an die Polycarbonat- und Epoxidharzindustrie verkauft. Phenol wird auch in Phenolharzen und in Caprolactam verwendet. Und Aceton ist auch ein Bestandteil von Lösungsmitteln und Methylmethacrylat (MMA), einem Vorprodukt von Plexiglas bzw. Polymethylmethacrylat (PMMA).

Das Jahr 2022 war ein herausforderndes Jahr mit einem sehr volatilen Markt, was durch mehrere Hauptfaktoren bedingt war: die russische Invasion in die Ukraine, hohe Energiekosten, hohe Inflation und eine im Jahresverlauf sinkende Nachfrage.

Im Vergleich zu 2021 waren die Ethylen- und Propylen-Referenzmargen im Jahr 2022 höher, was auf niedrige Rohstoffpreise (mit Ausnahme des Spitzenwerts in Q1/22) und hohe Kontraktpreise für Monomere zurückzuführen war. Im ersten Quartal 2022 wurden die Margen trotz der angespannten Lage auf dem Olefinmarkt durch den Ukrainekrieg negativ beeinflusst. Ab April 2022 stieg die Verfügbarkeit von Naphtha in Europa aufgrund leichterer Raffinerie-Ausgangsstoffe und einer geringeren Nachfrage aus China. Kombiniert mit einer gesunden Nachfrage während der Turnaround-Frühjahrssaison führte dies im zweiten Quartal 2022 zu historisch hohen Margen. Nach Juli waren die Märkte sowohl bei Ethylen als auch Propylen von extremen Long-Positionen gekennzeichnet. Aufgrund der schwachen Nachfrage und der hohen Energiepreise reduzierten alle Cracker in Europa den Durchsatz. Der niedrige Wasserstand des Rheins war in den Sommermonaten für logistische Engpässe auf dem Derivatemarkt mitverantwortlich. Da der Markt mit diesen Einschränkungen zu kämpfen hatte, konnte dank rückläufiger Naphthapreise die gesunde Referenzmarge während des gesamten dritten Quartals 2022 gehalten werden. Nach der Sommerflaute verbesserte sich die Situation nachfrageseitig bis in den Herbst hinein nicht, und der drastische Nachfrageeinbruch setzte sich bis zum Ende des Jahres fort. Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker sank im vierten Quartal 2022 aufgrund der extrem schwachen Nachfrage auf ein Tiefstniveau von 60% bis 65%.

Vor dem Hintergrund eines respektablen Propan-Naphtha-Spreads blieb die Marge der Propandehydrierung (PDH) in der ersten Jahreshälfte 2022 auf einem gesunden Niveau. Im dritten Quartal gingen die Margen stark zurück. Ursächlich dafür waren die sinkende Nachfrage und der Anstieg des Propanpreises gegenüber Naphtha aufgrund der höheren Propannachfrage, hauptsächlich in Asien. Dass sich die Margen im letzten Quartal des Jahres wieder verbesserten, war auf die sinkende Propannachfrage aufgrund von Lockdowns in China und einen milden Winter in Europa zurückzuführen.

Die Nachfrage nach Butadien war im ersten Quartal 2022 gut, doch angesichts steigender Preise für Naphtha lagen die Referenzmargen auf dem niedrigsten Niveau des Jahres. Ab Mai war das Angebot aufgrund der reduzierten Cracker-Auslastungen und infolge von Long-Positionen bei Olefinen zwar niedriger, der Markt allerdings aufgrund der geringen Nachfrage immer noch ausgeglichen. Die explodierenden Erdgaspreise in Europa setzten die europäische chemische Industrie stark unter Druck, da die hohen Energiepreise als maßgeblicher Inflationstreiber und die schwache Konjunktur die Nachfrage dämpften.# Die meisten Produzenten sahen sich gezwungen, diese Belastung in Form von Preiszuschlägen weiterzugeben. Der höchste Butadienpreis und die höchste Referenzmarge des Jahres wurden im August erreicht. Nach der ISCC PLUS-Zertifizierung für die Produktion in der Raffinerie Burghausen im März 2002 konnte die OMV noch 2022 die ersten nach ISCC PLUS zertifizierten Benzolmengen erfolgreich verkaufen. Der Benzolpreis erreichte im Juli mit rund EUR 900/t ein Allzeithoch, schwächte sich jedoch im weiteren Verlauf des Jahres deutlich ab und lag zum Jahresende aufgrund der volatilen Marktbedingungen nahe null. Wirtschaftliche Unsicherheiten, logistische Einschränkungen und explodierende Gaspreise hatten erhebliche Auswirkungen auf die Produktionskosten und die Nachfrage.

Polyolefine

Durch ihre Tochtergesellschaft Borealis ist die OMV heute das zweitgrößte polyolefinproduzierende Unternehmen in Europa und zählt weltweit zu den Top Ten in der Branche. Borealis betreibt sieben Polyolefinanlagen. Diese befinden sich in Schwechat, Stenungsund, Porvoo und Burghausen, wo sie mit Steamcrackern integriert sind, in Beringen und Kallo, wo sie in die bestehende PDH-Anlage integriert sind, und in Antwerpen. Darüber hinaus betreibt Borealis mehrere Compoundinganlagen in Europa, den USA, Südkorea und Brasilien.

Die von Borealis hergestellten Polyolefinprodukte sind die Grundlage vieler wertvoller Kunststoffanwendungen, die aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die zukunftsweisenden Polyolefine von Borealis leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung entlang der Wertschöpfungskette und zur effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen. In enger Zusammenarbeit mit seinen Kund:innen und Partner:innen aus der Industrie bietet Borealis innovative und wertsteigernde Kunststofflösungen für verschiedene Branchen und Marktsegmente an. Die Endprodukte werden durch diese Lösungen sicherer, leichter, erschwinglicher und einfacher zu recyceln. Kurz gesagt: Sie ermöglichen ein nachhaltigeres Leben.

Borealis bietet fortschrittliche Polyolefine als Neuware und als kreislauffähige Lösungen für folgende wichtige Branchen an: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität.

Nach den historisch hohen Niveaus im Jahr 2021 normalisierten sich die Polyolefinmargen in der ersten Jahreshälfte 2022 langsam, was insbesondere im zweiten Quartal durch die rege Turnaround-Frühjahrssaison gestützt wurde. Ab dem dritten Quartal verschlechterten sich die Margen aufgrund des Nachfragerückgangs infolge der weltweiten Verlangsamung des BIP-Wachstums und des zunehmenden Inflationsdrucks auf Kunden. Die kräftige Erholung des internationalen Containerfrachtmarkts, der im Dezember 2022 annährend wieder Vor-Covid-19-Niveau erreicht hatte, ermöglichte einen Anstieg der Importe. Gegen Jahresende konnten sich die Polyolefinmargen dank niedriger Anlagenauslastungen etwas erholen.

Erneuerbare Rohstoffe und kreislauforientierte Chemikalien

Kunststoffe, die unser aller Leben effizienter, bequemer und sicherer machen, spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und in unserer Geschäftstätigkeit. Wenn jedoch keine ausreichenden Anstrengungen zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Kunststoffen unternommen werden, landet der Großteil auf Mülldeponien oder in der Verbrennung. Die Vision einer Kreislaufwirtschaft, in der wir die Effizienz von Ressourcen durch Wiederverwendung, Recycling und Umnutzung optimieren, ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eröffnet auch neue Chancen.

Die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen steigt, da das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen für eine klimaneutrale Zukunft wächst. Die Kreislaufwirtschaft eröffnet neue Wege, um den Markt neu zu erfinden und zugleich natürliche Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren. Die OMV und Borealis verfolgen verschiedene Initiativen für mechanisches und chemisches Recycling, „Design for Recycling“ (DfR) und kreislauforientierte Polyolefine, die mit erneuerbaren Rohstoffen der zweiten Generation hergestellt werden. Während sich das mechanische Recycling als effektiv erwiesen hat und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich die ökoeffiziente Methode der Wahl bleiben wird, gewinnt das chemische Recycling als Ergänzung zum mechanischen Recycling zunehmend an Bedeutung bei schwer zu verwertenden Materialien.

Im Juni brachte Borealis das Borvida™-Portfolio von kreislauforientierten Basischemikalien auf den Markt: Borvida™ B wird aus Biomasse aus Abfällen aus dem Non-Food-Bereich hergestellt, während Borvida™ C aus chemisch recycelten Abfällen erzeugt wird. Die Rückverfolgbarkeit dieser nach ISCC PLUS zertifizierten Produkte – zu denen Ethylen, Propylen, Buten und Phenol gehören – ist dank der Massenbilanzmethode zur Dokumentation und Nachverfolgung der auf erneuerbaren Rohstoffen basierenden Inhaltsstoffe in komplexen Produktionssystemen gewährleistet. Das Borvida™-Portfolio wird zu gegebener Zeit um die Produktreihe Borvida™ A erweitert, die aus atmosphärischen Kohlenstoffen gewonnen wird.

Im Oktober 2022 begannen die Planungsarbeiten für den Bau einer neuen kommerziellen Anlage für fortschrittliches mechanisches Recycling in Schwechat (Österreich). Die Anlage soll die drei bestehenden Polyolefin-Recyclinganlagen von Borealis in Europa ergänzen. Die Anlage wird auf der Borcycle™ M-Technologie von Borealis basieren, die polyolefinbasierte Post-Consumer-Abfälle in Hochleistungspolymere umwandelt. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2025 wird die neue Anlage über eine Produktionskapazität von über 60.000 t pro Jahr verfügen. Diese großen Mengen werden eine gute Versorgung mit hochwertigen Rezyklaten sicherstellen, um der wachsenden Nachfrage nach kreislauforientierten Produkten und Lösungen gerecht zu werden.

Seit 2021 bezieht Borealis das Pyrolyseöl für das chemische Recycling von der belgischen Renasci, mit der das Unternehmen an mehreren seiner eigenen Produktionsstandorte kreislauforientierte Polyolefine des Portfolios Borcycle™ C und Basischemikalien herstellt. Seitdem hat Borealis seinen Anteil an Renasci schrittweise erhöht: von 10% im Jahr 2021 auf knapp über 27% im November 2022 und mit Jänner 2023 auf eine Mehrheitsbeteiligung von 50,01%.

Die OMV baut derzeit eine Demonstrationsanlage, die auf der firmeneigenen ReOil®-Technologie basiert, um ihre Kapazitäten für das chemische Recycling zu erhöhen. Die Anlage hat eine Produktionskapazität von jährlich 16.000 t und soll 2023 in Betrieb gehen. Das Ausgangsmaterial wird hauptsächlich aus Polyolefinen bestehen und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Entsorgungsunternehmen in Österreich bezogen werden. Beispiele für derartige Kunststoffabfälle sind Lebensmittelverpackungen, Plastikbecher, Deckel von Coffee-to-go-Bechern und Süßwarenverpackungen. Der nächste Schritt der OMV auf dem Weg zu einer großtechnischen Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 t pro Jahr ist für 2026 geplant.

Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte

Durch ihre Tochtergesellschaft Borealis zählt die OMV zu den führenden europäischen Produktions- und Handelsunternehmen für Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und Melamin: Das Unternehmen ist der drittgrößte Hersteller von Stickstoffdüngern in Europa und der weltweit drittgrößte Produzent von Melamin nach genutzter Produktionskapazität.

Im Jahr 2020 gab die OMV bekannt, dass der Prozess zur Veräußerung des Stickstoff-Geschäftsbereichs, der Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und Melamin umfasst, eingeleitet wurde. Ein im Februar 2022 eingegangenes verbindliches Angebot von EuroChem wurde im März nach Prüfung der Entwicklungen infolge des Ukrainekriegs und der damit verbundenen Sanktionen abgelehnt. Im Juni 2022 erhielt Borealis ein verbindliches Angebot des tschechischen Unternehmens AGROFERT, das den Geschäftsbereich auf Basis des Unternehmenswerts mit EUR 810 Mio bewertete. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird der Abschluss für das erste Quartal 2023 erwartet. Der Verkauf der Unternehmensbeteiligung an Rosier mit Produktionsstandorten in den Niederlanden und Belgien an die Yilfert Holding wurde am 2. Jänner 2023 abgeschlossen.

Joint Ventures

Borouge (Borealis 36%, ADNOC 54%, Streubesitz 10%)

Borouge wurde 1998 gegründet und hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte der langfristigen Zusammenarbeit mit ADNOC entwickelt. Das Joint Venture hat die hochkarätige Borstar®-Technologie mit wettbewerbsfähigen Rohstoffen und dem Zugang zu wachsenden asiatischen Märkten vereint. Durch Borouge ist der Konzern im Mittleren Osten, in der Region Asien-Pazifik, auf dem indischen Subkontinent und in Afrika vertreten.

Im Juni 2022 wurde Borouge mit der Notierung an der Abu Dhabi Securities Exchange (ADX) zum bisher größten Börsengang in Abu Dhabi. Der Börsengang, der einen Bruttoerlös von mehr als USD 2,0 Mrd für die angebotenen 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals des Unternehmens einbrachte, zog eine Gesamtbruttonachfrage von mehr als USD 83 Mrd nach sich und war insgesamt fast 42-fach überzeichnet.

Baystar (Borealis 50%, TotalEnergies 50%)

Baystar ist ein Joint Venture zwischen der TotalEnergies Petrochemicals & Refining USA, Inc. (TEPRI), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der TotalEnergies SE, und der Novealis Holdings LLC (Novealis), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Borealis AG. TotalEnergies brachte die prämierten Anlagen in Bayport in das Joint Venture ein und wird den Steamcracker in Port Arthur betreiben. Borealis bringt seine proprietäre Borstar®-Technologie erstmals nach Nordamerika. Am Standort Bayport werden einzigartige Polyethylenmaterialien hergestellt, die für anspruchsvollste Anwendungen geeignet sind.

Wachstumsprojekte

Borouge

Borouge war auch 2022 ein Wachstumsmotor. Im Februar erfolgte der Spatenstich für Borouge 4 – eine neue, USD 6,2 Mrd teure Anlage im Borouge-Komplex in Ruwais (VAE).# Borouge 4

Borouge 4 wird zur Deckung der steigenden Nachfrage nach Polymeren im Mittleren Osten und in Asien beitragen und darüber hinaus die TA’ZIZ Industrial Chemicals Zone in Ruwais mit Rohstoffen versorgen. Ebenfalls im Februar wurde die PP5, die fünfte Polypropylen-(PP-)Anlage von Borouge, erfolgreich in Betrieb genommen. Sie steigert die PP-Kapazität um mehr als 25%. Durch den Einsatz der proprietären Borstar®-Technologie kann die neue Anlage größere Mengen an polymerbasierten Materiallösungen liefern, unter anderem für die Verpackungs-, Konsumgüter-, Rohr- und Infrastrukturindustrien.

Baystar

Das größte laufende Wachstumsprojekt von Borealis in Nordamerika ist das Baystar™-Joint-Venture mit TotalEnergies in Port Arthur, Texas. Ein neuer Ethancracker wurde im Juli 2022 in Betrieb genommen. Mit einer jährlichen Produktionskapazität von 1 Mio t Ethylen versorgt der Cracker die bestehenden Polyethylen-(PE‑)Anlagen von Baystar mit Rohstoff. Künftig soll der Cracker auch die neue Borstar®-PE-Anlage mit einer Kapazität von 625.000 t pro Jahr mit Ethylen versorgen, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Inbetriebnahme erfolgt ist. Baystar ist ein wichtiger Wachstumsanker, da die Partnerschaft Borealis in die Lage versetzt, seine Borstar®-Technologie erstmals auf den nordamerikanischen Markt zu bringen.

Kallo

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden Fortschritte beim Bau der neuen Propandehydrierungs-(PDH-)Anlage im Weltmaßstab in Kallo (Belgien) erzielt. Die Bauarbeiten wurden jedoch gestoppt, nachdem ein Fehlverhalten des Bauunternehmers IREM aufgedeckt worden war. Borealis setzte alle Verträge mit IREM und seinen Subunternehmern zunächst aus und kündigte sie dann wegen Nichteinhaltung grundlegender Vertragsgrundsätze. Die Arbeiten wurden im Oktober nach einer Neuausschreibung wieder aufgenommen. Die Inbetriebnahme der neuen PDH-Anlage wird für die zweite Hälfte des Jahres 2024 erwartet. Borealis toleriert keinerlei Verstöße in allen Aspekten seiner Geschäftstätigkeit und hat seitdem umfassendere Aufsichts- und Überwachungsmechanismen eingerichtet, um die zukünftige Konformität vollumfassend zu gewährleisten.

Innovation und neue Technologien

Die proprietäre ReOil®-Technologie der OMV für thermisches Cracken wurde entwickelt, um die Kreislaufwirtschaftsziele der Europäischen Kommission zu erreichen und zukünftige Verpackungsrecyclingquoten zu erfüllen. In der ReOil®-Anlage in der Raffinerie Schwechat mit einer Kapazität von 100 kg/h werden seit 2018 Kunststoffabfälle von Haushalten und aus der Industrie in einem Pyrolyseverfahren zu synthetischem Rohöl recycelt. Dieses synthetische Rohöl wird dann in der Raffinerie Schwechat hauptsächlich zu Monomeren und anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet. Die Pilotanlage war seit ihrer Inbetriebnahme insgesamt 18.000 Stunden in Betrieb, ermöglichte Verbesserungen des thermischen Aufspaltungsprozesses und leistete einen Beitrag zur weiteren Skalierung der ReOil®-Technologie. Die OMV und Borealis verfolgen das klare Ziel, im Bereich der chemischen und mechanischen Recyclingtechnologien eine führende Rolle zu spielen. Im November 2022 unterzeichnete die OMV eine Absichtserklärung mit Wood, einem weltweit führenden Anbieter von Beratungs- und Engineeringlösungen im Energie- und Materialmarkt, um eine für beide Seiten exklusive Kooperationsvereinbarung für die kommerzielle Lizenzierung der proprietären ReOil®-Technologie der OMV abzuschließen.

Für Borealis ist Innovation von grundlegender Bedeutung, um zur Kreislauffähigkeit von Polyolefinen beizutragen und das Leben nachhaltiger zu machen. Zudem verbessern Innovationen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe, sondern auch ihre Effizienz und Nachhaltigkeit und wirken sich somit direkt auf die Menschen, die Umwelt und den wirtschaftlichen Erfolg positiv aus. Borealis investiert in Forschung & Entwicklung und in neue Technologien, um die Wertschöpfung durch Innovation, insbesondere im Bereich der Kreislaufwirtschaft, voranzutreiben. Der Borealis Konzern beschäftigt rund 500 Mitarbeiter:innen im Bereich F&E. Dazu gehören Wissenschaftler:innen und Forschende in der Innovationszentrale in Linz (Österreich) und in den beiden Innovationszentren in Stenungsund und Porvoo. Bei Patentanmeldungen ist Borealis im Ranking der österreichischen Unternehmen nach wie vor führend. Im Jahr 2022 meldete Borealis 128 neue Prioritätspatente beim Europäischen Patentamt an. Damit wurde beinahe wieder der Rekord von von 133 Patentanmeldungen im Jahr 2021 erreicht. Mit Stand Jänner 2023 verfügt die Borealis Gruppe über rund 11.500 Einzelpatente oder Patentanmeldungen, die in rund 1.450 Patentfamilien zusammengefasst sind. Die wachsende Zahl der Patente unterstreicht das Engagement des Konzerns, Wert durch Innovation zu schaffen.

Die Fachmesse K 2022, die im Oktober in Deutschland stattfand, war die ideale Bühne, um die zahlreichen neuen Produkte und Materiallösungen vorzustellen, die durch Innovation und Zusammenarbeit entstanden. Im Mittelpunkt stand die Borstar® Nextension-Technologie – eine bahnbrechende Innovation für Hochleistungspolyolefine. Die einzigartige Kombination von Borstar®-Technologie und den firmeneigenen Borstar® Nextension-Katalysatoren verbessert die PP-Eigenschaften und ermöglicht ein breiteres Spektrum an maßgeschneiderten Polyolefinen. Borstar® Nextension erleichtert das Recycling, da bei Mehrschichtanwendungen mehrere unterschiedliche Materialien durch ein einziges ersetzt werden können, und unterstützt die Entwicklung recyclingorientierter Produkte. Die Single-Site-Katalysatoren für diese bahnbrechende Technologie werden in einer neu errichteten Produktionsanlage in Porvoo (Finnland) hergestellt. Im Oktober wurden außerdem zwei BorPure™-Materialien und ein Vliesstoff auf Basis der Borstar® Nextension-Technologie auf den Markt gebracht, die jeweils eine hervorragende Leistung kombiniert mit Kreislauffähigkeit und Materialeffizienz bieten.

Materialien aus dem Bornewables™-Portfolio hochwertiger, kreislauffähiger Polyolefine, die auf erneuerbaren Rohstoffen basieren, werden für die Entwicklung einer zunehmenden Zahl neuartiger Anwendungen eingesetzt, von denen viele durch Kooperationen in der Wertschöpfungskette entstehen. Der klimaneutrale Babyschnuller MAM Original Pure, ein Coffee-to-go-Becher der Tupperware-Produktlinie ECO+, eine von Borealis und Trexel gemeinsam entwickelte wiederverwendbare und vollständig recycelbare leichtgewichtige Kunststoffflasche sowie eine von Borealis und ITC gemeinsam entwickelte Reihe von starren Lebensmittelverpackungen, die auf Bornewables™ und Borcycle™ C basieren, sind nur einige der Produkte, die mit Materialien aus dem Bornewables™-Sortiment hergestellt werden und auf der K 2022 präsentiert wurden. Im Rohrsektor wurden in Zusammenarbeit mit Uponor die ersten PE-X-Rohre auf der Basis von Bornewables™-Materialien hergestellt, während die Kooperation mit NUPI zu PP-RCT-Rohren der nächsten Generation auf der Basis von Bornewables™ führte.

Zu den weiteren kreislauforientierten Highlights des Jahres 2022 gehören drei vollständig recycelbare PE-Monomaterial-Beutellösungen; leichte und ultraleichte Mehrwegbecher aus Borealis-Polypropylen (PP), die mithilfe der patentierten EcoCore-Schaumstofftechnologie von Bockatech hergestellt werden; eine Reihe flexibler Verpackungsformate mit 50% Post-Consumer-Rezyklat-Anteil; und der weltweit erste Schuh, der mit CO2-Emissionen hergestellt wurde – der Cloudprime der Sportmarke On, der aus einem leistungsstarken, leicht zu verarbeitenden Ethylen-Vinylacetat-Schaum von Borealis besteht. Im Juni wurde der erste Borcycle™ M-Ummantelungswerkstoff mit bis zu 50% Post-Consumer-Rezyklat-Anteil vorgestellt, wodurch die Kreislauforientierung auch im Draht- und Kabelsektor vorangetrieben wird. Und im Automobilsektor gab Borealis im Oktober bekannt, dass in Zusammenarbeit mit dem Systemlieferanten Magna die erste und bisher größte Vollthermoplast-Heckklappe für den neuen Volkswagen Multivan hergestellt wurde – ein Paradebeispiel für kundenorientierte Innovation, die leistungsstarke und gleichzeitig leichtgewichtigere Teile ermöglicht und gleichzeitig zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz von Fahrzeugen beiträgt.

Digitalisierung

Die Beschleunigung der Digitalisierung ist eine der Triebfedern für die Transformation im Geschäftsbereich Chemicals & Materials. Sie steigert die Produktivität der Gruppe, verbessert das Kundenerlebnis und unterstützt auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen. Vor allem digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen gewinnen für den erfolgreichen Weg der Gruppe in Richtung Klimaneutralität zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund beschloss Borealis im Jahr 2017, ein Digitalisierungsprogramm einzuführen und eine hochmoderne IT- und Digitalorganisation zu schaffen, was 2018 zur Gründung des Borealis Digital Studio in Brüssel (Belgien) führte. Das Digital Studio dient Borealis als flexible Kreativplattform, auf der intelligente Lösungen für Kunden und Mitarbeiter:innen entwickelt werden. Im Digital Studio arbeitet ein gemischtes, interdisziplinäres Team von Digitalisierungsexpert:innen aus den Fachbereichen Design, Usability, Business-Analytik, Softwareentwicklung und Technik zusammen. Aufgabe ist es, die Geschäftssegmente der Gruppe bei der Anpassung an ein sich schnell veränderndes Umfeld zu unterstützen und Borealis nachhaltig profitabel zu halten, indem digitale Innovationen entwickelt werden, die positive Auswirkungen für die Mitarbeiter:innen, die Geschäftstätigkeit der Gruppe sowie für die Umwelt haben. Bei der Entwicklung digitaler Lösungen ist der Mehrwert entscheidend, und die Endnutzer:innen stehen immer im Mittelpunkt des Prozesses, da die Lösungen unter Einsatz agiler Methoden mit ihnen und für sie entwickelt werden. Gemeinsam mit der IT-Organisation von Borealis erforscht das Digital Studio Innovationsmöglichkeiten für die verschiedenen Geschäftsfunktionen.# Digitale Lösungen und Innovationen

Eine innovative, spielebasierte, interaktive Lernlösung hilft Mitarbeiter:innen und Vertragsunternehmen, die Regeln für Sicherheit am Arbeitsplatz und Anlagensicherheit spielerisch und praxisnah einzuüben, sodass sie die Theorie in der Praxis anwenden können, ohne die Produktion aufzuhalten oder Unfälle zu riskieren. Das Training kombiniert eine in 3D-modellierte Betriebsumgebung, eine fesselnde Geschichte und motivierende Gamification-Elemente zur Simulation von Sicherheitsszenarien. Diese Art der Wissensvermittlung ist weitaus schneller und effektiver als herkömmliche Schulungsmethoden. Darüber hinaus beschäftigt sich Borealis mit Virtual-Reality-Technologie, um etablierte Schulungsmethoden zu ergänzen und die Gruppe auf ihrem Weg zum „Goal Zero“ zu unterstützen.

Zur Qualitätsverbesserung setzt Borealis Modelle ein, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Eine Lösung, die mithilfe von Bilderkennung Verunreinigungen identifiziert, wurde auf mehrere Standorte der Gruppe ausgerollt. Sie gibt den Kunden die Gewissheit, dass sie ein sehr sauberes Polymermaterial erhalten, was besonders für Hochspannungsisolierungen im Energiebereich von Relevanz ist. Darüber hinaus setzen die Kunststoffrecyclingunternehmen von Borealis KI ein, um ihre Eingangsqualität und Sortierung zu verbessern, was wiederum die Gruppe dabei unterstützt, die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.

MyBorealis, das Onlineportal für Polyolefinkunden, unterstützt den Kundendienst und das Vertriebsmanagement beim täglichen Kundenkontakt. Kunden profitieren von einer einfachen Auftragsverwaltung sowie einer vollständigen Dokumentation von Aufträgen, Produkten und Reklamationen. Die Anwendung steht rund um die Uhr zur Verfügung und bietet sofortigen Zugriff auf aktuelle Informationen, wobei die Bestellvorgänge vollständig in die Lieferkette und die IT-Prozesse integriert sind. Das globale Portal steht in acht Sprachen zur Verfügung und kann so von Unternehmen in Europa sowie Nord- und Südamerika genutzt werden. Nach 18% zu Jahresbeginn wurden Ende 2022 bereits 20% des Auftragsvolumens über das Portal abgewickelt.

Borealis hat eine Lösung zur Erfassung und Verfolgung des Zustands der Anlagen in seinen Werken entwickelt. Das integrierte digitale Tool ermöglicht den Zugriff auf und die Eingabe von Echtzeitdaten vor Ort mithilfe von ATEX-konformen Tablets, die die Anforderungen der beiden europäischen Richtlinien zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen erfüllen. Darüber hinaus wurde ein Modell zur Vorhersage von Ausfällen unter Verwendung der cloudbasierten Daten- und Analyseplattform von Borealis für rotierende Maschinen eingeführt. Das Modell ermöglicht eine Live-Erkennung von Anomalien und wird künftig für andere Anlagentypen adaptiert, was zu einer höheren Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen der Gruppe beiträgt.

Von den weiteren Initiativen zur Erhöhung der Zuverlässigkeit erwähnt seien die Einführung autonomer Roboter mit Sensoren zur Überwachung von Datenpunkten aus Maschinen, der Einsatz von Datenbrillen, die qualifizierten Fachkräften Wartungsdiagnosen vor Ort ermöglichen, sowie der Aufbau einer konzernweiten Datenplattform mit 3D-Scans kritischer Ersatzteile. Zur besseren Unterstützung der komplexen Aktivitäten bei Generalüberholungen von Anlagen von Borealis wurden ein Managementtool für Turnarounds und Projekte, das die Planung von und die Fortschrittsberichterstattung zu Arbeitsaufträgen vollständig integriert, sowie das Go4Zero-Tool eingeführt, das Safety-Follow-ups für Mitarbeiter:innen und Vertragsunternehmen unterstützt.

Auf der K 2022 präsentierte Borealis Neoni, ein neues Tool zur Berechnung von Emissionen in CO2Äquivalent, das sich derzeit in Entwicklung befindet. Dieses digitale Werkzeug ist das erste in der Branche, das CO2e-Emissionsdaten für Polyolefine bis hin zur spezifischen Produktebene liefert. Es bietet den Kunden von Borealis mehr Transparenz und eine Grundlage für fundierte Entscheidungen darüber, mit welchen Materialien sie ihre eigenen Kreislaufwirtschaftsziele am besten erreichen können. Neoni bietet einen partiellen, produktbezogenen CO2-Fußabdruck auf der Grundlage von Ökobilanzen, die auf den von der Herstellung bis zur Auslieferung entstehenden CO2e-Emissionen basieren (Cradle-to-Gate) an. Das bedeutet, dass zur Berechnung alle CO2e-Emissionen berücksichtigt werden, die bis zu jenem Zeitpunkt anfallen, zu dem das Produkt die Anlage von Borealis verlässt. Schon bald wird Neoni den Kund:innen die Möglichkeit bieten, jene CO2e-Emissionen zu berechnen, die auf dem Weg von Borealis zu ihrem eigenen Betrieb anfallen, was den praktischen Nutzen des Tools weiter erhöht. Neoni ist in der Lage, CO2e-Emissionen für eine breite Palette von Materialien darzustellen: von auf fossilen Rohstoffen basierender Polyolefin-Neuware bis hin zu auf erneuerbaren Rohstoffen basierenden Produkten aus dem Bornewables™-Portfolio kreislauforientierter Polyolefine, aber auch von Produkten aus dem Borcycle™-Portfolio mechanisch recycelter Polyolefine. Die Ergebnisse der jeweiligen Berechnungen werden über MyBorealis, die Onlineplattform für Borealis Kunden, zugänglich gemacht.

Refining & Marketing

Der OMV Geschäftsbereich Refining & Marketing raffiniert und vermarktet Kraftstoffe und Erdgas. R&M betreibt drei Binnenraffinerien in Europa, hält eine starke Marktposition in den Gebieten, in denen sich diese Raffinerien befinden, und bedient ein starkes Marken-Retail-Netz sowie gewerbliche Kund:innen. Im Mittleren Osten hält R&M einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading.

Auf einen Blick

2022 2021
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten¹ in EUR Mio 2.415 945 155%
davon ADNOC Refining & Trading in EUR Mio 350 –11 n.m.
davon Gas & Power Osteuropa in EUR Mio 605 188 n.m.
Sondereffekte in EUR Mio 774 –924 n.m.
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)¹ in EUR Mio 202 430 –53%
Operatives Ergebnis in EUR Mio 3.392 451 n.m.
Investitionen² in EUR Mio 821 633 30%
OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa basierend auf Brent³´⁴ in USD/bbl 14,71 3,66 n.m.
Raffinerie-Auslastungsgrad Europa 73% 88% –15
Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa in Mio t 15,51 16,34 –5%
davon Retail-Verkaufsmengen in Mio t 6,16 6,40 –4%

Hinweis: Ab 2022 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.

¹ Bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte; weitere Informationen dazu in Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung – des Konzernabschlusses
² Investitionen beinhalten Akquisitionen.
³ Ab Q2/22 berücksichtigt die Raffinerie-Referenzmarge die Änderung des Rohöl-Referenzpreises von Urals auf Brent bei der OMV Petrom. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 auf der Grundlage der neuen Berechnungslogik angegeben.
⁴ Die tatsächlich von der OMV realisierten Raffineriemargen können aufgrund von Faktoren wie einer anderen Rohölzusammensetzung, Produktausbeute und anderen Betriebsbedingungen von der OMV Raffinerie-Referenzmarge abweichen.

Finanzielle Performance

Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg stark auf EUR 2.415 Mio an (2021: EUR 945 Mio). Außergewöhnliche Raffinerie-Referenzmargen, ein signifikant verbessertes Ergebnis von Gas & Power Osteuropa sowie ein beachtliches Ergebnis von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading konnten die negativen Produktionseffekte aufgrund der Generalüberholung und des Zwischenfalls in der Raffinerie Schwechat, die erhöhten Kosten aufgrund von Generalüberholungen sowie ein geringeres Retail-Ergebnis mehr als ausgleichen.

Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa stieg signifikant auf USD 14,7/bbl an (2021: USD 3,7/bbl). Höhere Margen für Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff wurden nur teilweise durch steigende Einsatz- und Verarbeitungsverluste aufgrund des weiteren Anstiegs des Brent-Preises sowie durch geringere Schweröl-Margen kompensiert.

Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien ging im Jahr 2022 um 15 Prozentpunkte auf 73% zurück (2021: 88%), was hauptsächlich durch die Generalüberholung und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat sowie die Generalüberholung in der Raffinerie Burghausen im zweiten und dritten Quartal 2022 bedingt war. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa sanken leicht um 5% auf 15,5 Mio t, vor allem aufgrund der geringeren Produktverfügbarkeit in Schwechat und des fehlenden Beitrags aus dem veräußerten deutschen Tankstellengeschäft. Gestiegene Flugzeugtreibstoff-Verkaufsmengen konnten dies zum Teil kompensieren.

Das Ergebnis des Commercial-Geschäfts war infolge der Preisobergrenzenregelungen in mehreren Ländern, insbesondere in Ungarn und Slowenien, leicht rückläufig. Dies wurde teilweise durch die gestiegene Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff aufgrund der Lockerung der Reisebeschränkungen ausgeglichen.

Der Ergebnisbeitrag aus dem Retail Geschäft ging deutlich zurück, hauptsächlich infolge des fehlenden Beitrags aus dem im Mai 2022 veräußerten deutschen Tankstellengeschäft, aufgrund höherer Betriebskosten, geringerer Kraftstoffmargen infolge von Preisobergrenzen in mehreren Ländern sowie wegen der inflationsbedingt höheren Fixkosten. Dies wurde teilweise durch ein besseres Ergebnis im Non-Fuel-Geschäft und durch kostensenkende Effizienzmaßnahmen kompensiert.

Der Beitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2022 erheblich auf EUR 350 Mio an (2021: EUR –11 Mio), hauptsächlich aufgrund höherer Raffineriemargen und einer soliden operativen Leistung bei ADNOC Refining. Zusätzlich konnte ADNOC Global Trading verglichen mit der Vorjahresperiode das Ergebnis stark unterstützen.# Gas & Power Osteuropa

Gas & Power Osteuropa trug EUR 605 Mio zum Ergebnis bei und konnte damit seinen Beitrag mehr als verdreifachen (2021: EUR 188 Mio). Zu den Gründen dafür zählen die positiven Auswirkungen steigender Gasverkaufspreise und höherer Margen bei Gastransaktionen außerhalb Rumäniens sowie ein besseres Stromergebnis aufgrund verbesserter Margen infolge von gestiegenen Stromverkaufspreisen. Dem wirkte entgegen, dass der Geschäftsbereich Gas & Power der OMV Petrom wesentlich von Regulierungen betroffen war, welche Preisbeschränkungen und Überbesteuerung für das Gas- und Stromgeschäft beinhalten.

Refining & Marketing

Operatives Ergebnis

Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR 774 Mio (2021: EUR –924 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch den Verkauf der deutschen Tankstellen im Mai 2022 sowie durch Rohstoffderivate. Im Jahr 2021 enthielten die Netto-Sondereffekte Wertberichtigungen im Zusammenhang mit ADNOC Refining in Höhe von EUR –669 Mio. Als Folge eines Anstiegs der Rohölpreise wurden 2022 CCS Effekte von EUR 202 Mio erfasst. Folglich stieg das Operative Ergebnis im Bereich Refining & Marketing signifikant auf EUR 3.392 Mio an (2021: EUR 451 Mio).

Investitionen

Die Investitionen in Refining & Marketing beliefen sich auf EUR 821 Mio (2021: EUR 633 Mio). Organische Investitionen im Jahr 2022 betrafen im Wesentlichen die europäischen Raffinerien und das Tankstellengeschäft. Der Anstieg der Investitionen im Jahr 2022 ist vor allem auf Generalüberholungen, die Reparaturarbeiten in der Raffinerie Schwechat sowie auf Investitionen in die Co-Processing-Anlage in Schwechat zurückzuführen.

Geschäftsüberblick

Der Geschäftsbereich Refining & Marketing raffiniert Rohöl und andere Rohstoffe und vermarktet Kraftstoffe sowie Erdgas und Strom. Die Aktivitäten umfassen die Bereiche Refining, Supply & Trading, Commercial, Retail sowie Gas & Power Osteuropa. Die OMV verfügt über eine Raffineriekapazität von insgesamt rund 500 kbbl/d, mit drei eigenen Raffinerien in Europa und einer 15%igen Beteiligung an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading. In Europa sind die Raffinerieaktivitäten in hohem Maße in den Bereich Marketing integriert, um ein starkes Marken-Retail-Netz und eine breite Basis von gewerblichen Kund:innen zu bedienen.

Kraftstoffe und andere Verkaufsmengen in Europa beliefen sich im Jahr 2022 auf 15,51 Mio t. Für rund 40% des Verkaufsvolumens ist das starke Marken-Retail-Netz mit 1.803 Tankstellen verantwortlich, während das restliche vermarktete Volumen auf gewerbliche Kunden entfällt, die hauptsächlich aus dem Transportsektor und der Baubranche kommen.

Im Segment Gas & Power Osteuropa betreibt die OMV Petrom ein Gaskraftwerk in Rumänien und ist im Verkauf von Gas und Strom tätig.

Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf

Während des gesamten Jahres 2022 waren die Raffineriemargen außergewöhnlich stark. Ab dem Ende des ersten Quartals, als sich die Verknappung bei den Mitteldestillaten deutlich bemerkbar machte, setzte ein regelrechter Boom bei den Benchmark-Raffineriemargen ein. Die russische Invasion in die Ukraine, auf die eine Reihe von „Selbstsanktionen“ westlicher Unternehmen im Handel mit russischem Öl folgte, trug erheblich zu diesem angespannten Bild bei. Die wiederauflebende Nachfrage in der ersten Jahreshälfte machte auch die stark eingeschränkte Fähigkeit des globalen Raffineriesystems, zusätzliche Mengen an Destillaten zu liefern, deutlich. Diese Knappheit bei den Destillaten erwies sich über das Jahr hinweg als treibende Kraft für das Raffineriegeschäft.

Als die etablierte Rolle Russlands als Hauptlieferant von Öldestillaten für den europäischen Markt massiv eingeschränkt wurde, stiegen Öldestillate in Europa im Wert sprunghaft an. Dieser Höchststand hielt das gesamte zweite Quartal hinweg an. So erzielte Diesel mit extrem niedrigem Schwefelgehalt in Rotterdam im Quartalsdurchschnitt einen Aufschlag von knapp USD 50/bbl auf Dated Brent. Auch die Kerosinpreise bewegten sich auf ähnlich hohem Niveau. Wie sehr das Raffineriesystem damit zu kämpfen hatte, die Nachfrage zu befriedigen, zeigte sich auch am Tempo, mit dem Lagerbestände an den wichtigen Hubs in der ersten Jahreshälfte abgebaut wurden.

Ein erhebliches Maß der verknappten Produktionskapazitäten bei wichtigen Raffinerieprodukten ist zum Teil auf eine ganze Reihe von Kapazitätsverlusten seit dem Nachfragehoch im Jahr 2019 zurückzuführen. Gegen Ende des zweiten Quartals war der Höhepunkt für die Benchmark-Margen erreicht, da das Raffinerieangebot im weiteren Jahresverlauf die Nachfrage zunehmend einholte. Als das Produktangebot als Reaktion auf den beispiellosen Anstieg der Nachfrage nach Mitteldestillaten und Benzin im zweiten Quartal zunahm, gerieten Naphtha und schwere Produkte immer stärker unter Druck.

In Europa verloren die Preise für Naphtha gegenüber Brent in der ersten Jahreshälfte 2022 zusehends an Boden: Im Juni lag der durchschnittliche Abschlag bei mehr als USD 35/bbl gegenüber Dated Brent, und erst in der zweiten Jahreshälfte kam es zu einer moderaten Erholung. Die Nachfrage nach Naphtha blieb schwach, da die Petrochemiemargen weiterhin unter erheblichem Druck standen. Auch bei den Heizölmargen war keine nennenswerte Erholung von den Rückgängen in der ersten Jahreshälfte zu verzeichnen. In Rotterdam notiertes Heizöl mit hohem Schwefelgehalt erholte sich von den Tiefstständen zur Jahresmitte, als es mit einem Abschlag von mehr als USD 40/bbl gegenüber Dated Brent gehandelt wurde, blieb jedoch weiter stark unterbewertet.

Die extremen Diskrepanzen bei den Produktmargen im Jahr 2022 sind auf die erzwungene Neuordnung der interregionalen Rohöl- und Produktströme zurückzuführen, seitdem Russland als wichtiger Lieferant von beiden aus vielen Importmärkten ausgeschlossen wurde. Gleichzeitig mussten die Bruttomargen – insbesondere in Europa und bis zu einem gewissen Grad auch in Asien – die wesentlich höheren Kosten der Raffinerieproduktion (für Energie und Einsatzstoffe) im Jahr 2022 widerspiegeln, was eine logische Folge der den geopolitischen Umwälzungen geschuldeten Veränderungen auf dem europäischen Erdgasmarkt ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Diesel-Grenzkosten für die Versorgung des Marktes 2022 deutlich höher waren als 2021.

Die europäischen Raffinerien der OMV erreichten im Jahr 2022 eine Auslastung von 73%. Maßgeblichen Einfluss hatten dabei die planmäßigen Generalüberholungen in den Raffinerien Schwechat und Burghausen sowie der Zwischenfall in der Rohöldestillationsanlage in Schwechat. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Wasserdruckprüfung im Rahmen der Abschlussarbeiten der Generalüberholung der OMV Raffinerie Schwechat kam es am 3. Juni durch einen mechanischen Zwischenfall zu einem erheblichen Schaden an der Rohöldestillationsanlage. Nachdem die Reparaturarbeiten in Rekordzeit und ohne einen einzigen Zwischenfall abgeschlossen waren, nahm die Rohöldestillationsanlage am 7. Oktober 2022 wieder ihren vollen Betrieb auf.

Commercial

Trotz des herausfordernden Umfelds, das durch die instabile geopolitische Lage und den Zwischenfall in der Raffinerie Schwechat bedingt war, übertraf das Commercial-Geschäft in vielen Bereichen die Erwartungen. Das Operative Ergebnis wurde vor allem durch ein gut umgesetztes Preismanagement erzielt, und das selbst bei geringeren verfügbaren Mengen. Um den Marktentwicklungen und dem Marktausblick Rechnung zu tragen, wird das Angebot der OMV an Produkten und Dienstleistungen im Commercial-Bereich unter anderem durch die Markteinführung einiger neuer, nachhaltigerer Produkte erweitert.

Nachhaltiger Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel; SAF) beispielsweise trägt durch die Mitverarbeitung von regionalem Altspeiseöl zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 80% bei. Ausgehend von einer Produktion von rund 2 kt SAF im Jahr 2022 plant die OMV, die Produktion auszuweiten und bis 2030 700 kt pro Jahr zu vermarkten. Was den Verkauf betrifft, so beliefert die OMV bereits Austrian Airlines am Flughafen Wien mit SAF. Darüber hinaus wurden im Jahr 2022 Absichtserklärungen mit Lufthansa, Ryanair und Wizz Air über die Lieferung von bis zu 1.145 kt SAF im Zeitraum 2023–2030 unterzeichnet.

ADNOC Refining & Trading

Neben den Hauptanteilseignerinnen ADNOC (65%) und Eni (20%) ist die OMV seit dem Erwerb von 15% der Anteile an ADNOC Refining Ende Juli 2019 eine strategische Partnerin des Unternehmens. Im Jahr 2022 betrieb ADNOC Refining ihre Hauptraffinerie in Ruwais, bei der es sich um den weltweit viertgrößten Raffineriekomplex mit integrierter Petrochemieproduktion handelt. Im Vergleich zu 2021 profitierte die Geschäftsentwicklung von ADNOC Refining im Jahr 2022 von einem günstigeren Margenumfeld und einer besseren operativen Leistung.

ADNOC Global Trading (AGT) hat die gleiche Eigentümerstruktur wie ADNOC Refining. AGT handelt den Großteil des Exportvolumens der Produkte von ADNOC Refining und beschafft ausländische Rohöle, Kondensate und andere Flüssigprodukte für die Verarbeitung in der Raffinerie. Mit AGT weitet der Bereich Refining & Marketing sein erfolgreiches Geschäftsmodell auf wichtige geografische Regionen und strategische Partner:innen aus. Durch kontinuierliche Optimierung der Handelsströme hat ADNOC Refining Zugang zu wettbewerbsfähigen Rohstoffquellen außerhalb der eigenen Quellen und kann Best Practices wie Risikomanagement implementieren. Im Jahr 2022 zeigte AGT eine starke Performance, indem sie ihre Geschäftsziele weiter verfolgte und ihr Drittkundengeschäft erheblich ausbaute.# Nominal Capacity of Refineries 2022

In kbbl/d

Location 2022
Schwechat (Austria) 204
Burghausen (Germany) 79
Petrobrazi (Romania) 86
ADNOC Refining (United Arab Emirates)¹ 138
Total 507

¹ Corresponds to OMV's 15% stake in ADNOC Refining

Retail

Despite a challenging environment shaped by the war in Ukraine and supply bottlenecks – particularly due to an incident in the crude distillation unit at the Schwechat refinery – the Retail business achieved a remarkable result in 2022 and once again proved to be a stable sales channel for refinery products and a strong cash generator. Total sales volume recovered partially to 6.1 million tonnes, corresponding to approximately 7.6 billion litres, primarily thanks to a growing card business. At the end of the year, the network comprised 1,803 filling stations (2021: 2,088). OMV particularly benefited from its proven multi-brand strategy in this difficult pricing environment. The OMV brand is positioned as a premium brand and, together with VIVA, stands for a strong offering in shops, gastronomy, and services, while the Avanti automated filling station brand in Austria and the Petrom brand in Romania serve price-sensitive customer groups. Sales of OMV's premium fuel brand MaxxMotion were under pressure due to the overall increase in consumer prices, but nevertheless contributed to the overall retail result as a high-margin product. The non-fuel business – including VIVA shops and car washes – continued to grow and performed even better than in 2021. In Austria and Slovakia, a new store partnership with REWE showed initial success. In several countries, the customer loyalty programme was successfully further developed through the use of state-of-the-art digital solutions. The OMV network collaborates with third-party companies to offer electric vehicle charging stations at more than 150 locations, and installed the first OMV-owned and operated charging stations in Austria. Further investments in its own electric vehicle charging infrastructure are intended to make this one of the strategic pillars of the retail business. Approximately 380 locations are equipped with photovoltaic systems, underscoring OMV's focus on sustainability and resilience. In line with a clear strategy for active portfolio management, OMV decided to divest certain parts of its retail network. The sale of the OMV network in Germany (285 filling stations) to EG Group was completed in April 2022. The announced sale of OMV Slovenia (118 filling stations) to MOL Group is subject to merger control approval by the EU authorities. Furthermore, a contract for the divestment of Avanti Germany, including the sale of 17 automated filling stations, to PKN Orlen was signed in December 2022.

Gas & Power Eastern Europe

In 2022, the European gas market was characterised by record-high gas prices and a high degree of volatility. This situation is expected to continue. In Romania, both the gas and electricity markets faced unprecedented volatility and unpredictability, resulting in high prices and a decline in demand. A series of regulatory interventions and market restrictions led to significant impairments in business operations and results, which will also be the case in the future. In Romania, OMV Petrom once again achieved a record operating result in the gas and power business. This reflects the excellent business development based on the profitable optimisation of the product, market, and customer portfolio. Sales volumes of natural gas to third parties in 2022 amounted to 35.8 TWh compared to 38.4 TWh in 2021, which is a strong performance given the market environment. As market demand declined significantly overall, OMV Petrom's gas volumes covered an increasing share of total consumption. OMV Petrom succeeded in sourcing large volumes of gas from third parties, thereby successfully covering its sales channels. Furthermore, the gas and power business was expanded to neighbouring markets, creating a solid foundation for further expansion of our regional presence. Gas transactions outside Romania, the diversification of the supply portfolio with LNG, and the expanded customer portfolio (including small businesses and even private customers) were successfully managed and improved the results. OMV Petrom's net electricity generation increased to 5.01 TWh, a 5% increase compared to 2021, setting a new production record since entering the power business. The Brazi power plant covered around 9% of the Romanian electricity generation mix, making a record contribution to the security of the national power grid. The Brazi power plant celebrated its tenth anniversary in August 2022 and has generated over 34 TWh of electricity since its commissioning. Looking ahead, the Brazi power plant will remain a key pillar of the Romanian power market, as natural gas is a good fit for renewable energies.

Nord Stream 2

OMV, along with four other European companies, is a financial investor in the Nord Stream 2 pipeline project. In 2022, OMV decided to write off its entire loan to Nord Stream 2, including accrued interest (approximately EUR 1 billion). Further details can be found in Note 2 – Accounting Principles, Estimates and Judgements, section "Impact of Russia's attack on Ukraine and related significant estimates and assumptions".

Innovation and New Technologies

OMV is actively exploring alternative feedstocks, technologies, and fuels to develop a well-diversified and competitive portfolio for the future. Additional focus is placed on the production of conventional and advanced biofuels, synthetic fuels, and green hydrogen as future feedstocks for sustainable chemical products. OMV is in the execution phase of the co-processing project at the Schwechat refinery. This technology enables OMV to process bio-based feedstocks (e.g., local rapeseed oil) together with substances of fossil origin in an existing refinery hydrotreating unit during fuel production. By substituting fossil diesel, OMV's carbon footprint will be reduced by up to 360,000 tonnes. Operations are planned to commence in 2023. In 2022, OMV launched the pilot production of sustainable aviation fuel (SAF) using a different co-processing method in Schwechat and completed the first production runs for the conversion of bio-based feedstock to ethylene at the Burghausen refinery. OMV secured a long-term supply agreement with AustroCel Hallein, according to which OMV will be supplied with up to 1.5 million litres of advanced bioethanol per month from January 2021. This will achieve an emission reduction of approximately 45,000 tonnes of CO2 per year. OMV is examining the potential production of advanced fuels from residual or waste streams. Unlike conventional biofuels, there are no volume restrictions on the use of advanced fuels. The main sources for advanced fuels are biomass fractions from mixed municipal and industrial waste, straw, animal waste or residues from forestry and the wood processing industry, as well as waste streams. OMV is currently constructing a pilot plant for the conversion of advanced glycerol to propanol. Commissioning of the plant is scheduled for the second half of 2023. To evaluate the production of advanced biofuels and chemicals, OMV collaborates with technology companies, industry partners, and research institutions. While the bio- and synthetic products mentioned above will initially be sold primarily as fuels due to the regulated market, they can also be used as chemical feedstocks. With the UpHy project, OMV and its partner companies aim to produce green hydrogen for use in the mobility sector and the refining process. To this end, OMV is building an electrolysis plant at the Schwechat refinery powered by renewable electricity, which will produce CO2-free hydrogen. Initially, the plan is to use the green hydrogen for the hydrogenation of fuels, including biofuels and sustainable aviation fuels. OMV, together with partners such as BASF and thyssenkrupp Uhde, has launched the Methanol-to-SAF (M2SAF) project consortium. The goal of the M2SAF project is to develop a novel process technology that enables the selective production of SAF, which can be used up to 100% as a drop-in fuel. This production process is intended to cause minimal additional CO2 emissions and offer a high degree of integrability into existing production facilities. The starting point of the process is sustainably produced methanol from CO2 and green hydrogen. As part of the overall renewable fuels concept, the M2SAF development project is being funded with a total of EUR 3.1 million by the German Federal Ministry for Digital and Transport (BMDV). In addition to catalyst development, process development, plant integration, and the design of a demo plant, the project also includes technical-economic and ecological analyses, as well as accompanying support for certification and analysis of the new aviation fuels.# Digitalisierung

Die Digitalisierung ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Optimierung unserer Wertschöpfung und betrieblichen Effizienz. Die 2022 gesetzten Aktivitäten werden über die nächsten vier Jahre einen Nutzen bringen, der sich mit EUR 26 Mio beziffern lässt. Hier einige Highlights des Jahres 2022:

Ein digitalisierter prädiktiver Reinigungsplan für die Wärmetauscher in unseren Rohöldestillationsanlagen in Österreich und Rumänien führte sowohl zu einer besseren Energieeffizienz als auch zu einem höheren Durchsatz. Diese datengesteuerten Optimierungen brachten Kosteneinsparungen von EUR 1,7 Mio pro Jahr und leisteten durch die Vermeidung von ungefähr 37.000 t CO2 pro Jahr einen Beitrag zu unseren Nachhaltigkeitszielen.

Auf unserer neuen digitalen Customer Engagement Platform wurde im Jahr 2022 unser Kundenportal eingerichtet, das Kund:innen die Vorteile einer modernen Kollaborationsplattform mit Funktionen wie Sofortinformationen über getätigte Bestellungen oder Überprüfung verfügbarer Kreditlinien bietet.

Ein digitaler Meilenstein für unser Retail-Geschäft war die Einführung der OMV MyStation App, die 2022 in fünf Ländern live ging. Die mobile App hatte bis Ende 2022 bereits rund 402.000 Nutzer:innen und bietet neben anderen Funktionen das OMV Treueprogramm in digitalisierter Form. Um das Kundenerlebnis weiter zu verbessern, sollen künftig auch Optionen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Kundenservice in den Funktionsumfang der App aufgenommen werden. Das durch die App aufgewertete Treueprogramm trug zu einer Steigerung des Anteils unserer Premiumkraftstoffe bei, der bei Mitgliedern des Treue-Clubs doppelt so hoch ist wie bei Nichtmitgliedern (34% Anteil Premiumkraftstoffe bei Mitgliedern).

In den letzten zwei Jahren wurden mit robotergestützter Prozessautomatisierung (RPA) 107 Routineprozesse automatisiert, was im Jahresvergleich Einsparungen von über EUR 2,8 Mio ermöglichte.

Exploration & Production

Im Geschäftssegment Exploration & Production steigerte die OMV die Wertschöpfung und Cash-Generierung aus dem Portfolio der Öl- und Gas-Assets und baute ein eigenes Low-Carbon-Geschäft auf, um die laufende Energiewende und die Transformation des OMV Konzerns zu unterstützen.

Auf einen Blick

2022 2021 Δ
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten in EUR Mio 7.396 2.892 156%
davon Gas Marketing Westeuropa in EUR Mio –300 55 n.m.
Sondereffekte in EUR Mio –460 18 n.m.
Operatives Ergebnis in EUR Mio 6.936 2.910 138%
Investitionen¹ in EUR Mio 1.443 1.194 21%
Explorationsausgaben in EUR Mio 202 210 –4%
Explorationsaufwendungen in EUR Mio 250 281 –11%
Produktionskosten in USD/boe 8,20 6,67 23%
Gesamtproduktion in kboe/d 392 486 –19%
Gesamtverkaufsmenge in kboe/d 379 462 –18%
Sichere Reserven per 31. Dezember in Mio boe 1.037 1.295 –20%
Durchschnittlicher Brent-Preis in USD/bbl 101,32 70,91 43%
Durchschnittlich realisierter Rohölpreis²,³ in USD/bbl 95,04 65,60 45%
Durchschnittlich realisierter Gaspreis²,⁴ in EUR/MWh 53,78 16,49 n.m.

Hinweis: Ab 2022 wurde das Gasgeschäft aufgeteilt in Gas Marketing Westeuropa, das unter Exploration & Production ausgewiesen wird, und Gas & Power Osteuropa, das unter Refining & Marketing ausgewiesen wird. Zuvor war das Gasgeschäft vollständig in Refining & Marketing enthalten. Ausschließlich zu Vergleichszwecken werden die Zahlen für 2021 in der neuen Struktur dargestellt.
1 Investitionen beinhalten Akquisitionen.
2 Die durchschnittlich realisierten Preise beinhalten Hedging-Effekte.
3 Ab Q2/22 basiert der Transferpreis der OMV Petrom zwischen dem E&P-Segment und dem R&M-Segment auf Brent statt auf Urals. Bisherige Werte wurden nicht angepasst.
4 Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter Verwendung eines einheitlichen Brennwerts von 10,8 MWh pro 1.000 Kubikmeter Erdgas über das ganze Portfolio in MWh umgerechnet.

Finanzielle Performance

Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2022 signifikant von EUR 2.892 Mio auf EUR 7.396 Mio an. Außergewöhnlich positive Markteffekte in Höhe von EUR 5.280 Mio als Folge der wesentlich höheren Öl- und Gaspreise wurden teilweise durch negative operative Effekte im Ausmaß von EUR –679 Mio verringert. Diese sind eine Konsequenz des fehlenden Beitrags der Aktivitäten in Russland, was in der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten begründet ist, sowie des wesentlich geringeren Ergebnisses von Gas Marketing Westeuropa. Darüber hinaus ging die Förderung in Rumänien, Malaysia und Libyen zurück, während sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einer Rücknahme der OPEC+-Förderbeschränkungen anstieg. Die Verkaufsmengen verringerten sich im Vergleich zur Förderrate weniger stark, was auf den Zeitplan der Liftings zurückzuführen ist. Abschreibungen reduzierten das Ergebnis um EUR –‑97 Mio, hauptsächlich aufgrund von höheren Förderraten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Norwegen. Gas Marketing Westeuropa verringerte das Ergebnis im Wesentlichen aufgrund von Verlusten, die durch die Kürzungen und Volatilität bei den russischen Lieferungen, Forderungsabschreibungen und Wertanpassungen begründet sind. Eine Änderung der Berichterstattungs-Logik für Flüssiggasaktivitäten hatte einen teilweise positiven kompensierenden Effekt.

