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Nekkar Audit Report / Information 2008

Mar 2, 2010

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Audit Report / Information

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Publication

Neckar - Aktiengesellschaft

Stuttgart

Jahresabschluss zum 31.12.2008

Bilanz der Neckar-Aktiengesellschaft, Stuttgart zum 31. Dezember 2008

AKTIVA

Anhang 31. Dezember 2008

Vorjahr

T€
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.265.194,00 1.310
Sachanlagen 37.605.405,38 38.604
Finanzanlagen 177.519,10 227
39.048.118,48 40.141
Umlaufvermögen
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände (2) 27.800.513,59 27.516
Wertpapiere 1.789.869,48 2.537
Flüssige Mittel (3) 3.858.410,14 406
33.448.793,21 33.279
Rechnungsabgrenzungsposten 4.528,42 21
72.501.440,11 73.441
Passiva
Anhang 31. Dezember 2008

Vorjahr

T€
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (4) 10.000.000,00 10.000
Rücklage eigene Aktien 88.271,04
Bilanzverlust -88.271,04
Rückstellungen (5) 25.430.939,27 25.128
Verbindlichkeiten (6) 14.900.794,34 15.194
Rechnungsabgrenzungsposten (7) 22.169.706,50 23.119
72.501.440,11 73.441

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2008

der Neckar-Aktiengesellschaft, Stuttgart

Anhang 2008

Vorjahr

T€
Umsatzerlöse (8) 21.141.215,85 18.505
Aktivierte Eigenleistungen 63.298,50 16
Sonstige betriebliche Erträge (9) 2.339.694,47 2.323
Gesamtleistung 23.544.208,82 20.844
Materialaufwand (10) -4.714.654,60 -3.174
Personalaufwand (11) -5.962.521,58 -4.584
Abschreibungen -2.788.106,49 -2.857
Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) -3.789.348,25 -3.734
Finanzergebnis (13) -1.679.055,19 -1.457
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4.610.522,71 5.038
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (14) 0,00 0
Sonstige Steuern -38.977,68 -36
Ergebnis vor Ansatz des Konzessionsaufwandes 4.571.545,03 5.002
Konzessionsaufwand (15) -4.571.545,03 -5.002
Jahresergebnis 0,00 0
Einstellung in Rücklagen für eigene Aktien (17) -88.271,04 0
Bilanzverlust -88.271,04 0

Anhang 2008

der Neckar Aktiengesellschaft, Stuttgart

Beim Jahresabschluss wurden die handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften beachtet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, zum 31. Dezember 2008 einbezogen. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden linear entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Herstellungskosten umfassen ausschließlichdie Einzelkosten, beim Kraftwerk Aldingen zuzüglich aktivierter Bauzinsen. Die Sachanlagen werden linear abgeschrieben, bei Gebäude bezogen auf eine Nutzungsdauer von 50 Jahren, höchstens jedoch bis zum Heimfallzeitpunkt am 31.12.2034. Bei den übrigen Anlagengegenständen wird die jeweils steuerlich anerkannte Nutzungsdauer zugrunde gelegt. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen sind die Ausleihungen zum Nominalwert bilanziert und grundsätzlich durch Grundpfandrechte besichert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten bilanziert. Soweit erforderlich, sind Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Soweit den Forderungen zum Barwert passivierte Rückstellungen gegenüberstehen, erfolgt die Aktivierung zu diesen abgezinsten Werten.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen bilanziert.

Passiva

Die Rückstellung für Pensionen ist auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach der Teilwertmethode mit einem Zinssatz von 5,0 % gebildet worden. Der Jubiläumsrückstellung und der Frühruhestandsrückstellung liegt ein Zinssatz von 5,0 % zugrunde. Die Rückstellung für Altersteilzeit wird nicht verzinst. Als Berechnungsgrundlage wurde wie im Vorjahr jeweils die Heubeck-Richttafeln 2005 G verwendet.

Bei den übrigen Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken sowie ungewisse Verbindlichkeiten angemessen berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag passiviert.

Bilanzerläuterungen

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der Anlagepositionen ist in der Anlage zum Anhang gesondert dargestellt.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2008

T€
31.12.2007

T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 602 1.500
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 931 184
Forderungen gegen Beteiligungen 213 76
Sonstige Vermögensgegenstände 26.055 25.756
- davon an verbundene Unternehmen 14.755 14.678
- davon gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.439 1.432
27.801 27.516

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten vor allem in Zukunft fällige Ansprüche an unsere Stromabnehmer, basierend auf Verpflichtungen gegenüber den Empfängern von Versorgungs-, Frühruhestands- und Altersteilzeitbezügen, Jubiläumszahlungen, Versorgungskapital sowie auf Freistellung von unseren Verpflichtungen zur Zahlung von künftigen Beiträgen an den Pensions-Sicherungs-Verein. Die entsprechenden Verpflichtungen sind in der Bilanz in gleicher Höhe passiviert. Die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr betragen 22.381 T€ (Vj. 22.069 T€).

