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Nordex SE

Annual Report Feb 29, 2024

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Annual Report

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2023

Geschäftsbericht 2023

KENNZAHLEN IM ÜBERBLICK

Kennzahlen Nordex Group

2022 2023 Veränderung
in %
Ergebnisentwicklung
Umsatz EUR Mio. 5.693,6 6.489,1 14,0
Gesamtleistung EUR Mio. 5.991,1 6.550,9 9,3
EBITDA EUR Mio. –244,3 2,0 n.a.
EBIT EUR Mio. –426,7 –186,5 n.a.
Free Cashflow EUR Mio. –513,9 20,0 n.a.
Investitionen EUR Mio. 204,8 131,0 –36,0
Konzernjahresfehlbetrag EUR Mio. –497,8 –302,8 n.a.
Ergebnis je Aktie 1 EUR –2,71 –1,33 n.a.
EBITDA-Marge % –4,3 0,0 +4,3 PP
Working-Capital-Quote % –10,2 –11,5 –1,3 PP
Bilanz
Bilanzsumme per 31.12. EUR Mio. 4.756,7 5.422,0 14,0
Eigenkapital per 31.12. EUR Mio. 878,1 978,1 11,4
Eigenkapitalquote % 18,5 18,0 – 0,5 PP
Mitarbeiter
Mitarbeiter per 31.12. 9.111 10.133 11,2
Personalaufwand EUR Mio. 561,1 629,8 12,2
Personalaufwandsquote % 9,9 9,7 –0,2 PP
Unternehmensspezifische Kennzahlen
Auftragseingang Segment Projekte EUR Mio. 5.343,5 6.211,3 16,2
Installierte Leistung MW 5.221,1 7.253,2 38,9

1 Ergebnis je Aktie = unverwässert auf Basis von durchschnittlich gewichteten Aktien für 2023: 227,924 Millionen Aktien (2022: 183,966 Millionen Aktien)

INHALT

An unsere Aktionäre

Zusammengefasster Konzernlagebericht

Konzernabschluss Konzernanhang

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

José Luis Blanco Vorsitzender des Vorstands

Sehr geehrte Aktionäre, Geschäft spartner und Freunde des Unternehmens,

das Jahr 2023 war für die Nordex Group erfolgreich, obwohl die Voraussetzungen bei schwacher Konjunktur und hohen Zinsen durchaus herausfordernd waren. So waren wir erneut Schwankungen einer teilweise instabilen Lieferkette als Folge des Erdbebens in der Türkei ausgesetzt. Dies führte zu Verzögerungen bei der Be- und Entladung der Schiffe und somit zu höheren Kosten und auch Projektverzögerungen. Außerdem waren gerade zu Jahresbeginn die Kostenbelastungen für uns hoch, sodass wir schwach ins Jahr gestartet waren. Im weiteren Verlauf haben sich aber zum einen die äußeren Rahmenbedingungen stabilisiert. Vor allem die Kosten für Logistik, Rohstoffe sowie die Zinsen stabilisierten sich, und die Inflation war sogar rückläufig. Zum anderen haben wir mit sehr großem Engagement im gesamten Nordex-Team die Produktion, die Installationen und den Service gesteigert. Ferner waren erste positive Effekte durch schnellere Genehmigungsverfahren in Deutschland spürbar. Zudem blieb das Preisumfeld ist insgesamt stabil und wir haben die Verbesserung unserer Kundenverträge fortgeführt, um die Risikoverteilung auch weiterhin ausgewogen zu gestalten. Diese Maßnahmen zeigen sich nun auch in unseren Ergebniszahlen, mit der entsprechend angenommenen Zeitverzögerung wie ich Ihnen auch vor einem Jahr berichtet hatte. Wir konnten unser operatives Ergebnis 2023 von Quartal zu Quartal steigern und das Jahr mit einem leichten Plus abschließen. Das Berichtsjahr war für uns somit in Summe ein Jahr, in dem wir mehr und mehr Stabilität und Vorhersehbarkeit in unser Geschäft brachten, verglichen mit den Zeiten der Pandemie oder direkt nach dem Überfall der Ukraine durch Russland. Auf die Geschäftsentwicklung 2023 möchte ich kurz näher eingehen.

Verglichen mit dem Vorjahresniveau, das durch den Cyber-Sicherheitsvorfall belastet war, haben wir 2023 mit einem erhöhten Volumen an Installationen begonnen und konnten auch einen Teil des aufgestauten Rückstands aufholen. Insgesamt haben wir über 1.400 Windenergieanlagen mit rund 7,3 Gigawatt in 24 Ländern installiert. Verglichen mit den 5,2 Gigawatt im Vorjahr ist das ein Anstieg von knapp 40 Prozent, eine starke Leistung unseres Nordex Teams, für das ich mich ausdrücklich bedanken möchte. In unserer Turbinenproduktion haben wir unseren Output bei annähend derselben Stückzahl infolge höherer Megawattleistung auf knapp 8 Gigawatt gesteigert. Die Auftragseingänge haben sich ebenfalls deutlich erhöht und belaufen sich nach einem besonders nachfrageintensiven vierten Quartal auf 7,4 Gigawatt. Im Berichtsjahr 2024 geht es für uns darum, den Rückstau bei den Installationen vollständig aufzuholen und die Projekte mit der höchstmöglichen Effizienz abzuarbeiten. Dabei kommt uns zugute, dass der Anteil von neueren Aufträgen mit höheren Projektmargen sukzessive wie geplant steigt. Das heißt, wir sind gewachsen und die Profitabilität verbessert sich.

Darüber hinaus haben wir die Finanzstruktur unseres Unternehmens weiterentwickelt und gestärkt sowie durch eine höhere Liquidität gegen mögliche Unsicherheiten im Berichtsjahr abgesichert. Zu Jahresbeginn hatten wir das zweite Gesellschafterdarlehen genutzt, um die Hochzinsanleihe aus dem Jahr 2018 zurückzuführen. Im Anschluss haben wir im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung die Genehmigung erhalten, die beiden Gesellschafterdarlehen aus dem Jahr 2022 und den Rest aus dem Jahr 2020 in Eigenkapital umzuwandeln. Diese Umwandlung wurde dann im Mai vollzogen, sodass der Anteil unseres Ankeraktionärs Acciona S.A. nunmehr 47% beträgt. Ferner haben wir Anfang April eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von gut 330 Mio. Euro begeben, um das Unternehmen gegen die zu dieser Zeit sehr präsenten Unsicherheiten wie Inflation, hohe Zinsen und geringe Auftragsvolumina abzusichern. Insgesamt steht die Nordex Group Ende 2023 mit einer gegenüber dem Jahresbeginn verbesserten Finanzstruktur dar.

Im Jahr 2024 wollen wir die positive Entwicklung der Margen fortführen und die Profitabilität weiter steigern. Entscheidend hierfür sind neben einer stabilen und zuverlässigen Lieferkette mit einem stabilen Makro-Umfeld eine disziplinierte Preisgestaltung und eine kontinuierliche Anpassung der Verträge mit den Kunden, um Risiken zu minimieren. Darüber hinaus ist für diesen Zweck die Optimierung der Kostenstruktur im Rahmen des dafür aufgesetzten Unternehmensprogramms gestartet. Eine kontinuierliche Entwicklung des Produktportfolios und eine stabile Kostenstruktur sind ebenfalls wichtige Bausteine. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir – auch infolge der Inflation und der erhöhten Preise – einen Konzernumsatz von 7,0 bis 7,7 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von 2,0 bis 4,0 Prozent. Diese Prognose zeigt, dass sich das Umfeld verglichen mit dem Vorjahr verbessert hat, wir mit einer gesunden Mischung aus der Ausnutzung von Marktchancen und unternehmerischem Handeln auf der einen Seite und dem Abwägen von Risiken auf der anderen Seite agieren werden. Die aktuellen erfreulichen Entwicklungen, vor allem in Europa, zeigen gute Marktpotenziale für unser Unternehmen auf, sodass wir für 2024 insgesamt zuversichtlich sind.

In der Europäischen Union wurden im letzten Jahr 17 Gigawatt installiert, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresniveau, doch immer noch deutlich unter den 30 Gigawatt, die für eine nachhaltige Energiesicherheit und zur Erreichung der Klimaziele benötigt werden. Ob dies gelingt, wird von der Einführung erstklassiger Maßnahmen aus dem EU Wind Power Package abhängen, zu dem sich kürzlich 26 Regierungen der Mitgliedstaaten verpflichtet haben. Aus diesem Paket möchte ich drei wesentliche Bereiche hervorheben, die aus meiner Sicht von tragender Bedeutung sind.

Erstens muss die europäische Lieferkette für die Windindustrie gestärkt werden. Die Regierungen müssen ihre Verpflichtungen im Rahmen des Windkraftpakets erfüllen, nicht zuletzt, indem sie der Lieferkette Transparenz über die zukünftigen Mengen verschaffen und die Auktionen richtig gestalten. Sie müssen die Indexierung der Tarife und pragmatische Präqualifikationskriterien festlegen, die die Messlatte für das, was in Europa gebaut werden kann, höher legen.

Zweitens der Ausbau des Netzes. Die EU und die nationalen Regierungen haben verstanden, dass die Stromnetze ein Engpass sind. Die Kommission hat im November einen guten Aktionsplan für den Netzausbau vorgelegt, um dieses Problem anzugehen. Wir benötigen jetzt eine angemessene Top-down-Netzplanung, vorausschauende Investitionen, ein aktives Management der Verbindungen und echte Anreize für die Optimierung des Stromnetzes.

Drittens eine Vereinfachung der Genehmigungsprozesse. Länder wie Deutschland, die die neuen EU-Genehmigungsregeln bereits anwenden (z.B. erneuerbare Energien im übergeordneten öffentlichen Interesse, kürzere Fristen für Repowering), sehen die positiven Auswirkungen. Das muss nun europaweit gelten. Und wir müssen die Digitalisierung der Genehmigungen weiter vorantreiben, insbesondere über die Einführung des EasyPermits-Tools.

Wir hoffen, dass diese klare Analyse der Lage in Verbindung mit den ersten positiven Maßnahmen weitere Impulse nach sich zieht, sodass wir die übergeordneten Ziele erreichen.

Unsere Absicht bei Nordex ist es, den Wert unseres Unternehmens kontinuierlich, dauerhaft und langfristig für Sie – unsere Stakeholder – zu erhöhen. Für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen und Team danke ich Ihnen herzlich und hoffe, dass Sie uns als Aktionäre, Geschäftspartner und Freunde weiter gewogen bleiben.

Mit den besten Grüßen

José Luis Blanco Vorsitzender des Vorstands

Hamburg, im Februar 2024

DER VORSTAND

Manager und Windenergieexperten

Das Senior-Management der Nordex Group zeichnet sich durch langjährige, internationale Erfahrung in der Energiewirtschaft aus. Spezialität: Windkraft-Know-how.

José Luis Blanco

Vorsitzender des Vorstands (CEO)

Herr Blanco wurde am 17. Juli 1970 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Er startete seine Karriere 1993 bei Industrias Ferri. Seine ersten Erfahrungen in der Geschäftsführung machte er bei Gamesa, wo er von 1997 bis 2012 verschiedene Positionen im Management und Vorstand innehatte. Eine seiner Stationen beinhaltete die Geschäftsführung von Gamesa Eolica USA. Bei Gamesa USA war er als COO tätig, bei Gamesa Solar als Engineering Director und CEO sowie als Gamesa Offshore Director. 2011 wurde er zum Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands bei Gamesa ernannt.

José Luis Blanco trat der Geschäftsführung der Acciona Windpower im Jahr 2012 bei. Dem Vorstand der Nordex SE gehört José Luis Blanco seit der Übernahme der Acciona Windpower durch Nordex im April 2016 an, zunächst als Vorstand für das operative Geschäft (COO). José Luis Blanco wurde dann am 17. März 2017 zum Vorsitzenden des Vorstands berufen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2025.

  • PADE Senior Management Program, IESE Business School, Madrid, Spanien
  • Management Program in Strategy & Operations Management, Caixavigo Business School, Vigo, Spanien
  • Abschluss in Mechanical Engineering und Master of Science (MSc), Vigo University, Spanien

Dr. Ilya Hartmann Finanzvorstand (CFO)

Herr Hartmann wurde am 22. Januar 1973 geboren und ist deutscher Staatsbürger. Seine berufliche Laufbahn startete er als Anwalt bei Kanzleien in Frankfurt und Berlin. Vor seinem Wechsel auf die Herstellerseite der Windenergieindustrie arbeitete er mehrere Jahre bei Acciona Energy. 2007 wurde er dort als Deutschland-Geschäftsführer verantwortlich für den deutschen Markt, im Jahr 2009 wechselte er als Direktor Europa nach Spanien. Anschließend war er ab 2012 als CEO Nordamerika für Acciona Energy außerhalb Europas tätig. 2017 kam Ilya Hartmann zur Nordex Group und zog mit seiner Familie nach Hamburg. Zunächst als Head of People & Culture verantwortlich für das Personalressort, wurde er im März 2018 zum CEO Division Europe berufen. Herr Hartmann wurde erstmals am 1. Januar 2021 zum Mitglied des Vorstands der Nordex SE bestellt und ver- antwortet seit 1. März 2021 das Ressort Finanzen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 30. Juni 2025.

  • Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, Sevilla, Bonn und Berlin
  • Doktor der Rechtswissenschaft

Patxi Landa

Vertriebsvorstand (CSO)

Herr Landa wurde am 18. April 1972 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Seine Karriere startete Patxi Landa beim Motorenbauer Guascor und der Technologiegruppe Azkoyen. Im Jahr 2002 trat er der Acciona-Gruppe bei, wo er als Geschäftsführer Acciona Energy Australien und Acciona Solar Power in den USA tätig war. 2007 wurde er zum Business-Development-Direktor und Vorstandsmitglied bei Acciona Windpower berufen. Seit April 2016 gehört er dem Vorstand der Nordex SE an und verantwortet das Ressort Vertrieb. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2025.

  • Abschluss in Economics and Business Sciences, University of Navarra, Spanien
  • Master of Business Administration (MBA), EOI Business School, Spanien
  • PDG, General Management Program, IESE Business School, Navarra University, Navarra, Spanien

DER AUFSICHTSRAT

Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Starnberg

Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses

Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, geboren am 30. Januar 1950 und deutscher Staatsbürger, studierte Maschinenbau und promovierte an der Technischen Universität München. Ab 1977 war er in unterschiedlichen Positionen für die BMW AG tätig und verantwortete zuletzt im Vorstand die Bereiche Entwicklung und Einkauf. Ab dem Jahr 2000 war er im Vorstand der Continental AG für das Bremsen- und Elektronikgeschäft zuständig und wurde schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 2004 bis 2008 war Dr.-Ing. Ziebart CEO der Infineon Technologies AG und leitete u. a. die Trennung des Unternehmens vom Speichergeschäft ein. Anschließend folgte eine Tätigkeit als Group Engineering Director bei Jaguar Land Rover Automotive.

Dr.-Ing. Ziebart ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Hella GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Aufsichtsrats der Webasto SE, Deutschland.

Dr.-Ing. Ziebart wurde erstmals am 28. Februar 2009 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.

  • Selbstständiger Unternehmensberater
  • Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Hella GmbH & Co. KGaA
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Webasto SE (nicht börsennotiert)

Juan Muro-Lara, Madrid/Spanien

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses; Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona, S.A.

Juan Muro-Lara, geboren am 4. September 1967 und spanischer Staatsbürger, hat einen Abschluss in Business Administration & Management des Colegio Universitario de Estudios Financieros (CUNEF) in Madrid, Spanien. Seine berufliche Karriere begann er im Bereich Bilanzierung der Banco de España. Von 1990 bis 1992 war er Vorstandsassistent des CFO der Afisa S.A., danach für die Investment Bank UBS in London und Madrid tätig, zuletzt als Executive Director. 2005 wechselte er dann auf seine jetzige Position im Acciona-Konzern.

Herr Muro-Lara ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums sowie Mitglied des Prüfungsausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Board of Directors von BESTINVER, S.A., BESTINVER GESTIÓN, S.A. SGIIC, BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A. und stellvertretender Vorsitzender von BESTINVER, SOCIEDAD DE VALORES, S.A., Vorsitzender des Board of Directors von SCUTUM LOGISTIC, S.L. (SILENCE), Vorsitzender des Board of Directors von SOLIDEO GROUP, S.L., stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Mitglied des Board of Directors der QEV EXTREME, S.L., alle mit Sitz in Spanien.

Herr Muro-Lara wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.

  • Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona, S.A. (börsennotiert)
  • Vorsitzender des Board of Directors der BESTIVER, S.A
  • Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER GESTIÓN, S.A. SGIIC
  • Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A.
  • Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER SOCIEDAD DE VALORES, S.A.
  • Vorsitzender des Board of Directors der SCUTUM LOGISTIC, S.L. (Acciona Group)
  • Vorsitzender des Board of Directors der SOLIDEO, S.L.
  • Mitglied des Board of Directors der QEV EXTREME, S.L

Jan Klatten, München

Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategieund Technikausschusses; geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH

Jan Klatten, geboren am 14. Januar 1955 und deutscher Staatsbürger, studierte Schiffbau an der Universität Hamburg und Betriebswirtschaft an der Sloan School of Management des M.I.T. Er war 15 Jahre lang in leitender Funktion in der Automobilindustrie tätig und machte sich 1991 als Unternehmer selbstständig. Herr Klatten ist geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH, der momentum infra2 GmbH und der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH.

Herr Klatten ist Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses sowie Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats.

Herr Klatten wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.

  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum infra2 GmbH
  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH

Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnenden Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen.

Maria Isabel Blanco Alvarez, London /Großbritannien

Mitglied des Prüfungsausschusses, Leiterin der Abteilung Impact bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und Visiting Fellow an der London School of Economics

Martin Rey, Traunstein

Vorsitzender des Prüfungsausschusses; Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter der Maroban GmbH

Maria Isabel Blanco Alvarez, geboren am 12. April 1974, ist spanische und britische Staatsbürgerin. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der University of Leeds, Großbritannien, und erwarb einen PhD mit Auszeichnung an der Universidad de Alcalá, Spanien. Frau Blanco verfügt über eine mehr als zwanzigjährige Führungserfahrung in den Bereichen erneuerbare Energien und und nachhaltige Infrastrukturen, mit fundiertem Fachwissen in den Bereichen Umwelt- und Klimapolitik, Regulierung der Energiemärkte und internationale Investitionsfaktoren. Seit 2014 arbeitet sie bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London, Vereinigtes Königreich, wo sie verschiedene Positionen innehatte, derzeit als Leiterin des Bereichs Impact in Energy and Sustainable Infrastructure. Zuvor war Frau Blanco als Leiterin der Abteilung Markets and Regulation bei Gamesa, Policy Director bei der European Wind Energy Association und Policy Advisor des spanischen Industrieministeriums tätig. Frau Blanco ist Gastwissenschaftlerin am Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment der London School of Economics und ist als unabhängige Gutachterin für Klima- und Energieprogramme der Europäischen Kommission tätig. Sie hat zudem eine Vielzahl von wissenschaftlichen Beiträgen zu erneuerbaren Energien und Energiepolitik veröffentlicht.

Frau Blanco wurde erstmals am 31. Mai 2022 in den Aufsichtsrat der Nordex SE gewählt. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden. Frau Blanco ist nicht mit unserem CEO José Luis Blanco verwandt.

Martin Rey, geboren am 23. Februar 1957 und deutscher Staatsbürger, studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er bekleidete eine Vielzahl von leitenden Positionen bei der Bayerischen Vereinsbank AG sowie der Bayerischen Hypound Vereinsbank AG, zuletzt die des Bereichsvorstands. Danach war Herr Rey als Mitglied des Board zuständig für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Babcock & Brown, Sydney, einem global agierenden Investment- und Beratungs- unternehmen. Außerdem war er u. a. tätig als Mitglied des Board bei Knight Infrastructure B.V. und Chairman von Sword Infrastructure I B.V., Niederlande, als Board-Mitglied der Brisa AutoEstradas de Portugal sowie als Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Renerco Renewable Energy Concepts AG.

Herr Rey ist tätig als Industrial Advisor für die Fonds von EQT Partners, Schweden, sowie als Mitglied des Investment-Committee für die IST Investmentstiftung für Personalvorsorge, Schweiz.

Herr Rey ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Er ist darüber hinaus Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungs- und Investitionsausschusses der BayWa r.e. AG, München, sowie Chairman des Advisory Board der O2 Power Ltd., Singapur/Delhi, Indien. Er ist schließlich Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG sowie Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses und Vorsitzender des Kreditausschusses des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG, Österreich.

Herr Rey wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.

  • Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter der Maroban GmbH, Traunstein
  • Mitglied des Aufsichtsrats der BayWa r.e. AG, München (nicht börsennotiert)
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG, Wien/Österreich (nicht börsennotiert)
  • Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG, Wiesbaden (börsennotiert)
  • Chairman des Advisory Board der O2 Power Ltd., Singapur/New Delhi, Indien (nicht börsennotiert)

María Cordón, Madrid/Spanien

Mitglied des Strategieund Technikausschusses des Aufsichtsrats; Leiterin des CEO-Büros bei Acciona, S.A.

Frau Cordón, geboren am 29. September 1982 in Spanien, ist spanische Staatsbürgerin. Ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universidad Pontificia Comillas (ICADE), Spanien, schloss sie 2005 mit Auszeichnung ab. Sie begann ihre berufliche Laufbahn 2005 in der Investment-Banking Division bei Goldman Sachs (London und Madrid). Frau Cordón begann 2008 bei ACCIONA im Corporate Development Team und war seitdem an allen relevanten M&A-Transaktionen und wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt (einschließlich der Übernahme und der Veräußerung der Windund Wasserkraftanlagen von Endesa, der Veräußerung der Energieanlagen von ACCIONA in Deutschland, der Fusion von ACCIONA Windpower mit Nordex, der Veräußerung des 33%-Anteils von ACCIONA Energía Internacional an KKR, der Veräußerung von Trasmediterranea an Naviera Armas, die Übernahme von Silence, einem Hersteller von Elektrofahrzeugen, die Übernahme von Fidentiis durch Bestinver, der Veräußerung des ACCIONA-Portfolios an Transportkonzessionen an Meridiam, des Börsengangs von ACCIONA Energía und der Beteiligung an EVE).

Ferner nahm Frau Cordón 2021/2022 am ESADE-Programm für Vorstandsmitglieder teil und wurde 2023 für das Programm Women to Watch nominiert, einer Initiative von PwC. Seit Februar 2023 ist sie zudem Mitglied des Board of Directors der Eve Holding, Inc.

Frau Cordón verfügt über ein umfassendes Fachwissen in den Bereichen Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Auswirkungen des Geschäfts und regenerative Lösungen im Allgemeinen.

Frau Cordón wurde von der Hauptversammlung am 31. Mai 2022 erneut in den Strategie- und Technikausschuss des Aufsichtsrats gewählt. Sie wurde am 2. September 2021 erstmals in den Aufsichtsrat der Nordex SE bestellt. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.

  • Mitglied des Lenkungsausschusses bei ACCIONA S.A.
  • Mitglied des Board of Directors von Eve Holding, Inc.
  • Mitglied des Prüfungsausschusses der Eve Holding, Inc.

DIE NORDEX GROUP AM KAPITALMARKT

Das Börsenjahr 2023 war neben den geopolitischen Krisen sehr stark von geldpolitischen Einflüssen geprägt. Zur Eindämmung der angestiegenen Inflationsraten setzte die Mehrheit der Notenbanken ihre restriktive Geldpolitik fort. Mit dem Anstieg der Leitzinsen stiegen auch das Zinserwartungen für mittlere und lange Laufzeiten. Dies führte zu Kursverlusten am Anleihemarkt, also steigenden Kapitalmarktzinsen. Trotzdem haben sich Aktien an den wichtigsten Börsen generell gut entwickelt. Ein wesentlicher Grund dafür war die Tatsache, dass sich der Arbeitsmarkt und damit der private Konsum sowie die Weltwirtschaft insgesamt robust zeigten. Die vielfach befürchtete weltweite Rezession, ein unkontrollierbares Überschwappen von kriegerischen Konflikten (Ukraine, Umstürze in Afrika, im späteren Verlauf auch Gaza) auf andere Regionen sowie Turbulenzen an den Devisenmärkten sind 2023 ausgeblieben. In diesem Umfeld entwickelten sich die Börsenkurse der meisten Unternehmen über weite Teile des Jahres tendenziell leicht fallend oder seitwärts. Die große Ausnahme hiervon bildeten wenige amerikanische Technologieunternehmen, die durch ihre hohe Gewichtung eine positive Entwicklung auf Indexebene herbeiführten. Gegen Jahresende speisten dann weltweit rückläufige Inflationsraten die Hoffnung auf erste Zinssenkungen bereits im Jahr 2024 mit der Folge, dass Aktien- und Anleiheindizes zum Teil kräftige Kursgewinne verbuchen konnten.

Der deutsche Leitindex DAX startete mit 13.923 Punkten in das Börsenjahr 2023. Nach einem Kursanstieg von knapp 9% im Januar entwickelte sich der Börsenindex unter Schwankungen überwiegend in einer Bandbreite von knapp 15.000 bis gut 16.000 seitwärts bis leicht steigend. Ende Juli markierte der Index ein Zwischenhoch bei 16.470 Punkten. Belastet durch Sorgen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung fiel der Index bis Ende Oktober bis auf 14.687 Punkte, wobei am 7. Oktober mit dem terroristischen Überfall auf Israel ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzukam. Gegen Jahresende 2023 setzte der Rückgang der Verbraucherpreisinflation im Euroraum in Richtung des Inflationsziels der EZB von 2% spürbare Impulse. Die dadurch belebten Hoffnungen auf ein Ende der restriktiven Geldpolitik trieb den DAX mit einer kraftvollen Jahresendrally auf ein neues Allzeithoch von 16.794 Punkten am 11. Dezember 2023. Am letzten Handelstag des Jahres ging der DAX mit 16.752 Punkten aus dem Xetra-Handel.

Die für die Nordex-Aktie im Börsenjahr 2023 relevanten Vergleichsindizes verzeichneten im selben Zeitraum positive Wertentwicklungen. Der TecDAX beendete das Jahr 2023 bei 3.251 Punkten mit einem Plus von 14,3%, während der MDAX lediglich um 8,0% stieg (Schlussstand: 27.137 Punkte).

Nordex-Aktie 2023 trotz schwierigen Umfelds mit nur leicht negativem Kursverlauf

Die Nordex-Aktie ist mit einem Kurs von EUR 13,20 in das Börsenjahr 2023 gestartet und entwickelte sich unterstützt von guten Auftragseingangsmeldungen zunächst parallel zum DAX. Kurz vor der außerordentlichen Hauptversammlung zur Umwandlung bestehender Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital brach die Parallelentwicklung ab und der Kurs der Aktie sank nach der Ankündigung einer neuen Wandelanleihe auf einen zwischenzeitlichen Jahrestiefstwert von EUR 10,35. Dieses Tief wurde Ende Juni erneut getestet, ehe sich die Aktie bis auf EUR 13,20 zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen erholte. Mit dem Aufkeimen neuer Sorgen innerhalb der gesamten Branche über Qualitätsprobleme und das Erreichen von Profitabilitätszielen kehrte die Kursentwicklung nochmals in den negativen Bereich zurück und sackte im Oktober unter die Schwelle von EUR 10,00.

Die Nordex-Aktie beendete das Börsenjahr 2023 mit einem Schlusskurs von EUR 10,40. Die Kursentwicklung des Jahres 2023 betrug somit – 21,2% und lag damit unter der Entwicklung der Vergleichsindizes. Der Höchstwert wurde mit EUR 15,43 am 9. März erreicht, während der tiefste Wert mit EUR 9,48 am 12. Dezember verzeichnet wurde.

Erfolgreiche Kapitalmaßnahmen Debt-to-Equity-Swap Mitte 2023

Die Unternehmensanleihe der Nordex SE 2018/2023 (Kupon 6,5%) wurde zur Fälligkeit im Februar 2023 zurückgezahlt.

Im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung vom 27. März 2023 gab die Nordex Group den erfolgreichen Abschluss des Debt-to-Equity-Swaps bekannt. Dabei wurden Forderungen der Acciona S.A. aus zwei Gesellschafterdarlehen einschließlich aufgelaufener Zinsen von insgesamt EUR 347 Mio. zu einem Preis von EUR 14,15 je Aktie in Eigenkapital umgewandelt. Durch diese Sachkapitalerhöhung erhöhte sich das Grundkapital der Gesellschaft um 24,5 Mio. neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Das neue Grundkapital setzt sich damit aus rund 236,5 Mio. Aktien zusammen, wobei der Anteil der Acciona S.A. an der Gesellschaft nunmehr rund 47% beträgt.

Am 4. April 2023 hatte die Nordex SE eine neue, nicht nachrangige und unbesicherte grüne Wandelschuldverschreibung mit Fälligkeit zum 14. April 2030 begeben. Der Gesamtnennbetrag lag bei EUR 333 Mio. Die Wandelanleihen können ab 2028 in neue und/oder bestehende auf den Inhaber lautende Nordex-Stückaktien zu einem Preis von EUR 15,73 je Aktie gewandelt werden.

Weitere Informationen zu den im abgelaufenen Berichtsjahr 2023 stattgefundenen Finanzierungsmaßnahmen sind im Konzernlagebericht (Seite 24) und im Konzernanhang (Seite 92) näher erläutert.

Dividendenpolitik der Nordex Group

Das Management der Nordex Group hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Aktionäre perspektivisch am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Entscheidende Voraussetzung hierfür ist, dass nachhaltig ein freier Cashflow (Zahlungsmittelüberschuss) für die Zahlung einer Dividende erzielt wird, der eine angemessene Ausschüttung an die Aktionäre der Nordex Group ermöglicht.

Hierbei ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Ausschüttung einer möglichen Dividende sowohl von der strategischen Weiterentwicklung und der Erreichung der Mittelfristziele des Unternehmens abhängt als auch vom zukünftigen Branchenumfeld. Zudem spielen zukünftige Investitionen in Forschung und Entwicklung eine relevante Rolle, da die Nordex Group auch weiterhin ihren Kunden wettbewerbsfähige und leistungsstarke Windturbinen anbieten möchte. Aufgrund der aktuellen Ertrags- und Cashflow-Situation des Unternehmens sowie der voraussichtlichen Entwicklung 2024 hat die Nordex Group derzeit die Dividendenfähigkeit nach Definition des Unternehmens noch nicht erreicht. Daher wird der Hauptversammlung im Jahr 2024 kein Vorschlag für eine Ausschüttung unterbreitet.

Aktiver Dialog mit dem Kapitalmarkt

Das Investor Relations-Team der Nordex Group hat auch im Geschäftsjahr 2023 den offenen und kontinuierlichen Dialog mit dem Kapitalmarkt fortgeführt. Die transparente Kommunikation mit Privataktionären, nationalen und internationalen Investoren sowie mit Analysten hat für Nordex unverändert einen sehr hohen Stellenwert.

In zahlreichen Gesprächen wurden die Finanzkennzahlen, die Konzernstrategie und die operative Geschäftsentwicklung im Turbinen- und Servicegeschäft erläutert. Wie in den Vorjahren erzeugten die Themengebiete europäische Regulierung und Genehmigungserteilung großes Interesse. Ergänzend standen im ersten Halbjahr besonders die durchgeführten Kapitalmaßnahmen und Fragen zur Profitabilität im Zentrum der Gespräche. Im zweiten Halbjahr verlagerte sich der Fokus hin zu dem Thema Qualität innerhalb der Windindustrie. Hieraus leitete sich vorwiegend im vierten Quartal ein großes Interesse an der Abgrenzung der Marktsituation und Strategie von Nordex gegenüber denen von Wettbewerbern ab.

Mit Hinblick auf den deutschen Markt richtete der Kapitalmarkt große Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Auktionsvolumina und den Status der Genehmigungsprozesse. Während hier in den vergangenen Jahren vor allem die Baugenehmigungen Fragen aufwarfen, rückten im Jahr 2023 zunehmend die Genehmigungen für Schwerlasttransporte als begrenzender Faktor in den Vordergrund.

In einer Vielzahl von Investoren- und Kapitalmarktkonferenzen sowie Einzelgesprächen suchten das Management und das Investor Relations-Team den direkten Dialog mit aktuellen und potenziellen Investoren. In den regelmäßig stattfindenden Telefonkonferenzen präsentierte das Management die aktuellen Entwicklungen und die Quartalszahlen.

Auf der Investor Relations-Website der Nordex Group (ir. nordex-online.com) stehen alle Geschäfts- und Zwischenberichte, Präsentationen sowie die Audio-Aufzeichnungen der Telefonkonferenzen aus dem Berichtsjahr zur Verfügung.

Analystencoverage auch im Jahr 2023 auf hohem Niveau

Die Anzahl der in- und ausländischen Brokerhäuser, die die Nordex-Aktie regelmäßig beobachten und bewerten, liegt weiterhin auf einem hohen Niveau und ist sogar weiter gestiegen. In Vergleich zum Vorjahr haben die Institute Alster-Research, Bank Pekao, Deutsche Bank, Exane BNP Paribas und Montega die Nordex-Coverage aufgenommen. Dagegen wurde die Coverage durch Societé General eingestellt.

Von den gegenwärtig insgesamt fünfzehn Analysten, die in regelmäßigen Abständen die Nordex-Aktie in Form von eigenen Studien, Berichten und Kommentaren analysieren, geben elf Research-Häuser ein positives Rating (Kaufen bzw. Übergewichten) und vier stufen die Aktie neutral (Halten bzw. Neutral) ein (Stand: 31. Dezember 2023).

Auf Basis der maßgeblichen Analystenbewertungen lag das durchschnittliche Kursziel aller fünfzehn Häuser bei EUR 14,18 (Stand: 31. Dezember 2023) und somit mehr als 36% über dem Jahresschlusskurs 2023.

Stammdaten der Nordex-Aktie

Aktiengattung Nennwertlose Inhaber-Stammaktien
Marktsegment Prime Standard/Regulierter Markt
Indexzugehörigkeit TecDAX, MDAX
(ab 27. Februar 2023 in den
MDAX aufgenommen),
ÖkoDAX, HASPAX, RENIX X
ISIN DE000A0D6554
WKN A0D655
Börsenkürzel NDX1

Kennzahlen der Nordex-Aktie

2022 2023
Anzahl Aktien gesamt zum 31.12. Stück 211.946.227 236.450.364
Grundkapital zum 31.12. EUR 211.946.227,00 236.450.364,00
Jahresanfangskurs¹ EUR 13,96 13,20
Jahresschlusskurs¹ EUR 13,20 10,40
Höchstkurs¹ EUR 17,47 15,43
Tiefstkurs¹ EUR 7,47 9,48
Marktkapitalisierung zum 31.12.¹ EUR Mio. 2.797,7 2.459,1
Ergebnis je Aktie EUR –2,71 –1,33

1 Börse Frankfurt, Xetra

Entwicklung des Nordex-Aktienkurses in % (indexiert, 31.12.2022 = 0) Nordex DAX TecDAX MDAX RENIXX

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Das Geschäftsjahr 2023 hat sich für die Nordex Group als ein Übergangsjahr mit einem sehr anspruchsvollen Auftakt und einem erfreulichen weiteren Verlauf dargestellt. So war das Unternehmen mit hohen Kostenbelastungen wie erwartet schwach in das Jahr gestartet, konnte sein Ergebnis aber von Quartal zu Quartal steigern. Infolge von zunächst hoher Inflation und gestiegenen Zinsen war die Auftragslage in der ersten Jahreshälfte eher verhalten. Im weiteren Jahresverlauf stabilisierten sich jedoch die Preise für Rohstoffe und Logistik sowie die Zinsen. Zudem war die Inflation rückläufig, sodass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt verbesserten. Dennoch kam es u.a. durch das Erdbeben in der Türkei erneut zu Belastungen der Lieferkette, weil zerstörte Hafenanlagen für Verzögerungen bei der Be- und Entladung der Schiffe und somit im weiteren Projektablauf sorgten.

Durch eine starke zweite Jahreshälfte verzeichnete die Nordex Group aber insgesamt einen deutlichen Zuwachs beim Auftragseingang, wobei die Ergebnismarge dieser Aufträge im angestrebten Korridor liegt. Zu dieser positiven Entwicklung trugen neben den deutlich belebten Bestellungen in Europa, vor allem in Deutschland, auch das stabile Kostenumfeld bei, sodass sich Qualität und Ergebnismarge des Auftragsbestands sukzessive weiter erhöhten. Bei den Installationen startete die Nordex Group mit einem, dem Cyber-Sicherheitsvorfall im Vorjahr geschuldeten Projektüberhang in das Geschäftsjahr 2023. Dabei gelang es, einen Teil der aufgestauten Installationen aufzuholen, wenngleich die geplante Zielmarke nicht erreicht werden konnte. Erfreulich war dabei allerdings die strukturelle Verbesserung: Die im Jahresverlauf 2023 hochlaufende Anzahl von Projekten mit verbesserter Marge trug deutlich zur positiven Ergebnisentwicklung bei.

Darüber hinaus hat die Nordex Group das Berichtsjahr genutzt, um ihre Finanzstruktur weiter zu stärken. Unter Ausnutzung des 2022 gewährten zweiten Gesellschafterdarlehens der Acciona, S.A. wurde zunächst die Hochzinsanleihe aus dem Jahr 2018 vollständig zurückgeführt. Die außerordentliche Hauptversammlung am 27. März 2023 hat dann die Wandlung beider Gesellschafterdarlehen (aus den Jahren 2022 und 2020) in Eigenkapital beschlossen. Mit der Wandlung im Mai 2023 stieg der Anteil des Hauptaktionärs Acciona, S.A. an der Nordex SE auf 47,1%. Außerdem hatte sich das Unternehmen mit Blick auf die geplant hohen Installationen in dem eingangs geschilderten unsicheren Marktumfeld entschlossen, eine Wandelschuldverschreibung zu begeben. Mit dieser Transaktion hat die Nordex Group ihre Liquidität dann im April um EUR 333 Mio. gestärkt und das Unternehmen für das ebenfalls herausfordernde Jahr 2023 gewappnet.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Nordex Group in einem nach wie vor anspruchsvollen Marktumfeld gut behauptet hat. Dabei konnten die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresvolumen dank des wettbewerbsfähigen Produktportfolios gesteigert werden, sodass sich die Marktanteile in Europa und Deutschland erhöhten. Bei den Installationen legte das Unternehmen ebenfalls deutlich zu und konnte so den Rückstau reduzieren. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr unermüdliches Engagement, ihre Flexibilität und ihre Ausdauer herzlich bedanken, mit dem sie unser Unternehmen in einem teilweise unsicheren Jahr getragen und weiterentwickelt haben.

Die Bedeutung von sauberer und unabhängiger Energieproduktion und der dafür erforderlichen Technologien hat im Zuge der aktuellen geopolitischen Konflikte weiter zugenommen. Sie spiegelt sich in der Industrie- und Energiepolitik zahlreicher Länder wider, die den Ausbau der erneuerbaren Energie massiv und beschleunigt vorantreiben wollen. Die Nordex Group befindet sich aufgrund ihrer gut ausgebauten Marktstellung und ihres wettbewerbsfähigen Produktportfolios in einer aussichtsreichen Position, um langfristig an dieser Entwicklung teilzuhaben.

Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Berichtszeitraum wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens in Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten beraten und überwacht. Der Aufsichtsrat war dabei in sämtliche Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, unmittelbar eingebunden und stand mit dem Vorstand kontinuierlich im Austausch. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Lage, die Entwicklung und alle wesentlichen Geschäftsvorgänge der Nordex SE und ihrer Beteiligungsgesellschaften unterrichtet.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Im Aufsichtsrat kam es im Berichtsjahr zu keinen Veränderungen.

AUSSCHÜSSE

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats der Nordex SE waren im Geschäftsjahr 2023 wie folgt besetzt:

Präsidium (Personal- und Nominierungsausschuss):

Herr Dr.-Ing. Ziebart (Vorsitz) Herr Klatten Herr Muro-Lara

Prüfungsausschuss (Audit Committee):

Herr Rey (Vorsitz) Frau Blanco Herr Muro-Lara

Strategie- und Technikausschuss:

Herr Klatten (Vorsitz) Frau Cordón Herr Dr.-Ing. Ziebart

AUFSICHTSRATSSITZUNGEN UND INHALTE

Der Aufsichtsrat hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2023 zu insgesamt neun Sitzungen versammelt. Das Präsidium, der Prüfungsausschuss und der Strategie- und Technikausschuss kamen zu vier Sitzungen im Zusammenhang mit den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen. Das Präsidium hielt darüber hinaus zwei außerordentliche Sitzungen per Videokonferenz ab. Die ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden am 27. und 28. März 2023, am 6. und 7. Juni 2023, am 19. und 20. September 2023 sowie am 29. und 30. November 2023 statt. Daneben gab es im Berichtsjahr insgesamt zwei außerordentliche Aufsichtsratssitzungen und drei Beschlussfassungen im Umlaufverfahren.

Von den insgesamt vier ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden drei physisch und eine hybrid abgehalten, das heißt die Mitglieder des Aufsichtsrats haben physisch oder per Videokonferenz teilgenommen. Die zwei außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden als Videokonferenzen statt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen wie folgt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, in denen sie jeweils Mitglied waren, teil:

Präsenz der Aufsichtsratsmitglieder in Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen im Jahr 2023

Aufsichtsratsmitglieder Aufsichtsrat Teilnahmequote
Aufsichtsrat
Präsidium Prüfungs
ausschuss
Strategie- und
Technik
ausschuss
Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart 9/9 100% 6/6 3/3
Juan Muro-Lara 9/9 100% 6/6 3/3
Jan Klatten 9/9 100% 6/6 3/3
Isabel Blanco 9/9 100% 3/3
Martin Rey 9/9 100% 3/3
María Cordón 9/9 100% 3/3
Teilnahmequote 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Alle Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2023 demnach an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen.

Neben der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2022, des nichtfinanziellen Berichts und des Abhängigkeitsberichts in der Bilanzfeststellungssitzung am 27. und 28. März 2023 wurden im Berichtsjahr insbesondere folgende Arbeitsschwerpunkte fortlaufend behandelt: (i) die aktuelle Unternehmensentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der auch im Berichtsjahr andauernden Beeinträchtigungen in der Lieferkette auf die operative Situation des Konzerns; (ii) Vorstandsangelegenheiten, insbesondere wurde im Vorfeld der Bilanzfeststellungssitzung über die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zielvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands für das laufende Geschäftsjahr entschieden; (iii) Berichte der Internen Revision und des Risikomanagements; (iv) Informationen und Beratung zu Qualität, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz; sowie (v) Compliance-Themen, Schlüsselprojekte und wichtige Personalveränderungen.

Weitere Themen waren regelmäßig strategische Überlegungen zu Finanzierungsfragen und die Befassung mit den jeweiligen Berichten aus den Ausschüssen.

In den außerordentlichen Sitzungen am 7. und 15. Februar 2023 hat sich der Aufsichtsrat mit der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zur Beschlussfassung über die Umwandlung von zwei von der Acciona, S.A. gewährten Gesellschafterdarlehen in Höhe von nominal insgesamt EUR 346.733.551,79 in Eigenkapital befasst und hierüber am 15. Februar 2023 im Umlaufverfahren Beschluss gefasst. Mit Beschlussfassung im Umlaufverfahren vom 27. März 2023 hat der Aufsichtsrat über die Zielerreichung der Mitglieder des Vorstands für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zielvereinbarungen für das Berichtsjahr entschieden.

In der Bilanzfeststellungssitzung am 27. und 28. März 2023 hat der Aufsichtsrat gemäß den Vorgaben der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) über den von Vorstand und Aufsichtsrat im Berichtsjahr erstellten Vergütungsbericht Beschluss gefasst. Darüber hinaus hat er sich mit zwei Joint Ventures befasst, die die Entwicklung von Projekten für grünen Wasserstoff sowie die Entwicklung von Elektrolyseuren für die Produktion von grünem Wasserstoff betreffen, und die Durchführung der anstehenden ordentlichen Hauptversammlung 2023 als virtuelle Hauptversammlung beschlossen. Schließlich erfolgte in dieser Sitzung auch die Beschlussfassung zur Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex.

Durch Beschlussfassung im Umlaufverfahren vom 4. April 2023 hat der Aufsichtsrat dem Präsidium in Ausnutzung der von der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. März 2023 erteilten Ermächtigung über die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und den Ausschluss des Bezugsrechts die alleinige Entscheidungsbefugnis übertragen.

Das Präsidium hat sodann in zwei Videokonferenzen, die ebenfalls beide am 4. April 2023 stattfanden, der Begebung der Wandelschuldverschreibungen sowie dem vom Vorstand am selben Tag festgelegten Wandlungspreis, dem Gesamtnennbetrag, dem Zinssatz der Wandelschuldverschreibungen sowie dem Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zugestimmt.

In der ordentlichen Sitzung am 6. und 7. Juni 2023 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Anpassung der Geschäftsverteilung für den Vorstand sowie der aktuellen europäischen Umwelt- und Energiepolitik.

In der außerordentlichen Sitzung am 2. August 2023 erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Abschluss einer Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie in einer Gesamthöhe von bis zu EUR 600.000.000 mit der Acciona, S.A.

In seiner ordentlichen Sitzung am 19. und 20. September 2023 widmete sich der Aufsichtsrat unter anderem der Diversität und Inklusion innerhalb der Nordex Group.

In seiner turnusmäßigen Sitzung am 29. und 30. November 2023 befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem mit der Bestellung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss 2023 und der externen Prüfung des nicht-finanziellen Berichts. Der Aufsichtsrat genehmigte in der Sitzung außerdem die Ausgabe der dritten Tranche des 2021 beschlossenen Aktienoptionsprogramms für die Mitarbeiter der Nordex Group.

AUS- UND FORTBILDUNGSMASSNAHMEN DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen, zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats im Wesentlichen eigenverantwortlich wahr und werden dabei bei Bedarf von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung werden beispielsweise im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt und erläutert.

Neue Mitglieder des Aufsichtsrats treffen die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Fragestellungen und verschaffen sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens ("Onboarding").

CORPORATE GOVERNANCE

Des Weiteren wird an dieser Stelle gemäß Empfehlung E.1 Satz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 über potenzielle Interessenkonflikte berichtet. Die Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sollen Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Nordex SE oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen.

In diesem Zusammenhang ist zu berichten, dass sich die Aufsichtsratsmitglieder Juan Muro-Lara und María Cordón jeweils bei Abstimmungen im Aufsichtsrat betreffend Transaktionen mit der Acciona, S.A. bzw. mit dieser verbundenen Unternehmen vorsorglich enthalten haben.

Im Geschäftsjahr 2023 hat es im Übrigen keine Hinweise auf Interessenkonflikte gegeben.

Der Aufsichtsrat folgt grundsätzlich den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (DCGK 2022). Die Entsprechenserklärung nach §161 AktG wurde von Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 20. Februar 2024 abgegeben (https://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/6000/corporate-governance.html). Weitere Ausführungen zu diesem Thema finden sich in der im Lagebericht abgedruckten Erklärung zur Unternehmensführung.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS UND ABSCHLUSSPRÜFUNG, ABHÄNGIGKEITS-BERICHT SOWIE NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHT

Der Jahresabschluss der Nordex SE und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie der zusammengefasste Lagebericht der Nordex SE und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2023 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 6. Juni 2023 gewählten und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses beauftragten Abschlussprüfer, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Bestätigungsvermerke wurden durch die Herren Wirtschaftsprüfer Dr. Thomas Ull und Harald van Voorst gemeinsam unterzeichnet. Herr van Voorst unterzeichnete die Bestätigungsvermerke zum vierten Mal, Herr Dr. Ull nach dreijähriger Pause nun ebenfalls wieder zum vierten Mal für den Jahres- und Konzernabschluss.

Im Prüfungsbericht zum Jahresabschluss wurde vom Abschlussprüfer bestätigt, dass die gesetzlichen Vertreter die nach §91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen haben und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Über die gesetzliche Abschlussprüfung hinaus hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts der Nordex Group vorgenommen und auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die nichtfinanzielle Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts ist im Nachhaltigkeitsbericht enthalten und einsehbar.

Weiterhin hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, im Auftrag des Vorstands eine den gesetzlichen Anforderungen nach §162 Abs. 3 AktG entsprechende formelle Prüfung des Vergütungsberichts der Nordex SE vorgenommen und keine Einwendungen gegen die Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die Prüfung des Vergütungsberichts wird mit dem Geschäftsbericht 2023 veröffentlicht und ist dort einsehbar.

Dem vom Vorstand aufgestellten und vom Abschlussprüfer geprüften Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG wurde vom Abschlussprüfer der folgende uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

    1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
    1. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nordex SE und den Konzern, der Bericht des Abschlussprüfers, der Abhängigkeitsbericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht, der nichtfinanzielle Konzernbericht einschließlich des Vermerks der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts, der Vergütungsbericht und der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH zum Vergütungsbericht sowie der Entwurf des Berichts des Aufsichtsrats wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor der bilanzfeststellenden Sitzung zugeleitet. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt; der Prüfungsausschuss hat die Prüfung des Plenums vorbereitet und darüber in der bilanzfeststellenden Sitzung am 20. Februar 2024 in Gegenwart des Abschlussprüfers, der auch für Fragen zur Verfügung stand, an das Plenum berichtet. Nach intensiver Erörterung haben der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt.

Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung stellte der Aufsichtsrat fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresund den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie den zusammengefassten Lagebericht. Damit ist der Jahresabschluss 2023 der Nordex SE festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat ferner den Abhängigkeitsbericht und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat erklärt, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß §312 AktG zu erheben sind.

Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich zudem mit dem vom Vorstand erstellten, gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (integriert in den Nachhaltigkeitsbericht) zum 31. Dezember 2023 befasst. Der Vorstand und die Vertreter der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erläuterten die Unterlagen in den Sitzungen eingehend und beantworteten ergänzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte nach seiner Prüfung keine Einwendungen.

DANK DES AUFSICHTSRATS

Dem amtierenden Vorstand sowie sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens möchte ich für ihren großen persönlichen Einsatz danken.

Hamburg, im Februar 2024

Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart Vorsitzender des Aufsichtsrats

Zusammengefasster Konzernlagebericht

des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2023

ZUSAMMENGEFASSTER KONZERNLAGEBERICHT

des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

  • › Ein weltweit führender Spezialist für Onshore-Windenergieanlagen
  • › Technologiefokus auf effiziente Turbinen in der Klasse 4–6 MW+
  • › Baukastenkonzept ermöglicht Variantenvielfalt und Skalierung
  • › Integrierter Komplettanbieter mit globalem Produktionsnetzwerk und leistungsstarkem Servicegeschäft

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Geschäftsmodell

Die Nordex Group entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Onshore-Windenergieanlagen, also Turbinen und Anlagensysteme zur Erzeugung von Windenergie an Land. Nordex ist ein integrierter Komplettanbieter: dies bedeutet, dass der Leistungsumfang die ausschließliche Lieferung der eigentlichen Windenergieanlage umfassen kann, aber wahlweise auch die Installation oder eine schlüsselfertige Errichtung des kompletten Windparks. Darüber hinaus stellt ein Netz von Servicestandorten in allen für das Unternehmen wichtigen Märkten die umfassende Betreuung der Windturbinen über die gesamte Nutzungsdauer sicher. In einigen ausgewählten, vor allem außereuropäischen, Märkten ist das Unternehmen auch als Projektentwickler für Windparks tätig. Hier entwickelt das Unternehmen in einer vorgelagerten Stufe eigene Windparkprojekte. Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 hat die Nordex Group in mehr als 40 Ländern Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen knapp 50 Gigawatt (GW) installiert. Die eigene Serviceorganisation betreut weltweit 11.400 Windenergieanlagen mit einer addierten Nennleistung von 35,0 GW, überwiegend auf der Basis langjähriger Wartungsverträge. Die Produkte und Dienstleistungen der Nordex Group tragen damit einen wesentlichen Beitrag zur umwelt- und klimaschonenden Stromerzeugung bei.

Das Unternehmen ist in allen bedeutenden Windmärkten aktiv und zählt zu den führenden Anbietern. Eine gezielte Ausnahme bildet der stark durch lokale Anbieter geprägte chinesische Markt, der vor allem zum Sourcing von Komponenten genutzt wird. Des Weiteren vermeidet Nordex mit der Konzentration auf den Onshore-Markt hohe Investitionen und Risiken, die mit der deutlich abweichenden Offshore-Technologie verbunden sind. Dieser Fokus auf den für die globale Energiewende bedeutenden Wachstumsmarkt Onshore-Wind (ohne China) ermöglicht der Nordex Group eine Kompetenzen- und Ressourcenbündelung, die eine wesentliche Stütze für profitables Wachstum in der Zukunft ist.

Das Produktportfolio der Nordex Group umfasst innovative, leistungsstarke und damit effiziente Windenergieanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte an Land. Die unterschiedlichen Produkttypen der Delta4000-Baureihe, die auf einem Baukastenkonzept basieren, sind an marktspezifische Anforderungen angepasst und bieten einen variablen Leistungsbereich von 4–6 MW+ bei Rotordurchmessern bis zu 175 Metern. Die Nordex Group entwickelt das Gesamtsystem Windenergieanlage und montiert im Rahmen der Fertigung die Maschinenhäuser und Naben. Die Rotorblätter werden sowohl selbst als auch bei spezialisierten Herstellern produziert, während die Türme vor Ort erstellt werden. In technischer Hinsicht verfolgt die Nordex Group das Ziel, Windturbinen für Onshore-Standorte zu entwickeln, die es den Betreibern erlauben, in den jeweiligen Einsatzgebieten umweltfreundlichen Strom zu möglichst geringen Stromgestehungskosten (Cost of Energy, COE) zu produzieren.

Umsatzverteilung regional 2023 in %

Rechtliche und organisatorische Struktur

Die Nordex SE ist eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft. Die Aktien sind im geregelten Handel der Börse Frankfurt, Segment Prime Standard, zugelassen und waren zum Bilanzstichtag im TecDAX sowie MDAX notiert.

Zusammen mit ihren in- und ausländischen Tochtergesellschaften bildet sie als Konzern die Nordex Group. Gremien der Gesellschaft sind der Vorstand (drei Personen) und der Aufsichtsrat (sechs Personen). Sitz der Gesellschaft ist Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in Hamburg.

Der Vorstand führt den Konzern über die Nordex SE als strategische Management-Holding. Zusätzliche administrative Servicefunktionen in den Bereichen Accounting &

Organisationsstruktur der Nordex Group (vereinfachte Darstellung)

Controlling, Finanzen, IT, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Personal, Recht und Steuern werden ebenfalls von der Nordex SE übernommen. Die Organisation des operativen Geschäfts der Nordex Group erfolgt über die zwei Divisionen International und Europe sowie über weltweite Querschnittsfunktionen.

Dem Vorstandsvorsitzenden (CEO), José Luis Blanco, sind die weltweiten Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions) für den operativen Geschäftsbetrieb in den Bereichen Rotorblatt- und Maschinenhausfertigung, Einkauf (Global Sourcing) und globale Projektsteuerung (Global PM/ EPC) sowie das Engineering zugeordnet. Darüber hinaus ist er für Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Product Strategy & Sales Support zuständig, sowie für Corporate Development & Strategy/M&A, Global Service, Operations Planning, Global Shipping, Informationssicherheit und IT.

Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind die beiden operativen Divisionen International und Europe mit der Verantwortung für Vertrieb, Projektabwicklung und Service sowie alle übergeordneten kundennahen Funktionen zugeordnet wie Global Sales Coordination & Support, Global Key Account Management, Public Affairs und die Projektentwicklung.

Rechtliche Unternehmensstruktur der Nordex Group (vereinfachte Darstellung)

Der Finanzvorstand (CFO), Dr. Ilya Hartmann, ist für People & Culture, Accounting & Controlling, Finanzen, Interne Revision, Compliance, Investor Relations, Kommunikation, Recht und Versicherungen, Steuern und Nachhaltigkeit sowie die Querschnittsfunktionen Finance Operations und Global Planning verantwortlich.

Den Divisionen für das operative Geschäft sind die jeweiligen rechtlich selbstständigen Ländergesellschaften unterstellt. Diese sind insbesondere für die kundenbezogenen Aufgaben, den Vertrieb, das Projektmanagement, den Service und in bestimmten Märkten auch für die Projektentwicklung zuständig.

Die Nordex Group steuert ihre Konzernaktivitäten über die Segmente Projekte und Service (siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt Segmententwicklung). Unter Projekte sind sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion, Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen zusammengefasst und darüber hinaus auch das Projektentwicklungsgeschäft. Auf das Segment Service entfallen die Dienstleistungen und Produkte für bestehende Anlagen nach der Übergabe an den Kunden. Dazu zählen insbesondere technische Dienstleistungen wie die Wartung und die Fernüberwachung von Windparks sowie die Reparatur und technische Weiterentwicklung von Bestandsanlagen.

Umsatz nach Segmenten 2023 in %, vor Konsolidierung

Absatzmärkte und Wettbewerb

Die Klimafreundlichkeit von Windstrom ist ein wichtiges ökologisches Argument für die regenerative Stromerzeugung. Ein weiterer wesentlicher Treiber der weltweit steigenden Nachfrage nach Windenergieanlagen sind die niedrigen und somit wettbewerbsfähigen Stromgestehungskosten der Windenergie. Diese liegen vor allem in windreichen Regionen unter den Kosten neuer konventioneller Erzeugungskapazitäten. Auch darüber hinaus ist die zukünftig strengere Besteuerung des CO2-Ausstoßes ein wichtiger ökonomischer Beweggrund für den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und damit auch der Windenergie. In diesem Umfeld hat der Kostenanstieg von fossilen Energieträgern die relative Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie strukturell und nachhaltig weiter verbessert. Für moderne Onshore-Windenergieanlagen sprechen die Vorteile in Bezug auf Ökologie und Ökonomie, die sowohl in den Industriestaaten als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern maßgeblich sind. Das globale Wachstum der Windenergiebranche stützt sich überwiegend auf den Neubau von Windenergieanlagen bzw. -parks. Außerdem werden zusätzlich bestehende alte Anlagen, die ihren Lebenszyklus durchlaufen haben, vollständig rückgebaut und durch moderne, effizientere Turbinen ersetzt (Repowering). Mittlerweile erreichen in den Pionierländern der Windenergie in Europa und Nordamerika immer mehr Windparks an Land den Zeitpunkt, an dem sie ersetzt werden müssten, andere Länder werden zeitversetzt folgen. Mit dem Repowering werden die Windparks technologisch und wirtschaftlich auf den neuesten Stand gebracht.

Aufgrund der bedeutenden Technologiefortschritte der letzten Jahre ist das Repowering von Onshore-Anlagen hinsichtlich Effizienz und Profitabilität der Stromerzeugung sinnvoll. Für die Energiewende ist Repowering unverzichtbar und gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. In seltenen Fällen entscheiden sich Windparkbetreiber auch dazu, die Restlaufzeit ihrer Windparks durch eine Überholung der Turbinen zu verlängern (Refurbishment).

Wichtige Märkte der Nordex Group

Die Nordex Group hat seit Bestehen des Unternehmens Windenergieanlagen in mehr als 40 Ländern installiert und sieht sich auf den international attraktivsten Windmärkten gut aufgestellt. Das Unternehmen hat einen klaren Fokus auf landgestützte Windenergieanlagen (Onshore) und das weltweit ohne China. In allen regionalen Kernmärkten verfügt das Unternehmen über eigene Vertriebs- und Serviceorganisationen. Diese Kernmärkte befinden sich überwiegend in Europa sowie Nord- und Südamerika. Hier nutzt Nordex gezielt die bereits etablierte, starke Marktpräsenz, um für sich weitere Wachstumspotenziale bei und mit den Kunden zu heben.

Darüber hinaus ist das Unternehmen auch in Australien und Südafrika aktiv und nutzt Indien als Produktionshub. In China lässt Nordex seit 2022 über einen Partner Maschinenhäuser produzieren. Die zentrale Vertriebsorganisation arbeitet Chancen in neuen, bisher noch nicht von der Nordex Group bedienten Märkten heraus. Die gezielte regionale Expansion in attraktive neue Märkte ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie.

Wettbewerber der Nordex Group sind Anbieter aus Europa und den USA, die oftmals im Zuge des Konsolidierungsprozesses der Branche in den zurückliegenden Jahren entstanden sind. In den wichtigen Märkten des Unternehmens (siehe Abbildung) sind dies insbesondere Vestas, Siemens Energy (ehemals Siemens Gamesa) und General Electric. Gemäß Ranking von Wood Mackenzie war die Nordex Group im Jahr 2023 weltweit der drittgrößte Hersteller von Windenergieanlagen außerhalb Chinas. Dabei erzielte das Unternehmen in den Kernmärkten, in denen es regelmäßig Windenergieanlagen installiert, überwiegend zweistellige Marktanteile.

Standorte, Produkte und Dienstleistungen

Die Hauptverwaltung der Nordex Group befindet sich in Hamburg. Neben den Zentralfunktionen sind hier auch Teile der Entwicklung, des Einkaufs, des Projektmanagements, des Servicebereichs und des Vertriebs angesiedelt. Am Standort Rostock werden im Wesentlichen Maschinenhäuser entwickelt und gefertigt. In Spanien unterhält die Nordex Group Bürostandorte in Pamplona. Hier werden ebenfalls zentrale Aufgaben, Projektmanagement und Entwicklung wahrgenommen. Des Weiteren befindet sich dort ein Werk für die Montage von Maschinenhäusern (Barásoain), eines für die Produktion von Rotorblättern (Lumbier) sowie eine Turmproduktion. Darüber hinaus werden in Asien Maschinenhäuser (China) und Rotorblätter (Indien) für internationale Märkte produziert. Dies erfolgt teilweise über eigene Standorte, bzw. Produktionswerke, die von Partnern in unserem Auftrag betrieben werden. In Brasilien (Simoes Filho) werden mit Fokus auf den lokalen Markt Maschinenhäuser und Betontürme gefertigt. In Mexico (Matamoros) werden seit Juli 2021 Rotorblätter im Rahmen einer Partnerschaft mit dem US-Hersteller TPI produziert. Diese Kooperation ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Darüber hinaus fertigen Subunternehmer in weiteren Ländern Betontürme für Nordex. Das Montagewerk in den USA (West Branch) ist weiterhin nicht aktiv, die Wiederaufnahme des Betriebs wird aber geprüft.

Eine effiziente Zuliefererstruktur und Logistikkette bilden im Zusammenspiel mit den eigenen Werken die Grundlage, um in allen Zielmärkten wettbewerbsfähige Windenergieanlagen anbieten zu können. Dieses System entwickelt die Nordex Group kontinuierlich weiter und passt es flexibel an sich wandelnde Märkte an. Ziel ist es mit dem Netzwerk eigener Produktionsstätten und Partnern in Europa, Amerika und zunehmend Asien unsere Kunden in europäischen und internationalen Märkten kostengünstig und zuverlässig zu bedienen. Dies ist eine Voraussetzung, um an den attraktiven Märkten zu partizipieren und nachhaltig profitabel zu wachsen.

