Annual Report • Mar 23, 2021
Annual Report
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GESCHÄFTSBERICHT 2020



| 2019 | 2020 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| Ergebnisentwicklung | ||||
| Umsatz | EUR Mio. | 3.284,6 | 4.650,7 | 41,6% |
| Gesamtleistung | EUR Mio. | 3.871,4 | 4.345,5 | 12,2% |
| EBITDA | EUR Mio. | 123,8 | 94,0 | –24,1% |
| EBIT | EUR Mio. | –19,6 | –61,8 | n/a |
| Free Cashflow | EUR Mio. | –126,0 | –120,4 | 4,4% |
| Investitionen | EUR Mio. | 172,5 | 162,9 | –5,6% |
| Konzernjahresfehlbetrag | EUR Mio. | –72,6 | –129,7 | n/a |
| Ergebnis je Aktie 1 | EUR | –0,73 | –1,21 | n/a |
| EBITDA-Marge | % | 3,8 | 2,0 | –1,8 PP |
| Working-Capital-Quote | % | –9,1 | –6,3 | 2,8 PP |
| Bilanz | ||||
| Bilanzsumme per 31.12. | EUR Mio. | 4.002,7 | 4.410,1 | 10,2% |
| Eigenkapital per 31.12. | EUR Mio. | 745,4 | 773,5 | 3,8% |
| Eigenkapitalquote | % | 18,6 | 17,5 | –0,9 PP |
| Mitarbeiter | ||||
| Mitarbeiter per 31.12. | 6.880 | 8.527 | 23,9% | |
| Personalaufwand | EUR Mio. | 360,7 | 434,0 | 20,3% |
| Personalaufwandsquote | % | 11,0 | 9,3 | –1,7 PP |
| Unternehmensspezifische Kennzahlen | ||||
| Auftragseingang Segment Projekte | EUR Mio. | 4.415,0 | 4.217,2 | –4,5% |
| Installierte Leistung | MW | 3.090 | 5.461 | 76,7% |
1 Ergebnis je Aktie = unverwässert auf Basis von durchschnittlich gewichteten Aktien für 2020: 107,584 Millionen Aktien (2019: 99,241 Millionen Aktien)

Geschäftsbericht 2020





José Luis Blanco Vorsitzender des Vorstands
2020, das Jahr unseres 35. Unternehmensjubiläums, verlief nach einem kraftvollen Auftakt spätestens ab März ganz anders, als wir es uns vorgestellt und gewünscht hatten. Im beruflichen wie privaten Umfeld bestimmte dann die Corona-Pandemie den Takt. Für uns gab es vor allem zwei Prioritäten: zum einen die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen in der Produktion, bei der Installation, im Service und in den Büros bestmöglich zu schützen und zum anderen gleichzeitig den bis dahin höchsten Auftragsbestand zu Beginn eines Jahres so effektiv wie möglich zu bearbeiten. Mit schnellen, pragmatischen Maßnahmen und sehr hohem Einsatz ist es uns gelungen, 2020 fast 1.500 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen 5,5 Gigawatt in 23 Ländern zu installieren. Mein Dank gilt daher allen Geschäftspartnern, Kunden, Zulieferern, der Politik und ganz besonders allen 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nordex Group, die dies möglich gemacht haben.
So haben wir mit einem Konzernumsatz von 4,65 Mrd. Euro sogar den größten Teil unseres ursprünglich geplanten Wachstums selbst unter den schwierigen Umständen verwirklicht. Allerdings mussten wir dafür hohe Mehrkosten in Kauf nehmen, um etwa Lieferketten bei laufenden Projekten umzugestalten oder auch Subauftragnehmer zu wechseln. Das Ergebnis hat darunter erheblich gelitten. Mit einer EBITDA-Marge von 2,0 Prozent haben wir zwar die im November wieder aufgenommene Prognose erfüllt, sind aber deutlich hinter den Erwartungen aus dem März 2020 zurückgeblieben. Der erfolgreiche Verkauf unseres europäischen Projektentwicklungsportfolios hat wesentlich dazu beigetragen, trotz der Belastungen durch Corona und eines verzögerten Großprojekts ein deutlich positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu erwirtschaften. Bei der auf den Konzernumsatz bezogenen Working-Capital-Quote mit minus 6,3 Prozent und den Investitionen mit knapp 163 Mio. Euro haben wir ebenfalls unsere Prognose erfüllt.
Warum hatte die Abwicklung der Projekte eine so hohe Priorität für uns, obwohl die Umstände durch die Pandemie zum Teil auch eine Vertragsabweichung zugelassen hätten? Zum einen setzen wir alles daran, um für unsere Kunden auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner zu sein und gemeinsam mit Behörden, Lieferanten und allen Beteiligten die Windparkprojekte umzusetzen. Zum anderen wollten wir den bestehenden Auftragsbestand zügig abarbeiten, um in ausreichendem Maße personelle und finanzielle Ressourcen auch für die pünktliche Realisierung der neuen Projekte zur Verfügung zu haben. Denn die Nachfrage ist unverändert hoch. Bei einem Auftragseingang im vergangenen Jahr von erneut über 6 Gigawatt haben unsere Kunden bei 81 Prozent des Auftragsvolumens eine Turbine aus der Delta4000-Baureihe gewählt. Mit diesen hocheffizienten Anlagen erzielen wir eine deutlich bessere Ergebnismarge. Dies ist ein wichtiger Beitrag zu einer künftig höheren Profitabilität der gesamten Nordex Group.
Bereits im November 2020 haben wir unsere strategischen Mittelfristziele veröffentlicht. Wir beabsichtigen, im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 5 Mrd. Euro bei einer EBITDA-Marge von 8 Prozent zu erzielen. Neben der sehr wettbewerbsfähigen Turbinengeneration Delta4000 wird insbesondere ein umfassendes Unternehmensprogramm, in dem wichtige Initiativen zur weiteren Verbesserung des operativen Geschäfts gebündelt sind, zur Erreichung dieser Ziele beitragen. In diesem Rahmen werden wir die Produktionskapazitäten der Nordex Group auf 6+ Gigawatt erhöhen, um von Skaleneffekten zu profitieren und außereuropäische Projekte insbesondere von Indien aus zu bedienen. Wir sind überzeugt, dass der weltweite Wandel hin zu einer CO2-freien Stromerzeugung und unser führendes Onshore-Produktportfolio auch weiterhin signifikantes Wachstum ermöglichen.
Wir erwarten, uns schon im laufenden Geschäftsjahr deutlich in Richtung der Mittelfristziele zu bewegen. Unsere Prognose für 2021 sieht bei einem Konzernumsatz von 4,7 bis 5,2 Mrd. Euro eine EBITDA-Marge in Höhe von 4,0 bis 5,5 Prozent vor. Mit Investitionen von rund 180 Mio. Euro werden wir unsere Produktionskapazitäten weiter stärken und ausweiten. Bei der Working-Capital-Quote haben wir das Ziel, zum Jahresende 2021 weiterhin unter minus 6 Prozent zu liegen. Aufgrund unserer Anpassungsmaßnahmen an die Bedingungen der Pandemie, einer stabilisierten Lieferkette und in der Hoffnung, dass insbesondere durch Impfungen der Einfluss der Pandemie auf alle wirtschaftlichen Tätigkeiten im Jahresverlauf erheblich abnimmt, erwarten wir im laufenden Jahr insgesamt nur noch eine geringe Beeinträchtigung. Dennoch bleibt die Corona-Pandemie sicherlich weiterhin die größte Unwägbarkeit für unser Unternehmen und die Gesamtwirtschaft.
Ich freue mich, dass der Kapitalmarkt die Fortschritte unseres Unternehmens auch in schwierigen Zeiten honoriert. Der im Jahr 2020 deutlich gestiegene Aktienkurs ist ein Vertrauensbeweis in unser Geschäftsmodell, in unsere Produkte und vor allem in die Fähigkeiten und das Engagement unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das gewachsene Kapitalmarktinteresse an der Nordex-Aktie, das sich in einer deutlich höheren Bewertung und in lebhafterem Handel widerspiegelt, hat dazu geführt, dass die Deutsche Börse unsere Aktie im März 2021 in den MDAX aufgenommen hat. An dieser Stelle danke ich auch sehr herzlich Christoph Burkhard für seinen erfolgreichen Einsatz für unser Unternehmen, das er Ende Februar aus persönlichen Gründen verlassen hat. Als Finanzvorstand hat er die Transformation der Nordex Group seit 2016 wesentlich mitgestaltet, zuletzt mit der Neustrukturierung unserer Finanzierung und der Kapitalerhöhung im Dezember 2020. Mit Dr. Ilya Hartmann konnten wir einen Nachfolger aus den eigenen Reihen für diese Position gewinnen. Er kennt die Nordex Group aus seinen bisherigen Managementpositionen bereits bestens. Ich freue mich auf eine sehr enge Zusammenarbeit mit Ilya Hartmann.
Aufbauend auf der starken Marktposition im Segment der 4 und 5-MW-Windenergieanlagen und der globalen Aufstellung verfolgen wir systematisch unser Ziel, das Top-3-Unternehmen im Onshore-Bereich zu werden. So wollen wir den Wert der Nordex Group langfristig und nachhaltig weiter steigern. Ich freue mich, wenn Sie uns als Aktionäre, Geschäftspartner und Freunde der Nordex Group auf diesem Weg weiterhin begleiten würden. Dafür gilt mein besonderer Dank.
Mit besten Grüßen
José Luis Blanco
Vorsitzender des Vorstands
Hamburg, im März 2021
Das Top-Management der Nordex Group zeichnet sich durch langjährige, internationale Erfahrungen in der Energiewirtschaft aus. Spezialität: Windkraft-Know-how.

Herr Blanco ist Jahrgang 1970. Er startete seine Karriere 1993 bei Industrias Ferri. Seine ersten Erfahrungen in der Geschäftsführung machte er bei Gamesa, wo er von 1997 bis 2002 verschiedene Positionen im Management und im Vorstand ausführte. Seine Stationen beinhalteten die Geschäftsführung von Gamesa Eolica USA. Bei Gamesa USA war er als COO tätig, bei Gamesa Solar als Engineering Director und CEO sowie als Gamesa Offshore Director. 2011 wurde er zum Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands bei Gamesa ernannt.
José Luis Blanco trat der Geschäftsführung der Acciona Windpower im Jahr 2012 bei. Dem Vorstand der Nordex SE gehört José Luis Blanco seit der Übernahme der Acciona Windpower durch Nordex im April 2016 an, zunächst als Vorstand für das operative Geschäft (COO). José Luis Blanco wurde dann am 17. März 2017 zum Vorsitzenden des Vorstands berufen.

Herr Hartmann ist Jahrgang 1973. Seine berufliche Laufbahn startete er als Anwalt bei Kanzleien in Frankfurt und Berlin. Vor seinem Wechsel auf die Herstellerseite der Windenergieindustrie arbeitete er mehrere Jahre bei Acciona Energy. 2007 wurde er dort als Deutschland-Geschäftsführer verantwortlich für den deutschen Markt, im Jahr 2009 wechselte er als Direktor Europa nach Spanien. Anschließend war er ab 2012 als CEO Nordamerika für Acciona Energy außerhalb Europas tätig. 2017 kam Ilya Hartmann zur Nordex Group und zog mit seiner Familie nach Hamburg. Zunächst als Head of People and Culture verantwortlich für das Personalressort, wurde er im März 2018 zum CEO Division Europe berufen. Seit dem 1. März 2021 ist Ilya Hartmann als Nachfolger von Christoph Burkhard Vorstand für Finanzen der Nordex Group.

Herr Landa ist Jahrgang 1972. Seine Karriere startete Patxi Landa beim Motorenbauer Guascor und der Technologiegruppe Azkoyen. Im Jahr 2002 trat er der Acciona-Gruppe bei, wo er als Geschäftsführer Acciona Energy Australien und Acciona Solar Power in den USA tätig war. 2007 wurde er zum Business-Development-Direktor und Vorstandsmitglied bei Acciona Windpower berufen. Seit April 2016 gehört er dem Vorstand der Nordex SE an und verantwortet das Ressort Vertrieb.
Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses; Unternehmensberater
Prof. Dr. Wolfgang Ziebart, geboren am 30. Januar 1950, ist deutscher Staatsbürger und studierte Maschinenbau und promovierte an der Technischen Universität München. Ab 1977 war er in unterschiedlichen Positionen für die BMW AG tätig und verantwortete zuletzt im Vorstand die Bereiche Entwicklung und Einkauf. Ab dem Jahr 2000 war er im Vorstand der Continental AG für das Bremsen- und Elektronikgeschäft zuständig und wurde schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 2004 bis 2008 war Herr Prof. Dr. Ziebart CEO der Infineon Technologies AG und leitete u. a. die Trennung des Unternehmens vom Speichergeschäft ein. Anschließend folgte eine Tätigkeit als Group Engineering Director bei Jaguar Land Rover Automotive.
Prof. Dr. Ziebart ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses. Er ist außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der Veoneer, Inc., Schweden, und der Webasto SE, Deutschland.
Prof. Dr. Ziebart wurde erstmals am 28. Februar 2009 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses; Chief Strategy & Corporate Development Officer der Acciona S.A.
Juan Muro-Lara, geboren am 4. September 1967, ist spanischer Staatsbürger und hat einen Abschluss in Business Administration & Management des Colegio Universitario de Estudios Financieros (CUNEF) in Madrid, Spanien. Seine berufliche Karriere begann er im Bereich Bilanzierung der Banco de España. Von 1990 bis 1992 war er Vorstandsassistent des CFO der Afisa S.A., danach für die Investment Bank UBS in London und Madrid tätig, zuletzt als Executive Director. 2005 wechselte er dann auf seine jetzige Position im Acciona-Konzern.
Herr Muro-Lara ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums sowie Mitglied des Prüfungsausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender des Board of Directors der BESTINVER PENSIONES EGFP, S.A. und der FIDENTIS EQUITIES, SOCIEDAD DE VALORES, S.A., stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der BESTIN-VER GESTIÓN, S.A. SGIIC, der BESTINVER, S.A. und der FIDENTIIS GESTIÓN, S.A. SGIIC, sowie Mitglied des Board of Directors bei den Gesellschaften ACCIONA ENERGÍA INTERNACIONAL, S.A., ACCIONA GLOBAL RENEWABLES, S.A., BESTINVER SOCIEDAD DE VALORES, S.A., und der GRUPO BODEGAS PALACIO 1984, S.A.in Spanien.
Herr Muro-Lara wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
Jan Klatten, geboren am 14. Januar 1955, ist deutscher Staatsbürger und studierte Schiffbau an der Universität Hamburg und Betriebswirtschaft an der Sloan School of Management des M.I.T. Er war 15 Jahre lang in leitender Funktion in der Automobilindustrie tätig und machte sich 1991 als Unternehmer selbstständig. Herr Klatten ist Geschäftsführer der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH, der momentum-capital Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH sowie der momentum infra2 GmbH, der momentum infra 4 Verwaltungs GmbH und der Ventus Fonds Verwaltungs GmbH.
Herr Klatten ist Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses sowie Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats.
Herr Klatten wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
› Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
Connie Hedegaard, geboren am 15. September 1960, ist dänische Staatsbürgerin. Sie hat einen Master of Science in Geschichte und Literaturwissenschaften. Sie war Mitglied des dänischen Parlaments von 1984 bis 1990 und von 2005 bis 2010 sowie dänische Ministerin für Umwelt (2004–2007) und anschließend für Klima und Energie (2007 – 2009). Von 2010–2014 war sie Europäische Kommissarin für Klimapolitik. Sie ist Vorsitzende des OECD Round Table für nachhaltige Entwicklung und seit 2015 Vorsitzende der internationalen Umweltstiftung KR Foundation. Seit Herbst 2016 ist sie Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats der Volkswagen AG. Darüber hinaus ist sie seit Februar 2017 Vorsitzende des Vorstands der Universität Århus, Vorsitzende des Board der Berlingske Media A/S und Vorsitzende des Verwaltungsrats der dänischen Vereinigung CONCITO mit Sitz in Kopenhagen, einer Denkfabrik auf dem Gebiet der Reduktion von Treibhausgasen.
Frau Hedegaard ist Mitglied des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Außerdem ist sie Mitglied des Verwaltungsrats der Danfoss A/S, Dänemark, und der CADELER A/S, Dänemark.
Frau Hedegaard wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Ihr aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
Rafael Mateo, geboren am 26. April 1959, ist spanischer Staatsbürger und hat Wirtschaftsingenieurwesen an der School of Industrial Engineering an der Universität von Zaragoza, Spanien, studiert. Sein Studium schloss er 1982 mit Auszeichnung ab. 1987 absolvierte er ein General Management Programm an der IESE Business School sowie 1995 ein Management Programm an der INSEAD Business School. Seine berufliche Karriere begann er 1982 beim spanischen Versorgungsunternehmen endesa, für das er bis 2009 mehrere leitende Positionen bekleidete. Ab 2005 war er Geschäftsführer von endesa chile und im Anschluss, bis 2009, CEO von endesa latinoamerica S.A. 2010 wechselte er in den Acciona-Konzern, seit 2013 ist er CEO der Acciona Energía S.A.U.
Herr Mateo ist Mitglied im Strategie- und Technikausschuss des Aufsichtsrats. Außerdem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats von Acciona Energía International, Spanien, sowie Mitglied in Verwaltungsgremien diverser Tochtergesellschaften aus dem Konzernverbund.
Herr Mateo wurde erstmals am 10. Mai 2016 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
(*Acciona Konzern & nicht börsennotiert; **nicht börsennotiert)
Martin Rey, geboren am 23. Februar 1957, ist deutscher Staatsbürger und studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er bekleidete eine Vielzahl von leitenden Positionen bei der Bayerischen Vereinsbank AG sowie der Bayerischen Hypound Vereinsbank AG, zuletzt die des Bereichsvorstands. Danach war Herr Rey als Mitglied des Board zuständig für die Region Europa, Mittler Osten und Afrika bei Babcock & Brown, Sydney, einem global agierenden Investment- und Beratungsunternehmen. Außerdem war er tätig als Mitglied des Board bei Knight Infrastructure B.V. und Chairman von Sword Infrastructure I B.V., Niederlande, als Board-Mitglied der Brisa AutoEstradas de Portugal, als Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Renerco Renewable Energy Concepts AG, als Mitglied des Aufsichtsrats der debis AirFinance B.V. sowie als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH.
Herr Rey ist tätig als Industrial Advisor für die Fonds von EQT Partners, Schweden, sowie als Mitglied des Investment-Committee für die IST Investmentstiftung für Personalvorsorge, Schweiz.
Herr Rey ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Er ist darüber hinaus Mitglied des Board of Directors der BayWa r.e. LLC, USA, Mitglied des Advisory Board der Groenleven B.V., Niederlande, sowie Vorsitzender des Advisory Board der O2 Power Ltd., Singapur/ Delhi, Indien. Er ist schließlich Vorsitzender des Aufsichtsrats der clearvise AG (vormals: ABO Invest AG) sowie Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses und Vorsitzender des Kreditausschusses des Aufsichtsrats der Kommunalkredit Austria AG, Österreich.
Herr Rey wurde erstmals am 10. Juni 2005 in den Aufsichtsrat der Nordex SE berufen. Sein aktuell laufendes Mandat wird mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, enden.
An den Kapitalmärkten glich das Jahr 2020 einer Achterbahnfahrt. Zu Beginn des Jahres konnte sich der positive Markttrend aus dem Jahr 2019 zunächst fortsetzen. Mit der raschen Ausbreitung der Covid-19-Pandemie kam es jedoch bereits im März innerhalb weniger Tage zu massiven Kurseinbrüchen an den nationalen und internationalen Aktienmärkten. Die Verluste konnten allerdings in den Folgemonaten zum größten Teil wieder aufgeholt werden.
Der deutsche Leitindex DAX startete mit 13.234 Punkten in das Börsenjahr 2020 und konnte bereits im Februar mit 13.789 Punkten ein neues Allzeithoch markieren. Mit der Sorge um eine Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und dem weitgehenden Erliegen des öffentlichen Lebens stürzte der DAX innerhalb weniger Wochen auf unter 8.500 Punkte ab. Auf diesen beispiellosen Einbruch folgte anschließend eine schnelle Erholungsphase, die von einer großzügigen Geld- und Fiskalpolitik getragen wurde, die die Wirtschaft unterstützte und die Konjunktur belebte. Gestützt auf positive Nachrichten zum Ende des Jahres, wie den Sieg der Demokraten bei den US-Präsidentschaftswahlen, kam es zu einer Erholungsrally, sodass der DAX das Jahr mit 13.719 Punkten und einem Plus von rund 3,5% beenden konnte.
Die für die Nordex-Aktie wichtigen Vergleichsindizes SDAX und TecDAX, in denen die Aktie im Berichtsjahr gelistet war, verzeichneten einen zum DAX vergleichbaren Kursverlauf innerhalb des abgelaufenen Börsenjahres. Insgesamt erzielten beide Indizes 2020 jedoch eine bessere Performance als der DAX. So beendete der TecDAX das Jahr 2020 bei 3.213 Punkten und legte um 6,6% zu. Der SDAX schloss das letzte Jahr bei 14.765 Punkten, einem Plus von rund 18%.
Mit einem Kurs von EUR 12,08 eröffnete die Nordex-Aktie das Börsenjahr 2020. Mit Ausbruch der Pandemie in Europa und den damit verbundenen Unsicherheiten für das laufende Geschäft der Nordex Group geriet die Aktie im Sog des negativen Aktienmarkttrends massiv unter Druck. Sie verzeichnete am 23. März ihren Jahrestiefststand von EUR 5,66. In den Folgemonaten setzte eine verhaltene und zu den relevanten Indizes TecDAX und SDAX parallel verlaufende Erholungsphase ein.
Mit der Wiederaufnahme der im Mai pandemiebedingt ausgesetzten Jahresprognose für 2020 und der zeitgleichen Veröffentlichung der strategisch angestrebten Unternehmensziele für 2022 setzte die Nordex-Aktie ab November zu einer Kursrally an. Befeuert durch die vom Management der Nordex Group positiv beurteilte Mittelfristperspektive für das Unternehmen und das zur Unterstützung des operativen Geschäfts gestartete Unternehmensprogramm beendete die Nordex-Aktie das turbulente Börsenjahr 2020 mit einem signifikanten Kursplus von über 83% und einer Schlussnotiz von EUR 22,16.
Das Management entschied sich Ende November für eine Kapitalerhöhung, um den eingeschlagenen Wachstumspfad der Nordex Group weiter zu unterstützen. Diese wurde dann Anfang Dezember in Form eines sogenannten beschleunigten Buchbildungsverfahrens ("Accelerated Bookbuilding") durchgeführt.
Durch die Ausgabe von rund 10,7 Millionen neuer Aktien zu einem Preis von EUR 18,90 erhöhte sich das Grundkapital auf EUR 117.348.759,00 bzw. auf insgesamt 117.348.759 Aktien. Dadurch floss der Nordex SE ein Bruttoerlös von rund EUR 201 Mio. zu.
Im Zuge dieser Kapitalmaßnahme reduzierte sich der rechnerische Anteil des strategischen Ankeraktionärs Acciona S.A. von 36,4% auf 33,6% des Kapitals, da die Kapitalerhöhung deutlich überzeichnet war. Die restlichen 66,4% der Aktien befinden sich nach der Definition der Deutsche Börse Group im Streubesitz, in dem auch SKion/Momentum, die Norges Bank und die DWS mit jeweils über 3% am Jahresende enthalten waren.
Die weiteren Finanzierungsmaßnahmen im Berichtsjahr sind im Konzernlagebericht (Seite 20ff.) und im Konzernanhang (Seite 94ff) näher erläutert.
Die Nordex Group strebt perspektivisch an, ihre Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Bei der Ausschüttung einer Dividende sind die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden freien liquiden Mittel zu berücksichtigen. Dabei hängt die Ausschüttung einer möglichen Dividende von der strategischen Weiterentwicklung, der Positionierung im Branchenumfeld sowie der Entwicklung als Wachstumsunternehmen ab. Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, dass die Nordex Group die erforderlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung vornehmen und ein wettbewerbsfähiges und leistungsstarkes Produktportfolio anbieten kann.
Die zu Beginn des Jahres 2018 erfolgreich platzierte Anleihe in Höhe von EUR 275 Mio. konnte trotz des deutlichen Kurseinbruchs im März, bedingt durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie, das Berichtsjahr mit einer Notiz von 101,85% positiv beenden.
Die grüne Anleihe ist von den beiden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's bewertet. Von Standard & Poor's liegt ein (B-)-Rating mit einem "stabilen" Ausblick vor, Moody's beurteilt die Anleihe mit einem (B3)-Rating und einem "negativen" Ausblick.
Das Investor Relations-Team der Nordex Group hat im Geschäftsjahr 2020 einen offenen, intensiven und kontinuierlichen Dialog mit dem Kapitalmarkt geführt. Dabei lag der Fokus auf transparenter Kommunikation mit Privataktionären, nationalen und internationalen Investoren sowie mit Equityund Credit-Analysten.
ln zahlreichen Gesprächen haben Vorstand und Investor Relations-Team die Finanzkennzahlen, die Konzernstrategie sowie die Geschäftsentwicklung und das Branchenumfeld erläutert. Auch das steigende Interesse des Kapitalmarkts an Nachhaltigkeitsthemen spiegelte sich häufig in den geführten Gesprächen wider. Neben den im Berichtsjahr durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen und den Mittelfristzielen des Unternehmens für 2022 bildeten die Covid-19-Krise und die mit ihr verbundenen Konsequenzen für das laufende Geschäft der Nordex Group einen besonderen Schwerpunkt.
Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie wurde der überwiegende Teil aller Gespräche und Kapitalmarktkonferenzen im Berichtsjahr in virtueller Form durchgeführt.
Auf der Investor Relations-Website der Nordex Group (ir.nordex-online.com) stellt das Unternehmen alle Geschäftsund Zwischenberichte, Präsentationen sowie die Audio-Aufzeichnungen der Telefonkonferenzen dauerhaft zur Verfügung.
Die Anzahl der in- und ausländischen Institute, die die Nordex-Aktie regelmäßig beobachten und bewerten, erhöhte sich auf nunmehr 14 Häuser und befindet sich damit weiterhin auf hohem Niveau.
Diese Häuser analysieren in regelmäßigen Abständen die Nordex-Aktie und veröffentlichen eigene Studien, Berichte, Kommentare sowie Empfehlungen. Derzeit empfehlen sieben Institute die Nordex-Aktie zu kaufen, sechs stufen die Aktie mit "halten" ein und ein Research-Haus spricht eine Verkaufsempfehlung aus (Stand: 31. Dezember 2020).
Auf Basis der maßgeblichen Analystenbewertungen lag das durchschnittliche Kursziel aller 14 Häuser bei EUR 23,70 (Stand: 31. Januar 2021).
| Aktiengattung | Nennwertlose Inhaber-Stammaktien |
|---|---|
| Marktsegment | Prime Standard/ Regulierter Markt |
| Handelsplatz | Frankfurter Wertpapierbörse |
| Indexzugehörigkeit | TecDAX, SDAX (ab 22. März 2021 in den MDAX aufgenommen), ÖkoDAX, HASPAX, RENIX X |
| ISIN | DE000A0D6554 |
| WKN | A0D655 |
| Börsenkürzel | NDX1 |
| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Anzahl Aktien gesamt zum 31.12. | Stück | 117.348.759 | 106.680.691 |
| Grundkapital zum 31.12. | EUR | 117.348.759,00 | 106.680.691,00 |
| Jahresanfangskurs | EUR | 12,08 | 7,82 |
| Jahresschlusskurs | EUR | 22,16 | 12,08 |
| Höchstkurs | EUR | 22,44 | 15,46 |
| Tiefstkurs | EUR | 5,66 | 7,56 |
| Marktkapitalisierung zum 31.12. | EUR Mio. | 2.600,4 | 1.288,7 |
| Ergebnis je Aktie | EUR | –1,21 | –0,73 |


Von links nach rechts
Rafael Mateo, Jan Klatten, Martin Rey, Juan Muro-Lara, Connie Hedegaard, Prof. Dr. Wolfgang Ziebart
Die Nordex Group ist zunächst erwartungsgemäß mit Wachstum in das Berichtsjahr gestartet. Ende des ersten Quartals wirkten sich allerdings erstmals die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie auch auf das Unternehmen aus. Die Herausforderungen waren immens, zum einen im operativen Geschäft und zum anderen auf der Finanzierungsseite zur Sicherung der Liquidität des Unternehmens. Die wichtigste kurzfristige Maßnahme hierbei war der Abschluss des revolvierenden Konsortialkredits im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der Bundesregierung und unter Beteiligung der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Mit großem Engagement und hoher Flexibilität aller im Unternehmen ist es gelungen, den operativen Geschäftsbetrieb unter den schwierigen, wechselnden Pandemiebedingungen bestmöglich aufrechtzuerhalten und die Nordex Group außerdem konsequent weiter auf die Zukunft auszurichten. So wurde der Ausbau Indiens zum globalen Produktionshub vorangetrieben. Der Vorstand konnte einen strategischen Fahrplan mit konkreten Konzernzielen für das Jahr 2022 formulieren. Flankierend dazu wurde die mittel- und langfristige Finanzierungsstruktur umfassend neu ausgerichtet und gestärkt. Dies alles war unter den sehr herausfordernden Bedingungen ein großer Erfolg, der 2020 noch abgerundet wurde durch eine hohe Installationsleistung und die erfreulich starke Marktdurchdringung der profitablen Delta4000-Plattform, die sich in dem kräftig gestiegenen Auftragseingang niederschlägt. So ist die Nordex Group letztlich gestärkt und schlagkräftig in das neue Jahr gestartet. Die globale Energiewende hin zur klimafreundlichen Stromerzeugung wird weltweit weiter zu einer positiven Entwicklung beitragen.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Berichtszeitraum wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens in Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten beraten und überwacht. Der Aufsichtsrat war dabei in sämtliche Entscheidungen, die eine grundlegende Bedeutung für das Unternehmen besaßen, unmittelbar eingebunden und stand mit dem Vorstand in einem kontinuierlichen Dialog. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Lage, die Entwicklung und alle wesentlichen Geschäftsvorgänge der Nordex SE und ihrer Beteiligungsgesellschaften unterrichtet.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist im Berichtsjahr unverändert geblieben. Im Vorstand kam es im Nachgang zum Berichtsjahr zu den folgenden Veränderungen: Mit Wirkung zum 1. Januar 2021 bestellte der Aufsichtsrat Herrn Dr. Ilya Hartmann in den Vorstand. Er übernahm ab dem 1. März 2021 die Position als Finanzvorstand von Herrn Christoph Burkhard, der mit Wirkung zum 28. Februar 2021 aus dem Vorstand ausschied.
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats der Nordex SE waren im Geschäftsjahr 2020 und sind nach wie vor wie folgt besetzt:
Herr Professor Dr. Ziebart (Vorsitz), Herr Klatten, Herr Muro-Lara Prüfungsausschuss (Audit Committee): Herr Rey (Vorsitz), Frau Hedegaard, Herr Muro-Lara Strategie- und Technikausschuss: Herr Klatten (Vorsitz), Herr Mateo, Herr Professor Dr. Ziebart
Der Aufsichtsrat kam im Laufe des Geschäftsjahres 2020 zu insgesamt zehn Sitzungen zusammen. Zu jeweils vier Sitzungen versammelten sich das Präsidium, der Prüfungsausschuss und der Strategie- und Technikausschuss. Sämtliche Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden als Telefonkonferenzen durchgeführt. Die ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden am 19. und 20. März 2020, am 25. Mai 2020, am 8. und 9. September 2020 sowie am 19. und 20. November 2020 statt.
Alle Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2020 an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen.
| Aufsichtsratsmitglieder | Aufsichtsrat | Teilnahmequote Aufsichtsrat |
Präsidium | Prüfungs ausschuss |
Strategie- und Technik Ausschuss |
|---|---|---|---|---|---|
| Wolfgang Ziebart | 10/10 | 100% | 4/4 | 4/4 | |
| Juan Muro-Lara | 10/10 | 100% | 4/4 | 4/4 | |
| Jan Klatten | 10/10 | 100% | 3/4 | 4/4 | |
| Connie Hedegaard | 10/10 | 100% | 3/4 | ||
| Rafael Mateo | 10/10 | 100% | 4/4 | ||
| Martin Rey | 9/10 | 90% | 4/4 | ||
| Teilnahmequote | 98 % | 92 % | 92 % | 100 % |
Neben der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2019, des nichtfinanziellen Berichts und des Abhängigkeitsberichts in der Bilanzfeststellungssitzung am 19. und 20. März 2020 sowie der Budget- und Konzernplanung für das Geschäftsjahr 2021 in der vierten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 19. und 20. November 2020 gab es im Berichtsjahr insbesondere folgende Beratungsschwerpunkte: (i) in einer Telefonkonferenz im März wurde über das Budget 2020 sowie die syndizierte Kreditlinie der Nordex-Gruppe und deren anstehenden Neuabschluss sowie die Finanzierungsvereinbarung mit der EIB beschlossen; (ii) fortlaufend wurde zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die operative Situation der Nordex-Gruppe beraten; (iii) fortlaufend wurde zu Vorstandsangelegenheiten, insbesondere zur Vergütung und Zielfestlegung bzw. -erreichung der Vorstandsmitglieder, beraten; (iv) fortlaufend erfolgte eine Befassung mit den Berichten der Internen Revision und des Risikomanagements; (v) fortlaufend erfolgte eine Information und Beratung zu Quality, Health, Safety & Environment-Themen; sowie (v) fortlaufend befasste sich der Aufsichtsrat mit Compliance-Themen Schlüsselprojekten und wichtigen Personaländerungen.
Weitere Themen waren die Beschlussvorschläge an die ordentliche und die außerordentliche Hauptversammlung und regelmäßig die jeweiligen Berichte aus den Ausschüssen. In der Telefonkonferenz am 20. März 2020 hat sich der Aufsichtsrat aufgrund von ARUG 2 mit der Aktualisierung der Geschäftsordnung für den Vorstand befasst, ferner mit einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm an einem Windpark mittels Begebung einer Anleihe. In einer außerordentlichen Sitzung am 21. April 2020 hat er die Abhaltung der anstehenden Hauptversammlung auf virtuellem Wege beschlossen und sich in einer weiteren außerordentlichen Sitzung am 15. Mai 2020 mit den Auswirkungen von Covid-19 auf die operative Situation befasst. In der ordentlichen Sitzung am 25. Mai 2020 hat der Aufsichtsrat sodann die Aktualisierung der Geschäftsordnung für den Vorstand beschlossen sowie das vorgenannte Mitarbeiterbeteiligungsprogramm genehmigt und sich ferner mit einer geplanten Umstrukturierung der Konzernstrukturen in Europa aufgrund des Wachstums des Konzerns befasst. In einer außerordentlichen Sitzung am 18. Juni 2020 hat der Aufsichtsrat die Abhaltung einer außerordentlichen Hauptversammlung mit Blick auf benötigte Kapitalermächtigungen beschlossen. In einer weiteren außerordentlichen Sitzung am 30. Juli 2020 sowie der ordentlichen Sitzung am 9. September 2020 hat sich der Aufsichtsrat mit der Beantragung von Kreditbürgschaften aufgrund der Pandemie bei den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, einem Gesellschafterdarlehen der Acciona S.A. sowie dem Verkauf von Teilen des Geschäftsbereichs Nordex Development an RWE befasst.
In seiner turnusmäßigen Sitzung am 20. November 2020 hat der Aufsichtsrat neue Zielwerte mit Blick auf die Frauenquote in Vorstand (25%) und Aufsichtsrat (16,67%) beschlossen. Ferner hat er sich anlässlich ARUG 2 und des revidierten Deutschen Corporate Governance Kodex eine neue Geschäftsordnung gegeben und ein Anforderungsprofil für den Aufsichtsrat beschlossen. Schließlich erfolgte in dieser Sitzung auch die Beschlussfassung zur Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex.
In einer außerordentlichen Sitzung am 30. November 2020 schließlich befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ausübung des genehmigten Kapitals und erteilte seine Zustimmung zu dieser Kapitalmaßnahme und der korrespondierenden Aktualisierung der Satzung.
Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen, zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei bei Bedarf von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung werden bei Bedarf im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen beispielsweise Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt.
Neue Mitglieder des Aufsichtsrats können die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Themen treffen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens verschaffen ("Onboarding").
Des Weiteren wird an dieser Stelle gemäß Empfehlung E.1 Satz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 über potenzielle Interessenkonflikte berichtet. Die Aufsichtsratsmitglieder der Nordex SE sollen Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Nordex SE oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen.
In diesem Zusammenhang ist zu berichten, dass sich die Aufsichtsratsmitglieder Rafael Mateo und Juan Muro-Lara vorsorglich in der Telefonkonferenz am 30. Juli 2020 einer Stimmabgabe bei der Beschlussfassung über die Zustimmung zur Beantragung von Kreditbürgschaften aufgrund der Pandemie bei den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sowie der Aufnahme eines Gesellschafterdarlehens bei der Acciona S.A. enthalten haben.
Im Geschäftsjahr 2020 hat es im Übrigen keine Hinweise auf Interessenkonflikte gegeben.
Der Aufsichtsrat folgt grundsätzlich den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019. Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung wurde von Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 20. November 2020 abgegeben (http://ir.nordex-online.com/websites/ Nordex / German/6100/entsprechenserklaerung.html). Weitere Ausführungen zu diesem Thema finden sich in der im Lagebericht abgedruckten Erklärung zur Unternehmensführung.
Der Jahresabschluss der Nordex SE und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie der zusammengefasste Lagebericht über die Lage der Nordex SE und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2020 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 26. Mai 2020 gewählten und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses beauftragten Abschlussprüfer, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Im Prüfungsbericht zum Jahresabschluss wurde bestätigt, dass die gesetzlichen Vertreter die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen haben und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Über die gesetzliche Abschlussprüfung hinaus hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts der Nordex Group vorgenommen und auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die nichtfinanzielle Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben. Der Vermerk der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts ist im Nachhaltigkeitsbericht enthalten und einsehbar.
Dem vom Vorstand aufgestellten und vom Abschlussprüfer geprüften Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG wurde vom Abschlussprüfer der folgende uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nordex SE und den Konzern, der Bericht des Abschlussprüfers, der Abhängigkeitsbericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht, der nichtfinanzielle Konzernbericht einschließlich des Vermerks der PricewaterhouseCoopers GmbH über die inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts sowie der Entwurf des Berichts des Aufsichtsrats wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor der bilanzfeststellenden Sitzung zugeleitet. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt; der Prüfungsausschuss hat die Prüfung des Plenums vorbereitet und darüber in der bilanzfeststellenden Sitzung am 19. März 2021 in Gegenwart des Abschlussprüfers, der auch für Fragen zur Verfügung stand, an das Plenum berichtet. Nach intensiver Erörterung haben der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt.
Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung stellte der Aufsichtsrat fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresund den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie den zusammengefassten Lagebericht. Damit ist der Jahresabschluss 2020 der Nordex SE festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat ferner den Bericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat erklärt, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß §312 AktG zu erheben sind.
Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich zudem mit dem vom Vorstand erstellten, gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht (integriert in den Nachhaltigkeitsbericht) zum 31. Dezember 2020 befasst. Der Vorstand und die Vertreter der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erläuterten die Unterlagen in den Sitzungen eingehend und beantworteten ergänzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte nach seiner Prüfung keine Einwendungen.
Im Namen des Aufsichtsrats der Nordex SE möchte ich dem amtierenden Vorstand, dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Christoph Burkhard sowie allen weltweit tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für ihren großen persönlichen Einsatz sowie das fortwährende Engagement danken.
Hamburg, im März 2021
Professor Dr. Wolfgang Ziebart Vorsitzender des Aufsichtsrats
des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE
des Nordex-Konzerns und Lagebericht der Nordex SE
Die Nordex Group entwickelt, produziert und vertreibt Onshore-Windenergieanlagen, also Turbinen zur Erzeugung von Windenergie an Land, die weltweit errichtet werden. Der Leistungsumfang reicht von der ausschließlichen Lieferung der Windenergieanlage über die Installation bis hin zur schlüsselfertigen Errichtung des gesamten Windparks. Ein Netz von Servicestandorten in allen für das Unternehmen wichtigen Märkten gewährleistet die umfassende Betreuung der Windturbinen über die gesamte Nutzungsdauer. In ausgewählten Märkten ist das Unternehmen auch als Projektentwickler für Windparks tätig. Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 hat die Nordex Group in über 40 Ländern Turbinen mit einer Nennleistung von zusammen rund 32 Gigawatt (GW) installiert. Ihre Serviceorganisation betreut weltweit 8.383 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen über 21 GW im Rahmen von meist langjährigen Wartungsverträgen. Die Produkte und Dienstleistungen der Nordex Group sind damit bereits heute wesentlicher Teil der umwelt- und klimaschonenden Stromerzeugung.
Das Unternehmen ist in allen bedeutenden Windmärkten aktiv, eine gezielte Ausnahme bildet der stark durch lokale Anbieter geprägte chinesische Markt. Mit diesem strategischen Fokus bedient das Unternehmen rund 90% des Weltmarkts für Onshore-Windenergie außerhalb Chinas und zählt damit im relevanten Markt zu den führenden Anbietern. Darüber hinaus vermeidet Nordex mit der Fokussierung auf den Onshore-Markt hohe Investitionen in die deutlich abweichende Offshore-Technologie und die damit verbundenen Risiken.
Das Produktportfolio der Nordex Group umfasst innovative, effiziente Windenergieanlagen für Stark-, Mittel- und Schwachwindstandorte an Land. Die unterschiedlichen Versionen der Delta4000-Baureihe sind an marktspezifische Anforderungen angepasst und bieten einen variablen Leistungsbereich von 4 – 5 MW+ bei Rotordurchmessern bis zu 163 Metern. Die Nordex Group entwickelt das Gesamtsystem Windenergieanlage und montiert im Rahmen der Fertigung die Maschinenhäuser und Naben. Die Rotorblätter werden sowohl selbst als auch bei Auftragsfertigern produziert. In technischer Hinsicht fokussiert die Nordex Group das Ziel, Windturbinen für Onshore-Standorte zu entwickeln, die es den Betreibern erlauben, in den jeweiligen Einsatzgebieten zu möglichst geringen Stromgestehungskosten (Cost of Energy, COE) umweltfreundlichen Strom zu produzieren.
Die Nordex SE ist eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft. Die Aktien sind im geregelten Handel der Börse Frankfurt, Segment Prime Standard, zugelassen und im TecDAX® und SDax® notiert. Zusammen mit ihren in- und ausländischen Tochtergesellschaften bildet sie als Konzern die Nordex Group. Gremien der Gesellschaft sind der Vorstand (drei Personen) und der Aufsichtsrat (sechs Personen). Die Nordex SE hat ihren rechtlichen Sitz in Rostock, die Hauptverwaltung befindet sich in Hamburg.
Der Vorstand führt den Konzern über die Nordex SE als strategische Management-Holding. Zusätzliche administrative Servicefunktionen in den Bereichen Accounting & Controlling, Finanzen, IT, Interne Revision, Investor Relations, Kommunikation, Personal, Recht und Steuern werden ebenfalls von der Nordex SE übernommen. Die Organisation des operativen Geschäfts der Nordex Group erfolgt über die zwei Divisionen International und Europe sowie über weltweite Querschnittsfunktionen.


Dem Vorstandsvorsitzenden (CEO), José Luis Blanco, sind die beiden operativen Divisionen unterstellt sowie weltweite Querschnittsfunktionen (Global Lead Functions), etwa in den Bereichen Rotorblatt, Maschinenhaus und Engineering. Darüber hinaus sind ihm weitere zentrale Abteilungen wie Personal und Strategie zugeordnet. Dem Vertriebsvorstand (CSO), Patxi Landa, sind alle kundennahen Funktionen zugeordnet, ebenso der Bereich Projektentwicklung. Der Finanzvorstand (CFO) ist für Accounting & Controlling, Finanzen, Internal Audit, Investor Relations, Kommunikation, Recht, Steuern sowie die Querschnittsfunktionen ITO und Finance PM/EPC verantwortlich. Christoph Burkhard, der seit 1. September 2016 CFO der Nordex SE war, hat aus persönlichen Gründen sein Vorstandsmandat vorzeitig zum 28. Februar 2021 niedergelegt. Im Berichtsjahr 2020 hat er insbesondere die Finanzierungsstruktur der Nordex Group umfassend neu strukturiert und auf die zukünftigen Herausforderungen ausgerichtet. Seit dem 1. März 2021 leitet Dr. Ilya Hartmann das Finanzressort. Er war zuvor als CEO der Division Europa für das gesamte operative europäische Geschäft der Nordex Group verantwortlich und ist seit dem 1. Januar 2021 Mitglied des Vorstands.
Den Divisionen für das operative Geschäft sind die jeweiligen rechtlich selbstständigen Ländergesellschaften unterstellt. Diese sind insbesondere für die kundenbezogenen Aufgaben, den Vertrieb, das Projektmanagement, den Service und in bestimmten Märkten auch für die Projektentwicklung zuständig. Wesentliche konsolidierte Gesellschaften mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften sind die Nordex Energy SE & Co. KG (ehemals Nordex Energy GmbH) und die Nordex Energy Spain S.A.

Der Konzern steuert seine Aktivitäten über die Segmente "Projekte" und "Service" (siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt "Segmententwicklung"). Unter "Projekte" sind sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion, Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen zusammengefasst und darüber hinaus auch das Projektentwicklungsgeschäft. Auf das Segment "Service" entfallen die Dienstleistungen und Produkte für bestehende Anlagen nach der Übergabe an den Kunden, d.h. insbesondere technische Dienstleistungen wie die Wartung und die Fernüberwachung von Windparks sowie die Reparatur und technische Weiterentwicklung von Bestandsanlagen.


Haupttreiber der weltweit weiter steigenden Nachfrage nach Windenergieanlagen sind zum einen die niedrigen Stromgestehungskosten der Windenergie, die vor allem in windreichen Regionen unter den Kosten neuer konventioneller Erzeugungskapazitäten liegen. Zum anderen ist die Klimafreundlichkeit von Windstrom aufgrund der sehr geringen CO2-Emissionen ein wichtiges ökologisches Argument für diese Art der Stromerzeugung und im Hinblick auf die Besteuerung des CO2-Ausstoßes auch ein ökonomischer Beweggrund. Diese Aspekte spielen sowohl in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine wichtige Rolle. Das Wachstum der Windenergiebranche ergibt sich überwiegend aus dem Neubau von Windenergieanlagen bzw. -parks. Daneben werden bestehende alte Anlagen, die ihren Lebenszyklus durchlaufen haben, vollständig abgebaut und durch moderne effizientere Turbinen ersetzt (Repowering). Ausgehend von den Pionierländern der Windenergie in Europa und Nordamerika werden immer mehr Windparks ersetzt und auf den technologisch und wirtschaftlich neuesten Stand gebracht.
Die Nordex Group hat bereits Windenergieanlagen in über 40 Ländern installiert und sieht sich auf den international attraktivsten Windmärkten gut aufgestellt. Sie verfügt in allen Kernmärkten über eigene Vertriebs- und Serviceorganisationen. Diese Länder befinden sich überwiegend in Europa sowie Nord- und Südamerika. Darüber hinaus wurden auch die Märkte Indien, Australien und Südafrika erschlossen. Chancen in neuen, bisher noch nicht von der Nordex Group bedienten Märkten werden kontinuierlich durch die zentrale Vertriebsorganisation herausgearbeitet.

Wettbewerber der Nordex Group sind Anbieter aus Europa und den USA, die oftmals im Zuge des Konsolidierungsprozesses der Branche in den zurückliegenden Jahren entstanden sind. In den wichtigen Märkten der Gruppe (siehe Abbildung) sind dies insbesondere Vestas, Siemens Gamesa und General Electric. Gemäß dem Ranking von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) war die Nordex Group im Jahr 2020 weltweit der viertgrößte Hersteller von Windenergieanlagen außerhalb Chinas. Dabei erzielte das Unternehmen in den Kernmärkten, in denen es kontinuierlich Windenergieanlagen installiert, überwiegend zweistellige Marktanteile.
Die Hauptverwaltung der Nordex Group befindet sich in Hamburg. Hier sind neben den Zentralfunktionen auch Teile der Entwicklung, des Einkaufs, des Projektmanagements, des Servicebereichs und des Vertriebs angesiedelt. Am Standort Rostock werden Maschinenhäuser und Rotorblätter entwickelt und produziert. In Spanien befinden sich am Standort Barásoain weitere Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen sowie zwei Werke für die Montage von Maschinenhäusern (Barásoain, La Vall d'Uixó) und eines für die Produktion von Rotorblättern (Lumbier). Maschinenhäuser fertigt die Nordex Group darüber hinaus in Brasilien (Simões Filho) und Indien (Chennai). Das Montagewerk in den USA (West Branch) ist weiterhin nicht aktiv. Außerdem werden in Mexiko (Matamoros) und Indien (Chennai) Rotorblätter hergestellt. Zwei eigene Produktionsstätten für Betontürme wurden 2020 in Brasilien betrieben, außerdem seit dem vierten Quartal 2020 auch eine Turmproduktion in Spanien. Darüber hinaus fertigen Subunternehmer in weiteren Ländern Betontürme für Nordex.
Eine effiziente Zuliefererstruktur und Logistikkette bilden im Zusammenspiel mit den eigenen Werken die Grundlage, um in allen Zielmärkten wettbewerbsfähige Windenergieanlagen anbieten zu können. Dieses System entwickelt die Nordex Group kontinuierlich weiter und passt es flexibel an sich wandelnde Märkte an. Derzeit wird der Aufbau einer integrierten Lieferkette in Indien systematisch vorangetrieben. Ziel ist es, aus Indien heraus künftig internationale Märkte außerhalb Europas flexibel und kostengünstig zu bedienen. Dies ist eine Voraussetzung, um an den attraktiven Expansionspotenzialen in neuen Märkten zu partizipieren und nachhaltig profitabel zu wachsen.
Die Nordex Group bietet den Kunden weltweit für jede Windstärke und jede Klimazone die technisch und wirtschaftlich passenden Onshore-Windenergieanlagen der Multi-Megawatt-Klasse auf modularer Basis. Mit seinem Produktportfolio ist der Konzern in der Lage, Lösungen sowohl für Märkte mit begrenzter Netzverfügbarkeit wie Lateinamerika als auch für Märkte mit begrenzter Landverfügbarkeit wie Mitteleuropa bereitzustellen. Den Kunden wird ein umfangreiches Projektmanagement angeboten, das die Errichtung der Anlage bzw. des Windparks bis hin zu schlüsselfertigen Lösungen beinhalten kann. Die Dienstleistungen beinhalten die gesamte Betreuung der Anlage und umfassen etwa die Fernüberwachung, die regelmäßige Wartung und individuelle oder standardisierte Modernisierungen von Windenergieanlagen. In ausgewählten Märkten ist die Nordex Group auch in der vorgelagerten Projektentwicklung tätig. Nach dem Verkauf des europäischen Projektportfolios im Jahr 2020 ist dies vor allem in einigen lateinamerikanischen Märkten, Südafrika und Indien der Fall. Zur Vertriebsunterstützung berät der Finanzbereich der Nordex Group Kunden bei der Projektfinanzierung über nationale und internationale Geschäftsbanken. Somit ist das Unternehmen als integrierter Komplettanbieter aufgestellt.