(3) Wertpapiere

31.12.2008

T€
31.12.2007

T€
Eigene Anteile 88 0
Sonstige Wertpapiere 1.702 2.357
1.790 2.357

Bei den eigenen Anteilen handelt es sich um 1.739 Aktien im Wert von insgesamt 88 T€, was einem Anteil von 0,88% des Grundkapitals entspricht.

Die Aktien wurden im Berichtsjahr erworben, da sie im Rahmen des Interessenausgleichs zwischen der Stadt Esslingen und der Neckar AG betreffend des Neubaus eines Wasserkraftwerkes am Hammerkanal in Esslingen, in 2009 an die Stadt Esslingen übertragen werden sollen.

Erwerbszeitpunkte der Aktien:

Hafen Stuttgart 815 Aktien 22.08.2008
Gemeinde Haßmersheim 2 Aktien 27.08.2008
Landkreis Ostalb 64 Aktien 28.08.2008
Landkreis Heilbronn 138 Aktien 02.09.2008
Landkreis Göppingen 99 Aktien 10.09.2008
Landkreis Esslingen 427 Aktien 15.09.2008
Landkreis Reutlingen 74 Aktien 04.11.2008
Stadt Mannheim 120 Aktien 14.11.2008

(4) Flüssige Mittel

Von den flüssigen Mitteln betreffen 3.856 T€ Guthaben bei Kreditinstituten.

(5) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von 10 Mio. € ist in 220.000 nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Aktien lauten auf den Namen der Aktionäre.

Die EnBW Kraftwerke AG hält eine Mehrheitsbeteiligung nach § 290 HGB von 82,2 %. Das Bestehen der Mehrheitsbeteiligung wurde der Gesellschaft am 16. März 2004 mitgeteilt.

Im Berichtsjahr wurde von verschiedenen Aktionären eine Anzahl ausgegebener Aktien zurückgekauft. Gemäß § 272 Abs. 4 HGB wurde hierfür eine Rücklage für eigene Aktien in Höhe der Anschaffungskosten (88 T€) gebildet. Im Gegenzug wird ein Bilanzverlust von 88 T€ ausgewiesen.

(6) Rückstellungen

31.12.2008

T€
31.12.2007

T€
Rückstellungen für Pensionen 23.584 23.335
Sonstige Rückstellungen 1.847 1.793
25.431 25.128

Die sonstigen Rückstellungen betreffen die Rückstellungen für die Beseitigung von Neckarbaggergut (34 T€), Prozesskosten und Schadenersatz im Zusammenhang mit Neckarbaggergut (141 T€), Frühruhestandsverpflichtungen (172 T€), Altersteilzeitverpflichtungen (90 T€), Strompreisverbilligung (463 T€), sonstige Personalrückstellungen (911 T€) sowie Jahresabschlusskosten (36 T€).

(7) Verbindlichkeiten

31.12.2008

T€
davon Laufzeitbis 1 Jahr

T€
davon Laufzeit 1 bis5 Jahre

T€
davon Laufzeit über5 Jahre

T€
31.12.2007

T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.832 1.821 5.384 627 8.414
(Vorjahr) (674) (4.285) (3.455)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1246 1246 0 0 211
(Vorjahr) (211) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.121 4.121 0 0 4.690
(Vorjahr) (4.690) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 914 914 0 0 854
(Vorjahr) (854) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 788 414 0 374 1.025
(Vorjahr) (625) (0) (400)
- davon aus Steuern 59 59 0 0 252
(Vorjahr) (252) (0) (0)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 127 127 0 0 135
(Vorjahr) (135) (0) (0)
14.901 8.516 5.384 1.001 15.194

Die genannten Verbindlichkeiten sind ungesichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag betreffen hauptsächlich Verpflichtungen gegenüber der Rentenzuschusskasse, des Pensions-Sicherungs-Vereins, Steuern sowie die Heimfallverpflichtung.

Die darin enthaltene Heimfallverpflichtung (374 T€) bestimmt sich nach den bei Konzessionsende zum 31.12.2034 noch nicht abgeschriebenen Anlagewerten. Zu diesem Zeitpunkt hat die Bundesrepublik Deutschland das Recht zur entschädigungslosen und lastenfreien Übernahme der Kraftwerke.

(8) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Stromerlöse für spätere Geschäftsjahre.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

(9) Umsatzerlöse

Es sind überwiegend die Erlöse aus der Weiterbelastung der Selbstkosten aus dem Kraftwerksbetrieb einschließlich der sogenannten Wassergelder sowie ggf. Finanzierungskosten für Investitionen an die jeweiligen Stromabnehmer enthalten.

(10) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Mieteinnahmen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Dienstleistungen gegenüber Dritten sowie Erträge aus dem Verkauf von Immobilien. Periodenfremde Erträge betragen T€ 1.157 aus Schadenübernahme Versicherung und Veräußerungsgewinne der von der Bundesrepublik Deutschland übertragenen Grundstücke.

(11) Materialaufwand

2008

T€
2007

T€
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren 756 751
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.959 2.423
4.715 3.174

Es handelt sich im Wesentlichen um die Material- und Fremdleistungskosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Kraftwerke.