Die 2022 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR –460 Mio (2021: EUR 18 Mio), hauptsächlich aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der Aktivitäten in Russland und der Fair-Value-Anpassung der vertraglichen Position bezüglich der Reserven-Neufeststellung beim Erdgasfeld Juschno-Russkoje. Bewertungseffekte von Rohstoffderivaten bei Gas Marketing Westeuropa und temporäre Effekte aus Absicherungsgeschäften konnten einen Teil dessen ausgleichen. Die Auflösung einer Rückstellung für das Flüssiggasgeschäft hatte ebenfalls eine positive Auswirkung.

Das Operative Ergebnis erreichte EUR 6.936 Mio (2021: EUR 2.910 Mio). Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen im Jahr 2022 auf USD 8,2/boe (2021: USD 6,7/boe), hauptsächlich aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022 und der allgemeinen Preissteigerung. Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen fiel um 95 kboe/d auf 392 kboe/d, vor allem aufgrund der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten ab dem 1. März 2022. Ein natürlicher Förderrückgang in Rumänien, planmäßige Wartungsarbeiten in Malaysia und höhere Gewalt in Libyen, die durch politisch motivierte Schließungen ausgelöst wurde, waren die wichtigsten zusätzlichen negativen Faktoren. Die Produktion stieg in den Vereinigten Arabischen Emiraten dank der Zurücknahme von OPEC+-Förderbeschränkungen. Die Gesamtverkaufsmenge fiel auf 379 kboe/d (2021: 462 kboe/d) und damit in einem geringeren Ausmaß als die Produktionsmenge. Die Abweichung zwischen produzierter und verkaufter Menge lässt sich mit der Terminplanung für die Liftings erklären.

Der durchschnittliche Brent-Preis erreichte 2022 USD 101,3/bbl, was einen substanziellen Anstieg um 43% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Unterstützt durch eine Änderung der Transferpreisberechnung für die rumänische Rohölproduktion verbesserte sich der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns um 45%. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR/MWh stieg um mehr als das Dreifache auf EUR 53,80/MWh.

Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden 2022 auf EUR 1.443 Mio gesteigert (2021: EUR 1.194 Mio), was eine Erholung von dem durch Sparmaßnahmen beeinträchtigten Niveau des Vorjahres bedeutet. Organische Investitionen wurden 2022 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Neuseeland und Norwegen getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Malaysia, Rumänien und Norwegen bezogen, beliefen sich 2022 auf EUR 202 Mio und waren damit gegenüber 2021 auf einem ähnlichen Niveau.

Produktion

2022 2021
Erdöl und NGL Erdgas¹
in Mio bbl in bcf
Rumänien² 20,9 122,0
Österreich 3,3 19,7
Kasachstan²
Norwegen 14,7 102,2
Libyen 10,4
Tunesien 0,9 14,7
Jemen 0,6
Region Kurdistan im Irak 1,0 15,8
Vereinigte Arabische Emirate 15,4
Neuseeland 3,0 47,1
Malaysia² 0,6 60,0
Russland 37,7
Gesamt 70,8 419,2

1 Für die Umrechnung von Erdgas von cf in boe wurde in allen Ländern folgender Faktor verwendet: 1 boe = 6.000 cf. Eine Ausnahme ist Rumänien, wo folgender Faktor verwendet wurde: 1 boe = 5.400 cf.
2 Die obigen Zahlen enthalten 100% aller voll konsolidierten Unternehmen.

Entwicklungen im Portfolio

Im Jahr 2022 verzeichnete E&P mit einem CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten in einer Rekordhöhe von EUR 7,4 Mrd sein bislang bestes Finanzergebnis. Ursächlich dafür waren die hohen Öl- und Gaspreise. Trotz der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts auf Produktion und Versorgung bildete E&P Teams zur Umsetzung der Strategie, die sich auf die wichtigsten Initiativen konzentrierten, und machte Fortschritte bei der Identifizierung von Optionen zur Portfolio-Optimierung sowie bei der Entwicklung des Low-Carbon-Geschäfts.

Kurz nach Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts nahm die OMV eine Entkonsolidierung ihrer Beteiligung am Erdgasfeld Juschno-Russkoje vor und betrachtet Russland seither nicht mehr als Kernregion. Die durchschnittliche Kohlenwasserstoffproduktion belief sich 2022 auf insgesamt 392 kboe/d, wobei der Erdgasanteil bei rund 50% lag. Strategische Schwerpunkte des E&P-Segments sind nach wie vor die Steigerung des Anteils von Erdgas gegenüber Rohöl und die Verringerung der CO2-Intensität im gesamten Portfolio.# Im Jahr 2022 machte E&P bei seinen fünf großen Erdgasentwicklungsprojekten – Neptun (Rumänien), Jerun (Malaysia), Berling (Norwegen), Ghasha (VAE) und Māui B (Neuseeland) – gute Fortschritte. Im Jahr 2019 hatte die OMV New Zealand den geplanten Verkauf ihres 69%igen Anteils am Maari-Feld an Jadestone Energy angekündigt. Nach einer Reihe von Gesprächen mit Jadestone Energy wurde gemeinsam beschlossen, die Transaktion nicht weiterzuverfolgen. Im Jemen wurde der Vertrag über den Verkauf der von der OMV im Land gehaltenen Assets im Dezember 2022 unterzeichnet. In Norwegen wurden am 9. Mai 2022 die Verträge über die Abtretung einer 20%igen Beteiligung an den Lizenzen Oswig und Velocette an Longboat Energy unterzeichnet. Am 27. Februar 2023 gab die OMV bekannt, dass sie den Verkaufsprozess zur Veräußerung ihrer E&P Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik, einer 50%-Beteiligung an SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und 100% der Anteile an OMV New Zealand Limited, eingeleitet hat. Im ersten Quartal 2022 übernahm E&P das Geschäftsfeld Gas Marketing Westeuropa von Refining & Marketing. Angesichts der Marktentwicklungen richtete E&P eine Gas-Taskforce ein, die mit folgenden Aufgaben betraut wurde: Sicherstellung einer 100%igen Befüllung der Gasspeicher in Österreich vor der Wintersaison 2022/23, Festlegung neuer Zahlungsbedingungen mit Gazprom Export unter Einhaltung der europäischen Sanktionen sowie Sicherung zusätzlicher Lieferverträge und Pipelinekapazitäten, was das Risiko für die OMV verringerte.

Mittel- und Osteuropa

In Rumänien wurden 55 neue Bohrungen und Sidetracks abgeteuft und 647 Wartungsarbeiten durchgeführt. Außerdem wurden 2022 700 unterirdische Anlagen stillgelegt. Die OMV Petrom konnte wichtige geplante Wartungsarbeiten sowohl an Offshore- als auch Onshore-Anlagen erfolgreich und sicher abschließen. Eine neue Bohrung erwies sich 2022 als besonders erfolgreich und wurde noch im selben Jahr mit hervorragenden Ergebnissen in Betrieb genommen. Die OMV Petrom fokussierte sich weiterhin auf die profitabelsten Barrels und setzte die laufenden Aktivitäten im Zusammenhang mit selektiven Veräußerungen fort. In Österreich wurde 2022 die zweite und letzte Ausbaustufe der Photovoltaikanlage Schönkirchen erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage liefert nun eine Gesamtleistung von 15,32 MWp und erzeugt rund 15,84 GWh Strom jährlich. Die OMV Österreich legte 2022 besonderes Augenmerk auf das Thema Prozesssicherheit. In sieben Anlagen wurden Gefahren- und Betriebsfähigkeitsstudien durchgeführt.

Mittlerer Osten und Afrika

Im Jahr 2022 erzielte die Region Mittlerer Osten und Afrika trotz der angespannten Sicherheitslage in Libyen, Kurdistan und im Jemen gute Produktionsergebnisse. Es kam zu häufigen Beeinträchtigungen des Betriebs, und einige Projekte verzögerten sich. Die starke Produktion war auf eine Lockerung der OPEC-Quote und mehrere von der OMV vorangetriebene Initiativen zur Verbesserung der Betriebsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Offshore-Anlagen in Umm Lulu und SARB in den VAE zurückzuführen. In Libyen war die Produktion der nicht von der OMV betriebenen Assets in der ersten Jahreshälfte aufgrund mehrerer Ereignisse höherer Gewalt stark eingeschränkt. Verursacht wurde dieser Produktionsaufschub durch Sicherheitsabschaltungen infolge der politischen Instabilität im Land. Doch sobald die Produktion Mitte Juli wieder anlief, blieb sie bis zum Jahresende stabil. Im Jemen war die Produktion über weite Strecken des Jahres 2022 stabil, bis im vierten Quartal 2022 politische Unruhen ausbrachen, die für alle Öl- und Gasunternehmen im Land Störungen der Rohöltransporte zur Folge hatten. In Tunesien konnte die Produktion im Erdgasfeld Nawara stabil gehalten werden. Die erste Phase des Projekts zum Bau eines Verdichtungssystems wurde 2022 gestartet, und mit einem Infill-Bohrprojekt wird 2023 begonnen. Beide Projekte zielen darauf ab, die Laufzeit der Förderung im Feld Nawara zu verlängern.

Nordsee

In Norwegen wurden mehrere neue Produktionsbohrungen in Betrieb genommen. Im Feld Gullfaks wurden neun Bohrungen durchgeführt. Das „Improved Oil Recovery“-(IOR-)Projekt Gudrun Phase 2 wurde abgeschlossen. Dieses Projekt umfasst eine Infill-Bohrung, zwei Wasserproduktionsbohrungen und zwei Wasserinjektoren. Die Infill-Bohrungen im Feld Edvard Grieg wurden 2022 abgeschlossen, und alle fünf Bohrungen des Solveig-Feldes produzieren nun in Richtung der Plattform Edvard Grieg. Das Feld Gullfaks bezieht nun erneuerbaren Strom aus dem Offshore-Windpark Hywind Tampen. Für die Entwicklung von Berling (früher bekannt als Iris/Hades) fiel die endgültige Investitionsentscheidung (FID), und der Entwicklungs- und Betriebsplan (Plan for Development & Operation; PDO) wurde im Dezember 2022 beim zuständigen norwegischen Ministerium eingereicht.

Asien-Pazifik

Das Erdgasprojekt Jerun in Malaysia schreitet planmäßig voran. Die Detailplanung kommt gut voran, und die ersten Lieferungen von Baustahl sind in der Werft eingetroffen. In Neuseeland setzte die OMV die weitere Erschließung und Optimierung der Erdgas-Assets Māui und Pohokura fort. Das Einsatzteam konzentrierte sich weiterhin darauf, den Gasstrom aufrechtzuerhalten und Möglichkeiten zur weiteren Verringerung der Standortemissionen zu priorisieren. In Pohokura wurde die Infill-Bohrung an die Pohokura-Onshore-Anlage angeschlossen und produziert nun wie erwartet. Die Wartungsarbeiten in Maari wurden bis Ende 2022 fortgesetzt. Durch den besonderen Fokus auf Anlagenintegrität und Korrosionsmanagement konnten die Initiativen zur Verlängerung der Förderdauer bislang ohne größere Probleme weiterverfolgt werden.

Schlüsselprojekte

Neptun (Rumänien, OMV 50%)

Seit August 2022 ist die OMV Petrom Betriebsführerin des Offshore-Lizenzblocks Neptun Deep, den sie gemeinsam mit dem neuen nicht operativen Partner Romgaz erschließen wird. Die Feststellung der wirtschaftlichen Rentabilität (Declaration of Commerciality; DoC) wurde im Dezember 2022 bei den rumänischen Behörden eingereicht. Diese Feststellung der kommerziellen Nutzbarkeit ist zwar ein Meilenstein, aber im Grunde nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer endgültigen Investitionsentscheidung (FID). Gemeinsam mit ihrem neuen Partner plant die OMV Petrom die FID für Mitte 2023.

Weitere Großprojekte (Rumänien, OMV 100%)

Der erfolgreiche Abschluss einer Explorationsbohrung im Juli 2022 führte zur Entdeckung großer Ressourcen im Block X von Craiova. Derzeit läuft die Testförderung. Der Fund erschließt wichtige Entwicklungsmöglichkeiten, wie etwa die Durchführung von Evaluierungs- und Entwicklungsbohrungen in den kommenden Jahren. Die Inbetriebnahme eines Photovoltaikparks im Jahr 2022 war für die OMV Petrom eine Premiere. Im Rahmen eines Energieeffizienzprogramms werden wir den Strom, den diese PV-Anlage erzeugt, für den Eigenverbrauch in unserem Geschäftssegment Exploration & Production nutzen. Das „Enhanced Oil Recovery“-(EOR-)Projekt, bei dem für eine verbesserte Erdölförderung viskoses Salzwasser unter Druck in die Lagerstätte eingeleitet wird, wurde im Mai 2022 gestartet und hat bereits erste Ergebnisse gezeitigt.

Umm Lulu und SARB (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 20%)

In den Feldern Umm Lulu und SARB wurde im Jahr 2022 eine Rekordproduktion erzielt. Da fast das ganze Jahr hindurch nur eine minimale OPEC-Quote galt, lag die Produktion in beiden Feldern nahe an ihrem vollen Potenzial. Die Entwicklungsbohrungen wurden weiter fortgesetzt, wobei insgesamt fünf Bohranlagen zum Einsatz kamen. In SARB wurden 7 Bohrungen und in Umm Lulu 13 Bohrungen abgeteuft, und 22 neue Bohrungen wurden in Betrieb genommen.

Ghasha-Konzession (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 5%)

Die Ghasha-Konzession wird in drei parallelen Projekten entwickelt: Hail & Ghasha, dem Dalma-Projekt (mit mehreren Feldern in der Region um Dalma) und dem Deep-Gas-Entwicklungsprojekt (ebenfalls mit mehreren Feldern). Das Megaprojekt Hail & Ghasha erreichte 2022 mehrere Meilensteine: vier der elf künstlichen Inseln wurden fertiggestellt. Beim Projekt Dalma schreiten die Onshore- und Offshore-Arbeiten im Rahmen der Engineering-, Beschaffungs- und Bauaufträge (Engineering, Procurement, and Construction; EPC) voran. Das erste Gas soll Mitte des Jahrzehnts gefördert werden.

Khor Mor (Autonome Region Kurdistan, OMV 10%)

Das Feld Khor Mor übertraf die Produktionserwartungen, obwohl es im Laufe des Jahres zu mehreren Angriffen von Aufständischen kam. Da sich die Sicherheitslage seit Juni weiter verschlechterte, wurden die Bauarbeiten an dem Khor-Mor-Erweiterungsprojekt vorübergehend eingestellt. Der Betreiber wird die Situation in der ersten Hälfte des Jahres 2023 evaluieren.

Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)

Das von Equinor betriebene Gullfaks-Feld lieferte 2022 beachtliche Produktionsmengen, was vor allem auf die reduzierte Erdgasinjektion zurückzuführen war. Hywind Tampen, Norwegens erster schwimmender Windpark, nahm im November 2022 die Stromproduktion auf und soll erwartungsgemäß etwa 35% des Strombedarfs von Gullfaks decken. Bis Ende 2022 hatten sieben von elf Windturbinen die Produktion aufgenommen. Die restlichen vier wurden Ende 2022 zusammengebaut und werden im Laufe des Jahres 2023 vor Ort installiert. Entsprechend dem Jahresprogramm für das Feld Gullfaks wurden 2022 neun Bohrungen durchgeführt.

Gudrun (Norwegen, OMV 24%)

Im Nordseefeld Gudrun wurde das Wasserinjektionsprojekt Gudrun Phase 2 gestartet. Dieses „Improved Oil Recovery“-(IOR-)Projekt wird die Ölausbeute aus der Hauptlagerstätte des Feldes steigern und die Förderdauer um zwei Jahre verlängern, da das Abbauverfahren von Druckabbau auf Druckunterstützung durch Wassereinspritzung umgestellt wird.

Berling (Hades/Iris) (Norwegen, OMV 30%)

Die OMV als Betriebsführerin änderte den Namen des Feldentwicklungsprojekts Hades/Iris in Berling. Seit der Einreichung des PDO beim zuständigen norwegischen Ministerium im Dezember 2022 macht dieses Projekt nun Fortschritte in Richtung FID. Derzeit werden Charter-Angebote für die Bohrinsel geprüft.# Die Produktion soll 2028 aufgenommen werden.

SK408 (Malaysia, OMV 40%)

In Malaysia wurden in der Phase 1 der Entwicklung der SK408-Lizenz (die Felder Gorek, Larak und Bakong) weiterhin hohe Fördermengen erzielt. Die Phase 2 der Lizenz, das Jerun-Projekt, schreitet gemäß Bauplan gut voran. Die Errichtung des Tragwerks (Jacket) und des Aufbaus (Topside) ist in vollem Gange und verläuft nach Plan. Die weiteren Topside-Arbeiten umfassen die Installation der mechanischen Ausrüstung und der vorgefertigten Rohrleitungsteile (Spools) sowie die Verlegung der Elektro- und Steuerleitungen.

Māui A Crestal Infill (Neuseeland, OMV 100%)

Nach dem erfolgreichen Bohrprogramm zu Beginn des Jahres wurden im Rahmen des Bohrprojekts Māui A Crestal Infill (MACI) weitere Bohrungen begonnen. Die Bohrungen werden voraussichtlich 2023 abgeschlossen sein.

Māui B IRF Phase 3 (Neuseeland, OMV 100%)

Der Projektumfang der Infill-Bohrungen im Rahmen des Projekts Māui B IRF Phase 3 umfasst das Bohren, die Fertigstellung, die Einbindung und die Inbetriebnahme von fünf Sidetracks auf der Plattform Māui B. Drei der fünf Bohrungen wurden 2022 durchgeführt.

Highlights Exploration und Evaluierung

Im Jahr 2022 führten die OMV, die OMV Petrom und die SapuraOMV zwölf Explorations- und Evaluierungsbohrungen in sechs verschiedenen Ländern durch. Acht davon wurden noch vor Jahresende abgeschlossen, während die anderen vier Anfang Jänner 2023 weitergeführt bzw. getestet wurden. Die OMV führte eine Reihe von wichtigen Bohrungen als Betriebsführerin durch bzw. war an diesen beteiligt, darunter zwei erfolgreiche Offshore-Appraisal-Bohrungen in den VAE, Erdgas-/Kondensatfunde in Norwegen und Tunesien sowie eine erfolgreiche Erdgas-Evaluierungsbohrung in Neuseeland. Die OMV Petrom führte in Rumänien drei Onshore-Explorationsbohrungen durch, die zu zwei Ölfunden führten. Die unter der Betriebsführerschaft der SapuraOMV durchgeführte Kanga-Bohrung in Australien wurde im Juni 2022 abgeschlossen. Die Bohrung stieß auf keine förderbaren Kohlenwasserstoffe. Vier Bohrungen in Österreich, Neuseeland, Mexiko und den VAE waren zum Jahresende noch im Gange. Der Abschluss dieser Bohrungen soll im ersten oder zweiten Quartal 2023 erfolgen. Die Explorations- und Evaluierungsausgaben sanken 2022 geringfügig und beliefen sich auf EUR 20 Mio (2021: EUR 210 Mio). Zu Jahresbeginn erhielt die SapuraOMV eine 40%ige Beteiligung an einem Production-Sharing-Vertrag für den Offshore-Explorationsblock SB412 in Malaysia. Für das erste Quartal 2023 sind neue Bohrungen in Rumänien, Neuseeland und Tunesien geplant, die im Jänner begonnen werden sollen.

Reservenentwicklung

Zum 31. Dezember 2022 sanken die sicheren Reserven (1P) auf 1.037 Mio boe (davon OMV Petrom: 380 Mio boe), mit einer jährlichen Reservenersatzrate von –80% (2021: 77%). Der Dreijahresdurchschnitt der Reservenersatzrate erreichte 40% (2021: 105%). In Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten die sicheren Reserven beträchtlich aufgestockt werden, und es besteht die Verpflichtung, weitere Entwicklungsbohrungen zu tätigen. Des Weiteren ist die Lagerstättenperformance in beiden Ländern ermutigend. Diese Zuwächse wurden durch den Ausschluss der Reserven in Russland, was in der Änderung der Konsolidierungsmethode der russischen Aktivitäten begründet ist, verringert. Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) verringerten sich auf 1.892 Mio boe (davon OMV Petrom: 741 Mio boe), hauptsächlich wegen des Ausschlusses der russischen Reserven, was die positive Neubewertung in Rumänien, die sich aus dem Voranschreiten des Projekts Neptun Deep im Schwarzen Meer ergab, überschattete.

Supply, Marketing und Trading von Gas

Die OMV vermarktet und handelt Erdgas in acht europäischen Ländern. Im Jahr 2022 lagen die Verkaufsmengen von Erdgas bei 111,2 TWh (2021: 156,8 TWh). Die Grundlage des Erdgasverkaufsgeschäfts ist ein diversifiziertes Gasbezugsportfolio, das Erdgas aus eigenen Produktionsstätten in Österreich und Norwegen (mit einer Förderung von 36,3 TWh im Jahr 2022) und von einer Vielzahl internationaler Zulieferunternehmen umfasst. Neben mittel- und langfristigen Aktivitäten ergänzen kurzfristige Geschäfte an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen das Gasbezugsportfolio der OMV. Die Verkaufsaktivitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (OMV GAS) konzentrieren sich auf ein diversifiziertes Kundenportfolio in den Segmenten Großindustrie und Kommunen, in Österreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Belgien. Italien, Slowenien und Frankreich sind über opportunistische Handelsaktivitäten abgedeckt. Im Jahr 2022 nahm die Bedeutung des LNG-Geschäfts enorm zu, und die OMV nutzte die ihr zugeteilte Kapazität am Regasifizierungsterminal Gate in den Niederlanden voll aus. Mehrere LNG-Verträge für 2023 und 2024 wurden bereits abgeschlossen und betreffen ausschließlich nicht russisches Gas. Dies macht das LNG-Geschäft zu einem sehr wichtigen Baustein für die OMV, um das Erdgasbezugsportfolio zu diversifizieren und dadurch die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Der europäische Erdgasmarkt war 2022 infolge des Ukrainekriegs von einer beispiellosen Energiemarktkrise mit exorbitant hohen Erdgaspreisen, extremer Preisvolatilität und unvorhersehbaren Kürzungen der Lieferungen aus Russland geprägt. Diese Situation wird voraussichtlich weiter anhalten. Zunehmend schwierige Marktbedingungen und die sich verschlechternde Lieferzuverlässigkeit waren für die OMV Anlass, ihr Erdgasgeschäft im Jahr 2022 neu zu strukturieren. Eine Taskforce wurde eingerichtet, um die negativen Effekte des Ukrainekriegs zu minimieren und gleichzeitig einen kontinuierlichen und diversifizierten Lieferstrom sicherzustellen. Zu den Aufgaben gehören eine regelmäßige Berichterstattung über den Stand der Versorgungssicherheit für das OMV Portfolio mit Blick auf die allgemeine Erdgasangebotssituation und die Speicherfüllstände sowie die fortlaufende Festlegung und Anpassung von Hedging-Strategien, um das inhärente Preisrisiko von Gasversorgungsunterbrechungen abzufedern. Strategien zur Diversifizierung der Erdgaslieferungen wurden definiert und umgesetzt, und die OMV konnte sich erfolgreich zusätzliche Transportkapazitäten sichern. Darüber hinaus konnte die OMV die Kapazität ihrer Erdgasspeicher voll ausschöpfen. Mit diesen Maßnahmen gelang es, das Portfolio der OMV zu sichern und die Resilienz der Versorgungssituation für die nächsten Jahre zu steigern. Dies wird die Folgen der Kürzungen von russischen Gaslieferungen in Deutschland und Österreich abmildern.

Gas-Logistik

Die OMV betreibt Erdgasspeicher in Österreich und Deutschland mit einer Speicherkapazität von 30 TWh. Zudem ist die OMV mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH), der führenden Erdgashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa, beteiligt. Die beispiellose Energiemarktkrise, die durch den Ukrainekrieg ausgelöst wurde, hatte erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Speichermarkt. Die Ausspeicherungssaison 2022 begann in ganz Europa mit sehr niedrigen Füllständen. Die globale Nachfrage, die auf die Konjunkturerholung von der Pandemie, den Versorgungsengpass und die kriegsbedingte Marktunsicherheit zurückzuführen war, resultierte in einem umgekehrten Sommer-/Winterspread mit höheren Preisen im Sommer als im Winter. Die europäischen Vorschriften zur Erhöhung der Speicherstände und eine beispiellose Preisvolatilität im gesamten Energiekomplex dominierten den Markt. In diesem schwierigen Umfeld konnte die OMV ihre Speicher in Österreich und Deutschland bis Mitte Oktober 2022 zu 100% füllen. Zum Jahresende lag der Speicherstand bei 97%. Im Jahr 2022 wurden am virtuellen Handelspunkt (VTP) des Central European Gas Hub 633 TWh Erdgas gehandelt. Dieses Volumen entspricht etwa dem Siebenfachen des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs. Am EEX CEGH Gas Market wurden in Österreich insgesamt 425 TWh gehandelt, eine Steigerung um 84%, und in der Tschechischen Republik 51 TWh, eine Zunahme um 79%.

Low-Carbon-Geschäft

Die OMV plant, bis 2030 rund EUR 5 Mrd in kohlenstoffarme Geothermie, die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage; CCS) und weitere erneuerbare Energielösungen wie Photovoltaik oder Onshore- und Offshore-Windkraft zu investieren. Die OMV wird auch Möglichkeiten zur Energiespeicherung prüfen, wie zum Beispiel die unterirdische Speicherung von Wasserstoff. Mit diesen Investitionen erwartet die OMV, bis 2030 einen operativen Cashflow von EUR 0,5 Mrd pro Jahr zu generieren. Alle oben genannten Ziele spielen in der OMV Strategie 2030 eine wichtige Rolle. E&P begann 2021 mit dem Aufbau eines eigenen Low-Carbon-Geschäfts, das seither sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene mit einer Vielzahl von Initiativen und mehreren gestarteten und/oder durchgeführten Projekten erheblich an Dynamik gewonnen hat. Im Herbst 2022 führte die OMV zur Analyse des geothermischen Potenzials im Wiener Becken (Niederösterreich) einen Produktions- und Injektionstest durch. Geologisch fand dieser Test im Untergrund des Wiener Beckens statt. Ziel des Geothermietests war die Ermittlung wichtiger Lagerstättenparameter und die Gewinnung von Proben des Formationswassers, um festzustellen, ob sich diese Formation für die Gewinnung von geothermischer Energie als Wärmeträger eignet. In Deutschland ist die OMV zu 50% an einem geothermischen Explorationsprojekt namens „Thermo“ in Niedersachsen beteiligt. Dabei nimmt ein kleines Flugzeug über einem Gebiet von rund 5.000 km² Schwerkraft- und magnetische Messungen vor, um geologische Informationen zu erhalten. Diese Informationen werden für die Bewertung des geothermischen Energiepotenzials verwendet und sind Teil einer umfassenden Auswertung zukünftiger geothermischer Aktivitäten in diesem Gebiet. In Partnerschaft mit Complexul Energetic Oltenia (CE Oltenia) wird die OMV Petrom vier Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 450 MW errichten.# Low-Carbon business

Nach derzeitigen Schätzungen sollen diese Anlagen ab 2024 Strom in das rumänische Verbundnetz einspeisen. Weitere Möglichkeiten für Photovoltaikprojekte in Niederösterreich, aber auch an anderen österreichischen und internationalen Standorten, werden derzeit geprüft. Ein starker Fokus des Low-Carbon-Geschäfts der OMV liegt auf der Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage; CCS), um insbesondere energieintensive Industrien, die sogenannten „Hard-to-abate“-Sektoren, bei der Reduzierung ihrer CO2-Emissionen zu unterstützen. Eines der Schwerpunktgebiete der OMV befindet sich vor der norwegischen Küste, wo derzeit gemeinsam mit engagierten und erfahrenen Partner:innen mehrere CCS-Möglichkeiten und -Projekte geprüft werden.

Innovation und neue Technologien

Die Abteilung Innovation & Technology stellt mit Schlüsselkompetenzen und modernsten Technologien sicher, dass die OMV ihr strategisches Ziel der Dekarbonisierung und Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen verwirklichen kann. Ein hoch integriertes Team beschäftigt sich in enger Zusammenarbeit mit der OMV Petrom und renommierten Universitäten wie Stanford mit Technologie-Scouting, Innovation und Entwicklung und deckt mit den Bereichen Surface, Subsurface, Laboratory und IT Solutions die gesamte Wertschöpfungskette von Energieprojekten ab. Multidisziplinäre Projektteams befassen sich mit der Bewertung von Technologien und wesentlichen Grundlagen für die Energiewende durch den Aufbau und die Bereitstellung von Expertise für künftige Technologieanwendungen in den Bereichen Wasserstofferzeugung, geothermische Energie sowie Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2. Die Entwicklung von hochmoderner Onlineüberwachung, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen für Workflows im untertägigen Bereich, Wasseraufbereitung und Drohnentechnologien gewährleisten weltweit sichere, nachhaltige und stabile Betriebsabläufe. Das Innovation & Technology Team stellt seine Position als zuverlässiger Technologie- und Innovationspartner in vielerlei Hinsicht unter Beweis: durch die Bereitstellung von Technologien für Produktlösungen, die Unterstützung wichtiger Feldentwicklungen in den VAE für ADNOC und die Ermöglichung einer stabilen Erdgasproduktion und -versorgung durch den Einsatz von Technologie für das Projekt Neptun Deep der OMV Petrom in Rumänien. Der Einsatz von Technologie im Bereich der Smart Oil Recovery (SOR) – einer innovativen Methode zur Optimierung der Enhanced Oil Recovery (EOR) in älteren Lagerstätten – ermöglicht die Förderung von zusätzlichem Öl. Mit der nächsten Generation der EOR-Methode ist geplant, alkalisches viskoses Salzwasser mit erhöhter Mobilisierungswirkung vor allem in den österreichischen Lagerstätten einzusetzen. Von der OMV erfolgreich implementierte Technologien werden der Öffentlichkeit im OMV Innovation & Technology Center (ITC) in Österreich zugänglich gemacht. Das Tech Center & Lab Team in Österreich und die OMV Petrom Upstream Laboratories (ICPT) in Rumänien unterstützen alle Assets der OMV weltweit in ihrer Funktion als Kompetenzzentren für Analysen, Tests, Technologieforschung und Consulting.

Digitalisierung

Für die OMV war 2022 ein entscheidendes Jahr, da der Konzern den in seiner neuen Strategie 2030 dargelegten Weg hin zu einem zirkulären Geschäftsmodell einschlug. Digitalisierung und Innovation spielen auf diesem Weg eine Schlüsselrolle. Die Instrumente und Systeme, die wir in den letzten Jahren für den Geschäftsbereich E&P geschaffen haben, aber auch die neuen Arbeitsweisen in geografisch und fachlich übergreifenden Teams tragen nunmehr Früchte und werden uns in die Lage versetzen, die verfügbare Technologie auf neuen Märkten, zum Beispiel im Low-Carbon-Geschäft, einzusetzen. Im Jahr 2022 führte die OMV gemeinsam mit Partner:innen in den meisten der von ihr betriebenen Assets die innovative DELFI-Umgebung ein. Diese Plattform für Lagerstättendaten und entsprechende Interpretationen ermöglicht es multidisziplinären Teams, sowohl vor Ort als auch aus der Ferne mit denselben Daten zu arbeiten. Im Laufe des Jahres wurden mehr als 200 Nutzer:innen und knapp 1 Petabyte an Daten mit über 80 Einzelanwendungen in die neue Public-Cloud-Plattform migriert. Der vollständige Rollout von DELFI im gesamten Unternehmen wird 2023 abgeschlossen sein. Aufbauend auf der erfolgreichen Implementierung der DELFI-Plattform wurde der erstklassige, durch maschinelles Lernen unterstützte Workflow der OMV für die stochastische Lagerstättenmodellierung und Entscheidungsanalyse in DELFI implementiert. Der auf den Ergebnissen eines Projekts der OMV mit der Stanford University basierende Workflow verbindet die Optimierung der Energieproduktion mit Wirtschaftlichkeitsanalysen und Entscheidungsfindungsprozessen und enthält auch proprietäre Elemente der OMV. Am OMV Standort im österreichischen Gänserndorf wurde mit dem Bau unseres Operations Cockpits begonnen. Nach seiner Fertigstellung wird es Expert:innen auf der ganzen Welt bei der Optimierung von Produktions- und Betriebskosten miteinander verbinden. Für unsere Aktivitäten in Neuseeland implementierte die OMV ein intelligentes 3D-Modell („digitaler Zwilling“) und ein auf Augmented Reality basierendes Inspektions- und Wartungstool. Damit konnten die Vorbereitung und Planung von Wartungsarbeiten dort erheblich verbessert werden. Wir nutzen 3D-Visualisierungen unserer Anlagen, um Inspektionspläne zu erstellen und die Inspektionen mithilfe von iPads und HoloLens-Datenbrillen durchzuführen. Im Jahr 2022 setzte die OMV die Automatisierung ihrer Bohraktivitäten fort. Der Bau der ersten automatisierten Onshore-Bohranlage im OMV Portfolio in Rumänien wurde in Auftrag gegeben. Sie ist Teil unseres automatisierten Bohrungserstellungsprozesses und wird die HSSE-Leistung verbessern, da sie die Anwesenheit von Personen in den Gefahrenzonen der Bohranlage überflüssig macht. Darüber hinaus wird sie die Bohreffizienz steigern, da sich durch eine effektivere Ausführung der Aufgaben der Zeit- und Kostenaufwand reduzieren lässt. Wir gehen davon aus, dass wir so die Gesamtbohrkosten pro Bohrung um knapp 10% senken können. Darüber hinaus werden die CO2-Emissionen um 80 t pro Bohrloch reduziert. Im Rahmen unserer Strategie zur künstlichen Intelligenz (KI) wurde ein neues KI-Ökosystem geschaffen, um der zunehmenden Bedeutung von KI und maschinellem Lernen (ML) Rechnung zu tragen. Dieses digitale Ökosystem bietet alle organisatorischen, technischen und prozessbezogenen Voraussetzungen für die Bereitstellung von kundenorientierten KI- und ML-Produkten und ermöglicht so die interne Entwicklung von KI-Anwendungsfällen und -Produkten durch unsere Data-Analytics-Expert:innen.

Ausblick

Beginnend mit 1. Jänner 2023 führte der Konzern eine neue Unternehmensstruktur ein, die darauf ausgelegt ist, die Umsetzung der Strategie 2030 vollständig zu ermöglichen. Aufgrund der Reorganisation wird der Konzern beginnend mit Q1/23 über folgende Geschäftsbereiche berichten: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock (ehemals Refining & Marketing) und Energy (ehemals Exploration & Production). Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der die Versorgung, das Marketing und den Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen.

Marktumfeld

Die OMV erwartet für 2023 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von über USD 80/bbl (2022: USD 101/bbl). Für 2023 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 35/MWh (2022: EUR 54/MWh), mit einer THE-Preisprognose zwischen EUR 60/MWh und EUR 70/MWh, erwartet (2022: EUR 122/MWh).

Konzern

Organische Investitionen werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 3,7 Mrd belaufen12 (2022: EUR 3,7 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,2 Mrd.

Chemicals & Materials

2023 (erwartet) 2022
Ethylen-Referenzmarge Europa ca. EUR 530/t EUR 560/t
Propylen-Referenzmarge Europa ca. EUR 480/t EUR 534/t
Steamcracker-Auslastung (%) ca. 90% 74%
Polyethylen-Referenzmarge Europa ca. EUR 350/t EUR 390/t
Polypropylen-Referenzmarge Europa ca. EUR 400/t EUR 486/t
Verkaufsmenge PE exkl. JVs (Mio t) ca. 1,8 1,69
Verkaufsmenge PP exkl. JVs (Mio t) ca. 2,0 1,84
Org. Investitionen (Mrd EUR) ca. 1,1 1,4

Generalüberholungen sind für den Cracker in Schwechat in Q2 und beim Cracker in Porvoo in Q3 geplant.

Fuels & Feedstock

2023 (erwartet) 2022
OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa USD 10/bbl – USD 15/bbl USD 14,7/bbl
Kraftstoff- & sonstige Verkaufsmenge leicht höher als 2022 15,5 Mio t
Commercial-Margen höher als 2022 -
Retail-Margen auf Niveau von 2022 -
Raffinerie-Auslastung (%) ca. 95% 73%
Org. Investitionen (Mrd EUR) ca. 1,0 0,8

Eine Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi ist für Q2 geplant.

Energy

Die OMV erwartet für das Jahr 2023 eine Gesamtproduktion von rund 360 kboe/d (2022: 392 kboe/d). Die Verringerung ergibt sich aus dem Wegfall der russischen Mengen und dem natürlichen Förderrückgang, insbesondere in Norwegen und Rumänien.# Risikomanagement

Die organischen Investitionen in Energy werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 1,6 Mrd belaufen (2022: EUR 1,4 Mrd). Für 2023 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) zwischen EUR 200 Mio und EUR 250 Mio prognostiziert (2022: EUR 202 Mio). Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel Strategie.

Risikomanagement

Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern, dessen Aktivitäten von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken sowie operativen und strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen.

Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider.

Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet. Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. Interne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird.

Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“-)Standards und -Rahmenwerken.

Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils.

Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen.

Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert.

Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:

  • Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
  • Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
  • Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Geschäftspartner:innen entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine ökonomische Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahent:innen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt.

Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken.

Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Segment Exploration & Production abzusichern. In den Geschäftsbereichen Refining & Marketing und Chemicals & Materials ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen und Erdgaspreisen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken definiert klare Mandate einschließlich Risikoschwellen für solche Aktivitäten. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.

Zinsrisikomanagement

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitengeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Angesichts eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit hoher Inflation, volatilen Rohstoffpreisen, steigenden Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale geachtet, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten.

Operative Risiken

Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen.# Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können. Das Prozesssicherheitsereignis in der Raffinerie Schwechat vom 3. Juni 2022 führte zu einer verzögerten Inbetriebnahme der Raffinerie nach dem planmäßigen Wartungsstillstand. Unmittelbar nach dem Ereignis wurde eine breit angelegte Taskforce vor Ort eingerichtet, die den Vorfall untersuchte und gleichzeitig an der Wiederaufnahme des Betriebs arbeitete. Ende September erfolgte der erfolgreiche Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Wasserdruckprüfung an der Hauptkolonne der Rohöldestillationsanlage. Nach der sorgfältig vorbereiteten Inbetriebnahme war die OMV Raffinerie Schwechat Mitte Oktober wieder im Vollbetrieb. Parallel zu den Reparaturarbeiten hatte die OMV ein alternatives Versorgungssystem aufgebaut, um die von der OMV Raffinerie Schwechat bedienten Märkte und Kund:innen weiterhin zu beliefern.

Projektrisiken

Bei der Umsetzung ihrer Strategie 2030 investiert die OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. Die OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken. Die OMV kann operativen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich ihrem eigenen Einfluss und dem ihrer Vertragsunternehmen entziehen, was den Fortschritt der Projekte der OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen oder den VAE durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Vertragsunternehmen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Projekte können insbesondere in den Bereichen Recycling sowie nachhaltige Kraftstoffe und Rohstoffe von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert die OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung negativ beeinflussen können. Jedes dieser Risiken kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage der OMV haben.

ESG-Risiko

In Bezug auf Nachhaltigkeit legt die OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Menschen, ethische Geschäftspraktiken sowie Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Märkten für Kraftstoffe, Chemikalien und Erdgas, finanzielle Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen). Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen werden im Rahmen des UWRM-Prozesses ermittelt und berichtet. Sie überschreiten nicht die Meldeschwellen der OMV. Ergänzend dazu erstellte die OMV eine fundierte Klimabilanz und Schwachstellenanalyse für den Großteil ihrer Assets, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ermitteln. Dabei wurden jene Szenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) verwendet, die dem von der EU-Taxonomie vorgeschlagenen Zeithorizont entsprechen. Die Geschäftstätigkeit der OMV hat Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter:innen und die Anrainergemeinden der Standorte, an denen wir vertreten sind. Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact befolgt die OMV den Prozess der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, der die Bewertung der Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit unseren aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten sowie das Ergreifen von Risikomanagementmaßnahmen umfasst. Bei diesem fortlaufenden Prozess wird auf externe Ressourcen und Fachkenntnisse zurückgegriffen, und externe Stakeholder:innen, insbesondere die betroffenen Gruppen, werden einbezogen. Als Borealis im Juli 2022 erfuhr, dass die Behörden gegen ein Vertragsunternehmen und dessen Subunternehmen auf der Baustelle der neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Kallo (Belgien) wegen mutmaßlicher Menschenhandelspraktiken ermittelten, bot das Unternehmen sofort seine Unterstützung an und stellte den Behörden alle gewünschten Informationen in vollem Umfang zur Verfügung. Borealis setzte unverzüglich alle Verträge mit dem betreffenden Vertragsunternehmen und dessen Subunternehmen aus und kündigte diese später auf. Borealis toleriert keinerlei Missbrauch und setzt strenge Maßnahmen, um die damit verbundenen Risiken zu mindern. Nach sorgfältiger Abwägung vergab Borealis den Großteil der verbleibenden Arbeiten an ein anderes Vertragsunternehmen und führte zudem gründliche soziale Kontrollen auf der Baustelle in Kallo ein. Ab Oktober 2022 wurden die Arbeiten auf der Baustelle schrittweise intensiviert. Ein solcher längerer Stillstand und eine nur schrittweise Wiederaufnahme des Projekts könnten sich auf den Projektzeitplan auswirken.

IT-Risiken

Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-)Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung.

Strategische Risiken

Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.

Geopolitische und regulatorische Risiken

Die OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie allfällige weitere damit verbundene Sanktionen und Gegensanktionen. Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen möglicher weiterer Eskalationen auf seine Geschäftstätigkeit. Anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen – was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte. Die OMV war von anhaltenden Lieferkürzungen der Erdgasmengen betroffen, die die OMV auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom in Deutschland und Österreich bezog. Dies machte Ersatzbeschaffungen am Markt sowie Anpassungen der Absicherungsquoten der OMV erforderlich und führte zu negativen finanziellen Auswirkungen auf die OMV. Die Unsicherheit über zukünftige Kürzungen und Liefermengen besteht weiterhin und kann zu weiteren erheblichen Verlusten führen, insbesondere wenn die tatsächlichen Lieferungen wesentlich von den zuvor abgesicherten Mengen abweichen und somit zu einem teilweise ungedeckten Gaspreisrisiko aus Lieferverträgen mit Gazprom führen könnten. Im Falle weiterer oder sogar vollständiger Erdgasversorgungsunterbrechungen aus Russland kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kund:innen nutzen bzw. hat die OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Darüber hinaus gelang es der OMV, für das laufende Gaswirtschaftsjahr (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) an den Übergabepunkten Oberkappel (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein (Pipeline aus Italien) 40 TWh zusätzliche Transportkapazitäten nach Österreich zu sichern. Die OMV beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und bewertet regelmäßig potenzielle Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns. Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. Die OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen.# Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Als direkte Folge der Energiekrise in Europa werden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie Preisobergrenzen, Subventionsprogramme und der EU-Solidaritätsbeitrag eingeführt. Neue regulatorische und steuerliche Regelungen können sich auch auf die Finanzlage des OMV Konzerns auswirken. Mit der Verordnung (EU) 2022/1854 des Rates wurde ein Solidaritätsbeitrag eingeführt, der bis Ende 2022 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten übernommen wurde und für 2022 und/oder 2023 gilt. Es handelt sich dabei um einen Beitrag aus den Gewinnüberschüssen von Unternehmen, die Tätigkeiten im Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich ausüben. Er wird auf der Grundlage der nach den nationalen Steuervorschriften ermittelten steuerpflichtigen Gewinne derjenigen Unternehmen berechnet, die um mehr als 20% über ihren durchschnittlichen steuerpflichtigen Gewinnen des Zeitraums 2018 bis 2021 liegen.

Aufgrund des österreichischen Rechts wird erwartet, dass zwei österreichische Unternehmen des OMV Konzerns in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 dem Solidaritätsbeitrag (Energiekrisenbeitrag) unterliegen. Rumänien hat diese Verordnung mittels der Dringlichkeitsverordnung (Government Emergency Ordinance; GEO) Nr. 186/2022 umgesetzt, die im Dezember 2022 verabschiedet und veröffentlicht wurde. Diese Dringlichkeitsverordnung wird anschließend das parlamentarische Genehmigungsverfahren durchlaufen und kann daher noch geändert werden. Auf der Grundlage des Jahresabschlusses 2022 der OMV Petrom und der Bestimmungen dieser Dringlichkeitsverordnung wird die OMV Petrom dem EU-Solidaritätsbeitrag für das Steuerjahr 2022 nicht unterliegen, da sie weniger als 75% ihres Umsatzes mit den betreffenden Tätigkeiten im Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich erzielt. Auch die Unternehmen des OMV Konzerns in Deutschland werden für das Jahr voraussichtlich keinen Solidaritätsbeitrag zahlen müssen.

Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit der OMV noch weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investor:innen, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität insbesondere in Libyen, im Jemen und in Tunesien sowie in anderen Ländern, in denen die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen. Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit der OMV auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.

Makroökonomische Risiken

Die Covid-19-Pandemie hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere aufgrund der Änderungen in Chinas Null-Covid-Politik und des Auftretens neuer Virusvarianten. Darüber hinaus könnten geopolitische Entwicklungen, Unterbrechungen der Lieferketten, hohe Inflationsraten und die Auswirkungen steigender Zinsen zu einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums führen.

Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel

Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV laufend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.

Risiken in Verbindung mit der Unternehmenstransformation

Die Transformation der OMV zu einer führenden Anbieterin von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist von einer Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Scale-up-Risiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.

Personalrisiken

Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.

Weitere Details zum Risikomanagement und zur Verwendung von Finanzinstrumenten finden Sie in der Anhangangabe 28 im Konzernabschluss. Weitere Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht und in der Anhangangabe 2 im Konzernabschluss. Weitere Details zu Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt finden Sie im Abschnitt Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) des Konzernlageberichts. Weitere Details zu Projektrisiken und deren Management finden Sie im EMTN-Prospekt der OMV vom 17. Juni 2022.

Weitere Informationen

Informationen gemäß § 243 a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
  2. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
  3. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
  4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  5. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
  6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
  7. 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
    7.b) In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstiger Beteiligungsprogramme, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
  8. Per 31. Dezember 2022 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind.# Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in Höhe von EUR 2.483 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen. Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio: (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt. (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung: (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. Im Falle eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, andernfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

9. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von der OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.

10. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

11. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

12. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nicht finanzieller Bericht erstellt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Weitere Informationen dazu finden Sie in der Anhangangabe 37 im Konzernabschluss.

Wien, am 9. März 2023

Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels & Feedstock
Daniela Vlad e.h. Executive Vice President Chemicals & Materials
Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy

Bestätigungsvermerk14

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang ausgenommen "Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)", geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungs- vermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  1. Entkonsolidierung und Bewertung der Beteiligungen in Russland
  2. Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss
    3.# Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Auswirkungen Entkonsolidierung und Bewertung von Beteiligungen in Russland

Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die von Russland verkündeten Gegensanktionen haben wesentliche Auswirkungen auf die Vermögensgegenstände in Bezug auf die einstige Kernregion Russland der OMV. Die OMV ist in Russland durch die Beteiligung am Erdgasfeld Juschno-Russkoje vertreten. Das Gas wird durch den Betriebsführer und Lizenznehmer OJSC Severneftegazprom (SNGP), an dem die OMV einen Anteil von 24,99% hält, produziert. Die Anteile an SNGP wurden bis 28. Februar 2022 at-equity bilanziert. Verkauft wird das Gas durch die Vertriebsgesellschaft JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM), an der die OMV eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht mit Anspruch auf 99,99% des Ergebnisses hält. YRGM wurde bis Februar 2022 vollkonsolidiert, da alle Aktivitäten dieser Gesellschaft vorbestimmt sind und die OMV vollständig der Variabilität der Erträge ausgesetzt war.

Aufgrund der Gegensanktionen Russlands, die Auswirkungen auf die Tätigkeit von ausländischen Unternehmen in Russland haben, hat die OMV die Macht verloren, Dividenden von YRGM zu erhalten, was zu einem Verlust der Beherrschung über YRGM und des maßgeblichen Einflusses über SNGP führte. OMV beendete die Vollkonsolidierung von YRGM und die at-equity Bilanzierung von SNGP im Konzernabschluss. Seit 1. März 2022 werden die Beteiligungen an SNGP und YRGM gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert.

Die Entkonsolidierung führte zu einem Verlust von EUR 658 Mio. Zum 31. Dezember 2022 wurde der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen an YRGM und SNGP weiter auf einen Buchwert von EUR 23 Mio reduziert, was zu einem zusätzlichen Verlust von EUR 370 Mio führte. Der verbleibende Zeitwert beider Beteiligungen basiert auf einem DCF-Modell, das die Produktionsprofile, die erwarteten Gaspreise und Produktionskosten sowie einen Illiquiditätsabschlag berücksichtigt.

Der finanzielle Vermögenswert aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno Russkoje Gasfeld, der als Teil des Erwerbs der Beteiligung an diesem Feld in 2017 übernommen wurde, wurde zur Gänze wertberichtigt, was zu einem Bewertungsverlust von EUR 432 Mio führte.

Das wesentliche Risiko liegt in den vom Management getroffenen Annahmen hinsichtlich des Verlustes der Beherrschung über YRGM und des maßgeblichen Einflusses über SNGP, der Werthaltigkeit des verbleibenden Zeitwertes beider Beteiligungen als auch der Bewertung des Vermögenswertes aus der Neufeststellung der Reserven. Die Angaben der OMV zu den Auswirkungen des Angriffs Russland auf die Ukraine und die damit verbundenen wesentlichen Annahmen und Schätzungen sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die vom Management vorgenommenen Annahmen und Schätzungen beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der von OMV angewandten Kriterien zur Beurteilung des Verlustes der Beherrschung bzw. des maßgeblichen Einflusses über YRGM und SNGP;
  • Befragen des Vorstandes, der Rechtsabteilung und des Gashandelsmanagement der OMV;
  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess der wesentlichen Annahmen zur Ermittlung des Zeitwertes der Beteiligungen und des finanziellen Vermögenswertes, wie Schätzung der Reserven, Produktionsprofile, erwarteten Gaspreise und Produktionskosten;
  • Evaluieren der von der OMV vorgenommenen Beurteilung von Produktionsprofilen, erwarteten Gaspreise und Produktionskosten sowie des Illiquiditätsabschlages, die für die Ermittlung des Zeitwerts angesetzt wurden, mit zur Verfügung stehenden externen Quellen;
  • Beurteilen der von der OMV getroffenen Annahmen betreffend Gasreserven, die der Bewertung des finanziellen Vermögenswertes aus der Neufeststellung der Reserven zugrunde liegen und Beurteilen der anschließenden Wertberichtigung;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze und Inflationsraten;
  • Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Ermittlung des Zeitwertes;
  • Lesen der Informationen im Konzernlagebericht (Strategie und Geschäftsjahr des OMV Konzerns) und Beurteilen der Übereinstimmung mit den vom Management getroffenen Annahmen; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben im Konzernabschluss.

Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss

Der Klimawandel und die Energiewende wirken sich auf viele Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung aus. Das Risiko besteht darin, dass Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende nicht angemessen wiedergeben.

Wie in der Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) dargelegt, hat OMV die kurz- und langfristigen Effekte des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Konzernabschlusses berücksichtigt. In der Anhangangabe wird weiters ausgeführt, dass IFRS die Anwendung von Annahmen erfordert, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an möglichen zukünftigen Rahmenbedingungen darstellen, welche von den Unternehmens- und öffentlichen Klimazielen abweichen können.

Das Management der OMV hat für seine Annahmen in der Mittelfristplanung ein Basisszenario erstellt, welches den Schätzungen in diversen Bereichen des Konzernabschlusses, wie beispielweise Wertberichtigung von Vermögenswerten, Nutzungsdauern oder Rückstellungen von Rekultivierungsverpflichtungen, zugrunde gelegt wird. Das Basisszenario geht davon aus, dass die OECD-Länder das Netto-Null-Emissionsziel zwischen 2050 und 2070 erreichen werden (d.h. einem Pfad zwischen den Internationale Energie Agentur (IEA)-Szenarien "Net Zero Emissions" (NZE) und "Sustainable Development" (SDS) vergleichbar) und die Nicht-OECD-Länder die angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und fristgerecht implementieren (d.h. dem IEA "announced pledges"-Szenario vergleichbar).

Als Teil der Sensitivitätsanalysen zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten und der Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen hat die OMV eine Stress-Test-Analyse durchgeführt, die auf einem Dekarbonisierungsszenario zwischen dem SDS und NZE Szenario der IEA aufbaut. In einer weiteren Sensitivitätsanalyse zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte im E&P Segment verwendet die OMV das von der IEA modellierte NZE Szenario, das einen Pfad für den globalen Energiesektor zur Erreichung des Netto-Null-CO2-Emissionsziels bis 2050 zeigt.

Die Angaben der OMV zur Auswirkung des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss, inklusive der Sensitivitäten aufgrund der Stress-Test-Analyse, sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die vom Management vorgenommenen wesentlichen Annahmen zu Risiken aus dem Klimawandel und Energiewende und deren Auswirkungen auf wesentliche Schätzungen und Annahmen in verschiedenen Bereichen des Konzernabschlusses beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess mit dem Fokus darauf, wie die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in den wesentlichen Annahmen berücksichtigt wurden;
  • Analysieren der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf wesentliche Annahmen im Basisszenario und in der Stress-Test-Analyse mit den OMV-Verantwortlichen für die Konzernstrategie und die Konzernberichterstattung;
  • Lesen der Informationen im Lagebericht (Strategie und Nachhaltigkeit) um die Übereinstimmung mit den Managementannahmen im Basisszenario und der Stress-Test-Analyse beurteilen zu können;
  • Beurteilen der Zuordnung der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende zu Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung im Konzernabschluss;
  • Evaluieren der von OMV getroffenen Einschätzungen für wesentliche Annahmen im Basisszenario (Öl- und Gaspreise, CO2 Preise, Raffinerie- und petrochemische Margen und Cracks, Strompreise und Spreads, Mengenentwicklungen) und Vergleichen mit externen Marktdaten und anderen Informationen sofern verfügbar; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben im Konzernabschluss betreffend die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende, inklusive der Sensitivitäten gemäß der Stress-Test-Analyse und des Netto-Null-CO2-Emissionen-Szenarios in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen).

Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen

Zum 31. Dezember 2022 betrug der Buchwert der at-equity bewerteten Beteiligungen EUR 7.294 Mio (nach einer Wertzuschreibung von EUR 67 Mio für Abu Dhabi Oil Refining Company). Die Beurteilung der Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen erfordert Ermessensentscheidungen, ob Wertminderungsbedarf besteht oder ob Anhaltspunkte vorliegen, dass eine in vorangegangenen Perioden erfasste Wertminderung nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte und wie hoch eine solche Wertminderung- oder aufholung ist. Für die at-equity bewertete Beteiligung an der Abu Dhabi Oil Refining Company, mit Sitz in Abu Dhabi, wurden Anhaltspunkte identifiziert, dass sich die im Vorjahr vorgenommene Wertminderung von EUR 669 Mio verringert hat.Der vom Management durchgeführte Test zur Bestimmung des erzielbaren Betrages ergab eine Wertzuschreibung in der Höhe von EUR 67 Mio. Das wesentliche Risiko liegt in der vom Management vorgenommenen Schätzung zukünftiger Margenannahmen, Produktionsmengen, Zahlungsströme und Diskontierungssätze, welche dazu dienen, die Werthaltigkeit zu bestimmen. Die Angaben der OMV zu at-equity bewerteten Beteiligungen und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen) und Anhangangabe 16 (At-equity bewertete Beteiligungen) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung der Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen durch das Management dahingehend geprüft, ob und wie das Management einen etwaigen Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf ermittelt. Wo ein Test zur Beurteilung des erzielbaren Betrages notwendig war, haben wir die Annahmen des Managements beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess;
  • Prüfen und beurteilen der Einschätzung durch das Management von Wertminderungsanzeichen oder das Vorliegen von Anhaltspunkten, dass eine in Vorperioden durchgeführte Wertminderung sich vermindert haben könnte;
  • Beurteilung der Bestimmung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten;
  • Abstimmen der in den Cash Flow Modellen enthaltenen Annahmen mit genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Cash Flow Modelle;
  • Vergleichen der Cash Flow Prognosen mit externen Marktdaten oder anderen zur Verfügung stehenden externen Quellen;
  • Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze, Wechselkurse und Wachstumsraten sowie zur Beurteilung der Bewertungsmodelle;
  • Beurteilen der Treffsicherheit von Budgets und Prognosen des Managements durch Vergleich zur aktuellen Performance und zu Vorjahreswerten;
  • Beurteilen der vom Management durchgeführten Sensitivitätsanalysen für in den Cash Flow Modellen getroffene wesentliche Annahmen sowie Durchführen von zusätzlichen eigenen Sensitivitätsanalysen zur Beurteilung der Auswirkung von möglichen Änderungen der Annahmen auf die Werthaltigkeit; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung (E&E)

Der Buchwert der immateriellen E&E Vermögenswerte betrug EUR 878 Mio zum 31. Dezember 2022, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von EUR 183 Mio in 2022. Gemäß IFRS 6, Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen, sind Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung auf Wertminderung zu überprüfen, wenn Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes für Exploration und Evaluierung seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Die Beurteilung des Buchwertes erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch das Management, ob zum Jahresende ein Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist. Das wesentliche Risiko liegt in der Beurteilung der Absicht des Managements mit den Arbeiten an Erkundungsbohrungen und Lizenzen fortzufahren, der Wahrscheinlichkeit einer Lizenzverlängerung und dem bisherigen Erfolg von Bohrungen und geologischen Analysen. Zusätzlich kann die Werthaltigkeit von E&E Vermögenswerten auch von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende - wie im dazu besonders wichtigen Prüfungssachverhalt oben beschrieben - beeinflusst sein. Die Angaben der OMV zu immateriellen E&E Vermögenswerten für Exploration und Evaluierung und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Bilanzungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen), Anhangan-gabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen), Anhangangabe 8 (Explorationsaufwendungen) und Anhangangabe 14 (Immaterielle Vermögenswerte) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Beurteilung des Buchwertes der immateriellen E&E Vermögenswerte durch das Management unter Bezug auf die Kriterien des IFRS 6 und der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns untersucht. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Untersuchen der Absicht des Managements zur Fortführung von Explorations- und Evaluierungstätigkeiten in relevanten Explorationsgebieten mittels Durchsicht von Budgets und Gesprächen mit dem Senior Management über die Absichten und Strategien des Konzerns;
  • Durchsehen der Vorstandssitzungsprotokolle auf negative Hinweise, welche auf erfolglose Projekte schließen lassen könnten;
  • Befragen des Managements über den Status der wesentlichen Explorationsprojekte;
  • Beurteilen, ob der Konzern in der Lage ist, geplante Explorations- und Evaluierungsaktivitäten zu finanzieren;
  • Identifizieren von Öl- und Gasfeldern, bei welchen die Explorationsrechte des Konzerns entweder abgelaufen oder nahe dem Ablaufdatum sind und Beurteilen der Einschätzung des Managements hinsichtlich etwaiger Risiken im Zusammenhang mit der Verlängerung der Lizenzen;
  • Beurteilen der vom Management getroffenen Annahmen, wenn ein E&E Vermögenswert außerplanmäßig abgeschrieben wurde und Überprüfung der Bewertung;
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben; und
  • Die Tätigkeiten im zuvor beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt betreffend Klimawandel und Energiewende.