Das Kernprodukt der Nordex Group ist die hocheffiziente Delta4000-Baureihe mit ihren Turbinenvarianten in der 4-MW- und 5-MW-Klasse. Im Jahr 2020 entfielen 81% des Aufragseingans auf die Delta4000-Serie, die bereits bei Projekten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien zum Einsatz kommt. Die zurzeit sechs unterschiedlichen Turbinentypen decken alle Windklassen ab und sind in ihrer jeweiligen Spezifikation für den weltweiten Einsatz geeignet. Neben niedrigen COE zeichnen sich die Turbinenversionen der Delta4000-Serie vor allem durch ihre Flexibilität im Hinblick auf standortspezifische Anforderungen und ihre niedrigen Schallleistungspegel aus. Je nach Kundenanforderung werden die Anlagen auch mit dem Nordex-eigenen Enteisungssystem oder einer bedarfsgerechten Flugbefeuerung ausgestattet. Die verbleibenden 19% des Auftragseingangs umfassen Turbinen der 2-MW- und 3-MW-Klasse, für die in der Vergangenheit bereits Genehmigungen beantragt wurden, die nicht mehr verändert werden können.
Die Nordex Group entwickelt und testet die Rotorblätter ihrer Windenergieanlagen, lässt sie zertifizieren und fertigt sie zum Teil in ihren eigenen Werken selbst bzw. lässt sie nach ihren Vorgaben bei Produktionspartnern herstellen. Die Rotorblätter zeichnen sich durch besonders geringe Schallemissionen für das gesamte Anlagenportfolio aus. Um in den globalen Windmärkten eine optimale Energieausbeute zu erzielen, bietet Nordex für seine Produktplattformen unterschiedliche Turmvarianten als Stahlrohrtürme, Hybridtürme aus Stahl und Beton oder Betontürme mit Nabenhöhen von bis zu 164 Metern an.

Der Servicebereich der Nordex Group stellt für die Kunden den zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der leistungsstarken Windenergieanlagen sicher. Weltweit werden dazu rund 300 Serviceniederlassungen betrieben. Über dieses Netz von Standorten werden die Dienstleistungen direkt in den installierten und an den Kunden übergebenen Windparks erbracht. Die entsprechenden Serviceverträge sichern und optimieren die Stromproduktionserträge der Nordex-Kunden durch die Maximierung der Verfügbarkeiten. Der Nordex-Service bietet den Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Dieses umfasst Komplettlösungen von der 24-Stunden-Fernüberwachung über präventive Wartungen und Kundentrainings bis hin zu vollständigen Modernisierungen von Windenergieanlagen.
Die Nordex Group bietet standardisierte Serviceverträge mit unterschiedlichen Leistungsumfängen an, die Kunden für Laufzeiten von in der Regel bis zu 25 Jahren abschließen. Die Kunden können im Wesentlichen drei Vertragspakete wählen. Der "Premium"-Vertrag deckt Wartungen und Instandsetzung, die Fernüberwachung und eine zeitbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung ab. Der "Premium Plus"-Vertrag erweitert diese Leistungen um eine produktionsbasierte Verfügbarkeitsgewährleistung. Im "Premium Light"-Vertrag sind die Instandsetzung und der Ersatz bestimmter Großkomponenten der Windenergieanlagen separat zu vergüten.
Die Nordex Group verfügt über ein breites Kundenspektrum. Es erstreckt sich von großen, international tätigen Energieversorgungsunternehmen und unabhängigen Stromproduzenten (Independent Power Producer, IPP) bis hin zu mittelständischen Projektentwicklern, Stadtwerken und Bürgerwindparks oder Energiegenossenschaften. Außerdem zählen vermehrt Eigenerzeuger aus Industrie, Handel und IT-Branche sowie Finanzinvestoren wie Versicherungen und Pensionskassen zu den Kunden. Im Jahr 2020 machten die zehn größten Einzelkunden rund 53% des Auftragseingangs aus. Zu ihnen gehören einige der weltweit größten Betreiber und Entwickler im Bereich der erneuerbaren Energien, deren globale Bedeutung seit einigen Jahren stetig zunimmt. Alle Schlüssel- bzw. Großkunden werden durch ein Key Account Management betreut, um eine enge Kooperation zu gewährleisten und die erfolgreiche Abwicklung der globalen Projekte sicherzustellen. Das weitere Auftragsvolumen verteilt sich auf zahlreiche der zuvor genannten Kundengruppen und verdeutlicht die globale Aufstellung der Nordex Group.
Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Entwicklung effizienter, wettbewerbsfähiger Windenergieanlagen, die der Vertriebsbereich der Nordex Group den Kunden weltweit anbietet. Neue Windparkprojekte werden weltweit überwiegend im Rahmen von Auktionsverfahren vergeben. Die Nordex Group unterstützt ihre Kunden frühzeitig im Vorfeld der Auktionen, um individuelle Lösungen zu erarbeiten und den Kunden eine erfolgreiche Projektvergabe zu sichern.
Nach der Auftragsvergabe folgt die eigene Produktion, deren Kern in der Montage der Maschinenhäuser und Naben sowie der Fertigung eines Teils der Rotorblätter liegt. Weitere Rotorblätter werden nach Nordex-Design und -Vorgaben bei unabhängigen Blattproduzenten hergestellt. Vor allem bei Großprojekten in Spanien und Schwellenländern produziert die Nordex Group Betontürme. Logistisch vorteilhaft gewährleistet dieses System qualitativ hochwertige, kostengünstige Türme und ermöglicht lokale Wertschöpfung und Beschäftigung. Die meisten Anlagenkomponenten, insbesondere Getriebe, Umrichter und Generatoren, werden zugeliefert und über ein weltweites Beschaffungsnetzwerk eingekauft.
Die Errichtung eines Windparks dauert, abhängig von seiner Größe, dem spezifischen Standort und einer Vielzahl weiterer Faktoren, üblicherweise etwa acht bis 18 Monate, in besonderen Fällen auch bis zu zwei Jahre. Die Nordex Group stellt das Projektmanagement sämtlicher Aktivitäten von der Installation bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme der Windparks sicher und führt die Arbeiten mit eigenen Teams und Drittanbietern aus. Wie im Anlagenbau wegen der langen Zeitspanne von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe der Anlage an den Kunden üblich, erhält die Nordex Group bei Auftragsvergabe eine Anzahlung. Die weiteren Zahlungsströme richten sich im Wesentlichen nach Meilensteinen bei der Errichtung der Windenergieanlage.
Der letzte Schritt in der Wertschöpfungskette ist der Service für die installierten Windenergieanlagen. Der Konzern stellt hier umfassende technische Betreuungsdienstleistungen für den laufenden Betrieb der Anlagen zur Verfügung. Die Serviceverträge werden meist über viele Jahre abgeschlossen und stellen somit ein wichtiges Element zur Kundenbindung dar. Im Vergleich zu dem eher schwankungsanfälligen Projektgeschäft zeichnet sich dieser Bereich durch hohe Stabilität und kontinuierliche Zahlungsströme aus.
Flankiert wird die Wertschöpfung in ausgewählten Märkten durch die vorgelagerte Projektentwicklung. Hier entwickelt Nordex ein eigenes Portfolio an Windparkprojekten, teilweise von der ersten Entwicklungsstufe an ("Greenfield-Development"). Die ausschließlich mit eigenen Turbinen umgesetzten Projekte werden an Kunden bzw. Investoren weiterverkauft und stellen einen weiteren Absatzkanal dar. Nach dem Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios der Nordex Group mit einem Volumen von rund 2,7 GW an die RWE AG im Geschäftsjahr 2020 konzentriert sich die verbleibende Projektpipeline im Umfang von rund 800 MW zurzeit auf außereuropäische Aktivitäten insbesondere in Lateinamerika, Südafrika und Indien. Dabei ist geplant, das Projektentwicklungsgeschäft schrittweise wieder auszubauen.
Der Klimaschutz gehört zu den größten und wichtigsten Herausforderungen der Menschheit. Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie zur CO2-neutralen, klimaschonenden Stromerzeugung. Durch stetige technologische Innovation wird die Nordex Group die Entwicklung der Windenergie weiter vorantreiben und die nachhaltige Stromerzeugung der Zukunft wesentlich mitgestalten.
In ihren relevanten Märkten zählt die Nordex Group zu den Markt- und Technologieführern für Onshore-Windenergieanlagen, vor allem in der Klasse der großen Turbinen mit einer Leistung von 4–5 MW. Mittel- und langfristig besteht rund um den Globus durch den steigenden Bedarf an grüner Energie erhebliches Wachstumspotenzial. Die Nordex Group will sich als ein Top-3-Player in der globalen Windindustrie etablieren und profitabel wachsen. Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur in ökonomischer Hinsicht ein zentraler Wert für das Unternehmen, sondern bestimmt auch das ökologische und soziale Handeln – und geht somit weit über ein umweltfreundliches Produkt- und Dienstleistungsangebot hinaus.
Die Entwicklung, Herstellung und Wartung von Windenergieanlagen ist seit gut 35 Jahren die Kernkompetenz und Leidenschaft der Nordex Group. Dabei konzentriert sich Nordex vollständig auf das Segment Onshore-Wind. Das Unternehmen ist sowohl in der Produktion und Beschaffung als auch im Vertrieb und Service bei Projekten jeder Größenordnung weltweit präsent. Das Unternehmen fokussiert sich auf technologiegetriebene, profitable und offene Märkte, weshalb China als einziger Volumenmarkt nicht zum Vertriebsgebiet gehört. Dieses klar definierte Profil bildet auch zukünftig die Grundlage für die unternehmerische Ausrichtung.
Die Märkte werden aber auch zukünftig nicht unerheblich durch politische Entscheidungen beeinflusst, die die Nachfrage temporär spürbar schwanken lassen können, z.B. durch das Auflegen, Umstellen oder Auslaufen von Förderprogrammen oder gesetzlichen Vorgaben. Dies bedeutet für alle Marktteilnehmer eine große Herausforderung in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit der Unternehmensorganisationen. Die Nordex Group ist mit ihrer internationalen und weltoffenen, zugleich aber auch mittelständisch geprägten Unternehmensphilosophie sehr flexibel, um sich schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen. Diese Beweglichkeit ist ein strategisches Kernelement der Nordex Group. Weitere Kernkompetenzen bestehen in der Innovationskraft (F&E), Effizienz sowie einer hohen Qualität der Produkte, der Installationsaktivitäten sowie des Services. Erfolgsentscheidend sind neben einer globalen Aufstellung zudem ein hocheffizientes, auf das Kundeninteresse zugeschnittenes Produktportfolio und eine solide Finanzstruktur.
Trotz der in den letzten Jahren sehr herausfordernden äußeren Einflüsse auf das operative Geschäft, etwa dem Marktumbruch durch neue Förder- und Projektvergabesysteme, die Corona-Pandemie, aber auch tarifäre Handelshemmnisse, hat die Nordex Group intern erhebliche strategische Fortschritte erzielt: Die Delta4000-Plattform – mit inzwischen sechs verschiedenen Produktvarianten – wurde erfolgreich weiterentwickelt. Dazu hat die Nordex Group ihre Lieferkette auf die Anforderungen an ein global agierendes Unternehmen ausgerichtet. Zudem konnte die Finanzierungsstruktur insbesondere 2020 umfassend neu aufgestellt und gestärkt werden.
Damit schuf das Unternehmen wesentliche Voraussetzungen, um künftig die attraktiven Marktchancen und die operativen Potenziale für eine nachhaltig höhere Profitabilität besser heben zu können. Darauf aufbauend hat der Vorstand der Nordex Group die Unternehmensstrategie, die sich in den skizzierten bisherigen Fortschritten niederschlägt, im Berichtsjahr weiterentwickelt und dabei auch konkrete Mittelfristziele für das Jahr 2022 formuliert. Diese lauten:
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Diese Ziele basieren auf verschiedenen für die Nordex Group relevanten externen und internen Treibern und einem für die Umsetzung aufgesetzten umfassenden Unternehmensprogramm, in dem wichtige Initiativen zur weiteren Verbesserung des operativen Geschäfts des Konzerns zusammengefasst sind. Die Erreichung der ökonomischen Ziele findet durchgehend in Übereinstimmung und verknüpft mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie 2019 bis 2021 der Nordex Group statt. Ohne eine effiziente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Konzerns ist auch kein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg denkbar. Die unternehmerische Verantwortung der Nordex Group wird im nachfolgenden Abschnitt erläutert, die ausführliche Darstellung der Nachhaltigkeitsstrategie enthält der separate Nachhaltigkeitsbericht 2020.
Zu den externen Treibern und Langfristfaktoren zählt der weltweit unumkehrbare Trend hin zu einer regenerativen Energieerzeugung. Die Bedeutung des Klimawandels ist – auch in Zeiten der Coronakrise – im Bewusstsein der Menschen und wichtiger Entscheidungsträger in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Viele staatliche Konjunkturprogramme, die gegenwärtig diskutiert und beschlossen werden, beschleunigen voraussichtlich die Digitalisierung sowie die Mobilitätswende und den Umbau der Energieversorgung. Darüber hinaus hat sich der neu gewählte US-Präsident Joe Biden zum Pariser Klimaabkommen bekannt, wodurch neue Impulse zu erwarten sind. Weltweit haben sich zahlreiche Länder ehrgeizige Klimaziele gesetzt und investieren in eine klimafreundlichere Infrastruktur, deren Kern die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist.
Für die Nordex Group sind verschiedene klimapolitische Konzepte und gesetzliche Vorgaben der Europäischen Union (EU) von besonders großer Bedeutung. Dazu zählen der Weg zu Klimaneutralität bis 2050 sowie der European Green Deal. Dieser ist u.a. auf eine Nullemissionswirtschaft sowie saubere, verlässliche und bezahlbare Stromversorgung ausgerichtet. Ferner treibt die Politik in Deutschland mit der für 2021 beschlossenen EEG-Reform (Erneuerbare-Energien Gesetz) auch den zuletzt stockenden Ausbau der Windenergie wieder voran. Dabei sind hier 2021 weitere Aktivitäten zu erwarten. Weitere nationale und regionale Maßnahmen wie das sogenannte Investitionsbeschleunigungsgesetz in Deutschland setzen darüber hinaus substanzielle Impulse. Initiativen wie das Projekt "NEW 4.0 – Norddeutsche Energiewende", das einen Entwicklungspfad mit Ziel legt, die Modellregion Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2035 zu 100% mit regenerativem Strom zu versorgen, liefern weitere wichtige Beiträge für die mittel- und langfristige Einbindung der Windkraft in die Energieversorgung.
Ein zusätzlicher Baustein, der die Marktentwicklung in dem für die Nordex Group relevanten Bereich der Windparks an Land beleben und treiben wird, ist das sogenannte Repowering. Allein in Deutschland fallen in den kommenden drei Jahren etwa 10.000 Onshore-Windenergieanlagen aus der Förderung und erreichen großteils auch das Ende der technischen Nutzungsdauer. Sie müssen vollständig zurückgebaut und dann durch moderne, wesentlich effizientere Anlagen ersetzt werden. Auf derselben Fläche kann die Stromerzeugung dann mit einer geringeren Anzahl an größeren Neuanlagen um ein Vielfaches gesteigert werden. Mit der Delta4000-Plattform
| Externe Treiber | Nordex Group – Strategische Eckpfeiler | Nordex Group – Ziele bis 2022 |
|---|---|---|
| Internationales Klimaabkommen |
Starke Marktposition und zur Ergebnisverbesserung |
~ 5 Mrd. EUR Umsatz |
| Europäischer "Green Deal" | Unternehmensprogramm hohes Order-Momentum Wettbewerbsfähiges Transformation der |
8 % EBITDA-Marge |
| Neue US-Regierung | Produktportfolio Lieferkette |
|
| Repowering | > 6 GW Produktionskapazität |
eröffnen sich für Nordex hier attraktive Chancen. Erhebliches Potenzial für Repowering besteht mittelfristig außerdem unter anderem in den USA, Dänemark, Spanien und Indien.
Neben diesen externen Makro- und Langfristtreibern, die der Nordex Group große Marktchancen eröffnen und die Nachfrage stimulieren werden, setzt das Unternehmen insbesondere auf eigene Stärken und interne Verbesserungspotenziale, um die angestrebten strategischen Ziele zu erreichen. Strategisch und operativ werden dabei bis zum Jahr 2022 die folgenden vier Themenbereiche fokussiert, um das angestrebte, beschleunigte profitable Wachstum des Konzerns in den kommenden Jahren umzusetzen:
außerhalb Europas aufgebaut. Vorteile des Ausbaus der Produktion in Indien sind substanzielle Volumensteigerungen und signifikante Kosteneinsparungen. Dies wird die Wettbewerbsfähigkeit der Nordex Group mittelfristig stärken und bereits 2022 die operative Marge des Konzerns sichtbar anheben.
› Unternehmensweites Verbesserungsprogramm: Der Vorstand hat ein umfassendes Unternehmensprogramm aufgelegt, das sich aus mehreren Modulen und Schlüsselinitiativen zusammensetzt. Einige dieser Initiativen wurden bereits Ende 2020 gestartet, andere neu initiiert. Sie tragen sämtlich dazu bei, Kostenersparnisse zu schaffen und zu sichern sowie Effizienz und Umsätze zu steigern. Ende 2022 soll der volle Effekt dieses Programms sichtbar sein.
Der konsequente Fokus auf diese vier Elemente versetzt die Nordex Group in die Lage, ihre Marktchancen zu nutzen und den Umsatz wie auch vor allem die Ertragskraft erheblich und nachhaltig zu steigern. Dies skizziert zugleich den Pfad hin zu den angestrebten Mittelfristzielen für das Jahr 2022 und für das Ziel einer nachhaltig profitableren Organisation.
Der Fokus der Unternehmensstrategie liegt weiterhin auf der Verbesserung der Profitabilität. Dafür wurden einige der bestehenden Initiativen bestätigt und weitergeführt, einige neue wurden zusätzlich definiert und gestartet. Bestehende und neue strategische Initiativen wurden 2020 unter dem Dach des unternehmensweiten Verbesserungsprogramms gebündelt. Alle Initiativen werden von Mitgliedern des Nordex-Managements verantwortet. Ein internes Team von erfahrenen Führungskräften leitet das Programm, unterstützt die einzelnen Initiativen und macht den Fortschritt transparent. Um die Zielerreichung sicherzustellen, finden regelmäßige wöchentliche Steering Committees mit dem Vorstand statt.
Alle strategischen Initiativen sind auf eine erfolgreiche Entwicklung der Nordex Group ausgerichtet, d. h. die Position des Unternehmens im globalen Wettbewerb weiter zu festigen und somit auch den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Entwicklung wird über bestimmte finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen gemessen, die wiederum bei der anreizbasierten Vergütung des Managements berücksichtigt werden. Auf diese Weise stellt das Unternehmen eine dauerhafte und erfolgreiche Implementierung seiner Strategie sicher.
Das Finanzmanagement der Nordex Group zielt insbesondere auf die Sicherung der Liquidität und die jederzeitige Finanzierungssicherheit des Unternehmens ab. Dabei ist das Working Capital die zentrale Steuerungsgröße. Die laufenden Investitionen in Sachanlagen sollen grundsätzlich aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Am Jahresende 2020 verfügte die Nordex Group über liquide Mittel in Höhe von EUR 778,4 Mio.
Im Berichtsjahr 2020 hat die Nordex Group ihre Finanzierung umfassend auf ein starkes Fundament gestellt. Zum einen hat die Nordex Group die Garantiekreditlinien über ein Volumen von EUR 1,24 Mrd. mit einem internationalen Konsortium aus 21 Banken und Versicherungen um mindestens drei Jahre bis zunächst April 2023 verlängert. Es bestehen zwei Optionen zu einer jeweils jährlichen Verlängerung. Zum anderen wurde das europäische Projektentwicklungsportfolio an den Energiekonzern RWE verkauft und dabei ein Verkaufserlös in Höhe von EUR 402,5 Mio. vor Kosten und Steuern generiert. Darüber hinaus konnte eine Unterstützung aus dem Corona-Bürgschaftsprogramm durch den Bund und die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in Form einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von EUR 350 Mio. realisiert werden (von denen inzwischen bereits wieder EUR 100 Mio. zurückgeführt wurden). In diesem Zusammenhang hat die Nordex Group über ein Gesellschafterdarlehen des Hauptaktionärs Acciona S.A. auch die Refinanzierung des Schuldscheindarlehens im April 2021 bereits verbindlich gesichert. Mit diesem umfassenden Maßnahmenbündel konnte die Nordex Group 2020 ihre Fremdkapitalstruktur substanziell verbessern.
Schließlich hat das Unternehmen mit einer Barkapitalerhöhung auch die Eigenkapitalbasis gestärkt. Im Dezember 2020 wurden aus dem genehmigten Kapital ausschließlich bei institutionellen Anlegern 10,7 Mio. neue Aktien gegen Bareinlage zu EUR 18,90 je Aktie platziert. Damit ist der Nordex Group ein Bruttoerlös von EUR 201,6 Mio. zugeflossen.
Die gesicherte kurz-, mittel- und langfristige Finanzierung, die weiter gestärkte Kapitalstruktur sowie der Cashflow und die verfügbare Liquidität gewährleisten die Handlungsfähigkeit der Nordex Group in einem anspruchsvollen Marktumfeld und sichern das geplante beschleunigte Wachstum und die Initiativen zur Verbesserung von Effizienz und Profitabilität ab.
Die Nordex Group steuert den gesamten Konzern und ihre operativen Organisationseinheiten auf Basis von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen. Dabei bilden alle Leistungsindikatoren gemeinsam die Basis für das Berichtswesen gegenüber dem Management, Vorstand, Aufsichtsrat und Anteilseignern. Sie werden ferner für die anreizbasierte Vergütung genutzt. Auf Konzernebene sind die wichtigsten Leistungsindikatoren:
Diese Leistungsindikatoren werden zum Teil nur für den Konzern und nicht für die Segmente erhoben, weil eine Teilung nicht sinnvoll ist bzw. die Aussagekraft des Leistungsindikators ihre Bedeutung verliert. Sie ermöglichen zusammen eine gründliche Beurteilung der aktuellen und auch zukünftigen Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus verschaffen sie einen zusammenfassenden Überblick über den Kapitalbedarf des Konzerns.
Ferner nutzt das Unternehmen zusätzliche spezifizierende finanzielle Kennzahlen, um die Entwicklung der Auftragslage und der Vermögens- und Ertragslage zu untersuchen. In der Produktion (Produktionsleistung Turbinen bzw. Rotorblätter), im Projektmanagement (Errichtungsleistung) und beim Service (Verfügbarkeit der Anlagen) werden spezifische nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eingesetzt. Diese Kennzahlen unterstützen den Vorstand und die Führungskräfte bei der Steuerung des Unternehmens und geben Auskunft über die aktuelle Unternehmensentwicklung. Sie sind nicht Bestandteil der extern publizierten Prognose, werden jedoch in der Regel in die quartalsweise Berichterstattung einbezogen.
| Geschäft | |
|---|---|
| Produktionsleistung Turbinen | |
| Produktionsleistung Rotorblätter |
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| Errichtungsleistung | |
| Anlagenverfügbarkeit | |
| Auftragseingang / -bestand Projekte |
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| Auftragseingang / -bestand Service |
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Die Steuerung der Nordex Group im Hinblick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ist im nachfolgenden Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" zusammenfassend erläutert. Zugleich wird dort auf den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zur umfassenden Information hingewiesen.
Das Management der Nordex Group hat die Führung und Entwicklung des Unternehmens nachhaltig ausgerichtet. Die relevanten Ziele und Kennzahlen wurden in der aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie 2019 – 2021 festgelegt. Über ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen berichtet die Nordex Group in einem eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht, der in Übereinstimmung mit der Kernoption der Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und zeitgleich mit diesem Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Der im Nachhaltigkeitsbericht 2020 integrierte gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wurde wieder im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geprüft. Dieser Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung" ergänzt den Konzernlagebericht um ausgewählte Aspekte der Unternehmenskultur, der Nachhaltigkeitsstrategie und der Mitarbeiterstruktur.
Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht gemäß §315 b Abs. 3 HGB kann als Teil des Nachhaltigkeitsberichts 2020 auf der Internetseite der Nordex SE unter dem Link ir.nordex-online.com abgerufen werden und ist nicht Bestandteil des Konzernlageberichts.
Die Nordex Group bekennt sich zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei der Nordex Group beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten, sowie mit Nachbarn und Gemeinden. Die Nordex Group hatte bereits 2015 die Abteilung Sustainability Management etabliert, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen zielgerichtet zu steuern und den steigenden Informationsanforderungen der Stakeholder Rechnung zu tragen. Dieser Bereich verantwortet die strategische Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen und ist im ständigen Austausch mit allen Unternehmensbereichen. In der ersten Nachhaltigkeitsstrategie, die der Vorstand 2015 verabschiedet hat, wurden konkrete Handlungsfelder, Ziele für den Zeitraum bis 2018 und Kennzahlen festgelegt. Über die Zielerreichung gibt der erste Nachhaltigkeitsbericht 2018 detailliert Auskunft. 2018 hat die Nordex Group dann die Nachhaltigkeitsstrategie 2019 – 2021 für die Folgejahre erarbeitet, die den Rahmen für verantwortungsvolles Handeln in allen Bereichen des Unternehmens bildet. Die Entwicklung der aktuellen Strategie basierte auf einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse, bei der sowohl interne als auch externe Stakeholder einbezogen wurden. Sie stellt die konsequente konzernweite Fortsetzung der Verfolgung von Nachhaltigkeitsthemen und -zielen dar und wird in den Nachhaltigkeitsberichten 2019 und 2020 erläutert.
Die Unternehmenskultur der Nordex Group basiert auf Werten, Grundsätzen und Verhaltensstandards, die in den allgemeinen Nordex-Leitlinien, den bereichs- und themenspezifischen Unternehmensrichtlinien und insbesondere im Verhaltenskodex der Nordex Group festgelegt sind. Dieser ist für die gesamte Nordex Group bindend und von jedem Mitarbeiter in Form einer Einverständniserklärung zu unterzeichnen. In Übereinstimmung mit dem Verhaltenskodex sind die ethischen Leitlinien des UN Global Compact und der OECD handlungsleitend bei sämtlichen Aktivitäten des Unternehmens. Zudem unterliegen alle Entscheidungen bei der Nordex Group der weltweiten Achtung der Menschenrechte. Global Compliance, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Diskriminierung sowie zur Förderung der Diversität sind fest im Unternehmen verankert.
Mit der aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie 2019 – 2021 priorisiert die Nordex Group auf Basis einer Wesentlichkeitsanalyse die folgenden fünf Handlungsfelder des Nachhaltigkeitsmanagements:
Trotz der Coronavirus-Pandemie hat die Nordex Group 2020 die Produktion und das Installationsvolumen im Vorjahresvergleich deutlich gesteigert. Der Personalbestand erhöhte sich deutlich, am 31. Dezember 2020 wurden konzernweit 8.527 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2019: 6.880). Zudem wurden zu diesem Stichtag 461 Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer beschäftigt (2019: 618). Die durchschnittliche feste Mitarbeiterzahl lag im Berichtsjahr bei 7.907 (2019: 6.362). Der Stellenaufbau erfolgte insbesondere in der Produktion von Maschinenhäusern und Türmen, dem Projektmanagement und im Servicebereich. Regionaler Schwerpunkt war dabei Europa, vor allem Spanien und Deutschland. Darüber hinaus wurde die Belegschaft in Nord- und Südamerika und in Asien ausgebaut.

Zum Jahresende 2020 waren 35% der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt (2019: 36%). Aufgrund des umfangreichen Personalaufbaus in Spanien stieg der Anteil an den Mitarbeitern der Nordex Group im Berichtsjahr auf 23% (2019: 17%). Auf das übrige Europa entfielen weitere 16% (2019: 17%). In Nord- und Südamerika waren Ende des Berichtsjahres 21% der Mitarbeiter beschäftigt (2019: 24%). In Asien, Afrika und Australien arbeiteten 5% (2019: 6%) der Mitarbeiter.