Die Nordex Group offeriert den Kunden weltweit für jede Windstärke und die meisten Klimazonen die technisch und wirtschaftlich passenden Onshore-Windenergieanlagen. Mit seinem Produktportfolio ist der Konzern in der Lage, Lösungen sowohl für Märkte mit begrenzter Netzverfügbarkeit wie Lateinamerika als auch für Märkte mit begrenzter Landverfügbarkeit wie Mitteleuropa bereitzustellen. Neben dem umfangreichen Projektmanagement bietet Nordex seinen Kunden zahlreiche Dienstleistungen an, die die gesamte Betreuung der Anlage umfassen können. Zu nennen sind hier beispielsweise die Fernüberwachung der Turbine, die regelmäßige Wartung und individuelle oder standardisierte Modernisierungen von Windenergieanlagen. Zur Vertriebsunterstützung berät der Finanzbereich des Unternehmens Kunden bei der Projektfinanzierung über nationale und internationale Geschäftsbanken. Somit ist die Nordex Group als integrierter Komplettanbieter aufgestellt.

Das Kernprodukt der Nordex Group ist die effiziente Delta4000-Baureihe mit ihren Turbinenvarianten in der 4-MW-, der 5-MW- und der 6-MW+-Klasse. Die Anlagen der Delta4000 Serie werden auf allen relevanten Märkten angeboten und befinden sich bereits auf dem europäischen, nord- und südamerikanischen sowie australischen Kontinent im Betrieb.

Die zurzeit acht unterschiedlichen Turbinentypen zeichnen sich, neben niedrigen Stromgestehungskosten, vor allem durch ihre Flexibilität im Hinblick auf standortspezifische Anforderungen aus. Je nach Kundenanforderung werden die Anlagen auch mit dem speziellen Nordex-Rotorblatt-Enteisungssystem, der Kaltklimavariante oder einer bedarfsgerechten Flugbefeuerung ausgestattet. Ergänzend runden Turbinen der 3-MW-Klasse das Portfolio nach unten hin ab, wo die Delta4000-Turbinen aufgrund Ihrer Leistung in bestimmten Projekten bzw. Märkten nicht zum Zuge kommen.

Die Nordex Group entwickelt und testet die Rotorblätter ihrer Windenergieanlagen, lässt sie zertifizieren und fertigt sie zum Teil in ihren eigenen Werken selbst bzw. lässt sie nach ihren Vorgaben bei Produktionspartnern herstellen. Die Rotorblätter

Produktportfolio Windturbinen

zeichnen sich durch besonders niedrige Schallemissionen für das gesamte Anlagenportfolio aus. Um in allen Windmärkten eine optimale Energieausbeute zu erzielen, bietet Nordex für seine Produktplattformen unterschiedliche Turmvarianten als Stahlrohr-, Beton- oder Hybridtürme aus Stahl und Beton mit Nabenhöhen von bis zu 179 Metern an.

Der Servicebereich der Nordex Group verfolgt das Ziel, für die Kunden den zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der leistungsstarken Windenergieanlagen zu sichern. Weltweit werden dazu 385 Serviceniederlassungen betrieben. Über dieses Netz von Standorten werden die Dienstleistungen direkt in den installierten und an den Kunden übergebenen Windparks erbracht. Die entsprechenden Dienstleistungsverträge sichern den Nordex-Kunden die Stromproduktionserträge und verbessern sie durch die Erhöhung von Verfügbarkeiten und produzierter Leistung. Der Nordex-Service bietet den Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Dieses umfasst Komplettlösungen von der 24-Stunden-Fernüberwachung über präventive Wartungen und Kundentrainings bis hin zu vollständigen Modernisierungen von Windenergieanlagen.

Die Nordex Group bietet standardisierte Serviceverträge mit unterschiedlichen Leistungsumfängen an, die Kunden in der Regel langfristig und in einigen Fällen sogar für Laufzeiten bis zu 35 Jahren abschließen. Die Kunden können im Wesentlichen drei Vertragspakete wählen. Der "Premium"-Vertrag deckt Wartungen und Instandsetzung, die Fernüberwachung und eine zeitbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung ab. Der "Premium Plus"-Vertrag erweitert diese Leistungen um eine produktionsbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung. Im "Premium Light"-Vertrag sind die Instandsetzung und der Ersatz bestimmter Großkomponenten der Windenergieanlagen separat zu vergüten.

Kunden und Wertschöpfungskette

Die Nordex Group verfügt über einen umfangreichen Kundenstamm. Dieser erstreckt sich von großen, international tätigen Energieversorgungsunternehmen und unabhängigen Stromproduzenten (Independent Power Producer, IPP) bis hin zu mittelständischen Projektentwicklern, Stadtwerken, Bürgerwindparks oder Energiegenossenschaften. Außerdem zählen vermehrt Eigenerzeuger aus Industrie, Handel und der IT-Branche sowie Finanzinvestoren wie Versicherungen und Pensionskassen zu den Kunden. Im Jahr 2023 umfassten die zehn größten Einzelkunden rund 50 % des Auftragseingangs. Zu ihnen gehören einige der weltweit größten und bedeutenden Betreiber und Entwickler im Bereich der erneuerbaren Energien. Unternehmen des Öl- und Gassektors mit ihren ehrgeizigen Zielen beim Ausbau regenerativer Energiequellen, zählen ebenfalls zu den Kunden. Alle Schlüssel- bzw. Großkunden werden durch ein Key Account Management betreut, um eine enge Kooperation und die erfolgreiche Abwicklung der globalen Projekte sicherzustellen. Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Entwicklung effizienter Windenergieanlagen, die der Vertriebsbereich der Nordex Group den Kunden global anbietet. Neue Windparkprojekte werden weltweit überwiegend im Rahmen von Auktionsverfahren vergeben. Die Nordex Group unterstützt ihre Kunden frühzeitig im Vorfeld der Auktionen, um individuelle Lösungen zu erarbeiten und den Kunden eine erfolgreiche Projektvergabe zu sichern.

Nach der Auftragsvergabe folgt die eigene Produktion, deren Kern in der Montage der Maschinenhäuser, Naben sowie der Fertigung eines Teils der Rotorblätter liegt. Weitere Rotorblätter werden nach Nordex-Design und -Vorgaben bei unabhängigen Blattproduzenten hergestellt. Darüber hinaus bietet die Nordex Group auch Betontürme in ausgewählten Märkten an, die sie selbst produziert. Logistisch vorteilhaft gewährleistet dieses System qualitativ hochwertige, kostengünstige Türme und ermöglicht lokale Wertschöpfung und Beschäftigung. Die meisten Anlagenkomponenten, insbesondere Getriebe, Umrichter und Generatoren, werden zugeliefert und über ein weltweites Beschaffungsnetzwerk eingekauft.

Die Errichtung eines Windparks dauert abhängig von seiner Größe, dem spezifischen Standort und einer Vielzahl weiterer Faktoren üblicherweise etwa zwölf bis 18 Monate. In besonderen Fällen können einzelne Projekte abweichend dazu in nur neun Monaten realisiert werden, während andere gegebenenfalls einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren oder etwas länger erfordern. Beeinträchtigt durch instabile Lieferketten auch infolge des Erdbebens in der Türkei konnten im Jahr 2023 trotz eng abgestimmter Maßnahmen Projektverzögerungen teilweise nicht verhindert werden.

Die Nordex Group stellt das Projektmanagement sämtlicher Aktivitäten von der Installation bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme der Windparks sicher und führt die Arbeiten mit eigenen Teams und gegebenenfalls Drittanbietern aus. Wie im Anlagenbau wegen der langen Zeitspanne von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe der Anlage an den Kunden üblich, erhält die Nordex Group bei Auftragsvergabe eine Anzahlung. Die weiteren Zahlungsströme richten sich im Wesentlichen nach den angefallenen Kosten im Laufe des Projekts.

Der letzte Schritt in der Wertschöpfungskette ist der Service für die installierten Windenergieanlagen. Der Konzern stellt hier umfassende technische Betreuungsdienstleistungen für den laufenden Betrieb der Anlagen zur Verfügung. Die Serviceverträge werden meist über viele Jahre abgeschlossen und stellen somit ein wichtiges Element zur Kundenbindung dar. Im Vergleich zu dem eher schwankungsanfälligen Projektgeschäft zeichnet sich dieser Bereich durch hohe Stabilität und kontinuierliche Zahlungsströme aus.

UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND STEUERUNG Mission und Vision

Der Klimawandel ist die vielleicht größte Herausforderung unserer Zeit. Den größten Anteil an der Verursachung des Klimawandels hat die Nutzung fossiler Brennstoffe. Daher ist der Übergang von einer auf fossilen Brennstoffen basierenden Wirtschaft zu einer auf erneuerbaren Energien basierenden Wirtschaft der größte Hebel zur Abschwächung des Klimawandels.

Die Windenergie ist dabei eine Schlüsseltechnologie zur CO2 neutralen, klimaschonenden Stromerzeugung. Im Gegensatz zu konventionellen Energieträgern ist Wind nahezu überall verfügbar und kann so zur emissionsfreien Erzeugung von Strom genutzt werden.

Die Nordex Group ist ein führender Global Player in der Windindustrie und gestaltet diese Transformation zu einer nachhaltigen Stromerzeugung aktiv mit. Unsere Vision lautet:

"Unsere Produkte und Leistungen stärken die Menschen in aller Welt und schaffen einen saubereren und friedlicheren Planeten." (José Luis Blanco)

Seit der Gründung im Jahr 1985 stand die technologische Weiterentwicklung der Windenergie und die Errichtung leistungsstarker und wirtschaftlicher Windparks im Zentrum des Schaffens der Mitarbeitenden bei Nordex. Wie in der Vergangenheit werden wir auch zukünftig hart daran arbeiten, Windenergie noch wirtschaftlicher zu machen und ihre Verbreitung zu fördern. Bereits heute gehört die Onshore-Windkraft zu den wettbewerbsfähigsten Technologien und ist deutlich kostengünstiger als herkömmliche fossile Alternativen. Unsere Mission ist es, einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und sie in die Lage zu versetzen, der Welt saubere und kostengünstige Energie zu liefern. In einem Satz:

"Unsere Mission ist die Entwicklung und Bereitstellung sauberer Kraftwerke, die 100% erneuerbare Energie für die Welt Wirklichkeit werden lassen."

Unternehmensstrategie

Die Entwicklung, Herstellung und Wartung von Windenergieanlagen ist das Kerngeschäft und die Kernkompetenz der Nordex Group. Nordex konzentriert sich auf Onshore-Windenergie und fokussiert sich auf technologiegetriebene, profitable und offene Märkte weltweit. Dieses klar definierte Profil bildet auch zukünftig die Grundlage für die unternehmerische Ausrichtung.

Die Nordex Group ist mit ihrer weltweiten Präsenz, zugleich aber auch mittelständisch geprägten Unternehmensphilosophie sehr flexibel, um sich schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen. Diese Beweglichkeit ist ein strategisches Kernelement der Nordex Group, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat. Gleichzeitig ist das Unternehmen groß genug und ausreichend global diversifiziert, um Schwankungen in einzelnen Märkten weitgehend ausgleichen zu können.

Die Strategie des Unternehmens basiert auf der Bewertung der externen und internen Faktoren, die die Wettbewerbssituation umfassend analysiert. Da die Strategie immer auf die Entwicklung des Umfeldes reagieren muss, beobachtet die Nordex Group politische Entwicklungen und die Veränderung von Märkten sehr genau. Der Markt für Windenergieanlagen wurde in den vergangenen Jahren durch zahlreiche externe Vorkommnisse beeinflusst, wie etwa die umfassende Einführung neuer Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, tarifäre Handelshemmnisse, aber auch extreme Preisanstiege bei verschiedenen Rohstoffen und Dienstleistungen wie Seefrachten, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine. Diese Vorkommnisse haben alle Hersteller von Windenergieanlagen in eine herausfordernde ökonomische Lage gebracht. Im Berichtszeitraum war eine leichte Entspannung bei den externen Faktoren zu beobachten (eine detaillierte Darstellung der Chancen und Risiken findet sich im Kapitel Chancen und Risiken). Daher kann die Nordex Group nun zunehmend den Fokus von Krisenbewältigung auf die internen Faktoren richten, die entscheidend sind, um das Unternehmen für die Herausforderungen des Wettbewerbs gut aufzustellen.

Der Vorstand der Nordex Group hat die Unternehmensstrategie basierend auf den bereits kommunizierten mittelfristigen Zielen im Berichtsjahr bestätigt:

  • Position als eines der global führenden Unternehmen in der Windbranche weiter festigen
  • EBITDA-Marge von 8%.

Der strategische Fokus richtet verstärkt auf interne Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen und verbessern kann. Kernelement der Strategie ist das Wissen darum, dass eine starke Wettbewerbsposition auf einer langen Reihe von vielen guten Entscheidungen und der kontinuierlichen Umsetzung von Verbesserungspotenzialen beruht. In diesem Sinne werden strategisch und operativ folgende vier Themenbereiche in den Fokus genommen, um das angestrebte profitable Wachstum des Konzerns in den kommenden Jahren umzusetzen:

  • › Wettbewerbsfähiges Produktportfolio: Die Delta4000- Plattform ist eine globale Plattform und umfasst mittlerweile acht Turbinentypen mit ausdifferenzierten Eigenschaften für die internationalen Märkte der Nordex Group. Die Nordex Group entwickelt ihr Produktportfolio kontinuierlich weiter und sieht noch deutliches Potenzial in der Delta4000-Plattform.
  • › Stärkung der Lieferkette (Supply Chain Optimization): Mit der Ausweitung des globalen Geschäfts ist auch die Ausweitung und Optimierung der Produktionslandschaft

(Production Footprint) und der dazugehörigen Lieferkette ein weiterhin zentrales Thema für Nordex. Aktuell fokussiert sich Nordex auf die Stärkung der Lieferketten im Hinblick auf Preise und Risikoreduzierung. Hierbei geht es vor allem um die Auswahl der richtigen Lieferanten in den richtigen Ländern und eine systematischere Vertragsgestaltung in Bezug auf Risiken.

  • › Stärkung interner Abläufe: Das Unternehmen hat den Fokus auf die Verbesserung interner Abläufe gegenüber dem Vorjahr weiter verstärkt. Stabile und reibungslos funktionierende Prozesse sollen zu einer höheren Qualität der Produkte und Dienstleistungen sowie reibungsloseren Abläufen in der Projektausführung und im Service führen. Um dies zu erreichen, betreibt das Unternehmen mehrere interne Projekte zur Verbesserung und Stärkung von Prozessen. Die Ergebnisse dieser Projekte sollen die Profitabilität des Unternehmens mittelfristig verbessern.
  • › Wachstum des Servicegeschäfts: Die Nordex Group hat in den vergangenen Jahren die Grundlagen für das anstehende Wachstum im Servicesegment geschaffen. Durch die globale Bündelung der Kompetenzen und Stärkung der Abläufe ist der Service gut aufgestellt, um in den kommenden Jahren weiter profitabel zu wachsen. Der Servicebereich verfolgt fortwährend eine Reihe von strategischen und operativen Projekten sowie Maßnahmen, um das Wachstum voranzutreiben und die Profitabilität zu stärken.

Wichtigste Treiber für die Erreichung der Mittelfristziele

Externe Treiber Nordex Group – Strategische Eckpfeiler Nordex Group – Mittelfristziele
Internationales
Klimaabkommen
Europäischer "Green Deal"
und Klimaneutralität bis 2050
US Inflation Reduction Act
Repowering
Wettbewerbsfähiges
Stärkung interner
Servicegeschäfts
Optimierung der
Produktportfolio
Wachstum des
Lieferkette
Abläufe
Position eines der global
führenden Unternehmen
der Windbranche
weiter festigen
8 %
EBITDA-Marge

Der konsequente Fokus auf diese vier strategischen Eckpfeiler versetzt die Nordex Group in die Lage, ihre Marktchancen zu nutzen und den Umsatz, aber auch vor allem die Ertragskraft erheblich und nachhaltig zu steigern. Dies skizziert zugleich den Pfad hin zu den angestrebten Mittelfristzielen und für das Ziel einer nachhaltig profitableren Organisation.

Die Erreichung der ökonomischen Ziele findet durchgehend in Übereinstimmung mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group statt. Ohne eine effiziente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Konzerns ist auch kein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg denkbar. Die unternehmerische Verantwortung der Nordex Group wird im nachfolgenden Abschnitt erläutert, die ausführliche Darstellung der Nachhaltigkeitsstrategie enthält der separate Nachhaltigkeitsbericht 2023.

Strategiekontrolle und -implementierung

Der Fokus der Unternehmensstrategie liegt weiterhin auf der Verbesserung der Profitabilität. Dafür hat das Unternehmen einige der laufenden Initiativen bestätigt und weitergeführt, einige neue zusätzlich definiert und gestartet. Einige Initiativen wurden im Berichtsjahr auch abgeschlossen.

Alle strategischen Initiativen sind einem strategischen Eckpfeiler zugeordnet und werden von Mitgliedern des Nordex-Managements verantwortet. In den regelmäßigen Fortschrittskontrollen ist das Top Management vertreten, um die Zielerreichung sicherzustellen.

Alle strategischen Initiativen sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex Group ausgerichtet. Dies bedeutet, die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb weiter zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird über bestimmte finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen gemessen, die wiederum bei der anreizbasierten Vergütung des Managements berücksichtigt werden. Auf diese Weise möchte das Unternehmen eine dauerhafte und erfolgreiche Implementierung seiner Strategie sicherstellen. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Dezember 2021 ein Aktienoptionsprogramm eingeführt, um Führungskräfte (unterhalb der Vorstandsebene) am Erfolg zu beteiligen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Dieses Programm ist auf vier Jahre angelegt und sieht eine vierjährige Zeit bis zu einer Ausübung der Optionen vor.

Finanzstrategie

Das Finanzmanagement der Nordex Group fokussiert sich vor allem auf die Sicherung der Liquidität und die jederzeitige Finanzierungssicherheit des Unternehmens. Das zentrale Steuerungselement dabei stellt das Working Capital dar. Es umfasst die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten und den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten.

Vor dem Hintergrund des Unternehmenswachstums und der dynamischen Umfeldentwicklung der letzten Jahre kommt dem Finanzmanagement der Nordex Group besondere Bedeutung zu. Hierfür werden im Konzernverbund die Tochtergesellschaften weitestgehend über ein Konzept des Inhouse Bankings und Inhouse Fundings mit Liquidität ausgestattet. Die Liquidität wird zentral über die Konzernzentrale gesteuert, um Kontrahenten- und Währungsrisiken aktiv zu managen. Das Unternehmen strebt grundsätzlich an, die laufenden Investitionen in Sachanlagen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Zum Ende des Jahres 2023 beliefen sich die liquiden Mittel auf EUR 925,9 Mio.

Die Nordex Group hat das Berichtsjahr genutzt, um ihre Finanzstruktur nachhaltig zu stärken. Zu Beginn des Jahres hat das Unternehmen das zweite Gesellschafterdarlehen von der Acciona, S.A. gezogen, um die Hochzinsanleihe (High Yield Bond) aus dem Jahr 2018 in Höhe von EUR 275 Mio. zurückzuzahlen. Anschließend hat die Nordex Group, nach Genehmigung der außerordentlichen Hauptversammlung am 27. März 2023, die beiden Gesellschafterdarlehen samt aufgelaufener Zinsen in Höhe von EUR 347 Mio. in Eigenkapital gewandelt. Um dem sehr ungewissen Jahr 2023 (Krieg in der Ukraine, steigende Zinsen, hohe Inflation etc.) und möglichen Zusatzkosten Rechnung zu tragen und seine Liquidität und damit finanzielle Flexibilität zu erhöhen, hat der Konzern Anfang April 2023 eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von EUR 333 Mio. begeben.

Insgesamt hat die Nordex Group mit diesen Maßnahmen ihre weitere Finanzierung sichergestellt. Die weiter gestärkte Kapitalstruktur, der operative Cashflow sowie die verfügbare Liquidität gewährleisten die Handlungsfähigkeit der Nordex Group in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld und sichern die Initiativen zur Verbesserung von Effizienz und Profitabilität ab.

Steuerungssystem

Die Nordex Group steuert den gesamten Konzern und ihre operativen Organisationseinheiten auf Basis von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen. Dabei bilden alle Leistungsindikatoren gemeinsam die Basis für das Berichtswesen gegenüber dem Management, Vorstand, Aufsichtsrat und Anteilseignern. Sie werden ferner für die anreizbasierte Vergütung genutzt. Auf Konzernebene sind die wichtigsten Leistungsindikatoren:

  • Umsatz
  • EBITDA
  • Working-Capital-Quote
  • Investitionen.

Diese Leistungsindikatoren werden zum Teil nur für den Konzern und nicht für die Segmente erhoben, weil eine Teilung nicht sinnvoll ist bzw. die Aussagekraft des Leistungsindikators ihre Bedeutung verliert. Sie ermöglichen zusammen eine gründliche Beurteilung der aktuellen und auch zukünftigen Unternehmensentwicklung. Außerdem sorgen sie für einen zusammenfassenden Überblick über den Kapitalbedarf des Konzerns.

Ferner nutzt das Unternehmen zusätzliche spezifizierende finanzielle Kennzahlen, um die Entwicklung der Auftragslage und der Vermögens- und Ertragslage zu untersuchen. In der Produktion (Produktionsleistung Turbinen bzw. Rotorblätter), im Projektmanagement (Errichtungsleistung) und beim Service (Verfügbarkeit der Anlagen) werden spezifische nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eingesetzt. Diese Kennzahlen unterstützen den Vorstand und die Führungskräfte bei der Steuerung des Unternehmens und geben Auskunft über die aktuelle Unternehmensentwicklung. Allerdings sind sie nicht Bestandteil der extern publizierten Prognose.

Weitere finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen

Konzern Geschäft
Materialaufwandsquote Produktionsleistung Turbinen
Konzernergebnis Produktionsleistung
Rotorblätter
Freier Cashflow Errichtungsleistung
Nettoverschuldung /-liquidität Anlagenverfügbarkeit
Eigenkapitalquote Auftragseingang /-bestand
Projekte
Auftragseingang /-bestand
Service

Die Steuerung der Nordex Group im Hinblick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ist im nachfolgenden Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" zusammenfassend erläutert. Zugleich wird dort auf den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zur umfassenden Information hingewiesen.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Für die Nordex Group als Hersteller von Windenergieanlagen, mit denen unter den verschiedensten Standortbedingungen weltweit immer effizienter Energie erzeugt wird, ist der Kampf für eine nachhaltige Energiewende und damit gegen den Klimawandel täglicher Antrieb und damit Grundlage des Geschäftsmodells. Das Management der Nordex Group hat die Führung und Entwicklung des Unternehmens nachhaltig ausgerichtet und ihre relevanten Ziele und Maßnahmen in der Nachhaltigkeitsstrategie 2025 festgelegt. Über ihre Aktivitäten und Fortschritte hinsichtlich Umwelt-, sozialer und Corporate-Governance (ESG)-Aspekte sowie zu dem Thema "Nachhaltige Produkte" berichtet die Nordex Group in einem eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht, der in Übereinstimmung mit der Kernoption der Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und zeitgleich mit diesem Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Der im Nachhaltigkeitsbericht 2023 integrierte gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wurde im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geprüft. Dieser Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" ergänzt den Konzernlagebericht um ausgewählte Aspekte der Unternehmenskultur, der Nachhaltigkeitsstrategie und der Struktur der Mitarbeiterschaft.

Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht gemäß §315 b Abs. 3 HGB kann als Teil des Nachhaltigkeitsberichts 2023 auf der Internetseite der Nordex SE unter dem Link ir.nordexonline.com abgerufen werden und ist nicht Bestandteil des Konzernlageberichts.

Fokusthemen im Nachhaltigkeitsmanagement

Die Nordex Group bekennt sich zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten sowie mit Nachbarn und Gemeinden. Die 2015 etablierte Abteilung Sustainability Management entwickelt Nachhaltigkeitsmaßnahmen, steuert diese und trägt den steigenden Informationsanforderungen der Stakeholder Rechnung. Zudem verantwortet sie die strategische Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen und ist im ständigen Austausch mit allen Unternehmensbereichen. Die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie 2025 basiert auf einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse, bei der sowohl interne als auch externe Stakeholder einbezogen worden sind. Daraus resultieren folgenden Fokusthemen für das Nachhaltigkeitsmanagement der Nordex Group:

  • Nachhaltige Produkte
  • Umwelt (Klimawandel und Dekarbonisierung; Umweltschutz)
  • Soziales (fairer & attraktiver Arbeitgeber; Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz)
  • Governance (verantwortungsvoller Einkauf; Geschäftsethik, Compliance & Integrität)

Detaillierte Erläuterungen zur Nachhaltigkeitsstrategie, Zielerreichung und Maßnahmen sind im Nachhaltigkeitsbericht 2023 dargestellt.

Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur der Nordex Group basiert auf Werten, Grundsätzen und Verhaltensstandards, die in den allgemeinen Nordex-Leitlinien, den bereichs- und themenspezifischen Unternehmensrichtlinien und insbesondere im Verhaltenskodex der Nordex Group festgelegt sind. Dieser ist für die gesamte Nordex Group bindend und von allen Mitarbeitern zu unterzeichnen. Achtung der Menschenrechte, Global Compliance, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Diskriminierung sowie zur Förderung der Diversität sind fest im Unternehmen verankert.

Mitarbeiterstruktur

Im Berichtsjahr 2023 erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl erneut: Die durchschnittliche Anzahl an festen Mitarbeitern stieg von 8.866 im Vorjahr auf 9.697 im Jahr 2023. Der Personalbestand zum Stichtag 31. Dezember 2023 erhöhte sich von 9.111 auf 10.133 Mitarbeiter. Dabei ist die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl auf das gestiegene Geschäftsvolumen im Jahr 2023 zurückzuführen.

Entwicklung Mitarbeiterzahl

Nordex SE Geschäftsbericht 2023 Zum Ende des Berichtsjahres waren in den Funktionsbereichen Produktion, Einkauf Rotorblätter, Maschinenhäuser und Türme waren insgesamt 29 % der Nordex-Mitarbeiter tätig (2022: 33 %) tätig. In den Bereichen Service und Vertrieb arbeiteten zusammen 39% der Belegschaft (2022: 39%). Auf die Bereiche Engineering und Projektmanagement entfielen 2023 insgesamt 22% der Mitarbeiter (2022: 18%), während die administrativen Bereiche unverändert einen Anteil von 10% ausmachten. Diese Verteilung nach Funktionsbereichen verdeutlicht die starke Technologieausrichtung des Unternehmens und die enge Kundenbindung vor allem durch den Service.

Mitarbeiterverteilung nach Regionen 2023 in %

Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft belief sich zum Jahresende 2023 auf 17% (2022: 16%). Regional betrachtet hat sich die Verteilung der Belegschaft nur geringfügig verändert. Zum Jahresende 2023 waren 27% der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt (2022: 26%). In Spanien lag der Anteil der Beschäftigten stabil bei 20 %. Auf das übrige Europa entfielen 21 % der Mitarbeiter (2022: 20 %). In Nord- und Südamerika waren Ende des Berichtsjahres 18% der Mitarbeiter der Nordex Group beschäftigt (2022: 18 %). In Asien, Afrika und Australien ist der Anteil von 16 % auf 13% gesunken.

Mitarbeiterstruktur (ausgewählte Kennzahlen)

31.12.2022 31.12.2023
Gesamtzahl Mitarbeiter 9.111 10.133
Nach Geschlecht
Männlich 84% 83%
Weiblich 16% 17%
Nach Alter
Alter unter 30 Jahre 21% 22%
Alter 30–50 Jahre 68% 67%
Alter über 50 Jahre 11% 11%
Nach Arbeitszeitmodell
In Vollzeit 97% 97%
In Teilzeit 3% 3%
Nach Vertragsart
Mit unbefristeten Verträgen 94% 95%
Mit befristeten Verträgen 6% 5%

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Eine Stärke der globalen Windenergieindustrie ist ihre Innovationskraft als Treiber für einen stetigen technologischen Fortschritt. Mittlerweile setzt sich die Windenergie rund um den Globus weitgehend ohne staatliche Förderung im Wettbewerb mit anderen Technologien zur Energieerzeugung durch. Neben den ökologischen Vorteilen muss daher die Wirtschaftlichkeit hoch sein. Entsprechend anspruchsvoll sind die Anforderungen an Ingenieure und Technologie. Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Nordex Group sind daher effiziente Windenergieanlagen, die über ihre gesamte Nutzungsdauer eine kostengünstige Stromerzeugung ermöglichen. Die systematische und ganzheitliche Reduzierung der Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen für alle Windklassen und für alle adressierten Märkte spielt somit eine bedeutende Rolle bei der Produktentwicklung. Ein weiterer wichtiger Teil der Entwicklungsaktivitäten ist es, die Marktfähigkeit der Produkte in Bezug auf Genehmigungs- und Netzanschlussfähigkeit in den Zielmärkten kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen. Die Nordex Group hat dazu ein Technologiekonzept auf Basis von Serienprodukten entwickelt, dessen Herzstück die erfolgreich etablierte Delta4000-Baureihe ist. Diese weltweit einsetzbare und je nach Anforderung flexibel variierbare Turbinenplattform ermöglicht die Stromerzeugung in den Leistungsbereichen 4 MW, 5 MW und 6 MW+. In Einzelfällen entwickelt Nordex auch projektspezifische Lösungen und Anpassungen. Die F&E-Aktivitäten umfassen auch Innovationen bei den Fertigungs-, Logistik- und Serviceprozessen sowie bei der Errichtung der Windenergieanlagen. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt darüber hinaus auf der Verlängerung der Lebensdauer. Projektspezifisch werden mittlerweile Anlagenlebensdauern von bis zu 35 Jahren erreicht. Das Unternehmen beteiligt sich zudem an Projekten, die sich mit der Netzintegration erneuerbarer Energien befassen.

ORGANISATION UND WESENTLICHE F&E-KENNZAHLEN

Im Bereich Engineering der Nordex Group waren zum Jahresende 713 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig (2022: 628 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind in Rostock und Hamburg (Deutschland), Pamplona und Madrid (Spanien) sowie Chennai (Indien) angesiedelt. Dabei konzentrierte sich der Aufbau in der Mitarbeiterzahl konzentrierte vor allem auf die Standorte in Deutschland und Spanien.

Die bilanzierten Entwicklungsaufwendungen lagen zum Stichtag 31. Dezember 2023 bei EUR 169,8 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 161,5 Mio.). Dabei wurden im Geschäftsjahr 2023 Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 46,4 Mio. (2022: EUR 32,1 Mio.) neu aktiviert. Die Zugänge umfassten vor allem Weiter- und Neuentwicklung der Delta-Windturbinengeneration sowie die Entwicklung des Elektrolyseur-Projekts. Enthalten sind Fremdkapitalkosten in Höhe von EUR 2,9 Mio. (2022: EUR 2,2 Mio.) zu einem Finanzierungssatz von 7,3% (2022: 7,69%). Im Berichtsjahr fielen darüber hinaus weitere Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 36,6 Mio. (2022: EUR 26,8 Mio.) an, die nicht die Kriterien für eine Aktivierung erfüllen und somit erfolgswirksam erfasst wurden. Die Aktivierungsquote liegt für das Berichtsjahr bei 55,9 % (2022: 56,13 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 38,1 Mio. (2022: EUR 33,6 Mio.).

PRODUKTENTWICKLUNG

Die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe bildete den Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeiten auch im Geschäftsjahr 2023. Hierunter fällt die N175/6.X-Turbine, die durch den 175 m großen Rotor eine besonders hohe Stromausbeute bei Schwachen- und mittleren Windgeschwindigkeiten ermöglicht, wodurch finanzielle Vorteile bei der Vermarktung des Stromes erzielt werden können. Ein weiterer Vorteil ist das geringe technische Risiko, da die N175/6.X-Variante auf der erprobten Delta4000-Plattform aufbaut, die bereits tausendfach im Feld installiert und in Betrieb ist. Wie alle Delta4000-Anlagen nutzt auch die N175 /6.X die neueste SCADA Generation Nordex OS™ SCADA EDGE, die technische Überwachung und Steuerung aus der Ferne ermöglicht.

Die Neu- und Weiterentwicklungsaktivitäten umfassen generell die Entwicklung und Tests neuer Materialien in der Blattproduktion wie auch die Entwicklung neuer Turmvarianten. Daneben setzt die Nordex Group kontinuierlich darauf, Maßnahmen zur Senkung der Stromgestehungskosten, zur Steigerung der Lebensdauer und zur Verbesserung der Servicekonzepte von bestehenden Turbinentypen zu implementieren.

Zudem wurden im Jahr 2023 zwei Prototypen der eigenen Hybridturm-Technologie erfolgreich in Finnland errichtet und getestet. Somit können in Zukunft Nabenhöhen bis 179 m angeboten werden.

WIRTSCHAFTSBERICHT

  • › Geschäftsjahr 2023 mit sich stabilisierenden Umfeld
  • › Anhaltende politische und regulatorische Unterstützung
  • › Nordex Kapitalstruktur gestärkt

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN Makroökonomisches Umfeld 2023: Konjunktur durch Krisen und hohe Zinsen spürbar belastet

Die Weltwirtschaft hat sich 2023 nach Aussagen des IWF (Internationaler Währungsfonds) nur leicht und uneinheitlich von der Pandemie erholt. Dazu haben langfristige Effekte wie die geopolitischen Krisen (Krieg in der Ukraine, Gaza-Konflikt) und die fortschreitende wirtschaftliche und politische Fragmentierung der Welt beigetragen. Zudem wirkten sich eher zyklische Effekte wie die straffere Geldpolitik, das Auslaufen der zuvor stimulierenden Pandemie-Fiskalpakete, eine höhere Verschuldung und diverse Wetterextreme negativ aus. Impulse für die Weltwirtschaft wurden insbesondere von der starken Binnennachfrage in den USA ausgelöst. Andernorts wurde dagegen der private Konsum von den bis Spätherbst noch hohen Inflationsraten belastet, u.a. im Euroraum und Großbritannien. Zudem gerieten die Bauinvestitionen infolge der hohen Zinsen und Baukosten spürbar unter Druck und die schwache Industrieproduktion hat vor allem die europäische Konjunktur merklich abgebremst.

Nach Einschätzung des IWF ist die Weltwirtschaft in diesem Umfeld 2023 lediglich um 3,0% (2022: +3,5%) gewachsen. Das entsprach nahezu exakt der Prognose vom Jahresanfang (IWF im Januar: +2,9%). Die Schwellen- und Entwicklungsländer konnten 2023 in Summe erneut nur um 4,0% zulegen (2022: +4,1%). Auch in den Industriestaaten war das Wachstumstempo sehr niedrig. Das Bruttoinlandsprodukt ist in diesen Ländern 2023 lediglich um 1,5% gewachsen nach 2,6% im Jahr zuvor. Als einzige große Ökonomie wies Deutschland sogar eine schrumpfende Wirtschaft auf. Unabhängig von der konjunkturellen Schwäche war die Nachfrage nach Investitionen zum Ausbau der Windenergie in den meisten Kernmärkten der Nordex Group lebhaft.

Um den 2023 zunächst weiterhin hohen Preisauftrieb einzudämmen, blieb die US-Notenbank (FED) auf ihrem im Vorjahr eingeleiteten sehr restriktiven Kurs. Sie hat die Leitzinsen bis Ende Juli in vier Schritten um kumuliert 100 Basispunkte (BP) auf 5,25– 5,50 % angehoben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins aufgrund der im Euroraum hartnäckigeren Inflation bis Mitte September sogar sechsmal um insgesamt 200 BP auf 4,50% erhöht. Bezogen auf den Jahresendkurs 2023 von USD 1,1063 stieg der Euro-Außenwert gegenüber dem US-Dollar leicht um 3,8%.

Nach einer kurzen, leichten Erholung zum Jahresauftakt mit steigenden Rohstoffnotierungen setzte parallel zu der skizzierten Abkühlung der weltweiten Konjunktur ab Sommer 2023 eine Fortsetzung des Mitte letzten Jahres begonnenen Abwärtstrends bei Rohstoffen ein. Zudem kam es trotz der Befürchtungen zu keinen Versorgungsengpässen. Für den Bau von Windenergieanlagen sind u.a. Stahl, Kupfer und Aluminium bedeutende Rohstoffe. Deren Kosten haben sich dem generellen Trend folgend im Jahresverlauf per saldo leicht ermäßigt. Nordex sichert sich den Preis der jeweils benötigten Rohstoffe bereits unmittelbar nach Vertragsabschluss, insbesondere bei Stahltürmen über sogenannte Back-to-back-Verträge. Schnelle kurzfristige Anstiege oder große Schwankungen in den Rohstoffpreisen können trotzdem einen Einfluss auf die Ergebnismargen haben. Im Berichtsjahr 2023 waren diese Effekte eher unbedeutend.

Die Entwicklung fossiler Energieträger sowie landesspezifischer Strompreisniveaus können generell Einfluss auf die Investitionsentscheidungen über neue Windparks oder die Ausgestaltung staatlicher Rahmenbedingungen haben. Ähnlich wie die Nicht-Öl-Rohstoffe haben sich auch die Strompreise an den Einkaufsmärkten und die Erdgas- und Ölpreise 2023 entwickelt – also im Trend weiter normalisiert gegenüber den Höchstständen, die kurz nach Ausbruch des Ukrainekriegs und dem weitgehenden Stopp der Lieferungen von Russland nach Westeuropa verzeichnet wurden. Laut dem IWF ist der Jahresdurchschnittspreis pro Barrel Öl (UK Brent, Dubai Fateh, WTI) 2023 um voraussichtlich 16,5% auf USD 80,49 gefallen (2022: EUR 96,36). In Deutschland gingen die Großhandelspreise für Grundlaststrom von ihren Höchstständen wieder zurück, verblieben insgesamt jedoch auf hohem Niveau und belasten weiterhin energieintensive Industriezweige: Der Index Epex Spot Germany betrug im Jahresdurchschnitt 95,18 EUR/MWh (2022: 235,45 EUR/MWh).

Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld unterstützt Ausbau der Windenergie

Das Geschäft der Nordex Group wird maßgeblich von regulatorischen Rahmenbedingungen bestimmt, die je nach Region und Land durch unterschiedliche Klimaschutzziele, spezifische nationale Regelungen und Ausbaupläne für Windkraft verschieden ausfallen können. Zahlreiche Treiber können sich hierbei in Form von zum Beispiel Subventionen, Steuervergünstigungen, Gesetzesvorgaben zur regenerativen Energieerzeugung oder Minderung von Schadstoffemissionen durch fossilen Energieeinsatz auf den Einsatz der Windenergie auswirken. Auf globaler Ebene bilden die UN-Klimaziele den Rahmen für Anstrengungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und damit die Begrenzung der Erderwärmung. Aktuell ist der Energiesektor für 40% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich und stellt somit den größten Emissionsemittenten dar. Insofern ist der globale Ausbau erneuerbarer Energieanlagen zwingend erforderlich, wenn die Emissionen gesenkt und somit die UN-Klimaziele erreicht werden sollen.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine markiert einen Meilenstein, historisch, aber auch im Rahmen der Energiewende. Denn er hat gezeigt, wie wichtig eine unabhängige und saubere Energieversorgung ist. Vor diesem Hintergrund haben die politischen Initiativen und die Ausbauambitionen neuen Schwung erhalten, in der EU mit dem Ausbauplan RePowerEU/ Wind Power Action Plan der EU-Kommission und dem Inflation Reduction Act (IRA) in den USA. Insgesamt sind die aus diesen Programmen abgeleiteten Maßnahmen gut geeignet, die Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Windenergie an Land zu fördern – und davon kann die Nordex Group profitieren.

Inzwischen haben sich in den meisten Märkten Auktionsverfahren und die staatliche Vergabe von Einspeisetarifen etabliert. Dabei sind die Auktionen, je nach Land, durchaus sehr unterschiedlich ausgeprägt. Grundsätzlich ist es so, dass sich Projektentwickler mit ihren Windparkprojekten und den für sie niedrigsten darstellbaren Stromabgabepreis um einen Zuschlag bewerben können. Es fragt sich allerdings in der EU, ob nicht noch weitere Kriterien für einen Zuschlag entscheidend sein können, wie die Herkunft des Windturbinenherstellers, um vor nicht-europäischen Herstellern besser geschützt zu sein.

In Europa wird der Gesamtmarkt weiter deutlich wachsen müssen, um das anvisierte Ziel von 480 GW für 2030 zu erreichen. Dazu wäre ein Zubau deutlich über 30 GW pro Jahr notwendig. Im vergangenen Jahr waren es in etwa 16 GW, also in etwa die Hälfte des benötigten Volumens. Dabei zeigen sich die Entwicklungen bei den Volumina durchaus sehr unterschiedlich.

In Deutschland beginnen die Maßnahmen für den Ausbau der Erneuerbaren immer mehr zu greifen, auch wenn sich der Zubau von knapp 60 GW per Ende September 2023 auf 115 GW in etwa noch verdoppeln muss. Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Mai 2023 seine neue Strategie vorgestellt, die neben zahlreichen Initiativen für den verstärkten Ausbau von Windenergie an Land das Ziel des Ausbaus auf 160 GW für das Jahr 2035 vorsieht. Zu Jahresbeginn erhöhte sich der Preis für die 7,35 ct/KWh, der für das Jahr 2024 auf diesem Niveau konstant gehalten wird, somit Planungssicherheit gibt und dem aktuellen Preisumfeld Rechnung trägt. Zum Jahresende dürfte das installierte Volumen rund 4,3 GW betragen und somit den Vorjahreswert von 2,4 GW deutlich übertroffen haben. In den vier Auktionen des Berichtsjahrs wurden insgesamt 6,5 GW bezuschlagt: einerseits klar unter den ursprünglich geplanten 12,8 GW, andererseits jedoch deutlich über dem Vorjahreswert von 4,5 GW. Die nicht genutzten Volumina gehen nicht verloren, sondern werden in zukünftigen Auktionen berücksichtigt. Darüber hinaus hat sich dem Tempo bei der Vergabe von Baugenehmigungen für Windparks deutlich erhöht. So wurden insgesamt Projekte mit insgesamt 1.381 GW genehmigt und damit deutlich mehr als im Vorjahr (2022: 810 GW). Ferner ist das "Wind-an-Land-Gesetz" positiv zu bewerten, wodurch eine beschleunigte Flächenausweisung erfolgt. Nachteilig wirken sich vor allem in Deutschland die schleppende Vergabe von Schwertransporten auf der Straße aus, die sehr aufwändig sind und immer wieder zu Projektverzögerungen führen. Hinzu kommt, dass aufgrund der hohen Gewichte der Turbinenteile und auch der teilweise schlechten Infrastruktur von Straßen und Brücken längere Transportwege in Kauf genommen werden müssen.

Insgesamt darf allerdings erwartet werden, dass die EU-Mitgliedstaaten die Regulierungen der EU-Kommission umsetzen und auf diese Weise Projektvolumina erhöhen und somit die Marktdynamik in Europa unterstützen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Neuer globaler Rekordzubau von Windenergie-

anlagen bei regional heterogenen Trends – sprunghaftes Plus im Kernmarkt Onshore-Deutschland

Weltweit befindet sich der Markt auf einem deutlichen, langfristigen Wachstumskurs. Der Ausbau der Windenergie spielt in immer mehr Ländern eine wichtige Rolle und schreitet daher nicht nur in den bereits seit Jahren etablierten Regionen für die Windenergieinvestitionen wie Europa fort, sondern auf allen Kontinenten (ohne Antarktis). So dürften in den kommenden Jahren laut Marktprognosen neben den Schwellenländern in Asien vermehrt auch Afrika und der Nahe Osten nennenswert in die Windenergieerzeugung investieren. Dabei bleibt das Onshore-Segment, das 2023 einen Anteil von 87,9% aller globalen Neuinstallationen ausmachte, weiterhin dominierend.

Nach der aktuellen Hochrechnung des Marktforschungsinstituts WoodMackenzie (November 2023) hat die Windindustrie 2023 eine neue Rekordmarke gesetzt. Weltweit dürften die Neuinstallationen von Windenergieanlagen demnach um 19,4% auf 101,6 GW (inklusive Repowering) gestiegen sein. Diese Zahlen sind allerdings durch eine substanzielle Markterholung in China und globale Offshore-Projekte verzerrt. Das für die Nordex Group relevante Weltmarktvolumen, also Onshore ohne China, ist 2023 gemessen an den Neuinstallationen bei regional sehr unterschiedlichen Trends in Summe um 11,1% auf 37,4 GW geschrumpft (2022: –2,1%). Hauptgrund dafür waren die USA, weil die hohen Zinsen, politische Unsicherheiten sowie noch ungeklärte steuerliche Aspekte zu Projektverschiebungen bei Neuinstallationen and Land und im Repowering geführt haben. Hinzu kommt, dass zahlreiche Unternehmen ihre Pipeline für Onshore-Windprojekte erst wieder aufbauen müssen.

Das Volumen der Neuinstallationen im europäischen Onshore-Markt ist laut WoodMackenzie 2023 zwar in Summe um 6,0% auf 16,0 GW (inklusive Repowering) zurückgegangen. Dabei hat sich der Rücksetzer vor allem in Nordeuropa ausgewirkt, besonders in Schweden (–20,6 %) und Finnland (– 35,7 %). In West- und Südeuropa nahmen die Aktivitäten dagegen in Summe zu mit Ausnahme der Türkei (– 38,7%). Auch Großbritannien (+89,4%), Italien (+16,4%) und insbesondere Deutschland haben zugelegt. Die Beschleunigung der Genehmigungsprozesse beginnt sich auszuwirken. Die Marktforscher von WoodMackenzie gehen davon aus, dass 2023 in Deutschland einschließlich der Effekte aus dem Repowering Onshore-Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 4,3 GW neu installiert wurden. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Volumen des Vorjahres von 57,4%. Mit dieser dynamischen Entwicklung konnten 2023 die Erwartungen des Bundesverbands BWE sowie von Deutsche WindGuard und VDMA von ursprünglich 2,7 – 3,2 GW, die zum Halbjahr bereits auf das obere Ende dieser Spanne revidiert wurden, substanziell übertroffen werden.

In Lateinamerika ist das Installationsvolumen gemäß der Hochrechnung von WoodMackenzie 2023 um 29,8 % auf 5,7 GW gestiegen. Dabei zeigte der für die Region dominierende Einzelmarkt Brasilien ein Wachstum von 23,5 % auf knapp 4,1 GW. In Mexiko sanken die Neuinstallationen um 8,7 %. Während der Zubau von Windenergieanlagen in Australien vergleichsweise unbedeutend war, nahmen die Installationen in Indien kräftig auf 3,3 GW zu (+78,7%).

Kumulativ ist der Netzbestand an Windenergieanlagen 2023 weltweit um 10,8 % rund 1,0 TW Nennleistung angewachsen. In dem von Nordex adressierten Markt (Onshore ohne China) wurde die gesamte Nennleistung des kumulierten Anlagenbestands um 7,0% auf knapp 549 GW ausgebaut, im Kernmarkt Europa um 6,7% auf 237,8 GW. Davon entfallen auf Deutschland laut WoodMackenzie 63,7 GW (+6,5%).

WESENTLICHE EREIGNISSE IM BERICHTSZEITRAUM

Das Marktumfeld für Hersteller von Windenergieanlagen wie die Nordex Group stand 2023 einerseits weiterhin unter dem Einfluss des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, einer weiterhin hohen Inflation und gestiegenen Zinsen. Andererseits profitierte die Branche von neuen politischen Anstrengungen und rechtlichen Vorgaben zur Eindämmung des Klimawandels und lag damit besonders im öffentlichen Fokus. Die längerfristigen Perspektiven für die Branche haben sich damit grundsätzlich verbessert, da die Windenergie an Land ein elementarer Baustein der globalen Energiewende ist und bleibt. Das Wettbewerbsumfeld bleibt intensiv und die Windenergieindustrie ist auf einem guten Weg eines kraftvollen, stetigen und zugleich nachhaltig profitablen Wachstums, auch wenn dies noch nicht erreicht ist. Obwohl 2023 erste positive Effekte seitens der ehrgeizigeren Realisierung von Projekten spürbar waren, erfordert die volle realwirtschaftliche Umsetzung der politischen Vorgaben und Förderungskonzepte noch Zeit. Die Nordex Group hat daher 2023 Maßnahmen umgesetzt, um das Produktportfolio zu stärken sowie die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhöhen und die Finanzstruktur weiter zu verbessern.

Im Einzelnen waren im Berichtsjahr 2023 folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung für die der Nordex Group und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt:

SERIENPRODUKTION DES TYPS N163/6.X IN ROSTOCK GESTARTET

Im Februar 2023 hat die Nordex Group mit der Serienproduktion der Maschinenhäuser für Turbinen der 6 MW-Klasse in Rostock begonnen. Sieben Monate nach Errichtung der ersten Prototypen der aktuell leistungsstärksten Turbine der Gruppe rollen nun planmäßig Anlagen des Typs N163/6.X in Serie aus dem Montagewerk in Rostock. Es handelt sich um das Leitwerk der Gondelfertigung der Gruppe, in dem rund 50% der Maschinenhäuser weltweit gefertigt werden.

DEBT-TO-EQUITY-SWAP

Im Rahmen einer außerordentlichen Hautversammlung (27. März 2023) haben die Aktionäre der Nordex SE mit großer Mehrheit beschlossen, sämtliche ausstehenden Forderungen aus den beiden Gesellschafterdarlehen der Ankeraktionärin Acciona S.A. vom 4. August 2020 und vom 29. Juni 2022 in Eigenkapital umzuwandeln. Dazu wurde das Grundkapital unter Ausschluss des Bezugsrechts durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien um rund EUR 24,5 Mio. (13,81 % des Grundkapitals) auf EUR 236.450.364 gegen Sacheinlage erhöht. Durch diese Kapitalmaßnahme hat das Unternehmen Fremdkapital in Höhe der Darlehensforderungen von nominal EUR 346,7 Mio. in Eigenkapital umgewandelt. Mit diesem wichtigen Schritt verbesserte sich die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gesellschaft erheblich und die Kapitalstruktur wurde gleichermaßen gestärkt.

GRÜNE WANDELANLEIHE

Im April hat die Nordex SE erfolgreich eine neue, nicht nachrangige und unbesicherte grüne Wandelschuldverschreibung mit Fälligkeit zum 14. April 2030 und einem Gesamtnennbetrag von EUR 333 Mio. emittiert. Die Wandelanleihen können in neue und/oder bestehende auf den Inhaber lautende Nordex-Stückaktien gewandelt werden. Mit dieser Kapitalmaßnahme hat Nordex ebenfalls die Kapitalstruktur gestärkt und zugleich die Finanzierungskosten weiter optimiert.

ERRICHTUNG ERSTER ANLAGEN AUF SELBSTENTWICKELTEN HYBRIDTÜRMEN

Die Nordex Group hat im Dezember die ersten Turbinen des Typs N163/5.X auf selbst entwickelten Hybridtürmen in Finnland errichtet. Diese aus Beton und Stahl bestehenden Türme werden lokal vor Ort gefertigt. Sie verfügen über einen Nabenhöhe von 168 Metern, ermöglichen mit ihrer Höhe eine höhere Stromproduktion und sind die höchsten Türme, die Nordex bisher errichtet hat. Ihre Entwicklung basiert auf den jahrelangen Erfahrungen in der eigenen Entwicklung und Produktion von Betontürmen der Gruppe.

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR

TURBINENPRODUKTION TROTZ DER HERAUSFORDERUNGEN GESTEIGERT

Im Berichtsjahr 2023 hat die Nordex Group ihre Turbinenproduktion (in MW) erneut gegenüber dem Vorjahresniveau gesteigert. Mit einem Anteil von 43% an der Gesamtproduktion stellte Deutschland erneut den wichtigsten Standort dar. Hierauf folgten, wie in den Vorjahren, Indien und Spanien, wobei der Anteil des indischen Produktionsstandorts gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig war.

Im Berichtsjahr hat die Nordex Group insgesamt 1.520 Turbinen (2022: 1.502 Turbinen) produziert. Die Nennleistung der montierten Turbinen wuchs um 7,0% auf 7.985 MW (2022: 7.463 MW). Dies ist vor allem auf die gesteigerte durchschnittliche Leistung der Windenergieanlagen zurückzuführen.

Die Produktion von Rotorblättern in den eigenen Werken reduzierte sich im Jahr 2023 aufgrund der Anpassung der Produktion in Deutschland leicht auf insgesamt 1.159 Rotorblätter (2022: 1.243 Blätter). Von externen Zulieferern, die die Blätter nach Nordex-Design und Nordex-Vorgaben herstellen, hat das Unternehmen 3.476 Blätter bezogen (2022: 3.531 Blätter).

Turbinen (MW) Rotorblätter (Stück)
2022 2023 2022 2023
Deutschland 3.155,7 3.400,6 216 0
Spanien 1.203,5 1.352,3 199 372
Brasilien 1.104,1 621,6
Indien 1.869,0 1.608,0 819 787
Mexiko 0 9 0
China 131,1 1.002,9
Gesamt 7.463,4 7.985,4 1.243 1.159

INSTALLATIONEN DEUTLICH ÜBER VORJAHRESNIVEAU

Im Jahr 2023 hat die Nordex Group in 24 Ländern in Summe 1.429 Windenergieanlagen (2022: 1.129 Anlagen in 19 Ländern) errichtet. Die installierte Gesamtnennleistung betrug dabei 7.253 MW. Dies stellt einen Anstieg um 38,9% gegenüber der Vorjahresperiode dar, die jedoch zum Teil durch die Auswirkungen des Cyber-Sicherheitsvorfalls beeinträchtigt war (2022: 5.221 MW). Insgesamt wurden (gerechnet in MW) 63 % der Anlagen in Europa (2022: 74 %), 24 % in Lateinamerika (2022: 15%) und 7% in Australien (Berichtsregion "Rest der Welt", 2022: 1%) errichtet. Auf die Region Nordamerika entfallen 6% der Installationen (2022: 10%).

Bei den wichtigsten Einzelmärkten lag Brasilien mit 1.185 MW (2022: 415 MW) vor Deutschland mit 922 MW (2022: 878 MW) installierter Leistung. Es folgen Finnland mit 749 MW (2022: 604 MW), Polen mit 487 MW (2022: 135 MW) und Australien mit 479 MW (2022: 34 MW). Weitere wichtige Märkte in Europa waren die Türkei, Frankreich und Spanien. Außerhalb Europas spielten neben den USA vor allem Peru und Chile eine bedeutende Rolle.

Auch im Hinblick auf die Anzahl der installierten Windräder war Brasilien im Berichtsjahr mit 208 Turbinen (2022: 83 Turbinen) vor Deutschland mit 175 Turbinen (2022: 188 Turbinen) der weltweit wichtigste Einzelmarkt für die Nordex Group. Es folgten Polen mit 134 Turbinen (2022: 38 Turbinen), Finnland mit 120 Turbinen (2022: 109 Turbinen) und Frankreich mit 109 Turbinen (2022: 112 Turbinen).

Land 2022 2023
Brasilien 414,7 1.185,2
Deutschland 878,1 922,4
Finnland 604,4 749,4
Polen 135,0 487,5
Australien 34,2 478,8
USA 549,3 424,2
Türkei 179,5 403,7
Frankreich 368,0 352,0
Spanien 600,0 309,8
Peru 0,0 308,1
Chile 279,9 279,5
Kroatien 0,0 184,8
Irland 113,4 172,8
Niederlande 235,3 160,1
Italien 79,2 159,3
Belgien 114,9 153,3
Großbritannien 326,4 115,2
Schweden 148,5 106,2
Serbien 0,0 105,6
Griechenland 0,0 73,5
Ukraine 0,0 54,6
Kanada 0,0 34,2
Österreich 5,7 28,5
Litauen 58,5 4,5
Mexiko 96,0 0,0
Gesamt 5.221,1 7.253,2

Installierte Leistung (MW)

HÖHERER AUFTRAGSEINGANG UND AUFTRAGSBESTAND 2023

Die Nordex Group steigerte 2023 ihren Auftragseingang im Segment Projekte (Turbinengeschäft) deutlich. Hierbei entfiel der Großteil der Nachfrage auf Turbinen der 5 und 6-MW-Klasse und speziell auf Türme der N163-Baureihe. Aus regionaler Sicht resultierte die Nachfrage besonders aus den europäischen Märkten, deren Anteil am Gesamtmix gegenüber dem Vorjahreswert folglich angestiegen ist.

Im Segment Projekte hat die Nordex Group Aufträge aus 23 Ländern mit einem Gesamtwert von EUR 6,2 Mrd. erhalten. Im Vorjahr betrug der Auftragseingang EUR 5.3 Mrd. mit Bestellungen aus 20 Ländern. Die Anzahl der bestellten Anlagen lag mit 1.270 Turbinen leicht über dem Vorjahreswert von 1.235 Windenergieanlagen. Geografisch entfielen 88% des Auftragsvolumens (in EUR) 2023 auf Europa (2022: 75 %), 7 % auf Lateinamerika (2022: 19 %), 3 % auf Nordamerika (2022: 6%) und 2% auf die Region "Rest der Welt" (2022: 0%). Die wichtigsten Einzelmärkte in Europa waren Deutschland, die Türkei, Spanien sowie Schweden. Darüber hinaus waren Brasilien, Chile, Kanada und Südafrika von großer Bedeutung.

Bezogen auf die Nennleistung hat die Nordex Group 2023 ihren Auftragseingang um 16% auf insgesamt 7,4 GW gesteigert nach 6,3 GW im Vorjahr. Der durchschnittliche Anlagenpreis je Megawatt Leistung (Average Selling Price, ASP) für das Berichtsjahr lag unverändert zum Vorjahreswert bei EUR 0,84 Mio./ MW (2022: EUR 0,84 Mio./ MW). Dabei hat sich die große Anzahl an kleinen Projekten mit hoher Nennleistung, insbesondere in Deutschland, deutlich bemerkbar gemacht.

Die Book-to-Bill-Quote im Segment Projekte, also das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz ohne das Servicegeschäft, lag mit 1,07 für das Jahr 2023 sowohl über 1,0 als auch dem Vorjahreswert von 1,04.

Die Nordex Group konnte ihren Bestand an festen Aufträgen im Segment Projekte auf EUR 6.911,2 Mio. zum Jahresultimo 2023 steigern. Dadurch ergab sich eine Steigerung um 5,8% (2022: EUR 6.535,0 Mio.). Der Auftragsbestand verteilt sich geographisch wie folgt: Der größte Anteil entfiel mit 84% wie im Vorjahr auf die europäischen Märkte (2022: 71%), gefolgt von Lateinamerika mit 10 % (2022: 22%), Nordamerika mit erneut 4% (2022: 4%) und der Region Rest der Welt mit 2% (2022: 3%).

Auftragseingang und Auftragsbestand im Segment Projekte

Auftragseingang Auftragsbestand 1
Region/EUR Mio. 2022 2023 2022 2023
Europa 4.007,1 5.491,6 4.658,3 5.795,7
Nordamerika 325,6 205,5 280,6 252,1
Lateinamerika 1.010,8 408,9 1.443,5 702,0
Rest der Welt 0,0 105,3 152,5 161,4
Gesamt 5.343,5 6.211,3 6.535,0 6.911,2

1 Zum 31.12.

Im Segment Service steigerte die Nordex Group ihren Auftragseingang deutlich um 36,4% von EUR 677 Mio. auf EUR 924 Mio. Der Auftragseingang umfasst gleichermaßen Serviceverträge für Neuanlagen als auch Vertragsverlängerungen bei ausgelaufenen Verträgen. Der Auftragsbestand des Segments stieg im Berichtsjahr um 11,4% weiter auf EUR 3,6 Mrd. an (2022: EUR 3,3 Mrd.). Neu ausgelieferte Anlagen kommen mit Zeitverzögerung von etwa einem Jahr nach Inbetriebnahme des Windparks in den Auftragsbestand.

Ende 2023 betreute die Nordex Group im Service-Segment weltweit 11.400 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 35,0 GW (31. Dezember 2022: 10.599 Anlagen entsprechen 31,2 GW). Die Anlagenverfügbarkeit der von der Nordex Group über Serviceverträge betreuten Anlagen lag im Jahr 2023 über alle Plattformen und Märkte hinweg stabil bei durchschnittlich 97,0% (2022: 97,0%).

SEGMENTENTWICKLUNG

Seit dem Jahr 2018 berichtet die Nordex Group über die Segmente Projekte und Service. Das Segment Projekte umfasst dabei das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen sowie die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development. Der Service enthält alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Anlagen nach Inbetriebnahme zusammenhängen. Umsatzerlöse sowie Aufwendungen und Erträge, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat als "nicht zugeordnet" ausgewiesen.

Im Berichtsjahr 2023 erzielte das Segment Projekte einen Umsatz von EUR 5.828 Mio. (2022: EUR 5.122 Mio.) und das Segment Service EUR 679 Mio. (2022: EUR 574 Mio.). Vor nicht zugeordneten Umsätzen und Konsolidierung trugen das Segment Projekte 89,5% und das Segment Service 10,5% zum Konzernumsatz bei.

Eckdaten zur Segmententwicklung

Projekte Service Konzern
EUR Mio. 2022 2023 2022 2023 2022 2023
Auftragseingang 5.343,5 6.211,3 677,2 923,9 6.020,7 7.135,2
Auftragsbestand 6.535,0 6.911,2 3.255,5 3.626,2 9.790,5 10.537,4
Umsatz 5.122,0 5.827,7 574,1 678,9 5.693,6 6.489,1
EBIT –230,6 9,6 96,0 101,2 –426,7 –186,5

VERGLEICH DES TATSÄCH-LICHEN GESCHÄFTSVERLAUFS MIT DER PROGNOSE

Die Nordex Group hatte ihre Prognose für das Berichtsjahr 2023 am 31. März 2023 mit vier finanziellen Zielgrößen veröffentlicht. Erstens rechnete der Vorstand mit einem Konzernumsatz in Höhe EUR 5,6 bis 6,1 Mrd. bei einem höheren Umsatzanteil in der zweiten Jahreshälfte als in den ersten sechs Monaten. Die Erwartung für den weiteren Umsatzanstieg basierte dabei u.a. auf dem erneut gewachsenen Auftragsbestand. Hinsichtlich der operativen Ergebnismarge für das EBITDA hatte das Unternehmen als zweites Element der Prognose eine Bandbreite von –2,0 bis 3,0% erwartet. Dabei hat das Unternehmen infolge hoher Kosten eine negative Marge im ersten Quartal avisiert, die sich dann im weiteren Jahresverlauf stetig verbessern und ab dem dritten Quartal wieder positiv sein sollte. Basis für diese Margenprognose war, dass tendenziell stabile bzw. leicht steigende Preise sowie angepasste Kundenverträge den Margenanstieg unterstützten. Außerdem hat das Unternehmen sein Programm zur Steigerung der Ergebnisse kontinuierlich fortgeführt. Damit werden die Produktivität und langfristig auch die Servicemarge erhöht, die Projektabwicklung verbessert sowie die Lieferkette weiterentwickelt. Das dritte Element der Prognose war eine auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote zum Jahresende von unter – 9%. Bei dieser Kennzahl spielen der Auftragseingang und das Aktivitätsniveau eine bedeutende Rolle. Für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Unternehmens waren viertens Investitionen von rund EUR 200 Mio. geplant. Insgesamt unterlag die Geschäftsentwicklung mit ihren Annahmen sehr großen Unsicherheiten (geopolitische Krisen, hohe Zinsen, schwaches Konjunkturumfeld). Dem wurde mit den breiten Prognosekorridoren Rechnung getragen.

