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LOGWIN AG — Annual Report (ESEF) 2021
Mar 3, 2022
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Kennzahlen 1. Januar – 31. Dezember 2021
Ertragslage 2021 2020
Angaben in Tausend €
| 2021 | 2020 | |
|---|---|---|
| Umsatz | ||
| Konzern | 1.851.836 | 1.123.297 |
| Veränderung zu 2020 | 64,9% | |
| Air + Ocean | 1.517.017 | 789.703 |
| Veränderung zu 2020 | 92,1% | |
| Solutions | 337.041 | 333.927 |
| Veränderung zu 2020 | 0,9% | |
| Operatives Ergebnis (EBITA) | ||
| Konzern | 100.940 | 47.752 |
| Marge | 5,5% | 4,3% |
| Air + Ocean | 107.966 | 49.060 |
| Marge | 7,1% | 6,2% |
| Solutions | 6.123 | 6.554 |
| Marge | 1,8% | 2,0% |
| Periodenergebnis | ||
| Konzern | 63.510 | 34.734 |
Finanzlage 2021 2020
Angaben in Tausend €
| 2021 | 2020 | |
|---|---|---|
| Operativer Cashflow | 125.894 | 67.744 |
| Free-Cashflow | 88.593 | 18.577 |
Vermögenslage 31.12.2021 31.12.2020
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 35,4% | 39,1% |
| Nettoliquidität (in Tausend € ) | 168.363 | 77.510 |
31.12.2021 31.12.2020
Anzahl der Mitarbeiter 4.087 4.160
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Geschäftsmodell Logwin Konzern
Der Logwin Konzern bietet seinen Kunden weltweit Logistik- und Transportlösungen in den beiden Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions. Dabei verbindet Logwin die Vorteile einer international aufgestellten Logistikgruppe mit denen eines flexiblen Mittelständlers.
Geschäftsfeld Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Logistik- und Speditionslösungen mit dem Fokus auf interkontinentaler Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Mit seinem weltweiten Netzwerk eigener Tochterunternehmen und langjähriger Partner ist Logwin für seine Kunden vor Ort präsent und setzt sich zum Ziel, höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit der weltweiten Logistikketten zu gewährleisten.
Geschäftsfeld Solutions
Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Retail- und Konsumgüterbereich sowie im Bereich Automotive und der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren unterhält das Geschäftsfeld ein Transportnetzwerk unter anderem für Kunden aus dem Fashion- und Konsumgüterbereich. Mit kundenspezifischen Kombinationen einzelner Logistikleistungen steuert der Logwin Konzern Logistikketten zwischen Lieferanten und Abnehmern je nach Bedarf in Teilen oder als Komplettlösung. Ganzheitliches Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht sind die wesentlichen Elemente der Leistungserbringung in den verschiedenen Einheiten des Logwin Konzerns. Eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur mit Rechenzentren in Europa und Asien unterstützt harmonisierte Prozesse, die einfache Anbindung von Kunden wie Dienstleistern und gewährleistet die Einhaltung der stetig steigenden Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance.
Die Logwin AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mehrheitsaktionärin ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher (Luxemburg).
Finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung
Der Logwin Konzern überwacht seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit Hilfe von ausgewählten zentralen Steuerungsgrößen (KPI) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit hinsichtlich operativer, finanzieller und liquiditätsbezogener Aspekte zu beurteilen und entscheidungsrelevante Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Das eingesetzte Kennzahlensystem stellt ein Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizienter Nutzung von Ressourcen und einem nachhaltigen Liquiditätsmanagement sicher. Monatliche, quartalsweise und jährliche Veränderungen der relevanten Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bzw. den Forecast-/Budget-Werten dienen der Geschäftsführung als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus bilden einzelne KPIs wesentliche Elemente des Vergütungssystems.
Soweit nicht in den Rechnungslegungsstandards der International Financial Reporting Standards (IFRS) definiert, wird die Ermittlung der verwendeten und berichteten KPIs – den Leitlinien für alternative Leistungskennzahlen (APM) der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) vom 5. Oktober 2015 entsprechend – nachfolgend erläutert:
Profitabilität
Die Umsatzerlöse stellen grundsätzlich eine der wesentlichen Messgrößen der Profitabilität dar, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegeln, seine Produkte oder Dienstleistungen am Markt abzusetzen. Insofern dient die in den IFRS definierte Kennzahl auch im Logwin Konzern, insbesondere im transaktionsbasierten Logistikgeschäft, als Ausgangspunkt für tiefergehende Preis-/ Mengen-Abweichungsanalysen sowie als wichtiger Vergleichsmaßstab. Darüber hinaus erweisen sich die Umsatzerlöse als Indikator für die Geschäftsentwicklung (Wachstum) sowie mit Einschränkungen auch als geeigneter cash-flow orientierter Erfolgsfaktor (Zahlungssensitivität).
Das operative Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten – EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortization) – misst die Entwicklung der Ertragskraft sowohl des Konzerns als auch der einzelnen Geschäftsfelder und ist der zentrale Leistungsindikator für die Profitabilität im Logwin Konzern. Das EBITA ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Umsatzkosten und der Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte in die Berechnung einbezogen. Nach Auffassung der Geschäftsführung ist das EBITA die am besten geeignete Kennzahl, um die Leistung des Logwin Konzerns darstellbar und vergleichbar zu machen, da sie durch die Berücksichtigung von Abschreibungen den Vorteil bietet, auch den Verzehr des Anlagevermögens wiederzugeben. Schwankende Wertminderungen von Firmenwerten bleiben hingegen außen vor.
Das Periodenergebnis ist eine weitere Steuerungskennzahl im Logwin Konzern und dient der Messung des Gesamterfolgs nach Zinsen und Steuern, insbesondere im Zeitablauf. Das Periodenergebnis ergibt sich direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung und ist somit in den einschlägigen Rechnungslegungsstandards definiert (in IAS 1.7 bezeichnet als „Gewinn oder Verlust“).
Weitere Leistungsindikatoren zur Messung der Konzernleistung sind der Bruttogewinn und die Bruttogewinnmarge. Während sich der Bruttogewinn als Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten ergibt, berechnet sich die Bruttogewinnmarge als Quotient aus Bruttogewinn und Umsatz. Beide Kenngrößen werden insbesondere zur Beurteilung der Finanzkraft des Geschäftsmodells sowie der operativen Profitabilität im Zeitablauf genutzt.
Liquidität
Der Free-Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Liquiditätssteuerung im Logwin Konzern und in den Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl definiert sich als Summe aus dem Operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow, welche beide in Übereinstimmung mit dem IAS 7 ermittelt werden, abzüglich der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (bzgl. der Einzelheiten der Berechnung verweisen wir auf die Zwischensummen in der Kapitalflussrechnung).# Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Ziel ist es, neben den operativen Zahlungsverpflichtungen und Investitionen eine ausreichende Liquidität zur Deckung aller finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus Darlehenstilgungen und Dividendenzahlungen sicherzustellen. Insofern wird der Free-Cashflow als Indikator angesehen, wie viel Liquidität am Ende der Berichtsperiode zur Zahlung von Dividenden oder zur Rückzahlung von Darlehen und anderen Finanzverbindlichkeiten zur Verfügung steht.
Im Operativen Cashflow – eine Kenngröße des einschlägigen IAS 7 (bezeichnet als „net cash flows from operating activities“ in IAS 7.20) und somit unmittelbar aus der Kapitalflussrechnung abgeleitet – werden alle in einem bestimmten Zeitraum erwirtschafteten liquiden Mittel ausgewiesen. Er zeigt somit die Mittelzuflüsse, die direkt aus der operativen Wertschöpfung stammen und für Investitionen und Finanzierungsaktivitäten zur Verfügung stehen. Der Zweck der Kennzahl ist sowohl die operative Liquiditätssteuerung und -überwachung als auch die Sicherstellung einer cashorientierten operativen Wertschöpfung.
Vermögenslage
Zur Beurteilung der Vermögenslage werden im Logwin Konzern die Nettoliquidität und die Eigenkapitalquote herangezogen. Beide Steuerungsgrößen zielen auf eine nachhaltig positive Finanzierungsstruktur und damit einhergehend positive Effekte bei Kreditwürdigkeit und Bonität ab. So wird ein fortwährender Zugang zum Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen zum Zweck der Liquiditätssteuerung gewährleistet.
Die Nettoliquidität ergibt sich als Differenz aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Leasingverbindlichkeiten sowie sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoliquidität gibt Einblick, in welcher Höhe liquide Mittel nach Abzug aller Finanzverbindlichkeiten dem Konzern zur Verfügung stehen.
Die Eigenkapitalquote berechnet sich als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme und gibt Aufschluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, indem sie den Anteil der Vermögenswerte, die durch die Anteilseigner mit Eigenkapital unterlegt sind, und den Verschuldungsgrad des Unternehmens widerspiegelt.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, nichtfinanzielle Erklärung und Diversitätskonzept
Neben den dargestellten finanziellen Leistungsindikatoren stellt die Mitarbeiteranzahl zum Stichtag (absolut in Köpfen; als Mitarbeiter werden alle direkt im Logwin Konzern angestellten Personen bezeichnet, die im In- oder Ausland Vollzeit oder Teilzeit für Logwin tätig sind) eine wesentliche nichtfinanzielle Steuerungskennzahl dar. Die Mitarbeiterzahl eröffnet Möglichkeiten zur ergänzenden Analyse von Kosten und Produktivität und gibt Aufschluss über den Einsatz von Ressourcen und Kapazitäten. Darüber hinaus setzen weitere quantitative und qualitative Personal-Kennzahlen auf der Mitarbeiterzahl als Bezugsgröße auf.
Hinsichtlich der im Jahr 2022 für das Geschäftsjahr 2021 abzugebenden nichtfinanziellen Erklärung und des im Logwin Konzern angewendeten Diversitätskonzeptes verweisen wir auf den CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility Bericht) und den Diversitätsbericht. Die Dokumente sind auf der Homepage unter http://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/ueberblick/corporate-social-responsibility.html abrufbar.
Forschung und Entwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten im Logwin Konzern konzentrieren sich auf Dienstleistungs- und Prozessinnovationen. Diese Innovationen werden meist in enger Zusammenarbeit mit Kunden ausgearbeitet, um eine Verbesserung operativer und administrativer Prozesse zu erreichen. Bei komplexen Kontraktlogistikprojekten sind hiermit insbesondere die Spezialisten des Geschäftsfelds Solutions in den Bereichen Tender Management/Logistics Engineering, Prozessmanagement und die jeweiligen IT-Fachabteilungen betraut.
Corporate Governance
Mitglieder des Verwaltungsrats und des Executive Committee
- Dr. Antonius Wagner (*1961)
Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Bad Homburg v. d. Höhe (DE) - Sebastian Esser (*1974)
Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Mitglied des Executive Committee (Chief Financial Officer)
Großostheim (DE) - Thomas Eisen (*1971)
Mitglied des Executive Committee (bis 31. März 2021)
Salzburg (AT) - Andreas Kurtze (*1973)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Syndikusanwalt
Frankfurt am Main (DE) - Hauke Müller (*1964)
Mitglied des Executive Committee
Hamburg (DE) - Philippe Prussen (*1977)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Rechtsanwalt
Luxemburg (LU) - Axel Steiner (*1973)
Mitglied des Executive Committee
Großostheim (DE)
Der Verwaltungsrat der Logwin AG hat eine Corporate Governance Charter beschlossen, die im Internet unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar ist.
Angaben nach Artikel 11 des luxemburgischen Übernahmegesetzes vom 19. Mai 2006
- Lit (a): Angaben zur Eigenkapitalstruktur des Logwin Konzerns sind unter Ziffer 27 auf Seite 82 des Anhangs des Konzernabschlusses enthalten. Zum 31. Dezember 2021 waren 2.884.395 voll eingezahlte, nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben und zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Davon befanden sich zum 31. Dezember 2021 5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
- Lit (b): Es existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien.
- Lit (c): Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Alleingesellschafter der DELTON Logistics S.à r.l. ist Herr Stefan Quandt. Für weitere Angaben wird auf die Ziffern 1 und 39 auf den Seiten 38 und 101 des Konzernanhangs verwiesen.
- Lit (d): Es gibt keine Aktien, die den Inhabern spezielle Kontrollrechte gewähren.
- Lit (e): Im Logwin Konzern sind keine Mitarbeiter-Aktienprogramme vorhanden.
- Lit (f): Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen im Logwin Konzern.
- Lit (g): Der Logwin AG sind zum 31. Dezember 2021 keine Vereinbarungen mit Aktionären bekannt, die die Übertragung von Aktien bzw. Stimmrechten hinsichtlich der Richtlinie 2004/109/EC beschränken.
-
Lit (h): Regelungen über die Ernennung und Ersetzung der Verwaltungsratsmitglieder und über die Änderung der Satzung sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 8, 16 und 17 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 8 dargestellt. Beide Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html abrufbar.
Insbesondere gilt:
* Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Hauptversammlung für eine Dauer ernannt, die sechs Jahre nicht überschreiten darf. Sie können jederzeit von der Hauptversammlung abberufen werden. Wiederholte Ernennungen eines Mitglieds des Verwaltungsrats sind zulässig.
* Falls ein Mitglied des Verwaltungsrats (einschließlich der exekutiven Verwaltungsratsmitglieder) vorzeitig ausscheidet, können die verbleibenden Mitglieder gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vorläufig ein neues Verwaltungsratsmitglied kooptieren. Die endgültige Wahl wird durch die Hauptversammlung bei ihrem nächsten Zusammentreffen vorgenommen.
* Die Hauptversammlung kann, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anwesenheits- und Mehrheitsbestimmungen, die Satzung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt ändern. -
Lit (i): Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere in Bezug auf die Ermächtigung zur Ausgabe bzw. Einziehung von Aktien, sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 5, 8, 9, 10, 11, 18, 19 und 23 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 3 geregelt. Beide Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar.
Insbesondere gilt:
* Die Leitung der Gesellschaft obliegt einem Verwaltungsrat.
* Der Verwaltungsrat hat alle Befugnisse, um Verwaltungs- und Verfügungshandlungen im Interesse der Gesellschaft vorzunehmen. Zur Wahrnehmung der täglichen Geschäftsführung hat der Verwaltungsrat ein Direktionskomitee (nachfolgend „Executive Committee“) ernannt.
* Der Verwaltungsrat bestimmt den Tätigkeitsbereich des Executive Committee und der einzelnen Ausschüsse. Er genehmigt ebenfalls die Verfahren, die im Executive Committee und den einzelnen Ausschüssen anzuwenden sind.
* Die tägliche Geschäftsführung der Gesellschaft wird vom Executive Committee unter Aufsicht des Verwaltungsrats durchgeführt. Der Verwaltungsrat beschließt über die Zeichnungsbefugnisse der Mitglieder des Executive Committee.
* Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, das Grundkapital der Logwin AG bis zum 20. Mai 2024 durch Ausgabe neuer Namensaktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio („prime d’émission“) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu 1.509.105 Aktien zu erhöhen.
* Die Gesellschaft kann gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eigene Aktien zurückkaufen. -
Lit (j): Es gibt Finanzierungsverträge, die Klauseln beinhalten, die bei einem geringeren Aktienbesitz der Mehrheitsaktionärin der Logwin AG in Abhängigkeit von Schwellenwerten den Kreditgebern das Recht zur vorzeitigen Beendigung des Vertrags einräumen.
- Lit (k): Es bestehen keine Vereinbarungen zwischen der Logwin AG und ihren Verwaltungsratsmitgliedern bzw. Mitarbeitern, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ohne wichtigen Grund oder im Fall eines Übernahmeangebots eine Entschädigung vorsehen.
Wirtschaftsbericht
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft
Die Entwicklung der Weltwirtschaft war im Geschäftsjahr 2021 wie im Vorjahr geprägt von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie zunehmenden Engpässen in der Industrieproduktion und den internationalen Frachtkapazitäten.# Die Weltproduktion und das Welthandelsvolumen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Dynamik der Entwicklung hat sich im Jahresverlauf jedoch zunehmend abgeschwächt. Ursächlich dafür waren weiterhin vor allem negative Einflüsse durch die Covid-19-Pandemie. Die Entwicklung der Industrieproduktion wurde zusätzlich durch anhaltende Kapazitätsengpässe in der Luftfracht und Störungen der Abläufe in der Seefracht sowie bei der Produktion von Vor- und Zwischenprodukten gehemmt. In China, Indien und den lateinamerikanischen Schwellenländern ist die Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder spürbar gewachsen. In China erreichte das Wachstum das langjährige hohe Niveau. Hier wirkten sich im Verlauf des zweiten Halbjahres insbesondere Schwierigkeiten in der Energiever-sorgung, eine strikte Zero-Covid-Strategie sowie die globalen Lieferkettenprobleme allerdings dämpfend auf das Wachstum der Wirtschaft aus. Die ostasiatischen Länder verzeichneten nur ein leichtes Wirt-schaftswachstum. In den westlichen Volkswirtschaften ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen. Die Vereinigten Staaten von Amerika verzeichneten ein spürbares Wachstum vor allem bedingt durch einen deutlichen Anstieg des privaten Konsums und eine verstärkte Expansion im verarbeitenden Gewerbe. Unterstützt wird die Entwicklung durch fiskalpolitische Maßnahmen, auch wenn diese hinter denen vergangener Jahre zurückbleiben. In der Eurozone ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen, wobei sich die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2021 nach den erwarteten Erholungen gegenüber dem rückläufigen Jahr 2020 abgeschwächt hat. Die durch die in Europa deutlich steigenden Covid-Infektionszahlen verursach-ten Einschränkungen wirkten sich insbesondere auf die Erholung in kontaktintensiven Dienstleistungs-bereichen negativ aus. Zusätzlich belasteten die Probleme in den globalen Lieferketten und die Engpässe bei der Erzeugung und Bereitstellung von Vor- und Zwischenprodukten zunehmend die industrielle Produktion.
Deutsche (Logistik-)Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaftsleistung erholte sich im abgelaufenen Jahr 2021 von den pandemiebedingten Rückgängen des Vorjahres. Anhaltende Belastungen durch die Covid-19-Pandemie und die zunehmenden Auswirkungen von Lieferengpässen bremsten jedoch die Erholung. Das verarbeitende Gewerbe und der unternehmensnahe Dienstleistungssektor trugen zu dem erreichten Wachstum bei. Deutlich schwächer fielen dagegen die Zuwachsraten im stationären Handel, Gastronomie und Beherbergungsbetrieben aus, die weiterhin unter den pandemiebedingten Einschränkungen litten.
Wettbewerb und Markt
In allen relevanten Bereichen war das Markt- und Wettbewerbsumfeld für die Logistikbranche im Jahresverlauf 2021 sehr herausfordernd und gekennzeichnet durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, insbesondere dadurch bedingte Kapazitätsengpässe in der Luft- und Seefracht. Darüber hinaus erforderten deutlich gestiegene Einstandspreise einen hohen Einsatz zur Abwicklung und Absicherung bestehender Kundengeschäfte sowie bei der Gewinnung von Neukunden.
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Der Luftfrachtmarkt war im Geschäftsjahr gekennzeichnet durch einen im Vergleich zum Krisenjahr 2020 deutlichen Anstieg der Volumina, der zu anhaltenden Engpässen in der Transportkapazität auf allen wichtigen Relationen führte. Verstärkend wirkte die partielle Verlagerung von See- hin zu Lufttranspor-ten. Die weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegenden Kapazitäten bei Passagiermaschinen konnten durch eine starke Ausweitung der Kapazitäten in Frachtmaschinen und von Sonderflügen gegen-über dem Vorkrisenjahr 2019 nicht vollständig kompensiert werden. Infolgedessen lagen die Luftfracht-raten erheblich über dem Niveau der Vorjahre.
Die Volumina auf den Seefrachtmärkten stiegen im Geschäftsjahr ebenfalls an. Auch hier lagen die Frachtraten im Durchschnitt erheblich über dem Vorjahr, da die bereitgestellten Kapazitäten der weltweiten Nachfrage nicht gerecht werden konnten. Anhaltende Störungen der Abwicklung an wichtigen Umschlagplätzen der weltweiten Seefrachtketten trugen ver-schärfend zu einer höchst angespannten Marktsituation und den daraus resultierenden ungewöhnlich hohen Frachtraten bei.
Sowohl im Bestandsgeschäft als auch in der Akquisition von Neugeschäften war die Kontraktlogistik von einem unverändert hohen Wettbewerbs- und Margendruck gekennzeichnet. Besonders betroffen von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der Maßnahmen zu deren Bekämpfung zeigte sich der Markt im Bereich der Dienstleistungen im Transportnetzwerk in Deutschland, mit einer anhaltend rückläufigen Entwicklung.
Geschäftsverlauf
Der Logwin Konzern konnte in einem durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und Kapazitätseng-pässe in Luft- und Seefracht stark beeinträchtigten Markt- und Wettbewerbsumfeld die Ergebnisentwick-lung des Vorjahres deutlich übertreffen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr stark an. Die positive Umsatzentwicklung wurde überwiegend durch das Geschäftsfeld Air + Ocean getragen, vor allem auf-grund außergewöhnlich hoher Frachtraten und spürbar angestiegener Volumina. Auch im Geschäftsfeld Solutions stieg der Umsatz trotz der Rückgänge infolge der Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekäm-pfung der Covid-19-Pandemie auf das Retail Transportnetzwerk insgesamt leicht an.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean konnte im Jahr 2021 in einem schwierigen Marktumfeld die Volumina in der Seefracht spürbar steigern, was zusammen mit den ungewöhnlich hohen Frachtraten zu einem deutlichen Wachstum des Umsatzes führte. Auch in der Luftfracht konnten die Volumina bei weiterhin hohen Frachtraten und damit der Umsatz deutlich gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde darüber hinaus die Implementierung eines neuen Transport Management Systems mit der Umstellung aller weltweiten Landesgesellschaften erfolgreich abgeschlossen.
Die Entwicklung im Geschäftsfeld Solutions war im Geschäftsjahr 2021 von einem pandemiebedingt sehr herausfordernden Marktumfeld gekennzeichnet. Die internationalen Transportaktivitäten des Geschäfts-felds verzeichneten im Jahresverlauf sowohl aufgrund steigender Volumina als auch gestiegener Frachtra-ten ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum. Dagegen entwickelten sich die Umsätze der Kon-traktlogistik und die Aktivitäten im Transportnetzwerk in Deutschland stark rückläufig. Im Transport-netzwerk waren vor allem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den stationären Einzelhandel spürbar. In der Kontraktlogistik wirkte sich zudem die Veräußerung und Schließung von Standorten rückläufig aus.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
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| in Mio. € | 2021 | 2020 | Veränderung absolut |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 1.851,8 | 1.123,3 | 728,5 |
| EBITA | 100,9 | 47,8 | 53,1 |
| Periodenergebnis | 63,5 | 34,7 | 28,8 |
| Free-Cashflow | 88,6 | 18,6 | 70,0 |
| Netto-Liquidität | 168,4 | 77,5 | 90,9 |
Ertragslage
Umsatz
Der Logwin Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 einen deutlichen Umsatzanstieg von 1.123,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 1.851,8 Mio. Euro. Der Umsatzanstieg von 64,9 % war überwiegend auf starke Ratensteigerungen im Geschäftsfeld Air + Ocean und im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfeldes Solutions zurückzuführen.
Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erzielte im Geschäftsjahr einen sehr erfreulichen Umsatz von 1.517,0 Mio. Euro (Vorjahr: 789,7 Mio. Euro), was einem Anstieg von 92,1 % entspricht. Die Umsatzent-wicklung ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Frachtraten in der Seefracht und der Luftfracht sowie gesteigerte Volumina zurückzuführen.
Solutions
Der Umsatz des Geschäftsfelds Solutions lag im Jahr 2021 mit 337,0 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres von 333,9 Mio. Euro. Im internationalen Transportgeschäft konnten die Umsätze raten- und mengenbedingt deutlich gesteigert werden. Spürbar rückläufig entwickelten sich dagegen die Umsätze in der Kontraktlogistik, im Wesentlichen aufgrund der Veräußerung und Schließung von Stand-orten. Der Umsatz im deutschen Transportnetzwerk entwickelte sich aufgrund der Covid-19-Pandemie und damit verbundener struktureller Marktveränderungen deutlich rückläufig.
| in Mio. € | 2021 | 2020 | Veränderung absolut | |
|---|---|---|---|---|
| Logwin Konzern | 1.851,8 | 1.123,3 | 728,5 | |
| davon Air + Ocean | 1.517,0 | 789,7 | 727,3 | |
| davon Solutions | 337,0 | 333,9 | 3,1 |
Der Umsatz des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern noch das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste und Holdinggesellschaften umfasst.
Bruttomarge
Die Bruttomarge des Logwin Konzerns konnte im Geschäftsjahr 2021 mit 8,8 % auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Im Geschäftsfeld Air + Ocean zeigte sich die Marge aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes moderat rückläufig, während sie im Geschäftsfeld Solutions deutlich gesteigert werden konnte.