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Schätzung von Öl- und Gasreserven

Öl- und Gasreserven sind ein Indikator für das zukünftige Leistungsvermögen des Konzerns. Sie sind für den Konzernabschluss relevant, da sie als Basis für Produktionspläne in der Schätzung zukünftiger Zahlungsströme und für Abschreibungen und Wertminderungen dienen. Die Bewertung von Öl- und Gasreserven erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen durch das Management und Techniker aufgrund der technischen Unsicherheiten beim Beurteilen der Mengen. Das wesentliche Risiko liegt in der Auswirkung der Öl- und Gasreserven auf den Konzernabschluss im Rahmen von Wertminderungstests, Abschreibungen und der Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen. Die Angaben der OMV zu Öl- und Gasreserven und den damit verbundenen Wertminderungstests sind in Anhangangabe 2 (Bilanzungsgrundsätze, Ermessenentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen), Anhangangabe 9 (Sonstige betriebliche Aufwendungen) und Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Unsere Prüfungstätigkeiten konzentrierten sich auf den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven durch das Management. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Verstehen des Prozesses und der Kontrollen im Konzern im Zusammenhang mit der Schätzung von Öl- und Gasreserven;
  • Testen von Kontrollen im Überprüfungsprozess für Öl- und Gasreserven;
  • Analyse des internen Zertifizierungsprozesses für technische und kaufmännische Spezialisten, welche für den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven verantwortlich sind;
  • Beurteilen der Kompetenz von internen und externen Spezialisten sowie der Objektivität und Unabhängigkeit von externen Spezialisten, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Schätzung der Öl- und Gasreserven durchzuführen;
  • Analysieren der letzten Berichte von DeGolyer and MacNaughton (D&M) über deren im Jahr 2022 durchgeführte Überprüfung der Öl- und Gasreserven des Konzerns in Tunesien, Malaysia und der Kurdischen Region im Irak;
  • Überprüfen, ob wesentliche Zu- oder Abgänge bei den Öl- und Gasreserven in der Periode, in der neue Informationen verfügbar waren, erfasst wurden und ob diese in Einklang mit den Richtlinien des Konzerns für Reserven und Ressourcen stehen;
  • Überprüfen, ob die aktualisierten Schätzungen der Öl- und Gasreserven in der Beurteilung von Wertminderungen und der Berechnung der Abschreibung entsprechend berücksichtigt wurden; und
  • Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 3.796 Mio. Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Das wesentliche Risiko liegt in der Schätzung des Managements von zukünftigen Kosten, Diskontierungssätzen und Inflationsraten, welche in die Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen einfließen. Zusätzlich kann die Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen auch von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende - wie im dazu besonders wichtigen Prüfungssachverhalt oben beschrieben - beeinflusst sein. Die Angaben der OMV zur Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen sind in Anhangangabe 2 (Bilanzungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) und in Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen durch das Management beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess für Rekultivierungsverpflichtungen;
  • Vergleichen der aktuellen Kostenschätzungen mit bisher angefallenen Rekultivierungskosten.# Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.

In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt.

Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.# Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld, wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Juli 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander Wlasto.

Wien, am 9. März 2023

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Alexander Wlasto e.h.
Wirtschaftsprüfer

Mag. Katharina Schrenk e.h.
Wirtschaftsprüferin

KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG

92 — 227

94 — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

95 — Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2022

96 — Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

98 — Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2022

100 — Konzern-Cashflow-Rechnung 2022

Konzernanhang

  • 101 — Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze
  • 122 — Segmentberichterstattung
  • 128 — Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • 138 — Erläuterungen zur Bilanz
  • 176 — Ergänzende Angaben zur Finanzlage
  • 198 — Sonstige Angaben
  • 217 — Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
  • 227 — Vorstand

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

In EUR Mio

Anhangangabe 2022 2021
Umsatzerlöse 4, 5 62.298 35.555
Sonstige betriebliche Erträge 6 1.644 933
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 6, 16 869 600
Summe Erlöse und sonstige Erträge 64.811 37.087
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) 17 –39.298 –20.257
Produktions- und operative Aufwendungen –4.542 –3.645
Produktionsbezogene Steuern –1.663 –658
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen 7 –2.484 –3.750
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –2.689 –2.746
Explorationsaufwendungen 7, 8 –250 –280
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 –1.639 –688
Operatives Ergebnis 12.246 5.065
Dividendenerträge 31 11 19
Zinserträge 11, 31 269 161
Zinsaufwendungen 11, 31 –417 –334
Sonstiges Finanzergebnis 11, 31 –1.345 –40
Finanzerfolg –1.481 –194
Ergebnis vor Steuern 10.765 4.870
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 –5.590 –2.066
Jahresüberschuss 5.175 2.804
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 3.634 2.093
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 71 94
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 1.470 617
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 13 11,12 6,40
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 13 11,11 6,40

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2022

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In EUR Mio

Anhangangabe 2022 2021
Jahresüberschuss 5.175 2.804
Währungsumrechnungsdifferenzen 603 946
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres 21 250 883
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung 3, 6, 9 354 63
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 28 40 210
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres 377 386
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung –338 –176
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis 16 0 0
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können 643 1.156
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 23 263 53
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten 18 2 –1
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden 28 –67 17
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis 16 6 –0
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden 204 69
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen –5 –41
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen –26 8
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern 21 –30
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern 817 1.192
Gesamtergebnis des Jahres 5.992 3.996
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen 4.381 3.164
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen 71 94
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 1.540 739

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Vermögen

In EUR Mio

Anhangangabe 2022 2021
Immaterielle Vermögenswerte 14 2.510 3.161
Sachanlagen 15 19.317 18.569
At-equity bewertete Beteiligungen 16 7.294 6.887
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 1.999 3.730
Sonstige Vermögenswerte 19 115 113
Latente Steuern 25 1.150 1.265
Langfristiges Vermögen 32.384 33.724
Vorräte 17 4.834 3.150
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 4.222 4.518
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18 3.929 5.148
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern 97 107
Sonstige Vermögenswerte 19 1.198 621
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26 8.090 5.050
Kurzfristiges Vermögen 22.369 18.595
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 20 1.676 1.479
Summe Aktiva 56.429 53.798

Eigenkapital und Verbindlichkeiten

In EUR Mio

Anhangangabe 2022 2021
Grundkapital 327 327
Hybridkapital 2.483 2.483
Rücklagen 16.339 12.695
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 19.149 15.505
Nicht beherrschende Anteile 22 7.478 6.491
Summe Eigenkapital 21 26.628
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 997 1.299
Anleihen 24 6.030 7.275
Leasingverbindlichkeiten 24 1.322 887
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 1.359 1.415
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 3.714 3.683
Sonstige Rückstellungen 23 377 643
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 489 587
Sonstige Verbindlichkeiten 24 124 118
Latente Steuern 25 1.194 1.309
Langfristige Verbindlichkeiten 15.607 17.216
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 5.259 4.860
Anleihen 24 1.290 795
Leasingverbindlichkeiten 24 155 131
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 24 128 350
Ertragsteuerverbindlichkeiten 2.449 1.301
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 23 82 72
Sonstige Rückstellungen 23 505 360
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24 2.172 4.367
Sonstige Verbindlichkeiten 24 1.527 1.440
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.567 13.677
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 20 626 909
Summe Passiva 56.429 53.798

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2022

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2022¹

In EUR Mio

Grundkapital Kapitalrücklage Hybridkapital Gewinnrücklage Währungs-umrechnungs-differenzen Hedges Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen Eigene Anteile Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
1. Jänner 2022 327 1.514 2.483 12.008 –910 173 –86 –3 15.505 6.491 21.996
Jahresüberschuss 3.705 3.705 1.470 5.175
Sonstiges Ergebnis des Jahres 206 543 746 71 817
Gesamtergebnis des Jahres 3.911 543 4.451 1.540 5.992
Dividendenausschüttung und Hybridkupon –847 –6 4 –843 –621 –1.464
Anteilsbasierte Vergütungen 4 1 5 45 50
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile 5 –2 33 38 23 61
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz
31. Dezember 2022 327 1.517 2.483 15.076 –370 200 –82 –2 19.149 7.478 26.628

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2021¹

In EUR Mio

Grundkapital Kapitalrücklage Hybridkapital Gewinnrücklage Währungs-umrechnungs-differenzen Hedges Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen Eigene Anteile Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
1. Jänner 2021 327 1.506 3.228 10.502 –1.785 51 –86 –3 13.739 6.159 19.899
Jahresüberschuss 2.187 2.187 617 2.804
Sonstiges Ergebnis des Jahres 61 875 134 0 1.071 121 1.192
Gesamtergebnis des Jahres 2.248 875 134 0 3.258 739 3.996
Dividendenausschüttung und Hybridkupon –699 –699 –268 –967
Veränderungen Hybridkapital –745 –43 –789 –789
Anteilsbasierte Vergütungen 8 8 8
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile –13 –13 8 –5
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz
31. Dezember 2021 327 1.514 2.483 12.008 –910 173 –86 –3 15.505 6.491 21.996

¹Siehe Anhangangabe 21 – Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens und Anhangangabe 22 – Nicht beherrschende Anteile

Konzern-Cashflow-Rechnung 2022

Konzern-Cashflow-Rechnung

In EUR Mio

Anhangangabe 2022 2021
Jahresüberschuss 5.175 2.804
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen 7 2.667 3.935
Latente Steuern 12 85 10
Laufende Steuern 12 5.505 2.056
Gezahlte Ertragsteuern –4.266 –1.135
Steuerrückerstattungen 68 24
Verluste (+)/Gewinne (-) aus Abgängen von Anlagevermögen und Geschäftseinheiten 6, 9 –344 –267
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge 6, 18, 31 –879 –619
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen Unternehmen 16, 35 812 2.007
Zinsaufwendungen 11, 31 154 175
Gezahlte Zinsen –182 –207
Zinserträge 11, 31 –264 –156
Erhaltene Zinsen 247 78
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen 23 –13 –13
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Rückstellungen 23 –195 –16
Sonstige Änderungen 26 1.274 221
Cashflow aus
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte –2.188
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen –397 –1.932
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten 501 1.136
Veränderungen in den Net Working Capital-Positionen –2.084 –1.881
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 7.758 7.017

Investitionen
Immmaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –2.943 | –2.497
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte | –736 | –382
Veräußerungen
Erlöse aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten | 1.487 | 397
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 440 | 661
Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel | –214 | —
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –1.966 | –1.820

Zugänge langfristige Finanzierungen | 0 | 250
Rückzahlung langfristige Finanzierungen | –1.047 | –2.287
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | –184 | 61
Erhöhung von nicht beherrschenden Anteilen | 30 | —
Verminderung von nicht beherrschenden Anteilen | –1 | –4
Dividendenzahlungen an Anteilseigner des Mutterunternehmens (inkl. Hybridkupons) | –847 | –733
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner | –612 | –265
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –2.660 | –2.977

Währungsdifferenz auf liquide Mittel | –72 | –25
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | 3.060 | 2.195
Liquide Mittel Jahresbeginn | 5.064 | 2.869
Liquide Mittel Jahresende | 8.124 | 5.064
Davon Liquide Mittel umgegliedert auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | 14 |
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 8.090 | 5.050

Konzernanhang

Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze

1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integriertes, internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen, welches Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Chemicals & Materials, Refining & Marketing und Exploration & Production unterhält. Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – beschrieben.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres, sofern nicht anders angegeben. Der Konzernabschluss 2022 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss beinhaltet die Abschlüsse der OMV Aktiengesellschaft und aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2022 beherrscht wurden (Tochterunternehmen). Die Abschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards erstellt. Eine Übersicht der Tochterunternehmen, at-equity bewerteten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – und enthält Angaben zu Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.

Der Konzernabschluss 2022 wurde am 9. März 2023 vom Aufsichtsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen

1) Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten und anderen Faktoren, die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen betrachtet werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen waren insbesondere in Zusammenhang mit den Auswirkungen der Klimakrise und der Energiewende sowie der Russland-Ukraine-Krise erforderlich. Diese Schätzungen und Annahmen werden nachfolgend in den Abschnitten a) und b) dargestellt. Darüber hinaus gab es Schätzungen und Annahmen mit wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis in Bezug auf Öl- und Gasreserven, die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, Rückstellungen, Leasingverträgen und Ertragsteuern. Diese werden im Abschnitt 2 gemeinsam mit den betreffenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden graphisch in grau hervorgehoben erläutert.

a) Wesentliche Schätzungen und Annahmen bei der Beurteilung von klimabezogenen Risiken

Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Sie unterliegen Unsicherheiten und können erhebliche Auswirkungen auf die derzeit vom Konzern ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben. 2022 definierte die OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion ihrer Emissionen und verpflichtete sich bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen (Scope 1, 2 und 3) zu werden. Für die Scope 1 und 2 Emissionen strebt die OMV eine absolute Reduktion von mindestens 30% bis 2030 und mindestens 60% bis 2040 an. Für Scope 3 Emissionen peilt die OMV eine Reduktion von mindestens 20% bis 2030 und von 50% bis 2040 an.

Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement der OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Risiken sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise. Nichtsdestotrotz gibt es eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren und dem Ausmaß, in dem mit diesen Veränderungen die Ziele des Pariser Abkommen erreicht werden. Während sich Unternehmen zu solchen Zielen verpflichten können, erfordert die Bilanzierung nach IFRS die Anwendung von Annahmen, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an möglichen zukünftigen Rahmenbedingungen darstellen, die von solchen Zielen abweichen können. Zu diesen Annahmen gehören Erwartungen über die künftigen, weltweiten Dekarbonisierungsanstrengungen und der Übergang zu Volkswirtschaften mit Netto-Null-Emissionen.

Die OMV verwendet zwei unterschiedliche Szenarien, die von der internen Market Intelligence-Abteilung entwickelt wurden: den „Base Case“ und den „Stress Case“. Die Szenarien unterscheiden sich durch die zugrunde gelegten Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen über Nachfrage, Preise und Margen von fossilen Produkten.

Der Base Case wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen verwendet, die in die Bewertung verschiedener Bilanzpositionen dieses Konzernabschlusses eingehen, wie Werthaltigkeitstests für nicht-finanzielle Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen.

Der Stress Case, der auf einem schnelleren Dekarbonisierungspfad basiert als der Base Case, wird für die Berechnung von Sensitivitäten verwendet, um die Unsicherheit aus der Geschwindigkeit der Energiewende zu berücksichtigen und das finanzielle Risiko für die bestehenden Vermögenswerte der OMV aus der Energiewende besser abschätzen zu können.

Beide Szenarien, der Base Case und der Stress Case, berücksichtigen mehr Klimaschutzanstrengungen und einen schnelleren Dekarbonisierungspfad als in den im Vorjahr verwendeten Szenarien. Die OMV erwartet aber weiterhin, dass sich die Energiewende in verschiedenen Teilen der Welt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vollziehen wird.

Der Base Case baut auf einem Szenario auf, in dem die OECD-Länder das Netto-Null-Emissionsziel zwischen 2050 und 2070 erreichen werden (d.h. einem Pfad zwischen den IEA-Szenarien „Net Zero Emissions“ (NZE) und „Sustainable Development“ (SDS) vergleichbar), und die Nicht-OECD-Länder die angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und fristgerecht implementieren (d.h. dem IEA „announced pledges“-Szenario vergleichbar).

Für die Stress-Test-Analyse wird ein Szenario verwendet, das einen möglichen Weg zur Erreichung der Klimaziele gemäß Pariser Abkommen darstellt. In diesem Szenario wird angenommen, dass fortgeschrittene Volkswirtschaften das Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 erreichen, während Volkswirtschaften mit mittlerem Einkommen und Entwicklungsländer dieses erst zu einem späteren Zeitpunkt, aber nicht später als 2070 erreichen. Aus der Annahme, dass die ganze Welt den Verpflichtungen des Pariser Abkommens nachkommt, ergeben sich eine niedrigere Nachfrage nach Öl und Gas und folglich niedrigere Öl- und Gaspreise als im Base Case. Weiters enthält dieses Szenario andere mögliche Effekte wie ein langsameres, kurzfristiges Wirtschaftswachstum.

In einer weiteren Sensitivitätsanalyse zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte im E&P Segment verwendet die OMV das von der IEA modellierte „Net Zero Emissions“-Szenario (NZE).Es zeigt einen Pfad für den globalen Energiesektor zur Erreichung des Netto-Null-CO2-Emissionsziels bis 2050.17 Für Investitionsentscheidungen werden Wirtschaftlichkeitsrechnungen auf Basis der gleichen Preis- und Nachfrageannahmen wie in der Mittelfristplanung und den Werthaltigkeitstests erstellt. Weiters ist für alle Investitionsentscheidungen eine Wirtschaftlichkeitsrechnung auf Basis der Stress Case-Annahmen verpflichtend, um die wirtschaftliche Rentabilität auch in einem an den Zielen des Pariser Abkommens ausgerichteten Szenario zu beurteilen. Das IEA NZE Szenario wird für Investitionsentscheidungen nicht herangezogen. Kosten für CO2 Emissionen werden in den Wirtschaftlichkeitsrechnungen, Werthaltigkeitstests als auch im Stress Case-Szenario insoweit berücksichtigt, als es in den jeweiligen Ländern eine CO2-Bepreisung gibt. Die Schätzungen für CO2-Preise in der Europäischen Union werden in der Anhangangabe 2.2j ausgewiesen.

Werthaltigkeit von Vermögenswerten

Annahmen über Warenpreise haben eine wesentliche Auswirkung auf die erzielbaren Beträge von Explorations- und Sachanlagevermögen sowie Firmenwerte. Für die Wertminderungstests werden die Preisannahmen verwendet, die für die Mittelfristplanung auf Basis des oben beschriebenen Szenarios über die Energiewende festgelegt wurden. Angaben zu den Wertminderungstests inklusive der Preisannahmen sind in den Anhangangaben 2.2j sowie Note 7 - Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen enthalten. Das Ergebnis der Wertminderungstests ist nicht im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens. Die auf Basis des Stress Case ermittelten Sensitivitäten zeigen hauptsächlich für die Öl- und Gasvermögenswerte im E&P Segment ein Risiko für Wertminderungen in einem Szenario, das den Zielen des Pariser Abkommens entspricht. Um die Risiken aus verschiedenen Dekarbonisierungsszenarien und deren Auswirkung auf die Öl- und Gasvermögenswerte der OMV noch näher zu analysieren, wurde in einer weiteren Berechnung die Auswirkung von Öl- und Gaspreisen aus dem 1,5°C kompatiblen Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 (NZE) Szenario laut IEA simuliert. Die dieser Berechnung zugrunde gelegten CO2 Preise entsprechen jenen der Stress Case-Berechnung. Diese sind für Europa im Einklang mit den CO2-Preisen im IEA NZE Szenario. Allerdings wurden keine CO2-Preise in Ländern ohne CO2-Bepreisungssystem berücksichtigt. Die Auswirkung des OMV Stress Case sowie der „NZE bis 2050“ Berechnung auf die Buchwerte der Öl- und Gasvermögenswerte wird in folgender Tabelle zusammengefasst:

Sensitivitäten auf die Öl- und Gasvermögenswerte

Verringerung der Buchwerte der Öl- und Gasvermögenswerte Verbleibender Buchwert der Öl- und Gasvermögenswerte Brent Ölpreis in realen Werten 2030/2040/2050² Gaspreis THE in realen Werten 2030/2040/2050²
in EUR Mrd in EUR Mrd USD/bbl EUR/MWh
OMV Stress case Szenario –5,3 6,9 47/27/20 18/18/18
IEA NZE Szenario –6,1 6,0 36/30/25 15/13/12

¹ Inklusive Öl- und Gasvermögenswerte mit unsicheren und sicheren Reserven, E&P At-equity-Beteiligungen und mit E&P in Zusammenhang stehende Firmenwerte
² In realen Werten mit Basisjahr 2027

Während ein Szenario mit einem schnellerem Dekarbonisierungspfad durch eine weltweit sinkende Nachfrage nach fast allen Produkten und damit niedrigeren Margen und Cracks auch eine Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Raffinerien im R&M-Segment hätte, wird nicht erwartet, dass die Werthaltigkeit der Buchwerte im C&M-Segment dadurch beeinträchtigt sein könnte. Nähere Details zu den Stresstests inklusive einer Beschreibung der Annahmen sind in Anhangangabe 2.2j. enthalten.

Nutzungsdauern

Die Geschwindigkeit der Energiewende kann eine Auswirkung auf die Restnutzungsdauer des Anlagevermögens haben. Das abnutzbare Vermögen in den Raffinerien wird im Durchschnitt über die nächsten 9 Jahre und im Retail-Bereich über die nächsten 5 bis 10 Jahre abgeschrieben. Es wird erwartet, dass die Nachfrage für Mineralölprodukte in diesem Zeitraum stabil bleiben wird. Durch die Energiewende wird deshalb keine wesentliche Auswirkung auf die erwarteten Nutzungsdauern des Anlagevermögens im R&M-Segment erwartet. Im E&P-Segment werden die Öl- und Gasvermögenswerte wie in Anhangangabe 2.2h beschrieben gemäß der Unit-of-Production-Methode auf Basis der sicheren Reserven abgeschrieben. Entsprechend den aktuellen Produktionsplänen werden von den sicheren Reserven zum 31. Dezember 2022 bis 2030 31%, bis 2040 5% und bis 2050 weniger als 1% verbleiben. Die bestehenden Öl- und Gasanlagen mit sicheren Reserven werden daher bis 2030 erheblich und mit Ausnahme eines Feldes bis 2050 vollständig abgeschrieben. Da die OMV keine wesentlichen Auswirkungen durch die Energiewende auf das C&M-Segment erwartet, ist in diesem Bereich mit keiner wesentlichen Auswirkung auf die Nutzungsdauern zu rechnen.

Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Das Fälligkeitsprofil für die Rekultivierungsrückstellungen ist in Anhangangabe 23 – Rückstellungen enthalten. Der wirtschaftliche Zeitpunkt für die Stilllegung der Öl- und Gasvermögenswerte ändert sich durch den Stress Case nicht wesentlich. Die Auswirkung auf den Buchwert der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen wird deshalb als unwesentlich eingeschätzt. Für die Raffinerien wurden keine Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen angesetzt. Es wird erwartet, dass die Raffinerien unter einem Energiewendeszenario, das in Einklang mit den Pariser Zielen steht, weiterhin für die Produktion genutzt werden. In den nächsten Jahren sind wesentliche Investitionen in die europäischen Raffineriestandorte der OMV geplant, um sie in Richtung der Produktion von erneuerbaren Treibstoffen und chemischen Rohstoffen mit einer stärkeren Chemie-Integration weiterzuentwickeln. Weiters wird für ADNOC Refining eine Fortsetzung des Betriebs in einem solchen Szenario dank der guten Positionierung im Markt erwartet.

b) Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen

Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelösten Entwicklungen hatten wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die OMV ist in Russland durch die Beteiligung am Erdgasfeld Juschno-Russkoje vertreten. Das Gas wird durch den Betriebsführer und Lizenznehmer OJSC Severneftegazprom (SNGP), an dem die OMV einen Anteil von 24,99% hält, produziert. Die Anteile an SNGP wurden bis 28. Februar 2022 at-equity bilanziert. Verkauft wird das Gas durch die Vertriebsgesellschaft JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM), an der die OMV eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht mit Anspruch auf 99,99% des Ergebnisses hält. YRGM wurde bis Februar 2022 vollkonsolidiert, da alle Aktivitäten dieser Gesellschaft vorbestimmt sind und die OMV vollständig der Variabilität der Erträge ausgesetzt ist. Russland beschloss als Antwort auf die Sanktionen durch die westlichen Staaten zahlreiche Gegensanktionen, die Auswirkungen auf die Tätigkeit von ausländischen Unternehmen in Russland haben. Entsprechend diesen Gegensanktionen hat die OMV u.a. die Macht verloren, Dividenden von YRGM zu erhalten, was zu einem Verlust der Beherrschung über YRGM und des maßgeblichen Einflusses über SNGP führte. Aus diesem Grund beendete die OMV die Vollkonsolidierung von YRGM und die at-equity Bilanzierung von SNGP im Konzernabschluss. Seit 1. März 2022 werden die Beteiligungen an SNGP und YRGM gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert. Die Entkonsolidierung führte zu einem Verlust von EUR 658 Mio, wovon EUR 399 Mio auf das Recycling der im sonstigen Ergebnis kumulierten Währungsverluste zurückzuführen ist. Der gesamte Betrag wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht. Weiters führte die Entkonsolidierung zu einem negativen Effekt von EUR 208 Mio im Cashflow aus der Investitionstätigkeit bedingt durch den Abgang liquider Mittel von YRGM, welcher in der Zeile „Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel“ enthalten ist. Zum 31. Dezember 2022 wurde der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen an YRGM und SNGP weiter auf einen Buchwert von EUR 23 Mio reduziert, was zu einem zusätzlichen Verlust von EUR 370 Mio im Finanzergebnis führte. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt die weitere Verschlechterung des politischen und rechtlichen Umfelds in Russland und basiert auf einem DCF-Modell, das das Produktionsprofil, die erwarteten Gaspreise, Produktionskosten sowie einen Illiquiditätsabschlag von 90% auf den verbleibenden Nettobarwert der Cashflows sowie den Bestand an liquiden Mitteln berücksichtigt. Die OMV hat eine vertragliche Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno Russkoje Gasfeld, die als Teil des Erwerbs der Beteiligung an diesem Feld in 2017 übernommen wurde. Gemäß dieser Vereinbarung wurden die Reserven vertraglich definiert, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der Vereinbarung festgelegt, kann entweder die OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (hätte in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitiert), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, die OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert, die auf drei verschiedenen Szenarien, wovon eines auf den internen Reservenschätzungen der OMV basiert, führte zu einem positiven Wert. Aufgrund der aktuell schwierigen politischen und rechtlichen Lage in Russland rechnet die OMV nicht mehr mit der Einbringlichkeit dieser vertraglichen Position. Aus diesem Grund wurde ein Bewertungsverlust von EUR 432 Mio im sonstigen betrieblichen Aufwand verbucht, der den beizulegenden Zeitwert auf Null reduzierte. 2021 wurde der beizulegende Zeitwert auf Basis der internen Reservenschätzungen ermittelt und führte zu einem Vermögenswert mit einem Wert von EUR 432 Mio.# Eine externe Überprüfung der Reserven in Juschno Russkoje zum 31. Dezember 2020 zeigte eine wesentliche Abweichung zur internen Schätzung. In einem weiteren externen Gutachten durch einen unabhängigen Experten wurde allerdings die Vorgehensweise der Schätzung durch die OMV bestätigt. Eine Erhöhung der geschätzten Reserven über die vertraglich festgelegten Reserven könnte zu einer finanziellen Verbindlichkeit gegenüber Gazprom führen. Die gesamten Auszahlungen der OMV als Finanzinvestorin im Rahmen der Finanzierungsverträge für Nord Stream 2 beliefen sich auf EUR 729 Mio. Der gesamte zum 5. März 2022 ausstehende Betrag inklusive abgegrenzter Zinsen betrug EUR 1 Mrd und wurde vollständig, zu Lasten des Finanzergebnisses, wertberichtigt (Buchwert zum 31. Dezember 2021: EUR 987 Mio). Während die OMV im ersten Quartal Erdgas im Umfang von im Durchschnitt 7,6 TWh pro Monat auf Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom nach Deutschland und Österreich importierte, gab es seit Mitte Juni Kürzungen der Liefermengen und seit August 2022 keine Lieferungen mehr nach Deutschland. In der zweiten Hälfte von 2022 importierte die OMV im Durchschnitt 2,6 TWh pro Monat an Erdgas auf Basis dieser Verträge. Die Lieferkürzungen machten Anpassungen der Sicherungsmaßnahmen der OMV und Ersatzbeschaffungen am Markt erforderlich und führten zu negativen finanziellen Auswirkungen. Es besteht weiterhin Unsicherheit hinsichtlich künftiger Kürzungen, und es können weitere substanzielle Verluste entstehen, wenn die abgesicherten Mengen von den tatsächlichen Lieferungen abweichen und somit teilweise ein nicht abgesichertes Gaspreisrisiko aus den Gazprom-Lieferverträgen besteht. Für die langfristigen Lieferverträge mit Gazprom wurden keine Drohverlustrückstellungen gebildet. Die Preisermittlung in diesen Verträgen basiert auf aktuellen Hub-Preisen, und eine Schätzung der negativen Auswirkungen aus künftigen Lieferkürzungen ist nicht möglich. Die Absicherungsgeschäfte für die Verträge werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und unterliegen keinem Hedge Accounting. Die OMV traf verschiedene Maßnahmen, um die russischen Liefermengen zu ersetzen und um sicherzustellen, dass sie allen Lieferverpflichtungen nachkommen kann. Dazu gehörte der Aufbau von Transportmöglichkeiten aus Nordwesteuropa (z.B. für Lieferungen von selbst produziertem, norwegischem Gas und LNG-Mengen via dem Gate-Terminal) und aus Italien. Im Juli konnte sich die OMV erfolgreich zusätzliche Transportkapazitäten nach Österreich an den Übergabestellen Oberkappel (Leitung aus Deutschland) und Arnoldstein (Leitung aus Italien) im Umfang von 40 TWh für das aktuelle Gasjahr (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) sichern. Weiters wurden die Speicher gefüllt, um mögliche Ausspeicherungen im Fall von weiteren Lieferkürzungen zu maximieren, und die OMV hat im Bedarfsfall Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Als direkte Auswirkung der Energiekrise in Europa wurden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie der EU Solidaritätsbeitrag und Preisobergrenzen implementiert. Die Auswirkungen der länderspezifischen EU Solidaritätsbeiträge auf den Konzernabschluss sind in Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten.

2) Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

a) Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwerte

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Es wird für jeden Unternehmenszusammenschluss einzeln entschieden, ob die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet werden. Bedingte Kaufpreiszahlungen werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung von bedingten Kaufpreiszahlungen, die als finanzielle Vermögenswerte oder Schulden eingestuft werden, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert mit Verbuchung der Wertänderungen im Gewinn oder Verlust. Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von der OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminderung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.

b) Umsatzerlöse

Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse bei Kontrollübergang der Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Die Ertragsrealisierung erfolgt auf Basis der mit dem Kunden vereinbarten Gegenleistung mit Ausnahme von Beträgen, die im Auftrag Dritter eingezogen werden. Beim Verkauf von Gütern wie Rohöl, LNG, Ölprodukte, chemische und ähnliche Produkte stellt grundsätzlich die Lieferung einer Mengeneinheit eine separate Leistungsverpflichtung dar. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Kontrolle über die Güter an den Kunden übertragen wird, wobei dies der Zeitpunkt ist, an dem die Eigentumsrechte sowie das Untergangsrisiko auf den Kunden übergehen. Dieser Zeitpunkt kann auf Basis der im Kundenvertrag vereinbarten Incoterms festgestellt werden. Diese Verkäufe erfolgen mit entsprechend dem Industriestandard üblichen Zahlungszielen. Umsatzerlöse aus der Rohölproduktion, an der die OMV mit anderen Produzenten beteiligt ist, werden gemäß der Umsatzmethode verbucht. Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte, unabhängig vom prozentualen Anteil oder Anspruch des Konzerns, verbucht werden. Für die Differenz zwischen den Kosten der verkauften Mengen und den Kosten auf Basis der Menge für die ein Anspruch besteht, wird eine Anpassung der Produktionskosten auf Basis der durchschnittlichen Kosten mit Gegenbuchung in den sonstigen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten erfasst. Im R&M Tankstellengeschäft werden die Umsätze aus dem Verkauf von Treibstoffen realisiert, wenn die Produkte an den Kunden abgegeben werden. Abhängig davon, ob die OMV beim Verkauf von Tankstellen-shopware als Prinzipal oder Agent handelt, werden die Erlöse und diesen Erlösen zuordenbaren Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung brutto oder netto dargestellt. Die OMV ist Prinzipal, wenn sie vor dem Verkauf Kontrolle über die Güter hat, wofür der Hauptindikator das Lagerrisiko bei der OMV ist. An Tankstellen sind die Zahlungen sofort zum Zeitpunkt des Kaufs fällig. Die Gas- und Stromlieferverträge der OMV enthalten eine Leistungsverpflichtung, die über den vereinbarten Lieferzeitraum erbracht wird. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den von den Kunden abgenommenen Mengen und in Übereinstimmung mit dem Betrag, den die OMV in Rechnung stellen darf, realisiert. Nur in Ausnahmefällen enthalten langfristige Lieferverträge unterschiedliche Preise in den verschiedenen Perioden, bei welchen die Preise nicht den Wert der Güter zum Lieferzeitpunkt widerspiegeln. In diesen Fällen werden die Umsatzerlöse auf Basis der durchschnittlichen Vertragspreise verbucht. In einigen Kundenverträgen für die Lieferung von Erdgas umfasst das dem Kunden verrechnete Entgelt einen Fixbetrag und ein variables Entgelt abhängig von der gelieferten Menge. Diese Verträge enthalten nur eine Leistungsverpflichtung und zwar eine Zusage, über einen bestimmten Zeitraum für die Lieferung von Gas bereitzustehen. Die Erlöse aus dem fixen und variablen Entgelt werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt. Gasspeicherverträge enthalten eine Zusage, Speicherleistungen über einen vereinbarten Zeitraum zu erbringen. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt. In der OMV gibt es einige Kundenverträge für Öl- und Gaslieferungen sowie für Gasspeicherleistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Gemäß IFRS 15 sind die gesamten auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen entfallenden Teile der Transaktionspreise grundsätzlich für solche Verträge anzugeben. Die Verträge für Öllieferungen enthalten, so wie in der Ölindustrie üblich, variable Preise auf Basis der Marktpreise zum Lieferzeitpunkt, weshalb für diese Verträge eine Zuordnung des Transaktionspreises auf die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen nicht möglich ist. Für Gasliefer- und Gasspeicherverträge wendet die OMV die Erleichterungsvorschriften gemäß IFRS 15.121 (b) an, wonach diese Informationen für Verträge, bei denen die Erlöse dem Wert, für die die OMV das Recht zur in Rechnungstellung hat, entsprechen, nicht veröffentlicht werden müssen. Die OMV veröffentlicht diese Information daher nicht.

c) Sonstige Erlöse

Die sonstigen Erlöse enthalten Umsatzerlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Umsatzerlöse und Kosten für Rohstoffe werden netto innerhalb der sonstigen Erlöse dargestellt, wenn die Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung abgeschlossen eingestuft wurden. Die sonstigen Erlöse enthalten weiters die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragsteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im E&P Segment (siehe 2.2f), realisierte und unrealisierte Ergebnisse aus der Absicherung von Umsatztransaktionen sowie Miet- und Pachterlöse.d) Explorationsaufwendungen

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich E&P und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten in Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen werden innerhalb der Abschreibungen, Wertminderungen und -aufholungen dargestellt.

e) Forschung und Entwicklung

Die im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallenden Ausgaben werden in der Periode als Aufwand verbucht, in der sie angefallen sind. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E), die in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen werden, umfassen alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.

f) Explorations- und Produktionsteilungsverträge

Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Ölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften bestritten und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölgesellschaft in Form des sogenannten „cost oil“ erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland bzw. der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.

g) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert (inklusive Kosten für Großinspektionen und Generalüberholungen). Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten enthalten den Barwert für die erwarteten Rückbaukosten von Anlagen nach deren Nutzung, wenn eine Rückstellung für Rückbaukosten angesetzt wurde (siehe 2.2s). Kosten für den Austausch von Anlagenteilen werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht. Immaterielle Vermögenswerte und abnutzbare Sachanlagen werden (mit Ausnahme von Öl- und Gasvermögen, siehe 2.2h) linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Nutzungsdauer
Jahre | Immaterielle Vermögenswerte | Nutzungsdauer
---|---|---
| Firmenwerte | Unbestimmt |
| Software | 3–7 |
| Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u.Ä. | 3–20, Vertragslaufzeit oder Unit-of-Production-Methode |
| Bereichsspezifische Sachanlagen | |
| E&P Öl- bzw. Gasvermögen | Unit-of-Production-Methode |
| R&M Leitungen | 20-30 |
| Gaskraftwerk | 8–30 |
| Hochbehälter | 40 |
| Raffinerieverarbeitungsanlagen | 25 |
| Tankstellen | 5–20 |
| C&M Chemische Produktionsanlagen | 15-20 |
| Sonstige Sachanlagen | |
| Produktions- und Verwaltungsgebäude | 20–50 |
| Sonstige technische Anlagen | 10–20 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3–15 |

h) Öl- und Gasvermögen

E&P-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zum Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Kosten für nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

▸ Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, die eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
▸ Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit gemacht, die die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft rechtfertigen.
▸ Der Zeitraum, für den das Unternehmen das Recht zur Exploration eines bestimmten Gebietes hat, ist nicht abgelaufen.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven

Es kann Fälle geben, bei denen die Kosten für Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven über einen längeren Zeitraum aktiviert bleiben, während die verschiedenen Evaluierungsaktivitäten und seismischen Analysen zur Beurteilung der Größe des Reservoirs und dessen Wirtschaftlichkeit fortgesetzt werden. Weitere Entscheidungen über den optimalen Zeitpunkt für solche Entwicklungen werden aus einer Ressourcen- und Portfoliosichtweise getroffen. Sobald keine Absichten mehr bestehen, einen Fund zu entwickeln, wird eine sofortige Wertminderung auf die Vermögenswerte erfasst. Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht. Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vemögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber bei Vorliegen eines Indikators für eine potenzielle Wertminderung auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert. Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden, sofern nicht eine andere Basis von Reserven für die Abschreibung angemessener ist.

Wesentliche Schätzung: Öl- und Gasreserven

Die Öl- und Gasreserven werden durch firmeninterne Erdölingenieur*innen unter Anwendung von Industriestandards geschätzt und zumindest einmal jährlich neu beurteilt. Zusätzlich werden regelmäßig externe Überprüfungen durchgeführt. 2022 führte DeGolyer and MacNaughton (D&M) eine externe Überprüfung der Reserven zum Jahresende 2021 für die Öl- und Gasvermögenswerte in Tunesien, KRI und Malaysia durch. Im Jahr davor wurden die Reserven der anderen wesentlichen Öl- und Gasvermögenswerte extern überprüft. Die Ergebnisse der externen Reviews zeigten abgesehen von Ausnahmefällen keine wesentlichen Abweichungen zu den internen Schätzungen. Bei Vorliegen von wesentlichen Abweichungen führt die OMV weiterführende Analysen, ggf. unter Einbindung von weiteren, unabhängigen Experten, durch. Die Schätzungen der Öl- und Gasreserven haben eine wesentliche Auswirkung auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte des Konzerns. Korrekturen dieser Schätzungen nach unten können zu einer Wertminderung des Buchwerts des Vermögenswerts führen. Zusätzlich beeinflussen Schätzungsänderungen der Öl- und Gasreserven prospektiv die Höhe der Abschreibungen.

i) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltene Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden. Wesentliche gemeinsame Explorations- und Produktionsaktivitäten im E&P-Bereich werden über gemeinschaftliche Tätigkeiten ausgeübt, die nicht als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind.# j) Wertminderung von Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (inklusive Öl- und Gasvermögen) und at-equity bewertete Beteiligungen werden auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände einen Anhaltspunkt für eine potenzielle Wertminderung eines Vermögenswerts geben. Überprüfungen auf Werthaltigkeit werden auf der Ebene des Vermögenswerts oder der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten durchgeführt, die Zahlungsmittel weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten generieren, der sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE). Wenn festgestellt wurde, dass Vermögenswerte wertgemindert sind, werden die Buchwerte bis zu ihrem erzielbaren Betrag, der dem höheren aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht, abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der Diskontierungssatz vor Steuern wird iterativ ermittelt. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell herangezogen. Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Wertaufholung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Die Beurteilung, ob Vermögenswerte oder ZGE wertgemindert sind oder ob vergangene Wertminderungen wieder zugeschrieben werden sollen, erfordert die Anwendung verschiedener Schätzungen und Annahmen wie beispielsweise über die Preis und Margenentwicklung, Produktionsmengen und Diskontierungssätze. Änderungen der wirtschaftlichen Lage, der Erwartungen hinsichtlich klimabezogener Risiken oder anderer Tatsachen und Umstände können eine Überprüfung dieser Annahmen erforderlich machen und zu Wertminderungen oder Wertaufholungen von Vermögenswerten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen.

Wesentliche Annahmen

Die den Wertminderungstests zugrundeliegenden Preis- und Margenannahmen werden jährlich im Rahmen der Mittelfristplanung (MTP) vom Management überprüft und vom Aufsichtsrat verabschiedet. Sie stellen die bestmöglichen Schätzungen des Managements dar und sind im Einklang mit externen Quellen. Während die kurzfristigen Annahmen aus aktuellen Forward-Preisen und Marktentwicklungen abgeleitet werden, werden die langfristigen Preisannahmen anhand einer Vielzahl von langfristigen Prognosen von anerkannten Experten und Beratern unter Berücksichtigung von weltweitem Angebot und Nachfrage entwickelt. Die langfristigen Annahmen der OMV berücksichtigen die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende hin zu kohlenstoffärmeren Energieträgern (siehe Abschnitt 1 dieser Anhangangabe).

In der Berichtsperiode erhöhte die OMV ihre kurzfristigen Preisannahmen für Brent Rohöl, um dem engeren Post-COVID19-Markt Rechnung zu tragen. Langfristig wurden die Ölpreise auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr gehalten. Die europäischen Gaspreise wurden im kurzfristigen Bereich infolge der Invasion der Ukraine durch Russland und dem starken Rückgang der russischen Gasflüsse in den europäischen Markt stark erhöht. Langfristig wird mit europäischen Gaspreisen leicht über den Annahmen des Vorjahres aufgrund von weiterhin geringerem Angebot von russischem Gas in Europa und trotz einer im Vergleich zu den Annahmen aus 2021 schnelleren Dekarbonisierung gerechnet.

Die Preisannahmen sowie EUR-USD-Wechselkurse sind im Folgenden angeführt (in den ersten 5 Jahren in nominellen Werten und anschließend in realen Werten mit Basisjahr 2027 in 2022 bzw. 2026 in 2021):

2022 Preisannahmen für Impairment Tests

2023 2024 2025 2026 2027 2030 2040 2050
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 80 75 70 65 65 65 60 60
EUR-USD Wechselkurs 1,10 1,10 1,10 1,10 1,10 1,10 1,10 1,10
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 73 68 64 59 59 59 55 55
Gaspreis THE (EUR/MWh) 91 64 46 36 27 24 24 24
CO2 Preis (EUR/t) 85 92 100 107 114 129 142 118

2021 Preisannahmen für Impairment Tests

2022 2023 2024 2025 2026 2030 2040 2050
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 65 65 65 65 65 65 60 60
EUR-USD Wechselkurs 1,22 1,22 1,22 1,22 1,22 1,22 1,22 1,22
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 53 53 53 53 53 53 49 49
Gaspreis THE (EUR/MWh) 25 22 22 22 22 22 22 22
CO2 Preis (EUR/t) 55 58 61 64 68 93 117

Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für Vermögenswerte im E&P-Bereich sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen, Wechselkurse und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund der Reservenschätzungen (siehe Anhangangabe 2.2h) und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer Feldlebensplanung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes. Der Anstieg der Gaspreise wurde als Anhaltspunkt für eine Wertaufholung von in Vorjahren verbuchten Wertminderungen europäischer Gasanlagen gewertet. Im Gegensatz dazu ging das erwartete Produktionsvolumen einiger Öl- und Gasfelder in Rumänien aufgrund höherer erwarteter natürlicher Rückgangsraten zurück und die Kostenbasis stieg. Die Ergebnisse der Wertminderungstests sind in Anhangangabe 7 dargestellt.

Im R&M und C&M Geschäft sind die Hauptannahmen für die Berechnung des erzielbaren Betrags die relevanten Margen, Volumina sowie Diskontierungs-, Inflations- und Wachstumsraten. Die Nutzungswertberechnung basiert auf den Cashflows der Fünf-Jahres-Mittelfristplanung sowie einer ewigen Rente. Hinsichtlich der Raffineriemargen im Nahen Osten wurde angenommen, dass sie kurzfristig steigen, aber langfristig auf dem gleichen Niveau wie in der Vorperiode bleiben würden. Die kurzfristige Margenverbesserung wurde als Anhaltspunkt für eine Wertaufholung der ADNOC Refining-Beteiligung, auf die im Vorjahr eine Wertminderung verbucht wurde, gewertet. Die in die Berechnung der ewigen Rente einfließende Wachstumsrate wurde mit 1% angenommen.

Sensitivitäten auf Basis des Stress Case

Auf der Grundlage eines Stress Case-Szenarios wurden Sensitivitäten berechnet, um die Widerstandsfähigkeit der Vermögenswerten gegen Risiken eines langsameren Wirtschaftswachstums und der Russland-Ukraine-Krise im kurz-und mittelfristigen Zeitraum und auf längere Sicht gegen klimabedingte Risiken zu testen. Die langfristigen Preis- und Margenannahmen basieren auf einem Szenario, das mit den Zielen des Pariser Abkommens im Einklang steht und zu einem weltweiten Übergang zu Netto-Null-Emissionen zwischen 2050 und 2070 führt (für nähere Details siehe Abschnitt 1 dieser Anhangangabe).

Die in der Sensitivitätsanalyse verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten (Preise auf Basis von nominalen Werten in den ersten 5 Jahren und anschließend in realen Werten mit Basisjahr 2027):

2022 Preisannahmen für Stress Case Sensitivitäten

2023 2024 2025 2026 2027 2030 2040 2050
Brent Rohölpreis (USD/bbl) 65 60 55 50 50 47 27 20
EUR-USD Wechselkurs 1,20 1,20 1,20 1,20 1,20 1,20 1,20 1,20
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) 54 50 46 42 42 39 23 17
Gaspreis THE (EUR/MWh) 69 48 35 27 20 18 18 18
CO2 Preis (EUR/t) 100 107 114 121 129 142 194 232

Die Stress Case-Sensitivitäten wurde anhand einer vereinfachten Methode berechnet.### Die Berechnung basiert auf einem DCF-Modell ähnlich zu einer Nutzungswertberechnung, in der keine künftigen Investitionen in Erweiterungen und Verbesserungen berücksichtigt werden. Die Berechnungen enthalten keine Folgemaßnahmen, die das Management implementieren könnte, wie Divestments und Änderungen in der Unternehmensplanung. Die angeführten Beträge sind deshalb nicht als eine beste Schätzung eines erwarteten Wertminderungsverlusts aus einem solchen Szenario zu sehen. Im E&P-Segment basieren die Cashflows auf einer angepassten Mittelfristplanung für fünf Jahre und eine Feldlebensplanung für die Jahre bis zur Stilllegung. Der Stress Case beinhaltet keine anderen Änderungen von Inputfaktoren als Preise und Mengen und keine Restrukturierungsmaßnahmen. Nach diesem Stress Case-Szenario hätten die Buchwerte der Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven (inkl. E&P at-equity bewertete Beteiligungen) um EUR 4,4 Mrd und Firmenwerte um EUR 0,6 Mrd reduziert werden müssen. Zusätzlich würden einige Öl- und Gasvermögenswerte ohne sichere Reserven mit einem GuV-Effekt vor Steuern von EUR 0,3 Mrd aufgegeben werden. Für Öl- und Gasvermögenswerte wurde eine weitere Sensitivität auf Basis der Öl- und Gaspreise laut IEA Net Zero bis 2050 Szenario berechnet, die eine Reduktion des Buchwerts der Öl- und Gasvermögenswerte mit sicheren und unsicheren Reserven (inkl. E&P Firmenwerte) von EUR 6,1 Mrd zeigte (siehe Abschnitt 1 dieser Anhangangabe). Im R&M-Segment berücksichtigt der Stress Case eine weltweit rückgängige Nachfrage für fast alle Produkte, die im Vergleich zum in den Wertminderungstests enthaltenen Szenario zu niedrigeren Margen und Cracks führt. Das Stress Case-Szenario würde in einem zusätzlichen Rückgang der Buchwerte der Raffinerien (inklusive der Beteiligung an ADNOC Refining) in der Höhe von EUR 0,6 Mrd resultieren, wobei dieser Betrag sich hauptsächlich auf die Beteiligung in ADNOC Refining sowie Petrobrazi in Rumänien bezieht. Die Raffinerien Schwechat und Burghausen sind durch den starken Fokus auf petrochemische Produkte weniger stark von einem Wertminderungsrisiko in einem solchen Szenario betroffen. In der Stress Case-Berechnung für die Raffinerien wurden die Cashflows der Mittelfristplanung für die nächsten fünf Jahre an die niedrigeren Margen angepasst. Die Raffinerie-Referenzmargen Europa wurden im Stress Case im Durchschnitt um ca. 50% niedriger angenommen als in der Mittelfristplanung. Die ewige Rente für die Raffinerien in Europa wurde auf Basis der Cashflows aus der letzten Detailplanungsperiode sowie einer Wachstumsrate, die der aus den langfristig geschätzten Margen und Absatzmengen abgeleiteten durchschnittlichen, jährlichen Wachstumsrate (CAGR) entspricht, ermittelt. Die Wachstumsraten bewegen sich im Bereich zwischen –3,17% und 1,0%. Zusätzlich wurde in den Cashflows für die ewige Rente eine wesentliche Reduktion der operativen Kosten und CAPEX berücksichtigt.

k) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

l) Leasing

Die OMV setzt für Leasingverhältnisse, in denen sie Leasingnehmer ist, gemäß IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte an. Sie wendet die Vereinfachungsregeln für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringwertigen zugrundeliegenden Sachvermögen an und setzt damit für solche Leasingverhältnisse keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz an. Nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen. Die Pacht für diese Verträge wird linear als Aufwand über den Leasingzeitraum erfasst. Leasingverträge werden für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der fixen Leasingzahlungen und Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, über den Leasingzeitraum abgezinst mit dem Diskontierungssatz bewertet. Nutzungsrechte werden in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich Vorauszahlungen und anfänglichen direkten Kosten angesetzt. Die OMV als Leasinggeber hat Verträge abgeschlossen, die als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft wurden und für die die fixen und variablen Mietzahlungen über den Leasingzeitraum als Miet- und Leasingerträge erfasst werden.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Leasingverhältnisse

Die OMV hat eine Reihe von Verträgen über die Miete oder Pacht von Tankstellen. Viele von diesen Verträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Verlängerungsoptionen bzw. Perioden nach Kündigungsoptionen wurden bei der Bestimmung des Leasingzeitraums berücksichtigt, wenn eine Verlängerung (bzw. keine Kündigung) hinreichend sicher ist. Bei der Feststellung des Leasingzeitraums berücksichtigt die OMV alle relevanten Fakten und Umstände, die zu wirtschaftlichen Anreizen für die Verkürzung oder Verlängerung des Leasingzeitraums gemäß der verfügbaren Optionen führen. Bei der Beurteilung des Leasingzeitraums von Tankstellenmiet- und -pachtverträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Leasingzeitraum 20 Jahre nicht überschreitet. Optionale Zeiträume, die in der Bewertung der Leasingverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, gibt es in erster Linie für technische Ausrüstung im E&P-Bereich in Rumänien, Bürogebäude, ein Grundstück in Belgien sowie für Gasspeicherkavernen in Deutschland. Die Ausübung der Verlängerungsoption für die Bürogebäude und die Gasspeicherkavernen liegt in ferner Zukunft.

m) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Beim Erstansatz stuft die OMV ihre finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) ein. Die Einstufung erfolgt abhängig vom Geschäftsmodell, nach dem sie vom Konzern gesteuert werden, sowie den vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften der finanziellen Vermögenswerte. Käufe und Verkäufe im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert. Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, wenn sie die folgenden beiden Voraussetzungen erfüllen:
* Der Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten; und
* die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu Zahlungsströmen zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen.
Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zinserträge, Wertminderungsaufwendungen und Gewinne oder Verluste aus dem Abgang werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die OMV berücksichtigt für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte Wertberichtungen auf Basis der erwarteten Kreditausfälle (ECL). Die erwarteten Kreditausfälle werden auf Basis externer oder interner Ratings der Kontrahenten und den entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Verfügbare zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt, sofern sie eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der erfassten Wertberichtigungen haben. Erwartete Kreditausfälle werden in zwei Stufen erfasst. Wenn es seit dem Erstansatz keine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos gegeben hat, wird die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Der 12-Monats-Kreditverlust ist der Kreditverlust, der aus Ausfallereignissen resultiert, der innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich ist. Ein finanzieller Vermögenswert weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der Definition von „Investment Grade” entspricht. Wenn das Kreditrisiko hingegen seit dem Erstansatz wesentlich angestiegen ist, ist eine Wertberichtigung in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts erforderlich, d.h. die erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Für diese Einschätzung berücksichtigt der Konzern alle angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Darüber hinaus nimmt die OMV an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Wenn die Bonität sich wiederum verbessert, geht die OMV auf den Ansatz eines 12-Monats-Kreditverlusts zurück. Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn er für mehr als 90 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen vernünftige und vertretbare Informationen vor, dass ein längeres Ausfallkriterium angemessener ist.# Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine realistische Aussicht besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisierbar sind.

Für Lieferforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen wird eine vereinfachte Vorgehensweise, bei der die Wertberichtigungen mit den über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusten berücksichtigt werden, angewandt. Im Fall, dass es für die ausstehenden Salden eine Kreditversicherung oder Sicherheiten gibt, werden die erwarteten Kreditverluste für den versicherten bzw. garantierten Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Versicherers bzw. Garantiegebers und für den verbleibenden Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten ermittelt.

Die nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden, enthalten Lieferforderungen aus Verkaufsverträgen mit vorläufiger Preisfestlegung und Investmentfonds, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Weiters sind in dieser Bewertungskategorie Portfolios von Lieferforderungen enthalten, für die eine Verkaufsabsicht besteht. Diese Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei alle Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Eigenkapitalinstrumente werden entweder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch die Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL) oder durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) bewertet. Die OMV hat sich dafür entschieden, den Großteil ihrer börsennotierten Beteiligungen, die mit einer strategischen Zielsetzung und nicht zu Handelszwecken gehalten werden, unwiderrufbar als FVOCI zu klassifizieren. Gewinne und Verluste aus zum FVOCI bewerteten Beteiligungen werden niemals in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycled“) und unterliegen keiner Wertminderungsüberprüfung. Dividenden werden im Gewinn oder Verlust verbucht, es sei denn, die Dividende stellt eine Deckung eines Teils der Kosten der Beteiligung dar.

Die OMV bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn sie den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Beizulegender Zeitwert und Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten

Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit vom rumänischen Staat rückerstattbaren Ausgaben für Rekultivierungs- und Entsorgungskosten der OMV Petrom SA. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der eingeforderten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren. Details zur Bewertung der Beteiligungen am Gasfeld Juschno Russkoje, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet werden, sowie der vertraglichen Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven kann Kapitel 2.1 entnommen werden.

n) Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Warenpreisen und Zinssätzen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer Hedge Accounting gemäß IFRS 9 wird angewandt.

Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als
* ▸ Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird,
* ▸ Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird, oder
* ▸ Net-Investment-Hedge, wenn das Währungsrisiko einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb abgesichert wird.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.

Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird in ähnlicher Weise wie Cashflow-Hedges bilanziert. Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, wird im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsdifferenzen kumuliert. Gewinne und Verluste aus dem ineffektiven Teil werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs werden die Gewinne und Verluste, die im Eigenkapital kumuliert wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Der Konzern wendet Hedge Accounting für Sicherungsbeziehungen, die von der Reform der Referenzzinssätze betroffen sind, an. Zum Zweck der Beurteilung, ob eine wirtschaftliche Beziehung zwischen den Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten besteht, nimmt der Konzern an, dass sich der Referenzzinssatz infolge der Reform der Referenzzinssätze nicht verändert.

Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht finanzieller Gegenstände gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert.

o) Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.

p) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

q) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Kosten werden bei austauschbaren Gütern nach ihren individuellen Kosten, bei Öl- und Gasvorräten nach dem Durchschnittspreisverfahren und bei chemischen Produkten nach der FIFO-Methode ermittelt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Kostentragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.

r) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.

s) Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.

Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen:

Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich E&P (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Aufzinsung der Rückstellungen führt zu einem Zinsaufwand bzw. -ertrag (im Fall eines negativen Diskontierungssatzes) und erhöht oder verringert die Verpflichtung zu jedem Bilanzstichtag bis zum Anlagenrückbau.

Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.# Wesentliche Schätzungen und Annahmen

Rekultivierungsrückstellungen

Die wesentlichsten Verpflichtungen für Rekultivierungen bestehen im Konzern für die Versiegelung von Bohrlöchern, die Stilllegung von Anlagen und die Beseitigung und Entsorgung von Offshore-Anlagen. Die Durchführung eines Großteils dieser Tätigkeiten ist in ferner Zukunft geplant, während Technologien für die Rekultivierung, Kosten, Vorschriften und öffentliche Erwartungen sich laufend ändern. Schätzungen künftiger Wiederherstellungskosten basieren auf Berichten interner Ingenieur*innen oder der Partnerunternehmen sowie auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Änderungen in den erwarteten künftigen Kosten nach unten oder Verschiebungen in die Zukunft werden über eine Änderung der Rückstellung und des dazugehörigen Vermögenswerts berücksichtigt, sofern ein Buchwert in ausreichender Höhe vorliegt. Sonst wird die Rückstellung über das Ergebnis aufgelöst. Bei wesentlichen Erhöhungen wird eine Beurteilung der Werthaltigkeit des zugrundeliegenden Vermögenswerts erforderlich. Rückstellungen für Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen erfordern die Schätzung von Abzinsungssätzen und Inflationsraten, die eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Rückstellung haben. Die verwendeten Annahmen sind in Anhangangabe 23 – Rückstellungen enthalten.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft die OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Die Ansprüche sind bei leistungsorientierten Pensionsplänen grundsätzlich vom Dienstalter und den durchschnittlichen Bezügen abhängig. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen. Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt. In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung. Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung („Recycling“) berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen auf das Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag auf das Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Aufwendungen aus solchen Restrukturierungsplänen sind in der Zeile Sonstige betriebliche Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Berechnung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode erfordert Schätzungen von Abzinsungssätzen, Gehaltstrends und Pensionstrends. Für die versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche und die entsprechenden Sensitivitäten siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen. Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Rückstellungen für belastende Verträge

Rückstellungen für belastende Verträge werden gebildet für Verträge, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete Nutzen aus dem Vertragsverhältnis. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus den Kosten bei Vertragserfüllung und eventuellen Straf- oder Entschädigungszahlungen im Falle einer Nichterfüllung des Vertrages.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rückstellungen für belastende Verträge

Die OMV ging in der Vergangenheit einige langfristige, nicht kündbare Verträge ein, die aufgrund von negativen Marktentwicklungen zu belastenden Verträgen wurden. Dies führte im Konzernabschluss zum Ansatz von Rückstellungen für belastende Verträge für die unvermeidbaren Kosten bei Erfüllung dieser Verträge. Die für die Berechnung der positiven Beiträge, die die Fixkosten teilweise decken, erfolgten Schätzungen basieren auf externen Quellen und Erwartungen des Managements. Für nähere Details siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen.

Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 23 – Rückstellungen).

t) Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst. Finanzgarantieverträge werden zum Zeitpunkt der Gewährung der Garantie als finanzielle Verbindlichkeit erfasst. Die Erstbewertung der Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. In der Folge wird die Verbindlichkeit zum höheren Wert aus dem gemäß dem Modell der erwarteten Kreditausfälle ermittelten Wertberichtigungsbetrag und dem anfänglich erfassten Betrag abzüglich der gemäß IFRS 15 erfassten kumulierten Erträge bewertet.

u) Ertragsteuern und latente Steuern

Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden auch die für den Geschäftsbereich E&P typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. 2.2f) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Für temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern

Der Ansatz von aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung darüber, wann sie sich wahrscheinlich umkehren werden und ob zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe den aktiven latenten Steuern im Zeitpunkt ihrer Umkehrung entgegenstehen. Diese Beurteilung der Realisierbarkeit macht Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne erforderlich und unterliegt deshalb Unsicherheiten. In der OMV erfolgt diese Beurteilung auf Basis einer Planung über die Feldlebensdauern bei E&P-Konzerngesellschaften bzw. über einen Zeitraum von fünf Jahren bei allen anderen Konzerngesellschaften. Änderungen in Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne können zu einem Anstieg oder einer Reduktion der aktiven latenten Steuern führen, was eine Auswirkung auf den Jahresüberschuss der Periode hat, in der die Änderung stattfindet.v) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral
Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-term Incentive Plan (LTIP) – dem wesentlichen aktienbasierten Vergütungsplan in der OMV - wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst. Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.

w) Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit am Bewertungsstichtag hätte übertragen werden können. Dabei wird von einem Transfer zwischen Teilnehmern im Hauptmarkt und ggf. von einer bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts ausgegangen. Die beizulegenden Zeitwerte werden entsprechend der folgenden Hierarchie ermittelt:
* Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Kategorie ist im OMV Konzern zumeist nur relevant für Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Futures.
* Stufe 2: Bewertungstechniken mit der Verwendung von direkt und indirekt beobachtbaren Inputs. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten innerhalb der Stufe 2 werden üblicherweise Terminpreise für Rohöl und Erdgas, Zinssätze und Wechselkurse als Inputs für das Bewertungsmodell herangezogen. Zusätzlich werden das Kreditrisiko der Gegenpartei und ggf. ein Volatilitätsfaktor berücksichtigt.
* Stufe 3: Bewertungstechniken wie z.B. Discounted Cashflow-Modelle mit der Verwendung von wesentlichen nicht beobachtbaren Inputs (z.B. langfristige Preisannahmen und Schätzungen von Reserven).

x) Währungsumrechnung
Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden. Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Die aus der Anwendung des Durchschnittskurses in der Gewinn- und Verlustrechnung gegenüber aktuellen Stichtagskursen bei Bilanzpositionen zusätzlich entstehenden Differenzen, werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:

Währung Stichtag 2022 Durchschnitt 2022 Stichtag 2021 Durchschnitt 2021
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Tschechische Krone (CZK) 24,116 24,566 24,858 25,641
Ungarischer Forint (HUF) 400,870 391,290 369,190 358,520
Neuseeland Dollar (NZD) 1,680 1,658 1,658 1,672
Norwegische Krone (NOK) 10,514 10,103 9,989 10,163
Rumänischer Leu (RON) 4,950 4,931 4,949 4,922
Schwedische Krone (SEK) 11,122 10,630 10,250 10,147
US Dollar (USD) 1,067 1,053 1,133 1,183

3) Änderungen in den Bilanzierungsgrundsätzen
Die folgenden Änderungen von Standards wurden ab 1. Jänner 2022 angewandt:
* Änderung an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Verweis auf das Rahmenkonzept
* Änderung an IAS 16 Sachanlagen: Erträge vor der geplanten Nutzung
* Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung
* Jährliche Verbesserungen der IFRS Standards 2018-2020

Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OMV.

4) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue und überarbeitete Standards
Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Durch diese Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.

Standards und Änderungen Datum des Inkrafttretens laut IASB
IFRS 17 Versicherungsverträge und Änderungen an IFRS 17 1. Jänner 2023
Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe von Rechnungslegungsmethoden 1. Jänner 2023
Änderungen an IAS 8: Definition von Schätzungen 1. Jänner 2023
Änderungen an IAS 12: Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion 1. Jänner 2023
Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1. Jänner 2024
Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion 1. Jänner 2024
Änderungen an IAS 1: Langfristige Schulden mit Kreditbedingungen 1. Jänner 2024

3 Änderungen in der Konzernstruktur
Eine vollständige Liste aller OMV Beteiligungen sowie sämtliche Konsolidierungskreisänderungen sind in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – zu finden. Wesentliche Änderungen des Konsolidierungskreises werden im Folgenden näher beschrieben.

Chemicals & Materials
Am 3. Juni 2022 schloss Borouge PLC den Börsengang an der ADX, der Abu Dhabi Securities Exchange, erfolgreich ab. Dem Börsengang folgend hat sich der Aktienanteil an Borouge PLC für Borealis auf 36% und für Abu Dhabi National Oil Company auf 54% verändert. Weitere Details können der Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen – entnommen werden. Basierend auf dem letztgültigen Angebotspreis von AED 2,45 pro Aktie ergab der Börsengang einen Bruttoerlös von über EUR 1,9 Mrd für 10% des ausgegebenen Gesamtkapitals. Diese Transaktion führte zu einem Nettogewinn (inklusive FX-Recycling-Effekte) von EUR 341 Mio, der in der Position „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt ist.

Refining & Marketing
Am 1. Mai 2022 hat die OMV den Verkauf des OMV Tankstellengeschäfts in Deutschland an die EG Group abgeschlossen. Der vereinbarte Kaufpreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR 485 Mio. Die Transaktion führte zu einem Gewinn von EUR 409 Mio, welcher in der Position „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten ist.

Exploration & Production
Die OMV beendete die Vollkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und die at-equity Bilanzierung von OJSC Severneftegazprom (SNGP) und somit werden die Beteiligungen an SNGP und YRGM seit 1. März 2022 gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert. Weitere Details können der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ – entnommen werden.

Auswirkung von Änderungen in der Konzernstruktur auf den Cashflow
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt einen Mittelzufluss von EUR 745 Mio in Bezug auf den Börsengang von Borouge PLC, welcher in der Position „Erlöse aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten“ berücksichtigt ist. Des Weiteren enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit einen Mittelzufluss von EUR 432 Mio aus der Veräußerung des Tankstellengeschäfts in Deutschland, ausgewiesen in der Position „Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel“ sowie den Abgang liquider Mittel von EUR 208 Mio resultierend aus dem Verlust der Beherrschung über JSC GAZPROM YRGM Development, ausgewiesen in der Position „Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel“. Weitere Details sind nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:

Cashflow-Auswirkung aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten sowie abgegangene liquide Mittel aufgrund des Beherrschungsverlusts
In EUR Mio

2022
Erhaltener Kaufpreis 446
Abzüglich abgegangene liquide Mittel –6
Netto-Mittelzuflüsse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten 440
Aufgrund des Verlusts der Beherrschung abgegangene liquide Mittel –214

Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten sowie von Tochterunternehmen, über welche die Beherrschung verloren wurde
In EUR Mio

2022
Langfristiges Vermögen 681
Kurzfristiges Vermögen 404
Langfristige Verbindlichkeiten 245
Kurzfristige Verbindlichkeiten 179
Nettovermögen 661

4 Segmentberichterstattung
4 Segmentberichterstattung

Änderungen der Segmentberichterstattung
Beginnend mit Q1/22 wurde die OMV Konzernstruktur reorganisiert, um Synergien entlang der gesamten Gas-Wertschöpfungskette zu heben. Dies führte zur Übertragung von Gas Marketing Westeuropa, der Versorgung, Marketing und Handel sowie Logistik umfasst, von Refining & Marketing zu Exploration & Production.# Business Activities and Main Markets

The Group's business activities are structured for management purposes into three operational business segments: Chemicals & Materials, Refining & Marketing, and Exploration & Production, as well as the Corporate and Other segment (C&O). Each segment represents a strategic unit and operates in different markets. The business segments are managed independently. Strategic decisions regarding business activities are made by the OMV Management Board. With the exception of C&O, OMV’s reportable segments correspond to its operational business segments.

The Chemicals & Materials (C&M) business segment is one of the world's leading providers of high-quality plastic products and a market leader in Europe in the basic chemicals and fertilizers business as well as in the plastics circular economy. The OMV Group, including joint ventures, has production capacities of 7.5 million tons of basic chemicals, 5.9 million tons of polyolefins, 0.4 million tons of compounding plants, and 4.3 million tons of fertilizers. The majority of production facilities are located in Europe, with additional production sites in the United States, Brazil, and South Korea. OMV also holds minority interests in various companies accounted for using the equity method. The most significant of these are: Borouge (United Arab Emirates), a joint venture between Borealis and ADNOC, which operates the largest petrochemical complex in the world, and the Baystar joint venture (Pasadena, United States), which serves customers in the North American markets and operates the refinery in Port Arthur with a production capacity of 0.5 million tons (OMV share). The Group operates various initiatives in the area of mechanical and chemical recycling, as well as the production of renewable polyolefins. A new polyethylene plant based on Borstar technology is currently under construction at the Pasadena site, with the aim of offering a broad product portfolio to meet the growing global demand for sustainable and energy-efficient plastic products.

The Refining & Marketing (R&M) business segment refines and markets crude oil and other raw materials and operates the refineries in Schwechat (Austria), Burghausen (Germany), and Petrobrazi (Romania) with an annual capacity of 17.8 million tons. In these refineries, crude oil is processed into petroleum products, which are sold to companies and private individuals. The segment's activities also include gas supply and marketing in Eastern Europe, as well as the Group's power generation business with a gas-fired power plant. OMV holds a strong market position in the areas of supply, commercial customer support, and operating a retail business with approximately 1,800 filling stations. OMV holds minority interests in various companies accounted for using the equity method. The most significant of these is the 15% stake in ADNOC Refining (United Arab Emirates) with an annual capacity of 7.1 million tons (OMV share).

Exploration & Production (E&P) is involved in the exploration, discovery, and production of oil and gas, focusing on the core regions of Central and Eastern Europe, the North Sea, the Middle East and Africa, and Asia-Pacific. Furthermore, E&P is also active in Western Europe in the areas of gas supply, marketing, trading, and logistics.

The Corporate and Other (C&O) segment bundles corporate management, financing and insurance activities, as well as certain service functions.

A key operational performance indicator for the Group is the CCS Operating Result before Special Items. The calculation of assets includes intangible assets and property, plant and equipment. For the regional allocation of external sales, the place where the risk is transferred to the customer is used. Net sales from revenue from goods transactions falling within the scope of IFRS 9 and hedging results are allocated to the respective country in which the reporting subsidiary is domiciled. The accounting and valuation principles explained in the Group's notes to the financial statements are consistent with those of the operational segments, with certain exceptions regarding intra-group sales and cost allocations of the parent company, which were determined according to OMV's internal principles. The Management Board is of the opinion that the transfer prices for supplies and services between the segments correspond to market prices. Business cases that cannot be attributed to the operational business segments are reported in the result of C&O.

To facilitate the analysis of normal business development, the disclosure of special items is considered appropriate. To present comparable figures, certain effects influencing the result are added or deducted. These effects can be divided into four subcategories: personnel initiatives, impairments and reversals of impairments, asset disposals, and other. Furthermore, the CCS effect is eliminated from the net result to enable effective performance management in an environment with volatile prices and comparability with competitors. The CCS effect, also referred to as inventory gains and losses, is the difference between cost of sales at current acquisition costs and cost of sales based on the average cost method after adjustment for any impairments. In volatile energy markets, determining the cost of petroleum products sold based on historical values (e.g., average costs) can lead to distorted reported results. This performance indicator increases the transparency of the results and is commonly used in the oil industry. OMV therefore publishes this earnings metric in addition to the operating result determined in accordance with IFRS.

Segment Reporting

In EUR million 2022 C&M R&M E&P Kb&S Gesamt Konsoli-dierung OMV Konzern
Umsatzerlöse1 13,450 28,634 30,857 424 73,365 –11,067 62,298
Umsätze mit anderen Segmenten –1,181 –2,818 –6,661 –407 –11,067 11,067
Umsatzerlöse mit Dritten 12,269 25,816 24,197 17 62,298 62,298
Sonstige betriebliche Erträge 548 857 181 58 1,644 1,644
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 332 477 60 869 869
Planmäßige Abschreibungen 533 422 1,478 41 2,474 2,474
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 7 15 825 7 853 853
Wertaufholungen 266 68 327 660 660
Operatives Ergebnis 2,039 3,392 6,936 –86 12,281 –35 12,246
Sondereffekte für Personallösungen 2 1 4 8 8
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen –263 –47 252 –58 –58
Sondereffekte für Anlagenverkäufe –315 –409 –724 –724
Sonstige Sondereffekte –4 –321 207 31 –87 –87
Sondereffekte –582 –774 460 36 –861 –861
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 1,457 2,618 7,396 –50 11,420 –35 11,385
CCS Effekte –202 –202 –8 –210
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 1,457 2,415 7,396 –50 11,218 –43 11,175
Segmentvermögen2 5,964 4,223 11,407 234 21,826 21,826
Zugänge SAV/IV3 1,285 826 1,512 41 3,664 3,664
At-equity bewertete Beteiligungen4 5,179 1,765 350 7,294 7,294

1 Includes sales to other segments
2 Property, plant and equipment (PP&E) and intangible assets (IA); assets held for sale are not included.
3 Additions to assets reclassified to the "assets held for sale" balance sheet position and additions to recultivation assets are not included.
4 Excludes assets reclassified to the "assets held for sale" balance sheet position

The segment information for prior periods has been adjusted in accordance with the requirements of IFRS 8.29. The following tables show the segment reporting after adjustment due to the restructuring and as reported in 2021:

Segment Reporting

In EUR million 2021 adjusted C&M R&M E&P Kb&S Gesamt Konsoli-dierung OMV Konzern
Umsatzerlöse1 11,618 16,547 14,650 376 43,191 –7,636 35,555
Umsätze mit anderen Segmenten –1,109 –2,452 –3,713 –361 –7,636 7,636
Umsatzerlöse mit Dritten 10,509 14,095 10,937 14 35,555 35,555
Sonstige betriebliche Erträge 249 246 375 63 933 933
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 534 10 56 600 600
Planmäßige Abschreibungen 535 427 1,399 41 2,401 2,401
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 495 717 326 0 1,538 1,538
Wertaufholungen 3 0 4 4
Operatives Ergebnis 1,828 451 2,910 –74 5,115 –51 5,065
Sondereffekte für Personallösungen 7 14 9 30 30
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen 483 713 101 1,297 1,297
Sondereffekte für Anlagenverkäufe –7 –209 –6 –223 –223
Sonstige Sondereffekte –87 212 75 9 210 210
Sondereffekte 396 924 –18 12 1,315 1,315
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2,224 1,376 2,892 –62 6,430 –51 6,379
CCS Effekte –430 –430 12 –418
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2,224 945 2,892 –62 5,999 –39 5,961
Segmentvermögen2 5,283 3,894 12,312 241 21,730 21,730
Zugänge SAV/IV3 724 619 1,253 28 2,624 2,624
At-equity bewertete Beteiligungen4 5,133 1,320 433 6,887 6,887

1 Includes sales to other segments
2 Property, plant and equipment (PP&E) and intangible assets (IA); assets held for sale are not included.# Segmentberichterstattung

In EUR Mio

2021 berichtet C&M R&M E&P Kb&S Gesamt Konsolidation OMV Konzern
Umsatzerlöse¹ 11.618 25.928 6.712 376 44.634 –9.079 35.555
Umsätze mit anderen Segmenten –1.109 –2.780 –4.828 –361 –9.079 9.079
Umsatzerlöse mit Dritten 10.509 23.148 1.884 14 35.555 35.555
Sonstige betriebliche Erträge 249 274 347 63 933 933
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 534 12 55 600 600
Planmäßige Abschreibungen 535 429 1.396 41 2.401 2.401
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 495 718 325 0 1.538 1.538
Wertaufholungen 3 0 4 4
Operatives Ergebnis 1.828 922 2.439 –74 5.115 –51 5.065
Sondereffekte für Personallösungen 7 14 9 30 30
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen 483 713 100 1.297 1.297
Sondereffekte für Anlagenverkäufe –7 –209 –6 –223 –223
Sonstige Sondereffekte –87 –204 492 9 210 210
Sondereffekte 396 509 398 12 1.315 1.315
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2.224 1.431 2.837 –62 6.430 –51 6.379
CCS Effekte –430 –430 12 –418
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten 2.224 1.001 2.837 –62 5.999 –39 5.961
Segmentvermögen² 5.283 3.989 12.217 241 21.730 21.730
Zugänge SAV/IV³ 724 621 1.251 28 2.624 2.624
At-equity bewertete Beteiligungen⁴ 5.133 1.325 429 6.887 6.887

¹ Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten
² Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.
⁴ Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden

2022 waren die Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen hauptsächlich auf die Neubewertung des Düngemittel Geschäftsbereichs zurückzuführen, die teilweise durch die nicht zahlungswirksamen Nettowertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit E&P Vermögenswerten ausgeglichen wurden. Weitere Informationen zu Wertaufholungen und Wertminderungen sind der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu entnehmen. Sondereffekte für Anlagenverkäufe betrafen im Wesentlichen den Verkauf des deutschen Tankstellengeschäfts im Mai 2022 und dem Börsengang von Borouge an der ADX (der Abu Dhabi Securities Exchange). Weitere Informationen sind der Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen und Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen – zu entnehmen. Sonstige Sondereffekte bestanden hauptsächlich aus nicht zahlungswirksamen Effekten im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoye und den Effekten aus der Entkonsolidierung von Beteiligungen in Russland. Weitere Informationen sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ – zu entnehmen. Darüber hinaus waren weitere sonstige Sondereffekte auf temporäre Hedging-Effekte zurückzuführen und der Auflösung einer Rückstellung im LNG-Geschäft.

Informationen über geografische Bereiche

In EUR Mio

2022 2021
Umsätze mit Dritten Segmentvermögen¹ At-equity bewertete Beteiligungen² Umsätze mit Dritten Segmentvermögen¹ At-equity bewertete Beteiligungen²
Österreich 14.911 4.365 16 5.326 4.207 14
Belgien 987 1.950 45 854 1.247 24
Deutschland 14.102 1.200 31 8.499 1.061 31
Rumänien 10.149 5.437 4.433 5.628
Norwegen 1.584 1.219 1.003 1.508
Russland³ 212 642 592 117
Neuseeland 598 864 443 550
Vereinigte Arabische Emirate 1.644 1.677 6.073 784 1.671 5.352
Übriges MOE⁴ 7.548 554 5.246 556
Übriges Europa 7.454 1.848 22 5.968 1.893 22
Übrige Welt⁵ 3.110 2.162 1.107 2.356 2.289 1.328
Zugeteilt 62.298 21.274 7.294 35.555 21.201 6.887
Nicht zugeordnetes Vermögen 552 529
Gesamt 62.298 21.826 7.294 35.555 21.730 6.887

¹ Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
² Die Zuordnung der at-equity bewerteten Beteiligungen erfolgt auf Basis des eingetragenen Sitzes der Muttergesellschaft; zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.
³ Die Umsätze in 2022 beziehen sich auf den Zeitraum vor der Umstellung der Konsolidierungsmethode (weitere Informationen sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ – zu entnehmen).
⁴ Inkludiert Türkei
⁵ Übrige Welt: Im Wesentlichen Algerien, Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, China, Kolumbien, Kuba, Ägypten, Indien, Libyen, Malaysia, Marokko, Mexiko, Nigeria, Peru, Katar, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Tunesien, Vereinigte Staaten von Amerika und Jemen

Nicht zugeordnetes Vermögen enthielt einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mittlerer Osten und Afrika“ zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 342 Mio (2021: EUR 322 Mio) und EUR 210 Mio (2021: EUR 198 Mio) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „SapuraOMV“ zugeordneten Firmenwert, da diese ZGEs in mehreren geographischen Bereichen tätig sind. In 2021 enthielt das nicht zugeordnete Vermögen auch einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Raffinerien West“ zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 9 Mio.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse in EUR Mio

2022 2021
Umsätze aus Kundenverträgen 53.827 34.792
Umsätze aus fixen Leasingzahlungen 18 15
Umsätze aus variablen Leasingzahlungen 58 65
Umsätze aus anderen Quellen¹ 8.396 683
Umsatzerlöse 62.298 35.555

¹ Der Anstieg der Umsätze aus anderen Quellen ist hauptsächlich auf Transaktionen im Zusammenhang mit Rohstoffhandel zurückzuführen.

Umsätze aus Kundenverträgen

In EUR Mio

Chemicals & Materials Refining & Marketing Exploration & Production Konzernbereich & Sonstiges OMV Konzern
2022
Rohöl, NGL und Kondensate 860 1.519 2.379
Erdgas und LNG 2.389 17.520 19.909
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 16.390 16.390
Chemische Produkte 12.160 54 12.214
Sonstige Produkte und Dienstleistungen¹ 126 2.625 168 16 2.935
Umsätze aus Kundenverträgen 12.286 22.318 19.208 16 53.827
2021
Rohöl, NGL und Kondensate 1.071 1.057 2.128
Erdgas und LNG 915 9.235 10.150
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte 10.460 10.460
Chemische Produkte 10.347 56 10.403
Sonstige Produkte und Dienstleistungen¹ 160 1.278 199 13 1.651
Umsätze aus Kundenverträgen 10.507 13.780 10.491 13 34.792

¹ Im Wesentlichen Retail Non-Oil- und Stromgeschäft in Refining & Marketing

6 Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen In EUR Mio

2022 2021
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften 298 127
Gewinne aus Marktwertänderungen zu Handelszwecken gehaltener Vorräte 126
Gewinne aus Marktwertänderungen sonstiger Derivate 191
Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten 766 282
Übrige sonstige betriebliche Erträge 579 207
Sonstige betriebliche Erträge 1.644 933
Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen 937 638
Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen –68 –38
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 869 600

Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften waren in 2022 und 2021 im Wesentlichen von der USD Wechselkursentwicklung beeinflusst. Gewinne aus Marktwertänderungen zu Handelszwecken gehaltener Vorräte in 2021 betrafen zu Handelszwecke gehaltene Emissionszertifikate in Refining & Marketing und Chemicals & Materials (Österreich und Deutschland). Gewinne aus Marktwertänderungen sonstiger Derivate in 2021 bezogen sich auf Forward Verträge für Emissionszertifikate in Refining & Marketing und Chemicals & Materials (Österreich und Deutschland). Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten bezogen sich hauptsächlich auf Gewinne aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland und Gewinne aus dem Börsengang von Borouge PLC. Am 1. Mai 2022 hat die OMV den Verkauf des OMV Tankstellengeschäfts in Deutschland an die EG Group abgeschlossen. Der vereinbarte Verkaufspreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss betrug EUR485Mio und die Transaktion führte zu einem Gewinn von EUR409Mio. Weitere Details können der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – entnommen werden. Am 3. Juni 2022 wurde Borouge PLC erfolgreich an der ADX, der Abu Dhabi Securities Exchange, gelistet. Die Transaktion führte zu einem Gewinn von EUR341Mio, einschließlich FX-Recycling-Effekten. Weitere Details können der Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen – entnommen werden. 2021 wurde hauptsächlich durch die Gewinne aus dem Verkauf des Ölfeldes Wisting in Norwegen in Höhe von EUR261Mio beeinflusst. Übrige sonstige betriebliche Erträge enthielten im Wesentlichen Kompensationen des rumänischen Staates für den Verkauf von Erdgas und Strom zu gedeckelten Preisen sowie die Zuschüsse für freiwillige Preissenkungen beim Verkauf von Diesel und Benzin. Diese Maßnahmen wurden durch mehrere Notstandsverordnungen der Regierung eingeführt, um die Folgen der Energiekrise abzumildern.# 7 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen

Wertminderungen sind in der Zeile „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, mit Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung, welche in den „Explorationsaufwendungen“ gezeigt werden.

Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:

Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen

In EUR Mio 2022 2021
Planmäßige Abschreibungen 2.474 2.401
Wertaufholungen –660 –4
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 670 1.353
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen 2.484 3.750

Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung)

In EUR Mio 2022 2021
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) 670 1.353
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 183 185
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 853 1.538

Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – Aufteilung auf die Funktionen

In EUR Mio 2022 2021
Planmäßige Abschreibungen 2.474 2.401
davon Explorationsaufwendungen
davon Produktions- und operative Aufwendungen 2.200 2.144
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen 274 257
Wertaufholungen –660 –4
davon Explorationsaufwendungen
davon Produktions- und operative Aufwendungen –660 –0
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen –0 –3
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) 853 1.538
davon Explorationsaufwendungen 183 185
davon Produktions- und operative Aufwendungen 660 1.303
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen 10 49

Wertminderungen und Wertaufholungen in Chemicals & Materials

Im Jahr 2022 wurde eine Wertaufholung von EUR 266 Mio im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Stickstoff der Borealis Gruppe, welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte beinhaltet, erfasst. Die Bewertung basierte auf einem am 2. Juni 2022 erhaltenen verbindlichen Angebot von AGROFERT, a.s. um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln. Das im Februar 2022 erhaltene verbindliche Angebot von EuroChem wurde im März 2022 nach Prüfung der Entwicklungen infolge des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Sanktionen abgelehnt. 2021 wurden für den Geschäftsbereich Stickstoff der Borealis Gruppe Wertminderungen in Höhe von EUR 444 Mio erfasst, um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten per 31. Dezember 2021 widerzuspiegeln. Die Bewertung basierte auf dem am 2. Februar 2022 erhaltenen verbindlichen Angebot von EuroChem für den Erwerb der Veräußerungsgruppe.

Wertminderungen und Wertaufholungen in Refining & Marketing

2022 wurde eine Netto-Wertaufholung in Höhe von EUR 67 Mio für die ADNOC Refining and Trading ZGE erfasst, hauptsächlich zurückzuführen auf verbesserte Annahmen für kurzfristige Raffineriemargen im Nahen Osten und damit Anhaltspunkt für einen Wertminderungstest. Die Verschlechterung der Annahmen für die Margenentwicklung in 2021 führte zu einer Änderung der Preisannahmen und machte einen Wertminderungstest der ADNOC Refining und Trading ZGE erforderlich. Dieser Test führte infolge von geringeren Raffineriemargen und Produktionsmengen bei ADNOC Refining zu einer Wertminderung von EUR 669 Mio.

Wertminderungen und Wertaufholungen in Exploration & Production

Die OMV aktualisierte in Q4/22 ihre Annahmen für die Rohstoffpreise. Während die europäischen Gaspreise für den kurz- und langfristigen Zeitraum gestiegen sind, sank das erwartete Produktionsvolumen einiger Öl- und Gasanlagen in Rumänien aufgrund von höherer erwarteter natürlicher Rückgangsraten und die betrieblichen Kosten haben sich erhöht. Diese Effekte führten zu Wertminderungen vor Steuern in Höhe von EUR 117 Mio (Nettoeffekt von Wertminderungen und Wertaufholungen) für produzierende und in der Entwicklungsphase befindliche Öl- und Gasvermögenswerte in Rumänien, Neuseeland und Österreich. Für weitere Informationen zu Preisannahmen siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.

Exploration & Production Wertminderungen und Wertaufholungen basierend auf Wertminderungstests in Q4/22

In EUR Mio Land Nettoeffekt von Wertminderungen und Wertaufholungen vor Steuern Nutzungs-wert der betroffenen Vermögenswerte Diskontierungs-zinssatz nach Steuern
Neuseeland –173 881 8,93%
Rumänien 367 1.910 10,28%
Österreich –78 1.090 8,94%

Wertminderungen in 2022 für Exploration und Evaluierung (EUR 183 Mio) enthielten hauptsächlich nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und Explorationslizenzen in Norwegen, Neuseeland, Rumänien und Australien. Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2022 nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 84 Mio) und eine Produktionslizenz in Libyen (EUR 70 Mio). Der geplante Verkauf der relevanten operativen Gesellschaften im Jemen in Q2/22 und die damit verbundene Umgliederung in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ führte zu einer Wertminderung vor Steuern in Höhe von EUR 48 Mio. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Basierend auf Wertminderungstests in 2021 wurden EUR 111 Mio an Vermögenswerten aus Exploration und Evaluierung wertgemindert, vor allem Vermögenswerte in Norwegen, Neuseeland, Mexiko und Tunesien. Darüber hinaus enthielten die Wertminderungen 2021 Wertminderungen in Höhe von EUR 74 Mio, hauptsächlich für nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und Explorationslizenzen in Australien, Norwegen, Rumänien und Neuseeland. Weitere Wertminderungen in 2021 beinhalteten nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 87 Mio). Für weitere Informationen im Zusammenhang mit wesentlichen Ermessensentscheidungen und Schätzungen zu Wertminderungstests siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.

8 Explorationsaufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen. All diese Aktivitäten sind im Segment Exploration & Production enthalten.

Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen

In EUR Mio 2022 2021
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) 183 185
Sonstiger Explorationsaufwand 67 95
Explorationsaufwand 250 280
Immaterielle Vermögenswerte – aktivierte Explorations- und Evaluierungsausgaben inkl. Erwerb von unsicheren Reserven 878 967
Netto-Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit 103 85
Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit¹ 149 –169

¹Insgesamt wurde in 2021 ein Netto-Mittelzufluss ausgewiesen, resultierend aus dem Verkauf des 25% Anteils der OMV am norwegischen Ölfeld Wisting, welcher zu einem Mittelzufluss von EUR 290 Mio führte.

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In EUR Mio 2022 2021
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften 268 121
Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten 685 48
Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte 432 317
Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 43 9
Personallösungen 3 22
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 65 58
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 142 113
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.639 688

Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften waren 2022 und 2021 wesentlich von der USD Entwicklung beeinflusst. Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten enthielten hauptsächlich Verluste aus der Entkonsolidierung von Beteiligungen in Russland in Höhe von EUR 658 Mio. Weitere Einzelheiten finden sich in der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“. Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte enthalten Verluste in Zusammenhang mit dem Vermögenswert für das Recht auf Neufeststellung der Reserven aus der Akquisition des Anteils am Juschno Russkoje Feld. Weitere Einzelheiten finden sich in Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“. 2021 bezogen sich diese Verluste auf Änderungen der beizulegenden Zeitwerte des Vermögenswerts für das Recht auf Neufeststellung der Reserven in Bezug auf das Juschno Russkoje Feld (EUR 256 Mio) sowie des finanziellen Vermögenswerts aus der Neubewertung der bedingten Gegenleistung aus der Veräußerung der 30%-Beteiligung an Rosebank und aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited (EUR 61 Mio).Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalteten im Wesentlichen Wertminderungen von Forderungen in Tunesien in Höhe von EUR 20 Mio (2021: EUR 9 Mio). Weitere Informationen zu Personallösungen können der Anhangangabe 10 – Personalaufwendungen – entnommen werden. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen enthielten Aufwendungen im Zusammenhang mit verschiedenen Digitalisierungsinitiativen in Höhe von EUR 40 Mio (2021: EUR 45 Mio), sowie Aufwendungen in Zusammenhang mit der Lagerhaltung der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. von EUR 45 Mio (2021: EUR 51 Mio).

10 Personalaufwendungen

Personalaufwendungen

In EUR Mio 2022 2021
Löhne und Gehälter 1.314 1.273
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen 30 28
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen 77 62
Personallösungen 3 22
Sonstiger Personalaufwand 275 267
Steuern und Sozialabgaben 309 302
Personalaufwendungen 2.009 1.953

Die höheren Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen in 2021 waren hauptsächlich auf Aufwendungen aus Restrukturierungen in Verbindung mit Outsourcing-Aktivitäten in Rumänien zurückzuführen. Anteilsbasierte Vergütungen waren Teil der Position sonstiger Personalaufwand. Nähere Details sind in Anhangangabe 32 – Anteilsbasierte Vergütungen – zu finden. Nähere Details zu den leistungsorientierten Plänen sind in Anhangangabe 23 – Rückstellungen – zu finden.

11 Finanzerfolg

Zinserträge

In EUR Mio 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 193 27
Abgezinste Forderungen 5 5
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte 20 9
Ausleihungen 51 120
Zinserträge 269 161

Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 2022 standen hauptsächlich im Zusammenhang mit Zinserträgen auf Bankeinlagen in RON, USD und EUR. Die Position Zinserträge aus Ausleihungen enthielt EUR 17 Mio (2021: EUR 92 Mio) aus der Nord Stream 2 Finanzierungsvereinbarung und EUR 32 Mio (2021: EUR 27 Mio) im Zusammenhang mit einem Darlehensvertrag gegenüber Bayport Polymers LLC. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.

Zinsaufwendungen

In EUR Mio 2022 2021
Anleihen 120 142
Leasingverbindlichkeiten 30 26
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten 47 26
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 196 114
Rückstellungen für Jubiläumsgeld, Personallösungen und andere Leistungen an Arbeitnehmer 3 2
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 14 12
Rückstellungen für belastende Verträge 14 17
Sonstige 11 8
Zinsaufwendungen, brutto 435 348
Aktivierte Fremdkapitalzinsen –18 –14
Zinsaufwendungen 417 334

Weitere Details zu Anleihen können der Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – entnommen werden. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung der OMV Petrom SA wurde mit den Zinserträgen aus Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat saldiert. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden. Die Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen in 2022 wurden durch die Neubewertungseffekte von Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von EUR 65 Mio negativ beeinflusst (2021: EUR 41 Mio). Der verbleibende Teil der Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen entfiel vollständig auf Aufzinsungseffekte. Beide Effekte wurden 2022 aufgrund höherer Abzinsungssätze verstärkt. Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit den Zinserträgen aus dem Planvermögen von EUR 6 Mio (2021: EUR 5 Mio) saldiert dargestellt. Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten Aufwendungen aus der Aufzinsung auf abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Weitere Details können der Anhangangabe 23 – Rückstellungen – entnommen werden. Die für qualifizierte Vermögenswerte aktivierten Fremdkapitalzinsen bezogen sich vorwiegend auf die in Bau befindliche Propan-Dehydrierungsanlage am Produktionsstandort von Borealis in Kallo, Belgien und der Bau der ReOil- und Bio-Oil-Anlage in Österreich.

Sonstiges Finanzergebnis

In EUR Mio 2022 2021
Buchwert verkaufter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –10.857 –9.348
Erlöse aus verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.811 9.315
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization –46 –33
Nettofremdwährungsgewinne/(-verluste) 95 9
Sonstige –1.393 –17
Sonstiges Finanzergebnis –1.345 –40

2022 waren die Nettofremdwährungsgewinne hauptsächlich durch USD beeinflusst und teilweise durch NOK ausgeglichen. Die Position Sonstige stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Wertminderung des Nord Stream 2 Darlehens (EUR 1.004 Mio) und der Fair Value-Anpassung der Beteiligungen in Russland (EUR 370 Mio). Weitere Einzelheiten finden sich in Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“.

12 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In EUR Mio 2022 2021
Ergebnis vor Steuern 10.765 4.870
Laufende Steuern 5.505 2.056
davon betreffend Vorjahre 37 6
Latente Steuern 85 10
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.590 2.066

Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern

In EUR Mio 2022 2021
Latente Steuern 30 42
Laufende Steuern –8
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern 30 33

Entwicklung der latenten Steuern1

In EUR Mio 2022 2021
Latente Steuern zum 1. Jänner –87 –57
Latente Steuern zum 31. Dezember –78 –87
Veränderung latente Steuern 9 –30
Direkt im sonstigen Ergebnis oder im Eigenkapital verbuchte latente Steuern –38 –42
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen und Sonstiges2 132 22
Latenter Steueraufwand laut Gewinn- und Verlustrechnung –85 –10

Die latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich wie folgt zusammen:
Steuersatzänderung | –96 | 3
Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern | –327 | 88
Anpassungen bei den Verlustvorträgen (in den Vorjahren nicht berücksichtigte oder verfallene Verlustvorträge sowie sonstige Anpassungen) | 9 | –40
Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und Verbrauch von Verlustvorträgen | 329 | –61

1 Latente Steuerpositionen beinhalten auch latente Steuerpositionen, welche in die Bilanzposition „zur Veräußerung gehalten“ umklassifiziert wurden.
2 2022 standen diese Effekte hauptsächlich in Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development (EUR 116 Mio).

Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMVAUSTRIA PTY LTD) zusammengefasst werden. Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit. Veränderungen der Wertberichtigung latenter Steuern für die österreichische Steuergruppe wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, dies bedeutet im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital. Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.

Steuerüberleitungsrechnung

2022 2021
In EUR Mio In % In EUR Mio
Theoretische Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis des österreichischen Körperschaftssteuersatzes 2.691 25,0 1.218
Steuereffekte durch:
Abweichende ausländische Steuersätze 2.755 25,6 1.270
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 612 5,7 217
Steuerfreies Einkommen und Steueranreize –160 –1,5 –346
Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit at-equity bewertete Beteiligungen –414 –3,8 –200
Steuersatzänderung 96 0,9 –3
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen –9 –0,1 5
Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen an Tochterunternehmen –430 –4,0 32
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern 327 3,0 –88
Steuern betreffend Vorjahre 60 0,6 32
Sonstige 61 0,6 –71
Steuern vom Einkommen und Ertrag 5.590 51,9 2.066

2022 bezogen sich die Auswirkungen aus abweichenden ausländischen Steuersätzen hauptsächlich auf Tochtergesellschaften, die in Steuergebieten mit hohen Körperschaftsteuersätzen (Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate und Libyen) tätig sind. Der Anstieg dieser Position war im Vergleich zu 2021 hauptsächlich auf eine deutliche Steigerung des Gewinns vor Steuern dieser Tochtergesellschaften zurückzuführen. Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten hauptsächlich Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten, Effekte im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development und permanente Effekte aus Abschreibungen. Die Position „Steuerfreies Einkommen und Steueranreize“ in 2022 betraf im Wesentlichen steuerfreie Gewinne aus dem Verkauf des Tankstellengeschäfts in Deutschland.# Ergebnis je Aktie

Ergebnis je Aktie

In EUR Mio 2022 2021
Den Aktionären des Mutterunter- nehmens zu zurechnendes Ergebnis in EUR Mio Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien Ergebnis je Aktie in EUR
Unverwässert 3.634 326.897.763 11,12
Verwässert 3.634 327.136.798 11,11

Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde. Dies umfasste 239.035 (2021: 421.342) Stück aus den Long Term Incentive Plänen und aus dem Equity Deferral zu gewährende Bonusaktien.

Erläuterungen zur Bilanz

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte In EUR Mio Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte Entwicklungskosten Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven Firmenwerte Gesamt
2022
Entwicklung der Kosten 1. Jänner 2.199 464 1.876 562 5.101
Währungsumrechnungsdifferenzen –236 36 28 –172
Konsolidierungskreisänderungen –662 –36 –699
Zugang 31 110 172 313
Umbuchung 5 –141 –136
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –0 27 27
Abgang –6 –2 –122 –6 –136
31. Dezember 1.330 572 1.811 585 4.298
Entwicklung der Abschreibung 1. Jänner 979 52 909 1.940
Währungsumrechnungsdifferenzen –85 –0 25 –60
Konsolidierungskreisänderungen –234 –36 –270
Planmäßige Abschreibung 108 31 0 140
Wertminderung 6 3 179 189
Umbuchung –0 –24 –24
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –1 1 –0
Abgang –5 –1 –121 –127
31. Dezember 769 86 934 1.788
Buchwert 1. Jänner 1.220 411 967 562 3.161
Buchwert 31. Dezember 562 486 878 585 2.510
2021
Entwicklung der Kosten 1. Jänner 2.120 389 2.195 531 5.235
Währungsumrechnungsdifferenzen 53 0 58 31 142
Zugang 61 61 134 257
Umbuchung 9 14 –336 –313
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –23 –74 –96
Abgang –22 –101 –123
31. Dezember 2.199 464 1.876 562 5.101
Entwicklung der Abschreibung 1. Jänner 850 8 934 1.792
Währungsumrechnungsdifferenzen 11 33 44
Planmäßige Abschreibung 162 29 0 191
Wertminderung 0 12 184 196
Umbuchung 0 3 –147 –143
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen –22 –22
Abgang –22 –95 –117
31. Dezember 979 52 909 1.940
Buchwert 1. Jänner 1.271 381 1.260 531 3.443
Buchwert 31. Dezember 1.220 411 967 562 3.161

Konsolidierungskreisänderungen von EUR 428 Mio in 2022 beinhalteten die Dekonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur und Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“.

Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten in 2022 beinhalteten EUR 37 Mio (2021: EUR 33 Mio) Zugänge selbstgeschaffener Vermögenswerte hauptsächlich aus aktivierten Entwicklungskosten. Die Umbuchungen stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Umgliederung des Berling Projekts (Norwegen) auf in Entwicklung befindliche Vermögenswerte nach der endgültigen Investitionsentscheidung. Immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 27 Mio wurden von zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen wieder in die immateriellen Vermögenswerte zurückgegliedert und bezogen sich im Wesentlichen auf den OMV Anteil an dem Maari Feld in Neuseeland. Für Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

2021 wurden immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 74 Mio auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und bezogen sich hauptsächlich auf die 25%-Beteiligung der OMV am norwegischen Ölfeld Wisting, das in Q4/21 verkauft wurde. Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.

Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGEs zwecks Wertminderungstests zugeordnet:

Firmenwertzuordnung In EUR Mio 2022 2021
Mittlerer Osten und Afrika 342 322
SapuraOMV 210 198
Exploration & Production zugeordnete Firmenwerte 552 520
Raffinerien West 9
Retail Slowakei 7 7
Raffinerie Österreich 26 26
Refining & Marketing zugeordnete Firmenwerte 33 42
Firmenwerte 585 562

2022 stieg der Firmenwert im Geschäftsbereich Exploration & Production aufgrund von positiven Währungsumrechnungsdifferenzen. Die Überprüfung aller Firmenwerte auf Werthaltigkeit auf Basis des Nutzungswerts führte zu keinen Wertminderungen. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des auf die Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwerts wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 10,47% (2021: 9,44%) und des der SapuraOMV zugeordneten Firmenwerts ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 9,07% (2021: 8,00%) angewandt. Bei einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 12,67% (2021: 12,73%) für den der Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwert entspricht der erzielbare Betrag dem Buchwert. Ein Anstieg um 1 Prozentpunkt des Diskontierungszinssatzes nach Steuern für den SapuraOMV zugeordneten Firmenwert würde zu einer Wertminderung nach Steuern in Höhe von EUR 38 Mio führen. Details im Zusammenhang mit der Veränderung der Preisannahmen und deren Auswirkungen auf den Firmenwert enthält Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.

Anhangangabe 15 – Sachanlagen – enthält Details zu vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten.

Sachanlagen

Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte

In EUR Mio Grundstücke und Bauten Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen in Bau Gesamt
2022
Entwicklung der Kosten 1. Jänner

In EUR Mio
| | Grundstücke und Bauten | Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | | | | | | |
| Entwicklung der Kosten | | | | | | |
| 1. Jänner | 3.584 | 23.445 | 11.483 | 1.967 | 1.081 | 41.560 |
| Währungsumrechnungs-differenzen | –2 | 660 | –50 | –5 | –1 | 603 |
| Zugang | 85 | 1.047 | 172 | 69 | 994 | 2.367 |
| Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 2 | –335 | 30 | — | — | –303 |
| Umbuchung | 39 | 334 | 320 | 91 | –468 | 316 |
| Zu Veräußerungs-zwecken gehaltenes Vermögen | –282 | –1 | –493 | –51 | –91 | –919 |
| Abgang | –28 | –107 | –208 | –84 | –4 | –430 |
| 31. Dezember | 3.398 | 25.042 | 11.254 | 1.989 | 1.511 | 43.195 |
| Entwicklung der Abschreibung | | | | | | |
| 1. Jänner | 1.669 | 13.695 | 5.640 | 1.346 | 7 | 22.358 |
| Währungsumrechnungs-differenzen | 0 | 364 | –20 | –3 | 0 | 342 |
| Planmäßige Abschreibung | 145 | 1.255 | 671 | 144 | — | 2.342 |
| Wertminderung | 0 | 93 | 41 | 1 | 1 | 137 |
| Umbuchung | –2 | 148 | –3 | 4 | — | 147 |
| Zu Veräußerungs-zwecken gehaltenes Vermögen | –96 | 0 | –49 | –28 | –0 | –173 |
| Abgang | –17 | –105 | –200 | –80 | –0 | –402 |
| 31. Dezember | 1.698 | 15.451 | 6.085 | 1.383 | 8 | 24.626 |
| Buchwert | | | | | | |
| 1. Jänner | 1.915 | 9.750 | 5.843 | 622 | 1.073 | 19.203 |
| 31. Dezember | 1.700 | 9.591 | 5.169 | 606 | 1.503 | 18.569 |

Die Umbuchungen standen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Umgliederung des Berling Projekts (Norwegen) von immateriellen auf in Entwicklung befindliche Vermögenswerte nach der endgültigen Investitionsentscheidung. Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 34 Mio (2021: EUR 745 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hautpsächlich auf die relevanten operativen Gesellschaften im Jemen, das Avanti Retail-Geschäft in Deutschland und den geplanten Verkauf der Anteile von Borealis am Rosier Düngemittelgeschäftsbereich zurückzuführen. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten. Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.

Vertragliche Verpflichtungen für Akquisitionen

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|----------------------------|-------|-------|
| Immaterielle Vermögenswerte | 326 | 326 |
| Sachanlagen | 1.410 | 1.149 |
| Vertragliche Verpflichtungen | 1.736 | 1.474 |

2022 bestanden vertragliche Verpflichtungen für die Akquisition von Anlagevermögen hauptsächlich in Verbindung mit Tätigkeiten im Bereich Exploration & Production und Chemicals & Materials. Der Anstieg in 2022 war hauptsächlich auf vertragliche Verpflichtungen in Norwegen und Rumänien zurückzuführen.

OMV als Leasingnehmer

Der Anstieg der Nutzungsrechte ist im Wesentlichen bedingt durch neue Leasingverträge für Speicherinfrastruktur im Zusammenhang mit der Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Kallo, Belgien. Weiters betrafen die Nutzungsrechte im Wesentlichen Leasing von Tankstellengrundstücken und –gebäuden, anderen Grundstücken, Tankschiffen, Pipelines und Bürogebäuden. Darüber hinaus least die OMV hauptsächlich eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien, technische Ausrüstung und Fahrzeuge. Nutzungsrechte mit einem Buchwert von EUR 7 Mio (2021: EUR 53 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hauptsächlich auf den geplanten Verkauf des Avanti Retail-Geschäfts in Deutschland zurückzuführen. Die Umgliederung ist Teil der Zeile Sonstige Bewegungen. Leasingverträge, die 2022 abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch noch nicht begonnen hat, beliefen sich auf EUR 10 Mio (2021: EUR 26 Mio).

Nutzungsrechte nach IFRS 16

In EUR Mio
| | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Gesamt |
|------------------------------------------|-----------------------|--------------------------------|----------------------------------------------------|---------|
| 2022 | | | | |
| 1. Jänner | 555 | 42 | 174 | 771 |
| Zugang | 102 | 498 | 40 | 640 |
| Planmäßige Abschreibung | –63 | –35 | –64 | –162 |
| Sonstige Bewegungen | –13 | –1 | –2 | –16 |
| 31. Dezember | 581 | 504 | 149 | 1.233 |
| 2021 | | | | |
| 1. Jänner | 593 | 48 | 194 | 836 |
| Zugang | 72 | 18 | 57 | 147 |
| Planmäßige Abschreibung | –67 | –17 | –62 | –146 |
| Sonstige Bewegungen | –43 | –7 | –15 | –66 |
| 31. Dezember | 555 | 42 | 174 | 771 |

Ausgewiesene Beträge in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|----------------------------------------------------|------|------|
| Berichtet im Operativen Ergebnis | | |
| Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 37 | 35 |
| davon aktivierte Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 10 | 11 |
| Berichtet im Finanzerfolg | | |
| Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 30 | 26 |

Angaben zu Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – zu finden.

At-equity bewertete Beteiligungen

Wesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Dem Börsengang am 3. Juni 2022 folgend hat sich der Aktienanteil an Borouge PLC (PLC) für Borealis auf 36% und für Abu Dhabi National Oil Company auf 54% verändert. Das Borouge 4 Projekt, das derzeit durchgeführt wird, war nicht Teil des Angebots. Es ist beabsichtigt, Borouge 4 zu einem späterem Zeitpunkt einzubringen. Die in Abu Dhabi registrierte PLC ist eine Holdinggesellschaft, die 100% an Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) (ADP) und 84,75% an Borouge Pte. Ltd. (PTE) hält. Vor dem Börsengang hielt die OMV einen 40%-Anteil an ADP, welcher auch das Borouge 4 Projekt enthielt, und einen 50%-Anteil an PTE. Folglich hat sich 2022, durch den Börsengang, der Anteil an PTE von 50% (direkt) in 2021 auf 45,76% (15,25% direkt gehalten und 30,51% indirekt gehalten durch PLC) geändert. Siehe Anhangangabe 3 – Konsolidierungskreisänderungen – zu den Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Konzern-Cashflow.

Zum 31. Dezember 2022 betrug der Marktwert der Konzernbeteiligung an PLC, welche an der Abu Dhabi Securities Exchange in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gelistet ist, EUR 6.989 Mio, basierend auf dem verfügbaren börsenotierten Kurs. Der korrespondierende Buchwert der PLC zum 31. Dezember 2022 betrug EUR 3.944 Mio. Die „Borouge Beteiligungen“ (umfassend den OMV Gesamtanteil an PLC, ADP, PTE) sind führender Anbieter von innovativen, wertschöpfenden Kunststofflösungen für die Energie-, Infrastruktur-, Automobil-, Gesundheits- und Agrarindustrie sowie von modernen Verpackungsanwendungen und sind auch für das Marketing und den Vertrieb der hergestellten Produkte verantwortlich. Aufgrund der Umstrukturierung der Borouge Beteiligungen im Zuge des Börsengangs in 2022, wurde die ursprüngliche Bewertung in Hinblick auf die Kontrolle angepasst. Durch den Umstand, dass keine dem Vorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, welche alle relevanten Aktivitäten beeinflussen, ohne die Zustimmung von Borealis entschieden werden können, hat die OMV gemeinschaftliche Kontrolle über die drei Beteiligungen. Weiters wurde festgestellt, dass auch bereits in den Vorjahren gemeinschaftliche Kontrolle bestand, weswegen die Darstellung in dieser Anhangangabe entsprechend angepasst wurde (enthalten in den nachstehenden Tabellen als „Gemeinschaftsunternehmen“ anstatt „Assoziiertes Unternehmen“).

Bayport Polymers LLC, mit Sitz in Pasadena (eingetragen in Wilmington), hat den Betrieb ihres neuen Ethan-Crackers, in der Port Arthur Raffinerie, der eine Kapazität von einer Million Tonnen pro Jahr hat, erfolgreich gestartet und baut derzeit eine Polyethylen-Anlage in Pasadena mit dem Ziel, eine breite Produktauswahl anbieten zu können, um der wachsenden globalen Nachfrage an nachhaltigen und energieeffizienten Plastikprodukten nachzukommen. Da die OMV gemeinschaftliche Führung über Bayport Polymers LLC ausübt (Anteilsteilung 50/50) und Rechte am Nettovermögen besitzt, wird das Unternehmen folglich als ein Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.

Die OMV hält auch einen 15% Anteil (2021: 15%) an der in Abu Dhabi registrierten Abu Dhabi Oil RefiningCompany, welche ein Raffineriezentrum mit integrierter Petrochemie betreibt. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Teilhabern hat die OMV starke Gesellschafterrechte, welche einen wesentlichen Einfluss gemäß der IAS 28 Definition darstellen. In 2022 wurde eine Netto-Wertaufholung von EUR 67 Mio in ADNOC Refining and Trading ZGE (in 2021 eine Wertminderung von EUR 669 Mio) erfasst. Weitere Details können der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – entnommen werden.

Folgende Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.

Gesamtergebnisrechnung

In EUR Mio
| | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
|--------------------------------------|--------------------------|----------------------------|--------------------------|----------------------------|
| | Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)¹ | Bayport Polymers LLC |
| 2022 | | | | | | |
| Umsatzerlöse | 36.241 | 12.027 | 601 | 21.760 | 4.630 | 588 |
| Jahresüberschuss | 2.054 | 1.055 | –116 | –233 | 1.139 | 73 |
| Sonstiges Ergebnis | 2 | 20 | — | — | 1 | — |
| Gesamtergebnis des Jahres | 2.056 | 1.075 | –116 | –233 | 1.140 | 73 |
| OMV Anteil am Gesamtergebnis | 308 | 407 | –58 | –35 | 456 | 36 |

¹ Enthält einen 40%-Anteil an dem Borouge 4 Projekt, welches in 2022 in die neu gegründete Gesellschaft Borouge 4 LLC übertragen wurde (2022 enthalten in individuell unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen).# Bilanz

In EUR Mio
| Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
|---|---|---|---|
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company |
| Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)1 | Bayport Polymers LLC | | |
| Langfristiges Vermögen | 17.084 | 6.901 | 4.002 | 17.905 | 6.696 | 3.379 |
| Kurzfristiges Vermögen | 3.888 | 3.924 | 194 | 2.979 | 1.826 | 163 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 6.363 | 4.107 | 2.635 | 6.100 | 3.603 | 1.913 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 628 | 2.021 | 166 | 1.093 | 558 | 206 |
| Eigenkapital | 13.982 | 4.698 | 1.396 | 13.691 | 4.361 | 1.423 |
| OMV Anteil | 2.097 | 1.704 | 698 | 2.054 | 1.744 | 711 |
| Firmenwerte | — | 2.058 | — | — | 1.917 | — |
| Anpassungen OMV Konzern | –573 | 268 | –24 | –873 | 400 | –23 |
| Buchwert der Investition | 1.524 | 4.030 | 674 | 1.181 | 4.061 | 688 |

1 Enthält einen 40%-Anteil an dem Borouge 4 Projekt, welches in 2022 in die neu gegründete Gesellschaft Borouge 4 LLC übertragen wurde (2022 enthalten in individuell unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen).

Überleitungsrechnung Buchwert

In EUR Mio
| Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
|---|---|---|---|
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company |
| Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)1 | Bayport Polymers LLC | | |
| 1. Jänner | 1.181 | 4.061 | 688 | 1.747 | 5.062 | 620 |
| Währungsumrechnungs- differenzen | 83 | 248 | 44 | 138 | 419 | 53 |
| Übertragung2 | — | 337 | — | — | — | — |
| Jahresergebnis | 308 | 400 | –58 | –35 | 456 | 36 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 7 | — | — | 0 | — |
| Dividendenausschüttungen | –116 | –592 | — | — | –1.876 | –21 |
| Wertaufholung (+) / Wertminderung (–) | 67 | — | — | –669 | — | — |
| Sonstige Änderungen | — | –4303 | — | — | — | — |
| 31. Dezember | 1.524 | 4.030 | 674 | 1.181 | 4.061 | 688 |

1 Enthält einen 40%-Anteil an dem Borouge 4 Projekt, welches in 2022 in die neu gegründete Gesellschaft Borouge 4 LLC übertragen wurde (2022 enthalten in individuell unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen).
2 Enthält im Wesentlichen die Übertragung des direkten Anteils an PTE, welcher in “Borouge Beteiligungen” inkludiert ist und daher ab 2022 Teil der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen ist
3 Bezieht sich auf den Teilabgang der ADP und PTE als Ergebnis des ADX Börsengangs in 2022. Weitere Details sind der obigen Beschreibung zu entnehmen.

Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die OMV hält 55,6% (2021: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), mit Sitz in Lannach, welche den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve für Rohöl- und Erdölprodukte in Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt die OMV keine Beherrschung über ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.

Seit März 2022 hält die OMV über Borealis einen 40%-Anteil an Borouge 4 LLC, mit Sitz in Abu Dhabi. Die Gesellschaft führt das laufende Projekt Borouge 4 aus, das sich mit der Entwicklung eines auf Ethan basierten Dampfcrackers, zwei Polyolefin Anlagen, einer 1-Hexen Anlage, einer Anlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) sowie einer umfassende Studie für eine Kohlenstoffabscheidungsanlage beschäftigt. Das Projekt war bisher Teil des direkten 40%-Anteils an ADP, wurde aber, wie oben beschrieben, von dem Börsengang im Juni 2022 ausgenommen und aufgrunddessen in die neu gegründete Gesellschaft übertragen. Jedoch besteht die Absicht das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuführen. Durch den Umstand, dass keine dem Vorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, welche alle relevanten Aktivitäten beeinflussen, ohne die Zustimmung von Borealis entschieden werden können, hat die OMV gemeinschaftliche Kontrolle über Borouge 4 LLC und bilanziert diese als Gemeinschaftsunternehmen.

Die OMV übt gemeinschaftliche Kontrolle über Abu Dhabi Petroleum Investments LLC (ADPINV, OMV Anteil 25%, 2021: 25%), mit Sitz in Abu Dhabi, und Pak-Arab Refinery Limited (PARCO; indirekte Beteiligung der OMV beträgt 10%, 2021: 10%), mit Sitz in Karachi, aus und bilanziert beide Beteiligungen at-equity. ADPINV ist eine Holding-Gesellschaft mit 40% Anteil an PARCO. Da für die Entscheidungen über relevante Aktivitäten eine einstimmige Zustimmung der Parteien erforderlich ist und OMV aufgrund der rechtlichen Struktur Rechte am Nettovermögen hat, stufte die OMV die Unternehmen gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen ein.

Im Juni 2021 zeichnete die OMV durch die Borealis Gruppe eine neue Aktienausgabe und erwarb damit 10% an Renasci N.V., einer Gesellschaft mit Sitz in Belgien. Am 9. November 2022 infolge der Umschuldung in neu ausgegebene Aktien, erhöhte die OMV ihren Anteil an Renasci N.V. von 10% auf 27,42%. Der Nominalbetrag des umgewandelten Darlehens betrug EUR 24 Mio. Renasci N.V. beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung selbstentwickelter Prozesse und Know-how über verschiedene Technologien zur Abfallbehandlung und Recycling. Durch die Aktionärsvereinbarung werden Borealis zwei Sitze im Vorstand der Renasci N.V. garantiert, und ist beteiligt an wesentlichen finanziellen und operativen Entscheidungen. Der Konzern hat daher festgestellt, dass er maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen hat. Aus diesem Grund wird die Beteiligung als assoziiertes Unternehmen bilanziert.

Darüber hinaus hält die OMV einen Anteil von 10% (2021: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, welche in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist. Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der OMV und Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat die OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen. Weitere Details können der Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – entnommen werden.

Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil1

In EUR Mio
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5.889 | 461 | 3.314 | 5.516 |
| Jahresüberschuss | 189 | 30 | 86 | 58 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | –2 | — | 1 |
| Gesamtergebnis des Jahres | 190 | 27 | 86 | 58 |

1 Die Darstellung in dieser Tabelle wurde für 2021 aufgrund der Änderung der Kontrollbewertung für PTE angepasst: enthalten als „Gemeinschaftsunternehmen“ anstatt als „Assoziiertes Unternehmen“

Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen1

In EUR Mio
| Assoziierte Unternehmen2 | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen2 | Gemeinschafts- unternehmen |
|---|---|---|---|
| 1. Jänner | 541 | 416 | 501 | 391 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –8 | –13 | 33 | 24 |
| Konsolidierungskreisänderungen3 | –89 | — | 25 | –15 |
| Übertragung4 | — | –337 | — | — |
| Zugänge und andere Änderungen | 24 | 4095 | — | — |
| Jahresergebnis | 189 | 30 | 86 | 58 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | –2 | — | 1 |
| Veräußerungen und andere Änderungen | –1 | — | –55 | — |
| Dividendenausschüttungen | –88 | –5 | –50 | –42 |
| 31. Dezember | 568 | 498 | 541 | 416 |

1 Die Darstellung in dieser Tabelle wurde für 2021 aufgrund der Änderung der Kontrollbewertung für PTE angepasst: enthalten als „Gemeinschaftsunternehmen“ anstatt als „Assoziiertes Unternehmen“
2 Inklusive assoziierter Unternehmen, die zu Anschaffungskosten bilanziert werden
3 Konsolidierungskreisänderungen stellen die Entkonsolidierung der OJSC Severneftegazprom dar. Weitere Details sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ zu entnehmen.
4 Umfasst im Wesentlichen die Übertragung des direkten Anteils an PTE, welcher in “Borouge Beteiligungen” inkludiert ist und daher ab 2022 Teil der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen ist (Details sind der obigen Beschreibung zu entnehmen).
5 Bezieht sich hauptsächlich auf den Kapitalzuschuss an Borouge 4 LLC.

17 Vorräte

Vorratsbestand

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Rohöl | 824 | 673 |
| Erdgas | 936 | 204 |
| Sonstige Rohstoffe | 677 | 537 |
| Unfertige Erzeugnisse | 231 | 146 |
| Fertige Mineralölprodukte | 1.112 | 645 |
| Sonstige fertige Erzeugnisse1 | 1.053 | 945 |
| Vorratsbestand | 4.834 | 3.150 |

1 Der Buchwert sonstiger fertiger Erzeugnisse ist hauptsächlich den fertigen Erzeugnissen der Borealis Gruppe, z.B. Polyolefine und Basischemikalien, zuzurechnen.

Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Material- und Warenaufwand | 34.811 | 16.610 |
| Bestandsveränderungen1 | 4.047 | 3.615 |
| Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten | 466 | 41 |
| Wertaufholungen von Vorräten | –25 | –9 |
| Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 39.298 | 20.257 |

1 Hauptsächlich auf petrochemische Produkte zurückzuführen
In 2022 betraf die Zeile „Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten“ hauptsächlich im Speicher befindliches Gas.# Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte

In EUR Mio

Ergebnis-wirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Ergebnis-neutral durch das sonstige Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Gesamt Buchwert davon kurzfristig davon langfristig
2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden 136 3.351 3.487 3.487
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 735 735 735
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 136 4.086 4.222 4.222
Anteile an sonstigen Unternehmen 24 19 42 42
Investmentfonds 26 26 26
Anleihen 52 52 32 20
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 10 370 380 263 116
Sonstige Derivate 2.867 2.867 2.114 753
Ausleihungen 711 711 82 628
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.850 1.850 1.437 412
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.927 389 2.612 5.928 3.929 1.999
Finanzielle Vermögeswerte 3.063 389 6.699 10.150 8.151 1.999
2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden 258 3.671 3.929 3.929
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 589 589 589
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 258 4.260 4.518 4.518
Anteile an sonstigen Unternehmen 1 16 17 17
Investmentsfonds 30 30 30
Anleihen 63 63 24 40
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate 398 398 312 87
Sonstige Derivate 4.220 4.220 3.425 795
Ausleihungen 2.015 2.015 115 1.900
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 432 1.703 2.135 1.272 862
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.683 415 3.781 8.879 5.148 3.730
Finanzielle Vermögenswerte 4.941 415 8.041 13.397 9.667 3.730

1 Beinhaltet nicht zu Veräußerungszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte, welche in Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – beschrieben werden.

Der Buchwert der ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 3.063 Mio (2021: EUR 4.941 Mio). Diese Position enthielt hauptsächlich zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte. In 2021 beinhaltete die Position auch eine erworbene vertragliche Position gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven in Höhe von EUR 432 Mio, resultierend aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje. Da die OMV nicht mehr mit der Einbringlichkeit der vertraglichen Position gegenüber Gazprom rechnet, wurde ein Verlust von EUR 432 Mio aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst, welches den beizulegenden Zeitwert dieser Position auf Null reduzierte. Weitere Details können der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ – entnommen werden.

In 2021 enthielt die Position Ausleihungen Inanspruchnahmen sowie damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 in der Höhe von EUR 987 Mio. Der gesamte zum 5. März 2022 ausstehende Betrag inklusive abgegrenzter Zinsen in Höhe von EUR 1 Mrd wurde vollständig, zu Lasten des Finanzergebnisses, wertberichtigt. Weitere Details können der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ – entnommen werden.

Die Position Ausleihungen in 2022 enthielt Inanspruchnahmen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens an Bayport Polymers LLC in der Höhe von EUR 657 Mio (2021: EUR 987 Mio). Im Laufe von 2022 wurde das Darlehen teilweise in der Höhe von EUR 602 Mio zurückgezahlt, zum Teil wurde dies jedoch durch zusätzlich getätigte Inanspruchnahmen von EUR 227 Mio (2021: EUR 183 Mio) ausgeglichen. Weitere Details können der Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen – sowie der Anhangangabe 28 – Risikomanagement – entnommen werden.

Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten vom rumänischen Staat erstattungsfähige Kosten in Höhe von EUR 326 Mio (2021: EUR 372 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen von OMV Petrom SA. Die Forderungen bestanden aus EUR 318 Mio (2021: EUR 352 Mio) betreffend Rekultivierungskosten und aus EUR 8 Mio (2021: EUR 20 Mio) betreffend Kosten aus Umweltschutzmaßnahmen. Am 7. März 2017 hat die OMV, als Partei der OMV Petrom Privatisierungsvereinbarung, ein Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der International Chamber of Commerce (Internationale Handelskammer) zu bestimmten unbezahlten Forderungen in der Höhe von EUR 58 Mio hinsichtlich Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet. Am 9. Juli 2020 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und forderte das rumänische Umweltministerium auf, OMV Petrom fast vollständig den beanspruchten Betrag und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Der Tilgungsbertrag in Höhe von EUR 58 Mio und die Verzugszinsen von EUR 17 Mio wurden in 2021 und 2022 entsprechend erhalten.

Am 2. Oktober 2020 hat die OMV Aktiengesellschaft, als Partei des Privatisierungsvertrags, ein Schiedsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer eingeleitet, in dem es um bestimmte unbezahlte Forderungen des rumänischen Umweltministeriums in Bezug auf Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 31 Mio ging. Am 30. August 2022 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und verpflichtete das Umweltministerium OMV Petrom den Betrag von EUR 31 Mio und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Im Oktober 2022 hat das Umweltministerium den Schiedspruch vor dem Pariser Berufungsgericht beeinsprucht, zum 31. Dezember 2022 war das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Außerdem hat die OMV Aktiengesellschaft, als Partei des Privatisierungsvertrags, in Q4/22 zwei weitere Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer zu bestimmten unbezahlten Forderungen hinsichtlich Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 47 Mio eingeleitet. Zum 31. Dezember 2022 war das Schiedsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Darüber hinaus beinhaltete diese Position in 2022 Forderungen aus Versicherungserträgen von rund EUR 200 Mio im Zusammenhang mit dem Zwischenfall an der Rohöl-Destillationsanlage in der Raffinerie Schwechat im Juni 2022. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Geschäftsbereich Exploration & Production sowie Seller Participation Notes und Complementary Notes an Carnuntum DAC (siehe Anhangangabe 36 – Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen – für nähere Details).

Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI

In EUR Mio

2022 2021
Beteiligung Marktwert Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis Dividenden- ertrag Marktwert Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis
APK Pensionskasse AG 2 –0 0 2 –0 0
Wiener Börse AG 7 3 1 4 –0 1
FSH Flughafen-Schwechat-Hydranten-Gesellschaft GmbH & Co OG 2 0 2
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH 2 0 2 0
Bockatech Ltd. 3 3
Oil Insurance Limited 0 4 0 4
Übrige 2 0 2 4
Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI 19 2 6 16 –1 9

Ausfallswahrscheinlichkeit

Äquivalent zum externen Credit Rating

2022 2021
Risiko Klasse 1 0,13% 0,07%
Risiko Klasse 2 0,44% 0,24%
Risiko Klasse 3 1,18% 1,21%
Risiko Klasse 4¹ 8,52% 10,37%
Risiko Klasse 5¹ 29,54% 10,37%
Risiko Klasse 6 100,00% 100,00%

¹ 2022 wurde die bisherige Risikoklasse 4 mit den äquivalenten externen Ratings B+, B, B- und CCC/C in zwei verschiedene Risikoklassen (Risikoklasse 4 und 5) aufgeteilt, um einen transparenteren Einblick in die Kreditrisikoposition der Gruppe zu ermöglichen. Aus der bisherigen Risikoklasse 5 wurde die neue Risikoklasse 6. Weitere Informationen zum Management des Kreditrisikos können der Anhangangabe 28 – Risikomanagement – entnommen werden.

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In EUR Mio

2022 2021
1. Jänner 51 61
Ausbuchungen –4 –2
Netto-Neubewertung des erwarteten Verlusts 23 –6
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 –0
Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte –4 –1
Konsolidierungskreisänderungen –1
31. Dezember 65 51

Die Netto-Neubewertungen des erwarteten Verlustes sind hauptsächlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden zurückzuführen.

Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In EUR Mio

2022 2021
Risiko Klasse 1 1.457 1.653
Risiko Klasse 2 1.239 1.133
Risiko Klasse 3 927 944
Risiko Klasse 4 333 375
Risiko Klasse 5 153 163
Risiko Klasse 6 42 43
Gesamt Bruttobuchwert 4.151 4.311
Erwarteter Ausfall –65 –51
Gesamt 4.086 4.260

Wertminderungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten

In EUR Mio

12-Monate ECL Lifetime ECL not credit impaired Lifetime ECL credit impaired Gesamt
2022
1. Jänner 9 31 211 251
Ausbuchungen 0 –5 –5
Netto-Neubewertung des erwarteten Verlusts¹ 2 12 1.100 1.114
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 2 4 6
31. Dezember² 10 44 1.311 1.365
2021
1. Jänner 7 26 202 235
Ausbuchungen –0 –2 –2
Netto-Neubewertung des erwarteten Verlusts 2 0 13 15
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 4 1 5
Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte –2 –2
31.

Sonstige Vermögenswerte

Kreditqualität von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten

In EUR Mio

Risiko Klasse 12-Monate ECL Lifetime ECL not credit impaired Lifetime ECL credit impaired Gesamt 12-Monate ECL Lifetime ECL not credit impaired Lifetime ECL credit impaired Gesamt
2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021
Risiko Klasse 1 1.014 86 80 1.180 2.069 65 68 2.202
Risiko Klasse 2¹ 702 9 710 1.464 10 1.473
Risiko Klasse 3 826 2 827 209 2 210
Risiko Klasse 4 4 4 9 9
Risiko Klasse 5² 35 1.112 1.147 5 22 27
Risiko Klasse 6 0 109 109 0 111 111
Gesamt Bruttobuchwert 2.580 86 1.311 3.977 3.756 65 211 4.032
Erwarteter Ausfall³ –10 –44 –1.311 –1.365 –9 –31 –211 –251
Gesamt 2.570 42 2.612 3.747 34 3.781

¹ „12-Monate ECL“ enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 327 Mio (2021: EUR 373 Mio) und „Lifetime ECL credit impaired“ einen Betrag von EUR 9 Mio (2021: EUR 10 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.
² "Lifetime ECL credit impaired" beinhaltet den vollständig wertberichtigen Bruttobuchwert der Kreditforderungen einschließlich aufgelaufener Zinsen im Zusammenhang mit den Finanzierungsvereinbarungen für das Nord Stream 2 Pipeline-Projekt in Höhe von EUR 1,1 Mrd.
³ „12-Monate ECL“ enthielt einen Betrag in Höhe von EUR 1 Mio (2021: EUR 1 Mio) und „Lifetime ECL credit impaired“ einen Betrag von EUR 9 Mio (2021: EUR 10 Mio) in Zusammenhang mit erstattungsfähigen Kosten gegenüber dem rumänischen Staat, die außerhalb des Anwendungsbereiches von IFRS 9 sind.

Sonstige Vermögenswerte

In EUR Mio

2022 2022 2021 2021
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Aktivische Abgrenzungen 84 15 60 18
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen 72 14 83 14
Sonstige geleistete Anzahlungen 194 16 107 22
Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozialversicherung 395 40 185 39
Vertragsvermögenswerte 8 8 8
Emissionszertifikate¹ 223 58
Kundenforderung zur Übertragung von Emissionszertifikaten¹ 36 99
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 194 22 21 12
Sonstige Vermögenswerte 1.198 115 621 113

¹ Weitere Details sind in Anhangangabe 23 – Rückstellungen – zu finden. Der Anstieg in "Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte" ist auf Forderungen gegenüber den rumänischen Behörden in Bezug auf Entschädigungen für Erdgasverkäufe zu gedeckelten Preisen an Kunden, die der Gesellschaft als Last Resort-Lieferant zugewiesen wurden, und für Stromverkäufe zu gedeckelten Preisen zurückzuführen. Des Weiteren betraf dies Forderungen resultierend aus Förderungen, welche 50% der freiwilligen Preissenkung von RON 0,50 pro Liter auf Diesel- und Benzinverkäufe in Rumänien unterstützen.

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten

In EUR Mio

Geschäfts- bereich Stickstoff Rosier Gesamt OMV Retail- Geschäft Slowenien Sonstige Gesamt C&M R&M E&P Kb&S OMV Konzern
2022
Immaterielle Vermögenswerte 3 0 3 0 0 0 3
Sachanlagen 658 4 662 121 13 134 20 3 819
At-equity bewertete Beteiligungen 6 6 6
Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern 27 1 28 0 4 4 32
Langfristiges Vermögen 694 5 699 121 17 139 20 3 860
Vorräte 275 33 308 46 1 47 16 371
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 150 8 159 63 63 0 221
Sonstige Vermögenswerte 151 2 153 6 6 30 189
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12 4 16 5 5 14 35
Kurzfristiges Vermögen 588 47 635 120 1 121 60 816
Summe Aktiva 1.282 52 1.334 241 19 260 79 3 1.676
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 49 49 0 0 14 63
Leasingverbindlichkeiten 7 1 8 27 27 35
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 11 11 0 1 1 13
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen und latenter Steuern 37 1 38 1 1 20 59
Langfristige Verbindlichkeiten 105 1 106 29 1 30 34 170
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 229 9 238 22 22 12 272
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen 124 3 127 43 1 44 13 184
Kurzfristige Verbindlichkeiten 353 12 365 65 1 66 25 456
Summe Verbindlichkeiten 458 13 471 94 2 96 59 626
Geschäfts- bereich Stickstoff OMV Retail- Geschäft Deutschland OMV Retail- Geschäft Slowenien Gesamt C&M R&M E&P Kb&S OMV Konzern
2021
Immaterielle Vermögenswerte 1 10 0 10 27 38
Sachanlagen 260 247 119 366 32 3 661
At-equity bewertete Beteiligungen 6 6
Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern 27 44 0 44 71
Langfristiges Vermögen 294 301 119 420 59 3 776
Vorräte 221 24 52 76 10 308
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 222 43 51 93 1 316
Sonstige Vermögenswerte 62 0 1 1 2 65
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 0 2 2 1 14
Kurzfristiges Vermögen 516 67 106 173 14 703
Summe Aktiva 810 368 225 593 73 3 1.479
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 62 0 0 0 63
Leasingverbindlichkeiten 5 114 35 149 154
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen 12 23 23 85 120
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen und latenter Steuern 41 52 2 54 95
Langfristige Verbindlichkeiten 120 189 37 227 85 432
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 236 40 39 79 10 325
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen 78 28 47 75 153
Kurzfristige Verbindlichkeiten 314 67 86 153 10 477
Summe Verbindlichkeiten 434 257 123 380 95 909

Chemicals & Materials

Zum 31. Dezember 2022 bestanden die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Chemicals & Materials hauptsächlich aus dem Stickstoff-Geschäftsbereich der Borealis Gruppe. In 2021 entschied die OMV den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe (zu 75% von der OMV gehalten), welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst. Dies führte zu einer Umgliederung der Veräußerungsgruppe auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten“. Zum Zeitpunkt der Umgliederung gab es keine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Beteiligung des Unternehmens an Düngemittelproduktionsstätten in den Niederlanden und Belgien („Rosier“) wurde zu diesem Zeitpunkt nicht als Teil des potenziellen Verkaufsprozesses betrachtet und deren Vermögenswerte und damit verbundenen Verbindlichkeiten gehören nicht zu dem zum Verkauf stehenden Stickstoff-Geschäftsbereich von Borealis. Der Zeitraum bis zum Abschluss des Verkaufs verlängerte sich durch Ereignisse und Umstände, die außerhalb der Kontrolle von OMV lagen. Die Entwicklungen infolge des Krieges in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen veranlassten Borealis, ein im Februar 2022 erhaltenes verbindliches Angebot von EuroChem abzulehnen und andere Optionen in Betracht zu ziehen. Am 28. Juli 2022 hat Borealis ein neues verbindliches Angebot von AGROFERT, a.s. angenommen, das am 2. Juni 2022 eingegangen ist, nachdem die obligatorischen Informations- und Anhörungsverfahren mit den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen waren. Am selben Tag schlossen beide Unternehmen einen Vertrag über den Verkauf und die Übertragung aller Anteile an den von der Transaktion umfassten Gesellschaften ab. Die Transaktion unterliegt noch bestimmten Abschlussbedingungen und behördlichen Genehmigungen. In 2022 erfolgte eine Wertaufholung aufgrund des erhalten Angebots von AGROFERT, a.s. während in 2021 eine Wertminderung aufgrund des verbindlichen Angebots von EuroChem erfolgte. Nähere Details sind in der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden. Die OMV ermittelt für den Konzern die Nettoposition der Emissionszertifikate. Aufgrund dieser Bilanzierungspolitik wurde zum 31. Dezember 2022 eine Verpflichtung zur Abgabe von 2.133.124 Emissionszertifikaten (Marktwert: EUR 179 Mio) im Zusammenhang mit dem Geschäftsbereich Stickstoff nicht in der Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2022 stand der verbleibende Teil der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Chemicals & Materials im Zusammenhang mit Rosier. Am 26. September 2022 wurde mit der YILFERT Holding, Teil der YILDIRIM-Gruppe, eine bindende Vereinbarung zum Erwerb der Anteile von Borealis an Rosier S.A. unterzeichnet. Dies führte zu einer Umgliederung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“. Zum Zeitpunkt der Umgliederung ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung.

Refining & Marketing

Am 1. Mai 2022 hat die OMV den Verkauf des OMV Tankstellengeschäfts in Deutschland an die EG Group abgeschlossen (285 Tankstellen in Süddeutschland, mit Schwerpunkt Bayern und Baden-Württemberg). Weitere Einzelheiten zu den Auswirkungen des Verkaufs finden sich in Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen. Zum 31. Dezember 2022 beinhalteten die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Refining & Marketing hauptsächlich das OMV Retail-Geschäft in Slowenien. In 2021 entschied die OMV, ihr Retail-Geschäft in Slowenien (120 Tankstellen) zu verkaufen, was zur Umgliederung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ führte.# Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens

Grundkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2021: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2021: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2022 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien. Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch von der Hauptversammlung ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.

Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.

Hybridkapital

Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital in der Höhe von EUR 2.483 Mio besteht aus unbefristeten, nachrangigen Hybridschuldverschreibungen. Die Netto-Erlöse aus den Hybridschuldverschreibungen werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.

Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio:

  • Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
  • Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:

  • Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Von 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
  • Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.

Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

Gewinnrücklagen

Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen des Konzerns enthalten.

Eigene Anteile

In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen. In der Hauptversammlung vom 2.Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:

Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses

In EUR Mio 2022 2021
Brutto Aufwand (–) Ertrag (+)
Währungsumrechnungsdifferenzen 603 –2
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges 40 –3
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 263 –35
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten 2 1
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden –67 8
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis 62 n.a.
Sonstiges Ergebnis des Jahres 847 –30

¹Enthält Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe. Weitere Details sind in der Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – zu finden.
²Stellt das Nettoergebnis (nach Steuern) dar.

Für das Geschäftsjahr 2022 wurden seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine reguläre Ausschüttung in Höhe von EUR 2,80 je dividendenberechtigter Aktie, als auch eine Sonderdividende in Höhe von EUR 2,25 je dividendenberechtigter Aktie, vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung in 2023 zu bestätigen sind. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2021 erfolgte im Juni 2022 und betrug EUR 752 Mio (EUR 2,30 je Aktie). 2021 betrug die Dividendenzahlung EUR 605 Mio (EUR 1,85 je Aktie). Im Jahr 2022 beliefen sich die bezahlten Zinsen für Hybridanleihen auf EUR 94 Mio (2021: EUR 94 Mio).

Eigene Anteile

Anzahl der Aktien in EUR Mio
1. Jänner 2021 297.846
Abgang –36.520
31. Dezember 2021 261.326
Abgang –59.652
31. Dezember 2022 201.674

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf befindliche Anteile
1. Jänner 2021 327.272.727 297.846 326.974.881
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –36.520 36.520
31. Dezember 2021 327.272.727 261.326 327.011.401
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –59.652 59.652
31. Dezember 2022 327.272.727 201.674 327.071.053

Nicht beherrschende Anteile

Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

In EUR Mio 2022 2021
Teilkonzerne Nicht beherr- schende Anteile (%)
schenden Anteilen zu-
geordnetes Ergebnis Kumu-
lierte nicht beherr-
schende Anteile Nicht beherr-
schende Anteile (%) Nicht beherr-
schenden Anteilen zu-
geordnetes Ergebnis Kumu-
lierte nicht beherr-
schende Anteile
OMV Petrom Gruppe 49% 1.023
Borealis Gruppe 25% 424
SapuraOMV Gruppe 50% 21
Sonstige Tochterunternehmen n.a. 1
OMV Gruppe n.a. 1.470

Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein. Die Haupttätigkeiten der OMV Petrom Gruppe sind die Auffindung und Produktion von Kohlenwasserstoffen (in Rumänien), der Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) und Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien). Aufgrund der am 3. November 2022 abgeschlossenen Kapitalerhöhung der OMV Petrom SA erhöhten sich die nicht beherrschenden Anteile an der OMV Petrom Gruppe um EUR 39 Mio. Die von Drittaktionären erhaltenen Zahlungen beliefen sich auf EUR 30 Mio und sind in der Konzern-Cashflow-Rechnung unter dem Posten „Erhöhung von nicht beherrschenden Anteilen“ ausgewiesen. Die Borealis Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Kunststoffprodukten und einer der Marktführer im Basischemikalien- und Düngemittelgeschäft sowie der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Die SapuraOMV Gruppe ist ein Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Malaysia. Es verfügt über ein starkes Wachstumspotential mit beträchtlichen entdeckten Ressourcen und einem starken Portfolio an Explorationsaussichten. Neben Malaysia bestehen Explorationsbeteiligungen in Neuseeland, Australien und Mexiko.

Die folgenden Tabellen fassen die Finanzinformationen der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen zusammen:

Gesamtergebnisrechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen¹

In EUR Mio 2022 2021
OMV Petrom Gruppe Borealis Gruppe
Umsatzerlöse 12.440 11.686
Jahresüberschuss 2.089 1.690
Gesamtergebnis des Jahres 2.079 1.941
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 1.019 488
an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende 436 175

¹Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.

Bilanz zum 31. Dezember der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen¹

In EUR Mio 2022 2021
OMV Petrom Gruppe Borealis Gruppe
Langfristiges Vermögen 6.509 11.043
Kurzfristiges Vermögen 5.109 5.177
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 3 1.334
Langfristige Verbindlichkeiten 1.647 2.782
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.791 1.472
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 471

¹Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.

Cash Flow Rechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen¹

In EUR Mio 2022 2021
OMV Petrom Gruppe Borealis Gruppe
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.299 1.572
Cashflow aus der Investitionstätigkeit –629 –58
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –872 –824
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel 795 691

¹Die Werte beziehen sich auf den jeweiligen Teilkonzern, d.h. inkl. at-equity Konsolidierung und nach Eliminierung der Intercompany-Beziehungen innerhalb des Teilkonzerns.

Rückstellungen

Rückstellungen

In EUR Mio Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rekultivierungs-verpflichtungen Sonstige Rückstellungen Gesamt
1. Jänner 2022 1.299 3.756 1.003 6.057
Währungsumrechnungsdifferenzen –10 0 0 –9
Konsolidierungskreisänderungen –1 –1
Verbrauch und Auflösungen –314 –449 –698 –1.461
Fondsdotierung –18 –18
Zuweisung 55 400 582 1.037
Umbuchungen –10 –0 10 –0
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten –5 89 –13 71
31. Dezember 2022 997 3.796 882 5.676
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2022 82 505 587
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2022 72 360 432

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläen. Das Kapitel Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthält nähere Details über wesentliche Leistungen an Arbeitnehmer im Sinne von IAS 19. Details zu Rekultivierungen sind im Kapitel Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen enthalten. Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für belastende Verträge, Rückstellungen für die Unterdeckung an Emissionszertifikaten als auch sonstige Personalrückstellungen. Weitere Details sind im Kapitel Sonstige Rückstellungen enthalten.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bilanziert nach IAS 19

Die untenstehenden Tabellen beinhalten Details zu den über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen und zu nicht über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen (im Wesentlichen in Österreich, Deutschland, Schweden und Belgien), als auch zu Abfertigungen (hauptsächlich in Österreich) und zu Plänen zur Sicherstellung medizinischer Versorgung (in Belgien). Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren OMV Gesellschaften wurde an länderspezifische externe Pensionsfonds übertragen. Die Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis von länder- und planspezifischen Annahmen berechnet. Nähere Details sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – zu entnehmen.# Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

In EUR Mio 2022 2021
Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen 832 1.053
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –526 –595
Rückstellung für fondsfinanzierte Pensionsverpflichtungen 305 458
Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen 470 586
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und andere Pläne 135 150
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und andere Pläne 910 1.194
Barwert der Verpflichtungen für andere langfristige Leistungspläne 87 105
Gesamtrückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 997 1.299

Barwert der Verpflichtungen

In EUR Mio 2022 2021 2022 2021
Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne
Barwert der Verpflichtung zum 1. Jänner 1.639 150 1.722 197
Laufender Dienstzeitaufwand 24 10 26 6
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand –21
Zinsaufwand 18 2 15 2
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 42 12 41 5
Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen –0 1 –1
Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen –334 –16 1
Erfahrungsbedingte Anpassungen 56 3 –9 –3
Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) –279 –12 –9 –3
Tatsächlich bezahlte Leistungen –91 –10 –85 –14
Währungsumrechnungsdifferenzen –10 0 –2 –1
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten –5 –27 –34
Barwert der Verpflichtung zum 31. Dezember 1.302 135 1.639 150

1 Hauptsächlich bedingt durch die Auslagerung von Aktivitäten in Rumänien

Marktwert des Planvermögens

In EUR Mio 2022 2021
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 595 589
Zinserträge 6 5
Rendite aus dem Planvermögen (sonstiges Ergebnis) –39 40
Tatsächlich bezahlte Leistungen –54 –52
Beiträge vom Arbeitgeber 18 22
Währungsumrechnungsdifferenzen –0 1
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten –10
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 526 595

Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen betrifft die Pläne in Österreich und Belgien und wurde auf externe Pensionsfonds übertragen, die von der APK-Pensionskasse AG in Österreich und von Vivium und KBC Asset Management in Belgien verwaltet werden. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Die Investitionspläne in Belgien folgen der Investmentstrategie der jeweiligen Versicherungsgesellschaft als auch den lokalen rechtlichen Vorschriften. Das Planvermögen ist hauptsächlich in Schuldverschreibungen und Versicherungsverträge veranlagt. Mit der Ausnahme der Versicherungsverträge, für welche keine Preisnotierungen existieren, ist der Großteil des Planvermögens in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Erwartete Beiträge in die Pläne für Leistungen nach Beendingung des Arbeitsverhältnisses für das Jahr 2023 betragen EUR 23 Mio. Zusätzlich werden im Jahr 2023 für leistungsorientierte Pläne Zahlungen an externe Pensionsfonds das Jahr 2022 betreffend im Ausmaß von EUR 55 Mio erwartet.

Rückstellungen und Aufwendungen

In EUR Mio 2022 2021 2022 2021
Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne
Rückstellung zum 1. Jänner 1.044 150 1.135 197
Laufender Dienstzeitaufwand 24 10 26 6
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand –21
Nettozinsaufwand 12 2 10 2
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 36 12 36 5
Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen –0 1 –1
Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen –334 –16 1 –3
Erfahrungsbedingte Anpassungen 56 3 –9
Rendite aus dem Planvermögen 39 –40
Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) –240 –12 –50 –3
Tatsächlich bezahlte Leistungen –37 –10 –33 –14
Beiträge vom Arbeitgeber –18 –22
Währungsumrechnungsdifferenzen –10 0 –3 –1
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten –5 –20 –34
Rückstellung zum 31. Dezember 775 135 1.044 150

1 Hauptsächlich bedingt durch die Auslagerung von Aktivitäten in Rumänien

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche

zum 31. Dezember 2022 2021 2022 2021
Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne Pensionspläne Abfertigungen und sonstige Pläne
Kapitalmarktzinssatz 3,20-5,40% 3,50-8,00% 1,00-2,60% 0,80-5,22%
Gehaltstrend 3,40-5,00% 3,40-4,90% 2,50-5,00% 2,50-3,50%
Pensionstrend 2,25-3,50% 1,70-2,25%

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen und absoluten Veränderungen wie folgt:

Sensitivitäten - prozentuale Veränderung

Kapitalmarktzinssatz +0,50% Kapitalmarktzinssatz –0,50% Gehaltstrend +0,25% Gehaltstrend –0,25% Pensionstrend +0,25% Pensionstrend –0,25%
Pensionspläne –5,25% 5,77% 0,86% –0,81% 2,56% –2,44%
Abfertigungen und sonstige Pläne –4,21% 4,56% 2,06% –1,97%

Sensitivitäten - absolute Veränderung

In EUR Mio | 2022 | | | | |
| | Kapitalmarktzinssatz +0,50% | Kapitalmarktzinssatz –0,50% | Gehaltstrend +0,25% | Gehaltstrend –0,25% | Pensionstrend +0,25% | Pensionstrend –0,25%
Pensionspläne | –69 | 76 | 11 | –11 | 34 | –32
Abfertigungen und sonstige Pläne | –7 | 7 | 3 | –3 | — | —

Durchschnittliche Laufzeiten und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pläne

zum 31. Dezember 2022
Laufzeitprofile Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) in Jahren
1–5 Jahre 6–10 Jahre >10 Jahre
Pensionspläne 363 338 599 11
Abfertigungen und sonstige Pläne 47 47 40 9

Veranlagung des Planvermögens

zum 31. Dezember 2022 2021
Vermögenskategorien
Anteilswertpapiere 15% 18%
Schuldverschreibungen 29% 35%
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen 5% 4%
Versicherungsverträge 36% 30%
Sonstige 15% 12%
Gesamt 100% 100%

Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen

Die Konzerngesellschaften unterliegen für alle Produktionsanlagen und Grundstücke in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag bereits eine Verpflichtung besteht. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows der näheren Zukunft haben wird.

In EUR Mio
Buchwert 1. Jänner 2022 3.756
Neue Verpflichtungen 53
Erhöhung aus Parameteränderungen 198
Kürzung aus Parameteränderungen –332
Aufzinsung 150
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten 89
Verbrauch, Abgänge und andere Änderungen –117
31. Dezember 2022 3.796
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2022 82
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2022 72

Die Kürzung aus Parameteränderungen war vor allem bedingt durch eine Erhöhung der realen Diskontierungssätze für USD und EUR verglichen mit 2021. Die Rekultivierungsrückstellung bezogen auf den OMV Anteil am Maari Feld in Neuseeland wurde von den zu Veräußerungszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten zurückgegliedert. Für weitere Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Wesentliche Annahmen zur Berechnung der Rekultivierungsverpflichtungen

zum 31. Dezember1 2022 2021
Abzinsungs- satz Inflations- rate Realer Abzinsungs- satz Abzinsungs- satz Inflations- rate Realer Abzinsungs- satz Abzinsungs- satz Inflations- rate Realer Abzinsungs- satz Abzinsungs- satz Inflations- rate Realer Abzinsungs- satz
Eurozone (EUR) 2,36-2,55% 2,35% 0,01-0,20%
Neuseeland (NZD) 4,53-4,73% 2,61% 1,92-2,13%
Norwegen (NOK) 3,09-3,13% 2,31% 0,78-0,82%
Rumänien (RON) 8,35% 4,56% 3,79%
Vereinigte Staaten (USD) 3,88-4,15% 2,51% 1,37-1,64%

1 Basierend auf den Hauptwährungen der zugrundeliegenden Verpflichtungen. Mehrere Abzinsungssätze pro Währung entstehen durch unterschiedliche Laufzeiten.

Geschätzte Fälligkeit und Mittelabflüsse der Rekultivierungsverpflichtungen1

In EUR Mio 2022 2022
Buchwert Undiskontierte, reale Kosten
≤1 Jahr 82 86
1 – 10 Jahre 899 1.320
11 – 20 Jahre 2.138 5.174
21 – 30 Jahre 481 1.776
>30 Jahre 196 747
Gesamt 3.796 9.102

1 Hauptsächlich bezogen auf Rekultivierungsverpflichtungen im Geschäftsbereich Exploration & Production

Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Abzinsungssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 612 Mio führen, im umgekehrten Fall würde die Rückstellung um EUR 504 Mio fallen. Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthielt Verpflichtungen von OMV Petrom SA in Höhe von EUR 1.397 Mio (2021: EUR 1.260 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat refundiert werden. Zum 31. Dezember 2022 wies OMV Petrom SA Forderungen im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat von EUR 326 Mio (2021: EUR 352 Mio) aus.

Sonstige Rückstellungen

In EUR Mio | 2022 | | 2021 |
------- | -------- | -------- | -------- | --------
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig
Umweltschutzkosten | 11 | 77 | 14 | 77
Belastende Verträge | 64 | 176 | 24 | 431
Sonstige Personalrückstellungen | 149 | 18 | 148 | 16
Emissionszertifikate | 35 | — | 113 | —
Übrige sonstige Rückstellungen | 247 | 105 | 60 | 120
Sonstige Rückstellungen | 505 | 377 | 360 | 643

Zum 31. Dezember 2022 enthielten die Rückstellungen für Umweltschutzkosten eine Rückstellung für Bodensanierung im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim in Rumänien in Höhe von EUR 52 Mio. Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten im Wesentlichen abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH.# Rückstellungen

Die Rückstellung für die Gate LNG Terminalkapazitäten betrifft einen langfristigen, unkündbaren Vertrag für Regasifizierungs- und Speicherkapazität, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der europäischen Marktbedingungen belastend wurde. Der Barwert der Rückstellung per 31. Dezember 2022 betrug EUR 32 Mio (2021: EUR 390 Mio). Dieser hohe Rückgang in der Rückstellung spiegelt die Veränderung der LNG Marktbedingungen mit höheren realisierten LNG Volumen und Margen in 2022 wider, die in gewissem Umfang auch in naher Zukunft voraussichtlich bestehen bleiben.

Die Rückstellung wurde für unvermeidbare Verluste aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gebildet. Dabei wurden Kosten und Erträge aus dem zukünftigen Erwerb von LNG-Volumen berücksichtigt, da die Regasifizierung und der anschließende Verkauf des Gases zur Deckung der Fixkosten beitragen. Die Mengenannahmen spiegeln die beste Schätzung des Managements bezüglich der in Zukunft verfügbaren LNG-Volumina wider. Die Preise basieren, sofern verfügbar, auf Forward-Preisen. Sind keine Forward-Preise vorhanden, stellen die Preise die beste Schätzung des Managements dar, wobei diese sich an gegenwärtigen Marktpreisen oder an Forward-Preisen vergangener Perioden orientieren. Die Berechnung basierte auf einem Diskontierungszinssatz von 2,53% (2021: 4,51%).

Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen von OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2022 EUR 188 Mio (2021: EUR 65 Mio). Der Anstieg der Rückstellung ist hauptsächlich bedingt durch neue Transportkapazitäten, die gebucht wurden, um alternative Versorgungswege für Österreich zu sichern. Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Gewinn aus der Verwendung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungssatz betrug 2,53% (2021: 4,51%). Neben dem Diskontierungssatz sind die Schlüsselannahmen die erwarteten Preise der relevanten Gas Hubs. Diese Preise basieren auf den Forward Preisen oder auf den Managementannahmen von zukünftigen Preisen.

Die sonstigen Personalrückstellungen enthielten kurzfristige Personallösungskosten in Höhe von EUR 13 Mio (2021: EUR 17 Mio). Der Restbetrag bezog sich hauptsächlich auf Prämienrückstellungen. Übrige sonstige Rückstellungen sind in 2022 hauptsächlich im Zusammenhang mit erwarteten sonstigen Risiken des Konzerns im Bereich der Gas- und Strom-Besteuerung in Rumänien gestiegen.

Emissionszertifikate

Die Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten geschaffen, das die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, nationale Pläne für die Zuteilung von Emissionszertifikaten zu erstellen. Im Rahmen dieses Programms haben die betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern einen Anspruch auf die jährliche unentgeltliche Zuteilung der Emissionszertifikate.

Die neuseeländische Regierung hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten auf Basis des Climate Change Response Act 2002 geschaffen. Unter diesem System haben neuseeländische Gesellschaften keinen Anspruch auf eine Zuteilung von Gratiszertifikaten. Die OMV hat Emissionszertifikate gekauft, um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Darüber hinaus entsteht für die OMV mit jedem Gasverkauf an inländische Kunden in Neuseeland eine Verpflichtung, für deren Erfüllung die OMV Emissionszertifikate von den Kunden erhält.

In Deutschland ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) am 20. Dezember 2019 in Kraft getreten und ist die Basis für das deutsche System für den Handel mit fossilen Treibhausgas-Emissionszertifikaten. Es verpflichtete ab 1. Jänner 2021 die „Inverkehrbringer“ – die Lieferer, die an einen Endkunden liefern, und/oder die den Brennstoff aus dem Leitungsnetz entnehmen (Entstehung der Energiesteuer) – die CO2 Emissionszertifikate zu kaufen. Gemäß § 38 Abs. 2 EnergiesteuerG ist der Lieferer der Steuerschuldner, daher sind alle Unternehmen, die in Besitz eines energiesteuerlichen Liefernachweises sind als Inverkehrbringer anzusehen. Anders als in dem Europäischen Emissionshandelssystem sind die Zertifikate unter BEHG nicht handelbar und werden nicht unentgeltlich zugeteilt, sind aber von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zu erwerben.

Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen werden 2023 voraussichtlich 9.859 Tausend Emissionszertifikate betreffend dem europäischen Emissionshandelssystem, 3.531 Tausend BEHG-Zertifikate sowie 2.292 Tausend Zertifikate betreffend dem neuseeländischen Emissionshandelssystem zurückgegeben. Darin enthalten sind 2.187 Tausend Zertifikate, für die eine Übertragung an die OMV von Kunden in Neuseeland erwartet wird.

Emissionszertifikate

2022 2021
EU Emissions- handels- system NZ Emissions- handels- system
Emissionszertifikate gehalten zum 1. Jänner 11.731 252
Unentgeltliche Zuteilung für das Jahr 7.742
Rückgabe der Zertifikate¹ –10.792 –2.567
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres 4.889 293
Von Kunden erhaltene Emissionszertifikate 3.924
Emissionszertifikate gehalten zum 31. Dezember 13.569 1.901

¹ Für tatsächliche Emissionen des Vorjahres

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten¹

2022 2021
Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Anleihen 1.290 6.030 7.320 795 7.275 8.070
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 128 1.359 1.487 350 1.415 1.765
Leasingverbindlichkeiten 155 1.322 1.476 131 887 1.018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.259 5.259 4.860 4.860
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.172 489 2.662 4.367 587 4.955
Sonstige Verbindlichkeiten 1.527 124 1.652 1.440 118 1.558
Verbindlichkeiten 10.531 9.325 19.856 11.943 10.282 22.225

¹ Exklusive zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten, welche in Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten – beschrieben werden.

Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bezogen sich überwiegend auf Bankkredite, enthielten aber auch Privatplatzierungen und andere Finanzierungsinstrumente. Leasingverbindlichkeiten sind hauptsächlich aufgrund von neuen Leasingverträgen für Speicherinfrastuktur bezogen auf die Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) in Kallo, Belgien, gestiegen. Weitere Details zu Leasingverträgen können der Anhangangabe 15 – Sachanlagen – entnommen werden. Für nähere Details zu zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen in den Anleihen, sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten sowie Leasingverbindlichkeiten siehe Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung.

Die OMV nimmt an mehreren Supplier Finance Programmen teil, in deren Rahmen sich ihre Lieferanten entscheiden können, eine vorzeitige Zahlung ihrer Rechnung von einer Bank zu erhalten, indem sie ihre Forderungen gegenüber dem Konzern an die Bank abtreten. Im Rahmen dieser Vereinbarung erklärt sich die Bank bereit, Beträge an einen am Programm teilnehmenden Lieferanten für die von der OMV geschuldeten Rechnungsbeträge zu zahlen, und erhält den Ausgleich von der OMV zu einem späteren Zeitpunkt. Der Hauptzweck dieser Programme ist die Erleichterung einer effizienten Zahlungsabwicklung und die Möglichkeit für die zustimmenden Lieferanten, ihre Forderungen gegenüber der OMV vor deren Fälligkeit an eine Bank zu verkaufen. Der Konzern hat den Großteil der ursprünglichen Verbindlichkeiten, auf die sich die Vereinbarung bezieht, nicht ausgebucht, da weder eine rechtliche Befreiung erlangt wurde noch die ursprüngliche Verbindlichkeit bei Abschluss der Vereinbarung wesentlich verändert wurde und weist diese Verbindlichkeiten bis zur Zahlung weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Dem Bilanzausweis folgend sind Zahlungsflüsse Teil des Cashflow aus der Betriebstätigkeit. Aus Sicht der OMV verlängern diese Vereinbarungen die Zahlungsfristen nicht wesentlich gegenüber den üblichen, mit anderen Lieferanten, die nicht an den Programmen teilnehmen, vereinbarten Fristen.

Anleihen

Internationale Unternehmensanleihen

Nominale Kupon Rückzahlung Buchwert zum 31. Dezember 2022 Buchwert zum 31. Dezember 2021
EUR 750.000.000 2,625% fix 27.09.2022 754
EUR 750.000.000 0,00% fix 16.06.2023 749 747
EUR 500.000.000 0,75% fix 04.12.2023 500 499
EUR 500.000.000 1,50% fix 09.04.2024 504 503
EUR 500.000.000 0,00% fix 03.07.2025 498 497
EUR 300.000.000 1,75% fix 10.12.2025 315 319
EUR 1.000.000.000 1,00% fix 14.12.2026 996 994
EUR 750.000.000 3,50% fix 27.09.2027 752 751
EUR 500.000.000 2,00% fix 09.04.2028 506 505
EUR 500.000.000 1,875% fix 04.12.2028 499 499
EUR 750.000.000 0,75% fix 16.06.2030 748 748
EUR 750.000.000 2,375% fix 09.04.2032 758 758
EUR 500.000.000 1,00% fix 03.07.2034 496 496
Internationale Unternehmensanleihen 7.320 8.070

Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2022 erfüllte der OMV Konzern alle in den Kreditvereinbarungen festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants).# Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

In EUR Mio

2022 2021
Kurzfristige Kreditfinanzierungen 65 254
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen 1.353 891
Gesamt kurzfristig 1.417 1.145

Fälligkeit langfristiger Finanzierungen:

2022 2021
2023/2022 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) 1.353 891
2024/2023 823 1.277
2025/2024 1.149 822
2026/2025 1.185 1.174
2027/2026 871 1.183
2028/2027 und folgende Jahre 3.360 4.233
Gesamt ab 2023/2022 8.742 9.581

Aufgliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten

In EUR Mio

Gewogener Durchschnittszinssatz (2022) Gewogener Durchschnittszinssatz (2021)
Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Fixe Zinssätze
EUR 8.187 (1,34%) 8.959 (1,45%)
USD 279 (4,24%) 312 (4,27%)
Gesamt 8.466 (1,44%) 9.271 (1,54%)
Variable Zinssätze
EUR 50 (3,13%) 77 (0,77%)
USD 190 (5,04%) 194 (1,24%)
Sonstige Währungen 36 (0,45%) 38 (0,46%)
Gesamt 276 (4,10%) 310 (1,02%)
Sonstige kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
EUR 65 (0,07%) 250 (–0,22%)
USD — (—) 4 (—)
Gesamt 65 (0,07%) 254 (–0,22%)
  • ¹ Inklusive kurzfristiger Teile langfristiger Finanzierungen
  • ² Zinssatz per Jahresende

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

In EUR Mio

Kurzfristig Langfristig Gesamt
2022
Verbindlichkeiten aus Derivaten 1.263 353 1.615
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten 41 4 44
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 1.222 349 1.571
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 910 137 1.047
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.172 489 2.662
2021
Verbindlichkeiten aus Derivaten 3.607 471 4.079
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten 102 102
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 3.506 471 3.977
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 760 116 876
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.367 587 4.955

Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:

Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse)

In EUR Mio

≤1 Jahr 1 – 5 Jahre >5 Jahre Gesamt
2022
Anleihen 1.351 3.394 3.160 7.905
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 141 1.018 393 1.552
Leasingverbindlichkeiten 186 514 1.131 1.831
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.259 5.259
Verbindlichkeiten aus Derivaten 1.260 350 1.610
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten¹ 910 100 102 1.111
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) 9.107 5.375 4.786 19.268
2021
Anleihen 870 3.921 3.984 8.775
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 373 940 511 1.824
Leasingverbindlichkeiten 155 420 739 1.314
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.860 4.860
Verbindlichkeiten aus Derivaten 3.608 471 4.079
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 761 22 151 934
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) 10.627 5.774 5.385 21.786
  • ¹ Inkludiert den Buchwert einer von Borealis an Bayport Polymers LLC gewährten finanziellen Garantie, die einer ≤1 Jahr Fälligkeit zugeordnet ist; für nähere Details zur Garantie sowie dem maximalen Risiko siehe Anhangangabe 28 – Risikomanagement.

Sonstige Verbindlichkeiten

In EUR Mio

Kurzfristig Langfristig Gesamt
2022
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.040 0 1.040
Fremde Vorauszahlungen 57 14 71
Vertragsverbindlichkeiten 148 79 227
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 282 32 314
Sonstige Verbindlichkeiten 1.527 124 1.652
2021
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.027 1.027
Fremde Vorauszahlungen 128 16 144
Vertragsverbindlichkeiten 129 98 228
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 155 4 159
Sonstige Verbindlichkeiten 1.440 118 1.558

Der Anstieg der übrigen sonstigen Verbindlichkeiten war hauptsächlich von nicht finanziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Tauschverträgen für Ölprodukte zwischen der OMV Gruppe und nationalen Bevorratungsgesellschaften in Deutschland und der Slowakei beeinflusst. Für weitere Details siehe Anhangangabe 28 – Risikomanagement.

Vertragsverbindlichkeiten

In EUR Mio

2022 2021
1. Jänner 228 214
Währungsumrechnungsdifferenzen –0 1
Realisierte Umsatzerlöse, die zu Jahresbeginn in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren –126 –80
Anstieg aufgrund von Zahlungseingängen, exklusive während der Periode als Umsatzerlöse realisierte Beträge 125 95
Sonstige Änderungen –1
31. Dezember 227 228

Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalteten hauptsächlich nicht rückzahlbare Vorauszahlungen der Entgelte aus langfristigen Lager- und Dienstleistungsverträgen seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach.

Latente Steuern

Latente Steuern

In EUR Mio

Aktive latente Steuern Gesamt Nicht angesetzte aktive latente Steuern Angesetzte aktive latente Steuern Passive latente Steuern
2022
Immaterielle Vermögenswerte 159 159 244
Sachanlagen 120 3 117 2.564
Vorräte 38 38 56
Derivate 226 226 683
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 85 20 65 297
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden 153 135 18 52
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 204 89 116 107
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten 1.217 14 1.203 0
Sonstige Rückstellungen 112 112 32
Verbindlichkeiten 350 0 350 16
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 684 684
Verlustvorträge 1.635 816 819
Outside basis Differenzen 120 120 54
Gesamt 5.103 1.076 4.027 4.105
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten –2.877 –2.877
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden 1 35
Latente Steuern laut Bilanz 1.150 1.194
2021
Immaterielle Vermögenswerte 197 22 175 446
Sachanlagen 163 86 77 2.456
Vorräte 38 38 67
Derivate 667 667 1.086
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 88 15 73 50
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden 39 39 82
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 263 128 135 106
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten 1.307 15 1.292 0
Sonstige Rückstellungen 125 125 46
Verbindlichkeiten 259 0 259 7
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 115 115
Verlustvorträge 1.546 706 840
Outside basis Differenzen 433 433 10
Gesamt 5.240 972 4.268 4.356
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten –2.965 –2.965
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden 39 82
Latente Steuern laut Bilanz 1.265 1.309

Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen, Wertaufholungen und Abschreibungen, sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen. Der Rückgang der latenten Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten war hauptsächlich auf die Entkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development zurückzuführen. Weitere Einzelheiten finden sich in Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“. Der Anstieg der latenten Steueransprüche im Zusammenhang mit abzugsfähigen Siebentelabschreibungen war hauptsächlich auf die Wertminderung der Beteiligung an JSC GAZPROM YRGM Development zurückzuführen. Weitere Einzelheiten finden sich in Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag.

Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, welche entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, beliefen sich auf EUR 682 Mio, wovon EUR 522 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen waren (2021: EUR 901 Mio, davon EUR 658 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar). 2022 war ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst. Die für die österreichische Steuergruppe zum 31. Dezember 2022 erfasste aktive latente Steuer spiegelt die erwartete Nutzung von abzugsfähigen temporären Differenzen von Bilanzposten und steuerlichen Verlustvorträgen basierend auf der Mittelfristplanung für den Zeitraum 2023 - 2027 wider. Bei der Bemessung der erzielbaren aktiven latenten Steuern im Planungszeitraum wurde die Begrenzung der steuerlichen Verlustnutzung auf 75% gemäß österreichischem Körperschaftsteuergesetz berücksichtigt. Es wird erwartet, dass verbleibende latente Steuerverbindlichkeiten nach dem Planungszeitraum hauptsächlich mit aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen verrechnet werden. Es wird davon ausgegangen, dass alle weiteren verbleibenden latenten Steuerverbindlichkeiten mit aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlusten verrechnet werden, daher wurde die Beschränkung auf die Nutzung steuerlicher Verluste nach dem Planungszeitraum nicht berücksichtigt. Dafür spricht auch, dass steuerliche Verluste zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden können. Zum 31. Dezember 2022 setzte die OMV steuerliche Verlustvorträge von EUR 6.758 Mio an (2021: EUR 5.839 Mio). Davon wurden EUR 3.460 Mio (2021: EUR 3.202 Mio) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen.Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit von steuerlichen Verlusten stellte sich wie folgt dar:

Steuerliche Verlustvorträge¹ In EUR Mio 2022 Basiswert (vor Wertberichtigung) davon nicht angesetzt 2021 Basiswert (vor Wertberichtigung) davon nicht angesetzt
2022 30 30
2023 18 18 18 18
2024 2 2 2 2
2025 11 11 11 11
2026 3 3 3 3
2027 3 3 0 0
Nach 2027/2026 55 0 0 0
Unbegrenzt 6.666 3.261 5.774 2.573
Steuerliche Verlustvorträge 6.758 3.298 5.839 2.637

¹ Steuerliche Verlustvorträge im Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen, die auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert. Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge bezogen sich im Wesentlichen auf die österreichische Steuergruppe sowie Frankreich.

Zum 31. Dezember 2022 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 10.123 Mio (2021: EUR 7.475 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.

Ergänzende Angaben zur Finanzlage

26 Cashflow-Rechnung

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
In EUR Mio

2022 2021
Kassenbestände und Bankguthaben 808 997
Kurzfristige Veranlagungen 7.316 4.067
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.124 5.064

Wesentliche unbare Effekte
Die Zeile „Sonstige Änderungen“ der Konzern-Cashflow-Rechnung in 2022 enthielt unbare Effekte in Bezug auf die Wertberichtigung des Nord Stream 2 Darlehens. Des Weiteren beinhaltete die Zeile die Auswirkungen der Dekonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP) sowie Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligungen an YRGM und SNGP sowie der vertraglichen Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno Russkoje Gasfeld. Weitere Details sind in der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ zu finden. 2022 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen im Wesentlichen neue Leasingverträge sowie die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.

Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Nähere Details zu zahlungswirksamen Effekten aus Veräußerungen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten sowie in Bezug auf den Verlust der Beherrschung über YRGM und den Börsengang von Borouge PLC befinden sich in Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Die Zeile „Rückzahlung langfristige Finanzierungen“ enthielt die Rückzahlung einer Anleihe mit einer Nominale von EUR 750 Mio.

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten)
In EUR Mio

2022 2021
Anleihen Sonstige ver- zinsliche Finanzver- bindlichkeiten Leasing- verbind- lichkeiten Gesamt Anleihen Sonstige verzinsliche Finanzver- bindlich- keiten Leasing- verbind- lichkeiten Gesamt
1. Jänner 8.070 1.765 1.191 11.026 8.869 2.130 1.217 12.216
Zugänge langfristige Finanzierungen 0 0 250 250
Rückzahlung langfristige Finanzierungen –750 –114 –183 –1.047 –1.550 –563 –174 –2.287
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen –184 –184 61 61
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit –750 –298 –183 –1.230 –1.550 –251 –174 –1.975
Währungsumrechnungsdifferenzen 31 2 33 48 5 53
Konsolidierungskreisänderungen –123 –123 –148 –6 –154
Differenz Zinsaufwendungen und gezahlte Zinsen 0 –11 1 –11 –4 –15 1 –18
Sonstige Änderungen 6361 636 1491 149
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen 0 20 515 535 784 –114 149 819
31. Dezember 7.320 1.487 1.524 10.331 8.070 1.765 1.191 11.026

¹ Hauptsächlich resultierend aus neuen Leasingvereinbarungen
² In der Cashflow-Rechnung in der Zeile „Dividendenzahlungen an Anteilseigner des Mutterunternehmens (inkl. Hybridkupons)“ ausgewiesen

Der Mittelabfluss in Verbindung mit Leasingverbindlichkeiten betrug in Summe EUR 212 Mio (2021: EUR 199 Mio). Am 31. Dezember 2022 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien, welche ohne Einschränkungen für künftige Aktivitäten verwendet werden können, EUR 5.291 Mio (31. Dezember 2021: EUR 4.415 Mio). Finanzierungszusagen an nahestehende Unternehmen und Personen werden in Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen – beschrieben.