Die Nordex Group ist wie erwartet in das Geschäftsjahr 2023 gestartet mit hohem Kostendruck und negativer Ergebnismarge, solidem Auftragseingang sowie im Vorjahresvergleich gestiegenen Installationen und Umsatz. Im zweiten Quartal setzte sich die Geschäftsentwicklung erwartungsgemäß fort, insbesondere bei einer verbesserten operativen Ergebnismarge. So wurde im zweiten Quartal der Break-even erreicht. Außerdem sind die installierte Leistung und damit auch der Umsatz gewachsen. Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen außerdem seine Kapital- und Finanzstruktur weiter gestärkt. Dazu wurden die Hochzinsanleihe in Höhe von EUR 275 Mio. zurückgezahlt, die beiden Darlehen des Hauptaktionärs in Eigenkapital gewandelt und erfolgreich eine neue Wandelschuldverschreibung in Höhe von EUR 333 Mio. begeben.

Der Geschäftsverlauf der zweiten Jahreshälfte bestätigte ebenfalls die Erwartungen der Nordex Group. Die Installationen sind deutlich gestiegen, sodass ein Teil der Rückstände aufgeholt werden konnte. Gleichzeitig ließen im Jahresverlauf Kostendruck und Inflation sichtbar nach, das Zinsniveau stabilisierte sich, ebenso wie die Lieferkette. Somit ist der Konzernumsatz im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen und übertraf auch das Volumen der ersten Jahreshälfte. Die EBITDA-Marge erreichte im dritten Quartal 2,8% und lag damit wie prognostiziert im positiven Bereich und stieg im vierten Quartal auf 3,4%. Außerdem sind die Auftragseingänge für Projekte in der zweiten Jahreshälfte 2023 kräftig gewachsen.

Die für das Gesamtjahr 2023 formulierten finanziellen Eckdaten der Nordex Group erfüllen vollumfänglich die Prognose vom 31. März 2023. So ist der Konzernumsatz auf EUR 6,5 Mrd. gestiegen, getrieben durch das hohe Aktivitätsniveau bei den Installationen und in der Produktion sowie dem weiteren Wachstum des Servicegeschäfts. Dabei lag der Umsatz sogar um rund 5% über dem oberen Ende des erwarteten Korridors. Die EBITDA-Marge erreichte mit einer schwarzen Null in etwa die Mitte der ursprünglichen Bandbreite und entsprach damit den Erwartungen von Nordex. Im Berichtsjahr hat der Konzern rund EUR 131,0 Mio. investiert. Dieses Volumen lag deutlich unter den ursprünglichen geplanten rund EUR 200 Mio. Hauptgrund waren projektbezogene Verschiebungen über den Bilanzstichtag hinaus. Die auf den Konzernumsatz bezogenen Working-Capital-Quote belief sich zum Jahresende 2023 auf –11,5% und lag somit deutlich besser als die ursprünglichen prognostizierte Zielgröße von unter – 9,0%.

Übersicht prognostizierter und tatsächlicher Verlauf 2023

Kennzahl Prognose
März 2023
Ist 2023
Umsatz in EUR Mrd. 5,6–6,1 6,5
EBITDA-Marge in % –2 bis 3 0,0
Working-Capital-Quote in % unter –9 –11,5
Investitionen (CAPEX)
in EUR Mio.
ca. 200 131,0

BEURTEILUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DURCH DEN VORSTAND

Das Berichtsjahr 2023 war für die Nordex Group ein Übergangsjahr, das sich national und international erneut als sehr fordernd dargestellt hat. In diesem Umfeld gelang es dem Unternehmen dennoch, nicht nur einen hohen Auftragseingang und steigende Marktanteile zu erzielen, sondern auch die Ergebnismarge nach einem erwartet schwachen ersten Quartal kontinuierlich zu steigern. Dabei startete die Nordex Group mit einen deutlichen Installationsstau (als Folge des Cyber-Sicherheitsvorfalls 2022) bei gleichzeitig hoher Kostenbelastung in das Jahr 2023. Im Laufe des Berichtsjahres gelang es dem Unternehmen, die Installationen teilweise aufzuholen, und auch die externe Kostensituation verbesserte sich. Letzteres betraf generell die Kosten für Rohstoffe und Seefrachten sowie insgesamt die rückläufige Inflation in Europa. Insofern haben sich Rahmenbedingungen gegenüber dem Vorjahr einerseits verbessert. Andererseits setzten sich schwierige Rahmenbedingungen fort bzw. es kamen auch neue hinzu. Zwar erhöhte sich die Stabilität der Lieferkette insgesamt. Sie wurde allerdings durch das Erdbeben in der Türkei und die Beschädigung einer Reihe von Hafenanlagen erneut gestört. Dadurch kam es zu längeren Wartezeiten bei der Be- und Entladung der Schiffe mit entsprechenden Verzögerungen. In Deutschland stieg das Aktivitätsniveau der Nordex Group spürbar an, wurde jedoch in der Abwicklung der Projekte von lang andauernden Genehmigungsprozessen für den Schwertransport auf der Straße für Komponenten beeinträchtigt. Dieser Engpass zeigte sich verstärkt vor allem durch die hohen Volumina. Unabhängig davon hat die Nordex Group das Kostensenkungsprogramm des Vorjahres weiter fortgeführt und auch die Vertragsgestaltung mit den Kunden beibehalten, um Risiken herauszunehmen und auf einem vertretbaren Niveau zu halten.

Die Nordex Group hat das Jahr 2023 ferner genutzt, um ihre Finanz- und Kapitalstruktur signifikant zu stärken. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen seine Hochzinsanleihe in Höhe von EUR 275 Mio. aus dem Jahr 2018 unter Inanspruchnahme eines zweiten Gesellschafterdarlehens zurückgeführt. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 27. März 2023 wurde dann genehmigt, beide Gesellschafterdarlehen (aus den Jahren 2022 und 2020) in Eigenkapital zu wandeln. Diese Wandlung erfolgte im Mai, sodass der Hauptaktionär folglich einen Anteil von 47,1% am Unternehmen hält. Diese Transaktionen werden dazu beitragen, die Zinsbelastungen der Nordex Group zu reduzieren. Darüber hinaus hatte sich das Unternehmen vor dem Hintergrund des unsicheren Marktumfelds (hohe Inflation, steigende Zinsen, verhaltene Nachfrage, geopolitische Risiken) entschlossen, eine Wandelschuldverschreibung zu begeben. Mit dieser im April umgesetzten Transaktion in Höhe von EUR 333 Mio. hat die Nordex Group ihre Liquidität entsprechend verbessert.

Mit einem Anteil von inzwischen über 90% am Auftragseingang bildet die Delta4000-Plattform mit ihren acht verschiedenen Produkttypen den Kern des Turbinenportfolios der Nordex Group. Die Plattform hat sich als sehr leistungs- und wettbewerbsfähig gezeigt und in den verschiedenen Märkten behauptet. Es ist aktuell nicht geplant, das bestehende Portfolio um weitere neue Turbinentypen zu erweitern, um hier keine unnötigen technischen Risiken einzugehen. Im Berichtsjahr hat die Nordex Group ihren Auftragseingang um 16% auf rund 7,4 GW gesteigert. Die Installationen erhöhten sich infolge des hohen geplanten Aktivitätsniveaus und auch der aufzuholenden Installationen deutlich von den niedrigen 5,2 GW aus 2022 auf knapp 7,3 GW im Jahr 2023. Infolgedessen stieg auch der Konzernumsatz auf knapp EUR 6,5 Mrd. an und lag damit etwas über dem oberen Ende der prognostizierten Bandbreite von EUR 6,1 Mrd. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich von – 4,3 % im Jahr 2022 auf den Break-even im Berichtsjahr (EBITDA: EUR 2,0 Mio.). Diese Entwicklung ist mehr höhermargige Projekte, ein verbessertes Kostenumfeld, eine überwiegend verbesserte Lieferkette sowie die angepassten Verträge zurückzuführen.

Die Nordex Group profitiert von ihrer breiten Aufstellung in zahlreichen Wachstums- und Volumenmärkten, die sie von der Entwicklung in Einzelmärkten weitestgehend unabhängig macht. Dabei ist besonders Europa als wichtigster Markt hervorzuheben, wobei generell Nordamerika sowie ausgewählte Märkte in Lateinamerika hinzukommen, oft mit einer führenden Marktposition. Ferner verfügt das Unternehmen über einen großen Kundenstamm, gute und langjährige Kundenverbindungen sowie ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio bei einer Produktionskapazität von inzwischen über 7 GW. Im Zuge der Energiewende zur Eindämmung des Klimawandels und auch infolge des Kriegs in der Ukraine erhält das Unternehmen deutliche Unterstützung aus dem politischen Umfeld zur Förderung einer unabhängigen und sauberen Energieproduktion. Insgesamt ergeben sich dadurch für die Nordex in den verschiedenen Märkten gute Marktchancen, auch wenn noch nicht alle Maßnahmen seitens der Politik und Behörden konkretisiert und umgesetzt sind.

Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr und des herausfordernden Marktumfelds beurteilt der Vorstand der Nordex SE das Geschäftsjahr 2023 grundsätzlich als positiv. Dabei hat sich die Situation zum Jahresende verglichen mit der Ausgangslage zu Jahresbeginn deutlich verbessert. Der Vorstand stellt ferner fest, dass das Unternehmen gut auf die künftigen Aufgaben und Herausforderungen vorbereitet ist.

ERTRAGS-, FINANZ-UND VERMÖGENSLAGE

ERTRAGSLAGE

Umsatzentwicklung

Dank gestiegener Installationen konnte der Umsatz der Nordex Group im Geschäftsjahr 2023 um 14,0% auf EUR 6.489 Mio. (2022: EUR 5.694 Mio.) gesteigert werden. Damit liegt der Umsatz etwas über dem oberen Rand der Prognose. Der umsatzstärkste Einzelmarkt war Deutschland mit einem Umsatz von EUR 1.096 Mio. (2022: EUR 707 Mio.). Er lag damit leicht vor Brasilien mit EUR 914 Mio. (2022: EUR 712 Mio.). Danach folgten Finnland mit EUR 704 Mio. (2022: EUR 532 Mio.) und Polen mit EUR 524 Mio. (2022: EUR 130,2 Mio.).

Ergebnisentwicklung

Die Gesamtleistung der Nordex Group ist im Berichtsjahr um 9,3% auf EUR 6.551 Mio. gewachsen (2022: EUR 5.991 Mio.). Enthalten ist ein Bestandsaufbau von EUR 61,8 Mio., wohingegen das Vorjahr durch eine Bestandserhöhung von EUR 298 Mio. geprägt war. Die Materialaufwendungen beliefen sich auf EUR 5.566 Mio. (2022: EUR 5.505 Mio.). Da dieser Anstieg geringer war als bei der Gesamtleistung, sank die Materialaufwandsquote auf 85,0% (2022: 91,9%). Dieser starke Rückgang spiegelt einerseits im Umsatz die erhöhten Verkaufspreise und andererseits im Materialaufwand leichte Kostenrückgänge bei Rohstoffen und Logistikdienstleistungen gegenüber dem hohen Niveau im Vorjahr wider. Insofern verbesserte das Rohergebnis (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) deutlich um 102,6 % auf EUR 985 Mio. (2022: EUR 486 Mio.). Die Strukturkosten (Personalaufwand sowie der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen) erhöhten sich um 40,2% auf EUR 983 Mio. (2022: EUR 701 Mio.). Im Wesentlichen ist dieser Anstieg auf höhere sonstige betriebliche Aufwendungen zurückzuführen. Dies schlägt sich auch im Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen nieder, der sich auf EUR – 353 Mio. belief (2022: EUR –143 Mio.). Im Hinblick auf den hohen Auftragsbestand sowie die gestiegene Anzahl von Windturbinen unter Service-Vertrag hat die Nordex Group ihren Personalbestand erhöht. Der Personalaufwand stieg daher um 7,2% auf EUR 630 Mio. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert (2022: EUR 588 Mio.) Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von EUR 29,2 Mio. beinhaltete. Der Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr steht in erster Linie im Zusammenhang mit den gesetzlichen Gewährleistungen, die sich aus dem höheren Betriebsvolumen (d. h. der größeren installierten Flotte) ergeben. Darüber hinaus entfallen EUR 109 Mio. auf erwartete Mehraufwendungen im Zusammenhang mit Qualitätsverbesserungsprogrammen für die alte Technologiegeneration. Auf der Basis eines deutlich überarbeiteten und erweiterten Qualitätsmanagements hat Nordex mit neuen Technologiegenerationen keine vergleichbaren Probleme mehr.

Strukturkosten

EUR Mio. 2022 2023
Personalaufwand 587,7 629,8
Sonstige betriebliche
Aufwendungen abzüglich
sonstiger betrieblicher Erträge
142,6 353,1
Gesamt 730,3 982,8

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtsjahr auf EUR 273 Mio. (2022: EUR 418 Mio.) gesunken. Positiv wirkten sich Erträge aus Währungskursumrechnungen in Höhe von EUR 149,3 Mio. (2022: EUR 90,2 Mio.) sowie Erträge aus Devisentermingeschäften in Höhe von EUR 87,5 Mio. (2022: EUR 152,2 Mio.) aus.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf EUR 626 Mio. (2022: EUR 558 Mio.). Die Aufwendungen für Währungskursverluste als größter Einzelposten betrugen EUR 156,8 Mio. (2022: EUR 57,9 Mio.). Es folgten Verluste aus Devisentermingeschäften mit EUR 90,1 Mio. (2022: 180,8 Mio.) sowie Reisekosten mit EUR 69,4 (2022: EUR 50,6 Mio.). Insgesamt beträgt das Nettoergebnis aus Devisentermingeschäften und Währungskurseffekten EUR –10,2 Mio. (2022: EUR 3,8 Mio.).

Im Geschäftsjahr 2023 wurde trotz des herausfordernden Umfelds auf Ebene der operativen Kernsteuerungsgröße EBITDA der Break-even erreicht. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verbesserte sich in Summe auf EUR 2,0 Mio. und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert (2022: EUR –244,3 Mio.). Die EBITDA-Marge in Höhe von 0,0 % (2022: – 4,3 %), blieb in der erwarteten Spanne von –2,0 bis 3,0%.

Die Abschreibungen sind infolge der Investitionen im vergangenen Berichtsjahr leicht um 3,3% auf EUR 188 Mio. gestiegen (2022: EUR 182 Mio.). Davon entfielen EUR 5,0 Mio. (2022: EUR 4,9 Mio.) auf Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation, PPA) der Akquisition von Acciona Windpower im Jahr 2016.

In Summe ergaben sich im Geschäftsjahr 2023 somit ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von EUR –186 Mio. (2022: EUR – 427 Mio.) und eine EBIT-Marge von –2,9% (2022: –7,5%). Bereinigt um die PPA- Abschreibungen errechnet sich eine EBIT-Marge in Höhe von –2,8% (2022: –7,4%).

Das Finanzergebnis belief sich im Berichtsjahr auf EUR – 124 Mio. (2022: EUR – 96 Mio.). Hierbei wirkten sich vor allem Zinsaufwendungen für die beiden Gesellschafterdarlehen in der ersten Jahreshälfte sowie die Zinsaufwendungen für die Wandelschuldverschreibung aus. Die Zinsaufwendungen (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) erhöhten sich um 32,9% auf EUR 135 Mio. (2022: EUR 102 Mio.).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) erreichte im Geschäftsjahr 2023 EUR – 311 Mio. nach EUR –522 Mio. im Vorjahr. Der Steueraufwand belief sich erneut auf einen positiven Wert in Höhe von EUR 7,8 Mio. (2022: EUR 24,6 Mio.), der sich aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlust- und Zinsvorträgen ergeben hatte. Für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich somit ein reduzierter Konzernverlust in Höhe von EUR –303 Mio. (2022: Konzernverlust EUR – 498 Mio.). Folglich lag das Ergebnis je Aktie mit EUR – 1,33 besser als im Vorjahr mit EUR –2,71.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der Nordex Group ist zum Stichtag 31. Dezember 2023 um 14,0% auf EUR 5.422 Mio. gestiegen (31. Dezember 2022: EUR 4.757 Mio.). Auf der Aktivseite ist dies ist vor allem auf den Aufbau an Zahlungsmitteln um 46,2% auf EUR 926 Mio. (2022: EUR 634 Mio.) zurückzuführen. Zusätzlich wurden die Vorräte zur Abarbeitung des hohen Auftragsbestands um 14,7% auf EUR 1.266 Mio. aufgestockt (2022: EUR 1.103 Mio.). Auf der Passivseite erhöhten sich die Kapitalrücklagen auf EUR 1.382 Mio. (2022: EUR 1.282 Mio.)

Nordex SE Geschäftsbericht 2023 als Folge der Umwandlung des Gesellschafterdarlehens in Eigenkapital. Zudem stiegen die Verbindlichkeiten aus Projekten um 25,3% auf EUR 1.320 Mio. (2022: EUR 1.053 Mio.), während im Gegenzug die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Veränderung von EUR 266 Mio., also in vergleichbarem Umfang, auf EUR 88,8 Mio. fielen (2022: EUR 354,8 Mio.). Der Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr steht in erster Linie im Zusammenhang mit den gesetzlichen Gewährleistungen, die sich aus dem höheren Betriebsvolumen (d.h. der größeren installierten Flotte) ergeben. Darüber hinaus entfallen EUR 109 Mio. auf erwartete Mehraufwendungen im Zusammenhang mit Qualitätsverbesserungsprogrammen für die alte Technologiegeneration. Auf der Basis eines deutlich überarbeiteten und erweiterten Qualitätsmanagements hat Nordex mit neuen Technologiegenerationen keine vergleichbaren Probleme mehr.

Zum 31. Dezember 2023 verfügte der Konzern über eine positive Nettoliquiditätsposition – flüssige Mittel abzüglich zinstragender Verbindlichkeiten (Bankverbindlichkeiten sowie Anleihe, Gesellschafterdarlehen und Mitarbeiteranleihe) – in Höhe von EUR 631 Mio. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung zurückzuführen. Zum Ende des Vorjahres wurde ebenfalls eine Nettoliquidität ausgewiesen, und zwar in Höhe von EUR 244,3 Mio. Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Zum 31. Dezember 2023 belief sich das Eigenkapital der Nordex Group auf EUR 978 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 878 Mio.). Dabei waren die positiven Effekte aus der Umwandlung der Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt EUR 347 Mio. in Eigenkapital höher als das negative Konzernergebnis. Wegen des im Vergleich dazu stärkeren Anstiegs der Bilanzsumme, sank die Eigenkapitalquote zum Berichtsjahresende rechnerisch leicht auf 18,0% (31. Dezember 2022: 18,5%).

Weitere Angaben zur Entwicklung der einzelnen Eigenkapitalpositionen sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie im Konzernanhang zu finden.

Vermögensstruktur

Zum Bilanzstichtag beliefen sich die flüssigen Mittel der Nordex Group auf EUR 926 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 634 Mio.). Enthalten sind Kassenbestände, Sichteinlagen und Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten.

Die Vorräte stiegen zur Abwicklung des hohen Auftragsbestandes und belaufen sich EUR 1.266 Mio. zum Jahresultimo (31. Dezember 2022: EUR 1.103 Mio.). Insgesamt stiegen die kurzfristigen Aktiva um 20,0 % auf EUR 3.553 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 2.961 Mio.).

Die langfristigen Aktiva legten gegenüber dem Wert vom Vorjahresende um 4,1% auf EUR 1.869 Mio. zu (31. Dezember 2022: EUR 1.795 Mio.). Aufgrund der geringeren Investitionen ging das Sachanlagevermögen um 7,9% auf EUR 554 Mio. zurück (31. Dezember 2022: EUR 602 Mio.). Der Goodwill blieb stabil bei EUR 548 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 548 Mio.) und die aktivierten Entwicklungsaufwendungen erhöhten sich um 5,1% auf EUR 170 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 162 Mio.).

Finanzlage und Liquidität

Im Geschäftsjahr 2023 erreichte der operative Cashflow einen positiven Wert und betrug EUR 161 Mio. (2022: EUR – 350 Mio.) Der Cashflow aus der Veränderung des Working Capitals belief sich dabei auf bei EUR 166,6 Mio. nach EUR 22,9 Mio. im Vorjahr. Hierbei wirkte sich vor allem der substanzielle Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten um EUR 266 Mio. positiv aus. Dem stand die Erhöhung von Vorräten um EUR 163 Mio. gegenüber. Zudem verbesserte sich der Cashflow aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit auf EUR – 5,4 Mio. (2022: EUR –294,3 Mio.).

Zum Berichtsstichtag lag die Working-Capital-Quote bei –11,5% (31. Dezember 2022: –10,2%) und somit erneut deutlich innerhalb des Prognosebereichs von unter – 9%. Die aktive Steuerung und Optimierung des Working Capitals hat sich in dem Umfeld erneut bewährt.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit, der die Mittelabflüsse für Investitionen widerspiegelt, sank im Berichtsjahr stark auf EUR –141 Mio. (2022: EUR –164 Mio.).

Im Geschäftsjahr 2023 ergab sich per saldo ein Free Cashflow, also der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit, der Nordex Group von EUR 20,0 Mio. Das stellt eine signifikante Verbesserung in den positiven Bereich dar, nachdem der Wert im Vorjahr bei EUR – 513 Mio. lag.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten belief sich auf EUR 286 Mio. (2022: EUR 346 Mio.). Er war geprägt vor allem durch den Mittelzufluss aus der Ausgabe der Wandelanleihe in Höhe von EUR 333 Mio. im zweiten Quartal. Die zahlungswirksamen Veränderungen im Finanzmittelbestand betrugen EUR 306 Mio. (2022: EUR –168 Mio.).

Syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie

Die Nordex SE verfügt darüber hinaus mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften über eine bis zum 9. April 2024 laufende syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von aktuell TEUR 1.302.000 (ursprünglich TEUR 1.410.000). Diese Multi-Currency-Avalkreditlinie beinhaltet zugesicherte Barkreditlinien in Höhe von TEUR 100.000, wovon im Geschäftsjahr 2022 TEUR 10.000 an eine indische Tochtergesellschaft herausgelegt wurden. Dieser an die indische Tochtergesellschaft herausgelegte Betrag wurde im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 20.000 erhöht.

Zum 31. Dezember 2023 ist die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie mit Avalen in Höhe von TEUR 1.012.884 (31. Dezember 2022: TEUR 1.209.550) in Anspruch genommen worden. Weiterhin sind innerhalb der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie Abzweigkreditlinien herausgelegt worden. Deren unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Barinanspruchnahmen beliefen sich am 31. Dezember 2023 auf TEUR 18.947 (31. Dezember 2022: TEUR 21.528).

Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen, beispielsweise wegen Nichteinhaltung der oben erwähnten Financial Covenants, möglich. Im Juli 2022 hat Nordex mit den Finanzinstituten erfolgreich das bestehende Financial Covenants-Konzepts angepasst, welches neben Equity Ratio auch die Kennzahl Liquid Assets als Financial Covenants umfasst. Zum 31. Dezember 2023 lagen keine Verstöße gegen Covenants vor. Zahlungsausfälle oder -verzögerungen im Hinblick auf die Barinanspruchnahmen der Kreditlinie in Höhe von TEUR 19.368 haben sich nicht ergeben.

Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie

Nordex SE hat mit der Acciona, S.A. eine Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie abgeschlossen, in der die Acciona, S.A. Nordex unter bestimmten Bedingungen anbietet, ihre offenen Bank- und Bürgschaftsfazilitäten in einer Gesamthöhe von bis zu TEUR 600.000 zur Verfügung zu stellen, im Rahmen derer Bürgschaften von verschiedenen Finanzinstituten zur Deckung des Bedarfs der Nordex Group ausgestellt werden können.

Zum 31. Dezember 2023 ist die Kreditlinie in Höhe von TEUR 377.606 in Form von Garantien in Anspruch genommen worden. Der im Zusammenhang mit der Garantiegebühr unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesene zu zahlende Betrag belief sich auf TEUR 2.275.

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen lagen im Geschäftsjahr 2023 bei EUR 131 Mio. und damit deutlich unter dem prognostizierten Wert in Höhe von EUR 200 Mio. und um 36,1% unter dem Vorjahreswert von EUR 205 Mio. Sie sind wesentliche Voraussetzungen, um den hohen Auftragsbestand effizient abarbeiten und das zukünftige Potenzial der Nordex Group heben zu können. Investitionen definiert die Nordex Group als Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögen ohne Berücksichtigung von Investitionen in Nutzungsrechte gemäß IFRS 16. Von den Investitionen entfielen EUR 51,9 Mio. (2022: EUR 35,3 Mio.) auf immaterielle Vermögenswerte. Dabei machten aktivierte Entwicklungsaufwendungen mit EUR 46,4 Mio. erneut den Großteil aus (2022: EUR 34,3 Mio.).

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich 2023 auf EUR 79,1 Mio. (2022: EUR 169,5 Mio.). Der größte Teil entfiel dabei mit EUR 22,1 Mio. auf technische Anlagen und Maschinen (2022: EUR 81,9 Mio.), gefolgt von anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit EUR 32,9 Mio. (2022: EUR 61,2 Mio.) und geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau mit EUR 18,7 Mio. (2022: EUR 7,3 Mio.) sowie den Grundstücken und Bauten mit EUR 5,2 Mio. (2022: EUR 19,1 Mio.). Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren der Auf- und Ausbau der Blattproduktion in Indien und Spanien sowie Transportausrüstung.

Entwicklung und Struktur der Investitionen

EUR Mio. 2022 2023
Sachanlagen 169,5 79,1
Immaterielle Vermögenswerte 35,3 51,9
Gesamt 204,8 131,0

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS UND AUSSAGE ZUR ANGEMESSENHEIT UND WIRKSAMKEIT DIESES SYSTEMS

Unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil des Entscheidungsprozesses sowie der Unternehmensführung der Nordex Group. Unter Berücksichtigung der Komplexität, der Größe und des Tätigkeitsfeldes des Unternehmens soll es die Angemessenheit und Wirksamkeit seiner Geschäftstätigkeit, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der geltenden rechtlichen Vorschriften sicherstellen. Unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem zielt auf eine frühzeitige Erkennung von Risiken, einschließlich ökologischer und sozialer Risiken und Indikatoren ab, damit ihnen wirksam und angemessen begegnet werden kann. Damit soll ein gewisses Maß an Sicherheit dafür geboten werden, dass die Geschäftsziele des Unternehmens wie geplant erreicht werden können. Einerseits ist das Unternehmen aufgrund seiner komplexen Geschäftstätigkeit und des schwierigen Branchenumfelds verschiedenen Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt. Andererseits ermöglicht das Eingehen von Geschäftsrisiken und deren proaktive Identifizierung, Bewältigung und Minderung auch Wachstumsperspektiven, Wettbewerbsfähigkeit im Markt und eine geschäftliche Stabilität, weshalb unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem nicht auf eine Vermeidung oder Beseitigung sämtlicher Risiken um jeden Preis abzielt. Vielmehr geht es darum, Risiken jederzeit zu verstehen, zu priorisieren und zu kontrollieren, um die Geschäftsziele des Unternehmens besser zu erreichen.

Unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem umfasst die folgenden zentralen Elemente:

Internes Kontrollsystem

Interne Richtlinien, Grundsätze und Verfahren bilden die Grundlage unseres internen Kontrollsystems und definieren die Werte und Erwartungen, die innerhalb der jeweiligen Bereiche oder Abteilungen gelten. Je nach Abteilung und Funktion gehören dazu standardisierte Genehmigungsverfahren, Organisationsstrukturen, verschiedene Prozesse und Maßnahmen, die zum einen einheitliche und vordefinierte Abläufe sicherstellen und zum anderen die Einhaltung dieser Prozesse objektiv überprüfbar machen sollen. Eine Aufgabentrennung stellt zudem sicher, dass ausführende, buchhalterische und administrative Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmensprozesses nicht in den Händen ein und derselben Person liegen, und verhindert so Missbrauch. Ergänzt wird dies durch IT-Systeme mit Zugriffsbeschränkungen, die sicherstellen, dass Mitarbeitende nur auf die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Informationen zugreifen können.

Die Einhaltung der internen Richtlinien, Prozesse und Grundsätze wird mit Hilfe unabhängiger Kontrollen innerhalb eines bestimmten Prozesses (Vier-Augen-Prinzip), abteilungsübergreifender Gegenkontrollen und regelmäßiger Prozessaudits durch die Interne Revision überprüft. Diese Kontrollen ermöglichen die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die sich auf die Geschäftsziele des Unternehmens auswirken könnten. Die Ergebnisse dieser Kontrollen (z.B. festgestellte Prozessschwächen) werden in angemessener Form an die für die Durchführung und Korrektur verantwortlichen Personen, ggf. den Vorstand oder den Prüfungsausschuss, berichtet, damit sofortige (Gegen-)Maßnahmen ergriffen werden können und das interne Kontrollsystem weiter verbessert werden kann.

Ziele, Organisation und Wirkungsweise des Risikomanagementsystems

Als international agierendes Unternehmen ist Nordex im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Aus diesem Grund hat die Nordex Group ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das darauf ausgerichtet ist, potenzielle negative Abweichungen (Risiken) frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für das Unternehmen abzuwenden und eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Positive Abweichungen im Sinne von Chancen werden in diesem System nicht mit erfasst, sondern mithilfe anderer Strukturen und Prozesse nachverfolgt (z.B. das "Cost of Energy"-Programm). Das Risikomanagementsystem umfasst eine Vielzahl von Kontrollmechanismen. Um die Effektivität des Risikomanagements sicherzustellen und die Aggregation von Risiken sowie eine transparente Berichterstattung zu ermöglichen, ist ein unternehmensweit einheitlicher Managementansatz zur Berichterstattung über Unternehmensrisiken und damit verbundener Gegenmaßnamen sowie finanzieller Sicherheitspositionen implementiert worden.

Das Risikomanagementsystem der Nordex Group erfasst alle strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken innerhalb der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, diese frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und entsprechend dem angestrebten Risikoprofil zu steuern. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Risikomanagementsoftware.

Die vom Nordex-Vorstand erlassene Risikomanagementrichtlinie regelt den Umgang mit Risiken innerhalb der Nordex Group und definiert eine unternehmenseinheitliche Methodik, die für alle Funktionen und Bereiche der Nordex Group Gültigkeit besitzt. Darin werden Verantwortlichkeiten für die Durchführung von Aufgaben im Risikomanagement sowie Berichts- und Überwachungsstrukturen festgelegt. Der Bereich "Group Risk Management" verfügt über die zentrale Methoden- und Systemverantwortung für das gruppenweit standardisierte eigenständige Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung der Risikomanagementrichtlinie von Nordex in Abstimmung mit dem Vorstand verantwortlich. Zudem überwacht der Bereich die als hoch und kritisch eingestuften Risiken einschließlich ihrer Auswirkungen auf Risikominderungsmaßnahmen sowie die konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Im Bereich der gesamten Nordex Group (auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene) werden Risikoverantwortliche ernannt. Das Risikomanagement findet somit durchgängig auf allen Unternehmensebenen und über Abteilungsgrenzen hinweg statt. Hier werden die Risiken im Rahmen der operativen Geschäftsabläufe permanent betrachtet und berücksichtigt. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, mindestens vierteljährlich die Risiken aller wesentlichen Geschäftstätigkeiten mittels eines einheitlichen methodischen Ansatzes zu identifizieren, zu bewerten und in einer zentralen Risiko-Datenbank zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Entscheidung bezüglich der konkreten Handhabung (z.B. Risikoverminderung). Der damit verbundene Maßnahmenplan (einschließlich der Implementierungskosten) wird bewertet, erfasst und kontinuierlich überwacht. Alle Schritte werden immer wiederkehrend durchlaufen und entsprechend den aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen angepasst.

Ermittelte Risikopotenziale werden mit quantitativen Messgrößen analysiert und bewertet. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet. Die Ergebnisse des Risikomanagements fließen regelmäßig in die Planungsund Kontrollrechnungen sowie in die Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung ein. Der Abschlussprüfer überprüft jährlich die in Bezug auf das Risikofrüherkennungssystem implementierten Verfahren und Prozesse sowie die Angemessenheit der Dokumentation.

Nordex ist bereit, unternehmerische Risiken einzugehen, aber nur insoweit, als aus dieser Geschäftstätigkeit und den daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen ein angemessener Beitrag zur Steigerung des Shareholder Value der Nordex Group zu erwarten ist.

Aktualisierung der Risikodokumentation

Anhand der Einschätzungen der Risikoverantwortlichen wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Hierbei umfasst der Betrachtungszeitraum das restliche aktuelle Jahr zuzüglich der folgenden drei Jahre. Der Konzernbereich Risikomanagement koordiniert zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen.

Risikobewertung

Um zu bestimmen, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die Nordex-Group aufweisen, werden die Risiken als potenziell negative Zielabweichungen gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen (Risikoausmaß) klassifiziert und als Bruttowert (vor Risiko-Gegenmaßnahmen) erfasst. Die Risiko-Gegenmaßnahmen werden getrennt bewertet und erfasst. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungskriterien für den Risikowert sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt:

Risikoklassifizierung – Eintrittswahrscheinlichkeit

Eintrittswahrscheinlichkeit Kurzbeschreibung
0–5% Sehr unwahrscheinlich
6–25% Möglich
26–50% Denkbar
51–100% Wahrscheinlich

Gemäß dieser Einteilung definiert Nordex ein sehr unwahrscheinliches Risiko als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, und ein wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu rechnen ist.

Risikoklassifizierung – Auswirkungen

Auswirkungen Quantifi
zierung
Kurz
beschreibung
Geringe negative Auswirkungen
auf die Geschäftsaktivitäten
sowie die Finanz- und
Ergebnissituation
EUR
0,5–3 Mio.
Gering
Spürbare negative Auswirkungen
auf die Geschäftsaktivitäten
sowie die Finanz- und
Ergebnissituation
EUR
3–10 Mio.
Mittel
Stark negative Auswirkungen auf
die Geschäftsaktivitäten sowie
die Finanz- und Ergebnissituation
EUR
10–25 Mio.
Hoch
Kritische negative Auswirkungen
auf die Geschäftsaktivitäten
sowie die Finanz- und
Ergebnissituation
> EUR
25 Mio.
Kritisch

Entsprechend ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen klassifiziert Nordex Risiken als "gering", "mittel", "hoch" oder "kritisch". Dies führt zu folgender Risiko-Matrix:

Risikomatrix

Auswirkungen Risiko
Kritisch K K K K
Hoch M H H K
Mittel M M H H
Gering G G M M
Eintrittswahr
scheinlichkeit
0–5%
Sehr
unwahr
scheinlich
6–25%
Möglich
26–50%
Denkbar
51–100%
Wahr
schein
lich

K = kritisches Risiko H = hohes Risiko

M = mittleres Risiko G = geringes Risiko

Risikobehandlung und -überwachung

Risiken können entweder durch aktive Gegenmaßnahmen verringert oder auch – unter bestimmten Umständen – akzeptiert werden. Notwendige Gegenmaßnahmen werden unverzüglich eingeleitet und ihr erwarteter Risikominderungseffekt bewertet und erfasst. Kernrisiken, insbesondere Marktrisiken (z.B. Nachfrageschwankungen) und Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, werden von Nordex selbst getragen. Nordex beabsichtigt, alle Risiken, die nicht zum Kerngeschäft gehören (z.B. Währungs- und Sachschadenrisiken), auf Dritte zu übertragen. Zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen setzt das Unternehmen beispielsweise unter anderem ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente ein. Risiken werden zudem dann durch Versicherungen abgesichert, wenn dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen vertretbar und möglich ist.

Die Risikoverantwortlichen sind dafür zuständig, die Risiken und die Effektivität der Gegenmaßnahmen kontinuierlich zu überwachen, wobei sie von ihren jeweiligen disziplinarischen und fachlichen Vorgesetzten unterstützt werden. Darüber hinaus werden die Risiken durch die entsprechenden Organe auf verschiedenen Führungsebenen, denen Mitarbeitende aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören, einschließlich des Vorstands und des Aufsichtsrats, überwacht. Die Verantwortlichen auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene haben laufend Zugriff auf die in der zentralen Datenbank dokumentierten Risiken und risikomindernden Maßnahmen. Auf regionaler Ebene und auf Gruppenebene besprechen Risikoverantwortliche zusammen mit dem Vorstand regelmäßig Risiken und Risikominderungsmaßnahmen und überwachen den Erfolg der Risikominderung. Zusätzlich wird der Gesamtvorstand einmal im Quartal über die Gesamtrisikosituation und die Auswirkungen auf Barmittel, Eigenkapital und Bank-Convents sowie über Einzelrisiken unterrichtet, die mittels der Risikoanalyse als "hoch" oder "kritisch" eingestuft wurden. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden dem Vorstand unverzüglich gemeldet.

Die vierteljährliche Risikoberichterstattung verbindet eine allgemeine Risikobeschreibung mit einer quantitativ abschätzenden Bewertung der Risiken und ihrer Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Alle Informationen zu den Geschäftsrisiken (erwartete Risikowerte, Effekte und Kosten von Gegenmaßnahmen, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten) werden in einer Prognose zum erwarteten Nettorisiko konsolidiert. Damit wird deutlich, inwieweit die Risiken durch bereits zurückgelegte Beträge gedeckt sind und Risiko-Gegenmaßnahmen noch umzusetzen sind. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zudem quartalsweise über die Gesamtrisikosituation sowie über neu identifizierte und fortgesetzt bestehende wesentliche Risiken, die als "hoch" oder "kritisch" eingeschätzt wurden.

Kontinuierliche Überwachung und Weiterentwicklung

Die Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Nordex SE. Risikomeldungen werden stichprobenartig in vertiefenden Interviews mit den betreffenden Unternehmensbereichen und Gesellschaften unter Federführung der Internen Revision auf ihre Plausibilität und Angemessenheit hin geprüft.

Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachungs- und Verbesserungsprozesse wird das Risikomanagementsystem ständig optimiert. Dabei wird den internen und externen Anforderungen gleichermaßen Rechnung getragen. Ziel der Überwachung und Verbesserung ist es, die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sicherzustellen.

Compliance-Management-System

Die Nordex Group verfolgt eine Nulltoleranz-Politik gegenüber allen Formen von Korruption. Alle Mitarbeitenden sind für eine wirksame Korruptionsprävention verantwortlich. Gleiches erwartet Nordex von seinen Geschäftspartnern.

Unser Compliance Management System basiert auf den drei Säulen Prävention, Erkennung und Reaktion unter dem Dach einer Unternehmensführung, die eine angemessene Compliance-Organisation und eine regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat, den Vorstand, das Komitee für Geschäftsethik und den deutschen Betriebsrat umfasst. Ziel ist es, eine Ethikkultur auf allen Ebenen des Unternehmens damit auch die Vorbildfunktion der Führungskräfte ("tone at and from the top") zu fördern. Das Compliance-Management-System deckt Compliance-Risiken im Zusammenhang mit Korruption, Bestechung, Interessenkonflikten und unethischem Verhalten ab.

Die Säule Prävention umfasst den Nordex-Verhaltenskodex für Mitarbeitende, der in Richtlinien und Verfahren für ihren jeweiligen Anwendungsbereich weiterentwickelt wird, den Nordex-Verhaltenskodex für Lieferanten und Auftragnehmer, die Beratung durch den Bereich Corporate Compliance für alle Ebenen weltweit, die Überwachung von Änderungen der gesetzlichen Anforderungen, die interne und externe Kommunikation sowie risikobasierte Schulungen. Die von Corporate Compliance durchgeführte Bewertung und Überwachung des Compliance-Risikos, die Überprüfung Dritter und regelmäßige Audits sowie unser Whistleblower-System "notify!" sind darauf ausgerichtet, Fehlverhalten aufzudecken. Zu den Reaktionsmaßnahmen gehören das Case-Management bei Meldungen von Hinweisgebern, Untersuchungen, Nachfassmaßnahmen und Abhilfemaßnahmen. Das Compliance-Management-System wird basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen kontinuierlich überwacht und verbessert.

Der Vorstand wird bei seinen Aufgaben im Zusammenhang mit dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem von den folgenden Bereichen und Gremien unterstützt:

Group Risk Management

Unser Bereich Group Risk Management ist für das Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen verantwortlich. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung interner Richtlinien und Vorgaben in Abstimmung mit dem Vorstand zuständig. Zudem überwacht der Bereich die als hoch und kritisch eingestuften Risiken einschließlich ihrer Auswirkungen auf Risikominderungsmaßnahmen sowie die konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Group Risk Management koordiniert ferner zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen.

Interne Revision

Die Interne Revision analysiert spezifische Prüfungsgebiete und -themen der Nordex Group und der mit ihr verbundenen Unternehmen auf der Grundlage von jährlich festgelegten und vom Prüfungsausschuss genehmigten Prüfungsplänen. Die Interne Revision berichtet regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss und gibt so einen Überblick über die wichtigsten Prüfungsfeststellungen und Weiterentwicklungen.

Legal Compliance und Corporate Compliance

Legal Compliance ist unter anderem für die Umsetzung datenschutzrechtlicher, wettbewerbsrechtlicher und korruptionsbekämpfender Vorschriften und Maßnahmen verantwortlich. Corporate Compliance betreibt das oben beschriebene Compliance-Management-System und ist insbesondere für unseren Verhaltenskodex zuständig. Der Compliance-Beauftragte berichtet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat regelmäßig über wesentliche Ergebnisse und Entwicklungen.

Ad-hoc-Ausschuss

Um den korrekten Umgang mit Insider-Informationen zu gewährleisten, die im Falle ihrer Veröffentlichung geeignet wären, den (Markt-)Preis der Finanzinstrumente der Gesellschaft erheblich zu beeinflussen, hat die Gesellschaft neben ihrem Vorstand einen sogenannten Ad-hoc-Ausschuss eingerichtet. Der Ad-hoc-Ausschuss entscheidet in Absprache mit dem Vorstand über die Einstufung von Insider-Informationen, die Herausgabe von Ad-hoc-Meldungen sowie den Aufschub von Meldungen.

Aussage zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Um die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beurteilen, hat der Vorstand verschiedene Informationen und Dokumente geprüft und bewertet, darunter den Bericht der Internen Revision, die vierteljährlichen Risikomanagementberichte, die Ergebnisse des Berichts und die intern von den Prozessverantwortlichen und Abteilungsleitern vorgelegten Bewertungen der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Der Vorstand hat daher geprüft, ob Kontrollschwächen – einzeln oder kumulativ – die Erreichung der Geschäftsziele der Gesellschaft wesentlich beeinträchtigen könnten. Nach bestem Wissen und Gewissen und gemäß den Informationen, die sich aus der Überprüfung unseres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ergeben haben, liegen Nordex zum 31. Dezember 2023 keine Hinweise auf kritische interne Kontrollschwächen vor, die wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft der Gesellschaft haben könnten. Auf der Grundlage der Ergebnisse unseres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind uns keine Umstände bekannt geworden, die uns zu der Schlussfolgerung veranlassen würden, dass unser internes Kontroll- und Risikomanagementsystem zum 31. Dezember 2023 nicht wirksam und angemessen ist.

RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Das interne Kontrollsystem der Nordex Group gliedert sich in einen geschäftsprozessintegrierten und einen prozessunabhängigen Bereich. Richtlinien, Arbeitsanweisungen und interne Kontrollen dienen der Bearbeitung und Steuerung von Risiken sowie der Einhaltung formaler Kriterien. Die Formulierung und Anwendung entsprechender Instrumente geschieht primär über die Fachfunktionen. Zusätzlich erfolgt bei wesentlichen Änderungen eine prozessunabhängige Risikobetrachtung durch die Interne Revision. Diese überprüft das bestehende interne Regelwerk der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis. Darüber hinaus informiert die Interne Revision im Rahmen regelmäßiger Audits über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen. Das bestehende Risikomanagementsystem der Nordex Group ist regelmäßig Gegenstand einer externen Prüfung, um eine fortlaufende Verbesserung des Risikomanagements sicherzustellen.

Die Nordex Group sichert mittels verschiedener Maßnahmen die ordnungsgemäße Rechnungslegung im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Die Nordex Group verfügt z.B. über eine zentrale Buchhaltungs- und Abschlusserstellungsorganisation, die auf Basis einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen tätig ist. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernrechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist und dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und den satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin wird mittels Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen sichergestellt, dass Inventuren ordnungsmäßig durchgeführt werden und der Ansatz, die Bewertung und der Ausweis von Vermögensgegenständen und Schulden im Konzernabschluss ohne wesentliche Fehler erfolgt. Als Kontrollaktivität werden Analysen von Sachverhalten und Entwicklungen anhand von Kennzahlenanalysen vorgenommen.

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften. Dabei wird ein einheitlicher Kontenrahmen in der Nordex Group verwendet. Der Konzernabschluss der Nordex SE und ihrer Tochtergesellschaften wird gemäß § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Rahmen eines strukturierten Prozesses und unter Verwendung eines vordefinierten Abschlusskalenders erstellt. Informationen außerhalb der Rechnungslegung werden vor Verwendung einer eingehenden Analyse und Plausibilitätsprüfung unterzogen. Es findet eine Gesamtkonsolidierung auf Ebene der Nordex SE statt.

Sowohl bei Zahlungen als auch vor dem Abschluss von Verträgen finden weitere relevante Grundsätze angewandter Kontrollen Anwendung, wie etwa Genehmigungs- und Freigabeverfahren.

Darstellung der wesentlichen Risikofelder und Einzelrisiken

Die nachfolgende Darstellung und Bewertung von Einzelrisiken bezieht sich – soweit nicht anders vermerkt – auf die Jahre 2022 bis 2024. Die identifizierten Risiken und die sich daraus möglicherweise ergebenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage werden als Nettorisikowert berechnet. Dazu gehören vollständig umgesetzte und noch umzusetzende Risiko-Gegenmaßnahmen. Dies bezieht sich nur auf Gegenmaßnahmen, die beschlossen wurden, sich in der Umsetzung befinden oder als kontinuierliche Maßnahmen festgelegt wurden.

Absatzrisiken

Absatzrisiken umfassen allgemeine Marktrisiken, das Preisrisiko sowie das Gesetzesänderungsrisiko.

Allgemeine Marktrisiken – und hier insbesondere das Wegbrechen von Marktpotenzialen – können aufgrund politischer, konjunktureller (z.B. fallende Strompreise) oder struktureller energiewirtschaftlicher Umbrüche auftreten.

Änderungen in der Regierungspolitik stellen ein allgemeines Risiko dar. In den letzten Jahren betrafen die Veränderungen in der Förderpolitik die Windindustrie insbesondere in den europäischen Märkten. Die Politik hat die finanziellen Anreize für erneuerbare Energiequellen, einschließlich der Windenergie, von Vorzugspreisen oder der regulierten Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen zu auktionsbasierten Modellen verlagert. Diese Änderung hat zu niedrigeren Energietarifen geführt, was wiederum die Margen und Renditen für Windenergieinvestoren belastet. Darüber hinaus hat diese Veränderung Unsicherheiten auf vielen Märkten und Nachfragestörungen ausgelöst. Nach den Verwerfungen haben sich die Märkte insgesamt wieder stabilisiert. Das gilt insbesondere für Europa mit der kürzlich erfolgten Veröffentlichung des Europäischen Aktionsplans für Windkraft. Hier erwartet Nordex eine positive, aber langsame Erholung der Installationsnachfrage.

Nordex begegnet Absatzrisiken mit einer Umsatzdifferenzierung, sodass die Gruppe zurzeit in über 40 verschiedenen Märkten in den Regionen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien aktiv ist. Zudem beobachtet und bewertet Nordex kontinuierlich Chancen in anderen Märkten. Dem Preisdruck der letzten Jahre hat Nordex durch die Entwicklung der erfolgreichen Delta4000-Plattform sowie durch ein internes Programm teilweise entgegenwirken können, das auf eine kontinuierliche Senkung der Stromgestehungskosten ("Cost of Energy") seiner Windenergieanlagen abzielt. Neben den bereits bekannten Faktoren, die sich auf den Sektor auswirken, könnten europäische Hersteller besonderen Herausforderungen ausgesetzt sein, die sich aus der aggressiven Preisdisziplin, den günstigen Geschäftsbedingungen für Kunden und den verfügbaren Produktionskapazitäten unserer chinesischen Wettbewerber ergeben, insbesondere in Märkten ohne Eintrittsbarrieren oder dort, wo bereits Handelsbeziehungen auf Regierungsebene bestehen, etwa im Rahmen der Initiative "Neue Seidenstraße".

Da fast alle Märkte inzwischen auf auktionsbasierte Modelle umgestellt haben, sind die wichtigsten Absatzrisiken weiterhin Unsicherheiten im Hinblick auf Baugenehmigungen, disruptive regulatorische Änderungen und eine weitere Konsolidierung auf der Angebotsseite. Der allgemein erwartete Schub für erneuerbare Energiequellen im Rahmen der gesellschaftlichen Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel, der nun mit Blick auf eine sichere Energieversorgung nochmals beschleunigt wird, ist noch nicht eingetreten.

Die Nordex Group begegnet diesen Risiken, indem sie sich über Branchenverbände und den direkten Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und öffentlichen Interessengruppen für die Windenergie einsetzt sowie Entwickler bei ihren Bemühungen um Baugenehmigungen und einer Diversifizierung der Lieferkette unterstützt.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Absatzrisiken über die bereits bekannten Sachverhalte hinaus wird derzeit als denkbar eingeschätzt und hat im Eintrittsfall mittlere Auswirkungen auf die Auftragseingänge und Finanzlage.

Produktentwicklungsrisiken

Aufgrund der Innovationskraft und Wettbewerbsintensität in der Windenergiebranche hängt die Fähigkeit, im Markt zu bleiben, stark von der Planung, Entwicklung und Vermarktung neuer und kosteneffizienterer Windenergieanlagen ab. Ferner könnten sich die Entwicklung neuer und komplementärer Technologien sowie die Digitalisierung Auswirkungen auf die Struktur des Nordex-Geschäfts auswirken. Die Entwicklung neuer und effizienterer bzw. ertragsstärkerer Anlagentypen sowie Produktmodifikationen sind jedoch mit teilweise erheblichen Investitionen verbunden. Diese müssen durch entsprechende Vertriebserfolge über den gesamten Produktlebenszyklus amortisiert werden.

Wesentliche erfolgskritische Faktoren bei der Anlagenentwicklung sind insbesondere die Verfügbarkeit von zeitlichen und monetären Ressourcen, ein strukturierter und umfassender Entwicklungsprozess, die Sicherstellung des Übergangs von der Prototyp-Turbine zur in Serie gefertigten Anlage, die Ausstellung der für den Betrieb notwendigen Zertifikate sowie der Zeitpunkt der Markteinführung. Entwicklungsrisiken treten ein, wenn einer oder mehrere dieser Faktoren außerplanmäßig gefährdet werden und die F&E-Aufwendungen höher ausfallen als geplant oder zusätzliche Kosten während der Durchführung von Projekten oder in der Wartungsphase anfallen.

Nordex begegnet diesen Risiken während Entwicklung und Erstanlagen-Errichtung mit seinem Simultaneous Engineering einschließlich Testverfahren und -szenarien für Systeme sowie in vollem Umfang in der Prototypenphase. Bereits im Vorfeld einer Anlagenentwicklung erfolgen eine marktnahe Analyse und die Vorbereitung in enger Kooperation von Vertrieb, Produktmanagement und -strategie sowie Entwicklung. Darüber hinaus stellt die Plattformstrategie sicher, dass bereits erprobte Technologie genutzt und zielgerichtet bis zur Zertifizierung und der nachfolgenden Serienreife weiterentwickelt wird.

Die von Nordex errichteten Anlagen müssen den an den jeweiligen Standorten geltenden Netzanschlussrichtlinien entsprechen. Um die zunehmende Anzahl von nationalen Richtlinien umzusetzen, ist ein erheblicher Ressourceneinsatz notwendig. Bei Nichteinhaltung von Richtlinien in einem Markt ist dieser Aufwand weder zu amortisieren, noch kann das Marktpotenzial erschlossen werden. Nordex begegnet diesem Risiko mit organisatorischen Strukturen und entsprechenden Arbeitsschwerpunkten im Bereich Engineering. Ferner sind bereichsübergreifende interne Arbeitsgruppen eingerichtet. Ergänzend erfolgt ein Engagement der Nordex Group in externen Gremien mit dem Ziel, auf eine weitgehende internationale Harmonisierung der Netzanschlussrichtlinien hinzuwirken.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Entwicklungsrisiken wird als möglich eingestuft und hat im Eintrittsfall mittlere Auswirkungen auf die geplanten Ergebnisse.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Zu den wesentlichen Risiken im Einkauf zählen Lieferengpässe bei Zulieferern, Lieferantenausfälle infolge von Insolvenzen, ungeplant hohe Lagerbestände, Preisrisiken, geänderte Beschaffungskosten, die Verfügbarkeit von Rohstoffen für unsere Lieferanten, Lieferzeitrisiken, Qualitätsrisiken und der Nachweis lokaler Wertschöpfung.

Unvorhersehbare Verschiebungen bei Kundenprojekten können in gewissem Rahmen zu zeitweilig erhöhten Vorratsbeständen bei Nordex führen und sich negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken. Nordex ist daher bemüht, den Vorratsbestand durch eine fertigungssynchrone Lieferung von Komponenten bei gleichzeitig hoher Liefertreue möglichst gering zu halten. Sollte die Auftragslage im laufenden Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten einige Lieferanten – die zum Teil erheblich in den Ausbau ihrer Kapazitäten investiert haben bzw. bei denen ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat – aus wirtschaftlichen Gründen ausfallen, wodurch sich die Anzahl potenzieller Zulieferer verringern würde.

Ein unerwarteter Nachfrageüberhang könnte zu Lieferengpässen bei einigen Komponenten – insbesondere den neu eingeführten Plattformen – verbunden mit entsprechenden Verzögerungen in der Projektabwicklung führen. Nordex begegnet dem Risiko des Lieferantenausfalls auf unterschiedliche Weise: Einerseits durch die rechtzeitige Reservierung von Kapazitäten bei Lieferanten auf der Basis geeigneter Vereinbarungen und andererseits durch die Qualifizierung weiterer Lieferanten, um das Risiko eines sogenannten Single Sourcing (Bezug bei nur einem Lieferanten) zu senken. Ein Lieferantenausfall ist zudem über eine Versicherung teilweise abgesichert. Nordex kauft weltweit Komponenten ein, die zum Großteil Preisschwankungen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten unterliegen. Da Nordex seinen Kunden die Turbinen zu projektspezifisch verhandelten Preisen anbietet, werden zeitnah zum Auftragseingang entsprechende Komponenten beschafft und gesichert. Damit reduziert sich das Risiko von Preisschwankungen auf der Einkaufsseite.

Nordex gewährleistet seinen Kunden die Qualität der Anlagen und bestimmte Leistungs- und Verfügbarkeitsparameter. Auch um Zahlungen unter den Leistungsgarantien zu vermeiden, werden alle Komponenten und das Gesamtsystem einer gründlichen Zertifizierung während der Designphase sowie Tests und Qualitätsprüfungen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements unterzogen. Dennoch kann das Risiko mangelhafter Komponenten, wie etwa bei fremdbezogenen Komponenten, nicht vollständig ausgeschlossen und nur begrenzt an Lieferanten und Sublieferanten weitergegeben werden.

In neuen Märkten in Entwicklungs- und Schwellenländern gewinnt der Nachweis von lokaler Wertschöpfung (Local Content) zunehmend an Bedeutung. Sofern dieser Nachweis nicht oder nur unvollständig erbracht werden kann, hat dies Auswirkungen auf die Projektfinanzierung und -realisierung. Nordex begegnet diesem Risiko mit der frühzeitigen Suche nach Lieferanten vor Ort und enger Zusammenarbeit mit Kunden und Behörden in den betreffenden Ländern.

Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Ausweitung der Lieferkette nach Indien und China und der anhaltenden Unsicherheit in verschiedenen Bereichen der Zulieferindustrie wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungs- und Einkaufsrisiken als möglich eingestuft und kann mittlere Auswirkungen auf die Margensituation des Unternehmens haben.

Produktionsrisiken

Nordex setzt bei der Turbinenmontage auf eine Linienfertigung sowie bei der Rotorblattproduktion auf teilautomatisierte Prozesse. Das wesentliche Produktionsrisiko besteht daher in einem Stillstand der Produktionsstätten. Stillstandzeiten treten insbesondere auf, wenn Vorlieferanten verspätet oder nicht in der vereinbarten Qualität liefern, wenn der Serienstart neuer Turbinentypen Verzögerungen verursacht oder wenn wesentliche Produktionsmittel wie etwa Kranbahnen, das Fließfertigungssystem oder Formensätze defekt sind. Auch die Verfügbarkeit von kompetenten Mitarbeitern stellt ein Risiko für die Beibehaltung einer hohen Produktionsmenge dar.

Ein weiteres spezifisches Risiko sind Hochlaufphasen neuer Produktionsstandorte, Produkte und Komponenten, insbesondere neuer Blatttypen bzw. von Blatttypen, deren Produktion an Zulieferer ausgelagert wird oder an neuen Standorten erfolgt. Hier muss neben der Einarbeitung weiterer neuer Mitarbeiter auch die nötige Qualität der karbonfaserverstärkten Blätter sichergestellt werden, um ungeplante Mehrkosten zu vermeiden.

Nordex hat eine globale Lieferkette aufgebaut und bezieht Systeme, Komponenten und Teile aus verschiedenen Regionen in aller Welt. Es besteht das Risiko, dass Lieferketten aufgrund politischer Ereignisse oder globaler Gesundheitssituationen, zolltariflicher Änderungen und eines sich ändernden regulatorischen Umfelds ins Stocken geraten oder zum Stillstand kommen, was sich negativ auf die Produktionsleistung auswirken kann. Zur Steuerung dieses Risikos verfügt Nordex über eigene, lokale und globale Ressourcen.

Den Produktionsrisiken begegnet Nordex mit dem Qualitätsmanagement und der Implementierung entsprechender Prozesse sowie mit seinem Supply Chain Management, das die Schnittstellen zwischen Einkauf, Produktion und Projektmanagement abdeckt.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken wird als möglich eingestuft und kann mittlere Auswirkungen auf die Leistungsindikatoren haben, da die Produktion auf Asien ausgeweitet wurde. Sie kann zudem durch sich ändernde Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, die verschiedene Regierungen unabhängig voneinander erlassen, beeinflusst werden. Als Gegenmaßnahme hat Nordex eine flexible regionale Präsenz aufgebaut, um die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstätten und Lieferketten zu reduzieren.

Projekt- und Errichtungsrisiken

Es ist allgemein bekannt, dass alle Hersteller von Windkraftanlagen ihre Anlagen an Standorten installieren, die aufgrund von orografischen, wetterbedingten und soziologischen Gegebenheiten relativ komplex sind. Um die Risiken bei der Umsetzung dieser Projekte zu begrenzen, erfolgt seitens Nordex vor Vertragsabschluss, vor Ausführungsbeginn und während der Ausführung eine technische und kaufmännische Prüfung.

Im Laufe des Jahres 2023 wurden diese mit der Tätigkeit verbundenen Risikobewertungsprozesse erheblich verbessert – zum einen durch die Einbeziehung von Unabwägbarkeiten im Zusammenhang mit Ereignissen, die außerhalb der Kontrolle von Nordex liegen, wie höhere Bunkerkosten, die Überlastung von Häfen usw., und zum anderen durch eine wöchentliche Kontrolle und Aktualisierung der Betriebsplanung des Unternehmens unter Berücksichtigung des Projektfortschritts.

Die positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen waren im gesamten zweiten Halbjahr zu beobachten, in dem zeitliche Abweichungen der Projekte und damit die daraus resultierenden Mehrkosten unter Kontrolle waren.

Der andere große Faktor, der sich auf unsere Ergebnisse in Bezug auf die Ausführungskosten auswirkt, ist der Kunde selbst und unsere Fähigkeit, Verzögerungen auf Kundenseite vertraglich zu antizipieren und Verluste geltend zu machen, die durch die Nichtverfügbarkeit des Kunden zu den vereinbarten Terminen entstehen. In dieser Hinsicht hat das gesamte Projektmanagement im Laufe des Jahres 2023 erhebliche Anstrengungen unternommen, um diese Kosten durch Änderungsaufträge an Kunden und Forderungen an Lieferanten zu kontrollieren und geltend zu machen.

In den letzten Jahren haben unter den Auswirkungen von Kosten gelitten, die durch mangelnde Produktqualität in den Bereichen Projektabwicklung und Service entstanden.

Der Schwerpunkt von Nordex lag auf der Planung von Eventualitäten und die Vermeidung neuer Qualitätsprobleme, der Neudefinition von Prozessen und der Verstärkung der Qualitätskontrollen. Das löst zwar nicht die Thematik von Altproblemen, reduziert jedoch das Aufkommen neuer Probleme und leitet so einen Trend zur Verbesserung im Unternehmen ein.

Der Bereich Projekte, insbesondere die Errichtung, ist naturgemäß der Bereich, in dem Kostenüberschreitungen aller vorangegangenen Prozesse der Wertschöpfungskette zusammenlaufen und sich direkt auf die Deckungsbeiträge des Unternehmens auswirken. Zieht man diese Tatsache und den für 2024 erwarteten hohen Auftragseingang in Betracht, so wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken als denkbar mit hohen Auswirkungen auf die Finanzlage eingestuft.