In den Bereichen Produktion und Einkauf Rotorblätter, Maschinenhäuser und Türme waren 2020 insgesamt 40% der Mitarbeiter tätig (2019: 39%), in den Bereichen Service und Vertrieb zusammen 32% (2019: 33%). Auf die Bereiche Engineering und Projektmanagement entfielen 2020 insgesamt 18% der Mitarbeiter (2019: 16%). In administrativen Bereichen waren 10% der Mitarbeiter tätig (2019: 12%). Diese Verteilung nach Funktionsbereichen verdeutlicht die starke Technologieausrichtung des Unternehmens und die enge Kundenbindung vor allem durch den Service.
Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft lag zum Jahresende 2020 bei im Vergleich zum Vorjahr unveränderten 16%, im Bereich Administration waren es 48% (2019: 43%). 2020 arbeiteten 95% der festen Mitarbeiter in Vollzeit (2019: 94%). 81% der Mitarbeiter verfügten über einen unbefristeten Arbeitsvertrag (2019: 89%).
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Gesamtzahl Mitarbeiter | 8.527 | 6.880 |
| Nach Geschlecht | ||
| Männlich | 84% | 84% |
| Weiblich | 16% | 16% |
| Nach Alter | ||
| Alter unter 30 Jahre | 22% | 22% |
| Alter 30–50 Jahre | 66% | 67% |
| Alter über 50 Jahre | 12% | 10% |
| Nach Arbeitszeitmodell | ||
| In Vollzeit | 95% | 94% |
| In Teilzeit | 5% | 6% |
| Nach Vertragsart | ||
| Mit unbefristeten Verträgen | 81% | 89% |
| Mit befristeten Verträgen | 19% | 11% |
Effiziente Windenergieanlagen, die über ihre gesamte Nutzungsdauer eine kostengünstige Stromerzeugung ermöglichen, sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Nordex Group. Daher spielt die systematische und ganzheitliche Reduzierung der Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen für alle Windklassen und für alle adressierten Märkte eine bedeutende Rolle bei der Produktentwicklung. Ein wichtiger Teil der Entwicklungsaktivitäten ist es darüber hinaus, die Marktfähigkeit der Produkte in Bezug auf Genehmigungsund Netzanschlussfähigkeit in den Zielmärkten kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Serienprodukten, in Einzelfällen werden auch projektspezifische Lösungen und Anpassungen entwickelt. Die F&E-Aktivitäten umfassen auch Innovationen bei den Fertigungs-, Logistik- und Serviceprozessen. Die Nordex Group beteiligt sich zudem an Projekten, die sich mit der Netzintegration erneuerbarer Energien befassen.
Im Bereich Engineering der Nordex Group waren zum Jahresende 2020 konzernweit 613 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2019: 588 Mitarbeiter) tätig. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind an den Standorten Rostock und Hamburg (Deutschland) sowie Pamplona (Spanien) angesiedelt. Außerdem befasst sich das Nordex Blade Technology Centre in Kirkeby (Dänemark) mit Innovationen im Bereich Rotorblatt und den dazugehörigen Fertigungstechnologien. Im Zuge der Fokussierung des Produktangebots auf eine globale Plattform, die Delta4000-Baureihe, fasste das Unternehmen auch die ursprünglich separat an den unterschiedlichen Plattformen arbeitenden Entwicklungsteams zusammen. Damit bündelt die Nordex Group ihre gesamten Kapazitäten und Erfahrungen effizient zur Weiterentwicklung einer Turbinenplattform.
Die bilanzierten Entwicklungsaufwendungen lagen zum Stichtag 31. Dezember 2020 bei EUR 166,7 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 188,5 Mio.). Neu wurden dabei im Geschäftsjahr 2020 Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 24,7 Mio. (2019: EUR 27,8 Mio.) aktiviert. Die Zugänge umfassen insbesondere die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe und darüber hinaus auch die AW3000-Plattform. Sie enthalten Fremdkapitalkosten in Höhe von EUR 1,4 Mio. (2019: EUR 1,0 Mio.) zu einem Finanzierungssatz von 4,52% (2019: 4,48%). Darüber hinaus fielen im Berichtsjahr weitere Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 23,0 Mio. (2019: EUR 21,7 Mio.) an, die nicht die Kriterien für eine Aktivierung erfüllen und somit erfolgswirksam erfasst wurden. Die Aktivierungsquote liegt dementsprechend bei 51,84% (2019: 56,22%). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen lagen im Geschäftsjahr 2020 bei EUR 46,4 Mio. (2019: EUR 45,8 Mio.).
Die Weiterentwicklung der Delta4000-Baureihe insbesondere im Hinblick auf künftige weitere Turbinenvarianten bildete den Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeiten im Geschäftsjahr 2020. Dies umfasst beispielsweise die Entwicklung sowie den Test neuer Rotorblatttypen, die Verwendung neuer Materialien in der Blattproduktion und die Entwicklung neuer Turbinenvarianten mit erhöhter Nennleistung. Auch die Implementierung von Maßnahmen zur Senkung der Stromgestehungskosten von bestehenden Turbinentypen findet kontinuierlich statt. Das 2019 neu eingeführte Betriebsführungssystem Nordex OS™ SCADA EDGE wird ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt und um neue Applikationen ergänzt. Nordex OS™ SCADA EDGE basiert auf einer gemeinsam mit der Software AG und deren Cumulocity IoT-Lösung entwickelten IIoT-Plattform (Industrial Internet of Things). Die Steuerungs- und Visualisierungssoftware (SCADA) steuert und regelt die einzelne Windturbine und den ganzen Windpark, damit ein maximaler Ertrag erzielt wird. Dabei ermöglicht etwa die neue Applikation ART (Availability Reporting Tool) die Kalkulation der Windpark-Verfügbarkeit und nutzt dafür standardisierte Echtzeit-Zugänge zu den unterschiedlichsten Daten der Windenergieanlagen.
Nachdem das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) Ende 2019 erstmals in China auftrat und nicht eingedämmt werden konnte, verbreiteten sich die Infektionen ab Anfang 2020 weltweit sehr schnell. Die von nahezu jedem Staat verordneten und massiven Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie führten zunächst im Frühjahr 2020 zum Stillstand des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft. Trotz einiger Lockerungen im Sommer blieben die Einschränkungen erheblich. Die internationale Konjunktur konnte sich dennoch vom Tiefpunkt aus erholen. Diese Entwicklung schwächte sich zum Jahresende 2020 wieder ab, weil im Zuge einer zweiten Infektionswelle neue harte Lockdowns verordnet wurden. Die Weltwirtschaft rutschte 2020 somit in eine tiefe Rezession. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung um 3,5% geschrumpft (2019: +2,8%). Dieser Einbruch war allerdings weniger ausgeprägt als unterjährig befürchtet.
So konnte sich China als einzige große Volkswirtschaft aufgrund massiver staatlicher Maßnahmen zur Kontrolle der Infektionen und zur Stimulierung der Wirtschaft erfolgreich gegen eine Rezession stemmen (BIP +2,3%). Davon haben andere Schwellenländer in der Region wie auch die Industriestaaten über robuste Exporte profitiert. Um die gravierenden Folgen für ihre Bevölkerung und die Wirtschaft abzufedern, haben die meisten Regierungen höhere Schulden in Kauf genommen und Stabilisierungspakete in Rekordhöhe aufgelegt. Außerdem blieb die Geldpolitik mit wenigen Ausnahmen (Argentinien, Türkei) sehr expansiv ausgerichtet. In den Industrieländern ist die Wirtschaftsleistung 2020 um 4,9% geschrumpft (2019: +1,6%), in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 2,4% (2019: +3,6%).
In den Kernmärkten der Nordex Group ist die Konjunktur in diesem Umfeld zum Teil sehr stark eingebrochen. So kam die Binnennachfrage in Deutschland – mit Ausnahme der Bauwirtschaft – spürbar unter Druck. Der private Verbrauch wurde erheblich von den Lockdowns belastet. Die Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück und die Exporte sind sehr stark zurückgefallen. Somit ist die deutsche Wirtschaft laut dem Statistischen Bundesamt 2020 um 5,0% geschrumpft (2019: +0,6%). Im Euroraum betrug der Rückgang des BIP (Bruttoinlandsprodukt) gemäß den ersten offiziellen Daten 6,8% (2019: +1,3%). Spanien (–11,1%), Frankreich (– 9,0%) und Italien (– 9,2%) sind nach Schätzungen des IWF überdurchschnittlich stark unter Druck geraten.
Die USA waren durch die hohen Infektionszahlen sehr stark belastet. Privatkonsum und Investitionstätigkeit sind eingebrochen, besonders im Bereich der Ausrüstungen. Die US-Wirtschaftsleistung ist um 3,5% gesunken. Auch Kanada ist in die Rezession gerutscht. In diesem Umfeld war Mexiko stark rückläufig. Trotz Verhinderung des Staatsbankrotts ist Argentiniens Wirtschaft zweistellig abgerutscht. In Brasilien blieben die Einbußen in der Wirtschaft eher moderat (– 4,5%), obwohl die Infektionszahlen explodiert sind. Dagegen litt Indiens Wirtschaft sehr stark unter den Einschränkungen des Lockdowns (– 8,0%).
Die US-Notenbank (FED) hat die Leitzinsen bereits im März 2020 in zwei Schritten auf 0,00% bis 0,25% gesenkt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) agierte sehr expansiv. Neben der anhaltenden Nullzinspolitik hat sie ein Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere (PEPP, Pandemic Emergency Purchase Programme) in Höhe von insgesamt EUR 1,85 Billionen aufgelegt. Im Jahresverlauf 2020 gewann der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert. Bezogen auf den Jahresendkurs 2020 von USD 1,2225 wurde der Euro im Berichtsjahr um 8,8% aufgewertet.
Trotz des schwachen Konjunkturumfelds haben sich wichtige Rohstoffe 2020 zum Teil verteuert. Laut dem IWF waren Nicht-Öl-Rohstoffe durchschnittlich 6,7% teurer als im Vorjahr (2019: +0,8%). Die Preise wichtiger Rohstoffe, die für den Bau von Windenergieanlagen benötigt werden, erhöhten sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte signifikant. Auf US-Dollar-Basis stiegen die Stahlpreise (Hot Rolled Coils) ab August deutlich auf Jahressicht um 70,9%, während sich Kupfer nach einem Tiefstkurs im März auf Jahressicht um 25,8% verteuerte. Die Nordex Group sichert sich den Preis der jeweils benötigten Rohstoffe bereits unmittelbar nach Vertragsabschluss. Schwankungen in den Rohstoffpreisen haben daher insgesamt einen geringen Einfluss auf die Ergebnismargen.
Die Entwicklung fossiler Energieträger sowie landesspezifischer Strompreisniveaus können generell Einfluss auf die Investitionsentscheidungen über neue Windparks oder die Ausgestaltung staatlicher Rahmenbedingungen haben. Infolge des pandemiebedingt starken Einbruchs der Weltwirtschaft sind die Ölpreise 2020 trotz reduzierter Fördermengen weiter gefallen. Nach Angaben des IWF verlor der Ölpreis 2020 etwa ein Drittel auf durchschnittlich USD 41,29 (UK Brent, Dubai Fateh, WTI). Bei typischerweise drastischen kurzfristigen Schwankungen entwickelten sich die Großhandelspreise für Grundlaststrom in Deutschland auf Jahressicht relativ stabil. Der Index Epex Spot Germany (ehemals Phelix-Baseload) lag am Jahresende 2020 bei 48,40 EUR/MWh, im Jahresdurchschnitt lag der Preis bei 30,52 EUR/MWh (2019: 37,66 EUR/MWh).
Politische Rahmenbedingungen bestimmen wesentlich das Geschäft der Nordex Group. Sie sind je nach Region und Land durch Klimaschutzziele, spezifische nationale Regelungen und Ausbaupläne unterschiedlich ausgeprägt. Diese Bedingungen geben einen Rahmen für den Ausbau von Kraftwerken im Bereich der regenerativen Energien vor. Staatliche Impulse, beispielsweise in Form von Subventionen, Steuervergünstigungen oder Gesetzesvorgaben zur regenerativen Energieerzeugung oder Minderung von Schadstoffemissionen durch fossilen Energieeinsatz, haben den Einsatz der Windenergie in der Vergangenheit wesentlich gefördert. Aus globaler Sicht bilden die auf den UN-Klimakonferenzen beschlossenen Übereinkommen den Rahmen für die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen: wegweisend das Kyoto-Protokoll von 1997, das Übereinkommen von Paris 2015 und die Folgekonferenzen zuletzt mit der COP25 im Dezember 2019 in Madrid.
In den meisten Märkten dominieren Auktionsverfahren die staatliche Vergabe von Einspeisetarifen. Diese Auktionen sind länderspezifisch sehr unterschiedlich ausgestaltet. Grundsätzlich gilt jedoch immer, dass sich Projektentwickler mit ihren Windparkprojekten und den für sie niedrigsten darstellbaren Stromabgabepreisen um einen Zuschlag bewerben können. Die Datenbank von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) erfasst für das Jahr 2020 weltweit die Zuteilung von neuen Onshore-Wind-Kapazitäten per Auktionsverfahren in Höhe von 20 GW nach 15 GW im Jahr 2019. In Deutschland litten die 2020 durch die Bundesnetzagentur durchgeführten Auktionen für Windenergie an Land wie schon im Vorjahr unter einem Mangel an genehmigten Projekten, sodass sechs von sieben Auktionsrunden meist sehr deutlich unterzeichnet waren. Lediglich die letzte Auktion im Dezember war überzeichnet. Ob sich damit jedoch eine Wende abzeichnet, bleibt allerdings abzuwarten.
Darüber hinaus existieren auch nach wie vor weitere Systeme zur Förderung erneuerbarer Energien und insbesondere von Onshore-Windkraft – wie in den USA die Förderung über Steuergutschriften (PTC). Vielfach werden Großprojekte auch ganz ohne staatlich garantierte Einspeisetarife vor allem über Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) oder private Auktionen verwirklicht. Solche Projekte werden beispielsweise regelmäßig in Nord- und Südamerika sowie Skandinavien umgesetzt.
Die Windenergie ist ein Haupttreiber der regenerativen Stromerzeugung und spielt eine Schlüsselrolle in der international angestrebten Energiewende. China und die USA unterstützen durch Subventionen die dominierenden Einzelmärkte, die zurzeit sogar eine Sonderkonjunktur erleben. Dort wurden 2020 zahlreiche Projekte beschleunigt vorangetrieben, um sie fristgerecht vor dem Ablauf von Förderprogrammen an das Netz anzuschließen. In den USA legten die Onshore-Neuinstallationen daher 2020 um gut 30% auf rund 12 GW zu.
Unabhängig davon hat die Windenergie ihre Wettbewerbsfähigkeit gestützt auf einen erheblichen technologischen Fortschritt in den letzten Jahren deutlich gestärkt und kann daher mittlerweile in windreichen Regionen auch ohne Subventionen mit anderen Technologien zur Stromerzeugung konkurrieren. Daher operieren viele Märkte bereits subventionsfrei. Die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie treibt die Nachfrage stark an. Weltweit befindet sich der Markt klar auf einem Wachstumskurs, auch im Pandemiejahr 2020.
So wurden 2020 die ursprünglichen Markterwartungen (76,1 GW Neuinstallationen) nur leicht verfehlt, obwohl die Lockdowns und strengen Kontaktregeln zeitweise zu deutlichen Störungen in der Lieferkette und bei der Errichtung von Windenergieanlagen geführt und so den Onshore-Markt erheblich belastet hatten. Nach der im November 2020 unter Berücksichtigung der Pandemie aktualisierten Prognose des Global Wind Energy Council (GWEC) dürften die globalen Neuinstallationen (onshore und offshore) 2020 stark um 18% auf 71,3 GW gestiegen sein (2019: 60,3 GW). GWEC betrachtet den positiven mittelfristigen Wachstumstrend der Windenergiebranche damit unverändert als intakt. Im Onshore-Bereich sind die Neuinstallationen weltweit letztlich sogar um 19,6% auf 64,8 GW gestiegen.
In einigen großen Windmärkten kam es aber gegen den Trend zu einem Marktrückgang, unter anderem in Indien. Zum einen sind Landakquisition, Netzanschluss und Genehmigungen dort herausfordernd. Zum anderen hatten die Pandemie sowie Marktverwerfungen im Zusammenhang mit Auktionen den indischen Markt spürbar gedrückt. Das Niveau der Neuinstallationen an Land ist in Indien um ein Drittel auf 1,6 GW eingebrochen. Auch in Europa wurde die Entwicklung 2020 durch die Lockdowns belastet. Das Niveau der Onshore-Neuinstallationen ist um 5% auf 11,1 GW (2019: 11,7 GW) gesunken. Dabei waren die Märkte in Frankreich (–23% auf 1,0 GW) und Spanien (–17% auf 1,9 GW) stark rückläufig, aber in Deutschland sind die Installationsaktivitäten mit 1,2 GW im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2019: 1,1 GW). Sehr starkes Wachstum verbuchten die Windmärkte in Lateinamerika. Dort sind die Onshore-Neuinstallationen nach GWEC-Einschätzung 2020 um gut die Hälfte auf 5,7 GW angewachsen. Brasilien, Mexiko, Chile, Argentinien und Kolumbien sind hier die wichtigsten Märkte. In Brasilien wurde der Kapazitätsausbau 2020 mit 2,0 GW nach 0,7 GW im Vorjahr mehr als verdoppelt, unterstützt nicht zuletzt durch die steigende Anzahl von Projekten mit privaten Stromlieferverträgen (PPAs).
Die weltweite Ausbreitung der Corona-Pandemie sowie die damit verbundenen Lockdowns und resultierenden Belastungen für Menschen und Gesamtwirtschaft stellten auch für die Nordex Group die dominierenden externen Einflussfaktoren 2020 dar. Sie haben u.a. die Umsetzung und Abwicklung der laufenden Projekte in vielfacher Hinsicht erschwert.
In diesem Umfeld sind aber zwei Themenkomplexe als wesentlich herauszustellen, die die Nordex Group zugleich substanziell gestärkt haben. Erstens die kontinuierlich starke Auftragsentwicklung und zweitens ein gesamtheitliches Paket erfolgreicher Finanzierungsmaßnahmen. Beides sind große Erfolge sowie Katalysatoren für die Erreichung der strategischen Ziels für Umsatz und Profitabilität 2022 (siehe Kapitel Strategie, Seite 30). Im Einzelnen sind dies:
Die Nordex Group hat 2020 zahlreiche bedeutende Aufträge für neue Windparkprojekte in Europa, Lateinamerika und den USA gewonnen. Besonders die Nachfrage nach der Delta4000, die von hoher Bedeutung für die zukünftige Profitabilität der Nordex Group ist, war sehr hoch. Auf diese Baureihe entfällt der mit großem Abstand dominierende Teil aller neuen Aufträge. Der Bestelleingang zog im Volumen deutlich an und das Momentum blieb bis Jahresende hoch. Nähere Informationen zu den wesentlichen Aufträgen sind im Internet im Bereich der Unternehmensmeldungen bei Investor Relations zusammengestellt (ir.nordex-online.com/ websites/Nordex/German/4000/finanzmitteilungen.html).
Im April hat die Nordex Group ihre Garantiekreditlinie in Höhe von EUR 1,24 Mrd. erfolgreich um drei Jahre bis April 2023 verlängert. Es bestehen zwei Optionen zu einer jeweils einjährigen Verlängerung. Die durch ein internationales Konsortium aus 21 Banken und Versicherungen gestellte Garantielinie ermöglicht es Nordex, das Projektgeschäft mit den Kunden mithilfe von üblichen Bankgarantien in den jeweiligen Hauptwährungen abzusichern. Diese Garantielinie wurde unter ESG-Bewertung mit dem Rating "B" als nachhaltig zertifiziert (ISS Oekom). Neben dem "grünen" Schuldscheindarlehen und dem Green Bond verfügt die Nordex Group über ein weiteres nachhaltiges Finanzierungsinstrument.
Im August hat sich Nordex eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von EUR 350 Mio. gesichert. Sie wurde über Corona-Bürgschaftsprogramme vom Bund sowie den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg abgesichert. Der revolvierende Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis 30. April 2022. Bereits vor Jahresende 2020 hat Nordex EUR 100 Mio. aus dieser Kreditfazilität zurückgezahlt.
Unterstützt durch einen entsprechenden Kredit des Hauptaktionärs hat die Nordex Group im August in Verbindung mit dem staatlich abgesicherten Corona-Bürgschaftskredit außerdem frühzeitig verbindliche Vereinbarungen zur Refinanzierung des Schuldscheindarlehens mit Fälligkeit im April 2021 getroffen.
Im November hat die Nordex Group den Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios an RWE abgeschlossen. Mit dieser Transaktion, die unterjährig avisiert wurde, erfolgten sowohl ein konsequenter strategischer Schritt zur Stärkung der Kapitalstruktur und damit der Finanzierung des auf profitables Wachstum ausgerichteten Kerngeschäfts als auch eine zugleich flexible Antwort auf die operativen Corona-Belastungen.
Im Dezember hat die Nordex SE rund 10,7 Mio. neue Aktien unter Ausschluss der Bezugsrechte im Rahmen eines beschleunigten Buchbildungsverfahrens ausgegeben. Die Kapitalerhöhung erfolgte als eine internationale Privatplatzierung ausschließlich bei institutionellen Investoren und war deutlich überzeichnet. Der Mittelzufluss in Höhe von rund EUR 200 Mio. (Bruttoerlös) unterstützt vor allem den zukünftigen Wachstumspfad sowie die strategischen Ziele der Nordex Group für 2022 und stärkt darüber hinaus die Bilanz.
Gestützt auf den hohen Auftragsbestand Ende 2019 und die anhaltend hohe Nachfrage insbesondere nach den Turbinen der Delta4000-Plattform setzte die Nordex Group ihren Wachstumskurs im Jahr 2020 auch in der Produktion fort. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es im Berichtsjahr allerdings immer wieder zu Unterbrechungen in der Produktion, insbesondere in Indien, Mexiko und Spanien. Vor allem hat sich der Ausbau der Blattproduktion in Mexiko verzögert. Hinzu kam die Umstellung der Blattproduktion in Spanien auf die neuen Rotorblatttypen mit der Folge einer zwischenzeitlich geringeren Produktionsleistung. Ferner hat das Unternehmen seine Fertigung von Maschinenhäusern im Rahmen einer projektbezogenen Kooperation in Argentinien im Laufe des Jahres eingestellt. Der wesentliche Schwerpunkt beim Ausbau der Produktion liegt in Indien. Dort will die Nordex Group ihre Kapazitäten auf bis zu 4 GW erhöhen, um den Bedarf auf den internationalen Märkten zu bedienen.
Die Nordex Group erhöhte die Anzahl der montierten Turbinen von 1.388 im Vorjahr um 7,2% auf 1.488 im Berichtsjahr. Dies ergab eine Nennleistung von 5.786 MW, die infolge der durchschnittlich höheren Leistung der Windenergieanlagen um 23,7% über dem Vorjahr von 4.677 MW lag. Die Produktion teilte sich auf in 602 Turbinen der Delta4000-Plattform, 484 Turbinen der AW-Plattform und 402 Turbinen auf die Gamma- und Delta3000-Baureihen.
In den eigenen Werken fertigte die Nordex Group 2020 insgesamt 1.545 Rotorblätter (2019: 1.366 Blätter). Über externe Zulieferer, die die Blätter nach Nordex-Design und -Vorgaben produzieren, bezog das Unternehmen 2.816 Blätter (2019: 2.556 Blätter).
| Turbinen (MW) | Rotorblätter (Stück) | |||
|---|---|---|---|---|
| Produktion | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| Deutschland | 3.264,8 | 1.981,3 | 724 | 465 |
| Spanien | 1.695,8 | 1.677,5 | 163 | 600 |
| Brasilien | 273,7 | 147,0 | – | – |
| Indien | 517,1 | 726,3 | 289 | 234 |
| Mexiko | – | – | 369 | 67 |
| Argentinien | 34,7 | 145,0 | – | – |
| Gesamt | 5.786,0 | 4.677,2 | 1.545 | 1.366 |
Im Jahr 2020 errichtete die Nordex Group in 23 Ländern insgesamt 1.492 Windenergieanlagen und steigerte ihre Installationsleistung um 59,1% (2019: 938 Anlagen in 21 Ländern), obwohl es durch die Covid-19-Pandemie immer wieder zu Störungen in der Projektabwicklung kam. Damit belief sich die Gesamtnennleistung auf 5.461,4 MW (2019: 3.089,7 MW) und verteilte sich auf Basis der MW wie folgt: 46% der Installationen entfielen auf Europa (2019: 44%), 30% auf die USA (Berichtsregion Nordamerika, 2019: 23%) und 19% auf Lateinamerika (2019: 29%). Außerdem installierte die Nordex Group 5% der Anlagen in Indien, Südafrika und Australien (Berichtsregion "Rest der Welt", 2019: 4%).
Erneut zeigten sich die USA als weltweit wichtigster Einzelmarkt der Nordex Group. Hier installierte das Unternehmen im Berichtsjahr 423 Turbinen und verdoppelte seine Errichtungsleistung nahezu (2019: 216 Turbinen). Weitere wichtige Märkte waren Brasilien mit 208 Turbinen (2019: 88 Turbinen), die Türkei mit 107 Turbinen (2019: 27 Turbinen) sowie die europäischen Märkte Niederlande mit 89 Turbinen (2019: 41 Turbinen) und Spanien mit 86 Turbinen (2019: 50 Turbinen). In Deutschland stieg die Anzahl der Errichtungen zwar auf 59 Turbinen (2019: 31 Turbinen), blieb jedoch nach wie vor auf relativ geringem Niveau. In den meisten ihrer Kernmärkte steigerte die Nordex Group somit die Errichtungszahlen im Berichtsjahr deutlich.
| Installierte Leistung (MW) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Land | 2020 | 2019 | ||
| USA | 1.616,1 | 700,0 | ||
| Brasilien | 665,6 | 267,0 | ||
| Türkei | 478,8 | 100,4 | ||
| Niederlande | 326,7 | 147,9 | ||
| Spanien | 283,1 | 162,0 | ||
| Argentinien | 271,5 | 208,2 | ||
| Deutschland | 233,1 | 108,1 | ||
| Schweden | 194,4 | 94,8 | ||
| Ukraine | 180,0 | 50,7 | ||
| Indien | 156,0 | 75,0 | ||
| Frankreich | 147,0 | 222,8 | ||
| Polen | 142,8 | 7,2 | ||
| Finnland | 135,0 | 127,0 | ||
| Kroatien | 119,4 | 130,2 | ||
| Südafrika | 111,5 | 45,0 | ||
| Mexiko | 108,9 | 303,6 | ||
| Griechenland | 101,4 | 27,6 | ||
| Irland | 87,5 | 152,6 | ||
| Italien | 40,8 | 0,0 | ||
| Großbritannien | 24,0 | 0,0 | ||
| Australien | 18,0 | 0,0 | ||
| Belgien | 13,2 | 32,1 | ||
| Luxemburg | 6,6 | 16,5 | ||
| Chile | 0,0 | 111,0 | ||
| Gesamt | 5.461,4 | 3.089,7 |
Die Nachfrage nach Windenergieanlagen der Nordex Group, insbesondere nach der Delta4000-Plattform, lag im Jahr 2020 weiter auf hohem Niveau. Neben den USA und Brasilien entwickelte sich der Bedarf in mehreren europäischen Märkten sehr positiv. Insgesamt erhielt das Unternehmen im Segment Projekte Aufträge aus 20 Ländern mit einem Gesamtwert von EUR 4.218,1 Mio., der in etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag, als Aufträge aus 22 Ländern mit einem Gesamtwert von EUR 4.415,0 Mio. gewonnen wurden. Dabei verteilte sich das Auftragsvolumen geografisch wie folgt: Mit 62% entfiel der Großteil auf Europa (2019: 52%), gefolgt von jeweils 19% in Nordamerika (2019: 26%) und 19% in Lateinamerika (2019: 19%). Aus der Region "Rest der Welt" erfolgten 2020 keine Auftragseingänge. Die wichtigsten Einzelmärkte waren die USA, Brasilien und Deutschland, gefolgt von den weiteren europäischen Märkten Finnland, Frankreich, Großbritannien und Norwegen.
Die Nordex Group erzielte – trotz den Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie – im Berichtsjahr einen Auftragseingang mit einer Nennleistung von 6.019,8 MW (2019: 6.207,5 MW), der erneut die Sechs-Gigawatt-Marke überschritt. Dabei blieb der durchschnittliche Anlagenpreis je Megawatt Leistung mit EUR 0,70 Mio. / MW auf dem Niveau des Vorjahres (2019: EUR 0,71 Mio./MW). Dieser durchschnittliche Verkaufspreis der Anlagen wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt: So machen sich beispielsweise ein hoher Anteil an US-Projekten aufgrund des meist geringeren Leistungsumfangs der Projekte (keine eigenen Errichtungen) oder auch eine große Anzahl an Turbinen mit hoher Nennleistung in einem geringeren Wert bemerkbar, was jedoch keinen Rückschluss auf die Profitabilität der Projekte zulässt.
Im Segment Projekte belief sich die Book-to-Bill-Quote (Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz ohne das Servicegeschäft) für das Geschäftsjahr 2020 auf 1,0 (2019: 1,53) und deutet auf Stabilität bei der Geschäftsentwicklung hin.
Im Segment Projekte besaß die Nordex Group zum Jahresende 2020 einen Bestand an festen Aufträgen in Höhe von EUR 5.298,4 Mio., der 4,3% unter dem Vorjahreswert vom 31. Dezember 2019 lag (EUR 5.533,9 Mio.). Dabei veränderte sich die geografische Aufteilung: Der europäische Anteil belief sich auf 62% nach 52% im Vorjahr. Nordamerika und Lateinamerika kamen auf jeweils 16% (Vorjahr: 19% bzw. 18%) und auf den Rest der Welt entfielen 6% (Vorjahr: 12%).
| Auftragseingang | Auftragsbestand 1 | |||
|---|---|---|---|---|
| Region/EUR Mio. | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| Europa | 2.620,0 | 2.336,9 | 3.298,6 | 2.859,7 |
| Nordamerika | 781,6 | 1.132,0 | 833,0 | 1.060,9 |
| Lateinamerika | 816,5 | 827,8 | 861,8 | 972,6 |
| Rest der Welt | 0 | 118,3 | 305,0 | 640,7 |
| Gesamt | 4.218,1 | 4.415,0 | 5.298,4 | 5.533,9 |
1 Zum 31.12.
Der Auftragseingang im Segment Service lag im Berichtsjahr bei EUR 607,6 Mio. (2019: EUR 695,4 Mio.). Er umfasst dabei gleichermaßen Serviceverträge für Neuanlagen wie auch Vertragsverlängerungen bei ausgelaufenen Verträgen. Der Vorjahreswert fiel aufgrund der Erneuerung eines großvolumigen Servicevertrags in den USA außergewöhnlich hoch aus, was den Rückgang der Service-Aufträge im Jahresvergleich erklärt. Darüber hinaus laufen im Jahr 2020 abgeschlossene Service-Großaufträge in Nordeuropa und Lateinamerika erst ab 2021 und werden daher erst in den Auftragseingang 2021 einfließen. Zum Jahresende 2020 belief sich der Auftragsbestand des Segments auf EUR 2.819,3 Mio., er lag damit 11,1% über dem Vorjahreswert von EUR 2.536,5 Mio. Darin sind alle Verträge für Anlagen enthalten, dies sich am Jahresultimo im aktiven Service befanden. Die Verträge, die zwar abgeschlossen wurden, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt nach der Errichtung der Turbine in Kraft treten, werden bei diesem Leistungsindikator noch nicht berücksichtigt.
Zum 31. Dezember 2020 hatte die Nordex Group weltweit 8.383 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 21,0 GW unter Service (31. Dezember 2019: 7.760 Anlagen mit 19,6 GW). Die Verfügbarkeit der von der Nordex Group im Servicebereich betreuten Anlagen lag im Jahr 2020 über alle Plattformen und Märkte hinweg bei durchschnittlich 97,3% (2019: 97,5%). Damit lagen die ungeplanten Ausfallzeiten der betreuten Anlagen in Summe weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Seit dem Jahr 2018 berichtet die Nordex Group über die Segmente "Projekte" und "Service". Das Segment Projekte umfasst dabei das Geschäft mit neuen Windenergieanlagen sowie die Windparkentwicklung im Bereich Nordex Development. Der Service enthält alle Tätigkeiten, die mit der Betreuung der Anlagen nach Inbetriebnahme zusammenhängen. Umsatzerlöse sowie Aufwendungen und Erträge, die den beiden Segmenten nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden separat als "nicht zugeordnet" ausgewiesen. Im Konzernanhang befindet sich die vollständige Segmentberichterstattung.
Im Berichtsjahr erzielte das Segment Projekte einen Umsatz von EUR 4.217,2 Mio. (2019: EUR 2.844,5 Mio.) und das Segment Service EUR 437,6 Mio. (2019: EUR 403,2 Mio.). Vor nicht zugeordneten Umsätzen und Konsolidierung trugen das Segment Projekte 90,6% und das Segment Service 9,4% zum Konzernumsatz bei.
| Projekte | Service | Konzern | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR Mio. | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| Auftragseingang | 4.218,1 | 4.415,0 | 607,6 | 695,4 | 4.826,0 | 5.110,4 |
| Auftragsbestand | 5.298,4 | 5.533,9 | 2.819,3 | 2.536,5 | 8.117,7 | 8.070,4 |
| Umsatz | 4.217,2 | 2.884,5 | 437,6 | 403,2 | 4.650,7 ¹ | 3.284,6 1 |
| EBIT | 120,4 | 124,5 | 69,2 | 71,4 | –61,8 2 | –19,6 2 |
1 Nach nicht zugeordneten Umsatzerlösen sowie Intrasegment-Konsolidierung
2 Nach nicht zugeordneten Erträgen und Aufwendungen sowie Intrasegment-Konsolidierung
Am 24. März 2020 veröffentlichte die Nordex Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2020, stellte diese in Anbetracht der zu diesem Zeitpunkt bereits eingeleiteten und noch zu erwartenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie jedoch unter Vorbehalt. Der Vorstand erwartete einen gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Konzernumsatz von EUR 4,2 Mrd. bis EUR 4,8 Mrd. Dieser war auf den sehr hohen Auftragseingang aus dem Jahr 2019 in Höhe von 6,2 GW und die damit in der Folge verbundenen signifikant höheren Errichtungen zurückzuführen. Das operative Ergebnis EBITDA wurde mit EUR 160 Mio. bis EUR 240 Mio. prognostiziert. Die breiten Korridore reflektierten zum einen das sehr hohe Aktivitätsniveau, berücksichtigten zum anderen aber auch die damit verbundenen umfangreichen operativen Herausforderungen sowie die Unsicherheiten auf der Produktionsseite.
Darüber hinaus rechnete das Unternehmen mit einer auf den Konzernumsatz bezogenen Working-Capital-Quote im negativen Bereich zum Jahresende 2020 und ging von Investitionen im Berichtsjahr in Höhe von mindestens EUR 140 Mio. aus. In diesem Zusammenhang betonte der Vorstand, dass die finale Höhe der Investitionen von der Marktlage sowie dem Tempo der Weiterentwicklung der Lieferkette abhängen würde.
Die Nordex Group war zunächst wie erwartet in das Geschäftsjahr 2020 gestartet und hatte dabei eine kontinuierlich gute Nachfrage nach den Windturbinen der Delta4000-Plattform verzeichnet, die einen Anteil von 85% am Auftragseingang von 1,6 GW des ersten Quartals ausmachte. Erst Ende März, also nach Veröffentlichung der Prognose für 2020, wurden die ersten negativen Auswirkungen der Pandemie für das Unternehmen spürbar. Die weltweit eingeleiteten staatlichen Beschränkungen und Maßnahmen führten bei der Nordex Group zu erheblichen Unterbrechungen und Anpassungen in wesentlichen Teilen des Geschäfts, zum Beispiel in der Beschaffung und der Produktion. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt anhaltenden Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Beeinträchtigungen sowie angesichts der folglich nicht zuverlässig abzuschätzenden möglichen weiteren Konsequenzen für die Lieferkette, Produktion und Abwicklung der Projekte (Installationen) waren die Voraussetzungen für eine realistische und verlässliche Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung nicht mehr gegeben. Daher nahm das Unternehmen seine Prognose am 5. Mai 2020 zurück.
Basierend auf den vorläufigen Ergebnissen der ersten neun Monate 2020 veröffentlichte die Nordex Group am 9. November ihre neue Prognose. Danach erwartete das Unternehmen, im Berichtsjahr trotz der andauernden Pandemie einen Konzernumsatz von rund EUR 4,4 Mrd. sowie eine operative Ergebnismarge von 2% zu erzielen. Bei den Investitionen wurde aufgrund der Produktionsausweitung sowie der Ausrüstung für Logistik und Installationen eine Höhe von rund EUR 170 Mio. angenommen. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote sollte zum Jahresende 2020 unter minus 4% liegen.
Die testierten Geschäftszahlen 2020 des Nordex-Konzerns erfüllen die neue Prognose vom 9. November 2020. Der Konzernumsatz belief sich auf EUR 4,7 Mrd. und die EBITDA-Marge lag bei 2,0%. Der Konzern investierte insgesamt EUR 162,9 Mio. und lag damit leicht unter dem erwarteten Zielwert. Zum 31. Dezember 2020 belief sich die Working-Capital-Quote auf minus 6,3% und lag damit deutlich unter den angestrebten minus 4%.
| Kennzahl | Prognose März 2020 |
Prognosewiederaufnahme November 2020 |
Ist 2020 |
|---|---|---|---|
| Umsatz in EUR Mrd. | 4,2–4,8 | etwa 4,4 | 4,7 |
| EBITDA | EUR 160–240 Mio. | 2% | 2,0% |
| Working-Capital-Quote in% | unter 0 | unter –4 | –6,3 |
| Investitionen (CAPEX) in EUR Mio. |
min. 140 | etwa 170 | 162,9 |
Im Jahr 2020 konnte sich die Nordex Group in einem internationalen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld gut durchsetzen. Dabei war das Berichtsjahr für das Unternehmen ab Ende des ersten Quartals von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie unter anderem in der Lieferkette, Produktion und auch der Projektabwicklung sehr deutlich betroffen. Oberstes Ziel der Nordex Group war der Schutz aller Mitarbeiter und Geschäftspartner. Dazu wurden zahlreiche Hygienemaßnahmen entwickelt und erfolgreich implementiert. Darüber hinaus hatte das Unternehmen entschieden, das operative Geschäft fortzuführen, um die Folgen der Auswirkungen bestmöglich im Sinne der Kunden abzumildern. Zu diesem Zweck hatte die Nordex Group bereits frühzeitig im ersten Quartal eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet. Mithilfe einer revolvierenden Kreditlinie aus dem Bürgschaftsprogramm der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von EUR 350 Mio. hat Nordex die pandemiebedingt besonders hohe Beanspruchung der Liquidität aufgefangen und war zu jeder Zeit finanziell handlungsfähig. In diesem Zusammenhang hatte die Nordex Group auch das im April 2021 fällige Schuldscheindarlehen über einen Kredit des Hauptaktionärs vorzeitig verbindlich refinanziert. Die Kapitalerhöhung im Dezember des Jahres 2020 in Höhe von rund EUR 200 Mio. hat das finanzielle Fundament des Unternehmens zusätzlich gestärkt. In Kombination mit den anderen Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzstruktur wurde so trotz des anspruchsvollen Umfelds eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Nordex Group ihre ehrgeizigen Ziele für das substanzielle Wachstum und eine nachhaltig höhere Profitabilität in den kommenden Jahren umsetzen kann.
Die Nordex Group hat in diesem anspruchsvollen Marktumfeld erneut einen Auftragseingang von über 6 GW erzielt (2019: 6,2 GW). Dabei erhöhte sich der Anteil der effizienten und wettbewerbsfähigen Turbine Delta4000 am gesamten Auftragseingang von 44% im Vorjahr auf 81% im Berichtsjahr. Das ist ein großer Erfolg, der die Unternehmensstrategie untermauert. In der Folge stiegen auch die Installationen – trotz Produktionsunterbrechungen und Projektverschiebungen – signifikant von 3,1 GW im Vorjahr um knapp 77% auf rund 5,5 GW an. Infolge der gewachsenen Installationsleistung erhöhte sich ebenfalls der Umsatz auf rund EUR 4,7 Mrd. nach EUR 3,3 Mrd. im Vorjahr. Das erreichte Umsatzniveau lag damit im Rahmen der am 9. November 2020 veröffentlichten Erwartungen. Die operative Ergebnismarge entsprach mit 2,0% ebenfalls den aktualisierten Erwartungen, blieb allerdings unter der Marge von 3,8%, die im Jahr 2019 generiert wurde. Der Grund waren die im Zusammenhang mit der Pandemie und einem EPC-Projekt entstandenen Einmalaufwendungen in Höhe von EUR 300 Mio., die durch den Verkauf des europäischen Projektentwicklungsgeschäfts kompensiert wurden.
Die Nordex Group ist mit ihrer breiten Aufstellung in allen wesentlichen Volumen- und Wachstumsmärkten vertreten und somit von Entwicklungen in Einzelmärkten unabhängig. Neben der Präsenz in diesen Märkten verfügt das Unternehmen über ein großes Kundenspektrum sowie ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio. In Verbindung mit seinen auf knapp 6 GW gestiegenen Produktionskapazitäten hat es sich eine Relevanz am Markt und bei seinen Kunden erarbeitet und kann Chancen in den verschiedenen Märkten nutzen und wird dabei zukünftig Märkte mit einem erhöhten Risikoprofil nicht mehr bedienen.
Der Vorstand der Nordex SE beurteilt das Geschäftsjahr 2020 unter den gegebenen Umständen als zufriedenstellend und sieht das Unternehmen für seine weiteren Aufgaben und Herausforderungen gut gerüstet.
Getrieben durch den hohen Zuwachs bei den Installationen steigerte die Nordex Group ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2020 um 41,6% auf EUR 4.650,7 Mio. (2019: EUR 3.284,6 Mio.). Somit konnte auch unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie ein Großteil des in der ursprünglichen Prognose für 2020 erwarteten Wachstums erzielt werden. Der umsatzstärkste Einzelmarkt waren wie in den Vorjahren die USA mit einem Umsatz von EUR 1.017,0 Mio. (2019: EUR 588,8 Mio.), danach folgten die Türkei mit EUR 379,6 Mio. (2019: EUR 94,9 Mio.), Brasilien mit EUR 367,1 Mio. (2019: EUR 257,0 Mio.), Schweden mit EUR 356,3 Mio. (2019: EUR 110,9 Mio.), Deutschland mit EUR 321,1 Mio. (2019: EUR 253,3 Mio.) und die Niederlande mit EUR 273,3 Mio. (2019: EUR 120,9 Mio.).
Die Gesamtleistung der Nordex Group ist im Berichtszeitraum mit einem Zuwachs von 12,2% auf EUR 4.345,5 Mio. (2019: EUR 3.871,4 Mio.) unterproportional zum Umsatz gestiegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die im Vorjahr im Hinblick auf die hohen anstehenden Installationen aufgebauten Bestände im Berichtsjahr 2020 wieder zurückgefahren wurden. Die Materialaufwendungen sind um 22,7% auf EUR 3.798,1 Mio. (2019: EUR 3.096,0 Mio.) gestiegen und damit stärker als die Gesamtleistung, sodass sich eine Materialaufwandsquote von 87,4% ergab (2019: 80,0%). Diese negative Entwicklung im Berichtsjahr ist auf erhebliche Sonderaufwendungen von rund EUR 240 Mio. im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie auf Sonderaufwendungen für ein EPC-Projekt in Skandinavien zurückzuführen. Die pandemiebedingten Aufwendungen teilen sich wie folgt auf: rund EUR 70 Mio. entstanden durch Produktivitätsverluste in der Produktion und der Lieferkette sowie rund EUR 60 Mio. durch Störungen beim Hochlauf der Rotorblattproduktion, u.a. weil Arbeitskräfte aufgrund von Ausgangs- und Reisebeschränkungen nicht in die Werke kommen konnten. Außerdem verursachten Projektverzögerungen durch die Pandemie und damit zusammenhängende Schadenersatzzahlungen (Liquidated damages) Aufwendungen von rund EUR 50 Mio. Des Weiteren führte der pandemiebedingte Ausfall von Subauftragnehmern in Lateinamerika und Südafrika zu Mehraufwendungen von rund EUR 60 Mio. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) ist daher um 29,4% auf EUR 547,4 Mio. (2019: EUR 775,4 Mio.) gesunken.
Die Strukturkosten vor Abschreibungen (Personalaufwand sowie der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen) verringerten sich deutlich um 30,4% auf EUR 453,4 Mio. (2019: EUR 651,6 Mio.). Im Wesentlichen ist dies auf den Ertrag in Höhe von EUR 362,8 Mio. aus dem Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios an RWE zurückzuführen, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen verbucht wurde. Dadurch sank der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen um 93,3% auf EUR –19,4 Mio. (2019: EUR –290,9 Mio.). Der Wachstumskurs der Nordex Group erforderte auch im Berichtsjahr einen weiteren Personalaufbau, insbesondere in der Produktion und im Service. Der Personalaufwand erhöhte sich in der Folge um 20,3% auf EUR 434,0 Mio. (2019: EUR 360,7 Mio.).
| EUR Mio. | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Personalaufwand | 434,0 | 360,7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen abzüglich sonstiger betrieblicher Erträge |
19,4 | 290,9 |
| Gesamt | 453,4 | 651,6 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich 2020 vor allem aufgrund des Verkaufs des europäischen Projektentwicklungsportfolios auf EUR451,4 Mio. (2019: EUR43,4 Mio.). Als Erträge aus dem Verkauf eigenentwickelter Windparkprojekte ergaben sich dabei EUR 362,8 Mio., im Vorjahr fielen keine entsprechenden Erträge an. Deutlich erhöhten sich im Berichtszeitraum auch die Posten Devisentermingeschäfte mit EUR 37,3 Mio. (2019: EUR 11,9 Mio.) und Währungskursgewinne mit EUR 26,8 Mio. (2019: EUR 10,0 Mio.), der nächstgrößte Posten waren Versicherungsentschädigungen und Schadenersatz mit EUR 10,3 Mio. (2019: EUR 9,3 Mio.).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf EUR 470,8 Mio. (2019: EUR 334,4 Mio.). Die sonstigen Personalkosten als größter Einzelposten stiegen auf EUR 121,1 Mio. (2019: EUR 78,1 Mio.). Es folgen Ertragsausfälle mit EUR 48,0 Mio. (2019: EUR 22,4 Mio.). Rechtsund Beratungskosten stiegen auf EUR 39,8 Mio. (2019: EUR 29,5 Mio.). Eine detaillierte Aufteilung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ist dem Konzernanhang zu entnehmen.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich im Geschäftsjahr 2020 in Summe auf EUR 94,0 Mio. und lag damit um 24,1% unter dem Vorjahreswert (2019: EUR 123,8 Mio.). Insofern ergibt sich eine EBITDA-Marge in Höhe von 2,0% (2019: 3,8%), welche die im November 2020 wieder aufgenommene Prognose von 2% erfüllt, wobei der Umsatz sogar höher als erwartet ausgefallen ist. Insgesamt kompensierte der erfolgreiche Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios wesentlich die negativen Effekte der Corona-Pandemie.
Die Abschreibungen erhöhten sich im Berichtsjahr um 8,6% auf EUR 155,8 Mio. (2019: EUR 143,4 Mio.). Davon entfielen wie im Vorjahr EUR 24,3 Mio. (2019: EUR 24,0 Mio.) auf Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation, PPA) der Akquisition von Acciona Windpower im Jahr 2016.
Damit ergab sich ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von EUR – 61,8 Mio. (2019: EUR –19,6 Mio.) bei einer EBIT-Marge von –1,3% (2019: – 0,6%). Ohne die Berücksichtigung der PPA-Abschreibungen ergab sich eine EBIT-Marge in Höhe von – 0,8% (2019: 0,1%).
Das Finanzergebnis lag im Berichtsjahr bei EUR – 88,4 Mio. (2019: EUR – 60,1 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich hier vor allem das weiter gestiegene Aktivitätsniveau mit einer höheren Inanspruchnahme der Garantielinie sowie der zur Absicherung gegen Auswirkungen der Corona-Pandemie neu abgeschlossene revolvierende Konsortialkredit aus. Die Zinsaufwendungen (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) beliefen sich auf EUR 98,4 Mio. (2019: EUR 68,2 Mio.).
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) verschlechterte sich im Geschäftsjahr 2020 auf EUR –150,3 Mio. nach EUR –79,7 Mio. im Vorjahr. Das Ertragsteuerergebnis lag bei EUR 20,6 Mio. (2019: EUR 7,1 Mio.). Somit ergab sich ein Konzernverlust von EUR 129,7 Mio. (2019: Konzernverlust EUR 72,6 Mio.). Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR –1,21 gegenüber EUR – 0,73 im Vorjahr.
Die Bilanzsumme der Nordex Group erhöhte sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 um 10,2% auf EUR 4.410,1 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 4.002,7 Mio.). Auf der Aktivseite ist der Anstieg vor allem auf deutlich höhere liquide Mittel (31. Dezember 2020: EUR 778,4 Mio.; 31. Dezember 2019: EUR 510,0 Mio.) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten (31. Dezember 2020: EUR 653,3 Mio.; 31. Dezember 2019: EUR 345,6 Mio.) zurückzuführen, die von den niedrigeren Vorräten (31. Dezember 2020: EUR 1.202,2 Mio.; 31. Dezember 2019: EUR 1.398,4 Mio.) nur teilweise kompensiert wurden. Auf der Passivseite stiegen vor allem die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (31. Dezember 2020: EUR 540,7 Mio.; 31. Dezember 2019: EUR 326,9 Mio.). Dabei wurde das im April 2021 fällige Schuldscheindarlehen, zu dessen Refinanzierung bereits im Geschäftsjahr 2020 ein Gesellschafterdarlehen mit der Acciona S.A. abgeschlossen wurde, entsprechend der nur noch kurzen Fristigkeit von den langfristigen in die kurzfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert. Durch die im Dezember 2020 durchgeführte Kapitalerhöhung stieg die Kapitalrücklage auf EUR 795,7 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 606,8 Mio.).
Die Fremdkapitalfinanzierung der Nordex Group erfolgt im Wesentlichen über das im April 2021 fällige Schuldscheindarlehen, das durch das abgeschlossene Gesellschafterdarlehen abgelöst wird, eine festverzinsliche Anleihe und über einen im Geschäftsjahr 2020 abgeschlossenen revolvierenden Konsortialkredit. Das im Jahr 2016 begebene Schuldscheindarlehen wurde als erster "Green Schuldschein" über ursprünglich EUR 550 Mio. mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren platziert. Je nach Tranche lag der Zinssatz zum Zeitpunkt der Emission zwischen 1,5% und 3,0%. Die Anfang 2018 platzierte Anleihe im Volumen von EUR 275 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 6,5% diente insbesondere der vorzeitigen Rückzahlung der im Jahr 2019 fälligen variablen Schuldscheintranchen. Die Anleihe wurde ebenfalls, wie der Schuldschein, durch die Climate Bonds Initiative als "grünes" Finanzinstrument zertifiziert. Im August 2020 erhielt die Nordex Group zusätzlich einen revolvierenden Konsortialkredit über EUR 350 Mio. im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der deutschen Bundesregierung und unter Beteiligung der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Ziel war es, die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auf das operative Geschäft des Unternehmens abzusichern. Der bis zum 30. April 2022 laufende Konsortialkredit hat eine Verzinsung in Höhe von 2,0% über dem Euribor, der auf null begrenzt ist. Auch dieses Finanzierungsinstrument enthält eine ESG-Komponente und fügt sich damit in die nachhaltige Finanzierungsstruktur der Nordex Group ein. Außerdem hat Nordex ein Forschungs- und Entwicklungsdarlehen über ursprünglich EUR 100 Mio. bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) aufgenommen, das jährlich getilgt wird. Zum Jahresende 2020 dotierten das Schuldscheindarlehen auf EUR 242,4 Mio., der Konsortialkredit auf EUR 250,7 Mio. und das EIB-Darlehen auf EUR 41,0 Mio. Der wesentliche Teil des von der Acciona S.A. gewährten Gesellschafterdarlehens über EUR 232,2 Mio. mit einer Laufzeit bis April 2025 wird erst im März 2021 abgerufen. Im Berichtsjahr wurde zudem im Rahmen eines Windparkprojekts zur Mitarbeiterbindung eine Mitarbeiteranleihe im Volumen von EUR 4,0 Mio. ausgegeben.
Darüber hinaus steht der Nordex Group eine von internationalen Geschäftsbanken bereitgestellte Avalkreditlinie ("Multicurrency Guarantee Facility") in Höhe von EUR 1,24 Mrd. zur Verfügung, die insbesondere für die Stellung von Bankgarantien für das laufende Geschäft genutzt wird.
Die Nettoverbindlichkeiten – also die flüssigen Mittel abzüglich zinstragender Verbindlichkeiten (Bankverbindlichkeiten sowie Anleihe, Gesellschafterdarlehen und Mitarbeiteranleihe) – sanken insbesondere durch die im Dezember 2020 durchgeführte Kapitalerhöhung auf EUR 40,9 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 84,0 Mio.). Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
(inklusive der zukünftigen Zinszahlungen)
| TEUR | Bis zu 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 259.616 | 224.647 | 49.715 | 6.692 | 540.670 |
| 31.12.2019 | 28.510 | 10.840 | 280.611 | 6.985 | 326.946 |
(inklusive zukünftig anfallender Zinsen, ohne Devisentermingeschäfte)
| TEUR | Bis zu 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 28.085 | 23.620 | 446.136 | 36.802 | 534.643 |
| 31.12.2019 | 22.287 | 23.274 | 361.705 | 41.016 | 448.282 |
Das Eigenkapital der Nordex Group stieg zum 31. Dezember 2020 leicht um 3,8% auf EUR 773,5 Mio. an (31. Dezember 2019: EUR 745,4 Mio.). Dabei wirkte sich im Wesentlichen die im Dezember 2020 durchgeführte Kapitalerhöhung aus, die das negative Konzernergebnis überkompensierte. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich durch die Kapitalerhöhung von EUR 106,7 Mio. auf EUR 117,3 Mio. Es wurden 10.668.068 neue Aktien mit einem Nennwert je Aktie von EUR 1,00 zu einem Platzierungspreis von EUR 18,90 je Aktie im Rahmen eines beschleunigten Buchbildungsverfahrens ("Accelerated Bookbuilding") ausschließlich bei institutionellen Anlegern platziert. Somit wurde ein Bruttoemissionserlös von EUR 201,6 Mio. erzielt, der das Unternehmenswachstum unterstützt und zur Stärkung der Bilanz beiträgt. Da die Bilanzsumme stärker als das Eigenkapital anstieg, entwickelte sich die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag 2020 mit 17,5% leicht rückläufig (31. Dezember 2019: 18,6%).
Weitere Angaben zur Entwicklung der einzelnen Eigenkapitalpositionen sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie im Konzernanhang zu finden.
Die flüssigen Mittel der Nordex Group beliefen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 778,4 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 510,0 Mio.). Sie enthalten Kassenbestände, Sichteinlagen und Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu vier Monaten.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten aus Projekten erhöhten sich um 89,0% auf EUR 653,3 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 345,6 Mio.). Hierin spiegelt sich das erhöhte Projektvolumen wider, während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht rückläufig waren. Die im Vorjahr in Vorbereitung auf das für 2020 angestrebte Wachstum aufgebauten Vorräte wurden im Berichtsjahr im Zuge des hohen Installationsvolumens um 14,0% auf EUR 1.202,2 Mio. zurückgeführt (31. Dezember 2019: EUR 1.398,4 Mio.). Insgesamt erhöhten sich die kurzfristigen Aktiva um 14,7% auf EUR 2.884,4 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 2.513,8 Mio.).
Die langfristigen Aktiva stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,5% auf EUR 1.525,6 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 1.488,9 Mio.). Die Sachanlagen erhöhten sich leicht um 3,2% auf EUR 454,2 Mio. (31. Dezember 2019: EUR440,1Mio.). Der Goodwill blieb konstant bei EUR547,8Mio. (31. Dezember 2019: EUR 547,8 Mio.). Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 11,6% und beliefen sich auf EUR 166,7 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 188,5 Mio.).
Der operative Cashflow ging im Geschäftsjahr 2020 von EUR 38,0 Mio. auf EUR – 352,2 Mio. zurück. Dabei lag der Cashflow aus der Veränderung des Working Capitals bei EUR – 6,1 Mio. nach EUR 194,9 Mio. im Vorjahr. Der Cashflow aus der sonstigen operativen Geschäftstätigkeit sank auf EUR – 346,1 Mio. nach EUR –156,9 Mio. im Vorjahr.
Die Working-Capital-Quote stieg zum Berichtsstichtag auf – 6,3% an (31. Dezember 2019: – 9,1%), lag damit aber immer noch deutlich im Prognosebereich von unter – 4%. Damit bewährte sich auch im durch die Corona-Pandemie geprägten herausfordernden Geschäftsjahr 2020 die aktive Steuerung und Optimierung des Working Capitals.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit stieg im vergangenen Geschäftsjahr auf EUR 231,8 Mio. (2019: EUR –163,9 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf den Verkauf des Projektentwicklungsportfolios zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2020 ergab sich damit ein Free Cashflow der Nordex Group von EUR –120,4 Mio. (2019: EUR –126,0 Mio.).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten belief sich auf EUR 405,8 Mio. (2019: EUR 30,6 Mio.). Darin spiegeln sich vor allem die Kapitalerhöhung im Dezember 2020 sowie die Inanspruchnahme des revolvierenden Konsortialkredits wider. Dem standen Liquiditätsabflüsse für die jährliche Tilgung des Forschungs- und Entwicklungsdarlehens der Europäischen Investitionsbank, die geringere Barinanspruchnahme der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie und die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten gegenüber. Die zahlungswirksamen Veränderungen im Finanzmittelbestand lagen bei EUR 285,4 Mio. (2020: EUR – 95,3 Mio.). Am Berichtsstichtag 2020 lag der Finanzmittelbestand bei EUR 778,4 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 510,0 Mio.).
Die Investitionen lagen im Geschäftsjahr 2020 bei EUR 162,9 Mio. und damit 5,6% unter dem Vorjahreswert von EUR 172,5 Mio. Bei einzelnen Investitionsprojekten kam es durch die Pandemie zu Verzögerungen, weshalb die finale Höhe insgesamt leicht unter der im November wieder aufgenommenen Prognose in Höhe von EUR170 Mio. blieb. Von den Investitionen entfielen EUR 28,8 Mio. (2019: EUR 38,3 Mio.) auf immaterielle Vermögenswerte. Dabei machten aktivierte Entwicklungsaufwendungen mit EUR 24,7 Mio. erneut den Großteil aus (2019: EUR 27,8 Mio.).
Die Investitionen in Sachanlagen blieben 2020 mit EUR 134,1 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (2019: EUR134,2Mio.). Der größte Teil entfiel dabei mit EUR64,9Mio. auf technische Anlagen und Maschinen (2019: EUR 68,4 Mio.), gefolgt von anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit EUR 57,5 Mio. (2019: EUR 26,4 Mio.) und geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau mit EUR 18,3 Mio. (2019: EUR 28,8 Mio.) sowie Grundstücken und Bauten mit EUR 13,1 Mio. (2019: EUR 10,6 Mio.). Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren erneut im Wesentlichen der Aufund Ausbau der Rotorblattproduktionen in Mexiko, Indien und Brasilien und die Beschaffung von Installations- und Transportausstattung.
| EUR Mio. | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Sachanlagen | 134,1 | 134,2 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 28,8 | 38,3 |
| Gesamt | 162,9 | 172,5 |
Das interne Kontrollsystem der Nordex Group gliedert sich in einen geschäftsprozessintegrierten und einen prozessunabhängigen Bereich. Richtlinien, Arbeitsanweisungen und interne Kontrollen dienen der Bearbeitung und Steuerung von Risiken sowie der Einhaltung formaler Kriterien. Die Formulierung und Anwendung entsprechender Instrumente geschieht primär über die Fachfunktionen. Zusätzlich erfolgt eine prozessunabhängige Risikobetrachtung im Rahmen der internen Revision. Diese überprüft das bestehende interne Regelwerk der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis. Darüber hinaus informiert die Revision über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen. Das bestehende Risikomanagementsystem der Nordex Group ist regelmäßig Gegenstand einer externen Prüfung, um eine fortlaufende Verbesserung des Risikomanagements sicherzustellen.
