Annual Report • Mar 29, 2022
Annual Report
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GESCHÄFTSBERICHT 2021




| 2020 | 2021 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| Ergebnisentwicklung | ||||
| Umsatz | EUR Mio. | 4.650,7 | 5.444,0 | 17,1% |
| Gesamtleistung | EUR Mio. | 4.345,5 | 5.051,7 | 16,3% |
| EBITDA | EUR Mio. | 94,0 | 52,7 | –43,9% |
| EBIT | EUR Mio. | –61,8 | –107,3 | n /a |
| Free Cashflow | EUR Mio. | –120,4 | –24,5 | –79,6% |
| Investitionen | EUR Mio. | 162,9 | 168,7 | 3,6% |
| Konzernjahresfehlbetrag | EUR Mio. | –129,7 | –230,2 | n /a |
| Ergebnis je Aktie 1 | EUR | –1,21 | –1,68 | n/a |
| EBITDA-Marge | % | 2,0 | 1,0 | –1,0 PP |
| Working-Capital-Quote | % | –6,3 | –10,2 | –3,9 PP |
| Bilanz | ||||
| Bilanzsumme per 31.12. | EUR Mio. | 4.410,1 | 4.107,6 | –6,9% |
| Eigenkapital per 31.12. | EUR Mio. | 773,5 | 1.062,4 | 37,3% |
| Eigenkapitalquote | % | 17,5 | 25,9 | 8,4 PP |
| Mitarbeiter | ||||
| Mitarbeiter per 31.12. | 8.347 2 | 8.658 | 3,7% | |
| Personalaufwand | EUR Mio. | 434,0 | 473,7 | 9,1% |
| Personalaufwandsquote | % | 9,3 | 8,7 | –0,6 PP |
| Unternehmensspezifische Kennzahlen | ||||
| Auftragseingang Segment Projekte | EUR Mio. | 4.217,2 | 5.680,8 | 34,7% |
| Installierte Leistung | MW | 5.546,1 2 | 6.678,7 | 20,4% |
1 Ergebnis je Aktie = unverwässert auf Basis von durchschnittlich gewichteten Aktien für 2021: 137,224 Millionen Aktien (2020: 107,584 Millionen Aktien)
2 Vorjahreswerte angepasst






José Luis Blanco Vorsitzender des Vorstands
wir sind gut in das Jahr 2021 gestartet mit hohem Installationsvolumen, steigenden Umsätzen und einer zunächst auch wachsenden Ergebnismarge. Die Nachfrage nach der Delta4000-Plattform hat sich ebenfalls sehr positiv entwickelt. Ferner hatten wir vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie Maßnahmen getroffen, um unsere Geschäftsprozesse bei der Produktion und Installation zu stabilisieren. Und dies ist uns weitestgehend auch gut gelungen. Mein besonderer Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich jeden Tag mit großem Einsatz und Leidenschaft den Aufgaben stellen und diese Erfolge ermöglicht haben.
Ab Mitte des Jahres 2021 hat sich die Marktlage für die meisten Industriebereiche allerdings massiv verschlechtert. Die globale Windindustrie, und mit ihr Nordex, wurde verstärkt von der Instabilität auf den Logistikmärkten und weiteren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erfasst. Vor allem die deutlichen und unerwarteten Verteuerungen von Rohstoffen und Logistikkosten, insbesondere Seefrachten, stellten erhebliche Belastungen in der zweiten Jahreshälfte dar. Dies führte auch dazu, dass wir unsere Ergebnisprognose im November auf rund 1 Prozent EBITDA-Marge senken mussten statt der ursprünglich angestrebten 4 bis 5,5 Prozent. Dahingegen hat der Konzernumsatz mit 5,4 Mrd. Euro sogar noch das obere Ende des Zielkorridors von 5,2 Mrd. Euro übertroffen. Allerdings hat dieses starke Wachstum nicht ausgereicht, um die steigenden Material- und Logistikkosten vollständig zu kompensieren. Unser operatives Ergebnis belief sich daher nur auf rund 53 Mio. Euro nach 94 Mio. Euro im Vorjahr, wobei letzteres vom Verkauf des europäischen Projektentwicklungsgeschäfts positiv beeinflusst war. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote von minus 10,2 Prozent lag erfreulicherweise noch deutlich unter dem anvisierten Wert von unter minus 6 Prozent.
Wir haben 2021 auch dazu genutzt, um unsere Finanz- und Kapitalstruktur dauerhaft zu verbessern. So haben wir im Juli eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht erfolgreich durchgeführt und dabei knapp 390 Mio. Euro eingenommen. Darüber hinaus hat unser Hauptaktionär Acciona S.A. im Rahmen dieser Transaktion den größten Teil aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von knapp 197 Mio. Euro in Eigenkapital umgewandelt. Die Eigenkapitalquote konnten wir somit trotz des negativen Jahresergebnisses zum 31. Dezember 2021 auf 25,9 Prozent steigern, nach 17,5 Prozent ein Jahr zuvor. Durch die Kapitalmaßnahmen haben wir die Bilanz nachhaltig gestärkt, zumal wir neben dem Eigenkapitalanstieg auch unsere Verbindlichkeiten deutlich reduzieren konnten. In Summe verfügen wir nun über eine Nettoliquiditätsposition. Neben der vollständigen Rückzahlung des Forschungs- und Entwicklungsdarlehens bei der Europäischen Investitionsbank und der signifikanten Reduzierung des Schuldscheindarlehens haben wir auch die revolvierende Konsortialkreditlinie aus dem Bürgschaftsprogramm vorzeitig gekündigt, da wir keinen weiteren Bedarf hatten.
Im Jahr 2021 haben wir unsere Installationen auf 6,7 Gigawatt erhöht und über 1.600 Turbinen in 22 Ländern errichtet – und dies unter teilweise widrigen Rahmenbedingungen. Unsere Produktion konnten wir ebenfalls erhöhen, auch auf 6,7 Gigawatt. Ferner haben wir einen sehr hohen Auftragseingang von knapp 8 Gigawatt erzielen können, sodass wir mit einem gut gefüllten Auftragsbestand in das Jahr 2022 gestartet sind.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Jahr 2022 einen Konzernumsatz zwischen 5,4 und 6,0 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von 1,0 bis 3,5 Prozent. Dabei sind in der Marge weder etwaige Kosten für organisatorische Umstrukturierungen noch für geopolitische Ereignisse berücksichtigt. Vor dem Hintergrund des andauernden Krieges in der Ukraine und der angespannten Kostensituation gehen wir von einem schwierigen Marktumfeld aus. Dennoch bleibt unser Ziel unverändert: Wir wollen unsere Profitabilität erhöhen. Angepasste Kundenverträge, die Weitergabe von Kosten und ein steigender Anteil von Projekten mit der Delta4000-Plattform werden uns dabei unterstützen. Wir werden auch weiter in unser Unternehmen investieren und haben dafür rund 180 Mio. Euro eingeplant, die vor allem für den Ausbau der Produktion und die Transportausrüstung für Installationen eingesetzt werden. Bei der auf den Konzernumsatz bezogenen Working-Capital-Quote haben wir das Ziel, zum Jahresende 2022 unter minus 7 Prozent zu liegen.
Mittel- und langfristig sind die Aussichten für unsere Industrie und unser Unternehmen sehr positiv, auch wenn es kurzfristig sehr angespannt bleibt und durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine verstärkt wird. Letzteres sorgt aber auch für ein verstärktes Streben nach unabhängiger, zuverlässiger und sauberer Stromerzeugung. Ähnlich sieht es bei der Akzeptanz von Onshore-Windenergie aus, die in Anbetracht des globalen Klimawandels und der Energiewende weiter an Bedeutung gewinnt, auch getrieben durch starken politischen Willen wie in Deutschland. Im vergangenen Jahr sind wir unserem Ziel, das TOP-3-Unternehmen im Onshore-Bereich zu werden, einen Schritt nähergekommen, und zwar beim Auftragseingang. Dies ist ein guter Indikator für künftiges Wachstum. Insgesamt wollen wir der Wert der Nordex Group – auch gerade für Sie als Aktionäre – langfristig, nachhaltig und kontinuierlich zu erhöhen. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und freue mich, wenn Sie uns als Aktionäre, Geschäftspartner und Freunde der Nordex Group weiter begleiten würden.
Mit den besten Grüßen
José Luis Blanco
Vorsitzender des Vorstands
Hamburg, im März 2022
Das Top-Management der Nordex Group zeichnet sich durch langjährige, internationale Erfahrungen in der Energiewirtschaft aus. Spezialität: Windkraft-Know-how.

Herr Blanco wurde am 17. Juli 1970 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Er startete seine Karriere 1993 bei Industrias Ferri. Seine ersten Erfahrungen in der Geschäftsführung machte er bei Gamesa, wo er von 1997 bis 2002 verschiedene Positionen im Management und im Vorstand ausführte. Seine Stationen beinhalteten die Geschäftsführung von Gamesa Eolica USA. Bei Gamesa USA war er als COO tätig, bei Gamesa Solar als Engineering Director und CEO sowie als Gamesa Offshore Director. 2011 wurde er zum Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands bei Gamesa ernannt.
José Luis Blanco trat der Geschäftsführung der Acciona Windpower im Jahr 2012 bei. Dem Vorstand der Nordex SE gehört José Luis Blanco seit der Übernahme der Acciona Windpower durch Nordex im April 2016 an, zunächst als Vorstand für das operative Geschäft (COO). José Luis Blanco wurde dann am 17. März 2017 zum Vorsitzenden des Vorstands berufen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2022.

Herr Hartmann wurde am 22. Januar 1973 geboren und ist deutscher Staatsbürger. Seine berufliche Laufbahn startete er als Anwalt bei Kanzleien in Frankfurt und Berlin. Vor seinem Wechsel auf die Herstellerseite der Windenergieindustrie arbeitete er mehrere Jahre bei Acciona Energy. 2007 wurde er dort als Deutschland-Geschäftsführer verantwortlich für den deutschen Markt, im Jahr 2009 wechselte er als Direktor Europa nach Spanien. Anschließend war er ab 2012 als CEO Nordamerika für Acciona Energy außerhalb Europas tätig. 2017 kam Ilya Hartmann zur Nordex Group und zog mit seiner Familie nach Hamburg. Zunächst als Head of People & Culture verantwortlich für das Personalressort, wurde er im März 2018 zum CEO Division Europe berufen. Herr Hartmann wurde erstmals am 1. Januar 2021 zum Mitglied des Vorstands der Nordex SE bestellt und verantwortet seit 1. März 2021 das Ressort Finanzen. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2023.

Herr Landa wurde am 18. April 1972 geboren und ist spanischer Staatsbürger. Seine Karriere startete Patxi Landa beim Motorenbauer Guascor und der Technologiegruppe Azkoyen. Im Jahr 2002 trat er der Acciona-Gruppe bei, wo er als Geschäftsführer Acciona Energy Australien und Acciona Solar Power in den USA tätig war. 2007 wurde er zum Business-Development-Direktor und Vorstandsmitglied bei Acciona Windpower berufen. Seit April 2016 gehört er dem Vorstand der Nordex SE an und verantwortet das Ressort Vertrieb. Seine aktuelle Bestellung läuft bis zum 31. Dezember 2022.
Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses; Unternehmensberater
Prof. Dr. Wolfgang Ziebart, geboren am 30. Januar 1950 und deutscher Staatsbürger, studierte Maschinenbau und promovierte an der Technischen Universität München. Ab 1977 war er in unterschiedlichen Positionen für die BMW AG tätig und verantwortete zuletzt im Vorstand die Bereiche Entwicklung und Einkauf. Ab dem Jahr 2000 war er im Vorstand der Continental AG für das Bremsen- und Elektronikgeschäft zuständig und wurde schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 2004 bis 2008 war Prof. Dr. Ziebart CEO der Infineon Technologies AG und leitete u.a. die Trennung des Unternehmens vom Speichergeschäft ein. Anschließend folgte eine Tätigkeit als Group Engineering Director bei Jaguar Land Rover Automotive.
Prof. Dr. Ziebart ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses. Er ist außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der Veoneer, Inc., Schweden, und der Webasto SE, Deutschland.
Prof. Dr. Ziebart wurde erstmals am 28. Februar 2009 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses; Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona S.A.
Juan Muro-Lara, geboren am 4. September 1967 und spanischer Staatsbürger, hat einen Abschluss in Business Administration & Management des Colegio Universitario de Estudios Financieros (CUNEF) in Madrid, Spanien. Seine berufliche Karriere begann er im Bereich Bilanzierung der Banco de España. Von 1990 bis 1992 war er Vorstandsassistent des CFO der Afisa S.A., danach für die Investment Bank UBS in London und Madrid tätig, zuletzt als Executive Director. 2005 wechselte er dann auf seine jetzige Position im Acciona-Konzern.
Herr Muro-Lara ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums sowie Mitglied des Prüfungsausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A., der BESTINVER SOCIEDAD DE VALORES, S.A. und von SCUTUM LOGISTIC, S.L. (SILENCE), stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER GESTIÓN, S.A. SGIIC, der BESTINVER, S.A. sowie Mitglied des Board of Directors der QEV EXTREME, S.L., alle mit Sitz in Spanien.
Herr Muro-Lara wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Jan Klatten, geboren am 14. Januar 1955 und deutscher Staatsbürger, studierte Schiffbau an der Universität Hamburg und Betriebswirtschaft an der Sloan School of Management des M.I.T. Er war 15 Jahre lang in leitender Funktion in der Automobilindustrie tätig und machte sich 1991 als Unternehmer selbstständig. Herr Klatten ist Geschäftsführer der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH, der momentumcapital Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH sowie der momentum infra2 GmbH, der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH und der Ventus Fonds Verwaltungs GmbH.
Herr Klatten ist Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses sowie Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats.
Herr Klatten wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
› Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
Das Aufsichtsratsmitglied Jan Klatten hat 2014 im Rahmen eines marktweiten Bietungsverfahrens mittelbar eine Beteiligung von 44,20% an der polnischen Windparkgesellschaft C&C Wind Sp. z o.o. erworben. An dieser Gesellschaft ist auch die Nordex Group zu 40,00% beteiligt. Die C&C Wind Sp. z o.o. ist daher als ein assoziiertes Unternehmen einzuordnen. Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnenden Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen.
Connie Hedegaard, geboren am 15. September 1960, ist dänische Staatsbürgerin. Sie hat einen Master of Science in Geschichte und Literaturwissenschaften. Sie war Mitglied des dänischen Parlaments von 1984 bis 1990 und von 2005 bis 2010 sowie dänische Ministerin für Umwelt (2004 –2007) und anschließend für Klima und Energie (2007– 2009). Von 2010–2014 war sie Europäische Kommissarin für Klimapolitik. Sie ist Vorsitzende des OECD Round Table für nachhaltige Entwicklung und seit 2015 Vorsitzende der internationalen Umweltstiftung KR Foundation. Seit Herbst 2016 ist sie Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats der Volkswagen AG. Darüber hinaus ist sie seit Februar 2017 Vorsitzende des Vorstands der Universität Århus und Vorsitzende des Verwaltungsrats der dänischen Vereinigung CONCITO mit Sitz in Kopenhagen, einer Denkfabrik auf dem Gebiet der Reduktion von Treibhausgasen.
Frau Hedegaard ist Mitglied des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Außerdem ist sie Mitglied des Verwaltungsrats der Danfoss A/S, Dänemark, und der CADELER A/S, Dänemark.
Frau Hedegaard wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Ihr aktuell laufendes Mandat wird turnusgemäß mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
Martin Rey, geboren am 23. Februar 1957 und deutscher Staatsbürger, studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er bekleidete eine Vielzahl von leitenden Positionen bei der Bayerischen Vereinsbank AG sowie der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, zuletzt die des Bereichsvorstands. Danach war Herr Rey als Mitglied des Board zuständig für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Babcock & Brown, Sydney, einem global agierenden Investment- und Beratungsunternehmen. Außerdem war er u. a. tätig als Mitglied des Board bei Knight Infrastructure B.V. und Chairman von Sword Infrastructure I B.V., Niederlande, als Board-Mitglied der Brisa AutoEstradas de Portugal sowie als Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Renerco Renewable Energy Concepts AG.
Herr Rey ist tätig als Industrial Advisor für die Fonds von EQT Partners, Schweden, sowie als Mitglied des Investment-Committee für die IST Investmentstiftung für Personalvorsorge, Schweiz.
Herr Rey ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Er ist darüber hinaus Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Investitionsausschusses der BayWa r.e. AG, München, sowie Chairman des Advisory Board der O2 Power Ltd., Singapur/ Delhi, Indien. Er ist schließlich Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG (vormals: ABO Invest AG) sowie Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses und Vorsitzender des Kreditausschusses des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG, Österreich.
Herr Rey wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, enden.
María Cordón, geboren am 29. September 1982 in Spanien, ist spanische Staatsbürgerin. Ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universidad Pontificia de Comillas (ICADE), Spanien, schloss sie 2005 mit Auszeichnung ab. Sie begann ihre berufliche Laufbahn 2005 in der Investment-Banking-Division bei Goldman Sachs (London). Im Jahr 2008 wechselte sie in das Corporate Development Team der Acciona S.A. und war seitdem an vielen wichtigen Transaktionen für das Unternehmen beteiligt. Dazu zählen der Verkauf des 25%-Anteils an Endesa und der gleichzeitige Erwerb eines Portfolios von Wind- und Wasserkraftanlagen von Endesa, die Veräußerung eines Energieparks von 150 MW in Deutschland an Swisspower, die Fusion von Acciona Windpower mit der Nordex SE, der Verkauf von Mautstraßen in Chile an Globalvía, der Verkauf eines Konzessionsportfolios an Meridiam und der Börsengang der Acciona Energía.
Frau Cordón hat den Platz von Herrn Mateo im Strategie- und Technikausschuss eingenommen. Sie ist am 2. September 2021 erstmals in den Aufsichtsrat der Nordex SE bestellt worden. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 beschließt, enden.
Im Börsenjahr 2021 bewegten sich die internationalen Kapitalmärkte in einem Spannungsfeld zwischen der COVID-19- Pandemie mit ihren Infektionswellen einerseits und der zum Teil kraftvollen Erholung der Weltwirtschaft andererseits. Trotz der umfassenden und über das Jahresende hinaus anhaltenden Verwerfungen in den globalen Lieferketten, der sprunghaft gestiegenen Inflation und der im Verlauf des Jahres zunehmenden Sorgen über eine schnelle Zinswende war die Entwicklung an den Aktienmärkten 2021 sehr positiv. Diverse internationale und nationale Aktienindizes haben neue Rekordstände erreicht.
Der deutsche Leitindex DAX startete im Zeichen der Pandemie mit 13.727 Punkten in das Börsenjahr 2021. Stimuliert durch den Hochlauf der Impfkampagne, die schrittweisen Lockerungen von Corona-Restriktionen und vor allem durch die breite, kraftvolle Konjunkturbelebung setzten die Aktienmärkte im zweiten Quartal zu einer Hausse an, die den DAX Mitte August mit 15.977 Punkten auf Schlusskursbasis auf ein Zwischenhoch führte. Im weiteren Jahresverlauf belasteten Inflations- und Zinssorgen, massive Lieferengpässe und explodierende Vorproduktkosten den Wirtschaftsaufschwung. Die Volatilität am Aktienmarkt stieg deutlich an. Der DAX vollzog Anfang Oktober erst einen Rücksetzer auf 14.973 Punkte, um dann am 17. November 2021 auf ein neues Allzeithoch von 16.251 Punkten zu steigen. Zum Ende des Jahres drückte die vierte Corona-Welle (einschließlich der neuen Omikron-Variante) auf die Stimmung der Anleger, sodass der DAX das Börsenjahr mit guten +15,7% bei 15.885 Punkten abschloss.
Die Deutsche Börse hat 2021 ihre Indexregularien komplett überarbeitet und dabei die Kriterien für DAX-Werte und die Zusammensetzung der wichtigsten Indizes reformiert. Seit dem 20. September 2021 setzt sich der DAX aus 40 statt aus 30 Werten zusammen. Zugleich wurde die Anzahl der im MDAX gelisteten Aktien von 60 auf 50 reduziert. Damit haben sich deutliche Verschiebungen innerhalb der Aktienindizes ergeben. Im Zuge dieser Indexreform wurden die Nordex-Aktien nach dem MDAX-Aufstieg im März wieder zurück in den SDAX umgruppiert.
Die für die Nordex-Aktie im Börsenjahr 2021 relevanten Vergleichsindizes verzeichneten im abgelaufenen Börsenjahr ebenfalls sehr positive Wertentwicklungen. Der TecDAX beendete das Jahr 2021 bei 3.920 Punkten mit einem hohen Plus von 20,8% und der MDAX stieg um +13,5% an (Schlussstand: 35.123 Punkte). Der SDAX erhöhte sich nur um 10,5% (Schlussstand: 16.415 Punkte) und blieb hinter den anderen genannten Indizes zurück.
Die Nordex-Aktie ist mit einem Kurs von EUR 21,88 in das Börsenjahr 2021 gestartet. Unsicherheiten hatten zunächst den Kursverlauf belastet, ausgelöst u.a. durch den Lockdown und die zurückhaltende allgemeine Börsenverfassung. Bis Anfang März rutschte der Aktienkurs auf EUR 19,44 ab. Darauf folgte im Sog der Hausse am Aktienmarkt ein steiler Kursaufschwung, der die Aktie auf den Jahreshöchststand von EUR 28,16 trieb. Dabei hatten auch zahlreiche Meldungen über neu gewonnene Aufträge und die Verabschiedung der neuen EU-Klimaziele bis 2050 die Zuversicht der Anleger gestärkt. Nach einem weiteren Zwischenhoch Ende April bei EUR 26,44 konnte die Aktie dem allgemein positiven Markttrend jedoch nicht mehr folgen.
Aufgrund von hohen Rohstoff- und Logistikkosten, Lieferkettenunterbrechungen und Projektverzögerungen wuchsen bei vielen Investoren die Sorgen, dass die Profitabilitätsziele in Gefahr geraten könnten. Die Kapitalerhöhung und eine Erhöhung der Garantiekreditlinie wurden Anfang Juli erfolgreich realisiert. Dennoch konnten zahlreiche positive Meldungen aus dem operativen Geschäft wie der Markterfolg der Delta4000-Reihe bei den Neuaufträgen oder der erfolgreiche Einstieg in die 6-MW-Klasse die Aktie nicht beflügeln. Die Rückstufung in den SDAX löste bei verschiedenen Investoren auch Portfolioanpassungen aus. Der Kurs fiel bis Anfang November auf seinen tiefsten Stand von EUR 13,15. Die Nordex-Aktie beendete das Börsenjahr 2021 mit einem Schlusskurs von EUR 13,96, sodass sich eine enttäuschende Kursentwicklung von letztendlich – 56,7% ergab.
Die Kapitalerhöhung sollte dem Wachstumskurs Rechnung tragen und die Bilanzstruktur weiter stärken, die Liquidität des Unternehmen absichern, die Zinslast reduzieren und die finanzielle Flexibilität verbessern. Das Gesamtvolumen der erfolgreichen Platzierung im Juli belief sich auf mehr als EUR 586 Mio. brutto. Neben dem Barerlös von knapp EUR 390 Mio. hat der Ankerinvestor Acciona S.A. eine Sacheinlage in Höhe von etwa EUR 197 Mio. aus einem Gesellschafterdarlehen eingebracht. Allen Aktionären wurden rund 42,7 Mio. neue Aktien im Verhältnis von 11:4 zu einem Bezugspreis von EUR 13,70 je neuer Aktie angeboten. Die Anzahl der neuen Aktien entsprach gut einem Drittel des bisherigen Grundkapitals. Die Kapitalanteile an der Nordex Group haben sich durch die Kapitalerhöhung nicht verändert. Acciona S.A. als langfristiger Ankerinvestor hält 33,6% des Kapitals. Die restlichen 66,4% der Aktien befinden sich nach der Definition der Deutsche Börse Group im Streubesitz.
Die weiteren im abgelaufenen Berichtsjahr 2021 stattgefundenen Finanzierungsmaßnahmen wie die Erhöhung der Garantiekreditlinie und die Rückzahlung der Corona-Beihilfen an den Staat sind im Konzernlagebericht (Seite 53f.) und im Konzernanhang (Seite 120ff.) näher erläutert.
Das Management der Nordex Group hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Aktionäre perspektivisch am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Entscheidende Voraussetzung hierfür ist, dass nachhaltig ein freier Cashflow (Zahlungsmittelüberschuss) für die Zahlung einer Dividende erzielt wird und so eine angemessene Ausschüttung an die Aktionäre der Nordex Group gegeben ist.
Hierbei ist stets zu berücksichtigen, dass die Ausschüttung einer möglichen Dividende sowohl von der strategischen Weiterentwicklung und der Erreichung der Mittelfristziele des Unternehmens abhängt als auch vom zukünftigen Branchenumfeld. Zudem spielen zukünftige Investitionen in Forschung und Entwicklung eine relevante Rolle, da die Nordex Group auch weiterhin ihren Kunden wettbewerbsfähige und leistungsstarke Windturbinen anbieten möchte. Aufgrund der aktuellen Ertrags- und Cashflow-Situation des Unternehmens sowie der voraussichtlichen Entwicklung 2022 hat die Nordex Group derzeit die Dividendenfähigkeit nach Definition des Unternehmens noch nicht erreicht. Daher wird der Hauptversammlung im Jahr 2022 kein Vorschlag für eine Ausschüttung unterbreitet.
Die Unternehmensanleihe der Nordex SE 2018/2023 (Kupon 6,5%) hat sich im Jahr 2022 trotz der Marktunsicherheiten mit einem geringen Kursverlust von 1,2% nahezu stabil entwickelt. Das war eine erfreuliche Entwicklung, denn das Marktumfeld war durch die Pandemie und die zunehmenden Inflations- bzw. Zinssorgen im Jahresverlauf durchaus zunehmend angespannt. Die Umlaufrendite in Deutschland schwankte 2022 zwischen – 0,6% und – 0,2%.
Die grüne Anleihe ist von der Ratingagentur Standard & Poor's mit einem (B–)-Rating und mit einem "stabilen" Ausblick bewertet.
Das Investor Relations-Team der Nordex Group hat trotz häufig weitreichender Restriktionen durch die Pandemie-Politik in Bezug auf physische Treffen und Reisen auch im Geschäftsjahr 2021 den offenen und kontinuierlichen Dialog mit dem Kapitalmarkt fortgeführt. Die transparente Kommunikation mit Privataktionären, nationalen und internationalen Investoren sowie mit Equity- und Credit-Analysten hat für Nordex unverändert einen sehr hohen Stellenwert.
Erneut wurden in zahlreichen, oft sehr intensiven Gesprächen die Finanzkennzahlen, die Konzernstrategie und die operative Geschäftsentwicklung im Turbinen- und Servicegeschäft erläutert. Der Klimawandel und die verschärften Zielvorgaben diverser Staaten und Regionen (u.a. European Green Deal) auf dem Weg zur Dekarbonisierung haben die Themen Nachhaltigkeit und zum Ende des Jahres auch EU-Taxonomie noch stärker in den Blickpunkt des Kapitalmarkts gerückt und die Bedeutung dieser Themen weiter erhöht. Weitere Schwerpunkte waren der Wechsel des Finanzvorstands und dessen Hintergründe, die Kapitalerhöhung mit den flankierenden Finanzmaßnahmen sowie die konkreten Maßnahmen der Nordex Group zur Steuerung unter den anspruchsvollen Bedingungen der Pandemie. Die Lieferengpässe und die drastisch gestiegenen Kosten bei Stahl und der Logistik waren ebenfalls im Zentrum der Gespräche, vor allem in Hinblick auf die im Rahmen der Unternehmensstrategie formulierten Wachstums- und Profitabilitätsziele.
In einer Vielzahl von Investoren- und Kapitalmarktkonferenzen sowie Einzelgesprächen suchten das Management und das Investor Relations-Team den direkten Dialog mit aktuellen und potenziellen Investoren. In den regelmäßig stattfindenden Telefonkonferenzen präsentierte das Management die aktuellen Entwicklungen und die Quartalszahlen. Pandemiebedingt wurde der überwiegende Teil aller Gespräche und Veranstaltungen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Form virtueller Meetings und Videokonferenzen abgehalten.
Auf der Investor Relations-Website der Nordex Group (ir.nordex-online.com) stehen alle Geschäfts- und Zwischenberichte, Präsentationen sowie die Audio-Aufzeichnungen der Telefonkonferenzen aus dem Berichtsjahr zur Verfügung.
Die Anzahl der in- und ausländischen Brokerhäuser, die die Nordex-Aktie regelmäßig beobachten und bewerten, beläuft sich weiterhin auf 14 Häuser und liegt damit auf konstant hohem Niveau.
Dabei stand der Neuaufnahme der Coverage von Stifel das Auslaufen der Coverage der Commerzbank gegenüber. Stifel veröffentlichte im Dezember erstmalig einen umfangreichen Research-Bericht zu Nordex, verbunden mit einer Kaufempfehlung.
Kennzahlen der Nordex-Aktie 2021 2020 Anzahl Aktien gesamt zum 31.12. Stück 160.021.035 117.348.759 Grundkapital zum 31.12. EUR 160.021.035,00 117.348.759,00 Jahresanfangskurs EUR 21,88 12,08 Jahresschlusskurs EUR 13,96 22,16 Höchstkurs EUR 28,16 22,44 Tiefstkurs EUR 13,15 5,66 Marktkapitalisierung zum 31.12. EUR Mio. 2.233,9 2.600,4
Ergebnis je Aktie EUR –1,68 –1,21
Von den insgesamt 14 Analysten, die in regelmäßigen Abständen die Nordex-Aktie in Form von eigenen Studien, Berichten und Kommentaren analysieren, empfehlen neun Häuser die Nordex-Aktie zu kaufen und fünf stufen die Aktie mit "halten" ein (Stand: 31. Dezember 2021).
Auf Basis der maßgeblichen Analystenbewertungen lag das durchschnittliche Kursziel aller 14 Häuser bei EUR 18,90 (Stand: 31. Januar 2022) und somit unter dem Vorjahreswert von EUR 23,70.
| Aktiengattung | Nennwertlose Inhaber-Stammaktien |
|---|---|
| Marktsegment | Prime Standard/ Regulierter Markt |
| Handelsplatz | Frankfurter Wertpapierbörse |
| Indexzugehörigkeit | TecDAX, SDAX, ÖkoDAX, HASPAX, RENIX X |
| ISIN | DE000A0D6554 |
| WKN | A0D655 |
| Börsenkürzel | NDX1 |
50
25
0
–25
–50


Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz

Von links nach rechts Juan Muro-Lara, Martin Rey, Connie Hedegaard, Prof. Dr. Wolfgang Ziebart, María Cordón, Jan Klatten Die Nordex Group war zunächst wie erwartet in das Geschäftsjahr 2021 gestartet – mit mehr Installationen und steigendem Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bei einer aufgrund des margenschwachen Auftragsbestands eher niedrigen EBITDA-Marge, aber mit solidem Auftragseingang. Obgleich ab dem zweiten Quartal die erwartete Ergebnisverbesserung durch einen zunehmenden Anteil von Projekten mit der margenstärkeren Delta4000-Baureihe einsetzte, wirkten sich die anhaltenden Beeinträchtigungen in der Lieferkette infolge der Pandemie und die steigenden Materialkosten zunehmend negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Insbesondere im dritten und vierten Quartal sorgten vor allem die Kostensteigerungen für Seefrachten und bestimmte Rohstoffe sowie die beispiellose Instabilität der weltweiten Logistikmärkte für massive operative Herausforderungen und unerwarteten Druck auf die Profitabilität.
Vor dem Hintergrund des starken Wachstums der Nordex Group in den letzten Jahren kam der weiteren Stärkung der Finanzstruktur im Jahr 2021 besondere Bedeutung zu. Die im Juli erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung mit Bezugsangebot an die Aktionäre gegen Bar- und Sacheinlage war deshalb ein besonders wichtiger Meilenstein. Der Hauptaktionär Acciona S.A. zeigte einmal mehr seine Unterstützung und brachte Forderungen aus dem 2020 begebenen Gesellschafterdarlehen als Sacheinlage ein, sodass damit auch die Verbindlichkeiten deutlich verringert werden konnten. Somit führte die Kapitalerhöhung zu einer Netto-Liquiditätsposition der Nordex Group und einer starken Eigenkapitalquote.
Wie auch im letzten Jahr ist es vor allem dem großen Einsatz, der Flexibilität und Beharrlichkeit der gesamten Belegschaft der Nordex Group zu verdanken, dass wieder eine sehr große Zahl von Installationen trotz großer Herausforderungen und massiver Störungen in der Lieferkette erfolgreich abgewickelt werden konnte. Ein weiterer wichtiger Ausweis der Leistungsfähigkeit des Konzerns ist der außerordentlich hohe Auftragseingang 2021, der vor allem von der wettbewerbsfähigen und profitablen Delta4000-Baureihe getragen ist, die international stark nachgefragt wird. Damit sichert sich die Nordex Group eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb und startete gestärkt in das neue Geschäftsjahr. Unterstützend sollte sich auch die globale Energiewende hin zu mehr regenerativer Energieerzeugung auswirken.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Berichtszeitraum wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens in Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten beraten und überwacht. Der Aufsichtsrat war dabei in sämtliche Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, unmittelbar eingebunden und stand mit dem Vorstand kontinuierlich im Austausch. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Lage, die Entwicklung und alle wesentlichen Geschäftsvorgänge der Nordex SE und ihrer Beteiligungsgesellschaften unterrichtet.
Im Aufsichtsrat kam es im Berichtsjahr zu folgenden Veränderungen: Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 5. Mai 2021 wurden Professor Dr. Wolfgang Ziebart, Jan Klatten, Martin Rey, Juan Muro-Lara, Connie Hedegaard, und Rafael Mateo jeweils bis zur Beendigung der Hauptversammlung wiedergewählt, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 beschließt. Nachfolgend hat Herr Rafael Mateo sein Amt mit Wirkung zum 25. Juni 2021 niedergelegt. An seiner Stelle wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Rostock vom 2. September 2021 Frau María Cordón in den Aufsichtsrat bestellt.
Für den Vorstand ist zu berichten, dass mit Wirkung zum 1. Januar 2021 vom Aufsichtsrat Herr Dr. Ilya Hartmann in den Vorstand bestellt wurde. Er übernahm ab dem 1. März 2021 die Position als Finanzvorstand von Herrn Christoph Burkhard, der mit Wirkung zum 28. Februar 2021 aus dem Vorstand ausgeschieden ist.
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats der Nordex SE waren im Geschäftsjahr 2021 wie folgt besetzt:
Herr Professor Dr. Ziebart (Vorsitz) Herr Klatten Herr Muro-Lara
Herr Rey (Vorsitz) Frau Hedegaard Herr Muro-Lara
Herr Klatten (Vorsitz) Herr Mateo (bis 25. Juni 2021) Frau Cordón (seit 7. September 2021) Herr Professor Dr. Ziebart
Der Aufsichtsrat hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2021 zu insgesamt acht Sitzungen versammelt. Das Präsidium kam zu vier Sitzungen im Zusammenhang mit den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, der Prüfungsausschuss und der Strategie- und Technikausschuss zu jeweils drei Sitzungen. Mit Ausnahme der ordentlichen Sitzungen am 7. und 8. September 2021 in Madrid, wurden die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wegen der COVID-19-Pandemie als Videokonferenzen durchgeführt. Die ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden am 18. und 19. März 2021, am 5. Mai 2021, am 7. und 8. September 2021 sowie am 30. November und 1. Dezember 2021 statt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen wie folgt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, in denen sie jeweils Mitglied waren, teil:
| Aufsichtsratsmitglieder | Aufsichtsrat | Teilnahmequote Aufsichtsrat |
Präsidium | Prüfungs ausschuss |
Strategie- und Technik ausschuss |
|---|---|---|---|---|---|
| Wolfgang Ziebart | 8/8 | 100% | 4/4 | 3/3 | |
| Juan Muro-Lara | 8/8 | 100% | 4/4 | 3/3 | |
| Jan Klatten | 8/8 | 100% | 4/4 | 3/3 | |
| Connie Hedegaard | 7/8 | 88% | 2/3 | ||
| Rafael Mateo | 6/6 | 100% | 1/1 | ||
| Martin Rey | 8/8 | 100% | 3/3 | ||
| María Cordón | 2/2 | 100% | 2/2 | ||
| Teilnahmequote | 98% | 100% | 89% | 100% |
Alle Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2021 demnach an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen.
Neben der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2020, des nichtfinanziellen Berichts und des Abhängigkeitsberichts in der Bilanzfeststellungssitzung am 18. und 19. März 2021 wurden im Berichtsjahr insbesondere folgende Beratungsschwerpunkte fortlaufend behandelt: (i) die aktuelle Unternehmensentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die operative Situation des Konzerns; (ii) Vorstandsangelegenheiten, insbesondere wurde im Vorfeld der Bilanzfeststellungssitzung über die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zielvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands für das laufende Geschäftsjahr entschieden; (iii) Berichte der Internen Revision und des Risikomanagements; (iv) Informationen und Beratung zu Qualität, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz; sowie (v) Compliance-Themen, Informations- und Cyber-Security, Schlüsselprojekte und wichtige Personalveränderungen.
Weitere Themen waren regelmäßig strategische Überlegungen zu Finanzierungsfragen und die Befassung mit den jeweiligen Berichten aus den Ausschüssen. In der Videokonferenz zur Bilanzfeststellungssitzung am 18. und 19. März 2021 hat der Aufsichtsrat gemäß den Vorgaben der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) ein neues Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands verabschiedet und die unveränderte Weitergeltung der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, sich ferner mit einem Transformations- und Incentivierungsprogramm für Führungskräfte befasst sowie die Durchführung der anstehenden ordentlichen Hauptversammlung 2021 als virtuelle Hauptversammlung beschlossen. Zudem hat sich der Aufsichtsrat mit der laufenden Umstrukturierung des Konzerns in Europa aufgrund des Unternehmenswachstums befasst.
In einer außerordentlichen Sitzung am 27. April 2021 verabschiedete der Aufsichtsrat eine außerordentliche, einmalige Incentivierung der Mitglieder des Vorstands für das konzernweit aufgelegte Transformationsprogramm. In seiner Sitzung am 5. Mai 2021 konstituierte sich der Aufsichtsrat im Nachgang zur Aufsichtsratswahl auf der Hauptversammlung und beschloss über die Besetzung der Ausschüsse.
Anlässlich einer außerordentlichen Sitzung am 25. Juni 2021 befasste sich der Aufsichtsrat mit den vom Vorstand erwogenen Finanzierungsmaßnahmen der von Herrn Mateo erklärten Niederlegung seines Aufsichtsratsmandats. In der außerordentlichen Sitzung am 30. Juni 2021 erteilte der Aufsichtsrat schließlich seine Zustimmung zu der an diesem Tag beschlossenen Kapitalmaßnahme und der korrespondierenden Aktualisierung der Satzung.
In seiner ordentlichen Sitzung am 7. und 8. September 2021 standen insbesondere die Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group und die Überlegungen des Vorstands zu potenziell für Nordex relevanten neuen Geschäftsfeldern im Zentrum der Beratung. In seiner turnusmäßigen Sitzung am 30. November und 1. Dezember 2021 befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem mit der Bestellung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss 2021 und der externen Prüfung des nichtfinanziellen Berichts. Der Aufsichtsrat genehmigte in der Sitzung außerdem ein Aktienoptionsprogramm für die Mitarbeiter der Nordex Group und der Vorstand berichtete über den Totalverlust einer Windkraftanlage in Haltern, Deutschland, sowie die aktuelle Kostenentwicklung. Schließlich erfolgte in dieser Sitzung auch die regelmäßige Beschlussfassung zur Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex.
Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen, zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats im Wesentlichen eigenverantwortlich wahr und werden dabei bei Bedarf von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung werden beispielsweise im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt und erläutert.
Neue Mitglieder des Aufsichtsrats treffen die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Fragestellungen und verschaffen sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens ("Onboarding").
Des Weiteren wird an dieser Stelle gemäß Empfehlung E.1 Satz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 über potenzielle Interessenkonflikte berichtet. Die Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sollen Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Nordex SE oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen.
In diesem Zusammenhang ist einmal zu berichten, dass sich das Aufsichtsratsmitglied Rafael Mateo bei der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über das Absehen von der einmonatigen Frist für die Niederlegung seines Aufsichtsratsmandats gemäß Artikel 11 der Satzung seiner Stimme enthalten hat. Des Weiteren haben sich die Aufsichtsratsmitglieder Juan Muro-Lara und Rafael Mateo, bzw. ab dem 2. September 2021 dessen Nachfolgerin María Cordón, jeweils bei Abstimmungen im Aufsichtsrat betreffend Transaktionen mit der Acciona S.A. bzw. mit dieser verbundenen Unternehmen rein vorsorglich enthalten.
Im Geschäftsjahr 2021 hat es im Übrigen keine Hinweise auf Interessenkonflikte gegeben.
Der Aufsichtsrat folgt grundsätzlich den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde von Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 23. März 2022 abgegeben (http:// ir.nordex-online.com/websites/Nordex/German/6100/entsprechenserklaerung.html). Weitere Ausführungen zu diesem Thema finden sich in der im Lagebericht abgedruckten Erklärung zur Unternehmensführung.
Der Jahresabschluss der Nordex SE und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie der zusammengefasste Lagebericht der Nordex SE und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 5. Mai 2021 gewählten und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahresund des Konzernabschlusses beauftragten Abschlussprüfer, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungs gesellschaft, Hamburg, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Bestätigungsvermerke wurden durch die Herren Wirtschaftsprüfer Thomas Ull und Harald van Voorst gemeinsam unterzeichnet. Herr van Voorst unterzeichnete die Bestätigungsvermerke zum zweiten Mal, Herr Ull nach dreijähriger Pause nun ebenfalls wieder zum zweiten Mal für den Jahresund Konzernabschluss.
Im Prüfungsbericht zum Jahresabschluss wurde vom Abschlussprüfer bestätigt, dass die gesetzlichen Vertreter die nach §91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen haben und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Über die gesetzliche Abschlussprüfung hinaus hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts der Nordex Group vorgenommen und auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die nichtfinanzielle Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts ist im Nachhaltigkeitsbericht enthalten und einsehbar.
Weiterhin hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, im Auftrag des Vorstands eine den gesetzlichen Anforderungen nach § 161 Abs. 3 AktG entsprechende formelle Prüfung des Vergütungsberichts der Nordex SE vorgenommen und keine Einwendungen gegen die Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die Prüfung des Vergütungsberichts wird mit dem Geschäftsbericht 2021 veröffentlicht und ist dort einsehbar.
Dem vom Vorstand aufgestellten und vom Abschlussprüfer geprüften Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG wurde vom Abschlussprüfer der folgende uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nordex SE und den Konzern, der Bericht des Abschlussprüfers, der Abhängigkeitsbericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht, der nichtfinanzielle Konzernbericht einschließlich des Vermerks der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts, der Vergütungsbericht und der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH zum Vergütungsbericht sowie der Entwurf des Berichts des Aufsichtsrats wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor der bilanzfeststellenden Sitzung zugeleitet. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt; der Prüfungsausschuss hat die Prüfung des Plenums vorbereitet und darüber in der bilanzfeststellenden Sitzung am 23. März 2022 in Gegenwart des Abschlussprüfers, der auch für Fragen zur Verfügung stand, an das Plenum berichtet. Nach intensiver Erörterung haben der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt.
Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung stellte der Aufsichtsrat fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresund den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie den zusammengefassten Lagebericht. Damit ist der Jahresabschluss 2021 der Nordex SE festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat ferner den Abhängigkeitsbericht und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat erklärt, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß §312 AktG zu erheben sind.
Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich zudem mit dem vom Vorstand erstellten, gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (integriert in den Nachhaltigkeitsbericht) zum 31. Dezember 2021 befasst. Der Vorstand und die Vertreter der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erläuterten die Unterlagen in den Sitzungen eingehend und beantworteten ergänzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte nach seiner Prüfung keine Einwendungen.
Im Namen des Aufsichtsrats der Nordex SE möchte ich dem ausgeschiedenen Mitglied des Aufsichtsrats, Herrn Mateo, für sein großes Engagement und die konstruktive Begleitung des Unternehmens während der vergangenen Jahre danken. Dem amtierenden Vorstand sowie sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens möchte ich ebenfalls für ihren großen persönlichen Einsatz danken.
Hamburg, im März 2022
Professor Dr. Wolfgang Ziebart Vorsitzender des Aufsichtsrats
des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE
des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE
Die Nordex Group entwickelt, produziert und vertreibt Onshore-Windenergieanlagen, also Turbinen und Anlagensysteme zur Erzeugung von Windenergie an Land. Diese werden weltweit errichtet. Der Leistungsumfang reicht von der ausschließlichen Lieferung der eigentlichen Windenergieanlage über die Installation bis hin zur schlüsselfertigen Errichtung des gesamten Windparks. Ein Netz von Servicestandorten in allen für das Unternehmen wichtigen Märkten gewährleistet die umfassende Betreuung der Windturbinen über die gesamte Nutzungsdauer. In ausgewählten, vor allem außereuropäischen, Märkten ist das Unternehmen auch als Projektentwickler für Windparks tätig. Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 hat die Nordex Group in über 40 Ländern Turbinen mit einer Nennleistung von zusammen knapp 39 Gigawatt (GW) installiert. Die eigene Serviceorganisation betreut weltweit 9.765 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen über 27 GW im Rahmen von meist langjährigen Wartungsverträgen. Die Produkte und Dienstleistungen der Nordex Group tragen damit schon heute wesentlich zur umwelt- und klimaschonenden Stromerzeugung weltweit bei.
Das Unternehmen ist in allen bedeutenden Windmärkten aktiv, eine gezielte Ausnahme bildet der stark durch lokale Anbieter geprägte chinesische Markt. Mit diesem strategischen Fokus bedient das Unternehmen rund 90% des Weltmarkts für Onshore-Windenergie außerhalb Chinas und zählt damit im relevanten Markt zu den führenden Anbietern. Darüber hinaus vermeidet Nordex mit der Fokussierung auf den Onshore-Markt hohe Investitionen in die deutlich abweichende Offshore-Technologie und die mit ihr verbundenen Risiken.
Das Produktportfolio der Nordex Group umfasst innovative, effiziente Windenergieanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte an Land. Die unterschiedlichen Versionen der Delta4000-Baureihe sind an marktspezifische Anforderungen angepasst und bieten einen variablen Leistungsbereich von 4 – 6 MW+ bei Rotordurchmessern bis zu 163 Metern. Über vier Fünftel des Auftragseingangs entfallen mittlerweile auf die verschiedenen Produkte der effizienten und wettbewerbsfähigen Delta4000-Plattform mit einer Nabenhöhe von bis zu 164 Metern. Seit 2021 wird auch die Klasse 6 MW+ bedient. Die Nordex Group entwickelt das Gesamtsystem Windenergieanlage und montiert im Rahmen der Fertigung die Maschinenhäuser und Naben. Die Rotorblätter werden sowohl selbst als auch bei spezialisierten Herstellern produziert. In technischer Hinsicht verfolgt die Nordex Group konsequent das Ziel, Windturbinen für Onshore-Standorte zu entwickeln, die es den Betreibern erlauben, in den jeweiligen Einsatzgebieten umweltfreundlichen Strom zu produzieren, und dies zu möglichst geringen Stromgestehungskosten (Cost of Energy, COE).

Die Nordex SE ist eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft. Die Aktien sind im geregelten Handel der Börse Frankfurt, Segment Prime Standard, zugelassen und im TecDAX® und SDAX® notiert. Zusammen mit ihren in- und ausländischen Tochtergesellschaften bildet sie als Konzern die Nordex Group. Gremien der Gesellschaft sind der Vorstand (drei Personen) und der Aufsichtsrat (sechs Personen). Die Nordex SE hat ihren rechtlichen Sitz in Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in Hamburg.

Der Vorstand führt den Konzern über die Nordex SE als strategische Management-Holding. Zusätzliche administrative Servicefunktionen in den Bereichen Accounting & Controlling, Finanzen, IT, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Personal, Recht und Steuern werden ebenfalls von der Nordex SE übernommen. Die Organisation des operativen Geschäfts der Nordex Group erfolgt über die zwei Divisionen International und Europe sowie über weltweite Querschnittsfunktionen.
Dem Vorstandsvorsitzenden (CEO), José Luis Blanco, sind die beiden operativen Divisionen unterstellt sowie weltweite Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions), etwa in den Bereichen Rotorblatt, Maschinenhaus und Engineering. Darüber hinaus sind ihm weitere zentrale Abteilungen wie Personal und Strategie zugeordnet. Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind alle kundennahen Funktionen zugeordnet, ebenso der Bereich Projektentwicklung. Der Finanzvorstand (CFO), Dr. Ilya Hartmann, ist für Accounting & Controlling, Finanzen, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Recht, Steuern sowie die Querschnittsfunktionen ITO und Finance PM/EPC verantwortlich. Er folgte als CFO zum 1. März 2021 auf Christoph Burkhard, der aus persönlichen Gründen sein Vorstandsmandat vorzeitig zum 28. Februar 2021 niedergelegt hatte.
Den Divisionen für das operative Geschäft sind die jeweiligen rechtlich selbstständigen Ländergesellschaften unterstellt. Diese sind insbesondere für die kundenbezogenen Aufgaben, den Vertrieb, das Projektmanagement, den Service

und in bestimmten Märkten auch für die Projektentwicklung zuständig. Wesentliche konsolidierte Gesellschaften mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften sind die Nordex Energy SE & Co. KG (ehemals Nordex Energy GmbH) und die Nordex Energy Spain S.A.U.
Die Nordex Group steuert ihre Konzernaktivitäten über die Segmente Projekte und Service (siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt Segmententwicklung). Unter Projekte sind sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion, Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen zusammengefasst und darüber hinaus auch das Projektentwicklungsgeschäft. Auf das Segment Service entfallen die Dienstleistungen und Produkte für bestehende Anlagen nach der Übergabe an den Kunden. Dazu zählen insbesondere technische Dienstleistungen wie die Wartung und die Fernüberwachung von Windparks sowie die Reparatur und technische Weiterentwicklung von Bestandsanlagen.

Die Klimafreundlichkeit von Windstrom ist aufgrund der sehr geringen CO2-Emissionen ein wichtiges ökologisches Argument für diese Art der Stromerzeugung und im Hinblick auf die Besteuerung des CO2-Ausstoßes auch ein ökonomischer Beweggrund. Ein weiterer Haupttreiber der weltweit dynamisch steigenden Nachfrage nach Windenergieanlagen sind die niedrigen Stromgestehungskosten der Windenergie. Diese liegen vor allem in windreichen Regionen unter den Kosten neuer konventioneller Erzeugungskapazitäten. Für moderne Onshore-Windenergieanlagen sprechen somit Vorteile in Bezug auf Ökologie und Ökonomie. Diese Aspekte spielen sowohl in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine wichtige Rolle. Das globale Wachstum der Windenergiebranche basiert überwiegend auf dem Neubau von Windenergieanlagen bzw. -parks. Daneben werden bestehende alte Anlagen, die ihren Lebenszyklus durchlaufen haben, vollständig abgebaut und durch moderne effizientere Turbinen ersetzt (Repowering). Ausgehend von den Pionierländern der Windenergie in Europa und Nordamerika erreichen immer mehr Windparks an Land den Zeitpunkt, an dem sie ersetzt und auf den technologisch und wirtschaftlich neuesten Stand gebracht werden müssen. Aufgrund von bedeutenden Technologiefortschritten, die diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden, ist das Repowering von Onshore-Anlagen mit Blick auf Effizienz und Profitabilität der Stromerzeugung sinnvoll und wird daher zukünftig an Bedeutung gewinnen.
Die Nordex Group hat bereits Windenergieanlagen in über 40 Ländern installiert und sieht sich auf den international attraktivsten Windmärkten gut aufgestellt. Sie verfügt in allen Kernmärkten über eigene Vertriebs- und Serviceorganisationen. Diese Länder befinden sich überwiegend in Europa sowie Nord- und Südamerika. Darüber hinaus wurden auch die Märkte Indien (aktuell vor allem auf der Produktionsseite), Australien und Südafrika erschlossen. Chancen in neuen, bisher noch nicht von der Nordex Group bedienten Märkten werden kontinuierlich durch die zentrale Vertriebsorganisation herausgearbeitet.

Wettbewerber der Nordex Group sind Anbieter aus Europa und den USA, die oftmals im Zuge des Konsolidierungsprozesses der Branche in den zurückliegenden Jahren entstanden sind. In den wichtigen Märkten der Gruppe (siehe Abbildung) sind dies insbesondere Vestas, Siemens Gamesa und General Electric. Gemäß dem Ranking von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) war die Nordex Group im Jahr 2021 weltweit der viertgrößte Hersteller von Windenergieanlagen außerhalb Chinas. Dabei erzielte das Unternehmen in den Kernmärkten, in denen es regelmäßig Windenergieanlagen installiert, überwiegend zweistellige Marktanteile.
Die Hauptverwaltung der Nordex Group befindet sich in Hamburg. Hier sind neben den Zentralfunktionen auch Teile der Entwicklung, des Einkaufs, des Projektmanagements, des Servicebereichs und des Vertriebs angesiedelt. Am Standort Rostock werden Maschinenhäuser und Rotorblätter entwickelt und produziert. In Spanien befinden sich am Standort Barásoain weitere Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen sowie zwei Werke für die Montage von Maschinenhäusern (Barásoain, La Vall d'Uixó), eines für die Produktion von Rotorblättern (Lumbier) sowie eine Turmproduktion. Maschinenhäuser fertigt die Nordex Group darüber hinaus in Brasilien (Simões Filho) und Indien (Chennai). An dem indischen Standort werden auch Rotorblätter produziert. Das Montagewerk in den USA (West Branch) ist weiterhin nicht aktiv. Die Rotorblattproduktion in Mexiko (Matamoros) lässt Nordex
seit Juli 2021 im Rahmen einer neuen Partnerschaft durch den US-Hersteller TPI sicherstellen. Diese Kooperation ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Von dort soll auch Nordamerika bedient werden. Zwei eigene Produktionsstätten für Betontürme betreibt Nordex in Brasilien. Darüber hinaus fertigen Subunternehmer in weiteren Ländern Betontürme für Nordex.
Eine effiziente Zuliefererstruktur und Logistikkette bilden im Zusammenspiel mit den eigenen Werken die Grundlage, um in allen Zielmärkten wettbewerbsfähige Windenergieanlagen anbieten zu können. Dieses System entwickelt die Nordex Group kontinuierlich weiter und passt es flexibel an sich wandelnde Märkte an. Der strategisch wichtige Aufbau einer integrierten Lieferkette wird derzeit in Indien systematisch vorangetrieben. Ziel ist es, aus Indien heraus künftig internationale Märkte außerhalb Europas flexibel und kostengünstig zu bedienen. Dies ist eine Voraussetzung, um an den attraktiven Expansionspotenzialen in neuen Märkten zu partizipieren und nachhaltig profitabel zu wachsen.
Die Nordex Group bietet den Kunden weltweit für jede Windstärke und die meisten Klimazonen die technisch und wirtschaftlich passenden Onshore-Windenergieanlagen der Multi-Megawatt-Klasse auf modularer Basis. Mit seinem Produktportfolio ist der Konzern in der Lage, Lösungen sowohl für Märkte mit begrenzter Netzverfügbarkeit wie Lateinamerika als auch für Märkte mit begrenzter Landverfügbarkeit wie Mitteleuropa bereitzustellen. Den Kunden wird ein umfangreiches Projektmanagement angeboten, das die Errichtung der Anlage bzw. des Windparks bis hin zu schlüsselfertigen Lösungen beinhalten kann. Die Dienstleistungen beinhalten die gesamte Betreuung der Anlage und umfassen etwa die Fernüberwachung, die regelmäßige Wartung und individuelle oder standardisierte Modernisierungen von Windenergieanlagen. In ausgewählten Märkten ist die Nordex Group auch in der vorgelagerten Projektentwicklung tätig. Zur Vertriebsunterstützung berät der Finanzbereich des Unternehmens Kunden bei der Projektfinanzierung über nationale und internationale Geschäftsbanken. Somit ist die Nordex Group als integrierter Komplettanbieter aufgestellt.

Das Kernprodukt der Nordex Group ist die hocheffiziente Delta4000-Baureihe mit ihren Turbinenvarianten in der 4-MW-, der 5-MW- und seit September 2021 auch in der 6-MW+-Klasse. Im Jahr 2021 entfielen 83% des Auftragseingangs auf die variable Delta4000-Serie. Sie kommt bereits bei Projekten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien zum Einsatz. Die zurzeit sieben unterschiedlichen Turbinentypen decken alle Windklassen ab und sind in ihrer jeweiligen Spezifikation für den weltweiten Einsatz geeignet. Neben niedrigem COE zeichnen sich die Turbinenversionen der Delta4000-Serie vor allem durch ihre Flexibilität im Hinblick auf standortspezifische Anforderungen und ihre niedrigen Schallleistungspegel aus. Je nach Kundenanforderung werden die Anlagen auch mit dem speziellen Nordex-Enteisungssystem, der Kaltklimavariante oder einer bedarfsgerechten Flugbefeuerung ausgestattet. Die verbleibenden 17% des Auftragseingangs umfassen Turbinen vor allem der 3-MW-Klasse, für die in der Vergangenheit bereits Genehmigungen beantragt wurden, die nicht mehr verändert werden können.
Die Nordex Group entwickelt und testet die Rotorblätter ihrer Windenergieanlagen, lässt sie zertifizieren und fertigt sie zum Teil in ihren eigenen Werken selbst bzw. lässt sie nach ihren Vorgaben bei Produktionspartnern herstellen. Die Rotorblätter zeichnen sich durch besonders geringe Schallemissionen für das gesamte Anlagenportfolio aus. Um in den globalen Windmärkten eine optimale Energieausbeute zu erzielen, bietet Nordex für seine Produktplattformen unterschiedliche Turmvarianten als Stahlrohrtürme, Hybridtürme aus Stahl und Beton oder Betontürme mit Nabenhöhen von bis zu 164 Metern an.