Technische Risiken

Windkraftanlagen sind komplexe Maschinen, die aus einer Reihe von hochentwickelten Systemen, Modulen und einzelnen Komponenten bestehen. Um zuverlässig funktionieren zu können, muss der Betrieb der Anlagen in sehr unterschiedlichen Umgebungen synchron und weitgehend autonom erfolgen. Daher unterliegen unsere Windenergieanlagen im Laufe ihres Lebenszyklus verschiedenen technischen Risiken, die sich je nach den zur Herstellung der Komponenten verwendeten Materialien und Technologie unterscheiden und stark davon abhängen, dass die Komponenten den geforderten Design- und Qualitätsstandards des Produkts entsprechen. Abweichungen von diesen Standards können die Verwendung von Windenergieanlagen einschränken oder diese unbrauchbar machen und eine Reparatur, einen Austausch oder eine vollständige Instandsetzung erforderlich machen, was wiederum erhebliche Mehrkosten für uns zur Folge haben kann. Diese Kosten sind besonders hoch, wenn es sich um wiederkehrende Mängel handelt, die eine größere Anzahl von Produkten betreffen. Die Gewährleistungen in den Kaufverträgen für neue Windenergieanlagen haben in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren, wobei sich die Gewährleistung für ausgetauschte Ersatzteile oder Komponenten innerhalb der Gewährleistungs- bzw. Mängelanzeigefrist bis zu zwei weitere Jahre ab Reparatur- bzw. Austauschdatum verlängert.

Darüber hinaus verpflichtet sich Nordex in der Regel, Betriebsund Wartungsdienstleistungen für seine Windenergieanlagen für eine verlängerte Laufzeit von bis zu 30 Jahren nach dem Verkauf zu erbringen, was häufig eine unbegrenzte oder zumindest umfassende Ersatz- oder Reparaturverpflichtung für Komponenten beinhaltet, die aus anderen Gründen als durch höhere Gewalt oder Eingriffe des Eigentümers ausgefallen sind. Bei vielen Windenergieanlagen reicht die Verantwortung für die Behebung von Störungen der Anlagen daher oft über den Gewährleistungszeitraum hinaus. Zusätzlich garantiert Nordex in der Regel bestimmte Leistungskriterien seiner Windenergieanlagen wie Geräuschemissionen und die Leistungskurve während der Gewährleistungszeit sowie – üblicherweise in Verbindung mit dem Servicevertrag – die betriebliche Verfügbarkeit der Windenergieanlagen oder eine andere Leistungskennzahl der Anlagen. Bei Nichterfüllung dieser Leistungskriterien müsste die Gruppe ihre Kunden für die verminderte Nutzung der Windenergieanlagen oder für Produktionsausfälle entschädigen, was wiederum zu hohen ungeplanten Kosten für Nordex führen könnte.

Für technische Risiken hat die Gruppe neben dem Versicherungsschutz und dem Lieferantenregress auch Rückstellungen gebildet, um mögliche, nicht durch Serviceerträge abgedeckte Kosten und Kundenforderungen im Zusammenhang mit technischen Problemen abzudecken.

Technische Risiken werden als möglich eingestuft und haben im Eintrittsfall hohe Auswirkungen auf die Finanzlage. Nordex hat für solche Risiken verschiedene Vorkehrungen getroffen, z.B. durch Rückstellungen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Bereich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterliegt die Nordex Group Fremdwährungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, unplanmäßigen Abschreibungen, dem Liquiditätsrisiko sowie dem Risiko der Verlustvortrags-Abzugsbeschränkung.

Da der Konzern international ausgerichtet ist und nicht alle Transaktionen auf Euro-Basis durchgeführt werden, ist das operative Geschäft Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Währungsumrechnungsrisiko entsteht, wenn die Ertragsund Finanzlage der ausländischen Tochtergesellschaften zu den für die Einbeziehung in den Konzernabschluss geltenden Wechselkursen in Euro umgerechnet wird. Diese Wechselkurse können im Laufe der Zeit erheblich schwanken und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen einzelnen Perioden beeinträchtigen. Das Währungstransaktionsrisiko entsteht, wenn die Gruppe sich in Projekten engagiert, bei denen Abfluss- und Zuflusswährungen nicht kongruent sind. Um dieses Risiko zu vermeiden, versucht Nordex in diesen spezifischen Projekten eine natürliche Absicherung zu schaffen, indem Verträge mit den betreffenden Kunden in denselben Währungen wie die Verträge mit Lieferanten abgeschlossen werden. Darüber hinaus setzt Nordex bei Bedarf auch derivative Sicherungsinstrumente ein, um das verbleibende Fremdwährungsrisiko zu reduzieren.

Der Konzern ist keinen größeren Zinsrisiken ausgesetzt, da fast alle Fremdkapitalinstrumente festverzinslich sind. Die letzte Tranche des variabel verzinsten Schuldscheindarlehens war im April 2023 fällig und wurde somit vollständig zurückgezahlt.

Zur Minimierung von Kreditrisiken schließt die Nordex Group Geschäfte nur mit Dritten ab, deren Kreditwürdigkeit überwacht wird. Alle wesentlichen Neukunden, die Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Ausfallrisiken bzw. dem Risiko, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere wird ein Auftrag erst dann angenommen, nachdem die Projektfinanzierung erfolgreich abgeschlossen ist und ordnungsgemäße Zahlungssicherheiten vereinbart wurden. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist.

Wertminderungen stellen ein weiteres finanzwirtschaftliches Risiko dar und können einerseits veraltete Lagerbestände und Ersatzteile betreffen, andererseits aber auch die Werthaltigkeit von Forderungen (Forderungsausfälle) sowie von immateriellen Vermögensgegenständen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bzw. Projektentwicklung. Diesem Risiko begegnet Nordex zunehmend mit einer fertigungssynchronen Beschaffung sowie einer regelmäßigen Neubewertung der immateriellen Vermögensgegenstände. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ferner über Bürgschaften, Garantien und Stand-by-Akkreditive oder Eigentumsvorbehalte teilweise besichert.

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen der Gruppe nur teilweise oder gar nicht erfüllen zu können. Die Finanzabteilung überwacht, steuert und prognostiziert daher laufend und regelmäßig die Gruppenliquidität. Hierbei überwacht die Finanzabteilung die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte sowie erwartete Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit. Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen. Nordex setzt Cash-Pooling oder andere interne Finanzierungsmechanismen wie konzerninterne Darlehen zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Finanzbereich bei Geschäftsbanken im In- und im Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limits und Kontrahentenrisiken permanent überwacht. Darüber hinaus finanziert sich die Nordex Group über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen in der Umsetzung befindlichen Windparkprojekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet.

Die Multi-Currency-Avalkreditlinie der Nordex Group beläuft sich aktuell auf EUR 1,30 Mrd. und hat eine Laufzeit bis April 2024. Die Kreditlinie umfasst die Zusage ausgewählter Kreditgeber, bei Bedarf zusätzliche Barabzweiglinien in Höhe von bis zu EUR 100 Mio. einzurichten. Im April 2023 schloss die Gesellschaft erfolgreich die Platzierung einer Wandelschuldverschreibung für Nettoforderungen in Höhe von EUR 333 Mio. ab. Der Nettoerlös wurde zum Ausgleich des negativen Cashflow des Jahres 2023 und zur Stärkung der Bilanz der Gruppe verwendet. Im Jahr 2023 wurde das zweite Gesellschafterdarlehen mit Acciona, S.A. zur weiteren Stärkung der Bilanzstruktur der Gesellschaft in Eigenkapital umgewandelt.

Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von EUR 1,30 Mrd. bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen, beispielsweise wegen Nichteinhaltung der oben erwähnten Financial Covenants, möglich. Aufgrund seiner operativen Entwicklung kann für Nordex das Risiko bestehen, dass die Covenants nicht eingehalten werden können, wenn sich das Geschäft des Unternehmens nicht gemäß dem Budget bzw. der mittelfristigen Planung entwickelt. Im Jahr 2022 hat Nordex mit den kreditgebenden Finanzinstituten für die Dauer mehrerer Quartale erfolgreich ein angepasstes Financial Covenant-Konzepts vereinbart, das unter anderem Liquid Assets als einen neuen zusätzlichen Financial Covenant umfasst. Im Geschäftsjahr 2023 wurden alle geltenden Covenants eingehalten.

Im Projektentwicklungsgeschäft entwickelt und vertreibt die Gruppe Windparkprojekte. Zu den Projektentwicklungsaktivitäten gehören die Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Sicherung von Genehmigungen, Grundstücksrechten und Stromabnahmeverträgen sowie die Finanzierung des geplanten Projekts. Das weite Feld der Projektentwicklung ist mit mehreren Risiken verbunden. So kann die Verweigerung von Baugenehmigungen, der Misserfolg bei Auktionen oder der fehlende Abschluss von Strombezugsverträgen bei einem Projekt zur Stornierung und Abschreibung des Projekts führen.

Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von finanzwirtschaftlichen Risiken als denkbar und die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe im Eintrittsfall als mittel eingeschätzt. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.

Rechtliche, steuerliche und exportkontrollrechtliche Risiken

Durch den Vertrieb ihrer Produkte und Dienstleistungen in einer Vielzahl von Rechtssystemen ist die Nordex Group verschiedenen produkt- und länderspezifischen Vorschriften, Gesetzen oder Richtlinien ausgesetzt, die sich auf die Ausübung unserer Geschäftstätigkeit auswirken. Unter anderem für die daraus entstehenden Risiken werden Rückstellungen gebildet, wenn und soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe der potenziellen Haftung angemessen geschätzt werden kann.

Rechtliche Risiken

Die technischen Risiken, denen Windenergieanlagen während ihrer Lebensdauer unterliegen, können zu Gewährleistungsoder Produkthaftungsansprüchen im Rahmen von Turbinenlieferverträgen oder Vereinbarungen über die Wartung und Instandhaltung der Windenergieanlagen führen. Das Risiko von Rechtsstreitigkeiten und anderen Streitigkeiten gehört daher zu unserer Geschäftstätigkeit. Nordex ist den Risiken aus Streitigkeiten und Verwaltungs-, Gerichts- und Schiedsverfahren ausgesetzt, von denen einige ein nachteiliges Ergebnis haben könnten und zu Strafen, Schadenersatz und Reputationsverlust führen können. Nordex könnte in Zukunft Ansprüchen von Kunden, Lieferanten, derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitenden, Wettbewerbern und anderen Dritten ausgesetzt sein, wobei sich die entsprechenden Rückstellungen im Falle eines negativen Ausgangs als unzureichend erweisen könnten. Es könnten erhebliche Rechtsverteidigungskosten anfallen. Wenn das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens deutlich von unseren Erwartungen abweicht, könnte dies zudem erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Daneben können auch Haftungen aus Konflikten mit geltendem Recht resultieren, z.B. aus Produkthaftung, der Verletzung von Patentrechten bzw. gewerblicher Schutzrechte, Nichteinhaltung von Kartell-, Antikorruptions- oder Datenschutzbestimmungen und aus der unzureichenden Umsetzung von Zertifizierungsanforderungen oder sonstiger gesetzlicher Auflagen. Darüber hinaus regeln Gesetze in verschiedenen Gerichtsbarkeiten die Produktsicherheit und die Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen, einschließlich der Emissionswerte für Lärm und Lichteffekte sowie die Nähe von Windkraftanlagen zu Wohngebieten. Die Einhaltung und Änderung solcher Gesetze und Vorschriften in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt kann sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Nordex Group auswirken. Nordex beobachtet die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in allen unseren Schlüsselmärkten, um potenzielle Problembereiche frühzeitig zu erkennen, unterhält angemessene organisatorische Maßnahmen und Prozesse, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten, beispielsweise durch eine erforderliche Anpassung der Geschäftsaktivitäten und -prozesse, und mindert potenzielle Risiken oder Schäden. Es gibt jedoch keine Gewissheit, dass interne Kontrollen, Verfahren, Complianceund Risikomanagementsysteme in der Lage sind, sämtliche potenziellen Konflikte oder Verstöße zu erkennen, oder dass sie rechtzeitig gemeldet oder korrekt bewertet werden, um angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen, und das diese für ein Unternehmen von der Größe und Komplexität der Gruppe angemessen sind.

Steuerliche und exportkontrollrechtliche Risiken

Die Nordex SE und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit in vielen Ländern tätig und unterliegen daher einer Vielzahl unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen und möglicherweise auch Steuerprüfungen. Da die Projekte der Nordex Group langfristigen Charakter haben, besteht das Risiko, dass eine Änderung der Besteuerung oder der Auslegung der Steuergesetze wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe und die Rentabilität eines Projekts haben könnte. Jede Änderung der steuerlichen Regelungen, denen die Nordex Group unterliegt, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben.

Wenngleich Nordex eine entsprechende Organisationstruktur aufgebaut hat, die sicherstellen soll, dass die jeweils relevanten Vorgaben aus Vertrag und Gesetz in der Ausführung unserer Geschäftstätigkeit umgesetzt werden, sind derartige Haftungsrisiken wie auch solche aus Rechtsstreitigkeiten nie auszuschließen. Durch interne Vorgaben und Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette soll der kontrollierte Umgang mit rechtlichen Risiken erreicht werden.

Um die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften nutzen zu können, muss zukünftig zudem ein ausreichender steuerlicher Gewinn erwirtschaftet werden.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von rechtlichen und steuerlichen Risiken wird als denkbar eingestuft, wobei die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen als kritisch eingeschätzt werden. Für bekannte Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.

Umwelt-, Sozial und Governancerisiken

Die dezidierte Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen ist bei der Nordex Group in den allgemeinen Risikomanagementansatz eingebettet. Zu den Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen gehören klima-, umwelt- und sozialbezogene Themen. Berichtspflichtige Risiken gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz sind Risiken mit einer Bedeutung für Geschäftsverlauf, -lage und -ergebnis und fester Bestandteil der Risikoberichterstattung im Lagebericht der Nordex Group. Nach unserer Einschätzung liegen unter Beachtung relevanter Gegenmaßnahmen keine wesentlichen Nettorisiken mit einer Bedeutung für Geschäftsverlauf, -lage und -ergebnis mit sehr wahrscheinlich schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf diese Aspekte vor. Sämtliche Nachhaltigkeitsrisiken, die gemäß den Nordex-Schwerpunktthemen bewertet wurden, sind im entsprechenden Kapitel des Nordex-Nachhaltigkeitsberichts 2023 aufgeführt (siehe Nachhaltigkeitsbericht 2023).

Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von Sozialen- und Umweltrisiken als sehr unwahrscheinlich und deren Auswirkungen als gering eingeschätzt.

Personal- und Kulturrisiken

Bei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsstrategien ist Nordex stark von der Fähigkeit abhängig, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und auszubilden, insbesondere in den Bereichen, die einen soliden technischen Hintergrund und Kenntnisse über die Besonderheiten des Windenergieanlagenbaus erfordern. Die wesentlichen Personalrisiken beziehen sich jedoch auf einen Fach- und Führungskräftemangel, falsche oder unzureichende Qualifikationen der Belegschaft sowie die Fluktuation von Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen.

Um den Risiken aus Fach- und Führungskräftemangel entgegenzuwirken, hat Nordex im Berichtszeitraum seine Recruitment-Prozesse verbessert und die entsprechenden Aktivitäten neu ausgerichtet. Ebenso wurde der Maßnahmenkatalog der unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Nordex Academy, weiter ausgebaut, um die kontinuierliche Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter sicherzustellen. Zur weiteren Reduzierung der Fluktuation, insbesondere auf Schlüsselpositionen, fördert Nordex weiterhin interne Karriereperspektiven, identifiziert frühzeitig Potenzialträger und baut entsprechend Nachfolger auf, u.a. durch das Programm "Upwind" zur Förderung besonders talentierter Nachwuchskräfte.

Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken als denkbar und deren Auswirkungen als gering eingeschätzt.

IT-Risiken

Als Turbinenhersteller legt Nordex höchsten Wert auf Cybersicherheit und beachtet dabei sämtliche gesetzlichen Anforderungen. Unsere Richtlinien, Standards und Prozesse im Bereich der Informationssicherheit sind die Grundlage für die erfolgte Zertifizierung sämtlicher deutscher Standorte nach ISO 27001. Im Jahr 2023 hat Nordex nach einer Rezertifizierung im Jahr 2022 das erste regelmäßige Überwachungsaudit erfolgreich bestanden und setzt die kontinuierliche Verbesserung seines Informationssicherheitsmanagementsystems fort. Der Verlust des ISO 27001-Zertifikates in der Zukunft hätte Auswirkungen auf die Anforderungen unserer Kunden und einen Reputationsverlust in der Industrie sowie potenziell einen erheblichen Verlust aktuellen und zukünftigen Geschäfts zur Folge.

IT-gestützte Geschäftsprozesse sind grundsätzlich den Risiken der elektronischen Informationsverarbeitung, insbesondere von Systemausfällen, mangelnder Datensicherheit und Datenverlusten, ausgesetzt. Nordex überprüft daher permanent die Aktualität und Sicherheit der eingesetzten Informationstechnologien, um Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen sicherzustellen. Dies geschieht durch Schulung der Mitarbeiter sowie durch regelmäßige interne und externe Audits der eingesetzten IT-Systemlandschaften. Die Systeme werden nach Vorgabe der Hersteller und allgemeinen Sicherheitsempfehlungen sowie der Anforderungen der Zertifizierungsstandards für IT, Informationssicherheit und Datenschutz auf Stand gehalten.

Im Hinblick auf Erkennungsfunktionen verfügt Nordex über eine umfassende Lösung im Bereich Endpoint Detection and Response (EDR) für Geräte vor Ort und in der Cloud sowie über ein Security Operations Center, in dem Alarme ganzjährig rund um die Uhr überwacht werden. Wird ein Vorfall erkannt, erfolgt die Reaktion darauf anhand spezifischer Playbooks.

› Ziele für die OT-/Windpark-Cybersicherheit

Das Unternehmen geht davon aus, dass es die europäische Richtlinie NIS2 einhalten und seine Cybersicherheitsreife im Rahmen der Norm IEC 62443 weiter verbessern muss. Dazu gehören die Ausarbeitung von Dokumentationen, die Festlegung und Einführung von Schutzmaßnahmen und die Verbesserung der Verfahren zur Reaktion auf Cybervorfälle in Windkraftanlagen.

Nordex arbeitet sehr eng mit seinen Kunden zusammen, um die steigenden Anforderungen an die Cybersicherheit in der Branche zu verstehen und zu erfüllen. Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, internationale Normen (wie IEC-62443) für seine Plattform Delta4000 zu erfüllen. Von allen zertifizierbaren Teilen dieser Norm hat Nordex bereits die Zertifizierung gemäß der Teile 3– 3 und 4–1 erreicht. Die Zertifizierung nach Teil 2– 4 läuft und soll noch 2024 abgeschlossen werden. Die Zertifizierung nach Teil 4–1 ist für 2025 geplant. Wenn wir diesen Meilenstein nicht erreichen, könnte das zu Reputationsschäden führen, während ein Erfolg uns als führendes Unternehmen in diesem wichtigen Bereich stärken wird. Darüber hinaus ist die Norm IEC 62443 nach der ISO 27001 die für die Kunden relevanteste Norm für Windkraftanlagenprodukte.

Die Sicherheit der Systeme könnte verletzt werden. Solche Sicherheitsverletzungen können durch Hacker, die Programme verwenden, mit denen Login-Daten erfasst werden, oder durch Denial-of-Service- oder Ransomware-Angriffe verursacht werden. Selbst wenn solche Sicherheitsverletzungen die strukturelle Integrität und/oder die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen nicht unmittelbar beeinträchtigen, können sie unsere Fähigkeit zur Fernüberwachung von Windkraftanlagen vorübergehend beeinträchtigen. Die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen ist auch ohne Fernüberwachungssteuerung gewährleistet, da diese sich auch autark den Umgebungsbedingungen anpassen können. Die Fernüberwachung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Serviceangebots.

Der Fernzugriff für unsere Kunden ist ein wichtiger Punkt, der im Jahr 2024 besprochen werden muss. Hier muss eine Strategie festgelegt werden, in der Nordex verschiedenen Perspektiven gerecht wird, da das aktuelle Konzept bisher zu Streitigkeiten zwischen den Parteien geführt hat, die sich jedoch noch nicht auf den Umsatz ausgewirkt haben.

› Business Continuity

Über die vom Unternehmen ergriffenen Präventivmaßnahmen hinaus definiert Nordex einen Business-Continuity-Plan, um die Kontinuität der kritischen Prozesse im Störungsfall sicherzustellen. Aktuell befindet sich ein Projekt zur Ermittlung der Hauptrisiken innerhalb des Konzerns in der Umsetzung, das voraussichtlich im Jahr 2024 abgeschlossen wird. Hierbei führt das Unternehmen eine gründliche Analyse durch, um die wahrscheinlichen Risiken, die potenziellen Auswirkungen und die im Falle einer Beeinträchtigung betroffenen Kernprozesse zu ermitteln. Für jeden dieser Prozesse wird ein Notfallplan ausgearbeitet, der bei einer Störung eine praktikable Alternative für den Katastrophenfall bietet.

Wichtig für das Unternehmen ist zudem die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Prozesse im Bereich Incident- und Krisenmanagement, um eine schnelle und effiziente Reaktion auf jeden potenziellen Vorfall, der Nordex betreffen könnte, zu gewährleisten. Der aktuelle Plan wird unter Einbeziehung der in den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen überprüft.

› Neue Gesetzgebung zur Informationssicherheit

Die NIS2-Richtlinie tritt am 17. Oktober 2024 für alle wesentlichen Organisationen in der Europäischen Union in Kraft, darunter auch Nordex. Das Unternehmen arbeitet daran, die Einhaltung dieser Richtlinie zu gewährleisten, indem es Lücken und gegebenenfalls Abhilfemaßnahmen ermittelt.

› Datenschutz

Die Informationsverarbeitung personenbezogener Daten erfolgt strikt gemäß den Regelungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGV), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer geltender nationaler datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Als Ergebnis des ISO-Überwachungsaudits im Oktober 2023 und ihrer bisherigen und laufenden Zusammenarbeit werden die Bereiche IT, Informationssicherheit und Datenschutz ihre Prozesse überprüfen und gegebenenfalls optimieren sowie besser miteinander verzahnen. Insbesondere sind folgende Maßnahmen geplant:

Im interdisziplinären Information Security Council werden kontinuierlich Themen von unternehmensweiter Bedeutung im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz diskutiert und entschieden. Falls erforderlich bzw. falls keine Einigung erzielt werden kann, werden die Themen dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt.

Dies wird in Zusammenarbeit zwischen IT-Management und dem Datenschutzbeauftragten sichergestellt und kontrolliert.

Insgesamt wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Cyberrisiken als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt und hat im Eintrittsfall eine mittlere Auswirkung auf die Ergebnisse.

Sonstige Risiken

Nordex ist makroökonomischen und geopolitischen Risiken ausgesetzt. Diese könnten die Fähigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen, ihre wirtschaftliche Präsenz in bestimmten Märkten aufrechtzuerhalten oder auszubauen, oder ihre Fähigkeit, grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen. Das Geschäft von Nordex könnte neben anderen Risikofaktoren durch konjunkturelle Abschwünge, Wechselkursentwicklungen, Inflationsraten, steigende Zinssätze, Störungen in der globalen Lieferkette und Handelshemmnisse beeinträchtigt werden. Dies könnte sich auf die Kosten auswirken, die bei der Bedienung bestimmter Märkte aus der vom Unternehmen aufgebauten Lieferkette anfallen.

Über die zuvor beschriebenen Risiken hinaus gibt es Einflüsse und Ereignisse, wie etwa Bürgerproteste und -initiativen gegen den Ausbau von Windenergie, Epidemien und Pandemien, Naturkatastrophen oder Terroranschläge bzw. kriegerische Akte, die schwer oder unmöglich vorhersehbar sind und deren Eintritt schwer oder unmöglich kontrollierbar ist. Als Beispiel sei hier der anhaltende Krieg in der Ukraine aufgeführt, der auch die Geschäftsentwicklung der Nordex Group beeinflusst, u. a. aufgrund der Projekte in der Ukraine. Darüber hinaus sah sich Nordex im Jahr 2023 trotz einer gewissen Stabilisierung der Lage mit Problemen bei der Zuverlässigkeit der Lieferkette, insbesondere in der Stahlindustrie und im Logistiksektor, sowie mit Sanktionen konfrontiert, die den globalen Handel und den freien Warenverkehr eingeschränkt haben. Die Nordex Group beobachtet und bewertet die Entwicklung der Situation kontinuierlich und leitet geeignete Gegenmaßnahmen ein, um sich auf die Veränderungen einzustellen, die sich auf ihr Geschäft auswirken. Insgesamt sind die Folgen des Konflikts selbst oder der Sanktionen und der damit verbundenen Maßnahmen in Bezug auf Umfang, Höhe, Dauer und Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung nicht vorhersehbar. Sie können im Falle des Eintretens die Geschäftsentwicklung der Nordex Group negativ beeinflussen.

Gesamtrisiko

Die Risiken der Nordex Group werden durch den Vorstand regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Nach Einschätzung des Vorstands bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der Nordex Group gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.

CHANCEN

Definition, Überwachung und Steuerung von Chancen

Chancen können sich aufgrund zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen ergeben. Die Nordex Group definiert Chancen als potenzielle positive Abweichungen von der Unternehmensplanung. Dabei sind vor allem mögliche positive Einflüsse auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage relevant. Das Chancenmanagement basiert auf einer systematischen und transparenten Überwachung, Analyse und Bewertung von Chancen und umfasst die dafür notwendigen Maßnahmen und Prozesse. Es ist somit fester Bestandteil der Strategie-, Planungs- und Berichtsprozesse sowie des Risikomanagements und unterstützt das Ziel der Nordex Group, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. In das Chancenmanagement sind neben dem Vorstand alle weiteren Führungskräfte sowie projektbezogene Entscheidungsträger eingebunden. So wird sichergestellt, dass Chancen zuverlässig identifiziert, bewertet und systematisch genutzt werden. Detaillierte Erläuterungen der Unternehmensstrategie und -steuerung sowie des Risikomanagements finden sich in den jeweiligen Kapiteln in diesem Lagebericht.

Übergeordnet differenziert die Nordex Group zwei Cluster von Chancen, je nach zeitlicher Relevanz.

Zum einen können sich – spiegelbildlich zu den Risiken – aus zahlreichen Einflussfaktoren, die eng im Rahmen des systematischen Risikomanagements des Konzerns überwacht werden, Chancen ergeben. Diese betreffen überwiegend den kurzfristigen Zeithorizont für das jeweils laufende Geschäftsjahr bzw. die rollierende Planung für die nächsten zwölf Monate. Chancen können sich ergeben, wenn sich die gesamt- oder branchenwirtschaftliche Entwicklung weltweit bzw. in einzelnen Regionen und in der Folge auch die Auftragssituation der Nordex Group besser als geplant entwickeln. Zudem sind im Zusammenhang Chancen mit der Produkt- oder Projektentwicklung u.a. durch kürzere Entwicklungs- oder Genehmigungszeiten möglich. Chancen können sich ferner im Bereich Beschaffung und Einkauf etwa durch bessere Konditionen oder Material- bzw. Lieferantensubstitution ergeben. Außerdem können sich finanzielle Chancen positiv auswirken. Dazu zählen beispielsweise günstigere Zinskonditionen oder Möglichkeiten, zinstragende Verbindlichkeiten vorzeitig abzulösen, tendenziell auch veränderte Währungskurse und gegebenenfalls Wertsteigerungspotenziale von bilanzierten Vermögensgegenständen.

Zum anderen können sich mittelfristig aus Megatrends sowie aus perspektivisch zu erwartenden Entwicklungen und antizipierten künftigen Ereignissen – abweichend von der bestehenden Planung – zusätzliche Geschäftspotenziale für die Nordex Group ergeben. Dabei spielt die Politik eine wesentliche externe Rolle. Des Weiteren sind interne Weichenstellungen der Nordex Group wie die mehrjährig angelegte strukturelle Neuausrichtung der Lieferkette von Bedeutung. Etwaige interne oder externe Chancen, die sich daraus ergeben können, werden eng überwacht und fließen in die mittelfristige Business- und Investitionsplanung sowie in die strategische Ausrichtung des Unternehmens ein.

Chancen infolge einer stringenteren Klimapolitik

Der Klimawandel und seine Folgen sind immer stärker spürbar. Damit finden auch tiefgreifende Maßnahmen zum Schutz des Klimas weltweit zunehmend höhere Akzeptanz. Dieser Megatrend ist unumkehrbar. Neue politische Vorgaben für einen beschleunigten Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und strengere Gesetze zum Klimaschutz können den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich beschleunigen. Politische Entscheidungen wie der "European Green Deal" unterstützen die Planungssicherheit für künftige Investitionen. Die neue deutsche Bundesregierung plant, den Klimaschutz mit umfassenden Maßnahmen zu forcieren und die Energiewende, insbesondere unter dem Einsatz erneuerbarer Energien wie Windkrafterzeugung an Land, zu beschleunigen. Zusätzliche Chancen und weiteres Marktpotenzial könnten sich in den USA im Zuge der weiteren Klärung des Inflation Reduction Act (IRA) ergeben. Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow haben sich erstmals alle Staaten zu einen beschleunigten Ausstieg aus der Kohleverstromung bekannt. Die Nordex Group beobachtet im Rahmen ihrer Vertriebsaktivitäten weltweit Märkte und Entwicklungen sehr eng. Ziel ist es u. a., neue Potenziale, die die Planung der Nordex Group übertreffen, nach gründlicher Analyse und Bewertung gegebenenfalls zügig erschließen zu können. Dies ist eine Säule der Unternehmensstrategie.

Chancen aus der Neuausrichtung Nordex-Produktionsverbundes

Die Nordex Group hat in den letzten Jahren mit Hochdruck ihren globalen Produktionsverbund mit einer Neuausrichtung der Lieferkette gestärkt. Einen weiteren bedeutenden Schritt zur Optimierung, der zugleich ein Kernelement der Unternehmensstrategie bis 2023 ist, bildet der laufende Ausbau der Produktion und der Lieferkette in Indien. Nordex hat dieses wegweisende Projekt initiiert, um zukünftig von Indien aus den Weltmarkt außerhalb Europas zu bedienen. Dabei sind erhebliche Volumensteigerungen und Kosteneinsparungen geplant. Sollte die Nachfrage stärker oder schneller als vorhergesehen wachsen, könnten sich daraus zusätzliche positive Effekte für den Umsatz und die Profitabilität der Nordex Group ergeben.

Des Weiteren hat Nordex die Zusammenarbeit mit dem USamerikanischen Rotorblatthersteller TPI ausgeweitet. Seit Juli 2021 betreibt TPI den Produktionsstandort Matamoros in Mexiko, zunächst für drei Jahre. Durch die Einbindung des Know-hows von TPI soll die Effizienz und Leistung der Rotorblattproduktion gesteigert werden. Zugleich kann Nordex die Ressourcen künftig auf andere strategische Produktionsanlaufaktivitäten fokussieren. Die Flexibilität der Lieferkette für Schlüsselkomponenten wird mit diesem Schritt erhöht. Aus dieser Zusammenarbeit könnten sich über die Planung hinaus Chancen für das Wachstum und die Profitabilität der Nordex Group ergeben.

Chancen aus dem Repowering

Als ein Treiber für das zukünftige Umsatzwachstum des Konzerns ist auch das sog. Repowering ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Beim Repowering werden bestehende alte Anlagen am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus vollständig abgebaut und durch den Neubau moderner effizienterer Turbinen ersetzt. Dieser Effekt wird künftig auch in etablierten Onshore-Windmärkten in Europa und den USA eine wichtige Rolle spielen. Eine zügigere und umfassendere Umsetzung von Repowering-Projekten könnte gegenüber den aktuellen Einschätzungen weiteres Potenzial für die Nordex Group eröffnen, speziell für die erfolgreiche Delta4000-Plattform. Damit wären zusätzliche positive Impulse für den Umsatz und die Profitabilität des Unternehmens möglich.

Chancen aus Forschung und Entwicklung

Nordex setzt bei der Forschung und Entwicklung vor allem auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios. Ein Fokus ist dabei die Senkung der Stromgestehungskosten über eine höhere Leistungsfähigkeit der Turbine oder über geringere Kosten. Den Kunden sollen durch Innovation immer wettbewerbsfähige und effiziente Windenergieanlagen angeboten werden. Die Delta4000-Plattform mit ihren acht Turbinenvarianten wird je nach Region unterschiedlichen Marktanforderungen gerecht und ist somit global einsetzbar. Ein weiteres F&E-Kernelement ist die gezielte Weiterentwicklung im Service, z.B. durch eine Optimierung der Wartung und durch die Weiterentwicklung von Software zur Leistungssteigerung der Turbinen. Innovationen bei Produkten oder im Dienstleistungsangebot können für die Nordex Group Chancen im Sinne von positiven Abweichungen gegenüber der zugrunde gelegten mittelfristigen Planung darstellen, wenn der Markterfolg dieser Innovationen größer ist oder er früher eintritt als geplant.

Chancen im Vertrieb

Eine Hauptaufgabe des Vertriebs besteht darin, Stammkunden und Kernmärkte zu pflegen, um so Geschäftsvolumen zu sichern und auszuweiten. Darüber hinaus soll der Vertrieb neue Kunden gewinnen bzw. neue Märkte für die Nordex Group erschließen. Von besonderer Bedeutung für die Nordex Group sind hierbei die weltweit agierenden Stromerzeuger. Nordex will sich für diese Kunden als strategischer Lieferant etablieren. Dies eröffnet die Möglichkeit zur Gewinnung von in der Regel großen Projekten. Weitere Potenziale ergeben sich durch die gezielte Erschließung einzelner Märkte. Dabei analysiert die Vertriebs- und Serviceorganisation kontinuierlich neue und wiederkehrende Märkte, bewertet Chancen und Risiken, mögliche Projektpipelines sowie Chancen für den Ausbau. So entscheidet sich auch, ob und wenn ja, wie ein Markt möglichst effizient und risikoarm bearbeitet werden kann. Vertriebsseitig bestehen somit vielfältige Möglichkeiten, zusätzliche Geschäftspotenziale für das Unternehmen zu heben, die sich – über die bestehende Planung hinaus – positiv auf die zukünftige Entwicklung von Aufträgen, Umsatzerlösen und Profitabilität auswirken können.

Chancen durch eigene Projektentwicklung und Service

Die Projektentwicklung der Nordex Group ist dem eigentlichen Geschäft vorgelagert. In ausgewählten Märkten außerhalb Europas nutzt das Unternehmen selbst entwickelte Windparkprojekte. Die Vermarktung dieser baufertigen Windparks erfolgt dabei vor allem an Finanzinvestoren. Abgerundet wird die Nordex-Wertschöpfungskette durch das margenstarke Servicegeschäft. Es stellt eine besondere Nähe zum Kunden sicher und ist zugleich Basis für neue Projekte. Chancen können sich durch zusätzliche, idealerweise langfristige Serviceverträge ergeben sowie durch eine stärker als geplante Realisierung von Servicevertragsverlängerungen. Dieses Geschäft soll sukzessive weiter ausgebaut werden.

Gesamtbewertung der Chancen

Unternehmerisches Handeln ist einerseits regelmäßig Risiken ausgesetzt, andererseits bieten sich im Zeitablauf aber auch immer wieder zusätzliche Chancen, die kontinuierlich überwacht und gemanagt werden. Entsprechende Systeme der Nordex Group stellen dies sicher. Der Vorstand der Nordex Group sieht sich damit gut aufgestellt, um zukünftige Chancen gezielt nutzen zu können, d.h. mögliche positive Potenziale für Umsatz, Profitabilität und Liquidität gegenüber der Planung zu heben.

Mit der Unternehmensstrategie hat die Nordex Group unter anderem konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben bis zum Jahr 2023 definiert. Die Steuerung des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, diese Vorgaben im operativen Geschäft umzusetzen. Darüber hinaus können sich aus den skizzierten Chancenclustern zusätzliche attraktive Potenziale für die Nordex Group ergeben, die bisher nicht Teil der konkreten Planungskalkulation für diesen Zeitraum oder darüber hinaus sind. Der Vorstand richtet in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk auf die externen Chancen, die sich aus neuen klimapolitischen Vorgaben ergeben können, sowie auf die internen Chancen, die sich aus der Weiterentwicklung des globalen Produktionsverbunds mit dem Ausbau der Lieferkette in Indien ergeben. Das enorme Potenzial für das weltweite Geschäft aus Indien heraus bietet aus Sicht des Vorstands große Chancen für die Nordex Group – (insbesondere) auch für die Jahre nach 2023.

NACHTRAGSBERICHT

Zum 14. Februar 2024 verfügt Nordex über alle relevanten Genehmigungen zur weiteren Erhöhung der mit dem Hauptaktionär Acciona SA abgeschlossenen Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie auf einen neuen Gesamtbetrag von TEUR 1.300.000. Gleichzeitig haben die Darlehensgeber der Syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie einer einjährigen Verlängerung der Laufzeit der Avalkreditlinie bis April 2025 zugestimmt.

PROGNOSEBERICHT

  • › Prognose 2024 sieht verbesserte Profitabilität vor
  • › Geschäftsentwicklung sollte von weiter stabilisierendem Marktumfeld profitieren
  • › Hoher Auftragsbestand sichert hohes Aktivitätsniveau

KÜNFTIGE RAHMENBEDINGUNGEN Erwartetes makroökonomisches Umfeld: Weltwirtschaft bleibt 2024 gedämpft, Warten auf die Zinswende

In einem weiterhin sehr risikobehafteten geopolitischen Umfeld zeichnet sich für die Weltwirtschaft im Jahr 2024 eine Fortsetzung des schwachen Wachstums ab. Zum einen bleibt die konjunkturelle Dynamik in China wegen der Schwäche im Immobilien- und Bausektor trotz staatlicher Maßnahmen zur Stützung gering, sodass nur wenig Impulse für die Weltwirtschaft ausgehen dürften. Dämpfend wirkt zudem das nach noch hohe Zinsniveau, vor allem in den Industriestaaten. Andererseits dürften eine weitere Abkühlung der Inflation sowie höhere Realeinkommen der Beschäftigten den privaten Konsum beleben und die Konjunktur spürbar stützen. Wesentlich für Verlauf und Dynamik der Konjunktur ist die Zinsentwicklung. Sollte sich die Inflationsentwicklung, wie allgemein erwartet, 2024 im Trend weiter abschwächen, wächst der Spielraum für Zinssenkungen. Die Fiskalpolitik war in den letzten Jahren sehr expansiv ausgerichtet, sowohl zur Abmilderung von Belastungen durch die Pandemie als auch Eindämmung der Energiekostenexplosion durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Aktuell wird allgemein erwartet, dass diese Effekte 2024 auslaufen werden und dass die Fiskalpolitik eher konjunkturbremsend wirken wird.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Weltwirtschaft 2024 nur mit 2,9 % wachsen wird, also etwas langsamer als schon 2023 (World Economic Outlook vom Oktober 2023). Das sind 10 Basispunkte weniger als in den Prognosen vom Juli und April 2023. Dabei bleiben die Konjunkturrisiken u.a. wegen der geopolitischen Konflikte und der Herausforderungen durch die immer stärkeren Auswirkungen des Klimawandel sehr hoch. Der IWF prognostiziert, dass die Wirtschaft in den Industrieländern 2024 lediglich um 1,4% expandieren wird sowie die Entwicklungs- und Schwellenländer zusammen unverändert mit 4,0%. Dabei wirkt sich aus, dass zinsbedingt die USA und aufgrund der heimischen Immobilienkrise auch China an konjunktureller Dynamik verlieren dürften. Im Euroraum und speziell Deutschland bleibt die Erholung ohne Schwung. Auch in der Türkei, Brasilien und Mexiko verliert die Wirtschaft 2024 an Kraft.

Die geopolitische Fragmentierung mit den zahlreichen Konflikten und der weltweite Umbruch der Energiemärkte verändert immer stärker die strukturellen Rahmenbedingungen in der Welt. In Kombination mit dem Klimawandel und seinen weitreichenden Folgen wird die Dekarbonisierung in allen Bereichen der Wirtschaft und des Lebens vorangetrieben. Die Politik setzt dazu verbindliche Ziele und Vorgaben, sodass der Ausbau der regenerativen Energieerzeugung weltweit beschleunigt wird. Mehr Information dazu befinden sich unter im Abschnitt "Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld". Diese Treiber dürften die Entwicklung ab dem Jahr 2024 unabhängig vom kurzfristigen Konjunkturumfeld zunehmend dominieren.

Erwartetes BIP-Wachstum 2024 (ausgewählte Länder und Regionen)

in % Quellen 2022 2023 2024e
Welt a 3,5 3,0 2,9
Industrieländer a 2,6 1,5 1,4
USA b, a 2,1 2,1 1,5
Kanada a 3,4 1,3 1,6
Euroraum c, a 3,3 0,7 1,2
Deutschland d, a 1,8 –0,5 0,9
Spanien a 5,8 2,5 1,7
Entwicklungs- /
Schwellenländer
a 4,1 4,0 4,0
Indien a 7,2 6,3 6,3
Türkei e 5,3 4,0 1,9
Lateinamerika a 4,1 2,3 2,3
Brasilien a 2,9 3,1 1,5

Quellen: a) IWF, b) US Department of Commerce, c) EZB/Eurostat, d) Bundesbank/Destatis, e) Sachverständigenrat

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten, dass die Zinsen zunächst noch auf hohem Niveau bleiben. Vorausgesetzt, der Inflationsdruck schwächt sich 2024 weiter ab, dürften die wichtigsten Notenbanken bei ihrer Geldpolitik im Verlauf des Jahres 2024 aber eine Zinswende einleiten. Mit der Erwartung, dass die US-Notenbank (FED) und die EZB letztlich denselben Zinszyklus verfolgen und dass sich das konjunkturelle Expansionstempo beider Wirtschaftsräume 2024 annähert, sprechen die wesentlichen fundamentalen Währungseinflüsse für einen relativ stabilen Euro-US-Dollar-Wechselkurs im Jahr 2024. Die Konzerngesellschaften der Nordex Group schließen ihre Verträge mit Kunden und Zulieferern maßgeblich entweder in Euro oder US-Dollar ab. Häufig werden Split-Verträge vereinbart, in denen die Währung auf die jeweilige Projekt-Wertschöpfung bzw. die Lieferkette abgestimmt ist. Verbleibende Transaktionswährungsrisiken werden weitestgehend durch Hedging minimiert. Weitere Informationen hierzu finden sich im Anhang im Abschnitt "Finanzrisikomanagement".

In dem schwachen weltwirtschaftlichen Umfeld rechnet der IWF damit, dass sich die Rohstoffmärkte 2024 trotz des angespannten geopolitischen Umfelds tendenziell weiter beruhigen. Demnach dürften die Nicht-Öl-Rohstoffe 2024 im Durchschnitt um 2,7 % sinken (2023: – 6,3 %). Der IWF geht zudem davon aus, dass von den Ölpreisen kein neuer Druck auf die Konjunktur entsteht. Laut der Prognose vom letzten Oktober dürfte der Preis für ein Barrel Öl (Mittelwert für UK Brent, Dubai Fateh, WTI) im Jahresdurchschnitt 2024 bei USD 79,92 liegen, das wäre ein marginaler Rückgang um 0,7%.

Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld

Die regenerative Stromerzeugung hat sich als Teil der Energiewende in vielen Regionen der Welt etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. In den weitgehend regulierten Energiemärkten spielt die Unterstützung durch die politischen Entscheidungsträger eine bedeutende Rolle. Dabei können sich politische und regulatorische Gegebenheiten durchaus sehr unterschiedlich auf die Ausgestaltung der Märkte auswirken. Zentral bleibt in diesem Zusammenhang das Pariser Abkommen von 2015 als Orientierung, bei dem sich die Teilnehmer geeinigt hatten, die Erderwärmung auf +1,5 Grad zu begrenzen. Die UN-Klimakonferenzen 2021 in Glasgow und 2022 in Ägypten bestätigten dieses Ziel und konkretisierten es weiter. Im Jahr 2023 fand die Klimakonferenz in Dubai statt, bei der sich die Teilnehmer grundsätzlich u. a. auf die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Erhöhung der Kapazitäten erneuerbarer Energien verständigt haben, die sich bis 2030 verdreifachen sollen. Außerdem sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 43 % und bis 2035 um 60 % sinken und dann ab 2050 null betragen. Für die Nordex Group sind vor diesem Hintergrund die politischen Anstrengungen in der Europäischen Union, die Klimaschutzvorhaben in den USA und Ausbauvolumina wichtig.

Mit dem im August 2022 von der amerikanischen Regierung beschlossenen Inflation Reduction Act wurde ein Programm zur Bekämpfung der Inflation eingeführt, das wesentliche Investitionen für die US-Energieproduktion und Industrie enthält. Der auf zehn Jahre angelegte Rahmen soll gezielt den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen fördern und den Ausstoß von Treibhausgasen senken. Insgesamt bewertet die Nordex Group dieses Programm aufgrund der langfristigen Ausrichtung und des zu erwartenden großvolumigen Ausbaus als sehr positiv. Allerdings ist ein gewisser Anteil an lokaler Wertschöpfung erforderlich, um die damit verbundenen Steuervorteile nutzen zu können. Daher prüft die Nordex Group weiterhin, ihre vorübergehend nicht aktive Produktionsstätte für die Herstellung von Turbinen in West Branch in Iowa wieder in Betrieb zu nehmen. Wesentlich hierfür ist die Visibilität einer kontinuierlichen Nachfrage in den USA. Im Jahr 2023 hat die Nordex Group intensiv an ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition in den USA gearbeitet, auch wenn noch keine Auftragseingänge verzeichnet werden konnten. An den Repoweringaufträgen konnte das Unternehmen noch nicht partizipieren und die weitestgehend europäisch geprägte Kundenbasis hat begonnen, wieder Projekte zu planen, diese jedoch noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich rechnet Nordex mit einer Belebung der Nachfrage im Jahr 2024. Darüber hinaus bietet der Windmarkt in Kanada gute Wachstumsmöglichkeiten.

Die EU hat ihre politische Linie zur Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Jahr 2023 fortgesetzt und beabsichtigt, die installierte Leistung der Windenergie massiv auszubauen. Ziel ist es, dass bis 2030 insgesamt 42,5% der Energie in der EU aus erneuerbaren Quellen stammt. Dazu hat die EU einen umfassenden Aktionsplan mit zahlreichen Maßnahmen vorgelegt, bei dem die Industrie und Mitgliedstaaten eng zusammenarbeiten sollen. Diese Bestrebungen begrüßt die Nordex Group ausdrücklich, insbesondere vor dem Hintergrund ihrer starken Markstellung in Europa.

Der deutsche Markt hat für die Nordex Group wieder deutlich an Relevanz gewonnen. Um die ambitionierten Ausbauziele zu erreichen, wurden eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die dazu dienen sollen, die Installationen zu forcieren. So hat die Bundesnetzagentur für die Jahre 2024 bis 2028 ein Ausschreibevolumen von jeweils 10 GW jährlich festgelegt, das sich gleichmäßig auf die vier Auktionen pro Jahr verteilt. Nachdem das Ausschreibungsvolumen von 12,84 GW im Jahr 2023 nicht vollständig ausgenutzt wurde, bleibt abzuwarten, wie hoch die konkrete Nutzung ausfallen zukünftig wird. Darüber hinaus wurde der Einspeisetarif in Höhe von 7,35 ct/ kWh aus dem Jahr 2023 in dieser Höhe für 2024 konstant gehalten, obwohl die Inflation rückläufig ist und die Zinsen sich stabilisiert haben. Besonders erfreulich ist, dass die Anzahl der Baugenehmigungen im Berichtsjahr 2023 signifikant um 78 % auf knapp 7,5 GW gestiegen ist (2022: 4,2 GW). Positiv sollte sich hierbei die Reduzierung von Windgutachten für besonders ausgewiesene Windgebiete ausgewirkt haben. Zudem besteht nach wie vor großes Potenzial in der Erneuerung von bestehenden Windenergieanlagen, die an ihr technisches Laufzeitende kommen bzw. aus der EEG-Förderung fallen (Repowering). Volumina und Preise spielen in Verbindung mit einer Steigerung der Ausbauflächen eine wichtige Rolle, um die von der Bundesregierung gesetzten Ziele zu erreichen. So soll die Produktionskapazität erneuerbarer Energien in Deutschland 115 GW per 2030 betragen und bis 2035 auf 160 GW weiterwachsen. Aktuell stellt die Vergabe von Genehmigungen für Schwertransporte auf der Straße die Windindustrie durch die langen Wartezeiten vor große Herausforderungen. Hinzu kommt, dass durch die hohen Gewichte der neuen Turbinen in Verbindung mit der in die Jahre gekommenen Infrastruktur in Deutschland die Planung noch anspruchsvoller wird und sich die Transportwege verlängern können.

Die Nordex Group ist mit ihrem Produktportfolio, ihrem Markt-Know-how und den guten Kundenbeziehungen sehr gut im deutschen Markt aufgestellt, um an den Wachstumsaussichten zu partizipieren.

Das Marktumfeld in Lateinamerika zeichnete sich durch eine hohe Wettbewerbsintensität bei Onshore-Windstrom aus und ist durch bilaterale Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements) geprägt. Dabei waren die Auftragseingänge 2023 infolge sehr niedriger Strompreise vor allem in Brasilien stark rückläufig. In diesem Markt macht sich auch der internationale Wettbewerb zunehmend spürbar bemerkbar. Insgesamt bleiben die Aussichten für 2024 daher verhalten.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Windenergie langfristig auf Wachstumskurs – Nordex-Kernmärkte 2024 überwiegend mit hohem Neuinstallationsvolumen

Die Windenergie ist als ein Haupttreiber der regenerativen Stromerzeugung unverzichtbar für die international forciert angestrebte Energiewende. Gestützt auf den erheblichen technologischen Fortschritt in den letzten Jahren hat sie ihre Wettbewerbsfähigkeit bewiesen. In windreichen Regionen gilt die Windenergie heute im Vergleich zu anderen Technologien der Stromerzeugung auch ohne Subventionen als konkurrenzfähig. Viele Märkte operieren daher subventionsfrei. Die Projekte werden dann meist durch Auktionsverfahren vergeben oder über sogenannte PPAs (Power Purchase Agreements). Das sind private Stromlieferverträge zwischen Energieerzeugern und Großkunden, z.B. Unternehmen. Die Politik treibt mit verschärften Gesetzen zum Klimaschutz auch die Windenergie voran, wie im Abschnitt "Politisches, rechtliches und regulatorisches Umfeld" näher erläutert. Die Treibhausgasemissionen sollen auf null reduziert werden. Dies erfordert u. a. einen massiven und beschleunigten Ausbau der Windenergie.

Das renommierte Marktforschungsinstitut WoodMackenzie geht laut der im November aktualisierten Prognose davon aus, dass die weltweiten Installationen (Offshore, Onshore plus Repowering) im Zeitraum von 2022 bis 2032 durchschnittlich um 8,2 % p. a. wachsen werden (ohne China um 8,3 % p. a.). Die global verfügbare Gesamtkapazität zur Stromerzeugung aus Windenergie würde sich somit auf 2,3 TW mehr als verdoppeln (2023: 1,0 TW). In dem für die Nordex Group relevanten Markt der Windenergieanlagen an Land (weltweit ohne China) dürfte der Zubau demnach um 5,7 % pro Jahr steigen. Dabei steigt das absolute Volumen des jährlichen Zubaus nach dieser Analyse bis zum Jahr 2032 auf mehr als 66 GW. Verglichen mit voraussichtlich 37,4 GW Onshore ohne China im Jahr 2023 entspricht dies einem Plus von 78%, d.h. der globale Markt, den Nordex adressiert, ist hoch attraktiv und gewinnt Jahr für Jahr an Volumen hinzu.

Europa bleibt dabei ein bedeutender Markt mit einem Jahreszubau von geschätzt 24 GW im Jahr 2028 als Spitzenwert. Allein die Installationen in der Teilregion Westeuropa sollen demnach pro Jahr um 3,3% bis 2032 zulegen, bei Spitzenvolumina um jeweils 11 GW in den Jahren 2028 und 2029. Für Deutschland (mehr als 8 GW in den Jahren 2028/29) und Spanien (Zubau von 2,3– 2,6 GW p.a.) rechnet Wood-Mackenzie mit einem durchschnittlichen Zuwachs bei den Neuinstallationen (inklusive Repowering) von 10 %. Frankreich dürfte einen stabilen Zubau von rund 1,3– 1,6 GW pro Jahr erreichen. Mit Blick auf die USA rechnen die Marktforscher mit einem jährlichen Wachstum der Onshore-Installationen von 5,3%, für Lateinamerika von 4,7% bis 2032.

Für das Jahr 2024 rechnet WoodMackenzie konkret damit, dass der von Nordex bearbeitete globale Markt (Onshore ohne China) kräftig um 25,1 % auf einen Jahreszubau einschließlich Repowering im Volumen von 46,7 GW springt. Dazu tragen sowohl die bedeutenden Märkte USA (+25,6%) und Lateinamerika (trotz Einbußen in Brasilien insgesamt +4,5 %) als auch Europa (+16,9 %) bei. Während die Installationen in Skandinavien und Frankreich 2024 nochmals zurückgehen dürften, zeichnet sich für Spanien, Italien und die Türkei deutliches Wachstum ab. Auch für Großbritannien sind die Perspektiven 2024 positiv (+17,0 %). Deutschland wird laut der Prognose 2024 das im Vorjahr sprunghaft gestiegene Installationsniveau von rund 4,3 GW erneut erreichen und bereits 2025 weiter auf einen Zubauniveau von mehr als 5 GW kommen. Die nachfolgende Tabelle gibt die Einschätzung und Prognose von WoodMackenzie für die zehn größten Einzelmärkte wieder.

Marktausblick Onshore-Windenergie für die Top-10-Länder nach erwarteten Neuinstallationen 2024

in MW
(Ranking auf Basis
2024e)
2023e 2024e 2025e
Welt 89.364 109.100 125.501
China 52.002 62.365 64.381
USA 6.657 8.362 14.890
Deutschland 4.287 4.290 5.229
Indien 3.300 4.000 4.500
Brasilien 4.050 3.230 3.135
Spanien 1.181 2.648 2.641
Südafrika 100 1.600 2.340
Schweden 2.000 1.500 1.530
Frankreich 1.450 1.353 1.283
Finnland 1.562 1.300 1.100

Quelle: WoodMackenzie November 2023 Global Wind Power Market Outlook (Segment Onshore), Update Q4/2023

PROGNOSE DER NORDEX GROUP FÜR 2024

Die Nordex Group hat im Berichtsjahr ihre Marktposition im globalen Onshore-Windmarkt weiter gefestigt. Vor allem in den Kernmärkten wurden hohe Auftragseingänge erzielt. Durch die Umwandlung der Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital und der Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung hat die Nordex Group ihre Kapitalstruktur gestärkt und die Liquiditätslage verbessert. Die Nordex Group verfügt über ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio und ist in vielen attraktiven Märkten mit Installationen und einem leistungsfähigen Service vertreten. Da die Windenergie an Land mittlerweile an vielen Standorten bezogen auf die Stromgestehungskosten (CoE) wettbewerbsfähig ist und der Ausbau der regenerativen Energieversorgung große politische Unterstützung erfährt, verfügt die Nordex Group über eine gute Ausgangssituation für das Geschäftsjahr 2024, obwohl die Herausforderungen im sehr wettbewerbsintensiven Windmarkt weiterhin hoch sind.

Nordex erwartet im Jahresverlauf 2024 über eine hohe Produktion und Installationsleistung sowie mithilfe der zu verbesserten Konditionen abgeschlossenen Aufträge positive Effekte auf die operative Marge des Konzerns zu erzielen. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass sowohl die Lieferketten als auch das politische und Konjunkturumfeld stabil bleiben und es zu keinen Verwerfungen kommt.

Insgesamt rechnet die Nordex Group für das Jahr 2024 mit einem deutlich besseren Geschäftsverlauf als im Jahr 2023, das sich in den wesentlichen finanziellen Kennzahlen widerspiegeln sollte, vor allem in Bezug auf die Profitabilität.

Für das Geschäftsjahr 2024 strebt der Vorstand der Nordex SE einen Konzernumsatz von EUR 7,0 bis 7,7 Mrd. und eine EBITDA-Marge in Höhe 2,0 bis 4,0% an. Darüber hinaus rechnet das Unternehmen mit Investitionen in Höhe von rund EUR 175 Mio. Darin sind die aus 2023 verschobenen Teilprojekte enthalten. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote soll zum Jahresende 2024 weiterhin unter – 9% liegen.

Zum Jahresultimo 2023 belief sich der Auftragsbestand im Segment Projekte auf EUR 6,9 Mrd. Das sind knapp 6 % mehr als ein Jahr zuvor. Dieser Auftragsbestand ist zentraler Bestandteil der Prognose. Das Installationsniveau 2024 wird ähnlich intensiv wie im Berichtsjahr erwartet, zumal noch Installationen aus dem Jahr 2023 aufzuholen sind. Die stärksten Einzelmärkte in Bezug auf den Auftragseingang 2023 waren in Europa, insbesondere Deutschland, die Türkei, Spanien sowie Schweden. International folgten dann die Chile, Kanada und Brasilien. Insgesamt war der Auftragseingang in Europa am höchsten, gefolgt von den lateinamerikanischen Märkten sowie Kanada und Südafrika.

Nachdem stark angestiegene Kosten für Rohstoffe und Logistik die vergangenen Jahre geprägt hatten kehrte 2023 tendenziell Stabilität auf niedrigerem Niveau ein. Dies sollte sich 2024 zunächst fortsetzen. Zudem waren 2023 Kosten, die aus der nicht fristgerechten Errichtung der Turbinen entstanden sind, vor allem in der ersten Jahreshälfte eine Belastung. Das Unternehmen rechnet hier mit spürbar geringeren Belastungen im Jahr 2024. Der Auftragsbestand per Ende Januar 2024 deckte bereits 78% des von der Nordex Group geplanten Konzernumsatzes für 2024 im Segment Projekte ab und bietet daher eine robuste Planungsbasis für Produktion und Installationen. Nachgelagert wird auch das Segment Service über die neuen Installationen profitieren.

Im zeitlichen Ablauf des Jahres 2024 erwartet das Unternehmen grundsätzlich ein ähnliches Muster wie im Jahr 2023, d.h. mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte beim Umsatz und Ergebnis (EBITDA). Die Nordex Group geht dabei insgesamt aufgrund der Saisonalität von einem schwächeren Start ins Jahr 2024 aus, zumal noch margenschwache Altaufträge abzuwickeln sind. Die Anzahl dieser Projekte nimmt im Jahresverlauf ab, während die Anzahl der margenstärkeren Projekte steigt. Diese sollten zu einer kontinuierlichen Erholung der Marge beitragen. Stabile bzw. leicht steigende Preise sowie die angepassten Kundenverträge werden sich ebenfalls positiv auf das operative Ergebnis und die Marge auswirken. Ferner wird das Unternehmen das Programm zur Steigerung der Ergebnisse 2024 fortführen. Wichtige Bausteine sind hier die Erhöhung der Produktivität, die langfristige Erhöhung der Servicemarge, die Verbesserung der Projektabwicklung sowie die Weiterentwicklung der Lieferkette. Nordex prüft weiterhin, die zurzeit stillgelegte Turbinenproduktion in den USA in West Branch wieder in Betrieb zu nehmen. Mit einer eigenen Fertigung in den USA könnte Nordex die Position vor Ort festigen.

Die geplanten Investitionen im Jahr 2024 sind vor allem für weitere Transportausrüstung vorgesehen, um die hohe Anzahl an geplanten Installationen effizient abarbeiten zu können. Zusätzlich sind Investitionen in die Ausrüstung im Zusammenhang für die Turbine N175/6X geplant.

Für das Jahr 2024 rechnet die Nordex Group grundsätzlich mit einer soliden Nachfrage, insbesondere in ihren bedeutenden Kernmärkten. Hierbei profitiert das Unternehmen sowohl von seiner starken Marktposition bei weltweit agierenden Schlüsselkunden als auch vom breit gefächerten Kundenstamm, vor allem in Europa. Mit der Delta4000-Plattform hat die Nordex Group eine effiziente und wettbewerbsfähige Turbinengeneration der Klassen 4 MW, 5 MW und 6 MW+ mit inzwischen acht verschiedenen Produkttypen am Markt, die in nahezu allen Regionen weltweit eingesetzt werden kann.

Der IRA in den USA und die politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene wie auch auch das stetig zunehmende Volumen im Repowering, das bereits in wichtigen europäischen Märkten und zunehmend auch den USA eine wichtige Rolle einnimmt, bieten gute Marktchancen. Dabei ist schwer abschätzbar, wann und in welchem Umfang sich diese Maßnahmenpakete kurzfristig entfalten. Positiv zu bewerten ist die weiterhin hohe politische Aufmerksamkeit, die eine unabhängige und saubere Energieproduktion besonders in Europa fördert.

Die Entwicklung des Working Capitals sollte im laufenden Geschäftsjahr von einem guten Auftragseingang sowie einer hohen Anzahl von Installationen profitieren.

Mittelfristmarge bestätigt

Die Nordex Group hatte eine strategische EBITDA-Marge von 8% als Ziel genannt. Diese Vorgabe bekräftigt das Unternehmen hiermit erneut. Das Margenziel soll mittelfristig erreicht werden.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Die Nordex Group hat im Laufe des Jahres 2023 ihre Profitabilität von Quartal zu Quartal steigern können. Einen wichtigen Beitrag hat dazu auch das Programm zur Verbesserung der Profitabilität geleistet und dieses wird 2024 fortgeführt werden, sodass die Kosten überwacht und diszipliniert gesteuert werden. Ein zentrales Element stellt in diesem Zusammenhang die stetige Überprüfung und Entwicklung der Lieferkette dar, um die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten. Ein mögliches weiteres Volumenwachstum in Europa in Verbindung mit den wirtschaftlichen und politischen Ambitionen, die Abhängigkeit von China zu reduzieren und besser auszubalancieren, könnte mittelfristig dazu beitragen, die europäische Lieferkette einschließlich der Türkei weiter zu stärken. Konkreter ist die Situation in den USA, weil mit der Einführung des Inflation Reduction Act lokale Produktion gefordert ist, um wettbewerbsfähig im US-Markt agieren zu können. Vor diesem Hintergrund prüft die Nordex Group, ihre vorübergehend aus dem Markt genommene Produktionsstätte für Turbinen in West Branch (Iowa) wieder in Betrieb zu nehmen.

In den vergangenen Jahren hatten als externe Faktoren vor allem hohe Kosten bei Rohstoffen und Seefrachten sowie massive Unterbrechungen der Lieferketten die Marge der Nordex Group belastet. Daher hat das Unternehmen den im Vorjahr eingeschlagenen Kurs konsequent fortgesetzt, um Risiken zu reduzieren, die Marge somit abzusichern und diese dann im weiteren Zeitablauf kontinuierlich zu erhöhen. Dies schließt insbesondere eine disziplinierte Preissetzung sowie die Anpassung und Ausgestaltung von Kundenverträgen und auch den Projektumfang mit ein. Der letzte Punkt kann beispielsweise dazu führen, dass der Kunde die Logistik oder wesentliche Teile des Transports übernimmt und sich so für Nordex zwar der Projektumfang, aber auch das Risiko reduzieren. Weitere Ansatzpunkte ergeben sich aus der Beschaffung, indem die Lieferkette so früh wie möglich in den Prozess und die Bestellung eingebunden wird. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine konsequente und nachhaltige Risikominimierung für die Nordex Group von zentraler Bedeutung sind.