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Vertriebs- und Verwaltungskosten
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2021 mit 61,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 55,3 Mio. Euro deutlich angestiegen. Der Anstieg der Vertriebskosten ist überwiegend auf Personalkosten aufgrund von Geschäftsausweitungen im Geschäfts-feld Air + Ocean zurückzuführen. In den Verwaltungskosten sind gestiegene Aufwendungen im Segment Sonstige enthalten, die im Zusammenhang mit der Erbringung administrativer Dienstleistungen für die operativen Geschäftsfelder stehen.
Operatives Ergebnis (EBITA)
Der Logwin Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2021 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 100,9 Mio. Euro, was erheblich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 47,8 Mio. Euro) liegt. Die operative Marge des Konzerns lag mit 5,5 % (Vorjahr: 4,3 %) auf einem erfreulichen Niveau. Die Ergebnisentwicklung ist geprägt durch eine deutliche Ergebnisverbesserung des Geschäftsfeldes Air + Ocean. Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Solutions entwickelte sich hingegen rückläufig.
Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean konnte das operative Ergebnis des Vorjahres mit 108,0 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: 49,1 Mio. Euro).# Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht
Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Steigerung des Bruttogewinns bedingt durch deutlich gestiegene Frachtraten und die Steigerung der Volumina zurückzuführen.
Solutions
Im Geschäftsfeld Solutions ist das operative Ergebnis im Jahr 2021 von 6,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 6,1 Mio. Euro zurückgegangen. Der Rückgang ist einerseits auf einen Wegfall von Einmalerträgen u.a. aus der Veräußerung eines Standortes zurückzuführen. Belastend haben sich Verluste im deutschen Transportnetzwerk ausgewirkt. Positiv wurde das Ergebnis durch die umsatzbedingte Steigerung des Ergebnisses im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfelds beeinflusst.
| in Mio € | 2021 | 2020 | Veränderung absolut | |
|---|---|---|---|---|
| Logwin Konzern | 100,9 | 47,8 | 53,1 | |
| Marge | 5,5% | 4,3% | 1,2% | |
| Air + Ocean | 108,0 | 49,1 | 58,9 | |
| Marge | 7,1% | 6,2% | 0,9% | |
| Solutions | 6,1 | 6,6 | -0,5 | |
| Marge | 1,8% | 2,0% | -0,2% |
Das EBITA des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden operativen Geschäftsfeldern noch das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste und Holdinggesellschaften umfasst. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts ergab sich für das Geschäftsfeld Solutions aufgrund aktualisierter Planungsannahmen eine Wertminderung des aktivierten Firmenwertes von 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).
Finanzergebnis und Ertragsteuern
Im Vorjahresvergleich verbesserte sich das Finanzergebnis auf -3,2 Mio. Euro (Vorjahr: -3,9 Mio. Euro). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus den von -3,0 Mio. Euro auf -2,1 Mio. Euro gesunkenen Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten sowie aus von -0,3 Mio. Euro auf -0,1 Mio. Euro rückläufigen Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Pensions- und sonstigen Personalrückstellungen. Gegenläufig haben sich von -0,1 Mio. Euro auf -0,3 Mio. Euro gesunkene Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen entwickelt. Der Ertragssteueraufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch das deutlich verbesserte operative Ergebnis von -9,1 Mio. Euro im Vorjahr auf -25,3 Mio. Euro.
Periodenergebnis
Das Periodenergebnis des Logwin Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 63,5 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis deutlich um 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro).
Finanzlage
Finanzmanagement im Logwin Konzern
Der Logwin Konzern finanziert sich im Wesentlichen aus Eigenmitteln, aus Leasing und bedarfsweise aus dem Factoring von Forderungen sowie in begrenztem Umfang durch Bank- und sonstige Darlehen. Die Finanzierung der operativen Einheiten des Logwin Konzerns erfolgt im Wesentlichen aus operativen Cashflows oder bedarfsweise aus Konzerndarlehen. Die Finanzierungsverbindlichkeiten des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2021 mit 79,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen (Vorjahr: 90,9 Mio. Euro) und betreffen fast ausschließlich Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Operativer Cashflow
Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der Logwin Konzern Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 125,9 Mio. Euro (Vorjahr: 67,7 Mio. Euro). Der deutliche Anstieg ist hauptsächlich auf das erheblich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Gegenläufig haben sich in moderatem Umfang die Veränderung des Working Capital sowie gestiegene Steuerzahlungen auf den operativen Cashflow ausgewirkt.
Investitions-Cashflow
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Logwin Konzerns lag mit -3,8 Mio. Euro um 13,9 Mio. Euro über dem Vorjahrescashflow (Vorjahr: -17,7 Mio. Euro). Die Abweichung resultiert im Wesentlichen aus um 7,1 Mio. gestiegenen Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen, die im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Veräußerung einer Immobilie entstanden, sowie aus um 6,9 Mio. Euro gesunkenen Auszahlungen für Investitionen.
Free-Cashflow
Der Logwin Konzern erwirtschaftete nach Berücksichtigung der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro) einen Free-Cashflow von 88,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,6 Mio. Euro).
Finanzierungs-Cashflow
Der Finanzierungs-Cashflow des Jahres 2021 lag bei -44,3 Mio. Euro (Vorjahr: -42,3 Mio. Euro) und beinhaltet im Wesentlichen die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro). Daneben beinhaltet der Finanzierungs-Cashflow die unveränderte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG von -10,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro) aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der Logwin AG.
Vermögenslage
Bilanzsumme und Vermögenswerte
Die Bilanzsumme des Logwin Konzerns ist mit einer Veränderung von 574,4 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag auf 797,0 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 deutlich angestiegen. Der Anstieg der Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf den deutlichen, durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens bedingten Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen oder Leistungen sowie auf die Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zurückzuführen. Im Berichtsjahr sind die langfristigen Vermögenswerte auf 204,7 Mio. Euro zurückgegangen (Vorjahr: 228,0 Mio. Euro). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen die Sachanlagen in Höhe von 104,8 Mio. Euro (Vorjahr: 118,2 Mio. Euro) und ist u.a. auf die Veräußerung einer Immobilie zurückzuführen. Die in den langfristigen Vermögenswerten enthaltenen Firmenwerte in Höhe von 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr aufgrund gesunkener Ertragserwartungen im Geschäftsfeld Solutions um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Ebenfalls zu dem Rückgang beigetragen haben die sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die u.a. aufgrund einer außerordentlichen Wertminderung eines operativen IT-Systems von 22,5 Mio. Euro auf 21,0 Mio. Euro gesunken sind. Daneben beinhalten die langfristigen Vermögenswerte latente Steueransprüche von 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro). Das kurzfristige Vermögen des Logwin Konzerns ist auf 592,3 Mio. Euro deutlich angestiegen, verglichen mit 346,5 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres. In den kurzfristigen Vermögenswerten enthalten sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nach IFRS 15 angesetzte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 296,3 Mio. Euro (Vorjahr: 153,4 Mio. Euro) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 248,0 Mio. Euro (Vorjahr: 168,4 Mio. Euro). Die signifikante Erhöhung ist im Wesentlichen auf die durch die gestiegenen Umsatzerlöse deutlich angestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte zurückzuführen.
Eigenkapital
Der Logwin Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahrs 2021 über ein Eigenkapital von 282,5 Mio. Euro gegenüber 224,9 Mio. Euro im Vorjahr. In der Erhöhung des Eigenkapitals spiegelt sich vor allem das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2021 von 63,5 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro) wider. Mindernd auf das Eigenkapital hat sich die im Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung an die Aktionäre des Unternehmens von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro) ausgewirkt. Eigenkapitalerhöhend wirkten sich die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen aufgrund des gestiegenen Diskontierungssatzes und von Steuereffekten in diesem Zusammenhang in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: -1,2 Mio. Euro) sowie Fremdwährungseffekte in Höhe von 4,5 Mio. Euro ( Vorjahr: -6,3 Mio. Euro ) aus. Die Eigenkapitalquote verminderte sich bedingt durch die deutliche Ausweitung der Bilanzsumme von 39,1 % zum Vorjahrestag auf 35,4 % zum 31. Dezember 2021.
Verbindlichkeiten
Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 100,9 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 92,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs der langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Zusätzlich wirkten sich die durch die Anwendung gestiegener Diskontierungssätze rückläufigen Pensions- und Jubiläumsrückstellungen mindernd aus. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben zum 31. Dezember 2021 spürbar von 248,7 Mio. Euro auf 421,6 Mio. Euro zugenommen und beinhalten überwiegend deutlich gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 323,3 Mio. Euro (Vorjahr: 172,5 Mio. Euro) resultierend aus dem operativen Geschäft. Zu dem Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten haben darüber hinaus gestiegene Verbindlichkeiten für Ertragsteuern und sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen beigetragen.
Zahlungsmittel und Nettoliquidität
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Logwin Konzerns beliefen sich zum Ende des Berichtsjahrs 2021 auf 248,0 Mio. Euro, gegenüber einem Bestand von 168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2020. Im Wesentlichen aufgrund des höheren Zahlungsmittelbestands erhöhte sich die Nettoliquidität des Konzerns von 77,5 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021.
Mitarbeiter
Der Logwin Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2021 weltweit 4.087 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verglichen mit 4.160 Mitarbeitern zum Vorjahresende. Das Geschäftsfeld Air + Ocean beschäftigte 30 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld Solutions beschäftigte 101 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf Standortschließungen und Personalmaßnahmen in verschiedenen Einheiten und Standorten des Geschäftsfeldes zurückzuführen ist. Die Zahl der Mitarbeiter des Logwin Konzerns in Deutschland verminderte sich von 1.739 auf 1.631 Beschäftigte.
| 2021 | 2020 | Veränderung absolut | |
|---|---|---|---|
| Logwin Konzern | 4.087 | 4.160 | -73 |
| davon Air + Ocean | 2.784 | 2.754 | 30 |
| davon Solutions | 1.076 | 1.177 | -101 |
Bericht zur Logwin-Aktie
Logwin-Aktie
Im Geschäftsjahr wurden an allen deutschen Börsenplätzen insgesamt 33.782 Aktien der Logwin AG gehandelt. Dies entsprach einem Umsatz von 7,3 Mio. Euro. Der Kurs der Logwin-Aktie stieg von Jahresbeginn bis zum Ende des Berichtszeitraums von 149,00 Euro auf einen Xetra-Schlusskurs von 274,00 Euro.# Kennzahlen zur Logwin-Aktie
Die Aussagekraft dieser Kursentwicklung ist aufgrund des geringen Handelsvolumens nur sehr eingeschränkt.
Aktienrückkaufprogramm
Die Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat ermächtigt, bis zum 10. April 2024 den Rückkauf eigener Aktien zu beschließen. Bis zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 5.051 Stückaktien (Vorjahr: 3.000) erworben.
Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen
Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat dazu ermächtigt, bis zum 20. Mai 2024 das Grundkapital einmalig oder mehrmalig durch Ausgabe neuer Aktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio gegen Bar- und/oder Sacheinlage um 1.509.105 Aktien zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht.
| Kennzahl | Einheit | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|
| Schlusskurs (Xetra) | in Euro | 274,00 | 149,00 |
| Hoch/Tief 52 Wochen | in Euro | 278,00/147,00 | 170,00/102,00 |
| Anzahl der Aktien | in Stück | 2.884.395 | 2.884.395 |
| – davon im Umlauf befindlich | in Stück | 2.879.344 | 2.881.395 |
| Marktkapitalisierung | in Mio. Euro | 788,9 | 429,3 |
Anteilsbesitz
Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie des Executive Committee besaßen zum 31. Dezember 2021 weder Aktien noch Optionen zum Erwerb von Aktien der Logwin AG.
Unternehmensrating
Das Rating für den Logwin Konzern (Corporate Credit Rating) durch Standard & Poor’s liegt seit April 2019 bei „BB+“ mit stabilem Ausblick.
Nachtragsbericht
Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
Gesamtdarstellung
Risiken und Chancen
Risikomanagementsystem
Ziele und Strategie
Der Logwin Konzern verfügt zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung und zur Umsetzung der festgelegten Risikopolitik über ein konzernweites Risikomanagementsystem. Dieses bildet einen wichtigen Teil des Planungs- und internen Kontrollsystems und damit ein wesentliches Element der Unternehmensführung und -steuerung. Ziel der Risikopolitik der Logwin AG ist es, Risiken, die zu einer wesentlichen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können oder die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig und systematisch zu identifizieren, um diese im Vorfeld zu vermeiden oder negative Konsequenzen durch die zeitnahe Einleitung von Gegen- steuerungsmaßnahmen minimieren zu können. Die systematische Identifikation und Analyse von Chancen ist nicht Bestandteil des konzernweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ihre Identifikation und Wahrnehmung ist durch die fortlaufend enge Überwachung der Geschäftstätigkeit auf den verschiedenen Management-Ebenen des Logwin Konzerns sichergestellt.
Konzernlagebericht Wirtschaftsbericht | Nachtragsbericht | Gesamtdarstellung Risiken und Chancen 15
Struktur und Prozess
Das Risikomanagement wird durch konzernweit geltende Vorgaben und Regelungen, die in einer Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert sind, gewährleistet. Sogenannte Risikoeigner („Risk Owner“) in den Geschäftsfeldern sowie in den Holding-Gesellschaften identifizieren und bewerten die in ihren Bereichen auftretenden Risiken. Diese werden systematisch zusammengefasst und – in Abhängigkeit von festgelegten Berichtsschwellenwerten – an die jeweiligen Leitungs- ebenen innerhalb der Geschäftsfelder sowie an das Executive Committee und den Verwaltungsrat der Logwin AG kommuniziert. Neben der ordentlichen Berichterstattung in vorgegebenen Intervallen stellt die Sofortberichterstattung wesentlicher neu auftretender Risiken einen integralen Teil des Risikomanagementsystems dar. Die Steuerung der Risiken obliegt je nach Größenordnung den Risikoeignern selbst, den jeweiligen Leitungsebenen innerhalb der Geschäftsfelder oder dem Executive Committee. Durch die klar definierten Prozesse und Verantwortlichkeiten wird nicht nur die Bearbeitung aller identifizierten Risiken gewährleistet, sondern auch die Information des Executive Committee und des Verwaltungsrats der Logwin AG über alle wesentlichen Risiken sichergestellt.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Verhältnis zu anderen Prozessen und Systemen sowie im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Das Risikomanagementsystem ist bewusst als ein von anderen Prozessen und Systemen unabhängiges Instrument etabliert. Jedoch fließen die Erkennt- nisse aus diesem System in verschiedene andere Prozesse und Systeme ein:
- Insbesondere über die dezentrale Risikoerfassung durch die Risk Owner können auch Compliance- relevante Sachverhalte berichtet werden, die dann über das Compliance-Management-System des Logwin Konzerns aufzugreifen sind.
- Im Rahmen der Strategischen Planung, bei der Budgetierung und bei der Erstellung von Forecasts ist zu definieren, wie innerhalb des Planungshorizonts mit bestimmten Risiken umzugehen ist. Umgekehrt sind die Erkenntnisse aus anderen Prozessen und Systemen im Risikomanagement zu berücksichtigen, z. B. durch Erfassung von Sachverhalten, welche über die Planung (Strategische Planung, Budget oder Forecast) berichtet werden.
- Weiterhin führt die Revision Prüfungen durch. Prüfungsergebnisse können je nach festgestelltem Sachverhalt ggf. auch als Risiken zu erfassen sein.
Neben der Richtlinie zum Risikomanagement regelt eine konzernweite Bilanzierungsrichtlinie den Rechnungslegungsprozess als weitere Ausprägung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Rechnungslegungsprozess im Logwin Konzern folgt der dezentralen Organisation, d.h. auf Ebene der Geschäftsfelder werden die einzelnen Unternehmen des Logwin Konzerns zum einen in Bezug auf die Abschlussvorbereitung (z. B. die Terminplanung und Aufgabenverteilung, die Einholung von Saldenbe- stätigungen oder die Bewertung von Rückstellungen) und zum anderen in Bezug auf die Abschlusserstel- lung (z. B. durch vielfältige, zum Teil systemgestützte Abstimmungs- und Plausibilitätskontrollen) überwacht. Ein weiteres Element des internen Kontrollsystems sind Vollständigkeitserklärungen der jeweiligen Geschäftsleitungen zu den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften. Alle Eingaben und Arbeitsschritte des Konsolidierungsprozesses sind im gemeinsam genutzten Konsolidierungsprogramm dokumentiert. Darüber hinaus ist die Revision in ausgewählten Fällen auch in die Überwachung der Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinie eingebunden.
16 Risiken
Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maß- nahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf den Logwin Konzern. Die teilweisen Veränderungen der individuellen Chancen und Risiken haben für das Geschäftsjahr 2022 keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil des Logwin Konzerns, das sich nach Einschätzung der Unternehmensleitung im Vergleich zum Vorjahr trotz der fort- dauernden Unsicherheiten und der stellenweisen Betroffenheit durch die weitere Entwicklung der Covid- 19-Pandemie sowie die anhaltenden Engpässe in den weltweiten Transportkapazitäten nicht wesentlich verändern wird. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Risiken und im Anschluss daran die Chancen, die einen wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben können, beschrieben. Sofern nicht anders beschrieben gelten diese für alle Geschäftsfelder.
Überblick
Für den Logwin Konzern als international tätiges Logistikunternehmen bestehen gesamtwirt- schaftliche oder politische Risiken ebenso wie Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit, die auch das regulatorische Umfeld, wie insbesondere die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung umfassen. Des Weiteren können finanzielle, rechtliche und sonstige Risiken Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben. Der Logwin Konzern hat – den gesetzlichen Vorgaben entsprechend – ein umfassendes Risiko- managementsystem eingerichtet. Dieses hat zum Ziel, frühzeitig und systematisch Risiken, die zu negativen Ergebnis- oder Planungsabweichungen führen oder die Existenz gefährden können, zu identifizieren und zu steuern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Risikomanagement- system als unzureichend oder unwirksam herausstellt und sich unerkannte Risiken bzw. Negativent- wicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Logwin Konzerns verwirklichen oder nicht schnell genug erkannt werden, um ihre Verwirklichung zu vermeiden. Hierdurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich beeinträchtigt werden.
Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken
Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels hat maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen und somit für die Unternehmensentwicklung des Logwin Konzerns. Unverändert beobachtet der Logwin Konzern im Einklang mit der allgemeinen Gesamtlage intensiv die sich aus dem Verlauf der Covid-19-Pandemie ergebenden Risiken für die Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions. Eine erneute Verschärfung der im Zuge der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ange- ordneten Schließungen des stationären Einzelhandels oder die Aufrechterhaltung von Zugangsbe- schränkungen in verschiedenen europäischen Ländern einschließlich Deutschland sowie möglicherweise daraus resultierend ein Anstieg von Kundeninsolvenzen oder ein sich nachhaltig veränderndes Verbrau- cherverhalten, können einen deutlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben.# Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Eine erneute Störung des Welthandels durch die Abschottung einzelner Länder oder kritischer Infrastrukturen zur Eindämmung von Infektionsherden könnte ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben.
Die weithin beobachtbaren Störungen der globalen Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Kunden des Logwin Konzerns führen zu zusätzlichen Risiken in Bezug auf das Angebot an Kapazitäten zur Erbringung der Dienstleistungen des Logwin Konzerns in den Bereichen Luft- und Seefracht ebenso wie im Straßentransport und intermodal bzw. Schienenverkehr. Mittelfristig kann aus anhaltenden Störungen der Logistikketten ein Rückgang der Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen resultieren, der einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben kann. Darüber hinaus bestehen in der weltweiten konjunkturellen Entwicklung und insbesondere der Konjunktur des Euroraums sowie der asiatischen Volkswirtschaften wesentliche Risiken. In diesem Zusammenhang besteht insbesondere die Gefahr einer deutlich abgeschwächten kurz- und mittelfristigen Konjunkturentwicklung als Folge der Covid-19-Pandemie sowie der Störungen in den internationalen Lieferketten. Kurz- und mittelfristige Einführungen von Handelshemmnissen und die Bemühungen um Einschränkungen des Freihandels aus politischen Gründen können zusätzlich erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat sich wie erwartet als von untergeordneter Bedeutung für den Logwin Konzern erwiesen. Eine schlechter als prognostiziert verlaufende wirtschaftliche Entwicklung in relevanten Wirtschaftsräumen und Volkswirtschaften sowie in Wirtschaftsbereichen wie der Textil- und Modebranche, Automotive oder bestimmten Segmenten des Groß- und Einzelhandels würde für einzelne oder alle operativen Logwin-Einheiten zu einem negativen Einfluss auf die Nachfrage der Kunden des Logwin Konzerns nach Logistikdienstleistungen führen, der für den Logwin Konzern Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen könnte. Ebenso können neben den erheblich gestiegenen Frachtraten Wechselkursveränderungen wesentliche Auswirkungen auf Handelsströme und damit auf die Marktgröße für interkontinentale Luft- und Seefrachttransporte haben. Der Logwin Konzern überwacht die relevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit dem Ziel, die Auswirkungen negativer gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine Steuerung des jeweiligen Exposures und soweit möglich Anpassungen des Geschäftsmodells zu minimieren. Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund in vielen Teilen der Welt richten sich häufig auch gegen wichtige Verkehrs- und Umschlagpunkte der weltweiten Handelsströme. Dies kann zu kurzfristigen Unterbrechungen und auch zu mittelfristigen Veränderungen von Handelsströmen aus Sicherheitserwägungen der Kunden des Logwin Konzerns führen. Diese Änderungen der Transportvolumina sowie die zunehmende Bedeutung von Wirtschaftsembargos und Sanktionen in den weltweiten internationalen Beziehungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Durch Diversifikation der weltweiten Aktivitäten und tagesaktuelle risikomindernde Steuerung der Transportvolumina seiner Kunden reduziert der Logwin Konzern seine diesbezüglichen Risiken.
Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit
Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Einheiten des Logwin Konzerns ist weltweit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden.
Markt- und Kundenrisiken
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führten im Geschäftsjahr 2021 weltweit zu kurzfristigen erheblichen Störungen der Logistikketten und hatten wiederholt tiefgreifende Auswirkungen auf die verschiedenen Aktivitäten der Transport- und Logistikbranche. Insbesondere waren die Beschaffungs- und Distributionsaktivitäten des Transportnetzwerks im Logwin Konzern aufgrund der verschiedenen Lockdowns in Deutschland und anderen europäischen Ländern in besonderem Maße von kurzfristigen und unerwarteten Volumenrückgängen und kurzfristigen Schwankungen der Transportmengen betroffen. Die Reaktion auf die öffentlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung führten auch zu einem andauernd veränderten Konsumverhalten und erschwerten die Planung für die Kunden und nachfolgend die Aktivitäten des eigenen Transportnetzwerks. Insgesamt war eine deutlich gestiegene Verlagerung zum Online-Handel erkennbar. Sollte dies zu einem nachhaltig veränderten Konsumverhalten zulasten des stationären Einzelhandels führen, können notwendige Kapazitätsanpassungen und daraus resultierende Restrukturierungen des Transportnetzwerks die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße belasten. Kundenseitige Kostensenkungsprogramme führen in vielen Fällen gegenüber den Logistikdienstleistern zu einem verschärften Kostenbewusstsein und damit verbunden zu Forderungen nach Preisreduktionen. Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der hohen Qualität der Dienstleistungen sowie der in den vergangenen Jahren erzielten Kosteneinsparungen sieht sich der Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen. In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags- und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert. Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass ein sich weiter verschärfender Wettbewerb um knappe Frachtkapazitäten in Verbindung mit sehr hohen, volatilen Frachtraten, die unter Umständen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können, zu einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten Teilmarkt zunimmt.