Die Nordex Group sichert mittels einer Reihe von Maßnahmen die ordnungsgemäße Rechnungslegung im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Das Unternehmen verfügt z.B. über eine zentrale Buchhaltungs- und Abschlusserstellungsorganisation, die auf Basis einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen tätig ist. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernrechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist und dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und den satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin wird mittels Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen sichergestellt, dass Inventuren ordnungsmäßig durchgeführt werden, Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Als Kontrollaktivität werden Analysen von Sachverhalten und Entwicklungen anhand von Kennzahlenanalysen vorgenommen.
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften. Dabei wird ein einheitlicher Kontenrahmen im Konzern verwendet. Der Konzernabschluss der Nordex SE und ihrer Tochtergesellschaften wird gemäß § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Rahmen eines strukturierten Prozesses und unter Verwendung eines Abschlusskalenders erstellt. Informationen außerhalb der Rechnungslegung werden vor Verwendung einer eingehenden Analyse und Plausibilitätsprüfung unterzogen. Es findet eine Gesamtkonsolidierung auf Ebene der Nordex SE statt.
Sowohl bei Zahlungen als auch vor dem Abschluss von Verträgen finden relevante Grundsätze angewandter Kontrollen Anwendung wie Genehmigungs- und Freigabeverfahren.
Als international agierendes Unternehmen ist Nordex im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Aus diesem Grund hat Nordex ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das darauf ausgerichtet ist, potenzielle negative Abweichungen (Risiken) frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für Nordex abzuwenden und eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Positive Abweichungen im Sinne von Chancen werden in diesem System nicht mit erfasst, sondern mithilfe anderer Strukturen und Prozesse nachverfolgt (z.B. das "Cost of Energy"-Programm). Zudem soll das Risikomanagement hinreichende Sicherheit darüber gewährleisten, dass insbesondere die operativen und die strategischen Ziele der Nordex Group wie geplant erreicht werden können. Das Risikomanagementsystem umfasst eine Vielzahl von Kontrollmechanismen und bildet ein wichtiges Element des unternehmerischen Entscheidungsprozesses. Es ist daher als ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung in der gesamten Nordex Group implementiert. Um die Effektivität des Risikomanagements sicherzustellen und die Aggregation von Risiken sowie eine transparente Berichterstattung zu ermöglichen, ist ein unternehmensweit einheitlicher Managementansatz zur Berichterstattung über Unternehmensrisiken und damit verbundener Gegenmaßnamen sowie finanzieller Sicherheitspositionen implementiert worden.
Das Risikomanagementsystem der Nordex-Gruppe erfasst alle strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken innerhalb der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, diese frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und entsprechend dem angestrebten Risikoprofil zu steuern. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Risikomanagementsoftware.
Die vom Nordex-Vorstand erlassene Risikomanagementrichtlinie regelt den Umgang mit Risiken innerhalb der Nordex Group und definiert eine unternehmenseinheitliche Methodik, die in allen Bereichen der Nordex Group gültig ist. Darin werden Verantwortlichkeiten für die Durchführung von Aufgaben im Risikomanagement sowie Berichts- und Überwachungsstrukturen festgelegt. Der Bereich "Group Risk Management" verfügt über die zentrale Methoden- und Systemverantwortung für das gruppenweit standardisierte eigenständige Risikomanagementsystem und das zugehörige Berichtswesen. Er ist für die regelmäßige Aktualisierung und Umsetzung der Risikomanagementrichtlinie von Nordex in Abstimmung mit dem Vorstand verantwortlich. Zudem ist der Bereich für die Überwachung der als hoch und kritisch eingestuften Risiken einschließlich der Auswirkungen der Risikominderungsmaßnahmen sowie für eine konzernweit standardisierte Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat zuständig.
Im Bereich der gesamten Nordex-Gruppe (auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene) werden Risikoverantwortliche ernannt. Das Risikomanagement findet somit durchgängig auf allen Unternehmensebenen und über Abteilungsgrenzen hinweg statt. Hier werden die Risiken im Rahmen der operativen Geschäftsabläufe permanent betrachtet und berücksichtigt. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, mindestens vierteljährlich die Risiken aller wesentlichen Geschäftstätigkeiten mittels eines einheitlichen methodischen Ansatzes zu identifizieren, zu bewerten und in einer zentralen Risiko-Datenbank zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Entscheidung bezüglich der konkreten Handhabung (z.B. Risikoverminderung). Der damit verbundene Maßnahmenplan (einschließlich der Implementierungskosten) wird bewertet, erfasst und kontinuierlich überwacht. Alle Schritte werden immer wiederkehrend durchlaufen und entsprechend den aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen angepasst.
Ermittelte Risikopotenziale werden mit quantitativen Messgrößen analysiert und bewertet. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet. Die Ergebnisse des Risikomanagements fließen regelmäßig in die Planungs- und Kontrollrechnungen sowie in die Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung ein. Der Abschlussprüfer überprüft jährlich die hierfür implementierten Verfahren und Prozesse sowie die Angemessenheit der Dokumentation. Nordex ist bereit, unternehmerische Risiken einzugehen (Risikobereitschaft), aber nur insoweit, als aus dieser Geschäftstätigkeit und den daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen ein angemessener Beitrag zur Steigerung des Shareholder Value der Nordex Group zu erwarten ist.
Anhand der Einschätzungen der Risikoverantwortlichen wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Hierbei umfasst der Betrachtungszeitraum das restliche aktuelle Jahr zuzüglich der folgenden zwei Jahre. Der Konzernbereich Risikomanagement koordiniert zentral die vierteljährliche Aktualisierung der Dokumentation von Risiken und Gegenmaßnahmen.
Um zu bestimmen, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die Nordex-Gruppe aufweisen, werden die Risiken als potenziell negative Zielabweichungen gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen (Risikoausmaß) klassifiziert und als Bruttowert (vor Risiko-Gegenmaßnahmen) erfasst. Die Risiko-Gegenmaßnahmen werden getrennt bewertet und erfasst. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungskriterien für den Risikowert sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt:
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Kurzbeschreibung | ||
|---|---|---|---|
| 0–5% | Sehr unwahrscheinlich | ||
| 6–25% | Möglich | ||
| 26–50% | Denkbar | ||
| 51–100% | Wahrscheinlich |
Gemäß dieser Einteilung definiert Nordex ein sehr unwahrscheinliches Risiko als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, und ein wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu rechnen ist.
| Auswirkungen | Quanti fizierung |
Kurz beschreibung |
|---|---|---|
| Geringe negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten sowie die Finanz- und |
EUR | |
| Ergebnissituation | 0,5–3 Mio. | Gering |
| Spürbare negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten |
||
| sowie die Finanz- und | EUR | |
| Ergebnissituation | 3–10 Mio. | Mittel |
| Stark negative Auswirkungen auf | ||
| die Geschäftsaktivitäten sowie die Finanz- und Ergebnissituation |
EUR 10–25 Mio. |
Hoch |
| Kritische negative Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten |
||
| sowie die Finanz- und | > EUR | |
| Ergebnissituation | 25 Mio. | Kritisch |
Entsprechend ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen klassifiziert Nordex Risiken als "gering", "mittel", "hoch" oder "kritisch". Dies führt zu folgender Risiko-Matrix:
| Auswirkungen | Risiko | |||
|---|---|---|---|---|
| Kritisch | K | K | K | K |
| Hoch | M | H | H | K |
| Mittel | M | M | H | H |
| Gering | G | G | M | M |
| Eintrittswahr scheinlichkeit |
0–5% Sehr unwahr scheinlich |
6–25% Möglich |
26–50% Denkbar |
51–100% Wahr schein lich |
K = kritisches Risiko H = hohes Risiko
M= mittleres Risiko G = geringes Risiko
Risiken können entweder durch aktive Gegenmaßnahmen verringert oder auch – unter bestimmten Umständen – akzeptiert werden. Notwendige Gegenmaßnahmen werden unverzüglich eingeleitet und ihr erwarteter Risikominderungseffekt bewertet und erfasst. Die Kernrisiken, insbesondere die Marktrisiken (z.B. Nachfrageschwankungen) und die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, werden von Nordex selbst getragen. Nordex beabsichtigt, alle Risiken, die nicht zum Kerngeschäft gehören (z.B. Währungs- und Sachschadenrisiken), auf Dritte zu übertragen. Zur Absicherung gegen finanzielle Marktrisiken setzt das Unternehmen ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente ein. Risiken werden zudem dann durch Versicherungen abgesichert, wenn dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen vertretbar und möglich ist.
Die Risikoverantwortlichen sind dafür zuständig, die Risiken und die Effektivität der Gegenmaßnahmen kontinuierlich zu überwachen, wobei sie von ihren jeweiligen disziplinarischen und fachlichen Vorgesetzten unterstützt werden. Darüber hinaus werden die Risiken durch Risikogremien auf verschiedenen Unternehmensebenen, denen leitende Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören, einschließlich des Vorstands und des Aufsichtsrats, überwacht. Die Verantwortlichen auf Länder-, Regionen-, Bereichs- und Gruppenebene haben laufend Zugriff auf die in der zentralen Datenbank dokumentierten Risiken und Gegenmaßnahmen. Auf regionaler Ebene und auf Gruppenebene besprechen Risikoverantwortliche zusammen mit dem Vorstand regelmäßig Risiken und Gegenmaßnahmen und überwachen den Erfolg der Risikominderung. Zusätzlich wird der Gesamtvorstand einmal im Quartal über die Gesamtrisikosituation und die Auswirkungen auf Barmittel, Eigenkapital und Convents sowie über Einzelrisiken unterrichtet, die mittels einer Risikoanalyse als "hoch" oder "kritisch" eingestuft wurden. Erhebliche und bestandsgefährdende Risiken werden dem Vorstand unverzüglich auf Basis einer unmittelbaren Risikoeskalation gemeldet.
Diese Berichterstattung erfolgt in Form einer allgemeinen Risikobeschreibung unter Ausweisung der zugehörigen quantitativ abschätzenden Risikobewertung und der Auswirkungen der Risiken auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Alle Informationen zu den Geschäftsrisiken (erwartete Risikowerte, Effekte und Kosten von Gegenmaßnahmen, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten) werden in einer Prognose zum erwarteten Nettorisiko konsolidiert. Damit wird transparent, inwieweit die Risiken durch bereits zurückgelegte Beträge gedeckt sind und Risiko-Gegenmaßnahmen noch umzusetzen sind. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat zudem quartalsweise über die Gesamtrisikosituation sowie über neu identifizierte und fortgesetzt bestehende wesentliche Risiken, die als "hoch" oder "kritisch" eingeschätzt wurden.
Die Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Nordex SE. Risikomeldungen werden stichprobenartig in vertiefenden Interviews mit den betreffenden Bereichen und Gesellschaften unter Federführung der Internen Revision auf ihre Plausibilität und Angemessenheit hin geprüft.
Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachungs- und Verbesserungsprozesse wird das Risikomanagementsystem ständig optimiert. Dabei wird den internen und externen Anforderungen gleichermaßen Rechnung getragen. Ziel der Überwachung und Verbesserung ist es, die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sicherzustellen.
Die nachfolgende Darstellung und Bewertung von Einzelrisiken bezieht sich – soweit nicht anders vermerkt – auf die Jahre 2021 bis 2023. Die identifizierten Risiken und die sich daraus möglicherweise ergebenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage werden als Nettorisikowert berechnet. Dazu gehören vollständig umgesetzte und noch umzusetzende Risiko-Gegenmaßnahmen. Dies bezieht sich nur auf Gegenmaßnahmen, die beschlossen wurden, sich in der Umsetzung befinden oder als kontinuierliche Maßnahmen festgelegt wurden.
Gesamtwirtschaftliche Risiken ergeben sich für Nordex aus konjunkturellen und geopolitischen Entwicklungen, insbesondere einem allgemeinen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums bzw. nachlassender Konjunktur oder gar einem Abgleiten einzelner Fokusmärkte in die Rezession. Die Fähigkeit von Nordex, auf internationalen Märkten zu agieren und zu expandieren, könnte auch durch Devisenbeschränkungen, wirtschaftliche, politische und soziale Instabilität, die Einführung von Schutzzöllen und Handelsbarrieren, Compliance-Risiken sowie andere marktbezogene Risiken beeinträchtigt werden.
Die branchenspezifischen Risiken umfassen allgemeine Marktrisiken, das Preisrisiko sowie das Gesetzesänderungsrisiko.
Allgemeine Marktrisiken – und hier insbesondere das Wegbrechen von Marktpotenzialen – können aufgrund politischer, konjunktureller (z.B. fallende Strompreise) oder energiewirtschaftlicher Umbrüche auftreten.
Änderungen in der Regierungspolitik stellen ein allgemeines Risiko dar. In den letzten Jahren betrafen die Veränderungen in der Förderpolitik die Windindustrie insbesondere in den europäischen Märkten. Die Politik hat die finanziellen Anreize für erneuerbare Energien, einschließlich der Windenergie, von Vorzugspreisen oder regulierten Einspeisetarifen für Strom aus erneuerbaren Quellen zu auktionsbasierten Modellen verlagert. Diese Änderung hat zu niedrigeren Energietarifen geführt, was wiederum die Margen und Renditen für Windenergieinvestoren belastet. Darüber hinaus hat diese Veränderung Unsicherheiten auf vielen Märkten und Nachfragestörungen ausgelöst. Zudem führen politisch ungünstige Entwicklungen in einigen Ländern zu einem starken Nachfragerückgang. Nach den Verwerfungen haben sich die Märkte insgesamt wieder stabilisiert.
Nordex begegnet den branchenspezifischen Risiken mit einer starken Umsatzdifferenzierung, sodass die Gruppe zurzeit in über 40 verschiedenen Märkten in den Regionen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien aktiv ist. Ferner wurde ein agiler Prozess etabliert, um Potenzialmärkte schnell bewerten, bearbeiten und erschließen zu können. Dem Preisdruck der letzten Jahre hat Nordex durch die Entwicklung der erfolgreichen Delta4000-Plattform sowie durch ein internes Programm teilweise entgegenwirken können, das auf eine kontinuierliche Senkung der Stromgestehungskosten ("Cost of Energy") seiner Windenergieanlagen abzielt.
Da fast alle Märkte inzwischen auf auktionsbasierte Modelle umgestellt haben, sind die wichtigsten branchenspezifischen Risiken weiterhin Unsicherheiten im Hinblick auf Baugenehmigungen, disruptive regulatorische Änderungen und steigende Rohstoffpreise, die die Lieferkette betreffen, sowie eine weitere Konsolidierung auf der Angebotsseite.
Die Nordex Group begegnet diesen Risiken, indem sie sich über Branchenverbände und den direkten Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und öffentlichen Interessengruppen für die Windenergie einsetzt sowie Entwickler bei ihren Bemühungen um Baugenehmigungen und einer Diversifizierung der Lieferkette unterstützt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von branchenspezifischen Risiken über die bereits bekannten Sachverhalte hinaus wird derzeit als denkbar eingeschätzt. Ihr Eintreten würde hohe Auswirkungen auf die für 2021 und die Folgejahre geplanten Auftragseingänge, aber auch auf die Finanzlage im Jahr 2021 haben.
Aufgrund der großen Innovationskraft und hohen Wettbewerbsintensität in der Windenergiebranche hängt die Fähigkeit, im Markt zu bleiben, stark von der Planung, Entwicklung und Vermarktung neuer und kosteneffizienterer Windenergieanlagen ab. Darüber hinaus könnten die Entwicklung neuer und komplementärer Technologien sowie die Digitalisierung Auswirkungen auf die Struktur des Nordex-Geschäfts haben. Die Entwicklung neuer und effizienterer bzw. ertragsstärkerer Anlagentypen sowie Produktmodifikationen sind jedoch mit teilweise erheblichen Investitionen verbunden. Diese müssen durch entsprechende Vertriebserfolge über den gesamten Produktlebenszyklus amortisiert werden.
Wesentliche erfolgskritische Faktoren bei der Anlagenentwicklung sind insbesondere die Verfügbarkeit von zeitlichen und monetären Ressourcen, ein strukturierter und umfassender Entwicklungsprozess, die Sicherstellung des Übergangs von der Prototyp-Turbine zur in Serie gefertigten Anlage, die Ausstellung der für den Betrieb notwendigen Zertifikate sowie der Zeitpunkt der Markteinführung. Entwicklungsrisiken treten ein, wenn einer oder mehrere dieser Faktoren außerplanmäßig gefährdet werden und die F&E-Aufwendungen höher ausfallen als geplant oder zusätzliche Kosten während der Durchführung von Projekten oder in der Wartungsphase anfallen.
Nordex begegnet diesen Risiken während Entwicklung und Erstanlagen-Errichtung mit seinem Simultaneous Engineering einschließlich Testverfahren und -szenarien für Systeme sowie in vollem Umfang in der Prototypenphase. Bereits im Vorfeld einer Anlagenentwicklung erfolgen eine marktnahe Analyse und die Vorbereitung in enger Kooperation von Vertrieb, Produktmanagement und -strategie sowie Entwicklung. Darüber hinaus stellt die Plattformstrategie sicher, dass bereits erprobte Technologie genutzt und zielgerichtet bis zur Zertifizierung und der nachfolgenden Serienreife weiterentwickelt wird.
Die von Nordex errichteten Anlagen müssen den an den jeweiligen Standorten geltenden Netzanschlussrichtlinien entsprechen. Um die zunehmende Anzahl von nationalen Richtlinien umzusetzen, ist ein erheblicher Ressourceneinsatz notwendig. Bei Nichteinhaltung von Richtlinien in einem Markt ist dieser Aufwand weder zu amortisieren, noch kann das Marktpotenzial erschlossen werden. Nordex begegnet diesem Risiko mit organisatorischen Strukturen und entsprechenden Arbeitsschwerpunkten im Bereich Engineering. Ferner sind bereichsübergreifende interne Arbeitsgruppen eingerichtet. Ergänzend erfolgt ein Engagement der Nordex Group in externen Gremien mit dem Ziel, auf eine weitgehende internationale Harmonisierung der Netzanschlussrichtlinien hinzuwirken.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Entwicklungsrisiken wird als denkbar eingestuft und hat im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die geplanten Ergebnisse.
Im Projektentwicklungsgeschäft entwickelt und vertreibt die Gruppe Windparkprojekte. Zu den Projektentwicklungsaktivitäten gehören die Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Sicherung von Genehmigungen, Grundstücksrechten und Stromabnahmeverträgen sowie die Finanzierung des geplanten Projekts.
Das weite Feld der Projektentwicklung ist mit mehreren Risiken verbunden. So kann die Verweigerung von Baugenehmigungen, der Misserfolg bei Auktionen oder der fehlende Abschluss von Strombezugsverträgen bei einem Projekt zur Stornierung und Abschreibung des Projekts führen.
Vor dem Hintergrund des Verkaufs des europäischen Projektentwicklungsportfolios wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Projektentwicklungsrisiken als denkbar eingestuft. Sie haben im Eintrittsfall geringe Auswirkungen auf die Ergebnisse der Nordex Group.
Zu den wesentlichen Risiken im Einkauf zählen Lieferengpässe bei Zulieferern, Lieferantenausfälle infolge von Insolvenzen, ungeplant hohe Lagerbestände, Preisrisiken, Lieferzeitrisiken, Qualitätsrisiken und der Nachweis lokaler Wertschöpfung.
Unvorhersehbare Verschiebungen bei Kundenprojekten können in gewissem Rahmen zu zeitweilig erhöhten Vorratsbeständen bei Nordex führen und sich negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken. Nordex ist daher bemüht, den Vorratsbestand durch eine fertigungssynchrone Lieferung von Komponenten bei gleichzeitig hoher Liefertreue möglichst gering zu halten. Sollte die Auftragslage im laufenden Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten einige Lieferanten – die zum Teil erheblich in den Ausbau ihrer Kapazitäten investiert haben bzw. bei denen ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat – aus wirtschaftlichen Gründen ausfallen, wodurch sich die Anzahl potenzieller Zulieferer verringern würde.
Ein unerwarteter Nachfrageüberhang könnte zu Lieferengpässen bei einigen Komponenten – insbesondere den neu eingeführten Plattformen – verbunden mit entsprechenden Verzögerungen in der Projektabwicklung führen. Nordex begegnet dem Risiko des Lieferantenausfalls auf unterschiedliche Weise: einerseits durch die rechtzeitige Reservierung von Kapazitäten bei Lieferanten auf der Basis geeigneter Vereinbarungen und andererseits durch die Qualifizierung weiterer Lieferanten, um das Risiko eines sogenannten Single Sourcing (Bezug bei nur einem Lieferanten) zu senken. Ein Lieferantenausfall ist zudem über eine Versicherung teilweise abgesichert. Nordex kauft weltweit Komponenten ein, die zum Großteil Preisschwankungen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten unterliegen. Da Nordex seinen Kunden die Turbinen zu projektspezifisch verhandelten Preisen anbietet, werden zeitnah zum Auftragseingang entsprechende Komponenten beschafft und gesichert. Damit reduziert sich das Risiko von Preisschwankungen auf der Einkaufsseite.
Nordex gewährleistet seinen Kunden die Qualität der Anlagen und bestimmte Leistungs- und Verfügbarkeitsparameter. Auch um Zahlungen unter den Leistungsgarantien zu vermeiden, werden alle Komponenten und das Gesamtsystem einer gründlichen Zertifizierung während der Designphase sowie Tests und Qualitätsprüfungen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements unterzogen. Dennoch kann das Risiko mangelhafter Komponenten, wie bei fremdbezogenen Komponenten, nicht vollständig ausgeschlossen und nur begrenzt an Lieferanten und Sublieferanten weitergegeben werden.
In neuen Märkten in Entwicklungs- und Schwellenländern gewinnt der Nachweis von lokaler Wertschöpfung (Local Content) zunehmend an Bedeutung. Sofern dieser Nachweis nicht oder nur unvollständig erbracht werden kann, hat dies Auswirkungen auf die Projektfinanzierung und -realisierung. Nordex begegnet diesem Risiko mit der frühzeitigen Suche nach Lieferanten vor Ort und enger Zusammenarbeit mit Kunden und Behörden in den betreffenden Ländern.
Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus (Covid-19) in China Ende 2019 und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen können sich auf die Beschaffungsaktivitäten der Nordex Group entlang der Lieferkette (Produktion von Ausrüstung und Komponenten, Transport von Komponenten etc.) auswirken.
Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Ausweitung der Lieferkette nach Indien wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungs- und Einkaufsrisiken als denkbar eingestuft und kann hohe Auswirkungen auf die Margensituation des Unternehmens haben.
Nordex setzt bei der Turbinenmontage auf eine Linienfertigung sowie bei der Rotorblattproduktion auf teilautomatisierte Prozesse. Das wesentliche Produktionsrisiko besteht daher in einem Stillstand der Produktionsstätten. Stillstandszeiten treten insbesondere auf, wenn Vorlieferanten verspätet oder nicht in der vereinbarten Qualität liefern, wenn der Serienstart neuer Turbinentypen Verzögerungen verursacht oder wenn wesentliche Produktionsmittel wie Kranbahnen, das Fließfertigungssystem oder Formensätze defekt sind. Auch die Verfügbarkeit von kompetenten Mitarbeitern stellt ein Risiko für die Beibehaltung einer hohen Produktionsmenge dar.
Ein weiteres spezifisches Risiko sind Hochlaufphasen neuer Produktionsstandorte, Produkte und Komponenten, insbesondere neuer Blatttypen bzw. von Blatttypen, deren Produktion an Zulieferer ausgelagert wird oder an neuen Standorten erfolgt. Hier muss neben der Einarbeitung weiterer neuer Mitarbeiter auch die nötige Qualität der karbonfaserverstärkten Blätter sichergestellt werden, um ungeplante Mehrkosten zu vermeiden.
Nordex hat eine globale Lieferkette aufgebaut und bezieht Systeme, Komponenten und Teile aus verschiedenen Regionen in aller Welt. Es besteht das Risiko, dass Lieferketten aufgrund politischer Ereignisse oder globaler Gesundheitssituationen, zolltariflicher Änderungen und eines sich ändernden regulatorischen Umfelds ins Stocken geraten oder zum Stillstand kommen, was sich negativ auf die Produktionsleistung auswirken kann. Zur Steuerung dieses Risikos verfügt Nordex über eigene, lokale und globale Ressourcen.
Den Produktionsrisiken begegnet Nordex mit dem Qualitätsmanagement und der Implementierung entsprechender Prozesse sowie mit seinem Supply Chain Management, das die Schnittstellen zwischen Einkauf, Produktion und Projektmanagement abdeckt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken wird als möglich eingestuft und kann kritische Auswirkungen auf die Leistungsindikatoren haben, da die Produktion auf Lateinamerika und Indien ausgeweitet wurde.
Das Umfeld der Errichtung von Windturbinen und Windparks ist in jedem der von Nordex ausgeführten Projekte topografisch, klimatisch (hohe Windgeschwindigkeiten und extreme Temperaturen) und regional unterschiedlich. Vor der Projektdurchführung erfolgt eine technische Bewertung und eine wirtschaftliche Einschätzung. Abweichungen von der vordefinierten Prozesskette können durch Wetterrisiken, fehlende Komponenten oder Qualitätsprobleme hervorgerufen werden, die die geplanten Errichtungs- und Inbetriebnahmetermine verzögern können. Nordex wirkt diesen Einflüssen mit vertraglichen Regelungen zur Risikoallokation zwischen Hersteller und Kunden sowie aktivem Abweichungsmanagement entgegen. Dennoch sind Mehrkosten für z. B. Kran-, Errichtungsleistungen oder auch im Bereich von Transport und Logistik nicht ganz auszuschließen. Weitere mögliche Risiken sind eine unzureichende Komponentenverfügbarkeit aufgrund von Lieferverzügen bei Zulieferfirmen oder Kapazitätsengpässe bei externen (z.B. Kapazitäten von Krandienstleistern und Spezialtransportern) und internen Ressourcen. Dieses Risiko kann z. B. auftreten, sobald ursprüngliche Zeitpläne verschoben werden müssen. Bei schlüsselfertiger Errichtung des gesamten Windparks ergeben sich darüber hinaus Risiken aus den vorgelagerten Bodenarbeiten sowie in diesem Zusammenhang beauftragten Drittfirmen.
Ein wesentliches Risikofeld im Bereich des Projektmanagements betrifft die Themenfelder Qualität und Technik. Im Einzelfall werden trotz vorheriger Qualitätsmaßnahmen im Rahmen der Prozesse des Qualitätsmanagements technische Fehler oder Qualitätsmängel an einzelnen Komponenten erst auf der Baustelle sichtbar, sodass Nacharbeiten vor Ort bzw. der Tausch von Komponenten notwendig werden können. Neben dem bereits erwähnten Zeitverzug kann dies auch eine Nichtabnahme bzw. – nach Abarbeitung entsprechender Mängel – die verspätete Abnahme und damit verbunden eine spätere Zahlung seitens des Kunden nach sich ziehen. Im Einzelfall besteht das Risiko einer nachträglichen Kompensationszahlung oder Kaufpreisreduzierung.
Projekt- und Errichtungsrisiken können ungeplante Mehrkosten verursachen und führen in diesem Fall zu einer Reduzierung des vorkalkulierten Projektdeckungsbeitrags. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken wird als denkbar eingestuft und kann hohe Auswirkungen auf die Finanzlage haben.
Windkraftanlagen sind komplexe Maschinen, die aus einer Reihe von hochentwickelten Systemen, Modulen und einzelnen Komponenten bestehen. Um zuverlässig funktionieren zu können, muss der Betrieb der Anlagen in sehr unterschiedlichen Umgebungen synchron und weitgehend autonom erfolgen. Daher unterliegen unsere Windenergieanlagen im Laufe ihres Lebenszyklus verschiedenen technischen Risiken, die sich je nach den zur Herstellung der Komponenten verwendeten Materialien und Technologie unterscheiden und stark davon abhängen, dass die Komponenten den geforderten Design- und Qualitätsstandards des Produkts entsprechen. Abweichungen von diesen Standards können die Verwendung von Windenergieanlagen einschränken oder diese unbrauchbar machen und eine Reparatur, einen Austausch oder eine vollständige Instandsetzung erforderlich machen, was wiederum erhebliche Mehrkosten für uns zur Folge haben kann. Diese Kosten sind besonders hoch, wenn es sich um wiederkehrende Mängel handelt, die eine größere Anzahl von Produkten betreffen. Die Gewährleistungen in den Kaufverträgen für neue Windenergieanlagen haben in der Regel eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren, wobei sich die Gewährleistung für ausgetauschte Ersatzteile oder Komponenten innerhalb der Gewährleistungs- bzw. Mängelanzeigefrist bis zu zwei weitere Jahre ab Reparatur- bzw. Austauschdatum verlängert. Darüber hinaus verpflichtet sich Nordex in der Regel, Betriebs- und Wartungsdienstleistungen für seine Windenergieanlagen für eine verlängerte Laufzeit von bis zu 30 Jahren nach dem Verkauf zu erbringen, was häufig eine unbegrenzte oder zumindest umfassende Ersatzoder Reparaturverpflichtung für Komponenten beinhaltet, die aus anderen Gründen als durch höhere Gewalt oder Eingriffe des Eigentümers ausgefallen sind. Bei vielen Windenergieanlagen reicht die Verantwortung für die Behebung von Störungen der Anlagen daher oft über den Gewährleistungszeitraum hinaus. Zusätzlich garantiert Nordex in der Regel bestimmte Leistungskriterien seiner Windenergieanlagen wie z.B. Geräuschemissionen und die Leistungskurve während der Gewährleistungszeit sowie – üblicherweise in Verbindung mit dem Servicevertrag – die betriebliche Verfügbarkeit der Windenergieanlagen oder eine andere Leistungskennzahl der Anlagen. Bei Nichterfüllung dieser Leistungskriterien müsste die Gruppe ihre Kunden für die verminderte Nutzung der Windenergieanlagen oder für Produktionsausfälle entschädigen, was wiederum zu hohen ungeplanten Kosten führen könnte.
Für technische Risiken hat die Gruppe neben dem Versicherungsschutz und dem Lieferantenregress auch Rückstellungen gebildet, um mögliche, nicht durch Serviceerträge abgedeckte Kosten und Kundenforderungen im Zusammenhang mit technischen Problemen abzudecken.
Technische Risiken werden als denkbar eingestuft, haben aber kritische Auswirkungen auf die Finanzlage. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.
Im Bereich der finanzwirtschaftlichen Risiken unterliegt die Nordex Group Fremdwährungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, unplanmäßigen Abschreibungen, dem Liquiditätsrisiko sowie dem Risiko der Verlustvortrags-Abzugsbeschränkung.
Da der Konzern international ausgerichtet ist und nicht alle Transaktionen auf Euro-Basis durchgeführt werden, ist das operative Geschäft Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Währungsumrechnungsrisiko entsteht, wenn die Ertragsund Finanzlage der ausländischen Tochtergesellschaften zu den für die Einbeziehung in den Konzernabschluss geltenden Wechselkursen in Euro umgerechnet wird. Diese Wechselkurse können im Laufe der Zeit erheblich schwanken und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen einzelnen Perioden beeinträchtigen. Das Währungstransaktionsrisiko entsteht, wenn die Gruppe sich in Projekten engagiert, bei denen Abfluss- und Zuflusswährungen nicht kongruent sind. Um dieses Risiko zu vermeiden, versucht Nordex in diesen spezifischen Projekten eine natürliche Absicherung zu schaffen, indem Verträge mit den betreffenden Kunden in denselben Währungen wie die Verträge mit Lieferanten abgeschlossen werden. Darüber hinaus setzt Nordex bei Bedarf auch derivative Sicherungsinstrumente ein, um das verbleibende Fremdwährungsrisiko zu reduzieren.
Der Konzern ist keinen größeren Zinsrisiken ausgesetzt, da fast alle Fremdkapitalinstrumente festverzinslich sind. Die wesentliche variabel verzinste Schuldscheintranche wird im April 2021 zurückbezahlt.
Zur Minimierung von Kreditrisiken schließt die Nordex Group Geschäfte nur mit Dritten ab, deren Kreditwürdigkeit regelmäßig überwacht wird. Alle wesentlichen Neukunden, die Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Ausfallrisiken bzw. dem Risiko, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere wird ein Auftrag erst dann angenommen, nachdem die Projektfinanzierung erfolgreich abgeschlossen ist und ordnungsgemäße Zahlungssicherheiten vereinbart wurden. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist.
Wertminderungen stellen ein weiteres finanzwirtschaftliches Risiko dar und können einerseits veraltete Lagerbestände und Ersatzteile betreffen, andererseits aber auch die Werthaltigkeit von Forderungen (Forderungsausfälle) sowie von immateriellen Vermögensgegenständen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bzw. Projektentwicklung. Diesem Risiko begegnet Nordex zunehmend mit einer fertigungssynchronen Beschaffung sowie einer regelmäßigen Neubewertung der immateriellen Vermögensgegenstände. Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ferner über Bürgschaften, Garantien und Stand-by-Akkreditive oder Eigentumsvorbehalte teilweise besichert.
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen der Gruppe nur teilweise oder gar nicht erfüllen zu können. Die Finanzabteilung überwacht, steuert und prognostiziert daher laufend und regelmäßig die Gruppenliquidität. Hierbei überwacht die Finanzabteilung die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte sowie erwartete Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit. Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen. Nordex setzt teilweise Cash-Pooling oder andere interne Finanzierungsmechanismen zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Finanzbereich bei Geschäftsbanken im In- und im Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limits und Kontrahentenrisiken permanent überwacht. Darüber hinaus finanziert sich die Nordex Group über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen in der Umsetzung befindlichen Windparkprojekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet.
Die Multi-Currency-Avalkreditlinie der Nordex Group in Höhe von EUR 1,24 Mrd. wurde erfolgreich bis April 2023 verlängert. Im August 2020 hat sich Nordex einen revolvierenden Konsortialkredit in Höhe von EUR 350 Mio. im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der Bundesregierung und unter Beteiligung der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gesichert. Darüber hinaus wurde die Rückzahlung der im April 2021 fälligen Schuldscheindarlehen vollständig durch ein Gesellschafterdarlehen gesichert, das im März 2021 ausgezahlt wird.
Zur Multi-Currency-Avalkreditlinie über EUR 1,24 Mrd., zum revolvierenden Konsortialkredit über EUR 350 Mio. und zum EIB-Darlehen gehören auch eine Reihe von Financial Covenants (Leverage, Interest Coverage und Equity Ratio), die für eine Transaktion dieser Art üblich sind. Mit Abschluss des revolvierenden Konsortialkredits über EUR 350 Mio. wurde das Covenant-Konzept vorübergehend um monatliche Schwellenwerte ergänzt. Die Einhaltung der Covenants muss vierteljährlich überprüft und gegenüber den Darlehensgebern bestätigt werden. Aufgrund seiner operativen Entwicklung kann für Nordex das Risiko bestehen, dass die Covenants nicht eingehalten werden können, wenn sich das Geschäft des Unternehmens nicht gemäß dem Budget bzw. der mittelfristigen Planung entwickelt. Nordex und die Darlehensgeber haben sich jedoch auf einen Spielraum bei den Schwellenwerten der Covenants verständigt, die so berechnet wurden, dass sie dem Budget und der mittelfristigen Prognose des Unternehmens entsprechen.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von finanzwirtschaftlichen Risiken als denkbar und die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe im Eintrittsfall als hoch eingeschätzt. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.
Die Nordex Group ist weiterhin rechtlichen und steuerlichen Risiken ausgesetzt. Für diese Risiken werden Rückstellungen gebildet, wenn und soweit eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtungen angemessen geschätzt werden kann.
Zu den rechtlichen Risiken zählen daher in erster Linie Haftungsrisiken, die sich aus möglichen Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen aus Liefer- und Dienstleistungsverträgen ergeben können. Daneben können auch Haftungsrisiken aus Gesetz resultieren, wie z.B. aus Produkthaftung, der Verletzung von Patentrechten bzw. gewerblicher Schutzrechte, Nichteinhaltung von Kartell-, Antikorruptions- oder Datenschutzbestimmungen und aus der unzureichenden Umsetzung von Zertifizierungsanforderungen oder sonstiger gesetzlicher Auflagen. U. a. besteht in sämtlichen EU-Mitgliedsstaaten die Verpflichtung, nur solche technischen Anlagen in Betrieb zu nehmen, die der sogenannten Maschinenrichtlinie entsprechen. Darüber hinaus regeln Gesetze in verschiedenen Gerichtsbarkeiten die Produktsicherheit und die Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen, einschließlich der Emissionswerte für Lärm und Lichteffekte, sowie die Nähe von Windkraftanlagen zu Wohngebieten. Die Einhaltung und Änderung solcher Gesetze und Vorschriften in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt kann sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Nordex Group auswirken.
Die Nordex SE und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit in vielen Ländern tätig und unterliegen daher einer Vielzahl unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen und möglicherweise auch Steuerprüfungen. Da die Projekte der Nordex Group langfristigen Charakter haben, besteht das Risiko, dass eine Änderung der Besteuerung oder der Auslegung der Steuergesetze wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe und die Rentabilität eines Projekts haben könnte. Jede Änderung der steuerlichen Regelungen, denen die Nordex Group unterliegt, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben.
Wenngleich Nordex eine entsprechende Organisationsstruktur aufgebaut hat, die sicherstellen soll, dass die jeweils relevanten Vorgaben aus Vertrag und Gesetz in der Ausführung unserer Geschäftstätigkeit umgesetzt werden, sind derartige Haftungsrisiken wie auch solche aus Rechtsstreitigkeiten nie auszuschließen. Durch interne Vorgaben und Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette soll der kontrollierte Umgang mit rechtlichen Risiken erreicht werden.
Um die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge nutzen zu können, muss zudem ein ausreichender Gewinn erwirtschaftet werden.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von rechtlichen und steuerlichen Risiken wird als möglich eingestuft, wobei die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen als kritisch eingeschätzt werden. Für bestehende Risiken hat Nordex angemessene Rückstellungen gebildet.
Bei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsstrategien ist Nordex stark von der Fähigkeit abhängig, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und auszubilden, insbesondere in den Bereichen, die einen soliden technischen Hintergrund und Kenntnisse über die Besonderheiten des Windenergieanlagenbaus erfordern. Die wesentlichen Personalrisiken beziehen sich jedoch auf einen Fach- und Führungskräftemangel, falsche oder unzureichende Qualifikationen der Belegschaft sowie die Fluktuation von Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen.
Um den Risiken aus Fach- und Führungskräftemangel entgegenzuwirken, hat Nordex im Berichtszeitraum seine Recruitment-Prozesse verbessert und die entsprechenden Aktivitäten neu ausgerichtet. Ebenso wurde der Maßnahmenkatalog der unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Nordex Academy, weiter ausgebaut, um die kontinuierliche Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter sicherzustellen. Zur weiteren Reduzierung der Fluktuation, insbesondere auf Schlüsselpositionen, fördert Nordex weiterhin interne Karriereperspektiven, identifiziert frühzeitig Potenzialträger und baut entsprechend Nachfolger, u. a. durch das Nachwuchsförderungsprogramm "Upwind", auf.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken als sehr unwahrscheinlich und deren Auswirkungen als gering eingeschätzt.
Als Turbinenhersteller legen wir höchsten Wert auf Cybersicherheit und Informationssicherheitsmanagement und beachten dabei sämtliche gesetzlichen Anforderungen. Unsere Richtlinien, Standards und Prozesse im Bereich der Informationssicherheit sind die Grundlage für unsere Zertifizierung nach ISO 27001, die wir für alle deutschen Standorte erhalten haben und weltweit umsetzen wollen. Im Jahr 2020 hat Nordex das erste regelmäßige Überwachungsaudit erfolgreich bestanden und setzt die kontinuierliche Verbesserung seines Informationssicherheitsmanagementsystems fort. Der Verlust des ISO 27001-Zertifikats in der Zukunft hätte Auswirkungen auf die Anforderungen unserer Kunden und einen Reputationsverlust in der Industrie zur Folge.
IT-gestützte Geschäftsprozesse sind grundsätzlich den Risiken der elektronischen Informationsverarbeitung, insbesondere von Systemausfällen, mangelnder Datensicherheit und Datenverlusten, ausgesetzt. Nordex überprüft daher permanent die Aktualität und Sicherheit der eingesetzten Informationstechnologien, um Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen sicherzustellen. Dies geschieht durch Schulung der Mitarbeiter sowie durch regelmäßige interne und externe Audits der eingesetzten IT-Systemlandschaften. Die Systeme werden nach Vorgabe der Hersteller und allgemeinen Sicherheitsempfehlungen auf Stand gehalten.
Die Sicherheit von IT-Systemen könnte verletzt werden. Solche Sicherheitsverletzungen können durch Hacker, die Programme verwenden, mit denen Login-Daten aus der Ferne erfasst werden, oder durch Denial-of-Service- oder Ransomware-Angriffe verursacht werden. Selbst wenn solche Sicherheitsverletzungen die strukturelle Integrität und/ oder die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen nicht unmittelbar beeinträchtigen, können sie unsere Fähigkeit zur Fernüberwachung von Windkraftanlagen vorübergehend beeinträchtigen. Die Betriebssicherheit unserer Windkraftanlagen ist auch ohne Fernüberwachungssteuerung gewährleistet, da diese sich auch autark den Umgebungsbedingungen anpassen können. Die Fernüberwachung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Serviceangebots.
Zur Minimierung des Risikos von Systemausfällen und zum Schutz der Geschäftsdaten hat Nordex eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dabei werden moderne Technologien zur Datenverschlüsselung, Zugriffs- und Zutrittskontrolle ebenso genutzt wie Firewall-Systeme, Virenschutzprogramme und Überwachungssysteme. Der Austausch sensibler technischer Daten mit Kunden und Lieferanten läuft über speziell abgesicherte Datenräume. Die Datensicherheit bei Nordex wird überdies durch den Einsatz hochverfügbarer, ausfallsicherer, zentraler Serversysteme gewährleistet. Hierzu werden alle IT-Systeme der Nordex Group bei externen Partnern in zertifizierten State-of-the-Art-Rechenzentren betrieben.
Die Informationsverarbeitung personenbezogener Daten erfolgt strikt gemäß den Regelungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGV), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer geltender nationaler datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Systematische ITund Datenschutzprozesse sorgen für die notwendige Wirksamkeit und Nachhaltigkeit aller genannten Maßnahmen. Und wird in Zusammenarbeit zwischen IT-Management und dem Datenschutzbeauftragten sichergestellt und kontrolliert.
Insgesamt werden die Eintrittswahrscheinlichkeit von IT-Risiken als möglich und deren Auswirkungen als mittel eingeschätzt.
Über die zuvor beschriebenen Risiken hinaus gibt es Einflüsse und Ereignisse wie Bürgerproteste und -initiativen gegen den Ausbau von Windenergie, Epidemien, Naturkatastrophen oder Terroranschläge bzw. kriegerische Akte, die schwer oder unmöglich vorhersehbar sind und deren Eintritt schwer oder unmöglich kontrollierbar ist. Daher werden diese anderen Risiken überwacht und die Behandlung der betreffenden Risiken im Falle des Eintretens so gut wie möglich vorbereitet. Sie können im Falle des Eintretens die Geschäftsentwicklung der Nordex Group negativ beeinflussen.
Die Risiken der Nordex Group werden durch den Vorstand regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Nach Einschätzung des Vorstands bestehen gegenwärtig keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der Nordex Group gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.
Chancen können sich als Folge zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen ergeben. Die Nordex Group definiert Chancen als potenzielle positive Abweichungen von der Unternehmensplanung. Dabei sind vor allem mögliche positive Einflüsse auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage relevant. Das Chancenmanagement basiert auf einer systematischen und transparenten Überwachung, Analyse und Bewertung von Chancen und umfasst die dafür notwendigen Maßnahmen und Prozesse. Es ist somit fester Bestandteil der Strategie-, Planungs- und Berichtsprozesse sowie des Risikomanagements und unterstützt das Ziel der Nordex Group, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. In das Chancenmanagement sind neben dem Vorstand alle weiteren Führungskräfte sowie projektbezogene Entscheidungsträger eingebunden. So wird sichergestellt, dass Chancen zuverlässig identifiziert, bewertet und systematisch genutzt werden. Detaillierte Erläuterungen der Unternehmensstrategie und -steuerung sowie des Risikomanagements finden sich in den jeweiligen Kapiteln in diesem Lagebericht.
Übergeordnet differenziert die Nordex Group zwei Cluster von Chancen, je nach zeitlicher Relevanz.
Zum einen können sich – spiegelbildlich zu den Risiken – aus zahlreichen Einflussfaktoren, die eng im Rahmen des systematischen Risikomanagements des Konzerns überwacht werden, Chancen ergeben. Diese betreffen überwiegend den kurzfristigen Zeithorizont für das jeweils laufende Geschäftsjahr bzw. die rollierende Planung für die nächsten zwölf Monate. Chancen können sich ergeben, wenn sich die gesamt- oder branchenwirtschaftliche Entwicklung weltweit bzw. in einzelnen Regionen und in der Folge auch die Auftragssituation der Nordex Group besser als geplant entwickeln. Zudem sind im Zusammenhang Chancen mit der Produkt- oder Projektentwicklung u.a. durch kürzere Entwicklungs- oder Genehmigungszeiten möglich. Chancen können sich ferner im Bereich Beschaffung und Einkauf etwa durch bessere Konditionen oder Material- bzw. Lieferantensubstitution ergeben. Außerdem können sich finanzielle Chancen positiv auswirken. Dazu zählen beispielsweise günstigere Zinskonditionen oder Möglichkeiten, zinstragende Verbindlichkeiten vorzeitig abzulösen, tendenziell auch veränderte Währungskurse und gegebenenfalls Wertsteigerungspotenziale von bilanzierten Vermögensgegenständen.
Zum anderen können sich mittelfristig aus Megatrends sowie aus perspektivisch zu erwartenden Entwicklungen und antizipierten künftigen Ereignissen – abweichend von der bestehenden Planung – zusätzliche Geschäftspotenziale für die Nordex Group ergeben. Dabei spielt die Politik eine wesentliche externe Rolle. Des Weiteren sind interne Weichenstellungen der Nordex Group wie die mehrjährig angelegte strukturelle Neuausrichtung der Lieferkette von Bedeutung. Externe und interne Chancen, die sich daraus ableiten können, werden eng überwacht. Sie fließen in die mittelfristige Business- und Investitionsplanung sowie in die strategische Ausrichtung des Unternehmens ein.
Der Klimawandel und seine Folgen sind immer stärker spürbar. Damit finden auch tiefgreifende Maßnahmen zum Schutz des Klimas weltweit zunehmend höhere Akzeptanz. Dieser Megatrend ist unumkehrbar. Neue politische Vorgaben für einen beschleunigten Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und strengere Gesetze zum Klimaschutz können den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich beschleunigen. Politische Entscheidungen wie der "European Green Deal" unterstützen die Planungssicherheit für künftige Investitionen. Die Nordex Group beobachtet im Rahmen ihrer Vertriebsaktivitäten weltweit Märkte und Entwicklungen sehr eng. Ziel ist es u.a., neue Potenziale, die die Planung der Nordex Group übertreffen, nach gründlicher Analyse und Bewertung gegebenenfalls zügig erschließen zu können. Dies ist eine Säule der Unternehmensstrategie.
Die Nordex Group hat in den letzten Jahren mit Hochdruck ihren globalen Produktionsverbund mit einer Neuausrichtung der Lieferkette gestärkt. Einen weiteren bedeutenden Schritt zur Optimierung, der zugleich ein Kernelement der Unternehmensstrategie bis 2022 ist, bildet der laufende Ausbau der Produktion und der Lieferkette in Indien. Nordex hat dieses wegweisende Projekt initiiert, um zukünftig von Indien aus den Weltmarkt außerhalb Europas zu bedienen. Dabei sind erhebliche Volumensteigerungen und Kosteneinsparungen geplant. Sollte die Nachfrage stärker oder schneller als vorhergesehen wachsen, könnten sich daraus zusätzliche positive Effekte für den Umsatz und die Profitabilität der Nordex Group ergeben.
Als ein Treiber für das zukünftige Umsatzwachstum des Konzerns ist auch das sog. Repowering ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Beim Repowering werden bestehende alte Anlagen am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus vollständig abgebaut und durch den Neubau moderner effizienterer Turbinen ersetzt. Dieser Effekt wird künftig vor allem in etablierten Onshore-Windmärkten eine wichtige Rolle spielen, vor allem in Europa und den USA. Eine zügigere und umfassendere Umsetzung von Repowering-Projekten könnte gegenüber den aktuellen Einschätzungen weiteres Potenzial für die Nordex Group eröffnen, speziell für die erfolgreiche Delta4000-Plattform. Damit wären zusätzliche positive Impulse für den Umsatz und die Profitabilität des Unternehmens möglich.
Nordex setzt bei der Forschung und Entwicklung vor allem auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios. Ein Fokus ist dabei die Senkung der Stromgestehungskosten über eine höhere Leistungsfähigkeit der Turbine oder über geringere Kosten. Den Kunden sollen durch Innovation immer wettbewerbsfähige und effiziente Windenergieanlagen angeboten werden. Die Delta4000-Plattform mit ihren sechs Turbinenvarianten wird je nach Region unterschiedlichen Marktanforderungen gerecht und ist somit global einsetzbar. Ein weiteres F&E-Kernelement ist die gezielte Weiterentwicklung im Service, z.B. durch eine Optimierung der Wartung und durch die Weiterentwicklung von Software zur Leistungssteigerung der Turbinen. Innovationen bei Produkten oder im Dienstleistungsangebot können für die Nordex Group Chancen im Sinne von positiven Abweichungen gegenüber der zugrunde gelegten mittelfristigen Planung darstellen, wenn der Markterfolg dieser Innovationen größer ist oder er früher eintritt als geplant.
Eine Hauptaufgabe des Vertriebs besteht darin, Stammkunden und Kernmärkte zu pflegen, so Geschäftsvolumen zu sichern und auszuweiten. Darüber hinaus soll der Vertrieb neue Kunden gewinnen bzw. neue Märkte für die Nordex Group erschließen. Von besonderer Bedeutung für die Nordex Group sind hierbei die weltweit agierenden Stromerzeuger. Nordex will sich für diese Kunden als strategischer Lieferant etablieren. Dies eröffnet die Möglichkeit zur Gewinnung von in der Regel großen Projekten. Weitere Potenziale ergeben sich durch die gezielte Erschließung einzelner Märkte. Dabei analysiert die Vertriebs- und Serviceorganisation kontinuierlich neue und wiederkehrende Märkte, bewertet Chancen und Risiken, mögliche Projektpipelines sowie Chancen für den Ausbau. So entscheidet sich auch, ob und wenn ja, wie ein Markt möglichst effizient und risikoarm bearbeitet werden kann. Vertriebsseitig bestehen somit vielfältige Möglichkeiten, zusätzliche Geschäftspotenziale für das Unternehmen zu heben, die sich – über die bestehende Planung hinaus – positiv auf die zukünftige Entwicklung von Aufträgen, Umsatzerlösen und Profitabilität auswirken können.
Die Projektentwicklung ist dem eigentlichen Geschäft der Nordex Group vorgelagert. In ausgewählten Märkten außerhalb Europas nutzt das Unternehmen selbst entwickelte Windparkprojekte. Die Vermarktung dieser baufertigen Windparks erfolgt dabei vor allem an Finanzinvestoren. Abgerundet wird die Nordex-Wertschöpfungskette durch das margenstarke Servicegeschäft. Es stellt eine besondere Nähe zum Kunden sicher und ist zugleich Basis für neue Projekte. Chancen können sich durch zusätzliche, idealerweise langfristige Serviceverträge ergeben sowie durch eine stärker als geplante Realisierung von Servicevertragsverlängerungen.
Unternehmerisches Handeln ist einerseits regelmäßig Risiken ausgesetzt, andererseits bieten sich im Zeitablauf aber auch immer wieder zusätzliche Chancen, die kontinuierlich überwacht und gemanagt werden. Entsprechende Systeme der Nordex Group stellen dies sicher. Der Vorstand der Nordex Group sieht sich damit gut aufgestellt, um zukünftige Chancen gezielt nutzen zu können, d. h. mögliche positive Potenziale für Umsatz, Profitabilität und Liquidität gegenüber der Planung zu heben.
Mit der Unternehmensstrategie hat die Nordex Group unter anderem konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben bis zum Jahr 2022 definiert. Die Steuerung des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, diese Vorgaben im operativen Geschäft umzusetzen. Darüber hinaus können sich aus den skizzierten Chancenclustern zusätzliche attraktive Potenziale für die Nordex Group ergeben, die bisher nicht Teil der konkreten Planungskalkulation für diesen Zeitraum oder darüber hinaus sind. Der Vorstand richtet in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk auf die externen Chancen, die sich aus neuen klimapolitischen Vorgaben ergeben können, sowie auf die internen Chancen, die sich aus der Weiterentwicklung des globalen Produktionsverbunds mit dem Ausbau der Lieferkette in Indien ergeben. Das enorme Potenzial für das weltweite Geschäft aus Indien heraus bietet aus Sicht des Vorstands große Chancen für die Nordex Group – (insbesondere) auch für die Jahre nach 2022.
Bei der Nordex SE fand ein Wechsel auf der Position des Finanzvorstands statt. Christoph Burkhard, der das Finanzressort seit dem 1. Oktober 2016 leitete, beendete seine Tätigkeit aus persönlichen Gründen und legte sein Vorstandsmandat zum 28. Februar 2021 nieder. Nachfolger ist Dr. Ilya Hartmann, der dem Vorstand seit dem 1. Januar 2021 angehört und dieses Ressort am 1. März 2021 übernommen hat.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Ende des Geschäftsjahres nicht eingetreten.
In der Januar-Aktualisierung seines Weltwirtschaftsausblicks hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das globale Wachstum im Jahr 2021 auf 5,5% angehoben (Oktober-Prognose: 5,2%). Der Aufschwung wird sich demnach im Jahr 2022 robust fortsetzen. Laut IWF wird die Wirtschaft in den Industrieländern 2021 um 4,3% wachsen. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IWF ebenfalls eine spürbare Erholung. Diese Länder sollen 2021 um 6,3% zulegen. Diese Rate wird allerdings durch China überzeichnet. Dagegen werden sich vor allem Länder, die vom Ölexport oder dem Tourismus abhängen, nur verzögert und unterproportional erholen.
Auch 2021 bleibt die Pandemie der dominierende Faktor. Es wird allgemein erwartet, dass sich die Weltwirtschaft mit einer allmählichen Durchimpfung der Bevölkerung im Verlauf des Jahres zunehmend in Richtung Normalität bewegt. Hier sieht der IWF allerdings zugleich auch die Hauptrisiken. Rückschläge oder Verzögerungen bei der Virusbekämpfung könnten das Vertrauen in eine Erholung dämpfen und den Aufschwung gefährden. Außerdem stellen die Einkommensverluste und die massiv gestiegene Verschuldung große Risiken dar. Während die Industriekonjunktur im Rahmen der IWF-Prognose früh und unmittelbar von einem lebhafteren Welthandel (IWF: +8,1%) profitiert, werden die konsumnahen Bereiche nur sehr langsam und gegebenenfalls unvollständig folgen. Die Konjunktur wird somit in den meisten Regionen vor allem von einer Belebung der Investitionen und der Exporte profitieren. Zudem bleibt die Baukonjunktur vielfach eine wichtige Säule der Konjunktur. Weltweit stimulieren die extrem umfangreichen Programme zur Konjunkturstabilisierung.