27 Eventualverbindlichkeiten
Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass für jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keine gegenwärtige Verpflichtung besteht und/oder der Abfluss von Ressourcen unwahrscheinlich ist und/oder diese keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden. Die OMV ging, im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten des Konzerns und genehmigter Kreditrahmen bei Banken, Garantien ohne zusätzliche Bar-Sicherheiten ein. Es ist unwahrscheinlich, dass wesentliche Verluste aus diesen entstehen. Weitere Informationen zu finanziellen Garantien können der Anhangangabe 28 – Risikomanagement – entnommen werden.

Die OMV hält einen Anteil von 10% an Pearl Petroleum Company Ltd. (Pearl). Der Erwerb erfolgte durch einen Anteilsverkaufsvertrag (SSA) im Mai 2009. Seit 2020 befand sich die OMV in einem – von Crescent und Dana eingeleiteten – anhängigen Schiedsverfahren vor dem London Court of International Abitration (LCIA) im Zusammenhang mit begehrten von den Reserven abhängigen bedingten Zahlungen und behaupteten Ansprüchen wegen ungerechtfertigter Bereicherung basierend auf dem SSA. Im Februar 2023 entschied das LCIA Tribunal in einem rechtskräftigen, verbindlichen Urteil zu Gunsten von OMV und wies alle von Dana und Crescent geltend gemachten Ansprüche ab und stellte weiters fest, dass seitens Dana und Crescent kein Anspruch auf bedingte Zahlungen gegenüber OMV besteht.

Am 16. April 2020 kündigte die bulgarische Wettbewerbskommission die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bezüglich der Preisfestlegung auf dem Kraftstoffmarkt an. OMV Bulgaria EOOD ist neben anderen großen Herstellern und Händlern auf dem bulgarischen Markt Gegenstand dieses Ermittlungsverfahrens. Im Jahr 2020 wurden von den Behörden zwei Auskunftsersuchen gestellt, die fristgerecht beantwortet wurden. Es gab keine weiteren Auskunftsersuchen in 2021 und 2022, jedoch sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Die Sanktionen für kartellrechtliche Verstöße belaufen sich auf bis zu 10% des gesamten Unternehmensumsatzes für das Geschäftsjahr vor der Sanktionsentscheidung. Am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses kann die OMV den Ausgang der Untersuchung nicht beurteilen und daher wurde keine Rückstellung in diesem Zusammenhang gebildet.

Zum 31. Dezember 2022 war im Zusammenhang mit lokalen Auftragnehmern in einer der Tochtergesellschaften ein weiteres Verfahren gegen die OMV anhängig. Der Anteil der OMV am geforderten Betrag beläuft sich auf etwa USD 330 Mio. Das Management geht derzeit nicht davon aus, dass einer der mutmaßlichen Sachverhalte einen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- oder Ertragslage haben wird. Diese Einschätzung basiert jedoch auf Annahmen, die vom Management als angemessen erachtet werden, einschließlich solcher über zukünftige Ereignisse und Ungewissheiten. Der Ausgang dieser Angelegenheiten ist letztlich ungewiss, so dass unvorhergesehene Ereignisse und Umstände eintreten könnten, die die OMV dazu veranlassen könnten, diese Annahmen zu ändern, und zu einer wesentlichen nachteiligen Auswirkung auf die Finanzlage in der Zukunft führen könnten.

28 Risikomanagement

Kapitalrisiko
Die Finanzsteuerungsstrategie der OMV basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz sowie des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf die Stärkung der OMV Bilanz, das Erzielen eines positiven freien Cashflows und die Verbesserung der Ertragskraft ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für die OMV und ihre Stakeholder. Die OMV steuert ihre Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Kapitalmarkts zu bewahren, sowie um eine nachhaltige finanzielle Basis für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns zu schaffen. Die Finanzierungsstrategie der OMV fokussiert sich auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität.# Kapitalmanagement

Die wichtigsten Ziele sind das Erreichen eines positiven freien Cashflows nach Dividenden sowie ein starkes Investment Grade Rating auf Basis einer gesunden Bilanz und eines langfristigen Verschuldungsgrads (definiert als Nettoverschuldung inklusive Leasing / (Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing) von unter 30%.

Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen

In EUR Mio (wenn nichts anderes angegeben)

2022 2021
Anleihen 7.320 8.070
Leasingverbindlichkeiten¹ 1.524 1.191
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten¹ 1.487 1.765
Schulden inklusive Leasing 10.331 11.026
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente¹ 8.124 5.064
Nettoverschuldung inklusive Leasing 2.207 5.962
Eigenkapital 26.628 21.996
Leverage-Grad inklusive Leasing in % 8 21

¹ Inklusive Positionen, die auf „zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten“ umgegliedert wurden

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich budgetierten operativen sowie finanziellen Zahlungsströme des Konzerns auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge erstellt der Konzern jeden Monat eine geplante Nettoliquiditätsentwicklung, die den zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen und deren geplante Abreifung sowie bestehenden Liquiditätsreserven, gegenübergestellt wird. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.

Um die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns stets sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen, nicht zugesagten Geldmarktaufnahmen gehalten.

Zum 31. Dezember 2022 betrug die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios (exklusive Leasingverbindlichkeiten) des OMV Konzerns 4,6 Jahre (31. Dezember 2021: 5,1 Jahre).

Das operative Liquiditätsmanagement des OMV Konzerns erfolgt hauptsächlich via Cash-Pooling-Systeme, die einen optimalen Nutzen bestehender liquider Mittel und Liquiditätsreserven zum Vorteil jedes einzelnen Mitglieds des Cash-Pooling Systems und der Gruppe als Ganzes, ermöglichen.

Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des OMV Konzerns enthält Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten.

Finanzielle Garantieverträge

Am 19. April 2022 zahlte die at-equity bilanzierte Bayport Polymers LLC mit dem Betrag von EUR 602 Mio ihr Darlehen teilweise an den Konzern zurück. Die Finanzierung der vorzeitigen Rückzahlung erfolgte durch zwei Senior-Notes-Tranchen in Höhe von EUR 324 Mio und EUR 278 Mio mit Fälligkeit 2027 bzw. 2032. Die Borealis AG gab eine Garantie für die von Bayport Polymers LLC emittierten Senior Notes. Für nähere Details siehe Kapitel ‚Kreditrisikomanagement‘.

Marktrisiko

Derivative und nicht-derivative Instrumente werden zur Steuerung von Marktrisiken eingesetzt, welche sich aus der Veränderung von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinsen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können. Zum Zweck der Minderung von Marktpreisrisiken schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente wie OTC-Swaps, Optionen, Futures und Forwards ab.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt in der Regel zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Vertragslaufzeit.

Risikomanagement von Rohstoffpreisen umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, welche aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst Raffinerie- (Raffineriemarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) sowie Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und Aktivitäten im Eigenhandel. Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu bekommen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel bis zu einem festgelegten Schwellenwert betrieben.

Sicherungsgeschäfte werden in der Regel in jenen Gesellschaften abgeschlossen, in denen das zugrundeliegende Risiko besteht. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Derivate werden großteils zu wirtschaftlichen Absicherungszwecken abgeschlossen und nicht als spekulative Investitionen. Wenn Derivate nicht als Sicherungsinstrument designiert werden (d.h. Hedge Accounting wird nicht angewendet), werden diese zu Rechnungslegungszwecken ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die nachfolgenden Tabellen legen die Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalbetrag ist Brutto erfasst, stellt den Wert des dem Derivat zugrundeliegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts der Derivate. Die Nominalwerte geben das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lassen weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.

Nominal- und Marktwerte offener derivativer Finanzinstrumente

In EUR Mio

2022 2021
Nominale Marktwert aktiv
Rohstoff Preisrisiko
Öl inkl. Öl-Produkte 1.337 47
Gas 10
Strom 351 320
Rohstoffabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung)¹ 1.697 367
Öl inkl. Öl-Produkte 7.808 5
Gas 17.730 2.365
Strom 779 282
Sonstige² 220 209
Rohstoffabsicherungen (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) 26.537 2.862
Fremdwährungsrisiko
USD 266 7
SEK 157
Fremdwährungsabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung)¹ 423 7
USD 1.207 4
NOK 2.493 1
NZD 8
SEK 26 0
Sonstige 238 1
Fremdwährungsabsicherungen (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) 3.972 5
Zinsrisiko
Zinsabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung)¹ 103 6

¹ Inklusive dem in einer Sicherungsbeziehung designierten, ineffektiven Teil der Sicherungsgeschäfte
² Enthält Derivate für europäische Emissionszertifikate

Ab 2022 wurden die Umgliederungen aus der Cashflow-Hedge-Rücklage in die Gewinn- und Verlustrechnung, die im Zusammenhang mit Cashflow-Hedges von im Produktionsprozess verwendetem Strom und Gas stehen, in der Position "Produktions- und operative Aufwendungen" ausgewiesen. Entsprechende Beträge im Jahr 2021 sind in der Position "Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)" enthalten. Anpassungen gemäß IAS 8.42 gegenüber der Darstellung in den Vorjahren wurden aufgrund der Unwesentlichkeit der Beträge nicht vorgenommen.

Die in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals dargestellte Hedging-Rücklage bezieht sich auf folgende Absicherungsinstrumente:

Cashflow hedging – Auswirkung von Hedge Accounting

In EUR Mio

Planbeschaffung Planumsätze Sonstige Fremdwährungs- absicherungen Zins- absicherungen Gesamt
2022
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) 243 –9 –6 2 230
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) 360 –40 –16 7 310
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung –422 63 21 –338
Umgliederung in die Bilanz 57 6 63
Steuereffekte 8 –5 –3 –2 –2
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) 245 8 3 7 264
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten –1 1 –1
2021
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) 26 31 8 0 65
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) 531 –115 –14 2 403
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung –237 65 –3 –176
Umgliederung in die Bilanz –5 0 –5
Steuereffekte –72 11 4 –0 –57
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) 243 –9 –6 2 230
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten 1 –10 –9
Rohstoff-Preisrisiko Fremd- währungs- risiko Zinsrisiko Gesamt
2022
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) 243 –9 –6 230
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) 360 –40 –16 310
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung –422 63 21 –338
Umgliederung in die Bilanz 57 6 63
Steuereffekte 8 –5 –3 –2
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) 245 8 3 264
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten –1 1 –1
2021
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) 26 31 8 65
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) 531 –115 –14 403
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung –237 65 –3 –176
Umgliederung in die Bilanz –5 0 –5
Steuereffekte –72 11 4 –57
Cashflow-Hedge-Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) 243 –9 –6 230
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten 1 –10 –9

Rücklage unrealisierter Gewinne (+) /Verluste (–) aus der Absicherung einer Nettoinvestition¹

In EUR Mio

Fremdwährungsrisiko 2022 2021
Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) –5 7
Bewertung der USD Darlehen –13 –16
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 2
Steuereffekte 3 4
Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) –13 –5

¹ Enthalten in Währungsumrechnungsdifferenzen innerhalb des sonstigen Ergebnisses

Zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: null) hielt der Konzern folgende Positionen, die in einer Fair Value Sicherungsbeziehung designiert wurden.

Auswirkung von Fair Value Hedge Accounting auf die Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz

In EUR Mio

Grundgeschäft Buchwert Kumulative Fair-Value- Hedge-Bewertung, die im Buchwert des Grundgeschäfts enthalten ist In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste effektive Periodengewinne (+)/Verluste(–) Bilanzposition
2022
Nicht-finanzielle Verbindlichkeit 132 2 –6 Sonstige Verbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 hielt der Konzern folgende Cashflow- und Fair Value Hedges sowie Absicherungen einer Nettoinvestition.# Auswirkung von Hedge Accounting auf die Bilanz

Planbeschaffung Planumsätze Ausgewiesene Verbindlichkeit Absicherung von Nettoinvestitionen Sonstige Fremdwährungsabsicherungen Zinsabsicherungen Rohstoff-Preisrisiko Fremdwährungsrisiko Zinsrisiko Gesamt
2022
Nominalwert 1.168 385 145 150 423 103 2.374
Innerhalb eines Jahres 999 385 145 38 423 - 1.989
Länger als ein Jahr 169 - - 113 - 103 385
Marktwert - aktiv 357 10 n.a. 7 6 380
Marktwert - passiv 37 4 n.a. 4 - 44
2021
Nominalwert 713 176 - 191 344 109 1.533
Innerhalb eines Jahres 608 176 - - 344 12 1.139
Länger als ein Jahr 106 - - 191 - 97 394
Marktwert - aktiv 398 - n.a. 0 - 398
Marktwert - passiv 93 - n.a. 8 1 102

Die in der vorgehenden Tabelle dargestellten aktiven und passiven Marktwerte sind in den Posten "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" und "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" in der Konzernbilanz der OMV ausgewiesen.

Rohstoffpreisrisiko

Europäische Emissionszertifikate

Alle Geschäftsbereiche des OMV Konzerns sind CO2-Preisschwankungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) ausgesetzt. Käufe von europäischen Emissionszertifikaten werden immer fristgerecht durchgeführt und es ist die höchste Priorität der OMV alle gesetzlichen Verpflichtungen aus dem ETS zu erfüllen. Die OMV überwacht Preisrisiken aus Emissionsrechten und steuert diese durch bilateral auf dem Sekundärmarkt gehandelte derivative Instrumente (Spots und Forwards - sogenannte Over-the-Counter- oder OTC-Geschäfte).

Chemicals & Materials

Für die petrochemische Produktion wird ein Teil der geplanten Cracker Rohstoff-Beschaffung sowie Produktverkäufe mittels Swaps auf raffinierte Erdölerzeugnisse abgesichert. Für diese Derivate wird Cashflow-Hedge Accounting angewandt, mit Ausnahme von Derivaten zur Begrenzung von Preisrisiken von Vorräten, die zum unmittelbaren Verbrauch zur Verfügung stehen. Derivatkontrakte, welche nicht als Cashflow Hedges designiert werden, werden zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet. Borealis sichert seine prognostizierten Stromeinkäufe mit Stromswaps ab.

Refining & Marketing

Refining & Marketing ist Marktpreisrisiken ausgesetzt, welche aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst Produktions-, Raffinerie- sowie Verkaufsaktivitäten in Bezug auf Öl, Ölprodukte, Gas und Strom, ebenso wie begrenzte Aktivitäten im Eigenhandel mit dem Ziel Marktzugang für Öl- und Ölprodukte zu schaffen. In Refining & Marketing werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Raffineriemarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen. Darüber hinaus werden börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.

Exploration & Production

Um Konzernergebnis und -Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen sowie ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen um die Wachstumstrategie des OMV Konzerns zu ermöglichen, werden von Zeit zu Zeit derivative Instrumente zur Absicherung von Marktpreisen eingesetzt. Im Zuge dessen geht die OMV Positionen in derivative Finanzinstrumente zum Verkauf der zukünftigen Produktion ein, um so den zukünftigen Öl- bzw. Gaspreis zu fixieren und dadurch das Marktpreisrisiko für jene Zeiträume, für welche die Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden, zu reduzieren. Die OMV greift dabei auf einen flexiblen Ansatz zurück, welcher auch die Realisierung von Sicherungsgeschäften mittels Rückkäufen beinhalten kann, mit dem Ziel einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten. Darüber hinaus umfasst das operative Rohstoffpreisrisikomanagement in Exploration & Production die Absicherung der Marktpreisrisiken aus Nichthandels- und Handelsaktivitäten des Gasverkaufs (Absicherung des Preisrisikos bei Bestandsschwankungen und den unterschiedlichen Einkaufs- und Verkaufsbedingungen) sowie begrenzte Eigenhandelspositionen zum Zwecke der Schaffung eines Marktzugangs innerhalb der Gasmärkte. Für diese derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung.

Hedge Accounting in Chemicals & Materials und Refining & Marketing

In den Bereichen Chemicals & Materials und Refining & Marketing ist die OMV insbesondere schwankenden Raffineriemargen und Bestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren, werden entsprechende Absicherungskontrakte getätigt. Diese umfassen die Absicherung künftiger Raffineriemargen (margin hedges) sowie die Absicherung der Bestände (stock hedges, Rohstoffabsicherungen). Weiters wird Cashflow-Hedge Accounting für erwartete Zukäufe von Strom und Erdgas angewendet. Ebenso wurde ein Teil der Sicherungsgeschäfte der Planbeschaffung und Planumsätze von Cracker-Produkten als Cashflow Hedge designiert. Das Ziel der Risikomanagementaktivitäten ist es, die Bepreisung von Produktenverkäufen und –zukäufen zu harmonisieren, um stets innerhalb eines genehmigten Zielbereichs der bepreisten Lagerbestände zu bleiben. Dies wird durch Bestands-Hedging erreicht, in dem das Preisrisiko reduziert wird. Der genehmigte Zielbereich definiert sich als Maximalabweichung vom Zielwert, welcher im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten freigegeben wird.

Beim Hedging der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen zu sichern. Die Mandate sind im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten dokumentiert und freigegeben. Im Falle von Absicherungen künftiger Raffineriemargen ist das abgesicherte Grundgeschäft die Produktmarge. Dabei erfolgt Kauf von Rohöl und Verkauf von Produkten auf fixer Basis. Die Marge der verschiedenen Ölprodukte ist eine separat identifizierbare Komponente und stellt daher die spezifische Risikokomponente dar, welche als abgesicherte Risikokomponente designiert wird. Um eine übermäßige Absicherung zu verhindern, werden hinsichtlich der geplanten Verkäufe Höchstgrenzen festgesetzt. Für die Absicherung von Raffineriemargen wird Hedge Accounting nur in begrenztem Umfang angewendet.

Im Jahr 2022 wurden zwischen dem OMV Konzern und nationalen Bevorratungsgesellschaften in Österreich, Deutschland und der Slowakei physische Produkttauschgeschäfte für Ölprodukte abgeschlossen. Um das Risiko von Marktpreisschwankungen zwischen Entnahme und Rückgabe von Produkten zu reduzieren, wurden derivative Swap-Geschäfte (Sell Fix, Buy Floating zum Zeitpunkt der Entnahme und Buy Fix, Sell Floating zum Zeitpunkt der Rückgabe) abgeschlossen und in einer Fair Value Hedge Sicherungsbeziehung (Absicherung einer ausgewiesenen Verbindlichkeit) designiert. Mit 31. Dezember 2022 war der Warentausch mit der österreichischen Bevorrratungsgesellschaft vollständig abgeschlossen.

Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen bepreisten Bestände von den Zielwerten abweichen. Die geplanten Verkäufe von Ölprodukten und Zukäufe von Rohöl sowie Ölprodukten stellen das abgesicherte Grundgeschäft dar. Erfahrungsgemäß ist Rohöl die wesentlichste Risikokomponente der Bestandspreise, allerdings werden in vereinzelten Fällen auch Ölprodukte für die Absicherung von Beständen eingesetzt. In solchen Fällen werden Platts / Argus Produktnotierungen als Risikokomponente definiert. Weitere Komponenten, wie Raffineriemargen oder sonstige lokale Marktkosten, werden nicht abgesichert. Die Sicherungsbeziehungen werden mit einer Absicherungsquote von 1:1 aufgebaut, da das zugrundeliegende Risiko der Rohstoff-Derivate identisch mit dem abgesicherten Risiko der Komponenten ist.

Ineffektivität von Sicherungsgeschäften kann entstehen im Falle von unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Absicherungsinstrument und Lieferung vom Grundgeschäft und unterschiedlicher Preisbildung (Derivate werden auf Basis zukünftiger Monatsdurchschnittspreise (oder anderer Perioden) bewertet und Zu-/Verkäufe zum Stichtagskurs zum Zeitpunkt der Transaktion/Lieferung).

Für die erwarteten Beschaffungen und für die Absicherung ausgewiesener Verbindlichkeiten ist die erfasste Ineffektivität im Posten „Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung inkludiert. Die erfasste Ineffektivität sowie die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Planumsätzen, bei denen die Risikokomponente eines nicht-finanziellen Postens als Grundgeschäft in einer Sicherungsbeziehung designiert wurde, sind im Posten „Umsatzerlöse“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Risikomanagement im Fremdwährungsbereich

Die OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen tätig. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK, NZD und SEK) dar. Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur geringen Einfluss auf den Cashflow und das operative Ergebnis.

Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich wird die Long- und Short-Nettoposition des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine wirtschaftliche USD-Long-Position auf.# FX Optionen, Forwards und Swaps

FX Optionen, Forwards und Swaps werden hauptsächlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der OMV Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestimmte Sicherungsgeschäfte für geplante Fremdwährungspositionen sind als Cashflow-Hedges designiert und werden zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.

Das Translationsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die in einer funktionalen Währung ungleich EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, NOK und SEK lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar.

Aus den langfristigen Nettoinvestitionen des Konzerns in seine Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures bestehen Fremdwährungsrisiken. Währungsumrechnungsdifferenzen aus diesen Nettoinvestitionen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Borealis hat einen Teil seiner Investitionen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit USD als funktionaler Währung mittels externer USD-Krediten abgesichert, welche als Sicherungsgeschäfte für die Nettoinvestitionen des Konzerns in einen ausländischen Betrieb designiert sind. Das abgesicherte Risiko in einem Sicherungsgeschäft zur Absicherung einer Nettoinvestition ist das Risiko einer Abwertung des USD gegenüber dem EUR, was zu einer Verringerung des Buchwerts der Nettoinvestition in das Gemeinschaftsunternehmen führt. Der EUR/USD-Effekt auf die Bewertung des Kredites wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Um die Wirksamkeit des Sicherungsgeschäftes zu beurteilen, legt der Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft fest, indem die Buchwertänderungen des Kredits, welche auf eine Änderung des Kassakurses zurückzuführen sind, mit den Änderungen des Buchwerts der Nettoinvestition in einen ausländischen Betrieb auf Grund von Kassakursschwankungen verglichen werden (Dollar Offset-Methode). Die Konzernstrategie sieht vor, Absicherungen der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe maximal in Höhe des Kreditbetrages abzuschließen. Zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang, da die Nettoinvestition ein Umrechnungsrisiko birgt, welches das Fremdwährungsrisiko aus dem USD-Kredit aufhebt. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 1:1 festgelegt, da das dem Sicherungsinstrument zugrundeliegende Risiko mit dem abgesicherten Risiko ident ist. Das Sicherungsgeschäft wird dann ineffektiv, wenn der Nettoinvestitionsbetrag in ausländische Geschäftsbetriebe kleiner ist als der Finanzierungsbetrag.

Zinsmanagement

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten der OMV hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert. Festverzinsliche Kredite können mittels Zins-swaps in variable Kredite oder vice versa konvertiert werden. Im Jahr 2022 war der Effekt aus Zinsswaps unwesentlich (2021: keine wesentlichen Auswirkungen). Die erfasste Ineffektivität der Sicherungsgeschäfte sowie die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Zinsswaps werden im Posten „Zinsaufwendungen“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Reform der Referenzzinssätze (IBOR Reform)

Der Konzern bewertet laufend die Vertragsbedingungen in Bezug auf Finanzinstrumente, die vom Ersatz der London Inter-Bank Offered Rate (LIBOR) betroffen sind. Bei Bedarf werden die Vereinbarungen geändert, um alternative Referenzzinssätze vorzusehen, die dem jeweiligen Loan Market Association (LMA)-Standard zum jetzigen Zeitpunkt entsprechen und in Bezug auf die betroffenen Währungen gelten. Gegebenenfalls wird die Gruppe die USD LIBOR-Vereinbarungen im ersten Halbjahr 2023 umsetzen.

Am 31. Dezember 2022 gilt für die zugesagte, revolvierende Kreditlinie in Höhe von EUR 1 Mrd (2021: EUR 1 Mrd) ein Ziehungsverzicht für Währungen, in denen die IBOR-Sätze als Screen Rate zum 31. Dezember 2021 eingestellt wurden (CHF, GBP, JPY). Der Verzicht auf Inanspruchnahme der Kreditlinie wird außer Kraft gesetzt, wenn die Kreditlinie geändert wird, um alternative Referenzzinssätze bereitzustellen, die zu diesem Zeitpunkt dem LMA-Standard entsprechen. Darüber hinaus wurde die Tranche eines JPY-Kredits in Höhe von EUR 36 Mio (2021: EUR 38 Mio) erfolgreich auf Tokyo Over-night Average Rate (TONAR) übertragen.

Der Konzern berücksichtigt, dass er grundsätzlich Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Interest Rate Benchmark Reform ausgesetzt ist. Grund dafür ist, dass für die Absicherung der (3-Monats-) USD-LIBOR-Zinssätze zwei USD-Zinsswaps mit einem Gesamtnominalbetrag in Höhe von EUR 103 Mio (2021: EUR 97 Mio) und ein Fremdwährungszinsswap mit einer Nominale von EUR 36 Mio (2021: EUR 38 Mio) eingesetzt werden. Der Absicherungszeitraum geht über das Jahr 2022 hinaus, wenn Unsicherheiten über die Existenz des USD-LIBOR entstehen. Der Konzern geht davon aus, dass sich durch die Reform keine Änderungen für das Sicherungsinstrument oder das abgesicherte Risiko des Grundgeschäfts ergeben werden. Etwaige ineffektive Sicherungsgeschäfte würden allerdings in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Auswirkungen der Reform der Referenzzinsätze

In EUR Mio
| Referenzzinssatz | Buchwert (Nominalwert für Derivate) | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|
| Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte | | | |
| Darlehensforderungen | USD LIBOR | 657 | 987 |
| Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten | | | |
| Darlehensverbindlichkeiten | USD LIBOR | 190 | 189 |
| Darlehensverbindlichkeiten¹ | JPY LIBOR | 36 | 38 |
| Derivate | | | |
| Zinsswap (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | USD LIBOR | 47 | 44 |
| Zinsswap (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | USD LIBOR | 56 | 53 |
| Fremdwährungszinsswap (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) | JPY LIBOR zu USD LIBOR | 36 | 38 |

¹ JPY LIBOR wurde erfolgreich auf Tokyo Over-night Average Rate (TONAR) übertragen.

Auswirkungen der Reform der Referenzzinsätze

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Nicht in Anspruch genommene Verpflichtungen | | |
| Bereitgestellte Finanzierungszusagen | USD LIBOR | 46 | 251 |
| Zugesagte Kreditlinien | Mehrwährung | 1.000 | 1.000 |

Sensitivitätsanalyse

Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der nachfolgend dargestellten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Verträge zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden. Die Auswirkung von Marktpreisschwankungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting abhängig. Die Marktpreissensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreissensitivitäten für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität des Ergebnisses vor Steuern gezeigt.

Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das Ergebnis vor Steuern

In EUR Mio
| | 2022 | | 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
| Öl inkl. Öl Produkte | 4 | –4 | –25 | 25 |
| Öl inkl. Öl Produkte - designiert in einer Sicherungsbeziehung¹ | 14 | –14 | — | — |
| Gas | 10 | –10 | –2 | 2 |
| Strom | 13 | –13 | –43 | 43 |
| Sonstige² | 43 | –43 | 65 | –65 |
| Gesamt | 83 | –83 | –4 | 5 |

¹ Beinhaltet Sicherungsinstrumente, die in einer Fair Value Hedge Beziehung im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit nationalen Bevorratungsgesellschaften in Deutschland und der Slowakei stehen. Für weitere Einzelheiten siehe Kapitel ‘‘Hedge Accounting in Chemicals & Materials und Refining & Marketing‘‘.
² Enthält Derivate für europäische Emissionszertifikate

Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das sonstige Ergebnis

In EUR Mio
| | 2022 | | 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
| Öl inkl. Öl Produkte | –39 | 39 | 3 | –3 |
| Gas | 5 | –5 | 3 | –3 |
| Strom | 48 | –48 | 57 | –57 |
| Rohstoffabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | 15 | –15 | 64 | –64 |

Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Änderungen der für die Gruppe wesentlichen Wechselkurse durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-NOK-, EUR-SEK- sowie EUR-NZD-Position.

Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis vor Steuern¹

In EUR Mio
| | 2022 | | 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer |
| EUR-RON | 8 | –8 | –2 | 2 |
| EUR-USD | 8 | –8 | –114 | 114 |
| EUR-NZD | –2 | 2 | –4 | 4 |
| EUR-NOK | 23 | –23 | 23 | –23 |
| EUR-SEK | –3 | 3 | –6 | 6 |

¹ Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-Währungssensitivität auf das operative Ergebnis.# Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das sonstige Ergebnis

In EUR Mio
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer |
| EUR-USD | 43 | –43 | 39 | –39 |
| EUR-SEK | –16 | 16 | –16 | 16 |

1 Inklusive der Sensitivität des Net-Investment-Hedge

Die OMV analysiert regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist bei der OMV in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit „Investment Grade Rating“ abgeschlossen. Die OMV verwendet zur Reduktion von Kreditrisiken kommerzielle Versicherungen für Teile der Forderungen in einigen Geschäftsbereichen. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich aus der aktuellen geopolitischen Situation ergibt, wird besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale, wie zum Beispiel Änderungen im Zahlungsverhalten, gelegt.

Das Kreditrisiko ist das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde. Ein Kreditrisiko besteht in Bezug auf die von Borealis an Bayport Polymers LLC, die nach der Equity-Methode bilanziert wird, gewährte Finanzgarantie, für welche sich das maximal ausstehende Risiko für Borealis auf EUR 623 Mio (2021: null) beläuft. Für nähere Angaben siehe Kapitel „Liquiditätsrisiko“. Die Garantie endet frühestens mit Zahlung und/oder Beendingung der Verpflichtung im Jahr 2027 bzw. 2032 und kann jederzeit in Anspruch genommen werden. Im Allgemeinen wird eine Zahlung im Rahmen der Garantievereinbarung durch die Nichterfüllung der von der Garantie abgedeckten Verpflichtung durch die garantierte Partei ausgelöst. Daher wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die anfangs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde. Der Konzern ist zusätzlichen Kreditrisiken ausgesetzt, die sich aus Kundenforderungen aus der operativen Geschäftstätigkeit (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte) sowie aus Finanzanlagen einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten (siehe Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung), Fremdwährungstransaktionen und sonstigen Finanzinstrumenten (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte), ergeben.

29

Fair-Value-Hierarchie

Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte¹ und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

In EUR Mio
| | Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| 2022 | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.086 | 136 | 4.222 | — | 136 | — | 136 |
| Anteile an sonstigen Unternehmen² | — | 42 | 42 | — | — | 42 | 42 |
| Investmentfonds | — | 26 | 26 | 26 | — | — | 26 |
| Anleihen | 52 | — | 52 | — | — | — | — |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 380 | 380 | — | 380 | — | 380 |
| Sonstige Derivate | — | 2.867 | 2.867 | 14 | 2.853 | — | 2.867 |
| Ausleihungen | 711 | — | 711 | — | — | — | — |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte³ | 1.850 | — | 1.850 | — | — | — | — |
| Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | 882 | 882 | — | 58 | 824 | 882 |
| Gesamt | 6.699 | 4.334 | 11.032 | 40 | 3.427 | 866 | 4.334 |
| 2021 | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.260 | 258 | 4.518 | — | 258 | — | 258 |
| Anteile an sonstigen Unternehmen | — | 17 | 17 | — | — | 17 | 17 |
| Investmentfonds | — | 30 | 30 | 30 | — | — | 30 |
| Anleihen | 63 | — | 63 | — | — | — | — |
| Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 398 | 398 | — | 398 | — | 398 |
| Sonstige Derivate | — | 4.220 | 4.220 | 40 | 4.180 | — | 4.220 |
| Ausleihungen | 2.015 | — | 2.015 | — | — | — | — |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte³ | 1.703 | 432 | 2.135 | — | — | 432 | 432 |
| Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | 354 | 354 | — | –23 | 377 | 354 |
| Gesamt | 8.041 | 5.709 | 13.751 | 70 | 4.814 | 826 | 5.709 |

1 Exklusive zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte
2 Beinhaltet Beteiligungen an JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP), die seit dem 1. März 2022 gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“.
3 2021 enthielt einen Vermögenswert hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno-Russkoje. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“.

Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert¹

In EUR Mio
| | Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| 2022 | | | | | | | |
| Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 5.259 | — | 5.259 | — | — | — | — |
| Anleihen | 7.320 | — | 7.320 | — | — | — | — |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.476 | — | 1.476 | — | — | — | — |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.487 | — | 1.487 | — | — | — | — |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 44 | 44 | — | 44 | — | 44 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 1.571 | 1.571 | 0 | 1.571 | — | 1.571 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.047 | — | 1.047 | — | — | — | — |
| Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert² | — | 132 | 132 | — | 132 | — | 132 |
| Gesamt | 16.589 | 1.747 | 18.336 | 0 | 1.747 | | 1.747 |
| 2021 | | | | | | | |
| Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 4.860 | — | 4.860 | — | — | — | — |
| Anleihen | 8.070 | — | 8.070 | — | — | — | — |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.018 | — | 1.018 | — | — | — | — |
| Sonstige verzinsliche Finanz- verbindlichkeiten | 1.765 | — | 1.765 | — | — | — | — |
| Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 102 | 102 | 17 | 85 | — | 102 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 3.977 | 3.977 | 42 | 3.935 | — | 3.977 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 876 | — | 876 | — | — | — | — |
| Gesamt | 16.588 | 4.079 | 20.667 | 59 | 4.019 | | 4.079 |

1 Exklusive Verbindlichkeiten, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden
2 Enthält Absicherungsgeschäfte, die in Fair Value Hedge Beziehungen designiert sind und im Zusammenhang mit Produkttauschgeschäften mit nationalen Bevorratungsgesellschaften in Deutschland und der Slowakei stehen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für die der beizulegende Zeitwert angegeben wird¹

In EUR Mio
| | Beizulegender Zeitwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts | | |
|---|---|---|---|---|
| | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| 2022 | | | | |
| Anleihen | 52 | — | 52 | — |
| Finanzielle Vermögenswerte | 52 | — | 52 | — |
| Anleihen | 6.747 | 6.747 | — | — |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.320 | — | 1.320 | — |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 8.067 | 6.747 | 1.320 | — |
| 2021 | | | | |
| Anleihen | 63 | — | 63 | — |
| Finanzielle Vermögenswerte | 63 | — | 63 | — |
| Anleihen | 8.586 | 8.586 | — | — |
| Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.742 | — | 1.742 | — |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 10.328 | 8.586 | 1.742 | — |

1 Exklusive Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden

30

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Der OMV Konzern schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab. Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte „Netto“ würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten

In EUR Mio
| | Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Verbindlich- keiten mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | | | | | | |
| Derivative Finanzinstrumente | 18 | 13.466 | –10.219 | 3.247 | –547 | 2.700 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 6.086 | –1.864 | 4.222 | –106 | 4.116 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 1.892 | –42 | 1.850 | –1 | 1.849 |
| Gesamt | | 21.444 | –12.125 | 9.318 | –654 | 8.664 |
| 2021 | | | | | | |
| Derivative Finanzinstrumente | 18 | 21.462 | –16.844 | 4.619 | –1.421 | 3.197 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 6.998 | –2.480 | 4.518 | –107 | 4.411 |
| Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 2.231 | –97 | 2.135 | –104 | 2.031 |
| Gesamt | | 30.691 | –19.420 | 11.271 | –1.633 | 9.639 |

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten

In EUR Mio
| | Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Vermögens- werte mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | | | | | | |
| Derivative Finanzinstrumente | 24 | 11.835 | –10.219 | 1.615 | –547 | 1.068 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24 | 7.123 | –1.864 | 5.259 | –106 | |

31 Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Ergebnis aus Finanzinstrumenten

In EUR Mio

Betrag Finanzinstrumente ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert Eigenkapitalinstrumente designiert zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
2022
Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate 1.029 1.029
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte –43 –43
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis 986 1.029 –43
Dividendenerträge 11 11
Zinserträge 269 269
Zinsaufwendungen –417 –4
Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten –374 –374
Marktwertänderungen FX Derivate –186 –186
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization –46 –46
Wertminderungen von Finanzinstrumenten, netto –1.007 –1.007
Sonstige –12 0 0 0
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis –1.761 –609 11 –739
2021
Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate –1.050 –1.050
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte –9 –9
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis –1.059 –1.050 –9
Dividendenerträge 19 19
Zinserträge 161 160
Zinsaufwendungen –334 –4
Marktwertänderungen FX Derivate 15 15
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization –33 –33
Wertminderung von Finanzinstrumenten, netto –1 –0
Sonstige –16
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis –189 –22 19 159

Die nicht aufgeteilten Zinsaufwendungen bezogen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen. Weitere Details können der Anhangangabe 11 – Finanzerfolg – entnommen werden.

32 Anteilsbasierte Vergütungen

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des LTIP-Zeitraums nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat der Vergütungsausschuss (bis LTI Plan 2020 für den Vorstand) jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich und wird vom Vergütungsausschuss festgelegt. Der Vorstand kann nach eigenem Ermessen entsprechende Anpassungen der Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows für Führungskräfte vornehmen. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Ab 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTIP ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet. In 2021 hat Borealis einen LTI Plan eingeführt, welcher dem oben beschriebenen LTI Plan angeglichen ist. Das Aktienbesitzerfordernis ist nur für den Vorstand von Borealis, nicht aber für sonstige Führungskräfte anwendbar.

Long Term Incentive Pläne

Plan 2022 Plan 2021 Plan 2020 Plan 2019
Planbeginn 01.01.2022 01.01.2021 01.01.2020 01.01.2019
Ende Leistungszeitraum 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Anspruchstag 31.03.2025 31.03.2024 31.03.2023 31.03.2022
Aktienbesitzerfordernis
Vorstandsvorsitzender 200% vom Bruttojahres-grundgehalt 200% vom Bruttojahres-grundgehalt 200% vom Bruttojahres-grundgehalt 200% vom Bruttojahres-grundgehalt
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender 175% vom Bruttojahres-grundgehalt 175% vom Bruttojahres-grundgehalt 175% vom Bruttojahres-grundgehalt 175% vom Bruttojahres-grundgehalt
Andere Vorstandsmitglieder 150% vom Bruttojahres-grundgehalt 150% vom Bruttojahres-grundgehalt 150% vom Bruttojahres-grundgehalt 150% vom Bruttojahres-grundgehalt
Führungskräfte 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2022 314.218 601.126 245.060
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2022 708.987 847.200 452.909
Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2022¹ 15 29 12
Rückstellungen (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2022¹ 3 14 9

¹ Exklusive Lohnnebenkosten

Equity Deferral

Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen. Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen). Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des tatsächlichen Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zu Grunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung wird in beide Richtungen angewendet, vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. 2022 wurden Aufwendungen von EUR 3 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2021: EUR 3 Mio).

In Aktien gehaltenes Eigeninvestment¹

31.12.2022
Aktive Vorstandsmitglieder
Stern 17.158
Pleininger² 58.227
Florey 46.068
van Koten 1.084
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele³ 16.157
Skvortsova⁴ 3.335
Gangl⁵ 16.680
Vorstände gesamt 158.709
Andere Führungskräfte gesamt 237.825
Eigeninvestment gesamt 396.534

¹ In Aktien gehaltenes Eigeninvestment bezieht sich auf noch laufende LTI Pläne sowie auf Equity Deferral, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.
² Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück.
³ Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück.
⁴ Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück.
⁵ Thomas Gangl nahm am LTIP 2019 sowohl als Führungskraft als auch als Vorstandsmitglied teil. Am LTIP 2020 nahm er als Vorstandsmitglied teil. In 2021 hat er sowohl als Vorstandsmitglied als auch als Führungskraft teilgenommen. Er trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.

Gesamte Aufwendungen

In 2021 hat Borealis einen Übergangs-LTI Plan für 2021 und 2022 implementiert, um eine Liquiditätslücke zu überbrücken, welche durch die Migration auf den, im Abschnitt „Long Term Incentive (LTI) Pläne“ erwähnten, Dreijahresplan entsteht. Übergangs-LTIP Zuteilungen für 2021 und 2022 werden anhand derselben Erfolgskennzahlen wie der dreijährige Plan, aber nur für das betreffende Jahr, gemessen und werden in bar ausgeglichen. Die Aufwendungen in Bezug auf alle anteilsbasierten Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst.# Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen
In EUR Mio | 2022 | 2021
---|---|---
Ausgleich in bar | 15 | 28
Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 7 | 10
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 22 | 38

1 Exklusive Lohnnebenkosten

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer

Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer¹ 2022 2021
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern 6.664 6.939
OMV Petrom Konzern 7.837 8.852
Borealis Konzern 7.833 7.753
OMV Konzern 22.334 23.544

¹Berechnet als Durchschnitt der Monatsendstände an Arbeitnehmern des Jahres

Der Rückgang der Mitarbeiter im OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern war unter anderem auf den Verkauf der Gas Connect Austria in 2021 zurückzuführen. Die Verringerung der Mitarbeiter im OMV Petrom Konzern war bedingt durch Veräußerungen, die Auslagerung von Aktivitäten als auch durch Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen als Folge von Prozessoptimierungen und Kosteneffizienzmaßnahmen.

Aufwendungen Konzernabschlussprüfer

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks)
In EUR Mio | 2022 | 2021
---|---|---
| Konzern- abschlussprüfer | davon Ernst&Young Wirtschafts- prüfungsgesell- schaft m.b.H | Konzern- abschlussprüfer | davon Ernst&Young Wirtschafts- prüfungsgesell- schaft m.b.H
Konzern- und Jahresabschluss- prüfung | 3,47 | 1,58 | 3,55 | 1,51
Sonstige Bestätigungsleistungen | 0,60 | 0,48 | 0,53 | 0,31
Steuerberatungsleistungen | 0,19 | — | 0,56 | —
Sonstige Beratungsleistungen | 0,40 | 0,01 | 0,07 | 0,01
Gesamt | 4,65 | 2,07 | 4,70 | 1,84

Nahestehende Unternehmen und Personen

Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C. (MPPH), Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24. 2022 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen (inklusive der Vergabe von Lizenzen für die Nutzung von Technologien des Konzerns) zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Gaszukäufe von OJSC Severneftegazprom, welche nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basierten.

Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Umsätze und Forderungen

In EUR Mio 2022 2021
Umsätze und sonstige Erträge Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen
Abu Dhabi Oil Refining Company 2 2
ADNOC Global Trading LTD 3 1
Bayport Polymers LLC 8 3
Borouge Beteiligungen¹ 677 151
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH 1 0
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 119 59
GENOL Gesellschaft m.b.H. 141 22
Kilpilahden Voimalaitos Oy 8 0
Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix)²
Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides)² 5
Trans Austria Gasleitung GmbH³
Gesamt 963 237

¹ Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.
² Wurde als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff Geschäftsbereichs der Borealis auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert.
³ Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde per 31. Mai 2021 als Teil der Veräußerungsgruppe der Gas Connect Austria verkauft.

Mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. wurden weitere Verkaufstransaktionen in Höhe von EUR 293 Mio getätigt, die in der oben angeführten Tabelle aufgrund der vorgenommenen Saldierung mit den Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht ausgewiesen wurden.

Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Zukäufe und Verbindlichkeiten

In EUR Mio 2022 2021
Zukäufe und erhaltene Leistungen Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen
ADNOC Global Trading LTD 32
Borouge Beteiligungen¹ 416 88
Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH² 3 0
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 48 7
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG 3 3
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 208 27
GENOL Gesellschaft m.b.H. 10 2
Kilpilahden Voimalaitos Oy 116
Neochim AD² 5
OJSC Severneftegazprom³ 24
PetroPort Holding AB 4 0
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. 2 0
Trans Austria Gasleitung GmbH⁴
Gesamt 873 124

¹ Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.
² Wurde als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff Geschäftsbereichs der Borealis auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert.
³ OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.
⁴ Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde per 31. Mai 2021 als Teil der Veräußerungsgruppe der Gas Connect Austria verkauft.

Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio 2022 2021
Abu Dhabi Oil Refining Company 116
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC 5
ADNOC Global Trading LTD 43
Bayport Polymers LLC 21
Borouge Beteiligungen¹ 592 1.918
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH 1 1
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH 1 1
Neochim AD² 1 0
OJSC Severneftegazprom³ 17
Pearl Petroleum Company Limited 41 30
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. 1 1
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H. 1 0
Trans Austria Gasleitung GmbH⁴ 9
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen 803 1.999

¹ Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.
² Wurde als Teil der Veräußerungsgruppe des Stickstoff Geschäftsbereichs der Borealis auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert.
³ OJSC Severneftegazprom wurde per 1. März 2022 entkonsolidiert und als sonstige Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) eingestuft.
⁴ Die Trans Austria Gasleitung GmbH wurde per 31. Mai 2021 als Teil der Veräußerungsgruppe der Gas Connect Austria verkauft.

Sonstige ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen

In EUR Mio 2022 2021
Kilpilahden Voimalaitos Oy 40 18
Bayport Polymers LLC 657 987
Renasci N.V. 12
Darlehensforderungen 697 1.017
Bayport Polymers LLC 29
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG 8 8
Sonstige finanzielle Forderungen 37 8
Borouge Beteiligungen¹ 8 8
Bayport Polymers LLC 7
Vertragsvermögenswerte 8 16
Kilpilahden Voimalaitos Oy 11 12
Renasci N.V. 10 10
Geleistete Anzahlungen 21 22
C2PAT GmbH & Co KG 1 1
Bayport Polymers LLC 28
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 29 1
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 100 120
Vertragsverbindlichkeiten 100 120
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. 27
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27

¹ Beinhaltet Borouge PLC, Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Für mehr Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.

Die Darlehensforderungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen an Bayport Polymers LLC beinhalteten Inanspruchnahmen im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens mit einer Gesamthöhe von EUR 1.313 Mio (2021: EUR 1.236 Mio). Am 19. April 2022 zahlte die at-equity bilanzierte Bayport Polymers LLC mit dem Betrag von EUR 602 Mio ihr Darlehen teilweise an den Konzern zurück. Die Finanzierung der vorzeitigen Rückzahlung erfolgte durch zwei Senior-Notes-Tranchen in Höhe von EUR 324 Mio und EUR 278 Mio mit Fälligkeit 2027 bzw. 2032. Die Borealis AG gab eine Garantie für die von Bayport Polymers LLC emittierten Senior Notes und somit wurde eine finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von EUR 28 Mio für die finanzielle Garantie ausgewiesen. Für mehr Details siehe Anhangangabe 28 – Risikomanagement, Abschnitt „Kreditrisikomanagement“.

Die offenen Finanzierungszusagen gegenüber Bayport Polymers LLC betrugen per 31. Dezember 2022 EUR 46 Mio (31. Dezember 2021: EUR 251 Mio). Der weitere Rückgang der Darlehensforderungen ist insbesondere auf die Umschuldung in neu ausgegebene Aktien der Renasci N.V. im Jahr 2022 zurückzuführen. Zum Jahresende 2021 hatte der Konzern weitere Finanzierungszusagen im Zusammenhang mit der Gewährung eines Wandeldarlehens an Renasci N.V. in Höhe von EUR 12 Mio. Durch die Umschuldung wurde der Gesamtbetrag vollständig in Anspruch genommen. Für mehr Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.

Darüber hinaus wurde 2022 ein Kapitalzuschuss in Höhe von EUR 408 Mio an die Borouge 4 LLC ausbezahlt. Zum Bilanzstichtag bestanden Finanzierungszusagen gegenüber Kilpilahden Voimalaitos Oy in Höhe von EUR 10 Mio (31. Dezember 2021: EUR 16 Mio). Diese Ansprüche sind abhängig von der Erfüllung bestimmter Ereignisse, die in den zugrundeliegenden Verträgen definiert wurden.

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in 2022 gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. bezogen sich auf Produkttauschgeschäfte. Die Vertragsverbindlichkeiten gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. standen im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag.# Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis

Basierend auf der Eigentümerstruktur der OMV hat die Republik Österreich über die ÖBAG ein Naheverhältnis zur OMV, die damit ebenso wie die unter Kontrolle der Republik stehenden Unternehmen – im Wesentlichen die Österreichische Post Aktiengesellschaft, die VERBUND AG, die Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft, die Bundesbeschaffung GmbH und jeweils deren Tochtergesellschaften – als nahestehende Parteien einzustufen sind. Transaktionen mit diesen Unternehmen erfolgten zu fremdüblichen Konditionen.

Im Juli 2022 hat die strategische Energie-Kooperation zwischen der OMV und VERBUND den weiteren Ausbau der Flächen-Photovoltaikanlage in Schönkirchen-Reyerdorf, Österreich, in Betrieb genommen. Das Projekt wird zu gleichen Teilen von OMV und VERBUND getragen. Weiters besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der OMV und der VERBUND AG im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage in der Lobau, Österreich, welche die OMV in 2022 in Betrieb genommen hat. 2021 hat die OMV die Transaktion zum Verkauf ihrer 51%-Beteiligung an der Gas Connect Austria GmbH an die VERBUND AG abgeschlossen. Weiters schloss die OMV 2021 den Verkauf ihres 40%-Anteils an SMATRICS GmbH & Co KG und ihres 40%-Anteils an E-Mobility Provider Austria GmbH an die VERBUND AG ab. Darüber hinaus gründete die OMV 2021 gemeinsam mit Lafarge Perlmooser GmbH und VERBUND Energy4Business GmbH ein Joint Venture für die gemeinsame Planung und Errichtung einer Anlage im großindustriellen Maßstab bis 2030 zur Abscheidung von CO2 und Weiterverarbeitung zu synthetischen Kraftstoffen, Kunststoffen und anderen Chemikalien.

Über die MPPH sind weiters das Emirat Abu Dhabi sowie die unter Kontrolle von Abu Dhabi stehenden Gesellschaften als nahestehende Unternehmen einzustufen. Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden 2022 zum Beispiel mit Compañía Española de Petróleos, S.A. (CEPSA), Abu Dhabi Company for Offshore Petroleum Operations Ltd, NOVA Chemicals Corporation (NOVA), Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) und ADNOC Trading Limited. Darüber hinaus hat OMV mehrere Kooperationen mit ADNOC im Bereich Exploration & Production und eine bestehende strategische Partnerschaft mit ADNOC, die das ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein Trading Joint Venture umfasst. 2022 unterzeichneten OMV und ADNOC eine Absichtserklärung, die vorsieht, eine Partnerschaft für Liquefied Natural Gas Lieferungen auszuloten.

Bezüge von Führungskräften

Vorstandsbezüge

In EUR Mio

Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2022 Ehemalige Vorstandsmitglieder Stern Pleininger Florey van Koten Skvortsova4 Seele6 Gangl7 Leitner9 Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 1,59 1,47 1,55 0,85 1,16 1,57 0,12 8,32
Fixer Bezug (Grundbezug) 0,99 0,75 0,81 0,58 0,58 0,55 4,25
Variabel (Barbonifikation)1 0,59 0,71 0,69 0,25 0,50 1,02 0,12 3,87
Sachbezüge 0,01 0,01 0,053 0,03 0,095 0,01 0,20
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,25 0,19 0,20 0,14 0,14 0,14 1,06
Pensionskassen-beiträge 0,25 0,19 0,20 0,14 0,14 0,14 1,06
Anteilsbasierte Vergütungen 0,29 1,33 1,03 0,10 0,21 3,13 0,37 0,70 7,16
Variabel (Equity Deferral 2021) 0,29 0,44 0,34 0,10 0,21 0,43 0,05 1,85
Variabel (LTIP 2019) 0,90 0,70 2,70 0,328 0,70 5,31
Vorstandsbezüge 2,12 3,00 2,78 1,10 1,51 4,84 0,49 0,70 16,54

1Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2021, für die der Bonus in 2022 ausbezahlt wurde.
2Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück, und sein Vertrag endet mit 30. April 2023.
3Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern
4Elena Skortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück, und ihr Vertrag endet mit 14. Juni 2023.
5Inklusive Miet- und Lagerkosten und damit verbundenen Steuern
6Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück, und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
7Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
8Thomas Gangl erhielt darüber hinaus eine Barbonifikation in der Höhe von EUR 0,08 Mio aus dem Senior Management LTIP 2019.
9Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

Vorstandsbezüge in EUR Mio

Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2021 Ehemalige Vorstandsmitglieder Stern3 Pleininger Florey Skvortsova van Koten7 Seele8 Gangl9 Leitner12 Gesamt
Kurzfristige Vergütungen 0,69 1,77 1,77 1,38 0,30 2,55 0,65 9,12
Fixer Bezug (Grundbezug) 0,69 0,75 0,76 0,58 0,29 1,10 0,14 4,30
Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) 0,545 0,54
Variabel (Barbonifikation)1 1,01 0,97 0,16 1,44 0,50 4,09
Sachbezüge 0,01 0,01 0,054 0,106 0,01 0,01 0,00 0,20
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,18 0,19 0,19 0,14 0,07 0,28 0,03 1,08
Pensionskassen-beiträge 0,18 0,19 0,19 0,14 0,07 0,28 0,03 1,08
Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienstverhältnissen 0,0210 0,02
Anteilsbasierte Vergütungen 1,09 0,90 0,11 2,48 0,20 0,41 5,17
Variabel (Equity Deferral 2020) 0,32 0,27 0,11 0,40 0,20 1,30
Variabel (LTIP 2018)2 0,76 0,63 2,08 —11 0,41 3,88
Vorstandsbezüge 0,87 3,05 2,86 1,63 0,37 5,31 0,90 0,41 15,39

1Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2020, für die der Bonus in 2021 ausbezahlt wurde und inkludiert 50% der im Jahr 2020 fälligen Barzahlungen unter dem Jahresbonus 2019 für die im Jahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder, welche auf Jänner 2021 verschoben wurden.
2Inkludiert 50% der im Jahr 2020 fälligen Barzahlungen unter dem LTIP 2017 für die im Jahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder (für den Barzahlungsanteil, falls zutreffend), welche auf Jänner 2021 verschoben wurden.
3Alfred Stern trat dem Vorstand per 1. April 2021 bei.
4Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern
5Elena Skortsova erhielt eine einmalige Kompensationszahlung in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der Linde Gruppe zur OMV AG.
6Inklusive Umzugs- und Mietkosten und damit verbundenen Steuern
7Martijn van Koten trat dem Vorstand per 1. Juli 2021 bei.
8Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
9Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
10 Thomas Gangl erhielt eine Auszahlung für Urlaubsersatzleistungen in Höhe von EUR 0,02 Mio.
11 Thomas Gangl erhielt eine Barbonifikation in der Höhe von EUR 0,11 Mio aus dem Senior Management LTIP 2018.
12 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)1

In EUR Mio
2022 2021
Gehälter und Prämien 25,1 25,8
Pensionskassenbeiträge 1,4 1,3
Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen 1,1 2,2
Anteilsbasierte Vergütungen 5,8 3,5
Sonstige langfristige Vergütungen 1,2 1,8
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)2 34,6 34,6

1 2022 gab es im Durchschnitt 47 leitende Führungskräfte (2021: 43) basierend auf den einbezogenen Monaten in der Gruppe.
2 2022 inklusive Vergütung von Martijn van Koten in seiner ehemaligen Funktion als Vorstandsmitglied der Borealis Gruppe und 2021 inklusive der Vergütung von Alfred Stern und Martijn van Koten in ihrer ehemaligen Funktion als Vorstandsmitglieder der Borealis Gruppe

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Straf-Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet. Anhangangabe 32 – Anteilsbasierte Vergütungen – enthält Details zu Long Term Incentive Plänen und Equity Deferral. Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2022 EUR 1,1 Mio (2021: EUR 0,6 Mio).

Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen

Die OMV verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. 2022 hat die OMV Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wert von EUR 5.746 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2021: EUR 4.573 Mio). Zum 31. Dezember 2022 wurden von der OMV in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesene Seller Participation Notes in Höhe von EUR 168 Mio (2021: EUR 95 Mio) und Complementary Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 105 Mio (2021: EUR 89 Mio) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2022 betrug EUR 196 Mio (2021: EUR 110 Mio). Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig. Die Complementary Notes sind vorrangig zu den Seller Participation Notes und haben den gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2022 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 37 Mio (2021: EUR 29 Mio). Die Zinserträge für die in Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2022 EUR 5 Mio (2021: EUR 2 Mio). Weiters erhielt die OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Beginnend mit 1. Jänner 2023 führte die Gruppe eine neue Unternehmensstruktur ein, die darauf ausgelegt ist, die Umsetzung der Strategie 2030 vollständig zu ermöglichen. Aufgrund der Reorganisation wird der Konzern ab Q1/23 über folgende Geschäftsbereiche berichten: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock (ehemals Refining & Marketing) und Energy (ehemals Exploration & Production).# Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der Versorgung, Marketing und Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen. Die interne Berichterstattung und die relevanten Informationen, die dem Hauptentscheidungsträger zur Beurteilung der Ertragskraft und der Allokation von Ressourcen vorgelegt werden, wurden angepasst und spiegeln die neue Organisationsstruktur wider. Vergleichsinformationen für 2022 wurden rückwirkend angepasst und werden zusammen mit dem Q1/23 Bericht veröffentlicht. Am 2. Jänner 2023 wurde der Verkauf der Anteile von Borealis an Rosier SA an die zur YILDIRIM-Gruppe gehörende YILFERT BENELUX B.V. abgeschlossen. Nach dem Abschluss des Verkaufs hält Borealis keine Anteile mehr an Rosier SA. Am 11. Jänner 2023 hat Borealis ihren Anteil an Renasci N.V. (Renasci) von 27,42% auf 50,01% weiter erhöht. Damit wird das anhaltende Vertrauen in das Potenzial des patentierten SCP-Konzepts von Renasci, das den Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft fördern soll, unterstrichen. Die Anteilserhöhung wurde durch eine Kapitalerhöhung von EUR 5 Mio und den Kauf von 35.719 Anteilen um EUR 10,5 Mio erreicht. Dieser Transaktion folgend wird Renasci in 2023 ein vollkonsolidiertes Tochterunternehmen (2022: at-equity bewertet). Am 3. Februar 2023 wurde ein Aktionärsdarlehensvertrag in Höhe von USD 1.068 Mio zur Teilfinanzierung der Borouge 4 Capex-Anforderungen von Borouge 4 LLC, mit Borouge 4 LLC als Darlehensnehmer und Borealis AG als Darlehensgeber, abgeschlossen. Der Aktionärsdarlehensvertrag ist als Fazilität mit einer Laufzeit von 5 Jahren strukturiert, Borealis behält sich jedoch das Recht vor, die Vorauszahlung der ausstehenden Beträge zum Zeitpunkt der Wiedereingliederung zu beschleunigen. Der Vorstand der OMV hat am 27. Februar 2023 beschlossen, die Möglichkeiten eines Verkaufs der E&P Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik zu prüfen und den diesbezüglichen Verkaufsprozess für die mögliche Veräußerung ihres 50%-Anteils am begebenen Aktienkapital der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. in Malaysia sowie 100% der Anteile an der OMV New Zealand Limited einzuleiten. Eine mögliche Veräußerung zielt auf die Optimierung des E&P Portfolios im Einklang mit der OMV Strategie 2030 ab. Im Rahmen des Verkaufsprozesses wird OMV in Abstimmung mit den zuständigen Regulatoren und staatlichen Behörden interessierte Parteien in einem ersten Schritt zur Abgabe von Interessensbekundungen und in einem zweiten Schritt zur Abgabe verbindlicher Angebote einladen. Der Verkaufsprozess soll über die nächsten Monate stattfinden. Ein möglicher Verkauf bedarf noch der Genehmigung des Aufsichtsrates der OMV und zuständiger staatlicher Behörden.