Beschaffungsrisiken
Ein weiteres erhebliches Risiko für die Ertragssituation des Logwin Konzerns liegt in der Entwicklung branchenspezifischer Kosten. Es besteht hier das grundsätzliche Risiko, dass Kostensteigerungen nicht unmittelbar und im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können, was zu einer deutlichen Ergebnisminderung führen kann. Diesem Risiko wird, soweit möglich, durch eine sorgfältige Vertragsgestaltung und eine ausreichende Diversifikation der beauftragten Dienstleister und Lieferanten Rechnung getragen. Ein großer Teil der erbrachten Dienstleistungen wird im Logwin Konzern über den Einsatz von Subunternehmern erbracht. Die lokale und weltweite Verfügbarkeit eines diversifizierten Anbietermarktes ist Voraussetzung zur Erbringung der speditionellen Leistung für die Kunden des Logwin Konzerns zu wettbewerbsfähigen Preisen. Gegenwärtig sind erhebliche Knappheiten in den weltweiten Luftfrachtkapazitäten aufgrund des durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten erheblichen Rückgangs von Passagierflügen zu verzeichnen. Auch der Seefrachtmarkt ist durch ein knappes Angebot an Containerkapazitäten sowie durch erhebliche infrastrukturelle Engpässe an Terminals und Umschlagplätzen mit in der Folge deutlich gestiegenen Frachtraten gekennzeichnet. Im Landverkehr werden der europaweite erhebliche Fahrermangel und Knappheit an Fahrzeugen und sonstigem Transportequipment zu einem relevanten Beschaffungsrisiko. Es besteht das Risiko, dass aufgrund dieser Verknappung an Transportkapazitäten eine ausreichende Differenzierung der angebotenen Dienstleistung nicht mehr möglich sein wird und dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns hat. Trotz nur begrenzter eigener Transportkapazitäten bestehen insbesondere im Geschäftsfeld Solutions Risiken einer Unterauslastung von vorgehaltenen Transportkapazitäten bzw. Frachtraum, insbesondere im Retailnetzwerk. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Frachtraten könnte ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertragssituation des Logwin Konzerns haben, wenn die höheren Raten nicht in vollem Umfang und zeitgerecht an die Kunden weitergegeben werden können. Ferner können sich Leerstandsrisiken von angemieteten oder anderweitig vorgehaltenen Logistikimmobilien nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns auswirken.Der Logwin Konzern begrenzt diese Risiken soweit möglich durch entsprechende Vertragsgestaltungen sowie die kontinuierliche Überwachung der laufenden Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus gelingt es durch die eingespielten internen Prozesse möglichst schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Gegebenheiten zu reagieren.
Insbesondere im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, aber auch im Unterhalt von Logistikimmobilien besteht das Risiko weiter steigender Treibstoff- und Heizölpreise. Trotz des aktuell bereits hohen Preisniveaus besteht das Risiko eines mittelfristigen weiteren Preisanstiegs, der zu einer unvorhergesehenen und teilweise sehr kurzfristig eintretenden Verteuerung der Herstellungskosten bzw. Beschaffungskosten führen kann.
Ebenfalls bedeutend für eine reibungslose Erbringung seiner Transport- und Logistikdienstleistungen an den verschiedenen Standorten ist für den Logwin Konzern die Verfügbarkeit von angemessen qualifizierten Arbeitskräften zu wettbewerbsadäquaten Konditionen. Für den Fall, dass an Standorten des Unternehmens geeignete Arbeitskräfte nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sein sollten, besteht das Risiko, dass der Logwin Konzern seine Dienstleistungen aufgrund erhöhter Personalkosten nicht vereinbarungsgemäß oder nur auf wirtschaftlich nicht auskömmliche Weise erbringen kann. Dies gilt neben dem gewerblichen Bereich auch für qualifizierte Logistikfachkräfte. Dies könnte sich negativ auf die kurz- oder mittel- und langfristige Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Logwin Konzerns auswirken.
Der Logwin Konzern begegnet diesem Risiko durch intensive und systematische Personalbeschaffung sowie vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung seiner Mitarbeiter. Daneben werden zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken und von Unfällen der Mitarbeiter regelmäßige Gesundheits- und Sicherheitsmanagementschulungen veranstaltet.
Technische Risiken
Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Logwin Konzerns sind Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von IT-Infrastruktur und -Anwendungen von entscheidender Bedeutung. IT-Risiken bestehen durch den möglichen Ausfall von operativen und administrativen IT-Systemen, die die Geschäftsabwicklung erheblich beeinträchtigen und im Falle länger anhaltender Unterbrechungen oder entsprechender Reichweite existenzbedrohend für den Logwin Konzern sein könnten.
Zur Begrenzung der IT-Risiken erfolgt eine kontinuierliche Bewertung existierender und neuer Gefährdungen für die Datensicherheit und die IT-Infrastruktur des Logwin Konzerns. Im Jahr 2021 war ein weiter erhöhtes Risiko im Bereich Daten- und Cybersicherheit festzustellen. Weltweit bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle auch im Bereich der Logistik zeigen, dass die Gefährdungslage auch für den Logwin Konzern unverändert als erhöht gesehen werden muss.
Der Logwin Konzern trifft fortlaufend geeignete Schutzmaßnahmen um die IT-Dienste und Funktionalitäten sicher zur Verfügung zu stellen. Alle Mitarbeiter der Logwin Gruppe werden durch regelmäßige Schulungsmaßnahmen zu Themen der Cybersicherheit sensibilisiert.
Der Ausfall technischer Anlagen wie automatisierter Lagertechnik für Hochregallager, Flurförderzeuge und -anlagen oder Materialflussrechnern kann für den Logwin Konzern neben Umsatzausfällen Haftungs- und Gewährleistungsrisiken für Schäden und Qualitätsmängel nach sich ziehen. Durch die regelmäßige Wartung sowie stetige Verbesserung der technischen Anlagen und Maschinen sowie angemessene Prozesse zu ihrer Überwachung gelingt es dem Logwin Konzern, diesen Risiken entgegenzuwirken.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring im Geschäftsjahr 2022 ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer 35 auf Seite 99 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften allgemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Es bestehen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle Ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitätsprüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegengewirkt.
Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forderungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäftes haben. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus Forderungsausfällen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungszielen und Kreditlimiten. Darüber hinaus dient die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich. Für drohende Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Ziffer 23 auf Seite 77 des Konzernanhangs verwiesen.
Sofern keine anderweitigen Angaben vorgenommen werden, stellt der Buchwert der Finanzinstrumente das maximale Ausfallrisiko dar.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/– 10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro). Eine Aufstellung der zum Stichtag bestehenden Devisentermingeschäfte ist im Anhang unter Ziffer 34 auf Seite 97 aufgeführt.
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben. Der Umfang möglicher Auswirkungen wird im Logwin Konzern fortlaufend eng überwacht.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen. Zum 31. Dezember 2021 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert.# Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung
Risiken und Chancen
23 Rechtliche und regulatorische Risiken
Der Logwin Konzern führt im Rahmen grenzüberschreitender, internationaler Güterverkehre für seine Kunden verschiedene Zoll- und Umsatzsteuerverfahren durch. Die Durchführung solcher Verfahren und die dafür erforderliche Abgabe von Zoll- oder Steuererklärungen sind mit Risiken verbunden. Dies gilt besonders dann, wenn der Logwin Konzern für die Vollständigkeit und Richtigkeit solcher Erklärungen bspw. als Gesamtschuldner haftet. Insbesondere dann, wenn der Kunde in diesen Fällen nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, bestehen hieraus erhebliche Risiken für die Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt die Abwicklung dieser Prozesse durch entsprechend qualifiziertes Personal. Darüber hinaus trägt das bestehende interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem dazu bei, möglichen Gefährdungen frühzeitig zu begegnen.
Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins ist die Einführung von strengeren Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. verstärkter Einfuhrkontrollen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Luftfrachtsicherheit, nicht auszuschließen. Deren Auswirkungen auf die Logistikbranche sind schwer abzuschätzen. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Erfüllung internationaler Sicherheitsvorschriften zu gesteigerten Kosten und deutlich steigendem Investitionsbedarf im Bereich zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen führt, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ergebnissituation des Logwin Konzerns auswirken können.
Länderspezifische Risiken ergeben sich aus uneinheitlichen Auslegungen, Anwendungen und kurzfristig in Kraft tretenden Änderungen von Rechts-, Steuer- und Zollregelungen. Dies gilt nicht nur für verschiedene Schwellenländer, in denen ein noch nicht oder nur eingeschränkt nach internationalen Standards funktionierendes Rechtssystem existiert, sondern auch für dezentral erlassene Durchführungsverordnungen von EU-Recht, die sich in den einzelnen Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden.
Durch enge Überwachung der Entwicklung weltweiter Sicherheitsvorschriften und anderer rechtlicher Rahmenbedingungen ist der Logwin Konzern bemüht, frühzeitig auf zusätzliche Anforderungen zu reagieren und die Auswirkungen zusätzlicher Aufwendungen durch Anpassung von Kundenvereinbarungen zu mindern oder abzuwenden.
Weiterhin unterliegt der Logwin Konzern im Rahmen seiner Leistungserbringung sowie beim Betrieb eigener Anlagen den in den jeweiligen Ländern der Geschäftstätigkeit gültigen Gesetzen sowie rechtlichen Regeln und Vorschriften, wie beispielsweise Transportlizenzen, Umweltauflagen, Arbeitssicherheitsregeln und Arbeitsschutz. Auflagen und Lizenzerfordernisse können die Transport- und Logistiktätigkeiten beschränken. In verschiedenen Kundenprojekten sind die Gesellschaften des Konzerns darauf angewiesen, dass die vorhandenen Lizenzen und Genehmigungen jederzeit vorliegen. Ein Verlust derselben könnte die Wirtschaftlichkeit der betroffenen Kundenprojekte in erheblichem Maße gefährden. Die hieraus entstehenden Risiken werden durch die Risikoeigner permanent überwacht, um möglichen Gefährdungen unmittelbar zu begegnen.
Aus der Abwicklung von durch den Logwin Konzern veräußerten Unternehmensteilen bestehen vertraglich vereinbarte Risikoübernahmen, im Wesentlichen Garantie-, Freistellungs- oder Steuerrisiken. Die Inanspruchnahme des Logwin Konzerns kann zu Belastungen der Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns führen. Diese Risiken werden vertraglich möglichst begrenzt.
24 Von umweltrechtlichen Vorschriften und Auflagen ist der Logwin Konzern insbesondere in solchen Bereichen betroffen, in denen die Erbringung der Logistikleistungen mit dem Umgang mit potenziell gefährdenden Stoffen einhergeht, so beispielsweise der Betrieb von Tankstellen. Darüber hinaus werden in verschiedenen Logistikanlagen Gefahrgüter umgeschlagen und gelagert. Es ist wahrscheinlich, dass der Logistik- und Transportsektor zumindest in Deutschland und der EU in den nächsten Jahren in den Fokus umwelt- und klimaschutzbezogener Richtlinien und Gesetze rückt. Diesbezüglich bestehen Risiken, dass die hieraus erwachsenden Kostensteigerungen nur teilweise durch Effizienzsteigerungen aufgefangen oder in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Dies könnte erhebliche Nachteile für die Ertrags- und die Finanzlage des Logwin Konzerns nach sich ziehen. Fortlaufende Überwachung und systematische Prüfungen durch die Überwachungsorgane und insbesondere durch die Qualitätsmanagement-Beauftragten des Logwin Konzerns stellen die frühzeitige Identifikation und Steuerung dieser Risiken sicher.
Sonstige Risiken
Für den Logwin Konzern besteht ein Risiko, dass aus Pflichtverletzungen des Managements Schadenersatzansprüche resultieren. Darüber hinaus bergen dolose Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Zahlungsmitteln und Korruption ein hohes Gefahrenpotenzial und können zu erheblichen materiellen und Reputationsschäden führen. Das interne Kontrollsystem des Logwin Konzerns trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, Risiken zu reduzieren. Des Weiteren hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, mit dem Ziel, die Integrität des Verhaltens seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern und Situationen vorzubeugen, die nicht mit diesen Grundsätzen zu vereinbaren sind. Der Verhaltenskodex ist öffentlich über die Internetseite des Logwin Konzerns verfügbar und ist zudem in den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter fest verankert. Regelmäßig finden Informations- und Schulungsveranstaltungen zum Verhaltenskodex statt.
Zur Korruptions-Prävention hat der Logwin Konzern ein E-Learning-Programm etabliert. Im Berichtsjahr wurden auf Basis des Feedbacks unserer Mitarbeiter gemeinsam mit einem externen Partner die neuen E-Learning-Module Compliance & Corruption eingeführt. Der Roll-Out erfolgte in mehreren Wellen beginnend mit den Management- und Vertriebspositionen bevor dann die beiden Module ab Juni in weitere Länder für alle Angestellten ausgerollt wurden. Mittlerweile wurden von unseren Mitarbeitern in 35 Ländern bereits 3.131 Online-Trainingsprogramme zu Korruption und Compliance Themen erfolgreich absolviert. Bis Ende des Jahres 2021 haben 1.019 Mitarbeiter beide Trainings erfolgreich absolviert. Zusätzlich zu den Online-Selbstlernmodulen wurde ein zweistündiger Führungskräfteworkshop zum Thema Compliance im Webinar-Format konzipiert und in einem ersten Leadershipprogram bereits umgesetzt und zukünftig fester Bestandteil in der Führungskräfteentwicklung im Logwin Konzern sein.
Der Logwin Konzern geht unternehmerische Risiken ein, um Marktchancen nutzen zu können. Für den Fall, dass sich diese Risiken materialisieren, könnte dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns erheblich beeinträchtigen. Der aktivierte Firmenwert in Höhe von 57,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 stellt einen wesentlichen Einzelposten des langfristigen Vermögens des Logwin Konzerns dar. Er entfällt mit 45,7 Mio. Euro auf das Geschäftsfeld Air + Ocean und mit 11,7 Mio. Euro auf das Geschäftsfeld Solutions. Den Erfordernissen des IAS 36 entsprechend werden die Firmenwerte einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen („ Impairment-Test“). Im Falle einer nachhaltig schwächer als erwarteten Entwicklung einzelner Bereiche des Logwin Konzerns besteht mit Blick auf die Konzernbilanz ein Risiko, dass insbesondere aktivierte Firmenwerte abgewertet werden müssen („Impairment-Risiko“). Einen weiteren Einflussfaktor stellt hierbei auch die aktuelle und erwartete Zinsentwicklung dar. Im Geschäftsjahr wurde der aktivierte Firmenwert im Geschäftsfeld Solutions aufgrund angepasster Planungen um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Eine anhaltend schwache oder schwächer als erwartete Entwicklung einzelner Logwin-Gesellschaften kann darüber hinaus eine Wertberichtigung von latenten Steueransprüchen erforderlich machen. Eine mangelnde Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte inklusive Nutzungsrechte aus IFRS 16 könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns negativ beeinflussen.
Compliance
Auf die konzernweite Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, vertraglicher Vereinbarungen sowie eigener Richtlinien legt der Logwin Konzern größten Wert. Zur Verankerung dieses Grundsatzes hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns bindend ist. Insbesondere definiert dieser Verhaltenskodex allgemeine Verhaltensgrundsätze, verpflichtet zur Kenntnis und Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften, regelt den Umgang mit Geschäftspartnern und staatlichen Institutionen und gibt Richtlinien zur Vermeidung von Interessenskonflikten vor. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Logwin AG eine Corporate Governance Charter beschlossen, die sich an den Corporate Governance-Regelungen der Luxemburger Börse orientiert und Vorgaben zur Durchführung der Leitung und Überwachung des Logwin Konzerns sowie zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich enthält. Die Corporate Governance Charter der Logwin AG ist auf der Homepage des Logwin Konzerns öffentlich zugänglich. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt „ Corporate Governance“ dieses Lageberichts.
Zur Überwachung der Einhaltung der Compliance-Vorgaben wurde ein Compliance Officer berufen. Unter seiner Gesamtverantwortung hat das Executive Committee ein Compliance Management System geschaffen, das den Rahmen für die strukturierte Überwachung, Bewertung und Steuerung sowie Nachverfolgung von Compliance-Risiken auf Basis definierter Risikofelder bildet.# Umfassende und wieder-kehrende Schulungen von Mitarbeitern auf Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings ergänzen die fortlaufend erweiterten Maßnahmen.
Die Compliance-Aktivitäten werden durch die Arbeit der Revision ergänzt. Hier liegt der Fokus auf der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften sowie vertraglicher Vereinbarungen. Die Revision führt gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsfelder weltweit Audits ausgewählter Nieder-lassungen und Gesellschaften durch. Hierbei werden auch externe Spezialisten und Rechtsanwälte zur Überprüfung der Einhaltung nationaler Gesetze und Vorschriften eingebunden. Wesentliche Schwer-punkte stellen die Themen Korruptionsprävention, steuer- und zollrechtliche Compliance, Datenschutz und Arbeitsrecht dar. Insgesamt wurde durch diese Maßnahmen die Compliance-Organisation des Logwin Konzerns in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Dennoch kann nicht ausgeschlos-sen werden, dass es zu Verstößen gegen nationale oder internationale Vorschriften kommen kann und sich dadurch möglicherweise sogar existenzbedrohende Risiken für den Logwin Konzern ergeben könnten.
26 Chancen
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Chancen
Die anhaltende Globalisierung eröffnet dem Logwin Konzern neben den oben beschriebenen Risiken auch Chancenpotentiale. Bei einem anhalten-den, langfristigen Weltwirtschaftswachstum wird die Logistik-Branche auch in Zukunft wachsen. Dies gilt besonders für Asien, wo die Handelsströme mit anderen Regionen und speziell innerhalb des Kontinents weiter zunehmen werden. Weiterhin können sich Marktchancen aus den Wachstumsimpulsen weiterer stark wachsender Länder in Regionen wie Südamerika oder dem Mittleren Osten ergeben. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigen Industrieregionen, insbesondere in China, den USA und Europa, besser entwickeln als aktuell prognostiziert, so kann auch dies zu unerwarteten Wachstumsimpulsen führen, da die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden den Bedarf an Lage-rungs- und Transportdienstleistungen bestimmt. Infolgedessen können sich steigende Transportvolumina im Im- und Export vorteilhaft auf die Entwicklung des Logwin Konzerns auswirken. Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren. Insbesondere eine positive Entwicklung im Automobil-, Konsumgüter-, Chemiesektor oder im Anlagen- und Maschinenbau kann sich vorteilhaft auf den Geschäftsverlauf des Logwin Konzerns auswirken. Der boomende Online-Handel, der insbesondere durch die Covid-19-Pandemie deutliche Steigerungsraten aufweist, ist eine weitere Chance für den Logwin Konzern. Er schafft Bedarf für den Transport von Waren und eröffnet somit für das nationale und internationale Transportgeschäft großes Wachstumspotenzial.
Chancen aus der operativen Geschäftstätigkeit
Chancenpotentiale ergeben sich aus der Nutzung der Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Die digitale Transformation eröffnet neue Vernetzungsmög-lichkeiten mit den Kunden und Lieferanten des Logwin Konzerns. So können in einem herausfordernden und dynamischen Umfeld Marktchancen schnell und gezielt aufgegriffen werden und die Wettbewerbs-fähigkeit stärken. Darüber hinaus birgt der steigende Technologisierungsgrad in den operativen Prozes-sen diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der verstärkte Einsatz von modernen, vernetzten IT-Systemen, in die der Logwin Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt investiert hat, ermöglicht neben Effizienz-steigerungen auch eine verbesserte operative Qualität, gesteigerte Kosteneffizienz und eine Verkürzung von Reaktionszeiten auf Abweichungen. Chancen ergeben sich weiterhin aus der fortgesetzten Steige-rung der Produktivität und Kostentransparenz sowie der Nutzung von Synergieeffekten, die daher im Fokus der Bemühungen des Managements im Logwin Konzern stehen. Der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen hält an. Die Lieferketten werden komplexer, inter-nationaler, aber auch, wie die Störungen in den globalen Lieferketten aktuell zeigen, störungsanfälliger. Kunden wünschen deshalb stabile und integrierte Logistiklösungen und suchen die Unterstützung spezialisierter Dienstleister. Sollte der Trend weiter anhalten, so können sich hieraus weitere Wachs-tumschancen für den Logwin Konzern ergeben. Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen aufgrund einer entgegen den zugrundeliegenden Erwartungen positiven Preisentwicklung z.B. von eingekauften Transportdienstleistungen, aber auch von Treibstoff- oder Heizölpreisen.
Sonstige Chancen
Sonstige Chancen können sich aus Akquisitionen oder der Bereinigung von Aktivi-täten, ergeben. Durch eine stetige Überprüfung von bestehendem Geschäft sowie der Beobachtung potentieller Übernahmeobjekte versucht der Logwin Konzern, sich ergebende Chancen frühzeitig zu erkennen und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken, derartige Chancen zu nutzen. Chancen für die Ertragslage des Logwin Konzerns ergeben sich weiterhin aus möglichen positiven Effekten von Fremd-währungsrelationen oder von Zinssatzänderungen.
Prognosebericht
Sämtliche Aussagen des Prognoseberichts sind weiterhin aufgrund der Unwägbarkeiten der weiteren Entwicklung der Covid-19-Pandemie und der weltweit auftretenden Störungen in den internationalen Lieferketten mit sehr großer Unsicherheit behaftet.
Konjunkturprognose
Der Logwin Konzern rechnet im Einklang mit den führenden Wirtschaftsprog-nosen mit einem leichten Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022. Für die Eurozone und die deutsche Wirtschaft wird in diesem Zeitraum im Einklang mit der Entwicklung der Weltwirtschaft von einem leichten Wachstum ausgegangen. Für China ist nur mit einem leichten Wachstum zu rechnen. Dagegen wird für Indien und die ostasiatischen Länder von einem beschleunigten Wachstum ausgegangen. Etwas schwächer fällt das erwartete Wachstum in Lateinamerika aus. Alle Prognosen zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie und die aktuellen Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten das Wachstum dämpfen werden. Der Einfluss dieser Faktoren wird aber im Verlauf des Jahres 2022 abnehmen. Für den Logwin Konzern wird die Entwicklung einzelner Teilsekto-ren des deutschen Konsums, insbesondere der Textil- und Bekleidungsbranche sowie die Entwicklung der stark import- und exportbezogenen Wirtschaftssektoren wie der Automobilindustrie von wesentlicher Bedeutung sein. Die Möglichkeit, dass sich wesentliche übergeordnete Risikofaktoren negativ auf die Geschäftsentwick-lung des Logwin Konzerns auswirken, wird als realistisch eingeschätzt und findet in der Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung ihren Niederschlag. Zu diesen Risikofaktoren zählen insbesondere die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie über die Beeinträchtigung der Wirtschaft durch anhaltende Lieferengpässe und Materialknappheit in den verschiedenen betroffenen Wirtschaftssektoren. Zusätzliche Risiken bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ergeben sich aus einer anhaltend erhöhten Inflation und damit potentiell einhergehenden restriktiven geldpolitischen Maßnahmen für die Kunden des Logwin Konzerns und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
Umsatzerwartung
Der Logwin Konzern geht für das Jahr 2022 von einem Umsatzrückgang aus. Dies basiert auf der Erwartung eines insgesamt rückläufigen Frachtratenniveaus im Laufe des zweiten Halb-jahres des Geschäftsjahres. Es wird zudem nur von einer verhaltenen Erholung in den von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffenen konsumnahen Geschäftsbereichen ausgegangen. Die Prognose unterliegt hoher Unsicherheit und steht unter dem Vorbehalt einer weiteren Eindämmung der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und einer Entspannung der internationalen Luft- und Seefrachtmärkte.
Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean wird für die erste Jahreshälfte 2022 von einem anhaltend hohen Fracht-ratenniveau und einer unverändert starken Nachfrage nach Transportkapazitäten ausgegangen. Im Laufe des Jahres wird mit einer schrittweisen Normalisierung der Märkte und einem Rückgang des außerge-wöhnlich hohen Frachtratenniveaus gerechnet. Der Umsatz sollte dementsprechend zunächst auf hohem Niveau verbleiben, dann aber im Gesamtjahresvergleich deutlich zurückgehen. Die Neukundengewin-nung, Geschäftsausweitungen mit Bestandskunden und die Absicherung von Bestandsgeschäften sind die Grundlage der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsfelds und stehen entsprechend unverändert im Fokus. Wie in den Vorjahren werden die Umsätze im Jahr 2022 neben der Volumenent-wicklung bei Bestands- wie Neukunden ganz erheblich von der beschriebenen Entwicklung der Frachtra-ten und auch der Währungskurse abhängen.
Solutions
Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions wird im Geschäftsjahr 2022 aufgrund einer erwarteten anhaltend positiven Entwicklung der internationalen Transportaktivitäten voraussichtlich steigen. Zu der erwarteten Entwicklung trägt auch eine prognostizierte Erholung der Volumina im deutschen Transportnetzwerk bei. Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirkt sich die Beendigung einzelner Aktivitäten der Kontraktlogis-tik aus.
Ergebniserwartung
Unter den beschriebenen Voraussetzungen erwartet der Logwin Konzern im Jahr 2022 eine deutliche Abschwächung der Ergebnisentwicklung im Geschäftsfeld Air + Ocean gegenüber 2021 und in der Folge auch für den Logwin Konzern ein deutlich rückläufiges operatives Ergebnis (EBITA). Das Periodenergebnis wird entsprechend des operativen Ergebnisses ebenfalls unter dem Niveau des Jahres 2021 liegen.
Air + Ocean
Nach dem außergewöhnlich hohen Ergebnis des Geschäftsfelds Air + Ocean im Berichtsjahr wird dieses Ergebnisniveau im aktuell sehr herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld im Jahr 2022 voraussichtlich nicht beibehalten werden können.# Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung
Risiken und Chancen
29
Liquiditätsentwicklung
Der Logwin Konzern erwartet im Jahr 2022 einen starken Rückgang des Free- Cashflows aufgrund des deutlich verminderten operativen Ergebnisses. Die Nettoliquidität wird sich weiter moderat erhöhen.