Der Servicebereich der Nordex Group stellt für die Kunden den zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der leistungsstarken Windenergieanlagen sicher. Weltweit werden dazu 320 Serviceniederlassungen betrieben. Über dieses Netz von Standorten werden die Dienstleistungen direkt in den installierten und an den Kunden übergebenen Windparks erbracht. Die entsprechenden Dienstleistungsverträge sichern und optimieren die Stromproduktionserträge der Nordex-Kunden durch die Maximierung der Verfügbarkeiten. Der Nordex-Service bietet den Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Dieses umfasst Komplettlösungen von der 24-Stunden-Fernüberwachung über präventive Wartungen und Kundentrainings bis hin zu vollständigen Modernisierungen von Windenergieanlagen.
Die Nordex Group bietet standardisierte Serviceverträge mit unterschiedlichen Leistungsumfängen an, die Kunden für Laufzeiten von in der Regel bis zu 25 Jahren abschließen. Die Kunden können im Wesentlichen drei Vertragspakete wählen. Der "Premium"-Vertrag deckt Wartungen und Instandsetzung, die Fernüberwachung und eine zeitbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung ab. Der "Premium Plus"-Vertrag erweitert diese Leistungen um eine produktionsbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung. Im "Premium Light"-Vertrag sind die Instandsetzung und der Ersatz bestimmter Großkomponenten der Windenergieanlagen separat zu vergüten.
Die Nordex Group bedient ein breites Kundenspektrum. Es erstreckt sich von großen, international tätigen Energieversorgungsunternehmen und unabhängigen Stromproduzenten (Independent Power Producer, IPP) bis hin zu mittelständischen Projektentwicklern, Stadtwerken und Bürgerwindparks oder Energiegenossenschaften. Außerdem zählen vermehrt Eigenerzeuger aus Industrie, Handel und IT-Branche sowie Finanzinvestoren wie Versicherungen und Pensionskassen zu den Kunden. Im Jahr 2021 machten die zehn größten Einzelkunden rund 45% des Auftragseingangs aus. Zu ihnen gehören einige der weltweit größten Betreiber und Entwickler im Bereich der erneuerbaren Energien, deren globale Bedeutung seit einigen Jahren stetig zunimmt. Alle Schlüssel- bzw. Großkunden werden durch ein Key Account Management betreut, um eine enge Kooperation zu gewährleisten und die erfolgreiche Abwicklung der globalen Projekte sicherzustellen. Das weitere Auftragsvolumen verteilt sich auf zahlreiche der zuvor genannten Kundengruppen und verdeutlicht die globale Aufstellung der Nordex Group.
Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Entwicklung effizienter, wettbewerbsfähiger Windenergieanlagen, die der Vertriebsbereich der Nordex Group den Kunden weltweit anbietet. Neue Windparkprojekte werden weltweit überwiegend im Rahmen von Auktionsverfahren vergeben. Die Nordex Group unterstützt ihre Kunden frühzeitig im Vorfeld der Auktionen, um individuelle Lösungen zu erarbeiten und den Kunden eine erfolgreiche Projektvergabe zu sichern.
Nach der Auftragsvergabe folgt die eigene Produktion, deren Kern in der Montage der Maschinenhäuser und Naben sowie der Fertigung eines Teils der Rotorblätter liegt. Weitere Rotorblätter werden nach Nordex-Design und -Vorgaben bei unabhängigen Blattproduzenten hergestellt. Vor allem bei Großprojekten in Spanien und Schwellenländern produziert die Nordex Group Betontürme. Logistisch vorteilhaft gewährleistet dieses System qualitativ hochwertige, kostengünstige Türme und ermöglicht lokale Wertschöpfung und Beschäftigung. Die meisten Anlagenkomponenten, insbesondere Getriebe, Umrichter und Generatoren, werden zugeliefert und über ein weltweites Beschaffungsnetzwerk eingekauft.
Die Errichtung eines Windparks dauert, abhängig von seiner Größe, dem spezifischen Standort und einer Vielzahl weiterer Faktoren, üblicherweise etwa zwölf bis 18 Monate, in besonderen Fällen auch neun Monate oder bis zu zwei Jahre. Beeinträchtigt durch die coronabedingt restriktiven Kontaktregeln in einzelnen Ländern sowie durch die zum Teil erheblichen globalen Verwerfungen bei industriellen Lieferund Wertschöpfungsketten sowie extremen Volatilitäten bei Vorproduktkosten konnten 2021 trotz eng abgestimmter Maßnahmen Projektverzögerungen teilweise nicht verhindert werden. Die Nordex Group stellt das Projektmanagement sämtlicher Aktivitäten von der Installation bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme der Windparks trotzdem auch in schwierigen Zeiten sicher und führt die Arbeiten mit eigenen Teams und Drittanbietern aus. Wie im Anlagenbau wegen der langen Zeitspanne von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe der Anlage an den Kunden üblich, erhält die Nordex Group bei Auftragsvergabe eine Anzahlung. Die weiteren Zahlungsströme richten sich im Wesentlichen nach Meilensteinen bei der Errichtung der Windenergieanlage bzw. den angefallenen Kosten im Laufe des Projekts.
Der letzte Schritt in der Wertschöpfungskette ist der Service für die installierten Windenergieanlagen. Der Konzern stellt hier umfassende technische Betreuungsdienstleistungen für den laufenden Betrieb der Anlagen zur Verfügung. Die Serviceverträge werden meist über viele Jahre abgeschlossen und stellen somit ein wichtiges Element zur Kundenbindung dar. Im Vergleich zu dem eher schwankungsanfälligen Projektgeschäft zeichnet sich dieser Bereich durch hohe Stabilität und kontinuierliche Zahlungsströme aus.
Flankiert wird die Wertschöpfung in ausgewählten Märkten durch die vorgelagerte Projektentwicklung. Hier entwickelt Nordex ein eigenes Portfolio an Windparkprojekten, teilweise von der ersten Entwicklungsstufe an ("Greenfield-Development"). Die ausschließlich mit eigenen Turbinen umgesetzten Projekte werden an Kunden bzw. Investoren weiterverkauft und stellen einen weiteren Absatzkanal dar. Die derzeitige Projektpipeline konzentriert sich auf außereuropäische Aktivitäten, vor allem in Lateinamerika, Südafrika und Indien; allerdings sind diese Aktivitäten aktuell als nachrangig zu bewerten. Es ist aber grundsätzlich geplant, das Projektentwicklungsgeschäft schrittweise regional auszubauen.
Der Klimaschutz gehört zu den größten und wichtigsten Herausforderungen der Menschheit. Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie zur CO2-neutralen, klimaschonenden Stromerzeugung. Als einer der global führenden Hersteller für Onshore-Windenergieanlagen sieht sich Nordex daher in der Verantwortung, die Transformation zu einer nachhaltigen Stromerzeugung und Wirtschafts wesentlich mitzugestalten.
Unsere Vision ist es, durch unsere Produkte und unser wirtschaftliches Handeln den Wandel zu einer nachhaltigen Energieerzeugung voranzutreiben und zu gestalten. Dafür sind wir bestrebt, unsere Marktstellung in den für uns relevanten Märkten weiter auszubauen und uns global als ein Top-3-Player zu etablieren, der profitabel wächst.
Als einer der global führenden Hersteller verstehen wir es als unsere Mission, nachhaltigen Wert für unsere Kunden, Mitarbeiter, Anteilseigner und die Gesellschaft als Ganzes zu schaffen, indem wir unsere Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich so weiterentwickeln, dass sie eine vollständig erneuerbare Energieerzeugung ermöglichen und unser unternehmerisches Handeln darüber hinaus positive Effekte für unsere Stakeholder und auch die Nordex Group erzeugt. Nachhaltigkeit ist damit nicht nur in ökologischer Hinsicht ein zentraler Wert für das Unternehmen, sondern bestimmt das ganze unternehmerische Handeln – und geht somit weit über ein umweltfreundliches Produkt- und Dienstleistungsangebot hinaus.
Die Entwicklung, Herstellung und Wartung von Windenergieanlagen ist seit gut 35 Jahren die Kernkompetenz und Leidenschaft der Nordex Group. Bei der Formulierung der Strategie und der Ausführung unserer Aktivitäten lässt sich das Unternehmen seit jeher von seinen zentralen Werten leiten: Integrität, Kollegialität, Respekt und die übergreifende Übernahme von Verantwortung. Diese Werte bestimmen die DNA von Nordex. Sie prägen die Kultur, mit der die Menschen bei Nordex zusammenarbeiten, und fließen damit in das gesamte Handeln des Unternehmens ein.
Nordex konzentriert sich vollständig auf das Segment Onshore-Wind. Das Unternehmen ist sowohl in der Produktion und Beschaffung als auch im Vertrieb und Service bei Projekten jeder Größenordnung weltweit präsent. Das Unternehmen fokussiert sich auf technologiegetriebene, profitable und offene Märkte, weshalb China als einziger Volumenmarkt nicht zum Vertriebsgebiet gehört. Dieses klar definierte Profil bildet auch zukünftig die Grundlage für die unternehmerische Ausrichtung.
Die Märkte werden aber auch zukünftig nicht unerheblich durch politische Entscheidungen beeinflusst, die die Nachfrage temporär spürbar schwanken lassen können, z.B. durch das Auflegen, Umstellen oder Auslaufen von Förderprogrammen oder gesetzlichen Vorgaben. Dies bedeutet für alle Marktteilnehmer eine große Herausforderung in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit der Unternehmensorganisationen. Die Nordex Group ist mit ihrer internationalen und weltoffenen, zugleich aber auch mittelständisch geprägten Unternehmensphilosophie sehr flexibel, um sich schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen. Diese Beweglichkeit ist ein strategisches Kernelement der Nordex Group.
Trotz der in den letzten Jahren sehr herausfordernden äußeren Einflüsse auf das operative Geschäft, etwa dem Marktumbruch durch neue Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, tarifäre Handelshemmnisse, aber auch extreme Preisanstiege bei einigen Rohstoffen und Dienstleistungen, hat die Nordex Group intern erhebliche strategische Fortschritte erzielt: Die Delta4000-Plattform – mit inzwischen acht verschiedenen Produktvarianten im Leistungsspektrum von 4 MW bis zu 6 MW+ – wurde erfolgreich weiterentwickelt. Dazu hat die Nordex Group ihre Lieferkette konsequent auf die Anforderungen an ein global agierendes Unternehmen ausgerichtet. Zudem konnte die Finanzierungsstruktur 2021 deutlich gestärkt werden.
Damit hat das Unternehmen wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um künftig die attraktiven Marktchancen und die operativen Potenziale für eine nachhaltig höhere Profitabilität besser heben zu können. Darauf aufbauend hat der Vorstand der Nordex Group die Unternehmensstrategie, die sich in den skizzierten bisherigen Fortschritten niederschlägt, im Berichtsjahr weiterentwickelt und dabei auch konkrete Mittelfristziele formuliert. Diese lauten:
Diese Ziele basieren sowohl auf verschiedenen für die Nordex Group relevanten externen und internen Treibern als auch einem für die Umsetzung aufgesetzten, umfassenden Unternehmensprogramm, in dem wichtige Initiativen zur weiteren Verbesserung des operativen Geschäfts des Konzerns zusammengefasst sind. Die Erreichung der ökonomischen Ziele findet durchgehend in Übereinstimmung und verknüpft mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex Group statt. Ohne eine effiziente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Konzerns ist auch kein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg denkbar. Die unternehmerische Verantwortung der Nordex Group wird im nachfolgenden Abschnitt erläutert, die ausführliche Darstellung der Nachhaltigkeitsstrategie enthält der separate Nachhaltigkeitsbericht 2021.
Zu den externen Treibern und Langfristfaktoren zählt der weltweit unumkehrbare Trend hin zu einer regenerativen Energieerzeugung. Die Bedeutung des Klimawandels ist auch in Zeiten der Corona-Krise im Bewusstsein der Menschen und wichtiger Entscheidungsträger in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Viele staatliche Konjunkturprogramme, die gegenwärtig diskutiert und beschlossen werden, beschleunigen voraussichtlich den Umbau der Energieversorgung. Weltweit haben sich zahlreiche Länder ehrgeizige Klimaziele gesetzt und investieren in eine klimafreundlichere Infrastruktur, deren Kern die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist.
Für die Nordex Group sind verschiedene klimapolitische Konzepte und gesetzliche Vorgaben der Europäischen Union (EU) und der USA von besonders großer Bedeutung. Dazu zählen in der EU der Weg zur Klimaneutralität bis 2050 sowie der European Green Deal. Dieser ist u.a. auf eine Nullemissionswirtschaft sowie saubere, verlässliche und bezahlbare Stromversorgung ausgerichtet. Darüber hinaus sind von der
| Externe Treiber | Nordex Group – Strategische Eckpfeiler | Nordex Group – Mittelfristziele |
|---|---|---|
| Internationales Klimaabkommen |
~ EUR 5 Mrd. Umsatz |
|
| Europäischer "Green Deal" und Klimaneutralität bis 2050 |
Starke Marktposition und zur Ergebnisverbesserung Unternehmensprogramm hohes Order-Momentum Wettbewerbsfähiges Transformation der |
8 % EBITDA-Marge |
| US-Infrastrukturprogramm Repowering |
Produktportfolio Lieferkette |
> 6 GW Produktionskapazität |
neu gewählten Regierung in Deutschland ebenfalls positive Impulse bezüglich erneuerbarer Energien zu erwarten. In den USA ist mit der Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen ebenfalls wieder mehr positives Momentum für erneuerbare Energien zu erwarten. Dies äußert sich bereits konkret im 2021 verabschiedeten Infrastructure Law, das unter anderem Investitionen in Höhe von USD 65 Mrd. in eine nachhaltige Energieinfrastruktur vorsieht.
Ein zusätzlicher Baustein, der die Marktentwicklung in dem für die Nordex Group relevanten Bereich der Windparks an Land beleben und treiben wird, ist das sogenannte Repowering. Allein in Deutschland werden laut dem Bundesverband WindEnergie (BWE) bis 2025 ca. 10.000 MW aus der Förderung fallen und zum großen Teil auch das Ende der technischen Nutzungsdauer erreichen. Sie müssen vollständig zurückgebaut und dann durch moderne, wesentlich effizientere Anlagen ersetzt werden. Auf derselben Fläche kann die Stromerzeugung dann mit einer geringeren Anzahl an größeren Neuanlagen um ein Vielfaches gesteigert werden. Mit der Delta4000-Plattform eröffnen sich für Nordex hier attraktive Chancen. Erhebliches Potenzial für Repowering besteht mittelfristig außerdem unter anderem in den USA, Dänemark, Spanien und Indien.
Neben diesen externen Makro- und Langfristtreibern, die der Nordex Group große Marktchancen eröffnen und die Nachfrage stimulieren werden, setzt das Unternehmen insbesondere auf eigene Stärken und interne Verbesserungspotenziale, um die angestrebten strategischen Ziele zu erreichen. Strategisch und operativ werden dabei die folgenden vier Themenbereiche fokussiert, um das angestrebte, beschleunigte profitable Wachstum des Konzerns in den kommenden Jahren umzusetzen:
› Sehr wettbewerbsfähiges Portfolio durch die Delta4000-Anlagen: Die N149 als eine Produktvariante dieser Plattform ist weltweit bereits eine der führenden Turbinen in der Klasse von 4 bis 6 MW+. Sie wurde auf die europäische Nachfrage hin konzipiert und abgestimmt. Inzwischen wurde die Delta4000-Plattform zu einer globalen Plattform weiterentwickelt und enthält weitere Turbinentypen mit optimalen Eigenschaften für die internationalen Märkte der Nordex Group. So bewähren sich Anlagen der Delta4000-Plattform bereits auf dem australischen und lateinamerikanischen Markt und bedienen in den USA den nächsten Schritt der dortigen Marktevolution hin zur 5-MW-Klasse. Darüber hinaus konnte Nordex 2021 mit der Einführung der N163/6.X den Einstieg in das Segment größer 6 MW verzeichnen. Damit ist das Unternehmen auch für den nächsten Entwicklungsschritt im Onshore-Markt positioniert.
Der konsequente Fokus auf diese vier Elemente versetzt die Nordex Group in die Lage, ihre Marktchancen zu nutzen und den Umsatz wie auch vor allem die Ertragskraft erheblich und nachhaltig zu steigern. Dies skizziert zugleich den Pfad hin zu den angestrebten Mittelfristzielen und für das Ziel einer nachhaltig profitableren Organisation.
Der Fokus der Unternehmensstrategie liegt weiterhin auf der Verbesserung der Profitabilität. Dafür wurden einige der bestehenden Initiativen bestätigt und weitergeführt, einige neue wurden zusätzlich definiert und gestartet. Bestehende und neue strategische Initiativen wurden 2020 unter dem Dach des unternehmensweiten Verbesserungsprogramms gebündelt, das im Geschäftsjahr 2021 ohne wesentliche Änderungen weitergeführt wurde. Alle Initiativen werden von Mitgliedern des Nordex-Managements verantwortet. Ein internes Team von erfahrenen Führungskräften leitet das Programm, unterstützt die einzelnen Initiativen und macht den Fortschritt transparent. Um die Zielerreichung sicherzustellen, finden regelmäßige Treffen des Steering-Komitees mit dem Vorstand statt.
Alle strategischen Initiativen sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex Group ausgerichtet, d. h. darauf, die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb weiter zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird über bestimmte finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen gemessen, die wiederum bei der anreizbasierten Vergütung des Managements berücksichtigt werden. Auf diese Weise stellt das Unternehmen eine dauerhafte und erfolgreiche Implementierung seiner Strategie sicher. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Dezember 2021 ein Aktienoptionsprogramm eingeführt, um Führungskräfte (unterhalb der Vorstandsebene) am Erfolg zu beteiligen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Dieses Programm ist auf vier Jahre angelegt und sieht eine vierjährige Zeit bis zu einer Ausübung der Optionen vor.
Das Finanzmanagement der Nordex Group zielt insbesondere auf die Sicherung der Liquidität und die jederzeitige Finanzierungssicherheit des Unternehmens ab. Dabei ist das Working Capital die zentrale Steuerungsgröße. Die laufenden Investitionen in Sachanlagen sollen grundsätzlich aus dem operativen Cashflow finanziert werden.
Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der letzten Jahre kommt dem Finanzmanagement der Nordex Group besondere Bedeutung zu. Im Fokus stehen dabei vor allem das Sicherstellen der Liquidität sowie die dauerhafte Finanzierungssicherheit des Unternehmens. Eine zentrale Steuerungsgröße stellt dabei das Working Capital dar. Das Unternehmen strebt grundsätzlich an, die laufenden Investitionen in Sachanlagen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Zum Ende des Jahres 2021 beliefen sich die liquiden Mittel auf EUR 784,4 Mio.
Die Nordex Group hat das Jahr 2021 genutzt, um ihre Finanzstruktur konsequent weiterzuentwickeln. Dazu hat das Unternehmen eine kombinierte Kapitalerhöhung sowie eine Fremdkapitaltransaktion durchgeführt. Ziel der Maßnahmen war es, dem Wachstumskurs der letzten Jahre Rechnung zu tragen, die Bilanz- und Kapitalstruktur zu stärken, die Eigenkapitalquote zu erhöhen, finanziell flexibler zu werden und künftiges profitables Wachstum zu unterstützen. Zudem können zukünftig Zinskosten eingespart werden. Im Rahmen dieser Transaktion gab Nordex knapp 42,7 Mio. neue Aktien in einem Bezugsverhältnis von vier neuen für elf Bestandsaktien aus und erzielte einen Bruttoemissionserlös von EUR 586,1 Mio. Dabei teilt sich dieser Erlös auf in eine Bareinlage in Höhe von EUR 389,6 Mio. und eine Sacheinlage in Höhe von EUR 196,6 Mio., die der Hauptaktionär in Form von Darlehensforderungen aus einem Gesellschafterdarlehen eingebracht hat und somit unverändert mit 33,63% an der Nordex SE beteiligt bleibt. Parallel zu dieser Kapitalerhöhung erhöhte die Nordex Group ihre bestehende, gemäß Nachhaltigkeitskriterien bewertete Garantiekreditlinie durch Ausübung einer Aufstockungsoption um EUR 171 Mio. auf insgesamt EUR 1,41 Mrd. Dies schließt mit ein, dass dem Unternehmen von dieser Aufstockung bis zu EUR 100 Mio. auch in Form von zugesicherten Bankkreditlinien zur Verfügung gestellt werden. Ferner verlängerte die Nordex Group den größten Teil ihrer Garantiekreditlinie bereits vorab um ein weiteres Jahr bis 2024. In diesem Kontext kündigte Nordex auch die staatlich garantierte revolvierende Kreditlinie in Höhe von EUR 350 Mio. und stieg damit vorzeitig aus der mit der Corona-Pandemie verbundenen staatlichen Beihilfe aus. Insgesamt konnte die Nordex Group mit diesen Transaktionen des Jahres 2021 ihre Finanzstruktur umfassend verbessern.
Die gesicherte kurz-, mittel- und langfristige Finanzierung, die weiter gestärkte Kapitalstruktur sowie der Cashflow und die verfügbare Liquidität gewährleisten die Handlungsfähigkeit der Nordex Group in einem anspruchsvollen Marktumfeld und sichern das geplante beschleunigte Wachstum und die Initiativen zur Verbesserung von Effizienz und Profitabilität ab.
Die Nordex Group steuert den gesamten Konzern und ihre operativen Organisationseinheiten auf Basis von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen. Dabei bilden alle Leistungsindikatoren gemeinsam die Basis für das Berichtswesen gegenüber dem Management, Vorstand, Aufsichtsrat und Anteilseignern. Sie werden ferner für die anreizbasierte Vergütung genutzt. Auf Konzernebene sind die wichtigsten Leistungsindikatoren:
Diese Leistungsindikatoren werden zum Teil nur für den Konzern und nicht für die Segmente erhoben, weil eine Teilung nicht sinnvoll ist bzw. die Aussagekraft des Leistungsindikators ihre Bedeutung verliert. Sie ermöglichen zusammen eine gründliche Beurteilung der aktuellen und auch zukünftigen Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus verschaffen sie einen zusammenfassenden Überblick über den Kapitalbedarf des Konzerns.
Ferner nutzt das Unternehmen zusätzliche spezifizierende finanzielle Kennzahlen, um die Entwicklung der Auftragslage und der Vermögens- und Ertragslage zu untersuchen. In der Produktion (Produktionsleistung Turbinen bzw. Rotorblätter), im Projektmanagement (Errichtungsleistung) und beim Service (Verfügbarkeit der Anlagen) werden spezifische nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eingesetzt. Diese Kennzahlen unterstützen den Vorstand und die Führungskräfte bei der Steuerung des Unternehmens und geben Auskunft über die aktuelle Unternehmensentwicklung. Sie sind nicht Bestandteil der extern publizierten Prognose, werden jedoch in der Regel in die quartalsweise Berichterstattung einbezogen.
| Konzern | Geschäft |
|---|---|
| Materialaufwandsquote | Produktionsleistung Turbinen |
| Konzernergebnis | Produktionsleistung Rotorblätter |
| Freier Cashflow | Errichtungsleistung |
| Nettoverschuldung /-liquidität | Anlagenverfügbarkeit |
| Eigenkapitalquote | Auftragseingang / -bestand Projekte |
| Auftragseingang / -bestand Service |
|
Die Steuerung der Nordex Group im Hinblick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ist im nachfolgenden Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" zusammenfassend erläutert. Zugleich wird dort auf den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zur umfassenden Information hingewiesen.
Für die Nordex Group als Hersteller von Windenergieanlagen, mit denen sich unter den verschiedensten Standortbedingungen weltweit immer effizienter Energie generieren lässt, ist der Kampf für eine nachhaltige Energiewende und damit gegen den Klimawandel täglicher Antrieb und damit Grundlage des Geschäftsmodells. Das Management der Nordex Group hat weiterhin die Führung und Entwicklung des Unternehmens nachhaltig ausgerichtet. Die relevanten Ziele und Maßnahmen sind in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt. Nordex hat seine im Rahmen der Strategie 2019–2021 gesetzten Ziele erfolgreich erreicht. Um auch in Zukunft die wichtigen Themen in diesem dynamischen Feld voranzutreiben, hat das Unternehmen im Berichtsjahr in einem umfangreichen Strategieprozess seine Nachhaltigkeitsambitionen und -maßnahmen bis 2025 entwickelt, basierend auf einer Wesentlichkeitsanalyse und unter Einbindung der wichtigsten internen und externen Stakeholder. Über ihre Aktivitäten und Fortschritte hinsichtlich Umwelt-, sozialer und Corporate-Governance (ESG)-Aspekte sowie zu dem Thema "Nachhaltige Produkte" berichtet die Nordex Group in einem eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht, der in Übereinstimmung mit der Kernoption der Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und zeitgleich mit diesem Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Der im Nachhaltigkeitsbericht 2021 integrierte gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wurde wieder im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geprüft. Dieser Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" ergänzt den Konzernlagebericht um ausgewählte Aspekte der Unternehmenskultur, der Nachhaltigkeitsstrategie und der Struktur der Mitarbeiterschaft.
Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht gemäß §315 b Abs. 3 HGB kann als Teil des Nachhaltigkeitsberichts 2021 auf der Internetseite der Nordex SE unter dem Link ir.nordex-online.com abgerufen werden und ist nicht Bestandteil des Konzernlageberichts.
Die Nordex Group bekennt sich zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten, sowie mit Nachbarn und Gemeinden. Die Nordex Group hatte bereits 2015 die Abteilung Sustainability Management etabliert, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen zielgerichtet zu steuern und den steigenden Informationsanforderungen der Stakeholder Rechnung zu tragen. Dieser Bereich verantwortet die strategische Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen und ist im ständigen Austausch mit allen Unternehmensbereichen. In der ersten Nachhaltigkeitsstrategie, die der Vorstand 2015 verabschiedet hat, wurden konkrete Handlungsfelder, Ziele für den Zeitraum bis 2018 und Kennzahlen festgelegt. Über die Zielerreichung gibt der erste Nachhaltigkeitsbericht 2018 detailliert Auskunft. 2018 hat die Nordex Group dann die Nachhaltigkeitsstrategie 2019 – 2021 für die Folgejahre erarbeitet, die den Rahmen für verantwortungsvolles Handeln in allen Bereichen des Unternehmens bildet. Die Entwicklung der aktuellen Strategie basierte auf einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse, bei der sowohl interne als auch externe Stakeholder einbezogen wurden. Sie stellt die konsequente konzernweite Fortsetzung der Verfolgung von Nachhaltigkeitsthemen und -zielen dar und wird im Nachhaltigkeitsbericht 2021 erläutert.
Die Unternehmenskultur der Nordex Group basiert auf Werten, Grundsätzen und Verhaltensstandards, die in den allgemeinen Nordex-Leitlinien, den bereichs- und themenspezifischen Unternehmensrichtlinien und insbesondere im Verhaltenskodex der Nordex Group festgelegt sind. Dieser ist für die gesamte Nordex Group bindend und von jedem Mitarbeiter in Form einer Einverständniserklärung zu unterzeichnen. In Übereinstimmung mit dem Verhaltenskodex sind die ethischen Leitlinien des UN Global Compact und der OECD handlungsleitend bei sämtlichen Aktivitäten des Unternehmens. Zudem unterliegen alle Entscheidungen bei der Nordex Group der weltweiten Achtung der Menschenrechte. Global Compliance, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Diskriminierung sowie zur Förderung der Diversität sind fest im Unternehmen verankert.
Die Nordex Group priorisiert auf Basis einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse die folgenden Fokusthemen im Nachhaltigkeitsmanagement:
Im Berichtsjahr 2021 hat die Nordex Group ihre Produktion und das Installationsvolumen erneut deutlich gesteigert, trotz der Coronavirus-Pandemie und der Unterbrechungen der Lieferkette. Dabei hat sich der Personalbestand des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig von 8.347 auf 8.658 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2021 erhöht. Zudem waren zu diesem Stichtag 461 Zeitarbeitnehmer beschäftigt (2020: 461). Dadurch stieg die durchschnittliche feste Mitarbeiterzahl im Berichtsjahr auf 8.475 weiter an (2020: 7.791). Neueinstellungen gab es vor allem in den Funktionen Service, Projektmanagement, Blätter und Turbinen. Regional teilten sich die Neueinstellungen vor allem auf Deutschland und Indien auf.