Der Servicebereich der Nordex Group zeichnet sich insgesamt durch gute Planbarkeit und kontinuierliche Zahlungsströme aus. Das Unternehmen strebt an, dass der Service-Umsatz infolge der gestiegenen Produktion und vor allem der Installationen auch 2024 wachsen soll, und zwar um mehr als 5%. Damit soll der Umsatzanteil des Servicebereichs am gesamten Konzernumsatz gesteigert werden. Im Berichtsjahr 2023 kam die operative Ergebnismarge insbesondere in der ersten Jahreshälfte unter Druck. Dies war im Vergleich zum Vorjahr auf einen technischen Währungseffekt, eine Verwässerung der EBIT-Marge durch Aufträge aus internationalen Märkten und vor allem auf den inflationären Druck zurückzuführen, der erst zeitversetzt an den Kunden weitergegeben werden konnte. In der zweiten Jahreshälfte hat sich die Marge dann wieder spürbar erholt. Ziel ist es, die Service-Marge 2024 weiter zu steigern. Die Margen liegen in diesem Bereich signifikant über denen des Gesamtkonzerns und sollen künftig weiter steigen. Im Servicebereich erhebt das Unternehmen im gesamten Anlagenportfolio zahlreiche Daten und sammelt länderübergreifend Erfahrungen, die für neue Angebote im Service und für die Weiterentwicklung der Wartung genutzt werden und so zur Steigerung der Profitabilität beitragen.

Im Jahr 2024 konzentriert sich die Nordex Group darauf, ihre Profitabilität weiter zu steigern und somit die 2023 eingeschlagene gute Entwicklung fortzusetzen. Dafür sind eine kontinuierliche Entwicklung von Produktion und Lieferkette sowie die Fortführung des Unternehmensprogramms zur Kostensenkung erforderlich, um die Kostenstruktur stetig zu verbessern. Dazu gehört auch, die Anpassung der Kundenverträge fortzuführen und die Risiken zu begrenzen sowie die Preise zu erhöhen und diszipliniert zu setzen. Beim Produktportfolio kommt es vor allem darauf an, die Effizienz der bestehenden Turbinentypen zu erhöhen und an die Marktanforderungen anzupassen. Für die Nordex Group bleibt es wichtig, die hohe Anzahl an Projekten einwandfrei und effizient abzuwickeln. Mittelfristig bleibt es das Ziel des Unternehmens, eine EBITDA-Marge von 8% zu erreichen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER KONZERNGESELLSCHAFT NORDEX SE

Die Nordex SE übernimmt als Konzernobergesellschaft die Holdingfunktion für die Nordex Group. Eine wesentliche Aufgabe der Nordex SE ist die Finanzierung der Konzerngesellschaften durch die Gewährung von Darlehen und Garantien. Darüber hinaus erbringt die Nordex SE für diverse Tochtergesellschaften Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Controlling, Finanzen, Internal Audit, IT, Investor Relations, Kommunikation, Konzernstrategie, People & Culture, Recht und Versicherungen. Zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge. Weitere Erläuterungen zum Konsolidierungskreis sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Der Umsatz der Nordex SE sank im Geschäftsjahr 2023 um 2,5% auf EUR 111,5 Mio. (2022: EUR 114,4 Mio.) begründet durch geminderte Konzernumlagen für Dienstleistungen und leicht gestiegene Provisionen für Vertragserfüllungsbürgschaften. Der Personalaufwand erhöhte sich auf EUR 37,7 Mio. (2022: EUR 35,9 Mio.). Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag bei EUR – 45,3 Mio. (2022: EUR – 85,9 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus Erträgen aus Währungsumrechnung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrafen vor allem Aufwendungen aus Währungsumrechnung, höhere Rechts- und Beratungskosten sowie EDV-Kosten. Die Erträge aus Ergebnisabführung betrugen EUR 1,5 Mio. (2022: EUR 20,9 Mio.). Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme stiegen auf EUR 440,4 Mio. (2022: EUR 283,5 Mio.). Damit verschlechterte sich das Ergebnis nach Steuern auf EUR –284,6 Mio. (2022: EUR –247,3 Mio.).

Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die Nordex SE einen handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 284,6 Mio. (2022: Jahresfehlbetrag von EUR 247,7 Mio.). Nach Entnahmen aus den Rücklagen lag das Bilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2023 bei EUR 0,0 Mio. (2022: EUR 0,0 Mio.).

Trotz der etwas schlechteren Ergebnisentwicklung erhöhte sich aufgrund des Debt-to-Equity-Swaps im Mai 2023 das Eigenkapital der Nordex SE um 10,0% auf EUR 1.707,2 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 1.551,6 Mio.).

Die Bilanzsumme wuchs um 14,9% auf EUR 4.925,4 Mio. (31. Dezember 2022: 4.286,5 Mio.). Aufgrund von Einzahlungen in das Eigenkapital von Tochterunternehmen stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen auf EUR 1.502,6 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 1.087,3 Mio). Die Eigenkapitalquote lag damit bei 34,7% (31. Dezember 2022: 36,2%).

SCHLUSSERKLÄRUNG DES VORSTANDS UND ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

SCHLUSSERKLÄRUNG DES VORSTANDS ZUM BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Mit ihrer gegenwärtigen Beteiligung von 47,08 % und den durchschnittlichen Hauptversammlungspräsenzen der Vergangenheit verfügt die Acciona, S.A. selbst unter Zugrundelegung der historisch höchsten Hauptversammlungspräsenz rechnerisch über eine faktische einfache, möglicherweise sogar eine qualifizierte Stimmenmehrheit. Dies begründet ein Abhängigkeitsverhältnis.

Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag der Nordex SE mit der Acciona, S.A. besteht nicht. Der Vorstand der Nordex SE hat daher gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Vorstand hat am Ende des Berichts folgende Erklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft, die Nordex SE, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1.1.2023 bis 31.12.2023 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten.

Andere Maßnahmen im Interesse oder auf Veranlassung des herrschenden Unternehmens oder der mit ihm verbundenen Unternehmen sind nicht getroffen und auch nicht unterlassen worden."

ANGABEN NACH §§ 289A ABS. 1, 315A ABS. 1 HGB NEBST ERLÄUTERNDEM BERICHT NACH §176 ABS. 1 S. 1 2. HS. AKTG

Gemäß den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB ergeben sich für den Lagebericht folgende weitere Angabepflichten:

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag EUR 236.450.364,00 und ist eingeteilt in 236.450.364 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Eine Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00. Es existieren keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Mit Ausnahme eigener Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen, gewähren alle Aktien die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und, gegebenenfalls mit Ausnahme eventueller nicht dividendenberechtigter junger Aktien, den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Zum 31. Dezember 2023 befanden sich keine Aktien im eigenen Bestand.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu. In den Fällen des §136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Sämtliche Vorstandsmitglieder sind nach den Regelungen ihrer Dienstverträge verpflichtet, Aktien bis zu einem Betrag im Wert des jeweiligen Jahresgrundgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung und während zweier weiterer Jahre nach deren Beendigung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25% der jeweiligen Nettoauszahlung aus der Vergütungskomponente mit kurzfristiger Anreizwirkung, bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital von mehr als 10% der Stimmrechte

Zum Bilanzstichtag 2023 haben folgende Gesellschaften über einen direkten oder indirekten Anteilsbesitz von mehr als 10% der Stimmrechte an der Nordex SE verfügt: Acciona, S.A., Madrid (Spanien), verfügte laut eigener Aussage über 111.328.881 Aktien und damit über 47,08% der Stimmrechte.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 und 85 AktG gesetzlich geregelt bzw. in Art. 46 SE-VO für die Rechtsform der SE. Nach § 7 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern und wird vom Aufsichtsrat bestellt, der auch die Zahl der Mitglieder bestimmt. Nach §7 Abs. 3 der Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt.

Änderungen der Satzung der Gesellschaft bedürfen gemäß §179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 20 Abs. 4 Satz 2 der Satzung i.V.m. Art. 59 Abs. 1 und 2 der SE-VO bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw., sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In Fällen, in denen im Aktiengesetz oder im Umwandlungsgesetz für deutsche Aktiengesellschaften zwingend eine Mehrheit von drei Vierteln vorgesehen ist, findet aufgrund des entsprechenden Gesetzesvorbehalts in Art. 59 SE-VO bei der Nordex SE eine Drei-Viertel-Mehrheit Anwendung, wobei als Bezugsgröße nicht auf das vertretene Kapital, sondern auf die abgegebenen Stimmen abgestellt wird. Nach § 26 der Satzung der Nordex SE i.V.m. §179 Abs. 1 S. 2 AktG ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Fassungsänderungen der Satzung ermächtigt.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Im Einzelnen bestehen folgende Ermächtigungen:

Bedingtes Kapital / Genehmigtes Kapital

Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2023 über ein Genehmigtes Kapital I in Höhe von EUR 21.194.622,00 mit entsprechend 21.194.622 Aktien (2022: EUR 0), ein Genehmigtes Kapital II in Höhe von EUR 42.389.245,00 mit entsprechend 42.389.245 Aktien (2022: EUR 0), ein Genehmigtes Kapital III in Höhe von EUR 6.358.387,00 mit entsprechend 6.358.387 Aktien (2022: EUR 81.118,00 mit entsprechend 81.118 Aktien), ein Bedingtes Kapital I in Höhe von EUR 21.194.623,00 mit entsprechend 21.194.623 Aktien (2022: 18.436.138,00 mit 18.436.138 Aktien) und ein Bedingtes Kapital II von EUR 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (unverändert zum Vorjahr). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00.

Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte und Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40 % des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 6. Juni 2023 bestehenden Grundkapitals, dies entspricht 84.778.491 neuen Aktien, ausgegeben werden.

Im Einzelnen:

Die außerordentliche Hauptversammlung der Nordex SE hat am 27. März 2023 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 29.260.215,00 durch Ausgabe von bis zu 29.260.215 neuen, auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien (Stammaktien) mit einem Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Stückaktie gegen Sacheinlage zu erhöhen. Gegenstand der Sacheinlage waren gegen die Gesellschaft gerichtete Forderungen der Acciona, S.A. in Höhe von nominal insgesamt EUR 346.733.551,79. Zur Zeichnung sämtlicher neuer Aktien wurde ausschließlich die Acciona, S.A. zugelassen. Die Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre wurden ausgeschlossen. Am 8. Mai 2023 ist die Durchführung der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 24.504.137,00 durch Ausgabe von 24.504.137 neuen Aktien in das Handelsregister eingetragen worden.

Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 6. Juni 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 5. Juni 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 21.194.622,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 26. März 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 42.389.245,00 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 26. März 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 6.358.387 gegen Bar- und / oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Bedingten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 21.194.623,00 durch Ausgabe von bis zu 21.194.623 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt zu erhöhen. Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 27. März 2023 bis zum Ablauf des 26. März 2026 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr nicht nachrangige und unbesicherte grüne Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag in Höhe von EUR 333 Mio. und einem Nennbetrag von jeweils EUR 100.000, fällig zum 14. April 2030, begeben. Die Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre wurden ausgeschlossen. Die Zahl der Aktien, in die die Wandelschuldverschreibungen zu wandeln sind, bestimmt sich durch die Division des Nennbetrags durch den Wandlungspreis. Der Wandlungspreis wurde auf EUR 15,73 festgelegt und unterliegt marktüblichen Anpassungsmechanismen. Beim anfänglichen Wandlungspreis von EUR 15,73 ergibt sich eine Wandlung in anfänglich 21.169.739 Aktien der Gesellschaft, entsprechend knapp 10% des Grundkapitals im Zeitpunkt der Beschlussfassung und im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung.

Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex Group im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex Group, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum Ablauf des 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche im Jahr 2021 579.190, in einer zweiten Tranche aus dem Jahr 2022 768.284 und in einer dritten Tranche im Berichtsjahr 2023 884.409 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex Group gewährt worden.

Eigene Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juni 2023 wurde der Vorstand bis zum 5. Juni 2028 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.

Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht.

Wesentliche Vereinbarungen unter der Bedingung eines Kontrollwechsels

Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft die im Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels beinhalten, wie er infolge eines Übernahmeangebots eintreten kann:

Syndizierte Avalkreditlinie über EUR 1.410 Mio.

Die Avalkreditlinie enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person mehr als 50% des Aktienkapitals oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen hiervon ist die Acciona, S.A., Madrid (Spanien).

Schuldscheindarlehen über EUR 25,5 Mio.

Das Schuldscheindarlehen enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50% der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE und / oder der Nordex Energy SE & Co. KG gewinnt.

Grüne Wandelschuldverschreibungen (Green Bond) über EUR 333 Mio.

Die grünen Wandelschuldverschreibungen beinhalten das Recht der Anleihegläubiger, im Falle eines Kontrollwechsels alle oder einzelne Schuldverschreibungen, die noch nicht gewandelt oder zurückgezahlt wurden, fällig zu stellen. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine dritte Person direkt oder indirekt 30% oder mehr der stimmberechtigten Aktien der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen ist die Acciona, S.A. und die mit ihr verbundenen Unternehmen.

Offene Avalkreditlinie über EUR 600 Mio.

Die mit Acciona, S.A. vereinbarte Avalkreditlinie enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeberin für den Fall, dass eine Person direkt oder indirekt 30% oder mehr der Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen ist die Acciona, S.A. und die mit ihr verbundenen Unternehmen.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG DER NORDEX SE

MIT DEM BERICHT ÜBER DIE CORPORATE GOVERNANCE DER GESELLSCHAFT

Die gemäß §§ 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung (einschließlich des Berichts zur Corporate Governance der Gesellschaft gemäß Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022) ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß §317 Abs. 2 S. 6 HGB beschränkt sich die Prüfung der Angaben nach § 289f Abs. 2 und 5 sowie §315d HGB durch den Abschlussprüfer darauf, ob die Angaben gemacht wurden.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG DER NORDEX SE NACH § 289F I. V. M. § 315D HGB 1. Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE als börsennotierter Gesellschaft sind gemäß §161 AktG verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden. Die Erklärung ist den Aktionären dauerhaft zugänglich zu machen. Die Gesellschaft hat die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre im Internet unter https://ir.nordex-online. com/websites/Nordex/German/6000/corporate-governance. html veröffentlicht.

Die aktualisierte Entsprechenserklärung vom 20. Februar 2024 wird wie folgt wiedergegeben:

Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Nordex SE gemäß §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE aktualisieren ihre Entsprechenserklärung 2023 vom 28. März 2023 und erklären Folgendes:

Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben seit der letzten Entsprechenserklärung vom 28. März 2023 den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022 (DCGK 2022) mit nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen. Es ist beabsichtigt, auch in Zukunft entsprechend zu verfahren, soweit nicht nachfolgend etwas anderes erklärt wird.

Ziff. A.2 DCGK 2022 – Besetzung von Führungspositionen (Diversität)

Der Vorstand entspricht insoweit nicht der Empfehlung in A.2 DCGK 2022, als er sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ungeachtet des Geschlechts ausschließlich von der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen leiten lässt. Aus diesem Grund liegen die vom Vorstand der Nordex SE beschlossenen Zielquoten für Frauen in den beiden Führungsebenen unmittelbar unterhalb des Vorstands gegenwärtig und bis auf Weiteres unterhalb des vom Gesetz angestrebten 30%-igen Anteils.

Ziff. B.1 DCGK 2022 – Zusammensetzung des Vorstands (Diversität)

Der Aufsichtsrat der Nordex SE ließ sich bei der Zusammensetzung des Vorstands allein von der Qualifikation und insbesondere nicht vom Geschlecht der Kandidaten leiten. Unabhängig davon hat der Aufsichtsrat im Falle gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat möchte aber ausdrücklich erklären, dass er Diversität schätzt und anstreben wird. Dementsprechend wurde am 20. November 2020 die bis 2025 zu erreichende Frauenquote im Vorstand auf 25% festgelegt.

Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2022 – Altersgrenzen für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat entgegen Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2022 keine festen Altersgrenzen für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt. Das Lebensalter allein ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit, Eignung und Unabhängigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds.

Hamburg, den 20. Februar 2024

Nordex SE

Vorstand Aufsichtsrat

2. Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Corporate Compliance

Integrität ist einer der zentralen Unternehmenswerte und eine wichtige Säule der Unternehmenskultur der Nordex Group. Integres Handeln bildet zusammen mit der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften die Grundlage für die gute Reputation des Unternehmens. Auf diesem wichtigen Fundament baut das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit auf.

Rechtmäßiges Handeln, wie auch die Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden, sowie die Orientierung unseres Handelns an den Grundsätzen des UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN sind als Grundaufgaben in relevanten Ausprägungen in den Fachfunktionen und den Unternehmensorganisationen verankert. Dies wird durch entsprechende Managementsysteme sichergestellt.

Die Prävention und Aufdeckung sowie erforderlichenfalls die Reaktion auf Bestechung bzw. Korruption und Interessenkonflikte in der Nordex Group sowie auch der risikoadäquate Umgang mit Geschäftspartnern zur Vermeidung oder Handhabe von Verstößen gegen Gesetze und ethnische Grundsätze sind die Anwendungsbereiche des Compliance-Management-Systems. Ziel ist es, das Risikobewusstsein und die Ethikkultur innerhalb der Nordex Group zu fördern sowie mögliche Rechtsverstöße aufzudecken, zu beenden und nachhaltig zu verhindern.

Dieses Compliance-Management-System umfasst eine zentrale Koordination und Steuerung durch eine Aufbau- und Ablauforganisation mit jährlichem Aktionsplan und Reporting. Das Compliance-Management-System ist entsprechend den Risiken ausgestaltet und umfasst Elemente der Prävention (u.a. Risikoanalyse, Verhaltenskodizes, Richtlinien, Beratung, Kommunikation und Schulungen), Detektion (u.a. Prozesskontrollen, Geschäftspartnerüberprüfungen, Bereitstellung eines Hinweisgebersystems) und Intervention (u. a. Nachverfolgung von Hinweisen, Ermittlungen, Verbesserungs- und Sanktionierungsmaßnahmen).

Ausführliche Informationen zu den im Hinblick auf das Compliance-Management-System ergriffenen Maßnahmen und den erreichten Meilensteinen finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2023, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im Februar 2024 erscheint.

Nachhaltigkeit

Als Unternehmen bekennt sich die Nordex Group zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten. Das Nachhaltigkeitsmanagement der Nordex Group berichtet direkt an den Finanzvorstand. Ausführliche Informationen zur zugrunde liegenden Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2023, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im Februar 2024 erscheint.

3. Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand, Aufsichtsrat und Ausschüssen

Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen – eine strategische Holding-Gesellschaft, die auch administrative Servicefunktionen wahrnimmt – in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen. Er führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen.

Der Vorstand legt für die gesamte Nordex Group die langfristigen Ziele sowie die Strategien fest und bestimmt die Richtlinien sowie die Grundsätze für die sich daraus ableitende Unternehmenspolitik. Er koordiniert und kontrolliert die bedeutsamen Aktivitäten. Er legt das Produktprogramm fest, entwickelt und setzt Führungskräfte ein, verteilt die Ressourcen und entscheidet über die finanzielle Steuerung und die Berichterstattung der Gruppe.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Verteilung der Aufgaben auf die Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der vom Aufsichtsrat beschlossen wird.

Der Vorstand entscheidet in allen Angelegenheiten von grundsätzlicher und wesentlicher Bedeutung sowie in gesetzlich oder anderweitig verbindlich festgelegten Fällen.

Gemeinsame Verantwortung

Vorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Sie werden durch den Vorstandsvorsitzenden einberufen. Darüber hinaus kann jedes Mitglied die Einberufung einer Sitzung verlangen. Sofern nicht Einstimmigkeit gesetzlich erforderlich ist, beschließt der Vorstand mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.

In der Organisation des Vorstands hat es im Berichtsjahr 2023 keine Veränderungen gegeben.

Gemäß Geschäftsordnung des Vorstands obliegen dem Vorsitzenden des Vorstands (Chief Executive Officer; CEO) die Koordination aller Zuständigkeitsbereiche des Vorstands, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie die Repräsentation der Gesellschaft und der Gruppe gegenüber Dritten. Ihm sind die weltweiten Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions) für den operativen Geschäftsbetrieb in den Bereichen Rotorblatt- und Maschinenhausfertigung, Einkauf (Global Sourcing) und globale Projektsteuerung (Global PM/EPC) sowie das Engineering zugeordnet. Darüber hinaus ist er für Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Product Strategy & Sales Support zuständig sowie für Corporate Development & Strategy /M&A, Global Service, Operations Planning, Global Shipping, Informationssicherheit und IT.

Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind die beiden operativen Divisionen International und Europe mit der Verantwortung für Vertrieb, Projektabwicklung und Service sowie alle übergeordneten kundennahen Funktionen zugeordnet wie Global Sales Coordination & Support, Global Key Account Management, Public Affairs und Projektentwicklung.

Der Finanzvorstand (CFO), Dr. Ilya Hartmann, ist für People & Culture, Accounting & Controlling, Finanzen, Interne Revision, Compliance, Investor Relations, Kommunikation, Recht und Versicherungen, Steuern und Nachhaltigkeit sowie die Querschnittsfunktionen Finance Operations und Global Planning verantwortlich.

Es sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet.

Aufsichtsrat: Führungs- und Kontrollarbeit

Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. Er besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern, die von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt werden. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden; er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Gremiums und leitet die Sitzungen. Im regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat stets über die Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Budget zu und billigt die Jahresabschlüsse der Nordex SE und der Nordex Group sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers.

Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse überprüfen regelmäßig entweder intern oder unter Einbeziehung von externen Beratern, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Es bestehen derzeit folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats: Präsidium, Prüfungsausschuss sowie Strategie- und Technikausschuss.

Präsidium:

Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehören drei Mitglieder an. Den Vorsitz des Ausschusses hat Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart inne, ferner gehören Herr Jan Klatten und Herr Juan Muro-Lara zum Präsidium. Das Präsidium übernimmt die Funktion eines ständigen Personalausschusses. Außerdem ist das Präsidium zuständig für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, soweit nicht aufgrund gesetzlicher Regelung zwingend eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Außerdem übernimmt das Präsidium die Aufgaben des Nominierungsausschusses und schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.

Prüfungsausschuss:

Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern und setzt sich aus dem im Berichtsjahr amtierenden Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Herrn Martin Rey, sowie den Mitgliedern Frau Isabel Blanco und Herr Juan Muro-Lara zusammen. Sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses sind – wie auch alle übrigen Aufsichtsratsmitglieder – mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut.

Der Prüfungsausschuss ist zuständig für Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten sowie für die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner zeichnet er sich verantwortlich für Fragen zu Controlling und Contracting, insbesondere auch für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem bedingten Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats unterliegen. Darüber hinaus obliegt dem Prüfungsausschuss die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems inklusive der Überwachung der Compliance, des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems.

Nach § 100 Abs. 5 AktG muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen. Ziff. D.3 DCGK 2022 sieht vor, dass der Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme und der Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung bestehen soll. Zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung gehören auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll zumindest auf einem der beiden Gebiete entsprechend sachverständig sein.

Der Prüfungsausschuss der Nordex SE erfüllt diese Anforderungen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Martin Rey, verfügt über eine mehrjährige Erfahrung als Mitglied des Prüfungsausschusses der Kommunalkredit Austria AG (nicht börsennotiert), als Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG (börsennotiert) sowie als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Gesellschaft. Er verfügt daher aus eigener Tätigkeit über besondere Kenntnisse und Erfahrungen sowohl in der Rechnungslegung als auch in der Abschlussprüfung, einschließlich der gesetzlich geforderten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Darüber hinaus besteht der Prüfungsausschuss mit Herrn Juan Muro-Lara aus mindestens einem weiteren Mitglied, welches aufgrund seiner Erfahrung als Mitglied des Board of Directors diverser europäischer Gesellschaften (nicht börsennotiert) sowie seiner langjährigen Erfahrung als Mitglied des Prüfungsausschusses der Gesellschaft über die geforderten Kenntnisse und Erfahrungen auf beiden Gebieten verfügt. Frau Isabel Blanco verfügt als Leiterin der Abteilung Impact bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie aufgrund ihrer mehr als zwanzigjährigen Führungserfahrung in den Bereichen erneuerbare Energien und Klimawandelpolitik über eine umfassende Nachhaltigkeitsexpertise.

Strategie- und Technikausschuss:

Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehörten, unter dem Vorsitz von Herrn Jan Klatten, Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart und Frau María Cordón als Mitglieder an. Der Ausschuss ist zuständig für technische und strategische Fragestellungen der Nordex Group.

Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie eines weiteren Aufsichtsratsmitglieds

Obwohl Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Herr Martin Rey und Herr Jan Klatten dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, sind sie nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat von der Gesellschaft und vom Vorstand unabhängig, da sie trotz der langen Gremienzugehörigkeit keinerlei persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu Mitgliedern des Vorstands oder zur Mehrheitsaktionärin und deren Gremienmitgliedern unterhalten (Ziff. C.8 DCGK 2022). Dies ist im Einzelnen u. a. auf folgende Faktoren zurückzuführen:

Herr Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Herr Jan Klatten und Herr Martin Rey waren, obgleich sie jeweils von lange ausgeschiedenen bzw. stark reduzierten Aktionärsgruppen zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen worden waren, wiederholt zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat vorgesehen. Dies zeigt zunächst, dass diese Aufsichtsratsbesetzung stets unabhängig von persönlichen Nähebeziehungen zu bestimmten Aktionärskreisen erfolgte und wiederholt die Zustimmung der Aktionäre gefunden hat.

  • Die Vergütung als Aufsichtsratsmitglied ist auch in Relation zu den Gesamteinkünften nicht so wesentlich, dass sie eine Abhängigkeit zu begründen geeignet wäre.
  • Angesichts der Wechsel im Vorstand in der Vergangenheit und der relativ jungen Amtsdauer der amtierenden Vorstandsmitglieder seit 2016 bzw. 2021 spricht auch die längere Amtsdauer der drei Aufsichtsratsmitglieder nicht für eine besondere Nähebeziehung zu den kürzer amtierenden Vorstandsmitgliedern.
  • Auch innerhalb des Aufsichtsrats hat es im Übrigen regelmäßig Veränderungen gegeben, sodass die Gefahr einer besonderen Nähebeziehung der Aufsichtsratsmitglieder untereinander nicht gegeben ist.

Nach Überprüfung und sorgfältiger Abwägung kommen Vorstand und Aufsichtsrat daher in der Gesamtschau zu dem Schluss, dass die Herren Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Martin Rey und Jan Klatten ungeachtet ihrer langjährigen Gremienzugehörigkeit unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sind.

4. Angaben zu Festlegungen der Frauenquote

Die Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat wurden vom Aufsichtsrat 2020 nach § 111 Abs. 5 AktG bis 2025 in Höhe von 25% für den Vorstand und 16,67% für den Aufsichtsrat festgelegt und im Berichtsjahr hinsichtlich des Aufsichtsrats erreicht bzw. übertroffen, hinsichtlich des Vorstands (noch) nicht.

Der Anteil von Frauen an der gesamten Belegschaft in Deutschland beträgt aktuell 21% (2022: 21%). Der Vorstand hat im Jahr 2020 eine Zielgröße von 15% (vorher 21%) bis zum 31. Dezember 2025 für den Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands für Gesellschaften der Nordex Group in Deutschland nach §76 Abs. 4 AktG festgelegt. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in den beiden ersten Führungsebenen 14% (2022: 13%).

5. Beschreibung des Diversitätskonzepts bezüglich des Vorstands

Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand jeweils anlassbezogen für eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands mit den hinsichtlich Qualifikation und Persönlichkeit am besten geeigneten internen oder externen Kandidaten. Grundlage für die Auswahl der am besten geeigneten internen Kandidaten ist eine systematische Personalentwicklung von internen Führungskräften, die folgende Elemente beinhaltet:

  • Im Suchprozess frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandidaten unterschiedlicher Fachrichtungen, Nationalitäten und unterschiedlichen Geschlechts.
  • Systematische Entwicklung der internen Führungskräfte durch die erfolgreiche Übernahme von Aufgaben mit wachsender Verantwortung, möglichst in verschiedenen Geschäftsbereichen, Regionen und Funktionen. Dabei werden Führungskräfte insbesondere durch individuelle Maßnahmen wie Coaching oder systematische Personalentwicklungsprogramme gefördert.
  • Schulung der internen Führungskräfte zu den wesentlichen Unternehmenswerten, um eine Vorbildfunktion bei der Einhaltung und Umsetzung dieser zu gewährleisten.

Hierdurch soll es dem Aufsichtsrat ermöglicht werden, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf berufliche Hintergründe und Erfahrungen, kulturelle Prägung, Internationalität, Geschlecht und Alter sicherzustellen. Unabhängig von diesen einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der Nordex SE sein kann. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass der Vorstand als Ganzes gegenwärtig folgendes grundsätzlich anzustrebendes Profil im Sinne eines Diversitätskonzepts hat:

  • Langjährige Führungserfahrung in technischen und kaufmännischen Arbeitsgebieten.
  • Internationale Erfahrung aufgrund von Herkunft und/oder beruflicher Tätigkeit.
  • Ausgewogene Altersstruktur, um die Kontinuität der Vorstandsarbeit zu gewährleisten und eine reibungslose Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

Unabhängig von der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand (25 %) wird der Aufsichtsrat im Fall gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht ziehen.

Anforderungsprofil für den Aufsichtsrat der Nordex SE (einschließlich Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat)

Mit Blick auf verschiedene Vorgaben und Empfehlungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsrat am 28. März 2023 sein am 20. November 2020 beschlossenes Anforderungsprofil für seine Zusammensetzung aktualisiert, welches neben wesentlichen gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 28. April 2022 beschlossenen und am 27. Juni 2022 amtlich bekannt gemachten Fassung (DCGK 2022) zur Aufsichtsratszusammensetzung seine Zielsetzungen für die Zusammensetzung, das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium i.S.d. Ziff. C.1 DCGK 2022 sowie das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB i.V.m. Art. 61 SE-VO enthält.

Das aktualisierte Anforderungsprofil verlangt nunmehr in Übereinstimmung mit Ziff. C.1 des DCGK 2022 auch Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen. Darüber hinaus muss, in Übereinstimmung mit §100 Abs. 5 AktG, mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen:

Zielsetzung

Der Aufsichtsrat strebt eine Zusammensetzung an, die jederzeit eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands gewährleistet. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass für eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats – und damit für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens – neben fachlichen und persönlichen Anforderungen auch Diversitätsaspekte eine wichtige Rolle spielen. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse vermeiden Gruppendenken, ermöglichen ganzheitliche Betrachtungen und bereichern so die Arbeit des Aufsichtsrats. Die folgenden Zielsetzungen dienen insoweit als Leitlinie bei der langfristigen Nachfolgeplanung und der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten und schaffen Transparenz im Hinblick auf die wesentlichen Besetzungskriterien.

Anforderungen an die einzelnen Mitglieder

(i) Allgemeine Anforderungen

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll aufgrund seiner persönlichen und fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen, börsennotierten Unternehmen wahrzunehmen und das Ansehen des Nordex-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Im Hinblick darauf sollte jedes Aufsichtsratsmitglied folgende Anforderungen erfüllen:

  • hinreichende Sachkenntnis, d.h. die Fähigkeit, die normalerweise im Aufsichtsrat anfallenden Aufgaben wahrnehmen zu können;
  • Leistungsbereitschaft, Integrität und Persönlichkeit;
  • allgemeines Verständnis des Geschäfts der Nordex SE, einschließlich des Marktumfelds und der Kundenbedürfnisse;
  • Erfahrung im Führen von Unternehmen, Verbänden oder Netzwerken;
  • Einhaltung der Mandatsgrenzen nach §100 AktG i.V.m. Art. 47 Abs. 2 lit. a) SE-VO sowie nach Ziff. C.4 und C.5 DCGK 2022.

(ii) Zeitliche Verfügbarkeit

Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt sicher, dass es die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Aufsichtsratsmandats erforderliche Zeit aufbringen kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass mindestens vier Aufsichtsratssitzungen jährlich stattfinden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, insbesondere im Fall der Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen. Abhängig von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der bestehenden Ausschüsse entsteht zusätzlicher Zeitaufwand für die Vorbereitung und die Teilnahme an den Ausschusssitzungen. Zur Behandlung von Sonderthemen können schließlich zusätzliche außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse erforderlich werden.

Anforderungen und Ziele für das Gesamtgremium

Im Hinblick auf die Zusammensetzung des Gesamtgremiums strebt der Aufsichtsrat – auch im Interesse der Diversität – eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, damit das Gesamtgremium auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Erfahrungen und Spezialkenntnisse zurückgreifen kann.

(i) Allgemeine Anforderungen

Der Aufsichtsrat der Nordex SE muss jederzeit so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen ferner in ihrer Gesamtheit mit dem Industriesektor der erneuerbaren Energien vertraut sein, idealerweise mit dem Windenergiesektor. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen.

(ii) Spezifische Kenntnisse und Erfahrungen

Der Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit alle Kompetenzfelder abdecken, die für eine effektive Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Das beinhaltet – entsprechend dem Geschäftsmodell des Unternehmens – insbesondere vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den folgenden Bereichen:

  • Führung und Überwachung eines großen, international tätigen Konzerns, insbesondere einschließlich unternehmerischer Strategieentwicklung und -umsetzung,
  • Maschinen- und Anlagenbau, einschließlich industrieller Fertigung sowie Forschung und Entwicklung,
  • Vertrieb, Service und Marketing von Maschinen und Anlagen,
  • Rechnungswesen, Bilanzierung, Controlling und Risikomanagement,
  • Personalwesen, insbesondere Personalplanung, Personalführung und Personalentwicklung,
  • Recht, Compliance, Corporate Governance.

Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

(iii) Unabhängigkeit und Interessenkonflikte

Unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation der Nordex SE und der Eigentümerstruktur soll dem Aufsichtsrat mindestens ein unabhängiges Mitglied i.S. v. Ziff. C.6 DCGK 2022 angehören. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied soll unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Sofern im Einzelfall Interessenkonflikte auftreten, soll jedes Aufsichtsratsmitglied diese unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Der Aufsichtsrat soll in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.

Diversität

Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat als Zielgröße für den Männer- und Frauenanteil im Aufsichtsrat jeweils 16,67 %. Daneben spiegelt sich die Diversität im Aufsichtsrat u.a. im individuellen beruflichen Werdegang und Tätigkeitsbereich sowie im unterschiedlichen Erfahrungshorizont seiner Mitglieder (z.B. Branchenerfahrung) wider. Der Aufsichtsrat strebt insoweit im Interesse der Diversität eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, dabei wird auch angestrebt, dass ein Teil der Mitglieder über einen internationalen Erfahrungshorizont verfügt. Vor diesem Hintergrund berücksichtigt der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung folgende Diversitätskriterien:

  • Mehr als 30% der Mitglieder verfügen über internationale Erfahrung aufgrund von Herkunft oder Tätigkeit.
  • Mehr als 50% der Mitglieder verfügen über unterschiedliche Ausbildungen und berufliche Erfahrungen.
  • Mindestens ein Mitglied ist weniger als 60 Jahre alt.

(iv) Nachhaltigkeit

Der Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit Expertise zu sämtlichen für das Unternehmen relevanten Nachhaltigkeitsfragen aufweisen. Das beinhaltet insbesondere Expertise in den folgenden Nachhaltigkeitsfragen:

  • Klimaschutz und Dekarbonisierung,
  • Umweltschutz,
  • Verantwortungsvolles Geschäftsverhalten.

Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen dieses Anforderungsprofil berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben.

Stand der Umsetzung

Der Stand der Umsetzung ist in der nachfolgenden Qualifikationsmatrix im Einzelnen dargestellt:

Dr.-Ing.
Wolfgang
Ziebart
Juan
Muro
Lara
Jan
Klatten
Maria
Isabel
Blanco
Alvarez
Martin
Rey
María
Cordón
Ucar
Zugehörigkeit Mitglied seit 2009 2016 2005 2022 2005 2021
Diversität Staatsangehörigkeit Deutsch Spanisch Deutsch Spanisch /
Britisch
Deutsch Spanisch
Geburtsdatum 30.1.1950 4.9.1967 14.1.1955 12.4.1974 23.2.1957 29.9.1982
Mindestens ein Mitglied ist weniger
als 60 Jahre alt
Frauenanteil von 16,67% (Zielquote)
Internationaler Erfahrungshorizont
Unterschiedliche Ausbildungen und
berufliche Erfahrungen
Allgemeine
Anforderungen
Hinreichende Sachkenntnis
Leistungsbereitschaft, Integrität und
Persönlichkeit
Allgemeines Verständnis des Geschäfts
der Nordex SE einschließlich des
Marktumfelds und der
Kundenbedürfnisse
Erfahrung im Führen von Unternehmen,
Verbänden und Netzwerken
Einhaltung der Mandatsgrenzen nach
§100 AktG i.V. m Art. 47 Abs. 2 lit. a)
SEVO sowie nach Ziff. C.4 und C.5
DCGK 2022
Zeitliche Verfügbarkeit
Erfüllt/anwendbar Nicht erfüllt/anwendbar
Dr.-Ing.
Wolfgang
Ziebart
Juan
Muro
Lara
Jan
Klatten
Isabel
Blanco
Alvarez
Martin
Rey
María
Cordón
Ucar
Zugehörigkeit Mitglied seit 2009 2016 2005 2022 2005 2021
Anforderungen
und Ziele für das
Gesamtgremium
Allgemein: Vertraut sein mit dem
Industriesektor der erneuerbaren
Energien, idealerweise mit dem
Windenergiesektor
Zwei Mitglieder: Sachverstand auf den
Gebieten der Rechnungslegung oder
Abschlussprüfung 1
Spezifische Kenntnisse und
Erfahrungen:
Führen und Überwachen eines
großen international tätigen
Konzerns, insb. einschl. unterneh
merischer Strategieentwicklung
und -umsetzung
Maschinen- und Anlagenbau, einschl.
industrieller Fertigung sowie
Forschung und Entwicklung
Vertrieb, Service und Marketing
von Maschinen und Anlagen
Rechnungswesen, Bilanzierung,
Controlling und Risikomanagement
Personalwesen, insb. Personal
planung, -führung und -entwicklung
Recht, Compliance, Corporate
Governance
Nachhaltigkeitsfragen
Unabhängigkeit Unabhängigkeit vom kontrollierenden
Aktionär
Nicht mehr als zwei ehemalige
Vorstandsmitglieder
Keine Organfunktion oder Beratungs
aufgaben bei wesentlichen Wett
bewerbern, keine persönliche
Beziehung zu Wettbewerbern
Unabhängigkeit von Gesellschaft
und Vorstand
1 nach § 100 Abs. 5 AktG Erfüllt/anwendbar Nicht erfüllt/anwendbar

Maria

Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sicher, dass der Zeitaufwand, der zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Mandats erforderlich ist, erbracht werden kann. Bei der Übernahme weiterer Mandate sind die gesetzlichen Beschränkungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex einzuhalten. Von der Festlegung einer festen Altersgrenze für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat und einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat jedoch abgesehen.

Weiterer Corporate-Governance-Bericht

Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat hat am 19. März 2021 ein Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das den durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und den DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 geänderten Anforderungen an die Vorstandsvergütung entspricht. Das Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung 2021 mit 99,37% gebilligt.

Der Vergütungsbericht gemäß §162 AktG findet sich im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts. Darüber hinaus ist der Vergütungsbericht einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers, das geltende Vergütungssystem und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung auf der Nordex-Website öffentlich gemacht, abrufbar unter https://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/6000/corporate-governance.html. Einzelheiten zum neuen Vergütungssystem sind zudem in der Einladung zur Hauptversammlung 2021 enthalten.

Ausführliche Berichterstattung

Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, unterrichtet die Nordex SE die Aktionäre sowie Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Damit entspricht die Berichterstattung des Unternehmens den im Deutschen Corporate Governance Kodex definierten Grundsätzen: Die Gesellschaft informiert ihre Aktionäre viermal pro Jahr über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie über dessen Risiken.

Gemäß der gesetzlichen Verpflichtung versichern die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln. Der Jahresabschluss der Nordex SE, der Konzernabschluss für die Nordex Group und der zusammengefasste Lagebericht werden innerhalb von drei Monaten nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres veröffentlicht. Während des Geschäftsjahres werden Anteilseigner und Dritte zusätzlich durch den Halbjahresfinanzbericht sowie im ersten und im dritten Quartal durch Quartalsmitteilungen unterrichtet.

Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft regelmäßig Informationen, unter anderem auch in Presse- und Analystenkonferenzen. Als stets aktuelle Veröffentlichungsplattform nutzt die Gesellschaft insbesondere das Internet. Auf der Internetseite der Nordex Group werden die Termine der wesentlichen Veranstaltungen und Veröffentlichungen wie des Geschäftsberichts, des Halbjahresberichts, der Zwischenmitteilungen oder der Hauptversammlung bekannt gemacht.

Informationen zu wichtigen neuen Umständen stellt die Gesellschaft unverzüglich der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Neben der regelmäßigen Berichterstattung wird in Veröffentlichungen nach Art. 17 MAR (Ad-hoc-Mitteilungen) über Insiderinformationen informiert, die die Nordex SE unmittelbar betreffen.

Nordex SE, Rostock, den 20. Februar 2024

José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands

Dr. Ilya Hartmann, Vorstand

Patxi Landa, Vorstand

Konzernabschluss

für das Geschäftsjahr 2023

Konzernabschluss

KONZERN-BILANZ

Zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

TEUR Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Flüssige Mittel 1 925.923 633.541
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2 197.102 169.906
Vertragsvermögenswerte aus Projekten 3 780.352 720.191
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Service 4 8.733 8.393
Vorräte 5 1.265.691 1.103.153
Forderungen aus Ertragsteuern 6 20.205 9.668
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 7 101.112 79.549
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 8 253.638 236.846
Kurzfristige Aktiva 3.552.756 2.961.247
Sachanlagen 9 554.426 601.951
Goodwill 10 547.758 547.758
Aktivierte Entwicklungsaufwendungen 11 169.785 161.512
Geleistete Anzahlungen 12 48 34
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 13 14.071 12.528
Finanzanlagen 14 3.431 3.468
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 15 82.372 67.757
Langfristige Vertragsvermögenswerte aus Service 4 37.243 33.835
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 16 48.725 61.429
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 17 29.774 15.599
Latente Steueransprüche 18 381.641 289.541
Langfristige Aktiva 1.869.275 1.795.412
Aktiva 5.422.031 4.756.659

PASSIVA

TEUR Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19 37.137 46.617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20 1.669.273 1.519.269
Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten 3 1.319.553 1.053.058
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service 4 31.189 38.896
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 6 23.853 25.632
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 21 263.671 193.841
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 22 88.784 354.793
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23 239.706 194.533
Kurzfristige Passiva 3.673.165 3.426.639
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19 6.500 6.500
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service 4 154.755 148.327
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 24 2.512 2.361
Sonstige langfristige Rückstellungen 21 137.664 63.509
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 25 391.001 215.188
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 26 2.917 2.915
Latente Steuerschulden 18 75.401 13.161
Langfristige Passiva 770.750 451.961
Gezeichnetes Kapital 236.450 211.946
Kapitalrücklage 1.381.551 1.282.190
Andere Gewinnrücklagen –10.977 –10.932
Rücklage für Cashflow-Hedges –5.038 –14.360
Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges 56 803
Fremdwährungsausgleichsposten –145.331 –129.723
Konzernergebnisvortrag –480.115 –461.865
Konzernergebnis 0 0
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens
zurechenbarer Anteil am Eigenkapital
27 976.596 878.059
Nicht beherrschende Anteile 1.520 0
Eigenkapital 978.116 878.059
Passiva 5.422.031 4.756.659

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR Anhang 01.01.2023 –
31.12.2023
01.01.2022 –
31.12.2022
Umsatzerlöse 29 6.489.068 5.693.561
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 30 61.796 297.505
Gesamtleistung 6.550.865 5.991.066
Materialaufwand 31 –5.566.019 –5.505.018
Rohergebnis 984.846 486.049
Sonstige betriebliche Erträge 32 273.306 418.326
Sonstige betriebliche Aufwendungen 33 –626.364 –558.390
Personalaufwand 34 –629.763 –561.095
Strukturkosten –982.821 –701.159
Bereinigtes EBITDA vor Aufwendungen aus Restrukturierung 2.025 –215.111
Aufwendungen aus Restrukturierung 35 0 –29.157
EBITDA 2.025 –244.268
Abschreibungen 36 –188.499 –182.415
EBIT –186.474 – 426.683
Ergebnis aus der At-Equity Bewertung –356 –10
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 –8
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11.430 6.075
Zinsen und ähnliche Aufwendungen –135.249 –101.763
Finanzergebnis 37 –124.175 – 95.706
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit –310.649 – 522.389
Ertragsteuern 38 7.839 24.628
Konzern-Verlust –302.811 – 497.761
Davon entfallen auf
Gesellschafter des Mutterunternehmens –302.831 –497.761
Nicht beherrschende Anteile 20 0
Ergebnis je Aktie (in EUR) 39
Unverwässert 1 –1,33 –2,71
Verwässert 2 –1,33 –2,71

1 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 227,924 Millionen Aktien (i.V.: 183,966 Millionen Aktien)

2 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 227,924 Millionen Aktien (i.V.: 183,966 Millionen Aktien)

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR 01.01.2023 –
31.12.2023
01.01.2022 –
31.12.2022
Konzern-Verlust –302.811 – 497.761
Sonstiges Ergebnis
Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
Unterschied aus der Währungsumrechnung –15.607 –3.716
Cashflow-Hedges 13.708 –24.669
Latente Steuern –4.387 7.894
Kosten der Cashflow-Hedges –1.099 403
Latente Steuern 352 –129
Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen –67 228
Latente Steuern 21 –73
Konzern-Gesamtergebnis –309.890 – 517.823
Davon entfallen auf
Gesellschafter des Mutterunternehmens –309.910 –517.823
Nicht beherrschende Anteile 20 0

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR 01.01.2023 –
31.12.2023
01.01.2022 –
31.12.2022
Laufende Geschäftstätigkeit
Konzern-Verlust –302.811 –497.761
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 188.499 182.423
= Konzern-Verlust zzgl. Abschreibungen –114.312 – 315.339
Zunahme der Vorräte –162.538 –380.666
Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –27.196 –7.375
Zunahme der Vertragsvermögenswerte aus Projekten –60.161 –183.665
+ Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 150.004 486.669
+ Zunahme der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten 266.495 107.931
= Einzahlungen aus der Veränderung des Working Capitals 166.604 22.894
Zunahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
–136.141 –33.162
+/– Zu-/Abnahme der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 151 –162
+ Zunahme der sonstigen Rückstellungen 143.985 120.164
+ Zunahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
123.457 56.071
Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens –40 –7.096
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge –11.430 –6.075
+ Erhaltene Zinsen 7.622 4.655
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen 135.249 101.763
Gezahlte Zinsen /Transaktionskosten –121.984 –106.392
Ertragsteuern –7.839 –24.628
Gezahlte Steuern –39.250 –12.977
+/– Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge/Aufwendungen 15.127 –149.803
= Aus-/Einzahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit 108.907 – 57.642
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 161.199 – 350.086
TEUR 01.01.2023 –
31.12.2023
01.01.2022 –
31.12.2022
Investitionstätigkeit
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens /
immateriellen Anlagevermögens
8.666 25.983
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen/
immaterielle Anlagevermögen
–132.882 –205.376
+ Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens 357 16.693
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –19.216 –1.736
+ Einzahlungen aus Investitionsfördermitteln 1.896 626
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit –141.179 –163.810
Finanzierungstätigkeit
+ Erlöse aus Kapitalerhöhung 0 341.805
Gebühren für die Ausgabe von Aktien –2.223 0
+ Aufnahme Bankkredite 10.753 22.726
Rückzahlung Bankkredite –19.000 0
Auszahlung aus der Tilgung von Anleihen 0 –219
Rückzahlung Unternehmensanleihe –275.000 0
+ Aufnahme Gesellschafterdarlehen 275.000 11.000
+ Einzahlungen aus Wandelschuldverschreibungen 333.000 0
Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten –38.372 –29.782
+ Kapitaleinlage durch nicht beherrschende Anteile 1.500 0
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 285.658 345.530
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 305.678 –168.366
+ Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 633.541 784.440
Finanzmittelbestand aus der Reduzierung des Konsolidierungskreises 0 –7
–/+ Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestands –13.296 17.474
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 925.923 633.541

KONZERN-EIGENKAPITAL-VERÄNDERUNGSRECHNUNG

für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Andere
Gewinn
rücklagen
Rücklage
für
Cashflow
Hedges
01.01.2023 211.946 1.282.189 –10.932 –14.360
Zuführung aus Kapitalerhöhung 24.504 322.229 0 0
Kosten aus Kapitalerhöhung 0 –2.223 0 0
Ertragsteuern 0 711 0 0
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 1.830 0 0
Eigenkapital – zusammengesetztes Instrument
(nach Steuern)
0 61.393 0 0
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 –46 9.322
Konzern-Verlust 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis
Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn
und Verlustrechnung umgegliedert werden
Unterschied aus der Währungsumrechnung 0 0 0 0
Cashflow-Hedges 0 0 0 13.708
Latente Steuern 0 0 0 –4.387
Kosten der Cashflow-Hedges 0 0 0 0
Latente Steuern 0 0 0 0
Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten
Pensionsplänen
0 0 –67 0
Latente Steuern 0 0 21 0
Ergebnisverwendung 0 –284.580 0 0
31.12.2023 236.450 1.381.551 –10.977 – 5.038

Den

Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital

Gesamt Nicht
beherrschende
Anteile
Den
Gesellschaftern
des Mutter
unternehmens
zurechenbarer
Anteil am
Eigenkapital
Konzernergebnis Konzern
ergebnisvortrag
Fremdwährungs
ausgleichs
posten
Rücklage für
Kosten der
Cashflow
Hedges
878.059 0 878.059 0 – 461.865 –129.723 803
348.234 1.500 346.734 0 0 0 0
–2.223 0 –2.223 0 0 0 0
711 0 711 0 0 0 0
1.830 0 1.830 0 0 0 0
61.393 0 61.393 0 0 0 0
–309.890 20 –309.910 –302.831 0 –15.607 –747
–302.811 20 –302.831 –302.831 0 0 0
0 0
–15.607 0 –15.607 0 0 –15.607 0
13.708 0 13.708 0 0 0 0
–4.387 0 –4.387 0 0 0 0
–1.099 0 –1.099 0 0 0 –1.099
352 0 352 0 0 0 352
–67 0 –67 0 0 0 0
0 21 0 0 0 0
0 0 302.831 –18.251 0 0
978.116 1.520 976.596 0 – 480.116 –145.331 56

KONZERN-EIGENKAPITAL-VERÄNDERUNGSRECHNUNG

für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022

TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Andere
Gewinnrücklagen
01.01.2022 160.021 1.236.071 –11.087
IAS 29-Anpassungen 0 0 0
01.01.2022 nach IAS 29-Anpassungen 160.021 1.236.071 –11.087
Kapitalerhöhung
Zuführung aus Kapitalerhöhung 51.925 299.239 0
Kosten aus Kapitalerhöhung 0 –9.360 0
Ertragsteuern 0 2.995 0
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 975 0
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 155
Konzern-Verlust 0 0 0
Sonstiges Ergebnis
Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn
und Verlustrechnung umgegliedert werden
Unterschied aus der Währungsumrechnung 0 0 0
Cashflow-Hedges 0 0 0
Latente Steuern 0 0 0
Kosten der Cashflow-Hedges 0 0 0
Latente Steuern 0 0 0
Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen 0 0 228
Latente Steuern 0 0 –73
Ergebnisverwendung 0 –247.731 0
31.12.2022 211.946 1.282.189 –10.932

Rücklage für Cashflow-Hedges

Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges

Fremdwährungsausgleichsposten Den

Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am

Gesamt Den
Gesellschaftern
des Mutter
unternehmens
zurechenbarer
Anteil am
Eigenkapital
Konzernergebnis Konzern
ergebnisvortrag
Fremdwährungs
ausgleichs
posten
Rücklage für
Kosten der
Cashflow
Hedges
Rücklage
für
Cashflow
Hedges
1.062.395 1.062.395 0 –211.835 –113.719 529 2.415
–12.288 –12.288 0 0 –12.288 0 0
1.050.107 1.050.107 0 –211.835 –126.007 529 2.415
351.164 351.164 0 0 0 0 0
–9.359 –9.359 0 0 0 0 0
2.995 2.995 0 0 0 0 0
975 975 0 0 0 0 0
–517.823 –517.823 –497.761 0 –3.716 274 –16.775
–497.761 –497.761 –497.761 0 0 0 0
–3.716 –3.716 0 0 –3.716 0 0
–24.669 –24.669 0 0 0 0 –24.669
7.894 7.894 0 0 0 0 7.894
403 403 0 0 0 403 0
–129 –129 0 0 0 –129 0
228 228 0 0 0 0 0
–73 –73 0 0 0 0 0
0 497.761 –250.030 0 0 0
878.059 878.059 0 – 461.865 –129.723 803 –14.360

Konzernanhang

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

KONZERNANHANG

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN

Die Nordex SE, eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft, und ihre Tochtergesellschaften im In- und im Ausland entwickeln, fertigen und vertreiben Windenergieanlagen, insbesondere Großanlagen im Multi-Megawatt-Bereich. Die Nordex SE hat ihren Sitz in der Erich-Schlesinger-Straße 50, 18059 Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in der Langenhorner Chaussee 600, 22419 Hamburg. Sie ist beim Amtsgericht Rostock unter der Handelsregisternummer HRB 11500 eingetragen.

Die Aktien der Nordex SE sind im Teilbereich des geregelten Handels mit weiteren Zulassungspflichten der Deutschen Börse zugelassen; sie sind im MDAX notiert. Das Nominalkapital beträgt zum 31. Dezember 2023 EUR 236.450.364 (31. Dezember 2022: EUR 211.946.227) und teilt sich auf in 236.450.364 (31. Dezember 2022: 211.946.227) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind.

Der Konzernabschluss der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2023 wurde am 14. Februar 2024 zur Prüfung an den Aufsichtsrat übersandt. Die finale Freigabe erfolgte am 20. Februar 2024.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG

Die allgemeinen, wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet werden, sind im Folgenden beschrieben, während Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit Bezug auf einen konkreten Abschlussposten aus Gründen der Klarheit in dem entsprechenden Kapitel aufgeführt sind.

Die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfordert dabei zum Teil Annahmen und Schätzungen des Managements. Wesentliche Ermessensentscheidungen betreffen insbesondere die Ermittlung des erzielbaren Betrags beim Wertminderungstest des Goodwills (Kapitel 10), die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern (Kapitel 18), die Kostenschätzungen für Gewährleistungsrückstellungen (Kapitel 21) sowie die Cost-to-Cost-Methode im Projektgeschäft und im Servicegeschäft (Kapitel 3, 4 und 29). Die genannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden – sofern nichts anderes angegeben ist – stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet.

Gemäß § 315 e HGB ist der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt worden. Dabei wurden für das Berichtsjahr 2023 verbindlichen International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committees (IFRIC) angewendet.

Bei der Nordex SE und den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht das Geschäftsjahr grundsätzlich dem Kalenderjahr, ausgenommen bei der Alfresco Renewable Energy Private Limited, der Nordex India Private Limited, der Ravi Urja Energy India Private Limited und der Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, deren Geschäftsjahr am 31. März endet. Für die Erstellung des Konzernabschlusses wird jedoch konzernweit das Kalenderjahr zugrunde gelegt.

Gemäß IAS 1 wird das Gliederungsprinzip der Bilanz nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden verwendet.

Der Konzernabschluss ist in TEUR dargestellt.

Im März 2022 lag die kumulative dreijährige Inflationsrate in der Türkei bei über 100%. Aus diesem Grund ist die Türkei für Berichtsperioden, die am oder nach dem 30. Juni 2022 enden, als Hochinflationsland i.S.d. IAS 29 zu betrachten. Der Abschluss des türkischen Tochterunternehmens, der auf dem Konzept historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten basiert, ist daher seitdem an die Änderung der allgemeinen Kaufkraft angepasst worden. Der Preisindex (CPI) hat im Dezember 2023 1.859,38 (Dezember 2022: 1.128,45) betragen. Aufgrund der Hyperinflationsanpassungen hat Nordex einen Nettogewinn von TEUR 2.833 (Dezember 2022: Nettoverlust von TEUR 64) erfasst.

AUSWIRKUNGEN NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS

Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2023 aufgrund der Übernahme durch die Europäische Union verpflichtend anzuwenden sind:

Standard/Interpretation Veröffentlicht durch
das IASB
Anwendungspflicht
gemäß IASB
IAS 1 1 Darstellung des Abschlusses:
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig,
Offenlegung von Rechnungslegungsgrundsätzen
23.1.2020/15.7.2020 1.1.2023
IAS 12 1 Ertragsteuern 7.5.2021 1.1.2023
IFRS 17 1 Versicherungsverträge 18.5.2017/25.6.2020 1.1.2023
IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen
von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
und Fehlern: Definition von Schätzungen in der
Rechnungslegung
3.3.2022 1.1.2023
IAS 28/IFRS 10 Anteile an assoziierten Unternehmen und
Joint Ventures: Veräußerung oder Einbringung von
Vermögenswerten zwischen einem Anteilseigner
und seinem assoziierten Unternehmen oder
Gemeinschaftsunternehmen
11.2.2019 n.a.
IAS 1 und IFRS
Practice Statement 2
Angabe von Rechnungslegungsmethoden 3.3.2022 1.1.2023

1 Aus der Anwendung haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2023 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewendet werden:

Standard/Interpretation Veröffentlicht durch
das IASB
Anwendungspflicht
gemäß IASB
Änderungen an
IFRS 16 1
Leasingverbindlichkeit in einer
Sale-and-leaseback-Transaktion
9.2022 1.1.2024
Änderungen an IAS 1 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1.2020/10.2022 1.1.2024
Änderungen an IAS 7
und IFRS 7
Änderungen in Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 5.2023 1.1.2024
Änderungen an IAS 21 Mangel an Umtauschbarkeit 8.2023 1.1.2025

1 Aus der Anwendung werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsmanagement dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Investor die Beherrschung über das Unternehmen erlangt und endet, wenn der Investor die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Der Konsolidierungskreis umfasst 12 inländische (31. Dezember 2022: 12) und 63 ausländische (31. Dezember 2022: 59) Gesellschaften und setzt sich wie folgt zusammen:

Kapital-/Stimmrechtsanteil
Name 31.12.2023
%
31.12.2022
%
Nordex SE, Rostock (Konzernobergesellschaft) n.a. n.a.
Alfresco Renewable Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 100,0 100,0
Apoderada Corporativa Nordex S.L.U, Barasoain/Spanien 100,0 0,00
Component Purchasing Company II LLC, Dover/ USA 100,0 100,0
Component Purchasing Company III LLC, Dover/ USA 100,0 100,0
Corporación Nordex Energy Spain S.L., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Eolicos R4E S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 100,0 100,0
Industria Toledana de Energias Renovables S.L., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Limited Liability Company Nordex Energy Ukraine, Kiew/ Ukraine 100,0 100,0
Nordex Austria GmbH, Wien/Österreich 100,0 100,0
Nordex Belgium SRL, Rochefort/Belgien 100,0 100,0
Nordex Beteiligungen GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Blade Technology Centre ApS, Kirkeby/ Dänemark 100,0 100,0
Nordex Blades Spain S.A.U., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Nordex (Chile) SpA, Santiago/Chile 100,0 100,0
Nordex Education Trust, Kapstadt/Südafrika 100,0 100,0
Nordex Elektrane d.o.o., Zagreb/Kroatien 100,0 100,0
Nordex Electrolyzers S.L.U., Barasoain/Spanien 85,0 100,0
Nordex Employee Holding GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Energy Brasil – Comercio e Industria de Equipamentos Ltda., Sao Paulo/Brasilien 100,0 100,0
Nordex Energy Chile S.A., Santiago/Chile 100,0 100,0
Nordex Engineering and Technology Private Ltd., Chennai/ Indien 100,0 100,0
Nordex Energy Colombia S.A.S., Bogota /Kolumbien 100,0 100,0
Nordex Energy d.o.o. Belgrade, Belgrad /Serbien 100,0 100,0
Nordex Energy Ibérica S.A., Barcelona /Spanien 100,0 100,0
Nordex Energy Internacional S.L., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Nordex Energy Ireland Ltd., Dublin/ Irland 100,0 100,0
Nordex Energy Romania Srl., Bukarest/Rumänien 100,0 100,0
Kapital-/Stimmrechtsanteil
Name 31.12.2023
%
31.12.2022
%
Nordex Energy Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko 100,0 100,0
Nordex Energy SE & Co. KG, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika 100,0 100,0
Nordex Energy Spain S.A.U., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Nordex Energy Uruguay S.A., Montevideo/ Uruguay 100,0 100,0
Nordex Enerji A.S., Istanbul/ Türkei 100,0 100,0
Nordex Finland Oy, Helsinki/ Finnland 100,0 100,0
Nordex Forum II GmbH & Co. KG, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex France S.A.S., Paris / Frankreich 100,0 100,0
Nordex Germany GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Hellas Monoprosopi EPE, Athen/Griechenland 100,0 100,0
Nordex India Manufacturing Private Limited, Bangalore/ Indien 100,0 100,0
Nordex India Private Limited, Bangalore/ Indien 100,0 100,0
Nordex International GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex International Services Sp. z.o.o., Warschau/Polen 100,0 100,0
Nordex International service america S DE RL DE CV, Mexiko-Stadt/Mexiko 100,0 100,0
Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien 100,0 100,0
Nordex Manufacturing GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Maritime S.A., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Nordex Netherlands B.V., Zwolle/ Niederlande 100,0 100,0
Nordex Norway AS, Oslo/ Norwegen 100,0 100,0
Nordex Oceania Pty. Ltd., Melbourne/Australien 100,0 100,0
Nordex Pakistan (Private) Ltd., Islamabad /Pakistan 100,0 100,0
Nordex Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen 100,0 100,0
Nordex Portugal, Unipessoal Lda., Porto/Portugal 100,0 100,0
Nordex Singapore Equipment Private Ltd., Singapur/Singapur 100,0 100,0
Nordex Singapore Service Private Ltd., Singapur/Singapur 100,0 100,0
Nordex Sverige AB, Uppsala /Schweden 100,0 100,0
Nordex Energy Servicios de Obra, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko 100,0 100,0
Nordex Towers Colombia, Bogota /Kolumbien 100,0 100,0
Nordex Towers Spain S.L., Barasoain/Spanien 100,0 100,0
Nordex UK Ltd., Manchester/ Vereinigtes Königreich 100,0 100,0
Nordex USA Inc., Chicago/ USA 100,0 100,0
Nordex USA Management LLC, Chicago/ USA 100,0 100,0
Nordex Windpark Beteiligung GmbH, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Nordex Windpower Perú S.A., Lima /Peru 100,0 100,0
Kapital-/Stimmrechtsanteil
Name 31.12.2023
%
31.12.2022
%
Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi Sistemleri Anonim Sirketi, Istanbul/ Türkei 100,0 100,0
Nordex Windpower S.A., Buenos Aires /Argentinien 100,0 100,0
NPV Dritte Windpark GmbH & Co. KG, Hamburg/Deutschland 100,0 100,0
Parque Eolico Llay-Llay SpA, Santiago/Chile 100,0 100,0
Ravi Urja Energy India Private Limited, Bangalore/ Indien 100,0 100,0
San Marcos Colon Holding Inc., Chicago/ USA 100,0 100,0
Shanghai Nordex Windpower Co. Ltd., Shanghai/ VR China 100,0 100,0
Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, Bangalore/ Indien 100,0 100,0
UAB Nordex Lithuania, Vilnius / Litauen 100,0 100,0

In diesem Jahr wurden vier neue Unternehmen in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Aus den Erstkonsolidierungen dieser Unternehmen haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordex Group ergeben. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Entkonsolidierungen.

Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen sind Beteiligungsunternehmen, die sowohl im Hinblick auf die quantitativen Kriterien Jahresergebnis, Eigenkapital, Bilanzsumme und Mitarbeiter als auch in Bezug das qualitative Kriterium der Art der Geschäftstätigkeit unwesentlich sind.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninternen Transaktionen zwischen den einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 10.731.532 (31. Dezember 2022: TEUR 13.116.367) gegeneinander aufgerechnet.

Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden die aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr und aus internen Umlagen stammenden Aufwendungen und Erträge sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen in Höhe von TEUR 3.963.244,32 (31. Dezember 2022: TEUR 3.162.925) eliminiert.

Zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge.

Körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaften bestehen zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH, der Nordex Windpark Beteiligung GmbH sowie der Nordex Manufacturing GmbH.

Eine körperschaftsteuerliche Organschaft besteht ferner zwischen der Corporacion Nordex Energy Spain S.L.U. und der Industria Toledana de Energias Renovables S.L.U., der Nordex Blades Spain S.A.U., Nordex Energy Iberica S.A.U., der Nordex Energy Internacional S.L.U., der Nordex Energy Spain S.A.U. , der Nordex Electrolysers S.L.U., der Nordex Maritime S.A.U., Apoderada Corporativa Nordex S.L.U sowie der Nordex Towers Spain S.L.U. und auch zwischen der Nordex USA Inc. und der Component Purchasing Company II LLC, der Component Purchasing Company III LLC sowie der Nordex USA Management LLC.

Eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht zwischen der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG, der Nordex Forum II GmbH & Co. KG, der Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex Windpark Verwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH und auch der Corporation Nordex Energy S.L.U., der Nordex Blade Spain S.A.U. und der Nordex Energy Spain S.A.U.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung und Berichtswährung der Nordex SE.

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Umrechnung zum Stichtagskurs resultieren, werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Die Vermögenswerte und Schulden aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs und die Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Sofern die Verwendung des monatlichen Durchschnittskurses nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Wechselkursen ergeben würden, führt, so werden die Erträge und Aufwendungen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden über das sonstige Ergebnis in einem eigenen Posten (Fremdwährungsausgleichsposten) innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst.

Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse, bezogen auf den Euro, ist nachfolgend dargestellt:

Durchschnittskurse
für das Geschäftsjahr
Stichtagskurse
zum 31.12.
Wechselkurse
EUR 1,00 entspricht
2023 2022 2023 2022
AUD 1,6283 1,5161 1,6263 1,5693
BRL 5,4015 5,4237 5,3618 5,6386
CLP 908,1266 916,9965 977,0396 913,8262
GBP 0,8699 0,8524 0,8691 0,8869
INR 89,3227 82,6541 91,9042 88,1710
MXN 19,1895 21,1365 18,7231 20,8560
NOK 11,4196 10,0951 11,2405 10,5138
PLN 4,5425 4,6830 4,3395 4,6808
SEK 11,4710 10,6230 11,0960 11,1218
TRY 25,7345 17,2662 32,6584 19,9641
USD 1,0816 1,0515 1,1050 1,0666
ZAR 19,1130 17,1893 20,3459 18,0995

FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Bei der erstmaligen Bewertung werden alle Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten erhöhen bzw. verringern den Erstbuchwert, wenn das Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

Für die Folgebewertung werden alle finanziellen Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien aufgeteilt:

  • als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten
  • als erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten
  • als erfolgswirksam im Periodenergebnis zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten

Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden demgegenüber in folgende Kategorien aufgeteilt:

  • als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten
  • als erfolgswirksam im Periodenergebnis zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten

Zur Abbildung in der Nordex Group wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital. Von der Fair-Value-Option wird kein Gebrauch gemacht. Eine Reklassifizierung ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt.

Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten kann nach der Methode der Bilanzierung zum Handelstag oder zum Erfüllungstag angesetzt oder ausgebucht werden. Die verwendete Methode ist für Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die der gleichen Kategorie angehören, stetig anzuwenden. In der Nordex Group erfolgt die Bilanzierung zum Erfüllungstag.

Nach dem Wertminderungsmodell unter IFRS 9 ist für alle Finanzinstrumente im Anwendungsbereich ein erwarteter Verlust (Expected Credit Loss) bereits bei Einbuchung des Finanzinstruments zu erfassen.

Bei Nordex ist das Wertminderungsmodell im Wesentlichen auf folgende Finanzinstrumente anwendbar:

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Vertragsvermögenswerte aus Projekten
  • Vertragsvermögenswerte aus Service

Für die Ermittlung des erwarteten Verlusts ist ein generelles Wertminderungsmodell (General Approach) vorgesehen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen erlaubt IFRS 9 hingegen auch die Anwendung eines vereinfachten Wertminderungsmodells (Simplified Approach).

Innerhalb der Nordex Group wird das vereinfachte Wertminderungsmodell angewendet. Hierbei wird der zu erwartende Verlust über die gesamte Restlaufzeit (Lifetime Expected Credit Loss) berücksichtigt, ohne vorherige Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant erhöht hat. Für die Berechnung des zu erwartenden Verlusts verwendet Nordex eine Wertberichtigungstabelle. Dabei erfolgt die Bestimmung des zu erwartenden Verlusts als pauschaler Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit. Zuvor bereits erfasste Einzelwertberichtigungen werden bei der Bestimmung des zu erwartenden Verlusts nicht berücksichtigt.

Derivate sind stets zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, das Unternehmen hat sich entschieden, das Derivat in eine Sicherungsbeziehung gemäß Hedge Accounting Regelungen zu designieren, da alle Voraussetzungen des Hedge Accounting erfüllt sind.

Hedge Accounting wird auf alle Cashflow-Hedge-Sicherungen für Projekt- und Beschaffungsgeschäfte der Nordex Group angewendet. Dabei handelt es sich um die Sicherung von zukünftigen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströmen gemäß dem Budget bzw. der Planung individueller kundenspezifischer Projekte. Nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden dagegen Sicherungen von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts der Forderungen der Nordex SE, die im Wesentlichen aus der Innen-Finanzierungtätigkeit in Fremdwährung resultieren.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die als Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument designiert werden, unterliegen somit den Bewertungsregeln zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen. Voraussetzung für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen ist demnach, dass der eindeutige Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert und deren Effektivität nachgewiesen ist. Die Effektivität wird auf Grundlage der Dollar-Offset-Methode mit einem Spot-to-Spot-Ansatz berechnet. Dabei wird nur die Spot-Komponente des Sicherungsinstruments und nicht der Full-Fair-Value im Hedge Accounting designiert. Jegliche effektive Marktwertänderung der designierten Komponente wird zunächst erfolgsneutral in der Rücklage für Cashflow-Hedges und erst, wenn das Grundgeschäft realisiert wird oder nicht eintritt, erfolgswirksam erfasst. Der ineffektive Teil des Cashflow-Hedge wird sofort erfolgswirksam erfasst. Die nicht-designierten Komponenten (Forward- und Cross Currency Basis Points-Komponenten) gehören dagegen nicht zu der Sicherungsbeziehung und wären außerhalb des Hedge Accounting zu bilanzieren. IFRS 9 erlaubt jedoch, die Marktwertänderung der nicht-designierten Komponenten ebenfalls erfolgsneutral zu erfassen, da diese die mit Hedge Accounting verbundenen Kosten darstellen. Die Verbuchung hat jedoch über eine separate Position im Eigenkapital zu erfolgen, der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges. Eine Reklassifizierung der in der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges aufgelaufenen Beträge aus dem Eigenkapital in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist ebenfalls bei Eintritt oder Wegfall des Grundgeschäfts vorzunehmen. Gewinne und Verluste aus abzusichernden Beschaffungsgeschäften sind direkt in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert des Grundgeschäfts einzubeziehen.

Devisentermingeschäfte, die die strengen Kriterien des Hedge Accountings nicht erfüllen, werden in die Bewertungskategorie als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingeordnet.

ZUSAMMENGESETZTE FINANZINSTRUMENTE

Für seine Wandelschuldverschreibungen hat Nordex eine unter dem Posten finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesene finanzielle Verbindlichkeit und ein in der Kapitalrücklage ausgewiesenes Eigenkapitalinstrument getrennt ausgewiesen. Die Fremdkapitalkomponente wurde zunächst zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die Zins- und Tilgungszahlungen mit einem risikobereinigten Zinssatz eines vergleichbaren Schuldinstruments ohne Wandlungsrecht abgezinst wurden. Die Eigenkapitalkomponente wurde zunächst mit dem Restwert bewertet, der sich aus dem Abzug des beizulegenden Zeitwerts der Fremdkapitalkomponente vom beizulegenden Zeitwert des zusammengesetzten Instruments insgesamt ergibt. Die Verbindlichkeit wird in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Für den Eigenkapitalanteil erfolgt keine Folgebewertung.

LEASING

Nach dem herrschenden einheitlichen Leasingnehmerbilanzierungsmodell ist der Leasingnehmer verpflichtet für Leasingverträge Vermögenswerte für das Nutzungsrecht in Höhe der Leasingverbindlichkeiten zzgl. anfänglicher direkter Kosten und angepasst um bereits gezahlte oder erhaltene Beträge und Verbindlichkeiten in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen anzusetzen; die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst, falls der der Leasingzahlungen zugrundeliegende Zinssatz nicht zur Verfügung steht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben und die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben. Die Wahlrechte zur Nichtbilanzierung von kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, von Leasinggegenständen von geringem Wert kleiner als TEUR 5, von variablen Leasingzahlungen und für Leasing von immateriellen Vermögenswerten sind in Anspruch genommen worden.

Zur Abbildung in der Nordex Group wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den Sachanlagen, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, den sonstigen betrieblichen Erträgen, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, den Abschreibungen und dem Finanzergebnis.

ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGSPROGRAMME Mitarbeiteraktienoptionsprogramm

Die Nordex SE gewährt bestimmten Mitarbeitern im Rahmen eines Mitarbeiterbindungsprogramms unentgeltlich Bezugsrechte auf Aktien der Nordex SE. Die Mitarbeiter haben ebenfalls die Möglichkeit nicht an dem Programm teilzunehmen.

Jede gewährte Option berechtigt zum Erwerb einer auf den Inhaber lautenden Stückaktie der Nordex SE. Insgesamt werden in diesem Programm vier Tranchen ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt jeweils einmal jährlich innerhalb eines Zeitraums von 15 Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse, beginnend mit dem dritten Handelstag nach der Veröffentlichung des dritten Quartalsberichts. Die erste Tranche wurde am 3. Dezember 2021, eine zweite am 6. Dezember 2022 und eine dritte am 5. Dezember 2023 ausgegeben. Insgesamt können bis zum Ende der Laufzeit des Programms maximal 3.500.000 Optionen weltweit für sämtliche Managementund Expert-Level gewährt werden.

Die Laufzeit der Optionen beginnt mit dem Zuteilungstag und endet nach sechs Jahren. Die letzte Zuteilung erfolgt im Dezember 2024, dementsprechend endet die Laufzeit des gesamten Programms im Dezember 2030.

Folgende Bedingungen müssen für die Ausübung der Optionen erfüllt sein:

  • Ablauf einer Wartefrist von vier Jahren, beginnend mit dem Zuteilungstag
  • Der Aktienkurs bei Ausübung muss um mindestens 15% höher sein als der Aktienkurs bei Zuteilung

Die Optionen können nur während zweier Zeiträume im Geschäftsjahr der Gesellschaft ausgeübt werden: 30 Handelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Jahresabschlusses bzw. des Halbjahresberichts. Nach Ausübung der Option können die Optionsberechtigten mit ihren erhaltenen Aktien nach eigenem Ermessen verfahren.

Die Optionen können nur während zweier Zeiträume im Geschäftsjahr der Gesellschaft ausgeübt werden: 30 Handelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Jahresabschlusses bzw. des Halbjahresberichts. Nach Ausübung der Option können die Optionsberechtigten mit ihren erhaltenen Aktien nach eigenem Ermessen verfahren.

2023 2022
Durchschnittlicher
Ausübungspreis der
Optionen
Anzahl der Optionen Durchschnittlicher
Ausübungspreis
der Optionen
Anzahl der Optionen
Tranche 1
Stand am 1.1. EUR 15,64 541.490 EUR 15,64 579.190
Ausgegebene Optionen 0 0 0 0
Ausgeübte Optionen 0 0 0 0
Verfallene Optionen EUR 15,64 34.600 EUR 15,64 37.700
Stand am 31.12. EUR 15,64 506.890 EUR 15,64 541.490
Tranche 2
Stand am 1.1. EUR 12,16 768.284 n.a. n.a.
Ausgegebene Optionen 0 0 EUR 12,16 768.284
Ausgeübte Optionen 0 0 0 0
Verfallene Optionen EUR 12,16 28.900 0 0
Stand am 31.12. EUR 12,16 739.384 EUR 12,16 768.284
Tranche 3
Stand am 1.1. n.a. n.a. 0 0
Ausgegebene Optionen EUR 10,10 884.409 0 0
Ausgeübte Optionen 0 0 0 0
Verfallene Optionen 0 0 0 0
Stand am 31.12. EUR 10,10 884.409 0 0
Stand am 31.12. n.a. 2.130.683 n.a. 1.309.774
Erdiente und
ausübbare Optionen
am 31.12.
0 0 0 0

Am Ende der Periode noch nicht ausübbare Optionen der ersten, zweiten und dritten Tranche haben die folgenden Verfalldaten und Ausübungspreise:

Ausgabedatum Ablaufdatum Ausübungspreis Anzahl der
Optionen
am 31.12.2023
Anzahl der
Optionen
am 31.12.2022
Tranche 1 03.12.2021 02.12.2027 EUR 15,64 506.890 541.490
Tranche 2 06.12.2022 05.12.2028 EUR 12,16 739.384 768.284
Tranche 3 05.12.2023 04.12.2029 EUR 10,10 884.409 n.a.

Die ausgegebenen Optionen können erstmals nach 4 Jahren innerhalb bestimmter Ausübungsfenster ausgeübt werden.

Der in der Periode für das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm erfasste Gesamtaufwand beläuft sich auf TEUR 1.830.

Der Fair Value der ausgegebenen Optionen wird mittels Monte-Carlo-Simulationen geschätzt. Hierbei wurde die Notwendigkeit eines Mindestanstiegs des Aktienkurses vor Ausübung um 15% gegenüber dem Ausübungspreis in die Simulation einbezogen. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation wurden die folgenden Parameter verwendet:

Tranche 3
31.12.2023
Tranche 2
31.12.2023
Tranche 1
31.12.2023
Aktienkurs am
Bewertungsstichtag
EUR 10,49 EUR 12,54 EUR 14,84
Ausübungspreis EUR 10,10 EUR 12,16 EUR 15,64
Erwartete Laufzeit 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Erwartete Volatilität 1 54,73 55,94% 52,49%
Risikofreier Zinssatz 2,09% 1,92% –0,66%
Dividende EUR 0 EUR 0 EUR 0

1 Die erwartete Volatilität ist auf Basis der historischen Volatilität

der Nordex SE Aktie über die erwartete Laufzeit illustriert worden.

Das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm sieht grundsätzlich eine Begleichung in Aktien vor (Equity Settled). Eine Barauszahlung (Cash Settlement) ist nicht vorgesehen, aber durch die Optionsbedingungen grundsätzlich möglich.

Performance-Share-Units-Plan

Die langfristige variable Vergütung des Vorstands ist als Performance-Share-Units-Plan auf Basis virtueller Aktien ausgestaltet.

Tranche 2021–2023

Die Tranche 2021–2023 des PSUPs für Herrn José Luis Blanco und Herrn Patxi Landa ist vor der Anpassung der Anstellungsverträge an das neue Vergütungssystem begeben worden und wird nachstehend näher beschrieben. Abweichend hiervon wurde Herrn Dr. Ilya Hartmann bereits 2021 eine Tranche auf Basis des neuen Vergütungssystems mit einer Performanceperiode von 2021 bis 2024 begeben.

Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein individueller Zielbetrag vereinbart. Dieser Betrag wird in Performance Share Units (nachfolgend auch PSU) umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn des Bemessungszeitraums (nachfolgend auch Performanceperiode) geteilt (nachfolgend auch Anfangszahl).

Das Leistungskriterium ist der Vergleich der Entwicklung des sogenannten relativen Total Shareholder Returns (nachfolgend auch RTSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird für Herrn José Luis Blanco und Herrn Patxi Landa über eine dreijährige Performanceperiode ermittelt, beginnend jeweils mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung.

Für den Zielkorridor wurde ein Minimum von –50% und ein Maximum von +50 % definiert. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100% dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des RTSR der Nordex SE um 50 % oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, wird eine Zielerreichung von 50% angenommen. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit dem Zielerreichungsgrad ergibt sich die endgültige Anzahl an PSU (nachfolgend auch Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu ermitteln. Der Auszahlungsbetrag des PSUP ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt.

Die an der Tranche 2021–2023 teilnehmenden Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33 % des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu halten.

Tranche 2023–2026

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Herrn José Luis Blanco, Herrn Patxi Landa und Herrn Dr. Ilya Hartmann PSU zugesagt, deren Ausgestaltung den Anforderungen des neuen Vergütungssystems entsprechen.

Mit den Vorstandsmitgliedern ist jeweils ein individueller Zielbetrag vereinbart, welcher in PSU umgewandelt wird. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode geteilt (nachfolgend auch Anfangszahl).

Die Leistung wird anhand von zwei Kriterien bestimmt. Das erste Leistungskriterium (Gewichtung: 80 %) ist der Vergleich der Entwicklung des RTSR der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine vierjährige Performanceperiode ermittelt, beginnend mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100 % dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des RTSR der Nordex SE um 50% oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, wird eine Zielerreichung von 0% angenommen. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Als zweites Leistungskriterium (Gewichtung: 20 %) wurde, abgeleitet aus der Nachhaltigkeitsstrategie 2025 der Nordex Group, die Erreichung eines Frauenanteils in den Führungsebenen M1 bis M4 von 25 % bis 2025 definiert. Die Zielerreichung wird am Ende der Performanceperiode 2026 bestimmt. Für den Zielkorridor wurde eine Frauenquote von 20 % als Minimum und eine Frauenquote von 30 % als Maximum definiert. Die Zielerreichung ist zwischen 0% und 200% linear interpoliert.

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Einzelzielerreichungsgrade und der Gewichtung der Leistungskriterien wird der Gesamtzielerreichungsgrad für ein Geschäftsjahr festgestellt.

Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit dem Gesamtzielerreichungsgrad ergibt sich die endgültige Anzahl an PSU (nachfolgend auch Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu ermitteln. Der Auszahlungsbetrag des PSUP ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt.

1.1.2023
Stück
Ausgegebene
PSU
Stück
Verände
rungen 2
Stück
Ausgeübte
PSU 1
Stück
31.12.2023
Stück
Tranche 2023 0 106.999 0 0 106.999
Tranche 2022 62.069 0 1 0 62.070
Tranche 2021 43.155 0 –16.616 16.618 9.921
105.224 106.999 –16.615 16.618 178.990

1 Die Anzahl der ausgeübten PSU ist entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien ausgewiesen worden.

2 Verfallene PSUs entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien

1.1.2022
Stück
Ausgegebene
PSU
Stück
Verände
rungen
Stück
Ausgeübte
PSU 1
Stück
31.12.2022
Stück
Tranche 2022 0 68.966 –6.897 2 0 62.069
Tranche 2021 43.155 0 0 0 43.155
Tranche 2020 60.606 0 1.139 3 61.745 0
103.761 68.966 – 5.758 61.745 105.224

1 Die Anzahl der ausgeübten PSU ist entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien ausgewiesen worden.

2 Der Zielbetrag der Tranche 2022 für Herrn Dr. Hartmann wurde mit der Vertragsverlängerung zum 1. Juli 2022 zeitanteilig angepasst. Für den Zeitraum vom

  1. Januar bis 30. Juni 2022 betrug der Zielbetrag EUR 100.000. Für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2022 betrug der Zielbetrag EUR 130.000. Daraus ergibt sich ein Gesamtbetrag für 2022 von EUR 230.000.

3 Erhöhung der PSU der Tranche entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien.

Der in der Periode für den Performance-Share-Units-Plan erfasste Gesamtaufwand beläuft sich auf TEUR 580 (2022: TEUR 660).

Der Buchwert der Verbindlichkeiten, die sich aus dem Performance-Share-Units-Plan ergeben, beträgt TEUR 829 (31. Dezember 2022: TEUR 1.409).

Die Auszahlungshöhe der Verbindlichkeiten, bei denen das Recht der Gegenpartei auf flüssige Mittel unverfallbar geworden ist, liegt bei TEUR 167 (31. Dezember 2022: TEUR 767).

Der Fair Value des am 1. Januar 2023 ausgegebenen vierjährigen Performance Share Units-Plans beträgt EUR 11,11 und ist mittels einer Monte-Carlo-Simulation geschätzt worden. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation wurden die folgenden Parameter verwendet:

1.1.2023
Aktienkurs am Bewertungsstichtag EUR 13,20
Erwartete Laufzeit 4 Jahre
Erwartete Volatilität 59,44%
Risikofreier Zinssatz 2,81%
Dividende EUR 0

Die langfristige variable Vergütung des Vorstands wird mit Barmitteln beglichen, sofern die Zielbedingungen erfüllt sind.

FINANZRISIKOMANAGEMENT

ZIELSETZUNG UND METHODEN DES FINANZRISIKOMANAGEMENTS

Das operative Geschäft sowie die Finanzierungstransaktionen der Nordex Group als international tätiger Unternehmensgruppe unterliegen Finanzrisiken. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen der Treasury-Abteilung.

MARKTRISIKO

Fremdwährungsrisiko

Aus der internationalen Ausrichtung des Konzerns resultiert, dass das operative Geschäft Wechselkursschwankungen unterliegt. Die wesentlichen Risiken bestehen vor allem mit dem US-Dollar. Fremdwährungsrisiken entstehen bei erwarteten zukünftigen Transaktionen sowie bei bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Sie entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung (Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt.

Fremdwährungsrisiken werden überwiegend durch den Abschluss von Kundenverträgen, die auf die entsprechenden Währungen der projektbezogenen Lieferantenverträge abgestimmt sind, vermieden (Natural Hedge). Diese Vermeidung von Risiken wird auch projektübergreifend forciert, insbesondere beim US-Dollar. Angesichts der Ausweitung der asiatischen Lieferkette in den letzten Jahren haben der chinesische Yuan und die indische Rupie an Bedeutung gewonnen.

Zur Absicherung der Fremdwährungsrisiken werden derivative Sicherungsinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Die derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungselemente genutzt und nicht für spekulative Zwecke eingesetzt. Der Abschluss der Geschäfte erfolgt grundsätzlich zentral durch die Nordex SE als Konzernobergesellschaft. Geschäftspartner bei Kontrakten über derivative Finanzinstrumente sind ausschließlich in- und ausländische Banken, deren Rating permanent überwacht wird. Durch eine Diversifikation der Handelspartner wird zudem eine entsprechende Risikominderung erreicht. Alle Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten werden im Rahmen der aktuell geltenden Bestimmungen der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) eingesetzt, überwacht und auditiert. Bestimmte Transaktionen bedürfen zudem der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang der Risikopositionen aus dem Projektgeschäft informiert wird. Zum 31. Dezember 2023 sind im Wesentlichen Devisentermingeschäfte in Chinesischen Yuan abgeschlossen. Die fiktiven Rückzahlungsbeträge ausstehender Devisenterminkontrakte belaufen sich auf TEUR 120.226 (31. Dezember 2022: TEUR 338.841), wobei Nicht-Euro-Devisenterminkontrakte in Euro bewertet sind und sich gegenläufige Währungsströme gegenseitig aufheben.

Die in das Hedge Accounting einbezogenen derivativen Sicherungsinstrumente stellen sich wie folgt dar:

2023 BRL
TEUR
BRL
TEUR
CNY
TEUR
CNY
TEUR
INR
TEUR
INR
TEUR
USD
TEUR
CAD
TEUR
In 2024 fälliger
Nominalwert
0 0 229.732 81.704 0 36.284 40.776 28.733
In 2025 fälliger
Nominalwert
0 0 0 0 0 0 0 0
In 2026 fälliger
Nominalwert
0 0 0 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 229.732 81.704 0 36.284 40.776 28.733
Leitwährung EUR USD EUR USD EUR USD EUR USD
Durchschnittlicher
Sicherungskurs
n.a. n.a. 7,72 7,08 n.a. 83,28 1,08 1,36
2022 BRL
TEUR
BRL
TEUR
CNY
TEUR
CNY
TEUR
INR
TEUR
INR
TEUR
USD
TEUR
CAD
TEUR
In 2023 fälliger
Nominalwert
53.548 27.035 117.569 93.478 46.884 45.945 116.305 82.413
In 2024 fälliger
Nominalwert
0 0 0 0 0 0 0 28.965
In 2025 fälliger
Nominalwert
0 0 0 0 0 0 0 0
Gesamt 53.548 27.035 117.569 93.478 46.884 45.945 116.305 111.378
Leitwährung EUR USD EUR USD EUR USD EUR USD
Durchschnittlicher
Sicherungskurs
7,16 6,11 7,05 6,81 82,96 81,34 1,06 1,33

Aus dem Effektivitätstest ergeben sich die folgenden Ergebnisse:

Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten
2023 EUR/CNY
TEUR
USD /INR
TEUR
USD/CNY
TEUR
EUR/CNY
TEUR
USD/CNY
TEUR
USD/CAD
TEUR
USD/INR
TEUR
EUR/USD
TEUR
Nominalvolumen 25.526 9.153 61.278 204.207 20.426 28.733 27.131 40.776
Marktwert bzw.
Buchwert
132 41 765 –2.736 –458 –751 –96 –1.095
Wertveränderung des
Sicherungsgeschäfts
zur Ermittlung von
Ineffektivitäten
126 20 1.045 –2.597 –255 –805 –262 –1.179
Wertveränderung des
Grundgeschäfts zur
Ermittlung von
Ineffektivitäten
–125 –19 –1.030 2.655 237 822 266 1.184
Stand der Rücklage
für Cashflow-Hedges
für aktive
Cashflow-Hedges
762 –19 –708 2.597 255 805 262 1.179
Stand der Rücklage
für Kosten der
Cashflow-Hedges
für aktive
Cashflow-Hedges
–6 –22 279 138 203 –54 –166 –83
Stand der Rücklage
für Cashflow-Hedges
für beendete
Cashflow-Hedges
0 0 0 0 0 0 0 0
Stand der Rücklage
für Kosten der
Cashflow-Hedges
für beendete
Cashflow-Hedges
0 0 0 0 0 0 0 0
Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten
2022 EUR/
CNY
TEUR
EUR/
USD
TEUR
USD/
CAD
TEUR
USD/
CNY
TEUR
EUR/
BRL
TEUR
USD/
CNY
TEUR
USD/
BRL
TEUR
EUR/
CNY
TEUR
USD/
CAD
TEUR
USD/
INR
TEUR
EUR/
INR
TEUR
Nominalvolumen 27.184 116.305 72.758 21.676 53.458 71.802 27.035 90.385 38.620 45.945 46.884
Marktwert bzw.
Buchwert
60 1.538 2.712 700 –9.578 –1.233 –3.105 –5.255 –205 –968 –3.490
Wertveränderung
des Sicherungs
geschäfts zur
Ermittlung von
Ineffektivitäten
54 1.819 2.731 698 –9.617 –1.122 –2.954 –5.958 –210 –1.191 –4.252
Wertveränderung
des Grund
geschäfts zur
Ermittlung von
Ineffektivitäten
–53 –1.820 –2.734 –700 9.782 1.137 –2.992 6.012 270 1.204 4.298
Stand der
Rücklage für
Cashflow-Hedges
für aktive
Cashflow-Hedges
–53 –730 –2.658 –698 9.617 1.122 2.954 5.958 134 1.191 4.252
Stand der
Rücklage für
Kosten der
Cashflow-Hedges
für aktive
Cashflow-Hedges
–6 282 19 –2 –39 111 150 –703 –6 -223 –762
Stand der
Rücklage für
Cashflow-Hedges
für beendete
Cashflow-Hedges
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Stand der
Rücklage für
Kosten der
Cashflow-Hedges
für beendete
Cashflow-Hedges
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

Der unmittelbar in der Gewinn- und Verlust-Rechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste ineffektive Teil von Cashflow-Hedges beläuft sich auf ein Ergebnis von TEUR –15 (2022: TEUR 0).

Zur Darstellung der Fremdwährungsrisiken wird eine Währungssensitivitätsanalyse erstellt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der relevanten Risikovariablen auf das Jahresergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital zeigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Nordex Group Finanzinstrumente eingeht.

Bei einer Auf- bzw. Abwertung um 10% der jeweiligen Fremdwährung gegenüber der Konzernwährung würden sich aus der Bewertung der originären monetären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Projekten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und erhaltene Anzahlungen) folgende Effekte auf das Jahresergebnis nach Steuern ergeben:

2023 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/USD 39.881 –32.630
2022 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/ USD 31.756 –25.982

Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen, aber nicht in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis und den beizulegenden Zeitwert ergeben:

2023 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/AUD
Jahresergebnis –1.212 1.213
Beizulegender Zeitwert –1.212 1.213
EUR/SEK
Jahresergebnis 3.525 –3.515
Beizulegender Zeitwert 3.525 –3.515
EUR/USD
Jahresergebnis –29.369 29.467
Beizulegender Zeitwert –29.369 29.467
2022 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/AUD
Jahresergebnis –1.682 1.686
Beizulegender Zeitwert –1.682 1.686
EUR/BRL
Jahresergebnis –7.983 8.040
Beizulegender Zeitwert –7.983 8.040
EUR/SEK
Jahresergebnis –6.611 6.628
Beizulegender Zeitwert –6.611 6.628
EUR/USD
Jahresergebnis –23.112 23.193
Beizulegender Zeitwert –23.112 23.193
EUR/PLN
Jahresergebnis 3.854 –3.820
Beizulegender Zeitwert 3.854 –3.820

Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen und in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis, den beizulegenden Zeitwert, die Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern und die Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern ergeben:

2023 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/CNY und USD/CNY
Jahresergebnis 16 16
Beizulegender Zeitwert 31.598 –29.444
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern 31.614 –29.429
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern 21.497 –20.011
EUR/USD
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert 4.051 –4.037
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern 4.051 –4.037
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern 2.754 –2.746
EUR/INR und USD/INR
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert 13.567 –12.674
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern 13.567 –12.674
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern 9.226 –8.618
2022 +10 %
TEUR
–10 %
TEUR
EUR/BRL und USD/BRL
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert –8.271 7.751
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern –8.271 7.751
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern –5.624 5.271
EUR/CNY und USD/CNY
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert 21.719 –19.679
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern 21.719 –19.679
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern 14.769 –13.382
EUR/USD
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert –11.592 11.608
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern –11.592 11.608
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern –7.883 7.894
USD/ INR und EUR/ INR
Jahresergebnis 0 0
Beizulegender Zeitwert 9.434 –8.489
Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern 9.434 –8.489
Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern 6.415 –5.772

Zinsänderungsrisiko

Wesentliche variabel verzinsliche Vermögenswerte und Schulden, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, bestehen nicht.

Kreditrisiko

Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Alle wesentlichen Neukunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Einem Ausfallrisiko wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere erfolgt die Auftragsannahme grundsätzlich nur dann, wenn die Projektfinanzierung durch Kreditinstitute sichergestellt und/oder durch eine Bankgarantie bzw. eine Konzernbürgschaft unterlegt ist. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten sind über Garantien, Bürgschaften und Standby-Akkreditive in Höhe von TEUR 4.460.403 (31. Dezember 2022: TEUR 4.076.338) oder Eigentumsvorbehalte in Höhe von TEUR 390.176 (31. Dezember 2022: TEUR 360.096) besichert.

Liquiditätsrisiko

Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen Ein- und Auszahlungen herzustellen, wozu sowohl die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte als auch die erwarteten Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit überwacht werden und die Gruppenliquidität laufend gesteuert wird.

Grundsätzlich finanziert die Nordex Group die Projekte über Projektvorauszahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen Projekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet. Ein überwiegender Teil dieser Projektanzahlungen wird über die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie und die Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie avaliert.

Nordex setzt teilweise länderübergreifend Cash-Pooling oder sonstige Inhouse-Banking-Instrumente zum effektiven Liquiditätsmanagement ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Konzern-Treasury bei Geschäftsbanken im In- und Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limits und Kontrahentenrisiken permanent überwacht.

FREMDKAPITALINSTRUMENTE Unternehmensanleihe

Am 2. Februar 2018 hat die Nordex Group erfolgreich eine Unternehmensanleihe in Höhe von TEUR 275.000 mit einem Kupon von 6,5% platziert, die an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist. Kreditnehmer der fünfjährigen Unternehmensanleihe war die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften. Die Unternehmensanleihe war als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Die Anleihe wurde am Fälligkeitstag im Januar 2023 zurückgezahlt.

Gesellschafterdarlehen

Von der Acciona S.A. waren zwei Gesellschafterdarlehen an die Nordex SE gewährt worden.

Das erste Gesellschafterdarlehen belief sich auf TEUR 232.200, wobei die erste Tranche über TEUR 17.200 im August 2020 und die zweite Tranche über TEUR 215.000 im März 2021 ausgezahlt wurde. Im Juni 2021 wurden davon TEUR 196.580 als Sacheinlage in eine Kapitalerhöhung eingebracht. Die ursprüngliche Laufzeit reichte bis zum 30. April 2025 bei einem Zinssatz von 10,0%.

Das zweite Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt TEUR 286.000 wurde im Jahr 2022 zu einem Zinssatz von 14,0% und einer ursprünglichen Laufzeit bis zum 29. Juli 2026 gewährt. Die erste Tranche von TEUR 11.000 wurde zur Begleichung von Transaktionskosten im Juli 2022 ausgezahlt. Die zweite Tranche von TEUR 275.000 diente der Ablösung der Unternehmensanleihe im Februar 2023.

Die beiden Gesellschafterdarlehen wurden gemäß Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung der Nordex SE vom 27. März 2023 in Eigenkapital umgewandelt. Der in Eigenkapital umgewandelte Betrag einschließlich Zinsen belief sich auf EUR 346,7 Mio. Darüber hinaus wurden aktivierte Finanzierungskosten in Höhe von EUR 12,8 Mio. aufwandswirksam im Finanzergebnis erfasst. Zum 31. Dezember 2023 bestehen keine Verbindlichkeiten in Bezug auf die Gesellschafterdarlehen.

Schuldscheindarlehen

Am 6. April 2016 hat die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung der Nordex Energy SE & Co. KG ein Schuldscheindarlehen im Volumen von TEUR 550.000 bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Nach Rückzahlungen im April 2021 und April 2023 besteht das Schuldscheindarlehen derzeit aus einer Tranche mit einer ursprünglichen Laufzeit von zehn Jahren und einem festen Zinssatz von 2,96%. Das Schuldscheindarlehen ist als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Zum 31. Dezember 2023 beträgt die unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 6.642 (31. Dezember 2022: TEUR 25.917), wovon TEUR 142 (31. Dezember 2022: TEUR 0) kurzfristig sind.

Mitarbeiteranleihe

Zur Stärkung der Bindung der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Möglichkeit einer rentablen Geldanlage hat die Nordex Group ein Beteiligungsprogramm für ihre Mitarbeiter an dem von ihr selbst entwickelten und realisierten französischen Windpark Val aux Moines aufgelegt. Die Beteiligung erfolgt über den Erwerb von Schuldverschreibungen, die von der Nordex Employee Holding GmbH emittiert werden. Das Gesamtvolumen beträgt bis zu TEUR 4.000 bei einer jährlichen Verzinsung von 6,0%. Die Laufzeit ist datiert vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2024. Zum 31. Dezember 2023 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 3.273 (31. Dezember 2022: TEUR 3.466).

Syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie

Die Nordex SE verfügt darüber hinaus mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften über eine bis zum 9. April 2024 laufende syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von aktuell TEUR 1.302.000 (ursprünglich TEUR 1.410.000). Diese Multi-Currency-Avalkreditlinie beinhaltet zugesicherte Barkreditlinien in Höhe von TEUR 100.000, wovon im Geschäftsjahr 2022 TEUR 10.000 an eine indische Tochtergesellschaft herausgelegt wurden. Der an die indische Tochtergesellschaft herausgelegte Betrag wurde im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 20.000 erhöht.

Zum 31. Dezember 2023 ist die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie mit Avalen in Höhe von TEUR 1.012.884 (31. Dezember 2022: TEUR 1.209.550) in Anspruch genommen worden. Weiterhin sind innerhalb der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie Abzweigkreditlinien herausgelegt worden. Deren unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Barinanspruchnahmen beliefen sich am 31. Dezember 2023 auf TEUR 18.947 (31. Dezember 2022: TEUR 21.528).

Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen, beispielsweise wegen Nichteinhaltung der oben erwähnten Financial Covenants, möglich. Im Juli 2022 hat Nordex mit den Finanzinstituten erfolgreich das bestehende Financial Covenants-Konzepts angepasst, welches neben Equity Ratio auch die Kennzahl Liquid Assets als Financial Covenants umfasst. Zum 31. Dezember 2023 lagen keine Verstöße gegen Covenants vor. Zahlungsausfälle oder -verzögerungen im Hinblick auf die Barinanspruchnahmen der Kreditlinie in Höhe von TEUR 18.947 haben sich nicht ergeben.

Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie

Nordex SE hat mit der Acciona, S.A. eine Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie abgeschlossen, in der die Acciona S.A. Nordex unter bestimmten Bedingungen anbietet, ihre offenen Bank- und Bürgschaftsfazilitäten in einer Gesamthöhe von bis zu TEUR 600.000 zur Verfügung zu stellen, im Rahmen derer Bürgschaften von verschiedenen Finanzinstituten zur Deckung des Bedarfs der Nordex Group ausgestellt werden können.

Zum 31. Dezember 2023 ist die Kreditlinie in Höhe von TEUR 377.606 in Form von Garantien in Anspruch genommen worden. Der im Zusammenhang mit der Garantiegebühr unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesene zu zahlende Betrag belief sich auf TEUR 2.275. Die Kreditlinie ist eine Alternative zur syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie, um das Anleihevolumen insgesamt zu diversifizieren.

Wandelschuldverschreibungen

Die Nordex Group hat im April 2023 erfolgreich grüne, nicht nachrangige und unbesicherte Wandelschuldverschreibungen in Höhe von nominal TEUR 333.000 platziert. Die Anleihen haben eine Laufzeit von sieben Jahren und ist mit einem Kupon von 4,25% sowie einem Wandlungspreis von EUR 15,73 ausgestattet.

Das Wandlungsrecht innerhalb der Wandelschuldverschreibungen stellt ein Eigenkapitalinstrument dar, das in Höhe von TEUR 61.393 im Eigenkapital enthalten ist. Die Fremdkapitalkomponente ist als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeit klassifiziert. Zum 31. Dezember 2023 beträgt die unter den finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 247.644.

KAPITALRISIKOMANAGEMENT

Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie die Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Kapitalrisikomanagements. Das Eigenkapital beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 978.116 (31. Dezember 2022: TEUR 878.059). Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe des eingesetzten Working Capitals. Das Working Capital umfasst die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten und den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten.

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
197.102 169.906
Vertragsvermögenswerte
aus Projekten
780.352 720.191
Vorräte 1.265.691 1.103.153
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
–1.669.273 –1.519.269
Vertragsverbindlichkeiten
aus Projekten
–1.319.553 –1.053.058
–745.681 – 579.077
Umsatzerlöse 6.489.068 5.693.561
Working-Capital-Quote –11,5% –10,2%

KONZERN-SEGMENTBERICHT-ERSTATTUNG

Bei der Nordex Group handelt es sich im Wesentlichen um ein Einproduktunternehmen. Die Aktivitäten der Nordex Group erstrecken sich auf die Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb und den Service von Windenergieanlagen. Zur Unterstützung des Vertriebs werden auch Vorleistungen für die Projektentwicklung erbracht, entsprechende Rechte erworben und die Infrastruktur geschaffen, um Windenergieanlagen an geeigneten Standorten zu errichten. Die berichtspflichtigen Segmente teilen sich entsprechend der Geschäftstätigkeit auf in Projekte und Service. Dabei umfasst das Segment Projekte das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen und die Windparkentwicklung im Bereich Nordex

Development, während das Segment Service alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Windenenergieanlagen nach der Inbetriebnahme zusammenhängen, enthält. Erträge und Aufwendungen, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat unter nicht zugeordnet ausgewiesen. Hierunter werden im Wesentlichen subsumiert: Kosten für Zentralbereiche, für Restrukturierung sowie für Corporate Treasury-Aktivitäten. Die Transaktionen zwischen den einzelnen Segmenten basieren auf dem Arm's-Length-Prinzip. Über die Segmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung, die auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses basiert, an den Hauptentscheidungsträger, den Vorstand der Nordex SE, übereinstimmt.

Projekte Service Nicht zugeordnet Konsolidierung 1 Gesamt
TEUR 2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Umsatzerlöse 5.827.736 5.121.957 678.906 574.134 3.183 11.714 –20.757 –14.244 6.489.068 5.693.561
Bestandsver
änderungen
und andere
aktivierte
Eigen
leistungen
64.281 297.551 –2.463 1.835 –22 –1.881 0 0 61.796 297.505
Material
aufwand
–5.301.645 –5.226.405 –278.172 –236.413 –6.958 –56.444 20.757 14.244 –5.566.019 –5.505.018
Übrige
Erträge und
Aufwen
dungen
–580.812 –423.731 –297.080 –243.524 –293.428 –245.477 0 0 –1.171.320 –912.732
EBIT 9.560 –230.628 101.191 96.033 –297.225 –292.088 0 0 –186.474 –426.683
Sonstige
Zinsen und
ähnliche
Erträge
0 0 0 0 11.430 6.075 0 0 11.430 6.075
Zinsen und
ähnliche
Aufwen
dungen
0 0 0 0 –135.249 –101.763 0 0 –135.249 –101.763
Übriges
Finanz
ergebnis
0 0 0 0 –357 –18 0 0 –357 –18

1 Die Intrasegment-Umsatzerlöse entfallen wie im Vorjahr vollständig auf das Segment Service, während der Intrasegment-Materialaufwand in Höhe von TEUR 20.757 (2022: TEUR 14.244) vollständig auf das Segment Projekte entfällt.

Nach Regionen gliedern sich die langfristigen Vermögenswerte und die Umsatzlöse wie folgt auf:

Langfristige
Vermögenswerte 1
Umsatzerlöse
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 2023 2022
Europa 2 598.509 624.214 4.794.973 3.547.907
Lateinamerika 51.032 50.042 1.249.512 1.202.995
Nordamerika 17.738 21.464 314.203 559.474
Rest der Welt 71.052 80.305 130.380 383.185
738.330 776.025 6.489.068 5.693.561

1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen Sachanlagen, aktivierte Entwicklungsaufwendungen, geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte.

2 davon langfristige Vermögenswerte aus Deutschland TEUR 408.444 (2022: TEUR 426.425) und Umsatzerlöse aus Deutschland TEUR 1.096.297 (2022: TEUR 1.654.265)

ANGABEN ZUR BILANZ

(1) FLÜSSIGE MITTEL

Die flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestände und Sichteinlagen. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden mit den flüssigen Mitteln saldiert. Täglich kündbare Guthaben werden mit variablen Zinssätzen verzinst.

Die flüssigen Mittel betragen TEUR 925.923 (31. Dezember 2022: TEUR 633.541). Von den flüssigen Mitteln können TEUR 5.362 aufgrund von Devisenverkehrsbeschränkungen infolge des Russland-Ukraine-Konfliktes nicht frei innerhalb des Konzerns transferiert werden.

Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich.

Die flüssigen Mittel werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.

(2) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind fällige Beträge aus im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauften Gütern oder aufgebrachten Leistungen. Wenn der voraussichtliche Zahlungseingang in einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) erwartet wird, werden die Forderungen als kurzfristig klassifiziert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 197.102 (31. Dezember 2022: TEUR 169.906).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel ein Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

TEUR 2023 2022
Stand Wertberichtigungen
am 01.01.
10.040 10.850
Inanspruchnahme –158 –6.567
Auflösung 1 –2.096 –1.584
Zuführung 2 8.343 7.341
Stand Wertberichtigungen
am 31.12.
16.129 10.040

1 Die Auflösung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

2 Die Zuführung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die entsprechend der Angaben im Kapitel Finanzinstrumente ermittelt worden sind, stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023 Einzel
wert
berichtigt
Nicht einzelwertberichtigt
Gesamt
TEUR Nicht
überfällig
Überfällig
weniger
als 30
Tage
Überfällig
31 bis 90
Tage
Überfällig
91 bis 180
Tage
Überfällig
181 bis
360 Tage
Überfällig
361 Tage
und mehr
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen ohne Ausfallrisiko (brutto)
0 81.462 21.783 15.026 7.217 11.150 23.561 160.200
Erwartete Verlustquoten 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Wertberichtigungen 0 0 0 0 0 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen ohne Ausfallrisiko (netto)
0 81.462 21.783 15.026 7.217 11.150 23.561 160.200
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen mit Ausfallrisiko (brutto)
8.339 8.023 15.375 8.295 3.027 3.340 5.480 51.879
Erwartete Verlustquoten 100,0% 0,1% 0,3% 2,5% 12,5% 50,0% 100,0% 31,1%
Wertberichtigungen 8.339 8 46 207 378 1.670 5.480 16.129
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen mit Ausfallrisiko (netto)
0 8.015 15.329 8.088 2.648 1.670 0 35.750
31.12.2022 Einzel
wert
berichtigt
Nicht einzelwertberichtigt
TEUR Nicht
überfällig
Überfällig
weniger
als 30
Tage
Überfällig
31 bis 90
Tage
Überfällig
91 bis 180
Tage
Überfällig
181 bis
360 Tage
Überfällig
361 Tage
und mehr
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen ohne Ausfallrisiko (brutto)
0 81.009 13.985 3.220 7.423 2.904 18.673 127.214
Erwartete Verlustquoten 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0 %
Wertberichtigungen 0 0 0 0 0 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen ohne Ausfallrisiko (netto)
0 81.009 13.985 3.220 7.423 2.904 18.673 127.214
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen mit Ausfallrisiko (brutto)
5.913 6.616 20.493 8.720 7.178 1.220 2.592 52.732
Erwartete Verlustquoten 95,6% 0,1% 0,3% 2,5% 12,5% 50,0% 100,0% 19,0 %
Wertberichtigungen 5.655 7 61 218 897 610 2.592 10.040
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen mit Ausfallrisiko (netto)
258 6.609 20.432 8.502 6.281 610 0 42.692

127

Im Geschäftsjahr 2023 sind TEUR 0 (2022: TEUR 0) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht worden, die nicht einzelwertberichtigt gewesen sind.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert weicht im Geschäftsjahr nicht wesentlich von den fortgeführten Anschaffungskosten ab; im Vorjahr entsprach der beizulegende Zeitwert den fortgeführten Anschaffungskosten.

(3) VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND -VERBINDLICHKEITEN AUS PROJEKTEN

Unter den Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind unfertige Aufträge ausgewiesen, deren Umsatzerlöse gemäß IFRS 15 nach dem Leistungsfortschritt erfasst werden. Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden projektindividuell mit den Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten (erhaltene Anzahlungen) saldiert.

Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Projekten haben sich wie folgt entwickelt:

Vertragsvermögenswerte
aus Projekten
Vertragsverbindlichkeiten
aus Projekten
TEUR 2023 2022 2023 2022
Stand am 1.1. 720.191 536.526 1.053.058 945.128
Zugang neue laufende Projekte 2.552.354 2.073.642 2.554.560 1.067.982
Zugang bestehende laufende Projekte 2.574.122 2.730.502 2.588.610 3.620.790
Änderung im Transaktionspreis 28.153 –10.416 0
Abgang schlussgerechnete Projekte –2.852.653 –2.421.086 –2.634.860 –2.391.865
Saldierung von Vertragsvermögenswerten aus Projekten
mit Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten
–2.241.814 –2.188.977 –2.241.814 –2.188.977
Stand am 31.12. 780.352 720.191 1.319.553 1.053.058

Aufgrund der Besicherung mit Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditiven sind keine Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte aus Projekten erforderlich.

Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert weicht im laufenden Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht wesentlich von den fortgeführten Anschaffungskosten ab.

(4) VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND -VERBINDLICHKEITEN AUS SERVICE

Die Vertragsvermögenswerte aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Leistungsfortschritt die erhaltenen Zahlungen übersteigt. Demgegenüber beziehen sich die Vertragsverbindlichkeiten aus Service auf Wartungsverträge, bei denen die erhaltenen Zahlungen den Leistungsfortschritt übersteigen.

Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Service haben sich wie folgt entwickelt:

Vertragsvermögenswerte
aus Service
Vertragsverbindlichkeiten
aus Service
TEUR 2023 2022 2023 2022
Stand am 1.1. 42.228 39.498 187.223 160.315
Zugang an neuen Serviceverträgen 4.849 4.298 16.113 24.770
Zugang zu bestehenden Serviceverträgen 10.200 9.013 15.772 30.755
Abgang zu bestehenden Serviceverträgen –4.804 –9.106 –15.729 –19,701
Abgang von beendeten Serviceverträgen –6.498 –1.475 –17.435 –8.916
Stand am 31.12. 45.976 42.228 185.944 187.223

Von den Vertragsvermögenswerten aus Service sind TEUR 8.733 (31. Dezember 2022: TEUR 8.393) kurzfristig und TEUR 37.243 (31. Dezember 2022: TEUR 33.835) langfristig, während von den Vertragsverbindlichkeiten aus Service TEUR 31.189 (31. Dezember 2022: TEUR 38.896) kurzfristig und TEUR 154.755 (31. Dezember 2022: TEUR 148.327) langfristig sind.

Die erwartete Verlustquote für Vertragsvermögenswerte aus Service entspricht der für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko, die nicht überfällig sind, in Höhe von 0,1%. Aus Gründen der Wesentlichkeit sind die daraus resultierenden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 46 (31. Dezember 2022: TEUR 42) jedoch nicht erfasst worden.

(5) VORRÄTE

Für die Ermittlung der Anschaffungskosten wird die Durchschnittsmethode angewendet. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt werden.

Die Werthaltigkeit der Vorräte wird zum Stichtag überprüft und falls notwendig werden entsprechende Wertabschläge vorgenommen.

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 590.796 461.859
Unfertige Erzeugnisse 542.498 524.165
Geleistete Anzahlungen 132.397 117.129
1.265.691 1.103.153

Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um produktionsbezogenes Material und Servicematerial.

Die unfertigen Erzeugnisse betreffen im Wesentlichen im Bau befindliche Windenergieanlagen aus Kundenverträgen, bei denen die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode erfolgt.

Der Buchwert der Vorräte beinhaltet Abwertungen, die sich wie folgt entwickelt haben:

TEUR 2023 2022
Stand Abwertungen am 01.01. 37.184 30.267
Inanspruchnahme 0 –22
Auflösung 0 0
Zuführung 10.773 6.939
Stand Abwertungen
am 31.12.
47.957 37.184

Die Inanspruchnahme der Wertberichtigungen steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Altmaterialien, die Zuführung bezieht sich im Wesentlichen auf nur noch eingeschränkt nutzbare Lagerbestände.

Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt TEUR 40.503 (31. Dezember 2022: TEUR 28.156).

(6) FORDERUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS ERTRAGSTEUERN

Die Forderungen aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 20.205 (31. Dezember 2022: TEUR 9.668) sind im Wesentlichen bei der Nordex France SAS und der Nordex Enerji A.S angefallen, während die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 23.853 (31. Dezember 2022: TEUR 25.632) hauptsächlich auf die Nordex Enerji A.S., Nordex Energy Brasil und Nordex Polska Sp. z.o.o. entfallen.

(7) SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Debitorische Kreditoren 45.638 26.444
Forderung aus dem Verkauf
von Anteilen an der ACCIONA
Nordex Green Hydrogen, S.L.
(ehemals Nordex H2, S.L.)
17.570 15.000
Devisentermingeschäfte 4.369 11.138
Vorauszahlungen
zur Sicherung von
Lieferantenkapazitäten
853 7.635
Versicherungs- und
Schadenersatzansprüche
5.650 5.813
Forderungen gegen
ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
5.548 4.421
Kautionen 3.249 2.837
Sonstige 18.236 6.262
101.112 79.549

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 96.744 (31. Dezember 2022: TEUR 68.411) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 1.040 (31. Dezember 2022: TEUR 5.010).

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 3.329 (31. Dezember 2022: TEUR 6.128). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminaufund -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.

(8) SONSTIGE KURZFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Steuerforderungen 232.677 224.381
Aktive
Rechnungsabgrenzungsposten
18.909 11.172
Sonstige 2.052 1.293
253.638 236.846

Die Steuerforderungen betreffen im Wesentlichen die Vorsteuererstattungsansprüche der Nordex Energy Brasil – Comercio e Industria de Equipamentos Ltda. in Höhe von TEUR 59.684 (31. Dezember 2022: TEUR 58.064), der Nordex Energy SE & Co. KG in Höhe von TEUR 10.200 (31. Dezember 2022: TEUR 38.742), der Nordex SE in Höhe von TEUR 24.386 (31. Dezember 2022: TEUR 9.575), der Nordex India Private Limited in Höhe von TEUR 27.170 (31. Dezember 2022: TEUR 22.025), der NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. in Höhe von TEUR 16.638 (31. Dezember 2022: TEUR 15.317), der Nordex India Manufacturing Private Ltd. in Höhe von TEUR 11.347 (31. Dezember 2022: TEUR 10.473) und der Nordex Energy Ireland Ltd. in Höhe von TEUR 12.793 (31. Dezember 2022: TEUR 195).

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für die Multi-Currency-Avalkreditlinie und Lizenzgebühren.

(9) SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb oder Bau zurechenbaren Aufwendungen.

Für die Anschaffung von Anlagevermögen gewährte Investitionszuschüsse und -zulagen werden in Übereinstimmung mit IAS 20.24 als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten behandelt.

Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear vorgenommen, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:

Nutzungs
dauer
Abschrei
bungssatz
Grundstücke und Bauten
(Abschreibung nur auf Bauten)
10–33 Jahre 3%–10%
Technische Anlagen
und Maschinen
3–25 Jahre 4%–33,33%
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2–18 Jahre 5,56%–50%

Die Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Grundstücke und Bauten 179.598 190.826
Technische Anlagen
und Maschinen
149.499 198.796
Andere Anlagen, Betriebs
und Geschäftsausstattung
183.870 186.957
Anlagen im Bau 31.170 23.778
Geleistete Anzahlungen 10.289 1.594
554.426 601.951

Sachanlagen werden gemäß IAS 36 auf Wertminderung geprüft, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen.

Die Grundstücke und Bauten sowie die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten Vermögenswerte aus Leasing.

Die Zugänge und der Buchwert zum 31. Dezember 2023 sowie der Buchwert zum 1. Januar 2023 stellen sich wie folgt dar:

01.01.2023
TEUR Zugänge Buchwert Buchwert
Grundstücke und Bauten
– Vermögenswerte aus
Leasing
16.617 95.995 103.419
Technische Anlagen
und Maschinen
46 32 91
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts
ausstattung – Vermö
genswerte aus Leasing
13.762 77.382 81.037
30.425 173.409 184.547

Die aktivierten Nutzungsrechte aus Leasing beziehen sich im Wesentlichen auf Verwaltungs- und Produktionsgebäude, Lagerhallen, ein Frachtschiff, Firmenfahrzeuge und Produktionsanlagen (z.B. Hebebühnen).

Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2023 TEUR 62.203 (31. Dezember 2022: TEUR 50.500).

Für die Entwicklung der Sachanlagen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.

(10) GOODWILL

Der Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den beizulegenden Zeitwert der Anteile des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar.

Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der Goodwill im Erwerbszeitpunkt auf Zahlungsmittel generierende Einheiten (Cash Generating Units – CGUs) aufgeteilt. Einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderung wird vom Konzern auf Ebene der CGUs, denen ein Goodwill zugeordnet worden ist, überprüft, ob der Goodwill wertgemindert ist oder nicht (Impairment only Approach).

Der Ableitung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung (FVLCOD) für die beiden Bereiche Projekte und Service liegen folgende wesentliche Annahmen zugrunde.

  • Langfristige Wachstumsraten
  • Abzinsungssätze
  • Bruttogewinnmargen
  • Strukturkosten

Die Ermittlung des erzielbaren Betrags bzw. des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung für die CGUs Projekte und Service erfolgt anhand der Discounted-Cash-Flow-Methode auf Basis des Budgets für 2024 und vier weiterer Planjahre, abgeleitet aus der Mittelfristplanung der Gesellschaft. Die Erträge jenseits der Fünfjahresperiode sind auf Basis einer stetigen Wachstumsrate von 1,00 % (2022: 1,00%) extrapoliert worden. Die zugrunde liegenden Parameter wie Umsatzwachstum und Margen werden auf Basis von Erkenntnissen aus der Vergangenheit, aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Prognosen externer Branchenexperten ermittelt. Der ermittelte beizulegende Zeitwert für die beiden CGUs ist in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet worden.

Der Abzinsungssatz nach Steuern beträgt 10,34% (31. Dezember 2022: 10,68 %) für die CGU Projekte und 10,88% (31. Dezember 2022: 11,11 %) für die CGU Service und basiert auf dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital). Dem Abzinsungssatz liegt ein risikoloser Zinssatz in Höhe von 2,22% (31. Dezember 2022: 2,36%), eine Marktrisikoprämie von 7 % (31. Dezember 2022: 7,50 %) und ein Beta-Faktor von 1,12 (31. Dezember 2022: 1,07) zugrunde. Der Beta-Faktor und das Verhältnis von Marktwert des Eigenkapitals zu Marktwert des Fremdkapitals sind anhand einer CGU-spezifischen Peer Group ermittelt worden.

Der Goodwill beträgt wie im Vorjahr TEUR 547.758 und entfällt wie im Vorjahr mit TEUR 500.487 auf die CGU Projekte und mit TEUR 47.272 auf die CGU Service. Er resultiert mit TEUR 537.798 aus der Kaufpreisallokation der Acciona Windpower.

Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2023 wie im Vorjahr nicht vorgenommen worden, da der erzielbare Betrag für die CGUs Projekte und Service über dem Buchwert der Vermögenswerte zuzüglich des Buchwerts des Goodwills der beiden CGUs liegt.

Die Sensitivitätsanalyse aller wesentlichen Annahmen ergab Folgendes:

  • Ein Rückgang der langfristigen Wachstumsrate um 3% hätte keine Wertminderung zur Folge.
  • Ein Anstieg des WACC um 3% hätte keine Wertminderung zur Folge.
  • Ein Rückgang der Bruttogewinnmarge um 3% hätte keine Wertminderung zur Folge.
  • Ein Anstieg der Strukturkosten um 3% hätte keine Wertminderung zur Folge.

Für die Entwicklung des Goodwills wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.

(11) AKTIVIERTE ENTWICKLUNGS - AUFWENDUNGEN

Die Herstellungskosten für diese Vermögenswerte umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie die produktionsbezogenen Gemeinkosten und Fremdkapitalkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden solange aktiviert, bis alle Arbeiten für seinen beabsichtigten Gebrauch im Wesentlichen abgeschlossen sind; ansonsten werden sie als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn die Herstellung des Vermögenswerts in der Regel länger als ein Jahr dauert. Entwicklungsaufwendungen sind ferner nur dann zu aktivieren, wenn das Unternehmen fähig ist und beabsichtigt, den Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen sowie einen Nachweis darüber erbringen kann, wie der Vermögenswert künftig einen wirtschaftlichen Nutzenzufluss generieren wird.

Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen werden linear über den Zeitraum abgeschrieben, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden, längstens aber über fünf Jahre. Der Konzern prüft darüber hinaus einmal jährlich den Wertansatz der aktivierten Entwicklungsaufwendungen; technisch überholte Entwicklungsmaßnahmen der Vergangenheit werden wertgemindert.

Zum Bilanzstichtag beliefen sich die aktivierten Entwicklungsaufwendungen auf TEUR 169.785 (31. Dezember 2022 TEUR 161.512). Im Geschäftsjahr 2023 sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 46.381 (2022: TEUR 34.320) aktiviert worden, wovon für TEUR 42.709 (2022: TEUR 24.823) die Abschreibung noch nicht begonnen hat. Die Zugänge umfassen insbesondere die Weiter- und Neuentwicklung der Windturbinengeneration Delta, Softwareentwicklungen sowie die Elektrolyseur-Projektentwicklung. Sie beinhalten Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 2.918 (31. Dezember 2022: TEUR 2.185) zu einem Finanzierungssatz von 7,30% (31. Dezember 2022: 7,69%). Weitere im Geschäftsjahr 2023 angefallene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 36.633 (2022: TEUR 26.827) erfüllen nicht die Kriterien für eine Aktivierung und sind erfolgswirksam erfasst worden. Die Aktivierungsquote liegt dementsprechend bei 55,87% (31. Dezember 2022: 56,13%).

Für die Entwicklung der aktivierten Entwicklungsleistungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.

(12) GELEISTETE ANZAHLUNGEN

Geleistete Anzahlungen werden zu den Anschaffungskosten angesetzt.

Die geleisteten Anzahlungen betragen TEUR 48 (31. Dezember 2022: TEUR 34).