| Quellen | 2019 | 2020 | 2021e |
|---|---|---|---|
| a | 2,8 | – 3,5 | 5,5 |
| a | 1,6 | – 4,9 | 4,3 |
| a | 2,2 | –3,4 | 5,1 |
| a | 1,9 | –5,5 | 3,6 |
| b, a | 1,3 | –6,8 | 4,2 |
| c, a | 0,6 | –5,0 | 3,5 |
| a | 1,5 | –9,0 | 5,5 |
| a | 2,0 | –11,1 | 5,9 |
| a | 0,3 | –9,2 | 3,0 |
| a | 1,4 | –10,0 | 4,5 |
| a | 3,6 | –2,4 | 6,3 |
| a | 4,2 | –8,0 | 11,5 |
| d | 0,9 | 0,5 | 4,5 |
| a | 0,2 | –7,4 | 4,1 |
| a | 1,4 | –4,5 | 3,6 |
Quellen: a) IWF, b) Eurostat, c) Destatis, d) Weltbank
Wenn es gelingt, die Pandemie sukzessive zu überwinden, und sofern die Risiken nicht eskalieren, zeichnet sich mit Blick auf die Kernmärkte der Nordex Group für 2021 ein vergleichsweise gutes Konjunkturbild ab. Allerdings bleiben die Entwicklungen regional sehr heterogen.
Die Wirtschaft im Euroraum wird sich 2021 nach der Prognose des IWF spürbar erholen. Dabei fällt die Entwicklung in Deutschland und Italien unterdurchschnittlich aus. Dagegen zeichnet sich für Spanien und Frankreich eine kraftvollere Belebung ab als in den anderen großen Ländern des Euroraums. Nach dem starken Einbruch wird die Wirtschaft Großbritanniens laut IWF 2021 wieder deutlich zulegen. In den USA rechnet der IWF mit einer deutlich gestärkten Konjunkturentwicklung. Mit Blick auf die Schwellenländer ist der IWF sehr optimistisch für Indien und sieht zudem robustes Wachstum in der Türkei und in Brasilien. Da auch Mexiko und Argentinien wieder wachsen dürften, hellen sich die Perspektiven für Lateinamerika insgesamt spürbar auf.
Sowohl die US-Notenbank (FED) als auch die EZB haben eine Fortsetzung des expansiven geldpolitischen Kurses für 2021 in Aussicht gestellt. Die Inflationsraten sind niedrig und die Wirtschaft wird erst im Verlauf des Folgejahres die jeweiligen Vorkrisenniveaus erreichen. Eine Überhitzung ist daher selbst bei einer robusten Erholung unwahrscheinlich. Die FED und die EZB dürften somit 2021 sehr wahrscheinlich extrem expansiv bleiben. Diese Geldpolitik könnte auch vielen Schwellenländern den Raum lassen, um ihre Zinsen niedrig zu halten, ohne dass sich Kapitalströme zwangsläufig zu ihren Lasten umkehren. Da viele Länder jedoch eine substanziell gestiegene Verschuldung aufweisen, können Turbulenzen an den Kapital- und Devisenmärkten nicht ausgeschlossen werden. Das würde gegebenenfalls Korrekturen der Geldpolitik in den betroffenen Schwellenländern nach sich ziehen und neue Belastungen für die Konjunktur auslösen.
Angesichts der voraussichtlich wieder steigenden Wachstumsdifferenzen zugunsten des US-Dollars im Vergleich zum Euro könnte sich der Währungstrend 2021 umdrehen. Ferner ist mit der neuen US-Administration eine höhere politische Verlässlichkeit der USA zu erwarten. Damit rücken viele Unsicherheiten in den Hintergrund. Insofern dürfte der US-Dollar im Jahr 2021 gegenüber dem Euro und anderen Währungen wieder Rückenwind bekommen. Diese fundamentalen Währungseinflüsse können allerdings durch kurzfristige Trends und Ereignisse – etwa ein unerwarteter Verlauf der Pandemie, neue geopolitische Spannungen, volatile Kapitalmärkte – überlagert werden. Die Konzerngesellschaften der Nordex Group schließen ihre Verträge mit Kunden und Zulieferern maßgeblich entweder in Euro oder US-Dollar ab. Häufig werden Split-Verträge vereinbart, in denen die Währung auf die jeweilige Projekt-Wertschöpfung bzw. die Lieferkette abgestimmt ist. Verbleibende Transaktionswährungsrisiken werden weitestgehend durch Hedging minimiert. Weitere Informationen hierzu finden sich im Anhang im Abschnitt "Finanzrisikomanagement".
Auf den Rohstoffmärkten zeichnen sich für 2021 deutlich höhere Notierungen ab. So erwartet der IWF im Durchschnitt kräftig anziehende Preise für Nicht-Öl-Rohstoffe (+12,8% nach +6,7% im Berichtsjahr). Bei den Ölpreisen rechnet der IWF mit einem Anstieg um gut 21%. Laut der IWF-Prognose steigt der Preis für ein Barrel Öl (Mittelwert für UK Brent, Dubai Fateh, WTI) im Jahresdurchschnitt 2021 auf USD 50,03 (2020: USD 41,29).
Die politische Unterstützung für erneuerbare Energien ist auch in einem weitgehend ökonomisch getriebenen Markt nach wie vor wichtig. Die Wende hin zu regenerativer Stromerzeugung ist in den meisten Regionen der Welt ein nicht mehr umkehrbarer Trend, der unter sehr unterschiedlichen politischen und regulatorischen Gegebenheiten stattfindet. Im Dezember 2020 kündigte etwa die britische Regierung – im November 2021 Ausrichter der Klimakonferenz COP 26 – an, die Treibhausgasemissionen ihres Landes bis 2030 im Vergleich zum Niveau von 1990 um mehr als zwei Drittel reduzieren zu wollen. Für die Märkte der Nordex Group sind mittelfristig die als "European Green Deal" bezeichneten Ambitionen der Europäischen Union (EU) und die Klimaschutzvorhaben der neuen US-Regierung unter Präsident Joe Biden am bedeutendsten.
Die Europäische Union erweitert ihre Klimaschutzpläne, indem sie beim Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nach der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Rezession einen Schwerpunkt auf umwelt- und klimafreundliche Investitionen legt. Die EU verfolgt das Ziel, bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen, was eine umfassende Dekarbonisierung des Energiesektors erfordert. Im Dezember 2020 beschloss die EU, ihr Reduktionsziel für Klimagase (als Verglich zu den Emissionen von 1990) von 40% auf 55% zu erhöhen. Die EU-Kommission schlägt daher vor, die Zielgröße für den Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2030 von 32% auf 38 bis 40% anzuheben.
Das Ausbauvolumen für Onshorewind wird allerdings nach wie vor insbesondere in Ländern wie Deutschland und Frankreich durch langwierige Genehmigungsprozesse und teilweise fehlende Flächen eingeschränkt. In Deutschland tritt zum 1. Januar 2021 die Ende 2020 beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft, das den Rahmen vorgeben soll, um das Ziel von 65% Erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen. Das Gesetz legt fest, in welcher Geschwindigkeit einzelne Technologien wie Windenergie und Photovoltaik ausgebaut werden sollen, und sieht dazu auch einen jährlichen Monitoringprozess vor. Es beinhaltet beispielsweise auch eine Förderung der Akzeptanz von Windkraftprojekten vor Ort durch eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit der Kommunen.
Auch in den USA soll die wirtschaftliche Wiederbelebung nach der Pandemie unter der neuen, seit Januar 2021 amtierenden Regierung mit dem Klimaschutz verbunden werden. Die sichtbarste klimaschutzpolitische Entscheidung der Regierung unter Präsident Joe Biden war jedoch zunächst die angekündigte unmittelbare Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen. Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte Joe Biden angekündigt, innerhalb von vier Jahren zwei Billionen US-Dollar in einen klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung investieren zu wollen. Bereits im Dezember 2020 hat der US-Kongress ein weiteres Mal das System der Steuergutschriften (PTC) um ein Jahr verlängert, in dem alle bis Ende 2021 begonnenen und bis Ende 2025 abgeschlossenen Projekte weiterhin mit 60% der ursprünglichen Höhe der Steuergutschrift gefördert werden. BNEF erwartet in einer ersten Einschätzung in den kommenden Jahren einen moderaten Schub für Onshore-Wind durch die PTC-Verlängerung. Auf Ebene der Bundesstaaten wird der Ausbau der Windenergie insbesondere im Rahmen der Renewable Portfolio Standards vorangetrieben.
In Lateinamerika stellt sich die Situation in den wichtigen Kernmärkten vergleichsweise stabil dar. Private Auktionen oder bilaterale PPAs treten hier zunehmend als alternative Finanzierungsstrukturen zu den existierenden staatlichen Auktionen auf. Dies ist beispielsweise in Brasilien aufgrund der sehr wettbewerbsfähigen Preise von Onshore-Windstrom bei einer gleichzeitigen Reduzierung der öffentlichen Auktionen in den vergangenen Jahren der Fall. Im Jahr 2020 wurden alle in Brasilien geplanten staatlichen Auktionen verschoben, was sich durch die langen Vorlaufzeiten von Projekten jedoch nicht unmittelbar auswirkt.
Der indische Markt bleibt vorerst durch Herausforderungen bei Flächenankauf, Stromübertragung und Genehmigungen gekennzeichnet. Frühere sehr ambitionierte Ausbauziele für Windenergie werden zunächst nicht erreicht werden, wozu auch die Corona-Pandemie, die das Land besonders getroffen hat, beiträgt. Als Absatzmarkt ist Indien für die Nordex Group kurz- und mittelfristig voraussichtlich von untergeordneter Bedeutung.
Stimuliert durch die weltweit beschleunigt verfolgte Energiewende sieht das Global Wind Energy Council (GWEC) die Windenergie auf einem verlässlichen Expansionspfad. Für 2021 erwartet GWEC mit 78 GW einen neuen Rekord bei den weltweiten Neuinstallationen (+9%). Dabei sind Nachholeffekte durch lockdownbedingt aufgestaute Projekte aus 2020 enthalten. Außerdem werden 2021 in China und den USA nochmals förderungsbedingt große Volumina umgesetzt, sodass die durch Sondereffekte geprägte Gesamtjahreszahl aller weltweiten Neuinstallationen 2021 den zugrunde liegenden Wachstumstrend überzeichnet. Daher erwartet GWEC, dass sich der Weltmarkt in den Jahren 2022 (66,7 GW) und 2023 (62,5 GW) auf einem niedrigeren Niveau einpendelt, das aber trotzdem über dem Stand von 2019 liegt. Für 2024 werden Neuinstallationen im Bereich von 70 GW prognostiziert. Somit stellt GWEC von 2021 bis Ende 2024 insgesamt kumulierte Neuinstallationen von 348 GW in Aussicht (versus 2020). Das entspricht einem Wachstum von durchschnittlich 3% jährlich. In diese Prognosen aus dem November 2020 ist eine erwartete Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien unter der neuen US-Regierung noch nicht enthalten.
Für den Onshore-Windmarkt unterstellt die GWEC-Prognose im Jahr 2021 Neuinstallationen von 68,3 GW weltweit (+5,4%). Betrachtet man spezifisch die Windmärkte an Land ohne die durch Sondereffekte verzerrten Märkte der USA und Chinas, liegt der Zubau im Mittel jedes Jahr bei 36 GW mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 6,8%. Die Wachstumsdynamik ist damit doppelt so hoch wie im Gesamtwindmarkt (alle Länder, on- und offshore). Für Europa wird 2021 ein Wachstum der Onshore-Neuinstallationen um 20% auf 13,3 GW unterstellt. Mit Ausnahme Spaniens werden alle anderen Märkte zulegen, insbesondere Deutschland. In Indien wird sich die Installationstätigkeit nach dem pandemiebedingten Einbruch wieder zu einem gewissen Grad erholen. In Lateinamerika bleibt der Kapazitätszubau auf einem hohen Niveau.
Auch das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie erwartet in seinem Marktausblick aus Dezember 2020 den Onshore-Windenergiezubau im Jahr 2021 bei weltweit etwa 69 GW. Die nachfolgende Tabelle gibt die Einschätzung von Wood Mackenzie für die zehn größten Einzelmärkte wieder.
| in GW | 2020e | 2021e | 2022e |
|---|---|---|---|
| Welt | 70,9 | 69,0 | 63,2 |
| China | 30,2 | 19,8 | 21,7 |
| USA | 16,9 | 13,3 | 7,8 |
| Schweden | 1,3 | 3,2 | 1,8 |
| Deutschland | 1,3 | 3,0 | 3,4 |
| Indien | 1,2 | 3,0 | 4,7 |
| Brasilien | 1,7 | 2,9 | 2,7 |
| Spanien | 1,7 | 1,5 | 1,0 |
| Frankreich | 1,1 | 1,4 | 1,6 |
| Vietnam | 0,1 | 1,4 | 0,3 |
| Kanada | 0,2 | 1,4 | 1,1 |
Quelle: Wood Mackenzie Q4/2020 Onshore Market Outlook
Die Nordex Group sieht sich im globalen Wachstumsmarkt Onshore-Windenergie sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig aussichtsreich positioniert. Zur Bekämpfung des Klimawandels kommt der Windenergie an Land als kostengünstiger erneuerbarer Energiequelle eine hohe Bedeutung zu. Für das Jahr 2021 geht die Nordex Group von einem positiven Geschäftsverlauf aus und erwartet eine qualitative Verbesserung der wesentlichen finanziellen Kennzahlen. Finanzielle Belastungen durch die Corona-Pandemie werden nur noch in geringem Ausmaß erwartet.
Der Vorstand der Nordex SE erwartet für das Geschäftsjahr 2021 einen Konzernumsatz von EUR 4,7 bis 5,2 Mrd. und eine EBITDA-Marge in Höhe 4,0 bis 5,5%. Mit Blick auf den weiteren Aus- und Umbau der Lieferkette wird erneut mit Investitionen in Höhe von rund EUR 180 Mio. gerechnet. Die auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote soll zum Jahresende 2021 bei unter minus 6% liegen.
Den Ausgangspunkt für die Prognose 2021 bildet der Auftragsbestand zum Jahresende 2020. Dieser belief sich im Segment Projekte auf EUR 5,3 Mrd. und lag damit auf einem weiterhin hohen Niveau (31. Dezember 2019: EUR 5,5 Mrd.). Hier schlägt sich die trotz einzelner Verzögerungen durch die Corona-Pandemie erneut erfreuliche Entwicklung beim Auftragseingang nieder. Stärkste Einzelmärkte waren dabei die USA, Brasilien, Chile, Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Finnland. Insgesamt verschob sich der Auftragseingang im Jahr 2020 wieder stärker in Richtung der etablierten Märkte in Europa und Nordamerika. Die technische Leistungsfähigkeit und der damit verbundene hohe Kundennutzen der aktuellen Turbinengeneration führten zu einer stabilen Preisentwicklung, womit eine deutlich verbesserte Ergebnismarge des Auftragsbestands einhergeht. Per Jahresende 2020 hatte die Nordex Group bereits 88% des für 2021 geplanten Umsatzes im Segment Projekte mit festen Auftragseingängen abgedeckt.
Bei der Umsatzentwicklung rechnet das Unternehmen mit einer relativen Gleichverteilung der Umsatzerlöse über die Quartale. Hinsichtlich der EBITDA-Marge erwartet die Nordex Group ein Ansteigen im Jahresverlauf, weil margenschwache Projekte auslaufen und der Anteil der profitableren Delta4000- Plattform sukzessive steigen wird. Darüber hinaus hat der Vorstand 2020 ein umfassendes Unternehmensprogramm zur Ergebnissteigerung aufgelegt, das sich aus mehreren Modulen und Schlüsselinitiativen zusammensetzt und sein Potenzial bis Ende 2022 voll entfalten soll. Zu den Modulen gehören die Erhöhung der Produktivität, die Verbesserung der Servicemarge, die Optimierung der Projektabwicklung und vor allem die Weiterentwicklung der Lieferkette.
Während sich die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr insbesondere ergebnisseitig sehr negativ auswirkte, wird aus heutiger Sicht für das laufende Geschäftsjahr 2021 nur noch mit einer geringen Ergebnisbelastung gerechnet. Ausschlaggebend sind dabei die stabilisierte Lieferkette und erfolgreiche Konzepte, auch unter Pandemiebedingungen effektiv und effizient in allen Unternehmensbereichen zu arbeiten. Zudem wird unterstellt, dass insbesondere durch die weltweiten Fortschritte bei den Corona-Schutzimpfungen der Einfluss der Pandemie auf die wirtschaftliche Tätigkeit im Jahresverlauf deutlich geringer wird.
Den Schwerpunkt der geplanten Investitionen bildet der Ausbau der Produktion in Indien mit der entsprechenden Transformation der Lieferkette, um von dort den Weltmarkt außerhalb Europas beliefern zu können. Mit diesem bedeutenden strategischen Schritt wird Nordex den globalen Produktionsverbund nachhaltig stärken. Dies ermöglicht sowohl substanzielle Volumensteigerungen als auch signifikante Kosteneinsparungen.
Die Nordex Group erwartet auch im Jahr 2021 eine hohe Nachfrage insbesondere in ihren bedeutenden Kernmärkten. Dabei kommt dem Unternehmen seine starke Marktposition bei weltweit agierenden Schlüsselkunden wie auch der breit gefächerte Kundenstamm in Europa zugute. Mit der Delta4000-Plattform hat die Nordex Group eine hocheffiziente und wettbewerbsfähige Turbinengeneration der 4- und 5-MW-Klasse am Markt, die in nahezu allen Regionen weltweit eingesetzt werden kann.
Der European Green Deal und die zunehmende Bedeutung des Repowerings eröffnen zusätzliche Marktchancen. Speziell in Deutschland können sich positive Auswirkungen aus der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem Ende 2020 verabschiedeten Investitionsbeschleunigungsgesetz ergeben. Im wichtigen US-Markt erwartet die Nordex Group ein positives politisches Umfeld, von dem das Unternehmen besonders profitieren möchte, da sich auch in den USA eine zunehmende Nachfrage nach Turbinen der 4- und 5-MW-Klasse abzeichnet.
Der erwartete hohe Auftragseingang und das hohe Aktivitätsniveau sollen sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auf die Entwicklung des Working Capitals auswirken.
Vor dem Hintergrund der internen und externen Treiber einer positiven Geschäftsentwicklung hat die Nordex Group bereits im November 2020 strategische Ziele für das Jahr 2022 veröffentlicht. Demnach rechnet der Vorstand im kommenden Geschäftsjahr 2022 mit einem Umsatz von rund EUR 5 Mrd. bei einer EBITDA-Marge von rund 8%. Die Kapazität des Unternehmens soll am Jahresende 2022 bei mehr als 6 GW liegen.
Ende 2020 hatte die Nordex Group ein umfassendes Unternehmensprogramm vorgestellt, das auch die bereits begonnene Weiterentwicklung der Lieferkette zu einer globaleren und kosteneffizienten Produktion umfasst und neu definiert. Zentral ist hier der Ausbau der bereits vorhandenen Produktion in Indien, bei dem das Unternehmen auf eine erfahrene Belegschaft und bekannte Infrastruktur zurückgreifen kann. Die dortigen Produktionskapazitäten sollen auf rund 4 GW erhöht werden. Von Indien aus sollen zukünftig die globalen Märkte außerhalb Europas effizient und kostengünstig bedient werden. Dabei nutzt die Nordex Group auch die lokale indische Fertigung ihrer europäischen Lieferanten, um die Qualität der Produkte sicherzustellen. Flankiert wird diese Entwicklung durch den Aufbau von Engineering-Kapazitäten in Indien. Diese sollen für die Lieferkette in Indien genutzt werden. Der Ausbau wird über das Jahr 2021 hinausgehen und wahrscheinlich bis Ende 2022 andauern. Die Nordex Group verfolgt hier das Ziel, neben dem Kapazitätsausbau die Kostenstruktur deutlich zu verbessern und so die Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.
Darüber hinaus umfasst das Programm Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Produktivität mit klarem Fokus auf Effizienz und entsprechende Prozessverbesserungen. Die Nordex Group hat ihre Produktion 2020 im Vergleich zu Ende 2018 auf rund 6 GW verdoppelt. In dieser Zeit sind auch der Auftragseingang und die Anzahl der Installationen deutlich gestiegen und damit die operativen Aufgaben. Das Programm sieht nun eine Optimierung der wesentlichen Prozesse der Wertschöpfungskette vor. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt die technologische Weiterentwicklung des Produktportfolios dar, einerseits durch Effizienzsteigerungen bei bereits bestehenden Produktvarianten und andererseits durch die Entwicklung von neuen Produktvarianten auf der bestehenden Plattform Delta4000.
Der Servicebereich des Unternehmens zeichnet sich durch gute Planbarkeit und stabile Zahlungsströme aus und war 2020 von der Covid-19-Pandemie wenig betroffen. Im Geschäftsjahr 2021 soll der Umsatz in diesem Bereich infolge der steigenden Installationszahlen weiter wachsen; angestrebt wird hier ein Anstieg um 10%. Die Margen liegen in diesem Bereich deutlich über dem des Gesamtkonzerns
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und sollen durch das Unternehmensprogramm mittelfristig ebenfalls weiter steigen. Darüber hinaus nutzt die Nordex Group die im gesamten Anlagenportfolio erhobenen Daten und insbesondere länderübergreifende Erfahrungen, um ihre Angebote im Service und in der Wartung stetig weiterzuentwickeln und profitabler zu gestalten. Nach einem nennenswert positiven Mittelzufluss durch die Veräußerung des europäischen Projektentwicklungsportfolios erwartet der Vorstand in diesem Jahr keine nennenswerten Erlöse aus der Projektentwicklung. Aktuell wird das Projektentwicklungsgeschäft nur außereuropäisch betrieben, wobei geplant ist, das Projektentwicklungsgeschäft künftig auch in Europa wieder neu aufzusetzen.
Im Geschäftsjahr 2021 fokussiert sich die Nordex Group darauf, ihr Unternehmensprogramm erfolgreich voranzutreiben. Größte Einzelmaßnahme ist dabei der Ausbau der Produktionskapazitäten in Indien. Darüber hinaus gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios durch gezielte Weiterentwicklungen der Delta4000-Plattform auf hohem Niveau zu halten, während das Angebot und die Produktion der älteren Turbinengenerationen planmäßig zurückgefahren werden. Ziel ist es ferner, den hohen Auftragsbestand effizient abzuarbeiten und die Profitabilität zu verbessern.
Die Nordex SE übernimmt als Konzernobergesellschaft die Holdingfunktion für die Nordex Group. Eine wesentliche Aufgabe der Nordex SE ist die Finanzierung der Konzerngesellschaften durch die Gewährung von Darlehen und Garantien. Darüber hinaus erbringt die Nordex SE für diverse Tochtergesellschaften Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Controlling, Finanzen, Internal Audit, IT, Investor Relations, Kommunikation, Konzernstrategie, People & Culture, Recht und Versicherungen. Zwischen der Nordex SE und der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge. Weitere Erläuterungen zum Konsolidierungskreis sind dem Konzernanhang zu entnehmen.
Der Umsatz der Nordex SE stieg im Geschäftsjahr 2020 um 29,5% auf EUR 82,6 Mio. (2019: EUR 63,8 Mio.). Der Personalaufwand erhöhte sich auf EUR 20,5 Mio. (2019: EUR 14,6 Mio.). Der Saldo aus betrieblichen Aufwendungen und Erträgen lag bei EUR – 54,3 Mio. (2019: EUR – 53,2 Mio.). Im Geschäftsjahr 2020 schlägt sich auch im Abschluss der Einzelgesellschaft Nordex SE der Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios deutlich nieder. Die Erträge aus Ergebnisabführung stiegen auf EUR 203,2 Mio. (2019: EUR 0,8 Mio.). Gleichzeitig erhöhten sich die Aufwendungen aus der Verlustübernahme auf EUR 137,4 Mio. (2019: EUR 13,2 Mio.). Damit erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern auf EUR 68,4 Mio. (2019: EUR –113,7 Mio.). Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete die Nordex SE einen handelsrechtlichen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 68,1 Mio. (2019: Jahresfehlbetrag von EUR 114,1 Mio.). Der handelsrechtliche Jahresüberschuss wurde zu EUR 3,4 Mio. in in die Gesetzliche Rücklage und zu EUR 58,7 Mio. in Andere Gewinnrücklagen eingestellt. Im Vorjahr wurde der Jahresfehlbetrag durch eine Entnahme aus der Kapitalrücklage und eine Entnahme aus den Anderen Gewinnrücklagen ausgeglichen. Das Bilanzergebnis lag für das Geschäftsjahr 2020 bei EUR 6,0 Mio. (2019: EUR 0,0 Mio.).
Das Eigenkapital der Nordex SE erhöhte sich aufgrund des positiven Bilanzergebnisses und durch die Kapitalerhöhung im Dezember 2020 zum 31. Dezember 2020 um 36,0% auf EUR 1.019,8 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 750,1 Mio.). Die Bilanzsumme wuchs um 40,0% auf EUR 2.630,5 Mio. (31. Dezember 2019: 1.878,9 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag damit bei 38,8% (31. Dezember 2019: 39,9%).
Die Acciona S.A., Madrid, hält laut letzter Stimmrechtsmitteilung eine Beteiligung von über 30% an der Nordex SE. Dies begründet ein Abhängigkeitsverhältnis.
Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag der Nordex SE mit der Acciona S.A. besteht nicht. Der Vorstand der Nordex SE hat daher gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Vorstand hat am Ende des Berichts folgende Erklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft, die Nordex SE, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1.1.2020 bis 31.12.2020 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden."
Gemäß den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB ergeben sich für den Lagebericht folgende weitere Angabepflichten:
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag EUR 117.348.759,00 und ist eingeteilt in 117.348.759 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Eine Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00. Es existieren keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Mit Ausnahme eigener Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen, gewähren alle Aktien die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und, gegebenenfalls mit Ausnahme eventueller nicht dividendenberechtigter junger Aktien, den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus den §§12, 53a ff., 118ff. und 186 AktG. Zum 31. Dezember 2020 befanden sich keine Aktien im eigenen Bestand.
Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu. In den Fällen des §136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Vorstandsmitglieder sind im Rahmen ihrer erfolgsabhängigen Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung gemäß den Bedingungen des Performance-Share-Unit-Plans verpflichtet, von dem nach Steuerabzug verbleibenden Netto-Auszahlungsbetrag 33% in Nordex-Aktien mit einer Haltefrist von zwei Jahren zu investieren.
Zum Bilanzstichtag 2020 haben folgende Gesellschaften über einen direkten oder indirekten Anteilsbesitz von mehr als 10% der Stimmrechte an der Nordex SE verfügt: Acciona S.A., Madrid (Spanien), verfügte laut letzter Stimmrechtsmitteilung vom 10. Oktober 2019 über 38.695.996 Aktien und damit seinerzeit über 36,27% der Stimmrechte.
Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§84 und 85 AktG gesetzlich geregelt bzw. in Art. 46 SE-VO für die Rechtsform der SE. Nach § 7 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern und wird vom Aufsichtsrat bestellt, der auch die Zahl der Mitglieder bestimmt. Nach § 7 Abs. 3 der Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt.
Änderungen der Satzung der Gesellschaft bedürfen gemäß §179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 20 Abs. 4 Satz 2 der Satzung i.V.m. Art. 59 Abs. 1 und 2 der SE-VO bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw., sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In Fällen, in denen im Aktiengesetz oder im Umwandlungsgesetz für deutsche Aktiengesellschaften zwingend eine Mehrheit von drei Vierteln vorgesehen ist, findet aufgrund des entsprechenden Gesetzesvorbehalts in Art. 59 SE-VO bei der Nordex SE eine Drei-Viertel-Mehrheit Anwendung, wobei als Bezugsgröße nicht auf das vertretene Kapital, sondern auf die abgegebenen Stimmen abgestellt wird. Nach § 26 der Satzung der Nordex SE i.V.m. §179 Abs. 1 S. 2 AktG ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Fassungsänderungen der Satzung ermächtigt.
Im Einzelnen bestehen folgende Ermächtigungen:
Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 ein Genehmigtes Kapital I von EUR 15.522.041,00 mit entsprechend 15.522.041 Aktien, ein Genehmigtes Kapital II von EUR 2.900.000,00 mit entsprechend 2.900.000 Aktien, ein Genehmigtes Kapital III von EUR 16.002.103,00 mit entsprechend 16.002.103 Aktien, sowie ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138,00 mit entsprechend 18.436.138 Aktien und ein Bedingtes Kapital II von EUR 2.900.000,00 mit entsprechend 2.900.000 Aktien. Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00.
Insgesamt sollen aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40% des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 16. Juli 2020 bestehenden Grundkapitals, dies entspricht 42.672.276 neuen Aktien, ausgeben werden können.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 26.190.109,00 gegen Bar- oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 1. Dezember 2020 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 10.668.068,00 Gebrauch gemacht, was 10.668.068 Aktien entspricht. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital I mit einem Umfang von EUR 15.522.041,00 mit entsprechend 15.522.041 Aktien.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 4. Juni 2019 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 31. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu insgesamt EUR 2.900.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Vom Genehmigten Kapital II ist bislang kein Gebrauch gemacht worden.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103,00 gegen Bareinlage durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen. Vom Genehmigten Kapital III ist bislang kein Gebrauch gemacht worden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre lediglich für Spitzenbeträge auszuschließen.
Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungsoder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden.
Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex-Gruppe im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex-Gruppe, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 in der Zeit bis zum 31. Mai 2024 gewährt werden. Bisher sind keine Bezugsrechte gewährt worden.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden, zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.
Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht.
Die Gesellschaft hat die im Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels beinhalten, wie er infolge eines Übernahmeangebots eintreten kann:
Der Kreditvertrag enthält ein Kündigungsrecht der Kreditgeber für den Fall, dass eine Person oder eine Gruppe von Personen mit Ausnahme der Acciona S.A., die gemeinsam handeln und unmittelbar oder mittelbar mindestens 30% des ausgegebenen Grundkapitals oder der Stimmrechte der Gesellschaft kontrollieren.
Die Avalkreditlinie enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person mehr als 50% des Aktienkapitals oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen hiervon ist die Acciona S.A., Madrid (Spanien).
Das in Anspruch genommene Darlehen der Europäischen Investitionsbank enthält ein Kündigungsrecht für die Bank, wenn eine Person mehr als 30% des Aktienkapitals oder Stimmrechte der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen hiervon ist die Acciona S.A., Madrid (Spanien).
Das Schuldscheindarlehen enthält ein Kündigungsrecht für die Darlehensgeber für den Fall, dass eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50% der ausgegebenen Aktien oder Stimmrechte der Nordex SE und / oder der Nordex Energy SE & Co. KG gewinnt.
Die EUR-Anleihe beinhaltet eine Verpflichtung der Nordex SE, im Fall eines Kontrollwechsels ein Angebot zum Rückerwerb der emittierten Anleihen abzugeben. Ein derartiger Kontrollwechsel läge etwa dann vor, wenn eine dritte Person die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der Nordex SE erwirbt. Ausgenommen ist die Acciona S.A., Madrid (Spanien).
Die gemäß §§ 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung (einschließlich des Berichts zur Corporate Governance der Gesellschaft gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 16. Dezember 2019) ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 S. 6 HGB beschränkt sich die Prüfung der Angaben nach §289f Abs. 2 und 5 sowie §315d HGB durch den Abschlussprüfer darauf, ob die Angaben gemacht wurden.
Der Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2020 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG, das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Absatz 1 und 2 Satz 1 AktG und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß §113 Absatz 3 AktG werden auf der Internetseite der Gesellschaft unter ir.nordex-online.com/websites/Nordex/German/3000/publikationen.html öffentlich zugänglich gemacht, sobald verfügbar.
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE als börsennotierter Gesellschaft sind gemäß §161 AktG verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden. Die Erklärung ist den Aktionären dauerhaft zugänglich zu machen. Die Gesellschaft hat die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre im Internet unter ir.nordex-online.com/ websites/Nordex/German/6100/entsprechenserklaerung. html veröffentlicht. Die aktuelle Entsprechenserklärung vom 20. November 2020 wird wie folgt wiedergegeben:
I.
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben seit der letzten Entsprechenserklärung vom 10. Dezember 2019 – und bis zur Bekanntmachung des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 (DCGK 2020) – den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in seiner im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 7. Februar 2017 (DCGK 2017) mit nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen:
Ziff. 3.8 Abs. 3 DCGK 2017 – D&O-Versicherung – Selbstbehalt für Aufsichtsratsmitglieder
Für die Aufsichtsratsmitglieder hat der Vorstand der Nordex SE entgegen der Empfehlung in Ziff. 3.8 Abs. 3 DCGK 2017 keinen Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Haftpflichtversicherung) vereinbart.
Vorstand und Aufsichtsrat sind der Überzeugung, dass die Aufsichtsratsmitglieder alles tun, um Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Die Verantwortung und die Motivation, zum Wohl der Gesellschaft zu wirken, werden nicht durch einen Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung gefördert. Zudem hat ein möglicher angemessener Selbstbehalt auch auf die Versicherungsprämie keine Auswirkungen.
Ziff. 4.1.5, Satz 1 DCGK 2017 – Besetzung von Führungspositionen (Diversity)
Der Vorstand entsprach insoweit nicht der Empfehlung in Ziff. 4.1.5 DCGK 2017, als er sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ungeachtet des Geschlechts ausschließlich von der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen leiten lässt. Aus diesem Grund lagen die vom Vorstand der Nordex SE beschlossenen Zielquoten für Frauen in den beiden Führungsebenen unmittelbar unterhalb des Vorstands unterhalb des vom Gesetz angestrebten 30 %igen Anteils.
Ziff. 5.1.2, Satz 2 DCGK 2017 – Zusammensetzung des Vorstands (Diversity)
Der Aufsichtsrat der Nordex SE ließ sich bei der Zusammensetzung des Vorstands im relevanten Zeitraum allein von der Qualifikation und insbesondere nicht vom Geschlecht der Kandidaten leiten. Die Zielgröße für die Anzahl von Frauen im Vorstand betrug daher 0%. Unabhängig davon hat der Aufsichtsrat im Falle gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat möchte ausdrücklich erklären, dass er Diversität schätzt und anstreben wird.
Ziff. 5.4.1 Abs. 2 DCGK 2017 – Zusammensetzungsziele, Kompetenzprofil, Zugehörigkeitshöchstdauer und feste Altersgrenzen
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hatte im relevanten Zeitraum entgegen der Empfehlung in Ziff. 5.4.1 Abs. 2 S. 1 a. E. und S. 2 DCGK 2017 kein Kompetenzprofil und keine Zusammensetzungsziele für das Gesamtgremium erarbeitet sowie keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Ferner hat der Aufsichtsrat keine festen Altersgrenzen für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt.
Das Lebensalter oder die Zugehörigkeitsdauer zu Vorstand oder Aufsichtsrat sind allein nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit, Eignung und Unabhängigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds. Daher hält der Aufsichtsrat der Nordex SE starre Grenzen, die eben auch die Flexibilität bei Personalentscheidungen und die Zahl möglicher Kandidatinnen und Kandidaten einschränken können, nicht für sinnvoll. Feste Kompetenzprofile und Zusammensetzungsziele, die eben auch die Flexibilität bei Personalentscheidungen und die Zahl möglicher Kandidatinnen und Kandidaten einschränken können, waren aus Sicht des Aufsichtsrats nicht zwingend.
Vorstand und Aufsichtsrat der Nordex SE haben den Empfehlungen des DCGK 2020 mit nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen. Es ist beabsichtigt, auch in Zukunft entsprechend zu verfahren, soweit nicht nachfolgend etwas anderes erklärt wird.
Ziff. A.1 DCGK 2020 – Besetzung von Führungspositionen (Diversität)
Der Vorstand entspricht insoweit nicht der Empfehlung in A.1 DCGK 2020, als er sich bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ungeachtet des Geschlechts ausschließlich von der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen leiten lässt. Aus diesem Grund liegen die vom Vorstand der Nordex SE beschlossenen Zielquoten für Frauen in den beiden Führungsebenen unmittelbar unterhalb des Vorstands gegenwärtig und bis auf Weiteres unterhalb dem vom Gesetz angestrebten 30%igen Anteil.
Ziff. B.1 DCGK 2020 – Zusammensetzung des Vorstands (Diversität)
Der Aufsichtsrat der Nordex SE ließ sich bei der Zusammensetzung des Vorstands allein von der Qualifikation und insbesondere nicht vom Geschlecht der Kandidaten leiten. Die Zielgröße für die Anzahl von Frauen im Vorstand betrug 0%. Unabhängig davon hat der Aufsichtsrat im Falle gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat möchte aber ausdrücklich erklären, dass er Diversität schätzt und anstreben wird. Dementsprechend wurde am 20. November 2020 die in fünf Jahren zu erreichende Frauenquote im Vorstand auf 25% festgelegt.
Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2020 – Altersgrenzen für Vorstandsund Aufsichtsratsmitglieder
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat entgegen Ziff. B.5 und C.2 DCGK 2020 keine festen Altersgrenzen für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt. Das Lebensalter allein ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit, Eignung und Unabhängigkeit eines aktuellen oder potenziellen Organmitglieds.
Ziff. C.1 DCGK 2020 – Zusammensetzungsziele und Kompetenzprofil
Der Aufsichtsrat hatte bis zur Verabschiedung der neuen Fassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats am 20. November 2020 entgegen der Empfehlung in C.1 DCGK 2020 kein Kompetenzprofil und keine Zusammensetzungsziele für das Gesamtgremium erarbeitet.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE erkennt an, dass ein Kompetenzprofil und Zusammensetzungsziele – obgleich nicht zwingend – geeignet sein können, die Auswahl qualifizierter Kandidaten zu erleichtern, und ein wichtiges Signal an die Investorengemeinschaft darstellen. Der Aufsichtsrat hat daher zum ersten Mal Ziele für seine Zusammensetzung und sein Kompetenzprofil festgelegt. Diese Ziele und Profilanforderungen werden mit der Erklärung zur Unternehmensführung veröffentlicht.
Ziff. C.3 DCGK 2020– Offenlegung der Zugehörigkeitsdauer
Die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat wurde bisher nicht offengelegt. Die Offenlegung ist aber künftig vorgesehen.
Ziff. C.7 und C.10 DCGK 2020– Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat der Nordex SE entspricht nicht der Empfehlung aus C.7 DCGK 2020, dass mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein soll, und auch nicht der Empfehlung aus Ziff. C.10 DCGK 2020, dass der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sowie der Vorsitzende des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein sollen.
Die rein vorsorgliche Einschätzung der fehlenden Unabhängigkeit der drei Aufsichtsratsmitglieder, die die Gesellschaft bereits mehr als eine Amtszeit begleiten, ist wesentlich in der Regelung in C.7 Abs. 2 (letzter Spiegelstrich) DCGK 2020 begründet, wonach einer mehr als zwölfjährigen Aufsichtsratsmitgliedschaft eine Indizwirkung zukommen soll, die gegen eine Unabhängigkeit spricht. Der Aufsichtsrat ist jedoch der Ansicht, dass seine Organisation und die gemeinsame Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Praxis gewährleisten, dass die Arbeit und die Aktivitäten des Vorstands angemessen überwacht werden. Es besteht kein Grund, an der Objektivität und Professionalität der betreffenden Mitglieder zu zweifeln, und ihre Fähigkeiten, Fachkenntnisse und Erfahrungen werden hoch geschätzt und sind für das Unternehmen von großem Wert. Der Aufsichtsrat ist schließlich auch überzeugt, dass durch die amtierenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungsausschusses und des Präsidiums/Personalausschusses eine angemessene Überwachung des Vorstands sichergestellt ist.
Ziff. D.1 DCGK 2020 – Zugänglichmachung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat seine Geschäftsordnung bislang nicht auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht. Die Geschäftsordnung wird aber nunmehr zugänglich gemacht werden.
Vorstand Aufsichtsrat
Integrität ist einer der zentralen Unternehmenswerte und eine wichtige Säule der Unternehmenskultur der Nordex Group. Integres Handeln bildet zusammen mit der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften die Grundlage für die gute Reputation des Unternehmens. Auf diesem wichtigen Fundament baut das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit auf.
Rechtmäßiges Handeln als auch die Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden sowie die Orientierung unseres Handelns an den Grundsätzen des UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN sind als Grundaufgaben in relevanten Ausprägungen in den Fachfunktionen und den Unternehmensorganisationen verankert. Dies wird durch entsprechende Managementsysteme sichergestellt.
Die Prävention und ggf. Unterbindung von Bestechung/ Bestechlichkeit, dolosen Handlungen, Interessenkonflikten in der Nordex Group als auch der risikoadäquate Umgang mit Geschäftspartnern zur Vermeidung oder Handhabe von Verstößen gegen Gesetze und ethnische Grundsätze sind die Anwendungsbereiche des Compliance Management System der Konzernfunktion Corporate Compliance. Ziel ist es, Risikobewusstsein und Integrität zu fördern sowie mögliche Rechtsverstöße aufzudecken, zu beenden und nachhaltig zu verhindern.
Dieses Compliance Management System umfasst eine zentrale Koordination und Steuerung durch eine Aufbau- und Ablauforganisation mit jährlichem Aktionsplan, Kommunikationsmaßnahmen und Reporting. Das Compliance Management System ist entsprechend den Risiken ausgestaltet und umfasst Elemente der Prävention (u.a. Risikoanalyse, Verhaltenskodizes, Richtlinien, Beratung und Schulungen), Detektion (u.a. Prozesskontrollen, Geschäftspartnerüberprüfungen, Bereitstellung eines Hinweisgebersystems) und Intervention (u.a. Nachverfolgung von Hinweisen, Ermittlungen, Präventions-, Verbesserungs- und Sanktionierungsmaßnahmen).
Wesentliche Ergebnisse der Maßnahmen im Berichtsjahr waren vor allem die Fortsetzung der Neuausrichtung des Compliance Managements mit der Einführung einer Compliance Organisation mit zentralen und dezentralen Elementen, die Weiterentwicklung der Geschäftspartnerüberprüfung für Lieferanten und Subauftragnehmer sowie die Ausweitung der Zielgruppen für die Schulung zur Prävention von Bestechung und Bestechlichkeit.
Als Unternehmen bekennt sich die Nordex SE zu einem ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und zum respektvollen Umgang mit allen Menschen, die bei Nordex beschäftigt sind oder mit dem Unternehmen als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Aktionär zusammenarbeiten. Ausführliche Informationen zur zugrunde liegenden Nachhaltigkeitsstrategie der Nordex SE finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2020, der zusammen mit dem Geschäftsbericht im März 2021 erscheint.
Der Vorstand leitet das Unternehmen – eine strategische Holding-Gesellschaft, die auch administrative Servicefunktionen wahrnimmt – in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen. Er führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen.
Der Vorstand legt für die gesamte Nordex Group die langfristigen Ziele sowie die Strategien fest und bestimmt die Richtlinien sowie die Grundsätze für die sich daraus ableitende Unternehmenspolitik. Er koordiniert und kontrolliert die bedeutsamen Aktivitäten. Er legt das Produktprogramm fest, entwickelt und setzt Führungskräfte ein, verteilt die Ressourcen und entscheidet über die finanzielle Steuerung und die Berichterstattung der Gruppe.
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung.
Die Verteilung der Aufgaben auf die Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der vom Aufsichtsrat beschlossen wird.
Der Vorstand entscheidet in allen Angelegenheiten von grundsätzlicher und wesentlicher Bedeutung sowie in gesetzlich oder anderweitig verbindlich festgelegten Fällen.
Vorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Sie werden durch den Vorstandsvorsitzenden einberufen. Darüber hinaus kann jedes Mitglied die Einberufung einer Sitzung verlangen. Sofern nicht Einstimmigkeit gesetzlich erforderlich ist, beschließt der Vorstand mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
In der Organisation des Vorstands hat es im Berichtsjahr 2020 keine wesentlichen Veränderungen gegeben.
Gemäß Geschäftsordnung des Vorstands obliegen dem Vorsitzenden des Vorstands (Chief Executive Officer; CEO) die Koordination aller Zuständigkeitsbereiche des Vorstands, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie die Repräsentation der Gesellschaft und der Gruppe gegenüber Dritten. Er verantwortet im Vorstand operativ die Divisionen "International" und "Europe", die Global Functions Nacelles, Engineering, Blades und Project Management/Engineering, Procurement und Construction (PM/EPC) sowie die Corporate-Bereiche People & Culture, Development & Strategy, Global Sourcing, Quality, Health, Safety & Environment (QHSE), Compliance & Security sowie Product Strategy & Sales Support.
Der Finanzvorstand (Chief Financial Officer; CFO) ist verantwortlich für Accounting & Controlling, Investor Relations, ITO, Legal & Insurance, Finance & Treasury, Finance PM/ EPC, Taxes & Export Control, Internal Audit und Corporate Communications.
Der Vertriebsvorstand (Chief Sales Officer; CSO) ist zuständig für die kundenorientierten Bereiche Sales, Project Development, Key Account Management und Business Development.
Es sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet.
Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. Er besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern, die von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt werden. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden; er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie.
Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Gremiums und leitet die Sitzungen. Im regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat stets über die Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Budget zu und billigt die Jahresabschlüsse der Nordex SE und der Nordex Group sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers.
Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse überprüfen regelmäßig entweder intern oder unter Einbeziehung von externen Beratern, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen.
Es bestehen derzeit folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats: Präsidium, Prüfungsausschuss sowie Strategie- und Technikausschuss.
Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehören drei Mitglieder an. Den Vorsitz des Ausschusses hat Herr Prof. Dr. Wolfgang Ziebart inne, ferner gehören Herr Jan Klatten und Herr Juan Muro-Lara zum Präsidium. Das Präsidium übernimmt die Funktion eines ständigen Personalausschusses. Außerdem ist das Präsidium zuständig für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, soweit nicht aufgrund gesetzlicher Regelung zwingend eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Außerdem übernimmt das Präsidium die Aufgaben des Nominierungsausschusses und schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.
Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern und setzt sich aus dem im Berichtsjahr amtierenden Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Herrn Martin Rey, sowie den Mitgliedern Frau Connie Hedegaard und Herr Juan Muro-Lara zusammen. Alle drei Mitglieder erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung, die für Mitglieder des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses bestehen. Sie sind zudem wie auch alle übrigen Aufsichtsratsmitglieder sämtlich mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut. Der Prüfungsausschuss ist zuständig für Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten sowie für die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner zeichnet er sich verantwortlich für Fragen zu Controlling und Contracting, insbesondere auch für dringliche Beschlussfassungen über Angelegenheiten, die aktienrechtlich, satzungsgemäß oder entsprechend der Geschäftsordnung für den Vorstand dem bedingten Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats unterliegen. Darüber hinaus obliegt dem Prüfungsausschuss die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems inklusive der Überwachung der Compliance, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems.
Diesem Ausschuss des Aufsichtsrats gehören unter dem Vorsitz von Herrn Jan Klatten die Herren Prof. Dr. Wolfgang Ziebart und Rafael Mateo als Mitglieder an. Der Ausschuss ist zuständig für technische und strategische Fragestellungen der Nordex Group.
Die Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat wurden vom Aufsichtsrat 2020 nach §111 Abs. 5 AktG bis 2025 in Höhe von 25% für den Vorstand und 16,67% für den Aufsichtsrat festgelegt und im Berichtsjahr hinsichtlich des Aufsichtsrats erreicht, hinsichtlich des Vorstands (noch) nicht.
Der Anteil von Frauen an der gesamten Belegschaft in Deutschland beträgt aktuell 17%. Der spürbare Fachkräftemangel in technischen Berufen wirkt sich hierbei negativ auf die Entwicklung des Frauenanteils aus. Ausgehend von dieser Basisgröße hat der Vorstand im Jahr 2020 als Zielgrößen für den Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG unterhalb des Vorstands nach §76 Abs. 4 AktG bis zum 31. Dezember 2025 auf eine Zielgröße von 15% (vorher 21%) festgelegt. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in den beiden ersten Führungsebenen 11% (16% in 2019).
Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand jeweils anlassbezogen für eine langfristige Nachfolgeplanung hinsichtlich der Besetzung des Vorstands mit den hinsichtlich Qualifikation und Persönlichkeit am besten geeigneten internen oder externen Kandidaten. Grundlage für die Auswahl der am besten geeigneten internen Kandidaten ist eine systematische Personalentwicklung von internen Führungskräften, die folgende Elemente beinhaltet:
Im Suchprozess frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandidaten unterschiedlicher Fachrichtungen, Nationalitäten und unterschiedlichen Geschlechts.
Systematische Entwicklung der internen Führungskräfte durch die erfolgreiche Übernahme von Aufgaben mit wachsender Verantwortung, möglichst in verschiedenen Geschäftsbereichen, Regionen und Funktionen. Dabei werden Führungskräfte insbesondere durch individuelle Maßnahmen wie z.B. Coaching oder systematische Personalentwicklungsprogramme gefördert.
Schulung der internen Führungskräfte zu den wesentlichen Unternehmenswerten, um eine Vorbildfunktion bei der Einhaltung und Umsetzung dieser zu gewährleisten.
Hierdurch soll es dem Aufsichtsrat ermöglicht werden, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf berufliche Hintergründe und Erfahrungen, kulturelle Prägung, Internationalität, Geschlecht und Alter sicherzustellen. Unabhängig von diesen einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der Nordex SE sein kann. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass der Vorstand als Ganzes gegenwärtig folgendes grundsätzlich anzustrebendes Profil im Sinne eines Diversitätskonzepts hat:
Unabhängig von der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand (25%) wird der Aufsichtsrat im Fall gleicher Qualifikation bei jeder seiner Ernennungen das unterrepräsentierte Geschlecht mit in Betracht ziehen.
Mit Blick auf verschiedene Vorgaben und Empfehlungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsrat am 20. November 2020 das folgende Anforderungsprofil für seine Zusammensetzung beschlossen, welches neben wesentlichen gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 16. Dezember 2019 beschlossenen und am 20. März 2020 amtlich bekannt gemachten Fassung (DCGK) zur Aufsichtsratszusammensetzung seine Zielsetzungen für die Zusammensetzung, das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium i.S.d. Ziffer C.1 DCGK sowie das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB i.V.m. Art. 61 SE-VO enthält:
Der Aufsichtsrat strebt eine Zusammensetzung an, die jederzeit eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands gewährleistet. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass für eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats – und damit für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens – neben fachlichen und persönlichen Anforderungen auch Diversitätsaspekte eine wichtige Rolle spielen. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse vermeiden Gruppendenken, ermöglichen ganzheitliche Betrachtungen und bereichern so die Arbeit des Aufsichtsrats. Die folgenden Zielsetzungen dienen insoweit als Leitlinie bei der langfristigen Nachfolgeplanung und der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten und schaffen Transparenz im Hinblick auf die wesentlichen Besetzungskriterien.
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll aufgrund seiner persönlichen und fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen, börsennotierten Unternehmen wahrzunehmen und das Ansehen des Nordex-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Im Hinblick darauf sollte jedes Aufsichtsratsmitglied folgende Anforderungen erfüllen:
Jedes Aufsichtsratsmitglied stellt sicher, dass es die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Aufsichtsratsmandats erforderliche Zeit aufbringen kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass mindestens vier Aufsichtsratssitzungen jährlich stattfinden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, insbesondere im Fall der Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen. Abhängig von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der bestehenden Ausschüsse entsteht zusätzlicher Zeitaufwand für die Vorbereitung und die Teilnahme an den Ausschusssitzungen. Zur Behandlung von Sonderthemen können schließlich zusätzliche außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse erforderlich werden.
Im Hinblick auf die Zusammensetzung des Gesamtgremiums strebt der Aufsichtsrat – auch im Interesse der Diversität – eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, damit das Gesamtgremium auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Erfahrungen und Spezialkenntnisse zurückgreifen kann.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE muss jederzeit so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrats erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen ferner in ihrer Gesamtheit mit dem Industriesektor der erneuerbaren Energien vertraut sein, idealerweise mit dem Windenergiesektor. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE soll in seiner Gesamtheit alle Kompetenzfelder abdecken, die für eine effektive Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Das beinhaltet – entsprechend dem Geschäftsmodell des Unternehmens – insbesondere vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den folgenden Bereichen:
Der Aufsichtsrat strebt eine Besetzung an, bei der für jeden der vorstehend genannten Aspekte zumindest ein Mitglied als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation der Nordex SE und der Eigentümerstruktur soll dem Aufsichtsrat mindestens ein unabhängiges Mitglied i.S.v. Ziff. C.6 DCGK angehören. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied soll unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Sofern im Einzelfall Interessenkonflikte auftreten, soll jedes Aufsichtsratsmitglied diese unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Der Aufsichtsrat soll in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.
Der Aufsichtsrat der Nordex SE hat als Zielgröße für den Männer- und Frauenanteil im Aufsichtsrat jeweils 16,67%. Daneben spiegelt sich die Diversität im Aufsichtsrat u. a. im individuellen beruflichen Werdegang und Tätigkeitsbereich sowie im unterschiedlichen Erfahrungshorizont seiner Mitglieder (z. B. Branchenerfahrung) wider. Der Aufsichtsrat strebt insoweit im Interesse der Diversität eine Zusammensetzung an, bei der sich die Mitglieder im Hinblick auf ihren Hintergrund, ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse ergänzen, dabei wird auch angestrebt, dass ein Teil der Mitglieder über einen internationalen Erfahrungshorizont verfügt. Vor diesem Hintergrund berücksichtigt der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung folgende Diversitätskriterien:
Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen dieses Anforderungsprofil berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben.
Im Einzelnen lässt sich die Erfüllung folgender Kriterien feststellen:
Weitere Ziele des Diversitätskonzepts sind ganz generell die Sicherstellung der persönlichen Zuverlässigkeit und Integrität jedes Aufsichtsratsmitglieds sowie deren zeitliche Verfügbarkeit; jedes Aufsichtsratsmitglied stellt entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sicher, dass der Zeitaufwand, der zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Mandats erforderlich ist, erbracht werden kann. Bei der Übernahme weiterer Mandate sind die gesetzlichen Beschränkungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex einzuhalten. Von der Festlegung einer festen Altersgrenze für die Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat und einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat jedoch abgesehen.
Vorstand und Aufsichtsrat haben ihr hier skizziertes Diversitätskonzept im Geschäftsjahr 2020 erfüllt.
Aktienoptionsprogramme bestanden im Berichtsjahr nicht.
Einzelheiten zur Vergütung der Vorstände und Aufsichtsräte werden im Vergütungsbericht dargestellt.
Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, unterrichtet Nordex SE die Aktionäre sowie Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Damit entspricht die Berichterstattung des Unternehmens den im Deutschen Corporate Governance Kodex definierten Grundsätzen: Die Gesellschaft informiert ihre Aktionäre viermal pro Jahr über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie über dessen Risiken.
Gemäß der gesetzlichen Verpflichtung versichern die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln.
Der Jahresabschluss der Nordex SE, der Konzernabschluss für die Nordex Group und der zusammengefasste Lagebericht werden innerhalb von drei Monaten nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres veröffentlicht. Während des Geschäftsjahres werden Anteilseigner und Dritte zusätzlich durch den Halbjahresfinanzbericht sowie im ersten und im dritten Quartal durch Quartalsmitteilungen unterrichtet.
Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft regelmäßig Informationen, unter anderem auch in Presse- und Analystenkonferenzen. Als stets aktuelle Veröffentlichungsplattform nutzt die Gesellschaft insbesondere das Internet. Auf der Internetseite der Gruppe werden die Termine der wesentlichen Veröffentlichungen und Veranstaltungen wie des Geschäftsberichts, des Halbjahresberichts, der Zwischenmitteilungen oder der Hauptversammlung bekannt gemacht.
Informationen zu wichtigen neuen Umständen stellt die Gesellschaft unverzüglich der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Neben der regelmäßigen Berichterstattung wird in Veröffentlichungen nach Art. 17 MAR (Ad-hoc-Mitteilungen) über Insiderinformation informiert, die Nordex SE unmittelbar betreffen.
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
für das Geschäftsjahr 2020
Konzernabschluss
Zum 31. Dezember 2020
| TEUR | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| Flüssige Mittel | (1) | 778.357 | 509.998 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten |
(2) | 653.336 | 345.617 |
| Vorräte | (3) | 1.202.207 | 1.398.421 |
| Forderungen aus Ertragsteuern | (4) | 14.626 | 15.818 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | (5) | 47.212 | 26.572 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | (6) | 188.698 | 217.376 |
| Kurzfristige Aktiva | 2.884.436 | 2.513.802 | |
| Sachanlagen | (7) | 454.159 | 440.090 |
| Goodwill | (8) | 547.758 | 547.758 |
| Aktivierte Entwicklungsaufwendungen | (9) | 166.677 | 188.490 |
| Geleistete Anzahlungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte | (10) | 19.946 | 27.324 |
| Finanzanlagen | (11) | 3.571 | 5.107 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | (12) | 6.087 | 81 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | (13) | 8.589 | 15.675 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | (14) | 68.576 | 28.116 |
| Latente Steueransprüche | (15) | 250.251 | 236.304 |
| Langfristige Aktiva | 1.525.614 | 1.488.945 | |
| Aktiva | 4.410.050 | 4.002.747 |
| TEUR | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (16) | 482.439 | 36.493 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (17) | 1.095.563 | 968.455 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | (4) | 8.970 | 6.180 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | (18) | 125.298 | 89.691 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (19) | 43.850 | 38.513 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (20) | 1.227.577 | 1.203.834 |
| Kurzfristige Passiva | 2.983.697 | 2.343.166 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (16) | 53.625 | 280.871 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (21) | 2.425 | 2.374 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | (18) | 22.107 | 26.305 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (22) | 358.675 | 358.132 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (23) | 129.062 | 136.555 |
| Latente Steuerschulden | (15) | 86.926 | 109.957 |
| Langfristige Passiva | 652.820 | 914.194 | |
| Gezeichnetes Kapital | 117.349 | 106.681 | |
| Kapitalrücklage | 795.698 | 606.820 | |
| Andere Gewinnrücklagen | 50.976 | –11.062 | |
| Rücklage für Cash Flow Hedges | 9.341 | 2.331 | |
| Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges | 265 | –1.087 | |
| Fremdwährungsausgleichsposten | –65.531 | –15.604 | |
| Konzernergebnisvortrag | –134.565 | 57.308 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | |
| Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
773.533 | 745.387 | |
| Eigenkapital | (24) | 773.533 | 745.387 |
| Passiva | 4.410.050 | 4.002.747 |
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | Anhang | 01.01.2020– 31.12.2020 |
01.01.2019– 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (26) | 4.650.740 | 3.284.573 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen |
(27) | –305.258 | 586.847 |
| Gesamtleistung | 4.345.482 | 3.871.420 | |
| Materialaufwand | (28) | –3.798.120 | –3.095.994 |
| Rohergebnis | 547.362 | 775.426 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (29) | 451.410 | 43.445 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (30) | –470.820 | –334.393 |
| Personalaufwand | (31) | –433.999 | –360.653 |
| Strukturkosten | –453.409 | – 651.601 | |
| EBITDA | 93.953 | 123.825 | |
| Abschreibungen | (32) | –155.794 | –143.408 |
| EBIT | –61.841 | –19.583 | |
| Erträge aus Beteiligungen | 0 | 1.943 | |
| Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung | 6.006 | –1.140 | |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | –421 | –140 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.419 | 7.389 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –98.434 | –68.188 | |
| Finanzergebnis | (33) | –88.430 | – 60.136 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | –150.271 | –79.719 | |
| Ertragsteuern | (34) | 20.566 | 7.149 |
| Konzern-Verlust | –129.705 | –72.570 | |
| Davon entfallen auf | |||
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | –129.705 | –72.570 | |
| Ergebnis je Aktie (in EUR) | (35) | ||
| Unverwässert 1 | –1,21 | –0,73 | |
| Verwässert 2 | –1,21 | –0,73 |
1 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 107,584 Millionen Aktien (i.V.: 99,241 Millionen Aktien)
2 auf der Basis von durchschnittlich gewichtet 107,584 Millionen Aktien (i.V.: 99,241 Millionen Aktien)
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | 01.01.2020– 31.12.2020 |
01.01.2019– 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Konzern-Verlust | –129.705 | –72.570 |
| Sonstiges Ergebnis | ||
| Posten, die gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||
| Unterschied aus der Währungsumrechnung | –49.927 | 1.578 |
| Cash Flow Hedges | 10.309 | 6.040 |
| Latente Steuern | –3.299 | –1.933 |
| Kosten der Cash Flow Hedges | 1.988 | –1.599 |
| Latente Steuern | –636 | 512 |
| Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen | –57 | –136 |
| Latente Steuern | 18 | 44 |
| Konzern-Gesamtergebnis | –171.309 | – 68.064 |
| Davon entfallen auf | ||
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | –171.309 | –68.064 |
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | 01.01.2020– 31.12.2020 |
01.01.2019– 31.12.2019 |
|
|---|---|---|---|
| Laufende Geschäftstätigkeit | |||
| Konzern-Verlust | –129.705 | –72.570 | |
| + | Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 156.215 | 143.548 |
| = | Konzern-Verlust zzgl. Abschreibungen | 26.510 | 70.978 |
| +/– | Ab-/Zunahme der Vorräte | 197.141 | –635.188 |
| – | Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten |
–307.719 | –92.180 |
| + | Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 127.097 | 456.718 |
| –/+ | Ab-/Zunahme der erhaltenen Anzahlungen | –22.626 | 465.529 |
| = | Aus-/Einzahlungen aus der Veränderung des Working Capitals | –6.107 | 194.879 |
| – | Zunahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
–23.050 | –156.704 |
| + | Zunahme der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 51 | 293 |
| +/– | Zu-/Abnahme der Sonstigen Rückstellungen | 31.409 | –92.979 |
| + | Zunahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
33.345 | 40.410 |
| –/+ | Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | –363.741 | 697 |
| – | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | –4.419 | –7.389 |
| + | erhaltene Zinsen | 1.497 | 5.195 |
| + | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 98.434 | 68.188 |
| – | gezahlte Zinsen | –102.064 | –69.470 |
| +/– | Ertragsteuern | –20.566 | –7.149 |
| – | gezahlte Steuern | –34.613 | –14.575 |
| + | Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen | 11.117 | 5.609 |
| = | Auszahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit | –372.600 | –227.874 |
| = | Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | –352.197 | 37.983 |
| TEUR | 01.01.2020– 31.12.2020 |
01.01.2019– 31.12.2019 |
|
|---|---|---|---|
| Investitionstätigkeit | |||
| + | Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens/immateriellen Anlagevermögens |
385.455 | 7.428 |
| – | Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen/ immaterielle Anlagevermögen |
–163.860 | –173.515 |
| + | Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens | 11.364 | 8.158 |
| – | Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | –2.073 | –7.016 |
| + | Einzahlungen aus Investitionsfördermitteln | 936 | 1.004 |
| = | Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | 231.822 | –163.941 |
| Finanzierungstätigkeit | |||
| + | Einzahlung aus Kapitalerhöhungen | 198.566 | 97.305 |
| + | Aufnahme Bankkredite | 350.611 | 6.277 |
| – | Rückzahlung Bankkredite | –127.654 | –56.000 |
| + | Einzahlung aus der Begebung von Anleihen | 3.808 | 0 |
| – | Auszahlung aus der Tilgung von Anleihen | –3 | 0 |
| – | Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten | –19.532 | –16.964 |
| = | Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | 405.796 | 30.618 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | 285.421 | – 95.340 | |
| + | Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 509.998 | 609.805 |
| + | Finanzmittelbestand aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises | 156 | 1 |
| – | Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestands | –17.218 | –4.468 |
| = | Finanzmittelbestand am Ende der Periode (Flüssige Mittel gemäß Konzern-Bilanz) |
778.357 | 509.998 |
für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Andere Gewinnrücklagen |
|
|---|---|---|---|
| 106.681 | 606.820 | –11.062 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 10.668 | 190.958 | 0 | |
| 0 | –3.060 | 0 | |
| 0 | 980 | 0 | |
| 0 | 0 | –39 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | –57 | |
| 0 | 0 | 18 | |
| 0 | 0 | 62.077 | |
| 117.349 | 795.698 | 50.976 | |
Rücklage für Cash Flow Hedges
Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges
Fremdwährungsausgleichsposten Den
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am
| Gesamt | Den Gesellschaftern des Mutter unternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
Konzernergebnis | Konzern ergebnisvortrag |
Fremdwährungs ausgleichs posten |
Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges |
Rücklage für Cash Flow Hedges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 745.387 | 745.387 | 0 | 57.308 | –15.604 | –1.087 | 2.331 |
| –91 | –91 | 0 | –91 | 0 | 0 | 0 |
| 201.626 | 201.626 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –3.060 | –3.060 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 980 | 980 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –171.309 | –171.309 | –129.705 | 0 | –49.927 | 1.352 | 7.010 |
| –129.705 | –129.705 | –129.705 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –49.927 | –49.927 | 0 | 0 | –49.927 | 0 | 0 |
| 10.309 | 10.309 | 0 | 0 | 0 | 0 | 10.309 |
| –3.299 | –3.299 | 0 | 0 | 0 | 0 | –3.299 |
| 1.988 | 1.988 | 0 | 0 | 0 | 1.988 | 0 |
| –636 | –636 | 0 | 0 | 0 | –636 | 0 |
| –57 | –57 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 18 | 18 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 129.705 | –191.782 | 0 | 0 | 0 |
| 773.533 | 773.533 | 0 | –134.565 | – 65.531 | 265 | 9.341 |
für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2019
Rücklage für Cash Flow Hedges
Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges
Fremdwährungsausgleichsposten Den
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am
| Gesamt | Den Gesellschaftern des Mutter unternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
Konzernergebnis | Konzern ergebnisvortrag |
Fremdwährungs ausgleichs posten |
Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges |
Rücklage für Cash Flow Hedges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 697.290 | 697.290 | 0 | –2.553 | –17.182 | 0 | –1.776 |
| 99.019 | 99.019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –1.714 | –1.714 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 548 | 548 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| –68.064 | –68.064 | –72.570 | 0 | 1.578 | –1.087 | 4.107 |
| –72.570 | –72.570 | –72.570 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 1.578 | 1.578 | 0 | 0 | 1.578 | 0 | 0 |
| 6.040 | 6.040 | 0 | 0 | 0 | 0 | 6.040 |
| –1.933 | –1.933 | 0 | 0 | 0 | 0 | –1.933 |
| –1.599 | –1.599 | 0 | 0 | 0 | –1.599 | 0 |
| 512 | 512 | 0 | 0 | 0 | 512 | 0 |
| –136 | –136 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 44 | ||||||
| 44 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| 18.308 | 18.308 | 72.570 | 59.861 | 0 | 0 | 0 |
| 745.387 | 745.387 | 0 | 57.308 | –15.604 | –1.087 | 2.331 |
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020
Die Nordex SE, eine börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft, und ihre Tochtergesellschaften im In- und im Ausland entwickeln, fertigen und vertreiben Windenergieanlagen, insbesondere Großanlagen im Multi-Megawatt-Bereich. Die Nordex SE hat ihren Sitz in Rostock, Deutschland, die Hauptverwaltung befindet sich in 22419 Hamburg, Langenhorner Chaussee 600, Deutschland.
Die Aktien der Nordex SE sind im Teilbereich des geregelten Handels mit weiteren Zulassungspflichten der Deutschen Börse zugelassen; sie sind im SDAX und TecDAX notiert. Das Nominalkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 EUR 117.348.759 (2019: EUR 106.680.691) und teilt sich auf in 117.348.759 (2019: 106.680.691) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind.
Der Konzernabschluss der Nordex SE für das Geschäftsjahr 2020 ist am 22. Februar 2021 durch Beschluss des Vorstands und anschließende Übermittlung an den Aufsichtsrat freigegeben worden.
Die allgemeinen, wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet werden, sind im Folgenden beschrieben, während Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit Bezug auf einen konkreten Abschlussposten aus Gründen der Klarheit in dem entsprechenden Kapitel aufgeführt sind. Die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfordert dabei zum Teil Annahmen und Schätzungen des Managements, insbesondere in den Positionen Vertragsvermögenswerte aus Projekten, Vorräte, Vertragsvermögenswerte aus Service, Goodwill, aktivierte Entwicklungsaufwendungen, latente Steueransprüche und -schulden sowie sonstige Rückstellungen. Die genannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden – sofern nichts anderes angegeben ist – stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet.
Gemäß § 315e HGB ist der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt worden. Dabei sind alle für das Geschäftsjahr 2020 verbindlichen International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committees (IFRIC) angewendet worden.
Bei der Nordex SE und den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht das Geschäftsjahr grundsätzlich dem Kalenderjahr, ausgenommen bei der Alfresco Renewable Energy Private Limited, der Nordex India Manufacturing Private Limited, der Nordex India Private Limited, der Ravi Urja Energy India Private Limited und der Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, deren Geschäftsjahr am 31. März endet. Für die Erstellung des Konzernabschlusses wird jedoch konzernweit das Kalenderjahr zugrunde gelegt.
Gemäß IAS 1 wird das Gliederungsprinzip der Bilanz nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden verwendet.
Der Konzernabschluss ist in TEUR aufgestellt.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2020 aufgrund der Übernahme durch die Europäische Union verpflichtend anzuwenden sind
| Standard/Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB |
Anwendungspflicht gemäß IASB |
||
|---|---|---|---|---|
| Rahmenkonzept 1 | 29.03.2018 | 01.01.2020 | ||
| IAS 1 1 | Darstellung des Abschlusses | 31.10.2018 | 01.01.2020 | |
| IAS 8 1 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler |
31.10.2018 | 01.01.2020 | |
| IAS 39 1 | Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung |
26.09.2019 | 01.01.2020 | |
| IFRS 3 1 | Unternehmenszusammenschlüsse | 22.10.2018 | 01.01.2020 | |
| IFRS 7 1 | Finanzinstrumente: Angaben | 26.09.2019 | 01.01.2020 | |
| IFRS 9 1 | Finanzinstrumente | 26.09.2019 | 01.01.2020 | |
1 Aus der Anwendung haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die 2020 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht vorzeitig angewendet werden
| Standard/Interpretation | Veröffentlicht durch das IASB |
Anwendungspflicht gemäß IASB |
|
|---|---|---|---|
| IAS 1 1 | Darstellung des Abschlusses | 23.01.2020/15.07.2020 | 01.01.2023 |
| IAS 16 1 | Sachanlagen | 20.05.2020 | 01.01.2022 |
| IAS 37 2 | Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen |
14.05.2020 | 01.01.2022 |
| IFRS 3 1 | Unternehmenszusammenschlüsse | 14.05.2020 | 01.01.2022 |
| IFRS 16 1 | Leasingverhältnisse | 28.05.2020 | 01.06.2020 |
| IFRS 17 1 | Versicherungsverträge | 18.05.2017/25.06.2020 | 01.01.2023 |
| Jährliche Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2018 bis 2020 1 | 14.05.2020 | 01.01.2022 |
1 Aus der Anwendung werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
2 Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss von IAS 37 werden derzeit untersucht.
Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, die vom Konzern beherrscht werden. Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsmanagement dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Investor die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Investor die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode; identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.
Der Konsolidierungskreis umfasst 15 inländische (2019: neun) und 50 ausländische (2019: 45) Gesellschaften und setzt sich wie folgt zusammen:
| Name | 31.12.2020 % |
31.12.2019 % |
|---|---|---|
| Nordex SE, Rostock (Konzernobergesellschaft) | – | – |
| Alfresco Renewable Energy Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 |
| Component Purchasing Company LLC, Dover/ USA | 100,0 | – |
| Component Purchasing Company II LLC, Dover/ USA | 100,0 | – |
| Component Purchasing Company III LLC, Dover/ USA | 100,0 | – |
| Corporacion Nordex Energy Spain S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Eolicos R4E S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras | 100,0 | 100,0 |
| Industria Toledana de Energias Renovables S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Limited Liability Company Nordex Energy Ukraine, Kiew/ Ukraine | 100,0 | 100,0 |
| Nordex (Beijing) Wind Power Engineering&Technology Co. Ltd., Peking / VR China | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Belgium GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Beteiligungen GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Blade Technology Centre ApS, Kirkeby/ Dänemark | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Blades Spain S.A., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex (Chile) SpA, Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Education Trust, Kapstadt/Südafrika | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Electrane d.o.o., Split/Kroatien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Employee Holding GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Brasil – Comercio e Industria de Equipamentos Ltda., Sao Paulo/Brasilien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy B.V., Rotterdam/ Niederlande | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Chile S.A., Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Colombia S.A.S., Bogota /Kolumbien | 100,0 | – |
| Nordex Energy Iberica S.A., Barcelona /Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Internacional S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Ireland Ltd., Dublin/ Irland | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Romania S.r.l., Bukarest/Rumänien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy SE&Co. KG, Hamburg 1 | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika | 100,0 | 100,0 |
Kapital-/Stimmrechtsanteil
1 ehemals Nordex Energy GmbH, Hamburg
| Kapital-/Stimmrechtsanteil | ||
|---|---|---|
| Name | 31.12.2020 % |
31.12.2019 % |
| Nordex Energy Spain S.A., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Energy Uruguay S.A., Montevideo/ Uruguay | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Enerji A.S., Istanbul/ Türkei | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Finland Oy, Helsinki/ Finnland | 100,0 | – |
| Nordex Forum II GmbH&Co. KG, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex France S.A.S., Paris / Frankreich | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Hellas Monoprosopi EPE, Athen/Griechenland | 100,0 | 100,0 |
| Nordex India Manufacturing Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | – |
| Nordex India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Lithuania GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Oceania Pty. Ltd., Melbourne/Australien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Offshore GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Lithuania GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Netherlands GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Norway GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Pakistan (Private) Ltd., Islamabad /Pakistan | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Polska Sp. Z o.o., Warschau/Polen | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Portugal GmbH, Hamburg | 100,0 | – |
| Nordex Singapore Equipment Private Ltd., Singapur/Singapur | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Singapore Service Private Ltd., Singapur/Singapur | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Sverige AB, Uppsala /Schweden | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Towers Spain S.L., Barasoain/Spanien | 100,0 | 100,0 |
| Nordex UK Ltd., Manchester/ Vereinigtes Königreich | 100,0 | 100,0 |
| Nordex USA Inc., Chicago/ USA | 100,0 | 100,0 |
| Nordex USA Management LLC, Chicago/ USA | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Windpark Beteiligung GmbH, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Windpower Peru S.A., Lima /Peru | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi Sistemleri Anonim Sirketi, Istanbul/ Türkei | 100,0 | 100,0 |
| Nordex Windpower S.A., Buenos Aires /Argentinien | 100,0 | 100,0 |
| NPV Dritte Windpark GmbH&Co. KG, Hamburg | 100,0 | 100,0 |
| NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko | 100,0 | 100,0 |
| Parque Eolico Llay-Llay SpA, Santiago/Chile | 100,0 | 100,0 |
| Ravi Urja Energy India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 |
| Shanghai Nordex Windpower Co. Ltd., Shanghai/ VR China | 100,0 | 100,0 |
| Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, Bangalore/ Indien | 100,0 | 100,0 |
Im Berichtsjahr sind im üblichen Rahmen Erst- und Entkonsolidierungen erfolgt. Weder aus den Erstkonsolidierungen noch aus der Entkonsolidierung haben sich jedoch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordex-Gruppe ergeben.
Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen sind Beteiligungsunternehmen, die sowohl im Hinblick auf die quantitativen Kriterien Jahresergebnis, Eigenkapital, Bilanzsumme und Mitarbeiter als auch in Bezug auf das qualitative Kriterium der Art der Geschäftstätigkeit unwesentlich sind.
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung sind sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninternen Transaktionen zwischen den einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 5.994.967 (2019: TEUR 3.649.182) gegeneinander aufgerechnet worden.
Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung sind die aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr und aus internen Umlagen stammenden Aufwendungen und Erträge sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen in Höhe von TEUR 2.151.253 (2019: TEUR 1.487.456) eliminiert worden.
Zwischen der Nordex SE und der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH bestehen steuerrechtlich wirksame Ergebnisabführungsverträge.
Körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaften bestehen zwischen der Nordex SE und der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH.
Eine körperschaftsteuerliche Organschaft besteht ferner zwischen der Corporacion Nordex Energy Spain S.L. und der Industria Toledana de Energias Renovables S.L., der Nordex Blades Spain S.A., der Nordex Energy Internacional S.L., der Nordex Energy Spain S.A. sowie der Nordex Towers Spain S.L. und auch zwischen der Nordex USA Inc. und der Component Purchasing Company LLC, der Component Purchasing Company II LLC, der Component Purchasing Company III LLC, der Eolicos R4E S.A. de C.V sowie der Nordex USA Management LLC. Eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht zwischen der Nordex SE und der Nordex Belgium GmbH, der Nordex Energy SE&Co. KG, der Nordex Forum II GmbH&Co. KG, der Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, der Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, der Nordex Lithuania GmbH, der Nordex Netherlands GmbH, Nordex Norway GmbH, Nordex Portugal GmbH sowie der Nordex Windpark Beteiligung GmbH.
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.
Bei der erstmaligen Bewertung werden alle Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten erhöhen bzw. verringern den Erstbuchwert, wenn das Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.
Für die Folgebewertung werden alle finanziellen Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien aufgeteilt:
Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden demgegenüber in folgende Kategorien aufgeteilt:
Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital. Von der Fair-Value-Option wird kein Gebrauch gemacht. Eine Reklassifizierung ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt.
Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten kann nach der Methode der Bilanzierung zum Handelstag oder zum Erfüllungstag angesetzt oder ausgebucht werden. Die verwendete Methode ist für alle Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die der gleichen Kategorie angehören, stetig anzuwenden. In der Nordex-Gruppe erfolgt die Bilanzierung zum Erfüllungstag.
Nach dem Wertminderungsmodell unter IFRS 9 ist für alle Finanzinstrumente im Anwendungsbereich ein erwarteter Verlust (Expected Credit Loss) bereits bei Einbuchung des Finanzinstruments zu erfassen.
Bei Nordex ist das Wertminderungsmodell im Wesentlichen auf folgende Finanzinstrumente anwendbar:
Für die Ermittlung des erwarteten Verlusts ist ein generelles Wertminderungsmodell mit drei Stufen (General Approach) vorgesehen, die über die Höhe der Wertminderung entscheiden:
Alle Finanzinstrumente werden bei der Ersterfassung der Stufe 1 zugeordnet. Die Wertminderung entspricht dem Wert, der aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate (12-Month Expected Credit Loss) nach dem Bilanzstichtag entstehen kann.
Bei einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos seit der Ersterfassung ist das Finanzinstrument in Stufe 2 zu transferieren. Die Wertminderung entspricht dem Wert, der aus möglichen Ausfallereignissen während der Restlaufzeit des Finanzinstruments (Lifetime Expected Credit Loss) entstehen kann.
Bei einem objektiven Hinweis auf eine Wertminderung gemäß IAS 39 ist das Finanzinstrument in Stufe 3 zu transferieren. Die Wertminderung entspricht dem eingetretenen Verlust (Incurred Loss).
Grundsätzlich ist dem Unternehmen überlassen, die Transferkriterien festzulegen. IFRS 9 enthält jedoch vereinfachende Annahmen, die widerlegbare Vermutungen darstellen, wann eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos vorliegt. Entfallen Transferkriterien, so kann es auch zu einer Rückführung des Finanzinstruments in eine andere Stufe kommen. Erhöhungen oder Verminderungen von Wertminderungen werden dabei erfolgswirksam erfasst.
Im Rahmen des generellen Wertminderungsmodells ist auch ein vereinfachtes Verfahren (Simplified Approach) möglich.
Innerhalb der Nordex-Gruppe werden sowohl das generelle Wertminderungsmodell als auch das vereinfachte Verfahren angewendet.
Derivate wiederum sind stets zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Wertveränderungen werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, das Unternehmen hat sich entschieden, das Derivat in eine Sicherungsbeziehung gemäß Hedge Accounting-Regelungen zu designieren, da alle Voraussetzungen des Hedge Accountings erfüllt sind.
Hedge Accounting wird auf alle Cash Flow Hedge-Sicherungen für Projekt- und Beschaffungsgeschäfte der Nordex-Gruppe angewendet. Dabei handelt es sich um die Sicherung von zukünftigen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströmen gemäß dem Budget bzw. der Planung individueller kundenspezifischer Projekte. Nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden dagegen Sicherungen von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts der Forderungen der Nordex SE, die im Wesentlichen aus der Innen-Finanzierungstätigkeit in Fremdwährung resultieren.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die als Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument designiert werden, unterliegen somit den Bewertungsregeln zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen. Voraussetzung für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen ist demnach, dass der eindeutige Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert und deren Effektivität nachgewiesen ist. Die Effektivität wird auf Grundlage der Dollar-Offset-Methode mit einem Spot-to-Spot-Ansatz berechnet. Dabei wird nur die Spot-Komponente des Sicherungsinstruments und nicht der Full-Fair-Value ins Hedge Accounting designiert. Jegliche effektive Marktwertänderung der designierten Komponente wird zunächst erfolgsneutral in der Rücklage für Cash Flow Hedges und erst, wenn das Grundgeschäft realisiert wird oder nicht eintritt, erfolgswirksam erfasst. Der ineffektive Anteil der designierten Komponente wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung realisiert. Die nicht-designierten Komponenten (Forward- und CCBS-Komponenten) gehören dagegen nicht zu der Sicherungsbeziehung und wären außerhalb des Hedge Accountings zu bilanzieren. IFRS 9 erlaubt jedoch, die Marktwertänderung der nicht-designierten Komponenten ebenfalls erfolgsneutral zu erfassen, da diese die mit Hedge Accounting verbundenen Kosten darstellen. Die Verbuchung hat jedoch über eine separate Position im Eigenkapital zu erfolgen, der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges. Eine Reklassifizierung der in der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges aufgelaufenen Beträge aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung ist ebenfalls bei Eintritt oder Wegfall des Grundgeschäfts vorzunehmen. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden sodann Gewinne und Verluste aus abzusichernden Projektgeschäften unter den Umsatzerlösen ausgewiesen, während Gewinne und Verluste aus abzusichernden Beschaffungsgeschäften direkt in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert des Grundgeschäfts einzubeziehen sind.
Devisentermingeschäfte, die die strengen Kriterien des Hedge Accountings nicht erfüllen, werden in die Bewertungskategorie als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingeordnet.
Nach dem herrschenden einheitlichen Leasingnehmerbilanzierungsmodell ist der Leasingnehmer verpflichtet, für Leasingverträge Vermögenswerte für das Nutzungsrecht in Höhe der Leasingverbindlichkeiten zzgl. anfänglicher direkter Kosten und angepasst um bereits gezahlte oder erhaltene Beträge und Verbindlichkeiten in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen anzusetzen; die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst, falls der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz nicht zur Verfügung steht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben und die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben. Die Wahlrechte zur Nichtbilanzierung von kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, von Leasinggegenständen von geringem Wert kleiner als TEUR 5 und für Leasing von immateriellen Vermögenswerten sind in Anspruch genommen worden.
Aufseiten des Leasinggebers ist jeder Leasingvertrag entweder als Finance-Leasing oder als Operate-Leasing einzustufen. Ein Leasingverhältnis wird als Finance-Leasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken überträgt; andernfalls liegt ein Operate-Leasing vor. Der Leasinggeber hat die im Rahmen eines Finance-Leasing gehaltene Forderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis anzusetzen, während Zahlungen aus einem Operate-Leasing als Ertrag zu erfassen sind.
Zur Abbildung in der Nordex-Gruppe wird auf die Angaben in den Kapiteln zu den Abschlusspositionen verwiesen, insbesondere die Kapitel zu den Sachanlagen, den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, den sonstigen betrieblichen Erträgen, den Abschreibungen, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und dem Finanzergebnis.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung und Berichtswährung der Nordex SE.
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Umrechnung zum Stichtagskurs resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Vermögenswerte und Schulden aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet und die Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und Verlustrechnung mit dem monatlichen Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Sofern die Verwendung des monatlichen Durchschnittskurses nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Wechselkursen ergeben würden, führt, so werden die Erträge und Aufwendungen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als eigener Posten innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst (Fremdwährungsausgleichsposten).
Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse, bezogen auf den Euro, ist nachfolgend dargestellt:
| Durchschnittskurse für das Geschäftsjahr |
Stichtagskurse zum 31.12. |
|||
|---|---|---|---|---|
| Wechselkurse EUR 1,00 entspricht |
2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| AUD | 1,6537 | 1,6103 | 1,5896 | 1,5995 |
| BRL | 5,8089 | 4,4170 | 6,3735 | 4,5157 |
| CLP | 902,4117 | 787,7531 | 872,5242 | 844,8800 |
| GBP | 0,8885 | 0,8766 | 0,8990 | 0,8508 |
| HRK | 7,5380 | 7,4199 | 7,5519 | 7,4395 |
| INR | 84,4338 | 78,6853 | 89,6604 | 80,1873 |
| MXN | 24,3497 | 21,6736 | 24,4160 | 21,2202 |
| NOK | 10,7063 | 9,8523 | 10,4703 | 9,8638 |
| PLN | 4,4409 | 4,2974 | 4,5597 | 4,2568 |
| SEK | 10,4831 | 10,5802 | 10,0343 | 10,4468 |
| TRY | 7,9121 | 6,3345 | 9,1133 | 6,6845 |
| USD | 1,1396 | 1,1202 | 1,2271 | 1,1234 |
| ZAR | 18,6602 | 16,1764 | 18,0213 | 15,7778 |
Das operative Geschäft sowie die Finanzierungstransaktionen der Nordex-Gruppe als international tätiger Unternehmensgruppe unterliegen Finanzrisiken. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen der Treasury-Abteilung.
Aus der internationalen Ausrichtung des Konzerns resultiert, dass das operative Geschäft Wechselkursschwankungen unterliegt. Die wesentlichen Risiken bestehen vor allem mit dem US-Dollar. Fremdwährungsrisiken entstehen bei erwarteten zukünftigen Transaktionen sowie bei bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Sie entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung (Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt.
Fremdwährungsrisiken werden überwiegend durch den Abschluss von Kundenverträgen, die auf die entsprechenden Währungen der projektbezogenen Lieferantenverträge abgestimmt sind, vermieden (Natural Hedge).
Zur Absicherung der verbleibenden Fremdwährungsrisiken werden derivative Sicherungsinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Die derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungselemente genutzt und nicht für spekulative Zwecke eingesetzt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt grundsätzlich zentral bei der Nordex SE als Konzernobergesellschaft. Geschäftspartner bei Kontrakten über derivative Finanzinstrumente sind ausschließlich in- und ausländische Banken, deren Rating permanent überwacht wird. Durch eine Diversifikation der Handelspartner wird zudem eine entsprechende Risikominderung erreicht. Alle Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten werden im Rahmen der aktuell geltenden Bestimmungen der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) eingesetzt, überwacht und auditiert. Bestimmte Transaktionen bedürfen zudem der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang der Risikopositionen aus dem Projektgeschäft informiert wird. Zum 31. Dezember 2020 sind im Wesentlichen Devisentermingeschäfte in US-Dollar, Chinesischen Yuan und Brasilianischen Real abgeschlossen. Die fiktiven Rückzahlungsbeträge ausstehender Devisenterminkontrakte belaufen sich auf TEUR 458.167 (2019: TEUR 369.946), wobei Nicht-Euro-Devisenterminkontrakte in Euro bewertet sind und sich gegenläufige Währungsströme gegenseitig aufheben.
Die in das Hedge Accounting einbezogenen derivativen Sicherungsinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| 2020 | TBRL | TCNY | TUSD |
|---|---|---|---|
| In 2021 fälliger Nominalwert |
33.581 | 132.026 | 303.642 |
| In 2022 fälliger Nominalwert |
7.410 | 0 | 0 |
| In 2023 fälliger Nominalwert |
0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 40.991 | 132.026 | 303.642 |
| Leitwährung | EUR | EUR | EUR |
| Durchschnittlicher Sicherungskurs |
6,5147 | 8,0830 | 1,1820 |
| 2019 | TCNY | TINR | TUSD |
| In 2020 fälliger Nominalwert |
0 | 0 | 0 |
| In 2021 fälliger Nominalwert |
706.520 | 8.500 | 641.725 |
| In 2022 fälliger Nominalwert |
156.000 | 0 | 4.200 |
| Gesamt | 862.520 | 8.500 | 645.925 |
| Leitwährung | EUR | USD | EUR |
Aus dem Effektivitätstest ergeben sich die folgenden Ergebnisse:
| Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | |||
|---|---|---|---|---|
| 2020 | EUR/CNY TEUR |
EUR/USD TEUR |
EUR/BRL TEUR |
EUR/CNY TEUR |
| Nominalvolumen | TCNY 82.016 |
TUSD 303.642 |
TBRL 40.991 |
TCNY 50.010 |
| Marktwert bzw. Buchwert | 641 | 12.516 | –508 | –635 |
| Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
355 | 12.467 | –502 | –696 |
| Wertveränderung des Grundgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
–354 | –12.483 | 530 | 712 |
| Stand der Rücklage für Cash Flow Hedges für aktive Cash Flow Hedges |
–354 | –14.857 | 502 | 696 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges für aktive Cash Flow Hedges |
–286 | –49 | 7 | –61 |
| Stand der Rücklage für Cash Flow Hedges für beendete Cash Flow Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges für beendete Cash Flow Hedges |
0 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | |||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | EUR/CNY TEUR |
USD/INR TEUR |
EUR/USD TEUR |
EUR/USD TEUR |
| Nominalvolumen | TCNY 862.520 |
TINR 8.500 |
TUSD 480.172 |
TUSD 165.753 |
| Marktwert bzw. Buchwert | 1.662 | 1 | 4.782 | –2.990 |
| Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
1.662 | 1 | 4.782 | –2.990 |
| Wertveränderung des Grundgeschäfts zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
–1.937 | –1 | –4.878 | 2.845 |
| Stand der Rücklage für Cash Flow Hedges für aktive Cash Flow Hedges |
768 | –5 | 5.055 | –1.129 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges für aktive Cash Flow Hedges |
893 | 7 | –273 | –1.861 |
| Stand der Rücklage für Cash Flow Hedges für beendete Cash Flow Hedges |
0 | 0 | 273 | –1.534 |
| Stand der Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges für beendete Cash Flow Hedges |
0 | 0 | 9 | –373 |
Der unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste ineffektive Teil von Cash Flow Hedges beläuft sich auf einen Verlust von TEUR 1 (2019: TEUR 1).
Die Nordex-Gruppe ist aufgrund dessen zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Fremdwährungsrisiken im operativen Bereich ausgesetzt.
Zur Darstellung der Fremdwährungsrisiken wird eine Währungssensitivitätsanalyse erstellt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der relevanten Risikovariablen auf das Jahresergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital zeigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Nordex-Gruppe Finanzinstrumente eingeht.
Bei einer Auf- bzw. Abwertung um 10% der jeweiligen Fremdwährung gegenüber der Konzernwährung würden sich aus der Bewertung der originären monetären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Projekten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und erhaltene Anzahlungen) folgende Effekte auf das Jahresergebnis nach Steuern ergeben:
| Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlos |
|---|
| senen, aber nicht in das Hedge Accounting einbezogenen |
| Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf |
| das Jahresergebnis und den beizulegenden Zeitwert ergeben: |
| +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|
| –327 | 327 |
| –327 | 327 |
| –7.002 | 7.037 |
| –7.002 | 7.037 |
| –7.338 | 7.360 |
| –7.338 | 7.360 |
| –8.435 | 8.447 |
| –8.435 | 8.447 |
| 2020 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/USD | 35.966 | –29.427 |
| 2019 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/ USD | 12.932 | –10.581 |
| 2019 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/AUD | ||
| Jahresergebnis | –1.028 | 1.028 |
| Beizulegender Zeitwert | –1.028 | 1.028 |
| EUR/PLN | ||
| Jahresergebnis | 1.019 | –1.019 |
| Beizulegender Zeitwert | 1.019 | –1.019 |
| EUR/SEK | ||
| Jahresergebnis | –1.457 | 1.457 |
| Beizulegender Zeitwert | –1.457 | 1.457 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | –6.528 | 6.528 |
| Beizulegender Zeitwert | –6.528 | 6.528 |
Aus der Bewertung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen und in das Hedge Accounting einbezogenen Devisentermingeschäfte würden sich folgende Effekte auf das Jahresergebnis, den beizulegenden Zeitwert, die Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern und die Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern ergeben:
| 2020 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/BRL | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | –3.955 | 4.022 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–3.955 | –4.022 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–2.689 | 2.735 |
| EUR/CNY | ||
| Jahresergebnis | 1 | 1 |
| Beizulegender Zeitwert | 13.070 | –12.874 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
13.071 | –12.873 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
8.888 | –8.754 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | –30.140 | 30.304 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–30.140 | 30.304 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
–20.495 | 20.607 |
| 2019 | +10 % TEUR |
–10 % TEUR |
|---|---|---|
| EUR/CNY | ||
| Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert | 10.869 | –10.869 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
10.869 | –10.869 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital nach Steuern |
7.391 | –7.391 |
| EUR/USD | ||
| Jahresergebnis | 2 | –2 |
| Beizulegender Zeitwert | –39.131 | 39.131 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital vor Steuern |
–39.133 | 39.133 |
| Sicherungsrücklage im Eigenkapital |
–26.610 | 26.610 |
Die Nordex SE hat ein Schuldscheindarlehen mit auch variabler Verzinsung begeben. Ein Zinsanstieg des 6-Monats-Euribor um 1%-Punkt würde den kumulierten Zinsaufwand bis zur Endfälligkeit der noch ausstehenden variablen Schuldscheintranchen um TEUR 62 (2019: TEUR 1.093) erhöhen, während ein Zinsrückgang des 6-Monats-Euribor den Zinsaufwand aufgrund des im Schuldscheindarlehen vertraglich vereinbarten Zinsfloors nicht verringern würde.
Wesentliche variabel verzinsliche Vermögenswerte, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, bestehen nicht.
Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Alle wesentlichen Neukunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Einem Ausfallrisiko wird grundsätzlich im Vorfeld der Auftragsannahme durch ein standardisiertes Genehmigungsverfahren begegnet. Insbesondere erfolgt die Auftragsannahme grundsätzlich nur dann, wenn die Projektfinanzierung durch Kreditinstitute sichergestellt und/oder durch eine Bankgarantie bzw. eine Konzernbürgschaft unterlegt ist. Darüber hinaus sehen die Verträge vor, dass laufende Anzahlungen entsprechend dem jeweiligen Projektfortschritt zu leisten sind. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Auch bestehen im Konzern keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten sind über Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditive in Höhe von brutto TEUR 3.798.110 (2019: TEUR 3.966.681) oder Eigentumsvorbehalte in Höhe von TEUR 261.009 (2019: TEUR 108.774) besichert.
Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen laufenden Ein- und Auszahlungen herzustellen, wozu sowohl die Ein- und Auszahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte als auch die erwarteten Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit überwacht werden und die Gruppenliquidität laufend gesteuert wird.
Grundsätzlich finanziert die Nordex-Gruppe die Projekte über Projektanzahlungen von Kunden. Die Anzahlungen werden bei sämtlichen Projekten nach Projektfortschritt analog den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen abgerechnet.
Nordex setzt teilweise länderübergreifend Cash-Pooling oder sonstige Inhouse-Banking-Instrumente zum effektiven Liquiditätsmanagement der Gruppe ein. Verbleibende Liquiditätspositionen werden vom Konzern-Treasury bei Geschäftsbanken im In- und Ausland entsprechend konservativ angelegt. Hierbei werden Limite und Kontrahentenrisiken permanent überwacht.
Die Nordex-Gruppe hat über die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften am 4. August 2020 im Rahmen des Bürgschaftsprogramms der Bundesregierung und unter Beteiligung der Stadt Hamburg und des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Absicherung gegen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie einen revolvierenden Konsortialkredit in Höhe von TEUR 350.000 erhalten. 90% der Kreditlinie werden von der Bundesrepublik Deutschland, der Stadt Hamburg und dem Land Mecklenburg-Vorpommern garantiert. Der Kredit läuft bis zum 30. April 2022 und hat eine Verzinsung in Höhe von 2,0% über dem Euribor, der auf null begrenzt ist (Euribor-Floor). Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Zinsen TEUR 250.743.
Am 6. April 2016 hat die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung der Nordex Energy SE & Co. KG ein Schuldscheindarlehen im Volumen von TEUR 550.000 bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Das Schuldscheindarlehen besteht derzeit noch aus Tranchen mit ursprünglichen Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, jeweils mit fester oder variabler Verzinsung. Je nach Tranche liegt der Zinssatz zwischen 1,8% und 3,0%. Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Kosten und Zinsen TEUR 242.443 (31. Dezember 2019: TEUR 242.297).
Zusätzlich besteht ein langfristiger Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 100.000 für Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei der Europäischen Investitionsbank. Über dieses Darlehen möchte Nordex die Entwicklung immer effizienterer technischer Lösungen vorantreiben, um seine Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen. Die Laufzeit beträgt acht Jahre ab der Inanspruchnahme bei ratierlicher Tilgung. Kreditnehmer ist die Nordex Energy SE & Co. KG mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften. Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Zinsen TEUR 40.982 (31. Dezember 2019: TEUR 53.511).
Von der Acciona S.A. ist weiterhin ein Gesellschafterdarlehen über TEUR 232.200 an die Nordex SE gewährt worden. Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen über TEUR 17.200 im August 2020 und TEUR 215.000 im März 2021. Die Laufzeit reicht bis zum 30. April 2025 bei einem Zinssatz von 10,0%. Über das Gesellschafterdarlehen ist die Refinanzierung des im April 2021 fälligen Schuldscheindarlehens in Höhe von TEUR 215.000 verbindlich gesichert. Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Kosten und Zinsen TEUR 953, weil in der Bilanz das Gesellschafterdarlehen nebst einer zusätzlichen Abgrenzung von TEUR 16.138, die sich auf die zweite, noch nicht ausgezahlte Tranche des Gesellschafterdarlehens von TEUR 215.000 bezieht, ausgewiesen wird.
Die Nordex SE verfügt darüber hinaus mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften über eine bis zum 9. April 2023 laufende syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie über TEUR 1.238.750, wobei sie im Anschluss optional zweimal um je ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Zum 31. Dezember 2020 ist die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie mit Avalen in Höhe von TEUR 1.066.862 (31. Dezember 2019: TEUR 989.654) in Anspruch genommen worden. Weiterhin sind innerhalb der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie Abzweigkreditlinien herausgelegt worden, deren Barinanspruchnahmen sich am 31. Dezember 2020 auf TEUR 1.896 (31. Dezember 2019: TEUR 21.556) belaufen.
Am 2. Februar 2018 hat die Nordex-Gruppe erfolgreich eine Unternehmensanleihe in Höhe von TEUR 275.000 mit einem Kupon von 6,5% platziert, die an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist. Kreditnehmer der fünfjährigen Unternehmensanleihe ist die Nordex SE mit gesamtschuldnerischer Haftung von wesentlichen Nordex-Konzerngesellschaften. Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Kosten und Zinsen TEUR 278.385 (31. Dezember 2019: TEUR 276.582).
Zur Stärkung der Bindung der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Möglichkeit einer rentablen Geldanlage hat die Nordex-Gruppe ein Beteiligungsprogramm für ihre Mitarbeiter an dem von ihr selbst entwickelten und realisierten französischen Windpark Val aux Moines aufgelegt. Die Beteiligung erfolgt über den Erwerb von Schuldverschreibungen, die von der Nordex Employee Holding GmbH emittiert werden. Das Gesamtvolumen beträgt bis zu TEUR 4.000 bei einer jährlichen Verzinsung von 6,0%. Die Laufzeit ist datiert vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2024. Zum 31. Dezember 2020 beträgt die bilanzierte Verbindlichkeit nebst abgegrenzten Kosten und Zinsen TEUR 3.866.
Alle Finanzierungen sind unbesichert und grundsätzlich gleichrangig. Das Gesellschafterdarlehen ist jedoch nachrangig.
Im Rahmen des Abschlusses des revolvierenden Konsortialkredits ist das Covenantkonzept für das Forschungs- und Entwicklungsdarlehen und die syndizierte Multi-Currency-Avalkreditlinie erfolgreich an die aktuelle Geschäftsentwicklung angepasst worden. Vereinbart worden ist eine Minimum-Liquidität, deren Einhaltung monatlich an die jeweiligen Banken zu berichten ist. Zum 31. Dezember 2020 ist die monatliche Minimum-Liquidität jeweils eingehalten worden. Die weiteren Covenants (Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad und Zinsdeckungsgrad) treten im September 2021 wieder in Kraft. Die Einhaltung aller Covenants wird auch für die Zukunft erwartet. Eine Kündigung der Finanzierungen seitens der Kreditinstitute ist nur aus außerordentlichen Gründen möglich, hierzu gehört die Verletzung der Covenants.
Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie die Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Kapitalrisikomanagements. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 773.533 (2019: TEUR 745.387). Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe des eingesetzten Working Capitals. Das Working Capital umfasst die Summe aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten aus Projekten sowie den Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
121.805 | 128.070 |
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten |
531.531 | 217.547 |
| Vorräte | 1.202.207 | 1.398.421 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
–1.095.563 | –968.455 |
| Erhaltene Anzahlungen | –1.053.068 | –1.075.694 |
| –293.088 | – 300.111 | |
| Umsatzerlöse | 4.650.740 | 3.284.573 |
| Working-Capital-Quote | –6,3% | –9,1% |
Bei der Nordex-Gruppe handelt es sich im Wesentlichen um ein Einproduktunternehmen. Die Aktivitäten der Nordex-Gruppe erstrecken sich auf die Entwicklung, die Produktion, den Service und den Vertrieb von Windenergieanlagen. Zur Unterstützung des Vertriebs werden auch Vorleistungen für die Projektentwicklung erbracht, entsprechende Rechte erworben und die Infrastruktur geschaffen, um Windenergieanlagen an geeigneten Standorten zu errichten. Die berichtspflichtigen Segmente teilen sich entsprechend der Geschäftstätigkeit auf in Projekte und Service. Die Festsetzung der Preise für Lieferungen zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt unter Beachtung des Arms-Length-Prinzips. Über die Segmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung, die auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses basiert, an den Hauptentscheidungsträger, den Vorstand der Nordex SE, übereinstimmt.
| Projekte | |||
|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | |
| Umsatzerlöse | 4.217.220 | 2.884.536 | |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | –285.611 | 581.862 | |
| Materialaufwand | –3.596.819 | –2.918.210 | |
| Übrige Erträge und Aufwendungen | –214.363 | –423.709 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 120.427 | 124.479 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 0 | 0 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0 | 0 | |
| Übriges Finanzergebnis | 0 | 0 | |