Mitarbeiter
Aufgrund der erwarteten Geschäftsausweitung im Geschäftsfeld Air + Ocean und dem damit verbundenen deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahlen rechnet der Logwin Konzern insgesamt mit einem moderaten Anstieg der Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2022. Im Geschäftsbereich Solutions wird von einer leicht steigenden Mitarbeiterzahl ausgegangen.
30
Konzernabschluss
Gewinn– und Verlustrechnung
Angaben in Tausend €
| 2021 | 2020 | Anhang/Seite | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.851.836 | 1.123.297 | 9/65 |
| Umsatzkosten | -1.689.275 | -1.023.941 | 10/66 |
| Bruttogewinn | 162.561 | 99.356 | |
| Vertriebskosten | -27.613 | -23.505 | 10/66 |
| Verwaltungskosten | -34.064 | -31.747 | 10/66 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 9.936 | 13.551 | 11/66 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -8.617 | -8.602 | 11/66 |
| Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | -138 | -859 | |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderungen und Wertaufholungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 102.065 | 48.194 | |
| Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | -3.422 | -442 | 12/67 |
| Wertaufholung von Sachanlagen | 2.297 | - | 12/67 |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten (EBITA) | 100.940 | 47.752 | |
| Wertminderung von Firmenwerten | -8.953 | - | 18/71 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 91.987 | 47.752 | |
| Finanzierungserträge | 183 | 255 | 14/67 |
| Finanzierungsaufwendungen | -3.364 | -4.135 | 14/67 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 88.806 | 43.872 | |
| Ertragsteuern | -25.296 | -9.138 | 15/68 |
| Periodenergebnis | 63.510 | 34.734 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Aktionäre der Logwin AG | 62.803 | 34.414 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 707 | 320 | |
| Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert (in Euro): bezogen auf das den Aktionären der Logwin AG zurechenbare Periodenergebnis | 21,80 | 11,94 | |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück) | 2.880.488 | 2.883.387 |
31
Gesamtergebnisrechnung
Angaben in Tausend €
| 2021 | 2020 | Anhang/Seite | |
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 63.510 | 34.734 | |
| Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 4.462 | -6.323 | |
| In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederte Währungsdifferenzen | - | -6 | |
| Sonstiges Ergebnis, welches ggf. in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird | 4.462 | -6.317 | |
| Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | 2.771 | -1.615 | 29/83 |
| Latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld | -2.251 | 367 | 26/80 |
| Sonstiges Ergebnis, welches nicht in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird | 520 | -1.248 | |
| Sonstiges Ergebnis | 4.982 | -7.565 | |
| Gesamtergebnis | 68.492 | 27.169 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Aktionäre der Logwin AG | 67.605 | 27.043 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 887 | 126 |
32
Kapitalflussrechnung
Angaben in Tausend €
| 2021 | 2020 | Anhang/Seite | |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 88.806 | 43.872 | |
| Finanzergebnis | 3.181 | 3.880 | 14/67 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern | 91.987 | 47.752 | |
| Überleitungspositionen zum operativen Cashflow: | |||
| Abschreibungen | 39.192 | 38.650 | 10/66 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | 150 | -1.061 | 11/66 |
| Wertminderung von Firmenwerten | 8.953 | - | 18/71 |
| Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 3.422 | 442 | 12/67 |
| Wertaufholung von Sachanlagen | -2.297 | - | 12/67 |
| Sonstiges | 3.522 | -4.366 | |
| Steuerzahlungen | -13.232 | -10.626 | |
| Gezahlte Zinsen | -3.071 | -3.698 | |
| Erhaltene Zinsen | 183 | 255 | |
| Veränderung Working Capital, zahlungswirksam: | |||
| Veränderung Forderungen | -162.564 | 616 | |
| Veränderung Verbindlichkeiten | 159.605 | -1.342 | |
| Veränderung Vorräte | 44 | 1.122 | |
| Operativer Cashflow | 125.894 | 67.744 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -12.594 | -19.543 | |
| Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten | 8.100 | 1.450 | 16/69 |
| Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 750 | 310 | |
| Sonstiger Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -29 | 58 | |
| Investitions-Cashflow | -3.773 | -17.725 | |
| Netto-Cashflow | 122.121 | 50.019 | |
| Veränderung aus kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten | 67 | -10 | 17/70 |
| Mittelabfluss aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | -33.528 | -31.442 | 17/70 |
| Ausschüttungen an Aktionäre | -10.083 | -10.094 | 27/82 |
| Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | -363 | -386 | |
| Erwerb eigener Aktien | -413 | -387 | |
| Finanzierungs-Cashflow | -44.320 | -42.319 | |
| Free-Cashflow (= Netto-Cashflow abzüglich Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen) | 88.593 | 18.577 | |
| Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Fonds der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.804 | -3.194 | |
| Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 79.605 | 4.506 | |
| Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 168.408 | 163.902 | |
| Veränderung | 79.605 | 4.506 | |
| Endbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 248.013 | 168.408 | 25/80 |
33
Bilanz
Angaben in Tausend €
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | Anhang/Seite | |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Firmenwerte | 57.366 | 66.319 | 18/71 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 20.979 | 22.478 | 19/73 |
| Sachanlagen | 104.759 | 118.184 | 20/74 |
| Finanzanlagen | 781 | 759 | |
| Latente Steueransprüche | 20.007 | 19.523 | 26/80 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 844 | 699 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 204.736 | 227.962 | |
| Vorräte | 1.411 | 1.455 | 22/77 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 261.396 | 140.802 | 23/77 |
| Vertragsvermögenswerte | 34.922 | 12.644 | 23/77 |
| Ertragsteuerforderungen | 1.862 | 2.465 | |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 44.685 | 20.686 | 24/79 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 248.013 | 168.408 | 25/80 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 592.289 | 346.460 | |
| Summe Aktiva | 797.025 | 574.422 |
Angaben in Tausend €
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | Anhang/Seite | |
|---|---|---|---|
| Passiva | |||
| Gezeichnetes Kapital | 131.300 | 131.300 | |
| Konzernrücklagen | 150.666 | 93.144 | |
| Eigene Aktien | -800 | -387 | |
| Auf die Aktionäre der Logwin AG entfallendes Eigenkapital | 281.166 | 224.057 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.319 | 795 | |
| Eigenkapital | 282.485 | 224.852 | 27/82 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | 51.631 | 60.599 | 21/75 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 31.616 | 35.485 | 29/83 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 3.365 | 3.529 | 30/88 |
| Latente Steuerschulden | 6.325 | 1.294 | 26/80 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 1 | 1 | 33/89 |
| Summe langfristige Schulden | 92.938 | 100.908 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 323.257 | 172.523 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | 27.884 | 30.233 | 21/75 |
| Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten | 135 | 66 | 28/83 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 9.470 | 8.042 | 31/88 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 12.794 | 3.230 | 32/89 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 48.062 | 34.568 | 33/89 |
| Summe kurzfristige Schulden | 421.602 | 248.662 | |
| Summe Passiva | 797.025 | 574.422 |
34
Konzernabschluss
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Angaben in Tausend €
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Kumuliertes sonstiges Ergebnis | Eigene Aktien | Summe Rücklage für Währungsdifferenzen | Auf die Aktionäre der Logwin AG entfallendes Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Januar 2020 | 131.300 | 146.628 | -68.649 | -1.784 | - | - | 207.495 | 1.055 | 208.550 |
| Periodenergebnis | - | - | 34.414 | - | - | - | 34.414 | 320 | 34.734 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - | -1.248 | - | - | -1.248 | - | -1.248 |
| Gesamtergebnis | - | - | 34.414 | -1.248 | - | - | 33.166 | 320 | 33.486 |
| Erwerb eigener Aktien | - | - | - | - | -6.123 | - | -6.123 | - | -6.123 |
| Ausschüttungen | - | - | -10.094 | - | - | - | -10.094 | -386 | -10.480 |
| Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage | - | 39.243 | -39.243 | - | - | - | - | - | - |
| 31. Dezember 2020 | 131.300 | 175.777 | -74.726 | -7.907 | -6.123 | - | 224.057 | 769 | 224.852 |
| 1. Januar 2021 | 131.300 | 175.777 | -74.726 | -7.907 | -6.123 | - | 224.057 | 769 | 224.852 |
| Periodenergebnis | - | - | 62.803 | - | - | - | 62.803 | 707 | 63.510 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - | 520 | - | - | 520 | - | 520 |
| Gesamtergebnis | - | - | 62.803 | 520 | - | - | 63.323 | 707 | 63.943 |
| Erwerb eigener Aktien | - | - | - | - | -413 | - | -413 | - | -413 |
| Ausschüttungen | - | - | -10.083 | - | - | - | -10.083 | -363 | -10.446 |
| Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage | - | 48.947 | -48.947 | - | - | - | - | - | - |
| 31. Dezember 2021 | 131.300 | 214.641 | -60.350 | -3.625 | -800 | - | 281.166 | 1.319 | 282.485 |
Der nachfolgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
35
Anhang zum Konzernabschluss
31# Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Dezember 2021
Allgemeine Angaben
01 Informationen zum Unternehmen
Der Konzernabschluss der Logwin AG, L-Grevenmacher (im Folgenden auch als „Logwin AG“ oder „Logwin“ bezeichnet) für das Geschäftsjahr 2021 wurde am 3. März 2022 durch den Beschluss des Verwaltungsrats der Logwin AG zur Veröffentlichung freigegeben und bedarf nach Luxemburger Recht der Genehmigung durch die Hauptversammlung.
Die Logwin AG, 5 an de Längten, L-6776 Grevenmacher, ist eine in Grevenmacher (Luxemburg) gegründete und ansässige, in der Rechtsform einer Luxemburgischen Société Anonyme geführte, und in der Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft gehört dem Prime Standard der Deutsche Börse AG an. Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft ist die DELTON Logistics S.à r.l. mit Sitz in Grevenmacher, Luxemburg.
Der Logwin Konzern verfügt als Logistikdienstleister über langjährige Erfahrung, spezialisierte Infrastruktur und Know-how in verschiedenen Branchen von Industrie und Handel und übernimmt für seine Kunden das Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und lokale wie weltweite Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht. Die Hauptaktivitäten der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions sind in Anhangangabe 8 „Segmentberichterstattung“ näher beschrieben.
02 Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
Der Konzernabschluss der Logwin AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden alle für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), vormals International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) bzw. Standing Interpretation Committee (SIC), angewandt.
03 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“ zugeordnet sind.
Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro (Tausend € oder TEUR).
Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.
4 Konsolidierungsgrundsätze
Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2021 umfasst zwei inländische und 51 ausländische Unternehmen und hat sich wie folgt entwickelt:
| 31.12.2020 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Luxemburg | 2 | - | - | 2 |
| Deutschland | 11 | 1 | - | 12 |
| Übriges Ausland | 39 | - | - | 39 |
| Summe | 52 | 1 | - | 53 |
Der Zugang betrifft die Neugründung einer deutschen Gesellschaft im Geschäftsfeld Solutions. Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf Seite 103.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden in voller Höhe eliminiert. Tochterunternehmen werden grundsätzlich ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsolidiert, das heißt ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Nicht beherrschende Anteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens, die auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften entfallen, die nicht vom Konzern gehalten werden. Nicht beherrschende Anteile werden in der Gewinn– und Verlustrechnung, in der Gesamtergebnisrechnung, in der Eigenkapitalveränderungsrechnung und innerhalb des Eigenkapitals in der Bilanz – getrennt von dem auf die Aktionäre der Logwin AG entfallenden Anteil – gesondert ausgewiesen.
05 Neue Rechnungslegungsvorschriften
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretation Committee (IFRS IC) haben in den Vorjahren neue Rechnungslegungsvorschriften veröffentlicht. Die folgenden waren für das Geschäftsjahr 2021 erstmals verpflichtend anzuwenden:
| Standard / Interpretationen | Zeitpunkt verpflichtende Anwendung in der EU für den Beginn des Geschäftsjahres am oder nach dem | Endorsement |
|---|---|---|
| Änderung IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16 Interest Rate Benchmark Reform Phase 2 | 1.1.2021 | Ja |
| Änderung IFRS 16 Auf die Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 | 1.4.2021 | Ja |
| Änderung IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 | 1.1.2021 | Ja |
Die oben genannten neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für die laufende Berichtsperiode grundsätzlich erstmals anwendbar. Die Änderungen der Interest Rate Benchmark Reform — Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16) beziehen sich auf die Bilanzierung von Änderungen bei der Ermittlung vertraglicher Zahlungsströme als Folge der IBOR-Reform, sie geben ein Enddatum für Erleichterungen aus der Phase 1 für nicht vertraglich spezifizierte Risikokomponenten in Sicherungsbeziehungen an und stellen zusätzliche zeitlich beschränkte Ausnahmen von der Anwendung spezifischer Hedge-Accounting-Anforderungen sowie zusätzliche IFRS 7-Angaben im Zusammenhang mit der IBOR-Reform zur Verfügung. Die Änderung an IFRS 16 Leasingverhältnisse verlängert die für die Leasingnehmer bestehende optionale Erleichterung bei der Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit Covid-19 eine Modifikation ist.
Aus den im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden neuen Rechnungslegungsvorschriften haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Logwin AG ergeben.
Weiterhin wurden vom IASB und vom IFRS IC die im Folgenden dargestellten neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Von dem Wahlrecht einer im Einzelfall bestehenden Möglichkeit der freiwilligen vorzeitigen Anwendung hat der Logwin Konzern im Geschäftsjahr 2021 keinen Gebrauch gemacht.
| Standard / Interpretationen | Zeitpunkt verpflichtende Anwendung in der EU für den Beginn des Geschäftsjahres am oder nach dem | Endorsement |
|---|---|---|
| Änderung IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept | 1.1.2022 | Ja |
| Änderung IAS 16 Erlöse aus der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage | 1.1.2022 | Ja |
| Änderung IAS 37 Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung | 1.1.2022 | Ja |
| Änderung diverse Jährliche Verbesserung an den IFRS, Zyklus 2018-2020 | 1.1.2022 | Ja |
| Änderung IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig | 1.1.2023 | Nein |
| Änderung IAS 1, Practice Statement 2 Angabe von Rechnungslegungsmethoden | 1.1.2023 | Nein |
| Änderung IAS 8 Definition von Schätzungen | 1.1.2023 | Nein |
| Änderung IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen | 1.1.2023 | Nein |
| Neuer Standard IFRS 17 Versicherungsverträge | 1.1.2023 | Ja |
| Änderung IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen | 1.1.2023 | Nein |
Mit den Änderungen an IFRS 3 werden veraltete Verweise in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept aktualisiert, ohne die Vorschriften im Standard bedeutend zu ändern.# Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Die Änderungen an IAS 16 verlangen, dass die Erlöse und Aufwendungen im Zusammenhang mit den produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens stammen, getrennt ausgewiesen werden und der Posten angegeben wird, in dem die Erlöse innerhalb der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Mit den veröffentlichten Änderungen an IAS 37 wird konkretisiert, dass sämtliche Kosten der Vertrags- erfüllung, die dem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind, bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend ist, zu berücksichtigen sind. Die Änderung an IAS 1 stellt klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den Rechten richtet, über die das Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt. 42 Weitere Änderungen an IAS 1 und dem Practice Statement 2 sind Teil der „Disclosure Initiative“ des IASB mit denen klargestellt wird, dass künftige Angaben nur noch zu wesentlichen und nicht mehr zu maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden zu machen sind. Was als wesentlich gilt, richtet sich nach der Entscheidungsnützlichkeit der Informationen für die Bilanzadressaten. Die Änderungen an IAS 8 beinhalten Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen, um Unternehmen deren Abgrenzung zu erleichtern. Die Änderungen an IAS 12 schränken die sogenannte „Initial Recognition Exception“ ein. IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können. Die Änderungen an IFRS 4 sollen die Umsetzung erleichtern und einige Anforderungen des neuen Standards sowie den Übergang auf die neuen Regeln vereinfachen. Aus den neuen vorangehend erläuterten und überarbeiteten Vorschriften werden aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf zukünftige Abschlüsse des Logwin Konzerns erwartet.
6 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert bei einigen Posten Schätzungen und Annahmen und damit Ermessensausübungen des Managements, die Auswirkungen auf die zum jeweiligen Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden bzw. auf die Aufwendungen und Erträge im Berichtszeitraum haben. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzwerten abweichen, so dass ein Risiko besteht, dass in späteren Geschäftsjahren eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder Schulden erforderlich sein wird. Unsicherheiten bestehen im Bereich des mindestens einmal jährlich verpflichtend durchzuführenden Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted Cash Flow– Methode die zu erwartenden Cashflows, nachhaltige Wachstumsraten sowie ein adäquater gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) heranzuziehen sind. Die Komponenten des WACC sind der risikofreie Zins, die Marktrisikoprämie, die sogenannten Beta-Faktoren, der Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread), Länder- risikozuschläge sowie die Verschuldungsquote. Der Buchwert der aktivierten Firmenwerte beträgt zum 31. Dezember 2021 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 18 „Firmenwerte“ verwiesen. Weitere Schätzungen erfordern die versicherungsmathematischen Berechnungen des Werts der Rück- stellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hinsichtlich der gewählten Prämissen. Zum 31. Dezember 2021 beträgt deren Bilanzwert 31,6 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro); es wird auf Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
43
Zudem gibt es Schätzungserfordernisse bei der Aktivierung latenter Steueransprüche in Bezug auf die Erwartung zukünftig zu versteuernder Ergebnisse und deren Verrechnung mit steuerlichen Verlustvor- trägen oder gegebenenfalls vorhandenen latenten Steuerschulden. Der aktivierte Betrag zum Bilanz- stichtag beläuft sich auf 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro); es wird auf die Anhangangabe 26 „Latente Steuern“ verwiesen. Im Rahmen der Bilanzierung sind Annahmen bezüglich Nutzungsdauern von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie Beurteilungen über die Werthaltigkeit zu treffen. Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertge- mindert sein könnte. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte oder im Falle einer jährlich verpflichtend vorzunehmenden Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Zu den Ermessensentscheidungen des Managements zählt ferner die Entscheidung über das Vorliegen der Aktivierungsvoraussetzungen von Entwicklungskosten als selbstgeschaffene immaterielle Vermögens- werte, insbesondere Software. Darüber hinaus ist die Überprüfung einer eventuellen Wertminderung bei Forderungen erforderlich. Sofern Forderungen im Wege des Factoring veräußert werden, ist für den angemessenen Bilanzausweis eine Einschätzung des Managements erforderlich, in welchem Umfang die wesentlichen Chancen und Risiken auf die Factoring-Gesellschaft übergehen. Zum Ausweis des Factoring im Konzernabschluss wird auf Anhangangabe 7 „ Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ – Stichwort „ Factoring“ – verwiesen. Bei der Bilanzierung von Leasingverträgen können die Bestimmung der Laufzeit, der Höhe der Leasing- zahlungen und des als Diskontierungszins verwendeten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermessensbehaftet sein und beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Besonders die Beurteilung von Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen bei Immobilienleasingverträgen beinhaltet Ermessens- entscheidungen des Managements. Des Weiteren sind für die Bildung von Rückstellungen Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zur Höhe von erwarteten Vermögensabflüssen zu treffen. Gemäß den Vorschriften des IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
44
7 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Logwin AG und der Darstellungs- währung des Konzerns, aufgestellt. Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Mittelkurs zum Ende des Geschäftsjahres, Erträge und Aufwendungen mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus dieser Fremdwäh- rungsumrechnung werden in einem eigenen Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die Entwicklungen der Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:
| Währungen | Durchschnittskurs 2021 | Durchschnittskurs 2020 | Stichtagskurs 31.12.2021 | Stichtagskurs 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|
| Australischer Dollar AUD | 1,5750 | 1,6551 | 1,5594 | 1,6025 |
| Brasilianischer Real BRL | 6,3781 | 5,8908 | 6,3734 | 6,3574 |
| Chinesischer Renminbi Yuan CNY | 7,6293 | 7,8741 | 7,2230 | 8,0134 |
| Britisches Pfund GBP | 0,8597 | 0,8896 | 0,8393 | 0,9031 |
| Hongkong Dollar HKD | 9,1938 | 8,8584 | 8,8399 | 9,5210 |
| Polnischer Zloty PLN | 4,5651 | 4,4423 | 4,5960 | 4,5565 |
| Singapur Dollar SGD | 1,5893 | 1,5742 | 1,5330 | 1,6257 |
| Thailändischer Baht THB | 37,8373 | 35,7089 | 37,8670 | 36,7690 |
| US Dollar USD | 1,1828 | 1,1421 | 1,1334 | 1,2281 |
| Südafrikanischer Rand ZAR | 17,4757 | 18,7624 | 18,0173 | 18,0053 |
Unternehmenszusammenschlüsse
Der Logwin Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat. Nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt Beherrschung vor, wenn ein Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in ein Beteiligungsverhältnis ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernab- schluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Wird Beherrschung über ein Tochterunternehmen erlangt, bewertet der Logwin Konzern entsprechend IFRS 3 alle erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventual- verbindlichkeiten zu ihren zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
45
Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen berechnet sich aus dem prozentualen Anteil der Minderheitsgesellschafter an den Fair Values der identifizierbaren Vermögens- werte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Beim Erwerb von weiteren Anteilen an Unternehmen, bei denen durch vorangegangene Transaktionen bereits die Beherrschung über das Unternehmen erlangt wurde (nicht beherrschende Anteile), handelt es sich im Sinne der Konzerneinheitstheorie um Verschie- bungen im Eigenkapital zwischen den Gesellschaftergruppen. In diesem Fall werden die Anschaffungs- kosten für die zusätzlichen Anteile mit den auszubuchenden nicht beherrschenden Anteilen aufgerechnet und Unterschiedsbeträge unmittelbar erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.# Firmenwerte
Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss des Kaufpreises des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den Fair Values der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten bemessen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird direkt ergebniswirksam erfasst. Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst.
Ertragsrealisierung
Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde die Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
Für die Umsätze aus Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt entsprechend IFRS 15.35 eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, da davon auszugehen ist, dass dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens stetig zufließt und er die Vorteile gleichzeitig erhält und nutzt, während die Leistung erbracht wird. Die Leistungsverpflichtung wird dabei erfüllt, während der Logwin Konzern die Transportdienstleistung erbringt. Als Maßstab für den Grad der Leistungserbringung zu einem Stichtag wird die bereits verstrichene Transportdauer im Verhältnis zur erwarteten Gesamtdauer des Transportes zugrunde gelegt (inputorientierte Methode), da eine Messung der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht praktikabel ist.
Für die Erbringung von Transportdienstleistungen im Geschäftsfeld Air + Ocean werden teilweise retrospektiv wirkende Rabatte gewährt, die auf dem mit dem Kunden erzielten Umsatz oder der Erreichung bestimmter Volumina in einem definierten Zeitraum, der in der Regel 12 Monate beträgt, basieren. Die Erlöse aus den Dienstleistungen werden in Höhe der im Vertrag vereinbarten Gegenleistung abzüglich der geschätzten Rabatte erfasst. Umsatzerlöse werden dabei nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahrscheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsätze nicht notwendig sein wird. Für die bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode getätigten Umsätze wird eine Rückstellung für die voraussichtlich hierauf zu gewährenden Rabatte gebildet.
Für die Verpflichtung des Konzerns, entstandene Transportschäden zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet.
Die in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erbrachten Transportdienstleistungen stellen in der Regel ein Leistungsbündel dar, da die zugesagten Dienstleistungen hochgradig voneinander abhängig sind (IFRS 15.29c) und der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung erbringt (IFRS 15.29a), die einen erheblichen Teil des Leistungsbündels darstellt. Eine Aufteilung des Transaktionspreises auf die 46 zugesagten Leistungskomponenten erfolgt aus diesem Grund nicht, vielmehr wird der Transaktionspreis dem identifizierten Leistungsbündel zugeordnet.
Schätzungen hinsichtlich der Erlöse, Kosten oder des Auftragsfortschritts werden korrigiert, wenn sich Umstände ändern. Etwaige daraus resultierende Erhöhungen oder Verminderungen der geschätzten Erlöse oder Kosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Umstände, die Anlass zur Korrektur geben, der Geschäftsführung zur Kenntnis gelangen.
Bei Festpreisverträgen zahlt der Kunde einen gegebenenfalls mittels Zahlungsplan festgelegten Betrag. Übersteigen die vom Logwin Konzern erbrachten Leistungen die erhaltenen Zahlungen, wird ein Vertragsvermögenswert erfasst. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die erbrachten Leistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit bilanziert.
Für die Umsätze des Geschäftsfelds Solutions aus der Distribution und Lagerhaltung hat entsprechend IFRS 15.35 ebenfalls grundsätzlich eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zu erfolgen, da die Leistungsverpflichtung durch den Logwin Konzern in der Regel erfüllt wird, während die Dienstleistung erbracht wird. Der Logwin Konzern erfasst den Umsatz in diesem Geschäftsbereich überwiegend entsprechend der Vereinfachungsregelung des IFRS 15.B16 in Höhe des Betrages, den das Unternehmen dem Kunden in Rechnung stellen darf, da in der Regel ein Anspruch auf eine Gegenleistung von dem Kunden besteht, die direkt dem Wert der vom Unternehmen für den Kunden bereits erbrachten Gegenleistung entspricht.