(12) Personalaufwand

2008

T€
2007

T€
Löhne und Gehälter 4.053 3.861
Soziale Abgaben 690 695
Aufwendungen für Altersversorgung 1.210 15
Aufwendungen für Unterstützung 10 14
5.963 4.585

Die Aufwendungen für Altersversorgung sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, da sich im Vorjahr bei der Berechnung der Rückstellung aufgrund der vom Bundeskabinett beschlossenen Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 ein deutlicher Entlastungseffekt durch das spätere Renteneintrittsalter ergeben hat.

Die Zinszuführung zu den Pensionsrückstellungen werden unter "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

(13) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Enthalten sind im Wesentlichen Konzernverrechnungen für Personal- und Supportleistungen, Versicherungskosten, Kosten des Fuhrparks, Aufwand für Ablösestrom, sowie allgemeine Büro- und Verwaltungskosten.

(14) Finanzergebnis

31.12.2008

T€
31.12.2007

T€
Erträge Beteiligungen 2 0
Erträge aus Ausleihungen von Finanz- Anlagevermögen 4 6
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 275 282
Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen -341 -30
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.621 -1.715
-1.679 - 1.457

Bei dem Beteiligungsergebnis handelt es sich um die Dividende der Neckarhafen Plochingen GmbH.

(15) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund eines steuerlichen Verlustvortrags aus Vorjahren fallen für das Berichtsjahr keine Einkommens- und Ertragssteuern an.

(16) Konzessionsaufwand

Nach dem Konzessions- und Bauvertrag hat die Neckar-AG das Konzessionsrecht zur Nutzung der Wasserkräfte des Neckars zwischen Mannheim und Plochingen bis zum 31. Dezember 2034. Dafür muss die Gesellschaft ihren Gewinn aus der Stromerzeugung (Ergebnis vor Ansatz des Konzessionsaufwandes) zur Tilgung der bedingt rückzahlbaren Darlehen zur Finanzierung der Schifffahrtsstraße verwenden.

Das Ergebnis von 4.572 T€ (Vorjahr 5.002 T€) stellt den Konzessionsaufwand des Berichtsjahres dar. Bis zur vollständigen Deckung der Kosten der Neckarkanalisierung kann daher kein Jahresüberschuss entstehen und folglich auch keine Dividende ausgeschüttet werden.

(17) Einstellung in Rücklagen für eigene Aktien

Im Geschäftsjahr 2008 wurden nach § 71 Abs.1 Nr. 8 AktG eigene Anteile erworben und für den Bestand eigener Aktien nach § 272 Abs. 4 HGB eine Rücklage für eigene Anteile gebildet. Mit Veräußerung der eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2009 wird der in die Rücklage eingestellte Betrag entnommen werden und somit den Verlustvortrag 2009 ausgleichen.

Sonstige Angaben

a) Beschäftigte Mitarbeiter/innen im Jahresdurchschnitt:

2008 2007 Veränderung
in den Kraftwerken 54 54 -
in der Zentrale 5 7 -2
59 61 -2

b) Die Bezüge des Vorstands beliefen sich im Berichtsjahr auf 305 T€.

c) Für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind im Berichtsjahr 216 T€ angefallen.

d) Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind 1.975 T€ zurückgestellt.

e) Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden im Berichtsjahr insgesamt 12 T€ vergütet.

Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Otto Hasenkopf, Esslingen

Mitglied des Vorstands i. R.

der EnBW Kraftwerke AG

Vorsitzender

Bernd Flaig, Gundelsheim

Monteur 1)

stellv. Vorsitzender

Dr.-Ing. Karl-Heinz Czychon, Weinheim

Mitglied des Vorstands der

Grosskraftwerk Mannheim AG

Dipl.-Inf. (FH) / Dipl.-Volksw.

Hans-Georg Edlefsen, Waldbronn

Mitglied des Vorstands der

EnBW Regional AG

Dipl.-Verww. Manfred Eichkorn, Bad Dürrheim

Mitglied des Vorstands der

EnBW Kraftwerke AG

Dipl.-Ing. Reiner Hönes, Stuttgart

Leiter Kraftwerkswirtschaft der

EnBW Kraftwerke AG

Dr. rer. oec. Klaus Kaiser, Waltrop

Mitglied des Vorstands der

Süwag Energie AG

Klaus Krickl, Schönau

Werkmeister 1)

Martin Schlipf, Ludwigsburg

Elektromeister 1)

1) Arbeitnehmervertreter

Vorstand

Bernd Luithle, Flein

Dr. Nicolaus Römer, Fellbach

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in einem bedingt rückzahlbaren Darlehen zur Finanzierung der Schifffahrtsstraße in Höhe von 100.630 T€ (Vj. 105.201 T€).

Darüber hinaus besteht die Verpflichtung zu unentgeltlichen konzessionsrechtlichen Energielieferungen. Diese enden überwiegend am 31.12.2034. In einem Fall ist eine längere Laufzeit bis 2050 festgelegt. Es bestehen jährliche Verpflichtungen im Gegenwert von 1.196 T€.

Aus einem im Jahr 1995 mit der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Baden-Württemberg abgeschlossenen Vertrag sind in Erfüllung des Konzessions- und Bauvertrags noch Kosten im Zusammenhang mit der Entsorgung von Neckarbaggergut bis zu einem Betrag von 23,9 Mio. € zu erbringen.