Für die Entwicklung der geleisteten Anzahlungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.

(13) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Vermögenswerte mit bestimmten Nutzungsdauern werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen ausgewiesen.

Die Abschreibung erfolgt linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, längstens aber bis zum Erlöschen des Rechts, wobei folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt werden:

Nutzungs
dauer
Abschrei
bungssatz
Lizenzen, Software
und ähnliche Rechte
2–5 Jahre 20%–50%

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen TEUR 14.071 (31. Dezember 2022: TEUR 12.528).

Für die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.

(14) FINANZANLAGEN

Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen und Beteiligungen. Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen betreffen Unternehmen, die der Konzern beherrscht, die jedoch im Hinblick auf ihre Geschäftstätigkeit unwesentlich sind. Beteiligungen beziehen sich auf Unternehmen, die vom Konzern nicht beherrscht werden. Die Finanzanlagen beinhalten dabei im Wesentlichen Projektgesellschaften. Die Projektentwicklung erfolgt jedoch nicht in den Gesellschaften, weshalb auch keine Wertsteigerung der Gesellschaften erfolgt. Die Anschaffungskosten entsprechen daher dem beizulegenden Zeitwert.

Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Anteile an verbundenen nicht
konsolidierten Unternehmen
3.223 2.919
Beteiligungen 208 549
3.431 3.468

Die Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen entfallen auf:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Projektgesellschaften 3.198 2.859
Nordex Austria GmbH, Wien 1 0 35
Nordex Windpark Verwaltung
GmbH, Hamburg
25 25
3.223 2.919

1 Die Gesellschaft wird im Jahr 2023 konsolidiert

Die Projektgesellschaften halten verschiedene Rechte im Zusammenhang mit selbst entwickelten Windkraftprojekten, im Wesentlichen Baugenehmigungen und Stromlieferverträge. Im Jahr 2023 wurden zwei Projektgesellschaften gegründet (2022: 0). Wertberichtigungen sind 2023 nicht erfolgt (2022: TEUR 0).

Bei der Nordex Austria GmbH handelt es sich um eine Ende 2022 gegründete Gesellschaft zum Bau von Stromerzeugungsanlagen. Das Unternehmen wurde 2023 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Die Nordex Windpark Verwaltung GmbH dient dem Erwerb und der Verwaltung von Beteiligungen an Handelsgesellschaften, deren Geschäftszweck insbesondere der Erwerb bzw. die Entwicklung, das Errichten und das Betreiben von Windparks ist, sowie der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften.

Die Beteiligungen umfassen folgende Gesellschaften:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Rose Windfarm AB,
Stockholm/Schweden
0 516
Parc Eolien du Val Aux Moines,
Paris / Frankreich
13 13
RenerCycle S.L.,
Pamplona /Spanien
195 20
208 549

Parc Eolien du Val Aux Moines betreibt einen Windpark.

Die RenerCycle S.L. befindet sich noch im Aufbau. Geschäftszweck der Gesellschaft ist das Recycling von Windenergieanlagen mit dem Nachhaltigkeitsziel: Null Abfall.

Die Rose Windfarm AB wurde 2023 liquidiert.

Die Aktien dieser Unternehmen sind nicht börsennotiert. Eine Veräußerungsabsicht besteht zum 31. Dezember 2023 nicht.

Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023 verwiesen.

Die Finanzanlagen werden auf freiwilliger Basis analog zu IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die Finanzanlagen beinhalten dabei im Wesentlichen Projektgesellschaften. Der beizulegende Zeitwert entspricht aufgrund geringfügiger operativer Tätigkeiten wie im Vorjahr annähernd den Anschaffungskosten.

(15) NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen:

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben.

Anteile an assoziierten Unternehmen und dem Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet.

31.12.2023 31.12.2022
82.372 67.709
82.372 67.709
0 48
0 48
82.372 67.757

1 Die Gesellschaft wurde 2023 umfirmiert und hieß zuvor Nordex H2 S.L.

Gemeinschaftsunternehmen

ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L., wird auf der Grundlage einer Vereinbarung mit Acciona gemeinsam geführt, wobei beide Anteilseigner zu je 50% an dem Unternehmen beteiligt sind. Das Unternehmen ist hauptsächlich in regional nicht begrenzten Entwicklungsprojekten im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff tätig. Die Beteiligung wird nach der Equity-Methode bilanziert.

Finanzinformationen der nach der Equity-Methode bilanzierten ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L.:

Bilanz

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Kurzfristige Aktiva
Liquide Mittel 10.808 1
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte
142.972 130.908
Summe kurzfristige
Vermögenswerte
153.780 130.909
Langfristige Aktiva 16.439 3.745
Bilanzsumme 170.219 134.654
Kurzfristige Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten
(ohne Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen)
2.904 4.631
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten
2.810 22
Summe kurzfristige
Verbindlichkeiten
5.713 4.653
Langfristige Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten 5.179 0
Sonstige langfristige
Verbindlichkeiten
1 1
Summe langfristige
Verbindlichkeiten
5.180 1
Summe Verbindlichkeiten 10.893 4.654
Nettovermögen 159.326 130.000

Gewinn- und Verlustrechnung

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Umsatzerlöse 0 n.a.
EBITDA –726 n.a.
Abschreibungen –179 n.a.
Finanzergebnis 118 n.a.
Ertragsteuern 113 n.a.
Jahresfehlbetrag – 674 n.a.

Überleitung auf den als Finanzanlage bilanziell erfassten Buchwert:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Nettovermögen 159.326 130.000
Auf die Nordex Group
entfallender Anteil in %
50% 50%
Auf die Nordex Group
entfallender Anteil
79.663 65.000
Goodwill 2.709 2.709
Buchwert 82.372 67.709

Assoziierte Unternehmen

Die GN Renewable Investments S.a r.l., die früher Projektgesellschaften finanzierte, wurde im Geschäftsjahr 2023 liquidiert.

Die anteiligen Gewinne/ Verluste der Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2023 1 31.12.2022 2
GN Renewable
Investments S.a r.l.,
Luxemburg / Luxemburg –19 –10
–19 –10

1 Vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023, die Anpassungen gegenüber dem finalen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 werden in 2024 gebucht

2 Vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022, die Anpassungen gegenüber dem finalen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 werden in 2023 gebucht

Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023 verwiesen.

(16) SONSTIGE LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderung aus dem Verkauf
von Anteilen an der ACCIONA
Nordex Green Hydrogen, S.L.
(ehemals Nordex H2, S.L.)
33.730 50.595
Forderungen gegen nicht
konsolidierte verbundene
Unternehmen und
Beteiligungen 5.511 5.511
Festgelder 2.889 3.154
Kautionen 2.551 2.169
Darlehen 4.044 0
48.725 61.429

Die Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen, assoziierte Unternehmen und Beteiligungen betreffen insbesondere die Finanzierung von Projektgesellschaften.

Die Wertberichtigungen betragen TEUR 1.514 (31. Dezember 2022: TEUR 1.514).

Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert.

Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 48.725 (31. Dezember 2022: TEUR 61.429) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der marktüblichen Verzinsung dem beizulegenden Zeitwert.

(17) SONSTIGE LANGFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Aktive
Rechnungsabgrenzungsposten
5.508 8.503
Steuerforderungen 24.266 7.096
29.774 15.599

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für Lizenzgebühren und die Multi-Currency-Avalkreditlinie.

Die Steuerforderungen betreffen Vorsteuererstattungsansprüche.

(18) LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND -SCHULDEN

Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein rechtlich einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, sofern die Absicht besteht, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern ist zum 31. Dezember 2023 ein Steuersatz von gerundet 32,00% (31. Dezember 2022: 32,00%) herangezogen worden.

Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den folgenden Bilanzpositionen und auf Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuergutschriften wie folgt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
Vertragsvermögenswerte aus Projekten 0 0 158.355 139.767
Sachanlagen/ immaterielle Vermögenswerte 3.941 4.419 89.260 92.406
Sonstige Vermögenswerte 31.528 27.443 15.402 24.052
Rückstellungen 56.379 18.528 5.409 3.195
Sonstige Schulden 166.371 302.034 110.184 155.815
Verlustvorträge 377.131 301.978 0 0
Nicht genutzte Zinsvorträge 34.915 22.528 0 0
Nicht genutzte Steuergutschriften 14.585 14.685 0 0
684.850 691.615 378.610 415.235
Saldierung –303.209 –402.074 –303.209 –402.074
381.641 289.541 75.401 13.161

Die Nordex Group aktiviert latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bilanzunterschiede, Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuergutschriften, sofern davon ausgegangen werden kann, dass in der Zukunft ausreichend steuerliche Gewinne generiert werden, die mit den abzugsfähigen temporären Bilanzunterschiede, Verlustvorträgen, Zinsvorträgen und Steuergutschriften verrechnet werden können. Die Erfassung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für die jeweiligen Tochtergesellschaften unter Berücksichtigung von ertragsteuerlichen Organschaften. Der Prognosezeitraum für die Wahrscheinlichkeit der Nutzung von latenten Steuerforderungen beträgt dabei zum 31. Dezember 2023 fünf Jahre (31. Dezember 2022: sechs Jahre). Die Jahre 2021 und 2022 waren geprägt von herausfordernden äußeren Einflüssen auf das operative Geschäft, unter anderem dem Marktumbruch durch neue Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, tarifäre Handelshemmnisse, aber auch extreme Preisanstiege bei verschiedenen Rohstoffen und Logistikkosten, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine. Für das Jahr 2023 hatten wir weiterhin ein sehr volatiles Makroumfeld erwartet, sodass die Geschäftsentwicklung und auch die Annahmen für diese Prognose sehr großen Unsicherheiten unterlagen. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen gehen wir über das Jahr 2023 hinweg von unserem Prognosezeitraum von fünf Jahren aus.

Die Nordex SE als steuerlicher Organträger setzt aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bilanzunterschiede, Verlustvorträge und Zinsvorträge an. Die ausländischen Unternehmen der Nordex Group aktivieren latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bilanzunterschiede, Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuergutschriften unter Berücksichtigung der national gültigen Steuersätze, etwaiger Mindestbesteuerung und gegebenenfalls vorliegender zeitlicher Beschränkungen der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuergutschriften.

Insgesamt wurden latente Steueransprüche in Höhe von TEUR 374.821 (2022: TEUR 329.709) nicht erfasst, da sie voraussichtlich nicht im Prognosezeitraum realisiert werden. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 40.412 (2022: TEUR 39.030) und Verlustvorträge in Höhe von TEUR 294.966 (2022: TEUR 254.113).

Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen wurde trotz des weiterhin volatilen Marktumfelds keine zusätzliche Abschreibung von latenten Steuern zum 31. Dezember 2023 vorgenommen (31. Dezember 2022: Abschreibung von 38.210 TEUR).

Nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sind bei der Nordex SE von den bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 962.629 (2022: TEUR 671.465) TEUR 886.192 (2022: TEUR 671.465) und von den gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 957.316 (2022: TEUR 656.006) TEUR 880.879 (2022: TEUR 622.415) voraussichtlich nutzbar. Eine zeitliche Nutzungsbeschränkung der Verlustvorträge sieht der Gesetzgeber in Deutschland nicht vor.

In der Nordex Group bestehen folgende Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet worden sind:

Körperschaftsteuer Gewerbesteuer
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
In weniger als 1 Jahr verfallbar 16.348 13.412 0 0
Innerhalb von 2 bis 5 Jahren verfallbar 44.765 79.980 0 0
Innerhalb von 6 bis 9 Jahren verfallbar 106.263 27.369 8.156 0
Nach mehr als 9 Jahren verfallbar 238.178 239.515 26.446 35.848
Unverfallbar 735.122 665.702 256.603 290.241
1.140.676 1.025.978 291.205 326.089

Darüber hinaus wird angenommen, dass Steuergutschriften in Höhe von TEUR 30.362 (2022: TEUR 31.934) innerhalb des Prognosezeitraums nicht in Anspruch genommen werden. Davon verfallen EUR 2.290 Tausend (2022: TEUR 1.547) voraussichtlich in weniger als einem Jahr und TEUR 24.632 (2022: TEUR 26.822 ) innerhalb von 2 bis 9 Jahren. Ein Betrag von TEUR 3.440 (2022: TEUR 3.563 ) wird als unverfallbar betrachtet.

Für verfügbare Zinsvorträge in Höhe von TEUR 40.411 (2022: TEUR 19.591) wurden keine latenten Steueransprüche erfasst. Davon sind TEUR 1.226 (2022: TEUR 3.609) innerhalb von 2 bis 9 Jahren verfallbar, der Restbetrag ist unbegrenzt nutzbar.

Für Tochtergesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis gezeigt haben, ist ein latenter Steueranspruch in Höhe von TEUR 178.398 (2022: TEUR 166.987) aktiviert worden, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist.

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften sind in Höhe von TEUR 32.668 (2022: TEUR 30.962) keine latenten Steuerschulden angesetzt worden, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden.

Die aktiven latenten Steuern enthalten langfristige aktive latente Steuern vor Saldierung in Höhe von TEUR 489.095 (2022: TEUR 404.244). Bei den passiven latenten Steuern entfallen TEUR –256.553 (2022: TEUR –187.273) auf den langfristigen Anteil der gebildeten passiven latenten Steuern vor Saldierung.

Die Veränderungen der latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:

TEUR 2023 2022
Stand am 1.1. 276.380 204.447
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 58.810 58.352
In der Kapitalrücklage erfasst 1 –28.003 2.995
Im sonstigen Ergebnis erfasst –4.013 7.692
Umrechnung Fremdwährung 3.066 2.894
Stand am 31.12. 306.240 276.380

1 Im Rahmen der Kapitalerhöhungen sind anteilige Steuern auf die Transaktionskosten ergebnisneutral in der Kapitalrücklage erfasst worden. Darüber hinaus wurden latente Steuern auf die Kapitalrücklage und Transaktionskosten aus der erfolgreichen Platzierung der Wandelanleihe

in Höhe von TEUR 28.891 (2022: TEUR 0) gemäß IAS 12.23 in die Kapitalrücklage eingestellt.

(19) VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach Abzug von Transaktionskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.

Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen

TEUR Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
1 Jahr bis
5 Jahre
Über 5 Jahre Gesamt
31.12.2023 37.137 194 6.883 0 44.214
31.12.2022 27.617 19.194 7.077 0 53.888

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 42.988 (31. Dezember 2022: TEUR 52.466), wovon TEUR 37.184 (31. Dezember 2022: TEUR 46.553) als kurzfristig zu klassifizieren sind.

(20) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben werden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 1.669.273 (31. Dezember 2022: TEUR 1.519.269).

Fälligkeiten

TEUR Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
Gesamt
31.12.2023 1.643.379 25.894 1.669.273
31.12.2022 1.518.760 509 1.519.269

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.

(21) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Die Bildung basiert auf gewissenhaften Schätzungen, dabei werden alle erkennbaren Risiken in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der erwarteten Ausgaben, wobei ein Vorsteuerzinssatz zugrunde gelegt wird, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen Risiken berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

TEUR 01.01.2023 Inanspruch
nahme
Auflösung Zuführung 31.12.2023
Gewährleistung 235.249 –53.963 –28.306 208.798 361.778
Übrige 22.101 –8.706 –969 27.131 39.556
257.350 – 62.669 –29.275 235.929 401.335

Die Rückstellungen für Gewährleistung umfassen überwiegend mögliche Risiken im Service- und Projektbereich aus Schadensfällen. Dies umfasst neben der gesetzlichen Gewährleistung auch Einzel- und Serienschäden. Die Gewährleistung wird grundsätzlich für eine Periode von zwei Jahren nach Eigentumsübergang der Windenergieanlagen gewährt, in Einzelfällen auch für eine Periode von fünf Jahren. Die Rückstellungen für Gewährleistung enthalten dabei nur die Standardgarantie. Vom Kunden erworbene Servicegarantien sind in den Dienstleistungsverträgen berücksichtigt.

Die übrigen Rückstellungen beziehen sich vor allem auf weitere Service- und Projektrisiken, Jahresabschlusskosten, Lieferantenwagnisse und Rechtsunsicherheiten.

Der Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr betrifft unter anderem gesetzliche Gewährleistungen aufgrund höherer Betriebsvolumina (d. h. einer größeren installierten Flotte). Darüber hinaus entfallen TEUR 109.283 auf erwartete Mehraufwendungen im Zusammenhang mit Qualitätsverbesserungsprogrammen für die alte Technologiegeneration. Auf der Basis eines deutlich überarbeiteten und erweiterten Qualitätsmanagements hat Nordex mit neuen Technologiegenerationen keine vergleichbaren Probleme mehr.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten langfristige Rückstellungen in Höhe von TEUR 137.664 (31. Dezember 2022: TEUR 63.509), bei denen mit einer Inanspruchnahme nach Ende des Geschäftsjahres 2024 gerechnet wird, wovon wiederum TEUR 130.845 (31. Dezember 2022: TEUR 56.405) auf Rückstellungen für Gewährleistung entfallen. Der aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellungen resultierende Betrag von TEUR –1.553 (2022: TEUR –150) ist unter den Zuführungen ausgewiesen.

(22) SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Unternehmensanleihe 0 282.289
Leasing 35.110 31.409
Devisentermingeschäfte 7.165 24.149
Avalprovisionen 9.289 11.213
Kreditorische Debitoren 769 1.125
Wandelschuldverschreibungen 2.050 0
Mitarbeiteranleihe 3.273 17
Sonstige 31.128 4.591
88.784 354.793

Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.

Zu den Wandelschuldverschreibungen und der Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.

Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen (ohne Leasing und Devisentermingeschäfte)

TEUR Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
Gesamt
31.12.2023 71.768 19.122 90.890
31.12.2022 306.611 3.111 309.722

Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen für Leasing

TEUR Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
Gesamt
31.12.2023 13.429 22.755 36.185
31.12.2022 9.811 23.199 33.010

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 46.509 (31. Dezember 2022: TEUR 299.235) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 7.143 (31. Dezember 2022: TEUR 23.705).

Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 22 (31. Dezember 2022: TEUR 444). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.

(23) SONSTIGE KURZFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Abgegrenzte Schulden 143.135 121.989
Steuerverbindlichkeiten 80.169 58.148
Verbindlichkeiten im Rahmen
der sozialen Sicherheit
7.038 5.923
Sonstige 9.363 8.473
239.705 194.533

Die abgegrenzten Schulden enthalten im Wesentlichen projektbezogene nachlaufende Kosten in Höhe von TEUR 60.307 (31. Dezember 2022: TEUR 63.949) und Personalverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 58.206 (31. Dezember 2022: TEUR 54.635).

Die Steuerverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 58.294 (31. Dezember 2022: TEUR 38.325) und die Quellensteuer in Höhe von TEUR 15.681 (31. Dezember 2022: TEUR 13.421).

(24) PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Pensionsrückstellungen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG gebildet. Leistungsorientierte Versorgungszusagen legen einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird und der von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen. Die Mitarbeiter haben keine eigenen Beiträge zu leisten. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungszusagen entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) am Bilanzstichtag. Die DBO wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Der Barwert der DBO wird berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von hochwertigen Unternehmensanleihen abgezinst werden. Die Industrieanleihen lauten auf die Währung der Auszahlungsbeträge und weisen den Pensionsverpflichtungen entsprechende Laufzeiten auf. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die Refinanzierung der Pensionsrückstellungen basiert nicht auf externem Planvermögen.

Der Bilanzausweis ergibt sich wie folgt:

TEUR 2023 2022
Verpflichtung zum 1.1. 2.361 2.523
Laufender Dienstzeitaufwand 113 113
Zinsaufwand 33 13
Rentenzahlungen –63 –60
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste
67 –228
davon aus Änderung der
demografischen Annahmen
0 0
davon aus Änderung der
finanzmathematischen
Annahmen 53 –296
davon aus erfahrungs
bedingten Anpassungen
14 68
2.512 2.361

Der Bilanzausweis entspricht der Verpflichtung zum 31. Dezember.

Die folgenden Beträge sind in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst worden:

(25) SONSTIGE LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

TEUR 2023 2022 Laufender Dienstzeitaufwand 113 113 Zinsaufwand 33 13 147 126

Das sonstige Ergebnis stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2023 2022
Versicherungsmathematische
Gewinne/ Verluste
67 –228
67 –228

Für das nächste Jahr werden jährliche Rentenzahlungen in

Der Berechnung liegen die folgenden versicherungsmathe-

Höhe von TEUR 63 (2022: TEUR 63) erwartet.

matischen Annahmen zugrunde:

2023 2022
Rechnungszinssatz 3,46% 4,14%
Gehaltstrend n.a. n.a.
Rententrend 2,00% 2,00%

Bei einem um +0,5 %-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.473 (31. Dezember 2022: TEUR 2.224) sinken. Bei einem um – 0,5 %-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.555 (31. Dezember 2022: TEUR 2.401) steigen.

Die Duration der Verpflichtungen liegt zwischen 9 und 11 Jahren (31. Dezember 2022: zwischen 9 und 10 Jahren).

Die Sterbewahrscheinlichkeit basiert auf den statistischen Wahrscheinlichkeitswerten nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck.

Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Leasing 140.617 158.072
Gesellschafterdarlehen 0 50.396
Mitarbeiteranleihe 0 3.466
Darlehen 4.790 3.126
Devisentermingeschäfte 0 128
Wandelschuldverschreibungen 245.594 0
391.001 215.188

Zu den Wandelschuldverschreibungen und der Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.

Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.

Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen (ohne Leasing und Devisentermingeschäfte)

TEUR 1 Jahr bis
5 Jahre
Über 5 Jahre Gesamt
31.12.2023 30.174 271.367 301.541
31.12.2022 69.965 1.263 71.228

Fälligkeiten einschließlich zukünftig anfallender Zinsen für Leasingverbindlichkeiten

TEUR 1 Jahr bis
5 Jahre
Über 5 Jahre Gesamt
31.12.2023 100.701 65.266 165.967
31.12.2022 108.188 74.691 182.879

Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 250.384 (31. Dezember 2022: TEUR 56.988).

(26) SONSTIGE LANGFRISTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Steuerverbindlichkeiten 2.868 2.865
Sonstige 50 50
2.918 2.915

Die Steuerverbindlichkeiten bestehen gegenüber den brasilianischen Steuerbehörden.

(27) EIGENKAPITAL

Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Gezeichnetes Kapital 236.450 211.946
Kapitalrücklage 1.381.551 1.282.190
Andere Gewinnrücklagen –10.977 –10.932
Rücklage für
Cashflow-Hedges
–5.038 –14.360
Rücklage für Kosten der
Cashflow-Hedges
56 803
Fremdwährungs
ausgleichsposten
–145.331 –129.723
Konzernergebnisvortrag –480.115 –461.865
Konzernergebnis 0 0
Den Gesellschaftern des
Mutterunternehmens
zurechenbarer Anteil am
Eigenkapital
976.596 878.059
978.116 878.059

Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 236.450.364 (31. Dezember 2022: EUR 211.946.227) und teilt sich auf in 236.450.364 (31. Dezember 2022: 211.946.227) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind.

Die Nordex Group hat die auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 27. März 2023 beschlossene Umwandlung der Gesellschafterdarlehen der Acciona, S.A. in Höhe von EUR 347 Mio. in Eigenkapital zu einem Preis von EUR 14,15 je Aktie erfolgreich abgeschlossen. Dies führte zur Ausgabe von 24.504.137 neuen Aktien, wodurch sich das gezeichnete Kapital auf EUR 236.450.364 erhöhte.

In der Kapitalrücklage ist der Eigenkapitalanteil der Wandelschuldverschreibungen in Höhe von TEUR 61.393 (nach Abzug latenter Steuern in Höhe von TEUR 28.891) enthalten.

Zum Mitarbeiteraktienoptionsprogramm wird auf die Angaben im Kapitel zu den anteilsbasierten Vergütungsprogrammen verwiesen.

Die Rücklage für Cashflow-Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Stand am 1.1. –21.117 3.552
Ergebniswirksame
Reklassifizierungen aufgrund
der Realisierung der
Grundgeschäfte
31.258 33.010
Ergebniswirksame Reklassifi
zierungen aufgrund eines
Basis-Adjustments
0 0
Ergebniswirksame Reklassifi
zierungen aufgrund geänderter
Erwartung hinsichtlich des
Eintritts der Grundgeschäfte
0 0
Verluste aus effektiven
Sicherungsbeziehungen
–17.549 –57.679
Stand am 31.12 –7.409 –21.117

Die Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Stand am 1.1. 1.181 778
Ergebniswirksame
Reklassifizierungen aufgrund
der Realisierung der
Grundgeschäfte
–1.111 0
Gewinn aus effektiven
Sicherungsbeziehungen
12 403
Stand am 31.12 82 1.181

Der handelsrechtliche Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2023 der Nordex SE in Höhe von EUR 284.579.675,30 (Jahresfehlbetrag 2022: EUR 247.731.301,41) wurde vollständig durch eine Entnahme aus der Kapitalrücklage in Höhe von EUR 284.579.675,30 ausgeglichen.

Für die Entwicklung des Eigenkapitals wird darüber hinaus auf die Anlage zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2023 über ein Genehmigtes Kapital I in Höhe von EUR 21.194.622,00 mit entsprechend 21.194.622 Aktien (2022: EUR 0), ein Genehmigtes Kapital II in Höhe von EUR 42.389.245,00 mit entsprechend 42.389.245 Aktien (2022: EUR 0), ein Genehmigtes Kapital III in Höhe von EUR 6.358.387,00 mit entsprechend 6.358.387 Aktien (2022: EUR 81.118,00 mit entsprechend 81.118 Aktien), ein Bedingtes Kapital I in Höhe von EUR 21.194.623,00 mit entsprechend 21.194.623 Aktien (2022: 18.436.138,00 mit 18.436.138 Aktien) und ein Bedingtes Kapital II von EUR 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (unverändert zum Vorjahr). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1.

Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte und Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40 % des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 6. Juni 2023 bestehenden Grundkapitals, dies entspricht 84.778.491 neuen Aktien, ausgegeben werden.

Im Einzelnen:

Die außerordentliche Hauptversammlung der Nordex SE hat am 27. März 2023 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 29.260.215,00 durch Ausgabe von bis zu 29.260.215 neuen, auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien (Stammaktien) mit einem Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Stückaktie gegen Sacheinlage zu erhöhen. Gegenstand der Sacheinlage waren gegen die Gesellschaft gerichtete Forderungen der Acciona, S.A. in Höhe von nominal insgesamt EUR 346.733.551,79. Zur Zeichnung sämtlicher neuer Aktien wurde ausschließlich die Acciona, S.A. zugelassen. Die Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre wurden ausgeschlossen. Am 8. Mai 2023 ist die Durchführung der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 24.504.137,00 durch Ausgabe von 24.504.137 neuen Aktien in das Handelsregister eingetragen worden.

Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 6. Juni 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 5. Juni 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 21.194.622,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 26. März 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 42.389.245,00 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 26. März 2026 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 6.358.387 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. März 2023 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Bedingten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu Euro 21.194.623,00 durch Ausgabe von bis zu 21.194.623 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt zu erhöhen. Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungsoder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 27. März 2023 bis zum Ablauf des 26. März 2026 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr nicht nachrangige und unbesicherte grüne Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag in Höhe von 333 Millionen Euro und einem Nennbetrag von jeweils 100.000 Euro, fällig zum 14. April 2030, begeben. Die Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre wurden ausgeschlossen.

Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex Group im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex Group, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum Ablauf des 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche im Jahr 2021 579.190, in einer zweiten Tranche aus dem Jahr 2022 768.284 und in einer dritten Tranche im Berichtsjahr 2023 884.409 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex Group gewährt worden.

Eigene Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juni 2023 wurde der Vorstand bis zum 5. Juni 2028 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.

Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht.

(28) ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Die folgende Tabelle zeigt die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten und ihrer Einordnung in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes eines Finanzinstruments angewendet werden soll:

2023
TEUR
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Devisentermingeschäfte im Rahmen des
Hedge Accountings (Cashflow-Hedges)
0 1.040 0 1.040
Sonstige Devisentermingeschäfte 0 3.329 0 3.329
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 42.988 0 42.988
Wandelschuldverschreibungen 331.268 0 0 331.268
Mitarbeiteranleihe 0 3.273 0 3.273
Devisentermingeschäfte im Rahmen des
Hedge Accountings (Cashflow-Hedges)
0 7.143 0 7.143
Sonstige Devisentermingeschäfte 0 22 0 22
2022
TEUR
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Devisentermingeschäfte im Rahmen des
Hedge Accountings (Cashflow-Hedges)
0 5.010 0 5.010
Sonstige Devisentermingeschäfte 0 6.128 0 6.128
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 53.117 0 53.117
Unternehmensanleihe 282.289 0 0 283.289
Mitarbeiteranleihe 0 3.483 0 3.483
Gesellschafterdarlehen 0 50.396 0 50.396
Devisentermingeschäfte im Rahmen des
Hedge Accountings (Cashflow-Hedges)
0 23.833 0 23.833
Sonstige Devisentermingeschäfte 0 444 0 444

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren beizulegende Zeitwerte auf anhand von aktiven Märkten ermittelten Marktwerten beruhen, werden in Level 1 zusammengefasst. Ein aktiver Markt wird unterstellt, sofern die Marktwerte auf regulärer Basis ermittelt werden und auf tatsächlichen, wiederkehrenden Transaktionen basieren.

Die Unternehmensanleihe war dem Level 1 zugeordnet, da sie an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen war. Die Anleihe wurde am Fälligkeitstag im Januar 2023 zurückgezahlt.

Die Wandelschuldverschreibungen sind dem Level 1 zugeordnet, da sie zum Handel im nicht regulierten Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen wurden.

Beizulegende Zeitwerte, die nicht anhand aktiver Märkte ermittelt werden können, werden basierend auf Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertungsmodelle berücksichtigen dabei vornehmlich beobachtbare Marktdaten und verzichten überwiegend auf unternehmensspezifische Schätzungen. Die so bewerteten Finanzinstrumente werden in Level 2 zusammengefasst. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und die Mitarbeiteranleihe entsprechen dem Level 2. Das gleiche gilt für die Devisentermingeschäfte.

Sofern wesentliche Bewertungsannahmen nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, werden die Finanzinstrumente als Level 3 klassifiziert.

Es gibt weder im Vergleich zum Vorjahr noch unterjährig Umklassifizierungen zwischen den verschiedenen Levels.

Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten setzt sich, nach Bewertungskategorien getrennt, wie folgt zusammen:

2023
TEUR
Zinsen Übriges
Nettoergebnis
Gesamt
Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu
bewertende finanzielle Vermögenswerte
11.430 151.374 162.805
Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu
bewertende finanzielle Verbindlichkeiten
–64.912 –156.809 –221.720
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu
bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
0 –2.632 –2.632
–53.481 –8.066 –61.548
2022
TEUR
Zinsen Übriges
Nettoergebnis
Gesamt
Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu
bewertende finanzielle Vermögenswerte
6.075 84.463 90.538
Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu
bewertende finanzielle Verbindlichkeiten
–39.868 –238.611 –278.479
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu
bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
0 152.160 152.160
– 33.793 –1.988 – 35.781

Das übrige Nettoergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Fremdwährungsumrechnung.

Die Fälligkeitsstruktur der derivativen Finanzinstrumente stellt sich wie folgt dar:

2023
TEUR
Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
1 Jahr bis
5 Jahre
Über
5 Jahre
Gesamt
Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert
Mittelabfluss in EUR 111.575 228.042 0 0 339.617
Mittelabfluss in USD 53.104 0 0 0 53.104
2022
TEUR
Bis zu
3 Monate
3 bis
12 Monate
1 Jahr bis
5 Jahre
Über
5 Jahre
Gesamt
Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert
Mittelabfluss in EUR 104.497 62.787 0 0 167.284
Mittelabfluss in USD 51.232 77.412 0 0 128.644

ANGABEN ZUR GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

(29) UMSATZERLÖSE

Die Nordex Group erzielt Umsatzerlöse aus den beiden Geschäftsfeldern Projekte und Service. Die aus den Vertragsbedingungen abgeleiteten Transaktionspreise für die Fertigung und die Veräußerung von Windkraftanlagen sowie für Serviceverträge enthalten feste und in untergeordnetem Umfang vereinzelt variable Gegenleistungen. Die geschätzten Beträge der variablen Gegenleistungen werden dabei nur in dem Umfang in die Transaktionspreise einbezogen, für den es als hochwahrscheinlich anzusehen ist, dass es bei Wegfall der Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe der variablen Beträge zu keiner wesentlichen Stornierung der Umsatzerlöse kommt. Weiterhin werden die Transaktionspreise, die als Umsatzerlöse realisiert werden, durch Zahlungen im Zusammenhang mit pauschaliertem Schadensersatz und anderen Strafzahlungen in Verbindung mit Projekt- und Serviceverträgen reduziert.

Bei Projektverträgen werden die Umsatzerlöse in Abhängigkeit vom jeweiligen Vertragsumfang entweder zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode oder zeitraumbezogen über die Cost-to-Cost-Methode realisiert. Bei der Cost-to-Cost-Methode werden für die Bestimmung des Fertigstellungsgrads die entstandenen Kosten zu den geplanten Kosten ins Verhältnis gesetzt und die Umsatzerlöse entsprechend des Fertigstellungsgrads anteilig realisiert.

Umsatzerlöse für standardisierte Turbinentypen werden zeitpunktbezogen realisiert, wenn die Kontrolle über die voll funktionsfähige Turbine auf den Kunden übertragen wird. Die Kontrolle geht mit Errichtung der voll funktionsfähigen Turbine an den Kunden über. Bis zur Erreichung der zeitpunktbezogenen Verumsatzung werden die Kosten unter den Vorräten aktiviert.

Umsatzerlöse für kundenspezifische Installationen, für die es keine alternative Verwendung gibt und für die es einen einklagbaren Anspruch auf Bezahlung der erbrachten Leistung gibt, werden zeitraumbezogen realisiert.

Bei Serviceverträgen werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen anhand einer vertragstypischen Verteilung der Kosten (Schablone) auf die einzelnen Vertragsjahre verteilt. Die Ermittlung der Schablone zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads der einzelnen Serviceverträge erfolgt dabei auf Basis historischer Erfahrungswerte. Sofern der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt, werden Vertragsvermögenswerte aus Service aktiviert bzw. sofern die Fakturierung den Realisierungsgrad überschreitet, werden Vertragsverbindlichkeiten aus Service passiviert.

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Segmente Projekte und Service:

TEUR 2023 2022
Projekte 5.827.736 5.121.957
Service 678.906 574.134
Nicht zugeordnet 3.183 11.714
Intrasegment-Konsolidierung –20.757 –14.244
6.489.068 5.693.561

Die zeitbezogene Umsatzrealisierung der Projekte stellt sich wie folgt dar:

TEUR 1.1.–
31.12.2023
1.1.–
31.12.2022
Zeitpunktbezogene
Projektverumsatzung
1.683.882 1.163.610
Zeitraumbezogene
Projektverumsatzung
4.143.854 3.508.347
5.827.736 5.121.957

Der gestiegene Konzernumsatz ist auf die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Installationszahlen und einen leicht erhöhten durchschnittlichen Verkaufspreis pro Megawatt Leistung zurückzuführen.

Der Gesamtbetrag des der verbleibenden Leistungsverpflichtung aus Projekten zugeordneten Transaktionspreises beläuft sich auf TEUR 6.196.422 (2022: TEUR 5.926.502) und die Gesamthöhe des der verbleibenden kurz- und langfristigen Leistungsverpflichtung aus Serviceverträgen zugeordneten Transaktionspreises beträgt TEUR 185.944 (2022: TEUR 187.223). Die Umsätze aus Projekten werden in der Regel in den nächsten zwölf Monaten realisiert, während die Umsätze aus Serviceverträgen über die durchschnittliche Restlaufzeit der Serviceverträge von sieben Jahren realisiert werden.

In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten bzw. der Vertragsverbindlichkeiten aus Service enthalten gewesen sind, betreffen mit TEUR 657.399 (2022: TEUR 760.371) das Segment Projekte und mit TEUR 34.016 (2022: TEUR 29.391) das Segment Service.

(30) BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

Die Bestandsveränderungen betragen TEUR 18.333 (2022: TEUR 265.370) und gehen einher mit den gesteigerten Installationen.

Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 43.463 (2022: TEUR 32.135) und betreffen wie im Vorjahr aktivierte Aufwendungen für die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Windenergieanlagen.

(31) MATERIALAUFWAND

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Aufwendungen für Roh-,
Hilfs- und Betriebsstoffe
3.754.585 3.867.236
Aufwendungen für
bezogene Leistungen
1.811.434 1.637.782
5.566.019 5.505.018

Unter den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden im Wesentlichen Aufwendungen für Bauteile ausgewiesen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen resultieren vorrangig aus fremdbezogenen Frachten, Fremdleistungen und Provisionen für die Auftragsabwicklung sowie Auftragsrückstellungen.

(32) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Devisentermingeschäfte 87.500 152.160
Gewinn aus der
Entkonsolidierung der
ACCIONA Nordex
Green Hydrogen, S.L.
(ehemals Nordex H2, S.L.)
0 133.331
Währungskursgewinne 149.279 90.220
Versicherungsentschädigun
gen und Schadenersatz
6.674 16.252
Gewinne Anlagenabgänge 3.889 7.445
Erfolgsbeteiligung aus
Realisierung eines
Windparkprojekts
0 3.549
Auflösung von
Wertberichtigungen
0 1.584
Forschungs- und
Entwicklungszuschüsse
2.141 626
Sonstige 23.823 13.159
273.306 418.326

(33) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022 Devisentermingeschäfte 90.132 180.756 Währungskursverluste 156.809 57.855 Reisekosten 69.417 50.596 Rechts- und Beratungskosten 58.049 37.836 Sonstige Personalkosten 38.777 34.067 Instandhaltung 38.362 26.617 Sicherheitsdienst, Raumund Gebäudekosten 27.187 21.897 Leasing 24.415 20.718 Patentgebühren 16.014 17.345 EDV Kosten 17.044 17.084 Versicherungen 14.969 12.449 Wertberichtigungen 7.857 7.341 Fortbildung 9.010 6.790 Sonstige Steuern 17.546 6.072 Telekommunikation 6.413 5.456 Bankgebühren 3.708 3.561 Werbekosten 3.483 2.965 Bürobedarf 3.001 2.025 Verluste Abgang Anlagevermögen 341 349 Sonstige 23.831 46.611 626.364 558.390

Von den Aufwendungen für Leasing entfallen TEUR 23.821 (2022: TEUR 20.718) auf nicht bilanziertes Leasing, wovon TEUR 14.056 (2022: TEUR 12.363) auf Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, TEUR 2.693 (2022: TEUR 1.715) auf Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert ohne Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, TEUR 2.032 (2022: TEUR 2.392) auf nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogenen Aufwendungen für variable Leasingzahlungen und TEUR 5.040 (2022: TEUR 4.248) auf die Servicekomponente entfallen.

(34) PERSONALAUFWAND

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Löhne und Gehälter 521.407 464.539
Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Alters
versorgung und Unterstützung
108.356 96.556
629.763 561.095

Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen in Höhe von TEUR 113 (2022: TEUR 113) für leistungsorientierte Pensionspläne und in Höhe von TEUR 106 (2022: TEUR 95) für beitragsorientierte Pensionspläne. Darüber hinaus sind TEUR 13.854 (2022: TEUR 13.225) als Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland als gleichfalls beitragsorientiertem Pensionsplan geleistet worden.

Im Konzern ist die folgende Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt:

2023 2022 Veränderung
Stichtag
Angestellte 4.965 4.336 629
Gewerbliche
Arbeitnehmer
5.168 4.775 393
10.133 9.111 1.022
Durchschnitt
Angestellte 4.719 4.085 634
Gewerbliche
Arbeitnehmer
4.978 4.781 197
9.697 8.866 831

Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen ist im Wesentlichen auf produktions- und projektbezogene Bereiche sowie auf das Servicegeschäft aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens zurückzuführen.

(35) AUFWENDUNGEN AUS RESTRUKTURIERUNG

Die Nordex Group unterscheidet zwischen dem EBITDA und dem bereinigten EBITDA vor Aufwendungen aus Restrukturierung. Das EBITDA ergibt sich aus dem Rohergebnis abzgl. der Strukturkosten. Für das EBITDA vor Aufwendungen aus Restrukturierung sind die Aufwendungen aus Restrukturierung aus den Strukturkosten separiert worden. Im Geschäftsjahr 2023 fielen keine Kosten an, die als Restrukturierungskosten zu qualifizieren sind (Vorjahr: TEUR 29.157).

(36) ABSCHREIBUNGEN

Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Abschreibungen
auf Sachanlagen
146.685 137.010
Abschreibungen auf aktivierte
Entwicklungsaufwendungen
38.067 33.640
Abschreibungen auf sonstige
immaterielle Vermögenswerte
3.747 4.760
Wertminderungen 0 7.005
188.499 182.415

In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind TEUR 38.417 (2022: TEUR 32.036) für Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Leasing enthalten, die sich mit TEUR 21.582 (2022: TEUR 20.496) auf Grundstücke und Bauten und mit TEUR 16.835 (2022: TEUR 11.540) auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung verteilen.

(37) FINANZERGEBNIS

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Erträge aus Beteiligungen 0 0
Ergebnis aus der
At-Equity-Bewertung
–356 –10
Abschreibungen
auf Finanzanlagen
0 –8
Beteiligungsergebnis –356 –18
Sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge
11.430 6.075
Zinsen und ähnliche
Aufwendungen
–135.249 –101.763
Zinsergebnis –123.819 – 95.688
–124.175 – 95.706

Der Verlust aus der At-Equity-Bewertung spiegelt den Anteil des Verlusts von assoziierten Unternehmen und des Joint Ventures wider.

Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Geldanlagen bei Banken, Avalprovisionen, Wandelschuldverschreibungen, der revolvierenden Konsortialkreditlinie, der Unternehmensanleihe und den Gesellschafterdarlehen. Ferner entfallen von den Zinsaufwendungen TEUR 6.803 (2022: TEUR 5.017) auf Leasing.

(38) ERTRAGSTEUERN

Für die Berechnung der inländischen tatsächlichen Steuern ist zum 31. Dezember 2023 ein Steuersatz von 31,82% (31. Dezember 2022: 31,82 %) herangezogen worden. Der betreffende Steuersatz ermittelt sich aus 15,83 % (31. Dezember 2022: 15,83%) Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie 15,99 % (31. Dezember 2022: 15,99%) Gewerbesteuer.

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Inländische Ertragsteuern –15.190 –5.338
davon periodenfremd 0 1.986
Ausländische Ertragsteuern –35.781 –28.383
davon periodenfremd –5.299 5.342
Tatsächliche Ertragsteuern –50.971 – 33.724
Latente Steuern 58.810 58.352
Gesamte Ertragsteuern 7.839 24.628

Der Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 58.810 (2022: TEUR 58.352) resultiert aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlustvorträgen, Zinsvorträgen und Steuergutschriften.

Der latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 19.460 (2022: latenter Steueraufwand von TEUR 5.849) steht im Zusammenhang mit der Entstehung und Auflösung von temporären Bilanzunterschieden.

Die erwarteten Ertragsteuern, die sich bei Anwendung des Steuersatzes von 31,82% (2022: 31,82%) auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von TEUR – 310.649 (2022: TEUR – 522.389) ergeben, weichen von den gesamten Ertragsteuern wie folgt ab:

TEUR 2023 2022
Erwarteter
Ertragsteueraufwand
98.849 166.224
Steuersatzdifferenzen
für ausländische Steuern
–3.736 –31.604
Steuerfreie Erträge 5.199 27.116
Steuereffekte aus
At-Equity-Beteiligungen
–55 –3
Änderungen von Steuersatz
und Steuergesetzen
385 –290
Nicht abzugsfähige
Aufwendungen
–6.304 –11.618
Steuereffekte aus Vorjahren 12.248 5.277
Wertberichtigungen und
Verlustvorträge
–75.641 –146.352
Sonstige Steuereffekte –23.106 15.878
Gesamter Ertrag
steueraufwand/-ertrag
7.839 24.628

Die sonstigen Steuereffekte resultieren aus nicht anrechenbaren ausländischen Ertragsteuern in Höhe von TEUR 15.190 zum 31. Dezember 2023. Im Jahr 2022 ergab sich der positive Effekt hauptsächlich aus der erstmaligen Bewertung des Joint Ventures zum beizulegenden Zeitwert.

Die Nordex Group ist ein multinationaler Konzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro und unterliegt daher den OECD-Regeln zur globalen Mindestbesteuerung (OECD-Säule 2). Die Säule 2 der OECD wurde mit der Richtlinie vom 14. Dezember 2022 in europäisches Recht umgesetzt und gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen. Die EU-Richtlinie wurde im Dezember 2023 in deutsches Recht umgesetzt. Die Umsetzung in nationales Recht der für die Nordex Group relevanten Länder außerhalb der Europäischen Union erfolgte in Norwegen und im Vereinigten Königreich. Die weltweite Entwicklung der Rechtsvorschriften wird aufmerksam verfolgt. Acciona S.A. wurde als oberstes Mutterunternehmen bestimmt. Insoweit gilt die Nordex SE als im Teileigentum stehende Muttergesellschaft im Sinne von OECD-Säule 2. Die Berechnung des länderspezifischen effektiven Steuersatzes nach den Regeln der OECD-Säule 2 erfordert die Berücksichtigung aller relevanten Gesellschaften auf der Ebene von Acciona S.A. Für die Nordex Group kann sich eine zusätzliche Steuerbelastung ergeben, wenn der ermittelte effektive Steuersatz pro Land unter dem globalen Mindeststeuersatz von 15% für Länder liegt, in denen die Unternehmen der Nordex Group ansässig sind.

Für das Geschäftsjahr 2023 ergeben sich keine Auswirkungen auf die Steuerposition der Nordex Group, da die Gesetzgebung zur OECD-Säule 2 erst nach dem 31. Dezember 2023 in Kraft tritt. Im Hinblick auf die erstmalige Anwendung der globalen Mindestbesteuerung für das Geschäftsjahr 2024 werden keine wesentlichen steuerlichen Auswirkungen der globalen Mindestbesteuerung erwartet. Dies betrifft vor allem die voraussichtliche Anwendung der befristeten Safe-Harbour-Regelung, die auf der länderspezifischen Berichterstattung für multinationale Unternehmen beruht. Die Nordex Group geht davon aus, dass Irland, Rumänien und Singapur auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen und der für das Geschäftsjahr 2022 getroffenen Einschätzungen nicht in den Anwendungsbereich der temporären Safe-Harbour-Regelung fallen könnten.

Die Nordex Group wendet die Ausnahmeregelung zum Ansatz und Ausweis aktiver und passiver latenter Steuern im Zusammenhang mit OECD-Säule 2 gemäß den im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen des IAS 12 an.

(39) ERGEBNIS JE AKTIE Unverwässert

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (Earnings per Share – EPS) wird berechnet, indem der Quotient aus dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl an ausgegebenen Aktien gebildet wird:

2023 2022
TEUR –302.811 –497.761
TEUR –302.831 –497.761
227.924.267 183.966.480
EUR –1,33 –2,71

Verwässert

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem im Vergleich zum unverwässerten Ergebnis je Aktie die durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien um sämtliche Wandlungs- und Optionsrechte erhöht wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt gleichfalls EUR –1,33 (2022: –2,71).

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND EVENTUALSCHULDEN

Künftige Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen, die die Nordex Group eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben, liegen nicht vor.

Weiterhin gibt es im Wesentlichen im Immobilienbereich Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die jedoch als nicht hinreichend sicher betrachtet werden und die von daher nicht bilanziert sind. Die Inanspruchnahme der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wird jedoch jährlich überprüft und bei geänderter Einschätzung bilanziell berücksichtigt.

Für Investitionsausgaben in Sachanlagen bestehen zum Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen, die bisher noch nicht angefallen sind, in Höhe von TEUR 288 (31. Dezember 2022: TEUR 239).

Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten ist die Nordex Group zum Bilanzstichtag demgegenüber nicht eingegangen.

Die Nordex Group hat Eventualschulden aus Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses zum Bilanzstichtag aber nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung gewesen ist.

Gegenüber verbundenen nicht konsolidierten Projektgesellschaften bestehen Garantien in Höhe von TEUR 648 (2022: TEUR 880), mit deren Inanspruchnahme jedoch nicht gerechnet wird. Gegenüber assoziierten Unternehmen bestehen hingegen keine Eventualschulden.

ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Zum Bilanzstichtag ist die Acciona S.A. mit 47,1% (31. Dezember 2022: 41,0%) an der Nordex SE beteiligt.

Die Salden und Geschäftsvorfälle mit Unternehmen aus dem Acciona-Konzern sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Ausstehende Salden
Vermögenswerte 1 (+) und
Schulden 1 (–)
Betrag der Geschäftsvorfälle
Erträge (+) und
Aufwendungen (–)
TEUR 31.12.2023
31.12.2022
2023
2022
Acciona Energia S.A. 25.546/–40.476 5.841/–5.163 49.763/–1.784 3.383/–1.467
Acciona Energy Australia Global Pty. Ltd 38.006/–16 1.528/–23.607 108.357/0 394.900/–4.605
ENERGÍA RENOVABLE DEL SUR S.A. 1.320/–3.258 0/0 31.784/–9.218 0/0
Corporaciòn Eòlica Catalana, S.L. 51.300/0 65.595/0 705/0 65.595/0
Acciona Energija d.o.o 0/–6.630 0/–8.846 20.995/0 0/0
Acciona Logistica S.A. 0/–60.519 0/–66.141 0/–11.528 0/–1.215
Acciona Energía Global, S.L. 0/–84.055 0/0 0/0 0/0
Aegc Forty Mile Wind Lp 0/–36.737 0/0 174/–4 0/0
Acciona Energia Chile SpA 14/–376 397/–819 2.281/–1.028 3.670/–938
Acciona Forwarding S.A. 1.763/0 29/0 266/–2.958 329/–13.290
Acciona S.A 0/–2.410 0/–50.530 0/–29.261 0/–5.897
Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. 0/–942 4.473/0 0/–3.629 1.777/0
Sonstige 2 8.705/–1.397 4.936/–1.096 3.410/–5.570 9/–1.621

1 Vermögenswerte umfassen insbesondere Vertragsvermögenswerte aus Projekten sowie Forderungen,

Schulden beinhalten neben Verbindlichkeiten auch Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten

2 Sonstige umfasst hauptsächlich Transaktionen im Zusammenhang mit den Serviceverträgen mit San Roman Wind I, LLC, Mt. Gellibrand Wind Farm Pty. Ltd. und Acciona Energy Usa Global LLC. Die Veränderungen der Erträge und Aufwendungen sowie der damit einhergehenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit der Acciona Energia S.A. und der Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. resultieren insbesondere aus der Errichtung von Windparks in Spanien und Australien, während die Verbindlichkeit gegenüber Acciona Energía Global, S.L. die Reservierungsgebühr für zukünftige Projekte betrifft. Die Aufwendungen mit der Acciona S.A. ergeben sich hingegen hauptsächlich aus den Gesellschafterdarlehen. Die Veränderungen der Erträge und der damit einhergehenden Verbindlichkeiten an die ENERGÍA RENOVABLE DEL SUR S.A. resultieren aus der Errichtung von Windparks in Peru.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Acciona Energia Global, S.L. beziehen sich auf eine Kapazitätsreservierung im Geschäftsjahr 2023 für die Projekte Ipupiará, Sento Sé I und Sento Sé II in Brasilien. Im Rahmen dieser Vereinbarung reserviert die Nordex SE bestimmte Produktions- und Lieferkapazitäten für die Herstellung von bis zu 203 Windenergieanlagen.

Die Erträge sowie die damit einhergehenden Forderungen gegenüber der Corporación Eólica Catalana S.L. resultieren aus dem Verkauf der Anteile an der ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L. (ehemals Nordex H2 S.L.). Die Verbindlichkeiten und die Aufwendungen gegenüber der Acciona Logistica S.A. resultieren aus dem ab August 2022 geleasten Frachtschiff.

Im Geschäftsjahr 2023 hat Nordex SE mit der Acciona, S.A. eine Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie abgeschlossen. Zur Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.

Aufträge zur Lieferung und Errichtung von Windkraftanlagen sind von der Acciona Energia S.A. im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 455.938 (2022: TEUR 140.766) erteilt worden.

Die Anteile an der ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L. (50,00%) werden als Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert.

Die Salden und Geschäftsvorfälle mit diesem Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Ausstehende Salden
Verbindlichkeiten (–)
Forderungen (+) und Betrag der Geschäftsvorfälle
Erträge (+) und
Aufwendungen (–)
TEUR 31.12.2023 31.12.2022 2023 2022
ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L. 6315/0 0/0 2.680/0 0/0

Die Geschäftsbeziehungen mit der ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L. resultieren aus der Entwicklung von grünen Wasserstoffprojekten.

Mit nicht konsolidierten Unternehmen bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 2.353 (31. Dezember 2022: TEUR 2.923) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2022: TEUR 773) sowie Erträge in Höhe von TEUR 399 (2022: TEUR 531) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 6 (2021: 0).

Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023 verwiesen.

VERGÜTUNG DES MANAGEMENTS IN SCHLÜSSELPOSITIONEN

Die gemäß IAS 24.17 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens umfasst die Vergütung der im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie ist in folgender Tabelle dargestellt:

TEUR 2023 2022
Kurzfristig fällige Leistungen 2.663 2.517
Andere langfristige Leistungen 0 0
Leistungen aus Anlass
der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
0 0
Anteilsbasierte Vergütung 187 660
2.850 3.177

Die kurzfristig fälligen Leistungen beinhalten die Festvergütung, die Nebenleistungen und die Tantieme des Vorstands sowie die Festvergütung und die Vergütung für die Ausschusstätigkeit des Aufsichtsrats. Die Tantieme des Vorstands wird anhand finanzieller (EBITDA, Working Capital und Auftragseingangsqualität) und nichtfinanzieller Kriterien (Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Qualitäts- und Technologiemanagementkosten) bemessen.

Die anteilsbasierte Vergütung entspricht den im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlust-Rechnung des Konzerns erfassten Aufwendungen.

Die zum Stichtag erfassten bilanziellen Verpflichtungen für die Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen betragen TEUR 829 (31. Dezember 2022: TEUR 1.409) und betreffen die anteilsbasierte Vergütung aus den Performance-Share-Units-Plänen des Vorstands.

Im Falle des Widerrufs der Bestellung und Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund kann die Gesellschaft die Vorstandsmitglieder unter Fortzahlung der Bezüge von ihrer Dienstpflicht freistellen. Abfindungszahlungen sind auf die Vergütung der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags bzw. auf eine maximale Höhe von zwei Jahresvergütungen begrenzt.

Ein Anspruch auf eine Abfindung besteht nicht bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, der eine außerordentliche Kündigung gemäß § 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ermöglichen würde, sowie in Fällen, in denen der Anstellungsvertrag auf Wunsch des Vorstandsmitglieds (ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet wird.

Werden der Anstellungsvertrag oder das Vorstandsmandat in bestimmten näher definierten "Bad Leaver"-Fällen (insbesondere durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch die Nordex SE oder durch Niederlegung des Mandats durch das Vorstandsmitglied vor Ende des Geschäftsjahres ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet, verfallen der Anspruch auf die Tantieme und die PSU, deren Performanceperiode noch nicht abgelaufen ist, nach den Anstellungsverträgen der amtierenden Vorstandsmitglieder ersatzlos.

Endet das Anstellungsverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres bzw. der Performanceperiode durch regulären Ablauf der Vertragslaufzeit, Ruhestand, Invalidität oder Tod, stehen den Vorstandsmitgliedern zeitanteilig Ansprüche aus Jahresgrundgehalt, Tantieme und PSUP zu. Zusätzlich werden im Todesfall den Ehepartnern, Lebensgefährten und Kindern des Vorstandsmitglieds gemeinschaftlich sechs Monate das anteilige Jahresgrundgehalt als Übergangszahlung gewährt.

Nach HGB haben die Gesamtbezüge der Organe der Gesellschaft im Geschäftsjahr TEUR 3.852 (Vorstand TEUR 3.591 und Aufsichtsrat TEUR 261) betragen. Daraus sind TEUR 1.189 auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten anteilsbasierten Vergütung aus dem Performance-Share-Units-Plan für den Vorstand zum Gewährungszeitpunkt in 2023 entfallen.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Konzern-Kapitalflussrechnung erläutert, wie sich der Finanzmittelbestand, der den flüssigen Mitteln entspricht, im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert hat. Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Konzern-Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung, Konsolidierungskreisänderungen und nicht zahlungswirksame Transaktionen eliminiert werden.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 161.199 (2022: TEUR – 350.086) resultiert in Höhe von TEUR –114.312 (2022: TEUR – 315.338) aus dem Konzernverlust ohne Abschreibungen. Aus der Veränderung des Working Capitals haben sich Einzahlungen in Höhe von TEUR 166.604 (2022: Einzahlungen TEUR 22.894) ergeben. Die Einzahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit betragen TEUR 108.907 (2022: TEUR 57.642). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist damit positiv durch die Entwicklung des Working Capitals und die Einzahlungen aus der restlichen Geschäftstätigkeit beeinflusst.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf TEUR –141.179 (2022: TEUR –163.810). Es sind Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 79.082 (2022: TEUR 169.485) und in ein Joint Venture, die ACCIONA Nordex Green Hydrogen, S.L, in Höhe von TEUR 15.000 (2022: TEUR 0) erfolgt. Entwicklungsprojekte sind in Höhe von TEUR 46.381 (2022: TEUR 34.320) aktiviert worden.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 285.658 (2022: TEUR 345.530) und ergibt sich im Wesentlichen aus Einzahlungen aus der Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen bei gegenläufiger Tilgung von Schuldscheindarlehen und Leasingverbindlichkeiten. Mit den Einzahlungen aus dem zweiten Gesellschafterdarlehen wurde in gleicher Höhe die Unternehmensanleihe planmäßig getilgt.

Die Überleitungsrechnung des Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zur Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich wie folgt:

31.12.2023
TEUR
Verbind
lichkeiten
gegenüber
Kredit
instituten
Leasing Unter
nehmens
anleihe
Mitarbeiter
anleihe
Gesell
schafter
darlehen
Wandel
schuldver
schreibungen
Stand am 1.1. 53.117 189.481 282.289 3.484 50.396 0
Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit
– 8.247 – 38.372 –275.000 0 275.000 333.000
Zinsen und Transaktionskosten 308 6.803 1.648 183 26.681 12.004
Fremdwährungsumrechnung –1.540 –1.606 0 0 0 0
Neues Leasing 0 26.223 0 0 0 0
Zahlungen von Zinsen und
Transaktionskosten (als operativer
Cashflow dargestellt)
0 –6.803 –8.938 –395 –5.344 –7.076
Debt Equity SWAP 0 0 0 0 –346.734 0
Eigenkapitalkomponente zusam
mengesetztes Finanzinstrument
0 0 0 0 0 –90.284
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 0
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 0 0 0 0 0
Ergebnisverwendung 0 0 0 0 0 0
Stand am 31.12. 43.637 175.727 0 3.273 0 247.644
TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Nicht
beherr
schende
Anteile
Stand am 1.1. 211.946 1.282.189 0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –2.223 1.500 285.658
Zinsen und Transaktionskosten 0 –2.223 0
Fremdwährungsumrechnung 0 0 0
Neues Leasing 0 0 0
Kapitaleinlage 0 0 1.500
Debt Equity SWAP 24.504 322.229 0
Eigenkapitalkomponente zusammengesetztes
Finanzinstrument
0 61.393 0
Ertragsteuern 0 711 0
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 1.830 0
Ergebnisverwendung 0 0 0
Auf Nordex entfallender Anteil am Gewinn 0 0 20
Stand am 31.12. 236.450 1.666.130 1.520
31.12.2022
TEUR
Verbind
lichkeiten
gegenüber
Kredit
instituten
Leasing Unter
nehmens
anleihe
Mitarbeiter
anleihe
Gesell
schafter
darlehen
Stand am 1.1. 32.064 123.371 280.387 3.741 44.499
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 22.726 –29.782 0 –219 11.000
Zinsen und Transaktionskosten 7 5.017 1.902 –38 5.897
Fremdwährungsumrechnung –1.680 –802 0 0 0
Neues Leasing 0 96.694 0 0 0
Zahlungen von Zinsen und Transaktionskosten
(als operativer Cashflow dargestellt)
0 –5.017 0 0 –11.000
Ertragsteuern 0 0 0 0 0
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 0 0 0 0
Ergebnisverwendung 0 0 0 0 0
Stand am 31.12. 53.117 189.481 282.289 3.484 50.396
TEUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Stand am 1.1. 160.021 1.236.071
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 51.925 289.880 345.530
Zinsen und Transaktionskosten 0 0
Fremdwährungsumrechnung 0 0
Neues Leasing 0 0
Zahlungen von Zinsen und Transaktionskosten
(als operativer Cashflow dargestellt)
0 0
Ertragsteuern 0 2.995
Mitarbeiteraktienoptionsprogramm 0 975
Ergebnisverwendung 0 –247.731
Stand am 31.12. 211.946 1.282.190

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Zum 14. Februar 2024 verfügt Nordex über alle relevanten Genehmigungen zur weiteren Erhöhung der mit dem Hauptaktionär Acciona SA abgeschlossenen Vereinbarung über die Inanspruchnahme einer offenen Avalkreditlinie auf einen neuen Gesamtbetrag von TEUR 1.300.000. Gleichzeitig haben die Darlehensgeber der Syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie einer einjährigen Verlängerung der Laufzeit der Avalkreditlinie bis April 2025 zugestimmt.

ERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX GEMÄSS §161 AKTG

Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben ihre Entsprechenserklärung für 2023 am 28.März 2023 aktualisiert und den Aktionären im Internet unter http://ir.nordex-online.com/ websites/Nordex /German/6100/entsprechenserklaerung. html zugänglich gemacht.

INANSPRUCHNAHME VON ERLEICHTERUNGS-VORSCHRIFTEN

Die Nordex Energy SE & Co. KG ist von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr gemäß §264b HGB befreit. Die Nordex Germany GmbH, die Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, die Nordex International GmbH, die Nordex Windpark Beteiligung GmbH, die Nordex Beteiligungen GmbH und die Nordex Manufacturing GmbH sind von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Prüfung und Offenlegung gemäß § 325 HGB unter Bezugnahme auf die Regelungen des §264 Abs. 3 HGB für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr befreit.

Die Nordex Netherlands B.V. ist gem. Artikel 403 Teil 9, Buch 2 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches von der Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses in den Niederlanden befreit. In diesem Zusammenhang hat die Nordex SE eine Haftungserklärung (403 Liability Statement) abgegeben, in der sie erklärt, für die Schulden der Nordex Netherlands B.V. gesamtschuldnerisch zu haften.