Die Verträge im Geschäftsbereich Solutions im Zusammenhang mit Lagerhaltung und Distribution enthalten in der Regel mehrere Leistungskomponenten, die zwar dem Grunde nach eigenständig sind, d.h. der Kunde kann sie alleine oder zusammen mit anderen zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen. Allerdings erbringt der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung, so dass im Regelfall von einem Leistungsbündel auszugehen ist.
Im Konzern existieren keine Verträge mit Kunden, bei denen der Zeitraum zwischen der Übertragung der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden länger als ein Jahr beträgt. Dementsprechend wird die zugesagte Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes angepasst.
Unternehmen müssen Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufgliedern, die den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Für den Logwin Konzern wird eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach bestehenden Segmenten und geografischen Regionen für seine Umstände als angemessen angesehen.
Bei Geschäftsvorfällen, die selbst zu keinen Umsatzerlösen führen, die aber zusammen mit den Hauptumsatzaktivitäten anfallen, werden alle Erträge mit den dazugehörigen Aufwendungen, die durch den selben Geschäftsvorfall entstehen, gemäß IAS 1.34 saldiert dargestellt, wenn diese Darstellung den Gehalt des Geschäftsvorfalls oder Ereignisses widerspiegelt; hierunter fallen beispielsweise weiterbelastete Zollgebühren.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
EBITA
Eine zentrale Ergebnisgröße des Logwin Konzerns ist das EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortisation). Es ergibt sich aus den Umsatzerlösen, abzüglich der Umsatzkosten, der Vertriebskosten und der Verwaltungskosten; außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte einbezogen.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des den Aktionären der Logwin AG zurechenbaren Periodenergebnisses und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eine Verwässerung würde sich ergeben, wenn das Ergebnis durch potenzielle Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Solche Rechte liegen in Bezug auf die Aktien der Logwin AG nicht vor.
Free-Cashflow
Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Logwin Konzern stellt der Free-Cashflow dar. Der Free-Cashflow definiert sich im Logwin Konzern als Summe aus dem operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow abzüglich der Tilgungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen.
Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem Fair Value zum Erwerbszeitpunkt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die Aktivierungskriterien erfüllen und die damit verbundenen Kosten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten. Andernfalls werden die Kosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
Die Folgebewertung erfolgt mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen. Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht. Aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens jährlich auf Wertminderung geprüft.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten errechnen sich aus der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden bei Abgang des Vermögenswerts erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen zehn und 50 Jahren für Gebäude sowie zwischen drei und 20 Jahren für Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen Sachanlagegegenstand mindestens zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt.# Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss 49
Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des Vermögenswerts entspricht, erfasst. Eine Sachanlage wird entweder bei ihrem Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten ausgebucht wird, in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Wertminderung von Vermögenswerten
Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag und anlassbezogen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte (siehe auch Anhangangabe 6 „Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten“). Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags ggf. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, welcher der Vermögenswert zugehört. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts und aus seiner letztendlichen Veräußerung unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
Sofern Wertminderungsaufwendungen von Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögenswerten in Bezug auf die Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich sind, werden diese in einem eigenen Posten innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wertminderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in einer eigenen Position der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichtsperioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen Restbuchwerts, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.
Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions geprüft. Als Stichtag für die jährliche Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte hat der Logwin Konzern den 31. Dezember eines Geschäftsjahres gewählt. Sollten zu einem anderen Zeitpunkt Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine drohende Wertminderung von Firmenwerten hinweisen, wird eine Werthaltigkeitsbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vorgenommen. Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind. Jede Einheit, zu der der Firmenwert zugeordnet worden ist,
- stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird; und
- ist nicht größer als ein Geschäftssegment, gemäß IFRS 8 „Geschäftssegmente“
Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) bestimmt, auf die sich der Firmenwert bezieht. Die Gruppen von ZGEs entsprechen im Logwin Konzern den Geschäftsfeldern. Liegt der erzielbare Betrag der ZGE unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst; beim Wegfall der Gründe der Wertminderung dürfen keine Zuschreibungen auf zuvor wertgeminderte Firmenwerte vorgenommen werden.
In den Fällen, in denen ein Teil einer ZGE veräußert wird, wird der der veräußerten Teileinheit zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts der Teileinheit bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung der Teileinheit einbezogen. Ein Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird auf der Grundlage des Verhältnisses des Fair Values der veräußerten Teileinheit zum erzielbaren Betrag des nicht veräußerten Anteils der ZGE ermittelt.
Anhang zum Konzernabschluss 50
Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gleitenden Durchschnittspreisverfahrens. Bei Risiken, die auf niedriger Umschlagshäufigkeit oder Überalterung der Bestände beruhen sowie bei drohenden Verlusten aus schwebenden Lieferverträgen, wird eine Wertberichtigung auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen.
Ertragsteuern
Der Ertragsteuerforderungen bzw. Ertragsteuerverbindlichkeiten werden nach IAS 12 berechnet. Der Betrag der laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten ist die beste Schätzung des zu erwartenden Steuerbetrags und berücksichtigt Unsicherheiten im Zusammenhang mit den laufenden Ertragsteuern, sofern solche bestehen. Ferner werden latente Steueransprüche und latente Steuerschulden bilanziert. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Bilanz angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen. Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig wahrscheinlich eintretenden Steuerentlastungen bzw. -belastungen werden aktiviert bzw. passiviert, wobei Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit Ertragsteuern bestehen können, berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz oder der Verlustvortrag verwendet werden kann. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Ent- oder Belastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral. Die jeweiligen Bemessungsgrundlagen werden mit dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich gültigen Steuersatz bewertet. Bei den einbezogenen Unternehmen kommen grundsätzlich landesspezifische Steuersätze zur Anwendung. So wird für die Berechnung deutscher latenter Steuern ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuersatz angewandt, dessen Hebesätze sich nach den lokalen Gegebenheiten bestimmen. Soweit die latenten Steueransprüche den Betrag der latenten Steuerschulden übersteigen, erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des betreffenden Konzernunternehmens. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden dann nicht mehr planmäßig abgeschrieben.
Anhang zum Konzernabschluss 51
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind alle Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu finanziellen Vermögenswerten und bei einem anderen Unternehmen zu finanziellen Verbindlichkeiten oder einem Eigenkapitalinstrument führen.
Ansatz und Ausbuchung
Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen.# Anhang zum Konzernabschluss
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen sind oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bewertung
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Logwin Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum Transaktionspreis zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswertes entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach der Einstufung in eine der nachfolgend beschriebenen Kategorien.
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach drei Kategorien, welche unterschiedliche Wertmaßstäbe und eine unterschiedliche Erfassung von Wertänderungen zur Folge haben. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit von den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird. Der Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, wobei bei der Einteilung grundsätzlich zwischen Schuldinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten wie folgt zu unterscheiden ist.
Schuldinstrumente
Die Bewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Logwin Konzern stuft seine Schuldinstrumente in eine der drei folgenden Bewertungskategorien ein:
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen.
- FVOCI: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen.
- FVTPL: Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ oder „FVOCI“ nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum FVTPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.
Eigenkapitalinstrumente
Der Logwin Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert, in der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL). Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (FVTPL) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten erfasst.
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Übersicht
Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die verschiedenen Kategorien:
| Finanzielle Vermögenswerte | Bewertung | Wertänderungen |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (FVTPL) | Fair Value | Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente (FVOCI mit Recycling) | Fair Value | Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderungen, Währungsumrechnung und Effektivzins, sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, ergebniswirksame Erfassung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung (Recycling) |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente (FVOCI-Option, ohne Recycling) | Fair Value | Ergebniswirksame Erfassung von Dividenden, sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, keine ergebniswirksame Erfassung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung (ohne Recycling) |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente (fAC) | Fortgeführte Anschaffungskosten | Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderungen, Währungsumrechnung und Effektivzins |
Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt. Die Beurteilung des Geschäftsmodells des Konzerns erfolgte erstmals zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 9, dem 1. Januar 2018, und wird laufend überprüft. Die Beurteilung, ob die vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen bestehen, wurde auf der Grundlage der Fakten und Umstände zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der Vermögenswerte vorgenommen.
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend designiert wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Veränderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen sind, werden im sonstigen Ergebnis dargestellt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt. Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verpflichtungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
| Finanzielle Verbindlichkeiten | Folgebewertung | Wertänderungen |
|---|---|---|
| Zu Handelszwecken gehalten oder beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft | Fair Value | Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam erfasst |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | Fortgeführte Anschaffungskosten | Wertänderungen werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst |
Der Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (designiert). Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt.
Kategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Ausweis
Der Logwin-Konzern hält im Allgemeinen die im Folgenden dargestellten Finanzinstrumente:
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
- Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
- Finanzanlagen
- Derivative Finanzinstrumente
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten
- Leasingverbindlichkeiten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Bankguthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, Schecks und kurzfristige Anlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit in liquide Mittel umgewandelt werden können und die einem unwesentlichen Wertänderungsrisiko unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK) bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vom Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb weniger Wochen zu begleichen, enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten und werden als kurzfristig eingestuft. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um vertragliche Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK). Aufgrund der kurzfristigen Art der Forderungen entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Übertragene Forderungen (Factoring)
Der Logwin Konzern nutzt für wesentliche deutsche Konzerngesellschaften ein Factoringprogramm. Dabei handelt es sich um eine flexible Finanzierungsform, d. h. durch den Verkauf der Forderungen stellt die Factoring-Gesellschaft eine Linie zur Verfügung, die von Logwin bei Bedarf ganz oder teilweise gezogen werden kann.# Anhang zum Konzernabschluss
Die aus dem Verkauf von Forderungen resultierenden Forderungen gegenüber der Factoringgesellschaft werden, sofern die Linie nicht oder nur teilweise gezogen wird, bilanziell innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgebildet und zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK) bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen einer Factoringvereinbarung potentiell verkauft werden, werden in der Folge zum FVtPL bewertet, da das primäre Ziel nicht in der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows liegt. Die Bilanzierung der Inanspruchnahme der Factoringlinie erfolgt im Logwin Konzern als Minderung des Forderungsbestands, da im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus den Forderungen auf die Factoring-Gesellschaft übertragen werden. Entsprechend wird auch der Cashflow aus der Inanspruchnahme der Linie in der Position „Netto-Mittelabfluss/-zufluss aus der Inanspruchnahme bzw. Rückführung der Factoringlinie“ innerhalb des operativen Cashflows ausgewiesen, sofern im Berichtszeitraum eine Inanspruchnahme bzw. die Rückführung einer zuvor erfolgten Inanspruchnahme erfolgte. Aus dem anhaltenden Engagement sind keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen zu erwarten. Es gibt keine Verpflichtungen zum Rückkauf von Forderungen.
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden die folgenden Eigen- und Fremdkapitalinstrumente mit langfristigem Verwendungszweck erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet:
- Finanzinvestitionen in Schuldtitel, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
- Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nicht im sonstigen Ergebnis zu erfassen.
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden unter anderem gewährte Kredite, Schuldverschreibungen und sonstige Forderungen mit Rückzahlungsfristen von weniger als einem Jahr ausgewiesen. Der Logwin Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK), wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten, und die Vertragsbedingungen zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Aufgrund der kurzfristigen Art entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Derivative Finanzinstrumente
Im Logwin Konzern werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Risikos einer Wertänderung von entsprechenden Grundgeschäften aufgrund von Marktpreisänderungen eingesetzt. Derivate werden ausschließlich zu wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen und nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. Da sie die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nicht erfüllen, werden sie zu Zwecken der Rechnungslegung als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei die Wertänderungen im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Sie werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dargestellt, da sie voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen werden.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten betreffen noch ausstehende Verbindlichkeiten für die vom Logwin Konzern vor Ende des Geschäftsjahres empfangenen Waren und Dienstleistungen. Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten betreffen aufgenommene Kredite und werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode angesetzt. Diese Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen, es sei denn, deren Begleichung ist nicht innerhalb von 12 Monaten nach der Berichtsperiode fällig.
Bewertung und Erfassung erwarteter Kreditverluste
Der Logwin Konzern bildet eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Investitionen in Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen. Das allgemeine Wertminderungsmodell sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen (Stufe 3). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte Ansatz des Wertminderungsmodells angewendet, nach welchem für alle Instrumente, unabhängig von ihrer Kreditqualität, eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Kreditrisiken innerhalb jeder Gruppe werden anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Ausgangspunkt hierfür ist in der Regel eine externe Kreditrisikobewertung. Forderungen, welche an eine Factoring- Gesellschaft verkauft wurden, werden anhand des Ratings der Factoring-Gesellschaft bewertet, sofern nicht das Ankaufslimit des einzelnen Kunden, oder des Gesamtforderungsbestands überschritten ist. In diesem Fall wird das individuelle Rating des betroffenen Kunden zugrunde gelegt.
Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle werden seit 1. Januar 2021 auf Basis von Informationen eines externen Dienstleisters über erwartete Ausfallraten berechnet. Die Umstellung hat gegenüber der bis zum 31. Dezember 2020 angewandten Ermittlungsmethode zu keinen wesentlichen Änderungen geführt. Weiterhin werden Ausfallverlustraten (LGD) berücksichtigt, welche aus Erfahrungswerten von Realisierungsquoten (recovery rate) abgeleitet sind. Die geschätzten Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente auf Grundlage ihres externen Ratings ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Als mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden werden grundsätzlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eingestuft, die im Rahmen des Ratings durch Standard & Poor’s als Investment Grade eingestuft werden (AAA bis BBB– ). Durch die Beobachtung von veröffentlichten externen Kreditratings werden Änderungen des Ausfallrisikos überwacht. Der Logwin Konzern berücksichtigt dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht Logwin das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes. Die Gruppe überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der verwendeten Kriterien, um festzustellen, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, und überarbeitet sie gegebenenfalls, um sicherzustellen, dass die Kriterien in der Lage sind, einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos zu erkennen, bevor der Betrag überfällig wird. Makroökonomische Informationen wie etwa Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oder des Welthandels werden als Bestandteil des Bewertungsmodells einbezogen. Finanzielle Vermögenswerte werden abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung eine Realisierbarkeit nicht mehr erwartet wird. Als Anhaltspunkt für eine nicht mehr zu erwartende Realisierbarkeit gilt grundsätzlich ein externes Rating von D. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind weitere Indikatoren hierfür eine Überfälligkeit von mehr als 180 Tagen, die Einleitung des Insolvenzverfahrens oder rechtlicher Schritte. Die Höhe des Abschreibungsbedarfes wird bei diesen in der Bonität beeinträchtigten Forderungen anhand des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit (expected lifetime credit loss) ermittelt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründeten Erwartungen mehr bestehen, dass rechtliche Beitreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Hierbei wird eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung getroffen, inwieweit eine Vertragserfüllung noch wahrscheinlich ist.
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)
Der Fair Value wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Fair Value-Bewertung basiert auf der Annahme, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist.# Der Hauptmarkt bzw. vorteilhafteste Markt muss dabei dem Konzern zugänglich sein. Der Fair Value wird unter den Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Zudem wird davon ausgegangen, dass die Markteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des Fair Values eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der Logwin Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sind gemäß ihrer Bewertungsmethode zu kategorisieren. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert:
Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht berichtigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden.
Stufe 2: Mittelbar oder unmittelbar beobachtbare Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht den Marktpreisnotierungen auf Stufe 1 zuzuordnen sind.
Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value Hierarchie finden am Ende der Berichtsperiode statt. Im Logwin Konzern betrifft die Bilanzierung zum Fair Value solche Finanzinstrumente, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)“ zugeordnet wurden, sowie nicht-finanzielle Vermögenswerte, sofern sie im Rahmen eines Impairmenttests oder aufgrund ihrer Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten abgeschrieben wurden.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 59
Leasingverhältnisse
Der neue Leasingstandard IFRS 16 wurde vom Logwin Konzern erstmalig zum 1. Januar 2019 angewendet. Der Konzern hat die Vereinfachungsmöglichkeit zum erstmaligen Ansatz des Nutzungsrechts in Höhe der Leasingverbindlichkeit abzüglich bestehender Abgrenzungsposten für mietfreie Zeiten in Anspruch genommen. Der Konzern hat zum Umstellungszeitpunkt IFRS 16 auf alle Verträge angewendet, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert wurden.
Für seit dem 1. Januar 2019 geschlossene Verträge wird mit Vertragsabschluss geprüft, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder ein solches beinhaltet. Ein Vertrag stellt ein Leasingverhältnis dar oder enthält ein solches, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt auszuüben. Zur Beurteilung, ob ein Vertrag diese Anforderung erfüllt, werden die folgenden Kriterien herangezogen:
- Der Vertrag beinhaltet die Nutzung eines explizit oder implizit spezifizierten, identifizierten Vermögenswertes. Der Vermögenswert muss physisch abgrenzbar sein oder im wesentlichen die gesamte Kapazität eines abgrenzbaren Vermögenswertes umfassen.
- Der Konzern ist berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes auszuüben. Dies ist gegeben, wenn der Konzern berechtigt ist, die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes zu bestimmen und im wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des Vermögenswertes zu ziehen.
Beide Kriterien müssen über die gesamte Laufzeit des Vertrages erfüllt sein. Der Logwin Konzern nimmt keine Separierung von Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten vor. Der Konzern nimmt zudem das Wahlrecht zur Nichtbilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse und von Leasingverhältnissen von geringem Wert in Anspruch.
Zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht (right of use asset) an dem identifizierten Vermögenswert und die entsprechende Leasingverbindlichkeit. Die erstmalige Bewertung des Nutzungsrechtes erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese umfassen den Wert der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Bilanzierung, Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, die bei oder vor Vertragsschluss geleistet wurden, sowie dem Konzern entstandene anfängliche direkte Kosten und geschätzte Kosten der Demontage des Leasingobjektes, der Wiederherstellung seines Standortes oder der Wiederherstellung eines vertraglich festgelegten Zustands des Leasingobjektes. Das Nutzungsrecht wird im Folgenden linear über die Laufzeit des Leasingvertrages oder die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben, wobei grundsätzlich der kürzere Zeitraum heranzuziehen ist. Sofern die Ausübung einer Kaufoption zu Beginn des Leasingvertrages hinreichend sicher ist oder der Vertrag eine Eigentumsübertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Vertrags- laufzeit vorsieht, wird die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes als Nutzungsdauer des bilanzierten Nutzungsrechtes herangezogen. Darüber hinaus wird der Buchwert des Nutzungsrechts um Wertminderungen im Sinne von IAS 36 vermindert.
60
Die Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten erfasst. Die Berechnung des Barwerts wird, sofern bestimmbar, mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz vorgenommen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmen, wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz des Logwin Konzerns herangezogen. Im Regelfall wird im Logwin Konzern der Grenzfremdkapitalzinssatz für die Berechnung des Barwertes verwendet. Die in die Berechnung des Barwertes einfließenden Leasingraten umfassen die folgenden Komponenten:
- Feste Leasingzahlungen abzüglich vom Leasinggeber gewährter Leasinganreize für den Abschluss des Vertrages;
- variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder einen Zinssatz gekoppelt sind;
- im Rahmen von Restwertgarantien durch den Leasingnehmer voraussichtlich zu zahlende Beträge;
- den Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Leasingzahlungen bei Ausübung einer Mietverlängerungsoption, sofern zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Optionsausübung ausgegangen wird;
- Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingvertrages, wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses bereits davon ausgegangen wird, dass der Leasingnehmer den Vertrag kündigen wird.
Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten auf Basis der Effektivzinsmethode. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt bei einer Veränderung der zukünftigen Leasingzahlungen, die aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes resultiert, oder bei einer Neueinschätzung der Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie bei einer veränderten Einschätzung über im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlende Beträge und bei sonstigen Modifikationen des Leasingverhältnisses, die nicht zu einem neuen Leasingverhältnis führen. Die Neubewertung führt zu einer entsprechenden Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes bzw., wenn dieser auf null reduziert wird, zu einer Erfassung des überschießenden Anpassungsbetrages in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Rückstellungen
Rückstellungen werden nach IAS 37 ausgewiesen, wenn eine gegenwärtige und verlässlich schätzbare Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht und zu erwarten ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Die Bemessung erfolgt in der Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert angesetzt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Logwin Konzern bestehen im Bereich der Altersversorgung sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Zusagen. Die leistungsorientierten Pläne werden gemäß IAS 19 als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen passiviert. Die Pensionsverpflichtungen betreffen primär Mitarbeiter deutscher Konzern- unternehmen und bestehen überwiegend aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in österreichischen Gesellschaften gemäß der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Regelung (Abfertigung alt) im Falle einer Pensionierung oder bei vorzeitiger Kündigung eine gesetzliche Abfertigung in Abhängigkeit der Dienstjahre in Höhe von zwei bis zwölf Monaten des letzten monatlichen Bezugs zu.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 61
Die Bewertung der leistungsorientierten Versorgungszusagen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem allgemein anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (sog. Projected-Unit-Credit Methode) durch unabhängige Aktuare. Demgemäß gilt als Pensionsrückstellung für Anwartschaften der Barwert der bei den möglichen zukünftigen Versorgungsfällen zu erwartenden Pensionsleistungen, soweit die jeweilige Leistung am Bewertungsstichtag durch die abgeleistete versorgungsfähige Dienstzeit tatsächlich oder zeitanteilig erdient ist. Dabei werden bei der Bewertung versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontie- rungssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten, die Gehalts- und Rententrends sowie die Fluktuationsraten berücksichtigt. Der Gutachter hat das Zinsfestlegungsverfahren von der Subindexmethode zur Aon Eurozone Yield Curve gewechselt. Hinsichtlich der hierfür erforderlichen Angabe gemäß IAS 8.39 wird auf Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen.## Soweit Planvermögen vorliegt, berechnet sich die Pensionsrückstellung durch Saldierung dieses Vermögens mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (sog. Finanzierungsstatus). Bei übersteigenden Verpflichtungen (Planvermögen) wird die saldierte Größe als Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) bezeichnet. Neubewertungen der Nettoschuld (des Vermögenswertes) setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten aus der Verpflichtung sowie den Erträgen aus Planvermögen, die nicht in den Zinserträgen erfasst werden, zusammen. Sie ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen des Vorjahres sowie aus Annahmenänderungen und werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Dienstzeitaufwendungen werden unter den operativen Aufwendungen ausgewiesen, während die Aufzinsungsbeträge der Verpflichtung saldiert mit den Zinserträgen des Planvermögens in den Finanzierungsaufwendungen erfasst werden. Die versicherungsmathematischen Gutachten werden jährlich erstellt. Neben den leistungsorientierten Plänen gibt es im Konzern auch beitragsorientierte Pläne. Hierunter fällt im Regelfall auch die in Deutschland und einigen anderen Ländern vorliegende gesetzliche Rentenversicherung. Die Beitragszahlungen dieser Versorgungssysteme werden als Aufwand im Geschäftsjahr erfasst.
8 Segmentberichterstattung
Die Zuordnung in die Geschäftssegmente erfolgt nach den Geschäftsfeldern des Logwin Konzerns. Die Segmentstruktur entspricht der gültigen Organisations- und Führungsstruktur des Logwin Konzerns. Somit steht die Berichterstattung im Einklang mit den Anforderungen des IFRS 8.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Value Added Services. Das Geschäftsfeld Air + Ocean verfügt über ein internationales Netzwerk, welches die Regionen Europe Middle East Africa, America und Asia umfasst.
Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der industriellen Kontraktlogistik mit den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren unterhält das Geschäftsfeld Solutions Spezialnetzwerke für die Branchen Fashion und Konsumgüter („Retail-Netzwerk“).
Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern erfolgen zu marktüblichen Konditionen, die identisch sind mit Transaktionen gegenüber Dritten. Die Daten zu den Geschäftsfeldern werden nach Konsolidierung der Beziehungen innerhalb der Geschäftsfelder dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Geschäftsfeldern werden in der Spalte „Konsolidierung“ eliminiert. Der Erfolg der einzelnen Segmente wird vom Management auf Basis des operativen Ergebnisses vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) gemessen. Aufwendungen und Erträge, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, werden in der Spalte „Sonstige“ ausgewiesen.
Im Folgenden sind die Informationen zu den einzelnen Segmenten nach Geschäftsfeldern für die Zeiträume 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und 2020 dargestellt.