Die vertragliche Verpflichtung besteht aus einem mengenbegrenzten Teil zur Kostenübernahme für eine Entsorgungsmenge von 675.000 t (450.000 m³) Neckarbaggergut. Diese mengenbezogene Verpflichtung war bereits zum Bilanzstichtag 2006 erfüllt. Restzahlungen in 2008 waren durch vorhandene Rückstellungen ergebnisneutral. Dafür waren bis zum 31.12.2008 insgesamt Kosten von 9,5 Mio. € angefallen.

Noch nicht erfüllt ist die vertragliche Verpflichtung gegenüber der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes zur Kostenübernahme für drei investive Maßnahmen, höchstens bis zum Betrag der Restverpflichtung von 14,4 Mio. €. Die WSV rechnet nicht damit, dass dafür vor 2010 Kosten anfallen.

Das Bestellobligo zum Bilanzstichtag betrug 5.407 T€.

Stuttgart, 7. Januar 2009

Der Vorstand

Luithle

Dr. Römer

Anlage 1 zum Anhang Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2008

Zugänge

Umbuchungen

Abgänge

31.12.2008

--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.723.319,63 2.316,91 0,00 0,00 4.725.636,54
4.723.319,63 2.316,91 0,00 0,00 4.725.636,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 41.680.304,37 0,00 0,00 68.337,99 41.611.966,38
2. Technische Anlagen und Maschinen 64.094.241,80 745.057,39 165.107,50 307.419,44 64.696.987,25
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.668.742,05 134.026,62 57.829,07 979,02 1.859.618,72
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 622.910,48 900.007,89 -222.936,57 0,00 1.299.981,80
108.066.198,70 1.779.091,90 0,00 376.736,45 109.468.554,15
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 82.500,00 0,00 0,00 0,00 82.500,00
2. Sonstige Ausleihungen 144.658,10 0,00 0,00 49.639,00 95.019,10
227.158,10 0,00 0,00 49.639,00 177.519,10
113.016.676,43 1.781.408,81 0,00 426.375,45 114.371.709,79
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2008

Zugänge

Abgänge

31.12.2008

--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.413.739,63 46.702,91 0,00 3.460.442,54
3.413.739,63 46.702,91 0,00 3.460.442,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 23.459.065,91 757.374,00 32.136,11 24.184.303,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 44.622.587,80 1.881.377,89 307.419,44 46.196.546,25
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.380.248,05 102.651,69 601,02 1.482.298,72
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
69.461.901,76 2.741.403,58 340.156,57 71.863.148,77
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
72.875.641,39 2.788.106,49 340.156,57 75.323.591,31
Buchwerte
31.12.2008

31.12.2007 T

--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.265.194,00 1.310
1.265.194,00 1.310
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.427.662,58 18.221
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.500.441,00 19.471
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 377.320,00 288
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.299.981,80 623
37.605.405,38 38.604
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 82.500,00 83
2. Sonstige Ausleihungen 95.019,10 145
177.519,10 227
39.048.118,48 40.141

Lagebericht

der Neckar- Aktiengesellschaft, Stuttgart zum 31.12.2008

Allgemeines

Nach der Satzung sowie nach dem Konzessions- und Bauvertrag vom 03.03.1922 hat die Gesellschaft u. a. die Aufgabe, den Neckar von Mannheim bis Plochingen zur Großschifffahrtsstraße auszubauen sowie Laufwasserkraftwerke an dieser Wasserstraße zu errichten und zu betreiben.

Sämtliche Schifffahrtsanlagen wurden nach Fertigstellung dem deutschen Staat unentgeltlich übergeben. Betrieb und Unterhaltung der Bundeswasserstraße Neckar sind ausschließlich Aufgaben der Wasserstraßenverwaltung des Bundes.

Der Ausbau des Neckars zur Großschifffahrtsstraße zwischen Mannheim und Plochingen wurde offiziell zum 31. Dezember 1991 abgeschlossen.

Die Gewinne aus der Stromerzeugung werden in voller Höhe für die Bundeswasserstraße Neckar verwendet, bis deren Baukosten von der Neckar-Aktiengesellschaft (Neckar-AG) voll finanziert sind (Konzessionsaufwand). Eine Dividende kann solange nicht ausgeschüttet werden.

Die gesamten Aufwendungen für den Bau der Schifffahrtsstraße von Mannheim bis Plochingen einschließlich der Kosten für die Beseitigung von Neckarbaggergut haben sich bis zum 31.12.2008 auf 336 Mio. € summiert. Die von 1948 bis einschließlich 2008 erzielten Überschüsse betragen rd. 168 Mio. € (Vj. 164 Mio. €). Damit wurden bisher 50 % der angefallenen Baukosten erwirtschaftet (Vj. 49 %).