1 Die Intrasegment-Umsatzerlöse entfallen in voller Höhe - wie im Vorjahr - auf das Segment Service, während der Intrasegment-Materialaufwand in Höhe von TEUR 4.938 (2019: TEUR 2.392) auf das Segment Projekte und in Höhe von TEUR 1.266 (2019: TEUR 1.621) auf das Segment Nicht zugeordnet entfällt.
1 Die Intrasegment-Umsatzerlöse entfallen in voller Höhe - wie im Vorjahr - auf das Segment Service, während der Intrasegment-Materialaufwand in Höhe von TEUR 4.938
(2019: TEUR 2.392) auf das Segment Projekte und in Höhe von TEUR 1.266 (2019: TEUR 1.621) auf das Segment Nicht zugeordnet entfällt.
| Gesamt | Konsolidierung 1 | Nicht zugeordnet | Service | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 |
| 3.284.573 | 4.650.740 | –4.013 | –6.204 | 862 | 2.109 | 403.188 | 437.615 |
| 586.847 | –305.258 | 0 | 0 | 6.378 | –16.338 | –1.393 | –3.309 |
| –3.095.994 | –3.798.120 | 4.013 | 6.204 | –6.435 | –8.067 | –175.362 | –199.438 |
| –795.009 | –609.203 | 0 | 0 | –216.231 | –229.219 | –155.069 | –165.621 |
| –19.583 | –61.841 | 0 | 0 | –215.426 | –251.515 | 71.364 | 69.247 |
| 7.389 | 4.419 | 0 | 0 | 7.389 | 4.419 | 0 | 0 |
| –68.188 | –98.434 | 0 | 0 | –68.188 | –98.434 | 0 | 0 |
| 663 | 5.585 | 0 | 0 | 663 | 5.585 | 0 | 0 |
Nach Regionen gliedern sich die langfristigen Vermögenswerte und die Umsatzlöse wie folgt auf:
| Langfristige Vermögenswerte 1 |
Umsatzerlöse | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 | |
| Europa | 544.087 | 556.199 | 2.456.531 | 1.595.962 | |
| Lateinamerika | 32.385 | 31.296 | 822.890 | 869.616 | |
| Nordamerika | 17.511 | 14.240 | 1.017.050 | 627.872 | |
| Rest der Welt | 46.799 | 54.169 | 354.269 | 191.123 | |
| 640.782 | 655.904 | 4.650.740 | 3.284.573 |
1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen Sachanlagen, aktivierte Entwicklungsaufwendungen
sowie geleistete Anzahlungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte.
Für weitere Angaben zu den Segmenten wird auf den Konzernlagebericht verwiesen.
Die flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestände, Sichteinlagen und Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden mit den flüssigen Mitteln saldiert.
Täglich kündbare Guthaben werden mit variablen Zinssätzen verzinst, während Festgelder mit den jeweils gültigen Festzinssätzen verzinst werden.
Die flüssigen Mittel betragen TEUR 778.357 (2019: TEUR 509.998), davon entfallen TEUR 7.341 (2019: TEUR 8.831) auf Festgelder mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als drei Monaten.
Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich.
Die flüssigen Mittel werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten würden wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert entsprechen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind fällige Beträge aus im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauften Gütern oder aufgebrachten Leistungen. Wenn der voraussichtliche Zahlungseingang in einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) erwartet wird, werden die Forderungen als kurzfristig klassifiziert.
Unter den Vertragsvermögenswerten aus Projekten sind unfertige Aufträge ausgewiesen, deren Umsatzerlöse gemäß IFRS 15 nach dem Leistungsfortschritt erfasst werden. Erhaltene Anzahlungen für die bilanzierten Aufträge werden abgesetzt.
113
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Projekten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
141.564 | 144.125 |
| Abzüglich Wertberichtigungen | –19.759 | –16.055 |
| Forderungen aus Lieferun gen und Leistungen (netto) |
121.805 | 128.070 |
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten (brutto) |
5.197.986 | 2.568.724 |
| Abzüglich erhaltene Anzahlungen |
–4.666.455 | –2.351.177 |
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten (netto) |
531.531 | 217.547 |
| 653.336 | 345.617 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel ein Zahlungsziel von 30 bis 90 Tagen.
Einbehalte von Kunden im Rahmen der Vertragsvermögenswerte aus Projekten stehen grundsätzlich im Zusammenhang mit noch nicht abgearbeiteten Punch-Listen und beziehen sich im Wesentlichen auf seit mehr als 30 Tagen ausstehende Schlussraten. Die Einbehalte betragen TEUR 24.545 (2019: TEUR 26.756).
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Stand Wertberichtigungen am 01.01. |
16.055 | 15.857 |
| Inanspruchnahme | –22 | –2.058 |
| Auflösung | –1.407 | –590 |
| Zuführung | 5.133 | 2.846 |
| Stand Wertberichtigungen am 31.12. |
19.759 | 16.055 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach dem Simplified Approach stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2020 | Einzel wert berichtigt |
Nicht einzelwertberichtigt | Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | Nicht überfällig |
Überfällig weniger als 30 Tage |
Überfällig 31 bis 90 Tage |
Überfällig 91 bis 180 Tage |
Überfällig 181 bis 360 Tage |
Überfällig 361 Tage und mehr |
||
| Besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
0 | 37.746 | 8.798 | 8.527 | 6.458 | 3.315 | 4.782 | 69.626 |
| Erwartete Verlustquoten | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0 % |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) |
0 | 37.746 | 8.798 | 8.527 | 6.458 | 3.315 | 4.782 | 69.626 |
| Unbesicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
16.752 | 31.050 | 13.689 | 4.898 | 1.419 | 2.989 | 1.141 | 71.938 |
| Erwartete Verlustquoten | 100,0% | 0,1% | 0,3% | 2,5% | 12,5% | 50,0% | 100,0% | 27,5 % |
| Wertberichtigungen | 16.752 | 31 | 41 | 122 | 177 | 1.495 | 1.141 | 19.759 |
| Unbesicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) |
0 | 31.019 | 13.648 | 4.776 | 1.242 | 1.494 | 0 | 52.179 |
| 31.12.2019 | Einzel wert berichtigt |
Nicht einzelwertberichtigt | Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | Nicht überfällig |
Überfällig weniger als 30 Tage |
Überfällig 31 bis 90 Tage |
Überfällig 91 bis 180 Tage |
Überfällig 181 bis 360 Tage |
Überfällig 361 Tage und mehr |
||
| Besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
0 | 26.628 | 22.580 | 4.008 | 2.271 | 6.480 | 9.228 | 71.195 |
| Erwartete Verlustquoten | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0 % |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) |
0 | 26.628 | 22.580 | 4.008 | 2.271 | 6.480 | 9.228 | 71.195 |
| Unbesicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
6.353 | 32.062 | 15.308 | 5.953 | 2.815 | 1.527 | 8.912 | 72.930 |
| Erwartete Verlustquoten | 91,3% | 0,1% | 0,3% | 2,5% | 12,5% | 50,0% | 100,0% | 21,6 % |
| Wertberichtigungen | 5.800 | 32 | 46 | 149 | 352 | 764 | 8.912 | 16.055 |
| Unbesicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) |
553 | 32.030 | 15.262 | 5.804 | 2.463 | 763 | 0 | 56.875 |
Im Geschäftsjahr 2020 sind TEUR 2.489 (2019: TEUR 2.375) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht worden, die nicht einzelwertberichtigt gewesen sind.
Aufgrund der Besicherung mit Garantien, Bürgschaften und Stand-by-Akkreditiven sind keine Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte aus Projekten erforderlich.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert, während die Vertragsvermögenswerte aus Projekten nicht unter IFRS 7 und IFRS 9 fallen. Die fortgeführten Anschaffungskosten würden wie im Vorjahr dem beizulegenden Zeitwert entsprechen.
Für die Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode angewendet. Die Herstellungskosten umfassen Vollkosten, die auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt werden.
Die Werthaltigkeit der Vorräte wird zum Stichtag überprüft und falls notwendig werden entsprechende Wertabschläge vorgenommen.
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Unfertige Erzeugnisse | 684.699 | 1.013.754 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 434.937 | 299.256 |
| Geleistete Anzahlungen | 82.571 | 85.411 |
| 1.202.207 | 1.398.421 |
Die unfertigen Erzeugnisse betreffen im Bau befindliche Windenergieanlagen sowie Vorleistungen für Projektentwicklungen, Rechte und Infrastruktur, die in Höhe von TEUR 1.740 (2019: TEUR 2.672) erst nach 2021 fertiggestellt werden.
Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um produktionsbezogenes Material und Servicematerial.
Der Buchwert der Vorräte beinhaltet Abwertungen, die sich wie folgt entwickelt haben:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Stand Abwertungen am 01.01. | 37.718 | 48.506 |
| Inanspruchnahme | –1.447 | –12.296 |
| Auflösung | –8.934 | –162 |
| Zuführung | 3.350 | 1.670 |
| Stand Abwertungen am 31.12. |
30.687 | 37.718 |
VERMÖGENSWERTE
setzen wie folgt zusammen:
| Devisentermingeschäfte | 16.999 | 7.255 |
|---|---|---|
| Debitorische Kreditoren | 6.606 | 6.239 |
| Versicherungs- und Schadenersatzansprüche |
4.597 | 3.644 |
| Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen, assoziierte Unternehmen und Beteiligungen |
2.429 | 2.254 |
| Kautionen/Sicherungseinlagen | 1.621 | 1.711 |
| Sonstige | 14.960 | 5.469 |
| 47.212 | 26.572 |
(5) SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte
Die Inanspruchnahme der Wertberichtigungen steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Altmaterialien, die Zuführung bezieht sich im Wesentlichen auf nur noch eingeschränkt nutzbare Lagerbestände.
Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt TEUR 15.061 (2019: TEUR 17.794).
Die Forderungen aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 14.626 (2019: TEUR 15.818) sind im Wesentlichen bei der Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., der Nordex Windpower S.A., der Nordex SE und der Nordex France S.A.S. entstanden, während die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 8.970 (2019: TEUR 6.180) hauptsächlich auf die Nordex SE, die Nordex Energy Chile S.A., die Nordex France S.A.S. und die Nordex Enerji A.S. entfallen.
Die Sonstigen beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen zur Sicherung von Lieferantenkapazitäten und die verbliebenen Kaufpreisansprüche im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Teils der eigenentwickelten Windparkprojekte an RWE.
Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 30.213 (2019: TEUR 19.317) und würden wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert entsprechen.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 13.157 (2019: TEUR 6.145).
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 3.842 (2019: TEUR 1.110). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.
Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Steuererstattungsansprüche | 162.411 | 185.497 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungsposten |
19.127 | 12.964 |
| Vertragsvermögenswerte aus Service |
5.712 | 13.692 |
| Sonstige | 1.448 | 5.223 |
| 188.698 | 217.376 |
Die Steuererstattungsansprüche betreffen im Wesentlichen die Vorsteuererstattungsansprüche der Nordex SE in Höhe von TEUR 27.536 (2019: TEUR 22.318), der Nordex Energy Brasil - Comercio e Industria de Equipamentos Ltda. in Höhe von TEUR 24.799 (2019: TEUR 29.275), der Nordex Enerji A.S.in Höhe von TEUR 21.824 (2019: TEUR 1.914), der Nordex Electrane d.o.o. in Höhe von TEUR 19.319 (2019: TEUR 3.105) und der Nordex India Private Limited in Höhe von TEUR 16.718 (2019: TEUR 32.944).
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für den revolvierenden Konsortialkredit, Lizenzgebühren und die Multi-Currency-Avalkreditlinie.
Die Vertragsvermögenswerte aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt.
Die erwartete Verlustquote für Vertragsvermögenswerte aus Service entspricht der für unbesicherte, nicht überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,1%. Aus Gründen der Wesentlichkeit sind die daraus resultierenden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6 (2019: TEUR 14) jedoch nicht erfasst worden.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb oder Bau zurechenbaren Aufwendungen.
Für die Anschaffung von Anlagevermögen gewährte Investitionszuschüsse und -zulagen werden in Übereinstimmung mit IAS 20.24 als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten behandelt.
Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear vorgenommen, wobei die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:
| Nutzungs dauer |
Abschrei bungssatz |
|
|---|---|---|
| Grundstücke und Bauten (Abschreibung nur auf Bauten) |
10–33 Jahre | 3% –10% |
| Technische Anlagen und Maschinen |
3–25 Jahre | 4% –33,33% |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung |
2–18 Jahre | 5,56% –50% |
Die Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen |
171.668 | 160.122 |
| Grundstücke und Bauten | 169.720 | 181.704 |
| Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung |
83.155 | 54.004 |
| Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen |
29.616 | 44.260 |
| 454.159 | 440.090 |
Die Grundstücke und Bauten sowie die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten Vermögenswerte aus Leasing.
Die Zugänge und der Buchwert zum 31. Dezember 2020 sowie der Buchwert zum 1. Januar 2020 stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2020 | 01.01.2020 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | Zugänge | Buchwert | Buchwert |
| Grundstücke und Bauten – Vermögenswerte aus Leasing |
11.851 | 85.457 | 91.490 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung – Vermö genswerte aus Leasing |
7.907 | 12.372 | 11.755 |
| 19.758 | 97.829 | 103.245 |
Die aktivierten Nutzungsrechte aus Leasing beziehen sich im Wesentlichen auf Verwaltungs- und Produktionsgebäude, Lagerhallen, Firmenfahrzeuge und Produktionsanlagen (z.B. Hebebühnen).
Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2020 TEUR 23.407 (1. Januar bis 31. Dezember 2019: TEUR 19.823).
2014 ist Nordex ein Investitionszuschuss zur Erweiterung der Betriebsstätte in Rostock gewährt worden. Bis zum Ablauf des Zweckbindungszeitraums von fünf Jahren nach Auszahlung der letzten Tranche des Investitionszuschusses, d.h. bis 2022, müssen die geförderten Wirtschaftsgüter in der geförderten Betriebsstätte verbleiben. Weiterhin sind während des Zweckbindungszeitraums 1.026 Arbeitsplätze dauerhaft im Jahresdurchschnitt zu erhalten. In 2020 ist wie im Vorjahr kein Investitionszuschuss ausgezahlt worden.
Für die Entwicklung der Sachanlagen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Der Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den beizulegenden Zeitwert der Anteile des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar.
Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der Goodwill im Erwerbszeitpunkt auf Zahlungsmittel generierende Einheiten (Cash Generating Units – CGUs) aufgeteilt. Einmal jährlich zum Jahresende (Impairment only Approach) wird vom Konzern auf Ebene der CGUs, denen ein Goodwill zugeordnet worden ist, überprüft, ob der Goodwill wertgemindert ist.
Der Ermittlung des erzielbaren Betrags bzw. des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung für die CGUs Projekte und Service liegen als Basis das Budget 2021 sowie vier weitere Planjahre, abgeleitet aus der Mittelfristplanung der Gesellschaft, zugrunde. Die Erträge jenseits der Fünfjahresperiode sind auf Basis einer stetigen Wachstumsrate von 1,00% (2019: 1,00%) extrapoliert worden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert für die beiden CGUs ist in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet worden.
Der Abzinsungssatz vor Steuern beträgt 9,27% (2019: 9,80%) für die CGU Projekte und 9,40% (2019: 9,63%) für die CGU Service und ist basierend auf dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) ermittelt worden. Dem Abzinsungssatz liegt ein risikoloser Zinssatz in Höhe von – 0,14% (2019: 0,34%), eine Marktrisikoprämie von 7,50% (2019: 7,50%) und ein Beta-Faktor von 1,28 (2019: 1,26) zugrunde. Der Beta-Faktor und das Verhältnis von Marktwert des Eigenkapitals zu Marktwert des Fremdkapitals sind anhand einer CGU-spezifischen Peer Group ermittelt worden.
Der Goodwill beträgt wie im Vorjahr TEUR 547.758 und entfällt wie im Vorjahr mit TEUR 504.595 auf die CGU Projekte und mit TEUR 43.163 auf die CGU Service. Er resultiert mit TEUR 537.798 aus der Kaufpreisallokation der Acciona Windpower.
Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2020 wie im Vorjahr nicht vorgenommen worden, da der erzielbare Betrag für die CGUs Projekte und Service über dem Buchwert der Vermögenswerte zuzüglich des Buchwerts des Goodwills der beiden CGUs liegt.
Eine Erhöhung bzw. Verminderung des WACC um 0,5%-Punkte sowie eine Erhöhung bzw. Verminderung des Wachstumsabschlags um 0,5%-Punkte würde weder für die CGU Projekte noch für die CGU Service zu einem Wertminderungsbedarf führen.
Für die Entwicklung des Goodwills wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Die Herstellungskosten für diese Vermögenswerte umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie die produktionsbezogenen Gemeinkosten und Fremdkapitalkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden so lange aktiviert, bis alle Arbeiten für seinen beabsichtigten Gebrauch im Wesentlichen abgeschlossen sind; ansonsten werden sie als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn die Herstellung des Vermögenswerts normalerweise länger als ein Jahr dauert. Entwicklungsaufwendungen sind ferner nur dann zu aktivieren, wenn das Unternehmen fähig ist und beabsichtigt, den Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen sowie einen Nachweis darüber erbringen kann, wie der Vermögenswert künftig einen wirtschaftlichen Nutzenzufluss generieren wird.
Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen werden linear über den Zeitraum abgeschrieben, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden, längstens aber über fünf Jahre. Der Konzern prüft darüber hinaus einmal jährlich den Wertansatz der aktivierten Entwicklungsaufwendungen; technisch überholte Entwicklungsmaßnahmen der Vergangenheit werden wertgemindert.
Zum Bilanzstichtag sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 166.677 (2019: TEUR 188.490) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2020 sind Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 24.714 (2019: TEUR 27.834) aktiviert worden. Die Zugänge umfassen insbesondere die Weiterentwicklung der Windenergieanlage N149 der Generation Delta und die Weiterentwicklung der AW3000-Plattform. Sie beinhalten Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 1.434 (2019: TEUR 1.013) zu einem Finanzierungssatz von 4,52% (2019: 4,48%). Weitere im Geschäftsjahr 2020 angefallene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 22.962 (2019: TEUR 21.675) erfüllen nicht die Kriterien für eine Aktivierung und sind erfolgswirksam erfasst worden. Die Aktivierungsquote liegt dementsprechend bei 51,84% (2019: 56,22%).
Für die Entwicklung der aktivierten Entwicklungsleistungen wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Die Vermögenswerte, die bestimmte Nutzungsdauern haben, werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet.
Die Abschreibung erfolgt linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, längstens aber bis zum Erlöschen des Rechts, wobei folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt werden:
| Nutzungs dauer |
Abschrei bungssatz |
|
|---|---|---|
| Lizenzen, Software und ähnliche Rechte |
2–5 Jahre | 20% –50% |
Die geleisteten Anzahlungen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen zum Abschlussstichtag TEUR 19.946 (2019: TEUR 27.324).
Für die Entwicklung der geleisteten Anzahlungen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte wird darüber hinaus auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte verwiesen.
Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen und Beteiligungen. Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen betreffen Unternehmen, die der Konzern beherrscht, die jedoch unwesentlich sind. Beteiligungen beziehen sich auf Unternehmen, die vom Konzern nicht beherrscht werden. Die Finanzanlagen beinhalten dabei im Wesentlichen Projektgesellschaften. Die Projektentwicklung erfolgt jedoch nicht in den Gesellschaften, weshalb auch keine Wertsteigerung der Gesellschaften erfolgt. Die Anschaffungskosten entsprechen daher dem beizulegenden Zeitwert.
Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen |
2.986 | 5.067 |
| Beteiligungen | 585 | 40 |
| 3.571 | 5.107 |
Die Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen entfallen auf:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Projektgesellschaften | 2.961 | 5.042 |
| Nordex Windpark Verwaltung GmbH, Hamburg |
25 | 25 |
| 2.986 | 5.067 |
Die Nordex Windpark Verwaltung GmbH dient dem Erwerb und der Verwaltung von Beteiligungen an Handelsgesellschaften, deren Geschäftszweck insbesondere der Erwerb bzw. die Entwicklung, das Errichten und das Betreiben von Windparks ist, sowie der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften.
Die Beteiligungen umfassen folgende Gesellschaften:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Rose Windfarm AB, Stockholm/Schweden |
571 | 2 |
| Parc Eolien du Val Aux Moines, Paris / Frankreich 1 |
13 | 13 |
| Eoliennes de la Vallee S.A.S., Amiens / Frankreich |
1 | 1 |
| Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o., Kwidzyn/Polen |
0 | 0 |
| Eoliennes du Pays d'Auge, Nimes/Frankreich |
0 | 18 |
| Fond du Moulin, Pontarme/ Frankreich |
0 | 1 |
| Kvällaliden AB, Stockholm/Schweden |
0 | 2 |
| Vent d'est S.a r.l., Paris / Frankreich |
0 | 1 |
| WP France 15 S.A.S., Puteaux / Frankreich |
0 | 2 |
| 585 | 40 |
1 ehemals Parc Eolien Nordex II S.A.S.,
Paris/Frankreich
Die Projektgesellschaften halten verschiedene Rechte im Zusammenhang mit selbst entwickelten Windkraftprojekten, im Wesentlichen Baugenehmigungen und Stromlieferverträge. Im Jahr 2020 ist eine Projektgesellschaft gegründet worden (2019: 27) und 57 Projektgesellschaften verkauft worden (2019: sechs). Wertberichtigungen sind in Höhe von TEUR 3 (2019: TEUR 0) erfolgt.
Rose Windfarm AB, Eoliennes de la Vallee S.A.S. und Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o. unterhalten keinen wesentlichen Geschäftsbetrieb. Parc Eolien du Val Aux Moines betreibt einen Windpark.
Alle Anteile sind nicht börsennotiert. Eine Veräußerungsabsicht besteht zum 31. Dezember 2020 nicht.
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2020 verwiesen.
Die Finanzanlagen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen Projektgesellschaften. Der beizulegende Zeitwert entspricht wie im Vorjahr den Anschaffungskosten, weil keine Wertsteigerung in den Gesellschaften erfolgt, da die Projektentwicklung nicht in den Gesellschaften erfolgt.
Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Kontrolle besitzt, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50%. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der At-Equity-Methode bewertet.
Die Anteile an assoziierten Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| C&C Wind Sp. z o.o., Natolin/Polen |
6.017 | 0 |
| GN Renewable Investments S.a r.l., |
||
| Luxemburg / Luxemburg | 70 | 81 |
| 6.087 | 81 |
Die C&C Wind Sp. z o.o. dient der Errichtung und dem Betrieb eines Windparks in Polen.
Die GN Renewable Investments S.a r.l. übernimmt die Finanzierung von Projektgesellschaften.
Die Finanzinformationen zu den assoziierten Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, stellen sich wie folgt dar:
| 2020 TEUR |
C&C Wind Sp. z o.o. |
GN Renewable Investments S.a.r.l. |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte 1 | 8.175 | 2.379 |
| Langfristige Vermögenswerte 1 | 37.308 | 3 |
| Kurzfristige Schulden 1 | 28.245 | 11 |
| Langfristige Schulden 1 | 262 | 2.139 |
| Erlöse 1 | 10.969 | 0 |
| Gewinn/Verlust 1 | 1.427 | –37 |
| Anteil | 40,00% | 30,00% |
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020
| 2019 TEUR |
C&C Wind Sp. z o.o. |
GN Renewable Investments S.a.r.l. |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte 1 | 6.523 | 2.417 |
| Langfristige Vermögenswerte 1 | 38.215 | 3 |
| Kurzfristige Schulden 1 | 33.209 | 12 |
| Langfristige Schulden 1 | 281 | 2.139 |
| Erlöse 1 | 10.709 | 18.363 |
| Gewinn/ Verlust 1 | 2.369 | 4.169 |
| Anteil | 40,00% | 30,00% |
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019
Die Überleitungsrechnung der Finanzinformationen in Bezug auf den Buchwert ergibt sich wie folgt:
| 2020 TEUR |
C&C Wind Sp. z o.o. |
GN Renewable Investments S.a.r.l. |
|---|---|---|
| Nettovermögen 01.01. 1 | 11.248 | 269 |
| Gewinn/Verlust 2 | 1.427 | –37 |
| Sonstige Veränderungen des Nettovermögens 2 |
4.301 | 0 |
| Nettovermögen 31.12. 2 | 16.976 | 232 |
| Anteil in% | 40,00% | 30,00% |
| Anteil in TEUR | 6.790 | 70 |
| Zwischenergebniseliminierung | –773 | 0 |
| Buchwert 31.12. | 6.017 | 70 |
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019
2 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020
| 2019 TEUR |
C&C Wind Sp. z o.o. |
GN Renewable Investments S.a.r.l. |
|---|---|---|
| Nettovermögen 01.01. 1 | 13.819 | 3.194 |
| Gewinn/ Verlust 2 | 2.369 | 4.169 |
| Sonstige Veränderungen des Nettovermögens 2 |
–4.940 | –7.094 |
| Nettovermögen 31.12. 2 | 11.248 | 269 |
| Anteil in% | 40,00% | 30,00% |
| Anteil in TEUR | 4.499 | 81 |
| Zwischenergebniseliminierung | –4.499 | 0 |
| Buchwert 31.12. | 0 | 81 |
1 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018
2 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019
Die sonstigen Veränderungen des Nettovermögens setzen sich aus Eigenkapitaltransaktionen, Differenzen zwischen den vorläufigen und geprüften Jahresabschlüssen und aus Wechselkursdifferenzen zusammen.
Kumulierte nicht erfasste Verluste liegen zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 0 bei der C&C Wind Sp. z o.o (2019: TEUR 34) und in Höhe von TEUR 0 bei der GN Renewable Investments S.a.r.l. (2019: TEUR 0) vor.
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2020 verwiesen.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen, assoziierte Unternehmen und |
||
| Beteiligungen | 6.567 | 14.743 |
| Kautionen/Sicherungseinlagen | 2.022 | 631 |
| Devisentermingeschäfte | 0 | 301 |
| 8.589 | 15.675 |
Die Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen, assoziierte Unternehmen und Beteiligungen betreffen insbesondere die Finanzierung von Projektgesellschaften.
Es sind keine Wertberichtigungen erforderlich.
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 8.589 (2019: TEUR 15.374) und würden wie im Vorjahr aufgrund der marktüblichen Verzinsung dem beizulegenden Zeitwert entsprechen.
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 0 (2019: TEUR 301).
Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Sonstige Steuerforderungen | 29.631 | 0 |
| Vertragsvermögenswerte aus Service |
22.718 | 14.719 |
| Aktive Rechnungs abgrenzungsposten |
16.227 | 13.138 |
| Sonstige | 0 | 259 |
| 68.576 | 28.116 |
Die sonstigen Steuerforderungen bestehen gegenüber den brasilianischen Steuerbehörden.
Die Vertragsvermögenswerte aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen abgegrenzte Kosten für Lizenzgebühren, die Multi-Currency-Avalkreditlinie und den revolvierenden Konsortialkredit.
Die erwartete Verlustquote für Vertragsvermögenswerte aus Service entspricht der für unbesicherte, nicht überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,1%. Aus Gründen der Wesentlichkeit sind die daraus resultierenden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 23 (2019: TEUR 15) jedoch nicht erfasst worden.
Die Nordex SE aktiviert latente Steuern auf Verlustvorträge als Organträger. Die Ermittlung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für den deutschen Teil der Nordex-Gruppe. Der Prognosezeitraum für die Wahrscheinlichkeit der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen beträgt dabei unverändert fünf Jahre.
Die ausländischen Unternehmen der Nordex-Gruppe aktivieren latente Steuern auf Verlustvorträge unter Berücksichtigung der national gültigen Steuersätze und gegebenenfalls vorliegender zeitlicher Beschränkungen der Nutzbarkeit der Verlustvorträge. Für die Ermittlung des latenten Steueranspruchs wird die Mittelfristplanung für die jeweilige Tochtergesellschaft herangezogen.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die aber beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, erhoben werden.
Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern ist zum 31. Dezember 2020 ein Steuersatz von gerundet 32,00% (2019: 32,00%) herangezogen worden.
Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den folgenden Bilanzpositionen und auf Verlustvorträge wie folgt:
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
| Vertragsvermögenswerte aus Projekten | 0 | 0 | 65.751 | 59.503 | ||
| Sachanlagen/ Immaterielle Vermögenswerte | 7.168 | 4.598 | 68.852 | 83.423 | ||
| Sonstige Vermögenswerte | 58.879 | 40.679 | 37.774 | 157.343 | ||
| Rückstellungen | 24.040 | 15.678 | 10.019 | 2.808 | ||
| Sonstige Schulden | 307.334 | 297.401 | 245.502 | 71.778 | ||
| Verlustvorträge und Steuergutschriften | 193.802 | 142.846 | 0 | 0 | ||
| 591.223 | 501.202 | 427.898 | 374.855 | |||
| Saldierung | –340.972 | –264.898 | –340.972 | –264.898 | ||
| 250.251 | 236.304 | 86.926 | 109.957 |
Nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sind die bei der Nordex SE von den bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen von TEUR 311.042 (2019: TEUR 135.212) und von den bestehenden gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen von TEUR 73.473 (2019: TEUR 104.835) TEUR 73.473 (2019: TEUR 104.835) voraussichtlich nutzbar. Eine zeitliche Nutzungsbeschränkung der Verlustvorträge sieht der Gesetzgeber in Deutschland nicht vor.
In der Nordex-Gruppe bestehen folgende Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet worden sind:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| In weniger als 1 Jahr verfallbar | 11.136 | 3.168 |
| Innerhalb von 2 bis 5 Jahren verfallbar |
59.103 | 52.227 |
| Innerhalb von 6 bis 9 Jahren verfallbar |
48 | 1.432 |
| Nach mehr als 9 Jahren verfallbar |
8.363 | 6 |
| Unverfallbar | 337.904 | 116.185 |
| 416.554 | 173.018 |
Für Tochtergesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis gezeigt haben, ist ein latenter Steueranspruch in Höhe von TEUR 80.425 (2019: TEUR 133.329) aktiviert worden, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist.
Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften sind in Höhe von TEUR 29.624 (2019 TEUR 27.711) keine latenten Steuerschulden angesetzt worden, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden.
Die aktiven latenten Steuern enthalten langfristige aktive latente Steuern vor Saldierung in Höhe von TEUR 227.003 (2019: TEUR 214.595). Bei den passiven latenten Steuern entfallen TEUR 206.288 (2019: TEUR 232.225) auf den langfristigen Anteil der gebildeten passiven latenten Steuern vor Saldierung.
Die Veränderungen der latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Stand am 01.01. | 126.347 | 94.402 |
| In der Gewinn- und Verlust rechnung erfasst |
54.872 | 33.909 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasst | –3.917 | –1.377 |
| Umrechnung Fremdwährung | –13.977 | –587 |
| Stand am 31.12. | 163.325 | 126.347 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach Abzug von Transaktionskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 259.616 | 224.647 | 49.715 | 6.692 | 540.670 |
| 31.12.2019 | 28.510 | 10.840 | 280.611 | 6.985 | 326.946 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert würde sich auf TEUR 534.788 (2019: TEUR 319.615) belaufen, wovon TEUR 482.335 (2019: TEUR 39.166) als kurzfristig zu klassifizieren wären.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben werden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger (oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 1.095.563 (2019: TEUR 968.455).
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 1.095.563 | 0 | 1.095.563 |
| 31.12.2019 | 968.455 | 0 | 968.455 |
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten würden wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert entsprechen.
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Die Bildung basiert auf gewissenhaften Schätzungen, dabei werden alle erkennbaren Risiken in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der erwarteten Ausgaben, wobei ein Vorsteuerzinssatz zugrunde gelegt wird, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen Risiken berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 01.01.2020 | Inanspruch nahme |
Auflösung | Zuführung | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einzelgarantie | 56.743 | –24.459 | –3.307 | 35.078 | 64.055 |
| Gewährleistung, Service, Wartung | 30.196 | –10.714 | –1.582 | 8.180 | 26.080 |
| Übrige | 29.057 | –17.239 | –3.993 | 49.445 | 57.270 |
| 115.996 | – 52.412 | – 8.882 | 92.703 | 147.405 |
Die Rückstellungen für Einzelgarantien umfassen überwiegend mögliche Risiken aus Schadensfällen.
Die Rückstellungen für Gewährleistung werden entsprechend den gesetzlichen oder vertraglichen Laufzeiten in Anspruch genommen.
Die übrigen Rückstellungen beziehen sich vor allem auf Projektrisiken, Lieferantenwagnisse, Jahresabschlusskosten und Rechtsunsicherheiten.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten langfristige Rückstellungen in Höhe von TEUR 22.107 (2019: TEUR 26.305), bei denen mit einer Inanspruchnahme nach Ende des Geschäftsjahres 2021 gerechnet wird. Der aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellungen resultierende Betrag von TEUR 38 (2019: TEUR –1.118) ist unter den Zuführungen ausgewiesen.
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Leasing | 18.104 | 17.941 |
| Avalprovisionen | 10.008 | 5.884 |
| Unternehmensanleihe | 7.349 | 7.448 |
| Devisentermingeschäfte | 2.804 | 3.479 |
| Kreditorische Debitoren | 2.511 | 36 |
| Sonstige | 3.074 | 3.725 |
| 43.850 | 38.513 |
Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.
Zu der Unternehmensanleihe wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 28.085 | 23.620 | 51.705 |
| 31.12.2019 | 22.287 | 23.274 | 45.561 |
| TEUR | Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 4.793 | 13.311 | 18.104 |
| 31.12.2019 | 4.544 | 13.397 | 17.941 |
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen TEUR 41.046 (2019: TEUR 35.034) und würden wie im Vorjahr aufgrund der kurzen Restlaufzeit dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Enthalten sind auch die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 786 (2019: TEUR 2.990).
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen sonstigen Devisentermingeschäfte werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 2.018 (2019: TEUR 489). Die Terminkurse bzw. -preise errechnen sich auf Basis des zum Stichtag gültigen Kassakurses unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts.
Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Erhaltene Anzahlungen | 1.053.068 | 1.075.694 |
| Sonstige Steuerverbindlichkeiten |
77.523 | 33.504 |
| Abgegrenzte Schulden | 60.807 | 60.732 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Service |
28.187 | 25.176 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit |
4.301 | 3.605 |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten |
824 | 734 |
| Sonstige | 2.867 | 4.389 |
| 1.227.577 | 1.203.834 |
Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 67.779 (2019: TEUR 25.976).
Die abgegrenzten Schulden enthalten im Wesentlichen Personalverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 42.211 (2019: TEUR 40.822) und projektbezogene nachlaufende Kosten in Höhe von TEUR 14.404 (2019: TEUR 16.660).
Die Vertragsverbindlichkeiten aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Realisierungsgrad die Fakturierung unterschreitet.
Pensionsrückstellungen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter der Nordex SE und der Nordex Energy SE & Co. KG gebildet. Leistungsorientierte Versorgungszusagen legen einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird und der von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen. Die Mitarbeiter haben keine eigenen Beiträge zu leisten. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungszusagen entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) am Bilanzstichtag. Die DBO wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Der Barwert der DBO wird berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von hochwertigen Unternehmensanleihen abgezinst werden. Die Industrieanleihen lauten auf die Währung der Auszahlungsbeträge und weisen den Pensionsverpflichtungen entsprechende Laufzeiten auf. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Der Refinanzierung der Pensionsrückstellungen liegt kein externes Planvermögen zugrunde.
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Verpflichtung zum 01.01. | 2.374 | 2.081 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 32 | 185 |
| Zinsaufwand | 13 | 20 |
| Rentenzahlungen | –50 | –48 |
| Versicherungsmathematische Verluste |
56 | 136 |
| davon aus Änderung der demografischen Annahmen |
0 | 0 |
| davon aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen |
35 | 102 |
| davon aus erfahrungs bedingten Anpassungen |
21 | 34 |
| 2.425 | 2.374 |
Der Bilanzausweis ergibt sich wie folgt:
Der Berechnung liegen die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde:
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Rechnungszinssatz | 0,90% | 1,15% |
| Gehaltstrend | n/a | n/a |
| Rententrend | 2,00% | 2,00% |
Bei einem um +0,5%-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.509 (2019: TEUR 2.306) sinken. Bei einem um – 0,5%-Punkte geänderten Rechnungszinssatz würde die Verpflichtung auf TEUR 2.654 (2019: TEUR 2.451) steigen.
Die Duration der Verpflichtungen liegt zwischen 12 und 13 Jahren (2019: zwischen 12 und 14 Jahren).
Die Sterbewahrscheinlichkeit basiert auf den statistischen Wahrscheinlichkeitswerten nach den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck.
Der Bilanzausweis entspricht der Verpflichtung zum 31. Dezember.
Die folgenden Beträge sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst worden:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 32 | 185 |
| Zinsaufwand | 13 | 20 |
| 45 | 205 |
Das sonstige Ergebnis stellt sich wie folgt dar:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Versicherungsmathematische | ||
| Verluste | 56 | 136 |
| 56 | 136 |
Für zukünftige Geschäftsjahre werden jährliche Rentenzahlungen in Höhe von TEUR 52 (2019: TEUR 50) erwartet.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Unternehmensanleihe | 271.036 | 269.134 |
| Leasing | 79.506 | 86.107 |
| Mitarbeiteranleihe | 3.805 | 0 |
| Darlehen | 3.017 | 2.853 |
| Gesellschafterdarlehen | 953 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 358 | 0 |
| Sonstige | 0 | 38 |
| 358.675 | 358.132 |
Zu der Unternehmensanleihe, der Mitarbeiteranleihe und dem Gesellschafterdarlehen wird auf die Angaben im Kapitel zu den Fremdkapitalinstrumenten verwiesen.
Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.
| TEUR | 1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 446.136 | 36.802 | 482.938 |
| 31.12.2019 | 361.705 | 41.016 | 402.721 |
Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Vertragsverbindlichkeiten aus Service |
126.206 | 132.131 |
| Sonstige Steuerverbindlichkeiten |
2.856 | 4.424 |
| 129.062 | 136.555 |
| TEUR | 1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | 45.673 | 33.833 | 79.506 |
| 31.12.2019 | 46.788 | 39.319 | 86.107 |
Die Vertragsverbindlichkeiten aus Service beziehen sich auf Wartungsverträge, bei denen der Realisierungsgrad die Fakturierung unterschreitet.
Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten bestehen gegenüber den brasilianischen Steuerbehörden.
Die in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert würde sich bedingt durch den Börsenkurs der Unternehmensanleihe zum Bilanzstichtag und die zusätzliche, sich auf die zweite, noch nicht ausgezahlte Tranche des Gesellschafterdarlehens beziehende Abgrenzung auf TEUR 382.386 belaufen (31. Dezember 2019: TEUR 368.940). Enthalten sind auch die langfristigen Leasingverbindlichkeiten, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet werden.
Die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) werden nach IFRS 7 und IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende effektive Sicherungsinstrumente kategorisiert. Der beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 358 (2019: TEUR 0).
Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 117.349 | 106.681 |
| Kapitalrücklage | 795.698 | 606.820 |
| Andere Gewinnrücklagen | 50.976 | –11.062 |
| Rücklage für Cash Flow Hedges |
9.341 | 2.331 |
| Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges |
265 | –1.087 |
| Fremdwährungsausgleichs posten |
–65.531 | –15.604 |
| Konzernergebnisvortrag | –134.565 | 57.308 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 |
| Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital |
773.533 | 745.387 |
| 773.533 | 745.387 |
Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 117.348.759 (2019: EUR 106.680.691) und teilt sich auf in 117.348.759 (2019: 106.680.691) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1, die voll eingezahlt sind. Die Nordex SE hat am 1. Dezember 2020 ihr gezeichnetes Kapital um EUR 10.668.068 durch die Ausgabe neuer Inhaberaktien im Wege der teilweisen Ausübung des satzungsmäßigen genehmigten Kapitals unter Bezugsrechtsausschluss erhöht. Die neuen Anteile sind ausschließlich bei institutionellen Anlegern unter Beteiligung der Acciona S.A. im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) zu einem Platzierungspreis in Nähe des Börsenkurses im Sinne von §186 Abs. 3 S. 4 AktG von EUR 18,90 je Aktie platziert worden. Der den anteiligen Betrag der neuen Aktien am Grundkapital übersteigende Erlös in Höhe von TEUR 190.958 ist nach Abzug der durch die Kapitalerhöhung verursachten Transaktionskosten in die Kapitalrücklage eingestellt worden. Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 795.698 (2019: TEUR 606.820) umfasst darüber hinaus weitere Agien aus Kapitalerhöhungen über TEUR 570.737 (2019: TEUR 481.416).
Die Rücklage für Cash Flow Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Stand am 01.01. | 3.428 | –1.640 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte |
5.072 | 5.862 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund eines Basis-Adjustments |
–2.268 | 0 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund geänderter Erwartung hinsichtlich des Eintritts der Grundgeschäfte |
–260 | 0 |
| Gewinne/ Verluste aus effektiven Sicherungsbeziehungen |
7.765 | –794 |
| Stand am 31.12. | 13.737 | 3.428 |
Die Rücklage für Kosten der Cash Flow Hedges vor latenten Steuern hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Stand am 01.01. | –1.599 | 0 |
| Ergebniswirksame Reklassifi zierungen aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte |
1.390 | 6.869 |
| Gewinne/ Verluste aus effektiven Sicherungsbeziehungen |
598 | –8.468 |
| Stand am 31.12. | 389 | –1.599 |
Der handelsrechtliche Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020 der Nordex SE in Höhe von EUR 68.050.965,42 (2019: Jahresfehlbetrag EUR 114.122.739,06) ist gemäß § 24 der Satzung der Nordex SE in Höhe von EUR 3.402.548,00 in die gesetzliche Rücklage und in Höhe von EUR 58.674.379,50 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt worden. Der Vorstand schlägt vor, der Hauptversammlung vorzuschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von EUR 5.974.037,92 ebenfalls in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Für die Entwicklung des Eigenkapitals wird darüber hinaus auf die Anlage zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.
Die Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2020 ferner ein Genehmigtes Kapital I von EUR 15.522.041 mit entsprechend 15.522.041 Aktien (2019: EUR 9.678.245 mit entsprechend 9.678.245 Aktien), ein Genehmigtes Kapital II von EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien (2019: EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien), ein Genehmigtes Kapital III von EUR 16.002.103 mit entsprechend 16.002.103 Aktien (2019: EUR 0 mit entsprechend 0 Aktien), ein Bedingtes Kapital I von EUR 18.436.138 mit entsprechend 18.436.138 Aktien (2019: EUR 19.376.489 mit entsprechend 19.376.489 Aktien) und ein Bedingtes Kapital II von 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien (2019: EUR 2.900.000 mit entsprechend 2.900.000 Aktien). Die Aktien haben jeweils einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1.
Insgesamt sollen aus sämtlichen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ermächtigungen und Kapitalia (einschließlich der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen) nur neue Aktien mit einem Gesamtanteil am Grundkapital in einer Höhe von maximal 40% des bei der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 16. Juli 2020 bestehenden Grundkapitals ausgeben werden können, was 42.672.276 neuen Aktien entspricht.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals I das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 26.190.109 gegen Baroder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 1. Dezember 2020 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre satzungsgemäß in einem Umfang von EUR 10.668.068 Gebrauch gemacht, was 10.668.068 Aktien entspricht. Es verbleibt ein Genehmigtes Kapital I mit einem Umfang von EUR 15.522.041 mit entsprechend 15.522.041 Aktien.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 4. Juni 2019 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals II das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 31. Mai 2024 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 2.900.000 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Vom Genehmigten Kapital II ist bislang kein Gebrauch gemacht worden.
Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 16. Juli 2020 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Rahmen des Genehmigten Kapitals III das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2023 einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu EUR 16.002.103 gegen Bareinlage durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre lediglich für Spitzenbeträge auszuschließen. Vom Genehmigten Kapital III ist bislang kein Gebrauch gemacht worden.
Das Bedingte Kapital I dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten (oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten) an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. Juli 2020 bis zum 15. Juli 2023 von der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden. Das Bedingte Kapital I kann auch dem Zweck dienen, bei entsprechender Ausübung des Wahlrechts der Gesellschaft ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren. Bisher sind keine Wandlungs- und Optionsrechte ausgegeben worden.
Das Bedingte Kapital II dient der Bedienung von gewährten Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Führungskräften der Gesellschaft und den Unternehmen der Nordex-Gruppe im In- und Ausland sowie von Mitgliedern von Geschäftsführungen von Unternehmen der Nordex-Gruppe, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 in der Zeit bis zum 31. Mai 2024 gewährt werden. Bisher sind keine Bezugsrechte gewährt worden.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2019 ist weiterhin der Vorstand bis zum 31. Mai 2024 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Umfang von bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet werden, als Belegschaftsaktien Führungskräften und Mitarbeitern der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen angeboten werden oder zur Bedienung von Umtauschrechten bzw. Umtauschpflichten aus Wandelschuldverschreibungen oder von Arbeitnehmeroptionsrechten verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist in diesen Fällen jeweils ausgeschlossen. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden oder gegen Barzahlung an Aktionäre oder Dritte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien ist im Berichtszeitraum kein Gebrauch gemacht worden.
Die folgende Tabelle zeigt die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten und ihrer Einordnung in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Finanzinstruments angewendet werden soll:
| Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 0 | 13.157 | 0 | 13.157 |
| 0 | 3.842 | 0 | 3.842 |
| 0 | 534.788 | 0 | 534.788 |
| 286.316 | 0 | 0 | 286.316 |
| 0 | 3.866 | 0 | 3.866 |
| 0 | 17.091 | 0 | 17.091 |
| 0 | 1.144 | 0 | 1.144 |
| 0 | 2.018 | 0 | 2.018 |
1 In der Bilanz wird das Gesellschafterdarlehen nebst einer zusätzlichen Abgrenzung von TEUR 16.138, die sich auf die zweite, noch nicht ausgezahlte Tranche des Gesellschafterdarlehens von TEUR 215.000 bezieht, ausgewiesen.
| 2019 TEUR |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) |
0 | 6.446 | 0 | 6.446 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 1.110 | 0 | 1.110 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 319.615 | 0 | 319.615 |
| Unternehmensanleihe | 287.389 | 0 | 0 | 287.389 |
| Devisentermingeschäfte im Rahmen des Hedge Accountings (Cash Flow Hedges) |
0 | 2.990 | 0 | 2.990 |
| Sonstige Devisentermingeschäfte | 0 | 489 | 0 | 489 |
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren beizulegende Zeitwerte auf anhand von aktiven Märkten ermittelten Marktwerten beruhen, werden in Level 1 zusammengefasst. Ein aktiver Markt wird unterstellt, sofern die Marktwerte auf regulärer Basis ermittelt werden und auf tatsächlichen, wiederkehrenden Transaktionen basieren. Die Unternehmensanleihe ist dem Level 1 zugeordnet, da sie an der International Stock Exchange zum Handel zugelassen ist.
Beizulegende Zeitwerte, die nicht anhand aktiver Märkte ermittelt werden können, werden basierend auf Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertungsmodelle berücksichtigen dabei vornehmlich beobachtbare Marktdaten und verzichten überwiegend auf unternehmensspezifische Schätzungen. Die so bewerteten Finanzinstrumente werden in Level 2 zusammengefasst. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die Mitarbeiteranleihe und das Gesellschafterdarlehen als Teil der Finanzschulden entsprechen dem Level 2. Das Gleiche gilt für die Devisentermingeschäfte.
Sofern wesentliche Bewertungsannahmen nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, werden die Finanzinstrumente als Level 3 klassifiziert.
Es gibt weder im Vergleich zum Vorjahr noch unterjährig Umklassifizierungen zwischen den verschiedenen Levels.
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten setzt sich, nach Bewertungskategorien getrennt, wie folgt zusammen:
| 2020 TEUR |
Zinsen | Übriges Nettoergebnis |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte |
4.419 | 20.632 | 25.051 |
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten |
–98.434 | –36.364 | –134.798 |
| Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten |
0 | 4.039 | 4.039 |
| –94.015 | –11.693 | –105.708 |
| 2019 TEUR |
Zinsen | Übriges Nettoergebnis |
Gesamt |
|---|---|---|---|
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Vermögenswerte |
7.389 | –35.053 | –27.664 |
| Als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten |
–68.188 | 9.970 | –58.218 |
| Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten |
0 | –6.561 | –6.561 |
| – 60.799 | – 31.644 | – 92.443 |
Das übrige Nettoergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Fremdwährungsumrechnung.
Die Fälligkeitsstruktur der derivativen Finanzinstrumente stellt sich wie folgt dar:
| 2020 TEUR |
Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert | |||||
| Mittelabfluss | 0 | 49.954 | 0 | 0 | 49.954 |
| 2019 TEUR |
Bis zu 3 Monate |
3 bis 12 Monate |
1 Jahr bis 5 Jahre |
Über 5 Jahre |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert | |||||
| Mittelabfluss | –154.887 | – 47.119 | 0 | 0 | –202.006 |
Die Umsatzerlöse umfassen die Erträge aus der kundenbezogenen Fertigung und der Veräußerung von Windenergieanlagen sowie die Erträge aus Dienstleistungsverträgen.
Bei Projektverträgen werden die Umsatzerlöse in Abhängigkeit vom jeweiligen Vertragsumfang entweder zeitpunktbezogen über die Milestone-Methode oder zeitraumbezogen über die Cost-to-Cost-Methode realisiert. Bis zur Erreichung der zeitpunktbezogenen Verumsatzung werden die Kosten unter den Vorräten aktiviert.
Bei Serviceverträgen werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen anhand einer vertragstypischen Verteilung der Kosten (Schablone) auf die einzelnen Vertragsjahre verteilt. Die Ermittlung der Schablone zur Bestimmung des Realisierungsgrads der einzelnen Serviceverträge ist dabei auf Basis historischer Erfahrungswerte erfolgt. Sofern der Realisierungsgrad die Fakturierung übersteigt (unterschreitet), wird eine aktivische (passivische) Abgrenzung für Serviceverträge vorgenommen.
Zusätzlich wird geprüft, ob die Preise für den Projekt- und Serviceanteil marktgerecht sind. Bei Unterschreiten einer dazu jeweils definierten Mindestmarge werden Umsatzanteile entsprechend transferiert.
Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Segmente Projekte und Service:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Projekte | 4.217.220 | 2.884.536 |
| Service | 437.615 | 403.188 |
| Nicht zugeordnet | 2.109 | 862 |
| Intrasegment-Konsolidierung | –6.204 | –4.013 |
| 4.650.740 | 3.284.573 |
Zum 31. Dezember 2020 beläuft sich der Gesamtbetrag des der verbleibenden Leistungsverpflichtung aus Projekten zugeordneten Transaktionspreises auf TEUR 4.700.142 (2019: TEUR 3.971.814) und die Gesamthöhe des der verbleibenden kurz- und langfristigen Leistungsverpflichtung aus Serviceverträgen zugeordneten Transaktionspreises beträgt TEUR 154.392 (2019: TEUR 157.307). Die Umsätze aus Projekten werden in der Regel in den nächsten zwölf Monaten realisiert, während die Umsätze aus Serviceverträgen über die durchschnittliche Restlaufzeit der Serviceverträge von acht Jahren realisiert werden.
In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der erhaltenen Anzahlungen von Projekten bzw. der passivischen Abgrenzung für Serviceverträge enthalten gewesen sind, betreffen mit TEUR 2.427.748 (2019: TEUR 1.315.065) das Segment Projekte und mit TEUR 25.176 (2019: TEUR 36.372) das Segment Service.
Die Bestandsveränderungen betragen TEUR – 329.054 (2019: TEUR 558.324).
Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 23.796 (2019: TEUR 28.523) und betreffen wie im Vorjahr aktivierte Aufwendungen für die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Windenergieanlagen.
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
2.618.717 | 2.410.092 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen |
1.179.403 | 685.902 |
| 3.798.120 | 3.095.994 |
Unter den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden im Wesentlichen Aufwendungen für Bauteile ausgewiesen.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen resultieren vorrangig aus Fremdleistungen und Provisionen für die Auftragsabwicklung, fremdbezogenen Frachten und Auftragsrückstellungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Verkauf eigenent wickelter Windparkprojekte |
362.802 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 37.283 | 11.904 |
| Währungskursgewinne | 26.847 | 9.970 |
| Versicherungsentschädigun gen und Schadenersatz |
10.273 | 9.343 |
| Gewinne Anlagenabgänge | 1.569 | 1.721 |
| Auflösung von Wertberichtigungen |
1.407 | 590 |
| Unterleasing von Nutzungsrechten |
1.021 | 439 |
| Forschungs- und Entwicklungszuschüsse |
936 | 1.004 |
| Übrige | 9.272 | 8.474 |
| 451.410 | 43.445 |
Die Nordex-Gruppe hat beschlossen, die Wertschöpfung aus einem Teil ihres eigenentwickelten Projektportfolios von Windparks mit einer einzigen Transaktion zu beschleunigen. Im Zuge dessen haben Nordex und RWE einen Verkauf dieses Geschäfts an den deutschen Energieversorger vereinbart. Insgesamt umfasst die Transaktion eigenentwickelte Projekte mit einem Volumen von 2,7GW in Frankreich, Schweden und Polen. Der Kaufpreis beträgt TEUR 402.500 und der Gewinn liegt bei TEUR 344.243, wovon TEUR 362.802 auf die sonstigen betrieblichen Erträge, TEUR – 5.571 auf den Personalaufwand und TEUR –12.988 auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen. Die Transaktion dient der Stärkung der Kapitalstruktur von Nordex und der weiteren Unterstützung der Wachstumsaussichten. Die Nordex-Gruppe wird ihre Projektentwicklung in anderen Märkten weiter fortsetzen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Sonstige Personalkosten | 121.083 | 78.107 |