ORGANE DER NORDEX SE

Vorstand

José Luis Blanco Diéguez, Hamburg Chief Executive Officer (Vorsitzender des Vorstands)

Dr. Ilya Hartmann, Hamburg

Chief Financial Officer Mitglied des Vorstands

Patxi Landa Esparza, Pamplona/Spanien

Chief Sales Officer Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat

Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart, Starnberg

Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses

  • Selbstständiger Unternehmensberater
  • Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Hella GmbH & Co. KGaA (börsennotiert)
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Webasto SE

Juan Muro-Lara, Madrid/Spanien

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses

  • Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona, S.A. (Acciona-Konzern, börsennotiert)
  • Vorsitzender des Board of Directors der SCUTUM LOGISTIC, S.L. (Acciona-Konzern)
  • Mitglied des Board of Directors der QEV EXTREME, S.L.
  • Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER GESTIÓN, S.A. SGIIC
  • Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A.

Maria Cordón, Madrid/Spanien

Mitglied des Strategie- und Technikausschusses

  • Direktorin Strategy & Corporate Development, Acciona, S.A. (Acciona-Konzern, börsennotiert)
  • Mitglied des Board of Directors der Eve Holding, Inc. (börsennotiert)

Maria Isabel Blanco Alvarez, London/Großbritannien

Mitglied des Prüfungsausschusses (seit 31. Mai 2022)

Leitende Umwelt- und Klimaökonomin bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Jan Klatten, München

Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategieund Technikausschusses

  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum infra2 GmbH
  • Geschäftsführender Gesellschafter der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH

Martin Rey, Traunstein

Vorsitzender des Prüfungsausschusses

  • Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter der Maroban GmbH
  • Mitglied des Aufsichtsrats der BayWa r.e. AG (nicht börsennotiert)
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG
    • (nicht börsennotiert)
  • Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG (börsennotiert)
  • Vorsitzender des Advisory Board der O2 Power Ltd. (nicht börsennotiert)

HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Für Dienstleistungen des Abschlussprüfers Pricewaterhouse-Coopers GmbH WPG sind die folgenden Honorare angefallen:

TEUR 2023 2022
Abschlussprüfungsleistungen 1 1.353 887
Andere
Bestätigungsleistungen
266 511
Steuerberatungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 24 0
1.643 1.398

1 In den Abschlussprüfungsleistungen sind Honorare in Höhe von TEUR 170 (Vorjahr: TEUR 74) für das Geschäftsjahr 2022 (Vorjahr: 2021) enthalten.

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die Honorare für die Konzernabschlussprüfung und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Nordex SE und deren deutsche Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Honorare für gesetzlich vorgeschriebene oder vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen, wie die prüferische Durchsicht des Nachhaltigkeitsberichts. Die sonstigen Leistungen beziehen sich auf Kosten für den Zugang zu allgemeinen technischen Schulungsressourcen.

Das Gesamthonorar für das übrige Firmennetzwerk von PricewaterhouseCoopers entfiel mit TEUR 779 auf Prüfungsleistungen, TEUR 17 auf andere Bestätigungsleistungen, TEUR 22 auf Steuerberatungsleistungen und TEUR 2 auf sonstige Leistungen.

Nordex SE Rostock, den 20. Februar 2024

José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands

Dr. Ilya Hartmann, Vorstand

Patxi Landa, Vorstand

ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE

Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anfangs End
TEUR bestand
01.01.2023
Zugänge Abgänge Umbu
chungen
Fremd
währung
bestand
31.12.2023
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 312.120 21.842 –4.161 –1.401 –1.209 327.191
Technische Anlagen und Maschinen 533.479 22.182 –9.186 –4.175 –3.069 539.230
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
334.304 46.820 –5.583 7.258 –2.226 380.572
Anlagen im Bau 23.824 9.429 –9 –1.681 –347 31.216
Geleistete Anzahlungen 1.594 9.234 –500 0 –39 10.289
Gesamt 1.205.321 109.507 –19.440 0 – 6.890 1.288.499
Immaterielle Vermögenswerte
Goodwill 552.259 0 0 0 0 552.259
Aktivierte
Entwicklungsaufwendungen
535.564 46.381 0 0 –46 581.899
Geleistete Anzahlungen 1.706 13 0 0 0 1.719
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
165.170 5.509 0 0 –2.730 167.949
Gesamt 1.254.699 51.904 0 0 –2.776 1.303.826

Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Buchwert

Abschreibungen Buchwert
Anfangs
bestand
01.01.2023
Zugänge Abgänge Fremd
währung
End
bestand
31.12.2023
31.12.2023
121.294 29.237 –1.682 –1.257 147.593 179.598
334.683 62.433 –5.700 –1.684 389.732 149.499
147.347 55.015 –3.907 –1.754 196.702 183.870
46 0 0 0 46 31.170
0 0 0 0 0 10.289
603.370 146.685 –11.289 – 4.694 734.072 554.426
4.501 0 0 0 4.501 547.758
374.052 38.067 0 –4 412.113 169.785
1.672 0 0 0 1.672 48
152.642 3.747 0 –2.511 153.877 14.071
532.867 41.814 0 –2.516 572.164 731.662

ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE

Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022

TEUR Anfangs
bestand
01.01.2022
Zugänge Abgänge Entkonso
lidierung
Umbu
chungen
Fremd
währung
End
bestand
31.12.2022
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 292.625 36.325 4.943 0 –1 –11.886 312.120
Technische Anlagen und Maschinen 447.330 81.962 15.963 0 14.216 5.934 533.479
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
199.596 141.177 8.266 0 1.579 218 334.304
Anlagen im Bau 33.588 5.094 1 0 –15.794 937 23.824
Geleistete Anzahlungen 5.059 2.217 5.598 0 0 –84 1.594
Gesamt 978.198 266.775 34.771 0 0 – 4.881 1.205.321
Immaterielle Vermögenswerte
Goodwill 552.259 0 0 0 0 0 552.259
Aktivierte
Entwicklungsaufwendungen
503.963 34.320 0 2.675 0 –44 535.564
Geleistete Anzahlungen 1.704 2 0 0 0 0 1.706
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
161.776 942 96 0 0 2.548 165.170
Gesamt 1.219.702 35.264 96 2.675 0 2.504 1.254.699

Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Buchwert

Abschreibungen Buchwert
Abgänge Zugänge Anfangs
bestand
01.01.2022
Fremd
währung
End
bestand
31.12.2022
31.12.2022
4.365 28.514 97.688 –543 121.294 190.826
2.407 72.285 264.039 766 334.683 198.796
4.896 43.170 109.513 –440 147.347 186.957
0 46 0 0 46 23.778
0 0 0 0 0 1.594
11.668 144.015 471.240 –217 603.370 601.951
0 0 4.501 0 4.501 547.758
0 33.640 340.412 0 374.052 161.512
0 0 1.672 0 1.672 34
45 4.760 145.150 2.777 152.642 12.528
45 38.400 491.735 2.777 532.867 721.832

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES

Zum 31. Dezember 2023

Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Konsolidierte verbundene Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Nordex SE, Rostock
(Konzernobergesellschaft) 1
EUR
Alfresco Renewable Energy
Private Limited,
Bangalore/ Indien 2
EUR 99,99/
0,01
18.507,84 2.645.753,41 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy Internacional S.L.
Apoderada Corporativa Nordex
S.L.U., Barasoain/Spanien
EUR 100,00 –1.682,22 1.317,78 Corporacion Nordex Energy
Spain S.L.
Component Purchasing
Company II LLC, Dover/ USA
EUR 100,00 242.587,46 0,00 Nordex USA Inc.
Component Purchasing
Company III LLC, Dover/ USA
EUR 100,00 242.587,46 0,00 Nordex USA Inc.
Corporación Nordex Energy
Spain S.L., Barasoain/Spanien
EUR 100,00 89.393.390,18 625.213.384,13 Nordex SE
Eolicos R4E S.A. de C.V.,
Tegucigalpa / Honduras
EUR 100,00 –1.990.163,83 –13.286.865,57 Nordex USA Management LLC
Industria Toledana de Energias
Renovables S.L.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 –4.885,14 1.131.866,21 Nordex Energy Spain S.A.U.
Limited Liability Company "Nordex
Energy Ukraine", Kiew/ Ukraine
EUR 100,00 131.736,39 –1.696.494,21 Nordex International GmbH
Nordex Energy Servicios de Obra,
S. de R.L. de C.V.,
Mexiko–Stadt/Mexiko
EUR 99,9975/
0,0025
–1.322.945,65 –1.952.834,01 NX Energy Mexico S. de
R.L. de C.V./
Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Austria GmbH,
Wien/Österreich
EUR 100,00 –317.664,01 –282.664,01 Nordex International GmbH
Nordex Belgium SRL,
Rochefort/Belgien
EUR 100,00 844.792,32 667.573,98 Nordex SE
Nordex Beteiligungen GmbH,
Hamburg
EUR 100,00 –12.173,74 7.705,87 Nordex SE
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Konsolidierte verbundene Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Nordex Blade Technology Center
ApS, Kirkeby/ Dänemark
EUR 100,00 2.982.208,39 12.915.577,62 Nordex SE
Nordex Blades Spain S.A.U.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 5.264.759,68 16.139.792,18 Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex (Chile) SpA,
Santiago/Chile
EUR 100,00 –1.355.136,89 –9.146.294,71 Nordex Windpark Beteiligung
GmbH
Nordex Education Trust,
Kapstadt/Südafrika
EUR 100,00 –168.784,79 3.194.176,84 Nordex Energy South Africa RF
(Pty.) Ltd.
Nordex Elektrane d.o.o.,
Zagreb/Kroatien
EUR 100,00 6.167.227,51 8.070.844,91 Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Electrolyzers S.L.,
Barasoain/Spanien
EUR 85,00 132.429,65 3.435.429,65 Corporacion Nordex Energy
Spain S.L.
Nordex Employee Holding GmbH,
Hamburg
EUR 100,00 32.847,61 216.111,73 Nordex SE
Nordex Energy Brasil – Comercio e
Industria de Equipamentos Ltda.,
Sao Paulo/Brasilien
EUR 99,00/
1,00
–40.312.795,36 4.640.906,32 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex Energy Chile S.A.,
Santiago/Chile
EUR 99,00/
1,00
–50.684.568,39 –46.240.897,47 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex Engineering and Tech
nology Pty Ltd, Chennai/ Indien
EUR 99,99/
0,01
1.987.281,84 3.602.316,75 Nordex Manufacturing GmbH
Nordex Engery Colombia S.A.S.,
Bogota /Kolumbien
EUR 100,00 –860.586,75 –1.010.457,42 Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Energy d.o.o. Belgrade,
Belgrad /Serbien
EUR 100,00 4.720.452,37 4.690.278,37 Nordex International GmbH
Nordex Energy Ibérica S.A.,
Barcelona /Spanien
EUR 100,00 593.519,95 10.672.688,77 Nordex International GmbH
Nordex Energy Internacional S.L.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 –21.344.289,86 269.469.275,14 Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex Energy Ireland Ltd.,
Dublin/ Irland
EUR 100,00 6.060.776,27 26.952.449,82 Nordex International GmbH
Nordex Energy Romania S.r.l.,
Bukarest/Rumänien
EUR 99,98/
0,02
682.551,18 5.048.449,48 Nordex International GmbH/
Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Energy SE & Co. KG,
Hamburg 1
EUR 99,99/
0,01
174.654.101,61 516.650.845,04 Nordex SE/
Nordex Beteiligungen GmbH
Nordex Energy South Africa RF
(Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika
EUR 80,00/
20,00
–42.393,47 –21.412.805,46 Nordex Energy SE & Co. KG/
Nordex Education Trust
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Nordex Energy Spain S.A.U.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 –86.459.372,78 243.926.749,71 Corporacion Nordex Energy
Spain S.L.
NordexEnergy Uruguay S.A.,
Montevideo/ Uruguay
EUR 100,00 –914.737,13 3.682.926,67 Nordex International GmbH
Nordex Enerji A.S.,
Istanbul/ Türkei
EUR 6,321/
93,482/
0,066/
0,066/
0,066
71.695.029,07 62.906.540,65 Nordex International GmbH/
Nordex SE/ Nordex Energy SE &
Co. KG/ Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/ Nordex
Grundstücksverwaltung GmbH
Nordex Finland Oy,
Helsinki/ Finnland
EUR 100,00 –4.095.042,44 12.203.797,59 Nordex SE
Nordex Forum II GmbH & Co. KG,
Hamburg
EUR 100,00 18.070,05 314.836,00 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Forum II Verwaltungs
GmbH, Hamburg
EUR 100,00 –3.364,39 8.782,20 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex France S.A.S.,
Paris / Frankreich
EUR 100,00 11.159.791,03 177.293.798,97 Nordex International GmbH
Nordex Germany GmbH,
Hamburg 1
EUR 99,99/
0,01
16.576.854,93 47.273.358,11 Nordex SE/
Nordex Beteiligungen GmbH
Nordex Grundstücksverwaltung
GmbH, Hamburg 1
EUR 100,00 0,00 52.000,00 Nordex SE
Nordex Hellas Monoprosopi EPE,
Athen/Griechenland
EUR 100,00 3.540.773,46 1.622.307,99 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex India Manufacturing
Private Limited,
Bangalore/ Indien
EUR 99,99/
0,01
8.403.834,39 28.625.627,63 Nordex Manufacturing GmbH/
Nordex International GmbH
Nordex India Private Limited,
Bangalore/ Indien
EUR 99,99/
0,01
–6.806.024,78 –9.092.891,66 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex International GmbH,
Hamburg
EUR 100,00 25.525.632,45 17.449.135,42 Nordex SE
Nordex International Services
America S de RL de CV,
Mexiko–Stadt/Mexiko
EUR 99,9975/
0,0025
272.763,64 223.591,69 NX Energy Mexico S. de
R.L. de C.V./
Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex International Services
SP. z.o.o., Warschau/Polen
EUR 100,00 –3.650.509,48 –3.704.199,63 Nordex International GmbH
Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien EUR 100,00 509.630,07 31.251.380,57 Nordex International GmbH
Nordex Manufacturing GmbH,
Hamburg
EUR 100,00 2.044.874,00 –3.991.186,46 Nordex SE
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Konsolidierte verbundene Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Nordex Maritime S.A.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 15.883,17 86.003,58 Nordex International GmbH
Nordex Netherlands B.V.,
Zwolle/ Niederlande
EUR 100,00 –24.954.041,16 –70.387.143,80 Nordex SE
Nordex Norway AS,
Oslo/ Norwegen
EUR 100,00 –6.714.980,53 1.342.744,29 Nordex SE
Nordex Oceania Pty. Ltd.,
Melbourne/Australien
EUR 100,00 –9.088.065,03 11.530.214,65 Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Pakistan (Private) Ltd.,
Islamabad /Pakistan
EUR 100,00 –1.675.398,47 –9.294.684,40 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Polska Sp. z o.o.,
Warschau/Polen
EUR 99,00/
1,00
1.365.498,97 19.390.874,74 Nordex International GmbH/
Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Portugal Unipessoal Lda.,
Porto/Portugal
EUR 100,00 1.817.857,85 4.880.146,13 Nordex SE
Nordex Singapore Equipment
Private Ltd., Singapur/Singapur
EUR 100,00 –827.176,54 –6.909.837,57 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Singapore Service
Private Ltd., Singapur/Singapur
EUR 100,00 –311.037,61 –3.141.178,80 Nordex Energy SE & Co. KG
Nordex Sverige AB,
Uppsala /Schweden
EUR 100,00 –11.184.245,08 –106.164.972,30 Nordex International GmbH
Nordex Towers Colombia,
Bogota /Kolumbien
EUR 100,00 –251.509,19 –697.982,06 Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Towers Spain S.L.,
Barasoain/Spanien
EUR 100,00 –1.698.019,23 –6.664.643,19 Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex UK Ltd., Manchester/
Vereinigtes Königreich
EUR 100,00 –11.699.657,48 6.483.630,69 Nordex International GmbH
Nordex USA Inc.,
Chicago/ USA
EUR 78,35/
21,65
–41.360.893,21 –200.372.321,49 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex International GmbH
Nordex USA Management LLC,
Chicago/ USA
EUR 100,00 –344,50 73.782,84 Nordex USA Inc.
Nordex Windpark Beteiligung
GmbH, Hamburg 1
EUR 100,00 20.509.449,00 20.975.145,39 Nordex SE
Nordex Windpower Peru S.A.,
Lima /Peru
EUR 99,99/
0,01
692.303,85 –1.584.189,89 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi
Sistemleri Anonim Şirketi,
Istanbul/ Türkei
EUR 100,00 –5.327.448,68 –9.334.376,17 Nordex Energy Internacional S.L.
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Konsolidierte verbundene Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Nordex Windpower S.A.,
Buenos Aires /Argentinien
EUR 98,17/
1,83
–45.865.308,10 –5.257.889,66 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
NPV Dritte Windpark
GmbH & Co. KG, Hamburg
EUR 100,00 –19.034,34 –85.035,63 Nordex Grundstücksverwaltung
GmbH
NX Energy Mexico S. de R.L. de
C.V., Mexiko–Stadt/Mexiko
EUR 99,97
/0,03
–12.721.173,75 –11.390.585,84 Nordex Energy Internacional S.L./
Nordex Energy Spain S.A.U.
Parque Eólico Llay–Llay SpA,
Santiago/Chile
EUR 100,00 –8.150,34 –2.103.598,12 Nordex (Chile) SpA
Ravi Urja Energy India Private
Limited, Bangalore/ Indien 2
EUR 99,99/
0,01
–315.859,09 8.596.384,11 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy Internacional, S.L.
San Marcos Colon Holding Inc.,
Chicago/ USA
EUR 100,00 455.992,41 73.284,79 Nordex Windpark Beteiligung
GmbH
Shanghai Nordex Windpower
Co. Ltd., Shanghai/ VR China
EUR 100,00 465.249,34 1.254.146,08 Nordex Energy Internacional S.L.
Solar Fields Energy Photo Voltaic
India Private Limited,
Bangalore/ Indien 2
EUR 99,99/
0,01
–43.563,28 2.770.510,58 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy Internacional, S.L.
UAB Nordex Lithuania,
Vilnius / Litauen
EUR 100,00 –1.120.316,73 –2.823.100,44 Nordex SE
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Eoles Futur Eurowind France
S.A.S., Paris / Frankreich 3
EUR 100,00 129.702,51 –683.654,08 Nordex France S.A.S.
Farma Wiatrowa Kwidzyn
Sp. z o.o., Warschau/Polen 3
EUR 99,00/
1,00
–1.745,80 –2.549.419,45 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy SE & Co. KG
Gregal Power Private Limited,
Bangalore/ Indien 2, 3
EUR 99.99/
0,01
–5.924,80 –9.628,91 Nordex India Private Limited /
Nordex Energy Internacional S.L.
NAWM Servicios Administrativos,
Mexiko–Stadt/Mexiko 3
EUR 99,95/
0,05
–320.522,29 –1.068,15 NX Energy Mexico S. de
R.L. de C.V./
Nordex Energy Internacional S.L.
Nordex Windpark Verwaltung
GmbH, Hamburg 3
EUR 100,00 –703,13 47.107,99 Nordex SE
Parque Eolico Hacienda Quijote
SpA, Santiago/Chile 3
EUR 100,00 –200.656,91 –2.136,40 Nordex (Chile) SpA
Parque Eolico Vasco Viejo S.A.,
Buenos Aires /Argentinien 3, 5
EUR 60,00 –31.263,74 –9.067,49 Nordex Windpower S.A.
Qingdao Huawei Wind Power Co.
Ltd., Qingdao/ VR China 3
EUR 66,67 365.841,98 3.972.116,60 Nordex Energy SE & Co. KG
Sechste Windpark Support
GmbH & Co. KG, Hamburg 3
EUR 100,00 –21.669,87 –135.578,37 Nordex Grundstücksverwaltung
GmbH
Shri Saai Pasumai Private Limited,
Bangalore/ Indien 2
EUR 98,76/
1,24
–14.852,01 1.491.920,91 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy Internacional S.L.
South Kinetic Wind Energy
Private Limited,
Bangalore/ Indien 2
EUR 99,99/
0,01
–6.904,39 –13.428,61 Nordex India Private Limited /
Nordex Energy Internacional S.L.
Terral Energy Private Limited,
Bangalore/ Indien 2
EUR 99,99/
0,01
–4.930,61 –11.026,72 Nordex Windpark
Beteiligung GmbH/
Nordex Energy Internacional S.L.
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Gemeinschaftsunternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Alto dos Ventos Energia
Renovável Ltda., Pendencias;
Rio Grande do Norte/Brasilien 3, 4
EUR 100,00 0,00 0,00 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Darwin SpA
Santiago de Chile/Chile 3, 4
EUR 100,00 –618,65 –1.023,47 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Frontera SpA,
Santiago de Chile/Chile 3, 4
EUR 100,00 240.402,76 –1.023,47 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
H2V Magallanes SpA
Santiago de Chile/Chile 3, 4
EUR 100,00 0,00 0,00 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Mesquite H2 LLC,
Chicago/ USA3, 4
EUR 100,00 –231,36 231,36 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Orkeke S.A.,
Buenos Aires /Argentinien 3, 4
EUR 95/5 0,00 0,00 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L./
Nordex Windpark Beteiligung
GmbH
Pinedale H2 LLC,
Delaware/ USA3, 4
EUR 100,00 –111.551,93 84.402,53 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Pronghorn H2 LLCC,
Wyoming / USA3, 4
EUR 100,00 –210.373,63 199.161,20 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Sidewinder H2 LLC,
Chicago/ USA3, 4
EUR 100,00 0,00 0,00 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Waawaata S.A.S.,
Bogotá D.C./Kolumbien 3, 4
EUR 100,00 0,00 0,00 ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Assoziierte Unternehmen
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
ACCIONA Nordex Green
Hydrogen, S.L.,
Nordex SE
Barasoain/Spanien 3 EUR 50,00 –153.689,00 –29.860.388,00
Wäh
rung
Anteil am
Kapital
in %
Jahresergebnis
01.01.–
31.12.2023
Eigenkapital
01.01.–
31.12.2023
Beteiligung über
Sonstige Anteile (nicht konsolidiert)
(Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen in EUR)
Parc Eolien du Val Aux Moines,
Paris / Frankreich 3
EUR 34,92 48.644,26 –88.942,99 Nordex Employee Holding GmbH
RENERCYCLE S.L.
Barasoain/Spanien 3
EUR 6,25 0,00 0,00 Nordex Energy Spain S.A.U.
Ventus Kwidzyn Sp. z o.o.,
Gorki/Polen 3
EUR 100,00 –3.830,43 –966.246,96 Farma Wiatrowa Kwidzyn Sp. z o.o.

1 Ergebnisabführungsvertrag; Jahresergebnis und Eigenkapital nach Ergebnisabführung

2 Abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1. April bis zum 31. März

3 Vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

4 Erstkonsolidierung in 2023

5 Zahlen aus dem Vorjahr 31.12.2022

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Nordex SE, Rostock

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Nordex SE, Rostock, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nordex SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

  • 2 Bilanzierung der Umsatzerlöse
  • 3 Bilanzierung von Rückstellungen für Gewährleistung

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

  • 1 Sachverhalt und Problemstellung
  • 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • 3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 548 Millionen (10,1% der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "Goodwill" ausgewiesen. Geschäftsoder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, der Wachstumsraten, sowie des verwendeten Diskontierungssatzes anhängig und daher, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns, mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künfitgen Cashflows nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Textziffer (10) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" des Konzernanhangs enthalten.

2 Bilanzierung der Umsatzerlöse

1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt € 6.489 Millionen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Produktion und Errichtung von Windenergieanlagen (Projektgeschäft) und der Erbringung von angrenzenden Servicedienstleistungen (Servicegeschäft). Wesentliche Auswirkungen auf die Erlöserfassung und Erlösabgrenzung hat die Beurteilung des Zeitpunkts bzw. des Zeitraums der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch die Gesellschaft. Die Verteilung der Umsatzerlöse aus Serviceverträgen erfolgt anhand der geschätzten Kostenverteilung über die jeweilige Vertragslaufzeit (zeitraumbezogen), während die Leistungsverpflichtungen und Erlöserfassung beim Verkauf von Windenergieanlagen von den jeweiligen vertraglichen Spezifika abhängen. Zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 hat die Gesellschaft konzernweit umfangreiche Prozesse eingerichtet.

Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 ist als komplex zu betrachten und basiert auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Vor diesem Hintergrund war die Bilanzierung der Umsatzerlöse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten konzernweiten Prozesse und Kontrollen des relevanten internen Kontrollsystems zur Erlöserfassung und Erlösabgrenzung während des gesamten Geschäftsjahres gewürdigt. Darüber hinaus haben wir bei unserer Prüfung die Bilanzierungsmethodik und Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter insbesondere hinsichtlich des Realisierungszeitpunkts beurteilt. Hierbei haben wir auch Kundenverträge durchgesehen, die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen nachvollzogen und gewürdigt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wurden.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Prozesse und Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 sind in den Textziffern (3) und (4) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" sowie in der Textziffer (29) im Abschnitt "Angaben zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung" des Konzernanhangs enthalten.

3 Bilanzierung von Rückstellungen für Gewährleistung

1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von insgesamt € 362 Millionen (6,7% der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "sonstige Rückstellungen" ausgewiesen. Diese Gewährleistungsrückstellungen beinhalten alle Verpflichtungen, die sich aus der Beseitigung von bereits entstandenen oder zu erwartenden Schäden an Windenergieanlagen und deren Komponenten ergeben haben. Dies können sowohl Einzel- als auch Serienschäden sein. Die Rückstellungen werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadenverlaufs und des Kulanzverhaltens ermittelt. Dabei wird unter anderem geschätzt, wie viele Komponenten zu ersetzen sind und wie viele repariert werden können. Dazu sind Annahmen über Art und Umfang künftiger Gewährleistungs- und Kulanzfälle zu treffen. Diesen Annahmen liegen qualifizierte Schätzungen zugrunde.

Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem hohen Maße auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.

2 Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht und dass die Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte und deutliche Auswirkung auf das Konzernergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Wertansätze unter anderem durch die Prüfung der vertraglichen Anspruchsgrundlagen oder dem faktischem Geschäftsgebaren, den Vergleich der angesetzten Werte mit Vergangenheitswerten und anhand uns vorgelegter Berechnungsgrundlagen beurteilt. Das Berechnungsschema der Rückstellungen haben wir anhand der eingehenden Bewertungsparameter insgesamt nachvollzogen. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen für den Ansatz und die Bewertung der Rückstellungen für Gewährleistungen hinreichend dokumentiert und begründet sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für Gewährleistungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze" sowie in der Textziffer (21) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

  • die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung der Nordex SE" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB
  • den Abschnitt "Aussage zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems" des Konzernlageberichts

Die sonstigen Informationen umfassen zudem

  • den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zur Erfüllung der §§315b bis 315c HGB
  • den Vergütungsbericht nach §162 AktG, für den zusätzlich auch der Aufsichtsrat verantwortlich ist
  • alle übrigen Teile des Geschäftsberichts ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam

zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

  • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei Nordex_SE_KA+KLB_ESEF-2023-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
  • beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juni 2023 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 29. November 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008 als Konzernabschlussprüfer der Nordex SE, Rostock, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT – VERWENDUNG DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

HINWEIS ZUR NACHTRAGSPRÜFUNG

Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht sowie zu den erstmals zur Prüfung vorgelegten, in der Datei Nordex_SE_KA+KLB_ ESEF-2023-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 20. Februar 2024 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 28. Februar 2024 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die erstmalige Vorlage der ESEF-Unterlagen bezog.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.

Hamburg, den 20. Februar 2024/begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannte erstmalige Vorlage der ESEF-Unterlagen: 28. Februar 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Ull Harald van Voorst Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

GEMÄSS §§ 297 ABS. 2 SATZ 4 UND 315 ABS. 1 SATZ 6 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Nordex SE, Rostock, den 20. Februar 2024

José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands

Dr. Ilya Hartmann, Vorstand

Patxi Landa, Vorstand

VERGÜTUNGSBERICHT

Dieser Vergütungsbericht stellt die Bestandteile und die Wirkungsweise der Vergütungslogik sowie die Höhe der individuellen Vergütungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat dar.

Detaillierte Informationen zu den Vergütungssystemen für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sind auf der Internetseite der Gesellschaft verfügbar (https:// ir.nordex-online.com/websites / Nordex / German /6000 / corporate-governance.html).

LEITLINIEN UND GRUNDSÄTZE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DEN VORSTAND DER NORDEX SE

Die Geschäftsstrategie der Nordex SE zielt darauf ab, ein wettbewerbsfähiges und globales Unternehmen mit langfristig nachhaltiger und positiver Zukunftsperspektive zu schaffen. Mit innovativen Produkten soll die Dekarbonisierung der Wirtschaft vorangetrieben und ein relevanter Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel geleistet werden. Die strategischen Vorgaben sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex SE ausgerichtet, d.h. die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens für seine Anteilseigner nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird anhand finanzieller und nichtfinanzieller Leistungskriterien gemessen und entsprechend auch im Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder (im Folgenden das Vergütungssystem) berücksichtigt. Vergütungssysteme sind Unternehmenssteuerungsinstrumente. Der Aufsichtsrat der Nordex SE ist der Überzeugung, dass eine sinnvolle Ausgestaltung der Vergütung den Vorstandsmitgliedern wirkungsvolle Anreize gibt, die Geschäftsstrategie erfolgreich umzusetzen. Deshalb umfasst die Vergütung für die Vorstandsmitglieder der Nordex SE variable Anteile, die das Erreichen der gesetzten Ziele honorieren und welche bei Zielverfehlungen entsprechend reduziert werden und unter Umständen sogar vollständig entfallen. Dadurch wird ein klarer Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und Vergütung hergestellt.

Die Umsetzung der Geschäftsstrategie ist in der operativen und strategischen Unternehmensplanung abgebildet. Die Unternehmensplanung dokumentiert damit die angestrebte kurz- und mittelfristige Entwicklung der Nordex Group. Die Höhe der variablen Vergütungsbestandteile wiederum hängt insbesondere von der Aktienkursentwicklung und vom Erreichen anspruchsvoller Leistungskriterien ab, die aus der Unternehmensplanung abgeleitet werden. Durch diese Ausgestaltung fördert das Vergütungssystem die Geschäftsstrategie und die langfristige Entwicklung der Gesellschaft.

Die Ausgestaltung der Vorstandsvergütung berücksichtigt insbesondere die folgenden Grundsätze:

  • Förderung der Unternehmensstrategie
  • Harmonisierung mit den Aktionärsinteressen
  • "Pay for Performance"
  • Langfristigkeit und Nachhaltigkeit
  • Compliance und Marktüblichkeit

VERGÜTUNG DER VORSTANDSMITGLIEDER Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2023 im Überblick

Das von der ordentlichen Hauptversammlung der Nordex SE 2021 mit einer Mehrheit von 99,37% gebilligte Vergütungssystem gilt für alle nach dem 5. Mai 2021 neu abzuschließenden oder zu verlängernden Anstellungsverträge. Eine Anpassung der Anstellungsverträge an das neue Vergütungssystem ist im Geschäftsjahr 2022 für Herrn Dr. Ilya Hartmann mit Wirkung zum 1. Juli 2022 und für Herrn José Luis Blanco sowie Herrn Patxi Landa zum 1. Januar 2023 erfolgt. Da die Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2023 noch Elemente des alten und des neuen Vergütungssystems enthält, wird im diesjährigen Vergütungsbericht über beide Vergütungssysteme berichtet. Detaillierte Informationen zum neuen Vergütungssystem sind auf der Nordex-Homepage verfügbar (https://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/6000/corporate-governance.html).

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus erfolgsunabhängigen (festen) und erfolgsabhängigen (variablen) Vergütungsbestandteilen zusammen. Letztere spiegeln den Erfolg eines Geschäftsjahres sowie die langfristige Unternehmensentwicklung wider. Dabei umfasst die feste, erfolgsunabhängige Vergütung das Jahresgrundgehalt sowie Nebenleistungen. Erfolgsabhängig und somit variabel werden die kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) sowie die langfristige variable Vergütung (Performance Share Unit Plan (nachfolgend auch PSUP)) gewährt.

Nach §162 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) sind Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft verpflichtet, jährlich einen Bericht über die im letzten Geschäftsjahr gewährte und geschuldete Vergütung der gegenwärtigen oder früheren Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zu erstellen. Die nachfolgenden Ausführungen geben einen klaren und verständlichen Überblick über die gewährte Vergütung, also alle Leistungen an Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder, für welche die der Vergütung zugrunde liegende Tätigkeit vollständig im Geschäftsjahr 2023 erbracht worden ist.

Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 ist von der Hauptversammlung am 6. Juni 2023 mit einer Mehrheit von 95,65% gebilligt worden. Aufgrund des hohen Zustimmungsergebnisses waren demnach keine wesentlichen Anpassungen in Bezug auf den Inhalt sowie die Struktur erforderlich.

FESTLEGUNG DER VORSTANDSVERGÜTUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

Zielvergütung und Vergütungsstruktur

Bei der Festlegung der Vorstandsvergütung orientiert sich der Aufsichtsrat an der Marktstellung der Nordex SE – insbesondere im Hinblick auf Branche, Größe (Umsatz, Mitarbeiterzahl weltweit und Marktkapitalisierung), Land (Sitz der Hauptverwaltung und globale Ausrichtung) – der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung in vergleichbaren Unternehmen und dem internen Vergütungsumfeld. Weitere Kriterien sind die Funktion und der Verantwortungsbereich der einzelnen Vorstandsmitglieder. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat bei der Festsetzung der Vergütungshöhen der Zielgesamtvergütung darauf geachtet, dass der Anteil der langfristigen variablen Vergütung den der kurzfristigen variablen Vergütung übersteigt. Dieses Vorgehen entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 28. April 2022 beschlossenen Fassung (DCGK).

FESTVERGÜTUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2023

Die Festvergütung umfasst das monatlich zu gleichen Teilen ausgezahlte Jahresgrundgehalt und marktübliche Nebenleistungen. Darunter fällt die Überlassung eines Firmenwagens auch zur privaten Nutzung, die Zahlung von Versicherungsprämien für eine Invaliditäts- bzw. Todesfallabsicherung sowie Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Gesellschaft hat außerdem eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen, die auch die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder abdeckt. Entsprechend den Regelungen des Aktiengesetzes sieht die Police einen Selbstbehalt vor.

VERGÜTUNGSBERICHT

VARIABLE VERGÜTUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2023

Die variablen Vergütungsbestandteile sind sowohl auf das Erreichen jährlicher Ziele als auch auf die langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet. Die kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) und die langfristige variable Vergütung (PSUP) incentivieren die Leistung der Vorstandsmitglieder aus unterschiedlichen Perspektiven, über unterschiedlich lange Bemessungszeiträume und unter Berücksichtigung verschiedener Leistungskriterien.

Bei der Auswahl der Leistungskriterien steht für die Tantieme die Umsetzung operativer kurzfristiger Ziele im Vordergrund. Der PSUP fokussiert zum einen auf die Performance der Aktie der Nordex SE (nachfolgend auch Nordex-Aktie) im Vergleich zum Kapitalmarkt. Hierdurch wird unter anderem gemessen, wie die strategische Ausrichtung der Nordex SE und deren Umsetzung durch den Vorstand vom Kapitalmarkt beurteilt werden. Zum anderen ist der PSUP seit der Neugestaltung der Anstellungsverträge auch von einem ESG-Ziel, namentlich der Erreichung eines Frauenanteils von 25 % in den Führungsebenen M1 bis M4, abhängig. Dies ist aus den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie 2025 der Nordex Group abgeleitet. Durch die Einbeziehung dieses ESG-Ziels wird den Anforderungen des neuen Vergütungssystems entsprochen.

Die im Geschäftsjahr 2023 der variablen Vergütung zugrunde gelegten Leistungskriterien sowie deren Strategiebezug sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Leistungskriterien Tantieme Performance
Share Unit
Plan Strategiebezug
EBITDA in MEUR x Überprüfung der Entwicklung der Profitabilität des
operativen Geschäfts
Working Capital Ratio x Sicherstellung eines effizienten Kapitaleinsatzes im
operativen Geschäft
Relativer Total Shareholder Return x Langfristige Entwicklung des Unternehmenswerts im
Vergleich zum Kapitalmarkt
Auftragseingangsqualität 1 x Sicherstellung der Zielprofitabilität der Projekte im
Auftragseingang zur Absicherung künftiger Profitabilität
Arbeitssicherheit, Gesundheits- und
Umweltschutz 2
x Schutz und Förderung der Mitarbeitenden durch
Sicherstellung der Arbeitssicherheit
Qualitätskosten &
Technologiemanagementkosten 3
x Förderung der Kundenzufriedenheit durch
Qualitätssicherung
Frauenanteil in Managementposition
in der Nordex Group 4
x Förderung einer Frauenquote von mindestens 25% in
den Führungsebenen M1 bis M4 im Einklang mit der
Nachhaltigkeitsstrategie 2025 der Nordex Group

1 Bruttodeckungsbeitrag des Auftragseingangs in MEUR.

2 Häufigkeit von Arbeitssicherheitsvorfällen mit Ausfallzeiten bezogen auf die insgesamt geleistete Arbeitszeit (lost-time incident frequency).

3 Kosten für Qualitätsabweichungen und Technologiemanagement gemessen in % des Gesamtumsatzes.

4 Sämtliche Führungspositionen werden mit MERCER nach der IPE-Methodik (International Position Evaluation) bewertet.

KURZFRISTIGE VARIABLE VERGÜTUNG (TANTIEME)

Für jedes Vorstandsmitglied ist ein individueller Zielbetrag im Anstellungsvertrag definiert. Die Zielerreichung wird anhand von finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien ermittelt.

Die Leistungskriterien werden jährlich vom Aufsichtsrat für jedes Vorstandsmitglied individuell bestimmt. Am Ende des Geschäftsjahres wird die jeweilige Zielerreichung festgestellt. Für das Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat folgende Leistungskriterien und Gewichtungen für die Vorstandsmitglieder festgelegt:

Ziele für die kurzfristige variable Vergütung (Tantieme)

0%–200% Zielerreichung

Die Leistungskriterien werden jeweils zu Beginn eines Geschäftsjahres vom Aufsichtsrat festgelegt.

Gewichtung der Leistungskriterien José Luis Blanco Patxi Landa Dr. Ilya Hartmann
EBITDA in MEUR 50% 50% 50%
Working Capital Ratio 20% 20% 30%
Auftragseingangsqualität 1 20% 30% 20%
Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz 2 5%
Qualitätskosten & Technologiemanagementkosten 3 5%

1 Bruttodeckungsbeitrag des Auftragseingangs in MEUR.

2 Häufigkeit von Arbeitssicherheitsvorfällen mit Ausfallzeiten bezogen auf die insgesamt geleistete Arbeitszeit (lost-time incident frequency).

3 Kosten für Qualitätsabweichungen und Technologiemanagement gemessen in % des Gesamtumsatzes.

Ziele werden aus der Unternehmensplanung abgleitet und stellen damit den Gleichklang mit der Unternehmensstrategie sicher.

Die möglichen Zielerreichungsgrade liegen für alle Leistungskriterien zwischen 0% und 200%. Für jedes Leistungskriterium wird ein entsprechender Zielkorridor festgelegt. Bei Erreichen des Zielwertes beträgt der Zielerreichungsgrad jeweils 100%, bei Unterschreiten des Minimalwertes beträgt der Zielerreichungsgrad 0%. Bei Erreichen oder Überschreiten des Maximalwertes ist der Zielerreichungsgrad auf 200% begrenzt. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) – Zielkorridor

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Einzelzielerreichungsgrade und der Gewichtung der Leistungskriterien wird der Gesamtzielerreichungsgrad für ein Geschäftsjahr festgestellt. Ausgehend von dem festgelegten Zielbetrag wird mit Hilfe des Gesamtzielerreichungsgrades die Höhe der Tantieme berechnet. Der Auszahlungsbetrag ist auf 200% des Zielbetrags begrenzt.

Für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich folgender individueller Vergütungskorridor für die Tantieme:

EUR Minimalbetrag Zielbetrag Maximalbetrag
(200 % des
Zielbetrags)
José Luis Blanco 0 620.000 1.240.000
Patxi Landa 0 370.000 740.000
Dr. Ilya Hartmann 0 240.000 480.000

Die folgende Tabelle zeigt die individuelle Zielerreichung für die Tantieme 2023.

Zielerreichung in % José Luis Blanco Patxi Landa Dr. Ilya Hartmann
EBITDA in MEUR 0,00% 0,00% 0,00%
Working Capital Ratio 174,50% 174,50% 174,50%
Auftragseingangsqualität 118,00% 118,00% 118,00%
Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz 177,50%
Qualitätskosten & Technologiemanagementkosten 50,00%
Gesamtzielerreichungsgrad 69,88% 70,30% 75,95%

LANGFRISTIGE VARIABLE VERGÜTUNG (PSUP)

Der langfristige variable Vergütungsbestandteil ist als Performance Share Unit Plan (PSUP) auf Basis virtueller Aktien ausgestaltet.

Tranche 2021 – 2023

Die Tranche 2021– 2023 des PSUPs für Herrn José Luis Blanco und Herrn Patxi Landa ist vor der Anpassung der Anstellungsverträge an das neue Vergütungssystem begeben worden und wird nachstehend näher beschrieben. Abweichend hiervon wurde Herrn Dr. Ilya Hartmann bereits 2021 eine Tranche auf Basis des neuen Vergütungssystems mit einer Performanceperiode von 2021 bis 2024 begeben. Über diese Tranche wird im Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2024 berichtet.

Langfristige variable Vergütung – Tranche 2021 – 2023

50%–200% Zielerreichung

Die für den Auszahlungsbetrag maßgebliche Anzahl PSU für eine Tranche ist abhängig von einem aktienkursbasierten Ziel.

Typ Performance Share Unit Plan
Performanceperiode 3 Jahre
Leistungskriterium Entwicklung des RTSR im Vergleich zu einer geeigneten Vergleichsgruppe
(DAX, MDAX und TecDAX)
Anfangszahl Zielbetrag ÷ Ø Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen
vor Beginn der Performanceperiode
Endzahl Anfangszahl der PSU der Tranche
x Zielerreichungsgrad in %
Auszahlungsbetrag Endzahl x Ø Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen
vor Ende der Performanceperiode
Begrenzung der Auszahlung auf 300 % des Zielbetrags

Schafft Anreize, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und fördert den Gleichklang von Vorstands- und Aktionärsinteressen

Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein individueller Zielbetrag vereinbart. Dieser Betrag wird in Performance Share Units (nachfolgend auch PSU) umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn des Bemessungszeitraums (nachfolgend auch Performanceperiode) geteilt (nachfolgend auch Anfangszahl).

Das Leistungskriterium ist der Vergleich der Entwicklung des sogenannten relativen Total Shareholder Returns (nachfolgend auch RTSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird für Herrn José Luis Blanco und Herrn Patxi Landa über eine dreijährige Performanceperiode ermittelt, beginnend jeweils mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung.

Langfristige variable Vergütung (PSUP) – Tranche 2021 – 2023 – Zielkorridor für die RTSR-Entwicklung

Für den Zielkorridor wurde ein Minimum von –50% und ein Maximum von +50 % definiert. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100% dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des RTSR der Nordex SE um 50 % oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, wird eine 50 %ige Zielerreichung angenommen. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit dem Zielerreichungsgrad ergibt sich die endgültige Anzahl an PSU (nachfolgend auch Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu ermitteln. Der Auszahlungsbetrag des PSUP ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt. Die Auszahlung erfolgt in bar mit der Gehaltsabrechnung des Monats, der auf die Hauptversammlung des auf das Ende der Performanceperiode folgenden Geschäftsjahres folgt.

Die an der Tranche 2021 – 2023 teilnehmenden Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33 % des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu halten.

Zielerreichung der Tranche 2021 – 2023

Für die 2021 begebene Tranche des PSUPs ergibt sich folgende Zielerreichung:

EUR Durch
schnittlicher
Schlusskurs
der Nordex
Aktie vor
Beginn der
Performance
Zielbetrag
periode
Anfangszahl
PSU
Ziel
erreichung
Endzahl
PSU
Durch
schnittlicher
Schlusskurs
der Nordex
Aktie vor
Ende der
Performance
periode
Zum 31.12.2023 amtierende
Vorstandsmitglieder
José Luis Blanco 420.000 20,16 20.833 50% 10.417 10,06
Patxi Landa 250.000 20,16 12.401 50% 6.201 10,06
Dr. Ilya Hartmann

Tranche 2023 – 2026

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Herrn José Luis Blanco, Herrn Patxi Landa und Herrn Dr. Ilya Hartmann PSU zugesagt, deren Ausgestaltung den Anforderungen des neuen Vergütungssystems entsprechen.

Die Tranche 2023 –2026 ist wie folgt ausgestaltet:

Langfristige variable Vergütung – Tranche 2023 – 2026 0%–200% Zielerreichung

Mit den Vorstandsmitgliedern ist jeweils ein individueller Zielbetrag vereinbart, welcher in PSU umgewandelt wird. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode geteilt (nachfolgend auch Anfangszahl).

Die Leistung wird anhand von zwei Kriterien bestimmt. Das erste Leistungskriterium (Gewichtung: 80%) ist der Vergleich der Entwicklung des RTSR der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine vierjährige Performanceperiode ermittelt, beginnend mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100% dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des RTSR der Nordex SE um 50 % oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, wird eine Zielerreichung von 0% angenommen. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Langfristige variable Vergütung – Tranche 2023 – 2026 – Zielkorridor für die RTSR-Entwicklung

195

Als zweites Leistungskriterium (Gewichtung: 20 %) wurde, abgeleitet aus der Nachhaltigkeitsstrategie 2025 der Nordex Group, die Erreichung eines Frauenanteils in den Führungsebenen M1 bis M4 von 25 % bis 2025 definiert. Die Zielerreichung wird am Ende der Performanceperiode 2026 bestimmt. Für den Zielkorridor wurde eine Frauenquote von 20 % als Minimum und eine Frauenquote von 30 % als Maximum definiert. Die Zielerreichung ist zwischen 0% und 200% linear interpoliert.

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Einzelzielerreichungsgrade und der Gewichtung der Leistungskriterien wird der Gesamtzielerreichungsgrad für ein Geschäftsjahr festgestellt.

Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit dem Gesamtzielerreichungsgrad ergibt sich die endgültige Anzahl an PSU (nachfolgend auch Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu ermitteln. Der Auszahlungsbetrag des PSUP ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt. Die Auszahlung erfolgt – nach Wahl der Gesellschaft – in bar oder in Aktien der Gesellschaft mit der Gehaltsabrechnung des Monats, der auf die Hauptversammlung des auf das Ende der Performanceperiode folgenden Geschäftsjahres folgt.

Zuteilung der Tranchen 2023 – 2026

Im Folgenden wird die Zuteilung der im Jahr 2023 begebenen PSUP-Tranchen dargestellt:

Zuteilung der Tranche 2023 – 2026
in EUR
Durchschnittlicher
Schlusskurs der
Nordex-Aktie vor
Beginn der
Zielbetrag
Performanceperiode
Anfangszahl PSU Fair Value je PSU
bei Zuteilung 1
José Luis Blanco 670.000 12,43 53.902 11,11
Patxi Landa 400.000 12,43 32.180 11,11
Dr. Ilya Hartmann 260.000 12,43 20.917 11,11

1 Der Fair Value je PSU berücksichtigt beide Leistungskriterien.

Für die Tranche 2023 –2026 ergibt sich folgender individueller Vergütungskorridor:

2.010.000
1.200.000
780.000

Entwicklung des Bestands an virtuellen Aktien im Zusammenhang mit dem PSUP im Geschäftsjahr 2023

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Bestands der von den Vorstandsmitgliedern gehaltenen PSU im Geschäftsjahr 2023.

Informationen zum Geschäftsjahr 2023
Informationen zu den PSUP Anfangs
bestand
Während des Geschäftsjahres Endbestand
Amtierende
Vorstands
mitglieder
Plan Tranche Performance
periode
Zutei
lungs
kurs
Bestand am
Anfang des
Geschäfts
jahres
Neu
zugeteilte
PSU
Verände
rungen
Ausgeübte
PSU
Bestand zum
Ende des
Geschäfts
jahres
José Luis
Blanco
PSUP 2023 Jan 2023–
Dez 2026
12,43 0 53.902 0 0 53.902
2022 Jan 2022–
Dez 2024
14,50 28.966 0 0 0 28.966
2021 Jan 2021–
Dez 2023
20,16 20.833 0 –10.416 10.417 0
Patxi
Landa
PSUP 2023 Jan 2023–
Dez 2026
12.43 0 32.180 0 0 32.180
2022 Jan 2022–
Dez 2024
14,50 17.241 0 0 0 17.241
2021 Jan 2021–
Dez 2023
20,16 12.401 0 –6.200 6.201 0
Dr. Ilya
Hartmann
PSUP 2023 Jan 2023–
Dez 2026
12,43 0 20.917 0 0 20.917
2022
(Tranche II) 1
Jan 2022–
Dez 2025
14,50 8.966 0 0 0 8.966
2022
(Tranche I) 1
Jan 2022–
Dez 2025
14,50 6.897 0 0 0 6.897
2021 Jan 2021–
Dez 2024
20,16 9.921 0 0 0 9.921

1 Die PSUP-Tranche 2022 (II) hat im Vergleich zur PSUP-Tranche 2022 (I) ein zusätzliches Leistungskriterium, nämlich die

"Erreichung eines Frauenanteils in Managementpositionen".

Malus- und Clawback-Regelungen

Im Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat von der Möglichkeit, variable Vergütungsbestandteile einzubehalten bzw. zurückzufordern, keinen Gebrauch gemacht.

Aktienhalteverpflichtung

In den neu gefassten Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder ist geregelt, dass diese Nordex-Aktien im Wert des jeweiligen Jahresgrundgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung und während zweier weiterer Jahre nach deren Beendigung zu halten haben.

Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25% der Nettoauszahlung aus der kurzfristigen variablen Vergütung, bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Hierdurch wird den Anforderungen an das neue Vergütungssystem entsprochen.

GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG DER IM GESCHÄFTSJAHR 2023 AKTIVEN VORSTANDSMITGLIEDER

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die gewährte und geschuldete Vergütung der im Geschäftsjahr 2023 aktiven Vorstandsmitglieder. Unter der gewährten Vergütung wird für die aktiven Vorstandsmitglieder nachfolgend diejenige Vergütung verstanden, deren relevante Dienst- oder Performanceperiode im Geschäftsjahr endete.

Somit werden als gewährte Vergütung für das Geschäftsjahr 2023 neben dem Jahresgrundgehalt und den Nebenleistungen die Tantieme 2023 sowie der PSUP mit der Performanceperiode 2021 – 2023 dargestellt. Zusätzlich zu den Vergütungshöhen wird gemäß §162 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG der relative Anteil der festen und variablen Vergütungsbestandteile wiedergegeben.

José Luis Blanco Dr. Ilya Hartmann
2023 2023 2022 2022 2023 2023 2022 2022
Gewährte und
geschuldete Vergütung
EUR % EUR % EUR % EUR %
Jahresgrundgehalt 660.000 55 610.000 43 400.000 66 375.000 62
Nebenleistungen 4.733 0 6.801 0 24.178 4 20.892 3
Festvergütung 664.733 55 616.801 43 424.178 70 395.892 66
Kurzfristige variable
Vergütung (Tantieme)
433.225 36 378.000 27 182.280 30 205.000 34
Performance Share Unit
Plan 2021 –2023 1
104.795 9
Performance Share Unit
Plan 2020 –2022
427.890 30
Langfristige variable
Vergütung (Performance
Share Unit Plan)
104.795 9 427.890 30
Gesamtvergütung 1.202.753 100 1.422.691 100 606.458 100 600.892 100

1 Die Performanceperiode der in 2021 Herrn Dr. Ilya Hartmann begebenen PSU endet in 2024, wird sodann zur Auszahlung fällig und im Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2024 ausgewiesen.

199

Patxi Landa
2023 2023 2022 2022
Gewährte und geschuldete Vergütung EUR % EUR %
Jahresgrundgehalt 430.000 57 400.000 44
Nebenleistungen 7.254 1 7.255 1
Festvergütung 437.254 58 407.255 45
Kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) 260.110 34 250.000 27
Performance Share Unit Plan 2021 –2023 62.382 8
Performance Share Unit Plan 2020 –2022 254.703 28
Langfristige variable Vergütung
(Performance Share Unit Plan)
62.382 8 254.703 28
Gesamtvergütung 759.746 100 911.958 100

Prozentangaben auf volle Prozentpunkte gerundet.

Maximalvergütung

In den geltenden Anstellungsverträgen ist für alle Vorstandsmitglieder eine den Anforderungen des neuen Vergütungssystems entsprechende Maximalvergütung definiert. Diese beträgt für Herrn José Luis Blanco EUR 5.000.000 sowie für Herrn Patxi Landa und Herrn Dr. Ilya Hartmann jeweils EUR 3.500.000. Eine abschließende Beurteilung, ob die festgelegten Maximalvergütungen eingehalten wurden, kann erst nach Feststehen der Auszahlungsbeträge aus der PSUP-Tranche 2023 – 2026 für alle Vorstandsmitglieder abschließend beurteilt und daher in dem Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2026 berichtet werden.

LEISTUNGEN AN EHEMALIGE VORSTANDSMITGLIEDER

Pensionszahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder beliefen sich auf EUR 21.326 im Geschäftsjahr 2023, die (Netto-) Rückstellungen zum Ende des Geschäftsjahres betrugen EUR 340.575, der Zinsaufwand gemäß IAS 19 belief sich auf EUR 12.925.

LEISTUNGEN IM FALL DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT

Leistungen bei vorzeitiger Beendigung

Im Falle des Widerrufs der Bestellung und Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund kann die Gesellschaft die Vorstandsmitglieder unter Fortzahlung der Bezüge von ihrer Dienstpflicht freistellen. Abfindungszahlungen sind auf die Vergütung der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags bzw. auf eine maximale Höhe von zwei Jahresvergütungen begrenzt.

Ein Anspruch auf eine Abfindung besteht nicht bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, der eine außerordentliche Kündigung gemäß § 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ermöglichen würde, sowie in Fällen, in denen der Anstellungsvertrag auf Wunsch des Vorstandsmitglieds (ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet wird.

Werden der Anstellungsvertrag oder das Vorstandsmandat in bestimmten näher definierten "Bad Leaver"-Fällen (insbesondere durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch die Nordex SE oder durch Niederlegung des Mandats durch das Vorstandsmitglied vor Ende des Geschäftsjahres ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet, verfallen der Anspruch auf die Tantieme und die PSU, deren Performanceperiode noch nicht abgelaufen ist, nach den Anstellungsverträgen der amtierenden Vorstandsmitglieder ersatzlos.

Leistungen bei regulärer Beendigung

Endet das Anstellungsverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres bzw. der Performanceperiode durch regulären Ablauf der Vertragslaufzeit, Ruhestand, Invalidität oder Tod, stehen den Vorstandsmitgliedern zeitanteilig Ansprüche aus Jahresgrundgehalt, Tantieme und PSUP zu. Zusätzlich werden im Todesfall den Ehepartnern, Lebensgefährten und Kindern des Vorstandsmitglieds gemeinschaftlich sechs Monate das anteilige Jahresgrundgehalt als Übergangszahlung gewährt.

VERGÜTUNG DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

Gemäß §18 Abs. 1 bis 4 der Satzung erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung in Höhe von EUR 30.000 (2022: EUR 30.000). Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der festen Vergütung eines regulären Aufsichtsratsmitglieds.

Für die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss erhält jedes Aufsichtsratsmitglied zusätzlich eine feste Vergütung. Diese beträgt EUR 3.000 (2022: EUR 3.000) für jedes volle Geschäftsjahr, in dem das Aufsichtsratsmitglied dem Ausschuss angehört hat. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das Doppelte dieser Vergütung.

Die folgende Tabelle zeigt die Mitgliedschaft der Aufsichtsratsmitglieder in den verschiedenen Ausschüssen sowie etwaige Vorsitze.

Aufsichtsratsmitglied Ausschuss
Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart
(Vorsitzender des
Aufsichtsrats)
Vorsitzender des Präsidiums
und Mitglied des Strategie
und Technikausschusses
Mitglied des Präsidiums und
des Prüfungsausschusses
Mitglied des Präsidiums und
Vorsitzender des Strategie
und Technikausschusses
Mitglied des
Prüfungsausschusses
Juan Muro-Lara
(Stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrats)
Jan Klatten
Maria Isabel Blanco
Martin Rey Vorsitzender des
Prüfungsausschusses
María Cordón Mitglied des Strategie- und
Technikausschusses

Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat bzw. einem Ausschuss angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit ein Zwölftel der Vergütung, die ihnen für die jeweilige Mitgliedschaft zusteht.

Gemäß § 18 Abs. 5 der Satzung werden den Aufsichtsratsmitgliedern die Auslagen ersetzt, die bei der Ausübung der Amtstätigkeit entstehen. Zusätzlich werden anfallende Umsatzsteuern erstattet. Die Gesellschaft zahlt zudem die Prämie für eine D&O-Versicherung, die auch die Aufsichtsratsmitglieder einschließt.

Die Vergütung für den Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

2023 2022
Gewährte/ Festvergütung Vergütung für
Ausschuss
tätigkeit
Gesamt
ver
gütung
Festvergütung Vergütung für
Ausschuss
tätigkeit
geschuldete Vergütung
des Aufsichtsrats
EUR % EUR % EUR EUR % EUR % EUR
Dr.-Ing. Wolfgang Ziebart 60.000 87 9.000 13 69.000 60.000 87 9.000 13 69.000
Juan Muro-Lara 45.000 88 6.000 12 51.000 45.000 88 6.000 12 51.000
Jan Klatten 30.000 77 9.000 23 39.000 30.000 77 9.000 23 39.000
Connie Hedegaard 12.500 91 1.250 9 13.750
Maria Isabel Blanco 30.000 91 3.000 9 33.000 20.000 91 2.000 9 22.000
Martin Rey 30.000 83 6.000 17 36.000 30.000 83 6.000 17 36.000
María Cordón 30.000 91 3.000 9 33.000 30.000 91 3.000 9 33.000

ANGABEN ZUR RELATIVEN ENTWICKLUNG DER VORSTANDSVERGÜTUNG, DER VERGÜTUNG DER ÜBRIGEN BELEGSCHAFT SOWIE ZUR ERTRAGSENTWICKLUNG DER GESELLSCHAFT

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Vorstandsvergütung im Vergleich zur Ertragsentwicklung der Nordex SE und der durchschnittlichen Vergütung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Vollzeitäquivalenzbasis über die letzten fünf Geschäftsjahre in den deutschen Gesellschaften der Nordex Group: Nordex SE, Nordex Energy SE & Co. KG und Nordex Germany GmbH. Ausgenommen sind Auszubildende, Praktikanten, Diplomanden, Werkstudenten, Langzeitkranke und in Elternzeit befindliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Ertragsentwicklung wird anhand des Jahresüberschusses der Gesellschaft sowie der Nordex Group dargestellt.

Entwicklung der Vergütung im Vergleich zur Ertragsentwicklung und der Vergütung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in %

Veränderung
2023 zu 2022
Veränderung
2022 zu 2021
Veränderung
2021 zu 2020
Veränderung
2020 zu 2019
–15,5% 0,8% –28,6% 114,3%
–16,7% 6,7% –28,0% 121,5%
0,9% 63,9%
–92,8% –2,0% 112,5%
0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
–58,3% 0,0% 0,0%
50,0%
0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
–50,0% 0,0%
0,0% 200%
3,9 % 17,1% –5,6% 0,7%

1 Angaben für Herrn Dr. Ilya Hartmann entsprechend der Vorstandsmitgliedschaft seit dem 1. Januar 2021.

Ertragsentwicklung 2023 Verän
derung
in %
2023 zu
2022
2022 Verän
derung
in %
2022 zu
2021
2021 Verän
derung
in %
2021 zu
2020
2020 Verän
derung
in %
2020 zu
2019
2019
Jahresüberschuss der
Nordex SE in TEUR
–284.580 –14,9% –247.731 –55,9% –158.860 n.a. 68.051,0 n.a. –114.122,7
Jahresüberschuss der
Nordex Group in TEUR
–302.811 39,2% –497.761 –116,3% –230.156 –77,4% –129.705,0 –78,7% –72.570,0

VERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS ÜBER DIE PRÜFUNG DES VERGÜTUNGSBERICHTS NACH §162 ABS. 3 AKTG

An die Nordex SE, Rostock

Prüfungsurteil

Wir haben den Vergütungsbericht der Nordex SE, Rostock, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 daraufhin formell geprüft, ob die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG im Vergütungsbericht gemacht wurden. In Einklang mit §162 Abs. 3 AktG haben wir den Vergütungsbericht nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung sind im beigefügten Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach §162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Vergütungsberichts.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Vergütungsberichts in Übereinstimmung mit § 162 Abs. 3 AktG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Die Prüfung des Vergütungsberichts nach §162 Abs. 3 AktG (IDW PS 870 (09.2023)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach dieser Vorschrift und diesem Standard ist im Abschnitt "Verantwortung des Wirtschaftsprüfers" unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir haben als Wirtschaftsprüferpraxis die Anforderungen des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet. Die Berufspflichten gemäß der Wirtschaftsprüferordnung und der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer / vereidigte Buchprüfer einschließlich der Anforderungen an die Unabhängigkeit haben wir eingehalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des §162 AktG entspricht. Ferner sind sie verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach §162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden sind, und hierüber ein Prüfungsurteil in einem Vermerk abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung so geplant und durchgeführt, dass wir durch einen Vergleich der im Vergütungsbericht gemachten Angaben mit den in §162 Abs. 1 und 2 AktG geforderten Angaben die formelle Vollständigkeit des Vergütungsberichts feststellen können. In Einklang mit §162 Abs. 3 AktG haben wir die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts nicht geprüft.

Hamburg, den 20. Februar 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Ull ppa. Harald van Voorst
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

FINANZKALENDER, IMPRESSUM UND KONTAKT

FINANZKALENDER

Datum

29. Februar 2024 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2023
23. April 2024 Ordentliche Hauptversammlung
14. Mai 2024 Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q1)
25. Juli 2024 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht
14. November 2024 Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q3)

IMPRESSUM UND KONTAKT

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Nordex SE Investor Relations Langenhorner Chaussee 600 22419 Hamburg

Telefon + 49 40 30030–1000 Telefax + 49 40 30030–1101

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Fotos Nordex SE, Hamburg

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Redaktioneller Hinweis

Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung alle Geschlechter, auch wenn teilweise aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Form aufgeführt ist.

Disclaimer

Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordex-Konzerns beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine Aussagen, die Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, und werden mitunter durch die Verwendung der Begriffe "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussehen", "annehmen" und ähnliche Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen der Gesellschaft und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser dieses Geschäftsberichts werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Datum dieses Geschäftsberichts Gültigkeit haben. Die Nordex SE beabsichtigt nicht und übernimmt keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

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