Regional gesehen teilt sich die Belegschaft der Nordex Group wie folgt auf: Zum Jahresende 2021 waren unverändert gegenüber dem Vorjahr 35% der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. In Spanien lag der Anteil der in der Nordex Group Beschäftigten bei 20% (2020: 23%). Auf das übrige Europa entfielen weitere 19% (2020: 16%). In Nord- und Südamerika waren Ende des Berichtsjahres 20% der Mitarbeiter beschäftigt (2020: 21%). In Asien, Afrika und Australien arbeiteten 6% (2020: 5%) der Mitarbeiter.
Per Ende des Berichtsjahres sieht die Aufteilung in Fachbereichen wie folgt aus: In den Bereichen Produktion und Einkauf Rotorblätter, Maschinenhäuser und Türme waren insgesamt 30% der Mitarbeiter tätig (2020: 40%), in den Bereichen Service und Vertrieb zusammen 35% (2020: 32%). Auf die Bereiche Engineering und Projektmanagement entfielen 2021 insgesamt 25% der Mitarbeiter (2020: 18%). In administrativen Bereichen waren unverändert 10% der Mitarbeiter tätig. Diese Verteilung nach Funktionsbereichen verdeutlicht die starke Technologieausrichtung des Unternehmens und die enge Kundenbindung vor allem durch den Service.
Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft belief sich zum Jahresende 2021 genau wie im Vorjahr auf 16%, im Bereich Administration waren es 50% (2020: 48%). 2021 arbeiteten 97% der festen Mitarbeiter in Vollzeit (2020: 95%). 88% der Mitarbeiter verfügten über einen unbefristeten Arbeitsvertrag (2020: 81%).
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| Gesamtzahl Mitarbeiter | 8.658 1 | 8.347 |
| Nach Geschlecht | ||
| Männlich | 84% | 84% |
| Weiblich | 16% | 16% |
| Nach Alter | ||
| Alter unter 30 Jahre | 20% | 22% |
| Alter 30–50 Jahre | 69% | 66% |
| Alter über 50 Jahre | 11% | 12% |
| Nach Arbeitszeitmodell | ||
| In Vollzeit | 97% | 95% |
| In Teilzeit | 3% | 5% |
| Nach Vertragsart | ||
| Mit unbefristeten Verträgen | 88% | 81% |
| Mit befristeten Verträgen | 12% | 19% |
1 In die Anzahl der Mitarbeiter sind 2021 Werkstudenten, Trainees und freigestellte Mitarbeiter nicht mehr eingerechnet worden. Das Vorjahr ist entsprechend angepasst worden.
Eine Stärke der globalen Windenergieindustrie ist ihre Innovationskraft als Treiber für einen stetigen technologischen Fortschritt. Mittlerweile setzt sich die Windenergie rund um den Globus weitgehend ohne staatliche Förderung im Wettbewerb mit anderen Technologien zur Energieerzeugung durch. Neben den ökologischen Vorteilen muss daher die Wirtschaftlichkeit hoch sein. Entsprechend anspruchsvoll sind die Anforderungen an Ingenieure und Technologie. Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Nordex Group sind daher effiziente Windenergieanlagen, die über ihre gesamte Nutzungsdauer eine kostengünstige Stromerzeugung ermöglichen. Die systematische und ganzheitliche Reduzierung der Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen für alle Windklassen und für alle adressierten Märkte spielt somit eine bedeutende Rolle bei der Produktentwicklung. Ein weiterer wichtiger Teil der Entwicklungsaktivitäten ist es, die Marktfähigkeit der Produkte in Bezug auf Genehmigungs- und Netzanschlussfähigkeit in den Zielmärkten kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen.
Die Nordex Group hat dazu ein Technologiekonzept auf Basis von Serienprodukten entwickelt, dessen Herzstück die erfolgreich etablierte Delta4000-Baureihe ist. Diese weltweit einsetzbare und je nach Anforderung flexibel variierbare Turbinenplattform ermöglicht die Stromerzeugung in den Leistungsbereichen 4 MW, 5 MW und mittlerweile auch 6 MW. In Einzelfällen entwickelt Nordex auch projektspezifische Lösungen und Anpassungen. Die F&E-Aktivitäten umfassen auch Innovationen bei den Fertigungs-, Logistik- und Serviceprozessen sowie bei der Errichtung der Windenergieanlagen. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt darüber hinaus auf der Verlängerung der Lebensdauer. Projektspezifisch werden mittlerweile Anlagenlebensdauern von 35 Jahren erreicht. Das Unternehmen beteiligt sich zudem an Projekten, die sich mit der Netzintegration erneuerbarer Energien befassen.
Im Bereich Engineering der Nordex Group waren zum Jahresende 2021 konzernweit 628 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2020: 613 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) tätig. Die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind an den Standorten Rostock und Hamburg (Deutschland) sowie Pamplona (Spanien) angesiedelt. Darüber hinaus konzentriert sich das Nordex Blade Technology Centre in Kirkeby (Dänemark) auf Innovationen im Bereich Rotorblatt und auf die dazugehörigen Fertigungstechnologien.
Die bilanzierten Entwicklungsaufwendungen lagen zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei EUR 163,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 166,7 Mio.). Dabei wurden im Geschäftsjahr 2021 Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 35,1 Mio. (2020: EUR 24,7 Mio.) neu aktiviert. Die Zugänge umfassten vor allem die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe. Enthalten sind Fremdkapitalkosten in Höhe von EUR 1,4 Mio. (2020: EUR 1,4 Mio.) zu einem Finanzierungssatz von 5,81% (2020: 4,52%). Im Berichtsjahr fielen darüber hinaus weitere Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 23,4 Mio. (2020: EUR 23,0 Mio.) an, die nicht die Kriterien für eine Aktivierung erfüllen und somit erfolgswirksam erfasst wurden. Die Aktivierungsquote liegt für das Berichtsjahr bei 59,99% (2020: 51,84%). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 auf EUR 38,3 Mio. (2020: EUR 46,4 Mio.).
Die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe insbesondere im Hinblick auf künftige weitere Turbinenvarianten bildete den Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeiten auch im Geschäftsjahr 2021. Dabei wurde ein bedeutender Erfolg erzielt: Im September 2021 gelang Nordex mit der Einführung der Turbine des Typs N163/6.X der Eintritt in die Klasse 6 MW+. Diese Turbine ermöglicht einen besonders hohen Jahresenergieertrag. Die Neu- und Weiterentwicklungsaktivitäten umfassen generell die Entwicklung und Tests neuer Rotorblatttypen, die Verwendung neuer Materialien in der Blattproduktion wie auch die Entwicklung neuer Turbinenvarianten mit erhöhter Nennleistung. Daneben setzt die Nordex Group kontinuierlich darauf, Maßnahmen zur Senkung der Stromgestehungskosten von bestehenden Turbinentypen zu implementieren. Die 2019 neu eingeführte Datenplattform Nordex OS™ wird kontinuierlich weiterentwickelt. Als sogenannte IIoT-Plattform (Industrial Internet of Things) ermöglicht Nordex OS™ mehr Flexibilität in der Datenanbindung und eine höhere Zentralisierung der Daten. Auf Basis dieser Plattform wird das neue Control Center betrieben, mit dem der Service in Echtzeit die gesamte Flotte überwachen kann. Auch Analysen wie das Predict2Prevent-Programm (Auswertungen zur Vorhersage von Störungen) profitieren durch den vereinfachten Datenzugang. Mit Nordex OS™ SCADA EDGE findet die neue Plattform auch Anwendung im Windpark selbst. Nordex OS™ SCADA EDGE ist die neueste SCADA-Generation und dient als lokales System zur Datenerfassung und Fernüberwachung. Als klassisches SCADA-System ist es auch ohne Verbindung zur zentralen Plattform voll betriebsfähig. Dank des neuen SCADA-Systems sind unter anderem hochfrequente Daten optional per SCADA verfügbar.
Die Weltwirtschaft stand auch im Jahr 2021 unter dem Einfluss der Coronavirus-Pandemie. Das erste Quartal war vor allem in den Industriestaaten durch die strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen geprägt. Mit dem laufenden Impffortschritt und der Lockerung dieser Restriktionen setzte im Frühjahr weltweit eine starke Konjunkturerholung ein. Dieser breite globale Aufschwung geriet allerdings ab der Jahresmitte ins Stocken. Zum einen sind die Infektionszahlen in Asien im Sommer gestiegen, sehr stark u.a. in Indien. Zum anderen kam es zu massiven Verwerfungen in den globalen Wertschöpfungsketten. Gravierende und anhaltende Lieferengpässe und explodierende Kosten für Rohstoffe, Vorprodukte und Transportleistungen stoppten den Aufschwung der zuvor lebhaften Industrie. Zum Teil standen Produktionsanlagen vorübergehend still. Die Inflation hat sich auch – getrieben durch die Engpässe und Materialknappheit in vielen Wirtschaftsbereichen – stark beschleunigt. Im Schlussquartal führten deutlich steigende Infektionszahlen in den Industriestaaten zu neuen Lockdowns mit entsprechenden Belastungen für die Wirtschaft. Die globale Konjunktur war zum Jahreswechsel 2021/22 kraftlos.
Nach Einschätzung des IWF (Internationaler Währungsfonds) ist die Weltwirtschaft 2021 letztlich um 5,9% gewachsen (2020: – 3,1%). Aufgrund des sehr kraftvollen Aufschwungs im Frühjahr war die Entwicklung trotz aller Belastungen sogar etwas besser als ursprünglich prognostiziert. Die Industriestaaten (2021: +5,0%) wie auch die Schwellen- und Entwicklungsländer (2021: +6,5%) haben die letztjährige Rezession überwunden und konnten sich 2021 per saldo deutlich erholen.
In diesem globalen Umfeld war auch die Konjunkturentwicklung in den Kernmärkten der Nordex Group zwar in Summe durch eine Erholung gekennzeichnet, aber auch durch den Wechsel von negativen und positiven externen Einflüssen. Deutschlands Wirtschaft ist 2021 um 2,7% gewachsen (2020: – 4,6%), wobei der private Verbrauch stagnierte und somit keinen Wachstumsbeitrag leistete. Die Impulse kamen vor allem vom Export und den Investitionen. Zudem entfielen 50 Basispunkte des BIP-Wachstums allein auf den Corona-Impfstoffhersteller BioNTech – ein außergewöhnlicher Effekt. Der durch die Lieferengpässe ausgelöste Druck auf die Wirtschaft hat eine bessere Entwicklung im zweiten Halbjahr verhindert. Im Euroraum ist die Wirtschaftsleistung nach den ersten offiziellen Daten um 5,2% gestiegen (2020: – 6,4%). Frankreich (2021: +6,7%) und Italien (2021: +6,2%) haben sich nach Schätzung des IWF besonders deutlich erholt. Aber auch in Spanien war das Wachstum mit +4,9% nach IWF-Angaben kraftvoll. Polens Wirtschaft ist lebhaft gewachsen.
Die Wirtschaft in den USA hat sich 2021 mit einem Wachstum von 5,7% deutlich vom letztjährigen Konjunktureinbruch erholt. Die Exporte, der Privatkonsum und die Investitionen sorgten für diesen lebhaften Aufschwung. Begünstigt durch diese Impulse haben sich auch die Nachbarländer Kanada (2021: +4,7%) und Mexiko (2021: +5,3%) positiv entwickelt. Die großen Länder Lateinamerikas waren ebenfalls auf Erholungskurs. So ist die Wirtschaftsleistung in Brasilien robust (2021: +4,7%) und in Argentinien nach dem tiefen Einbruch im Vorjahr sehr stark (2021: +10,0%) gewachsen. Auch die indische Wirtschaft konnte sich aus der tiefen Rezession lösen und dynamisch zulegen (2021: +9,0%).
Angesichts der robusten Konjunkturbelebung und der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt hat die US-Notenbank (FED) im Jahr 2021 klar signalisiert, dass sie die ultralockere Geldpolitik beenden wird. Der im Jahresverlauf rapide gestiegene Inflationsdruck hat den Kurs einer baldigen Zinswende durch die FED verfestigt. Dies hat bereits 2021 den Druck vor allem auf zahlreiche Schwellenländer erhöht, ihrerseits durch zum Teil deutlich höhere Zinsen die lokalen Währungen zu stützen und die Inflation zu begrenzen. Daneben haben aber mit Großbritannien, Norwegen und Polen einige bedeutende Industrieländer die Leitzinsen ebenfalls erhöht. Gegen diesen Trend hielt die Europäische Zentralbank (EZB) trotz der hohen Inflation 2021 an ihrem expansiven geldpolitischen Kurs fest. Im Jahresverlauf 2021 ist der Außenwert des Euros gegenüber wichtigen Währungen gesunken. Bezogen auf den Jahresendkurs 2021 von USD 1,1319 hat der Euro gegenüber dem US-Dollar im Berichtsjahr um 7,9% abgewertet.
Getrieben durch die regional breite und zunächst sehr dynamische Konjunkturerholung haben sich wichtige Rohstoffe bereits im ersten Halbjahr 2021 spürbar verteuert. Mit dem Kollaps der globalen Wertschöpfungsketten und den gravierenden Materialengpässen sind die Rohstoffnotierungen dann im weiteren Jahresverlauf massiv gestiegen. Laut dem IWF waren Nicht-Öl-Rohstoffe durchschnittlich nochmals um 26,7% teurer als im Rezessionsjahr 2020, als sie auch schon um 6,7% gestiegen waren. Die Preise wichtiger Rohstoffe, die für den Bau von Windenergieanlagen benötigt werden, zum Beispiel Stahl, Kupfer oder Aluminium, erreichten in der zweiten Jahreshälfte ihren Höhepunkt und stabilisierten sich auf hohem Niveau bzw. gingen leicht zurück. Die Nordex Group sichert sich den Preis der jeweils benötigten Rohstoffe bereits unmittelbar nach Vertragsabschluss. Dennoch können Schwankungen oder schnelle kurzfristige Anstiege in den Rohstoffpreisen durchaus einen deutlichen Einfluss auf die Ergebnismargen haben.
Die Entwicklung fossiler Energieträger sowie landesspezifischer Strompreisniveaus können generell Einfluss auf die Investitionsentscheidungen über neue Windparks oder die Ausgestaltung staatlicher Rahmenbedingungen haben. Öl hat sich 2021 drastisch verteuert. Nach Angaben des IWF ist der Jahresdurchschnittskurs um 67,3% auf USD 69,07 (UK Brent, Dubai Fateh, WTI) pro Barrel gestiegen. Die Großhandelspreise für Grundlaststrom in Deutschland sind im Laufe des Jahres 2021 stark angestiegen. Der Index Epex Spot Germany lag am Jahresende 2021 bei 82,58 EUR/MWh (2020: 48,40 EUR/MWh), im Jahresdurchschnitt lag der Preis bei 96,94 EUR/MWh (2020: 30,52 EUR/MWh).
Politische Rahmenbedingungen bestimmen wesentlich das Geschäft der Nordex Group. Sie sind je nach Region und Land durch Klimaschutzziele, spezifische nationale Regelungen und Ausbaupläne unterschiedlich ausgeprägt. Diese Bedingungen geben einen Rahmen für den Ausbau von Kraftwerken im Bereich der regenerativen Energien vor. Staatliche Impulse, beispielsweise in Form von Subventionen, Steuervergünstigungen oder Gesetzesvorgaben zur regenerativen Energieerzeugung oder Minderung von Schadstoffemissionen durch fossilen Energieeinsatz, haben den Einsatz der Windenergie in der Vergangenheit wesentlich gefördert. Aus globaler Sicht bilden die auf den UN-Klimakonferenzen beschlossenen Übereinkommen den Rahmen für die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen und damit die Begrenzung der Erderwärmung. Wegweisend waren hier das Kyoto-Protokoll von 1997, das Übereinkommen von Paris 2015 und die Folgekonferenzen, zuletzt mit der 26. UN-Klimakonferenz (COP26) im November 2021 in Glasgow, bei der die Ergebnisse des Pariser Abkommens noch einmal verschärft und Kohle wie auch fossile Brennstoffe als Auslaufbrennstoffe deklariert wurden. Dies führt zu einer massiven Förderung von erneuerbaren Energien, wie sie auch von der neuen Bundesregierung vorgesehen ist, zumal diese den Strombedarf im Jahr 2030 mit 715TWh deutlich höher einschätzt als die vorherige Regierung. Bis dahin sollen 80 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden.
In den meisten Märkten dominieren mittlerweile Auktionsverfahren die staatliche Vergabe von Einspeisetarifen. Diese Auktionen sind länderspezifisch sehr unterschiedlich ausgestaltet. Generell gilt jedoch, dass sich Projektentwickler mit ihren Windparkprojekten und den für sie niedrigsten darstellbaren Stromabgabepreisen um einen Zuschlag bewerben können. Die Datenbank von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) erfasst für das Jahr 2021 weltweit eine Zuteilung von neuen Wind-Kapazitäten per Auktionsverfahren in Höhe von 31,23 GW, nach 31,46 GW im Vorjahr. In Deutschland litten 2021 die ersten beiden von insgesamt drei durch die Bundesnetzagentur durchgeführten Auktionen für Windenergie an Land wie schon im Vorjahr unter einem Mangel an genehmigten Projekten, sodass sie letztlich unterzeichnet waren. Die letzte Auktion im September 2021 war überzeichnet. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies tatsächlich eine Trendwende eingeleitet hat.
Darüber hinaus existieren nach wie vor zahlreiche Systeme zur Förderung erneuerbarer Energien und insbesondere von Onshore-Windkraft. So setzen die USA bisher stark auf eine Förderung über Steuergutschriften (PTC). In vielen Ländern werden Großprojekte ohne eine Form von Steuerprivilegien oder staatlich garantierten Einspeisetarifen vor allem über Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) oder private Auktionen verwirklicht. Solche Projekte werden beispielsweise regelmäßig in Nord- und Südamerika sowie Skandinavien umgesetzt.
Die durch technischen Fortschritt erzielte Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie sowie die in nahezu allen Ländern verschärften Initiativen zum Ausbau der regenerativen Energien treiben den Bedarf an Windenergie strukturell stark an. Weltweit befindet sich der Markt daher auf einem langfristigen Wachstumskurs.
Mit Blick auf 2021 ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Sonderkonjunktur in China und den USA, die dort im Vorjahr zu einem außergewöhnlichen Boom geführt hatte, langsam auslief. Zudem haben die Pandemie mit ihren Belastungen sowie die globalen Lieferengpässe und damit die in der Folge von Materialknappheit exorbitant gestiegenen Kosten, vor allem für Stahl und für Transportleistungen, die Windindustrie unabhängig vom langfristigen Expansionskurs belastet. Bei laufenden Projekten kam es teilweise zu erheblichen Verzögerungen, andere wurden wegen der Kostenexplosion verzögert. Insofern wurde weltweit ein noch stärkerer Ausbau der Windenergie 2021 verhindert.
Trotzdem wurden die ursprünglichen Erwartungen für 2021 (87,5 GW Neuinstallationen) übertroffen und es war bezogen auf die Errichtung neuer Erzeugungskapazitäten das zweitbeste Jahr überhaupt für die Windenergie. Nach der im November aktualisierten Vorabeinschätzung des Global Wind Energy Council (GWEC) dürften die gesamten Neuinstallationen 2021 ein Niveau von 91,9 GW (Onshore- plus Offshore-Anlagen) erreicht haben, das den Rekordstand des Vorjahres von 93,0 GW lediglich um gut 1% verfehlt hat. Onshore dürften die weltweiten Neuinstallationen 2021 laut GWEC dagegen um knapp 9% auf 79,2 GW gesunken sein. Das war jedoch fast ausschließlich auf die Marktkorrekturen in China (– 33%) und den USA (–17%) zurückzuführen. Dagegen war die Entwicklung des Onshore-Marktes 2021 vor allem in Europa, Lateinamerika und Australien sehr stark.
Das GWEC schätzt, dass die europäischen Installationen an Land u. a. wegen eines Booms in Skandinavien um etwa ein Drittel auf 15,9 GW gestiegen sind. Während der Zubau in Spanien rückläufig war, verbuchte Frankreich einen Anstieg auf voraussichtlich 1,5 GW (2020: 1,3 GW). In Deutschland wurden nach Angaben des BWE 484 Onshore-Windenergieanlagen mit 1.925 MW installierter Leistung errichtet. Das ist ein Plus von 34,5%. In Lateinamerika dürften laut GWEC 2021 Onshore-Anlagen mit einer Leistung von 5,7 GW nach 4,7 GW im Vorjahr realisiert worden sein. Treiber waren neben den laufenden Auktionen eine Vielzahl von Privatauktionen und eine wachsende Anzahl von privaten Stromlieferverträgen (PPAs, Power Purchase Agreements) großer Stromabnehmer. Brasilien, Mexiko, Chile, Argentinien und Kolumbien sind hier die wichtigsten Märkte. Der Zubau in Brasilien dürfte mit 2,2 GW erneut auf sehr hohem Niveau gelegen haben (2020: 2,3 GW). Für Mexiko geht das GWEC von 0,9 GW aus, was einem Plus von rund 50% entspricht. Laut GWEC sind darüber hinaus in Australien die Onshore-Neuinstallationen auf 2,0 GW (2020: 1,1 GW) gesprungen und Indien hat mehr als eine Verdoppelung erzielt (2,3 GW nach 1,1 GW).
Das Marktumfeld für Hersteller von Windenergieanlagen wie die Nordex Group hat sich im dritten Quartal 2021 trotz unverändert guter Nachfrage zum einen sehr schnell und zum anderen überraschend stark eingetrübt mit unterschiedlichen Ausprägungen bei den Unternehmen. Insbesondere die wachsende Instabilität und die extreme Volatilität auf den globalen Logistikmärkten haben die internationale Windindustrie und ihre Wertschöpfungskette ab den Sommermonaten spürbar erfasst. Daraus resultierende Verteuerungen bei Rohstoffen und Logistikkosten stellten erhebliche Belastungen dar. Vor allem die Seefrachtkosten sind explodiert. So stieg der Baltische Frachtindex von Juli 2020 bis Juli 2021 um 348 % an, und dann von diesem bereits sehr hohen Niveau um weitere 56 % auf bisher noch nie dagewesene Frachtraten. Neben weiteren Nachwirkungen der Coronavirus-Pandemie, die unter anderem in Bezug auf die Abläufe in der Produktion und beim Transport und der Installation von Windenergieanlagen zu berücksichtigen sind, wirkten sich teilweise auch Lieferverzögerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten negativ aus. Trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklungen bei Produktion, Installation und Umsatz führten diese externen Belastungen zu Margendruck. Nordex hat deshalb im November die Ergebnisprognose revidiert (siehe Kapitel "Vergleich des tatsächlichen Geschäftsverlaufs mit der Prognose", S. 49).
Trotz des spürbar eingetrübten Umfelds sind verschiedene Ereignisse herauszustellen, die die strategische Weiterentwicklung der Nordex Group belegen bzw. die die finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gestärkt haben. Im Einzelnen waren im Berichtsjahr folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung der Nordex Group und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt:
Die Nordex Group hat 2021 zahlreiche bedeutende Aufträge für neue Windparkprojekte in Europa, Lateinamerika und den USA gewonnen. Besonders die Nachfrage nach der Delta4000, die von hoher Bedeutung für die zukünftige Profitabilität der Nordex Group ist, ist sehr hoch. Auf diese Baureihe entfällt mit 83% der dominierende Teil aller neuen Aufträge. Der Bestelleingang zog im Volumen deutlich an und das Momentum blieb bis Jahresende hoch. Nähere Informationen zu den wesentlichen Aufträgen sind im Internet im Bereich der Unternehmensmeldungen bei Investor Relations zusammengestellt (ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/4000/finanzmitteilungen.html).
Unter den zahlreichen Aufträgen ragt das Projekt "MacIntyre" heraus. In Australien wurden im Juli Aufträge für zwei Windparks mit einer addierten Gesamtleistung von mehr als 1 GW gewonnen. Allein für das Projekt "MacIntyre" (über 923 MW) wurden 162 Turbinen des Typs Nordex N163/5.X der Delta4000-Baureihe bestellt. Es ist das bislang größte Einzelprojekt für diese Turbine.
Im September wurde darüber hinaus ein bedeutender technologischer Meilenstein erreicht. Mit der Produkteinführung der Turbine des Typs N163/6.X gelang der Einstieg in die Klasse 6 MW+. Nordex setzt mit dieser neuen Turbine auf das etablierte Erfolgskonzept des flexiblen Leistungsbereichs von Windenergieanlagen der Delta4000-Serie auf. Im Vergleich zum Schwestermodell der 5-MW-Klasse kann die N163/6.X durch ihre deutlich erhöhte Nennleistung einen bis zu 7% höheren Jahresenergieertrag erwirtschaften. Die bewährten Logistik- und Installationsprozesse der Turbinen der Delta4000-Serie können wie bisher genutzt werden.
Im Juli hat die Nordex Group mit der US-amerikanischen TPI Composites (ein führender Experte in der Rotorblattprozesstechnologie) neben der bestehenden Zusammenarbeit in der Türkei und in Indien eine weitere strategische Partnerschaft vereinbart. Im Juli hat die Nordex Group den Betrieb ihrer Rotorblattproduktion im mexikanischen Matamoros für einen Zeitraum von drei Jahren auf TPI übertragen. Ziel ist es, die Effizienz und Leistung der Rotorblattproduktion weiter zu steigern. Die Nordex Group kann ihre Ressourcen künftig auf andere strategische Produktionsanlaufaktivitäten fokussieren. Damit werden die globale Produktionspräsenz weiter gestärkt und die Flexibilität der Lieferkette für Schlüsselkomponenten erhöht.
Per Ende Februar hat der langjährige CFO der Nordex SE, Christoph Burkhard, seine Tätigkeit für das Unternehmen aus persönlichen Gründen vorzeitig beendet und sein Vorstandsmandat niedergelegt. Nachfolger ist Dr. Ilya Hartmann, der zuvor als CEO für die Division Europa der Nordex Group verantwortlich war und seit dem 1. Januar 2021 Mitglied des Vorstands ist. Herr Dr. Hartmann hat das Finanzressort am 1. März 2021 übernommen.
Mit der im Juli erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung hat die Nordex Group die Bilanz gestärkt und die finanzielle Flexibilität gesteigert. Durch den gesunkenen Nettoverschuldungsgrad wird Nordex Zinseinsparungen erzielen. Das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung belief sich auf gut EUR 586,1 Mio. brutto (Barerlös von nahezu EUR 389,6 Mio., Sacheinlage durch Acciona von etwa EUR 196,6 Mio.). Acciona hat die Bezugsrechte für seinen Anteil am Grundkapital von 33,63% ausgeübt und anstelle von Bareinlagen Darlehensforderungen in Höhe von EUR 196,6 Mio. aus einem Gesellschafterdarlehen eingebracht, das damit deutlich reduziert wurde. Im Zuge der Kapitalmaßnahme konnte außerdem die nach Nachhaltigkeitskriterien bewertete Garantiekreditlinie um über EUR 170 Mio. auf EUR 1,41 Mrd. erhöht werden. Außerdem hat die Nordex Group die staatlich garantierte RCF in Höhe von EUR 350 Mio. gekündigt und ist damit vorzeitig aus der mit Corona verbundenen staatlichen Beihilfe ausgestiegen. Darüber hinaus führte die Nordex Group ihr Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank vollständig zurück und das Schuldscheindarlehen von EUR 242,4 Mio. auf EUR 25,9 Mio. per Jahresultimo.
Die Nordex Group hat ihre Produktionsleistung 2021 gegenüber den Vorjahresniveaus sowohl bei den Turbinen (in MW) als auch bei den Rotorblättern (in Stückzahlen) gesteigert. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es jedoch auch im Berichtsjahr immer wieder zu Produktionsunterbrechungen, insbesondere in Indien. Teilweise führten zudem Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten zu Verzögerungen. Strategischer Schwerpunkt für den Ausbau der Produktion ist Indien. Dort erweitert die Nordex Group ihre Kapazitäten auf bis zu 4 GW, um den Bedarf auf den internationalen Märkten zu bedienen.
Die Nordex Group hat im Berichtsjahr 1.480 Turbinen (2020: 1.488 Turbinen) produziert. Aufgrund der durchschnittlich höheren Leistung der Windenergieanlagen stieg die Nennleistung der montierten Turbinen um 15,6% auf 6.686 MW (2020: 5.786 MW). Die Produktion teilte sich auf in 1.129 Turbinen der Delta4000-Plattform, 20 Turbinen der AW-Plattform und 331 Turbinen auf die Gamma- und Delta3000-Baureihen.
In den eigenen Werken fertigte die Nordex Group 2021 insgesamt 1.680 Rotorblätter (2020: 1.545 Blätter). Von externen Zulieferern, die die Blätter nach Nordex-Design und Nordex-Vorgaben herstellen, hat das Unternehmen 2.822 Blätter bezogen (2020: 2.816 Blätter).
| Turbinen (MW) | Rotorblätter (Stück) | |||
|---|---|---|---|---|
| 2021 | 2020 | 2021 | 2020 | |
| Deutschland | 3.381,4 | 3.264,8 | 665 | 724 |
| Spanien | 2.648,1 | 1.695,8 | 466 | 163 |
| Brasilien | 166,1 | 273,7 | – | – |
| Indien | 490,4 | 517,1 | 298 | 289 |
| Mexiko | – | – | 251 | 369 |
| Argentinien | – | 34,7 | – | – |
| Gesamt | 6.686,0 | 5.786,0 | 1.680 | 1.545 |
Im Jahr 2021 hat die Nordex Group in 22 Ländern insgesamt 1.619 Windenergieanlagen (2020: 1.533 Anlagen in 24 Ländern) mit einer Gesamtnennleistung von 6.679 MW (2020: 5.546 MW) installiert. Aufgrund der veränderten Ermittlungsmethode der Installationen wurde das Vorjahr entsprechend angepasst. Dabei wurden (gerechnet in MW) 58% der Anlagen in Europa (2020: 45%), 10% in Lateinamerika (2020: 25%) und 23% in den USA und damit der Berichtsregion Nordamerika (2020: 25%) errichtet, während die verbleibenden 9% der Installationen auf Indien, Südafrika und Australien (Berichtsregion "Rest der Welt", 2020: 5%) entfielen.
Bei den wichtigsten Einzelmärkten lagen die USA mit 1.512 MW (2020: 1.369 MW) installierter Leistung, die Türkei mit 794 MW (2020: 479 MW) und Schweden mit 726 MW (2020: 194 MW) an der Spitze. Weitere wichtige Märkte in Europa waren Norwegen, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Spanien. Außerhalb von Europa spielten nach den USA vor allem Südafrika, Brasilien, Chile, Mexiko und Australien eine bedeutende Rolle.
Wie bereits in den beiden Vorjahren waren auch 2021 die USA mit 329 Turbinen (2020: 362 Turbinen) der weltweit wichtigste Einzelmarkt für die Nordex Group. Es folgten die Türkei mit 172 Turbinen (2020: 107 Turbinen), Schweden mit 153 Turbinen (2020: 46 Turbinen), Südafrika mit 124 Turbinen (2020: 37 Turbinen) und Frankreich mit 115 Turbinen (2020: 50 Turbinen). Auf dem deutschen Markt stieg die Anzahl der Errichtungen zwar von 59 im Jahr 2020 auf 105 im Berichtsjahr, blieb damit aber immer noch unter den starken Jahren 2016 oder 2017.
| Installierte Leistung (MW) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Land | 2021 | 2020 1 | ||
| USA | 1.512,0 | 1.369,0 | ||
| Türkei | 794,4 | 478,8 | ||
| Schweden | 726,3 | 194,4 | ||
| Norwegen | 451,1 | 0,0 | ||
| Deutschland | 430,5 | 233,1 | ||
| Südafrika | 389,6 | 111,5 | ||
| Frankreich | 356,1 | 147,0 | ||
| Niederlande | 285,6 | 326,7 | ||
| Brasilien | 250,6 | 727,9 | ||
| Chile | 220,8 | 78,0 | ||
| Mexiko | 211,2 | 300,3 | ||
| Spanien | 203,7 | 283,1 | ||
| Australien | 139,5 | 18,0 | ||
| Finnland | 124,2 | 135,0 | ||
| Polen | 114,9 | 142,8 | ||
| Großbritannien | 109,0 | 24,0 | ||
| Ukraine | 95,4 | 180,0 | ||
| Italien | 71,4 | 40,8 | ||
| Belgien | 69,9 | 13,2 | ||
| Indien | 66,0 | 156,0 | ||
| Kroatien | 32,4 | 119,4 | ||
| Portugal | 24,0 | 0,0 | ||
| Argentinien | 0,0 | 271,5 | ||
| Griechenland | 0,0 | 101,4 | ||
| Irland | 0,0 | 87,5 | ||
| Luxemburg | 0,0 | 6,6 | ||
| Gesamt | 6.678,7 | 5.546,1 |
1 2020 – Vorjahreswerte angepasst
Die Installationen werden jetzt nach physischer Errichtung (mechanical erection) gezählt, um das operative Geschäft möglichst genau abzubilden.
Der Auftragseingang der Nordex Group stieg im Segment Projekte (Turbinengeschäft) – vor allem getrieben durch die starke Nachfrage nach der Delta4000-Plattform – im Jahr 2021 sehr deutlich an. Dabei entwickelte sich der Bedarf in den europäischen Märkten sowie in Brasilien und Australien besonders positiv, während die Nachfrage in den USA rückläufig war. Im Segment Projekte erhielt das Unternehmen Aufträge aus 22 Ländern mit einem Gesamtwert von EUR 5.681 Mio., der 35% über dem Vorjahr lag, als Aufträge über EUR 4.218 Mio. aus 22 Ländern gewonnen wurden. Geografisch verteilte sich das Auftragsvolumen (in EUR) 2021 wie folgt: Mit 64% entfiel der Großteil auf Europa (2020: 62%), 19% auf Lateinamerika (2020: 19%), 8% auf Nordamerika (2020: 19%) und 9% auf Australien, das zur Region "Rest der Welt" (2020: 0%) zählt. Die wichtigsten Einzelmärkte in Europa waren Deutschland, Finnland, Frankreich, die Türkei sowie Polen und international zählten Brasilien, Australien und die USA dazu.
Die Nordex Group erhöhte im Berichtsjahr ihren Auftragseingang um 32% auf eine Nennleistung von 7.945 MW (2020: 6.020 MW) und erreichte damit ihr bisher bestes Ergebnis. Im Geschäftsjahr 2021 stieg der durchschnittliche Anlagenpreis je Megawatt Leistung auf EUR 0,72 Mio./MW (2020: EUR 0,70 Mio./MW). Dieser durchschnittliche Verkaufspreis für Turbinen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Diese können unter anderem der unterschiedliche Leistungsumfang der Projekte, Anzahl und Typ der Turbine oder auch die Region sein. Ebenfalls spielt die inzwischen deutlich gestiegene Nennleistung der Turbine eine nicht unerhebliche Rolle. Insofern ist ein direkter Rückschluss auf die Profitabilität eines Projekts nicht zulässig. Dies gilt zum Beispiel auch für das Großprojekt "Windpark MacIntyre" in Australien mit einem Umfang von über 1 GW, bei dem der durchschnittliche Verkaufspreis aufgrund des niedrigeren Leistungsumfangs deutlich geringer ausfällt.
Die Book-to-Bill-Quote im Segment Projekte – also das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz ohne das Servicegeschäft – erhöhte sich für das Jahr 2021 auf 1,14 und lag damit 14% über dem Vorjahr von 1,0 und signalisiert damit künftiges Wachstum.
Die Nordex Group konnte ihren Bestand an festen Aufträgen im Segment Projekte in Höhe von EUR 5.137,5 Mio. signifikant um 20,3% auf EUR 6.177,9 Mio. zum Ende des Berichtsjahres 2021 steigern. Dabei teilte sich der Auftragsbestand geografisch wie folgt auf: Der größte Anteil entfiel mit 61% erneut auf die europäischen Märkte (2020: 62%), gefolgt von Lateinamerika mit 24% (2020: 16%), anschließend der Rest der Welt mit 8% (2020: 7%) sowie Nordamerika mit 7% (2020: 15%).
| Auftragseingang | Auftragsbestand 1 | |||
|---|---|---|---|---|
| Region/EUR Mio. | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 2 |
| Europa | 3.629,7 | 2.620,0 | 3.795,4 | 3.167,2 |
| Nordamerika | 474,4 | 781,6 | 399,8 | 750,9 |
| Lateinamerika | 1.068,9 | 816,5 | 1.470,7 | 852,1 |
| Rest der Welt | 507,7 | 0 | 512,1 | 367,4 |
| Gesamt | 5.680,8 | 4.218,1 | 6.177,9 | 5.137,5 |
1 Zum 31.12.
2 Der Auftragsbestand hat sich aufgrund der geänderten Zählweise der Installationen verändert und wurde angepasst.
Im Segment Service erhöhte die Nordex Group ihren Auftragseingang auf EUR 624,7 Mio. (2020: EUR 607,6 Mio.). Der Auftragseingang umfasst dabei gleichermaßen Serviceverträge für Neuanlagen als auch Vertragsverlängerungen bei ausgelaufenen Verträgen. Bei den im Jahr 2021 abgeschlossenen Serviceverträgen für neu ausgelieferte Anlagen erzielte die Nordex Group ein Rekordergebnis. Dieses wird allerdings erst nach Inbetriebnahme der Anlagen im Auftragseingang 2022 berücksichtigt. Der Auftragsbestand des Segments stieg im Berichtsjahr um 7,7% weiter auf EUR 3.037 Mio. an (2020: EUR 2.819,3 Mio.). Hierin erfasst sind Verträge für Anlagen, die sich am Jahresende im aktiven Service befanden. Verträge, die später in Kraft treten, sind in diesem Leistungsindikator noch nicht enthalten.
Zum Jahresultimo 2021 betreute die Nordex Group im Service-Segment weltweit 9.765 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 27 GW unter Service (31. Dezember 2020: 8.383 Anlagen entsprechend 21 GW). Die Anlagenverfügbarkeit der von der Nordex Group über Serviceverträge betreuten Anlagen lag im Jahr 2021 über alle Plattformen und Märkte hinweg bei durchschnittlich 97,1% (2020: 97,3%). Insgesamt lagen die ungeplanten Ausfallzeiten der betreuten Anlagen in etwa auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.
Seit dem Jahr 2018 berichtet die Nordex Group über die Segmente Projekte und Service. Das Segment Projekte umfasst dabei das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen sowie die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development. Der Service enthält alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Anlagen nach Inbetriebnahme zusammenhängen. Umsatzerlöse sowie Aufwendungen und Erträge, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat als "nicht zugeordnet" ausgewiesen.
Im Berichtsjahr erzielte das Segment Projekte einen Umsatz von EUR 4.986,7 Mio. (2020: EUR 4.217,2 Mio.) und das Segment Service EUR 468,0 Mio. (2020: EUR 437,6 Mio.). Vor nicht zugeordneten Umsätzen und Konsolidierung trugen das Segment Projekte 91,4% und das Segment Service 8,6% zum Konzernumsatz bei.
| Projekte | Service | Konzern | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR Mio. | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 |
| Auftragseingang | 5.680,8 | 4.218,1 | 624,7 | 607,6 | 6.305,5 | 4.825,7 |
| Auftragsbestand | 6.177,9 | 5.137,5 1 | 3.037,3 | 2.819,3 | 9.215,2 | 7.956,8 |
| Umsatz | 4.986,7 | 4.217,2 | 468,0 | 437,6 | 5.444,0 | 4.650,7 |
| EBIT | 46,9 | 120,4 | 77,8 | 69,2 | –107,3 | –61,8 |
1 Vorjahreswerte angepasst
Am 23. März 2021 hatte die Nordex Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht. Dabei erwartete der Vorstand einen Konzernumsatz von EUR 4,7 bis 5,2 Mrd. Grundlage für die Erwartung des damit verbundenen Umsatzanstiegs im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere der hohe Auftragseingang aus dem Jahr 2020. Er bildete die Basis für die Prognose von planmäßig deutlich höheren Errichtungen und einer entsprechend stark gesteigerten Produktion im Berichtsjahr. Vor diesem Hintergrund wurde die EBITDA-Marge für 2021 mit 4,0% bis 5,5% prognostiziert, die sich im Laufe des Jahres schrittweise erhöhen sollte. Dafür wurden zwei Treiber herausgestellt: Zum einen liefen 2021 margenschwache Projekte aus und zum anderen stieg der Anteil der Projekte mit der profitableren Delta4000-Plattform kontinuierlich. Zudem erwartete die Nordex Group, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das laufende Geschäft ab dem zweiten Quartal abnehmen würden (z. B. verringerte Betriebsunterbrechungen oder Reiserestriktionen). Dazu haben auch die stabilisierte Lieferkette und bewährte Konzepte beigetragen, mit denen alle Bereiche des Unternehmens unter Pandemiebedingungen effizient und effektiv arbeiten können.
Darüber hinaus hatte das Unternehmen auf den Konzernumsatz bezogen eine Working-Capital-Quote von unter – 6,0% und Investitionen bei rund EUR 180 Mio. mit Blick auf den weiteren Ausbau der Lieferkette erwartet. Der Auftragseingang und das Aktivitätsniveau haben einen Einfluss auf die Höhe des Working Capitals.
Die Nordex Group war zunächst wie erwartet in das Geschäftsjahr 2021 gestartet, mit wachsenden Installationen und steigendem Umsatz gegenüber dem Vorjahr sowie einem soliden Auftragseingang und einer geringen EBITDA-Marge, die noch von margenschwachen Altaufträgen beeinflusst war. Im zweiten Quartal zeigte sich grundsätzlich eine positive Geschäftsentwicklung im Rahmen der Erwartungen, vor allem hinsichtlich Umsatz und EBITDA-Marge. Allerdings wirkten sich die stark gestiegenen Kosten, insbesondere für Seefrachten und auch für Rohstoffe immer deutlicher aus, sodass der Vorstand nun eine EBITDA-Marge im unteren Bereich des prognostizierten Korridors als realistisch einstufte. Die ungünstige und sich rasant weiterentwickelnde Kostensituation spitzte sich im dritten Quartal massiv zu. Dabei erreichten die Seefrachten noch nie dagewesene Niveaus und belasteten die Profitabilität erheblich. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen stieg die Marge nicht weiter an, sondern blieb mit 2,5% auf dem Niveau des zweiten Quartals 2021. Aus Sicht des Unternehmens war zu diesem Zeitpunkt weiter mit einer drastischen Ergebnisbelastung im vierten Quartal 2021 und darüber hinaus auch für 2022 zu rechnen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und basierend auf den vorläufigen Ergebnissen des dritten Quartals 2021 hat die Nordex Group am 8. November ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2021 angepasst, um den Entwicklungen im dritten Quartal und den Aussichten für das vierte Quartal Rechnung zu tragen. Getrieben von der hohen Nachfrage und einer starken Projektabwicklung erwartete die Nordex Group für das Jahr 2021 nun einen Konzernumsatz von EUR 5,0 bis 5,2 Mrd. (bisher: EUR 4,7 bis 5,2 Mrd.). Unter Berücksichtigung unerwarteter Kostensteigerungen aufgrund der beispiellosen Volatilität in den Rohstoff- und Logistikmärkten wurde nunmehr eine operative EBITDA-Marge von rund 1,0% erwartet (bisher: 4,0 bis 5,5%). Die Erwartungen hinsichtlich Investitionen (rund EUR 180 Mio.) und Working-Capital-Quote (unter – 6%) blieben unverändert.
Die Geschäftszahlen 2021 des Nordex-Konzerns erfüllen die neue Prognose vom 8. November 2021. Der Konzernumsatz belief sich auf EUR 5,4 Mrd. und die EBITDA-Marge auf 1,0%. Damit lag der Umsatz leicht über den Erwartungen, während die EBITDA-Marge genau der Prognose entsprach. Der Konzern investierte insgesamt EUR 168,7 Mio. und lag damit knapp unter den prognostizierten EUR 180 Mio. Zum 31. Dezember 2021 belief sich die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote auf –10,2% und lag damit besser als die prognostizierten – 6%.
| Kennzahl | Prognose März 2021 |
Aktualisierte Prognose November 2021 |
Ist 2021 |
|---|---|---|---|
| Umsatz in EUR Mrd. | 4,7–5,2 | 5,0–5,2 | 5,4 |
| EBITDA-Marge in % | 4,0–5,5 | ca. 1,0 | 1,0 |
| Working-Capital-Quote in % | unter –6 | unter –6 | –10,2 |
| Investitionen (CAPEX) in EUR Mio. |
ca. 180 | ca. 180 | 168,7 |
Die Nordex Group hat sich in einem internationalen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld erneut gut behauptet. Das Berichtsjahr 2021 war zum einen geprägt von stark steigenden Kosten für Rohstoffe und von drastisch verteuerten Seefrachten sowie zum anderen von der Pandemie und daraus resultierenden Unterbrechungen der Lieferkette. Dabei entwickelten sich die Kosten im Laufe des Berichtsjahres dynamisch und erreichten sehr schnell noch nie dagewesene Niveaus, die zahlreiche Industrien und somit auch die Windbranche vor kaum lösbare Herausforderungen stellten. Dabei sorgten die sehr langen Liegezeiten in den südostasiatischen Häfen immer wieder für verspätete Lieferungen von Komponenten. Dies führte auch bei Nordex zu Verzögerungen in der Produktion sowie bei der Abwicklung von Projekten, sodass in diesem Zusammenhang Schadensersatzzahlungen (sogenannte Liquidated Damages) fällig wurden. Die Nordex Group hat diesen Entwicklungen aktiv entgegengesteuert und unter anderem eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Unterbrechungen des operativen Geschäfts aufzufangen bzw. abzumildern. Außerdem hat das Unternehmen sein Kostensenkungsprogramm weiter konsequent fortgeführt.
Darüber hinaus führte die Nordex Group im Juli 2021 erfolgreich eine kombinierte Kapitalerhöhung sowie eine Fremdkapitaltransaktion durch. Dadurch konnte das Unternehmen seine Bilanz stärken, seine Eigenkapitalquote signifikant erhöhen und seinen finanziellen Spielraum und die Flexibilität vergrößern. Gleichzeitig brachte der Hauptaktionär eine Sacheinlage in Form von Darlehensforderungen aus einem Gesellschafterdarlehen ein. Dies führt künftig zu einer Senkung der Zinskosten. Parallel zu dieser Kapitalerhöhung konnte die Nordex Group ihre bestehende, nach Nachhaltigkeitskriterien bewertete Garantiekreditlinie durch Ausübung einer Aufstockungsoption um EUR 171 Mio. auf insgesamt EUR 1,41 Mrd. aufstocken. Dies schließt mit ein, dass dem Unternehmen von dieser Aufstockung bis zu EUR 100 Mio. auch in Form von zugesicherten Bankkreditlinien zur Verfügung gestellt werden. Ferner hat die Nordex Group den größten Teil ihrer Garantiekreditlinie bereits vorab um ein weiteres Jahr bis 2024 verlängert. In diesem Kontext kündigte Nordex auch die staatlich garantierte revolvierende Kreditlinie in Höhe von EUR 350 Mio. und stieg damit vorzeitig aus der mit der Corona verbundenen staatlichen Beihilfe aus.
Die Nordex Group verfügt mit ihrer Plattform Delta4000 über ein sehr leistungs- und wettbewerbsfähiges Produkt (mit inzwischen sieben Produktvarianten), das stark nachgefragt wird und dessen Anteil am gesamten Auftragseingang sich kontinuierlich erhöht hat. Im Berichtsjahr stieg der Auftragseingang von über 6 GW auf 7,95 GW, wobei sich der Anteil der Delta4000 von 81% im Vorjahr auf 83% im Berichtsjahr erhöhte. Die Installationen stiegen ebenfalls von 5,5 GW auf 6,7 GW, obwohl es zu Unterbrechungen in der Lieferkette kam, und die Produktion der Turbinen wuchs ebenfalls von 5,8 GW auf 6,7 GW. Infolgedessen erhöhte sich ebenfalls der Umsatz von EUR 4,7 Mrd. im Vorjahr auf rund EUR 5,4 Mrd. im Berichtsjahr. Damit übertraf das erreichte Umsatzniveau die im Rahmen der am 8. November 2021 veröffentlichten Erwartungen sogar leicht. Die operative Ergebnismarge entsprach mit 1,0% ebenfalls den aktualisierten Erwartungen, blieb allerdings unter der im Jahr 2020 erzielten Marge von 2,0%. Dies ist vor allem auf die stark gestiegenen Kosten zurückzuführen, die das Unternehmen nicht vollständig und nicht im Tempo der Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben konnte.
Die Nordex Group ist mit ihrer breiten Aufstellung in allen wesentlichen Volumen- und Wachstumsmärkten vertreten und somit von Entwicklungen in Einzelmärkten weitgehend unabhängig. Außerdem verfügt das Unternehmen über ein großes Kundenspektrum sowie ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio. In Verbindung mit seinen auf über 6 GW gestiegenen Produktionskapazitäten hat es sich eine hohe Relevanz am Markt und bei seinen Kunden erarbeitet und kann Chancen in den verschiedenen Märkten nutzen. Aus diesem Grund wird Nordex zukünftig Märkte mit einem erhöhten Risikoprofil nicht mehr bedienen.
Vor dem Hintergrund des gegenwärtig überaus anspruchsvollen Marktumfelds beurteilt der Vorstand der Nordex SE das Geschäftsjahr 2021 als zufriedenstellend und stellt fest, dass das Unternehmen auf seine weiteren Aufgaben und Herausforderungen gut vorbereitet ist.
Gestützt auf die deutlichen Steigerungen bei Produktionsleistung und Installationen hat die Nordex Group im Geschäftsjahr 2021 einen um 17,1% auf EUR 5.444,0 Mio. höheren Umsatz erwirtschaftet (2020: EUR 4.650,7 Mio.). Damit konnten sowohl die ursprüngliche Prognose als auch die unterjährig angepasste Erwartung des Unternehmens übertroffen werden. Der umsatzstärkste Einzelmarkt waren wie in den Vorjahren die USA mit einem Umsatz von EUR 1.020,4 Mio. (2020: EUR 1.017,0 Mio.), danach folgten Deutschland mit EUR 547,6 Mio. (2020: EUR 321,1 Mio.), die Türkei mit EUR 442,4 Mio. (2020: EUR 379,6 Mio.), Schweden mit 389,0 Mio. (2020: EUR 356,3 Mio.), Frankreich mit 353,4 Mio. (2020: EUR 183,2 Mio.) und Spanien mit EUR 332,8 Mio. (2020: EUR 270,9 Mio.).
Die Gesamtleistung der Nordex Group ist im Berichtszeitraum mit einem Zuwachs von 16,3% auf EUR 5.051,7 Mio. (2020: EUR 4.345,5 Mio.) leicht unterproportional zum Umsatz gestiegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die im Vorjahr im Hinblick auf die hohen anstehenden Installationen aufgebauten Vorräte im Berichtsjahr abgearbeitet und damit die Bestände reduziert wurden. Die Materialaufwendungen sind 2021 um 11,2% auf EUR 4.224,8 Mio. (2020: EUR 3.798,1 Mio.) gestiegen und damit geringer als die Gesamtleistung, sodass sich eine Materialaufwandsquote von 83,6% ergab (2020: 87,4%). Dabei wirkten sich die tendenziell steigenden Produktmargen der profitablen Delta4000-Plattform positiv aus. Die explodierenden Vorprodukt- und insbesondere Frachtkosten wirkten sich nicht ganzjährig, sondern vor allem erst im zweiten Halbjahr 2021, dann aber beschleunigt negativ aus. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) ist 2021 ganzjährig sehr deutlich um 51,1% auf EUR 827,0 Mio. (2020: EUR 547,4 Mio.) gestiegen.
Die Strukturkosten (Personalaufwand sowie der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen) sind allerdings auch erheblich um 70,8% auf EUR 774,3 Mio. gestiegen (2020: EUR 453,4 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf deutlich geringe sonstige betriebliche Erträge zurückzuführen. Im Vorjahr war hier ein Ertrag in Höhe von EUR 362,8 Mio. aus dem Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios an RWE erhöhend zu Buche geschlagen. Einen entsprechenden Effekt gab es 2021 nicht. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen verschlechterte sich dadurch auf EUR – 300,6 Mio. (2020: EUR –19,4 Mio.). Der Wachstumskurs der Nordex Group erforderte auch im Berichtsjahr einen leichten Personalaufbau, vor allem in der Produktion, dem Projektmanagement und im Service. Der Personalaufwand erhöhte sich in der Folge um 9,2% auf EUR 473,7 Mio. (2020: EUR 434,0 Mio.).
| EUR Mio. | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Personalaufwand | 473,7 | 434,0 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen abzüglich sonstiger betrieblicher Erträge |
300,6 | 19,4 |
| Gesamt | 774,3 | 453,4 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Berichtsjahr auf EUR 113,3 Mio. (2020: EUR 451,4 Mio., inklusive EUR 362,8 Mio. Einmalerlös aus dem Verkauf eigenentwickelter Windparkprojekte). Im Berichtsjahr wirkten sich eine Erfolgsbeteiligung aus der Realisierung eines Windparkprojekts in Höhe von EUR 7,5 Mio. (2020: EUR 0,0 Mio.) sowie höhere Gewinne aus Anlagenabgängen und der Auflösung von Wertberichtigungen positiv aus.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen ermäßigten sich auf EUR 413,9 Mio. (2020: EUR 470,8 Mio.). Die sonstigen Personalkosten als größter Einzelposten sanken um 7,7% auf EUR 111,7 Mio. (2020: EUR 121,1 Mio.). Es folgen Aufwendungen für Devisentermingeschäfte mit EUR 77,2 Mio. (2020: EUR 36,4 Mio.). Rechts- und Beratungskosten waren wenig verändert bei EUR 38,4 Mio. (2020: EUR 39,8 Mio.).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich im Geschäftsjahr 2021 in Summe auf EUR 52,7 Mio. und lag damit um 43,9% unter dem Vorjahreswert (2020: EUR 94,0 Mio.). Daraus ergibt sich eine EBITDA-Marge in Höhe von 1,0% (2020: 2,0%), welche zwar deutlich unter der ursprünglichen Erwartung in der Spanne von 4,0–5,5% blieb, aber die im November 2021 angepasste Prognose von rund 1% erfüllt hat. Die Prognosekorrektur erfolgte in der Erwartung, dass die explosionsartig gestiegenen Vorprodukt- und Transportkosten im Schlussquartal substanziell zu Buche schlagen würden. Dies hat sich dann im weiteren Geschäftsverlauf bestätigt. Ferner verzeichnete das Unternehmen Anlaufkosten beim Hochfahren der Produktion in Mexiko und bildete eine Rückstellung in Verbindung mit einem Projektschaden.
Die Abschreibungen erhöhten sich im Berichtsjahr leicht um 2,7% auf EUR 160,0 Mio. (2020: EUR 155,8 Mio.). Davon entfielen EUR 8,6 Mio. (2020: EUR 24,3 Mio.) auf Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation, PPA) der Akquisition von Acciona Windpower im Jahr 2016.
Damit ergab sich im Geschäftsjahr 2021 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von EUR –107,3 Mio. (2020: EUR – 61,8 Mio.) bei einer EBIT-Marge von –2,0% (2020: –1,3%). Ohne die Berücksichtigung der PPA-Abschreibungen errechnet sich eine EBIT-Marge in Höhe von –1,8% (2020: – 0,8%).
Das Finanzergebnis lag im Berichtsjahr bei EUR –116,4 Mio. (2020: EUR – 88,4 Mio.). Hierbei wirkten sich neben den Zinsaufwendungen vor allem auch die kontinuierlich hohe Inanspruchnahme der Avalkreditlinie sowie Kosten der Kapitalerhöhung und Finanzierungstransaktionen aus. Unter anderem wurde im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung das Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital gewandelt. Die Zinsaufwendungen (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) beliefen sich auf EUR 122,7 Mio. (2020: EUR 98,4 Mio.).
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) verschlechterte sich im Geschäftsjahr 2021 auf EUR –223,7 Mio. nach EUR –150,3 Mio. im Vorjahr. Das Ertragsteuerergebnis lag bei EUR – 6,4 Mio. (2020: EUR 20,6 Mio.). Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich somit ein Konzernverlust von EUR 230,2 Mio. (2020: Konzernverlust EUR 129,7 Mio.). Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR –1,68 gegenüber EUR –1,21 im Vorjahr.
Die Bilanzsumme der Nordex Group ist zum Stichtag 31. Dezember 2021 um 6,9% auf EUR 4.107,6 Mio. gesunken (31. Dezember 2020: EUR 4.410,1 Mio.). Auf der Aktivseite ist dies ist vor allem auf den starken Abbau von Vorräten um 39,9% auf EUR 722,5 Mio. zurückzuführen, verglichen mit einem Bestand in Höhe von EUR 1.202,2 Mio. zum Vorjahresende. Dagegen sind die Sachanlagen infolge der Investitionen auf EUR 507,0 Mio. gestiegen (31. Dezember 2020: EUR 454,2 Mio.). Auf der Passivseite konnten insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich zurückgeführt werden auf EUR 33,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 540,7 Mio.).
Die Nordex Group hat die Fremdkapitalfinanzierung im Berichtsjahr deutlich verschlankt. Im Jahr 2020 gewährte Acciona S.A. der Nordex Group ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 232,2 Mio. mit einer Laufzeit bis April 2025, wovon EUR 215 Mio. im Frühjahr 2021 ausgezahlt wurden. Bei der Kapitalerhöhung im Juli 2021 brachte Acciona dann Forderungen aus diesem Darlehen in Höhe von EUR 196,6 Mio. als Sacheinlage ein, sodass sich das Darlehen zum 31. Dezember 2021 nur noch auf EUR 44,5 Mio. belief. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen seinen revolvierenden Konsortialkredit in Höhe von EUR 350 Mio. und stieg damit vorzeitig aus der staatlichen Beihilfe aus. Diese war 2020 im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der deutschen Bundesregierung unter der Beteiligung der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gewährt worden, um die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auf das operative Geschäft abzusichern. Ferner hatte die Nordex Group ein Forschungs- und Entwicklungsdarlehen bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) über ursprünglich EUR 100 Mio. aufgenommen, das ebenfalls vollständig zurückgeführt wurde. Die Nordex Group verfügt noch über ein Schuldscheindarlehen, das mit EUR 242,4 Mio. dotiert war und das sich zum Berichtsjahresende nur noch auf EUR 25,5 Mio. belief. Im Jahr 2018 platzierte die Nordex Group eine Anleihe in Höhe von EUR 275 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 6,5%, die refinanziert werden soll. Sowohl die Anleihe als auch das Schuldscheindarlehen wurden durch die Climate Bonds Initiative als "grünes" Finanzinstrument zertifiziert. 2020 wurde zudem im Rahmen eines Windparkprojekts zur Mitarbeiterbindung eine Mitarbeiteranleihe im Volumen von EUR 4,0 Mio. ausgegeben. Darüber hinaus steht der Nordex Group eine von internationalen Geschäftsbanken bereitgestellte Avalkreditlinie (Syndicated Multi-currency Guarantee Facility) in Höhe von EUR 1,41 Mrd. zur Verfügung, die insbesondere für die Stellung von Bankgarantien für das laufende Geschäft genutzt wird und die eine Barkreditlinie von EUR 100 Mio. enthält.
Im Berichtsjahr konnte die Nordex Group ihre Nettofinanzposition durch die Rückführung der Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten und durch die im Juli 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung in erheblichem Maße verbessern. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Konzern über eine positive Nettoliquiditätsposition – flüssige Mittel abzüglich zinstragender Verbindlichkeiten (Bankverbindlichkeiten sowie Anleihe, Gesellschafterdarlehen und Mitarbeiteranleihe) – in Höhe von EUR 423,7 Mio. Zum Ende des Vorjahres wurden Nettoverbindlichkeiten in Höhe von EUR 40,9 Mio. ausgewiesen. Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
(inklusive der zukünftigen Zinszahlungen)
| TEUR | Bis zu 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 6.174 | 675 | 26.664 | 0 | 33.513 |
| 31.12.2020 | 259.616 | 224.647 | 49.715 | 6.692 | 540.670 |
(inklusive zukünftig anfallender Zinsen, ohne Devisentermingeschäfte)
| TEUR | Bis zu 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 23.585 | 27.128 | 416.436 | 33.300 | 500.449 |
| 31.12.2020 | 28.085 | 23.620 | 446.136 | 36.802 | 534.643 |
Das Eigenkapital der Nordex Group stieg zum 31. Dezember 2021 deutlich um 37,3% auf EUR 1.062,4 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 773,5 Mio.). Dabei wirkte sich im Wesentlichen die im Juli 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung aus, die das negative Konzernergebnis überkompensierte. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich durch die Kapitalerhöhung von EUR 117,3 Mio. auf EUR 160,0 Mio. Es wurden den Aktionären der Gesellschaft 42.672.276 neue Aktien im Bezugsverhältnis von 11:4 angeboten. Der Bezugspreis war EUR 13,70 je Aktie. Das gesamte Transaktionsvolumen der Kapitalerhöhung belief sich auf EUR 586,1 Mio. brutto, bestehend aus einem Bruttobarerlös von EUR 389,6 Mio. und einer Sacheinlage von Acciona in Höhe von EUR 196,6 Mio. Mit der Kapitalerhöhung hat die Nordex Group ihre Bilanz gestärkt und die finanzielle Flexibilität gesteigert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zum Berichtsjahresende deutlich auf 25,9% (31. Dezember 2020: 17,5%).
Weitere Angaben zur Entwicklung der einzelnen Eigenkapitalpositionen sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie im Konzernanhang zu finden.
Die flüssigen Mittel der Nordex Group sind zum Bilanzstichtag geringfügig auf EUR 784,4 Mio. gestiegen (31. Dezember 2020: EUR 778,4 Mio.). Sie enthalten Kassenbestände, Sichteinlagen und Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu vier Monaten.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind um 7,0% auf EUR 699,1 Mio. gestiegen (31. Dezember 2020: EUR 653,3 Mio.). Hierin spiegelt sich das erhöhte Projektvolumen wider. Die Vorräte konnten im Zuge der lebhaften Installationstätigkeit wie geplant deutlich abgebaut werden. Zum 31. Dezember 2021 lag der Vorratsbestand bei EUR 722,5 Mio. Verglichen mit dem Bestand von EUR 1.202,2 Mio. zum Vorjahresende ist dies ein Rückgang um 39,9%. Insgesamt sanken die kurzfristigen Aktiva um 13,3% auf EUR 2.499,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 2.884,4 Mio.).
Dagegen sind die langfristigen Aktiva gegenüber dem Vorjahresende leicht um 4,9% auf EUR 1.604,7 Mio. gestiegen (31. Dezember 2020: EUR 1.525,6 Mio.). Die Sachanlagen erhöhten sich deutlich um 11,6% auf EUR 507,0 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 454,2 Mio.). Der Goodwill blieb konstant bei EUR547,8Mio. (31.Dezember 2020: EUR547,8Mio.). Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen verringerten sich leicht um 1,9% und beliefen sich auf EUR 163,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 166,7 Mio.).
Der operative Cashflow verbesserte sich im Geschäftsjahr 2021 deutlich von EUR – 352,2 Mio. auf positive EUR 127,6 Mio. Dabei lag der Cashflow aus der Veränderung des Working Capitals bei EUR 263,1 Mio. nach EUR – 6,1 Mio. im Vorjahr. Der Cashflow aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit stieg auf EUR – 65,4 Mio. nach EUR – 372,6 Mio. im Vorjahr.
Die Working-Capital-Quote fiel zum Berichtsstichtag auf –10,2% (31. Dezember 2020: – 6,3%) und lag somit deutlich im Prognosebereich von unter – 6%. Damit bewährte sich erneut die aktive Steuerung und Optimierung des Working Capitals trotz der immensen Belastungen durch die Pandemie und die gestörten Lieferketten.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit normalisierte sich im Berichtsjahr auf EUR –152,1 Mio. (2020: EUR 231,8 Mio.). Hier spiegeln sich die Mittelabflüsse für Investitionen wider. Der Vorjahreswert enthielt auch den Mittelzufluss aus dem Verkauf des Projektentwicklungsportfolios.
Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich damit ein Free Cashflow der Nordex Group von EUR –24,5 Mio. (2020: EUR –120,4 Mio.).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten belief sich auf EUR 62,3 Mio. (2020: EUR 405,8 Mio.). Darin spiegelt sich vor allem die Kapitalerhöhung im Juli 2021 wider. Dem standen vor allem die Rückführung des revolvierenden Konsortialkredits aus dem Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Pandemie, die vollständige Rückführung des Forschungs- und Entwicklungsdarlehens der Europäischen Investitionsbank sowie Leasingverbindlichkeiten gegenüber. Die zahlungswirksamen Veränderungen im Finanzmittelbestand lagen bei EUR 37,8 Mio. (2020: EUR 285,4 Mio.).
Die Gesamtinvestitionen lagen im Geschäftsjahr 2021 bei EUR 168,7 Mio. und damit um 3,6% über dem Vorjahreswert von EUR 162,9 Mio. Investitionen definiert die Nordex Group als Investition in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögen abzüglich Nutzungsrecht. Bei einzelnen Investitionsprojekten kam es durch die Pandemie zu Verzögerungen, weshalb die finale Höhe insgesamt leicht unter dem prognostizierten Wert in Höhe von EUR 180 Mio. blieb. Von den Investitionen entfielen EUR 39,4 Mio. (2020: EUR 28,8 Mio.) auf immaterielle Vermögenswerte. Dabei machten aktivierte Entwicklungsaufwendungen mit EUR 35,1 Mio. erneut den Großteil aus (2020: EUR 24,7 Mio.).
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich 2021 auf EUR 129,3 Mio. (2020: EUR 134,1 Mio.). Der größte Teil entfiel dabei mit EUR 63,9 Mio. auf technische Anlagen und Maschinen (2020: EUR 64,9 Mio.), gefolgt von anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit EUR 46,0 Mio. (2020: EUR 57,5 Mio.) und geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau mit EUR 22,1 Mio. (2020: EUR 18,3 Mio.) sowie den Grundstücken und Bauten mit EUR 8,2 Mio. (2020: EUR 1,3 Mio.). Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren der Auf- und Ausbau der Blattproduktion in Indien sowie die Beschaffung von Installations- und Transportausstattung in Spanien für internationale Projekte.
| EUR Mio. | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Sachanlagen | 129,3 | 134,1 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 39,4 | 28,8 |
| Gesamt | 168,7 | 162,9 |
Das interne Kontrollsystem der Nordex Group gliedert sich in einen geschäftsprozessintegrierten und einen prozessunabhängigen Bereich. Richtlinien, Arbeitsanweisungen und interne Kontrollen dienen der Bearbeitung und Steuerung von Risiken sowie der Einhaltung formaler Kriterien. Die Formulierung und Anwendung entsprechender Instrumente geschieht primär über die Fachfunktionen. Zusätzlich erfolgt eine prozessunabhängige Risikobetrachtung im Rahmen der internen Revision. Diese überprüft das bestehende interne Regelwerk der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis. Darüber hinaus informiert die Revision über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen. Das bestehende Risikomanagementsystem der Nordex Group ist regelmäßig Gegenstand einer externen Prüfung, um eine fortlaufende Verbesserung des Risikomanagements sicherzustellen.
Die Nordex Group sichert mittels einer Reihe von Maßnahmen die ordnungsgemäße Rechnungslegung im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Das Unternehmen verfügt z.B. über eine zentrale Buchhaltungs- und Abschlusserstellungsorganisation, die auf Basis einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen tätig ist. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernrechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist und dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und den satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin wird mittels Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen sichergestellt, dass Inventuren ordnungsmäßig durchgeführt werden, Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Als Kontrollaktivität werden Analysen von Sachverhalten und Entwicklungen anhand von Kennzahlenanalysen vorgenommen.
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften. Dabei wird ein einheitlicher Kontenrahmen im Konzern verwendet. Der Konzernabschluss der Nordex SE und ihrer Tochtergesellschaften wird gemäß § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Rahmen eines strukturierten Prozesses und unter Verwendung eines Abschlusskalenders erstellt. Informationen außerhalb der Rechnungslegung werden vor Verwendung einer eingehenden Analyse und Plausibilitätsprüfung unterzogen. Es findet eine Gesamtkonsolidierung auf Ebene der Nordex SE statt.
Sowohl bei Zahlungen als auch vor dem Abschluss von Verträgen finden relevante Grundsätze angewandter Kontrollen Anwendung, wie etwa Genehmigungs- und Freigabeverfahren.
Als international agierendes Unternehmen ist Nordex im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Aus diesem Grund hat Nordex ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das darauf ausgerichtet ist, potenzielle negative Abweichungen (Risiken) frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für Nordex abzuwenden und eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Positive Abweichungen im Sinne von Chancen werden in diesem System nicht mit erfasst, sondern mithilfe anderer Strukturen und Prozesse nachverfolgt (z.B. das "Cost of Energy"-Programm). Zudem soll das Risikomanagement hinreichende Sicherheit darüber gewährleisten, dass insbesondere die operativen und die strategischen Ziele der Nordex Group wie geplant erreicht werden können. Das Risikomanagementsystem umfasst eine Vielzahl von Kontrollmechanismen und bildet ein wichtiges Element des unternehmerischen Entscheidungsprozesses. Es ist daher als ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung in der gesamten Nordex Group implementiert. Um die Effektivität des Risikomanagements sicherzustellen und die Aggregation von Risiken sowie eine transparente Berichterstattung zu ermöglichen, ist ein unternehmensweit einheitlicher Managementansatz zur Berichterstattung über Unternehmensrisiken und damit verbundene Gegenmaßnahmen sowie finanzielle Sicherheitspositionen implementiert worden.
Das Risikomanagementsystem der Nordex-Gruppe erfasst alle strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken innerhalb der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, diese frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und entsprechend dem angestrebten Risikoprofil zu steuern. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Risikomanagementsoftware.
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Die vom Nordex-Vorstand erlassene Risikomanagementrichtlinie regelt den Umgang mit Risiken innerhalb der Nordex Group und definiert eine unternehmenseinheitliche Methodik, die in allen Bereichen der Nordex Group gültig ist. Darin werden Verantwortlichkeiten für die Durchführung von Aufgaben im Risikomanagement sowie Berichts- und Überwachungsstrukturen festgelegt. Der Bereich "Group Risk Management" verfügt über die zentrale Methoden- und Systemverantwortung für das gruppenweit standardisierte eigenständige Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung der Risikomanagementrichtlinie von Nordex in Abstimmung mit dem Vorstand verantwortlich. Zudem ist der Bereich für die Überwachung der als hoch und kritisch eingestuften Risiken einschließlich der Auswirkungen der Risikominderungsmaßnahmen sowie für eine konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat zuständig.
Im Bereich der gesamten Nordex-Gruppe (auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene) werden Risikoverantwortliche ernannt. Das Risikomanagement findet somit durchgängig auf allen Unternehmensebenen und über Abteilungsgrenzen hinweg statt. Hier werden die Risiken im Rahmen der operativen Geschäftsabläufe permanent betrachtet und berücksichtigt. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, mindestens vierteljährlich die Risiken aller wesentlichen Geschäftstätigkeiten mittels eines einheitlichen methodischen Ansatzes zu identifizieren, zu bewerten und in einer zentralen Risiko-Datenbank zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Entscheidung bezüglich der konkreten Handhabung (z.B. Risikoverminderung). Der damit verbundene Maßnahmenplan (einschließlich der Implementierungskosten) wird bewertet, erfasst und kontinuierlich überwacht. Alle Schritte werden immer wiederkehrend durchlaufen und entsprechend den aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen angepasst.
Ermittelte Risikopotenziale werden mit quantitativen Messgrößen analysiert und bewertet. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet. Die Ergebnisse des Risikomanagements fließen regelmäßig in die Planungs- und Kontrollrechnungen sowie in die Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung ein. Der Abschlussprüfer überprüft jährlich die hierfür implementierten Verfahren und Prozesse sowie die Angemessenheit der Dokumentation. Nordex ist bereit, unternehmerische Risiken einzugehen (Risikobereitschaft), aber nur insoweit, als aus dieser Geschäftstätigkeit und den daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen ein angemessener Beitrag zur Steigerung des Shareholder-Values der Nordex Group zu erwarten ist.
Anhand der Einschätzungen der Risikoverantwortlichen wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Hierbei umfasst der Betrachtungszeitraum das restliche aktuelle Jahr zuzüglich der folgenden zwei Jahre. Der Konzernbereich Risikomanagement koordiniert zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen.
Um zu bestimmen, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die Nordex-Gruppe aufweisen, werden die Risiken als potenziell negative Zielabweichungen gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen (Risikoausmaß) klassifiziert und als Bruttowert (vor Risiko-Gegenmaßnahmen) erfasst. Die Risiko-Gegenmaßnahmen werden getrennt bewertet und erfasst. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungskriterien für den Risikowert sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt:
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Kurzbeschreibung | ||
|---|---|---|---|
| 0–5% | Sehr unwahrscheinlich | ||
| 6–25% | Möglich | ||
| 26–50% | Denkbar | ||
| 51–100% | Wahrscheinlich |
Gemäß dieser Einteilung definiert Nordex ein sehr unwahrscheinliches Risiko als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, und ein wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu rechnen ist.
| Auswirkungen | Quanti fizierung |
Kurz beschreibung |
|---|---|---|
| Geringe negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten sowie die Finanz- und |
EUR | |
| Ergebnissituation | 0,5–3 Mio. | Gering |
| Spürbare negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten |
||
| sowie die Finanz- und | EUR | |
| Ergebnissituation | 3–10 Mio. | Mittel |
| Stark negative Auswirkungen auf | ||
| die Geschäftsaktivitäten sowie | EUR | |
| die Finanz- und Ergebnissituation | 10–25 Mio. | Hoch |
| Kritische negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten |
||
| sowie die Finanz- und | > EUR | |
| Ergebnissituation | 25 Mio. | Kritisch |
Entsprechend ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen klassifiziert Nordex Risiken als "gering", "mittel", "hoch" oder "kritisch". Dies führt zu folgender Risikomatrix:
| Auswirkungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kritisch | K | K | K | K |
| Hoch | M | H | H | K |
| Mittel | M | M | H | H |
| Gering | G | G | M | M |
| Eintrittswahr scheinlichkeit |
0–5% Sehr unwahr scheinlich |
6–25% Möglich |
26–50% Denkbar |
51–100% Wahr schein lich |
K = kritisches Risiko H = hohes Risiko
M = mittleres Risiko G = geringes Risiko
Risiken können entweder durch aktive Gegenmaßnahmen verringert oder auch – unter bestimmten Umständen – akzeptiert werden. Notwendige Gegenmaßnahmen werden unverzüglich eingeleitet und ihr erwarteter Risikominderungseffekt bewertet und erfasst. Die Kernrisiken, insbesondere die Marktrisiken (z.B. Nachfrageschwankungen) und die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, werden von Nordex selbst getragen. Nordex beabsichtigt, alle Risiken, die nicht zum Kerngeschäft gehören (z.B. Währungs- und Sachschadenrisiken), auf Dritte zu übertragen. Zur Absicherung gegen finanzielle Marktrisiken setzt das Unternehmen ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente ein. Risiken werden zudem dann durch Versicherungen abgesichert, wenn dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen vertretbar und möglich ist.
Die Risikoverantwortlichen sind dafür zuständig, die Risiken und die Effektivität der Gegenmaßnahmen kontinuierlich zu überwachen, wobei sie von ihren jeweiligen disziplinarischen und fachlichen Vorgesetzten unterstützt werden. Darüber hinaus werden die Risiken durch Risikogremien auf verschiedenen Unternehmensebenen, denen leitende Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören, einschließlich des Vorstands und des Aufsichtsrats, überwacht. Die Verantwortlichen auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene haben laufend Zugriff auf die in der zentralen Datenbank dokumentierten Risiken und Gegenmaßnahmen. Auf regionaler Ebene und auf Gruppenebene besprechen Risikoverantwortliche zusammen mit dem Vorstand regelmäßig Risiken und Gegenmaßnahmen und überwachen den Erfolg der Risikominderung. Zusätzlich wird der Gesamtvorstand einmal im Quartal über die Gesamtrisikosituation und die Auswirkungen auf Barmittel, Eigenkapital und Covenants sowie über Einzelrisiken unterrichtet, die mittels einer Risikoanalyse als "hoch" oder "kritisch" eingestuft wurden. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden dem Vorstand unverzüglich auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet.
Diese Berichterstattung erfolgt in Form einer allgemeinen Risikobeschreibung unter Ausweisung der zugehörigen quantitativ abschätzenden Risikobewertung und der Auswirkungen der Risiken auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Alle Informationen zu den Geschäftsrisiken (erwartete Risikowerte, Effekte und Kosten von Gegenmaßnahmen, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten) werden in einer Prognose zum erwarteten Nettorisiko konsolidiert. Damit wird transparent, inwieweit die Risiken durch bereits zurückgelegte Beträge gedeckt sind und Risiko-Gegenmaßnahmen noch umzusetzen sind. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat zudem quartalsweise über die Gesamtrisikosituation sowie über neu identifizierte und fortgesetzt bestehende wesentliche Risiken, die als "hoch" oder "kritisch" eingeschätzt wurden.
Die Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Nordex SE. Risikomeldungen werden stichprobenartig in vertiefenden Interviews mit den betreffenden Bereichen und Gesellschaften unter Federführung der Internen Revision auf ihre Plausibilität und Angemessenheit hin geprüft.
Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachungs- und Verbesserungsprozesse wird das Risikomanagementsystem ständig optimiert. Dabei wird den internen und externen Anforderungen gleichermaßen Rechnung getragen. Ziel der Überwachung und Verbesserung ist es, die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sicherzustellen.
Die nachfolgende Darstellung und Bewertung von Einzelrisiken bezieht sich – soweit nicht anders vermerkt – auf die Jahre 2022 bis 2024. Die identifizierten Risiken und die sich daraus möglicherweise ergebenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage werden als Nettorisikowert berechnet. Dazu gehören vollständig umgesetzte und noch umzusetzende Risiko-Gegenmaßnahmen. Dies bezieht sich nur auf Gegenmaßnahmen, die beschlossen wurden, sich in der Umsetzung befinden oder als kontinuierliche Maßnahmen festgelegt wurden.
Nordex ist makroökonomischen und geopolitischen Risiken ausgesetzt. Diese könnten die Fähigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen, ihre wirtschaftliche Präsenz in bestimmten Märkten aufrechtzuerhalten oder auszubauen, oder ihre Fähigkeit, grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen. Das Geschäft von Nordex könnte neben anderen Risikofaktoren durch konjunkturelle Abschwünge, Wechselkursentwicklungen, Inflationsraten, steigende Zinssätze, Störungen in der globalen Lieferkette und Handelshemmnisse beeinträchtigt werden. Dies könnte sich auf die Kosten auswirken, die bei der Bedienung bestimmter Märkte aus der vom Unternehmen aufgebauten Lieferkette anfallen.
Die branchenspezifischen Risiken umfassen allgemeine Marktrisiken, das Preisrisiko sowie das Gesetzesänderungsrisiko.
Allgemeine Marktrisiken – und hier insbesondere das Wegbrechen von Marktpotenzialen – können aufgrund politischer, konjunktureller (z.B. fallende Strompreise) oder energiewirtschaftlicher Umbrüche auftreten.
Änderungen in der Regierungspolitik stellen ein allgemeines Risiko dar. In den letzten Jahren betrafen die Veränderungen in der Förderpolitik die Windindustrie insbesondere in den europäischen Märkten. Die Politik hat die finanziellen Anreize für erneuerbare Energien, einschließlich der Windenergie, von Vorzugspreisen oder regulierten Einspeisetarifen für Strom aus erneuerbaren Quellen zu auktionsbasierten Modellen verlagert. Diese Änderung hat zu niedrigeren Energietarifen geführt, was wiederum die Margen und Renditen für Windenergieinvestoren belastet. Darüber hinaus hat diese Veränderung Unsicherheiten auf vielen Märkten und Nachfragestörungen ausgelöst. Zudem führen politisch ungünstige Entwicklungen in einigen Ländern zu einem starken Nachfragerückgang. Nach den Verwerfungen haben sich die Märkte insgesamt wieder stabilisiert.
Nordex begegnet den branchenspezifischen Risiken mit einer starken Umsatzdifferenzierung, sodass die Gruppe zurzeit in über 40 verschiedenen Märkten in den Regionen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien aktiv ist. Ferner wurde ein agiler Prozess etabliert, um Potenzialmärkte schnell bewerten, bearbeiten und erschließen zu können. Dem Preisdruck der letzten Jahre hat Nordex durch die Entwicklung der erfolgreichen Delta4000-Plattform sowie durch ein internes Programm teilweise entgegenwirken können, das auf eine kontinuierliche Senkung der Stromgestehungskosten ("Cost of Energy") seiner Windenergieanlagen abzielt.
Da fast alle Märkte inzwischen auf auktionsbasierte Modelle umgestellt haben, sind die wichtigsten branchenspezifischen Risiken weiterhin Unsicherheiten im Hinblick auf Baugenehmigungen, disruptive regulatorische Änderungen und steigende Rohstoffpreise, die die Lieferkette betreffen, sowie eine weitere Konsolidierung auf der Angebotsseite.
Die Nordex Group begegnet diesen Risiken, indem sie sich über Branchenverbände und den direkten Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und öffentlichen Interessengruppen für die Windenergie einsetzt sowie Entwickler bei ihren Bemühungen um Baugenehmigungen und einer Diversifizierung der Lieferkette unterstützt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von branchenspezifischen Risiken über die bereits bekannten Sachverhalte hinaus wird derzeit als denkbar eingeschätzt. Ihr Eintreten würde kritische Auswirkungen auf die für 2022 und die Folgejahre geplanten Auftragseingänge, aber auch auf die Finanzlage im Jahr 2022 haben.
Aufgrund der großen Innovationskraft und hohen Wettbewerbsintensität in der Windenergiebranche hängt die Fähigkeit, im Markt zu bleiben, stark von der Planung, Entwicklung und Vermarktung neuer und kosteneffizienterer Windenergieanlagen ab. Darüber hinaus könnten die Entwicklung neuer und komplementärer Technologien sowie die Digitalisierung Auswirkungen auf die Struktur des Nordex-Geschäfts haben. Die Entwicklung neuer und effizienterer bzw. ertragsstärkerer Anlagentypen sowie Produktmodifikationen sind jedoch mit teilweise erheblichen Investitionen verbunden. Diese müssen durch entsprechende Vertriebserfolge über den gesamten Produktlebenszyklus amortisiert werden.
Wesentliche erfolgskritische Faktoren bei der Anlagenentwicklung sind insbesondere die Verfügbarkeit von zeitlichen und monetären Ressourcen, ein strukturierter und umfassender Entwicklungsprozess, die Sicherstellung des Übergangs von der Prototyp-Turbine zur in Serie gefertigten Anlage, die Ausstellung der für den Betrieb notwendigen Zertifikate sowie der Zeitpunkt der Markteinführung. Entwicklungsrisiken treten ein, wenn einer oder mehrere dieser Faktoren außerplanmäßig gefährdet werden und die F&E-Aufwendungen höher ausfallen als geplant oder zusätzliche Kosten während der Durchführung von Projekten oder in der Wartungsphase anfallen.
Nordex begegnet diesen Risiken während Entwicklung und Erstanlagen-Errichtung mit seinem Simultaneous Engineering einschließlich Testverfahren und -szenarien für Systeme sowie in vollem Umfang in der Prototypenphase. Bereits im Vorfeld einer Anlagenentwicklung erfolgen eine marktnahe Analyse und die Vorbereitung in enger Kooperation von Vertrieb, Produktmanagement und -strategie sowie Entwicklung. Darüber hinaus stellt die Plattformstrategie sicher, dass bereits erprobte Technologie genutzt und zielgerichtet bis zur Zertifizierung und der nachfolgenden Serienreife weiterentwickelt wird.
Die von Nordex errichteten Anlagen müssen den an den jeweiligen Standorten geltenden Netzanschlussrichtlinien entsprechen. Um die zunehmende Anzahl von nationalen Richtlinien umzusetzen, ist ein erheblicher Ressourceneinsatz notwendig. Bei Nichteinhaltung von Richtlinien in einem Markt ist dieser Aufwand weder zu amortisieren, noch kann das Marktpotenzial erschlossen werden. Nordex begegnet diesem Risiko mit organisatorischen Strukturen und entsprechenden Arbeitsschwerpunkten im Bereich Engineering. Ferner sind bereichsübergreifende interne Arbeitsgruppen eingerichtet. Ergänzend erfolgt ein Engagement der Nordex Group in externen Gremien mit dem Ziel, auf eine weitgehende internationale Harmonisierung der Netzanschlussrichtlinien hinzuwirken.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Entwicklungsrisiken wird als möglich eingestuft und hat im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die geplanten Ergebnisse.
Im Projektentwicklungsgeschäft entwickelt und vertreibt die Gruppe Windparkprojekte. Zu den Projektentwicklungsaktivitäten gehören die Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Sicherung von Genehmigungen, Grundstücksrechten und Stromabnahmeverträgen sowie die Finanzierung des geplanten Projekts.
Das weite Feld der Projektentwicklung ist mit mehreren Risiken verbunden. So kann die Verweigerung von Baugenehmigungen, der Misserfolg bei Auktionen oder der fehlende Abschluss von Strombezugsverträgen bei einem Projekt zur Stornierung und Abschreibung des Projekts führen.
Vor dem Hintergrund des Verkaufs des europäischen Projektentwicklungsportfolios wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Projektentwicklungsrisiken als denkbar eingestuft. Sie haben im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die Ergebnisse der Nordex Group.
Zu den wesentlichen Risiken im Einkauf zählen Lieferengpässe bei Zulieferern, Lieferantenausfälle infolge von Insolvenzen, ungeplant hohe Lagerbestände, Preisrisiken, geänderte Beschaffungskosten, die Verfügbarkeit von Rohstoffen für unsere Lieferanten, Lieferzeitrisiken, Qualitätsrisiken und der Nachweis lokaler Wertschöpfung.
Unvorhersehbare Verschiebungen bei Kundenprojekten können in gewissem Rahmen zu zeitweilig erhöhten Vorratsbeständen bei Nordex führen und sich negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken. Nordex ist daher bemüht, den Vorratsbestand durch eine fertigungssynchrone Lieferung von Komponenten bei gleichzeitig hoher Liefertreue möglichst gering zu halten. Sollte die Auftragslage im laufenden Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten einige Lieferanten – die zum Teil erheblich in den Ausbau ihrer Kapazitäten investiert haben bzw. bei denen ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat – aus wirtschaftlichen Gründen ausfallen, wodurch sich die Anzahl potenzieller Zulieferer verringern würde.
Ein unerwarteter Nachfrageüberhang könnte zu Lieferengpässen bei einigen Komponenten – insbesondere den neu eingeführten Plattformen – verbunden mit entsprechenden Verzögerungen in der Projektabwicklung führen. Nordex begegnet dem Risiko des Lieferantenausfalls auf unterschiedliche Weise: einerseits durch die rechtzeitige Reservierung von Kapazitäten bei Lieferanten auf der Basis geeigneter Vereinbarungen und andererseits durch die Qualifizierung weiterer Lieferanten, um das Risiko eines sogenannten Single Sourcing (Bezug bei nur einem Lieferanten) zu senken. Ein Lieferantenausfall ist zudem über eine Versicherung teilweise abgesichert. Nordex kauft weltweit Komponenten ein, die zum Großteil Preisschwankungen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten unterliegen. Da Nordex seinen Kunden die Turbinen zu projektspezifisch verhandelten Preisen anbietet, werden zeitnah zum Auftragseingang entsprechende Komponenten beschafft und gesichert. Damit reduziert sich das Risiko von Preisschwankungen auf der Einkaufsseite.
Nordex gewährleistet seinen Kunden die Qualität der Anlagen und bestimmte Leistungs- und Verfügbarkeitsparameter. Auch um Zahlungen unter den Leistungsgarantien zu vermeiden, werden alle Komponenten und das Gesamtsystem einer gründlichen Zertifizierung während der Designphase sowie Tests und Qualitätsprüfungen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements unterzogen. Dennoch kann das Risiko mangelhafter Komponenten etwa bei fremdbezogenen Komponenten nicht vollständig ausgeschlossen und nur begrenzt an Lieferanten und Sublieferanten weitergegeben werden.
In neuen Märkten in Entwicklungs- und Schwellenländern gewinnt der Nachweis von lokaler Wertschöpfung (Local Content) zunehmend an Bedeutung. Sofern dieser Nachweis nicht oder nur unvollständig erbracht werden kann, hat dies Auswirkungen auf die Projektfinanzierung und -realisierung. Nordex begegnet diesem Risiko mit der frühzeitigen Suche nach Lieferanten vor Ort und enger Zusammenarbeit mit Kunden und Behörden in den betreffenden Ländern.
Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus (COVID-19) in China Ende 2019 und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen können sich auf die Beschaffungsaktivitäten der Nordex Group entlang der Lieferkette (Produktion von Ausrüstung und Komponenten, Transport von Komponenten etc.) auswirken.
Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Ausweitung der Lieferkette nach Indien und China und der anhaltenden Unsicherheit in verschiedenen Bereichen der Zulieferindustrie wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungs- und Einkaufsrisiken als denkbar eingestuft und kann kritische Auswirkungen auf die Margensituation des Unternehmens haben.
Nordex setzt bei der Turbinenmontage auf eine Linienfertigung sowie bei der Rotorblattproduktion auf teilautomatisierte Prozesse. Das wesentliche Produktionsrisiko besteht daher in einem Stillstand der Produktionsstätten. Stillstandszeiten treten insbesondere auf, wenn Vorlieferanten verspätet oder nicht in der vereinbarten Qualität liefern, wenn der Serienstart neuer Turbinentypen Verzögerungen verursacht oder wenn wesentliche Produktionsmittel wie Kranbahnen, das Fließfertigungssystem oder Formensätze defekt sind. Auch die Verfügbarkeit von kompetenten Mitarbeitern stellt ein Risiko für die Beibehaltung einer hohen Produktionsmenge dar.
Ein weiteres spezifisches Risiko sind Hochlaufphasen neuer Produktionsstandorte, Produkte und Komponenten, insbesondere neuer Blatttypen bzw. von Blatttypen, deren Produktion an Zulieferer ausgelagert wird oder an neuen Standorten erfolgt. Hier muss neben der Einarbeitung weiterer neuer Mitarbeiter auch die nötige Qualität der karbonfaserverstärkten Blätter sichergestellt werden, um ungeplante Mehrkosten zu vermeiden.
Nordex hat eine globale Lieferkette aufgebaut und bezieht Systeme, Komponenten und Teile aus verschiedenen Regionen in aller Welt. Es besteht das Risiko, dass Lieferketten aufgrund politischer Ereignisse oder globaler Gesundheitssituationen, zolltariflicher Änderungen und eines sich ändernden regulatorischen Umfelds ins Stocken geraten oder zum Stillstand kommen, was sich negativ auf die Produktionsleistung auswirken kann. Zur Steuerung dieses Risikos verfügt Nordex über eigene, lokale und globale Ressourcen.
Den Produktionsrisiken begegnet Nordex mit dem Qualitätsmanagement und der Implementierung entsprechender Prozesse sowie mit seinem Supply Chain Management, das die Schnittstellen zwischen Einkauf, Produktion und Projektmanagement abdeckt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken wird als möglich eingestuft und kann mittlere Auswirkungen auf die Leistungsindikatoren haben, da die Produktion auf Lateinamerika und Indien ausgeweitet wurde. Sie kann zudem durch sich ändernde Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, die verschiedene Regierungen unabhängig voneinander erlassen, beeinflusst werden.
Das Umfeld der Errichtung von Windturbinen und Windparks ist in jedem der von Nordex ausgeführten Projekte topografisch, klimatisch (hohe Windgeschwindigkeiten und extreme Temperaturen) und regional unterschiedlich. Vor der Durchführung eines Projekts wird eine technische und wirtschaftliche Bewertung durchgeführt. Abweichungen von der vordefinierten Prozesskette können durch Wettergefahren, fehlende Komponenten oder Qualitätsprobleme hervorgerufen werden, die die geplanten Errichtungs- und Inbetriebnahmetermine verzögern können. Nordex wirkt diesen Einflüssen mit vertraglichen Regelungen zur Risikoallokation zwischen Hersteller und Kunden sowie aktivem Abweichungsmanagement entgegen. Dennoch sind Mehrkosten für z. B. Kran-, Errichtungsleistungen oder auch im Bereich von Transport und Logistik nicht auszuschließen, insbesondere in diesem Jahr, in dem die Marktkosten für die Nutzung von Containern durch ihre Knappheit um ein Vielfaches gestiegen ist. Zusammen mit dem starken Anstieg der Frachtkosten und der fehlenden Kapazitäten hat dies zu unvorhergesehenen Kostenüberschreitungen bei den Projekten geführt.
Weitere mögliche Risiken sind eine unzureichende Komponentenverfügbarkeit aufgrund von Lieferverzügen bei Zulieferfirmen oder Kapazitätsengpässe bei externen (z. B. Kapazitäten von Spezialtransportern und Krandienstleistern) und internen Ressourcen. Dieses Risiko kann z.B. auftreten, sobald ursprüngliche Zeitpläne verschoben werden müssen. Bei schlüsselfertiger Errichtung des gesamten Windparks ergeben sich darüber hinaus Risiken aus den vorgelagerten Bodenarbeiten sowie in diesem Zusammenhang beauftragten Drittfirmen.
Ein wichtiges Risikofeld im Bereich des Projektmanagements betrifft die Themenfelder Qualität und Technik. Im Einzelfall werden trotz vorheriger Qualitätsmaßnahmen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements technische Fehler oder Qualitätsmängel an einzelnen Komponenten erst auf der Baustelle sichtbar, was Reparaturen bzw. den Tausch von Komponenten erforderlich machen könnte. Neben dem bereits erwähnten Zeitverzug kann dies auch eine Nichtabnahme bzw. – nach Fertigstellung der Reparaturen – die verspätete Abnahme und damit verbunden eine spätere Zahlung seitens des Kunden nach sich ziehen. Im Einzelfall besteht das Risiko, dass nachträgliche Kompensationszahlungen oder Kaufpreisreduzierungen erforderlich sein können.
Projekt- und Errichtungsrisiken können ungeplante Mehrkosten verursachen und führen in diesem Fall zu einer Reduzierung des vorkalkulierten Projektdeckungsbeitrags. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken wird als denkbar eingestuft und kann hohe Auswirkungen auf die Finanzlage haben.
Windkraftanlagen sind komplexe Maschinen, die aus einer Reihe von hochentwickelten Systemen, Modulen und einzelnen Komponenten bestehen. Um zuverlässig funktionieren zu können, muss der Betrieb der Anlagen in sehr unterschiedlichen Umgebungen synchron und weitgehend autonom erfolgen. Daher unterliegen unsere Windenergieanlagen im Laufe ihres Lebenszyklus verschiedenen technischen Risiken, die sich je nach den zur Herstellung der Komponenten verwendeten Materialien und Technologie unterscheiden und stark davon abhängen, dass die Komponenten den geforderten Design- und Qualitätsstandards des Produkts entsprechen. Abweichungen von diesen Standards können die Verwendung von Windenergieanlagen einschränken oder diese unbrauchbar machen und eine Reparatur, einen Austausch oder eine vollständige Instandsetzung erforderlich machen, was wiederum erhebliche Mehrkosten für uns zur Folge haben kann. Diese Kosten sind besonders hoch, wenn es sich um wiederkehrende Mängel handelt, die eine größere Anzahl von Produkten betreffen. Die Gewährleistungen in den Kaufverträgen für neue Windenergieanlagen haben in der Regel eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren, wobei sich die Gewährleistung für ausgetauschte Ersatzteile oder Komponenten innerhalb der Gewährleistungs- bzw. Mängelanzeigefrist bis zu zwei weitere Jahre ab Reparatur- bzw. Austauschdatum verlängert. Darüber hinaus verpflichtet sich Nordex in der Regel, Betriebs- und Wartungsdienstleistungen für seine Windenergieanlagen für eine verlängerte Laufzeit von bis zu 30 Jahren nach dem Verkauf zu erbringen, was häufig eine unbegrenzte oder zumindest umfassende Ersatzoder Reparaturverpflichtung für Komponenten beinhaltet, die aus anderen Gründen als durch höhere Gewalt oder Eingriffe des Eigentümers ausgefallen sind. Bei vielen Windenergieanlagen reicht die Verantwortung für die Behebung von Störungen der Anlagen daher oft über den Gewährleistungszeitraum hinaus. Zusätzlich garantiert Nordex in der Regel bestimmte Leistungskriterien seiner Windenergieanlagen, wie z.B. Geräuschemissionen und die Leistungskurve während der Gewährleistungszeit sowie – üblicherweise in Verbindung mit dem Servicevertrag – die betriebliche Verfügbarkeit der Windenergieanlagen oder eine andere Leistungskennzahl der Anlagen. Bei Nichterfüllung dieser Leistungskriterien müsste die Gruppe ihre Kunden für die verminderte Nutzung der Windenergieanlagen oder für Produktionsausfälle entschädigen, was wiederum zu hohen ungeplanten Kosten führen könnte.
Für technische Risiken hat die Gruppe neben dem Versicherungsschutz und dem Lieferantenregress auch Rückstellungen gebildet, um mögliche, nicht durch Serviceerträge abgedeckte Kosten und Kundenforderungen im Zusammenhang mit technischen Problemen abzudecken.
Technische Risiken werden als möglich eingestuft, haben aber kritische Auswirkungen auf die Finanzlage. Nordex hat für solche Risiken verschiedene Vorkehrungen getroffen, z.B. durch Rückstellungen.
Im Bereich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterliegt die Nordex Group Fremdwährungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, unplanmäßigen Abschreibungen, dem Liquiditätsrisiko sowie dem Risiko der Verlustvortrags-Abzugsbeschränkung.