Aufgrund eines im Dezember 1995 zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Baden-Württemberg und der Neckar-AG im Rahmen der Privatisierung geschlossenen Anpassungsvertrages ist die Neckar-AG verpflichtet, Neckarbaggergut auf Ihre Kosten zu entsorgen. Die mengenbezogene Verpflichtung ist bereits erfüllt. Es besteht noch eine Kostenverpflichtung für Investitionen an je einem Trocknungsbecken in Altbach und auf der Benninger Insel in Marbach sowie zum Einbau von Störkörpern bei der Staustufe Poppenweiler zur Vermeidung von Ablagerungen. Der Zeitpunkt für die Ausführung der Investitionen sowie deren Kosten sind abhängig von der Aufnahme dieser Maßnahmen in die Mittelfristplanung der Wasserstraßenverwaltung des Bundes.

Darstellung des Geschäftsverlaufs

a) Umsatz

Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr von 18,5 Mio. € auf 21,1 Mio. € gestiegen. Im Umsatz sind vor allem die Kosten der Stromerzeugung enthalten, die den jeweiligen Stromabnehmern der Wasserkraftwerke auf Basis der Selbstkostenerstattungsbasis zuzüglich dem sog. Wassergeld (Gewinnbestandteil) weiterbelastet werden. Die höheren Umsatzerlöse resultieren hauptsächlich aus dem erweiterten Instandhaltungsprogramm (+ 0,7 Mio. €) und aus höheren Zuführungen zu den Personalrückstellungen (+ 1,8 Mio. €; Vj. Auflösung).

b) Stromerzeugung

Aus dem Wasserdargebot des Neckars resultierte 2008 eine Jahresstromerzeugung von brutto 510 Mio. kWh (Vorjahr 511 Mio. kWh). Trotz eines kompletten Stillstands des Kraftwerks Rockenau von Anfang März bis Anfang Mai 2008 wegen eines Sturmschadens an der 110kV-Einspeiseleitung konnte die Stromerzeugung des Vorjahres erreicht werden. Die Jahreserzeugung 2008 lag damit wieder rd. 3 % über dem langjährigen Mittel.

c) Betrieb und Unterhaltung der Kraftwerke

Die geplanten Erneuerungs- und Umbaumaßnahmen in den einzelnen Kraftwerken wurden in der wasserarmen Zeit durchgeführt, um die Erzeugungsausfälle so gering wie möglich zu halten. Die Arbeitsausnutzung der Anlagen betrug insgesamt 98,1 %.

Auf folgende größere Maßnahmen wird hingewiesen:

Das Kraftwerk Schwabenheim wurde nach Reparatur eines Generatorschadens im Januar 2008 wieder in Betrieb genommen.

Im Kraftwerk Heidelberg wurde Maschine II Mitte 2008 außer Betrieb genommen und die Arbeiten für die Erneuerung des Dichtungs- und Lagerungssystem der Leitschaufellagerung sowie der Wellendichtung begonnen. Anstelle eines Gleitring- Dichtsystems wurde auf den Einsatz von Wellendichtringen mit Labyrinthdichtung und Stillstandsdichtung umgestellt. Mit diesem Dichtsystem wurden die Abdichtung und Haltbarkeit verbessert und damit wesentliche Mängel aus der Inbetriebnahme der Neyrpic-Maschinen beseitigt.

Im Inselkraftwerk Neckarsteinach wurde die Rechenreinigungsmaschine aus dem Jahr 1961 durch eine leistungsstarke hydraulische Anlage ersetzt. Durch die Insellage des Kraftwerkes muss das Treibgut direkt in eine Schute (Schiff) verladen werden. Dies war im Automatikbetrieb mit der alten Seilmaschine nur bedingt umsetzbar. Dadurch werden Störungen der Anlage mit Stillstandszeiten zukünftig deutlich reduziert.

Das Wasserkraftwerk Rockenau wurde Ende Februar nach einer umfangreichen Grundinstandsetzung von Maschine II wieder in Betrieb genommen.

Im Kraftwerk Hessigheim wurden die Arbeiten für die Umstellung der Netzeinspeisung von 10kV auf 20kV begonnen. In diesem Zusammenhang werden die Transformatoren und Schaltanlagen erneuert. Gleichzeitig erfolgt die Automatisierung und Erneuerung der Kraftwerkssteuerung, Schutz- und Überwachungstechnik, Turbinenregelung sowie die Umstellung auf eine statische Erregung für beide Maschinen.

Im Wasserkraftwerk Oberesslingen wurden an Maschine II planmäßig umfangreiche Konservierungsarbeiten durchgeführt. Darüber hinaus wird der bisherige Turbinenregler durch einen digitalen Turbinenregler ersetzt. Die gleichen Maßnahmen wurden inzwischen auch bei Maschine I umgesetzt.

d) Investitionen

Neubau Wasserkraftwerk Esslingen

Das Kraftwerk Esslingen ist mit einer Leistung von 1.250 kW und einer Jahreserzeugung von 7,1 GWh geplant. Inzwischen sind die vorbereitenden Arbeiten so weit gediehen, dass im Januar 2009 mit den bauvorbereitenden Arbeiten begonnen werden kann. Der Baubeginn ist im März 2009 vorgesehen.