| Ertragsausfälle | 48.039 | 22.386 |
| Rechts- und Beratungskosten | 39.804 | 29.485 |
| Instandhaltung | 37.769 | 30.573 |
| Währungskursverluste | 36.364 | 30.422 |
| Devisentermingeschäfte | 33.244 | 18.465 |
| Reisekosten | 28.142 | 32.154 |
| Leasing | 16.373 | 11.333 |
| Sicherheitsdienst, Raum- und Gebäudekosten |
14.644 | 9.533 |
| Aufwendungen aus Verkauf eigenentwickelter Windparkprojekte |
12.988 | 0 |
| EDV-Kosten | 12.274 | 10.925 |
| Versicherungen | 8.547 | 8.540 |
| Sonstige Steuern | 8.406 | 10.790 |
| Patentgebühren | 7.883 | 7.607 |
| Telekommunikation | 5.343 | 4.460 |
| Fortbildung | 5.250 | 5.571 |
| Wertberichtigungen | 5.133 | 2.846 |
| Bankgebühren | 2.164 | 1.663 |
| Werbekosten | 2.097 | 4.513 |
| Bürobedarf | 1.781 | 1.697 |
| Verluste Abgang Anlagevermögen |
624 | 2.418 |
| Übrige | 22.868 | 10.905 |
| 470.820 | 334.393 |
Von den Aufwendungen für Leasing entfallen TEUR 5.836 (2019: TEUR 5.867) auf nicht bilanziertes Leasing, wovon TEUR 4.282 (2019: TEUR 4.606) auf Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, TEUR 1.538 (2019: TEUR 1.148) auf Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert ohne Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, und TEUR 16 (2019: TEUR 119) auf nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogene Aufwendungen für variable Leasingzahlungen entfallen.
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 356.813 | 296.424 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters versorgung und Unterstützung |
77.186 | 64.229 |
| 433.999 | 360.653 |
Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen in Höhe von TEUR 32 (2019: TEUR 185) für leistungsorientierte Pensionspläne und in Höhe von TEUR 100 (2019: TEUR 88) für beitragsorientierte Pensionspläne.
| 2020 | 2019 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Stichtag | |||
| Angestellte | 3.590 | 3.159 | 431 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer |
4.937 | 3.721 | 1.216 |
| 8.527 | 6.880 | 1.647 | |
| Durchschnitt | |||
| Angestellte | 3.437 | 2.940 | 497 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer |
4.470 | 3.422 | 1.048 |
| 7.907 | 6.362 | 1.545 |
Im Konzern ist die folgende Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt:
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 0 | 1.943 |
| Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung |
6.006 | –1.140 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen |
–421 | –140 |
| Beteiligungsergebnis | 5.585 | 663 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
4.419 | 7.389 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
–98.434 | –68.188 |
| Zinsergebnis | –94.015 | – 60.799 |
| –88.430 | – 60.136 |
Der Anstieg der Mitarbeiterzahlen ist im Wesentlichen auf den weiteren Ausbau der Blattproduktionen in Spanien und Deutschland zurückzuführen.
Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Sachanlagen |
98.667 | 83.696 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen |
46.416 | 45.586 |
| Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte |
10.711 | 14.126 |
| 155.794 | 143.408 |
In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind TEUR 21.804 (2019: TEUR 17.987) für Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Leasing enthalten, die sich mit TEUR 15.216 (2019: TEUR 12.724) auf Grundstücke und Bauten und mit TEUR 6.588 (2019: TEUR 5.263) auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung verteilen.
Das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung stellt den Ergebnisanteil der assoziierten Unternehmen dar.
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen ergeben sich aus Wertberichtigungen auf langfristige Forderungen gegen Projektgesellschaften.
Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Geldanlagen bei Banken bzw. aus Avalprovisionen, der Unternehmensanleihe, dem revolvierenden Konsortialkredit und Factoring. Ferner entfallen von den Zinsaufwendungen TEUR 3.876 (2019: TEUR 2.860) auf Leasing.
Für die Berechnung der inländischen tatsächlichen Steuern ist zum 31. Dezember 2020 ein Steuersatz von 31,82% (2019: 31,82%) herangezogen worden. Dieser ermittelt sich aus 15,83% (2019: 15,83%) Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie 15,99% (2019: 15,99%) Gewerbesteuer.
Die erwarteten Ertragsteuern, die sich bei Anwendung des Steuersatzes von 31,82% (2019: 31,82%) auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von TEUR –150.271 (2019: TEUR –79.719) ergeben, weichen von den gesamten Ertragsteuern wie folgt ab:
Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Inländische Ertragsteuer | –1.832 | –4.778 |
| Ausländische Ertragsteuer | –32.474 | –21.982 |
| Tatsächliche Ertragsteuern | –34.306 | –26.760 |
| Latente Steuern | 54.872 | 33.909 |
| Gesamte Ertragsteuern | 20.566 | 7.149 |
| davon periodenfremde tatsächliche Ertragsteuern |
1.278 | –3.021 |
Der Steuerertrag aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 54.872 (2019: TEUR 33.909) resultiert aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlustvorträgen.
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erwarteter Ertragsteueraufwand |
47.816 | 25.367 |
| Steuersatzdifferenzen für ausländische Steuern |
–8.947 | –9.498 |
| Steuerfreie Erträge | 52.320 | 3.563 |
| Steuereffekte aus At-Equity-Beteiligungen |
1.922 | –365 |
| Änderungen von Steuersatz und Steuergesetzen |
105 | –4.078 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen |
–10.688 | –12.246 |
| Steuereffekte aus Vorjahren | 652 | –1.163 |
| Wertberichtigungen und Verlustvorträge |
–63.799 | 4.727 |
| Sonstige Steuereffekte | 1.185 | 842 |
| Gesamter Ertragsteueraufwand |
20.566 | 7.149 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (Earnings per Share – EPS) wird berechnet, indem der Quotient aus dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl an ausgegebenen Aktien gebildet wird:
| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Konzernjahresfehlbetrag | TEUR | –129.705 | –72.570 |
| davon Gesellschafter des Mutterunternehmens |
TEUR | –129.705 | –72.570 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienzahl |
107.584.271 | 99.240.942 | |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie |
EUR | –1,21 | – 0,73 |
Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem im Vergleich zum unverwässerten Ergebnis je Aktie die durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien um sämtliche Wandlungs- und Optionsrechte erhöht wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt gleichfalls EUR –1,21 (2019: EUR – 0,73).
Künftige Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen, die die Nordex-Gruppe eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben, liegen nicht vor.
Weiterhin gibt es im Wesentlichen im Immobilienbereich Leasingverträge mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die jedoch als nicht hinreichend sicher betrachtet werden und die von daher nicht bilanziert sind. Die Inanspruchnahme der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wird jedoch jährlich überprüft und bei geänderter Einschätzung bilanziell berücksichtigt.
Für Investitionsausgaben in Sachanlagen bestehen zum Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen, die bisher noch nicht angefallen sind, in Höhe von TEUR 7 (2019: TEUR 0).
Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten ist die Nordex-Gruppe zum Bilanzstichtag demgegenüber nicht eingegangen.
Die Nordex-Gruppe hat Eventualschulden aus Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses zum Bilanzstichtag aber nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung gewesen ist.
Ferner bestehen gegenüber verbundenen nicht konsolidierten Projektgesellschaften Garantien, mit deren Inanspruchnahme jedoch nicht gerechnet wird, in Höhe von TEUR 954 (2019: TEUR 6.674), während gegenüber assoziierten Unternehmen keine Eventualschulden bestehen.
Zum Bilanzstichtag ist die Acciona S.A. mit 33,6% (2019: 36,27%) an der Nordex SE beteiligt.
Die Salden und Geschäftsvorfälle mit Unternehmen aus dem Acciona-Konzern sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Ausstehende Salden Forderungen (+) und Verbindlichkeiten (–) |
Betrag der Geschäftsvorfälle Erträge (+) und Aufwendungen (–) |
|||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 |
| Acciona Energia Chile SpA | 164.970/–156.711 | 163.775/–150.054 | 3.285/–681 | 66.067/0 |
| Acciona Energia Mexico S.r.l. | 1.232/–44 | 646/–38 | 0/0 | 0/0 |
| Acciona Energia S.A. | 69.304/–33.011 | 8.685/–13.746 | 62.641/–473 | 23.426/–844 |
| Acciona Energia Servicios Mexico S. de RL de C.V. | 139.351/–131.456 | 97.174/0 | 72.385/–1 | 66.879/0 |
| Acciona Energy Australia Global Pty. Ltd. | 0/0 | 0/–210 | 0/–867 | 0/–1.475 |
| Acciona Energy Oceania Construction Pty. Ltd. | 48/–106.372 | 587/–28.688 | 61.230/0 | 0/0 |
| Acciona Energy USA Global LLC | 69/–31 | 322/–173 | 0/0 | 792/–1.510 |
| Acciona Facility Services S.A. | 0/–75 | 0/–29 | 0/–151 | 0/–157 |
| Acciona Forwarding Peru S.A. | 0/–6 | 0/–6 | 0/–85 | 6/–48 |
| Acciona Forwarding S.A. | 0/–977 | 59/–812 | 044/–1.950 | 0/–365 |
| Acciona Green Energy Developments S.L. | 0/–88 | 0/–34 | 0/–179 | 0/–663 |
| Acciona S.A. | 0/–1.088 | 0/–309 | 0/0 | 0/–279 |
| Acciona Solar S.A. | 0/0 | 0/0 | 0/–229 | 0/–303 |
| Ceolica Hispania S.L. | 0/–84 | 14/–84 | 252/–3 | 0/0 |
| Mt. Gellibrand Wind Farm Holding Pty. Ltd. | 25/0 | 448/0 | 1.696/0 | 3.127/–12 |
| San Roman Wind I LLC | 532/0 | 496/0 | 0/0 | 0/0 |
| Valdivia Energia Eolica S.A. | 133/0 | 197/0 | 492/0 | 769/0 |
| Sonstige | 20/–7 | 3.650/–352 | 13/–3 | 5/–3 |
Im Geschäftsjahr ist darüber hinaus von der Acciona Energia S.A. ein Auftrag zur Lieferung und Errichtung von Windkraftanlagen in Spanien im Wert von TEUR 186.315 (2019: TEUR 461.418) erteilt worden.
Das Aufsichtsratsmitglied Jan Klatten hat 2014 im Rahmen eines marktweiten Bietungsverfahrens mittelbar eine Beteiligung von 44,20% an der polnischen Windparkgesellschaft C&C Wind Sp. z o.o. erworben. An dieser Gesellschaft ist auch die Nordex-Gruppe zu 40,00% beteiligt. Die C&C Wind Sp. z o.o. ist daher als ein assoziiertes Unternehmen einzuordnen. Geschäftsvorfälle mit Herrn Klatten oder ihm zuzurechnenden Gesellschaften sind wie im Vorjahr nicht zu verzeichnen gewesen.
Als assoziiertes Unternehmen sind daneben auch die Anteile an der GN Renewable Investments S.a.r.l. (30,00%) zu klassifizieren.
Die Salden und Geschäftsvorfälle mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Ausstehende Salden Forderungen (+) und Verbindlichkeiten (–) |
Betrag der Geschäftsvorfälle Erträge (+) und Aufwendungen (–) |
|||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 |
| C&C Wind Sp. z o.o. | 363/0 | 0/0 | 6.635/–3 | 570/–1.221 |
| GN Renewable Investments S.a.r.l. | 0/0 | 0/0 | 0/–11 | 2.053/0 |
Die Geschäftsbeziehungen mit der C&C Wind Sp. z o.o. und der GN Renewable Investments S.a.r.l. resultieren aus dem Projektgeschäft.
Zu den Beteiligungsverhältnissen im Einzelnen wird auf die dem Konzernanhang als Anlage beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2020 verwiesen.
Die gemäß IAS 24.17 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens umfasst die Vergütung der im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie ist in folgender Tabelle dargestellt:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen | 1.605 | 2.064 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses |
0 | 0 |
| Andere langfristige Leistungen | 841 | 0 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses |
800 | 0 |
| Anteilsbasierte Vergütung | 890 | 730 |
| 4.136 | 2.794 | |
Die Konzern-Kapitalflussrechnung erläutert, wie sich der Finanzmittelbestand, der den flüssigen Mitteln entspricht, im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert hat. Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Konzern-Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung, Konsolidierungskreisänderungen und nicht zahlungswirksame Transaktionen eliminiert werden.
Die Ermittlung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit basiert auf der indirekten Methode, d.h., das Jahresergebnis nach Steuern wird um die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen bereinigt. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR – 352.197 (2019: TEUR 37.983) resultiert in Höhe von TEUR 26.510 (2019: TEUR 70.978) aus dem Konzernverlust einschließlich der Abschreibungen. Aus der Veränderung des Working Capitals haben sich Auszahlungen in Höhe von TEUR 6.107 (2019: Einzahlungen TEUR 194.879) ergeben. Die Auszahlungen aus der restlichen laufenden Geschäftstätigkeit betragen TEUR 372.600 (2019: TEUR 227.874) und berücksichtigen den Ausweis des Verkaufs eines Teils der eigenentwickelten Windparkprojekte an RWE im Cashflow aus der Investitionstätigkeit.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 231.822 (2019: TEUR -163.941) und ist wesentlich geprägt vom Verkauf eines Teils der eigenentwickelten Windparkprojekte an RWE. Weiterhin sind Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 134.098 (2019: TEUR 134.208) erfolgt, die im Wesentlichen auf den Auf- und Ausbau der Blattproduktionen in Mexiko, Indien und Brasilien und die Beschaffung von Installations- und Transportausstattung für internationale Projekte entfallen. Entwicklungsprojekte sind in Höhe von TEUR 24.714 (2019: TEUR 27.834) aktiviert worden.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 405.796 (2019: TEUR 30.618) und ergibt sich aus den Einzahlungen aus der Gewährung des revolvierenden Konsortialkredits, der Kapitalerhöhung und der Begebung der Mitarbeiteranleihe. Gegenläufig haben sich im Wesentlichen die bereits erfolgte partielle Rückführung des revolvierenden Konsortialkredits, die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten sowie die Rückzahlungen von Barinanspruchnahmen der syndizierten Multi-Currency-Avalkreditlinie und des Forschungsund Entwicklungsdarlehens ausgewirkt.
Die Überleitungsrechnung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit zur Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich wie folgt:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit |
405.796 | 30.618 |
| Kapitalerhöhung | –198.566 | –97.305 |
| Leasing | 19.531 | 16.964 |
| Zinsabgrenzung | 3.035 | 1.676 |
| Fremdwährungsumrechnung | –4.474 | –268 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit |
225.322 | – 48.315 |
Nach dem Bilanzstichtag hat es keine wesentlichen Ereignisse gegeben.
Vorstand und Aufsichtsrat haben am 20. November 2020 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung für das Geschäftsjahr 2020 abgegeben und den Aktionären im Internet unter ir.nordex-online.com/websites/Nordex/German/6100/entsprechenserklaerung.html zugänglich gemacht.
Die Nordex Belgium GmbH, die Nordex Beteiligungen GmbH, die Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, die Nordex Lithuania GmbH, die Nordex Netherlands GmbH, die Nordex Norway GmbH, die Nordex Portugal GmbH und die Nordex Windpark Beteiligung GmbH sind gemäß § 325 HGB unter Bezugnahme auf die Regelungen des §264 Abs. 3 HGB und die Nordex Energy SE & Co. KG ist gemäß § 264b HGB von der Offenlegungspflicht befreit.
José Luis Blanco, Hamburg
Chief Executive Officer (Vorsitzender des Vorstands)
Chief Financial Officer (seit 1. März 2021) Mitglied des Vorstands (seit 1. Januar 2021) Patxi Landa, Pamplona/Spanien Chief Sales Officer
Chief Financial Officer (bis 28. Februar 2021)
Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Präsidiums und Mitglied des Strategie- und Technikausschusses
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Prüfungsausschusses
Mitglied des Präsidiums und Vorsitzender des Strategie- und Technikausschusses
› Geschäftsführender Gesellschafter der momentum Beteiligungsgesellschaft mbH
Mitglied des Prüfungsausschusses
Mitglied des Strategie- und Technikausschusses
Vorsitzender des Prüfungsausschusses
Dieser Vergütungsbericht stellt die Bestandteile und die Wirkungsweise des Vergütungssystems sowie die Höhe der individuellen Vergütungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat dar.
Das Vorstandsvergütungssystem ist mit dem Ziel gestaltet worden, den Vorstandsmitgliedern Anreize für eine nachhaltige Unternehmensführung zu geben. Es ist so ausgerichtet, dass die Vorstandsmitglieder langfristig an der Entwicklung des Unternehmenswerts teilhaben.
Der Aufsichtsrat beschließt das Vergütungssystem, die Vergütungsstruktur und die Vergütungshöhen des Vorstands und überprüft diese regelmäßig. Bei der Festlegung der Vergütung orientiert sich der Aufsichtsrat an der Größe und Komplexität von Nordex, der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft, der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung in vergleichbaren Unternehmen und dem internen Vergütungsumfeld. Weitere Kriterien sind die Aufgabenbereiche und die persönliche Leistung der einzelnen Vorstandsmitglieder. Dieses Vorgehen entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und den Vorgaben des DCGK.
Die Vergütung der Vorstände besteht aus erfolgsunabhängigen (festen) und erfolgsabhängigen (variablen) Komponenten. Letztere spiegeln den Erfolg eines Geschäftsjahres sowie die langfristige Unternehmensentwicklung wider.
Die erfolgsunabhängige Vergütung umfasst die monatlich zu gleichen Teilen ausgezahlte Jahresgrundvergütung und marktübliche Nebenleistungen. Darunter fallen die Überlassung eines Firmenwagens auch zur privaten Mitbenutzung sowie die Zahlung von Versicherungsprämien zur Invaliditätsbzw. Todesfallabsicherung.
Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus zwei Komponenten:
Für jedes Vorstandsmitglied wird jährlich ein individueller Zielbetrag festgelegt. Die Zielerreichung hängt von einem finanziellen und nicht-finanziellen Zielen ab. Die Erreichung des finanziellen und der nicht-finanziellen Ziele fließt zu gleichen Teilen in die Berechnung der Zielerreichung ein. Das finanzielle Ziel ist der Vorsteuergewinn (EBT) des jeweiligen Geschäftsjahres und ist für alle Vorstandsmitglieder identisch. Die nicht-finanziellen Ziele werden zu Beginn jedes Geschäftsjahres vom Aufsichtsrat individuell für jedes Vorstandsmitglied festgelegt und nach Ende des Geschäftsjahres wird die Zielerreichung bestimmt.
Zusätzlich kann der Aufsichtsrat die individuellen Tantiemen anpassen. Dazu bewertet der Aufsichtsrat die Unternehmensperformance und die individuelle Leistung der Vorstandsmitglieder. Die Tantieme wird hierfür mit einem Performancefaktor zwischen 0,8 und 1,2 multipliziert.
Die Tantieme kann vom Zielbetrag abweichen, wenn Ziele unter- bzw. übererfüllt werden. Sollten Ziele nicht erreicht werden, kann die Tantieme auch vollständig entfallen. Die Höhe der gezahlten Tantieme ist auf 200% des jeweiligen Zielbetrags begrenzt.
Die langfristige variable Vergütungskomponente ist als Performance-Share-Unit-Plan ausgestaltet.
Mit den Vorständen wird ein individueller Zielbetrag für den Performance-Share-Unit-Plan vereinbart. Dieser Betrag wird in virtuelle Aktien umgewandelt. Dazu wird der Zielbetrag durch den durchschnittlichen Nordex-Aktienkurs der letzten 20 Handelstage vor Beginn der Performanceperiode geteilt.
Das Performancekriterium ist der Vergleich der Entwicklung des Total Shareholder Returns (TSR) der Nordex-Aktie mit dem arithmetischen Mittel der Entwicklungen der Indizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Zielerreichung wird über eine dreijährige Performanceperiode, beginnend mit der Gewährung, ermittelt. Sie kann zwischen 50% und 200% liegen.
Indem die gewährte Anzahl Performance-Share-Units mit der Zielerreichung multipliziert wird, ergibt sich die endgültige Anzahl von Performance-Share-Units. Diese werden mit dem durchschnittlichen Kurs der Nordex-Aktie der letzten 20 Handelstage vor Ende der Performanceperiode in den Gesamtauszahlungsbetrag umgerechnet. Dieser Betrag ist auf 300% des individuellen Zielbetrags begrenzt.
Jedes Vorstandsmitglied ist zudem verpflichtet, 33% des nach Steuer- und Sozialversicherungsabzug verbleibenden Auszahlungsbetrags in Nordex-Aktien zu investieren. Diese Aktien müssen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren gehalten werden.
Sollte eine vorzeitige Kündigung des Dienstvertrags durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund vorgenommen werden, so haben die Vorstandsmitglieder einen vertraglichen Anspruch auf eine Abfindung. Die Abfindungshöhe berechnet sich aus der zu zahlenden Zielvergütung für die Restlaufzeit des Dienstvertrags. Sie ist auf zwei Jahreszielvergütungen begrenzt.
In der folgenden Tabelle ist die Vergütung nach DRS 17 dargestellt. Die erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung ist den jeweiligen Geschäftsjahren zeitanteilig zugeordnet worden:
| Erfolgsabhängige Erfolgsunabhängige Komponente in Form Komponente einer Tantieme |
Erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung |
Gesamt | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| José Luis Blanco | 593.591 | 564.583 | 325.710 | 258.930 | 1.306.966 | 513.820 | 2.226.267 | 1.337.333 |
| Christoph Burkhard | 387.537 | 358.372 | 207.575 | 140.460 | 753.063 | 298.114 | 1.348.175 | 796.946 |
| Patxi Landa | 363.106 | 310.607 | 224.650 | 170.000 | 753.063 | 294.179 | 1.340.819 | 774.786 |
Zum 31. Dezember 2020 beträgt der Gesamtbuchwert der Verpflichtung aus der erfolgsabhängigen Komponente mit langfristiger Anreizwirkung EUR 4.078.953 (31. Dezember 2019: EUR 1.480.690).
In der folgenden Tabelle sind die Werte gemäß den Anforderungen des bisher anwendbaren DCGK 2017 ausgewiesen. Für die Tantieme und den Performance-Share-Unit-Plan werden neben den Zielwerten auch die möglichen Minimum- bzw. Maximum-Werte aufgeführt. Die gewährte mehrjährige variable Vergütung ist mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung dargestellt:
| José Luis Blanco | Christoph Burkhard | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | Min. 2020 | Max. 2020 | 2020 | 2019 | Min. 2020 | Max. 2020 | |
| Festvergütung | 585.000 | 550.000 | 585.000 | 585.000 | 379.167 | 350.000 | 379.167 | 379.167 | |
| Nebenleistung | 8.591 | 14.583 | 8.591 | 8.591 | 8.370 | 8.372 | 8.370 | 8.370 | |
| Festeinkommen | 593.591 | 564.583 | 593.591 | 593.591 | 387.537 | 358.372 | 387.537 | 387.537 | |
| Tantieme | 420.000 | 350.000 | 0 | 840.000 | 250.000 | 200.000 | 0 | 500.000 | |
| Performance-Share-Unit-Plan 2020–2022 |
406.405 | 0 | 0 | 1.260.000 | 241.908 | 0 | 0 | 750.000 | |
| Performance-Share-Unit-Plan 2019–2021 |
0 | 340.449 | 0 | 0 | 0 | 194.543 | 0 | 0 | |
| Mehrjährige variable Vergütung |
406.405 | 340.449 | 0 | 1.260.000 | 241.908 | 194.543 | 0 | 750.000 | |
| Gesamtvergütung | 1.419.996 | 1.255.032 | 593.591 | 2.693.591 | 879.445 | 752.915 | 387.537 | 1.637.537 | |
| Patxi Landa | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | Min. 2020 | Max. 2020 | |||
| Festvergütung | 362.500 | 310.000 | 362.500 | 362.500 | |||
| Nebenleistung | 606 | 607 | 606 | 606 | |||
| Festeinkommen | 363.106 | 310.607 | 363.106 | 363.106 | |||
| Tantieme | 250.000 | 200.000 | 0 | 500.000 | |||
| Performance-Share-Unit-Plan 2020–2022 |
241.908 | 0 | 0 | 750.000 | |||
| Performance-Share-Unit-Plan 2019–2021 |
0 | 194.543 | 0 | 0 | |||
| Mehrjährige variable Vergütung |
241.908 | 194.543 | 0 | 750.000 | |||
| Gesamtvergütung | 855.014 | 705.150 | 363.106 | 1.613.106 |
Die folgende Tabelle zeigt die Zuflüsse aus dem Festeinkommen, der Tantieme und der mehrjährigen variablen Vergütung, deren Planlaufzeit im Berichtsjahr geendet hat:
| José Luis Blanco | Christoph Burkhard | Patxi Landa | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |
| Festvergütung | 585.000 | 550.000 | 379.167 | 350.000 | 362.500 | 310.000 | |
| Nebenleistung | 8.591 | 14.583 | 8.370 | 8.372 | 606 | 607 | |
| Festeinkommen | 593.591 | 564.583 | 387.537 | 358.372 | 363.106 | 310.607 | |
| Tantieme | 325.710 | 258.930 | 207.575 | 140.460 | 224.650 | 170.000 | |
| Performance-Share Unit-Plan 2018–2020 |
1.050.000 | 0 | 600.000 | 0 | 600.000 | 0 | |
| Performance-Share Unit-Plan 2017–2019 |
0 | 95.475 | 0 | 63.654 | 0 | 55.699 | |
| Mehrjährige variable Vergütung |
1.050.000 | 95.475 | 600.000 | 63.654 | 600.000 | 55.699 | |
| Gesamtvergütung | 1.969.301 | 918.888 | 1.195.112 | 562.486 | 1.187.756 | 536.306 |
Im Rahmen der Vereinbarungen zur Teilnahme am Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung zur Absicherung gegen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ist die vertraglich vereinbarte und seit Januar 2020 gezahlte Grundvergütung mit Wirkung ab August 2020 wieder auf das Niveau der Grundvergütung vom 31. Dezember 2019 angepasst worden. Diese Reduzierung gilt, bis mindestens 75% des verbürgten Kredits zurückgeführt worden sind. Der sich aus dieser Abweichung von der vertraglich vereinbarten Grundvergütung ergebende Betrag wird gestundet und den Vorstandsmitgliedern erst nach vollständiger Rückführung des verbürgten Kredits ausgezahlt. Zusätzlich dürfen den Vorstandsmitgliedern während der Laufzeit des Kredits bis zu dessen vollständiger Rückführung keine variablen Vergütungsbestandteile zufließen. Daher erfolgt im Jahr 2021 keine Auszahlung der Tantieme für das Geschäftsjahr 2020 und aus dem Performance-Share-Unit-Plan 2018 – 2020. Diese mit Ende 2020 erdienten variablen Vergütungsbestandteile werden ebenfalls gestundet und gelangen erst nach vollständiger Rückführung des verbürgten Kredits zur Auszahlung.
Die Gesellschaft vereinbart zugunsten der Mitglieder des Vorstands eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung). Die Höhe der Versicherung wird vom Aufsichtsrat festgelegt. Entsprechend dem Aktiengesetz und den Empfehlungen des DCGK sieht die Police einen Selbstbehalt vor.
Den Mitgliedern des Vorstandes wird keine Zusage im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung gewährt.
Die Gesellschaft hat gegenüber den Mitgliedern des Vorstands weder Darlehen gewährt noch Bürgschaften oder Gewährleistungen übernommen.
Herrn Burkhards Dienstvertrag ist im Laufe des Novembers 2020 mit Wirkung zum 28. Februar 2021 vorzeitig beendet worden. Als Entschädigung für die vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses ist eine Abfindung in Höhe von EUR 800.000 zur Abgeltung der ihm entgehenden Vergütungsansprüche vereinbart worden, die jedoch erst nach der vollständigen Rückführung des unter der vorgenannten Bürgschaft des Bundes und der Länder Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern verbürgten Kredits ausgezahlt wird. In Bezug auf die Vergütungsansprüche von Herrn Burkhard auf Grundvergütung bis zu seinem vorzeitigen Vertragsende gelten die Ausführungen zu der Gewährung der Grundvergütung der Vorstände. Entsprechendes gilt für seinen Anspruch auf eine Tantieme für das Jahr 2020 sowie für Auszahlungen aus dem Performance-Share-Unit-Plan 2018 – 2020. Auch etwaige (anteilige) Ansprüche aus dem Performance-Share-Unit-Plan 2019 – 2021 und 2020 – 2022 werden nicht ausgezahlt, bevor der verbürgte Kredit vollständig zurückgezahlt worden ist. Für das Jahr 2021 erhält Herr Burkhard weder eine (anteilige) Tantieme noch einen Anspruch auf Performance-Share-Units.
Gemäß § 18 Abs. 1 bis 4 der Satzung erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung in Höhe von EUR 30.000 (2019: EUR 30.000). Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der festen Vergütung eines regulären Mitglieds.
Für die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats zusätzlich eine feste Vergütung. Diese beträgt EUR 3.000 (2019: EUR 3.000) für jedes volle Geschäftsjahr, in dem das Mitglied dem Ausschuss angehört hat. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das Doppelte dieser Vergütung.
Mitglieder des Aufsichtsrats, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat bzw. einem Ausschuss angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit ein Zwölftel der Vergütung, die ihnen für die jeweilige Mitgliedschaft zusteht.
Gemäß §18 Abs. 5 der Satzung werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats die Auslagen ersetzt, die bei der Ausübung der Amtstätigkeit entstehen. Zusätzlich werden anfallende Umsatzsteuern erstattet. Die Gesellschaft zahlt zudem die Prämie für die D&O-Versicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats.
Die Vergütung des Aufsichtsrats setzt sich nach DRS 17 wie folgt zusammen:
| Erfolgsunabhängige Komponente |
Erfolgsabhängige Komponente in Form einer Tantieme |
Erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung |
Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| Prof. Dr. Wolfgang Ziebart | 69.000 | 69.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 69.000 | 69.000 |
| Juan Muro-Lara | 51.000 | 51.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 51.000 | 51.000 |
| Jan Klatten | 39.000 | 39.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 39.000 | 39.000 |
| Connie Hedegaard | 33.000 | 33.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 33.000 | 33.000 |
| Rafael Mateo | 33.000 | 33.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 33.000 | 33.000 |
| Martin Rey | 36.000 | 36.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 36.000 | 36.000 |
| 261.000 | 261.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 261.000 | 261.000 |
Zum Berichtsstichtag am 31. Dezember 2020 sind noch keine Aufsichtsratsvergütungen ausgezahlt worden.
Für zwei ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sind zum Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe von TEUR 452 (2019: TEUR 435) gebildet worden.
Für Dienstleistungen des Abschlussprüfers Pricewaterhouse-Coopers sind die folgenden Honorare angefallen:
| TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 616 | 570 |
| Andere Bestätigungsleistungen |
117 | 63 |
| Steuerberatungsleistungen | 89 | 48 |
| Sonstige Leistungen | 119 | 33 |
| 941 | 714 |
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die Honorare für die Konzernabschlussprüfung und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Nordex SE und deren Tochterunternehmen. In den Steuerberatungsleistungen sind vorrangig Honorare für die Revision steuerlicher Prozesse und der Verrechnungspreisgestaltung enthalten. Die anderen Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Honorare für gesetzlich vorgeschriebene oder vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen, während die sonstigen Leistungen überwiegend auf Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen entfallen.
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| TEUR | Anfangs bestand 01.01.2020 |
Zugänge | Abgänge | Umbu chungen |
Fremd währung |
End bestand 31.12.2020 |
Anfangs bestand 01.01.2020 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||||
| Technische Anlagen und Maschinen | 341.143 | 64.852 | 8.708 | 12.487 | –20.493 | 389.281 | 181.021 | |
| Grundstücke und Bauten | 237.363 | 13.148 | 1.822 | 63 | –2.662 | 246.090 | 55.659 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
127.200 | 57.544 | 3.832 | 315 | –3.833 | 177.394 | 73.196 | |
| Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen 1 |
44.261 | 18.312 | 15.535 | –12.865 | –4.557 | 29.616 | 1 | |
| Gesamt | 749.967 | 153.856 | 29.897 | 0 | – 31.545 | 842.381 | 309.877 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Goodwill | 552.259 | 0 | 0 | 0 | 0 | 552.259 | 4.501 | |
| Aktivierte Entwicklungsaufwendungen |
444.214 | 24.714 | 0 | 0 | –105 | 468.823 | 255.724 | |
| Geleistete Anzahlungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 |
165.481 | 4.112 | 128 | 0 | –12.450 | 157.015 | 138.157 | |
| Gesamt | 1.161.954 | 28.826 | 128 | 0 | –12.555 | 1.178.097 | 398.382 | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Buchwert
1 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 4.140
2 davon geleistetete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 1.706
| Buchwert | Abschreibungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | End bestand 31.12.2020 |
Fremd währung |
Abgänge | Zugänge |
| 171.668 | 217.613 | –10.122 | 4.954 | 51.668 |
| 169.720 | 76.370 | –436 | 253 | 21.400 |
| 83.155 | 94.239 | –1.600 | 2.949 | 25.592 |
| 29.616 | 0 | –8 | 0 | 7 |
| 454.159 | 388.222 | –12.166 | 8.156 | 98.667 |
| 547.758 | 4.501 | 0 | 0 | 0 |
| 166.677 | 302.146 | 6 | 0 | 46.416 |
| 19.946 | 137.069 | –11.644 | 155 | 10.711 |
| 734.381 | 443.716 | –11.638 | 155 | 57.127 |
1 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 4.140 2 davon geleistetete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 1.706
Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2019
| TEUR | Anfangs bestand 31.12.2018 |
Umstellung von IAS 17 auf IFRS 16 |
Anfangs bestand 01.01.2019 |
Zugänge | Erstkonso lidierung |
Abgänge | Umbu chungen |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||||
| Technische Anlagen und Maschinen | 267.644 | 0 | 267.644 | 68.401 | 0 | 10.945 | 17.446 | |
| Grundstücke und Bauten | 140.098 | 70.438 | 210.536 | 47.011 | 0 | 20.581 | 283 | |
| Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung |
91.977 | 7.021 | 98.998 | 36.481 | 0 | 5.372 | –2.841 | |
| Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen 1 |
24.445 | 0 | 24.445 | 28.825 | 7.382 | 1.225 | –14.888 | |
| Gesamt | 524.164 | 77.459 | 601.623 | 180.718 | 7.382 | 38.123 | 0 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Goodwill | 552.259 | 0 | 552.259 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Aktivierte Entwicklungsaufwendungen |
416.503 | 0 | 416.503 | 27.834 | 0 | 104 | 0 | |
| Geleistete Anzahlungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 |
149.867 | 0 | 149.867 | 10.469 | 8.017 | 3.695 | 0 | |
| Gesamt | 1.118.629 | 0 | 1.118.629 | 38.303 | 8.017 | 3.799 | 0 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Buchwert
1 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2019 von TEUR 21.486
2 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2019 von TEUR 5.350
1 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2019 von TEUR 21.486 2 davon geleistete Anzahlungen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2019 von TEUR 5.350
| Abschreibungen | Buchwert | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fremd währung |
End bestand 31.12.2019 |
Anfangs bestand 01.01.2019 |
Zugänge | Erstkonso lidierung |
Abgänge | Umbu chungen |
Fremd währung |
End bestand 31.12.2019 |
31.12.2019 |
| –1.403 | 341.143 | 146.922 | 44.517 | 0 | 9.624 | –1 | –793 | 181.021 | 160.122 |
| 114 | 237.363 | 51.753 | 20.339 | 0 | 16.573 | 0 | 140 | 55.659 | 181.704 |
| –66 | 127.200 | 57.778 | 19.124 | 0 | 3.733 | 1 | 26 | 73.196 | 54.004 |
| –278 | 44.261 | 1.600 | –378 | 0 | 1.225 | 0 | 4 | 1 | 44.260 |
| –1.633 | 749.967 | 258.053 | 83.602 | 0 | 31.155 | 0 | – 623 | 309.877 | 440.090 |
| 0 | 552.259 | 4.501 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.501 | 547.758 |
| –19 | 444.214 | 209.965 | 45.762 | 0 | 2 | 0 | –1 | 255.724 | 188.490 |
| 823 | 165.481 | 125.251 | 14.044 | 641 | 2.640 | 0 | 861 | 138.157 | 27.324 |
| 804 | 1.161.954 | 339.717 | 59.806 | 641 | 2.642 | 0 | 860 | 398.382 | 763.572 |
Zum 31. Dezember 2020
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |
|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| Nordex SE, Rostock (Konzernobergesellschaft) 1 |
EUR | – | 68.050.965,42 | 1.019.781.298,00 | – |
| Alfresco Renewable Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –685.744,76 | 1.115,32 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
| Component Purchasing Company LLC, Dover/ USA3 |
EUR | 100,00 | –80.673,99 | 166.652,08 | Nordex USA Inc. |
| Component Purchasing Company II LLC, Dover/ USA3 |
EUR | 100,00 | –267,53 | –549,62 | Nordex USA Inc. |
| Component Purchasing Company III LLC, Dover/ USA3 |
EUR | 100,00 | –267,53 | –549,62 | Nordex USA Inc. |
| Corporacion Nordex Energy Spain S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –5.538,39 | 7.619.760,00 | Nordex SE |
| Eolicos R4E S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 100,00 | –53.945,04 | –8.196.418,83 | Nordex USA Management LLC |
| Industria Toledana de Energias Renovables S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –8.188,16 | 350.000,00 | Nordex Energy Spain S.A. |
| Limited Liability Company Nordex Energy Ukraine, Kiew/ Ukraine 3 |
EUR | 100,00 | –5.615.922,36 | –9.554.769,60 | Nordex Energy B.V. |
| Nordex (Beijing) Wind Power Engineering&Technology Co. Ltd., Peking / VR China 3 |
EUR | 100,00 | –415.000,74 | 662.232,36 | Nordex Energy SE&Co. KG |
| Nordex Belgium GmbH, Hamburg 3 | EUR | 100,00 | –2.000,00 | 28.000,00 | Nordex SE |
| Nordex Beteiligungen GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | 991,10 | 24.008,90 | Nordex SE |
| Nordex Blade Technology Centre ApS, Kirkeby/ Dänemark 3 |
EUR | 100,00 | 1.336.556,72 | 6.719,62 | Nordex SE |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |
|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| Nordex Blades Spain S.A., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –10.470.943,48 | 5.883.653,15 | Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex (Chile) SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | –828.061,64 | –5.707.829,28 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Nordex Education Trust, Kapstadt/Südafrika 3 |
EUR | 100,00 | –525.772,44 | –519.461,88 | Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd. |
| Nordex Electrane d.o.o., Split/Kroatien 3 |
EUR | 100,00 | 1.113.427,71 | 1.925.849,16 | Nordex Energy Internacional S.L. |
| Nordex Employee Holding GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –55.201,95 | 214.527,41 | Nordex SE |
| Nordex Energy Brasil - Comercio e Industria de Equipamentos Ltda., Sao Paulo/Brasilien 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –35.034.191,05 | 33.871.929,97 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex Energy B.V., Rotterdam/ Niederlande3 |
EUR | 100,00 | 38.241.589,61 | 57.516.815,94 | Nordex SE |
| Nordex Energy Chile S.A., Santiago/Chile 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –9.881.309,33 | –6.564.106,84 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex Engery Colombia S.A.S., Bogota /Kolumbien 3 |
EUR | 100,00 | 348.008,71 | 2.320,00 | Nordex Energy Internacional S.L. |
| Nordex Energy Iberica S.A., Barcelona /Spanien 3 |
EUR | 100,00 | 202.796,43 | 8.699.889,66 | Nordex Energy B.V. |
| Nordex Energy Internacional S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –1.870.042,38 | 6.553.100,00 | Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex Energy Ireland Ltd., Dublin/ Irland 3 |
EUR | 100,00 | 5.512.787,47 | 11.959.136,50 | Nordex Energy B.V. |
| Nordex Energy Romania S.r.l., Bukarest/Rumänien 3 |
EUR | 99,98/0,02 | 907.956,47 | 3.300.191,45 | Nordex Energy B.V./ Nordex Energy SE&Co. KG |
| Nordex Energy SE&Co. KG, Hamburg 4, 5 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 37.420,61 | Nordex SE |
| Nordex Energy South Africa RF (Pty.) Ltd., Kapstadt/Südafrika 3 |
EUR | 80,00/20,00 | –19.372.762,34 | –22.387.181,87 | Nordex Energy SE&Co. KG/ Nordex Education Trust |
| Nordex Energy Spain S.A., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –3.264.135,66 | 28.520.243,36 | Corporacion Nordex Energy Spain S.L. |
| NordexEnergy Uruguay S.A., Montevideo/ Uruguay 3 |
EUR | 100,00 | –8.785.955,48 | –50.045.597,36 | Nordex Energy B.V. |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
||||||
| Nordex Enerji A.S., Istanbul/ Türkei 3 |
EUR | 17,15/82,31/ 0,18/0,18/ 0,18 |
14.373.969,51 | 46.947.842,07 | Nordex Energy B.V./Nordex SE/ Nordex Energy SE&Co. KG/ Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Grundstücksverwaltung GmbH |
|
| Nordex Finland Oy, Helsinki/Finnland 3 |
EUR | 100,00 | –18.884.765,19 | –19.886.232,53 | Nordex SE | |
| Nordex Forum II GmbH&Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –94.450,58 | 312.190,92 | Nordex Energy SE&Co. KG | |
| Nordex Forum II Verwaltungs GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | 1.723,52 | 17.603,88 | Nordex Energy SE&Co. KG | |
| Nordex France S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | 52.649.129,56 | 118.044.371,22 | Nordex Energy B.V. | |
| Nordex Grundstücksverwaltung GmbH, Hamburg 1, 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 52.000,00 | Nordex SE | |
| Nordex Hellas Monoprosopi EPE, Athen/Griechenland 3 |
EUR | 100,00 | –5.522.912,08 | –8.936.777,60 | Nordex Energy SE&Co. KG | |
| Nordex India Manufacturing Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –318.306,89 | 1.115,32 | Nordex Offshore GmbH/ Nordex Energy BV |
|
| Nordex India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/0,01 | –36.546.191,00 | 35.830.277,13 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
|
| Nordex Italia S.r.l., Rom/ Italien 3 | EUR | 100,00 | –979.692,51 | 25.421.162,19 | Nordex Energy B.V. | |
| Nordex Lithuania GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –2.000,00 | 28.000,00 | Nordex SE | |
| Nordex Netherlands GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –2.000,00 | 28.000,00 | Nordex SE | |
| Nordex Norway GmbH, Hamburg 3 | EUR | 100,00 | –2.000,00 | 28.000,00 | Nordex SE | |
| Nordex Oceania Pty. Ltd., Melbourne/Australien 3 |
EUR | 100,00 | –2.642.503,15 | –12.045.290,98 | Nordex Energy Internacional S.L. |
|
| Nordex Offshore GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –474.652,93 | –12.149.949,45 | Nordex SE | |
| Nordex Pakistan (Private) Ltd., Islamabad /Pakistan 3 |
EUR | 100,00 | 12.070,73 | –11.228.402,57 | Nordex Energy SE&Co. KG | |
| Nordex Polska Sp. Z o.o., Warschau/Polen 3 |
EUR | 99,00/1,00 | –2.121.732,76 | 10.340.215,00 | Nordex Energy B.V./ Nordex Energy SE&Co. KG |
|
| Nordex Portugal GmbH, Hamburg 3 | EUR | 100,00 | –2.000,00 | 28.000,00 | Nordex SE |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |
|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| Nordex Singapore Equipment Private Ltd., Singapur/Singapur 3 |
EUR | 100,00 | –573.485,41 | 7.890.302,73 | Nordex Energy SE&Co. KG |
| Nordex Singapore Service Private Ltd., Singapur/Singapur 3 |
EUR | 100,00 | –293.103,56 | –2.003.872,11 | Nordex Energy SE&Co. KG |
| Nordex Sverige AB, Uppsala /Schweden 3 |
EUR | 100,00 | –24.463.441,78 | –51.491.478,08 | Nordex Energy B.V. |
| Nordex Towers Spain S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –17.752,46 | 580.000,00 | Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex UK Ltd., Manchester/ Vereinigtes Königreich 3 |
EUR | 100,00 | 271.235,03 | –9.061.027,42 | Nordex Energy B.V. |
| Nordex USA Inc., Chicago/ USA3 |
EUR | 78,35/21,65 | –48.225.779,25 | 36.502.279,46 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy B.V. |
| Nordex USA Management LLC, Chicago/ USA3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | –86.972,82 | Nordex USA Inc. |
| Nordex Windpark Beteiligung GmbH, Hamburg 1, 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 74.825,12 | Nordex SE |
| Nordex Windpower Peru S.A., Lima /Peru 3 |
EUR | 99,99/0,01 | 601.238,91 | 787,83 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
| Nordex Windpower Rüzgar Enerjisi Sistemleri Anonim Sirketi, Istanbul/ Türkei 3 |
EUR | 100,00 | –262.802,71 | –5.758.072,50 | Nordex Energy Internacional S.L. |
| Nordex Windpower S.A., Buenos Aires /Argentinien 3 |
EUR | 98,17/1,83 | –40.346.858,15 | –44.048.781,20 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
| NPV Dritte Windpark GmbH&Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –13.674,47 | –33.352,78 | Nordex Grundstücks verwaltung GmbH |
| NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko 3 |
EUR | 99,97/0,03 | –269.952,30 | 122,87 | Nordex Energy Internacional S.L./ Nordex Energy Spain S.A. |
| Parque Eolico Llay-Llay SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | –3.464,94 | –2.318.868,38 | Nordex (Chile) SpA |
| Ravi Urja Energy India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 100,00 | –312.544,09 | 7.381.207,50 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Shanghai Nordex Windpower Co. Ltd., Shanghai/ VR China 3 |
EUR | 100,00 | 283.505,79 | 186.974,10 | Nordex Energy Internacional S.L. |
| Solar Fields Energy Photo Voltaic India Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 100,00 | –29.877,80 | 1.550.735,24 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
||||||
| Eoles Futur Eurowind France S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | 6.103,69 | 636.113,86 | Nordex France S.A.S. | |
| Farma Wiatrowa Kwidzyn Sp. z o.o., Warschau/Polen 3 |
EUR | 99,00/ 1,00 |
–124.507,99 | –2.287.427,56 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE&Co. KG |
|
| Farma Wiatrowa NXD V Sp. z o.o., Warschau, Polen 3, 6 |
EUR | 99,00/ 1,00 |
–14.855,40 | –111.577,88 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE&Co. KG |
|
| Farma Wiatrowa Wymyslow Sp. z o.o., Warschau/Polen 3, 6 |
EUR | 99,00/ 1,00 |
–18.629,36 | –177.887,81 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE&Co. KG |
|
| Gregal Power Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99.99/ 0.01 |
–4.023,48 | 34.574,92 | Nordex India Private Limited / Nordex Energy Internacional S.L. |
|
| Leveche Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/ 0,01 |
–3.592,92 | 34.574,92 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
|
| NAWM Servicios Administrativos, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR | 0,05/ 99,95 |
90.374,03 | 819,09 | Nordex Enerrgy Internacional S.L./ NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. |
|
| NAWM Servicios de Obra, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR | 0,0025/ 99,9975 |
186.876,73 | 1.638,23 | Nordex Enerrgy Internacional S.L./ NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. |
|
| NAWM Servicios Operacion y Mantenimiento, Mexico-Stadt/ Mexico 3 |
EUR | 0,005/ 99,995 |
0,00 | 0,00 | Nordex Enerrgy Internacional S.L./ NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. |
|
| NAWM Servicios Tecnicos, Mexico-Stadt/Mexico 3 |
EUR | 0,0025/ 99,9975 |
16.808,56 | 0,00 | Nordex Enerrgy Internacional S.L./ NX Energy Mexico S. de R.L. de C.V. |
|
| Nordex Energy Cortes S.L., Barasoain/Spanien 3 |
EUR | 100,00 | –1.523,52 | 740,83 | Nordex Energy Spain S.A. | |
| Nordex Windpark Verwaltung GmbH, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | 213,18 | 49.564,67 | Nordex SE | |
| Parc Eolien Nordex 85 S.A.S., Paris / Frankreich 3, 6 |
EUR | 100,00 | –2.158,41 | 32.826,18 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
|
| Parc Eolien Nordex 95 S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –2.125,91 | 32.886,42 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
|
| Parc Eolien Nordex 100 S.A.S., Paris / Frankreich 3, 6 |
EUR | 100,00 | –2.185,91 | 32.820,78 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
|
| Parc Eolien Nordex I S.A.S., Paris / Frankreich3,6 |
EUR | 100,00 | –2.293,44 | 4.873,82 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
|
| Parc Eolien Nordex III S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –37.311,44 | –107.522,91 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Parc Eolien Nordex X S.A.S., Paris / Frankreich3,6 |
EUR | 100,00 | –2.320,84 | 5.299,09 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien Nordex XXIX S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –3.523,54 | 3.427,43 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien Nordex XXX S.A.S., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –25.884,83 | –76.394,49 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien Nordex LVII S.A.S., Paris / Frankreich 3, 6 |
EUR | 100,00 | –4.771,28 | 18.082,56 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien Nordex LXIII S.A.S., Paris / Frankreich 3, 6 |
EUR | 100,00 | –2.234,59 | 24.613,64 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| Parc Eolien Nordex Belgique I (SPRC), Brüssel/Belgien3, 6 |
EUR | 99,00/ 1,00 |
–6.403,44 | –35.020,28 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE&Co. KG |
||
| Parc Eolien Nordex Belgique II (SPRC), Brüssel/Belgien3,6 |
EUR | 99,00/ 1,00 |
–6.540,83 | –21.401,90 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy SE&Co. KG |
||
| Parque Eolico Hacienda Quijote SpA, Santiago/Chile 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 0,00 | Nordex (Chile) SpA | ||
| Parque Eolico Vasco Viejo S.A., Buenos Aires /Argentinien 3 |
EUR | 60,00 | –40.331,33 | –9.293,18 | Nordex Windpower S.A. | ||
| Qingdao Huawei Wind Power Co. Ltd., Qingdao/ VR China 3 |
EUR | 66,67 | 398.124,00 | 2.811.512,08 | Nordex Energy SE&Co. KG | ||
| San Marcos Colon Holding, Inc., Chicago/ USA3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
||
| San Marcos Wind Energy S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 100,00 | 0,00 | 0,00 | San Marcos Colon Holding, Inc. | ||
| Sechste Windpark Support GmbH&Co. KG, Hamburg 3 |
EUR | 100,00 | –14.224,82 | –79.560,00 | Nordex Grundstücks verwaltung GmbH |
||
| Shri Saai Pasumai Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/ 0,01 |
–60.982,52 | 903.409,20 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| South Kinetic Wind Energy Private Limited, Banalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/ 0,01 |
–4.056,01 | 34.574,92 | Nordex India Private Limited / Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Terral Energy Private Limited, Bangalore/ Indien 2 |
EUR | 99,99/ 0,01 |
–3.610,29 | 34.574,92 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy Internacional S.L. |
||
| Vent d'est S.a.r.l., Paris / Frankreich 3 |
EUR | 100,00 | –946,46 | –11.462,36 | Nordex France S.A.S. |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||||
| Vientos de Chinchayote, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
||
| Vientos de la Baranquilla, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
||
| Vientos de la Cahuasca, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
||
| Vientos de la Quesera, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
||
| Vientos de la Roble, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
||
| Vientos de San Juan, S.A. de C.V., Tegucigalpa / Honduras 3 |
EUR | 99,20/0,80 | 0,00 | 0,00 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH/ Nordex Energy B.V. |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |
|---|---|---|---|---|---|
| Assoziierte Unternehmen (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| C&C Wind Sp. z o.o., Natolin/Polen 3 |
EUR | 40,00 | –1.427.414,15 | 16.976.486,86 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| GN Renewable Investments S.a.r.l., Luxemburg / Luxemburg 3 |
EUR | 30,00 | –36.954,09 | 232.475,10 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Wäh rung |
Anteil am Kapital in % |
Jahresergebnis 01.01.– 31.12.2020 |
Eigenkapital 01.01.– 31.12.2020 |
Beteiligung über | |
| Sonstige Anteile (nicht konsolidiert) (Werte gemäß statutarischen Abschlüssen bzw. nach einheitlichen Konzerngrundsätzen aufgestellten Abschlüssen) |
|||||
| Eoliennes de la Vallee S.A.S., Amiens /Frankreich 3 |
EUR | 50,00 | 2.102,00 | 15.548,00 | Nordex France S.A.S. |
| Farma Wiatrowa Stogi Sp. z o.o., Kwidzyn/Polen 3, 6 |
EUR | 50,00 | 0,00 | –58.409,45 | Nordex Windpark Beteiligung GmbH |
| Parc Eolien du Val Aux Moines, Paris / Frankreich 7, 8 |
EUR | 34,92 | 420.741,00 | 1.019.007,00 | Nordex Employee Holding GmbH |
| Stockholm/Schweden 3 | EUR | 50,00 | –734.500,54 | 407.180,81 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Ventus Kwidzyn Sp. z o.o., Gorki/Polen 3 |
EUR | 50,00 | –41.072,44 | –896.151,06 | Farma Wiatrowa Kwidzyn Sp. z o.o. |
1 Ergebnisabführungsvertrag; Jahresergebnis und Eigenkapital nach Ergebnisabführung
2 abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1. April bis zum 31. März, Abschluss vom 31. März 2020
3 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020
4 ehemals Nordex Energy GmH, Hamburg
5 Verlustübernahmevertrag, Jahresergebnis und Eigenkapital nach Verlustübernahme
6 in Liquidation
7 ehemals Parc Eolien Nordex II S.A.S, Paris/Frankreich
8 vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
José Luis Blanco, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Ilya Hartmann, Vorstand
Patxi Landa, Vorstand
Der nachfolgend wiedergegebene Bestätigungsvermerk umfasst auch einen "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Abschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB" ("ESEF-Vermerk"). Der dem ESEFVermerk zugrunde liegende Prüfungsgegenstand (zu prüfende ESEF-Unterlagen) ist nicht beigefügt. Die geprüften ESEF-Unterlagen können im Bundesanzeiger eingesehen bzw. aus diesem abgerufen werden.
An die Nordex SE, Rostock
Wir haben den Konzernabschluss der Nordex SE, Rostock, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nordex SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
(Projektgeschäft) und der Erbringung von angrenzenden Servicedienstleistungen
(Servicegeschäft). Wesentliche Auswirkungen auf die Erlöserfassung und Erlösabgrenzung hat die Beurteilung des Zeitpunkts bzw. des Zeitraums der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch die Gesellschaft. Die Verteilung der Umsatzerlöse aus Serviceverträgen erfolgt anhand der geschätzten Kostenverteilung über die jeweilige Vertragslaufzeit (zeitraumbezogen), während die Leistungsverpflichtungen und Erlöserfassung beim Verkauf von Windenergieanlagen von den jeweiligen vertraglichen Spezifika abhängen. Zur Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung von IFRS 15 hat die Gesellschaft konzernweit umfangreiche Prozesse eingerichtet.
Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 ist als komplex zu betrachten und basiert auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Vor diesem Hintergrund war die Bilanzierung der Umsatzerlöse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Prozesse und Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts – ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei Nordex_SE_KA+KLB_ESEF-2020-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet..
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. Mai 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. November 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008 als Konzernabschlussprüfer der Nordex SE, Rostock, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.
PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Dr. Thomas Ull ppa. Harald van Voorst
| Datum | |
|---|---|
| 23. März 2021 | Veröffentlichung Geschäftsbericht 2020 |
| 5. Mai 2021 | Ordentliche Hauptversammlung |
| 11. Mai 2021 | Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q1) |
| 12. August 2021 | Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht |
| 15. November 2021 | Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q3) |
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Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung alle Geschlechter, auch wenn teilweise aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Form aufgeführt ist.
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordex-Konzerns beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine Aussagen, die Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, und werden mitunter durch die Verwendung der Begriffe "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussehen", "annehmen" und ähnliche Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen der Gesellschaft und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser dieses Geschäftsberichts werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Datum dieses Geschäftsberichts Gültigkeit haben. Die Nordex SE beabsichtigt nicht und übernimmt keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
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