Da der Konzern international ausgerichtet ist und nicht alle Transaktionen auf Euro-Basis durchgeführt werden, ist das operative Geschäft Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Währungsumrechnungsrisiko entsteht, wenn die Ertragsund Finanzlage der ausländischen Tochtergesellschaften zu den für die Einbeziehung in den Konzernabschluss geltenden Wechselkursen in Euro umgerechnet wird. Diese Wechselkurse können im Laufe der Zeit erheblich schwanken und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen einzelnen Perioden beeinträchtigen. Das Währungstransaktionsrisiko entsteht, wenn die Gruppe sich in Projekten engagiert, bei denen Abfluss- und Zuflusswährungen nicht kongruent sind. Um dieses Risiko zu vermeiden, versucht Nordex in diesen spezifischen Projekten eine natürliche Absicherung zu schaffen, indem Verträge mit den betreffenden Kunden in denselben Währungen wie die Verträge mit Lieferanten abgeschlossen werden. Darüber hinaus setzt Nordex bei Bedarf auch derivative Sicherungsinstrumente ein, um das verbleibende Fremdwährungsrisiko zu reduzieren.
Der Konzern ist keinen größeren Zinsrisiken ausgesetzt, da fast alle Fremdkapitalinstrumente festverzinslich sind. Die wesentliche variabel verzinste Schuldscheintranche wurde im April 2021 zurückbezahlt.
Zur Minimierung von Kreditrisiken schließt die Nordex Group Geschäfte nur mit Dritten ab, deren Kreditwürdigkeit regelmäßig überwacht wird. Alle wesentlichen Neukunden, die Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Ausfallrisiken bzw. dem Risiko, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere wird ein Auftrag erst dann angenommen, nachdem die Projektfinanzierung erfolgreich abgeschlossen ist und ordnungsgemäße Zahlungssicherheiten vereinbart wurden. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist.
Wertminderungen stellen ein weiteres finanzwirtschaftliches Risiko dar und können einerseits veraltete Lagerbestände und Ersatzteile betreffen, andererseits aber auch die Werthaltigkeit von Forderungen (Forderungsausfälle) sowie von immateriellen Vermögensgegenständen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bzw. Projektentwicklung. Diesem Risiko begegnet Nordex zunehmend mit einer fertigungssynchronen Beschaffung sowie einer regelmäßigen Neubewertung der immateriellen Vermögensgegenstände. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ferner über Bürgschaften, Garantien und Stand-by-Akkreditive oder Eigentumsvorbehalte teilweise besichert.
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen der Gruppe nur teilweise oder gar nicht erfüllen zu können. Die Finanzabteilung überwacht, steuert und prognostiziert daher laufend und regelmäßig die Gruppenliquidität. Hierbei überwacht die Finanzabteilung die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte sowie erwartete Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit. Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen. Nordex setzt Cash-Pooling oder andere interne Finanzierungsmechanismen wie konzerninterne Darlehen zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Finanzbereich bei Geschäftsbanken im In- und im Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limits und Kontrahentenrisiken permanent überwacht. Darüber hinaus finanziert sich die Nordex Group über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen in der Umsetzung befindlichen Windparkprojekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet.
Die Multi-Currency-Avalkreditlinie der Nordex Group wurde erfolgreich auf EUR 1,41 Mrd. ausgeweitet und bis April 2024 verlängert. Die Kreditlinie umfasst nun auch die Zusage, bei Bedarf zusätzliche Barabzweiglinien in Höhe von bis zu EUR 100 Mio. einzurichten. Im Juli 2021 hat Nordex erfolgreich das Eigenkapital erhöht und einen Teil des Gesellschafterdarlehens im Wege eines Debt-to-Equity-Swaps reduziert. Die Eigenkapitalerlöse wurden auch zur Rückführung des ausstehenden EIB-Darlehens verwendet. Gleichzeitig kündigte Nordex auch den staatlich unterstützten revolvierenden Konsortialkredit über EUR 350 Mio.
Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie in Höhe von EUR 1,41 Mrd. bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen möglich. Einer dieser Gründe ist die Nichteinhaltung der oben genannten Financial Covenants. Aufgrund seiner operativen Entwicklung kann für Nordex das Risiko bestehen, dass die Covenants nicht eingehalten werden können, wenn sich das Geschäft des Unternehmens nicht gemäß dem Budget bzw. der mittelfristigen Planung entwickelt. Im Februar 2022 hat Nordex mit den Finanzinstituten erfolgreich ein angepasstes Financial Covenant-Konzepts vereinbart, welches Liquid Assets als einen neuen zusätzlichen Financial Covenant umfasst. Das neue Konzept fand bereits auf den 31. Dezember 2021 Anwendung, weswegen sich keine Verletzung der Covenant-Bedingungen nach dem Bilanzstichtag ergeben hat.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von finanzwirtschaftlichen Risiken als denkbar und die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe im Eintrittsfall als mittel eingeschätzt. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.
Durch den Vertrieb ihrer Produkte und Dienstleistungen in einer Vielzahl von Rechtssystemen ist die Nordex Group verschiedenen produkt- und länderspezifischen Vorschriften, Gesetzen oder Richtlinien ausgesetzt, die sich auf die Ausübung unserer Geschäftstätigkeit auswirken. Unter anderem für die daraus entstehenden Risiken werden Rückstellungen gebildet, wenn und soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe der potenziellen Haftung angemessen geschätzt werden kann.
Windkraftanlagen sind komplexe Maschinen, die aus verschiedenen Systemen, Modulen und einzelnen Komponenten bestehen und in unterschiedlichen Umgebungen synchron und weitgehend autonom funktionieren müssen. Daher unterliegen unsere Produkte und Dienstleistungen während ihrer Lebensdauer verschiedenen technischen Risiken, die zu Gewährleistungs- oder Produkthaftungsansprüchen im Rahmen von Turbinenlieferverträgen oder Vereinbarungen über die Wartung und Instandhaltung der Windenergieanlagen führen können. Das Risiko von Rechtsstreitigkeiten und anderen Streitigkeiten gehört daher zu unserer Geschäftstätigkeit. Wir sind den Risiken aus Streitigkeiten und Verwaltungs-, Gerichts- und Schiedsverfahren ausgesetzt, von denen einige ein nachteiliges Ergebnis haben könnten und zu Strafen, Schadenersatz und Reputationsverlust führen können. Daneben können auch Haftungen aus Konflikten mit geltendem Recht resultieren, wie z. B. aus Produkthaftung, der Verletzung von Patentrechten bzw. gewerblicher Schutzrechte, Nichteinhaltung von Kartell-, Antikorruptions- oder Datenschutzbestimmungen und aus der unzureichenden Umsetzung von Zertifizierungsanforderungen oder sonstiger gesetzlicher Auflagen. Darüber hinaus regeln Gesetze in verschiedenen Gerichtsbarkeiten die Produktsicherheit und die Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen, einschließlich der Emissionswerte für Lärm und Lichteffekte, sowie die Nähe von Windkraftanlagen zu Wohngebieten. Die Einhaltung und Änderung solcher Gesetze und Vorschriften in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt kann sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Nordex Group auswirken. Wir beobachten die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in allen unseren Schlüsselmärkten und unterhalten angemessene organisatorische Maßnahmen und Prozesse, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und unsere Geschäftsaktivitäten und -prozesse bei Bedarf anzupassen. Es gibt jedoch keine Gewissheit, dass unsere internen Kontrollen, Verfahren, Compliance- und Risikomanagementsysteme in der Lage sind, potenzielle Konflikte zu erkennen, oder dass sie rechtzeitig gemeldet oder korrekt bewertet werden, um angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Nordex SE und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit in vielen Ländern tätig und unterliegen daher einer Vielzahl unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen und möglicherweise auch Steuerprüfungen. Da die Projekte der Nordex Group langfristigen Charakter haben, besteht das Risiko, dass eine Änderung der Besteuerung oder der Auslegung der Steuergesetze wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe und die Rentabilität eines Projekts haben könnte. Jede Änderung der steuerlichen Regelungen, denen die Nordex Group unterliegt, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben.
Wenngleich Nordex eine entsprechende Organisationsstruktur aufgebaut hat, die sicherstellen soll, dass die jeweils relevanten Vorgaben aus Vertrag und Gesetz in der Ausführung unserer Geschäftstätigkeit umgesetzt werden, sind derartige Haftungsrisiken wie auch solche aus Rechtsstreitigkeiten nie auszuschließen. Durch interne Vorgaben und Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette soll der kontrollierte Umgang mit rechtlichen Risiken erreicht werden.
Um die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge nutzen zu können, muss zudem ein ausreichender Gewinn erwirtschaftet werden.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von rechtlichen und steuerlichen Risiken wird als möglich eingestuft, wobei die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen als kritisch eingeschätzt werden. Für bekannte Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.
Bei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsstrategien ist Nordex stark von der Fähigkeit abhängig, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und auszubilden, insbesondere in den Bereichen, die einen soliden technischen Hintergrund und Kenntnisse über die Besonderheiten des Windenergieanlagenbaus erfordern. Die wesentlichen Personalrisiken beziehen sich jedoch auf einen Fach- und Führungskräftemangel, falsche oder unzureichende Qualifikationen der Belegschaft sowie die Fluktuation von Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen.
Um den Risiken aus Fach- und Führungskräftemangel entgegenzuwirken, hat Nordex im Berichtszeitraum seine Recruitment-Prozesse verbessert und die entsprechenden Aktivitäten neu ausgerichtet. Ebenso wurde der Maßnahmenkatalog der unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Nordex Academy, weiter ausgebaut, um die kontinuierliche Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter sicherzustellen. Zur weiteren Reduzierung der Fluktuation, insbesondere auf Schlüsselpositionen, fördert Nordex weiterhin interne Karriereperspektiven, identifiziert frühzeitig Potenzialträger und baut entsprechend Nachfolger, u. a. durch das Nachwuchsförderungsprogramm "Upwind", auf.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken als sehr unwahrscheinlich und deren Auswirkungen als gering eingeschätzt.
Als Turbinenhersteller legen wir höchsten Wert auf Cybersicherheit und beachten dabei sämtliche gesetzlichen Anforderungen. Unsere Richtlinien, Standards und Prozesse im Bereich der Informationssicherheit sind die Grundlage für unsere Zertifizierung nach ISO 27001, die wir für alle deutschen Standorte erhalten haben und weltweit umsetzen wollen. Im Jahr 2021 hat Nordex das erste regelmäßige Überwachungsaudit erfolgreich bestanden und setzt die kontinuierliche Verbesserung seines Informationssicherheitsmanagementsystems fort. Der Verlust des ISO 27001-Zertifikats in der Zukunft hätte Auswirkungen auf die Anforderungen unserer Kunden und einen Reputationsverlust in der Industrie sowie potenziell einen erheblichen Verlust aktuellen und zukünftigen Geschäfts zur Folge.
Wir arbeiten sehr eng mit unseren Kunden zusammen, um die steigenden Anforderungen an die Cybersicherheit in der Branche zu verstehen und zu erfüllen. Wir haben uns verpflichtet, bis Ende 2022 internationale Normen (wie IEC-62443) für unsere Plattform Delta4000 zu erfüllen. Wenn wir diesen Meilenstein nicht erreichen, könnte das zu Reputationsschäden führen, während ein Erfolg uns als führendes Unternehmen in diesem wichtigen Bereich stärken wird.
IT-gestützte Geschäftsprozesse sind grundsätzlich den Risiken der elektronischen Informationsverarbeitung, insbesondere von Systemausfällen, mangelnder Datensicherheit und Datenverlusten, ausgesetzt. Nordex überprüft daher permanent die Aktualität und Sicherheit der eingesetzten Informationstechnologien, um Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen sicherzustellen. Dies geschieht durch Schulung der Mitarbeiter sowie durch regelmäßige interne und externe Audits der eingesetzten IT-Systemlandschaften. Die Systeme werden nach Vorgabe der Hersteller und allgemeinen Sicherheitsempfehlungen sowie den Anforderungen der Zertifizierungsstandards für IT, Informationssicherheit und Datenschutz auf Stand gehalten.
Die Sicherheit von IT-Systemen könnte verletzt werden. Solche Sicherheitsverletzungen können durch Hacker, die Programme verwenden, mit denen Login-Daten erfasst werden, oder durch Denial-of-Service- oder Ransomware-Angriffe verursacht werden. Selbst wenn solche Sicherheitsverletzungen
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die strukturelle Integrität und/oder die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen nicht unmittelbar beeinträchtigen, können sie unsere Fähigkeit zur Fernüberwachung von Windkraftanlagen vorübergehend beeinträchtigen. Die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen ist auch ohne Fernüberwachungssteuerung gewährleistet, da diese sich auch autark den Umgebungsbedingungen anpassen können. Die Fernüberwachung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Serviceangebots.
Zur Minimierung des Risikos von Schwachstellen und Systemausfällen und zum Schutz der Geschäftsdaten hat Nordex eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dabei werden moderne Technologien zur Datenverschlüsselung und Zugriffskontrolle ebenso genutzt wie Firewall-Systeme, Virenschutzprogramme und Überwachungssysteme. Der Austausch sensibler Daten mit Kunden und Lieferanten läuft über speziell abgesicherte Datenräume. Die Datenverfügbarkeit bei Nordex wird überdies durch den Einsatz redundanter Maßnahmen wie hochverfügbare Serversysteme gewährleistet.
Die Informationsverarbeitung personenbezogener Daten erfolgt strikt gemäß den Regelungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGV), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer geltender nationaler datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Als Ergebnis des ISO-Überwachungsaudits im November 2021 und ihrer bisherigen und laufenden Zusammenarbeit werden die Bereiche IT, Informationssicherheit und Datenschutz ihre Prozesse überprüfen und gegebenenfalls optimieren sowie besser miteinander verzahnen. Insbesondere sind folgende Maßnahmen geplant:
Zeitnahe, einheitliche und nachhaltige Integration des Datenschutzes in
Im interdisziplinären Information Security Council werden kontinuierlich Themen von unternehmensweiter Bedeutung im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz diskutiert und entschieden. Falls erforderlich bzw. falls keine Einigung erzielt werden kann, werden die Themen dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt.
Dies wird in Zusammenarbeit zwischen IT-Management und dem Datenschutzbeauftragten sichergestellt und kontrolliert.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von IT-Risiken als möglich und deren Auswirkungen als mittel eingeschätzt.
Über die zuvor beschriebenen Risiken hinaus gibt es Einflüsse und Ereignisse, wie etwa Bürgerproteste und -initiativen gegen den Ausbau von Windenergie, Epidemien, Naturkatastrophen oder Terroranschläge bzw. kriegerische Akte, die schwer oder unmöglich vorhersehbar sind und deren Eintritt schwer oder unmöglich kontrollierbar ist. Als Beispiel sei hier der Krieg in der Ukraine aufgeführt, der auch die Geschäftsentwicklung der Nordex Group beeinflussen könnte, u. a. aufgrund der Projekte in der Ukraine. Die Nordex Group hat hierzu ein Krisenteam eingesetzt, um die Lage zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. Global sind weder der Konflikt noch die Sanktionen oder Folgewirkungen in Umfang, Höhe und Länge abschätzbar. Daher werden diese anderen Risiken überwacht und die Behandlung der betreffenden Risiken im Falle des Eintretens so gut wie möglich vorbereitet. Sie können im Falle des Eintretens die Geschäftsentwicklung der Nordex Group negativ beeinflussen.
Die Risiken der Nordex Group werden durch den Vorstand regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Nach Einschätzung des Vorstands bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der Nordex Group gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.
Chancen können sich als Folge zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen ergeben. Die Nordex Group definiert Chancen als potenzielle positive Abweichungen von der Unternehmensplanung. Dabei sind vor allem mögliche positive Einflüsse auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage relevant. Das Chancenmanagement basiert auf einer systematischen und transparenten Überwachung, Analyse und Bewertung von Chancen und umfasst die dafür notwendigen Maßnahmen und Prozesse. Es ist somit fester Bestandteil der Strategie-, Planungs- und Berichtsprozesse sowie des Risikomanagements und unterstützt das Ziel der Nordex Group, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. In das Chancenmanagement sind neben dem Vorstand alle weiteren Führungskräfte sowie projektbezogene Entscheidungsträger eingebunden. So wird sichergestellt, dass Chancen zuverlässig identifiziert, bewertet und systematisch genutzt werden. Detaillierte Erläuterungen der Unternehmensstrategie und -steuerung sowie des Risikomanagements finden sich in den jeweiligen Kapiteln in diesem Lagebericht.
Übergeordnet differenziert die Nordex Group zwei Cluster von Chancen, je nach zeitlicher Relevanz.
Zum einen können sich – spiegelbildlich zu den Risiken – aus zahlreichen Einflussfaktoren, die eng im Rahmen des systematischen Risikomanagements des Konzerns überwacht werden, Chancen ergeben. Diese betreffen überwiegend den kurzfristigen Zeithorizont für das jeweils laufende Geschäftsjahr bzw. die rollierende Planung für die nächsten zwölf Monate. Chancen können sich ergeben, wenn sich die gesamt- oder branchenwirtschaftliche Entwicklung weltweit bzw. in einzelnen Regionen und in der Folge auch die Auftragssituation der Nordex Group besser als geplant entwickeln. Zudem sind im Zusammenhang Chancen mit der Produkt- oder Projektentwicklung u.a. durch kürzere Entwicklungs- oder Genehmigungszeiten möglich. Chancen können sich ferner im Bereich Beschaffung und Einkauf etwa durch bessere Konditionen oder Material- bzw. Lieferantensubstitution ergeben. Außerdem können sich finanzielle Chancen positiv auswirken. Dazu zählen beispielsweise günstigere Zinskonditionen oder Möglichkeiten, zinstragende Verbindlichkeiten vorzeitig abzulösen, tendenziell auch veränderte Währungskurse und gegebenenfalls Wertsteigerungspotenziale von bilanzierten Vermögensgegenständen.
Zum anderen können sich mittelfristig aus Megatrends sowie aus perspektivisch zu erwartenden Entwicklungen und antizipierten künftigen Ereignissen – abweichend von der bestehenden Planung – zusätzliche Geschäftspotenziale für die Nordex Group ergeben. Dabei spielt die Politik eine wesentliche externe Rolle. Des Weiteren sind interne Weichenstellungen der Nordex Group wie die mehrjährig angelegte strukturelle Neuausrichtung der Lieferkette von Bedeutung. Externe und interne Chancen, die sich daraus ableiten können, werden eng überwacht. Sie fließen in die mittelfristige Business- und Investitionsplanung sowie in die strategische Ausrichtung des Unternehmens ein.
Der Klimawandel und seine Folgen sind immer stärker spürbar. Damit finden auch tiefgreifende Maßnahmen zum Schutz des Klimas weltweit zunehmend höhere Akzeptanz. Dieser Megatrend ist unumkehrbar. Neue politische Vorgaben für einen beschleunigten Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und strengere Gesetze zum Klimaschutz können den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich beschleunigen. Politische Entscheidungen wie der "European Green Deal" unterstützen die Planungssicherheit für künftige Investitionen. Die neue deutsche Bundesregierung plant, den Klimaschutz mit umfassenden Maßnahmen zu forcieren und die Energiewende, insbesondere unter dem Einsatz erneuerbarer Energien wie Windkrafterzeugung an Land, zu beschleunigen. Auf der Klimakonferenz in Glasgow haben sich erstmals alle Staaten zu einem beschleunigten Ausstieg aus der Kohleverstromung bekannt. Die Nordex Group beobachtet im Rahmen ihrer Vertriebsaktivitäten weltweit Märkte und Entwicklungen sehr eng. Ziel ist es u.a., neue Potenziale, die die Planung der Nordex Group übertreffen, nach gründlicher Analyse und Bewertung gegebenenfalls zügig erschließen zu können. Dies ist eine Säule der Unternehmensstrategie.
Die Nordex Group hat in den letzten Jahren mit Hochdruck ihren globalen Produktionsverbund mit einer Neuausrichtung der Lieferkette gestärkt. Einen weiteren bedeutenden Schritt zur Optimierung, der zugleich ein Kernelement der Unternehmensstrategie bis 2023 ist, bildet der laufende Ausbau der Produktion und der Lieferkette in Indien. Nordex hat dieses wegweisende Projekt initiiert, um zukünftig von Indien aus den Weltmarkt außerhalb Europas zu bedienen. Dabei sind erhebliche Volumensteigerungen und Kosteneinsparungen geplant. Sollte die Nachfrage stärker oder schneller als vorhergesehen wachsen, könnten sich daraus zusätzliche positive Effekte für den Umsatz und die Profitabilität der Nordex Group ergeben. Des Weiteren hat Nordex die Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Rotorblatthersteller TPI ausgeweitet. Seit Juli 2021 betreibt TPI den Produktionsstandort Matamoros in Mexiko, zunächst für drei Jahre. Durch die Einbindung des Know-hows von TPI soll die Effizienz und Leistung der Rotorblattproduktion gesteigert werden. Zugleich kann Nordex die Ressourcen künftig auf andere strategische Produktionsanlaufaktivitäten fokussieren. Die Flexibilität der Lieferkette für Schlüsselkomponenten wird mit diesem Schritt erhöht. Aus dieser Zusammenarbeit könnten sich über die Planung hinaus Chancen für das Wachstum und die Profitabilität der Nordex Group ergeben.
Als ein Treiber für das zukünftige Umsatzwachstum des Konzerns ist auch das sogenannte Repowering ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Beim Repowering werden bestehende alte Anlagen am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus vollständig abgebaut und durch den Neubau moderner effizienterer Turbinen ersetzt. Dieser Effekt wird künftig vor allem in etablierten Onshore-Windmärkten eine wichtige Rolle spielen, vor allem in Europa und den USA. Eine zügigere und umfassendere Umsetzung von Repowering-Projekten könnte gegenüber den aktuellen Einschätzungen weiteres Potenzial für die Nordex Group eröffnen, speziell für die erfolgreiche Delta4000-Plattform. Damit wären zusätzliche positive Impulse für den Umsatz und die Profitabilität des Unternehmens möglich.
Nordex setzt bei der Forschung und Entwicklung vor allem auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios. Ein Fokus ist dabei die Senkung der Stromgestehungskosten über eine höhere Leistungsfähigkeit der Turbine oder über geringere Kosten. Den Kunden sollen durch Innovation immer wettbewerbsfähige und effiziente Windenergieanlagen angeboten werden. Die Delta4000-Plattform mit ihren sieben Turbinenvarianten wird je nach Region unterschiedlichen Marktanforderungen gerecht und ist somit global einsetzbar. Ein weiteres F&E-Kernelement ist die gezielte Weiterentwicklung im Service, z.B. durch eine Optimierung der Wartung und durch die Weiterentwicklung von Software zur Leistungssteigerung der Turbinen. Innovationen bei Produkten oder im Dienstleistungsangebot können für die Nordex Group Chancen im Sinne von positiven Abweichungen gegenüber der zugrunde gelegten mittelfristigen Planung darstellen, wenn der Markterfolg dieser Innovationen größer ist oder er früher eintritt als geplant.
Eine Hauptaufgabe des Vertriebs besteht darin, Stammkunden und Kernmärkte zu pflegen, so Geschäftsvolumen zu sichern und auszuweiten. Darüber hinaus soll der Vertrieb neue Kunden gewinnen bzw. neue Märkte für die Nordex Group erschließen. Von besonderer Bedeutung für die Nordex Group sind hierbei die weltweit agierenden Stromerzeuger. Nordex will sich für diese Kunden als strategischer Lieferant etablieren. Dies eröffnet die Möglichkeit zur Gewinnung von in der Regel großen Projekten. Weitere Potenziale ergeben sich durch die gezielte Erschließung einzelner Märkte. Dabei analysiert die Vertriebs- und Serviceorganisation kontinuierlich neue und wiederkehrende Märkte, bewertet Chancen und Risiken, mögliche Projektpipelines sowie Chancen für den Ausbau. So entscheidet sich auch, ob und wenn ja, wie ein Markt möglichst effizient und risikoarm bearbeitet werden kann. Vertriebsseitig bestehen somit vielfältige Möglichkeiten, zusätzliche Geschäftspotenziale für das Unternehmen zu heben, die sich – über die bestehende Planung hinaus – positiv auf die zukünftige Entwicklung von Aufträgen, Umsatzerlösen und Profitabilität auswirken können.
Die Projektentwicklung ist dem eigentlichen Geschäft der Nordex Group vorgelagert. In ausgewählten Märkten außerhalb Europas nutzt das Unternehmen selbst entwickelte Windparkprojekte. Die Vermarktung dieser baufertigen Windparks erfolgt dabei vor allem an Finanzinvestoren. Abgerundet wird die Nordex-Wertschöpfungskette durch das margenstarke Servicegeschäft. Es stellt eine besondere Nähe zum Kunden sicher und ist zugleich Basis für neue Projekte. Chancen können sich durch zusätzliche, idealerweise langfristige Serviceverträge ergeben sowie durch eine stärker als geplante Realisierung von Servicevertragsverlängerungen. Dieses Geschäft soll sukzessive weiter ausgebaut werden.
Unternehmerisches Handeln ist einerseits regelmäßig Risiken ausgesetzt, andererseits bieten sich im Zeitablauf aber auch immer wieder zusätzliche Chancen, die kontinuierlich überwacht und gemanagt werden. Entsprechende Systeme der Nordex Group stellen dies sicher. Der Vorstand der Nordex Group sieht sich damit gut aufgestellt, um zukünftige Chancen gezielt nutzen zu können, d.h. mögliche positive Potenziale für Umsatz, Profitabilität und Liquidität gegenüber der Planung zu heben.
Mit der Unternehmensstrategie hat die Nordex Group unter anderem konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben bis zum Jahr 2022 definiert. Die Steuerung des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, diese Vorgaben im operativen Geschäft umzusetzen. Darüber hinaus können sich aus den skizzierten Chancenclustern zusätzliche attraktive Potenziale für die Nordex Group ergeben, die bisher nicht Teil der konkreten Planungskalkulation für diesen Zeitraum oder darüber hinaus sind. Der Vorstand richtet in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk auf die externen Chancen, die sich aus neuen klimapolitischen Vorgaben ergeben können, sowie auf die internen Chancen, die sich aus der Weiterentwicklung des globalen Produktionsverbunds mit dem Ausbau der Lieferkette in Indien ergeben. Das enorme Potenzial für das weltweite Geschäft aus Indien heraus bietet aus Sicht des Vorstands große Chancen für die Nordex Group – (insbesondere) auch für die Jahre nach 2022.
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen und einen Krieg begonnen. Die westliche Staatengemeinschaft hat geschlossen und energisch reagiert und Russland mit zahlreichen Sanktionen belegt, einschließlich des Ausschlusses russischer Finanzinstitute aus dem SWIFT-System. Diese sehr seltene und bedauerliche Abfolge von Ereignissen hat eine große Unsicherheit und Volatilität in den globalen Märkten hervorgerufen, die auch die Nordex-Gruppe direkt oder indirekt kurz- und mittelfristig betreffen kann. Die Nordex-Gruppe hat über eine gebildete Arbeitsgruppe umgehend begonnen, die Entwicklung zu beobachten sowie Risiken zu identifizieren und zu reduzieren.
Basierend auf den ersten Erkenntnissen kann die Nordex-Gruppe sicher bestätigen, dass sie über kein direktes Geschäft, keine direkten Lieferanten und keine jedweden Vermögenswerte in Russland verfügt. Jedoch kann es infolge der Nutzung von russischen Schiffen innerhalb der Lieferkette zu Störungen kommen.
Die Nordex-Gruppe hat jedoch direktes Geschäft in der Ukraine, welches aber verglichen mit dem weltweiten Geschäft der Nordex-Gruppe ziemlich gering ist. Die Ukraine gehört zu den kleineren Märkten der Nordex-Gruppe. Die Nordex-Gruppe hat eine Tochtergesellschaft in der Ukraine mit nur geringen Vorräten und flüssigen Mitteln. Der anhaltende Konflikt stellt jedoch ein Risiko für ein paar kleinere Service-Erträge eines Windparks und ein paar geplante Projekte im Jahr 2022 dar, weil alle lokalen Baustellen und Service-Aktivitäten momentan ruhen.
Die indirekten Folgen dieses anhaltenden Konflikts sind zu diesem Zeitpunkt bisher unbekannt und nur schwer vorherzusagen. Sie könnten Margeneffekte durch volatile Währungskurse, Abhängigkeiten der Lieferanten von diesen Ländern, weiter steigende Inflation, Rückgang im Order Intake, Auswirkungen auf Logistikkosten etc. umfassen.
Zusammenfassend geht die Nordex-Gruppe davon aus, dass basierend auf den ersten Erkenntnissen die gesamten risikobehafteten Erträge in der Ukraine für 2022 auf dem Niveau eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags liegen, was auch eine Auswirkung auf die Margen haben würde. Zusätzlich können weitere unvorhersehbare indirekte Kosten für das operative Geschäft entstehen, welche aktuell aber noch nicht beurteilt werden können.
Die Nordex Energy Spain S.A.U. hat am 17. Februar 2022 die Mitarbeiter des spanischen Standortes La Vall d'Uixó darüber informiert, dass ein Prozess zur Überprüfung der Fortführung der Produktion von Maschinenhäusern, Naben und Triebsträngen am Standort eingeleitet worden ist. Grund ist das intensive Wettbewerbsumfeld, das eine Überprüfung der Optimierung der Beschaffungs- und Produktionsprozesse notwendig gemacht hat. In La Vall d'Uixó beschäftigt die Nordex Energy Spain S.A.U. rund 110 Mitarbeiter.
Die Nordex-Gruppe hat am 28. Februar 2022 die Belegschaft der Rotorblattproduktion am Rostocker Güterverkehrszentrum (GVZ) über die Absicht informiert, die Produktion von Rotorblättern an diesem Standort per Ende Juni 2022 einzustellen. Das zunehmend herausfordernde Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie eine Verschiebung der Nachfrage haben auch hier eine Anpassung der globalen Beschaffungsund Produktionsprozesse der Nordex-Gruppe erforderlich gemacht. Von der Einstellung der Produktion sind rund 600 Mitarbeiter betroffen. Von dieser Maßnahme sind außerdem rund 40 Mitarbeiter der Nordex Blade Technology Centre ApS in Dänemark betroffen.
Da die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern gerade erst begonnen haben, können zum jetzigen Zeitpunkt für beide Standorte die möglichen Kosten wie Rückstellungen für Abfindungen noch nicht verlässlich beziffert werden.
Am Beginn des Jahres 2022 stellen die Unsicherheiten über die schnelle Ausbreitung der Omikron-Virusvariante und die verordneten Pandemiemaßnahmen in den betroffenen Ländern eine Belastung dar. Im Jahresverlauf dürfte die Weltwirtschaft aber trotz der noch gestörten Lieferketten und hohen Energiekosten wieder Tritt fassen und den Aufschwung fortsetzen. Das setzt voraus, dass die Pandemie allmählich überwunden wird. Die Belebung wird jedoch später einsetzen und auf das Gesamtjahr gesehen nicht so stark ausfallen, wie noch im Herbst 2021 erwartet. In der Januar-Aktualisierung seines Weltwirtschaftsausblicks hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das globale Wachstum im Jahr 2022 auf +4,4% gesenkt (Oktober-Prognose: +4,9%). Für das Jahr 2023 prognostiziert der IWF, dass die Weltwirtschaft im Aufschwung bleibt. Gegenwärtig sind die Risiken jedoch sehr hoch. Der weitere Pandemieverlauf, die Materialengpässe, hohe Inflation und vor allem die Zinswende könnten die Konjunktur stärker als derzeit unterstellt beeinträchtigen. Darüber hinaus besteht die akute Gefahr eines eskalierenden militärischen Konflikts in Osteuropa mit unabsehbaren Folgen.
Im Zuge einer höheren Immunisierung der Bevölkerung und damit Überwindung der Pandemie sollten die Industriestaaten die wirtschaftliche Expansion fortsetzen. Die Regierungen setzen mit Initiativen u.a. zur Stärkung der Infrastruktur und Eindämmung des Klimawandels fiskalpolitische Impulse. Der Aufschwung dürfte auch durch Nachholeffekte beim Konsum und den Investitionen unterstützt werden. Mit einer Entspannung bei den Materialengpässen können sich die Industrieproduktion und Exporte beschleunigt erholen und der Welthandel dürfte sich 2022 wieder lebhaft entwickeln (IWF: +6,0%). Der IWF erwartet, dass die Wirtschaft in den Industriestaaten 2022 um 3,9% wachsen wird. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer unterstellt der IWF ebenfalls einen spürbaren Aufschwung. Diese Länder sollen 2022 aber nur um 4,8% zulegen, wobei die Rate u.a. durch China, wo sich das Wachstumstempo deutlich verlangsamt, gedrückt wird. Als Folge der Zinswende in den USA nimmt in vielen Schwellenländern der Druck zu, ihre Währungen mit ebenfalls höheren Zinsen zu stützen.
| Quellen | 2020 | 2021 | 2022e |
|---|---|---|---|
| a | – 3,1 | 5,9 | 4,4 |
| a | – 4,5 | 5,0 | 3,9 |
| b, a | –3,4 | 5,7 | 4,0 |
| a | –5,2 | 4,7 | 4,1 |
| c, a | –6,4 | 5,2 | 3,9 |
| d, a | –4,6 | 2,7 | 3,8 |
| a | –8,0 | 6,7 | 3,5 |
| a | –10,8 | 4,9 | 5,8 |
| a | –8,9 | 6,2 | 3,8 |
| a | –9,4 | 7,2 | 4,7 |
| a | –2,0 | 6,5 | 4,8 |
| a | –7,3 | 9,0 | 9,0 |
| e | 1,8 | 9,5 | 2,0 |
| a | –6,9 | 6,8 | 2,4 |
| a | –3,9 | 4,7 | 0,3 |
Quellen: a) IWF, b) US Department of Commerce, c) Eurostat, d) Destatis, e) Weltbank
Sofern es gelingt, die Pandemie und die Störungen in den Lieferketten einzudämmen, und unter der Annahme, dass die Risiken nicht eskalieren, zeichnet sich für die Kernmärkte der Nordex Group im Jahr 2022 ein überwiegend positives Konjunkturbild ab. Allerdings bleiben die Entwicklungen regional sehr heterogen.
Der Euroraum wird im Jahresverlauf 2022 bei geringeren Infektionszahlen und Lockerung der Restriktionen den Aufschwung nach der Einschätzung des IWF fortsetzen. Trotz der hohen Inflation wird der Konsum dank eines lebhaften Arbeitsmarkts anziehen. Die Investitionen bekommen u.a. durch die Wiederbelebung von zuletzt aufgeschobenen Projekten einen Schub. Strukturelle Impulse für die Investitionen resultieren aus der Digitalisierung sowie der Energie- und der Mobilitätswende. Dabei zeichnet sich für Deutschland, Frankreich und Italien gleichermaßen ein sehr robustes Wachstum ab. Spanien und Großbritannien dürften sich auch basisbedingt überdurchschnittlich lebhaft erholen. In Polen sollte sich das robuste Wachstum fortsetzen. In den USA zeichnet sich ein solider Aufschwung ab, allerdings aufgrund der geringeren Impulse durch die Fiskal- sowie der schnelleren Straffung der Geldpolitik nicht so kraftvoll, wie zuletzt noch erwartet. Der IWF hat seine Prognose für das US-Wirtschaftswachstum 2022 um 120 Basispunkte gekürzt. Kanada bleibt im Aufschwung. In den wichtigsten Schwellenländern sind die Perspektiven für 2022 uneinheitlich. Einige profitieren von hohen Rohstoffpreisen oder Infrastrukturinvestitionen des Staates. In anderen wirken sich die hohe Inflation und Zinssteigerungen negativ aus. So bleibt das Wachstum in Indien 2022 sehr dynamisch, aber in der Türkei flachte das Expansionstempo spürbar ab. Auch in Lateinamerika ist das Bild nur eingeschränkt positiv. Für Brasilien, Argentinien und in Mexiko wird eine Abschwächung des Wachstums erwartet.
Die US-Notenbank (FED) hat bereits im Jahr 2021 eine Normalisierung der Geldpolitik angekündigt und eingeleitet, d.h. ein sukzessives Auslaufen der massiven Anleihenkäufe und im weiteren Verlauf auch eine Abkehr von der Nullzinspolitik. Der Kapitalmarkt erwartet für 2022 mittlerweile mehrere Zinsschritte. In der Folge sind damit auch international weitere Zinssteigerungen zu erwarten. Dafür spricht auch die erheblich gestiegene Inflation in den meisten Ländern. Viele Schwellen- und einige Industrieländer hatten bereits 2021 an der Zinsschraube gedreht. Dagegen betrachtet die EZB den Inflationsdruck als temporär. Sie beabsichtigt bislang, den Kurs der Nullzinspolitik fortzusetzen. Diese Linie könnte aber im Jahresverlauf 2022 bei steigendem Druck durch die Inflation korrigiert werden müssen. Durch das Auseinanderlaufen der Geldpolitik steigt für 2022 die Gefahr von neuen Turbulenzen an den Kapital- und Devisenmärkten, möglicherweise mit negativen Folgen auch für die Konjunktur.
Zwar werden 2022 und 2023 nach den Prognosen des IWF kaum Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und dem Euroraum bestehen. Da sich aber zunehmend positive Zinsdifferenzen zugunsten des US-Dollars aufbauen werden, wird der US-Dollar gegenüber dem Euro weiteren Rückenwind bekommen. Spiegelbildlich dürfte der Euro gegenüber dem US-Dollar, aber auch gegenüber anderen wichtigen Währungen tendenziell abwerten. Diese fundamentalen Währungseinflüsse können aber durch kurzfristige Trends und Ereignisse – etwa ein unerwarteter Verlauf der Pandemie, neue geopolitische Spannungen, volatile Kapitalmärkte – überlagert werden. Die Konzerngesellschaften der Nordex Group schließen ihre Verträge mit Kunden und Zulieferern maßgeblich entweder in Euro oder US-Dollar ab. Häufig werden Split-Verträge vereinbart, in denen die Währung auf die jeweilige Projekt-Wertschöpfung bzw. die Lieferkette abgestimmt ist. Verbleibende Transaktionswährungsrisiken werden weitestgehend durch Hedging minimiert. Weitere Informationen hierzu finden sich im Anhang im Abschnitt "Finanzrisikomanagement".
Als Folge der 2022 zunächst weiterhin gestörten Lieferketten und der allmählich beschleunigten globalen Konjunkturbelebung zeichnen sich auf den Rohstoffmärkten weiter steigende Notierungen ab. Der IWF prognostiziert, dass sich Nicht-Öl-Rohstoffe 2022 im Durchschnitt um 3,1% verteuern nach fast 27% im Berichtsjahr. Für die Ölpreise erwartet der IWF einen weiteren Anstieg um rund 12%. Im Jahresdurchschnitt 2022 steigt der Preis für ein Barrel Öl (Mittelwert für UK Brent, Dubai Fateh, WTI) demnach auf USD 77,31 (2021: USD 69,07, +67,3%).
Die politische Unterstützung für erneuerbare Energien spielt in einem weitgehend regulierten Energiemarkt eine wesentliche Rolle. Der Trend hin zu regenerativer Stromerzeugung ist in den meisten Regionen der Welt eine unumkehrbare Entwicklung. Dabei ist die Ausgestaltung der Märkte infolge der politischen und regulatorischen Gegebenheiten sehr unterschiedlich. Im Dezember 2020 kündigte etwa die britische Regierung an, die Treibhausgasemissionen ihres Landes bis 2030 im Vergleich zum Niveau von 1990 um mehr als zwei Drittel reduzieren zu wollen. Auf der UN-Klimakonferenz von Glasgow im November 2021 wurden zum einen die Ziele des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal +1,5 °C bekräftigt und zum anderen die beschleunigte Abkehr von Kohle sowie anderen fossilen Energieträgern hervorgehoben. Für die Märkte der Nordex Group sind mittelfristig die Ambitionen der Europäischen Union (EU), die Klimaschutzvorhaben in den USA sowie das Ausbauvolumen in Lateinamerika bedeutend.
Die EU hat ihre Klimaschutzpläne im Zuge des sogenannten "Green Deal" ausgeweitet. Ziel der EU ist es, bis zum Jahr 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen. Für die umfassende Dekarbonisierung des Energiesektors erfordert dies einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Als Zwischenziel wurde bereits Ende 2020 beschlossen, die Vorgabe zur Reduktion von Treibhausgasen im Jahr 2030 von – 40% auf – 55% zu verschärfen. Die EU-Kommission strebt im Rahmen der Umsetzung dafür an, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix von 32% auf voraussichtlich 40 % im Jahr 2030 zu erhöhen. Aus der Anfang 2022 vorgeschlagenen Einordnung von Nuklearenergie und Erdgas als nachhaltig in der EU-Taxonomie erwartet die Nordex Group keine wesentlichen negativen Auswirkun-
gen auf die Investitionen in den Windenergiesektor.
Die Nordex Group rechnet damit, dass der Ausbau von Onshore-Wind in Deutschland durch die ambitionierten Zielsetzungen der Bundesregierung neue Impulse bekommt. Basierend auf einem deutlich höheren antizipierten Bedarf von 715 TWh (vorher: 580 TWh) strebt die neue Regierung bis 2030 nun an, 80% der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dies würde in etwa eine Verdopplung der installierten Kapazitäten von heute 55 GW auf etwa 110 GW im Jahr 2030 erfordern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen 2% der Fläche in Deutschland für Onshore-Wind zur Verfügung gestellt werden. Aktuell werden dafür rund 0,5% genutzt. Darüber hinaus will die Bundesregierung die heute langwierigen Planungs- und Genehmigungsprozesse vereinfachen. Diese neuen Vorgaben und Maßnahmen sind für die Windindustrie insgesamt positiv zu bewerten. Es bleibt jedoch abzuwarten, in welcher Zeit welche Maßnahmen realisiert werden.
Ein weiterer bedeutender Markt für die Nordex Group sind die USA. Auch hier soll die wirtschaftliche Entwicklung mit dem Klimaschutz verbunden werden. Ein erstes wichtiges, sichtbares Zeichen der Regierung unter Präsident Biden war die unmittelbare Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen. In den USA hat die Windindustrie viele Jahre lang von der Förderung über Steuergutschriften (PTC) profitiert. Diese Förderung ist zuletzt für 2021 verlängert worden. Eine weitere Verlängerung im Zuge des Infrastrukturpaketes BIF ("Bipartisan Infrastructure Framework") wird erwartet. Relevant ist das BIF auch mit Blick auf den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes. Zentrales Element dabei ist das Haushaltspaket BBB ("Build Back Better"), das wichtige Anreize für den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien in den USA enthält. Eine Umsetzung dieser noch nicht final beschlossenen Pakete könnte sich positiv für die Windindustrie in den USA auswirken.
In Lateinamerika ist das Marktumfeld von Auktionen und von bilateralen Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements, PPA) geprägt. Bilaterale PPAs etablieren sich zum Teil als alternative Finanzierungsstrukturen zu den existierenden staatlichen Auktionen. Dies war in den vergangenen Jahren beispielsweise in Brasilien aufgrund der sehr wettbewerbsfähigen Preise von Onshore-Windstrom bei einer gleichzeitigen Reduzierung der öffentlichen Auktionen der Fall.
Im indischen Markt sind die Bedingungen hinsichtlich Flächenankauf, Stromübertragung und Genehmigungen weiterhin kompliziert. Frühere, sehr ambitionierte Ausbauziele für Windenergie dürften daher auf absehbare Zeit noch nicht erreicht werden. Dazu hat aber auch die Corona-Pandemie beigetragen, die das Land 2021 besonders hart getroffen hat. Als Absatzmarkt ist Indien für die Nordex Group kurz- und mittelfristig voraussichtlich von untergeordneter Bedeutung.
Die Windenergie ist ein Haupttreiber der regenerativen Stromerzeugung und spielt eine unverzichtbare Schlüsselrolle in der international angestrebten Energiewende. Sie hat ihre Wettbewerbsfähigkeit – gestützt auf einen erheblichen technologischen Fortschritt in den letzten Jahren – deutlich gestärkt und kann daher mittlerweile in windreichen Regionen ohne Subventionen mit anderen Technologien zur Stromerzeugung problemlos konkurrieren. Viele Märkte operieren bereits subventionsfrei. Die Projekte werden dann i.d.R. über Auktionsverfahren vergeben oder im Rahmen sogenannter PPAs (Power Purchase Agreements), das sind private Stromlieferverträge zwischen den Energieerzeugern und Großkunden wie Unternehmen. Darüber hinaus treibt die Politik auch mit verschärften Gesetzen zum Klimaschutz die Windenergie voran. Das Ziel, die Treibhausgasemissionen auf null zu bringen, erfordert einen massiven und beschleunigten Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und damit auch und in vielen Regionen besonders den Ausbau der Windenergie.
Das Global Wind Energy Council (GWEC) sieht die Windenergie deshalb auf einem verlässlichen, robusten Wachstumspfad. Bis 2025 dürften die weltweiten Neuinstallationen danach gemessen an der Leistung der Windenergieanlagen um durchschnittlich 3,5% pro Jahr steigen. Die Marktforscher von Wood Mackenzie rechnen in einer aktualisierten Prognose bis zum Jahr 2030 mit einem auf +9% pro Jahr beschleunigten Wachstum beim globalen Zubau. Das Jahr 2022 ist dabei allerdings bezogen auf das weltweit addierte Gesamtvolumen dadurch verzerrt, dass die durch spezielle Anreize geschaffene Sonderkonjunktur 2020 in China und den USA, die dort kurzfristig sprunghaft höhere Installationen auslöste, bereits 2021 abklang und nunmehr völlig ausläuft. Dies wird zu einer "statistischen" Delle 2022 führen, vor allem durch geringere Offshore-Installationen. Bis 2025 wird aber eine hohe Dynamik beim Ausbau der Windenergie auf See prognostiziert. Die Mittelfristperspektive für Onshore sieht GWEC leicht positiv (CAGR 2020–2025: +0,4%). Ab 2024 dürften die Neuinstallationen an Land wieder stärker steigen. Mit einem Anteil von 80% am Weltmarkt im Jahr 2025 bleibt das Segment Onshore in diesem Szenario dominierend. In dem für die Nordex Group relevanten Onshore-Markt außerhalb Chinas wird laut GWEC 2025 weiterhin Europa herausragen, mit grob dem doppelten Volumen an Neuinstallationen vor den USA und Asien ohne China. Afrika soll bis 2025 die Größe des lateinamerikanischen Markts erreichen. Um die vielfältigen Wachstumschancen in diesen Onshore-Märkten zu nutzen, ist die Nordex Group gut aufgestellt.
Konkret für 2022 rechnet GWEC damit, dass der weltweite Zubau um 4,4% auf 87,9 GW zurückgeht. Dabei wird erwartet, dass die Installationen an Land 2022 bei 79,2 GW weitgehend stabil bleiben. Für Europa wird allerdings ein Rückgang auf 14,1 GW (–11%) erwartet. Dabei zeichnen sich in den großen Ländern nur für Spanien Einbußen ab (2022: 0,7 GW nach 1,0 GW). Frankreich dürfte robust zulegen (2022: 1,7 GW nach 1,5 GW) und für Deutschland erwartet GWEC einen kräftigen Anstieg um rund 50% auf 3,0 GW, der allerdings noch deutlich unter den Höchstwerten von 2016 und 2017 liegt. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) rechnet mit einem Ausschreibungsvolumen von 2,3 –2,7 GW im Jahr 2022. Auf den Überseemärkten ist das Bild für 2022 gemischt. Die GWEC-Prognose für den Onshore-Ausbau in den USA ist 10 GW (–29%) und für Australien 0,5 GW (–75%). Für Indien wird dagegen ein Sprung auf 4,3 GW erwartet (+87%). In Lateinamerika sind die Aussichten überwiegend positiv. So werden für Mexiko mit 0,8 GW nach 0,9 GW erneut Installationen auf sehr hohem Niveau erwartet und in Brasilien dürfte der Zubau kräftig auf 2,8 GW steigen (+27%).
Auch das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie erwartet in seinem Marktausblick aus Dezember 2021 den Onshore-Windenergiezubau im Jahr 2022 bei weltweit etwa 79 GW. Die nachfolgende Tabelle gibt die Einschätzung von Wood Mackenzie für die zehn größten Einzelmärkte wieder.
| in MW | 2021e | 2022e | 2023e |
|---|---|---|---|
| Welt | 76.289 | 79.345 | 78.467 |
| China | 26.303 | 34.096 | 35.767 |
| USA | 14.929 | 9.754 | 8.954 |
| Deutschland | 2.256 | 3.197 | 3.370 |
| Brasilien | 3.160 | 3.025 | 3.250 |
| Indien | 1.900 | 2.989 | 2.542 |
| Schweden | 2.883 | 2.310 | 1.200 |
| Polen | 1.281 | 1.670 | 795 |
| Australien | 2.061 | 1.619 | 1.079 |
| Frankreich | 1.420 | 1.570 | 1.618 |
| Spanien | 1.405 | 1.510 | 1.735 |
Quelle: Wood Mackenzie Q4/2021 Onshore Market Outlook
Die Nordex Group hat ihre Marktposition im globalen Onshore-Windmarkt durch die stark gestiegenen Installationen 2021 weiter ausgebaut und dabei ihre finanzielle Stabilität durch die Kapitalerhöhung weiter gestärkt. Auf diese Weise hat sich das Unternehmen für die Zukunft aussichtsreich positioniert, zumal der Windenergie an Land eine sehr hohe Bedeutung als kostengünstige erneuerbare Energiequelle im globalen Energiemix zukommt. Nach einem schwierigen Jahr 2021 geht die Nordex Group von einem besseren Geschäftsverlauf 2022 aus, der sich auch in wesentlichen finanziellen Kennzahlen widerspiegeln wird. Allerdings rechnet das Unternehmen weiterhin mit deutlichen Auswirkungen durch die hohen Kosten für Logistik und Rohstoffe, vor allem in der ersten Jahreshälfte. Ebenso kann es auch weiterhin zu Unterbrechungen in der Lieferkette kommen. Hinzu kommt der von Russland verursachte Krieg in der Ukraine, dessen Auswirkungen einschließlich der von der westlichen Staatengemeinschaft verhängten Sanktionen sowie der Länge des Konflikts aus heutiger Sicht schwer abschätzbar sind. Insgesamt unterliegen die Geschäftsentwicklung, die Annahmen und auch die Prognose deutlich größeren Unsicherheiten als üblich. Dies wird in den breiteren Prognosekorridoren entsprechend berücksichtigt.
Für das Geschäftsjahr 2022 strebt der Vorstand der Nordex SE einen Konzernumsatz von EUR 5,4 bis 6,0 Mrd. und eine EBITDA-Marge in Höhe 1,0 bis 3,5% an. Darüber hinaus rechnet das Unternehmen mit Investitionen in Höhe von EUR 180 Mio. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote soll zum Jahresende 2022 bei unter –7% liegen. Die Prognose für 2022 berücksichtigt nicht etwaige Kosten für Umgestaltungen in der Produktion und geopolitische Ereignisse.
Der auf einem sehr hohen Niveau liegende Auftragsbestand in Höhe von EUR 6,2 Mrd. per 31. Dezember 2021 ist die Basis für diese Prognose. Trotz der im Berichtsjahr stark gestiegenen Installationen ist der Auftragsbestand infolge des sehr hohen Auftragseingangs 2021 deutlich angewachsen (31. Dezember 2020: EUR 5,1 Mrd.). International stärkste Einzelmärkte waren Australien, die USA und Brasilien. In Europa zählten Deutschland, Finnland, Frankreich, die Türkei und Polen dazu. Insgesamt war der Auftragseingang in Europa am höchsten, gefolgt von den lateinamerikanischen Märkten. Die technische Leistungsfähigkeit der aktuellen Turbinengeneration und der damit verbundene hohe Kundennutzen führten tendenziell zu steigenden Margen. Dabei stehen den guten Ergebnismargen die zurzeit hohen Kosten für Logistik und Rohstoffe gegenüber. Im Auftragsbestand per Ende Januar 2022 hatte die Nordex Group bereits 81% des für 2022 geplanten Umsatzes im Segment Projekte mit festen Auftragseingängen abgedeckt.
Das Unternehmen erwartet eine relative Gleichverteilung der Umsatzerlöse über die Quartale. Hinsichtlich der EBITDA-Marge geht die Nordex Group davon aus, dass die erste Jahreshälfte infolge des hohen Kostendrucks schwach ausfallen wird. Für die zweite Jahreshälfte wird eine Steigerung unterstellt. Darüber hinaus wird das Unternehmen sein 2020 initiiertes Unternehmensprogramm zur Ergebnissteigerung auch im Jahr 2022 fortführen. Zu den wichtigsten Elementen zählen die Erhöhung der Produktivität, die Verbesserung der Servicemarge, die Optimierung der Projektabwicklung und vor allem die Weiterentwicklung der Lieferkette.
Im Berichtsjahr wirkten sich ergebnisseitig insbesondere die extrem hohen Kosten für die Logistik und auch Rohstoffe negativ aus. Aus heutiger Sicht dürfte insbesondere die erste Jahreshälfte 2022 nach wie vor davon betroffen sein, während die Ergebnisbelastung in der zweiten Jahreshälfte geringer sein sollte. Dazu tragen konsequente Preiserhöhungen sowie modifizierte Kundenverträge bei.
Den Schwerpunkt der geplanten Investitionen bildet der Ausbau der Produktion in Indien, der 2022 weiter fortgesetzt wird, um von dort vor allem den Weltmarkt außerhalb Europas zu bedienen, dabei Volumen zu steigern und Kosten zu senken. Weitere Investitionen erfolgen vor allem für Transportausrüstung, um die hohe Anzahl der geplanten Installationen effizient abwickeln zu können.
Die Nordex Group erwartet auch im Jahr 2022 eine hohe Nachfrage insbesondere in ihren bedeutenden Kernmärkten. Dabei kommt dem Unternehmen seine starke Marktposition bei weltweit agierenden Schlüsselkunden wie auch der breit gefächerte Kundenstamm in Europa zugute. Mit der Delta4000-Plattform hat die Nordex Group eine hocheffiziente und wettbewerbsfähige Turbinengeneration der 4-, 5- und 6-MW-Klasse mit inzwischen sieben verschiedenen Produkttypen am Markt, die in nahezu allen Regionen weltweit eingesetzt werden kann.
Der European Green Deal und die zunehmende Bedeutung des Repowerings eröffnen zusätzliche Marktchancen. Speziell in Deutschland könnte sich ein positiver Impuls aus den geplanten Maßnahmen der neuen Bundesregierung ergeben. Im wichtigen US-Markt erwartet die Nordex Group ebenfalls ein positives politisches Umfeld, das sich positiv auf die Nachfrage in den USA auswirkt, insbesondere nach Turbinen der Delta4000-Plattform.
Der erwartete hohe Auftragseingang und das hohe Aktivitätsniveau sollen sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auf die Entwicklung des Working Capitals auswirken.
Die Nordex Group hatte im November 2020 strategische Ziele veröffentlicht und beabsichtigt, im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von rund EUR 5 Mrd. bei einer EBITDA-Marge von rund 8% und einer Kapazität von mehr als 6 GW zu erzielen. Das Unternehmen hält an diesem Margenziel weiter fest, wird es aufgrund des sehr volatilen Markumfelds allerdings erst später erreichen, während Umsatz und Kapazität bereits im Berichtsjahr 2021 der Zielsetzung entsprachen.
Im Berichtsjahr hat die Nordex Group das Ende 2020 vorgestellte Unternehmensprogramm konsequent vorangetrieben, wird dies auch im Jahr 2022 fortsetzen und erst im Folgejahr abschließen, da es pandemiebedingt zu einigen Verzögerungen kam. Ein wesentlicher Aspekt ist hier die Weiterentwicklung der Lieferkette mit dem Schwerpunkt Indien, um die Produktion kosteneffizienter zu gestalten. Dabei kann das Unternehmen auf eine bekannte Infrastruktur und eine erfahrene Belegschaft zurückgreifen. Zunächst soll in Indien die Produktion von Rotorblättern in einem ersten Schritt erhöht werden. In einem darauf folgenden zweiten Schritt wird dort dann auch die Produktion von Turbinen ausgeweitet. Insgesamt ist in Indien eine Produktionskapazität von 4 GW vorgesehen. Dabei sollen zukünftig vor allem die Märkte außerhalb Europas effizient und kostengünstig bedient werden. Hierzu nutzt die Nordex Group auch die lokale indische Fertigung ihrer europäischen Lieferanten, um die Qualität der zugekauften Komponenten sicherzustellen. Flankiert wird diese Entwicklung durch den Aufbau von Engineering-Kapazitäten in Indien. Darüber hinaus plant die Nordex Group aufgrund des intensiven Marktumfelds und der Verschiebung der Nachfrage, ihre Rotorblattproduktion in Rostock zur Jahresmitte zu schließen. In Spanien hat das Unternehmen in der Gondelproduktion in La Vall d'Uixó einen Prozess gestartet, um zu überprüfen, ob die Produktion an diesem Standort fortgeführt wird. Das Ziel der Nordex Group ist es, die Kostenstruktur deutlich zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Das Jahr 2021 war von stark steigenden Kosten bei Rohstoffen und in der Logistik, vor allem Seefrachten, gekennzeichnet, die die Profitabilität erheblich belastet hatten. Daher hat die Nordex Group bereits eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet und wird diese 2022 konsequent fortführen, um die Margen zunächst bestmöglich abzusichern und im weiteren Verlauf sukzessive zu erhöhen. Zu diesen Maßnahmen zählen sowohl Preiserhöhungen als auch die Anpassung von Kundenverträgen. Weitere Ansatzpunkte betreffen die Beschaffung, Logistik (beispielsweise über Rahmenverträge), den Produktionsverbund oder durch einen angepassten Projektumfang. Ein Beispiel dafür ist das Projekt "MacIntyre" in Australien, bei dem der Kunde die sogenannte Outbound-Logistik übernimmt, also den Transport von der Produktionsstätte bis auf die Baustelle. Für das Unternehmen kann die Nordex Group damit einen bedeutenden Kostenblock einschließlich des Risikos im Rahmen des Gesamtprojekts vermeiden.
Der Servicebereich des Unternehmens zeichnet sich durch gute Planbarkeit und stabile Zahlungsströme aus und war 2021 von der COVID-19-Pandemie kaum betroffen. Im Geschäftsjahr 2022 soll sich der Umsatz in diesem Bereich aufgrund der steigenden Installationszahlen weiter erhöhen; angestrebt wird hier ein Anstieg größer 5%. Die Margen liegen in diesem Bereich deutlich über denen des Gesamtkonzerns. Auch hier ist es die Ambition der Nordex Group, die Marge im Laufe der Zeit kontinuierlich zu erhöhen. Darüber hinaus nutzt die Nordex Group die im gesamten Anlagenportfolio erhobenen Daten und insbesondere länderübergreifende Erfahrungen, um ihre Angebote im Service und in der Wartung stetig weiterzuentwickeln und profitabler zu gestalten.
Die Nordex Group fokussiert sich im Jahr 2022 vor allem darauf, die Profitabilität des Unternehmens sukzessive zu verbessern. Wesentliche Maßnahmen sind neben der Optimierung der Produktion und Lieferkette auch die Fortführung des Unternehmensprogramms sowie die konsequente Erhöhung der Preise und weitere Anpassung der Kundenverträge. Eine wichtige Rolle wird ferner das Produktportfolio spielen, das sich auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Delta4000-Plattform konzentriert. Eine weitere zentrale Aufgabe für 2022 besteht darin, den hohen Auftragsbestand so effizient wie möglich abzuarbeiten.
Die Nordex SE übernimmt als Konzernobergesellschaft die Holdingfunktion für die Nordex Group. Eine wesentliche Aufgabe der Nordex SE ist die Finanzierung der Konzerngesellschaften durch die Gewährung von Darlehen und Garantien. Darüber hinaus erbringt die Nordex SE für diverse Tochtergesellschaften Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Controlling, Finanzen, Internal Audit, IT, Investor Relations, Kommunikation, Konzernstrategie, People & Culture, Recht und Versicherungen. Zwischen der Nordex SE und der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge. Weitere Erläuterungen zum Konsolidierungskreis sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Umsatz der Nordex SE stieg im Geschäftsjahr 2021 um 11,0% auf EUR 91,7 Mio. (2020: EUR 82,6 Mio.). Der Personalaufwand erhöhte sich auf EUR 30,2 Mio. (2020: EUR 20,5 Mio.). Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag bei EUR –71,4 Mio. (2020: EUR – 54,3 Mio.). Im Vorjahr hatte sich auch im Abschluss der Einzelgesellschaft Nordex SE der Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios deutlich niedergeschlagen. Die sonstigen betrieblichen Erträge resultierten im Wesentlichen aus Erträgen aus Kursdifferenzen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrafen vor allem höhere Aufwendungen aus Währungsumrechnung, gestiegene Rechts- und Beratungskosten, Wertberichtigungen auf Forderungen verbundener konsolidierter Unternehmen sowie EDV-Kosten. Die Erträge aus Ergebnisabführung sanken auf EUR 24,5 Mio. (2020: EUR 203,2 Mio.). Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme gingen auf EUR 112,9 Mio. zurück (2020: EUR 137,4 Mio.). Damit verschlechterte sich das Ergebnis nach Steuern auf EUR –158,7 Mio. (2020: EUR 68,4 Mio.). Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete die Nordex SE einen handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 158,9 Mio. (2020: Jahresüberschuss von EUR 68,1 Mio.). Nach Entnahmen aus den Rücklagen lag das Bilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2021 bei EUR 0,0 Mio. (2020: EUR 6,0 Mio.).
Trotz der schlechten Ergebnisentwicklung erhöhte sich das Eigenkapital der Nordex SE durch die Kapitalerhöhung im Juli 2021 zum 31. Dezember 2021 um 41,9% auf EUR 1.447,2 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 1.019,8 Mio.). Die Bilanzsumme wuchs um 18,2% auf EUR 3.109,5 Mio. (31. Dezember 2020: 2.630,5 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag damit bei 46,5% (31. Dezember 2020: 38,8%).
Die Acciona S.A., Madrid, hält laut letzter Stimmrechtsmitteilung eine Beteiligung von über 30% an der Nordex SE. Dies begründet ein Abhängigkeitsverhältnis.
Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag der Nordex SE mit der Acciona S.A. besteht nicht. Der Vorstand der Nordex SE hat daher gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Vorstand hat am Ende des Berichts folgende Erklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft, die Nordex SE, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden."
Gemäß den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB ergeben sich für den Lagebericht folgende weitere Angabepflichten:
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag EUR 160.021.035,00 und ist eingeteilt in 160.021.035 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Eine Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00. Es existieren keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Mit Ausnahme eigener Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen, gewähren alle Aktien die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und, gegebenenfalls mit Ausnahme eventueller nicht dividendenberechtigter junger Aktien, den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus den §§12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Zum 31. Dezember 2021 befanden sich keine Aktien im eigenen Bestand.
Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu. In den Fällen des §136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Vorstandsmitglieder sind im Rahmen ihrer erfolgsabhängigen Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung gemäß den Bedingungen des Performance-Share-Unit-Plans verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33% des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren (für Herrn Dr. Hartmann: einem Jahr) zu halten.
Zum Bilanzstichtag 2021 haben folgende Gesellschaften über einen direkten oder indirekten Anteilsbesitz von mehr als 10 % der Stimmrechte an der Nordex SE verfügt: Acciona S.A., Madrid (Spanien), verfügte laut eigener Aussage über 53.808.358 Aktien und damit über 33,63 % der Stimmrechte.
Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§84 und 85 AktG gesetzlich geregelt bzw. in Art. 46 SE-VO für die Rechtsform der SE. Nach § 7 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern und wird vom Aufsichtsrat bestellt, der auch die Zahl der Mitglieder bestimmt. Nach § 7 Abs. 3 der Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt.
Änderungen der Satzung der Gesellschaft bedürfen gemäß §179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 20 Abs. 4 Satz 2 der Satzung i.V.m. Art. 59 Abs. 1 und 2 der SE-VO bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw., sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In Fällen, in denen im Aktiengesetz oder im Umwandlungsgesetz für deutsche Aktiengesellschaften zwingend eine Mehrheit von drei Vierteln vorgesehen ist, findet aufgrund des entsprechenden Gesetzesvorbehalts in Art. 59 SE-VO bei der Nordex SE eine Drei-Viertel-Mehrheit Anwendung, wobei als Bezugsgröße nicht auf das vertretene Kapital, sondern auf die abgegebenen Stimmen abgestellt wird. Nach § 26 der Satzung der Nordex SE i.V.m. §179 Abs. 1 S. 2 AktG ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Fassungsänderungen der Satzung ermächtigt.
Im Einzelnen bestehen folgende Ermächtigungen:
Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2021 über kein Genehmigtes Kapital I (2020: EUR 15.522.041 mit entsprechend 15.522.041 Aktien) und kein Genehmigtes Kapital II mehr (2020 – damals vor Umbenennung noch "Genehmigtes Kapital III": EUR 16.002.103 mit entsprechend 16.002.103 Aktien). Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2021 noch über ein Genehmigtes Kapital III von EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien (2020 – damals vor Umbenennung noch "Genehmigtes Kapital II": EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien), ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien (unverändert zum Vorjahr) und ein Bedingtes Kapital II von 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (2020: EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1.
Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte/Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40% des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 5. Mai 2021 bestehenden Grundkapitals, dies entspricht 46.939.503 neuen Aktien, ausgegeben werden.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Mai 2021 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 4. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 23.469.751 gegen Bar- oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre – außer für Spitzenbeträge – auszuschließen.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II (ab 5. Mai 2021; vorher: Genehmigtes Kapital III) das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre – außer für Spitzenbeträge – auszuschließen.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Mai 2021 war der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 4. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 3.500.000 gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 3.200.422 Gebrauch gemacht, was 3.200.422 Aktien entspricht. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde – außer für Spitzenbeträge – nicht ausgeschlossen. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital I mit einem Umfang von EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien.
Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungsoder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden.
Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex Group im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex Group, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche 579.190 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex Group gewährt worden.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.
Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht.
Die Gesellschaft hat die im Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels beinhalten, wie er infolge eines Übernahmeangebots eintreten kann:
Die Avalkreditlinie enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person mehr als 50% des Aktienkapitals oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen hiervon ist die Acciona S.A., Madrid (Spanien).
Das Schuldscheindarlehen enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50% der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE und / oder der Nordex Energy SE & Co. KG gewinnt.
Die EUR-Anleihe beinhaltet eine Verpflichtung der Nordex SE, im Fall eines Kontrollwechsels ein Angebot zum Rückerwerb der emittierten Anleihen abzugeben. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine dritte Person die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen ist die Acciona S.A., Madrid (Spanien).
Das Gesellschafterdarlehen beinhaltet das Recht des Kreditnehmers, im Falle eines Kontrollwechsels die sofortige Rückzahlung des Darlehens nebst aufgelaufenen Zinsen zu verlangen. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen eine direkte oder indirekte Kontrolle von 30% oder mehr der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE erlangt.
Die gemäß §§289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung (einschließlich des Berichts zur Corporate Governance der Gesellschaft gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 16. Dezember 2019) ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß §317 Abs. 2 S. 6 HGB beschränkt sich die Prüfung der Angaben nach § 289f Abs. 2 und 5 sowie § 315d HGB durch den Abschlussprüfer darauf, ob die Angaben gemacht wurden.
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE als börsennotierter Gesellschaft sind gemäß §161 AktG verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden. Die Erklärung ist den Aktionären dauerhaft zugänglich zu machen. Die Gesellschaft hat die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre im Internet unter ir.nordex-online.com/ websites/Nordex /German/6100/entsprechenserklaerung. html veröffentlicht. Die Nordex SE hatte in ihrer jüngsten Entsprechenserklärung zum 30. November 2021 rein vorsorglich Abweichungen von Ziff. C.7 und C.10 DCGK 2020 bezogen auf die etwaig fehlende Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Ziebart und des Prüfungsausschussvorsitzenden Martin Rey im Hinblick auf die neu eingeführte Ziff. C.7 Abs. 2 (letzter Spiegelstrich) DCGK 2020 erklärt. Nach Ziff. C.7 des DCGK 2020 soll einer mehr als zwölfjährigen Aufsichtsratsmitgliedschaft eine Indizwirkung zukommen, die gegen eine Unabhängigkeit spricht. Diese Einschätzung hat die Nordex SE anlässlich der Vorbereitung der aktuellen Erklärung zur Unternehmensführung aus den in der Erklärung zur Unternehmensführung unter Ziff. 3 im Abschnitt über die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat genannten Gründen im Sinne von Ziff. C.8 DCGK 2020 revidiert. Die aktualisierte Entsprechenserklärung vom 23. März 2022 wird wie folgt wiedergegeben:
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE aktualisieren ihre Entsprechenserklärung 2021 vom 30. November 2021 und erklären Folgendes:
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben seit der letzten Entsprechenserklärung vom 20. November 2020 den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 16. Dezember 2019 (DCGK 2020) mit nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen. Es ist beabsichtigt, auch in Zukunft entsprechend zu verfahren, soweit nicht nachfolgend etwas anderes erklärt wird.
Der Vorstand entspricht insoweit nicht der Empfehlung in Ziff. A.1 DCGK 2020, als er sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ungeachtet des Geschlechts ausschließlich von der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen leiten lässt. Aus diesem Grund liegen die vom Vorstand der Nordex SE beschlossenen Zielquoten für Frauen in den beiden Führungsebenen unmittelbar unterhalb des Vorstands gegenwärtig und bis auf Weiteres unterhalb dem vom Gesetz angestrebten 30%igen Anteil.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE ließ sich bei der Zusammensetzung des Vorstands allein von der Qualifikation und insbesondere nicht vom Geschlecht der Kandidaten leiten. Unabhängig davon hat der Aufsichtsrat im Falle gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat möchte aber ausdrücklich erklären, dass er Diversität schätzt und anstreben wird. Dementsprechend wurde am 20. November 2020 die bis 2025 zu erreichende Frauenquote im Vorstand auf 25% festgelegt.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat entgegen Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2020 keine festen Altersgrenzen für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt. Das Lebensalter allein ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit, Eignung und Unabhängigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds.
Vorstand Aufsichtsrat
Integrität ist einer der zentralen Unternehmenswerte und eine wichtige Säule der Unternehmenskultur der Nordex Group. Integres Handeln bildet zusammen mit der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften die Grundlage für die gute Reputation des Unternehmens. Auf diesem wichtigen Fundament baut das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit auf.
Rechtmäßiges Handeln, wie auch die Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden, sowie die Orientierung unseres Handelns an den Grundsätzen des UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN sind als Grundaufgaben in relevanten Ausprägungen in den Fachfunktionen und den Unternehmensorganisationen verankert. Dies wird durch entsprechende Managementsysteme sichergestellt.
Die Prävention und ggf. Unterbindung von Bestechung bzw. Bestechlichkeit, dolosen Handlungen, Interessenkonflikten in der Nordex Group sowie auch der risikoadäquate Umgang mit Geschäftspartnern zur Vermeidung oder Handhabe von Verstößen gegen Gesetze und ethnische Grundsätze sind die Anwendungsbereiche des Compliance Management System der Konzernfunktion Corporate Compliance. Ziel ist es, Risikobewusstsein und Integrität zu fördern sowie mögliche Rechtsverstöße aufzudecken, zu beenden und nachhaltig zu verhindern.
Dieses Compliance Management System umfasst eine zentrale Koordination und Steuerung durch eine Aufbau- und Ablauforganisation mit jährlichem Aktionsplan, Kommunikationsmaßnahmen und Reporting. Das Compliance Management System ist entsprechend den Risiken ausgestaltet und umfasst Elemente der Prävention (u.a. Risikoanalyse, Verhaltenskodizes, Richtlinien, Beratung und Schulungen), Detektion (u.a. Prozesskontrollen, Geschäftspartnerüberprüfungen, Bereitstellung eines Hinweisgebersystems) und Intervention (u.a. Nachverfolgung von Hinweisen, Ermittlungen, Präventions-, Verbesserungs- und Sanktionierungsmaßnahmen).
Wesentliche Ergebnisse der Maßnahmen im Berichtsjahr waren vor allem die Weiterentwicklung des Compliance-Managements mit der Einführung von zentralen Compliance-Experten und dem Ausbau der dezentralen Compliance-Organisation mit lokalen Ansprechpartnern für Compliance in den Ländern. Weitere Meilensteine wurden mit der Einführung von zwei zusätzlichen Compliance-Schulungen, einer verstärkten Integration der Geschäftspartnerprüfung für Kunden, Lieferanten und Subauftragnehmer in bestehende Prozesse sowie der Aktualisierung des gruppenweiten Whistleblower-Systems erreicht.
Als Unternehmen bekennt sich die Nordex SE zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei Nordex beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten. Das Nachhaltigkeitsmanagement der Nordex Group ist der zentralen Organisationseinheit Quality, Health, Safety & Environment (QHSE) zugeordnet, welche direkt an den Vorstand berichtet. Ausführliche Informationen zur zugrunde liegenden Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex SE finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2021, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im März 2022 erscheint.
Der Vorstand leitet das Unternehmen – eine strategische Holding-Gesellschaft, die auch administrative Servicefunktionen wahrnimmt – in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen. Er führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen.
Der Vorstand legt für die gesamte Nordex Group die langfristigen Ziele sowie die Strategien fest und bestimmt die Richtlinien sowie die Grundsätze für die sich daraus ableitende Unternehmenspolitik. Er koordiniert und kontrolliert die bedeutsamen Aktivitäten. Er legt das Produktprogramm fest, entwickelt und setzt Führungskräfte ein, verteilt die Ressourcen und entscheidet über die finanzielle Steuerung und die Berichterstattung der Gruppe.
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung.
Die Verteilung der Aufgaben auf die Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der vom Aufsichtsrat beschlossen wird.
Der Vorstand entscheidet in allen Angelegenheiten von grundsätzlicher und wesentlicher Bedeutung sowie in gesetzlich oder anderweitig verbindlich festgelegten Fällen.
Vorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Sie werden durch den Vorstandsvorsitzenden einberufen. Darüber hinaus kann jedes Mitglied die Einberufung einer Sitzung verlangen. Sofern nicht Einstimmigkeit gesetzlich erforderlich ist, beschließt der Vorstand mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
In der Organisation des Vorstands hat es im Berichtsjahr 2021 nach dem Eintritt von Herrn Dr. Ilya Hartmann zum 1. Januar 2021 und dem Ausscheiden von Herrn Christoph Burkhard zum 28. Februar 2021 keine Veränderungen gegeben.
Gemäß Geschäftsordnung des Vorstands obliegen dem Vorsitzenden des Vorstands (Chief Executive Officer; CEO) die Koordination aller Zuständigkeitsbereiche des Vorstands, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie die Repräsentation der Gesellschaft und der Gruppe gegenüber Dritten. Er verantwortet im Vorstand operativ die Divisionen "International" und "Europe", das Sourcing, Blades, Nacelles, Engineering, India und Operations Planning und ferner Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Technology Management & Sustainability, Special Projects, das Engineering, Product Strategy & Sales Support, Development & Strategy, Procurement & Construction (PM/EPC), People & Culture, Service sowie Compliance & Security.
Der Finanzvorstand (Chief Financial Officer; CFO) ist verantwortlich für Finance Operations, Communication, IT, Investor Relations, Finance & Treasury, Legal & Insurance, Tax & Customs, Global Planning, Internal Audit sowie das Accounting & Controlling.
Der Vertriebsvorstand (Chief Sales Officer; CSO) ist zuständig für die kundenorientierten Bereiche Key Account Management, Project Development, Global Sales und Public Affairs.
Es sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet.
Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. Er besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern, die von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt werden. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden; er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie.
Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Gremiums und leitet die Sitzungen. Im regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat stets über die Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Budget zu und billigt die Jahresabschlüsse der Nordex SE und der Nordex Group sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers.
Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse überprüfen regelmäßig entweder intern oder unter Einbeziehung von externen Beratern, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen.
Es bestehen derzeit folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats: Präsidium, Prüfungsausschuss sowie Strategie- und Technikausschuss.
Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehören drei Mitglieder an. Den Vorsitz des Ausschusses hat Herr Prof. Dr. Wolfgang Ziebart inne, ferner gehören Herr Jan Klatten und Herr Juan Muro-Lara zum Präsidium. Das Präsidium übernimmt die Funktion eines ständigen Personalausschusses. Außerdem ist das Präsidium zuständig für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, soweit nicht aufgrund gesetzlicher Regelung zwingend eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Außerdem übernimmt das Präsidium die Aufgaben des Nominierungsausschusses und schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.
Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern und setzt sich aus dem im Berichtsjahr amtierenden Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Herrn Martin Rey, sowie den Mitgliedern Frau Connie Hedegaard und Herr Juan Muro-Lara zusammen. Alle drei Mitglieder erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung, die für Mitglieder des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses bestehen. Sie sind zudem wie auch alle übrigen Aufsichtsratsmitglieder sämtlich mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut. Der Prüfungsausschuss ist zuständig für Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten sowie für die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner zeichnet er sich verantwortlich für Fragen zu Controlling und Contracting, insbesondere auch für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem bedingten Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats unterliegen. Darüber hinaus obliegt dem Prüfungsausschuss die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems inklusive der Überwachung der Compliance, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems.
Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehörten unter dem Vorsitz von Herrn Jan Klatten Herr Prof. Dr. Wolfgang Ziebart und Herr Rafael Mateo (bis 25. Juni 2021) bzw. Frau María Cordón (seit 7. September 2021) als Mitglieder an. Der Ausschuss ist zuständig für technische und strategische Fragestellungen der Nordex Group.
Obwohl Herr Prof. Dr. Ziebart und Herr Martin Rey dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, sind sie nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat von der Gesellschaft und vom Vorstand unabhängig, da sie trotz der langen Gremienzugehörigkeit keinerlei persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu Mitgliedern des Vorstands oder zur Mehrheitsaktionärin und deren Gremienmitgliedern unterhalten (C.8 DCGK 2020). Dies ist im Einzelnen u.a. auf folgende Faktoren zurückzuführen:
Nach Überprüfung und sorgfältiger Abwägung kommen Vorstand und Aufsichtsrat daher in der Gesamtschau zu dem Schluss, dass die Herren Prof. Dr. Ziebart und Martin Rey ungeachtet ihrer langjährigen Gremienzugehörigkeit unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sind.
Die Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat wurden vom Aufsichtsrat 2020 nach § 111 Abs. 5 AktG bis 2025 in Höhe von 25% für den Vorstand und 16,67% für den Aufsichtsrat festgelegt und im Berichtsjahr hinsichtlich des Aufsichtsrats erreicht bzw. übertroffen, hinsichtlich des Vorstands (noch) nicht.
Der Anteil von Frauen an der gesamten Belegschaft in Deutschland beträgt aktuell 18 % (17 % in 2020). Der spürbare Fachkräftemangel in technischen Berufen wirkt sich hierbei negativ auf die Entwicklung des Frauenanteils aus. Ausgehend von dieser Basisgröße hat der Vorstand im Jahr 2020 eine Zielgröße von 15% (vorher 21%) bis zum 31. Dezember 2025 für den Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands für Gesellschaften der Nordex Group in Deutschland nach §76 Abs. 4 AktG festgelegt. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in den beiden ersten Führungsebenen 13% (11% in 2020).
Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand jeweils anlassbezogen für eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands mit den hinsichtlich Qualifikation und Persönlichkeit am besten geeigneten internen oder externen Kandidaten. Grundlage für die Auswahl der am besten geeigneten internen Kandidaten ist eine systematische Personalentwicklung von internen Führungskräften, die folgende Elemente beinhaltet:
Hierdurch soll es dem Aufsichtsrat ermöglicht werden, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf berufliche Hintergründe und Erfahrungen, kulturelle Prägung, Internationalität, Geschlecht und Alter sicherzustellen. Unabhängig von diesen einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der Nordex SE sein kann. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass der Vorstand als Ganzes gegenwärtig folgendes grundsätzlich anzustrebendes Profil im Sinne eines Diversitätskonzepts hat:
› Ausgewogene Altersstruktur, um die Kontinuität der Vorstandsarbeit zu gewährleisten und eine reibungslose Nachfolgeplanung zu ermöglichen.
Unabhängig von der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand (25%) wird der Aufsichtsrat im Fall gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht ziehen.
Mit Blick auf verschiedene Vorgaben und Empfehlungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsrat am 20. November 2020 das folgende Anforderungsprofil für seine Zusammensetzung beschlossen, welches neben wesentlichen gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 16. Dezember 2019 beschlossenen und am 20. März 2020 amtlich bekannt gemachten Fassung (DCGK) zur Aufsichtsratszusammensetzung seine Zielsetzungen für die Zusammensetzung, das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium i.S.d. Ziff. C.1 DCGK sowie das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB i.V.m. Art. 61 SE-VO enthält:
Der Aufsichtsrat strebt eine Zusammensetzung an, die jederzeit eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands gewährleistet. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass für eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats – und damit für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens – neben fachlichen und persönlichen Anforderungen auch Diversitätsaspekte eine wichtige Rolle spielen. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse vermeiden Gruppendenken, ermöglichen ganzheitliche Betrachtungen und bereichern so die Arbeit des Aufsichtsrats. Die folgenden Zielsetzungen dienen insoweit als Leitlinie bei der langfristigen Nachfolgeplanung und der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten und schaffen Transparenz im Hinblick auf die wesentlichen Besetzungskriterien.
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll aufgrund seiner persönlichen und fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen, börsennotierten Unternehmen wahrzunehmen und das Ansehen des Nordex-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Im Hinblick darauf sollte jedes Aufsichtsratsmitglied folgende Anforderungen erfüllen:
Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt sicher, dass es die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Aufsichtsratsmandats erforderliche Zeit aufbringen kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass mindestens vier Aufsichtsratssitzungen jährlich stattfinden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, insbesondere im Fall der Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen. Abhängig von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der bestehenden Ausschüsse entsteht zusätzlicher Zeitaufwand für die Vorbereitung und die Teilnahme an den Ausschusssitzungen. Zur Behandlung von Sonderthemen können schließlich zusätzliche außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse erforderlich werden.
Im Hinblick auf die Zusammensetzung des Gesamtgremiums strebt der Aufsichtsrat – auch im Interesse der Diversität – eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, damit das Gesamtgremium auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Erfahrungen und Spezialkenntnisse zurückgreifen kann.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE muss jederzeit so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen ferner in ihrer Gesamtheit mit dem Industriesektor der erneuerbaren Energien vertraut sein, idealerweise mit dem Windenergiesektor. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit alle Kompetenzfelder abdecken, die für eine effektive Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Das beinhaltet – entsprechend dem Geschäftsmodell des Unternehmens – insbesondere vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den folgenden Bereichen:
Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation der Nordex SE und der Eigentümerstruktur soll dem Aufsichtsrat mindestens ein unabhängiges Mitglied i.S.v. Ziff. C.6 DCGK angehören. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied soll unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Sofern im Einzelfall Interessenkonflikte auftreten, soll jedes Aufsichtsratsmitglied diese unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Der Aufsichtsrat soll in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat als Zielgröße für den Männer- und Frauenanteil im Aufsichtsrat jeweils 16,67%. Daneben spiegelt sich die Diversität im Aufsichtsrat u. a. im individuellen beruflichen Werdegang und Tätigkeitsbereich sowie im unterschiedlichen Erfahrungshorizont seiner Mitglieder (z.B. Branchenerfahrung) wider. Der Aufsichtsrat strebt insoweit im Interesse der Diversität eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, dabei wird auch angestrebt, dass ein Teil der Mitglieder über einen internationalen Erfahrungshorizont verfügt. Vor diesem Hintergrund berücksichtigt der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung folgende Diversitätskriterien:
Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen dieses Anforderungsprofil berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben.
Im Einzelnen lässt sich die Erfüllung folgender Kriterien feststellen:
Weitere Ziele des Diversitätskonzepts sind ganz generell die Sicherstellung der persönlichen Zuverlässigkeit und Integrität jedes Aufsichtsratsmitglieds sowie deren zeitliche Verfügbarkeit; jedes Aufsichtsratsmitglied stellt entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sicher, dass der Zeitaufwand, der zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Mandats erforderlich ist, erbracht werden kann. Bei der Übernahme weiterer Mandate sind die gesetzlichen Beschränkungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex einzuhalten. Von der Festlegung einer festen Altersgrenze für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat und einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat jedoch abgesehen.
Vorstand und Aufsichtsrat haben ihr hier skizziertes Diversitätskonzept im Geschäftsjahr 2021 erfüllt.
Der Aufsichtsrat hat am 19. März 2021 ein Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das den durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und den DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 geänderten Anforderungen an die Vorstandsvergütung entspricht. Das Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung 2021 mit 99,37% gebilligt.
Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG findet sich im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts. Darüber hinaus ist der Vergütungsbericht einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers, das geltende Vergütungssystem und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung auf der Nordex-Website öffentlich gemacht, abrufbar unter http://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/6000/corporate-governance.html. Einzelheiten zum neuen Vergütungssystem sind zudem in der Einladung zur Hauptversammlung 2021 enthalten.
Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, unterrichtet Nordex SE die Aktionäre sowie Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Damit entspricht die Berichterstattung des Unternehmens den im Deutschen Corporate Governance Kodex definierten Grundsätzen: Die Gesellschaft informiert ihre Aktionäre viermal pro Jahr über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie über dessen Risiken.
Gemäß der gesetzlichen Verpflichtung versichern die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln.
Der Jahresabschluss der Nordex SE, der Konzernabschluss für die Nordex Group und der zusammengefasste Lagebericht werden innerhalb von drei Monaten nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres veröffentlicht. Während des Geschäftsjahres werden Anteilseigner und Dritte zusätzlich durch den Halbjahresfinanzbericht sowie im ersten und im dritten Quartal durch Quartalsmitteilungen unterrichtet.
Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft regelmäßig Informationen, unter anderem auch in Presse- und Analystenkonferenzen. Als stets aktuelle Veröffentlichungsplattform nutzt die Gesellschaft insbesondere das Internet. Auf der Internetseite der Gruppe werden die Termine der wesentlichen Veröffentlichungen und Veranstaltungen wie des Geschäftsberichts, des Halbjahresberichts, der Zwischenmitteilungen oder der Hauptversammlung bekannt gemacht.
Informationen zu wichtigen neuen Umständen stellt die Gesellschaft unverzüglich der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Neben der regelmäßigen Berichterstattung wird in Veröffentlichungen nach Art. 17 MAR (Ad-hoc-Mitteilungen) über Insider-Informationen informiert, die Nordex SE unmittelbar betreffen.
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
für das Geschäftsjahr 2021
Konzernabschluss
Zum 31. Dezember 2021
| TEUR | Anhang | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|
| Flüssige Mittel | (1) | 784.440 | 778.357 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (2) | 162.530 | 121.805 |
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten | (3) | 536.526 | 531.531 |
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Service | (4) | 7.327 | 5.712 |
| Vorräte | (5) | 722.487 | 1.202.207 |
| Forderungen aus Ertragsteuern | (6) | 15.293 | 14.626 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | (7) | 61.029 | 47.212 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | (8) | 209.918 | 182.986 |
| Kurzfristige Aktiva | 2.499.550 | 2.884.436 | |
| Sachanlagen | (9) | 506.958 | 454.159 |
| Goodwill | (10) | 547.758 | 547.758 |
| Aktivierte Entwicklungsaufwendungen | (11) | 163.551 | 166.677 |
| Geleistete Anzahlungen | (12) | 32 | 1.706 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | (13) | 16.626 | 18.240 |
| Finanzanlagen | (14) | 3.512 | 3.571 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | (15) | 6.398 | 6.087 |
| Langfristige Vertragsvermögenswerte aus Service | (4) | 32.171 | 22.718 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | (16) | 16.283 | 8.589 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | (17) | 13.444 | 45.858 |
| Latente Steueransprüche | (18) | 301.347 | 250.251 |
| Langfristige Aktiva | 1.608.080 | 1.525.614 | |
| Aktiva | 4.107.630 | 4.410.050 |
| TEUR | Anhang | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (19) | 6.564 | 482.439 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (20) | 1.032.600 | 1.095.563 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten | (3) | 945.128 | 1.053.068 |
| Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service | (4) | 29.391 | 28.187 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | (6) | 22.121 | 8.970 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | (21) | 108.378 | 125.298 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (22) | 48.406 | 43.850 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (23) | 136.966 | 146.322 |
| Kurzfristige Passiva | 2.329.554 | 2.983.697 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (19) | 25.500 | 53.625 |
| Langfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service | (4) | 130.924 | 126.206 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (24) | 2.523 | 2.425 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | (21) | 28.807 | 22.107 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (25) | 428.335 | 358.675 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (26) | 2.692 | 2.856 |
| Latente Steuerschulden | (18) | 96.900 | 86.926 |
| Langfristige Passiva | 715.681 | 652.820 | |
| Gezeichnetes Kapital | 160.021 | 117.349 | |
| Kapitalrücklage | 1.236.071 | 795.698 | |
| Andere Gewinnrücklagen | –11.087 | 50.976 | |
| Rücklage für Cashflow-Hedges | 2.415 | 9.341 | |
| Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges | 529 | 265 | |
| Fremdwährungsausgleichsposten | –113.719 | -65.531 | |
| Konzernergebnisvortrag | –211.835 | -134.565 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | |
| Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
1.062.395 | 773.533 | |
| Eigenkapital | (27) | 1.062.395 | 773.533 |
| Passiva | 4.107.630 | 4.410.050 |
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
| TEUR | Anhang | 01.01.2021 – 31.12.2021 |
01.01.2020 – 31.12.2020 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (29) | 5.443.950 | 4.650.740 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | (30) | –392.229 | –305.258 |
| Gesamtleistung | 5.051.721 | 4.345.482 | |
| Materialaufwand | (31) | –4.224.759 | –3.798.120 |
| Rohergebnis | 826.962 | 547.362 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (32) | 113.286 | 451.410 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (33) | –413.860 | –470.820 |
| Personalaufwand | (34) | –473.716 | –433.999 |
| Strukturkosten | –774.290 | – 453.409 | |
| EBITDA | 52.672 | 93.953 | |
| Abschreibungen | (35) | –159.999 | –155.794 |
| EBIT | –107.327 | – 61.841 | |
| Ergebnis aus der At-Equity Bewertung | 311 | 6.006 | |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 0 | –421 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6.022 | 4.419 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –122.743 | –98.434 | |
| Finanzergebnis | (36) | –116.410 | – 88.430 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | –223.737 | –150.271 | |
| Ertragsteuern | (37) | –6.419 | 20.566 |
| Konzern-Verlust | –230.156 | –129.705 | |
| Davon entfallen auf | |||
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | –230.156 | –129.705 | |
| Ergebnis je Aktie (in EUR) | (38) | ||
| Unverwässert 1 | –1,68 | –1,21 | |
| Verwässert 2 | –1,68 | –1,21 |
1 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 137,224 Millionen Aktien (i.V.: 107,584 Millionen Aktien)
2 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 137,224 Millionen Aktien (i.V.: 107,584 Millionen Aktien)
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
| TEUR | 01.01.2021 – 31.12.2021 |
01.01.2020 – 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Konzern-Verlust | –230.156 | –129.705 |
| Sonstiges Ergebnis | ||
| Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||
| Unterschied aus der Währungsumrechnung | –48.188 | –49.927 |
| Cashflow-Hedges | –10.185 | 10.309 |
| Latente Steuern | 3.259 | –3.299 |
| Kosten der Cashflow-Hedges | 388 | 1.988 |
| Latente Steuern | –124 | –636 |
| Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen | 21 | –57 |
| Latente Steuern | –7 | 18 |
| Konzern-Gesamtergebnis | –284.992 | –171.309 |
| Davon entfallen auf | ||
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | –284.992 | –171.309 |
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
| TEUR | 01.01.2021 – 31.12.2021 |
01.01.2020 – 31.12.2020 |
|
|---|---|---|---|
| Laufende Geschäftstätigkeit | |||
| Konzern-Verlust | –230.156 | –129.705 | |
| + | Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 159.999 | 156.215 |
| = | Konzern-Verlust zzgl. Abschreibungen | –70.157 | 26.510 |
| + | Abnahme der Vorräte | 479.720 | 197.141 |
| –/+ | Zu-/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | –40.725 | 6.265 |
| – | Zunahme der Vertragsvermögenswerte aus Projekten | –4.995 | –313.984 |
| –/+ | Ab-/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | –62.963 | 127.097 |
| – | Abnahme der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten | –107.940 | –22.626 |
| = | Ein-/Auszahlungen aus der Veränderung des Working Capitals | 263.097 | – 6.107 |
| – | Zunahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
–77.265 | –23.050 |
| + | Zunahme der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 98 | 51 |
| –/+ | Ab-/Zunahme der Sonstigen Rückstellungen | –10.220 | 31.409 |
| –/+ | Ab-/Zunahme anderer Passiva, die nicht der Investitions oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
–24.272 | 33.345 |
| +/– | Verlust/Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens |
374 | –363.741 |
| – | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | –6.022 | –4.419 |
| + | erhaltene Zinsen | 2.240 | 1.497 |
| + | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 122.743 | 98.434 |
| – | gezahlte Zinsen | –102.731 | –102.064 |
| +/– | Ertragsteuern | 6.419 | –20.566 |
| – | gezahlte Steuern | –8.262 | –34.613 |
| + | Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen | 31.520 | 11.117 |
| = | Auszahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit | –65.378 | – 372.600 |
| = | Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 127.562 | – 352.197 |
| TEUR | 01.01.2021 – 31.12.2021 |
01.01.2020 – 31.12.2020 |
|
|---|---|---|---|
| Investitionstätigkeit | |||
| + | Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens/ immateriellen Anlagevermögens |
17.448 | 385.455 |
| – | Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen/ immaterielle Anlagevermögen |
–169.655 | –163.860 |
| + | Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens | 1.511 | 11.364 |
| – | Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | –2.364 | –2.073 |
| + | Einzahlungen aus Investitionsfördermitteln | 967 | 936 |
| = | Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –152.093 | 231.822 |
| Finanzierungstätigkeit | |||
| + | Einzahlung aus Kapitalerhöhungen | 371.335 | 198.566 |
| + | Aufnahme Bankkredite | 3.950 | 350.611 |
| – | Rückzahlung Bankkredite | –505.625 | –127.654 |
| + | Einzahlung aus der Begebung von Anleihen | 0 | 3.808 |
| – | Auszahlung aus der Tilgung von Anleihen | –119 | –3 |
| + | Aufnahme Gesellschafterdarlehen | 215.000 | 0 |
| – | Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten | –22.201 | –19.532 |
| = | Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 62.340 | 405.796 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | 37.809 | 285.421 | |
| + | Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 778.357 | 509.998 |
| + | Finanzmittelbestand aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises | 156 | |
| – | Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestands | –31.726 | –17.218 |
| = | Finanzmittelbestand am Ende der Periode (Flüssige Mittel gemäß Konzernbilanz) |
784.440 | 778.357 |
für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
| TEUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Andere Gewinnrücklagen |
|
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2021 | 117.349 | 795.698 | 50.976 | |
| Kapitalerhöhung | ||||
| Zuführungen aus Kapitalerhöhung | 42.672 | 543.474 | 0 | |
| Kosten aus Kapitalerhöhung | 0 | –18.231 | 0 | |
| Ertragsteuern | 0 | 5.834 | 0 | |
| Mitarbeiteraktienoptionsprogramm | 0 | 105 | 0 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | 0 | 0 | 14 | |
| Konzern-Verlust | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstiges Ergebnis | ||||
| Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||||
| Unterschied aus der Währungsumrechnung | 0 | 0 | 0 | |
| Cashflow-Hedges | 0 | 0 | 0 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 | |
| Kosten der Cashflow-Hedges | 0 | 0 | 0 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 | |
| Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||||
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen |
0 | 0 | 21 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | –7 | |
| Ergebnisverwendung | 0 | –90.809 | –62.077 | |
| 31.12.2021 | 160.021 | 1.236.071 | –11.087 |
Rücklage für Cashflow-Hedges
Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges
Fremdwährungsausgleichsposten Den
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am
| Gesamt | Den Gesellschaftern des Mutter unternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
Konzernergebnis | Konzern ergebnisvortrag |
Fremdwährungs ausgleichs posten |
Rücklage für Kosten der Cashflow Hedges |
Rücklage für Cashflow Hedges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 773.533 | 773.533 | 0 | –134.565 | – 65.531 | 265 | 9.341 |
| 586.146 | 586.146 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –18.231 | –18.231 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 5.834 | 5.834 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 105 | 105 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –284.992 | –284.992 | –230.156 | 0 | –48.188 | 264 | –6.926 |
| –230.156 | –230.156 | –230.156 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –48.188 | –48.188 | 0 | 0 | –48.188 | 0 | 0 |
| –10.185 | –10.185 | 0 | 0 | 0 | 0 | –10.185 |
| 3.259 | 3.259 | 0 | 0 | 0 | 0 | 3.259 |
| 388 | 388 | 0 | 0 | 0 | 388 | 0 |
| –124 | –124 | 0 | 0 | 0 | –124 | 0 |
| 21 | 21 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –7 | –7 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 230.156 | –77.270 | 0 | 0 | 0 |
| 1.062.395 | 1.062.395 | 0 | –211.835 | –113.719 | 529 | 2.415 |
für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Andere Gewinnrücklagen |
|
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2020 | 106.681 | 606.820 | –11.062 | |
| Veränderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | 0 | |
| Kapitalerhöhung | ||||
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhung | 10.668 | 190.958 | 0 | |
| Kosten aus Kapitalerhöhung | 0 | –3.060 | 0 | |
| Ertragsteuern | 0 | 980 | 0 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | 0 | 0 | –39 | |
| Konzern-Verlust | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstiges Ergebnis | ||||
| Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||||
| Unterschied aus der Währungsumrechnung | 0 | 0 | 0 | |
| Cashflow-Hedges | 0 | 0 | 0 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 | |
| Kosten der Cashflow-Hedges | 0 | 0 | 0 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 | |
| Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||||
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen |
0 | 0 | –57 | |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 18 | |
| Ergebnisverwendung | 0 | 0 | 62.077 | |
| 31.12.2020 | 117.349 | 795.698 | 50.976 |
Rücklage für Cashflow-Hedges
Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges
Fremdwährungsausgleichsposten Den
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am
| 745.387 –91 |
zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
Konzernergebnis | Konzern ergebnisvortrag |
Fremdwährungs ausgleichs posten |
Rücklage für Kosten der Cashflow Hedges |
Rücklage für Cashflow Hedges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 745.387 | 0 | 57.308 | –15.604 | –1.087 | 2.331 | |
| –91 | 0 | –91 | 0 | 0 | 0 | |
| 201.626 | 201.626 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –3.060 | –3.060 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 980 | 980 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –171.309 | –171.309 | –129.705 | 0 | –49.927 | 1.352 | 7.010 |
| –129.705 | –129.705 | –129.705 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –49.927 | –49.927 | 0 | 0 | –49.927 | 0 | 0 |
| 10.309 | 10.309 | 0 | 0 | 0 | 0 | 10.309 |
| –3.299 | –3.299 | 0 | 0 | 0 | 0 | –3.299 |
| 1.988 | 1.988 | 0 | 0 | 0 | 1.988 | 0 |
| –636 | –636 | 0 | 0 | 0 | –636 | 0 |
| –57 | –57 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 18 | 18 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 129.705 | –191.782 | 0 | 0 | 0 | |
| 773.533 | 773.533 | 0 | –134.565 | – 65.531 | 265 | 9.341 |
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021
Die Nordex SE, eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft, und ihre Tochtergesellschaften im In- und im Ausland entwickeln, fertigen und vertreiben Windenergieanlagen, insbesondere Großanlagen im Multi-Megawatt-Bereich. Die Nordex SE hat ihren Sitz in der Erich-Schlesinger-Straße 50, 18059 Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in der Langenhorner Chaussee 600, 22419 Hamburg. Sie ist beim Amtsgericht Rostock unter der Handelsregisternummer HRB 11500 eingetragen.
Die Aktien der Nordex SE sind im Teilbereich des geregelten Handels mit weiteren Zulassungspflichten der Deutschen Börse zugelassen; sie sind im SDAX und TecDAX notiert. Das Nominalkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 160.021.035 (31. Dezember 2020: EUR 117.348.759) und teilt sich auf in 160.021.035 (31. Dezember 2020: 117.348.759) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind.
Die Nordex-Gruppe hat ihren Wachstumskurs im Jahr 2021 erfolgreich fortgeführt, trotz der widrigen Marktumstände im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und der massiven Verwerfungen der globalen Lieferketten. Dabei hat das Unternehmen den Konzernumsatz gesteigert. Das EBITDA von TEUR 52.672 (2020: TEUR 93.953) ist allerdings durch hohe Kosten für Rohstoffe und vor allem Seefrachten belastet worden, während das Vorjahr vom Verkauf des Projektentwicklungsgeschäfts positiv beeinflusst gewesen ist.
Die Nordex-Gruppe hat die angepasste Prognose 2021 erfüllt Der Konzernumsatz ist kräftig um 17,1% auf TEUR 5.443.950 (2020: TEUR 4.650.740) gewachsen. Die EBITDA-Marge hat mit 1,0% auf dem erwarteten Niveau gelegen, jedoch unter dem Vorjahreswert (2020: 2,0%). Aufgrund der vor allem zum Jahresende hin explosionsartig gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Transportdienstleistungen konnte die ursprünglich geplante Margenverbesserung 2021 nicht realisiert werden. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote hat sich zum Jahresende 2021 auf –10,2% (31. Dezember 2020: – 6,3%) belaufen. Sie hat damit sogar deutlich unter dem prognostizierten Wert von kleiner – 6% gelegen. Die Investitionen sind auf TEUR 168.687 gestiegen (31. Dezember 2020: TEUR 162.923) und haben somit nur knapp unter dem erwarteten Volumen von EUR 180 Mio. gelegen.
Zum Bilanzstichtag 2021 hat sich die Eigenkapitalquote im Konzern auf 25,9% (31. Dezember 2020: 17,5%) belaufen. Die deutliche Verbesserung ist im Wesentlichen auf die Kapitalerhöhung im Juli 2021 und die Rückzahlung von Fremdkapital zurückzuführen. Die Liquidität der Nordex-Gruppe ist zum Jahresende 2021 leicht auf TEUR 784.440 (31. Dezember 2020: TEUR 778.357) gestiegen. Die Nordex-Gruppe hat ihre Verbindlichkeiten 2021 deutlich abgebaut, und zwar so stark, dass mit TEUR 423.749 eine Nettoliquiditätsposition (31. Dezember 2020: Nettoverschuldung TEUR 40.911) aufgebaut werden konnte. Der Free Cashflow hat TEUR –24.531 (2020: TEUR –120.375) betragen.
Das Segment Projekte hat seinen Umsatz um 18,3% auf TEUR 4.986.744 steigern (2020: TEUR 4.217.220) können, das Segment Service um 7,0% auf TEUR 468.015 (2020: TEUR 437.615).
Für das laufende Jahr rechnet die Nordex-Gruppe mit einem Konzernumsatz von EUR 5,4 bis 6,0 Mrd., wobei sich die Umsatzerlöse relativ gleich über das Jahr verteilen sollten. Die EBITDA-Marge wird in einer Bandbreite von 1,0 bis 3,5% erwartet. Wesentlich für die angestrebte Margenverbesserung sind die Weitergabe von Kostensteigerungen und der weiter steigende Anteil an Projekten der Delta4000-Plattform. Der Vorstand der Nordex-Gruppe rechnet mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und einer angespannten Kostensituation, vor allem als Folge des Kriegs in der Ukraine. Zum Jahresende 2022 strebt die Nordex-Gruppe eine auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote von unter –7% an. Die Investitionen – insbesondere in die Optimierung der Lieferkette, den Ausbau der globalen Produktion und die Produktentwicklung – werden auf einem Niveau von EUR 180 Mio. erwartet. Die Prognose für 2022 berücksichtigt nicht etwaige Kosten für Umstrukturierungen in der Produktion und geopolitische Ereignisse. Insgesamt unterliegen die Annahmen dieser Prognose größeren Unsicherheiten als üblich. Dennoch befindet sich die Nordex-Gruppe auf einem guten Weg und bestätigt hiermit ihre strategische Zielsetzung, mittelfristig eine EBITDA-Marge von 8% zu erreichen.
Der Konzernabschluss der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2021 ist am 21. Februar 2022 durch Beschluss des Vorstands und anschließende Übermittlung an den Aufsichtsrat freigegeben worden.
Die allgemeinen, wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet werden, sind im Folgenden beschrieben, während Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit Bezug auf einen konkreten Abschlussposten aus Gründen der Klarheit in dem entsprechenden Kapitel aufgeführt sind.
Die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfordert dabei zum Teil Annahmen und Schätzungen des Managements. Wesentliche Ermessensentscheidungen betreffen insbesondere die Ermittlung des erzielbaren Betrags beim Wertminderungstest des Goodwills (Kapitel 10), die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern (Kapitel 18), die Kostenschätzungen für Gewährleistungsrückstellungen (Kapitel 21) sowie die Umsatzrealisierung bei der Cost-to-Cost-Methode und im Servicegeschäft (Kapitel 27). Die genannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden – sofern nichts anderes angegeben ist – stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet.
Gemäß § 315e HGB ist der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt worden. Dabei sind alle für das Geschäftsjahr 2021 verbindlichen International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committees (IFRIC) angewendet worden.
Bei der Nordex SE und den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht das Geschäftsjahr grundsätzlich dem Kalenderjahr, ausgenommen bei der Alfresco Renewable Energy Private Limited, der Nordex India Manufacturing Private Limited, der Nordex India Private Limited, der Ravi Urja Energy India Private Limited und der Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, deren Geschäftsjahr am 31. März endet. Für die Erstellung des Konzernabschlusses wird jedoch konzernweit das Kalenderjahr zugrunde gelegt.
Gemäß IAS 1 wird das Gliederungsprinzip der Bilanz nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden verwendet.
Der Konzernabschluss ist in TEUR aufgestellt.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2021 aufgrund der Übernahme durch die Europäische Union verpflichtend anzuwenden sind
| Standard/Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB |
Anwendungspflicht gemäß IASB |
|
|---|---|---|---|
| IAS 39 1 | Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung |
27.8.2020 | 1.1.2021 |
| IFRS 16 1 | Leasingverhältnisse | 27.8.2020 | 1.1.2021 |
| IFRS 4 1 | Versicherungsverträge | 27.8.2020 | 1.1.2021 |
| IFRS 7 1 | Finanzinstrumente: Angaben | 27.8.2020 | 1.1.2021 |
| IFRS 9 1 | Finanzinstrumente | 27.8.2020 | 1.1.2021 |
1 Aus der Anwendung haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewendet werden
| Standard/Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB |
Anwendungspflicht gemäß IASB |
||
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 1 | Darstellung des Abschlusses | 23.1.2020/15.7.2020 | 1.1.2023 | |
| IAS 12 1 | Ertragsteuern | 7.5.2021 | 1.1.2023 | |
| IAS 16 1 | Sachanlagen | 20.5.2020 | 1.1.2022 | |
| IAS 37 2 | Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen |
14.5.2020 | 1.1.2022 | |
| IFRS 3 1 | Unternehmenszusammenschlüsse | 14.5.2020 | 1.1.2022 | |
| IFRS 16 1 | Leasingverhältnisse | 28.5.2020/27.8.2020/31.3.2021 | 1.4.2021 | |
| IFRS 17 1 | Versicherungsverträge | 18.5.2017/25.6.2020 | 1.1.2023 | |
| Jährliche Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2018 bis 2020 1 | 14.5.2020 | 1.1.2022 | ||
1 Aus der Anwendung werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
2 Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss von IAS 37 werden derzeit untersucht.
Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsmanagement dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Investor die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Investor die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode; identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.
Der Konsolidierungskreis umfasst 12 inländische (31. Dezember 2020: 15) und 54 ausländische (31. Dezember 2020: 50) Gesellschaften und setzt sich wie folgt zusammen:
| Kapital-/Stimmrechtsanteil | |||
|---|---|---|---|
| Name | 31.12.2021 % |
31.12.2020 % |
|
| Nordex SE, Rostock (Konzernobergesellschaft) | n.a. | n.a. | |
| Alfresco Renewable Energy Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 | |
| Component Purchasing Company LLC, Dover/ USA | 0,0 | 100,0 | |
| Component Purchasing Company II LLC, Dover/ USA | 100,0 | 100,0 | |
| Component Purchasing Company III LLC, Dover/ USA | 100,0 | 100,0 | |
| Corporacion Nordex Energy Spain S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Eolicos R4E S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras | 100,0 | 100,0 | |
| Industria Toledana de Energías Renovables S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Limited Liability Company Nordex Energy Ukraine, Kiew/ Ukraine | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex (Beijing) Wind Power Engineering & Technology Co. Ltd., Peking / VR China | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Belgium SRL, Rochefort/Belgien 1 | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Beteiligungen GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Blade Technology Centre ApS, Kirkeby/ Dänemark | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Blades Spain S.A.U., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex (Chile) SpA, Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Education Trust, Kapstadt/Südafrika | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Electrane d.o.o., Split/Kroatien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Employee Holding GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Brasil – Comércio e Indústria de Equipamentos Ltda., Sao Paulo/Brasilien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Chile S.A., Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Colombia S.A.S., Bogota /Kolumbien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Ibérica S.A., Barcelona /Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Internacional S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Ireland Ltd., Dublin/ Irland | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Romania S.r.l., Bukarest/Rumänien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy SE & Co. KG, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Energy Spain S.A.U., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| NordexEnergy Uruguay S.A., Montevideo/ Uruguay | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Enerji A.S., Istanbul/ Türkei | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Finland Oy, Helsinki/ Finnland | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Forum II GmbH & Co. KG, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex France S.A.S., Paris / Frankreich | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Germany GmbH, Hamburg | 100,0 | 0,0 | |
| Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
1 ehemals Nordex Belgium GmbH, Hamburg
| Kapital-/Stimmrechtsanteil | |||
|---|---|---|---|
| Name | 31.12.2021 % |
31.12.2020 % |
|
| Nordex Hellas Monoprosopi EPE, Athen/Griechenland | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex India Manufacturing Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex International GmbH, Hamburg 2 | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Netherlands B.V., Zwolle/ Niederlande 3 | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Norway AS, Oslo/ Norwegen 4 | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Oceania Pty. Ltd., Melbourne/Australien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Offshore GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Pakistan (Private) Ltd., Islamabad /Pakistan | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Portugal, Unipessoal Lda., Porto/Portugal 5 | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Singapore Equipment Private Ltd., Singapur/Singapur | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Singapore Service Private Ltd., Singapur/Singapur | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Sverige AB, Uppsala /Schweden | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Towers Spain S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex UK Ltd., Manchester/ Vereinigtes Königreich | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex USA Inc., Chicago/ USA | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex USA Management LLC, Chicago/ USA | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Windpark Beteiligung GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Windpower Peru S.A., Lima /Peru | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi Sistemleri Anonim Sirketi, Istanbul/ Türkei | 100,0 | 100,0 | |
| Nordex Windpower S.A., Buenos Aires /Argentinien | 100,0 | 100,0 | |
| NPV Dritte Windpark GmbH & Co. KG, Hamburg | 100,0 | 100,0 | |
| NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko | 100,0 | 100,0 | |
| Parque Eolico Llay-Llay SpA, Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 | |
| Ravi Urja Energy India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 | |
| San Marcos Colon Holding Inc., Chicago/ USA6 | 100,0 | 100,0 | |
| Shanghai Nordex Windpower Co. Ltd., Shanghai/ VR China | 100,0 | 100,0 | |
| Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 | |
| UAB Nordex Lithuania, Vilnius / Litauen 7 | 100,0 | 100,0 |
2 ehemals Nordex Energy B.V., Rotterdam/Niederlande
3 ehemals Nordex Netherlands GmbH, Hamburg
4 ehemals Nordex Norway GmbH, Hamburg 5 ehemals Nordex Portugal GmbH, Hamburg
6 Erstkonsolidierung am 1. Januar 2021
7 ehemals Nordex Lithuania GmbH, Hamburg
Die Anzahl der Erst- und Entkonsolidierungen entspricht dem Niveau der Vorjahre. Weder aus den Erstkonsolidierungen noch aus der Entkonsolidierung haben sich jedoch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordex-Gruppe ergeben
Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen sind Beteiligungsunternehmen, die sowohl im Hinblick auf die quantitativen Kriterien Jahresergebnis, Eigenkapital, Bilanzsumme und Mitarbeiter als auch in Bezug das qualitative Kriterium der Art der Geschäftstätigkeit unwesentlich sind.
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung sind sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninternen Transaktionen zwischen den einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 9.027.337 (31. Dezember 2020: TEUR 5.994.967) gegeneinander aufgerechnet worden.
Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung sind die aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr und aus internen Umlagen stammenden Aufwendungen und Erträge sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen in Höhe von TEUR 3.412.575 (31. Dezember 2020: TEUR 2.151.253) eliminiert worden.
Zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge.
Körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaften bestehen zwischen der Nordex SE und der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex International GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH.
Eine körperschaftsteuerliche Organschaft besteht ferner zwischen der Corporacion Nordex Energy Spain S.L. und der Industria Toledana de Energías Renovables S.L., der Nordex
Blades Spain S.A., Nordex Energy Ibérica S.A., der Nordex Energy Internacional S.L., der Nordex Energy Spain S.A.U. sowie der Nordex Towers Spain S.L. und auch zwischen der Nordex USA Inc. und der Component Purchasing Company II LLC, der Component Purchasing Company III LLC, der Eolicos R4E S.A. de C.V sowie der Nordex USA Management LLC.
Eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht zwischen der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG, der Nordex Forum II GmbH & Co. KG, der Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, der Nordex Germany GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung und Berichtswährung der Nordex SE.
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Umrechnung zum Stichtagskurs resultieren, werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.
Die Vermögenswerte und Schulden aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet und die Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Sofern die Verwendung des monatlichen Durchschnittskurses nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Wechselkursen ergeben würden, führt, so werden die Erträge und Aufwendungen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden über das sonstige Ergebnis in einem eigenen Posten (Fremdwährungsausgleichsposten) innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst.
| Durchschnittskurse für das Geschäftsjahr |
Stichtagskurse zum 31.12. |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| Wechselkurse EUR 1,00 entspricht |
2021 | 2020 | 2021 | 2020 | |
| AUD | 1,5744 | 1,6537 | 1,5615 | 1,5896 | |
| BRL | 6,3730 | 5,8089 | 6,3101 | 6,3735 | |
| CLP | 896,0507 | 902,4117 | 964,3202 | 872,5242 | |
| GBP | 0,8598 | 0,8885 | 0,8403 | 0,8990 | |
| HRK | 7,5291 | 7,5380 | 7,5156 | 7,5519 | |
| INR | 87,4587 | 84,4338 | 84,2290 | 89,6604 | |
| MXN | 23,9831 | 24,3497 | 23,1438 | 24,4160 | |
| NOK | 10,1592 | 10,7063 | 9,9888 | 10,4703 | |
| PLN | 4,5636 | 4,4409 | 4,5969 | 4,5597 | |
| SEK | 10,1434 | 10,4831 | 10,2503 | 10,0343 | |
| TRY | 10,2279 | 7,9121 | 15,2346 | 9,1133 | |
| USD | 1,1828 | 1,1396 | 1,1326 | 1,2271 | |
| ZAR | 17,4678 | 18,6602 | 18,0636 | 18,0213 | |
Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse, bezogen auf den Euro, ist nachfolgend dargestellt:
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.
Bei der erstmaligen Bewertung werden alle Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten erhöhen bzw. verringern den Erstbuchwert, wenn das Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.
Für die Folgebewertung werden alle finanziellen Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien aufgeteilt:
Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden demgegenüber in folgende Kategorien aufgeteilt:
Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital. Von der Fair-Value-Option wird kein Gebrauch gemacht. Eine Reklassifizierung ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt.
Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten kann nach der Methode der Bilanzierung zum Handelstag oder zum Erfüllungstag angesetzt oder ausgebucht werden. Die verwendete Methode ist für alle
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Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die der gleichen Kategorie angehören, stetig anzuwenden. In der Nordex-Gruppe erfolgt die Bilanzierung zum Erfüllungstag.
Nach dem Wertminderungsmodell unter IFRS 9 ist für alle Finanzinstrumente im Anwendungsbereich ein erwarteter Verlust (Expected Credit Loss) bereits bei Einbuchung des Finanzinstruments zu erfassen.
Bei Nordex ist das Wertminderungsmodell im Wesentlichen auf folgende Finanzinstrumente anwendbar:
Für die Ermittlung des erwarteten Verlusts ist ein generelles Wertminderungsmodell (General Approach) vorgesehen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen erlaubt IFRS 9 hingegen auch die Anwendung eines vereinfachten Wertminderungsmodells (Simplified Approach).
Innerhalb der Nordex-Gruppe wird das vereinfachte Wertminderungsmodell angewendet. Hierbei wird der zu erwartende Verlust über die gesamte Restlaufzeit (Lifetime Expected Credit Loss) berücksichtigt, ohne vorherige Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant erhöht hat. Für die Berechnung des zu erwartenden Verlusts verwendet Nordex eine Wertberichtigungstabelle. Dabei erfolgt die Bestimmung des zu erwartenden Verlusts als pauschaler Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit. Zuvor bereits erfasste Einzelwertberichtigungen werden bei der Bestimmung des zu erwartenden Verlusts nicht wiederholt berücksichtigt.
Derivate wiederum sind stets zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Wertveränderungen werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, das Unternehmen hat sich entschieden, das Derivat in eine Sicherungsbeziehung gemäß Hedge Accounting Regelungen zu designieren, da alle Voraussetzungen des Hedge Accounting erfüllt sind.
Hedge Accounting wird auf alle Cashflow-Hedge-Sicherungen für Projekt- und Beschaffungsgeschäfte der Nordex-Gruppe angewendet. Dabei handelt es sich um die Sicherung von zukünftigen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströmen gemäß dem Budget bzw. der Planung individueller kundenspezifischer Projekte. Nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden dagegen Sicherungen von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts der Forderungen der Nordex SE, die im Wesentlichen aus der Innen-Finanzierungtätigkeit in Fremdwährung resultieren.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die als Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument designiert werden, unterliegen somit den Bewertungsregeln zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen. Voraussetzung für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen ist demnach, dass der eindeutige Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert und deren Effektivität nachgewiesen ist. Die Effektivität wird auf Grundlage der Dollar-Offset-Methode mit einem Spot-to-Spot-Ansatz berechnet. Dabei wird nur die Spot-Komponente des Sicherungsinstruments und nicht der Full-Fair-Value ins Hedge Accounting designiert. Jegliche effektive Marktwertänderung der designierten Komponente wird zunächst erfolgsneutral in der Rücklage für Cashflow-Hedges und erst, wenn das Grundgeschäft realisiert wird oder nicht eintritt, erfolgswirksam erfasst. Der ineffektive Anteil der designierten Komponente wird sofort in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung realisiert. Die nicht-designierten Komponenten (Forward- und CCBS-Komponenten) gehören dagegen nicht zu der Sicherungsbeziehung und wären außerhalb des Hedge Accounting zu bilanzieren. IFRS 9 erlaubt jedoch, die Marktwertänderung der nicht-designierten Komponenten ebenfalls erfolgsneutral zu erfassen, da diese die mit Hedge Accounting verbundenen Kosten darstellen. Die Verbuchung hat jedoch über eine separate Position im Eigenkapital zu erfolgen, der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges. Eine Reklassifizierung der in der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges aufgelaufenen Beträge aus dem Eigenkapital in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist ebenfalls bei Eintritt oder Wegfall des Grundgeschäfts vorzunehmen. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden sodenn Gewinne und Verluste aus abzusichernden Projektgeschäften unter den Umsatzerlösen ausgewiesen, während Gewinne und Verluste aus abzusichernden Beschaffungsgeschäften direkt in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert des Grundgeschäfts einzubeziehen sind.
Devisentermingeschäfte, die die strengen Kriterien des Hedge Accountings nicht erfüllen, werden in die Bewertungskategorie als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingeordnet.
Nach dem herrschenden einheitlichen Leasingnehmerbilanzierungsmodell ist der Leasingnehmer verpflichtet für Leasingverträge Vermögenswerte für das Nutzungsrecht in Höhe der Leasingverbindlichkeiten zzgl. anfänglicher direkter Kosten und angepasst um bereits gezahlte oder erhaltene Beträge und Verbindlichkeiten in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen anzusetzen; die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst, falls der der Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz nicht zur Verfügung steht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben und die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben. Die Wahlrechte zur Nichtbilanzierung von kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, von Leasinggegenständen von geringem Wert kleiner als TEUR 5 , von variablen Leasingzahlungen und für Leasing von immateriellen Vermögenswerten sind in Anspruch genommen worden.
Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den Sachanlagen, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, den sonstigen betrieblichen Erträgen, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, den Abschreibungen und dem Finanzergebnis.
Die Nordex SE hat in 2021 begonnen, bestimmten Mitarbeitern im Rahmen eines Mitarbeiterbindungsprogramms unentgeltlich Bezugsrechte auf Aktien der Nordex SE zu gewähren. Die Mitarbeiter haben ebenfalls die Möglichkeit nicht an dem Programm teilzunehmen.
Jede gewährte Option berechtigt zum Erwerb einer auf den Inhaber lautenden Stückaktie der Nordex SE. Insgesamt werden in diesem Programm vier Tranchen ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt jeweils einmal jährlich innerhalb eines Zeitraums von 15 Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse, beginnend mit dem dritten Handelstag nach der Veröffentlichung des dritten Quartalsberichts. Die erste Tranche ist am 3. Dezember 2021 ausgegeben worden. Insgesamt können bis zum Ende der Laufzeit des Programms maximal 3.500.000 Optionen weltweit sowie für sämtliche Management- und Expert-Level gewährt werden.
Die Laufzeit der Optionen beginnt mit dem Zuteilungstag und endet nach sechs Jahren. Die letzte Zuteilung erfolgt im Dezember 2024, dementsprechend endet die Laufzeit des gesamten Programms im Dezember 2030.
Folgende Bedingungen müssen für die Ausübung der Optionen erfüllt sein:
Die Optionen können nur während zweier Zeiträume im Geschäftsjahr der Gesellschaft ausgeübt werden: 30 Handelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Jahresabschlusses bzw. des Halbjahresberichts. Nach Ausübung der Option können die Optionsberechtigten mit ihren erhaltenen Aktien nach eigenem Ermessen verfahren.
| 2021 | |||
|---|---|---|---|
| Durch schnittlicher Ausübungs preis der Optionen |
Anzahl der Optionen |
||
| Stand am 1.1. | n.a. | ||
| Ausgegebene Optionen | 15,64 EUR | 579.190 Stück | |
| Ausgeübte Optionen | 0 | 0 | |
| Verfallene Optionen | 0 | 0 | |
| Stand am 31.12. | 15,64 EUR | 579.190 Stück | |
| Erdiente und ausübbare Optionen am 31.12. |
0 | 0 |
Am Ende der Periode noch nicht ausübbare Optionen der ersten Tranche haben die folgenden Verfalldaten und Ausübungspreise:
| Ausgabedatum | Ablaufdatum | Ausübungspreis | Anzahl der Optionen am 31.12.2021 |
Anzahl der Optionen am 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|
| 03.12.2021 | 02.12.2027 | 15,64 EUR | 579.190 Stück | n.a. |
| 579.190 Stück | n.a. |
Die vertragliche Gesamtlaufzeit der ausgegebenen Optionen beträgt 6 Jahre. Erstmals ausgeübt werden können sie nach 4 Jahren innerhalb bestimmter Ausübungsfenster.
Der Gesamtaufwand, der in der Periode für das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm erfasst worden ist, beläuft sich auf TEUR 105.
Der Fair Value der ausgegebenen Optionen der ersten Tranche zum 3. Dezember 2021 ist mittels einer Monte-Carlo-Simulation geschätzt worden. Hierbei ist die Notwendigkeit eines Mindestanstiegs des Aktienkurses vor Ausübung um 15% gegenüber dem Ausübungspreis in die Simulation einbezogen worden. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation sind die folgenden Parameter verwendet worden:
| 31.12.2021 | |
|---|---|
| Aktienkurs am Bewertungsstichtag | 14,84 EUR |
| Ausübungspreis | 15,64 EUR |
| Erwartete Laufzeit | 4 Jahre |
| Erwartete Volatilität 1 | 5,49% |
| Risikofreier Zinssatz | –0,66% |
| Dividende | 0 EUR |
1 Die erwartete Volatilität ist auf Basis der historischen Volatilität der
Nordex SE Aktie über die erwartete Laufzeit illustriert worden.
Das Mitarbeiteraktienoptionsprogramm wird, sofern die Zielbedingungen erfüllt werden, voraussichtlich mit Aktien beglichen. Ein Ausgleich mit Barmitteln ist nicht vorgesehen, aber durch die Programmbedingungen grundsätzlich möglich.
Im Rahmen des Transformation-Incentive-Plans ist jedem Vorstandsmitglied und ausgewählten Führungskräften zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ein einmaliger Sonderbonus unter Zielbedingungen gemessen am Konzern-EBITDA und Konzern-Free Cashflow zugesagt worden. Dieser soll das Erreichen der strategischen Ziele Nachhaltige Profitabilität und Cashflow zum Ende des Geschäftsjahres 2022 incentivieren. Im Rahmen des Transformation-Incentive-Plans wird an die Vorstandsmitglieder und die ausgewählten Führungskräfte bei Zielerreichung eine individuelle Anzahl an virtuellen Aktien (Performance Share Units) ausgegeben.
Die Laufzeit des Programms beträgt zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2022.
In 2021 ist für dieses Programm kein Aufwand erfasst worden, da die vorausgesetzten Performanceziele für die Erfüllung der Unverfallbarkeit voraussichtlich nicht erreicht werden.
Der Transformation-Incentive-Plan für den Vorstand wird, sofern die Zielbedingungen erfüllt werden und auf Basis von betrieblicher Praxis, voraussichtlich mit Barmitteln, der für die ausgewählten Führungskräfte mit Aktien beglichen.
Die langfristige variable Vergütung des Vorstands ist als Performance-Share-Units-Plan auf Basis virtueller Aktien ausgestaltet.
Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein individueller Zielbetrag für die langfristige variable Vergütung vereinbart. Dieser Betrag wird in Performance Share Units umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode geteilt (Anfangszahl).
Das Leistungskriterium ist der Vergleich der Entwicklung des relativen Total Shareholder Returns (RTSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine dreijährige bzw. vierjährige Performanceperiode ermittelt, beginnend mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung.
Für den Zielkorridor der Tranche 2019–2021 ist ein Minimum von – 50% und ein Maximum von +50% definiert worden. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100% dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des Nordex-RTSR um 50% oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, handelt es sich um eine 50%ige Zielerreichung. Zwischenwerte werden linear interpoliert.
Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit der Zielerreichung ergibt sich die endgültige Anzahl an Performance Share Units (Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu erhalten. Der Auszahlungsbetrag des Performance-Share-Units-Plans ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt.
Jedes Vorstandsmitglied ist verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33% des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren (für Herrn Dr. Hartmann: einem Jahr) zu halten.
| 1.1.2021 Stück |
Ausgegebene PSU's Stück |
Ausgeübte PSU's 1 Stück |
Verfallene PSU's Stück |
31.12.2021 Stück |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Tranche 2021 | 0 | 43.155 | 0 | 0 | 43.155 |
| Tranche 2020 | 74.015 | 0 | 0 | 13.409 | 60.606 |
| Tranche 2019 2 | 89.498 | 0 | 107.000 | 2.988 | 0 |
| 163.513 | 43.155 | 107.000 | 16.397 | 103.761 |
1 Die Anzahl der ausgeübten PSU's ist entsprechend der Zielerreichung des Leistungskriteriums ausgewiesen worden.
2 Für die Tranche 2019 lässt sich der Anfangsbestand nicht auf den Endbestand überleiten, da zum 31.12.2021 eine Anpassung
der Anzahl der PSUs entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien vorgenommen worden ist.
| 1.1.2020 Stück |
Ausgegebene PSU's Stück |
Ausgeübte PSU's 1 Stück |
Verfallene PSU's Stück |
31.12.2020 Stück |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Tranche 2020 | 0 | 74.015 | 0 | 0 | 74.015 |
| Tranche 2019 | 89.498 | 0 | 0 | 0 | 89.498 |
| Tranche 2018 2 | 90.470 | 0 | 180.940 | 0 | 0 |
| 179.968 | 74.015 | 180.940 | 0 | 163.513 |
1 Die Anzahl der ausgeübten PSU's ist entsprechend der Zielerreichung des Leistungskriteriums ausgewiesen worden.
2 Für die Tranche 2018 lässt sich der Anfangsbestand nicht auf den Endbestand überleiten, da zum 31.12.2020 eine Anpassung
der Anzahl der PSUs entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien vorgenommen worden ist
Der Gesamtaufwand, der in der Periode für den Performance-Share-Units-Plan erfasst worden ist, beläuft sich auf TEUR 471 (2020: TEUR 2.813).
Der Buchwert der Verbindlichkeiten, die sich aus dem Performance-Share-Units-Plan ergeben, beträgt TEUR 2.300 (31. Dezember 2020: TEUR 4.079).
Die Auszahlungshöhe der Verbindlichkeiten, bei denen das Recht der Gegenpartei auf flüssige Mittel unverfallbar geworden ist, liegt bei TEUR 1.551 (31. Dezember 2020: TEUR 2.250).
Der Fair Value des am 1. Januar 2021 ausgegebenen dreijährigen Performance Share Units-Plans beträgt EUR 22,11 und ist mittels einer Monte-Carlo-Simulation geschätzt worden. Im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation sind die folgenden Parameter verwendet worden:
| 1.1.2021 | |
|---|---|
| Aktienkurs am Bewertungsstichtag | EUR 22,16 |
| Erwartete Laufzeit | 3 Jahre |
| Erwartete Volatilität | 54,19% |
| Risikofreier Zinssatz | –0,72% |
| Dividende | EUR 0 |
Während des Geschäftsjahres 2021 ist am 5. Mai 2021 die Performanceperiode für Dr. Ilya Hartmann von drei auf vier Jahre verlängert worden.
Der Fair Value des bisherigen dreijährigen Performance-Share-Units-Plans dieser Modifikation beträgt EUR 21,04 und ist im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation auf Basis der folgenden Parameter geschätzt worden:
| 5.5.2021 | |
|---|---|
| Aktienkurs am Bewertungsstichtag | EUR 21,50 |
| Erwartete Laufzeit | 2,66 Jahre |
| Erwartete Volatilität | 54,43% |
| Risikofreier Zinssatz | –0,72% |
| Dividende | EUR 0 |
Der Fair Value des jetzigen vierjährigen Performance-Share-Units-Plans nach dieser Modifikation beträgt EUR 19,73 und ist im Rahmen der Monte-Carlo-Simulation auf Basis der folgenden Parameter geschätzt worden:
| 5.5.2021 | |
|---|---|
| Aktienkurs am Bewertungsstichtag | EUR 21,50 |
| Erwartete Laufzeit | 3,66 Jahre |
| Erwartete Volatilität | 53,25% |
| Risikofreier Zinssatz | –0,70% |
| Dividende | EUR 0 |
Die langfristige variable Vergütung des Vorstands wird mit Barmitteln beglichen, sofern die Zielbedingungen erfüllt sind.
Das operative Geschäft sowie die Finanzierungstransaktionen der Nordex-Gruppe als international tätiger Unternehmensgruppe unterliegen Finanzrisiken. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen der Treasury-Abteilung.
Aus der internationalen Ausrichtung des Konzerns resultiert, dass das operative Geschäft Wechselkursschwankungen unterliegt. Die wesentlichen Risiken bestehen vor allem mit dem US-Dollar. Fremdwährungsrisiken entstehen bei erwarteten zukünftigen Transaktionen sowie bei bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Sie entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung (Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt.
Fremdwährungsrisiken werden überwiegend durch den Abschluss von Kundenverträgen, die auf die entsprechenden Währungen der projektbezogenen Lieferantenverträge abgestimmt sind, vermieden (Natural Hedge). Diese Vermeidung von Risiken wird auch projektübergreifend forciert, insbesondere beim US-Dollar.
Zur Absicherung der verbleibenden Fremdwährungsrisiken werden derivative Sicherungsinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Die derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungselemente genutzt und nicht für spekulative Zwecke eingesetzt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt grundsätzlich zentral bei der Nordex SE als Konzernobergesellschaft. Geschäftspartner bei Kontrakten über derivative Finanzinstrumente sind ausschließlich in- und ausländische Banken, deren Rating permanent überwacht wird. Durch eine Diversifikation der Handelspartner wird zudem eine entsprechende Risikominderung erreicht. Alle Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten werden im Rahmen der aktuell geltenden Bestimmungen der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) eingesetzt, überwacht und auditiert. Bestimmte Transaktionen bedürfen zudem der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang der Risikopositionen aus dem Projektgeschäft informiert wird. Zum 31. Dezember 2021 sind im Wesentlichen Devisentermingeschäfte in Chinesischen Yuan, Indischen Rupie und Brasilianischen Real abgeschlossen. Die fiktiven Rückzahlungsbeträge ausstehender Devisenterminkontrakte belaufen sich auf TEUR 230.658 (31. Dezember 2020: TEUR 458.167), wobei Nicht-Euro-Devisenterminkontrakte in Euro bewertet sind und sich gegenläufige Währungsströme gegenseitig aufheben.
Die in das Hedge Accounting einbezogenen derivativen Sicherungsinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| 2021 | BRL TEUR |
BRL TEUR |
CNY TEUR |
CNY TEUR |
INR TEUR |
USD TEUR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| In 2022 fälliger Nominalwert | 98.243 | 39.119 | 166.223 | 89.734 | 62.041 | 56.113 |
| In 2023 fälliger Nominalwert | 20.318 | 8.246 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| In 2024 fälliger Nominalwert | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 118.561 | 47.365 | 166.223 | 89.734 | 62.041 | 56.113 |
| Leitwährung | EUR | USD | EUR | USD | USD | EUR |
| Durchschnittlicher Sicherungskurs |
6,94 | 6,00 | 7,81 | 6,57 | 76,08 | 1,13 |
| 2020 | BRL TEUR |
CNY TEUR |
USD TEUR |
|---|---|---|---|
| In 2021 fälliger Nominalwert | 33.581 | 132.026 | 303.642 |
| In 2022 fälliger Nominalwert | 7.410 | 0 | 0 |
| In 2023 fälliger Nominalwert | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 40.991 | 132.026 | 303.642 |
| Leitwährung | EUR | EUR | EUR |
| Durchschnittlicher Sicherungskurs |
6,51 | 8,08 | 1,18 |
Aus dem Effektivitätstest ergeben sich die folgenden Ergebnisse:
| Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | EUR/BRL TEUR |
EUR/CNY TEUR |
EUR/USD TEUR |
USD/BRL TEUR |
USD/CNY TEUR |
USD/INR TEUR |
EUR/BRL TEUR |
EUR/USD TEUR |
USD/BRL TEUR |
| Nominalvolumen | 15.793 | 166.223 | 51.284 | 2.630 | 78.936 | 54.575 | 102.768 | 4.828 | 39.035 |
| Marktwert bzw. Buchwert |
102 | 10.733 | 235 | 11 | 1.885 | 627 | –5.569 | –81 | –2.296 |
| Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
192 | 10.780 | 259 | 2 | 1.941 | 233 | –5.936 | –72 | –2.528 |
| Wertveränderung des Grundgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
–192 | –10.794 | –259 | –2 | –1.944 | –233 | 6.099 | 72 | 2.576 |
| Stand der Rücklage für Cashflow-Hedges für aktive Cashflow-Hedges |
–192 | –10.780 | 337 | –2 | –1.941 | –233 | 5.936 | 793 | 2.528 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges für aktive Cashflow-Hedges |
90 | 46 | 24 | –9 | 56 | –394 | –367 | 9 | –232 |
| Stand der Rücklage für Cashflow-Hedges für beendete Cashflow-Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges für beendete Cashflow-Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | EUR/CNY TEUR |
EUR/USD TEUR |
EUR/BRL TEUR |
EUR/CNY TEUR |
|
| Nominalvolumen | 82.016 | 303.642 | 40.991 | 50.010 | |
| Marktwert bzw. Buchwert | 641 | 12.516 | –508 | –635 | |
| Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
355 | 12.467 | –502 | –696 | |
| Wertveränderung des Grundgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
–354 | –12.483 | 530 | 712 | |
| Stand der Rücklage für Cashflow-Hedges für aktive Cashflow-Hedges |
–354 | –14.857 | 502 | 696 | |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges für aktive Cashflow-Hedges |
–286 | –49 | 7 | –61 | |
| Stand der Rücklage für Cashflow-Hedges für beendete Cashflow-Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges für beendete Cashflow-Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 |
Der unmittelbar in der Gewinn- und Verlust-Rechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste ineffektive Teil von Cashflow-Hedges beläuft sich auf ein Ergebnis von TEUR 0 (2020: TEUR –1).
Die Nordex-Gruppe ist aufgrund dessen zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Fremdwährungsrisiken im operativen Bereich ausgesetzt.
Zur Darstellung der Fremdwährungsrisiken wird eine Währungssensitivitätsanalyse erstellt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der relevanten Risikovariablen auf das Jahresergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital zeigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Nordex-Gruppe Finanzinstrumente eingeht.
Bei einer Auf- bzw. Abwertung um 10 % der jeweiligen Fremdwährung gegenüber der Konzernwährung würden sich aus der Bewertung der originären monetären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Projekten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und erhaltene Anzahlungen) folgende Effekte auf das Jahresergebnis nach Steuern ergeben:
| 2021 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/USD | 66.728 | –54.596 |
| 2020 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
| EUR/ USD | 35.966 | –29.427 |
Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen, aber nicht in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis und den beizulegenden Zeitwert ergeben:
| 2021 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/AUD | ||
| Jahresergebnis | –511 | 513 |
| Beizulegender Zeitwert | –511 | 513 |
| EUR/BRL und USD/BRL | ||
| Jahresergebnis | –7.367 | 7.376 |
| Beizulegender Zeitwert | –7.367 | 7.376 |
| EUR/SEK | ||
| Jahresergebnis | 1.176 | –1.163 |
| Beizulegender Zeitwert | 1.176 | –1.163 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | –24.547 | 24.613 |
| Beizulegender Zeitwert | –24.547 | 24.613 |
| 2020 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/AUD | ||
| Jahresergebnis | –327 | 327 |
| Beizulegender Zeitwert | –327 | 327 |
| EUR/BRL | ||
| Jahresergebnis | –7.002 | 7.037 |
| Beizulegender Zeitwert | –7.002 | 7.037 |
| EUR/SEK | ||
| Jahresergebnis | –7.338 | 7.360 |
| Beizulegender Zeitwert | –7.338 | 7.360 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | –8.435 | 8.447 |
| Beizulegender Zeitwert | –8.435 | 8.447 |
Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen und in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis, den beizulegenden Zeitwert, die Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern und die Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern ergeben:
| 2021 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/BRL und USD/BRL | ||
| Jahresergebnis | 0 | –2 |
| Beizulegender Zeitwert | –14.612 | 14.128 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–14.611 | 14.126 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–9.936 | 9.906 |
| EUR/CNY und USD/CNY | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | 25.209 | –23.503 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
25.209 | –23.503 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
17.142 | –15.982 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | –5.608 | 5.610 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–5.608 | 5.610 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–3.813 | 3.815 |
| USD/INR | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | 6.001 | –4.898 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
6.001 | –4.898 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
4.081 | –3.331 |
| 2020 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/BRL | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | –3.955 | 4.022 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–3.955 | –4.022 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–2.689 | 2.735 |
| EUR/CNY | ||
| Jahresergebnis | 1 | 1 |
| Beizulegender Zeitwert | 13.070 | –12.874 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
13.071 | –12.873 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital |
8.888 | –8.754 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | –30.140 | 30.304 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–30.140 | 30.304 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–20.495 | 20.607 |
Die Nordex SE hat ein Schuldscheindarlehen mit auch variabler Verzinsung begeben. Zum 31. Dezember 2021 ist davon eine variable Tranche in Höhe 6.500 TEUR noch ausstehend. Die restlichen Tranchen haben Festsatzvereinbarungen. Ein Zinsanstieg des 6-Monats-Euribor um 1%-Punkt würde den kumulierten Zinsaufwand bis zur Endfälligkeit der noch ausstehenden variablen Schuldscheintranche um TEUR 30 (2020: TEUR 62) erhöhen, während ein Zinsrückgang des 6-Monats-Euribor den Zinsaufwand aufgrund des im Schuldscheindarlehen vertraglich vereinbarten Zinsfloors nicht verringern würde.
Wesentliche variabel verzinsliche Vermögenswerte, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, bestehen nicht.
Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Alle wesentlichen Neukunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Einem Ausfallrisiko wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere erfolgt die Auftragsannahme grundsätzlich nur dann, wenn die Projektfinanzierung durch Kreditinstitute sichergestellt und/oder durch eine Bankgarantie bzw. eine Konzernbürgschaft unterlegt ist. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Auch bestehen im Konzern keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten sind über Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditive in Höhe von brutto TEUR 3.498.378 (31. Dezember 2020: TEUR 3.798.110) oder Eigentumsvorbehalte in Höhe von TEUR 268.263 (31. Dezember 2020: TEUR 261.009) besichert.
Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen, wozu sowohl die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte als auch die erwarteten Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit überwacht werden und die Gruppenliquidität laufend gesteuert wird.
Grundsätzlich finanziert die Nordex-Gruppe die Projekte über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen Projekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet. Ein überwiegender Teil dieser Projektanzahlungen wird über die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie avaliert. Mit der Erhöhung und Verlängerung diese Kreditlinie konnte Nordex das Liquiditätsrisiko weiter reduzieren.
Nordex setzt teilweise länderübergreifend Cash-Pooling oder sonstige Inhouse-Banking-Instrumente zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Konzern-Treasury bei Geschäftsbanken im In- und Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limite und Kontrahentenrisiken permanent überwacht.
Am 2. Februar 2018 hat die Nordex-Gruppe erfolgreich eine Unternehmensanleihe in Höhe von TEUR 275.000 mit einem Kupon von 6,5 % platziert, die an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist. Kreditnehmer der fünfjährigen Unternehmensanleihe ist die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften. Die Unternehmensanleihe ist als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 280.387 (31. Dezember 2020: TEUR 278.385).
Von der Acciona S.A. ist weiterhin ein Gesellschafterdarlehen über TEUR 232.200 an die Nordex SE gewährt worden. Die Auszahlung ist in zwei Tranchen über TEUR 17.200 im August 2020 und TEUR 215.000 im März 2021 erfolgt. Im Juni 2021 sind davon wiederum TEUR 196.580 als Sacheinlage in eine Kapitalerhöhung eingebracht worden. Die Laufzeit reicht bis zum 30. April 2025 bei einem Zinssatz von 10,0 %. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 44.499 (31. Dezember 2020: TEUR 953).
Am 6. April 2016 hat die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung der Nordex Energy SE & Co. KG ein Schuldscheindarlehen im Volumen von TEUR 550.000 bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Im April 2021 ist eine weitere Tilgung in Höhe von TEUR 215.000 über das Gesellschafterdarlehen erfolgt, sodass das Schuldscheindarlehen derzeit noch aus Tranchen mit ursprünglichen Laufzeiten von sieben und zehn Jahren besteht, jeweils mit fester oder variabler Verzinsung. Je nach Tranche liegt der Zinssatz zwischen 2,1 % und 3,0 %. Das Schuldscheindarlehen ist als grünes Finanzinstrument zertifiziert. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 25.890 (31. Dezember 2020: TEUR 242.443).
Zur Stärkung der Bindung der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Möglichkeit einer rentablen Geldanlage hat die Nordex-Gruppe ein Beteiligungsprogramm für ihre Mitarbeiter an dem von ihr selbst entwickelten und realisierten französischen Windpark Val aux Moines aufgelegt. Die Beteiligung erfolgt über den Erwerb von Schuldverschreibungen, die von der Nordex Employee Holding GmbH emittiert werden. Das Gesamtvolumen beträgt bis zu TEUR 4.000 bei einer jährlichen Verzinsung von 6,0 %. Die Laufzeit ist datiert vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2024. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzter Kosten und Zinsen TEUR 3.741 (31. Dezember 2020: TEUR 3.866).
Die Nordex SE verfügt darüber hinaus mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften über eine bis zum 9. April 2024 laufende syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie, die im Juni 2021 von TEUR 1.238.750 auf TEUR 1.410.000 erhöht worden ist, wobei sie im Anschluss optional zweimal um je ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Es ist zudem vereinbart worden, dass ein Betrag von bis zu TEUR 100.000 aus dieser Aufstockung auch in Form von zugesicherten Barkreditlinien zur Verfügung gestellt wird. Zum 31. Dezember 2021 ist die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie mit Avalen in Höhe von TEUR 1.155.995 (31. Dezember 2020: TEUR 1.066.862) in Anspruch genommen worden. Weiterhin sind innerhalb der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie Abzweigkreditlinien herausgelegt worden, deren unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilanzierte Barinanspruchnahmen sich am 31. Dezember 2021 auf TEUR 6.174 (31. Dezember 2020: TEUR 1.896) belaufen.
Die im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der Bundesregierung und unter Beteiligung der Stadt Hamburg und des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Absicherung gegen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gewährte revolvierende Konsortialkreditlinie in Höhe von TEUR 350.000 ist im Juli 2021 im Zuge der kombinierten Kapitalerhöhung und Fremdkapitaltransaktion aufgelöst worden (31. Dezember 2020: TEUR 250.743).
Das Forschungs- und Entwicklungsdarlehen ist im Juli 2021 gleichfalls zurückgeführt worden (31. Dezember 2020: TEUR 40.982).
Die im Juni 2021 erfolgte kombinierte Kapitalerhöhung und Fremdkapitaltransaktion werden die Kapitalstruktur von Nordex in einem Schritt stärken. Darüber hinaus wird Nordex aufgrund der teilweisen Einbringung des Gesellschafterdarlehens von Acciona Zinskosten sparen. Die Erhöhung der Garantiekreditlinie inklusive einer zusätzlichen Barkreditlinie unterstützt den Wachstumskurs durch zusätzliche Flexibilität. Damit ist eine stabile Positionierung des Geschäfts für zukünftiges, risikoärmeres, profitables Wachstum gegeben.
Für die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie bestehen ferner einheitliche Financial Covenants wie Equity Ratio, Leverage und Interest Coverage, deren Einhaltung quartalsweise mit Bezug zum vorherigen Stichtag an die jeweiligen Finanzinstitute zu berichten ist. Eine Kündigung dieser Multi-Currency-Avalkreditlinie seitens der Finanzinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen möglich. Einer dieser Gründe ist die Nichteinhaltung der oben genannten Financial Covenants. Im Februar 2022 hat Nordex mit den Finanzinstituten erfolgreich ein angepasstes Financial Covenants-Konzept vereinbart, welches Liquid Assets als einen neuen zusätzlichen Financial Covenant umfasst. Das neue Konzept hat bereits auf den 31. Dezember 2021 Anwendung gefunden, weswegen sich keine Verletzung der Covenants-Bedingungen nach dem Bilanzstichtag ergeben hat. Zahlungsausfälle oder -verzögerungen im Hinblick auf die Barinanspruchnahmen der Kreditlinie in Höhe von TEUR 6.174 haben sich nicht ergeben.
Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie die Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Kapitalrisikomanagements. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 1.062.395 (31. Dezember 2020: TEUR 773.533). Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe des eingesetzten Working Capitals. Das Working Capital umfasst die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten und den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|
| 162.530 | 121.805 |
| 536.526 | 531.531 |
| 722.487 | 1.202.207 |
| –1.032.600 | –1.095.563 |
| –945.128 | –1.053.068 |
| –556.185 | –293.088 |
| 5.443.950 | 4.650.740 |
| –10,2% | –6,3% |
Bei der Nordex-Gruppe handelt es sich im Wesentlichen um ein Einproduktunternehmen. Die Aktivitäten der Nordex-Gruppe erstrecken sich auf die Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb und den Service von Windenergieanlagen. Zur Unterstützung des Vertriebs werden auch Vorleistungen für die Projektentwicklung erbracht, entsprechende Rechte erworben und die Infrastruktur geschaffen, um Windenergieanlagen an geeigneten Standorten zu errichten. Die berichtspflichtigen Segmente teilen sich entsprechend der Geschäftstätigkeit auf in Projekte und Service. Dabei umfasst das Segment Projekte das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen und die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development, während das Segment Service alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Windenenergieanlagen nach der Inbetriebnahme zusammenhängen, enthält (Erträge und Aufwendungen, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat unter nicht zugeordnet ausgewiesen). Die Festsetzung der Preise für Lieferungen zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt unter Beachtung des Arm's-Length-Prinzips. Über die Segmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung, die auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses basiert, an den Hauptentscheidungsträger, den Vorstand der Nordex SE, übereinstimmt.
| Projekte | |||
|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2020 | |
| Umsatzerlöse | 4.986.744 | 4.217.220 | |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | –389.122 | –285.611 | |
| Materialaufwand | –3.982.506 | –3.596.819 | |
| Übrige Erträge und Aufwendungen | –568.221 | –214.363 | |
| EBIT | 46.895 | 120.427 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 0 | 0 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0 | 0 | |
| Übriges Finanzergebnis | 0 | 0 | |
1 Die Intrasegment-Umsatzerlöse entfallen in voller Höhe – wie im Vorjahr – auf das Segment Service, während der Intrasegment-Materialaufwand in Höhe von TEUR 10.766 (2020: TEUR 4.938) auf das Segment Projekte und in Höhe von TEUR 615 (2020: TEUR 1.266) auf das Segment Nicht zugeordnet entfällt.
| Projekte | Service | Nicht zugeordnet | Konsolidierung 1 | Gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 2020 |
2021 | 2020 | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 |
| 4.986.744 4.217.220 |
468.015 | 437.615 | 572 | 2.109 | –11.381 | –6.204 | 5.443.950 | 4.650.740 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen –389.122 –285.611 |
–361 | –3.309 | –2.746 | –16.338 | 0 | 0 | –392.229 | –305.258 |
| –3.982.506 –3.596.819 |
–193.911 | –199.438 | –59.723 | –8.067 | 11.381 | 6.204 | –4.224.759 | –3.798.120 |
| –568.221 –214.363 |
–195.972 | –165.621 | –170.096 | –229.219 | 0 | 0 | –934.289 | –609.203 |
| 46.895 120.427 |
77.771 | 69.247 | –231.993 | –251.515 | 0 | 0 | –107.327 | –61.841 |
| 0 0 |
0 | 0 | 6.022 | 4.419 | 0 | 0 | 6.022 | 4.419 |
| 0 0 |
0 | 0 | –122.743 | –98.434 | 0 | 0 | –122.743 | –98.434 |
| 0 0 |
0 | 0 | 311 | 5.585 | 0 | 0 | 311 | 5.585 |
Nach Regionen gliedern sich die langfristigen Vermögenswerte und die Umsatzlöse wie folgt auf:
| Langfristige Vermögenswerte 1 |
Umsatzerlöse | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 | 2021 | 2020 | |
| Europa 2 | 536.692 | 544.087 | 3.524.692 | 2.456.531 | |
| Lateinamerika | 34.777 | 32.385 | 603.403 | 822.890 | |
| Nordamerika | 18.832 | 17.511 | 1.020.356 | 1.017.050 | |
| Rest der Welt | 96.866 | 46.799 | 295.499 | 354.269 | |
| 687.167 | 640.782 | 5.443.950 | 4.650.740 |
1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen Sachanlagen, aktivierte Entwicklungsaufwendungen, geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte.
2 davon langfristige Vermögenswerte aus Deutschland TEUR 325.843 (2020: TEUR 309.619) und Umsatzerlöse aus Deutschland TEUR 547.588 (2020: TEUR 321.056)
Die flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestände und Sichteinlagen. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden mit den flüssigen Mitteln saldiert. Täglich kündbare Guthaben werden mit variablen Zinssätzen verzinst.
Die flüssigen Mittel betragen TEUR 784.440 (31. Dezember 2020: TEUR 778.357).
Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich.
Die flüssigen Mittel werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind fällige Beträge aus im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauften Gütern oder aufgebrachten Leistungen. Wenn der voraussichtliche Zahlungseingang in einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) erwartet wird, werden die Forderungen als kurzfristig klassifiziert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 162.530 (31. Dezember 2020: TEUR 121.805).
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel ein Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Stand Wertberichtigungen am 01.01. |
19.759 | 16.055 |
| Inanspruchnahme | –9.326 | –22 |
| Auflösung 1 | –3.726 | –1.407 |
| Zuführung 2 | 4.143 | 5.133 |
| Stand Wertberichtigungen am 31.12. |
10.850 | 19.759 |
1 Die Auflösung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
2 Die Zuführung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die entsprechend der Angaben im Kapitel Finanzinstrumente ermittelt worden sind, stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2021 | Einzel wert berichtigt |
Nicht einzelwertberichtigt | Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | Nicht überfällig |
Überfällig weniger als 30 Tage |
Überfällig 31 bis 90 Tage |
Überfällig 91 bis 180 Tage |
Überfällig 181 bis 360 Tage |
Überfällig 361 Tage und mehr |
||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Ausfallrisiko (brutto) |
0 | 13.493 | 16.767 | 21.888 | 9.550 | 10.460 | 16.836 | 88.994 |
| Erwartete Verlustquoten | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Ausfallrisiko (netto) |
0 | 13.493 | 16.767 | 21.888 | 9.550 | 10.460 | 16.836 | 88.994 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko (brutto) |
8.581 | 44.966 | 15.096 | 8.880 | 5.479 | 225 | 1.159 | 84.386 |
| Erwartete Verlustquoten | 100,0% | 0,1% | 0,3% | 2,5% | 12,5% | 50,0% | 100,0% | 27,5% |
| Wertberichtigungen | 8.581 | 45 | 45 | 222 | 685 | 113 | 1.159 | 10.850 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko (netto) |
0 | 44.921 | 15.051 | 8.658 | 4.794 | 112 | 0 | 73.536 |
| 31.12.2020 | wert berichtigt |
Einzel Nicht einzelwertberichtigt |
Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | Nicht überfällig |
Überfällig weniger als 30 Tage |
Überfällig 31 bis 90 Tage |
Überfällig 91 bis 180 Tage |
Überfällig 181 bis 360 Tage |
Überfällig 361 Tage und mehr |
||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Ausfallrisiko (brutto) |
0 | 37.746 | 8.798 | 8.527 | 6.458 | 3.315 | 4.782 | 69.626 |
| Erwartete Verlustquoten | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Ausfallrisiko (netto) |
0 | 37.746 | 8.798 | 8.527 | 6.458 | 3.315 | 4.782 | 69.626 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko (brutto) |
16.752 | 31.050 | 13.689 | 4.898 | 1.419 | 2.989 | 1.141 | 71.938 |
| Erwartete Verlustquoten | 100,0% | 0,1% | 0,3% | 2,5% | 12,5% | 50,0% | 100,0% | 27,5% |
| Wertberichtigungen | 16.752 | 31 | 41 | 122 | 177 | 1.495 | 1.141 | 19.759 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko (netto) |
0 | 31.019 | 13.648 | 4.776 | 1.242 | 1.494 | 0 | 52.179 |
Im Geschäftsjahr 2021 sind TEUR 0 (2020: TEUR 2.489) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht worden, die nicht einzelwertberichtigt gewesen sind.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr dem beizulegenden Zeitwert.
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Unter den Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind unfertige Aufträge ausgewiesen, deren Umsatzerlöse gemäß IFRS 15 nach dem Leistungsfortschritt erfasst werden. Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden projektindividuell mit den Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten (erhaltene Anzahlungen) saldiert.
Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Projekten haben sich wie folgt entwickelt:
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten |
Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 | |
| Stand am 1.1. | 531.531 | 217.547 | 1.053.068 | 1.075.694 | |
| Zugang neue laufende Projekte | 1.725.392 | 2.240.152 | 1.493.389 | 1.946.000 | |
| Zugang bestehende laufende Projekte | 2.282.562 | 1.597.699 | 1.969.872 | 1.706.099 | |
| Änderung im Transaktionspreis | –52.616 | 0 | 0 | 0 | |
| Abgang schlussgerechnete Projekte | –3.341.142 | –1.208.589 | –2.962.000 | –1.359.447 | |
| Saldierung von Vertragsvermögenswerten aus Projekten mit Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten |
–609.201 | –2.315.278 | –609.201 | –2.315.278 | |
| Stand am 31.12. | 536.526 | 531.531 | 945.128 | 1.053.068 |
Aufgrund der Besicherung mit Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditiven sind keine Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte aus Projekten erforderlich.
Die Vertragsvermögenswerte aus Projekten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr dem beizulegenden Zeitwert.
Die Vertragsvermögenswerte aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Leistungsfortschritt die erhaltenen Zahlungen übersteigt. Demgegenüber beziehen sich die Vertragsverbindlichkeiten aus Service auf Wartungsverträge, bei denen die erhaltenen Zahlungen den Leistungsfortschritt übersteigen.
Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Service haben sich wie folgt entwickelt:
| Vertragsvermögenswerte | aus Service | Vertragsverbindlichkeiten aus Service |
||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2020 | 2021 | 2020 |
| Stand am 1.1. | 28.430 | 28.411 | 154.393 | 157.307 |
| Zugang an neuen Serviceverträgen | 6.031 | 9.781 | 19.987 | 48.669 |
| Zugang zu bestehenden Serviceverträgen | 11.232 | 5.551 | 15.057 | 13.628 |
| Abgang zu bestehenden Serviceverträgen | –4.372 | –13.787 | –27.155 | –61.069 |
| Abgang von beendeten Serviceverträgen | –1.823 | –1.526 | –1.967 | –4.142 |
| Stand am 31.12. | 39.498 | 28.430 | 160.315 | 154.393 |
Von den Vertragsvermögenswerten aus Service sind TEUR 7.327 (31. Dezember 2020: TEUR 5.712) kurzfristig und TEUR 32.171 (31. Dezember 2020: TEUR 22.718) langfristig, während von den Vertragsverbindlichkeiten aus Service 29.391 (31. Dezember 2020: TEUR 28.187) kurzfristig und TEUR 130.924 (31. Dezember 2020: TEUR 126.206) langfristig sind.
Die erwartete Verlustquote für Vertragsvermögenswerte aus Service entspricht der für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Ausfallrisiko, die nicht überfällig sind, in Höhe von 0,1%. Aus Gründen der Wesentlichkeit sind die daraus resultierenden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 39 (31. Dezember 2020: TEUR 28) jedoch nicht erfasst worden.
Für die Ermittlung der Anschaffungskosten wird die Durchschnittsmethode angewendet. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt werden.
Die Werthaltigkeit der Vorräte wird zum Stichtag überprüft und falls notwendig werden entsprechende Wertabschläge vorgenommen.
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 394.597 | 434.937 |
| Unfertige Erzeugnisse | 258.795 | 684.699 |
| Geleistete Anzahlungen | 69.095 | 82.571 |
| 722.487 | 1.202.207 |
Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um produktionsbezogenes Material und Servicematerial.
Die unfertigen Erzeugnisse betreffen im Wesentlichen im Bau befindliche Windenergieanlagen aus Kundenverträgen, bei denen die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode erfolgt. Sie werden in Höhe von TEUR 581 (31. Dezember 2020: TEUR 1.740) erst nach 2022 fertiggestellt.
Der Buchwert der Vorräte beinhaltet Abwertungen, die sich wie folgt entwickelt haben:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Stand Abwertungen am 01.01. | 30.687 | 37.718 |
| Inanspruchnahme | –3.493 | –1.447 |
| Auflösung | –94 | –8.934 |
| Zuführung | 3.167 | 3.350 |
| Stand Abwertungen am 31.12. |
30.267 | 30.687 |
Die Inanspruchnahme der Wertberichtigungen steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Altmaterialien, die Zuführung bezieht sich im Wesentlichen auf nur noch eingeschränkt nutzbare Lagerbestände.
Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt TEUR 19.707 (31. Dezember 2020: TEUR 15.061).
Die Forderungen aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 15.293 (31. Dezember 2020: TEUR 14.626) sind im Wesentlichen bei der Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., der Nordex Windpower S.A., und der NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. entstanden, während die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 22.121 (31. Dezember 2020: TEUR 8.970) hauptsächlich auf die Nordex SE, die Nordex Polska Sp. z o.o. und die Nordex Enerji A.S. entfallen.
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|
| 21.920 | 6.606 |
| 15.739 | 16.999 |
| 10.250 | 4.643 |
| 5.444 | 4.597 |
| 7.676 | 14.367 |
| 61.029 | 47.212 |
Die Wertberichtigungen betragen TEUR 70 (31. Dezember 2020: TEUR 70).
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 45.290 (31. Dezember 2020: TEUR 30.213) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 13.592 (31. Dezember 2020: TEUR 13.157).
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 2.147 (31. Dezember 2020: TEUR 3.842). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.
Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Steuerforderungen | 195.539 | 162.411 |
| Aktive Rechnungs abgrenzungsposten |
12.427 | 19.127 |
| Sonstige | 1.952 | 1.448 |
| 209.918 | 182.986 |
Die Steuerforderungen betreffen im Wesentlichen die Vorsteuererstattungsansprüche der Nordex Energy Brasil – Comércio e Indústria de Equipamentos Ltda. in Höhe von TEUR 45.444 (31. Dezember 2020: TEUR 24.799), der Nordex Energy SE & Co. KG in Höhe von TEUR 29.094 (31. Dezember 2020: TEUR 6.375), der Nordex SE in Höhe von TEUR 25.060 (31. Dezember 2020: TEUR 27.536), der Nordex India Private Limited in Höhe von TEUR 19.055 (31. Dezember 2020: TEUR 16.718), der NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. in Höhe von TEUR 13.809 (31. Dezember 2020: TEUR 6.841) und der Nordex Windpower S.A. in Höhe von TEUR 11.888 (31. Dezember 2020: TEUR 10.035).
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für die Multi-Currency-Avalkreditlinie und Lizenzgebühren.
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb oder Bau zurechenbaren Aufwendungen.
Für die Anschaffung von Anlagevermögen gewährte Investitionszuschüsse und -zulagen werden in Übereinstimmung mit IAS 20.24 als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten behandelt.
Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear vorgenommen, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:
| Nutzungs dauer |
Abschrei bungssatz |
|
|---|---|---|
| Grundstücke und Bauten (Abschreibung nur auf Bauten) |
10–33 Jahre | 3%–10% |
| Technische Anlagen und Maschinen |
3–25 Jahre | 4%–33,33% |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung |
2–18 Jahre | 5,56%–50% |
Die Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Grundstücke und Bauten | 194.937 | 169.720 |
| Technische Anlagen und Maschinen |
183.291 | 171.668 |
| Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung |
90.083 | 83.155 |
| Anlagen im Bau | 33.588 | 25.476 |
| Geleistete Anzahlungen | 5.059 | 4.140 |
| 506.958 | 454.159 |
Die Grundstücke und Bauten sowie die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten Vermögenswerte aus Leasing.
Die Zugänge und der Buchwert zum 31. Dezember 2021 sowie der Buchwert zum 1. Januar 2021 stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2021 | 01.01.2021 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | Zugänge | Buchwert | Buchwert |
| Grundstücke und Bauten – Vermögenswerte aus Leasing |
41.563 | 107.209 | 85.457 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung – Vermögenswerte aus Leasing |
10.856 | 13.213 | 12.372 |
| 52.419 | 120.422 | 97.829 |
Die aktivierten Nutzungsrechte aus Leasing beziehen sich im Wesentlichen auf Verwaltungs- und Produktionsgebäude, Lagerhallen, Firmenfahrzeuge und Produktionsanlagen (z.B. Hebebühnen).
Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2021 TEUR 44.975 (2020: TEUR 35.905).
2014 ist Nordex ein Investitionszuschuss zur Erweiterung der Betriebsstätte in Rostock gewährt worden. Bis zum Ablauf des Zweckbindungszeitraums von fünf Jahren nach Auszahlung der letzten Tranche des Investitionszuschusses, d.h. bis 2022, müssen die geförderten Wirtschaftsgüter in der geförderten Betriebsstätte verbleiben. Weiterhin sind während des Zweckbindungszeitraums 1.026 Arbeitsplätze dauerhaft im Jahresdurchschnitt zu erhalten. In 2021 ist wie im Vorjahr kein Investitionszuschuss ausgezahlt worden.
Für die Entwicklung der Sachanlagen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Der Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den beizulegenden Zeitwert der Anteile des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar.
Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der Goodwill im Erwerbszeitpunkt auf Zahlungsmittel generierende Einheiten (Cash Generating Units – CGUs) aufgeteilt. Einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderung wird vom Konzern auf Ebene der CGUs, denen ein Goodwill zugeordnet worden ist, überprüft, ob der Goodwill wertgemindert ist.
Der Ermittlung des erzielbaren Betrags bzw. des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung für die CGUs Projekte und Service liegen als Basis das Budget 2022 sowie vier weitere Planjahre, abgeleitet aus der Mittelfristplanung der Gesellschaft, zugrunde. Die Erträge jenseits der Fünfjahresperiode sind auf Basis einer stetigen Wachstumsrate von 1,00% (2020: 1,00%) extrapoliert worden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert für die beiden CGUs ist in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet worden.
Der Abzinsungssatz vor Steuern beträgt 9,09% (31. Dezember 2020: 9,27 %) für die CGU Projekte und 9,37 % (31. Dezember 2020: 9,40%) für die CGU Service und ist basierend auf dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) ermittelt worden. Dem Abzinsungssatz liegt ein risikoloser Zinssatz in Höhe von 0,12 % (31. Dezember 2020 – 0,14 %), eine Marktrisikoprämie von 7,50 % (31. Dezember 2020: 7,50 %) und ein Beta-Faktor von 1,30 (31. Dezember 2020: 1,28) zugrunde. Der Beta-Faktor und das Verhältnis von Marktwert des Eigenkapitals zu Marktwert des Fremdkapitals sind anhand einer CGU-spezifischen Peer Group ermittelt worden.
Der Goodwill beträgt wie im Vorjahr TEUR 547.758 und entfällt wie im Vorjahr mit TEUR 504.595 auf die CGU Projekte und mit TEUR 43.163 auf die CGU Service. Er resultiert mit TEUR 537.798 aus der Kaufpreisallokation der Acciona Windpower.
Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2021 wie im Vorjahr nicht vorgenommen worden, da der erzielbare Betrag für die CGUs Projekte und Service über dem Buchwert der Vermögenswerte zuzüglich des Buchwerts des Goodwills der beiden CGUs liegt.
Eine Erhöhung bzw. Verminderung des WACC um 0,5 %- Punkte sowie eine Erhöhung bzw. Verminderung des Wachstumsabschlags um 0,5%-Punkte würde weder für die CGU Projekte noch für die CGU Service zu einem Wertminderungsbedarf führen.
Für die Entwicklung des Goodwills wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Die Herstellungskosten für diese Vermögenswerte umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie die produktionsbezogenen Gemeinkosten und Fremdkapitalkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden solange aktiviert, bis alle Arbeiten für seinen beabsichtigten Gebrauch im Wesentlichen abgeschlossen sind; ansonsten werden sie als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn die Herstellung des Vermögenswerts normalerweise länger als ein Jahr dauert. Entwicklungsaufwendungen sind ferner nur dann zu aktivieren, wenn das Unternehmen fähig ist und beabsichtigt, den Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen sowie einen Nachweis darüber erbringen kann, wie der Vermögenswert künftig einen wirtschaftlichen Nutzenzufluss generieren wird.
Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen werden linear über den Zeitraum abgeschrieben, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden, längstens aber über fünf Jahre. Der Konzern prüft darüber hinaus einmal jährlich den Wertansatz der aktivierten Entwicklungsaufwendungen; technisch überholte Entwicklungsmaßnahmen der Vergangenheit werden wertgemindert.
Zum Bilanzstichtag sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 163.551 (31. Dezember 2020 TEUR 166.677) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2021 sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 35.077 (2020: TEUR 24.714) aktiviert worden, wovon für TEUR31.305 (2020: TEUR18.175) die Abschreibung noch nicht begonnen hat. Die Zugänge umfassen insbesondere die Weiterentwicklung der Windenergieanlagen der Generation Delta. Sie beinhalten Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 1.400 (31. Dezember 2020: TEUR 1.434) zu einem Finanzierungssatz von 5,81% (31. Dezember 2020: 4,52%). Weitere im Geschäftsjahr 2021 angefallene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 23.394 (2020: TEUR 22.962) erfüllen nicht die Kriterien für eine Aktivierung und sind erfolgswirksam erfasst worden. Die Aktivierungsquote liegt dementsprechend bei 59,99% (31. Dezember 2020: 51,84%). Die Erhöhung der Aktivierungsquote resultiert im Wesentlichen aus Aktivierungen in der Produkt- und Softwareentwicklung sowie von Stundenaufwendungen.
Für die Entwicklung der aktivierten Entwicklungsleistungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Geleistete Anzahlungen werden zu den Anschaffungskosten angesetzt.
Die geleisteten Anzahlungen betragen TEUR 32 (31. Dezember 2020: TEUR 1.706).
Für die Entwicklung der geleisteten Anzahlungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Die Vermögenswerte, die bestimmte Nutzungsdauern haben, werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet.
Die Abschreibung erfolgt linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, längstens aber bis zum Erlöschen des Rechts, wobei folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt werden:
| Nutzungs dauer |
Abschrei bungssatz |
|
|---|---|---|
| Lizenzen, Software und ähnliche Rechte |
2–5 Jahre | 20%–50% |
Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen TEUR 16.626 (31. Dezember 2020: TEUR 18.240).
Für die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen und Beteiligungen. Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen betreffen Unternehmen, die der Konzern beherrscht, die jedoch unwesentlich sind. Beteiligungen beziehen sich auf Unternehmen, die vom Konzern nicht beherrscht werden. Die Finanzanlagen beinhalten dabei im Wesentlichen Projektgesellschaften. Die Projektentwicklung erfolgt jedoch nicht in den Gesellschaften, weshalb auch keine Wertsteigerung der Gesellschaften erfolgt. Die Anschaffungskosten entsprechen daher dem beizulegenden Zeitwert.
Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen |
2.939 | 2.986 |
| Beteiligungen | 573 | 585 |
| 3.512 | 3.571 |
Die Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen entfallen auf:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Projektgesellschaften | 2.914 | 2.961 |
| Nordex Windpark Verwaltung GmbH, Hamburg |
25 | 25 |
| 2.939 | 2.986 |
Die Projektgesellschaften halten verschiedene Rechte im Zusammenhang mit selbst entwickelten Windkraftprojekten, im Wesentlichen Baugenehmigungen und Stromlieferverträge. Im Jahr 2021 sind eine Projektgesellschaft gegründet worden (2020: eine) und eine Projektgesellschaft verkauft worden (2020: 57). Wertberichtigungen sind in Höhe von TEUR 0 (2020: TEUR 3) erfolgt.
Die Nordex Windpark Verwaltung GmbH dient dem Erwerb und der Verwaltung von Beteiligungen an Handelsgesellschaften, deren Geschäftszweck insbesondere der Erwerb bzw. die Entwicklung, das Errichten und das Betreiben von Windparks ist, sowie der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften.
Die Beteiligungen umfassen folgende Gesellschaften:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Rose Windfarm AB, Stockholm/Schweden |
559 | 571 |
| Parc Eolien du Val Aux Moines, Paris / Frankreich |
13 | 13 |
| Eoliennes de la Vallee S.A.S., Amiens / Frankreich |
1 | 1 |
| Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o., Kwidzyn/Polen |
0 | 0 |
| 573 | 585 |
Rose Windfarm AB, Eoliennes de la Vallee S.A.S. und Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o. unterhalten keinen wesentlichen Geschäftsbetrieb. Parc Eolien du Val Aux Moines betreibt einen Windpark.
Alle Anteile sind nicht börsennotiert. Eine Veräußerungsabsicht besteht zum 31. Dezember 2021 nicht.
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2021 verwiesen.
Die Finanzanlagen werden auf freiwilliger Basis analog zu IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen Projektgesellschaften. Der beizulegende Zeitwert entspricht wie im Vorjahr den Anschaffungskosten, weil keine Wertsteigerung in den Gesellschaften erfolgt, da die Projektentwicklung nicht in den Gesellschaften erfolgt.
Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Kontrolle besitzt, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der At-Equity-Methode bewertet.
Die Anteile an den als für den Konzernabschluss nicht wesentlich eingestuften assoziierten Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| C&C Wind Sp. z o.o., Natolin/Polen |
6.340 | 6.017 |
| GN Renewable Investments S.a r.l., |
||
| Luxemburg / Luxemburg | 58 | 70 |
| 6.398 | 6.087 |
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen |
||
| und Beteiligungen | 7.422 | 6.567 |
| Festgelder | 6.690 | 0 |
| Kautionen | 2.171 | 2.022 |
| 16.283 | 8.589 |
Die Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen und Beteiligungen betreffen insbesondere die Finanzierung von Projektgesellschaften.
Die Wertberichtigungen betragen TEUR 1.618 (31. Dezember 2020: TEUR 141).
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 16.283 (31. Dezember 2020: TEUR 8.589) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der marktüblichen Verzinsung dem beizulegenden Zeitwert.
Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Aktive Rechnungs abgrenzungsposten |
11.762 | 16.227 |
| Steuerforderungen | 1.682 | 29.631 |
| 13.444 | 45.858 |
Die C&C Wind Sp. z o.o. dient der Errichtung und dem Betrieb eines Windparks in Polen.
Die GN Renewable Investments S.a r.l. übernimmt die Finanzierung von Projektgesellschaften.
Die anteiligen Gewinne/ Verluste der assoziierten Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, stellen sich wie folgt dar:
| TEUR | 31.12.2021 1 | 31.12.2020 2 |
|---|---|---|
| C&C Wind Sp. z o.o., Natolin/Polen |
413 | 571 |
| GN Renewable Investments S.a r.l., Luxemburg / Luxemburg |
–12 | –11 |
| 401 | 560 |
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021, die Anpassungen gegenüber dem finalen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 werden in 2022 gebucht
2 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020, die Anpassungen gegenüber dem finalen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 sind in 2021 gebucht worden
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2021 verwiesen.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für Lizenzgebühren und die Multi-Currency-Avalkreditlinie.
Die Steuerforderungen betreffen Vorsteuererstattungsansprüche.