38 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft

Konsolidierungskreisänderungen

Firma Sitz Art der Veränderung¹ Wirksamkeitsdatum
Chemicals & Materials
Eifanes Beteiligungsverwaltungs GmbH² Wien Erstkonsolidierung 9. März 2022
Borouge 4 LLC³ Abu Dhabi Erstkonsolidierung 11. März 2022
RecycleMe Plastics GmbH³´⁴ Herborn Erstkonsolidierung 19. April 2022
Borouge PLC³ Abu Dhabi Erstkonsolidierung 28. April 2022
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)³´⁵ Abu Dhabi Entkonsolidierung (M) 1. Juni 2022
Borouge Pte. Ltd.³´⁶ Singapur Teilabgang 1. Juni 2022
Refining & Marketing
OMV Petrom Biofuels SRL Bukarest Erstkonsolidierung 31. März 2022
OMV Retail Deutschland GmbH Burghausen Entkonsolidierung 1. Mai 2022
OMV Supply & Trading AG Baar Entkonsolidierung (L) 30. August 2022
PETRODYNE-CSEPEL Zrt. Budapest Entkonsolidierung (M) 31. Dezember 2022
Exploration & Production
JSC GAZPROM YRGM Development Sankt Petersburg Entkonsolidierung (T) 1. März 2022
OJSC Severneftegazprom³ Krasnoselkup Entkonsolidierung (T) 1. März 2022
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Block 70 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 31. März 2022
SAPURAOMV UPSTREAM (MALAYSIA) SDN. BHD. Kuala Lumpur Erstkonsolidierung 31. März 2022
OMV Abu Dhabi E&P GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l. Mailand Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Bina Bawi GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Offshore Morondava GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Middle East & Africa GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Offshore (Namibia) GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV (NAMIBIA) Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
OMV Petroleum Exploration GmbH Wien Entkonsolidierung (I) 30. September 2022
S. PARC FOTOVOLTAIC ISALNITA S.A.⁷ Târgu Jiu Erstkonsolidierung 27. Oktober 2022
S. PARC FOTOVOLTAIC ROVINARI EST S.A.⁷ Târgu Jiu Erstkonsolidierung 27. Oktober 2022
S. PARC FOTOVOLTAIC TISMANA 1 S.A.⁷ Târgu Jiu Erstkonsolidierung 27. Oktober 2022
S. SOLARIST TISMANA 2 S.A.⁷ Târgu Jiu Erstkonsolidierung 27. Oktober 2022
SapuraOMV Upstream (Malaysia) Inc. Nassau Entkonsolidierung (L) 22. November 2022
SapuraOMV Upstream (Southeast Asia) Inc. Nassau Entkonsolidierung (L) 22. November 2022
OMV Green Energy GmbH Wien Erstkonsolidierung 23. November 2022
OE SASR Beta Achtundvierzigste Beteiligungsverwaltung GmbH⁸ Wien Erstkonsolidierung (A) 12. Dezember 2022

¹ „Erstkonsolidierung“ verweist auf neu gegründete Gesellschaften, wohingegen „Erstkonsolidierung (A)“ bedeutet, dass die Gesellschaft erworben wurde. „Entkonsolidierung (M)“ bezieht sich auf Gesellschaften, die nach einer Verschmelzung auf ein anderes Konzernunternehmen entkonsolidiert wurden. „Entkonsolidierung (L)“ bezieht sich auf Tochtergesellschaften, die liquidiert wurden. „Entkonsolidierung (T)“ bezieht sich auf Gesellschaften, die zu sonstigen Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) umgegliedert wurden, für weitere Details siehe Anhangangabe 2 - Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen. Gesellschaften, die mit „Entkonsolidierung (I)“ gekennzeichnet sind, wurden aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert.
² Umbenannt in Borealis Middle East Holding GmbH
³ At-equity konsolidierte Gesellschaft
⁴ Umbenannt in Recelerate GmbH
⁵ Anteile vor dem ADX-Börsengang an Borouge PLC übertragen. Der ADX-Börsengang veränderte den Anteil der OMV an Abu Dhabi Polymers Company Limited durch die Beteiligung an Borouge PLC von 40% auf 36%. Für weitere Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.
⁶ Anteile vor dem ADX-Börsengang teilweise an Borouge PLC übertragen. Der ADX-Börsengang veränderte den Anteil der OMV an Borouge Pte. Ltd. von 49,15% auf 45,76% (davon 15,25% direkter Anteil und 30,51% durch die Beteiligung an Borouge PLC). Für weitere Details siehe Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen.
⁷ Gemeinschaftliche Tätigkeit; Bilanzierung des Anteils der OMV an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen
⁸ Umbenannt in OMV Austria Geothermal GmbH

Weitere Informationen betreffend wesentlicher Akquisitionen und Veräußerungen sind in der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – zu finden.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

2022 2021
Vollkonsol. Equity-konsol.
1. Jänner 136 22
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 5 3
Im Berichtsjahr entkonsolidiert –18 –2
31. Dezember 123 23
davon mit Sitz und Betrieb im Ausland 88 17
davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im Ausland 10

¹ Bilanzierung des Anteils der OMV an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen

Liste der Beteiligungen

Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20%

Obergesell-schaft Konsolidie-rungsart¹ Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2022 Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2021
Chemicals & Materials
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge), Abu Dhabi BORAAG AEJ 40,00
AGRIPRODUITS S.A.S., Courbevoie (BAGRFR) BCHIFR NC 100,00 100,00
AZOLOR S.A.S., Bras-sur-Meuse BCHIFR NC-I 34,00 34,00
Bayport Polymers LLC, Pasadena² BNOVUS AEJ 50,00 50,00
Borealis AB, Stenungsund (BABSWE) BSVSWE C 100,00 100,00
Borealis AG, Wien (BORAAG) BHOLAT C 39,00 39,00
OMVRM 32,67 32,67
OMV AG 3,33 3,33
Borealis Agrolinz Melamine Deutschland GmbH, Wittenberg BORAAG C 100,00
BAGMAT 100,00
Borealis Agrolinz Melamine GmbH, Linz (BAGMAT) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Antwerpen N.V., Zwijndrecht BPOBE C 90,00 90,00
BORAAG 10,00 10,00
Borealis Argentina SRL, Buenos Aires BORAAG NC 98,00 98,00
BSVSWE 2,00 2,00
BOREALIS ASIA LIMITED, Hongkong BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis BoNo Holdings LLC, Port Murray (BBNHUS)² BUS C 100,00 100,00
Borealis Brasil S.A., Itatiba BORAAG C 80,00 80,00
BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD, Germiston BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Chile SpA, Santiago BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Chimie S.A.R.L., Casablanca BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Chimie S.A.S., Courbevoie (BCHIFR) BFR C 100,00 100,00
Borealis Circular Solutions Holding GmbH, Wien (BCIRC) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Colombia S.A.S., Bogota BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Compounds Inc., Port Murray (BCOMUS) BUS C 100,00 100,00
Borealis Denmark ApS, Kopenhagen BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Digital Studio B.V., Zaventem BORAAG NC 90,00 90,00
BPOBE 10,00 10,00
Borealis Financial Services N.V., Mechelen BORAAG C 100,00 100,00
BSVSWE 0,00 0,00
Borealis France S.A.S., Courbevoie (BFR) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Group Services AS, Bamble BABSWE C 100,00 100,00
Borealis Insurance A/S (captive insurance company)
:---------------------------------------------- :--- :---------- :----------
Borealis ITALIA S.p.A., Monza BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Kallo N.V., Kallo BPOBE C 99,94 99,94
BORAAG 0,06 0,06
Borealis L.A.T Belgium B.V., Beringen BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Bulgaria EOOD, Sofia BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Czech Republic s.r.o., Budweis BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T doo, Beograd, Belgrad BLATAT C 100,00 100,00
Borealis L.A.T France S.A.S., Courbevoie BFR C 100,00 100,00
Borealis L.A.T GmbH, Linz (BLATAT) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis L.A.T Greece Single Member P.C., Athen BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Hrvatska d.o.o., Klisa BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Hungary Kft., Budapest BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Italia s.r.l., Mailand BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Polska Sp. z o.o., Warschau BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Romania s.r.l., Bukarest BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis L.A.T Slovakia s.r.o., Chotin BLATAT NC 100,00 100,00
Borealis México, S.A. de C.V., Mexico-Stadt BORAAG NC 100,00 100,00
BCOMUS 0,00 0,00
Borealis Middle East Holding GmbH, Wien (BORMEH) BORAAG C 100,00
Borealis Plasticos, S.A. de C.V., Mexico-Stadt BORAAG NC 100,00 100,00
BABSWE 0,00 0,00
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Sirketi, Istanbul BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Plastomers B.V., Geleen BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda., Itatiba BORAAG NC 99,99 99,99
BSVSWE 0,01 0,01
Borealis Polska Sp. z o.o., Warschau BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Polymere GmbH, Burghausen (BPODE) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Polymers N.V., Beringen (BPOBE) BORAAG C 100,00 100,00
BSVSWE 0,00 0,00
Borealis Polymers Oy, Porvoo BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Polyolefine GmbH, Schwechat (BPOAT) BORAAG C 100,00 100,00
BSVSWE 0,00 0,00
Borealis Polyolefins d.o.o., Zagreb BORAAG NC 100,00
Borealis Polyolefins S.R.L., Bukarest BORAAG NC 100,00
Borealis Polyolefins s.r.o., Bratislava BORAAG NC 100,00
Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S., Ottmarsheim BFR C 100,00 100,00
Borealis Química España S.A., Barcelona BORAAG C 100,00 100,00
Borealis RUS LLC, Moskau BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis s.r.o., Prag BORAAG NC 100,00 100,00
Borealis Services S.A.S., Paris BFR NC 100,00 100,00
Borealis Sverige AB, Stenungsund (BSVSWE) BORAAG C 100,00 100,00
Borealis Technology Oy, Porvoo BORAAG C 100,00 100,00
BOREALIS UK LTD, Manchester BORAAG C 100,00 100,00
Borealis USA Inc., Port Murray (BUS) BORAAG C 100,00 100,00
Borouge 4 LLC, Abu Dhabi BORMEH AEJ 40,00
Borouge PLC, Abu Dhabi (BOROLC) BORMEH AEJ 36,00
Borouge Pte. Ltd., Singapur BOROLC AEJ 84,75
BORMEH 15,25
BORAAG 50,00
Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH, Linz BAGMAT NC-I 47,50 47,50
DYM SOLUTION CO., LTD, Cheonan BORAAG C 99,75 98,71
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH , Wildon BORAAG C 100,00 100,00
EPS Ethylen-Pipeline-Süd Geschäftsführungs GmbH, München OMVD NC-I 15,46 15,46
BPODE 7,73 7,73
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München OMVD AEA 20,66 20,66
BPODE 10,33 10,33
Etenförsörjning i Stenungsund AB, Stenungsund BABSWE C 80,00 80,00
Feboran EOOD, Sofia (BFEBGR) BORAAG C 100,00 100,00
Franciade Agrifluides S.A.S. (FASA), Blois BCHIFR NC-I 40,00 40,00
BAGRFR 9,98 9,98
Hallbar Kemi i Stenungsund, Stenungsund BABSWE NC-I 20,00 20,00
Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB, Stenungsund BABSWE NC-I 25,00 25,00
KB Munkeröd 1:72, Stenungsund BABSWE NC 100,00 100,00
BSVSWE 0,00 0,00
Kilpilahden Voimalaitos Oy, Porvoo BORAAG NC-I 20,00 20,00
mtm compact GmbH, Niedergebra BORAAG C 100,00 100,00
mtm plastics GmbH, Niedergebra BORAAG C 100,00 100,00
Neochim AD, Dimitrovgrad BFEBGR AEA 20,30 20,30
Novealis Holdings LLC, Port Murray (BNOVUS) BBNHUS C 50,00 50,00
BSBHUS 50,00 50,00
OMV Borealis Holding GmbH, Wien (BHOLAT) OMVRM C 100,00 100,00
PetroPort Holding AB, Stenungsund BABSWE AEJ 50,00 50,00
Recelerate GmbH, Herborn BORAAG AEJ 50,00
Renasci N.V., Gent BCIRC AEA 27,42 10,00
Rosier France S.A.S., Arras BROSBE C 100,00 100,00
Rosier Nederland B.V., Sas van Gent BROSBE C 100,00 100,00
Rosier S.A., Moustier (BROSBE) BORAAG C 98,09 77,47
Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides), Monéteau BCHIFR NC-I 39,97 39,97
BAGRFR 9,93 9,93
Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix), Paris BCHIFR NC-I 25,00 25,00
BLATAT 0,00 0,00
Star Bridge Holdings LLC, Port Murray (BSBHUS)2 BUS C 100,00 100,00
STOCKAM G.I.E., Grand-Quevilly BCHIFR NC 99,00 99,00
BAGRFR 1,00 1,00
Refining & Marketing Abu Dhabi Oil Refining Company, Abu Dhabi OMVRM AEA 15,00 15,00
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi (ADPINV) OMVRM AEJ 25,00 25,00
ADNOC Global Trading LTD , Abu Dhabi OMVRM AEA 15,00 15,00
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien OMVRM NC-I 33,33 33,33
Autobahn - Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien OMVRM NC-I 47,19 47,19
Avanti Deutschland GmbH, Berchtesgaden OMVRM C 100,00 100,00
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien OMVRM NC-I 26,00 26,00
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Schwechat BPOAT NC 50,00 50,00
OMVRM 50,00 50,00
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München OMVD AEA 32,26 32,26
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest PDYNHU C 51,72
OHUN 100,00 48,28
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach3 OMVRM AEA 55,60 55,60
GENOL Gesellschaft m.b.H., Korneuburg OMVRM AEA 29,00 29,00
KSW Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (SWJS) OMVRM NC 100,00 100,00
KSW Elektro- und Industrieanlagenbau Gesellschaft m.b.H., Feldkirch SWJS NC-I 25,10 25,10
OMV - International Services Ges.m.b.H., Wien OMVRM C 100,00 100,00
OMV BULGARIA OOD, Sofia PETROM C 99,90 99,90
OMVRM 0,10 0,10
OMV Česká republika, s.r.o., Prag OMVRM C 100,00 100,00
OMV Deutschland Services GmbH, Burghausen (OMVDS) OMVD C 100,00 100,00
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul OMVRM C 100,00 100,00
OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul OMVRM C 100,00 100,00
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) OMVRM C 100,00 100,00
OMV PETROM Aviation S.R.L., Otopeni PETROM C 100,00 100,00
ROMAN 0,00 0,00
OMV Petrom Biofuels SRL, Bukarest PETROM C 75,00
OMVRM 25,00
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) PETROM C 100,00 100,00
OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien OMVRM C 100,00 100,00
OMV Retail Deutschland GmbH, Burghausen OMVD C 100,00
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Koper OMVRM C 92,25 92,25
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava OMVRM C 99,96 99,96
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad PETROM C 99,96 99,96
OMVRM 0,04 0,04
OMV Supply & Trading AG, Baar OMVRM C 100,00
OMV Supply & Trading Italia S.r.l., Triest OMVRM C 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Limited , London (OTRAD) OMVRM C 100,00 100,00
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur OTRAD NC 100,00 100,00
OMV Switzerland Holding AG, Zug OGI C 100,00 100,00
Pak-Arab Refinery Limited, Karachi ADPINV AEJ 40,00 40,00
PETRODYNE-CSEPEL Zrt. , Budapest (PDYNHU) OHUN C 100,00
Petrom-Moldova S.R.L., Kischinau PETROM C 100,00 100,00
Routex B.V., Amsterdam OMVRM NC-I 20,00 20,00
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg OMVRM NC-I 33,33 33,33
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest OMVRM AEA 32,26 32,26
SuperShop Marketing Kft., Budapest OHUN NC-I 50,00 50,00
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg OMVD NC-I 33,33 33,33
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol OMVRM AEA 32,26 32,26
Exploration & Production Central European Gas Hub AG, Wien (HUB)4 OGI C 65,00 65,00
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien4 HUB AEA 49,00 49,00
Energy Infrastructure Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00
Energy Petroleum Holdings Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00
Energy Petroleum Investments Limited, Wellington NZEA C 100,00 100,00
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn4 OGSG AEA 39,99 39,99
JSC GAZPROM YRGM Development , Sankt Petersburg5,6 OMVEP NC-I
OJSC Severneftegazprom, Krasnoselkup6 OMVEP NC-I 24,99 24,99
OMV Austria Geothermal GmbH, Wien OGREEN C 100,00
OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00
OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00
OMV (NAMIBIA) Exploration GmbH , Wien6 ONAFRU NC 100,00 100,00
OMV (NORGE) AS, Stavanger OMVEP C 100,00 100,00
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien6 OMVEP NC 100,00 100,00
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien6 OMVEP NC 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00
OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien OMVEP C 100,00 100,00
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) OMV AG C 100,00 100,00
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Gänserndorf (OEPA) OMVEP C 100,00 100,00
OMV Barrow Pty Ltd, Perth OAUST NC 100,00 100,00
OMV Beagle Pty Ltd, Perth OAUST NC 100,00 100,00
OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien OMV AG NC 100,00
OMV Bina Bawi GmbH, Wien6 PETEX NC 100,00 100,00
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien6 OMVEP NC 100,00 100,00
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien OMVEP NC 100,00 100,00
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) OMV AG C 100,00 100,00
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas OMVEP NC 100,00 100,00
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien (OGI)4 OMV AG C 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Belgium BVBA, Brüssel4 ECOGAS C 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH, Düsseldorf4 ECOGAS C 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS)4 OMVRM C 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest4 ECOGAS C 100,00 100,00
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand4,6 ECOGAS NC 100,00 100,00
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam4 OFS C 100,00
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG)4 OMVDS C 100,00
OMV Gas Storage
--- --- --- ---
OMV Green Energy GmbH Wien 100,00
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH Wien 100,00
OMV Maurice Energy GmbH Wien 100,00
OMV Middle East & Africa GmbH Wien 100,00
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH Wien 100,00
OMV New Zealand Limited Wellington 100,00
OMV NZ Production Limited Wellington 100,00
OMV OF LIBYA LIMITED Douglas 100,00
OMV Offshore (Namibia) GmbH Wien 100,00
OMV Offshore Bulgaria GmbH Wien 100,00
OMV Offshore Morondava GmbH Wien 100,00
OMV Oil and Gas Exploration GmbH Wien 100,00
OMV Oil Exploration GmbH Wien 100,00
OMV Oil Production GmbH Wien 100,00
OMV Orient Hydrocarbon GmbH Wien 100,00
OMV Orient Upstream GmbH Wien 100,00
OMV Petroleum Exploration GmbH Wien 100,00
OMV Petroleum Pty Ltd Perth 100,00
OMV PETROM E&P BULGARIA S.R.L. Bukarest 100,00
OMV PETROM GEORGIA LLC Tiflis 100,00
OMV Proterra GmbH Wien 100,00
OMV Russia Upstream GmbH Wien 100,00
OMV Upstream International GmbH Wien 100,00
Pearl Petroleum Company Limited Road Town 10,00
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung Burghausen 100,00
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED Douglas 99,99
Preussag Energie International GmbH Burghausen 100,00
S. PARC FOTOVOLTAIC ISALNITA S.A. Târgu Jiu 50,00
S. PARC FOTOVOLTAIC ROVINARI EST S.A. Târgu Jiu 50,00
S. PARC FOTOVOLTAIC TISMANA 1 S.A. Târgu Jiu 50,00
S. SOLARIST TISMANA 2 S.A. Târgu Jiu 50,00
SapuraOMV Block 30, S. de R.L. de C.V. Mexico-Stadt 99,00
1,00
SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Australia) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Holding) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Malaysia) Inc. Nassau 100,00
SAPURAOMV UPSTREAM (MALAYSIA) SDN. BHD. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Mexico) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (NZ) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Oceania) Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream (Sarawak) Inc. Nassau 100,00
100,00
SapuraOMV Upstream (Southeast Asia) Inc. Nassau 100,00
SapuraOMV Upstream (Western Australia) Pty Ltd Perth 100,00
SapuraOMV Upstream JV Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 50,00
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII Bukarest 20,00
Diramic Insurance Limited Gibraltar 100,00
OMV Clearing und Treasury GmbH Wien 100,00
OMV Finance Services GmbH Wien 100,00
OMV Finance Services NOK GmbH Wien 100,00
OMV Finance Solutions USD GmbH Wien 100,00
OMV Insurance Broker GmbH 100,00
OMV International Oil & Gas GmbH Baar 100,00
OMV Petrom Global Solutions SRL Bukarest 75,00
25,00
OMV Solutions GmbH Wien 100,00
PETROMED SOLUTIONS SRL Bukarest 100,00
C2PAT GmbH & Co KG Wien 25,00
25,00
C2PAT GmbH Wien 25,00
25,00
OMV Deutschland GmbH Burghausen 90,00
10,00
OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG Burghausen 99,99
0,01
OMV Deutschland Operations GmbH & Co. KG Burghausen 99,99
0,01
OMV Downstream GmbH Wien 100,00
OMV PETROM SA Bukarest 51,16

Anhang

1 Konsolidierungsart: C Verbundene einbezogene Unternehmen AEA Assoziierte Unternehmen at-equity bewertet AEJ Gemeinschaftsunternehmen at-equity bewertet PC Gemeinschaftliche Tätigkeit; Konsolidierung des Anteils der OMV an Vermögenswerten, Verpflichtungen für Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen NC-I Sonstige, nicht konsolidierte Beteiligungen; assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist NC Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen; Firmenmäntel und Vertriebsorganisationen, die einzeln und gesamt betrachtet für die Aussagekraft des Konzernabschlusses von untergeordneter Bedeutung sind

2 Eingetragen in Wilmington

3 Trotz Anteilsmehrheit keine Einbeziehung mittels Vollkonsolidierung, sondern at-equity bilanziert, da kein Beherrschungsverhältnis vorliegt

4 Segmentzuordnung wurde im Vergleich zu 2021 geändert.

5 Wirtschaftlicher Anteil 99,99%

6 Konsolidierungsart wurde im Vergleich zu 2021 geändert.

7 Der eingetragene Name der Gesellschaft wurde im Vergleich zu 2021 geändert.

8 In der Segmentberichterstattung den jeweiligen Segmenten zugeordnet

9 Die OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG, Burghausen, Deutschland, machte im Geschäftsjahr 2022 von den Befreiungsvorschriften für die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht, Prüfung und Offenlegung nach § 264b HGB i.V.m. § 325 HGB Gebrauch. Die Befreiung der Gesellschaft wird unter Bezugnahme auf diese Vorschriften und unter Angabe des Mutterunternehmens im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bei den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.

Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11) Tätigkeit Sitz % Anteile 31.12.2022 % Anteile 31.12.2021
Nafoora – Augila Onshore-Entwicklung von Kohlenwasserstoffen Libyen 100 100
Concession 1031 Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Libyen 100 100
Pohokura Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen Neuseeland 74 74
Neptun Deep Offshore-Exploration nach Kohlenwasserstoffen Rumänien 50 50
Nawara Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Tunesien 50 50

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88-90% der Produktion zu („primary split“).

Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten Tätigkeit Sitz % Anteile 31.12.2022 % Anteile 31.12.2021
NC 115 Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Libyen 30 30
NC 186 Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Libyen 24 24
SK 408 Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Malaysia 40 40
Aasta Hansteen Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen Norwegen 15 15
Edvard Grieg Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen Norwegen 20 20
Gullfaks Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen Norwegen 19 19
Sarb & Umm Lulu Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen Abu Dhabi 20 20
Ghasha Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen Abu Dhabi 5 5

1 Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88-90% der Produktion zu („primary split“).

Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)

Die folgenden Tabellen stellen Zusatzinformationen hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 erforderlich wären, würde nach US GAAP berichtet werden. Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses. Die Zusatzangaben beziehen sich auf den Geschäftsbereich Exploration & Production (E&P) mit Ausnahme der Bereiche Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik in Westeuropa. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen der OMV können der Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung – entnommen werden.

Die regionale Aufteilung wird nachfolgend beschrieben¹:

  • Rumänien und Schwarzes Meer: Bulgarien, Kasachstan (bis Mai 2021) und Rumänien
  • Österreich: Österreich
  • Russland: Russland (bis Februar 2022)
  • Nordsee: Norwegen
  • Mittlerer Osten und Afrika: Iran (Evaluierung ausgesetzt), Region Kurdistan im Irak, Libyen, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen
  • Neuseeland und Australien: Australien und Neuseeland
  • Malaysia: SapuraOMV²

1 Die Regionen ‚Mittel- und Osteuropa‘ (beinhaltet Rumänien und Schwarzes Meer sowie Österreich) und ‚Asien-Pazifik‘ (beinhaltet Neuseeland und Australien sowie Malaysia) laut Lagebericht werden für diese Angabe weiter untergliedert, um die Informationen detaillierter darzustellen.

2 Beinhaltet nicht nur Malaysia, sondern auch die Tochtergesellschaften der SapuraOMV in Neuseeland, Australien und Mexiko.

Akquisitionen

Es gab keine wesentlichen Akquisitionen in den Jahren 2022, 2021 und 2020.

Veräußerungen & Entkonsolidierung

Seit 1. März 2022 hat die OMV die Vollkonsolidierung von JSC GAZPROM YRGM Development, aufgrund des Verlusts der Beherrschung, der Russland-Ukraine-Krise folgend, beendet. Weitere Details sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ zu entnehmen.

Am 1. August 2021 schloss die SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. den Verkauf ihrer Anteile an der SapuraOMV Upstream (PM) Inc.# ab, die Anteile an vor der malaysischen Halbinsel produzierenden Vermögenswerten gehalten hat. Am 14. Mai 2021 hat die OMV Petrom den Verkauf ihrer 100%-Anteile an der Kom-Munai LLP und der Tasbulat Oil Corporation LLP (beide mit Sitz in Aktau, Kasachstan) abgeschlossen. Es gab keine wesentlichen Veräußerungen in 2020.

Nicht beherrschende Anteile

Da die OMV 51% an OMV Petrom hält, ist diese vollkonsolidiert; es sind daher 100% der OMV Petrom Vermögenswerte und Ergebnisse enthalten. Die OMV hält eine 50% Beteiligung an SapuraOMV, die vollkonsolidiert ist. Die Zahlen beinhalten daher 100% der Vermögenswerte und Ergebnisse der SapuraOMV.

At-equity bewertete Beteiligungen

Die OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited (Region Mittlerer Osten und Afrika). Seit 1. März 2022 hat die OMV die at-equity-Bilanzierung der OJSC Severneftegazprom (Region Russland), an der sie 24,99% hält, aufgrund des Verlusts des maßgeblichen Einflusses, der Russland-Ukraine-Krise folgend, beendet. Weitere Details sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt „Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und damit in Zusammenhang stehende wesentliche Schätzungen und Annahmen“ zu entnehmen.

Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen. Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Tabellen

a) Aktivierte Kosten

Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.

Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften

In EUR Mio 2022 2021 2020
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 1811 2137 2461
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 28240 27611 26988
Gesamt 30051 29749 29449
Kumulierte Abschreibung -19411 -18136 -17117
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 10640 11613 12333

Aktivierte Kosten – at equity bewertete Beteiligungen

In EUR Mio 2022 2021 2020
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven 151 164 154
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven 292 477 346
Gesamt 443 641 501
Kumulierte Abschreibung -76 -99 -76
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) 367 542 424

b) Kosten der Periode

Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.

Kosten der Periode

In EUR Mio Rumänien und schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
2022
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für sichere Reserven
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven
Explorationskosten 35 24 59 10 26 48 202
Entwicklungskosten 327 21 159 171 188 102 969
Kosten der Periode 362 45 219 181 214 150 1171
At-equity bewertete Beteiligungen 2 27 29
2021
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für sichere Reserven
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven 1 0 1 3
Explorationskosten 41 6 81 25 26 30 210
Entwicklungskosten 265 38 243 165 102 39 852
Kosten der Periode 307 44 324 191 128 70 1065
At-equity bewertete Beteiligungen 62 21 83
2020
Tochterunternehmen
Anschaffungskosten für sichere Reserven
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven
Explorationskosten 51 25 55 17 46 32 227
Entwicklungslosten 330 20 187 163 60 19 778
Kosten der Periode 380 45 242 180 106 51 1005
At-equity bewertete Beteiligungen 55 7 62

c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

Die folgenden Tabellen stellen Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion der OMV anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Exploration & Production Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten, andere Aufwendungen und die Bereiche Gasversorgung, Marketing, Handel und Logistik in Westeuropa nicht enthalten sind. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen der OMV können der Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung – entnommen werden.

Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.

Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion

In EUR Mio Rumänien und schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
2022
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten¹ 5 –32 206 1.394 931 225 302 3032
Konzerninterner Umsatz 3.281 959 3.530 1.927 236 9933
3.286 927 206 4.924 2.858 461 302 12965
Produktionsaufwand –512 –91 –183 –183 –87 –16 -1071
Förderzinsabgaben –1.102 –182 –312 –46 –21 -1663
Explorationsaufwand² –28 –12 –118 2 –53 –41 -250
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen –845 –43 –12 –416 –424 46 –91 -1785
Sonstige Kosten³ –65 –15 –60 –131 –64 –2 –22 -359
–2.552 –344 –72 –848 –980 –142 –191 -5128
Ergebnis vor Steuern 734 583 135 4.077 1.878 319 111 7837
Ertragsteuern⁴ –121 –229 –28 –3.274 –1.553 –83 –34 -5322
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion 613 354 107 803 325 237 77 2516
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 3 56 59
2021
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten¹ 22 –649 562 876 556 279 239 1884
Konzerninterner Umsatz 1.845 432 1.345 1.018 122 4762
1.868 –218 562 2.221 1.574 400 239 6646
Produktionsaufwand –477 –78 –144 –146 –81 –24 -950
Förderzinsabgaben –404 –66 –135 –39 –13 -658
Explorationsaufwand² –43 –5 –108 –43 –18 –65 -281
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen –499 –102 –70 –381 –246 –127 –101 -1526
Sonstige Kosten³ –70 –14 –329 –132 –25 –5 –21 -597
–1.493 –265 –399 –766 –596 –270 –223 -4012
Ergebnis vor Steuern 375 –483 163 1.455 979 130 15 2635
Ertragsteuern⁴ –59 121 –27 –981 –750 –38 –6 -1740
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion 316 –362 135 475 229 92 10 895
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 24 31 55
2020
Tochterunternehmen
Umsatz mit Dritten¹ 57 –25 389 569 102 228 209 1529
Konzerninterner Umsatz 1.203 186 269 365 102 2125
1.260 161 389 838 467 330 209 3654
Produktionsaufwand –472 –77 –144 –125 –77 –24 -920
Förderzinsabgaben –180 –40 –67 –34 –4 -325
Explorationsaufwand² –179 –96 –56 –298 –201 –67 -896
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen –538 –223 –74 –309 –226 –384 –126 -1880
Sonstige Kosten³ –63 –16 –343 –135 –14 –23 –26 -619
–1.432 –452 –417 –644 –730 –719 –246 -4641
Ergebnis vor Steuern –172 –291 –28 194 –263 –389 –38 -987
Ertragsteuern⁴ 25 107 5 –122 118 107 –16 224
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion –148 –184 –23 72 –145 –282 –53 -763
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 15 16 31

¹ Enthält Hedging-Effekte aus Derivaten; die Region Österreich enthält Hedging-Effekte zentral gesteuerter Derivate (2022: EUR –33 Mio, 2021: EUR –675 Mio, 2020: EUR –37 Mio)
² Enthält Wertminderungen betreffend Exploration und Evaluierung
³ Enthält Bestandsveränderungen von Vorräten
⁴ Ertragsteuern in den Regionen Nordsee und Mittlerer Osten und Afrika enthalten Körperschaftsteuern und “Special Petroleum Taxes”. In 2022 enthielten Ertragssteuern in Österreich den EU Solidaritätsbeitrag.

d) Öl- und Gasreserven

Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können. Die sicheren Reserven werden auf Basis eines 12-Monats-Durchschnittspreises ermittelt, es sei denn, die Preise sind vertraglich festgelegt.

Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren, oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.

Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.

Erdöl und NGL in Mio bbl

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
1. Jänner 2020 315,2 35,2 51,1 213,2 11,6 7,4 633,7
Revision früherer Schätzungen 8,6 2,7 8,5 69,7 0,2 1,0 90,7
Erwerb von Reserven
Verkauf von Reserven
Erweiterungen und Neufunde 0,5 0,5
Produktion –25,5 –3,8 –15,1 –12,8 –3,8 –2,7 -63,7

31. Dezember 2020

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven - At-equity bewertete Beteiligungen 18,4 18,4

31. Dezember 2021

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven - At-equity bewertete Beteiligungen 17,5 17,5

31. Dezember 2022

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven - At-equity bewertete Beteiligungen 16,0 16,0

Sichere, entwickelte Reserven - Tochterunternehmen

31. Dezember 2020

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven - Tochterunternehmen 273,1 33,9 32,7 172,7 5,6 5,7 523,8

31. Dezember 2021

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven - Tochterunternehmen 234,2 31,4 40,7 189,2 6,0 1,6 503,2

31. Dezember 2022

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven - Tochterunternehmen 206,6 30,0 39,4 234,5 9,2 1,7 521,4

Sichere, entwickelte Reserven - at-equity bewertete Beteiligungen

31. Dezember 2020

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen 1.003,1 293,5 1.296,6

31. Dezember 2021

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen 1.090,7 278,9 1.369,7

31. Dezember 2022

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen 288,3 288,3

Erdgas in bcf

Rumänien und Schwarzes Meer

Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen
1. Jänner 2020 177,8 422,8 61,9 315,8 335,7 2.334,7
Revision früherer Schätzungen 2,5 58,3 27,5 –62,8 93,9 180,7
Erwerb von Reserven
Verkauf
Erweiterungen und Neufunde 7,2
Produktion –24,9 –97,5 –7,0 –57,7 –53,3 –389,0
31. Dezember 2020¹ 155,3 383,6 82,4 195,3 376,3 2.133,6
Revision früherer Schätzungen 17,7 7,8 80,7 115,3 212,0 509,6
Erwerb von Reserven
Verkauf –9,1 –31,5
Erweiterungen und Neufunde 15,4 17,0
Produktion –20,6 –102,3 –17,3 –51,8 –64,5 –387,0
31. Dezember 2021¹ 152,4 289,2 145,8 274,2 514,7 2.241,7
Revision früherer Schätzungen 15,2 144,4 –1,3 9,0 –7,9 227,6
Erwerb von Reserven
Verkauf
Erweiterungen und Neufunde 1,6
Produktion –19,7 –102,2 –14,7 –47,1 –60,0 –365,6
31. Dezember 2022¹ 147,9 331,4 129,8 236,1 446,8 2.105,2

Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen 1.321,0 383,8 1.704,8
31. Dezember 2020 1.167,1 369,2 1.536,4
31. Dezember 2021 303,6 303,6
31. Dezember 2022

Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen 851,9 76,1 335,7 55,2 143,5 376,3 1.838,7
31. Dezember 2020 779,5 84,0 287,0 62,5 115,4 291,9 1.620,2
31. Dezember 2021 723,4 80,3 290,8 39,9 195,9 228,9 1.559,1
31. Dezember 2022

Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen

Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen 1.003,1 293,5 1.296,6
31. Dezember 2020 1.090,7 278,9 1.369,7
31. Dezember 2021 288,3 288,3
31. Dezember 2022

2022: Inklusive rund 67,6 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs
2021: Inklusive rund 67,6 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs
2020: Inklusive rund 67,6 bcf an Kissengas in Gasspeicherreservoirs

e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.

Der zukünftige Cash-Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis).

Die zukünftigen Produktionskosten umfassen geschätzte Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der zukünftigen Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Netto-Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird.

Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem die OMV tätig ist.

Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr.

Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.

Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

In EUR Mio

Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen Rumänien und Schwarzes Meer Österreich Russland Nordsee Mittlerer Osten und Afrika Neuseeland und Australien Malaysia Gesamt
2022
Tochterunternehmen
Zukünftiger Cash-Inflow 29.864 7.435 14.937 26.611 2.051 2.248 83.145
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben –15.951 –2.766 –2.711 –7.771 –1.829 –690 –31.718
Zukünftige Entwicklungsausgaben –1.424 –246 –631 –890 –222 –213 –3.626
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 12.489 4.422 11.594 17.950 0 1.345 47.800
Zukünftige Ertragsteuern –1.724 –1.028 –10.465 –13.283 132 –380 –26.748
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 10.765 3.394 1.129 4.667 132 965 21.053
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows –4.718 –1.815 –184 –1.547 213 –296 –8.347
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows 6.048 1.579 945 3.120 345 669 12.705
At-equity bewertete Beteiligungen 451 451
2021
Tochterunternehmen
Zukünftiger Cash-Inflow 17.585 3.336 2.625 5.608 16.545 1.905 1.433 49.038
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben –9.221 –1.612 –2.148 –2.293 –5.419 –1.647 –490 –22.831
Zukünftige Entwicklungsausgaben –1.422 –246 –281 –776 –380 –257 –3.362
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 6.942 1.479 477 3.034 10.350 –122 685 22.845
Zukünftige Ertragsteuern –577 –264 –97 –2.541 –6.893 116 –175 –10.432
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 6.366 1.214 380 493 3.457 –6 510 12.413
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows –3.089 –630 –71 –109 –1.100 175 –216 –5.040
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows 3.276 584 309 384 2.357 169 294 7.373
At-equity bewertete Beteiligungen 187 336 523
2020
Tochterunternehmen
Zukünftiger Cash-Inflow 12.167 1.513 2.497 2.628 9.914 928 959 30.607
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben –7.748 –1.159 –2.276 –1.857 –3.907 –1.257 –450 –18.654
Zukünftige Entwicklungsausgaben –1.632 –297 –373 –698 –226 –24 –3.249
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern 2.787 58 220 399 5.308 –554 486 8.704
Zukünftige Ertragsteuern –69 –60 –1 –2.954 199 –104 –2.990
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert 2.718 58 160 397 2.354 –355 382 5.714
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows –1.038 –5 1 –40 –696 153 –103 –1.727
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows 1.680 53 161 357 1.659 –202 279 3.987
At-equity bewertete Beteiligungen 100 233 333

f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows

In EUR Mio

2022 2021 2020
Tochterunternehmen
1. Jänner 7.373 3.987 8.230
Verkauf von gefördertem Öl und Gas abzüglich Produktionsausgaben –4.102 –2.262 –3.397
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten 13.243 8.231 –7.040
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen –67
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden 7 5 22
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode 895 657 1.031
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und Rekultivierungskosten in der Periode –344 –269 259
Revision früherer Schätzungen 4.507 1.854 757
Zuwachs aus der Diskontierung 671 341 732
Nettoveränderung der Ertragsteuern (inkl. Steuereffekte aus Zukäufen und Verkäufen) –9.593 –4.935 3.625
Sonstiges¹ 48 –168 –232
31. Dezember 12.705 7.373 3.987
At-equity bewertete Beteiligungen 451 523 333

¹ Beinhaltet Wechselkursveränderungen gegenüber dem EUR. Weiters war 2022 von der Entkonsolidierung der russischen Aktivitäten sowie der Umgliederung von Jemen in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ beeinflusst.

Wien, 9. März 2023

Der Vorstand

Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer

Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer

Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock

Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials

Berislav Gaso e.h.# Executive Vice President Energy Lagebericht Geschäftsverlauf 2022

Die im Geschäftsjahr 2022 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 246,61 Mio (2021: EUR 225,21 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen und Servicedienstleistungen. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf EUR -64,60 Mio (2021: EUR -63,00 Mio). Der Finanzerfolg beträgt im Geschäftsjahr 2022 EUR 1.852,89 Mio (2021: EUR 707,23 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 1.957,48 Mio und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2021 (EUR 779,40 Mio). Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 199,13 Mio (2021: EUR 181,86 Mio) über dem Vorjahresniveau. Zusätzlich wurde von OMV Petrom eine Sonderdividende in Höhe von EUR 263,61 Mio (2021: EUR Null) ausgeschüttet. Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Exploration & Production exklusive OMV Petrom lag mit EUR 72,56 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2021: EUR -0,34 Mio). Das ist darauf zurückzuführen, dass im laufenden Geschäftsjahr die Beteiligungsergebnisse der OMV Gas Logistics Holding GmbH sowie der OMV Gas Marketing & Trading GmbH mit EUR 72,28 Mio enthalten sind, welche bis 2021 noch dem Geschäftsbereich Refining & Marketing zugerechnet wurden. Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Refining & Marketing exklusive OMV Petrom lag mit EUR 1.619,91 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2021: EUR 442,65 Mio, einschließlich der Beteiligungsergebnisse der OMV Gas Logistics Holding GmbH und der OMV Gas Marketing & Trading GmbH in Höhe von EUR -9,32 Mio). Der Chemicals & Materials Bereich trug zum Beteiligungsergebnis mit einem Betrag von EUR 523,94 Mio (2021: 112,50 Mio) bei. Im Geschäftsjahr 2022 gab es eine Kapitalerhöhung an der OMV Petrom und einen Kapitalzuschuss in die OMV Switzerland Holding AG. Zusätzlich wurde die OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH gegründet. Im Vorjahr erfolgten weder Kapitalerhöhungen noch Gründungen. Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2022 betrug EUR 1.634,11 Mio (2021: EUR 568,89 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR 936,33 Mio (2021: EUR 307,51 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR -676,17 Mio (2021: EUR -836,13 Mio). Der Jahresüberschuss betrug EUR 1.743,17 Mio (2021: EUR 972,13 Mio). Die Bilanzsumme erhöhte sich 2022 auf EUR 23.641,77 Mio (2021: EUR 21.806,45 Mio). Das Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2022 mit EUR 6.804,35 Mio ermittelt (2021: EUR 5.809,24 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2022 betrug 28,78% (2021: 26,64%). Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 lag bei rund 73,02% (2021: 84,89%). Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) wurde mit 27,64% (2021: 17,29%) ermittelt. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2022 871 (2021: 862). Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage „Abkürzungen und Definitionen”, welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.

Eigene Anteile

An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2022 insgesamt 201.674 Stück gehalten (EUR 201.674), was 0,06% des Grundkapitals entspricht. Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt „Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)“. Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 59.652 Stück, das entspricht 0,02% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von EUR 2,80 Mio verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von EUR 2,14 Mio wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Corporate Governance Bericht

Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance Bericht ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren> Geschäftsberichte abrufbar.

Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
  2. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.18
  3. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.18
  4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
  5. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
  6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsand-ten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
  7. 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand, bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Equity Deferrals oder sonstiger Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
    7.b) In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstiger Beteiligungsprogramme, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
  8. Per 31. Dezember 2022 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in Höhe von EUR 2.483 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen. Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio: (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt. (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19.Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung: (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten. Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. Im Falle eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, andernfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.

  9. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von der OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.

  10. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
  11. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
  12. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nicht finanzieller Bericht erstellt.

Strategie

Der Strategie Bericht ist in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integriert; dieser ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren > Berichte abrufbar.

Risikomanagement

Als internationaler Öl-, Gas- und Chemiekonzern, dessen Aktivitäten von der Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen bis zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas reichen, ist die OMV einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken sowie operativen und strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen. Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.

Unternehmensweites Risikomanagement

Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet. Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. Interne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“)Standards und -Rahmenwerken. Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert.# Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:
▸ Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
▸ Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
▸ Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten

Management der finanziellen Risiken

Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Geschäftspartner:innen entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine ökonomische Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.

Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahent:innen, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen. In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Segment Exploration & Production abzusichern. In den Geschäftsbereichen Refining & Marketing und Chemicals & Materials ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen und Erdgaspreisen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken definiert klare Mandate einschließlich Risikoschwellen für solche Aktivitäten. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.

Zinsrisikomanagement

Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitengeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Angesichts eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit hoher Inflation, volatilen Rohstoffpreisen, steigenden Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale geachtet, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten.

Operative Risiken

Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können. Das Prozesssicherheitsereignis in der Raffinerie Schwechat vom 3. Juni 2022 führte zu einer verzögerten Inbetriebnahme der Raffinerie nach dem planmäßigen Wartungsstillstand. Unmittelbar nach dem Ereignis wurde eine breit angelegte Taskforce vor Ort eingerichtet, die den Vorfall untersuchte und gleichzeitig an der Wiederaufnahme des Betriebs arbeitete. Ende September erfolgte der erfolgreiche Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Wasserdruckprüfung an der Hauptkolonne der Rohöldestillationsanlage. Nach der sorgfältig vorbereiteten Inbetriebnahme war die OMV Raffinerie Schwechat Mitte Oktober wieder im Vollbetrieb. Parallel zu den Reparaturarbeiten hatte die OMV ein alternatives Versorgungssystem aufgebaut, um die von der OMV Raffinerie Schwechat bedienten Märkte und Kund:innen weiterhin zu beliefern.

Projektrisiken

Bei der Umsetzung ihrer Strategie 2030 investiert die OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. Die OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken. Die OMV kann operativen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich ihrem eigenen Einfluss und dem ihrer Vertragsunternehmen entziehen, was den Fortschritt der Projekte der OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen oder den VAE durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Vertragsunternehmen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Projekte können insbesondere in den Bereichen Recycling sowie nachhaltige Kraftstoffe und Rohstoffe von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert die OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung negativ beeinflussen können. Jedes dieser Risiken kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage der OMV haben.

ESG-Risiko

In Bezug auf Nachhaltigkeit legt die OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Menschen, ethische Geschäftspraktiken sowie Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Märkten für Kraftstoffe, Chemikalien und Erdgas, finanzielle Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen). Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen werden im Rahmen des UWRM-Prozesses ermittelt und berichtet. Sie überschreiten nicht die Meldeschwellen der OMV. Ergänzend dazu erstellte die OMV eine fundierte Klimabilanz und Schwachstellenanalyse für den Großteil ihrer Assets, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ermitteln. Dabei wurden jene Szenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) verwendet, die dem von der EU-Taxonomie vorgeschlagenen Zeithorizont entsprechen. Die Geschäftstätigkeit der OMV hat Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter:innen und die Anrainergemeinden der Standorte, an denen wir vertreten sind.# OMV

Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact befolgt die OMV den Prozess der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, der die Bewertung der Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit unseren aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten sowie das Ergreifen von Risikomanagementmaßnahmen umfasst. Bei diesem fortlaufenden Prozess wird auf externe Ressourcen und Fachkenntnisse zurückgegriffen, und externe Stakeholder:innen, insbesondere die betroffenen Gruppen, werden einbezogen. Als Borealis im Juli 2022 erfuhr, dass die Behörden gegen ein Vertragsunternehmen und dessen Subunternehmen auf der Baustelle der neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Kallo (Belgien) wegen mutmaßlicher Menschenhandelspraktiken ermittelten, bot das Unternehmen sofort seine Unterstützung an und stellte den Behörden alle gewünschten Informationen in vollem Umfang zur Verfügung. Borealis setzte unverzüglich alle Verträge mit dem betreffenden Vertragsunternehmen und dessen Subunternehmen aus und kündigte diese später auf. Borealis toleriert keinerlei Missbrauch und setzt strenge Maßnahmen, um die damit verbundenen Risiken zu mindern. Nach sorgfältiger Abwägung vergab Borealis den Großteil der verbleibenden Arbeiten an ein anderes Vertragsunternehmen und führte zudem gründliche soziale Kontrollen auf der Baustelle in Kallo ein. Ab Oktober 2022 wurden die Arbeiten auf der Baustelle schrittweise intensiviert. Ein solcher längerer Stillstand und eine nur schrittweise Wiederaufnahme des Projekts könnten sich auf den Projektzeitplan auswirken.

IT-Risiken

Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-)Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung.

Strategische Risiken

Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.

Geopolitische und regulatorische Risiken

Die OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie allfällige weitere damit verbundene Sanktionen und Gegensanktionen. Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen möglicher weiterer Eskalationen auf seine Geschäftstätigkeit. Anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen – was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte.

Die OMV war von anhaltenden Lieferkürzungen der Erdgasmengen betroffen, die die OMV auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom in Deutschland und Österreich bezog. Dies machte Ersatzbeschaffungen am Markt sowie Anpassungen der Absicherungsquoten der OMV erforderlich und führte zu negativen finanziellen Auswirkungen auf die OMV. Die Unsicherheit über zukünftige Kürzungen und Liefermengen besteht weiterhin und kann zu weiteren erheblichen Verlusten führen, insbesondere wenn die tatsächlichen Lieferungen wesentlich von den zuvor abgesicherten Mengen abweichen und somit zu einem teilweise ungedeckten Gaspreisrisiko aus Lieferverträgen mit Gazprom führen könnten.

Im Falle weiterer oder sogar vollständiger Erdgasversorgungsunterbrechungen aus Russland kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kund:innen nutzen bzw. hat die OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Darüber hinaus gelang es der OMV, für das laufende Gaswirtschaftsjahr (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) an den Übergabepunkten Oberkappel (Pipeline aus Deutschland) und Arnoldstein (Pipeline aus Italien) 40 TWh zusätzliche Transportkapazitäten nach Österreich zu sichern.

Die OMV beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und bewertet regelmäßig potenzielle Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns. Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. Die OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Als direkte Folge der Energiekrise in Europa werden in einigen Ländern, in denen die OMV tätig ist, regulatorische Maßnahmen wie Preisobergrenzen, Subventionsprogramme und der EU-Solidaritätsbeitrag eingeführt. Neue regulatorische und steuerliche Regelungen können sich auch auf die Finanzlage des OMV Konzerns auswirken. Mit der Verordnung (EU) 2022/1854 des Rates wurde ein Solidaritätsbeitrag eingeführt, der bis Ende 2022 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten übernommen wurde und für 2022 und/oder 2023 gilt. Es handelt sich dabei um einen Beitrag aus den Gewinnüberschüssen von Unternehmen, die Tätigkeiten im Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich ausüben. Er wird auf der Grundlage der nach den nationalen Steuervorschriften ermittelten steuerpflichtigen Gewinne derjenigen Unternehmen berechnet, die um mehr als 20% über ihren durchschnittlichen steuerpflichtigen Gewinnen des Zeitraums 2018 bis 2021 liegen.

Aufgrund des österreichischen Rechts wird erwartet, dass zwei österreichische Unternehmen des OMV Konzerns in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 dem Solidaritätsbeitrag (Energiekrisenbeitrag) unterliegen. Rumänien hat diese Verordnung mittels der Dringlichkeitsverordnung (Government Emergency Ordinance; GEO) Nr. 186/2022 umgesetzt, die im Dezember 2022 verabschiedet und veröffentlicht wurde. Diese Dringlichkeitsverordnung wird anschließend das parlamentarische Genehmigungsverfahren durchlaufen und kann daher noch geändert werden. Auf der Grundlage des Jahresabschlusses 2022 der OMV Petrom und der Bestimmungen dieser Dringlichkeitsverordnung wird die OMV Petrom dem EU-Solidaritätsbeitrag für das Steuerjahr 2022 nicht unterliegen, da sie weniger als 75% ihres Umsatzes mit den betreffenden Tätigkeiten im Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich erzielt. Auch die Unternehmen des OMV Konzerns in Deutschland werden für das Jahr voraussichtlich keinen Solidaritätsbeitrag zahlen müssen.

Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit der OMV noch weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investor:innen, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität insbesondere in Libyen, im Jemen und in Tunesien sowie in anderen Ländern, in denen die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen. Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit der OMV auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.

Makroökonomische Risiken

Die Covid-19-Pandemie hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere aufgrund der Änderungen in Chinas Null-Covid-Politik und des Auftretens neuer Virusvarianten. Darüber hinaus könnten geopolitische Entwicklungen, Unterbrechungen der Lieferketten, hohe Inflationsraten und die Auswirkungen steigender Zinsen zu einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums führen.

Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel

Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV laufend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.

Risiken in Verbindung mit der Unternehmenstransformation

Die Transformation der OMV zu einer führenden Anbieterin von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist von einer Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Scale-up-Risiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.

Personalrisiken

Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.# Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)

Wir wollen eine nachhaltige Welt mitgestalten – eine Welt, die für alle lebenswert ist. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt unserer Konzernstrategie. Wir wollen bis 2050 in unserer Geschäftstätigkeit klimaneutral werden, treiben die Energiewende voran und arbeiten proaktiv am Umstieg von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft. Wir bauen ein positives Verhältnis zu unseren Mitarbeiter:innen, der lokalen Bevölkerung, unseren Lieferant:innen und anderen Stakeholder:innen auf. Dabei sprechen wir auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen an, die der Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft mit sich bringt.

Die OMV unterstützt die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und hat eine Roadmap mit konkreten kurz-, mittel- und langfristigen Zielen erstellt. Die Ziele der OMV wurden mit Blick auf die absoluten Emissionen sowie die Emissionsintensität mit dem letztendlichen Ziel festgelegt, in den Scopes 1, 2 und 3 bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Der verantwortungsbewusste Geschäftsansatz der OMV sieht die Vermeidung und Minderung der mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Nachhaltigkeitsrisiken vor. Wir wollen auch die Chancen nutzen, die sich durch einen nachhaltigen Geschäftsansatz ergeben. Die OMV integriert Risiken und Chancen in Verbindung mit Nachhaltigkeit in die Entwicklung der Geschäftsstrategie des Unternehmens und in die Planung der betrieblichen Aktivitäten. Weitere Informationen dazu finden Sie im Geschäftsbericht.

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: „ZERO harm – NO losses“. Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSE-Strategie als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern.

Die HSSE-Strategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSE-Engagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSE-Prozessen, das Management von HSSE-Risiken und qualifiziertes Personal sowie spezifische Ziele in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umwelt.

Im Jahr 2022 lag die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiter:innen der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,78 (2021: 0,57) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 1,23 (2021: 0,96). Tief betroffen sind wir über den tödlichen Arbeitsunfall eines Mitarbeiters eines Vertragsunternehmens, der bei Reparaturarbeiten in Frankreich von einem Dach stürzte.

Die Bewältigung der Covid-19-Pandemie hatte auch im Jahr 2022 neben dem routinemäßigen HSSE-Management hohe Priorität. Ein spezieller Schwerpunkt lag unternehmensweit auf dem Lernen aus Zwischenfällen: Mit Videos, Lernfällen und Kommunikationskampagnen sollten alle Mitarbeiter:innen erreicht werden.

Das Wohlergehen und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Produktivität der Belegschaft zu gewährleisten. Das Jahr 2022 war immer noch stark von der weltweiten Covid-19-Pandemie geprägt. Unsere medizinischen Teams und externen Partner:innen waren gefordert, die Notfallmanagementteams bei der Aktualisierung und Implementierung von Pandemieplänen, Richtlinien und Gesundheitsinformationen zu unterstützen sowie Covid-19-infizierten Mitarbeiter:innen zu Hause oder im Krankenhaus Beistand zu leisten. Darüber hinaus setzte die OMV ihre lange Tradition der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter:innen mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Schilddrüsenuntersuchungen und anderen freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern gegen Covid-19) sowie virtuellen Gesundheitsinformationen zu Themen wie gesunde Work-Life-Balance und Erste Hilfe fort, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Im Jahr 2022 stellte die Covid-19-Pandemie das Sicherheitsmanagement erneut vor große Herausforderungen. Auf betrieblicher Ebene wurden Maßnahmen zur Prävention und Geschäftskontinuität implementiert, wie streng getrennte Teams in Schlüsselbereichen, Hygienemaßnahmen und Initiativen zur fortlaufenden Bewusstseinsbildung. Dank digitaler Kommunikations- und Kollaborationstools konnten wir trotz Reisebeschränkungen eine Reihe wichtiger sicherheitsrelevanter Maßnahmen umsetzen:

  • Unsere lebensrettenden HSSE-Regeln (Life-Saving Rules) wurden aktualisiert und konzernweit harmonisiert. Dieses einfache Regelwerk trägt dazu bei, tödliche und schwere Unfälle zu vermeiden, und gilt für die gesamte Belegschaft der OMV sowie für alle Vertragsunternehmen. Im Hinblick auf eine intensive Auffrischungskampagne im Jahr 2023 wurden Schulungs- und Kommunikationsmaterialien in 18 Sprachen erstellt.
  • Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle unternehmensweit kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden eingeleitet und mithilfe unseres HSSE-Berichtssystems genau überwacht.
  • Im Rahmen unseres Sicherheitskulturprogramms veranstalteten wir auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens mehrere Workshops, um HSSE zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Die halbjährlichen Treffen mit dem Programmverantwortlichen fanden online statt.
  • Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Wir führten ein neues E-Learning-Programm ein, veranstalteten Webinare und schulten mehr als 660 Bedarfsträger:innen sowie Mitarbeiter:innen unseres Beschaffungswesens in über 900 Trainings im Umgang mit dem Rahmenwerk der internen Vorschriften. Zudem hielten wir strategische Lieferantenmeetings mit den wichtigsten Vertragsunternehmen ab, um Informationen, Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen.
  • Die globalen HSSE-Schulungen für Mitarbeiter:innen und Führungskräfte wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert. Für das HSSE-Basistraining wurde ein aus 13 Modulen bestehender E-Learning-Kurs entwickelt.
  • Ebenso entwickelten wir einen harmonisierten Satz von KPIs und ein Dashboard zur Prozesssicherheit. Darüber hinaus wurde ein regelmäßig tagender Konzernausschuss für Prozesssicherheit unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern eingerichtet, in dem die Leistungen, Erfolge und Herausforderungen im Bereich der Prozesssicherheit diskutiert werden.
  • Wir unterstützten und verfolgten die Umsetzung von Prozesssicherheits-Roadmaps in den Assets und Raffinerien der OMV. In unserem Integrierten Risikoregister setzten wir die Analyse und Priorisierung von Prozesssicherheitsrisiken fort, um sicherzustellen, dass Investitionen effizient zu einer signifikanten Reduzierung von Risiken führen.
  • Das Prozesssicherheitsnetzwerk des OMV Konzerns, eine große Online-Kollaborationsplattform, hielt vierteljährlich virtuelle Meetings zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit mehr als 200 Teilnehmer:innen ab. Auch Mitglieder des Senior Managements nahmen daran teil.
  • Es wurden 15 konzernweit gültige HSSE-Regelwerke überarbeitet, um eine systematische Harmonisierung zwischen dem OMV Konzern und Borealis zu erreichen.
  • Ein Meilenstein wurde mit dem erfolgreichen Go-live des HSSE-Berichtssystems des OMV Konzerns erreicht. Dieser wichtige Schritt in unserer laufenden Harmonisierung ersetzt alle bisher verwendeten Tools und vereinheitlicht das Melde- und Berichtssystem für den gesamten OMV Konzern und Borealis.