Erweiterung bestehendes Wasserkraftwerk Feudenheim

Im Kraftwerk Feudenheim ist der Zubau einer 4. Maschine mit einer Leistung von bis zu 1.900 kW und einer Jahreserzeugung von 8,1 GWh geplant. Die Umweltverträglichkeitsprüfung mit Festlegung der Mindestwasserausleitung für den Ilvesheimer Altarm steht unmittelbar vor dem Abschluss. Anschließend ist die Wirtschaftlichkeit des Projektes noch einmal zu bewerten.

Erweiterung bestehendes Wasserkraftwerk Neckarzimmern

Es ist geplant, das Kraftwerk Neckarzimmern um eine 2. Maschine mit einer Leistung von 1.600 kW und einer Jahreserzeugung von 5,7 GWh zu erweitern. Mit dem Stromabnehmer bzw. mit der Genehmigungsbehörde werden derzeit die Randbedingungen für die Wirtschaftlichkeit bzw. der Genehmigungsantrag erörtert.

Erneuerung des Datenübertragungskabels am Neckar

In einem mehrjährigen Gemeinschaftsprojekt mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd West wird das nunmehr über 50 Jahre alte Fernsprech-Kupferkabel zwischen Plochingen und Mannheim über eine Strecke von mehr als 200 km durch ein Lichtwellenleiterkabel ersetzt. Die Feintrassierungsplanung und die rechtliche Grundstückssicherung beginnen Anfang 2009.

e) Umweltschutz und Arbeitssicherheit

Bei den 23 eigenbetriebenen Laufwasserkraftwerken sind im Jahr 2008 insgesamt 9.723 m³ Schwemmzeug angefallen (Vorjahr 11.403 m³).

Durch die Stromerzeugung aus den Wasserkraftwerken der Neckar-AG konnte im Vergleich mit einem entsprechenden Steinkohlekraftwerk ein Ausstoß von ca. 460.000 t Kohlendioxid, ca. 190 t Schwefeldioxid und ca. 275 t Stickoxid vermieden werden. Dieser wichtige Beitrag zum Schutz der Umwelt unterstreicht die Bedeutung der Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Unfallverhütung ist für die Neckar-AG ein wichtiger Bestandteil bei der Planung und Durchführung von Erneuerungs- und Unterhaltungsarbeiten. Die Einweisung und Ausbildung in der Arbeitssicherheit tragen wesentlich zur Vermeidung von Arbeitsunfällen bei. Dies zeigt auch die Bilanz im Berichtszeitraum mit nur einem Arbeitsunfall.

f) Personal und Soziales

Am 31.12.2008 waren einschließlich der leitenden Angestellten und der Mitarbeiter/innen in der Passivphase der Altersteilzeit 59 Mitarbeiter/innen beschäftigt (Vj. 61 Mitarbeiter/innen).

Ausscheidende Mitarbeiter/innen im Betrieb der Neckar-AG werden durch die Kooperation mit der EnBW Kraftwerke AG im Rahmen des Vertrages zur Bildung eines gemeinsamen Betriebes „Wasserkraftwerke“ zur Erzielung von Synergieeffekten ersetzt.

Bedeutsame Vorgänge des Geschäftsjahres

Die Neckar-AG hat im Jahr 1952 von einem privaten Kraftwerksbetreiber eine wasserrechtliche Genehmigung für den damaligen Bau des Wasserkraftwerks Besigheim übernommen, verbunden mit der Verpflichtung zu einer Freistromlieferung an den ursprünglichen Konzessionär. Seit dem sog. „Unbundling“ in der deutschen Energiewirtschaft fallen für den Transport dieser Freistromlieferungen Durchleitungsentgelte, KWKG- und EEG-Umlage und Stromsteuer an.

Zwischen der Neckar-AG, dem ursprünglichen Konzessionär und dem Netzbetreiber bestehen Unstimmigkeiten, wer diese Kostenbestandteile zu tragen hat. Die Altverträge konnten deshalb bisher nicht an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Derzeit ist zwischen dem Netzbetreiber und dem ursprünglichen Konzessionär dazu ein Rechtsstreit anhängig. Die Neckar-AG ist bisher nicht in den Rechtsstreit direkt einbezogen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Vermögen besteht zum weit überwiegenden Teil aus langfristigen Vermögenswerten. Es handelt sich im Wesentlichen um die Kraftwerksanlagen einschl. der dazugehörigen Liegenschaften. Das langfristige Vermögen ist durch Eigen- und langfristiges Fremdkapital abgedeckt.

Im Berichtsjahr wurden von kommunalen Anteilseignern 1.739 nennwertlose Stückaktien im Wert von zusammen 88 T€ zurück gekauft. Es ist vorgesehen, die zurück gekauften Aktien im Rahmen einer Partnerschaft 2009 weiterzugeben.

Der Cashflow war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv und wurde weitestgehend zur Tilgung der Konzessionsdarlehen verwendet.

Das Jahresergebnis vor Ansatz des Konzessionsaufwands beträgt 4.572 T€ (Vj. 5.002 T€). Darin enthalten sind Erträge aus der Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken und Wohnbauten in Höhe von 631 T€ (Vj. 148 T€).