2021
| Air + Ocean | Solutions | Sonstige | Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Angaben in Tausend € | |||||
| Externe Umsatzerlöse | 1.515.258 | 335.469 | 1.109 | - | 1.851.836 |
| Umsatzerlöse zwischen Segmenten | 1.759 | 1.572 | 1.166 | -4.497 | - |
| Umsatz | 1.517.017 | 337.041 | 2.275 | -4.497 | 1.851.836 |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderungen | 107.966 | 6.123 | -12.024 | - | 102.065 |
| Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | - | - | -1.125 | - | -1.125 |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) | 107.966 | 6.123 | -13.149 | - | 100.940 |
| Wertminderung von Firmenwerten | - | -8.953 | - | - | -8.953 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 107.966 | -2.830 | -13.149 | - | 91.987 |
| Finanzergebnis | -3.181 | ||||
| Ergebnis vor Steuern | 88.806 | ||||
| Ertragsteuern | -25.296 | ||||
| Periodenergebnis | 63.510 | ||||
| Segmentvermögen | 374.226 | 114.822 | 37.259 | - | 526.307 |
| Nicht zugeordnetes Vermögen | 270.718 | ||||
| Summe Konzernaktiva | 797.025 | ||||
| Segmentschulden | 319.077 | 78.259 | 18.345 | - | 415.681 |
| Nicht zugeordnete Schulden | 98.859 | ||||
| Summe Konzernschulden | 514.540 |
2020
| Air + Ocean | Solutions | Sonstige | Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Angaben in Tausend € | |||||
| Externe Umsatzerlöse | 789.107 | 332.853 | 1.337 | - | 1.123.297 |
| Umsatzerlöse zwischen Segmenten | 596 | 1.074 | 1.852 | -3.522 | - |
| Umsatz | 789.703 | 333.927 | 3.189 | -3.522 | 1.123.297 |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderungen | 49.235 | 6.821 | -7.862 | - | 48.194 |
| Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | -175 | -267 | - | - | -442 |
| Operatives Ergebnis vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) | 49.060 | 6.554 | -7.862 | - | 47.752 |
| Wertminderung von Firmenwerten | - | - | - | - | - |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 49.060 | 6.554 | -7.862 | - | 47.752 |
| Finanzergebnis | -3.880 | ||||
| Ergebnis vor Steuern | 43.872 | ||||
| Ertragsteuern | -9.138 | ||||
| Periodenergebnis | 34.734 | ||||
| Segmentvermögen | 223.707 | 117.182 | 42.342 | - | 383.231 |
| Nicht zugeordnetes Vermögen | 191.191 | ||||
| Summe Konzernaktiva | 574.422 | ||||
| Segmentschulden | 167.146 | 70.502 | 16.507 | - | 254.155 |
| Nicht zugeordnete Schulden | 95.415 | ||||
| Summe Konzernschulden | 349.570 |
Planmäßige Abschreibungen
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Air + Ocean | -16.455 | -16.589 |
| Solutions | -16.009 | -16.461 |
| Sonstige | -6.728 | -5.600 |
| Summe | -39.192 | -38.650 |
Zugänge zu langfristigen Vermögenswerten
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Air + Ocean | 12.686 | 14.139 |
| Solutions | 15.358 | 29.523 |
| Sonstige | 7.712 | 13.038 |
| Summe | 35.756 | 56.700 |
Die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten umfassen keine Zugänge zu Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen.
Informationen über geografische Gebiete
Die folgenden Tabellen präsentieren geografische Informationen zu Umsatzerlösen und zu spezifischen Posten des Anlagevermögens für die Geschäftsjahre 2021 und 2020.
Umsatzerlöse nach geografischen Gebieten
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 827.801 | 45% | 491.549 | 44% |
| Österreich | 283.493 | 15% | 219.970 | 20% |
| Übrige EU | 241.559 | 13% | 107.942 | 10% |
| Asien, Pazifischer Raum | 406.541 | 22% | 253.490 | 23% |
| Sonstige | 92.442 | 5% | 50.346 | 3% |
| Summe Umsatzerlöse | 1.851.836 | 100% | 1.123.297 | 100% |
Die Zuordnung der Umsatzerlöse von externen Kunden erfolgt nach dem Standort der fakturierenden Einheit. Im Geschäftsjahr 2021 entfallen 8,3 % (Vorjahr: 12,4 %) beziehungsweise 154,5 Mio. Euro (Vorjahr: 139,1 Mio. Euro) der Konzernumsätze auf einen Kunden im Geschäftssegment Solutions.
Anlagevermögen nach geografischen Gebieten
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 82.590 | 66% | 90.350 | 64% |
| Österreich | 9.344 | 7% | 10.370 | 7% |
| Luxemburg | 2.202 | 2% | 2.963 | 2% |
| Übrige EU | 19.153 | 15% | 23.125 | 16% |
| Asien, Pazifischer Raum | 11.188 | 9% | 12.265 | 9% |
| Sonstige | 1.261 | 1% | 1.589 | 2% |
| Summe Anlagevermögen | 125.738 | 100% | 140.662 | 100% |
Das Anlagevermögen wird dem Standort der betroffenen Vermögenswerte zugeordnet und umfasst Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich Nutzungsrechten aus Leasingverträgen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
9 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern erwirtschaftet überwiegend Erlöse aus der Übertragung von Dienstleistungen, für die eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt. Die Umsatzerlöse werden in den folgenden Segmenten und geografischen Regionen erzielt:
2021
| Angaben in Tausend € | Air + Ocean | Solutions | Sonstige | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 671.947 | 154.745 | 1.109 | 827.801 |
| Österreich | 116.220 | 167.273 | - | 283.493 |
| Übrige EU | 228.108 | 13.451 | - | 241.559 |
| Asien, Pazifischer Raum | 406.541 | - | - | 406.541 |
| Sonstige | 92.442 | - | - | 92.442 |
| Summe Umsatzerlöse | 1.515.258 | 335.469 | 1.109 | 1.851.836 |
2020
| Angaben in Tausend € | Air + Ocean | Solutions | Sonstige | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 315.423 | 174.789 | 1.337 | 491.549 |
| Österreich | 71.421 | 148.549 | - | 219.970 |
| Übrige EU | 98.427 | 9.515 | - | 107.942 |
| Asien, Pazifischer Raum | 253.490 | - | - | 253.490 |
| Sonstige | 50.346 | - | - | 50.346 |
| Summe Umsatzerlöse | 789.107 | 332.853 | 1.337 | 1.123.297 |
Umsatzerlöse mit Kunden resultieren im Segment Air + Ocean aus Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Value Added Services. Im Geschäftsfeld Solutions resultieren die Umsatzerlöse aus individuellen Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der industriellen Kontraktlogistik mit den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren werden Umsätze aus Spezialnetzwerken für die Branchen Fashion und Konsumgüter erzielt.
Der Konzern macht von dem praktischen Behelf des IFRS 15.121 bezüglich der Angabe des den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreises Gebrauch, da Logwin entweder i.d.R. einen Vergütungsanspruch besitzt, der direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits erbrachten Leistung für den Kunden entspricht, oder die noch ausstehende Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrages mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist. Erlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt wurden, beliefen sich in der Berichtsperiode auf 3.145 TEUR (Vorjahr: 1.389 TEUR).
10 Aufwendungen nach Kostenarten
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Bezogene Leistungen | -1.466.428 | -807.172 |
| Materialkosten | -5.330 | -7.138 |
| Personalaufwendungen | -205.880 | -191.893 |
| Abschreibungen | -39.192 | -38.650 |
| Übrige Aufwendungen | -34.122 | -34.340 |
| Summe Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten | -1.750.952 | -1.079.193 |
Bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Transportleistungen.# Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :------------------------------------------------ | :---- | :---- |
| Fremdwährungskursgewinne | 8.374 | 8.237 |
| Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten | 288 | 1.189 |
| Übrige Erträge | 1.274 | 4.125 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 9.936 | 13.551 |
Die Position „Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten“ des Vorjahrs enthält Erträge in Höhe von 796 TEUR aus dem Verkauf einer Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war. Im Vorjahr sind in den übrigen Erträge Zahlungen aus einem Insolvenzverfahren in Höhe von 1.965 TEUR enthalten.
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :----- | :----- |
| Fremdwährungskursverluste | -8.076 | -8.332 |
| Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten | -437 | -126 |
| Übrige Aufwendungen | -104 | -144 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -8.617 | -8.602 |
Die Position „ Übrige Aufwendungen“ enthält im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von – 6 TEUR aus der Realisierung von im sonstigen Ergebnis erfassten Rücklagen aus der Währungsumrechnung einer liquidierten Gesellschaft aus dem Geschäftsfeld Air + Ocean. Die Fremdwährungskursgewinne und -verluste spiegeln das Volumen von Geschäftstätigkeiten mit Fakturierung in fremder Währung wider. Die Erträge und Aufwendungen aus Fremdwährungskurseffekten stellen sich saldiert wie folgt dar:
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 67
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :----------------------- | :--- | :--- |
| Fremdwährungskursgewinne | 8.374 | 8.237 |
| Fremdwährungskursverluste | -8.076 | -8.332 |
| Fremdwährungskurseffekte, saldiert | 298 | -95 |
Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertminderungen operativer IT-Systeme sowie sonstiger Software in Höhe von 3.422 TEUR im Segment Sonstige erfasst. Gegenläufig wurde die Wertaufholung einer Logistikimmobilie im Zusammenhang mit ihrer Veräußerung in Höhe von 2.216 TEUR sowie von dazu gehörigen technischen Anlagen in Höhe von 81 TEUR vorgenommen. Im Vorjahr wurden im Zuge der Aufgabe eines Standortes des Geschäftsfeldes Solutions Wertminderung- en von Maschinen und Fahrzeugen in Höhe von 267 TEUR vorgenommen. Im Geschäftsfeld Air + Ocean wurde im Vorjahr eine weitere Wertminderung auf technische Anlagen in Höhe von 175 TEUR erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Bedingt durch die Covid-19 Pandemie wurden im Berichtsjahr 2021 Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 2.200 TEUR u.a. für Kurzarbeit erfolgswirksam vereinnahmt (Vorjahr: 3.089 TEUR).
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzte sich in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :------------------------------------------------------------------------------------------------ | :----- | :----- |
| Finanzierungserträge | 183 | 255 |
| Bankzinsen | -514 | -306 |
| Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten | -2.141 | -2.991 |
| Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung von leistungsorientierten Verpflichtungen und der Verzinsung des Planvermögens | -132 | -257 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | -256 | -495 |
| Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen | -321 | -86 |
| Finanzierungsaufwendungen | -3.364 | -4.135 |
| Finanzergebnis | -3.181 | -3.880 |
In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Avalprovisionen und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen enthalten.
68
Ertragsteuern
Der Steueraufwand im Logwin Konzern setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :-------------------- | :------ | :----- |
| Tatsächliche Ertragsteuern | -22.944 | -9.694 |
| Latente Ertragsteuern | -2.352 | 556 |
| Summe Ertragsteuern | -25.296 | -9.138 |
Überleitung des erwarteten Steueraufwands zu dem Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------- | :------ | :------ |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 88.806 | 43.872 |
| Erwartete Ertragsteuern (Steuersatz 28,26 %; Vorjahr: 28,26 %) | -25.097 | -12.398 |
| Nicht steuerrelevante Wertminderung von Firmenwerten | -2.530 | - |
| Effekt aus abweichenden ausländischen Steuersätzen | 3.979 | 2.315 |
| Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen | -2.440 | -2.319 |
| Steuereffekte aus Vorjahren | -815 | 46 |
| Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steueransprüche | 1.713 | 3.051 |
| Sonstige Steuereffekte | -106 | 167 |
| Ausgewiesene Ertragsteuern | -25.296 | -9.138 |
Der für das Jahr 2021 zugrunde gelegte gewichtete Steuersatz von 28,26 % (Vorjahr: 28,26 %) entspricht dem Steuersatz der Logwin AG. Die Position „Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steuer- ansprüche“ enthält Effekte aus im Vorjahr nicht angesetzten latenten Steuern in Höhe von 6.608 TEUR (Vorjahr: 6.458 TEUR) und gegenläufige Effekte aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von -4.973 TEUR (Vorjahr: -3.407 TEUR). In der Logwin AG entstanden im Berichtsjahr zusätzliche abzugs- fähige Aufwendungen aus der Abschreibung abzüglich zu versteuernder Erträge aus der Zuschreibung von Beteiligungsbuchwerten in Höhe von 9.827 TEUR (Vorjahr: -28.136 TEUR), welche die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge in gleicher Höhe erhöht haben bzw. mit diesen verrechnet wurden.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 69
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
Die Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten im Geschäftsjahr 2021 resultierten aus der Veräußerung einer Logistik- Immobilie des Segments „Sonstige“. Im Jahr 2020 entstanden die Einzahlungen aus dem Verkauf einer Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war.
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :------------------------------------------------------------------------------------------- | :--- | :--- |
| Erhaltenes Entgelt | 8.100 | 1.450 |
| Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten | 8.100 | 1.450 |
Im Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 sind folgende Vermögenswerte und Schulden abgegangen:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
| :----------------------------------------------------------- | :---- | :---- |
| Firmenwert | - | -502 |
| Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte im Sinne von IFRS 16 | 8.100 | 3.542 |
| Abgegangene Vermögenswerte | 8.100 | 4.044 |
| Leasingverbindlichkeiten | - | -3.208 |
| Pensionsrückstellungen | - | -183 |
| Abgegangene Schulden | - | -3.391 |
Die im Jahr 2020 abgegangenen Vermögenswerte und Schulden waren bereits zum vorangegangenen Bilanzstichtag als zur Veräußerung gehalten umgegliedert.
70
Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Die folgenden Tabellen stellen die Entwicklung der im Finanzierungs-Cashflow enthaltenen Verbind- lichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Logwin Konzerns dar:
Angaben in Tausend €
| | Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen |
| :----------------------------------- | :--------------------------------------------------- | :----------------------------------- |
| 1. Januar 2021 | 66 | 90.832 |
| Zahlungswirksam | 67 | -33.528 |
| Zahlungsunwirksam: | | |
| Neue Leasing-Verhältnisse | - | 24.124 |
| Neubewertung | - | -2.444 |
| Währungsdifferenzen | 2 | 531 |
| 31. Dezember 2021 | 135 | 79.515 |
Angaben in Tausend €
| | Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen |
| :----------------------------------- | :--------------------------------------------------- | :----------------------------------- |
| 1. Januar 2020 | 79 | 90.959 |
| Zahlungswirksam | -10 | -31.442 |
| Zahlungsunwirksam: | | |
| Neue Leasing-Verhältnisse | - | 37.401 |
| Neubewertung | - | -3.746 |
| Währungsdifferenzen | -3 | -2.340 |
| 31. Dezember 2020 | 66 | 90.832 |
Die aus neuen Leasingverträgen resultierenden Anlagenzugänge in Höhe von 24.124 TEUR (Vorjahr: 37.401 TEUR) sind ebenso wie die zugehörigen Verbindlichkeiten nicht zahlungswirksam und damit nicht im Investitions-Cashflow enthalten.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 71
Erläuterungen zur Bilanz
Firmenwerte
Zuordnung der Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
Als Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten des Logwin Konzerns werden die Geschäftsfelder herangezogen. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte werden den Geschäftsfeldern wie folgt zugeordnet:
Angaben in Tausend €
| | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| :--------- | :--------- | :--------- |
| Air + Ocean | 45.701 | 45.701 |
| Solutions | 11.665 | 20.618 |
| Firmenwerte | 57.366 | 66.319 |
Angaben in Tausend €
| | Firmenwerte |
| :-------------------------- | :---------- |
| Buchwert zum 1. Januar 2020 | 66.319 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2020 | 66.319 |
| Anschaffungskosten | 220.076 |
| Kumulierte Wertminderungen | -153.757 |
| Buchwert zum 1. Januar 2021 | 66.319 |
| Wertminderung | -8.953 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2021 | 57.366 |
| Anschaffungskosten | 220.076 |
| Kumulierte Wertminderungen | -162.710 |
Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte
Im Geschäftsjahr 2021 hat der Logwin Konzern die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte, wie im Vorjahr, zum 31. Dezember vorgenommen. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurde der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts („Value in use“) unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, denen ein Finanzplan für einen Zeit- raum von maximal fünf Jahren zugrunde liegt. Der Finanzplan basiert auf den Businessplänen der Geschäftsfelder.
72
Folgende Grundannahmen liegen der Bestimmung der Cashflow-Prognosen zugrunde:
- Geplante Umsatzwachstumsraten: Zur Bestimmung der geplanten Umsatzwachstumsraten wurden die in der für das jeweilige Geschäftsfeld relevanten Branche erwarteten Wachstumsraten zugrunde gelegt. Dabei wurde von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen.
- Geplante operative Gewinnmargen: Zur Bestimmung der geplanten operativen Gewinnmargen wurden die in den vorhergehenden Geschäftsjahren erzielten Gewinnmargen herangezogen, erhöht um die erwartete Effizienzsteigerung. Berücksichtigt wurde, dass die Ergebnisentwicklung auch von der kon- junkturellen Situation abhängig ist. Planabweichungen wurden analysiert und erforderlichenfalls in Form von Abschlägen auf die vorgelegten Business-Pläne berücksichtigt. Die Höhe erforderlicher Abschläge wird jeweils bei Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung neu festgelegt.
Der Businessplan des Geschäftsfelds Solutions sieht für das letzte Planjahr eine EBITA-Marge von 1,7 % vor (Vorjahr: 2,7 %). Als nachhaltige EBITA-Marge wurde die um Sondereffekte bereinigte durchschnittliche EBITA-Marge der Jahre 2021 (Ist) bis 2025 (Plan) in Höhe von 1,6 % (Vorjahr 2,6 %) in die Berechnung der ewigen Rente einbezogen. Nach dem Detailplanungszeitraum wurde unverändert zum Vorjahr eine Wachs- tumsrate von 0,75 % angenommen.# Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss
19 Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 154 TEUR (Vorjahr: 381 TEUR) in den Umsatzkosten enthalten. Ferner entfallen 4 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) auf die Vertriebskosten und 3.529 TEUR (Vorjahr: 2.029 TEUR) auf die Verwaltungskosten. Im Anlagenbestand des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2021 keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte enthalten.
Angaben in Tausend €
| Software, Konzessionen und andere Rechte | | |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 44.877 | 55.272 |
| Kumulierte Abschreibungen | -30.965 | -32.794 |
| Buchwert zum 1. Januar 2020 | 13.912 | 22.478 |
| Währungsdifferenzen | -22 | -9 |
| Zugänge | 11.010 | 5.694 |
| Abgänge | -6 | -75 |
| Abschreibungen | -2.416 | -3.687 |
| Wertminderungen | - | -3.422 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2020 | 22.478 | 20.979 |
| Anschaffungskosten | 55.272 | 59.805 |
| Kumulierte Abschreibungen | -32.794 | -38.826 |
Im Berichtsjahr wurden auf IT-Programme wegen eines veränderten Nutzungsumfangs Wertminderungen in Höhe von 3.422 TEUR erfasst.
20 Sachanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen sind in Höhe von 30.951 TEUR (Vorjahr: 31.528 TEUR) in den Umsatzkosten, 871 TEUR (Vorjahr: 834 TEUR) in den Vertriebskosten und 3.683 TEUR (Vorjahr: 3.872 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten.
Angaben in Tausend €
| | Grundstücke und Gebäude | Maschinen und technische Anlagen | Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Fuhrpark | Anlagen im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 161.050 | 36.083 | 43.504 | 27.107 | 1.185 | 268.929 |
| Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen | -74.992 | -31.551 | -33.746 | -12.767 | - | -153.056 |
| Buchwert zum 1. Januar 2020 | 86.058 | 4.532 | 9.758 | 14.340 | 1.185 | 115.873 |
| Währungsdifferenzen | -1.972 | -28 | -293 | -195 | - | -2.488 |
| Zugänge | 31.395 | 2.731 | 4.022 | 6.841 | 701 | 45.690 |
| Umbuchungen | 65 | 887 | 83 | - | -1.035 | - |
| Abgänge | -2.526 | -280 | -353 | -1.056 | - | -4.215 |
| Abschreibungen | -25.067 | -890 | -4.059 | -6.218 | - | -36.234 |
| Wertminderungen | - | -374 | - | -68 | - | -442 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2020 | 87.953 | 6.578 | 9.158 | 13.644 | 851 | 118.184 |
| Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen | 74.597 | 138 | 2.533 | 9.319 | - | 86.587 |
| Anschaffungskosten | 182.340 | 38.181 | 44.450 | 28.979 | 851 | 294.801 |
| Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen | -94.387 | -31.603 | -35.292 | -15.335 | - | -176.617 |
| Buchwert zum 1. Januar 2021 | 87.953 | 6.578 | 9.158 | 13.644 | 851 | 118.184 |
| Währungsdifferenzen | 526 | 6 | 94 | 13 | - | 639 |
| Zugänge | 20.913 | 435 | 2.858 | 4.792 | 1.064 | 30.062 |
| Umbuchungen | 244 | 159 | 176 | 250 | -829 | - |
| Abgänge | -9.844 | -149 | -450 | -421 | -54 | -10.918 |
| Abschreibungen | -24.837 | -910 | -3.881 | -5.877 | - | -35.505 |
| Wertaufholungen | 2.216 | 81 | - | - | - | 2.297 |
| Buchwert zum 31. Dezember2021 | 77.171 | 6.200 | 7.955 | 12.401 | 1.032 | 104.759 |
| Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen | 65.006 | 189 | 1.575 | 8.283 | - | 75.053 |
| Anschaffungskosten | 182.277 | 35.322 | 43.141 | 30.030 | 1.032 | 291.802 |
| Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen | -105.106 | -29.122 | -35.186 | -17.629 | - | -187.043 |
Zum 31. Dezember 2021 und 2020 waren keine Sachanlagen durch Grundpfandrechte oder Darlehen belastet. Im Berichtsjahr wurde auf ein in der Vergangenheit wertgemindertes Grundstück einschließlich technischer Anlagen aufgrund des vollzogenen Verkaufs eine Wertaufholung auf den Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt 2.297 TEUR erfasst.
21 Leasing
Der Logwin Konzern least wesentliche Teile der von ihm genutzten Logistik- und Büroimmobilien. Die Verträge für Logistikimmobilien haben im Regelfall eine Vertragslaufzeit von fünf bis zehn Jahren und die Büroimmobilien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von drei bis sechs Jahren. Zur Sicherstellung der operativen Flexibilität enthalten viele der Verträge Mietverlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns. Für einige der Immobilien existieren Untermietverhältnisse, die als operative Leasingverhältnisse qualifiziert wurden. Darüber hinaus werden wesentliche Teile des Fuhrparks des Logwin Konzerns geleast. Die Leasingverträge haben Laufzeiten von drei bis sechs Jahren und beinhalten teilweise Mietverlängerungs- oder Kaufoptionen. Die bilanzierten Nutzungsrechte sind in der Bilanz in den Sachanlagen zum 31. Dezember 2021 sowie 2020 wie folgt enthalten:
Angaben in Tausend €
| | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Grundstücke und Bauten | 65.006 | 74.597 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 189 | 138 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.575 | 2.533 |
| Fuhrpark | 8.283 | 9.319 |
| Summe Nutzungsrechte | 75.053 | 86.587 |
Zum 31. Dezember 2021 wurden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 79.515 TEUR (Vorjahr 90.832 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen.
Fälligkeitsanalyse
Mit den folgenden Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung der Leasingverbindlichkeiten ist in den kommenden Jahren zu rechnen:
Angaben in Tausend €
| | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Kleiner 1 Jahr | 28.694 | 31.473 |
| 1 bis 5 Jahre | 45.282 | 52.417 |
| Größer 5 Jahre | 7.823 | 10.330 |
| Summe der undiskontierten Leasingzahlungen | 81.799 | 94.220 |
| Barwert der Leasingzahlungen | 79.515 | 90.832 |
Der Barwert der Leasingzahlungen ist mit 27,884 TEUR (Vorjahr: 30.233 TEUR) in den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten und mit 51.631 TEUR (Vorjahr: 60.599 TEUR) in den langfristigen Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen.
Für das Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 ergab sich folgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte: | | |
| Grundstücke und Bauten | -23.425 | -23.683 |
| Technische Anlagen und Maschinen | -76 | -37 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | -943 | -1.217 |
| Fuhrpark | -4.852 | -5.379 |
| Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte | -29.296 | -30.316 |
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | -2.141 | -2.991 |
| Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen | -62 | -106 |
| Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte | -644 | -489 |
| Erträge aus Unterleasingverhältnissen | 2.300 | 2.840 |
Aus nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverhältnissen haben sich im Geschäftsjahr und im Vorjahr die folgenden Zahlungsmittelabflüsse ergeben:
Angaben in Tausend €
| | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Tilgungen bilanzierter Leasingverpflichtungen | 33.528 | 31.442 |
| Zinszahlungen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen | 2.141 | 2.991 |
| Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte | 706 | 595 |
| Summe Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen | 36.375 | 35.028 |
Aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblieben sind, können sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 45.713 TEUR (Vorjahr: 43.929 TEUR) ergeben. Die Vorjahresangabe wurde bezüglich der Höhe einbezogener zukünftiger Leasingraten von zum Bewertungszeitpunkt mietfreien Leasingobjekten korrigiert. Aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit Immobilien, die der Logwin Konzern bereits eingegangen ist, die aber zum 31. Dezember 2021 noch nicht bilanziert wurden, ergeben sich ohne Berücksichtigung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wie im Vorjahr keine zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse.