Forschung und Entwicklung

Die OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Ausblick für den OMV Konzern

Beginnend mit 1. Jänner 2023 führte der Konzern eine neue Unternehmensstruktur ein, die darauf ausgelegt ist, die Umsetzung der Strategie 2030 vollständig zu ermöglichen. Aufgrund der Reorganisation wird der Konzern beginnend mit Q1/23 über folgende Geschäftsbereiche berichten: Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock (ehemals Refining & Marketing) und Energy (ehemals Exploration & Production). Im Zuge der Einführung der neuen Unternehmensstruktur wurde der Bereich Gas & Power Osteuropa, der die Versorgung mit sowie das Marketing und den Handel von Gas in Rumänien und der Türkei sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien umfasst, von Fuels & Feedstock zu Energy übertragen.

Marktumfeld

Die OMV erwartet für 2023 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von über USD 80/bbl (2022: USD 101/bbl). Für 2023 wird ein durchschnittlich realisierter Gaspreis von rund EUR 35/MWh (2022: EUR 54/MWh), mit einer THE-Preisprognose zwischen EUR 60/MWh und EUR 70/MWh, erwartet (2022: EUR 122/MWh).

Konzern

Organische Investitionen werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 3,7 Mrd belaufen19 (2022: EUR 3,7 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,2 Mrd.

Chemicals & Materials

Für 2023 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 530/t erwartet (2022: EUR 560/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund EUR 480/t betragen (2022: EUR 534/t). Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2023 voraussichtlich bei rund 90% liegen (2022: 74%). Generalüberholungen sind für den Cracker in Schwechat in Q2 und beim Cracker in Porvoo in Q3 geplant. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2023 voraussichtlich rund EUR 350/t betragen (2022: EUR 390/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 400/t erwartet (2022: EUR 486/t). Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2023 voraussichtlich rund 1,8 Mio t betragen (2022: 1,69 Mio t).# Es wird erwartet, dass die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs bei rund 2 Mio t liegen wird (2022: 1,84 Mio t).

Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2023 auf rund EUR 1,1 Mrd prognostiziert (2022: EUR 1,4 Mrd).

Fuels & Feedstock

Für 2023 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa zwischen USD 10/bbl und USD 15/bbl erwartet (2022: USD 14,7/bbl). Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2023 geringfügig höher als für 2022 prognostiziert (2022: 15,5 Mio t). Die Commercial-Margen werden 2023 voraussichtlich höher sein als 2022. Die Retail-Margen werden voraussichtlich auf dem Niveau von 2022 liegen. Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2023 bei rund 95% erwartet (2022: 73%). Eine Generalüberholung der Raffinerie Petrobrazi ist für Q2 geplant. Die organischen Investitionen in Fuels & Feedstock werden 2023 voraussichtlich rund EUR 1,0 Mrd betragen (2022: EUR 0,8 Mrd).

Energy

Die OMV erwartet für das Jahr 2023 eine Gesamtproduktion von rund 360 kboe/d (2022: 392 kboe/d). Die Verringerung ergibt sich aus dem Wegfall der russischen Mengen und dem natürlichen Förderrückgang, insbesondere in Norwegen und Rumänien. Die organischen Investitionen in Energy werden sich im Jahr 2023 voraussichtlich auf rund EUR 1,6 Mrd belaufen (2022: EUR 1,4 Mrd). Für 2023 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) zwischen EUR 200 Mio und EUR 250 Mio prognostiziert (2022: EUR 202 Mio).

Wien, am 9. März 2023

Der Vorstand

Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer

Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer

Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock

Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials

Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy

Bestätigungsvermerk 20

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2022 € 13.173 Mio. nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von € 125 Mio. im Jahr 2022. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beträgt € 4.059 Mio. Die Beurteilung der Wertminderung von Anteilen bzw. Ausleihungen an verbundene Unternehmen erfordert Ermessensentscheidungen, ob ein Wertminderungsbedarf eines bestimmten Vermögenswertes besteht und wie hoch ein solcher ist. Das wesentliche Risiko liegt in der Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze durch das Management. Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind auf der ersten Seite des Anhangs sowie in den Anhangangaben "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Punkt 1 (Anlagevermögen), Punkt 12 (Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis) und dem Anlagespiegel enthalten.

Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben

Wir haben die Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen hinterfragt und geprüft. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Nachvollziehen und Evaluieren der Beurteilung des Managements betreffend das Bestehen von Wertminderungsanzeichen;
  • Abstimmen der Annahmen (prognostizierte Umsätze, Aufwendungen, Investitionen und Änderungen im Working Capital), welche zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsströme verwendet wurden, mit den genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
  • Beurteilen der Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende im Rahmen der Mittelfristplanung, welche in die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen einfloss;
  • Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Bewertungsmodelle;
  • Beiziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Beurteilung der Diskontierungssätze und der Bewertungsmodelle.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Von den sonstigen Informationen haben wir den "Konsolidierten Corporate-Governance-Bericht" und den "Konsolidierten Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen" vor dem Datum des Bestätigungsvermerkes erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichtes und des Jahresfinanzberichtes werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt.# Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers

An die Hauptversammlung der

[Unternehmen]

Bericht zum Jahresabschluss

Unser Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der [Unternehmen], bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden, geprüft.

Nach unserer Beurteilung und basierend auf den in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführten Prüfungsan-
handlungen, vermittelt der beigefügte Jahresabschluss nach unserer Beurteilung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für unser Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfungshandlungen in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISAs). Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist weiter unten in unserem "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" beschrieben.

Wir sind unabhängig von der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den für uns geltenden beruflichen Verhaltensanforderungen und den österreichischen gesetzlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltensanforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Wesentliche Prüfungssachverhalte

Wesentliche Prüfungssachverhalte sind Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des gegenwärtigen Geschäftsjahres waren. Wir haben diese Sachverhalte bei der Erstellung unseres Prüfungsurteils über den Jahresabschluss und bei der Ausgestaltung unserer Prüfungshandlungen berücksichtigt, aber wir geben kein separates Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Wir haben alle Sachverhalte, die wir als die für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres wesentlichsten erachtet haben, in unserem Bestätigungsvermerk identifiziert und in unserem Bestätigungsvermerk beschrieben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und der für die Aufsicht zuständigen Person(en) für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Diese Verantwortung umfasst die Gestaltung, die Umsetzung und die Aufrechterhaltung des internen Kontrollsystems, das für die Aufstellung von Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft relevant ist, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit offenzulegen, sofern einschlägig, und den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, die Gesellschaft zu liquidieren oder die Geschäftstätigkeit einzustellen oder haben keine andere realistische Alternative als dies zu tun.

Die für die Aufsicht zuständige(n) Person(en) sind verantwortlich für die Überwachung des Rechnungswesenprozesses der Gesellschaft.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind es, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil enthält. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung stets eine wesentliche falsche Darstellung aufdeckt, wenn eine solche vorhanden ist. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Juli 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Wien, am 9. März 2023

Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Alexander Wlasto e.h.
Wirtschaftsprüfer

Mag. Katharina Schrenk e.h.
Wirtschaftsprüferin

Jahresabschluss

Bilanz

Aktiva Anhangangabe in EUR in EUR 1,000 2022 2021
A. Anlagevermögen I
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Rechte 16.117.122 26.450
2. geleistete Anzahlungen 530.351
16.647.473 26.450
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten auf fremden Grund 976.489 1.378
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.420.441 8.833
10.396.930 10.211
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.173.470.909 13.237.375
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.058.758.842 5.233.753
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506.435 4.506
4. sonstige Ausleihungen 39.228 56
17.236.775.413 18.475.690
17.263.819.816 18.512.351
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 168
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.478.078.495 2.369.801
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 21.665.114 20.339
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3.499.743.609 2.390.308
II. Wertpapiere und Anteile
1. sonstige Wertpapiere 273.374.624 183.472
III. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 2.570.616.223 676.350
6.343.734.456 3.250.129
C. Rechnungsabgrenzungsposten 29.727.324 37.577
D. Aktive latente Steuern 3 4.483.811 6.393
23.641.765.408 21.806.451

Bilanz

Passiva Anhangangabe in EUR in EUR 1,000 2022 2021
A. Eigenkapital 4
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 327.272.727 327.273
übernommenes Grundkapital
Nennbetrag eigener Anteile –201.674 –261
327.071.053 327.011
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 1.748.012.990 1.745.870
2. nicht gebundene 333.728 334
1.748.346.718 1.746.203
III. Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen 11.890.348 11.338
IV. Gewinnrücklagen
1. freie Rücklagen 2.722.341.860 2.720.832
2. Rücklage für eigene Anteile 201.674 261
2.722.543.534 2.721.094
V. Bilanzgewinn 1.994.495.997 1.003.590
davon Gewinnvortrag 251.326.508 31.458
6.804.347.649 5.809.237
B. Rückstellungen 5
1. Rückstellungen für Abfertigungen 11.361.239 10.965
2. Rückstellungen für Pensionen 64.628.374 52.482
3. Steuerrückstellungen 26.014.711 28.274
4. sonstige Rückstellungen 73.410.968 58.765
175.415.292 150.487
C. Verbindlichkeiten 6
1. Anleihen 9.500.000.000 10.250.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.250.000.000 750.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 8.250.000.000 9.500.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.043.159 353.924
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 43.159 253.924
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 100.000.000 100.000
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 38.475.642 36.815
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 38.475.642 36.815
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.658.039.657 4.948.676
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 6.658.039.657 4.948.676
5.

Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2022 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet. Es gibt aus Sicht des Unternehmens keine Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, die der Fortführung entgegenstehen. Im Jahr 2022 wurden von der OMV Aktiengesellschaft keine Covid-19 Förderungen in Anspruch genommen.

Die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise betreffen die OMV Aktiengesellschaft insoweit, als die wesentlichen Vermögensgegenstände und Erträge im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften stehen, welche vor allem in den Bereichen Exploration & Production und Refining & Marketing von erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren betroffen sind. Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Jahresabschlusses berücksichtigt. 2022 definierte die OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion ihrer Emissionen und verpflichtete sich bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden.

Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement der OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Risiken sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise.

Die Annahmen der OMV für die Mittelfristplanung basieren auf einem Szenario, in dem die OECD-Länder das Netto-Null-Emissionsziel zwischen 2050 und 2070 erreichen werden (d.h. einem Pfad zwischen den IEA-Szenarien „Net Zero Emissions“ (NZE) und „Sustainable Development“ (SDS) vergleichbar), und die Nicht-OECD-Länder die angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und fristgerecht implementieren (d.h. dem IEA „announced pledges“-Szenario vergleichbar).

Aus diesem Szenario wurden die Erwartungen über die künftige Nachfrage und Preise für die relevanten Waren abgeleitet. Diese Schätzungen fließen in die Bewertung der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften ein.

Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelösten Entwicklungen wirkten sich auf den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft vor allem im Zusammenhang mit direkten und indirekten Beteiligungen an Tochtergesellschaften aus, welche im Bereich Exploration & Production im Gasgeschäft tätig sind und über Cash-Pooling- und Ergebnisabführungsverträge mit der OMV Aktiengesellschaft verbunden sind.

Die gesamten Auszahlungen der OMV als Finanzinvestorin im Rahmen der Finanzierungsverträge für Nord Stream 2 beliefen sich auf EUR 729 Mio. Der gesamte zum 5. März 2022 ausstehende Betrag inklusive abgegrenzter Zinsen betrug EUR 1,0 Mrd und wurde vollständig, zu Lasten des Finanzergebnisses der betroffenen Gesellschaft, wertberichtigt.

Während die OMV im ersten Quartal Erdgas im Umfang von im Durchschnitt 7,6 TWh pro Monat auf Basis langfristiger Lieferverträge mit Gazprom nach Deutschland und Österreich importierte, gab es seit Mitte Juni Kürzungen der Liefermengen und seit August 2022 keine Lieferungen mehr nach Deutschland. In der zweiten Hälfte von 2022 importierte die OMV im Durchschnitt 2,6 TWh pro Monat an Erdgas auf Basis dieser Verträge. Die Lieferkürzungen machten Anpassungen der Sicherungsmaßnahmen der OMV und Ersatzbeschaffungen am Markt erforderlich und führten zu negativen finanziellen Auswirkungen. Es besteht weiterhin Unsicherheit hinsichtlich künftiger Kürzungen, und es können weitere substanzielle Verluste entstehen, wenn die abgesicherten Mengen von den tatsächlichen Lieferungen abweichen und somit teilweise ein nicht abgesichertes Gaspreisrisiko aus den Gazprom-Lieferverträgen besteht.

Um die fehlenden Mengen zu ersetzen und den Lieferverpflichtungen nachzukommen wurden zusätzliche Transportkapazitäten angeschafft und die Speicher gefüllt.

Für die langfristigen Lieferverträge mit Gazprom wurden keine Drohverlustrückstellungen gebildet. Die Preisermittlung in diesen Verträgen basiert auf aktuellen Hub-Preisen, und eine Schätzung der negativen Auswirkungen aus künftigen Lieferkürzungen ist nicht möglich. Die Absicherungsgeschäfte für die Verträge werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und unterliegen keinem Hedge Accounting.

Das Management sieht den Fortbestand der Gesellschaft durch die Klimakrise und die Ukraine-Krise derzeit nicht gefährdet und wird die Auswirkungen von Aspekten des Klimawandels und der Energiewende auch in der Zukunft weiter beobachten.

Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.

Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.

Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn-und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Kategorie Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögensgegenstände 4-5 Jahre
Bauten auf fremden Grundstücken 15 Jahre
Maschinen und maschinelle Anlagen 4-10 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4-10 Jahre

In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen. Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhangangabe in EUR 1.000 2022 2021
7 1. Umsatzerlöse 246.607.948 225.212
8 2. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 798.753 68
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3.223.751 474
c) übrige 545.919 543
4.568.424 1.085
9 3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand –368.438 –313
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen –59.933.466 –54.584
–60.301.904 –54.898
10 4. Personalaufwand
a) Gehälter –115.144.760 –122.635
b) soziale Aufwendungen –43.931.141 –30.928
davon Aufwendungen für Altersversorgung –18.355.316 –4.197
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen –3.842.556 –3.832
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge –20.633.068 –22.227
–159.075.902 –153.563
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –17.325.164 –11.437
11 6. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen –960.474 –834
b) übrige –78.114.994 –68.562
–79.075.469 –69.396
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) –64.602.066 –62.997
8. Erträge aus Beteiligungen 2.688.613.638 1.466.606
davon aus verbundenen Unternehmen 2.683.479.684 1.461.267
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 175.919.957 170.112
davon aus verbundenen Unternehmen 175.909.071 170.079
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 728.808.319 228.329
davon aus verbundenen Unternehmen 238.800.172 43.581
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 3.418.051 29.769
davon aus Zuschreibungen 3.142.051 29.769
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen –731.406.601 –687.209
davon Abschreibungen –125.260.000 –687.209
davon aus verbundenen Unternehmen –731.406.601 –687.209
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –1.012.459.386 –500.378
davon betreffend verbundene Unternehmen –229.693.708 –96.137
12 14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) 1.852.893.977 707.230
15. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) 1.788.291.911 644.233
13 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –45.122.422 327.900
davon latente Steuern –1.829.760 6.504
17. Jahresüberschuss 1.743.169.489 972.132
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 251.326.508 31.458
19. Bilanzgewinn 1.994.495.997 1.003.590
Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Finanzanlagen

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Sonstige Wertpapiere und Anteile

Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.

Latente Steuern

Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen.

Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. In der Unternehmensgruppe werden die steuerpflichtigen Ergebnisse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von 100%, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts, für Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von unter 100% erfolgt eine Verlustzuweisung in einen internen Verlustvortrag der Gesellschaft. Im Rahmen der steuerlichen Unternehmensgruppe werden auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen Gewinne und Verluste von 11 inländischen Tochtergesellschaften übernommen. Darüber hinaus bestehen mit allen Gruppenmitgliedern Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode.

Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht.

Eigene Anteile

Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen

In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV. Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt. Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.

Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.

Fremdwährungsverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Fremdwährungsderivate

Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Fremdwährungsderivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.

Long Term Incentive (LTI) Pläne

Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des LTIP-Zeitraums nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat der Vergütungsausschuss (bis LTI Plan 2020 für den Vorstand) jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich und wird vom Vergütungsausschuss festgelegt. Der Vorstand kann nach eigenem Ermessen entsprechende Anpassungen der Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows für Führungskräfte vornehmen. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Ab 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTIP ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt. Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet. In 2021 hat Borealis einen LTI Plan eingeführt, welcher dem oben beschriebenen LTI Plan angeglichen ist. Das Aktienbesitzerfordernis ist nur für den Vorstand von Borealis, nicht aber für sonstige Führungskräfte anwendbar. Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 1,13% zur Anwendung (2021: 1,06%).

Long Term Incentive Pläne

Plan 2022 Plan 2021 Plan 2020 Plan 2019
Planbeginn 01.01.2022 01.01.2021 01.01.2020 01.01.2019
Ende Leistungszeitraum 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Anspruchstag 31.03.2025 31.03.2024 31.03.2023 31.03.2022
Aktienbesitzerfordernis
Vorstandsvorsitzender 200% vom Bruttojahres- grundgehalt 200% vom Bruttojahres- grundgehalt 200% vom Bruttojahres- grundgehalt 200% vom Bruttojahres- grundgehalt
Stellvertretender Vorstands- vorsitzender 175% vom Bruttojahres- grundgehalt 175% vom Bruttojahres- grundgehalt 175% vom Bruttojahres- grundgehalt 175% vom Bruttojahres- grundgehalt
Andere Vorstandsmitglieder 150% vom Bruttojahres- grundgehalt 150% vom Bruttojahres- grundgehalt 150% vom Bruttojahres- grundgehalt 150% vom Bruttojahres- grundgehalt
Führungskräfte 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive 75% vom Ziel Long Term Incentive
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2022 (OMV Konzern) 314.218 Aktien 601.126 Aktien 245.060 Aktien
Maximale Aktien zum 31.

708.987 Aktien 847.200 Aktien 452.909 Aktien

— Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2022 ¹ (OMV Konzern)

15.010 29.213 11.983

— Rückstellungen (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2022

1.105 4.537 5.906

¹ Exklusive Lohnnebenkosten

Equity Deferral

Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen. Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen). Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des tatsächlichen Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zu Grunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung wird in beide Richtungen angewendet, vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

Die folgende Tabelle bezieht sich auf den OMV Konzern:

Eigeninvestment 1 31.12.2022
Aktive Vorstandsmitglieder
Stern 17.158
Pleininger2 58.227
Florey 46.068
van Koten 1.084
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Seele3 16.157
Skvortsova4 3.335
Gangl5 16.680
Vorstände gesamt 158.709
Andere Führungskräfte gesamt 237.825
Eigeninvestment gesamt 396.534

¹ In Aktien gehaltenes Eigeninvestment bezieht sich auf noch laufende LTI Pläne sowie auf Equity Deferral, sofern diese Aktien auf dem OMV Treuhanddepot gehalten werden.
² Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück.
³ Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück.
⁴ Elena Skvortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück.
⁵ Thomas Gangl nahm am LTIP 2019 sowohl als Führungskraft als auch als Vorstandsmitglied teil. Am LTIP 2020 nahm er als Vorstandsmitglied teil. In 2021 hat er sowohl als Vorstandsmitglied als auch als Führungskraft teilgenommen. Er trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.

Gesamte Aufwendungen

2022 wurden folgende Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen erfasst:

Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen In EUR 1.000 2022¹ 2021
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen 7.119 16.361
davon in bar ausgezahlt 3.323 11.586
davon Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 3.796 4.775

¹ davon sind TEUR 1.585 in der Position Erträge aus Auflösung von Rückstellungen enthalten.

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens 2022 ist im Anlage- und Abschreibungsspiegel dargestellt. In der Bilanzposition Grundstücke ist ein Grundwert von TEUR 611 (2021: TEUR 663) enthalten.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen In EUR 1,000 2022 2021
Im nächsten Jahr 440 514
In den nächsten fünf Jahren 969 1.188

Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 896.612 (2021: TEUR 3.620).

Ausleihungen In EUR 1,000 2022 2021
Inland
OMV Exploration & Production GmbH 3.325.203 4.325.661
OMV Finance Services GmbH 733.556 662.472
OMV Austria Exploration & Production GmbH 242.000
OMV (Tunesien) Production GmbH 3.620
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH
EGW Heimstätte GmbH 39 56
Gesamt 4.058.798 5.233.809

In 2022 erhöhte sich das Darlehen an die OMV Finance Services GmbH um TEUR 71,084. Im Geschäftsjahr wurden folgende Darlehen getilgt: OMV Exploration & Production GmbH TEUR 1.003.600, OMV Austria Exploration & Production GmbH TEUR 242.000 sowie OMV (Tunesien) Production GmbH TUSD 4.444. Das Darlehen an die BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH wurde im Geschäftsjahr 2020 zur Gänze wertberichtigt.

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In EUR 1,000 ≤1 Jahr >1 Jahr ≤1 Jahr >1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 168
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.478.078 2.369.801
davon aus Lieferungen und Leistungen 32.645 19.635
davon aus Finanzierung 699.537 443.248
davon aus Gewinnübernahmen 2.142.235 1.263.596
davon sonstige 603.662 643.323
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 21.665 20.339
Gesamt 3.499.744 2.390.308

Die Sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung an das Finanzamt in Höhe von TEUR 20.610 (2021: TEUR 19.806). Die sonstigen Forderungen beinhalten keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

3 Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln und unterschiedlichen Verteilungsnormen. Aufgrund ausreichender zu versteuernder Gruppenergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.484 (2021: TEUR 6.393) angesetzt. Die Bewertung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2022 erfolgt mit dem im Körperschaftsteuergesetz vorgesehenen zukünftigen Steuersatz von 23% ab dem Jahr 2024, die erwarteten Umkehreffekte im Jahr 2023 (24% Körperschaftsteuersatz) sind für den Jahresabschluss per 31. Dezember 2022 unwesentlich. Zum 31. Dezember 2021 erfolgte die Bewertung mit dem damals gültigen Steuersatz von 25%. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird nicht ausgeübt.

4 Eigenkapital

Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2021: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2021: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2022 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien. Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch von der Hauptversammlung ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprorammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben. Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden. Eigene Anteile: In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen. In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens,einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen.# Eigene Anteile

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:

Eigene Anteile In EUR 1,000 Anzahl der Aktien
Stand 1.1.2021 3.280 297.846
Abgang –401 –36.520
Stand 31.12.2021 2.879 261.326
Abgang –655 –59.652
Stand 31.12.2022 2.224 201.674

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf befindliche Anteile
Stand 1.1.2021 327.272.727 297.846 326.974.881
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –36.520 36.520
Stand 31.12.2021 327.272.727 261.326 327.011.401
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –59.652 59.652
Stand 31.12.2022 327.272.727 201.674 327.071.053

Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgelder

In EUR 1,000 2022 2021
Pensions­ pläne Abferti­ gung
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 114.085
Marktwert des Planvermögens –49.457
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 64.628
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 11.361
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 11.361
Rückstellung zum 1.1. 52.482 10.965
Periodenaufwand 12.346 2.053
Fondsdotierung –199
Auszahlungen –1.373
Konzernübertrag –284
Rückstellung zum 31.12. 64.628 11.361
Zinsaufwand 1.248 90
Laufender Dienstzeitaufwand 355
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen –1.514
Realisierung versicherungs­ mathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 12.612 1.608
Periodenaufwand 12.346 2.053

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Annahmen zur Berechnung 2022 2021
Pensions­ pläne Abferti­ gungen
Kapitalmarktzinssatz 1,25% 1,10%
Gehaltstrend 4,90%
Pensionstrend 2,60%
Langfristige Plan­­vermögens­­rendite 3,00%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensions­antrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensions­antrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung. Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personal­rückstellungen (UGB)“ wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamt­­verpflichtung ermittelt.

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

Vermögens­­kategorien 2022 2021 2022 2021
VRG IV Österreich VRG VI Österreich VRG IV Österreich VRG VI Österreich
Anteilswertpapiere 22,93% 23,48% 23,52% 24,92%
Schuld­­­
```markdown
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:
Eigene Anteile In EUR 1,000 Anzahl der Aktien
Stand 1.1.2021 3.280 297.846
Abgang –401 –36.520
Stand 31.12.2021 2.879 261.326
Abgang –655 –59.652
Stand 31.12.2022 2.224 201.674

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile

Anzahl der Aktien Eigene Anteile Im Umlauf befindliche Anteile
Stand 1.1.2021 327.272.727 297.846 326.974.881
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –36.520 36.520
Stand 31.12.2021 327.272.727 261.326 327.011.401
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen –59.652 59.652
Stand 31.12.2022 327.272.727 201.674 327.071.053

Rückstellungen

Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgelder

In EUR 1,000 2022 2021
Pensions­ pläne Abferti­ gung
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 114.085
Marktwert des Planvermögens –49.457
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 64.628
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 11.361
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung 11.361
Rückstellung zum 1.1. 52.482 10.965
Periodenaufwand 12.346 2.053
Fondsdotierung –199
Auszahlungen –1.373
Konzernübertrag –284
Rückstellung zum 31.12. 64.628 11.361
Zinsaufwand 1.248 90
Laufender Dienstzeitaufwand 355
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen –1.514
Realisierung versicherungs­ mathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 12.612 1.608
Periodenaufwand 12.346 2.053

Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:

Annahmen zur Berechnung 2022 2021
Pensions­ pläne Abferti­ gungen
Kapitalmarktzinssatz 1,25% 1,10%
Gehaltstrend 4,90%
Pensionstrend 2,60%
Langfristige Plan­­vermögens­­rendite 3,00%

Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensions­antrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensions­antrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung. Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personal­rückstellungen (UGB)“ wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamt­­verpflichtung ermittelt.

Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember

Vermögens­­kategorien 2022 2021 2022 2021
VRG IV Österreich VRG VI Österreich VRG IV Österreich VRG VI Österreich
Anteilswertpapiere 22,93% 23,48% 23,52% 24,92%
Schuldverschreibungen 46,17% 44,37% 52,87% 50,99%
Liquide Mittel und Geldmarkt­­­
``````markdown
Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Am 19. Juni 2018 wurde eine Hybridanleihe im Gesamtvolumen von TEUR 500.000 begeben, die bis 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst wird. Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochtergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.

Begebene Anleihen

Nominale Kupon Begebung Rückzahlung
EUR 500.000.000 0.75% fix Dezember 2018 04.12.2023
EUR 750.000.000 0.00% fix Juni 2020 16.06.2023
EUR 500.000.000 1.50% fix April 2020 09.04.2024
EUR 500.000.000 0.00% fix Juli 2019 03.07.2025
EUR 1.000.000.000 1.00% fix Dezember 2017 14.12.2026
EUR 750.000.000 3.50% fix September 2012 27.09.2027
EUR 500.000.000 2.00% fix April 2020 09.04.2028
EUR 500.000.000 1.875% fix Dezember 2018 04.12.2028
EUR 750.000.000 0.75% fix Juni 2020 16.06.2030
EUR 750.000.000 2.375% fix April 2020 09.04.2032
EUR 500.000.000 1.00% fix Juli 2019 03.07.2034

Hybridanleihe

EUR 750.000.000 Dezember 2015
EUR 500.000.000 Juni 2018
EUR 750.000.000 September 2020
EUR 500.000.000 September 2020

Gesamt EUR 9.500.000.000

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 61.540 (2021: TEUR 66.718) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 24.844 (2021: TEUR 29.046). Diese Aufwendungen werden erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam. In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 5.500.000 (2021: TEUR 6.250.000) sowie eine Verbindlichkeit aus Personallösungen in Höhe von TEUR 5.574 (2021:TEUR 7.552).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse

In EUR 1,000 2022 2021
Inland 202.230 180.943
Ausland 44.378 44.269
Gesamt 246.609 225.212

Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen, Erlösen aus den für Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben und für den Konzern erbrachten Servicedienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Personalwesen, Facility Management und betriebliche Medizin.

8 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge

In EUR 1,000 2022 2021
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 799 68
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3.224 474
Übrige 546 543
Gesamt 4.568 1.085

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 3.193 (2021: TEUR 474). In der Position Übrige sind unter anderem der Mitarbeiteranteil aus der Betriebskantine, diverse Bonifikationen und Funktionsentschädigungen enthalten.

9 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

In EUR 1,000 2022 2021
Materialaufwand 368 313
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen 59.933 54.584
Gesamt 60.302 54.898

Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen umfassen im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Fremdleistungen in Höhe von TEUR 8.896 (2021: TEUR 7.980) und sonstige Leistungen von OMV Petrom Global Solutions SRL in Höhe von TEUR 7.175 (2021: TEUR 6.936). Für die Servicierung von Software wurden Fremdleistungen in Höhe von TEUR 39.612 (2021: TEUR 38.023) zugekauft.

10 Personalaufwand

In den Aufwendungen für Gehälter sind Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf die Tabelle „Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen“ im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral des Jahresbonus. Die Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgeld betragen TEUR 1.749 (2021: TEUR 593).

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung

In EUR 1,000 2022 2021
Aufwendungen für Abfertigungen 2.357 2.451
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 1.485 1.381
Beitragsorientierter Personalaufwand 4.385 4.617
Leistungsorientierter Personalaufwand 13.970 –420
Gesamt 22.198 8.029

In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 394 (2021: TEUR 1.430) und in der Position Leistungsorientierter Personalaufwand ein Aufwand über TEUR 1.273 (2021: Ertrag TEUR 891) für Personallösungen enthalten. Der Ertrag im leistungsorientierten Personalaufwand im vergangenen Geschäftsjahr resultierte einerseits aus dem Entfall von Verpflichtungen und andererseits aus Parameteranpassungen.

Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:

Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung In EUR 1,000 2022 2021
Abfertigungen Pensionspläne Abfertigungen Pensionspläne
Vorstände und ehemalige Vorstände 218 1.062 211 1.077
Leitende Angestellte 295 422 1.222 354
Andere Arbeitnehmer 1.722 4.259 1.783 2.384
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) 1.608 12.612 616 382

11 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In EUR 1,000 2022 2021
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen 960 834
Übrige 78.115 68.562
Gesamt 79.075 69.396

In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Konzernverrechnungen von TEUR 19.206 (2021: TEUR 18.566), Werbeaufwand TEUR 9.363 (2021: TEUR 10.910), Rechts- und Beratungskosten TEUR 26.872 (2021:TEUR 18.098), Mietaufwand TEUR 3.615 (2021: 5.522), Versicherungsaufwand TEUR 2.042 (2021: TEUR 2.390), Nachrichtenaufwand TEUR 5.865 (2021: TEUR 5.170), Personalbeistellungen TEUR 1.695 (2021: TEUR 1.440) und Instandhaltungsaufwand TEUR 1.361 (2021: TEUR 1.762).

12 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis

Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 2.688.614 (2021: TEUR 1.466.606) resultieren TEUR 2.142.235 (2021: TEUR 1.263.596) aus Gewinngemeinschaften, TEUR 541.245 (2021: TEUR 197.671) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 5.134 (2021: TEUR 5.339) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2022 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Downstream GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas Logistics Holding GmbH. Die Position Erträge aus Finanzanlagen beinhaltet Zuschreibungen zu Finanzanlagen in Höhe von TEUR 3.418 (2021:TEUR 29.769); davon TEUR 3.142 (2021: TEUR 29.769) zu Ausleihungen sowie TEUR 276 (2021: TEUR Null) Beteiligungszuschreibung zu OMV AUSTRALIA PTY LTD. Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten Verlustübernahmen in Höhe von TEUR 606.147 (2021: TEUR Null) auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen,Teilwertabschreibungen im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 121.000 (2021: TEUR 538.600) sowie der OMV Gas Logistics Holding GmbH in Höhe von TEUR 4.260 (2021: TEUR 148.266). Im Vorjahr war darüberhinaus eine Beteiligungsabschreibung der OMV AUSTRALIA PTY LTD in Höhe von TEUR 343 enthalten.

13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag

2022 2021
Laufende Steuern 43.293 –321.396
davon Auflösung Rückstellung für zukünftige Steuerumlagezahlungen für österreichische Gruppenmitglieder –191.001
Steuerumlage Gruppenmitglieder 84.442 –112.748
Körperschaftsteueraufwand Gruppe –2.186 17.027
Steuerumlage Gruppenmitglieder aus Vorjahren –38.963 –34.674
Latente Steuern 1.830 –6.504
Gesamt 45.122 –327.900

Die Steuerumlage Gruppenmitglieder beinhaltet außerdem einen Körperschaftsteueraufwand in Höhe von TEUR 56.258 (2021: TEUR 7.244) als Vorsorge für die Rückabwicklung aufgrund des geplanten Austrittes zweier Gruppenmitglieder. Der ausgewiesene latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 1.830 (2021: Ertrag TEUR 6.504) betrifft im Wesentlichen die Aktivierung werthaltiger latenter Steuern.

Ergänzende Angaben

14 Zinsmanagement und Derivate

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert. Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen. Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese teilweise an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2022 betreffen den EUR-NOK und EUR-USD Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis März 2023 abgesichert. Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:

Währungsderivate: Forwards

In EUR 1,000 2022 2021
Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert
Nominale aktiv passiv Nominale aktiv passiv
Currency-Forwards 601.637 3.537 –3.543 408.772 1.731 –1.715

Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurses des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match).
```Ohne Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven Marktwertes von TEUR 3.543 (2021: TEUR 1.715) zu bilden gewesen. Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps. Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:

Währungsderivate: FX Swaps

In EUR 1,000
| Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz | Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2022 | 2022 | 2021 | 2021 | 2021 |
| FX Swap EUR-CZK | 10.322 | –45 | –45 | — | — | — |
| FX-Swap EUR-HUF | 72.909 | –1.897 | –1.897 | 13.569 | –29 | –29 |
| FX Swap USD-HUF | — | — | — | 18.960 | 54 | — |
| FX Swap EUR-NOK | 2.490.418 | –25.328 | –25.941 | 515.963 | 3.146 | –269 |
| FX Swap EUR-AUD | 18.816 | –30 | –30 | — | — | — |
| FX Swap USD-NOK | — | — | — | 641.719 | –8.022 | –10.467 |
| FX Swap EUR-NZD | 7.779 | –40 | –40 | — | — | — |
| FX Swap USD-AUD | — | — | — | 18.892 | –129 | –129 |
| FX Swap EUR-USD | 159.756 | –360 | –360 | 933.303 | –644 | –794 |

Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.

15 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:

Durchschnitt 2022 Durchschnitt 2021
Angestellte 871 862
Gesamt 871 862

Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:

Vorstandsbezüge

In EUR 1,000
| | 2022 | | | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2022 | Ehemalige Vorstandsmitglieder | | | | | | |
| | Stern | Pleininger2 | Florey | van Koten | Skvortsova4 | Seele6 | Gangl7 | Leitner9 | Gesamt |
| Kurzfristige Vergütungen | 1.588 | 1.474 | 1.546 | 853 | 1.162 | 1.573 | 123 | — | 8.319 |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 990 | 750 | 810 | 575 | 575 | 549 | — | — | 4.250 |
| Variabel (Barboni fikation) | 1 | 588 | 712 | 687 | 249 | 498 | 1.017 | 123 | — | 3.874 |
| Sachbezüge | 10 | 13 | 493 | 29 | 895 | 6 | — | — | 195 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 248 | 188 | 203 | 144 | 144 | 138 | — | — | 1.063 |
| Pensionskassen beiträge | 248 | 188 | 203 | 144 | 144 | 138 | — | — | 1.063 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 285 | 1.335 | 1.032 | 105 | 209 | 3.125 | 371 | 697 | 7.159 |
| Variabel (Equity Deferral 2021) | 285 | 436 | 335 | 105 | 209 | 427 | 51 | — | 1.848 |
| Variabel (LTIP 2019) | — | 899 | 697 | — | — | 2.698 | 3198 | 697 | 5.311 |
| Vorstandsbezüge | 2.121 | 2.997 | 2.781 | 1.102 | 1.515 | 4.836 | 493 | 697 | 16.540 |

1Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2021, für die der Bonus in 2022 ausbezahlt wurde.
2Johann Pleininger trat als Vorstandsmitglied per 31. Dezember 2022 zurück und sein Vertrag endet mit 30. April 2023.
3Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern
4Elena Skortsova trat als Vorstandsmitglied per 31. Oktober 2022 zurück und ihr Vertrag endet mit 14. Juni 2023.
5Inklusive Miet- und Lagerkosten und damit verbundenen Steuern
6Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
7Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
8Thomas Gangl erhielt darüber hinaus eine Barbonifikation in der Höhe von TEUR 83 aus dem Senior Management LTIP 2019.
9Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

Vorstandsbezüge

In EUR 1,000
| | 2021 | | | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2021 | Ehemalige Vorstandsmitglieder | | | | | | |
| | Stern3 | Pleininger | Florey | Skvortsova | van Koten7 | Seele8 | Gangl9 | Leitner12 | Gesamt |
| Kurzfristige Vergütungen | 693 | 1.772 | 1.775 | 1.375 | 302 | 2.554 | 650 | — | 9.121 |
| Fixer Bezug (Grundbezug) | 686 | 750 | 755 | 575 | 288 | 1.100 | 144 | — | 4.297 |
| Fixer Bezug (Einmalzahlung) | — | — | — | 5355 | — | — | — | — | 535 |
| Variabel (Barbonifikation)1 | — | 1.009 | 9734 | 163 | — | 1.442 | 504 | — | 4.090 |
| Sachbezüge | 7 | 13 | 47 | 1026 | 14 | 13 | 3 | — | 199 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 180 | 188 | 189 | 144 | 72 | 275 | 31 | — | 1.077 |
| Pensionskassen- beiträge | 180 | 188 | 189 | 144 | 72 | 275 | 31 | — | 1.077 |
| Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienstverhältnissen | — | — | — | — | — | — | 2310 | — | 23 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | — | 1.087 | 896 | 106 | — | 2.477 | 196 | 409 | 5.172 |
| Variabel (Equity Deferral 2020) | — | 323 | 270 | 106 | — | 401 | 196 | — | 1.297 |
| Variabel (LTIP 2018)2 | — | 764 | 626 | — | — | 2.076 | —11 | 409 | 3.876 |
| Vorstandsbezüge | 872 | 3.046 | 2.860 | 1.625 | 374 | 5.306 | 900 | 409 | 15.393 |

1Der variable Teil bezieht sich auf Zielerreichungen in 2020, für die der Bonus in 2021 ausbezahlt wurde und inkludiert 50% der im Jahr 2020 fälligen Barzahlungen unter dem Jahresbonus 2019 für die im Jahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder, welche auf Jänner 2021 verschoben wurden.
2Inkludiert 50% der im Jahr 2020 fälligen Barzahlungen unter dem LTIP 2017 für die im Jahr 2020 aktiven Vorstandsmitglieder (für den Barzahlungsanteil, falls zutreffend) welche auf Jänner 2021 verschoben wurden.
3Alfred Stern trat dem Vorstand per 1. April 2021 bei.
4Inklusive Schulkosten und damit verbundenen Steuern
5Elena Skortsova erhielt eine einmalige Kompensationszahlung in Abgeltung der nachweislich verfallenen variablen Vergütung durch den Wechsel von der Linde Gruppe zur OMV AG.
6Inklusive Umzugs- und Mietkosten und damit verbundenen Steuern
7Martijn van Koten trat dem Vorstand per 1. Juli 2021 bei.
8Rainer Seele trat als Vorstandsmitglied per 31. August 2021 zurück, und sein Vertrag endete mit 30. Juni 2022.
9Thomas Gangl trat als Vorstandsmitglied per 31. März 2021 zurück.
10 Thomas Gangl erhielt eine Auszahlung für Urlaubsersatzleistungen in Höhe von TEUR 23.
11 Thomas Gangl erhielt eine Barbonifikation in der Höhe von TEUR 115 aus dem Senior Management LTIP 2018.
12 Manfred Leitner trat als Vorstandsmitglied per 30. Juni 2019 zurück.

Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.

An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2022 TEUR 1.105 aufgewendet (2021: TEUR 625).

Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Die OMV Aktiengesellschaft erbringt für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs-, Konzernsteuerungs- sowie diverse Servicedienstleistungen. Die Fremdüblichkeit der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht. Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.

16 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

Haftungsverhältnisse

In EUR 1,000
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Garantien | 3.551.544 | 2.740.516 |
| davon für verbundene Unternehmen | 3.551.332 | 2.740.189 |

Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Garantien für OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 743.313 und der Verringerung der Garantien für OMV Supply & Trading Limited in Höhe von TUSD 113.511.

Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten. Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind. Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet, welcher im Geschäftsjahr mit Wirksamkeit Oktober 2023 beendet wurde. Ebenso hat sich die OMV Aktiengesellschaft gegenüber der OMV Gas Marketing & Trading GmbH mit einem Letter of Financial Support verpflichtet, deren Liquidität im Bedarfsfall aufrechtzuerhalten. Diese Vereinbarung gilt für Verpflichtungen, die bis zum 31.12.2024 fällig werden. Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüchen, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.

17 Vorschlag zur Gewinnverteilung

Der verteilungsfähige Bilanzgewinn per Ende des Geschäftsjahrs 2022 wurde mit TEUR 1.994.496 (2021: TEUR 1.003.590) ermittelt. Davon ist ein Betrag von TEUR 25.743 (2021: TEUR 27.711) nach § 235 UGB zur Ausschüttung gesperrt.

Für das Geschäftsjahr 2022 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 2,80 (2021: EUR 2,30) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Ebenso wird vom Vorstand der OMV Aktiengesellschaft die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von EUR 2,25 pro dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche ebenfalls von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Sonderdividende soll zusätzlich zur und gleichzeitig mit der regulären Dividende ausgeschüttet werden.

Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2021 erfolgte im Juni 2022 und betrug TEUR 752.263 (2021: TEUR 604.971).

18 Sonstige Berichterstattung

Der konsolidierte Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen sowie der gesonderte konsolidierte nichtfinanzielle Bericht sind in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integriert; dieser ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren > Berichte abrufbar.

19 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es liegen keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag vor.# Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%

Direkte Beteiligungen Währung Eigenkapital 31.12.2022 (in EUR 1.000) Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 2022 (in EUR 1.000) Anteil am Kapital in %
Inland
OMV Exploration & Production GmbH, Wien ¹ EUR 1.736.112 –116.198 100
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien ¹ EUR 96.152 57.591 100
OMV Insurance Broker GmbH, Wien ¹ EUR 45 –8 100
OMV Downstream GmbH, Wien ¹ EUR 6.633.700 1.384.643 100
OMV Solutions GmbH, Wien ¹ EUR 489.709 –733.139 100
Ausland
Diramic Insurance Limited, Gibraltar EUR 105.204 1.249 100
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth ¹ AUD –169.835 582 100
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug ² CHF 1.707 342 100
OMV PETROM SA, Bukarest RON 39.144 10.288 51,16

¹ Gruppenmitglied gemäß § 9 KStG
² Werte aus 2021

Aufsichtsrat

  • Mark Garrett Vorsitzender
  • Edith Hlawati Stellvertreterin (seit 3. Juni 2022)
  • Christine Catasta Stellvertreterin (bis 3. Juni 2022)
  • Saeed Al Mazrouei Stellvertreter
  • Alyazia Ali Al Kuwaiti
  • Stefan Doboczky
  • Karl Rose
  • Elisabeth Stadler
  • Jean-Baptiste Renard (seit 3. Juni 2022)
  • Robert Stajic (seit 3. Juni 2022)
  • Christoph Swarovski (bis 3. Juni 2022)
  • Cathrine Trattner (bis 3. Juni 2022)
  • Gertrude Tumpel-Gugerell
  • Vom Betriebsrat delegiert:
    • Alexander Auer
    • Angela Schorna
    • Mario Mayrwöger (seit 3. Juni 2022)
    • Nicole Schachenhofer
    • Hubert Bunderla
    • Gerhard Singer (bis 3. Juni 2022)

Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.

Präsidial- und Nominierungsausschuss: Garrett (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Bunderla, Auer

Prüfungsausschuss: Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Stadler (Stellvertreterin), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Garrett, Stajic, Doboczky, Bunderla, Schorna, Auer

Portfolio- und Projektausschuss: Renard (Vorsitzender), Stajic (Stellvertreter), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Doboczky, Rose, Auer, Bunderla, Schachenhofer

Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss: Doboczky (Vorsitzender), Renard (Stellvertreter), Stadler, Al Kuwaiti, Stajic, Schachenhofer, Mayrwöger, Schorna

Vergütungsausschuss: Garrett (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Stadler, Tumpel-Gugerell

Vorstand

  • Alfred Stern Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer
  • Reinhard Florey Chief Financial Officer
  • Martijn van Koten Executive Vice President Fuels & Feedstock
  • Daniela Vlad Executive Vice President Chemicals & Materials
  • Berislav Gaso Executive Vice President Energy

Wien, am 9. März 2023

Der Vorstand
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer

Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer

Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock

Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials

Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy

Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB

Entwicklung der Anschaffungskosten

In EUR 1.000 Stand 01.01.2022 Zugänge Abgang Stand 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 46.425 2.498¹ 48.923
Geleistete Anzahlungen 530 530
46.425 3.028 49.453
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund 2.762 52 2.710
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.875 4.747 3.878 24.744
26.637 4.747 3.930 27.454
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 17.430.189 61.080 17.491.270
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 5.236.895 71.084 3.142 5.233.753
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 4.506 4.506
Sonstige Ausleihungen 1.703 17 1.686
22.673.293 132.164 3.159 22.731.215
Gesamt 22.746.355 139.939 7.089 22.808.122

¹ Inklusive von verbundenen Unternehmen übernommene Vermögenswerte: TEUR 17 (2021: TEUR 346)

Abschreibungen 31.12.2022

(kumuliert) Bilanzwert 31.12.2022 Bilanzwert 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 32.806 26.450
Geleistete Anzahlungen
32.806 26.450
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund 1.734 1.378
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.323 8.833
17.057 10.211
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.317.799 4.058.759
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
Sonstige Ausleihungen
4.317.799 4.058.759
Gesamt 4.367.662 4.100.019

Entwicklung der Abschreibungen

In EUR 1.000 01.01.2022 Plan- mäßige Abschrei- bungen Außerplan- mäßige Abschrei- bungen 2022 Zuschrei- bungen Abgang 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 19.975 6.837 5.994 32.806
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund 1.384 350 1.734
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.042 4.144 3.863 15.323
16.426 4.494 3.863 17.057
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.192.815 125.260 276 4.317.799
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.142 3.142
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
Sonstige Ausleihungen 1.646 1.646
4.197.603 125.260 276 3.142 4.319.445
Gesamt 4.234.004 11.331 131.254 276 7.005 4.369.308

Abkürzungen und Definitionen

  • A
    • Ausschüttungsgrad: %-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie
    • bbl: Barrel (Fass zu zirka 159 Litern)
    • bbl/d: Barrel pro Tag
    • bcf: Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)
    • BIP: Bruttoinlandsprodukt
    • boe: Barrel Öläquivalent
    • boe/d: Barrel Öläquivalent pro Tag
  • C
    • CAGR: Compounded Annual Growth Rate; durchschnittliche jährliche Wachstumsrate
    • CAPEX: Capital Expenditure; Investitionen
    • CCS/CCS: Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste
  • Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Refining & Marketing berechnet.
  • CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten: Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch die durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl.
  • CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten: Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Refining & Marketing, der Operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und des berichteten Konsolidierungseffekts, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar.
  • CCS ROACE vor Sondereffekten: Der CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %).
    • CEE: Mittel- und Osteuropa
    • CEGH: Central European Gas Hub
    • cf: Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)
    • C&M: Geschäftsbereich Chemicals & Materials
  • D
  • Den Aktionär:innen zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten: Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten
  • E
    • ECL: Erwartete Kreditausfälle
    • Eigenkapitalquote: %-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital
    • Eingesetztes Kapital: Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter:innen, zuzüglich Nettoverschuldung
    • E&P: Geschäftsbereich Exploration & Production
    • EPSA: Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag
    • Ergebnis je Aktie: Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl
  • F
    • F&F: Geschäftsbereich Fuels & Feedstock
    • FVOCI: Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis
    • FVTPL: Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust
    • FX: Fremdwährungswechselkurs
  • G
    • G2P: Gas-to-Power
  • H
    • HSSE: Health, Safety, Security, and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz
    • HV: Hauptversammlung
  • I
    • IASs: International Accounting Standards
    • IFRSs: International Financial Reporting Standards
  • J
    • Jahresüberschuss: Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern
  • K
    • kbbl/d: Tausend Barrel pro Tag
    • kboe: Tausend Barrel Öläquivalent
    • kboe/d: Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag
    • Kb&S: Konzernbereich und Sonstiges
    • km²: Quadratkilometer
    • KPI: Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator
    • KStG: Körperschaftssteuergesetz
  • L
    • Leverage-Grad: %-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital
    • LNG: Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas
    • LTIR: Lost-Time Injury Rate; Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden
  • M
    • m³: Normalkubikmeter (0°C/32°F)
    • Min: Minute
    • Mio: Million, Millionen
    • MPPH: Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C.
    • Mrd: Milliarde, Milliarden
    • MW: Megawatt
    • MWh: Megawattstunde
  • N
    • n.a.: Not available; Wert nicht verfügbar
    • n.m.:# Glossar

N

  • Net assets: Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
  • Nettoverschuldung: Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel
  • NGL: Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt
  • NOPAT: Net Operating Profit After Tax; Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten. NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma zeigt.

O

  • ÖBAG: Österreichische Beteiligungs AG
  • ÖCGK: Österreichischer Corporate Governance Kodex
  • OECD: Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • OTC: Over-the-counter

P

  • Pearl: Pearl Petroleum Company Limited

R

  • R&M: Geschäftsbereich Refining & Marketing
  • ROACE: Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital
  • ROE: Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital
  • RRR: Reserve Replacement Rate; Reservenersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion

S

  • Sondereffekte: Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, die separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um es Investor:innen zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser zu verstehen und zu beurteilen.
  • t: Tonne
  • toe: Tonne Öläquivalent
  • TSR: Total Shareholder Return; Aktienrendite
  • TWh: Terawattstunde

U

  • UGB: Österreichisches Unternehmensgesetzbuch
  • Umsatzerlöse: Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer

V

  • VAE: Vereinigte Arabische Emirate
  • Verschuldungsgrad: Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital

Z

  • ZGE: Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Investor Relations Kontakt:
OMV Aktiengesellschaft
Investor Relations
Trabrennstraße 6 – 8
1020 Wien, Österreich
Tel. +43 1 40440-21600
Fax +43 1 40440-621600
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[email protected]
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Herausgeber
OMV Aktiengesellschaft, Wien

Fotos
Titel OMV Schwechat Technikum: Aron Bartolome

Hinweise:
Zahlen in Tabellen und Grafiken lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Die Differenzen zwischen den Prozentsätzen werden im gesamten Dokument in Prozentpunkten angezeigt. Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.

Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen:
Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie „Ausblick“, „glauben“, „erwarten“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „planen“, „Ziel“, „Einschätzung“, „können/könnten“, „werden“ und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.

Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 9. März 2023

Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer

Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer

Martijn van Koten e.h.
Executive Vice President Fuels & Feedstock

Berislav Gaso e.h.
Executive Vice President Energy

Daniela Vlad e.h.
Executive Vice President Chemicals & Materials

OMV Aktiengesellschaft
Trabrennstraße 6–8
1020 Wien
Österreich
Tel. + 43 1 40440-0
www.omv.com
www.omv.com/socialmedia

  1. Am 2. Juni 2022 erhielt Borealis von der AGROFERT, a.s. ein verbindliches Angebot für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts, das Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst.
  2. Am 27. Februar 2023 gab die OMV die Einleitung des Verkaufsprozesses für ihr E&P-Geschäft in der Region Asien-Pazifik bekannt.
  3. Die Produktionszahlen 2022 beinhalten 17 kboe/d von Russland (2021: 96 kboe/d). Seit März 2022 betrachtet die OMV Russland nicht mehr als Kernregion. Außerdem sind die russischen Mengen aufgrund einer Änderung der Konsolidierungsmethode nicht mehr in der Gesamtproduktion enthalten.
  4. Hinweis: In ihrem World Energy Outlook 2022 ließ die IEA das Sustainable Development Scenario (SDS) unberücksichtigt, das in der Vergangenheit von der OMV als Referenz verwendet wurde. Hinsichtlich der kumulativen Emissionen für das globale Energiesystem ist das SDS am ehesten mit dem Announced Pledges Scenario (APS) vergleichbar.
  5. Hinweis: Die Finanzziele für 2025 beruhen auf folgenden nominalen Marktannahmen: Brent-Rohölpreis von USD 65/bbl, THE-(„Trading Hub Europe“-)Gaspreis von EUR 22/MWh, Raffinerie-Referenzmarge Europa von USD 4,3/bbl, Ethylen/Propylen-Referenzmarge Europa von EUR 430/t, Polyethylen/Polypropylen-Referenzmarge Europa von EUR 420/t. Die Finanzziele für 2030 beruhen auf folgenden nominalen Marktannahmen: Brent-Rohölpreis von USD 70/bbl, THE-(„Trading Hub Europe“-)Gaspreis von EUR 24/MWh, Raffinerie-Referenzmarge Europa von USD 4,3/bbl, Ethylen/Propylen-Referenzmarge Europa von EUR 500/t, Polyethylen/Polypropylen-Referenzmarge Europa von EUR 480/t.
  6. Je nach Leverage-Grad der OMV kann sich die Rangfolge zwischen anorganischem Wachstum und Entschuldung umkehren.
  7. Die folgenden Scope-3-Kategorien sind enthalten: Kategorie 11 – Nutzung der verkauften Produkte für das Energiesegment der OMV; Kategorie 1 – Eingekaufte Güter (Rohstoffe); und Kategorie 12 – Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende für das Nichtenergiesegment der OMV.
  8. Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD; Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) Global Trade Update December 2022
  9. Enthalten auch Akquisitionen sowie Investitionen in at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen; bereinigt um aktivierte Rekultivierungskosten, nicht fündige Explorationsbohrungen, Fremdkapitalkosten sowie weitere nicht als Investitionen definierte Zugänge
  10. Am 2. Juni 2022 erhielt Borealis von AGROFERT, a.s. ein verbindliches Angebot für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts, das Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst.
  11. Am 2. Juni 2022 erhielt Borealis von AGROFERT, a.s. ein verbindliches Angebot für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts, das Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst.
  12. Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
  13. Am 21. Dezember 2022 hat die Abu Dhabi National Oil Company den Plan bekanntgegeben, den 24,9%-Anteil der Mubadala Investment Company an der OMV Aktiengesellschaft, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Zustimmungen, zu übernehmen.
  14. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
  15. Die Ausgangswerte für die Emissionsreduktionsziele bilden die Emissionen des Konzerns im Jahr 2019, korrigiert um die Emissionen der Borealis, an der die OMV 2020 eine Mehrheitsbeteiligung übernommen hat.# Anhang

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zusätzlich zu den Emissionsreduktionszielen auf Basis von absoluten Reduktionen definierte der Konzern auch Ziele auf Basis von Kohlenstoffintensitäten.

16 Auf Basis des von der International Energy Agency veröffentlichten Berichts „World Energy Outlook 2021“. Das „Sustainable Development“-Szenario, das im IEA World Energy Outlook 2022 Bericht nicht enthalten ist, stellt ein normatives Szenario zur Modellierung eines „deutlich unter 2°C“-Pfads sowie anderer nachhaltiger Entwicklungsziele dar, und dessen Ergebnisse sind nahe am „Announced Pledges Scenario“ (APS).

17 Auf Basis des von der International Energy Agency veröffentlichten Berichts „World Energy Outlook 2022“

18 Am 21. Dezember 2022 hat die Abu Dhabi National Oil Company den Plan bekanntgegeben, den 24,9%-Anteil der Mubadala Investment Company an der OMV Aktiengesellschaft, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Zustimmungen, zu übernehmen.

19 Organische Investitionen berechnen sich aus Investitionen einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.

20 Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

21 Auf Basis des von der International Energy Agency veröffentlichten Berichts „World Energy Outlook 2021“. Das „Sustainabile Development“-Szenario, das im IEA World Energy Outlook 2022 Bericht nicht enthalten ist, stellt ein normatives Szenario zur Modellierung eines „deutlich unter 2°C“-Pfads sowie anderer nachhaltiger Entwicklungsziele dar, und dessen Ergebnisse sind nahe am „Announced Pledges Scenario“ (APS).