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Langfristige Vertragsvermögenswerte aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Die Nordex SE aktiviert latente Steuern auf Verlustvorträge als Organträger. Die Ermittlung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für den deutschen Teil der Nordex-Gruppe. Der Prognosezeitraum für die Wahrscheinlichkeit der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen beträgt dabei sieben Jahre (31. Dezember 2020: fünf Jahre). Die ausländischen Unternehmen der Nordex-Gruppe aktivieren latente Steuern auf Verlustvorträge unter Berücksichtigung der national gültigen Steuersätze und gegebenenfalls vorliegender zeitlicher Beschränkungen der Nutzbarkeit der Verlustvorträge. Für die Ermittlung des latenten Steueranspruchs wird die Mittelfristplanung für die jeweilige Tochtergesellschaft herangezogen.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die aber beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, erhoben werden.
Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern ist zum 31. Dezember 2021 ein Steuersatz von gerundet 32,00 % (31. Dezember 2020: 32,00%) herangezogen worden.
Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den folgenden Bilanzpositionen und auf Verlustvorträge wie folgt:
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten | 0 | 0 | 136.114 | 65.751 |
| Sachanlagen/ Immaterielle Vermögenswerte | 5.025 | 7.168 | 65.896 | 68.852 |
| Sonstige Vermögenswerte | 32.594 | 58.879 | 22.602 | 37.774 |
| Rückstellungen | 21.483 | 24.040 | 3.730 | 10.019 |
| Sonstige Schulden | 315.213 | 307.334 | 210.028 | 245.502 |
| Verlustvorträge und Steuergutschriften | 268.502 | 193.802 | 0 | 0 |
| 642.817 | 591.223 | 438.370 | 427.898 | |
| Saldierung | –341.470 | –340.972 | –341.470 | –340.972 |
| 301.347 | 250.251 | 96.900 | 86.926 |
Nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sind bei der Nordex SE von den bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 327.514 (2020: TEUR 311.042) TEUR 327.514 (2020: TEUR 311.042) und von den gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 291.695 (2020: TEUR 73.473) TEUR 291.695 (2020: TEUR 73.473) voraussichtlich nutzbar. Eine zeitliche Nutzungsbeschränkung der Verlustvorträge sieht der Gesetzgeber in Deutschland nicht vor.
In der Nordex-Gruppe bestehen folgende Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet worden sind:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| In weniger als 1 Jahr verfallbar | 17.930 | 11.136 |
| Innerhalb von 2 bis 5 Jahren verfallbar |
101.588 | 59.103 |
| Innerhalb von 6 bis 9 Jahren verfallbar |
88.455 | 48 |
| Nach mehr als 9 Jahren verfallbar |
48.755 | 8.363 |
| Unverfallbar | 353.006 | 337.904 |
| 609.734 | 416.554 |
Für Tochtergesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis gezeigt haben, ist ein latenter Steueranspruch in Höhe von TEUR 187.348 (2020: TEUR 80.425) aktiviert worden, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist.
Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften sind in Höhe von TEUR 27.649 (2020: TEUR 29.624) keine latenten Steuerschulden angesetzt worden, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven latenten Steuern enthalten langfristige aktive latente Steuern vor Saldierung in Höhe von TEUR 321.536 (2020: TEUR 227.003). Bei den passiven latenten Steuern entfallen TEUR 129.755 (2020: TEUR 206.288) auf den langfristigen Anteil der gebildeten passiven latenten Steuern vor Saldierung.
Die Veränderungen der latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 163.325 | 126.347 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst |
26.534 | 54.872 |
| In der Kapitalrücklage erfasst 1 | 5.834 | 0 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasst | 3.128 | –3.917 |
| Umrechnung Fremdwährung | 5.626 | –13.977 |
| Stand am 31.12. | 204.447 | 163.325 |
1 Im Rahmen der Kapitalerhöhung sind anteilige Steuern auf die Transaktionskosten ergebnisneutral in der Kapitalrücklage erfasst worden.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach Abzug von Transaktionskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 6.174 | 675 | 26.664 | 0 | 33.513 |
| 31.12.2020 | 259.616 | 224.647 | 49.715 | 6.692 | 540.670 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 32.353 (31. Dezember 2020: TEUR 534.788), wovon TEUR 6.845 (31. Dezember 2020: TEUR 482.335) als kurzfristig zu klassifizieren sind.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben werden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 1.032.600 (31. Dezember 2020: TEUR 1.095.563). Fälligkeiten
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 1.032.600 | 0 | 1.032.600 |
| 31.12.2020 | 1.095.563 | 0 | 1.095.563 |
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Die Bildung basiert auf gewissenhaften Schätzungen, dabei werden alle erkennbaren Risiken in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der erwarteten Ausgaben, wobei ein Vorsteuerzinssatz zugrunde gelegt wird, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen Risiken berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 01.01.2021 | Inanspruch nahme |
Auflösung | Zuführung | 31.12.2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Gewährleistung 1 | 90.135 | –33.335 | –30.059 | 61.503 | 88.244 |
| Übrige | 57.270 | –23.420 | –9.822 | 24.913 | 48.941 |
| 147.405 | – 56.755 | – 39.881 | 86.416 | 137.185 |
1 Die in 2020 unter Einzelgarantie und Gewährleistung, Service, Wartung ausgewiesenen Rückstellungen sind in 2021
aufgrund der engen inhaltlichen Verbindung unter Gewährleistung zusammengefasst.
Die Rückstellungen für Gewährleistung umfassen überwiegend mögliche Risiken im Service- und Projektbereich aus Schadensfällen. Die Gewährleistung wird grundsätzlich für eine Periode von zwei Jahren nach Eigentumsübergang der Windenergieanlagen gewährt, in Einzelfällen auch für eine Periode von fünf Jahren. Die Rückstellungen für Gewährleistung enthalten dabei nur die Standardgarantie, vom Kunden zusätzlich erworbene Servicegarantien sind in den Dienstleistungsverträgen berücksichtigt.
Die übrigen Rückstellungen beziehen sich vor allem auf weitere Service- und Projektrisiken, Jahresabschlusskosten, Lieferantenwagnisse und Rechtsunsicherheiten.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten langfristige Rückstellungen in Höhe von TEUR 28.807 (31. Dezember 2020: TEUR 22.107), bei denen mit einer Inanspruchnahme nach Ende des Geschäftsjahres 2022 gerechnet wird, wovon wiederum TEUR 21.300 (31. Dezember 2020: TEUR 16.073) auf Rückstellungen für Gewährleistung entfallen. Der aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellungen resultierende Betrag von TEUR – 40 (2020: TEUR 38) ist unter den Zuführungen ausgewiesen.
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|
| 22.467 | 18.104 |
| 8.358 | 2.804 |
| 7.448 | 7.349 |
| 5.710 | 10.008 |
| 356 | 2.511 |
| 56 | 61 |
| 4.011 | 3.013 |
| 48.406 | 43.850 |
Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.
Zu der Unternehmensanleihe und Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 18.583 | 9.663 | 28.246 |
| 31.12.2020 | 23.292 | 10.309 | 33.601 |
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 5.045 | 17.920 | 22.965 |
| 31.12.2020 | 4.834 | 13.659 | 18.493 |
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 17.581 (31. Dezember 2020: TEUR 22.942) und entsprechen wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 4.577 (31. Dezember 2020: TEUR 786).
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 3.780 (31. Dezember 2020: TEUR 2.018). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.
Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Abgegrenzte Schulden | 68.647 | 60.807 |
| Steuerverbindlichkeiten | 59.775 | 77.523 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit |
5.258 | 4.301 |
| Sonstige | 3.286 | 3.691 |
| 136.966 | 146.322 |
Die abgegrenzten Schulden enthalten im Wesentlichen projektbezogene nachlaufende Kosten in Höhe von TEUR 46.840 (31. Dezember 2020: TEUR 14.404) und Personalverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 21.807 (31. Dezember 2020: TEUR 42.211).
Die Steuerverbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 46.685 (31. Dezember 2020: TEUR 67.779).
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten und kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Pensionsrückstellungen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG gebildet. Leistungsorientierte Versorgungszusagen legen einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird und der von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen. Die Mitarbeiter haben keine eigenen Beiträge zu leisten. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungszusagen entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) am Bilanzstichtag. Die DBO wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Der Barwert der DBO wird berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von hochwertigen Unternehmensanleihen abgezinst werden. Die Industrieanleihen lauten auf die Währung der Auszahlungsbeträge und weisen den Pensionsverpflichtungen entsprechende Laufzeiten auf. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Der Refinanzierung der Pensionsrückstellungen liegt kein externes Planvermögen zugrunde.
Der Bilanzausweis ergibt sich wie folgt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Verpflichtung zum 1.1. | 2.425 | 2.374 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 160 | 32 |
| Zinsaufwand | 10 | 13 |
| Rentenzahlungen | –51 | –50 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste |
–21 | 56 |
| davon aus Änderung der demografischen Annahmen |
0 | 0 |
| davon aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen |
–37 | 35 |
| davon aus erfahrungs bedingten Anpassungen |
16 | 21 |
| 2.523 | 2.425 |
Der Bilanzausweis entspricht der Verpflichtung zum 31. Dezember.
Die folgenden Beträge sind in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst worden:
TEUR 2021 2020 Laufender Dienstzeitaufwand 160 32 Zinsaufwand 10 13 170 45
Das sonstige Ergebnis stellt sich wie folgt dar:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste |
–21 | 56 |
| –21 | 56 |
Für zukünftige Geschäftsjahre werden jährliche Rentenzahlungen in Höhe von TEUR 58 (2020: TEUR 52) erwartet.
Der Berechnung liegen die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde:
| 2021 | 2020 | |
|---|---|---|
| Rechnungszinssatz | 1,18% | 0,90% |
| Gehaltstrend | n/a | n/a |
| Rententrend | 2,00% | 2,00% |
Bei einem um +0,5%-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.461 (31. Dezember 2020: TEUR 2.509) sinken. Bei einem um – 0,5 %-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.591 (31. Dezember 2020: TEUR 2.654) steigen.
Die Duration der Verpflichtungen liegt zwischen 11 und 13 Jahren (31. Dezember 2020: zwischen 12 und 13 Jahren).
Die Sterbewahrscheinlichkeit basiert auf den statistischen Wahrscheinlichkeitswerten nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Unternehmensanleihe | 272.939 | 271.036 |
| Leasing | 100.904 | 79.506 |
| Gesellschafterdarlehen | 44.499 | 953 |
| Mitarbeiteranleihe | 3.685 | 3.805 |
| Darlehen | 2.940 | 3.017 |
| Devisentermingeschäfte | 3.368 | 358 |
| 428.335 | 358.675 |
Zu der Unternehmensanleihe, dem Gesellschafterdarlehen und der Mitarbeiteranleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.
| TEUR | 1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 346.199 | 2.633 | 348.832 |
| 31.12.2020 | 400.463 | 2.969 | 403.432 |
| TEUR | 1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 77.873 | 36.423 | 114.296 |
| 31.12.2020 | 50.638 | 40.138 | 90.821 |
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen, nicht die Devisentermingeschäfte betreffenden Salden (und ohne Leasing, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen 324.063 (31. Dezember 2020: TEUR 278.811). Der beizulegende Zeitwert beläuft sich bedingt durch den Börsenkurs der Unternehmensanleihe zum Bilanzstichtag auf TEUR 327.385 (31. Dezember 2020: TEUR 302.880).
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 3.368 (31. Dezember 2020: TEUR 358).
Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Steuerverbindlichkeiten | 2.642 | 2.856 |
| Sonstige | 50 | 0 |
| 2.692 | 2.856 |
Die Steuerverbindlichkeiten bestehen gegenüber den brasilianischen Steuerbehörden.
Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Langfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Service werden nunmehr separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind angepasst worden.
Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 160.021 | 117.349 |
| Kapitalrücklage | 1.236.071 | 795.698 |
| Andere Gewinnrücklagen | –11.087 | 50.976 |
| Rücklage für Cashflow Hedges |
2.415 | 9.341 |
| Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges |
529 | 265 |
| Fremdwährungs ausgleichsposten |
–113.719 | –65.531 |
| Konzernergebnisvortrag | –211.835 | –134.565 |
| Konzernergebnis 1 | 0 | 0 |
| Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil |
||
| am Eigenkapital | 1.062.395 | 773.533 |
| 1.062.395 | 773.533 |
1 Das Konzernergebnis beträgt nach Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen und Entnahme aus dem Konzernergebnisvortrag TEUR 0.
Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 160.021.035 (31. Dezember 2020: EUR 117.348.759) und teilt sich auf in 160.021.035 (31. Dezember 2020: 117.348.759) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind. Der Vorstand der Nordex SE hat am 30. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Gesellschaft eine Bezugsrechtskapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen und einer Sacheinlage der Acciona S.A. beschlossen. Von den 42.672.276 neuen Aktien sind 98,2 % zu einem Preis von EUR 13,70 je Aktie ausgegeben worden. Das Gesamtbrutto-Transaktionsvolumen entspricht TEUR 586.146, bestehend aus einem Barerlös von TEUR 389.566 vor Transaktionskosten und einem Gegenwert von TEUR 196.580 der von der Acciona S.A. eingebrachten Darlehensforderung aus dem Gesellschafterdarlehen. Der dem anteiligen Betrag der neuen Aktien am Grundkapital übersteigende Erlös in Höhe von TEUR 543.474 ist nach Abzug der durch die Kapitalerhöhung verursachten Transaktionskosten in Höhe von TEUR 18.231 und unter Berücksichtigung von latenten Steuern in die Kapitalrücklage eingestellt worden. Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.236.071 (31. Dezember 2020: TEUR 795.698) umfasst darüber hinaus weitere Agien aus Kapitalerhöhungen über TEUR 761.695.
Zum Mitarbeiteraktienoptionsprogramm wird auf die Angaben im Kapitel zu den anteilsbasierten Vergütungsprogrammen verwiesen.
Die Rücklage für Cashflow-Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 13.737 | 3.428 |
| Ergebniswirksame Reklassifizierungen aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte |
–8.223 | 5.072 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund eines Basis-Adjustments |
0 | –2.268 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund geänderter Erwartung hinsichtlich des Eintritts der Grundgeschäfte |
0 | –260 |
| Verluste/Gewinne aus effektiven Sicherungs beziehungen |
–1.962 | 7.765 |
| Stand am 31.12 | 3.552 | 13.737 |
Die Rücklage für Kosten der Cashflow-Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 389 | –1.599 |
| Ergebniswirksame Reklassifizierungen aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte |
77 | 1.390 |
| Gewinne aus effektiven Sicherungsbeziehungen |
312 | 598 |
| Stand am 31.12 | 778 | 389 |
Der handelsrechtliche Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2021 der Nordex SE in Höhe von EUR 158.860.395,43 (2020 Jahresüberschuss: EUR 68.050.965,42) ist durch eine Entnahme in Höhe von EUR 90.809.430,01 aus der Kapitalrücklage, in Höhe von EUR 3.402.548,00 aus der gesetzlichen Rücklage und in Höhe von EUR 64.648.417,42 aus den anderen Gewinnrücklagen ausgeglichen worden. Der handelsrechtliche Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020 der Nordex SE in Höhe von EUR 68.050.965,42 ist im Rahmen der Bilanzaufstellung für das Geschäftsjahr 2020 gemäß § 24 der Satzung der Nordex SE in Höhe von EUR 3.402.548,00 in die gesetzliche Rücklage und in Höhe von EUR 58.674.379,50 in die anderen Gewinnrücklagen sowie in Höhe von EUR 5.974.037,92 als Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 auf der Grundlage eines entsprechenden Hauptversammlungsbeschlusses vom 5. Mai 2021 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt worden.
Für die Entwicklung des Eigenkapitals wird darüber hinaus auf die Anlage zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.
Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2021 ferner über kein Genehmigtes Kapital I (31. Dezember 2020: EUR 15.522.041 mit entsprechend 15.522.041 Aktien) und kein Genehmigtes Kapital II (31. Dezember 2020, damals vor Umbenennung noch Genehmigtes Kapital III: EUR 16.002.103 mit entsprechend 16.002.103 Aktien) mehr verfügt. Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2021 jedoch noch über ein Genehmigtes Kapital III von EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien (31. Dezember 2020, damals vor Umbenennung noch Genehmigtes Kapital II: EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien), ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien (31. Dezember 2020: EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien) und ein Bedingtes Kapital II von 3.500.000 mit entsprechend 3.500.000 Aktien (31. Dezember 2020: EUR: 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien) verfügt. Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1.
Insgesamt können aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen an Führungskräfte/ Experten des Konzerns) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40 % des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 5. Mai 2021 bestehenden Grundkapitals ausgeben werden, was 46.939.503 neuen Aktien entspricht.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Mai 2021 ist der Vorstand ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 4. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 23.469.751 gegen Bar- oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 ist der Vorstand ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II (ab 5. Mai 2021, vorher Genehmigtes Kapital III) das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in vollem Umfang Gebrauch gemacht, ohne das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Mai 2021 ist der Vorstand ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III (ab 5. Mai 2021, vorher Genehmigtes Kapital II) das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 4. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 3.500.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 30. Juni 2021 satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 3.200.422 Gebrauch gemacht, was 3.200.422 Aktien entspricht. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital III mit einem Umfang von EUR 299.578 mit entsprechend 299.578 Aktien.
Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Das Bedingte Kapital I kann auch dem Zweck dienen, bei entsprechender Ausübung des Wahlrechts der Gesellschaft ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden.
Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften und Experten der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex-Gruppe im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex-Gruppe, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2021 in der Zeit bis zum 4. Mai 2026 gewährt werden. Bisher sind in einer ersten Tranche 579.190 Bezugsrechte an Führungskräfte und Experten der Nordex-Gruppe gewährt worden.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 ist weiterhin der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden oder zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien ist im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht worden.
Die folgende Tabelle zeigt die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten und ihrer Einordnung in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Finanzinstruments angewendet werden soll:
| 2021 TEUR |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) |
0 | 13.592 | 0 | 13.592 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 2.147 | 0 | 2.147 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 32.353 | 0 | 32.353 |
| Unternehmensanleihe | 283.709 | 0 | 0 | 283.709 |
| Mitarbeiteranleihe | 0 | 3.741 | 0 | 3.741 |
| Gesellschafterdarlehen | 0 | 44.499 | 0 | 44.499 |
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) |
0 | 7.945 | 0 | 7.945 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 3.780 | 0 | 3.780 |
| 2020 TEUR |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) |
0 | 13.157 | 0 | 13.157 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 3.842 | 0 | 3.842 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 534.788 | 0 | 534.788 |
| Unternehmensanleihe | 286.316 | 0 | 0 | 286.316 |
| Mitarbeiteranleihe | 0 | 3.866 | 0 | 3.866 |
| Gesellschafterdarlehen 1 | 0 | 17.091 | 0 | 17.091 |
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cashflow-Hedges) |
0 | 1.144 | 0 | 1.144 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 2.018 | 0 | 2.018 |
1 In der Bilanz wird das Gesellschafterdarlehen nebst einer zusätzlichen Abgrenzung von TEUR 16.138, die sich auf die zweite,
noch nicht ausgezahlte Tranche des Gesellschafterdarlehens von TEUR 215.000 bezieht, ausgewiesen.
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren beizulegende Zeitwerte auf anhand von aktiven Märkten ermittelten Marktwerten beruhen, werden in Level 1 zusammengefasst. Ein aktiver Markt wird unterstellt, sofern die Marktwerte auf regulärer Basis ermittelt werden und auf tatsächlichen, wiederkehrenden Transaktionen basieren. Die Unternehmensanleihe ist dem Level 1 zugeordnet, da sie an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist.
Beizulegende Zeitwerte, die nicht anhand aktiver Märkte ermittelt werden können, werden basierend auf Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertungsmodelle berücksichtigen dabei vornehmlich beobachtbare Marktdaten und verzichten überwiegend auf unternehmensspezifische Schätzungen. Die so bewerteten Finanzinstrumente werden in Level 2 zusammengefasst. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die Mitarbeiteranleihe und das Gesellschafterdarlehen als Teil der Finanzschulden entsprechen dem Level 2. Das gleiche gilt für die Devisentermingeschäfte.
Sofern wesentliche Bewertungsannahmen nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, werden die Finanzinstrumente als Level 3 klassifiziert.
Es gibt weder im Vergleich zum Vorjahr noch unterjährig Umklassifizierungen zwischen den verschiedenen Levels.
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten setzt sich, nach Bewertungskategorien getrennt, wie folgt zusammen:
| 2021 TEUR |
Zinsen | Übriges Nettoergebnis |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte |
6.022 | 23.263 | 29.285 |
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten |
–45.122 | 0 | –45.122 |
| Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten |
0 | –19.112 | –19.112 |
| –39.100 | 4.151 | –34.949 |
| 2020 TEUR |
Zinsen | Übriges Nettoergebnis |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte |
4.419 | 20.632 | 25.051 |
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten 1 |
–39.766 | –36.364 | –76.130 |
| Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten |
0 | 4.039 | 4.039 |
| – 35.347 | –11.693 | – 47.040 |
1 Die Zinsen sind von TEUR –98.434 auf TEUR –39.766 korrigiert worden.
Das übrige Nettoergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Fremdwährungsumrechnung.
Die Fälligkeitsstruktur der derivativen Finanzinstrumente stellt sich wie folgt dar:
| 2021 TEUR |
Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert | |||||
| Mittelabfluss in EUR | 60.324 | 0 | 0 | 0 | 60.324 |
| Mittelabfluss in USD | 6.500 | 0 | 0 | 0 | 6.500 |
| 5 Jahre | 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|
| 0 | 49.954 | |
| 12 Monate 49.954 |
0 |
Der Nordex-Konzern erzielt Umsatzerlöse aus den beiden Geschäftsfeldern Projekte und Service. Die aus den Vertragsbedingungen abgeleiteten Transaktionspreise für die Fertigung und die Veräußerung von Windkraftanlagen sowie für Serviceverträge enthalten feste und in untergeordnetem Umfang vereinzelt variable Gegenleistungen. Die geschätzten Beträge der variablen Gegenleistungen werden dabei nur in dem Umfang in die Transaktionspreise einbezogen, für den es als hochwahrscheinlich anzusehen ist, dass es bei Wegfall der Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe der variablen Beträge zu keiner wesentliche Stornierung der Umsatzerlöse kommt. Weiterhin werden die Transaktionspreise, die als Umsatzerlöse realisiert werden, durch Zahlungen im Zusammenhang mit pauschaliertem Schadensersatz und anderen Strafzahlungen in Verbindung mit Projekt- und Serviceverträgen reduziert.
Bei Projektverträgen werden die Umsatzerlöse in Abhängigkeit vom jeweiligen Vertragsumfang entweder zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode oder zeitraumbezogen über die Cost-to-Cost-Methode realisiert. Bei der Cost-to-Cost-Methode werden für die Bestimmung des Fertigstellungsgrads die entstandenen Kosten zu den geplanten Kosten ins Verhältnis gesetzt und die Umsatzerlöse entsprechend des Fertigstellungsgrads anteilig realisiert.
Umsatzerlöse für standardisierte Turbinentypen werden zeitpunktbezogen realisiert, wenn die Kontrolle über die voll funktionsfähige Turbine auf den Kunden übertragen wird. Die Kontrolle geht mit Errichtung der voll funktionsfähigen Turbine an den Kunden über. Bis zur Erreichung der zeitpunktbezogenen Verumsatzung werden die Kosten unter den Vorräten aktiviert.
Umsatzerlöse für kundenspezifische Installationen, für die es keine alternative Verwendung gibt und für die es einen einklagbaren Anspruch auf Bezahlung der erbrachten Leistung gibt, werden zeitraumbezogen realisiert.
Bei Serviceverträgen werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen anhand einer vertragstypischen Verteilung der Kosten (Schablone) auf die einzelnen Vertragsjahre verteilt. Die Ermittlung der Schablone zur Bestimmung des Realisierungsgrads der einzelnen Serviceverträge ist dabei auf Basis historischer Erfahrungswerte erfolgt. Sofern der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt, werden Vertragsvermögenswerte aus Service aktiviert bzw. sofern die Fakturierung den Realisierungsgrad überschreitet, werden Vertragsverbindlichkeiten aus Service passiviert.
Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Segmente Projekte und Service:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Projekte | 4.986.744 | 4.217.220 |
| Service | 468.015 | 437.615 |
| Nicht zugeordnet | 572 | 2.109 |
| Intrasegment-Konsolidierung | –11.381 | –6.204 |
| 5.443.950 | 4.650.740 |
Die zeitbezogene Umsatzrealisierung der Projekte stellt sich
wie folgt dar:
Die Bestandsveränderungen betragen TEUR – 425.905 (2020: TEUR – 329.054) und gehen einher mit den gesteigerten Installationen.
Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 33.676 (2020: TEUR 23.796) und betreffen wie im Vorjahr aktivierte Aufwendungen für die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Windenergieanlagen.
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 1.1.– 31.12.2021 |
1.1.– 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Zeitpunktbezogene Projektverumsatzung |
1.728.066 | 2.525.824 |
| Zeitraumbezogene Projektverumsatzung |
3.258.678 | 1.691.396 |
| 4.986.744 | 4.217.220 |
Der gestiegene Konzernumsatz ist auf die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Installationszahlen zurückzuführen.
Der Gesamtbetrag des der verbleibenden Leistungsverpflichtung aus Projekten zugeordneten Transaktionspreises beläuft sich auf TEUR 4.238.575 (2020: TEUR 4.700.142) und die Gesamthöhe des der verbleibenden kurz- und langfristigen Leistungsverpflichtung aus Serviceverträgen zugeordneten Transaktionspreises beträgt TEUR 160.315 (2020: TEUR 154.392). Die Umsätze aus Projekten werden in der Regel in den nächsten zwölf Monaten realisiert, während die Umsätze aus Serviceverträgen über die durchschnittliche Restlaufzeit der Serviceverträge von sieben Jahren realisiert werden.
In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten aus Projekten bzw. der Vertragsverbindlichkeiten aus Service enthalten gewesen sind, betreffen mit TEUR 817.552 (2020: TEUR 488.520) das Segment Projekte und mit TEUR 29.391 (2020: TEUR 25.176) das Segment Service.
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
2.931.039 | 2.618.717 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen |
1.293.720 | 1.179.403 |
| 4.224.759 | 3.798.120 |
Unter den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden im Wesentlichen Aufwendungen für Bauteile ausgewiesen.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen resultieren vorrangig aus fremdbezogenen Frachten, Fremdleistungen und Provisionen für die Auftragsabwicklung sowie Auftragsrückstellungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Devisentermingeschäfte | 58.064 | 37.283 |
| Währungskursgewinne | 23.680 | 26.847 |
| Erfolgsbeteiligung aus Realisierung eines Windparkprojekts |
7.500 | 0 |
| Versicherungsentschädigun gen und Schadenersatz |
6.918 | 10.273 |
| Gewinne Anlagenabgänge | 3.909 | 1.569 |
| Auflösung von Wertberichtigungen |
3.726 | 1.407 |
| Forschungs- und Entwicklungszuschüsse |
968 | 936 |
| Erträge aus Verkauf eigenentwickelter Windparkprojekte |
0 | 362.802 |
| Übrige | 8.521 | 10.293 |
| 113.286 | 451.410 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Sonstige Personalkosten | 111.723 | 121.083 |
| Devisentermingeschäfte | 77.176 | 36.364 |
| Rechts- und Beratungskosten | 38.445 | 39.804 |
| Instandhaltung | 33.782 | 37.769 |
| Reisekosten | 30.302 | 28.142 |
| Leasing | 22.774 | 16.373 |
| Sicherheitsdienst, Raum- und Gebäudekosten |
15.715 | 14.644 |
| EDV-Kosten | 15.390 | 12.274 |
| Patentgebühren | 12.715 | 7.883 |
| Versicherungen | 9.857 | 8.547 |
| Fortbildung | 5.755 | 5.250 |
| Telekommunikation | 4.818 | 5.343 |
| Verluste Abgang Anlagevermögen |
4.283 | 624 |
| Wertberichtigungen | 4.143 | 5.133 |
| Sonstige Steuern | 3.542 | 8.406 |
| Werbekosten | 1.777 | 2.097 |
| Bürobedarf | 1.712 | 1.781 |
| Bankgebühren | 1.364 | 2.164 |
| Aufwendungen aus Verkauf eigenentwickelter Windparkprojekte |
0 | 12.988 |
| Währungskursverluste | 0 | 33.244 |
| Ertragsausfälle 1 | 0 | 48.039 |
| Übrige | 18.587 | 22.868 |
| 413.860 | 470.820 |
1 Mit Beginn des Geschäftsjahres ist der Ausweis aus Gründen der Klarheit umgestellt worden. Ertragsausfälle, die pauschalierten Schadensersatz in Verbindung mit Projekt- und Serviceverträgen darstellen, werden nunmehr als Reduzierung der Umsatzerlöse ausgewiesen. Auf eine Anpassung der Vorjahreswerte ist aus Gründen der Wesentlichkeit verzichtet worden. Im Geschäftsjahr sind Ertragsausfälle in Höhe von TEUR 91.355 in den Umsatzerlösen berücksichtigt worden.
Von den Aufwendungen für Leasing entfallen TEUR 22.774 (2020: TEUR 5.836) auf nicht bilanziertes Leasing, wovon TEUR 11.899 (2020: TEUR 4.282) auf Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, TEUR 5.578 (2020: TEUR 1.538) auf Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert ohne Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, TEUR 1.280 (2020: TEUR 16) auf nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogenen Aufwendungen für variable Leasingzahlungen und TEUR 4.017 (2020: TEUR 0) auf die Servicekomponente entfallen.
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 384.656 | 356.813 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters versorgung und Unterstützung |
89.060 | 77.186 |
| 473.716 | 433.999 |
Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen in Höhe von TEUR 160 (2020: TEUR 32) für leistungsorientierte Pensionspläne und in Höhe von TEUR 99 (2020: TEUR 100) für beitragsorientierte Pensionspläne. Darüber hinaus sind TEUR 13.635 (2020: TEUR 12.053) als Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland als gleichfalls beitragsorientiertem Pensionsplan geleistet worden.
Im Konzern ist die folgende Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt:
| 2021 1 | 2020 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Stichtag | |||
| Angestellte | 3.864 | 3.413 | 451 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer |
4.794 | 4.934 | –140 |
| 8.658 | 8.347 | 311 | |
| Durchschnitt | |||
| Angestellte | 3.671 | 3.302 | 369 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer |
4.804 | 4.489 | 315 |
| 8.475 | 7.791 | 684 |
1 In die Anzahl der Mitarbeiter sind in 2021 Werkstudenten, Trainees und freigestellte Mitarbeiter nicht mehr eingerechnet worden. Das Vorjahr ist entsprechend angepasst worden.
Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen ist im Wesentlichen auf den Ausbau der Produktion in Deutschland sowie der Blattproduktion und des Engineering in Indien zurückzuführen. Ein gegenläufiger Effekt resultiert aus Spanien, wo aufgrund der Fertigstellung von Projekten die Mitarbeiterzahl rückläufig ist.
Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Sachanlagen |
113.680 | 98.667 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen |
38.266 | 46.416 |
| Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte |
8.053 | 10.711 |
| 159.999 | 155.794 |
In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind TEUR 27.749 (2020: TEUR 21.804) für Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Leasing enthalten, die sich mit TEUR 18.443 (2020: TEUR 15.216) auf Grundstücke und Bauten und mit TEUR 9.306 (2020: TEUR 6.588) auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung verteilen.
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 0 | 0 |
| Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung |
311 | 6.006 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen |
0 | –421 |
| Beteiligungsergebnis | 311 | 5.585 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
6.022 | 4.419 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
–122.743 | –98.434 |
| Zinsergebnis | –116.721 | – 94.015 |
| –116.410 | – 88.430 |
Das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung stellt den Ergebnisanteil der assoziierten Unternehmen dar.
Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Geldanlagen bei Banken bzw. aus Avalprovisionen, dem Gesellschafterdarlehen, der revolvierenden Konsortialkreditlinie und der Unternehmensanleihe. Ferner entfallen von den Zinsaufwendungen TEUR 6.529 (2020: TEUR 3.876) auf Leasing.
Für die Berechnung der inländischen tatsächlichen Steuern ist zum 31. Dezember 2021 ein Steuersatz von 31,82 % (31. Dezember 2020: 31,82 %) herangezogen worden. Dieser ermittelt sich aus 15,83% (31. Dezember 2020: 15,83 %) Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie 15,99% (31. Dezember 2020: 15,99%) Gewerbesteuer.
Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| 2021 | 2020 |
|---|---|
| –5.747 | –1.832 |
| –1.706 | 606 |
| –27.206 | –32.474 |
| –440 | 672 |
| –32.953 | – 34.306 |
| 26.534 | 54.872 |
| –6.419 | 20.566 |
Der Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 26.534 (2020: TEUR 54.872) resultiert aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlustvorträgen.
Die erwarteten Ertragsteuern, die sich bei Anwendung des Steuersatzes von 31,82% (2020: 31,82%) auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von TEUR –223.737 (2020: TEUR –150.271) ergeben, weichen von den gesamten Ertragsteuern wie folgt ab:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Erwarteter Ertragsteueraufwand |
71.193 | 47.816 |
| Steuersatzdifferenzen für ausländische Steuern |
–10.714 | –8.947 |
| Steuerfreie Erträge | 4.561 | 52.320 |
| Steuereffekte aus At-Equity-Beteiligungen |
100 | 1.922 |
| Änderungen von Steuersatz und Steuergesetzen |
280 | 105 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen |
–7.459 | –10.688 |
| Steuereffekte aus Vorjahren | –1.651 | 652 |
| Wertberichtigungen und Verlustvorträge |
–63.809 | –63.799 |
| Sonstige Steuereffekte | 1.080 | 1.185 |
| Gesamter Ertragsteueraufwand |
–6.419 | 20.566 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (Earnings per Share – EPS) wird berechnet, indem der Quotient aus dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl an ausgegebenen Aktien gebildet wird:
| 2021 | 2020 | ||
|---|---|---|---|
| Konzernjahresfehlbetrag | TEUR | –230.156 | –129.705 |
| davon Gesellschafter des Mutterunternehmens |
TEUR | –230.156 | –129.705 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienzahl |
137.223.518 | 107.584.271 | |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie |
EUR | –1,68 | –1,21 |
Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem im Vergleich zum unverwässerten Ergebnis je Aktie die durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien um sämtliche Wandlungs- und Optionsrechte erhöht wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt gleichfalls EUR –1,68 (2020: –1,21).
Künftige Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen, die die Nordex-Gruppe eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben, liegen nicht vor.
Weiterhin gibt es im Wesentlichen im Immobilienbereich Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die jedoch als nicht hinreichend sicher betrachtet werden und die von daher nicht bilanziert sind. Die Inanspruchnahme der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wird jedoch jährlich überprüft und bei geänderter Einschätzung bilanziell berücksichtigt.
Für Investitionsausgaben in Sachanlagen bestehen zum Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen, die bisher noch nicht angefallen sind, in Höhe von TEUR 248 (31. Dezember 2020: TEUR 7).
Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten ist die Nordex-Gruppe zum Bilanzstichtag demgegenüber nicht eingegangen.
Die Nordex-Gruppe hat Eventualschulden aus Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses zum Bilanzstichtag aber nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung gewesen ist.
Ferner bestehen gegenüber verbundenen nicht konsolidierten Projektgesellschaften Garantien, mit deren Inanspruchnahme jedoch nicht gerechnet wird, in Höhe von TEUR 6.059 (2020: TEUR 954), während gegenüber assoziierten Unternehmen keine Eventualschulden bestehen.
Zum Bilanzstichtag ist die Acciona S.A. mit 33,6 % (31. Dezember 2020: 33,6%) an der Nordex SE beteiligt.
Die Salden und Geschäftsvorfälle mit Unternehmen aus dem Acciona-Konzern sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Ausstehende Salden Forderungen (+) und Verbindlichkeiten (–) |
Betrag der Geschäftsvorfälle Erträge (+) und Aufwendungen (–) |
|||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 | 2021 | 2020 |
| Acciona Energía Chile SpA | 164.302/–83 | 164.970/–156.711 | 3.520/–1.405 | 3.285/–681 |
| Acciona Energía Mexico S.r.l. | 1.807/–18 | 1.232/–44 | 0/0 | 0/0 |
| Acciona Energía S.A. | 227.354/–38.917 | 69.304/–33.011 | 163.392/–790 | 62.641/–473 |
| Acciona Energía Servicios Mexico S. de RL de C.V. | 58.868/–58.528 | 139.351/–131.456 | 240/–5.540 | 72.385/–1 |
| Acciona Energy Australia Global Pty. Ltd | 17/–9.325 | 0/0 | 2.229/0 | 0/–867 |
| Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. | 116.244/–113.050 | 48/–106.372 | 122.623/–1.976 | 61.230/0 |
| Acciona Forwarding S.A. | 7/–31 | 0/–977 | 77/–10.068 | 0/–1.950 |
| Acciona S.A | 0/–44.633 | 0/–1.088 | 0/–29.205 | 0/0 |
| Sonstige | 1.705/–549 | 779/–291 | 788/–836 | 2.453/–650 |
Die Veränderungen der Erträge und Aufwendungen sowie der damit einhergehenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit der Acciona Energía S.A., der Acciona Energía Servicios Mexico S. de RL de C.V. und der Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. resultieren insbesondere aus der Errichtung von Windparks in Spanien, Mexiko und Australien. Die Aufwendungen und korrespondierenden Verbindlichkeiten mit der Acciona S.A. ergeben sich hingegen hauptsächlich aus dem gewährten Gesellschafterdarlehen. Zum Gesellschafterdarlehen wird auf die Angaben im Kapitel zu den Finanzinstrumenten verwiesen.
Aufträge zur Lieferung und Errichtung von Windkraftanlagen sind von der Acciona Energía S.A. im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von TEUR 520.659 (2020: TEUR 186.315) erteilt worden.
Das Aufsichtsratsmitglied Jan Klatten hat 2014 im Rahmen eines marktweiten Bietungsverfahrens mittelbar eine Beteiligung von 44,20% an der polnischen Windparkgesellschaft C&C Wind Sp. z o.o. erworben. An dieser Gesellschaft ist auch die Nordex-Gruppe zu 40,00 % beteiligt. Die C&C Wind Sp. z o.o. ist daher als ein assoziiertes Unternehmen einzuordnen. Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnender Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen.
Als assoziierte Unternehmen sind daneben auch die Anteile an der GN Renewable Investments S.a.r.l. (30,00 %) zu klassifizieren.
Die Salden und Geschäftsvorfälle mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Ausstehende Salden Verbindlichkeiten (–) |
Forderungen (+) und | Betrag der Geschäftsvorfälle Erträge (+) und Aufwendungen (–) |
||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 | 2021 | 2020 |
| C&C Wind Sp. z o.o. | 26/0 | 363/0 | 960/–4 | 6.635/–3 |
| GN Renewable Investments S.a.r.l. | 0/0 | 0/0 | 0/–12 | 0/–11 |
Die Geschäftsbeziehungen mit der C&C Wind Sp. z o.o. und der GN Renewable Investments S.a.rl. resultieren aus dem Projektgeschäft.
Mit nicht konsolidierten Unternehmen bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 8.253 (31. Dezember 2020: TEUR 6.904) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 35 (31. Dezember 2020: TEUR 41) sowie Erträge in Höhe von TEUR 368 (2020: TEUR 581) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 1 (2020: TEUR 55).
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2021 verwiesen.
Die gemäß IAS 24.17 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens umfasst die Vergütung der im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie ist in folgender Tabelle dargestellt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen | 1.697 | 1.605 |
| Andere langfristige Leistungen | 0 | 841 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses |
0 | 800 |
| Anteilsbasierte Vergütung | 471 | 2.813 |
| 2.168 | 6.059 |
Die kurzfristig fälligen Leistungen beinhalten die Festvergütung und die Tantieme des Vorstands sowie die Festvergütung und die Vergütung für die Ausschusstätigkeit des Aufsichtsrats. Die Tantieme des Vorstands wird anhand finanzieller (Ergebnis vor Steuern, Working-Capital-Quote und Auftragseingangsqualität) und nicht-finanzieller Kriterien (Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Qualitäts- und Technologiemanagementkosten) bemessen.
Die anteilsbasierte Vergütung entspricht den im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlust-Rechnung des Konzerns erfassten Aufwendungen.
Die zum Stichtag erfassten bilanziellen Verpflichtungen für die Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen betragen TEUR 2.300 (31. Dezember 2020: TEUR 5.720) und betreffen die anteilsbasierte Vergütung aus den Performance-Share-Units-Plänen des Vorstands.
Kündigt die Gesellschaft im Falle des Widerrufs der Bestellung den Anstellungsvertrag ohne wichtigen Grund oder wird in einem solchen Fall ein Aufhebungsvertrag geschlossen, steht Herrn Blanco und Herrn Landa ein vertraglicher Anspruch auf eine Abfindung zu. Die Abfindungshöhe berechnet sich aus der zu zahlenden Zielvergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Sie ist auf zwei Jahreszielgesamtvergütungen begrenzt. Die Gesellschaft kann Herrn Blanco und Herrn Landa im Falle des Widerrufs der Bestellung zudem unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen. Ist die vorzeitige Beendigung Herrn Blanco oder Herrn Landa zurechenbar, steht ihnen kein Abfindungsanspruch zu.
Im Falle des Widerrufs der Bestellung und Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen
Grund, kann die Gesellschaft Herrn Dr. Hartmann unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen.
Werden der Anstellungsvertrag oder das Vorstandsmandat in bestimmten näher definierten "Bad Leaver"-Fällen (insbesondere durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch die Nordex SE oder durch Niederlegung des Mandats durch das Vorstandsmitglied vor Ende des Geschäftsjahres ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet, verfallen der Anspruch auf die Tantieme und die Performance Share Units nach den Anstellungsverträgen der amtierenden Vorstandsmitglieder ersatzlos.
Endet das Anstellungsverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres bzw. der Performanceperiode durch regulären Ablauf der Vertragslaufzeit, Ruhestand, Invalidität oder Tod, stehen den Vorstandsmitgliedern zeitanteilig Ansprüche aus Tantieme und Performance-Share-Units-Plan zu.
Nach HGB haben die Gesamtbezüge der Organe der Gesellschaft im Geschäftsjahr TEUR 4.664 (Vorstand TEUR 4.408 und Aufsichtsrat TEUR 256) betragen. Daraus sind TEUR 3.035 auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten anteilsbasierten Vergütung aus dem Transformation-Incentive-Plan und Performance-Share-Units-Plan für den Vorstand zum Gewährungszeitpunkt in 2021 entfallen. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2021 Vergütungen des Vorjahres in Höhe von TEUR 613 wegen der zum damaligen Zeitpunkt bestehenden aufschiebenden Bedingung aus der Rückführung der revolvierenden Konsortialkreditlinie ausgezahlt worden.
Die Gesamtbezüge des ehemaligen Vorstandsmitglieds Herrn Burkhard haben im Geschäftsjahr 2021 TEUR 68 betragen. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2021 TEUR 1.028 ebenfalls wegen der zum damaligen Zeitpunkt bestehenden aufschiebenden Bedingung aus der Rückführung der revolvierenden Konsortialkreditlinie ausgezahlt worden.
Die Konzern-Kapitalflussrechnung erläutert, wie sich der Finanzmittelbestand, der den flüssigen Mitteln entspricht, im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert hat. Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Konzern-Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung, Konsolidierungskreisänderungen und nicht zahlungswirksame Transaktionen eliminiert werden.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 127.562 (2020: TEUR – 352.197) resultiert in Höhe von TEUR –70.157 (2020: TEUR 26.510) aus dem Konzernverlust einschließlich der Abschreibungen. Aus der Veränderung des Working Capitals haben sich Einzahlungen in Höhe von TEUR 263.097 (2020: Auszahlungen TEUR 6.107) ergeben. Die Auszahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit betragen TEUR 65.378 (2020: TEUR 372.600). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist damit wesentlich durch die gute Working-Capital-Entwicklung beeinflusst.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf TEUR –152.093 (2020: TEUR 231.822). Es sind Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 129.254 (2020: TEUR 134.098) erfolgt, die im Wesentlichen auf den Auf- und Ausbau der Blattproduktion in Indien sowie die Beschaffung von Installations- und Transportausstattung in Spanien für internationale Projekte entfallen. Entwicklungsprojekte sind in Höhe von TEUR 35.077 (2020: TEUR 24.714) aktiviert worden.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 62.340 (2020: TEUR 405.796) und ergibt sich im Wesentlichen aus der Kapitalerhöhung und der Gewährung des Gesellschafterdarlehens. Gegenläufig haben sich die Rückzahlungen der revolvierenden Konsortialkreditlinie, des Schuldscheindarlehens und des Forschungs- und Entwicklungsdarlehens sowie die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten ausgewirkt.
Die Überleitungsrechnung des Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zur Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich wie folgt:
| 31.12.2021 TEUR |
Verbind lichkeiten gegenüber Kredit instituten |
Leasing | Unter nehmens anleihe |
Mitarbeiter anleihe |
Gesell schafter darlehen |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 536.064 | 97.610 | 278.385 | 3.866 | 953 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | – 501.675 | –22.201 | 0 | –119 | 215.000 |
| Zins- und Transaktionskosten | –2.653 | 0 | 2.002 | –6 | 25.126 |
| Fremdwährungsumrechnung | 328 | 907 | 0 | 0 | 0 |
| Neues Leasing | 0 | 47.055 | 0 | 0 | 0 |
| Debt Equity Swap | 0 | 0 | 0 | 0 | –196.580 |
| Ertragsteuern | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Mitarbeiteraktienoptionsprogramm | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ergebnisverwendung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12. | 32.064 | 123.371 | 280.387 | 3.741 | 44.499 |
| TEUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapital rücklage |
|
|---|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 117.349 | 795.698 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 42.672 | 328.663 | 62.340 |
| Zins- und Transaktionskosten | 0 | 0 | |
| Fremdwährungsumrechnung | 0 | 0 | |
| Neues Leasing | 0 | 0 | |
| Debt Equity Swap | 0 | 196.580 | |
| Ertragsteuern | 0 | 5.834 | |
| Mitarbeiteraktienoptionsprogramm | 0 | 105 | |
| Ergebnisverwendung | 0 | –90.809 | |
| Stand am 31.12. | 160.021 | 1.236.071 |
| 31.12.2020 TEUR |
Verbind lichkeiten gegenüber Kredit instituten |
Leasing | Unter nehmens anleihe |
Mitarbeiter anleihe |
Gesell schafter darlehen |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 317.364 | 104.048 | 276.582 | 0 | 0 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 222.957 | –19.532 | 0 | 3.805 | 0 |
| Zins- und Transaktionskosten | 218 | 0 | 1.803 | 61 | 953 |
| Fremdwährungsumrechnung | –4.475 | –2.014 | 0 | 0 | 0 |
| Neues Leasing | 0 | 15.108 | 0 | 0 | 0 |
| Ertragsteuern | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12. | 536.064 | 97.610 | 278.385 | 3.866 | 953 |
| TEUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapital rücklage |
|
|---|---|---|---|
| Stand am 1.1. | 106.681 | 606.820 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 10.668 | 187.898 | 405.796 |
| Zins- und Transaktionskosten | 0 | 0 | |
| Fremdwährungsumrechnung | 0 | 0 | |
| Neues Leasing | 0 | 0 | |
| Ertragsteuern | 0 | 980 | |
| Stand am 31.12. | 117.349 | 795.698 |
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen und einen Krieg begonnen. Die westliche Staatengemeinschaft hat geschlossen und energisch reagiert und Russland mit zahlreichen Sanktionen belegt, einschließlich des Ausschlusses russischer Finanzinstitute aus dem SWIFT-System. Diese sehr seltene und bedauerliche Abfolge von Ereignissen hat eine große Unsicherheit und Volatilität in den globalen Märkten hervorgerufen, die auch die Nordex-Gruppe direkt oder indirekt kurz- und mittelfristig betreffen kann. Die Nordex-Gruppe hat über eine gebildete Arbeitsgruppe umgehend begonnen, die Entwicklung zu beobachten sowie Risiken zu identifizieren und zu reduzieren.
Basierend auf den ersten Erkenntnissen kann die Nordex-Gruppe sicher bestätigen, dass sie über kein direktes Geschäft, keine direkte Lieferanten und keine jedweden Vermögenswerte in Russland verfügt. Jedoch kann es infolge der Nutzung von russischen Schiffen innerhalb der Lieferkette zu Störungen kommen.
Die Nordex-Gruppe hat jedoch direktes Geschäft in der Ukraine, welches aber verglichen mit dem weltweiten Geschäft der Nordex-Gruppe ziemlich gering ist. Die Ukraine gehört zu den kleineren Märkten der Nordex-Gruppe. Die Nordex-Gruppe hat eine Tochtergesellschaft in der Ukraine mit nur geringen Vorräten und flüssigen Mitteln. Der anhaltende Konflikt stellt jedoch ein Risiko für ein paar kleinere Service-Erträge eines Windparks und ein paar geplante Projekte im Jahr 2022 dar, weil alle lokalen Baustellen und Service-Aktivitäten momentan ruhen.
Die indirekten Folgen dieses anhaltenden Konflikts sind zu diesem Zeitpunkt bisher unbekannt und nur schwer vorherzusagen. Sie könnten Margeneffekt durch volatile Währungskurse, Abhängigkeiten der Lieferanten von diesen Ländern, weiter steigende Inflation, Rückgang im Order Intake, Auswirkungen auf Logistikkosten etc. umfassen.
Zusammenfassend geht die Nordex-Gruppe davon aus, dass basierend auf den ersten Erkenntnissen die gesamten risikobehafteten Erträge in der Ukraine für 2022 auf dem Niveau eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags liegen, was auch eine Auswirkung auf die Margen haben würde. Zusätzlich können weitere unvorhersehbare indirekte Kosten für das operative Geschäft entstehen, welche aktuell aber noch nicht beurteilt werden können.
Die Nordex Energy Spain S.A.U. hat am 17. Februar 2022 die Mitarbeiter des spanischen Standortes La Vall d'Uixó darüber informiert, dass ein Prozess zur Überprüfung der Fortführung der Produktion von Maschinenhäusern, Naben und Triebsträngen am Standort eingeleitet worden ist. Grund ist das intensive Wettbewerbsumfeld, das eine Überprüfung der Optimierung der Beschaffungs- und Produktionsprozesse notwendig gemacht hat. In La Vall d'Uixó beschäftigt die Nordex Energy Spain S.A.U. rund 110 Mitarbeiter.
Die Nordex-Gruppe hat am 28. Februar 2022 die Belegschaft der Rotorblattproduktion am Rostocker Güterverkehrszentrum (GVZ) über die Absicht informiert, die Produktion von Rotorblättern an diesem Standort per Ende Juni 2022 einzustellen. Das zunehmend herausfordernde Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie eine Verschiebung der Nachfrage haben auch hier eine Anpassung der globalen Beschaffungsund Produktionsprozesse der Nordex-Gruppe erforderlich gemacht. Von der Einstellung der Produktion sind rund 600 Mitarbeiter betroffen. Von dieser Maßnahme sind außerdem rund 40 Mitarbeiter der Nordex Blade Technology Centre ApS in Dänemark betroffen.
Da die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern gerade erst begonnen haben, können zum jetzigen Zeitpunkt für beide Standorte die möglichen Kosten wie Rückstellungen für Abfindungen noch nicht verlässlich beziffert werden.
Vorstand und Aufsichtsrat haben am 30. November 2021 die nach §161 AktG vorgeschriebene Erklärung für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und den Aktionären im Internet unter http://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/German/6100/ entsprechenserklaerung.html zugänglich gemacht.
Die Nordex Energy SE & Co. KG ist von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr gemäß § 264b HGB befreit. Die Nordex Germany GmbH, die Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, die Nordex International GmbH und die Nordex Windpark Beteiligung GmbH sind von der der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Offenlegung gemäß § 325 HGB unter Bezugnahme auf die Regelungen des §264 Abs. 3 HGB befreit.
Die Nordex Netherlands B.V. ist gemäß Artikel 403 Teil 9 Buch 2 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches von der Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses in den Niederlanden befreit. In diesem Zusammenhang hat die Nordex SE eine Haftungserklärung (403 Liability Statement) abgegeben, in der sie erklärt, für die Schulden der Nordex Netherlands B.V. gesamtschuldnerisch zu haften.
Chief Executive Officer (Vorsitzender des Vorstands)
Chief Financial Officer (seit 1. März 2021) Mitglied des Vorstands (seit 1. Januar 2021)
Chief Sales Officer
Chief Financial Officer (bis 28. Februar 2021)
Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses
Mitglied des Strategie- und Technikausschusses (seit 2. September 2021)
› Direktorin Corporate Transactions Acciona S.A. (Acciona-Konzern, börsennotiert)
Mitglied des Prüfungsausschusses
Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses
› Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
Vorsitzender des Prüfungsausschusses
Mitglied des Strategie- und Technikausschusses (bis 25. Juni 2021)
Für Dienstleistungen des Abschlussprüfers Pricewaterhouse-Coopers sind die folgenden Honorare angefallen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen 1 | 934 | 616 |
| Andere Bestätigungs leistungen |
658 | 89 |
| Steuerberatungsleistungen | 144 | 117 |
| Sonstige Leistungen | 0 | 119 |
| 1.736 | 941 |
1 In den Abschlussprüfungsleistungen sind Honorare in Höhe von TEUR 195 für das Geschäftsjahr 2020 enthalten.
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die Honorare für die Konzernabschlussprüfung und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Nordex SE und deren Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Honorare für gesetzlich vorgeschriebene oder vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen. In den Steuerberatungsleistungen sind vorrangig Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen enthalten.
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
| TEUR | Anfangs bestand 01.01.2021 |
Zugänge | Abgänge | Umbu chungen |
Fremd währung |
End bestand 31.12.2021 |
Anfangs bestand 01.01.2021 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||||
| Grundstücke und Bauten | 246.090 | 49.759 | 6.045 | 486 | 2.335 | 292.625 | 76.370 | |
| Technische Anlagen und Maschinen | 389.281 | 63.851 | 13.016 | 7.671 | –457 | 447.330 | 217.613 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
177.394 | 46.008 | 23.575 | 310 | –541 | 199.596 | 94.239 | |
| Anlagen im Bau | 25.476 | 15.552 | 0 | –8.483 | 1.043 | 33.588 | 0 | |
| Geleistete Anzahlungen | 4.140 | 6.503 | 5.631 | 0 | 47 | 5.059 | 0 | |
| Gesamt | 842.381 | 181.673 | 48.267 | –16 | 2.427 | 978.198 | 388.222 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Goodwill | 552.259 | 0 | 0 | 0 | 0 | 552.259 | 4.501 | |
| Aktivierte Entwicklungs aufwendungen |
468.823 | 35.077 | 1 | 0 | 64 | 503.963 | 302.146 | |
| Geleistete Anzahlungen | 1.706 | 3 | 5 | 0 | 0 | 1.704 | 0 | |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
155.309 | 4.354 | 748 | 16 | 2.845 | 161.776 | 137.069 | |
| Gesamt | 1.178.097 | 39.434 | 754 | 16 | 2.909 | 1.219.702 | 443.716 |
| Buchwert | Abschreibungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | End bestand 31.12.2021 |
Fremd währung |
Abgänge | Zugänge |
| 194.937 | 97.688 | 497 | 3.639 | 24.460 |
| 183.291 | 264.039 | –416 | 7.303 | 54.145 |
| 90.083 | 109.513 | –291 | 19.510 | 35.075 |
| 33.588 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 5.059 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 506.958 | 471.240 | –210 | 30.452 | 113.680 |
| 547.758 | 4.501 | 0 | 0 | 0 |
| 163.551 | 340.412 | 1 | 0 | 38.265 |
| 32 | 1.672 | 0 | 0 | 1.672 |
| 16.626 | 145.150 | 2.446 | 747 | 6.382 |
| 727.967 | 491.735 | 2.447 | 747 | 46.319 |
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | Anfangs bestand 01.01.2020 |
Zugänge | Abgänge | Umbu chungen |
Fremd währung |
End bestand 31.12.2020 |
Anfangs bestand 01.01.2020 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||||
| Grundstücke und Bauten | 237.363 | 13.148 | 1.822 | 63 | –2.662 | 246.090 | 55.659 | |
| Technische Anlagen und Maschinen | 341.143 | 64.852 | 8.708 | 12.487 | –20.493 | 389.281 | 181.021 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
127.200 | 57.544 | 3.832 | 315 | –3.833 | 177.394 | 73.196 | |
| Anlagen im Bau | 32.986 | 8.955 | 0 | –12.865 | 3.600 | 25.476 | 1 | |
| Geleistete Anzahlungen | 11.275 | 9.357 | 15.535 | 0 | –957 | 4.140 | 0 | |
| Gesamt | 749.967 | 153.856 | 29.897 | 0 | – 31.545 | 842.381 | 309.877 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Goodwill | 552.259 | 0 | 0 | 0 | 0 | 552.259 | 4.501 | |
| Aktivierte Entwicklungs aufwendungen |
444.214 | 24.714 | 0 | 0 | –105 | 468.823 | 255.724 | |
| Geleistete Anzahlungen | 5.350 | 1.704 | 42 | –5.306 | 0 | 1.706 | 0 | |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
160.131 | 2.408 | 86 | 5.306 | –12.450 | 155.309 | 138.157 | |
| Gesamt | 1.161.954 | 28.826 | 128 | 0 | –12.555 | 1.178.097 | 398.382 |
| Buchwert | Abschreibungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | End bestand 31.12.2020 |
Fremd währung |
Abgänge | Zugänge |
| 169.720 | 76.370 | –436 | 253 | 21.400 |
| 171.668 | 217.613 | –10.122 | 4.954 | 51.668 |
| 83.155 | 94.239 | –1.600 | 2.949 | 25.592 |
| 25.476 | 0 | –8 | 0 | 7 |
| 4.140 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 454.159 | 388.222 | –12.166 | 8.156 | 98.667 |
| 547.758 | 4.501 | 0 | 0 | 0 |
| 166.677 | 302.146 | 6 | 0 | 46.416 |
| 1.706 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 18.240 | 137.069 | –11.644 | 155 | 10.711 |
| 734.381 | 443.716 | –11.638 | 155 | 57.127 |
Zum 31. Dezember 2021
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Nordex SE, Rostock (Konzernobergesellschaft) 1 |
EUR | – | –158.860.395,43 | 1.447.172.685,67 | – | ||
| Alfresco Renewable Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –45.977,71 | –5.881.609,78 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Component Purchasing Company II LLC, Dover/ USA3 |
EUR | 100,00 | –110.451,64 | –109.636,43 | Nordex USA Inc. | ||
| Component Purchasing Company III LLC, Dover/ USA3 |
EUR | 100,00 | –110.451,64 | –109.636,43 | Nordex USA Inc. | ||
| Corporacion Nordex Energy Spain S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –88.420,64 | 95.363.498,26 | Nordex SE | ||
| Eolicos R4E S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 100,00 | –1.160.875,58 | –8.737.861,84 | Nordex USA Management LLC | ||
| Industria Toledana de Energías Renovables S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –167.924,42 | 1.056.381,75 | Nordex Energy Spain S.A.U. | ||
| Limited Liability Company Nordex Energy Ukraine, Kiew/ Ukraine 3 |
EUR | 100,00 | –4.170.989,14 | –2.852.970,30 | Nordex International GmbH | ||
| Nordex (Beijing) Wind Power Engineering & Technology Co. Ltd., Peking / VR China 3 |
EUR | 100,00 | –174.446,19 | 550.406,02 | Nordex Energy SE & Co. KG | ||
| Nordex Belgium SRL, Rochefort/Belgien 3, 4 |
EUR | 100,00 | 503.190,81 | –15.764,88 | Nordex SE | ||
| Nordex Beteiligungen GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –2.406,25 | 21.602,65 | Nordex SE |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
||||||
| Nordex Blade Technology Center ApS, Kirkeby/ Dänemark 3 |
EUR | 100,00 | 3.976.055,05 | 7.591.426,34 | Nordex SE | |
| Nordex Blades Spain S.A.U., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –16.901.576,92 | –35.577.729,15 | Nordex Energy Spain S.A.U. | |
| Nordex (Chile) SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | –2.063.375,97 | –5.164.487,36 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
|
| Nordex Education Trust, Kapstadt/Südafrika 3 |
EUR | 100,00 | 2.925.042,07 | 1.217.175,72 | Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd. |
|
| Nordex Electrane d.o.o., Split/Kroatien 3 |
EUR | 100,00 | 539.682,96 | 2.478.404,53 | Nordex Energy Internacional S.L. | |
| Nordex Employee Holding GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –59.061,82 | 155.465,59 | Nordex SE | |
| Nordex Energy Brasil – Comércio e Indústria de Equipamentos Ltda., Sao Paulo/Brasilien 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –68.725.689,09 | 34.212.247,45 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
|
| Nordex Energy Chile S.A., Santiago/Chile 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –7.030.016,29 | –5.939.253,81 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
|
| Nordex Engery Colombia S.A.S., Bogota /Kolumbien 3 |
EUR | 100,00 | –206.404,51 | –371.543,38 | Nordex Energy Internacional S.L. | |
| Nordex Energy Ibérica S.A., Barcelona /Spanien 3 |
EUR | 100,00 | 391.086,23 | 9.090.568,92 | Nordex International GmbH | |
| Nordex Energy Internacional S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –2.577.314,47 | 85.782.470,02 | Nordex Energy Spain S.A.U. | |
| Nordex Energy Ireland Ltd., Dublin/ Irland 3 |
EUR | 100,00 | 5.018.205,88 | 17.412.885,64 | Nordex International GmbH | |
| Nordex Energy Romania S.r.l., Bukarest/Rumänien 3 |
EUR | 99,98/0,02 | 1.025.833,54 | 4.272.202,67 | Nordex International GmbH/ Nordex Energy SE & Co. KG |
|
| Nordex Energy SE & Co. KG, Hamburg 5 |
EUR | 99,99/0,01 | 0,00 | 25.000,00 | Nordex SE/ Nordex Beteiligungen GmbH |
|
| Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika 3 |
EUR | 80,00/20,00 | –59.946.608,12 | –92.775.101,85 | Nordex Energy SE & Co. KG/ Nordex Education Trust |
|
| Nordex Energy Spain S.A.U., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –69.119.811,06 | –51.545.495,34 | Corporacion Nordex Energy Spain S.L. |
|
| Nordex Energy Uruguay S.A., Montevideo/ Uruguay 3 |
EUR | 100,00 | –5.090.487,34 | –51.315.527,07 | Nordex International GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
||||||
| Nordex Enerji A.S., Istanbul/ Türkei 3 |
EUR | 17,15/ 82,31/ 0,18/ 0,18/ 0,18 |
25.929.031,30 | 5.313.835,00 | Nordex International GmbH/ Nordex SE/ Nordex Energy SE & Co. KG/ Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Grundstücksverwaltung GmbH |
|
| Nordex Finland Oy, Helsinki/ Finnland 3 |
EUR | 100,00 | 136.674,42 | –9.713.006,12 | Nordex SE | |
| Nordex Forum II GmbH & Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | 22.874,73 | 335.065,65 | Nordex Energy SE & Co. KG | |
| Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –3.300,05 | 14.303,83 | Nordex Energy SE & Co. KG | |
| Nordex France S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –7.946.169,76 | 110.098.201,46 | Nordex International GmbH | |
| Nordex Germany GmbH, Hamburg 1, 3 |
EUR | 99,99/0,01 | 0,00 | 30.000,00 | Nordex SE/ Nordex Beteiligungen GmbH |
|
| Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, Hamburg 1 , 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 52.000,00 | Nordex SE | |
| Nordex Hellas Monoprosopi EPE, Athen/Griechenland 3 |
EUR | 100,00 | –528.382,63 | –9.465.160,23 | Nordex Energy SE & Co. KG | |
| Nordex India Manufacturing Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –8.926.845,10 | –46.786.203,18 | Nordex Offshore GmbH/ Nordex International GmbH |
|
| Nordex India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –10.733.959,07 | –167.152.412,15 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
|
| Nordex International GmbH, Hamburg 1, 3, 6 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 57.516.815,94 | Nordex SE | |
| Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien 3 | EUR | 100,00 | 3.906.065,57 | 29.327.227,86 | Nordex International GmbH | |
| Nordex Netherlands B.V., Zwolle/ Niederlande 3, 7 |
EUR | 100,00 | –11.853.295,41 | –27.046.339,14 | Nordex SE | |
| Nordex Norway AS, Oslo/ Norwegen 3, 8 |
EUR | 100,00 | 4.577.498,66 | 4.267.936,44 | Nordex SE | |
| Nordex Oceania Pty. Ltd., Melbourne/Australien 3 |
EUR | 100,00 | 3.936.944,96 | –8.282.526,01 | Nordex Energy Internacional S.L. | |
| Nordex Offshore GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –29.701.328,14 | –41.851.277,59 | Nordex SE | |
| Nordex Pakistan (Private) Ltd., Islamabad /Pakistan 3 |
EUR | 100,00 | 1.912.826,29 | 9.226.097,62 | Nordex Energy SE & Co. KG |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Nordex Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –3.593.797,53 | 6.662.738,71 | Nordex International GmbH/ Nordex Energy SE & Co. KG |
||
| Nordex Portugal Unipessoal Lda., Porto/Portugal 3, 9 |
EUR | 100,00 | 965.353,35 | 2.557.553,95 | Nordex SE | ||
| Nordex Singapore Equipment Private Ltd., Singapur/Singapur 3 |
EUR | 100,00 | 1.220.885,26 | –7.478.435,58 | Nordex Energy SE & Co. KG | ||
| Nordex Singapore Service Private Ltd., Singapur/Singapur 3 |
EUR | 100,00 | –323.972,85 | –4.235.093,85 | Nordex Energy SE & Co. KG | ||
| Nordex Sverige AB, Uppsala /Schweden 3 |
EUR | 100,00 | –25.281.546,51 | –75.687.943,18 | Nordex International GmbH | ||
| Nordex Towers Spain S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | 9.206,49 | 89.879,01 | Nordex Energy Spain S.A.U. | ||
| Nordex UK Ltd., Manchester/ Vereinigtes Königreich 3 |
EUR | 100,00 | 4.344.990,70 | 6.614.192,11 | Nordex International GmbH | ||
| Nordex USA Inc., Chicago/ USA3 | EUR | 78,35/21,65 | –77.729.513,00 | –117.135.277,68 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex International GmbH |
||
| Nordex USA Management LLC, Chicago/ USA3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 94.229,00 | Nordex USA Inc. | ||
| Nordex Windpark Beteiligung GmbH, Hamburg 1, 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 74.825,12 | Nordex SE | ||
| Nordex Windpower Peru S.A., Lima /Peru 3 |
EUR | 99,99/0,01 | 260.320,55 | 1.643.230,09 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
||
| Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi Sistemleri Anonim Sirketi, Istanbul/ Türkei 3 |
EUR | 100,00 | –3.870.013,95 | 561.222,00 | Nordex Energy Internacional S.L. | ||
| Nordex Windpower S.A., Buenos Aires /Argentinien 3 |
EUR | 98,17/1,83 | –38.702.619,49 | –29.551.232,04 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
||
| NPV Dritte Windpark GmbH & Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –15.602,87 | –48.955,65 | Nordex Grundstücksverwaltung GmbH |
||
| NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko 3 |
EUR | 99,97/0,03 | –27.376.518,46 | 129,62 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A.U. |
||
| Parque Eolico Llay-Llay SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | –31.468,51 | –2.101.264,86 | Nordex (Chile) SpA | ||
| Ravi Urja Energy India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –530.735,40 | –14.392.386,34 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/Nordex Energy Internacional, S.L. |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| San Marcos Colon Holding Inc., Chicago/ USA3, 10 |
EUR | 100,00 | –250.433,76 | –249.935,55 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Shanghai Nordex Windpower Co. Ltd., Shanghai/ VR China 3 |
EUR | 100,00 | 86.819,80 | 453.774,86 | Nordex Energy Internacional S.L. | ||
| Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –19.642,58 | –3.473.925,19 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/Nordex Energy Internacional, S.L. |
||
| UAB Nordex Lithuania, Vilnius / Litauen 3, 11 |
EUR | 100,00 | 706.690,95 | 345.860,97 | Nordex SE |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Eoles Futur Eurowind France S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | 138.251,74 | –994.712,02 | Nordex France S.A.S. | ||
| Farma Wiatrowa Kwidzyn Sp. z o.o., Warschau/Polen 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –228.872,05 | –3.010.860,98 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE & Co. KG |
||
| Farma Wiatrowa NXD V Sp. z o.o., Warschau, Polen 3, 12 |
EUR | 99,00/1,00 | 0,00 | –110.674,93 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE & Co. KG |
||
| Farma Wiatrowa Wymyslow Sp. z o.o., Warschau/Polen 3, 12 |
EUR | 99,00/1,00 | 0,00 | –38.697,34 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE & Co. KG |
||
| Gregal Power Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99.99/0,01 | –5.516,36 | 36.804,44 | Nordex India Private Limited / Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Leveche Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –5.001,28 | 36.804,44 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| NAWM Servicios Administrativos, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR | 99,95/0,05 | 28.677,76 | 231.746,10 | NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V./ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| NAWM Servicios de Obra, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR 99,9975/0,0025 | 164.982,30 | 296.805,40 | NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V./ Nordex Energy Internacional S.L. |
|||
| NAWM Servicios Operacion y Mantenimiento, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR | 99,995/0,005 | 0,00 | 0,00 | NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V./Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| NAWM Servicios Tecnicos, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR 99,9975/0,0025 | –65.158,65 | 10.473,69 | NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V./ Nordex Energy Internacional S.L. |
|||
| Nordex Energy Cortes S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –388,80 | 352,03 | Nordex Energy Spain S.A.U. | ||
| Nordex Energy d.o.o. Belgrade, Belgrad /Serbien 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 0,00 | Nordex International GmbH | ||
| Nordex H2 S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 3.000,00 | Nordex SE | ||
| Nordex Windpark Verwaltung GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –216,46 | 49.348,21 | Nordex SE | ||
| Parque Eolico Hacienda Quijote SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 0,00 | Nordex (Chile) SpA | ||
| Parque Eolico Vasco Viejo S.A., Buenos Aires /Argentinien 3 |
EUR | 60,00 | –31.263,74 | –9.067,49 | Nordex Windpower S.A. |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Qingdao Huawei Wind Power Co. Ltd., Qingdao/ VR China 3 |
EUR | 66,67 | 603.371,36 | 3.497.126,77 | Nordex Energy SE & Co. KG | ||
| San Marcos Wind Energy S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 180.077,00 | San Marcos Colon Holding Inc. | ||
| Sechste Windpark Support GmbH & Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –16.335,14 | –95.895,14 | Nordex Grundstücksverwaltung GmbH |
||
| Shri Saai Pasumai Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 98,76/1,24 | –56.702,34 | 961.664,40 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| South Kinetic Wind Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –4.985,14 | 36.804,44 | Nordex India Private Limited / Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Terral Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –5.623,75 | 36.804,44 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Vent d'est S.a.r.l., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –705,80 | –12.462,36 | Nordex France S.A.S. | ||
| Vientos de Chinchayote, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
||
| Vientos de la Baranquilla, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
||
| Vientos de la Cahuasca, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
||
| Vientos de la Quesera, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
||
| Vientos de la Roble, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
||
| Vientos de San Juan, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex International GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |
|---|---|---|---|---|---|
| Assoziierte Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| C&C Wind Sp. z o.o., Natolin/Polen 3 |
EUR | 40,00 | 1.031.306,22 | 17.827.669,24 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| GN Renewable Investments S.a.r.l., Luxemburg / Luxemburg 3 |
EUR | 30,00 | –39.520,94 | 192.954,16 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2021 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2021 |
Beteiligung über | |
| Sonstige Anteile (nicht konsolidiert) (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| Eoliennes de la Vallee S.A.S., Amiens /Frankreich 3 |
EUR | 50,00 | –2.211,00 | –16.548,00 | Nordex France S.A.S. |
| Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o., Kwidzyn/Polen 3 |
EUR | 50,00 | 0,00 | –57.936,77 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Parc Eolien du Val Aux Moines, | Nordex Employee Holding GmbH |
| rung | in % | 31.12.2021 | 31.12.2021 | Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sonstige Anteile (nicht konsolidiert) (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Eoliennes de la Vallee S.A.S., Amiens /Frankreich 3 |
EUR | 50,00 | –2.211,00 | –16.548,00 | Nordex France S.A.S. | ||
| Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o., Kwidzyn/Polen 3 |
EUR | 50,00 | 0,00 | –57.936,77 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien du Val Aux Moines, Paris / Frankreich 3 |
EUR | 34,92 | –48.616,00 | –819.012,00 | Nordex Employee Holding GmbH | ||
| Rose Windfarm AB, Stockholm/ Schweden 3 |
EUR | 50,00 | –201.630,45 | 196.969,84 | Nordex Sverige AB | ||
| Ventus Kwidzyn Sp. z o.o., Gorki/ Polen 3 |
EUR | 50,00 | –91.011,80 | –1.033.287,81 | Farma Wiatrowa Kwidzyn Sp. z o.o. |
1 Ergebnisabführungsvertrag; Jahresergebnis und Eigenkapital nach Ergebnisabführung
2 abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1. April bis zum 31. März, Abschluss vom 31. März 2021
3 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021
4 ehemals Nordex Belgium GmbH, Hamburg
5 Verlustübernahmevertrag, Jahresergebnis und Eigenkapital nach Verlustübernahme
6 ehemals Nordex Energy B.V., Rotterdam/Niederlande
7 ehemals Nordex Netherlands GmbH, Hamburg
8 ehemals Nordex Norway GmbH, Hamburg
9 ehemals Nordex Portugal GmbH, Hamburg
10 Erstkonsolidierung am 1. Januar 2021
11 ehemals Nordex Lithuania GmbH, Hamburg
12 in Liquidation
An die Nordex SE, Rostock
Wir haben den Konzernabschluss der Nordex SE, Rostock, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nordex SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
› entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
› vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 548 Millionen (13,3% der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "Goodwill" ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäftsoder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Ergänzende Anpassungen der Mittelfristplanung für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden von uns mit den zuständigen Mitarbeitern der Gesellschaft diskutiert und nachvollzogen. Zudem haben wir die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Textziffer (10) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz" des Konzernanhangs enthalten.
1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt € 5.444 Millionen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Produktion und Errichtung von Windenergieanlagen (Projektgeschäft) und der Erbringung von angrenzenden Servicedienstleistungen (Servicegeschäft). Wesentliche Auswirkungen auf die Erlöserfassung und Erlösabgrenzung hat die Beurteilung des Zeitpunkts bzw. des Zeitraums der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch die Gesellschaft. Die Verteilung der Umsatzerlöse aus Serviceverträgen erfolgt anhand der geschätzten Kostenverteilung über die jeweilige Vertragslaufzeit (zeitraumbezogen), während die Leistungsverpflichtungen und Erlöserfassung beim Verkauf von Windenergieanlagen von den jeweiligen vertraglichen Spezifika abhängen. Zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 hat die Gesellschaft konzernweit umfangreiche Prozesse eingerichtet.
Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 ist als komplex zu betrachten und basiert auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Vor diesem Hintergrund war die Bilanzierung der Umsatzerlöse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten konzernweiten Prozesse und Kontrollen des relevanten internen Kontrollsystems zur Erlöserfassung und Erlösabgrenzung während des gesamten Geschäftsjahres gewürdigt. Darüber hinaus haben wir bei unserer Prüfung die Bilanzierungsmethodik und Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter insbesondere hinsichtlich des Realisierungszeitpunkts beurteilt. Hierbei haben wir auch Kundenverträge durchgesehen, die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen nachvollzogen und gewürdigt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wurden.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Prozesse und Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.
3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 sind in Textziffern (3) und (4) im Abschnitt "Angaben zur Bilanz", sowie in Textziffer (29) im Abschnitt "Angaben zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung" des Konzernanhangs enthalten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und §315d HGB als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts.
Die sonstigen Informationen umfassen zudem
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
› identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei Nordex_SE_KA+KLB_ESEF-2021-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Mai 2021 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008 als Konzernabschlussprüfer der Nordex SE, Rostock, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht – auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.
PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr. Thomas Ull ppa. Harald van Voorst Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Nordex SE, Rostock, den 23. März 2022
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
Dieser Vergütungsbericht stellt die Bestandteile und die Wirkungsweise der Vergütungslogik sowie die Höhe der individuellen Vergütungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat dar.
Detaillierte Informationen zu den Vergütungssystemen für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sind auf der Internetseite der Gesellschaft verfügbar (http:// ir.nordex-online.com/websites / Nordex / German /6000 / corporate-governance.html).
Die Geschäftsstrategie der Nordex SE zielt darauf ab, ein wettbewerbsfähiges und globales Unternehmen mit langfristig nachhaltiger und positiver Zukunftsperspektive zu schaffen. Mit innovativen Produkten soll die Dekarbonisierung der Wirtschaft vorangetrieben und ein relevanter Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel geleistet werden. Die strategischen Vorgaben sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex SE ausgerichtet, d.h. die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens für seine Anteilseigner nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird anhand finanzieller und nichtfinanzieller Leistungskriterien gemessen und entsprechend auch im Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder (im Folgenden das Vergütungssystem) berücksichtigt. Vergütungssysteme sind Unternehmenssteuerungsinstrumente. Der Aufsichtsrat der Nordex SE ist der Überzeugung, dass eine sinnvolle Ausgestaltung der Vergütung den Vorstandsmitgliedern wirkungsvolle Anreize gibt, die Geschäftsstrategie erfolgreich umzusetzen. Deshalb umfasst die Vergütung für die Vorstandsmitglieder der Nordex SE variable Anteile, die das Erreichen der gesetzten Ziele honorieren und welche bei Zielverfehlungen entsprechend reduziert werden und unter Umständen sogar vollständig entfallen. Dadurch wird ein klarer Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und Vergütung hergestellt.
Die Umsetzung der Geschäftsstrategie ist in der operativen und strategischen Unternehmensplanung abgebildet. Die Unternehmensplanung dokumentiert damit die angestrebte kurz- und mittelfristige Entwicklung der Nordex Group. Die Höhe der variablen Vergütungsbestandteile wiederum hängt insbesondere von der Aktienkursentwicklung und vom Erreichen anspruchsvoller Leistungskriterien ab, die aus der Unternehmensplanung abgeleitet werden. Durch diese Ausgestaltung fördert das Vergütungssystem die Geschäftsstrategie und die langfristige Entwicklung der Gesellschaft.
Die Ausgestaltung der Vorstandsvergütung berücksichtigt insbesondere die folgenden Grundsätze:
Das von der ordentlichen Hauptversammlung der Nordex SE mit einer Mehrheit von 99,37% gebilligte Vergütungssystem gilt für alle nach dem 05.05.2021 neu abzuschließenden oder zu verlängernden Anstellungsverträge. Die vor diesem Zeitpunkt geschlossenen Anstellungsverträge aller Vorstandsmitglieder gelten unberührt bis zu ihrer etwaigen Verlängerung oder Anpassung fort. Das neue Vergütungssystem findet daher erst auf zukünftige Anstellungsverträge Anwendung. Dementsprechend wird im diesjährigen Vergütungsbericht weitgehend anhand des derzeit geltenden Vergütungssystems berichtet. Eine Übereinstimmung des Vergütungsberichts mit dem 2021 gebilligten Vergütungssystem erfolgt nach vollständiger Einbeziehung der Regelungen in die dann geltenden Anstellungsverträge. Detaillierte Informationen zum neuen Vergütungssystem sind auf der Nordex-Homepage verfügbar (http://ir.nordex-online.com/websites/Nordex/ German/6000/corporate-governance.html).
Die in den aktuell gültigen Anstellungsverträgen definierte Vorstandsvergütung setzt sich aus erfolgsunabhängigen (festen) und erfolgsabhängigen (variablen) Vergütungsbestandteilen zusammen. Letztere spiegeln den Erfolg eines Geschäftsjahres sowie die langfristige Unternehmensentwicklung wider. Dabei umfasst die feste, erfolgsunabhängige Vergütung das Jahresgrundgehalt sowie Nebenleistungen. Erfolgsabhängig und somit variabel werden die kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) sowie die langfristige variable Vergütung (Performance Share Unit Plan (nachfolgend auch PSUP)) gewährt. Um die Erreichung mittelfristiger strategischer Ziele zu befördern, hat der Aufsichtsrat für die Vorstandsmitglieder einen einmaligen Transformation Incentive Plan (nachfolgend auch TIP) beschlossen.
Nach §162 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) sind Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft verpflichtet, jährlich einen Bericht über die im letzten Geschäftsjahr gewährte und geschuldete Vergütung der gegenwärtigen oder früheren Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zu erstellen. Die nachfolgenden Ausführungen geben einen klaren und verständlichen Überblick über die gewährte Vergütung, also alle Leistungen an Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder, für welche die der Vergütung zugrunde liegende Tätigkeit vollständig im Geschäftsjahr 2021 erbracht worden ist.
Bei der Festlegung der Vorstandsvergütung orientiert sich der Aufsichtsrat an der Marktstellung der Nordex SE – insbesondere im Hinblick auf Branche, Größe (Umsatz, Mitarbeiterzahl weltweit und Marktkapitalisierung), Land (Sitz der Hauptverwaltung und globale Ausrichtung) – der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung in vergleichbaren Unternehmen und dem internen Vergütungsumfeld. Weitere Kriterien sind die Funktion und der Verantwortungsbereich der einzelnen Vorstandsmitglieder. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat bei der Festsetzung der Vergütungshöhen der Zielgesamtvergütung darauf geachtet, dass der Anteil der langfristigen variablen Vergütung den der kurzfristigen variablen Vergütung übersteigt. Dieses Vorgehen entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 16. Dezember 2019 beschlossenen Fassung (DCGK).
Im Rahmen der Vereinbarungen über den der Gesellschaft im August 2020 unter dem Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung zur Absicherung gegen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gewährten Betriebsmittelkredit ist das vertraglich vereinbarte und seit Januar 2020 gezahlte Jahresgrundgehalt der Mitglieder des Vorstands mit Wirkung ab August 2020 auf das Niveau des Jahresgrundgehalts vom 31.12.2019 angepasst worden. Diese Reduzierung galt bis zur Rückzahlung des verbürgten Kredits in Höhe von mindestens 75%. Die vorstehend genannten Vereinbarungen sahen eine Stundung der sich aus dieser Abweichung von dem vertraglich vereinbarten Jahresgrundgehalt ergebenden Betrages und eine Auszahlung erst nach vollständiger Rückzahlung des verbürgten Kredits vor. Zusätzlich duften den Vorstandsmitgliedern während der Laufzeit des verbürgten Kredits bis zu dessen vollständiger Rückführung keine variablen Vergütungsbestandteile zufließen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2021 hat die Nordex SE den verbürgten Kredit vollständig zurückgezahlt und gekündigt. Die Auflagen des vorübergehend in Anspruch genommen staatlichen Bürgschaftsprogramms sind damit vorzeitig entfallen.
Die Festvergütung umfasst das monatlich zu gleichen Teilen ausgezahlte Jahresgrundgehalt und marktübliche Nebenleistungen. Darunter fallen die Überlassung eines Firmenwagens auch zur privaten Nutzung sowie die Zahlung von Versicherungsprämien für eine Invaliditäts- bzw. Todesfallabsicherung.
Die Gesellschaft hat außerdem eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen, die auch die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder abdeckt. Entsprechend den Regelungen des Aktiengesetzes sieht die Police einen Selbstbehalt vor.
VERGÜTUNGSBERICHT
Die variablen Vergütungsbestandteile sind sowohl auf das Erreichen jährlicher Ziele als auch auf die langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet. Die kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) und die langfristige variable Vergütung (PSUP) incentivieren die Leistung der Vorstandsmitglieder aus unterschiedlichen Perspektiven, über unterschiedlich lange Bemessungszeiträume und unter Berücksichtigung verschiedener Leistungskriterien.
Bei der Auswahl der Leistungskriterien steht für die Tantieme die Umsetzung operativer kurzfristiger Ziele im Vordergrund. Der PSUP fokussiert auf die Performance der Aktie der Nordex SE (nachfolgend auch Nordex-Aktie) im Vergleich zum Kapitalmarkt. Hierdurch wird unter anderem gemessen, wie die strategische Ausrichtung der Nordex SE und deren Umsetzung durch den Vorstand vom Kapitalmarkt beurteilt werden.
Zusätzlich hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 einen einmaligen TIP auf Basis virtueller Aktien mit einem zweijährigen Bemessungszeitraum (nachfolgend auch TIP-Performanceperiode) zugesagt. Der TIP setzt Anreize für das Erreichen strategischer Ziele, insbesondere in Bezug auf das Umsatz- und Ergebniswachstum der Nordex SE.
Die im Geschäftsjahr 2021 der variablen Vergütung zugrunde gelegten Leistungskriterien sowie deren Strategiebezug sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Leistungskriterien | Tantieme | Performance Share Unit Plan |
Trans formation Incentive |
Plan Strategiebezug |
|---|---|---|---|---|
| EBT in MEUR | x | Sicherstellung der Profitabilität unter Berücksichtigung der dafür notwendigen Fremdfinanzierungskosten |
||
| EBITDA in MEUR | x | Überprüfung der Entwicklung der Profitabilität des operativen Geschäfts |
||
| Working Capital | x | Sicherstellung eines effizienten Kapitaleinsatzes im operativen Geschäft |
||
| Relativer Total Shareholder Return |
x | Langfristige Entwicklung des Unternehmenswerts im Vergleich zum Kapitalmarkt |
||
| Free Cashflow | x | Erwirtschaftung der notwendigen Barmittel zur Eigenfinanzierung des operativen Geschäfts |
||
| Auftragseingangsqualität 1 | x | Sicherstellung der Zielprofitabilität der Projekte im Auftragseingang zur Absicherung künftiger Profitabilität |
||
| Arbeitssicherheit, Gesund heits- und Umweltschutz 2 |
x | Schutz und Förderung der Mitarbeitenden durch Sicherstellung der Arbeitssicherheit |
||
| Qualitätskosten & Technologie managementkosten 3 |
x | Förderung der Kundenzufriedenheit durch Qualitätssicherung |
1 Bruttodeckungsbeitrag des Auftragseingangs in MEUR
2 Häufigkeit von Arbeitssicherheitsvorfällen mit Ausfallzeiten bezogen auf die insgesamt geleistete Arbeitszeit (lost-time incident frequency)
3 Kosten für Qualitätsabweichungen und Technologiemanagement gemessen in % des Gesamtumsatzes
Für jedes Vorstandsmitglied ist ein individueller Zielbetrag im Anstellungsvertrag definiert. Die Zielerreichung wird anhand von finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien ermittelt.
Die Leistungskriterien werden jährlich vom Aufsichtsrat für jedes Vorstandsmitglied individuell bestimmt. Am Ende des Geschäftsjahres wird die jeweilige Zielerreichung festgestellt. Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat folgende Leistungskriterien und Gewichtungen für die Vorstandsmitglieder festgelegt:
Die Leistungskriterien werden jeweils zu Beginn eines Geschäftsjahres vom Aufsichtsrat festgelegt.
| Gewichtung der Leistungskriterien | José Luis Blanco | Patxi Landa | Dr. Ilya Hartmann |
|---|---|---|---|
| EBT in MEUR | 50% | 50% | 50% |
| Working Capital | 20% | 20% | 30% |
| Auftragseingangsqualität 1 | 20% | 30% | 20% |
| Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz 2 | 5% | – | – |
| Qualitätskosten & Technologiemanagementkosten 3 | 5% | – | – |
1 Bruttodeckungsbeitrag des Auftragseingangs in MEUR
2 Häufigkeit von Arbeitssicherheitsvorfällen mit Ausfallzeiten bezogen auf die insgesamt geleistete Arbeitszeit (lost-time incident frequency)
3 Kosten für Qualitätsabweichungen und Technologiemanagement gemessen in % des Gesamtumsatzes
Ziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet und stellen damit den Gleichklang mit der Unternehmensstrategie sicher.
Die möglichen Zielerreichungsgrade liegen für alle Leistungskriterien zwischen 0% und 200%. Für jedes Leistungskriterium wird ein entsprechender Zielkorridor festgelegt. Bei Erreichen des Zielwertes beträgt der Zielerreichungsgrad jeweils 100%, bei Unterschreiten des Minimalwertes beträgt der Zielerreichungsgrad 0%. Bei Erreichen oder Überschreiten des Maximalwertes ist der Zielerreichungsgrad auf 200% begrenzt. Zwischenwerte werden linear interpoliert. Die Auszahlung der Tantieme für das Geschäftsjahr 2021 stand zudem unter der aufschiebenden Bedingung, dass die Minimalwerte in Bezug auf das EBT sowie das Working Capital kumulativ erreicht werden.