22 Vorräte
In den Vorräten sind überwiegend Verpackungsmaterial und Lademittel im Wert von 1.411 TEUR ausgewiesen (Vorjahr: 1.455 TEUR). Es wurden keine Vorräte verpfändet. Im Berichtsjahr wurde der Verbrauch von Vorräten in Höhe von 5.330 TEUR als Aufwand erfasst (Vorjahr: 7.138 TEUR). Im Jahr 2021 wurde wie im Vorjahr im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens kein Wertminderungsbedarf von Verpackungsmaterial festgestellt.# Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto | 202.143 | 116.533 |
| Abzüglich Wertberichtigungen aufgrund des vereinfachten Ansatzes | -960 | -610 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 201.183 | 115.923 |
| Abzüglich Wertberichtigungen für in der Bonität beeinträchtigte Forderungen | -1.127 | -1.709 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto | 200.056 | 114.214 |
| Forderungen aus Factoring | 61.340 | 26.588 |
| Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Factoring | 261.396 | 140.802 |
Der Konzern hat die folgenden Vertragsvermögenswerte erfasst:
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Transportdienstleistungen | 35.108 | 12.715 |
| Erwartete Kreditverluste aus Vertragsvermögenswerten aufgrund des vereinfachten Ansatzes | -186 | -71 |
| Vertragsvermögenswert | 34.922 | 12.644 |
Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 37.549 TEUR (Vorjahr: 16.607 TEUR) wurden mit aufgrund der vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf Gegenleistung saldiert. Aus zum 31. Dezember 2020 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode Erlöse in Höhe von 16.607 TEUR realisiert (Vorjahr: 10.146 TEUR). Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020.
| Angaben in Tausend € | Entspricht externer Rating- einstufung | Brutto- buchwert | Geschätzte Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) | Geschätzte Wertberichti- gung | Beinträchtige Bonität |
|---|---|---|---|---|---|
| Geringes Risiko | A bis AAA | 123.180 | 0,04% | 53 | Nein |
| Mittleres Risiko | B bis BBB | 154.309 | 0,50% | 778 | Nein |
| Unterdurchschnittlich | C bis CCC | 19.975 | 1,57% | 315 | Nein |
| Verlustereignis | D | 1.127 | 100,00% | 1.127 | Ja |
| Summe | 298.591 | 2.273 |
| Angaben in Tausend € | Entspricht externer Rating- einstufung | Brutto- buchwert | Geschätzte Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) | Geschätzte Wertberichti- gung | Beinträchtige Bonität |
|---|---|---|---|---|---|
| Geringes Risiko | A bis AAA | 63.538 | 0,02% | 14 | Nein |
| Mittleres Risiko | B bis BBB | 84.216 | 0,55% | 444 | Nein |
| Unterdurchschnittlich | C bis CCC | 6.356 | 3,52% | 223 | Nein |
| Verlustereignis | D | 1.726 | 99,02% | 1.709 | Ja |
| Summe | 155.836 | 2.390 |
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität auf Basis des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit haben sich wie folgt entwickelt:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| 1. Januar | -1.709 | -1.651 |
| Kursdifferenzen | -54 | 128 |
| Zuführungen | -525 | -630 |
| Verbrauch | 333 | 68 |
| Auflösungen | 828 | 376 |
| 31. Dezember | -1.127 | -1.709 |
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens- werte mit nicht beeinträchtigter Bonität im Rahmen des vereinfachten Ansatzes gemäß IFRS 9 haben sich wie folgt entwickelt:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| 1. Januar | -681 | -484 |
| Kursdifferenzen | -25 | 27 |
| Zuführungen | -507 | -274 |
| Auflösungen | 67 | 50 |
| 31. Dezember | -1.146 | -681 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an die Factoring-Gesellschaft verkauft worden sind, waren zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 119,9 Mio. Euro (Vorjahr: 68,1 Mio. Euro) durch Kreditversicherungen besichert. Der Selbstbehalt der besicherten Forderungen beträgt grundsätzlich 10 % (Vorjahr: 10 %). Der Konzern hält darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten oder andere Kreditverbesserungen zur Deckung seiner Kreditrisiken im Zusammenhang mit seinen finanziellen Vermögenswerten.
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Vorsteuer-Erstattungsanspruch | 4.384 | 3.260 |
| Vorauszahlungen | 35.202 | 14.787 |
| Derivative Finanzinstrumente | 3.826 | 514 |
| Übrige Forderungen und Vermögenswerte | 1.273 | 2.125 |
| Summe sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 44.685 | 20.686 |
In den übrigen Forderungen und Vermögenswerten sind zum 31. Dezember 2021 Forderungen aus der Abrechnung von Lademitteln in Höhe von 805 TEUR (Vorjahr: 442 TEUR) enthalten. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Wertminderungen sonstiger Forderungen und Vermögenswerte festgestellt. Im Vorjahr wurden auf Ansprüche gegenüber einer Versicherungsgesellschaft Wertberichtigungen von 380 TEUR gebildet. Mit Ausnahme vereinzelter operativ erforderlicher Hinterlegungen lagen keine Verpfändungen der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte vor.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel | 246.888 | 167.403 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 1.125 | 1.005 |
| Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 248.013 | 168.408 |
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente mit einer Gesamtlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeit- punkt – von bis zu drei Monaten. Zum 31. Dezember 2021 beinhalten die Zahlungsmittel Bestände in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro), über die der Logwin Konzern aufgrund einer abwicklungstechnischen Vereinbarung erst nach ca. zwei Arbeitstagen verfügen konnte. Zum 31. Dezember 2021 dienten Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 609 als Einlagen zur Hinterlegung von Bankgarantien und waren somit beschränkt verfügbare Mittel (Vorjahr: 549 TEUR).
Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | ||
|---|---|---|---|
| Angaben in Tausend € | Latente Steuer- ansprüche | Latente Steuer- schulden | Latente Steuer- ansprüche |
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.758 | - | 1.251 |
| Sachanlagen | 166 | 16.031 | 1.127 |
| Finanzanlagen | 41 | 4 | 127 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.889 | 3.754 | 2.681 |
| Rückstellungen | 5.105 | 4.807 | 6.928 |
| Verbindlichkeiten | 20.264 | 5.679 | 21.375 |
| Ertragsteuerliche Verlustvorträge | 12.266 | - | 17.060 |
| Wertberichtigungen | -5.755 | - | -8.358 |
| einbehaltene Gewinne in- und ausländischer Tochterunternehmen | - | 777 | - |
| Saldierte Beträge | -24.727 | -24.727 | -22.668 |
| Summe latente Steuern | 20.007 | 6.325 | 19.523 |
Die bilanzierten latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt verändert:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Latente Steuern, saldiert zum 1. Januar | 18.229 | 17.451 |
| Erfolgswirksame Veränderung | -2.352 | 556 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | -2.251 | 367 |
| Währungs- und sonstige Differenzen | 56 | -145 |
| Latente Steuern, saldiert zum 31. Dezember | 13.682 | 18.229 |
Die erfolgsneutrale Veränderung betrifft im Jahr 2021 ebenso wie im Vorjahr latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Hierin sind im Berichtsjahr Effekte aus der erfolgsneutralen Wertminderung bzw. Wertaufholung latenter Steueransprüche in Höhe von -1.421 TEUR enthalten. Im Berichtsjahr wurden auf temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 26,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro) latente Steuerschulden in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) bilanziert. Für temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro) wurden zum 31. Dezember 2021 keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Steuereffekt auf diese Differenzen würde 2,7 Mio. Euro betragen (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro). Saldierte latente Steueransprüche in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR) wurden trotz steuer- licher Verluste im Berichtsjahr oder im Vorjahr aktiviert, da substanzielle Hinweise für ihren Ansatz auf- grund nicht wiederkehrender Einmaleffekte vorliegen. Der Ansatz erfolgte auf Basis der Planungsrechnung- en über das steuerliche Einkommen der entsprechenden Gesellschaften, da innerhalb der zukünftigen fünf Jahre mit nachhaltig positiven operativen Ergebnissen zu rechnen ist. Für die nachfolgend aufgeführten temporären Differenzen und steuerlichen Verluste wurden keine latenten Steueransprüche erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verluste verwendet werden können.
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Steuerliche Verluste | 397.778 | 431.718 |
| Abzugsfähige temporäre Differenzen | 11.346 | 7.478 |
| Summe | 409.124 | 439.196 |
Verlustvorträge werden, soweit eine Veranlagung der entsprechenden Steuern vorliegt, auf Basis dieser Veranlagung angegeben. Liegt noch keine Veranlagung vor, wird der errechnete bzw. der den Finanzbe- hörden gegenüber erklärte Wert herangezogen.
Eigenkapital
Grundkapital und genehmigtes Kapital
Zum 31. Dezember 2021 waren insgesamt 2.884.395 (Vorjahr: 2.884.395) voll eingezahlte nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben. Hiervon befanden sich 2.879.344 Aktien im Umlauf (Vorjahr: 2.881.395). Zum 31. Dezember 2021 befanden sich 5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG (Vorjahr: 3.000 Stück) und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am Grundkapital von 45,52 EUR (Vorjahr: 45,52 EUR). Darüber hinaus verfügt die Logwin AG zum 31. Dezember 2021 über ein genehmigtes Kapital von insgesamt 68.700 TEUR (Vorjahr: 68.700 TEUR), eingeteilt in weitere 1.509.105 neu auszugebende Aktien ohne Nennwert (Vorjahr: 1.509.105).
Ergebnisverwendung und Kapitalrücklage
Die Hauptversammlung der Logwin AG vom 8. April 2021 hat die Verwendung des Jahresüberschusses per 31. Dezember 2020 von 48.947 TEUR in Form der Einstellung in die Kapitalrücklage beschlossen. Im Vorjahr wurde der Jahresüberschuss per 31. Dezember 2019 von 39.243 TEUR der Kapitalrücklage zugeführt. Aus der Kapitalrücklage wurde auf Beschluss der Hauptversammlung vom 8.# Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
April 2021 eine Ausschüttung in Höhe von 10.083 TEUR (Vorjahr: 10.094 TEUR) vorgenommen. Dies entspricht einem Betrag von 3,50 Euro pro Aktie (Vorjahr: 3,50 Euro pro Aktie).
Ausschüttung
Die Ausschüttung muss von den Anteilseignern in der Hauptversammlung am 8. April 2022 beschlossen werden und wurde folglich in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit bilanziert.
Gewinnrücklagen
Ausschüttungsfähiger Bilanzgewinn
Gemäß Luxemburger Recht sind zumindest 5 % des Jahresüberschusses aus dem lokalen Einzelabschluss einer gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis diese Rücklage 10 % des gezeichneten Kapitals der Gesellschaft erreicht. Diese Rücklage ist zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 13.130 TEUR (Vorjahr: 13.130 TEUR) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Logwin Konzerns unter der Position „Gewinnrücklagen“ enthalten. Die gesetzliche Rücklage kann nicht als Dividende ausgeschüttet werden.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Form von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Ertrag aus Planvermögen, der nicht in den Zinserträgen erfasst wird, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und sind in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Diese Beträge werden in den Gewinnrücklagen ausgewiesen und belaufen sich zum 31. Dezember 2021 kumuliert auf -15.011 TEUR (Vorjahr: -15.531 TEUR). Die Veränderung des Berichtsjahrs 2021 von 520 TEUR (Vorjahr: -1.248 TEUR) entfällt in vollem Umfang auf die Neubewertungen der Nettoschuld, vermindert um die darauf entfallenden latenten Steuern.
Anhang zum Konzernabschluss
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Die Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bedingt durch die Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ergab sich zum 31. Dezember 2021 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -3.625 TEUR (Vorjahr: -7.907 TEUR). Die im Eigenkapital erfassten Beträge sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Eigene Aktien
Basierend auf der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 10. April 2019 hat der Verwaltungsrat der Logwin AG am 17. März 2020 beschlossen, erneut ein Aktienrückkaufprogramm zu beginnen. Der Aktienrückkauf hat am 18. März 2020 begonnen und ist bis zum 28. Februar 2022 befristet. Zum 31. Dezember 2021 befanden sich 5.051 Aktien (Vorjahr: 3.000) im Wert von 800 TEUR (Vorjahr: 387 TEUR) im Besitz der Gesellschaft. Eigene Aktien unterliegen dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über Kreditlinien (ohne Avallinien) in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro), die zum Abschlussstichtag des Berichtsjahrs sowie des Vorjahrs nicht in Anspruch genommen waren. Darüber hinaus stand dem Logwin Konzern zum Stichtag aus dem Factoring in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2021 sowie zum Vorjahresstichtag wurde die Factoringlinie nicht in Anspruch genommen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR). Die Verzinsung der sonstigen kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgte variabel und entsprach daher dem jeweils aktuellen Marktniveau.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Im Logwin Konzern bestehen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen.
Beitragsorientierte Versorgungspläne
Die beitragsorientierten Versorgungspläne des Konzerns führten im Geschäftsjahr 2021 zu Zahlungen von 659 TEUR (Vorjahr: 501 TEUR) an private Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus erfolgten Beitragszahlungen von 8.464 TEUR (Vorjahr: 8.082 TEUR) an gesetzliche Rentenversicherungsträger.
84
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die leistungsorientierten Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus (kapitalgedeckten und nicht kapitalgedeckten) Pensionszusagen gegenüber Mitarbeitern vorwiegend deutscher Konzerngesellschaften. Im Logwin Konzern bestehen überwiegend Verpflichtungen aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Bei den zugesagten Leistungen handelt es sich größtenteils um lebenslang laufende Rentenzahlungen. Daneben existieren vor allem noch Ansprüche von in Österreich beschäftigten Mitarbeitern aus der gesetzlichen Abfertigung.
Charakteristisch für die leistungsorientierten Verpflichtungen ist, dass der Logwin Konzern die zugesagte Leistungshöhe gewährt und somit das Finanzierungs- und das Langlebigkeitsrisiko trägt. Soweit die Verpflichtungen teilweise oder vollständig kapitalgedeckt sind, tritt an die Stelle des Finanzierungsrisikos das allgemeine Marktrisiko. Da es sich bei dem im Logwin Konzern vorliegenden Planvermögen im Wesentlichen um Rückdeckungsversicherungen, Direktversicherungen sowie Unterstützungskassen handelt, deren Volatilität vergleichsweise gering ist, besteht diesbezüglich ein geringfügiges Risiko.
Die in der Bilanz angesetzte Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen setzt sich wie folgt zusammen:
| Angaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Barwert der Verpflichtung | 33.330 | 37.188 |
| Planvermögen | -1.714 | -1.703 |
| Nettoschuld (Finanzierungsstatus) | 31.616 | 35.485 |
Die Entwicklung der Nettoschuld im laufenden Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Nettoschuld zum 1. Januar | 35.485 | 34.617 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand | 635 | 749 |
| Beiträge inkl. Rentenzahlungen des Unternehmens | -1.587 | -1.145 |
| Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen | -2.771 | 1.615 |
| Planabgeltungen | -131 | -293 |
| Sonstige Veränderungen | -15 | -58 |
| Nettoschuld am 31. Dezember | 31.616 | 35.485 |
Die sonstigen Veränderungen umfassen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung der Nettoschuld.
85
Die Veränderung der Nettoschuld teilt sich wie folgt auf die Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung und des Planvermögens auf:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Barwert der Verpflichtung am 1. Januar | 37.188 | 36.271 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 503 | 492 |
| Zinsaufwand | 139 | 270 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (-) /Verluste (+) durch Änderung demographischer Annahmen | 8 | -1 |
| durch Änderungen finanzieller Annahmen | -2.085 | 1.904 |
| durch erfahrungsbedingte Anpassungen | -673 | -231 |
| Geleistete Zahlungen aus Gesellschaftsvermögen | -1.539 | -1.102 |
| Geleistete Zahlungen aus Planvermögen | -102 | -56 |
| Planabgeltungen | -131 | -293 |
| Sonstige Veränderungen | 22 | -66 |
| Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember | 33.330 | 37.188 |
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Planvermögen am 1. Januar | 1.703 | 1.654 |
| Zinserträge auf Planvermögen | 7 | 13 |
| Nicht in den Zinserträgen erfasste Erträge aus Planvermögen | 21 | 57 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 48 | 43 |
| Geleistete Zahlungen aus Planvermögen | -102 | -56 |
| Sonstige Veränderungen | 37 | -8 |
| Planvermögen am 31. Dezember | 1.714 | 1.703 |
Das Planvermögen setzt sich zum 31. Dezember 2021 aus Rückdeckungsversicherungen von 668 TEUR (Vorjahr: 717 TEUR), Unterstützungskassen von 353 TEUR (Vorjahr: 349 TEUR), Direktversicherungen von 269 TEUR (Vorjahr: 263 TEUR) sowie sonstigen Sicherungsformen von 424 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR) zusammen. Die voraussichtlichen Beiträge zum Planvermögen belaufen sich im Folgejahr auf 45 TEUR.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne erfasst:
| Angaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | -503 | -492 |
| Nettozinsaufwand | -132 | -257 |
| Summe Pensionsaufwendungen | -635 | -749 |
86
Von der Gesamtsumme der Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne im Jahr 2021 sind 380 TEUR (Vorjahr: 360 TEUR) in den Umsatzkosten, 66 TEUR (Vorjahr: 69 TEUR) in den Vertriebskosten und 57 TEUR (Vorjahr: 63 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Der Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung sowie aus der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 132 TEUR (Vorjahr: 257 TEUR) wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Versicherungsmathematische Annahmen
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 1,0% | 0,4% |
| Lohn- und Gehaltstrend | 2,5% | 2,5% |
| Rententrend | 1,9% | 1,75% |
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland wie im Vorjahr die „Richttafeln 2018G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Diskontierungssätze werden grundsätzlich auf Basis der Renditen erstrangiger Unternehmensanleihen bestimmt, deren Laufzeit und Währung den jeweiligen Verpflichtungen entsprechen.
Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu Grunde, welcher auf Basis der im Geschäftsjahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon Eurozone Yield Curve“ ermittelt wurde. Wäre die Pensionsverpflichtung zum Stichtag mit dem Diskontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach dem im Vorjahr angewandten Verfahren „Aon Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine um 400 TEUR (1,3 % des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung) höhere Pensionsverpflichtung ergeben.
Die Lohn- und Gehaltstrends beinhalten sowohl eine Komponente für eine Inflationsanpassung als auch für karrierebedingte Gehaltssteigerungen und basieren wie auch die Fluktuationsraten auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft.# Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 87
Die Rententrends entsprechen entweder den vertraglich festgelegten Garantierentenanpassungen oder basieren auf den gültigen Regelungen zur Rentenanpassung.
Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswirkungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung gehabt:
| Annahmen | Angabe in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|
| Abzinsungssatz | Um 0,5 Prozentpunkte höher | -1.950 | -2.355 |
| Um 0,5 Prozentpunkte niedriger | 2.178 | 2.644 | |
| Lohn- und Gehaltstrend | Um 0,5 Prozentpunkte höher | 166 | 188 |
| Um 0,5 Prozentpunkte niedriger | -156 | -176 | |
| Rententrend | Um 0,5 Prozentpunkte höher | 1.654 | 1.980 |
| Um 0,5 Prozentpunkte niedriger | -1.509 | -1.803 | |
| Lebenserwartung | Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10% | 1.237 | 1.462 |
Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen wurden nicht berücksichtigt. Für die Ermittlung der Sensitivitäten ist dieselbe Methode wie für die Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen verwendet worden. Zur Untersuchung der Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung gegenüber einer Veränderung der angenommenen Lebenserwartung wurden im Rahmen einer Vergleichsberechnung die angesetzten Sterbewahrscheinlichkeiten um 10 % abgesenkt; dies führt wie im Vorjahr zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von in etwa einem Jahr.
Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung beträgt 13,19 Jahre (Vorjahr: 14,76 Jahre).
Nachfolgend wird das Fälligkeitsprofil der nicht diskontierten Auszahlungen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung dargestellt:
| Angabe in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Zahlungen fällig innerhalb des nächsten Geschäftsjahres | 1.867 | 1.453 |
| Zahlungen fällig in zwei bis fünf Jahren | 5.564 | 5.884 |
| Zahlungen fällig in sechs bis zehn Jahren | 6.639 | 6.878 |
| Zahlungen fällig in elf bis 15 Jahren | 5.992 | 6.528 |
| Zahlungen fällig in 16 bis 20 Jahren | 4.905 | 5.050 |
| Zahlungen fällig in mehr als 20 Jahren | 10.651 | 11.377 |
88 30 Sonstige langfristige Rückstellungen
| Angabe in Tausend € | 1. Januar 2021 | Zuführungen | Verbrauch | Auflösung | Kursdifferenzen | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jubiläumsrückstellungen | 3.529 | 210 | -216 | -164 | 6 | 3.365 |
Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellungen belief sich im Jahr 2021 auf 3 TEUR (Vorjahr: 11 TEUR).
Der Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu Grunde, welcher auf Basis der im Geschäftsjahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon Eurozone Yield Curve“ ermittelt wurde. Wären die Jubiläumsrückstellungen zum Stichtag mit dem Diskontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach dem im Vorjahr angewandten Verfahren „Aon Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine um 8 TEUR (0,8 % des Barwerts der Verpflichtung) höhere Jubiläumsverpflichtung ergeben.
31 Kurzfristige Rückstellungen
| Angabe in Tausend € | 1. Januar 2021 | Zuführungen | Verbrauch | Auflösung | Kursdifferenzen | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Prozesse und Rechtsstreitigkeiten | 990 | 136 | -96 | -104 | 3 | 929 |
| Drohende Verluste | 287 | 359 | -85 | -180 | - | 381 |
| Gewährleistungen | 1.665 | 1.992 | -355 | -843 | -2 | 2.457 |
| Übrige Summe kurzfristige Rückstellungen | 5.100 | 2.396 | -1.249 | -581 | 37 | 5.703 |
| Summe | 8.042 | 4.883 | -1.785 | -1.708 | 38 | 9.470 |
Die ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Rechtsstreitigkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2021 aus diversen Prozessrisiken zusammen. Die Gewährleistungsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Fracht- und Haftpflichtschäden aus der operativen Geschäftstätigkeit. Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen wurden unter anderem für diverse Vertrags- und Regressrisiken sowie ausstehende Rechnungen und Kundenboni gebildet.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 89
32 Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten ermitteln sich aus abgegrenzten Ertragsteueraufwendungen für das Geschäftsjahr 2021 sowie für frühere Geschäftsjahre in Höhe von 18.425 TEUR (Vorjahr: 6.817 TEUR), abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen in Höhe von 5.631 TEUR (Vorjahr: 3.587 TEUR).
33 Sonstige Verbindlichkeiten
| Angabe in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Personalbezogene Verbindlichkeiten: | ||
| Lohn- und Gehaltskosten | 25.060 | 19.353 |
| Sozialversicherungen | 1.626 | 1.372 |
| Urlaubsabgrenzung | 3.424 | 2.615 |
| Sonstige Steuern und Abgaben | 5.684 | 4.206 |
| Kundenvorauszahlungen | 2.076 | 980 |
| Derivative Finanzinstrumente | 3.486 | 1.594 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten | 6.706 | 4.448 |
| Summe sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 48.062 | 34.568 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 1 | 1 |
| Summe sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 1 | 1 |
| Summe sonstige Verbindlichkeiten | 48.063 | 34.569 |
In den sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sind zum 31. Dezember 2021 757 TEUR (Vorjahr: 420 TEUR) Verbindlichkeiten aus der Abrechnung von Lademitteln enthalten. Die Kundenvorauszahlungen stellen Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 dar.
Die Restlaufzeiten der in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| Angabe in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | 35.074 | 25.273 |
| Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | 1 | 1 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 35.075 | 25.274 |
90 Sonstige Angaben
34 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
Die nachfolgenden Tabellen geben zusätzliche Informationen zu den im Logwin Konzern vorliegenden Finanzinstrumenten. Zum einen werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 aufgezeigt, zum anderen werden die Bilanzposten, die Finanzinstrumente enthalten, mit den entsprechenden bilanziellen Wertansätzen sowie ihrem Fair Value dargestellt.
Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9
| Angabe in Tausend € | Buchwert 31.12.2021 | Gemäß IFRS 9 zwingend zum FV bewertet | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | 555.315 | 543.155 | 12.160 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 358.466 | 354.980 | 3.486 |
| Angabe in Tausend € | Buchwert 31.12.2020 | Gemäß IFRS 9 zwingend zum FV bewertet | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | 327.124 | 320.451 | 6.673 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 197.863 | 196.269 | 1.594 |
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 91
Buchwerte und Fair Values von Finanzinstrumenten nach Bilanzposten
Die folgende Übersicht leitet die vorhandenen Finanzinstrumente auf die entsprechenden Bilanzposten über und gibt den jeweiligen Bewertungsmaßstab, den Wertansatz sowie den Fair Value zum Bilanzstichtag wieder:
| Angabe in Tausend € | Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Buchwert 31.12.2021 | Wertansatz nach IFRS 16 | Fair Value 31.12.2021 |
|---|---|---|---|---|
| Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | FVTPL | 781 | 781 | |
| fortgeführte AK | 563 | 563 | ||
| n.a. | 281 | 281 | ||
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | Summe | 844 | 844 | |
| FVTPL | 7.553 | 7.553 | ||
| fortgeführte AK | 253.843 | 253.843 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Summe | 261.396 | 261.396 | |
| Vertragsvermögenswerte | fortgeführte AK | 34.922 | 34.922 | |
| fortgeführte AK | 5.814 | 5.814 | ||
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | FVTPL | 3.826 | 3.826 | |
| n.a. | 35.045 | 35.045 | ||
| Summe | 44.685 | 44.685 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | fortgeführte AK | 248.013 | 248.013 | |
| Verbindlichkeiten | ||||
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | n.a. | 51.631 | 51.631 | 51.631 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | fortgeführte AK | 1 | 1 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | fortgeführte AK | 323.257 | 323.257 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | n.a. | 27.884 | 27.884 | 27.884 |
| Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten | fortgeführte AK | 135 | 135 | |
| fortgeführte AK | 31.587 | 31.587 | ||
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | FVTPL | 3.486 | 3.486 | |
| n.a. | 12.989 | 12.989 | ||
| Summe | 48.062 | 48.062 |
| Angabe in Tausend € | Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Buchwert 31.12.2020 | Wertansatz nach IFRS 16 | Fair Value 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|
| Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | FVTPL | 759 | 759 | |
| fortgeführte AK | 395 | 395 | ||
| n.a. | 304 | 304 | ||
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | Summe | 699 | 699 | |
| FVTPL | 5.399 | 5.399 | ||
| fortgeführte AK | 135.403 | 135.403 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Summe | 140.802 | 140.802 | |
| Vertragsvermögenswerte | fortgeführte AK | 12.644 | 12.644 | |
| fortgeführte AK | 3.601 | 3.601 | ||
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | FVTPL | 514 | 514 | |
| n.a. | 16.571 | 16.571 | ||
| Summe | 20.686 | 20.686 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | fortgeführte AK | 168.408 | 168.408 | |
| Verbindlichkeiten | ||||
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | n.a. | 60.599 | 60.599 | 60.599 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | fortgeführte AK | 1 | 1 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | fortgeführte AK | 172.523 | 172.523 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | n.a. | 30.233 | 30.233 | 30.233 |
| Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten | fortgeführte AK | 66 | 66 | |
| fortgeführte AK | 23.680 | 23.680 | ||
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | FVTPL | 1.594 | 1.594 | |
| n.a. | 9.294 | 9.294 | ||
| Summe | 34.568 | 34.568 |
Die Fair Values der Finanzinstrumente wurden basierend auf folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Für börsennotierte Wertpapiere kann der Fair Value durch am Bilanzstichtag vorhandene Marktinformationen gemäß Stufe 1 ermittelt werden. Bei öffentlich gehandelten Finanzinstrumenten stellt der Kurswert am Stichtag den Fair Value des Instruments dar. Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierarchie mit Hilfe von Bewertungsmethoden, wie z. B.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 92# Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 93
Die Ermittlung der Fair Values von nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich nach der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Die Bewertung erfolgt, da nicht genügend neue Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen bzw. es eine große Bandbreite von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt, entsprechend IFRS 9.B.5.2.3. zu Anschaffungskosten, die als die beste Schätzung des beizulegenden Zeitwertes angesehen werden. Bei den sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen erfolgt die Bestimmung der Fair Values unter der Annahme, dass sich vereinbarte und marktübliche Zinssätze entsprechen. Folglich stimmen die Buchwerte annahmegemäß mit den Fair Values überein. Bei Finanzierungsverbindlichkeiten mit festen Zinssätzen werden die Fair Values mit Hilfe von Bewertungsmodellen berechnet. Die Inputfaktoren (Zinsen) basieren auf beobachtbaren Marktdaten. Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet wurden, sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Logwin Konzerns, die mit dem Fair Value bilanziert wurden, entsprechend der Fair Value-Hierarchie.
| Angaben in Tausend € | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Summe |
|---|---|---|---|---|
| 31.Dezember 2021 | ||||
| Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | 608 | - | 173 | 781 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | - | 7.553 | 7.553 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | - | 3.826 | - | 3.826 |
| Summe | 608 | 3.826 | 7.726 | 12.160 |
| Verbindlichkeiten | ||||
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | - | 3.486 | - | 3.486 |
| Angaben in Tausend € | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Summe |
|---|---|---|---|---|
| 31.Dezember 2020 | ||||
| Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | 586 | - | 173 | 759 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | - | 5.399 | 5.399 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | - | 514 | - | 514 |
| Summe | 586 | 514 | 5.572 | 6.672 |
| Verbindlichkeiten | ||||
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | - | 1.594 | - | 1.594 |
Während des Berichtsjahres sowie des Vorjahres gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3.
94 Nettoergebnis von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien aus der Folgebewertung
| Nettoergebnis Angaben in Tausend € | aus Zinsen | Zum Fair Value Wertberichtigung |
|---|---|---|
| 2021 | ||
| Vermögenswerte zu fortgeführten AK | 170 | -138 |
| Vermögenswerte zum FVTPL | -2.380 | -26 |
| Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK | -930 | - |
| Verbindlichkeiten zum FVTPL | 2.405 | -141 |
| Summe | -735 | -167 |
| Nettoergebnis Angaben in Tausend € | aus Zinsen | Zum Fair Value Wertberichtigung |
|---|---|---|
| 2020 | ||
| Vermögenswerte zu fortgeführten AK | 246 | -859 |
| Vermögenswerte zum FVTPL | -115 | 35 |
| Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK | -707 | - |
| Verbindlichkeiten zum FVTPL | 2 | -38 |
| Summe | -574 | -3 |
Bezüglich der Zinserträge und -aufwendungen verweisen wir auf Anhangangabe 14 „Finanzergebnis“. Die Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung zum Fair Value betreffen im Wesentlichen die Bewertungen der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungsrisiken gehalten werden. Die Aufwendungen aus Wertminderungen umfassen Wertberichtigungen auf Forderungen.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss 95
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital-Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring ein vertraglich vereinbarter, im Geschäftsjahr nicht genutzter Höchstbetrag von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 21 dargestellt. Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften allgemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt und dem Logwin Konzern dadurch finanzielle Verluste entstehen. Zum 31. Dezember 2021 ergibt sich das maximale Kreditrisiko des Konzerns ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten oder anderen Kreditverbesserungen aus den Buchwerten der jeweiligen bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, wie er in der Konzernbilanz angegeben ist. Für drohende Ausfallrisiken werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Anhangangabe 23 verwiesen. Demgegenüber sind Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, voll werthaltig. Es bestehen im Wesentlichen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitätsprüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegen gewirkt. Um das Kreditrisiko zu minimieren, hat der Logwin Konzern Kreditrisikoeinstufungen entwickelt, um die Engagements nach ihrem Grad des Ausfallrisikos zu kategorisieren. Die Bonitätsinformationen werden von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt, soweit verfügbar, und, falls nicht verfügbar, verwendet der Logwin Konzern andere öffentlich zugängliche Finanzinformationen und intern verfügbare Informationen des Konzerns, um seine Großkunden und sonstigen Schuldner zu bewerten. Das Engagement des Konzerns und die Bonität der Gegenparteien werden kontinuierlich überwacht und der Gesamtwert der abgeschlossenen Geschäfte auf die zugelassenen Gegenparteien verteilt.
96 Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte. Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Durch die Sicherungsgeschäfte des Logwin Konzerns im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und –verbindlichkeiten wird die Unsicherheit der zukünftigen Zahlungsströme aus abgesicherten Positionen hinsichtlich des Risikos von Wechselkursschwankungen vermindert. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/– 10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro). Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben.# Zinsrisiken
Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen, das derzeit aufgrund der mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten unwesentlichen Finanzierungsverbindlichkeiten als gering eingeschätzt wird.
Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Im nächsten Jahr ist mit Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung von finanziellen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR) zu rechnen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Stichtag vorhandene derivative finanzielle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten befindet sich unter unter Anhangangabe 21.
Devisentermingeschäfte
Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Logwin Konzern verschiedene Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts und zur Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung eingesetzt werden. Die Devisentermingeschäfte haben alle eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die folgende Tabelle bildet die wesentlichen Geschäfte ab:
| Konzernabschluss | Anhang zum Konzernabschluss | 97 | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|
| Angaben in Tausend € | Nominalwert in Fremdwährung | Nominalwert in Euro | Nominalwert in Fremdwährung | Nominalwert in Euro |
| Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften | ||||
| Verkauf | AED | 12.550 | 2.947 | 10.550 |
| AUD | 15.567 | 9.665 | 7.646 | |
| CNY | 287.540 | 38.290 | 86.700 | |
| COP | 1.300.000 | 281 | 3.575.000 | |
| CZK | 31.300 | 1.210 | 5.050 | |
| GBP | 16.110 | 18.892 | 700 | |
| HKD | 120.900 | 13.419 | 52.200 | |
| HUF | 695.000 | 1.901 | 222.000 | |
| PLN | 22.600 | 4.876 | 1.100 | |
| RON | 1.550 | 311 | 2.000 | |
| SGD | - | - | 3.020 | |
| TRY | 18.900 | 1.493 | 2.100 | |
| USD | 35.420 | 30.973 | 10.330 | |
| Summe | - | 124.258 | - | 37.132 |
| Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften | ||||
| Kauf | AED | 17.550 | 4.144 | 17.800 |
| AUD | 8.672 | 5.466 | 5.800 | |
| CNY | 456.170 | 61.090 | 211.230 | |
| COP | - | - | 1.000.000 | |
| CZK | 33.300 | 1.312 | 18.550 | |
| GBP | 9.840 | 11.501 | 550 | |
| HKD | 308.150 | 34.309 | 203.780 | |
| HUF | 970.000 | 2.669 | 748.900 | |
| RON | 1.180 | 237 | 300 | |
| SGD | 1.910 | 1.226 | 5.440 | |
| THB | 12.000 | 319 | 6.300 | |
| TRY | 22.400 | 1.864 | 3.800 | |
| TWD | 17.000 | 551 | 17.000 | |
| USD | 31.341 | 27.438 | 8.775 | |
| Summe | - | 152.126 | - | 71.716 |
98
Die folgende Tabelle stellt die Marktwerte und Nominalvolumina der derivativen Finanzinstrumente gegenüber:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| Аngaben in Tausend € | Nominalvolumen | Marktwert |
| Vermögenswerte | ||
| Devisentermingeschäfte | 125.488 | 3.826 |
| Summe | 125.488 | 3.826 |
| Verbindlichkeiten | ||
| Devisentermingeschäfte | 150.895 | 3.486 |
| Summe | 150.895 | 3.486 |
Den Vermögenswerten stehen jeweils Verbindlichkeiten aus der Bewertung zugrundeliegender Finanzierungsgeschäfte gegenüber. Den Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften stehen jeweils Vermögenswerte aus der Bewertung zugrundeliegender interner Finanzierungsgeschäfte gegenüber. Mit den Banken, über die derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, bestehen in den Rahmenverträgen Nettingvereinbarungen, die aber grundsätzlich erst im Falle einer Insolvenz greifen. Insofern ist ein Nettoausweis für Zwecke der Bilanzierung unzulässig, da zum Stichtag nur eine theoretische Möglichkeit zur Aufrechnung besteht. Diese würde dazu führen, dass von den ausgewiesenen Schulden in Höhe von 3.486 TEUR insgesamt 3.441 TEUR mit den ausgewiesenen Vermögenswerten von 3.826 TEUR verrechnet werden könnten. Im Vorjahr hätten von den ausgewiesenen Vermögenswerten in Höhe von 514 TEUR insgesamt 514 TEUR mit den ausgewiesenen Schulden von 1.594 TEUR verrechnet werden können.
Kapitalmanagement
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements des Logwin Konzerns besteht in der Wahrung finanzieller Stabilität und der Erhaltung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Logwin AG. Auf negative Veränderungen der Kapitalstruktur kann soweit möglich durch Anpassungen des Eigenkapitals oder der Fremdkapitalausstattung, insbesondere durch die Inanspruchnahme von vorhandenen Kreditlinien und der Factoring-Linie, reagiert werden. Mittel- und langfristige Finanzierungsentscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Kapitalstruktur des Logwin Konzerns geprüft. Darüber hinaus werden kurz- und mittelfristige Veränderungen der Kapitalstruktur durch die Analyse des Working Capital systematisch überwacht. Wesentlich sind dabei neben der Entwicklung der absoluten Größen die jeweiligen relativen Veränderungen sowie die Veränderungen zu relevanten Vergleichsgrößen wie den Umsatzerlösen.
| Konzernabschluss | Anhang zum Konzernabschluss | 99 | ||
|---|---|---|---|---|
| Folgende Posten sind Teil des Kapitalmanagements: | Аngaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | -79.515 | -90.832 | ||
| Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten | -135 | -66 | ||
| Bruttoverschuldung | -79.650 | -90.898 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 248.013 | 168.408 | ||
| Nettoliquidität | 168.363 | 77.510 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -323.257 | -172.523 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | -60.898 | -46.140 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 261.396 | 140.802 | ||
| Vertragsvermögenswerte | 34.922 | 12.644 | ||
| Ertragsteuerforderungen/-verbindlichkeiten | -10.932 | -765 | ||
| Sonstige lang- und kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte | 45.529 | 21.385 | ||
| Vorräte | 1.411 | 1.455 | ||
| Working Capital | -51.829 | -43.142 | ||
| Eigenkapital | 282.485 | 224.852 |
35
Finanzielle Verpflichtungen
Die folgende Tabelle zeigt alle nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen zu den Stichtagen 31. Dezember 2021 und 2020:
| Аngaben in Tausend € | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Fälligkeit innerhalb eines Jahres | 13.617 | 10.995 |
| Fälligkeit innerhalb 2 bis 5 Jahren | 10.581 | 3.180 |
| Fälligkeit in mehr als 5 Jahren | 3.148 | 33 |
| Summe | 27.346 | 14.208 |
Die finanziellen Verpflichtungen bestehen im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen aus Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen.
100
36
Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
Von den zum 31. Dezember 2021 im Konzern bestehenden Eventualverbindlichkeiten im Sinne von Bankgarantien und anderen Garantien, Patronatserklärungen und sonstigen Haftungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kann angenommen werden, dass keine wesentlichen Verpflichtungen entstehen werden. Sofern erforderlich werden für einzelne Sachverhalte, die möglicherweise zu einer Inanspruchnahme führen können, Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen.
37
Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers für das Berichtsjahr umfasste folgende Leistungen (ohne Auslagen):
| Аngaben in Tausend € | Abschlussprüfer luxemburgischer Gesellschaft | Netzwerk des Abschlussprüfers im Ausland |
|---|---|---|
| 2021 | 2020 | |
| Abschlussprüfung | 147 | 144 |
| Steuerberatung | - | - |
| Prüfungsbezogene Leistungen | - | - |
| Sonstige Leistungen | 9 | 1 |
| Gesamt | 156 | 145 |
38
Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
Die Bezüge der nicht-exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrats und der Mitglieder des Executive Committee enthalten sämtliche Bezüge von Konzerngesellschaften. Im fixen Anteil der laufenden Bezüge sind auch sonstige Vergütungsbestandteile enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden für Mitglieder des Managements Beiträge an einen beitragsorientierten Pensionsplan von 72 TEUR geleistet (Vorjahr: 88 TEUR).
| Аngaben in Tausend € | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Mitglieder des Executive Committee | 2.385 | 2.356 |
| davon fixer Anteil der laufenden Bezüge | 1.287 | 1.481 |
| davon variabler Anteil der laufenden Bezüge | 1.098 | 875 |
| Nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates (fixe Bezüge) | 120 | 120 |
| Konzernabschluss | Anhang zum Konzernabschluss | 101 | ||
|---|---|---|---|---|
| 39 |
Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
Unternehmen und Personen werden als nahe stehend betrachtet, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, oder eine Beteiligung an dem Unternehmen hält, die ihr einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen gibt, wenn eine der Parteien ein assoziiertes Unternehmen ist, oder wenn eine der Parteien ein Mitglied des Führungspersonals des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens ist. Herr Stefan Quandt gilt als nahe stehende Person zur Logwin AG, da er Alleinaktionär der DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher ist, die mehrheitlich an der Logwin AG beteiligt ist. Er ist ferner alleiniger Gesellschafter der DELTON Health AG und der AQTON SE, beide Bad Homburg, sowie Aktionär und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, München. Er ist im Sinne von IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ eine nahe stehende Person zu diesen Unternehmen. Der Logwin Konzern hat mit der DELTON Logistics S.à r.l. im Berichtsjahr Mieterlöse in Höhe von 8 TEUR erzielt (Vorjahr: 8 TEUR). Der Logwin Konzern hat von der DELTON Logistics S.à r.l. Dienstleistungen in Höhe von 38 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR) bezogen. Darüber hinaus bestanden nachstehende Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit der DELTON Health AG, Bad Homburg v.d.H. und ihren Tochterunternehmen.
| Аngaben in Tausend € | DELTON Health AG und ihre Tochterunternehmen | |
|---|---|---|
| 2021 | 2020 | |
| Erbrachte Dienstleistungen | 542 | 388 |
| Bezogene Dienstleistungen | 747 | 631 |
| Forderungen zum 31. Dezember | - | - |
| Verbindlichkeiten zum 31. Dezember | 136 | 141 |
Weiterhin hat die Logwin AG im Jahr 2020 mit der AQTON SE eine Rahmenvereinbarung für Geldhandelsgeschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden kurzfristige Geldanlagen der Logwin AG bei der AQTON SE in Höhe von 75 Mio. Euro (Vorjahr: 50 Mio. EUR). Im Berichtsjahr sind Verwahrentgelte in Höhe von 81 TEUR angefallen (Vorjahr: 18 TEUR).Der Logwin Konzern hat in 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 19.450 TEUR (Vorjahr: 19.068 TEUR) mit Unternehmen der BMW-Gruppe erzielt. Die Forderungen gegen die BMW-Gruppe belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf 3.362 TEUR (Vorjahr: 1.574 TEUR). Außerdem haben Unternehmen des Logwin Konzerns von der BMW-Gruppe Fahrzeuge vorwiegend im Wege des Leasings bezogen. Die hieraus vom Logwin Konzern in 2021 geleisteten Leasingzahlungen belaufen sich auf 1.090 TEUR (Vorjahr: 1.235 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe aus noch nicht gezahlten Leasingraten betragen zum 31. Dezember 2021 65 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR).
Mit assoziierten und verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen:
| Assoziierte und verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Erbrachte Dienstleistungen | 759 | 721 |
| Bezogene Dienstleistungen | 488 | 252 |
| Forderungen zum 31. Dezember | 422 | 128 |
| Verbindlichkeiten zum 31. Dezember | 280 | 100 |
Darüber hinaus gibt es Geschäftsbeziehungen zwischen dem Logwin Konzern und Mitgliedern des Verwaltungsrats. Dem Logwin Konzern entstanden dadurch Aufwendungen in Höhe von 43 TEUR im Geschäftsjahr 2021 (Vorjahr: 71 TEUR). Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen erfolgten ausnahmslos zu marktüblichen Konditionen unter Beachtung des „dealing at arm’s length“-Grundsatzes.
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
Konzernabschluss Anhang zum Konzernabschluss
Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die nachfolgende Tabelle enthält alle Gesellschaften des Logwin-Konzerns zum 31. Dezember 2021:
Solutions
* Logwin Solutions Management GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Solutions Holding International GmbH, AT-Salzburg (100,00%)
* Logwin Solutions Austria GmbH, AT-Salzburg (100,00%)
* Logwin Solutions Spedition GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Solutions Spain S.A., ES-Madrid (100,00%)
* LOGWIN Romania S.R.L, RO-Bukarest (100,00%)
* Logwin Solutions Deutschland GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Solutions Logistik GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
Air + Ocean
* Logwin Air + Ocean International GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Air + Ocean UK Limited, GB-Uxbridge (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Belgium N.V., BE-Antwerpen (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Czech S.r.o., CZ-Prag (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Hungary Kft., HU-Budapest (100,00%)
* Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., NL-1438 AX Oude Meer (100,00%)
* Logwin Poland Sp.z.o.o., PL-Piaseczno (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Italy S.r.l., IT-Milano (51,00%)
* Logwin Air & Ocean Spain S.L., ES-Barcelona (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Austria GmbH, AT-Salzburg (100,00%)
* Logwin Air and Ocean Lojistik Hizmetleri ve Ticaret Limited Sirketi, TR-Istanbul (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Slovakia s.r.o. SK-Bratislava (100,00%)
* Logwin Air + Ocean France S.A.S., FR-Villepinte (100,00%)
* Logwin Air and Ocean South Africa (Pty.) Ltd., ZA-Johannesburg (100,00%)
* Logwin Air and Ocean Kenya Ltd., KE-Nairobi (60,00%)
* Logwin Air & Ocean Hong Kong Ltd., HK-Hongkong (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Taiwan Ltd, TW-Taipeh (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Philippines Inc., PH-Paranaque City (100,00%)
* Logwin Air & Ocean Korea Ltd., KR-Seoul (100,00%)
* Logwin Air + Ocean China Ltd., CN-Shanghai (100,00%)
* Logwin Air & Ocean Far East Ltd., HK-Hongkong (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Singapore Pte. Ltd., SG-Singapore (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Vietnam Company Limited , VN-Hochiminh City (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur (100,00%)
* Logwin Air + Ocean (Thailand) Ltd., TH-Bangkok (100,00%)
* P.T. Logwin Air & Ocean Indonesia, ID-Jakarta (90,00%)
* Logwin Air + Ocean India Pvt. Ltd., IN-Mumbai (100,00%)
* Logwin Air & Ocean Australia Pty. Ltd., AU-Alexandria (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Mexico S.A. de C.V., MX-City (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Colombia SAS, CO-Bogota (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Brazil Logística e Despacho Ltda., BR-Sao Paulo (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Chile S.p.A., CL-Santiago (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Perú S.R.L. PE-Lima (100,00%)
* Logwin Air & Ocean Middle East LLC, AE-Dubai (60,00%)
Sonstige
* Logwin AG, LU-Grevenmacher (100,00%)
* Logwin Holding Immo Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Air + Ocean Holding Austria GmbH, AT-Salzburg (100,00%)
* Logwin Road + Rail Austria GmbH i.L., AT-Salzburg (100,00%)
* Thiel AS Logistics AG, LU-Grevenmacher (100,00%)
* Logwin Road + Rail Deutschland GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Holding Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Finance GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Logwin Service GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
* Aschaffenburger Versicherungsmakler GmbH, DE-Großostheim (100,00%)
Nicht konsolidiert
* Logwin Air and Ocean Simesonke (Pty.) Ltd., ZA-Spartan-Kempton Park (100,00%)
* Leadway Freight Ltd. HK-Hongkong n.o. (100,00%)
* Logwin Forwarding Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur (49,00%)
* Supply Chain International Ltd., NZ-Auckland (33,00%)
* East West Freight Limited, HK-Hongkong (100,00%)
* Leadway Container Line Ltd., SG-Singapore (100,00%)
* Hellmann Beverage Logistics Inc, US-FL-Miami (50,00%)
* Transcontainer-Universal GmbH & Co. KG, DE-Bremen (0,80%)
Beteiligungen der Logwin AG werden nicht konsolidiert, sofern die Gesellschaft keinen Geschäftsbetrieb aufweist oder kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt werden kann. Weiterhin erfolgt auch keine Konsolidierung nach der Equity Methode, falls die Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss sind.
Im Berichtsjahr 2021 beschäftigte der Logwin Konzern durchschnittlich 4.047 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.215).
Konzernabschluss Erklärung des Verwaltungsrats | Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie für alle weiteren im Jahresfinanzbericht gegebenen Informationen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Entsprechend den Vorschriften des Luxemburgischen Handelsgesetzbuches enthält der Konzernlagebericht eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie darüber hinausgehende Erläuterungen.
Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss vorgeprüft und in einer Verwaltungsratssitzung zusammen mit Vertretern der Abschlussprüfer-Gesellschaft ausführlich besprochen. Die Prüfung des Konzernabschlusses und Lageberichts für das Geschäftsjahr 2021 gab keinerlei Anlass zur Beanstandung. Durch Beschluss des Verwaltungsrats wurden der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht bedürfen entsprechend Luxemburger Recht der Genehmigung durch das Organ der Hauptversammlung.
Der Verwaltungsrat der Logwin AG
Grevenmacher (Luxemburg), den 3. März 2022
„Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Konzernberichterstattung der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“
Dr. Antonius Wagner
(Vorsitzender des Verwaltungsrats)
Sebastian Esser
(Stellvertretender Vorsitzender Des Verwaltungsrats)