Finanzinstrumente

a) Risikomanagement

Wegen der Kostentragung der Stromabnehmer nach dem Selbstkostenerstattungsprinzip bestehen für die Neckar-AG keinerlei finanzielle Risiken aus dem Betrieb und der Verwaltung der Kraftwerke. Die finanziellen Risiken für das eigenbetriebene Kraftwerk in Cannstatt sind durch die garantierten Erlöse nach dem „Erneuerbaren-Energie-Gesetz“ (EEG) abgedeckt.

Durch ein formalisiertes Risikomanagementsystems wird neben dem Erkennen von allgemeinen Geschäftsrisiken sichergestellt, dass auch Risiken aus dem Kraftwerksbetrieb mit nennenswerten finanziellen Auswirkungen auf unsere Stromabnehmer rechtzeitig erkannt werden.

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 ist zwischenzeitlich in die nationale Gesetzgebung eingeflossen. Auf dieser Grundlage fordern die Behörden u. a. die Fisch-Durchgängigkeit der Flüsse. Legt man die heutigen Vorstellungen zugrunde, ist davon auszugehen, dass durch Wasserverluste über Fischaufstiege und Restwasserausleitungen in den Neckar-Altarm größere Energieverluste entstehen können. Die rechtliche Durchsetzbarkeit zum Bau von Fischauf-/abstiegen an vorhandenen Kraftwerken innerhalb der Konzessionslaufzeit ist noch ungeklärt. Durch diesen Sachstand müssen wir zumindest im Bereich des unteren Neckars in den nächsten Jahren mit entsprechenden Forderungen rechnen. Umbaumaßnahmen zur Erhöhung der Durchgängigkeit sowie daraus entstehende Erzeugungsverluste gehen grundsätzlich zu Lasten der Stromabnehmer. Für die Neckar-AG ist damit kein wirtschaftliches Risiko verbunden.

Die Bundesrepublik Deutschland plant, zwischen etwa 2012 und 2024 an allen 27 Staustufen jeweils eine Schleusenkammer für 135-Meter-Schiffe zu verlängern. Durch den Schleusenausbau ist mit einer weiteren Reduzierung der verfügbaren Wassermenge für die Erzeugung zu rechnen.

b) Marktpreis-, Kredit- und Liquiditätsrisiken

Risiken aus Marktpreisschwankungen sowie Liquiditätsrisiken sind aus den unter a) genannten Gründen weitgehend auszuschließen.

Bei den Stromabnehmern der Neckar-AG handelt es sich um führende deutsche Energieversorgungsunternehmen. In der Beziehung zu unseren Stromabnehmern rechnen wir deshalb nicht mit Kreditrisiken wegen Forderungsausfällen.

Die Risiken für Kapitalverluste im Zusammenhang mit kurz- und mittelfristigen Wertpapieranlagen sind überschaubar, da nur ein Teil der liquiden Mittel in Wertpapiere mit seither vergleichbar guter Bonität und hoher Streuung angelegt werden. Die Risiken der derzeitigen Kapitalmarktturbulenzen sind in die Bewertung der Wertpapiere mit eingeflossen.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Aufgrund der mit den Stromabnehmern langfristig abgeschlossenen Verträge, wonach von diesen die jährlich anfallenden Ausgaben getragen werden, besteht dem Grunde nach kein Kostenrisiko. Die heutige wirtschaftliche Entwicklung erfordert jedoch eine ständige Kontrolle der Kosten und Prozesse eines Unternehmens. Das vor einigen Jahren von der Neckar-AG eingesetzte System zur Kostenüberwachung und -kontrolle sowie Benchmarks und „Best practice“-Maßnahmen haben sich bewährt.

Das in den Stromlieferungsverträgen festgelegte Wassergeld (Gewinnbestandteil) stellt zum überwiegenden Teil das wirtschaftliche Ergebnis der Gesellschaft dar. Die in der Vergangenheit durch Gerichtsbeschluss notwendige Anpassung einzelner Verträge an den Importkohlepreis hat kurzfristig zu einer Reduzierung dieses Gewinnbestandteils „Wassergeld“ geführt.

Die Marktentwicklung des Kohlepreises hat jedoch einen großen Teil davon kompensiert. Die bereits in den Vorjahren abgeschlossenen ergänzenden vertraglichen Regelungen in der Betriebsführung von fremden Kraftwerken sowie von zusätzlichen, leistungsorientierten Bonusregelungen mit den Stromabnehmern tragen ebenfalls zur Gewinnverbesserung bei. Dies gilt auch für die neuen Kraftwerksprojekte Esslingen, Feudenheim und Neckarzimmern.

Chancen und Risiko der künftigen Entwicklung

Die Erweiterung des Kraftwerksparks durch den geplanten Neubau des Wasserkraftwerks in Esslingen sowie der Einbau einer 4. Maschine im Kraftwerk Feudenheim bieten die Chance zu einer Verbesserung der Ertragslage, sodass auch auf lange Sicht von einer positiven Ergebnisentwicklung ausgegangen werden kann.

Die nicht mehr betriebsnotwendigen restlichen Immobilien aus dem Vergleich des Bundes sind durch die aktuelle Marktlage, die vorhandene Mieterstruktur und dem anstehenden Sanierungsbedarf schwerer zu veräußern. Der Verkauf wird jedoch unvermindert weiterverfolgt.