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Einzelzielerreichungsgrade und der Gewichtung der Leistungskriterien wird der Gesamtzielerreichungsgrad für ein Geschäftsjahr festgestellt. Ausgehend von dem festgelegten Zielbetrag wird mithilfe des Gesamtzielerreichungsgrades die Höhe der Tantieme berechnet. Der Auszahlungsbetrag ist auf 200% des Zielbetrags begrenzt.
Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich folgender individueller Vergütungskorridor für die Tantieme:
| EUR | Minimalbetrag | Zielbetrag | Maximalbetrag (200 % des Zielbetrags) |
|---|---|---|---|
| José Luis Blanco | 0 | 420.000 | 840.000 |
| Patxi Landa | 0 | 250.000 | 500.000 |
| Dr. Ilya Hartmann | 0 | 170.000 | 340.000 |
Die folgende Tabelle zeigt die individuelle Zielerreichung für die Tantieme 2021.
| Zielerreichung in % | José Luis Blanco | Patxi Landa | Dr. Ilya Hartmann |
|---|---|---|---|
| EBT in MEUR | 0% | 0% | 0% |
| Working Capital | 200% | 200% | 200% |
| Auftragseingangsqualität | 133% | 133% | 133% |
| Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz | 130% | – | – |
| Qualitätskosten & Technologiemanagementkosten | 0% | – | – |
| Gesamtzielerreichungsgrad 1 | 0 % | 0 % | 0 % |
| Performancefaktor (0,8 –1,2) 2 | – | – | – |
1 Die Auszahlung der Tantieme für das Geschäftsjahr 2021 stand unter der aufschiebenden Bedingung, dass die Minimalwerte in Bezug auf das EBT sowie das Working Capital kumulativ erreicht werden.
2 Aufgrund des Gesamtzielerreichungsgrades von 0% entfällt die Anpassung mittels des Performancefaktors
Da der vom Aufsichtsrat als aufschiebende Bedingung für die Tantieme 2021 festgelegte Minimalwert für das EBT nicht erreicht wurde, beträgt der für das Geschäftsjahr 2021 ermittelte Gesamtzielerreichungsgrad für alle Mitglieder des Vorstands 0%.
Zusätzlich kann der Aufsichtsrat die Tantieme anhand der Unternehmensperformance und der individuellen Leistungen der Vorstandsmitglieder individuell in einem Korridor von 0,8 bis 1,2-fachen des Gesamtzielerreichungsgrades anpassen. Aufgrund des Gesamtzielerreichungsgrades von 0% entfällt diese Anpassung.
Der langfristige variable Vergütungsbestandteil ist als PSUP auf Basis virtueller Aktien ausgestaltet.
Die für den Auszahlungsbetrag maßgebliche Anzahl PSU für eine Tranche ist abhängig von einem aktienkursbasierten Ziel.
| Typ | Performance Share Unit Plan |
|---|---|
| Performanceperiode | 3 bzw. 4 Jahre |
| Leistungskriterium | Entwicklung des RTSR im Vergleich zu einer geeigneten Vergleichsgruppe (DAX, MDAX und TecDAX) |
| Anfangszahl | Zielbetrag ÷ Ø Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn der Performanceperiode |
| Endzahl | Anfangszahl der PSU der Tranche x Zielerreichungsgrad in % |
| Auszahlungsbetrag | Endzahl x Ø Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode |
| Begrenzung der Auszahlung auf 300 % des Zielbetrags Schafft Anreize, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und fördert den Gleichklang von Vorstands- und Aktionärsinteressen |
Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein individueller Zielbetrag für die langfristige variable Vergütung vereinbart. Dieser Betrag wird in Performance Share Units (nachfolgend auch PSU) umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Beginn des Bemessungszeitraums (nachfolgend auch Performanceperiode) geteilt (nachfolgend auch Anfangszahl).
Das Leistungskriterium ist der Vergleich der Entwicklung des sogenannten relativen Total Shareholder Returns (nachfolgend auch RTSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Vergleichsindizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine dreijährige, bzw. für Herrn Dr. Hartmann vierjährige Performanceperiode ermittelt, beginnend jeweils mit dem 1. Januar des Jahres der Zuteilung.
Der Zielkorridor der Tranche 2019–2021 für die RTSR-Entwicklung wurde für alle Vorstandsmitglieder wie folgt festgelegt:

Für den Zielkorridor wurde ein Minimum von – 50% und ein Maximum von +50% definiert. Eine RTSR-Performance entsprechend der Vergleichsindizes stellt eine Zielerreichung von 100% dar. Bei einem Übertreffen der Vergleichsindizes um 50% oder mehr liegt eine Zielerreichung von 200% vor. Bleibt die Entwicklung des RTSR der Nordex SE um 50% oder mehr hinter der RTSR-Entwicklung der Vergleichsindizes zurück, wird eine 50%ige Zielerreichung angenommen. Zwischenwerte werden linear interpoliert.
Durch die Multiplikation der Anfangszahl mit dem Zielerreichungsgrad ergibt sich die endgültige Anzahl an PSU (nachfolgend auch Endzahl). Diese wird mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der Performanceperiode multipliziert, um den Auszahlungsbetrag zu ermitteln. Der Auszahlungsbetrag des PSUP ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt.
Jedes Vorstandsmitglied ist verpflichtet, Aktien im Wert von mindestens 33% des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzugs verbleibenden Auszahlungsbetrags über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren (für Herrn Dr. Hartmann: einem Jahr) zu halten.
Für die 2019 begebene Tranche des PSUP ergibt sich folgende Zielerreichung:
| EUR | Zielbetrag | Durchschnitt licher Schlusskurs der Nordex Aktie vor Beginn der Performance periode |
Anfangszahl PSU |
Ziel erreichung |
Endzahl PSU |
Durchschnitt licher Schlusskurs der Nordex Aktie vor Ende der Performance periode |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 31.12.2021 amtierende Vorstandsmitglieder |
||||||
| José Luis Blanco | 350.000 | 8,38 | 41.766 | 131% | 54.805 | 14,50 |
| Patxi Landa | 200.000 | 8,38 | 23.866 | 131% | 31.317 | 14,50 |
| Dr. Ilya Hartmann | – | – | – | – | – | – |
| Ehemalige Vorstandsmitglieder | ||||||
| Christoph Burkhard | 200.000 | 8,38 | 23.866 | 131% | 20.878 1 | 14,50 |
1 Gemäß Aufhebungsvertrag verfällt für Herrn Burkhard 1/3 der PSU der Tranche 2019
Im Folgenden wird die Zuteilung der in 2021 begebenen PSUP-Tranche dargestellt:
| EUR | Zielbetrag | Durchschnittlicher Schlusskurs der Nordex-Aktie vor Beginn der Performanceperiode |
Anfangszahl PSU | Fair Value je PSU bei Zuteilung |
|
|---|---|---|---|---|---|
| José Luis Blanco | 420.000 | 20,16 | 20.833 | 22,11 | |
| Patxi Landa | 250.000 | 20,16 | 12.401 | 22,11 | |
| Dr. Ilya Hartmann | 200.000 | 20,16 | 9.921 | 19,73 1 |
1 Abweichender Fair Value aufgrund der unterschiedlichen Planlaufzeit
Für die Tranche 2021 ergibt sich folgender individueller Vergütungskorridor:
| EUR | Minimalbetrag | Zielbetrag | Maximalbetrag (300% des Zielbetrags) |
|---|---|---|---|
| José Luis Blanco | 210.000 | 420.000 | 1.260.000 |
| Patxi Landa | 125.000 | 250.000 | 750.000 |
| Dr. Ilya Hartmann | 100.000 | 200.000 | 600.000 |
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Bestands der von den Vorstandsmitgliedern gehaltenen PSU im Geschäftjahr 2021.
| Informationen zum Geschäftsjahr 2021 | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Amtierende und ehemalige Vorstands mitglieder |
Informationen zu den PSUP | Anfangs bestand |
Während des Geschäftsjahres | Endbestand | ||||||
| Plan | Tranche | Perfor mance periode |
Zuteil ungskurs |
Bestand am Anfang des Geschäfts jahres |
Neu zugeteilte PSU |
Verände rungen |
Ausgeübte PSU |
Bestand zum Ende des Geschäfts jahres |
||
| José Luis Blanco |
PSUP | Tranche 2021 |
Jan 2021 – Dez 2023 |
20,16 | 0 | 20.833 | 0 | 0 | 20.833 | |
| Tranche 2020 |
Jan 2020 – Dez 2022 |
12,43 | 33.789 | 0 | 0 | 0 | 33.789 | |||
| Tranche 2019 |
Jan 2019 – Dez 2021 |
8,38 | 41.766 | 0 | 13.039 2 | 54.805 | 0 | |||
| Patxi Landa | PSUP | Tranche 2021 |
Jan 2021 – Dez 2023 |
20,16 | 0 | 12.401 | 0 | 0 | 12.401 | |
| Tranche 2020 |
Jan 2020 – Dez 2022 |
12,43 | 20.113 | 0 | 0 | 0 | 20.113 | |||
| Tranche 2019 |
Jan 2019 – Dez 2021 |
8,38 | 23.866 | 0 | 7.451 2 | 31.317 | 0 | |||
| Dr. Ilya Hartmann |
PSUP | Tranche 2021 |
Jan 2021 – Dez 2024 |
20,16 | 0 | 9.921 | 0 | 0 | 9.921 | |
| Christoph Burkhard 1 |
PSUP | Tranche 2020 |
Jan 2020 – Dez 2022 |
12,43 | 20.113 | 0 | –13.409 3 | 0 | 6.704 | |
| Tranche 2019 |
Jan 2019 – Dez 2021 |
8,38 | 23.866 | 0 | –2.988 4 | 20.878 | 0 |
1 Bis 28.02.2021
2 Erhöhung der PSU der Tranche 2019 entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien
3 Gemäß Aufhebungsvertrag verfallen für Herrn Burkhard 2/3 der PSU der Tranche 2020
4 Anpassung der PSU entsprechend der Zielerreichung der Leistungskriterien; gemäß Aufhebungsvertrag verfällt für Herrn Burkhard 1/3 der PSU der Tranche 2019
Im Rahmen des TIP wird jedem Vorstandsmitglied – aufschiebend bedingt auf das Erreichen eines vorher festgelegten Schwellenwerts des Free Cashflow zum Ende des Geschäftsjahres 2022 (nachfolgend auch Schwellenwert) – eine individuelle Anzahl Performance Share Units (nachfolgend auch Anfangszahl TIP-PSU) zugesagt. Bei Erreichen des Schwellenwerts wird das im Konzernabschluss der Nordex
Group für das Geschäftsjahr 2022 ausgewiesene EBITDA als Leistungskriterium herangezogen. Durch Multiplikation der Anfangszahl TIP-PSU mit dem Zielerreichungsgrad in Prozent wird die finale Anzahl TIP-PSU (nachfolgend auch Endzahl TIP-PSU) ermittelt. Der Auszahlungsbetrag wird durch Multiplikation der Endzahl TIP-PSU mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der Nordex-Aktie an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor Ende der zweijährigen TIP-Performanceperiode bestimmt. Die Auszahlung erfolgt nach Wahl der Gesellschaft in Nordex-Aktien oder in bar. Im Falle einer Auszahlung in bar sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, Nordex-Aktien im Gegenwert des Nettoauszahlungsbetrages zu erwerben. Sowohl im Falle einer Auszahlung in bar nebst anschließender Reinvestition des Nettoauszahlungsbetrages als auch bei einer Auszahlung in Nordex-Aktien sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, diese Aktien über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zu halten.
Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat von der Möglichkeit, variable Vergütungsbestandteile einzubehalten bzw. zurückzufordern, keinen Gebrauch gemacht.
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die gewährte und geschuldete Vergütung der im Geschäftsjahr 2021 aktiven Vorstandsmitglieder. Unter der gewährten Vergütung wird für die aktiven Vorstandsmitglieder nachfolgend diejenige Vergütung verstanden, deren relevante Dienst- oder Performanceperiode im Geschäftsjahr endete. Somit werden als gewährte Vergütung für das Geschäftsjahr 2021 neben dem Jahresgrundgehalt und den Nebenleistungen die Tantieme 2021 sowie der PSUP mit der Performanceperiode 2019 – 2021 gezeigt. Zusätzlich zu den Vergütungshöhen wird gemäß § 162 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG der relative Anteil der festen und variablen Vergütungsbestandteile wiedergegeben. Eine Maximalvergütung gemäß §87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG ist für die geltenden Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder nicht festgelegt.
| José Luis Blanco | Dr. Ilya Hartmann | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 2021 | 2020 | 2020 | 2021 | 2021 | 2020 | 2020 | ||
| Gewährte und geschuldete Vergütung |
EUR | % | EUR | % | EUR | % | EUR | % | |
| Jahresgrundgehalt | 610.000 1 | 43 | 585.000 | 30 | 350.000 | 97 | – | – | |
| Nebenleistungen | 1.655 | 0 | 8.591 | 0 | 11.028 | 3 | – | – | |
| Festvergütung | 611.655 | 43 | 593.591 | 30 | 361.028 | 100 | – | – | |
| Kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) |
0 | 0 | 325.710 | 17 | 0 | 0 | – | – | |
| Performance Share Unit Plan 2019 –2021 |
794.673 | 57 | – | – | – | – | – | – | |
| Performance Share Unit Plan 2018 –2020 |
– | – | 1.050.000 | 53 | – | – | – | – | |
| Langfristige variable Vergütung (Performance Share Unit Plan) |
794.673 | 57 | 1.050.000 | 53 | 0 | 0 | – | – | |
| Gesamtvergütung | 1.406.328 | 100 | 1.969.301 | 100 | 361.028 | 100 | – | – |
1 Zusätzlich wurden Herrn Blanco EUR 25.000 an im Jahr 2020 gestundetem Jahresgrundgehalt ausgezahlt
| Patxi Landa | Christoph Burkhard | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 2021 | 2020 | 2020 | 2021 | 2021 | 2020 | 2020 | ||
| Gewährte und geschuldete Vergütung |
EUR | % | EUR | % | EUR | % | EUR | % | |
| Jahresgrundgehalt | 400.000 1 | 47 | 362.500 | 31 | 66.667 2 | 6 | 379.167 | 32 | |
| Nebenleistungen | 606 | 0,1 | 606 | 0 | 1.395 | 0,1 | 8.370 | 1 | |
| Festvergütung | 400.606 | 47 | 363.106 | 31 | 68.062 | 6 | 387.537 | 32 | |
| Kurzfristige variable Vergütung (Tantieme) |
0 | 0 | 224.650 | 19 | 0 | 0 | 207.575 | 17 | |
| Performance Share Unit Plan 2019 –2021 |
454.097 | 53 | – | – | 302.731 | 26 | – | – | |
| Performance Share Unit Plan 2018 –2020 |
– | – | 600.000 | 51 | – | – | 600.000 | 50 | |
| Langfristige variable Vergütung (Performance Share Unit Plan) |
454.097 | 53 | 600.000 | 51 | 302.731 | 26 | 600.000 | 50 | |
| Abfindungszahlung | – | – | – | – | 800.000 | 68 | – | – | |
| Gesamtvergütung | 854.703 | 100 | 1.187.756 | 100 | 1.170.793 | 100 | 1.195.112 | 100 |
1 Zusätzlich wurden Herrn Landa EUR 37.500 an im Jahr 2020 gestundetem Jahresgrundgehalt ausgezahlt
2 Bis 28.02.2021; zusätzlich wurden Herrn Burkhard EUR 20.833 an im Jahr 2020 gestundetem Jahresgrundgehalt ausgezahlt
Kündigt die Gesellschaft im Falle des Widerrufs der Bestellung den Anstellungsvertrag ohne wichtigen Grund oder wird in einem solchen Fall ein Aufhebungsvertrag geschlossen, steht Herrn Blanco und Herrn Landa ein vertraglicher Anspruch auf eine Abfindung zu. Die Abfindungshöhe berechnet sich aus der zu zahlenden Zielvergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Sie ist auf zwei Jahreszielgesamtvergütungen begrenzt. Die Gesellschaft kann Herrn Blanco und Herrn Landa im Falle des Widerrufs der Bestellung zudem unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen. Ist die vorzeitige Beendigung Herrn Blanco oder Herrn Landa zurechenbar, steht ihnen kein Abfindungsanspruch zu.
Im Falle des Widerrufs der Bestellung und Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund kann die Gesellschaft Herrn Dr. Hartmann unter Fortzahlung der Bezüge von der Dienstpflicht freistellen.
Werden der Anstellungsvertrag oder das Vorstandsmandat in bestimmten näher definierten "Bad Leaver"-Fällen (insbesondere durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch die Nordex SE oder durch Niederlegung des Mandats durch das Vorstandsmitglied vor Ende des Geschäftsjahres ohne Verschulden der Gesellschaft) vorzeitig beendet, verfallen der Anspruch auf die Tantieme und die PSU nach den Anstellungsverträgen der amtierenden Vorstandsmitglieder ersatzlos.
Endet das Anstellungsverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres bzw. der Performanceperiode durch regulären Ablauf der Vertragslaufzeit, Ruhestand, Invalidität oder Tod, stehen den Vorstandsmitgliedern zeitanteilig Ansprüche aus Tantieme und PSUP zu.
Der Anstellungsvertrag von Herrn Burkhard wurde im November 2020 mit Wirkung zum 28.02.2021 vorzeitig beendet. Als Ausgleich für die vorzeitige Beendigung des Anstellungsverhältnisses wurde eine Abfindung in Höhe von EUR 800.000 zur Abgeltung der ihm entgehenden Vergütungsansprüche vereinbart. Dieser Betrag wurde im Geschäftsjahr 2021 ausgezahlt.
Gemäß §18 Abs. 1 bis 4 der Satzung erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung in Höhe von EUR 30.000 (2020: EUR 30.000). Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der festen Vergütung eines regulären Aufsichtsratsmitglieds.
Für die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss erhält jedes Aufsichtsratsmitglied zusätzlich eine feste Vergütung. Diese beträgt EUR 3.000 (2020: EUR 3.000) für jedes volle Geschäftsjahr, in dem das Aufsichtsratsmitglied dem Ausschuss angehört hat. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das Doppelte dieser Vergütung.
Die folgende Tabelle zeigt die Mitgliedschaft der Aufsichtsratsmitglieder in den verschiedenen Ausschüssen sowie etwaige Vorsitze.
| Aufsichtsratsmitglied | Ausschuss |
|---|---|
| Dr. Wolfgang Ziebart (Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie und Technikausschusses |
| Juan Muro-Lara (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
Mitglied des Präsidiums und des Prüfungsausschusses |
| Jan Klatten | Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategie und Technikausschusses |
| Connie Hedegaard | Mitglied des Prüfungsaus schusses |
| Rafael Mateo 1 | Mitglied des Strategie- und Technikausschusses |
| Martin Rey | Vorsitzender des Prüfungs ausschusses |
| María Cordón 2 | Mitglied des Strategie- und Technikausschusses |
1 Bis 25.06.2021 2 Seit 02.09.2021
Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat bzw. einem Ausschuss angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit ein Zwölftel der Vergütung, die ihnen für die jeweilige Mitgliedschaft zusteht.
Gemäß § 18 Abs. 5 der Satzung werden den Aufsichtsratsmitgliedern die Auslagen ersetzt, die bei der Ausübung der Amtstätigkeit entstehen. Zusätzlich werden anfallende Umsatzsteuern erstattet. Die Gesellschaft zahlt zudem die Prämie für eine D&O-Versicherung, die auch die Aufsichtsratsmitglieder einschließt.
| 2021 | 2020 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewährte/ geschuldete Vergütung des Aufsichtsrats |
Festvergütung | Vergütung für Ausschuss tätigkeit |
Gesamt ver gütung |
Festvergütung | Vergütung für Ausschuss tätigkeit |
Gesamt ver gütung |
||||
| EUR | % | EUR | % | EUR | EUR | % | EUR | % | EUR | |
| Prof. Dr. Wolfgang Ziebart | 60.000 | 87 | 9.000 | 13 | 69.000 | 60.000 | 87 | 9.000 | 13 | 69.000 |
| Juan Muro-Lara | 45.000 | 88 | 6.000 | 12 | 51.000 | 45.000 | 88 | 6.000 | 12 | 51.000 |
| Jan Klatten | 30.000 | 77 | 9.000 | 23 | 39.000 | 30.000 | 77 | 9.000 | 23 | 39.000 |
| Connie Hedegaard | 30.000 | 91 | 3.000 | 9 | 33.000 | 30.000 | 91 | 3.000 | 9 | 33.000 |
| Rafael Mateo 1 | 15.000 | 91 | 1.500 | 9 | 16.500 | 30.000 | 91 | 3.000 | 9 | 33.000 |
| Martin Rey | 30.000 | 83 | 6.000 | 17 | 36.000 | 30.000 | 83 | 6.000 | 17 | 36.000 |
| María Cordón 2 | 10.000 | 91 | 1.000 | 9 | 11.000 | – | – | – | – | – |
1 Bis 25.06.2021
2 Seit 02.09.2021
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Vorstandsvergütung im Vergleich zur Ertragsentwicklung der Nordex SE und der durchschnittlichen Vergütung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Vollzeitäquivalenzbasis über die letzten fünf Geschäftsjahre in den deutschen Gesellschaften der Nordex Group: Nordex SE, Nordex Energy SE & Co. KG und Nordex Germany GmbH. Ausgenommen sind Auszubildende, Praktikanten, Diplomanden, Werkstudenten, Langzeitkranke und in Elternzeit befindliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Die Ertragsentwicklung wird anhand des Jahresüberschusses der Gesellschaft sowie der Nordex Group dargestellt.
| Vorstandsmitglieder | Veränderung 2021 zu 2020 |
Veränderung 2020 zu 2019 |
Veränderung 2019 zu 2018 |
Veränderung 2018 zu 2017 |
|---|---|---|---|---|
| José Luis Blanco | –28,6% | 114,3% | –31,8% | 62,5% |
| Patxi Landa | –28,0% | 121,5% | –33,1% | 105,6% |
| Dr. Ilya Hartmann (seit 01.01.2021) 1 | – | – | – | – |
| Christoph Burkhard (bis 28.02.2021) | –2,0% | 112,5% | –40,2% | 56,6% |
| Bernard Schäferbarthold (bis 30.09.2016) 2 | – | – | – | –78,2% |
| Aufsichtsratsmitglieder | ||||
| Prof. Dr. Wolfgang Ziebart | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Juan Muro-Lara | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Jan Klatten | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Connie Hedegaard | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Martin Rey | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Rafael Mateo (bis 25.06.2021) | –50,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| María Cordón (seit 02.09.2021) 3 | – | – | – | – |
| Vergütung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer | ||||
| Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland | –5,6% | 0,7% | –3,8% | 4,3% |
1 Angaben ohne Herrn Dr. Hartmann, da er erst seit dem 01.01.2021 Vorstandsmitglied ist und für die betrachteten Jahre keine Vorstandsvergütung erhielt
2 Angaben für Herrn Schäferbarthold betreffen nur Auszahlungen aus dem PSUP, da sein Vorstandsmandat bereits 2016 endete
3 Angaben ohne Frau Cordón, da sie erst seit 02.09.2021 Mitglied des Aufsichtsrats ist und 2020 keine Vergütung erhielt
| Ertragsentwicklung | 2021 | Verän derung in % 2021 zu 2020 |
2020 | Verän derung in % 2020 zu 2019 |
2019 | Verän derung in % 2019 zu 2018 |
2018 | Verän derung in % 2018 zu 2017 |
2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahresüberschuss der Nordex SE in TEUR |
–20.972,6 | n.a. | 68.051,0 | 159,6% | –114.122,7 | –46,6% | –77.850,4 | n.a. | 78.315,4 |
| Jahresüberschuss der Nordex Group in TEUR |
–235.119,3 | –81,3% | –129.705,0 | –78,7% | –72.570,0 | 13,5% | –83.853,0 | n.a. | 329,0 |
Wir haben den Vergütungsbericht der Nordex SE, Rostock, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 daraufhin formell geprüft, ob die Angaben nach §162 Abs. 1 und 2 AktG im Vergütungsbericht gemacht wurden. In Einklang mit §162 Abs. 3 AktG haben wir den Vergütungsbericht nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung sind im beigefügten Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach §162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Vergütungsberichts.
Wir haben unsere Prüfung des Vergütungsberichts in Übereinstimmung mit § 162 Abs. 3 AktG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Die Prüfung des Vergütungsberichts nach §162 Abs. 3 AktG (IDW PS 870) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach dieser Vorschrift und diesem Standard ist im Abschnitt "Verantwortung des Wirtschaftsprüfers" unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir haben als Wirtschaftsprüferpraxis die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die Berufspflichten gemäß der Wirtschaftsprüferordnung und der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer/ vereidigte Buchprüfer einschließlich der Anforderungen an die Unabhängigkeit haben wir eingehalten.
Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des §162 AktG entspricht. Ferner sind sie verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach §162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden sind, und hierüber ein Prüfungsurteil in einem Vermerk abzugeben.
Wir haben unsere Prüfung so geplant und durchgeführt, dass wir durch einen Vergleich der im Vergütungsbericht gemachten Angaben mit den in §162 Abs. 1 und 2 AktG geforderten Angaben die formelle Vollständigkeit des Vergütungsberichts feststellen können. In Einklang mit §162 Abs. 3 AktG haben wir die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts nicht geprüft.
PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Dr. Thomas Ull ppa. Harald van Voorst
| Veröffentlichung Geschäftsbericht 2021 |
|---|
| Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q1) |
| Ordentliche Hauptversammlung |
| Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht |
| Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q3) |
Nordex SE Investor Relations Langenhorner Chaussee 600 22419 Hamburg
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Tobias Vossberg Telefon + 49 40 30030–2502 Redaktion & Text Nordex SE, Hamburg
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Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung alle Geschlechter, auch wenn teilweise aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Form aufgeführt ist.
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordex-Konzerns beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine Aussagen, die Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, und werden mitunter durch die Verwendung der Begriffe "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussehen", "annehmen" und ähnliche Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen der Gesellschaft und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser dieses Geschäftsberichts werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Datum dieses Geschäftsberichts Gültigkeit haben. Die Nordex SE beabsichtigt nicht und übernimmt keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
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