Ausblick 2009

Nach den mit den Stromabnehmern geführten Gesprächen zur Mittelfristplanung über den Betrieb und die Instandhaltung der Kraftwerke rechnen wir auch für das Jahr 2009 mit insgesamt steigenden Instandhaltungsausgaben. Diese Kosten werden im Rahmen der Selbstkostenabrechnung von den Stromabnehmern der Kraftwerke getragen.

Durch eine Neuorganisation ist vorgesehen, Betrieb und Instandhaltung der Kraftwerke ab 2009 operativ zu trennen. Neben der aufgabenspezifischen Weiterentwicklung der Fachkompetenz der Mitarbeiter kann damit auch in der zunehmend schwieriger werdenden Situation bei den Fremdleistungen sowohl bei der Qualität als auch in der Verfügbarkeit entgegengewirkt werden.

Die Neckar-AG versorgt aus der historischen Entwicklung heraus noch einige Privathaushalte mit Strom, die elektrisch direkt an ein Kraftwerk angeschlossen sind. Die Neckar-AG betreibt damit sog. Objektnetze i. S .d. Energiewirtschaftsgesetzes. Die für die Objektnetze der Neckar-AG relevante deutsche Rechtsnorm wurde durch ein Urteil des europäischen Gerichtshofs im Mai 2008 außer Kraft gesetzt.

Wegen des sehr geringen Umfangs der Stromversorgung von Privathaushalten haben wir das formaljuristisch notwendige wirtschaftliche „Unbundling“ zwischen dem Bereich der Stromerzeugung und der Versorgung von Stromkunden bisher nicht umgesetzt. Wir gehen davon aus, dass die derzeitige rechtliche Unsicherheit durch EU-konforme Anpassung der deutschen Rechtsnorm im Laufe des Jahres 2009 beseitigt wird.

Abhängigkeitsbericht

In dem von uns für das Geschäftsjahr 2008 aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir abschließend erklärt, dass unsere Gesellschaft nach den Umständen, die dem Vorstand zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt.

Stuttgart, 9. Januar 2009

Der Vorstand

Luithle

Dr. Römer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich vom Vorstand während des Geschäftsjahres anhand regelmäßiger Berichte und in Sitzungen über die Entwicklung und die Lage der Gesellschaft unterrichten lassen und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. Wichtige Vorgänge wurden mit dem Vorstand erörtert. Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2008 zweimal und der Personalausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2008 einmal.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2008 und der Lagebericht sind durch die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat zur Kenntnis genommen, dass die Gesellschaft das formaljuristisch nach § 10 EnWG notwendige wirtschaftliche „Unbundling“ zwischen dem Bereich der Stromerzeugung und der Versorgung von Stromkunden wegen des sehr geringen Umfangs der Stromversorgung von Privathaushalten 2008 nicht umgesetzt hat. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die derzeitige rechtliche Unsicherheit durch EU-konforme Anpassung der deutschen Rechtsnorm im Laufe des Jahres 2009 beseitigt wird. Der Wirtschaftsprüfer hat eine entsprechende Ergänzung des uneingeschränkten Bestätigungsvermerks vorgenommen.

Von dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft. Er hat den Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft und in Ordnung befunden. Der Abschlussprüfer hat gemäß § 313 Abs. 3 AktG bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und dass bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war. Von dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen. Er erhebt keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts.

Stuttgart, 20. April 2009

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Hasenkopf, Vorsitzender

Bestätigungsvermerk

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Neckar-Aktiengesellschaft, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 geprüft. Nach § 10 Abs. 4 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Entflechtung in der internen Rechnungslegung nach § 10 Abs. 3 EnWG. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und die Einhaltung der Pflichten nach § 10 Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die interne Rechnungslegung nach § 10 Abs. 3 EnWG abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten nach § 10 Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie in der internen Rechnungslegung nach § 10 Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung

des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten in der internen Rechnungslegung nach § 10 Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Entflechtung in der internen Rechnungslegung nach § 10 Abs. 3 EnWG hat zu folgender Einwendung geführt: nach § 10 Abs. 3 EnWG ist die Gesellschaft zur buchhalterischen Entflechtung verpflichtet, sofern für die von ihr betriebenen Energieversorgungsanlagen nicht die Erleichterungen des § 110 EnWG in Anspruch genommen werden können. Die Gesellschaft ist davon ausgegangen, dass ihre Energieversorgungsanlagen als Objektnetze zu qualifizieren sind. Gemäß EuGH - Urteil vom 22. Mai 2008 verstößt die Regelung des § 110 Abs. 1 Nr. 1 EnWG gegen Gemeinschaftsrecht und ist damit unanwendbar geworden. Die Gesellschaft hat die hiernach erforderliche buchhalterische Entflechtung nach § 10 Abs. 3 EnWG noch nicht vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen der Gesellschaft im Lagebericht (Ausblick)."

Stuttgart, 16. Januar 2009

**Ernst & Young AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft**

Appel, Wirtschaftsprüfer

Schulenburg, Wirtschaftsprüfer